Eckdaten:
Für die 16. Sitzung der 20. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 2012 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von der Abgeordneten Brunhilde Fuchs
Petition betreffend Aufhebung des Fahrverbotes für Fahrräder auf Forststraßen (Ordnungsnummer 7) (überreicht von der Abgeordneten Brunhilde Fuchs )
Allgemeiner Beifall.
Jenen österreichischen Abgeordneten aus dem Nationalrat und aus dem Bundesrat, die heute ihr Engagement, ihre Kenntnisse und den Reichtum ihrer Erfahrung in den Dienst des Europarates und dessen Aufgaben stellen, möchte ich für ihre weitere Tätigkeit viel Erfolg wünschen – zum Wohle Österreichs und zum Wohle Europas! Dies im Sinne der Tatsache, daß wir uns diesem Europarat in der Vergangenheit verpflichtet gefühlt haben und ihm auch in Zukunft nach besten Kräften dienen werden. – Danke vielmals. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Der Europarat hat sich jetzt für eine ganze Reihe von mittel- und osteuropäischen Ländern geöffnet, die, wenn man mit dem Vergrößerungsglas sucht, noch nicht alle den Standard der Europäischen Menschenrechtskonvention erfüllen. Ich hoffe, daß diese Vorleistung des Europarates nicht dazu führt, daß der Menschenrechtsstandard des Europarates abgesenkt wird, sondern daß das eintritt, was beabsichtigt ist: daß nämlich auch in den neuen Demokratien die Menschenrechte vollinhaltlich gewährleistet werden. Daher werden wir dem Europarat dankbar weiter angehören. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage das sehr bewußt, weil der Europarat im Unterschied zur Europäischen Union die klare Entscheidung getroffen hat, die Grundlage für Frieden und Freiheit dieser europäischen Staaten zu legen, und dies ist nicht möglich, wenn dieses Europa im Westen endet. Dieses Europa wird nur dann ein freies sein, wenn es auch ein umfassendes ist und all jene Staaten, die in Osteuropa jahrzehntelang unter der kommunistischen Diktatur gelitten haben, schrittweise in die Gemeinschaft der zivilisierten rechtsstaatlichen Demokratien integriert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist für uns zum anderen überhaupt keine Frage – das ist heute schon angetönt, und Otto Schulmeister hat gestern in seiner Dankesadresse anläßlich der Feier zu seinem 80. Geburtstag gesagt: Österreich lebt davon, daß es erkennt, daß die Donau Richtung Osten fließt –, daß man besondere Sicherheitsgarantien dieses kleinen Landes inmitten Europas einzufordern hat. Daher haben wir Freiheitliche selbstverständlich zugestimmt, daß auch die Erweiterung des Europarates in Richtung Rußland ein positiver Schritt gewesen ist, wenngleich ich nicht verhehlen möchte, daß wir mit großer Sorge zur Kenntnis nehmen müssen, in welch brutaler Weise der Mitgliedsstaat Rußland derzeit mit den Grund- und Freiheitsrechten und den Bürgerrechten seiner Mitbürger in Tschetschenien umgeht. Und gerade aus Anlaß dieses Jubiläums soll auch der Appell an das Mitglied Rußland gerichtet werden, zu einer zivilisierten Rechtskultur zurückzukehren und die Mißachtung und Verfolgung von Menschen wie in Tschetschenien raschest einzustellen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich wiederhole diesen Punkt des Artikels 4 deshalb, weil nicht nur bedeutende Österreicher im Europarat gewirkt haben, sondern weil gerade der heute schon zitierte Wilfried Gredler immer ein Europa vor Augen hatte, das auch ein Europa der Bürger und der Bürgerrechte sein sollte. Es ist daher nicht ganz verständlich, wenn wir gerade an dem Tag, an dem das Jubiläum unserer Mitgliedschaft im Europarat gefeiert wird, wenige Minuten später ein Budget präsentiert bekommen, das durch verfassungsändernde Bestimmungen genau gegen den Rechtsschutz verstößt, die Bürgerrechte und die Grundrechte einer höchstgerichtlichen Kontrolle entzieht und damit Rechtsverweigerung und Demokratieverweigerung Platz macht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage das deshalb, weil wir ein Europa vor Augen haben, das ein Europa der Bürgerrechte und ein Europa der Bürger ist. Auch Wilfried Gredler hat dieses Europa der Bürger und nicht jenes der EU von heute gesehen, denn das ist ein Europa der Technokraten oder, wie er es da und dort formuliert hat, ein Europa, in dem es nicht einmal einen Grund- und Menschenrechtsschutz gibt. Wir sollten uns dessen bewußt sein, daß der Europarat die Menschenrechte achtet, daß der Europarat die Grundrechte verteidigt, daß der Europarat einen Gerichtshof zur Verfügung stellt, um Grund- und Freiheitsrechte umfassend zu sichern. Wir sollten uns aber auch dessen bewußt sein, daß die EU, in die diese Regierung so hineingedrängt hat, bis heute auf jede Form des Grund- und Menschenrechtsschutzes in ihren Institutionen verzichtet hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Ich ersuche daher dieses Parlament – wir werden einen einschlägigen Entschließungsantrag einbringen –, die Regierung aufzufordern, das Ratifikationsverfahren einzuleiten, denn ansonsten haben wir die heutige Gelegenheit nur dazu genützt, schöne Worte zu sprechen, uns zu berühmen, aber nichts dazu beigetragen, daß tatsächlich der Fußboden geschaffen wird; ein Fußboden für ein Europa mit erweiterten Bürgerrechten. Dies darf kein Europa sein, bei dem es nur um den Schutz vor dem Niedergang einzelner Wirtschaftszweige geht. Es geht um die Bürgerrechte und um die Menschenrechte! – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Der Europarat war sich aber auch immer seiner Rolle bewußt im Zusammenhang mit individuellen Grund- und Freiheitsrechten. – Die Menschenrechtskonvention, dieses Grunddokument der Menschenrechte, wurde verfaßt. Ich erinnere an die Kampagne "all different, all equal", in deren Rahmen hervorgehoben wurde, daß wir endlich dazu übergehen müssen, Menschen als Menschen zu betrachten und keine Unterschiede der Rasse, des Geschlechts, der Religion oder sonst irgendwelcher persönlicher Merkmale zu machen. Derartige Kampagnen können aber nur dann aufgehen, können nur dann glaubwürdig sein, wenn auch die einzelnen Mitgliedstaaten dem vollinhaltlich Rechnung tragen. Und es stellt sich auch in Österreich die Frage: Tun wir das? – Wenn ich etwa an die Empfehlungen des Europarates erinnere, die Diskriminierungen, die Strafsanktionen gegen Homosexuelle endlich aufzuheben, dann muß sich auch dieses Parlament die Frage gefallen lassen: Warum haben wir, die eigentlich die Avantgarde in diesem Europa sein sollten oder die unter den Staaten der Avantgarde sind, nicht einmal dieses Minimum an Grund- und Freiheitsrechten hergestellt? (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ein Allerletztes: Ich glaube, daß uns diese 40 Jahre Europarat auch zum innerstaatlichen Nachdenken bringen sollten. Wenn Klubobmann Kostelka von einem Sicherheitssystem gesprochen hat, dann erinnere ich an das Jahr 1956 und Österreich in dieser Situation. – Wir sollten daher über die tatsächlichen Grundlagen der Sicherheit nachdenken, und das sind die Menschenrechte, das ist aber auch ein fundiertes Nachdenken über die österreichische Neutralität. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das, was wir derzeit und in den vergangenen Wochen erlebt haben und erleben, ist das Gegenteil von dem, was Heinz Fischer im Handbuch beschrieben hat. Die Budgethoheit des Nationalrates, in der Verfassung festgeschrieben, wird zu einer Scheinhoheit degradiert. Man degradiert das Parlament zu einer Abstimmungsmaschine, in der dieses Parlament nur mehr nachzuvollziehen hat, was die Bundesregierung und insbesondere einige Funktionäre dieser rot-schwarzen Einheitspartei im stillen Kämmerlein längst ausgemauschelt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! In den vergangenen Wochen haben wir erlebt, daß dieses Parlament nicht einmal mehr mitwirken darf, daß dieses Parlament nichts anderes mehr ist als die Schaubühne zur formalen Einhaltung der Verfassungsbestimmungen, auf der sich die Regierung ihr Budget unabänderlich beschließen läßt, meine Damen und Herren (Beifall bei den Freiheitlichen) – unabänderlich, wie dies bedauerlicherweise auch unser Herr Parlamentspräsident Fischer zur Kenntnis genommen hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Parlamentarismus ist in Österreich in den vergangenen Wochen mit sage und schreibe 22,4 Kilogramm Regierungspapier erschlagen worden. Hohes Haus! Dagegen setzen sich in diesem Hohen Haus eine Oppositionsfraktion durch Abstinenz und die anderen Fraktionen durch Protest zur Wehr. Ohnmächtiger kann der Protest des Nationalrates nicht mehr ausgedrückt werden, weil sich die Regierungsfraktionen zum verlängerten Arm der Regierungsbank und zu Komplizen der Bundesregierung gemacht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: 1996 und 1997!
Meine Damen und Herren! Kalte Ausschaltung des Parlaments durch eine Bundesregierung unter tätiger Mithilfe von zwei Regierungsfraktionen und deren Parlamentarier, die sich nur getrauen, hinter vorgehaltener Hand Protest zu üben gegen das, was die österreichische Bundesregierung mit dem Budget 1986 und 1987 und der Lex fugitiva dazu aufführt. (Abg. Auer: 1996 und 1997!) Pardon, 1996 und 1997. Ich habe nur einmal geschaut, ob ihr auch richtig aufpaßt. (Abg. Auer: Leider!) Ich begrüße das, daß Sie meiner Rede, zumindest dem Inhalt nach, folgen. Die Budgetbeschlußfassung für 1996 und 1997 ist ein Skandal sondergleichen. Anneliese Rohrer hat recht, wenn sie sagt, das ist die "kalte Ausschaltung des Parlamentarismus in Österreich"! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Leider!
Meine Damen und Herren! Kalte Ausschaltung des Parlaments durch eine Bundesregierung unter tätiger Mithilfe von zwei Regierungsfraktionen und deren Parlamentarier, die sich nur getrauen, hinter vorgehaltener Hand Protest zu üben gegen das, was die österreichische Bundesregierung mit dem Budget 1986 und 1987 und der Lex fugitiva dazu aufführt. (Abg. Auer: 1996 und 1997!) Pardon, 1996 und 1997. Ich habe nur einmal geschaut, ob ihr auch richtig aufpaßt. (Abg. Auer: Leider!) Ich begrüße das, daß Sie meiner Rede, zumindest dem Inhalt nach, folgen. Die Budgetbeschlußfassung für 1996 und 1997 ist ein Skandal sondergleichen. Anneliese Rohrer hat recht, wenn sie sagt, das ist die "kalte Ausschaltung des Parlamentarismus in Österreich"! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Kalte Ausschaltung des Parlaments durch eine Bundesregierung unter tätiger Mithilfe von zwei Regierungsfraktionen und deren Parlamentarier, die sich nur getrauen, hinter vorgehaltener Hand Protest zu üben gegen das, was die österreichische Bundesregierung mit dem Budget 1986 und 1987 und der Lex fugitiva dazu aufführt. (Abg. Auer: 1996 und 1997!) Pardon, 1996 und 1997. Ich habe nur einmal geschaut, ob ihr auch richtig aufpaßt. (Abg. Auer: Leider!) Ich begrüße das, daß Sie meiner Rede, zumindest dem Inhalt nach, folgen. Die Budgetbeschlußfassung für 1996 und 1997 ist ein Skandal sondergleichen. Anneliese Rohrer hat recht, wenn sie sagt, das ist die "kalte Ausschaltung des Parlamentarismus in Österreich"! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Heute sieht das genau umgekehrt aus: Wir haben rund 79,9 Milliarden Schilling, also rund 55 Prozent an zusätzlichen Belastungen, und es gibt auf der Einnahmenseite lediglich 66,7 Milliarden, also rund 45 Prozent an Einsparungen. Die Verhältnisse haben sich umgedreht. Die Österreichische Volkspartei spielt heute mit, tut noch so, als ob das das Gelbe vom Ei wäre, die Ultima ratio österreichischer Finanzpolitik, und verrät damit einmal mehr alle – ich betone: alle! – Wahlversprechen, die sie vor dem 17. Dezember 1995 den Wählerinnen und Wählern in Österreich gegeben hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Familien gehören zu den ganz massiven Verlierern, genauso wie die behinderten Menschen in diesem Lande, deren zahllose Protestschreiben nur der Versuch sind, mit eigenem Papier jenen Erschlagungsversuch der Regierung mit Regierungspapier zu konterkarieren, der derzeit in den Klubs des Nationalrates einlangt. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Zahllose Menschen in diesem Lande bringen ihren Protest zumindest schriftlich zum Ausdruck, weil nicht jeder in Österreich Protestmaßnahmen wie die Studenten setzen möchte.
Abg. Mag. Ederer – lachend –: Was?
Hohes Haus! Der Bundeskanzler selbst hat noch mit einem spektakulären Brief an alle Pensionisten in Österreich – man rätselt heute noch, wie er zum Adressenmaterial kommen konnte, wohl nur unter Mißbrauch des Datenschutzgesetzes ... (Abg. Mag. Ederer – lachend –: Was?) Das finden Sie lustig? Dann erklären Sie einmal den verblüfften Österreichern, erklären Sie den Pensionisten in Österreich, wie eine Parteiorganisation, die Sie damals noch als Bundesgeschäftsführerin vertreten haben (Abg. Mag. Ederer: Noch immer!), zum vertraulichen Adressenmaterial aller Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich kommt (Abg. Parnigoni: Sie haben keine Ahnung!) , auch jener Pensionisten, die keinen Wert darauf legen, vom Bundeskanzler mit einem Schreiben angeschmiert zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts andres ist es letztlich, wenn der Bundeskanzler schönfärberisch verspricht, daß er keine Kürzung der Pensionen vorhabe, wir aber heute zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Pensionisten aber zu den Reallohnverlierern dieser Republik zählen.
Abg. Mag. Ederer: Noch immer!
Hohes Haus! Der Bundeskanzler selbst hat noch mit einem spektakulären Brief an alle Pensionisten in Österreich – man rätselt heute noch, wie er zum Adressenmaterial kommen konnte, wohl nur unter Mißbrauch des Datenschutzgesetzes ... (Abg. Mag. Ederer – lachend –: Was?) Das finden Sie lustig? Dann erklären Sie einmal den verblüfften Österreichern, erklären Sie den Pensionisten in Österreich, wie eine Parteiorganisation, die Sie damals noch als Bundesgeschäftsführerin vertreten haben (Abg. Mag. Ederer: Noch immer!), zum vertraulichen Adressenmaterial aller Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich kommt (Abg. Parnigoni: Sie haben keine Ahnung!) , auch jener Pensionisten, die keinen Wert darauf legen, vom Bundeskanzler mit einem Schreiben angeschmiert zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts andres ist es letztlich, wenn der Bundeskanzler schönfärberisch verspricht, daß er keine Kürzung der Pensionen vorhabe, wir aber heute zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Pensionisten aber zu den Reallohnverlierern dieser Republik zählen.
Abg. Parnigoni: Sie haben keine Ahnung!
Hohes Haus! Der Bundeskanzler selbst hat noch mit einem spektakulären Brief an alle Pensionisten in Österreich – man rätselt heute noch, wie er zum Adressenmaterial kommen konnte, wohl nur unter Mißbrauch des Datenschutzgesetzes ... (Abg. Mag. Ederer – lachend –: Was?) Das finden Sie lustig? Dann erklären Sie einmal den verblüfften Österreichern, erklären Sie den Pensionisten in Österreich, wie eine Parteiorganisation, die Sie damals noch als Bundesgeschäftsführerin vertreten haben (Abg. Mag. Ederer: Noch immer!), zum vertraulichen Adressenmaterial aller Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich kommt (Abg. Parnigoni: Sie haben keine Ahnung!) , auch jener Pensionisten, die keinen Wert darauf legen, vom Bundeskanzler mit einem Schreiben angeschmiert zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts andres ist es letztlich, wenn der Bundeskanzler schönfärberisch verspricht, daß er keine Kürzung der Pensionen vorhabe, wir aber heute zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Pensionisten aber zu den Reallohnverlierern dieser Republik zählen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Der Bundeskanzler selbst hat noch mit einem spektakulären Brief an alle Pensionisten in Österreich – man rätselt heute noch, wie er zum Adressenmaterial kommen konnte, wohl nur unter Mißbrauch des Datenschutzgesetzes ... (Abg. Mag. Ederer – lachend –: Was?) Das finden Sie lustig? Dann erklären Sie einmal den verblüfften Österreichern, erklären Sie den Pensionisten in Österreich, wie eine Parteiorganisation, die Sie damals noch als Bundesgeschäftsführerin vertreten haben (Abg. Mag. Ederer: Noch immer!), zum vertraulichen Adressenmaterial aller Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich kommt (Abg. Parnigoni: Sie haben keine Ahnung!) , auch jener Pensionisten, die keinen Wert darauf legen, vom Bundeskanzler mit einem Schreiben angeschmiert zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Denn nichts andres ist es letztlich, wenn der Bundeskanzler schönfärberisch verspricht, daß er keine Kürzung der Pensionen vorhabe, wir aber heute zur Kenntnis nehmen müssen, daß die Pensionisten aber zu den Reallohnverlierern dieser Republik zählen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was anderes als ein Anschmierversuch ist es denn, wenn der Herr Bundeskanzler sagt, die sicheren Arbeitsplätze seien die beste Garantie dafür, daß die Pensionen auch in Zukunft gesichert sind, es gleichzeitig aber diese Bundesregierung zu verantworten hat, daß wir derzeit 300 000 Arbeitslose in Österreich haben und damit einen neuen Negativrekord in der Arbeitslosenstatistik in Österreich bewältigen müssen? Die Bundesregierung tut nichts anderes, als Papier zu produzieren und mit diesem Papier das Parlament um seine Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte zu bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Sie kennen sich nicht aus!
Es wird der Grundsatz der Vollständigkeit verletzt. Wer gesehen hat, wie die Regierung im Parlament herumgeschustert hat, wie einzelne Minister im letzten Moment Zahlen korrigieren mußten, wie man ein bißchen etwas bei der Wohnbauförderung weggenommen hat, weil man nicht wußte, wie man sonst Positionen, die plötzlich aufgetaucht sind, bedecken soll, wer das alles gesehen hat, weiß, daß der Grundsatz der Vollständigkeit des Budgets und der Grundsatz der Budgetwahrheit, Herr Minister, ganz massiv verletzt werden. (Abg. Parnigoni: Sie kennen sich nicht aus!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Regierung ist drauf und dran, das Parlament zu mißachten. Die Regierung ist drauf und dran, das Parlament kalt auszuschalten. Und die Regierung hat es längst zur gängigen Regierungspolitik gemacht, auch die verfassungsgesetzlich festgelegten Grundsätze der Budgetpolitik in Österreich zu mißachten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Präsident richtet uns aus, daß wir das zu beschließen, es nicht mehr aufzuschnüren haben, daß wir als Ausfluß unserer Budgethoheit lediglich formell zur Kenntnis nehmen dürfen, was die Regierung uns nach der Vogel-friß-oder-stirb-Methode – so wie die Maiskolben der Grünen heute – ins Hohe Haus geliefert hat. Meine Damen und Herren! Jeder einzelne Maiskolben von hier ist mir lieber als die 24 Kilo Papier, die uns die Regierung zugemutet hat – und das alles noch mit Zustimmung und Billigung des Parlamentspräsidenten, meine Damen und Herren, der darin kein Problem sieht – und das bedauere ich –, wie das Parlament kalt ausgeschaltet und mißachtet wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das alles hat dazu geführt, daß die Budgeterstellung erstmalig zu einem lästigen Ritual für die Regierung, zu einem lästigen Ritual für Rot und Schwarz verkommen ist, wo man nur mehr die Form einhält, weil es die Verfassung leider erzwingt, im übrigen aber aus dieser Budgeterstellung eine einmalige Abstimmungsfolklore macht. – Denn mehr, meine Damen und Herren, Hohes Haus, ist es nicht, was Sie uns hier bieten! (Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.) Abstimmungsfolklore Marke "Musikantenstadl"! Das, was Sie dem Parlament zubilligen, gehört zu Herrn Moik. Das können Sie mit dem Herrn Moik ausmachen, aber nicht mit diesem Hohen Haus! Wir Freiheitlichen setzen uns entschieden dagegen zur Wehr! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner .)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner .
Meine Damen und Herren! Das alles hat dazu geführt, daß die Budgeterstellung erstmalig zu einem lästigen Ritual für die Regierung, zu einem lästigen Ritual für Rot und Schwarz verkommen ist, wo man nur mehr die Form einhält, weil es die Verfassung leider erzwingt, im übrigen aber aus dieser Budgeterstellung eine einmalige Abstimmungsfolklore macht. – Denn mehr, meine Damen und Herren, Hohes Haus, ist es nicht, was Sie uns hier bieten! (Beifall bei den Freiheitlichen und beim Liberalen Forum.) Abstimmungsfolklore Marke "Musikantenstadl"! Das, was Sie dem Parlament zubilligen, gehört zu Herrn Moik. Das können Sie mit dem Herrn Moik ausmachen, aber nicht mit diesem Hohen Haus! Wir Freiheitlichen setzen uns entschieden dagegen zur Wehr! (Beifall bei den Freiheitlichen sowie Beifall des Abg. Dr. Haselsteiner .)
Abg. Parnigoni: Das ist unsere Regierung!
Hohes Haus! Nie ist es deutlicher ersichtlich geworden ... (Abg. Parnigoni: Das ist unsere Regierung!) Daß Ihnen das egal ist, wissen wir; das ist schon klar. Budgetpolitik ist auch nichts, was Sie in Ihrem Waldviertler Wirtshaus verkaufen können. (Abg. Dr. Nowotny: Eine Arroganz!) Dorthin nehmen Sie bitte die Maiskolben mit. Das können Sie besser verkaufen. Mit Budgetpolitik haben Sie offensichtlich nichts zu tun.
Abg. Dr. Nowotny: Eine Arroganz!
Hohes Haus! Nie ist es deutlicher ersichtlich geworden ... (Abg. Parnigoni: Das ist unsere Regierung!) Daß Ihnen das egal ist, wissen wir; das ist schon klar. Budgetpolitik ist auch nichts, was Sie in Ihrem Waldviertler Wirtshaus verkaufen können. (Abg. Dr. Nowotny: Eine Arroganz!) Dorthin nehmen Sie bitte die Maiskolben mit. Das können Sie besser verkaufen. Mit Budgetpolitik haben Sie offensichtlich nichts zu tun.
Abg. Parnigoni: Sie überschätzen das! So wichtig ist der Haider auch nicht!
Mit dem Schutz der Rechte dieses Hauses halten Sie es offensichtlich überhaupt sehr dünn, Herr Abgeordneter Parnigoni. Sie wissen nur eines: Wenn der Haider dafür ist, dann muß ich dagegen sein, und wenn der Haider dagegen ist, dann muß ich in jedem Fall dafür sein – egal, ob das ein Schmarren ist oder nicht. (Abg. Parnigoni: Sie überschätzen das! So wichtig ist der Haider auch nicht!) Das ist die "Intellektualität" des Kollegen Parnigoni. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Mit dem Schutz der Rechte dieses Hauses halten Sie es offensichtlich überhaupt sehr dünn, Herr Abgeordneter Parnigoni. Sie wissen nur eines: Wenn der Haider dafür ist, dann muß ich dagegen sein, und wenn der Haider dagegen ist, dann muß ich in jedem Fall dafür sein – egal, ob das ein Schmarren ist oder nicht. (Abg. Parnigoni: Sie überschätzen das! So wichtig ist der Haider auch nicht!) Das ist die "Intellektualität" des Kollegen Parnigoni. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Meischberger: Da geht er ins Leere, der Parnigoni!
Herr Kollege Parnigoni, gehen Sie vielleicht einmal kritisch in sich, wenn Sie das noch schaffen! (Abg. Ing. Meischberger: Da geht er ins Leere, der Parnigoni! ) Ich habe ihm zumindest noch Reste an Substanz zugetraut, meine Damen und Herren. Aber ich nehme es zur Kenntnis: Meine Fraktion ist der Meinung, daß nicht einmal Reste an Substanz vorhanden sind.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Demokratiepolitisch unnatürlich ist dieser Zusammenschluß allerdings nur für jene – insbesondere ausländische – Beobachter unserer politischen Szene, die die Österreichische Volkspartei nicht kennen. Denn wer die Österreichische Volkspartei so kennt, wie ich sie kenne, der weiß, daß die SPÖ keinen willfährigeren Partner in diesem Haus und in dieser Republik finden kann, als eben jene Österreichische Volkspartei, die schon umfällt, bevor es die SPÖ überhaupt verlangt hat, meine Damen und Herren! Und das wird bei dieser Budgeterstellung mehr als deutlich. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich mir anschaue, wie Sie Presseförderung handhaben, ist zu erkennen, daß Sie mit der Verteilung von zig Millionen an mächtige Cliquen nicht Schluß machen. Auch im Bereich der Kulturförderung bedienen Sie Ihre mächtigen Cliquen in Zukunft weiter. Wenn Sie sich mit uns gemeinsam auch inhaltlich gegen die verfälschte Budgetpolitik der Bundesregierung, wo man wenige schützt, aber der Masse in die Taschen greift, verständigen, garantiere ich Ihnen, daß wir damit erfolgreicher sein werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Ellmauer .
Letztlich hat sich gezeigt, daß die Abstinenz und der Auszug genauso wie die Diskussionsverweigerung zwar eine Protesthaltung darstellen, aber letztlich Ausdruck einer gewissen hilflosen Ohnmacht sind. Was übrigbleibt, ist die Trauer über den erschlagenen Parlamentarismus, eine Trauer ... (Ironische Heiterkeit des Abg. Ellmauer .) Das finden Sie da oben zum Lachen? Wie lange sind Sie schon im Parlament? Wie lange sind Sie eigentlich schon Parlamentarier? Sie finden das zum Lachen! Der Parlamentarismus wird zugrunde gerichtet, und die ÖVP findet das auch noch zum Lachen! Sie fällt nicht nur um, sie findet das auch noch lustig!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie sollten sich einmal überlegen, warum Sie hier herinnen sitzen! Sie sollten sich einmal überlegen, warum Sie ein ordentliches, ein stattliches Gehalt kassieren. Sie sollten sich einmal überlegen, wen Sie hier zu vertreten haben: Nicht die Regierung, sondern das Volk haben Sie zu vertreten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Vergegenwärtigen Sie sich das einmal, und dann wird Ihnen der Humor vergehen, Herr Kollege, dessen Namen mir nicht bekannt ist. (Abg. Marizzi: Oberlehrer!)
Abg. Marizzi: Oberlehrer!
Sie sollten sich einmal überlegen, warum Sie hier herinnen sitzen! Sie sollten sich einmal überlegen, warum Sie ein ordentliches, ein stattliches Gehalt kassieren. Sie sollten sich einmal überlegen, wen Sie hier zu vertreten haben: Nicht die Regierung, sondern das Volk haben Sie zu vertreten! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Vergegenwärtigen Sie sich das einmal, und dann wird Ihnen der Humor vergehen, Herr Kollege, dessen Namen mir nicht bekannt ist. (Abg. Marizzi: Oberlehrer!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Minister, jetzt müssen Sie aufpassen, jetzt wird es wieder wichtig für Sie! Wir verlangen namentliche Abstimmung über Verfassungsbestimmungen, die einen Mißbrauch der Verfassung darstellen, da durch Erhebung in Verfassungsrang die Kontrolle des Verfassungsgerichtshofes verunmöglicht wird, über diese Anschläge, die Sie vorhaben, nämlich Verfassungsbestimmungen zu schaffen, die demokratiepolitisch und rechtspolitisch unerträglich sind (Beifall bei den Freiheitlichen), über Passagen, hinsichtlich derer Ihr eigener Parteifreund oder Genosse – ich weiß nicht, wie es derzeit bei Ihnen heißt – Häupl
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen werden jedenfalls in den kommenden Tagen unseren Protest gegen die kalte Ausschaltung des Parlaments mit einer Massivität zum Ausdruck bringen, die Sie sich wahrscheinlich in den nächsten Jahren häufiger zu Gemüte führen und Lehren daraus ziehen werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Was ist mit den 1 000 S?
Abgeordnete Mag. Brigitte Ederer (SPÖ): Herr Präsident! Meine beiden Herren Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! – Herr Abgeordneter Stadler! Der erste Punkt, den ich besprechen wollte (Abg. Haigermoser: Was ist mit den 1 000 S?): Sie haben in Ihrer Rede gesagt, die Sozialdemokraten hätten den Pensionisten im Wahlkampf geschrieben, und Sie wüßten bis heute nicht genau, woher wir diese Adressen gehabt haben. (Abg. Haigermoser: Die wurden angefordert! – Abg. Dr. Haider: Was ist mit den 1 000 S?)
Abg. Haigermoser: Die wurden angefordert! – Abg. Dr. Haider: Was ist mit den 1 000 S?
Abgeordnete Mag. Brigitte Ederer (SPÖ): Herr Präsident! Meine beiden Herren Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! – Herr Abgeordneter Stadler! Der erste Punkt, den ich besprechen wollte (Abg. Haigermoser: Was ist mit den 1 000 S?): Sie haben in Ihrer Rede gesagt, die Sozialdemokraten hätten den Pensionisten im Wahlkampf geschrieben, und Sie wüßten bis heute nicht genau, woher wir diese Adressen gehabt haben. (Abg. Haigermoser: Die wurden angefordert! – Abg. Dr. Haider: Was ist mit den 1 000 S?)
Abg. Haigermoser: Darf ich auch zuhören?
Kollege Haigermoser! Ich habe eine einzige Bitte: Ich habe Herrn Abgeordneten Stadler – ich weiß nicht, wie lange er gesprochen hat –, völlig ruhig zugehört, ich habe ihn nicht unterbrochen, nicht in seine Rede hineingeschrien, und ich würde mich gerne mit ihm über ein paar Fragen unterhalten – nicht mit Ihnen, wenn es recht ist. Wenn das nicht möglich ist, dann muß ich diesen Diskurs abbrechen. (Abg. Haigermoser: Darf ich auch zuhören?) Sie dürfen zuhören, aber nichts sagen in der Frage, weil ich jetzt nicht mit Ihnen spreche. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Ich rede nicht mit Ihnen! Ich rede mit Herrn Abgeordneten Stadler und nicht mit Ihnen. (Abg. Mag. Stadler: Sie waren zu lange in der Regierung! – Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich!)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser .
Kollege Haigermoser! Ich habe eine einzige Bitte: Ich habe Herrn Abgeordneten Stadler – ich weiß nicht, wie lange er gesprochen hat –, völlig ruhig zugehört, ich habe ihn nicht unterbrochen, nicht in seine Rede hineingeschrien, und ich würde mich gerne mit ihm über ein paar Fragen unterhalten – nicht mit Ihnen, wenn es recht ist. Wenn das nicht möglich ist, dann muß ich diesen Diskurs abbrechen. (Abg. Haigermoser: Darf ich auch zuhören?) Sie dürfen zuhören, aber nichts sagen in der Frage, weil ich jetzt nicht mit Ihnen spreche. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Ich rede nicht mit Ihnen! Ich rede mit Herrn Abgeordneten Stadler und nicht mit Ihnen. (Abg. Mag. Stadler: Sie waren zu lange in der Regierung! – Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Mag. Stadler: Sie waren zu lange in der Regierung! – Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich!
Kollege Haigermoser! Ich habe eine einzige Bitte: Ich habe Herrn Abgeordneten Stadler – ich weiß nicht, wie lange er gesprochen hat –, völlig ruhig zugehört, ich habe ihn nicht unterbrochen, nicht in seine Rede hineingeschrien, und ich würde mich gerne mit ihm über ein paar Fragen unterhalten – nicht mit Ihnen, wenn es recht ist. Wenn das nicht möglich ist, dann muß ich diesen Diskurs abbrechen. (Abg. Haigermoser: Darf ich auch zuhören?) Sie dürfen zuhören, aber nichts sagen in der Frage, weil ich jetzt nicht mit Ihnen spreche. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Ich rede nicht mit Ihnen! Ich rede mit Herrn Abgeordneten Stadler und nicht mit Ihnen. (Abg. Mag. Stadler: Sie waren zu lange in der Regierung! – Abg. Haigermoser: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Haider: Wo sind die 1 000 S?
Herr Abgeordneter Stadler hat gesagt, es sei bis heute nicht ganz klar, woher wir diese Adressen haben. Sie sind Jurist, und daher finde ich es doppelt nicht in Ordnung, Herr Abgeordneter, daß Sie hier in den Raum stellen, die Sozialdemokraten hätte ein bißchen das Recht gebeugt. (Abg. Dr. Haider: Wo sind die 1 000 S?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie wissen, Herr Abgeordneter, daß wahlwerbende Parteien Adressenmaterial – die Wählerliste – zur Verfügung haben und daß in der Wählerevidenz sowohl das Alter als auch das Geschlecht angegeben wird. Behaupten Sie bitte nicht mehr, daß die Sozialdemokraten irgendwelche Handlungen am Rande des Gesetzes gesetzt hätten, wenn Sie genau wissen, daß das nicht stimmt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte zum zweiten Punkt kommen. Herr Abgeordneter Stadler, Sie sagen hier, das Parlament werde zu einer Abstimmungsmaschinerie degradiert. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Ich zitiere!
Sie bezeichnen das österreichische Parlament als Abstimmungmaschinerie. (Abg. Mag. Stadler: Ich zitiere!) Ich würde gerne einmal mit Ihnen, Herr Abgeordneter, in Ruhe darüber reden – ohne daß Ihre kläffenden Herren im Hintergrund mir fast die Möglichkeit nehmen, zu sprechen –, wer die Institution Parlament in den letzten zehn Jahren mehr in Frage gestellt hat: wir oder Ihre Fraktion (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP) , die dieses Haus permanent – und ich bin auf der Regierungsbank gesessen und sitze schon viele Jahre hier in diesen Reihen – für tagespolitische Entscheidungen (Abg. Dr. Haider: Wir haben noch nie die Verfassung gebrochen!) oder für stark populistische Maßnahmen mißbraucht.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP
Sie bezeichnen das österreichische Parlament als Abstimmungmaschinerie. (Abg. Mag. Stadler: Ich zitiere!) Ich würde gerne einmal mit Ihnen, Herr Abgeordneter, in Ruhe darüber reden – ohne daß Ihre kläffenden Herren im Hintergrund mir fast die Möglichkeit nehmen, zu sprechen –, wer die Institution Parlament in den letzten zehn Jahren mehr in Frage gestellt hat: wir oder Ihre Fraktion (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP) , die dieses Haus permanent – und ich bin auf der Regierungsbank gesessen und sitze schon viele Jahre hier in diesen Reihen – für tagespolitische Entscheidungen (Abg. Dr. Haider: Wir haben noch nie die Verfassung gebrochen!) oder für stark populistische Maßnahmen mißbraucht.
Abg. Dr. Haider: Wir haben noch nie die Verfassung gebrochen!
Sie bezeichnen das österreichische Parlament als Abstimmungmaschinerie. (Abg. Mag. Stadler: Ich zitiere!) Ich würde gerne einmal mit Ihnen, Herr Abgeordneter, in Ruhe darüber reden – ohne daß Ihre kläffenden Herren im Hintergrund mir fast die Möglichkeit nehmen, zu sprechen –, wer die Institution Parlament in den letzten zehn Jahren mehr in Frage gestellt hat: wir oder Ihre Fraktion (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP) , die dieses Haus permanent – und ich bin auf der Regierungsbank gesessen und sitze schon viele Jahre hier in diesen Reihen – für tagespolitische Entscheidungen (Abg. Dr. Haider: Wir haben noch nie die Verfassung gebrochen!) oder für stark populistische Maßnahmen mißbraucht.
Abg. Dr. Graf: Wo sind die versprochenen 1 000 S? – Abg. Dr. Haider: Kollegin! Schon wieder zwei neue Verfassungsbestimmungen! Soeben eingebracht!
Ich möchte aber kurz versuchen, einzugehen ... (Abg. Dr. Graf: Wo sind die versprochenen 1 000 S? – Abg. Dr. Haider: Kollegin! Schon wieder zwei neue Verfassungsbestimmungen! Soeben eingebracht!) Ich kann auch eines machen, ich kann den Herrn Abgeordneten Stadler oder Sie, Herr Abgeordneter Haider, bitten, noch einmal herauszukommen. Was wollen Sie von mir? (Abg. Mag. Stadler: Sie sollen sich wehren als Parlamentarierin!) Ich sage Ihnen noch einmal: Ich wehre mich unter anderem gegen Ihre Methoden, dagegen, daß Sie ununterbrochen dieses Haus bis spät in die Nacht mißbrauchen für "aktuelle" Dinge, die überhaupt nichts mit diesem Haus zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wehrt euch als Abgeordnete! Marionette!) Sie verwenden dieses Podium dazu, um zu behaupten, die SPÖ breche Recht. Das ist eine Frechheit! Sie stellen sich her bei einer Budgetdebatte und sagen, die SPÖ bricht Recht. Das ist kein Mißbrauch dieses Hauses? Was ist denn das, Herr Abgeordneter Stadler? – Absoluter, reiner Mißbrauch dieses Hauses. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Sie sollen sich wehren als Parlamentarierin!
Ich möchte aber kurz versuchen, einzugehen ... (Abg. Dr. Graf: Wo sind die versprochenen 1 000 S? – Abg. Dr. Haider: Kollegin! Schon wieder zwei neue Verfassungsbestimmungen! Soeben eingebracht!) Ich kann auch eines machen, ich kann den Herrn Abgeordneten Stadler oder Sie, Herr Abgeordneter Haider, bitten, noch einmal herauszukommen. Was wollen Sie von mir? (Abg. Mag. Stadler: Sie sollen sich wehren als Parlamentarierin!) Ich sage Ihnen noch einmal: Ich wehre mich unter anderem gegen Ihre Methoden, dagegen, daß Sie ununterbrochen dieses Haus bis spät in die Nacht mißbrauchen für "aktuelle" Dinge, die überhaupt nichts mit diesem Haus zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wehrt euch als Abgeordnete! Marionette!) Sie verwenden dieses Podium dazu, um zu behaupten, die SPÖ breche Recht. Das ist eine Frechheit! Sie stellen sich her bei einer Budgetdebatte und sagen, die SPÖ bricht Recht. Das ist kein Mißbrauch dieses Hauses? Was ist denn das, Herr Abgeordneter Stadler? – Absoluter, reiner Mißbrauch dieses Hauses. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wehrt euch als Abgeordnete! Marionette!
Ich möchte aber kurz versuchen, einzugehen ... (Abg. Dr. Graf: Wo sind die versprochenen 1 000 S? – Abg. Dr. Haider: Kollegin! Schon wieder zwei neue Verfassungsbestimmungen! Soeben eingebracht!) Ich kann auch eines machen, ich kann den Herrn Abgeordneten Stadler oder Sie, Herr Abgeordneter Haider, bitten, noch einmal herauszukommen. Was wollen Sie von mir? (Abg. Mag. Stadler: Sie sollen sich wehren als Parlamentarierin!) Ich sage Ihnen noch einmal: Ich wehre mich unter anderem gegen Ihre Methoden, dagegen, daß Sie ununterbrochen dieses Haus bis spät in die Nacht mißbrauchen für "aktuelle" Dinge, die überhaupt nichts mit diesem Haus zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wehrt euch als Abgeordnete! Marionette!) Sie verwenden dieses Podium dazu, um zu behaupten, die SPÖ breche Recht. Das ist eine Frechheit! Sie stellen sich her bei einer Budgetdebatte und sagen, die SPÖ bricht Recht. Das ist kein Mißbrauch dieses Hauses? Was ist denn das, Herr Abgeordneter Stadler? – Absoluter, reiner Mißbrauch dieses Hauses. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aber kurz versuchen, einzugehen ... (Abg. Dr. Graf: Wo sind die versprochenen 1 000 S? – Abg. Dr. Haider: Kollegin! Schon wieder zwei neue Verfassungsbestimmungen! Soeben eingebracht!) Ich kann auch eines machen, ich kann den Herrn Abgeordneten Stadler oder Sie, Herr Abgeordneter Haider, bitten, noch einmal herauszukommen. Was wollen Sie von mir? (Abg. Mag. Stadler: Sie sollen sich wehren als Parlamentarierin!) Ich sage Ihnen noch einmal: Ich wehre mich unter anderem gegen Ihre Methoden, dagegen, daß Sie ununterbrochen dieses Haus bis spät in die Nacht mißbrauchen für "aktuelle" Dinge, die überhaupt nichts mit diesem Haus zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wehrt euch als Abgeordnete! Marionette!) Sie verwenden dieses Podium dazu, um zu behaupten, die SPÖ breche Recht. Das ist eine Frechheit! Sie stellen sich her bei einer Budgetdebatte und sagen, die SPÖ bricht Recht. Das ist kein Mißbrauch dieses Hauses? Was ist denn das, Herr Abgeordneter Stadler? – Absoluter, reiner Mißbrauch dieses Hauses. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Das war Ihre Diktion bei Haider! Wir haben genau Ederer zitiert in bezug auf Haider!
Warum brauchen wir diesen Spielraum? Da komme ich zu dem Waldviertler Gasthaus zurück, zu etwas, was Sie dem Herrn Kollegen Parnigoni meiner Meinung nach sehr überheblich gesagt haben. (Abg. Mag. Stadler: Das war Ihre Diktion bei Haider! Wir haben genau Ederer zitiert in bezug auf Haider!) Das Budget und den Spielraum brauchen wir, sehr geehrte Damen und Herren, nicht aus Jux und Tollerei, sondern es geht in erster Linie darum, staatliche Aktivitäten möglich zu machen und vor allem darum, sozial Schwächeren zu helfen. Der sozial Starke braucht nämlich staatliche Aktivitäten nicht, sondern er kann sich selber helfen. Der sozial Schwache braucht staatliche Hilfe, und daher geht es darum, die Budgetverschuldung so in Grenzen zu halten, daß letztendlich immer ein funktionierender Staat gegeben ist. Den brauchen wir, um agieren zu können, den brauchen wir, um Politik machen und vor allem sozial Schwächeren helfen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Warum brauchen wir diesen Spielraum? Da komme ich zu dem Waldviertler Gasthaus zurück, zu etwas, was Sie dem Herrn Kollegen Parnigoni meiner Meinung nach sehr überheblich gesagt haben. (Abg. Mag. Stadler: Das war Ihre Diktion bei Haider! Wir haben genau Ederer zitiert in bezug auf Haider!) Das Budget und den Spielraum brauchen wir, sehr geehrte Damen und Herren, nicht aus Jux und Tollerei, sondern es geht in erster Linie darum, staatliche Aktivitäten möglich zu machen und vor allem darum, sozial Schwächeren zu helfen. Der sozial Starke braucht nämlich staatliche Aktivitäten nicht, sondern er kann sich selber helfen. Der sozial Schwache braucht staatliche Hilfe, und daher geht es darum, die Budgetverschuldung so in Grenzen zu halten, daß letztendlich immer ein funktionierender Staat gegeben ist. Den brauchen wir, um agieren zu können, den brauchen wir, um Politik machen und vor allem sozial Schwächeren helfen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: "Kalte Ausschaltung", schreibt Anneliese Rohrer!
Wir müßten auch einmal eine ernsthafte Debatte darüber führen, welche Rolle das Hohe Haus, das wir alle sehr ernst nehmen sollten, im Bereich der Kosten spielt. (Abg. Mag. Stadler: "Kalte Ausschaltung", schreibt Anneliese Rohrer!) Wir alle haben sehr stark das Verlangen und die Sehnsucht, alles sehr stark, sehr genau zu regulieren. (Abg. Dr. Krüger: Gesetzliche Hausarbeit!) Ich würde das so umschreiben: Wir wollen alles so stark regulieren, wie wenn zwei Meter Schnee im August fielen. Das ist das Problem, weil wir auch alle immer wieder konfrontiert sind mit diesen Extremfällen, wo es eben keine Regelung gibt. Diese strengen Regulierungen führen aber dazu, daß wir sehr viele Beschäftigte brauchen, um das zum einen vollziehen und zum anderen kontrollieren zu können. Es ist, glaube ich, das zentrale Problem, zu einer vernünftigen Mischung zu kommen, damit es nicht allzu teuer wird. Je mehr man reguliert, desto teurer wird es. Die letzten 10 Prozent sind, glaube ich, die teuersten bei einer Regulierung. Das ist der eine Bereich.
Abg. Dr. Krüger: Gesetzliche Hausarbeit!
Wir müßten auch einmal eine ernsthafte Debatte darüber führen, welche Rolle das Hohe Haus, das wir alle sehr ernst nehmen sollten, im Bereich der Kosten spielt. (Abg. Mag. Stadler: "Kalte Ausschaltung", schreibt Anneliese Rohrer!) Wir alle haben sehr stark das Verlangen und die Sehnsucht, alles sehr stark, sehr genau zu regulieren. (Abg. Dr. Krüger: Gesetzliche Hausarbeit!) Ich würde das so umschreiben: Wir wollen alles so stark regulieren, wie wenn zwei Meter Schnee im August fielen. Das ist das Problem, weil wir auch alle immer wieder konfrontiert sind mit diesen Extremfällen, wo es eben keine Regelung gibt. Diese strengen Regulierungen führen aber dazu, daß wir sehr viele Beschäftigte brauchen, um das zum einen vollziehen und zum anderen kontrollieren zu können. Es ist, glaube ich, das zentrale Problem, zu einer vernünftigen Mischung zu kommen, damit es nicht allzu teuer wird. Je mehr man reguliert, desto teurer wird es. Die letzten 10 Prozent sind, glaube ich, die teuersten bei einer Regulierung. Das ist der eine Bereich.
Abg. Dr. Haider: Abgeordnete, die sich zu Marionetten machen haben lassen!
Der zweite Bereich, den ich noch anschneiden möchte, ist die Frage der Einnahmen. (Abg. Dr. Haider: Abgeordnete, die sich zu Marionetten machen haben lassen!) Da ist es unbestritten so, daß jeder und jede durch dieses Sparpaket betroffen ist. Nun gibt es in der Diskussion derzeit den Denkfehler, daß man sagt, ab einer gewissen Höhe seien Besserverdienende prozentuell gleich belastbar. Da gibt es eine Tabelle, die in Österreich herumgeistert. Tatsache ist, daß in dieser Tabelle nur von den Tarifen ausgegangen wird, nicht aber davon, daß auch andere Maßnahmen in diesem Sparpaket Auswirkungen haben. Besserverdienende nehmen beispielsweise wesentlich mehr Verlustabschreibungen in Anspruch als Durchschnittsverdiener. Das ist einfach so. Wenn man nun die Verlustabschreibungen abschafft, dann trifft das in erster Linie die Besserverdienenden und ließe diese Kurve in einem anderen Licht erscheinen.
Abg. Dr. Krüger – einen 1 000 S-Schein in die Höhe haltend –: Wo sind die 1 000 S, Frau Kollegin?
Das wäre an sich die Stunde der Opposition. Ich glaube, der große Wirbel und die Aufgeregtheit am Anfang meiner Rede sind aber ein Zeichen dafür, daß das eben nicht die Stunde der Opposition ist. (Abg. Dr. Krüger – einen 1 000 S-Schein in die Höhe haltend –: Wo sind die 1 000 S, Frau Kollegin?) Sie können ihn mir gerne herausbringen und geben. Wollen Sie mir ihn schenken? (Abg. Mag. Stadler: 1 000 S an monatlicher Einsparung haben Sie versprochen!)
Abg. Mag. Stadler: 1 000 S an monatlicher Einsparung haben Sie versprochen!
Das wäre an sich die Stunde der Opposition. Ich glaube, der große Wirbel und die Aufgeregtheit am Anfang meiner Rede sind aber ein Zeichen dafür, daß das eben nicht die Stunde der Opposition ist. (Abg. Dr. Krüger – einen 1 000 S-Schein in die Höhe haltend –: Wo sind die 1 000 S, Frau Kollegin?) Sie können ihn mir gerne herausbringen und geben. Wollen Sie mir ihn schenken? (Abg. Mag. Stadler: 1 000 S an monatlicher Einsparung haben Sie versprochen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Lenken Sie nicht ab!
Wir diskutieren heute nicht über die Europäische Union, sondern darüber, daß das nicht die Stunde der Opposition ist – und das, Herr Abgeordneter Haider, tut weh. Es tut weh, am 17. Dezember zu verlieren, aber Sie meinen, die Roten und die Schwarzen werden das Sparpaket nicht zustande bringen. Es tut weh, daß sie es doch schaffen, und zwar ohne große Streiks in diesem Land. Aber die Opposition zieht trotzdem keinen Gewinn daraus. Das tut weh. Das verstehe ich. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Lenken Sie nicht ab!)
Abg. Dr. Graf: Das geht noch weiter so?
Letzter Punkt: Ich glaube, daß dieses Sparpaket wichtig und notwendig ist, um letztendlich das Fundament zu legen. Ich glaube, das Sparpaket ist nur die Voraussetzung für eine Politik, die wir in den nächsten Jahren machen müssen. (Abg. Dr. Graf: Das geht noch weiter so?) Diese Bundesregierung, diese beiden Koalitionsparteien haben meiner Meinung nach in den nächsten Jahren eine ganz zentrale Aufgabe, nämlich Beschäftigungspolitik und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Dieses Sparpaket bietet das Fundament dafür. (Abg. Haigermoser: Glauben Sie das
Abg. Dr. Graf: Heute schleppt er nicht mehr so schwer!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Haselsteiner. Er hat das Wort. Redezeit maximal 30 Minuten. (Abg. Dr. Graf: Heute schleppt er nicht mehr so schwer!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Hans Peter Haselsteiner (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Meine Damen und Herren im Plenum! Wenn ich Ihnen den Stoß Papier noch einmal mitgebracht hätte, Herr Bundesminister, dann wäre er sogar noch ein bißchen höher geworden. Ich habe ihn zwar nicht nachgewogen, aber er ist – und das ist das Entscheidende – qualitätsmäßig nicht besser geworden. Das hätte infolge der Ausschußberatungen eigentlich der Fall sein sollen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Nur der Nowotny nicht!
Ich habe viele Gespräche mit hier anwesenden und vereidigten Mandataren geführt, und alle haben dasselbe gesagt, alle haben diese Vorgangsweise beklagt. (Abg. Haigermoser: Nur der Nowotny nicht!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Jetzt gebe ich schon zu, meine Damen und Herren, daß wir in einer Notsituation sind. Wir haben auch gesagt, es ist ein Notpaket. Und wir haben uns auch insbesondere gegen den Etikettenschwindel ausgesprochen, mit dem sozusagen zu vermitteln versucht wird: Es ist nicht Not, sondern wohlüberlegt, wohldurchdacht, Struktur, in die Zukunft gerichtet, das Fundament. – Um Gottes willen, wenn das das Fundament ist, dann arme Republik! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wenn es nicht mehr möglich oder nicht mehr erwünscht ist, eine so weitgehende Maßnahme, eine so fundamentale Änderung in unserer öffentlichen Verwaltung in einem eigenen Ausschuß und in einer eigenen Budgetdebatte zu debattieren, dann müssen Sie zur Kenntnis nehmen, daß wir uns gefrotzelt fühlen und nur gefrotzelt fühlen konnten und daher die einzig sinnvolle Konsequenz gezogen haben. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das ist die Situation, die wir in den letzten 14 Tagen deutlich vor Augen geführt bekamen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Frau Kollegin Ederer! Ich glaube, es ist unzulässig, parlamentarischen Mißbrauch mit einem anderen parlamentarischen Mißbrauch einfach aufzurechnen. So kann es doch nicht gehen. Sie können nicht hier hergehen und sagen, wir haben zwar das Parlament mißbraucht und wir haben die Verfassung geknebelt, aber das haben ja andere schon vor uns getan. – Ich bitte Sie sehr, diesen Standpunkt zu überdenken. Ich glaube, das gegenseitige Aufrechnen führt in menschlichen und auch in parlamentarischen Beziehungen zu nichts Gutem. Sie, wir, jeder einzelne von uns hat die Aufgabe, nach unserer Vereidigung vorzugehen. Die Vereidigungsformel ist klar, und daher sollte auch unsere Aufgabe klar sein. Sie beinhaltet nicht, daß wir einer Aushöhlung der parlamentarischen Gepflogenheiten und der verfassungsmäßigen Rolle des Parlaments zustimmen, daß wir sie dulden oder daß wir diese Vorgänge verniedlichen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber all das, meine Damen und Herren, würden wir noch verstehen. Wir würden es als Opposition zwar kritisieren und erkennbar machen als nicht unsere eigene politische Meinung, aber nicht mehr. Aber was wir wirklich und, wie ich hoffe, noch nicht zu spät anmerken wollen, ist: Dieses Parlament sollte keine rückwirkenden Gesetze beschließen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
"Wir appellieren an alle mit dem Gesetzgebungsprozeß befaßten Kräfte, sich gegen die bloß fiskalisch begründete Verwendung von Verfassungsbestimmungen zur Immunisierung unsachlicher, ja zum Teil willkürlicher steuerlicher Normen gegen die verfassungsgerichtliche Überprüfung einzusetzen". – Wir Liberale schließen uns diesem Appell an! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn wir der Sozialversicherungspflicht bei dienstnehmerähnlichen Dienstverhältnissen oder Werkverträgen schon zustimmen, dann aber zur Kenntnis nehmen müssen, daß ohne Beratungen in den Ausschüssen, lediglich in der Schlußabstimmung eine Ausnahmeregelung für Zeitungskolporteure aufgenommen wird, weil der Herr Dichand in einem Brief darum ersucht hat, dann muß ich sagen: Angesichts dieser Vorgangsweise treibt es einem die Schamröte ins Gesicht, meine Damen und Herren. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie stellen Dutzende Berufsgruppen und Branchen mit diesem Gesetz vor ernstzunehmende Probleme, zum Teil vor existenzbedrohende Probleme. Wenn Sie jetzt einen Kniefall machen und für Herrn Dichand und die Media-Print und die "Kronen Zeitung" eine Ausnahme beschließen, dann halte ich das für eine Vorgangsweise, die einfach fassungslos und letztendlich auch sprachlos macht. Sie müßten sich dafür eigentlich schämen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Das sind die Ansätze, wo wir uns etwas wünschen würden, und Sie als der Minister mit der Querschnittkompetenz – ich bedauere es, daß Sie immer die Prügel abbekommen, aber Sie haben nun einmal dieses ausgezeichnete Amt, unter Ihren Kollegen sind Sie sicherlich der Höchste aufgrund der Querschnittkompetenz – müssen dafür sorgen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima .
Nichts findet sich in diesem Strukturanpassungsgesetz, was einer Ökologisierung des Steuersystems auch nur nahekäme. Den neuerlichen Etikettenschwindel, nämlich indem fiskalpolitische Maßnahmen als eine solche verkauft wird, muß ich, Herr Bundesminister, von neuem zurückweisen. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima .)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bitte Sie, die Regierungsfraktionen, daher sehr, nicht nur hier bei den Budgetberatungen im Plenum, sondern auch danach noch Ihre Pflicht und Schuldigkeit zu tun. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An die Ausführungen meiner Vorredner anknüpfend möchte ich gleich zu Beginn eines sehr offen und ehrlich bekennen: Mit diesem Paket, das wir heute diskutieren, sind nicht alle Probleme unseres Landes für alle Zeiten gelöst. Das hat auch niemand behauptet. Tun wir nicht so, als könnten wir jetzt mit diesem Paket, das notwendig und richtig ist, die Probleme einer gesamten Legislaturperiode lösen! Wir haben nicht vor, jetzt alle Probleme zu lösen und das Parlament dann für vier Jahre zuzusperren. – Aber: Dieses Paket ist ein wichtiger, richtiger Schritt zur Zukunftssicherung unseres Landes. Die Abgeordneten von ÖVP und SPÖ, die Sozialpartner und die große Mehrheit der Bevölkerung tragen dieses Paket mit. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Herr Kollege, daran können auch Zwischenrufe Ihrerseits nichts ändern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! An die Ausführungen meiner Vorredner anknüpfend möchte ich gleich zu Beginn eines sehr offen und ehrlich bekennen: Mit diesem Paket, das wir heute diskutieren, sind nicht alle Probleme unseres Landes für alle Zeiten gelöst. Das hat auch niemand behauptet. Tun wir nicht so, als könnten wir jetzt mit diesem Paket, das notwendig und richtig ist, die Probleme einer gesamten Legislaturperiode lösen! Wir haben nicht vor, jetzt alle Probleme zu lösen und das Parlament dann für vier Jahre zuzusperren. – Aber: Dieses Paket ist ein wichtiger, richtiger Schritt zur Zukunftssicherung unseres Landes. Die Abgeordneten von ÖVP und SPÖ, die Sozialpartner und die große Mehrheit der Bevölkerung tragen dieses Paket mit. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Herr Kollege, daran können auch Zwischenrufe Ihrerseits nichts ändern. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das stimmt ja nicht!
Was meine ich damit? Ich meine damit, daß der Finanzteil des Strukturanpassungsgesetzes von den Größenordnungen her der kleinere Teil – ich sage: erfreulicherweise der kleinere Teil des Strukturanpassungsgesetzes – ist. Mit diesem Teil wird ungefähr ein Drittel des Konsolidierungsbedarfes aufgebracht. Aber zwei Drittel werden ausgabenseitig, mit den anderen Teilen des Strukturanpassungsgesetzes, aufgebracht. (Abg. Dr. Haselsteiner: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Wo?
Meine Damen und Herren! Ich gebe gerne zu – ich bin gewohnt, die Dinge nicht durch die rosarote Brille zu sehen –: Wir haben in diesem Land zwei zentrale Probleme: Erstens einen überbordenden Staatsapparat – 21 von 100 Erwerbstätigen sind öffentlich Bedienstete, und 60 Prozent der Nettosteuereinnahmen gehen in den Personalaufwand – und zweitens das Problem, daß wir jahrelang zu viel verteilt haben, was wir aber gar nicht erarbeiten können. Genau da setzt das Strukturanpassungsgesetz an. Wie Sie wissen, es werden in jenen Kapiteln, die wir in den nächsten Tagen diskutieren werden, einschneidende Maßnahmen im Staatsapparat gesetzt, damit der Staatsapparat schlanker wird. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wo?) Es werden 11 000 Dienstposten eingespart – unter Druck des knappen Geldes, Herr Kollege Haselsteiner! Genauso wie in jedem Unternehmen wird der Druck des knappen Geldes auch da die entsprechenden Reformen sehr erleichtern.
Abg. Mag. Barmüller: Zum Beispiel?
Nun gebe ich gerne zu, meine Damen und Herren – auch das sei wieder offen gesagt –: Ich hätte viele Wünsche betreffend den Finanzteil dieses Pakets. Ich gebe gerne zu, daß mir einige Einzelbestimmungen überhaupt nicht gefallen. (Abg. Mag. Barmüller: Zum Beispiel?)
Abg. Dr. Haider: Stimme dagegen, wenn du dagegen bist!
Meine Damen und Herren! Ich bin da einer Meinung mit der Frau Kollegin Ederer, die sagte, das wäre an sich die Stunde der Opposition gewesen, denn wenn man dieses Paket nur punktuell diskutiert, so sind natürlich schon einige Punkte für die Opposition ein aufgelegter Elfmeter. (Abg. Dr. Haider: Stimme dagegen, wenn du dagegen bist!) Aber man kann ja das Paket, lieber Freund, nicht nur punktuell diskutieren, sondern man muß es ja aus der Gesamtverantwortung für die Zukunft dieses Landes diskutieren. Das haben Sie offenbar immer noch nicht verstanden! Man kann da keine punktuelle Diskussion führen. Man kann sehr leicht, Herr Kollege Haider, diese oder jene Einzelmaßnahmen kritisieren, sie eventuell lächerlich machen, sich kabaretthaft darüber äußern. Aber für uns steht höher als das politische Kleingeld, für uns steht höher als das Parteihickhack das Gesamtwohl, die Zukunft dieses Landes. Das ist der Unterschied zwischen Parteipolitik und Staatspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich bin da einer Meinung mit der Frau Kollegin Ederer, die sagte, das wäre an sich die Stunde der Opposition gewesen, denn wenn man dieses Paket nur punktuell diskutiert, so sind natürlich schon einige Punkte für die Opposition ein aufgelegter Elfmeter. (Abg. Dr. Haider: Stimme dagegen, wenn du dagegen bist!) Aber man kann ja das Paket, lieber Freund, nicht nur punktuell diskutieren, sondern man muß es ja aus der Gesamtverantwortung für die Zukunft dieses Landes diskutieren. Das haben Sie offenbar immer noch nicht verstanden! Man kann da keine punktuelle Diskussion führen. Man kann sehr leicht, Herr Kollege Haider, diese oder jene Einzelmaßnahmen kritisieren, sie eventuell lächerlich machen, sich kabaretthaft darüber äußern. Aber für uns steht höher als das politische Kleingeld, für uns steht höher als das Parteihickhack das Gesamtwohl, die Zukunft dieses Landes. Das ist der Unterschied zwischen Parteipolitik und Staatspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Die Jugendarbeitslosigkeit steigt!
Meine Damen und Herren! Es geht bei diesem Paket um vier ganz wichtige Dinge, und das muß man einfach aussprechen, auch wenn man mit einzelnen Details nicht zufrieden ist. Es geht dabei erstens um die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes; ich glaube, das ist unbestritten. Es geht zweitens um die Sicherung der Arbeitsplätze und um den Wirtschaftsstandort Österreich. Es geht drittens um die Stabilität des Landes, um die Stabilität der Währung, um den harten Schilling. Und es geht viertens um eine politisch-moralische Verantwortung der Jugend und auch den alten Menschen gegenüber. (Abg. Dr. Haider: Die Jugendarbeitslosigkeit steigt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das glaubst du aber selbst nicht!
Meine Damen und Herren! Diesen Zielsetzungen dient dieses Paket: der Stabilität des Landes, der Stabilität der Arbeitsplätze, der Zukunftssicherung für die Jugend, der Sicherung der Pensionen. Das sind die Anliegen dieses Paketes! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das glaubst du aber selbst nicht!)
Abg. Dr. Haider: Getränkesteuer ist "Kasterldenken" nach deiner Philosophie!
Dieser Gesamtverantwortung, diesem Gesamtkonzept der Zukunftssicherung stehen gegenüber – das gebe ich gerne zu – eine Reihe von Kritikpunkten zu Details, zu Einzelbestimmungen. Bei den Stellungnahmen der letzten Wochen zu diesem Sparpaket ergibt sich ganz klar eine Zweiteilung: All jene, die Einzelinteressen vertreten, kritisieren in einer Art Kasterldenken genau jenen Punkt, der ihnen nicht gefällt. Aber all jene, die Gesamtverantwortung tragen, sagen: Im großen und ganzen sagen wir ja zu diesem Paket! – egal, ob das die Sozialpartner sind, ob das die Nationalbank ist, ob das die Mehrheit der Bevölkerung ist, ob das die EU ist, alle, die Gesamtverantwortung tragen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Haider: Getränkesteuer ist "Kasterldenken" nach deiner Philosophie!)
Abg. Dr. Haider: Ihr macht eine Unterschriftenaktion, aber da stimmt ihr dagegen!
Die Frage Getränkesteuer ist auch noch nicht gelöst. Wir lösen heute nicht alle Probleme. Wir lösen heute nicht alle Probleme, aber sehr wichtige Probleme zur Zukunftssicherung, Herr Kollege Haider. (Abg. Dr. Haider: Ihr macht eine Unterschriftenaktion, aber da stimmt ihr dagegen!) Sie können noch so laut Zwischenrufe machen, damit wird der Inhalt Ihrer Argumentation um nichts besser. – Es steht Einzelinteresse gegen Gesamtverantwortung und Zukunftssicherung!
Abg. Dr. Krüger: Die Rückwirkung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Kier .
Man muß bitte eines auch einmal sehr deutlich sagen: Ich habe den Eindruck, daß manche Redner hier nicht erkannt haben, worauf die Verfassungsbestimmungen abzielen. Sie gelten im Bereich des Unternehmenssteuerrechtes nicht, was den materiellen Inhalt betrifft, dieser bleibt so wie er ist, die Verfassung sichert lediglich das Inkrafttreten oder die zeitliche Befristung ab. (Abg. Dr. Krüger: Die Rückwirkung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Kier .) Es ist nicht der materielle Inhalt, Herr Kollege Kier, davon betroffen. Das ist ein wesentlicher Unterschied! Sie behaupten hier, wir ändern leichtfertig die Verfassung. (Abg. Dr. Haider: Rückwirkende Steuergesetze sind ein Unfug!) Das sind notwendige Maßnahmen auf Basis der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes. Da hat das Gesamtwohl, da hat das Staatsinteresse Vorrang vor den anderen Überlegungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Frischenschlager: Die große Koalition braucht eine Verfassungskontrolle! Das ist nicht gut!)
Abg. Dr. Haider: Rückwirkende Steuergesetze sind ein Unfug!
Man muß bitte eines auch einmal sehr deutlich sagen: Ich habe den Eindruck, daß manche Redner hier nicht erkannt haben, worauf die Verfassungsbestimmungen abzielen. Sie gelten im Bereich des Unternehmenssteuerrechtes nicht, was den materiellen Inhalt betrifft, dieser bleibt so wie er ist, die Verfassung sichert lediglich das Inkrafttreten oder die zeitliche Befristung ab. (Abg. Dr. Krüger: Die Rückwirkung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Kier .) Es ist nicht der materielle Inhalt, Herr Kollege Kier, davon betroffen. Das ist ein wesentlicher Unterschied! Sie behaupten hier, wir ändern leichtfertig die Verfassung. (Abg. Dr. Haider: Rückwirkende Steuergesetze sind ein Unfug!) Das sind notwendige Maßnahmen auf Basis der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes. Da hat das Gesamtwohl, da hat das Staatsinteresse Vorrang vor den anderen Überlegungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Frischenschlager: Die große Koalition braucht eine Verfassungskontrolle! Das ist nicht gut!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Frischenschlager: Die große Koalition braucht eine Verfassungskontrolle! Das ist nicht gut!
Man muß bitte eines auch einmal sehr deutlich sagen: Ich habe den Eindruck, daß manche Redner hier nicht erkannt haben, worauf die Verfassungsbestimmungen abzielen. Sie gelten im Bereich des Unternehmenssteuerrechtes nicht, was den materiellen Inhalt betrifft, dieser bleibt so wie er ist, die Verfassung sichert lediglich das Inkrafttreten oder die zeitliche Befristung ab. (Abg. Dr. Krüger: Die Rückwirkung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Kier .) Es ist nicht der materielle Inhalt, Herr Kollege Kier, davon betroffen. Das ist ein wesentlicher Unterschied! Sie behaupten hier, wir ändern leichtfertig die Verfassung. (Abg. Dr. Haider: Rückwirkende Steuergesetze sind ein Unfug!) Das sind notwendige Maßnahmen auf Basis der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtshofes. Da hat das Gesamtwohl, da hat das Staatsinteresse Vorrang vor den anderen Überlegungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Frischenschlager: Die große Koalition braucht eine Verfassungskontrolle! Das ist nicht gut!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Sie sagen die Unwahrheit!
Herr Kollege Frischenschlager! Auch für Sie gilt, was ich Herrn Haider gesagt habe: Je lauter Sie zwischenrufen, desto weniger kommen Ihre Argumente an. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Sie sagen die Unwahrheit!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Frischenschlager: Für Sie ist es Parteihickhack, wenn der Verfassungsgerichtshof von seinen Aufgaben ferngehalten wird!
Ich habe den Eindruck, daß das richtig ist, was Frau Kollegin Ederer gesagt hat: Weil Sie merken, daß es nicht die Stunde der Opposition ist, versuchen Sie hier, Krawall zu erzeugen. Aber das ist keine Zukunftslösung, Herr Kollege – das ist Parteihickhack, etwas, was die Bevölkerung nicht will! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Frischenschlager: Für Sie ist es Parteihickhack, wenn der Verfassungsgerichtshof von seinen Aufgaben ferngehalten wird!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Verfassungsaushöhlung ist für Sie Parteihickhack!
Herr Kollege Frischenschlager! Ich möchte Sie von Ihrem Stil gar nicht abhalten, denn Ihr Stil wird dazu beitragen, daß Sie das nächste Mal noch weniger Mandate haben werden. Bleiben Sie bei Ihrem Stil! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Verfassungsaushöhlung ist für Sie Parteihickhack!) Ihr jetziges Verhalten ist das Paradebeispiel für Parteihickhack. Wir jedoch versuchen, staatspolitische Verantwortung zu tragen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Zu bequem, um im Ausschuß zu arbeiten, aber hier reden!) So ist es, genau! Aus dem Ausschuß sind Sie ausgezogen, jawohl.
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Zu bequem, um im Ausschuß zu arbeiten, aber hier reden!
Herr Kollege Frischenschlager! Ich möchte Sie von Ihrem Stil gar nicht abhalten, denn Ihr Stil wird dazu beitragen, daß Sie das nächste Mal noch weniger Mandate haben werden. Bleiben Sie bei Ihrem Stil! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Frischenschlager: Verfassungsaushöhlung ist für Sie Parteihickhack!) Ihr jetziges Verhalten ist das Paradebeispiel für Parteihickhack. Wir jedoch versuchen, staatspolitische Verantwortung zu tragen. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Zu bequem, um im Ausschuß zu arbeiten, aber hier reden!) So ist es, genau! Aus dem Ausschuß sind Sie ausgezogen, jawohl.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wabl: Das ist ein brutales Vorgehen, kein Kraftakt!
Meine Damen und Herren!. Ich gebe gerne – auch heute – zu, daß das, was wir hier beschließen, nicht nur politisch, sondern auch parlamentarisch natürlich ein gewaltiger Kraftakt ist. Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation – gar keine Frage –, aber wir glauben, daß wir in Verantwortung für die Zukunft dieses Landes, zur Sicherung der Arbeitsplätze, der Pensionen, des Wirschaftsstandortes Österreich verantworten können, diesen Kraftakt zu setzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wabl: Das ist ein brutales Vorgehen, kein Kraftakt!)
Abg. Dr. Frischenschlager: Schon wieder eine Verfassungsbestimmung!
(Abg. Dr. Frischenschlager: Schon wieder eine Verfassungsbestimmung!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Kollege! Ihr Zwischenruf: "Schon wieder eine Verfassungsbestimmung!" ist der beste Beweis dafür, daß Sie das Ganze nicht einmal gelesen haben. Hier steht "Verfassungsbestimmung", weil der ganze Paragraph heute schon eine Verfassungsbestimmung ist. Dieser Zwischenruf war ein klassischer Bauchfleck, ein klassischer Flop! Wären Sie im Ausschuß gewesen, dann hätten Sie das gewußt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Abänderungsantrag!
Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. Redezeit: 30 Minuten. (Abg. Dr. Khol: Abänderungsantrag!) – Das habe ich schon bekanntgegeben, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Sie haben gesagt, Entschließungsantrag! – Abg. Wabl: War der Antrag im Ausschuß oder nicht?)
Abg. Dr. Khol: Sie haben gesagt, Entschließungsantrag! – Abg. Wabl: War der Antrag im Ausschuß oder nicht?
Der nächste Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen. Redezeit: 30 Minuten. (Abg. Dr. Khol: Abänderungsantrag!) – Das habe ich schon bekanntgegeben, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Sie haben gesagt, Entschließungsantrag! – Abg. Wabl: War der Antrag im Ausschuß oder nicht?)
Abg. Wabl: Ist er jetzt als Antrag eingebracht worden oder war er im Ausschuß?
Damit kein Mißverständnis passieren kann: Der Antrag der Abgeordneten Dr. Stummvoll, Dr. Nowotny zum Bericht des Budgetausschusses betreffend die Regierungsvorlage eines Strukturanpassungsgesetzes 1996 trägt um zwei Unterschriften mehr, als zur Einbringung erforderlich sind. Er ist genügend unterstützt und steht daher mit in Verhandlung. (Abg. Wabl: Ist er jetzt als Antrag eingebracht worden oder war er im Ausschuß?) Er ist jetzt im Sinne der Bestimmungen der Geschäftsordnung in zweiter Lesung eingebracht worden.
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz. – Abg. Wabl: Bauchfleck oder nicht Bauchfleck? – Weitere Zwischenrufe.
Den Vorsitz übernimmt jetzt Herr Dr. Neisser. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz. – Abg. Wabl: Bauchfleck oder nicht Bauchfleck? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen, den Freiheitlichen und dem Liberalen Forum.
Es ist einfach ein legitimes Recht der Opposition, zu kritisieren. Und außerdem, glaube ich, kann man aus verschiedenen Gründen zu verschiedenen Punkten unterschiedlicher Ansicht sein. Deswegen haben Sie nicht das Monopol, das Staatswohl zu vertreten, und darf die Opposition nicht zu Staatsfeinden hochstilisiert werden. (Beifall bei den Grünen, den Freiheitlichen und dem Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Stummvoll: Alle Zahlen stehen drinnen! Das ist alles angeführt!
Aber selbst wenn man inhaltlich grosso modo Ihrer Ansicht wäre, daß dieses Budgetpaket – ich vermeide das Wort "Sparpaket" – in dieser oder ähnlicher Form im großen und ganzen notwendig sei, müßte man schon fragen: Wieso ist es jetzt notwendig geworden? Hat das keinen Hintergrund? Ist die Notwendigkeit vom Himmel gefallen? (Abg. Dr. Stummvoll: Alle Zahlen stehen drinnen! Das ist alles angeführt!)
Beifall bei den Grünen.
Der Hintergrund sind die Jahre 1993 bis 1995, Herr Kollege Stummvoll! Das ist ja eines der Probleme: Hätten Sie das Jahr 1995 nicht mit verschiedenen internen Intrigen innerhalb der Regierungsparteien vergeudet, wären Sommer und Herbst nicht verlorengegangen, dann wären der Zeitdruck und das ganze Schlamassel, das wir jetzt haben, erst gar nicht entstanden. Es liegt in Ihrer Verantwortung, daß es so weit gekommen ist! (Beifall bei den Grünen.)
Bundesminister Mag. Klima: Durch die Länder und Gemeinden!
Ich kann mich erinnern, daß ich letztes Jahr hier vom Rednerpult aus gesagt habe, das Defizit 1995 könnte im großen und ganzen halten. Mein Leben lang habe ich mich nicht so geirrt. Ich habe mich darauf verlassen, daß das einigermaßen stimmt, was Sie uns hier erzählen, und daß die Daten, die im Budget 1995 standen, einigermaßen plausibel sind. Und was ist passiert? – Das Maastrichter Defizit ist innerhalb weniger Monate von 4,5 Prozent, wie noch im Mai von Ihnen im Konvergenzprogramm und im Budgetprogramm angegeben, auf 6,1 Prozent explodiert. Wissen Sie, was das ausmacht? 1,6 Prozent, das sind ungefähr 37 Milliarden Schilling innerhalb weniger Monate! (Bundesminister Mag. Klima: Durch die Länder und Gemeinden!) Richtig, die Länder und Gemeinden. Das ändert aber nichts daran, daß Sie diese Daten – nicht Sie persönlich in diesem Fall, Sie sind da noch aus dem Schneider – im Konvergenzprogramm angegeben haben.
Beifall bei den Grünen.
Von vielen wurde darauf hingewiesen, daß dieses Programm mit diesem Tempo der sogenannten Konsolidierung auf die Währungsunion beziehungsweise, besser gesagt, auf die Maastricht-Kriterien zugeschnitten ist. Das ist natürlich richtig. Es ist unbestreitbar, daß es auf die Konvergenzkriterien des Maastricht-Vertrages und auf den dortigen Zeitplan zugeschnitten ist. Ich folgere daraus nicht, daß die Währungsunion verschoben werden soll. Ceterum censeo: Ich meine, die Währungsunion soll je eher, je besser erfolgen. Denn wenn sie verschoben wird, werden wir dieses Theater und diese Rahmenbedingungen für die Budgetpolitik, werden wir diesen Zirkus der Budgetrestriktionen ad infinitum haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Ederer: Der Familienminister!
Ich frage mich, was hier los ist. In jenem Text, der Ihnen vorliegt, nämlich im Bericht des Budgetausschusses, gibt es eine Kommission, im neuen Vorschlag auch. Im alten Vorschlag ist in dieser Kommission vertreten: die Frauenministerin – ich weiß nicht, wer noch –, die Familienministerin ... (Abg. Mag. Ederer: Der Familienminister!) – Der Familienminister, danke.
Abg. Rosemarie Bauer: Keine Sorge! Da müssen Sie im Bundesministeriengesetz nachschauen! – Abg. Schwarzenberger: Im Bundesministeriengesetz ist die Konrad im Bundeskanzleramt!
Das Wesentliche des Abänderungsvorschlages der zwei Kolleginnen Bauer und Hostasch ist die Kommission. In dieser Kommission aber werden der Bundeskanzler, der Bundesminister für Umwelt und Familie und der Bundesminister für Finanzen sein, die Frauenministerin ist nicht dabei. Jetzt frage ich mich: Hat unser Herr Finanzminister, sicherlich die wichtigste Person unter den Ministern, nichts anderes zu tun, als sich mit der Verteilung von 600 Millionen für Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Länder zu befassen? (Abg. Rosemarie Bauer: Keine Sorge! Da müssen Sie im Bundesministeriengesetz nachschauen! – Abg. Schwarzenberger: Im Bundesministeriengesetz ist die Konrad im Bundeskanzleramt!) Der Bundeskanzler wird sich also immer von der Frauenministerin vertreten lassen. Darf ich das so sehen? Erwähnt ist nämlich nur er. (Abg. Schwarzenberger: Bundesministeriengesetz!) Und das ist einen Abänderungsantrag wert? (Abg. Tichy-Schreder: Nein, das nicht!) – Okay. Lassen wir das.
Abg. Schwarzenberger: Bundesministeriengesetz!
Das Wesentliche des Abänderungsvorschlages der zwei Kolleginnen Bauer und Hostasch ist die Kommission. In dieser Kommission aber werden der Bundeskanzler, der Bundesminister für Umwelt und Familie und der Bundesminister für Finanzen sein, die Frauenministerin ist nicht dabei. Jetzt frage ich mich: Hat unser Herr Finanzminister, sicherlich die wichtigste Person unter den Ministern, nichts anderes zu tun, als sich mit der Verteilung von 600 Millionen für Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Länder zu befassen? (Abg. Rosemarie Bauer: Keine Sorge! Da müssen Sie im Bundesministeriengesetz nachschauen! – Abg. Schwarzenberger: Im Bundesministeriengesetz ist die Konrad im Bundeskanzleramt!) Der Bundeskanzler wird sich also immer von der Frauenministerin vertreten lassen. Darf ich das so sehen? Erwähnt ist nämlich nur er. (Abg. Schwarzenberger: Bundesministeriengesetz!) Und das ist einen Abänderungsantrag wert? (Abg. Tichy-Schreder: Nein, das nicht!) – Okay. Lassen wir das.
Abg. Tichy-Schreder: Nein, das nicht!
Das Wesentliche des Abänderungsvorschlages der zwei Kolleginnen Bauer und Hostasch ist die Kommission. In dieser Kommission aber werden der Bundeskanzler, der Bundesminister für Umwelt und Familie und der Bundesminister für Finanzen sein, die Frauenministerin ist nicht dabei. Jetzt frage ich mich: Hat unser Herr Finanzminister, sicherlich die wichtigste Person unter den Ministern, nichts anderes zu tun, als sich mit der Verteilung von 600 Millionen für Kinderbetreuungseinrichtungen auf die Länder zu befassen? (Abg. Rosemarie Bauer: Keine Sorge! Da müssen Sie im Bundesministeriengesetz nachschauen! – Abg. Schwarzenberger: Im Bundesministeriengesetz ist die Konrad im Bundeskanzleramt!) Der Bundeskanzler wird sich also immer von der Frauenministerin vertreten lassen. Darf ich das so sehen? Erwähnt ist nämlich nur er. (Abg. Schwarzenberger: Bundesministeriengesetz!) Und das ist einen Abänderungsantrag wert? (Abg. Tichy-Schreder: Nein, das nicht!) – Okay. Lassen wir das.
Ruf bei der ÖVP: Der Abgeordnete Nowotny schon!
Meine Damen und Herren! Meine Redezeit ist bereits zu Ende. Ich möchte daher abschließend feststellen: Die Regierungsparteien haben sich selbst unter einen enormen Zeitdruck gesetzt – soll sein; sie haben den Zeitdruck zu verantworten, nicht die Opposition. Bitte beschließen Sie die Gesetze, verstehen Sie aber auch, daß wir dem nicht zustimmen können. Ich behaupte, es gibt nicht einen Abgeordneten unter den 183, der die Auswirkungen von 98 Budgetbegleitgesetzen auf die Budgets von 1996 und 1997 auch nur überblicksmäßig nachvollziehen kann. (Ruf bei der ÖVP: Der Abgeordnete Nowotny schon!) Der Abgeordnete Nowotny schon? Herr Kollege, das ist ein Scherz! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Meine Redezeit ist bereits zu Ende. Ich möchte daher abschließend feststellen: Die Regierungsparteien haben sich selbst unter einen enormen Zeitdruck gesetzt – soll sein; sie haben den Zeitdruck zu verantworten, nicht die Opposition. Bitte beschließen Sie die Gesetze, verstehen Sie aber auch, daß wir dem nicht zustimmen können. Ich behaupte, es gibt nicht einen Abgeordneten unter den 183, der die Auswirkungen von 98 Budgetbegleitgesetzen auf die Budgets von 1996 und 1997 auch nur überblicksmäßig nachvollziehen kann. (Ruf bei der ÖVP: Der Abgeordnete Nowotny schon!) Der Abgeordnete Nowotny schon? Herr Kollege, das ist ein Scherz! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Böhacker: Nicht übertreiben!
Ich habe zweitens darum gebeten, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß wir in einer sehr offenen und direkten Form die vielen Fragen, die sich hier ergeben, auch ausführlich miteinander diskutieren. Und ich kann Ihnen nur aus den Unterausschüssen und Ausschüssen, in denen ich persönlich vertreten war, berichten: Es war immer das Ende vor dem ursprünglich geplanten Zeitpunkt. Wir haben ausführlichst diskutiert. Ich habe jede Frage ins Detail gehend beantwortet, sei es die Frage der Steuergesetzgebung oder sei es die Frage ... (Abg. Böhacker: Nicht übertreiben!)
Ruf bei den Freiheitlichen: 14 Tage!
Ich weiß aber – und das wissen Sie auch –, daß diese Wochen, die hinter uns liegen (Ruf bei den Freiheitlichen: 14 Tage!), und diese wenigen Wochen, die noch vor uns liegen, eine gemeinsame Anstrengung notwendig machen, denn – und ich stehe nicht an, das hier ganz offen und ehrlich zu sagen – wir haben im Jahre 1992 in Österreich ein durchaus ausgeglichenes Kennzahlensystem, eine wohl ausbalancierte Regel gehabt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Genau diese Bitte habe ich: Daß sich die Unternehmen in Österreich, die Manager und die Eigentümer in Österreich weniger konzentrieren auf die Veranlagungsmöglichkeiten, auf Kapitalertragsmöglichkeiten, auf Zinsgewinne, darauf – und zwar nahezu ausschließlich –, wie sie am besten Steuer sparen können, sondern daß sie sich mehr konzentrieren auf die Frage: Wie schaffe ich neue Produkte, wie führe ich neue Produkte auf dem Markt ein, wie erobere ich neue Märkte? Dann hätten wir ein bißchen weniger Beschäftigungsprobleme. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Murauer: Sie haben es ja selbst gerade gesagt!
Ihre vereinfachende, simplifizierende Art, dieses Thema anzusprechen, ist nicht sehr zielführend, wie die jüngste Entwicklung zeigt. (Abg. Murauer: Sie haben es ja selbst gerade gesagt!) Jetzt hören Sie einmal zu! Das ist auch eine Eigenschaft, die Sie in der letzten Zeit leider Gottes sehr vermissen lassen.
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.
Zu dieser Glaubwürdigkeit, meine Damen und Herren, gehören auch das selbstbewußte Eintreten für die eigene Position und der Mut zur Eigeninitiative. Österreich stand und steht im Spitzenfeld der Länder mit Maßnahmen gegen CO2-Emissionen, für Luftreinhaltung, für Umweltstandards und mit dem eindeutigen Bekenntnis zu weiteren Bemühungen auf dem Gebiet des Umweltschutzes und ökologisch orientierter Wirtschaftspolitik. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. ) Als Beispiel dazu darf ich unser ehrgeiziges Unterfangen der Erreichung des Toronto-Zieles nennen. Wir wollen die CO2-Emissionen auf Grundlage der Werte von 1988 bis zum Jahr 2005 um 20 Prozent senken.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie haben die falsche Rede! Strukturanpassungsgesetz! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Unser Anspruch, weiterhin eine Vorbildrolle ökologischer Verantwortung innerhalb der Industriestaatengemeinschaft anzustreben, findet nach bereits durchgeführten Maßnahmen im Konzept der mit Juni 1996 in Kraft tretenden Energiesteuer einen weiteren konkreten Niederschlag. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie haben die falsche Rede! Strukturanpassungsgesetz! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Nur die Zeitungen holt er sich!
Herr Diplomkaufmann! Sind Sie auch schon wach geworden? Das ist sehr erfreulich. Ich habe schon gesagt, das ist wie beim Dienst im Bundeskanzleramt am Samstag. Dort holt er sich, so habe ich mir sagen lassen, die Informationen, die er für seine Arbeit im Parlament braucht. (Abg. Eder: Nur die Zeitungen holt er sich!) Ach so, nur die Zeitungen, gut. Ich habe zu hoch gegriffen: Er holt sich nur die Zeitungen und keine Informationen. Danke, Kollege Eder, aber ich wollte nicht so weit gehen. Ich wollte nicht ins Detail gehen. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Diplomkaufmann! Sind Sie auch schon wach geworden? Das ist sehr erfreulich. Ich habe schon gesagt, das ist wie beim Dienst im Bundeskanzleramt am Samstag. Dort holt er sich, so habe ich mir sagen lassen, die Informationen, die er für seine Arbeit im Parlament braucht. (Abg. Eder: Nur die Zeitungen holt er sich!) Ach so, nur die Zeitungen, gut. Ich habe zu hoch gegriffen: Er holt sich nur die Zeitungen und keine Informationen. Danke, Kollege Eder, aber ich wollte nicht so weit gehen. Ich wollte nicht ins Detail gehen. (Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: So einfach ist das nicht!
Schlagwort eins: ökologische Lenkungswirkung zugunsten Energieeinsparung. Wir alle wissen – wenn uns das auch nicht immer gefällt –, wenn Energie mehr kostet, werden zunehmende Anstrengungen unternommen, die Energiekosten zu senken. Die Einsparungsmöglichkeiten dafür – wir haben ja die Rahmenbedingungen für so manche hier im Hohen Haus bereits geschaffen – sind mannigfaltig und reichen von Wärmedämmung in Wohn- und Büroräumen bis zur Verbesserung von Wirkungsgraden industrieller Anlagen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: So einfach ist das nicht!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso sprechen dann Sie dazu?
Ein weiterer, leider viel zuwenig diskutierter, jedoch sehr wichtiger Gesichtspunkt in diesem Zusammenhang ist auch die positive Wirkung auf die Leistungsbilanz. Österreich kann durchaus bei der internationalen Vermarktung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien auf seinem international hervorragenden Ruf beim Bau von Industrieanlagen aufbauen. Gleichzeitig verringern sich mit dem abnehmenden Verbrauch fossiler Energieträger auch die entsprechenden Importe. Meine Damen und Herren! Da sind wir von der Politik gefordert, durch intelligente Investitionshilfen, Förderungsangebote und auch durch steuerliche Entlastung besonders betroffener Branchen diese Effekte bestmöglich zu unterstützen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso sprechen dann Sie dazu?)
Abg. Murauer: Da gehört Wasserkraft schon dazu!
Ein weiterer Aspekt, den wir nicht übersehen sollten, ist, daß die Energiesteuer auch eine Chance für die Landwirtschaft darstellt. Ein nur wenig beachteter, aber keineswegs unwesentlicher Aspekt sind positive Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Durch die Bereitstellung nachwachsender Rohstoffe zur Energiegewinnung sowie von Grund und Boden für Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren eröffnen sich für immer mehr Bauern neue Einkommensquellen. (Abg. Murauer: Da gehört Wasserkraft schon dazu!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Jesus, Maria und Josef!
Aus all diesen Gründen tragen wir Sozialdemokraten diese Maßnahmen mit, weil wir davon überzeugt sind, daß sie ein zwar nicht überwältigender, aber dennoch wichtiger Schritt in die richtige Richtung sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Jesus, Maria und Josef!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Was seid dann ihr vom Haider? Haiders Marionetten!
Abgeordneter Mag. Gilbert Trattner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Zu einigen Abgeordneten der Regierungsparteien könnte man nach den heutigen Wortmeldungen auch sagen: Sehr geehrte Marionetten!, nämlich nach dem, was sich heute hier abgespielt hat. Da ist Herr Kollege Stummvoll hier herausgekommen und hat gesagt, er ist zwar gegen viele Bestimmungen bei den Strukturanpassungsgesetzen, aber er stimmt trotzdem zu. Welche Definition finden Sie für einen solchen Abgeordneten? Ich finde da nur die Definition "Hampelmann" oder "Marionette"! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Was seid dann ihr vom Haider? Haiders Marionetten!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Budgetdebatte hat auch eines gezeigt, und zwar, warum Sie, sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien, immer solche Angst vor der Dritten Republik haben. Dort geht nämlich die Debatte dahin, eine Stärkung des Parlamentarismus herbeizuführen, eine Stärkung der direkten Demokratie, und da könnten dann solche Dinge, wie diese Budgetdebatte hier abgelaufen ist, nicht passieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Bitte bei der Wahrheit zu bleiben! Das war eine nachträgliche Änderung des Bundesministeriengesetzes!
Und so sind Sie bei allen Budgetdebatten vorgegangen. Die Budgeterstellung war schlampig. Die Budgeterstellung war sogar so schlampig, daß man erst während der Budgetdebatte draufgekommen ist, daß Budgetansätze, die eigentlich ins Gesundheitsministerium gehört hätten, noch im Wissenschaftsministerium waren. So schlampig hatten Sie gearbeitet, daß Sie dann mit einem Abänderungsantrag vorgehen mußten. (Bundesminister Mag. Klima: Bitte bei der Wahrheit zu bleiben! Das war eine nachträgliche Änderung des Bundesministeriengesetzes!) Ich bleibe bei der Wahrheit. (Abg. Dr. Haider – zu Bundesminister Mag. Klima gewendet –: Der zwickt dich aber jetzt fest!)
Abg. Dr. Haider – zu Bundesminister Mag. Klima gewendet –: Der zwickt dich aber jetzt fest!
Und so sind Sie bei allen Budgetdebatten vorgegangen. Die Budgeterstellung war schlampig. Die Budgeterstellung war sogar so schlampig, daß man erst während der Budgetdebatte draufgekommen ist, daß Budgetansätze, die eigentlich ins Gesundheitsministerium gehört hätten, noch im Wissenschaftsministerium waren. So schlampig hatten Sie gearbeitet, daß Sie dann mit einem Abänderungsantrag vorgehen mußten. (Bundesminister Mag. Klima: Bitte bei der Wahrheit zu bleiben! Das war eine nachträgliche Änderung des Bundesministeriengesetzes!) Ich bleibe bei der Wahrheit. (Abg. Dr. Haider – zu Bundesminister Mag. Klima gewendet –: Der zwickt dich aber jetzt fest!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat schon recht, Herr Minister! Wachen Sie auf, Herr Minister!
Aber die Debatte darüber hat im Ausschuß stattgefunden. Das ist vorher nicht geregelt worden. Die Debatte war im Ausschuß, weil die Oppositionsparteien – damals in erster Linie die Freiheitlichen, denn die anderen Oppositionsparteien haben sich eher in Absenz geübt in diesen Ausschußberatungen – die damalige Bundesministerin für Gesundheit darauf aufmerksam gemacht haben, daß überhaupt kein Ansatz für sie da ist. Deswegen haben Sie das Ganze mit einem Abänderungsantrag geändert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat schon recht, Herr Minister! Wachen Sie auf, Herr Minister!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Auf meine Frage, ob Sie nicht die Maastricht-Kriterien erreichen wollen, haben Sie gesagt: Für 1996 interessiert mich das nicht, 1996 ist Maastricht für mich nicht relevant, da kann ich mir anders behelfen. – Das ist keine seriöse Budgetpolitik, Herr Bundesminister! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Mag. Klima: Wenn Sie präziser wären, könnten wir besser miteinander reden!
Das ist deshalb keine seriöse Budgetpolitik, weil das Budget 1996 auch die Grundlage für das Budget 1997 bildet. Sie kommen aus der Finanzabteilung der OMV. Wenn die Grundlagen schon für 1996 falsch sind, werden sie für 1997 noch falscher sein. Sie werden nicht richtiger durch Ihre unwahren Zahlen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Mag. Klima: Wenn Sie präziser wären, könnten wir besser miteinander reden!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was passiert jetzt? Stichwort: Sicherung der Arbeitsplätze. Um die Rekordarbeitslosigkeit bei den Bauarbeitern zu senken, müssen wir, haben Sie gesagt, bei den Bundesimmobilien etwas mehr veräußern und diesen Veräußerungserlös für Bauvorhaben verwenden. Die Veräußerungserlöse haben in den letzten fünf Jahren zirka 2 Milliarden Schilling betragen; das macht pro Jahr 400 Millionen Schilling aus. Mit 400 Millionen Schilling wollen Sie Arbeitsplätze am Bau sichern?! – Also bitte, da ist der Lack wohl schon lange ab! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Ja!
Herr Bundesminister! Sie haben einen Abänderungsantrag dahin gehend eingebracht, daß die Wohnbauförderung an die Länder wieder reduziert wird, daß sie von den ursprünglich 30 Milliarden wieder gesenkt wird auf 24,5 Milliarden. Auf meine Frage, was mit der Zweckbindung sei, haben Sie gemeint, man wolle den Ländern eine höhere Ausgabenautonomie gewähren. (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) Wissen Sie, was die Länder brauchen? – Sie brauchen keine höhere Ausgabenautonomie, sondern die Länder ... (Bundesminister Mag. Klima: Das Geld kriegen sie ja!) Aber Ihre Argumentation war zuerst, daß Sie den Wohnbau fördern wollen, die Wohnbauförderungsmittel, die zweckgebunden verwendet werden müssen, aufgestockt werden – 30 Milliarden Schilling (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima ) –, und jetzt nehmen Sie die Zweckbindung heraus, und zwar deshalb, weil die Länder ihre Länderhaushalte sanieren müssen. Das ist der wahre Grund – und kein anderer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Das Geld kriegen sie ja!
Herr Bundesminister! Sie haben einen Abänderungsantrag dahin gehend eingebracht, daß die Wohnbauförderung an die Länder wieder reduziert wird, daß sie von den ursprünglich 30 Milliarden wieder gesenkt wird auf 24,5 Milliarden. Auf meine Frage, was mit der Zweckbindung sei, haben Sie gemeint, man wolle den Ländern eine höhere Ausgabenautonomie gewähren. (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) Wissen Sie, was die Länder brauchen? – Sie brauchen keine höhere Ausgabenautonomie, sondern die Länder ... (Bundesminister Mag. Klima: Das Geld kriegen sie ja!) Aber Ihre Argumentation war zuerst, daß Sie den Wohnbau fördern wollen, die Wohnbauförderungsmittel, die zweckgebunden verwendet werden müssen, aufgestockt werden – 30 Milliarden Schilling (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima ) –, und jetzt nehmen Sie die Zweckbindung heraus, und zwar deshalb, weil die Länder ihre Länderhaushalte sanieren müssen. Das ist der wahre Grund – und kein anderer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima
Herr Bundesminister! Sie haben einen Abänderungsantrag dahin gehend eingebracht, daß die Wohnbauförderung an die Länder wieder reduziert wird, daß sie von den ursprünglich 30 Milliarden wieder gesenkt wird auf 24,5 Milliarden. Auf meine Frage, was mit der Zweckbindung sei, haben Sie gemeint, man wolle den Ländern eine höhere Ausgabenautonomie gewähren. (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) Wissen Sie, was die Länder brauchen? – Sie brauchen keine höhere Ausgabenautonomie, sondern die Länder ... (Bundesminister Mag. Klima: Das Geld kriegen sie ja!) Aber Ihre Argumentation war zuerst, daß Sie den Wohnbau fördern wollen, die Wohnbauförderungsmittel, die zweckgebunden verwendet werden müssen, aufgestockt werden – 30 Milliarden Schilling (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima ) –, und jetzt nehmen Sie die Zweckbindung heraus, und zwar deshalb, weil die Länder ihre Länderhaushalte sanieren müssen. Das ist der wahre Grund – und kein anderer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben einen Abänderungsantrag dahin gehend eingebracht, daß die Wohnbauförderung an die Länder wieder reduziert wird, daß sie von den ursprünglich 30 Milliarden wieder gesenkt wird auf 24,5 Milliarden. Auf meine Frage, was mit der Zweckbindung sei, haben Sie gemeint, man wolle den Ländern eine höhere Ausgabenautonomie gewähren. (Bundesminister Mag. Klima: Ja!) Wissen Sie, was die Länder brauchen? – Sie brauchen keine höhere Ausgabenautonomie, sondern die Länder ... (Bundesminister Mag. Klima: Das Geld kriegen sie ja!) Aber Ihre Argumentation war zuerst, daß Sie den Wohnbau fördern wollen, die Wohnbauförderungsmittel, die zweckgebunden verwendet werden müssen, aufgestockt werden – 30 Milliarden Schilling (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima ) –, und jetzt nehmen Sie die Zweckbindung heraus, und zwar deshalb, weil die Länder ihre Länderhaushalte sanieren müssen. Das ist der wahre Grund – und kein anderer! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider – zur SPÖ gewandt –: 12 Prozent Beamte gegen 21! Da gehören Sie auch dazu, zu den 21 Prozent, Herr Kollege, die zuviel sind!
Sie haben immer wieder argumentiert, Sie wollen den Wirtschaftsstandort Österreich sichern. Es ist bekannt, daß wir in Österreich mit Abstand die höchsten Lohnnebenkosten haben. Entscheidend ist, daß wir Lohnnebenkosten haben, die bedeutend höher sind als zum Beispiel jene in der Schweiz. Es gibt eine Untersuchung, die zeigt, daß die Leistungslöhne in der Schweiz zwar um 70 Prozent höher sind als jene in Österreich, daß die Lohnnebenkosten in der Schweiz aber um 60 Prozent niedriger sind. Und die Schweiz als kleines Land und Nicht-EU-Land ... (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider – zur SPÖ gewandt –: 12 Prozent Beamte gegen 21! Da gehören Sie auch dazu, zu den 21 Prozent, Herr Kollege, die zuviel sind!) Freilich! 22 Prozent, 21,9. (Ruf bei der SPÖ: Der Holger Bauer auch! – Abg. Hagenhofer: Warum spielen Sie einzelne Berufsgruppen gegeneinander aus?)
Ruf bei der SPÖ: Der Holger Bauer auch! – Abg. Hagenhofer: Warum spielen Sie einzelne Berufsgruppen gegeneinander aus?
Sie haben immer wieder argumentiert, Sie wollen den Wirtschaftsstandort Österreich sichern. Es ist bekannt, daß wir in Österreich mit Abstand die höchsten Lohnnebenkosten haben. Entscheidend ist, daß wir Lohnnebenkosten haben, die bedeutend höher sind als zum Beispiel jene in der Schweiz. Es gibt eine Untersuchung, die zeigt, daß die Leistungslöhne in der Schweiz zwar um 70 Prozent höher sind als jene in Österreich, daß die Lohnnebenkosten in der Schweiz aber um 60 Prozent niedriger sind. Und die Schweiz als kleines Land und Nicht-EU-Land ... (Zwischenruf bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider – zur SPÖ gewandt –: 12 Prozent Beamte gegen 21! Da gehören Sie auch dazu, zu den 21 Prozent, Herr Kollege, die zuviel sind!) Freilich! 22 Prozent, 21,9. (Ruf bei der SPÖ: Der Holger Bauer auch! – Abg. Hagenhofer: Warum spielen Sie einzelne Berufsgruppen gegeneinander aus?)
Abg. Dr. Nowotny: Haben Sie sich die Zahlen angeschaut?
Die Schweiz hat mit ihrer Steuer- und Abgabenpolitik erreicht, daß die Arbeitsplätze in der Industrie erhalten geblieben sind beziehungsweise bleiben. Bei uns sind im letzten Jahr in der Industrie immerhin 10 000 Arbeitsplätze verlorengegangen. (Abg. Dr. Nowotny: Haben Sie sich die Zahlen angeschaut?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da schauen Sie, Herr Minister!
Aufgrund dieser Voraussetzungen und der gegebenen Arbeitsmöglichkeiten in den Ausschüssen und auch hier im Plenum sehen sich die Freiheitlichen wirklich nicht imstande, positiv mitzuarbeiten beziehungsweise positiv mitzuwirken. Wir wären bereit, vernünftige Dinge einzubringen, jedoch nicht in die Richtung, ständig die Steuern zu erhöhen, sondern eine Steuerdebatte zu eröffnen, wie sie auch in Deutschland derzeit stattfindet, nämlich dahin gehend, den Steuersatz zu senken, damit die Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer beziehungsweise auch der Arbeitgeber erhöht wird. Für diese Philosophie würden Sie unsere Unterstützung voll finden. – Aber dem Zahlenfriedhof, den Sie uns hier vorgelegt haben, werden wir sicher nicht unsere Zustimmung erteilen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Da schauen Sie, Herr Minister!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordnete Rosemarie Bauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Trattner, ich habe eine ein bißchen andere Sicht als Sie, wenn sich etwas abspielt. Sie sehen schon einen Skandal darin, daß Herr Abgeordneter Stummvoll sagt, daß er Wünsche auch zum Kapitel Finanzen und zu dieser Strukturanpassung hätte, daß er sich etwas dazu- und manches wegwünschen würde. Ich kann das nur unterstreichen, für uns Frauen gilt das gleichermaßen. Es ist das noch lange kein Skandal, sondern eine sehr offene und ehrliche Art der Politik. Offensichtlich haben Sie dazu keinen besonderen Zugang! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wir beschließen jetzt mit den Stimmen der Koalitionsparteien – wie das schon lange feststeht – ein Strukturanpassungsgesetz; Anpassung an den finanziellen Bedarf, der nach zehn Jahren Regierung von Sozialdemokraten und Volkspartei gegeben ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich möchte die Regierungsfraktionen daran erinnern, daß es ihre Politik ist – seit zehn Jahren –, die uns dorthin geführt hat. Sie sollten dafür auch klar die Verantwortung übernehmen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Barmüller: Zwei Jahre rückwirkend!
Viertens: Kundmachung aller Gesetze sechs Monate vor Inkrafttreten! – Hier weiß ja nicht einmal die rechte Hand, was die linke tut. (Abg. Mag. Barmüller: Zwei Jahre rückwirkend!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie vom Wirtschaftsbund erklären der Bevölkerung: Wir fordern – unterschreibt hier, setzt euch für uns ein –, alle Gesetze müssen sechs Monate vor Inkrafttreten kundgemacht werden. Dieselben Abgeordneten aber beschließen, während diese Aktion läuft, rückwirkend Gesetze. (Beifall beim Liberalen Forum.) So ist halt Ihre Politik. Die Glaubwürdigkeit bleibt auf der Strecke, Doppelbödigkeit gehört zu Ihrem Prinzip.
Beifall beim Liberalen Forum.
Zweite Säule: die Ökologisierung des Steuersystems. Was Sie mit der Erhöhung der Energiesteuern tun, ist in Wahrheit langfristig ein Verbrechen an der Idee des ökologischen Steuersystems. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Haben Sie von den Koalitionsparteien einmal in den letzten zehn Jahren darüber nachgedacht, daß Sie eigenkapitalfeindlich agiert haben? Wenn heute der Herr Finanzminister den Unternehmern in Österreich zuruft: Legt euer Geld nicht auf’s Sparbuch, nein, erarbeitet selbst Zinsen!, ja dann frage ich mich: Was geht denn das den Finanzminister an? Er hat gefälligst die Rahmenbedingungen so zu schaffen, daß sich die Unternehmer so entscheiden. Aber auf seine Aufrufe kann ich – das sage ich hier in aller Deutlichkeit – verzichten! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Unternehmer sein heißt nicht, mit zwei goldenen Löffeln zu essen. Unternehmer sein heißt, etwas zu verwirklichen, etwas zu gestalten, und dazu braucht man Eigen- und Risikokapital. Sie werden mit dieser Politik keine Unternehmensgründungswelle in Gang setzen. Sie werden keine Exportoffensive starten und leider auch keine Beschäftigung schaffen, wenn die Unternehmungen nicht die Basis in Form von Eigen- und Risikokapital haben, wenn es Ihnen nicht gelingt, Venturecapitalfonds zu bilden, wenn Sie nicht die Börse wiederbeleben und Beteiligungsgesellschaften finden, die auch steuerliche Synergien brauchen, damit es sich lohnt, nicht nur Staatspapiere zu zeichnen, sondern auch Eigenkapital anzulegen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sechstens – und das ist vielleicht am wichtigsten –: Der einheitliche Arbeitnehmerbegriff. Ich bedanke mich bei den Gewerkschaften und bei der Arbeiterkammer dafür, daß sie darüber eine Diskussion in Gang gesetzt haben, wie Arbeiter und Angestellte einen einheitlichen Arbeitnehmerbegriff haben können. Aber haben Sie da nicht etwas vergessen? Haben Sie da die öffentlich Bediensteten ganz bewußt nicht erwähnt? Ja glauben Sie denn wirklich, irgend jemand diskutiert mit Ihnen ernsthaft über einen einheitlichen Arbeitnehmerbegriff, wenn die öffentlich Bediensteten nicht inkludiert sind? Machen Sie doch der Bevölkerung nicht ein X für ein U vor, sondern sagen Sie: Wenn wir einen einheitlichen Arbeitnehmerbegriff wollen, dann für alle unselbständigen Arbeitnehmer in Österreich. Das sind jene in den öffentlichen und geschützten Bereichen ebenso wie jene in der Wettbewerbswirtschaft. (Beifall beim Liberalen Forum. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Böhacker: Aber im Verfassungsrang!
Sie haben es geschafft, daß wir heute in Österreich erstmals – ich "gratuliere" Ihnen dazu, meine Damen und Herren von der Volkspartei und den Sozialdemokraten – vier Steuern von der Steuer haben: Die Brauerei zahlt jetzt Biersteuer, und von der Biersteuer zahlt sie Energiesteuer, von der Biersteuer und der Energiesteuer zahlt sie dann schließlich die Getränkesteuer, und dann zahlt sie Mehrwertsteuer von der Getränkesteuer auf die Energiesteuer auf die Biersteuer. Ich "gratuliere" Ihnen! Das ist ein Steuersystem! Vier Steuern voneinander: Biersteuer, Energiesteuer, Getränkesteuer, Mehrwertsteuer. Es wird Ihnen schon noch eine fünfte einfallen, damit es ein bißchen "einfacher" wird. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Böhacker: Aber im Verfassungsrang!) Ja, im Verfassungsrang. – Danke für den Zwischenruf.
Beifall beim Liberalen Forum.
Après nous le déluge: Hinter uns die Sintflut. – Mit diesem Strukturanpassungspaket lösen Sie keines der drängenden Probleme unseres Landes. Wir gehen schwierigen Zeiten entgegen! (Beifall beim Liberalen Forum. )
Beifall bei der SPÖ.
Die Gemeinden, aber auch die Länder sind dazu angewiesen – sie haben die Verantwortung dafür zu tragen –, die Mittel, die in diesem Finanzausgleich zweckgebunden vorgesehen sind, dort einzusetzen, wo sie für die Regionen besonders wichtig sind, nämlich im Nahverkehr. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Er hat es nicht der Mühe wert gefunden, diese unsere Anträge entsprechend zu behandeln. Auf meine nachstoßende Frage hat er mir erklärt: Wenn ich seine Meinung zu diesen Anträgen, zu diesen Materien wissen will, so möge ich doch in der Regierungsvorlage nachschauen. – Wen, meine Damen und Herren, wundert es dann noch, daß derartige Besprechungen, derartige Verhandlungen in den Ausschüssen vorzeitig enden? Das ist eine klare Desavouierung des Parlaments und der Abgeordneten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nun kommen der Herr Finanzminister und die Abgeordneten der Regierungsparteien und verlangen von den GesmbHs 50 000 S jährlich an Mindestkörperschaftsteuer, was schlußendlich nichts anderes bedeutet, als daß all jene GesmbHs spätestens in fünf Jahren durch den Staat in den Konkurs getrieben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny : Fakten!
Das ist die klare Finanzpolitik eines Professor Nowotny, der ein besonderer "Spezialist" im Steuerrecht ist, der nach wie vor der Meinung nachhängt, daß die Reform der Unternehmensbesteuerung der letzten Jahre den Unternehmen 15 Milliarden Schilling gebracht hat, wie in einer Pseudostudie der Arbeiterkammer errechnet wurde. – Völlig falsch, Herr Kollege! (Abg. Dr. Nowotny : Fakten!) Das sind keine Fakten. Der Fachsenat der Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat errechnet, daß es maximal 4 Milliarden sind.
Abg. Dr. Nowotny : Das ist völlig richtig! Entschuldigen Sie bitte, aber der Staat hat 12 Milliarden weniger eingenommen!
Aber es gibt ja noch einen Beweis dafür, Herr Professor Nowotny, wie sehr Sie "firm" sind in bezug auf das Steuerrecht. Sie haben in einer klassischen Unternehmerbeschimpfung die Importeure beschuldigt, anläßlich des Wegfalls der Einfuhrumsatzsteuer 12 Milliarden Schilling nicht an den Konsumenten weitergegeben zu haben. – Stehen Sie noch zu dieser Meinung? (Abg. Dr. Nowotny : Das ist völlig richtig! Entschuldigen Sie bitte, aber der Staat hat 12 Milliarden weniger eingenommen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich darf Ihnen folgendes sagen: Herr Dr. Bruckner hat einer Wirtschaftstreuhänderzeitung gegenüber gesagt, diese Aussage des Vorsitzenden des parlamentarischen Finanzausschusses bedürfe in seiner Absurdität keines weiteren Kommentars. Herr Professor Nowotny! Sie sind mitverantwortlich an dieser katastrophalen Steuerpolitik, die diese Bundesregierung in Österreich betreibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Drittens: Berechenbarkeit und Kontinuität im Steuerrecht sind nicht mehr gegeben. Das ist eine Zerreißprobe für das Steuerrecht. Wie wollen Sie internationale Investoren nach Österreich bringen, wenn diese nicht wissen, wie morgen das Steuerrecht in Österreich ausschaut? – Schämen Sie sich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen werden daher diesem "Strukturanpassungsverhinderungsgesetz 1996" nicht die Zustimmung erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Ich habe eine Gesamtreform des Steuerrechtes gefordert! Sie haben das noch immer nicht begriffen!
Ich darf Ihnen einige Beispiele dazu nennen: Sie haben die Senkung der Mehrwertsteuer um 2 Prozent gefordert – zirka 19 Milliarden Schilling Einnahmenausfall; Sie haben die Abschaffung der Getränkesteuer gefordert – zirka 5 Milliarden Schilling an Ausfall; Sie haben die Verminderung der sogenannten kalten Progression gefordert – ebenfalls 10 Milliarden Schilling an Ausfall. (Abg. Böhacker: Ich habe eine Gesamtreform des Steuerrechtes gefordert! Sie haben das noch immer nicht begriffen!) Wissen Sie, was das bedeutet hätte? – Wir hätten ein Budgetdefizit von zirka 200 Milliarden Schilling gehabt. Das ist doch unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Sie haben keine Ahnung!
Ich darf Ihnen einige Beispiele dazu nennen: Sie haben die Senkung der Mehrwertsteuer um 2 Prozent gefordert – zirka 19 Milliarden Schilling Einnahmenausfall; Sie haben die Abschaffung der Getränkesteuer gefordert – zirka 5 Milliarden Schilling an Ausfall; Sie haben die Verminderung der sogenannten kalten Progression gefordert – ebenfalls 10 Milliarden Schilling an Ausfall. (Abg. Böhacker: Ich habe eine Gesamtreform des Steuerrechtes gefordert! Sie haben das noch immer nicht begriffen!) Wissen Sie, was das bedeutet hätte? – Wir hätten ein Budgetdefizit von zirka 200 Milliarden Schilling gehabt. Das ist doch unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Böhacker: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Da kann man halt nichts machen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Tatsache ist, daß die meisten europäischen Länder unter einem hohen Budgetdefizit leiden. Österreich ist da leider keine Ausnahme, ist da nicht allein. Es ist nur leider so, daß wir im Jahr 1995 nicht weniger Defizit hatten, sondern daß durch die Einnahmenausfälle eben ein höheres Defizit entstanden ist. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Da kann man halt nichts machen!)
Abg. Aumayr: Das sind die Maastricht-Kriterien!
Da heute bereits der "Kurier" zitiert wurde, darf auch ich daraus zitieren. Es heißt in seiner heutigen Ausgabe: "Sparwelle überrollt jetzt ganz Europa". Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, Niederlande und so weiter – alle schnüren ein Sparpaket. (Abg. Aumayr: Das sind die Maastricht-Kriterien!) Auch wir müssen etwas tun. Das Konsolidierungsprogramm ist nach schwerer Geburt Gott sei Dank gelungen. Der Rücktritt zweier Finanzminister und die Neuwahlen zum Nationalrat haben dieses Reformpaket erst möglich gemacht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Da heute bereits der "Kurier" zitiert wurde, darf auch ich daraus zitieren. Es heißt in seiner heutigen Ausgabe: "Sparwelle überrollt jetzt ganz Europa". Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Schweden, Niederlande und so weiter – alle schnüren ein Sparpaket. (Abg. Aumayr: Das sind die Maastricht-Kriterien!) Auch wir müssen etwas tun. Das Konsolidierungsprogramm ist nach schwerer Geburt Gott sei Dank gelungen. Der Rücktritt zweier Finanzminister und die Neuwahlen zum Nationalrat haben dieses Reformpaket erst möglich gemacht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Böhacker: Wer hat denn den Kassasturz gefordert?
Der gemeinsame Kassasturz hat für 1996 und 1997 einen Einsparungsbedarf von 100 Milliarden Schilling ergeben. (Abg. Böhacker: Wer hat denn den Kassasturz gefordert?) Diese gigantische Summe wird zu zwei Dritteln durch Maßnahmen im Ausgabenbereich, also durch Einsparungen, und zu einem Drittel auf der Einnahmenseite aufgebracht.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso haben wir dann die höchste Arbeitslosenrate seit 1953? – Abg. Böhacker: Ob die Zukunft so sicher ist?
Das Konsolidierungsprogramm hat ein wichtiges wirtschaftspolitisches Anliegen: Es geht um die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich und damit um sichere Arbeitsplätze. Nur wenn wir wettbewerbsfähig bleiben, bleiben wir ein erstklassiger Arbeitsplatzstandort, und dann haben die Menschen in unserem Land eine sichere Zukunft. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso haben wir dann die höchste Arbeitslosenrate seit 1953? – Abg. Böhacker: Ob die Zukunft so sicher ist?) So sicher ist sie wahrscheinlich nicht, denn wenn Ihre Politik (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sind ja an der Regierung und nicht wir!) oder wenn Ihre Vorschläge umgesetzt werden würden, dann würde es diesem Staate noch schlechter gehen! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sind ja an der Regierung und nicht wir!
Das Konsolidierungsprogramm hat ein wichtiges wirtschaftspolitisches Anliegen: Es geht um die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich und damit um sichere Arbeitsplätze. Nur wenn wir wettbewerbsfähig bleiben, bleiben wir ein erstklassiger Arbeitsplatzstandort, und dann haben die Menschen in unserem Land eine sichere Zukunft. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso haben wir dann die höchste Arbeitslosenrate seit 1953? – Abg. Böhacker: Ob die Zukunft so sicher ist?) So sicher ist sie wahrscheinlich nicht, denn wenn Ihre Politik (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sind ja an der Regierung und nicht wir!) oder wenn Ihre Vorschläge umgesetzt werden würden, dann würde es diesem Staate noch schlechter gehen! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Das Konsolidierungsprogramm hat ein wichtiges wirtschaftspolitisches Anliegen: Es geht um die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich und damit um sichere Arbeitsplätze. Nur wenn wir wettbewerbsfähig bleiben, bleiben wir ein erstklassiger Arbeitsplatzstandort, und dann haben die Menschen in unserem Land eine sichere Zukunft. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wieso haben wir dann die höchste Arbeitslosenrate seit 1953? – Abg. Böhacker: Ob die Zukunft so sicher ist?) So sicher ist sie wahrscheinlich nicht, denn wenn Ihre Politik (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie sind ja an der Regierung und nicht wir!) oder wenn Ihre Vorschläge umgesetzt werden würden, dann würde es diesem Staate noch schlechter gehen! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Ing. Tychtl .
Das alles sind Maßnahmen, die man natürlich spürt, die zum Teil auch weh tun. Die meisten Wirtschaftsexperten sind jedoch mit dem vorgelegten Reformpaket durchaus zufrieden. Sie sehen darin den Wirtschaftsstandort Österreich gesichert, sie sehen darin einen Schritt in die richtige Richtung und ein deutliches Handlungssignal der Regierung. (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Ing. Tychtl .)
Beifall bei der ÖVP.
Wir von der Österreichischen Volkspartei, mit Wolfgang Schüssel an der Spitze, meistern die Herausforderungen in einer schwierigen Zeit. Damit geben wir den Menschen Vertrauen, Hoffnung und Optimismus für die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Rede des Herrn Abgeordneten Fink war wirklich eine ehrliche Rede, eine Rede, wie sie ein Abgeordneter einer Regierungspartei zu halten hat, denn er hat dem Abgeordneten Böhacker einmal so richtig hineingesagt, was seine Vorschläge eigentlich bedeuten: 19 Milliarden Schilling mehr an Defizit, wegen 2 Prozent weniger Mehrwertsteuer, 5 Milliarden Schilling wegen Entfall der Getränkesteuer. Was war das dritte Beispiel? (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) – 10 Milliarden Schilling wegen Verhinderung der kalten Progression. Das macht insgesamt, wenn ich so nachrechne, rund 34 Milliarden Schilling mehr an Defizit. Er hat aber davon gesprochen, daß es insgesamt dann 200 Milliarden Schilling Defizit gewesen wären.
Abg. Fink: Wir hätten ein Budgetdefizit von 150 Milliarden Schilling gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Fink, wer ist für die restlichen 166 Milliarden Schilling verantwortlich? Das wird doch wohl diese Regierung sein! Und wenn man dann, Herr Abgeordneter Fink ... (Abg. Fink: Wir hätten ein Budgetdefizit von 150 Milliarden Schilling gehabt! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Bei den drei Sachen, die Sie aufgezählt haben, haben Sie klar gesagt, das würde das Defizit erhöhen. Ich glaube es Ihnen ja, aber wenn Sie das so sagen, dann müssen Sie auch zur Kenntnis nehmen, daß das Defizit, das vorhanden ist, von dieser Bundesregierung nicht verringert wurde. Das ist Ihre Verantwortung! Und Sie haben das deshalb nicht getan, weil Sie in vielen Bereichen das, was Sie als Bundesregierung, aber auch als Regierungsparteien hier im Parlament versprochen haben, nicht gehalten haben.
Abg. Dr. Brinek: Wir gehen einen anderen Weg!
Besonders eigentümlich ist es auch, wenn Herr Abgeordneter Stummvoll davon spricht, daß es doch um die Zukunft dieses Landes gehe. Wenn dem wirklich so wäre, meine Damen und Herren, dann wäre es doch angemessen gewesen, bei der Diskussion, als es um einzelne Berufsgruppen gegangen ist, etwas zu machen, etwa bei den Universitätsassistenten. Da ist diese Bundesregierung trotz der massiven Proteste nicht bereit gewesen, in irgendeiner Art und Weise das Paket aufzuschnüren, wobei es Einkommenseinbußen von minus 20, minus 30, minus 40 Prozent gibt. Da wäre es doch angemessen gewesen, in diesem Bereich etwas zu machen. (Abg. Dr. Brinek: Wir gehen einen anderen Weg!) Nein, bei den Universitätsassistenten, Frau Abgeordnete Brinek, hat man das einfach durchgezogen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher, meine Damen und Herren: Es geht im Zusammenhang mit diesem Strukturanpassungsgesetz, wie Sie es nennen, nicht um die politisch-moralische Verantwortung gegenüber der Jugend, wie es Abgeordneter Stummvoll ausgedrückt hat, es geht auch nicht um die staatspolitische Verantwortung, denn erstens – noch einmal – hat diese Bundesregierung, die jetzt seit knapp zehn Jahren in Österreich das Sagen hat – mittlerweile wieder mit einer Zweidrittelmehrheit –, letztlich diese Situation herbeigeführt, und Sie haben, meine Damen und Herren, die Ankündigungen, die Sie sowohl in den Wahlversprechen als auch in den einzelnen Berichten gemacht haben – ich werde Ihnen das anhand der Energiebesteuerung noch nachweisen – nicht gehalten: Sie versprechen das eine und tun das andere! Und das ist das Verwerfliche, das ist das, was die Liberalen zutiefst ablehnen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Nehmen Sie nur den nationalen Umweltplan her. Er war in der XIX. GP als III-29 der Beilagen auch hier im Hause. Darin hat man etwa über die Reform der Energiebesteuerung – sehr zukunftsweisend – gesagt, daß erneuerbaren Energieträgern gegenüber erschöpfbaren der Vorrang einzuräumen ist. In einer Wirtschaft, die sich über Preise koordiniert, muß das Preissystem diese Zielsetzungen reflektieren. Und weiters ist gesagt worden: Erschöpfbare Energieträger werden relativ höhere Preise als erneuerbare Energieträger aufweisen. Das ist das, was wir hier im Hause zur Kenntnis genommen haben, und es stimmt auch, daß das der richtige Weg wäre. Das durchzuführen, wäre die politisch-moralische Verantwortung auch gegenüber der Jugend in diesem Land. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Das ist ein Spektakel. Das ist nur parlamentarische Fassade. Und dafür stehen die Liberalen nicht zur Verfügung. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Bundesminister Mag. Klima : Um 3 Uhr waren wir fertig!
Die Ausschußberatungen beim Kapitel Finanzen wurden für vier Stunden angesetzt. In vier Stunden hätten wir alle 29 Gesetze, die geändert werden, beraten sollen! (Bundesminister Mag. Klima : Um 3 Uhr waren wir fertig!) Herr Bundesminister! Wir waren zwar früher fertig. Aber es liegt auf der Hand, daß es ganz einfach unmöglich ist, 29 Gesetze in vier Stunden zu behandeln. Jeder, der behauptet, daß das möglich ist, führt sich selbst ad absurdum.
Abg. Dr. Partik-Pablé : Das ist ein Wahnsinn!
Das bedeutet nämlich, daß für die Behandlung jedes Gesetzes insgesamt 8,41 Minuten zur Verfügung stehen, und das bedeutet weiters, daß für die Stellungnahme jeder der fünf Fraktionen und für die Antwort des Ministers pro Gesetz jeweils 1,4 Minuten zur Verfügung stehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé : Das ist ein Wahnsinn!) Herr Bundesminister! Ich weigere mich, mich von der Regierung in der Weise mißbrauchen zu lassen, daß zum Beispiel für eine Änderung des Einkommensteuergesetzes mit vielen Paragraphen nur 1,4 Minuten zur Verfügung stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das bedeutet nämlich, daß für die Behandlung jedes Gesetzes insgesamt 8,41 Minuten zur Verfügung stehen, und das bedeutet weiters, daß für die Stellungnahme jeder der fünf Fraktionen und für die Antwort des Ministers pro Gesetz jeweils 1,4 Minuten zur Verfügung stehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé : Das ist ein Wahnsinn!) Herr Bundesminister! Ich weigere mich, mich von der Regierung in der Weise mißbrauchen zu lassen, daß zum Beispiel für eine Änderung des Einkommensteuergesetzes mit vielen Paragraphen nur 1,4 Minuten zur Verfügung stehen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was aber hat Präsident Fischer gemacht? – Seine Reaktion ist aus meiner Sicht wirklich ungeheuerlich. Er kann natürlich seine Privat- und Parteimeinung haben, aber er kann doch nicht als Präsident dieses Hauses uns Abgeordneten, natürlich auch den Abgeordneten von den Regierungsparteien, einfach zumuten, daß wir diesen Gesetzen gefälligst zustimmen! In letzterem Fall macht es natürlich auch nichts, wenn für die entsprechenden Beratungen nicht genügend Zeit zur Verfügung steht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie können kein Gesetz in 1,4 Minuten seriös behandeln. Das bringen auch Sie nicht zusammen, auch wenn Sie noch so sehr glauben, daß Sie gut sind und viel Übersicht haben. Sie können kein Gesetz – egal, in welchem Bereich – in 1,4 Minute seriös behandeln. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Klima: Habe ich auch nicht behauptet!
Das ist nicht falsch, Herr Bundesminister! Sie sind sicher nicht um 15 Uhr aus diesem Haus gegangen. Schauen Sie sich einmal Ihren Kalender an. (Bundesminister Mag. Klima: Habe ich auch nicht behauptet!)
Abg. Koppler: 40 Minuten haben Sie nicht genützt!
Aber, daß Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Koppler: 40 Minuten haben Sie nicht genützt!), und auch du, lieber Kollege Koppler, nur Erfüllungsgehilfen der Regierung sind, zeigt auch das Verhalten bei dieser Debatte. Es ist doch wirklich bedauerlich, aber ein gutes Beispiel dafür, daß Herr Kollege Stummvoll heute gemeint hat, es sei alles bestens, was hier verhandelt werde. (Abg. Mag. Steindl: Das hat er nie gesagt!) Er hat gesagt, man könnte einiges ändern, aber man muß dem zustimmen, weil das alles so gut und unbedingt notwendig ist.
Abg. Mag. Steindl: Das hat er nie gesagt!
Aber, daß Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Koppler: 40 Minuten haben Sie nicht genützt!), und auch du, lieber Kollege Koppler, nur Erfüllungsgehilfen der Regierung sind, zeigt auch das Verhalten bei dieser Debatte. Es ist doch wirklich bedauerlich, aber ein gutes Beispiel dafür, daß Herr Kollege Stummvoll heute gemeint hat, es sei alles bestens, was hier verhandelt werde. (Abg. Mag. Steindl: Das hat er nie gesagt!) Er hat gesagt, man könnte einiges ändern, aber man muß dem zustimmen, weil das alles so gut und unbedingt notwendig ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Daß die Sozialdemokraten mit den – und das verwundert mich sehr – Arbeitnehmern nichts mehr am Hut haben, zeigt der Umstand deutlich, daß Sie alle Arbeitnehmer in Österreich stärker als fast je zuvor besteuern. Das ist wirklich eine unseriöse Maßnahme, da Sie noch nie die Inflation abgegolten und eine echte Lohnsteuerreform in den letzten Jahren, in denen Sie an der Regierung waren, durchgeführt haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist bedauerlich, daß Ihre chaotische, praxisfremde und wirtschaftsfeindliche Finanz- und Budgetpolitik die Österreicherinnen und Österreicher bezahlen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Seitens der Opposition wurde heute hier eine Klagemauer errichtet, es wurden die Zustände und die Vorgaben kritisiert. Es wurde gesagt, die Vorgangsweise in den zuständigen Ausschüssen sei katastrophal und unzumutbar gewesen. Ich hätte geglaubt, daß gerade Sie von der Opposition heute hier herausmarschieren und ein Feuerwerk an brillanten Ideen vortragen würden, daß Sie ein Konzept präsentieren, das sich sehen lassen könnte. Nichts dergleichen ist gekommen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Kollege Rosenstingl sagte, die gesetzten Maßnahmen seien alle schädlich, sie schädigen diesen und jenen Bereich. Ich sage Ihnen etwas, Herr Kollege Rosenstingl: Diese Budgets schädigen nicht die Zukunft, sondern diese Budgets sichern die Zukunft Österreichs! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum lesen Sie das vor?
Meine Damen und Herren! Und wie schaut es bei Ihnen aus? Ein sehr bemerkenswerter Artikel fand sich im "Standard" vor wenigen Wochen: Verdienstvolle Kräfte in der "F" wie der seinerzeitige Medien- und Autofahrerexperte Walter Meischberger sind ebenso im Orkus freiheitlichen Vergessens verschwunden wie der Kammerreformer Hans Pretterebner, wie Liane Höbinger-Lehrer, die mit ihren Anregungen zum Strafvollzug zu erfrischen wußte. Schade eigentlich – so schreibt man hier –, daß sich um Budget und Finanzen Österreichs noch immer Gilbert Trattner kümmern muß. Gerade im Wirtschaftsbereich haben Haiders Spezialisten Meischberger und natürlich der unvergessene Rumpold mit ihrem Fachwissen schwer Vergleichbares geleistet. Es wurde ihnen nur nicht gedankt. – Bedauerlich, Herr Kollege Meischberger! – Weder konnte sich der fristensichere Rumpold mit seinem Fachwissen einbringen, noch Meischberger seine "Aufs-Handerl-Rechnung" in Budgetpolitik umsetzen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum lesen Sie das vor?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Einen uralten "Standard" zitieren Sie hier!
Warum ich das vorlese? – Weil es interessant ist. Es wird doch noch möglich sein, Frau Kollegin Partik-Pablé, sich mit Zeitungskommentaren auseinanderzusetzen. Wenn es Ihnen paßt, zitieren Sie gerade immer wieder aus diesen Zeitungen. Wenn es Ihnen aber nicht paßt, dann fragen Sie, warum man aus Zeitungen zitiert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Einen uralten "Standard" zitieren Sie hier!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Offensichtlich fällt Ihnen nichts anderes zum Budget ein!
Ich zitiere Ihnen einen neuen Artikel aus den "Finanznachrichten", damit Sie auf dem laufenden sind, meine Damen und Herren (Abg. Dr. Partik-Pablé: Offensichtlich fällt Ihnen nichts anderes zum Budget ein!): Mit einem Anteil der Einnahmen des Bundes am Bruttoinlandsprodukt von 26,8 Prozent setzt sich trotz einnahmenseitiger Maßnahmen der Rückgang der Belastungsquote fort. Meine Damen und Herren! Das sind doch glänzende oder zumindest respektable Zahlen, die man durchaus auch nennen kann, die andere Länder gerne vorweisen würden. Ausgabenseitig – so schreiben die "Finanznachrichten", die immer von Ihnen zitiert werden – ist das Konsolidierungsprogramm ein deutlich ambitioniertes. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie zitieren immer nur aus der Zeitung! Fällt Ihnen nichts anderes zum Budget ein?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie zitieren immer nur aus der Zeitung! Fällt Ihnen nichts anderes zum Budget ein?
Ich zitiere Ihnen einen neuen Artikel aus den "Finanznachrichten", damit Sie auf dem laufenden sind, meine Damen und Herren (Abg. Dr. Partik-Pablé: Offensichtlich fällt Ihnen nichts anderes zum Budget ein!): Mit einem Anteil der Einnahmen des Bundes am Bruttoinlandsprodukt von 26,8 Prozent setzt sich trotz einnahmenseitiger Maßnahmen der Rückgang der Belastungsquote fort. Meine Damen und Herren! Das sind doch glänzende oder zumindest respektable Zahlen, die man durchaus auch nennen kann, die andere Länder gerne vorweisen würden. Ausgabenseitig – so schreiben die "Finanznachrichten", die immer von Ihnen zitiert werden – ist das Konsolidierungsprogramm ein deutlich ambitioniertes. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie zitieren immer nur aus der Zeitung! Fällt Ihnen nichts anderes zum Budget ein?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie und Regierungsabgeordneter? Das ist überhaupt neu!
Sie brauchen offensichtlich in finanzspezifischen Dingen deutliche Nachhilfe. Ich zitiere die "Finanznachrichten", damit Sie mir nicht unterstellen können, daß ich als Regierungsabgeordneter nur Lobeshymnen auf das Budget singe. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie und Regierungsabgeordneter? Das ist überhaupt neu!) Ich wollte Ihnen hier unabhängige, neutrale Stellen zitieren. Vielleicht hilft Ihnen das ein bißchen weiter. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Fällt Ihnen nicht selber etwas ein?)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Fällt Ihnen nicht selber etwas ein?
Sie brauchen offensichtlich in finanzspezifischen Dingen deutliche Nachhilfe. Ich zitiere die "Finanznachrichten", damit Sie mir nicht unterstellen können, daß ich als Regierungsabgeordneter nur Lobeshymnen auf das Budget singe. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie und Regierungsabgeordneter? Das ist überhaupt neu!) Ich wollte Ihnen hier unabhängige, neutrale Stellen zitieren. Vielleicht hilft Ihnen das ein bißchen weiter. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Fällt Ihnen nicht selber etwas ein?)
Abg. Dr. Graf: Ich habe gedacht, Sie sind Regierungsabgeordneter! Jetzt sind Sie Kommunalpolitiker?
Meine Damen und Herren! Es wird bei diesem Budget auch der Finanzausgleich mit behandelt, und das ist ein Thema, das mich als Kommunalpolitiker wesentlich interessiert. (Abg. Dr. Graf: Ich habe gedacht, Sie sind Regierungsabgeordneter! Jetzt sind Sie Kommunalpolitiker?) Die Finanzierungsprobleme der Gemeinden sind dramatisch. Aufgrund der steigenden Ver
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Mir ist klar, daß die Gemeinden eine unterschiedliche Finanzkraft haben, daß in manchen Gemeinden auch zu sparen ist. Aber Tatsache ist: Wer den Gemeinden den finanziellen Spielraum wegnimmt, muß wissen, daß beinahe 70 Prozent der Investitionen der öffentlichen Hand in Gefahr sind – und jeder von uns sollte wissen, daß er auch selbst in einer Gemeinde lebt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Nicht aufregen! Das ist schlecht fürs Herz!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Abgeordneter Dkfm. Holger Bauer. Ich erteile es ihm. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Schwarzenberger: Nicht aufregen! Das ist schlecht fürs Herz!)
Abg. Dr. Stummvoll: Die gleiche Rede halte!
Herr Präsident! Hohes Haus! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Es ist jetzt das 16. oder 17. Mal, daß ich hier im Hohen Haus in irgendeiner Form (Abg. Dr. Stummvoll: Die gleiche Rede halte!) – nein! – an einer Budgetdebatte mitwirke. (Abg. Mag. Steindl: So lange schon?)
Abg. Mag. Steindl: So lange schon?
Herr Präsident! Hohes Haus! Meine geschätzten Kolleginnen und Kollegen! Es ist jetzt das 16. oder 17. Mal, daß ich hier im Hohen Haus in irgendeiner Form (Abg. Dr. Stummvoll: Die gleiche Rede halte!) – nein! – an einer Budgetdebatte mitwirke. (Abg. Mag. Steindl: So lange schon?)
Abg. Eder: Meine Stärke!
Budgetdebatten waren immer weder im Ausschuß noch hier im Plenum (Abg. Eder: Meine Stärke!) das, was man als Sternstunden des lebendigen demokratischen Parlamentarismus bezeichnet. So habe wenigstens ich es empfunden oder in Erinnerung: Lassen Sie mir diese meine subjektive Meinung und Sicht der Dinge! Nur: Was wir bei den Budgetberatungen für die Jahre 1996 und 1997 erlebt haben, ist ein Rückfall in die demokratisch parlamentarische Steinzeit.
Zwischenruf bei der SPÖ.
Es hat damit begonnen ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das ist für Sie natürlich alles nicht aufregend, das weiß ich schon, denn Sie gehören ja jener Fraktion der sogenannten Patentdemokraten an, die es mit dem Kabarettisten Haderer halten, der da sagt (Rufe: Hader! Hader!) – ja, gut, Ihre Sorgen möchte ich haben –: Demokratie ist ollas, solang wir am Drücker san, weil dann hammas leiwand. – Das ist ihr "Demokratieverständnis", daher stört Sie das natürlich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe: Hader! Hader!
Es hat damit begonnen ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das ist für Sie natürlich alles nicht aufregend, das weiß ich schon, denn Sie gehören ja jener Fraktion der sogenannten Patentdemokraten an, die es mit dem Kabarettisten Haderer halten, der da sagt (Rufe: Hader! Hader!) – ja, gut, Ihre Sorgen möchte ich haben –: Demokratie ist ollas, solang wir am Drücker san, weil dann hammas leiwand. – Das ist ihr "Demokratieverständnis", daher stört Sie das natürlich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es hat damit begonnen ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das ist für Sie natürlich alles nicht aufregend, das weiß ich schon, denn Sie gehören ja jener Fraktion der sogenannten Patentdemokraten an, die es mit dem Kabarettisten Haderer halten, der da sagt (Rufe: Hader! Hader!) – ja, gut, Ihre Sorgen möchte ich haben –: Demokratie ist ollas, solang wir am Drücker san, weil dann hammas leiwand. – Das ist ihr "Demokratieverständnis", daher stört Sie das natürlich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nächster Punkt: Ausschaltung der Prüfungsmöglichkeit des Verfassungsgerichtshofes durch eine Ansammlung von Verfassungsbestimmungen, damit nichts mehr aufgehoben werden kann; auch dann nicht, wenn es verfassungswidrig sein sollte. Das ist ein Grundprinzip jedes Rechtsstaates, Ihnen ist das egal, Sie fahren drüber, Rechtsstaat hin, Rechtsstaat her. Hauptsache, wir haben die Mehrheit, und solange wir am Drücker sind, ist alles Demokratie. – Hader-SPÖ. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Sind wir auch!
Ich wende mich deshalb so liebevoll an die linke Seite des Hauses, weil ihr seid immer so bemüht, euch als die Erfinder der Demokratie hinzustellen, als die Wahrer der Demokratie (Abg. Parnigoni: Sind wir auch!), als die Beckmesser der Demokratie, aber wenn es darauf ankommt, haltet ihr es mit Hader, sonst bleibt nichts von eurem Demokratiebegriff übrig. Dies nachzuweisen, macht mir zunehmend Lust und Laune, weil es wirklich auffällig bis unschön ist, was hier ans Tageslicht kommt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wie immer Sie das sehen mögen: Das ist Steinzeitdemokratie, bestenfalls Steinzeitdemokratie – aber nicht das, von dem Sie sonst in Ihren Sonntagsreden immer sprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Lust bei jeder Regierung – nicht nur bei einer großen Koalition –, kurz vor anstehenden Wahlen entscheidende Budgetsanierungs-, Konsolidierungsschritte zu setzen, ist erfahrungsgemäß gering. Daher wird nichts geschehen, das Gegenteil wird der Fall sein: Sie werden eine Steuerreform machen, bei der Sie die Folgen der Progression mildern werden wollen. Daher wird es mit einer mittel- bis langfristigen Budgetsanierung nichts werden. Das ist schade, und es werden die Probleme, vor denen wir stehen, nicht gelöst werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Für die Privilegienritter, für die Nationalbank, für die Sozialversicherungsanstalt!
Im Gegensatz zum Kollegen Bauer muß ich festhalten, daß ich eigentlich sehr froh darüber bin, daß die Konsolidierung des Budgets auch, und zwar zumindest zu einem Drittel, einnahmenseitig erfolgt. Bei aller Notwendigkeit, Ausgaben, die überproportional steigen, zu bremsen: Das bedeutet aber in Wirklichkeit, Leistungen des Staates werden eingefroren oder gekürzt, und das trifft besonders jene, die wenig haben. Und wie – so frage ich mich – hätte das Szenario ausgeschaut, wenn nur ausgabenseitig eingespart werden hätte müssen? Wie hätte es ausgeschaut für jene, die auf Transferleistungen des Staates angewiesen sind? – Es wäre ein Horrorszenario für die Familien, für die Jugend, für den Sozial- und Gesundheitsbereich, aber auch ein Horrorszenario für die Wirtschaft gewesen. (Abg. Mag. Stadler: Für die Privilegienritter, für die Nationalbank, für die Sozialversicherungsanstalt!) Herr Kollege! Die Einsparungen im Transferbereich bedeuten nämlich in Wirklichkeit weniger Kaufkraft und daher weniger Chancen und mehr Probleme für die Wirtschaft.
Bundesminister Mag. Klima: Sicher!
Nach dem Gesetz des Marktes von Angebot und Nachfrage ist es erwiesen, daß je teurer ein Produkt ist, desto weniger wird es gekauft. Und da stellt sich schon die Frage: Ist der Finanzminister überhaupt daran interessiert, daß weniger geraucht wird? (Bundesminister Mag. Klima: Sicher!) Die Weltgesundheitsorganisation kommt zu dem Schluß, daß es bei einem Preisanstieg von 1 Prozent zu einem durchschnittlichen Verbrauchsrückgang von 0,4 Prozent kommt. Ein geringerer Tabakverbrauch schlägt sich direkt auf die enormen Behandlungskosten von Rauchererkrankungen durch. Und damit entsteht ein dreifacher Effekt, nämlich die Reduktion des Tabakkonsums, der Anstieg der Steuereinahmen und der Rückgang von Behandlungs- und Spitalskosten. Steuererhöhungen sind nicht populär. Man kann sich damit keinen Applaus holen. Und trotzdem bin ich grundsätzlich froh darüber, daß auch einnahmenseitige Maßnahmen beschlossen werden.
Beifall bei der SPÖ.
Durch die Verbreiterung der Steuerbasis, sprich das Einschränken von Gestaltungsmöglichkeiten – Steuern einheben und nicht anheben, wie unser Finanzminister Klima immer sagt –, tragen nämlich auch jene zur Budgetkonsolidierung bei, denen es leichter fällt. Sie tragen dazu bei, daß das Budget konsolidiert, der Handlungsspielraum für die Regierung, für den Staat wieder erreicht wird und vor allem dazu, daß der Wirtschaftsstandort Österreich auch für die Zukunft erhalten bleibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine weitere Maßnahme ist die Berücksichtigung der Sozialversicherung beim 13. und 14. Monatsgehalt. Die Sozialversicherungsbeiträge, die auf die Sonderzahlungen entfallen, können nicht mehr vom laufenden Bezug des Monats, in dem die Sonderzahlungen geleistet werden, abgezogen werden. In Hinkunft bilden die auf die Sonderzahlungen entfallenden Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr die Bemessungsgrundlage für den laufenden Bezug. Die auf die Sonderzahlungen entfallenden Sozialversicherungsbeiträge mindern die Bemessungsgrundlage für die Besteuerung der Sonderzahlungen. Dies bedeutet, daß der Steuervorteil aus dem Abzug der Sozialversicherungsbeiträge nunmehr maximal bei 6 Prozent und nicht wie bisher bei bis zu 50 Prozent liegt. – Hier sieht man wiederum, wieviel das Versprechen der Regierungsparteien, die ein Nichtantasten des 13. und 14. Monatsgehaltes angekündigt haben, wert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Ruthofer: Ich habe nur noch drei Sätze!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter, ich muß Sie unterbrechen. Die restliche Redezeit bleibt Ihnen gewahrt. (Abg. Dkfm. Ruthofer: Ich habe nur noch drei Sätze!) – Bitte.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dkfm. Kurt Ruthofer (fortsetzend): Jedenfalls werden der Einkauf in den Grenz-Duty-Free-Shops zu Slowenien und Tschechien sowie der billige Tabakwareneinkauf in Ungarn für die österreichische Tabakwirtschaft ein ruinöses Ausmaß annehmen. – Ich glaube, Herr Präsident, es sind doch noch ein paar Sätze mehr, ich werde das später noch ausführen. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie haben genau diese Argumente in Ihrer Anfragebeantwortung angeführt. Ich ersuche Sie aber jetzt in dieser dramatischen Situation eindringlich, rasch im EU-Ministerrat aktiv zu werden und für einen Importstopp einzutreten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Solange der Rindfleischmarkt in der EU in dieser Lage wie jetzt ist, solange die österreichischen Bauern gesundes Vieh nicht einmal mehr verschenken können, ist es unverantwortlich, weiterhin zu diesen Importen zu stehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Wenn das nicht passiert, Herr Bundesminister, vernichten Sie Existenzen, Tausende Existenzen und damit Tausende Arbeitsplätze.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen werden den vollen Ausgleich für die österreichischen Bauern für die von den österreichischen Bauern nicht verursachten Verluste einfordern. Wir werden auf Punkt und Beistrich die österreichischen Rinderbauern schützen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir werden nicht müde werden, einen Importstopp für die 500 000 Rinder aus den Reformstaaten zu fordern, und wir werden die Bauern Österreichs voll aufklären über die rechtswidrige Vorgangsweise des Bundesministers beim Einstiegsstopp in das ÖPUL-Programm. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger hat nicht sofort auf seine Worterteilung reagiert. – Abg. Mag. Stadler: Er hat verzichtet! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat schon ein Rind zuviel gegessen! Er hat schon ein Rindsschnitzerl zuviel gegessen!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Abgeordneter Schwarzenberger. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Schwarzenberger hat nicht sofort auf seine Worterteilung reagiert. – Abg. Mag. Stadler: Er hat verzichtet! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hat schon ein Rind zuviel gegessen! Er hat schon ein Rindsschnitzerl zuviel gegessen!)
Zwischenrufe der Abg. Aumayr und des Abg. Haigermoser.
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Diese Besprechung der Anfragebeantwortung ist wiederum ein klassisches Beispiel dafür, wie die FPÖ versucht, zu verunsichern, was alles in die EU kommt, was alles nach Österreich kommt. (Zwischenrufe der Abg. Aumayr und des Abg. Haigermoser. ) Den Polizeischutz braucht euer Führer Haider am meisten, aber nicht andere Abgeordnete. (Beifall bei der ÖVP.) Haider hat sich sogar beschwert, daß er zuwenig Schutz vom Innenministerium hätte, daß er eigene Truppen anheuern muß!
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Diese Besprechung der Anfragebeantwortung ist wiederum ein klassisches Beispiel dafür, wie die FPÖ versucht, zu verunsichern, was alles in die EU kommt, was alles nach Österreich kommt. (Zwischenrufe der Abg. Aumayr und des Abg. Haigermoser. ) Den Polizeischutz braucht euer Führer Haider am meisten, aber nicht andere Abgeordnete. (Beifall bei der ÖVP.) Haider hat sich sogar beschwert, daß er zuwenig Schutz vom Innenministerium hätte, daß er eigene Truppen anheuern muß!
Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie in letzter Zeit Rindsschnitzel aus England gegessen?
Grundsätzlich muß man feststellen, daß die EU der weltweit größte Agrarexporteur ist. Handelsbeziehungen sind halt keine Einbahnstraße. So gab es damals, als der EU nur zwölf Länder angehörten, als es noch keine Kontingente für die osteuropäischen Länder gab, Jahre, in denen die EU mehr als 1 Million Rinder aus diesen Ländern importiert hat. In der Regel waren es Kälber und Jungrinder, die zur Weitermast in der EU auf den Bauernhöfen standen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie in letzter Zeit Rindsschnitzel aus England gegessen?)
Abg. Dr. Graf: Der lizenzierte Rinderwahn!
Auch gibt es GATT-Verpflichtungen, und es gab sogar damals, als Österreich noch Mitglied der EFTA war, Verträge zwischen den EFTA- und den osteuropäischen Ländern, die die Handelsbeziehungen regelten. Durch die Erweiterung der EU von zwölf auf 15 Mitgliedsländer und durch die Erweiterung der Handelsbeziehungen mit den osteuropäischen Ländern wurde diese Menge von 425 000 auf 500 000 Rinder aufgestockt. Diese gliedert sich in drei Kontingente: 169 000 Rinder mit 300 Kilogramm und mehr, 153 000 Jungrinder mit 160 und 300 Kilogramm Lebendgewicht und 178 000 Kälber mit bis zu 80 Kilogramm Lebendgewicht. Das sind die Kontingente, die von der EU im vergangenen Jahr an die osteuropäischen Länder erteilt worden sind, und dafür werden Lizenzen ausgestellt. (Abg. Dr. Graf: Der lizenzierte Rinderwahn!)
Abg. Dr. Graf: Es gibt auch in Österreich genug Rindviecher!
Aus den Oststaaten wurden im Jahre 1994 insgesamt 6 953 Stück nach Österreich eingeführt, in erster Linie waren das Kälber mit einem Gewicht unter 80 Kilogramm, die bei uns weitergemästet wurden. Im Jahre 1995, für das die Ausweitung der Importe aus den osteuropäischen Ländern von der "F"-Bewegung so angekreidet wird, waren es nur mehr 3 681 Stück, also die Zahl ist fast auf die Hälfte jener Zahl der Importe zurückgegangen, die wir im Jahr 1994 aus den osteuropäischen Ländern tätigten. Hauptsächlich waren dies Kälber aus Polen. (Abg. Dr. Graf: Es gibt auch in Österreich genug Rindviecher!)
Abg. Mag. Stadler: Was hilft denn das alles? Erzählen Sie keine Geschichten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir sind auch beunruhigt über die Situation in Europa, über BSE. Aber aus einer heutigen APA-Aussendung von 15.21 Uhr ist ersichtlich, daß zum Beispiel ein Bauer in England im vergangenen Herbst ein Rind auf einer Versteigerung verkauft und verschwiegen hat, daß er Jahre zuvor einen BSE-Fall hatte. Dieser Bauer wurde in der vergangenen Woche von einem englischen Gericht zu 160 000 S Strafe verurteilt. (Abg. Mag. Stadler: Was hilft denn das alles? Erzählen Sie keine Geschichten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auch am gestrigen Tag wurde in England beschlossen, daß 4,5 Millionen Rinder, die älter als drei Jahre sind, geschlachtet und verbrannt werden müssen. Es werden schon harte Maßnahmen gesetzt. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat diese BSE-Kuh gegessen? Franz Fischler? Wer hat diese BSE-Kuh gegessen? Franz Fischler? Er ißt es! Er hat es gestern erklärt!)
Abg. Mag. Stadler: Wer hat diese BSE-Kuh gegessen? Franz Fischler? Wer hat diese BSE-Kuh gegessen? Franz Fischler? Er ißt es! Er hat es gestern erklärt!
Wir sind auch beunruhigt über die Situation in Europa, über BSE. Aber aus einer heutigen APA-Aussendung von 15.21 Uhr ist ersichtlich, daß zum Beispiel ein Bauer in England im vergangenen Herbst ein Rind auf einer Versteigerung verkauft und verschwiegen hat, daß er Jahre zuvor einen BSE-Fall hatte. Dieser Bauer wurde in der vergangenen Woche von einem englischen Gericht zu 160 000 S Strafe verurteilt. (Abg. Mag. Stadler: Was hilft denn das alles? Erzählen Sie keine Geschichten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Auch am gestrigen Tag wurde in England beschlossen, daß 4,5 Millionen Rinder, die älter als drei Jahre sind, geschlachtet und verbrannt werden müssen. Es werden schon harte Maßnahmen gesetzt. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat diese BSE-Kuh gegessen? Franz Fischler? Wer hat diese BSE-Kuh gegessen? Franz Fischler? Er ißt es! Er hat es gestern erklärt!)
Abg. Mag. Stadler: Wer hat es gegessen? Hat es Fischler gegessen?
Das mußte ja kein BSE-Rind gewesen sein, das er auf die Versteigerung brachte, das war ein Zuchtrind, aber er hatte Jahre zuvor auf dem Hof einen BSE-Fall, und aus diesem Grunde dürfte er kein Rind verkaufen. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat es gegessen? Hat es Fischler gegessen?) Herr Abgeordneter Stadler! Ich habe angenommen, als Akademiker hätten Sie ein etwas höheres Niveau, als Sie hier durch Ihre Zwischenrufe immer wieder preisgeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das mußte ja kein BSE-Rind gewesen sein, das er auf die Versteigerung brachte, das war ein Zuchtrind, aber er hatte Jahre zuvor auf dem Hof einen BSE-Fall, und aus diesem Grunde dürfte er kein Rind verkaufen. (Abg. Mag. Stadler: Wer hat es gegessen? Hat es Fischler gegessen?) Herr Abgeordneter Stadler! Ich habe angenommen, als Akademiker hätten Sie ein etwas höheres Niveau, als Sie hier durch Ihre Zwischenrufe immer wieder preisgeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Konsumenten – wenn sie österreichisches Rindfleisch essen – haben die Garantie, daß es wirklich BSE-frei ist. Es gab in Österreich trotz vieler Untersuchungen – in jeder Untersuchung, die in der Vergangenheit gegen Tollwut durchgeführt worden ist, ist gleichzeitig auch auf BSE getestet worden – bisher keinen einzigen Fall von BSE. Deshalb sollten die Freiheitlichen hier aufhören, die Konsumenten zu verunsichern – zum Schaden unserer Bauern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Konservativ!
Kollegin Aumayr! Es sind aber nicht die britischen Rinderzüchter im allgemeinen verantwortlich für die BSE-Seuche, sondern einige verantwortungslose Geschäftemacher, die sich ganz locker über Hygienebestimmungen hinweggesetzt haben, und gegebenenfalls auch noch die nationale britische Regierung (Abg. Haigermoser: Konservativ!), weil sie primitive Hygieneregeln mißachtet und im Jahr 1988 nicht rechtzeitig eingegriffen hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Kollegin Aumayr! Es sind aber nicht die britischen Rinderzüchter im allgemeinen verantwortlich für die BSE-Seuche, sondern einige verantwortungslose Geschäftemacher, die sich ganz locker über Hygienebestimmungen hinweggesetzt haben, und gegebenenfalls auch noch die nationale britische Regierung (Abg. Haigermoser: Konservativ!), weil sie primitive Hygieneregeln mißachtet und im Jahr 1988 nicht rechtzeitig eingegriffen hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schwarzenberger: Herr Kollege Firlinger! Das sind Kälber unter 80 Kilo, die in Österreich weitergemästet werden!
Zuletzt möchte ich noch mit Gerüchten aufräumen, die da herumschwirren. Herr Kollege Schwarzenberger, es wirkt glaubhaft, wenn Sie die AMA verteidigen. Ich habe mir bei Gott nichts anderes erwartet, als daß Sie hier ein Loblied singen. Aber wenn ich die Inserate lese: Die AMA macht es möglich, die AMA garantiert es: "Nur bestes inländisches Rindfleisch gelangt in den österreichischen Handel!", dann frage ich mich: Was ist mit dem Anteil von ausländischem Rindfleisch, das wir aufgrund bilateraler Verpflichtungen importieren und das nach Österreich kommt? Wird das gleich geschlachtet und nicht verzehrt? Kommt es gleich als Knochenmehl in die Tierkörperverwertungsanstalt Tulln, oder was ist damit? (Abg. Schwarzenberger: Herr Kollege Firlinger! Das sind Kälber unter 80 Kilo, die in Österreich weitergemästet werden!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Kälber werden dann geschlachtet, Herr Kollege! Sie brauchen mir das nicht zu erzählen, das weiß ich alles selber. Es sind Kälber unter 80 Kilogramm. Aber auch Jungvieh wird geschlachtet und anderen Verwertungen zugeführt. Erklären Sie mir bitte nicht, daß es kein Fleisch von Jungvieh gibt, das in den Handel gelangt! Das sind alles Ablenkungsmanöver. Ich würde Sie wirklich bitten: Bleiben Sie bei der Sache und erzählen Sie den Österreicherinnen und Österreichern die Wahrheit! Schieben wir nicht dauernd etwas vor, erfinden wir nicht irgendein neues Gütesiegel und dergleichen, sondern nehmen wir endlich einmal den Vollzug ernst, so wie er im Gesetz steht. Überlegen wir uns, ob nicht auch in der Gesetzeslage bezüglich Gesundheitspolitik einiges schiefgelaufen ist. Schauen wir uns an, ob beispielsweise die Verordnungen, die die Landesregierungen erlassen, alle so astrein sind. – Ich glaube, wir hätten wahrlich ein reichhaltiges Betätigungsfeld im Inland und auch in der Europäischen Union, um diese Probleme schnell und im Interesse unserer Landwirtschaft und unserer Konsumenten zu lösen. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf der Abg. Aumayr.
Sie wissen ganz genau, daß Sie im Zusammenhang mit Pflanzenschutzmitteln dieselbe Linie verfolgen wie Herr Minister Molterer. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. ) Frau Aumayr! Sie und die Vertreter der Freiheitlichen im Ausschuß haben massiv dafür plädiert, daß die Pflanzenschutzmittel genauso billig werden wie in der übrigen Europäischen Union. Das ist der falsche Weg! Setzen Sie sich mit Herrn Molterer zusammen; er vertritt nämlich genau dieselbe Linie. Er sagt: Wir dürfen den österreichischen Bauern keine Wettbewerbsnachteile bescheren. – Dasselbe haben Sie bezüglich Kunstdünger gesagt! Sie sind genau dieselbe Linie gefahren, anstatt daß
Abg. Mag. Stadler: Wir vermuten nichts, wir wissen es!
Frau Aumayr! Die österreichischen Minister haben das Recht – nicht nur das Recht, sondern die Verpflichtung! –, sich im Ministerrat in Brüssel massiv für Kriterien einzusetzen, die national, in der gesamten EU, aber auch im internationalen Handel durchgehalten werden. Aber nicht, weil sie vermuten, in Rumänien, in Ungarn werden die Schlachthöfe schlecht geführt, weil sie vermuten, dort gibt es dieses und jenes. (Abg. Mag. Stadler: Wir vermuten nichts, wir wissen es!)
Abg. Aumayr: Nicht in dieser Situation jetzt!
Ich halte es für ganz billige Demagogie, wenn Sie hier insbesondere die Ostimporte ansprechen. Bitte, was soll denn mit denen gehandelt werden? (Abg. Aumayr: Nicht in dieser Situation jetzt!)
Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Wabl, du vertrittst die Interessen der Italiener!
Sie können sich jetzt immer darauf ausreden: Wir können das alles nur EU-weit, am besten weltweit lösen. – Natürlich, aber was hindert uns daran, hier in Österreich klare und konkrete Schritte zu tun, um diese Probleme in den Griff zu bekommen? (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Wabl, du vertrittst die Interessen der Italiener!) Herr Abgeordneter Kaiser! Ja, ich vertrete auch die Italiener, wenn sie recht haben. Und ich bin auch dafür – das sage ich auch ganz offen, Frau Aumayr –, daß Solidarität mit den englischen Bauern geübt wird. (Abg. Ing. Reichhold: Mit unseren Geldern?) Ja, auch mit unseren Geldern, Herr Reichhold, weil ich Nationalismus in dieser Frage für falsch halte. Unsere Bauern würden ebenso froh darüber sein, wenn sie aufgrund einer verfehlten Agrarpolitik in der Scheiße sitzen! (Beifall bei den Grünen und Beifall des Abg. Mag. Firlinger. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Abg. Ing. Reichhold: Mit unseren Geldern?
Sie können sich jetzt immer darauf ausreden: Wir können das alles nur EU-weit, am besten weltweit lösen. – Natürlich, aber was hindert uns daran, hier in Österreich klare und konkrete Schritte zu tun, um diese Probleme in den Griff zu bekommen? (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Wabl, du vertrittst die Interessen der Italiener!) Herr Abgeordneter Kaiser! Ja, ich vertrete auch die Italiener, wenn sie recht haben. Und ich bin auch dafür – das sage ich auch ganz offen, Frau Aumayr –, daß Solidarität mit den englischen Bauern geübt wird. (Abg. Ing. Reichhold: Mit unseren Geldern?) Ja, auch mit unseren Geldern, Herr Reichhold, weil ich Nationalismus in dieser Frage für falsch halte. Unsere Bauern würden ebenso froh darüber sein, wenn sie aufgrund einer verfehlten Agrarpolitik in der Scheiße sitzen! (Beifall bei den Grünen und Beifall des Abg. Mag. Firlinger. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Beifall bei den Grünen und Beifall des Abg. Mag. Firlinger. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Sie können sich jetzt immer darauf ausreden: Wir können das alles nur EU-weit, am besten weltweit lösen. – Natürlich, aber was hindert uns daran, hier in Österreich klare und konkrete Schritte zu tun, um diese Probleme in den Griff zu bekommen? (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Wabl, du vertrittst die Interessen der Italiener!) Herr Abgeordneter Kaiser! Ja, ich vertrete auch die Italiener, wenn sie recht haben. Und ich bin auch dafür – das sage ich auch ganz offen, Frau Aumayr –, daß Solidarität mit den englischen Bauern geübt wird. (Abg. Ing. Reichhold: Mit unseren Geldern?) Ja, auch mit unseren Geldern, Herr Reichhold, weil ich Nationalismus in dieser Frage für falsch halte. Unsere Bauern würden ebenso froh darüber sein, wenn sie aufgrund einer verfehlten Agrarpolitik in der Scheiße sitzen! (Beifall bei den Grünen und Beifall des Abg. Mag. Firlinger. – Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Abg. Mag. Stadler: Fäkalsprache! – Abg. Dr. Haider: Das hat aber lang gedauert, bis du auf die österreichischen Bauern gekommen bist! Solidarität mit den Italienern, Solidarität mit den Rumänen, Solidarität mit den Engländern, nur mit den Österreichern nicht! – Abg. Ing. Reichhold: Sie schauen zu, wie unsere Bauern vor dem Nichts stehen!
Herr Reichhold! Ich habe hier eine Anfragebeantwortung des Herrn Fischler vom 29. 4. 1994 bezüglich Rinderwahnsinn. Daran kann man erkennen, Herr Stadler – wissen Sie, meine Solidarität ist nicht beschränkt auf die Nationalitäten. (Abg. Mag. Stadler: Fäkalsprache! – Abg. Dr. Haider: Das hat aber lang gedauert, bis du auf die österreichischen Bauern gekommen bist! Solidarität mit den Italienern, Solidarität mit den Rumänen, Solidarität mit den Engländern, nur mit den Österreichern nicht! – Abg. Ing. Reichhold: Sie schauen zu, wie unsere Bauern vor dem Nichts stehen!)
Abg. Dr. Haider: Da haben die österreichischen Bauern nichts davon, wenn man mit Fahnen hantiert! Du hast schon einmal hier eine Fahne gezeigt, und das war nicht sehr erfolgreich!
Herr Abgeordneter Haider! Ich halte das für billige Polemik. Den österreichischen Bauern wäre geholfen gewesen, wenn Sie nicht dauernd Ihre Fahne in den Wind gehängt und nicht dauernd populistisch agiert hätten. (Abg. Dr. Haider: Da haben die österreichischen Bauern nichts davon, wenn man mit Fahnen hantiert! Du hast schon einmal hier eine Fahne gezeigt, und das war nicht sehr erfolgreich!) Herr Abgeordneter Haider! Das hätte gerade in Ihrer Fraktion Nachdenkprozesse auslösen sollen.
Abg. Mag. Stadler: Nein!
Meine Damen und Herren! Das ist genau das Problem, vor dem wir stehen. Jahrelang sind diese Dinge geleugnet worden, auch von Ihrer Fraktion, Frau Aumayr. (Abg. Mag. Stadler: Nein!) Natürlich. Da jetzt viele Konsumenten den ökologischen Kurs fahren, sind Sie auch drauf. Ich habe Ihnen vorher schon klar auseinandergesetzt, welche doppelte Strategie Sie verfolgen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Haider: Was war der Inhalt? – Keine Solidarität für die Österreicher!
Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Aumayr! Wir können in diesen Fragen sehr gut zusammenarbeiten, aber bitte nicht doppelbödig und doppelzüngig. Herr Molterer und Herr Schüssel wissen ganz genau: Wenn sie nicht konsequent den ökologischen Weg gehen, dann werden sie überfahren werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Haider: Was war der Inhalt? – Keine Solidarität für die Österreicher!)
Abg. Aumayr: Jetzt, in dieser Situation!
Jetzt am Nachmittag verlangen Sie eine Anfragebesprechung, die dem diametral entgegensteht. Das, was Sie, Frau Abgeordnete, hier vorgeschlagen haben – das ist nicht sophistisch –, war ein Importstopp aus Osteuropa. (Abg. Aumayr: Jetzt, in dieser Situation!) Das ist haargenau das Gegenteil der Integration, von der am Vormittag der freiheitliche Parteiobmann gesprochen hat. Das ist nicht ernst. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt am Nachmittag verlangen Sie eine Anfragebesprechung, die dem diametral entgegensteht. Das, was Sie, Frau Abgeordnete, hier vorgeschlagen haben – das ist nicht sophistisch –, war ein Importstopp aus Osteuropa. (Abg. Aumayr: Jetzt, in dieser Situation!) Das ist haargenau das Gegenteil der Integration, von der am Vormittag der freiheitliche Parteiobmann gesprochen hat. Das ist nicht ernst. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr.
Sie beklagen wortreich die Verunsicherung der Konsumenten. (Weitere Zwischenrufe der Abg. Aumayr. ) Frau Abgeordnete! Ich habe Stimmprobleme. Seien Sie so höflich und hören Sie mir zu, ich habe auch zugehört.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie haben am Vormittag völlig zu Recht in anderem Zusammenhang die Verunsicherung der Konsumenten kritisiert. Was geschieht hier? Es geht, bitte, nicht um Schlachttiere, obwohl Sie genau diesen Eindruck hier zu erwecken versucht haben. Diese 500 000 Rinder, die aus Osteuropa in die EU kommen, sind keine Schlachttiere. Das sind Masttiere. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, daß die jetzt dem österreichischen Konsumenten vorgelegt werden. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Hören Sie zu!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Verehrte Damen und Herren von der freiheitlichen Opposition! Ich verstehe nicht ganz, warum die Tatsache, daß sich die freiheitliche Bewegung jetzt schon darüber aufregt, was die Italiener im Rahmen der EU kaufen dürfen, eine besondere Dringlichkeit mitten in der Budgetdebatte haben soll. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich darf nur ganz kurz daran erinnern, daß es freiheitliche Funktionäre gewesen sind, die vor den Wahlen den Bauern gesagt haben: Beteiligt euch nicht daran, das Geld kommt sowieso nie. Jetzt haben euch wirklich einige Bauern geglaubt, und jetzt wundern sich die Bauern – es gibt ja Zahlungsverpflichtungen, die nicht unbegrenzt nach oben offen sind, obwohl dankenswerterweise bekanntlich der Nationalrat die Mittel dafür sogar aufgestockt hat, es war ein sehr umstrittenes Thema im Herbst –, daß plötzlich ein Problem entstanden ist. Das Problem haben Sie erzeugt und niemand anderer, ganz sicher aber nicht Willi Molterer, der mit Zähnen und Klauen für eben dieses Umweltprogramm gekämpft hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Noch einmal: Sie kommen hier mit einer Forderung, was Ostimporte von Kälbern und Rindfleisch betrifft, die stante pede von den Ostländern, vor allem von Polen, direkt nach Italien gehen, und würden Gegenmaßnahmen riskieren, die de facto 74 Milliarden Schilling an österreichischen Exporten gefährden. Also da muß ich wirklich sagen, die Arbeitsplätze sind bei Ihnen ganz sicher schlechter aufgehoben als bei allen anderen Fraktionen dieses Hauses. Die kämen nie auf eine solche Idee. (Beifall bei der ÖVP.)
Langanhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Bitte seien Sie mir nicht böse: Wenn das eine Besprechung einer Anfrage zu diesem ungewöhnlichen Zeitpunkt rechtfertigt, dann, muß ich sagen, haben Sie wirklich das Thema verfehlt. (Langanhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Schwimmer: Wertung, keine Behauptung!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der Herr Vizekanzler hat behauptet, die FPÖ hätte die Besprechung der zur Debatte stehenden Anfragebeantwortung auch zu einem anderen Zeitpunkt durchführen können, und hat jetzt auch in seinem Schlußsatz wieder von der Unzeit gesprochen. (Abg. Dr. Schwimmer: Wertung, keine Behauptung!)
Anhaltende Zwischenrufe.
Diese Behauptung ist unrichtig. Das ist keine Wertung. Ich berichtige: Nach der Geschäftsordnung ist die Debatte ... (Anhaltende Zwischenrufe.)
Weitere Zwischenrufe.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Ich bitte, darauf hinweisen zu dürfen: Ich kann nicht beurteilen, worum es sich handelt, wenn ich es nicht höre. Wenn der Geräuschpegel im Saal so hoch ist, höre ich es nicht. (Weitere Zwischenrufe.) Ja, aber ich weiß es noch nicht, weil erstens
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Der klassische Mißbrauch! Das ist lächerlich so etwas!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Diese Behauptung ist falsch. Als einer der Antragsteller für die Behandlung dieser Anfragebeantwortung weise ich darauf hin, daß uns die Geschäftsordnung zwingt, diese Anfragebeantwortung jetzt hier zu debattieren und nicht erst zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt, zumal der Herr Präsident ebenfalls aufgrund der Geschäftsordnung die Debatte über diese Anfragebeantwortung auf 16 Uhr festgelegt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Der klassische Mißbrauch! Das ist lächerlich so etwas!)
Abg. Dr. Haider: Ein eleganter Präsident!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir eine Feststellung: Meiner Meinung nach war das eine tatsächliche Berichtigung. Ich verkenne aber nicht, daß die Grenze hin zu einer Meldung zur Geschäftsordnung fließend war. (Abg. Dr. Haider: Ein eleganter Präsident!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn Sie, Herr Vizekanzler, nach Ihrer Wortmeldung langanhaltenden Applaus auch von den Bauernvertretern dafür geerntet haben, daß Sie das Thema Rinderwahnsinn angeschnitten und gemeint haben, daß dieses Thema in Österreich überhaupt nicht aktuell sei, daß jene, die sich mit diesem Thema befassen, die Verunsicherer der Nation wären, dann stelle ich mir wirklich die Frage, ob britisches Rindfleisch nur die Leibspeise des EU-Kommissärs Fischler ist und nicht des gesamten ÖVP-Klubs. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Das ist ein kompletter Unsinn!
Herr Vizekanzler! Wenn 500 000 Rinder aus Osteuropa nach Österreich gebracht, also importiert werden (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Das ist ein kompletter Unsinn!), in die EU gebracht werden, habe ich gesagt, dann fragen Sie die Bauern. Ich habe täglich in meiner Ordination mit Bauern zu tun, mit Bauern, die nichts dafür können, daß die Rindfleischpreise in den Keller sinken, mit Bauern, die nichts dafür können, daß sie jetzt die Absatzmärkte verloren haben, Bauern, die überhaupt kein Verschulden an der ganzen Rinderwahnsinnkatastrophe tragen, müssen jetzt dafür zahlen. So hat mir gestern in der Ordination ein Bauer erzählt, es sei eine Schweinerei, wenn die Rinder mit Tiermehl gefüttert werden. Im Gegenzug sollten die Verantwortlichen in Brüssel und auch in Österreich mit Heu gefüttert werden, damit sich das ausgleicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Vizekanzler! Wenn 500 000 Rinder aus Osteuropa nach Österreich gebracht, also importiert werden (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt ja nicht! – Abg. Schwarzenberger: Das ist ein kompletter Unsinn!), in die EU gebracht werden, habe ich gesagt, dann fragen Sie die Bauern. Ich habe täglich in meiner Ordination mit Bauern zu tun, mit Bauern, die nichts dafür können, daß die Rindfleischpreise in den Keller sinken, mit Bauern, die nichts dafür können, daß sie jetzt die Absatzmärkte verloren haben, Bauern, die überhaupt kein Verschulden an der ganzen Rinderwahnsinnkatastrophe tragen, müssen jetzt dafür zahlen. So hat mir gestern in der Ordination ein Bauer erzählt, es sei eine Schweinerei, wenn die Rinder mit Tiermehl gefüttert werden. Im Gegenzug sollten die Verantwortlichen in Brüssel und auch in Österreich mit Heu gefüttert werden, damit sich das ausgleicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Innviertel ist eine Gegend, in der sehr viele Rinderbauern leben. Auch Kollege Freund aus Lambrechten ist ein Rinderbauer, und er kennt die Sorgen. Darum wundere ich mich ja, daß er dem Vizekanzler so applaudiert, wenn er zu den Verharmlosern gehört, und zwar zu Verharmlosern wie der britischen Regierung – diese verharmlost schon seit zehn Jahren –, der EU-Kommission – diese verharmlost ebenfalls schon seit zehn Jahren –, der WHO und, was den Rinderwahnsinn und die Creutzfeldt-Jakobsche Krankheit anbelangt, auch dem Gesundheitsministerium und der österreichischen Gesundheitspolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten bäuerlichen Vertreter! Wenn damals meine Forderung, die übrigens jetzt auch Landwirtschaftsminister Molterer vertritt, nämlich nach einem totalen Importstopp, durchgezogen worden wäre, dann hätten wir jetzt mit Garantie und auch glaubhaft vor dem übrigen europäischen Ausland ein sauberes Produkt in Österreich, und wir könnten den Europäern glaubhaft versichern: Unser Produkt ist sauber. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da könnt ihr etwas Gutes kaufen. Das ist der Feinkostladen, den Fischler fordert. Man würde uns unsere Produkte zu Höchstpreisen abkaufen.
Abg. Haigermoser: Wann war das?
Die EU-Kommission hat dann am 28. März 1994 – um wieder in der Chronologie fortzufahren – die Forderungen Deutschlands – da muß ich vorweg sagen, daß Deutschland schon unter dem sehr verantwortungsvollen Gesundheitsminister Seehofer gefordert hat, daß wirklich restriktive, rigorose und kontrollierbare Maßnahmen gegen die Seuche Rinderwahnsinn ergriffen werden – zurückgewiesen. Sie wurden vom Tisch gewischt, und man hat in der EU-Kommission gesagt, weiter reichende Maßnahmen im Kampf gegen die BSE seien überhaupt nicht notwendig. Noch im März 1994 hat man das gesagt. Am 17. Februar 1995 sagte der EU-Kommissär Marcelino Oreja, die Besorgnisse über Rindfleischimporte aus Großbritannien seien völlig unberechtigt. (Abg. Haigermoser: Wann war das?) Am 17. Februar 1995.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Am 17. August 1995 sind die ersten Daten in Österreich über die Statistik der Creutzfeldt-Jakobschen Krankheit veröffentlicht worden. Da hat man festgestellt, daß in den Jahren 1969 bis 1984 0,15 Krankheitsfälle pro Million Einwohner in Österreich registriert wurden, zehn Jahre darauf bereits 400 Prozent mehr und im Jahr 1995 bereits 800 Prozent mehr. Dieser deutliche Anstieg ist signifikant und steht in direktem Zusammenhang mit der Möglichkeit der Übertragbarkeit vom Tier auf den Menschen. Wenn Sie das heute noch nicht einsehen wollen, wenn Sie es erst in fünf oder zehn Jahren einsehen, dann wird es zu spät sein, meine sehr verehrten Damen und Herren. Wir müssen schon jetzt Schritte dagegen unternehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Als im Oktober vergangenen Jahres in Großbritannien wieder ein Rinderbauer erkrankt ist, sollte das von der britischen Regierung vertuscht werden. Der "Daily Mail" hat ein Fax aufgefangen oder zugespielt bekommen, und es hat sich herausgestellt, daß die Forscher des Regierungsausschusses, die draufgekommen sind, daß wieder ein Rinderbauer an dieser Creutzfeldt-Jakobschen Krankheit erkrankt ist, ein Fax irrtümlich an die falsche Adresse geschickt haben. Nur dadurch ist das an die Öffentlichkeit gekommen. Es ist dann auch von Regierungssprechern, weil sie nicht mehr anders konnten, bestätigt worden. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Genauso macht es die EU, genauso macht es jetzt auch schon die WHO und beschwichtigt, und wir bekommen immer mehr möglicherweise infizierte Rinder auf den österreichischen Markt. Wer weiß – das hat Kollege Wabl schon gesagt –, ob nicht die Rinder über Osteuropa auf dubiosen Umwegen von Großbritannien mit anderem Stempel nach Österreich kommen. Niemand kann mir erzählen – auch nicht die Bundesministerin Krammer –, es komme kein britisches Rindfleisch nach Österreich. Das kann die Bundesministerin Krammer höchstens ihrer Großmutter erzählen, in Österreich wird ihr das sicher niemand mehr glauben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man in Europa eine solche Umfrage machen würde, wären wahrscheinlich drei von vier Europäern der Meinung, daß die Europäische Kommission vertuscht. 40 von 40 freiheitlichen Abgeordneten sind der Meinung, daß auch die österreichische Bundesregierung zu verharmlosen und zu vertuschen versucht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei den Freiheitlichen: Das hat er korrigiert!
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Abgeordneter Pumberger hat zu Beginn seiner Rede hier die Behauptung aufgestellt, es wären 1995 500 000 Rinder aus osteuropäischen Ländern nach Österreich importiert worden. Das ist falsch! (Rufe bei den Freiheitlichen: Das hat er korrigiert!) Im Jahr 1995 sind laut offizieller Einfuhrstatistik 3 681 Stück Rinder aus osteuropäischen Ländern gekommen, davon 3 383 Kälber aus Polen und 163 Kälber aus Slowenien, und nur wenige Stück, über 80 Kilogramm, sind im vergangenen Jahr nach Österreich importiert worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Georg Schwarzenberger (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Abgeordneter Pumberger hat zu Beginn seiner Rede hier die Behauptung aufgestellt, es wären 1995 500 000 Rinder aus osteuropäischen Ländern nach Österreich importiert worden. Das ist falsch! (Rufe bei den Freiheitlichen: Das hat er korrigiert!) Im Jahr 1995 sind laut offizieller Einfuhrstatistik 3 681 Stück Rinder aus osteuropäischen Ländern gekommen, davon 3 383 Kälber aus Polen und 163 Kälber aus Slowenien, und nur wenige Stück, über 80 Kilogramm, sind im vergangenen Jahr nach Österreich importiert worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haider: Er ist persönlich betroffen, weil es gar nicht gesagt worden ist!
Das ist der gleiche Fall, warum ich kürzlich einem Abgeordneten der SPÖ nicht das Wort zu einer persönlichen Erwiderung erteilt habe. Auch der Abgeordnete Pumberger ist nicht persönlich angesprochen worden. Es ist nur seine Behauptung referiert worden, und dann ist die Gegendarstellung gebracht worden. So vorzugehen, ist ständige Praxis von allen drei Vorsitzenden. (Abg. Dr. Haider: Er ist persönlich betroffen, weil es gar nicht gesagt worden ist!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte zum Thema zurückkommen und von der Geschäftsordnungsdebatte ablenken. – Die freiheitliche Fraktion versucht, mit der Vermischung der laufenden Unterstützung für die ost- und mitteleuropäischen Staaten zu deren wirtschaftlicher Verbesserung und mit den BSE-Rindern aus Großbritannien Kleingeld zu schlagen. Ich meine, da wird Energie verwendet, Energie, die konstruktiv eingesetzt werden könnte, um in destruktiver Weise hier im Hohen Haus Budgetdebatten zu unterbrechen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Er hat eine andere Zahl genannt!
Relativieren wir, worüber wir hier sprechen. 1994 wurden 6 900 lebende Rinder aus den Oststaaten und aus mitteleuropäischen Staaten nach Österreich importiert. 1995 – das hat Kollege Schwarzenberger vorhin schon gesagt – waren es 3 600. Das ergibt ein Minus von 3 300 Stück. (Abg. Haigermoser: Er hat eine andere Zahl genannt!) Du muß besser aufpassen. Das heißt, es wird versucht, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, um gegen 16 Uhr hier medienwirksam auftreten zu können (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ), aus einem Kalb ein Rind zu machen. – Danke. (Abg. Haigermoser: Das ist richtig, Schwemlein, das wird bei dir nicht mehr gelingen!)
Zwischenruf des Abg. Schwemlein
Relativieren wir, worüber wir hier sprechen. 1994 wurden 6 900 lebende Rinder aus den Oststaaten und aus mitteleuropäischen Staaten nach Österreich importiert. 1995 – das hat Kollege Schwarzenberger vorhin schon gesagt – waren es 3 600. Das ergibt ein Minus von 3 300 Stück. (Abg. Haigermoser: Er hat eine andere Zahl genannt!) Du muß besser aufpassen. Das heißt, es wird versucht, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, um gegen 16 Uhr hier medienwirksam auftreten zu können (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ), aus einem Kalb ein Rind zu machen. – Danke. (Abg. Haigermoser: Das ist richtig, Schwemlein, das wird bei dir nicht mehr gelingen!)
Abg. Haigermoser: Das ist richtig, Schwemlein, das wird bei dir nicht mehr gelingen!
Relativieren wir, worüber wir hier sprechen. 1994 wurden 6 900 lebende Rinder aus den Oststaaten und aus mitteleuropäischen Staaten nach Österreich importiert. 1995 – das hat Kollege Schwarzenberger vorhin schon gesagt – waren es 3 600. Das ergibt ein Minus von 3 300 Stück. (Abg. Haigermoser: Er hat eine andere Zahl genannt!) Du muß besser aufpassen. Das heißt, es wird versucht, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, um gegen 16 Uhr hier medienwirksam auftreten zu können (Zwischenruf des Abg. Schwemlein ), aus einem Kalb ein Rind zu machen. – Danke. (Abg. Haigermoser: Das ist richtig, Schwemlein, das wird bei dir nicht mehr gelingen!)
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Noch ein Punkt. In der europäischen Politik kann Österreich als Nettozahler meiner Meinung nach durchaus auch eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine Vorreiterrolle im Bereich der biologischen Landwirtschaft haben wir schon in der Europäischen Union mit unseren 10 Prozent am Gesamtanteil. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Es sind noch zuwenig, aber wir sind trotzdem Vorreiter, Herr Kollege Wabl. – Laßt uns einen weiteren Schritt als Vorreiter tun in der Europäischen Gemeinschaft, indem wir die Gemeinsame Agrarpolitik verändern und Maßnahmen treffen, die zur Bekämpfung des heute auch schon angesprochenen und durchaus möglichen Betruges innerhalb der Europäischen Gemeinschaft mit Förderungsmitteln und auch mit Importen und Exporten eingesetzt werden. Wir Österreicher mit unserer hochqualitativen Produktion können durchaus diese Vorreiterrolle übernehmen. Man wird sie annehmen, und wenn wir gemeinsam dafür eintreten, werden wir sie auch durchsetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Noch ein Punkt. In der europäischen Politik kann Österreich als Nettozahler meiner Meinung nach durchaus auch eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine Vorreiterrolle im Bereich der biologischen Landwirtschaft haben wir schon in der Europäischen Union mit unseren 10 Prozent am Gesamtanteil. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Es sind noch zuwenig, aber wir sind trotzdem Vorreiter, Herr Kollege Wabl. – Laßt uns einen weiteren Schritt als Vorreiter tun in der Europäischen Gemeinschaft, indem wir die Gemeinsame Agrarpolitik verändern und Maßnahmen treffen, die zur Bekämpfung des heute auch schon angesprochenen und durchaus möglichen Betruges innerhalb der Europäischen Gemeinschaft mit Förderungsmitteln und auch mit Importen und Exporten eingesetzt werden. Wir Österreicher mit unserer hochqualitativen Produktion können durchaus diese Vorreiterrolle übernehmen. Man wird sie annehmen, und wenn wir gemeinsam dafür eintreten, werden wir sie auch durchsetzen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Besprechung dieser Anfragebeantwortung haben wir aus einem ganz bestimmten Grund verlangt: Die Rindermärkte brechen zusammen, die Futtervorräte gehen zu Ende. Herr Gartlehner! Sie sind nicht betroffen. Sie können auch nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man einen Stall voll Vieh hat und nicht mehr weiß, wie man die Tiere füttern soll, weil sie mittlerweile unverkäuflich geworden sind. Ich bin betroffen und entsetzt, mit welcher Kälte, mit welcher Herzlosigkeit, mit welcher Oberflächlichkeit über das Schicksal Tausender Bauern in Österreich hier in diesem Haus diskutiert wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Die Bauern wissen, daß die FPÖ keine Vertretung für sie ist!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Da stellt sich der Agrarsprecher der Österreichischen Volkspartei, der 90 Prozent der österreichischen Bauern hier vertritt, her und verteidigt Importe aus dem Osten. (Abg. Schwarzenberger: Die Bauern wissen, daß die FPÖ keine Vertretung für sie ist!) Es geht nicht um ein paar Rinder oder um ein paar Kälber, die importiert werden, sondern es geht um Fleisch, es geht um Verarbeitungsprodukte. Ihnen dürfte entgangen sein, daß vor 14 Tagen 80 Tonnen Fleisch der rumänischen Fleischmafia in Salzburg sichergestellt worden sind, wo Sie zu Hause sind. Ja werden Sie endlich munter und kapieren Sie, worum es hier geht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Da stellt sich der Agrarsprecher der Österreichischen Volkspartei, der 90 Prozent der österreichischen Bauern hier vertritt, her und verteidigt Importe aus dem Osten. (Abg. Schwarzenberger: Die Bauern wissen, daß die FPÖ keine Vertretung für sie ist!) Es geht nicht um ein paar Rinder oder um ein paar Kälber, die importiert werden, sondern es geht um Fleisch, es geht um Verarbeitungsprodukte. Ihnen dürfte entgangen sein, daß vor 14 Tagen 80 Tonnen Fleisch der rumänischen Fleischmafia in Salzburg sichergestellt worden sind, wo Sie zu Hause sind. Ja werden Sie endlich munter und kapieren Sie, worum es hier geht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Die Bauern protestieren gegen die FPÖ! Die FPÖ macht die Konsumenten unsicher, damit sie kein Rindfleisch mehr kaufen!
Da kommt der ÖVP-Kommissar von Brüssel in die Tiroler Bergwelt und macht Werbung für englisches Rindfleisch, obwohl er noch vor kurzem den Feinkostladen Österreich propagiert hat. Ja was sollen sich denn die Bauern, die verzweifelt vor dieser schwierigen Situation stehen, vor einer existenzbedrohenden Situation in Österreich, ja was sollen denn diese Menschen von Ihrer Agrarvertretung, von Ihren Bauernvertretern, von Ihrer Agrarpolitik noch halten?! Das ist ja Bauernverrat, den Sie da begehen, aber keine Vertretung. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Die Bauern protestieren gegen die FPÖ! Die FPÖ macht die Konsumenten unsicher, damit sie kein Rindfleisch mehr kaufen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vor dem Hintergrund dieser Schicksale haben wir heute mit der Besprechung dieser Anfragebeantwortung dieses Thema einmal aktualisiert. Wir wollen darauf aufmerksam machen, daß es nicht nur darum geht, mit den englischen Bauern Solidarität zu üben, ihnen zu helfen, sondern auch darum, den österreichischen Bauern in dieser schwierigen Situation zu helfen. Wir als Nettozahler in der EU haben auch das Recht, von den EU-Kassen Geld zu verlangen, um den Bauern über diese schwierige Situation hinwegzuhelfen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Sie haben auch in Straßburg und in Brüssel immer das Gegenteil gesagt als heute!
Was mich besonders schockiert, ist, daß unsere eigene Berufsvertretung, die Landwirtschaftskammern, zu diesem Thema schweigt. In Deutschland, so lese ich – wahrscheinlich lesen Sie das auch in den europäischen Fachzeitschriften –, wird bereits über ein Verbot von Importen aus Drittländern in die EU diskutiert, werden schärfste Kontrollen gemacht, weil natürlich nicht abzuleugnen ist, daß die dortige Hygienesituation nicht den westlichen Standards entspricht. Aber obwohl nachweislich verdorbenes Fleisch die österreichischen Grenzen passiert, schlafen die Behörden, schlafen die Landwirtschaftskammern und lassen die Bauern über die Klinge springen. Bei diesem Spiel, Herr Schwarzenberger, werde ich, solange ich Bauer bin, solange ich hier die bäuerlichen Interessen vertreten kann, nicht mitspielen und mit mir auch die gesamte freiheitliche Fraktion nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Sie haben auch in Straßburg und in Brüssel immer das Gegenteil gesagt als heute!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Darum fordern wir in der derzeitigen Situation restriktive Maßnahmen. Ein Verlangen von uns Freiheitlichen betrifft ein Importverbot dieser Tiere, da, wie gesagt, in der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Situation unsere heimischen Bauern massiv unter Druck kommen. Wir verlangen einen Ausgleich für den von unseren Bauern erlittenen Schaden, denn unsere Bauern können wirklich nichts dafür, daß sie so sehr die Leidtragenden sind, obwohl sie nach bestem Wissen und Gewissen hochwertige Qualität produziert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister! Ihre heutige Stellungnahme zum Katastrophenfall Rinderwahn hat mich an Ihre Rede vor dem EU-Beitritt zum Thema Semperit-Werke erinnert: viel Blabla und viele Unwahrheiten, wie sich heute herausgestellt hat. Sie haben damals behauptet, mit Japan hätten Sie alles ausgemacht, alles sei unter Dach und Fach. In Wirklichkeit stehen wir heute vor der Situation, daß die Semperit-Werke wahrscheinlich nach Tschechien verlegt werden müssen. Herr Minister, ich sage Ihnen eines im Guten: Ersparen Sie dem Parlament in Zukunft solche Auftritte zum Schaden der österreichischen Wirtschaft! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Welcher Marktbericht der Landwirtschaftskammern?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Laut Marktbericht der Landwirtschaftskammern drückt die Diskussion über den Rinderwahn den Rindfleischabsatz und die Erzeugerpreise katastrophal. (Abg. Schwarzenberger: Welcher Marktbericht der Landwirtschaftskammern?) Das ist ein Marktbericht der Landwirtschaftskammern. Ich habe ihn hier am Rednerpult nicht mit, aber er liegt oben auf meinem Platz.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Vizekanzler Dr. Schüssel: Wo steht das eigentlich? Wo habe ich das verlangt?
Herr Minister! In einer solchen Situation Solidarität mit Englands Rinderbaronen zu fordern, jedoch auf die österreichischen Bauern zu vergessen, das ist für einen österreichischen Minister beschämend und für Österreichs Bauern eine Zumutung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Vizekanzler Dr. Schüssel: Wo steht das eigentlich? Wo habe ich das verlangt?) Sie haben gemeinsam mit Herrn Kommissär Fischler, der ebenfalls der ÖVP angehört, Solidarität gefordert. Fischler will die Konsumenten mehr oder weniger täuschen und verlangt ohne Gewis
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich fordere Sie auf, schnellstens einen Importstopp für Rinder aus den Reformstaaten zu verfügen. Herr Minister! Ich fordere Sie weiters auf, dafür Sorge zu tragen, daß Gütesiegel, wie jenes der Wirtschaftskammer, Ihrer Kammer, nicht die Konsumenten im Bereich der Lebensmittel täuschen. Das möchte ich hier eindeutig festhalten! Denn wenn es heute genügt, daß 52 Prozent des Inhalts von Österreich kommen muß, der Rest jedoch von irgendwoher kommen kann, dann ist das eine glatte Konsumententäuschung. So etwas lassen sich die Konsumenten beziehungsweise lasse speziell ich mir nicht gefallen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kaiser.
Außerdem möchte ich eines verlangen, weil es in dieser Debatte immer um die Wurst geht, die 75 Prozent Bestandteile aus dem Inland enthält und 25 Prozent Bestandteile aus dem Ausland enthalten darf: Der Inhalt muß zu 100 Prozent aus Österreich stammen, ausgenommen einiger Gewürze, die wir hier in Österreich nicht produzieren können! Und damit hat sich der ganze Fall. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kaiser. ) Ja, ich weiß, Kollege Kaiser; zu dir komme ich später noch.
Abg. Schwarzenberger: Ein Großteil der Viehhändler sind Freiheitliche!
Herr Minister! Ich fordere Sie weiters auf, dafür Sorge zu tragen, daß die Interessenvertretungen der österreichischen Bauern sich endlich um die Anliegen der österreichischen Bauern kümmern und nicht um Anliegen von irgendwelchen Lobbies, speziell irgendeiner Fleischmafia. Das darf nicht Sorge der Interessenvertretung, nicht Sorge der österreichischen Bauernkammer sein! (Abg. Schwarzenberger: Ein Großteil der Viehhändler sind Freiheitliche!) – Herr Kollege Schwarzenberger! Es interessiert mich nicht, ob das Freiheitliche oder andere sind. Hier geht es um eine Katastrophe für die Konsumenten und für die Bauern und nicht um irgendeinen Schlachtviehhändler. Das möchte ich Ihnen schon sehr klar sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Weil Sie die Katastrophe herbeireden!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Weil Sie die Katastrophe herbeireden!
Herr Minister! Ich fordere Sie weiters auf, dafür Sorge zu tragen, daß die Interessenvertretungen der österreichischen Bauern sich endlich um die Anliegen der österreichischen Bauern kümmern und nicht um Anliegen von irgendwelchen Lobbies, speziell irgendeiner Fleischmafia. Das darf nicht Sorge der Interessenvertretung, nicht Sorge der österreichischen Bauernkammer sein! (Abg. Schwarzenberger: Ein Großteil der Viehhändler sind Freiheitliche!) – Herr Kollege Schwarzenberger! Es interessiert mich nicht, ob das Freiheitliche oder andere sind. Hier geht es um eine Katastrophe für die Konsumenten und für die Bauern und nicht um irgendeinen Schlachtviehhändler. Das möchte ich Ihnen schon sehr klar sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Weil Sie die Katastrophe herbeireden!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Wenn ich weiter verfolge – ich habe das hier schriftlich, das ist wieder aus einer Anfragebeantwortung von Ihnen, und zwar vom 27. März 1996 –, daß die österreichischen Interessenvertretungen, auch jene der Bauern, ihre hundertprozentige Zustimmung zu dieser Importaufstockung von Rindern aus den ehemaligen Reformstaaten gegeben haben, dann muß ich sagen: Diese Interessenvertretung haben die Bauern nicht verdient, die gehört abgeschafft und die Zwangsmitgliedschaft ebenso! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Darum wählen die Bauern den Bauernbund! Weil sie von der FPÖ nichts halten, die nur kritisiert und nichts macht!
Meine Herrschaften! Wenn heute im Hauptausschuß ein Vertreter der Arbeiterkammer sitzt, der innerhalb dieser Arbeiterkammer laut seinen eigenen Aussagen den Konsumentenschutz über hat, und Sie diesen Mann auffordern, die Interessen der Konsumenten faktisch zu verraten und sich an Ihre wahnsinnige Agrarpolitik anzuklammern, dann ist das wirklich eine Zumutung. So kann es nicht weitergehen in diesem Staat! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Darum wählen die Bauern den Bauernbund! Weil sie von der FPÖ nichts halten, die nur kritisiert und nichts macht!) Ich weiß schon, meine Damen und Herren von der ÖVP ... (Abg. Schwarzenberger: Eine FPÖ, die nur kritisiert, ohne eigene Konzepte vorzulegen! – In der Steiermark haben Sie bei den Landwirtschaftskammerwahlen nicht einen einzigen Sitz bekommen!)
Abg. Schwarzenberger: Eine FPÖ, die nur kritisiert, ohne eigene Konzepte vorzulegen! – In der Steiermark haben Sie bei den Landwirtschaftskammerwahlen nicht einen einzigen Sitz bekommen!
Meine Herrschaften! Wenn heute im Hauptausschuß ein Vertreter der Arbeiterkammer sitzt, der innerhalb dieser Arbeiterkammer laut seinen eigenen Aussagen den Konsumentenschutz über hat, und Sie diesen Mann auffordern, die Interessen der Konsumenten faktisch zu verraten und sich an Ihre wahnsinnige Agrarpolitik anzuklammern, dann ist das wirklich eine Zumutung. So kann es nicht weitergehen in diesem Staat! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Darum wählen die Bauern den Bauernbund! Weil sie von der FPÖ nichts halten, die nur kritisiert und nichts macht!) Ich weiß schon, meine Damen und Herren von der ÖVP ... (Abg. Schwarzenberger: Eine FPÖ, die nur kritisiert, ohne eigene Konzepte vorzulegen! – In der Steiermark haben Sie bei den Landwirtschaftskammerwahlen nicht einen einzigen Sitz bekommen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das wollen Sie heute den Konsumenten verkaufen oder sollen einige Leute den Konsumenten verkaufen, obwohl es nicht stimmt. Das kann man den Konsumenten gegenüber nicht machen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Ich fordere Sie daher auf, endlich zu handeln. Fordern Sie die Bundesregierung auf, den Schaden, den Österreichs Bauern durch eine – im wahrsten Sinne des Wortes – wahnsinnige EU-Agrarpolitik erlitten haben, wiedergutzumachen. Entschädigen Sie die Bauern, üben Sie Solidarität mit den österreichischen Bauern, und wenn diese österreichischen Bauern Ihre Solidarität genossen haben, dann können wir uns um die Engländer kümmern. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Aufzudecken gilt, daß wir Freiheitliche Ihnen vor mehr als einem Jahr gesagt haben, es sollte einen generellen Importstopp für dieses Rindfleisch aus Großbritannien geben. Sie haben nicht darauf gehört, Sie haben uns lächerlich gemacht. Und heute sind Sie diejenigen, die sagen: Nur möglichst rasch einen Importstopp verfügen, damit die heimische Landwirtschaft geschützt wird! – Das ist doch die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich darf Sie daran erinnern, daß das für mehrere Dinge gilt: Als es im Herbst den Koalitionsbruch gegeben hat, hat der Herr Landwirtschaftsminister vergessen gehabt, die ÖPUL-Förderung und die Richtlinien rechtzeitig parlamentarisch zu erledigen, es wurde dieses Geld für die Bauern nicht bereitgestellt. Da war es plötzlich notwendig, daß die Freiheitlichen mitwirken, obwohl wir Sie Monate vorher darauf aufmerksam gemacht haben: Holen Sie das Geld in Brüssel ab! Erlassen Sie rechtzeitig die Richtlinien! – Damals hat es geheißen: Panikmache der Freiheitlichen! Wir haben alles im Griff, wir machen das schon. Hätten Sie als ÖVP mit den Freiheitlichen keine Mehrheit bilden können, die Bauern hätten durch die Finger geschaut, sie hätten keinen Schilling bekommen. – Dies nur, um Sie daran zu erinnern, wie die Dinge wirklich ausschauen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger ist im Begriff, den Saal zu verlassen.
Oder: Panikmache der Freiheitlichen im Zuge der Europadiskussion vor dem 12. Juni 1994. Die Freiheitlichen sagen, das Wasser ist gefährdet. Die EU kann möglicherweise mit Beschlüssen auch unsere Trinkwasserreserven anzapfen und in südliche Gefilde umleiten. Panikmache, hat es geheißen. (Abg. Schwarzenberger ist im Begriff, den Saal zu verlassen.) Herr Kollege Schwarzenberger! Bleiben Sie nur da, wenn wir von Panikmache reden, damit Sie das nächste Mal wissen, daß Sie uns das nicht mehr vorzuwerfen haben. Bleiben Sie hier!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Vor 14 Tagen sagte Ihr eigener Landwirtschaftsminister Molterer, es bestehe die Gefahr, daß unser Trinkwasser abhanden komme, wir hätten daher Schutzmaßnahmen zu ergreifen. – Also, wer hat jetzt Panik gemacht? Rechtzeitig waren wir Freiheitlichen dran! Rechtzeitig haben wir die österreichischen Interessen vertreten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Sie haben vor zwei Jahren auch schon die Schildlausinvasion vorausgesagt!
Gleiches gilt natürlich auch für die ganzen Importverbotgeschichten, und gleiches gilt – das kann ich Ihnen heute schon sagen – für die Änderung des Versandverfahren. Lesen Sie deutsche Kommentare in den Fachzeitschriften! Die Zollbehörden sagen, wenn das EU-Versandverfahren Platz greift, dann werden wir keine Kontrolle über die Ostimporte von Waren mehr haben, denn dann dürfen die Zöllner in Deutschland, in Österreich, in Italien die Ware nicht mehr kontrollieren, es wird beim Versand zu Hause in Osteuropa die Ware beurteilt und versiegelt – und dann geht es über die Grenze. Wie können Sie noch kontrollieren, ob die Qualität tatsächlich jene ist, die dann auf den Frachtpapieren draufsteht? Warum dürfen deutsche Zöllner darauf hinweisen? Warum wird uns hier der Vorwurf der Panikmache gemacht, wenn wir die Themen, die wichtig sind und bezüglich derer es rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen gilt, aufzeigen und darstellen? (Abg. Schwarzenberger: Sie haben vor zwei Jahren auch schon die Schildlausinvasion vorausgesagt!) Herr Kollege, ganz richtig! Und was haben wir heute? Wir haben über die Schildlaus diskutiert, und heute haben wir eine ausgewachsene Genmanipulationsdiskussion bei den Lebensmitteln. Selbstverständlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gleiches gilt natürlich auch für die ganzen Importverbotgeschichten, und gleiches gilt – das kann ich Ihnen heute schon sagen – für die Änderung des Versandverfahren. Lesen Sie deutsche Kommentare in den Fachzeitschriften! Die Zollbehörden sagen, wenn das EU-Versandverfahren Platz greift, dann werden wir keine Kontrolle über die Ostimporte von Waren mehr haben, denn dann dürfen die Zöllner in Deutschland, in Österreich, in Italien die Ware nicht mehr kontrollieren, es wird beim Versand zu Hause in Osteuropa die Ware beurteilt und versiegelt – und dann geht es über die Grenze. Wie können Sie noch kontrollieren, ob die Qualität tatsächlich jene ist, die dann auf den Frachtpapieren draufsteht? Warum dürfen deutsche Zöllner darauf hinweisen? Warum wird uns hier der Vorwurf der Panikmache gemacht, wenn wir die Themen, die wichtig sind und bezüglich derer es rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen gilt, aufzeigen und darstellen? (Abg. Schwarzenberger: Sie haben vor zwei Jahren auch schon die Schildlausinvasion vorausgesagt!) Herr Kollege, ganz richtig! Und was haben wir heute? Wir haben über die Schildlaus diskutiert, und heute haben wir eine ausgewachsene Genmanipulationsdiskussion bei den Lebensmitteln. Selbstverständlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Es steht aber auch drinnen, daß biologisch wirtschaftende Betriebe jederzeit einsteigen können!
Das heißt, es gibt keinen Einstiegsstopp für die österreichischen Bauern in das ÖPUL-Programm, aber Sie verordnen ihn als Kammern im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums. Sie vertreiben dieses Merkblatt, wo entgegen der EU-Richtlinie ein Einstiegsstopp für die österreichischen Bauern verfügt wird! – Herr Kollege Schwarzenberger, was sagen Sie denn jetzt dazu? Rechtswidrig, gegen eine EU-Verordnung verstoßend, verordnen Sie einen Einstiegsstopp und wissen ganz genau, daß Sie damit letztlich auch haftbar gemacht werden können. Soll ich Ihnen aus diesem Papier der Präsidentenkonferenz zitieren, Herr Kollege Schwarzenberger, damit Sie es auch wirklich akzeptieren? (Abg. Schwarzenberger: Es steht aber auch drinnen, daß biologisch wirtschaftende Betriebe jederzeit einsteigen können!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich!
Das heißt also, daß Sie den österreichischen Bauern etwas verordnen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja unglaublich!) Ja was sind Sie denn als Kammern? Sind Sie jetzt der Büttel einer Regierungspolitik, die kein Geld mehr hat – oder sind Sie die Vertreter der heimischen Landwirtschaft? Da werden Sie sich einmal entscheiden müssen. Das ist glatter Verrat an den Bauerninteressen, daß man im Interesse der Budgetknappheit den Bauern sagt: Ihr könnt nicht mehr in ein ÖPUL-Programm einsteigen!, das aber nach wie vor laut EU rechtlich gültig ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist genau die Masche, die wir immer kritisieren. Das ist genau die Masche, die Sie in Verruf bringen wird, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Schwarzenberger und Gegenrufe bei den Freiheitlichen.
Und Sie wissen ganz genau, daß diese Vorgangsweise rechtlich bedenklich ist, weil auch ein Haftungsproblem, Kollege Schwarzenberger... (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Schwarzenberger und Gegenrufe bei den Freiheitlichen.) Kollege Schwarzenberger, schenken Sie mir noch einmal Ihre geschätzte Aufmerksamkeit! Sie wissen, daß ein Haftungsproblem entsteht, weil es in diesem Schriftsatz der Präsidentenkonferenz heißt: Für den Bund ergibt sich damit eine scheinbare Erhöhung der Rechtssicherheit – wenn man die Bauern falsch informiert –, Rechtsstreitigkeiten in diesem Zusammenhang können nicht vermieden werden. Für die Antragsentgegennehmer könnte das Problem der Beweispflicht für die getätigte Aufklärungsarbeit betreffend den Einstiegsstopp gegeben sein. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Und Sie wissen ganz genau, daß diese Vorgangsweise rechtlich bedenklich ist, weil auch ein Haftungsproblem, Kollege Schwarzenberger... (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Schwarzenberger und Gegenrufe bei den Freiheitlichen.) Kollege Schwarzenberger, schenken Sie mir noch einmal Ihre geschätzte Aufmerksamkeit! Sie wissen, daß ein Haftungsproblem entsteht, weil es in diesem Schriftsatz der Präsidentenkonferenz heißt: Für den Bund ergibt sich damit eine scheinbare Erhöhung der Rechtssicherheit – wenn man die Bauern falsch informiert –, Rechtsstreitigkeiten in diesem Zusammenhang können nicht vermieden werden. Für die Antragsentgegennehmer könnte das Problem der Beweispflicht für die getätigte Aufklärungsarbeit betreffend den Einstiegsstopp gegeben sein. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Genau das ist die Doppelzüngigkeit Ihrer Agrarpolitik, die wir hier aufgezeigt haben und die wir hier aufzeigen wollen. Deshalb ist es notwendig, daß wir uns auch in Anfragebesprechungen damit auseinandersetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Sie haben erklärt, Sie würden die Hälfte reduzieren! In Ihrer "Pressestunde"!
Erinnern Sie sich, wie Sie uns heruntergemacht haben, als wir gesagt haben, es soll eine verfassungsmäßige Verankerung der leistungsgebundenen Prämien für die Landwirtschaft geben, damit der Bauer nicht Subventionsempfänger sein muß! Sie haben selbst gesagt (Abg. Schwarzenberger: Sie haben erklärt, Sie würden die Hälfte reduzieren! In Ihrer "Pressestunde"!) – ich weiß schon, worauf Sie wieder hinauswollen –, der Herr Kollege Fischler hat selbst gesagt – hier im Parlament –, er ist dafür, daß es eine verfassungsrechtliche Absicherung gibt. Und dann haben Sie sich wieder kleinkriegen lassen und haben wieder mit den Sozialisten gepackelt und sind wieder umgefallen! Es hat keine verfassungsrechtliche Absicherung gegeben, und der Bauer ist heute Subventionsempfänger und ist abhängig davon, ob Sie einen Einstiegsstopp verfügen oder nicht. (Abg. Schwarzenberger: Und Sie wollten die Subventionen um die Hälfte kürzen – laut "Pressestunde"!)
Abg. Schwarzenberger: Und Sie wollten die Subventionen um die Hälfte kürzen – laut "Pressestunde"!
Erinnern Sie sich, wie Sie uns heruntergemacht haben, als wir gesagt haben, es soll eine verfassungsmäßige Verankerung der leistungsgebundenen Prämien für die Landwirtschaft geben, damit der Bauer nicht Subventionsempfänger sein muß! Sie haben selbst gesagt (Abg. Schwarzenberger: Sie haben erklärt, Sie würden die Hälfte reduzieren! In Ihrer "Pressestunde"!) – ich weiß schon, worauf Sie wieder hinauswollen –, der Herr Kollege Fischler hat selbst gesagt – hier im Parlament –, er ist dafür, daß es eine verfassungsrechtliche Absicherung gibt. Und dann haben Sie sich wieder kleinkriegen lassen und haben wieder mit den Sozialisten gepackelt und sind wieder umgefallen! Es hat keine verfassungsrechtliche Absicherung gegeben, und der Bauer ist heute Subventionsempfänger und ist abhängig davon, ob Sie einen Einstiegsstopp verfügen oder nicht. (Abg. Schwarzenberger: Und Sie wollten die Subventionen um die Hälfte kürzen – laut "Pressestunde"!)
Abg. Dr. Maitz: Was ist das für eine Diktion?
Herr Kollege Schwarzenberger! Da können Sie halt nichts machen in der Frage. Der Bauer ist abhängig davon, ob Sie jetzt einen Einstiegsstopp verfügen oder nicht. Sie lügen die Leute an, sagen den Bauern, es gibt leider kein ÖPUL-Programm mehr, auch wenn die Richtlinien nach wie vor gültig sind. Und hier muß ich Ihnen sagen: Das ist die wirklich gefährliche Wende in der Agrarpolitik, daß man heute... (Abg. Dr. Maitz: Was ist das für eine Diktion?) – Na ja, bei Ihnen fällt mir noch etwas ganz anderes ein, aber Sie fallen unter das steirische Milderungsrecht, daher kommen Sie momentan nicht dran, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Schwarzenberger! Da können Sie halt nichts machen in der Frage. Der Bauer ist abhängig davon, ob Sie jetzt einen Einstiegsstopp verfügen oder nicht. Sie lügen die Leute an, sagen den Bauern, es gibt leider kein ÖPUL-Programm mehr, auch wenn die Richtlinien nach wie vor gültig sind. Und hier muß ich Ihnen sagen: Das ist die wirklich gefährliche Wende in der Agrarpolitik, daß man heute... (Abg. Dr. Maitz: Was ist das für eine Diktion?) – Na ja, bei Ihnen fällt mir noch etwas ganz anderes ein, aber Sie fallen unter das steirische Milderungsrecht, daher kommen Sie momentan nicht dran, Herr Kollege. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Alle gutinformierten Bauern sind voriges Jahr schon eingestiegen!
Meine Damen und Herren! Wir haben Ihnen aufgrund von Unterlagen der Präsidentenkonferenz etwas aufgezeigt, was die Geisteshaltung, wie hier Agrarpolitik gemacht wird, enthüllt, was beweist, daß man hier ganz anders redet, als tatsächlich gehandelt wird. (Abg. Schwarzenberger: Alle gutinformierten Bauern sind voriges Jahr schon eingestiegen!)
Abg. Schwarzenberger: Ich habe das nie gesagt!
Ich freue mich auf die tatsächliche Berichtigung des Kollegen Schwarzenberger, der herauskommen und sagen wird: Ja, aber die Biobauern dürfen weiter einsteigen. Das ÖPUL-Programm, Herr Kollege Schwarzenberger, ist ja viel größer als der nach wie vor sehr kleine Bereich der Biobauern im engeren Sinne. Ist das wirklich in Ihrem Sinne, daß Sie den Bauern sagen, es gibt einen Einstiegsstopp, den es laut EU gar nicht gibt? Ist das wirklich Ihre Meinung? Wollen Sie das wirklich verteidigen? (Abg. Schwarzenberger: Ich habe das nie gesagt!) Aber, bitte, das steht ja in Ihren Papieren! Der Bauernbund hat ja getagt, die Landesagrarreferentenkonferenz hat getagt, die Präsidentenkonferenz hat getagt. Sie alle wissen Bescheid. (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist ein fünfjähriger Vertrag!) – "Einstiegsstopp" steht da, in euren Papieren, lieber Freund! "Einstiegsstopp" steht in den Richtlinien des Ministeriums. Ich habe hier das Merkblatt. Ihr könnt euch nicht mehr distanzieren davon, daß den Bauern mit unwahren Argumenten versucht wird, eine Existenzgrundlage wegzunehmen. – Und das werden wir verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist ein fünfjähriger Vertrag!
Ich freue mich auf die tatsächliche Berichtigung des Kollegen Schwarzenberger, der herauskommen und sagen wird: Ja, aber die Biobauern dürfen weiter einsteigen. Das ÖPUL-Programm, Herr Kollege Schwarzenberger, ist ja viel größer als der nach wie vor sehr kleine Bereich der Biobauern im engeren Sinne. Ist das wirklich in Ihrem Sinne, daß Sie den Bauern sagen, es gibt einen Einstiegsstopp, den es laut EU gar nicht gibt? Ist das wirklich Ihre Meinung? Wollen Sie das wirklich verteidigen? (Abg. Schwarzenberger: Ich habe das nie gesagt!) Aber, bitte, das steht ja in Ihren Papieren! Der Bauernbund hat ja getagt, die Landesagrarreferentenkonferenz hat getagt, die Präsidentenkonferenz hat getagt. Sie alle wissen Bescheid. (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist ein fünfjähriger Vertrag!) – "Einstiegsstopp" steht da, in euren Papieren, lieber Freund! "Einstiegsstopp" steht in den Richtlinien des Ministeriums. Ich habe hier das Merkblatt. Ihr könnt euch nicht mehr distanzieren davon, daß den Bauern mit unwahren Argumenten versucht wird, eine Existenzgrundlage wegzunehmen. – Und das werden wir verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich freue mich auf die tatsächliche Berichtigung des Kollegen Schwarzenberger, der herauskommen und sagen wird: Ja, aber die Biobauern dürfen weiter einsteigen. Das ÖPUL-Programm, Herr Kollege Schwarzenberger, ist ja viel größer als der nach wie vor sehr kleine Bereich der Biobauern im engeren Sinne. Ist das wirklich in Ihrem Sinne, daß Sie den Bauern sagen, es gibt einen Einstiegsstopp, den es laut EU gar nicht gibt? Ist das wirklich Ihre Meinung? Wollen Sie das wirklich verteidigen? (Abg. Schwarzenberger: Ich habe das nie gesagt!) Aber, bitte, das steht ja in Ihren Papieren! Der Bauernbund hat ja getagt, die Landesagrarreferentenkonferenz hat getagt, die Präsidentenkonferenz hat getagt. Sie alle wissen Bescheid. (Abg. Dipl.-Ing. Kaiser: Das ist ein fünfjähriger Vertrag!) – "Einstiegsstopp" steht da, in euren Papieren, lieber Freund! "Einstiegsstopp" steht in den Richtlinien des Ministeriums. Ich habe hier das Merkblatt. Ihr könnt euch nicht mehr distanzieren davon, daß den Bauern mit unwahren Argumenten versucht wird, eine Existenzgrundlage wegzunehmen. – Und das werden wir verhindern. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Fünf mal zwölf ist 60!
In Ihrer Antwort zum Beispiel auf Seite zwei betreiben Sie eine echte Kindesweglegung. Sie meinen nämlich nun, daß von einem 60-Milliarden-Paket überhaupt keine Rede sein kann. (Abg. Mag. Stadler: Fünf mal zwölf ist 60!) Erstens einmal ist fünf mal zwölf 60, und ein 60-Milliarden-Paket gibt es. Zweitens hat es damals die Vereinbarung gegeben zwischen Ihnen und Staribacher. Aber, Herr Bundesminister, vielleicht distanzieren Sie sich deswegen, weil Sie ja nicht die treibende Kraft waren bei dieser Vereinbarung, bei dieser ungesetzlichen Vorgangsweise. Denn nicht Sie als damaliger Verkehrsminister waren die treibende Kraft, auch nicht der damalige Finanzminister Staribacher war die treibende Kraft (Abg. Mag. Stadler: Der war nie eine treibende Kraft!), sondern die treibende Kraft war der Sozialminister, aber nicht in seiner Eigenschaft als Sozialminister, sondern in seiner Eigenschaft als Eisenbahngewerkschafter.
Abg. Mag. Stadler: Der war nie eine treibende Kraft!
In Ihrer Antwort zum Beispiel auf Seite zwei betreiben Sie eine echte Kindesweglegung. Sie meinen nämlich nun, daß von einem 60-Milliarden-Paket überhaupt keine Rede sein kann. (Abg. Mag. Stadler: Fünf mal zwölf ist 60!) Erstens einmal ist fünf mal zwölf 60, und ein 60-Milliarden-Paket gibt es. Zweitens hat es damals die Vereinbarung gegeben zwischen Ihnen und Staribacher. Aber, Herr Bundesminister, vielleicht distanzieren Sie sich deswegen, weil Sie ja nicht die treibende Kraft waren bei dieser Vereinbarung, bei dieser ungesetzlichen Vorgangsweise. Denn nicht Sie als damaliger Verkehrsminister waren die treibende Kraft, auch nicht der damalige Finanzminister Staribacher war die treibende Kraft (Abg. Mag. Stadler: Der war nie eine treibende Kraft!), sondern die treibende Kraft war der Sozialminister, aber nicht in seiner Eigenschaft als Sozialminister, sondern in seiner Eigenschaft als Eisenbahngewerkschafter.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Es ist schon bedauerlich, daß sich Minister leiten und führen lassen von Eisenbahngewerkschaften und nicht selbst tätig und initiativ werden können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sollte das eine Eigeninitiative Ihres damaligen Pressesprechers gewesen sein, so hätten Sie ihn, so nehme ich an, sicherlich zurückgepfiffen. Da dies aber nicht nur einmal gesagt wurde, sondern öfter, muß ich annehmen, daß er das zumindest mit Ihrer Einwilligung gesagt hat. Sie können sich daher heute nicht von den damaligen Aussagen distanzieren und unsere Fragen unrichtig beantworten, so, als ob es das gar nicht gegeben hätte. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Das ist für einen Finanzminister schlimm!
Auf unsere Frage 14, in der es um die Rückzahlungen der Schulden geht, die aufgenommen werden, meinen Sie, Rückzahlungen werden hauptsächlich aus den Benützungsentgelten geleistet werden. Es handle sich daher um keine staatlichen Schulden. – Sie haben aber ein Rechenproblem, Herr Bundesminister. (Abg. Haigermoser: Das ist für einen Finanzminister schlimm!) Ja, das ist bedenklich für einen Finanzminister.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Rechnen wir nochmals: 60 Milliarden Schilling Investitionen plus 16 Milliarden Schilling Altschulden wollen Sie mit knapp 3 Milliarden Schilling zurückzahlen beziehungsweise alle Zinsen dafür begleichen. Herr Bundesminister! Das wird sich ganz sicher nicht ausgehen! Dabei bleibt noch offen – und das ist das Bedenkliche in Österreich –, daß weitere 25 Milliarden Schilling Schulden der Bahn, die wahrscheinlich heute schon wesentlich mehr betragen, überhaupt nicht abgedeckt werden können, Herr Bundesminister. Es ist daher wirklich bedenklich, welche Budgetpolitik Sie betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Nehmen Sie endlich zur Kenntnis: Zur Politik gehört Ehrlichkeit und keine Verschleierung von Staatsschulden auf Kosten unserer Kinder und nachfolgender Generationen. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Josef Edler (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Kollege Rosenstingl, Sie haben gemeint, treibende Kraft sei auch Sozialminister Hums, Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahner gewesen. Ich sage Ihnen folgendes: Ich bin froh, wenn es in der Frage der Investitionen in die Schieneninfrastruktur treibende Kräfte gibt. Es gibt da derzeit besonders treibende Kräfte in der Wirtschaft. Ich hoffe, daß Kollege Haselsteiner in seiner Wortmeldung darauf eingehen wird, daß es damals eine richtige Entscheidung war, diese Vereinbarung zu treffen und schon vorausschauend Investitionsmöglichkeiten zu schaffen. Das war eine richtige Politik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich persönlich bedanke mich bei den zuständigen Bundesministern in der Regierung und bei der gesamten Bundesregierung dafür, daß sie diese Voraussetzungen geschaffen haben. Unsere Aufgabe im Parlament ist es jetzt, die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz zu schaffen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich stimme dieser Rechnung im wesentlichen zu: 70 Milliarden Schilling, die insgesamt finanziert oder bedient werden müssen. Es kommt nach Inflationsabgeltung und nach anderen Maßnahmen in diesem Gesetz wahrscheinlich eine noch höhere Summe heraus, aber auch wenn wir nur von 70 oder 80 Milliarden Schilling ausgehen, wissen Sie, Herr Bundesminister, beziehungsweise müßten Sie wissen, daß es überwiegend zu Zuwendungen aus den Kassen der öffentlichen Hand kommen muß, andernfalls würden Sie mit dieser Gesellschaft Konkurs anmelden müssen. – Ich danke Ihnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie, eine Aufklärung in der Sache! – Sie kennen die Geschäftsordnung?
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich glaube, daß diese Debatte über die Anfragebeantwortung, die von der FPÖ initiiert wurde, eine wirklich höchst überflüssige Aktion ist, die überhaupt keine Begründung hat. Heute vormittag haben Sie von den Freiheitlichen noch lautstark und wortreich Klage darüber geführt, daß diese Budgetbegleitgesetze durchgepeitscht werden sollen, jetzt reden Sie über Probleme, die damit eigentlich nichts zu tun haben, sondern woanders hingehören. Wir sollten zum Beispiel am Donnerstag darüber diskutieren, wenn wir das neue Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz beschließen werden – in Artikel 93 beziehungsweise 94 des Strukturanpassungsgesetzes. Dann wäre Möglichkeit genug gewesen ... (Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie, eine Aufklärung in der Sache! – Sie kennen die Geschäftsordnung?) Selbstverständlich kenne ich die Geschäftsordnung. (Abg. Dr. Haider: Nach der Geschäftsordnung haben wir eine durchgehende Sitzung bis Freitag, darum müssen wir heute über die Anfragebeantwortung sprechen!) Ja, aber die Besprechung der Anfragebeantwortung ist weder dringlich noch notwendig, weil Sie all das dann zur Diskussion hätten stellen können. Das ist doch ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Lernen Sie die Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Haider: Nach der Geschäftsordnung haben wir eine durchgehende Sitzung bis Freitag, darum müssen wir heute über die Anfragebeantwortung sprechen!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich glaube, daß diese Debatte über die Anfragebeantwortung, die von der FPÖ initiiert wurde, eine wirklich höchst überflüssige Aktion ist, die überhaupt keine Begründung hat. Heute vormittag haben Sie von den Freiheitlichen noch lautstark und wortreich Klage darüber geführt, daß diese Budgetbegleitgesetze durchgepeitscht werden sollen, jetzt reden Sie über Probleme, die damit eigentlich nichts zu tun haben, sondern woanders hingehören. Wir sollten zum Beispiel am Donnerstag darüber diskutieren, wenn wir das neue Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz beschließen werden – in Artikel 93 beziehungsweise 94 des Strukturanpassungsgesetzes. Dann wäre Möglichkeit genug gewesen ... (Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie, eine Aufklärung in der Sache! – Sie kennen die Geschäftsordnung?) Selbstverständlich kenne ich die Geschäftsordnung. (Abg. Dr. Haider: Nach der Geschäftsordnung haben wir eine durchgehende Sitzung bis Freitag, darum müssen wir heute über die Anfragebeantwortung sprechen!) Ja, aber die Besprechung der Anfragebeantwortung ist weder dringlich noch notwendig, weil Sie all das dann zur Diskussion hätten stellen können. Das ist doch ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Lernen Sie die Geschäftsordnung!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Lernen Sie die Geschäftsordnung!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich glaube, daß diese Debatte über die Anfragebeantwortung, die von der FPÖ initiiert wurde, eine wirklich höchst überflüssige Aktion ist, die überhaupt keine Begründung hat. Heute vormittag haben Sie von den Freiheitlichen noch lautstark und wortreich Klage darüber geführt, daß diese Budgetbegleitgesetze durchgepeitscht werden sollen, jetzt reden Sie über Probleme, die damit eigentlich nichts zu tun haben, sondern woanders hingehören. Wir sollten zum Beispiel am Donnerstag darüber diskutieren, wenn wir das neue Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz beschließen werden – in Artikel 93 beziehungsweise 94 des Strukturanpassungsgesetzes. Dann wäre Möglichkeit genug gewesen ... (Abg. Dr. Haider: Entschuldigen Sie, eine Aufklärung in der Sache! – Sie kennen die Geschäftsordnung?) Selbstverständlich kenne ich die Geschäftsordnung. (Abg. Dr. Haider: Nach der Geschäftsordnung haben wir eine durchgehende Sitzung bis Freitag, darum müssen wir heute über die Anfragebeantwortung sprechen!) Ja, aber die Besprechung der Anfragebeantwortung ist weder dringlich noch notwendig, weil Sie all das dann zur Diskussion hätten stellen können. Das ist doch ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Lernen Sie die Geschäftsordnung!)
Abg. Mag. Stadler: Der hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung, der Mann!
Der Herr Kollege Rosenstingl hatte auch gar nichts an der Anfrage zu bemängeln, was sachlich gerechtfertigt gewesen wäre, sondern er wollte hier eine Diskussion über dieses Gesetz provozieren. (Abg. Mag. Stadler: Der hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung, der Mann!) Das ist doch die Situation, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der Mann hat nur eine Ahnung von Alkoholproblemen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der Mann hat nur eine Ahnung von Alkoholproblemen!
Der Herr Kollege Rosenstingl hatte auch gar nichts an der Anfrage zu bemängeln, was sachlich gerechtfertigt gewesen wäre, sondern er wollte hier eine Diskussion über dieses Gesetz provozieren. (Abg. Mag. Stadler: Der hat keine Ahnung von der Geschäftsordnung, der Mann!) Das ist doch die Situation, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Der Mann hat nur eine Ahnung von Alkoholproblemen!)
Beifall bei der ÖVP. – Ruf: Am Freitag!
Im übrigen: Auch wir hatten gegen dieses 60-Milliarden-Paket und diese Vereinbarung zwischen Verkehrs- und Finanzminister rechtliche Bedenken. Auch wir haben eine Anfrage zu diesem Thema gestellt – aber schon einen Tag vor Ihnen. Und all das, was wir darin angeführt haben, haben Sie dann in Ihre Anfrage übernommen. Aber, meine Damen und Herren, das ist erledigt, und zwar seit dem Zeitpunkt, als diese Bundesregierung klargemacht hat: Jawohl, dieses Finanzierungspaket Schienenausbau bei den Österreichischen Bundesbahnen und bei den anderen Bahnprojekten wird in ein klares Gesetz gegossen! – Dieses Gesetz liegt vor und soll am Donnerstag beschlossen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf: Am Freitag!)
Abg. Mag. Stadler: Jetzt ist schon die Beantwortung nicht mehr notwendig! – Das ist ja peinlich!
Meine Damen und Herren! Diese Anfragebeantwortung war also weder notwendig noch dringlich noch sachgerecht. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt ist schon die Beantwortung nicht mehr notwendig! – Das ist ja peinlich!) Das muß klargestellt werden.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine Damen und Herren! Sie reden immer wieder von der Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene, aber wenn es darum geht, das klar zu regeln, die Finanzen zur Verfügung zu stellen, dann wollen Sie nichts damit zu tun haben, dann versuchen Sie immer, ein Haar in der Suppe zu finden. Meine Damen und Herren! Das ist ein parteipolitisches Getöse, das ist ein vordergründiges Hickhack, für das wir kein Verständnis haben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Maitz: Schlagzeilen heischen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Anschober. – Bitte. (Abg. Dr. Maitz: Schlagzeilen heischen!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist mit den Ausschreibungen?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wen würde es angesichts dieser Auftraggeber wundern, daß die Ergebnisse dieses Pakets und dieser Systeme, die von diesem Zivilingenieur vorgelegt wurden, punktgenau in die Firmenpolitik dieser vier Konzerne passen? Wen würde es wundern, daß punktgenau gerade der Tunnelarbeitsbereich etwa einer Firma Porr bei der Realisierung dieser Konzepte langfristig in Österreich ausgelastet wäre? Wen würde es wundern – und das ist auch legitim, Herr Kollege Haselsteiner... (Abg. Dr. Haselsteiner: Was ist mit den Ausschreibungen?) Mit Ausschreibungen, Herr Kollege Haselsteiner, haben wir in Österreich gewisse Erfahrungen im Baubereich gemacht, und Sie wahrscheinlich die intensivsten – viel intensivere als ich jedenfalls.
Abg. Mag. Stadler: Ist auch nicht schwer bei einem solchen Vorgänger!
Angesichts des Sparpaketes war es bisher für mich immer wahrscheinlich, daß man 60 Milliarden nicht so einfach von heute auf morgen aufbringen kann. Ich weiß, dieser Finanzminister hat ungeahnte Fähigkeiten – so sagt man – im Vergleich zu seinem Vorgänger. (Abg. Mag. Stadler: Ist auch nicht schwer bei einem solchen Vorgänger!) Aber 60 Milliarden Schilling aufzubringen, das wird möglicherweise auch für ihn eine Schwierigkeit sein.
Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Zusatz ist jedoch sehr interessant – ich zitiere wieder –: Haupteinnahmequelle wird jedoch das Benützungsentgelt der Eisenbahn – Klammer: korrekterweise nicht nur ... (Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Stellen wir uns doch eine ÖBB vor, die bereits damit spekuliert, ob sie nicht zur Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Konsolidierung dieses Unternehmens sogar die Kraftwerke verkaufen soll. – Da gibt es ein Nicken seitens der ÖVP, da ist offensichtlich alles legitim, wenn es ums Abverkaufen geht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. )
Abg. Dr. Lukesch: Kennen Sie die Rechnungshofberichte?
Genauso ist die Situation beim Benützungsentgelt. Natürlich sind diese unglaublichen Summen im Hinblick auf das Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz, die zur Refinanzierung von mindestens 60 Milliarden erforderlich sind, nicht gering, natürlich wird dieses Benützungsentgelt nicht wenig ausmachen. ÖBB-Generaldirektor Draxler hat Ihnen das bereits öffentlich vorgerechnet. (Abg. Dr. Lukesch: Kennen Sie die Rechnungshofberichte?) Natürlich bedeutet das, daß jeder Zugkilometer in Österreich noch teurer werden wird. Was heißt das, Herr Kollege Lukesch? – Das heißt natürlich, daß sich die preisliche Konkurrenzsituation zwischen Straße und Schiene weiterhin zu Ungunsten der Schiene entwickeln wird.
Abg. Edler: Die bauen wir ja!
Zitat also: Die Gesamtlösungen ermöglichen eine echte Alternative zum Individualverkehr. Wien – Salzburg: 1 Stunde 58 Minuten. Graz – Wien: 1 Stunde 41 Minuten. (Abg. Edler: Die bauen wir ja!) Vollkommen richtig, Sie bauen. Jetzt kommen wir aber zur Realität, das steht auch da:
Abg. Edler: Das ist ein Pendlerzug!
Realität 1995: Fahrzeit Wien – Salzburg, obwohl teilweise schon gebaut: 3 Stunden 18 Minuten, hören Sie genau zu, Herr Kollege Edler! 1996, für dieselbe Strecke: 3 Stunden 25 Minuten. – Also irgendwas dürfte da von der Konzeption her nicht ganz stimmen. (Abg. Edler: Das ist ein Pendlerzug!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Wird schon werden!
Ich, Herr Minister Klima, habe allmählich das Gefühl, Sie sind nicht unbedingt der große Macher als Finanzminister, aber es ist ja möglich, daß Sie uns noch eines Besseren belehren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Wird schon werden!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Herr Bundesminister! Was stimmt nun? Sie brauchen im Budgetprogramm nichts vorzusehen, andererseits sprechen Sie aber von der Möglichkeit einer Mittelzuführung aus dem Bundesbudget. Was wollen Sie jetzt? Eine Mittelzuführung aus dem Bundesbudget? Dann ist das auch vorzusehen – wenn nicht, dann müssen Sie aber auch eine Mittelzuführung aus dem Bundesbudget ausschließen. Sonst ist das ein Widerspruch in sich, Herr Bundesminister. – Aber das interessiert Sie anscheinend überhaupt nicht! (Zwischenruf bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Sie wissen ganz genau, daß diese 60 Milliarden Schilling beziehungsweise der Zinsendienst daraus absolut nicht aus den Benützerentgelten getätigt werden können. Es wird daher zu einer Beanspruchung des Bundesbudgets kommen. Es wäre Ihnen besser angestanden, Herr Bundesminister, wenn diese Finanzierung – auch im Sinne einer Budgetwahrheit – entsprechenden Niederschlag im Budget gefunden hätte, wenn das dort angegeben worden wäre. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abschließend, meine Damen und Herren, darf ich noch einmal zusammenfassend feststellen: Der Ausbau des schienengebundenen Verkehrs ist eine dringende Notwendigkeit. Nur sollte man bei der Finanzierung bei der Wahrheit bleiben und hier nicht wieder eine Schwindelfinanzierung vorlegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Wir bitten darum!
Wie ich informiert wurde, wird diese Redezeit nicht auf allfällige Redezeitblöcke angerechnet, das heißt, ich habe jetzt stundenlang Zeit, um hier entsprechende Erläuterungen abzugeben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Böhacker: Wir bitten darum!) Ich bitte Sie auch um Verständnis dafür, daß ich etwas weiter aushole (Abg. Böhacker: Wir haben volles Verständnis!), daß ich – wenn Sie so wollen – ausführliche Vorbemerkungen dazu mache und daß ich mich vor allem mit den Voraussetzungen für die Verkehrspolitik eingehend beschäftige.
Abg. Böhacker: Wir haben volles Verständnis!
Wie ich informiert wurde, wird diese Redezeit nicht auf allfällige Redezeitblöcke angerechnet, das heißt, ich habe jetzt stundenlang Zeit, um hier entsprechende Erläuterungen abzugeben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Böhacker: Wir bitten darum!) Ich bitte Sie auch um Verständnis dafür, daß ich etwas weiter aushole (Abg. Böhacker: Wir haben volles Verständnis!), daß ich – wenn Sie so wollen – ausführliche Vorbemerkungen dazu mache und daß ich mich vor allem mit den Voraussetzungen für die Verkehrspolitik eingehend beschäftige.
Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Wir können nicht davon ausgehen, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß sich alle – möglicherweise geht es bei den Mitgliedern des "F"-Klubs, daß sie dem Beispiel ihres Vorsitzenden folgen, aber das geht ja überall anders nicht – zukünftig marathonmäßig weiterbewegen. Daher sind wir gezwungen, die Verkehrswege auszubauen, und wir sind gezwungen, die Straßenverkehrswege und die Eisenbahnverkehrswege auszubauen. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Sie fahren was? (Abg. Böhacker: Inline-Skates!) Auch noch dazu, na bitte! Das ist ein Wettbewerb. Ich weiß nicht, was man da ausbauen sollte. (Abg. Böhacker: Entlang der Schienen!)
Abg. Böhacker: Inline-Skates!
Wir können nicht davon ausgehen, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß sich alle – möglicherweise geht es bei den Mitgliedern des "F"-Klubs, daß sie dem Beispiel ihres Vorsitzenden folgen, aber das geht ja überall anders nicht – zukünftig marathonmäßig weiterbewegen. Daher sind wir gezwungen, die Verkehrswege auszubauen, und wir sind gezwungen, die Straßenverkehrswege und die Eisenbahnverkehrswege auszubauen. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Sie fahren was? (Abg. Böhacker: Inline-Skates!) Auch noch dazu, na bitte! Das ist ein Wettbewerb. Ich weiß nicht, was man da ausbauen sollte. (Abg. Böhacker: Entlang der Schienen!)
Abg. Böhacker: Entlang der Schienen!
Wir können nicht davon ausgehen, meine sehr geehrten Damen und Herren, daß sich alle – möglicherweise geht es bei den Mitgliedern des "F"-Klubs, daß sie dem Beispiel ihres Vorsitzenden folgen, aber das geht ja überall anders nicht – zukünftig marathonmäßig weiterbewegen. Daher sind wir gezwungen, die Verkehrswege auszubauen, und wir sind gezwungen, die Straßenverkehrswege und die Eisenbahnverkehrswege auszubauen. (Zwischenruf des Abg. Böhacker. ) Sie fahren was? (Abg. Böhacker: Inline-Skates!) Auch noch dazu, na bitte! Das ist ein Wettbewerb. Ich weiß nicht, was man da ausbauen sollte. (Abg. Böhacker: Entlang der Schienen!)
Heiterkeit. – Abg. Böhacker: Hervorragend!
Also ich habe nicht, wie Sie meinen, sehr geehrter Herr Abgeordneter Rosenstingl, die Frage 14 unwahr beantwortet, sondern gemäß den entsprechenden Regelungen und Richtlinien. Ich bin davon überzeugt, daß ich nun mit meiner doch etwas kürzeren Beantwortung Ihre offenen Punkte erledigt habe. (Heiterkeit. – Abg. Böhacker: Hervorragend!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Und nachdem die Abgeordneten alle schon da sind, darf ich mich auch recht herzlich für die Aufmerksamkeit bedanken. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Bundesminister Mag. Klima: Das habe ich gewußt!
Das Problem, das ich aber sehe und worauf ich Sie jetzt zum wiederholten Male aufmerksam machen möchte, ist, Herr Bundesminister, daß Sie offensichtlich Schwierigkeiten haben, die Rechtsordnung dieser Republik zu beachten, Gesetze einzuhalten. Hier scheinen sich gewisse Probleme bei Ihnen in der Führung Ihrer Ministerien zu ergeben. Denn wenn Sie sich bereits in der Präambel dieser zwischen Ihnen und Ihrem mäßig erfolgreichen bis überhaupt nicht erfolgreichen, lediglich in der Organisation seiner Abfertigung erfolgreichen Vorgänger Staribacher abgeschlossenen Vereinbarung auf die Rechtsgrundlage des § 2 Abs. 6 Bundesbahngesetz berufen, so müßte jedem – jedem! – einigermaßen mit dem Vertragsrecht oder auch nur mit dem öffentlichen Recht Befaßten aufgefallen sein, daß diese Rechtsgrundlage, wenn überhaupt – ich stelle ja in Zweifel, daß sie taugt für eine derartige Vereinbarung, aber wenn überhaupt –, lediglich hinsichtlich der ÖBB taugen könnte, aber nicht hinsichtlich der anderen hier genannten Verkehrsrechtsträger. (Bundesminister Mag. Klima: Das habe ich gewußt!) Sie haben das gewußt? Sie haben gewußt, daß das keine taugliche Rechtsgrundlage ist? (Bundesminister Mag. Klima: Das habe ich gesagt!)
Bundesminister Mag. Klima: Das habe ich gesagt!
Das Problem, das ich aber sehe und worauf ich Sie jetzt zum wiederholten Male aufmerksam machen möchte, ist, Herr Bundesminister, daß Sie offensichtlich Schwierigkeiten haben, die Rechtsordnung dieser Republik zu beachten, Gesetze einzuhalten. Hier scheinen sich gewisse Probleme bei Ihnen in der Führung Ihrer Ministerien zu ergeben. Denn wenn Sie sich bereits in der Präambel dieser zwischen Ihnen und Ihrem mäßig erfolgreichen bis überhaupt nicht erfolgreichen, lediglich in der Organisation seiner Abfertigung erfolgreichen Vorgänger Staribacher abgeschlossenen Vereinbarung auf die Rechtsgrundlage des § 2 Abs. 6 Bundesbahngesetz berufen, so müßte jedem – jedem! – einigermaßen mit dem Vertragsrecht oder auch nur mit dem öffentlichen Recht Befaßten aufgefallen sein, daß diese Rechtsgrundlage, wenn überhaupt – ich stelle ja in Zweifel, daß sie taugt für eine derartige Vereinbarung, aber wenn überhaupt –, lediglich hinsichtlich der ÖBB taugen könnte, aber nicht hinsichtlich der anderen hier genannten Verkehrsrechtsträger. (Bundesminister Mag. Klima: Das habe ich gewußt!) Sie haben das gewußt? Sie haben gewußt, daß das keine taugliche Rechtsgrundlage ist? (Bundesminister Mag. Klima: Das habe ich gesagt!)
Bundesminister Mag. Klima: Ich habe es gesagt!
Nein, nein, Herr Minister, das haben Sie nicht gesagt! (Bundesminister Mag. Klima: Ich habe es gesagt!) Nein, schlimmer noch: Sie haben es unterschrieben!
Abg. Eder: Oberlehrer!
Herr Minister! Darf ich Sie ersuchen, Ihre Aufmerksamkeit einmal auf das Gesetz zu verwenden. Im § 11 ... (Abg. Eder: Oberlehrer!) Nein, nicht Oberlehrer. (Abg. Eder: Unterlehrer!) Meine Damen und Herren! Wenn einer da herinnen auffordert, das Gesetz zu beachten, dann wird er zum Oberlehrer. Wenn ein Minister, der einen Eid auf die Verfassung abgelegt hat, das Gesetz mißachtet, dann ist er ein Held bei den Sozialdemokraten (Beifall bei den Freiheitlichen) , auch wenn es Gesetze sind, die diese Sozialdemokraten selber eingebracht und beschlossen haben.
Abg. Eder: Unterlehrer!
Herr Minister! Darf ich Sie ersuchen, Ihre Aufmerksamkeit einmal auf das Gesetz zu verwenden. Im § 11 ... (Abg. Eder: Oberlehrer!) Nein, nicht Oberlehrer. (Abg. Eder: Unterlehrer!) Meine Damen und Herren! Wenn einer da herinnen auffordert, das Gesetz zu beachten, dann wird er zum Oberlehrer. Wenn ein Minister, der einen Eid auf die Verfassung abgelegt hat, das Gesetz mißachtet, dann ist er ein Held bei den Sozialdemokraten (Beifall bei den Freiheitlichen) , auch wenn es Gesetze sind, die diese Sozialdemokraten selber eingebracht und beschlossen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen
Herr Minister! Darf ich Sie ersuchen, Ihre Aufmerksamkeit einmal auf das Gesetz zu verwenden. Im § 11 ... (Abg. Eder: Oberlehrer!) Nein, nicht Oberlehrer. (Abg. Eder: Unterlehrer!) Meine Damen und Herren! Wenn einer da herinnen auffordert, das Gesetz zu beachten, dann wird er zum Oberlehrer. Wenn ein Minister, der einen Eid auf die Verfassung abgelegt hat, das Gesetz mißachtet, dann ist er ein Held bei den Sozialdemokraten (Beifall bei den Freiheitlichen) , auch wenn es Gesetze sind, die diese Sozialdemokraten selber eingebracht und beschlossen haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Haben Sie beachtet, daß es hiefür ein Gesetz gibt? Herr Minister, schauen Sie, das Gesetz schaut so aus (der Redner hält die Kopie eines Bundesgesetzblattes in die Höhe) , es wird im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, und da steht drinnen, was Sie tun dürfen und was nicht. Wenn Sie sich darum einen Teufel scheren, dann sind Sie als Minister mit der Zeit untragbar! Sie haben einen Eid auf die Verfassung abgelegt, und Sie haben die Rechtsordnung dieser Republik auch zu beachten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Puttinger: Der Minister kennt das Gesetz!
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Der Minister gibt nichts anderes zu ... Frau Kollegin Fekter, bringen Sie dem Herrn Minister gerade das Gesetz bei oder liefern Sie ihm einen neuen Vertrag? Brauchen Sie einen neuen Vertrag? (Abg. Dr. Puttinger: Der Minister kennt das Gesetz!) Nein, der Minister kennt das Gesetz eben nicht. Er gibt zu, daß er das Gesetz bricht, er gibt zu, daß er es noch nicht ganz gebrochen hat, weil die Haftungen noch nicht aufgenommen wurden. Das steht wortwörtlich in seiner Anfragebeantwortung drinnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie das einmal ein bisserl kritischer, als Ihr Parteipressedienst das erlaubt, meine Damen und Herren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Der Minister gibt nichts anderes zu ... Frau Kollegin Fekter, bringen Sie dem Herrn Minister gerade das Gesetz bei oder liefern Sie ihm einen neuen Vertrag? Brauchen Sie einen neuen Vertrag? (Abg. Dr. Puttinger: Der Minister kennt das Gesetz!) Nein, der Minister kennt das Gesetz eben nicht. Er gibt zu, daß er das Gesetz bricht, er gibt zu, daß er es noch nicht ganz gebrochen hat, weil die Haftungen noch nicht aufgenommen wurden. Das steht wortwörtlich in seiner Anfragebeantwortung drinnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Lesen Sie das einmal ein bisserl kritischer, als Ihr Parteipressedienst das erlaubt, meine Damen und Herren.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist eine Vorgangsweise, der man nur ein entschiedenes Nein entgegenschmettern kann, und deswegen werden wir diese Anfragebeantwortung heute auch nicht zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! In diesem Punkt zieht sich der rote Faden von den Ausführungen Stadlers zu meinen: Recht und Gesetz gelten in diesem Lande offensichtlich nichts, solange diese sozialistische Koalition an der Regierung ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Was sagen Sie, Herr Maderthaner, zu einer derartigen Vorgangsweise? Was sagen Sie dazu, daß mit dieser Vorgangsweise mindestens die Hälfte dieser 1,5 Milliarden nicht mehr zurückbezahlt wird? Denn Sie wissen, daß insbesondere die klein- und mittelständische Wirtschaft mit Bürokratie sonder Zahl belastet ist. Einerseits starten Sie seitens des Wirtschaftsbundes jetzt Aktionen gegen die Bürokratie, auf der anderen Seite tolerieren und fördern Sie aber derartige Vorgangsweisen! Meine Damen und Herren! Das wird Ihnen die freiheitliche Fraktion so nicht durchgehen lassen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Bundesminister! Schlußendlich vertraue ich in dieser Causa auf Sie! Machen Sie diese Dinge zur Bringschuld, machen Sie nicht über Umwege das Inkassosackerl ein weiteres Mal auf, bleiben Sie Ihrer Anfragebeantwortung treu: Dann werden Sie die österreichische Wirtschaft auf Ihrer Seite haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Zum 34. Mal!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erleben hier, ich weiß nicht, ich glaube, zum 27. oder 28. Mal ... (Abg. Schwarzenberger: Zum 34. Mal!) Wir erleben zum 34. Mal, wie von den Freiheitlichen etwas skandalisiert wird, wo es einfach nichts zu skandalisieren gibt.
Abg. Dr. Haider: Sie sind nicht der Minister!
Fünfte Feststellung: Meine Damen und Herren! Man muß unterscheiden zwischen zwei Rechtsverhältnissen ... (Abg. Dr. Haider: Sie sind nicht der Minister!) Aber wir sind Diskussionsredner! Wenn Sie eine Anfragebeantwortung haben wollen, dann passen Sie auf! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Fünfte Feststellung: Meine Damen und Herren! Man muß unterscheiden zwischen zwei Rechtsverhältnissen ... (Abg. Dr. Haider: Sie sind nicht der Minister!) Aber wir sind Diskussionsredner! Wenn Sie eine Anfragebeantwortung haben wollen, dann passen Sie auf! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. )
Abg. Haigermoser: Das stimmt nicht! Ich habe hier das Schreiben des Verfassungsdienstes!
Entstanden ist ein Problem natürlich dadurch, daß die offizielle Rechtsmeinung Österreichs – das waren nicht Einzelstimmen, sondern die offizielle Rechtsmeinung Österreichs als Ergebnis einer Meinungsbildung zwischen Bundeskanzleramt-Verfassungsdienst, Finanzministerium, Wirtschaftsministerium, Wirtschaftskammer, bis zum Urteil des VfGH – gelautet hat: Dieser AF-Beitrag ist EWR-konform. Es hat Einzelmeinungen gegeben ... (Abg. Haigermoser: Das stimmt nicht! Ich habe hier das Schreiben des Verfassungsdienstes!)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Aufpassen! Die vier haben die Meinung gebildet. Daß einer davon eine andere Meinung gehabt hat, das bestreitet niemand! Es hat auch Einzelmeinungen gegeben. Aber die offizielle Stellungnahme der Republik Österreich war: Der AF-Beitrag ist EWR-konform! Der Rechnungshof hat in seinem Gutachten gesagt: Der AF-Beitrag ist bei EU-Beitritt umzustellen. – Jeder weiß, was das heißt. E contrario heißt das: bei EWR-Beitritt noch nicht. Das sagt der Rechnungshof, das ist alles nachlesbar! (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Haigermoser: Der Markt diktiert den Preis!
Das Urteil des Höchstgerichtes zählt; gar keine Frage. Noch einmal: Es gibt zwei Rechtssphären, und zwar die Finanzverwaltung und der Betrieb. Da wird laufend zurückgezahlt. 1,5 Milliarden wurden bereits zurückgezahlt an die Betriebe, die – das muß man auch sagen – natürlich in ihren Kalkulationen eine Bundesabgabe als Kostenpost berücksichtigt haben. De facto müßte es eigentlich den Letztkonsumenten zurückgezahlt werden. (Abg. Haigermoser: Der Markt diktiert den Preis!) Es ist trotzdem eine Kostenpost, Herr Kollege!
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens ist es auch eine sehr interessante Rechtsfrage: Welchen Charakter hat das Rechtsverhältnis zwischen Bund und Wirtschaftskammer? Das ist eine Frage, die bisher weder von der Judikatur noch von der Rechtswissenschaft jemals behandelt wurde, und daher ist der Rechnungshof gebeten worden, darüber ein Rechtsgutachten zu erstellen. Und wir hatten sehr sachliche, ruhige Gespräche mit dem Herrn Finanzminister, wie wir in diesen Rechtsfragen zu einer befriedigenden Lösung kommen, die darauf abzielt, dieses erfolgreiche System der Exportförderung und der Außenhandelsförderung zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Den Fehler hat das Parlament gemacht! Das Parlament hat das beschlossen!
Herr Dr. Stummvoll! Was hindert Sie eigentlich daran, zu sagen, daß Sie einen Fehler gemacht haben? (Abg. Dr. Stummvoll: Den Fehler hat das Parlament gemacht! Das Parlament hat das beschlossen!)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ein Witz! Sie haben nicht die mindeste Ahnung! Das haben nicht wir beschlossen, sondern das Parlament!
Auf unseren Fall bezogen meine ich, daß es Ihnen gut anstehen würde, wenn Sie sagten: Wir haben zwar viele, viele Rechtsauskünfte eingeholt – das mag stimmen, das bestreite ich gar nicht –, aber dennoch haben wir einen Fehler gemacht, denn wir haben Beiträge eingehoben und verwendet, die ... (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist ein Witz! Sie haben nicht die mindeste Ahnung! Das haben nicht wir beschlossen, sondern das Parlament!)
Abg. Dr. Stummvoll: Es ist sehr schwer, Ihnen zuzuhören!
Lieber Freund! Ich habe mehr Ahnung, als Ihnen recht ist. Hören Sie mir jetzt zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Es ist sehr schwer, Ihnen zuzuhören!) Ich werde es Ihnen explizieren: Sie haben also die Verwendung dieser Mittel durchgeführt. Das ist ein Faktum. Und jetzt sind sie rechtlich zurückzufordern. Die Art und Weise, wie Sie diese Rückforderung verzögern, halte ich allerdings für einigermaßen skandalös. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.
Lieber Freund! Ich habe mehr Ahnung, als Ihnen recht ist. Hören Sie mir jetzt zu! (Abg. Dr. Stummvoll: Es ist sehr schwer, Ihnen zuzuhören!) Ich werde es Ihnen explizieren: Sie haben also die Verwendung dieser Mittel durchgeführt. Das ist ein Faktum. Und jetzt sind sie rechtlich zurückzufordern. Die Art und Weise, wie Sie diese Rückforderung verzögern, halte ich allerdings für einigermaßen skandalös. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das gilt für alle Steuern und Kosten, Herr Kollege!
Wenn Sie, Herr Dr. Stummvoll, hier als ein Mann, der in der Unternehmervertretung arbeitet, die Stirn haben, tatsächlich wörtlich zu sagen: Die Bundesabgabe ist eine Kostenpost, die in die Kalkulation der Unternehmer eingeführt wird, dann haben Sie noch nie etwas davon gehört, daß es so etwas wie einen Marktpreis gibt. Ob der Marktpreis die Kosten deckt oder nicht, ist ein ganz anderes Thema. Wenn Sie immer noch glauben, daß Preise durch Kalkulationen entstehen, dann sage ich Ihnen: Die Preise entstehen auf dem Markt, und die Kalkulation ist eine Nachkalkulation, mit der wir feststellen, ob wir zu den Preisen, die wir auf dem freien Markt im harten Wettbewerb durchsetzen können, auch noch kostendeckend arbeiten können. Das ist die Wirklichkeit, in der wir freien Unternehmer arbeiten! Möglicherweise arbeiten Sie in der Wirtschaftskammer anders. Es wird wohl so sein! (Abg. Dr. Stummvoll: Das gilt für alle Steuern und Kosten, Herr Kollege!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Wir sollten aber dennoch die Chance wahrnehmen, über die Außenhandelsförderung zu diskutieren. Sie haben recht, Herr Dr. Stummvoll, wenn Sie sagen, daß der Export für Österreich unverzichtbar ist und daß die Chance für unser Land letztlich im Export liegt. Dieser Export, an dem – wie Sie richtig zitiert haben – indirekt jeder zweite Arbeitsplatz hängt und der über 40 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, Waren-, Dienstleistungs- und Tourismusexporte einbezogen, ausmacht, bietet die einzige Chance für eine kleine nationale Volkswirtschaft, zusätzliches Wachstum in einer Phase schwacher wirtschaftlicher Entwicklung in Europa zu erzielen. Ich glaube daher, daß die Außenwirtschaftsorganisation in diesem Zusammenhang eine unverzichtbare Rolle spielt, und anläßlich der Streiterei über die eineinhalb Milliarden Schilling sollten wir die Gelegenheit ergreifen, darüber nachzudenken, wie wir unsere Außenhandelsorganisation verbessern können, die zu loben Sie nicht müde werden. Teile davon sind zu loben, keine Frage, aber nicht alles. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll. )
Abg. Ing. Maderthaner: Wir sind schon dabei!
Wir haben hier vor vielen Jahren schon von Österreich-Häusern gesprochen. Herr Präsident Maderthaner hatte einmal die Güte, mir zu sagen, das wäre sehr kompliziert. Herr Präsident! Ich weiß schon, es ist schwierig, Österreich-Häuser zu installieren, aber wenn wir nicht endlich damit beginnen, werden wir im Jahr 2000 noch keine haben. (Abg. Ing. Maderthaner: Wir sind schon dabei!) Ich höre mit großer Freude, daß Sie schon dabei sind, und ich würde Sie bitten, die nötige Basis dafür zu schaffen, damit das auch funktionieren kann. Funktionieren wird es nur, wenn wir all diejenigen Stellen und Institutionen, die für den Auftritt Österreichs im Ausland zuständig sind, besser, effizienter als bisher koordinieren. Denken Sie an Österreich-Werbung, Außenwirtschaftsorganisationen, Österreich-Institute und Kulturinstitute. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Wir haben hier vor vielen Jahren schon von Österreich-Häusern gesprochen. Herr Präsident Maderthaner hatte einmal die Güte, mir zu sagen, das wäre sehr kompliziert. Herr Präsident! Ich weiß schon, es ist schwierig, Österreich-Häuser zu installieren, aber wenn wir nicht endlich damit beginnen, werden wir im Jahr 2000 noch keine haben. (Abg. Ing. Maderthaner: Wir sind schon dabei!) Ich höre mit großer Freude, daß Sie schon dabei sind, und ich würde Sie bitten, die nötige Basis dafür zu schaffen, damit das auch funktionieren kann. Funktionieren wird es nur, wenn wir all diejenigen Stellen und Institutionen, die für den Auftritt Österreichs im Ausland zuständig sind, besser, effizienter als bisher koordinieren. Denken Sie an Österreich-Werbung, Außenwirtschaftsorganisationen, Österreich-Institute und Kulturinstitute. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. )
Abg. Dr. Khol: Eine Arroganz, die durch nichts zu übertreffen ist!
Lieber Kollege Lukesch! Das hat nichts mit Zentralismus zu tun. Das hat damit zu tun, Synergien zu finden – ein Wort, das du als Universitätsprofessor sicherlich sogar wirst schreiben können. (Abg. Dr. Khol: Eine Arroganz, die durch nichts zu übertreffen ist!) Ich schlage also konkret vor, und ich habe das schon mehrfach vorgeschlagen ... (Abg. Dr. Stummvoll: Die Präpotenz der Minderheit ist das!) Herr Stummvoll! Beruhigen Sie sich wieder! Ich bin heute sehr zart mit Ihnen umgegangen, Sie hätten sich Schlimmeres verdient.
Abg. Dr. Stummvoll: Die Präpotenz der Minderheit ist das!
Lieber Kollege Lukesch! Das hat nichts mit Zentralismus zu tun. Das hat damit zu tun, Synergien zu finden – ein Wort, das du als Universitätsprofessor sicherlich sogar wirst schreiben können. (Abg. Dr. Khol: Eine Arroganz, die durch nichts zu übertreffen ist!) Ich schlage also konkret vor, und ich habe das schon mehrfach vorgeschlagen ... (Abg. Dr. Stummvoll: Die Präpotenz der Minderheit ist das!) Herr Stummvoll! Beruhigen Sie sich wieder! Ich bin heute sehr zart mit Ihnen umgegangen, Sie hätten sich Schlimmeres verdient.
Beifall beim Liberalen Forum.
40 Jahre lang arbeiten jetzt die Außenwirtschaftsorganisationen – da und dort mit großem Erfolg, da und dort mit weniger Erfolg, aber alles Positive sei dahingestellt –, ohne daß es ihnen gelungen wäre, gemeinsam mit der Österreich-Werbung, gemeinsam mit den Kulturinstituten, gemeinsam mit dem Österreich-Institut, eine "Marke Österreich" zu schaffen. Es gibt einen Begriff "Marke Schweiz". Es gibt das Schweizer Kreuz, das weltweit einen Namen hat, das bei allen Konsumenten dieser Welt ein gewisses Bewußtsein erzeugt. Es gibt aber keine "Marke Österreich". Der Herr Stummvoll jedoch belobigt sich, wie gut er es in der letzten Zeit immer gemacht habe. Ein bißchen Selbstkritik – das fällt mir jetzt immer mehr auf – täte Ihnen gar nicht schlecht, denn wenn Sie mir Präpotenz vorwerfen, lieber Herr Stummvoll, dann muß ich Ihnen das Kompliment dankend zurückgeben: Die kameralistische Überheblichkeit ist Ihnen angeboren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich fordere die Bundeswirtschaftskammer auf, über diese Frage – weit über ihr persönliches Machtdenken hinaus – nachzudenken, eine Konzentration aller Kräfte in Österreich-Häusern und einem Österreich-Fonds schrittweise durchzuführen und vor allem auch den Unternehmern, denen zuviel Geld abgeknöpft worden ist, dieses Geld wieder zurückzugeben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haider: Es war korrekt, was Haigermoser gesagt hat!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich bin sehr froh, daß Kollege Peter das Thema dorthin geführt hat, wo es hingehört, wobei ich sagen muß, es hat mich schon beeindruckt, was Kollege Haigermoser gesagt hat. Ich möchte meine Wortmeldung zweigeteilt wissen. (Abg. Dr. Haider: Es war korrekt, was Haigermoser gesagt hat!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich denke zurück an die achtziger Jahre. Wir waren uns alle bei jeder Budgetdebatte – manchmal gab es einen kleinen kritischen Unterton, auch ich selbst habe mich einige Male über das eine oder andere aufgeregt – im Grunde einig, daß diese Außenhandelsorganisation eine beispiellos gut funktionierende und vor allem für die Klein- und Mittelbetriebe wichtige Organisation ist. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Da haben immer alle applaudiert, und das sollte man nicht vergessen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Ich entsinne mich – ich glaube, es war vorige Woche –, daß im "Spiegel" der BMW-Vorstand gesagt hat: Österreich ist, was die Innovation, den unternehmerischen Geist und auch die Steuern anlangt, meine Kolleginnen und Kollegen ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Bitte, das hat er gesagt, daß die Steuerfrage sehr positiv zu bewerten ist. Machen wir nicht schlecht, was objektiv wirklich stimmt!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Koppler: Bravo! Ein echter Professor!
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Alle meine Vorredner haben sehr interessant gesprochen. Aber, Herr Bundesminister, ich weiß nicht, ist es sechs Monate her, dann wird es unter Minister Staribacher gewesen sein, es ist vielleicht ein Jahr her, dann ist es unter Minister Lacina gewesen: Damals haben wir exakt dieselbe Diskussion gehabt – exakt! Ich diskutiere gerne über alles, aber nicht zweimal innerhalb relativ kurzer Zeit über ein und dasselbe. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Koppler: Bravo! Ein echter Professor!)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Rückzahlung läuft ja schon!
Herr Kollege Stummvoll! Ich verstehe nicht, daß Sie sich in Ihrer Rede überhaupt nicht dazu äußerten, was wir alle gemeinsam und Sie dazu beitragen können, daß das Geld schnell zurückgezahlt wird. Sie verteidigen nur, daß es eingehoben wurde. Das ist ein Thema, über das man auch verschiedener Meinung sein kann. (Abg. Dr. Stummvoll: Die Rückzahlung läuft ja schon!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege! Sie haben es in Ihrer Rede so dargestellt, daß das damals so war, daß das so ist und daß es fast unmoralisch ist, daß die Unternehmer das jetzt zurückfordern. So kann es nicht sein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das tun wir ja auch ständig! Das wissen Sie alles nicht!
Herr Kollege Stummvoll! Ich erlebe jetzt innerhalb von wenigen Wochen zweimal in diesem Haus etwas, was mich bedenklich stimmt. Sie haben auf der einen Seite als Abgeordneter dieses Hauses die Pflicht, für das Volk, für die Bürger dazusein. Und wenn etwas ungesetzmäßig eingehoben wurde, dann müssen wir alle schauen, daß das zurückbezahlt wird. Sie haben aber als Generalsekretär der Wirtschaftskammer noch viel mehr die Pflicht, darauf zu drängen, daß das zurückbezahlt wird. (Abg. Dr. Stummvoll: Das tun wir ja auch ständig! Das wissen Sie alles nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stummvoll! Dann frage ich mich, warum Sie nach der Rede des Herrn Abgeordneten Haigermoser, der in diesem Zusammenhang einige Probleme dargestellt hat, kein Wort darauf verwendet haben, um zu diesen Problemen Stellung zu nehmen. Sie hätten auch sagen können: Ich kenne das nicht, das ist neu für mich, und wir werden alles daransetzen, das zu beheben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die glatte Unwahrheit! Das stimmt ja alles nicht! Sie reden wie ein Blinder von der Farbe!
Ich bitte Sie von der Kammer, endlich Taten zu setzen und die Auszahlung zu beschleunigen, denn seit der Debatte über die Auszahlung bis zum heutigen Tag ist nichts geschehen. Wie wir gehört haben, hat noch niemand einen Schilling bekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die glatte Unwahrheit! Das stimmt ja alles nicht! Sie reden wie ein Blinder von der Farbe!) Okay, es haben vielleicht einige etwas bekommen. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Heiterkeit bei der ÖVP. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima.
Ich bitte Sie von der Kammer, endlich Taten zu setzen und die Auszahlung zu beschleunigen, denn seit der Debatte über die Auszahlung bis zum heutigen Tag ist nichts geschehen. Wie wir gehört haben, hat noch niemand einen Schilling bekommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist die glatte Unwahrheit! Das stimmt ja alles nicht! Sie reden wie ein Blinder von der Farbe!) Okay, es haben vielleicht einige etwas bekommen. (Heiterkeit bei der ÖVP. – Zwischenbemerkung des Bundesministers Mag. Klima. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich lasse mich gern belehren. Wenn der Herr Bundesminister sagt, es haben einige schon etwas bekommen, dann nehme ich das zur Kenntnis. Aber es haben noch nicht alle etwas bekommen. Es haben sicher erst 10 oder 20 Prozent etwas bekommen. Tun Sie doch nicht so, als wenn an alle schon diese 1,5 Milliarden zurückgezahlt worden wären! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir sind schon wieder bei dem Problem, daß Sie sich zurücklehnen und sagen: Es sind eh schon ein paar Schilling ausbezahlt worden von den 1,5 Milliarden Schilling. – Das ist das Bedenkliche! (Abg. Dr. Stummvoll: Alles unwahr!)
Abg. Dr. Stummvoll: Alles unwahr!
Ich lasse mich gern belehren. Wenn der Herr Bundesminister sagt, es haben einige schon etwas bekommen, dann nehme ich das zur Kenntnis. Aber es haben noch nicht alle etwas bekommen. Es haben sicher erst 10 oder 20 Prozent etwas bekommen. Tun Sie doch nicht so, als wenn an alle schon diese 1,5 Milliarden zurückgezahlt worden wären! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir sind schon wieder bei dem Problem, daß Sie sich zurücklehnen und sagen: Es sind eh schon ein paar Schilling ausbezahlt worden von den 1,5 Milliarden Schilling. – Das ist das Bedenkliche! (Abg. Dr. Stummvoll: Alles unwahr!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stummvoll! Zum Unterschied von Ihnen wäre es mir am allerliebsten, wenn morgen schon alle Unternehmer diese 1,5 Milliarden haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es gibt keinen Grund zur Verzögerung, weil wir wissen, daß die Finanzbehörden, die Zollbehörden in der Lage sind, das schnell festzustellen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner.
Daher stellen Sie jetzt einmal sozusagen sinngemäß Bescheide aus, daß die Unternehmer etwas zurückzubekommen haben. Herr Kollege Stummvoll! Herr Kollege Maderthaner! Ihnen würde es wirklich gut anstehen, wenn Sie endlich für die Unternehmer und nicht nur für Ihr System da wären. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Ing. Maderthaner. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Abschließend mein Resümee zum Strukturanpassungsgesetz im Finanzbereich: Alles in allem werden hier von den Regierungsparteien Maßnahmen beschlossen, die die Bürger unseres Landes schwer belasten, es werden keine Arbeitsplätze geschaffen, im Gegenteil, es werden Arbeitsplätze vernichtet. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Koppler: Wir haben sie gewonnen!
Wir haben die Notbremse gezogen, und daher waren diese Wahlen im Dezember 1995 wichtig. (Abg. Koppler: Wir haben sie gewonnen!) Ich behaupte, diese Wahlen waren die wichtigsten Wahlen, Herr Kollege Koppler! Diese Wahlen waren die wichtigsten Wahlen seit dem Jahre 1955, denn nur diese Wahlen haben ermöglicht, daß jetzt ein gewaltiges Reformprogramm durchgezogen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben die Notbremse gezogen, und daher waren diese Wahlen im Dezember 1995 wichtig. (Abg. Koppler: Wir haben sie gewonnen!) Ich behaupte, diese Wahlen waren die wichtigsten Wahlen, Herr Kollege Koppler! Diese Wahlen waren die wichtigsten Wahlen seit dem Jahre 1955, denn nur diese Wahlen haben ermöglicht, daß jetzt ein gewaltiges Reformprogramm durchgezogen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens: Wenn Herr Abgeordneter Stadler – schade, daß er nicht hier ist – meint, daß im Ausschuß bei den Budgetverhandlungen nur Scheinfragen gestellt wurden, dann kann sich dieser Vorwurf nur an seine eigenen Kollegen richten, denn die freiheitlichen Abgeordneten haben die meisten Fragen gestellt, und wenn er diese dann als Scheinfragen abqualifiziert, dann würde ich mir das an Ihrer Stelle nicht gefallen lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zum vorletzten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe fleißig mitgeschrieben, als Herr Stadler gesprochen hat. Er hat von einer Abstimmungsfolklore des Parlaments gesprochen. Man braucht sich nur anzusehen, wie oft Sie das Parlament mißbrauchen! Ich bin schon dafür, daß man Oppositionsrechte nicht einschränkt, sondern erhalten soll, aber Hand aufs Herz, wenn man sich anschaut, welcher Mißbrauch heute getrieben wird und auch morgen – heute kann ich ja nicht sagen – wahrscheinlich (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger ) wieder getrieben werden wird – wir werden heute wahrscheinlich drei bis vier Stunden nur namentliche Abstimmungen haben –, dann muß ich sagen, ich weiß nicht, ob das etwas bringt und ob das in Ordnung ist. Das bezweifle ich. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger
Zum vorletzten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe fleißig mitgeschrieben, als Herr Stadler gesprochen hat. Er hat von einer Abstimmungsfolklore des Parlaments gesprochen. Man braucht sich nur anzusehen, wie oft Sie das Parlament mißbrauchen! Ich bin schon dafür, daß man Oppositionsrechte nicht einschränkt, sondern erhalten soll, aber Hand aufs Herz, wenn man sich anschaut, welcher Mißbrauch heute getrieben wird und auch morgen – heute kann ich ja nicht sagen – wahrscheinlich (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger ) wieder getrieben werden wird – wir werden heute wahrscheinlich drei bis vier Stunden nur namentliche Abstimmungen haben –, dann muß ich sagen, ich weiß nicht, ob das etwas bringt und ob das in Ordnung ist. Das bezweifle ich. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!)
Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!
Zum vorletzten, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich habe fleißig mitgeschrieben, als Herr Stadler gesprochen hat. Er hat von einer Abstimmungsfolklore des Parlaments gesprochen. Man braucht sich nur anzusehen, wie oft Sie das Parlament mißbrauchen! Ich bin schon dafür, daß man Oppositionsrechte nicht einschränkt, sondern erhalten soll, aber Hand aufs Herz, wenn man sich anschaut, welcher Mißbrauch heute getrieben wird und auch morgen – heute kann ich ja nicht sagen – wahrscheinlich (Zwischenruf des Abg. Dr. Krüger ) wieder getrieben werden wird – wir werden heute wahrscheinlich drei bis vier Stunden nur namentliche Abstimmungen haben –, dann muß ich sagen, ich weiß nicht, ob das etwas bringt und ob das in Ordnung ist. Das bezweifle ich. (Abg. Dr. Stummvoll: Zu Recht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner.
Das letzte, das mich als junger Abgeordneter sehr tief getroffen hat, das muß ich Ihnen schon sagen, ist: Wenn hier Herr Stadler herauskommt, sich erfrecht und das Parlament mit dem "Musikantenstadl" vergleicht, dann ist das wirklich ein Griff in die tiefste Lade. Das hat er gesagt, Herr Dr. Ofner! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. ) Lieber Herr Dr. Ofner! Ich werde dir das im Protokoll zeigen. Er hat das Parlament mit einem "Musikantenstadl" verglichen, damit hat er aber alle Parteien gemeint, es sind auch die Freiheitlichen in diesem "Musikantenstadl" drinnen. (Abg. Schwarzenberger: Er hat den Haider mit dem Hias verglichen!)
Abg. Schwarzenberger: Er hat den Haider mit dem Hias verglichen!
Das letzte, das mich als junger Abgeordneter sehr tief getroffen hat, das muß ich Ihnen schon sagen, ist: Wenn hier Herr Stadler herauskommt, sich erfrecht und das Parlament mit dem "Musikantenstadl" vergleicht, dann ist das wirklich ein Griff in die tiefste Lade. Das hat er gesagt, Herr Dr. Ofner! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. ) Lieber Herr Dr. Ofner! Ich werde dir das im Protokoll zeigen. Er hat das Parlament mit einem "Musikantenstadl" verglichen, damit hat er aber alle Parteien gemeint, es sind auch die Freiheitlichen in diesem "Musikantenstadl" drinnen. (Abg. Schwarzenberger: Er hat den Haider mit dem Hias verglichen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sie wissen ja, Herr Dr. Ofner, der "Musikantenstadl" ist eine Unterhaltungssendung, und es gab immer einen bestimmten, der zur Volksbelustigung beigetragen hat, nämlich den Hias. Er hat vor einem halben Jahr seine Funktion abgegeben, die wäre also jetzt frei. Vielleicht könnte man Herrn Stadler ersuchen, diese Funktion zu übernehmen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Als Sie noch gearbeitet haben, war das noch nicht so!
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordneten! Geschätzter Herr Präsident! Die Diskussion über das Strukturanpassungsgesetz 1996 im Kapitel Finanzen hat eigentlich schon viel aufgezeigt. Und daß ich heute vor Ihnen in meinem Schlosseranzug stehe, das habe ich bewußt gemacht. (Abg. Schwarzenberger: Als Sie noch gearbeitet haben, war das noch nicht so!), weil Sie genau diese Arbeitsplätze mit diesem Strukturanpassungsgesetz wegrationalisieren. Das ist der Grund, warum ich heute meine Arbeitskleidung anhabe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Anton Blünegger (Freiheitliche): Hohes Haus! Meine sehr geschätzten Damen und Herren Abgeordneten! Geschätzter Herr Präsident! Die Diskussion über das Strukturanpassungsgesetz 1996 im Kapitel Finanzen hat eigentlich schon viel aufgezeigt. Und daß ich heute vor Ihnen in meinem Schlosseranzug stehe, das habe ich bewußt gemacht. (Abg. Schwarzenberger: Als Sie noch gearbeitet haben, war das noch nicht so!), weil Sie genau diese Arbeitsplätze mit diesem Strukturanpassungsgesetz wegrationalisieren. Das ist der Grund, warum ich heute meine Arbeitskleidung anhabe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Da ist ein Schmierfleck!
Ich spreche nämlich jetzt als Arbeitnehmer und weiß genau, wie schwierig die wirtschaftliche Situation ist. Ich bin noch aktiv tätig. Mein Schlosseranzug ist nicht neu, er ist nur gewaschen, es wird nämlich gearbeitet mit diesem Arbeitsanzug. (Abg. Auer: Da ist ein Schmierfleck!) Ich will das nur dokumentieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich dokumentiere bildlich, daß Ihnen mit diesen Strukturmaßnahmen und mit diesem Strukturanpassungsgesetz, das heute beschlossen werden soll, die Arbeitsplätze verlorengehen werden. Und das ist der Grund, warum ich diese Kleidung heute anhabe.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich spreche nämlich jetzt als Arbeitnehmer und weiß genau, wie schwierig die wirtschaftliche Situation ist. Ich bin noch aktiv tätig. Mein Schlosseranzug ist nicht neu, er ist nur gewaschen, es wird nämlich gearbeitet mit diesem Arbeitsanzug. (Abg. Auer: Da ist ein Schmierfleck!) Ich will das nur dokumentieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich dokumentiere bildlich, daß Ihnen mit diesen Strukturmaßnahmen und mit diesem Strukturanpassungsgesetz, das heute beschlossen werden soll, die Arbeitsplätze verlorengehen werden. Und das ist der Grund, warum ich diese Kleidung heute anhabe.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Arbeitsplätze und die Betriebe, die Sie zerstören, erhöhen maximal den Beschäftigungsstand des Arbeitsmarktservice, denn dort wahrscheinlich viel zu tun sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man einen normalen Hausverstand hat und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen durch die Energiesteuer mit allen Auswirkungen auf die Sicherheit der Arbeitsplätze nicht weiter verschlechtern will, dann sollte man als Abgeordneter darüber nachdenken und sich heute bei der Abstimmung so entscheiden, dieses Belastungpaket im Bereich des Kapitels Finanzen nicht anzunehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn eines ist klar, meine sehr geschätzten Damen und Herren: Zur Vernichtung von Arbeitsplätzen wurden Sie vom Wähler sicher nicht gewählt. Daher glaube ich, es ist legitim, daß Sie sich heute dafür entscheiden und auch diesem Antrag die Zustimmung geben, womit Sie einen Beitrag dazu leisten, von der starken steuerlichen Belastung und von der neuen Energiesteuer wenigstens einen kleinen Teil abzuwenden, und zwar zum Wohle der Arbeitnehmer und zur Sicherung der Arbeitsplätze und der Betriebe! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich habe keinen Mucks gemacht!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn es so einfach wäre mit dem Budget, Herr Kollege Bauer! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Ich habe keinen Mucks gemacht!) – Ich beziehe mich auf Ihre Wortmeldung. Wir wissen doch alle, daß ein Budget heute unterschiedlichen, manchmal auch sich widersprechenden Zielsetzungen zu folgen hat. Es gibt das Ziel der
Abg. Dr. Khol: Das war ein Kostüm!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter, entschuldigen Sie. Vielleicht könnte man den Umkleideakt außerhalb des Plenarsaales vornehmen. Bitte. (Abg. Dr. Khol: Das war ein Kostüm!)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Schieder: Auf Benehmen hat er keinen Eid abgelegt! Auf gutes Benehmen hat er keinen Eid abgelegt! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (fortsetzend) : Das ist ein Kostüm, ja. – Jetzt zeigt er sich wieder in seinem wahren Gewande. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Schieder: Auf Benehmen hat er keinen Eid abgelegt! Auf gutes Benehmen hat er keinen Eid abgelegt! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) – Vielleicht kann jemand dem Kollegen beim Krawattenbinden helfen, damit der neue Aufzug wieder komplett ist.
Abg. Dkfm. Holger Bauer: ’87 bis ’92 – Hochkonjunktur!
Daher, lieber Kollege Bauer, ist es schon ein Unterschied, ob man nicht doch fair herangeht und fragt, welche Möglichkeiten man bei all den beschränkten Bedingungen hat, die ein Nationalstaat heute vorfindet, um eine Situation zu bewältigen. Da kann es durchaus andere Vorschläge geben. Ich bin bereit, diese zu diskutieren. Aber herzugehen und es sich so einfach zu machen und zu sagen, der Zeitpunkt sei ungünstig, und in Wirklichkeit zu suggerieren, es bliebe auch die Ausflucht zu einem anderen Zeitpunkt, das ist nicht seriös! (Abg. Dkfm. Holger Bauer: ’87 bis ’92 – Hochkonjunktur!) – 1987 bis 1992 Hochkonjunktur. Es ist ja nicht die erste Budgetkonsolidierung, die wir durchführen, und inzwischen hat es 1993 die Rezessionsphase gegeben, bei
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Daher würde ich glauben, über den Zweck gibt es keine Debatte. An alternativen Vorschlägen, wie man es besser machen könnte, habe ich heute hier keinen einzigen gehört. Daher unterstelle ich, daß es in Wirklichkeit einen unausgesprochenen Konsens gibt, daß es zu dieser Art der Budgetkonsolidierung in Österreich keine wirkliche Alternative gibt. Das wissen Sie genausogut wie ich, und deswegen machen Sie keine sachlichen Vorschläge, sondern gehen herunter und versuchen heute in der Nacht mit Filibustermethoden, die Beschlußfassung des Budgets zu verhindern. Das ist das einzige, was Ihnen geblieben ist – eine Alternative haben Sie nicht zu bieten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Zuerst möchte ich aber ganz kurz einen Kommentar zu der heutigen Debatte abgeben. Lieber Herr Kollege Blünegger, ich glaube, er ist schon wieder draußen. Ich habe Ehrfurcht vor jeder Kluft, ich habe Ehrfurcht vor jeder blauen Arbeitskleidung, wenn sie jemand anhat. Ich verstehe auch den Aktionismus der Freiheitlichen, damit man eventuell in der Zeitung steht oder im Fernsehen erscheint, aber eines, meine Damen und Herren von der Opposition, verstehe ich nicht, nämlich daß man immer wieder schlechtmachen muß. Und wenn Sie schlechtmachen, meine Damen und Herren, dann machen Sie unseren Staat schlecht, und das schadet schlußendlich auch den Bürgern! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist selbstverständlich möglich, wenn man bestimmte Einzelheiten herauspickt, gegen eine Konsolidierung, gegen so einen Kurs Stimmung zu machen, aber das ist meiner Meinung nach reiner Populismus. Wenn mir auch bestimmte Einzelheiten da oder dort nicht hundertprozentig passen, so bin ich doch zweifellos sehr froh darüber, daß es der Koalition gelungen ist, einen vernünftigen Konsolidierungskurs einzuschlagen, einen Kurs, den der Großteil der Bevölkerung mit Verständnis mitträgt, und wir müssen der Bevölkerung dafür danken, daß sie dem so großes Verständnis entgegenbringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Diesen Schlußstrich, gleichzeitig auch Aufruf zur Budgetkonsolidierung, haben wir zweifellos wegen des Wirtschaftsstandortes Österreich gemacht, aber insbesondere auch im Interesse der Zukunft unserer Jugend. Die Jugend braucht eine klare Zukunft, und wir werden der Jugend diese Möglichkeiten geben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Aber um eines bitte ich die Verhandler des Finanzausgleichs: Gebt den finanzschwachen Gemeinden künftig eine neue Chance! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Bei der Beurteilung der Maßnahmen im Bereich der Steuerpolitik geht es aus meiner Sicht vor allem um die Wahrung der sozialen Symmetrie und um die Wahrung der Verteilungsgerechtigkeit im horizontalen und auch vertikalen Sinn. Ich darf Sie an die Steuerreform 1994 erinnern, bei der wir im Rückblick feststellen mußten, daß der Steuerausfall größer gewesen ist als beabsichtigt und daß auch die Steuergestaltungsmöglichkeiten extensiver genutzt wurden, als es die ursprüngliche Absicht gewesen ist. Wir haben natürlich auch bei den steuerlichen Maßnahmen überlegt, inwieweit eine Solidarabgabe ein möglicher Ansatz wäre. Ich denke aber, daß es richtig war, sich dahin gehend zu entscheiden, unter dem Motto "Steuern einheben, statt Steuern anheben!" Steuerschlupflöcher zu schließen, extensive Gestaltungsmöglichkeiten zu verhindern und auch Kürzungen von Steuersubventionen vorzunehmen, um damit ein besseres Gleichgewicht bei den Steuerpflichtigen im Steueraufkommen und auch in der Steuerbetroffenheit zu erzielen, um einen Ausgleich eben auch zwischen unselbständig Erwerbstätigen und anderen Steuerpflichtigen herzustellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Dieses große Maßnahmenpaket, das wir heute und auch in den folgenden Tagen beschließen werden, hat Respekt und Anerkennung im Ausland, aber auch Akzeptanz im Inland erreicht. Es ist wesentlich für eine stabile Weiterentwicklung in unserem Land, für den Wirtschaftsstandort und auch für die Beschäftigung, für die Planbarkeit der Unternehmer und auch der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Ich bitte Sie daher um Ihre Zustimmung. Ich werde für unsere Fraktion selbstverständlich die Zustimmung zu diesem Strukturanpassungsgesetz in der Fassung der Abänderungsanträge geben. Sie sind wichtig für die weitere gute Entwicklung unseres Landes! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Der Haider ist wieder nicht da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag Böhacker stimmen, um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit . Der Antrag ist damit abgelehnt . (Abg. Parnigoni: Der Haider ist wieder nicht da!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er ist in der Sauna! Der wird morgen abgebrannt kommen!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Schon etwas müde, nachdem die Abstimmungsmaschinerie jetzt vorbei ist. – Sie haben immer Sehnsucht nach dem Abgeordneten Haider. Und wenn er dann da ist, regen Sie sich ständig auf über das, was er sagt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er ist in der Sauna! Der wird morgen abgebrannt kommen!) Da flüchten Sie, Herr Kollege Schwarzenberger (Abg. Schwarzenberger: Der Haider ist in der Sauna!), mit Ihrer Bauernlobby. Heute haben Sie aber dann letztendlich trotzdem die Notbremse gezogen und sind wieder nach vor gekommen.
Abg. Schwarzenberger: Der Haider ist in der Sauna!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Schon etwas müde, nachdem die Abstimmungsmaschinerie jetzt vorbei ist. – Sie haben immer Sehnsucht nach dem Abgeordneten Haider. Und wenn er dann da ist, regen Sie sich ständig auf über das, was er sagt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er ist in der Sauna! Der wird morgen abgebrannt kommen!) Da flüchten Sie, Herr Kollege Schwarzenberger (Abg. Schwarzenberger: Der Haider ist in der Sauna!), mit Ihrer Bauernlobby. Heute haben Sie aber dann letztendlich trotzdem die Notbremse gezogen und sind wieder nach vor gekommen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Antoni: Wo war denn der Haider bei der Abstimmung? Wie wichtig war Ihrem Klubobmann die Abstimmung? – Abg. Schwarzenberger: Er ist in der Sauna!
Aber es war sehr interessant, wie sich die Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsparteien bei der Abstimmung verhalten haben. Die Generalsekretärin der ÖVP – jetzt ist sie leider aus dem Saal gegangen – hat während der gesamten Abstimmung Zeitung gelesen. Sie ist zeitunglesend aufgestanden und hat sich zeitunglesend niedergesetzt. So "wichtig" ist für die Frau Generalsekretärin der ÖVP die Abstimmung zu diesem für Österreich wirklich entscheidenden Gesetz! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Antoni: Wo war denn der Haider bei der Abstimmung? Wie wichtig war Ihrem Klubobmann die Abstimmung? – Abg. Schwarzenberger: Er ist in der Sauna!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn das die Zweite Republik ist, wenn das der Parlamentarismus ist, den Sie bewahren wollen, dann gute Nacht, Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Elmecker: Die Methode: Haltet den Dieb!
Sie verbiegen, Sie verdrehen die Verfassung nach Belieben, und zu Recht ängstigt einen das. Sie spielen sich als Hüter der Verfassung auf (Abg. Elmecker: Die Methode: Haltet den Dieb!) und ändern sie mit einem Schlag, so zum Beispiel beim EU-Beitritt. Sie benützen die Verfassung nur mehr für Ihre Schröpfaktionen und für Ihre Bürgerbelastungen. Je stärker und je rascher Sie von der ÖVP weiter in dieser Richtung agieren, desto besser für uns Freiheitliche. Sie nehmen sich Schritt für Schritt gegen die von uns Freiheitlichen vorgeschlagene Dritte Republik jedes Argument. – Das ist das einzig Gute an dieser Aktion, die Sie gestern und heute hier geliefert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie verbiegen, Sie verdrehen die Verfassung nach Belieben, und zu Recht ängstigt einen das. Sie spielen sich als Hüter der Verfassung auf (Abg. Elmecker: Die Methode: Haltet den Dieb!) und ändern sie mit einem Schlag, so zum Beispiel beim EU-Beitritt. Sie benützen die Verfassung nur mehr für Ihre Schröpfaktionen und für Ihre Bürgerbelastungen. Je stärker und je rascher Sie von der ÖVP weiter in dieser Richtung agieren, desto besser für uns Freiheitliche. Sie nehmen sich Schritt für Schritt gegen die von uns Freiheitlichen vorgeschlagene Dritte Republik jedes Argument. – Das ist das einzig Gute an dieser Aktion, die Sie gestern und heute hier geliefert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie könnten zum Beispiel, Herr Bundesminister, um zum Standesbeamten zurückzukommen, die Pflicht zur Mülltrennung aktivieren, erklären, verlangen. Hoffentlich wissen Sie dann auch, Herr Bundesminister, wo die Aludeckel von den Joghurtbechern hinkommen, ob sie in den gelben Sack kommen. – Das ist Abfallpolitik der Bundesregierung, und dafür ist er zuständig. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wohin kommen die Aludeckel, Herr Bundesminister: In den gelben Sack, in den Restmüll oder in den Abfallkübel für Metall? Oder wohin kommt die gebrauchte Zahnbürste?
Bundesminister Dr. Bartenstein: Die ist schon bisher bezahlt worden!
Ein weiterer Punkt ist die Umweltförderung ins Ausland. Da ist eine starke Erhöhung im Budget vorgesehen. Umweltförderung ins Ausland gab es bisher immer nur mit immateriellen Werten. Das ist geändert worden, das heißt, es wird jetzt auch Geld bezahlt. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Die ist schon bisher bezahlt worden!) Bisher haben wir diesbezügliche Gutachten und Expertisen unseren östlichen Nachbarländern zur Verfügung gestellt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
150 km von Österreich, 150 km von Wien entfernt wird jetzt eine der gefährlichsten Bautypen von Atomkraftwerken gebaut. Ich glaube, daß das mehr als bedenklich ist. Ich ersuche Sie, zumindest im Rahmen der EU und im Ministerrat in dieser Richtung tätig zu werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei der ÖVP.
Ganz konkret und schnell zu ein paar Punkten, erstens zur Umweltförderung: Durch diese Sondertranche für die Siedlungswasserwirtschaft werden für eine Branche, nämlich die Tiefbaubranche, die ohnedies bereits zu einem Drittel im Siedlungswasserbau tätig ist, weitere 3 000 Arbeitsplätze geschaffen werden können. Eine Sondertranche in der Größenordnung von 1 Milliarde Schilling wird es für diesen Bereich geben, also eine sicher sehr wirkungsvolle Maßnahme, und zwar sowohl für die Umweltpolitik als auch für die Arbeitsplatz- und Beschäftigungspolitik. Und das ist als wirklich sehr positive Angelegenheit zu bezeichnen. (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich glaube, man kann abschließend und zusammenfassend zum Kapitel Umwelt folgendes festhalten – es ist ja schon gesagt worden: Budgets sind in Zahlen gegossene politische Programme –: Es liegt ein bemerkenswertes Offensivprogramm vor, das uns helfen wird, eine nachhaltige Entwicklung unseres Lebens und vor allem auch des Wirtschaftsraumes Österreich zu gestalten. – Herzlichen Dank. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Kopf: Es gibt andere Umsetzungsmöglichkeiten als die von Ihnen vorgeschlagenen!
Wie heute schon ausgeführt wurde von dieser Stelle aus: Die Kraft-Wärme-Kopplung ist ökologisch sinnvoll, das wird auch ausdrücklich an mehreren Stellen gesagt – ich verweise nochmals auf die Seiten 122 und 123 dieses sehr umfangreichen und guten Berichtes und Planes –, aber es wird in der konkreten Umsetzung nichts gemacht. (Abg. Kopf: Es gibt andere Umsetzungsmöglichkeiten als die von Ihnen vorgeschlagenen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Die Frage ist: Warum wird in einer Regierungsvorlage, die ja von einer Bundesregierung einstimmig vorgelegt werden muß, nicht das berücksichtigt, wofür sonst Herr Bundesminister Bartenstein – zu Recht – steht und was ihm auch hoch angerechnet wird? Warum hat er sich in dieser Frage nicht durchgesetzt? Warum hat sich die ÖVP insgesamt nicht durchgesetzt, wenn es um Biomasse geht, um Bevorzugung erneuerbarer Energie, wenn es etwa um Biogas geht, was ja gerade im bäuerlichen Bereich, gerade für die kleinbäuerliche Struktur und für die bäuerlichen Betriebe ein ganz, ganz wichtiger Erwerbszweig in Zukunft sein sollte. All das ist vergessen worden, weil nur eines im Vordergrund gestanden ist: nicht Strukturanpassung, sondern panikartige Geldbeschaffung. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Auch im Bereich der Umwelt wird durch das Strukturanpassungsgesetz ganz klar, daß Sie wirklich mehr der Geldbeschaffung den Vorrang eingeräumt haben als einem strukturellen Denken, das Sie in vielen anderen Bereichen, so auch im Nationalen Umweltplan, allerdings angekündigt haben. Das ist schade, denn das ist mehr als eine vergebene Chance. Unsere Zustimmung werden Sie daher in der Gesamtheit dazu nicht bekommen. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Dr. Ofner: Keppelmüller mit Krawatte!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! (Abg. Dr. Ofner: Keppelmüller mit Krawatte!) Warum soll ich keine Krawatte haben? Ist ja etwas Schönes. Es ist eine passende, mit Segelschiff! (Abg. Dr. Ofner: Angepaßt! Das habe ich wissen müssen!) Ich laß’ sie dich dann genau anschauen, sie ist umweltfreundlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .)
Abg. Dr. Ofner: Angepaßt! Das habe ich wissen müssen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! (Abg. Dr. Ofner: Keppelmüller mit Krawatte!) Warum soll ich keine Krawatte haben? Ist ja etwas Schönes. Es ist eine passende, mit Segelschiff! (Abg. Dr. Ofner: Angepaßt! Das habe ich wissen müssen!) Ich laß’ sie dich dann genau anschauen, sie ist umweltfreundlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Peter Keppelmüller (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! (Abg. Dr. Ofner: Keppelmüller mit Krawatte!) Warum soll ich keine Krawatte haben? Ist ja etwas Schönes. Es ist eine passende, mit Segelschiff! (Abg. Dr. Ofner: Angepaßt! Das habe ich wissen müssen!) Ich laß’ sie dich dann genau anschauen, sie ist umweltfreundlich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner .)
Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich kann mich jetzt nicht so lange mit dir aufhalten. Ich hätte mich nämlich gerne mit der Vorsitzenden des Umweltausschusses auseinandergesetzt, zwar nicht lange, weil es wenig Sinn hat, darauf besonders einzugehen, aber offensichtlich schließt sie sich ihrem Parteiobmann an, der heute etwas Neues kreiert hat. Ich habe den gewaltlosen Widerstand von Mahatma Gandhi gekannt. Haider kreiert den präsenzlosen Widerstand hier. – Ist auch nicht schlecht! (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Jedenfalls meine ich, daß wir die Weichen wieder gestellt haben, um in dieser neuen Legislaturperiode – die hoffentlich vier Jahre lang dauern wird, sodaß wir genügend Zeit zum Arbeiten haben – wieder wesentliche Vorhaben im Sinne der österreichischen Umweltpolitik weiterzubringen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Da freuen wir uns, Frau Langthaler!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Monika Langthaler. – Bitte sehr. Maximale Redezeit: 30 Minuten. (Abg. Dr. Khol: Da freuen wir uns, Frau Langthaler!)
Abg. Dr. Khol: Ehrlich!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Das weiß ich ja (Abg. Dr. Khol: Ehrlich!), daß Sie sich freuen! (Abg. Dr. Khol: Wenn Sie 30 Minuten reden, bekommen Sie ein Geschenk: einen Maiskolben! – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Khol: Wenn Sie 30 Minuten reden, bekommen Sie ein Geschenk: einen Maiskolben! – Heiterkeit.
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Das weiß ich ja (Abg. Dr. Khol: Ehrlich!), daß Sie sich freuen! (Abg. Dr. Khol: Wenn Sie 30 Minuten reden, bekommen Sie ein Geschenk: einen Maiskolben! – Heiterkeit.)
Abg. Dr. Khol: Wenn Sie 20 Minuten reden, bekommen Sie zwei Maiskolben! – Neuerliche Heiterkeit.
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! – Herr Klubobmann Khol! (Abg. Dr. Khol: Wenn Sie 20 Minuten reden, bekommen Sie zwei Maiskolben! – Neuerliche Heiterkeit.) Meine Vorredner haben sich aufgrund der vorgerückten Stunde relativ kurz zum Thema Umweltpolitik geäußert. Es gäbe dazu viel zu sagen, aber auch ohne Ihre Geschenke, Herr Klubobmann Khol, werde ich versuchen, mich auch eher kurz zu fassen, vor allem deshalb, weil eine Budgetdebatte zum Kapitel Umwelt solange für Umweltpolitiker unbefriedigend bleibt,
Zwischenruf bei der SPÖ.
Ich zitiere seit Monaten immer wieder, weil das eine solch große Rolle seitens der Bundesregierung im Verkauf von guter Politik im Bereich Umwelt gespielt hat, den OECD-Bericht. Ich meine, Herr Abgeordneter Keppelmüller, daß man gerade anhand dieses Berichtes nachweisen kann, daß Österreich seine Vorreiterrolle, die wir tatsächlich in den siebziger und achtziger Jahren vor allem im Bereich der Schadstoffminimierung von Schwefeldioxid, aber natürlich auch im Bereich der Fluß- und Seenreinhaltung hatten, verloren hat. Da gibt es unterschiedliche Publikationen, internationale Publikationen, die das belegen – und das geht auch aus dieser Studie, aus dieser Untersuchung hervor. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ich möchte das aufgrund der vorgerückten Zeit hier nicht im Detail zitieren, aber nur, um ein Beispiel aus dem Verkehrsbereich zu nennen: Da haben wir europaweit die größten Zuwachsraten, und zwar von 1970 bis 1981 mit einem Zuwachs von 80,3 Prozent. Das ist mittlerweile ein Problem geworden, und da gibt es überhaupt noch keine wirklichen Maßnahmen seitens der Bundesregierung.
Abg. Mag. Barmüller: Und bringt Arbeitsplätze!
Es gibt solche Gesetze beispielsweise in Deutschland. Vor fünf Jahren wurde in Deutschland ein Gesetz betreffend bessere Einspeisebedingungen für Strom, der aus Windkraftanlagen kommt, beschlossen. Was ist dort geschehen? – Innerhalb von fünf Jahren hat sich dort die Leistung verzwölffacht! Dort gibt es wirklich seriöse Anlagen, die gut funktionieren, wo man tatsächlich von einem mittlerweile sehr, sehr vernünftigen Investitionsvolumen reden kann, sodaß die Windkraft vor allem in den für uns auch wichtigen Monaten, nämlich im Winter, zu einer ganz seriösen Alternative zu den fossilen Energieträgern wird. (Abg. Mag. Barmüller: Und bringt Arbeitsplätze!) Und bringt Arbeitsplätze, genau, Herr Abgeordneter!
Abg. Dr. Khol: Ja, die zwei Maiskolben sind schon da! Wenn Sie noch länger reden, ist es nur mehr einer!
Insgesamt ist meine Rede doch länger geworden, als ich mir vorgenommen habe, Herr Abgeordneter Khol (Abg. Dr. Khol: Ja, die zwei Maiskolben sind schon da! Wenn Sie noch länger reden, ist es nur mehr einer!) , aber ich komme jetzt tatsächlich zum Schluß und sage: Die Umweltpolitik wäre ein breites Feld, und sie ist es auch wert, ausführlich diskutiert zu werden. Ich bedanke mich trotzdem gerade bei Ihnen, Herr Khol, für die Aufmerksamkeit. – Gute Nacht!
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Sosehr ich mich auch enttäuscht zeige über die heutige offensichtliche Vertragsunterzeichnung in bezug auf Mochovce, nämlich in Bratislava: Vergessen wir nicht, daß allein vier Rauchgasentschwefelungsprojekte, die Österreich fördern konnte, nämlich Hodonin und Podhradi in Tschechien, Nové Zámky in der Slowakei, Sostanj in Slowenien, ein Reduktionsvolumen von nicht weniger als 231 000 Tonnen SO2 mit sich gebracht haben – bei einer Gesamtemission aller SO2-Emittenten in Österreich von gerade noch 75 000 Tonnen ein gewaltiger Hebel, der da in der Vergangenheit durch die Umwelthilfe für den Osten erreicht werden konnte, das eben zugunsten unserer Umweltsituation. Ich meine daher, daß wir diesen Weg weiterbeschreiten sollten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gäbe noch viel zu sagen. Die vorgerückte Stunde verbietet mir das. – Ich danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Drei Minuten würdest du bekommen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Wurmitzer. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Khol: Drei Minuten würdest du bekommen!)
Beifall bei der ÖVP.
Was wir zum zweiten von der Opposition auch verlangen: daß sie sich einer ordnungsgemäßen Diskussion stellt, daß sie nicht auf der einen Seite Klage darüber führt, daß überall drübergefahren wird, auf der anderen Seite aber alle Möglichkeiten, die die Geschäftsordnung einräumt, nützt, alle Tricks anwendet, um die ordentliche Diskussion über ein Thema weit über Mitternacht hinaus zu verlagern. Das ist es, was ich Ihnen vorwerfe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was wird die ganze Woche passieren?
Wenn Sie mit uns ehrlich diskutieren wollen, dann sollten Sie einen Zeitpunkt wählen, der nicht in den neuen Tag hineinreicht. Das möchte ich Ihnen klipp und klar sagen. Daher ist auch der Vorwurf des Drüberfahrens von uns mit Entschiedenheit zurückzuweisen. (Abg. Scheibner: Was wird die ganze Woche passieren?) Sie wollen nicht diskutieren, Sie wollten es im Ausschuß nicht, Sie wollen es hier auch nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß hätten wir Zeit gehabt! – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß hätten wir Zeit gehabt! – Widerspruch bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie mit uns ehrlich diskutieren wollen, dann sollten Sie einen Zeitpunkt wählen, der nicht in den neuen Tag hineinreicht. Das möchte ich Ihnen klipp und klar sagen. Daher ist auch der Vorwurf des Drüberfahrens von uns mit Entschiedenheit zurückzuweisen. (Abg. Scheibner: Was wird die ganze Woche passieren?) Sie wollen nicht diskutieren, Sie wollten es im Ausschuß nicht, Sie wollen es hier auch nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß hätten wir Zeit gehabt! – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Deshalb wurde bereits im Februar 1996 eine Förderungszusage von einer Milliarde beschlossen, und am 22. Mai sollen weitere 2 Milliarden Schilling freigegeben werden. Ich möchte Bundesminister Dr. Bartenstein herzlich dafür danken, daß hier in weiser Voraussicht auch den Erfordernissen des Arbeitsmarktes in Österreich Rechnung getragen wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Richtig!
Diejenigen, die das Umweltförderungsgesetz heute hier ablehnen, müssen wissen, daß sie auch gegen eine Fortsetzung des erfolgreichen Weges der Siedlungswasserwirtschaft in Österreich stimmen. Das muß ihnen bewußt sein. Daß ihnen die 23 000 Arbeitsplätze in diesem Bereich in der Zukunft nichts bedeuten und daß sich die Arbeitnehmer in diesem Bereich nicht auf sie verlassen können, das werden wir den Leuten draußen sagen. (Abg. Dr. Khol: Richtig!)
Abg. Dr. Khol: In welchem Bundesland?
Ich nehme das Beispiel Kärnten heraus. Es ist das Bundesland mit der niedrigsten Quote. Kärnten nimmt heuer Hunderte Millionen an Förderungsmitteln nicht in Anspruch. Allein heuer könnte eine Milliarde Schilling verbaut werden. (Abg. Dr. Khol: In welchem Bundesland?) Im Bundesland Kärnten. Es geschieht nicht, obwohl dieses Bundesland die höchste Arbeitslosenquote hat und obwohl dieses Bundesland den höchsten Anteil an der Bauwirtschaft in Österreich hat.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Und zum Schluß noch eine Bemerkung: Wenn Sie mich fragen, wer die Verantwortung für die Siedlungswasserwirtschaft in Kärnten trägt, dann kann ich Ihnen sagen: Es ist die Freiheitliche Partei. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Er hat von seiner Heimatgemeinde gesprochen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Wurmitzer, es hätte mich förmlich gewundert, wenn nicht noch am Schluß deiner Rede einmal die FPÖ erwähnt worden wäre, die irgendwo irgend etwas falsch gemacht hat. (Abg. Dr. Ofner: Er hat von seiner Heimatgemeinde gesprochen!) Ich weiß schon, daß dir die Rolle der Opposition, die wir, wie ich meine, wahrnehmen, deren Rechte wir wahrnehmen, aber selbstverständlich auch deren Verpflichtung, nicht paßt. Dennoch ist nicht alles so schön, wie du es hier darzustellen versuchst.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sehe es als notwendig an, zum vorher bereits behandelten Energiesteuervergütungsgesetz etwas zu sagen. Der Zusammenhang mit dem Bereich Umwelt erscheint nicht nur aufs erste sinnvoll und gegeben, sondern er ist es tatsächlich. Die Regierung spricht von einer Plafonierung der Energiesteuer, die 0,35 Prozent des Nettoproduktionswertes eines Industriebetriebes betragen soll. Tatsache ist, daß sich dies zwar sehr positiv anhört, wenn man von einer Energiesteuerrückerstattung spricht, genaugenommen sollte man hiefür eine andere Bezeichnung wählen, nämlich Energiesteuerselbstbehalt, der von der Höhe des Nettoproduktionswertes abhängig ist. Die Rückvergütung ist ein Quasidarlehen mit Zinsverlusten, für die letztlich die Industrie aufzukommen hat. Resultat ist letztlich ein Zinsverlust in Millionenhöhe. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Geltendmachung dieser Rückvergütung kann erst am Ende des Wirtschaftsjahres erfolgen. Es ist somit ein Darlehen, das von der Industrie, von den Gewerbetreibenden an die Bundesregierung vergeben wird.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe auch im Ausschuß darüber gesprochen, daß hier eine Harmonisierung durchzuführen ist – ein, wie ich meine, bekanntes Problem. Ich weiß, es trifft viele Bürgermeister roter und schwarzer Gemeinden gleichermaßen. Ich weiß, daß hier großer Handlungsbedarf besteht, und es sollte in nächster Zeit tatsächlich auch diesbezüglich eine vernünftige Regelung getroffen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Bravo!
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich darf mich in gebotener Kürze (Abg. Böhacker: Bravo!) mit der Sammlung der Verpackungsabfälle aus Sicht der Gemeinden beschäftigen, die vor der Verpackungsverordnung noch ganz gut funktioniert hat; erst danach gab es massive Kostensteigerungen für die Gemeinden.
Abg. Dr. Graf: Mir scheint, da redet ein Oppositionspolitiker!
Für das Funktionieren der kommunalen Abfallwirtschaft ist das Engagement der Gemeindebürger und deren Vertreter Voraussetzung. Die Verpackungsverordnung läuft dem zuwider, denn durch sie werden keine Voraussetzungen für einen sinnvollen Vollzug und eine praktikable Umsetzung geschaffen. (Abg. Dr. Graf: Mir scheint, da redet ein Oppositionspolitiker!) Die Menschen sind verunsichert und wissen ob der vielen Verordnungen nicht, wie sie sich verhalten sollen.
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Die geänderten Rahmenbedingungen sowie die Tatsache, daß der Verfassungsgerichtshof die zentrale Bestimmung der Verpackungsverordnung, nämlich die Pflicht der Konsumenten, Verpackungsabfälle in das Sammelsystem einzubringen, als gesetzwidrig aufgehoben hat, sollen uns veranlassen, sehr rasch die notwendigen Maßnahmen aufgrund der nunmehr dreijährigen Erfahrungen für eine funktionierende Abfallwirtschaft zu setzen. Wir werden uns daran gerne und mit voller Kraft beteiligen, werden aber nicht dabeisein, wenn es darum geht, die Entscheidungen des Verfassungsgerichtshofes zu unterlaufen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Sie waren gar nicht da!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Obwohl die Stunde schon vorgeschritten ist, ist es mir trotzdem ein Bedürfnis, ein paar Feststellungen zu treffen, weil ich der Meinung bin, daß es, auch wenn wir schon in den Ausschußtagen erlebt haben, daß das, was wir zu sagen haben, nicht wirklich ernst genommen wird, doch Augenblicke gibt ... (Abg. Dr. Kräuter: Sie waren gar nicht da!) Ich war durchaus da, Herr Kollege, weil wir nämlich erst ausgezogen sind, nachdem das Kapitel Soziales vorbei war, und es war für mich sehr beeindruckend, wie das Kapitel Soziales debattiert worden ist. Und dieser Eindruck war schlußendlich mitentscheidend für den Beschluß der Fraktion, daß wir uns so etwas eben nicht mehr gefallen lassen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Obwohl die Stunde schon vorgeschritten ist, ist es mir trotzdem ein Bedürfnis, ein paar Feststellungen zu treffen, weil ich der Meinung bin, daß es, auch wenn wir schon in den Ausschußtagen erlebt haben, daß das, was wir zu sagen haben, nicht wirklich ernst genommen wird, doch Augenblicke gibt ... (Abg. Dr. Kräuter: Sie waren gar nicht da!) Ich war durchaus da, Herr Kollege, weil wir nämlich erst ausgezogen sind, nachdem das Kapitel Soziales vorbei war, und es war für mich sehr beeindruckend, wie das Kapitel Soziales debattiert worden ist. Und dieser Eindruck war schlußendlich mitentscheidend für den Beschluß der Fraktion, daß wir uns so etwas eben nicht mehr gefallen lassen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Was wäre eine Alternative gewesen? – Eine mögliche Alternative wäre gewesen, daß man sagt, wir beschließen jetzt die ökologische Steuerreform in vollem Umfang, setzen aber die Ermäßigung der Lohnnebenkosten auf zwei Jahre aus. Das hätten wir zwar nicht gelobt, aber wir hätten es verstanden, und es wäre ehrlich gewesen. Es wäre vor allem ein Signal an die Wirtschaft gewesen, denn wenn ich heute schon weiß, daß ich in zwei Jahren auf der Ebene der Lohnkosten entlastet sein werde, dann ist das eine zusätzliche Hilfe bei Investitionsentscheidungen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Offenbar wollte man das aber nicht zugeben, und nur, um keinen Prestigeverlust zu erleiden, indem man etwas zugeben muß, indem man zugeben muß, daß man jetzt eigene Fehler repariert, wird den Menschen ein X für ein U vorgemacht. Und das ist sehr schade. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber all das sind offenbar nur schöne Worte, und die wirklichen Taten heißen dann "Strukturanpassungsgesetz". Damit möchte ich noch einen Schlußsatz anmerken: Das wirklich Tragische ist: Ich fürchte, die Regierung glaubt, daß das, was sie uns vorgelegt hat, wirklich das Bestmögliche ist, daß ihr wirklich nicht mehr eingefallen ist. Ich räume ihr ein, daß sie der Meinung ist, daß sie uns das Beste, was sie kann, vorgelegt hat – und das ist die eigentliche Tragödie. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Der hat ja schon geredet?! – Ruf: Das war der Kaipel! – Abg. Haigermoser: Der hat auch so ausgeschaut!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schrefel. Er hat das Wort. (Abg. Haigermoser: Der hat ja schon geredet?! – Ruf: Das war der Kaipel! – Abg. Haigermoser: Der hat auch so ausgeschaut!)
ironische Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum
Obwohl der letzte Umweltkontrollbericht – der Kontrollzeitraum erstreckt sich über die zwei Jahre 1993 bis 1995 – Österreich ein hervorragendes Zeugnis für seine Umweltpolitik ausstellt, darf uns der vorliegende Bericht keinesfalls dazu verleiten, sich mit dem Erreichten zufriedenzugeben. Wir sind zwar nach wie vor weltweit Vorreiter in der Reduktion von Schwefeldioxid (ironische Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum) – lachen Sie nicht! –, auch die Spitzenwerte der CO2-Emissionen sind zurückgegangen, und auch beim Gewässerschutz konnten viele Verbesserungen erzielt werden, die zentralen Problembereiche sind jedoch sowohl in Österreich als auch international die Emissionen von Treibhausgasen und Ozonvorläufersubstanzen. Hier müssen noch große Anstrengungen unternommen werden, um einen erfolgreichen Schutz von Klima und Luftqualität zu erzielen. Erfreulich ist aber, daß trotz Sparbudget durch die Budgetbegleitgesetze für unser Land positive Effekte gesetzt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Obwohl der letzte Umweltkontrollbericht – der Kontrollzeitraum erstreckt sich über die zwei Jahre 1993 bis 1995 – Österreich ein hervorragendes Zeugnis für seine Umweltpolitik ausstellt, darf uns der vorliegende Bericht keinesfalls dazu verleiten, sich mit dem Erreichten zufriedenzugeben. Wir sind zwar nach wie vor weltweit Vorreiter in der Reduktion von Schwefeldioxid (ironische Heiterkeit bei den Grünen und beim Liberalen Forum) – lachen Sie nicht! –, auch die Spitzenwerte der CO2-Emissionen sind zurückgegangen, und auch beim Gewässerschutz konnten viele Verbesserungen erzielt werden, die zentralen Problembereiche sind jedoch sowohl in Österreich als auch international die Emissionen von Treibhausgasen und Ozonvorläufersubstanzen. Hier müssen noch große Anstrengungen unternommen werden, um einen erfolgreichen Schutz von Klima und Luftqualität zu erzielen. Erfreulich ist aber, daß trotz Sparbudget durch die Budgetbegleitgesetze für unser Land positive Effekte gesetzt werden können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollegin Langthaler, die behauptet hat, wir hätten eigentlich kein Modell und seien in der Umweltpolitik nicht mehr federführend in Europa, verweise ich auf das Jahr 1995, in dem Österreich, speziell was den landwirtschaftlichen Bereich betrifft, bei den EU-Verhandlungen ein Vorzeigemodell entwickelt hat beziehungsweise mit dem ÖPUL-Programm und der daraus resultierenden großen Dichte von Biobauern abermals in Europa eine Vorreiterrolle auch im Umweltbereich der Landwirtschaft eingenommen hat. Ich verweise auf die 180 000 Betriebe, die am ÖPUL-Programm teilnehmen. Das ist eines der größten Umweltprogramme Österreichs der vergangenen Jahre. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Reformprogramm, meine Damen und Herren, gibt uns Kraft für unseren Wirtschaftsstandort, für die Erhaltung und Verbesserung unserer Umwelt, zur Schaffung von Arbeitsplätzen für unsere Familien und für unsere Position in Europa. Erst die Wahl hat dieses Reformprogramm ermöglicht, und dieses Reformprogramm gibt uns Offensivkraft für die Zukunft. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen
Was in früheren Jahren – Herr Minister, Sie müssen sich das jetzt anhören, ich habe Ihnen im Ausschuß auch lange zugehört, und es stimmt, Sie wissen es nicht, denn Sie sind erst seit kurzem Familienminister; ich bin schon ein bißchen länger in der Familienpolitik tätig (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen ) –, was also in früheren Jahren aus ideologischen Gründen noch zu Widersprüchen führte, war plötzlich einer gemeinsamen Linie gewichen – ich schaue Sie (in Richtung der Abg. Dr. Mertel) bewußt an, Frau Vorsitzende des Familienausschusses –, einer Linie, die von den Regierungsmitgliedern vorgegeben und von den Abgeordneten der Koalitionsparteien anscheinend ohne Wenn und Aber geschluckt wird. Lediglich die Zweckentfremdung des Familienlastenausgleichsfonds wurde von den ÖVP-Abgeordneten noch leise angemerkt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .) Herr Kollege, ich bin verheiratet, ich habe einen Mann und Kinder und bin auch eine Frau. (Abg. Dr. Mertel: Alles auf einmal!)
in Richtung der Abg. Dr. Mertel
Was in früheren Jahren – Herr Minister, Sie müssen sich das jetzt anhören, ich habe Ihnen im Ausschuß auch lange zugehört, und es stimmt, Sie wissen es nicht, denn Sie sind erst seit kurzem Familienminister; ich bin schon ein bißchen länger in der Familienpolitik tätig (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen ) –, was also in früheren Jahren aus ideologischen Gründen noch zu Widersprüchen führte, war plötzlich einer gemeinsamen Linie gewichen – ich schaue Sie (in Richtung der Abg. Dr. Mertel) bewußt an, Frau Vorsitzende des Familienausschusses –, einer Linie, die von den Regierungsmitgliedern vorgegeben und von den Abgeordneten der Koalitionsparteien anscheinend ohne Wenn und Aber geschluckt wird. Lediglich die Zweckentfremdung des Familienlastenausgleichsfonds wurde von den ÖVP-Abgeordneten noch leise angemerkt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .) Herr Kollege, ich bin verheiratet, ich habe einen Mann und Kinder und bin auch eine Frau. (Abg. Dr. Mertel: Alles auf einmal!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .
Was in früheren Jahren – Herr Minister, Sie müssen sich das jetzt anhören, ich habe Ihnen im Ausschuß auch lange zugehört, und es stimmt, Sie wissen es nicht, denn Sie sind erst seit kurzem Familienminister; ich bin schon ein bißchen länger in der Familienpolitik tätig (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen ) –, was also in früheren Jahren aus ideologischen Gründen noch zu Widersprüchen führte, war plötzlich einer gemeinsamen Linie gewichen – ich schaue Sie (in Richtung der Abg. Dr. Mertel) bewußt an, Frau Vorsitzende des Familienausschusses –, einer Linie, die von den Regierungsmitgliedern vorgegeben und von den Abgeordneten der Koalitionsparteien anscheinend ohne Wenn und Aber geschluckt wird. Lediglich die Zweckentfremdung des Familienlastenausgleichsfonds wurde von den ÖVP-Abgeordneten noch leise angemerkt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .) Herr Kollege, ich bin verheiratet, ich habe einen Mann und Kinder und bin auch eine Frau. (Abg. Dr. Mertel: Alles auf einmal!)
Abg. Dr. Mertel: Alles auf einmal!
Was in früheren Jahren – Herr Minister, Sie müssen sich das jetzt anhören, ich habe Ihnen im Ausschuß auch lange zugehört, und es stimmt, Sie wissen es nicht, denn Sie sind erst seit kurzem Familienminister; ich bin schon ein bißchen länger in der Familienpolitik tätig (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen ) –, was also in früheren Jahren aus ideologischen Gründen noch zu Widersprüchen führte, war plötzlich einer gemeinsamen Linie gewichen – ich schaue Sie (in Richtung der Abg. Dr. Mertel) bewußt an, Frau Vorsitzende des Familienausschusses –, einer Linie, die von den Regierungsmitgliedern vorgegeben und von den Abgeordneten der Koalitionsparteien anscheinend ohne Wenn und Aber geschluckt wird. Lediglich die Zweckentfremdung des Familienlastenausgleichsfonds wurde von den ÖVP-Abgeordneten noch leise angemerkt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger .) Herr Kollege, ich bin verheiratet, ich habe einen Mann und Kinder und bin auch eine Frau. (Abg. Dr. Mertel: Alles auf einmal!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen .
Nun meine Frage an Sie, Herr Minister: Wie werden Sie das anstellen? – Sie wissen genau, daß bereits Ihre drei Vorgängerinnen an dieser Thematik gescheitert sind. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen .)
Zwischenruf des Abg. Großruck .
Herr Minister! Sie haben die zwei Budgets, nämlich für 1996 und 1997, mitverhandelt. Sie haben bereits in der Frage der Zweckentfremdung klein beigegeben, und ich behaupte heute schon, Sie werden es wieder tun. Und noch etwas sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben: Von schönen Worten und leeren Versprechungen haben unsere Familien nichts. (Zwischenruf des Abg. Großruck .) – Auch dann.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Böhacker: Da stimmt was nicht in der Rechnung!
Meine Damen und Herren! Was heißt bitte "zu ungünstige Prognose", wenn man sich vor Augen hält, daß man sich hier um 1 000 Prozent verschätzt hat?! Um genau 1 000 Prozent! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Böhacker: Da stimmt was nicht in der Rechnung!) Angesichts solch unglaublicher Verschätzungen der Ministerien kann man einem solchen Budget sicher nicht vertrauen, es nicht einmal akzeptieren, geschweige denn ihm zustimmen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Weil wir Liberalen von unserem Modell überzeugt sind und zudem in unserem Familientransfermodell auch eine Überarbeitung des Lastenausgleiches vorgesehen ist, stimmen wir dem Strukturanpassungsgesetz zum Familienlastenausgleichsgesetz nicht zu. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Böhacker: Das glaube ich auch!
Ich möchte aber doch noch einmal auf die Ausschußberatungen zurückkommen, speziell im Hinblick auf die Betriebs- und Errichtungskosten dieses Nationalparks, denn wenn wir am heutigen Tag und auch in den nächsten Tagen die Budgetkonsolidierung diskutieren, so scheint es durchaus legitim zu sein, die hier angegebenen und dargestellten Kosten auf ihre Realität zu hinterfragen. Die Errichtungskosten sollen sich angeblich zwischen 27 und 43 Millionen Schilling bewegen. Mir scheint das etwas zu optimistisch und zu positiv dargestellt zu sein (Abg. Böhacker: Das glaube ich auch!) , denn selbst die Planer sprechen von 27 Millionen Schilling nur dann, wenn es in diesem Nationalpark auch ein Kraftwerk gibt, und das ist genau das, was nicht nur von der Mehrheit in diesem Hause, sondern auch von den Bürgern rundweg abgelehnt wird. Außerdem hätte ein solcher Nationalpark dann auch nur eine Größe von 2 700 Hektar.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich Sie auch noch ersuchen, sich des Bereiches der Verkehrsinfrastruktur anzunehmen. Obwohl nicht ursächlich mit dem Nationalpark verbunden, muß doch festgehalten werden, daß für eine verkehrsmäßige Erschließung speziell des Nordbereiches noch eine Reihe von zusätzlichen infrastrukturellen Nebenkosten zu erwarten ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Platter: Dafür sind Sie die Ursache!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es geht jetzt wieder mit Familie weiter, und ich stimme in einem Punkt mit meinem Vorredner, Herrn Wurmitzer, überein: Auch ich hätte lieber eine Diskussion zur Familienpolitik gehabt, die nicht zwischen Mitternacht und Morgengrauen stattfindet. (Abg. Platter: Dafür sind Sie die Ursache!) Ich finde eines aber besonders bezeichnend (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – ja, so gefällt es mir –, und zwar daß es für die ÖVP als selbsternannte Familienpartei anscheinend ganz selbstverständlich ist, daß man bei dem Budgetkapitel, das Familie und Umwelt heißt, die Familie sowohl bei der Diskussion im Ausschuß als auch bei der Diskussion hier im Plenum nach hinten reiht. Ich finde das schon sehr bemerkenswert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es geht jetzt wieder mit Familie weiter, und ich stimme in einem Punkt mit meinem Vorredner, Herrn Wurmitzer, überein: Auch ich hätte lieber eine Diskussion zur Familienpolitik gehabt, die nicht zwischen Mitternacht und Morgengrauen stattfindet. (Abg. Platter: Dafür sind Sie die Ursache!) Ich finde eines aber besonders bezeichnend (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – ja, so gefällt es mir –, und zwar daß es für die ÖVP als selbsternannte Familienpartei anscheinend ganz selbstverständlich ist, daß man bei dem Budgetkapitel, das Familie und Umwelt heißt, die Familie sowohl bei der Diskussion im Ausschuß als auch bei der Diskussion hier im Plenum nach hinten reiht. Ich finde das schon sehr bemerkenswert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es geht jetzt wieder mit Familie weiter, und ich stimme in einem Punkt mit meinem Vorredner, Herrn Wurmitzer, überein: Auch ich hätte lieber eine Diskussion zur Familienpolitik gehabt, die nicht zwischen Mitternacht und Morgengrauen stattfindet. (Abg. Platter: Dafür sind Sie die Ursache!) Ich finde eines aber besonders bezeichnend (weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) – ja, so gefällt es mir –, und zwar daß es für die ÖVP als selbsternannte Familienpartei anscheinend ganz selbstverständlich ist, daß man bei dem Budgetkapitel, das Familie und Umwelt heißt, die Familie sowohl bei der Diskussion im Ausschuß als auch bei der Diskussion hier im Plenum nach hinten reiht. Ich finde das schon sehr bemerkenswert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Mertel: Wie viele?
Bei Herrn und Frau Österreicher ist es nämlich anders, bei ihnen steht die Familie sehr hoch im Kurs. Sie alle kennen die Umfragen in dieser Hinsicht und wissen, daß sich die Österreicher im Durchschnitt eigentlich mehr als zwei Kinder wünschen. Neue Umfragedaten von Rainer Münz im Auftrag des Familienministeriums haben ergeben, daß sogar 72 Prozent der Befragten eine Verlängerung der Karenzzeit auf drei Jahre haben wollen, daß 70 Prozent die Einführung eines Erziehungsgeldes haben wollen (Abg. Dr. Mertel: Wie viele?) – 70 Prozent der Befragten! – und daß sich die Österreicher von der staatlichen Familienpolitik sehr wohl Hilfe bei der Umsetzung ihrer Kinderwünsche erwarten. (Abg. Dr. Mertel: Wie denn?) Da müssen Sie Herrn Rainer Münz fragen; er hat das in einer Studie festgehalten. (Abg. Dr. Mertel: War das eine Frage?) Natürlich, sonst hätte ich ja diese Daten nicht, Frau Mertel.
Abg. Dr. Mertel: Wie denn?
Bei Herrn und Frau Österreicher ist es nämlich anders, bei ihnen steht die Familie sehr hoch im Kurs. Sie alle kennen die Umfragen in dieser Hinsicht und wissen, daß sich die Österreicher im Durchschnitt eigentlich mehr als zwei Kinder wünschen. Neue Umfragedaten von Rainer Münz im Auftrag des Familienministeriums haben ergeben, daß sogar 72 Prozent der Befragten eine Verlängerung der Karenzzeit auf drei Jahre haben wollen, daß 70 Prozent die Einführung eines Erziehungsgeldes haben wollen (Abg. Dr. Mertel: Wie viele?) – 70 Prozent der Befragten! – und daß sich die Österreicher von der staatlichen Familienpolitik sehr wohl Hilfe bei der Umsetzung ihrer Kinderwünsche erwarten. (Abg. Dr. Mertel: Wie denn?) Da müssen Sie Herrn Rainer Münz fragen; er hat das in einer Studie festgehalten. (Abg. Dr. Mertel: War das eine Frage?) Natürlich, sonst hätte ich ja diese Daten nicht, Frau Mertel.
Abg. Dr. Mertel: War das eine Frage?
Bei Herrn und Frau Österreicher ist es nämlich anders, bei ihnen steht die Familie sehr hoch im Kurs. Sie alle kennen die Umfragen in dieser Hinsicht und wissen, daß sich die Österreicher im Durchschnitt eigentlich mehr als zwei Kinder wünschen. Neue Umfragedaten von Rainer Münz im Auftrag des Familienministeriums haben ergeben, daß sogar 72 Prozent der Befragten eine Verlängerung der Karenzzeit auf drei Jahre haben wollen, daß 70 Prozent die Einführung eines Erziehungsgeldes haben wollen (Abg. Dr. Mertel: Wie viele?) – 70 Prozent der Befragten! – und daß sich die Österreicher von der staatlichen Familienpolitik sehr wohl Hilfe bei der Umsetzung ihrer Kinderwünsche erwarten. (Abg. Dr. Mertel: Wie denn?) Da müssen Sie Herrn Rainer Münz fragen; er hat das in einer Studie festgehalten. (Abg. Dr. Mertel: War das eine Frage?) Natürlich, sonst hätte ich ja diese Daten nicht, Frau Mertel.
Bundesminister Dr. Bartenstein: Aktionismus!
Ich habe für Sie, Herr Minister Bartenstein, eine Traueranzeige vorbereitet zum Ende der österreichischen Familienpolitik, und ich würde mir wünschen, daß Sie sich diese als Warnung und als Mahnung in Ihrem Büro aufhängen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Aktionismus!) Kein Zynismus, wenn man sich die Fakten anschaut. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Aktionismus!) Ja, warum denn nicht?
Bundesminister Dr. Bartenstein: Aktionismus!
Ich habe für Sie, Herr Minister Bartenstein, eine Traueranzeige vorbereitet zum Ende der österreichischen Familienpolitik, und ich würde mir wünschen, daß Sie sich diese als Warnung und als Mahnung in Ihrem Büro aufhängen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Aktionismus!) Kein Zynismus, wenn man sich die Fakten anschaut. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Aktionismus!) Ja, warum denn nicht?
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Und die Rechnung stimmt. Sie können es überprüfen. Ich habe nicht umsonst im Ausschuß die genauen Zahlen mehrere Male hinterfragt. Und es ist nicht einmal die Reduzierung der Kinderbeihilfe für ausländische Kinder miteinberechnet, die Sie ins Ausland bezahlt haben, denn da werden wir zustimmen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Bundesminister Dr. Bartenstein: Da steht "Kinderabsetzbetrüge" statt -beträge!
Herr Familienminister! Sie haben dieser Entwicklung tatenlos zugesehen, der Entwicklung, daß Familien wiederum mehr zur Kassa gebeten werden als Kinderlose. Und Sie sehen auch nach wie vor tatenlos zu, wie stille Subventionen an Bund, an Länder, an die Österreichischen Bundesbahnen ungehindert weiterfließen. Wir finden das nicht in Ordnung, und wir werden da nicht zustimmen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Da steht "Kinderabsetzbetrüge" statt -beträge!) Das könnte ein Druckfehler sein, der mir nicht aufgefallen ist, Herr Bundesminister. (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Nur, das ist kein Betrug, das sind Fakten.
Oje-Rufe bei der ÖVP.
Herr Familienminister! Sie haben dieser Entwicklung tatenlos zugesehen, der Entwicklung, daß Familien wiederum mehr zur Kassa gebeten werden als Kinderlose. Und Sie sehen auch nach wie vor tatenlos zu, wie stille Subventionen an Bund, an Länder, an die Österreichischen Bundesbahnen ungehindert weiterfließen. Wir finden das nicht in Ordnung, und wir werden da nicht zustimmen. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Da steht "Kinderabsetzbetrüge" statt -beträge!) Das könnte ein Druckfehler sein, der mir nicht aufgefallen ist, Herr Bundesminister. (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Nur, das ist kein Betrug, das sind Fakten.
Beifall bei den Freiheitlichen und der Abg. Motter .
Besonders erschwerend ist, meine Damen und Herren, daß die ÖVP es geduldet, ja akzeptiert hat – auf diese Tatsache hat schon meine Vorrednerin Motter hingewiesen, obwohl sie das im Ausschuß gar nicht mehr mitbekommen hat, weil sie nicht mehr da war –, daß das Finanzministerium einen falschen Kassasturz gemacht hat. Man hat die Situation des Familienlastenausgleichsfonds einfach um 3 Milliarden Schilling verschlechtert, und ich unterstelle hier wirklich: um die Rechtfertigung zu haben, im Familienbereich wieder Kürzungen vorzunehmen, die Familien noch mehr als bisher zu schädigen. Und ich stimme mit der Kollegin Motter überein: Das ist ein Riesenskandal! (Beifall bei den Freiheitlichen und der Abg. Motter .) Denn es wäre möglich gewesen, die bisherigen Förderungen ungehindert weiterzubezahlen aus dem Fonds. Man hätte sich die Studentenunruhen und vieles mehr ersparen können.
Abg. Dr. Mertel: Nein, nein, stimmt nicht!
Ich finde es auch nicht richtig, daß die ÖVP als sogenannte Familienpartei (Abg. Dr. Mertel: Nein, nein, stimmt nicht!) damit einverstanden ist, daß man die zukünftige Dotierung des Fonds auf der Einnahmenseite sukzessive bis zum Jahr 2000 verringern wird. Von 2,2 Prozent auf 1,9 Prozent will man diese Dotierung aus Anteilen der KöSt und der Einkommensteuer absenken.
Beifall bei den Freiheitlichen
Herr Klubobmann Khol! Wir Freiheitliche werden dafür sorgen, daß diese Ihre Meinung unter die Leute kommt (Beifall bei den Freiheitlichen) , damit die österreichischen Familien wissen, was Sie von der ÖVP als Familienpartei in Zukunft zu halten haben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich weiß, Herr Familienminister, Sie haben im Ausschuß gesagt, daß das auch ein Wunsch der ÖVP gewesen wäre. Sie sind nicht durchgekommen. Es würde mich wirklich interessieren, ob die ÖVP dann diesem freiheitlichen Antrag zustimmt oder nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Haigermoser: Wenn wir die Frau Kollegin Aumayr nicht hätten!
Die vorgesehene Staffelung der Beiträge nach Deponietypen bringt für den Betreiber und für die Kontrolle klare Einstufungen. Ad hoc kann aber auf die Berücksichtigung der Abfallart nicht verzichtet werden. Die Reduktion auf drei Abfallarten, nämlich Baurestmassen, Erdaushub und übrige Abfälle, ist zu begrüßen. Der Verzicht auf die Einstufung "gefährlicher Abfall", Frau Kollegin Aumayr, bereinigt langwierige und fruchtlose Auseinandersetzungen. (Abg. Haigermoser: Wenn wir die Frau Kollegin Aumayr nicht hätten!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Die vorliegende Novelle zum ALSAG ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, dem weitere Schritte, zum Beispiel das Abfallwirtschaftsgesetz, das Wasserrechtsgesetz, das Berggesetz und das Chemikaliengesetz, folgen werden. Wir werden diese Schritte konstruktiv mitgestalten. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Abend, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! (Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!) Guten Morgen! Jetzt sind Sie ein bißchen munter geworden! Sie werden langsam munter. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Guten Morgen, Herr Haigermoser, speziell für Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Danke! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wir unterhalten uns noch, Herr Haigermoser! (Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!) Es kommt ein spezielles Kapitel für Sie. (Abg. Haigermoser: Aber geh!)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser .
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Abend, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! (Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!) Guten Morgen! Jetzt sind Sie ein bißchen munter geworden! Sie werden langsam munter. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Guten Morgen, Herr Haigermoser, speziell für Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Danke! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wir unterhalten uns noch, Herr Haigermoser! (Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!) Es kommt ein spezielles Kapitel für Sie. (Abg. Haigermoser: Aber geh!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Abend, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! (Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!) Guten Morgen! Jetzt sind Sie ein bißchen munter geworden! Sie werden langsam munter. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Guten Morgen, Herr Haigermoser, speziell für Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Danke! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wir unterhalten uns noch, Herr Haigermoser! (Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!) Es kommt ein spezielles Kapitel für Sie. (Abg. Haigermoser: Aber geh!)
Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Abend, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! (Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!) Guten Morgen! Jetzt sind Sie ein bißchen munter geworden! Sie werden langsam munter. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Guten Morgen, Herr Haigermoser, speziell für Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Danke! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wir unterhalten uns noch, Herr Haigermoser! (Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!) Es kommt ein spezielles Kapitel für Sie. (Abg. Haigermoser: Aber geh!)
Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Abend, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! (Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!) Guten Morgen! Jetzt sind Sie ein bißchen munter geworden! Sie werden langsam munter. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Guten Morgen, Herr Haigermoser, speziell für Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Danke! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wir unterhalten uns noch, Herr Haigermoser! (Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!) Es kommt ein spezielles Kapitel für Sie. (Abg. Haigermoser: Aber geh!)
Abg. Haigermoser: Aber geh!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Schönen guten Abend, meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! (Rufe bei der SPÖ: Guten Morgen!) Guten Morgen! Jetzt sind Sie ein bißchen munter geworden! Sie werden langsam munter. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Guten Morgen, Herr Haigermoser, speziell für Sie! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haigermoser .) Danke! (Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Wir unterhalten uns noch, Herr Haigermoser! (Abg. Mentil: Kein Problem! Wir haben Zeit!) Es kommt ein spezielles Kapitel für Sie. (Abg. Haigermoser: Aber geh!)
Heiterkeit.
Herr Haigermoser! Gerade weil Ihre Kollegin Haller gemeint hat, sie findet es bedauerlich, daß die Umwelt vor die Familie gereiht ist, möchte ich daran anschließen und sagen: Diese billige Polemik hilft uns überhaupt nicht weiter, denn Sie sind doch wahrscheinlich darüber informiert, Herr Haigermoser: Der deutsche Mann ist in seinem Sperma durch die Umwelteinflüsse stark gefährdet. (Heiterkeit.) Die Fortpflanzungsfähigkeit der deutschen Familie ist natürlich stark eingeschränkt durch die toxikologischen und sonstigen Einflüsse, denen er permanent ausgesetzt ist, während der Mann aus der Türkei, aus dem hintersten Anatolien, wo die Toxikologie, die Umwelteinflüsse nicht so direkt auf das Sperma zugreifen können, natürlich noch wesentlich mehr sein Sperma entfalten kann. Und das sind doch Ihre Ängste und Sorgen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Haigermoser! Gerade weil Ihre Kollegin Haller gemeint hat, sie findet es bedauerlich, daß die Umwelt vor die Familie gereiht ist, möchte ich daran anschließen und sagen: Diese billige Polemik hilft uns überhaupt nicht weiter, denn Sie sind doch wahrscheinlich darüber informiert, Herr Haigermoser: Der deutsche Mann ist in seinem Sperma durch die Umwelteinflüsse stark gefährdet. (Heiterkeit.) Die Fortpflanzungsfähigkeit der deutschen Familie ist natürlich stark eingeschränkt durch die toxikologischen und sonstigen Einflüsse, denen er permanent ausgesetzt ist, während der Mann aus der Türkei, aus dem hintersten Anatolien, wo die Toxikologie, die Umwelteinflüsse nicht so direkt auf das Sperma zugreifen können, natürlich noch wesentlich mehr sein Sperma entfalten kann. Und das sind doch Ihre Ängste und Sorgen! (Beifall bei den Grünen.)
Heiterkeit.
Darum verfechten Sie doch schon seit Jahr und Tag, daß hier den türkischen und den jugoslawischen Gastarbeitern die Familienbeihilfe gestrichen werden soll, damit sie in ihrer Entfaltung etwas reduziert werden. (Heiterkeit.) Denn Sie vertreten ja tatsächlich noch diesen wirklich sehr einfachen und primitiven Ansatz, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, daß man die Österreicher, die Türken – oder was weiß ich wen – damit ködern kann, daß man die Familienbeihilfe um 100 S oder 200 S oder 300 S erhöht.
Abg. Ing. Meischberger: Du würdest der Menschheit einen Gefallen tun, wenn du die Spermadebatte beenden würdest! – Abg. Haigermoser: Das ist ein guter Rat vom Meischberger!
Richtig ist, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen ... (Abg. Ing. Meischberger: Du würdest der Menschheit einen Gefallen tun, wenn du die Spermadebatte beenden würdest! – Abg. Haigermoser: Das ist ein guter Rat vom Meischberger!) Der Herr Meischberger darf einen Rat geben. Er hat ihn selber wahrscheinlich bitterer nötig als jeder andere, aber er darf gerne Ratschläge erteilen. Die Spermadebatte ist offensichtlich für Sie, Herr Meischberger, sehr befruchtend. Ich hoffe, Sie kommen damit zurecht.
Abg. Ing. Meischberger macht halblaute Bemerkungen unter der Heiterkeit der ihn umgebenden freiheitlichen Abgeordneten.
Ich möchte eigentlich weitergehen. Ich möchte darauf hinweisen, wie billig Sie es sich machen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, wenn Sie hier von der Familienpolitik sprechen. Sie haben tatsächlich nur den deutschen Mann und die deutsche Familie im Auge. Die Gastarbeiter, die hereingekommen sind ins Land, die hier seit Jahrzehnten arbeiten, sind Ihnen völlig egal! Und das ist der Punkt, wo ich auch die Regierung kritisiere, daß bei der Familienbeihilfe für Arbeitsmigranten hier in diesem Land, sofern die Kinder nicht ... (Abg. Ing. Meischberger macht halblaute Bemerkungen unter der Heiterkeit der ihn umgebenden freiheitlichen Abgeordneten.)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Herr Meischberger! Sie sollten sich dann zu Wort melden! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Einen Spermabeitrag vom Herrn Meischberger: Das ist es, worauf das Plenum hier noch wartet. Offensichtlich können Sie sich gar nicht mehr halten bei diesem Punkt! (Anhaltende Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Du hast die Lacher auf deiner Seite! Du bist ein einziges Panoptikum!)
Anhaltende Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Du hast die Lacher auf deiner Seite! Du bist ein einziges Panoptikum!
Herr Meischberger! Sie sollten sich dann zu Wort melden! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Einen Spermabeitrag vom Herrn Meischberger: Das ist es, worauf das Plenum hier noch wartet. Offensichtlich können Sie sich gar nicht mehr halten bei diesem Punkt! (Anhaltende Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Du hast die Lacher auf deiner Seite! Du bist ein einziges Panoptikum!)
Abg. Böhacker: Der Öllinger hat ein Spermatrauma!
Herr Haigermoser, das gilt auch für Sie: Es steht Ihnen jederzeit frei, sich zu Wort zu melden. Ich denke, es ist wichtiger, daß wir noch ein paar Punkte der Tagesordnung tatsächlich erörtern. Ich meine, Ihre Familienpolitik oder das, was auch immer Sie dafür halten, ist billig, ist einfach zu durchschauen. (Abg. Böhacker: Der Öllinger hat ein Spermatrauma!) Und, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, sie ist bösartig gegenüber allen, die tatsächlich seit Jahrzehnten hier im Land arbeiten.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich halte es nicht für so einfach, und ich halte es auch für falsch, diesen Weg zu gehen, weil er vom Ansatz her tatsächlich den Keim des Rassismus in sich trägt. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Man kann über alles diskutieren in diesem Bereich, aber man sollte nicht dieser billigen Politik der Freiheitlichen auf den Leim gehen und sie nur deswegen, weil man ein paar Millionen sparen kann oder glaubt, sparen zu können, verfolgen.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Ing. Meischberger: Tosender Applaus bei der Frau Abgeordneten Motter!
Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie und von der ÖVP! Das ist etwas zu billig! Irgend jemand muß die Zeche für diese Politik zahlen. Und es ist ganz einfach zu benennen, wer diese Zeche zahlen soll: Das sind die Frauen, die diese Betreuungspflichten übernehmen müssen, egal, ob und wie sie damit zurechtkommen. Das ist die Konsequenz Ihrer verfehlten Familienpolitik, die Sie hier betreiben! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum. – Abg. Ing. Meischberger: Tosender Applaus bei der Frau Abgeordneten Motter!)
Abg. Ing. Meischberger: Für das Protokoll: Der Minister Bartenstein schaut betroffen zu! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren und Herr Minister! Ich appelliere wirklich an Sie: Legen Sie ein Konzept für die Perspektive, für die Zukunft dieses Familienlastenausgleichsfonds vor! Lassen Sie sich nicht einfach von dieser Politik der ständigen Auszehrung und Austrocknung des Familienlastenausgleichsfonds im Interesse der Budgetsanierung weiter ... (Abg. Ing. Meischberger: Für das Protokoll: Der Minister Bartenstein schaut betroffen zu! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Er ist noch immer nicht beruhigt. (Neuerliche Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Neuerliche Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren und Herr Minister! Ich appelliere wirklich an Sie: Legen Sie ein Konzept für die Perspektive, für die Zukunft dieses Familienlastenausgleichsfonds vor! Lassen Sie sich nicht einfach von dieser Politik der ständigen Auszehrung und Austrocknung des Familienlastenausgleichsfonds im Interesse der Budgetsanierung weiter ... (Abg. Ing. Meischberger: Für das Protokoll: Der Minister Bartenstein schaut betroffen zu! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Er ist noch immer nicht beruhigt. (Neuerliche Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Ziehen Sie Ihre Anträge zurück!
Lassen Sie sich nicht weiter an der Nase herumführen, Herr Minister! Es ist wichtig, daß die Familienpolitik in diesem Land einen klar umrissenen Stellenwert erhält. Und Sie haben die Chance dazu gerade deswegen, weil die Mittelzuführung an und für sich so angelegt wäre in den nächsten Jahren, daß der Familienlastenausgleichsfonds, wenn Sie ihn auch noch von den fondsfremden Leistungen befreien könnten, tatsächlich wieder Fuß fassen könnte. Wenn Sie aber diese Politik der Mittelkürzung auf der Einnahmenseite fortsetzen, dann ist keine Zukunft gesichert für die Familienpolitik und für den Familienlastenausgleichsfonds in diesem Land. (Abg. Murauer: Ziehen Sie Ihre Anträge zurück!) Von welchen Anträgen reden Sie? (Abg. Murauer: Über die gleichgeschlechtliche Familie!) Was ist mit der gleichgeschlechtlichen Familie? – Irgend etwas wissen Sie, aber nichts Genaues. (Abg. Murauer: Mehr als Sie!) – Danke.
Abg. Murauer: Über die gleichgeschlechtliche Familie!
Lassen Sie sich nicht weiter an der Nase herumführen, Herr Minister! Es ist wichtig, daß die Familienpolitik in diesem Land einen klar umrissenen Stellenwert erhält. Und Sie haben die Chance dazu gerade deswegen, weil die Mittelzuführung an und für sich so angelegt wäre in den nächsten Jahren, daß der Familienlastenausgleichsfonds, wenn Sie ihn auch noch von den fondsfremden Leistungen befreien könnten, tatsächlich wieder Fuß fassen könnte. Wenn Sie aber diese Politik der Mittelkürzung auf der Einnahmenseite fortsetzen, dann ist keine Zukunft gesichert für die Familienpolitik und für den Familienlastenausgleichsfonds in diesem Land. (Abg. Murauer: Ziehen Sie Ihre Anträge zurück!) Von welchen Anträgen reden Sie? (Abg. Murauer: Über die gleichgeschlechtliche Familie!) Was ist mit der gleichgeschlechtlichen Familie? – Irgend etwas wissen Sie, aber nichts Genaues. (Abg. Murauer: Mehr als Sie!) – Danke.
Abg. Murauer: Mehr als Sie!
Lassen Sie sich nicht weiter an der Nase herumführen, Herr Minister! Es ist wichtig, daß die Familienpolitik in diesem Land einen klar umrissenen Stellenwert erhält. Und Sie haben die Chance dazu gerade deswegen, weil die Mittelzuführung an und für sich so angelegt wäre in den nächsten Jahren, daß der Familienlastenausgleichsfonds, wenn Sie ihn auch noch von den fondsfremden Leistungen befreien könnten, tatsächlich wieder Fuß fassen könnte. Wenn Sie aber diese Politik der Mittelkürzung auf der Einnahmenseite fortsetzen, dann ist keine Zukunft gesichert für die Familienpolitik und für den Familienlastenausgleichsfonds in diesem Land. (Abg. Murauer: Ziehen Sie Ihre Anträge zurück!) Von welchen Anträgen reden Sie? (Abg. Murauer: Über die gleichgeschlechtliche Familie!) Was ist mit der gleichgeschlechtlichen Familie? – Irgend etwas wissen Sie, aber nichts Genaues. (Abg. Murauer: Mehr als Sie!) – Danke.
Abg. Ing. Langthaler: In Niederösterreich auch!
Einerseits war ich von Kollegin Aumayr sehr irritiert. Aber bitte, vielleicht weiß Sie das auch noch nicht und konnte es daher nicht vertreten. Sie hat auf der einen Seite hier die engagierte FPÖ-Umweltpolitikerin dargestellt. Auf der anderen Seite hat aber gestern, also am Dienstag, die Wiener FPÖ bei der Sitzung der Wiener Landesregierung als einzige Partei gegen das Nationalparkgesetz gestimmt. Sie will damit verhindern (Abg. Ing. Langthaler: In Niederösterreich auch!) , gemeinsam mit den niederösterreichischen Freiheitlichen, daß dieser Nationalpark errichtet wird. Wenn die Freiheitlichen aber hier oder auch im Ausschuß auftreten – ich erinnere mich noch daran –, dann sagen sie, sie begrüßen die rasche Schaffung eines Nationalparks in Wien. (Abg. Scheibner: Am Freitag werden wir im Zusammenhang mit der Maut noch genug Gelegenheit haben, über die Wiener Kommunalpolitik zu reden!) Gut. Aber jetzt reden wir über den Nationalpark, und betreffend den Nationalpark habe ich bis jetzt immer gehört, daß die Freiheitlichen unisono dafür sind, daß sie froh darüber sind, daß er errichtet wird. In Niederösterreich haben sie vor längerer Zeit dagegen gestimmt, und gestern hat man auch in Wien gegen den Nationalpark gestimmt. Ich finde es sehr bedauerlich, daß man hier mit zweierlei Maß mißt.
Abg. Scheibner: Am Freitag werden wir im Zusammenhang mit der Maut noch genug Gelegenheit haben, über die Wiener Kommunalpolitik zu reden!
Einerseits war ich von Kollegin Aumayr sehr irritiert. Aber bitte, vielleicht weiß Sie das auch noch nicht und konnte es daher nicht vertreten. Sie hat auf der einen Seite hier die engagierte FPÖ-Umweltpolitikerin dargestellt. Auf der anderen Seite hat aber gestern, also am Dienstag, die Wiener FPÖ bei der Sitzung der Wiener Landesregierung als einzige Partei gegen das Nationalparkgesetz gestimmt. Sie will damit verhindern (Abg. Ing. Langthaler: In Niederösterreich auch!) , gemeinsam mit den niederösterreichischen Freiheitlichen, daß dieser Nationalpark errichtet wird. Wenn die Freiheitlichen aber hier oder auch im Ausschuß auftreten – ich erinnere mich noch daran –, dann sagen sie, sie begrüßen die rasche Schaffung eines Nationalparks in Wien. (Abg. Scheibner: Am Freitag werden wir im Zusammenhang mit der Maut noch genug Gelegenheit haben, über die Wiener Kommunalpolitik zu reden!) Gut. Aber jetzt reden wir über den Nationalpark, und betreffend den Nationalpark habe ich bis jetzt immer gehört, daß die Freiheitlichen unisono dafür sind, daß sie froh darüber sind, daß er errichtet wird. In Niederösterreich haben sie vor längerer Zeit dagegen gestimmt, und gestern hat man auch in Wien gegen den Nationalpark gestimmt. Ich finde es sehr bedauerlich, daß man hier mit zweierlei Maß mißt.
Abg. Auer: Haben Sie andere Gründe auch?
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ganz kurz noch zu einem Thema, das mich heuer im Winter und im Frühjahr sehr berührt hat, und zwar zum Thema Lambach. Ich selbst war heuer mehrmals in Oberösterreich, und ich habe – ich sage es noch einmal – in Lambach keine Au vorgefunden. Die Au ist dort nicht gegeben. Aber ich finde aus ökonomischen Gründen das Kraftwerk nicht besonders sinnvoll. (Abg. Auer: Haben Sie andere Gründe auch?) Ja, es stimmt, Kollege Auer, es ist keine Au vorhanden, und es ist wirklich schade, daß man dieses Projekt zu einem Umweltschutzthema macht. Aber man sollte über die Sinnhaftigkeit der energetischen Verwendung sprechen, weil ich meine, daß es ganz andere Möglichkeiten gibt, wie zum Beispiel die Müllverbrennungsanlage Wels, die ich auch besucht habe und die ein ausgesprochenes Vorzeigeprojekt ist, die zum Unterschied vom zukünftigen Kraftwerk Lambach, das maximal 14 Megawattstunden Energie produzieren kann, 36 Megawattstunden produziert. Solche Projekte wie die Müllverbrennungsanlage Wels, die Müllverbrennungsanlage Spittelau und die Müllverbrennungsanlage Flötzersteig sind wichtige Eckpfeiler in der österreichischen Umweltpolitik, von der ich der Meinung bin, daß es eine sehr sinnvolle Umweltpolitik ist. (Abg. Auer: Das ist wirklich ein gutes Projekt!) Gut. Es ist sinnvoll, egal, ob die Anlage jetzt in Wels steht oder woanders, diesen Müll zu verbrennen, und zwar schadstofffrei zu verbrennen. (Abg. Auer: Das ist nicht überall durchsetzbar!)
Abg. Auer: Das ist wirklich ein gutes Projekt!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ganz kurz noch zu einem Thema, das mich heuer im Winter und im Frühjahr sehr berührt hat, und zwar zum Thema Lambach. Ich selbst war heuer mehrmals in Oberösterreich, und ich habe – ich sage es noch einmal – in Lambach keine Au vorgefunden. Die Au ist dort nicht gegeben. Aber ich finde aus ökonomischen Gründen das Kraftwerk nicht besonders sinnvoll. (Abg. Auer: Haben Sie andere Gründe auch?) Ja, es stimmt, Kollege Auer, es ist keine Au vorhanden, und es ist wirklich schade, daß man dieses Projekt zu einem Umweltschutzthema macht. Aber man sollte über die Sinnhaftigkeit der energetischen Verwendung sprechen, weil ich meine, daß es ganz andere Möglichkeiten gibt, wie zum Beispiel die Müllverbrennungsanlage Wels, die ich auch besucht habe und die ein ausgesprochenes Vorzeigeprojekt ist, die zum Unterschied vom zukünftigen Kraftwerk Lambach, das maximal 14 Megawattstunden Energie produzieren kann, 36 Megawattstunden produziert. Solche Projekte wie die Müllverbrennungsanlage Wels, die Müllverbrennungsanlage Spittelau und die Müllverbrennungsanlage Flötzersteig sind wichtige Eckpfeiler in der österreichischen Umweltpolitik, von der ich der Meinung bin, daß es eine sehr sinnvolle Umweltpolitik ist. (Abg. Auer: Das ist wirklich ein gutes Projekt!) Gut. Es ist sinnvoll, egal, ob die Anlage jetzt in Wels steht oder woanders, diesen Müll zu verbrennen, und zwar schadstofffrei zu verbrennen. (Abg. Auer: Das ist nicht überall durchsetzbar!)
Abg. Auer: Das ist nicht überall durchsetzbar!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Ganz kurz noch zu einem Thema, das mich heuer im Winter und im Frühjahr sehr berührt hat, und zwar zum Thema Lambach. Ich selbst war heuer mehrmals in Oberösterreich, und ich habe – ich sage es noch einmal – in Lambach keine Au vorgefunden. Die Au ist dort nicht gegeben. Aber ich finde aus ökonomischen Gründen das Kraftwerk nicht besonders sinnvoll. (Abg. Auer: Haben Sie andere Gründe auch?) Ja, es stimmt, Kollege Auer, es ist keine Au vorhanden, und es ist wirklich schade, daß man dieses Projekt zu einem Umweltschutzthema macht. Aber man sollte über die Sinnhaftigkeit der energetischen Verwendung sprechen, weil ich meine, daß es ganz andere Möglichkeiten gibt, wie zum Beispiel die Müllverbrennungsanlage Wels, die ich auch besucht habe und die ein ausgesprochenes Vorzeigeprojekt ist, die zum Unterschied vom zukünftigen Kraftwerk Lambach, das maximal 14 Megawattstunden Energie produzieren kann, 36 Megawattstunden produziert. Solche Projekte wie die Müllverbrennungsanlage Wels, die Müllverbrennungsanlage Spittelau und die Müllverbrennungsanlage Flötzersteig sind wichtige Eckpfeiler in der österreichischen Umweltpolitik, von der ich der Meinung bin, daß es eine sehr sinnvolle Umweltpolitik ist. (Abg. Auer: Das ist wirklich ein gutes Projekt!) Gut. Es ist sinnvoll, egal, ob die Anlage jetzt in Wels steht oder woanders, diesen Müll zu verbrennen, und zwar schadstofffrei zu verbrennen. (Abg. Auer: Das ist nicht überall durchsetzbar!)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend bleibt mir heute noch zu sagen, daß sich mit dem Koalitionsübereinkommen, mit dem der Bundesminister für Umwelt 3 Milliarden Schilling sichergestellt hat, die neuen Arbeitsplätzen durch die Umwelttechnik dienen, nicht nur ein Fortschritt für die Umwelttechnik ergibt, sondern auch ein Fortschritt, da mehr Arbeitsplätze gesichert sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordneten! Wir sehen Familienpolitik nicht so wie Kollege Öllinger. Für uns ist das Thema Familienpolitik viel zu ernst, um es so ins Lächerliche zu ziehen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Budgetbegleitgesetze wurden im Husch-Pfusch-Verfahren erledigt, und zwar zu Lasten der Familien, und das ist eine verfehlte Familienpolitik. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Applaus! – Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber auch die bäuerlichen Familien werden schwer belastet. Erstens: Durch den EU-Beitritt ist ein massiver Preisverfall eingetreten. Zweitens: Die degressiven Preisausgleiche sind in drei Jahren gänzlich weg. Zum dritten: Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge. Zum vierten: Wegfall der Geburtenbeihilfe. Und zum fünften: Selbstbehalt bei Schulbüchern und Schülerfreifahrten. Rechnen Sie sich aus, was diese zusätzlichen Mehrbelastungen für eine kinderreiche Familie bedeuten! (Abg. Schwemlein: Applaus! – Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Laut Professor Schneider lag die Abwanderung aus der Landwirtschaft bei 5 Prozent. Aber das Traurige ist, daß bei den Jungbauern, bei den zukünftigen Hofübernehmern, die Abwanderung doppelt so hoch war, nämlich 10 Prozent. Durch das Sparpaket und besonders durch die Kürzungen im Familienbereich trägt die Regierung zum Rückgang der Bauernschaft bei. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Viele bäuerliche Familien sind davon betroffen. Durch diese Strukturanpassungsgesetze wird die Familienpolitik mit Füßen getreten. Intakte Familien sind aber die Zukunftsträger unserer Gesellschaft. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Somit wäre Familienunterstützung ein sinnvoller Weg für unser Land!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche werden weiterhin Mißstände aufzeigen, Mißstände und Proporz, und massiv nachkontrollieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Deshalb wird es von uns keine Zustimmung dazu geben, daß den österreichischen Familien weiter in die Taschen gegriffen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitliche werden weiterhin Mißstände aufzeigen, Mißstände und Proporz, und massiv nachkontrollieren. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Deshalb wird es von uns keine Zustimmung dazu geben, daß den österreichischen Familien weiter in die Taschen gegriffen wird! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Das wundert mich überhaupt nicht von einem Osttiroler! – Abg. Böhacker: Wir freuen uns!
Sie werden sich jetzt wundern, aber ich bleibe noch heraußen. (Abg. Dr. Khol: Das wundert mich überhaupt nicht von einem Osttiroler! – Abg. Böhacker: Wir freuen uns!) – Fein. Der Einfachheit halber bleibe ich gleich hier und werde meine Ausführungen zum Familienbereich, konkret zum Bereich Jugend, anschließen.
Abg. Dr. Khol: Keine leeren Versprechungen!
Angesichts der vorgeschrittenen Stunde werde ich mich trotz der Wichtigkeit dieses Bereiches sehr kurz fassen. (Abg. Dr. Khol: Keine leeren Versprechungen!) Ich glaube, niemand hat etwas dagegen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meiner Meinung nach – und ich spreche aus Erfahrung als langjährige Leiterin eines offenen Jugendzentrums und als Jugendbetreuerin – müßte das gesamte System der öffentlichen Jugendförderung überdacht werden, um neue, effektive Formen zwischen verbandlicher, offener und projektbezogener Jugendarbeit zu ermöglichen. Nur durch das Eingehen auf die Bedürfnisse der Jugendlichen ohne erhobenen Zeigefinger und ohne Moralpredigten kann ein vertrauensvolles, respektvolles Verhältnis zwischen Erwachsenen und Jugendlichen entstehen. Durch den effektiven Einsatz finanzieller Mittel aus der Jugendförderung können wir der drohenden Kluft zwischen Alt und Jung konstruktiv entgegenwirken. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger, Bezug nehmend auf die Unterlagen: Hoffentlich verwenden Sie nur die erste Seite!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Schaffenrath. – Bitte, Sie haben das Wort. (Abg. Schwarzenberger, Bezug nehmend auf die Unterlagen: Hoffentlich verwenden Sie nur die erste Seite!)
Abg. Schwarzenberger: Die zweite!
Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Tegischer hat es sehr geschickt gemacht und hat ihre Rede – ich glaube, es war die erste (Abg. Schwarzenberger: Die zweite!); oder die zweite – gleich so gut strukturiert, daß zumindest klar erkennbar war, welche Teile zum Bereich Familie, und welche Teile zum Bereich Umwelt gehören. Hin
Zwischenruf bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren! Die Koalitionsparteien haben in ihrem Koalitionsübereinkommen die Förderung der Familie als wichtigen Punkt hervorgehoben. Leider stellt sich das wie in vielen anderen Bereichen auch nur als reine Absichtserklärung heraus. Die politische Realität (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) – Sie können immer lernen! – ist eine ganz andere.
Abg. Böhacker: Ah, die Familie kommt jetzt!
Ich möchte hier noch einmal deutlich machen, daß die Regierungsparteien in diesem Bereich nur so tun, als ob sie, zumindest vordergründig, familienfreundlich wären. (Abg. Böhacker: Ah, die Familie kommt jetzt!) Ich behaupte hier, daß ihnen jegliches Gefühl für sozial gerechte Maßnahmen leider abhanden gekommen ist.
Abg. Schwarzenberger: Der Familienminister hat allein so viele Kinder wie das gesamte Liberale Forum!
Allein die Zahlen im FLAF und das Familienlastenausgleichsgesetz zeigen in erschreckendem Maße, wie reformunfähig die Regierungsparteien sind und daß Geldbeschaffung und Sanierungsaktion diese Politik prägen. (Abg. Schwarzenberger: Der Familienminister hat allein so viele Kinder wie das gesamte Liberale Forum!) Das bringt ihm auch in etwa so viel Familienbeihilfe, trotz bester finanzieller Situation, wie eine Alleinverdienerin mit Kind maximal insgesamt verdienen kann. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen Mehrkinderfamilien? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Vorurteile!) Sie gehören leider durch Ihre Politik zu jenen, die deutlich unter der Armutsgrenze in Österreich liegen. Ich habe gar nichts gegen sie. Ich bedauere sie an und für sich nur, weil die Rahmenbedingungen im Bereich der Kinderbetreuung durch Ihre Politik leider nicht stimmen. Und da muß ich Frau Kollegin Haller recht geben, die deutlich gemacht hat, daß es in Österreich nicht einmal möglich ist, den Kinderwunsch zu realisieren, weil Sie es verabsäumt haben, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Freiheitlichen und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Die Heide Schmidt sagt, sie kann sich kein Kind leisten, weil sie zuwenig verdient!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen Mehrkinderfamilien? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Vorurteile!
Allein die Zahlen im FLAF und das Familienlastenausgleichsgesetz zeigen in erschreckendem Maße, wie reformunfähig die Regierungsparteien sind und daß Geldbeschaffung und Sanierungsaktion diese Politik prägen. (Abg. Schwarzenberger: Der Familienminister hat allein so viele Kinder wie das gesamte Liberale Forum!) Das bringt ihm auch in etwa so viel Familienbeihilfe, trotz bester finanzieller Situation, wie eine Alleinverdienerin mit Kind maximal insgesamt verdienen kann. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen Mehrkinderfamilien? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Vorurteile!) Sie gehören leider durch Ihre Politik zu jenen, die deutlich unter der Armutsgrenze in Österreich liegen. Ich habe gar nichts gegen sie. Ich bedauere sie an und für sich nur, weil die Rahmenbedingungen im Bereich der Kinderbetreuung durch Ihre Politik leider nicht stimmen. Und da muß ich Frau Kollegin Haller recht geben, die deutlich gemacht hat, daß es in Österreich nicht einmal möglich ist, den Kinderwunsch zu realisieren, weil Sie es verabsäumt haben, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Freiheitlichen und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Die Heide Schmidt sagt, sie kann sich kein Kind leisten, weil sie zuwenig verdient!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Freiheitlichen und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Die Heide Schmidt sagt, sie kann sich kein Kind leisten, weil sie zuwenig verdient!
Allein die Zahlen im FLAF und das Familienlastenausgleichsgesetz zeigen in erschreckendem Maße, wie reformunfähig die Regierungsparteien sind und daß Geldbeschaffung und Sanierungsaktion diese Politik prägen. (Abg. Schwarzenberger: Der Familienminister hat allein so viele Kinder wie das gesamte Liberale Forum!) Das bringt ihm auch in etwa so viel Familienbeihilfe, trotz bester finanzieller Situation, wie eine Alleinverdienerin mit Kind maximal insgesamt verdienen kann. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Was haben Sie gegen Mehrkinderfamilien? – Bundesminister Dr. Bartenstein: Vorurteile!) Sie gehören leider durch Ihre Politik zu jenen, die deutlich unter der Armutsgrenze in Österreich liegen. Ich habe gar nichts gegen sie. Ich bedauere sie an und für sich nur, weil die Rahmenbedingungen im Bereich der Kinderbetreuung durch Ihre Politik leider nicht stimmen. Und da muß ich Frau Kollegin Haller recht geben, die deutlich gemacht hat, daß es in Österreich nicht einmal möglich ist, den Kinderwunsch zu realisieren, weil Sie es verabsäumt haben, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Freiheitlichen und bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Die Heide Schmidt sagt, sie kann sich kein Kind leisten, weil sie zuwenig verdient!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Wir haben halt leider auch ein Schulsystem, dessen Form der Leistungsbeurteilung subjektiven Einflüssen geradezu Tür und Tor öffnet. Die jetzt diskutierten neuen Maßnahmen und neuen Mechanismen für das Aufsteigen mit einem Nicht genügend sind ja maximal kleine Veränderungsversuche unter dem Druck dieser Verknüpfungsmaßnahme Familienbeihilfe und Schuldauer und keine Reform im eigentlichen Sinne. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zu alldem werden jetzt die Eltern auch noch finanziell bestraft, letztendlich für ein nicht funktionierendes Schulsystem bestraft. Ich frage Sie: Was schlagen Sie denn der Alleinerzieherin mit einem Kind in Schulausbildung vor, die die Familienbeihilfe verliert, die die Schulfreifahrt verliert und die auch noch den Kinderabsetzbetrag verliert? Bei etwas mehr Reformfreude und bei etwas mehr Bereitschaft zu echter Strukturreform hätten Sie mit unserem Transfermodell auf jeden Fall soziale Treffsicherheit herstellen können und zusätzlich ein recht bedeutendes Einsparungspotential vorgefunden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Die Reformunfähigkeit bei diesem Familienlastenausgleichsgesetz zeigt sich besonders deutlich auch im Bereich der Schulbuchaktion. Die Ausschußfeststellung, daß noch im Laufe dieses Jahres ein neues Modell vorgestellt werden wird, beruhigt mich nicht. Schulbuchreformen wurden von seiten der ehemaligen Ministerin Rauch-Kallat und der ehemaligen Ministerin Moser schon angekündigt. Es gab bereits Erstentwürfe, die, wie ich glaube, durchaus sinnvolle Ansätze beinhaltet haben. Die von der Frau Unterrichtsministerin eingesetzte Expertenkommission sollte seit Oktober 1995 und die von Frau Ministerin Moser eingesetzte Expertenkommission sollte seit Mai 1995 an neuen Konzepten arbeiten. Das Ergebnis ist: Es bleibt alles beim alten. Der Autonomiebegriff im Schulbereich wird leider nur strapaziert. Wir bleiben bei diesem System des Selbstbehaltes, das unserer Meinung nach ein unsinniges, aufwendiges und ungeeignetes ist, und zwar sowohl aus ökonomischen als auch aus pädagogischen Gründen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Mit Ihrer Politik der Gießkanne und der verdeckten Subventionen haben Sie den FLAF ausgeräumt, und mit Ihrer Politik der Reformunfähigkeit und des Kürzens nach der Rasenmähermethode werden Sie auch weiterhin soziale Treffsicherheit und soziale Fairneß verhindern. Einer solchen Politik müssen wir Liberale leider unsere Zustimmung verweigern! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Sonja Moser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Mit der Familienpolitik geht es eigentlich so wie im Leben: rund um die Uhr und eingebettet zwischen Altlastensanierungsprogrammen, Verpackungsverordnungen und Entsorgung. Aber Spaß beiseite: Nur eine inflationsfreie, konsequente Konsolidierungspolitik wird es Österreich ermöglichen, wieder Gestaltungsfreiheit zu bekommen, und wird es uns ermöglichen, Zielvorstellungen durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Österreich steht damit nicht allein: Ich darf nur an Frankreich und Schweden, an die Benelux-Staaten und an das 350-Milliarden-Paket Deutschlands erinnern. Österreich ist aber auf dem besten Weg – durch Schulterschluß aller, die bereit sind, Verantwortung zum Wohle unseres Staates zu tragen –, diese Krise zu meistern. Wir haben die niedrigste Inflationsrate, wir gehören zu den reichsten Ländern, Österreich muß sich seiner Familienpolitik nicht schämen, nicht der Transferleistungen und nicht der Sachleistungen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Für alle sozial Schwachen – da bin ich ganz sicher – gibt es Hilfe und gibt es Unterstützung.
Beifall bei der ÖVP
Was wir jetzt vor allem brauchen, ist, unseren Familien die Kompetenzen wieder zurückzugeben, sie wieder stark zu machen (Beifall bei der ÖVP) , stark zu machen in ihrem Entscheidungs- und in ihrem Gestaltungsfreiraum.
Beifall bei der ÖVP.
Familienpolitik ist Querschnittsmaterie und braucht daher notwendigerweise besonders die Fortführung von drei Schwerpunkten: der Wirtschaftsoffensive, der Bildungsoffensive und der Kinderbetreuung. Familie und Beruf vereinbaren zu können, Partnerschaftlichkeit und Solidarität zu ermöglichen und zu intensivieren, Frauen zu ermutigen, wenn sie Berufsausbildung erworben haben, diese auch auszuüben, denjenigen aber die Wahlfreiheit zuzugestehen, die zumindest temporär auf ihre Kinder aufpassen wollen, andererseits aber auch Männern Mut zu machen, diese Schwellenangst zu überwinden und sich wirklich mehr in ihre Familie einzubringen – um all diese Dinge geht es. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit welcher Landschaft, bitte?
Es ist schon spät, gestatten Sie mir aber noch, die Familienpolitik ein wenig mit einer Heidelandschaft zu vergleichen, in der es allerdings auch sehr wohl blühen kann. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit welcher Landschaft, bitte?) Mit einer Heidelandschaft. Es führen sichere Wege durch, sichere Wege, die da sind: Transferzahlungen, wertvolle Untersuchungen zum Mutter-Kind-Paß – allerdings gebe ich zu, daß hier, gleich wie bei der Mautfrage, wohl ein gewisses Monitoring gegeben sein muß –, aber auch Sachleistungen wie Schulbuch und Schülerfreifahrt. Da ist man mit vollem Einsatz dabei, wirklich neue Strukturen zu schaffen.
Beifall bei der ÖVP.
Bei der Schülerfreifahrt allerdings explodieren die Kosten, und die Zufriedenheit sinkt. Und auch da heißt es wieder, den Familien die Kompetenzen zurückzugeben und sie handlungsfähig zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Familien politisch zu unterstützen, heißt also, sie wieder stark machen, die Leistungen anerkennen, die in Familien erbracht werden, nicht zu fördern und sozial zu unterstützen, sondern Gesellschaftspolitik zu machen. Es geht um das Soziotop im sensiblen Humanbereich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Steibl: Wer hat die Anfragebesprechungen verlangt?
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Diese Budgetdebatte ist genauso abgelaufen, wie man es uns vor einiger Zeit durch die Printmedien ausgerichtet und avisiert hat: Wir haben hier eine wunderschöne Kulisse, und wir Abgeordneten sind darin die Statisten, und zwar Statisten in Gestalt von 183 vorgeschobenen Volksvertretern, die als Gesetzgeber nur mehr absegnen können – teilweise zeitunglesend, teilweise nicht einmal ordentlich aufstehend –, was längst hinter den Kulissen koalitionär konstruiert, festgeschrieben und abgesegnet wurde. (Abg. Steibl: Wer hat die Anfragebesprechungen verlangt?) Wir werden hier als Marionetten hingestellt und degradiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Elfriede Madl (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Diese Budgetdebatte ist genauso abgelaufen, wie man es uns vor einiger Zeit durch die Printmedien ausgerichtet und avisiert hat: Wir haben hier eine wunderschöne Kulisse, und wir Abgeordneten sind darin die Statisten, und zwar Statisten in Gestalt von 183 vorgeschobenen Volksvertretern, die als Gesetzgeber nur mehr absegnen können – teilweise zeitunglesend, teilweise nicht einmal ordentlich aufstehend –, was längst hinter den Kulissen koalitionär konstruiert, festgeschrieben und abgesegnet wurde. (Abg. Steibl: Wer hat die Anfragebesprechungen verlangt?) Wir werden hier als Marionetten hingestellt und degradiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dietachmayr: Es ist doch Ihr Parteiobmann, der gegen den Parlamentarismus arbeitet!
Was ist aus den Aussagen Ihres Parteiobmannes Dr. Schüssel geworden, der noch Ende Februar über die APA ausrichten ließ (Abg. Dietachmayr: Es ist doch Ihr Parteiobmann, der gegen den Parlamentarismus arbeitet!) , die Verstärkung des Persönlichkeitselements bei der Nationalratswahl müsse auch in der praktischen Politik ihren Niederschlag finden? – Das hat er noch Ende Februar gesagt. (Abg. Grabner: Das stimmt ja nicht!) Hören Sie einmal zu, was er gesagt hat! Er sagte, es sei notwendig, nicht nur den Oppositionsabgeordneten, sondern auch den Mandataren der Koalitionsparteien einen größeren Handlungsspielraum einzuräumen – das ist direkt lächerlich nach dem heutigen Tag –, und es gehe ihm dabei, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, um das ungeheuer wichtige Gefühl, politisch mitgestalten zu können.
Abg. Grabner: Das stimmt ja nicht!
Was ist aus den Aussagen Ihres Parteiobmannes Dr. Schüssel geworden, der noch Ende Februar über die APA ausrichten ließ (Abg. Dietachmayr: Es ist doch Ihr Parteiobmann, der gegen den Parlamentarismus arbeitet!) , die Verstärkung des Persönlichkeitselements bei der Nationalratswahl müsse auch in der praktischen Politik ihren Niederschlag finden? – Das hat er noch Ende Februar gesagt. (Abg. Grabner: Das stimmt ja nicht!) Hören Sie einmal zu, was er gesagt hat! Er sagte, es sei notwendig, nicht nur den Oppositionsabgeordneten, sondern auch den Mandataren der Koalitionsparteien einen größeren Handlungsspielraum einzuräumen – das ist direkt lächerlich nach dem heutigen Tag –, und es gehe ihm dabei, unabhängig von der Parteizugehörigkeit, um das ungeheuer wichtige Gefühl, politisch mitgestalten zu können.
Abg. Neugebauer: Sie analysieren das falsch! Sie reden einfach irgend etwas daher!
Aber natürlich war – wie auch heuer – die Zeit zu kurz, und so führten Sie zunächst einmal einen 10prozentigen Selbstbehalt ein, wobei wir voriges Jahr schon gesagt haben, daß sich dieser 10prozentige Selbstbehalt wahrscheinlich in den Verwaltungskosten auflösen wird. Und die Praxis hat gezeigt, daß es so auch war. An das Chaos zum Schulende und zum Schulbeginn heuer möchte ich überhaupt nicht erinnern, denn im Vorjahr haben sich Szenen abgespielt, die sich die Frau Minister wahrscheinlich nicht einmal träumen hat lassen, als Sie diesen Vorschlag des 10prozentigen Selbstbehaltes gemacht hat. (Abg. Neugebauer: Sie analysieren das falsch! Sie reden einfach irgend etwas daher!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neugebauer .
Angeblich wurde für dieses Schuljahr eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine "Schulbuchaktion neu" erarbeiten sollte, bei der man Einsparungen vornehmen kann, ohne die Familien zu belasten. Es ist aber nichts geschehen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neugebauer .) Es hat nur einfach der Minister gewechselt – sonst ist alles beim alten geblieben. Dieser 10prozentige Selbstbehalt wird jetzt einbetoniert, und egal, ob es versprochen ist oder nicht, wird auch der 10prozentige Selbstbehalt – ähnlich wie die Sache mit dem KRAZAF, der 17 Jahre lange überlebt hat – wahrscheinlich in die Geschichte der Ewigkeit in diesem Land eingehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Angeblich wurde für dieses Schuljahr eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die eine "Schulbuchaktion neu" erarbeiten sollte, bei der man Einsparungen vornehmen kann, ohne die Familien zu belasten. Es ist aber nichts geschehen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Neugebauer .) Es hat nur einfach der Minister gewechselt – sonst ist alles beim alten geblieben. Dieser 10prozentige Selbstbehalt wird jetzt einbetoniert, und egal, ob es versprochen ist oder nicht, wird auch der 10prozentige Selbstbehalt – ähnlich wie die Sache mit dem KRAZAF, der 17 Jahre lange überlebt hat – wahrscheinlich in die Geschichte der Ewigkeit in diesem Land eingehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwemlein: Nur bei den höheren Einkommen!
Das war, wie gesagt, voriges Jahr, und jetzt wird dem Ganzen noch zusätzlich die Krone aufgesetzt. Denn nicht genug damit, daß durch Sparmaßnahmen in anderen Bereichen die Belastung auch Familien trifft – zum Beispiel die Einführung der Energiesteuer; diese belastet doch Familien gleichermaßen oder noch viel mehr als jeden anderen, denn eine Familie braucht Strom, eine Familie braucht Heizung; dadurch verteuert sich das Wohnen, und das Budget der Familien wird immer kleiner –, bestraft man im Gegenzug dazu dann noch jene Leute, meine Damen und Herren, die für sich eine Vorsorge treffen. Man sagt ihnen, ihr könnt die Zusatzversicherung zur Krankenversicherung steuerlich absetzen. Vor Jahren waren es noch 100 Prozent, dann hat man es auf 50 Prozent gekürzt und jetzt auf einmal greift man rückwirkend sogar in bestehende Verträge ein und sagt: Na gut, ihr habt es zwar abgeschlossen, aber das könnt ihr jetzt leider nur mehr zu 25 Prozent absetzen. (Abg. Schwemlein: Nur bei den höheren Einkommen!)
Abg. Böhacker: Wer hat ein hohes Einkommen?
Das ist ja völlig egal, bei welchem Einkommen. (Abg. Böhacker: Wer hat ein hohes Einkommen?) Das trifft ja jeden so. Wenn ich heute einen Vertrag abschließe, dann frage ich mich, ob ich mir das leisten kann oder nicht. Ich vertraue darauf, daß mein Einkommen so bleibt, wie es war. Aber es kann nicht so sein, daß man dann im nachhinein sagt: Liebe Leute, ihr habt da Verträge abgeschlossen, die ihr erst zu Jahresende kündigen könnt, aber für das eine Jahr könnt ihr nur 25 Prozent davon abschreiben. So ist das. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Sie redet und redet! Man kann schon gar nicht mehr zuhören!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Sie redet und redet! Man kann schon gar nicht mehr zuhören!
Das ist ja völlig egal, bei welchem Einkommen. (Abg. Böhacker: Wer hat ein hohes Einkommen?) Das trifft ja jeden so. Wenn ich heute einen Vertrag abschließe, dann frage ich mich, ob ich mir das leisten kann oder nicht. Ich vertraue darauf, daß mein Einkommen so bleibt, wie es war. Aber es kann nicht so sein, daß man dann im nachhinein sagt: Liebe Leute, ihr habt da Verträge abgeschlossen, die ihr erst zu Jahresende kündigen könnt, aber für das eine Jahr könnt ihr nur 25 Prozent davon abschreiben. So ist das. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Sie redet und redet! Man kann schon gar nicht mehr zuhören!)
Abg. Kiss: Frau Kollegin! Machen Sie eine Pause!
Wie gesagt, das alles sind Belastungen, die auch die Familien treffen. (Abg. Kiss: Frau Kollegin! Machen Sie eine Pause!) Wenn Sie nicht so schnell zuhören können, dann legen Sie sich schlafen, vielleicht funktioniert es dann, vielleicht sind Sie dann ausgeruht und können mir wieder folgen, Herr Kollege! Na, ist das ein Vorschlag? Wunderbar! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das ist ja unglaublich! – Abg. Schwemlein: Wo schläft der Haider?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das ist ja unglaublich! – Abg. Schwemlein: Wo schläft der Haider?
Wie gesagt, das alles sind Belastungen, die auch die Familien treffen. (Abg. Kiss: Frau Kollegin! Machen Sie eine Pause!) Wenn Sie nicht so schnell zuhören können, dann legen Sie sich schlafen, vielleicht funktioniert es dann, vielleicht sind Sie dann ausgeruht und können mir wieder folgen, Herr Kollege! Na, ist das ein Vorschlag? Wunderbar! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Kiss: Das ist ja unglaublich! – Abg. Schwemlein: Wo schläft der Haider?)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Fraktionen. – Abg. Scheibner – in Richtung ÖVP –: Ihr geht schon alle in Deckung!
Genauso verhält es sich mit den 600 Millionen Schilling dieser "Kindergartenmilliarde", die Sie so bejubeln und als Verhandlungsergebnis für sich verbuchen wollen, Herr Minister. Seit Jahren wird uns vom Finanzministerium "die Kindergartenmilliarde" versprochen, und auch das ist wieder von einem Jahr zum anderen hinausgeschoben worden. Diese 600 Millionen Schilling für das Familienressort sind meiner Ansicht nach aber keine Errungenschaft, denn selbst der Herr Finanzminister hat, nachdem diese 600 Millionen Schilling sozusagen losgeeist wurden, im ORF ein Interview gegeben, in dem er gesagt hat, diese 600 Millionen Schilling werde er für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen lockermachen – aber kein Wort über das Tagesmütterprojekt, kein Wort über die wirklich geforderten Maßnahmen! Die Frauen wollen nämlich Tagesmütter, überhaupt für kleinere Kinder. Sie wollen, daß diese Projekte wirklich gefördert werden, und nicht nur eine Alibiaktion gesetzt wird, damit man sie da und dort vorweisen kann. All das ist nicht geschehen und wird wahrscheinlich auch in Zukunft nicht geschehen. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Fraktionen. – Abg. Scheibner – in Richtung ÖVP –: Ihr geht schon alle in Deckung!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger – da Abg. Böhacker auf seine Uhr deutet –: Frau Abgeordnete Madl, schauen Sie einmal zum Böhacker!
Ich finde, diese 600 Millionen Schilling für Kinderbetreuungseinrichtungen – ich würde mir wünschen, daß sie für ein Tagesmütterprojekt ausgegeben würden – sind ja nur ein Tropfen auf einen heißen Stein, der die Mütter nicht einmal erreichen wird. Denn wenn man weiß, daß eine Studie besagt, daß die Schaffung zusätzlicher Kinderbetreuungseinrichtungen in Österreich, wenn sie wirklich den Bedarf für alle Kinder abdecken, deren Mütter nach eineinhalb Jahren Karenzzeit eben ihre Kinder in Betreuungseinrichtungen geben wollen, 42 Milliarden Schilling kosten würde, dann sind diese 600 Millionen Schilling wirklich nicht einmal ein Butterbrot. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger – da Abg. Böhacker auf seine Uhr deutet –: Frau Abgeordnete Madl, schauen Sie einmal zum Böhacker! )
Abg. Dr. Khol: Frau Madl!
Durch die Streichung der Geburtenbeihilfe wird sich auch die Geburtenrate in Österreich weiter verschlechtern, weil sich Jungfamilien (Abg. Dr. Khol: Frau Madl!) – ja so heiße ich (Abg. Dr. Khol: Schauen Sie auf den Böhacker!) –, weil es sich Jungfamilien in Zeiten umfangreicher Belastungen einfach nicht mehr leisten können, Kinder zu bekommen. Das wurde heute schon ein paarmal angesprochen. Die Auswirkungen dieser Maßnahme auf den Generationenvertrag und auf die mühsam errungene Früherkennung der Geburtsschäden bei Mutter und Kind möchte ich hier überhaupt nicht erwähnen. (Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Grabner – in Richtung Freiheitliche –: Zeigt ihr, daß es schon aus ist!)
Abg. Dr. Khol: Schauen Sie auf den Böhacker!
Durch die Streichung der Geburtenbeihilfe wird sich auch die Geburtenrate in Österreich weiter verschlechtern, weil sich Jungfamilien (Abg. Dr. Khol: Frau Madl!) – ja so heiße ich (Abg. Dr. Khol: Schauen Sie auf den Böhacker!) –, weil es sich Jungfamilien in Zeiten umfangreicher Belastungen einfach nicht mehr leisten können, Kinder zu bekommen. Das wurde heute schon ein paarmal angesprochen. Die Auswirkungen dieser Maßnahme auf den Generationenvertrag und auf die mühsam errungene Früherkennung der Geburtsschäden bei Mutter und Kind möchte ich hier überhaupt nicht erwähnen. (Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Grabner – in Richtung Freiheitliche –: Zeigt ihr, daß es schon aus ist!)
Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Grabner – in Richtung Freiheitliche –: Zeigt ihr, daß es schon aus ist!
Durch die Streichung der Geburtenbeihilfe wird sich auch die Geburtenrate in Österreich weiter verschlechtern, weil sich Jungfamilien (Abg. Dr. Khol: Frau Madl!) – ja so heiße ich (Abg. Dr. Khol: Schauen Sie auf den Böhacker!) –, weil es sich Jungfamilien in Zeiten umfangreicher Belastungen einfach nicht mehr leisten können, Kinder zu bekommen. Das wurde heute schon ein paarmal angesprochen. Die Auswirkungen dieser Maßnahme auf den Generationenvertrag und auf die mühsam errungene Früherkennung der Geburtsschäden bei Mutter und Kind möchte ich hier überhaupt nicht erwähnen. (Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Grabner – in Richtung Freiheitliche –: Zeigt ihr, daß es schon aus ist!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Die Familie – das ist heute auch schon gesagt worden – ist die Keimzelle des Staates und darf steuerlich und auch wirtschaftlich nicht diskriminiert werden. Wir alle haben die Verpflichtung, Familien zu schützen und zu fördern – und nicht, wie es diese Regierung macht, finanziell in den Ruin zu treiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch die Lehrlingsfreifahrt und andere Dinge sind ganz wesentliche Maßnahmen, die in den letzten drei Jahren dazugekommen sind. Wenn wir jetzt etwas zurücknehmen müssen, so haben wir damit immer noch ein Niveau, das in bezug auf die finanziellen Transferleistungen des Staates an die Familien europaweit an der Spitze liegt. Und das ist ganz wichtig, hier festgehalten zu werden, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Weil Sie, Frau Abgeordnete Madl, von den 600 Millionen gesprochen haben – der Herr Abgeordnete Öllinger hat von "Milliönchen" gesprochen, und ich halte das für eine unzulässige Verniedlichung eines doch sehr signifikanten Betrages – und davon, daß der Herr Finanzminister noch vor kurzem angekündigt hat, nur Kinderbetreuungseinrichtungen im Sinne von Bauten finanzieren zu wollen, kann ich Ihnen sagen – das ist heute ein klein wenig untergegangen –, daß noch erreicht werden konnte, daß wir von diesem Punkt wiederum weggekommen sind und wir uns am Rande der Ministerratssitzung sehr wohl darauf verständigt haben, Kinderbetreuungseinrichtungen insgesamt zu fördern, also auch die Ausbildung von Tagesmüttern, auch die längere Öffnungszeit von Kindergärten und ähnliches mehr. Wir fördern, was immer dem Wohl der Kinder dient und womit man mit 600 Millionen Schilling eine Impulsfinanzierung leisten kann, die dann in den Folgejahren von den Ländern und Gemeinden fortgeführt werden wird. Ein ganz, ganz wesentlicher familienpolitischer Aspekt, der heute am Vormittag im wesentlichen realisiert werden konnte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es wurde mehrfach und richtigerweise angeschnitten, daß der Wegfall der Geburtenbeihilfe natürlich eine Problematik hinsichtlich der Untersuchungsdisziplin in Richtung Mutter-Kind-Paß aufwirft. Es verbleiben uns noch einige Monate, um Maßnahmen zu überlegen. Wir werden hier gemeinsam zu einer Lösung kommen. Es gilt, die hohe Untersuchungsdisziplin im Rahmen des Mutter-Kind-Passes von weit über 90 Prozent, fast 100 Prozent, in Österreich aufrechtzuerhalten. Dazu bekenne ich mich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Koller: Drei Dienstfahrzeuge, das ist ungeheuerlich! Drei Dienstwagen!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Koller! Manche Dinge dürfen nicht im Raum stehenbleiben, deswegen: Lassen Sie das mit den drei Dienstwagen! Sie haben mich im Ausschuß schon dazu gefragt, ich habe Ihnen eine Antwort gegeben. Ich habe Ihnen damals schon gesagt: Was soll’s denn? Der Dienstwagen von Frau Ministerin Moser wird ja wohl noch da sein, weil formell das Familienressort auch heute noch ein eigenständiges Ressort ist. Deswegen könnte es auch so sein, daß bei Minister Scholten zwei Ministerfahrzeuge im Fahrzeugplan stehen, weil auch der zwei Ministerien zu einem zusammenführen muß. (Abg. Koller: Drei Dienstfahrzeuge, das ist ungeheuerlich! Drei Dienstwagen!) Und das Elektrofahrzeug, das seit den Zeiten der Ministerin Flemming nicht mehr gefahren wurde, soll Ihnen jedenfalls weniger Probleme bereiten. (Abg. Leikam: Geben wir es dem Koller!) Ich habe Ihnen das ausführlich erklärt. Sie hätten sich das auch aufgrund der Abänderungsanträge, die Ihrer Fraktion vorgelegen sind, anschauen können. Es tut mir leid, daß Sie Ihre Jungfernrede mit einer derart unsachlichen Polemik beenden mußten. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Keine Polemik von der Regierungsbank gegen einen Abgeordneten!)
Abg. Leikam: Geben wir es dem Koller!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Koller! Manche Dinge dürfen nicht im Raum stehenbleiben, deswegen: Lassen Sie das mit den drei Dienstwagen! Sie haben mich im Ausschuß schon dazu gefragt, ich habe Ihnen eine Antwort gegeben. Ich habe Ihnen damals schon gesagt: Was soll’s denn? Der Dienstwagen von Frau Ministerin Moser wird ja wohl noch da sein, weil formell das Familienressort auch heute noch ein eigenständiges Ressort ist. Deswegen könnte es auch so sein, daß bei Minister Scholten zwei Ministerfahrzeuge im Fahrzeugplan stehen, weil auch der zwei Ministerien zu einem zusammenführen muß. (Abg. Koller: Drei Dienstfahrzeuge, das ist ungeheuerlich! Drei Dienstwagen!) Und das Elektrofahrzeug, das seit den Zeiten der Ministerin Flemming nicht mehr gefahren wurde, soll Ihnen jedenfalls weniger Probleme bereiten. (Abg. Leikam: Geben wir es dem Koller!) Ich habe Ihnen das ausführlich erklärt. Sie hätten sich das auch aufgrund der Abänderungsanträge, die Ihrer Fraktion vorgelegen sind, anschauen können. Es tut mir leid, daß Sie Ihre Jungfernrede mit einer derart unsachlichen Polemik beenden mußten. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Keine Polemik von der Regierungsbank gegen einen Abgeordneten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Keine Polemik von der Regierungsbank gegen einen Abgeordneten!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Koller! Manche Dinge dürfen nicht im Raum stehenbleiben, deswegen: Lassen Sie das mit den drei Dienstwagen! Sie haben mich im Ausschuß schon dazu gefragt, ich habe Ihnen eine Antwort gegeben. Ich habe Ihnen damals schon gesagt: Was soll’s denn? Der Dienstwagen von Frau Ministerin Moser wird ja wohl noch da sein, weil formell das Familienressort auch heute noch ein eigenständiges Ressort ist. Deswegen könnte es auch so sein, daß bei Minister Scholten zwei Ministerfahrzeuge im Fahrzeugplan stehen, weil auch der zwei Ministerien zu einem zusammenführen muß. (Abg. Koller: Drei Dienstfahrzeuge, das ist ungeheuerlich! Drei Dienstwagen!) Und das Elektrofahrzeug, das seit den Zeiten der Ministerin Flemming nicht mehr gefahren wurde, soll Ihnen jedenfalls weniger Probleme bereiten. (Abg. Leikam: Geben wir es dem Koller!) Ich habe Ihnen das ausführlich erklärt. Sie hätten sich das auch aufgrund der Abänderungsanträge, die Ihrer Fraktion vorgelegen sind, anschauen können. Es tut mir leid, daß Sie Ihre Jungfernrede mit einer derart unsachlichen Polemik beenden mußten. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Keine Polemik von der Regierungsbank gegen einen Abgeordneten!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Da auch sexuelle Mißhandlungen – insbesondere bei Kindern und nicht nur in Österreich – ein immer größer werdendes Problem sind, stehe ich nicht an, zu sagen, Frau Abgeordnete und meine sehr verehrten Damen und Herren, daß ich einer Erweiterung des § 207 Strafgesetzbuch auf den sexuellen Mißbrauch von Minderjährigen auch für Straftaten, die im Ausland begangen wurden, positiv gegenüberstehe. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Sehr gut! Ausgezeichnet!
Zum dritten möchte ich auch noch sagen, daß Sie, Frau Abgeordnete Haller, wenn Sie die Reduzierung der Karenzzeit mit 3,5 Milliarden Schilling voll als Defizit der Familienpolitik anziehen, damit einer Ihrer Leitlinien widersprechen und im übrigen auch meiner, denn ich bin nicht der Auffassung, daß die Karenzzeit und damit das Karenzgeld ausschließlich oder auch nur zu 70 Prozent eine familienpolitische Leistung sind. Also ich würde Sie wirklich bitten, das mit den Taferln zu lassen. Ihrem Parteiobmann ist das Taferl schon vor ein paar Monaten in einer Fernsehdiskussion mit unserem Wolfgang Schüssel umgefallen. Und Sie haben sich mit dem Taferl heute wirklich auch nicht ausgezeichnet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Sehr gut! Ausgezeichnet!)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Wir stehen heute vor der schwierigen Aufgabe, den Haushalt des Bundes zu ordnen, damit für uns und unsere Kinder die Sicherheit eines stabilen Staates gegeben ist und das für die Zukunft so bleibt. Unser Hauptanliegen muß es dabei sein, sinnvolle und dauerhafte Einsparungen zu machen und die Belastungen möglichst gerecht zu verteilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir in Österreich haben im Vergleich zu anderen Staaten trotz der schmerzlichen Einsparungen, die – das gebe ich zu – im Familienbereich vorzunehmen sind, noch immer ein sehr hohes Niveau, und die notwendigen Maßnahmen sollen sicherstellen, daß wir dieses Niveau auch für die Zukunft halten können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Wir, die ÖVP mit Wolfgang Schüssel, bekennen uns dazu, jetzt zu sparen, um die Zukunft zu sichern.
Abg. Schwemlein: Aber die können "Budget" richtig schreiben!
Im Bereich der Familienförderung ist die Gratisschulbuchaktion eine Aktion, bei der man wirklich die Struktur ändern sollte. Alle, die Kinder haben, wissen, wie viele Bücher sich im Laufe der Ausbildungszeit ihrer Kinder aufstauen. Ich persönlich habe auf meinem Dachboden hohe Stapel, denn meine fünf Kinder sind auch durch alle Schulen gegangen. Dies ist wirklich Vergeudung! (Abg. Schwemlein: Aber die können "Budget" richtig schreiben!)
Beifall bei der ÖVP.
Für die Kinderbetreuung wurden 600 Millionen Schilling bereitgestellt. Man könnte sich hier für die Zukunft doch wohl überlegen, einen anderen Weg einzuschlagen, der laut Schattovits-Studie die gerechteste Verteilung der Zurverfügungstellung wäre, nämlich der Betreuungsscheck. Frau Abgeordnete Haller hat schon mehrmals darüber gesprochen. Damit würden nämlich alle Leistungen der öffentlichen Hand zusammengefaßt, pro Kind ein gewisser Betrag zur Verfügung gestellt, und es bliebe den mündigen Eltern selbst überlassen, wie sie diese Betreuung regeln wollen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.
Ein großes Problem, das immer mehr in die Öffentlichkeit gerückt wird, ist die Gewalt in der Familie. Wir können zumindest etwas Schutz vor Gewalt bieten, indem wir die sicherheitspolizeilichen, die strafrechtlichen und sozialarbeitsrechtlichen Maßnahmen verbessern. Ich verstehe das oft geringe Strafausmaß für diese Delikte nicht. Wir müssen vor allem das Bewußtsein stärken, daß es das schlimmste Verbrechen ist, sich an wehrlosen Kindern zu vergreifen, und daß jeder sein Möglichstes tun muß, um Kinder zu schützen. Jedes Kind ist einmalig, es ist unverwechselbar, es ist wertvoll, und es ist den Eltern von Gott anvertraut. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Öllinger hat hier gesagt, es werde bewirkt, daß Frauen wieder Kinderbetreuung übernehmen müssen . Was heißt das? – Kinderbetreuung ist Freude, ist Erfüllung für mich. Ich habe fünf Kinder großgezogen, und es war dies die schönste Zeit in meinem Leben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Frauen haben heute eine große Lobby. Ich kenne keinen Politiker, der es wagen würde, Frauenrechte in Frage zu stellen, aber Kinder brauchen uns Eltern als ihre Lobby. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Bravo!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte es wirklich nicht an meiner eigenen Konstitution und Leistungsfähigkeit mangeln lassen und, dem Beispiel meiner Vorredner folgend, mit der gleichen Ausdauer und Intensität auch um halb drei Uhr früh noch sprechen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Leikam: Bravo!) Ich werde also meine Rede in keinster Weise kürzen und mich nicht zurückhalten – ich habe einige Unterlagen hier –, auch wenn das jetzt fast wie eine gefährliche Drohung ausschaut.
Beifall bei der SPÖ.
Eines tut mir leid: daß eine Partei wie die freiheitliche Bewegung, die anderen immer Hausaufgaben aufträgt, manchmal sogar gerne Strafaufgaben auftragen möchte, zu einer Taferlklasse verkommen ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie heute wieder lustig sein?
Wenn Frau Madl meint, wir werden zu einer Abstimmungsmaschinerie degradiert (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie heute wieder lustig sein?) , dann muß ich sagen, daß dem Obmann dieser Partei nicht einmal an der Abstimmung etwas liegt, denn er hat seine "Maschinerie" zurückgelassen und ist fortgegangen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Heute wollen Sie wieder besonders lustig sein!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Heute wollen Sie wieder besonders lustig sein!
Wenn Frau Madl meint, wir werden zu einer Abstimmungsmaschinerie degradiert (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie heute wieder lustig sein?) , dann muß ich sagen, daß dem Obmann dieser Partei nicht einmal an der Abstimmung etwas liegt, denn er hat seine "Maschinerie" zurückgelassen und ist fortgegangen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Heute wollen Sie wieder besonders lustig sein!)
Abg. Haigermoser: Lassen Sie endlich unsere Wad’ln aus! Warum verbeißen Sie sich in unsere Wad’ln?
Meine Damen und Herren! Wir wissen, daß der Familienlastenausgleichsfonds in den letzten Jahren Defizite ... (Abg. Haigermoser: Lassen Sie endlich unsere Wad’ln aus! Warum verbeißen Sie sich in unsere Wad’ln?) Meine Damen und Herren! Das, was Sie jetzt hören, ist das abwechselnde Gekläffe des Klubobmann-Stellvertreters und des Herrn Haigermoser. Ich werde jedesmal schweigen, damit Sie das besser zu Ohren bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist wieder sehr lustig!) Je nachdem, was man unter Humor versteht.
Abg. Mag. Stadler: Das ist wieder sehr lustig!
Meine Damen und Herren! Wir wissen, daß der Familienlastenausgleichsfonds in den letzten Jahren Defizite ... (Abg. Haigermoser: Lassen Sie endlich unsere Wad’ln aus! Warum verbeißen Sie sich in unsere Wad’ln?) Meine Damen und Herren! Das, was Sie jetzt hören, ist das abwechselnde Gekläffe des Klubobmann-Stellvertreters und des Herrn Haigermoser. Ich werde jedesmal schweigen, damit Sie das besser zu Ohren bekommen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist wieder sehr lustig!) Je nachdem, was man unter Humor versteht.
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Wesentliche Sachleistungen – und Sachleistungen, meine Damen und Herren, sind in den Augen meiner Fraktion ein nicht wegzudenkendes Element der Familienförderung –, also Sachleistungen wie Schulbuchaktion, Schüler- und Lehrlingsfreifahrten bleiben weiterhin unangetastet, und wo Streichungen vorgenommen werden mußten ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Herr Präsident, ich glaube, es herrscht eine erhebliche Unruhe und Belustigung, aber mich stört es etwas bei meiner Rede.
Abg. Mag. Stadler: Na so gut ist sie nicht!
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend): Meine Damen und Herren! Daß die Debatte jetzt noch andauert, ist Ihnen (in Richtung Freiheitliche) zuzuschreiben, aber ich bitte, jetzt wenigstens der Rednerin die erforderliche Aufmerksamkeit zu widmen. (Abg. Mag. Stadler: Na so gut ist sie nicht!)
Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen mich? Ich habe eh zugehört!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Wo Streichungen vorgenommen werden mußten, Herr Haigermoser, gibt es aber gleichzeitig Regelungen für einen sozialen Ausgleich ... (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen mich? Ich habe eh zugehört!) Ich weiß ja, und Ihre Krawatte ist heute auch wirklich schön, sie gefällt mir. (Abg. Haigermoser: Ich hänge an Ihren Lippen! – Heiterkeit.) Danke. Ich warte seit Jahren darauf, daß Sie das zu mir sagen. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt eindeutig sexistisch!) Das ist nichts Sexistisches, das war ein eindeutiges Kompliment, Herr Klubobmann! (Abg. Dr. Khol: Nein, das war eindeutig sexistisch!)
Abg. Haigermoser: Ich hänge an Ihren Lippen! – Heiterkeit.
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Wo Streichungen vorgenommen werden mußten, Herr Haigermoser, gibt es aber gleichzeitig Regelungen für einen sozialen Ausgleich ... (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen mich? Ich habe eh zugehört!) Ich weiß ja, und Ihre Krawatte ist heute auch wirklich schön, sie gefällt mir. (Abg. Haigermoser: Ich hänge an Ihren Lippen! – Heiterkeit.) Danke. Ich warte seit Jahren darauf, daß Sie das zu mir sagen. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt eindeutig sexistisch!) Das ist nichts Sexistisches, das war ein eindeutiges Kompliment, Herr Klubobmann! (Abg. Dr. Khol: Nein, das war eindeutig sexistisch!)
Abg. Dr. Khol: Das war jetzt eindeutig sexistisch!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Wo Streichungen vorgenommen werden mußten, Herr Haigermoser, gibt es aber gleichzeitig Regelungen für einen sozialen Ausgleich ... (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen mich? Ich habe eh zugehört!) Ich weiß ja, und Ihre Krawatte ist heute auch wirklich schön, sie gefällt mir. (Abg. Haigermoser: Ich hänge an Ihren Lippen! – Heiterkeit.) Danke. Ich warte seit Jahren darauf, daß Sie das zu mir sagen. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt eindeutig sexistisch!) Das ist nichts Sexistisches, das war ein eindeutiges Kompliment, Herr Klubobmann! (Abg. Dr. Khol: Nein, das war eindeutig sexistisch!)
Abg. Dr. Khol: Nein, das war eindeutig sexistisch!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Wo Streichungen vorgenommen werden mußten, Herr Haigermoser, gibt es aber gleichzeitig Regelungen für einen sozialen Ausgleich ... (Abg. Haigermoser: Was haben Sie gegen mich? Ich habe eh zugehört!) Ich weiß ja, und Ihre Krawatte ist heute auch wirklich schön, sie gefällt mir. (Abg. Haigermoser: Ich hänge an Ihren Lippen! – Heiterkeit.) Danke. Ich warte seit Jahren darauf, daß Sie das zu mir sagen. (Abg. Dr. Khol: Das war jetzt eindeutig sexistisch!) Das ist nichts Sexistisches, das war ein eindeutiges Kompliment, Herr Klubobmann! (Abg. Dr. Khol: Nein, das war eindeutig sexistisch!)
Zwischenrufe – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen
Für den sozialen Ausgleich gibt es nach der Streichung der Geburtenhilfe für sozial Schwache die Kleinkinderbeihilfe (Zwischenrufe – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und für Stipendienbezieher als Ersatz für die Studentenfreifahrt die Möglichkeit, einen Fahrtkostenzuschuß in Anspruch zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Mein Kärntnerisch deckt sich mit Ihrem Vorarlbergerisch: Übrigens haben Sie eine ganz tolle Haartolle, wirklich! Wo der eine den Rasenmäher zu verspüren bekommen hat, haben Sie eine neckische Haartolle, wirklich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie sonst noch was zu sagen?) Nein, seit Sie mein Fährtensucherhemd bewundert haben, weiß ich, ich muß Ihnen auch Bewunderung entgegenbringen! (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie auch meine Unterwäsche sehen?) Nein, nein! (Abg. Dr. Khol: Aber das wäre eine Möglichkeit! – Abg. Mag. Stadler: Ja, das wäre eine Möglichkeit!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Für den sozialen Ausgleich gibt es nach der Streichung der Geburtenhilfe für sozial Schwache die Kleinkinderbeihilfe (Zwischenrufe – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und für Stipendienbezieher als Ersatz für die Studentenfreifahrt die Möglichkeit, einen Fahrtkostenzuschuß in Anspruch zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Mein Kärntnerisch deckt sich mit Ihrem Vorarlbergerisch: Übrigens haben Sie eine ganz tolle Haartolle, wirklich! Wo der eine den Rasenmäher zu verspüren bekommen hat, haben Sie eine neckische Haartolle, wirklich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie sonst noch was zu sagen?) Nein, seit Sie mein Fährtensucherhemd bewundert haben, weiß ich, ich muß Ihnen auch Bewunderung entgegenbringen! (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie auch meine Unterwäsche sehen?) Nein, nein! (Abg. Dr. Khol: Aber das wäre eine Möglichkeit! – Abg. Mag. Stadler: Ja, das wäre eine Möglichkeit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie sonst noch was zu sagen?
Für den sozialen Ausgleich gibt es nach der Streichung der Geburtenhilfe für sozial Schwache die Kleinkinderbeihilfe (Zwischenrufe – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und für Stipendienbezieher als Ersatz für die Studentenfreifahrt die Möglichkeit, einen Fahrtkostenzuschuß in Anspruch zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Mein Kärntnerisch deckt sich mit Ihrem Vorarlbergerisch: Übrigens haben Sie eine ganz tolle Haartolle, wirklich! Wo der eine den Rasenmäher zu verspüren bekommen hat, haben Sie eine neckische Haartolle, wirklich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie sonst noch was zu sagen?) Nein, seit Sie mein Fährtensucherhemd bewundert haben, weiß ich, ich muß Ihnen auch Bewunderung entgegenbringen! (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie auch meine Unterwäsche sehen?) Nein, nein! (Abg. Dr. Khol: Aber das wäre eine Möglichkeit! – Abg. Mag. Stadler: Ja, das wäre eine Möglichkeit!)
Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie auch meine Unterwäsche sehen?
Für den sozialen Ausgleich gibt es nach der Streichung der Geburtenhilfe für sozial Schwache die Kleinkinderbeihilfe (Zwischenrufe – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und für Stipendienbezieher als Ersatz für die Studentenfreifahrt die Möglichkeit, einen Fahrtkostenzuschuß in Anspruch zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Mein Kärntnerisch deckt sich mit Ihrem Vorarlbergerisch: Übrigens haben Sie eine ganz tolle Haartolle, wirklich! Wo der eine den Rasenmäher zu verspüren bekommen hat, haben Sie eine neckische Haartolle, wirklich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie sonst noch was zu sagen?) Nein, seit Sie mein Fährtensucherhemd bewundert haben, weiß ich, ich muß Ihnen auch Bewunderung entgegenbringen! (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie auch meine Unterwäsche sehen?) Nein, nein! (Abg. Dr. Khol: Aber das wäre eine Möglichkeit! – Abg. Mag. Stadler: Ja, das wäre eine Möglichkeit!)
Abg. Dr. Khol: Aber das wäre eine Möglichkeit! – Abg. Mag. Stadler: Ja, das wäre eine Möglichkeit!
Für den sozialen Ausgleich gibt es nach der Streichung der Geburtenhilfe für sozial Schwache die Kleinkinderbeihilfe (Zwischenrufe – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen) und für Stipendienbezieher als Ersatz für die Studentenfreifahrt die Möglichkeit, einen Fahrtkostenzuschuß in Anspruch zu nehmen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Mein Kärntnerisch deckt sich mit Ihrem Vorarlbergerisch: Übrigens haben Sie eine ganz tolle Haartolle, wirklich! Wo der eine den Rasenmäher zu verspüren bekommen hat, haben Sie eine neckische Haartolle, wirklich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Haben Sie sonst noch was zu sagen?) Nein, seit Sie mein Fährtensucherhemd bewundert haben, weiß ich, ich muß Ihnen auch Bewunderung entgegenbringen! (Abg. Mag. Stadler: Wollen Sie auch meine Unterwäsche sehen?) Nein, nein! (Abg. Dr. Khol: Aber das wäre eine Möglichkeit! – Abg. Mag. Stadler: Ja, das wäre eine Möglichkeit!)
Abg. Dr. Khol: Sie reden viel zu lange! – Abg. Haigermoser: Vielleicht können Sie mir nachher Ihre Redeunterlage geben, damit ich alles nachlesen kann!
Besonders hervorheben möchte ich, daß ein langjähriges Anliegen der SPÖ-Frauen und SPÖ-Familienpolitikerinnen erfüllt worden ist und für die bessere Vereinbarung von Familie und Beruf 600 Millionen Schilling zur Errichtung und Förderung von Kinderbetreuungseinrichtungen erreicht werden konnten. (Abg. Dr. Khol: Sie reden viel zu lange! – Abg. Haigermoser: Vielleicht können Sie mir nachher Ihre Redeunterlage geben, damit ich alles nachlesen kann!)
Abg. Haigermoser: Wie viele Millionen?
Ich glaube auch, daß wichtige und positive Punkte für den Familienbereich im Bundesvoranschlag verankert sind. Zum Beispiel sind für die Familienberatungsstellen die Beträge unverändert. Es ist eine Steigerung der Mittel um rund 20 Millionen Schilling bei den Unterhaltsvorschüssen erreicht worden. (Abg. Haigermoser: Wie viele Millionen?) 20! Der Familienhärteausgleich für unverschuldet in Not geratene Familien wird in unveränderter Höhe bereitgestellt. – Ich glaube, daß das wichtige Punkte sind, denn gerade jenen Familien, die am dringendsten Hilfestellung der Gesellschaft brauchen, wird auch weiterhin Unterstützung gewährt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube auch, daß wichtige und positive Punkte für den Familienbereich im Bundesvoranschlag verankert sind. Zum Beispiel sind für die Familienberatungsstellen die Beträge unverändert. Es ist eine Steigerung der Mittel um rund 20 Millionen Schilling bei den Unterhaltsvorschüssen erreicht worden. (Abg. Haigermoser: Wie viele Millionen?) 20! Der Familienhärteausgleich für unverschuldet in Not geratene Familien wird in unveränderter Höhe bereitgestellt. – Ich glaube, daß das wichtige Punkte sind, denn gerade jenen Familien, die am dringendsten Hilfestellung der Gesellschaft brauchen, wird auch weiterhin Unterstützung gewährt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Sie ist einfach langweilig!
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend) : Entschuldigen Sie bitte, Frau Abgeordnete, das gilt nicht für Sie. (Abg. Mag. Stadler: Sie ist einfach langweilig!) Ich finde die Tafel (mehrere Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen studieren die zuvor von Frau Abg. Haller verwendete Tafel) vielleicht erheiternd, aber ich bitte, diese Heiterkeit etwas in Grenzen zu halten. (Abg. Kiss: Aber Herr Präsident, es muß auch gestattet sein, gewisse Dinge zu besprechen!) Ja, Herr Abgeordneter, vielleicht in den Couloirs, dort ist nämlich die Freude manchmal größer. (Abg. Dr. Khol: Es sind da drei Rechtschreibfehler drinnen!)
mehrere Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen studieren die zuvor von Frau Abg. Haller verwendete Tafel
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend) : Entschuldigen Sie bitte, Frau Abgeordnete, das gilt nicht für Sie. (Abg. Mag. Stadler: Sie ist einfach langweilig!) Ich finde die Tafel (mehrere Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen studieren die zuvor von Frau Abg. Haller verwendete Tafel) vielleicht erheiternd, aber ich bitte, diese Heiterkeit etwas in Grenzen zu halten. (Abg. Kiss: Aber Herr Präsident, es muß auch gestattet sein, gewisse Dinge zu besprechen!) Ja, Herr Abgeordneter, vielleicht in den Couloirs, dort ist nämlich die Freude manchmal größer. (Abg. Dr. Khol: Es sind da drei Rechtschreibfehler drinnen!)
Abg. Kiss: Aber Herr Präsident, es muß auch gestattet sein, gewisse Dinge zu besprechen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend) : Entschuldigen Sie bitte, Frau Abgeordnete, das gilt nicht für Sie. (Abg. Mag. Stadler: Sie ist einfach langweilig!) Ich finde die Tafel (mehrere Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen studieren die zuvor von Frau Abg. Haller verwendete Tafel) vielleicht erheiternd, aber ich bitte, diese Heiterkeit etwas in Grenzen zu halten. (Abg. Kiss: Aber Herr Präsident, es muß auch gestattet sein, gewisse Dinge zu besprechen!) Ja, Herr Abgeordneter, vielleicht in den Couloirs, dort ist nämlich die Freude manchmal größer. (Abg. Dr. Khol: Es sind da drei Rechtschreibfehler drinnen!)
Abg. Dr. Khol: Es sind da drei Rechtschreibfehler drinnen!
Präsident Dr. Heinrich Neisser (das Glockenzeichen gebend) : Entschuldigen Sie bitte, Frau Abgeordnete, das gilt nicht für Sie. (Abg. Mag. Stadler: Sie ist einfach langweilig!) Ich finde die Tafel (mehrere Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen studieren die zuvor von Frau Abg. Haller verwendete Tafel) vielleicht erheiternd, aber ich bitte, diese Heiterkeit etwas in Grenzen zu halten. (Abg. Kiss: Aber Herr Präsident, es muß auch gestattet sein, gewisse Dinge zu besprechen!) Ja, Herr Abgeordneter, vielleicht in den Couloirs, dort ist nämlich die Freude manchmal größer. (Abg. Dr. Khol: Es sind da drei Rechtschreibfehler drinnen!)
Abg. Mag. Stadler: Selbst diese Tafel ist noch interessanter als diese Rede!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Es kann aber auch bestimmt werden, daß aus wichtigen betriebsbedingten Gründen der Elternurlaub ausgesetzt wird. (Abg. Mag. Stadler: Selbst diese Tafel ist noch interessanter als diese Rede!) Das zum Vertreter einer Familienpartei, der keine Ahnung hat von Familie, aber ständig Zwischenrufe macht! (Abg. Mag. Stadler: Kümmern Sie sich nicht um meine Rufe!) Für Klein- und Mittelbetriebe gibt es überdies spezielle Regelungen.
Abg. Mag. Stadler: Kümmern Sie sich nicht um meine Rufe!
Abgeordnete Dr. Ilse Mertel (fortsetzend): Es kann aber auch bestimmt werden, daß aus wichtigen betriebsbedingten Gründen der Elternurlaub ausgesetzt wird. (Abg. Mag. Stadler: Selbst diese Tafel ist noch interessanter als diese Rede!) Das zum Vertreter einer Familienpartei, der keine Ahnung hat von Familie, aber ständig Zwischenrufe macht! (Abg. Mag. Stadler: Kümmern Sie sich nicht um meine Rufe!) Für Klein- und Mittelbetriebe gibt es überdies spezielle Regelungen.
Abg. Haigermoser: Wie lange dauert das noch?
Derzeit wird unter dem Schlagwort "Armutsgefährdung im Wohlstand" ein ernstes Problem häufig diskutiert, wobei aus vorliegenden Untersuchungen hervorgeht, daß diese Gefahr am stärksten Alleinerzieherinnen, aber auch Mehrkinderfamilien mit niedrigem Einkommen trifft. Die Kinderanzahl ist nur in Verbindung ... (Abg. Haigermoser: Wie lange dauert das noch?) – bis ich fertig bin, Herr Haigermoser! – mit einem niedrigen Primäreinkommen ein Indikator für Armutsgefährdung. Einige EU-Länder, nämlich Dänemark, Frankreich, Irland und England, haben Zuschüsse für Alleinerzieherinnen. (Abg. Haigermoser: Gibraltar!) Gibraltar nicht, Sie sind falsch informiert. Ich sage ja: Sie verstehen nichts von Familienpolitik.
Abg. Haigermoser: Gibraltar!
Derzeit wird unter dem Schlagwort "Armutsgefährdung im Wohlstand" ein ernstes Problem häufig diskutiert, wobei aus vorliegenden Untersuchungen hervorgeht, daß diese Gefahr am stärksten Alleinerzieherinnen, aber auch Mehrkinderfamilien mit niedrigem Einkommen trifft. Die Kinderanzahl ist nur in Verbindung ... (Abg. Haigermoser: Wie lange dauert das noch?) – bis ich fertig bin, Herr Haigermoser! – mit einem niedrigen Primäreinkommen ein Indikator für Armutsgefährdung. Einige EU-Länder, nämlich Dänemark, Frankreich, Irland und England, haben Zuschüsse für Alleinerzieherinnen. (Abg. Haigermoser: Gibraltar!) Gibraltar nicht, Sie sind falsch informiert. Ich sage ja: Sie verstehen nichts von Familienpolitik.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abschließend möchte ich festhalten: Meiner Auffassung nach sind das Konsolidierungsprogramm und die Budgets für 1996 und 1997 Voraussetzung und gleichzeitig Startschuß für weitere effiziente Strukturmaßnahmen im Interesse der Erhaltung unseres Sozialsystems und im Interesse der Familien. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Kampichler, mach es kurz! Du bist bekannt für deine kurzen Reden!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Kampichler. – Bitte, Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. (Abg. Haigermoser: Kampichler, mach es kurz! Du bist bekannt für deine kurzen Reden!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Kampichler, hol das Pult ein bißchen hinauf!
Abgeordneter Franz Kampichler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Obwohl es 3 Uhr früh ist, möchte ich dem neuen Familienminister alles Gute wünschen für seine große Aufgabe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Kampichler, hol das Pult ein bißchen hinauf!) Er hat jetzt zwei große Verantwortungsbereiche übernommen, wiewohl jeder für sich ausreichen und genug Arbeit bieten würde, aber er hat uns bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit bewiesen, daß er sehr wohl in der Lage ist, dieses Arbeitspotential bestens zu bewältigen.
Abg. Dr. Khol: Weiß das auch die Bitzinger?
Er hat seine Aufgaben bestens gelöst, obwohl die beiden Bereiche grundverschiedene Inhalte aufweisen. (Abg. Dr. Khol: Weiß das auch die Bitzinger?) Sie haben aber doch eines gemeinsam: Die Themen Umwelt und Familie sind echte Themen für die Zukunft, sind wichtig für das Überleben der Menschheit. In beiden Bereichen können Fehler, wenn überhaupt, nur mit großem finanziellem Aufwand repariert werden. In beiden Bereichen ist es dringend notwendig, daß wir von der Reparatur hin zur Prävention kommen.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Auch die Sanierung des Staatshaushaltes ist für die Familien sehr, sehr wesentlich und wichtig, denn wir können nicht der nächsten Generation Schuldenberge hinterlassen, die sie nicht bewältigen kann. Familienpolitik ist Politik für die nächste Generation, und es ist unsere Aufgabe, den Familien die richtigen Grundlagen zu sichern. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Kiss: Hoffentlich hören ihnen viele zu!
Ich würde Frau Kollegin Madl, die hier so schwarzgemalt hat – sie hat gemeint, daß diese Regelungen der finanzielle Ruin für die Familien seien –, empfehlen, mit Kollegin Haller zu sprechen. Diese war vor kurzem in Brüssel und hat dort von anderen Familienorganisationen gehört, welche Maßnahmen es im übrigen Europa gibt. (Abg. Kiss: Hoffentlich hören ihnen viele zu!) Da steht Österreich ganz groß da, und wir fahren immer mit großem Stolz nach Hause. Ich glaube, das wird ihr auch Kollegin Haller bestätigen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Weiß das auch die Bitzinger?) Mittlerweile auch, Herr Klubobmann!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Weiß das auch die Bitzinger?
Ich würde Frau Kollegin Madl, die hier so schwarzgemalt hat – sie hat gemeint, daß diese Regelungen der finanzielle Ruin für die Familien seien –, empfehlen, mit Kollegin Haller zu sprechen. Diese war vor kurzem in Brüssel und hat dort von anderen Familienorganisationen gehört, welche Maßnahmen es im übrigen Europa gibt. (Abg. Kiss: Hoffentlich hören ihnen viele zu!) Da steht Österreich ganz groß da, und wir fahren immer mit großem Stolz nach Hause. Ich glaube, das wird ihr auch Kollegin Haller bestätigen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Weiß das auch die Bitzinger?) Mittlerweile auch, Herr Klubobmann!
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! In Zeiten der Rezession sind die Familien auch für die Wirtschaft ein besonders wichtiger Faktor. Familien brauchen beinahe das gesamte ihnen zur Verfügung stehende Budget, um die Dinge des täglichen Bedarfes abdecken zu können. Das heißt, Geld, das die Familien ausgeben, wird bei uns sofort wirtschaftlich wirksam, und ein Teil davon fließt in Form von Steuern wieder an den Finanzminister zurück. Jeder Schilling, den wir den Familien in Form eines gerechten Steuersystems oder in gerechter Familienförderung überlassen, wirkt sich positiv auf Wirtschaft und Staat aus. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß, meine sehr verehrten Damen und Herren, daß unser Familienminister mit uns in dieser Frage übereinstimmt. Wir von den Familienorganisationen werden ihn dabei unterstützen, denn es geht um sehr viel: Es geht um unsere eigene Zukunft, und es geht um die Zukunft unserer Kinder. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Die Bures hat gesagt, sie redet nur drei Minuten!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Als nächste ist Frau Abgeordnete Bures zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Khol: Die Bures hat gesagt, sie redet nur drei Minuten!)
Beifall bei der SPÖ.
Zwei Punkte zur Diskussion, die hier geführt wurde. Eines wurde zu Recht diskutiert, nämlich die Regelung des Karenzurlaubes. Ich denke mir, daß es zuwenig ist, zu sagen, die Eltern oder die Mütter wünschen sich in Wirklichkeit drei oder vier Jahre, weil das Hauptproblem darin liegt, den Wiedereinstieg in den Beruf zu finden und es daher vielmehr notwendig ist, im Bereich von Wiedereinstiegshilfen, im Bereich von Rahmenbedingungen – wie eben Kinderbetreuung – Lösungen anzubieten. Hiefür mögen 600 Millionen Schilling nicht völlig ausreichen, aber meiner Ansicht nach sind sie zumindest ein nicht unwesentlicher Beitrag dazu. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Bundesminister Dr. Bartenstein! Ich bin zwar noch nicht so lange in diesem Haus, aber ich begrüße Sie und wünsche Ihnen auch alles Gute für Ihre Tätigkeit. Sie sind der fünfte Familienminister. Grundsätzlich haben Frauen eher das Attribut der Beharrlichkeit, aber ich wünsche mir von Ihnen – um abschließend auch einen Wunsch zu äußern –, daß Sie sich mit mehr Beharrlichkeit und mit mehr Ausdauer, als das Ihre Vorgängerinnen getan haben, für die Interessen der Familien einsetzen. Für mich heißt das vor allem, sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einzusetzen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Meiner Überzeugung nach ist die Familie nach wie vor eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Sie ist die kleinste Zelle im Stufenbau der menschlichen Gemeinschaft, die heute wie in Zukunft wesentliche Funktionen wahrnimmt beziehungsweise wahrnehmen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dies beweist auch das Ergebnis einer Umfrage des Instituts für Demoskopie der Akademie der Wissenschaften, wonach 82 Prozent der Österreicher die Institution Familie für unverzichtbar und nur 13 Prozent für überholt halten. In Österreich leben zurzeit etwa 100 000 Familien an oder unter der Armutsgrenze, darunter 250 000 Kinder. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, durch gezielte familienpolitische Maßnahmen für ein bedarfgerechtes Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen – wie etwa Tagesmütter – verstärkt zu sorgen sowie den Ausbau der qualifizierten Teilzeitarbeit, das Angebot von flexiblen Arbeitszeiten, Wiedereinstiegshilfen für Frauen in den Beruf et cetera zu verbessern, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Zur Förderung dieser Maßnahmen hat der Bund im Budget 1996 600 Millionen Schilling zur Verfügung gestellt. Ebenso werden die Bundesländer entsprechende Beträge zur Verwirklichung dieser Vorhaben einsetzen. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP.
Die steuerliche Situation bei Mehrkinderfamilien von Alleinverdienenden ist unbefriedigend. Mehrkinderfamilien sind steuerlich nicht so belastbar wie alleinstehende Erwachsene oder Familien ohne Kinder. Die Einführung eines Existenzminimums für Kinder wie das eines Erwachsenen würde wesentlich zur gerechteren steuerlichen Behandlung von Familien führen und sollte mittelfristig eines unserer familienpolitischen Ziele sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Trotz der vielen familienpolitischen Maßnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden – so ist Österreich zum Beispiel bei den direkten Transferleistungen an der Spitze Europas, und zwar mit 14,2 Prozent des durchschnittlichen Bruttoverdienstes eines Industriearbeiters – liegt Österreich zurzeit an viertletzter Stelle in der Geburtenstatistik der Welt. Wir sind zurzeit nicht in der Lage, uns aus eigenen Familien sozusagen zu reproduzieren, sodaß wir auf Zuwanderungen angewiesen sind. Dies zu ändern bedarf großer Anstrengungen, vor allem aber der Erhöhung der Bedeutung und des Ansehens der kinderreichen Familien in unserer Gesellschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Abgeordnete Ludmilla Parfuss (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht wie mir: Ich habe immer mehr die Annahme, daß ein Großteil der Kollegen eigentlich Sadomasochisten sein müssen. Wir sollten eigentlich schon längst im Bett sein, auch der Herr Bundesminister. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Ich jedenfalls wäre schon gern unter der Bettdecke.
Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Langfristig können nur – Frau Abgeordnete Mertel und Frau Abgeordnete Moser haben das bereits angedeutet – gute Ausbildungsmöglichkeiten und eine effiziente Wirtschafts- und Beschäftigungsoffensive, wie sie die Bundesregierung plant, bessere Lebenschancen für unsere Bevölkerung gewährleisten. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.)
Abg. Schwarzenberger: Die haben sie schon wieder geklaut!
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Sie alle haben ja heute mit eigenen Augen gesehen, daß Herr Bundesminister Dr. Bartenstein von Frau Abgeordneter Haller so ein schönes Taferl geschenkt bekommen hat. (Abg. Schwarzenberger: Die haben sie schon wieder geklaut!) Und da ist ein eigenartiger Vorfall passiert, als hinten plötzlich diese Tafel dem Kollegen Schrefel vom Abgeordneten Meischberger entrissen und eben versucht wurde, diese Tafel verschwinden zu lassen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Meischberger: Er soll mich klagen!
Ich würde also bitten, diese Tafel Herrn Bundesminister Dr. Bartenstein – weil sie ihm ja ganz offensichtlich geschenkt wurde – wieder zurückzugeben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Meischberger: Er soll mich klagen!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Aber das ist natürlich in Anbetracht der Tatsache, daß sich auf dieser Tafel einige orthographische Fehler befinden, zu verstehen. Das sind halt dann offenbar die Probleme, wenn man mit einem Nichtgenügend aufsteigen darf. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
In Anbetracht der vorgeschritten Stunde gehe ich auf all diese Punkte jetzt nicht im Detail ein, danke aber dennoch für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Haigermoser – an die Abg. Dr. Mertel gerichtet –: Frau Kollegin, er hat seine Krawatte zu kurz gebunden! Sagen Sie ihm das!
Am 29. März dieses Jahres gingen Berichte durch die österreichischen Medien (Abg. Haigermoser – an die Abg. Dr. Mertel gerichtet –: Frau Kollegin, er hat seine Krawatte zu kurz gebunden! Sagen Sie ihm das!) –, daß sich die EU endlich auf Mindeststandards bezüglich des sogenannten Karenzurlaubsgeldes geeinigt hat. Wissen Sie noch, wo diese angesiedelt waren, und wissen Sie vor allem auch noch, wie es bisher in einigen Ländern ausgesehen hat? – Mindestens drei Monate gesteht man nach der neuen, gefeierten EU-Regelung den Eltern als Mindesturlaub zu. Zuvor gab es überhaupt keine Möglichkeit, solche und ähnliche Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Von einem bezahlten Karenzurlaubsgeld ist dort noch lange keine Rede.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Österreich ist und bleibt da mit der Möglichkeit, zwei Jahre in Karenz zu gehen, eindeutig im Spitzenfeld Europas. Das muß man, glaube ich, immer wieder hervorheben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Deshalb ist uns eine dritte Möglichkeit eingefallen beziehungsweise gab es eine dritte Möglichkeit, einen auf die Dauer sozial verträglichen Weg zu beschreiten. Dieser besteht nämlich darin, daß man grundsätzlich die Möglichkeit, zwei Jahre in Karenz zu gehen, beibehält, daß man aber darüber hinaus sagt: Eineinhalb Jahre für einen Elternteil sollen genug sein. Im Regelfall ist dieser Weg ein sozialpolitisch nicht nur akzeptabler, sondern der beste, weil er soziale Sicherheit und Ausgewogenheit einerseits mit langfristiger Finanzierbarkeit andererseits vereint. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.
Das ist für Kinder, aber ich glaube, man kann das auch in diesen frühen Morgenstunden sagen: Wir sollten auch über verbale Gewalt nachdenken. – Auch verbale Gewalt ist abzulehnen, auch wenn sie hier von diesem Pult aus geschieht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Susanne Preisinger (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich möchte Ihnen als erstes einen guten Morgen wünschen und mich bei all jenen bedanken, die es zu so früher Stunde immerhin geschafft haben – nach kurzer Ruhephase –, hier pünktlich anwesend zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Stummvoll .
Aber lassen Sie mich jetzt zum eigentlichen Thema kommen. Diese Ausschußsitzung und wie sie stattgefunden hat, war eigentlich symptomatisch für sämtliche Ausschußsitzungen, die ich erlebt habe beziehungsweise meine Fraktionskollegen erlebt haben: Sie war gekennzeichnet vom Desinteresse der Regierung. Immerhin war alles schon ausgemacht, nichts konnte mehr geändert werden – alles paletti. Die Koalitionsparteien erweisen sich wieder einmal als Handlanger der Regierung. Kritik der Opposition ist unerwünscht. Am besten, sie wird überhaupt nicht angebracht. Am besten wäre es überhaupt, man meldet sich nicht zu Wort. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Stummvoll .)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber wirklich sensationell – und das ist der Grund, warum man das hier doch noch einmal kurz anschneiden sollte – war die Wortmeldung des Herrn Kollegen Cap von der SPÖ im Ausschuß. Er hat es doch tatsächlich zuwege gebracht, in seinem Debattenbeitrag, den er ja selbst offensichtlich für ungemein geistreich und humorvoll gehalten hat – ich glaube, er ist mit dieser Einschätzung allein geblieben –, kein einziges Wort zur Sache und zum Thema zu sagen, sondern ausschließlich parteipolitische Polemik anzubringen, womit er sich und letztlich auch seine Partei im Zuge dieser Beratungen eigentlich disqualifiziert hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich verstehe schon, daß die Aufregung angesichts der frühen Morgenstunde und der durchwachten und durchgearbeiteten Nacht recht heftig ist, aber ich glaube, man sollte sich diese Formulierung trotzdem noch einmal zu Gemüte führen und ihr auch entsprechende Beachtung schenken (Beifall bei den Freiheitlichen), schließlich und endlich ist da von der Verwahrlosung der österreichischen Gesetzeskultur die Rede. Und das sagt nicht irgendwer, das ist nicht einfach irgendein Oppositionspolitiker, der es "wagt", Kritik anzubringen, sondern das ist die offizielle Stellungnahme der Kärntner Landesregierung.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident, der Lärmpegel ist unerträglich!
Zum Unterrichtsbereich, der in ganz besonderer Weise betroffen ist, möchte ich im Anschluß hier ein paar Dinge skizzieren. Unmittelbar betroffen – darum geht es ja – ist die Lehrerbeschäftigung. Durch dieses Beamtensparpaket sollen 1 400 Planstellen im Unterrichtsbereich eingespart werden, und das will man mit begleitenden Maßnahmen durchdrücken. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident, der Lärmpegel ist unerträglich!) Ich versuche, meine Stimme etwas lauter zu machen.
Abg. Kiss: Die Schwarzen sind alle da, die anderen nicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Am Beginn haben alle gesagt, sie sind frisch und ausgeruht, aber jetzt ist da so eine ständige Hintergrundresonanz. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Kiss: Die Schwarzen sind alle da, die anderen nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen
Abgeordnete Dr. Susanne Preisinger (fortsetzend): Ich möchte nur festhalten: Auch für mich war die Nacht lang, und ich glaube, es ist eine Frage der Fairneß (Beifall bei den Freiheitlichen) , es ist eine Frage der Höflichkeit, dem Redner wenigstens halbwegs die Chance zu geben, seinen Debattenbeitrag über die Bühne zu bringen. Das gilt für alle hier Anwesenden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da gibt es noch ein besonderes "Zuckerl", nämlich die Senkung des Berechnungsfaktors für die Abgeltung der dauernden Mehrdienstleistungen, die bis jetzt mit 6,8 Prozent abgegolten wurden – jetzt einfach nur so mir nichts dir nichts mit 6,43 Prozent. Ich frage Sie wirklich ernsthaft – ich habe diese Frage auch der Frau Unterrichtsministerin gestellt, denn man kann ja Sie nicht getrennt von ihrer "schwarzen" Kollegin sehen –: Heißt das de facto, daß diese Stunde, die als Mehrdienstleistung gehalten wird, jetzt weniger wert ist, weniger gut ist, weil sie jetzt schlechter bezahlt wird? – Das ist durchaus eine Frage, die einmal geklärt und beantwortet werden müßte. Was heißt das? – Das ist doch schlicht und einfach eine Gehaltskürzung und sonst gar nichts. Oder heißt das, daß diese Stunde schlechter ist und daher schlechter bezahlt wird? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Was sagen die Gewerkschaften dazu?
Meine Damen und Herren! Das sind keine Strukturänderungen, sondern nur Rotstiftaktionen, sonst gar nichts, so nach dem Rasenmäherprinzip: einfach drüberfahren, ein bißchen bleibt schon hängen, und so kriegen wir die Millionen herein. (Abg. Dr. Graf: Was sagen die Gewerkschaften dazu?)
Abg. Dr. Graf: Paradox!
Wenn jedoch eine Pädagogin oder ein Pädagoge eine Teilzeitverpflichtung aus gesundheitlichen Gründen in Anspruch nimmt, also quasi nicht gesund genug ist, um eine volle Lehrverpflichtung zu machen, sondern aus gesundheitlichen Gründen eine Lehrpflichtermäßigung hat, gibt es dafür maximal 75 Prozent. Wenn die betreffende Person aber voll im Krankenstand bleibt, bekommt sie 100 Prozent. (Abg. Dr. Graf: Paradox!) Das ist wirklich paradox, und es ist das vor allem nicht unbedingt ein Anreiz, die Leute teilzeitbeschäftigt wieder in die Schulen zu holen. Es wird von Staats wegen eine Grauzone geschaffen, die man ausnützt oder nicht, je nach Befindlichkeit, und ein Anreiz seitens des Staates, den finanziell günstigeren Weg einzuschlagen. Ich glaube nicht, daß das wirklich ein gutes Beispiel für intelligentes Sparen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn jedoch eine Pädagogin oder ein Pädagoge eine Teilzeitverpflichtung aus gesundheitlichen Gründen in Anspruch nimmt, also quasi nicht gesund genug ist, um eine volle Lehrverpflichtung zu machen, sondern aus gesundheitlichen Gründen eine Lehrpflichtermäßigung hat, gibt es dafür maximal 75 Prozent. Wenn die betreffende Person aber voll im Krankenstand bleibt, bekommt sie 100 Prozent. (Abg. Dr. Graf: Paradox!) Das ist wirklich paradox, und es ist das vor allem nicht unbedingt ein Anreiz, die Leute teilzeitbeschäftigt wieder in die Schulen zu holen. Es wird von Staats wegen eine Grauzone geschaffen, die man ausnützt oder nicht, je nach Befindlichkeit, und ein Anreiz seitens des Staates, den finanziell günstigeren Weg einzuschlagen. Ich glaube nicht, daß das wirklich ein gutes Beispiel für intelligentes Sparen ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Pädagogen aber als Sündenböcke und als Lückenbüßer für die maroden Staatsfinanzen heranzuziehen und sie als Staatsbürger mit diesen Sparmaßnahmen dreimal zu belasten, ist weder ein Zeichen von intelligentem Sparen, noch sind das die Strukturmaßnahmen, die sich der öffentliche Dienst erwartet hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht nur der Moser, alle! Sie sind schon wieder schlecht informiert!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Einen schönen guten Morgen, meine sehr geehrten Damen und Herren. Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Bevor sich das Liberale Forum in den verlängerten Osterurlaub verabschiedet hat, hat Kollege Moser vom Liberalen Forum noch am 26. März 1996 im Budgetausschuß teilgenommen und etwas recht Kurioses ... (Abg. Dr. Haselsteiner: Nicht nur der Moser, alle! Sie sind schon wieder schlecht informiert!) Ich nehme Ihnen Ihr Argument mit der Sorge um die Verfassung nicht ab. Ich glaube, daß Sie aus politischen, aus taktischen Gründen einen Fraktionsbeschluß gefaßt haben, an den parlamentarischen Ausschußsitzungen nicht teilzunehmen.
Beifall bei der SPÖ.
Dazu waren viel Verständnis der öffentlich Bediensteten, eine verantwortungsvolle Personalvertretung und auch Verhandlungsgeschick notwendig. Herr Staatssekretär! Ich möchte Ihnen herzlich zu diesem großartigen Verhandlungserfolg gratulieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: War die Kritik erfolglos oder der Minister?
Einige Zeitungskommentatoren und einige Oppositionspolitiker haben Kritik geübt am Kompetenzbereich des Herrn Bundesministers Dr. Scholten – ziemlich erfolglos im übrigen. (Abg. Dr. Khol: War die Kritik erfolglos oder der Minister?) Richtig ist, Herr Kollege, was Bundesminister Scholten in einem Zeitungsinterview sagte, nämlich daß Hochschulen, Infrastruktur und Telekommunikation entscheidende Standardfaktoren sind. Ich möchte hinzufügen, daß Verkehr, Ausbildung und Kommunikation auch wichtige Standortfaktoren sind. Diese Verknüpfung von Verkehr, Ausbildung und Kommunikation macht Sinn, denn das bringt weitere Attraktivität für Österreich als Wirtschaftsstandort und bringt uns dem Hauptziel des Koalitionsübereinkommens näher, nämlich der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich komme zum Schluß. Harte Zeiten für die Opposition: erstens die Wahlen verloren am 17. Dezember 1996, zweitens beschließen wir im Parlament ein gelungenes Reformpaket für den öffentlichen Dienst, drittens eine schlanke, leistungsfähige Bundesregierung, viertens weiteste Kreise der Bevölkerung anerkennen die Maßnahmen. Ich habe ein gewisses Verständnis für die Orientierungslosigkeit und Frustration der Opposition, aber in erster Linie eine stille Freude, daß destruktive und populistische Politik in Österreich Schiffbruch erleidet. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Der große Postenjäger!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Frischenschlager. Er hat das Wort. (Abg. Dr. Khol: Der große Postenjäger!)
Abg. Dr. Khol: Er hat auch in den Ausschüssen mitgearbeitet – im Gegensatz zu Ihnen!
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Mein verehrter Vorredner war natürlich ganz begeistert über das Budget und hat auch davon gesprochen, daß die Verwaltungsreform ein Prozeß wäre. (Abg. Dr. Khol: Er hat auch in den Ausschüssen mitgearbeitet – im Gegensatz zu Ihnen!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn man sich unter diesem Aspekt nun anschaut, was eben die große Koalition in diesen vergangenen neun Budgetjahren zusammengebracht hat, dann muß ich sagen, daß das Ergebnis mehr als mager ist. Denn Faktum ist, daß die Personalstände in diesen neun Jahren – - entgegen allen Ankündigungen – immens angewachsen sind, daß die Ausgaben für den öffentlichen Dienst bis in die allerjüngste Vergangenheit überproportional im Hinblick auf die Einnahmenentwicklung der Republik gestiegen sind. Als Resümee der Verwaltungspolitik der großen Koalition kann man nur sagen, daß sie letzten Endes keine Verwaltungsreform, aber auch keine Budgetkonsolidierung über die Verwaltungsreform, über die Ausgabenbeschränkung für den öffentlichen Dienst erreicht hat. Das ist ein Faktum, an dem auch mein verehrter Vorredner nichts ändern kann. (Beifall beim Liberalen Forum. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Faktum ist, daß die große Koalition ihr selbstgestecktes Ziel, von der Opposition im Regelfall unterstützt als Ziel, die Budgetkonsolidierung über eine Verwaltungsreform, über eine Einschränkung der Aufwände für den öffentlichen Dienst zu erzielen, bis dato nicht erreicht hat. Sie ist daran gescheitert. Das ist die Realität – und nicht Ihre Jubelmeldungen! (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Abg. Neugebauer: Falsch! Eindeutig falsch!
Faktum ist: Sie sind an mehreren politischen Gegebenheiten, die eben in einem großkoalitionären System vorhanden sind, gescheitert. Das ist einerseits einmal das Faktum der starken Gewerkschaft, man muß das einfach einmal real so darstellen. (Abg. Neugebauer: Falsch! Eindeutig falsch!) Man bräuchte Dohr nur mehrfach zu zitieren. Das ist ein Faktum.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich wünsche mir, daß ein Sparkurs nicht einfach rasenmäherartig durchgezogen, sondern strukturell und von Reformen geleitet durchgeführt wird. Die Interessenvertretungen sollen dabei positiv mitwirken und nicht nolens volens ein bißchen mittun, aber für tatsächliche Reformen keinen Spielraum lassen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Kräuter: Endlich!
Damit, meine Damen und Herren, möchte ich zur Gegenwart kommen. (Abg. Dr. Kräuter: Endlich!) Es wird auch in der neuen Regierungserklärung wieder dasselbe Lied gesungen: Wir haben im Koalitionsübereinkommen moderate Gehaltsrunden angekündigt. Wir haben die Reduktion der Zahl der öffentlichen Bediensteten um 11 000 angekündigt. Es sollen äquivalente Maßnahmen in den Bereichen Bundesbahnen und Pensionsversicherung gesetzt werden. Es sind Strukturmaßnahmen wie die Einschränkung der Pragmatisierung und beim Pensionsrecht vorgesehen, und es ist – abschließend in diesem Kapitel – eine Nullohnrunde bei den Gehältern der Politiker geplant.
Beifall beim Liberalen Forum.
Deshalb: Bundesstaatsreform, Verwaltungsreform, und dann entsprechende konkrete Ausgestaltung des Dienst- und Besoldungsrechtes des öffentlichen Dienstes. Mit diesen Schritten müßten die Dinge vorangetrieben werden. Was Sie bisher vorgelegt und angekündigt haben, ist uns zuwenig. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Frischenschlager: Ja eh!
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ein Bundesvoranschlag, der auf zwei Jahre wirken soll, der fundamental verändern muß, braucht eine entsprechende Vorbereitung und braucht auch eine entsprechende Vorberatung. Als ich meinem Vorredner zugehört habe, hatte ich den Eindruck, wir beraten heute die Regierungserklärung. Herr Dr. Frischenschlager, ich schätze Sie sehr, aber wir beraten heute das Strukturanpassungsgesetz (Abg. Dr. Frischenschlager: Ja eh!), heute, gestern und in den nächsten Tag auch, und dieses Strukturanpassungsgesetz ist eine umfassende Materie, die notwendigen Anpassungen, um die laufenden Veränderungsprozesse zu ordnen, zum Inhalt hat. Wir haben überbordende Ausgaben im Staatshaushalt, wir müssen dieser Entwicklung Einhalt gebieten, wir müssen stabilisieren. Das ist das Gebot der Stunde! Daran müssen wir uns orientieren, und daran müssen wir arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ein Bundesvoranschlag, der auf zwei Jahre wirken soll, der fundamental verändern muß, braucht eine entsprechende Vorbereitung und braucht auch eine entsprechende Vorberatung. Als ich meinem Vorredner zugehört habe, hatte ich den Eindruck, wir beraten heute die Regierungserklärung. Herr Dr. Frischenschlager, ich schätze Sie sehr, aber wir beraten heute das Strukturanpassungsgesetz (Abg. Dr. Frischenschlager: Ja eh!), heute, gestern und in den nächsten Tag auch, und dieses Strukturanpassungsgesetz ist eine umfassende Materie, die notwendigen Anpassungen, um die laufenden Veränderungsprozesse zu ordnen, zum Inhalt hat. Wir haben überbordende Ausgaben im Staatshaushalt, wir müssen dieser Entwicklung Einhalt gebieten, wir müssen stabilisieren. Das ist das Gebot der Stunde! Daran müssen wir uns orientieren, und daran müssen wir arbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Kiss: Ich nicht!
Die Herausforderung besteht ganz einfach darin, daß wir endlich die Vorgriffe auf die Zukunft eindämmen müssen, um Spielraum für morgen, für die Zukunft zu sichern. Das ist das Postulat, und darum müssen wir uns alle miteinander bemühen. Wir alle sind guter Hoffnung, die allgemeine Wirtschaftsflaute ... (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Kiss: Ich nicht!) Wir sind guter Erwartung, die allgemeine Wirtschaftsflaute, die wir uns bei Gott nicht bestellt haben, zu bewältigen. Wir wollen Arbeit für möglichst viele Menschen schaffen. (Zwischenruf des Abg. Wabl .) Lieber Kollege Wabl, auch für Sie, gar keine Frage! – Wir müssen uns bemühen, diese europaweite Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.
Zwischenruf des Abg. Wabl .
Die Herausforderung besteht ganz einfach darin, daß wir endlich die Vorgriffe auf die Zukunft eindämmen müssen, um Spielraum für morgen, für die Zukunft zu sichern. Das ist das Postulat, und darum müssen wir uns alle miteinander bemühen. Wir alle sind guter Hoffnung, die allgemeine Wirtschaftsflaute ... (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Kiss: Ich nicht!) Wir sind guter Erwartung, die allgemeine Wirtschaftsflaute, die wir uns bei Gott nicht bestellt haben, zu bewältigen. Wir wollen Arbeit für möglichst viele Menschen schaffen. (Zwischenruf des Abg. Wabl .) Lieber Kollege Wabl, auch für Sie, gar keine Frage! – Wir müssen uns bemühen, diese europaweite Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.
Abg. Schwarzenberger: Vier Stunden!
Diese Beratungen erfordern unseren ganzen Einsatz. Es geht auch um die optimale Nutzung der Zeit. Viele bejammern hier und in den Medien, daß sie total überfordert sind, daß all diese Materien viel zu kompliziert sind. Meine Damen und Herren! Darf ich kurz folgendes bemerken: Ich bin bei sehr vielen Ausschußberatungen dabeigewesen, ich habe dort nicht bemerkt, daß jemand besonders überfordert gewesen ist. Es haben sich die Anfragen ganz normal dargestellt, und ich merkte es auch gestern und merke es auch heute nicht. Nur: Was uns überfordert – meine Damen und Herren, da möchte ich Sie ansprechen (der Redner blickt in Richtung der Freiheitlichen) – ist ein übertriebener Aktionismus. Es bringt nichts, wenn wir wichtige Dinge zu beraten haben und uns drei Stunden lang (Abg. Schwarzenberger: Vier Stunden!) mit der Besprechung von Anfragebeantwortungen beschäftigen und viele Stunden abstimmen. Das bringt nichts! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Deshalb schlafen sie ja heute so lange!) Ja, ja. Hier geht wertvolle Zeit verloren, die wir für wichtige Aufgaben in diesem Land letzten Endes brauchen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Deshalb schlafen sie ja heute so lange!
Diese Beratungen erfordern unseren ganzen Einsatz. Es geht auch um die optimale Nutzung der Zeit. Viele bejammern hier und in den Medien, daß sie total überfordert sind, daß all diese Materien viel zu kompliziert sind. Meine Damen und Herren! Darf ich kurz folgendes bemerken: Ich bin bei sehr vielen Ausschußberatungen dabeigewesen, ich habe dort nicht bemerkt, daß jemand besonders überfordert gewesen ist. Es haben sich die Anfragen ganz normal dargestellt, und ich merkte es auch gestern und merke es auch heute nicht. Nur: Was uns überfordert – meine Damen und Herren, da möchte ich Sie ansprechen (der Redner blickt in Richtung der Freiheitlichen) – ist ein übertriebener Aktionismus. Es bringt nichts, wenn wir wichtige Dinge zu beraten haben und uns drei Stunden lang (Abg. Schwarzenberger: Vier Stunden!) mit der Besprechung von Anfragebeantwortungen beschäftigen und viele Stunden abstimmen. Das bringt nichts! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Deshalb schlafen sie ja heute so lange!) Ja, ja. Hier geht wertvolle Zeit verloren, die wir für wichtige Aufgaben in diesem Land letzten Endes brauchen.
Beifall bei der ÖVP.
Die Herausforderung, die ich meine, besteht darin, daß wir auch die Rechtsbereinigung verstärkt in Angriff nehmen müssen. Durch Anpassungsmaßnahmen im Rechtsbereich sind viele Gesetze durch unzählige Novellierungen oftmals unlesbar geworden, sie sind nicht mehr vollziehbar. Deshalb muß es unser Bemühen sein, von der Möglichkeit der Wiederverlautbarung stärker Gebrauch zu machen. Ich glaube, hier haben wir in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren ein reiches Betätigungsfeld vor uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Staatssekretär! Es wurde Ihnen wahrlich viel auf den Tisch gelegt, und wir scheuen uns nicht, daß wir, wenn uns die Möglichkeit dazu geboten wird, von Anfang an ordentlich mitarbeiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt natürlich im öffentlichen Dienst auch Bereiche, wo man nicht einsparen kann. Ich glaube, daß wir in der nächsten Zeit dem Sicherheitsbereich etwas mehr Augenmerk schenken müssen. Dies aber nicht deshalb, weil Österreich unruhiger geworden wäre, sondern deshalb, weil die Welt bewegter geworden ist und weil wir von vielen neuen Gefahren bedroht sind. Deshalb müssen wir hier klare Antworten geben. Das ist also ein Bereich, wo wir nicht einschränken, sondern wahrscheinlich eher ausweiten müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es besteht auch Handlungsbedarf im Verwaltungsgerichtshof. Sie werden ja erwartet haben, daß dieses Thema auch heute von mir angesprochen wird; es ist mir aber wirklich wichtig. Wenn man sich nämlich anschaut, wie sich dort der Akteneinlauf entwickelt, so ist es schon ein Grund zum Nachdenken, wenn innerhalb von zehn Jahren der Neuanfall von 4 000 auf nahezu 11 200 gestiegen ist, sich in der Zwischenzeit die nicht erledigten Fälle auf 9 700 belaufen und monatlich etwa um 400 Beschwerden mehr einlaufen, als erledigt werden können. Darauf müssen wir reagieren, da können wir nicht sagen: Das ist so, das bleibt so, da ändert sich nichts! Da warten die Bürger auf Antworten. Wir haben ja in den Ausschußberatungen gerade auf diesem Gebiet schon einige Vorschläge eingebracht, und ich glaube, daß wir gemeinsam an einer raschen Umsetzung der Vorschläge arbeiten müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Außer von seiten der Opposition kam es eigentlich zu einer breiten Zustimmung. Begriffe wie "ihr fahrt drüber" und "Rasenmäher" und "unsozial" und "fürchterlich" kennen wir zu Genüge. Wir warten auf Vorschläge, und wenn Sie sagen: Hier nicht Rasenmäher, sondern hier Rasenpflege!, dann sagen Sie uns auch, wo und wie Rasenpflege. Wir warten ja darauf. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Mich persönlich stört auch, daß es noch immer Protestmaßnahmen an den Universitäten gibt. In einem freien Staat ist alles erlaubt, ja, man muß nur nachdenken, ob alles sinnvoll ist. Als ich heute früh ins Parlament ging, hat mich eine Frau, eine Wienerin, angesprochen. Sie hat gesagt: Ich bin 70 Jahre alt, und ich bin ein bißchen besorgt um die Zukunft, schauen Sie nur unsere Jugend an. – Ich sagte: Gnädige Frau, wir können sie nicht pauschal verurteilen. Aber was wir tun müssen, ist, sie einzuladen zu Gesprächen und Verhandlungen, und wir sollten sie nicht dauernd auf den Straßen herumziehen lassen, obwohl sie meinen, daß sie dort ihre Zukunft ordnen können. Sie gefährden doch dort ihre Zukunft, und das, glaube ich, muß den jungen Menschen aufgezeigt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es ist unsere Pflicht, zu verstehen, daß Mehrbelastungen und Mehrausgaben nicht die Zukunft sichern, sondern die Zukunft gefährden würde. Wir laden deshalb alle ein, dieses Strukturanpassungsgesetz, dem wir die Zustimmung geben werden, mitzutragen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wir bitten Sie: Werden Sie sich Ihrer Verantwortung gegenüber unserem Land und seinen Bürgern bewußt und gehen Sie einen vernünftigen Weg zum Wohle unseres Landes Österreich mit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen
Nun könnte man der Phrase "nicht leere Kilometer gehen" noch hinzufügen: "nicht hohle Phrasen dreschen", Herr Abgeordneter Donabauer. Das ist die Devise der Stunde! Denn das was Sie hier gemacht haben, Herr Abgeordneter Donabauer, war nichts anderes, als hohle Phrasen dreschen (Beifall bei den Grünen), so zum Beispiel wenn Sie sagen, Mehrbelastungen und Mehrausgaben sichern nicht die Zukunft. (Abg. Kiss: Da lacht ganz Österreich!)
Abg. Kiss: Da lacht ganz Österreich!
Nun könnte man der Phrase "nicht leere Kilometer gehen" noch hinzufügen: "nicht hohle Phrasen dreschen", Herr Abgeordneter Donabauer. Das ist die Devise der Stunde! Denn das was Sie hier gemacht haben, Herr Abgeordneter Donabauer, war nichts anderes, als hohle Phrasen dreschen (Beifall bei den Grünen), so zum Beispiel wenn Sie sagen, Mehrbelastungen und Mehrausgaben sichern nicht die Zukunft. (Abg. Kiss: Da lacht ganz Österreich!)
Abg. Dr. Kräuter: ... sicheren Arbeitsplatz!
Es gibt einen großen Bereich, der bei diesen Strukturanpassungen nicht einmal annähernd berücksichtigt wurde. Herr Staatssekretär, auch Ihnen dürfte nicht unbekannt sein, daß es im öffentlichen Dienst nicht nur Beamte, sondern auch Vertragsbedienstete gibt. Das ist ein wichtiger Punkt, auf den wir uns zunächst einmal einigen müssen. Denn alle Anpassungen und Einschränkungen, die Sie für den öffentlichen Dienst immer im Hinblick auf Beamte beschlossen haben und beschließen werden, treffen genauso die Vertragsbediensteten, die jedoch nicht die Vorteile der Beamten genießen. Die Vertragsbediensteten sind jene Gruppe, welche sowohl die Nachteile des öffentlichen Dienstes – nämlich die schlechten Gehälter in der Aktivzeit – als auch die Nachteile der Privatwirtschaft, nämlich die kleinen Pensionen des ASVG, zu spüren bekommt. Diese Gruppe wird genauso von den Strukturanpassungen erfaßt. (Abg. Dr. Kräuter: ... sicheren Arbeitsplatz!)
Ruf bei der SPÖ: "Arbeitsplatz"!
Wenn Sie sagen: Nicht den Arbeitsmarkt! (Ruf bei der SPÖ: "Arbeitsplatz"!), könnte ich Ihnen einige gute Beispiele dazu bringen. Von den Strukturanpassungen, die Sie jetzt beschließen werden, werden Vertragsbedienstete genauso betroffen, nämlich in der Gehaltsrunde und bei den von Ihnen vorgeschlagenen Gehaltsanpassungen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Neugebauer: Furchtbar!
Es wäre durchführbar, wenn man die Frage der Pragmatisierung endlich einmal ehrlich und offen in diesem Land diskutieren würde. Doch das ist offensichtlich nicht möglich, weil es massive Widerstände seitens der Gewerkschaft gibt, die meiner Ansicht nach, Herr Kollege Neugebauer – das sage ich ganz offen –, die kleinen Beamten als Schutzschild vor sich herführt, um die Rechte der Hofräte zu sichern. Nichts anderes ist es nämlich, was die Gewerkschaft öffentlicher Dienst in diesen letzten Monaten an Politik betrieben hat, Herr Kollege Neugebauer. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Neugebauer: Furchtbar!)
Beifall bei den Grünen.
Das sind die Punkte, denen Sie sich zu stellen haben in der Debatte um den öffentlichen Dienst. Das sind die Punkte, wo Reformen notwendig wären. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist ein unhaltbarer Zustand! das ist auch ein Bruch eines klaren Wahlversprechens! (Beifall bei den Grünen.) Über gebrochene Wahlversprechen brauchen wir uns hier nicht auszuweinen, Herr Staatssekretär. Ich weiß es, es gibt genug davon. Aber ich halte fest, das wäre ein Punkt gewesen, wo Sie die Unterstützung aller Oppositionsparteien gehabt hätten, zu dem sich alle – ÖVP, SPÖ, FPÖ, Liberales Forum und Grüne – gemeinsam bereiterklärt haben. Und dann verschwindet das aus der Koalitionsvereinbarung! Ist das auf einmal kein Thema mehr, obwohl Sie es versprochen haben?
Beifall bei den Grünen.
Das ist keine Perspektive für den öffentlichen Dienst. Und ich bitte Sie, Herr Staatssekretär, strengen Sie sich in diesem Sinne an, daß es zu einer Perspektive kommt. Sie werden unsere Unterstützung haben – aber ganz sicher nicht die der Koalitionspartei. (Beifall bei den Grünen. )
Abg. Öllinger: Sehr indirekt!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Mag. Karl Schlögl: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herzlichen Dank für die Diskussion und dafür, wie sie bisher abgelaufen ist. Ich möchte mich vor allem bedanken für das direkte aber auch indirekte Lob, das zum Teil von den Debattenrednern bisher gekommen ist. (Abg. Öllinger: Sehr indirekt!) Ich möchte aber nicht verschweigen, daß manches, was an Kritik seitens der verschiedenen Oppositionsparteien gekommen ist, eine Kritik war, die ernst zu nehmen ist, die zum Teil sehr berechtigt ist und die ich auch in manchen Fragen teile.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol.
Ich bin mir dessen bewußt, daß das, was wir heute vorgelegt haben – im Gegensatz zu Kollegen Öllinger bin ich der Ansicht, daß im Strukturanpassungsgesetz, wenn überhaupt, dann nur sehr wenige Novellierungen notwendig sein werden –, daß das in diesem Bereich der erste Schritt ist, daß es aber ein ganz entscheidender und wichtiger Schritt ist. Mit diesen verschiedenen Maßnahmen, die meiner Meinung nach sehr ausgewogen sind, die nicht nur die jungen Mitarbeiter, sondern in manchen Bereichen auch die älteren und vor allem höher Verdienende im öffentlichen Dienst treffen, wird es erstmals gelingen, daß die Ausgaben im öffentlichen Dienst, die zugegebenermaßen in den letzten Jahren stark angestiegen sind, eingefroren werden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Khol. )
Abg. Dr. Haselsteiner: Wir halten viel von ihm! Er ist belastbar!
Was ich an der Haltung der Opposition nicht verstehe, ist, daß sie auf der einen Seite kritisiert, daß sie in den letzten Tagen und Wochen mit vielen Gesetzen – 98 Gesetzen – überhäuft worden ist, daß sich manche der Oppositionsparteien damit überfordert fühlen, all das lesen zu müssen, gleichzeitig aber kommen die Redner der Oppositionsparteien hier heraus und fordern vom kleinen Staatssekretär Schlögl, daß er eine Bundesstaatsreform zusätzlich vorlegen soll, daß er eine große Verwaltungsreform vorlegen soll, daß er eine Neukodifikation der Bundesverfassung vorlegen soll, daß er ein neues Förderungsprogramm vorlegen soll, daß er eine Rechtsbereinigung vorlegen soll – und, und, und. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wir halten viel von ihm! Er ist belastbar!)
Abg. Dr. Khol: Sehr gut! – Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Stellen Sie sich vor, das wäre wirklich gelungen und wir hätten das in kürzester Zeit vorgelegt! Was hätte es dann erst für eine Kritik der Opposition gegeben! Da hätte es geheißen, daß so elementare, so wichtige Gesetze in einer Husch-pfusch-Aktion von der Koalition vorgelegt werden! Ich möchte wirklich die Kirche im Dorf lassen und sagen, daß wir viel erreicht haben, daß wir noch vieles tun müssen. Ich bin aber überzeugt, daß uns das gelingen wird. (Abg. Dr. Khol: Sehr gut! – Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Allgemeine Heiterkeit. – Ruf: Herr Bürgermeister!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ganz genau gesagt bleibt die Kirche in Purkersdorf! (Allgemeine Heiterkeit. – Ruf: Herr Bürgermeister!)
Abg. Wabl: Auch mit der Opposition?
Meine Aufgabe wird es nun sein, gemeinsam mit allen Vertretern der einzelnen Parlamentsparteien zu erreichen, daß diese Verwaltungsreform jetzt wirklich in Gang gesetzt wird. (Abg. Wabl: Auch mit der Opposition?) Ja, warum nicht? Manche Ideen der Opposition sind ja auch sinnvoll! Nicht alle, aber manche sind sinnvoll.
Abg. Dr. Khol: Da hat er recht! – Abg. Wabl: Zum Beispiel? – Abg. Dr. Khol: Die Kfz-Zulassung zum Beispiel! – Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Viele Aufgaben, die die Gebietskörperschaften derzeit erledigen, sollte man meiner Meinung nach sehr kritisch überprüfen, ob sie noch notwendig sind. Viele Bereiche könnten meiner Meinung nach viel sinnvoller und kostengünstiger von Privaten geführt werden. (Abg. Dr. Khol: Da hat er recht! – Abg. Wabl: Zum Beispiel? – Abg. Dr. Khol: Die Kfz-Zulassung zum Beispiel! – Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Ja, das zum Beispiel, oder auch der gesamte Straßenreinigungsdienst, um nur einiges zu nennen, aber auch noch viele andere Dinge.
Abg. Dr. Khol: Wenig!
Ich bringe ein Beispiel dazu: Bei den Pflichtschullehrern, den Hauptschul-, Volksschul- und Sonderschullehrern, haben wir derzeit rund 75 000 Planstellen, und mit den Maßnahmen, die wir setzen, werden lediglich 12 Planstellen eingespart (Abg. Dr. Khol: Wenig!), und das ist sehr, sehr wenig. Es stimmt daher die Kritik nicht.
Abg. Dr. Frischenschlager: Weiß das auch der Herr Wissenschaftsminister?
Entscheidend dabei ist, daß nicht nur bei den "Indianern", sondern auch bei den "Häuptlingen" eingespart wurde. Wir haben uns sehr bemüht, die hochdotierten und weniger dotierten Posten einigermaßen gerecht nach einem vernünftigen ... (Abg. Dr. Frischenschlager: Weiß das auch der Herr Wissenschaftsminister?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zusammenfassend: Die Anpassungen, die in diesem Bereich durchgeführt wurden, sind wichtig, um die Kosten im öffentlichen Dienst einigermaßen zu reduzieren. Es handelt sich um Anpassungen, die sozial ausgewogen sind, die alle Gruppen treffen – auch die verschiedenen Generationen, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind –, die nicht gegen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst gerichtet sind, sondern das Ziel haben, gemeinsam mit den öffentlich Bediensteten den öffentlichen Dienst attraktiv zu gestalten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Seien wir froh, daß wir die Beamten haben!
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Einleitend möchte ich kurz auf die Ausführungen des Abgeordneten Frischenschlager eingehen und sagen: Es ist relativ leicht, sich hier herzustellen und zu sagen: Macht jetzt etwas, in den letzten Jahren habt ihr nichts gemacht! Ich möchte daher die Größe der Aufgaben, die hinsichtlich der Verwaltung im öffentlichen Dienst vor uns liegen, ein bißchen humorvoll mit einem historischen Zitat von Anton Kuh illustrieren, der folgende Szene setzt: 1913, ein Heurigenlokal in Wien, an der Theke steht ein Mann, der erklärt: Es wird keinen Kaiser mehr geben, zwischen Wien und Preßburg wird es eine Grenze geben, die Ägyptischen werden aus Roßknödeln gemacht werden, ein Stück Brot wird 2 000 Kronen kosten und so weiter und so fort. Der Mann kommt ins Randalieren, ein Postoffizial, der dem Randal ein gemütliches Ende machen wollte, unterbrach ihn mit der Frage: Und was wird mit den Beamten? Der Redner sah ihn an, trank einen Schluck, sah ihn nochmal an und sprach mit einem Seufzer: Die werden bleiben! – Ende des Zitats. (Abg. Dr. Khol: Seien wir froh, daß wir die Beamten haben!)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Zur Verwaltungsreform ein Beispiel, das jetzt nur uns betrifft: Wir alle sind in der letzten Zeit hier wieder- oder neueingetreten und angelobt worden und haben ein Paket an Formularen, manche von uns zum x-ten Male, ausgefüllt, wobei die Frage zu stellen ist: Muß der Nationalratspräsident, wenn ich einen Mitarbeiter anstelle, wissen, wann ich geboren bin, wo ich wohne, Postleitzahl und Telefonnummer, oder ist das nur ein Formular, das einfach weitergeschleppt wird? Genügt es nicht, wenn steht: Name, Fraktion und Unterschrift? – Das ist eine Kleinigkeit, eine Winzigkeit, aber das summiert sich in Millionen vergeudeter Arbeitsstunden. (Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Zwischenruf des Abg Kiss.
Es ist für diese Seite des Hauses (zu den Freiheitlichen gewandt) immer sehr populär zu sagen: Weg mit den staatlichen Parteienförderungen! oder: Kürzen wir sie doch auf die Hälfte! – oder welche Forderungen auch immer da kommen. (Zwischenruf des Abg Kiss. ) Das klingt recht gut, aber ich meine, daß wir uns eindeutig zur Parteienförderung bekennen sollen. Es sind die politischen Parteien ein Grundpfeiler unseres parlamentarischen demokratischen Systems. Und es ist Doppelzüngigkeit – wie Sie sagen, Herr Abgeordneter Kiss –, wenn sie auf der einen Seite sagen: Sparen wir sie ein, das ist alles nichts!, auf der anderen Seite aber bei eigenen Versäumnissen, wie das bei den 30 Millionen Schilling war, durch Beschäftigung der Gerichte jeder Groschen eingefordert wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist für diese Seite des Hauses (zu den Freiheitlichen gewandt) immer sehr populär zu sagen: Weg mit den staatlichen Parteienförderungen! oder: Kürzen wir sie doch auf die Hälfte! – oder welche Forderungen auch immer da kommen. (Zwischenruf des Abg Kiss. ) Das klingt recht gut, aber ich meine, daß wir uns eindeutig zur Parteienförderung bekennen sollen. Es sind die politischen Parteien ein Grundpfeiler unseres parlamentarischen demokratischen Systems. Und es ist Doppelzüngigkeit – wie Sie sagen, Herr Abgeordneter Kiss –, wenn sie auf der einen Seite sagen: Sparen wir sie ein, das ist alles nichts!, auf der anderen Seite aber bei eigenen Versäumnissen, wie das bei den 30 Millionen Schilling war, durch Beschäftigung der Gerichte jeder Groschen eingefordert wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Auf wieviel haben Sie schon verzichtet?
Ein letztes Kapitel, das nicht mit diesen ... (Abg. Dr. Graf: Auf wieviel haben Sie schon verzichtet?) Also ich gebe nichts in einen Sozialfonds und hole es mir dann wieder heraus, so wie Sie das im Burgenland machen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie nehmen es gleich direkt!) Zweitens: Sich zu rühmen mit Spenden, die man sozialen Institutionen gibt, finde ich überhaupt als das Fieseste. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie nehmen es gleich direkt!
Ein letztes Kapitel, das nicht mit diesen ... (Abg. Dr. Graf: Auf wieviel haben Sie schon verzichtet?) Also ich gebe nichts in einen Sozialfonds und hole es mir dann wieder heraus, so wie Sie das im Burgenland machen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie nehmen es gleich direkt!) Zweitens: Sich zu rühmen mit Spenden, die man sozialen Institutionen gibt, finde ich überhaupt als das Fieseste. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.
Ein letztes Kapitel, das nicht mit diesen ... (Abg. Dr. Graf: Auf wieviel haben Sie schon verzichtet?) Also ich gebe nichts in einen Sozialfonds und hole es mir dann wieder heraus, so wie Sie das im Burgenland machen. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie nehmen es gleich direkt!) Zweitens: Sich zu rühmen mit Spenden, die man sozialen Institutionen gibt, finde ich überhaupt als das Fieseste. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Sie hat recht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Frau Abgeordnete! Bitte eine andere Ausdrucksweise. (Abg. Kiss: Sie hat recht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich bin der festen Überzeugung, daß die Frauenförderpläne und das Bundesgleichbehandlungsgesetz so bleiben können, daß die Diskussion in diesem Bereich auch im europäischen Rahmen unbedingt weitergeführt werden muß und weitergehen wird und daß es nun an der Zeit ist, daß die vielen begabten und qualifizierten Frauen, die wir im öffentlichen Dienst haben, die ihnen gebührenden Chancen und Möglichkeiten erhalten. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Karlsson: Ich bin immer moderat!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Meine sehr geehrten Damen und Herren! In einem alten Lied heißt es: "Alles neu macht der Mai", und obwohl wir dem Wonnemonat noch entgegensehen, war ich versucht, daran zu glauben, als ich den ersten Teil der Rede der Frau Abgeordneten Karlsson hier hörte. Sie ist im ersten Teil Ihrer Rede durchaus moderat aufgetreten (Abg. Dr. Karlsson: Ich bin immer moderat!) und hat sogar den alten Kaffeehausliteraten Anton Kuh zitiert. Es hat sie dann allerdings doch der Hafer gestochen, das hat ihr dann eine Rüge des Herrn Präsidenten – wie ich meine: zu Recht – eingetragen. Die zum Schein getragene noble Ausdrucksweise ist sehr rasch abgelöst worden von einer Terminologie wie "fies" et cetera.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei SPÖ und ÖVP: Meischberger! – Abg. Dr. Khol: Meischberger – bar aufs Handerl!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wo die Handerlaufhalter in dieser Republik sitzen, wissen wir: Hier in der linken Reichshälfte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei SPÖ und ÖVP: Meischberger! – Abg. Dr. Khol: Meischberger – bar aufs Handerl!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Krüger! Bar aufs Handerl! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Kollege Khol! In Tirol sind Sie ja bei den Nationalratswahlen sehr abgestürzt: Die Wähler sind Ihnen abhanden gekommen. (Abg. Dr. Khol: Bar aufs Handerl! Meischberger – bar aufs Handerl! 3 Millionen Schilling bar aufs Handerl!)
Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Krüger! Bar aufs Handerl! – Weitere Zwischenrufe.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wo die Handerlaufhalter in dieser Republik sitzen, wissen wir: Hier in der linken Reichshälfte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei SPÖ und ÖVP: Meischberger! – Abg. Dr. Khol: Meischberger – bar aufs Handerl!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Krüger! Bar aufs Handerl! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Kollege Khol! In Tirol sind Sie ja bei den Nationalratswahlen sehr abgestürzt: Die Wähler sind Ihnen abhanden gekommen. (Abg. Dr. Khol: Bar aufs Handerl! Meischberger – bar aufs Handerl! 3 Millionen Schilling bar aufs Handerl!)
Abg. Dr. Khol: Bar aufs Handerl! Meischberger – bar aufs Handerl! 3 Millionen Schilling bar aufs Handerl!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wo die Handerlaufhalter in dieser Republik sitzen, wissen wir: Hier in der linken Reichshälfte! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Rufe bei SPÖ und ÖVP: Meischberger! – Abg. Dr. Khol: Meischberger – bar aufs Handerl!) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Dr. Khol: Herr Kollege Krüger! Bar aufs Handerl! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Kollege Khol! In Tirol sind Sie ja bei den Nationalratswahlen sehr abgestürzt: Die Wähler sind Ihnen abhanden gekommen. (Abg. Dr. Khol: Bar aufs Handerl! Meischberger – bar aufs Handerl! 3 Millionen Schilling bar aufs Handerl!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nie zuvor in der Geschichte des Hohen Hauses ist derart evident geworden, zu welcher Farce der Parlamentarismus verkommen kann, als eben jetzt, da man zwei Budgets in einem Husch-Pfusch-Verfahren mit 98 Gesetzen und einer Unzahl von Verfassungsbestimmungen durch die Ausschüsse peitscht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Ausgabenkürzung im öffentlichen Dienst betrifft bekanntlich auch den Wissenschaftsbereich. Als Maßnahmen in diesem Bereich sind unter anderem eine Senkung der Höhe der Lehrauftragsremunerationen und die Kürzung der Prüfungsentschädigungen vorgesehen. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Graf: Gemeinsam mit Kommunisten und Marxisten! – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Naturgemäß wurden die Demonstrationen im universitären Bereich von verschiedenen linken Gruppen an den Universitäten dazu benützt – wie sich die Mitarbeiterin beziehungsweise Funktionärin der Österreichischen Hochschülerschaft in der Sendung "Zur Sache" ausgedrückt hat –, eine neue linke Alternative zu bilden. Das ist das eigentlich Entscheidende. Es ging nicht mehr um das Sachthema. Die Demonstrationen wurden von der Ampelkoalition im Hochschülerschaftsbereich dazu mißbraucht, als Vehikel für neue linke Utopien zu dienen. (Abg. Dr. Graf: Gemeinsam mit Kommunisten und Marxisten! – Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Das ist die Wahrheit!
Ja das ist eine tolle Philosophie, Herr Kollege. Sie sind Bildungssprecher Ihrer Partei, und es wäre Ihnen wirklich gut angestanden, wenn Sie hier einmal eine klare Stellungnahme dazu abgegeben hätten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Das ist die Wahrheit!)
Abg. Dr. Niederwieser: Haben Sie keine eigene Meinung? Ich hätte gerne Ihre Meinung gehört!
Die Österreichische Rechtsanwaltschaft lehnt die geplanten abgabenrechtlichen Vorhaben entschieden ab und wird mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die Öffentlichkeit darüber informieren – nun, Herr Kollege Niederwieser, passen Sie auf, denn es trifft auf Ihre Fraktion in besonderem Ausmaß zu (Abg. Dr. Niederwieser: Haben Sie keine eigene Meinung? Ich hätte gerne Ihre Meinung gehört!) –, in welch rücksichtsloser Art und Weise Grundregeln der Bundesverfassung nicht nur umgangen, sondern beseitigt werden. Das sollte Ihnen, Herr Kollege Niederwieser, zu denken geben, bevor Sie hier unsachliche Zwischenrufe vom Stapel lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Denken Sie doch selber nach!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Denken Sie doch selber nach!
Die Österreichische Rechtsanwaltschaft lehnt die geplanten abgabenrechtlichen Vorhaben entschieden ab und wird mit allen zu Gebote stehenden Mitteln die Öffentlichkeit darüber informieren – nun, Herr Kollege Niederwieser, passen Sie auf, denn es trifft auf Ihre Fraktion in besonderem Ausmaß zu (Abg. Dr. Niederwieser: Haben Sie keine eigene Meinung? Ich hätte gerne Ihre Meinung gehört!) –, in welch rücksichtsloser Art und Weise Grundregeln der Bundesverfassung nicht nur umgangen, sondern beseitigt werden. Das sollte Ihnen, Herr Kollege Niederwieser, zu denken geben, bevor Sie hier unsachliche Zwischenrufe vom Stapel lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Niederwieser: Denken Sie doch selber nach!)
Beifall bei der ÖVP.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die öffentlich Bediensteten haben möglicherweise durch verschiedene Zugänge in den Zentralanstalten, Budgetsektionen und im Finanzministerium viel früher als so mancher Politiker die Notwendigkeit eines Kassasturzes erkannt, eines Kassasturzes, den letztendlich Wolfgang Schüssel initiiert hat. Herr Bundesminister Klima hat neben anderen bemerkenswerten Sätzen in seiner Budgetrede einen für mich besonders hervorzuhebenden Satz geprägt, nämlich daß ein Defizit an sich kein geeignetes Instrument ist, Arbeitsplätze zu schaffen. Das ist eine völlige Trendumkehr der politischen Bewertung, einer Philosophie, die durch die Person Bruno Kreisky geprägt war. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Wir werden es ihm ausrichten!
Dr. Frischenschlager ist leider nicht hier. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wir werden es ihm ausrichten!) Ich bedanke mich herzlich für diesen Transport meiner Ausführungen. Die öffentliche Verwaltung und der öffentliche Dienst insgesamt – ich denke, auch Professor Frischenschlager würde meiner Meinung sein – bieten ein breites Sortiment an Leistungen. (Abg. Dr. Graf: Professor ist zuviel!) Zuviel der Ehre – gut!
Abg. Dr. Graf: Professor ist zuviel!
Dr. Frischenschlager ist leider nicht hier. (Abg. Dr. Haselsteiner: Wir werden es ihm ausrichten!) Ich bedanke mich herzlich für diesen Transport meiner Ausführungen. Die öffentliche Verwaltung und der öffentliche Dienst insgesamt – ich denke, auch Professor Frischenschlager würde meiner Meinung sein – bieten ein breites Sortiment an Leistungen. (Abg. Dr. Graf: Professor ist zuviel!) Zuviel der Ehre – gut!
Beifall bei der ÖVP.
Wenn der Herr Staatssekretär gemeint hat, daß auch die Gesetzesdurchforstung anzugehen sei, bin ich seiner Meinung; ob man allerdings alles abschaffen soll, was vor 1800 erfunden worden ist, weiß ich nicht, denn zumindest die allgemeine Schulpflicht sollten wir beibehalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Graf: Daß Sie dafür sind, ist eh klar!
Sozialpartnerschaft, meine Damen und Herren, wie sie Kollege Frischenschlager hinterfragt, ist für mich etwas Selbstverständliches: ganz einfach miteinander Reden, Vorurteile überwinden, um zu einem gemeinsamen verantwortlichen Handeln zu kommen. Wenn er impliziert, daß Gewerkschaften nur mauern und abblocken und deswegen nichts weiterginge, dann muß ich ihm sagen: Gewerkschaften sind in ihrem Selbstverständnis dazu da, sozialen Standard zu sichern. Sie sind auch dazu da, auf Rahmenbedingungen zu reagieren und im Gespräch mit dem Dienstgeber zu vernünftigen Kompromissen zu kommen. (Abg. Dr. Graf: Daß Sie dafür sind, ist eh klar!)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Motivierung – auch für den öffentlichen Dienst, Herr Dr. Graf – ist ein ganz wesentliches betriebspsychologisches Element. Wir dürfen es nicht zulassen, daß es zu einer geistigen Verabschiedung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes kommt. Reformbereitschaft und geistige Frische sind keine Frage der Geburtsurkunde – das möchte ich den Kollegen Öllinger und Frischenschlager ins Stammbuch schreiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leikam: War gut!
Allerdings, Herr Staatssekretär, werden Sie sich einer großen Herausforderung noch in größerem Umfang stellen müssen als in der Vergangenheit: Dieses "Match" mit Herrn Dohr – zu einem solchen wurde es ja zumindest öffentlich stilisiert – war ja sozusagen noch eines (Abg. Leikam: War gut!) , bei dem der kleinste gemeinsame Nenner erkennbar war und die Gegensätze zumindest nach außen nicht durchgedrungen sind. Aber wenn Sie diese Gegensätze nicht provozieren, wenn Sie nicht ans Eingemachte gehen, dann werden Sie zwar die Entwicklung bremsen, aber Sie werden nicht zu einem Rückbau des Staates kommen, Sie werden nicht zu einer Abschaffung der Pragmatisierung kommen, Sie werden nicht den Versetzungsschutz wegbekommen, und Sie werden dann all jene Voraussetzungen, die Instrumente, die Sie brauchen, um eine effiziente Verwaltung in diesem Land einzurichten, nicht haben.
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie, Herr Staatssekretär, und wir alle hier im Haus wissen, daß es hier nicht mehr um die Interessen der Bediensteten allein geht, sondern hier geht es dann um parteipolitische Interessen, hier geht es um Gewerkschaftsinteressen, und hier geht es um Machtinteressen. Und wenn wir die Problematik des öffentlichen Dienstes davon endlich einmal loskoppeln können und das Sachargument im Vordergrund steht, dann werden wir vielleicht auch einen Schritt weiterkommen. Ich würde es Ihnen wünschen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Erstens: Die rasche Erhebung der notwendigen Daten als Grundlage für eine erfolgreiche Dienst- und Besoldungsrechtsverhandlung. Das ist dem Parlament genauso wichtig wie der Regierung und den Verhandlungspartnern auf der Seite der Gewerkschaft. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Hohes Haus! Immer wieder werden die Beamten des öffentlichen Dienstes kritisiert, wobei sie besonders mit den Personalausgaben des Bundes, mit den Beamtenpensionen und mit den vermeintlichen Privilegien in Zusammenhang gebracht werden. Wenn wir aber die Beamten des öffentlichen Dienstes objektiv betrachten, so müssen wir, glaube ich, anerkennen, daß sie mit Sicherheit am meisten in diese Verwaltung einbringen und daß eine Verwaltung ohne die Beamten des öffentlichen Dienstes überhaupt nicht möglich ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nicht der Beamte ist schuld an diesem Budgetdesaster, sondern Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren der Einheitspartei, die Sie aufgrund Ihrer Regierungstätigkeit ein Gesetz nach dem anderen beschließen, ohne dabei darauf Bedacht zu nehmen, wie viele Beamte für die Administration dieser Verwaltung notwendig sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Die Bundesregierung ist offenbar nicht mutig oder fähig genug, endlich eine umfassende Verwaltungsreform in Angriff zu nehmen, und versucht statt dessen, die öffentlich Bediensteten weiter zu schröpfen, um zu ihrem dubiosen Einsparungsziel zu gelangen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir Freiheitlichen fordern daher die Bundesregierung auf, endlich folgende Reformen durchzuführen: Zusammenlegung von Ministerien nach sachlichen Gesichtspunkten, Bereinigung des Kompetenzdschungels, Beseitigung von Mehrfachbezügen, Eindämmung der Gesetzes- und Erlaßflut, Schaffung eines leistungsorientierten Dienst- und Besoldungsrechtes, Angebot von Teilzeitarbeit, Abbau von Hierarchieebenen, Straffung von Organisation, Einführung einer Kostenrechnung in der Verwaltung, Privatisierung von Aufgaben, die nicht unbedingt vom Staat besorgt werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hoffe, daß Sie sich einmal ernsthaft mit dieser Thematik auseinandersetzen, um die Ängste und auch die Betroffenheit der öffentlich Bediensteten unseres Staates zu verstehen. Erst dann wird es möglich sein, ein zielführendes und qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Zum Strukturanpassungsgesetz, das Bundeskanzleramt und den öffentlichen Dienst betreffend, soll auch eine Facette eingebracht werden, die mich persönlich und die Minderheiten in diesem Land betrifft, all das, was die Volksgruppen anlangt. Es ist nämlich so, daß durch dieses Strukturanpassungsgesetz die Minderheiten profitieren. Es ist so, daß die Volksgruppen gefördert werden und die Mehrheit in diesem Land weiß, daß man Vielfalt forcieren muß, um dieses Österreich in seiner Eigenart zu erhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Was hat die Frau Abgeordnete Stoisits für ein Wahlergebnis erreicht? Weißt du das?
Man kann seit gestern und auch seit heute verfolgen, was die Freiheitliche Partei, was die Liberalen und die Grünen gesagt haben. Die Grünen sind übrigens jetzt nicht einmal mehr in Spurenelementen anwesend. Es gibt seit einer halben Stunde keinen einzigen grünen Abgeordneten, der dieser Debatte beiwohnt. (Abg. Haigermoser: Was hat die Frau Abgeordnete Stoisits für ein Wahlergebnis erreicht? Weißt du das?) Ja, richtig. 1,2 Prozent in Ihrer Heimatgemeinde Stinatz.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Wenn man also hört, was die Opposition in diesen letzten beiden Tagen gesagt hat, und wenn man weiß, was die Bundesregierung, SPÖ wie ÖVP, für die Minderheiten im besonderen leisten, dann kann man mit Stolz als Angehöriger einer Minderheit – ich bin Angehöriger der ungarischen Minderheit – sagen: Ich freue mich darüber, daß mit diesen Budgets 1996 und 1997 mehr getan wird als je in der Vergangenheit. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager.
Und es läßt sich dies auch belegen, werte Kolleginnen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager. ) Ja, auch das nehme ich zur Kenntnis, Kollege Frischenschlager! Aber man kann es auch in Zahlen gießen, und man kann es belegen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Vor 7 Jahren, als ich in dieses Parlament gekommen bin, hat beispielsweise der Ansatz für die Volksgruppen Jahr für Jahr etwa 4 Millionen Schilling betragen. Alle miteinander wissen wir, daß dieser Betrag mittlerweile auf das 13fache angestiegen ist. Das ist sicherlich noch nicht astronomisch, aber 52,7 Millionen Schilling Jahr für Jahr für die slowenische Bevölkerungsgruppe, für die kroatische, für die ungarische, für die tschechische, für die Roma und Sinti, die können sich sehen lassen, die sind auch von einer grauslichen Opposition nicht wegzudiskutieren. Nehmen Sie das bitte zur Kenntnis! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es hat sich etwas geändert zum Vorteil der Minderheiten, zum Vorteil jener, die den besonderen Schutz der Mehrheit brauchen. Ich sage das ganz bewußt, weil ich Freude daran empfinde, daß für diese Minderheiten in diesem Land von vielen, die politische Verantwortung tragen, im Bund, in den Ländern, Entscheidendes getan wird. Das soll auch hier gesagt werden. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall des Abg. Dr. Khol.
Geschätzte Damen und Herren! Seitens der Grünen – sie konnten sich bisher nicht artikulieren, wie sollten sie auch, da sie ja nicht einmal körperlich präsent sind? – wird immer wieder ins Treffen geführt: Diese Bundesregierung macht zuwenig. Sie schafft strukturell nichts, was die Minderheiten betrifft, beispielsweise in bezug auf die Beiräte. Sie schafft nichts, was den öffentlichen Dienst betrifft, was die Favorisierung jener Bewerber für den öffentlichen Dienst betrifft, die Minderheitensprachen sprechen. Sie schafft es nicht, den Minderheiten das Gefühl zu geben, wir sind für euch und eure Anliegen ganz dezidiert da. (Beifall des Abg. Dr. Khol. ) Wir von der ÖVP sind es, die schon in der Vergangenheit bewiesen haben, daß es eine Angelegenheit unse
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich bin zuversichtlich, daß wir auch künftig, wenn das Gemeinsame vor dem Trennenden steht, für die Minderheiten etwas tun, damit die Mehrheit in diesem Land das Gefühl hat, die Minderheit lebt mit der Mehrheit in diesem schönen Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Bleiben wir doch in der Realität! Das ist doch für jeden normalen Österreicher, der nach dem ASVG einen Höchstbezug von 31 000 S brutto bekommen kann, letztlich ein Schlag ins Gesicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es soll also nur ein Honorar geben, auch wenn jemand mehrere politische Funktionen ausübt. Das soll er, warum denn nicht? Aber er kriegt nur ein Honorar, dann werden sich die Mehrfachfunktionen relativ schnell aufhören. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Leikam: Wer von uns hat denn Dienstwägen? – Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Ich bekenne mich selbstverständlich zur Differenzierung der Politikergehälter nach Entfernung. Jemand, der aus Vorarlberg kommt, um dieses Amt auszuüben, muß eine höhere Entschädigung erhalten, als jemand aus Wien. Wir brauchen keine Zulagen, und Dienstwägen können wir einschränken. Ich bekenne mich zu Dienstwägen, Dienstwägen sind etwas Wichtiges, weil sie einem Minister die Möglichkeit geben, seine Aufgabe besser zu erfüllen. Aber viele von uns könnten sich auf Fahrbereitschaften zurückziehen, ohne mit Dienstwägen große Kosten zu verursachen. (Abg. Leikam: Wer von uns hat denn Dienstwägen? – Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Der Nationalratspräsident hat einen Dienstwagen, liebe Freunde. Alle drei Nationalratspräsidenten haben jeweils einen. – Ich weiß nicht, was Sie da so aufregt. Was regt Sie da so auf, liebe Freunde? Wenn Sie keinen haben, paßt es doch ohnehin (Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Die Klubobleute haben auch einen. Es ist erstaunlich, wie aufgeregt Sie sind, wenn wir einmal über Ihre Privilegien reden. Reden wir doch nicht immer von den Privilegien der österreichischen Bevölkerung, reden wir doch von den Ihren! (Beifall beim Liberalen Forum.) Sie haben keinen Dienstwagen, ich bestätige Ihnen das. Aber nur keine Aufregung, meine Damen und Herren!
Beifall beim Liberalen Forum.
Der Nationalratspräsident hat einen Dienstwagen, liebe Freunde. Alle drei Nationalratspräsidenten haben jeweils einen. – Ich weiß nicht, was Sie da so aufregt. Was regt Sie da so auf, liebe Freunde? Wenn Sie keinen haben, paßt es doch ohnehin (Weitere heftige Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Die Klubobleute haben auch einen. Es ist erstaunlich, wie aufgeregt Sie sind, wenn wir einmal über Ihre Privilegien reden. Reden wir doch nicht immer von den Privilegien der österreichischen Bevölkerung, reden wir doch von den Ihren! (Beifall beim Liberalen Forum.) Sie haben keinen Dienstwagen, ich bestätige Ihnen das. Aber nur keine Aufregung, meine Damen und Herren!
Abg. Haigermoser: Hör mit dem Blödsinn auf! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir brauchen also für unsere Honorare, die anständig und hoch sein müssen, damit es anständige und tüchtige Politikerinnen und Politiker gibt, eine überschaubare Regelung. Jeder kann sich dann um zehn Schilling ein Oktav-Hefterl in der Trafik kaufen, wo das ganz genau drinsteht, und somit weiß, was ein Politiker, eine Politikerin verdient, und damit ist die ewige Neidgenossenschaft, die die freiheitliche Fraktion so gerne spielt, ein für allemal beendet. (Abg. Haigermoser: Hör mit dem Blödsinn auf! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Haben wir, meine Damen und Herren, den Mut, und lösen wir uns aus dem Gestrüpp der Beamtendienstrechte, werden wir Freiberufler, werden wir Selbständige, denn das sind wir Politiker in Wirklichkeit! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
"Die eingeräumte Frist zur Stellungnahme ist so kurz, daß eine ernsthafte Befassung mit dem Entwurf nicht erwartet werden kann. Diese Vorgangsweise stellt einen Affront gegenüber den Ländern dar, zumal sich der Bund im Rahmen der Verfahren gemäß Artikel 98 Bundesvertragsgesetz eine Begutachtungsfrist von jeweils sechs Wochen vorgenommen hat. Wenngleich so lange Fristen in dringenden Fällen nicht immer eingehalten werden können, muß doch eine Mindestfrist von zwei Wochen als unbedingt erforderlich angesehen werden, soll nicht die Anfrage des Bundes bloße Alibihandlung sein." Alibihandlung – ja selbstverständlich, was soll es denn sonst sein, wenn man Begutachtungsfristen von nicht einmal einer Woche zur Verfügung stellt bei dieser doch sehr existentiellen Thematik? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Glauben Sie mir, Sie haben mit diesen Anpassungsgesetzen bezüglich Universitäten nicht ins Schwarze getroffen. Wir werden morgen noch Zeit haben, im Rahmen der Wissenschaftsdebatte näher darauf einzugehen. Sie werden mit dieser Form der Vorgangsweise, mit dieser Schröpferei in einem an sich ungeeigneten Bereich und durch die Untergrabung der Universitätsautonomien sicher keinen Fortschritt bezüglich der Bildung und Ausbildung unserer Hörer, unseres geistigen Gutes, unserer Elite von morgen leisten. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fischer betritt den Saal.
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Teil des Gesetzentwurfes ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Fischer betritt den Saal.) – Wer ist hereingekommen? – Herr Präsident Dr. Fischer! Ich zähle gerade die Stimmen. Ihre Stimme nehme ich nicht mehr zur Kenntnis. (Abg. Dr. Fischer: Herr Präsident! Ich bin mit dem makedonischen Außenminister in Gesprächen gewesen, aber ich gehe eh schon wieder!) Danke schön. – Dieser Teil des Gesetzentwurfes ist mit Mehrheit angenommen worden. Ich stelle ausdrücklich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest.
Abg. Dr. Fischer: Herr Präsident! Ich bin mit dem makedonischen Außenminister in Gesprächen gewesen, aber ich gehe eh schon wieder!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Teil des Gesetzentwurfes ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Fischer betritt den Saal.) – Wer ist hereingekommen? – Herr Präsident Dr. Fischer! Ich zähle gerade die Stimmen. Ihre Stimme nehme ich nicht mehr zur Kenntnis. (Abg. Dr. Fischer: Herr Präsident! Ich bin mit dem makedonischen Außenminister in Gesprächen gewesen, aber ich gehe eh schon wieder!) Danke schön. – Dieser Teil des Gesetzentwurfes ist mit Mehrheit angenommen worden. Ich stelle ausdrücklich die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit fest.
Abg. Dr. Stummvoll: Das wird sich gleich ändern!
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist so angenehm ruhig und friedlich heute hier im Saal. (Abg. Dr. Stummvoll: Das wird sich gleich ändern!) Es wird mir gar nicht gelingen, die Stimmung anzuheizen, fürchte ich, obwohl ich mir im Sinne des lebendigen Parlamentarismus schon wünsche, daß sich ein bißchen etwas rührt. Es muß ja nicht gleich sein, daß der Präsident des Saales verwiesen wird, ein bißchen weniger genügt auch, um Stimmung hereinzubringen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gestern waren die Dinge anders gelagert, und ich möchte doch mit einigen Sätzen darauf zu sprechen kommen. Es ist von Rednern der Regierungsparteien das böse Wort vom Mißbrauch der Geschäftsordnung, wenn nicht gar des Parlamentarismus und seiner Regeln im Zusammenhang damit gefallen, daß die Freiheitlichen namentliche Abstimmung in etlichen Fällen beantragt haben. Diejenigen Redner, die hier Mißbrauch gewähnt haben, haben Ursache und Wirkung verwechselt, meine Damen und Herren! Mißbrauch ist gegeben, wenn ich hergehe und im Bewußtsein dessen, daß Gesetzesbestimmungen, die zu beschließen wären, verfassungswidrig sind, die Verfassung und den Verfassungsgerichtshof, die Appellations- und Überprüfungsmöglichkeiten, unterlaufe und Halbsätze, Sätze, einzelne Worte, die eben verfassungswidrig sind, als Verfassungsbestimmungen beschließen lasse. Das ist Mißbrauch! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist kein Mißbrauch, wenn eine verantwortungsbewußte, pflichtbewußte Oppositionspartei hergeht und über den – das sei zugegeben – zeitraubenden und mühseligen Umweg namentlicher Abstimmungen für die Zukunft, für alle Zukunft, für die Geschichte, namentlich festhält, wer zu den Mitverantwortlichen des gestrigen Verfassungsbruches, dieser sechs, sieben oder mehr Verfassungsbestimmungen, zählt. Das mag den Betreffenden peinlich sein, aber sie sind die Mißbraucher und nicht jene, die die namentliche Abstimmung verlangt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man hat sich anschließend bemüht, hier im Hohen Haus die Rechte der Opposition einzuschränken. Weil der eine oder andere früher schlafen gehen möchte oder sonst irgend etwas zu tun hat, möchte man, daß man bei manchen Themen pro Redner auf fünf Minuten oder sogar auf drei Minuten Redezeit heruntergeht. Damit hört sich die parlamentarische Demokratie auf, denn zum Parlamentarismus gehören nicht nur die Regierungsparteien, da gehören die Oppositionsparteien ganz genauso dazu! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das geht manchmal unglaublich schnell: Man kommt rasch in die Regierung, und genauso rasch kann man wieder draußen sein. Das heißt, jeder, der sich heute darin gefällt, zu sagen, nur die Regierungsparteien sind gut und die Oppositionsparteien sollen schauen, wo sie bleiben, muß damit rechnen, daß er sich selbst ein Bein stellt, denn schon morgen kann er einer Oppositionspartei angehören. Das sollte man niemals vergessen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das ist unlogisch, das ist ungerecht, und das wird mit Sicherheit im Ergebnis teurer werden als die jetzt geübte Praxis. So ist es, wenn die Justiz sich bemüht einzusparen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie wird selbst nur relativ wenig schuld daran sein.
Abg. Dr. Graf: Nein!
Wenn heute ein Schöffensenat mehrere Tage verhandelt und wenn ein Betriebswirtschaftler kommen und ausrechnen würde, was das kostet mit allem Drum und Dran, mit dem Untersuchungsrichter, der vorher tätig war, mit dem Staatsanwalt, der dabeisitzt, und ähnlichem mehr, dann würde ein Betrag von etlichen 10 000 S herauskommen. Wenn heute jemand verurteilt wird, auch einer, der es hat, einer, der es zahlen kann, einer, der es daher zahlen soll, dann bekommt er Pauschalkosten in Höhe von 5 000 S oder höchstens wenig mehr auferlegt. Hast du schon mehr erlebt, Martin? (Abg. Dr. Graf: Nein!) Ich bin seit 38 Jahren in diesem Geschäft. Es ist mir kaum jemals passiert, daß jemand mehr als 2 500 S, 3 000 S, 4 000 S, 5 000 S, bei wochenlangen Prozessen vielleicht 8 000 S, Pauschalkosten auferlegt bekommen hat.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da könnte man tatsächlich jedem das, was er strafrechtswidrig an Kosten verursacht hat, auch zum Ersatz auftragen. Aber da ist man schüchtern! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn heute einem sein kleines Unternehmen eingegangen ist und er kein Betrüger ist, sondern Pech gehabt hat, dann ist er gestraft genug mit dem Verlust seines gesamten Vermögens, seines Unternehmens. Wenn er ein Haus gehabt hat, ist es weg, und alles andere ist auch weg. Er weiß meistens nicht – er ist ja kein großer Unternehmer; dem passiert in aller Regel eh nichts –, wie er weiterkommen soll. Und dann geht auch die Justiz noch her, wickelt ein großartiges Verfahren ab und bestellt einen Buchsachverständigen. Diese sind in der Regel sehr teuer, das sind dann auch 40 000 S bis 50 000 S, die dann am Schluß auch nicht einbringlich sind bei dem, der schon bis auf die Unterhosen gepfändet ist. Und das ist nicht ein Verfahren! Wenn man ins Graue Haus geht, kann man in jedem zweiten Saal solche Prozesse finden. Da könnte der Staat wirklich sparen! Dazu wäre aber eine Gesetzesnovelle notwendig, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das sind Wege, auf denen man mutig neue Richtungen einschlagen müßte, neue Richtungen, die zu weniger Verfahren, zu weniger Belastung der Gerichte, zu kürzerer Dauer der Prozesse und zu weniger Häftlingen führen würden, alles in allem: zum Verbrauch von weniger Steuermitteln, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Alles in allem glaube ich, daß man schlecht beraten ist, wenn man, so wie man es hier versucht, danach trachtet, in einer manchmal geradezu kurios anmutenden Art und Weise aus Vorgängen, die nicht dazu geeignet sind, fiskalisch genutzt zu werden, ein paar Schilling herauszupressen, und daß man andererseits nicht den Mut aufbringt, nicht die Kraft aufbringt, wirklich grundsätzliche Neuregelungen – zum Beispiel im Strafverfahren – einzuleiten, durchzusetzen, zu Ende zu bringen, die mehr Gerechtigkeit brächten und den Steuerzahler weniger Geld kosten würden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was uns aber auch sehr wichtig ist, ist, dem Opfer Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wir tun das gerade beim außergerichtlichen Tatausgleich. Hier geht es um die Wiedergutmachung. In den meisten Fällen ist es für das Opfer befriedigender, eine Wiedergutmachung zu erleben, mit einem Täter konfrontiert zu sein, der geständig ist, der reumütig ist, der versucht, seine Tat wiedergutzumachen, sich entschuldigt und sich damit auseinandersetzt. Ich glaube, daß das auch für das Opfer wichtiger ist, als wenn jemand, der bisher unbescholten war, vielleicht mit all den Folgen, die das dann hat, im Gefängnis verschwindet. Ich denke, daß das für die Gesellschaft der billigere, der humanere und auch der zweckmäßigere Weg ist. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ.
Wir müssen uns dessen bewußt sein, daß alle weitergehenden Regelungen nicht nur die Verbrecherorganisationen, sondern auch den normalen Bürger betreffen können und daß dieser einen Anspruch auf Schutz vor zuviel Wissen staatlicher Behörden hat. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ.
Gerade im Scheidungsrecht stellt sich auch die Frage, ob es nicht möglich ist, durch intensiven Einsatz von Menschen, die psychologisch und sozialarbeiterisch ausgebildet sind, den Konflikten die Spitze zu nehmen und sie zu entschärfen. Dies würde die gesellschaftlichen Kosten geringer halten. Ich sage nur das Stichwort: Mediation. Es würde mich interessieren, Herr Minister, wieweit die ersten Projekte gelungen sind. Ich glaube, daß es wichtig wäre, Scheidungen in einer menschenwürdigen, nicht unnötig verletzenden und auch wirtschaftlich vernünftigen Weise abzuwickeln. (Beifall bei der SPÖ.) Vor allem im Interesse der Kinder wäre dies wünschenswert.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich glaube, daß viel Arbeit auf uns wartet. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit, und ich hoffe auch, daß uns so wie bisher die Unterstützung Ihrer ausgezeichneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei unserer parlamentarischen Arbeit zur Verfügung steht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Auf der anderen Seite haben wir seit einiger Zeit einen parteiunabhängigen Justizminister, und ich glaube, daß es durchaus Sinn macht, einem solchen Parteiunabhängigen den Rücken zu stärken. Und – das muß ich auch dazusagen – man ist natürlich auch positiv befangen und positiv berührt von der sich von der Qualität her von anderen Ressorts unterscheidenden ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Justizministeriums. Letzteres ist weiterhin aufrecht: Es ist eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit, und ich möchte daher auch die heutige Gelegenheit dazu benützen, mich namens des Liberalen Forums bei allen Mitarbeitern des Justizministeriums dafür zu bedanken. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Die große Koalition hat sich Anfang März, daher auch schon im Februar, darüber unterhalten, wie denn die Ministerfunktionen wieder besetzt werden sollten: Sie waren auch im Gespräch. Ich werde den Verdacht nicht los, daß Sie gerade in diesem Vorfeld von Koalitionsverhandlungen, wo es darum ging, wer eben wieder Justizminister werden soll, plötzlich jene Standfestigkeit über Bord geworfen haben, die jedenfalls ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. ) Das mag sein, daß Sie das als kühn empfinden; ich kann mir auch vorstellen, daß das den Justizminister trifft. Es ist nicht meine Absicht, ihn zu treffen. Ich glaube aber, daß es notwendig ist ... (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Unterstellung!)
Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Unterstellung!
Die große Koalition hat sich Anfang März, daher auch schon im Februar, darüber unterhalten, wie denn die Ministerfunktionen wieder besetzt werden sollten: Sie waren auch im Gespräch. Ich werde den Verdacht nicht los, daß Sie gerade in diesem Vorfeld von Koalitionsverhandlungen, wo es darum ging, wer eben wieder Justizminister werden soll, plötzlich jene Standfestigkeit über Bord geworfen haben, die jedenfalls ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter. ) Das mag sein, daß Sie das als kühn empfinden; ich kann mir auch vorstellen, daß das den Justizminister trifft. Es ist nicht meine Absicht, ihn zu treffen. Ich glaube aber, daß es notwendig ist ... (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Unterstellung!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Er kann es ja durch seine Art der Justizpolitik widerlegen. Ich glaube aber, daß es notwendig ist, wenn wir über Justizpolitik sprechen, solche Bemerkungen zu machen, wenn man es so empfindet, und vor Dingen zu warnen, die insbesondere im Justizbereich gefährlich sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Graf: Wieso die ÖVP?
Denn wenn Sie unter dem Druck einer Koalition, die nichts Besseres zu tun hat, als dem Zuruf der auflagenstärksten Zeitungen und der Interessenpolitik zu folgen, dann genau dieser Art von Politik den Boden bereiten, indem Sie Entwürfe liefern, wo Sie sich irgendeine Begründung holen können, die gerade noch vertretbar ist, dann brauchen wir, sage ich Ihnen ganz offen, keinen unabhängigen Justizminister, dann kann es gleich ein ÖVP-Minister sein (Abg. Dr. Graf: Wieso die ÖVP?) , und besser ist die SPÖ in diesem Bereich auch nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Denn wenn Sie unter dem Druck einer Koalition, die nichts Besseres zu tun hat, als dem Zuruf der auflagenstärksten Zeitungen und der Interessenpolitik zu folgen, dann genau dieser Art von Politik den Boden bereiten, indem Sie Entwürfe liefern, wo Sie sich irgendeine Begründung holen können, die gerade noch vertretbar ist, dann brauchen wir, sage ich Ihnen ganz offen, keinen unabhängigen Justizminister, dann kann es gleich ein ÖVP-Minister sein (Abg. Dr. Graf: Wieso die ÖVP?) , und besser ist die SPÖ in diesem Bereich auch nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das heißt, wir haben hier drei große Felder, wo Interessen dahinterstehen. Ich spreche nicht davon, daß die Kriminalität tatsächlich sinkt, beziehungsweise kann man nicht von der Kriminalität schlechthin sprechen, weil es verschiedene Kriminalitäten gibt, weil es verschiedene Erscheinungsbilder der Kriminalitäten gibt, weil es verschiedene Ursachen dafür gibt und weil es daher auch notwendig ist, verschiedene Politiken darauf anzuwenden. Das klarzumachen und zu differenzieren haben diese drei Felder nicht im Sinn, denn sie profitieren von einer Vermanschung, sie profitieren von einer Emotionalisierung, sie profitieren von der Undifferenziertheit. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schwarzenberger: Oder Schmidt!
Und da bedürfte es jetzt eben eines Justizministers, der sich gegen eine solche Politik stellt und der nicht das gleiche Spielchen mitspielt, das diese Heilslehrer, ob sie nun Vranitzky, Khol oder Haider heißen (Abg. Schwarzenberger: Oder Schmidt!) , betreiben. Sie haben versucht, sich dabei den Rang abzulaufen. Es ist traurig genug, diese drei in einem Atemzug nennen zu müssen, aber es ist so. Sie haben sich gegenseitig den Rang abgelaufen, wer denn die Themenführerschaft für diese beiden Bereiche hat, wer denn der Geschwindeste ist, der es durchbringt, daß wir möglichst bald – wenn es ginge, noch voriges Jahr – diese Gesetze beschließen. Jetzt sind wir wenigstens noch bis vor den Sommer gekommen. Also dann ist es schon egal.
Beifall beim Liberalen Forum.
Sie tun aber nicht nur nichts dagegen, sondern Sie machen mit. Und das ist die große Enttäuschung – wenn es auch nur ein Feld in der Justizpolitik betrifft, dafür aber ein symptomatisches. Daher erfüllt uns große Enttäuschung, was die Politik der Zukunft im Justizbereich betreffen wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ja bitte, was gibt es denn hier für Reaktionen? Heißt das jetzt wirklich, daß wir künftig den Justizminister die Richter kontrollieren lassen? Heißt das wirklich, daß wir derartige Grundrechtseingriffe von einem Politiker absegnen lassen? – Wie weit wollen Sie denn diesen Rechtsstaat noch aushöhlen? (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Grabner: Da ist er!
Und das Kuriosum schlechthin ist – also jetzt sind wir schon bei der Beschränkung, bei Sparmaßnahmen, jetzt werden wir dann auch bei den Lauschangriffen und Rasterfahndungen offenbar Sparmaßnahmen einziehen –, daß Herr Kostelka sagte – schade, daß er nicht da ist ... (Abg. Grabner: Da ist er!) Wo ist er denn? (Abg. Dr. Kostelka hebt, hinter den Bankreihen stehend, die Hand.) Ich zitiere Sie. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Michalek. ) Da steht nicht "SN", sondern "SK", Herr Bundesminister. "SK" heißt "Sozialdemokratische Korrespondenz", nehme ich an. – Also, das habt ihr selber geschrieben.
Abg. Dr. Kostelka hebt, hinter den Bankreihen stehend, die Hand.
Und das Kuriosum schlechthin ist – also jetzt sind wir schon bei der Beschränkung, bei Sparmaßnahmen, jetzt werden wir dann auch bei den Lauschangriffen und Rasterfahndungen offenbar Sparmaßnahmen einziehen –, daß Herr Kostelka sagte – schade, daß er nicht da ist ... (Abg. Grabner: Da ist er!) Wo ist er denn? (Abg. Dr. Kostelka hebt, hinter den Bankreihen stehend, die Hand.) Ich zitiere Sie. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Dr. Michalek. ) Da steht nicht "SN", sondern "SK", Herr Bundesminister. "SK" heißt "Sozialdemokratische Korrespondenz", nehme ich an. – Also, das habt ihr selber geschrieben.
Beifall beim Liberalen Forum.
Kostelka sagte: "Auch sollte die Bewilligungspraxis so gestaltet werden, daß maximal fünf bis zehn solcher Lauschangriffbewilligungen im Jahr vergeben werden." – Also bitte, seien Sie mir nicht böse: Ist das wirklich Ihr Grundsatzdenken, daß Sie jetzt davon reden, mehr als fünf, sechs oder sieben im Jahr dürfen es nicht werden – völlig egal, ob es tatsächlich einen Anlaßfall gibt oder nicht, kommen Sie auf einmal mit dieser Ziffer daher? Das ist ja Unfug zur Potenz! Es darf doch nicht wahr sein, daß das die Überlegungen sind, die in Regierungsfraktionen im Zusammenhang mit einem Grundrechtseingriff angestellt werden – von Ihnen, Herr Bundesminister, unwidersprochen, und das ist das Entsetzliche dabei! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das nicht zu sehen und das jetzt einführen zu wollen, ohne Notwendigkeit, ohne Sicherheit, daß es wirklich etwas bringt, einfach so, weil es ein paar Politiker wollen, Wurscht aus welcher Partei, weil es die auflagenstarken Zeitungen wollen, das ist verantwortungslos, Herr Justizminister! Diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Warum trauen Sie sich nicht endlich drüber, wenn Sie schon von einer Vielfalt der Medien reden, tatsächlich eine Entflechtung zu beschließen, und zwar nicht rückwirkend, wie Sie das in der letzten Zeit gewöhnt sind, sondern durchaus mit Übergangsbestimmungen, damit es planbar, damit es einsichtig ist, damit man weiß, worauf man sich einstellen muß? Bei anderen Dingen haben Sie überhaupt keine Scheu, einfach ein rückwirkendes Inkrafttretensdatum zu beschließen. Aber in dieser Frage sagen Sie, nicht einmal für die Zukunft könne man es beschließen, weil es das schon gibt. – Das ist Feigheit und hat mit einer Grundsatzüberlegung null zu tun! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!
Wo liegt auch zum Beispiel Ihr Engagement, klarzumachen – oder haben Sie eine andere Auffassung? –, was denn die Aufgabe der Justizpolitik eigentlich ist? Ich bin zum Beispiel nicht der Meinung, daß es Aufgabe des Staates ist – mit Verfolgung durch den Staatsanwalt –, Hüter der Moral zu sein. Es gibt überhaupt keine Diskussion mehr über die Abschaffung des Pornographiegesetzes. Ich weiß schon, daß das jetzt wahrscheinlich keine Mehrheit findet, aber es wäre Sache des Justizministers, hierüber eine Diskussion in Gang zu setzen, wenn er die entsprechende Überzeugung hat. Ich bin wirklich der Auffassung, daß das eben nicht Sache des Staatsanwaltes ist. (Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!) Daß Sie anderer Meinung sind, Kollege Wurmitzer, weiß ich schon, aber dann argumentieren Sie es hier. Aber wir haben ja gar nicht die Gelegenheit dazu, weil der Justizminister sich in diesem Zusammenhang verschweigt. (Abg. Wurmitzer: Wo ist das Problem?) Wie meinen Sie? (Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!) Wir haben mangels Initiative des Justizministers nicht einmal die Gelegenheit zur Diskussion, und das ist der Jammer dabei.
Abg. Wurmitzer: Wo ist das Problem?
Wo liegt auch zum Beispiel Ihr Engagement, klarzumachen – oder haben Sie eine andere Auffassung? –, was denn die Aufgabe der Justizpolitik eigentlich ist? Ich bin zum Beispiel nicht der Meinung, daß es Aufgabe des Staates ist – mit Verfolgung durch den Staatsanwalt –, Hüter der Moral zu sein. Es gibt überhaupt keine Diskussion mehr über die Abschaffung des Pornographiegesetzes. Ich weiß schon, daß das jetzt wahrscheinlich keine Mehrheit findet, aber es wäre Sache des Justizministers, hierüber eine Diskussion in Gang zu setzen, wenn er die entsprechende Überzeugung hat. Ich bin wirklich der Auffassung, daß das eben nicht Sache des Staatsanwaltes ist. (Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!) Daß Sie anderer Meinung sind, Kollege Wurmitzer, weiß ich schon, aber dann argumentieren Sie es hier. Aber wir haben ja gar nicht die Gelegenheit dazu, weil der Justizminister sich in diesem Zusammenhang verschweigt. (Abg. Wurmitzer: Wo ist das Problem?) Wie meinen Sie? (Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!) Wir haben mangels Initiative des Justizministers nicht einmal die Gelegenheit zur Diskussion, und das ist der Jammer dabei.
Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!
Wo liegt auch zum Beispiel Ihr Engagement, klarzumachen – oder haben Sie eine andere Auffassung? –, was denn die Aufgabe der Justizpolitik eigentlich ist? Ich bin zum Beispiel nicht der Meinung, daß es Aufgabe des Staates ist – mit Verfolgung durch den Staatsanwalt –, Hüter der Moral zu sein. Es gibt überhaupt keine Diskussion mehr über die Abschaffung des Pornographiegesetzes. Ich weiß schon, daß das jetzt wahrscheinlich keine Mehrheit findet, aber es wäre Sache des Justizministers, hierüber eine Diskussion in Gang zu setzen, wenn er die entsprechende Überzeugung hat. Ich bin wirklich der Auffassung, daß das eben nicht Sache des Staatsanwaltes ist. (Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!) Daß Sie anderer Meinung sind, Kollege Wurmitzer, weiß ich schon, aber dann argumentieren Sie es hier. Aber wir haben ja gar nicht die Gelegenheit dazu, weil der Justizminister sich in diesem Zusammenhang verschweigt. (Abg. Wurmitzer: Wo ist das Problem?) Wie meinen Sie? (Abg. Wurmitzer: Ich habe kein Problem damit!) Wir haben mangels Initiative des Justizministers nicht einmal die Gelegenheit zur Diskussion, und das ist der Jammer dabei.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Krüger: Seit wann entscheidet der Staatsanwalt darüber?
Ich lasse mich auf diese Argumentation deswegen gar nicht ein, weil das Verschuldensprinzip abgeschafft gehört, weil es dabei endlich zu einer Umstellung kommen muß. Es geht darum, daß es zu einem Versorgungsausgleich im Falle der Scheidung kommt, aber nicht darum, daß der Herr Staatsanwalt entscheidet, wer mehr schuld an der Zerrüttung einer Ehe hat. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Krüger: Seit wann entscheidet der Staatsanwalt darüber?) Daß die Gerichte darüber entscheiden, Entschuldigung, daß jedenfalls ein staatliches Organ – das habe ich gemeint, da lag die Ursache meines Versprechers – darüber entscheidet, wer mehr schuld am Auseinandergehen von zwei Personen hat. (Bundesminister Dr. Michalek: Wir haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt!) Ja, eine Arbeitsgruppe haben Sie eingesetzt, nur wissen wir ja schon, wie das mit Arbeitsgruppen ist. Das ist wirklich die typisch österreichische Lösung, wenn man keinen Mut hat, Farbe zu bekennen, und wenn man etwas schieben will. – Und das ist genau die Unterstellung.
Abg. Dr. Puttinger: Wie ist Ihre Position dazu?
Wenn Sie wirklich den Mut haben und wenn Sie eine Position dazu haben, dann, bitte, bringen Sie es ein! (Abg. Dr. Puttinger: Wie ist Ihre Position dazu?) Wir haben bislang zumindest im Justizausschuß eine durchaus positive Gesprächskultur gehabt. Ich hoffe, wir können sie uns erhalten. Aber tun wir doch etwas! Verlagern wir es nicht in irgendwelche nebulosen Arbeitsgruppen, die alle heilige Zeiten einmal zusammentreten, damit wir ein Alibi haben, daß ohnehin etwas geschieht, sondern bekennen wir wirklich Profil! Das wäre notwendig in der Justizpolitik.
Abg. Dr. Fekter: Das sind unsere "größten" Probleme!
In Deutschland gibt es seit 1980 ein Transsexuellengesetz. In Österreich reden wir nicht einmal darüber. Der Herr Justizminister hat noch kein Wort darüber verloren. Und das ist das, was mich so stört, weil ich der Meinung bin ... (Abg. Dr. Fekter: Das sind unsere "größten" Probleme!) Sehen Sie, das ist Ihre Geisteshaltung! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist genau das, was ich meine. Das ist genau Ihre Haltung! Wir sind nämlich jetzt bei der Justizpolitik und nicht bei einem anderen Bereich, wissen Sie, und deswegen können Sie nicht das Problem der Arbeitslosigkeit gegen das Problem der Homosexuellen aufrechnen. (Abg. Dr. Khol: Von Jugendschutz höre ich überhaupt nichts! Von Prävention höre ich nichts!) Das ist nämlich genau jene Polemik, die wir sonst von dieser Seite her (in Richtung Freiheitliche) kennen, aber Sie unterscheiden sich immer weniger. Das ist mir völlig klar. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist ein Laissez-faire-Liberalismus ohne jeden Ordnungsrahmen!) Ihr Ordnungsrahmen, Kollege Khol, ist mir inzwischen deutlicher klar geworden, als ich es je für möglich gehalten hätte. (Abg. Dr. Khol: Es muß nicht mein Ordnungsrahmen sein, aber irgendeiner!)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
In Deutschland gibt es seit 1980 ein Transsexuellengesetz. In Österreich reden wir nicht einmal darüber. Der Herr Justizminister hat noch kein Wort darüber verloren. Und das ist das, was mich so stört, weil ich der Meinung bin ... (Abg. Dr. Fekter: Das sind unsere "größten" Probleme!) Sehen Sie, das ist Ihre Geisteshaltung! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist genau das, was ich meine. Das ist genau Ihre Haltung! Wir sind nämlich jetzt bei der Justizpolitik und nicht bei einem anderen Bereich, wissen Sie, und deswegen können Sie nicht das Problem der Arbeitslosigkeit gegen das Problem der Homosexuellen aufrechnen. (Abg. Dr. Khol: Von Jugendschutz höre ich überhaupt nichts! Von Prävention höre ich nichts!) Das ist nämlich genau jene Polemik, die wir sonst von dieser Seite her (in Richtung Freiheitliche) kennen, aber Sie unterscheiden sich immer weniger. Das ist mir völlig klar. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist ein Laissez-faire-Liberalismus ohne jeden Ordnungsrahmen!) Ihr Ordnungsrahmen, Kollege Khol, ist mir inzwischen deutlicher klar geworden, als ich es je für möglich gehalten hätte. (Abg. Dr. Khol: Es muß nicht mein Ordnungsrahmen sein, aber irgendeiner!)
Abg. Dr. Khol: Von Jugendschutz höre ich überhaupt nichts! Von Prävention höre ich nichts!
In Deutschland gibt es seit 1980 ein Transsexuellengesetz. In Österreich reden wir nicht einmal darüber. Der Herr Justizminister hat noch kein Wort darüber verloren. Und das ist das, was mich so stört, weil ich der Meinung bin ... (Abg. Dr. Fekter: Das sind unsere "größten" Probleme!) Sehen Sie, das ist Ihre Geisteshaltung! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist genau das, was ich meine. Das ist genau Ihre Haltung! Wir sind nämlich jetzt bei der Justizpolitik und nicht bei einem anderen Bereich, wissen Sie, und deswegen können Sie nicht das Problem der Arbeitslosigkeit gegen das Problem der Homosexuellen aufrechnen. (Abg. Dr. Khol: Von Jugendschutz höre ich überhaupt nichts! Von Prävention höre ich nichts!) Das ist nämlich genau jene Polemik, die wir sonst von dieser Seite her (in Richtung Freiheitliche) kennen, aber Sie unterscheiden sich immer weniger. Das ist mir völlig klar. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist ein Laissez-faire-Liberalismus ohne jeden Ordnungsrahmen!) Ihr Ordnungsrahmen, Kollege Khol, ist mir inzwischen deutlicher klar geworden, als ich es je für möglich gehalten hätte. (Abg. Dr. Khol: Es muß nicht mein Ordnungsrahmen sein, aber irgendeiner!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist ein Laissez-faire-Liberalismus ohne jeden Ordnungsrahmen!
In Deutschland gibt es seit 1980 ein Transsexuellengesetz. In Österreich reden wir nicht einmal darüber. Der Herr Justizminister hat noch kein Wort darüber verloren. Und das ist das, was mich so stört, weil ich der Meinung bin ... (Abg. Dr. Fekter: Das sind unsere "größten" Probleme!) Sehen Sie, das ist Ihre Geisteshaltung! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist genau das, was ich meine. Das ist genau Ihre Haltung! Wir sind nämlich jetzt bei der Justizpolitik und nicht bei einem anderen Bereich, wissen Sie, und deswegen können Sie nicht das Problem der Arbeitslosigkeit gegen das Problem der Homosexuellen aufrechnen. (Abg. Dr. Khol: Von Jugendschutz höre ich überhaupt nichts! Von Prävention höre ich nichts!) Das ist nämlich genau jene Polemik, die wir sonst von dieser Seite her (in Richtung Freiheitliche) kennen, aber Sie unterscheiden sich immer weniger. Das ist mir völlig klar. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist ein Laissez-faire-Liberalismus ohne jeden Ordnungsrahmen!) Ihr Ordnungsrahmen, Kollege Khol, ist mir inzwischen deutlicher klar geworden, als ich es je für möglich gehalten hätte. (Abg. Dr. Khol: Es muß nicht mein Ordnungsrahmen sein, aber irgendeiner!)
Abg. Dr. Khol: Es muß nicht mein Ordnungsrahmen sein, aber irgendeiner!
In Deutschland gibt es seit 1980 ein Transsexuellengesetz. In Österreich reden wir nicht einmal darüber. Der Herr Justizminister hat noch kein Wort darüber verloren. Und das ist das, was mich so stört, weil ich der Meinung bin ... (Abg. Dr. Fekter: Das sind unsere "größten" Probleme!) Sehen Sie, das ist Ihre Geisteshaltung! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist genau das, was ich meine. Das ist genau Ihre Haltung! Wir sind nämlich jetzt bei der Justizpolitik und nicht bei einem anderen Bereich, wissen Sie, und deswegen können Sie nicht das Problem der Arbeitslosigkeit gegen das Problem der Homosexuellen aufrechnen. (Abg. Dr. Khol: Von Jugendschutz höre ich überhaupt nichts! Von Prävention höre ich nichts!) Das ist nämlich genau jene Polemik, die wir sonst von dieser Seite her (in Richtung Freiheitliche) kennen, aber Sie unterscheiden sich immer weniger. Das ist mir völlig klar. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das ist ein Laissez-faire-Liberalismus ohne jeden Ordnungsrahmen!) Ihr Ordnungsrahmen, Kollege Khol, ist mir inzwischen deutlicher klar geworden, als ich es je für möglich gehalten hätte. (Abg. Dr. Khol: Es muß nicht mein Ordnungsrahmen sein, aber irgendeiner!)
Abg. Dr. Khol: Pornographie, Homosexuelle, Transsexuelle – das sind Ihre Themen, für die Sie sich engagieren!
Was ich damit meine, ist, daß es überhaupt keine Überlegung hinsichtlich der wirklichen Probleme, die die Menschen berühren, gibt. Wir haben Diskussionen über Opferschutz, wir haben Diskussionen über Strafvollzug, wir haben über eines ... (Abg. Dr. Khol: Pornographie, Homosexuelle, Transsexuelle – das sind Ihre Themen, für die Sie sich engagieren!) Ja, das sind nämlich genau jene Politikfelder, Herr Khol, über die kein Mensch redet (Abg. Dr. Khol: Aber das sind nicht die Probleme dieses Landes!) und die daher jemanden brauchen, der sie aufzeigt. Das sind nicht die Probleme eines Landes, das sind Probleme von Menschen! (Abg. Dr. Khol: Der Jugendschutz ist Ihnen völlig egal! Die Mafia ist Ihnen völlig egal!) Und wenn Sie nicht begreifen, daß Politik sich an den Menschen zu orientieren hat, dann sind Sie meiner Meinung nach sowie schon disqualifiziert für die Politik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Aber das sind nicht die Probleme dieses Landes!
Was ich damit meine, ist, daß es überhaupt keine Überlegung hinsichtlich der wirklichen Probleme, die die Menschen berühren, gibt. Wir haben Diskussionen über Opferschutz, wir haben Diskussionen über Strafvollzug, wir haben über eines ... (Abg. Dr. Khol: Pornographie, Homosexuelle, Transsexuelle – das sind Ihre Themen, für die Sie sich engagieren!) Ja, das sind nämlich genau jene Politikfelder, Herr Khol, über die kein Mensch redet (Abg. Dr. Khol: Aber das sind nicht die Probleme dieses Landes!) und die daher jemanden brauchen, der sie aufzeigt. Das sind nicht die Probleme eines Landes, das sind Probleme von Menschen! (Abg. Dr. Khol: Der Jugendschutz ist Ihnen völlig egal! Die Mafia ist Ihnen völlig egal!) Und wenn Sie nicht begreifen, daß Politik sich an den Menschen zu orientieren hat, dann sind Sie meiner Meinung nach sowie schon disqualifiziert für die Politik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Der Jugendschutz ist Ihnen völlig egal! Die Mafia ist Ihnen völlig egal!
Was ich damit meine, ist, daß es überhaupt keine Überlegung hinsichtlich der wirklichen Probleme, die die Menschen berühren, gibt. Wir haben Diskussionen über Opferschutz, wir haben Diskussionen über Strafvollzug, wir haben über eines ... (Abg. Dr. Khol: Pornographie, Homosexuelle, Transsexuelle – das sind Ihre Themen, für die Sie sich engagieren!) Ja, das sind nämlich genau jene Politikfelder, Herr Khol, über die kein Mensch redet (Abg. Dr. Khol: Aber das sind nicht die Probleme dieses Landes!) und die daher jemanden brauchen, der sie aufzeigt. Das sind nicht die Probleme eines Landes, das sind Probleme von Menschen! (Abg. Dr. Khol: Der Jugendschutz ist Ihnen völlig egal! Die Mafia ist Ihnen völlig egal!) Und wenn Sie nicht begreifen, daß Politik sich an den Menschen zu orientieren hat, dann sind Sie meiner Meinung nach sowie schon disqualifiziert für die Politik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Was ich damit meine, ist, daß es überhaupt keine Überlegung hinsichtlich der wirklichen Probleme, die die Menschen berühren, gibt. Wir haben Diskussionen über Opferschutz, wir haben Diskussionen über Strafvollzug, wir haben über eines ... (Abg. Dr. Khol: Pornographie, Homosexuelle, Transsexuelle – das sind Ihre Themen, für die Sie sich engagieren!) Ja, das sind nämlich genau jene Politikfelder, Herr Khol, über die kein Mensch redet (Abg. Dr. Khol: Aber das sind nicht die Probleme dieses Landes!) und die daher jemanden brauchen, der sie aufzeigt. Das sind nicht die Probleme eines Landes, das sind Probleme von Menschen! (Abg. Dr. Khol: Der Jugendschutz ist Ihnen völlig egal! Die Mafia ist Ihnen völlig egal!) Und wenn Sie nicht begreifen, daß Politik sich an den Menschen zu orientieren hat, dann sind Sie meiner Meinung nach sowie schon disqualifiziert für die Politik. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Großruck: Akzeptieren Sie auch die Meinung der anderen!
Daß wir unterschiedliche Auffassungen haben, das akzeptiere ich. Das ist das Wesen unterschiedlicher Parteien, das ist das Wesen unterschiedlicher Geisteshaltung. Es ist auch das Wesen eines Parlaments, Mehrheiten zustande zu bringen. (Abg. Großruck: Akzeptieren Sie auch die Meinung der anderen!) Daß wir uns mit unserer Meinung oftmals nicht durchsetzen können, das weiß ich. Mit dem zu leben muß ich lernen, und das habe ich auch getan. (Abg. Dr. Khol: Sie haben auch Mandate verloren deswegen! Wir haben Mandate gewonnen!) Daß gerade Sie wieder vom Verlieren sprechen, halte ich für besonders lustig, aber es ist symptomatisch, und deswegen gehe ich gerne auf Ihren Zwischenruf ein. Es ist für mich symptomatisch, wenn wir im Zusammenhang mit Menschenrechten, wenn wir im Zusammenhang mit den Pro
Abg. Dr. Khol: Sie haben auch Mandate verloren deswegen! Wir haben Mandate gewonnen!
Daß wir unterschiedliche Auffassungen haben, das akzeptiere ich. Das ist das Wesen unterschiedlicher Parteien, das ist das Wesen unterschiedlicher Geisteshaltung. Es ist auch das Wesen eines Parlaments, Mehrheiten zustande zu bringen. (Abg. Großruck: Akzeptieren Sie auch die Meinung der anderen!) Daß wir uns mit unserer Meinung oftmals nicht durchsetzen können, das weiß ich. Mit dem zu leben muß ich lernen, und das habe ich auch getan. (Abg. Dr. Khol: Sie haben auch Mandate verloren deswegen! Wir haben Mandate gewonnen!) Daß gerade Sie wieder vom Verlieren sprechen, halte ich für besonders lustig, aber es ist symptomatisch, und deswegen gehe ich gerne auf Ihren Zwischenruf ein. Es ist für mich symptomatisch, wenn wir im Zusammenhang mit Menschenrechten, wenn wir im Zusammenhang mit den Pro
Abg. Großruck: Wir haben eine klare Stellungnahme abgegeben!
Und das, Herr Justizminister, dürfen Sie nicht zulassen! Hier ist von Ihnen Standfestigkeit gefordert. Hier ist von Ihnen Profil gefordert. Hier ist von Ihnen eine klare Stellungnahme gefordert. Und wenn Sie das klarer machen als bisher (Abg. Großruck: Wir haben eine klare Stellungnahme abgegeben!) , dann wird es auch von uns wieder Zustimmung geben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Und das, Herr Justizminister, dürfen Sie nicht zulassen! Hier ist von Ihnen Standfestigkeit gefordert. Hier ist von Ihnen Profil gefordert. Hier ist von Ihnen eine klare Stellungnahme gefordert. Und wenn Sie das klarer machen als bisher (Abg. Großruck: Wir haben eine klare Stellungnahme abgegeben!) , dann wird es auch von uns wieder Zustimmung geben. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Die Frau Schmidt wendet sich sonst immer gegen die 40-Minuten-Reden! Wie ihr großes Vorbild Haider stellt sie sich nun schon zum zweiten Mal her und redet so lange! – Abg. Dr. Schmidt: Es waren nicht 40 Minuten!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Fekter. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Dr. Khol: Die Frau Schmidt wendet sich sonst immer gegen die 40-Minuten-Reden! Wie ihr großes Vorbild Haider stellt sie sich nun schon zum zweiten Mal her und redet so lange! – Abg. Dr. Schmidt: Es waren nicht 40 Minuten!)
Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Heiterkeit beim Liberalen Forum
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Noch nie hat mich eine Äußerung, die hier von diesem Rednerpult aus gemacht worden ist (Abg. Mag. Barmüller: ... so betroffen!) , so betroffen gemacht (Heiterkeit beim Liberalen Forum) wie der Ausritt Frau Schmidt gegen den Herrn Minister vorhin. (Beifall bei der ÖVP.) Wahrscheinlich war ich deshalb so überrascht, weil ich von Frau Schmidt diese unterste Schublade nicht erwartet habe. (Abg. Mag. Trattner: Wir kennen sie schon länger!) Es ist schleimig, Frau Kollegin, zuerst die Beamten zu loben (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) und dann dem Minister Ungeheuerlichkeiten zu unterstellen. (Abg. Dr. Schmidt: Was ist es?) Schleimig ist es, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP.) Für eine mediale Schlagzeile ist Ihnen nämlich alles recht.
Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben sie nicht verstanden!
Sie vertragen es nicht, daß Sie mit Ihrem Standpunkt – und zwar Ihrem Standpunkt zu Lauschangriff und Rasterfahndung – unterliegen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben sie nicht verstanden!) Und in diesem Punkt sind Sie ausgesprochen feig, Frau Kollegin, wenn Sie dann dermaßen unter die Gürtellinie gehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben die Argumentation nicht verstanden!) Das zeigt nämlich, woher Sie kommen und in welche politische Schule Sie gegangen sind. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben die Argumentation nicht verstanden!
Sie vertragen es nicht, daß Sie mit Ihrem Standpunkt – und zwar Ihrem Standpunkt zu Lauschangriff und Rasterfahndung – unterliegen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben sie nicht verstanden!) Und in diesem Punkt sind Sie ausgesprochen feig, Frau Kollegin, wenn Sie dann dermaßen unter die Gürtellinie gehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben die Argumentation nicht verstanden!) Das zeigt nämlich, woher Sie kommen und in welche politische Schule Sie gegangen sind. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Sie vertragen es nicht, daß Sie mit Ihrem Standpunkt – und zwar Ihrem Standpunkt zu Lauschangriff und Rasterfahndung – unterliegen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben sie nicht verstanden!) Und in diesem Punkt sind Sie ausgesprochen feig, Frau Kollegin, wenn Sie dann dermaßen unter die Gürtellinie gehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Sie haben die Argumentation nicht verstanden!) Das zeigt nämlich, woher Sie kommen und in welche politische Schule Sie gegangen sind. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Nein, Sie wollen sie abschaffen, und er schaut zu!
Sie haben dem Minister vorgeworfen, daß er die Grundrechte abschaffen möchte in dieser Frage (Abg. Dr. Haselsteiner: Nein, Sie wollen sie abschaffen, und er schaut zu!) , und haben gefordert, daß der Herr Minister den Institutionen Grenzen setzen soll, wenn es um Eingriffe in die Grundrechte geht. Der Herr Minister hat im Februar dazu nur geäußert, daß er das als schweren Eingriff in die Grundrechte betrachtet, und vom Ministerium ist dann ganz konkret genau das gekommen, was Sie gefordert haben, nämlich die Grenzziehung für die Institutionen. Es ist von dort der Vorschlag gekommen, daß Lauschangriff und Rasterfahndung, die modernen Ermittlungsmethoden eben, nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich sind.
Abg. Dr. Haselsteiner: Na geh!
Ich stimme Ihnen zu, daß der Vorschlag, der gestern vom Kollegen Kostelka gekommen ist, unakzeptabel ist. (Abg. Dr. Haselsteiner: Na geh!) Es kann nicht so sein, daß die Anordnung dieser Ermittlungsmethoden nicht über die Richter läuft, sondern, wie Kostelka sich das wünscht, nur über den Minister. Wir von der ÖVP werden jenem Vorschlag (Abg. Dr. Haselsteiner: ... nicht zustimmen!) die Zustimmung erteilen, der einem Dreiersenat – auch nicht einem einzelnen Richter, der dafür verantwortlich ist – das Recht einräumt, diese neuen Ermittlungsmethoden anzuordnen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Bravo!) Und Sie wissen ganz genau, daß wir dabei die Grenzziehung der Institutionen ausgesprochen ernstgenommen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: ... nicht zustimmen!
Ich stimme Ihnen zu, daß der Vorschlag, der gestern vom Kollegen Kostelka gekommen ist, unakzeptabel ist. (Abg. Dr. Haselsteiner: Na geh!) Es kann nicht so sein, daß die Anordnung dieser Ermittlungsmethoden nicht über die Richter läuft, sondern, wie Kostelka sich das wünscht, nur über den Minister. Wir von der ÖVP werden jenem Vorschlag (Abg. Dr. Haselsteiner: ... nicht zustimmen!) die Zustimmung erteilen, der einem Dreiersenat – auch nicht einem einzelnen Richter, der dafür verantwortlich ist – das Recht einräumt, diese neuen Ermittlungsmethoden anzuordnen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Bravo!) Und Sie wissen ganz genau, daß wir dabei die Grenzziehung der Institutionen ausgesprochen ernstgenommen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Bravo!
Ich stimme Ihnen zu, daß der Vorschlag, der gestern vom Kollegen Kostelka gekommen ist, unakzeptabel ist. (Abg. Dr. Haselsteiner: Na geh!) Es kann nicht so sein, daß die Anordnung dieser Ermittlungsmethoden nicht über die Richter läuft, sondern, wie Kostelka sich das wünscht, nur über den Minister. Wir von der ÖVP werden jenem Vorschlag (Abg. Dr. Haselsteiner: ... nicht zustimmen!) die Zustimmung erteilen, der einem Dreiersenat – auch nicht einem einzelnen Richter, der dafür verantwortlich ist – das Recht einräumt, diese neuen Ermittlungsmethoden anzuordnen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Bravo!) Und Sie wissen ganz genau, daß wir dabei die Grenzziehung der Institutionen ausgesprochen ernstgenommen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich stimme Ihnen zu, daß der Vorschlag, der gestern vom Kollegen Kostelka gekommen ist, unakzeptabel ist. (Abg. Dr. Haselsteiner: Na geh!) Es kann nicht so sein, daß die Anordnung dieser Ermittlungsmethoden nicht über die Richter läuft, sondern, wie Kostelka sich das wünscht, nur über den Minister. Wir von der ÖVP werden jenem Vorschlag (Abg. Dr. Haselsteiner: ... nicht zustimmen!) die Zustimmung erteilen, der einem Dreiersenat – auch nicht einem einzelnen Richter, der dafür verantwortlich ist – das Recht einräumt, diese neuen Ermittlungsmethoden anzuordnen. (Abg. Dr. Haselsteiner: Bravo!) Und Sie wissen ganz genau, daß wir dabei die Grenzziehung der Institutionen ausgesprochen ernstgenommen haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist gescheit!
Auf die Minderheitenthemen, mit denen sich Frau Kollegin Schmidt zum Schluß befaßt hat, möchte ich jetzt nicht weiter eingehen (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist gescheit!) , weil ich nämlich glaube, daß wir im Justizbereich wesentlich breitere, größere und in der Prioritätenreihung vorrangige Felder zu behandeln haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Auf die Minderheitenthemen, mit denen sich Frau Kollegin Schmidt zum Schluß befaßt hat, möchte ich jetzt nicht weiter eingehen (Abg. Dr. Haselsteiner: Das ist gescheit!) , weil ich nämlich glaube, daß wir im Justizbereich wesentlich breitere, größere und in der Prioritätenreihung vorrangige Felder zu behandeln haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bereits in der nächsten Sitzung des Justizausschusses werden wir ein Gesetz beschließen, das 86 000 GesmbHs dazu verpflichten wird, ihre Bilanzen den Firmenbüchern bekanntzugeben, und ich hoffe, daß dadurch mehr Transparenz und Gläubigerschutz in unser Wirtschaftsleben kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Da finden Sie bei uns Unterstützung!
Bezüglich des Konsumentenschutzes bin ich der Meinung von Frau Kollegin Hlavac, daß nämlich sehr wohl Anpassungen an das EU-Recht gemacht werden müssen. Aber darüber hinausgehend kann ich mir nicht sehr viel vorstellen, wie ich überhaupt glaube, daß die notwendigen EU-Rechtsanpassungen effizient in unsere Rechtsordnung einzugliedern sind und nicht zu einer Aufblähung der Regelungsdichte führen sollen. Wir dürfen damit den Wirtschaftsstandort Österreich nicht belasten, sondern wir müssen mit der EU-Anpassung wettbewerbsfähig werden, das bedeutet: entrümpeln, deregulieren. Weniger ist mehr! Jede EU-Anpassung sollte zur Deregulierung genützt werden und nicht zur Aufgaben- und Bürokratieaufblähung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Trattner: Da finden Sie bei uns Unterstützung!)
Abg. Dr. Haselsteiner: Gott sei Dank! – Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!
Neben dem gesamten Wirtschaftsrechtskomplex im Justizausschuß ist mir der gesellschaftspolitische Komplex besonders wichtig, wobei ich allerdings nicht d’accord mit Kollegin Schmidt bin, weil ich einfach eine andere Wertehaltung habe. (Abg. Dr. Haselsteiner: Gott sei Dank! – Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!) Solange die ÖVP, Frau Kollegin Schmidt, in der Regierung ist, werden wir wertkonservative Akzente in der Gesellschaftspolitik setzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Neben dem gesamten Wirtschaftsrechtskomplex im Justizausschuß ist mir der gesellschaftspolitische Komplex besonders wichtig, wobei ich allerdings nicht d’accord mit Kollegin Schmidt bin, weil ich einfach eine andere Wertehaltung habe. (Abg. Dr. Haselsteiner: Gott sei Dank! – Abg. Dr. Khol: Gott sei Dank!) Solange die ÖVP, Frau Kollegin Schmidt, in der Regierung ist, werden wir wertkonservative Akzente in der Gesellschaftspolitik setzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Uns ist der Stellenwert der Familie außerordentlich prioritär, und diesbezüglich, Frau Kollegin Schmidt, sehe ich zum Beispiel das Problem Gewalt in der Familie, Gewalt gegen Kinder, Gewalt gegen Frauen, als wesentlich größeres Problem in unserer Gesellschaft an als eine Regelung für die Transsexuellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist aus meiner Sicht von gesellschaftspolitischer Bedeutung, daß wir uns intensiv mit dem außergerichtlichen Tatausgleich auch für Erwachsene auseinandersetzen. Herr Minister! Ich bitte Sie, nach den gesetzlichen Möglichkeiten dieses außergerichtlichen Tatausgleiches für Erwachsene auch die Infrastruktur so rasch wie möglich zu schaffen. Vielleicht ist es Ihnen durch Umschichtungen in Ihrem Budget möglich, dem Bewährungshilfe-Verein, der daran wesentlich mitarbeiten muß, verstärkt Mittel zukommen zu lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Vielleicht wird das nicht mehr lange sein!
Frau Kollegin Schmidt! Solange ich Vorsitzende des Justizausschusses bin, wird die wertkonservative Haltung erkennbar sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Vielleicht wird das nicht mehr lange sein!) Ich möchte aber das Konsensklima trotz Ihrer Untergriffe gegen den
Beifall bei der ÖVP.
Ich hoffe auch, daß der koalitionsfreie Raum im Justizausschuß stärker als bisher Platz greifen wird, daß wir mehr koalitionsfreie Themen als die bisher festgelegten in der Justizmaterie finden werden. Ich bin froh, daß der Herr Justizminister das "grüne Büchl" bezüglich des Arbeitsprogramms vorgelegt hat. Inhaltlich stimme ich nicht mit allen Dingen, die darin stehen, überein. Aber es ist Aufgabe des Parlaments, das Programm des Justizministeriums zu diskutieren und hinsichtlich der Legistik unter Umständen so zu ändern, wie die Mehrheitsverhältnisse in diesem Haus es zulassen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch die Rechtsreform wird in der XX. Gesetzgebungsperiode fortgeführt werden. Dabei ist von meiner Seite gewiß keine Gesetzesflut zu befürchten. Wir werden mit Behutsamkeit und Augenmaß vorgehen, und wir werden uns an den rechtspolitischen Notwendigkeiten orientieren, die sich aus den sozialen und ökonomischen Veränderungen unserer Zeit ergeben. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im Familienrecht werden wir im Rahmen der von mir eingesetzten Arbeitsgruppe das geltende Scheidungs-, Scheidungsverfahrens- und Scheidungsfolgenrecht einer praxisorientierten Überprüfung unterziehen und Lösungen zu immer drängender gestellten Fragen auf diesem Gebiete vorbereiten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Im Parlament werden demnächst die nach langer, guter Justiztradition folgender seriöser Vorarbeit – wie insbesondere breiter sachlicher Diskussion innerhalb der Justiz, im Strafrechtseminar der Richtervereinigung, bei einer öffentlichen Enquete, in einem ganz normalen Begutachtungsverfahren und schließlich in einer interdisziplinären Arbeitsgruppe – erstatteten Vorschläge diskutiert werden, wie der Staat – natürlich aufgrund richterlicher Genehmigung – durch Einsatz neuer technischer Ermittlungsmethoden unter möglichster Wahrung des Grundrechtsschutzes wirksame Schritte gegen die organisierte Kriminalität setzen kann. Es geht uns dabei – und ich glaube, es ist uns das mit unserem Entwurf auch gelungen – um Ausgewogenheit zwischen der notwendigen Effizienzsteigerung und der ebenso notwendigen weitestgehenden Wahrung des Grundrechtsschutzes. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich möchte daher zum Abschluß den Damen und Herren Abgeordneten, insbesondere den Mitgliedern des Justizausschusses für die in den letzten Jahren geleistete konstruktive Zusammenarbeit danken und meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, daß es gelingen wird, diese erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle unserer Republik und ihrer Bürger auch in der XX. Gesetzgebungsperiode fortzusetzen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Rosemarie Bauer: Nur keine Vorurteile!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, die Stellungnahme des Herrn Bundesministers hat durchaus wieder zu einer Abkühlung der Emotionen beigetragen, die hier vom Rednerpult aus von den beiden Vorrednerinnen ausgelöst wurden. Es kann, glaube ich, nach diesen beiden Reden niemand mehr sagen, daß Frauen oder Damen grundsätzlich friedfertiger sind als Männer. (Abg. Rosemarie Bauer: Nur keine Vorurteile!)
Abg. Dr. Khol: Das merkt man!
Damit sind wir jetzt beim eigentlichen Kernproblem. Ich persönlich bin ein Anhänger der kleinen Bezirksgerichte (Abg. Dr. Khol: Das merkt man!) – ich meine selbstverständlich alle Bezirksgerichte –, weil dort Richter tätig sind, die in der Lage sind, in Kenntnis der Situation in einem bestimmten Ort Frieden zu stiften. (Abg. Dr. Khol: Sie werden sich an den Richter Freudenreich
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da Sie sagen, daß ich bei den Bezirksgerichten tätig bin, dann darf ich Ihnen auch anvertrauen, Herr Kollege Khol, daß ich mit Erfolg mit sieben Verfassungsgerichtshofbeschwerden ein Gesetz zu Fall gebracht habe, das Sie hier beschlossen haben. Das nur so nebenbei, Herr Kollege Khol. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
In der Tat ist dies – Herr Kollege Khol, jetzt haben Sie hier in Ihren Reihen vielleicht doch Erklärungsbedarf – eine völlig gespaltene Situation, denn auf der einen Seite gibt es den Antrag im Budgetausschuß, der die Schließung der Bezirksgerichte vorsieht, und auf der anderen Seite sprechen sich Ihre Landeshauptleute, etwa früher Ratzenböck, jetzt Pühringer in Oberösterreich, massiv dagegen aus. Das ist die gespaltene Zunge, Herr Abgeordneter Khol, mit der die ÖVP hier öfter zu sprechen pflegt. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Khol! Jetzt können Sie sich einmal, statt süffisante Zwischenmeldungen zu machen, zu Wort melden und diesen Widerspruch aufklären. Im Land verkünden Sie den Föderalismus, und hier sprechen Sie dem Zentralismus das Wort. Da besteht echter Aufklärungsbedarf. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie sind ja, glaube ich, Verfassungsrechtler. Erklären Sie bitte, Herr Abgeordneter Khol, wie dieses Gesetz oder die Änderung dieses Gesetzes mit dem Prinzip des Föderalismus vereinbar ist, wie dieses Gesetz mit dem bundesstaatlichen Prinzip vereinbar ist, wie dieses Gesetz mit dem Geist des ohnedies nicht vollzogenen Perchtoldsdorfer Paktes vereinbar ist, wenn man hier einfach den Ländern Kompetenzen entzieht, um zentralistisch drüberzufahren. Da, Herr Kollege Khol, haben Sie Erklärungsbedarf.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abschließend möchte ich noch kurz auf den koalitionsfreien Raum zu sprechen kommen, den Frau Kollegin Fekter, Obfrau des Justizausschusses, angesprochen hat. Sie wünscht sich einen größeren koalitionsfreien Raum. Die Botschaft hör ich wohl, aber die Zeit ist dafür offensichtlich zu spät, denn das gehört in den Regierungspakt hinein. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese allgemeine Klausel, die Sie drinstehen haben, daß Sie im Einvernehmen durchaus eine Erweiterung des koalitionsfreien Raums schaffen können, ist ja nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben steht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tatsächlich – und das wissen Sie, Herr Kollege Khol – war das eine Pleite ersten Ranges Ihrer eigenen Person, denn Sie sind ja nach den Wahlen hier herausgegangen und haben gesagt: Eine "Koalition neu" muß her, ein koalitionsfreier Raum. Herr Kollege Khol, was ist denn daraus geworden? – Ein koalitionsfreies Besenkammerl! Das muten Sie den Abgeordneten dieses Hauses zu und auch Ihren eigenen Abgeordneten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber es ist überhaupt keine Frage, daß es Ihnen nicht darum geht, den Föderalismus zu stärken. Sie als Tiroler sollten doch Interesse daran haben, dem bundesstaatlichen Prinzip zum Durchbruch zu verhelfen. Aber das verkünden Sie in Tirol, und hier in Wien sprechen Sie dem Zentralismus das Wort – Doppelzüngigkeit erster Ordnung! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Graf: Verdient man da mehr?
Ich wurde als karenzierter Professor angesprochen. Ich bin nicht karenziert, sondern ich bin ein nicht in einem Dienstverhältnis befindlicher Universitätsdozent mit dem Titel eines außerordentlichen Professors, also ein Titel ohne Mittel und nicht karenziert. (Abg. Dr. Graf: Verdient man da mehr?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Eine schwache tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Khol: Mehr ist er nicht wert!
Die zweite Berichtigung ist: Es wurde gesagt, daß ein Antrag des Budgetausschusses vorliege, wonach die Abschaffung der kleinen Bezirksgerichte vorgeschlagen sei. Ich stelle dem den richtigen Sachverhalt gegenüber: Das Verfassungsübergangsgesetz soll so geändert werden, daß das Wort "Zustimmung" durch das Wort "Anhörung" ersetzt wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Eine schwache tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Khol: Mehr ist er nicht wert!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Was immer das bedeuten mag, Frau Kollegin! Der Fortschritt geht in alle Richtungen! Den Fortschritt müssen Sie definieren, Frau Kollegin! Ein gepeinigtes Vokabel! Sie müssen sagen, was der Fortschritt ist!
Ich möchte in diesem Zusammenhang doch festhalten – und das mit aller Deutlichkeit –, daß wir Sozialdemokraten uns immer für einen fortschrittlichen und zeitgemäßen Reformprozeß im gesamten Justizbereich einsetzen werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Khol: Was immer das bedeuten mag, Frau Kollegin! Der Fortschritt geht in alle Richtungen! Den Fortschritt müssen Sie definieren, Frau Kollegin! Ein gepeinigtes Vokabel! Sie müssen sagen, was der Fortschritt ist!)
Beifall bei der SPÖ.
Ein sehr zentraler Punkt des Mieterschutzes sind die Fragen von befristeten Mietverhältnissen. Das 3. Wohnrechtsänderungsgesetz hat zwar Verbesserungen gebracht, vor allem im Bereich der Kurzzeitmietverträge, aber Ziel einer sozialen Wohnungspolitik muß es sein, Mietverträge, die mit einem Ablaufdatum versehen sind, grundsätzlich zurückzudrängen. Befristete Mietverträge stellen für Mieter und Mieterinnen auch immer wieder große finanzielle, aber auch menschliche Probleme dar. Das bedeutet nämlich die mühsame Suche nach einer neuen Bleibe, einen weiteren Umzug, erneute Kautionen, Ablösen und Provisionen. Es gibt auch noch andere nachteilige Auswirkungen, denn es geht auch um den Verlust sozialer Bindungen, wovon vor allem Kinder sehr massiv betroffen sind, für die es nämlich ein echtes Problem ist, laufend Schule, Kindergarten et cetera wechseln zu müssen. Und die Angst vor dem Verlust der Wohnung, die ihren Ursprung in befristeten Mietverhältnissen hat, führt auch noch dazu, daß Mieter nicht ohne weiteres auf jene Rechte zurückgreifen, die ihnen zustehen. Unsicherheit und Angst dürfen im Wohnbereich nichts verloren haben, und daher sollten befristete Mietverträge weitgehend abgeschafft werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Bereits bei der Verabschiedung des 3. Wohnrechtsänderungsgesetzes war klar, daß man einen gewissen Beobachtungszeitraum einräumen muß und dann über Anpassungen und etwaige Ergänzungen zu diskutieren hat. Dieser Zeitraum, würde ich meinen, ist jetzt mit zwei Jahren erfüllt. Ich ersuche Sie daher, Herr Bundesminister, im Interesse eines bundesweiten Wohnrechtes und vor allem im Interesse des Mieterschutzes die erforderlichen Gespräche rasch aufzunehmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
"Im Suppentopf des männlichen Egoismus gab es welche, doch, aber nicht in hinreichender Menge, um den Geschmack zu verbessern. – Und bestimmt nicht in hinreichender Menge, um ein Schlagwort, geschweige denn eine neue Rechtsprechung zu rechtfertigen." (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dazu kommt noch, daß an diesen Gerichten permanent Baumaßnahmen verrichtet werden. Die Bezirksgerichte, speziell die genannten, kenne ich aus meiner beruflichen Tätigkeit schon sehr, sehr viele Jahre lediglich als Baustelle. Es werden dort permanent Baumaßnahmen vollzogen, ohne daß man dabei auch der Behindertengerechtigkeit Rechnung trägt, um auch dieser Bürgerschicht, die zugegebenermaßen oder unbestrittenermaßen ohnehin benachteiligt ist, im Wettbewerb mit anderen einen Ausgleich zu schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Ich glaube, das ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, der sich auch der Justizminister stellen muß. Es kann in Zukunft nicht so sein, daß wirklich schon die Einlaufstelle nur über mehrere Stufen erreichbar ist.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich hoffe, Herr Minister, daß wir Sie bei diesem Anliegen auf unserer Seite haben werden. – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Die vorliegende Broschüre über das Arbeitsprogramm Ihres Ressorts bildet, Herr Bundesminister, eine gute Übersicht und gute Leitlinien, um gemeinsam mit dem Parlament zu denken, zu diskutieren und zu gestalten. Herr Bundesminister! Wir danken für die rasche Übermittlung dieses Arbeitsprogramms, das wirklich eine gute Handhabe für unsere Arbeit sein wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Man darf sicher nicht alles über einen Kamm scheren. Man muß lokale Gegebenheiten mit berücksichtigen, und man darf auch die Gemeinden nicht einfach überfahren. Ich bin davon überzeugt, daß in Gesprächen zwischen Justizministerium und den betroffenen Landeshauptleuten auch da eine gute Lösung gefunden wird und in keiner Weise der Föderalismus des Landes über Gebühr strapaziert wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall
Im Strafrecht, im Strafgesetz erwartet sich ein überwiegender Teil der Bevölkerung mehr Schutz des Opfers. Da, glaube ich, wird auch vorrangig rascher Handlungsbedarf für uns hier im Hohen Haus gegeben sein (Beifall), wenn es nicht zu kuriosen Situationen kommen soll, weil man sich eigentlich eher nur mit dem Täter auseinandersetzt, während das Opfer, das ja nicht nur der Leidtragende am eigenen Leib ist, womöglich dann auch noch Kosten zu tragen hat. Das ist wirklich ein Unfug, und auch hier vertraue ich auf die Einsicht des Herrn Justizministers und hoffe, daß wir da bald weiterkommen können.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und wenn wir schon über Vertrauen sprechen: Der Herr Justizminister hat einmal gemeint, die Justiz soll sich das Vertrauen der Bürger praktisch täglich immer von neuem erwerben. Das ist absolut richtig. Umso notwendiger ist es, hier so manches in Gang zu setzen, damit dieses Vertrauen auch weiterhin existent bleibt. Denn nur dann, wenn im Rahmen der Justiz auch das Vertrauen der Bürger gegeben ist, kommt es zu dem, was sicherlich nicht nur uns Freiheitlichen ein Anliegen ist, sondern was wahrscheinlich alle Fraktionen wünschen: daß die Justiz weiterhin den Stellenwert, den sie heute in unserem Lande hat, erhält, damit die Demokratie auch die notwendige Unterstützung hinsichtlich der Umsetzung findet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend darf ich noch eines festhalten: Wir Sozialdemokraten treten für die Fortentwicklung des Rechts und den weiteren Ausbau unseres Rechtssystems ein. Recht soll nicht als Schlagwort gebraucht werden. Staatsbürger müssen in angemessener Zeit zu ihrem Recht kommen und ihre Rechte auch durchsetzen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Schmidt: Das kann ich verstehen!
Die zweite Wortmeldung, die mich dazu bewogen hat, hier das Wort zu ergreifen, war die Wortmeldung der Frau Kollegin Fekter. (Abg. Dr. Schmidt: Das kann ich verstehen!) Ich habe selten zuvor in einem 15minütigen Konzentrat so klar und deutlich summiert bekommen, wie sehr und mit welchem gigantischen Tempo sich diese Österreichische Volkspartei gewandelt hat. Schauen Sie sich die Wortmeldung der Frau Kollegin Fekter und die anschließenden Wortmeldungen der Freiheitlichen Mandatare an: Es hat hier einen Schulterschluß in der Thematisierung einzelner Bereiche gegeben. Es hat einen Schulterschluß in der Argumentationslinie über weite Bereiche gegeben. Es hat einen Schulterschluß in der gesellschaftspolitischen Bewertung bestimmter Themen und im populären und populistischen Ausschlachten bestimmter Inhalte gegeben. Und zum Schluß hat es den logischen Wunsch beider Seiten gegeben – was heißt "beider Seiten"?, eigentlich ist es eine Seite! –: Man möge doch im Justizbereich den koalitionsfreien Raum ausbauen. Daß sich das diese Parteien wünschen, daß sich das die Sprecherin Fekter und der Sprecher Krüger wünschen, das glaube ich gerne, weil es da bereits einen Gleichklang gibt, der mich in dieser Entschiedenheit eigentlich überrascht hat und auch traurig gemacht hat. (Abg. Dr. Fekter: Wünschen Sie sich das nicht? Wollen Sie keinen koalitionsfreien Raum?)
Abg. Dr. Fekter: Wünschen Sie sich das nicht? Wollen Sie keinen koalitionsfreien Raum?
Die zweite Wortmeldung, die mich dazu bewogen hat, hier das Wort zu ergreifen, war die Wortmeldung der Frau Kollegin Fekter. (Abg. Dr. Schmidt: Das kann ich verstehen!) Ich habe selten zuvor in einem 15minütigen Konzentrat so klar und deutlich summiert bekommen, wie sehr und mit welchem gigantischen Tempo sich diese Österreichische Volkspartei gewandelt hat. Schauen Sie sich die Wortmeldung der Frau Kollegin Fekter und die anschließenden Wortmeldungen der Freiheitlichen Mandatare an: Es hat hier einen Schulterschluß in der Thematisierung einzelner Bereiche gegeben. Es hat einen Schulterschluß in der Argumentationslinie über weite Bereiche gegeben. Es hat einen Schulterschluß in der gesellschaftspolitischen Bewertung bestimmter Themen und im populären und populistischen Ausschlachten bestimmter Inhalte gegeben. Und zum Schluß hat es den logischen Wunsch beider Seiten gegeben – was heißt "beider Seiten"?, eigentlich ist es eine Seite! –: Man möge doch im Justizbereich den koalitionsfreien Raum ausbauen. Daß sich das diese Parteien wünschen, daß sich das die Sprecherin Fekter und der Sprecher Krüger wünschen, das glaube ich gerne, weil es da bereits einen Gleichklang gibt, der mich in dieser Entschiedenheit eigentlich überrascht hat und auch traurig gemacht hat. (Abg. Dr. Fekter: Wünschen Sie sich das nicht? Wollen Sie keinen koalitionsfreien Raum?)
Abg. Dr. Krüger: Wo war der Gleichklang?
Frau Kollegin Fekter! Jetzt erzähle ich Ihnen ein Detail, aber ich werde keine Namen nennen. Ich bin letzten Freitag in Oberösterreich mit Vertretern der oberösterreichischen Kirche beisammengesessen und habe Justizfragen ... (Abg. Dr. Krüger: Wo war der Gleichklang?) Kollege Krüger! Ich will auf Ihre Argumente wirklich nicht eingehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war eine Frage, das war kein Argument! Ich glaube, Sie können es nicht beantworten!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war eine Frage, das war kein Argument! Ich glaube, Sie können es nicht beantworten!
Frau Kollegin Fekter! Jetzt erzähle ich Ihnen ein Detail, aber ich werde keine Namen nennen. Ich bin letzten Freitag in Oberösterreich mit Vertretern der oberösterreichischen Kirche beisammengesessen und habe Justizfragen ... (Abg. Dr. Krüger: Wo war der Gleichklang?) Kollege Krüger! Ich will auf Ihre Argumente wirklich nicht eingehen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das war eine Frage, das war kein Argument! Ich glaube, Sie können es nicht beantworten!)
Abg. Wurmitzer: Sie werden uns beibringen, was christlich-sozial ist!
Ich habe also mit Kirchenvertretern über Justizfragen diskutiert. Wissen Sie, da wurde mir etwas gesagt – und ich verstehe das sehr gut –, und zwar: daß diese juridische Linie etwa im Bereich Minderheitenschutz, wie sie Frau Kollegin Fekter hier thematisiert hat und wie sie der Klubobmann immer wieder öffentlich thematisiert – der Klubobmann der ÖVP natürlich –, etwa im Bereich Schutzalter, daß dies mit einer christlich-sozialen Linie absolut nichts mehr zu tun hat und daß sich die Kirche mit dieser Politik absolut nicht mehr identifizieren kann. (Abg. Wurmitzer: Sie werden uns beibringen, was christlich-sozial ist!) Und das verstehe ich! Ich bin mir sicher, daß auch viele Nochwähler der ÖVP auf diese Kehrtwende in Richtung Populismus, in Richtung rechtsum sehr rasch und sehr früh draufkommen werden, Frau Kollegin Fekter! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich habe also mit Kirchenvertretern über Justizfragen diskutiert. Wissen Sie, da wurde mir etwas gesagt – und ich verstehe das sehr gut –, und zwar: daß diese juridische Linie etwa im Bereich Minderheitenschutz, wie sie Frau Kollegin Fekter hier thematisiert hat und wie sie der Klubobmann immer wieder öffentlich thematisiert – der Klubobmann der ÖVP natürlich –, etwa im Bereich Schutzalter, daß dies mit einer christlich-sozialen Linie absolut nichts mehr zu tun hat und daß sich die Kirche mit dieser Politik absolut nicht mehr identifizieren kann. (Abg. Wurmitzer: Sie werden uns beibringen, was christlich-sozial ist!) Und das verstehe ich! Ich bin mir sicher, daß auch viele Nochwähler der ÖVP auf diese Kehrtwende in Richtung Populismus, in Richtung rechtsum sehr rasch und sehr früh draufkommen werden, Frau Kollegin Fekter! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Fekter: Gehen Sie in den Unterausschuß! Dafür haben wir einen Unterausschuß eingerichtet! Oder ist Ihnen das entgangen, Herr Kollege?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Fekter! Der Gipfel für mich war aber Ihre Ausführung zum Thema Lauschangriff. Das war ein lockerer Nebensatz, so nach dem Motto: abgehakt, erledigt, Was soll’s?, Welche Grundrechte?, Welche Bürgerrechte? – welches demokratiepolitisches Grundverständnis das sein soll, verstehe ich nicht. Da kann ich nicht mehr mit, Frau Kollegin Fekter! (Abg. Dr. Fekter: Gehen Sie in den Unterausschuß! Dafür haben wir einen Unterausschuß eingerichtet! Oder ist Ihnen das entgangen, Herr Kollege?) Ich halte es schon für bemerkenswert, wie Sie hier drüberfahren über eine historisch entscheidende Entwicklung in diesem Land, über eine Entwicklung, bei der Österreich an einer Weggabelung steht. Sie stellen das so dar, als ob das irgendeine Kleinigkeit wäre, die man hier thematisiert.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihnen gibt es Kriminalität nur im Straßenverkehr!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es geht um nicht mehr und um nicht weniger als um die Grundrechte und um die Bürgerrechte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Bei Ihnen gibt es Kriminalität nur im Straßenverkehr!) Ich möchte den Herrn Klubobmann Khol einmal fragen: Wie schaut es denn eigentlich mit dem Wahlversprechen aus, daß es den Lauschangriff nach Meinung der ÖVP nur dann geben kann, wenn eine umfassende Reform der Staatspolizei erfolgt? Wie schaut es aus? Stehen Sie noch zu diesem Wahlversprechen, Herr Klubobmann Khol? Oder fürchten Sie, daß dieser Reformdrang bei der Staatspolizei irgendwann auf die militärischen Nachrichtendienste und damit auch auf Informationssphären von ÖVP und FPÖ übergreifen würde? Ist es das, was man in Ihrer Partei fürchtet, oder stehen Sie noch zu diesem Wahlversprechen? – Herr Klubobmann Khol! Da haben Sie mit Sicherheit massiven Erklärungsbedarf!
Abg. Dr. Fekter: Glauben Sie alles, was in der Zeitung steht?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn dieser Bericht Realität ist, wenn das tatsächlich Ermittlungserfordernisse und Dateiwünsche im Bereich von Europol sind (Abg. Dr. Fekter: Glauben Sie alles, was in der Zeitung steht?) , dann ist das Bereitstellen dieser Daten, die keinen Staat etwas angehen, nur mit Lauschangriff und Rasterfahndung machbar. Es ist nur dann
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Frau Kollegin Fekter findet das zum Lachen. Ich finde es traurig. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Ich wende mich deshalb an den Justizminister, dessen Skepsis ich beim Thema Lauschangriff und Rasterfahndung in den letzten zwei Jahren immer wieder vernommen habe, der sich immer wieder auch kritisch in diese Debatte eingemengt hat und in einer Anfragebeantwortung und in öffentlichen Statements auf den Punkt gebracht hat, was es in Wirklichkeit ist, nämlich daß das, was hier geplant ist, ein massiver Eingriff in die Grundrechte ist!
Abg. Dr. Fekter: Im Unterausschuß werden wir das debattieren!
Ich erwarte und wünsche mir vom Justizminister, daß er heute in dieser Debatte noch sagt, ob es bezüglich Europol bereits Vorbesprechungen mit dem Justizministerium gegeben hat, ob es bezüglich dieser Details von Ermittlungswünschen seitens Europol bereits einen Dialog mit dem Justizministerium gibt, ob es Zustimmung seitens des Justizministeriums gibt und wie diese Daten in Hinkunft erhoben werden sollen, falls Europol tatsächlich in diesen konzipierten Details Realität werden soll. Ich erwarte mir nicht nur von einem Justizminister, daß er derartige Fragen beantwortet, ich würde mir auch von einer Vorsitzenden des Justizausschusses erwarten (Abg. Dr. Fekter: Im Unterausschuß werden wir das debattieren!) , daß sie nicht salopp über diese entscheidenden Bürgerrechte drüberfährt, sondern daß das für sie ein Zentralthema ist – und nicht nur der Populismus in Rechtsfragen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich erwarte und wünsche mir vom Justizminister, daß er heute in dieser Debatte noch sagt, ob es bezüglich Europol bereits Vorbesprechungen mit dem Justizministerium gegeben hat, ob es bezüglich dieser Details von Ermittlungswünschen seitens Europol bereits einen Dialog mit dem Justizministerium gibt, ob es Zustimmung seitens des Justizministeriums gibt und wie diese Daten in Hinkunft erhoben werden sollen, falls Europol tatsächlich in diesen konzipierten Details Realität werden soll. Ich erwarte mir nicht nur von einem Justizminister, daß er derartige Fragen beantwortet, ich würde mir auch von einer Vorsitzenden des Justizausschusses erwarten (Abg. Dr. Fekter: Im Unterausschuß werden wir das debattieren!) , daß sie nicht salopp über diese entscheidenden Bürgerrechte drüberfährt, sondern daß das für sie ein Zentralthema ist – und nicht nur der Populismus in Rechtsfragen. – Danke. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch bei den boomenden Finanzdienstleistungen ist korrigierend einzugreifen. Der Dschungel in diesem Bereich, der für den einzelnen Anleger mitunter zweifellos nicht unerhebliche Gefahren in sich birgt, muß durchforstet werden. Mir persönlich ist es ein besonderes Anliegen, daß Kettenbriefe und Pyramidenspiele zu verbieten sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist auf jeden Fall klar, daß die Zusammenarbeit zwischen Politikern, Konsumentenschutzverbänden und den verantwortlichen Beamten auf nationaler und auch auf EU-Ebene weiter zu intensivieren ist. Viele positive Ansätze und Erfolge gibt es bereits. Verstärken wir aber diese Kooperation zum Wohle der Verbraucher in diesem Land! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Deshalb, sehr geehrte Damen und Herren, ist es dringend notwendig, daß das Ehe- und Scheidungsfolgenrecht in dieser Legislaturperiode geändert wird. Im Koalitionsübereinkommen ist genau diese Weiterentwicklung des Ehe- und Familienrechts vorgesehen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ein weiterer Schwerpunkt im Justizbereich, der nach Ansicht der sozialdemokratischen Fraktion schnellstens umgesetzt werden soll, ist der bessere Schutz gegen Gewalt in der Familie, sowohl in aufrechter Ehe als auch bei Lebensgemeinschaften. (Beifall bei der SPÖ.) Dasselbe gilt für besseren Schutz vor Gewalt im häuslichen Bereich, die sich gegen Kinder richtet.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es gibt sicherlich sehr schmerzliche Sparmaßnahmen in den verschiedensten Detailbereichen des Budgets. Jeder Bereich hat, auf gut Tirolerisch gesagt, "sein Packl zu tragen", der eine mehr, der andere weniger. Aber gerade in solchen Zeiten, in denen pekuniär nichts, aber auch gar nichts zu verschenken ist, könnte man gesellschaftsrelevante Vorhaben verstärkt vorantreiben. Diese Gesetze fallen kostenmäßig kaum ins Gewicht, haben aber auf die Lebenssituation der Betroffenen entscheidende Auswirkungen. – Da all das im Koalitionsabkommen festgeschrieben ist, bitte ich das Hohes Haus, diese Maßnahmen zügig voranzutreiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich komme zum Schluß. Das Bezirksgerichtsthema, meine Damen und Herren, wird ein Prüfstein für die Ernsthaftigkeit von Reformen sein, ein Prüfstein für das Parlament. Machen wir endlich den Weg frei für eine längst überfällige Reform! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr.
In Anbetracht dessen frage ich mich wirklich: Was berechtigt Sie eigentlich, hier als Abgeordnete und Volksvertreter zu sitzen? Ich meine, Sie haben doch einen Wählerauftrag! Wie kommen Sie aber Ihrem Wählerauftrag nach, wenn Sie überhaupt nicht gestaltend mitwirken, wenn Sie sich nur vom Minister sagen lassen, wie Sie hier im Plenum oder im Ausschuß dann abzustimmen haben, meine sehr verehrten Damen und Herren? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Bei verschiedenen Gelegenheiten weinen Sie dann aber dem Parlamentarismus Krokodilstränen nach! Dann wollen Sie den Österreichern immer glaubhaft machen, daß wir dem Parlamentarismus in Österreich schaden. – Aber so verhält es sich ja nicht, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei und von der SPÖ! Sie sind diejenigen, die den Parlamentarismus in Österreich kaputtmachen. Sie sind diejenigen, die die Totengräber des Parlamentarismus sind. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Einem spricht mit Abg. Öllinger. – Abg. Haigermoser: Herr Bundesminister, wie wäre es, wenn Sie aufpaßten?!
Ich glaube auch wirklich, daß die Polizei nicht berechtigt ist, für diese Tätigkeit Geld zu nehmen (Bundesminister Dr. Einem spricht mit Abg. Öllinger. – Abg. Haigermoser: Herr Bundesminister, wie wäre es, wenn Sie aufpaßten?!), daß sich außerdem das Verhältnis zwischen der Polizei und der Bevölkerung verschlechtern wird. Wir müssen aber daran interessiert sein, daß das Verhältnis gut ist, daß das Ansehen der Polizei aufgewertet wird. Damit wird aber genau das Gegenteil erreicht, und deshalb sind wir auch dagegen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Verärgerung der Staatsbürger über diese Geldeintreibungsaktion, die Sie vorhaben, sehr geehrter Herr Minister, ist außerordentlich groß! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Einem spricht noch mit Abg. Öllinger. – Abg. Mag. Trattner: Der Minister hört gar nicht zu!
Es ist ja in diesem Gesetz, das in einer Nacht- und Nebelaktion so husch-pfusch zustande kam, nicht einmal Vorsorge dafür getroffen, was ist, wenn ein Dritter die Polizei ruft. Wer bezahlt dann? Zahlt der unbeteiligte Dritte? (Bundesminister Dr. Einem spricht noch mit Abg. Öllinger. – Abg. Mag. Trattner: Der Minister hört gar nicht zu!) Herr Öllinger! Haben Sie es gern, daß dann, wenn Sie reden, jemand mit dem Minister spricht? Haben Sie das wirklich gern? (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Also gut, dann werden wir das das nächste Mal auch machen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger.
Es ist ja in diesem Gesetz, das in einer Nacht- und Nebelaktion so husch-pfusch zustande kam, nicht einmal Vorsorge dafür getroffen, was ist, wenn ein Dritter die Polizei ruft. Wer bezahlt dann? Zahlt der unbeteiligte Dritte? (Bundesminister Dr. Einem spricht noch mit Abg. Öllinger. – Abg. Mag. Trattner: Der Minister hört gar nicht zu!) Herr Öllinger! Haben Sie es gern, daß dann, wenn Sie reden, jemand mit dem Minister spricht? Haben Sie das wirklich gern? (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Also gut, dann werden wir das das nächste Mal auch machen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Es ist ja in diesem Gesetz, das in einer Nacht- und Nebelaktion so husch-pfusch zustande kam, nicht einmal Vorsorge dafür getroffen, was ist, wenn ein Dritter die Polizei ruft. Wer bezahlt dann? Zahlt der unbeteiligte Dritte? (Bundesminister Dr. Einem spricht noch mit Abg. Öllinger. – Abg. Mag. Trattner: Der Minister hört gar nicht zu!) Herr Öllinger! Haben Sie es gern, daß dann, wenn Sie reden, jemand mit dem Minister spricht? Haben Sie das wirklich gern? (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Also gut, dann werden wir das das nächste Mal auch machen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das entspricht genau dem Parlamentarismus, von dem wir geredet haben: Der Minister ist desinteressiert an dem, was die Abgeordneten sagen, die Abgeordneten der Regierungsparteien sind nicht interessiert daran, was die Oppositionsparteien sagen. So ist es halt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrter Herr Minister! Ich bin schon lange genug im Parlament, um zu wissen, daß sich heute nichts mehr ergeben wird, aber um eines möchte ich Sie noch bitten: Lassen Sie wenigstens die 60 Millionen Schilling, die Sie einzunehmen glauben, der Exekutive zukommen. Kürzen Sie nicht die Belohnungsgelder, wie Sie es jetzt getan haben, sondern geben Sie von diesen beabsichtigten 60 Millionen Schilling das an Belohnungsgeldern aus, was Sie im allgemeinen Budget an Einsparungen vorgesehen haben – dann könnte ich wenigstens sagen, daß mit diesem Geld etwas Sinnvolles getan wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Beamten haben ja wirklich ein Recht, für ihre gute Arbeit belohnt zu werden. Immerhin riskieren sie bei einem gefährlichen Einsatz das Leben, die Gesundheit. Und was machen Sie? – Sie kürzen die Belohnungsgelder.
Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Robert Elmecker (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ein paar Bemerkungen zu den Ausführungen meiner Vorrednerin. Frau Kollegin Dr. Partik-Pablé hat uns, den Vertretern der Regierungsparteien, vorgeworfen, wir wären die Totengräber des Parlamentarismus. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.) Frau Dr. Partik-Pablé! Wir weisen diesen Vorwurf entschieden zurück, und ich bringe Ihnen ein Gegenbeispiel.
Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Gestern hat Ihre Fraktion mit Ihrem Klubobmann Dr. Haider zuerst 16 namentliche Abstimmungen verlangt, im letzten Moment bis auf 6 alle zurückgenommen, und dann war Herr Dr. Haider den ganzen Abend über nicht hier. Bei keiner einzigen namentlichen ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Ich war hier, das ist im Protokoll nachzulesen. (Beifall bei der SPÖ.) Den ganzen Abend über war Dr. Haider bei keiner namentlichen Abstimmung anwesend, und Sie werfen uns vor, Totengräber des Parlamentarismus zu sein! Das ist doch an den Haaren herbeigezogen, das ist Lamentiererei, das trifft absolut nicht zu! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Meischberger: Aber er war noch nie in Rumänien!)
Beifall bei der SPÖ.
Gestern hat Ihre Fraktion mit Ihrem Klubobmann Dr. Haider zuerst 16 namentliche Abstimmungen verlangt, im letzten Moment bis auf 6 alle zurückgenommen, und dann war Herr Dr. Haider den ganzen Abend über nicht hier. Bei keiner einzigen namentlichen ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Ich war hier, das ist im Protokoll nachzulesen. (Beifall bei der SPÖ.) Den ganzen Abend über war Dr. Haider bei keiner namentlichen Abstimmung anwesend, und Sie werfen uns vor, Totengräber des Parlamentarismus zu sein! Das ist doch an den Haaren herbeigezogen, das ist Lamentiererei, das trifft absolut nicht zu! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Meischberger: Aber er war noch nie in Rumänien!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Meischberger: Aber er war noch nie in Rumänien!
Gestern hat Ihre Fraktion mit Ihrem Klubobmann Dr. Haider zuerst 16 namentliche Abstimmungen verlangt, im letzten Moment bis auf 6 alle zurückgenommen, und dann war Herr Dr. Haider den ganzen Abend über nicht hier. Bei keiner einzigen namentlichen ... (Zwischenruf bei den Freiheitlichen.) Ich war hier, das ist im Protokoll nachzulesen. (Beifall bei der SPÖ.) Den ganzen Abend über war Dr. Haider bei keiner namentlichen Abstimmung anwesend, und Sie werfen uns vor, Totengräber des Parlamentarismus zu sein! Das ist doch an den Haaren herbeigezogen, das ist Lamentiererei, das trifft absolut nicht zu! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Meischberger: Aber er war noch nie in Rumänien!)
Abg. Dr. Haider: Ich war noch nie in Rumänien!
Meine Damen und Herren! Und dann der Vorwurf, daß wir die Gebühr, die wir heute in diesem Strukturanpassungsgesetz ... (Abg. Dr. Haider: Ich war noch nie in Rumänien!) Herr Kollege Dr. Haider! Ich würde vorsichtig sein mit Vorwürfen. Die sieben Gerichtsentscheidungen ... (Abg. Mag. Stadler: Und wenn er in Rumänien gewesen wäre, wäre er in besserer Gesellschaft gewesen!) Ich habe vor Gericht – zum Unterschied von Ihnen – alle Prozesse gewonnen! Sie haben keinen Prozeß gewonnen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Und wenn er in Rumänien gewesen wäre, wäre er in besserer Gesellschaft gewesen!
Meine Damen und Herren! Und dann der Vorwurf, daß wir die Gebühr, die wir heute in diesem Strukturanpassungsgesetz ... (Abg. Dr. Haider: Ich war noch nie in Rumänien!) Herr Kollege Dr. Haider! Ich würde vorsichtig sein mit Vorwürfen. Die sieben Gerichtsentscheidungen ... (Abg. Mag. Stadler: Und wenn er in Rumänien gewesen wäre, wäre er in besserer Gesellschaft gewesen!) Ich habe vor Gericht – zum Unterschied von Ihnen – alle Prozesse gewonnen! Sie haben keinen Prozeß gewonnen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Und dann der Vorwurf, daß wir die Gebühr, die wir heute in diesem Strukturanpassungsgesetz ... (Abg. Dr. Haider: Ich war noch nie in Rumänien!) Herr Kollege Dr. Haider! Ich würde vorsichtig sein mit Vorwürfen. Die sieben Gerichtsentscheidungen ... (Abg. Mag. Stadler: Und wenn er in Rumänien gewesen wäre, wäre er in besserer Gesellschaft gewesen!) Ich habe vor Gericht – zum Unterschied von Ihnen – alle Prozesse gewonnen! Sie haben keinen Prozeß gewonnen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Sie sind eine Marionette!
Nun auch zum fachlichen Vorwurf ... (Abg. Mag. Stadler: Sie sind eine Marionette!) Sie sind der Hampelmann des Dr. Haider, Herr Kollege Stadler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie sind eine Marionette des Ministers!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie sind eine Marionette des Ministers!
Nun auch zum fachlichen Vorwurf ... (Abg. Mag. Stadler: Sie sind eine Marionette!) Sie sind der Hampelmann des Dr. Haider, Herr Kollege Stadler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sie sind eine Marionette des Ministers!)
Abg. Haigermoser: Ich war schon in Rumänien mit dem Toni Benya!
Ich sage Ihnen: Das, was wir heute mit dem Strukturanpassungsgesetz hier beschließen, ist die Fortsetzung jenes Kurses – ich habe das ja auch schon veröffentlicht –, daß wir sagen: Es ist eine artfremde Tätigkeit, wenn die Exekutivbeamten, die kriminalistisch gut ausgebildet sind, zum Fotografieren anwesend sein müssen, wenn es um reine Sachschäden geht. Denn genau das wollen wir nicht! (Abg. Haigermoser: Ich war schon in Rumänien mit dem Toni Benya!)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben gesagt, die Beamten haben Recht auf Belohnung. Darin gebe ich Ihnen recht, aber offensichtlich haben Sie die letzte Besoldungsreform verschlafen, denn gerade durch die Besoldungsreform gibt es bei der Exekutive Anfangsgehälter, von denen man früher nur träumen konnte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das Personal reduzieren Sie!
Wenn wir heute bei der Exekutive in etwa ein Anfangsgrundgehalt von 18 000 S haben, so können wir sagen, daß die Beamten eine entsprechende Honorierung erhalten. Man braucht das nur mit den A- und B-Beamten der allgemeinen Hoheitsverwaltung zu vergleichen, was ich aber nicht unbedingt tun will. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das Personal reduzieren Sie!)
Abg. Mag. Stadler: Reden Sie weiter, Sie sind eine Marionette des Ministers!
Ich möchte aber doch noch einige sachliche Argumente – wenn Sie gestatten, Frau Kollegin Dr. Partik-Pablé (Abg. Mag. Stadler: Reden Sie weiter, Sie sind eine Marionette des Ministers!) – aus meiner Sicht anbringen, denn für uns Sozialdemokraten ist "Sicherheit" ein umfassender Begriff. Er umfaßt soziale Sicherheit, Sicherheit der Beschäftigung und auch Schutz vor Verbrechen.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt plaudern Sie schon das nach, was der Minister immer plaudert!
Wir wissen um die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen Kriminalität entsteht, und sehen in der Schaffung von gesellschaftlichen Verhältnissen, die dieser entgegenwirken, das beste Mittel zum Schutz der Bevölkerung. Dies ist uns zu einem gut Teil gelungen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Jetzt plaudern Sie schon das nach, was der Minister immer plaudert!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das, was der Minister immer plaudert!
Frau Kollegin Partik-Pablé! Ich besitze gar nicht die Präpotenz, die Meinung eines anderen Kollegen hier als "Plauderei" zu bezeichnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das, was der Minister immer plaudert!) Sie haben das soeben getan. Das ist präpotent, und das muß ich Ihnen jetzt vorwerfen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Frau Kollegin Partik-Pablé! Ich besitze gar nicht die Präpotenz, die Meinung eines anderen Kollegen hier als "Plauderei" zu bezeichnen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das, was der Minister immer plaudert!) Sie haben das soeben getan. Das ist präpotent, und das muß ich Ihnen jetzt vorwerfen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. )
Zwischenruf bei den Freiheitlichen
Drogenhandel: ein Minus von 14 Prozent; Aufklärungsquote: 97,2 Prozent (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) – haben Sie die Statistik gelesen?, wenn nicht, dann behaupten Sie nicht das Gegenteil! (Beifall bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist die Statistik aus dem Kirchweger-Haus!) –;
Beifall bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist die Statistik aus dem Kirchweger-Haus!
Drogenhandel: ein Minus von 14 Prozent; Aufklärungsquote: 97,2 Prozent (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) – haben Sie die Statistik gelesen?, wenn nicht, dann behaupten Sie nicht das Gegenteil! (Beifall bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Das ist die Statistik aus dem Kirchweger-Haus!) –;
Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Sachbeschädigung-schwer: ein Plus – leider, auch das geben wir zu, wenn es in der Statistik ausgeworfen wird – von 12,9 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Scheibner.
Wir bedauern den Vandalismus, wir müssen aber die Wurzel dieses Phänomens untersuchen und auch fragen, warum heute gerade Jugendliche ein, möchte ich fast sagen, oftmals gestörtes Verhältnis zum Eigentum der Allgemeinheit haben. – In diesem Bereich liegt die Aufklärungsquote leider nur bei 42,4 Prozent. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Scheibner. )
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch einmal die Aufklärungsquote für Eigentumsdelikte in Wien!
Meine Damen und Herren! Wenn ich jetzt einen Strich mache und den Durchschnitt berechne, bekomme ich eine Aufklärungsquote, die zwischen 45 und 46 Prozent liegt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch einmal die Aufklärungsquote für Eigentumsdelikte in Wien!) Was ich damit sagen will: Bei den schweren Delikten, bei dem, was der Bevölkerung berechtigterweise Angst macht, haben wir eine Aufklärungsquote – dank der Leistung der Sicherheitspolitik und jener Beamtinnen und Beamten, die in diesem Bereich tätig sind –, die über 90 Prozent liegt. Machen Sie unser Land nicht schlecht (Abg. Scheibner: Das Land eh nicht!), denn das ist etwas, was wir nach außen hin gut vertreten können! (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Platter. )
Abg. Scheibner: Das Land eh nicht!
Meine Damen und Herren! Wenn ich jetzt einen Strich mache und den Durchschnitt berechne, bekomme ich eine Aufklärungsquote, die zwischen 45 und 46 Prozent liegt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch einmal die Aufklärungsquote für Eigentumsdelikte in Wien!) Was ich damit sagen will: Bei den schweren Delikten, bei dem, was der Bevölkerung berechtigterweise Angst macht, haben wir eine Aufklärungsquote – dank der Leistung der Sicherheitspolitik und jener Beamtinnen und Beamten, die in diesem Bereich tätig sind –, die über 90 Prozent liegt. Machen Sie unser Land nicht schlecht (Abg. Scheibner: Das Land eh nicht!), denn das ist etwas, was wir nach außen hin gut vertreten können! (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Platter. )
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Platter.
Meine Damen und Herren! Wenn ich jetzt einen Strich mache und den Durchschnitt berechne, bekomme ich eine Aufklärungsquote, die zwischen 45 und 46 Prozent liegt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch einmal die Aufklärungsquote für Eigentumsdelikte in Wien!) Was ich damit sagen will: Bei den schweren Delikten, bei dem, was der Bevölkerung berechtigterweise Angst macht, haben wir eine Aufklärungsquote – dank der Leistung der Sicherheitspolitik und jener Beamtinnen und Beamten, die in diesem Bereich tätig sind –, die über 90 Prozent liegt. Machen Sie unser Land nicht schlecht (Abg. Scheibner: Das Land eh nicht!), denn das ist etwas, was wir nach außen hin gut vertreten können! (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Platter. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Letzte Bemerkung – es ist vorhin die Justizdebatte geführt worden, ich möchte dazu nur eine kurze Ergänzung bringen –: Aus der Sicht des Sicherheitssprechers und auch des Vorsitzenden des Innenausschusses bin ich froh, daß wir die Regierungsvorlage mit dem Titel neue Ermittlungsmethoden jetzt im Hause haben, daß sich der Justizausschuß schwerpunktmäßig damit beschäftigt und daß Vertreter des Innenausschusses in einem Unterausschuß diese sicher sehr heikle Materie behandeln und verhandeln wollen. Wir wollen da nicht aus der Hüfte schießen, wir wollen aber der Sicherheitsbehörde, den Exekutivbeamten Instrumentarien in die Hand geben, die es auch ermöglichen, der organisierten Kriminalität in Zukunft entsprechend Paroli zu bieten. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Das sind Dinge, die wir nicht brauchten, wenn wir eine echte Reform im Bereich der Exekutive in Angriff nähmen. Und da nehme ich den Bundesminister ausdrücklich in die Pflicht, obwohl ich weiß, daß es sich hier um eine Koalitionsregierung handelt. Aber wenn man solche Reformen in einer Koalition nicht zustande bringt, dann stellt sich sozusagen die Koalitionsfrage, denn man kann nicht jede nicht abgewickelte Reform damit begründen, daß sie eben deswegen nicht möglich ist, weil es der Koalitionspartner nicht erlaubt. Da fragt man sich langsam, was denn dann übrigbleibt, wenn eigentlich der gemeinsame Nenner nur das ist, was der andere nicht verboten hat. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Haselsteiner: Es gefällt Ihnen nicht!
Daher kommt es dann auch zu solch hitzigen Debatten wie hinsichtlich der Fragen Lauschangriff und Rasterfahndung, denn diese haben eine hervorragende Eignung dafür, von den eigentlichen Problemen abzulenken. Ich höre schon das Argument: Na ja, diese 14prozentige Steigerung im Bereich von Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und die geringe Aufklärungsquote wären gar kein Problem, wenn wir endlich diese Instrumente hätten – sozusagen eine Anlaßgesetzgebung der besonderen Art: Aus Anlaß, von den echten Problemen abzulenken, wird ein anderes echtes Problem geschaffen, nämlich ein Angriff auf die Grundrechte. Genau das ist es, was mich so verdrossen macht! (Abg. Dr. Haselsteiner: Es gefällt Ihnen nicht!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es gefällt mir nicht, denn diese Instrumente sind gerade in diesem Feld nicht wirklich geeignet, etwas zu bewegen, es sei denn, man bekennt sich offen dazu, daß man willens und bereit ist, heimlich Gesinnungsdaten auf EDV zu sammeln, damit man eben im Zweifelsfall den Menschen abklopfen kann: Wo fährt er gerne hin, was ißt er gerne, wer sind seine Freunde, in welchen Buchhandlungen kauft er ein, welche Zeitungen abonniert er? – Das lehnen wir grundsätzlich als Mittel eines Polizeistaates ab. (Beifall beim Liberalen Forum.) – Also eine Anlaßgesetzgebung, um abzulenken.
Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum.
Aber jetzt befinden wir uns in einer Budgetdebatte, und da kann ich Ihnen etwas Interessantes und Beruhigendes erzählen, was ich festgestellt habe, denn letztlich ist ja das, was wir heute hier debattieren, auch eine Art von Anlaßgesetzgebung: Aus Anlaß der Vergeudung von zehn Jahren brauchen wir jetzt ein Notprogramm. (Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
In dieser Anlaßgesetzgebung, die jetzt Löschwasser für das brennende Dach des Budgets ist, sind Lauschangriff und Rasterfahndung nicht vorgesehen. Es gibt keine Budgetansätze dafür, obwohl jeder weiß, daß es sich dabei um nennenswerte Beträge handeln würde. Interessanterweise geht man im Haus des Herrn Bundesministers davon aus, daß es etwa 70 Millionen Schilling für die Einführung von Lauschangriff, Rasterfahndung und auch optischer Überwachung wären. Also ich bezweifle den Betrag sehr; ich glaube nicht, daß man für 70 Millionen Schilling die audiovisuellen Mittel bekommt, um das alles durchführen zu können, was man machen möchte. Es wäre aber immerhin interessant, einmal einen wissensmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen Bundestheaterverwaltung und Innenministerium herzustellen, denn wenn die Bundestheaterverwaltung wüßte, daß man um so wenig Geld audiovisuelle Einrichtungen in dem Umfang kaufen kann, würde dort vielleicht ein neues Sparpotential entdeckt werden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Da wird Ihnen auch nicht helfen, daß Sie hier Ausnahmen beim Lauschangriff und bei der Rasterfahndung in den Raum gestellt haben, nämlich Ausnahmen für die Redaktionsstuben und für die Politiker – diese sind nicht genauer definiert, möglicherweise sind es die Mitglieder dieses Hohen Hauses. Sehr interessant ist diese Ausnahmephilosophie; das erinnert mich an die Ausnahmephilosophie bei den Kolporteuren im übrigen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wenn Sie Politiker ausnehmen wollen, dann frage ich Sie: Warum genießen Politiker in Ihrer Welt einen höheren Grundrechtsschutz als die Bürger? Das ist nicht demokratisch. Ich fordere denselben Grundrechtsschutz für Politiker, wie ihn alle Bürger dieses Landes genießen, und keinen erweiterten Grundrechtsschutz! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Anschober: Na geh, das wollte ich sagen!
Daher frage ich jetzt den Herrn Bundesminister: Ist das Zitat im Zuge des Interviews im "profil" vom 15. 4. richtig wiedergegeben? (Abg. Anschober: Na geh, das wollte ich sagen!) Ich kann es nicht ganz glauben. Ich zitiere es Ihnen: Auf die Frage, mit welchen Träumen Sie vor einem Jahr in Ihr Amt getreten seien, hätten Sie angeblich wörtlich geantwortet: Ich habe mir damals
Abg. Scheibner: Strafanzeige, Herr Kollege!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich hätte der Kollegin Partik-Pablé zuerst gerne eine Frage gestellt. Da sie leider nicht hier ist, bitte ich die Kolleginnen und Kollegen von der freiheitlichen Fraktion, ihr diese Frage auszurichten. Sie kommt her und verteufelt all das, was im Zuge der Budgeterstellung 1996 und 1997 von seiten der beiden gar so "bösen" Regierungsparteien hier über die Bühne geht. (Abg. Scheibner: Strafanzeige, Herr Kollege!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Alle Abänderungsanträge der Opposition werden sowieso von vornherein abgelehnt! – Abg. Ing. Reichhold: Es hat ja keinen Sinn, Vorschläge zu machen!
Ja, selbstverständlich! Sie geißelt uns und sagt, wie fürchterlich das alles wäre. Ich habe aus ihrem Mund – und das wäre für mich sehr interessant gewesen – nicht eine einzige konstruktive Überlegung gehört, wie sie sich beispielsweise im Bereich des Kapitels Inneres strukturelle Änderungen vorstellen würde, was sie an Vorschlägen in petto hätte. Nicht eine einzige Möglichkeit, nicht eine einzige Variante hat sie vorgeschlagen! Das wäre die Frage, die ich ihr gerne gestellt hätte: Wie hält es sie, wie hält es die Freiheitliche Partei mit Überlegungen im Bereich der inneren Sicherheit? (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Alle Abänderungsanträge der Opposition werden sowieso von vornherein abgelehnt! – Abg. Ing. Reichhold: Es hat ja keinen Sinn, Vorschläge zu machen!)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Kier hat überhaupt gleich den Weihrauchkessel in Richtung ÖVP geschwungen. All das, was im Bereich der inneren Sicherheit nicht passiert – schuld ist die ÖVP! All das, was an reformatorischen Ansätzen nicht umgesetzt werden kann – schuld ist die "böse" ÖVP! All das, was den Herrn Minister in die Knie zwingt – der ÖVPler ist schuld, der "Böse"! – Also so kann es wirklich nicht sein. Koalition heißt, sich zusammenzusetzen, Kollege Kier, Koalition heißt, einen gemeinsamen Weg zu gehen, und diesen gehen wir, Rot und Schwarz, in diesem Bereich. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Wobei ich natürlich sagen möchte, Kollege Kier: Gefallen hat uns schon, daß Sie uns so hoch einschätzen. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.) Wir sind im Gesamtbereich zwar die zweiten – das geben wir zu –, aber wenn Sie uns zu den ersten im Bereich der Sicherheitspolitik machen, dann soll uns ja nichts Schlechteres passieren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kier: Nicht die ersten, die gefährlicheren seid ihr!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kier: Nicht die ersten, die gefährlicheren seid ihr!
Wobei ich natürlich sagen möchte, Kollege Kier: Gefallen hat uns schon, daß Sie uns so hoch einschätzen. (Zwischenrufe beim Liberalen Forum.) Wir sind im Gesamtbereich zwar die zweiten – das geben wir zu –, aber wenn Sie uns zu den ersten im Bereich der Sicherheitspolitik machen, dann soll uns ja nichts Schlechteres passieren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Kier: Nicht die ersten, die gefährlicheren seid ihr!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weiß, Herr Bundesminister, mit solchen Vorwürfen müssen Sie leben. Ich will darum ganz konkret auf Sie eingehen. Herr Bundesminister! Für die ÖVP hier, heute und jetzt eine klare Aussage: Sie haben alle Unterstützung unsererseits, wenn es um die Umsetzung von berechtigten Anliegen im Bereich der inneren Sicherheit geht, sowohl was das Ziel der Senkung der Kriminalitätsraten betrifft als auch was die Sicherheitsaspekte der Bevölkerung anlangt und letztlich natürlich auch was die entsprechende Motivation der Sicherheitsexekutive angeht. All unsere Unterstützung! Jeder von uns weiß, wie schwierig dieses Unterfangen ist. Dazu stehen wir, da sind wir pakt- und koalitionstreu, davon werden wir keinen Millimeter abweichen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Mit wem haben Sie gesprochen? – Abg. Dr. Khol: Mit Fachleuten!
Aber, Herr Bundesminister, es gilt natürlich auch, daß Sie in Ihrem Bereich, vor allem in Ihrem Ressort, im Innenministerium, das tun, was als erster Schritt überhaupt notwendig ist. Es gibt ein gerüttelt Maß an Mißtrauen in den Führungsrängen der Beamtenschaft gegen Sie ad personam, Herr Bundesminister, gegen all das, was die Linie des Innenministers ist. Und wir hören tagtäglich in den Gesprächen mit den Kolleginnen und Kollegen, daß eine Unzufriedenheit mit dem Minister herrscht, daß es, wie sie sagen, an der entsprechenden Führung fehle. (Abg. Edler: Mit wem haben Sie gesprochen? – Abg. Dr. Khol: Mit Fachleuten!)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Klar und unmißverständlich: Beseitigen Sie dieses Mißtrauen, schaffen Sie neues Vertrauen, dann werden Sie es leichter haben, die inhaltlichen Ziele im Bereich der Sicherheitspolitik umzusetzen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister! Ich lade Sie ein: Bauen Sie dieses Mißtrauen ab, bauen Sie Vertrauen auf! Das ist besser für dieses Land, für Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Kollege Kier! Sie haben es wohlweislich unterlassen, auch nur mit einem einzigen Wort darauf hinzuweisen: Wir wollen dies immer dann tun, wenn es Anlaßfälle gibt, und zwar nur mit richterlicher Genehmigung. Ich habe in Ihren gesamten Ausführungen kein einziges Wort davon gehört: nur mit richterlicher Genehmigung, unter Wahrung rechtsstaatlicher Aspekte. Das ist es, was wir wollen, und nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Sie haben selbstverständlich gleich in einem eleganten Schlenzer auch vergessen, dazuzusagen, was wir sowieso auch im Unterausschuß des Justizausschusses zu diskutieren haben werden, Kollege Kier: Wenn es Ergebnisse gibt, dann wird es im nachhinein auch eine Kontrolle geben. Kontrolle ist wichtig. Lenin hat uns schon gesagt, daß Vertrauen gut ist, Kontrolle aber noch besser; so auch in diesem Fall. Dazu stehen wir, und das werden wir auch so durchsetzen. Seien Sie sich dessen sicher, Kollege Kier! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?)
Abg. Scheibner: Ja!
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. War das nicht Lenin? War er es nicht? (Abg. Scheibner: Ja!) Habe ich etwas anderes gesagt? (Abg. Scheibner: Also daß Sie Lenin zitieren!) Na bitte, warum auch nicht.
Abg. Scheibner: Also daß Sie Lenin zitieren!
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. War das nicht Lenin? War er es nicht? (Abg. Scheibner: Ja!) Habe ich etwas anderes gesagt? (Abg. Scheibner: Also daß Sie Lenin zitieren!) Na bitte, warum auch nicht.
Beifall bei der ÖVP.
Ein allgemeingültiger Satz, der auch in einer modernen Demokratie wie Österreich durchaus seine Anwendung finden kann. Warum denn nicht? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Daß du schon auf den Lenin gekommen bist!
Gerade einer, der nicht der kommunistischen Heilslehre, dem Leninismus-Marxismus verpflichtet ist, kann es ja umso leichter sagen. (Abg. Ing. Reichhold: Daß du schon auf den Lenin gekommen bist!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Der Lenin war’s!
Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich darf, zum Schluß kommend, für die ÖVP folgendes festhalten: Im Bereich der inneren Sicherheit haben wir einen Sicherheitsplan vorgelegt. Von diesem Sicherheitsplan glauben wir, daß er bei entsprechender Umsetzung zu mehr Sicherheit in diesem Land, zu einem besseren Sicherheitsgefühl, zu mehr Motivation der Kollegenschaft führen würde. Wir stellen uns auch eine Straffung der Organisation vor. Warum wird es uns so schwer gemacht? Warum wird es der Sicherheitsexekutive so schwer gemacht? Warum werden nicht Verantwortungsbereiche von der Spitze, vom Ministerium, von den Bundespolizeidirektionen, von den Sicherheitsdirektionen, vom Gendarmeriezentralkommando an die örtliche Basis delegiert? Warum geht das nicht besser, rascher, um zu mehr Effizienz zu kommen? (Ruf bei den Freiheitlichen: Der Lenin war’s!)
Beifall bei der ÖVP.
Der Kollege ist dann der motivierte Kollege, wenn er auch entsprechend geschult ist. Er ist dann entsprechend geschult, wenn er seine Arbeit wahrnimmt, indem er nach entsprechender Fort- und Ausbildung, beispielsweise im Bereich der Sicherheitsakademie, auf einem fundierten Basiswissen aufbauen kann. Wir stehen dafür, daß diese Sicherheitsakademie zur qualitativen Verbesserung der Sicherheitsexekutive kommt. Wir bitten den Herrn Minister, umgehend die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten. Auch dabei hat er unsere volle Unterstützung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister! Wenn Sie diesen Weg gehen, gehen wir ihn gerne mit. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. – Abg. Wabl: Sehr gut, Anschober! Weitermachen!
Abgeordneter Rudolf Anschober (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der frische Wind seitens der Volkspartei, der neue, kämpferische, aufrichtige politische Wind, hat sich nach der Justizdebatte, begonnen von Frau Kollegin Fekter, nun auch in der Sicherheitsdebatte durch den Kollegen Kiss fortgesetzt. Es ist schon interessant, daß der Zuruf: "Daran werdet ihr euch gewöhnen müssen!" aus der freiheitlichen Fraktion gekommen ist. Das ist sehr interessant. Das paßt so richtig und entlarvt, welche Schulterschlüsse erfolgen, woran wir uns gewöhnen müssen, welche Allianzen sich bei gesellschaftspolitisch sensiblen Themen wie der Justizpolitik oder der Sicherheitspolitik in diesem Haus immer stärker und immer klarer formieren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Mühlbachler. – Abg. Wabl: Sehr gut, Anschober! Weitermachen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Dort waren gewerbsmäßige Baustellenbesetzer!
Diese Exekutive hat in den letzten Monaten – das muß ich ganz klar sagen – auch einige sehr positive Entwicklungen zu verzeichnen. Ich habe selbst – ich wollte schon sagen: am eigenen Leib, soweit ist es nicht gegangen – einen äußerst sensiblen Gendarmerieeinsatz bei der bisher am längsten durchgeführten Baustellenbesetzung in Österreich erlebt, nämlich in Lambach: 14 Wochen hindurch Besetzung einer Baustelle. Das ist für die dort arbeitenden Beamten, die auch in einem gewissen Sinn für fehlende Lösungen in der Politik mißbraucht werden, die dann den Kopf hinhalten müssen, wirklich keine leichte Aufgabe, und zwar bei Temperaturen zwischen minus 5 und minus 15 Grad. Ich muß sagen, bis auf ganz wenige Ausnahmen haben die dort eingesetzten Beamten hochsensibel, vermittelnd, nicht polarisierend agiert. Und das war jene Art und Weise, wodurch die Exekutive wieder Vertrauen in der Bevölkerung erzielen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Dort waren gewerbsmäßige Baustellenbesetzer!) Bitte? Herr Kollege Mühlbachler! (Abg. Murauer: Murauer!) Entschuldigung – Murauer! Ich verwechsle euch zwei immer sehr leicht, weil die Zwischenrufe immer so ähnlich sind, das ist das Problem bei dieser Verwechslung. (Abg. Parnigoni: Das hängt mit der Biersorte zusammen!) Bitte? (Abg. Parnigoni: Wahrscheinlich hängt das mit der Biersorte zusammen! – Abg. Haigermoser: Unheimlich witzig! Ein seltener Humor!) Mit der Biersorte hat das nichts zu tun, glaube ich. Nein, Herr Kollege Parnigoni, das hat damit, glaube ich, nichts zu tun.
Abg. Murauer: Murauer!
Diese Exekutive hat in den letzten Monaten – das muß ich ganz klar sagen – auch einige sehr positive Entwicklungen zu verzeichnen. Ich habe selbst – ich wollte schon sagen: am eigenen Leib, soweit ist es nicht gegangen – einen äußerst sensiblen Gendarmerieeinsatz bei der bisher am längsten durchgeführten Baustellenbesetzung in Österreich erlebt, nämlich in Lambach: 14 Wochen hindurch Besetzung einer Baustelle. Das ist für die dort arbeitenden Beamten, die auch in einem gewissen Sinn für fehlende Lösungen in der Politik mißbraucht werden, die dann den Kopf hinhalten müssen, wirklich keine leichte Aufgabe, und zwar bei Temperaturen zwischen minus 5 und minus 15 Grad. Ich muß sagen, bis auf ganz wenige Ausnahmen haben die dort eingesetzten Beamten hochsensibel, vermittelnd, nicht polarisierend agiert. Und das war jene Art und Weise, wodurch die Exekutive wieder Vertrauen in der Bevölkerung erzielen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Dort waren gewerbsmäßige Baustellenbesetzer!) Bitte? Herr Kollege Mühlbachler! (Abg. Murauer: Murauer!) Entschuldigung – Murauer! Ich verwechsle euch zwei immer sehr leicht, weil die Zwischenrufe immer so ähnlich sind, das ist das Problem bei dieser Verwechslung. (Abg. Parnigoni: Das hängt mit der Biersorte zusammen!) Bitte? (Abg. Parnigoni: Wahrscheinlich hängt das mit der Biersorte zusammen! – Abg. Haigermoser: Unheimlich witzig! Ein seltener Humor!) Mit der Biersorte hat das nichts zu tun, glaube ich. Nein, Herr Kollege Parnigoni, das hat damit, glaube ich, nichts zu tun.
Abg. Parnigoni: Das hängt mit der Biersorte zusammen!
Diese Exekutive hat in den letzten Monaten – das muß ich ganz klar sagen – auch einige sehr positive Entwicklungen zu verzeichnen. Ich habe selbst – ich wollte schon sagen: am eigenen Leib, soweit ist es nicht gegangen – einen äußerst sensiblen Gendarmerieeinsatz bei der bisher am längsten durchgeführten Baustellenbesetzung in Österreich erlebt, nämlich in Lambach: 14 Wochen hindurch Besetzung einer Baustelle. Das ist für die dort arbeitenden Beamten, die auch in einem gewissen Sinn für fehlende Lösungen in der Politik mißbraucht werden, die dann den Kopf hinhalten müssen, wirklich keine leichte Aufgabe, und zwar bei Temperaturen zwischen minus 5 und minus 15 Grad. Ich muß sagen, bis auf ganz wenige Ausnahmen haben die dort eingesetzten Beamten hochsensibel, vermittelnd, nicht polarisierend agiert. Und das war jene Art und Weise, wodurch die Exekutive wieder Vertrauen in der Bevölkerung erzielen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Dort waren gewerbsmäßige Baustellenbesetzer!) Bitte? Herr Kollege Mühlbachler! (Abg. Murauer: Murauer!) Entschuldigung – Murauer! Ich verwechsle euch zwei immer sehr leicht, weil die Zwischenrufe immer so ähnlich sind, das ist das Problem bei dieser Verwechslung. (Abg. Parnigoni: Das hängt mit der Biersorte zusammen!) Bitte? (Abg. Parnigoni: Wahrscheinlich hängt das mit der Biersorte zusammen! – Abg. Haigermoser: Unheimlich witzig! Ein seltener Humor!) Mit der Biersorte hat das nichts zu tun, glaube ich. Nein, Herr Kollege Parnigoni, das hat damit, glaube ich, nichts zu tun.
Abg. Parnigoni: Wahrscheinlich hängt das mit der Biersorte zusammen! – Abg. Haigermoser: Unheimlich witzig! Ein seltener Humor!
Diese Exekutive hat in den letzten Monaten – das muß ich ganz klar sagen – auch einige sehr positive Entwicklungen zu verzeichnen. Ich habe selbst – ich wollte schon sagen: am eigenen Leib, soweit ist es nicht gegangen – einen äußerst sensiblen Gendarmerieeinsatz bei der bisher am längsten durchgeführten Baustellenbesetzung in Österreich erlebt, nämlich in Lambach: 14 Wochen hindurch Besetzung einer Baustelle. Das ist für die dort arbeitenden Beamten, die auch in einem gewissen Sinn für fehlende Lösungen in der Politik mißbraucht werden, die dann den Kopf hinhalten müssen, wirklich keine leichte Aufgabe, und zwar bei Temperaturen zwischen minus 5 und minus 15 Grad. Ich muß sagen, bis auf ganz wenige Ausnahmen haben die dort eingesetzten Beamten hochsensibel, vermittelnd, nicht polarisierend agiert. Und das war jene Art und Weise, wodurch die Exekutive wieder Vertrauen in der Bevölkerung erzielen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Dort waren gewerbsmäßige Baustellenbesetzer!) Bitte? Herr Kollege Mühlbachler! (Abg. Murauer: Murauer!) Entschuldigung – Murauer! Ich verwechsle euch zwei immer sehr leicht, weil die Zwischenrufe immer so ähnlich sind, das ist das Problem bei dieser Verwechslung. (Abg. Parnigoni: Das hängt mit der Biersorte zusammen!) Bitte? (Abg. Parnigoni: Wahrscheinlich hängt das mit der Biersorte zusammen! – Abg. Haigermoser: Unheimlich witzig! Ein seltener Humor!) Mit der Biersorte hat das nichts zu tun, glaube ich. Nein, Herr Kollege Parnigoni, das hat damit, glaube ich, nichts zu tun.
Abg. Murauer: Der Ausdruck von einem "Wildwuchs" ist unpassend! – Abg. Wabl: Das ist der richtige Ausdruck!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Solange sich ein Land einen derartigen Wildwuchs von Geheimdiensten bieten läßt, so lange verdient es die Bezeichnung aufgeklärte Demokratie nicht. (Abg. Murauer: Der Ausdruck von einem "Wildwuchs" ist unpassend! – Abg. Wabl: Das ist der richtige Ausdruck!) Das ist ein ganz wesentlicher, entscheidender Punkt.
Beifall bei den Grünen
Herr Minister! Sind das Erhebungspunkte, denen Österreich zustimmt? Wir leben in einem Land, in dem, wie wir wissen, die Exekutive, allen voran die Staatspolizei, löchriger als der berühmteste Schweizer Emmentaler ist. Wir wissen, daß diese Exekutive undicht wie ein Scheunentor ist, daß ein Maulwurf dem anderen die Türklinke in die Hand gibt, daß die Ermittlungsergebnisse bis hin zum Terminkalender des Ministers zuerst in der Hand von Jörg Haider und dann erst in den Händen des Ministers sind. Und in einer derartigen Situation, in einem derartigen Zustand des Abbaues von Bürgerrechten durch den Beschluß von Lauschangriff und Rasterfahndung, wodurch die Ermittlung höchst sensibler Daten ermöglicht wird, wollen Sie ein internationales Übereinkommen mit Europol unterzeichnen, das vorsieht, diese intimsten Daten dem Brüsseler Zentralcomputer zu übergeben? Ist das Ihr Ernst, daß Sie hier zustimmen wollen? Darauf hätte ich heute sehr gerne eine Antwort, eine Antwort, die mir zeigen wird, wie ehrlich Sie es mit Ihren Ankündigungen meinen, die Sie bei Ihrem Amtsantritt getätigt haben (Beifall bei den Grünen): Bürgerrechte schützen, Datenschutz, humane Migrationspolitik, umfassende Polizeireform.
Beifall bei den Grünen.
Ich habe Ihnen jetzt dargestellt: In das Sparpaket wurden hineingeschmuggelt eine massive Diskriminierung und eine massive Schlechterstellung ausländischer Bürger. Es heißt: Polizeireform, bitte warten!, bis zum heutigen Tag. Von Datenschutz und Beibehaltung, ja Ausbau der Bürgerrechte ist keine Rede, wenn man gleichzeitig Europol beitritt und Lauschangriff und Rasterfahndung einführen will. Herr Minister! Wie heißt es so schön? – Da haben Sie Erklärungsbedarf. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ
Meine Damen und Herren! Innere Sicherheit ist ein fundamentales Bedürfnis der Menschen. Daher ist gerade hier ein sachlicher und seriöser Umgang mit diesem Thema wichtig. Das Thema Sicherheit ist nicht für politische Agitation geeignet und sollte nicht mißbraucht werden (Beifall bei der SPÖ), denn allzu schnell kommt es zur Verunsicherung der Menschen, kommt es zum Schüren von Angst.
Beifall bei der SPÖ.
Hervorzuheben ist, daß der Anteil der Frauen in der Exekutive steigt und diese Frauen ihren männlichen Kollegen in nichts nachstehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir Sozialdemokraten wissen, daß Österreich auf dem Sicherheitssektor einen guten internationalen Ruf zu verteidigen hat. Gemeinsam mit unserer Exekutive wird es uns gelingen, das gute Ansehen Österreichs im Ausland weiterzuentwickeln. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kiss: Kommt noch!
Kein einziger der Redner der Regierungsfraktionen hat auch nur ein Wort verloren über die Punkte, die heute hier zu diskutieren sind. (Abg. Kiss: Kommt noch!) Herr Kollege Kiss! Sie sind doch der Sicherheitssprecher. Ich hätte mir von Ihnen und auch vom Kollegen Elmecker erwartet, daß Sie wirklich auf die Thematik eingehen (Beifall bei den Freiheitlichen), warum denn jetzt ein Bürger, der, weil er einen Unfall gehabt hat oder vielleicht einen Unfall beobachtet hat, die Polizei alarmiert, also eigentlich seiner Verpflichtung als mündiger und couragierter Staatsbürger nachkommt und die Exekutive über einen Unfall informiert, plötzlich 500 S bezahlen muß. Kollege Kiss! Darauf hätten wir uns heute Antworten erwartet. Sie nehmen hier wirklich einen merkwürdigen Standpunkt ein: All die Steuern, die wir zahlen und mit denen wir einen Staatsapparat aufrechterhalten – und die Sicherheit sollte doch eine grundlegende Aufgabe jedes Staates sein –, werden quasi nur für den normalen Betrieb aufgewendet, und für jede Leistung, die der Staatsbürger von diesen Organisationen erhält, soll er jetzt plötzlich zahlen.
Beifall bei den Freiheitlichen
Kein einziger der Redner der Regierungsfraktionen hat auch nur ein Wort verloren über die Punkte, die heute hier zu diskutieren sind. (Abg. Kiss: Kommt noch!) Herr Kollege Kiss! Sie sind doch der Sicherheitssprecher. Ich hätte mir von Ihnen und auch vom Kollegen Elmecker erwartet, daß Sie wirklich auf die Thematik eingehen (Beifall bei den Freiheitlichen), warum denn jetzt ein Bürger, der, weil er einen Unfall gehabt hat oder vielleicht einen Unfall beobachtet hat, die Polizei alarmiert, also eigentlich seiner Verpflichtung als mündiger und couragierter Staatsbürger nachkommt und die Exekutive über einen Unfall informiert, plötzlich 500 S bezahlen muß. Kollege Kiss! Darauf hätten wir uns heute Antworten erwartet. Sie nehmen hier wirklich einen merkwürdigen Standpunkt ein: All die Steuern, die wir zahlen und mit denen wir einen Staatsapparat aufrechterhalten – und die Sicherheit sollte doch eine grundlegende Aufgabe jedes Staates sein –, werden quasi nur für den normalen Betrieb aufgewendet, und für jede Leistung, die der Staatsbürger von diesen Organisationen erhält, soll er jetzt plötzlich zahlen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn es ist die eigentliche Aufgabe des Staates, die Sicherheit seiner Bürger zu gewährleisten und dem Bürger Hilfe zu geben, wenn er diese Hilfe benötigt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Kiss.
Meine Damen und Herren! Jede Regelung ist ja nur so gut, wie der Mißbrauch oder der worst case ausgeschaltet werden kann, Herr Kollege Kiss. (Zwischenruf des Abg. Kiss. )
Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.
Kollege Elmecker! Sie haben sich andere Sorgen gemacht. Sie haben über den Parlamentarismus referiert und gesagt: Dr. Haider war gestern nicht da, das ist ja fürchterlich und eine Absage an den Parlamentarismus. Herr Kollege Elmecker! Es freut mich ja, daß Sie den Kollegen Haider so hochschätzen und als tragende Säule dieses Parlamentarismus anerkennen, daß, wenn er einmal einen Abend nicht da ist, praktisch das Haus fast zusammenfällt. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Ist in Ordnung, wir stimmen Ihnen zu, er ist eine solch tragende Säule des Parlaments. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Kollege Elmecker! Sie haben sich andere Sorgen gemacht. Sie haben über den Parlamentarismus referiert und gesagt: Dr. Haider war gestern nicht da, das ist ja fürchterlich und eine Absage an den Parlamentarismus. Herr Kollege Elmecker! Es freut mich ja, daß Sie den Kollegen Haider so hochschätzen und als tragende Säule dieses Parlamentarismus anerkennen, daß, wenn er einmal einen Abend nicht da ist, praktisch das Haus fast zusammenfällt. (Ironische Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Ist in Ordnung, wir stimmen Ihnen zu, er ist eine solch tragende Säule des Parlaments. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie zitieren hier die Kriminalstatistik, Herr Kollege Elmecker, und sagen dann, ein Minus von 0,1 Prozent bei leichter Körperverletzung ist ein Riesenerfolg. Es kommt aber noch schlimmer, Herr Kollege Elmecker! Sie rühmen sich dann, daß es bei den Drogendelikten eine Aufklärungsrate von 97 Prozent gibt. Die Statistik ist auch in diesem Fall geduldig. Kommen Sie einmal in die Problembereiche, Ihre Nachbarin wird Ihnen aus ihrer Erfahrung als Sozialarbeiterin schildern können, welche Probleme wir vor allem im großstädtischen Bereich mit dem Anwachsen der Drogenkriminalität haben. Angesichts dessen kann man doch nicht in dieser Debatte hergehen und sagen: 97 Prozent Aufklärung bei den Drogendelikten ist ein Erfolg dieses Ministers. Herr Kollege Elmecker! Wenn das das einzige war, was Ihnen zur Drogenkriminalität eingefallen ist, dann ist das mehr als traurig für einen Sicherheitssprecher. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Meischberger: Der Innenminister lacht auch!
Noch ein Wort zu den Ausführungen von Kollegen Kiss: Ein Kollege hat gesagt, das war die mildeste Rede gegenüber dem Herrn Innenminister, die er seit langem gehört hat. Ich war fassungslos. (Abg. Ing. Meischberger: Der Innenminister lacht auch!) Ja, das glaube ich, daß er lacht. Ich weiß nicht, was zwischen dem Herrn Innenminister und Abgeordneten Kiss passiert ist. Ich erinnere mich daran, wie mutig unser Paul Kiss aus dem Burgenland vor den Wahlen gewesen ist, wie er aufgetreten ist. Mit unser aller Zustimmung hat er gesagt, dieser Minister sei für die Republik untragbar! (Abg. Dr. Haider: Umgefallen ist der Kiss!) Selbstverständlich, Herr Kollege! Herr Kollege Kiss hat gesagt, man müßte eine Anzeige machen, ich glaube, wegen Amtsmißbrauch. Und heute steht er händeringend hier am Rednerpult und sagt: "Schaffen Sie doch wieder Vertrauen, damit wir gemeinsam mit Ihnen zusammenarbeiten können." Kollege Kiss! Was soll denn das? Was soll denn das wirklich?
Abg. Dr. Haider: Umgefallen ist der Kiss!
Noch ein Wort zu den Ausführungen von Kollegen Kiss: Ein Kollege hat gesagt, das war die mildeste Rede gegenüber dem Herrn Innenminister, die er seit langem gehört hat. Ich war fassungslos. (Abg. Ing. Meischberger: Der Innenminister lacht auch!) Ja, das glaube ich, daß er lacht. Ich weiß nicht, was zwischen dem Herrn Innenminister und Abgeordneten Kiss passiert ist. Ich erinnere mich daran, wie mutig unser Paul Kiss aus dem Burgenland vor den Wahlen gewesen ist, wie er aufgetreten ist. Mit unser aller Zustimmung hat er gesagt, dieser Minister sei für die Republik untragbar! (Abg. Dr. Haider: Umgefallen ist der Kiss!) Selbstverständlich, Herr Kollege! Herr Kollege Kiss hat gesagt, man müßte eine Anzeige machen, ich glaube, wegen Amtsmißbrauch. Und heute steht er händeringend hier am Rednerpult und sagt: "Schaffen Sie doch wieder Vertrauen, damit wir gemeinsam mit Ihnen zusammenarbeiten können." Kollege Kiss! Was soll denn das? Was soll denn das wirklich?
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Ein Punkt noch, Herr Innenminister. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. )
Abg. Kiss: Kier sagt das Gegenteil!
In dieser Bundesregierung hat sich der Innenminister gegen die ÖVP, die noch vor wenigen Wochen gesagt hat, dieser Minister sei staatsgefährdend, durchgesetzt. (Abg. Kiss: Kier sagt das Gegenteil!) Du sagst das Gegenteil! (Abg. Kiss: Kier!) Trotzdem seid ihr in einer Regierung. Wunderbar! Solch eine Regierung soll die großen Probleme in diesem Land lösen, und Sie werfen einander wie am Kaffeehaustisch die Hölzchen zu.
Abg. Kiss: Kier!
In dieser Bundesregierung hat sich der Innenminister gegen die ÖVP, die noch vor wenigen Wochen gesagt hat, dieser Minister sei staatsgefährdend, durchgesetzt. (Abg. Kiss: Kier sagt das Gegenteil!) Du sagst das Gegenteil! (Abg. Kiss: Kier!) Trotzdem seid ihr in einer Regierung. Wunderbar! Solch eine Regierung soll die großen Probleme in diesem Land lösen, und Sie werfen einander wie am Kaffeehaustisch die Hölzchen zu.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Setzen wir uns, wenn es diesen Reformbedarf gibt, endlich einmal zusammen, machen wir eine parlamentarische Reformkommission, im Rahmen derer wir alle Aspekte eines modernen Nachrichtendienstes diskutieren und dann die österreichischen Geheimdienste so organisieren können, daß sie ihren Aufgaben nachkommen können, aber wirklich nur ihren Aufgaben und sich nicht in andere Dinge einmischen, die die Grundrechte der Staatsbürger berühren könnten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Es ist die Debatte über die Strukturgesetze und letztlich auch über das Budget, das mit ihnen untrennbar verbunden ist, ein Anlaß, auch den vielen Exekutivbeamten, die das letzte Jahr schon unter schwierigen Bedingungen und unter der Notwendigkeit, zu sparen und mit besonderer Effizienz und mit besonderem Engagement tätig zu sein, dies alles getan haben, in besonderer Weise auch zu danken. Ich tue es hiemit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist so, daß uns wir und daß auch ich mich ausdrücklich zur Budgetkonsolidierung, wie sie diese Bundesregierung sich vorgenommen hat, bekenne und daß natürlich auch das Innenministerium von einer Budgetkonsolidierung nicht ausgenommen sein kann, allerdings – auch das sage ich mit aller Deutlichkeit – unter einer Prämisse, nämlich unter der Prämisse, daß es zu keinen Einsparungen im unmittelbar exekutiven Bereich kommt, sodaß die Sicherheitsarbeit der Exekutive darunter nicht leidet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir sind im Begriffe, eine ganze Reihe von Aktivitäten auszugliedern, etwa im Bereich der Parkraumüberwachung, der Kfz-Zulassung oder etwa auch im Bereich der Beschaffung und laufenden Verwaltung der sogenannten Massa- und Monturwirtschaft. Dort beginnt mittlerweile ein gewisses Zähneklappern und Wehklagen, mit dem Anspruch, die bisherige Regelung aufrechtzuerhalten. Aber ich sage in aller Offenheit: Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir auf Dauer insgesamt 143 überwiegend Exekutivbeamte dafür einsetzen, Bekleidung zu verwalten und zu bestellen. Das sind Aufgaben, die von Privaten besser und billiger wahrgenommen werden können, und daher werden wir diesen Weg auch gehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Rechtssicherheit!
Ich bekenne mich dazu, daß unter diesen Bedingungen ein Gebührenanspruch erhoben werden kann und erhoben werden soll, weil es, Herr Abgeordneter Scheibner, nicht darum geht, die Sicherheit der Bürger zu schützen. Wenn zwei Autofahrer zusammengefahren sind, dann ist nicht mehr sehr viel Sicherheit zu schützen, das ist bereits passiert. (Abg. Scheibner: Rechtssicherheit!)
Abg. Dr. Graf: Aber durch Ihre Unterscheidung zwischen Personen- und Sachschaden beschwören Sie das herauf!
Herr Kollege! Vielleicht ist Ihnen noch in Erinnerung, was ich einen Satz zuvor gesagt habe, daß die Strafprozeßordnung, um ein Beispiel zu nennen, durchaus auch einen Kostenersatz für die Inanspruchnahme der Gerichte vorsieht. Und dort würde man doch sagen, daß das zu den höchsten Gütern staatlichen Einschreitens zählt. (Abg. Dr. Graf: Aber durch Ihre Unterscheidung zwischen Personen- und Sachschaden beschwören Sie das herauf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Der Exekutive!
Das ist eine Vereinbarung, an die auch ich als Innenminister gebunden bin und zu der ich mich aber auch bekenne. Das, was mich ein bißchen überrascht an Ihrer Wortmeldung, ist, daß Sie in Ihrem freiheitlichen Sparpaket im Punkt 19 genau das gleiche, was hier geschieht, vorschlagen. Sie sagen nämlich, daß Sondergehaltserhöhungen, wie etwa Auszahlungen von Belohnungen, Geldaushilfen und ähnliches, abzuschaffen seien. – Punkt 19 Ihres Sparprogrammes. Jetzt plötzlich soll es anders sein, weil es gerade populistisch günstiger zu sein scheint. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Der Exekutive!)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Abgeordneter! Ich kann Ihnen nur sagen: Da es sich genauso verhält, haben wir das nicht vorgesehen. – Und im übrigen sind die von Ihnen genannten Zahlen falsch! (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Glücklicherweise habe ich die Chance, jede Woche mit meinen Spitzenbeamten sehr eingehende Gespräche zu führen. Es zeigt sich, daß das Vertrauensverhältnis durchaus jenes Ausmaß hat, das es bei wohlverstandener Kooperation haben soll, und daß die Dinge, die wir gemeinsam zu bewerkstelligen haben, auch zwischen meinen Beamten und mir so abgesprochen werden können, daß sie mit Erfolg durchgeführt werden können. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dr. Khol: Das hat er auch nicht so gesagt!
Auch in einem anderen Punkt muß ich Ihnen widersprechen. Ich glaube, wir sollten auch im Interesse der politischen Kultur in diesem Lande sehr behutsam mit Vereinfachungen umgehen. Sie sagen etwa, die Beamten im Ministerium nützen sozusagen der Sicherheit nichts – sehr vereinfachend gesagt –, es käme ausschließlich auf die Beamten auf der Straße an. Das ist in dieser Form falsch! (Abg. Dr. Khol: Das hat er auch nicht so gesagt!) Ich denke, wir sollten derartige Aussagen unterlassen. Der Punkt ist, daß wir ganz klar sehen müssen, daß es Aufgaben gibt, die sinnvollerweise konzentriert an einer Stelle wahrgenommen werden. So zählt etwa die Einrichtung der Sonderkommissionen, auch der EDOK, der Einsatzgruppe der Gruppe D zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, zu einer Einrichtung, die sinnvollerweise zentral und nur einmal vorgehalten wird und nicht in allen möglichen Behördenteilen. Das heißt aber zugleich, daß dort in jenem Umfang, in welchem dieser Tätigkeitsbereich der Exekutive zunimmt, auch entsprechendes Personal vorgehalten werden muß. Ich denke, das sollte man auch anerkennen.
Beifall bei der SPÖ.
Richtig ist – das verbindet uns auch in dieser Frage –, daß es notwendig ist, dem Bürger deutlich zu zeigen, daß bei der Exekutive auf der Straße nicht gespart wird, sondern daß sie verstärkt auch so eingesetzt wird, daß man weiß, daß sie tätig ist, daß sie da ist und daß man sich auf ihre Hilfe verlassen kann, wenn man sie braucht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Es freut mich, Herr Abgeordneter Anschober, daß Sie zum Bereich der von mir zu vertretenden Politik im Rahmen der Wanderungsbewegung keine Kritik gefunden haben. Das ist eine Anerkennung zumindest von einer Oppositionspartei. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich halte es für legitim, wenn in Österreich tätige Unternehmer zumindest wissen wollen, ob sie sich einen Industriespion in ihr Unternehmen setzen oder nicht. Ich halte es für legitim, daß Anfragen, die diesbezüglich an uns gestellt werden, auch beantwortet werden. Es kommt nicht in Betracht, daß wir mit Mitteln der Staatspolizei im Interesse privater Unternehmen irgendwelche Bespitzelungen vornehmen. Das kann ich Ihnen ebenso deutlich beantworten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!
Anderenteils – Ihren Fingerzeig auf dieses Hohe Haus aufgreifend – halte ich es ebenso, wie Herr Abgeordneter Elmecker das schon in einem Zwischenruf angemerkt hat, für dringend angezeigt, gesetzliche Grundlagen für jene Bereiche zu schaffen, in welchen sie fehlen. Im übrigen ist aber die Frage der Verwaltung des Bundes nicht primär Sache des Parlamentes, sondern Sache der Bundesregierung, und dort gehört sie auch hin. (Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!) – Die Staatspolizei ist ein sensibler Bereich, und die Verantwortung in diesem Staate, Herr Abgeordneter Scheibner, ist so organisiert, daß sie die Bundesregierung trägt und letztlich dem Parlament dafür verantwortlich ist. (Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!) Dazu bekenne ich mich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!
Anderenteils – Ihren Fingerzeig auf dieses Hohe Haus aufgreifend – halte ich es ebenso, wie Herr Abgeordneter Elmecker das schon in einem Zwischenruf angemerkt hat, für dringend angezeigt, gesetzliche Grundlagen für jene Bereiche zu schaffen, in welchen sie fehlen. Im übrigen ist aber die Frage der Verwaltung des Bundes nicht primär Sache des Parlamentes, sondern Sache der Bundesregierung, und dort gehört sie auch hin. (Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!) – Die Staatspolizei ist ein sensibler Bereich, und die Verantwortung in diesem Staate, Herr Abgeordneter Scheibner, ist so organisiert, daß sie die Bundesregierung trägt und letztlich dem Parlament dafür verantwortlich ist. (Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!) Dazu bekenne ich mich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Anderenteils – Ihren Fingerzeig auf dieses Hohe Haus aufgreifend – halte ich es ebenso, wie Herr Abgeordneter Elmecker das schon in einem Zwischenruf angemerkt hat, für dringend angezeigt, gesetzliche Grundlagen für jene Bereiche zu schaffen, in welchen sie fehlen. Im übrigen ist aber die Frage der Verwaltung des Bundes nicht primär Sache des Parlamentes, sondern Sache der Bundesregierung, und dort gehört sie auch hin. (Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!) – Die Staatspolizei ist ein sensibler Bereich, und die Verantwortung in diesem Staate, Herr Abgeordneter Scheibner, ist so organisiert, daß sie die Bundesregierung trägt und letztlich dem Parlament dafür verantwortlich ist. (Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!) Dazu bekenne ich mich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Geschätzter Abgeordneter Elmecker! Ich gebe Ihnen zweifellos recht, daß ganz allgemein ein Rückgang im Bereich der strafbaren Handlungen festgestellt werden kann. Ich möchte ebenfalls im Namen der ÖVP und auch als Bundesbetreuer der Exekutive den vielen Tausenden Exekutivbeamten für ihre hervorragende Arbeit und für ihren Idealismus recht herzlich danken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Abgeordneter Anschober ist leider nicht mehr da. Er hat hier gesagt, daß die Exekutive undicht wie ein Scheunentor sei. Lieber Abgeordneter Anschober! Das ist ungeheuerlich, was Sie da gesagt haben! Diese Verallgemeinerung ist ungeheuerlich, und ich weise diese Ihre Äußerung im Namen der ÖVP, aber auch im Namen der Exekutive auf das schärfste zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso sagen Sie das uns?
Zur Kriminalstatistik kommend: Sie rechtfertigt zweifellos die Aussage, daß Österreich ein sicheres Land ist. Erfreulicherweise ist Österreich für unsere Bürgerinnen und Bürger und auch für unsere Touristen ein sicheres Land. Diesbezüglich hat unser legendärer Landeshauptmann, unser Landesvater Wallnöfer einmal etwas ganz Besonderes gesagt. Bei einer seiner hervorragenden Reden, die er gehalten hat, hat er einmal gesagt: So schlecht kann das Land nicht sein, wenn ich ohne Gorilla mit dem Zug nach Landeck fahren und zu Fuß nach Kufstein gehen kann. – Ja, meine Damen und Herren Freiheitlichen, so schlecht kann dieses Land nicht sein – so schlecht, wie Sie unser Land machen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso sagen Sie das uns?) – In den vielen Debatten, die Sie immer führen, machen Sie unser Land und damit auch unsere Bürger in einer Tour schlecht. (Abg. Mag. Trattner: Die Regierung ist schlecht!) Aber ich habe nicht soviel Zeit, um mich damit auseinanderzusetzen, ich muß die Redezeit einhalten, und komme wieder zum eigentlichen Thema zurück.
Abg. Mag. Trattner: Die Regierung ist schlecht!
Zur Kriminalstatistik kommend: Sie rechtfertigt zweifellos die Aussage, daß Österreich ein sicheres Land ist. Erfreulicherweise ist Österreich für unsere Bürgerinnen und Bürger und auch für unsere Touristen ein sicheres Land. Diesbezüglich hat unser legendärer Landeshauptmann, unser Landesvater Wallnöfer einmal etwas ganz Besonderes gesagt. Bei einer seiner hervorragenden Reden, die er gehalten hat, hat er einmal gesagt: So schlecht kann das Land nicht sein, wenn ich ohne Gorilla mit dem Zug nach Landeck fahren und zu Fuß nach Kufstein gehen kann. – Ja, meine Damen und Herren Freiheitlichen, so schlecht kann dieses Land nicht sein – so schlecht, wie Sie unser Land machen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso sagen Sie das uns?) – In den vielen Debatten, die Sie immer führen, machen Sie unser Land und damit auch unsere Bürger in einer Tour schlecht. (Abg. Mag. Trattner: Die Regierung ist schlecht!) Aber ich habe nicht soviel Zeit, um mich damit auseinanderzusetzen, ich muß die Redezeit einhalten, und komme wieder zum eigentlichen Thema zurück.
Beifall bei der ÖVP.
Ungeachtet dieser positiven Beurteilung muß man zweifellos auf die gefährliche Entwicklung im Bereich der organisierten Kriminalität hinweisen, aber auch auf die gefährliche Entwicklung im Bereich des Drogenhandels und des Drogenkonsums. Diese Entwicklung, meine Damen und Herren, dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Immer mehr Leute verfallen der Drogensucht und sterben an deren Folgen – man weiß es ja, 1994 war wieder eine Steigerung feststellbar. Es ist in öffentlichen Diskussionen – für mich allerdings unverständlich – immer wieder von einer Liberalisierung der Suchtgiftgesetzgebung die Rede. Ich bin froh darüber, daß eine Liberalisierung bei Drogen – egal ob bei weichen oder harten Drogen – in Österreich verhindert werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir in Österreich sind ebenfalls gefordert. Wir sollten die Europol-Drogen-Einheit in Den Haag vermehrt nützen und unseren Exekutivbeamten neben den erforderlichen Ermittlungsmethoden eine entsprechende Ausbildung im Rahmen einer dringend notwendigen Sicherheitsakademie zukommen lassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Minister! Abschließend darf ich Sie ersuchen, diese sicherheitspolitischen Sorgen und Bedenken Tirols ernst zu nehmen, und hoffe, daß Sie im Einvernehmen mit dem Finanzministerium die entsprechenden Maßnahmen treffen werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich darf noch einmal – trotz vorgeschrittener Stunde oder, besser gesagt, trotz langer Debatte (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen); beruhigen Sie sich! – den § 4 Abs. 5a der Straßenverkehrsordnung – genau um diese Bestimmung geht es mir – und auch die Konsequenzen, die daraus resultieren, zu Sprache bringen. Es ist meines Erachtens mehr als
Abg. Dr. Ofner: Gott sei Dank! Einverstanden!
Meine Damen und Herren! Man muß sich das vor Augen führen: Da wird jede Menge an Rechtsunsicherheit erzeugt; das behaupte ich einmal. Warum? – Wenn man diese Bestimmung im einzelnen analysiert, das, was daraus resultiert, welche Form in Zukunft bei Verkehrsunfällen, welche Form der Auseinandersetzung vor Gericht, außer Gericht, nachgerichtlich zustande kommen wird, so kann man nur sagen: Es sind zwar nur 60 Millionen oder netto, wenn ich die Verwaltungskosten, die daraus resultieren, abziehe, vielleicht 30 oder 35 Millionen, aber da gibt es so etwas wie eine Art Umwegrentabilität, eine Umwegrentabilität in der Form, daß da die Gerichte mehr beschäftigt werden, daß da die Rechtsanwälte in größerem Ausmaß als bisher zu tun haben, denn wenn es keine Protokolle gibt, wird halt mehr gestritten. Herr Kollege Ofner, das wird man mir bestätigen! (Abg. Dr. Ofner: Gott sei Dank! Einverstanden!) Daraus resultieren wieder Mehreinnahmen für die Staatskasse, weil es natürlich Gebühren gibt, Gerichtsgebühren, Einbringungsgebühren und dergleichen mehr. Also da vermute ich einmal eine Umwegrentabilität, deren Dimension ich zwar nicht abschätzen kann, aber die dem Grunde und dem Charakter nach verwerflich ist, denn sie ist unnötig, meine Damen und Herren.
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber gehen wir vielleicht noch einen Schritt weiter: Zusätzlich zu dem Nichts-denken-Dabei oder An-die-Einnahmen-Denken oder vielleicht an die Umwegrentabilität und derlei Dinge muß ich zur Überzeugung gelangen, daß dieses Gesetz, das einen Anschlag auf den Bürger darstellt, auch nichts anderes ist als ein Ausdruck dessen, was die Regierungsparteien darunter verstehen, wie sie mit ihrer Macht umgehen, und dieses Umgehen mit der Macht ist gekennzeichnet durch unglaubliche Präpotenz und Arroganz, nach dem Motto: Wir haben hier in diesem Hause die Mehrheit, wir informieren den Bürger nicht, wir fahren einfach drüber! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Da hättet ihr ja im Ausschuß sein müssen!
Ich möchte gar nicht sosehr auf die Einzelheiten dieser Gesetzesmaterie eingehen, aber einige Spekulationen lassen Sie mich, Herr Klubobmann, bitte noch anstellen. (Abg. Dr. Khol: Da hättet ihr ja im Ausschuß sein müssen!) Herr Kollege Khol! Diese Materie wurde in keinem regulären Ausschuß behandelt. (Abg. Dr. Khol: Doch!) Jedes vernünftige Parlament würde sich wünschen, daß eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung dort behandelt wird, wohin sie gehört, nämlich in den Verkehrsausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum.) Aber so wie bei vielen anderen Dingen hat man es halt in das Budgetbegleitgesetz hineingetan und fährt drüber. (Abg. Dr. Khol: Wir sind nicht drübergefahren!)
Abg. Dr. Khol: Doch!
Ich möchte gar nicht sosehr auf die Einzelheiten dieser Gesetzesmaterie eingehen, aber einige Spekulationen lassen Sie mich, Herr Klubobmann, bitte noch anstellen. (Abg. Dr. Khol: Da hättet ihr ja im Ausschuß sein müssen!) Herr Kollege Khol! Diese Materie wurde in keinem regulären Ausschuß behandelt. (Abg. Dr. Khol: Doch!) Jedes vernünftige Parlament würde sich wünschen, daß eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung dort behandelt wird, wohin sie gehört, nämlich in den Verkehrsausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum.) Aber so wie bei vielen anderen Dingen hat man es halt in das Budgetbegleitgesetz hineingetan und fährt drüber. (Abg. Dr. Khol: Wir sind nicht drübergefahren!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich möchte gar nicht sosehr auf die Einzelheiten dieser Gesetzesmaterie eingehen, aber einige Spekulationen lassen Sie mich, Herr Klubobmann, bitte noch anstellen. (Abg. Dr. Khol: Da hättet ihr ja im Ausschuß sein müssen!) Herr Kollege Khol! Diese Materie wurde in keinem regulären Ausschuß behandelt. (Abg. Dr. Khol: Doch!) Jedes vernünftige Parlament würde sich wünschen, daß eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung dort behandelt wird, wohin sie gehört, nämlich in den Verkehrsausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum.) Aber so wie bei vielen anderen Dingen hat man es halt in das Budgetbegleitgesetz hineingetan und fährt drüber. (Abg. Dr. Khol: Wir sind nicht drübergefahren!)
Abg. Dr. Khol: Wir sind nicht drübergefahren!
Ich möchte gar nicht sosehr auf die Einzelheiten dieser Gesetzesmaterie eingehen, aber einige Spekulationen lassen Sie mich, Herr Klubobmann, bitte noch anstellen. (Abg. Dr. Khol: Da hättet ihr ja im Ausschuß sein müssen!) Herr Kollege Khol! Diese Materie wurde in keinem regulären Ausschuß behandelt. (Abg. Dr. Khol: Doch!) Jedes vernünftige Parlament würde sich wünschen, daß eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung dort behandelt wird, wohin sie gehört, nämlich in den Verkehrsausschuß. (Beifall beim Liberalen Forum.) Aber so wie bei vielen anderen Dingen hat man es halt in das Budgetbegleitgesetz hineingetan und fährt drüber. (Abg. Dr. Khol: Wir sind nicht drübergefahren!)
Abg. Dr. Khol: Sie waren nicht im Ausschuß!
Herr Kollege Khol, das ist die Realität, und darüber kommen Sie nicht hinweg! (Abg. Dr. Khol: Sie waren nicht im Ausschuß!) Ich war nicht im Ausschuß und meine Kollegen auch nicht. Aber bitte gehen Sie aufgrund dessen nicht davon aus, daß wir deshalb nicht informiert wären, was dort geschehen ist. Wir sind sehr wohl darüber informiert, denn wir haben gute und verläßliche
Abg. Böhacker: Ein Sachschaden!
Die Fahrschulen weisen alle ihre Schüler während ihrer Ausbildung ihre Schüler darauf hin, daß es zweckmäßig ist, auch in Fällen, wo nur ein Personenschaden auftritt (Abg. Böhacker: Ein Sachschaden!) , ein Sachschaden auftritt – danke –, die Exekutive heranzuziehen, um eben Rechtsunsicherheit zu vermeiden. Aber Sie, Herr Minister, und Ihre Leute machen jetzt genau das Gegenteil: Rechtsunsicherheit! Es hat also wirklich den Anschein, daß man den Bürger von einer Verständigung abhalten will, daß die Exekutive in solchen Fällen weniger von sich aus kommen soll, nicht automatisch einschreiten soll, wenn nicht entsprechend bezahlt wird.
Beifall beim Liberalen Forum.
Das können Sie einmal machen, vielleicht gelingt Ihnen das auch ein zweites Mal noch, aber auf Dauer wird Ihnen diese billigen Tricks auch der Bürger nicht mehr abkaufen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Firlinger: Das gehört in den Verkehrsausschuß!
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte zunächst kurz auf den Kollegen Firlinger eingehen. Ich habe schon ein Problem, wenn Sie, Kollege Firlinger, feststellen, daß die Veränderungen die StVO betreffend – wörtliches Zitat – in keinem regulärem Ausschuß behandelt wurden. – Darf ich davon ausgehen, daß Sie folglich den Budgetausschuß als einen irregulären Ausschuß betrachten? (Abg. Mag. Firlinger: Das gehört in den Verkehrsausschuß!) Das ist Ihr Verständnis von parlamentarischer Arbeit.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenstingl: Ich habe den Eindruck gehabt!
Kollege Scheibner hat meines Erachtens auch einen ganz wesentlichen Fehler getan, als er meinte, wir hätten uns gestern darüber beklagt, daß der Herr Kollege Haider nicht anwesend gewesen ist. – Wir haben es festgestellt, meine Damen und Herren von der "F", aber gefehlt hat er uns nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenstingl: Ich habe den Eindruck gehabt!) Wir haben festgestellt, daß er nicht da ist, aber er hat uns nicht gefehlt.
Abg. Dr. Khol: Jawohl! – Abg. Böhacker: Applaus!?
Meine Damen und Herren! Das ist für mich keine Form eines seriösen Journalismus! Das ist kategorisch abzulehnen! (Abg. Dr. Khol: Jawohl! – Abg. Böhacker: Applaus!?)
Beifall bei der SPÖ.
Unsere Aufgabe hat es daher in erster Linie zu sein, mit den Rahmenbedingungen, die wir schaffen, für noch bessere Arbeitsmöglichkeiten zu sorgen und darauf zu schauen, zu dem Stand der gewünschten 3 000 zu kommen, damit die Grenzen entsprechend gut abgesichert sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenstingl: Dümmer geht es nicht mehr! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.
Ich kann es leider nur in schwarz-weiß darstellen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, meine Damen und Herren im Hohen Haus! (Abg. Rosenstingl: Dümmer geht es nicht mehr! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Das ist das Inserat. (Der Redner hält eine Fotokopie in die Höhe. – Abg. Anschober: Oh! – Abg. Rosenstingl: Ich würde ein bißchen zurückschalten! Daß ausgerechnet Sie diese Information haben!), das im "TATblatt" vor 14 Tagen, Erscheinungszeitpunkt 4. April, veröffentlicht wurde. Identisch (der Redner hält eine Zeitschrift in die Höhe) , ich habe es nur nicht anders vergrößern können. Laut "täglich Alles" von gestern findet sich ein faktisch gleichlautendes Inserat... (Abg. Böhacker: Faktisch oder tatsächlich?) Ich kann es Ihnen vorlesen, wenn Sie es nicht glauben.
Der Redner hält eine Fotokopie in die Höhe. – Abg. Anschober: Oh! – Abg. Rosenstingl: Ich würde ein bißchen zurückschalten! Daß ausgerechnet Sie diese Information haben!
Ich kann es leider nur in schwarz-weiß darstellen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, meine Damen und Herren im Hohen Haus! (Abg. Rosenstingl: Dümmer geht es nicht mehr! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Das ist das Inserat. (Der Redner hält eine Fotokopie in die Höhe. – Abg. Anschober: Oh! – Abg. Rosenstingl: Ich würde ein bißchen zurückschalten! Daß ausgerechnet Sie diese Information haben!), das im "TATblatt" vor 14 Tagen, Erscheinungszeitpunkt 4. April, veröffentlicht wurde. Identisch (der Redner hält eine Zeitschrift in die Höhe) , ich habe es nur nicht anders vergrößern können. Laut "täglich Alles" von gestern findet sich ein faktisch gleichlautendes Inserat... (Abg. Böhacker: Faktisch oder tatsächlich?) Ich kann es Ihnen vorlesen, wenn Sie es nicht glauben.
Abg. Böhacker: Faktisch oder tatsächlich?
Ich kann es leider nur in schwarz-weiß darstellen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, meine Damen und Herren im Hohen Haus! (Abg. Rosenstingl: Dümmer geht es nicht mehr! – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Das ist das Inserat. (Der Redner hält eine Fotokopie in die Höhe. – Abg. Anschober: Oh! – Abg. Rosenstingl: Ich würde ein bißchen zurückschalten! Daß ausgerechnet Sie diese Information haben!), das im "TATblatt" vor 14 Tagen, Erscheinungszeitpunkt 4. April, veröffentlicht wurde. Identisch (der Redner hält eine Zeitschrift in die Höhe) , ich habe es nur nicht anders vergrößern können. Laut "täglich Alles" von gestern findet sich ein faktisch gleichlautendes Inserat... (Abg. Böhacker: Faktisch oder tatsächlich?) Ich kann es Ihnen vorlesen, wenn Sie es nicht glauben.
Zwischenruf bei den Freiheitlichen
"TATblatt"-Inserat, 4. April: "Zum ersten Mal" (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) – hören Sie mir zu! (Abg. Rosenstingl: Das ist so ein Unsinn, daß man gar nicht zuhören kann!) – "seit 50 Jahren über 9 Prozent Arbeitslose. Was meinen Sie, warum?" – "TATblatt". (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rosenstingl: Das ist so ein Unsinn, daß man gar nicht zuhören kann!
"TATblatt"-Inserat, 4. April: "Zum ersten Mal" (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) – hören Sie mir zu! (Abg. Rosenstingl: Das ist so ein Unsinn, daß man gar nicht zuhören kann!) – "seit 50 Jahren über 9 Prozent Arbeitslose. Was meinen Sie, warum?" – "TATblatt". (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
"TATblatt"-Inserat, 4. April: "Zum ersten Mal" (Zwischenruf bei den Freiheitlichen) – hören Sie mir zu! (Abg. Rosenstingl: Das ist so ein Unsinn, daß man gar nicht zuhören kann!) – "seit 50 Jahren über 9 Prozent Arbeitslose. Was meinen Sie, warum?" – "TATblatt". (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Böhacker: Daß das "TATblatt" von der Bundesregierung abgekupfert hat!
Inserat der Freiheitlichen – ich konnte es nur nicht in ein anderes Format bekommen –: "Höchste Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik. Was meinen Sie, warum?" – Das ist fast wortidentisch, würde ich meinen. Man kann nur bestimmte Schlußfolgerungen daraus ziehen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei (Abg. Böhacker: Daß das "TATblatt" von der Bundesregierung abgekupfert hat!) : Handelt es sich bei dem, was da im "TATblatt" drinnen stand, um eine bezahlte Anzeige der FPÖ? (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Das glaube ich auch!) Das würde ich deswegen ausschließen, weil der Erscheinungszeitpunkt der 4. April ist, und das habe ich bisher eigentlich auch deswegen nicht geglaubt, weil mir die Freiheitlich Partei als die einzige Fraktion geschienen hat, die in gewisser Weise von sich aus das Bollwerk gegen den Terrorismus verkörpern wollte; mit Ausnahme – das weiß ich schon – des Privatvereins Kiss, Mühlbachler & Co, der die "Aktion 8000" unter Kontrolle und in Verbindung mit den Terrorismus bringen wollte. Ich weiß, Ihre verdienstvolle Tätigkeit in dieser Hinsicht kann nicht genug geschätzt werden. Aber vielleicht finden wir auch noch ähnliche Verbindungen zwischen Kiss, Mühlbachler & Co und den Freiheitlichen und dann als drittem im Bunde dem "TATblatt". (Abg. Böhacker: Kollege! Lesen Sie den Text des Inserates der Freiheitlichen vor!)
Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Das glaube ich auch!
Inserat der Freiheitlichen – ich konnte es nur nicht in ein anderes Format bekommen –: "Höchste Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik. Was meinen Sie, warum?" – Das ist fast wortidentisch, würde ich meinen. Man kann nur bestimmte Schlußfolgerungen daraus ziehen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei (Abg. Böhacker: Daß das "TATblatt" von der Bundesregierung abgekupfert hat!) : Handelt es sich bei dem, was da im "TATblatt" drinnen stand, um eine bezahlte Anzeige der FPÖ? (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Das glaube ich auch!) Das würde ich deswegen ausschließen, weil der Erscheinungszeitpunkt der 4. April ist, und das habe ich bisher eigentlich auch deswegen nicht geglaubt, weil mir die Freiheitlich Partei als die einzige Fraktion geschienen hat, die in gewisser Weise von sich aus das Bollwerk gegen den Terrorismus verkörpern wollte; mit Ausnahme – das weiß ich schon – des Privatvereins Kiss, Mühlbachler & Co, der die "Aktion 8000" unter Kontrolle und in Verbindung mit den Terrorismus bringen wollte. Ich weiß, Ihre verdienstvolle Tätigkeit in dieser Hinsicht kann nicht genug geschätzt werden. Aber vielleicht finden wir auch noch ähnliche Verbindungen zwischen Kiss, Mühlbachler & Co und den Freiheitlichen und dann als drittem im Bunde dem "TATblatt". (Abg. Böhacker: Kollege! Lesen Sie den Text des Inserates der Freiheitlichen vor!)
Abg. Böhacker: Kollege! Lesen Sie den Text des Inserates der Freiheitlichen vor!
Inserat der Freiheitlichen – ich konnte es nur nicht in ein anderes Format bekommen –: "Höchste Arbeitslosigkeit in der Zweiten Republik. Was meinen Sie, warum?" – Das ist fast wortidentisch, würde ich meinen. Man kann nur bestimmte Schlußfolgerungen daraus ziehen, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei (Abg. Böhacker: Daß das "TATblatt" von der Bundesregierung abgekupfert hat!) : Handelt es sich bei dem, was da im "TATblatt" drinnen stand, um eine bezahlte Anzeige der FPÖ? (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Das glaube ich auch!) Das würde ich deswegen ausschließen, weil der Erscheinungszeitpunkt der 4. April ist, und das habe ich bisher eigentlich auch deswegen nicht geglaubt, weil mir die Freiheitlich Partei als die einzige Fraktion geschienen hat, die in gewisser Weise von sich aus das Bollwerk gegen den Terrorismus verkörpern wollte; mit Ausnahme – das weiß ich schon – des Privatvereins Kiss, Mühlbachler & Co, der die "Aktion 8000" unter Kontrolle und in Verbindung mit den Terrorismus bringen wollte. Ich weiß, Ihre verdienstvolle Tätigkeit in dieser Hinsicht kann nicht genug geschätzt werden. Aber vielleicht finden wir auch noch ähnliche Verbindungen zwischen Kiss, Mühlbachler & Co und den Freiheitlichen und dann als drittem im Bunde dem "TATblatt". (Abg. Böhacker: Kollege! Lesen Sie den Text des Inserates der Freiheitlichen vor!)
Abg. Rosenstingl: Mit Terroristen haben wir nichts zu tun!
Das Problem, das ich habe, ist natürlich: Wenn es nicht ein Inserat der Freiheitlichen im "TATblatt" war, was war es dann? – Es ist jedenfalls auffällig, daß es dieselbe Methode und fast wortidentisch ist. Bisher hat man in solchen Fällen von Ihrer Seite gehört: Das ist terroristisch! Jetzt sage ich: Das wäre dieselbe terroristische Methode! (Abg. Rosenstingl: Mit Terroristen haben wir nichts zu tun!) – Das ist Ihr Vokabular, nicht meines. – Ist es dieselbe terroristische Methode, oder ist es eine "TATblatt"-Kampagne der FPÖ? (Abg. Böhacker: Wie schaut es mit der Inseratenkampagne der Bundesregierung aus? Kommen Sie zur Wahrheit!) Wollen Sie dadurch – das wäre auch eine denkbare Variante – dem "TATblatt" zu einer ungeahnten Publizität verhelfen, wie Sie es schon in der Vergangenheit versucht haben? – Dann sollten Sie diese Verbindungen, diese möglicherweise geschäftlichen Verbindungen zum "TATblatt" auch offenlegen.
Abg. Böhacker: Wie schaut es mit der Inseratenkampagne der Bundesregierung aus? Kommen Sie zur Wahrheit!
Das Problem, das ich habe, ist natürlich: Wenn es nicht ein Inserat der Freiheitlichen im "TATblatt" war, was war es dann? – Es ist jedenfalls auffällig, daß es dieselbe Methode und fast wortidentisch ist. Bisher hat man in solchen Fällen von Ihrer Seite gehört: Das ist terroristisch! Jetzt sage ich: Das wäre dieselbe terroristische Methode! (Abg. Rosenstingl: Mit Terroristen haben wir nichts zu tun!) – Das ist Ihr Vokabular, nicht meines. – Ist es dieselbe terroristische Methode, oder ist es eine "TATblatt"-Kampagne der FPÖ? (Abg. Böhacker: Wie schaut es mit der Inseratenkampagne der Bundesregierung aus? Kommen Sie zur Wahrheit!) Wollen Sie dadurch – das wäre auch eine denkbare Variante – dem "TATblatt" zu einer ungeahnten Publizität verhelfen, wie Sie es schon in der Vergangenheit versucht haben? – Dann sollten Sie diese Verbindungen, diese möglicherweise geschäftlichen Verbindungen zum "TATblatt" auch offenlegen.
Abg. Böhacker: Das ist so dumm!
Meine Damen und Herren! Ich denke, es das ist Grund genug, den Appell an den Herrn Innenminister zu richten (Abg. Böhacker: Das ist so dumm!): Herr Innenminister – ich bitte Sie, ich
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger geht mit den von ihm präsentierten Inseraten zu den Freiheitlichen und diskutiert dort noch mit einigen Abgeordneten.
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, Herr Innenminister: Bitte erklären Sie sich zu dieser Frage! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger geht mit den von ihm präsentierten Inseraten zu den Freiheitlichen und diskutiert dort noch mit einigen Abgeordneten.)
Beifall bei der ÖVP.
In einem Punkt, Herr Bundesminister, hoffe ich, daß wir uns schon einig sind, nämlich in der Frage – Kollege Kiss hat heute darauf aufmerksam gemacht –, daß der Beamte auf die Straße gehört, daß die Sicherheitsorgane zu sehen sein sollten, daß sie bei der Bevölkerung sein sollten. Ich bin ebenfalls der Meinung, daß sie dort am richtigen Platz sind, um für die Sicherheit der Bevölkerung dazusein und auch Kontakt mit der Bevölkerung zu haben. Ich möchte die diesbezüglichen Ausführungen des Kollegen Kiss noch einmal unterstreichen: Der Beamte gehört in die Öffentlichkeit und nicht in die Schreibstube oder vielleicht in das Ministerium, denn dort sichert er unser Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Bundesminister! Wir müssen unsere Exekutive, die an der Grenze Dienst macht, mit exzellenten Instrumenten ausstatten. Wir müssen einfachere Gesetze, solche, die für den Beamten handhabbar sind, beschließen und somit gemeinsam wieder Motivation beim Beamten zu erreichen suchen, eine Motivation, die er dringend braucht, um die Sicherheit für unsere Bevölkerung zu garantieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Von der Sicherung der Außengrenzen hängt die Sicherheit Österreichs ab. Ich möchte aber noch eine weitere Notwendigkeit – sie wurde heute hier schon angezogen – unterstreichen: Unsere Beamten sind besser zu betreuen, ihre Ausbildung ist effizienter zu gestalten. Wir brauchen eine Sicherheitsakademie, und wir wollen eine Sicherheitsakademie – im Interesse unserer Exekutivbeamten! Wir müssen alles daransetzen, daß die Sicherheitsakademie in Bälde Realität wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben es heute mit internationaler Kriminalität zu tun, wir haben es mit Menschenhandel, mit Drogenhandel, mit Handel mit nuklearen Materialien zu tun, es gibt Räuberbanden, die in unser Land einfallen, alles demolieren, ausrauben und wieder weg sind. Das geht bis hin zu den einfachen Autodiebstählen durch Leute, die auf Bestellung arbeiten und international organisiert sind. Das Verbrechen ist leider Gottes um einen großen Schritt voraus, und unsere Exekutive hinkt zu weit nach. Wir fordern eine bessere Ausstattung für unsere Sicherheitsorgane! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber ich möchte Herrn Kollegen Elmecker nichts anlasten. Wenn man bedenkt, daß der Sicherheitssprecher der SPÖ den Beruf eines Lehrers ausübt, dann möchte ich ihm Fachkompetenz zwar nicht ganz absprechen, aber zumindest behaupten, daß er von der internen Arbeit der Exekutive relativ wenig Ahnung hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber nun zur ÖVP. Herr Kollege Kiss, Sie haben unserer Kollegin Partik-Pablé vorgeworfen, hier nur ständig zu kritisieren und keine Vorschläge zu machen. Es ist für die Freiheitlichen leicht, Vorschläge zu machen, aber diese Vorschläge, die wir mit Ernsthaftigkeit und in bester Qualität machen, werden von Ihnen absolut nicht ernst genommen. Man sieht jedoch, daß Sie diese eineinhalb bis zwei Jahre später aufgreifen und als eigene Anträge hier im Parlament einbringen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das kann keine Zusammenarbeit sein. Wir werden in Zukunft unsere Vorschläge bei passender Gelegenheit selbst einbringen.
Abg. Leikam: Das ist ja abenteuerlich! Und so etwas ist Gendarmeriebeamter!
Um diese Wählertäuschung einigermaßen zu verdeutlichen, muß man aber in die Vergangenheit zurückblicken. Wie nie zuvor wurden die Exekutivbeamten von den Regierungsparteien anläßlich der Personalvertretungswahl hinters Licht geführt. So haben wir im Zeitraum Jänner 1995 bis Dezember 1997 einen Reallohnverlust von rund 10 Prozent zu erwarten. Vergessen sind die Wahlversprechen hinsichtlich besserer Bezahlung und finanzieller Abgeltung der Schwere des Exekutivdienstes. Vergessen sind die Versicherungen, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld steuerlich nicht anzutasten. (Abg. Leikam: Das ist ja abenteuerlich! Und so etwas ist Gendarmeriebeamter!) Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst samt ihrem Vorsitzenden Siegfried Dohr hat sich wieder einmal als Erfüllungsgehilfe der Regierung erwiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Typisch AUF-Propaganda!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Typisch AUF-Propaganda!
Um diese Wählertäuschung einigermaßen zu verdeutlichen, muß man aber in die Vergangenheit zurückblicken. Wie nie zuvor wurden die Exekutivbeamten von den Regierungsparteien anläßlich der Personalvertretungswahl hinters Licht geführt. So haben wir im Zeitraum Jänner 1995 bis Dezember 1997 einen Reallohnverlust von rund 10 Prozent zu erwarten. Vergessen sind die Wahlversprechen hinsichtlich besserer Bezahlung und finanzieller Abgeltung der Schwere des Exekutivdienstes. Vergessen sind die Versicherungen, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld steuerlich nicht anzutasten. (Abg. Leikam: Das ist ja abenteuerlich! Und so etwas ist Gendarmeriebeamter!) Die Gewerkschaft öffentlicher Dienst samt ihrem Vorsitzenden Siegfried Dohr hat sich wieder einmal als Erfüllungsgehilfe der Regierung erwiesen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Typisch AUF-Propaganda!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Eine derartige Entwicklung war vorhersehbar und wurde von den freiheitlichen Gewerkschaftern im Jahre 1995 auch entsprechend angekündigt. Selbstverständlich wurden unsere Funktionäre und auch die Freiheitlichen damals öffentlich beschuldigt, die Unwahrheit zu sagen. Nun hat es sich herausgestellt: Nicht wir haben Panikmache betrieben, sondern Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, haben bewußt und offensichtlich Wählertäuschung betrieben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Das war wichtig!
Sensationell dagegen war die Erhöhung für Strafgefangene: plus 3,8 Prozent. (Abg. Aumayr: Das war wichtig!) Ja, die sind wichtiger als diejenigen, die sich Sorgen darüber machen, wie man dem österreichischen Staatsbürger zu seinem Recht verhelfen kann, damit er auch weiterhin in einem sicheren Österreich wohnen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sensationell dagegen war die Erhöhung für Strafgefangene: plus 3,8 Prozent. (Abg. Aumayr: Das war wichtig!) Ja, die sind wichtiger als diejenigen, die sich Sorgen darüber machen, wie man dem österreichischen Staatsbürger zu seinem Recht verhelfen kann, damit er auch weiterhin in einem sicheren Österreich wohnen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Das ist abenteuerlich!
Anstatt die fehlenden Planstellen zu beschaffen, wurde folgende Vorgangsweise gewählt: Aus dem Protokoll einer Besprechung im Bundesministerium geht hervor, daß ausgehend von der Belastungsstatistik in den Bundesländern Burgenland und Kärnten je 60 Planstellen, beim Landesgendarmeriekommando für Niederösterreich 50 Planstellen und beim Landesgendarmeriekommando für Steiermark 20 Planstellen einzusparen sein werden. Dabei geht es aber nicht um Planstellen in den Ministerien oder den sogenannten Mutterhäusern, sondern es handelt sich um Planstellen von Gendarmerieposten. Das heißt, obwohl im Bereich der Bundesgendarmerie ein Minus von 207 Planstellen vorhanden ist, werden im Jahre 1996 220 Planstellen und im Jahre 1997 ebenfalls 220 Planstellen eingespart. (Abg. Leikam: Das ist abenteuerlich!) Das gleiche passiert im Bereich der Bundespolizei, wo im Jahr 1996 264 und im Jahr 1997 254 Planstellen eingespart werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Im Interesse des Sicherheitsbedürfnisses aller Österreicherinnen und Österreicher ersuche ich Sie, unseren Forderungen nachzukommen, damit unser derzeit noch sicheres Österreich erhalten bleibt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Damen und Herren! Alles in allem ist festzustellen, daß die Bundesregierung gerade im Flüchtlingsbereich, der eine große Herausforderung auch für unsere Bevölkerung dargestellt hat, eine gute Hand bewiesen hat. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist etwas ganz Neues!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Maximilian Hofmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn Herr Kollege Öllinger – der es vorgezogen hat, den Plenarsaal nach seiner Wortspende wiederum zu verlassen – versucht, die Freiheitlichen aufgrund möglicher Kontakte zum "TATblatt" in die Nähe des Linksterrorismus zu bringen, so grenzt dies an die absolute Spitze der Lächerlichkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Das ist etwas ganz Neues!)
Abg. Dr. Pumberger: Das ist ein Skandal! – Abg. Scheibner: Wo sind die Grünen?
Es ist nicht von ungefähr hier ein Ersuchen um Vertretung betreffend die Nachforschung einer Gruppe JLS in Linz mit der Adresse Starhembergstraße 25 ergangen. Bei dieser Gruppierung handelt es sich nämlich um die "Junge Linke Stimme Grün-alternative Jugend Linz". Zufälligerweise ist diese Adresse gerade auch die Adresse des Büros der Grünen. Und was haben die gemacht? – Sie haben eine Anleitung zum Bau von Bomben und Briefbomben angefordert, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Dr. Pumberger: Das ist ein Skandal! – Abg. Scheibner: Wo sind die Grünen?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Allein diese beiden Zahlen zeigen, wie Statistiken im Endeffekt zu betrachten sind. Denn jeder in diesem Hohen Hause weiß, daß gerade der Drogenkonsum und zwangsläufig auch die damit verbundene Kriminalität zugenommen haben. Die Aussage und der Rückzug darauf, wie erfolgreich auf diesem Gebiet gearbeitet wird, sind daher meiner Meinung nach nicht zulässig, auch wenn die Statistik diesen Bereich als besonders positiv ausweist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe noch Verständnis dafür, wenn Sie sich im Zuge der Koalitionsverhandlungen gefunden haben. Es bestand offensichtlich ein entsprechendes Interesse am Machterhalt für Ihre Partei. Was ich aber nicht verstehe, ist, daß gerade jene Leute, die vorher dem Bundesminister für innere Angelegenheiten alles mögliche vorgeworfen haben, und die keinerlei Änderungen im Bereich des Inneren und im Hinblick auf die Absichten des Herrn Bundesministers herbeigeführt haben, zugleich jetzt auch jene sind, die in den Ausschußverhandlungen Herrn Bundesminister Einem Streicheleinheiten verpassen und so tun, als wäre nichts gewesen. Das ist eine Linie, die der Bürger mit Sicherheit zu deuten weiß! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das Beamten-Dienstrechtsgesetz sieht vor, daß Überstunden, wenn sie angeordnet sind, verpflichtend sind. Es handelt sich hiebei also nicht um Überstunden, die aus Jux und Tollerei gemacht werden, sondern um Überstunden, die angeordnet werden, damit der Dienstbetrieb aufrechterhalten werden kann. Ich habe mir die Mühe gemacht, die Überstundeneinsparungen für 1996 und 1997, die beabsichtigt sind, zusammenzuzählen, und ich will Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, diese Zahlen nicht vorenthalten: Es handelt sich um 1 170 000 Überstunden, die Sie im Bereich der Gendarmerie einsparen wollen. Wenn ich auch das Jahr 1995 noch hinzurechne, in dem es ebenfalls bereits Kürzungen gab, so komme ich auf 1 880 000 Stunden. Wenn ich dazu noch bedenke, daß es bei der Polizei ähnliche Einsparungsmaßnahmen gegeben hat, dann muß ich feststellen: Das ist eine Maßnahme, die mit Sicherheit nicht der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung, der Sicherheit unserer Bürger dient. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich ersuche Sie wiederum, daß Sie der Reduzierung dieser Planstellen bei der Abstimmung nicht die Zustimmung erteilen! Stimmen Sie nicht zu, daß die Überstunden gestrichen werden, daß Dienststellen in der Folge aufgelassen werden, sodaß der Dienstbetrieb nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Geben Sie nicht Ihre Zustimmung zu einem Gesetz, das wiederum den Bürgern in die Taschen greifen läßt, wie dies zum Beispiel im Bereich der Verkehrsunfälle ohne Personenschäden der Fall sein wird. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei der ÖVP.
Gespart soll selbstverständlich auch bei der Exekutive werden, allerdings nur insofern, als darunter nicht die Sicherheit der Bürger leidet. Dessen, glaube ich, sind wir uns alle hier im Hause bewußt. (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei der ÖVP.
Drittens: Ausbau der Subsidiarität. (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Personalabbau darf nicht bedeuten, wie Kiss gesagt hat, daß in Zukunft tausend Beamte weniger da sind, daß wir diese tausend Beamten aber nicht auf der Straße finden. Das wäre Sparen am falsche Platze! (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei der ÖVP.
Die dritte Prämisse, die ich zu Beginn meines Debattenbeitrages genannt habe, ist Subsidiarität; Subsidiarität so verstanden, daß die Aufgaben dort erledigt werden sollen, wo sie am besten erledigt werden können. Auch hiezu ein Beispiel, meine sehr verehrten Damen und Herren: § 11 des Sicherheitspolizeigesetzes bietet die gesetzliche Basis dafür, die örtliche Ebene in Kompetenz und Personal zu stärken, die Personalführung zu straffen und die Budget- und Personalhoheit zu dezentralisieren – selbstverständlich immer im Einvernehmen mit den Ländern. Wie gesagt, die Möglichkeiten sind vorhanden. Wir müssen sie umsetzen. Herr Minister, bitte setzen Sie das um! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sehr geehrter Herr Bundesminister! Diese beiden Budgets sind die ersten, die unter Ihrer Verantwortung entstanden sind. Ich will Ihre Tätigkeit sicher nicht miesmachen, Herr Minister, ich will Ihnen Mut machen. Wir, die ÖVP – Schüssel und wir alle –, werden diese Herausforderungen meistern. Geben auch Sie, Herr Minister, wie wir den Menschen Vertrauen, Hoffnung und Optimismus für die Zukunft! Ergreifen Sie aber die Chance, die Ihnen zur Verfügung stehenden Budgetmittel optimal einzusetzen, indem Sie der Sicherheit der Bürger Rechnung tragen, indem Sie dafür sorgen, daß dort gespart wird, wo es nötig ist, und indem Sie dem Prinzip der Subsidiarität zum Durchbruch verhelfen! Ich bitte Sie darum, Herr Minister. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Leikam: Nach der Rede von Puttinger hat er recht! – Beifall beim Liberalen Forum.
Anlaß ist in erster Linie einmal Kollege Kiss, der mich leider mißverstanden hat, und das wollte ich richtigstellen: Ich war nicht der Auffassung, daß die ÖVP die Sicherheitspartei der ersten Wahl ist, sondern ich wollte zuspitzen, daß das, was die ÖVP in diesen Feldern unternimmt, ein Sicherheitsrisiko ersten Ranges ist. Dieses Mißverständnis tut mir leid. (Abg. Leikam: Nach der Rede von Puttinger hat er recht! – Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Khol: Waren Sie dabei im Ausschuß?
Kollegen Khol, der gemeint hat, meinen Kollegen Firlinger angreifen zu können, indem er gesagt hat, dieser wisse nicht, was gelaufen sei, weil er in einer bestimmten Ausschußsitzung nicht anwesend gewesen sei, möchte ich doch einmal wirklich herzlich ... (Abg. Dr. Khol: Waren Sie dabei im Ausschuß?) Ich war im Ausschuß. Mein Bericht über das, was dort gelaufen ist, war mit Grundlage dafür, daß wir uns entschieden haben ... (Abg. Dr. Khol: Also Sie waren nicht dabei!) Herr Kollege Khol, ich bin am Wort und nicht Sie. Auch wenn Sie Klubobmann sind, werden Sie mir das Wort nicht entziehen können.
Abg. Dr. Khol: Also Sie waren nicht dabei!
Kollegen Khol, der gemeint hat, meinen Kollegen Firlinger angreifen zu können, indem er gesagt hat, dieser wisse nicht, was gelaufen sei, weil er in einer bestimmten Ausschußsitzung nicht anwesend gewesen sei, möchte ich doch einmal wirklich herzlich ... (Abg. Dr. Khol: Waren Sie dabei im Ausschuß?) Ich war im Ausschuß. Mein Bericht über das, was dort gelaufen ist, war mit Grundlage dafür, daß wir uns entschieden haben ... (Abg. Dr. Khol: Also Sie waren nicht dabei!) Herr Kollege Khol, ich bin am Wort und nicht Sie. Auch wenn Sie Klubobmann sind, werden Sie mir das Wort nicht entziehen können.
Beifall beim Liberalen Forum.
Informiert sein heißt nicht unbedingt persönlich anwesend sein. Ich persönlich war in diesem betreffenden Ausschuß. Und das, was ich darüber in der Fraktion berichtet habe, war einer der Gründe, warum wir uns entschlossen haben, fürderhin dort mit unseren Mitarbeitern informiert vertreten zu sein, aber an dem Scheinparlamentarismus nicht teilzunehmen. Das ist eine politische Entscheidung. Das können Sie anders werten, dagegen habe ich nichts einzuwenden. Ich verstehe, daß Sie das anders sehen müssen, denn Sie sind auf die formellen Abläufe angewiesen, weil Sie ja die Mehrheit auch formal herstellen müssen; da bin ich mit Ihnen völlig d’accord. Aber Sie können von einer Opposition nicht verlangen, daß diese außerdem noch so tut, als ob das echter Parlamentarismus wäre, und Ihnen die Fassade aufbaut. Wir haben in unserem kleinen Abschnitt den Vorhang gelüftet, damit die Menschen sehen, wie Sie Parlamentarismus betreiben, aber in Wirklichkeit einen doppelten Boden einziehen. Und das ist ganz wichtig aufzuzeigen und schade. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Es mußte auch in den Ausbildungsbereich investiert werden, um die Attraktivität des Gendarmeriedienstes zu heben. Um eine zeitgemäße Ausbildung zu erreichen, wird auf einen Unterricht, der die handlungsorientierten Fähigkeiten beziehungsweise Fertigkeiten besser vermittelt, Wert gelegt. Von der bisher rituellen Wissensvermittlung wird in verstärktem Maße abgegangen, diese wird durch eine funktional qualifizierende Aus- und Weiterbildung ersetzt. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ.
Um das humane Bedürfnis nach Sicherheit weiter zu befriedigen, müssen wir das nötige Geld für Innovationen zur Verfügung stellen. Deshalb stimmen Sie, meine Damen und Herren, bitte zahlreich für den Bundesvoranschlag 1996, um den Sicherheitsstandard in Österreich zu erhalten und weiter auszubauen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Daß die innere Sicherheit Österreichs der ÖVP ein fundamentales Anliegen ist, beweisen nicht nur die vielen Wortmeldungen der ÖVP-Abgeordneten zu diesem Thema heute hier, sondern auch die konstruktive Arbeit in der Regierung und im Innenausschuß. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht zuletzt ist das kostspielige System in jenen Bereichen zu ändern, in welchen Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes Leistungen erbringen, die im überwiegenden Interesse Privater liegen, welche keine oder nur geringe Gebühren bezahlen. Es muß zu einer Ausgliederung all jener Aufgaben kommen, die nicht unbedingt von der Exekutive übernommen werden müssen. Die restlichen Aufgaben müssen sinnvoll zusammengefaßt und thematisch aufgegliedert werden, damit die Exekutivorgane mehr Zeit haben, sich ihren ursprünglich übertragenen Aufgaben zu widmen, womit ein weiterer Schritt zu mehr Sicherheit in Österreich getan werden kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Wie beim Kapitel Unterricht, wie beim Kapitel Familie, wie beim Kapitel Justiz macht auch beim Kapitel Inneres das Sparbudget nicht halt, und wir müssen auch da zur Kenntnis nehmen, daß Einsparungen getroffen werden müssen. Nur: Es liegt natürlich auch an den Ministerien selbst, wie und vor allem ob intelligent gespart wird, und ich ersuche Sie, Herr Minister, daß auch Sie im Innenressort jene Sparmaßnahmen, die ergriffen werden müssen, intelligent setzen. (Beifall bei der ÖVP.) Ich werde Ihnen darlegen, was ich darunter verstehe. Sie haben ja auch in Ihrer Erklärung vorhin anklingen lassen, daß Sie für Ihre Sparmaßnahmen auch die Zustimmung der Österreichischen Volkspartei erhalten werden.
Abg. Leikam: Das ist ja schon lange nicht mehr der Fall!
Das gehört geändert. (Abg. Leikam: Das ist ja schon lange nicht mehr der Fall!) Dann lassen Sie sich aufklären. Reden Sie draußen mit den Gendarmeriebeamten, die sagen Ihnen etwas ganz anderes. (Abg. Leikam: Seit 1975 ist das nicht mehr so!)
Abg. Leikam: Seit 1975 ist das nicht mehr so!
Das gehört geändert. (Abg. Leikam: Das ist ja schon lange nicht mehr der Fall!) Dann lassen Sie sich aufklären. Reden Sie draußen mit den Gendarmeriebeamten, die sagen Ihnen etwas ganz anderes. (Abg. Leikam: Seit 1975 ist das nicht mehr so!)
Abg. Leikam: Nein! Nicht mit einem Satz!
Stimmen Sie mit mir überein? (Abg. Leikam: Nein! Nicht mit einem Satz!) Sie stimmen nicht überein? – Gut, daß wir es wissen. Sie stimmen nicht überein, Sie sind also für mehr Zentralisierung und für mehr Bürokratisierung. Ich nehme das zur Kenntnis. (Abg. Leikam: Sie reden nicht über Sicherheit, Sie reden kleinkariert!)
Abg. Leikam: Sie reden nicht über Sicherheit, Sie reden kleinkariert!
Stimmen Sie mit mir überein? (Abg. Leikam: Nein! Nicht mit einem Satz!) Sie stimmen nicht überein? – Gut, daß wir es wissen. Sie stimmen nicht überein, Sie sind also für mehr Zentralisierung und für mehr Bürokratisierung. Ich nehme das zur Kenntnis. (Abg. Leikam: Sie reden nicht über Sicherheit, Sie reden kleinkariert!)
Abg. Leikam: Der hat nichts mitgekriegt!
Nicht nur die Ballungszentren haben, Herr Minister, ein Anrecht auf Sicherheit, sondern auch die ländlichen Regionen. Ich bringe ein Beispiel, wie es mit den Polizei- und Gendarmeriedienststellen in Österreich ausschaut. 1985 hat es in Österreich 218 Polizeidienststellen gegeben, 1995, zehn Jahre später, 234, das ist eine Zunahme um 7,3 Prozent. Gendarmerieposten gab es 1985 1 046 und 1995 856, das ist eine Abnahme um 18,2 Prozent. Mir ist schon klar, Herr Minister, daß das die Auswirkungen der Strukturreform, der Strukturmaßnahmen sind. (Abg. Leikam: Der hat nichts mitgekriegt!) Aber die Tendenz zeigt auf, daß in Zentralbereichen, in Ballungsbereichen mehr Wert auf Sicherheit gelegt wird als im ländlichen Raum. Das beweisen die Zahlen. (Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht! Gerade die Strukturreform hat mehr Sicherheit im ländlichen Raum gebracht! Der redet lauter Unsinn!) Setzen Sie sich einmal nieder und lassen Sie mich reden! Sie können sich dann noch zu Wort melden. Ich glaube, Sie haben noch Zeit.
Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht! Gerade die Strukturreform hat mehr Sicherheit im ländlichen Raum gebracht! Der redet lauter Unsinn!
Nicht nur die Ballungszentren haben, Herr Minister, ein Anrecht auf Sicherheit, sondern auch die ländlichen Regionen. Ich bringe ein Beispiel, wie es mit den Polizei- und Gendarmeriedienststellen in Österreich ausschaut. 1985 hat es in Österreich 218 Polizeidienststellen gegeben, 1995, zehn Jahre später, 234, das ist eine Zunahme um 7,3 Prozent. Gendarmerieposten gab es 1985 1 046 und 1995 856, das ist eine Abnahme um 18,2 Prozent. Mir ist schon klar, Herr Minister, daß das die Auswirkungen der Strukturreform, der Strukturmaßnahmen sind. (Abg. Leikam: Der hat nichts mitgekriegt!) Aber die Tendenz zeigt auf, daß in Zentralbereichen, in Ballungsbereichen mehr Wert auf Sicherheit gelegt wird als im ländlichen Raum. Das beweisen die Zahlen. (Abg. Leikam: Das stimmt doch nicht! Gerade die Strukturreform hat mehr Sicherheit im ländlichen Raum gebracht! Der redet lauter Unsinn!) Setzen Sie sich einmal nieder und lassen Sie mich reden! Sie können sich dann noch zu Wort melden. Ich glaube, Sie haben noch Zeit.
Weitere Zwischenrufe des Abg. Leikam.
Ich habe mir auch die Mühe gemacht, mit Gendarmeriebeamten zu reden. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Leikam. ) Hören Sie jetzt einmal zu! Vorige Woche bin ich mit Gendarmeriebeamten zusammengesessen. Ich weiß nicht, was Sie beruflich sind, aber von der Gendarmerie jedenfalls dürften Sie nicht viel Ahnung haben. Schreien Sie nicht immer so herein! (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Schöll. )
Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Schöll.
Ich habe mir auch die Mühe gemacht, mit Gendarmeriebeamten zu reden. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Leikam. ) Hören Sie jetzt einmal zu! Vorige Woche bin ich mit Gendarmeriebeamten zusammengesessen. Ich weiß nicht, was Sie beruflich sind, aber von der Gendarmerie jedenfalls dürften Sie nicht viel Ahnung haben. Schreien Sie nicht immer so herein! (Beifall bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Schöll. )
Abg. Leikam: Die Statistiken sind Ihnen schon bekannt!
Ein Beispiel aus der Praxis. (Abg. Leikam: Die Statistiken sind Ihnen schon bekannt!) Lassen Sie mich jetzt einmal reden! Sie können sich ja dann zu Wort melden. Bringen Sie nicht Gemeinplätze, bringen Sie etwas Konkretes! (Abg. Leikam: Das ist sehr konkret!) Das ist bisher ausgeblieben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Das ist sehr konkret!
Ein Beispiel aus der Praxis. (Abg. Leikam: Die Statistiken sind Ihnen schon bekannt!) Lassen Sie mich jetzt einmal reden! Sie können sich ja dann zu Wort melden. Bringen Sie nicht Gemeinplätze, bringen Sie etwas Konkretes! (Abg. Leikam: Das ist sehr konkret!) Das ist bisher ausgeblieben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ein Beispiel aus der Praxis. (Abg. Leikam: Die Statistiken sind Ihnen schon bekannt!) Lassen Sie mich jetzt einmal reden! Sie können sich ja dann zu Wort melden. Bringen Sie nicht Gemeinplätze, bringen Sie etwas Konkretes! (Abg. Leikam: Das ist sehr konkret!) Das ist bisher ausgeblieben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Ist Ihnen das nicht klar: allgemeiner Rückgang der Kriminalität!
Sie machen Zwischenrufe ohne Inhalt, und Sie finden übrigens in meiner Rede gar nicht statt! (Abg. Leikam: Ist Ihnen das nicht klar: allgemeiner Rückgang der Kriminalität!)
Abg. Grabner: Das wollte so der Schüssel! Sie haben doch überhaupt keine Ahnung! Reden Sie einmal mit dem Schüssel, was er wollte!
Es gibt vorgeplante Überstunden für die Aufrechterhaltung des Normalbetriebes, und es gibt, Herr Minister, Anfallüberstunden, die spontan entstehen. Beispiel: Der Dienst sollte um 7 Uhr in der Früh aus sein, aber es passiert ein Unfall oder es gibt einen Einbruch, dann müssen die diensthabenden Beamten zur Einsatzstelle und Erhebungen durchführen. Diese Überstunden werden dem Normaldienst angerechnet und im Nachfolgemonat eingespart. Das, bitte, ist die Praxis! (Abg. Grabner: Das wollte so der Schüssel! Sie haben doch überhaupt keine Ahnung! Reden Sie einmal mit dem Schüssel, was er wollte!) Das berichteten mir Gendarmeriebeamte. Reden Sie mit ihnen! Sie haben offensichtlich noch nicht mit ihnen gesprochen. (Abg. Grabner: Der hat doch keine Ahnung!) Ja, mein Gott na, mein Gott na! (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Grabner: Der hat doch keine Ahnung!
Es gibt vorgeplante Überstunden für die Aufrechterhaltung des Normalbetriebes, und es gibt, Herr Minister, Anfallüberstunden, die spontan entstehen. Beispiel: Der Dienst sollte um 7 Uhr in der Früh aus sein, aber es passiert ein Unfall oder es gibt einen Einbruch, dann müssen die diensthabenden Beamten zur Einsatzstelle und Erhebungen durchführen. Diese Überstunden werden dem Normaldienst angerechnet und im Nachfolgemonat eingespart. Das, bitte, ist die Praxis! (Abg. Grabner: Das wollte so der Schüssel! Sie haben doch überhaupt keine Ahnung! Reden Sie einmal mit dem Schüssel, was er wollte!) Das berichteten mir Gendarmeriebeamte. Reden Sie mit ihnen! Sie haben offensichtlich noch nicht mit ihnen gesprochen. (Abg. Grabner: Der hat doch keine Ahnung!) Ja, mein Gott na, mein Gott na! (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Es gibt vorgeplante Überstunden für die Aufrechterhaltung des Normalbetriebes, und es gibt, Herr Minister, Anfallüberstunden, die spontan entstehen. Beispiel: Der Dienst sollte um 7 Uhr in der Früh aus sein, aber es passiert ein Unfall oder es gibt einen Einbruch, dann müssen die diensthabenden Beamten zur Einsatzstelle und Erhebungen durchführen. Diese Überstunden werden dem Normaldienst angerechnet und im Nachfolgemonat eingespart. Das, bitte, ist die Praxis! (Abg. Grabner: Das wollte so der Schüssel! Sie haben doch überhaupt keine Ahnung! Reden Sie einmal mit dem Schüssel, was er wollte!) Das berichteten mir Gendarmeriebeamte. Reden Sie mit ihnen! Sie haben offensichtlich noch nicht mit ihnen gesprochen. (Abg. Grabner: Der hat doch keine Ahnung!) Ja, mein Gott na, mein Gott na! (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist schon eine Grube!
Ich weiß nicht, habe ich da jetzt in ein Wespennest gestochen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist schon eine Grube!) Ihre Reaktionen lassen mich das vermuten. Sie müssen sich wirklich draußen erkundigen. Vorige Woche haben mir das Gendarmeriebeamte aus der Praxis berichtet.
Beifall bei der ÖVP.
Herr Minister! Gefühle kann man nicht messen, auch das Gefühl der Sicherheit nicht: Es ist ein solches vorhanden oder nicht. Aber wir können dazu beitragen, der Bevölkerung ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Nur müssen wir auch Maßnahmen setzen und am richtigen Platz sparen und nicht draußen bei den Gendarmeriebeamten, dort, wo Sicherheit notwendig ist, und dort, wo ein Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung gegeben ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist auch da genauso wie im Bereich der Gesundheit: Wir geben sehr viel für Heilung aus, aber wir geben sehr wenig für Vorbeugung aus. Vorbeugen ist aber natürlich besser als Heilen, und ich sage, auch menschlicher und auch finanziell günstiger als Heilen und Strafen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sicher ist: Wir wollen, daß der Flugrettungsdienst in der jetzigen Qualität aufrechtbleibt, und wir wollen auch, daß eine Neuregelung verantwortungsvoll und nicht mit einer zeitlichen Lücke, die Unsicherheit erzeugen könnte, von Ihnen veranlaßt werden möge. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der ÖVP.)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich begrüße Herrn Kollegen Schweitzer neuerlich im Nationalrat. (Allgemeiner Beifall.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner.
Wer ein bißchen weiterliest, kann feststellen, daß seit dem EU-Beitritt – so titeln es heute die "Salzburger Nachrichten" – Tausende Arbeitsplätze in der Lebensmittelindustrie verlorengegangen sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Bitte? (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haselsteiner und Dr. Leiner. – Abg. Dr. Stummvoll: Irreführung!) Ich zitiere die "Salzburger Nachrichten", Herr Kollege Haselsteiner, und jemand, der wie Sie auf billige portugiesische Arbeitskräfte zurückgreift, sollte hier nicht über Arbeitsplatzpolitik reden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haselsteiner und Dr. Leiner. – Abg. Dr. Stummvoll: Irreführung!
Wer ein bißchen weiterliest, kann feststellen, daß seit dem EU-Beitritt – so titeln es heute die "Salzburger Nachrichten" – Tausende Arbeitsplätze in der Lebensmittelindustrie verlorengegangen sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Bitte? (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haselsteiner und Dr. Leiner. – Abg. Dr. Stummvoll: Irreführung!) Ich zitiere die "Salzburger Nachrichten", Herr Kollege Haselsteiner, und jemand, der wie Sie auf billige portugiesische Arbeitskräfte zurückgreift, sollte hier nicht über Arbeitsplatzpolitik reden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wer ein bißchen weiterliest, kann feststellen, daß seit dem EU-Beitritt – so titeln es heute die "Salzburger Nachrichten" – Tausende Arbeitsplätze in der Lebensmittelindustrie verlorengegangen sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haselsteiner. ) Bitte? (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Haselsteiner und Dr. Leiner. – Abg. Dr. Stummvoll: Irreführung!) Ich zitiere die "Salzburger Nachrichten", Herr Kollege Haselsteiner, und jemand, der wie Sie auf billige portugiesische Arbeitskräfte zurückgreift, sollte hier nicht über Arbeitsplatzpolitik reden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist ein Wahnsinn, was Sie hier machen! Sie nehmen wirtschaftliche Initiativen weg, Sie schaffen zusätzliche Arbeitslose und Sie müssen Mehraufwendungen aus den Arbeitslosenkassen tätigen. Das ist ein Kreislauf, den Sie nicht durchbrechen. Und der Vorwurf, den wir Ihnen machen, ist, daß es heute bei diesen Strukturmaßnahmen keine wie immer gearteten positiven Akzente für mehr Beschäftigung, mehr Arbeit und wirtschaftliche Belebung in diesem Lande gibt! (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Denn: Die Wohnbauförderung einzuschränken, die Bauherrenmodelle abzuschaffen, das Bausparen einzuschränken, eine Energiesteuer einzuführen, die Arbeitsplätze kostet, die Lebensmittelindustrie auf Europa nicht vorzubereiten und dann herzugehen und zu sagen: Jetzt haben wir zwar mehr Arbeitslose produziert, aber dafür bauen wir jetzt ein paar Tunnels!, das ist eine Auslastungsgarantie für Maschinen, eine Beschäftigungsgarantie für Geräte, aber kein Beschäftigungseffekt für Menschen, damit sie wieder Arbeit haben und wieder eine Zukunftsperspektive entwickeln können. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sehen die Sparpolitik für den schlanken Staat auch nicht, wenn es keine Deregulierungen gibt. Wo sind hier die Initiativen für die Liberalisierung der Gewerbeordnung? Wo sind hier die Entflechtungen und Deregulierungen im wirtschaftlichen Bereich? Warum muß die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern mehr Geld für die Verwaltung bekommen, in einer Zeit, in der es darum geht, einen schlanken Staat zu erzeugen? 20 Millionen Schilling mehr Geld für die Präsidentenkonferenz, aber ein Einstiegsstopp für die heimischen Bauern in das ÖPUL-Programm, damit wir auch durch verstärkte Abwanderung aus der Landwirtschaft wieder mehr Arbeitslose züchten! Das ist einfach ein Wahnsinn, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Abg. Nürnberger: Wo habe ich so einen Vorschlag gemacht? Den mußt du mir zeigen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Oder: Derselbe Herr Sallmutter, dieselben Gewerkschaftsfunktionäre, die vor der Wahl, Kollege Nürnberger, mit Flugblättern ihrer Klientel versprochen haben: Wir kämpfen dafür, daß die tägliche Arbeitszeit unter Schüssel, Haider nicht von 8 auf 13 Stunden angehoben wird und damit die Überstundenzuschläge wegfallen!, dieselben Gewerkschafter machen heute Vorschläge, wie die Überstundenzuschläge wegkommen für jene, die mehr arbeiten und dafür ein Zeitausgleichbudget gemacht wird! (Abg. Nürnberger: Wo habe ich so einen Vorschlag gemacht? Den mußt du mir zeigen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege Nürnberger! Dafür sollten Sie einmal zur Verantwortung gezogen werden von Ihrer Klientel! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Oder: Derselbe Herr Sallmutter, dieselben Gewerkschaftsfunktionäre, die vor der Wahl, Kollege Nürnberger, mit Flugblättern ihrer Klientel versprochen haben: Wir kämpfen dafür, daß die tägliche Arbeitszeit unter Schüssel, Haider nicht von 8 auf 13 Stunden angehoben wird und damit die Überstundenzuschläge wegfallen!, dieselben Gewerkschafter machen heute Vorschläge, wie die Überstundenzuschläge wegkommen für jene, die mehr arbeiten und dafür ein Zeitausgleichbudget gemacht wird! (Abg. Nürnberger: Wo habe ich so einen Vorschlag gemacht? Den mußt du mir zeigen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Herr Kollege Nürnberger! Dafür sollten Sie einmal zur Verantwortung gezogen werden von Ihrer Klientel! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Nürnberger.
Ich kann mich erinnern, daß Herr Sallmutter vor 14 Tagen den Vorschlag gemacht hat, ein Zeitbudget zu erstellen, anstatt Überstundenzuschläge zu zahlen, und die tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden auf 10 bis 13 Stunden auszuweiten. Ich kann mich erinnern, daß Frau Abgeordnete Ederer – sie gehört ja wohl noch zu Ihrer Partei – am Wochenende in der Tageszeitung "Die Presse" denselben Vorschlag unterstützt hat. Und ich kann mich erinnern, daß Sie, Kollege Nürnberger, eine Nullohnrunde und einen Reallohnverzicht vorgeschlagen haben, anstatt Ideen für Arbeitsplatzschaffung vorzulegen. Das ist das, worum es heute geht! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Nürnberger. )
Abg. Koppler: Zuhören, wenn jemand redet!
Das heißt, Sie tendieren heute in eine Richtung, Herr Kollege Nürnberger, ... (Abg. Koppler: Zuhören, wenn jemand redet!) Kollege Koppler! Mit eurer Wirtschaftspolitik tendiert ihr in eine Richtung, daß der Mensch zunehmend ein Kostenfaktor wird und keine humane Gesellschaftsordnung mehr hergestellt ist. Für die Sozialisten ist der Mensch ein Kostenfaktor: Amerikanisches System, zweimal arbeiten, um einmal leben zu können. Das ist eine Philosophie, die ihr vor den Nationalratswahlen abgrundtief verurteilt habt. Heute propagiert ihr sie.
Abg. Koppler: Das ist ein Blödsinn!
Heute seid ihr diejenigen, die mit dieser Art der Einschränkung auf dem Rücken der Arbeitnehmer tätig sind. Dagegen werden wir uns wehren! Dagegen treten wir massiv auf, und daher sagen wir Ihnen auch, Herr Bundesminister: Es erfüllt uns mit Sorge, wenn eine Gruppe nach der anderen jetzt plötzlich mit Reallohnverzicht konfrontiert wird. Ich nehme etwa einen Brief der Bundeswirtschaftskammer her. Da schreiben der Herr Kollege Stummvoll und der Herr Präsident Maderthaner den Fachorganisationen und den Kollektivvertragsverhandlern einen Brief, und zwar am 1. April 1996 – das sind Ihre Koalitionspartner, Herr Minister Hums! –, in dem steht, daß die Steigerung der Lehrlingsentschädigung in den letzten Jahren die Ursache dafür ist, daß die Betriebe keine Lehrlinge mehr haben wollen. (Abg. Koppler: Das ist ein Blödsinn!) Das steht da: Die Steigerung der Lehrlingsentschädigung ist sicherlich eine der Ursachen, daß die Betriebe immer weniger Möglichkeiten sehen, Lehrlinge auszubilden. – Drehen Sie sich nicht heraus aus dem, was Sie geschrieben haben, Herr Kollege Stummvoll!
Beifall bei den Freiheitlichen .
Und außerdem steht drinnen, daß der Herr Stummvoll und der Herr Maderthaner alle Kollektivvertragsverhandler dringend ersuchen, nach Möglichkeit ein Einfrieren der Lehrlingsentschädigung auf dem derzeitigen Stand in den nächsten Jahren zu erreichen. – Ja, meine Damen und Herren, das ist Ihre Wirtschaftspolitik: Demontage jener, die die Schwächsten im wirtschaftlichen Kreislauf sind! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Abg. Haigermoser: Halbiert, hat er gesagt!
Sie kündigten zum Beispiel im "Wirtschaftsblatt" vor 14 Tagen an – ich habe mir das sehr gut gemerkt –: Stummvoll für neue Rahmenbedingungen in der Wirtschaft. Die BÜRGES-Aktion muß ausgebaut werden. – Sie ist 1995 fast weggestorben. (Abg. Haigermoser: Halbiert, hat er gesagt!) Halbiert in den Mitteln. Ja, so schaut das aus! Und Sie stimmen aber da dieser Halbierung zu!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Populist Stummvoll!
Der Herr Stummvoll sagt: Wir brauchen ein eigenkapitalfreundliches Steuersystem. Die nichtentnommenen Gewinne müssen begünstigt werden. – Na, was machen Sie denn da? Sie demontieren die Verlustvortragsmöglichkeiten für die heimische Wirtschaft. Das bißchen, was heute noch an Möglichkeiten der Gestaltung vorhanden gewesen ist, demontieren Sie mit Ihrer Stimme und reden draußen ganz anders. – Das ist Demagogie, Herr Kollege Stummvoll, die wir Ihnen vorhalten wollen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Populist Stummvoll!)
Abg. Dr. Stummvoll: Wo ist das?
Daher kämpfen wir auch wirklich für die Situation der Lehrlinge. Natürlich haben sich die Lehrlingschancen drastisch verringert. Seit 1990 ist allein in Wien die Anzahl der Lehrplätze um 80 Prozent zurückgegangen. Darüber muß man einmal nachdenken! Sie haben ja die Verantwortung. Der Wirtschaftsminister, der Sozialminister, sie haben die Verantwortung für die Lehrlinge. Sich daran jetzt aufzuhängen und zu sagen, die Lehrlingsentschädigungen seien zu hoch: Ja, bitte, ist es wirklich zu hoch, Herr Kollege Stummvoll, wenn etwa ein Zahntechniker im ersten Lehrjahr 2 080 S brutto – brutto! – an Lehrlingsentschädigung bekommt? (Abg. Dr. Stummvoll: Wo ist das?) Ein Zahntechniker. Oder ein Kosmetiker im ersten Lehrjahr – ich habe mir die Akte aus Ihrer Kammer besorgt –: 2 600 S brutto; ein Kleidermacher: 2 900 S brutto. – Und Herr Stummvoll verlautet dann über die Zeitungen: Na ja, beim Bau haben sie ohnedies 14 000 S oder 15 000 S im dritten Lehrjahr.
Beifall bei den Freiheitlichen .
Überlegen Sie einmal: Sie als niederösterreichischer Abgeordneter, der Sie aber in Wien wohnen, beziehen 8 000 S Entfernungszulage. Das ist mehr, als mancher Lehrling an Lehrlingsentschädigung hat. Das ist die Situation, die wir nicht akzeptieren können! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Meine Damen und Herren! Es gibt nur eine wirkliche Zukunftschance, die man aufbauen kann, und das ist, den jungen Leuten eine gute Ausbildung mitzugeben. Das, was Sie mit den Lehrlingen in Österreich aufführen, ist nicht die Zukunftsvorsorge, die wir uns vorstellen. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Seit 25 Jahren, Kollege, sitzt ihr in dieser Regierung. Seit 25 Jahren stellt ihr den Sozialminister, seit 25 Jahren den Bundeskanzler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler. ) Ich habe Lehrlinge ausgebildet, mein lieber Kollege, zum Unterschied von Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen . – Erneuter Zwischenruf des Abg. Edler. ) Na sicher. Wir haben Facharbeiter ausgebildet. Sehr zum Unterschied von Ihnen, meine Damen und Herren! Das ist ja wohl das "Interessanteste", daß man von einem Sozialdemokraten einen Vorwurf bekommt,
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler.
Meine Damen und Herren! Es gibt nur eine wirkliche Zukunftschance, die man aufbauen kann, und das ist, den jungen Leuten eine gute Ausbildung mitzugeben. Das, was Sie mit den Lehrlingen in Österreich aufführen, ist nicht die Zukunftsvorsorge, die wir uns vorstellen. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Seit 25 Jahren, Kollege, sitzt ihr in dieser Regierung. Seit 25 Jahren stellt ihr den Sozialminister, seit 25 Jahren den Bundeskanzler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler. ) Ich habe Lehrlinge ausgebildet, mein lieber Kollege, zum Unterschied von Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen . – Erneuter Zwischenruf des Abg. Edler. ) Na sicher. Wir haben Facharbeiter ausgebildet. Sehr zum Unterschied von Ihnen, meine Damen und Herren! Das ist ja wohl das "Interessanteste", daß man von einem Sozialdemokraten einen Vorwurf bekommt,
Beifall bei den Freiheitlichen . – Erneuter Zwischenruf des Abg. Edler.
Meine Damen und Herren! Es gibt nur eine wirkliche Zukunftschance, die man aufbauen kann, und das ist, den jungen Leuten eine gute Ausbildung mitzugeben. Das, was Sie mit den Lehrlingen in Österreich aufführen, ist nicht die Zukunftsvorsorge, die wir uns vorstellen. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Seit 25 Jahren, Kollege, sitzt ihr in dieser Regierung. Seit 25 Jahren stellt ihr den Sozialminister, seit 25 Jahren den Bundeskanzler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Edler. ) Ich habe Lehrlinge ausgebildet, mein lieber Kollege, zum Unterschied von Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen . – Erneuter Zwischenruf des Abg. Edler. ) Na sicher. Wir haben Facharbeiter ausgebildet. Sehr zum Unterschied von Ihnen, meine Damen und Herren! Das ist ja wohl das "Interessanteste", daß man von einem Sozialdemokraten einen Vorwurf bekommt,
Beifall bei den Freiheitlichen .
Überlegen Sie sich positive Maßnahmen! Regeln Sie die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft! Machen Sie eigenkapitalfreundliche Steuergesetze, damit die Betriebe von sich aus wieder die Kraft haben! Geben Sie jenen Betrieben, die Lehrlinge ausbilden, einen Steuerfreibetrag von 30 Prozent! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Abg. Edler: Herr Kollege Haider, Sie haben das verschlafen!
Und tun Sie eines, Herr Sozialminister: Sichern Sie nicht nur den Mindestlohn der Lehrlinge im Kollektivvertragsgeschehen, sondern seien Sie auch bereit, eine Initiative zu unterstützen, daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird! Das ist ja in Ihrer Regierungszeit passiert. (Abg. Edler: Herr Kollege Haider, Sie haben das verschlafen!) Entschuldigen Sie einmal: daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird von der Kommunalabgabe. Wer da etwas verschlafen hat, weiß ich nicht. Aber Sie jedenfalls gehören zu den Schlafmützen dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen .) Diese Lehrlingsentschädigung ist mit 3 Prozent Kommunalabgabe belastet. (Abg. Edler: Und die Förderungen?) Reden Sie nicht von den Förderungen, reden Sie von der Entsteuerung! Wir wollen kein Volk von Förderungsbeziehern sein, sondern ein Volk von Leuten, die, wenn sie arbeiten, etwas verdienen dürfen. Und dazu gehören auch die Lehrlinge. Und da muß man entsteuern! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Beifall bei den Freiheitlichen .
Und tun Sie eines, Herr Sozialminister: Sichern Sie nicht nur den Mindestlohn der Lehrlinge im Kollektivvertragsgeschehen, sondern seien Sie auch bereit, eine Initiative zu unterstützen, daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird! Das ist ja in Ihrer Regierungszeit passiert. (Abg. Edler: Herr Kollege Haider, Sie haben das verschlafen!) Entschuldigen Sie einmal: daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird von der Kommunalabgabe. Wer da etwas verschlafen hat, weiß ich nicht. Aber Sie jedenfalls gehören zu den Schlafmützen dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen .) Diese Lehrlingsentschädigung ist mit 3 Prozent Kommunalabgabe belastet. (Abg. Edler: Und die Förderungen?) Reden Sie nicht von den Förderungen, reden Sie von der Entsteuerung! Wir wollen kein Volk von Förderungsbeziehern sein, sondern ein Volk von Leuten, die, wenn sie arbeiten, etwas verdienen dürfen. Und dazu gehören auch die Lehrlinge. Und da muß man entsteuern! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Abg. Edler: Und die Förderungen?
Und tun Sie eines, Herr Sozialminister: Sichern Sie nicht nur den Mindestlohn der Lehrlinge im Kollektivvertragsgeschehen, sondern seien Sie auch bereit, eine Initiative zu unterstützen, daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird! Das ist ja in Ihrer Regierungszeit passiert. (Abg. Edler: Herr Kollege Haider, Sie haben das verschlafen!) Entschuldigen Sie einmal: daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird von der Kommunalabgabe. Wer da etwas verschlafen hat, weiß ich nicht. Aber Sie jedenfalls gehören zu den Schlafmützen dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen .) Diese Lehrlingsentschädigung ist mit 3 Prozent Kommunalabgabe belastet. (Abg. Edler: Und die Förderungen?) Reden Sie nicht von den Förderungen, reden Sie von der Entsteuerung! Wir wollen kein Volk von Förderungsbeziehern sein, sondern ein Volk von Leuten, die, wenn sie arbeiten, etwas verdienen dürfen. Und dazu gehören auch die Lehrlinge. Und da muß man entsteuern! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Beifall bei den Freiheitlichen .
Und tun Sie eines, Herr Sozialminister: Sichern Sie nicht nur den Mindestlohn der Lehrlinge im Kollektivvertragsgeschehen, sondern seien Sie auch bereit, eine Initiative zu unterstützen, daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird! Das ist ja in Ihrer Regierungszeit passiert. (Abg. Edler: Herr Kollege Haider, Sie haben das verschlafen!) Entschuldigen Sie einmal: daß die Lehrlingsentschädigung entsteuert wird von der Kommunalabgabe. Wer da etwas verschlafen hat, weiß ich nicht. Aber Sie jedenfalls gehören zu den Schlafmützen dieser Republik! (Beifall bei den Freiheitlichen .) Diese Lehrlingsentschädigung ist mit 3 Prozent Kommunalabgabe belastet. (Abg. Edler: Und die Förderungen?) Reden Sie nicht von den Förderungen, reden Sie von der Entsteuerung! Wir wollen kein Volk von Förderungsbeziehern sein, sondern ein Volk von Leuten, die, wenn sie arbeiten, etwas verdienen dürfen. Und dazu gehören auch die Lehrlinge. Und da muß man entsteuern! (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Beifall bei den Freiheitlichen .
Das alles, bitte, wären Maßnahmen, die jetzt zu korrigieren sind. Wenn es Ihnen ernst ist mit der Lehrlingsausbildung, wenn es Ihnen ernst ist mit dem Schutz unserer zukünftigen Facharbeiter auf dem Arbeitsmarkt und mit der Eröffnung neuer Zukunftschancen, dann, meine Damen und Herren, werden Sie heute unserer Initiative zum Schutz des Mindestlohns für Lehrlinge zustimmen müssen. Ansonsten sind Sie unglaubwürdig. (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Abg. Koppler: Paß auf, Haider!
Zweitens wurde mir zum wiederholten Male unterstellt, daß ich Propagandist einer Nullohnrunde sei. (Abg. Koppler: Paß auf, Haider!) Ich habe vor einigen Wochen hier in diesem Haus im Rahmen einer Wortmeldung klargestellt (Abg. Koppler: Zuerst da reden, und dann paßt er nicht auf!) , daß ich nie einer Nullohnrunde das Wort geredet habe. Es ist auch in einigen Meldungen über die APA und ähnlichen Zeitungsagenturen die Richtigstellung gekommen.
Abg. Koppler: Zuerst da reden, und dann paßt er nicht auf!
Zweitens wurde mir zum wiederholten Male unterstellt, daß ich Propagandist einer Nullohnrunde sei. (Abg. Koppler: Paß auf, Haider!) Ich habe vor einigen Wochen hier in diesem Haus im Rahmen einer Wortmeldung klargestellt (Abg. Koppler: Zuerst da reden, und dann paßt er nicht auf!) , daß ich nie einer Nullohnrunde das Wort geredet habe. Es ist auch in einigen Meldungen über die APA und ähnlichen Zeitungsagenturen die Richtigstellung gekommen.
Abg. Dr. Haider: Zum Beispiel in der "Kleinen Zeitung"!
Ich fordere Sie auf, Herr Dr. Haider: Wenn Sie hier falsch zitieren, dann beweisen Sie mir, wo ich eine Nullohnrunde propagiert und wo ich einer Streichung des Überstundenzuschlages das Wort geredet habe. (Abg. Dr. Haider: Zum Beispiel in der "Kleinen Zeitung"!) Aber das ist halt Ihre Vorgangsweise, sich hier herauszustellen und die Unwahrheit zu sagen!
Beifall bei der SPÖ .
Zur Frage der Lehrlinge werde ich in meinem Debattenbeitrag Stellung nehmen. (Beifall bei der SPÖ .)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Ach, so ist das!
Das war eine wahrheitswidrige Zitierung, und das möchte ich hier klarstellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schwarzenberger: Ach, so ist das!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Annamirl!
Abgeordnete Annemarie Reitsamer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre günstig, wenn sich hier herinnen die Wogen wieder etwas glätten könnten. Ich habe aber jetzt gerade gehört: So ist er, der Haider. – Ja, so ist er! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Annamirl!) Herr Abgeordneter Haigermoser, Helmi! (Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider . – Abg. Haigermoser: Soll das eine Liebeserklärung sein?) Nein, um Gottes willen! (Heiterkeit.)
Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider . – Abg. Haigermoser: Soll das eine Liebeserklärung sein?
Abgeordnete Annemarie Reitsamer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre günstig, wenn sich hier herinnen die Wogen wieder etwas glätten könnten. Ich habe aber jetzt gerade gehört: So ist er, der Haider. – Ja, so ist er! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Annamirl!) Herr Abgeordneter Haigermoser, Helmi! (Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider . – Abg. Haigermoser: Soll das eine Liebeserklärung sein?) Nein, um Gottes willen! (Heiterkeit.)
Heiterkeit.
Abgeordnete Annemarie Reitsamer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es wäre günstig, wenn sich hier herinnen die Wogen wieder etwas glätten könnten. Ich habe aber jetzt gerade gehört: So ist er, der Haider. – Ja, so ist er! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Annamirl!) Herr Abgeordneter Haigermoser, Helmi! (Zwischenrufe des Abg. Dr. Haider . – Abg. Haigermoser: Soll das eine Liebeserklärung sein?) Nein, um Gottes willen! (Heiterkeit.)
Abg. Dr. Haider: Wie genau Sie meine Rede verfolgen!
Abgeordneter Haider hat jetzt eben hier erklärt, daß wir alles tun, um die Arbeitnehmer, um die Lehrlinge ihrer Rechte zu berauben. Gestern hat er etwas ganz anderes gesagt. (Abg. Dr. Haider: Wie genau Sie meine Rede verfolgen!) Bitte hören Sie aufmerksam zu: FPÖ-Obmann Jörg Haider sprach sich am Dienstag in einer Pressekonferenz dafür aus, als Mittel zur Überwindung der Wirtschaftskrise über den sinnvollen Verzicht auf Einrichtungen von Sozialleistungen nachzudenken. (Abg. Koppler: So ist er! – Abg. Mag. Stadler: Das war vorgestern! Heute ist Donnerstag!) Denn, so Haider, neben der Wirtschaft und der öffentlichen Hand sollten
Abg. Koppler: So ist er! – Abg. Mag. Stadler: Das war vorgestern! Heute ist Donnerstag!
Abgeordneter Haider hat jetzt eben hier erklärt, daß wir alles tun, um die Arbeitnehmer, um die Lehrlinge ihrer Rechte zu berauben. Gestern hat er etwas ganz anderes gesagt. (Abg. Dr. Haider: Wie genau Sie meine Rede verfolgen!) Bitte hören Sie aufmerksam zu: FPÖ-Obmann Jörg Haider sprach sich am Dienstag in einer Pressekonferenz dafür aus, als Mittel zur Überwindung der Wirtschaftskrise über den sinnvollen Verzicht auf Einrichtungen von Sozialleistungen nachzudenken. (Abg. Koppler: So ist er! – Abg. Mag. Stadler: Das war vorgestern! Heute ist Donnerstag!) Denn, so Haider, neben der Wirtschaft und der öffentlichen Hand sollten
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich würde den Österreicherinnen und Österreichern auch die Lektüre jenes Buches empfehlen, das der designierte Landeshauptmann von Salzburg hier im Parlament vorgestellt hat: "Ins Parlament, um es zu zerstören". Da ging es auch so zu, da werden Parallelen aufgezeigt, da hat man genauso gearbeitet. – Uns muß ich allerdings den Vorwurf machen, daß wir Sie zu wenig entlarven, wenn Sie hier Ihre Halbwahrheiten vorbringen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.
Es wird, was die Arbeitsmarktpolitik anlangt, ein Umdenken stattfinden müssen, denn freilich ist dieses Konsolidierungspaket mehr Sparprogramm denn Reformprogramm. Es wird an uns liegen, die kommenden Jahre für Strukturreformen zu nutzen. Wir werden Arbeit künftig anders organisieren, flexibilisieren und umverteilen müssen. Diese Veränderungen können aber selbstverständlich nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer und nicht ohne deren Mitwirkung an den Entscheidungen durchgezogen werden. (Beifall bei der SPÖ und beim Liberalen Forum.) Diese Verhandlungen müssen, meine Damen und Herren, auf Sozialpartnerebene geführt werden.
Abg. Marizzi: Weißt du, wann du das gesagt hast? – Im Jahr 1993! Im Jahr 1993 hast du das gesagt!
Es gab bei dieser Pressekonferenz keine einzige Aussage zu diesem Thema. Ich habe zum Thema EU-Regierungskampagne Stellung genommen, ich habe zum Thema Semperit Stellung genommen – ich kann all das zitieren –, und ich habe bei dieser Pressekonferenz massive Kritik an der Benzinpreiserhöhung getätigt. Ich habe ... (Abg. Marizzi: Weißt du, wann du das gesagt hast? – Im Jahr 1993! Im Jahr 1993 hast du das gesagt!)
Ruf bei der SPÖ: Aber gesagt hast du das!
Frau Kollegin Reitsamer hat gesagt: am Dienstag in der Pressekonferenz, und damit ist klar, daß sie hier vor dem Hohen Haus die Unwahrheit gesagt hat. (Ruf bei der SPÖ: Aber gesagt hast du das!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Wie immer!
Das war mein Text bei der Pressekonferenz. Die von der Frau Abgeordneten Reitsamer aufgestellte Behauptung ist daher absolut unrichtig! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Stadler: Wie immer!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist nicht ableitbar, daß es sich jetzt um eine Durststrecke handelt, die man solidarisch überwinden sollte, damit es zu einem neuen Anfang kommt, sondern es handelt sich – das wurde wirklich in dieser Woche in diesem Hause schon wiederholt gesagt; und ich wiederhole es bewußt – um ein Notprogramm, das gerade auch im sozialen Bereich eher Verzweiflung auslösen wird als Hoffnung. Und das ist deswegen wirklich unangenehm und geradezu beunruhigend, weil wir darauf angewiesen sind, daß die Menschen in diesem Land mit Optimismus mit uns gemeinsam an die Bewältigung dieser Probleme herangehen und nicht verzagt sind. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine daher, daß ein Tagesordnungspunkt wie der heutige soziale Teil des Strukturanpassungsgesetzes Gelegenheit sein sollte, sich nicht nur mit den Einzelheiten – ich komme dann schon auch noch auf ein paar besonders unangenehme Details zu sprechen – zu befassen, sondern auch eine Regierung, die glaubt, weil sie eine Zweidrittelmehrheit hat, könne sie selbstbewußt und übermütig sein, daran zu erinnern: Dieser Übermut wird nicht gut ausgehen, denn das, was hier vorgelegt wird, ist nicht innovativ, ist nicht reformatorisch, ist einfach nur ein Notprogramm! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Der Redner schenkt ein Glas Wasser ein. – Abg. Schwarzenberger: Wo bleibt der Applaus?
Da weiß ich mich auch mit dem Kollegen Mühlbachler eins, den ich hier zitieren darf: "Natürlich kann man nicht erwarten, daß in dieser kurzen Zeit die Geschichte fehlerlos vorübergegangen ist." – Also diese Beschreibung war ja noch sehr freundlich, denn die Fehlerlosigkeit, von der er hier meint, daß sie nicht möglich sei, ist die operative Fehlerlosigkeit in der sehr beschleunigten parlamentarischen Behandlung – um das einmal vorsichtig zu sagen; sehr beschleunigt, eigentlich fast nur noch pro-formahaften. Aber das Problem war: Es war ja schon das, was ins Parlament gekommen ist, nur ein Rohling. Das war kein ausformuliertes, nicht einmal ein schlecht ausformuliertes Gesetz – das war ein schlechtes Gesetz, und das war nicht ausformuliert. Daher hatten wir hauptsächlich deshalb auch so viele Änderungsanträge der Regierungsparteien – auch jetzt wieder –, denn das sind sozusagen redaktionelle Nachbesserungen, die bei einem normalen Gesetzwerdungsprozeß stattgefunden haben, bevor die Materie ins Hohe Haus kommt, nämlich von den Menschen gemacht wird, die den Entwurf entwickeln. (Der Redner schenkt ein Glas Wasser ein. – Abg. Schwarzenberger: Wo bleibt der Applaus?) Das ist nicht etwas, über das man sich freuen muß. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. – Abg. Mag. Barmüller: Wenn Sie es gut finden, dann applaudieren Sie! – Weitere Zwischenrufe.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. – Abg. Mag. Barmüller: Wenn Sie es gut finden, dann applaudieren Sie! – Weitere Zwischenrufe.
Da weiß ich mich auch mit dem Kollegen Mühlbachler eins, den ich hier zitieren darf: "Natürlich kann man nicht erwarten, daß in dieser kurzen Zeit die Geschichte fehlerlos vorübergegangen ist." – Also diese Beschreibung war ja noch sehr freundlich, denn die Fehlerlosigkeit, von der er hier meint, daß sie nicht möglich sei, ist die operative Fehlerlosigkeit in der sehr beschleunigten parlamentarischen Behandlung – um das einmal vorsichtig zu sagen; sehr beschleunigt, eigentlich fast nur noch pro-formahaften. Aber das Problem war: Es war ja schon das, was ins Parlament gekommen ist, nur ein Rohling. Das war kein ausformuliertes, nicht einmal ein schlecht ausformuliertes Gesetz – das war ein schlechtes Gesetz, und das war nicht ausformuliert. Daher hatten wir hauptsächlich deshalb auch so viele Änderungsanträge der Regierungsparteien – auch jetzt wieder –, denn das sind sozusagen redaktionelle Nachbesserungen, die bei einem normalen Gesetzwerdungsprozeß stattgefunden haben, bevor die Materie ins Hohe Haus kommt, nämlich von den Menschen gemacht wird, die den Entwurf entwickeln. (Der Redner schenkt ein Glas Wasser ein. – Abg. Schwarzenberger: Wo bleibt der Applaus?) Das ist nicht etwas, über das man sich freuen muß. (Zwischenruf der Abg. Dr. Schmidt. – Abg. Mag. Barmüller: Wenn Sie es gut finden, dann applaudieren Sie! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Kollege! Sie versuchen, hier etwas, was eigentlich, selbst wenn man sich mit mir einer Meinung weiß, überhaupt keinen Grund dazu gibt, mit Applaus zu belegen. Zu dem, was ich hier gesagt habe, kann man natürlich applaudieren – da haben Sie recht –, aber eigentlich gibt das überhaupt keinen Grund zu applaudieren. Man kann sich zwar als Opposition freuen, wenn man der Regierung nachweisen kann, was sie alles nicht gemacht hat, aber wenn man sich gleichzeitig Sorgen um die Republik macht, bleibt die echte Freude aus. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schieder: Nach der Theorie gäbe es keine Geschichtsprofessoren!
Manche geben es nicht zu, zum Beispiel Kollege Khol, der meint, man dürfe überhaupt nur reden, wenn man dabei war. Heute ist er nicht dabei – das ist für mich sehr angenehm; er wird über das, was ich heute hier sage, nach seiner eigenen Philosophie nicht sprechen können, da er eben der Meinung ist, man dürfe nur mitreden, wenn man selber ...(Abg. Schieder: Nach der Theorie gäbe es keine Geschichtsprofessoren!) Richtig, ich bedanke mich beim Kollegen Schieder. Außerdem ist das ein sehr interessanter Zugang zur Geschichte. Und wenn man Geschichtsschreibung ausschließlich auf lebende Zeitzeugen stützen kann, dann haben wir es ja bald überstanden – im übrigen auch die Zeit, die uns manchmal in diesem Haus noch beschäftigt, denn die letzten lebenden Zeitzeugen werden bald gestorben sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Manche geben es nicht zu, zum Beispiel Kollege Khol, der meint, man dürfe überhaupt nur reden, wenn man dabei war. Heute ist er nicht dabei – das ist für mich sehr angenehm; er wird über das, was ich heute hier sage, nach seiner eigenen Philosophie nicht sprechen können, da er eben der Meinung ist, man dürfe nur mitreden, wenn man selber ...(Abg. Schieder: Nach der Theorie gäbe es keine Geschichtsprofessoren!) Richtig, ich bedanke mich beim Kollegen Schieder. Außerdem ist das ein sehr interessanter Zugang zur Geschichte. Und wenn man Geschichtsschreibung ausschließlich auf lebende Zeitzeugen stützen kann, dann haben wir es ja bald überstanden – im übrigen auch die Zeit, die uns manchmal in diesem Haus noch beschäftigt, denn die letzten lebenden Zeitzeugen werden bald gestorben sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Kiss: Nein, nein! Bitte keine Unterstellungen!
Heute ist Kollege Khol kein Zeitzeuge, was vielleicht auch ein Hinweis auf sein Interesse an sozialen Problemen ist. (Abg. Kiss: Nein, nein! Bitte keine Unterstellungen!) "Vielleicht" habe ich gesagt. Vielleicht hat er eine wichtige andere Pflicht zu erfüllen, und vielleicht kann er durch die Häufung der Funktionen, die er wahrzunehmen hat, nicht überall gleichzeitig sein kann – auch möglich. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Kiss. )
Weitere Zwischenrufe des Abg. Kiss.
Heute ist Kollege Khol kein Zeitzeuge, was vielleicht auch ein Hinweis auf sein Interesse an sozialen Problemen ist. (Abg. Kiss: Nein, nein! Bitte keine Unterstellungen!) "Vielleicht" habe ich gesagt. Vielleicht hat er eine wichtige andere Pflicht zu erfüllen, und vielleicht kann er durch die Häufung der Funktionen, die er wahrzunehmen hat, nicht überall gleichzeitig sein kann – auch möglich. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Kiss. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich habe diese Fragestellung nicht thematisiert: Kollege Khol hat es gestern der Mühe wert gefunden, meinem Fraktionskollegen Firlinger vorzuwerfen, er möge schweigen, weil er bei einer bestimmten Sitzung nicht physisch anwesend war. – Das wird ihm erhalten bleiben, das wird mir immer wieder einmal einfallen, und daher werde ich es auch immer wieder erwähnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das ist eben auszudiskutieren, darüber wäre ein Konsens herzustellen. Daher ist man manchmal schon betrübt, wenn man sieht, daß man einen Vorschlag auf den Tisch legt, der ein Sparpotential von 7 Milliarden Schilling getragen hätte, dieser aber nicht – nicht einmal angesichts leerer Kassen – diskutiert wird. Nicht einmal dann setzt man sich an einen Tisch. Da ist offenbar entweder alles steckengeblieben im seinerzeit innovativen Entwurf der fünfziger Jahre – oder aber aus lauter Angst, es könnte eine Oppositionspartei einen innovativen Vorschlag gemacht haben, der im Lauf der Zeit vielleicht auch noch populär wird. Aus Brotneid sozusagen im politischen Wettbewerb wird das lieber nicht diskutiert – und das finde ich schade. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber das ist ein Element einer anderen Gesamtreform, die ansteht, nämlich die Gesamtreform der Altersversorgung, die selbstverständlich auch die Komponente der Eigenverantwortung im vollen Ausmaß aufzugreifen hat, indem man fragt: Was hat die Gesellschaft zu garantieren? – Die Gesellschaft hat die gute Sicherung der Existenz und einen Beitrag dafür zu garantieren, daß jemand in diesem System viele Jahre gezahlt hat. Das gibt eine gewisse Bandbreite von Mindest- und Höchstpensionen im sozialen Bereich – aber bitte nicht Pensionen für Sektionschefs zu Lasten des Sozialkontrakts, nicht Pensionen zum Beispiel für Mitarbeiter der Oesterreichischen Nationalbank – zu Lasten des Sozialkontraktes. Es kann das dort organisiert werden, wie immer man es will – solange es nicht zu Lasten der Gemeinschaft geht. Es darf nicht zum Nachteil der eigenen Leistungsfähigkeit gehen, daß sich jemand etwas selbst organisiert, durchaus auch im betrieblichen Rahmen und nicht nur als Einzelkämpfer im Sinne eines Sozial-Darwinismus des 19. Jahrhunderts. Wir Liberale denken auch in solidarischen Größen, aber Solidarität heißt für uns nicht unbedingt Unterwerfen unter den Staat, sondern das heißt auch, solidarisch gemeinsam organisieren – ohne auf den Staat zu warten. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Dann schaut man nach im Budget 1997, und was sieht man plötzlich? – Eine Zahlung des Bundes an die AMS von 4,7 Milliarden Schilling; Saldo 0,2. Die AMS wird also per Gesetz verpflichtet, an den Ausgleichsfonds der Träger der Pensionsversicherungen 4,9 Milliarden Schilling zu zahlen – die Begründung habe ich schon gebracht –, und der Bund zahlt an die AMS 4,7 Milliarden Schilling. Welches Erscheinungsbild gibt das? – Alle denken: Aha, sehr interessant, die Zuschüsse des Bundes für Pensionen sind gesunken, weil es gelungen ist, 4,9 Milliarden Schilling von der AMS zu bekommen. Da sagt man, das ist super, ein Erfolg. Die AMS bekommt 4,7 Milliarden aus dem Budget. Man denkt sich: Großartig, der Bund gibt 4,7 Milliarden zusätzlich für die Arbeitsmarktverwaltung im Sinne von Offensiven auf dem Arbeitsmarkt aus. – In Wirklichkeit ist das reine Bilanzverlängerung. Auf der einen Seite bekommt die AMS 4,7 Milliarden Schilling mehr, auf der anderen Seite transferiert sie 4,9 Milliarden Schilling zu den Pensionen. Erscheinungsbild: weniger Bundeszuschüsse zu den Pensionen, mehr Geld für die AMS, aber in Wirklichkeit ist der Saldo annähernd Null. Das ist nicht Budgetwahrheit, wie wir vom Liberalen Forum sie verstehen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum
Es gibt überhaupt keinen klassischeren Fall von Umgehung von Dienstnehmerrechten, wie das in diesem Fall der Kolporteure der Mediaprint geschieht. Es gibt keinen klassischeren Fall! Man müßte den fast in ein Lehrbuch schreiben. Ausgerechnet das nehmen Sie aus! Wir wissen, warum – und wir schämen uns dafür, daß sich immune, unabhängige, mit einem freien Mandat ausgestattete Mitglieder dieses Hohen Hauses dafür hergeben (Beifall beim Liberalen Forum) –: Wegen einer vielleicht etwas freundlicheren Presse, allerdings einer auflagenstarken – das gebe ich schon zu – machen Sie so einen Kniefall!
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich sage Ihnen: Sie machen einen schweren Fehler. Wenn Sie sich heute in solchen Fällen erpreßbar zeigen, sind Sie es morgen wieder. Es wird nicht Dank die Antwort sein, sondern Hohn, und zwar genau von diesen Zeitungen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Eine faire Auseinandersetzung mit den Medien ist ein fairer Umgang miteinander. Da kann es Kontroversen geben, und es kann auch unangenehm sein. Man kann als Politiker von den Medien sehr hart kritisiert werden, und umgekehrt kann man sich sehr pointiert dazu äußern. Aber wenn man zu Kreuze kriecht, hat man verloren. In diesem Punkt ist die Glaubwürdigkeit so zerstört, daß ich mich fast schon schäme. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Abgeordneter Dr. Gottfried Feurstein (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! In den Ausführungen meiner Vorredner ist bereits deutlich geworden, daß momentan die Situation auf dem Arbeitsmarkt das Hauptthema ist, mit dem sich das Sozialministerium, aber auch wir hier im Nationalrat auseinanderzusetzen haben. Es ist für uns ein wichtiges, primäres Anliegen, die Beschäftigungssituation in unserem Lande nachhaltig zu verbessern und die Arbeitsplätze zu sichern. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Dr. Haider das kritisiert, so tut es mir leid. – Wir stehen zu dieser aktiven Arbeitsmarktpolitik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. )
Abg. Mag. Peter: Das ist ein Schmarren! Das ist wirklich unglaublich! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum.
Wir sind dafür, daß Investitionsanreize geschaffen werden: Darum haben wir in dieser Woche beschlossen, daß der Investitionsfreibetrag ab 30. April 1996, also in der kommenden Woche, in zehn Tagen, von 9 Prozent auf 12 Prozent erhöht wird, damit Impulse entstehen, damit von der Wirtschaft mehr investiert wird. FPÖ, Grüne und Liberales Forum haben das abgelehnt im Ausschuß, meine Damen und Herren. Auch vergangenen Dienstag wurde das abgelehnt. (Abg. Mag. Peter: Das ist ein Schmarren! Das ist wirklich unglaublich! – Weitere Zwischenrufe beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Peter: Aber wir nicht!
Die Freiheitlichen haben das abgelehnt. (Abg. Mag. Peter: Aber wir nicht!) – Entschuldigung, dann nehme ich das zurück. Mag. Peter! Ich nehme das zurück. Das Liberale Forum war dafür. (Abg. Dr. Haider: Du redest so einen Schmarren!) Investitionsfreibetrag, Dr. Haider.
Abg. Dr. Haider: Du redest so einen Schmarren!
Die Freiheitlichen haben das abgelehnt. (Abg. Mag. Peter: Aber wir nicht!) – Entschuldigung, dann nehme ich das zurück. Mag. Peter! Ich nehme das zurück. Das Liberale Forum war dafür. (Abg. Dr. Haider: Du redest so einen Schmarren!) Investitionsfreibetrag, Dr. Haider.
Abg. Dr. Haider: Und ihr kürzt die Lehrlingsentschädigung! Eine "feine" Sache!
Dritter Punkt: Wir sind dafür, meine Damen und Herren, daß aufgrund der Prognosen des Institutes für Wirtschaftsforschung zusätzliche Mittel für die Arbeitslosenversicherung bereitgestellt werden. (Abg. Dr. Haider: Und ihr kürzt die Lehrlingsentschädigung! Eine "feine" Sache!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn sich Vizekanzler Dr. Schüssel, Wirtschaftsminister Ditz, Finanzminister Klima, Sozialminister Hums mehrmals in der Öffentlichkeit gemeldet haben, weil ihnen das Problem Arbeitsplatzsicherung ein wichtiges Anliegen ist, und das hier kritisiert wird, wie das heute früh geschehen ist, so empfinde ich das als eine Unerhörtheit. Sie alle zeigen ihr Anliegen, ihr Engagement, ihre Einsatzfreudigkeit, das Beschäftigungsproblem zu lösen, und dann wird das hier von Dr. Haider kritisiert. Das weise ich wirklich ganz entschieden zurück, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. )
Beifall bei der ÖVP.
Das alles sind Maßnahmen, die wir gesetzt haben, weil wir eben das Problem erkannt haben, weil wir im Grundsätzlichen damit übereinstimmen, was uns die Institute für Wirtschaftsforschung und was uns frühere Studien gesagt haben: In diesem Bereich sind Maßnahmen notwendig, und wir haben uns darum zu kümmern – und wir tun das auch ganz nachhaltig, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. )
Abg Dr. Kier: Das ist falsch!
Wenn vom Liberalen Forum kritisiert wurde, daß das Pflegegeld am 1. Jänner 1997 nicht erhöht werden kann, so möchte ich ganz klar sagen: Wo sind die Vorschläge des Liberalen Forums, die uns unterbreitet worden sind, die zum Gegenstand haben, daß Transferleistungen besteuert werden sollen? (Abg Dr. Kier: Das ist falsch!) Meine Damen und Herren! Überlegen Sie sich einmal, was wäre, wenn wir Transferleistungen in das Einkommen- und Lohnsteuersystem einbeziehen würden!
Beifall bei der ÖVP.
Ich meine, daß diese Maßnahme, die wir hier aufgrund der budgetären Situation gesetzt haben, notwendig ist. Eine Besteuerung von Transferleistungen in dieser Form, wie es hier vorgeschlagen wurde, wird von uns grundsätzlich abgelehnt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. )
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel.
Ich bedauere es, daß von manchen Politikern vor den Nationalratswahlen nicht klar und eindeutig informiert wurde und nicht klar und eindeutig die Dinge aufgezeigt wurden. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. ) Ich begrüße es aber, Frau Abgeordnete Mertel, daß die beiden Regierungsparteien nun gemeinsam Maßnahmen festgelegt haben, die drei Ziele verfolgen. Und um diese drei Ziele geht es uns, wenn wir nun dieses Strukturanpassungsgesetz im Sozialbereich heute beschließen werden.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wenn wir von einer Wende in der Sozialpolitik sprechen – und das tun wir; eine Wende in der Sozialpolitik ist notwendig –, so darf und wird von uns nicht die Frage nach der Berechtigung, nach der Notwendigkeit unseres Sozialstaates gestellt. Wir brauchen die soziale Sicherheit. Aber soziale Bedürfnisse sind im Jahre 1970, im Jahre 1980 oder im Jahre 1996 unterschiedlich zu bewältigen und zu lösen. Da gibt es keine einheitliche Regelung. (Beifall bei der ÖVP. )
Anhaltender Beifall bei der ÖVP.
Ein solches Sozialsystem wollen wir in Österreich sichern und erhalten. Und das tun wir mit unseren Maßnahmen, meine Damen und Herren! (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. )
Abg. Wurmitzer: Er schämt sich nicht mehr! – Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Abgeordneter Dr. Kier hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung gemeldet. – Ich erteile ihm das Wort und verweise auf die einschlägigen Bestimmungen der Geschäftsordnung. (Abg. Wurmitzer: Er schämt sich nicht mehr! – Heiterkeit.)
Abg. Rosemarie Bauer: Das ist mir aber neu!
Kollege Feurstein hat hier unter Beweis gestellt, daß das richtig ist, was ich sage, und gleichzeitig eine unrichtige Behauptung aufgestellt. Er hat nämlich bewiesen, daß er unsere Papiere nicht liest, indem er behauptet hat, wir hätten ein Modell zur Versteuerung von Familientransferzahlungen vorgelegt. Das beweist wirklich schlüssig, daß er unseren Vorschlag nicht gelesen hat, denn genau das Gegenteil ist der Fall. (Abg. Rosemarie Bauer: Das ist mir aber neu!)
Abg. Dr. Feurstein: Ich werde Ihnen ein Zitat aus früheren Reden zeigen!
Wir haben ein Modell vorgelegt, das vorsieht, daß die Familientransfers zur Gänze aus dem Steuerrecht herausgenommen werden. Das ist das exakte Gegenteil von dem, was Sie mir vorgeworfen haben. Herr Kollege Feurstein! Ich bitte Sie, das zur Kenntnis zu nehmen. Sie können sich darüber nicht hinwegsetzen, denn das ist schriftlich dokumentiert und auch in den Medien mehrfach dargelegt worden. (Abg. Dr. Feurstein: Ich werde Ihnen ein Zitat aus früheren Reden zeigen!) – Ich zitiere Ihnen auch nicht den Dollfuß, wenn ich die ÖVP beschreibe! (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wir haben ein Modell vorgelegt, das vorsieht, daß die Familientransfers zur Gänze aus dem Steuerrecht herausgenommen werden. Das ist das exakte Gegenteil von dem, was Sie mir vorgeworfen haben. Herr Kollege Feurstein! Ich bitte Sie, das zur Kenntnis zu nehmen. Sie können sich darüber nicht hinwegsetzen, denn das ist schriftlich dokumentiert und auch in den Medien mehrfach dargelegt worden. (Abg. Dr. Feurstein: Ich werde Ihnen ein Zitat aus früheren Reden zeigen!) – Ich zitiere Ihnen auch nicht den Dollfuß, wenn ich die ÖVP beschreibe! (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
4. mit 1. Juli 1996 die §§ 3 Abs. 3, 4 Abs. 3 Z 12 und Abs. 4, 5 Abs. 1 Z 2, 5a, 10 Abs. 2, 10a, 12 Abs. 1, 33 Abs. 3, 35, 36 Abs. 3, 42 Abs. 4, 44 Abs. 1 Z 1 und Abs. 6 lit. b, 44a, 45 Abs. 3, 49 Abs. 1, 51 Abs. 1, 2 und 5, 51a Abs. 3, 51b Abs. 3, 52 Abs. 2, 53 Abs. 3 lit. b, 55, 58 Abs. 3 bis 7, 59 Abs. 3, 64 Abs. 2, 66, 86 Abs. 3 Z 2, 100 Abs. 1 lit. c, 122 Abs. 2 Z 3" – und so weiter. (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Ich möchte derzeit nicht ein Arbeitsloser in dieser Republik sein müssen, wenn man weiß, daß man als Langzeitarbeitsloser in diesem Land keine Chance hat, eine Beschäftigung zu finden, wenn man weiß, daß man als schwer Vermittelbarer nur eines auf dem Arbeitsamt finden kann, nämlich die Bestimmtheit, drangsaliert zu werden, in bestimmte Beschäftigungen geschickt zu werden, die tatsächlich keine Perspektive bieten. Das sind dann die Hundstrümmerlaufräumer und ähnliche Beschäftigungen, die den Leuten angeboten werden – unter dem Aspekt, es wird gemeinnützige Arbeit betrieben. Das ist die Perspektive, die Sie Arbeitslosen derzeit in diesem Land offerieren. (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Edler: Die geringste Jugendarbeitslosigkeit!
Angesichts der Prognosedaten aus Deutschland kann man sagen, sogar die prognostizierte Verschlechterung des Worst-case-Szenario durch unsere Wirschaftsforschungsinstitute wird nicht halten, ist nicht haltbar. Wir werden noch weiter in den Keller rasseln – nicht nur mit den Konjunkturdaten, sondern auch mit den Beschäftigtendaten. Es wird noch schlimmer werden, aber die Regierung hat nichts anderes anzubieten, als sich auf die Schulter zu klopfen und zu sagen: Wir bieten das Maximum, das wir machen können, nämlich fast gar nichts im Bereich aktiver Arbeitsmarktpolitik. – Wir investieren im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik, Herr Minister, europaweit unter den entwickelten Industrieländern die wenigsten Mittel – auch in Bezug gesetzt zur Arbeitslosenrate. (Abg. Edler: Die geringste Jugendarbeitslosigkeit!)
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): ..., daß Sie keinen Abbau der Steuerbelastung erreichen werden. Aber eines werden Sie sicher erreichen, wenn Sie damit weitermachen: Sie werden nämlich den Sozialstaat in diesem Land tatsächlich ruinieren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Stadler: Wann war das? Wann war das?
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Abgeordneter Haider hat in Form einer tatsächlichen Berichtigung der Behauptung meiner Kollegin Reitsamer, er hätte in einer Pressekonferenz dem Sozialabbau das Wort geredet, widersprochen und hat wörtlich gesagt: Von mir gibt es keine Aussage bezüglich eines Sozialabbaues. – Das einzige, was in der tatsächlichen Berichtigung stimmt, ist, daß das nicht am Dienstag dieser Woche gewesen ist; Kollegin Reitsamer hat sich im Datum geirrt. Ich darf daher dem Langzeitgedächtnis des Herrn Haider und der FPÖ ein bißchen nachhelfen. Er nannte nämlich tatsächlich konkret in einer Pressekonferenz eine befristete Reduzierung der Urlaubsansprüche, eine Senkung des Arbeitslosengeldes und eine ebenfalls befristete Absetzung des zweiten Karenzjahres. (Abg. Mag. Stadler: Wann war das? Wann war das?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine schwache Partie!
Haider wörtlich: Wir sind in keinem Schlaraffenland. – Das ist die Antwort: APA 170, 15. Juni 1993, 11.59 Uhr. Wann er das gesagt hat, ist völlig Wurscht, gesagt hat er es: APA 170! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine schwache Partie!) Gesagt ist gesagt. Das Datum ist völlig nebensächlich. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Haider .) Ich habe auch feststellen können, wann ich zu den Anschuldigungen und Unterstellungen seitens der FPÖ betreffend Propaganda einer Nullohnrunde gesprochen habe. (Abg. Mag. Stadler: In der Hauptschule hat er noch etwas anderes gesagt!) Am 30. Jänner 1996 um 0.25 Uhr habe ich in einer Rede hier sehr ausführlich dazu Stellung genommen. Aber Herr Dr. Haider hat es wahrscheinlich nicht gehört, weil er um diese Zeit nie im Plenum anwesend ist. Er ist ja in den Abendstunden meistens nicht anwesend. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Um 0.25 Uhr war das!) – Aber vielleicht nehmen Sie es heute zur Kenntnis und hören mit diesen falschen Unterstellungen auf, oder Sie sind in der Lage, die Wahrheit zu beweisen!
Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Haider .
Haider wörtlich: Wir sind in keinem Schlaraffenland. – Das ist die Antwort: APA 170, 15. Juni 1993, 11.59 Uhr. Wann er das gesagt hat, ist völlig Wurscht, gesagt hat er es: APA 170! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine schwache Partie!) Gesagt ist gesagt. Das Datum ist völlig nebensächlich. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Haider .) Ich habe auch feststellen können, wann ich zu den Anschuldigungen und Unterstellungen seitens der FPÖ betreffend Propaganda einer Nullohnrunde gesprochen habe. (Abg. Mag. Stadler: In der Hauptschule hat er noch etwas anderes gesagt!) Am 30. Jänner 1996 um 0.25 Uhr habe ich in einer Rede hier sehr ausführlich dazu Stellung genommen. Aber Herr Dr. Haider hat es wahrscheinlich nicht gehört, weil er um diese Zeit nie im Plenum anwesend ist. Er ist ja in den Abendstunden meistens nicht anwesend. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Um 0.25 Uhr war das!) – Aber vielleicht nehmen Sie es heute zur Kenntnis und hören mit diesen falschen Unterstellungen auf, oder Sie sind in der Lage, die Wahrheit zu beweisen!
Abg. Mag. Stadler: In der Hauptschule hat er noch etwas anderes gesagt!
Haider wörtlich: Wir sind in keinem Schlaraffenland. – Das ist die Antwort: APA 170, 15. Juni 1993, 11.59 Uhr. Wann er das gesagt hat, ist völlig Wurscht, gesagt hat er es: APA 170! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine schwache Partie!) Gesagt ist gesagt. Das Datum ist völlig nebensächlich. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Haider .) Ich habe auch feststellen können, wann ich zu den Anschuldigungen und Unterstellungen seitens der FPÖ betreffend Propaganda einer Nullohnrunde gesprochen habe. (Abg. Mag. Stadler: In der Hauptschule hat er noch etwas anderes gesagt!) Am 30. Jänner 1996 um 0.25 Uhr habe ich in einer Rede hier sehr ausführlich dazu Stellung genommen. Aber Herr Dr. Haider hat es wahrscheinlich nicht gehört, weil er um diese Zeit nie im Plenum anwesend ist. Er ist ja in den Abendstunden meistens nicht anwesend. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Um 0.25 Uhr war das!) – Aber vielleicht nehmen Sie es heute zur Kenntnis und hören mit diesen falschen Unterstellungen auf, oder Sie sind in der Lage, die Wahrheit zu beweisen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Um 0.25 Uhr war das!
Haider wörtlich: Wir sind in keinem Schlaraffenland. – Das ist die Antwort: APA 170, 15. Juni 1993, 11.59 Uhr. Wann er das gesagt hat, ist völlig Wurscht, gesagt hat er es: APA 170! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das ist eine schwache Partie!) Gesagt ist gesagt. Das Datum ist völlig nebensächlich. (Zwischenrufe der Abg. Mag. Stadler und Dr. Haider .) Ich habe auch feststellen können, wann ich zu den Anschuldigungen und Unterstellungen seitens der FPÖ betreffend Propaganda einer Nullohnrunde gesprochen habe. (Abg. Mag. Stadler: In der Hauptschule hat er noch etwas anderes gesagt!) Am 30. Jänner 1996 um 0.25 Uhr habe ich in einer Rede hier sehr ausführlich dazu Stellung genommen. Aber Herr Dr. Haider hat es wahrscheinlich nicht gehört, weil er um diese Zeit nie im Plenum anwesend ist. Er ist ja in den Abendstunden meistens nicht anwesend. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Um 0.25 Uhr war das!) – Aber vielleicht nehmen Sie es heute zur Kenntnis und hören mit diesen falschen Unterstellungen auf, oder Sie sind in der Lage, die Wahrheit zu beweisen!
Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Es geht Ihnen ganz einfach darum, billige Arbeitskräfte noch billiger zu machen. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Frau Tichy-Schreder! Sie brauchen nicht den Kopf zu schütteln! (Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!) Schauen Sie sich die Praxis an! (Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!) Vom Metallgewerbe verstehe ich ein bißchen, und ich weiß, wenn eine Partie auf Montage gehen muß, dann ist der Lehrbub dabei und muß die Helferarbeiten et cetera verrichten. Aber der Kunde hat keinen Lehrlingssatz auf der Rechnung (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!), er bekommt in der Regel einen Helfersatz verrechnet. Wollten Sie für die Lehrlinge wirklich etwas tun, dann hätten Sie längst den Antrag (Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!) der Kollegen Verzetnitsch, Koppler und meiner Wenigkeit, der im Industrieausschuß liegt, annehmen können, in dem gefordert wird, jene Lehrwerkstätten, die in der Lage sind, qualifizierte Ausbildung zu leisten, weil sie Ausbilder und die Einrichtungen dazu haben, zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Es geht Ihnen ganz einfach darum, billige Arbeitskräfte noch billiger zu machen. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Frau Tichy-Schreder! Sie brauchen nicht den Kopf zu schütteln! (Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!) Schauen Sie sich die Praxis an! (Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!) Vom Metallgewerbe verstehe ich ein bißchen, und ich weiß, wenn eine Partie auf Montage gehen muß, dann ist der Lehrbub dabei und muß die Helferarbeiten et cetera verrichten. Aber der Kunde hat keinen Lehrlingssatz auf der Rechnung (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!), er bekommt in der Regel einen Helfersatz verrechnet. Wollten Sie für die Lehrlinge wirklich etwas tun, dann hätten Sie längst den Antrag (Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!) der Kollegen Verzetnitsch, Koppler und meiner Wenigkeit, der im Industrieausschuß liegt, annehmen können, in dem gefordert wird, jene Lehrwerkstätten, die in der Lage sind, qualifizierte Ausbildung zu leisten, weil sie Ausbilder und die Einrichtungen dazu haben, zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Es geht Ihnen ganz einfach darum, billige Arbeitskräfte noch billiger zu machen. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Frau Tichy-Schreder! Sie brauchen nicht den Kopf zu schütteln! (Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!) Schauen Sie sich die Praxis an! (Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!) Vom Metallgewerbe verstehe ich ein bißchen, und ich weiß, wenn eine Partie auf Montage gehen muß, dann ist der Lehrbub dabei und muß die Helferarbeiten et cetera verrichten. Aber der Kunde hat keinen Lehrlingssatz auf der Rechnung (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!), er bekommt in der Regel einen Helfersatz verrechnet. Wollten Sie für die Lehrlinge wirklich etwas tun, dann hätten Sie längst den Antrag (Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!) der Kollegen Verzetnitsch, Koppler und meiner Wenigkeit, der im Industrieausschuß liegt, annehmen können, in dem gefordert wird, jene Lehrwerkstätten, die in der Lage sind, qualifizierte Ausbildung zu leisten, weil sie Ausbilder und die Einrichtungen dazu haben, zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Es geht Ihnen ganz einfach darum, billige Arbeitskräfte noch billiger zu machen. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Frau Tichy-Schreder! Sie brauchen nicht den Kopf zu schütteln! (Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!) Schauen Sie sich die Praxis an! (Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!) Vom Metallgewerbe verstehe ich ein bißchen, und ich weiß, wenn eine Partie auf Montage gehen muß, dann ist der Lehrbub dabei und muß die Helferarbeiten et cetera verrichten. Aber der Kunde hat keinen Lehrlingssatz auf der Rechnung (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!), er bekommt in der Regel einen Helfersatz verrechnet. Wollten Sie für die Lehrlinge wirklich etwas tun, dann hätten Sie längst den Antrag (Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!) der Kollegen Verzetnitsch, Koppler und meiner Wenigkeit, der im Industrieausschuß liegt, annehmen können, in dem gefordert wird, jene Lehrwerkstätten, die in der Lage sind, qualifizierte Ausbildung zu leisten, weil sie Ausbilder und die Einrichtungen dazu haben, zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Es geht Ihnen ganz einfach darum, billige Arbeitskräfte noch billiger zu machen. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Frau Tichy-Schreder! Sie brauchen nicht den Kopf zu schütteln! (Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!) Schauen Sie sich die Praxis an! (Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!) Vom Metallgewerbe verstehe ich ein bißchen, und ich weiß, wenn eine Partie auf Montage gehen muß, dann ist der Lehrbub dabei und muß die Helferarbeiten et cetera verrichten. Aber der Kunde hat keinen Lehrlingssatz auf der Rechnung (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!), er bekommt in der Regel einen Helfersatz verrechnet. Wollten Sie für die Lehrlinge wirklich etwas tun, dann hätten Sie längst den Antrag (Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!) der Kollegen Verzetnitsch, Koppler und meiner Wenigkeit, der im Industrieausschuß liegt, annehmen können, in dem gefordert wird, jene Lehrwerkstätten, die in der Lage sind, qualifizierte Ausbildung zu leisten, weil sie Ausbilder und die Einrichtungen dazu haben, zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Es geht Ihnen ganz einfach darum, billige Arbeitskräfte noch billiger zu machen. (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt nicht!) Frau Tichy-Schreder! Sie brauchen nicht den Kopf zu schütteln! (Abg. Tichy-Schreder: Ich schüttle den Kopf! Freilich!) Schauen Sie sich die Praxis an! (Abg. Tichy-Schreder: Ich kenne sie!) Vom Metallgewerbe verstehe ich ein bißchen, und ich weiß, wenn eine Partie auf Montage gehen muß, dann ist der Lehrbub dabei und muß die Helferarbeiten et cetera verrichten. Aber der Kunde hat keinen Lehrlingssatz auf der Rechnung (Abg. Tichy-Schreder: Das stimmt auch nicht!), er bekommt in der Regel einen Helfersatz verrechnet. Wollten Sie für die Lehrlinge wirklich etwas tun, dann hätten Sie längst den Antrag (Abg. Mag. Stadler: Da hat er ausnahmsweise recht!) der Kollegen Verzetnitsch, Koppler und meiner Wenigkeit, der im Industrieausschuß liegt, annehmen können, in dem gefordert wird, jene Lehrwerkstätten, die in der Lage sind, qualifizierte Ausbildung zu leisten, weil sie Ausbilder und die Einrichtungen dazu haben, zu unterstützen. (Zwischenruf der Abg. Tichy-Schreder.)
Abg. Tichy-Schreder: Auf das warte ich schon sehr lange von Ihnen!
Ich gebe zu, wir haben derzeit wirtschaftlich schwierige Zeiten, meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Das bestreiten wir Gewerkschafter gar nicht, aber ich hätte mir gewünscht, irgendwann einmal etwas von Ihnen zu hören, was man tun könnte, Strukturbereinigungen, Innovationen et cetera. (Abg. Tichy-Schreder: Auf das warte ich schon sehr lange von Ihnen!) Aber was wir von Ihnen seit Wochen und Monaten hören, rufe ich Ihnen im Telegrammstil in Erinnerung – kommen Sie heraus und beweisen Sie mir, daß Sie irgendwann einmal etwas
Beifall bei der SPÖ.
Ja, da schreien Sie. Meine grundsätzliche Position brauche ich heute nicht zum x-ten Male zu wiederholen. Ich kann das schon selbst nicht mehr hören. Aber so, wie Sie sich das vorstellen, nämlich den Rechenstift zu nehmen und nur die Überstundenzuschläge zu streichen, wird es nicht gehen! Sagen Sie den Menschen doch klar und deutlich, Sie wollen keine Flexibilisierung, sondern Sie wollen ein Kostensenkungsprogramm – und verwenden das Zauberwort "Flexibilisierung"! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Des ehemaligen Auslandes?
Wenn das nicht geht, hören wir von Kündigungen, Verlagerungen der Produktionen in die Länder des ehemaligen Auslandes (Abg. Mag. Stadler: Des ehemaligen Auslandes?) – in die Länder des ehemaligen Ostblockes; das war ein Versprecher –, man hört neue Dinge. (Abg. Dr. Stummvoll: Können wir das verhindern?) Die Abfertigung sei überholt, antiquiert, das sollte man abschaffen. Das 13. und 14. Monatsgehalt, der Urlaubszuschuß, die Weihnachtsremuneration seien überholt, das sollte man weggeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das? Wer von der Wirtschaft sagt das?) – Es ist alles nachzulesen, beweisbar. (Abg. Dr. Stummvoll: Klima, ja!)
Abg. Dr. Stummvoll: Können wir das verhindern?
Wenn das nicht geht, hören wir von Kündigungen, Verlagerungen der Produktionen in die Länder des ehemaligen Auslandes (Abg. Mag. Stadler: Des ehemaligen Auslandes?) – in die Länder des ehemaligen Ostblockes; das war ein Versprecher –, man hört neue Dinge. (Abg. Dr. Stummvoll: Können wir das verhindern?) Die Abfertigung sei überholt, antiquiert, das sollte man abschaffen. Das 13. und 14. Monatsgehalt, der Urlaubszuschuß, die Weihnachtsremuneration seien überholt, das sollte man weggeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das? Wer von der Wirtschaft sagt das?) – Es ist alles nachzulesen, beweisbar. (Abg. Dr. Stummvoll: Klima, ja!)
Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das? Wer von der Wirtschaft sagt das?
Wenn das nicht geht, hören wir von Kündigungen, Verlagerungen der Produktionen in die Länder des ehemaligen Auslandes (Abg. Mag. Stadler: Des ehemaligen Auslandes?) – in die Länder des ehemaligen Ostblockes; das war ein Versprecher –, man hört neue Dinge. (Abg. Dr. Stummvoll: Können wir das verhindern?) Die Abfertigung sei überholt, antiquiert, das sollte man abschaffen. Das 13. und 14. Monatsgehalt, der Urlaubszuschuß, die Weihnachtsremuneration seien überholt, das sollte man weggeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das? Wer von der Wirtschaft sagt das?) – Es ist alles nachzulesen, beweisbar. (Abg. Dr. Stummvoll: Klima, ja!)
Abg. Dr. Stummvoll: Klima, ja!
Wenn das nicht geht, hören wir von Kündigungen, Verlagerungen der Produktionen in die Länder des ehemaligen Auslandes (Abg. Mag. Stadler: Des ehemaligen Auslandes?) – in die Länder des ehemaligen Ostblockes; das war ein Versprecher –, man hört neue Dinge. (Abg. Dr. Stummvoll: Können wir das verhindern?) Die Abfertigung sei überholt, antiquiert, das sollte man abschaffen. Das 13. und 14. Monatsgehalt, der Urlaubszuschuß, die Weihnachtsremuneration seien überholt, das sollte man weggeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Wer sagt das? Wer von der Wirtschaft sagt das?) – Es ist alles nachzulesen, beweisbar. (Abg. Dr. Stummvoll: Klima, ja!)
Abg. Dr. Khol: Und Sallmutter? Herr Kollege Nürnberger! Und Sallmutter? – Abg. Dr. Haider: Der ist von einer anderen Gewerkschaft als er!
Das können Sie alles nachlesen in einem "Kurier"-Artikel vom 28. Februar. Ein bekannter Wirtschaftsforscher, Abgeordneter Peter, Wirtschaftssprecher des Liberalen Forums, hat das bestätigt, er hat den 13. und 14. Monatsbezug ins Gespräch gebracht. All das ist gesagt worden. (Abg. Dr. Khol: Und Sallmutter? Herr Kollege Nürnberger! Und Sallmutter? – Abg. Dr. Haider: Der ist von einer anderen Gewerkschaft als er!)
Abg. Dr. Khol: Sagen Sie das Sallmutter und Klima! Hums ist in Ordnung!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Ich biete Ihnen jetzt zum wiederholten Male das Gespräch an (Abg. Dr. Khol: Sagen Sie das Sallmutter und Klima! Hums ist in Ordnung!), weil die Probleme, die wir derzeit haben, viel zu ernst sind – von den Lehrlingen bis hin zu den Beschäftigten –, daß wir in einen vernünftigen Dialog eintreten, daß wir vernünftige Gespräche führen, auch über die Frage der Flexibilisierung. Das habe ich schon einige Male gesagt, ich wiederhole mich. Allerdings: So wie Sie sich das vorstellen, mit einem reinen Kostensenkungsprogramm, so wird es nicht gehen. Wir müssen in einem fairen Gespräch neue Modelle schaffen. Ich könnte Ihnen zeigen, was in unserem Kollektivvertrag steht, welche Modelle es gibt. (Abg. Dr. Haider: Sallmutters Lohnverzicht gibt es nicht?!) Du mußt das, was Sallmutter sagt, genau lesen, da gibt es überhaupt keinen Lohnverzicht von Sallmutter. (Abg. Dr. Haider: Der von Ederer gilt nicht? Ederer ist niemand? – Abg. Mag. Stadler: Ederer zählt nicht!)
Abg. Dr. Haider: Sallmutters Lohnverzicht gibt es nicht?!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Ich biete Ihnen jetzt zum wiederholten Male das Gespräch an (Abg. Dr. Khol: Sagen Sie das Sallmutter und Klima! Hums ist in Ordnung!), weil die Probleme, die wir derzeit haben, viel zu ernst sind – von den Lehrlingen bis hin zu den Beschäftigten –, daß wir in einen vernünftigen Dialog eintreten, daß wir vernünftige Gespräche führen, auch über die Frage der Flexibilisierung. Das habe ich schon einige Male gesagt, ich wiederhole mich. Allerdings: So wie Sie sich das vorstellen, mit einem reinen Kostensenkungsprogramm, so wird es nicht gehen. Wir müssen in einem fairen Gespräch neue Modelle schaffen. Ich könnte Ihnen zeigen, was in unserem Kollektivvertrag steht, welche Modelle es gibt. (Abg. Dr. Haider: Sallmutters Lohnverzicht gibt es nicht?!) Du mußt das, was Sallmutter sagt, genau lesen, da gibt es überhaupt keinen Lohnverzicht von Sallmutter. (Abg. Dr. Haider: Der von Ederer gilt nicht? Ederer ist niemand? – Abg. Mag. Stadler: Ederer zählt nicht!)
Abg. Dr. Haider: Der von Ederer gilt nicht? Ederer ist niemand? – Abg. Mag. Stadler: Ederer zählt nicht!
Meine Damen und Herren von der Wirtschaft! Ich biete Ihnen jetzt zum wiederholten Male das Gespräch an (Abg. Dr. Khol: Sagen Sie das Sallmutter und Klima! Hums ist in Ordnung!), weil die Probleme, die wir derzeit haben, viel zu ernst sind – von den Lehrlingen bis hin zu den Beschäftigten –, daß wir in einen vernünftigen Dialog eintreten, daß wir vernünftige Gespräche führen, auch über die Frage der Flexibilisierung. Das habe ich schon einige Male gesagt, ich wiederhole mich. Allerdings: So wie Sie sich das vorstellen, mit einem reinen Kostensenkungsprogramm, so wird es nicht gehen. Wir müssen in einem fairen Gespräch neue Modelle schaffen. Ich könnte Ihnen zeigen, was in unserem Kollektivvertrag steht, welche Modelle es gibt. (Abg. Dr. Haider: Sallmutters Lohnverzicht gibt es nicht?!) Du mußt das, was Sallmutter sagt, genau lesen, da gibt es überhaupt keinen Lohnverzicht von Sallmutter. (Abg. Dr. Haider: Der von Ederer gilt nicht? Ederer ist niemand? – Abg. Mag. Stadler: Ederer zählt nicht!)
Abg. Koppler: Das ist der Vorsitzende der Metaller! – Abg. Mag. Stadler: Nur die Metaller zählen! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und Freiheitlichen.
Führen wir vernünftige Gespräche, deren Ergebnis sein muß, daß beide Vorteile haben müssen, die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer! (Abg. Koppler: Das ist der Vorsitzende der Metaller! – Abg. Mag. Stadler: Nur die Metaller zählen! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Kollektivvertragsabschlüsse, die es derzeit gibt, waren auch keine Nullohnrunden, daher wird es sie auch im Herbst für den großen Bereich der Industriebeschäftigten nicht geben. Keiner soll davon träumen, daß man bei der Lohnpolitik in Zukunft die Lehrlinge ausklammert. Sie werden mit ihre verdiente Lohnerhöhung bekommen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Sie werden immer weniger Lehrlinge haben! Wie ist die Zahl der Lehrplätze? Das müssen Sie auch sehen! Sie wollen das machen mit ...! –Abg. Nürnberger: Das ist die einzige Möglichkeit! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dolinschek. – Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. (Abg. Dr. Khol: Sie werden immer weniger Lehrlinge haben! Wie ist die Zahl der Lehrplätze? Das müssen Sie auch sehen! Sie wollen das machen mit ...! –Abg. Nürnberger: Das ist die einzige Möglichkeit! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und ÖVP.)
Abg. Koppler: Was kann ich dafür, wenn du am Wort bist?! Ich bitte um Entschuldigung, daß du am Wort bist!
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Koppler! Ich bin jetzt am Wort. Der Herr Präsident hat es mir erteilt. (Abg. Koppler: Was kann ich dafür, wenn du am Wort bist?! Ich bitte um Entschuldigung, daß du am Wort bist!) Du als Betriebsratsvorsitzender der VOEST-Mitarbeiter und Sozialpolitiker müßtest mir eigentlich zuhören, damit du etwas für die Zukunft lernst. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Rufe und Gegenrufe bei SPÖ, ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Rufe und Gegenrufe bei SPÖ, ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Koppler! Ich bin jetzt am Wort. Der Herr Präsident hat es mir erteilt. (Abg. Koppler: Was kann ich dafür, wenn du am Wort bist?! Ich bitte um Entschuldigung, daß du am Wort bist!) Du als Betriebsratsvorsitzender der VOEST-Mitarbeiter und Sozialpolitiker müßtest mir eigentlich zuhören, damit du etwas für die Zukunft lernst. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Anhaltende Rufe und Gegenrufe bei SPÖ, ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Sigi! Du bist kein Sozialsprecher! Streng dich nicht so an!
Herr Nürnberger geht. Ihm hätte ich auch einiges zu sagen, aber vielleicht kommt er noch einmal. – Kollegin Reitsamer kommt hier heraus und sagt, dieses Konsolidierungsprogramm der Bundesregierung zur Budgetsanierung ist... (Abg. Leikam: Sigi! Du bist kein Sozialsprecher! Streng dich nicht so an!) – Aber ich bin Arbeitnehmersprecher, Herr Kollege Leikam! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Herr Nürnberger geht. Ihm hätte ich auch einiges zu sagen, aber vielleicht kommt er noch einmal. – Kollegin Reitsamer kommt hier heraus und sagt, dieses Konsolidierungsprogramm der Bundesregierung zur Budgetsanierung ist... (Abg. Leikam: Sigi! Du bist kein Sozialsprecher! Streng dich nicht so an!) – Aber ich bin Arbeitnehmersprecher, Herr Kollege Leikam! (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Lieber Kollege Leikam! Schau dich einmal um in deinen Reihen! – Das soll die Sozialdemokratische Partei sein, mit so wenigen Abgeordneten? Zirka 18 Abgeordnete von 71 sind zum Thema Soziales im Saal anwesend! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Prognosen zeigen nach oben, natürlich, aber was macht man im Gegenzug? Beim Arbeitslosenversicherungsgesetz hat Dr. Feurstein beim Malus mitgestimmt. Dieser Malus ist nichts anderes als ein arbeitsplatzvernichtendes Instrument, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Aber auf dieses Spezialthema komme ich später noch zu sprechen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Nürnberger .
Herr Kollege Nürnberger kommt hier heraus und sagt, daß unser Bundesparteiobmann zum Karenzurlaub im Jahr 1993 gesagt hat, daß dieser befristet sein sollte. Das war seinerzeit im Zuge der Debatte um das zweite Karenzjahr, weil er gewußt hat, daß dieses zweite Karenzjahr nicht zu finanzieren ist. Das ist die Wahrheit – und nichts anderes! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Nürnberger .)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Zugabe!
Diese Karenzzeit ist ja von den ursprünglich zwei Jahren auf eineinhalb Jahre zusammengestrichen worden. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann man das wieder zusammenstreicht auf ein Jahr. Aber Herr Kollege Nürnberger ist ein Wiederholungstäter, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Zugabe!) Er hat bereits vor einem Jahr gesagt, eine Null-Lohnrunde wäre zu überlegen, wir sind gesprächsbereit; die Überstunden künftig mit einem Zeitausgleich abzugelten, dazu sei er auch gesprächsbereit. Und das hat er am 18. Jänner dieses Jahres im Wirtschaftsmagazin "Schilling" zum zweiten Mal bestätigt. (Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her! – Abg. Dr. Haider: Heute hat er es wieder bestritten!)
Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her! – Abg. Dr. Haider: Heute hat er es wieder bestritten!
Diese Karenzzeit ist ja von den ursprünglich zwei Jahren auf eineinhalb Jahre zusammengestrichen worden. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann man das wieder zusammenstreicht auf ein Jahr. Aber Herr Kollege Nürnberger ist ein Wiederholungstäter, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Zugabe!) Er hat bereits vor einem Jahr gesagt, eine Null-Lohnrunde wäre zu überlegen, wir sind gesprächsbereit; die Überstunden künftig mit einem Zeitausgleich abzugelten, dazu sei er auch gesprächsbereit. Und das hat er am 18. Jänner dieses Jahres im Wirtschaftsmagazin "Schilling" zum zweiten Mal bestätigt. (Abg. Mag. Stadler: Ah, da schau her! – Abg. Dr. Haider: Heute hat er es wieder bestritten!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Die ganze Kampagne, die gemacht wurde, um das Image des Lehrlings zu heben, hat nichts gebracht; die Kampagne "Karriere mit Lehre" hat überhaupt nichts gefruchtet. Wir haben einen Facharbeitermangel zu verzeichnen, und die Zahl der Lehrlinge ist auch rückläufig. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Steigen begriffen, weil der Lehrling heute ganz einfach auch ein Kostenfaktor geworden ist, sehr geehrte Damen und Herren. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Frau Kollegin, hören Sie mir zu, ich habe nicht so viel Zeit. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Abgeordnete ist Lehrerin, die weiß das nicht! – Abg. Dr. Mertel: Sie ist auch in der Wirtschaft tätig!)
Abg. Mag. Stadler: Die Frau Abgeordnete ist Lehrerin, die weiß das nicht! – Abg. Dr. Mertel: Sie ist auch in der Wirtschaft tätig!
Die ganze Kampagne, die gemacht wurde, um das Image des Lehrlings zu heben, hat nichts gebracht; die Kampagne "Karriere mit Lehre" hat überhaupt nichts gefruchtet. Wir haben einen Facharbeitermangel zu verzeichnen, und die Zahl der Lehrlinge ist auch rückläufig. Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Steigen begriffen, weil der Lehrling heute ganz einfach auch ein Kostenfaktor geworden ist, sehr geehrte Damen und Herren. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Frau Kollegin, hören Sie mir zu, ich habe nicht so viel Zeit. (Abg. Mag. Stadler: Die Frau Abgeordnete ist Lehrerin, die weiß das nicht! – Abg. Dr. Mertel: Sie ist auch in der Wirtschaft tätig!)
Beifall bei den Freiheitlichen! – Abg. Mag. Stadler: Jawohl!
Die Kommunalsteuer ist auch auf die Lehrlingsentschädigung ausgeweitet worden, und das ist natürlich ein Kostenfaktor. Das bedeutet eine Erhöhung der Lohnnebenkosten. Es ist eine Arbeitsplatzsteuer, durch die Lehrlingsstellen praktisch vernichtet werden! (Beifall bei den Freiheitlichen! – Abg. Mag. Stadler: Jawohl!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Nürnberger .
Sehr geehrte Damen und Herren! Aber was machen Sie von der Bundesregierung, von den Sozialpartnern und von der Koalition? – Sie wollen die Lehrlingsentschädigungen für ein oder zwei Jahre einfrieren, wie das die Bundeswirtschaftskammer fordert. Das wäre doch ein Wahnsinn! – Aber wenn Sie diesbezüglich Ihre Meinung geändert haben, liebe Kollegen vom Österreichischen Gewerkschaftsbund, dann haben Sie mich auf Ihrer Seite – ansonsten haben Sie mich zu Ihrem Gegner. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Nürnberger .) Herr Kollege Nürnberger! Sie wissen genausogut wie ich, daß es immer noch Unterschiede zwischen jenen Lehrlingen gibt, die dem Kollektivvertrag der Industrie unterstehen, und jenen, die dem Kollektivvertrag des Gewerbes unterliegen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber bisher waren in dieser Sache die Sozialpartner einfach überfordert. Wenn die Sozialpartner und die Bundesregierung auf eine flexible Arbeitszeit mit Zeitkontomodellen hinarbeiten, so bedeutet das geringeres Einkommen, und zwar durch Verlust der Mehrarbeitsabgeltung. Es gibt dann zwei Kategorien von Leuten: jene, die sich heute schon irgend etwas geschaffen haben und die auf Mehrarbeit und somit höhere Einkommen verzichten können, jene die von mir aus auf eine Erbschaft oder sonstige Unterstützung zurückgreifen können, und jene Leute, die im Aufbau begriffen sind, eine Familie gründen, ein Häuschen bauen, sich eine Eigentumswohnung anschaffen wollen. Sie werden durch solche Überlegungen, die ein geringeres Einkommen bescheren, besonders eingeschränkt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Echte Gewerkschafter!
Weil Sie so viel von Flexibilität reden, möchte ich Sie noch an folgendes erinnern: Wir haben bereits im Jahre 1991 einen Antrag zum Jugendbeschäftigungsgesetz eingebracht, der beinhaltet, daß Lehrlinge während der Sommerzeit um eine Stunde später anfangen und um eine Stunde später aufhören können. Sie haben diesen Antrag seinerzeit abgelehnt (Abg. Mag. Stadler: Echte Gewerkschafter!) – obwohl die Unterschrift des Betriebsrates und des Erziehungsberechtigten dabei maßgeblich ist: Nur wenn diese einverstanden sind, könnte das durchgeführt werden. – Nicht einmal das war möglich! Wissen Sie, was ich vor der ersten Ausschußberatung zur Antwort bekommen habe? – Ziehen Sie den Antrag zurück, die Sozialpartner haben noch nicht darüber beraten. Nach einem halben Jahr habe ich das im Sozialausschuß wieder eingefordert, und man hat diesen Antrag wieder mit derselben Aufforderung, ihn zurückzuziehen, abgelehnt. Nur: Auf den Sankt-Nimmerleins-Tag wollte ich die Behandlung dieses Antrag nicht verschieben lassen. (Abg. Mag. Stadler: Da mußten sie eine Villa für den Kanzler auf Marbella kaufen! Das war wichtiger, da haben sie einen Nutzungsvertrag abschließen müssen, damit er auf Urlaub gehen kann! – Abg. Dr. Haider: Um Gewerkschaftsgeld!) Dafür ist ja die Gewerkschaft bekannt, daß sie Gleiche und Gleichere kennt, keine Frage. Alles für ÖGB-Bosse, wenig für Arbeitnehmer und Lehrlinge: wie ein Penthouse als Dienstwohnung in Wien für den ÖGB-Präsidenten. Aber jene Leute, die er zu vertreten hätte, bleiben auf der Strecke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Da mußten sie eine Villa für den Kanzler auf Marbella kaufen! Das war wichtiger, da haben sie einen Nutzungsvertrag abschließen müssen, damit er auf Urlaub gehen kann! – Abg. Dr. Haider: Um Gewerkschaftsgeld!
Weil Sie so viel von Flexibilität reden, möchte ich Sie noch an folgendes erinnern: Wir haben bereits im Jahre 1991 einen Antrag zum Jugendbeschäftigungsgesetz eingebracht, der beinhaltet, daß Lehrlinge während der Sommerzeit um eine Stunde später anfangen und um eine Stunde später aufhören können. Sie haben diesen Antrag seinerzeit abgelehnt (Abg. Mag. Stadler: Echte Gewerkschafter!) – obwohl die Unterschrift des Betriebsrates und des Erziehungsberechtigten dabei maßgeblich ist: Nur wenn diese einverstanden sind, könnte das durchgeführt werden. – Nicht einmal das war möglich! Wissen Sie, was ich vor der ersten Ausschußberatung zur Antwort bekommen habe? – Ziehen Sie den Antrag zurück, die Sozialpartner haben noch nicht darüber beraten. Nach einem halben Jahr habe ich das im Sozialausschuß wieder eingefordert, und man hat diesen Antrag wieder mit derselben Aufforderung, ihn zurückzuziehen, abgelehnt. Nur: Auf den Sankt-Nimmerleins-Tag wollte ich die Behandlung dieses Antrag nicht verschieben lassen. (Abg. Mag. Stadler: Da mußten sie eine Villa für den Kanzler auf Marbella kaufen! Das war wichtiger, da haben sie einen Nutzungsvertrag abschließen müssen, damit er auf Urlaub gehen kann! – Abg. Dr. Haider: Um Gewerkschaftsgeld!) Dafür ist ja die Gewerkschaft bekannt, daß sie Gleiche und Gleichere kennt, keine Frage. Alles für ÖGB-Bosse, wenig für Arbeitnehmer und Lehrlinge: wie ein Penthouse als Dienstwohnung in Wien für den ÖGB-Präsidenten. Aber jene Leute, die er zu vertreten hätte, bleiben auf der Strecke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Weil Sie so viel von Flexibilität reden, möchte ich Sie noch an folgendes erinnern: Wir haben bereits im Jahre 1991 einen Antrag zum Jugendbeschäftigungsgesetz eingebracht, der beinhaltet, daß Lehrlinge während der Sommerzeit um eine Stunde später anfangen und um eine Stunde später aufhören können. Sie haben diesen Antrag seinerzeit abgelehnt (Abg. Mag. Stadler: Echte Gewerkschafter!) – obwohl die Unterschrift des Betriebsrates und des Erziehungsberechtigten dabei maßgeblich ist: Nur wenn diese einverstanden sind, könnte das durchgeführt werden. – Nicht einmal das war möglich! Wissen Sie, was ich vor der ersten Ausschußberatung zur Antwort bekommen habe? – Ziehen Sie den Antrag zurück, die Sozialpartner haben noch nicht darüber beraten. Nach einem halben Jahr habe ich das im Sozialausschuß wieder eingefordert, und man hat diesen Antrag wieder mit derselben Aufforderung, ihn zurückzuziehen, abgelehnt. Nur: Auf den Sankt-Nimmerleins-Tag wollte ich die Behandlung dieses Antrag nicht verschieben lassen. (Abg. Mag. Stadler: Da mußten sie eine Villa für den Kanzler auf Marbella kaufen! Das war wichtiger, da haben sie einen Nutzungsvertrag abschließen müssen, damit er auf Urlaub gehen kann! – Abg. Dr. Haider: Um Gewerkschaftsgeld!) Dafür ist ja die Gewerkschaft bekannt, daß sie Gleiche und Gleichere kennt, keine Frage. Alles für ÖGB-Bosse, wenig für Arbeitnehmer und Lehrlinge: wie ein Penthouse als Dienstwohnung in Wien für den ÖGB-Präsidenten. Aber jene Leute, die er zu vertreten hätte, bleiben auf der Strecke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Feurstein: Sind Sie gegen Abfertigungen?
Anhand eines Beispieles möchte ich Ihnen das erläutern: Da gibt es einen 40jährigen Arbeitnehmer, der in einem Betrieb eingestellt wird. Er wird 49 Jahre alt. Der Arbeitgeber weiß: Wenn er noch ein Jahr lang in diesem Betrieb beschäftigt ist, ist erstens einmal ein höherer Abfertigungsanspruch fällig, weil es einen Stufensprung von einem Monatsentgelt zusätzlich gibt (Abg. Dr. Feurstein: Sind Sie gegen Abfertigungen?), und weiters gibt es den Malus. Wenn der Arbeitgeber ihn – angenommen – erst nach 15 Jahren kündigt, mit 55 Jahren, dann hat der Betrieb einen Malus von einem Monatsentgelt und drei Monatsentgelte an Abfertigung mehr zu bezahlen, als wenn er diesen Arbeitnehmer mit 49 Jahren kündigt. – Das ist ein Grund dafür, daß ältere Arbeitnehmer weiterhin aus den Betrieben gedrängt und dann arbeitslos werden.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Abgeordneter Dr. Feurstein! Das ist aber noch nicht alles. Jetzt kommt mit den neuen Änderungen im Art. 23, § 15 Arbeitslosenversicherungsgesetz, wonach die Verlängerung der Rahmenfristen auf drei Jahre beschränkt ist, folgendes hinzu: Wenn dieser 49jährige selbständig wird, drei Jahre lang selbständig bleibt und aufgrund irgendwelcher wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Konkurs gerät, dann hat er keine Möglichkeit mehr, Arbeitslosengeld zu beziehen, obwohl er vorher diese Anwartschaft erfüllt hätte, immer eingezahlt hat und nie stempeln gegangen ist. Er bekommt auch keine Notstandshilfe, sondern ist dann eben Sozialhilfeempfänger. Er kann aber auch nicht in Pension gehen. Das geht auch nicht, denn dann müßte er bis zum 60. Lebensjahr warten. Er würde praktisch von 52 1/2 Lebensjahren 7 1/2 Jahre lang Sozialhilfeempfänger sein, erst dann könnte er mit 60 in die Pension gehen. – Das ist die Auswirkung Ihrer Politik, die Sie mit solchen Gesetzen betreiben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Dr. Feurstein! Für mich war schon bei den Budgetberatungen im Sozialausschuß folgendes interessant: Im Plenum ist das Arbeitslosenversicherungsgesetz am 20. März beschlossen worden, aber am 27. März wurde im Budgetausschuß das Kapitel Soziales behandelt, und da hat Herr Kollege Stummvoll zum Herrn Sozialminister gemeint, dieser Malus müßte eigentlich korrigiert werden. – Jetzt sehen Sie, wie weit Sie denken, wenn Sie ein Gesetz beschließen: nicht einmal 14 Tage! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da ist keine Rede mehr von den Besserverdienenden, die beim 13. und 14. Monatsgehalt stärker besteuert werden sollen. Das alles trifft die große Masse, den Durchschnittsbürger, die Arbeitnehmer in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aufgrund der Regelungen bei den Sonderausgaben, die rückwirkend ab 1. Jänner 1996 wirksam werden, können die Steuerpflichtigen nur mehr die Hälfte davon abschreiben. Das heißt, wenn jemand bisher 40 000 S eingebracht hat – egal, ob in Versicherung, oder aufgrund anderer Maßnahmen, sei es durch Häuselbauen, den Erwerb einer Eigentumswohnung und ähnlichem –, so wird das um die Hälfte reduziert. Er bekommt nicht mehr 20 000 S gutgeschrieben, sondern nur mehr 10 000 S. Das trifft natürlich jene, die eine Familie gründen, die sich gerade eine Existenz aufbauen. Das trifft zu sowohl bei den Sonderausgaben, bei den Freibeträgen, beim Absetzbetrag als auch bei der Bausparprämie, die ebenfalls von 8 auf 5 Prozent gekürzt wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Nicht zu erwähnen vergessen möchte ich da noch die Kapitalertragssteuer, die man erst vor rund zwei Jahren um 12 Prozent, nämlich von 10 auf 22 Prozent, erhöht hat. Sie wird nun wiederum – von 22 auf 25 Prozent! – erhöht. Das alles betrifft Personen, die kein Vermögen haben, sondern die arbeiten und das Geld ausgeben, damit sie eben leben können. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Edler: Das macht schon der Wiener Bürgermeister! Da sind Sie schon zu spät!
Weiters die Doppelmaut, die vor allem die Kärntner, die Steirer, die Tiroler enorm belastet, dort gibt es sehr viele Pendler. Es ist unverständlich, eine Vignette einzuführen – und so eine Doppelmaut zu kassieren! (Abg. Edler: Das macht schon der Wiener Bürgermeister! Da sind Sie schon zu spät!) Wenn schon Vignette, dann aber auch für jene Mautstrecken, die heute schon mit Maut belastet sind. Denn diese Doppelmaut ist nichts anderes als ein geradezu klassisches Beispiel für eine kurzfristige Geldbeschaffung – und sonst überhaupt nichts. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters die Doppelmaut, die vor allem die Kärntner, die Steirer, die Tiroler enorm belastet, dort gibt es sehr viele Pendler. Es ist unverständlich, eine Vignette einzuführen – und so eine Doppelmaut zu kassieren! (Abg. Edler: Das macht schon der Wiener Bürgermeister! Da sind Sie schon zu spät!) Wenn schon Vignette, dann aber auch für jene Mautstrecken, die heute schon mit Maut belastet sind. Denn diese Doppelmaut ist nichts anderes als ein geradezu klassisches Beispiel für eine kurzfristige Geldbeschaffung – und sonst überhaupt nichts. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dann gibt es noch den großen Unterschied bei Pendlern, und zwar bei jenen, bei denen Firmensitz und Arbeitsplatz identisch sind. Die bekommen von den Arbeiterkammern – das gebe ich zu – etwas rückvergütet. Aber was ist mit jenen, bei denen Firmensitz und Arbeitsplatz nicht identisch sind, sondern wo die Beschäftigten etwa zu einer Baustelle fahren? Sie fahren aber immer wieder auf eine andere Baustelle. – Diese Leute bekommen nichts zurück. Da könnte die Arbeiterkammer, Frau Kollegin Hostasch, doch ein bißchen Herz zeigen und auch diese Pendler miteinbeziehen. Ich appelliere da ganz besonders an Sie. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Für die Villa in Marbella, für die ist er zuständig! – Abg. Dr. Haider: Ja, für die Villa in Marbella!
Abgeordneter Rudolf Nürnberger (SPÖ): Danke, Herr Präsident! – Der Abgeordnete Dolinschek hat behauptet, ich würde dafür eintreten, Überstundenzuschläge durch Zeitausgleich abzugelten. – Das ist unrichtig. Ich kann dafür nicht eintreten, weil ich immer nur für jenen Bereich gesprochen habe, für den ich zuständig bin. (Abg. Mag. Stadler: Für die Villa in Marbella, für die ist er zuständig! – Abg. Dr. Haider: Ja, für die Villa in Marbella!)
Abg. Dr. Haider: Das habe ich ja gesagt!
Des weiteren muß ich berichtigen, daß das Zitat aus dem "Schilling"-Interview nur teilweise wiedergegeben wurde, denn das wichtigste dort war – ich zitiere –: "Wenn es nachvollziehbare Garantien für die Sicherung und die Schaffung von Arbeitsplätzen gibt, dann brauchen wir große Phantasie." (Abg. Dr. Haider: Das habe ich ja gesagt!) Zu dieser Phantasie bekenne ich mich.
Beifall bei der SPÖ . – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Was soll das?
Herr Abgeordneter Dolinschek! Wenn Sie sich so großspurig als Arbeitnehmervertreter bezeichnen, wäre es gut, wenn Sie in einen Kollektivvertrag hineinschauen und einmal lesen würden, was da drinsteht. (Beifall bei der SPÖ . – Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Was soll das?)
Abg. Dr. Haider: Jetzt kommt wieder eine tatsächliche Berichtigung, aber als De-facto-Beitrag!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort gemeldet ist nun Abgeordneter Donabauer. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Haider: Jetzt kommt wieder eine tatsächliche Berichtigung, aber als De-facto-Beitrag!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Oder: Er hat hier von Krankenhausfinanzierung und gleichzeitig vom Krankengeld geredet. – Kollege: ideenlos, daneben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dolinschek: Aber ja!
Wenn er von Privilegien der Sozialversicherung redet, hat er nicht ganz unrecht: Jawohl, es gibt dort gewisse Sonderregelungen – die gibt es auch woanders im Leben, in der Wirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung –, aber wenn Sie von Abfertigung reden, Herr Kollege Dolinschek, dann wissen Sie offensichtlich wieder nicht, wovon Sie reden, denn dort gibt es keine Abfertigung (Abg. Dolinschek: Aber ja!) – aber Herr Dolinschek, das weiß ich doch besser als Sie –, sondern dort gibt es eine Art betriebliche Alterssicherung. Darüber brauchen wir nicht zu streiten. (Abg. Mag. Stadler: Natürlich wissen Sie das besser! Beim Kassieren sind Sie kompetent!) Ich verteidige nicht alles, lieber Kollege Stadler, nehmen Sie aber zur Kenntnis, daß Unrichtigkeiten klargestellt werden müssen. (Beifall bei der ÖVP .)
Abg. Mag. Stadler: Natürlich wissen Sie das besser! Beim Kassieren sind Sie kompetent!
Wenn er von Privilegien der Sozialversicherung redet, hat er nicht ganz unrecht: Jawohl, es gibt dort gewisse Sonderregelungen – die gibt es auch woanders im Leben, in der Wirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung –, aber wenn Sie von Abfertigung reden, Herr Kollege Dolinschek, dann wissen Sie offensichtlich wieder nicht, wovon Sie reden, denn dort gibt es keine Abfertigung (Abg. Dolinschek: Aber ja!) – aber Herr Dolinschek, das weiß ich doch besser als Sie –, sondern dort gibt es eine Art betriebliche Alterssicherung. Darüber brauchen wir nicht zu streiten. (Abg. Mag. Stadler: Natürlich wissen Sie das besser! Beim Kassieren sind Sie kompetent!) Ich verteidige nicht alles, lieber Kollege Stadler, nehmen Sie aber zur Kenntnis, daß Unrichtigkeiten klargestellt werden müssen. (Beifall bei der ÖVP .)
Beifall bei der ÖVP .
Wenn er von Privilegien der Sozialversicherung redet, hat er nicht ganz unrecht: Jawohl, es gibt dort gewisse Sonderregelungen – die gibt es auch woanders im Leben, in der Wirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung –, aber wenn Sie von Abfertigung reden, Herr Kollege Dolinschek, dann wissen Sie offensichtlich wieder nicht, wovon Sie reden, denn dort gibt es keine Abfertigung (Abg. Dolinschek: Aber ja!) – aber Herr Dolinschek, das weiß ich doch besser als Sie –, sondern dort gibt es eine Art betriebliche Alterssicherung. Darüber brauchen wir nicht zu streiten. (Abg. Mag. Stadler: Natürlich wissen Sie das besser! Beim Kassieren sind Sie kompetent!) Ich verteidige nicht alles, lieber Kollege Stadler, nehmen Sie aber zur Kenntnis, daß Unrichtigkeiten klargestellt werden müssen. (Beifall bei der ÖVP .)
Abg. Mag. Stadler: Haben Sie gelesen, was die Rohrer über Sie geschrieben hat? Die hat keine sehr hohe Meinung von Ihnen!
Meine Damen und Herren! Worum geht es? – Es geht erstens darum, daß wir im Krankenversicherungsbereich danach trachten müssen, mit dem Problem Kosten fertigzuwerden. (Abg. Mag. Stadler: Haben Sie gelesen, was die Rohrer über Sie geschrieben hat? Die hat keine sehr hohe Meinung von Ihnen!) Durch die Änderung der Wirtschaftslage haben wir Beitragsrückgänge, gleichzeitig jedoch höhere Aufwendungen. Mit der Änderung der Krankenhausfinanzierung alleine werden wir diese Fragen jedoch nicht bewältigen. Wir brauchen mehr Eigenvorsorge, wir brauchen mehr Eigenverantwortung – und wir brauchen auch mehr Prävention.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ .
Wir haben gestern ausführlich und lange darüber gesprochen; wir werden diese Gespräche auch fortsetzen. Wir werden konkrete Vorschläge einbringen, die dem entsprechen, was wir mit unserer politischen Verantwortung letzten Endes in Einklang bringen können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ .)
Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt das Geheimnis!
Daß man damit nicht nur helle Freude in dieser Republik ernten kann, muß jedem klar sein, aber wir haben verantwortungsbewußt Konzepte und Gesetze vorgelegt, die nicht nur, wie Sie es manchmal darstellen, für alle eine Strafe sind. Das Geheimnis ist: Wir arbeiten daran, daß das langfristig finanzierbar bleibt. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt das Geheimnis!) Das ist es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ . – Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes! – Abg. Haigermoser: Ein kleines, süßes Geheimnis!) Dazu fehlt Ihnen einfach das Wissen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ . – Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes! – Abg. Haigermoser: Ein kleines, süßes Geheimnis!
Daß man damit nicht nur helle Freude in dieser Republik ernten kann, muß jedem klar sein, aber wir haben verantwortungsbewußt Konzepte und Gesetze vorgelegt, die nicht nur, wie Sie es manchmal darstellen, für alle eine Strafe sind. Das Geheimnis ist: Wir arbeiten daran, daß das langfristig finanzierbar bleibt. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt kommt das Geheimnis!) Das ist es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ . – Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes! – Abg. Haigermoser: Ein kleines, süßes Geheimnis!) Dazu fehlt Ihnen einfach das Wissen.
Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!
Wir haben mit dem Bonus-Malus-System im Pensionssystem dafür gesorgt, daß das Eintreten in die Frühpension nicht mehr so attraktiv ist, meine Herren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!) Es wäre vielleicht besser, wenn Sie schon bald in Pension gingen, damit Sie da weniger stören. Das wäre gar nicht so schlecht. (Beifall bei der ÖVP . – Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!) Jawohl.
Beifall bei der ÖVP . – Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!
Wir haben mit dem Bonus-Malus-System im Pensionssystem dafür gesorgt, daß das Eintreten in die Frühpension nicht mehr so attraktiv ist, meine Herren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!) Es wäre vielleicht besser, wenn Sie schon bald in Pension gingen, damit Sie da weniger stören. Das wäre gar nicht so schlecht. (Beifall bei der ÖVP . – Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!) Jawohl.
Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!
Wir haben auch harte Auflagen auf uns genommen. Gerade die gewerbliche Wirtschaft, gerade die Bauern spüren dieses Strukturanpassungsgesetz und haben auch eine Beitragsbelastung hinnehmen müssen – sagen wir auch das –, damit wir unsere Systeme nachhaltig sichern können. Das ist verantwortungsvolle Politik (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!) – und nicht eine leichtfertige Plauderei, wie Sie sie da manchmal einbringen wollen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen. Damit können Sie bei uns nicht landen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben auch harte Auflagen auf uns genommen. Gerade die gewerbliche Wirtschaft, gerade die Bauern spüren dieses Strukturanpassungsgesetz und haben auch eine Beitragsbelastung hinnehmen müssen – sagen wir auch das –, damit wir unsere Systeme nachhaltig sichern können. Das ist verantwortungsvolle Politik (Abg. Mag. Stadler: Das ist das Geheimnis des Strukturanpassungsgesetzes!) – und nicht eine leichtfertige Plauderei, wie Sie sie da manchmal einbringen wollen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen. Damit können Sie bei uns nicht landen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Richtig! So ist es!
Wenn Sie darüber jammern, daß wir beim Pflegegeld Veränderungen vornehmen, dann zeigen Sie mir bitte ein Land in Europa, ein Land auf der Welt, das ein Pflegegeldsystem von dieser Qualität hat, wie das bei uns der Fall ist! (Abg. Dr. Khol: Richtig! So ist es!) Zeigen Sie mir eines! – Sehen Sie, keines können Sie mir nennen. (Beifall bei der ÖVP .)
Beifall bei der ÖVP .
Wenn Sie darüber jammern, daß wir beim Pflegegeld Veränderungen vornehmen, dann zeigen Sie mir bitte ein Land in Europa, ein Land auf der Welt, das ein Pflegegeldsystem von dieser Qualität hat, wie das bei uns der Fall ist! (Abg. Dr. Khol: Richtig! So ist es!) Zeigen Sie mir eines! – Sehen Sie, keines können Sie mir nennen. (Beifall bei der ÖVP .)
Beifall bei der ÖVP .
Wenn wir jetzt dazu übergehen, das Pflegegeld anlaßbezogen auszuzahlen, also etwa bei Spitalsaufenthalt eben nicht mehr zu zahlen, so ist das keine Fehlentscheidung, sondern eine höchst notwendige und richtige Entscheidung. Haben Sie den Mut, auch einmal gute Dinge anzuerkennen und mitzutragen! Das wäre nämlich richtig. (Beifall bei der ÖVP .)
Abg. Mag. Stadler: Vor 40 Jahren hat er das gesagt?
Es wird uns auch gelingen, den Generationenvertrag abzusichern, jenen Generationenvertrag, der letzten Endes die Grundlage aller Sozialleistungen darstellt. Ein großer Politiker Österreichs hat vor 40 Jahren gesagt: Soziale Sicherheit ist die Grundfeste der Demokratie. Und deshalb arbeiten wir daran: Damit soziale Sicherheit auch in Zukunft gewährleistet beziehungsweise gesichert ist. (Abg. Mag. Stadler: Vor 40 Jahren hat er das gesagt?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es geht auch darum, durch dieses Strukturanpassungsgesetz die Nachhaltigkeit der Systeme abzusichern. Das ist der richtige Weg, und deshalb geben wir auch die Zustimmung. Und wenn Sie es noch immer nicht begriffen haben: Sie haben noch bis zum Nachmittag Zeit zum Nachdenken. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Was war das dann?
Mit einem gewissen Dank darf ich hier feststellen, daß in der bisherigen Debatte von keiner einzigen Seite – auch von der Opposition nicht – wirklich gravierende Kritik vorgebracht wurde. (Abg. Mag. Stadler: Was war das dann?) Es wurde eine Reihe von Themen behandelt, aber ich sehe keinen einzigen Punkt, wo Sie zu diesem Gesetz entscheidende, begründete Änderungen vorgeschlagen hätten, und zwar in der Weise begründet, daß sie sozial verträglich und verständlich sind und die Finanzierbarkeit sichern. (Abg. Mag. Stadler: Das war wahrscheinlich ein Lob!)
Abg. Mag. Stadler: Das war wahrscheinlich ein Lob!
Mit einem gewissen Dank darf ich hier feststellen, daß in der bisherigen Debatte von keiner einzigen Seite – auch von der Opposition nicht – wirklich gravierende Kritik vorgebracht wurde. (Abg. Mag. Stadler: Was war das dann?) Es wurde eine Reihe von Themen behandelt, aber ich sehe keinen einzigen Punkt, wo Sie zu diesem Gesetz entscheidende, begründete Änderungen vorgeschlagen hätten, und zwar in der Weise begründet, daß sie sozial verträglich und verständlich sind und die Finanzierbarkeit sichern. (Abg. Mag. Stadler: Das war wahrscheinlich ein Lob!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
In einem muß ich allen recht geben – und das ist ja von Beginn an das Ziel der Regierung gewesen –: Die internationale Wirtschaftsentwicklung wird uns auch in nächster Zukunft beschäftigen. Es werden wahrscheinlich nicht nur für die nächsten Monate, sondern für die nächsten Jahre die Probleme der Wirtschaftsentwicklung und damit die Probleme der Beschäftigungssicherung und das Problem der Schaffung neuer Arbeitsplätze im Vordergrund stehen. Das ist die größte Herausforderung, und daher war und ist es richtig, in verschiedenen Bereichen Korrekturen durchzuführen, gleichzeitig aber vorzusehen, daß für die aktive Arbeitsmarktpolitik, daß für die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht weniger, sondern mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wenn ich den Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik, die zu meinem Ressort gehört, betrachte, kann ich sagen: Es waren im Vorjahr etwas über 5 Milliarden Schilling. Für das heurige Jahr sind zusätzlich – mit den Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds – für die aktive Arbeitsmarktpolitik mehr als 6,5 Milliarden Schilling vorgesehen: Wir werden diese Mittel auch brauchen, wobei die Hauptschwergewichte darin liegen werden, daß wir in erster Linie natürlich danach trachten werden, der Jugend Beschäftigung zu sichern. Österreich hat die niedrigste Jugendarbeitslosenrate in ganz Europa – und das muß so bleiben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Böhacker: Das hören wir seit Jahren! Warum haben wir dann 300 000 Arbeitslose? – Abg. Leikam – zu Abg. Böhacker –: Keine Ahnung! Alles nur Blabla!
Deshalb haben wir – lange bevor Herr Dr. Haider das hier thematisiert hat – das Problem der Jugendbeschäftigung auch in der Regierung und mit den Sozialpartnern behandelt. Unser vorrangiges Ziel wird es heuer sein, im Hinblick auf die Jugend und auf die Qualität und Zukunft der österreichischen Facharbeiter dafür zu sorgen, daß wir den jungen Menschen, wie es auch bisher in all den Jahren der Fall gewesen ist, Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Böhacker: Das hören wir seit Jahren! Warum haben wir dann 300 000 Arbeitslose? – Abg. Leikam – zu Abg. Böhacker –: Keine Ahnung! Alles nur Blabla!)
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Feurstein .
Das haben wir bereits mehrfach erklärt, und wir haben auch bewiesen, daß das funktioniert. Ich möchte nur einige Beispiele nennen: Wir geben im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik mehr als 200 Millionen Schilling für die Jugend aus, damit sie entsprechend beraten wird, damit zusätzliche Qualifikationsmaßnahmen gesetzt werden können. Weiters haben wir heuer in einer neuen Aktion, gemeinsam mit der Wirtschaft, Förderungsmittel dafür zur Verfügung gestellt, daß in bezug auf jene Mädchen, die eine Lehre in Berufen antreten, in denen es weniger als 40 Prozent Frauen gibt, den Lehrherren besondere Förderungen zur Verfügung gestellt werden, und zwar in einem nicht unbeträchtlichen Maße: Für ein Mädchen, das in einem Lehrberuf die Lehre aufnimmt, in dem es nicht mindestens 40 Prozent Frauen gibt, wird eine Förderung von 4 000 S monatlich bezahlt: (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Feurstein .) Wir hoffen, daß wir dadurch auch Vorsorge dafür treffen, daß sich Frauen künftig in mehreren Berufen ausbilden lassen – und nicht nur in zwei, drei Berufen.
Abg. Meisinger: Lauter Worthülsen!
Das ist eines der Qualitätsmerkmale. Dazu gehört aber auch, daß wir die Infrastruktur dieses Staates, die für die Wirtschaft und für uns alle so eminent wichtig ist, weiter ausbauen. (Abg. Meisinger: Lauter Worthülsen!) Infrastruktur, Verkehrsausbau, Ausbau der Telekommunikation, Ausbau von Umweltmaßnahmen – das alles haben wir in der Regierung trotz Budgeteinsparungen, trotz der Konsolidierungsnotwendigkeit bereits beschlossen. Wir haben bereits im Vorjahr damit begonnen. Es werden besondere Mittel, und zwar in mehrstelliger Milliardenhöhe, für den Ausbau der Schieneninfrastruktur, für den Ausbau der Telekommunikation, für Ausbaumaßnahmen im Bereich der Umwelt und für Ausbaumaßnahmen und sonstige Maßnahmen im Bereich des Straßenverkehrs zur Verfügung gestellt. Damit wird die Infrastrukturqualität für die Zukunft gesichert, gleichzeitig werden damit jetzt in jenen Bereichen, die besonders kritisch sind, Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neue geschaffen, nämlich in der Bauwirtschaft. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Feurstein .)
Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Feurstein .
Das ist eines der Qualitätsmerkmale. Dazu gehört aber auch, daß wir die Infrastruktur dieses Staates, die für die Wirtschaft und für uns alle so eminent wichtig ist, weiter ausbauen. (Abg. Meisinger: Lauter Worthülsen!) Infrastruktur, Verkehrsausbau, Ausbau der Telekommunikation, Ausbau von Umweltmaßnahmen – das alles haben wir in der Regierung trotz Budgeteinsparungen, trotz der Konsolidierungsnotwendigkeit bereits beschlossen. Wir haben bereits im Vorjahr damit begonnen. Es werden besondere Mittel, und zwar in mehrstelliger Milliardenhöhe, für den Ausbau der Schieneninfrastruktur, für den Ausbau der Telekommunikation, für Ausbaumaßnahmen im Bereich der Umwelt und für Ausbaumaßnahmen und sonstige Maßnahmen im Bereich des Straßenverkehrs zur Verfügung gestellt. Damit wird die Infrastrukturqualität für die Zukunft gesichert, gleichzeitig werden damit jetzt in jenen Bereichen, die besonders kritisch sind, Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise neue geschaffen, nämlich in der Bauwirtschaft. (Beifall bei der SPÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Feurstein .)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Wir haben gemeinsam mit den Sozialpartnern, mit der Wirtschaft ein besonderes Programm für Langzeitarbeitslose entwickelt. Ab April werden jenen Unternehmungen, die Langzeitarbeitslose, die es natürlich in der jetzigen Zeit besonders schwer haben, Arbeit zu finden, aufnehmen, die Sozialversicherungsabgaben – bis zu 30 Prozent – als Förderung gegeben, damit diese Menschen wieder zurück in ein normales Beschäftigungsverhältnis kommen können. Wie man das kritisieren kann, ist mir völlig unverständlich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Nochmals: Auch nach diesen Maßnahmen haben wir in Österreich ein mustergültiges Sozialsystem. Mit den Strukturmaßnahmen haben wir vorgesorgt, daß es auch in Krisenzeiten finanzierbar bleibt. Gleichzeitig wird die aktive Beschäftigungspolitik für uns auch in Zukunft oberste Priorität haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: Das sind unterschiedliche Kritierien, die angewendet werden!
Meine Damen und Herren! Sehen wir doch das Faktum, daß die Vereinigten Staaten von Amerika eine Arbeitslosenrate von nur knapp unter 5 Prozent haben. Deutschland hat eine von 10 Prozent, Österreich eine von 5 oder 8 Prozent – je nachdem, wie man sie berechnet. Und wenn Sie jetzt die geparkte Arbeitslosigkeit ... – Bitte? (Abg. Mag. Posch: Das sind unterschiedliche Kritierien, die angewendet werden!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich stehe nicht hier, um Ihnen einen US-Killerkapitalismus vorzuschlagen. Ich glaube auch, daß der autoritäre Kapitalismus japanischer Prägung zu uns nach Europa, zu uns nach Österreich nicht paßt. Aber wir müssen uns überlegen, wie wir die österreichischen Erfolge der sozialen Sicherheit und Stabilität verteidigen und dennoch im internationalen Wettbewerb unsere globale Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Da liegt das Problem! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich möchte mit Ihnen die Geheimnisse des US-Erfolges untersuchen. Die Geheimnisse des US-Erfolges liegen in einer absoluten Orientierung an Kundenbedürfnissen, die als Beschäftigungschance begriffen werden. Wir haben einen zu großen öffentlichen Sektor. Wir haben zu viele Ressourcen im öffentlichen Sektor und zuwenig Ressourcen im Bereich der Wettbewerbswirtschaft, wo wir Marktchancen erkennen müssen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Feurstein: Darf ich eine Frage stellen? – Warum sorgen die Schilehrer nicht vor? Bei den Schilehrern haben wir das Problem, daß sie keine Altersversorgung haben!
Warum, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, gehen Sie denn diese Frage nicht an? Verstehen Sie doch endlich, daß dieses soziale Netz, das in seiner Wertigkeit für die Bürger unseres Landes unverzichtbar ist, das der größte Beitrag zur politischen Kultur unseres Landes ist, kein Anspruch ist, sondern eine Hilfe zur Selbsthilfe sein muß! Warum verzichten Sie nicht auf das Lebensstandardsicherungsprinzip? Der Gutverdienende hat ja die Möglichkeit, während der Zeit, in der er verdient – wenn er weiß, daß er es tun muß –, für sich selbst so vorzusorgen, daß die Existenzsicherung genügt, weil er darüber hinaus selbst Vorsorge getroffen hat. (Abg. Dr. Feurstein: Darf ich eine Frage stellen? – Warum sorgen die Schilehrer nicht vor? Bei den Schilehrern haben wir das Problem, daß sie keine Altersversorgung haben!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Feurstein! Ich danke Ihnen für den Einwurf. Ich möchte mit Ihnen jetzt aber nicht über die Schilehrer diskutieren, sondern die prinzipielle Frage stellen, warum wir den Menschen nicht neue Rahmen vorgeben. Das wird nicht von heute auf morgen gehen. Es wird ein langfristiger Übergang, ein Bewußtseinschaffen sein. Die Menschen in Österreich sind gewohnt, von der Wiege bis zur Bahre im sozialen Netz eingebettet zu sein. Dieses soziale Netz ist leider unfinanzierbar geworden, wie die Defizite in allen sozialen Töpfen zeigen. Wir müssen also neue Strategien finden, neue Strategien der sozialen Absicherung der wirklich Bedürftigen in unserem Lande und mehr Eigenverantwortung der Besserverdienenden. Und damit müssen wir vom Prinzip der Lebensstandardsicherung Abstand nehmen, weil wir sie uns nicht leisten können, weil sie unfinanzierbar geworden ist. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Aber eines steht fest: Es gibt eine schlüssige Verbindung: Je höher dieser Prozentsatz der Sozialbeiträge am Bruttoinlandsprodukt ist, desto höher ist die Arbeitslosigkeit. Vergleichen Sie es quer durch Europa. Offensichtlich machen wir etwas falsch. Offensichtlich hemmen wir die Chance, für Beschäftigung für mehr Mitarbeiter zu sorgen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Die Definitionsprobleme der kommenden Monate werden Legion werden: Was ist ein freier Dienstvertrag? Was ist ein dienstnehmerähnlicher Werkvertrag? Was ist ein echter Werkvertrag? Was ist ein unechter Werkvertrag? Die Gesetze sind so undeutlich, die Bestimmungen so schwierig, daß wir mit großen Schwierigkeiten ... (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Dazu komme ich gleich, Herr Stadler.
Abg. Dr. Stummvoll: Sind auch besteuert!
Der nächste Sündenfall ist die Aushöhlung der Bemessungsgrundlage. Es ist klar: Wenn ich die Bemessungsgrundlage um Zeitungskolporteure, um jene Institutionen, die unter die Förderung der Erwachsenenbildung fallen, et cetera aushöhle, muß ich die Sätze wieder erhöhen. Es ist doch eine Ungeheuerlichkeit, zu sagen: Aufgrund des politischen Drucks einer Medienmacht sind diese aus der Besteuerungspflicht für Werkverträge ausgenommen. Es ist doch nicht verständlich, daß die Werkverträge jener Vortragenden, die die Mitarbeiterschulung in der Berlitz School oder in anderen privaten Institutionen der Erwachsenenbildung auf Werkvertragsbasis machen, besteuert werden, während die Werkverträge, die die WIFIs, BFIs und Volkshochschulen schließen, keiner Sozialversicherungspflicht unterliegen. (Abg. Dr. Stummvoll: Sind auch besteuert!) Herr Stummvoll! Ich höre das gerne, daß diese auch versteuert werden müssen, denn dann ist wieder Wettbewerbsgleichheit gegeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Man muß zwischen Steuer und Sozialversicherung unterscheiden!) Ich rede von der Sozialversicherung. Die Sozialversicherung ist mittlerweile eine Steuer wie die Lohnsteuer geworden. Es ist eine Haarspalterei, und wir beide sollten nicht Haarspalterei betreiben. Der Restbestand, den wir haben, ist zu wertvoll. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Dazu haben wir zu wenig Haare, um Haarspalterei zu betreiben!)
Abg. Dr. Stummvoll: Man muß zwischen Steuer und Sozialversicherung unterscheiden!
Der nächste Sündenfall ist die Aushöhlung der Bemessungsgrundlage. Es ist klar: Wenn ich die Bemessungsgrundlage um Zeitungskolporteure, um jene Institutionen, die unter die Förderung der Erwachsenenbildung fallen, et cetera aushöhle, muß ich die Sätze wieder erhöhen. Es ist doch eine Ungeheuerlichkeit, zu sagen: Aufgrund des politischen Drucks einer Medienmacht sind diese aus der Besteuerungspflicht für Werkverträge ausgenommen. Es ist doch nicht verständlich, daß die Werkverträge jener Vortragenden, die die Mitarbeiterschulung in der Berlitz School oder in anderen privaten Institutionen der Erwachsenenbildung auf Werkvertragsbasis machen, besteuert werden, während die Werkverträge, die die WIFIs, BFIs und Volkshochschulen schließen, keiner Sozialversicherungspflicht unterliegen. (Abg. Dr. Stummvoll: Sind auch besteuert!) Herr Stummvoll! Ich höre das gerne, daß diese auch versteuert werden müssen, denn dann ist wieder Wettbewerbsgleichheit gegeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Man muß zwischen Steuer und Sozialversicherung unterscheiden!) Ich rede von der Sozialversicherung. Die Sozialversicherung ist mittlerweile eine Steuer wie die Lohnsteuer geworden. Es ist eine Haarspalterei, und wir beide sollten nicht Haarspalterei betreiben. Der Restbestand, den wir haben, ist zu wertvoll. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Dazu haben wir zu wenig Haare, um Haarspalterei zu betreiben!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Dazu haben wir zu wenig Haare, um Haarspalterei zu betreiben!
Der nächste Sündenfall ist die Aushöhlung der Bemessungsgrundlage. Es ist klar: Wenn ich die Bemessungsgrundlage um Zeitungskolporteure, um jene Institutionen, die unter die Förderung der Erwachsenenbildung fallen, et cetera aushöhle, muß ich die Sätze wieder erhöhen. Es ist doch eine Ungeheuerlichkeit, zu sagen: Aufgrund des politischen Drucks einer Medienmacht sind diese aus der Besteuerungspflicht für Werkverträge ausgenommen. Es ist doch nicht verständlich, daß die Werkverträge jener Vortragenden, die die Mitarbeiterschulung in der Berlitz School oder in anderen privaten Institutionen der Erwachsenenbildung auf Werkvertragsbasis machen, besteuert werden, während die Werkverträge, die die WIFIs, BFIs und Volkshochschulen schließen, keiner Sozialversicherungspflicht unterliegen. (Abg. Dr. Stummvoll: Sind auch besteuert!) Herr Stummvoll! Ich höre das gerne, daß diese auch versteuert werden müssen, denn dann ist wieder Wettbewerbsgleichheit gegeben. (Abg. Dr. Stummvoll: Man muß zwischen Steuer und Sozialversicherung unterscheiden!) Ich rede von der Sozialversicherung. Die Sozialversicherung ist mittlerweile eine Steuer wie die Lohnsteuer geworden. Es ist eine Haarspalterei, und wir beide sollten nicht Haarspalterei betreiben. Der Restbestand, den wir haben, ist zu wertvoll. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Stummvoll: Dazu haben wir zu wenig Haare, um Haarspalterei zu betreiben!)
Beifall bei der SPÖ.
Wenn Sie das amerikanische Modell ansprechen, dann muß ich sagen: Jene Arbeitsplätze, wie sie jetzt in Amerika entstehen oder entstanden sind, und zwar zu vielen Tausenden, entsprechen nicht der Qualität von Arbeitsplätzen, wie wir sie uns wünschen. Es sind Arbeitsplätze, die nicht die Existenzgrundlage eines Arbeitnehmers bilden, sondern ein Arbeitnehmer muß mehrere Beschäftigungsverhältnisse eingehen, um sich selbst und seine Familie zu erhalten. Unser Ziel, qualitativ und einkommensmäßig gute, gesicherte Arbeitsplätze zu erreichen, ist ein europäisches Beschäftigungskonzept. Der amerikanische Weg scheint mir nicht der richtige zu sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Stadler! Herr Dr. Haider! Ich denke, Sie haben nicht wahrgenommen, was Ihnen Kollege Nürnberger ins Stammbuch geschrieben hat, denn Sie wollen nicht zuhören. (Beifall bei der SPÖ.) Sie haben ein selektives Wahrnehmungsvermögen, gehen Sie dorthin zurück. (Abg. Mag. Stadler: Die Bodenlegerlehrlinge, die aus dem Ausland kommen, sind wichtig!)
Abg. Mag. Stadler: Die Bodenlegerlehrlinge, die aus dem Ausland kommen, sind wichtig!
Herr Kollege Stadler! Herr Dr. Haider! Ich denke, Sie haben nicht wahrgenommen, was Ihnen Kollege Nürnberger ins Stammbuch geschrieben hat, denn Sie wollen nicht zuhören. (Beifall bei der SPÖ.) Sie haben ein selektives Wahrnehmungsvermögen, gehen Sie dorthin zurück. (Abg. Mag. Stadler: Die Bodenlegerlehrlinge, die aus dem Ausland kommen, sind wichtig!)
Abg. Mag. Stadler: Frau Präsidentin! Ich habe einen Brief von Ihnen! Darin steht, daß Ihnen nur die Bodenlegerlehrlinge aus dem Ausland wichtig sind! Die inländischen Bodenlegerlehrlinge sind für Sie nicht wichtig!
Herr Kollege Stadler! Ich habe den Eindruck, daß Sie mit meinen Ausführungen bis jetzt so einverstanden sind, daß Sie keinen Hinweis gefunden haben, und jetzt unbedingt glauben, hier einen Ansatz finden zu müssen, um ... (Abg. Mag. Stadler: Frau Präsidentin! Ich habe einen Brief von Ihnen! Darin steht, daß Ihnen nur die Bodenlegerlehrlinge aus dem Ausland wichtig sind! Die inländischen Bodenlegerlehrlinge sind für Sie nicht wichtig!)
Abg. Mag. Stadler: Aus dem Ausland!
Herr Kollege Stadler! Ich denke, Sie haben mehrere Briefe von mir und können mehrere Stellungnahmen der Arbeiterkammer auch in Ihrem Klub vorfinden. Sie benutzen manchmal die Argumente und das Expertenwissen der Arbeiterkammer für Ihre Argumentation, und Sie werden aus diesen Stellungnahmen erkennen, wie wichtig uns die Lehrlinge sind (Abg. Mag. Stadler: Aus dem Ausland!) , wie wichtig wir diese Frage nehmen. Aber im Gegensatz zu Ihnen tun wir etwas, anstatt nur zu reden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Stadler! Ich denke, Sie haben mehrere Briefe von mir und können mehrere Stellungnahmen der Arbeiterkammer auch in Ihrem Klub vorfinden. Sie benutzen manchmal die Argumente und das Expertenwissen der Arbeiterkammer für Ihre Argumentation, und Sie werden aus diesen Stellungnahmen erkennen, wie wichtig uns die Lehrlinge sind (Abg. Mag. Stadler: Aus dem Ausland!) , wie wichtig wir diese Frage nehmen. Aber im Gegensatz zu Ihnen tun wir etwas, anstatt nur zu reden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Aber natürlich! Bis zur "Konsum"-Pleite, die Sie mitzuverantworten haben!
Er hat bei einer Pressekonferenz am 23. Jänner das "Bündnis für Arbeitsplätze" vorgestellt. Unter dem Titel "Senkung der Lohnnebenkosten" wird eine Reform des Insolvenzrechtes gefordert, um die Finanzierung der Pleiten einzudämmen. Es scheint Ihnen entgangen zu sein, daß der Insolvenzausfallfonds dazu dient, Ansprüche von Mitarbeitern, Ansprüche von Arbeitern und Angestellten abzudecken, aber nicht Pleiten zu finanzieren. (Abg. Mag. Stadler: Aber natürlich! Bis zur "Konsum"-Pleite, die Sie mitzuverantworten haben!)
Abg. Mag. Stadler: Steht ja drin!
Sie schreiben unter Punkt 5: mehr Zeitautonomie für Betriebe ohne Einkommensverlust für Mitarbeiter. Haben Sie nie daran gedacht, daß auch unselbständig Erwerbstätige, daß auch die Beschäftigten den Wunsch nach Zeitautonomie haben, mehr Flexibilität benötigen? (Abg. Mag. Stadler: Steht ja drin!) Nein. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Sicher!) Herr Kollege Stadler, ich darf Sie bitten, lesen Sie Ihre eigenen Papiere, lesen Sie nach! Punkt 5: mehr Zeitautonomie für Betriebe. (Abg. Dr. Haider: Wir schützen die Einkommen, und ihr nehmt sie ihnen weg! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Sicher!
Sie schreiben unter Punkt 5: mehr Zeitautonomie für Betriebe ohne Einkommensverlust für Mitarbeiter. Haben Sie nie daran gedacht, daß auch unselbständig Erwerbstätige, daß auch die Beschäftigten den Wunsch nach Zeitautonomie haben, mehr Flexibilität benötigen? (Abg. Mag. Stadler: Steht ja drin!) Nein. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Sicher!) Herr Kollege Stadler, ich darf Sie bitten, lesen Sie Ihre eigenen Papiere, lesen Sie nach! Punkt 5: mehr Zeitautonomie für Betriebe. (Abg. Dr. Haider: Wir schützen die Einkommen, und ihr nehmt sie ihnen weg! Das ist die Wahrheit!)
Abg. Dr. Haider: Wir schützen die Einkommen, und ihr nehmt sie ihnen weg! Das ist die Wahrheit!
Sie schreiben unter Punkt 5: mehr Zeitautonomie für Betriebe ohne Einkommensverlust für Mitarbeiter. Haben Sie nie daran gedacht, daß auch unselbständig Erwerbstätige, daß auch die Beschäftigten den Wunsch nach Zeitautonomie haben, mehr Flexibilität benötigen? (Abg. Mag. Stadler: Steht ja drin!) Nein. (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich! Sicher!) Herr Kollege Stadler, ich darf Sie bitten, lesen Sie Ihre eigenen Papiere, lesen Sie nach! Punkt 5: mehr Zeitautonomie für Betriebe. (Abg. Dr. Haider: Wir schützen die Einkommen, und ihr nehmt sie ihnen weg! Das ist die Wahrheit!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Dr. Haider! Wenn Ihnen eine Formulierung nicht paßt, obwohl sie nachweislich von Ihnen ist, versuchen Sie sofort das Thema zu wechseln, weil Sie nicht in der Lage sind, sachliche Argumente auch sachlich zu beantworten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Wir trauern um die Zeit seit Benya!
Punkt 9: höheres Arbeitslosengeld bei erfolgreicher Qualifikationsverbesserung. Es ist unsinnig, eine derartige Forderung zu erheben. (Abg. Mag. Stadler: Wir trauern um die Zeit seit Benya!)
Abg. Dr. Haider: Weil wir ein anderes Malus-System vorgeschlagen haben!
In Ihrem Papier steht weiters geschrieben: Bonus-Malus-System als Anreiz zur Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern. Da frage ich mich schon, wieso Kollege Dolinschek dann das kritisiert, was ... (Abg. Dr. Haider: Weil wir ein anderes Malus-System vorgeschlagen haben!) Wissen Sie, welches Bonus-System Sie versprochen oder gefordert haben? – Die Betriebe, die bereits ältere Menschen beschäftigen, sollen zusätzliche Mittel bekommen oder weniger zahlen für das, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Das kann nicht die Politik sein, die wir unterstützen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek .)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek .
In Ihrem Papier steht weiters geschrieben: Bonus-Malus-System als Anreiz zur Beschäftigung von älteren Arbeitnehmern. Da frage ich mich schon, wieso Kollege Dolinschek dann das kritisiert, was ... (Abg. Dr. Haider: Weil wir ein anderes Malus-System vorgeschlagen haben!) Wissen Sie, welches Bonus-System Sie versprochen oder gefordert haben? – Die Betriebe, die bereits ältere Menschen beschäftigen, sollen zusätzliche Mittel bekommen oder weniger zahlen für das, was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist. Das kann nicht die Politik sein, die wir unterstützen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dolinschek .)
Abg. Dr. Haider: So ist es!
Ein weiterer Punkt: Sozialversicherung – Seite 39, damit Sie es nachlesen können –: Es wird die Aufhebung des Monopolstatus der Versicherungsträger im Interesse eines verstärkten Wettbewerbs verlangt. ( Abg. Dr. Haider: So ist es!) Auf der gleichen Seite, aber etwas weiter unten, verlangen Sie eine Zusammenlegung der 28 Anstalten. (Abg. Dr. Haider: Na sicher!) Da frage ich mich, ob das dann nicht erst recht ein Monopol wird. Sie widersprechen sich da also selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das steht nicht in Widerspruch! – Abg. Mag. Stadler: Es ist ein intellektuelles Problem, ein Papier nicht zu verstehen!)
Abg. Dr. Haider: Na sicher!
Ein weiterer Punkt: Sozialversicherung – Seite 39, damit Sie es nachlesen können –: Es wird die Aufhebung des Monopolstatus der Versicherungsträger im Interesse eines verstärkten Wettbewerbs verlangt. ( Abg. Dr. Haider: So ist es!) Auf der gleichen Seite, aber etwas weiter unten, verlangen Sie eine Zusammenlegung der 28 Anstalten. (Abg. Dr. Haider: Na sicher!) Da frage ich mich, ob das dann nicht erst recht ein Monopol wird. Sie widersprechen sich da also selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das steht nicht in Widerspruch! – Abg. Mag. Stadler: Es ist ein intellektuelles Problem, ein Papier nicht zu verstehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das steht nicht in Widerspruch! – Abg. Mag. Stadler: Es ist ein intellektuelles Problem, ein Papier nicht zu verstehen!
Ein weiterer Punkt: Sozialversicherung – Seite 39, damit Sie es nachlesen können –: Es wird die Aufhebung des Monopolstatus der Versicherungsträger im Interesse eines verstärkten Wettbewerbs verlangt. ( Abg. Dr. Haider: So ist es!) Auf der gleichen Seite, aber etwas weiter unten, verlangen Sie eine Zusammenlegung der 28 Anstalten. (Abg. Dr. Haider: Na sicher!) Da frage ich mich, ob das dann nicht erst recht ein Monopol wird. Sie widersprechen sich da also selbst. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei den Freiheitlichen: Das steht nicht in Widerspruch! – Abg. Mag. Stadler: Es ist ein intellektuelles Problem, ein Papier nicht zu verstehen!)
Abg. Dr. Haider: 41!
Ich habe auch ein Problem mit dem freiheitlichen Steuerkonzept – um Ihnen noch etwas aus Ihrer eigenen Tischlade zu präsentieren. Sie wollen eine Senkung der Abgabequote auf EU-Niveau. EU-Niveau sind 41 bis 43 Prozent. (Abg. Dr. Haider: 41!) Gut, Sie haben recht, Herr Dr. Haider, bleiben wir bei 41. Dann darf ich Ihnen sagen: 1995 hatten wir in Österreich 41,6 Prozent. (Abg. Mag. Stadler: Die Abgabenquote ist aber 43 Prozent!) Gehen Sie bitte auf die Universität und lernen Sie nach, dann werden Sie feststellen, daß ich recht habe. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Die Abgabenquote ist aber 43 Prozent!
Ich habe auch ein Problem mit dem freiheitlichen Steuerkonzept – um Ihnen noch etwas aus Ihrer eigenen Tischlade zu präsentieren. Sie wollen eine Senkung der Abgabequote auf EU-Niveau. EU-Niveau sind 41 bis 43 Prozent. (Abg. Dr. Haider: 41!) Gut, Sie haben recht, Herr Dr. Haider, bleiben wir bei 41. Dann darf ich Ihnen sagen: 1995 hatten wir in Österreich 41,6 Prozent. (Abg. Mag. Stadler: Die Abgabenquote ist aber 43 Prozent!) Gehen Sie bitte auf die Universität und lernen Sie nach, dann werden Sie feststellen, daß ich recht habe. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich habe auch ein Problem mit dem freiheitlichen Steuerkonzept – um Ihnen noch etwas aus Ihrer eigenen Tischlade zu präsentieren. Sie wollen eine Senkung der Abgabequote auf EU-Niveau. EU-Niveau sind 41 bis 43 Prozent. (Abg. Dr. Haider: 41!) Gut, Sie haben recht, Herr Dr. Haider, bleiben wir bei 41. Dann darf ich Ihnen sagen: 1995 hatten wir in Österreich 41,6 Prozent. (Abg. Mag. Stadler: Die Abgabenquote ist aber 43 Prozent!) Gehen Sie bitte auf die Universität und lernen Sie nach, dann werden Sie feststellen, daß ich recht habe. (Beifall bei der SPÖ.)
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie fordern, sehr geehrte Damen und Herrn von den Freiheitlichen, eine Senkung um 3,5 Prozentpunkte bei ... (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich glaube, es ist nicht möglich, mit Ihnen – auch nicht in einem Dialog, den wir in diesem Haus ja praktizieren – das eine oder andere zu klären, weil Sie dazu nicht in der Lage sind, weil Sie ganz einfach falsch liegen und ein falsches Konzept haben. Unsere Konzepte sind die richtigen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Reden wir von der Villa in Marbella!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Reden wir von der Villa in Marbella!
Sie fordern, sehr geehrte Damen und Herrn von den Freiheitlichen, eine Senkung um 3,5 Prozentpunkte bei ... (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich glaube, es ist nicht möglich, mit Ihnen – auch nicht in einem Dialog, den wir in diesem Haus ja praktizieren – das eine oder andere zu klären, weil Sie dazu nicht in der Lage sind, weil Sie ganz einfach falsch liegen und ein falsches Konzept haben. Unsere Konzepte sind die richtigen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Reden wir von der Villa in Marbella!)
Abg. Dr. Haider: Ein Wort zu den Lehrlingen sollten Sie sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen nicht wichtig, haben Sie gesagt!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind draufgekommen, daß trotz aller Bemühungen im Rahmen der Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsrechtes beim Sonderunterstützungsgesetz im Strukturanpassungsgesetz nicht beabsichtigte Wirkungen eintreten würden, und zwar betrifft das jene Kolleginnen und Kollegen, die ihr Dienstverhältnis bereits vor dem 1. 1. 1996 aufgelöst haben, aber aufgrund von längeren Kündigungsfristen nach dem 31. 3. 1996 noch nicht arbeitslos gemeldet waren. Ich bitte Sie daher, unserem Abänderungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. (Abg. Dr. Haider: Ein Wort zu den Lehrlingen sollten Sie sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen nicht wichtig, haben Sie gesagt!) Das dürfen Sie mir nicht unterstellen. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie gesagt! Sie haben gesagt, Sie reden nur zu wichtigen Dingen, und zu den Lehrlingen sagten Sie noch nichts!) Nein, ich rede zu dem, worüber ich mir vorgenommen habe zu reden. (Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen jetzt peinlich, das verstehe ich ja!) Ich habe Ihnen gesagt, daß Kollege Nürnberger Ihnen genau jene Antworten gegeben hat,
Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie gesagt! Sie haben gesagt, Sie reden nur zu wichtigen Dingen, und zu den Lehrlingen sagten Sie noch nichts!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind draufgekommen, daß trotz aller Bemühungen im Rahmen der Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsrechtes beim Sonderunterstützungsgesetz im Strukturanpassungsgesetz nicht beabsichtigte Wirkungen eintreten würden, und zwar betrifft das jene Kolleginnen und Kollegen, die ihr Dienstverhältnis bereits vor dem 1. 1. 1996 aufgelöst haben, aber aufgrund von längeren Kündigungsfristen nach dem 31. 3. 1996 noch nicht arbeitslos gemeldet waren. Ich bitte Sie daher, unserem Abänderungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. (Abg. Dr. Haider: Ein Wort zu den Lehrlingen sollten Sie sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen nicht wichtig, haben Sie gesagt!) Das dürfen Sie mir nicht unterstellen. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie gesagt! Sie haben gesagt, Sie reden nur zu wichtigen Dingen, und zu den Lehrlingen sagten Sie noch nichts!) Nein, ich rede zu dem, worüber ich mir vorgenommen habe zu reden. (Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen jetzt peinlich, das verstehe ich ja!) Ich habe Ihnen gesagt, daß Kollege Nürnberger Ihnen genau jene Antworten gegeben hat,
Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen jetzt peinlich, das verstehe ich ja!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir sind draufgekommen, daß trotz aller Bemühungen im Rahmen der Bestimmungen des Arbeitslosenversicherungsrechtes beim Sonderunterstützungsgesetz im Strukturanpassungsgesetz nicht beabsichtigte Wirkungen eintreten würden, und zwar betrifft das jene Kolleginnen und Kollegen, die ihr Dienstverhältnis bereits vor dem 1. 1. 1996 aufgelöst haben, aber aufgrund von längeren Kündigungsfristen nach dem 31. 3. 1996 noch nicht arbeitslos gemeldet waren. Ich bitte Sie daher, unserem Abänderungsantrag Ihre Zustimmung zu geben. (Abg. Dr. Haider: Ein Wort zu den Lehrlingen sollten Sie sagen! – Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen nicht wichtig, haben Sie gesagt!) Das dürfen Sie mir nicht unterstellen. (Abg. Mag. Stadler: Das haben Sie gesagt! Sie haben gesagt, Sie reden nur zu wichtigen Dingen, und zu den Lehrlingen sagten Sie noch nichts!) Nein, ich rede zu dem, worüber ich mir vorgenommen habe zu reden. (Abg. Mag. Stadler: Das ist Ihnen jetzt peinlich, das verstehe ich ja!) Ich habe Ihnen gesagt, daß Kollege Nürnberger Ihnen genau jene Antworten gegeben hat,
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Eleonora Hostasch (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dann werde ich dafür Sorge tragen. Ich bitte Sie trotzdem, diesem Antrag Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Aber machen Sie sich doch einmal bewußt: Die Erhöhung der Ausgleichstaxe um 30 S pro Monat, sprich 360 S im Jahr für 25 Dienstnehmer, ist doch nicht einmal erwähnenswert. Pro Dienstnehmer beträgt die Erhöhung 1,20 S pro Monat. Wenn Sie ernsthaft glauben, daß Sie damit im Behindertenbereich Arbeitsplätze schaffen können, dann sind Sie fernab jeder Realität. Sie haben es nicht einmal der Mühe wert gefunden, sich mit den Auswirkungen dieser minimalen Erhöhungen auseinanderzusetzen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich könnte Ihnen noch anhand mehrerer Beispiele demonstrieren, wo Sie das Leben behinderter Menschen mit diesem Sparpaket beschnitten haben und wo Sie deren Existenz gefährdet haben. Ich habe es in meinen letzten Reden einige Male getan, ich möchte es mir aber heute ersparen, einfach deswegen, weil ich die Ignoranz, die Sie da an den Tag legen, satt habe. Die Betroffenen in Österreich werden das nächste Mal noch viel, viel genauer hinschauen, was von ÖVP und SPÖ zu erwarten ist: nämlich für behinderte und alte Menschen überhaupt nichts mehr! Sie wollen sie als Wählerpotential, und dann ignorieren sie sie und bringen Sie um ihre Existenz. So geht das bis zur nächsten Wahl. Das wird Ihnen aber bei der nächsten Wahl ganz sicher nicht mehr gelingen! (Beifall bei den Grünen. )
Beifall bei den Grünen.
Ich glaube, dieser Abänderungsantrag muß auch für Sie von der SPÖ und von der ÖVP mehr als einleuchtend sein. Wenn Sie sich wieder ein Stück mehr zu behinderten Menschen bekennen, dann werden Sie meinem Antrag zustimmen. (Beifall bei den Grünen. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich zu meinen eigentlichen Ausführungen komme, möchte ich noch ganz kurz der Kollegin Haidlmayr antworten. Sie sagte, dieses Sparpaket im Volksmunde sei ein Gemetzel und strotze vor Ignoranz. Ich möchte dazu nur eine Anmerkung machen: Es wird zum Beispiel das Pflegegeld in ganz Europa nicht so positiv gehandhabt wie bei uns. Das muß man auch einmal sagen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Silhavy: Die 4/3-Tage-Modelle sind meistens nicht übers Wochenende!
Gehandelt werden muß auch in jenem Bereich, in dem festgesetzt wird, wann ich als Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerin meine 40 Stunden – wenn ich voll beschäftigt bin – und meine eventuellen Überstunden zu erbringen habe. Natürlich ist das nicht in allen Branchen umsetzbar. Das ist mir klar. Aber dieses Modell wird von sehr, sehr vielen Arbeitnehmern gewünscht. Vier Tage Arbeit, drei Tage frei: Das ist nichts Schreckliches! In der letzten Zeit sind viele Frauen zu mir gekommen, die gesagt haben: Ich möchte meine Teilzeitarbeit von vier Stunden pro Tag während einer anderen Zeit erbringen, damit ich – um nur ein Beispiel zu nennen – am Freitag oder am Montag bei meinem Kind zu Hause sein kann. (Abg. Silhavy: Die 4/3-Tage-Modelle sind meistens nicht übers Wochenende!) Liebe Heidrun! Auch du bist in diese Richtung gegangen! Ich glaube, daß das ein möglicher Weg wäre. Ich habe gesagt, nicht für alle Branchen. Ich glaube aber daran, und ich bin auch überzeugt davon, daß es in dieser Richtung weitergeht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gehandelt werden muß auch in jenem Bereich, in dem festgesetzt wird, wann ich als Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitnehmerin meine 40 Stunden – wenn ich voll beschäftigt bin – und meine eventuellen Überstunden zu erbringen habe. Natürlich ist das nicht in allen Branchen umsetzbar. Das ist mir klar. Aber dieses Modell wird von sehr, sehr vielen Arbeitnehmern gewünscht. Vier Tage Arbeit, drei Tage frei: Das ist nichts Schreckliches! In der letzten Zeit sind viele Frauen zu mir gekommen, die gesagt haben: Ich möchte meine Teilzeitarbeit von vier Stunden pro Tag während einer anderen Zeit erbringen, damit ich – um nur ein Beispiel zu nennen – am Freitag oder am Montag bei meinem Kind zu Hause sein kann. (Abg. Silhavy: Die 4/3-Tage-Modelle sind meistens nicht übers Wochenende!) Liebe Heidrun! Auch du bist in diese Richtung gegangen! Ich glaube, daß das ein möglicher Weg wäre. Ich habe gesagt, nicht für alle Branchen. Ich glaube aber daran, und ich bin auch überzeugt davon, daß es in dieser Richtung weitergeht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das traut sie sich noch zu verlesen!
Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das traut sie sich noch zu verlesen!)
Abg. Parnigoni: Peinlich!
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Parnigoni! Ich habe heute kein Taferl dabei, aber nicht deswegen, weil ich Bedenken hätte, daß sich wieder zwei Tippfehler einschleichen, die ich leider übersehen, aber ja nicht gemacht habe (Abg. Parnigoni: Peinlich!), sondern ich habe es deshalb nicht dabei, Herr Kollege Parnigoni, weil ich den Journalisten nicht wieder Gelegenheit geben möchte, von den wirklich gravierenden Verschlechterungen, die dieses Strukturanpassungsgesetz nach sich zieht, abzulenken. Denn anscheinend ist es den österreichischen Medien zwar wichtig zu erwähnen, daß sich zwei Tippfehler eingeschlichen haben, die gravierenden Verschlechterungen jedoch werden diskret verschwiegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Edith Haller (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Parnigoni! Ich habe heute kein Taferl dabei, aber nicht deswegen, weil ich Bedenken hätte, daß sich wieder zwei Tippfehler einschleichen, die ich leider übersehen, aber ja nicht gemacht habe (Abg. Parnigoni: Peinlich!), sondern ich habe es deshalb nicht dabei, Herr Kollege Parnigoni, weil ich den Journalisten nicht wieder Gelegenheit geben möchte, von den wirklich gravierenden Verschlechterungen, die dieses Strukturanpassungsgesetz nach sich zieht, abzulenken. Denn anscheinend ist es den österreichischen Medien zwar wichtig zu erwähnen, daß sich zwei Tippfehler eingeschlichen haben, die gravierenden Verschlechterungen jedoch werden diskret verschwiegen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Er hat sogar behauptet, die Opposition hat es nicht einmal kritisiert!
Er will auch herbeireden, daß die Treffsicherheit durch dieses Strukturanpassungsgesetz verbessert werden soll. Die hat es ja bisher ohnehin nicht gegeben, meine Damen und Herren, und durch dieses Strukturanpassungsgesetz wird diese Tendenz eher noch verstärkt. (Abg. Mag. Stadler: Er hat sogar behauptet, die Opposition hat es nicht einmal kritisiert!) Nein, also bitte, so ist es nicht. Die Opposition – das hat man ja heute gemerkt – ist sich einig in der Kritik an diesem Strukturanpassungsgesetz, weil es auch die Rechtssicherheit unterminiert, weil es einen zusätzlichen Vollzugsaufwand erfordert und weil es einschneidende, exorbitante Verschlechterungen für Frauen geben wird, die einen Rückschritt in der anzustrebenden Chancengleichheit bedeuten.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber natürlich versuchen der Herr Bundesminister und sein Helfershelfer, Herr Kollege Feurstein, gemeinsam die massive Kritik der Oppositionsparteien unter den Tisch zu kehren. Und wenn Sie, Herr Kollege Feurstein, als einzige Entschuldigung für die Verschlechterung im Bereich der Maßnahmen für Frauen anführen, daß die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten angehoben wird – das haben Sie im Ausschuß gesagt, Herr Kollege Feurstein –, dann finde ich das wirklich äußerst dürftig. Sie sind wirklich als ein guter Helfershelfer für den Herrn Bundesminister dabei, die Österreicher weiter hinters Licht zu führen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte aber zum Schluß noch ganz kurz zu den Lehrlingen kommen. In diesem Bereich hat Herr Kollege Nürnberger das Problem einzig und allein darin gesehen, daß wahrscheinlich heuer im Herbst nicht alle Lehrlinge unterzubringen sind. Wenn er das ernst gemeint hat, dann ist er nicht nur ein Wiederholungstäter, sondern dann ist er auch ein Vertuscher. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Kiermaier : Was glauben Sie, was wir machen?! Glauben Sie, wir bilden keine Lehrlinge aus?
Und wenn man hier unserem Klubobmann Haider den Vorwurf gemacht hat, er hätte keine Lehrlinge ausgebildet, dann kann ich sagen, mir wird man diesen Vorwurf nicht machen können. Mein Mann und ich bilden seit 31 Jahren Lehrlinge im Handel aus. Es waren ursprünglich immer zwei bis drei Lehrlinge, die wir eingestellt haben. Jetzt haben wir noch einen, und ab dem nächsten Jahr werden wir das überhaupt nicht mehr machen. (Abg. Kiermaier : Was glauben Sie, was wir machen?! Glauben Sie, wir bilden keine Lehrlinge aus?) Na klar, aber haben Sie sich angeschaut, wo die Rückgänge in der Lehrlingsausbildung hauptsächlich sind? – Bei den klein- und mittelständischen Betrieben, vor allem im Handel, und ich will Ihnen jetzt erzählen, warum das bei uns so ist.
Abg. Gradwohl: Darauf läuft es hinaus!
Es ist einfach nicht mehr wirtschaftlich im Handel. Es ist einfach in der Kalkulation nicht mehr unterzubringen, daß man Lehrlinge ausbildet, weil die Lehrlinge, zum Beispiel wenn ein Schultag länger dauert als der Arbeitstag im Betrieb, für die Zeit darüber hinaus dann noch ein Zeitguthaben bekommen. Es gibt keine Art des finanziellen Anreizes oder einer Abgeltung für die Unternehmerleistung der Ausbildung, die er erbringt. Und wissen Sie, wie es bei uns in der Praxis ausschaut? – Es ist einfach wirtschaftlicher, für die Zeit, wo es in unseren Geschäften notwendig ist, für die Spitzenzeiten, Teilzeitkräfte, ausgelernte Teilzeitkräfte einzustellen. Das ist doppelt wirtschaftlicher: Die braucht man nicht mehr auszubilden, und die sind verfügbar, wenn wir sie brauchen, was der Lehrling leider nicht ist. (Abg. Gradwohl: Darauf läuft es hinaus!) Nein, gar nicht! Aber der Unternehmer muß ja von dem leben, was er am Ende des Jahres verdient hat. Und das vergessen Sie immer, weil Sie aus den gesicherten Bereichen kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist einfach nicht mehr wirtschaftlich im Handel. Es ist einfach in der Kalkulation nicht mehr unterzubringen, daß man Lehrlinge ausbildet, weil die Lehrlinge, zum Beispiel wenn ein Schultag länger dauert als der Arbeitstag im Betrieb, für die Zeit darüber hinaus dann noch ein Zeitguthaben bekommen. Es gibt keine Art des finanziellen Anreizes oder einer Abgeltung für die Unternehmerleistung der Ausbildung, die er erbringt. Und wissen Sie, wie es bei uns in der Praxis ausschaut? – Es ist einfach wirtschaftlicher, für die Zeit, wo es in unseren Geschäften notwendig ist, für die Spitzenzeiten, Teilzeitkräfte, ausgelernte Teilzeitkräfte einzustellen. Das ist doppelt wirtschaftlicher: Die braucht man nicht mehr auszubilden, und die sind verfügbar, wenn wir sie brauchen, was der Lehrling leider nicht ist. (Abg. Gradwohl: Darauf läuft es hinaus!) Nein, gar nicht! Aber der Unternehmer muß ja von dem leben, was er am Ende des Jahres verdient hat. Und das vergessen Sie immer, weil Sie aus den gesicherten Bereichen kommen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen eines: Wenn Sie das Lehrlingsproblem wirklich in den Griff bekommen wollen, dann müssen Sie sich mit dem Antrag der Freiheitlichen, der heute eingebracht wurde, auseinandersetzen. Ich bitte Sie wirklich darum, denn die österreichische Wirtschaft wird gerade durch den verschärften Wettbewerb, dem sie jetzt unterliegt, auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte brauchen, und es ist wirklich höchste Zeit, hier das Rad herumzudrehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube also, daß es gelegentlich recht guttut und nützlich ist, über den eigenen Gartenzaun hinaus in die Nachbarschaft zu schauen, um wieder einmal die Dimensionen zurechtzurücken und zu erkennen, daß wir in Österreich einen Sozialstaat, ein System der sozialen Sicherung haben, um das man uns in den meisten europäischen Ländern beneidet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Dritte Klarstellung: In 29 von 30 europäischen Ländern würde man sich glücklich schätzen, könnte man über eine Novelle mit leichten Korrekturen, wie wir sie heute vorzunehmen haben, diskutieren. Dort kennt man nämlich ein derartiges System überhaupt nicht! Und das muß man, um der Wahrheit die Ehre zu geben, in einer Debatte wie dieser auch wieder einmal feststellen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Fink.
Wir haben zum Beispiel eine Petition unterschrieben, die zum Ziel hat, ein Gleichstellungsgesetz zu schaffen. Wir werden uns sehr bemühen, dieses ehrgeizige, ambitionierte Ziel anzustreben, das da lautet: Auch behinderte Menschen müssen die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben so umfassend wie nur möglich teilzunehmen. – Wir Sozialdemokraten werden unseren Beitrag dazu leisten, daß dieses Ziel verwirklicht wird! (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Fink. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich glaube, insbesondere diese Reglementierungssucht, dieses zwangsweise vorschreiben von verschiedensten Auflagen bis hin zu verpflichtenden Einrichtung von Stillräumen, wird sich auf die Vermehrung der Arbeitsplätze für Frauen eher kontraproduktiv auswirken. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Wir haben natürlich dieses Karenzzeitproblem, und ich finde es arg, daß auch hier in dieser Diskussion immer noch von Karenz"urlaub" gesprochen wird – nur ein weiteres deutliches Zeichen dafür, daß die Betreuungsarbeit, die primär von Frauen geleistet wird, eben noch immer keinen Stellenwert hat. Herr Sozialminister! Ich möchte Sie hier noch einmal auf einen Antrag hinweisen, der mit Mehrheit in diesem Haus beschlossen wurde. In diesem Antrag wurde verlangt, daß der Begriff "Karenzurlaub" durch den Begriff "Karenzzeit" ersetzt wird. Ich glaube, hier könnten Sie zumindest einen Impuls senden. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich sage Ihnen, Ihr Tolerieren und Ihr Schweigen muß von uns Frauen wohl als Zustimmung gewertet werden, und ich finde es wirklich bedauerlich, daß die Frauenministerin noch ein zusätzliches Signal dafür sendet, daß die Umsetzung der nur formalen Gleichstellung der Frauen in der gesellschaftlichen Realität in Österreich wohl nicht sehr ehrlich gemeint und auch nicht forciert wird. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Ing. Reichhold: Wer sagt das?
Man könnte daher mit Recht die Frage stellen – sie wurde auch gestellt –: Wozu brauchen wir eigentlich ein Sparpaket, wenn es uns ohnehin so gut geht? Sieht man aber genauer hin, so stellt man fest, daß dieses System brüchig geworden ist. Immer öfter liest man auch in den Medien, was viele von uns lange befürchtet haben: "Unser Pensionssystem ist nicht mehr finanzierbar", meint etwa Bernd Marin in der "Kleinen Zeitung" im Februar dieses Jahres. Der Generationenvertrag sei in Gefahr, und die Jungen könnten nicht mehr darauf hoffen, irgendeine Pension zu erzielen, die nur halbwegs dem heutigen Standard entspricht. (Abg. Ing. Reichhold: Wer sagt das?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat das gesagt?
Deswegen – das will ich Ihnen sagen – waren die Wahlen im Herbst so wichtig: um die Voraussetzungen zu schaffen für eine Kursänderung; und diese Kursänderung wurde von uns durchgeführt und durchgesetzt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat das gesagt?) Lesen Sie nach! Ich kann Ihnen das nachher sagen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir brauchen engagierte Beschäftigungsprogramme, um dem Problem der Arbeitslosigkeit zu begegnen. Nicht die Arbeitslosigkeit zu verwalten, sondern Arbeit zu schaffen heißt die Devise, denn ohne Arbeitsplätze gibt es keine soziale Sicherheit! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir müssen den Betrieben und den Mitarbeitern mit mehr Vertrauen begegnen, da es oft auch im Interesse der Arbeitnehmer liegt, sich kreativer, flexibler einzubringen. Der Arbeitnehmer soll entscheiden, wann und wie er seine Arbeitsleistung erbringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Ich glaube, der ist bei der falschen Partei!
Also: Weg mit dem Mißtrauen, hin zur Eigenverantwortung des mündigen Bürgers! Ich meine überhaupt, daß es Zeit ist, auch in der Sozialpolitik die Verantwortung des einzelnen wieder mehr zu betonen. Viele sehen den Staat als eine Art Selbstbedienungsladen, wo derjenige der Größte ist, dem es möglichst billig gelingt, am meisten herauszuholen. Vielleicht hat man uns dieses Denken auch teilweise anerzogen. (Abg. Ing. Reichhold: Ich glaube, der ist bei der falschen Partei!) Ich komme schon noch darauf zurück.
Abg. Öllinger: Hier!
Kollege Öllinger von der grünen Fraktion – er ist leider nicht im Saal (Abg. Öllinger: Hier!) – hat in der Ausschußsitzung und auch heute hier bei der gegenständlichen Vorlage von einem – ich hoffe, ich bringe es jetzt zusammen – "Sozialmißbrauchsverhinderungsgesetz" gesprochen. Dem ist entgegenzuhalten, daß so manche restriktive Maßnahme tatsächlich vermeidbar gewesen wäre, wenn nur jene Sozialleistungen in Anspruch nähmen, die diese auch tatsächlich brauchen. Es darf nämlich nicht derjenige der Dumme sein, der sich an die Spielregeln hält. Unter den gegebenen Umständen sind jedoch verschärfte Bestimmungen wie zum Beispiel im Arbeitslosenversicherungsgesetz und in anderen Bereichen leider notwendig.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich möchte auch auf den Vorschlag der Frau Kollegin Haidlmayr kurz eingehen, nämlich die Ausgleichstaxe im Bereich des Behinderteneinstellungsgesetzes auf einen Durchschnittsverdienst zu erhöhen. Ich gebe zu, daß es uns gemeinsam gelingen muß, Arbeitsmöglichkeiten für behinderte Menschen zu finden, um diese behinderten Menschen in den Arbeitsprozeß und damit in die Gesellschaft einzubauen, aber mit der Einführung einer neuen Strafabgabe schaffen Sie keinen einzigen neuen Arbeitsplatz in diesem Bereich! – Das muß auch festgehalten werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn es uns weiters gelingt, unsere Bürger zu mehr Selbstverantwortung für unser gemeinsames Unternehmen Wohlfahrtsstaat Österreich zu bringen, statt sich um den "täglichen Fisch" anzustellen, können wir auch in Zukunft – da bin ich sicher – unser Ziel, den Wohlfahrtsstaat zu sichern, erreichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Bundesminister Hums spricht mit Abg. Böhacker.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Dobar dan! Drei Themenkomplexe sind es, die ich in gebotener Kürze – ich hoffe, Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen – heute hier ansprechen möchte. (Bundesminister Hums spricht mit Abg. Böhacker.) Ich hoffe, daß ich auch die Aufmerksamkeit des Herrn Bundesministers bekomme, denn um ihn geht es im Wesentlichsten.
Abg. Ing. Reichhold: Ausländerfeindlich!
Sie, Herr Bundesminister, sind das oberste Aufsichtsorgan der Gebietskrankenkasse (Abg. Ing. Reichhold: Ausländerfeindlich!), und die Gebietskrankenkasse verzichtet seit Jahren auf Milliardenbeträge durch die Tatsache, daß sie bei Hans Dichand und auch einigen Freunden, sprich Mediaprint, das, was ihr Recht wäre, nicht einfordert. Sie trägt nämlich dem, daß der Verwaltungsgerichtshof Ihren Bescheid bestätigt hat, der besagt, daß Kolporteure Dienstnehmer und nicht Werkvertragsnehmer sind, nicht Rechnung. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Sie, Herr Bundesminister, sind das oberste Aufsichtsorgan der Gebietskrankenkasse (Abg. Ing. Reichhold: Ausländerfeindlich!), und die Gebietskrankenkasse verzichtet seit Jahren auf Milliardenbeträge durch die Tatsache, daß sie bei Hans Dichand und auch einigen Freunden, sprich Mediaprint, das, was ihr Recht wäre, nicht einfordert. Sie trägt nämlich dem, daß der Verwaltungsgerichtshof Ihren Bescheid bestätigt hat, der besagt, daß Kolporteure Dienstnehmer und nicht Werkvertragsnehmer sind, nicht Rechnung. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Mag. Posch.
Lassen Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, sich nicht gefallen, daß die "Kronen Zeitung" diktiert, was hier in diesem Haus passiert. Wir sind die gewählten Volksvertreter und Volksvertreterinnen, wir machen Gesetze – nicht Hans Dichand! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum sowie des Abg. Mag. Posch. )
Beifall bei den Grünen und Beifall des Abg. Ing. Reichhold.
Schämen Sie sich, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn Sie in die Knie gehen aufgrund von Briefen von Herausgebern, wenn es hier so ist, daß die öffentlichen Meinungsbildner, jene, die die Möglichkeit haben, Zeitungen zu drucken, mehr zählen als alle Politikerinnen und Politiker! – Das ist nicht "freies Mandat", und das ist nicht mein Verständnis davon! (Beifall bei den Grünen und Beifall des Abg. Ing. Reichhold. )
Abg. Schwarzenberger: Das war ein Freudscher Versprecher!
Denn es geht um die Beachtung des Vertrauensgrundsatzes. Frauen werden in dieser unserer Gesellschaft, wo es nur geht, in ihrem Vertrauen nicht entsprechend gewürdigt. Es ist vielleicht kein Zufall, daß der Vertrauensminister, ich meine, der Sozialminister (Abg. Schwarzenberger: Das war ein Freudscher Versprecher!) auch ein Mann ist, der dieses Vertrauen bricht. Es mag sein, daß, wäre eine Dame an Ihrer Stelle, sie zumindest für diesen Punkt mehr Einfühlungsvermögen hätte, denn sie kann ja eine potentiell theoretisch Betroffene sein, sie kann ja Mutter werden. Ihnen obliegt höchstens das Privileg, Vater zu werden.
Beifall bei den Grünen.
Die Welt dreht sich weiter; unser aller persönliche Welt. Die Welt für ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich dreht sich auch weiter, aber sie dreht sich jetzt schon so schnell, daß die Zentrifugalkräfte diese absaugen werden. Das ist in Ihrem Sinn. Das werfe ich Ihnen vor. Ich hoffe, daß es einige Kolleginnen und Kollegen hier gibt, die da nicht mitmachen, denn das ist ein schmutziges Spiel auf Kosten von auch uninformierten Menschen. (Beifall bei den Grünen.) Das widerspricht jedem gewerkschaftlichen Gedanken. Das ist nicht sozialdemokratisch. Und das ist auch nicht christlichsozial, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Volkspartei! (Beifall bei den Grünen. )
Beifall bei den Grünen.
Die Welt dreht sich weiter; unser aller persönliche Welt. Die Welt für ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich dreht sich auch weiter, aber sie dreht sich jetzt schon so schnell, daß die Zentrifugalkräfte diese absaugen werden. Das ist in Ihrem Sinn. Das werfe ich Ihnen vor. Ich hoffe, daß es einige Kolleginnen und Kollegen hier gibt, die da nicht mitmachen, denn das ist ein schmutziges Spiel auf Kosten von auch uninformierten Menschen. (Beifall bei den Grünen.) Das widerspricht jedem gewerkschaftlichen Gedanken. Das ist nicht sozialdemokratisch. Und das ist auch nicht christlichsozial, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Volkspartei! (Beifall bei den Grünen. )
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Winfried Seidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Minister Hums hat sich nach diesen heftigen Attacken der Frau Abgeordneten Stoisits zu Wort gemeldet und wird auch darauf replizieren. Ich glaube, es ist notwendig, auf diese Vorwürfe in der gebotenen Form auch zu antworten. Wenn man in der Wortwahl so spitz ist wie Sie, Frau Kollegin, dann müßte man Ihnen gleich spitz antworten. Ich glaube, das würde aber manchmal die guten Regeln des Anstands und der Sitte verletzen. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ.
Heute wurden mehrfach die Reformen bei der Berufsausbildung von Lehrlingen angesprochen. Lassen Sie mich nur ein paar Gedanken dazu sagen: Die bisherigen Kosten der öffentlichen Hand für diese Gruppe sind im Vergleich zu den Kosten für die Schulausbildung anderer äußerst gering. Ein Lehrling ist der öffentlichen Hand im Jahr 9 000 S wert, ein AHS-Schüler 60 000 S, ein BHS-Schüler über 90 000 S und ein Student 150 000 S. Das sind Relationen, die wir nicht so einfach hinnehmen können. Am Beginn der heutigen Debatte ist Abgeordneter Haider losgezogen über die Sozialdemokraten, sie hätten sich von den Lehrlingen abgewendet. Er war einer von denen, die sich vor Jahren vor den großen verstaatlichten Betrieb der VOEST-ALPINE hingestellt und gesagt haben: Zusperren! Betriebe zuzusperren heißt aber auch, Lehrwerkstätten zuzusperren. Das soll sich Herr Haider einmal ins Gedächtnis rufen, welche Verantwortung er dafür trägt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir hoffen alle, daß wir mit diesen Budgets 1996 und 1997 eine gute Basis dafür geschaffen haben, daß wir 1998 wiederum in ein Fahrwasser kommen, das den Sozialstaat weiterhin festigt und aufrechterhält. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Zum Karenzurlaubsgeld selbst. Ich möchte nur wiederholen: Auch nach dieser Korrektur, die es jetzt geben wird, ist Österreich mit Abstand das Land mit den besten Regelungen auf diesem Sektor. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.) Es ist dabei auch zu berücksichtigen, daß weiterhin die Möglichkeit des zweijährigen Karenzurlaubs besteht, wenn der zweite Elternteil ein halbes Jahr davon in Anspruch nimmt.
Abg. Mag. Stoisits: Ein großer!
Sie haben erklärt, ich könnte mich nicht in die Situation der Mütter versetzen. Ich kann mich sehr wohl noch in die Situation der Eltern versetzen, auch wenn die Zeit schon etwas länger zurückliegt, wo ich selbst ein kleines Kind in der Familie hatte. Aber es wurde schon zu Beginn der Diskussion über die Ausdehnung des Karenzurlaubs auf zwei Jahre sehr wohl und sehr verständlich gerade von den Frauenvertreterinnen immer wieder gefordert und darauf hingewiesen, daß es an sich vernünftig und richtig ist – frauenpolitisch und familienpolitisch –, daß auch Väter einen Teil des Karenzurlaubs ausnützen. Wir haben daher nicht gedankenlos und sinnlos aus Spargründen gekürzt, sondern wirklich aufgrund dieser Absicht, daß wir eine Kombination erreichen. Natürlich ist ein gewisser Spareffekt damit verbunden, wenn der Vater einen Teil des Karenzurlaubs nicht in Anspruch nimmt. (Abg. Mag. Stoisits: Ein großer!) Unsere Zielsetzung war aber, daß der Vater das in Anspruch nimmt, und ich hoffe, daß wir das gemeinsam auch erreichen und nicht diskriminiert wird, daß Väter einen Teil dieses Karenzurlaubs in Anspruch nehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie haben erklärt, ich könnte mich nicht in die Situation der Mütter versetzen. Ich kann mich sehr wohl noch in die Situation der Eltern versetzen, auch wenn die Zeit schon etwas länger zurückliegt, wo ich selbst ein kleines Kind in der Familie hatte. Aber es wurde schon zu Beginn der Diskussion über die Ausdehnung des Karenzurlaubs auf zwei Jahre sehr wohl und sehr verständlich gerade von den Frauenvertreterinnen immer wieder gefordert und darauf hingewiesen, daß es an sich vernünftig und richtig ist – frauenpolitisch und familienpolitisch –, daß auch Väter einen Teil des Karenzurlaubs ausnützen. Wir haben daher nicht gedankenlos und sinnlos aus Spargründen gekürzt, sondern wirklich aufgrund dieser Absicht, daß wir eine Kombination erreichen. Natürlich ist ein gewisser Spareffekt damit verbunden, wenn der Vater einen Teil des Karenzurlaubs nicht in Anspruch nimmt. (Abg. Mag. Stoisits: Ein großer!) Unsere Zielsetzung war aber, daß der Vater das in Anspruch nimmt, und ich hoffe, daß wir das gemeinsam auch erreichen und nicht diskriminiert wird, daß Väter einen Teil dieses Karenzurlaubs in Anspruch nehmen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich glaube auch, daß die Frist für Geburten ab 1. 7. des heurigen Jahres vernünftig und verständlich ist, denn vom 1. 7. weg ist noch immer eineinhalb Jahre lang Zeit gegeben. Ich glaube, das sollte ausreichen. Ich bin der Überzeugung, daß keine einzige Frau die Entscheidung anders getroffen hätte, wenn sie vorher gewußt hätte, daß sie sechs Monate weniger Anspruch auf Karenzurlaub hat. Ich glaube, so sollten wir die Problematik nicht behandeln. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Mag. Stoisits: Aber es reicht, wenn ihn der Herr Dr. Khol oder der Herr Dr. Kostelka kennt!
Ich möchte Ihnen nur eines sagen: Ich habe weder einen Brief vom Herrn Dichand noch von sonst irgend jemandem bekommen. Vielleicht haben Sie einen bekommen – ich jedenfalls nicht. Ich habe Zeit meines Lebens Herrn Dichand noch nie getroffen, es hätte mich auch wenig beeindruckt. (Abg. Mag. Stoisits: Aber es reicht, wenn ihn der Herr Dr. Khol oder der Herr Dr. Kostelka kennt!) Und es ist sicher nicht so, daß von dieser Maßnahme Herr Dichand allein betroffen wäre. Hat er nämlich Dienstnehmer, die in diesem Feld tätig sind, dann werden diese sicherlich auch zur Sozialversicherung herangezogen. Wenn Sie aber der Meinung sind – ich kann das nicht beurteilen –, daß das in einzelnen Fällen bisher nicht geschehen ist, dann werde ich mich darum kümmern und mir anschauen, ob bisher bestehende Bestimmungen verletzt wurden. Und wenn es Verletzungen gibt, dann werde ich dafür sorgen, daß es diese in Hinkunft nicht mehr geben wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich möchte Ihnen nur eines sagen: Ich habe weder einen Brief vom Herrn Dichand noch von sonst irgend jemandem bekommen. Vielleicht haben Sie einen bekommen – ich jedenfalls nicht. Ich habe Zeit meines Lebens Herrn Dichand noch nie getroffen, es hätte mich auch wenig beeindruckt. (Abg. Mag. Stoisits: Aber es reicht, wenn ihn der Herr Dr. Khol oder der Herr Dr. Kostelka kennt!) Und es ist sicher nicht so, daß von dieser Maßnahme Herr Dichand allein betroffen wäre. Hat er nämlich Dienstnehmer, die in diesem Feld tätig sind, dann werden diese sicherlich auch zur Sozialversicherung herangezogen. Wenn Sie aber der Meinung sind – ich kann das nicht beurteilen –, daß das in einzelnen Fällen bisher nicht geschehen ist, dann werde ich mich darum kümmern und mir anschauen, ob bisher bestehende Bestimmungen verletzt wurden. Und wenn es Verletzungen gibt, dann werde ich dafür sorgen, daß es diese in Hinkunft nicht mehr geben wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Gestern sagte zum Beispiel ÖGB-Vizepräsident Neugebauer, auf den Abgeordneten Frischenschlager replizierend: Gewerkschaften sind in ihrem Selbstverständnis dazu da, den sozialen Standard zu sichern. Sie sind auch dazu da, auf Rahmenbedingungen zu reagieren und im Gespräch mit Dienstgebern zu vernünftigen Kompromissen zu kommen. Dieser Herr Vizepräsident des abgehobenen Gewerkschaftsbundes hat ganz vergessen, daß dort der Standard im höchsten Maße in eigener Sache erhalten wird. Für die Mitglieder werden eher faule Kompromisse geschlossen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Es ist für mich eine Genugtuung, daß auch die Pfuscher in Zukunft höher bestraft werden, denn das wird auch einen Großteil der Regierungsmitglieder treffen, mit den "schönen Vranz" an der Spitze. Denn sie brocken uns diese Suppe ein, die die breite Bevölkerungsmasse dann unter großen Belastungen wieder auslöffeln muß. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage mich: Ist ein Strukturanpassungsgesetz ohne Abschaffung solcher Mißstände solide und korrekt? Für mich ist solch ein Strukturanpassungsgesetz unerträglich! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Meisinger: Es gibt auch Ausnahmen!
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Meisinger! – Ich weiß gar nicht mehr, ob ich nach der Beschimpfung, die du auf uns losgelassen hast, "Kollege" sagen soll. (Abg. Meisinger: Es gibt auch Ausnahmen!) Ich bin der Meinung, daß wir gerade im Zusammenhang mit einer sensiblen Materie ein solches Vokabular, angefangen bei "Bonzen", "Schröpfer", "Ausbeuterkoalition" bis zu ich weiß nicht welchen Beschimpfungen, nicht verwenden sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Edeltraud Gatterer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Meisinger! – Ich weiß gar nicht mehr, ob ich nach der Beschimpfung, die du auf uns losgelassen hast, "Kollege" sagen soll. (Abg. Meisinger: Es gibt auch Ausnahmen!) Ich bin der Meinung, daß wir gerade im Zusammenhang mit einer sensiblen Materie ein solches Vokabular, angefangen bei "Bonzen", "Schröpfer", "Ausbeuterkoalition" bis zu ich weiß nicht welchen Beschimpfungen, nicht verwenden sollten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, alle Abgeordneten hier im Haus sollten sich darauf verstehen, daß die Erhaltung des sozialen Wohlfahrtsstaates Österreich für uns vorrangiges Ziel sein muß. (Beifall bei der ÖVP.) Und um dies zu ermöglichen, müssen wir in einigen Bereichen Strukturen ändern. Wir müssen also einsparen. Diesbezüglich legen die Oppositionsparteien ein schizophrenes Verhalten an den Tag. Einerseits kritisieren sie die hohe Staatsverschuldung, und wenn es dann um Änderungen geht, dann sind sie die ersten, die sagen, es darf nichts geändert werden, es muß noch mehr sein. Ich verstehe diese Vorgangsweise wirklich nicht! (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaubwürdig!)
Abg. Dr. Stummvoll: Unglaubwürdig!
Ich glaube, alle Abgeordneten hier im Haus sollten sich darauf verstehen, daß die Erhaltung des sozialen Wohlfahrtsstaates Österreich für uns vorrangiges Ziel sein muß. (Beifall bei der ÖVP.) Und um dies zu ermöglichen, müssen wir in einigen Bereichen Strukturen ändern. Wir müssen also einsparen. Diesbezüglich legen die Oppositionsparteien ein schizophrenes Verhalten an den Tag. Einerseits kritisieren sie die hohe Staatsverschuldung, und wenn es dann um Änderungen geht, dann sind sie die ersten, die sagen, es darf nichts geändert werden, es muß noch mehr sein. Ich verstehe diese Vorgangsweise wirklich nicht! (Abg. Dr. Stummvoll: Unglaubwürdig!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verstehe zum Beispiel auch das Verhalten der Grünen nicht. Ich kann mich daran erinnern, daß die Kolleginnen der grünen Fraktion einige Male den Antrag auf verpflichtende Teilung der Karenzzeit, also ein Jahr Vater, ein Jahr Mutter, eingebracht haben. Jetzt ist das im Gesetz vorgesehen, und jetzt ist es das Schlimmste, was es gibt. Wenn man hier diskutiert, dann sollte man nicht darauf bauen, daß alle Kollegen vergeßlich sind, wir merken uns zwar nicht alles – Gott sei Dank! –, aber doch einiges, was gefordert wurde. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gerade Sie von den Freiheitlichen kreiden immer wieder an, daß es Doppel- und Mehrfachleistungen gibt. Das war eine Doppel- und Mehrfachleistung, und das wird jetzt korrigiert. Das ist etwas Positives. Ich glaube, wir haben diesbezüglich über das Ziel geschossen, wir geben das zu. Und das ist keine Einsparung in diesem Bereich, sondern eine durchaus berechtigte Korrektur. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich möchte aber trotzdem dem Herrn Bundesminister sagen, daß für mich als Frauenpolitikerin die sozialrechtliche Absicherung der Pflegepersonen noch immer ein Thema ist. Das ist politisch sicher nicht vom Tisch, sondern das werden wir weiter verfolgen, und wir werden sicher gemeinsam eine Lösung finden. Ich glaube, das ist auch sehr wichtig. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das zweite ist: Wir haben sehr wohl erkannt, daß es Frauen nach zwei Jahren oder manchmal auch nach vier Jahren Karenzzeit sehr schwer hatten, in den Betrieb wieder einzusteigen. Frauen haben jetzt vielleicht bessere Möglichkeiten, nach eineinhalb Jahren wieder in das Berufsleben einzusteigen. Wir müssen uns aber trotzdem, auch bei eineinhalb Jahren, überlegen, ob wir nicht neue Modelle finden können, damit Frauen beziehungsweise in Zukunft auch Männer während der Karenzzeit bessere Kontakte zu den Betrieben haben. Ich glaube, daß es ein wesentlicher Punkt, den wir uns für diese Regierungszeit auch vornehmen müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Posch: Das ist sehr unpassend! – Abg. Leikam: Das ist eine Zumutung!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Hohes Haus! Ich möchte den Hinweis der Frau Abgeordneten auf eine moderate Ausdrucksweise unterstreichen, weise allerdings darauf hin, daß in einem Roman des Schriftstellers Hans Fallada das Wort "Bonzen" auch ohne Beigeschmack vorkommt. Aber ich glaube, Ihr Hinweis war sehr angebracht, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Posch: Das ist sehr unpassend! – Abg. Leikam: Das ist eine Zumutung!)
Abg. Leikam: Eine Wertung steht Ihnen nicht zu! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zu Wort gemeldet ist nun Frau Dr. Partik-Pablé. Ich erteile es ihr. (Abg. Leikam: Eine Wertung steht Ihnen nicht zu! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Leikam: Was der Herr Präsident von sich gibt!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Ich bitte Sie, Ruhe herzustellen, Herr Präsident, ich sehe nämlich nicht ein, daß die gekünstelte Aufregung des Herrn Posch auf Kosten meiner Redezeit gehen soll. (Abg. Leikam: Was der Herr Präsident von sich gibt!) Ich werde Ihnen aber gleich einen Grund zum Aufregen geben, ich werde nämlich jetzt über die Lage der Behinderten und über Ihre Einstellung dazu reden.
Abg. Gatterer: Beschimpfung und Kritik, da ist ein großer Unterschied!
Sie wollen immer nur stolz sein, Sie wollen glücklich sein über das, was hier beschlossen worden ist, aber niemand ist dann unglücklich darüber, wenn all das zurückgenommen wird, was Sie hier beschlossen haben. Und uns machen Sie Vorwürfe, wenn wir daran Kritik üben! Ich bin enttäuscht! Ich bin enttäuscht von Ihnen, aber auch vom Herrn Minister. Der Herr Minister hat ... (Abg. Gatterer: Beschimpfung und Kritik, da ist ein großer Unterschied!) Bitte? Was haben Sie gesagt? (Abg. Gatterer: Beschimpfung und Kritik, da ist ein großer Unterschied!)
Abg. Gatterer: Beschimpfung und Kritik, da ist ein großer Unterschied!
Sie wollen immer nur stolz sein, Sie wollen glücklich sein über das, was hier beschlossen worden ist, aber niemand ist dann unglücklich darüber, wenn all das zurückgenommen wird, was Sie hier beschlossen haben. Und uns machen Sie Vorwürfe, wenn wir daran Kritik üben! Ich bin enttäuscht! Ich bin enttäuscht von Ihnen, aber auch vom Herrn Minister. Der Herr Minister hat ... (Abg. Gatterer: Beschimpfung und Kritik, da ist ein großer Unterschied!) Bitte? Was haben Sie gesagt? (Abg. Gatterer: Beschimpfung und Kritik, da ist ein großer Unterschied!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Hören Sie mir einmal zu, und geben Sie mir Antwort darauf, Frau Gatterer: Warum haben Sie hier nicht bemängelt, daß den Behinderten, die in einem Heim sind, nur noch 500 S Taschengeld übrigbleiben? Warum haben Sie nicht bemängelt, daß der Freibetrag für Behinderte gestrichen wird? Warum haben Sie nicht bemängelt, daß Eltern von behinderten Kindern jetzt nicht mehr die Möglichkeit haben, Ihre Mehraufwendungen auf dem Steuerwege geltend zu machen? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer .
4 Milliarden Schilling müssen die Behinderten zur Sanierung des Budgets beitragen. Wenn ich Sie erinnern darf, tragen die Beamten 16 Milliarden dazu bei. Ein Viertel dieses Betrages tragen die Behinderten dazu bei. Und dabei werden aber die Behinderten noch allgemein von den Wirkungen des Sparpakets betroffen. Das stimmt leider, Frau Abgeordnete Bauer! Informieren Sie sich einmal und lassen Sie sich nicht von Kollegen Feurstein Sand in die Augen streuen. Bleiben Sie hier, ich werde Ihnen sofort beweisen, daß alle meine Ausführungen richtig sind. (Zwischenruf der Abg. Rosemarie Bauer .)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nur Sie haben den Behinderten mehr oder weniger zu verstehen gegeben: Reden wir noch einmal darüber! – Sie haben Sie vor der Diskussion zum Strukturanpassungsgesetz eingeladen, zu einem Hearing zu kommen. Dieses Hearing hat stattgefunden. Nur: Es wurde nachher weder ein Punkt noch ein Beistrich noch sonst irgend etwas geändert. Die Behinderten haben sich nämlich erwartet, daß sich etwas ändern wird. Ich weiß nicht, warum Sie dieses Hearing überhaupt gemacht haben. Man hätte sich das sparen können. Es war das lediglich eine Alibihandlung, und dafür sollten Sie sich ebenfalls schämen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Behinderten wollten, daß diese Maßnahmen, die von Rot, Schwarz, von der Regierung in drei Bereichen geplant waren, zurückgenommen werden, und zwar war das einmal die Kürzung der Pflegestufe 1, woraus auch dieses Taschengeld von 500 S resultiert. Sie wollten, daß diese 500 S Taschengeld zurückgenommen werden, und sie wollten, daß der Freibetrag für berufstätige Behinderte beibehalten wird. Also das sind Forderungen, die durchaus erfüllbar gewesen wären oder über die man diskutieren hätte können, ob man sie nicht wenigstens mildert. Nichts haben Sie gemacht! Zum Hearing haben Sie sie bestellt, in ihnen Hoffnungen erweckt, und dann haben Sie sie heimgehen lassen, während Sie weiterhin auf Ihrem Standpunkt beharrt haben, daß die Behinderten ein wichtiges Schröpfungsobjekt in diesem Sozialstaat Österreichs sind. Und davon distanzieren wir uns, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Ederer spricht mit Bundesminister Hums .
Herr Sozialminister Hums legt immer Wert darauf, daß das Pflegegeld nur für Pflegemaßnahmen gedacht ist und man Pflegegeld nur für die Pflegemaßnahmen bekommt, und die Pflege hat man ohnehin im Heim. Aber unter Pflegemaßnahmen verstehe ich auch, daß der Behinderte vielleicht einmal in seinem Rollstuhl zu einem Spaziergang ausgeführt wird. (Abg. Mag. Ederer spricht mit Bundesminister Hums .)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Seien Sie froh, daß Ihnen überhaupt jemand zuhört! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Frau Abgeordnete Ederer! Wissen Sie, wenn ich schon über Behinderte rede, dann würde ich Ihnen den Rat geben, setzen Sie sich hin und hören Sie sich das an, denn das, was Sie über die Einschränkungen des Pflegegeldes gesagt haben, war so skandalös wie nur etwas. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam: Seien Sie froh, daß Ihnen überhaupt jemand zuhört! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wissen Sie, Sie brauchen mir gar nicht mit einem furchtbar wütenden Gesicht zu sagen, das ist skandalös oder ärgerlich! Frau Ederer hat keine Ahnung von Behindertenangelegenheiten. Sie hält aber auch noch den Sozialminister davon ab, mir zuzuhören. Sie reden ununterbrochen über Anstand. Sie haben aber keinen Anstand! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Leikam: Gehn’ S’ weiter!
Frau Ederer hat gesagt, man soll allen Behinderten... (Abg. Leikam: Gehn’ S’ weiter!) Ja, ich rede weiter. Jetzt kann mir der Herr Sozialminister endlich einmal zuhören. (Abg. Leikam: Das ist unerhört! Das ist unerhört!) Bevor Sie "unerhört" brüllen, setzen Sie sich doch lieber mit dem sozialen Verantwortungsgefühl Ihrer Frau Ederer auseinander.
Abg. Leikam: Das ist unerhört! Das ist unerhört!
Frau Ederer hat gesagt, man soll allen Behinderten... (Abg. Leikam: Gehn’ S’ weiter!) Ja, ich rede weiter. Jetzt kann mir der Herr Sozialminister endlich einmal zuhören. (Abg. Leikam: Das ist unerhört! Das ist unerhört!) Bevor Sie "unerhört" brüllen, setzen Sie sich doch lieber mit dem sozialen Verantwortungsgefühl Ihrer Frau Ederer auseinander.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Guggenberger: Wir haben es doch nicht gestrichen! Was reden Sie für einen Unsinn!
Sie hat gesagt, das Pflegegeld gehört von all jenen Behinderten gestrichen, die sich nicht in einer offiziellen Anstalt befinden. Wir konnten das überall nachlesen. Sie ist offensichtlich dann – Gott sei Dank, muß ich schon sagen – zurückgepfiffen worden. Das ist Ihr soziales "Verantwortungsgefühl"! – Schämen Sie sich! Die Sozialisten haben überhaupt keine Sensibilität auf diesem Gebiet! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Guggenberger: Wir haben es doch nicht gestrichen! Was reden Sie für einen Unsinn!)
Abg. Mag. Guggenberger: Das ist ein Käse, was Sie da sagen! Das ist doch Unsinn! Man nimmt ihnen doch nicht das Pflegegeld weg!
Herr Abgeordneter Seidinger! Sie waren heute derjenige, der das Wort "anständig" einige Male in den Mund genommen und aktualisiert hat. Ich finde es nicht anständig, daß man den Behinderten mit der einen Hand etwas gibt und mit der anderen Hand wieder wegnimmt. Mit dem einen Gesetz gibt man ihnen die Pflegevorsorge, und mit der anderen setzt man Maßnahmen, durch die man ihnen das Pflegegeld wieder wegnimmt. Das finde ich zutiefst unanständig, und da möchte ich Sie schon bitten, daß Sie einmal darüber nachdenken. (Abg. Mag. Guggenberger: Das ist ein Käse, was Sie da sagen! Das ist doch Unsinn! Man nimmt ihnen doch nicht das Pflegegeld weg!)
Abg. Mag. Guggenberger: Das ist ja richtig!
Sie haben sich immer gerühmt, daß die Pflegevorsorge eingeführt wird. Ich kann mich daran erinnern: Herr Hesoun hat sogar stolz gesagt, Sozialminister Blüm aus Deutschland hat ihm telegraphiert, was das nicht für ein toller Erfolg ist. (Abg. Mag. Guggenberger: Das ist ja richtig!) Ja, es ist richtig, aber auf der anderen Seite nehmen Sie den Behinderten alles wieder weg, weil Sie das Pflegegeld zehnmal anrechnen. Ich werde Ihnen das noch sagen. Das wird auch seitens der ÖVP... (Abg. Mag. Guggenberger: Wir nehmen Ihnen doch nicht alles wieder weg! Das ist doch Unsinn! Sie reden wider besseres Wissen, Frau Kollegin!) Ich rede nicht wider besseres Wissen, ich rede genau darüber, worum es geht.
Abg. Mag. Guggenberger: Wir nehmen Ihnen doch nicht alles wieder weg! Das ist doch Unsinn! Sie reden wider besseres Wissen, Frau Kollegin!
Sie haben sich immer gerühmt, daß die Pflegevorsorge eingeführt wird. Ich kann mich daran erinnern: Herr Hesoun hat sogar stolz gesagt, Sozialminister Blüm aus Deutschland hat ihm telegraphiert, was das nicht für ein toller Erfolg ist. (Abg. Mag. Guggenberger: Das ist ja richtig!) Ja, es ist richtig, aber auf der anderen Seite nehmen Sie den Behinderten alles wieder weg, weil Sie das Pflegegeld zehnmal anrechnen. Ich werde Ihnen das noch sagen. Das wird auch seitens der ÖVP... (Abg. Mag. Guggenberger: Wir nehmen Ihnen doch nicht alles wieder weg! Das ist doch Unsinn! Sie reden wider besseres Wissen, Frau Kollegin!) Ich rede nicht wider besseres Wissen, ich rede genau darüber, worum es geht.
Abg. Tichy-Schreder: Das ist eine Unterstellung!
Da wird den Behinderten – von seiten der ÖVP, von Wirtschaftsseite her wird das besonders gerne gemacht – immer wieder gedroht: Wenn ihr euch zu viel aufregt, dann werden wir das Pflegegeld überhaupt streichen! (Abg. Tichy-Schreder: Das ist eine Unterstellung!) – Das ist keine Unterstellung. Herr Maderthaner hat das schon gesagt, Herr Mayer von Wirtschaftsbund hat das gesagt, ich habe es selbst gehört. Da kann ich mich wirklich nur wundern über Herrn Abgeordneten Feurstein und Sie. Sie trauen sich, mich ununterbrochen niederzureden, aber hätten Sie doch in den Verhandlungen um das Budget so viel geredet wie heute! Da waren Sie offensichtlich absolut stumm. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da wird den Behinderten – von seiten der ÖVP, von Wirtschaftsseite her wird das besonders gerne gemacht – immer wieder gedroht: Wenn ihr euch zu viel aufregt, dann werden wir das Pflegegeld überhaupt streichen! (Abg. Tichy-Schreder: Das ist eine Unterstellung!) – Das ist keine Unterstellung. Herr Maderthaner hat das schon gesagt, Herr Mayer von Wirtschaftsbund hat das gesagt, ich habe es selbst gehört. Da kann ich mich wirklich nur wundern über Herrn Abgeordneten Feurstein und Sie. Sie trauen sich, mich ununterbrochen niederzureden, aber hätten Sie doch in den Verhandlungen um das Budget so viel geredet wie heute! Da waren Sie offensichtlich absolut stumm. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Feurstein! Sie wissen das ganz genau! Vorarlberg allein hat 40 Millionen Schilling aus der Pflegevorsorge lukriert. In Wien geht es um Milliarden Schilling, die aus dem Pflegegeld dem Land zufließen. Machen wir doch gemeinsam diesen Gesetzesbeschluß und sagen wir: Wenn die Behinderten im Heim sind, soll das Pflegegeld ruhen, und die Länder sollen ihrer Pflicht nachkommen, für ordnungsgemäße Heime zu sorgen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Guggenberger! Jetzt frage ich Sie: Was ist wichtiger: daß ein Behinderter wenigstens einmal im Monat auf die Straße kommt oder daß sich Leute auf der Donauinsel bei Würstelbuden und sonstigen Veranstaltungen vergnügen? – Mir ist der Behinderte wichtiger, denn da geht es nämlich um ein grundlegendes Bedürfnis eines Menschen, daß er hin und wieder auch hinauskommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Guggenberger: Dafür ist das Pflegegeld eingeführt worden!
Finden Sie es gerecht und finden Sie es anständig – weil Sie ununterbrochen von Anständigkeit reden –, daß einem Behinderten, der arbeitet, der Freibetrag gestrichen wird, der ihm seinerzeit gegeben worden ist, weil er einen besonderen Aufwand hat, damit er überhaupt in die Arbeit kommt? – Er braucht womöglich eine halbe Stunde zum Schuhe anziehen. Er braucht jemanden, der ihm beim Baden oder sonst irgend etwas hilft. (Abg. Mag. Guggenberger: Dafür ist das Pflegegeld eingeführt worden!) – Dafür ist das Pflegegeld nicht, weil das Pflegegeld – fragen Sie Herrn Sozialminister Hums, er sagt, das Geld hat ein Mascherl – für den Pflegeaufwand ist. Und dieser Freibetrag – Sie wissen, jetzt reden Sie gegen besseren Wissens, das werfe ich Ihnen schon vor – war eben für jene Aufwendungen, die er hat, weil er arbeiten geht, weil er sich eben schwerer tut.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Man merkt, da sind Maßnahmen von Ahnungslosen getroffen worden. Und Sie scheuen nicht davor zurück, den Behinderten wirklich das Hemd auszuziehen. Und damit sind wir wirklich nicht einverstanden! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sonst reden Sie von Rot und Schwarz ununterbrochen von der Menschenwürde, Sie führen dieses Wort ununterbrochen im Mund, aber dem Behinderten wollen Sie offensichtlich kein menschenwürdiges Leben gestatten, weil Sie nicht davor zurückscheuen, ihm diese Möglichkeit dadurch zu nehmen, indem Sie finanzielle Zuwendungen einschränken. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein .
Beispielsweise werden mit dem Nationalfonds Rollstühle finanziert. Die Krankenkasse bezahlt nicht jeden Rollstuhl. Es werden Elektrorollstühle finanziert, es werden teilweise Zubauten zu Häusern mitfinanziert. Das alles wollen Sie mit 1 Million Schilling machen? Soviel ist im Budget drinnen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Feurstein .) Ich rede doch nicht wider besseren Wissens! Sagen Sie mir doch nicht, wovon ich rede. Ich weiß genau, wovon ich rede, Herr Abgeordneter Feurstein, denn ich kenne nämlich die Ansuchen im Nationalfonds. Ich weiß jetzt schon ganz genau, wie viele Ansuchen nicht berücksichtigt werden, weil kein Geld vorhanden ist, und zwar berechtigte Ansuchen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wissen Sie was? – Sie können sich nur schämen für dieses ganze Paket, das Sie den Behinderten aufbrummen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wissen, daß Arbeit für den Menschen mehr als reine Existenzgrundlage ist. Arbeit ist darüber hinaus ein Teil dessen, was allgemein als Sinn des Lebens bezeichnet wird. Und daher möchte ich, wenn wir heute mit sehr viel Kritik hier "versorgt" werden, auch einmal einen Dank an unseren Bundesminister Hums aussprechen für seine Bemühungen um Maßnahmen zur Wiedereingliederung jener Menschen, die arbeitslos sind. Herzlichen Dank, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der Opposition! Auch wenn Sie es nicht gerne hören: Nach wie vor sind es wir, die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, die sich für die Beschäftigung und für die arbeitenden Menschen einsetzen und deren Probleme lösen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Diese Ausführungen waren ja ganz bezeichnend für das System dieser Bundesregierung, ein System, das geprägt ist von Gesetzesbeschlüssen, über deren Auswirkungen finanzieller oder wirtschaftlicher Art man sich niemals Gedanken gemacht hat. Man hat sich überhaupt keine Gedanken darüber gemacht! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Außer Unterstellungen keine Aussagen!
Meine Damen und Herren! Gleichzeitig hat sich in den letzten 25 Jahren in Österreich eine "Privilegienelite" herauskristallisiert beziehungsweise breitgemacht, die jenes Geld verbraucht, das notwendig wäre, um die beschlossenen Gesetze der letzten Jahre und die Sozialleistungen zu finanzieren. (Abg. Parnigoni: Außer Unterstellungen keine Aussagen!) Jawohl! Es ist das eine "Privilegienelite" in der Nationalbank, in den Kammern, in den Verbänden beziehungsweise in den Führungsebenen der Sozialversicherungsanstalten. Sie nehmen seit Jahrzehnten den Fleißigen, den Behinderten und den Bedürftigen in Österreich das Geld weg, das diesen gesetzmäßig zusteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Gleichzeitig hat sich in den letzten 25 Jahren in Österreich eine "Privilegienelite" herauskristallisiert beziehungsweise breitgemacht, die jenes Geld verbraucht, das notwendig wäre, um die beschlossenen Gesetze der letzten Jahre und die Sozialleistungen zu finanzieren. (Abg. Parnigoni: Außer Unterstellungen keine Aussagen!) Jawohl! Es ist das eine "Privilegienelite" in der Nationalbank, in den Kammern, in den Verbänden beziehungsweise in den Führungsebenen der Sozialversicherungsanstalten. Sie nehmen seit Jahrzehnten den Fleißigen, den Behinderten und den Bedürftigen in Österreich das Geld weg, das diesen gesetzmäßig zusteht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber statt diese Privilegien abzustellen, um die Finanzierung des Sozialsystem zu sichern, gehen Sie den falschen Weg. Sie sagen: Liebe Leute, es tut uns leid, das Budget ist so schlecht, wir müssen es sanieren, wir müssen sparen. Sie sagen wirklich: Wir müssen sparen. Ich empfinde das als eine ungeheuerliche Frechheit, denn wenn ich mir dieses Strukturanpassungsgesetz anschaue – nicht jene Versprechungen höre, wo Sie sagen: Das werden wir im Laufe der Zeit auch noch ändern, was ja bis jetzt gesagt worden ist –, muß ich sagen: Da müßten Sie eigentlich zur österreichischen Bevölkerung sagen: Liebe Leute, ihr müßt sparen, aber nicht: Wir müssen sparen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Nur Unterstellungen!
Jene Privilegienelite in der Nationalbank, in den Kammern, in den Verbänden, in den Führungsebenen der Sozialversicherungsanstalten hat ihre Privilegien bis heute noch nicht abgegeben und kassiert flott ab! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Nur Unterstellungen!)
Abg. Dietachmayr: Das ist doch Schwachsinn und an den Haaren herbeigezogen!
Zu Ihrem Verständnis: Direktvertriebe sind zum Beispiel Tupper-Ware, Donauland, Vorwerk, Lux, um nur die Größeren zu nennen, die es da so gibt. Diese Konzerne machen in Österreich jährlich zwischen 2,5 und 3 Milliarden Schilling an Umsätzen. Wenn dieses Gesetz beschlossen wird, dann würde eine Produktverteuerung um 25 Prozent in Kraft treten, und zwar nicht allein deshalb, weil sie eben die Sozialversicherung teilweise mittragen müssen, sondern auch, weil das Handling in der Buchhaltung und in der Verwaltung wieder Kosten verursacht. (Abg. Dietachmayr: Das ist doch Schwachsinn und an den Haaren herbeigezogen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Sie reden immer von einer Beschäftigungsoffensive, Sie reden von einer Arbeitsplatzbeschaffung, aber auf der anderen Seite legen Sie hier Gesetzentwürfe vor, bei deren Verwirklichung genau das Gegenteil passieren wird. Es liegt eine Marktstudie beziehungsweise eine Bedarfsanalyse vor. Sie müssen einmal mit den Leuten reden, nicht nur da herinnen sitzen und ständig den Redner, der sich informiert hat, mit irgendwelchen komischen Äußerungen durcheinanderzubringen versuchen! Fragen Sie einmal die Leute, die davon betroffen sind. – Meine Kollegin Pablé hat Ihnen das auch schon geraten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie von der Koalition reden immer von Verwaltungsvereinfachung, von einer Abschlankung des Verwaltungsapparates, aber Sie legen hier Gesetzentwürfe vor, die genau das Gegenteil bewirken. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich meine, daß diese Bundesregierung gut daran täte, zuerst die Milliarden von den Privilegienrittern in der Nationalbank, in den Kammern und Verbänden und in der Führungsebene der Sozialversicherungsanstalten zu holen – bevor sie den Österreicherinnen und Österreichern derart tief in die Taschen greift. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Vor einer Woche war ich in Washington. Ich habe dort mit Erschrecken sehen müssen, daß einen Kilometer neben dem Weißen Haus die Leute unter Zeitungen auf Parkbänken schlafen. Das ist nicht alles: In Amerika sind immerhin 40 Millionen Menschen nicht versorgt, und das führt mich zu meinem heutigen Thema, daß wir eigentlich stolz darauf sein sollten – trotz Sparpaketen und allem, was da auf uns zugekommen ist und notwendig war –, daß wir Österreicher, was das Sozialwesen betrifft, eine Vollversorgung haben. (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei der ÖVP.
Österreich liegt bei den Kosten etwa an der achten Stelle. – Leider hat sich aber in der österreichischen Diskussion das Wort "Defizit" eingeschlichen. Ich glaube jedoch, es gibt kein Gesundheitsdefizit und kein Spitalsdefizit. Das ist unsinnig! Es gibt auch kein Schul- oder Straßenbaudefizit oder Bundesheerdefizit. Wir sollten ein anderes Prinzip in den Vordergrund stellen, nämlich das Prinzip bestmögliche Betreuung. Das ist auch der Bürger Wunsch – und darüber sollte eigentlich Konsens in diesem Haus herrschen. (Beifall bei der ÖVP. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Deshalb wäre es wichtig, Mut zur Wahrheit zu haben! Haben wir Mut zu der Wahrheit, daß wir ein sehr gutes System haben, daß wir aber an einer Wegkreuzung stehen und zu entscheiden haben: Welche Leistungen wollen wir? Und wie wollen wir sie finanzieren? Die ÖVP tritt ein für eine hochqualifizierte Medizin, für eine Medizin für alle – für alle, bitte! –, für eine Medizin zu akzeptablen Preisen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Marizzi: Wo ist denn der Haider? – Abg. Parnigoni: Wo ist denn dein Führer?
Es ist auch verständlich, warum Sie kein Interesse daran haben: Weil Sie in Ihrer Aufgabe als gewählte Volksvertreter von der Regierung Ihres Amtes als Legislative enthoben wurden. (Abg. Marizzi: Wo ist denn der Haider? – Abg. Parnigoni: Wo ist denn dein Führer?) Sie sind völlig funktionslos. Als Abstimmungsmarionetten sitzen Sie herinnen. Zur Abstimmung müssen Sie hereinkommen von den Parkbänken unter dem schönen blauen Himmel draußen. Das ist Ihre Aufgabe als Handlanger der Regierung, der Exekutive. (Abg. Parnigoni: Der Haider sitzt in der Sonne! – Zahlreiche weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Der Haider sitzt in der Sonne! – Zahlreiche weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.
Es ist auch verständlich, warum Sie kein Interesse daran haben: Weil Sie in Ihrer Aufgabe als gewählte Volksvertreter von der Regierung Ihres Amtes als Legislative enthoben wurden. (Abg. Marizzi: Wo ist denn der Haider? – Abg. Parnigoni: Wo ist denn dein Führer?) Sie sind völlig funktionslos. Als Abstimmungsmarionetten sitzen Sie herinnen. Zur Abstimmung müssen Sie hereinkommen von den Parkbänken unter dem schönen blauen Himmel draußen. Das ist Ihre Aufgabe als Handlanger der Regierung, der Exekutive. (Abg. Parnigoni: Der Haider sitzt in der Sonne! – Zahlreiche weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Das wollen Sie ja! – Abg. Ing. Reichhold: Der "Kurier" hat schon recht, wenn er euch als Abstimmungsmarionetten darstellt!
Man stellt sich die Frage, meine sehr verehrten Damen und Herren, ob wir uns nicht schon, wenn der Nationalrat praktisch nur mehr als Marionette dient, die Abgeordneten von SPÖ und ÖVP als Abstimmungsmandatare mißbraucht werden und die ganze Gewalt bei der Exekutive liegt, die ganze Gewalt bei der Regierung liegt, auf dem besten Weg zu einer oder schon mitten in einer Regierungsdiktatur befinden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puttinger: Das wollen Sie ja! – Abg. Ing. Reichhold: Der "Kurier" hat schon recht, wenn er euch als Abstimmungsmarionetten darstellt!)
Ruf bei der ÖVP: Das macht nichts, aber er ist gut!
Kollege Rasinger, der Gesundheitssprecher der ÖVP, ist gerade aus Washington zurückkehrt. (Ruf bei der ÖVP: Das macht nichts, aber er ist gut!) Offensichtlich leidet er noch ein bißchen an Jetlag, denn bei seiner Wortmeldung ist ihm überhaupt nichts Gescheites eingefallen. (Zwischenrufe bei der ÖVP .) Er handelt als Gesundheitspolitiker genauso wie als Arzt – er hat einmal gesagt, er hat schon einmal einem Buben die falsche Hand eingegipst –, denn er gipst sich mit der ÖVP mit der roten Regierungsfraktion fest in die Koalition ein und ist dadurch mit der gesamten Koalition handlungs- und bewegungsunfähig geworden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Primitiver geht’s wirklich nicht mehr! – Abg. Haigermoser: Wurmitzer, setzen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP .
Kollege Rasinger, der Gesundheitssprecher der ÖVP, ist gerade aus Washington zurückkehrt. (Ruf bei der ÖVP: Das macht nichts, aber er ist gut!) Offensichtlich leidet er noch ein bißchen an Jetlag, denn bei seiner Wortmeldung ist ihm überhaupt nichts Gescheites eingefallen. (Zwischenrufe bei der ÖVP .) Er handelt als Gesundheitspolitiker genauso wie als Arzt – er hat einmal gesagt, er hat schon einmal einem Buben die falsche Hand eingegipst –, denn er gipst sich mit der ÖVP mit der roten Regierungsfraktion fest in die Koalition ein und ist dadurch mit der gesamten Koalition handlungs- und bewegungsunfähig geworden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Primitiver geht’s wirklich nicht mehr! – Abg. Haigermoser: Wurmitzer, setzen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Primitiver geht’s wirklich nicht mehr! – Abg. Haigermoser: Wurmitzer, setzen!
Kollege Rasinger, der Gesundheitssprecher der ÖVP, ist gerade aus Washington zurückkehrt. (Ruf bei der ÖVP: Das macht nichts, aber er ist gut!) Offensichtlich leidet er noch ein bißchen an Jetlag, denn bei seiner Wortmeldung ist ihm überhaupt nichts Gescheites eingefallen. (Zwischenrufe bei der ÖVP .) Er handelt als Gesundheitspolitiker genauso wie als Arzt – er hat einmal gesagt, er hat schon einmal einem Buben die falsche Hand eingegipst –, denn er gipst sich mit der ÖVP mit der roten Regierungsfraktion fest in die Koalition ein und ist dadurch mit der gesamten Koalition handlungs- und bewegungsunfähig geworden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Primitiver geht’s wirklich nicht mehr! – Abg. Haigermoser: Wurmitzer, setzen!)
Abg. Dr. Maitz: Haben Sie außer Bosheiten noch etwas anzubieten?
Seine Vorschläge und die Vorschläge der ÖVP zur Sanierung des Sozial- und Gesundheitswesens beschränken sich darauf, eine zusätzliche neuerliche Belastung der Bürger vorzuschlagen. (Abg. Dr. Maitz: Haben Sie außer Bosheiten noch etwas anzubieten?) Da spannt sich, Herr Kollege Maitz, der Belastungsbogen der ÖVP von der Erhöhung des Selbstbehaltes von über 5 000 S pro Person und Jahr hin zur Erhöhung der Beiträge für Pensionisten. Das ist ja wirklich skandalös! Dieses Belastungspaket, das die ÖVP der SPÖ vorschlägt, tragen wir nicht mit. Wir Freiheitlichen befinden uns eindeutig außerhalb dieses Belastungsbogens der großkoalitionären Wegelagerer. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ordnungsruf! – Abg. Parnigoni: Ordnungsruf!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ordnungsruf! – Abg. Parnigoni: Ordnungsruf!
Seine Vorschläge und die Vorschläge der ÖVP zur Sanierung des Sozial- und Gesundheitswesens beschränken sich darauf, eine zusätzliche neuerliche Belastung der Bürger vorzuschlagen. (Abg. Dr. Maitz: Haben Sie außer Bosheiten noch etwas anzubieten?) Da spannt sich, Herr Kollege Maitz, der Belastungsbogen der ÖVP von der Erhöhung des Selbstbehaltes von über 5 000 S pro Person und Jahr hin zur Erhöhung der Beiträge für Pensionisten. Das ist ja wirklich skandalös! Dieses Belastungspaket, das die ÖVP der SPÖ vorschlägt, tragen wir nicht mit. Wir Freiheitlichen befinden uns eindeutig außerhalb dieses Belastungsbogens der großkoalitionären Wegelagerer. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ordnungsruf! – Abg. Parnigoni: Ordnungsruf!)
Abg. Schwarzenberger: Wegelagerer?
Wenn ich nur als Beispiel das Pflegegeldgesetz anführe. (Abg. Schwarzenberger: Wegelagerer?) Das ist ja heute schon ausführlich und mit voller Richtigkeit von Frau Kollegin Partik-Pablé diskutiert worden. (Abg. Schwarzenberger: Was verstehen Sie unter "Wegelagerer"?) Wenn ich Sie anschaue, dann fällt mir sehr viel dazu ein. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Schwarzenberger: Was verstehen Sie unter "Wegelagerer"?
Wenn ich nur als Beispiel das Pflegegeldgesetz anführe. (Abg. Schwarzenberger: Wegelagerer?) Das ist ja heute schon ausführlich und mit voller Richtigkeit von Frau Kollegin Partik-Pablé diskutiert worden. (Abg. Schwarzenberger: Was verstehen Sie unter "Wegelagerer"?) Wenn ich Sie anschaue, dann fällt mir sehr viel dazu ein. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn ich nur als Beispiel das Pflegegeldgesetz anführe. (Abg. Schwarzenberger: Wegelagerer?) Das ist ja heute schon ausführlich und mit voller Richtigkeit von Frau Kollegin Partik-Pablé diskutiert worden. (Abg. Schwarzenberger: Was verstehen Sie unter "Wegelagerer"?) Wenn ich Sie anschaue, dann fällt mir sehr viel dazu ein. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich bitte, von persönlichen Beleidigungen Abstand zu nehmen. (Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Ing. Reichhold: Na geh!
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (fortsetzend): Das war keine Beleidigung (Abg. Ing. Reichhold: Na geh!) , ich kann nur meinem Einfallsreichtum nicht Einhalt gebieten. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Selig sind die Armen im Geiste!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Selig sind die Armen im Geiste!
Abgeordneter Dr. Alois Pumberger (fortsetzend): Das war keine Beleidigung (Abg. Ing. Reichhold: Na geh!) , ich kann nur meinem Einfallsreichtum nicht Einhalt gebieten. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Selig sind die Armen im Geiste!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Valorisierung für 1996 und 1997 ist beim Pflegegeldgesetz nicht mehr gegeben. Die Stufe 1 wird gar von 2 635 S auf 2 000 S gekürzt, und ab dem dritten Tag im Spital wird das Pflegegeld gestrichen. Die durchschnittliche Spitalsaufenthaltsdauer beträgt acht bis neun Tage, und viele – etwa 50 Prozent der Patienten – gehen am vierten oder fünften Tage nach Hause. In sehr vielen Fällen, in Abertausenden Fällen pro Jahr muß oft nur wegen eines Tages oder wegen zweier Tage das Pflegegeld gestrichen und dann wieder neu bewilligt werden. Das ist ein Aufwand und eine Aufblähung an Bürokratie, die durch nichts zu vertreten ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Marizzi: Hat das was mit Blaulicht zu tun?
Was heute noch nicht gesagt wurde, das kann ich Ihnen sagen, meine sehr verehrten Damen und Herren, und da können Sie, Kollege Marizzi, ganz sorgenvoll dreinschauen. (Abg. Marizzi: Hat das was mit Blaulicht zu tun?) In meiner Praxis stelle ich ja täglich Anträge auf Zuerkennung des Pflegegeldes, und was mir seit der Nationalratswahl vom 17. Dezember letzten Jahres ganz besonders aufgefallen ist, ist (Abg. Grabner: Daß die SPÖ stärker geworden ist!) , daß die Anträge, die ich stelle, um durchschnittlich eine Stufe niedriger bewilligt werden, als das vor der Nationalratswahl der Fall war.
Abg. Grabner: Daß die SPÖ stärker geworden ist!
Was heute noch nicht gesagt wurde, das kann ich Ihnen sagen, meine sehr verehrten Damen und Herren, und da können Sie, Kollege Marizzi, ganz sorgenvoll dreinschauen. (Abg. Marizzi: Hat das was mit Blaulicht zu tun?) In meiner Praxis stelle ich ja täglich Anträge auf Zuerkennung des Pflegegeldes, und was mir seit der Nationalratswahl vom 17. Dezember letzten Jahres ganz besonders aufgefallen ist, ist (Abg. Grabner: Daß die SPÖ stärker geworden ist!) , daß die Anträge, die ich stelle, um durchschnittlich eine Stufe niedriger bewilligt werden, als das vor der Nationalratswahl der Fall war.
Abg. Parnigoni: Wer stuft denn ein?
Das ist schlichtweg skandalös! Es ist durch eine mangelhafte Einstufung, durch eine eindeutige Reduzierung der Einstufung in die verschiedenen Stufen jetzt schon klar erkennbar – das habe ich in meiner Praxis selbst schon festgestellt –, daß es zu ... (Abg. Parnigoni: Wer stuft denn ein?) Der Arzt stellt gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen den Antrag (Abg. Parnigoni: Aha!) , und eingestuft wird das dann von der Sozialversicherung. (Abg. Parnigoni: Aufgrund des Vorschlages des Arztes! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Arzt stellt den Antrag, Herr Kollege Parnigoni – einstufen aber tun jene Herren, für die der Herr Sozialminister zuständig ist. Und die haben jetzt offensichtlich die Weisung – anders kann ich mir das nicht erklären –, daß jetzt plötzlich die bedauernswerten Behinderten viel niedriger eingestuft werden, als das noch vor der Nationalratswahl der Fall war. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Aha!
Das ist schlichtweg skandalös! Es ist durch eine mangelhafte Einstufung, durch eine eindeutige Reduzierung der Einstufung in die verschiedenen Stufen jetzt schon klar erkennbar – das habe ich in meiner Praxis selbst schon festgestellt –, daß es zu ... (Abg. Parnigoni: Wer stuft denn ein?) Der Arzt stellt gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen den Antrag (Abg. Parnigoni: Aha!) , und eingestuft wird das dann von der Sozialversicherung. (Abg. Parnigoni: Aufgrund des Vorschlages des Arztes! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Arzt stellt den Antrag, Herr Kollege Parnigoni – einstufen aber tun jene Herren, für die der Herr Sozialminister zuständig ist. Und die haben jetzt offensichtlich die Weisung – anders kann ich mir das nicht erklären –, daß jetzt plötzlich die bedauernswerten Behinderten viel niedriger eingestuft werden, als das noch vor der Nationalratswahl der Fall war. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Aufgrund des Vorschlages des Arztes! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist schlichtweg skandalös! Es ist durch eine mangelhafte Einstufung, durch eine eindeutige Reduzierung der Einstufung in die verschiedenen Stufen jetzt schon klar erkennbar – das habe ich in meiner Praxis selbst schon festgestellt –, daß es zu ... (Abg. Parnigoni: Wer stuft denn ein?) Der Arzt stellt gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen den Antrag (Abg. Parnigoni: Aha!) , und eingestuft wird das dann von der Sozialversicherung. (Abg. Parnigoni: Aufgrund des Vorschlages des Arztes! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Arzt stellt den Antrag, Herr Kollege Parnigoni – einstufen aber tun jene Herren, für die der Herr Sozialminister zuständig ist. Und die haben jetzt offensichtlich die Weisung – anders kann ich mir das nicht erklären –, daß jetzt plötzlich die bedauernswerten Behinderten viel niedriger eingestuft werden, als das noch vor der Nationalratswahl der Fall war. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist schlichtweg skandalös! Es ist durch eine mangelhafte Einstufung, durch eine eindeutige Reduzierung der Einstufung in die verschiedenen Stufen jetzt schon klar erkennbar – das habe ich in meiner Praxis selbst schon festgestellt –, daß es zu ... (Abg. Parnigoni: Wer stuft denn ein?) Der Arzt stellt gemeinsam mit dem Pflegebedürftigen den Antrag (Abg. Parnigoni: Aha!) , und eingestuft wird das dann von der Sozialversicherung. (Abg. Parnigoni: Aufgrund des Vorschlages des Arztes! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ.) Der Arzt stellt den Antrag, Herr Kollege Parnigoni – einstufen aber tun jene Herren, für die der Herr Sozialminister zuständig ist. Und die haben jetzt offensichtlich die Weisung – anders kann ich mir das nicht erklären –, daß jetzt plötzlich die bedauernswerten Behinderten viel niedriger eingestuft werden, als das noch vor der Nationalratswahl der Fall war. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe bei der SPÖ: Das stimmt nicht! Das stimmt doch nicht!
Etwas ganz Merkwürdiges habe ich jetzt auch noch erfahren: Da kommen in letzter Zeit immer mehr Antragsteller und sagen: Herr Doktor, ich möchte gerne einen Antrag auf Zuerkennung des Pflegegeldes stellen, ich glaube, es steht mir die Stufe 1 oder 2 zu, aber ich habe gehört, wenn ich das Pflegegeld beziehe, dann verliere ich meinen Führerschein. Stellen Sie sich das vor! Woher kommt denn plötzlich dieser Druck? Das habe ich vor den Nationalratswahlen noch nie gehört. Jetzt plötzlich kommen diese Informationen an die Antragstellen heran, und sie glauben – zumindest wird ihnen das suggeriert oder mitgeteilt –, daß sie selbstverständlich schon das Pflegegeld beziehen können, aber eventuell könnte das dann mit dem Verlust des Führerscheins einhergehen. (Rufe bei der SPÖ: Das stimmt nicht! Das stimmt doch nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.
Diese Erfahrung habe ich in meiner eigenen Praxis schon gemacht. Sie haben überhaupt keine Ahnung, Herr Kollege! Sie haben ja damit überhaupt noch nie was zu tun gehabt. Die Praxis sieht eben anders aus. Die Praxis sieht anders aus! Es wird auf dem Rücken der Behinderten gespart, bevor diese Gesetze überhaupt in Kraft treten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. )
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.
Weiters ist etwas in diesem Paket drinnen, was mich glauben läßt, daß die Verantwortlichen mit dem Herrn Minister, der ja die oberste Aufsichtspflicht über die Sozialversicherung hat, eine Kur von einer Rehabilitation nicht auseinanderhalten können. Sie wollen jetzt Zuzahlung bei Kuren und Rehabilitation. (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Nürnberger: Von welchen Gesamtzahlen gehen Sie aus bei der Wiener Gebietskrankenkasse?
Ich habe in einem Pressedienst kritisiert, daß der Personalstand, vor allem bei der Wiener Gebietskrankenkasse, um 70 bis 80 Prozent höher ist als bei den Gebietskrankenkassen anderer Bundesländer. Wenn beispielsweise die Gebietskasse Wien einen Mitarbeiter auf 277 Versicherte beschäftigt, beschäftigt löblicherweise die Gebietskrankenkasse des Burgenlandes einen Mitarbeiter pro 787 Versicherten. (Abg. Nürnberger: Von welchen Gesamtzahlen gehen Sie aus bei der Wiener Gebietskrankenkasse?) Na ja, das geht prozentuell pro Versicherten. Haben Sie einmal Mathematik in der Schule gehabt, Herr Kollege Nürnberger? Haben Sie einmal Mathematikunterricht genossen? (Abg. Nürnberger: Von welcher Gesamtzahl gehen Sie aus? Welche Gesamtzahl haben Sie? Sagen Sie einmal die Gesamtzahl?) Pro Versichertem beschäftigt die Gebietskrankenkasse Wien dreimal so viele. (Abg. Nürnberger: Na sagen Sie’s! Das geht sich ja nicht aus! Sagen Sie einmal die Gesamtzahl, die Sie genommen haben!)
Abg. Nürnberger: Von welcher Gesamtzahl gehen Sie aus? Welche Gesamtzahl haben Sie? Sagen Sie einmal die Gesamtzahl?
Ich habe in einem Pressedienst kritisiert, daß der Personalstand, vor allem bei der Wiener Gebietskrankenkasse, um 70 bis 80 Prozent höher ist als bei den Gebietskrankenkassen anderer Bundesländer. Wenn beispielsweise die Gebietskasse Wien einen Mitarbeiter auf 277 Versicherte beschäftigt, beschäftigt löblicherweise die Gebietskrankenkasse des Burgenlandes einen Mitarbeiter pro 787 Versicherten. (Abg. Nürnberger: Von welchen Gesamtzahlen gehen Sie aus bei der Wiener Gebietskrankenkasse?) Na ja, das geht prozentuell pro Versicherten. Haben Sie einmal Mathematik in der Schule gehabt, Herr Kollege Nürnberger? Haben Sie einmal Mathematikunterricht genossen? (Abg. Nürnberger: Von welcher Gesamtzahl gehen Sie aus? Welche Gesamtzahl haben Sie? Sagen Sie einmal die Gesamtzahl?) Pro Versichertem beschäftigt die Gebietskrankenkasse Wien dreimal so viele. (Abg. Nürnberger: Na sagen Sie’s! Das geht sich ja nicht aus! Sagen Sie einmal die Gesamtzahl, die Sie genommen haben!)
Abg. Nürnberger: Na sagen Sie’s! Das geht sich ja nicht aus! Sagen Sie einmal die Gesamtzahl, die Sie genommen haben!
Ich habe in einem Pressedienst kritisiert, daß der Personalstand, vor allem bei der Wiener Gebietskrankenkasse, um 70 bis 80 Prozent höher ist als bei den Gebietskrankenkassen anderer Bundesländer. Wenn beispielsweise die Gebietskasse Wien einen Mitarbeiter auf 277 Versicherte beschäftigt, beschäftigt löblicherweise die Gebietskrankenkasse des Burgenlandes einen Mitarbeiter pro 787 Versicherten. (Abg. Nürnberger: Von welchen Gesamtzahlen gehen Sie aus bei der Wiener Gebietskrankenkasse?) Na ja, das geht prozentuell pro Versicherten. Haben Sie einmal Mathematik in der Schule gehabt, Herr Kollege Nürnberger? Haben Sie einmal Mathematikunterricht genossen? (Abg. Nürnberger: Von welcher Gesamtzahl gehen Sie aus? Welche Gesamtzahl haben Sie? Sagen Sie einmal die Gesamtzahl?) Pro Versichertem beschäftigt die Gebietskrankenkasse Wien dreimal so viele. (Abg. Nürnberger: Na sagen Sie’s! Das geht sich ja nicht aus! Sagen Sie einmal die Gesamtzahl, die Sie genommen haben!)
Abg. Nürnberger: Wie viele? Sagen Sie die Zahl! Sagen Sie mir die Zahl!
Die Gebietskrankenkasse Wien beschäftigt gegenüber der Gebietskrankenkasse Burgenland den dreifachen Personalstand pro Einwohner. (Abg. Nürnberger: Wie viele? Sagen Sie die Zahl! Sagen Sie mir die Zahl!) 277. (Abg. Nürnberger: Wieviel?) Auf 277 Versicherte in Wien kommt ein Mitarbeiter der Gebietskrankenkasse (Abg. Nürnberger: Wie viele sind das in Summe?) , auf 787 Versicherte im Burgenland ein Mitarbeiter. Sagen Ihnen die Zahlen nichts? (Abg. Nürnberger: Ich sage es Ihnen! Vom Hanuschkrankenhaus sind 1 000 Leute dabei! Das hat ja sonst niemand!)
Abg. Nürnberger: Wieviel?
Die Gebietskrankenkasse Wien beschäftigt gegenüber der Gebietskrankenkasse Burgenland den dreifachen Personalstand pro Einwohner. (Abg. Nürnberger: Wie viele? Sagen Sie die Zahl! Sagen Sie mir die Zahl!) 277. (Abg. Nürnberger: Wieviel?) Auf 277 Versicherte in Wien kommt ein Mitarbeiter der Gebietskrankenkasse (Abg. Nürnberger: Wie viele sind das in Summe?) , auf 787 Versicherte im Burgenland ein Mitarbeiter. Sagen Ihnen die Zahlen nichts? (Abg. Nürnberger: Ich sage es Ihnen! Vom Hanuschkrankenhaus sind 1 000 Leute dabei! Das hat ja sonst niemand!)
Abg. Nürnberger: Wie viele sind das in Summe?
Die Gebietskrankenkasse Wien beschäftigt gegenüber der Gebietskrankenkasse Burgenland den dreifachen Personalstand pro Einwohner. (Abg. Nürnberger: Wie viele? Sagen Sie die Zahl! Sagen Sie mir die Zahl!) 277. (Abg. Nürnberger: Wieviel?) Auf 277 Versicherte in Wien kommt ein Mitarbeiter der Gebietskrankenkasse (Abg. Nürnberger: Wie viele sind das in Summe?) , auf 787 Versicherte im Burgenland ein Mitarbeiter. Sagen Ihnen die Zahlen nichts? (Abg. Nürnberger: Ich sage es Ihnen! Vom Hanuschkrankenhaus sind 1 000 Leute dabei! Das hat ja sonst niemand!)
Abg. Nürnberger: Ich sage es Ihnen! Vom Hanuschkrankenhaus sind 1 000 Leute dabei! Das hat ja sonst niemand!
Die Gebietskrankenkasse Wien beschäftigt gegenüber der Gebietskrankenkasse Burgenland den dreifachen Personalstand pro Einwohner. (Abg. Nürnberger: Wie viele? Sagen Sie die Zahl! Sagen Sie mir die Zahl!) 277. (Abg. Nürnberger: Wieviel?) Auf 277 Versicherte in Wien kommt ein Mitarbeiter der Gebietskrankenkasse (Abg. Nürnberger: Wie viele sind das in Summe?) , auf 787 Versicherte im Burgenland ein Mitarbeiter. Sagen Ihnen die Zahlen nichts? (Abg. Nürnberger: Ich sage es Ihnen! Vom Hanuschkrankenhaus sind 1 000 Leute dabei! Das hat ja sonst niemand!)
Abg. Nürnberger: Weil Sie nichts wissen!
Da brauchen Sie gar nicht so zu schreien, Kollege Nürnberger. Ich verstehe schon, daß Sie sich heute schon so geärgert haben (Abg. Nürnberger: Weil Sie nichts wissen!) , denn was Sie sich heute schon von unserem Bundesparteiobmann Haider anhören mußten, was Sie sich heute von den Oppositionsparteien anhören mußten, da glaube ich schon, daß Sie das in Rage gebracht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da brauchen Sie gar nicht so zu schreien, Kollege Nürnberger. Ich verstehe schon, daß Sie sich heute schon so geärgert haben (Abg. Nürnberger: Weil Sie nichts wissen!) , denn was Sie sich heute schon von unserem Bundesparteiobmann Haider anhören mußten, was Sie sich heute von den Oppositionsparteien anhören mußten, da glaube ich schon, daß Sie das in Rage gebracht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: So etwas muß man sich anhören! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.
Gehen Sie hinaus und holen Sie sich ein paar UV-Strahlen von der Sonne, das wird Sie beruhigen! Gehen Sie ein bißchen hinaus und trinken Sie einen Kaffee, das wird Sie wieder ein bißchen ins Gleichgewicht bringen! (Ruf bei der SPÖ: So etwas muß man sich anhören! – Weitere lebhafte Zwischenrufe.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mir ist auch nicht verständlich, daß die Gebietskrankenkasse Oberösterreich auf dem Rücken der Patienten einspart, während sie im Vorjahr den neuen Prunkbau um 270 bis 280 Millionen Schilling in Betrieb genommen hat. Da werden von den Krankenkassen Prunkpaläste hingestellt, bei den Patienten aber wird eingespart. – Das ist nicht Gesundheits- und Sozialpolitik, wie wir Freiheitlichen sie verstehen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir sind für die Versorgung der Patienten. Wir sind für die ausgewogene, für die ausreichende und qualitativ wirklich hochstehende Versorgung der Patienten. Die Zwangsversicherung, die keine andere Versicherung zuläßt, ist gemeinsam mit dem obersten Aufseher der Versicherungen aufgerufen, dafür zu sorgen und nicht laufend Belastungen, Behandlungseinschränkungen, Kürzungen und Beitragserhöhungen auf dem Rücken der Patienten und der Arbeitgeber durchzuführen. Das sehen wir wirklich nicht ein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Grabner: 10 Prozent von 14 Milliarden sind immerhin 1,4 Milliarden!
Damit komme ich jetzt zu ganz kuriosen Sparideen. Da macht die Wiener Gebietskrankenkasse einen Vorschlag in der Ärztekammer, und die willigt ganz brav ein, daß man Medikamente einsparen soll. Wobei ich sagen muß, daß etwa 10 Prozent der Kosten auf Medikamente entfallen. Also wenn man auch noch so viel spart, kann man vielleicht von den gesamten Medikamentenkosten in Höhe von 14 Milliarden Schilling 10 Prozent sparen; das macht dann 1 Prozent der gesamten Gesundheitskosten. (Abg. Grabner: 10 Prozent von 14 Milliarden sind immerhin 1,4 Milliarden!) Da wird sich nicht viel bewegen an Sanierung.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieser Medikamentendeal, der von der Wiener Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer beschlossen wurde, sieht vor, daß man Medikamente einsparen soll, daß man dem Patienten Billigstmedikamente verordnen soll, daß man weniger verordnen soll und daß die eingesparten Millionen zu 60 Prozent auf die Ärzte und zu 40 Prozent auf die Krankenkasse aufgeteilt werden. Haben Sie das gewußt, Herr Bundesminister Hums? Wurden Sie davon in Kenntnis gesetzt? Und wenn ja, dann frage ich Sie ganz höflich: Sind Sie damit einverstanden, daß man Diskontmedizin auf dem Rücken der Patienten betreibt, daß man den Patienten nicht mehr die ausreichende medikamentöse Behandlung zukommen läßt? Haben Sie das als Oberaufsichtsorgan der Sozialversicherungsträger mitverantwortet, mitgetragen oder vielleicht sogar der Wiener Gebietskasse empfohlen? Das frage ich Sie! Vielleicht geben Sie mir darauf eine Antwort. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Guggenberger: Jawohl!
Immer sprechen Sie – da sind sich Rot und Schwarz einig und auch mit uns ausnahmsweise einer Meinung – davon, daß zur Sanierung im Gesundheitswesen der extramurale Bereich gestärkt werden muß. (Abg. Mag. Guggenberger: Jawohl!) Herr Kollege Guggenberger! Es freut mich, daß Sie auch jetzt noch dazu stehen. (Abg. Mag. Guggenberger: Selbstverständlich!) Aufgrund Ihres Abstimmungsverhaltens habe ich schon daran gezweifelt. Abstimmen und zustimmend nicken sind allerdings zwei verschiedene Paar Schuhe, Herr Kollege Guggenberger!
Abg. Mag. Guggenberger: Selbstverständlich!
Immer sprechen Sie – da sind sich Rot und Schwarz einig und auch mit uns ausnahmsweise einer Meinung – davon, daß zur Sanierung im Gesundheitswesen der extramurale Bereich gestärkt werden muß. (Abg. Mag. Guggenberger: Jawohl!) Herr Kollege Guggenberger! Es freut mich, daß Sie auch jetzt noch dazu stehen. (Abg. Mag. Guggenberger: Selbstverständlich!) Aufgrund Ihres Abstimmungsverhaltens habe ich schon daran gezweifelt. Abstimmen und zustimmend nicken sind allerdings zwei verschiedene Paar Schuhe, Herr Kollege Guggenberger!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich frage Sie, ob Sie tatsächlich für den Tod der Gruppenpraxen sind, schon bevor das Gesetz überhaupt geboren wurde, oder ob Sie die 53. ASVG-Novelle noch so abändern wollen, daß die Gründung einer Gruppenpraxis in Hinkunft für Ärzte sinnvoll sein wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Treten Sie einmal für eine vernünftige Reform im Krankenversicherungswesen ein, bevor Sie die Zwangsversicherten neuerlich und weiterhin belasten! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Sophie Bauer (SPÖ): Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auf die Aussagen meines Vorredners möchte ich nicht eingehen, denn auf diese kann sich jeder selbst seinen Reim machen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir müssen alles daran setzen, möglichst vielen Menschen einen Arbeitsplatz zu geben. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird es eben nicht möglich sein, ausschließlich auf einen optimalen Gewinn zu achten; auch dem Ziel der Erreichung der Vollbeschäftigung muß ein hoher Stellenwert eingeräumt werden. Jeder Mensch muß das Gefühl haben, daß er auch gebraucht wird und Verantwortung trägt: Nur so kann der soziale Friede in unserem Land erhalten bleiben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Eine Anmerkung noch zu einem Antrag, den die Freiheitlichen eingebracht haben, weil das, soweit ich die Debatte verfolgt habe, noch kaum thematisiert wurde. Eben jetzt hat es auch Herr Pumberger angesprochen. Wir werden diesem Antrag der Freiheitlichen auf gesetzliche Festschreibung des Krankengeldbezuges auf 78 Wochen nicht zustimmen. Diese Zustimmung ist deshalb nicht möglich, denn – meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, Sie wissen das genau! – bei einer gesetzlichen Festschreibung wäre eine Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge selbstverständlich notwendig. Die Krankenkassen haben jetzt ein Defizit von zwischen 5 und 10 Milliarden Schilling. Wenn Sie daher eine Ausweitung des gesetzlichen Leistungsauftrages wollen – und noch dazu eine beträchtliche Ausweitung des gesetzlichen Auftrages, nämlich eine Verdreifachung! –, dann müssen Sie, wenn Sie das an den Regierungsparteien kritisieren, denn Sie haben ja auch kritisiert, daß niemals etwas über Kosten gesagt wird, bei einem Antrag, den Sie einbringen, zur Kenntnis nehmen, daß dadurch Kosten in Milliardenhöhe verursacht werden. Das klingt zwar gut! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) Das wissen Sie offensichtlich nicht. Es geht um die Kosten bei diesem Antrag. Und deshalb kann
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Ich habe, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, hier kein ominöses Taferl, das etwa umfällt, und auch keine Traueranzeige à la Kollegin Haller, die – ich sage das jetzt freundschaftlich – die Rechtschreibreform des Jahres 3000 nach Christus vorwegnimmt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Was ich, Herr Stadler, hier habe, ist vielmehr eine Graphik des demographischen Zustandes des Landes Oberösterreich, welche man repräsentativ auch auf ganz Österreich übertragen kann. (Der Redner zeigt eine Graphik vor.) So schaut die Bevölkerungsstruktur in Österreich – und natürlich in Oberösterreich – aus: Bei dem breiten Balken, meine Damen und Herren, handelt es sich um die heute 30jährigen. Und wenn wir uns diese Entwicklung ansehen, dann wissen wir, daß wir jetzt keine Probleme mit der Finanzierung des Pensionssystems haben, daß wir diese Probleme aber dann bekommen werden, wenn diese 30jährigen in 20 oder 30 Jahren einmal in Pension gehen. Und deshalb ist es notwendig, langfristig Maßnahmen zu setzen, die diesem Trend entgegenwirken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich habe, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, hier kein ominöses Taferl, das etwa umfällt, und auch keine Traueranzeige à la Kollegin Haller, die – ich sage das jetzt freundschaftlich – die Rechtschreibreform des Jahres 3000 nach Christus vorwegnimmt. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Was ich, Herr Stadler, hier habe, ist vielmehr eine Graphik des demographischen Zustandes des Landes Oberösterreich, welche man repräsentativ auch auf ganz Österreich übertragen kann. (Der Redner zeigt eine Graphik vor.) So schaut die Bevölkerungsstruktur in Österreich – und natürlich in Oberösterreich – aus: Bei dem breiten Balken, meine Damen und Herren, handelt es sich um die heute 30jährigen. Und wenn wir uns diese Entwicklung ansehen, dann wissen wir, daß wir jetzt keine Probleme mit der Finanzierung des Pensionssystems haben, daß wir diese Probleme aber dann bekommen werden, wenn diese 30jährigen in 20 oder 30 Jahren einmal in Pension gehen. Und deshalb ist es notwendig, langfristig Maßnahmen zu setzen, die diesem Trend entgegenwirken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie!
Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Alterspyramide. Die, die sich geometrisch jedoch ein bißchen auskennen und da bewandert sind, werden feststellen, daß es sich hiebei bei weitem um keine Pyramide handelt, sondern daß man diese demographische Graphik schon eher als verwitterte Sphinx bezeichnen könnte. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie!) Das ist eine Tautologie, sehr wohl. Sie beweisen damit, daß Sie auch der griechischen Sprache mächtig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das freut mich, Herr Abgeordneter Stadler! Sie sollten Ihre offenbar humanistische Ausbildung in Ihren Ausführungen aber auch öfter anwenden! (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.) Sie sollten die Laden, aus denen Sie Ihre Bonmots ziehen, etwas höher ansetzen! (Abg. Dr. Khol: Noch ein Applaus! – Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Alterspyramide. Die, die sich geometrisch jedoch ein bißchen auskennen und da bewandert sind, werden feststellen, daß es sich hiebei bei weitem um keine Pyramide handelt, sondern daß man diese demographische Graphik schon eher als verwitterte Sphinx bezeichnen könnte. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie!) Das ist eine Tautologie, sehr wohl. Sie beweisen damit, daß Sie auch der griechischen Sprache mächtig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das freut mich, Herr Abgeordneter Stadler! Sie sollten Ihre offenbar humanistische Ausbildung in Ihren Ausführungen aber auch öfter anwenden! (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.) Sie sollten die Laden, aus denen Sie Ihre Bonmots ziehen, etwas höher ansetzen! (Abg. Dr. Khol: Noch ein Applaus! – Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.
Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Alterspyramide. Die, die sich geometrisch jedoch ein bißchen auskennen und da bewandert sind, werden feststellen, daß es sich hiebei bei weitem um keine Pyramide handelt, sondern daß man diese demographische Graphik schon eher als verwitterte Sphinx bezeichnen könnte. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie!) Das ist eine Tautologie, sehr wohl. Sie beweisen damit, daß Sie auch der griechischen Sprache mächtig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das freut mich, Herr Abgeordneter Stadler! Sie sollten Ihre offenbar humanistische Ausbildung in Ihren Ausführungen aber auch öfter anwenden! (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.) Sie sollten die Laden, aus denen Sie Ihre Bonmots ziehen, etwas höher ansetzen! (Abg. Dr. Khol: Noch ein Applaus! – Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Noch ein Applaus! – Beifall bei der ÖVP.
Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Alterspyramide. Die, die sich geometrisch jedoch ein bißchen auskennen und da bewandert sind, werden feststellen, daß es sich hiebei bei weitem um keine Pyramide handelt, sondern daß man diese demographische Graphik schon eher als verwitterte Sphinx bezeichnen könnte. (Abg. Mag. Stadler: Das ist eine Tautologie!) Das ist eine Tautologie, sehr wohl. Sie beweisen damit, daß Sie auch der griechischen Sprache mächtig sind. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Das freut mich, Herr Abgeordneter Stadler! Sie sollten Ihre offenbar humanistische Ausbildung in Ihren Ausführungen aber auch öfter anwenden! (Beifall und Heiterkeit bei der ÖVP.) Sie sollten die Laden, aus denen Sie Ihre Bonmots ziehen, etwas höher ansetzen! (Abg. Dr. Khol: Noch ein Applaus! – Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Was tun Sie dagegen?
Es kommt noch etwas dazu: Wie mir Mitarbeiter der Firma Semperit gesagt haben, soll es nicht nur bei der Auslagerung von Produktionsstätten bleiben: Die "Mutter" Continental beabsichtigt auch, wie es überhaupt der Trend bei internationalen Konzernen ist, die Büroarbeiten und die ganze Verwaltung in den Fernen Osten auszulagern. – Das sind die Herausforderungen, die auf uns zukommen, Denn durch Internet, durch die modernen Satellitenverbindungen, ist es kein Problem mehr, auf Knopfdruck kostengünstigst die nötigen Daten zu erhalten. Auch das wird auf uns zukommen, und darauf müssen wir eine Antwort geben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haselsteiner: Was tun Sie dagegen?)
Beifall bei der ÖVP.
Ich weise nur auf diese Problematik hin. Und Sie können das jetzt als Wirtschaftsfachmann kommentieren, wie Sie wollen! Sie wissen wahrscheinlich viel mehr und viel besser über die Wirtschaft Bescheid als ich. Aber lassen Sie auch einen, der sich nicht als Wirtschaftsfachmann bezeichnet, aber, wie ich, für sich in Anspruch nimmt, einen gesunden Hausverstand zu haben, diese Überlegungen einbringen! (Beifall bei der ÖVP.) Der Hausverstand, Herr Haselsteiner, hat sich allemal noch als besser erwiesen als alle Fachexpertisen, die so oft irgendwo kursieren.
Abg. Meisinger: Das glaube ich nicht!
Ich komme zum Schluß, meine Damen und Herren: Mit der Verfolgung ihres Kurses haben Dr. Wolfgang Schüssel, Dr. Johannes Ditz und die Österreichische Volkspartei bereits im Vorjahr die Zeichen der Zeit erkannt und den Österreicherinnen und Österreichern reinen Wein eingeschenkt. Wir können aufrechten Ganges und erhobenen Hauptes das Ergebnis der Budgetverhandlungen präsentieren. (Abg. Meisinger: Das glaube ich nicht!)
Beifall bei der ÖVP.
Es dürfte hier aber auch einige geben, die Erklärungsbedarf für das haben werden, was beschlossen worden ist, und zwar gegenüber jenen, die mit dem "Wir-lassen-nichts-zu"-Slogan auf die ausgelegte Leimrute gegangen sind und dort jetzt vier Jahre lang picken bleiben müssen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Aus zeitökonomischen Gründen wollte ich mich eher sehr kurz fassen. Der Beitrag von "Arzt eins" aus Ried war jedoch so polemisch, daß ich erschüttert bin und doch noch etwas erwidern muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. ) Sein Ziel ist die Verunglimpfung und Zerschlagung der sozialen Krankenversicherung. Ich wundere mich, daß ein Arzt die Steigerung der Leistungen im Gesundheitswesen nicht erkennt. Ich frage mich, wo da sein medizinisches Wissen bleibt!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Mit wem sollen wir das besprechen?
Sie von der FPÖ sind nicht in der Lage, die Verwaltung vom Gesundheitsdienst zu unterscheiden. Die Wiener Gebietskrankenkasse führt nämlich neben dem Hanuschkrankenhaus mit mehr aus tausend Beschäftigten, wo sehr viele Patienten Spitzenmedizin erhalten, auch Patienten aus Niederösterreich und dem Burgenland, auch noch viele Ambulatorien, um auch die Einpendler medizinisch versorgen zu können. Der Verwaltungsaufwand der Wiener Gebietskrankenkasse ist nicht höher als der anderer Gebietskrankenkassen. Ihre Sorge um die Chromosomen der Mitarbeiter der Wiener Gebietskrankenkasse sollten Sie vielleicht mit dem Reichs-Sippenamt besprechen! Ansonsten kann ich nur sagen: Diese Bemerkung war mehr als geschmacklos! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Mit wem sollen wir das besprechen?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Meine Frage haben Sie noch immer nicht beantwortet! Warum sind die Kosten in Wien dreimal so hoch?
Die Vereinbarung mit der Wiener Ärztekammer bezieht sich auf gleichwertige Medikamente. Sie wissen aber auch, daß gleichwertige Medikamente verschiedene Preise haben. Daher gibt es die Ökonomieliste. Und das Ersuchen der Wiener Gebietskrankenkasse war, bei gleichwertigen Medikamenten billigere, aber nicht schlechtere Medikamente zu verwenden! Lassen Sie also Ihre ewige Einmischung in Bereiche der Wiener Gebietskrankenkasse und der Wiener Ärztekammer. Die Wiener Ärzte sind nicht skrupellos: Sie bereichern sich nicht auf Kosten der Patienten! Wir Wiener Ärzte haben es wirklich nicht nötig, uns das von Ihnen vorwerfen zu lassen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Meine Frage haben Sie noch immer nicht beantwortet! Warum sind die Kosten in Wien dreimal so hoch?) Dann haben Sie mir nicht zugehört! Ich habe gesagt, daß wir auch Ambulatorien führen. Natürlich sind die Kosten höher, wenn auch Ambulatorien geführt werden, wo Ärzte und Krankenschwestern tätig sind. Das beinhaltet ja nicht nur den Verwaltungsapparat! Sie vergleichen die Verwaltung mit dem Gesundheitsdienst! Sie sind nicht in der Lage, zu vergleichen! Da Sie Akademiker sind, wundere ich mich darüber! Ich frage mich, wie Sie Ihr Studium geschafft haben, wenn Sie so wenig Gleiches mit Gleichem vergleichen können! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Dann erklären Sie es mir doch endlich! – Abg. Mag. Stadler: Sie kann es nicht erklären!) Offensichtlich besuchen Sie auch wenig Kongresse, denn sonst wüßten Sie, wie man Kurven beurteilt und Vergleiche anstellt. Sie können es nicht!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Dann erklären Sie es mir doch endlich! – Abg. Mag. Stadler: Sie kann es nicht erklären!
Die Vereinbarung mit der Wiener Ärztekammer bezieht sich auf gleichwertige Medikamente. Sie wissen aber auch, daß gleichwertige Medikamente verschiedene Preise haben. Daher gibt es die Ökonomieliste. Und das Ersuchen der Wiener Gebietskrankenkasse war, bei gleichwertigen Medikamenten billigere, aber nicht schlechtere Medikamente zu verwenden! Lassen Sie also Ihre ewige Einmischung in Bereiche der Wiener Gebietskrankenkasse und der Wiener Ärztekammer. Die Wiener Ärzte sind nicht skrupellos: Sie bereichern sich nicht auf Kosten der Patienten! Wir Wiener Ärzte haben es wirklich nicht nötig, uns das von Ihnen vorwerfen zu lassen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Meine Frage haben Sie noch immer nicht beantwortet! Warum sind die Kosten in Wien dreimal so hoch?) Dann haben Sie mir nicht zugehört! Ich habe gesagt, daß wir auch Ambulatorien führen. Natürlich sind die Kosten höher, wenn auch Ambulatorien geführt werden, wo Ärzte und Krankenschwestern tätig sind. Das beinhaltet ja nicht nur den Verwaltungsapparat! Sie vergleichen die Verwaltung mit dem Gesundheitsdienst! Sie sind nicht in der Lage, zu vergleichen! Da Sie Akademiker sind, wundere ich mich darüber! Ich frage mich, wie Sie Ihr Studium geschafft haben, wenn Sie so wenig Gleiches mit Gleichem vergleichen können! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Dann erklären Sie es mir doch endlich! – Abg. Mag. Stadler: Sie kann es nicht erklären!) Offensichtlich besuchen Sie auch wenig Kongresse, denn sonst wüßten Sie, wie man Kurven beurteilt und Vergleiche anstellt. Sie können es nicht!
Abg. Mag. Stadler: Sie haben uns eine Erklärung versprochen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir Sozialdemokraten ... (Abg. Mag. Stadler: Sie haben uns eine Erklärung versprochen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben ein so tiefes Niveau, auf das hinunterzusteigen ich nicht gewohnt bin! Ich komme aus anderen Verhältnissen! Mit einem solchen Niveau, wie Sie es darstellen, habe ich glücklicherweise nichts zu tun! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter. )
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter.
Wir Sozialdemokraten ... (Abg. Mag. Stadler: Sie haben uns eine Erklärung versprochen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben ein so tiefes Niveau, auf das hinunterzusteigen ich nicht gewohnt bin! Ich komme aus anderen Verhältnissen! Mit einem solchen Niveau, wie Sie es darstellen, habe ich glücklicherweise nichts zu tun! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Mag. Peter. )
Abg. Ing. Reichhold: Geben Sie uns eine Erklärung!
Wir Sozialdemokraten sind zu dieser von uns nicht gewollten ... (Abg. Ing. Reichhold: Geben Sie uns eine Erklärung!) Ich habe sie Ihnen gegeben. Das ist eine Frage der Intelligenz. Wenn Sie sie nicht verstehen, dann tut es mir leid: Ich kann Sie nicht intelligenter machen, als Sie sind! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.) Ich bin Ärztin, aber für Ihre Intelligenz und Ihr Verständnis kann ich nichts! Das ist eine Frage des Niveaus, das Sie halt nicht haben! (Beifall bei der SPÖ
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten sind zu dieser von uns nicht gewollten ... (Abg. Ing. Reichhold: Geben Sie uns eine Erklärung!) Ich habe sie Ihnen gegeben. Das ist eine Frage der Intelligenz. Wenn Sie sie nicht verstehen, dann tut es mir leid: Ich kann Sie nicht intelligenter machen, als Sie sind! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ.) Ich bin Ärztin, aber für Ihre Intelligenz und Ihr Verständnis kann ich nichts! Das ist eine Frage des Niveaus, das Sie halt nicht haben! (Beifall bei der SPÖ
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir Sozialdemokraten sind zu dieser von uns nicht gewollten Wahl mit dem Konzept "Sparen: ja, aber gerecht!" angetreten. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wir haben ein Sparpaket zu beschließen, das für alle Teile der Bevölkerung merklich einschneidend ist, und auch alle zu einem ähnlichen Prozentsatz betrifft, sodaß man von einem ausgewogenen Sparpaket sprechen kann. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wir Sozialdemokraten sind zu dieser von uns nicht gewollten Wahl mit dem Konzept "Sparen: ja, aber gerecht!" angetreten. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wir haben ein Sparpaket zu beschließen, das für alle Teile der Bevölkerung merklich einschneidend ist, und auch alle zu einem ähnlichen Prozentsatz betrifft, sodaß man von einem ausgewogenen Sparpaket sprechen kann. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Frau Primaria! Wir warten auf Ihre Diagnose!
Zu einem immer größeren Problem wurden, durch frühen Pensionsantritt und durch die höhere Lebenserwartung, die es glücklicherweise aufgrund der durch Wohlstand herrschenden besseren hygienischen Verhältnisse und aufgrund der besseren medizinischen Versorgung gibt, die Pensionsauszahlungen. Der Anteil der Lebensarbeitszeit muß sich in diesem längeren Leben verlängern, damit Sozialleistungen erhalten beziehungsweise weiterhin ermöglicht werden können. (Abg. Mag. Stadler: Frau Primaria! Wir warten auf Ihre Diagnose!)
Abg. Mag. Stadler: Sie sind uns eine Diagnose schuldig, Frau Primaria!
Ich halte die Pensionskassen der Sozialversicherung, die nach dem Umlagenprinzip aufgrund des Generationenvertrages vorgesehen sind, noch immer für die beste Pensionsvorsorge, und nicht die privaten Pensionen nach dem Kapitaldeckungsverfahren, da bei diesem Prinzip die Risken allein beim einzelnen liegen und eine Lebensplanung kaum möglich ist. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind uns eine Diagnose schuldig, Frau Primaria!) Ich bin Ihnen keine Diagnose schuldig, weil Sie nicht Patient bei mir sind! (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich bin Ihnen überhaupt keine Diagnose schuldig! Für mich habe ich sie schon gestellt, aber ich muß sie ja nicht öffentlich bekanntgeben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.
Ich halte die Pensionskassen der Sozialversicherung, die nach dem Umlagenprinzip aufgrund des Generationenvertrages vorgesehen sind, noch immer für die beste Pensionsvorsorge, und nicht die privaten Pensionen nach dem Kapitaldeckungsverfahren, da bei diesem Prinzip die Risken allein beim einzelnen liegen und eine Lebensplanung kaum möglich ist. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind uns eine Diagnose schuldig, Frau Primaria!) Ich bin Ihnen keine Diagnose schuldig, weil Sie nicht Patient bei mir sind! (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich bin Ihnen überhaupt keine Diagnose schuldig! Für mich habe ich sie schon gestellt, aber ich muß sie ja nicht öffentlich bekanntgeben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich halte die Pensionskassen der Sozialversicherung, die nach dem Umlagenprinzip aufgrund des Generationenvertrages vorgesehen sind, noch immer für die beste Pensionsvorsorge, und nicht die privaten Pensionen nach dem Kapitaldeckungsverfahren, da bei diesem Prinzip die Risken allein beim einzelnen liegen und eine Lebensplanung kaum möglich ist. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind uns eine Diagnose schuldig, Frau Primaria!) Ich bin Ihnen keine Diagnose schuldig, weil Sie nicht Patient bei mir sind! (Beifall und Heiterkeit bei der SPÖ.) Ich bin Ihnen überhaupt keine Diagnose schuldig! Für mich habe ich sie schon gestellt, aber ich muß sie ja nicht öffentlich bekanntgeben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Die hohen Gewinne der Privatversicherungen ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wenn Sie immer dreinschreien, kann man mich nicht verstehen. Es ist leider unmöglich, mich zu verstehen, wenn Sie ununterbrochen dreinschreien! Aber man kann es ja nachher im Protokoll lesen! (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Er ist des Lesens mächtig. Sie brauchen sich nicht ...
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Die hohen Gewinne der Privatversicherungen ... (Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Wenn Sie immer dreinschreien, kann man mich nicht verstehen. Es ist leider unmöglich, mich zu verstehen, wenn Sie ununterbrochen dreinschreien! Aber man kann es ja nachher im Protokoll lesen! (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Er ist des Lesens mächtig. Sie brauchen sich nicht ...
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Elisabeth Pittermann (fortsetzend): Die hohen Gewinne der Privatversicherung liegen nicht so sehr an der sparsamen Verwaltung – die Versicherungen kennen auch Sozialleistungen, Prämien, Pensionsleistungen für ihre Angestellten, sogar die höchsten Managergehälter –, sondern an den immer wieder steigenden Prämien bei geringer Kundenfreundlichkeit. Eine kleine Riskengemeinschaft, die viele Risken abdecken will, ist zum Scheitern verurteilt – oder fordert von den Aktiven so hohe Zahlungen, wie wir Wiener Ärzte es bei unseren Pensionsversicherungsbeiträgen feststellen müssen. Daher ein klares Ja zur Sozialversicherung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Schaffenrath .
Durch das Hochschulstudium erreichen wir aber auch ein höheres Sozialprestige, eine besser bezahlte Arbeit, eine Arbeit, die Freude macht und die häufig Berufung ist. Auch wenn wir Frauen, wie bei fast allen Berufen – mit Ausnahme des Bundesdienstes –, schlechter bezahlt sind als die Männer, ist die Akademikerin doch gegenüber der Arbeiterin und Angestellten privilegiert. (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath .) Sie haben die Stillzimmer abgelehnt. Ich kann nur sagen: Ich bin für die Stillzimmer. Denn lange Arbeitsunterbrechungen machen oft das Karriereziel einer Frau unmöglich. Daher wird es einige geben, die sich sehr wohl dafür entscheiden müssen, auch stillend ihren Beruf wieder auszuüben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Durch das Hochschulstudium erreichen wir aber auch ein höheres Sozialprestige, eine besser bezahlte Arbeit, eine Arbeit, die Freude macht und die häufig Berufung ist. Auch wenn wir Frauen, wie bei fast allen Berufen – mit Ausnahme des Bundesdienstes –, schlechter bezahlt sind als die Männer, ist die Akademikerin doch gegenüber der Arbeiterin und Angestellten privilegiert. (Zwischenruf der Abg. Schaffenrath .) Sie haben die Stillzimmer abgelehnt. Ich kann nur sagen: Ich bin für die Stillzimmer. Denn lange Arbeitsunterbrechungen machen oft das Karriereziel einer Frau unmöglich. Daher wird es einige geben, die sich sehr wohl dafür entscheiden müssen, auch stillend ihren Beruf wieder auszuüben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abg. Reitsamer und Öllinger .
Das war der Mißbrauch bei denen, die man normalerweise nicht meint, wenn man von Mißbrauchsverhütung spricht. Da meint man nämlich die Armen, die Kleinen, die Bezieher von Arbeitslosengeld. (Beifall der Abg. Reitsamer und Öllinger .)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Nur eine solidarische, aufgeschlossene und verantwortungsbewußte junge Generation, der man mit Achtung begegnet und für deren Zukunft wir sorgen, wird an diesem Staatswesen ihren Anteil haben und am Generationenvertrag teilnehmen, wie wir das derzeit tun. Wenn wir erreichen, daß in unserem Land das Miteinander einen höheren Stellenwert hat als jedes kleinliche Gegeneinander, dann bin ich sicher, daß unsere Pensionsversicherungssysteme die Pensionen – trotz aller schmerzlichen Einschnitte – für die Zukunft garantieren können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen eine Diskussion darüber, welche Konsequenzen die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung auf unser Sozialsystem hat – eine überaus heikle Aufgabe. Ich sage Ihnen folgendes: Ich hatte erst vorigen Freitag bei der Betriebsrätekonferenz der Gewerkschaft der Privatangestellten eine Diskussion mit dem Zentralsekretär der GPA, Herrn Katzian. Sie werden verstehen: Wenn der Zentralsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten mit dem Generalsekretär der Wirtschaftskammer diskutiert, werden in vielen Punkten unterschiedliche Positionen eingenommen. Aber in einem hatten wir einen Grundkonsens, und dieser Grundkonsens ist mit drei ganz simplen Worten auszudrücken: "Wir müssen umgestalten!" (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Erstens: "wir". Meine Damen und Herren! Die soziale Sicherheit ist ein prioritäres Anliegen der gesamten Bevölkerung. Mein Kollege Donabauer hat heute zu Recht zitiert: Soziale Sicherheit ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Da geht es nicht an, daß wir gegenseitig übereinander "drüberfahren". – Weder können die Arbeitgeber über die Arbeitnehmer "drüberfahren" – noch umgekehrt. "Wir" heißt, daß wir alle aufgerufen sind – Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Parlament, Regierung –, diese Verantwortung gemeinsam zu tragen, diese Herausforderung gemeinsam in Angriff zu nehmen. Das ist ein gemeinsames Anliegen aus einer sozialen Grundverantwortung heraus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir müssen sehr, sehr achtgeben – und ich gebe zu, es ist für die Opposition wahrscheinlich sehr schwierig, diese Voraussetzung zu erfüllen –, wir müssen unglaublich achtgeben, daß wir diese Bewußtseinsbildung ohne Verunsicherung weiter Kreise der Bevölkerung bewältigen; eine unglaublich schwierige Herausforderung. Ich weiß schon, die Opposition ist natürlich immer wieder verleitet, hier entsprechend demagogisch zu agieren, aber ich glaube, die soziale Sicherheit sollte uns zu wertvoll für Tageshickhack und dem Herausschlagen von politischem Kleingeld sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Zweitens zum Wort "müssen". Meine Damen und Herren! "Müssen" deshalb, weil es im Grunde genommen keine Alternative zur Umgestaltung des Sozialsystems gibt. Ich möchte es wieder sehr einfach sagen: Ein Sozialsystem, selbst das schönste Sozialsystem der Welt, das nur auf dem Papier steht, weil wir aus Gründen der Konkurrenzfähigkeit Arbeitsplätze verlieren, hat keinen Wert. Ein Sozialsystem ist nur dann wertvoll, wenn es nicht nur auf dem Papier steht, sondern durch leistungsfähige Betriebe, durch leistungsfähige Arbeitsplätze auch entsprechend dauerhaft und sicher finanziert werden kann. Die einzige Finanzierungsgarantie für die soziale Sicherheit überhaupt sind leistungsfähige, gewinnorientierte Betriebe und damit Arbeitsplätze. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Lassen Sie mich folgendes sehr deutlich sagen: Wir erleben in dieser Zeit, daß etwas, was im Bereich der älteren Arbeitskräfte jahrzehntelang gut gemeint war, nämlich das Biennalsystem – alle zwei Jahre rückt man automatisch vor –, zum Bumerang geworden ist, weil das dazu geführt hat, daß ältere Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr konkurrenzfähig, weil zu teuer sind. Diesbezüglich hat bereits ein Umdenken eingesetzt. Ich warne davor, zu glauben, daß man, wenn man mehr Lehrlinge will, nur die Lehrlingsentschädigung erhöhen muß. – Zuerst werden Ausbildungsplätze benötigt, dann kann man über die Lehrlingsentschädigung und deren Höhe diskutieren. Das ist das Grundanliegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Zum Abschluß: Meine Damen und Herren, glauben Sie uns: Die Wirtschaft ist in diesen Fragen deshalb überaus glaubwürdig, weil 50 Prozent der Unternehmer in Österreich von der Lehrlingsausbildung herkommen. Wir haben Interesse daran, daß die Lehrlingsausbildung fortentwickelt wird, denn das ist letztlich auch das Potential für unternehmerischen Nachwuchs. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Wo ist der Haider?
Dann werden wir so vorgehen und stimmen ab über den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Haider und Genossen betreffend umfassende Attraktivierung der Lehre. (Abg. Dr. Khol: Wo ist der Haider?)
Weitere Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Antrag eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist daher abgelehnt . (Weitere Zwischenrufe.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Nowotny: Er geht uns nicht ab!
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist wirklich kurios, daß Ihnen Jörg Haider, auf den Sie sonst so schimpfen, abgeht, wenn er einmal zehn Minuten nicht da ist. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Nowotny: Er geht uns nicht ab!) Also das ist ja direkt eine Haßliebe, die Sie mit unserem Bundesparteiobmann verbindet. Wir nehmen das gerne zur Kenntnis. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Michael Krüger (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist wirklich kurios, daß Ihnen Jörg Haider, auf den Sie sonst so schimpfen, abgeht, wenn er einmal zehn Minuten nicht da ist. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Nowotny: Er geht uns nicht ab!) Also das ist ja direkt eine Haßliebe, die Sie mit unserem Bundesparteiobmann verbindet. Wir nehmen das gerne zur Kenntnis. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Tatsächlich werden aber keine Gegenmaßnahmen ergriffen, sondern – ganz im Gegenteil! – es wird der bestehende Trend des geringen Stellenwertes der Forschung und der Wissenschaft durch die Politik, die Sie zu vertreten haben, noch verstärkt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Dr. Scholten spricht mit Abg. Dr. Rasinger
Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Wenn Sie dieser Stellungnahme eines Institutes für Wirtschaftsinformatik nicht Glauben schenken, dann möchte ich Ihre geschätzte Aufmerksamkeit (Bundesminister Dr. Scholten spricht mit Abg. Dr. Rasinger ) – wenn es Kollege Rasinger ganz kurz gestattet – auf eine Stellungnahme des Bundes Sozialistischer Akademiker
Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Er führt weiter fort: "Es sei sicher nicht der richtige Weg" – so Rieder –, "bei den Lehraufträgen die Entgelte anders zu verteilen oder für Studenten die Familienbeihilfe mit der Mindeststudiendauer zu verknüpfen. Eine rein sozialdemokratische" – das muß man sich jetzt auf der Zunge zergehen lassen, Herr Minister – "Organisation könne viele Kompromisse so nicht mittragen." – Das sagt BSA-Präsident Rieder: "Eine rein sozialdemokratische Organisation könne viele Kompromisse so nicht mittragen." (Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Posch.
Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister! Ein Zukunftsminister, der diese forschungsfeindliche Politik unterstützt, wird seine eigene Zukunft bald hinter sich haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. ) Nur keine Aufregung, ich habe nur Leute aus Ihren Reihen zitiert. Denen werden Sie wohl glauben, wenn Sie schon nicht der Opposition glauben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. )
Zwischenruf des Abg. Dr. Cap.
Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister! Ein Zukunftsminister, der diese forschungsfeindliche Politik unterstützt, wird seine eigene Zukunft bald hinter sich haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. ) Nur keine Aufregung, ich habe nur Leute aus Ihren Reihen zitiert. Denen werden Sie wohl glauben, wenn Sie schon nicht der Opposition glauben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Cap. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen eines, Herr Minister: daß der Verwaltungsaufwand allgemein erheblich ansteigen wird durch die Abgrenzung unechter Werkvertrag und echter Werkvertrag und dienstnehmerähnlich und nicht dienstnehmerähnlich. In einer Republik, in der bereits 22 Prozent der Werktätigen Beamte sind und mit Recht Maßnahmen gefordert werden, daß diese Quote auf ein erträgliches Maß gesenkt wird, bewirkt diese Tatsache eine weitere Aufblähung des Verwaltungsaufwandes. (Beifall bei den Freiheitlichen. )
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Ausweg ist aber sicher auch nicht die Einführung eines sozialen Numerus clausus durch Verknappung der Ressourcen. Ich denke da beispielsweise an die Studienrichtung Kunstgeschichte, wo lediglich zwei Professoren 2 800 Studenten gegenüberstehen. Unter solchen Bedingungen bricht ganz einfach das Bildungssystem zusammen. Das heißt, daß etwas faul ist an diesem Bildungssystem. Schuld daran sind nicht die "faulen" Studenten. An die Behebung dieses Mißstandes sollte herangegangen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Lösung ist nicht ein Numerus clausus durch das Maturazeugnis, aber ich könnte mir vorstellen, daß wir Chancengleichheit dadurch schaffen, daß man nach einjähriger Studiendauer eine Grundlagenprüfung in allen Fächern mit einer beschränkten Wiederholungsmöglichkeit macht. Dann wird sich die Spreu vom Weizen sehr rasch trennen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Ausweg ist aber sicher auch nicht die Einführung eines sozialen Numerus clausus durch Verknappung der Ressourcen. Ich denke da beispielsweise an die Studienrichtung Kunstgeschichte, wo lediglich zwei Professoren 2 800 Studenten gegenüberstehen. Unter solchen Bedingungen bricht ganz einfach das Bildungssystem zusammen. Das heißt, daß etwas faul ist an diesem Bildungssystem. Schuld daran sind nicht die "faulen" Studenten. An die Behebung dieses Mißstandes sollte herangegangen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Die Lösung ist nicht ein Numerus clausus durch das Maturazeugnis, aber ich könnte mir vorstellen, daß wir Chancengleichheit dadurch schaffen, daß man nach einjähriger Studiendauer eine Grundlagenprüfung in allen Fächern mit einer beschränkten Wiederholungsmöglichkeit macht. Dann wird sich die Spreu vom Weizen sehr rasch trennen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ebenso unverständlich ist die Reaktion des ehemaligen Wissenschaftsministers Busek. Dieser hat sich mit den Studenten solidarisiert – das ist sein gutes Recht –, meinte aber, die Regierung hätte keine Perspektive. Herr Busek! Sie waren sechs Jahre Wissenschaftsminister, gerade unter Ihrer Zeit als Wissenschaftsminister hat es diesen Wildwuchs an Lehrveranstaltungen gegeben, der uns jetzt auf den Kopf fällt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Auch noch ein ernstes Wort an die Universitäten, was das kommende Wintersemester betrifft. Wenn der Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, Otruba, oder der Dekan der medizinischen Fakultät der Universität Wien, Gruber, davon sprechen, sie würden keine Studenten aufnehmen, dann muß man ihnen sagen, daß sie primär einen Gesetzesauftrag zu erfüllen haben. Offensichtlich geht es ihnen darum, in Österreich einen Numerus clausus einzuführen. Doch dafür werden die beiden Herren die Sozialdemokratie nicht gewinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch, sehr geschätzte Damen und Herren, wenn einige Positionen bei diesen in Kürze zu beschließenden Gesetzen schmerzen, wir werden als Sozialdemokraten im Bereich Wissenschaft und Forschung diese mittragen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Tychtl: Das hat er nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Als ich meinem Vorredner zugehört habe, mußte ich feststellen, er vermittelt den Eindruck, es sei alles wunderbar, ein paar Rektoren, Mittelbauangehörige, Studenten drehen offensichtlich durch, (Abg. Ing. Tychtl: Das hat er nicht gesagt!), da und dort sei das Sparen unangenehm, aber eigentlich sei alles in Ordnung. So sehe ich die Dinge naturgemäß nicht. (Abg. Dr. Khol: Wieso "naturgemäß"? Weil du ein ehemaliger Hochschulassistent bist? Oder redest du für dich selbst?) Bist du am Wort? (Abg. Dr. Khol: Ich frage dich ein paar Dinge! Du bist nämlich ein Heuchler!) Ich bin am Wort, und du hast zu schweigen, und so werden wir es auch halten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei der ÖVP: Ach so!) Du kannst nachher hier heraustreten und das mit verantworten, was deine Bundesregierung anrichtet. Da
Abg. Dr. Khol: Wieso "naturgemäß"? Weil du ein ehemaliger Hochschulassistent bist? Oder redest du für dich selbst?
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Als ich meinem Vorredner zugehört habe, mußte ich feststellen, er vermittelt den Eindruck, es sei alles wunderbar, ein paar Rektoren, Mittelbauangehörige, Studenten drehen offensichtlich durch, (Abg. Ing. Tychtl: Das hat er nicht gesagt!), da und dort sei das Sparen unangenehm, aber eigentlich sei alles in Ordnung. So sehe ich die Dinge naturgemäß nicht. (Abg. Dr. Khol: Wieso "naturgemäß"? Weil du ein ehemaliger Hochschulassistent bist? Oder redest du für dich selbst?) Bist du am Wort? (Abg. Dr. Khol: Ich frage dich ein paar Dinge! Du bist nämlich ein Heuchler!) Ich bin am Wort, und du hast zu schweigen, und so werden wir es auch halten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei der ÖVP: Ach so!) Du kannst nachher hier heraustreten und das mit verantworten, was deine Bundesregierung anrichtet. Da
Abg. Dr. Khol: Ich frage dich ein paar Dinge! Du bist nämlich ein Heuchler!
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Als ich meinem Vorredner zugehört habe, mußte ich feststellen, er vermittelt den Eindruck, es sei alles wunderbar, ein paar Rektoren, Mittelbauangehörige, Studenten drehen offensichtlich durch, (Abg. Ing. Tychtl: Das hat er nicht gesagt!), da und dort sei das Sparen unangenehm, aber eigentlich sei alles in Ordnung. So sehe ich die Dinge naturgemäß nicht. (Abg. Dr. Khol: Wieso "naturgemäß"? Weil du ein ehemaliger Hochschulassistent bist? Oder redest du für dich selbst?) Bist du am Wort? (Abg. Dr. Khol: Ich frage dich ein paar Dinge! Du bist nämlich ein Heuchler!) Ich bin am Wort, und du hast zu schweigen, und so werden wir es auch halten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei der ÖVP: Ach so!) Du kannst nachher hier heraustreten und das mit verantworten, was deine Bundesregierung anrichtet. Da
Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei der ÖVP: Ach so!
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Als ich meinem Vorredner zugehört habe, mußte ich feststellen, er vermittelt den Eindruck, es sei alles wunderbar, ein paar Rektoren, Mittelbauangehörige, Studenten drehen offensichtlich durch, (Abg. Ing. Tychtl: Das hat er nicht gesagt!), da und dort sei das Sparen unangenehm, aber eigentlich sei alles in Ordnung. So sehe ich die Dinge naturgemäß nicht. (Abg. Dr. Khol: Wieso "naturgemäß"? Weil du ein ehemaliger Hochschulassistent bist? Oder redest du für dich selbst?) Bist du am Wort? (Abg. Dr. Khol: Ich frage dich ein paar Dinge! Du bist nämlich ein Heuchler!) Ich bin am Wort, und du hast zu schweigen, und so werden wir es auch halten. (Beifall beim Liberalen Forum. – Rufe bei der ÖVP: Ach so!) Du kannst nachher hier heraustreten und das mit verantworten, was deine Bundesregierung anrichtet. Da
Abg. Dr. Khol: Ich rede mit Haselsteiner, das ist viel vernünftiger!
Kollege Khol! Herr Mithochschulprofessor! Wenn erstens ein Drittel eines Semesters verlorengeht und zweitens ein gut Teil des Personals, – Herr Kollege Khol, hör mir nur zu!, dann kannst du antworten (Abg. Dr. Khol: Ich rede mit Haselsteiner, das ist viel vernünftiger!) –, das euch durchaus freundlich gegenübersteht, sich gegen euch wendet, dann ist das zur Kenntnis zu nehmen und nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, wie du es gerade probierst. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Mein Lieber ...! – Bist du Hochschulassistent?)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Mein Lieber ...! – Bist du Hochschulassistent?
Kollege Khol! Herr Mithochschulprofessor! Wenn erstens ein Drittel eines Semesters verlorengeht und zweitens ein gut Teil des Personals, – Herr Kollege Khol, hör mir nur zu!, dann kannst du antworten (Abg. Dr. Khol: Ich rede mit Haselsteiner, das ist viel vernünftiger!) –, das euch durchaus freundlich gegenübersteht, sich gegen euch wendet, dann ist das zur Kenntnis zu nehmen und nicht der Lächerlichkeit preiszugeben, wie du es gerade probierst. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Mein Lieber ...! – Bist du Hochschulassistent?)
Abg. Dr. Khol: Bist du Hochschulassistent?
Ihr nehmt die Realität nicht zur Kenntnis! Wenn es so weit kommt, lieber Kollege Khol (Abg. Dr. Khol: Bist du Hochschulassistent?), daß führende Funktionäre der Universitäten, wenn führende Funktionäre des Hochschullebens androhen, daß sie sich nicht in der Lage sehen, Studienanfänger im kommenden Studienjahr aufzunehmen, dann hast du das zur Kenntnis zu nehmen und nicht darüber hinwegzulächeln. (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Nein! Nein! So nicht!)
Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Nein! Nein! So nicht!
Ihr nehmt die Realität nicht zur Kenntnis! Wenn es so weit kommt, lieber Kollege Khol (Abg. Dr. Khol: Bist du Hochschulassistent?), daß führende Funktionäre der Universitäten, wenn führende Funktionäre des Hochschullebens androhen, daß sie sich nicht in der Lage sehen, Studienanfänger im kommenden Studienjahr aufzunehmen, dann hast du das zur Kenntnis zu nehmen und nicht darüber hinwegzulächeln. (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Nein! Nein! So nicht!)
Abg. Dr. Khol: Bist du noch Hochschulassistent?
Aber offensichtlich ist Kollege Khol sehr verwundert. (Abg. Dr. Khol: Bist du noch Hochschulassistent?) Jawohl, das bin ich.
Abg. Dr. Khol: Endlich wissen wir’s! Du redest für deine eigene Tasche!
Selbstverständlich! Und deshalb rede ich auch über die Dinge, lieber Kollege Khol! Selbstverständlich! Weil ich mich durchaus um diese Dinge auch aus eigener Anschauung bemühe und die Dinge auch sehe. (Abg. Dr. Khol: Endlich wissen wir’s! Du redest für deine eigene Tasche!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das muß ich auch manchmal!
Ich sage gar nicht, daß die alle jetzt bis ins Detail recht haben. Aber ich muß zur Kenntnis nehmen, lieber Kollege Khol, daß da etwas schiefgelaufen ist, denn die irrationalsten Leute sind das an den Hochschulen normalerweise nicht – sonst würdest du dich ja von deinem eigenen Berufsstand distanzieren müssen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Das muß ich auch manchmal!) Dann tue es! Dann tue es!
Abg. Mag. Posch: Wollen Sie ständestaatliche Strukturen schaffen?
Mich wundert es überhaupt nicht, daß es jetzt so zugeht. (Abg. Mag. Posch: Wollen Sie ständestaatliche Strukturen schaffen?) – Gerade nicht, werter Freund! Gerade nicht!
Beifall beim Liberalen Forum.
Was ich Ihnen vorwerfe – aber das ist wiederum ein Vorwurf, der sich auf die gesamte Regierung erstreckt: Es hat eben keinen Sinn, Strukturreformen mit Interessenvertretungen zu beraten, die selbstverständlich primär dazu da sind, Einkommenssituationen zu verhandeln, sondern der Bundesminister und die Bundesregierung wären gut beraten gewesen, diese Verhandlungen mit den Repräsentanten der Universitäten zu führen. Aber ich weiß schon, im sozialpartnerschaftlichen Österreich hat die Gewerkschaft dieses Monopol, und daher hat niemand anderer mitzureden. Das ist ja der Mangel, und ich bitte, ihn zu begreifen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Neugebauer: Auch das ist falsch!
Diese drei Vorwürfe sind meines Erachtens ganz entscheidend, warum es zu dieser Situation – (Abg. Neugebauer: Auch das ist falsch!) – Sie werden mich dann berichtigen – gekommen ist. – Abgesehen von den Situationen, die wir einfach durch die Verfahrensweisen, durch diese Art, wie in Österreich traditionellerweise Politik betrieben wird, vorfinden, abgesehen davon, daß die Ergebnisse so sind, wie sie eben sind, sind die Leute in der "Höhe" – ich finde, zumindest zum Teil wirklich zu Recht.
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich meine: Ziel der Studienreform muß eine solide Grundausbildung sein, die gar nicht alle Facetten eines Faches ausleuchtet, sondern die Studenten in die Lage versetzt, sich im weiteren Leben wissenschaftlich in Berufsfelder einzuarbeiten und fortzubilden. Das muß der zentralste Punkt einer Studienreform sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Das sind die Dinge, die ich als wesentliche politische Aufgabe in der Hochschulpolitik vor uns sehe. Ich meine allerdings, daß die Strukturanpassungsgesetze tatsächlich eine Anpassung an sehr inadäquate Strukturen sind, und insofern haben sie eine richtige, aber meines Erachtens eben negative Bezeichnung, die sie so wirklich verdienen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Dr. Schmidt: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Debattenbeitrag, Herr Präsident!
Abgeordneter Fritz Neugebauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Dr. Frischenschlager hat hier zum Ausdruck gebracht, daß er es nicht für richtig hält, wenn die Gewerkschaft öffentlicher Dienst gleichsam das Verhandlungsmonopol in den aktuellen Hochschulfragen innehat. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Debattenbeitrag, Herr Präsident!) Demgegenüber halte ich fest, daß gerade heute um 14 Uhr im Saal IV dieses Hauses unter dem Vorsitz des Herrn Bundesministers und unter der Führung der Gewerkschaft die Bundeskonferenz, die Kollegen des Protestkomitees ... (Zahlreiche Zwischenrufe.)
Zahlreiche Zwischenrufe.
Abgeordneter Fritz Neugebauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Dr. Frischenschlager hat hier zum Ausdruck gebracht, daß er es nicht für richtig hält, wenn die Gewerkschaft öffentlicher Dienst gleichsam das Verhandlungsmonopol in den aktuellen Hochschulfragen innehat. (Abg. Dr. Schmidt: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Mag. Stadler: Das ist ein Debattenbeitrag, Herr Präsident!) Demgegenüber halte ich fest, daß gerade heute um 14 Uhr im Saal IV dieses Hauses unter dem Vorsitz des Herrn Bundesministers und unter der Führung der Gewerkschaft die Bundeskonferenz, die Kollegen des Protestkomitees ... (Zahlreiche Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Fritz Neugebauer (fortsetzend): Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Sie haben nicht zugehört! Sie haben nicht aufgepaßt!
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Bei der jetzigen Diskussion um einzelne Teile des Strukturanpassungsgesetzes dürfen wir den Blick auf das Wesentliche, auf das Gesamtziel nicht verlieren. Die Opposition, und das muß ich jetzt auf die Freiheitliche Partei einschränken – das gilt für Sie, Herr Kollege Krüger –, kritisiert natürlich dieses Strukturanpassungsgesetz in all seinen Details, ohne entsprechende Alternativen auf den Tisch zu legen. Offenbar ist Ihre Alternative: Weitermachen wie bisher! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Sie haben nicht zugehört! Sie haben nicht aufgepaßt!)
Beifall bei der ÖVP.
Sie wollen also keinen schlanken Staat. Wir nehmen zur Kenntnis: Sie wollen kein konsolidiertes Budget, Sie wollen keine stabile Währung, Sie wollen keine Sicherung des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Österreich, und Sie implizieren damit: Sie wollen keine gute Zukunft für dieses Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Mehr Beamte wollen Sie!
Wir von der ÖVP wollen aber etwas ganz anderes: Wir wollen ein Reformkonzept für Österreich, ein Reformkonzept, das die Zukunft Österreichs sichert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Krüger: Mehr Beamte wollen Sie!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Tychtl.
Ich darf Ihnen sagen, Herr Kollege Frischenschlager: Alle Teile der Bevölkerung sind von diesem Sparpaket betroffen. Man kann nicht bei einem Bereich sagen: Ja, wir nehmen euch vom Sparpaket aus!, ohne daß die anderen Teile der Bevölkerung, der Wirtschaft, unserer Arbeitnehmer, nicht mit dem gleichen Recht sagen würden: Ja, Reformen sind gut, aber nicht bei uns und möglichst viel, viel später. – So kann es auch nicht gehen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Tychtl. )
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Ing. Tychtl.
Ich zitiere als kleinen Beleg dafür aus der Antrittsrede des Rektors der Universität Innsbruck, der gleichzeitig ein Finanzwissenschafter ist, nämlich aus der Antrittsrede von Professor Smekal. Er hat auf wissenschaftlicher Ebene sehr deutlich gemacht, daß die Konsequenz eines übertriebenen Wohlfahrtsstaates letztlich die Gefährdung der Demokratie selbst ist. Ich meine, wir sollten diesbezüglich schon auf die Stimme der Wissenschaft hören! Und genau das ist ja auch der Weg, den diese Bundesregierung jetzt eingeschlagen hat. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Ing. Tychtl. )
Unter lauten Rufen werfen Besucher T-Shirts und Flugblätter von der Galerie in den Saal. – Allgemeine Unruhe.
Aber ich räume ein: Es kam in den letzten Wochen seitens der Universität zu Protesten. Es könnte der Eindruck entstehen, daß Wissenschafter, Forscher und Studenten sich selbst sozusagen als Ausnahmesektor dieses allgemeinen generellen Budgetstabilisierungskurses interpretieren. (Unter lauten Rufen werfen Besucher T-Shirts und Flugblätter von der Galerie in den Saal. – Allgemeine Unruhe.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch (fortsetzend): Dieser Zwischenfall kommt mir sehr gelegen und ist eigentlich auch sehr typisch für das, was ich sagen wollte. Man hat den Eindruck – um das wieder aufzugreifen –, als würden sich die Universitäten generell diesem Sparziel versagen wollen. Aber ich mache schon darauf aufmerksam: Dieses Bild der ÖH-Vorsitzenden Berlakovic (der Redner hält eine Ausgabe der Zeitschrift "NEWS" in die Höhe) entspricht nicht dem Eindruck, den ich als Hochschullehrer vom durchschnittlichen Studenten und der durchschnittlichen Studentin an unseren Universitäten habe. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Eines möchte ich schon sagen: In diesem Bereich ist es gelungen, die realistischen Ziele der Studierenden in Verhandlungen auch tatsächlich durchzusetzen. Es wird also in Zukunft jeder, der zielstrebig und fleißig studiert, nach wie vor mit 1 850 S mal zwölf als Familienbeihilfe rechnen können. Es war die Einsicht des jetzigen Jugend- und Familienministers Bartenstein, auch alle objektiven Studienbehinderungsgründe, etwa fehlende Studienplätze, bei der Studiendauer entsprechend und adäquat anzuerkennen. Ich darf mich dafür bedanken. Das ist ein guter, ein sehr positiver Verhandlungserfolg und entspricht unserer Zielsetzung. (Beifall bei der ÖVP.) Wir wollen die fleißig und zielstrebig Studierenden weiterhin nach Kräften fördern. Das ist die tatsächliche Investition in Österreichs Zukunft!
Abg. Dr. Lukesch: Das trifft ja alle Einkommensteuer- und Abgabenzahler!
Du weißt ebenso gut wie ich, lieber Kollege Lukesch, daß die Assistenten grosso modo dreifach betroffen sind. Sie sind als Staatsbürger und normale Einkommensbezieher betroffen und sind insofern zum Beispiel von allen einkommensteuerlichen Maßnahmen berührt. Sie sind zweitens vom sogenannten Sparpaket betroffen, soweit sie eben Beamte sind. Damit treffen sie alle Maßnahmen, die für den öffentlichen Dienst gelten. Und sie haben drittens ein kleines Paket – "klein" vor dem Hintergrund der 100 oder 110 Milliarden Schilling, um die es hier geht – zu ertragen, das sich aber gleichwohl auf relativ wenige Leute bezieht. (Abg. Dr. Lukesch: Das trifft ja alle Einkommensteuer- und Abgabenzahler!)
Beifall bei den Grünen.
Die Frage kann also nicht sein, was man für das Wirtschaftswachstum – oder was immer man hier als Kriterium heranzieht – braucht, sondern was man will. Und das ist eine politische Frage. Das ist sozusagen der tiefere Sinn der Proteste der letzten vier Wochen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Guggenberger: Der Dr. Lukesch ist ein solches Häferl, gelt?
Noch einmal, nur zur Erinnerung: Bitte nehmen Sie nicht nur eventuell die Proteste der 40 000 – das mögen Sie so oder so sehen – ernst, sondern nehmen Sie die Resolutionen der akademischen Senate und ähnlicher Institutionen ernst. Das sind ja keine berufsmäßigen Revoluzzer! Ich weiß schon, daß unter unseren Kollegen, lieber Lukesch, das eine oder andere Häferl ist (Abg. Mag. Guggenberger: Der Dr. Lukesch ist ein solches Häferl, gelt?), das bei jeder Gelegenheit explodiert. Ich habe nicht ihn persönlich gemeint. Aber im großen und ganzen sind diese Proteste von der Sorge um die Zukunft der Lehre an den Universitäten in den nächsten Jahren getragen.
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Ich appelliere an Sie, zu reparieren, was bis zum Beginn des Wintersemesters zu reparieren ist, und dabei auch die Heterogenitäten, Komplexitäten der Universität, die ich versucht habe ein bißchen zu skizzieren, mit zu berücksichtigen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.
Zur Medizin sei auch noch gesagt: Das heutige Gespräch hat ergeben, daß natürlich das reklamierte Manko angesichts der zur Diskussion stehenden Gesetze dann sehr groß ist, wenn man die Übergangsbestimmungen nicht berücksichtigt. Das war ein wesentlicher Punkt des heutigen Gesprächs, daß die Übergangsbestimmungen natürlich sehr wohl zur Quantifizierung des Angebotes heranzuziehen sind, das für das Wintersemester 1996/97 zur Verfügung steht, und darüber hinaus. Also was man schwer tun kann, ist, ein Gesetz zu kritisieren und gleichzeitig Bestimmungen – das haben nicht Sie getan, sondern Vertreter der medizinischen Fakultät –, die in diesem Gesetz enthalten sind, zu negieren, nämlich die Übergangsbestimmungen, also einen guten Teil dessen, was an ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. ) Na ja, Sie zweifeln; das ist so. (Abg. Dr. Lukesch: Aber muß der Dekan Gruber zu der Ausgrenzungskeule greifen?) Das verstehe ich auch nicht, weil sich aufgrund des einfachen Gesprächs heute innerhalb von eineinhalb Stunden herausgestellt hat, daß ein großer Teil von dem, was hier an Manko behauptet wurde, allein durch Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen schon ausgleichbar ist. Und im übrigen – dazu komme ich dann am Schluß noch kurz – geht es sehr wohl auch um ein Wahrnehmen der Verantwortung. Aber bevor ich zu dem Punkt komme, möchte ich noch kurz einige praktische Bemerkungen hier aufgreifen.
Abg. Dr. Lukesch: Aber muß der Dekan Gruber zu der Ausgrenzungskeule greifen?
Zur Medizin sei auch noch gesagt: Das heutige Gespräch hat ergeben, daß natürlich das reklamierte Manko angesichts der zur Diskussion stehenden Gesetze dann sehr groß ist, wenn man die Übergangsbestimmungen nicht berücksichtigt. Das war ein wesentlicher Punkt des heutigen Gesprächs, daß die Übergangsbestimmungen natürlich sehr wohl zur Quantifizierung des Angebotes heranzuziehen sind, das für das Wintersemester 1996/97 zur Verfügung steht, und darüber hinaus. Also was man schwer tun kann, ist, ein Gesetz zu kritisieren und gleichzeitig Bestimmungen – das haben nicht Sie getan, sondern Vertreter der medizinischen Fakultät –, die in diesem Gesetz enthalten sind, zu negieren, nämlich die Übergangsbestimmungen, also einen guten Teil dessen, was an ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch. ) Na ja, Sie zweifeln; das ist so. (Abg. Dr. Lukesch: Aber muß der Dekan Gruber zu der Ausgrenzungskeule greifen?) Das verstehe ich auch nicht, weil sich aufgrund des einfachen Gesprächs heute innerhalb von eineinhalb Stunden herausgestellt hat, daß ein großer Teil von dem, was hier an Manko behauptet wurde, allein durch Berücksichtigung der Übergangsbestimmungen schon ausgleichbar ist. Und im übrigen – dazu komme ich dann am Schluß noch kurz – geht es sehr wohl auch um ein Wahrnehmen der Verantwortung. Aber bevor ich zu dem Punkt komme, möchte ich noch kurz einige praktische Bemerkungen hier aufgreifen.
Abg. Dr. Lukesch: Bitte zu den Dienstpostenplänen! Diese Unschärfen!
Lassen Sie mich zum Schluß nur noch etwas zum Grundsätzlichen sagen, und das wird ja heute hier ... Bitte? (Abg. Dr. Lukesch: Bitte zu den Dienstpostenplänen! Diese Unschärfen!)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Zu den Dienstpostenplänen gibt es eine ganz einfache Antwort, die aus dem Teilheft des Kapitels 14 abzulesen ist, nämlich daß die Mittel, die für den Personalaufwand zur Verfügung stehen, nicht gekürzt wurden, daß daher das Ausmaß dessen, was an automatischen Steigerungen der Bienniensprünge notwendig ist, selbst aufzubringen ist, aber keine darüber hinausgehenden Kürzungen des Personalaufwandes. Das habe ich immer so gesagt, das steht jetzt im Teilheft drinnen, und das wird daher auch so bleiben. Daher ergibt ein einfacher Zahlenvergleich im Kapitel 14, daß diese Kürzung nicht über das hinausgeht, was für den gesamten Bereich gilt, nämlich, daß man die automatischen Steigerungen aufzubringen hat, aber nichts darüber hinaus. Das wurde auch mit den Universitäten einzeln verhandelt, einzeln dargestellt. Es wird dann immer wieder die gleiche Frage gestellt, was jedermanns gutes Recht ist, es ändert nur nichts daran, daß auch immer wieder die gleiche Antwort wahr ist. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Ich glaube, daß wir gut daran tun – und das wird auch eine politische Aufgabe sein –, sehr rasch wieder dafür zu sorgen, daß das Verständnis in der universitär nicht betroffenen Bevölkerung dafür, was an den Universitäten passiert, wieder hergestellt wird. Ich glaube, daß das für die Zukunft der Universitäten sehr, sehr wichtig ist. – Danke sehr. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Auch die Tatsache, daß Kinder von Selbständigen und Land- und Forstwirten bei der Vergabe von Stipendien gegenüber BeihilfenbezieherInnen aus Arbeitnehmerfamilien aufgrund der Einkommensermittlung eklatant bevorzugt werden, bedarf einer dringenden Reform des gegenständlichen Gesetzes. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das halte ich für die eigentliche Härte, und da gehören Änderungen und Adaptionen dringend vorgenommen, um die Härten bei den Studierenden auszugleichen, weil ich die Streiks der 40 000 auf der Straße sehr wohl ernst nehme. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch die Tatsache, daß Kinder von Selbständigen und Land- und Forstwirten bei der Vergabe von Stipendien gegenüber BeihilfenbezieherInnen aus Arbeitnehmerfamilien aufgrund der Einkommensermittlung eklatant bevorzugt werden, bedarf einer dringenden Reform des gegenständlichen Gesetzes. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das halte ich für die eigentliche Härte, und da gehören Änderungen und Adaptionen dringend vorgenommen, um die Härten bei den Studierenden auszugleichen, weil ich die Streiks der 40 000 auf der Straße sehr wohl ernst nehme. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Gezeigt hat er es aber nicht!
Abgeordneter Mag. Dr. Udo Grollitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Professor Lukesch, weil Sie in meiner Nähe stehen: Eine Venia docendi in Logistik werden Sie nach Ihrer Kritik an Kollegen Krüger und dem unzulässigen Umkehrschluß, daß er gegen einen schlanken Staat ist, wenn er gegen dieses Strukturgesetz ist, sicherlich nicht erhalten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Lukesch: Gezeigt hat er es aber nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich schon das Wort Streik in den Mund nehme, dann will ich Ihnen doch sagen, Herr Bundesminister, daß die Freiheitlichen in keinem Bereich Öl in diesen Hochschul-Flächenbrand gegossen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wollen wir aber auch diesen Aufruf zur sündteuren Straßenargumentiererei nicht überbewerten, zumal die artikulierten Forderungen und Bedenken der Studenten größtenteils zutreffend sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sämtliche Attribute autoritärer und undemokratischer Taktik und Dialektik treffen auf die Entstehung und auf die Veröffentlichung der Strukturgesetze samt deren Beschlußfassung, jedenfalls nach meiner Ansicht, zu: statt kritischer Durchleuchtung des Ist-Zustandes primär auf Gerüchten, mit Neid vermischt, basierende Über-den-Daumen-Einschätzungen; statt Konzepterarbeitung ohne Zeitdruck unter Einschluß der Betroffenen, wie gesagt, unausgegorene, teils fixe Pläne, hinter verschlossenen Türen zustandegekommen; statt realistischer Begutachtungsfristen eine Brüskierung der Gremien durch tatsächlich lächerliche Alibifristen; statt Befassung der demokratisch gewählten Gremien und Angebot von Varianten und die Chance zur Einbringung von Alternativen eine scheindemokratische Abstimmungsshow – sie wurde ja hier in diesem Hause in dieser Debatte oftmals und von vielen Seiten her kritisiert. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Warum haben Sie die nötigen Einsparungen – das habe ich schon gestern fragen dürfen – nicht zur Nagelprobe gemacht, daß die Universitäten mündig genug sind, sich selbst und ihr Geld zu verwalten? – In der Tat ist das nicht passiert, sondern die Strukturanpassungsgesetze haben in den Details ganz einschneidende und ganz diffizile Regelungen – viel Phantasie wurde dabei verschwendet, in den Stundenkürzungen, in den Zuweisungsformen, in den Remunerierungshöhen et cetera –; das Gängeln, das Am-Zaum-Halten wurde jedenfalls durch diese Gesetze beibehalten. Statt intelligent zu sparen, sparten Sie an Intelligenz – und das durchaus auch im übertragenen Sinn. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch.
Abgeordnete Dr. Gertrude Brinek (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Lassen Sie mich eingangs gleich mit ein paar Bemerkungen im Sinne von Richtigstellungen beginnen. Ich bin nicht anmaßend, aber ich denke, daß der Leobener Körperertüchtigungsexperte Dr. Grollitsch auch keine Venia docendi erhalten würde, weder in Logistik noch in Logik. Da gibt es nämlich einen Unterschied. Zur logischen Analyse ist unser Wissenschaftssprecher Professor Lukesch immer noch fähig. Das Auditorium konnte sich überzeugen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Grollitsch. )
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin relativ froh über die Ergebnisse beim Familienlastenausgleich, bei der Familienförderung, die unser Minister Bartenstein erreicht hat – relativ deshalb, weil die ländliche Jugend im akademischen Bereich noch immer nicht überrepräsentiert ist, wie hier vermutet wurde. Wir haben immer noch zu wenige Söhne und Töchter aus Bauernfamilien an unseren Universitäten. Bitte keine falsche Darstellung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Und die Bundesbahn auch! Der Herr Sindelka ist eh da!
Wie geht es denn eigentlich weiter mit der Frage Stipendien, Studiengebühren? Die damit in Zusammenhang stehenden Fragen wurden ja in den letzten Tagen in Österreich auch medial ausführlich behandelt. Ich glaube, daß Österreich ganz froh sein kann. Wir liegen mit der Studienförderung in Europa an der Spitze, auch wenn wir die jetzigen Strukturanpassungsgesetze verabschieden. Kein anderes Land außer den Niederlanden gewährt nämlich Studenten beispielsweise Freifahrt. Ermäßigungen sind aber überall üblich. In Österreich haben die Bundesbahnen, die städtischen Verkehrsnetze an den Studenten bisher gut verdient. Der FLAF hat trotz des Umstandes, daß er Massenabnehmer war, keine Ermäßigung bekommen. Ich gehe davon aus, daß auch Wien bald erkennt, daß Studenten eine wichtige Zielgruppe sind, ein Wirtschaftsfaktor, ein kultureller Belebungsfaktor für die Stadt, und daß die Studenten in Wien von den Wiener Verkehrsbetrieben so behandelt werden wie die Senioren und eine entsprechende Ermäßigung bekommen. Ich bin froh, daß sich andere Städte dazu schon positiv geäußert haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Und die Bundesbahn auch! Der Herr Sindelka ist eh da!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich schließe zuversichtlich: Ersparen wir uns, wenn wir über die Zukunft der wissenschaftlichen Bildung reden, diverse Köpfler in die Phrase! Treten wir in die rationale Strukturdebatte ein! Das sage ich gerne als Universitätsangehörige und Betroffene genauso wie als Parlamentarierin. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Motter: Die Wissenschaft ist auch wichtig!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Mein Redebeitrag wird sich nicht mit Wissenschaft allgemein befassen, sondern ich will mich gleich mit einer wichtigen Materie beschäftigen, nämlich der Poststrukturreform. (Abg. Motter: Die Wissenschaft ist auch wichtig!) Die Wissenschaft ist auch wichtig – selbstverständlich! Aber ich habe es mit den knallharten Fakten, und daher erlaube ich mir jetzt, zur Poststrukturreform zu schreiten.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .
Meine inhaltliche Kritik an der Regierungsvorlage zur Poststrukturreform setzt eigentlich schon beim § 1 Abs. 2 ein. Da heißt es ganz lapidar: "Bis zum 31. Dezember 1999 soll eine Börseneinführung der Gesellschaft erfolgen." Da darf man sich doch wohl die Frage stellen, wie diese Gesellschaft, diese Post mit vielen Teilbereichen im Jahr 1999 ausschauen wird, wie sie strukturiert ist. Meine Damen und Herren! Ich glaube, man wird versuchen, die Post, so wie sie jetzt ist, gekleidet in ein neues rechtliches Korsett, bis zum Jahr 1999 mehr oder weniger unverändert zu lassen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .) Und ein solches Unternehmen will man dann, Kollege Kukacka, an die Börse bringen. Also ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .
Meine inhaltliche Kritik an der Regierungsvorlage zur Poststrukturreform setzt eigentlich schon beim § 1 Abs. 2 ein. Da heißt es ganz lapidar: "Bis zum 31. Dezember 1999 soll eine Börseneinführung der Gesellschaft erfolgen." Da darf man sich doch wohl die Frage stellen, wie diese Gesellschaft, diese Post mit vielen Teilbereichen im Jahr 1999 ausschauen wird, wie sie strukturiert ist. Meine Damen und Herren! Ich glaube, man wird versuchen, die Post, so wie sie jetzt ist, gekleidet in ein neues rechtliches Korsett, bis zum Jahr 1999 mehr oder weniger unverändert zu lassen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .) Und ein solches Unternehmen will man dann, Kollege Kukacka, an die Börse bringen. Also ich kann mir das beim besten Willen nicht vorstellen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .
Ich habe das genau gelesen, Herr Kollege Kukacka! Aber Sie werden noch zu Wort kommen. Sie können sich ja dann dazu äußern. Ihre Haltung in der Frage der Poststrukturreform habe ich ganz genau registriert. Sie haben sich nämlich so verhalten wie manche zur Zeit der Wende in der DDR, wo es den Übergang vom Kommunisten zum Nichtkommunisten gab; "Wendehals" hat man zu diesen einmal gesagt. Ich will jetzt keine Rüge vom Präsidenten bekommen, aber irgendeine Parallelität ist da schon vorhanden. Sie haben auch einmal ja und dann wieder nein gesagt. Einmal: Wir stimmen doch zu! und dann wieder: Aber so geht es nicht! Herr Kollege Kukacka, da haben Sie Erklärungsbedarf – und nicht wir! (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .) Ich zitiere richtig, Kollege.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .
Meine Damen und Herren! Ich bin beunruhigt, weil ich sehe, daß daran nicht ernsthaft und sorgfältig genug gearbeitet wird. Jawohl, ich bin beunruhigt, weil es nicht im Interesse von uns Liberalen sein kann, daß die österreichische Post mit ihren 55 000 Beschäftigten zu einem Sanierungsfall wird. Diese Gefahr ist nämlich eklatant, denn wie Sie wissen, wurden der österreichischen Post über einen Zeitraum von über sechs Jahren wesentlich mehr Finanzmittel entzogen und an den Bundeshaushalt abgeführt, als das Unternehmen in diesem Zeitraum an echten, betriebswirtschaftlich nachvollziehbaren Gewinnen erzielen konnte. Da hat die ÖVP auch zugeschaut, Herr Kollege Kukacka! (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka .) Ich war damals noch nicht im Parlament, das tut mir leid. Mit diesem Argument können Sie mir nicht kommen.
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.
Ich bin der Ansicht, daß wir diese Art der Schuldenholding überhaupt nicht brauchen. Ich sage es geradewegs heraus. Als Eigentümer der neuen Post könnte genausogut die Republik Österreich fungieren. Und wenn sie die 50 Milliarden Schilling Altlasten direkt in den Bundesschuldendienst gestellt hätte, dann wäre das wenigstens ehrlich gewesen und man hätte sich vielleicht leichter in dieser Konstruktion zurechtgefunden. Aber Ehrlichkeit – das richte ich an Sie, meine Damen und Herren von SPÖ und ÖVP – war zumindest in dieser Angelegenheit noch nie Ihre große Stärke. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Freiheitlichen.) Sie haben sich gedreht und gewunden in dieser Sache, ich brauche es nicht noch einmal zu wiederholen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Und damit dieser Antrag nicht womöglich noch ein weiteres Jahr im Ausschuß verschimmelt, werden wir nächste Woche – heute habe ich leider aufgrund der Geschäftsordnung nicht mehr die Möglichkeit dazu – einen Fristsetzungsantrag stellen. Wenn der keine Mehrheit findet, dann kann man nichts machen, aber ein Zeichen haben wir damit wieder gesetzt. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sehr geehrter Herr Zukunftsminister! Sie müssen aufpassen, daß Ihnen angesichts solch umstrittener Einzelprojekte nicht die Kontrolle darüber entgleitet, denn sonst befürchte ich, daß dieses Land in keine gute Zukunft geht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt legitime Interessen, die hier vertreten werden – manchmal mit wenig Einsicht für Lösungsvorschläge, aber das Ziel von Protestaktionen der Universitäten, das darauf hinausläuft, damit das Sparpaket als Ganzes oder das Budget oder die Bundesregierung zu Fall zu bringen, halte ich nicht mehr für legitim. Dieses Ziel geht zu weit, und es gehen jene, die dieses Ziel verfolgen, ein großes Risiko ein, nämlich jenes Risiko, daß man sie nicht mehr ernst genug nimmt, nicht mehr so ernst nimmt, wie es vielleicht ihren Anliegen entsprechen würde. Sie schaden damit letztlich sich selbst. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Rolle des Bundesministers Dr. Scholten und seiner Beamten möchte ich hier ausdrücklich hervorheben, und ich möchte ihnen auch für die große Dialogbereitschaft, für das Außerordentliche, das hier geleistet wurde, um diese Gespräche fortzusetzen, danken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das hat mit einer autoritären Vorgangsweise, wie Kollege Grollitsch gemeint hat, überhaupt nichts zu tun. Und wenn Sie sagen, das ist scheindemokratisch, dann ist offensichtlich alles, was Ihnen von der FPÖ nicht paßt oder wo Sie sich nicht durchsetzen – und das ist sehr viel –, nicht demokratisch. Wir werden uns trotz Ihrer Kritik nicht abhalten lassen und als die demokratisch gewählten Mehrheiten auch weiterhin die Entscheidungen treffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das Sparpaket hat ein Gutes: Der Reformdruck wird erhöht. Wir wollen weiterhin den freien Zugang – unabhängig von der sozialen Herkunft der Studierenden. Es geht aber jetzt darum, den erzeugten Reformdruck durch einen raschen Einstieg in diese Reformen, sei es das Universitäts-Studiengesetz oder sei es auch das Dienstrecht, umzusetzen, sodaß wir ab heurigem Herbst auf einer neuen Basis beginnen können. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Eder.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Aber gleich im Schnellzugstempo weiter in den unmittelbaren Verkehrsbereich. Wir haben einen unglaublichen Aufgabenbereich vor uns. Der neue Herr Verkehrsminister, der Zukunftsminister, kennt den erbärmlichen OECD-Bericht zur Verkehrspolitik Österreichs und weiß somit, welch vernichtendes Zeugnis Österreich in diesem OECD-Umweltprüfbericht erhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Eder. ) – Herr Kollege! Daß ich diesen Prüfbericht lese, das werden Sie mir doch attestieren, und was drinsteht, nehme ich für bare Münze.
Abg. Marizzi: Das ist eine Unterstellung!
Ich würde Ihnen nahelegen, den Umweltprüfbericht auch einmal zu lesen, vielleicht würde das zu einer ganz anderen Verkehrspolitik führen, die sich nicht nur auf den Bau konzentriert. Herr Kollege! Ich verstehe, daß Lobbyismus wichtig ist, ich verstehe das ja, ich kenne die Verbindungen, ich weiß, wie es in der Partei ausschaut. Ich weiß, wem man nahesteht. Ich weiß, wessen Interessen man vertreten muß, aber trotzdem! (Abg. Marizzi: Das ist eine Unterstellung!) – Das war doch keine Unterstellung, Herr Kollege Marizzi! Daß die SPÖ und jede Partei gewissen Interessen verpflichtet ist, davon gehe ich aus. Selbstverständlich sind die Grünen auch Interessen verpflichtet, nämlich den Interessen der Benützer des öffentlichen Verkehrs, nämlich den Interessen der Umwelt, nämlich den Interessen der Lebensqualität. Da haben Sie völlig recht, und das lege ich hier offen. (Zwischenruf des Abg. Marizzi .)
Zwischenruf des Abg. Marizzi .
Ich würde Ihnen nahelegen, den Umweltprüfbericht auch einmal zu lesen, vielleicht würde das zu einer ganz anderen Verkehrspolitik führen, die sich nicht nur auf den Bau konzentriert. Herr Kollege! Ich verstehe, daß Lobbyismus wichtig ist, ich verstehe das ja, ich kenne die Verbindungen, ich weiß, wie es in der Partei ausschaut. Ich weiß, wem man nahesteht. Ich weiß, wessen Interessen man vertreten muß, aber trotzdem! (Abg. Marizzi: Das ist eine Unterstellung!) – Das war doch keine Unterstellung, Herr Kollege Marizzi! Daß die SPÖ und jede Partei gewissen Interessen verpflichtet ist, davon gehe ich aus. Selbstverständlich sind die Grünen auch Interessen verpflichtet, nämlich den Interessen der Benützer des öffentlichen Verkehrs, nämlich den Interessen der Umwelt, nämlich den Interessen der Lebensqualität. Da haben Sie völlig recht, und das lege ich hier offen. (Zwischenruf des Abg. Marizzi .)
Abg. Marizzi: Haben Sie gesehen, wie viele Leute vom Ausland nach Österreich transitieren? Kennen Sie da die Zahlen? PKWs?
Ich bin froh über jeden Schilling – ich habe das schon mehrfach gesagt – der gerade aufgrund dieser Bilanz, gerade aufgrund dieser negativen Situation in den öffentlichen Verkehr investiert wird. Die Grünen sind diesbezüglich – und ich glaube, das wissen alle – keine Verhinderungspartei. Wir sprechen uns ganz massiv für die Bevorzugung, für die Förderung von umweltfreundlichen Projekten im Bereich des öffentlichen Verkehrs aus. Es ist nur dort schwierig, wo es um die Sinnhaftigkeit einzelner Projekte geht. Es geht bis tief ins Verkehrsministerium, tief in die ÖBB, tief in die Industrie und tief in die Bauwirtschaft hinein. (Abg. Marizzi: Haben Sie gesehen, wie viele Leute vom Ausland nach Österreich transitieren? Kennen Sie da die Zahlen? PKWs?)
Abg. Edler: Zukünftig!
Aber nehmen wir an, es bleibt bei diesen 6,5 Milliarden Schilling. Stellen wir uns doch vor – gerade einem Eisenbahner als Abgeordnetem müßte das eigentlich unter den Nägeln brennen –, was wir mit 6,5 Milliarden Schilling sinnvoll und effizient in Richtung Qualitätsverbesserung der Bahn erreichen könnten, wenn man in dieses Unternehmen investiert. (Abg. Edler: Zukünftig!) – Zukünftig, ja, aber davon wird die Bahn nichts haben, denn wenn sie 200 S pro Tonne Güter für den Transport durch den Semmering-Basistunnel refinanzieren muß, dann hat sie im Vergleich zum Verkehrsträger Straße überhaupt keine Chance. Darüber ist man sich mittlerweile auch in den ÖBB völlig einig. Das ist auch intern unbestritten.
Abg. Seidinger: Ich frage mich nur, ob ihr das glaubt!
Diesbezüglich würde mich interessieren, was der Verkehrsminister dazu sagt. Für mich ist nämlich diese Frage Semmering-Basistunnel die eigentliche Nagelprobe dafür, ob dieses Ministerium tatsächlich ein Zukunftsministerium wird, denn ein zukunftsorientiertes Verkehrsministerium brauchen wir. Aber ich gehe davon aus, daß sich der Herr Minister dieses Projekt sehr konkret und sehr genau ansieht, es im Bereich dieser großen Kritikfelder überprüft, bevor es in diesem Bereich zu einer massiven Investitionstätigkeit kommen kann. Wir alle wissen mittlerweile, daß es den Beschluß zur Errichtung einer Konkurrenztrasse für den Gütertransit gibt, einer Konkurrenztrasse von Budapest bis zum Hafen Koper. Wir alle wissen, daß diese Strecke bedeutend billiger ist und rund 800 Millionen Schilling kosten wird. Wir alle wissen, daß es sich dabei nur um einen kleinen Lückenschluß von 40 Kilometern handelt. (Abg. Seidinger: Ich frage mich nur, ob ihr das glaubt!)
Abg. Seidinger: Es gibt aber auch eine steirische ÖVP, und die ist eindeutig dafür!
Ich weiß nicht, was die Position der ÖVP dazu ist. Es gibt ja in der ÖVP massive Kritiker dieses Projektes. Der Landeshauptmann von Niederösterreich etwa, und ich weiß, daß Kollege Kukacka das Projekt im Verkehrsausschuß auch immer wieder kritisch hinterfragt hat. (Abg. Seidinger: Es gibt aber auch eine steirische ÖVP, und die ist eindeutig dafür!) Es gibt auch eine steirische ÖVP. Ich will mich ja jetzt nicht in ÖVP-Interna einmischen. Das liegt mir wirklich fern, das will ich zuletzt. (Abg. Mag. Kukacka: Sogar der Wabl war dafür!) Auch der Abgeordnete Wabl hat zum Beispiel dieses Projekt begrüßt, Herr Kollege Kukacka, na selbstverständlich. Es ist ja aus der Sicht der Steiermark durchaus ein Projekt, über das man reden kann. (Abg. Seidinger: Na also!) Aber ich bin der Meinung, daß dieses Hohe Haus nicht der steirische Landtag ist (Abg. Seidinger: Auch nicht der niederösterreichische!) , sondern Bundesinteressen vertreten muß. Auch nicht der niederösterreichische, da sind wir uns ja alle eigentlich unglaublich einig.
Abg. Mag. Kukacka: Sogar der Wabl war dafür!
Ich weiß nicht, was die Position der ÖVP dazu ist. Es gibt ja in der ÖVP massive Kritiker dieses Projektes. Der Landeshauptmann von Niederösterreich etwa, und ich weiß, daß Kollege Kukacka das Projekt im Verkehrsausschuß auch immer wieder kritisch hinterfragt hat. (Abg. Seidinger: Es gibt aber auch eine steirische ÖVP, und die ist eindeutig dafür!) Es gibt auch eine steirische ÖVP. Ich will mich ja jetzt nicht in ÖVP-Interna einmischen. Das liegt mir wirklich fern, das will ich zuletzt. (Abg. Mag. Kukacka: Sogar der Wabl war dafür!) Auch der Abgeordnete Wabl hat zum Beispiel dieses Projekt begrüßt, Herr Kollege Kukacka, na selbstverständlich. Es ist ja aus der Sicht der Steiermark durchaus ein Projekt, über das man reden kann. (Abg. Seidinger: Na also!) Aber ich bin der Meinung, daß dieses Hohe Haus nicht der steirische Landtag ist (Abg. Seidinger: Auch nicht der niederösterreichische!) , sondern Bundesinteressen vertreten muß. Auch nicht der niederösterreichische, da sind wir uns ja alle eigentlich unglaublich einig.
Abg. Seidinger: Na also!
Ich weiß nicht, was die Position der ÖVP dazu ist. Es gibt ja in der ÖVP massive Kritiker dieses Projektes. Der Landeshauptmann von Niederösterreich etwa, und ich weiß, daß Kollege Kukacka das Projekt im Verkehrsausschuß auch immer wieder kritisch hinterfragt hat. (Abg. Seidinger: Es gibt aber auch eine steirische ÖVP, und die ist eindeutig dafür!) Es gibt auch eine steirische ÖVP. Ich will mich ja jetzt nicht in ÖVP-Interna einmischen. Das liegt mir wirklich fern, das will ich zuletzt. (Abg. Mag. Kukacka: Sogar der Wabl war dafür!) Auch der Abgeordnete Wabl hat zum Beispiel dieses Projekt begrüßt, Herr Kollege Kukacka, na selbstverständlich. Es ist ja aus der Sicht der Steiermark durchaus ein Projekt, über das man reden kann. (Abg. Seidinger: Na also!) Aber ich bin der Meinung, daß dieses Hohe Haus nicht der steirische Landtag ist (Abg. Seidinger: Auch nicht der niederösterreichische!) , sondern Bundesinteressen vertreten muß. Auch nicht der niederösterreichische, da sind wir uns ja alle eigentlich unglaublich einig.
Abg. Seidinger: Auch nicht der niederösterreichische!
Ich weiß nicht, was die Position der ÖVP dazu ist. Es gibt ja in der ÖVP massive Kritiker dieses Projektes. Der Landeshauptmann von Niederösterreich etwa, und ich weiß, daß Kollege Kukacka das Projekt im Verkehrsausschuß auch immer wieder kritisch hinterfragt hat. (Abg. Seidinger: Es gibt aber auch eine steirische ÖVP, und die ist eindeutig dafür!) Es gibt auch eine steirische ÖVP. Ich will mich ja jetzt nicht in ÖVP-Interna einmischen. Das liegt mir wirklich fern, das will ich zuletzt. (Abg. Mag. Kukacka: Sogar der Wabl war dafür!) Auch der Abgeordnete Wabl hat zum Beispiel dieses Projekt begrüßt, Herr Kollege Kukacka, na selbstverständlich. Es ist ja aus der Sicht der Steiermark durchaus ein Projekt, über das man reden kann. (Abg. Seidinger: Na also!) Aber ich bin der Meinung, daß dieses Hohe Haus nicht der steirische Landtag ist (Abg. Seidinger: Auch nicht der niederösterreichische!) , sondern Bundesinteressen vertreten muß. Auch nicht der niederösterreichische, da sind wir uns ja alle eigentlich unglaublich einig.
Abg. Mag. Guggenberger: Bravo!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Deswegen: umdenken, rasche Erstellung einer Prioritätenliste und dann in notwendige Projekte, in Ausbauprojekte investieren; etwa in den osteuropäischen Raum hinein, in Verbindungsbahnen zwischen Ostösterreich und dem osteuropäischen Raum, in einen Ausbau auch der Westbahn im Tiroler Bereich – auch das ist ein erforderliches Unternehmen (Abg. Mag. Guggenberger: Bravo!) , wir müssen nur über die Details reden, aber grundsätzlich ja –, in einen Ausbau der Westbahn etwa zwischen Salzburg und Wien – auch hier gibt es Engpässe, Kapazitäten, die zu erhöhen sind – und auch, was ganz wesentlich ist, in neue Verbindungen, etwa nach Bayern, etwa über die Strecke Wels–Simbach–München, und auch in den Bereich Linz–Prag.
Abg. Dr. Lukesch: Es wird gerade in die Bahn investiert!
Hier gibt es Investitionsbedarf, hier gibt es enorm viel zu tun, meine sehr verehrten Damen und Herren. Was ich persönlich daher nicht verstehe, ist, daß die vielen Engagierten im Bereich der Bahn es so ohneweiters hinnehmen, daß gleichzeitig in den letzten Tagen die Entscheidung darüber gefallen ist, daß 33 weitere Milliarden in den Straßenbau investiert werden, statt jetzt endlich in den öffentlichen Verkehr zu investieren, um eine Verkehrswende zu erreichen, damit diese traurige Bilanz, die der OECD-Prüfbericht mit der ausgewiesenen gigantischen 80prozentigen Steigerung des Straßenverkehrs attestiert hat, nicht weiter so fortgesetzt wird. 33 Milliarden Schilling für neuen Straßenbau heißt, den Straßenverkehr weiter anzuheizen. Das weiß jeder. Und wenn wir uns anschauen, wie sehr der Straßenverkehr bereits Hauptverursacher in den wesentlichsten Schadstoffbereichen ist, dann wird auch Kollege Lukesch zustimmen, daß man hier etwas tun muß. (Abg. Dr. Lukesch: Es wird gerade in die Bahn investiert!) Wenn man es mit einer Verkehrswende ernst meinen würde, Kollege Lukesch, dann würde man sich diese
Beifall bei den Grünen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Eine äußerst negative Bilanz! Die Schiene hochzurüsten – jetzt doch einmal hochzurüsten –, gleichzeitig aber auch die Straße, ist kontraproduktiv. Hier fehlen die Prioritäten, hier fehlen die Weichenstellungen. Wir brauchen eine Verkehrspolitik, die diesem Land wieder Zukunft gibt. Und das wird die Aufgabe dieses Zukunftsministers sein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Erster Punkt: Mit diesem Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz wird die Finanzierung des Bahnausbaus auf eine klare, transparente und gesetzliche Basis gestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Es gibt zu dieser Gesellschaft keine Alternative. Käme sie nicht, würde das nur bedeuten, daß entweder die Investitionen in den Bahnausbau völlig gestoppt werden müßten oder daß die außerbudgetäre Verschuldung der Bahn immer mehr zunähme. Und das kann nicht in unserem verkehrspolitischen Interesse sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es gibt also, meine Damen und Herren, keine vernünftige Alternative zu diesem Gesetz, und wer sich, Herr Kollege Anschober – und das gilt auch für die anderen Parteien –, verbal immer zur Verlagerung insbesondere des Gütertransportes von der Straße auf die Schiene bekennt, wer immer sagt, daß das notwendig ist, der muß auch dann dazu stehen, wenn es darum geht, entsprechende Finanzierungen sicherzustellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Selbstverständlich müssen in diesem Prioritätenplan auch der volkswirtschaftliche und der betriebswirtschaftliche Nutzen etwa des Semmering-Basistunnels enthalten sein. Das Ergebnis dieser Studie muß veröffentlicht werden, es muß darüber diskutiert werden können, und diese Studie muß die Basis für einen Ausbauplan der österreichischen Schienenwege sein. – Das halten wir einmal fest. Das gilt auch für den Semmering-Basistunnel. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das Poststrukturgesetz ist ebenfalls ein höchst notwendiger, ein weiterer, ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein richtiger Schritt in die richtige Richtung zu einem schlankeren Staat, zu mehr Wettbewerb, zu einer Entmonopolisierung und zu einer stärkeren Kundenorientierung der Post. Diesen Weg haben wir immer gefordert, und dieser Weg ist nun eingeleitet worden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Drittens: Die ausgegliederte Post wird bis Ende 1999 auf den Aktienmarkt gehen müssen. – Herr Kollege Firlinger, Sie müssen das Gesetz genauer lesen. Dort steht nichts drinnen von "soll", sondern dort steht: "Bis zum 31. 12. 1999 hat eine Börseneinführung zu erfolgen." Das heißt, es ist klargelegt, daß noch bis zum Ende dieser Legislaturperiode auch eine entsprechende Privatisierung – zumindest Teilprivatisierung – der Österreichischen Post und Telekom AG stattfinden wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Edler: Reden Sie nicht von Abbau! Natürlicher Abgang!
Das heißt, es müssen dort schrittweise und sozial verträglich Mitarbeiter abgebaut werden. Das hat selbst Postdirektor Sindelka zugegeben, indem er gesagt hat, daß mehr als 7 500 Mitarbeiter in den nächsten drei Jahren abgebaut werden müssen. (Abg. Edler: Reden Sie nicht von Abbau! Natürlicher Abgang!)
Beifall bei der ÖVP.
Sozial verträglich, habe ich gesagt. Wir haben immer die Meinung vertreten, daß keine sozialen Härten für die Mitarbeiter entstehen sollen – das ist für uns selbstverständlich –, aber es muß auch klar sein, daß sich dieses Unternehmen letztlich – auch hinsichtlich des Wettbewerbes – entsprechend am Markt orientieren muß. Daran führt kein Weg vorbei. Das sollten Sie zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Dieses Poststrukturgesetz schafft die Voraussetzung dafür. Es ist im Interesse der österreichischen Volkswirtschaft und im Interesse auch der österreichischen Postkunden zu hoffen, daß dieses Gesetz entsprechend mit Leben erfüllt und effizient umgesetzt wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich glaube, er macht es sich aber etwas einfach, wenn er sagt: Unser Minister braucht nur 300 Millionen Schilling einzusparen, und das werden die akademischen Senate und die Universitäten schon verkraften. Und schuld ist ja Minister Bartenstein, denn der ist ja für die Familienbeihilfen verantwortlich, der ist ja für die Unterstützung der Studierenden verantwortlich. So ist es aber wirklich nicht, denn Sie beide, ÖVP und SPÖ, bilden ja seit zehn Jahren die Bundesregierung, das heißt, Sie beide sind ganz gleichmäßig an der Misere schuld, in der wir uns derzeit befinden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Ederer: Alle SPÖ-Abgeordneten!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was wird passieren? Durch diese finanzielle Schlechterstellung der Studenten wird passieren, daß die Studenten natürlich verstärkt in Jobs ausweichen. Nach mir spricht ja eine Vertreterin der Studenten; ich bin neugierig auf ihre Sichtweise. Ich denke, Sie sind Vertreterin der Studenten, Frau Ablinger, Sie kommen ja nach mir zu Wort. (Abg. Mag. Ederer: Alle SPÖ-Abgeordneten!) Macht nichts!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit dem Belastungspaket haben Sie allerdings die Investitionstätigkeit auf diesem Gebiet bereits eingestellt, und ich glaube, wir devastieren auf diesem Gebiet, zum Schaden Österreichs. Wir sollten auf diesem Weg umkehren. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte aus meiner Heimatstadt das durchaus positive Beispiel zitieren, daß in Linz geplant ist, einen ermäßigten Studententarif von 200 S einzuführen. Dem könnten sich vielleicht andere Städte oder andere Verkehrsverbünde durchaus anschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In dieser Diskussion, die in Zukunft intensiv zu führen ist, ist, glaube ich, eines wichtig festzuhalten: Es ist zuwenig, Studierende und Universitäten nur als Kostenfaktor zu sehen, weil ich glaube, daß unsere Industriegesellschaft die Leistungen der Studierenden und Universitäten braucht, und nicht nur die aus dem Bereich der Naturwissenschaften und Techniken, sondern auch die – und das betone ich besonders – aus dem Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Und es geht auch darum, einem Konzept der Elitegesellschaft Einhalt zu gebieten. Wenn Bildung frei macht und wenn das heißt Erweiterung von Lebenschancen, dann kann der Zugang zu eben dieser Bildung nicht eingeschränkt werden, dann muß dieser freie Zugang gewährleistet bleiben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
In diesem Zusammenhang möchte ich zum Abschluß auf eine Frage der ÖH-Vorsitzenden Berlakovich eingehen – ich hoffe, daß ich mich damit nicht in die Gefahr begebe, sofort als Studentenvertreterin bezeichnet zu werden. Sie fragt heute in den "Oberösterreichischen Nachrichten": Sind der Regierung die Universitäten egal? – Ich kann nicht für die Regierung sprechen, aber ich glaube doch, daß ich für die sozialdemokratischen Abgeordneten sprechen und sagen kann: Nein, sicher nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.
Und ganz zum Schluß: Im übrigen, Herr Minister, bin ich der Meinung, daß die Wiener Philharmoniker auch Frauen aufnehmen sollten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die vergangenen beiden Tage konnte ich leider nicht mit Ihnen verbringen, krankheitsbedingt, und ich bedauere das. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Danke für Ihr Mitgefühl. (Abg. Schwarzenberger: Da ist Ihnen sehr viel entgangen in diesen Tagen!) Ich habe es angenommen.
Abg. Schwarzenberger: Da ist Ihnen sehr viel entgangen in diesen Tagen!
Abgeordnete Dr. Brigitte Povysil (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die vergangenen beiden Tage konnte ich leider nicht mit Ihnen verbringen, krankheitsbedingt, und ich bedauere das. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Danke für Ihr Mitgefühl. (Abg. Schwarzenberger: Da ist Ihnen sehr viel entgangen in diesen Tagen!) Ich habe es angenommen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich bedauere das trotz des Umstandes, daß zurzeit breite Kritik quer durch Österreich geht, was die Bedeutung des Hohen Hauses angeht. Von einer kalten Ausschaltung des Parlaments ist in der "Presse" die Rede. Und die "Salzburger Nachrichten" stellen die Sinnfrage, wer diesen Parlamentarismus noch ernst nehmen kann. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Beschluß der Fakultätsversammlung, wonach im kommenden Wintersemester keine Studienanfänger mehr aufgenommen werden sollen beziehungsweise die Betreuung neuer Studenten in den Pflichtpraktika nicht mehr vorgenommen werden kann, ist aus meiner Sicht nicht tolerierbar, und damit schließe ich mich ganz der Meinung von Herrn Präsidenten Professor Brauneder an. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Salzburg bewirbt sich ohnehin um eine medizinische Fakultät! Geben wir sie dorthin!
Was uns vom Wissenschaftsministerium angeboten wurde, das ist der Vorschlag, den Dr. med. für einen Mag. med. auszutauschen. Und jetzt stehen wir sogar vor der Situation, daß die Medizinische Fakultät überhaupt den Rolladen herunterlassen möchte. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Salzburg bewirbt sich ohnehin um eine medizinische Fakultät! Geben wir sie dorthin!) Gut so!
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich appelliere an Sie – ich weiß, ich werde nicht heute, ich werde nicht morgen und ich werde nicht übermorgen Erfolg haben, aber ich bin hartnäckig, irgendwann werde ich ihn haben (Beifall bei den Freiheitlichen) –, daß wir über alle Parteigrenzen hinweg und über alle Meinungsdifferenzen hinweg ein Bündnis schließen, um uns gegen das Diktat des Ballhausplatzes zur Wehr zu setzen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und ich appelliere an Sie, daß Sie sich für die Aufwertung dieses Hohen Hauses mit aller Kraft einsetzen. Ich appelliere an Sie im Namen unserer Verfassung, welche für dieses Haus die reale Gesetzgebungskompetenz vorsieht, während die Regierung bloß die Verwaltung ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf.
Und ich appelliere an Sie, Ihre Zustimmung zu der finanziellen und kapazitätsmäßigen Aushöhlung unserer Bildungseinrichtung zu verwehren. (Zwischenruf.) Dieses Problem hat mit der Dritten Republik nichts zu tun. – Einwand nicht stattgegeben. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Und ich appelliere an Sie, Ihre Zustimmung zu der finanziellen und kapazitätsmäßigen Aushöhlung unserer Bildungseinrichtung zu verwehren. (Zwischenruf.) Dieses Problem hat mit der Dritten Republik nichts zu tun. – Einwand nicht stattgegeben. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Edler.
Ich meine: Wir brauchen Mut zur eindeutigen Prioritätensetzung. Stichwort hiefür ist der Semmering-Basistunnel. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Wir Steirer haben nach wie vor die Sorge, daß die Steiermark umfahren wird und damit auch der Wirtschaftsraum Graz. Die wichtigste und ohne Zweifel aktuellste Infrastrukturmaßnahme für die Steiermark im Schienenverkehr ist daher der Semmering-Basistunnel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Für diesen muß so rasch als möglich ein Finanzierungsmodell entwickelt werden, um den immens steigenden Güterverkehr auch abzufangen. Aber die Möglichkeiten der Privatfinanzierung im Rahmen von Konzessions- und Betreibermodellen werden immer nur eine Ergänzung zur Haushaltsfinanzierung sein, werden diese aber nie ersetzen können.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich meine: Wir brauchen Mut zur eindeutigen Prioritätensetzung. Stichwort hiefür ist der Semmering-Basistunnel. (Zwischenruf des Abg. Edler. ) Wir Steirer haben nach wie vor die Sorge, daß die Steiermark umfahren wird und damit auch der Wirtschaftsraum Graz. Die wichtigste und ohne Zweifel aktuellste Infrastrukturmaßnahme für die Steiermark im Schienenverkehr ist daher der Semmering-Basistunnel. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.) Für diesen muß so rasch als möglich ein Finanzierungsmodell entwickelt werden, um den immens steigenden Güterverkehr auch abzufangen. Aber die Möglichkeiten der Privatfinanzierung im Rahmen von Konzessions- und Betreibermodellen werden immer nur eine Ergänzung zur Haushaltsfinanzierung sein, werden diese aber nie ersetzen können.
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Die Bundesregierung nimmt auch den beschleunigten Bau von Bahninfrastrukturprojekten in Angriff. Für heuer sieht das Bahninfrastrukturgesetz Investitionen von 10,5 Milliarden und für das nächste Jahr von 12,5 Milliarden vor. Mit diesem Strukturanpassungsgesetz gehen wir aber ohne Zweifel neue Wege der Reform, auch unter den Aspekten einer gesamteuropäischen Verkehrspolitik. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Hohes Haus! Abschließend meine ich daher: Die Bahnreform mit diesem Strukturanpassungsgesetz ist schon deshalb unumgänglich, weil nur auf diesem Weg die Zukunft dieses wichtigen Verkehrsträgers gesichert werden kann. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Weiters: Warum gibt es in der Aufsichtsratssitzung vom 25. 1. 1996 die Aussage von Herrn Generaldirektors Draxler, in der Draxler festhält, daß die ÖBB in dieser Vereinbarung mehr als eine Absichtserklärung sehen? (Zwischenruf bei der SPÖ.) Sie müssen ein bißchen leiser sein, dann hören Sie mich besser, dann brauche ich nicht so zu schreien. (Abgeordnete der ÖVP: "Psst!")
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Klima hat das Pech, daß auch uns seine eigenen Ministeriumspapiere zugespielt werden! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Daher wird er, wenn er die Unwahrheit sagt, immer wieder entlarvt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Klima hat das Pech, daß auch uns seine eigenen Ministeriumspapiere zugespielt werden! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Daher wird er, wenn er die Unwahrheit sagt, immer wieder entlarvt! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bravorufe und allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Der nächste Redner ist der Herr Abgeordnete Parnigoni. Seine Redezeit beträgt 20 Minuten. – Übrigens: Rapid führt 3:0. (Bravorufe und allgemeiner Beifall.) – Bitte, Herr Abgeordneter.
Abg. Haigermoser: Wie steht es?
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Präsident, danke für die Mitteilung, weniger betreffend die 20 Minuten, sondern vor allem dafür, daß wir jetzt wissen, daß Rapid mit großem Vorteil führt. Wir freuen uns natürlich mit ihnen. (Abg. Haigermoser: Wie steht es?)
Abg. Haigermoser: Danke!
Das ist das Schlimme, Kollege Haigermoser! Du hörst in diesem Haus nie zu und verpaßt daher natürlich die wichtigen Meldungen, 3:0 steht es für Rapid. (Abg. Haigermoser: Danke!) – Das habe ich jetzt speziell für den Kollegen Haigermoser gesagt.
Beifall bei der SPÖ.
Zum dritten möchte ich Kollegen Kukacka sagen: Wir bekennen uns zum Wettbewerb im Bereich der Post. Wir bekennen uns auch zu einer neuen Struktur der Post. Aber für uns Sozialdemokraten steht dabei nicht die Vernichtung von Arbeitsplätzen im Vordergrund, so wie er es in seiner Rede mit sehr viel Emotion zum Ausdruck gebracht hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Es gäbe noch viel zu sagen; es sind noch viele meiner Kolleginnen und Kollegen zu Wort gemeldet. Wir Sozialdemokraten stehen zu diesem Budgetkapitel, wir stehen zu diesen beiden Budgets und glauben, daß damit eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik möglich sein wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Erstens: Es muß das vorrangige Ziel sein, das Budget bis Ende 1997 zu sanieren und die Neuverschuldung auf 68 Milliarden beziehungsweise auf 2,7 Prozent des BIP zu reduzieren. Wir brauchen dieses Reformprogramm, um den Wirtschaftsstandort Österreich nachhaltig zu sichern und um letztlich die Stabilität unseres Schillings nicht zu gefährden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!
Das Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz, welches wir heute beschließen werden, gibt die Möglichkeit, in den kommenden fünf Jahren jährlich 12 Milliarden, insgesamt 60 Milliarden, in die Schieneninfrastruktur der Haupt-, Neben- und Regionalbahnen zu investieren, um damit den zunehmenden Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist richtig!)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Wir brauchen dieses Gesetz für den Ausbau unserer Schienenwege. Für uns ist es ein wesentlicher und wichtiger Teil der Beschäftigungsoffensive. Und gerade das brauchen wir jetzt! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Ich verstehe nicht, daß Kollege Rosenstingl sich immer bemüßigt fühlt, irgendwo Haare in der Suppe zu suchen, und darüber nachdenkt, warum die Herren Minister schon im Dezember in ihrer Vereinbarung vom 11. 12. entsprechende Überlegungen angestellt haben und ob sie das überhaupt durften. Er beanstandet, daß sich der Aufsichtsrat der ÖBB darüber Gedanken macht und wir sagen: Wir wollen eine Entscheidung treffen, daß wir Infrastrukturmaßnahmen finanzieren können. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Arbeiter werden beim Bau des Semmering-Basistunnels beschäftigt?
Kollege Haigermoser! Sie sind ja dafür eingetreten, daß die ÖBB als eigene Gesellschaft selbständig entscheiden kann! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Arbeiter werden beim Bau des Semmering-Basistunnels beschäftigt?) Jetzt kommt Kollege Rosenstingl jedoch heraus und kritisiert alles, was die ÖBB beschließen. Meine Damen und Herren! Das ist unseriös! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Reden Sie nicht immer dazwischen! Es ist das gar nicht so wichtig, Herr Stadler, was Sie sagen. (Abg. Mag. Stadler: Sind Sie dem Deix Modell gestanden?) Ihr Zwischenruf ist überhaupt nicht wichtig!
Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Kollege Haigermoser! Sie sind ja dafür eingetreten, daß die ÖBB als eigene Gesellschaft selbständig entscheiden kann! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Arbeiter werden beim Bau des Semmering-Basistunnels beschäftigt?) Jetzt kommt Kollege Rosenstingl jedoch heraus und kritisiert alles, was die ÖBB beschließen. Meine Damen und Herren! Das ist unseriös! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Reden Sie nicht immer dazwischen! Es ist das gar nicht so wichtig, Herr Stadler, was Sie sagen. (Abg. Mag. Stadler: Sind Sie dem Deix Modell gestanden?) Ihr Zwischenruf ist überhaupt nicht wichtig!
Abg. Mag. Stadler: Sind Sie dem Deix Modell gestanden?
Kollege Haigermoser! Sie sind ja dafür eingetreten, daß die ÖBB als eigene Gesellschaft selbständig entscheiden kann! (Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Arbeiter werden beim Bau des Semmering-Basistunnels beschäftigt?) Jetzt kommt Kollege Rosenstingl jedoch heraus und kritisiert alles, was die ÖBB beschließen. Meine Damen und Herren! Das ist unseriös! (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Reden Sie nicht immer dazwischen! Es ist das gar nicht so wichtig, Herr Stadler, was Sie sagen. (Abg. Mag. Stadler: Sind Sie dem Deix Modell gestanden?) Ihr Zwischenruf ist überhaupt nicht wichtig!
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf.
Meine Damen und Herren! Abschließend noch einige Sätze zur Verkehrspolitik. Ich wiederhole das: Wenn Kollege Kukacka gesagt hat, daß wir vom Benützungsentgelt zu Kostenwahrheit kommen werden, so muß ich festhalten, daß wir die Kostenwahrheit bezüglich des Straßenverkehrs endlich einmal herstellen werden müssen. Das wird nur sukzessive gehen, das ist mir bewußt. Aber die Ungleichheit, daß der Schwerverkehr auf der Straße quersubventioniert wird, ist nicht länger vertretbar. Es muß auch unsere Aufgabe sein, in Brüssel deutlich klarzumachen, daß die Liberalisierung nicht so weit gehen kann, daß im Wettbewerb die Schiene keine Chance hat und die Straße bevorteilt wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. )
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Graf! Zur Haltestelle Lobau haben Sie überhaupt keinen Beitrag geleistet! Die Haltestelle Lobau wird wiedereröffnet werden. Man lobt sich selbst nicht! Das macht ein Kollege Edler hier nicht! Aber es war ein Verdienst der SPÖ-Donaustadt, daß die Station Lobau wiedererrichtet wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Nur einen Satz zur Post: Ich wünsche unserer Post viel Glück. Die Verhältnisse sind ziemlich analog zum ÖBB Gesetz. Nur eines habe ich nicht verstanden, nämlich daß ein Redner des Koalitionspartners ÖVP, Kollege Kukacka, ständig davon spricht, daß wir Tausende Arbeitsplätze abbauen. Wenn wir Strukturbereinigungen, Strukturanpassungen durchführen, dann sollten wir gemeinsam danach trachten, auch die personellen Probleme über Sozialpläne in Ordnung zu bringen. Ich glaube, das ist unsere gemeinsame Aufgabe. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Meischberger: Kaiser, nur das rote Kästchen vorlesen!
Das Poststrukturgesetz versetzt uns nun in die Lage, die Post zu modernisieren. Es ist höchste Zeit, denn Quersubventionen, wie sie durch die Telekom bisher erfolgten, sind ab 1. Jänner 1997 nicht mehr zulässig. Der Verlust der gelben Post war immerhin beachtlich. (Abg. Ing. Meischberger: Kaiser, nur das rote Kästchen vorlesen!) Ich weiß, du hast Zettel gestohlen, kümmere dich um die Zettel. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die sind von mir, die habe ich selbst fabriziert.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das Poststrukturgesetz versetzt uns nun in die Lage, die Post zu modernisieren. Es ist höchste Zeit, denn Quersubventionen, wie sie durch die Telekom bisher erfolgten, sind ab 1. Jänner 1997 nicht mehr zulässig. Der Verlust der gelben Post war immerhin beachtlich. (Abg. Ing. Meischberger: Kaiser, nur das rote Kästchen vorlesen!) Ich weiß, du hast Zettel gestohlen, kümmere dich um die Zettel. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Die sind von mir, die habe ich selbst fabriziert.
Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Richard Kaiser (fortsetzend): Der Ausdruck "gestohlen" ist vielleicht etwas unzulässig, aber die Freiheitlichen haben dem Familienminister eine Unterlage überreicht. Da unangenehme Druckfehler drinnen waren, haben sie sie ihm dann wieder entzogen. Eigentlich haben sie sie mir weggenommen, als ich sie gerade studierte. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP .
Abschließend möchte ich auch noch positiv feststellen, daß in unserer Region die Nebenbahnen weitgehend aufrechterhalten wurden, ja ein Teil sogar wiedereröffnet wurde. Ich freue mich, daß die Bürger das annehmen und die Bahn ein entsprechendes Angebot bietet. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP .)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir am Anfang eine persönliche Bemerkung. Da ich unter dem Problem des Zeitdruckes stehe, möchte ich wenigstens den Kolleginnen und Kollegen von der Post eines mit auf den Weg geben: Wir schaffen, glaube ich, bestmögliche gesetzliche Rahmenbedingungen. Im Herzen sind wir bei euch, ich im ganz besonderen. Wir vertrauen auf eure Leistungen und sind sicher, daß der Weg, den wir gemeinsam einschlagen, ein erfolgreicher ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Des weiteren wird im § 19 Abs. 2 festgehalten, daß die Personalvertretung der bei der PTA AG sowie bei Tochterunternehmen, an denen die PTA AG zumindest mehrheitlich beteiligt ist, beschäftigten Bediensteten, einschließlich der diesen gemäß § 17 zugewiesenen Beamten, unter Berücksichtigung der betrieblichen Besonderheiten durch ein besonderes Bundesgesetz zu regeln ist. Bis zur Neubestellung der Organe gelten die bestehenden Organe als Organe der betrieblichen Arbeitnehmervertretung. Damit ist die Personalvertretung der Beschäftigten bei der PTA AG rechtlich eindeutig geregelt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Nur dann, wenn der Wirtschaftsstandort Österreich wettbewerbsfähig ist, bleibt Österreich ein erstklassiger Arbeitsplatz, und dem verdanken die Menschen in unserem Land eine sichere Zukunft. Daher zur Süd-Ost-Spange: Es ist höchste Eisenbahn! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Gabriele Binder (SPÖ): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Minister! Die niederösterreichischen Abgeordneten sind meiner Meinung nach wahre Regionalpolitiker, aber ich muß schon betonen, liebe Kollegen, es gibt auch niederösterreichische Abgeordnete, die für den Semmering-Basistunnel sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Meine Damen und Herren! Auf den Rest meiner Rede verzichte ich aus Solidarität zu meinen Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Am Wort ist Herr Abgeordneter Kurt Wallner. – Bitte sehr. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Noch eine Bemerkung: Es war heute in den steirischen Medien zu lesen, daß die steirischen Pendler gegenüber den anderen benachteiligt sind. Sie müssen einen Zuschlag für die Benützung von Eurocity-Zügen in der Höhe von 20, 80 und 82 S zahlen, je nachdem, welche Zeitkarte oder Tageskarte sie lösen. Dagegen möchte ich ausdrücklich meinen Protest deponieren. – Ich danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Immer wieder wird von Tunnelgegnern ins Spiel gebracht oder in die Diskussion eingestreut, ob man denn nicht mit der alten Ghega-Bahn das Auslangen finden könnte, die man viel billiger umbauen könnte. Gestatten Sie, daß ich eine Antwort darauf gebe: Das ist blanker Unsinn! Es würde Milliarden kosten, die alte Ghega-Bahn zu sanieren. Man könnte sie aber doch nicht auf den technischen Stand bringen, den wir heute brauchen. Außerdem würde ein Umbau unweigerlich die völlige Zerstörung dieses Kultur- und Naturdenkmals technischer Natur von Carl Ritter von Ghega bedeuten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schwarzenberger: Um diese Zeit schläft er immer schon!
Herr Firlinger – er ist nicht im Saal (Abg. Schwarzenberger: Um diese Zeit schläft er immer schon!) – hat von einem Umgehungsverkehr gesprochen. Geschätzte Damen und Herren! Die liberale Partei ist doch eine Partei der Unternehmer, solcher, die von der Wirtschaft leben. Und dann will sie eine wichtige Verkehrsstrecke – die k.k.-Zeit hat dieses Projekt geboren – an Österreich im Süden vorbeiführen, durch Slowenien und durch Ungarn, wobei Österreich ausgespart wird. Das wäre wirklich eine Umgehung, auch eine Umgehung der österreichischen Wirtschaft. Dieser werden wir selbstverständlich nicht zustimmen.
Rufe bei den Grünen: Er ist Oberösterreicher!
Kollege Anschober bemüht sich seit vielen Jahren, den Semmeringtunnel zu verteufeln. Er ist halt ein Niederösterreicher ... (Rufe bei den Grünen: Er ist Oberösterreicher!) Er ist aus Oberösterreich, Entschuldigung. Daß es diese Connection zwischen Niederösterreich und Oberösterreich auch schon gibt, ist mir zwar nicht ganz neu, sie verwundert mich aber immer wieder.
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Winfried Seidinger (fortsetzend): Das ist eine Polemik, die wir nicht hinnehmen können. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte die Ausführungen meiner Kollegin Binder aus Niederösterreich betreffend den Semmering-Basistunnel ergänzen und ihr sagen: Auch als Oberösterreicher bin ich für den Bau dieses Tunnels. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, man sollte diese Dinge nicht so engstirnig sehen. Denn bei den heutigen internationalen Transportrouten über mehrere tausend Kilometer, etwa bei einem Transport von St. Petersburg bis nach Neapel, ist es völlig egal, durch welches Bundesland dieser Zug rollt. Das wichtigste ist, daß der Zug schnell, sicher und möglichst gefahrlos und zum Schutze der Anrainer auch möglichst lautlos rollen kann. Und dafür ist ein Tunnel, glaube ich, das am besten geeignete Mittel. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Zweitens möchte ich noch ganz kurz auf ein Problem zu sprechen kommen, daß wir, wie ich hoffe, nach den Budgetberatungen möglichst bald in Angriff nehmen können: Es ist notwendig, daß das Luftfahrtgesetz so geändert wird, daß geschädigte Personen umgehend Schadenersatz bekommen. Ich nenne ein Beispiel aus Oberösterreich: Beim Landeanflug eines Charterflugzeuges beim Flughafen Hörsching wurden bei einem Haus durch die sogenannten Wirbelschleppen, also durch die Sogwirkung, über 90 Dachziegel weggerissen, und dieser Hausbesitzer mußte fast neun Monate lang warten, bis sein Schaden ersetzt wurde. Auch für solche Fälle müssen entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, daß für die Haftungsfrage, die leider Gottes jetzt durch das Luftfahrtgesetz nicht eindeutig geklärt ist, in Zukunft eine eindeutige Regelung besteht. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute mehr als 13 Stunden zu den wichtigen Kapiteln Soziales, Wissenschaft und Verkehr sehr ausführlich diskutiert. Uns geht es wie in der Vergangenheit auch für die Zukunft um die Arbeitsplätze für österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Uns geht es um den Wirtschaftsstandort Österreich auch für die Zukunft. Und die Maßnahmen sollen auch gut sein für die Republik Österreich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Firlinger: Zehentmayr! – Abg. Dr. Khol: Er fängt schon mit einem Fehler an!
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! In der Tageszeitung "Kurier" hat der berühmte Karikaturist Zehetmayr (Abg. Mag. Firlinger: Zehentmayr! – Abg. Dr. Khol: Er fängt schon mit einem Fehler an!) – Zehentmayr, danke – das Parlament und die Abgeordneten, die Kollegen dieses Hauses, als Marionetten dargestellt. Und ich muß sagen, er hat leider nicht ganz unrecht. (Abg. Dr. Khol: Fühlst du dich als Marionette?) Denn Sie sind ja – ich verstehe Ihre Aufregung – der Handlanger der Regierung geworden.
Abg. Dr. Khol: Fühlst du dich als Marionette?
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! In der Tageszeitung "Kurier" hat der berühmte Karikaturist Zehetmayr (Abg. Mag. Firlinger: Zehentmayr! – Abg. Dr. Khol: Er fängt schon mit einem Fehler an!) – Zehentmayr, danke – das Parlament und die Abgeordneten, die Kollegen dieses Hauses, als Marionetten dargestellt. Und ich muß sagen, er hat leider nicht ganz unrecht. (Abg. Dr. Khol: Fühlst du dich als Marionette?) Denn Sie sind ja – ich verstehe Ihre Aufregung – der Handlanger der Regierung geworden.
Beifall bei den Freiheitlichen .
Klubobmann Khol oder Georgy Schwarzenberger haben da vielleicht mitgewirkt. Aber die große Masse der Abgeordneten von Rot und Schwarz dokumentiert mit dieser Beschlußfassung des Sparpaketes und des Budgets, daß sie im Prinzip nichts zu reden hat. Und das ist traurig. (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Abg. Dr. Khol: Rede lieber nicht von der Ausschaltung des Parlaments, Reichhold!
Das ist traurig für ein Parlament, das sich als mündige Vertretung der österreichischen Bürger versteht. Und das ist auch die De-facto-Ausschaltung des Parlaments, meine sehr verehrten Damen und Herren! Darüber können Sie sich nicht hinwegschwindeln. (Abg. Dr. Khol: Rede lieber nicht von der Ausschaltung des Parlaments, Reichhold!) Und wenn einige Kollegen hier zum Rednerpult herunterkommen und uns so nett zur Mitarbeit einladen und so tun, als würden unsere Alternativvorschläge, die wir hier bringen, noch Wirkung haben, noch Veränderungen hervorrufen, dann kann das doch wohl nicht ernst gemeint sein, meine sehr verehrten Damen und Herren! Trotzdem werden wir in unseren Beiträgen unsere Vorstellungen zum Budget darlegen.
Abg. Schwarzenberger: Die Erhöhung der Pensionen ist dreimal so hoch!
Wenn vom österreichischen Bauernbund gesagt wird, den Bauern werde nichts weggenommen, das Europapaket stehe, es würden keine nennenswerten Kürzungen vorgenommen, möchte ich Sie schon darauf aufmerksam machen, daß gerade im Sozialbereich massive Kürzungen vorgenommen werden. Nicht nur, daß der Eigenfinanzierungsanteil um 300 Millionen Schilling erhöht wird beziehungsweise sich für die Bauern belastend zu Buche schlägt, darf man auch nicht vergessen, daß bereits zu Jahresbeginn eine Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um 4,3 Prozent durchgeführt wurde. (Abg. Schwarzenberger: Die Erhöhung der Pensionen ist dreimal so hoch!) In Summe ergibt das Belastungen für die Landwirtschaft in der Höhe von 1,6 Milliarden Schilling. Das können Sie doch nicht mit einer Handbewegung abtun! Das wird natürlich auch von den Einnahmen der Bauern, von den Roherträgen der Bauern bezahlt werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Beifall bei den Freiheitlichen .
Wenn vom österreichischen Bauernbund gesagt wird, den Bauern werde nichts weggenommen, das Europapaket stehe, es würden keine nennenswerten Kürzungen vorgenommen, möchte ich Sie schon darauf aufmerksam machen, daß gerade im Sozialbereich massive Kürzungen vorgenommen werden. Nicht nur, daß der Eigenfinanzierungsanteil um 300 Millionen Schilling erhöht wird beziehungsweise sich für die Bauern belastend zu Buche schlägt, darf man auch nicht vergessen, daß bereits zu Jahresbeginn eine Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge um 4,3 Prozent durchgeführt wurde. (Abg. Schwarzenberger: Die Erhöhung der Pensionen ist dreimal so hoch!) In Summe ergibt das Belastungen für die Landwirtschaft in der Höhe von 1,6 Milliarden Schilling. Das können Sie doch nicht mit einer Handbewegung abtun! Das wird natürlich auch von den Einnahmen der Bauern, von den Roherträgen der Bauern bezahlt werden müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Beifall bei den Freiheitlichen .
So gibt es also viele Punkte, und wenn ich sie alle zusammenzähle, wird deutlich, daß die Belastungswelle für die Bauern doch einen Betrag von mehr als 5 Milliarden Schilling ausmacht. Das ist aufgrund der sehr schwierigen Rahmenbedingungen ein gewaltiger Beitrag, den die Bauern zum Sparpaket und zur Budgetkonsolidierung liefern. (Beifall bei den Freiheitlichen .)
Abg. Schwarzenberger: Wenn du wenigstens den Namen richtig sagen könntest! – Abg. Dr. Ofner: Schwarz stimmt auf jeden Fall!
Dies alles schlägt sich ja bereits in einer negativen Einkommensentwicklung nieder. Georgy Schwarzenbacher hat in einer Rede im Parlament ... (Abg. Schwarzenberger: Wenn du wenigstens den Namen richtig sagen könntest! – Abg. Dr. Ofner: Schwarz stimmt auf jeden Fall!) " Georgy" stimmt auf jeden Fall!
Abg. Mag. Firlinger: Schwarzenegger!
Georgy hat von diesem Rednerpult aus – ich kann dir ja die Rede heraussuchen – bereits im vergangenen Jahr gesagt (Abg. Mag. Firlinger: Schwarzenegger!) – Schwarzenegger, na ja –, er sei überzeugt davon, daß das landwirtschaftliche Gesamteinkommen im Jahre 1995 nicht schlechter, sondern besser ausfallen werde. Heute wissen wir es. Wie Schneider gesagt hat, ist das Landwirtschaftseinkommen trotz dieser hohen Ausgleichszahlungen im ersten Jahr bereits negativ. (Abg. Gradwohl: Ist ja nicht wahr!) Und das Pro-Kopf-Einkommen, Herr Gartlehner, ist nur deshalb positiv, weil der Gesamtkuchen des landwirtschaftlichen Einkommens (Abg. Ing. Tychtl: Heute bist du aber nicht gut drauf!) auf weniger Bauern aufgeteilt wird. Denn Ihrer Politik ist es zu verdanken, daß im letzten Jahr 10 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verlorengegangen sind. In einer Zeit, in der um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden muß, ist das nicht unbedingt ein Ruhmesblatt.
Abg. Gradwohl: Ist ja nicht wahr!
Georgy hat von diesem Rednerpult aus – ich kann dir ja die Rede heraussuchen – bereits im vergangenen Jahr gesagt (Abg. Mag. Firlinger: Schwarzenegger!) – Schwarzenegger, na ja –, er sei überzeugt davon, daß das landwirtschaftliche Gesamteinkommen im Jahre 1995 nicht schlechter, sondern besser ausfallen werde. Heute wissen wir es. Wie Schneider gesagt hat, ist das Landwirtschaftseinkommen trotz dieser hohen Ausgleichszahlungen im ersten Jahr bereits negativ. (Abg. Gradwohl: Ist ja nicht wahr!) Und das Pro-Kopf-Einkommen, Herr Gartlehner, ist nur deshalb positiv, weil der Gesamtkuchen des landwirtschaftlichen Einkommens (Abg. Ing. Tychtl: Heute bist du aber nicht gut drauf!) auf weniger Bauern aufgeteilt wird. Denn Ihrer Politik ist es zu verdanken, daß im letzten Jahr 10 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verlorengegangen sind. In einer Zeit, in der um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden muß, ist das nicht unbedingt ein Ruhmesblatt.
Abg. Ing. Tychtl: Heute bist du aber nicht gut drauf!
Georgy hat von diesem Rednerpult aus – ich kann dir ja die Rede heraussuchen – bereits im vergangenen Jahr gesagt (Abg. Mag. Firlinger: Schwarzenegger!) – Schwarzenegger, na ja –, er sei überzeugt davon, daß das landwirtschaftliche Gesamteinkommen im Jahre 1995 nicht schlechter, sondern besser ausfallen werde. Heute wissen wir es. Wie Schneider gesagt hat, ist das Landwirtschaftseinkommen trotz dieser hohen Ausgleichszahlungen im ersten Jahr bereits negativ. (Abg. Gradwohl: Ist ja nicht wahr!) Und das Pro-Kopf-Einkommen, Herr Gartlehner, ist nur deshalb positiv, weil der Gesamtkuchen des landwirtschaftlichen Einkommens (Abg. Ing. Tychtl: Heute bist du aber nicht gut drauf!) auf weniger Bauern aufgeteilt wird. Denn Ihrer Politik ist es zu verdanken, daß im letzten Jahr 10 000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft verlorengegangen sind. In einer Zeit, in der um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden muß, ist das nicht unbedingt ein Ruhmesblatt.
Abg. Dr. Khol: Warum sagen Sie dann "verdanken"? Das heißt, Sie begrüßen das? – Abg. Schwarzenberger: Wenn man etwas begrüßt, dann ist man auch dafür!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Aber es sind über diese schwierigen, von der Politik gemachten Nachteile ... (Abg. Dr. Khol: Warum sagen Sie dann "verdanken"? Das heißt, Sie begrüßen das? – Abg. Schwarzenberger: Wenn man etwas begrüßt, dann ist man auch dafür! ) Ich muß Ihnen eines sagen, Herr Abgeordneter Khol: Bei Ihrer Regierung sind wir schon froh, wenn es nicht mehr als 10 000 Arbeitsplätze sind, die hier verlorengehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Ja, genauso ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Ja, genauso ist es!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Aber es sind über diese schwierigen, von der Politik gemachten Nachteile ... (Abg. Dr. Khol: Warum sagen Sie dann "verdanken"? Das heißt, Sie begrüßen das? – Abg. Schwarzenberger: Wenn man etwas begrüßt, dann ist man auch dafür! ) Ich muß Ihnen eines sagen, Herr Abgeordneter Khol: Bei Ihrer Regierung sind wir schon froh, wenn es nicht mehr als 10 000 Arbeitsplätze sind, die hier verlorengehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Aumayr: Ja, genauso ist es!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie haben große Bereitschaft angedeutet, auch da die Richtlinien zu verschärfen, und zwar nicht nur im Bereich der Wurstwaren und der Verarbeitungsprodukte, sondern auch auf dem Frischfleischsektor. Denn es ist nun einmal Tatsache, daß ein 30prozentiger Anteil ausländischen Futters in der Ration genehmigt wird. Ich weiß schon, daß das ein Zugeständnis an die Eiweißlobby ist, die natürlich viele Importe nach Österreich ermöglicht, aber wenn dem nicht so ist – Sie schütteln den Kopf –, dann frage ich mich, warum ein 30prozentiger Anteil ausländischen Futters in der Ration zugelassen wird, obwohl wir heute wissen, daß gerade der Rinderwahn über Futtermittel ausgelöst wird und daher alle Risken zu minimieren sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Zum österreichischen Qualitätszeichen, das die Wirtschaftskammer vergibt – ich sehe heute leider kaum Vertreter der Wirtschaftskammer hier –: Wenn es möglich ist, daß ein Wertschöpfungsanteil von 50 Prozent bereits dazu führt, daß das österreichische Qualitätsgütesiegel verliehen werden kann, dann ist das wirklich ein Schwindel. In der Praxis würde das nämlich folgendes bedeuten: Wenn beispielsweise holländisches Fleisch nach Österreich importiert wird, hier ein paar Tage gekühlt lagert, zerlegt, verpackt und verkauft wird, wäre damit ein Wertschöpfungsanteil von 50 Prozent gegeben, und holländisches Fleisch würde das Gütesiegel der Wirtschaftskammer bekommen. – Ich glaube, das ist ein Unfug, der rasch abgestellt gehört. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Da müssen Sie nur das Kraftwerk Mühlbach verkaufen, dafür bekommen Sie schon genug!
Ich glaube, daß es notwendig ist, auch seitens der Bundesregierung Initiativen zu setzen, um die Aufräumungsarbeiten zügig voranzutreiben und den Schädlingsbefall in Grenzen zu halten. Dem ist nicht besonders dienlich, Herr Bundesminister, wenn Sie im Budget 1996 zum Beispiel bei den Bundesforsten im Verhältnis zur Jahresrechnung 1994 um mehr als 250 Millionen Schilling höhere Einnahmen veranschlagen. Davon ausgehend, daß der Holzpreis um 30 bis 40 Prozent niedriger sein wird – was, wie ich von den Experten höre, nicht einfach eine vorübergehende Erscheinung des Marktes ist, sondern wir werden mit diesen sehr niedrigen Preisen länger leben müssen –, haben unsere Experten und Mitarbeiter errechnet, daß, wenn Sie dieses Budget, was die Bundesforste angeht, halten wollen, sich der Einschlag dramatisch erhöhen müßte, und zwar um bis zu einer Million Festmeter. Das würde bedeuten, daß der Holzeinschlag bei den Bundesforsten um bis zu 50 Prozent erhöht werden muß, und das hätte nicht nur zur Folge, daß ein Kahlschlagprogramm innerhalb der Bundesforste in die Wege geleitet werden müßte, sondern mit diesen enormen Holzmengen, die zusätzlich auf den Markt kommen, würde auch der Holzpreis noch weiter nach unten gedrückt. – Sie können wohl nicht von uns verlangen, daß wir da mitgehen und dem die Zustimmung erteilen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Da müssen Sie nur das Kraftwerk Mühlbach verkaufen, dafür bekommen Sie schon genug! )
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.
Ja, Herr Kollege Schwarzenberger, das stimmt, aber es wird sicher nicht möglich sein, diese Mehreinnahmen allein über Grundverkäufe hereinzubringen. Das können Sie mir nicht erzählen! (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Nach Italien!
Ich möchte auf einen weiteren Aspekt eingehen, weil es mich wirklich ärgert, wie hier argumentiert wird. Herr Kollege Schwarzenberger hat in mehreren Publikationen und Stellungnahmen – auch hier im Hohen Haus – kundgetan, wie erfolgreich die Exportpolitik der österreichischen Landwirtschaft ist. (Abg. Schwarzenberger: Nach Italien!) Du nennst immer wieder das Beispiel Italien. Es stimmt: Wir haben 116 000 Tonnen Milch nach Italien exportiert. Allerdings führen wir in Österreich keine eigenen Statistiken, sondern wir müssen den Botschafter in Rom bemühen, um die Importstatistik der Italiener für unsere Aussagen heranziehen zu können. Das heißt, daß diese Aussagen nicht immer stichhaltig sein müssen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn man in den Zeitungen liest, zum Beispiel in der "Wirtschaftswoche", daß die österreichischen Exporthits nicht der Tiroler Bergkäse oder der Tiroler Speck sind, sondern das Dosengulasch von Inzersdorfer oder der Almdudler und daß das unsere wesentlichen Markenprodukte sind, dann, muß ich sagen, brauchen Sie auf den Feinkostladen Österreich wirklich nicht stolz zu sein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn Sie heute zwar einen Einstiegsstopp verordnen oder mit Weisung an die Landwirtschaftskammer durchsetzen wollen, so wissen Sie genau, daß Sie auf der Grundlage von Richtlinien vorgehen, die erst mit der Europäischen Union zu verhandeln sind. Diese Richtlinien werden Sie wahrscheinlich erst im Sommer oder möglicherweise erst im Herbst von der Europäischen Union genehmigt bekommen. Daher ist diese Vorgangsweise rechtlich mehr als dubios. Ich kann Ihnen heute schon prophezeien, daß es von vielen Bauern, die am Umweltprogramm teilnehmen wollen und auch entsprechende Anträge abgeben werden, Klagen gegen Sie, gegen die Republik und gegen den Minister geben wird. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Oder: Ist es wirklich notwendig, daß heute die Präsidentenkonferenz 20 Millionen Schilling zusätzlich bekommt, um Reisen quer durch Europa zu machen und unter dem Titel Internationalisierung offenbar von einer Versammlung zur anderen in Europa zu reisen? – Warum verlangen Sie nicht auch von der Präsidentenkonferenz Einsparungsmaßnahmen, wenn Sie sie schon von den Bauern verlangen? (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Molterer: Wer baut?
Ich habe zum Beispiel gehört – das ist mir erst vor kurzem mitgeteilt worden –, daß Sie die Besamungsstation in Wels verkaufen wollen, eine Besamungsstation, die einen Gewinn von 5,8 Millionen Schilling gemacht hat, wo derzeit 16 Personen angestellt sind. Sie verkaufen diese Anstalt um 20 bis 25 Millionen Schilling. Im Hintergrund, hört man, ist ein Spekulationskauf der Stadtgemeinde Linz geplant, und dieses Areal in der Größe von 17 000 Quadratmetern soll dann wahrscheinlich mit Gewinn weiterverscherbelt werden. Das sind jene Maßnahmen, bei denen wir sicher nicht mitgehen können, denn Sie verkaufen zwar eine gewinnbringende Bundesanstalt, bauen aber im Gegenzug dazu zwei Anstalten. (Bundesminister Mag. Molterer: Wer baut?) Die erste kostet 30 Millionen Schilling, und zwar ist eine Schweinebesamungsanstalt in Ried geplant und eine zweite in Sattledt, Kosten: 50 Millionen Schilling. Also Sie verkaufen eine gewinnbringende Station und bauen zwei neue Besamungsstationen, die Kosten in Höhe von 80 Millionen Schilling verursachen. (Abg. Auer : Wer baut?) Wer immer das baut, jedenfalls entstehen dadurch Kosten. (Abg. Auer: Aber nicht der Minister! Wenn du nicht einmal weißt, wer da baut!) Diese Privatisierungsschritte sind bei Gott keine Strukturreform, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer : Wer baut?
Ich habe zum Beispiel gehört – das ist mir erst vor kurzem mitgeteilt worden –, daß Sie die Besamungsstation in Wels verkaufen wollen, eine Besamungsstation, die einen Gewinn von 5,8 Millionen Schilling gemacht hat, wo derzeit 16 Personen angestellt sind. Sie verkaufen diese Anstalt um 20 bis 25 Millionen Schilling. Im Hintergrund, hört man, ist ein Spekulationskauf der Stadtgemeinde Linz geplant, und dieses Areal in der Größe von 17 000 Quadratmetern soll dann wahrscheinlich mit Gewinn weiterverscherbelt werden. Das sind jene Maßnahmen, bei denen wir sicher nicht mitgehen können, denn Sie verkaufen zwar eine gewinnbringende Bundesanstalt, bauen aber im Gegenzug dazu zwei Anstalten. (Bundesminister Mag. Molterer: Wer baut?) Die erste kostet 30 Millionen Schilling, und zwar ist eine Schweinebesamungsanstalt in Ried geplant und eine zweite in Sattledt, Kosten: 50 Millionen Schilling. Also Sie verkaufen eine gewinnbringende Station und bauen zwei neue Besamungsstationen, die Kosten in Höhe von 80 Millionen Schilling verursachen. (Abg. Auer : Wer baut?) Wer immer das baut, jedenfalls entstehen dadurch Kosten. (Abg. Auer: Aber nicht der Minister! Wenn du nicht einmal weißt, wer da baut!) Diese Privatisierungsschritte sind bei Gott keine Strukturreform, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Auer: Aber nicht der Minister! Wenn du nicht einmal weißt, wer da baut!
Ich habe zum Beispiel gehört – das ist mir erst vor kurzem mitgeteilt worden –, daß Sie die Besamungsstation in Wels verkaufen wollen, eine Besamungsstation, die einen Gewinn von 5,8 Millionen Schilling gemacht hat, wo derzeit 16 Personen angestellt sind. Sie verkaufen diese Anstalt um 20 bis 25 Millionen Schilling. Im Hintergrund, hört man, ist ein Spekulationskauf der Stadtgemeinde Linz geplant, und dieses Areal in der Größe von 17 000 Quadratmetern soll dann wahrscheinlich mit Gewinn weiterverscherbelt werden. Das sind jene Maßnahmen, bei denen wir sicher nicht mitgehen können, denn Sie verkaufen zwar eine gewinnbringende Bundesanstalt, bauen aber im Gegenzug dazu zwei Anstalten. (Bundesminister Mag. Molterer: Wer baut?) Die erste kostet 30 Millionen Schilling, und zwar ist eine Schweinebesamungsanstalt in Ried geplant und eine zweite in Sattledt, Kosten: 50 Millionen Schilling. Also Sie verkaufen eine gewinnbringende Station und bauen zwei neue Besamungsstationen, die Kosten in Höhe von 80 Millionen Schilling verursachen. (Abg. Auer : Wer baut?) Wer immer das baut, jedenfalls entstehen dadurch Kosten. (Abg. Auer: Aber nicht der Minister! Wenn du nicht einmal weißt, wer da baut!) Diese Privatisierungsschritte sind bei Gott keine Strukturreform, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich habe zum Beispiel gehört – das ist mir erst vor kurzem mitgeteilt worden –, daß Sie die Besamungsstation in Wels verkaufen wollen, eine Besamungsstation, die einen Gewinn von 5,8 Millionen Schilling gemacht hat, wo derzeit 16 Personen angestellt sind. Sie verkaufen diese Anstalt um 20 bis 25 Millionen Schilling. Im Hintergrund, hört man, ist ein Spekulationskauf der Stadtgemeinde Linz geplant, und dieses Areal in der Größe von 17 000 Quadratmetern soll dann wahrscheinlich mit Gewinn weiterverscherbelt werden. Das sind jene Maßnahmen, bei denen wir sicher nicht mitgehen können, denn Sie verkaufen zwar eine gewinnbringende Bundesanstalt, bauen aber im Gegenzug dazu zwei Anstalten. (Bundesminister Mag. Molterer: Wer baut?) Die erste kostet 30 Millionen Schilling, und zwar ist eine Schweinebesamungsanstalt in Ried geplant und eine zweite in Sattledt, Kosten: 50 Millionen Schilling. Also Sie verkaufen eine gewinnbringende Station und bauen zwei neue Besamungsstationen, die Kosten in Höhe von 80 Millionen Schilling verursachen. (Abg. Auer : Wer baut?) Wer immer das baut, jedenfalls entstehen dadurch Kosten. (Abg. Auer: Aber nicht der Minister! Wenn du nicht einmal weißt, wer da baut!) Diese Privatisierungsschritte sind bei Gott keine Strukturreform, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Er führte dann aus: "Die Landwirtschaft hat das >erste EU-Jahr 1995< trotz einer schwierigen Ausgangsposition und Problemen beim Übergang auf ein neues Agrarsystem im allgemeinen gut überstanden. Der integrationsbedingte Einbruch bei den Agrarpreisen und im landwirtschaftlichen Rohertrag wurde durch höhere Direktzahlungen weitgehend ausgeglichen. Damit konnten die Agrareinkommen vorerst gesichert werden." – Soweit Prof. Schneider. Wenn man schon zitiert, dann sollte man alles zitieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs.
Erstens einmal wehren wir uns, daß landwirtschaftliche Förderungen von Haider immer als Subventionen dargestellt werden. Das sind Ausgleichszahlungen für Leistungen, die die Bauern multikulturell erbringen und die durch die Preise nicht abgegolten werden. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs. ) Ich erwähne dies deshalb, weil er in diesem Punkt bereits ein Wiederholungstäter ist. Er hat nämlich in der "Pressestunde" im Februar 1995 gesagt, er würde auch die Subventionen für die Bauern halbieren, weil diese ohnehin von der EU und von den Ländern noch Mittel bekämen.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Ich möchte noch auf etwas hinweisen: Wir haben in dieser Woche, in welcher es um das Strukturanpassungsgesetz geht, bereits sechs namentliche Abstimmungen gehabt, und das kann man im Protokoll nachlesen – bei keiner dieser Abstimmungen wird man den Namen des Abgeordneten Haider finden, weder unter den Nein-Stimmen noch unter den Ja-Stimmen. Er war nämlich während all dieser Zeit hier nicht anwesend. Wenn das so weitergeht, wird man behaupten können, daß Haider die Hälfte seines Nationalrats- und Klubobmannentgeltes als arbeitsloses Einkommen bezieht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Tatsache ist, daß durch die Beitragsanhebung mit 1.1.1996 um 4,3 Prozent 295 Millionen Schilling an Mehrbelastung entstehen und daß die im Rahmen des Strukturanpassungsgesetzes notwendige Beitragsanhebung von 4 Prozent 276 Millionen ausmacht. Das heißt, es sind in Summe 571 Millionen Schilling und nicht 1,2 Milliarden Schilling. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe bei der ÖVP: Ausdrücklich gesagt!
Abgeordneter Ing. Mathias Reichhold (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Abgeordneter Schwarzenberger hat hier dem Abgeordneten Haider unterstellt, er hätte bei der Kürzung der Subventionen die Landwirtschaft gemeint. (Rufe bei der ÖVP: Ausdrücklich gesagt!)
Rufe bei der ÖVP: In der "Pressestunde"
Ich stelle richtig: Dr. Haider hat in seinen Parlamentsreden hier niemals gesagt, daß die Landwirtschaft (Rufe bei der ÖVP: In der "Pressestunde") Subventionskürzungen zum Opfer fallen soll. Diese Behauptung ist völlig unrichtig! Sie können das in keinem Protokoll finden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er hat gesagt, in der Landwirtschaft sind 54 Milliarden Schilling für Subventionen ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er hat gesagt, in der Landwirtschaft sind 54 Milliarden Schilling für Subventionen ...!
Ich stelle richtig: Dr. Haider hat in seinen Parlamentsreden hier niemals gesagt, daß die Landwirtschaft (Rufe bei der ÖVP: In der "Pressestunde") Subventionskürzungen zum Opfer fallen soll. Diese Behauptung ist völlig unrichtig! Sie können das in keinem Protokoll finden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Schwarzenberger: Er hat gesagt, in der Landwirtschaft sind 54 Milliarden Schilling für Subventionen ...!)
der Redner hält ein Sackerl in die Höhe – Abg. Dr. Neisser: Aktionismus!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Liberales Forum) (der Redner nimmt drei kleine Sackerl mit zum Rednerpult): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Das, was ich hier als Anschauungsmaterial mitgebracht habe (der Redner hält ein Sackerl in die Höhe – Abg. Dr. Neisser: Aktionismus!), hier in Händen halte, ist eine kleine Menge Tierkörpermehl, fein säuberlich verpackt in Cellophan ... (Abg. Wabl: Im wahrsten Sinne des Wortes billiger Aktionismus!) Nein, Kollege! Sie müssen mir zuhören. – Ich habe diese Menge heute um acht Uhr morgens der Originalverpackung entnommen. Diese befindet sich noch in meinem Büro, und sollte jemand Zweifel an der Authentizität dieser Probe haben, dann lade ich ihn gerne ein, im Anschluß an diese Debatte oder auch noch während dieser Debatte mit mir hinunterzugehen, um einen kleinen Lokalaugenschein durchzuführen. Selbstverständlich ist auch der Herr Bundesminister eingeladen, daran teilzunehmen.
Abg. Wabl: Im wahrsten Sinne des Wortes billiger Aktionismus!
Abgeordneter Mag. Reinhard Firlinger (Liberales Forum) (der Redner nimmt drei kleine Sackerl mit zum Rednerpult): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Das, was ich hier als Anschauungsmaterial mitgebracht habe (der Redner hält ein Sackerl in die Höhe – Abg. Dr. Neisser: Aktionismus!), hier in Händen halte, ist eine kleine Menge Tierkörpermehl, fein säuberlich verpackt in Cellophan ... (Abg. Wabl: Im wahrsten Sinne des Wortes billiger Aktionismus!) Nein, Kollege! Sie müssen mir zuhören. – Ich habe diese Menge heute um acht Uhr morgens der Originalverpackung entnommen. Diese befindet sich noch in meinem Büro, und sollte jemand Zweifel an der Authentizität dieser Probe haben, dann lade ich ihn gerne ein, im Anschluß an diese Debatte oder auch noch während dieser Debatte mit mir hinunterzugehen, um einen kleinen Lokalaugenschein durchzuführen. Selbstverständlich ist auch der Herr Bundesminister eingeladen, daran teilzunehmen.
Abg. Dr. Khol geht zum Rednerpult und begutachtet die dort liegenden Sackerl mit dem Tierkörpermehl.
Was sind nun die Ingredienzen dieses Tierkörpermehls? – Das sind tierische Eiweißträger. Sie stammen aus der Verwertung von Hunden, Katzen, Rindern, Schweinen... (Abg. Dr. Khol geht zum Rednerpult und begutachtet die dort liegenden Sackerl mit dem Tierkörpermehl.) Sie können gerne eine Probe haben, Herr Klubobmann. Ich gebe es Ihnen dann. – Also diese tierischen Eiweißträger stammen aus der Verwertung von Hunden, Katzen, Schweinen, Schafen, Hühnern und so weiter, und das alles in einer entsprechenden Mischung. Wenn Sie daran riechen, dann werden Sie feststellen, daß sich ein leichter haut-goût entwickelt, also eine zarte Richtung – so könnte man es beschreiben – mit Schwefelwasserstoffatmosphäre, sofern halt der jeweilige Geruchssinn noch einigermaßen in Takt ist.
Abg. Schwarzböck: Gar nicht! Überhaupt nicht!
Meine Damen und Herren! Wir wissen, daß es in Österreich nicht wenige Landwirtschaftsbetriebe gibt, die ausgesprochene Mischbetriebe sind, also Betriebe, die von der Schweinemast und auch von der Rinderaufzucht oder von der Milchwirtschaft leben. Ich behaupte aber, ohne jedoch einen einzigen österreichischen Landwirt kriminalisieren oder ihm ungesetzliche Handlungen in die Schuhe schieben zu wollen, daß es vorkommt ... (Abg. Schwarzböck: Gar nicht! Überhaupt nicht!) Nein, Herr Kollege, wirklich nicht! Hören Sie mir zu! Bitte, hören Sie mir einmal zu! Seien Sie nicht immer gleich so zimperlich und beleidigt, wenn man einmal etwas sagt. Es ist immer das gleiche Theater. (Abg. Schwarzböck: Sie kommen überhaupt nicht auf die Idee!) Nein, Herr Kollege! Sie müssen zuhören, und dann können Sie sich melden, können sagen, es stimmt gar nicht, was der sagt, und so weiter. Aber nicht so! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Schwarzböck: Sie kommen überhaupt nicht auf die Idee!
Meine Damen und Herren! Wir wissen, daß es in Österreich nicht wenige Landwirtschaftsbetriebe gibt, die ausgesprochene Mischbetriebe sind, also Betriebe, die von der Schweinemast und auch von der Rinderaufzucht oder von der Milchwirtschaft leben. Ich behaupte aber, ohne jedoch einen einzigen österreichischen Landwirt kriminalisieren oder ihm ungesetzliche Handlungen in die Schuhe schieben zu wollen, daß es vorkommt ... (Abg. Schwarzböck: Gar nicht! Überhaupt nicht!) Nein, Herr Kollege, wirklich nicht! Hören Sie mir zu! Bitte, hören Sie mir einmal zu! Seien Sie nicht immer gleich so zimperlich und beleidigt, wenn man einmal etwas sagt. Es ist immer das gleiche Theater. (Abg. Schwarzböck: Sie kommen überhaupt nicht auf die Idee!) Nein, Herr Kollege! Sie müssen zuhören, und dann können Sie sich melden, können sagen, es stimmt gar nicht, was der sagt, und so weiter. Aber nicht so! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Wir wissen, daß es in Österreich nicht wenige Landwirtschaftsbetriebe gibt, die ausgesprochene Mischbetriebe sind, also Betriebe, die von der Schweinemast und auch von der Rinderaufzucht oder von der Milchwirtschaft leben. Ich behaupte aber, ohne jedoch einen einzigen österreichischen Landwirt kriminalisieren oder ihm ungesetzliche Handlungen in die Schuhe schieben zu wollen, daß es vorkommt ... (Abg. Schwarzböck: Gar nicht! Überhaupt nicht!) Nein, Herr Kollege, wirklich nicht! Hören Sie mir zu! Bitte, hören Sie mir einmal zu! Seien Sie nicht immer gleich so zimperlich und beleidigt, wenn man einmal etwas sagt. Es ist immer das gleiche Theater. (Abg. Schwarzböck: Sie kommen überhaupt nicht auf die Idee!) Nein, Herr Kollege! Sie müssen zuhören, und dann können Sie sich melden, können sagen, es stimmt gar nicht, was der sagt, und so weiter. Aber nicht so! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist so, daß die Erkrankung an der Bovinen Spongiformen Encephalopatie, also der BSE, auf die Fütterung mit Stoffen zurückgeht, die aufgrund der an Scrapie erkrankten Schafe über das Tiermehl in die Futtermittelkette eingebracht wurden. Das ist bekannter Wissensstand. Es wird natürlich noch darüber gerätselt, wie die genauen Zusammenhänge sind. Aber es besteht auch in Österreich Handlungsbedarf. Man sollte die generelle Fütterung mit Tier- und Knochenmehl in der Lebensmittelproduktion zumindest bis zu jenem Datum per Gesetz aussetzen, zu dem die Zusammenhänge wirklich geklärt sind. Mehr verlangen wir nicht – aber weniger auch nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.)
der Redner überreicht Bundesminister Mag. Molterer unter dem Beifall des Liberalen Forums zwei Sackerl
Ich darf Ihnen hiermit diese Proben übergeben (der Redner überreicht Bundesminister Mag. Molterer unter dem Beifall des Liberalen Forums zwei Sackerl) und bitte, daß entsprechende Initiativen gesetzt werden. – Ich danke, meine Damen und Herren. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ihr nähert euch den Grünen immer mehr an! – Abg. Mag. Firlinger, der schon auf dem Weg zu seinem Platz ist, macht kehrt und begibt sich zu Abg. Dr. Khol, um auch ihm ein solches Sackerl zu überreichen. – Abg. Dr. Khol, das Sackerl zurückweisend: Danke vielmals, ich verzichte!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ihr nähert euch den Grünen immer mehr an! – Abg. Mag. Firlinger, der schon auf dem Weg zu seinem Platz ist, macht kehrt und begibt sich zu Abg. Dr. Khol, um auch ihm ein solches Sackerl zu überreichen. – Abg. Dr. Khol, das Sackerl zurückweisend: Danke vielmals, ich verzichte!
Ich darf Ihnen hiermit diese Proben übergeben (der Redner überreicht Bundesminister Mag. Molterer unter dem Beifall des Liberalen Forums zwei Sackerl) und bitte, daß entsprechende Initiativen gesetzt werden. – Ich danke, meine Damen und Herren. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Khol: Ihr nähert euch den Grünen immer mehr an! – Abg. Mag. Firlinger, der schon auf dem Weg zu seinem Platz ist, macht kehrt und begibt sich zu Abg. Dr. Khol, um auch ihm ein solches Sackerl zu überreichen. – Abg. Dr. Khol, das Sackerl zurückweisend: Danke vielmals, ich verzichte!)
Heiterkeit.
Präsident Dr. Heinz Fischer: So, diese Rede ist offenbar beendet. (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Firlinger! Ich erkenne die Problematik, die Ihren Geschenken heute zugrunde liegt, darf aber in Erinnerung rufen, daß in der Debatte des Unterausschusses des Budgetausschusses Frau Bundesministerin Krammer auf eine Anfrage in diese Richtung bereits geantwortet hat, und zwar dahingehend, daß sie bereit ist, diese gesetzlichen Änderungen in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsminister durchzuführen, daß da bereits entsprechende Kontakte aufgenommen sind und zu erwarten ist, daß das rasch umgesetzt wird. Daher sind die Geschenke vielleicht ein wenig verspätet eingetroffen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP.
Sowohl unser soziales Gewissen, meine sehr geehrten Damen und Herren, als auch die Solidarität mit der Landwirtschaft und den Menschen in der Landwirtschaft ließen und lassen uns diesen Maßnahmen zustimmen und sie befürworten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Auch diese gesellschaftliche Solidarität wird in dem zuvor genannten Vortrag und im Arbeitspapier des Herrn Prof. Schneider erwähnt. Aber zur weiteren Entwicklung und Strukturanpassung werden neben der gesellschaftlichen Solidarität auch eine innerbäuerliche Solidarität, ein innerbäuerliches Verständnis und Akzeptanz notwendig sein. Anhand der Ziffern und Zahlen, die ich Ihnen genannt habe, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist unschwer zu erkennen, daß die Toleranzgrenze dieser gesellschaftlichen Solidarität bald erreicht sein wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das ist eine Aktiengesellschaft!
Ich biete Ihnen, Herr Bundesminister, nachdem ich Sie als einen zielorientierten Menschen kennengelernt habe, heute nochmals die Unterstützung meiner Fraktion an, und ich möchte Sie ersuchen, diese anzunehmen. Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, diese Genossenschaftsstruktur "auf Vordermann" zu bringen und damit auch eine Strukturveränderung in der Landwirtschaft durchzusetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schwarzenberger: Das ist eine Aktiengesellschaft!) Und wer sind die Aktionäre, Herr Kollege Schwarzenberger?
Beifall bei SPÖ und ÖVP .
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir Sozialdemokraten werden im Sinne dieser gesellschaftlichen Solidarität und der Solidarität mit der Bauernschaft auch dieser Strukturanpassung, auch diesem Budget unsere Zustimmung geben. Wir werden aber weiterhin bemüht sein, unsere Grundsätze, unsere Grundzüge im Hinblick auf neue Produkte, im Hinblick auf eine Strukturänderung in der Landwirtschaft konstruktiv mit Ihnen zu diskutieren. Wir laden Sie ein, diese konstruktive Diskussion ab dem 27. April mit uns aufzunehmen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP .)
Abg. Dr. Khol: Du bist ja noch da!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Nachdem die zwei symbolischen Rinder aus dem Haus entfernt worden sind (Abg. Dr. Khol: Du bist ja noch da!), die ja sicher in Opposition... – Ich habe jetzt nicht die menschlichen "Rinder" gemeint. Sie sind ja noch alle hier – so wie Sie sagen, Herr Khol! Ich weiß nicht, wen Sie gemeint haben. (Abg. Schwarzenberger: Menschliche Rinder gibt es nicht!) Ich habe einmal gelernt, daß alles Tierische auch im Menschen ist, aber nicht alles Menschliche im Tier. Aber darum geht es jetzt nicht. Der Herr Präsident hat gemeint, diese Symbole verletzen die Würde des Hauses. Das ist zu akzeptieren.
Abg. Schwarzenberger: Menschliche Rinder gibt es nicht!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Nachdem die zwei symbolischen Rinder aus dem Haus entfernt worden sind (Abg. Dr. Khol: Du bist ja noch da!), die ja sicher in Opposition... – Ich habe jetzt nicht die menschlichen "Rinder" gemeint. Sie sind ja noch alle hier – so wie Sie sagen, Herr Khol! Ich weiß nicht, wen Sie gemeint haben. (Abg. Schwarzenberger: Menschliche Rinder gibt es nicht!) Ich habe einmal gelernt, daß alles Tierische auch im Menschen ist, aber nicht alles Menschliche im Tier. Aber darum geht es jetzt nicht. Der Herr Präsident hat gemeint, diese Symbole verletzen die Würde des Hauses. Das ist zu akzeptieren.
Abg. Freund: Jetzt darfst du uns nicht mehr kritisieren!
Meine Damen und Herren! Als österreichische Politiker könnten wir darauf stolz sein – und wir sollten es auch sein! (Abg. Freund: Jetzt darfst du uns nicht mehr kritisieren!) Aber, Herr Abgeordneter Schwarzenberger: Vom Ausland her sieht manches ganz anders aus. Wir loben auch oft irgendwelche dänischen Steuermodelle und irgendwelche Schweizer Modelle und irgendwelche schwedischen Modelle. Und irgendwo in Frankreich oder irgendwo in Amerika gibt es eine wunderbare Stadt, da ist die Ökologie bis ins letzte Detail durchgesetzt. (Abg. Schwarzenberger: Aber unsere Bemühungen müssen Sie anerkennen!)
Abg. Schwarzenberger: Aber unsere Bemühungen müssen Sie anerkennen!
Meine Damen und Herren! Als österreichische Politiker könnten wir darauf stolz sein – und wir sollten es auch sein! (Abg. Freund: Jetzt darfst du uns nicht mehr kritisieren!) Aber, Herr Abgeordneter Schwarzenberger: Vom Ausland her sieht manches ganz anders aus. Wir loben auch oft irgendwelche dänischen Steuermodelle und irgendwelche Schweizer Modelle und irgendwelche schwedischen Modelle. Und irgendwo in Frankreich oder irgendwo in Amerika gibt es eine wunderbare Stadt, da ist die Ökologie bis ins letzte Detail durchgesetzt. (Abg. Schwarzenberger: Aber unsere Bemühungen müssen Sie anerkennen!)
Abg. Freund: Das ist so! Das brauchen Sie nicht "anzunehmen"!
Herr Abgeordneter Schwarzenberger! Nehmen wir einmal an, daß Sie auch Bemühungen auf sich nehmen und daß Sie auch im Interesse der österreichischen Bauern und Bäuerinnen agieren. (Abg. Freund: Das ist so! Das brauchen Sie nicht "anzunehmen"!) Wenn so etwas in einer deutschen Zeitung, die ja ernst zu nehmen ist, steht – der Herr Franz Alt hat das geschrieben –, dann sollten wir doch diesen Schwung, diesen Eindruck, diese Möglichkeiten noch offensiver nutzen, Herr Abgeordneter Schwarzenberger.
Abg. Zweytick: Heute wissen wir, daß es anders ist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.
Aber wenn man sich das Budget anschaut, muß man fragen: Was haben Sie gemacht? – Die Kammern haben jahrzehntelang – im guten Glauben zwar, aber doch – in großen Bereichen völlig falsch beraten. – Der Zweytick weiß das ganz genau! Der Schwarzböck weiß das ganz genau! Der Schwarzenberger weiß es auch, der Reichhold auch! Sie alle wissen, wie lange die Kammern die Bauern und Bäuerinnen in Österreich falsch beraten haben, möglicherweise im guten Glauben, das sei das Beste. – Meinetwegen. – Geschenkt! (Abg. Zweytick: Heute wissen wir, daß es anders ist! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.)
demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen
Herr Abgeordneter Zweytick, geschenkt! Ein Irrtum ist zulässig – auch in der Politik. Herr Zweytick, es ist in Ordnung. Aber die Kammern werden hoch dotiert und hoch bezahlt und aus allen EU-Fördertöpfen, bei denen es nur möglich ist, mit Millionen überhäuft, damit sie sich wieder – jetzt in einer neuen Situation – etablieren können. Dabei sind das jene Institutionen, die jahrzehntelang falsch beraten haben (demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen) – nicht alle, aber viele, allzu viele leider.
Abg. Freund: In Österreich gibt es keine Massentierhaltung!
Aber schauen wir uns an, wie Sie diese Initiativen sonst noch unterstützen. Es gibt einen Entwurf für eine neue Hygieneverordnung – soviel ich weiß, ist die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern dagegen –, in dem Vorstellungen von Hygiene drinnen sind, die extrem auf jene Situation zugeschnitten sind, wo es Massentierhaltung, Massenschlachtungen und Massenorganisationen gibt. (Abg. Freund: In Österreich gibt es keine Massentierhaltung!) Doch, auch in Österreich gibt es das, aber zugegebenermaßen weniger als in Deutschland – viel weniger als in Deutschland. Aber diese neuen Bestimmungen würden wieder jene Verbände und jene Betriebe behindern, die neue Wege gehen wollen. Da werden Dinge verlangt, die ohne einen enormen finanziellen Einsatz einfach nicht durchführbar sind. Damit treiben Sie viele kleine Bäuerinnen und Bauern und Selbstvermarkter wieder in einen Schuldenberg, den Sie nicht verantworten können.
Abg. Schwarzenberger: Ich habe nur eine Sau zu Hause! Das ist die beste Abfallverwertung! – Weitere Zwischenrufe und allgemeine Heiterkeit.
Herr Kollege Schwarzenberger, Sie wissen ganz genau: In einem Stall mit über hundert Schweinen steigt der Infektionsdruck. Dort hat man das große Seuchenproblem. Wenn da ein Tier krank wird, dann muß man die ganze Herde, den ganzen Betrieb mit Medikamenten versorgen. Sie wissen das! (Abg. Schwarzenberger: Ich habe nur eine Sau zu Hause! Das ist die beste Abfallverwertung! – Weitere Zwischenrufe und allgemeine Heiterkeit.) Ja, wenn Sie nur eine Sau zu Hause haben, dann trifft das bei Ihnen nicht zu. Aber bitte, Herr Schwarzenberger, es geht darum, was in der österreichischen Landwirtschaft passiert, nicht darum, wie viele Schweine Sie daheim haben. (Zwischenruf der Abg. Aumayr .) Frau Aumayr! Das habe ich überhört!
Zwischenruf der Abg. Aumayr .
Herr Kollege Schwarzenberger, Sie wissen ganz genau: In einem Stall mit über hundert Schweinen steigt der Infektionsdruck. Dort hat man das große Seuchenproblem. Wenn da ein Tier krank wird, dann muß man die ganze Herde, den ganzen Betrieb mit Medikamenten versorgen. Sie wissen das! (Abg. Schwarzenberger: Ich habe nur eine Sau zu Hause! Das ist die beste Abfallverwertung! – Weitere Zwischenrufe und allgemeine Heiterkeit.) Ja, wenn Sie nur eine Sau zu Hause haben, dann trifft das bei Ihnen nicht zu. Aber bitte, Herr Schwarzenberger, es geht darum, was in der österreichischen Landwirtschaft passiert, nicht darum, wie viele Schweine Sie daheim haben. (Zwischenruf der Abg. Aumayr .) Frau Aumayr! Das habe ich überhört!
Heiterkeit.
Sehen wir uns doch an, was im Zusammenhang mit dem ÖPUL passiert. Kollege Reichhold ist bereits darauf eingegangen. – Herr Abgeordneter Schwarzböck! Geht es noch immer darum, ob er ein Schwein oder zwei Schweine hat? (Heiterkeit.) Es geht schon um etwas anderes, glaube ich. Wahrscheinlich geht es um etwas Dramatisches.
Beifall bei den Grünen.
Ich habe letztes Mal den Vorwurf gehört – ich glaube, Herr Schüssel hat das gesagt –, daß die FPÖ ihren Bauern gesagt haben soll: "Macht nicht mit. Ihr kriegt das Geld sowieso nicht!" – Selbst wenn das so wäre, ist das in der jetzigen Situation völlig unerheblich. Es geht darum, daß Sie allen österreichischen Bauern ermöglichen, am Ökologisierungsprogramm mitzumachen. Und jetzt sage ich Ihnen: Wenn Sie da sparen, verschwenden Sie österreichische Ressourcen in einem Ausmaß, das viel größer sein kann als bei allem anderen, und zwar deshalb, weil Sie damit einen notwendigen Schritt versäumen! Das, was Herr Gradwohl hier etwas leichtfertig als "Toleranzgrenze für die Solidarität mit den Bäuerinnen und Bauern" bezeichnet hat, ist ein sehr gefährlicher Standpunkt. Denn, Herr Gradwohl, es ist notwendig, daß die Regierungspolitik mit dem Konsens von allen Parteien in Österreich die Ökologisierung vorantreibt. Echtes Sparen heißt nämlich in diesem Fall: für die Ökologie Geld ausgeben. Das erspart uns nämlich Umweltschäden von morgen, das erspart uns Arbeitslosigkeit von morgen, das erspart uns Trinkwasserschäden von morgen und das erspart uns Tierseuchen von morgen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Zweytick: Kommt! Kommt!
Meine Damen und Herren! Wir haben im Zusammenhang mit der Energiebereitstellung durch die Landwirtschaft ungeheure Chancen. Ich habe Ihnen den Artikel nicht ganz vorgelesen. In dem Artikel steht nämlich auch ein wunderbares Zitat: Die Bauern werden bei einer richtigen Agrarpolitik nicht die Letzten von gestern sein, sondern die Ölscheichs von morgen. Ich halte das für ein bißchen überspitzt formuliert. Ich möchte nicht, daß die Bauern in unserem Land einmal die "Ölscheichs" sind. Aber ich möchte, daß die Bauern und Bäuerinnen in Zukunft wieder zu Energieproduzenten werden, und daß wir ihnen die Möglichkeiten geben, mit der Natur Energie zu produzieren. Ich meine nicht solche Wahnsinnsprojekte wie diese große Ölmühle. Der Rechnungshof hat ja ausführlich geschrieben, was für eine Dummheit das war. Wir haben uns damals lang und ausführlich darüber unterhalten, wie ökonomisch unsinnig dieses Projekt eigentlich ist. Kleine Projekte wie zum Beispiel jenes in Mureck würden wir zu Hunderten brauchen in Österreich, zu Tausenden. (Abg. Zweytick: Kommt! Kommt!) Sie sagen: Kommt, kommt! – Warum stecken wir aber zuerst Millionen und Hunderte Millionen in eine riesige Ölmühle, wo wir Transportkosten haben, wo Gelder versickern, und wo der Rechnungshof zu Recht von einer massiven Verschwendung spricht? Herr Zweytick! Ja, auch die ÖVP hat das Recht, zu irren. Aber zweimal in derselben Sache zu irren, ist Dummheit und Blödheit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Meine Damen und Herren! Wir haben im Zusammenhang mit der Energiebereitstellung durch die Landwirtschaft ungeheure Chancen. Ich habe Ihnen den Artikel nicht ganz vorgelesen. In dem Artikel steht nämlich auch ein wunderbares Zitat: Die Bauern werden bei einer richtigen Agrarpolitik nicht die Letzten von gestern sein, sondern die Ölscheichs von morgen. Ich halte das für ein bißchen überspitzt formuliert. Ich möchte nicht, daß die Bauern in unserem Land einmal die "Ölscheichs" sind. Aber ich möchte, daß die Bauern und Bäuerinnen in Zukunft wieder zu Energieproduzenten werden, und daß wir ihnen die Möglichkeiten geben, mit der Natur Energie zu produzieren. Ich meine nicht solche Wahnsinnsprojekte wie diese große Ölmühle. Der Rechnungshof hat ja ausführlich geschrieben, was für eine Dummheit das war. Wir haben uns damals lang und ausführlich darüber unterhalten, wie ökonomisch unsinnig dieses Projekt eigentlich ist. Kleine Projekte wie zum Beispiel jenes in Mureck würden wir zu Hunderten brauchen in Österreich, zu Tausenden. (Abg. Zweytick: Kommt! Kommt!) Sie sagen: Kommt, kommt! – Warum stecken wir aber zuerst Millionen und Hunderte Millionen in eine riesige Ölmühle, wo wir Transportkosten haben, wo Gelder versickern, und wo der Rechnungshof zu Recht von einer massiven Verschwendung spricht? Herr Zweytick! Ja, auch die ÖVP hat das Recht, zu irren. Aber zweimal in derselben Sache zu irren, ist Dummheit und Blödheit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich weiß nicht, wer diese Logik in diesem Hause noch teilt, aber diese Logik ist natürlich eine verquere, weil wir ganz genau wissen, daß es viele kleine Produzenten gibt, die nicht die Möglichkeit haben, eine Marke aufzubauen, die nicht die Möglichkeit haben, in der Verpackung so konsequent und so klar vorzugehen. Aber da würde es helfen, wenn wir eine bundeseinheitliche Deklarationspflicht vorsehen würden. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Zweitens wird immer klarer – und auch dafür bin ich dankbar –, daß es aufgrund dieser Grundorientierung der österreichischen Landwirtschaft, der österreichischen Agrarpolitik, nämlich dieser ökologischen Ausrichtung der Produktion dieser Unverwechselbarkeit der Produktion, auch im Sinne unserer Stärken, unserer Stärken als Österreich, gelungen ist, gemeinsam mit der Tourismuswirtschaft, gemeinsam mit der Umweltpolitik auf diesen Stärken weiter aufzubauen, und nicht Fehler zu machen, die manche gemacht haben, zum Beispiel auch, nicht alles zu tun, was getan werden könnte, was technisch machbar wäre. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Aber vollziehen tun sie es!
Dieses Europaübereinkommen war auch Grundlage der Beitrittsverhandlungen und letztendlich Grundlage in den Bund-Länder-Verhandlungen. Ich sage daher auch sehr offen: Ich bin nicht erfreut über die Notwendigkeit des Einstiegsstopps, der von mir – von mir, sage ich! – bekanntgegeben und getragen wird. Meine Damen und Herren! Es ist nicht so, daß die Landwirtschaftskammern das erfunden haben, sondern die Landwirtschaftskammern handeln im Auftrag des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft. (Abg. Ing. Reichhold: Aber vollziehen tun sie es!) Ich möchte Ihnen auch sagen, warum.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Herr Kollege Wabl! Wir haben bewußt die Bio-Landwirtschaft nicht diesem Einstiegsstopp unterzogen, weil ich Ihnen recht gebe, daß dieses Signal ein falsches gewesen wäre. Ich stehe nicht an, zu sagen, daß wir uns gemeinsam bemühen müssen, eine weitere Vorgangsweise zu entwickeln, durch die in Zukunft ein Einstiegsstopp nicht notwendig ist; aber jetzt stehe ich dazu, weil alles andere zu Lasten investiver und zukunftsorientierter Vorhaben gegangen wäre. Das hätte von mir nicht verantwortet werden können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Mag. Firlinger: Aber nicht für Rinder!
Ich sage Ihnen ganz klar, was wir getan haben: Wir haben in der Europäischen Union verpflichtend das Verbot der Verfütterung von Schlachthausabfällen an die Wiederkäuer, wir haben EU-weit verpflichtend den Standard der Herstellung auf die höchstmöglichen Standards – die wir seit Jahrzehnten haben – erhöht, und wir haben erreicht, daß es die EU-weit verpflichtende Kennzeichnung des Verbotes der Verfütterung an Wiederkäuer gibt. (Abg. Mag. Firlinger: Aber nicht für Rinder!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte, daß wir hier die notwendige Sorgfalt walten lassen. Wenn es beispielsweise die Probleme gibt, die von Ihnen angedeutet worden sind, dann stehe ich nicht an, daß wir das korrigieren. Ich bitte aber, nicht durch blinden Aktionismus jene Prinzipien, die Sie immer so hochhalten, selbst zu gefährden, und wir sollten eine seriöse Debatte und Auseinandersetzung führen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Warum hast du dann gelacht, als ich das gesagt habe?
Herr Kollege Reichhold! Natürlich bin ich dafür, daß wir das AMA-Siegel weiterentwickeln, bitte aber auch hier die notwendige Sichtweise zu halten. Sie als praktizierender Bauer müßten sehr wohl wissen, daß es beispielsweise derzeit nicht möglich ist, die Verfütterung aus 100 Prozent österreichischer Futterproduktion zu machen, weil wir beispielsweise eine Eiweißlücke haben. Es wäre völlig falsch, jetzt plötzlich die Tiermehlproblematik mit der Eiweißverfütterung in Zusammenhang zu bringen – etwa Soja... (Abg. Ing. Reichhold: Warum hast du dann gelacht, als ich das gesagt habe?) Das müssen Sie als praktizierender Bauer doch wissen! (Abg. Dr. Khol: Du mußt zuhören, Hias, dann verstehst du es!)
Abg. Dr. Khol: Du mußt zuhören, Hias, dann verstehst du es!
Herr Kollege Reichhold! Natürlich bin ich dafür, daß wir das AMA-Siegel weiterentwickeln, bitte aber auch hier die notwendige Sichtweise zu halten. Sie als praktizierender Bauer müßten sehr wohl wissen, daß es beispielsweise derzeit nicht möglich ist, die Verfütterung aus 100 Prozent österreichischer Futterproduktion zu machen, weil wir beispielsweise eine Eiweißlücke haben. Es wäre völlig falsch, jetzt plötzlich die Tiermehlproblematik mit der Eiweißverfütterung in Zusammenhang zu bringen – etwa Soja... (Abg. Ing. Reichhold: Warum hast du dann gelacht, als ich das gesagt habe?) Das müssen Sie als praktizierender Bauer doch wissen! (Abg. Dr. Khol: Du mußt zuhören, Hias, dann verstehst du es!)
Abg. Ing. Reichhold: 150 Millionen! Wo ist das im Budget?
Oder etwa die Frage: Natürlich wird die dezentrale Erfassung über die Landwirtschaftskammern eine Entlastung in anderen Bereichen bringen, weil etwa die Agrarmarkt Austria die Aufwendungen für die Turnsäle, die im Budget 1995 als Aufwand aufgeschienen sind, nicht mehr hat. (Abg. Ing. Reichhold: 150 Millionen! Wo ist das im Budget?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.
Herr Kollege Reichhold! Zu dem Punkt: Es gibt ein PR-Büro. Wenn Sie die Geschäftseinteilung des Landwirtschaftsministeriums, die seit längerer Zeit in Kraft ist, kennen – und davon gehe ich aus –, dann wissen Sie, daß es im Ressort eine Abteilung "Öffentlichkeitsarbeit" gibt. Daß nicht zur Freude der dort Beschäftigten im heurigen Budget weniger Mittel dafür zur Verfügung stehen als im Vorjahr, möge nur ein Beitrag dazu sein, Ihre Bedenken zu zerstreuen, an die Sie, das weiß ich, selbst nicht wirklich glauben. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Gradwohl: Sie haben es verstanden!
Ich bitte um mehr sprachliche Klarheit, was gemeint ist, weil wir uns dann in der Debatte leichter tun. (Abg. Gradwohl: Sie haben es verstanden!) Gut, dann bin ich ein Interpreteur, wie es so schön heißt, ein Übersetzer dessen, was Sie wirklich gemeint haben. Aber ich halte es für fair, das zu sagen, was wirklich gemeint ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte um mehr sprachliche Klarheit, was gemeint ist, weil wir uns dann in der Debatte leichter tun. (Abg. Gradwohl: Sie haben es verstanden!) Gut, dann bin ich ein Interpreteur, wie es so schön heißt, ein Übersetzer dessen, was Sie wirklich gemeint haben. Aber ich halte es für fair, das zu sagen, was wirklich gemeint ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und Heiterkeit bei der SPÖ.
Wissen Sie, wer mir bei der Übersetzung auf die Sprünge geholfen hat? – Abgeordneter Koppler, der als erster applaudiert hat. Da Koppler applaudierte, war mir klar, was wirklich gemeint ist. (Beifall bei der ÖVP und Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Zur Frage Management und Managementfehler: Ich habe meine Haltung zur Milchproblematik ganz klar deponiert. Das ist unverantwortlich und eine krasse Fehlentwicklung in dem betreffenden Unternehmen. Ich nehme nicht die Verantwortung für Fehlentscheidungen des Managements von Unternehmen auf mich, Herr Kollege Gradwohl, und ich gehe davon aus, daß Sie das auch nicht tun, sonst müßte ich die Frage nach Ihrer Verantwortung im "Konsum" aufwerfen. Herr Kollege Gradwohl! Schauen wir lieber, daß sich das im Interesse der Konsumenten rasch ändert und daß die notwendigen Konsequenzen gezogen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Abschließend: Wir haben mit diesen beiden Budgets auf Basis des Arbeitsübereinkommens der Bundesregierung ganz klar festgelegt, was die Zielsetzungen der Agrarpolitik und der Landwirtschaftspolitik in Europa sind. Aus meiner Sicht ist die Zielsetzung völlig klar: Es muß eine ökologisch orientierte Landwirtschaft sein, die – Herr Kollege Wabl, das sage ich immer wieder als ceterum censeo auf Ihr ceterum censeo – auf dem Markt entsprechende Chancen hat, weil ich davon überzeugt bin, daß es langfristig für die Bauern besser ist, einen möglichst hohen Anteil des Einkommens über den Markt zu erzielen, als ausschließlich über die Weiterentwicklung der Förderungen zu diskutieren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Was haben denn unsere Bauern davon?
Ich darf von dieser Stelle aus auch folgendes sagen: Es hätte ohne diese Europäische Union diese Radikalität der Maßnahmen nicht gegeben. Die britische Regierung ist dazu gezwungen worden. Das ist ein weiterer Beweis dafür, daß die Europäische Union in einer kritischen Situation handlungsfähig ist und Maßnahmen setzt, die nicht im ausschließlichen Möglichkeitsbereich eines nationalen Staates stehen. (Abg. Ing. Reichhold: Was haben denn unsere Bauern davon?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Es ist erfreulich, Ihnen mitteilen zu können, daß gestern die erste Vergabesitzung von Mitteln im Rahmen des Sektorplanes stattgefunden hat. 19 konkrete Investitionsprojekte bekommen Unterstützung in der Verarbeitungswirtschaft. Es wird damit ein Investitionsvolumen von rund einer Milliarde Schilling ausgelöst, und zwar in Unternehmen, in denen 1 500 Menschen beschäftigt sind. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Reden wir über derartige Maßnahmen, die wir Schritt für Schritt umsetzen, machen wir Probleme, die zugegebenermaßen vorhanden sind, nicht noch größer, und vor allem, Herr Kollege Reichhold, schaffen wir nicht künstliche. Durch künstliche Problemschaffung geben wir den jungen Bauern nicht jene Perspektiven, die sie brauchen, sondern nur durch konkrete Schritte und Projekte. – Das ist meine Politik, die sich von Ihrer offensichtlich unterscheidet! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Als praktizierender Bauer, Mitglied dieses Hohen Hauses und Interessenvertreter habe ich in den letzten Minuten eine persönliche politische Sternstunde erlebt. Einem Minister zuhören zu können, der in Zeiten extrem hoher Anforderungen der nationalen Aufgabenstellung, aber auch der internationalen Aufgabenstellung derart kompetent, nicht nur aus der Sicht der Landwirtschaft, sondern für die gesamte Gesellschaft, sympathisch überzeugend und dennoch mit Nachdruck die Position seiner Regierungsverantwortung, damit aber auch die Situation der österreichischen Bauernschaft darstellt, macht es zur Freude, hier auch in Zeiten der Übereinstimmung – auch wenn es die Übereinstimmung mit einem Fraktionskollegen ist – politisch tätig sein zu dürfen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir erleben momentan dramatische Entwicklungen im Zusammenhang mit der Landwirtschaft und der Lebensmittelwirtschaft schlechthin – der Herr Minister hat soeben seinen persönlichen Standpunkt dazu dargelegt. Was uns bei aller Dramatik der Probleme, die damit gegenwärtig täglich entstehen, eigentlich mit Genugtuung erfüllen kann, ist, daß wir in unserem Kurs, in unseren Grundlagen, in unseren Leitlinien international eindrucksvoll bestätigt worden sind. Daher werden wir alles dafür tun, diese Linie konsequent weiterzuführen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs.
Meine geschätzten Damen und Herren! Daher – ich habe heute wirklich nur einige Minuten Redezeit zur Verfügung – möchte ich eine Einladung an Sie richten: Es liegt in der Natur der politischen Sache, daß Sie hier nicht herauskommen, um zu loben, aber erkennen Sie doch auch diese historische Chance, die wir international haben: das, was die österreichische Agrarpolitik, die österreichische Bäuerlichkeit auszeichnet, jetzt zu positionieren, zu stärken und nicht – wenn es auch unbewußt ist – zu untergraben. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs. )
Abg. Mag. Firlinger: Aber kennzeichnen muß man es!
Kollege Firlinger! Man kann an das Problem Tierkörpermehl unterschiedlich herangehen. Was uns in dieser Frage aber auf jeden Fall international abhebt, ist, daß wir auch in dieser Frage international gemessen einen extrem anspruchsvollen Weg gegangen sind. (Abg. Mag. Firlinger: Aber kennzeichnen muß man es!) Daß wir da weiterarbeiten werden und uns dabei bestärkt fühlen, ist ja überhaupt nicht zu bestreiten und steht auch nicht in Diskussion. Das müßte uns doch über alle Fraktionen hinweg einen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger. )
Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger.
Kollege Firlinger! Man kann an das Problem Tierkörpermehl unterschiedlich herangehen. Was uns in dieser Frage aber auf jeden Fall international abhebt, ist, daß wir auch in dieser Frage international gemessen einen extrem anspruchsvollen Weg gegangen sind. (Abg. Mag. Firlinger: Aber kennzeichnen muß man es!) Daß wir da weiterarbeiten werden und uns dabei bestärkt fühlen, ist ja überhaupt nicht zu bestreiten und steht auch nicht in Diskussion. Das müßte uns doch über alle Fraktionen hinweg einen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Mag. Firlinger. )
Abg. Mag. Firlinger: Wollen Sie es totschweigen?
Gestatten Sie mir, auch folgendes zu sagen: Als Sie in Ihrem Aktionismus Ihre drei Sackerln hierher gestellt haben, war – lesen Sie sich Ihre Rede durch – herauszuhören: Aber ich könnte unter Umständen doch etwas gefunden haben! Und diese Aussage nimmt uns, wenn wir die Diskussion führen, beachtliche Möglichkeiten zur Positionierung. (Abg. Mag. Firlinger: Wollen Sie es totschweigen?) Überhaupt nicht totschweigen, aber es geht um das, was man zwischen den Zeilen heraushören kann.
Abg. Ing. Reichhold: Stimmt!
Meine geschätzten Damen und Herren! Ein Vorwurf, der sich nun schon mehrere Tage bei verschiedenen Debatten durchzieht, lautet: In diesem Budget, das geprägt ist vom Sparen, findet man einen Posten, nach dem die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern 20 Millionen Schilling an Bundesmitteln bekommt. Dr. Haider hat vor einigen Tagen gesagt: Die Bauern werden zum Sparen gezwungen und die Apparate werden aufgebläht! (Abg. Ing. Reichhold: Stimmt!) Sie hätten sich nur einmal die Mühe machen sollen, nachzufragen! Sie haben im
Ruf bei der ÖVP: Das wissen die noch nicht!
Ich sage Ihnen, wofür die 20 Millionen sind: Die EU-Mitgliedschaft und die Veränderung im Osten haben zu einer ungeheuren Internationalisierung Österreichs und auch der österreichischen Politik geführt. (Ruf bei der ÖVP: Das wissen die noch nicht!) Die Bundesregierung hat in der EU-Vorbereitung und in den EU-Verhandlungen großen Wert darauf gelegt, daß die Sozialpartner mit ihrer Kompetenz und ihrer partnerschaftlichen Grundeinstellung daran mitwirken. Wir werden jetzt Tag und Nacht aufgefordert, unsere sozialpartnerschaftlichen Erkenntnisse nach Brüssel zu bringen. Es gibt dort Entwicklungsnotwendigkeiten. (Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungsvorschläge!) Wir werden von den östlichen Nachbarländern bestürmt, unsere sozialpartnerschaftlichen Erfahrungen einzubringen. (Abg. Ing. Reichhold: In den Steuersäckel zu greifen und 20 Millionen zu nehmen! Das ist ein Selbstbedienungsladen!)
Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungsvorschläge!
Ich sage Ihnen, wofür die 20 Millionen sind: Die EU-Mitgliedschaft und die Veränderung im Osten haben zu einer ungeheuren Internationalisierung Österreichs und auch der österreichischen Politik geführt. (Ruf bei der ÖVP: Das wissen die noch nicht!) Die Bundesregierung hat in der EU-Vorbereitung und in den EU-Verhandlungen großen Wert darauf gelegt, daß die Sozialpartner mit ihrer Kompetenz und ihrer partnerschaftlichen Grundeinstellung daran mitwirken. Wir werden jetzt Tag und Nacht aufgefordert, unsere sozialpartnerschaftlichen Erkenntnisse nach Brüssel zu bringen. Es gibt dort Entwicklungsnotwendigkeiten. (Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungsvorschläge!) Wir werden von den östlichen Nachbarländern bestürmt, unsere sozialpartnerschaftlichen Erfahrungen einzubringen. (Abg. Ing. Reichhold: In den Steuersäckel zu greifen und 20 Millionen zu nehmen! Das ist ein Selbstbedienungsladen!)
Abg. Ing. Reichhold: In den Steuersäckel zu greifen und 20 Millionen zu nehmen! Das ist ein Selbstbedienungsladen!
Ich sage Ihnen, wofür die 20 Millionen sind: Die EU-Mitgliedschaft und die Veränderung im Osten haben zu einer ungeheuren Internationalisierung Österreichs und auch der österreichischen Politik geführt. (Ruf bei der ÖVP: Das wissen die noch nicht!) Die Bundesregierung hat in der EU-Vorbereitung und in den EU-Verhandlungen großen Wert darauf gelegt, daß die Sozialpartner mit ihrer Kompetenz und ihrer partnerschaftlichen Grundeinstellung daran mitwirken. Wir werden jetzt Tag und Nacht aufgefordert, unsere sozialpartnerschaftlichen Erkenntnisse nach Brüssel zu bringen. Es gibt dort Entwicklungsnotwendigkeiten. (Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungsvorschläge!) Wir werden von den östlichen Nachbarländern bestürmt, unsere sozialpartnerschaftlichen Erfahrungen einzubringen. (Abg. Ing. Reichhold: In den Steuersäckel zu greifen und 20 Millionen zu nehmen! Das ist ein Selbstbedienungsladen!)
Ruf bei den Freiheitlichen: Nur die Bauern bleiben auf der Strecke!
Am Dienstag war der Kommissionspräsident der EU Santer in Wien, und wir Sozialpartner konnten knapp eine Stunde mit ihm reden und haben ihm das Memorandum der Sozialpartner zur Regierungskonferenz übergeben. Wissen Sie, was Präsident Santer gesagt hat? – Er meinte, er kenne die Grundzüge und die Erfolge der österreichischen Sozialpartnerschaft einigermaßen und freue sich, daß hier eine Zusammenarbeit zwischen großen Interessengruppen und der Regierung bestehe, Probleme gemeinsam zu lösen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Nur die Bauern bleiben auf der Strecke!)
Abg. Ing. Reichhold: Wo machen Sie Einsparungen in Ihrer Kammer?
Wissen Sie, woran Sie die Faszination des österreichischen Weges und des Erfolgs messen können? (Abg. Ing. Reichhold: Wo machen Sie Einsparungen in Ihrer Kammer?) Daran, daß Präsident Santer gemeint hat: In einem bedeutenden Land Europas hat er Wert darauf gelegt, auch ein solches Gespräch zu führen. Und er hat Monate gebraucht, um zustande zu bringen, daß der Vertreter der Industrie und der Gewerkschaftspräsident dort gemeinsam mit ihm reden. (Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungen, die Sie in Ihrer Kammer durchführen! Das Budget ist ja kein Selbstbedienungsladen!)
Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungen, die Sie in Ihrer Kammer durchführen! Das Budget ist ja kein Selbstbedienungsladen!
Wissen Sie, woran Sie die Faszination des österreichischen Weges und des Erfolgs messen können? (Abg. Ing. Reichhold: Wo machen Sie Einsparungen in Ihrer Kammer?) Daran, daß Präsident Santer gemeint hat: In einem bedeutenden Land Europas hat er Wert darauf gelegt, auch ein solches Gespräch zu führen. Und er hat Monate gebraucht, um zustande zu bringen, daß der Vertreter der Industrie und der Gewerkschaftspräsident dort gemeinsam mit ihm reden. (Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Nennen Sie mir Einsparungen, die Sie in Ihrer Kammer durchführen! Das Budget ist ja kein Selbstbedienungsladen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Wo sparen Sie in der Kammer? Nennen Sie mir ein paar Einsparungsvorschläge!
Spüren Sie nicht, was wir da exportieren können, und verstehen Sie nicht, daß es durchaus angebracht ist, das unter Umständen auch mit öffentlichen Mitteln zu ermöglichen, wenn Sie so wollen, zu subventionieren? Subvention für den Sozialpartnerexport ist für Österreich eine gut angelegte Investition. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Präsident Schwarzböck! Wo sparen Sie in der Kammer? Nennen Sie mir ein paar Einsparungsvorschläge!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs. – Abg. Ing. Reichhold: 10 000 Bauern weniger, das ist doch kein Erfolg!
Meine geschätzten Damen und Herren! Ich komme zum Schluß – obwohl es aus meiner Sicht, das werden Sie verstehen, gerade angesichts des Verlaufs der heutigen Debatte noch einiges zu sagen gäbe – und möchte eines klipp und klar feststellen: Was uns ungemein bestärkt, ist die Tatsache, daß wir im Gegensatz zu zum Beispiel britischen Kollegen, in einer Zeit, in der wir mit Rinderwahnsinn Probleme haben, Gott sei Dank weder unsere Leitlinien noch unser agrarpolitisches Weltbild ändern müssen. Im Gegenteil, wir werden sogar gestärkt dadurch, daß es gerade auch angesichts dieser Krisen möglich ist, unseren jahrzehntelangen Weg der eindeutigen Positionierung der Bäuerlichkeit weiterzugehen. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs. – Abg. Ing. Reichhold: 10 000 Bauern weniger, das ist doch kein Erfolg!) Gehen Sie doch mit! Auch Sie haben für Ihre parteipolitischen Aktivitäten auf einem Erfolgsweg Österreichs eine bessere Ausgangslage, als wenn Sie hoffen, Ihre parteipolitischen Erfolge dann erringen zu können, wenn es mit Österreich abwärts geht! Auch eine Opposition muß Interesse daran haben, daß dieses Land einen erfolgreichen Zukunftskurs geht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: 10 000 Bauern weniger, und Sie verkaufen das als Erfolgskurs!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: 10 000 Bauern weniger, und Sie verkaufen das als Erfolgskurs!
Meine geschätzten Damen und Herren! Ich komme zum Schluß – obwohl es aus meiner Sicht, das werden Sie verstehen, gerade angesichts des Verlaufs der heutigen Debatte noch einiges zu sagen gäbe – und möchte eines klipp und klar feststellen: Was uns ungemein bestärkt, ist die Tatsache, daß wir im Gegensatz zu zum Beispiel britischen Kollegen, in einer Zeit, in der wir mit Rinderwahnsinn Probleme haben, Gott sei Dank weder unsere Leitlinien noch unser agrarpolitisches Weltbild ändern müssen. Im Gegenteil, wir werden sogar gestärkt dadurch, daß es gerade auch angesichts dieser Krisen möglich ist, unseren jahrzehntelangen Weg der eindeutigen Positionierung der Bäuerlichkeit weiterzugehen. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Achs. – Abg. Ing. Reichhold: 10 000 Bauern weniger, das ist doch kein Erfolg!) Gehen Sie doch mit! Auch Sie haben für Ihre parteipolitischen Aktivitäten auf einem Erfolgsweg Österreichs eine bessere Ausgangslage, als wenn Sie hoffen, Ihre parteipolitischen Erfolge dann erringen zu können, wenn es mit Österreich abwärts geht! Auch eine Opposition muß Interesse daran haben, daß dieses Land einen erfolgreichen Zukunftskurs geht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: 10 000 Bauern weniger, und Sie verkaufen das als Erfolgskurs!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Zu Wort ist nunmehr Herr Abgeordneter Wenitsch gemeldet. – Herr Abgeordneter, Sie haben das Wort. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie reden von einer politischen Weltanschauung – bitte, von Ihrer politischen Weltanschauung haben die Bauern nichts! Die Bauern erleiden durch den Rinderwahn Einkommensverluste von 30 bis 40 Prozent, und diese werden den Bauern nicht abgegolten! Diese Bauern brauchen keine politische Weltanschauung, sondern Geld, eine Entschädigung für den Verlust, den sie erlitten haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Molterer: Wir verheimlichen nichts!
Meine Herrschaften! Ich habe es schon angeschnitten: Das Einkommen in der Landwirtschaft ist rapid rückgängig. Die Deckungsbeiträge betragen laut dem "Landwirtschaftlichen Förderungsdienst" des Bundesministeriums für Landwirtschaft – das ist also nicht von mir – ... (Bundesminister Mag. Molterer: Wir verheimlichen nichts!) Sie sagen: Wir verheimlichen nichts. Es ist aber trotzdem erschreckend, lieber Minister Molterer, daß Sie hier von einer Euphorie reden, die die Bauern für die Zukunft haben sollen. Ich habe hier die Zahlen schwarz auf weiß. Ich darf nur daran erinnern: Der Deckungsbeitrag beim Qualitätsweizen fiel – bitte aufpassen! – von 11 000 S im Jahre 1994 auf 3 800 S. Wissen Sie, was das bedeutet, Herr Minister?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Deckungsbeitrag bei Sojabohnen ist von 9 800 S auf 3 600 S gefallen, der Deckungsbeitrag für die Sonnenblumen von 9 200 S auf 2 600 S pro Hektar. Bitte, wie soll da ein Bauer am Markt etwas erreichen, ein Einkommen erzielen? – Das ist unmöglich, das geht nicht. Es gehört eine grundlegende Reform der Agrarpolitik durchgeführt. Wir Freiheitlichen werden Ihnen ein Modell vorlegen, wie man das verändern kann. Die Landwirtschaftspolitik braucht eine Reform! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Freund: Vorschläge!
Ich habe auch praktische Beispiele hier (Abg. Freund: Vorschläge!) – ja, die kommen schon, lassen Sie sich Zeit! –, zum Beispiel die Rübenabrechnung vom heurigen Jahr. Ich muß Ihnen eines sagen: Bei gleichen Zuckerwerten ist der Rübenpreis um in etwa 10 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken. Das ist der Markt, Herr Minister! Und auf einem solchen Markt soll ein Bauer dann sein Einkommen erzielen, wenn der Rübenpreis um 10 Prozent sinkt? – Ich darf daran erinnern: Für den Anbau von Zuckerrüben gibt es keine Stützung, dafür gibt es keine Förderung, das ist der reine Marktpreis, und der ist innerhalb eines Jahres um 10 Prozent gefallen, und das ist erschreckend.
Abg. Dr. Khol: Was haben Sie denn da rot angestrichen?
Dann möchte ich Ihnen noch etwas sagen, weil Sie immer von Solidarität sprechen. Ich habe heute ein "nettes" Schreiben in der "Kronen-Zeitung" gefunden. Ich glaube, das werden schon einige Damen und Herren hier gesehen haben. Es ist nämlich sehr beachtenswert, was hier steht. Herr Minister! Es handelt sich um eine Mitteilung der Bundesregierung. Sie sind daher für diese Mitteilung verantwortlich, denn Sie sitzen in dieser Bundesregierung. Sie haben das anscheinend mitbeschlossen. Da steht – und jetzt passen Sie gut auf, meine Damen und Herren (der Redner zeigt dem Plenum einen Zeitungsausschnitt) –: Zum erstenmal seit 50 Jahren billigere Lebensmittel. – Was meinen Sie, warum? Die Antwort gebe ich Ihnen, Herr Minister. (Abg. Dr. Khol: Was haben Sie denn da rot angestrichen?) Die Antwort ist ganz einfach: Massentierhaltung, Verzicht auf Ökologie, das ist der Grund für die billigeren Lebensmittel. Und der Preisverfall bei den Bauern, bei den Preisen für ihre agrarischen Produkte, das ist der zweite Grund. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dann möchte ich Ihnen noch etwas sagen, weil Sie immer von Solidarität sprechen. Ich habe heute ein "nettes" Schreiben in der "Kronen-Zeitung" gefunden. Ich glaube, das werden schon einige Damen und Herren hier gesehen haben. Es ist nämlich sehr beachtenswert, was hier steht. Herr Minister! Es handelt sich um eine Mitteilung der Bundesregierung. Sie sind daher für diese Mitteilung verantwortlich, denn Sie sitzen in dieser Bundesregierung. Sie haben das anscheinend mitbeschlossen. Da steht – und jetzt passen Sie gut auf, meine Damen und Herren (der Redner zeigt dem Plenum einen Zeitungsausschnitt) –: Zum erstenmal seit 50 Jahren billigere Lebensmittel. – Was meinen Sie, warum? Die Antwort gebe ich Ihnen, Herr Minister. (Abg. Dr. Khol: Was haben Sie denn da rot angestrichen?) Die Antwort ist ganz einfach: Massentierhaltung, Verzicht auf Ökologie, das ist der Grund für die billigeren Lebensmittel. Und der Preisverfall bei den Bauern, bei den Preisen für ihre agrarischen Produkte, das ist der zweite Grund. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Ganz knapp an der Höchstbemessungsgrundlage!
Kollege Donabauer! Sie haben vorhin das Problem der Pensionen angeschnitten. Ich möchte Sie, was die Ausgaben betrifft, an eines erinnern. Ich kann Ihnen da ein praktisches Beispiel zeigen: Pensionsbeitrag eines Betriebes mit nicht ganz 900 000 S Einheitswert per 31. Jänner 1995; das ist noch nicht die Höchstbemessungsgrundlage, das ist etwas darunter. (Abg. Schwarzenberger: Ganz knapp an der Höchstbemessungsgrundlage!) Die Höchstbemessungsgrundlage ist um etwa 100 000 S mehr. Das war ein Betrieb mit einem Beitrag von unter 900 000. (Abg. Schwarzenberger: 930 000 ist die Höchstbemessungsgrundlage!) Nein, 980 000, aber das ist im Moment egal.
Abg. Schwarzenberger: 930 000 ist die Höchstbemessungsgrundlage!
Kollege Donabauer! Sie haben vorhin das Problem der Pensionen angeschnitten. Ich möchte Sie, was die Ausgaben betrifft, an eines erinnern. Ich kann Ihnen da ein praktisches Beispiel zeigen: Pensionsbeitrag eines Betriebes mit nicht ganz 900 000 S Einheitswert per 31. Jänner 1995; das ist noch nicht die Höchstbemessungsgrundlage, das ist etwas darunter. (Abg. Schwarzenberger: Ganz knapp an der Höchstbemessungsgrundlage!) Die Höchstbemessungsgrundlage ist um etwa 100 000 S mehr. Das war ein Betrieb mit einem Beitrag von unter 900 000. (Abg. Schwarzenberger: 930 000 ist die Höchstbemessungsgrundlage!) Nein, 980 000, aber das ist im Moment egal.
Abg. Schwarzenberger: 4,3 Prozent!
Schauen Sie her: 26 115 S pro Quartal – 31. Jänner 1995. Herr Minister Molterer, 31. Jänner 1996: 27 420 S pro Quartal, das ergibt eine Steigerung von über 1 000 S, also ungefähr 5 Prozent. (Abg. Schwarzenberger: 4,3 Prozent!) Nein, ich rede jetzt nicht von der letzten Erhöhung. Jetzt kommt nämlich noch eine Erhöhung, Kollege Donabauer! Das ist ja das Unheimliche. Herr
Abg. Schwarzenberger: Den gibt es noch gar nicht, den 31. April 1996!
Er erfolgte also von 1995 auf 1996 bereits eine Pensionsbeitragserhöhung um 4,5 Prozent. Zur Erinnerung: 31. Jänner 1996: 27 400 S in etwa. Und am 31. April 1996, nur drei Monate später, meine Herrschaften (Abg. Schwarzenberger: Den gibt es noch gar nicht, den 31. April 1996!) , haben Sie die Unverfrorenheit und erhöhen die Pensionsbeiträge der Bauern noch einmal um 4,3 Prozent auf 28 600 S. (Abg. Schwarzenberger: Herr Kollege! Den 31. April wird es nie geben!) Kollege Schwarzenberger, ich rede hier für die Bauern! Ob 31. oder 30. April, darum geht es ja nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Herr Kollege! Den 31. April wird es nie geben!
Er erfolgte also von 1995 auf 1996 bereits eine Pensionsbeitragserhöhung um 4,5 Prozent. Zur Erinnerung: 31. Jänner 1996: 27 400 S in etwa. Und am 31. April 1996, nur drei Monate später, meine Herrschaften (Abg. Schwarzenberger: Den gibt es noch gar nicht, den 31. April 1996!) , haben Sie die Unverfrorenheit und erhöhen die Pensionsbeiträge der Bauern noch einmal um 4,3 Prozent auf 28 600 S. (Abg. Schwarzenberger: Herr Kollege! Den 31. April wird es nie geben!) Kollege Schwarzenberger, ich rede hier für die Bauern! Ob 31. oder 30. April, darum geht es ja nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Er erfolgte also von 1995 auf 1996 bereits eine Pensionsbeitragserhöhung um 4,5 Prozent. Zur Erinnerung: 31. Jänner 1996: 27 400 S in etwa. Und am 31. April 1996, nur drei Monate später, meine Herrschaften (Abg. Schwarzenberger: Den gibt es noch gar nicht, den 31. April 1996!) , haben Sie die Unverfrorenheit und erhöhen die Pensionsbeiträge der Bauern noch einmal um 4,3 Prozent auf 28 600 S. (Abg. Schwarzenberger: Herr Kollege! Den 31. April wird es nie geben!) Kollege Schwarzenberger, ich rede hier für die Bauern! Ob 31. oder 30. April, darum geht es ja nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Khol: Mit dem "31. April" sind Sie entlarvt, Herr Kollege. Da kann man nur fassungslos den Saal verlassen!
Meine Herrschaften! Eine Erhöhung innerhalb von drei Monaten um 4,35 Prozent, das ist unbeschreiblich! Und das in einer Zeit – das ist die Wahrheit, Kollege Khol –, wo das Einkommen der Bauern rapid sinkt! (Abg. Dr. Khol: Mit dem "31. April" sind Sie entlarvt, Herr Kollege. Da kann man nur fassungslos den Saal verlassen!) Für Sie, Herr Kollege Khol, wäre am besten, Sie kämen überhaupt nur am 1. April ins Parlament, das wäre am gescheitesten. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Herrschaften! Eine Erhöhung innerhalb von drei Monaten um 4,35 Prozent, das ist unbeschreiblich! Und das in einer Zeit – das ist die Wahrheit, Kollege Khol –, wo das Einkommen der Bauern rapid sinkt! (Abg. Dr. Khol: Mit dem "31. April" sind Sie entlarvt, Herr Kollege. Da kann man nur fassungslos den Saal verlassen!) Für Sie, Herr Kollege Khol, wäre am besten, Sie kämen überhaupt nur am 1. April ins Parlament, das wäre am gescheitesten. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen.)
Bundesminister Mag. Molterer: Was?
Herr Minister! Eine Frage hätte ich noch, weil wir vorher diese PR-Tätigkeit angesprochen haben und weil Sie heuer einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit der AMA in die Kammern verlegen. (Bundesminister Mag. Molterer: Was?) Entschuldigung, nicht in die Kammern, aber Sie haben gesagt, Sie haben einen Teil Ihrer Öffentlichkeitsarbeit vom Budget gekürzt. Ich würde gerne wissen, wieviel Prozent das ausmacht? Ich hätte gerne eine genaue Antwort, um wieviel das Budget gekürzt wurde und ob das ungefähr in Relation zu der Einkommenskürzung bei den Bauern steht. Das würde mich wirklich stark interessieren.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Das ist die Landwirtschaftspolitik der Freiheitlichen, und wir werden dieses Modell in nächster Zeit vorstellen. Ich lade Sie alle gerne ein, daß Sie mit uns gemeinsam diesen Weg beschreiten – zum Wohl der Bauern, zum Wohl der österreichischen Landwirtschaft. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Matthias Achs (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich habe mir vom Kollegen Wenitsch nichts anderes erwartet, als das, was er hier wiedergegeben hat. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Aumayr: Der Weinbauer kommt noch!
Ich hätte mir von Ihnen, Kollege Wenitsch, erwartet, daß Sie, da Sie vom Weinviertel kommen, auch etwas über den Wein sagen, Das haben Sie aber nicht getan. (Abg. Aumayr: Der Weinbauer kommt noch!) Sie sind nämlich Abgeordneter des Weinviertels!
Beifall bei der SPÖ.
Damit nimmt die Landwirtschaft natürlich eine Sonderstellung ein, und das sollte uns bewußt sein, wenn wir heute über das Budgetkapitel Landwirtschaft diskutieren. Eine funktionierende Landwirtschaft sichert uns gesunde Nahrungsmittel und eine lebenswerte Umwelt. Die österreichischen Landwirte sind sich ihrer Verantwortung für die Umwelt bewußt und tragen das Ihre zu einer nachhaltigen Landwirtschaft bei. Es ist daher sicherzustellen, daß diese Leistung, die keinen direkten Marktwert besitzt, von der Allgemeinheit abgegolten wird. (Beifall bei der SPÖ. ) Es muß uns nämlich bewußt sein, daß diese gesunde Wirtschaftsweise auch etwas kostet, daß biologisch ausgerichtete Betriebe von den Kosten und Preisen her nicht mit riesigen Agrarindustrien mithalten können.
Beifall bei der SPÖ.
Im Bereich der Umweltförderungen, dem ÖPUL, geht es in den kommenden Jahren vor allem darum, daß erstens die Finanzierung gesichert und zweitens die Mittel gerecht verteilt werden. Eine ländlich strukturierte Landwirtschaft kann nur erhalten werden, wenn die Mittel gerecht verteilt werden. Nicht die Agrarindustrie, sondern nur die große Mehrheit der Betriebe mit bäuerlichem Charakter kann den ökologischen Ansprüchen gerecht werden. Eine umweltgerechte Landwirtschaft kann nur im Einklang mit ländlichen Strukturen vonstatten gehen. Daher sind wir Sozialdemokraten für eine gerechte und faire Verteilung der Mittel zugunsten der bäuerlichen Betriebe in Österreich. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ.
Es ist klar, daß die österreichische Landwirtschaft kaum auf dem Markt der Massenprodukte mithalten kann. Eine große Chance stellt das Auffinden von Marktnischen dar. Dazu ist Innovation notwendig, aber auch eine bedingungslose Qualitätsorientierung. Die Chance für die österreichische Landwirtschaft kann nur in der Qualität liegen. Österreichische Produkte müssen sich durch ihre Eigenheiten und Naturnähe abheben und dem immer stärker werdenden ökologischen Bewußtsein der Menschen gerecht werden. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Ich habe eingangs von der Bedeutung der Landwirtschaft für einen gesunden Lebensraum gesprochen. Ich glaube, daß die Bevölkerung in dieser Frage sensibler geworden ist und den Stellenwert der österreichischen Landwirtschaft zu schätzen weiß. Wir Sozialdemokraten bekennen uns dazu, daß die Landwirtschaft ihre vielfältigen Aufgaben weiterhin erfüllen kann. Aufgabe der Allgemeinheit ist es, die Qualität des Lebensraumes zu sichern. Die vielfältigen Leistungen der österreichischen Landwirte müssen daher weiterhin abgegolten und eine bäuerlich strukturierte Landwirtschaft gesichert werden. Im Lichte dieser Betrachtungen gesehen, meine Damen und Herren, behaupte ich: Die österreichische Landwirtschaft hat Zukunft! (Beifall bei der SPÖ. )
Abg. Tichy-Schreder: Es gibt aber auch Bauern, die Funktionäre sind! – Abg. Schwarzenberger: Wir brauchen auch die Solidarität der Konsumenten!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Entgegen dem, was Herr Abgeordneter Schwemlein vermutet, bin ich kein wahrer Landwirt, sondern ein wahrer Konsument. In dieser Diskussion, die hauptsächlich von Funktionären im landwirtschaftlichen Bereich bestimmt ist, ist es auch einmal gut, eine solche Stimme zu hören. (Abg. Tichy-Schreder: Es gibt aber auch Bauern, die Funktionäre sind! – Abg. Schwarzenberger: Wir brauchen auch die Solidarität der Konsumenten!)
Ruf bei der ÖVP: Das ist aber schon lange her!
Gerade Herr Abgeordneter Zweytick weiß es, wie zum Beispiel in der Südsteiermark die Ergebnisse der Weinproduzenten darniedergelegen sind, weil diese sich einfach nicht darum gekümmert haben, wie das Marketing aussieht und welche Nischen und welche Bereiche man erschließen kann. (Ruf bei der ÖVP: Das ist aber schon lange her!) Ja, ich will Ihnen damit nur aufzeigen, daß es in diesem Bereich natürlich große Änderungen gegeben hat und daß die Leute heute in der Südsteiermark – das wird mir Herr Abgeordneter Zweytick sicher gerne bestätigen – ein gutes Auskommen haben, weil sie sich – auch von der Mentalität her – völlig umgestellt haben.
Beifall beim Liberalen Forum.
Das, was mich an dieser Diskussion so gestört hat – auch jetzt an Ihren Ausführungen, Herr Abgeordneter Achs –, ist das, daß hier im Grunde genommen immer davon geredet wird, daß die Bauern Subventions- und Förderungsempfänger bleiben müssen. – Nein, wir brauchen eine Struktur, in der die Bauern wirklich frei und eigenständig ihr Einkommen erwirtschaften können. Und das geht. (Beifall beim Liberalen Forum. )
Zwischenruf des Abg. Wabl.
Meine Damen und Herren! Bei uns werden die Bauern, die Landwirte viel zu einseitig nur als Nahrungsmittelproduzenten gesehen. (Zwischenruf des Abg. Wabl. ) Es ist wichtig, Herr Abgeordneter Wabl, daß wir endlich die Nahrungsmittelproduktion aus dem Zentrum der Diskussion bringen, daß wir sagen: Wir brauchen Landwirte auch deshalb, weil sie im regionalen Bereich Energiebereitsteller, Energieproduzenten sein können. Biogasanlagen, meine Damen und Herren, führen zu einer Umweltentlastung. Ich denke etwa an die Südsteiermark, an das Leibnitzer Feld – ein unglaublich wichtiger Bereich, um unsere Grundwasserressourcen zu schonen. Daher ist es wichtig, auch den Gedanken der Umweltentlastung mitzudenken. Es ist auch gleichzeitig eine Geldersparnis für die Bauern, weil sie weniger an Kunstdünger brauchen, und es ist die Voraussetzung für eine regionale, nachhaltige, kleinräumige Struktur, mit der eine wesentlich größere Versorgungssicherheit, auch im Energiebereich mit den erneuerbaren Energieträgern, geschaffen werden kann, als es derzeit in Österreich der Fall ist, wo wir doch so stark in diesem Bereich vom Ausland abhängig sind.
Bundesminister Mag. Molterer: Drei!
Zum Vorwurf, meine Damen und Herren, daß Herr Abgeordneter Firlinger heute so "unglaublich aktionistisch" gewesen ist, als er hier mit zwei kleinen Sackerln Tiermehl ans Rednerpult gekommen ist. (Bundesminister Mag. Molterer: Drei!) Mit drei Sackerln Tiermehl – skandalös! Herr Abgeordneter Firlinger! Das geht ja wirklich nicht. Das ist keine politische Kultur – überhaupt keine Frage.
Beifall beim Liberalen Forum .
Abgeordneter Peter hat immer wieder gefordert, daß wir auch ein Umdenken in der Tourismuswirtschaft brauchen. Das hat dann letztlich in Mureck dazu geführt, daß diese Initiative gesagt hat: Wir wollen nicht nur hergehen und biologisch produzieren und entsprechend kleinräumig vernetzt verarbeiten, sondern wir wollen das Ganze auch noch so ausgestalten, daß es im lokalen Tourismus einzubauen ist. Da gibt es eine Anbindung an das Radwegenetz. Es gibt die Möglichkeit, unmittelbar vor Ort auch einen Aulehrpfad zu errichten. All das sind kleine Initiativen, die für die Menschen, die dort leben, wichtig sind, die sie wirklich selbst betreiben können und die letztlich ihre Unabhängigkeit sichern. (Beifall beim Liberalen Forum .)
Bundesminister Mag. Molterer: Ist auch vorgesehen!
Das ÖPUL-Programm insgesamt, meine Damen und Herren, ist aber für die Liberalen das Zeichen, daß man den Zusammenhang zwischen Umwelt und Landwirtschaft nicht nur realisiert hat, sondern auch politisch umsetzen will. Deshalb irritiert es uns, daß es schon bei der Erstellung dieses Programms, Herr Bundesminister, Klagen von seiten des Bundesministeriums für Umwelt darüber gegeben hat, daß man sich zuwenig eingebunden gefühlt hat. Wieweit das jetzt wirklich richtig ist, sei dahingestellt. Diese Klagen hat es jedenfalls gegeben. Und die Evaluierung wäre eine Möglichkeit, hier verstärkt auch den Schulterschluß mit Ihrem Parteikollegen Bartenstein zu machen (Bundesminister Mag. Molterer: Ist auch vorgesehen!), um Umwelt und Landwirtschaft wesentlich stärker zu vernetzen und damit auch Entlastungen für unsere Umwelt herbeizuführen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Daher: Die Umwelthaftung ist von Ihnen, von den Regierungsparteien versprochen worden, sie ist aber nicht umgesetzt worden. Wenn das, Herr Abgeordneter Schwarzböck, was Sie gesagt haben, stimmt, daß der Herr Bundesminister, den auch wir von seiten der Liberalen schätzen, so gut ist, wie Sie es hier eingangs drei Minuten oder vier Minuten lang am Beginn Ihrer Rede dargestellt haben, wenn die Bundesregierung so gut ist, wie Sie es eingangs in Ihrer Rede drei oder vier Minuten lang dargestellt haben, dann kann es doch kein Problem sein, die Umwelthaftung und auch eine umfassende Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel in Österreich noch 1996, allenfalls 1997, umzusetzen und wirklich zu etablieren. Wenn Sie das angehen, werden Sie jedenfalls – aktionistisch oder nicht aktionistisch – die Unterstützung der Liberalen haben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Meisinger.
Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Landwirtschaftsdebatten werden meistens recht emotionell geführt. Das zeigt, daß Interesse an dieser Materie vorhanden ist. Nur: Einer meiner Vorredner hat die Befreiung der Bauern von den Kammerzwängen gefordert. – Haben Sie nicht mitbekommen, daß die Bauern mit sehr großer Mehrheit für das Beibehalten der Kammern gestimmt haben? (Zwischenruf des Abg. Meisinger. ) In Tirol zum Beispiel haben sich 97 Prozent dafür ausgesprochen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Katharina Horngacher (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Landwirtschaftsdebatten werden meistens recht emotionell geführt. Das zeigt, daß Interesse an dieser Materie vorhanden ist. Nur: Einer meiner Vorredner hat die Befreiung der Bauern von den Kammerzwängen gefordert. – Haben Sie nicht mitbekommen, daß die Bauern mit sehr großer Mehrheit für das Beibehalten der Kammern gestimmt haben? (Zwischenruf des Abg. Meisinger. ) In Tirol zum Beispiel haben sich 97 Prozent dafür ausgesprochen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold.
Die Struktur der österreichischen Landwirtschaft ist sehr unterschiedlich: angefangen vom extremen Berghof bis zum großen Gutsbetrieb in der Gunstlage. Ich bin hier als Vertreterin der kleinstrukturierten Landwirtschaft und Bergbauern Tirols. (Zwischenruf des Abg. Ing. Reichhold. )
Beifall bei der ÖVP.
Zur Existenzsicherung unserer kleinstrukturierten Betriebe wäre die Einführung von Sockelbeträgen notwendig, und die Grünlandförderung muß ausgebaut werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es ist heute von Billigprodukten gesprochen worden, die wir herstellen – es war Herr Abgeordneter Gradwohl. Ich möchte Ihnen eines sagen: Wir stellen keine Billigprodukte her, wir bekommen nur leider für unsere sehr guten Produkte einen sehr billigen Preis, und das kommt daher, weil die Handelsketten mit unseren Produkten werben und sie als Lockartikel verwenden. Und das finde ich nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Herr Barmüller hat vorhin vom Profit gesprochen. Von den Weltmarktpreisen, die er in den Raum gestellt hat, können wir nicht leben. Wir müssen aber doch leben; es geht nicht nur darum, Profit zu machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich trete auch dafür ein, daß Dinge wie zum Beispiel die Käfighaltung von Hühnern europaweit abgeschafft gehören. (Beifall bei der ÖVP.) Dies ist für mich schon Tierquälerei. Aber es muß dann einen anderen Eierpreis geben. Den österreichischen Bauern immer neue, zusätzliche Belastungen aufzubürden und gleichzeitig billige Nahrungsmittel aus anderen Ländern zu importieren, das kann wohl nicht der richtige Weg sein. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Jawohl! Das ist der Punkt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Jawohl! Das ist der Punkt!
Ich trete auch dafür ein, daß Dinge wie zum Beispiel die Käfighaltung von Hühnern europaweit abgeschafft gehören. (Beifall bei der ÖVP.) Dies ist für mich schon Tierquälerei. Aber es muß dann einen anderen Eierpreis geben. Den österreichischen Bauern immer neue, zusätzliche Belastungen aufzubürden und gleichzeitig billige Nahrungsmittel aus anderen Ländern zu importieren, das kann wohl nicht der richtige Weg sein. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Ing. Reichhold: Jawohl! Das ist der Punkt!)
Beifall bei der ÖVP.
Ich wehre mich vehement dagegen, daß die Bauern von gewissen Leuten immer wieder als Tierquäler hingestellt werden. Während die Bäuerin und der Bauer jeden Tag meist bereits um 5 Uhr früh ihre Tiere im Stall füttern und pflegen, liegen gerade diese Menschen noch stundenlang in ihren Betten. (Beifall bei der ÖVP.) Und denken sich nichts dabei, wenn sie einen Goldfisch im Gurkenglas haben und einen Hund in einer engen Wohnung im 7. Stock halten oder bei glühender Hitze im Auto auf Urlaub mitschleppen. (Abg. Dr. Khol: So ist es!)
Abg. Dr. Khol: So ist es!
Ich wehre mich vehement dagegen, daß die Bauern von gewissen Leuten immer wieder als Tierquäler hingestellt werden. Während die Bäuerin und der Bauer jeden Tag meist bereits um 5 Uhr früh ihre Tiere im Stall füttern und pflegen, liegen gerade diese Menschen noch stundenlang in ihren Betten. (Beifall bei der ÖVP.) Und denken sich nichts dabei, wenn sie einen Goldfisch im Gurkenglas haben und einen Hund in einer engen Wohnung im 7. Stock halten oder bei glühender Hitze im Auto auf Urlaub mitschleppen. (Abg. Dr. Khol: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP.
Unsere Bauern schützen die Landschaft, sie pflegen die Tiere, sie leisten für die Volkswirtschaft und für die Gesellschaft Unverzichtbares. Wir lassen uns solche Diffamierungen auf Dauer nicht mehr gefallen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Stummvoll: Wir auch!
Ich bin froh, daß wir einen solchen ÖVP-Landwirtschaftsminister haben (Abg. Dr. Stummvoll: Wir auch!), mit dem wir in eine gute Zukunft gehen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bin froh, daß wir einen solchen ÖVP-Landwirtschaftsminister haben (Abg. Dr. Stummvoll: Wir auch!), mit dem wir in eine gute Zukunft gehen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Auch keinen Vogel?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, auch als Nichtagrarier, wenn es erlaubt und gestattet ist, zu landwirtschaftlichen Problemen zu reden. Ich gestehe, ich habe keinen Fisch im Gurkenglas, auch kein Tier, das ich auf Urlaubsreisen quäle. Ich stehe sogar relativ früh auf, auch wenn ich zugebe (Abg. Dr. Khol: Auch keinen Vogel?) – keinen Vogel! (Abg. Dr. Khol: Sie haben keinen Vogel!) –, daß ich wahrscheinlich nicht so früh aufstehe, wie manche Agrarier das müssen. Das allein kann mich aber nicht davon abhalten, werte Kollegin Horngacher, auch als Nichtagrarier und Nicht-Tierhalter über die Probleme der Tierhaltung zu sprechen.
Abg. Dr. Khol: Sie haben keinen Vogel!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte die Gelegenheit wahrnehmen, auch als Nichtagrarier, wenn es erlaubt und gestattet ist, zu landwirtschaftlichen Problemen zu reden. Ich gestehe, ich habe keinen Fisch im Gurkenglas, auch kein Tier, das ich auf Urlaubsreisen quäle. Ich stehe sogar relativ früh auf, auch wenn ich zugebe (Abg. Dr. Khol: Auch keinen Vogel?) – keinen Vogel! (Abg. Dr. Khol: Sie haben keinen Vogel!) –, daß ich wahrscheinlich nicht so früh aufstehe, wie manche Agrarier das müssen. Das allein kann mich aber nicht davon abhalten, werte Kollegin Horngacher, auch als Nichtagrarier und Nicht-Tierhalter über die Probleme der Tierhaltung zu sprechen.
Abg. Schwarzenberger: Die Schweiz hat nur mehr 80 000 Bauern, Österreich hat 250 000 Bauern!
Sie sagen, der Entschließungsantrag des Abgeordneten Wabl würde die österreichische Landwirtschaft schädigen. Ich möchte Sie darauf verweisen, daß die Durchführung einer entsprechenden Deklaration beziehungsweise die Umstellung der Eierproduzenten auf artgerechte Haltung in der Schweiz dazu geführt hat, daß die Schweiz diesbezüglich vorbildlich ist. Und mir ist nicht bekannt, daß das Bauernsterben in der Schweiz dadurch beschleunigt worden wäre. (Abg. Schwarzenberger: Die Schweiz hat nur mehr 80 000 Bauern, Österreich hat 250 000 Bauern!) Aber Sie werden mit Ihrer Politik in einem rapiden Tempo dazu beitragen, daß von den 250 000 Bauern in Österreich wenig überbleiben.
Abg. Schwarzenberger: Das war zwischen 1938 und 1945! Da sind diese Ausdrucksweisen der menschlichen "Entsorgung" gewesen!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Ich ersuche Sie: Sorgen Sie dafür, daß diese Geschäftsführung "entsorgt" wird, sorgen Sie aber auch dafür ... (Abg. Schwarzenberger: Das war zwischen 1938 und 1945! Da sind diese Ausdrucksweisen der menschlichen "Entsorgung" gewesen!) Aber, Herr Kollege, Sie wissen doch ganz genau, was damit gemeint ist. (Abg. Tichy-Schreder: Die Wortwahl spielt eine Rolle!) Sie werden mir doch nicht unterstellen wollen (Abg. Tichy-Schreder: Den anderen unterstellen Sie es!), daß in diesem Zusammenhang etwas anderes gemeint war, als daß diese Geschäftsführung entlassen werden soll. Ich habe den Tatbestand genau beschrieben: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird! Es geht um Versorgung, und insoferne ist Entsorgung ein Wortspiel, aber vielleicht ist das für Sie nicht das richtige, das gebe ich schon zu. Ich sage also: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird. (Zwischenruf.) Sie haben die Möglichkeit, sich zu äußern! Ich meine, es ist dies ein Problem, das die Landwirtschaft und den Landwirtschaftsminister zu interessieren hat. Damit bin ich beim letzten Thema, das ich ansprechen will – auch aus Konsumentensicht will ich diese Chance nutzen –, das ist der Bereich BSE. Mich hat schon beeindruckt, was Herr Kollege Firlinger vom Liberalen Forum heute demonstriert hat, nämlich daß es selbstverständlich nach wie vor in Österreich möglich ist, Tiermehl zu verfüttern, zwar nicht an Wiederkäuer, aber für alle anderen Tiergruppen ist es offensichtlich denkbar. Und nach meinem Dafürhalten hat er auch aus
Abg. Tichy-Schreder: Die Wortwahl spielt eine Rolle!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Ich ersuche Sie: Sorgen Sie dafür, daß diese Geschäftsführung "entsorgt" wird, sorgen Sie aber auch dafür ... (Abg. Schwarzenberger: Das war zwischen 1938 und 1945! Da sind diese Ausdrucksweisen der menschlichen "Entsorgung" gewesen!) Aber, Herr Kollege, Sie wissen doch ganz genau, was damit gemeint ist. (Abg. Tichy-Schreder: Die Wortwahl spielt eine Rolle!) Sie werden mir doch nicht unterstellen wollen (Abg. Tichy-Schreder: Den anderen unterstellen Sie es!), daß in diesem Zusammenhang etwas anderes gemeint war, als daß diese Geschäftsführung entlassen werden soll. Ich habe den Tatbestand genau beschrieben: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird! Es geht um Versorgung, und insoferne ist Entsorgung ein Wortspiel, aber vielleicht ist das für Sie nicht das richtige, das gebe ich schon zu. Ich sage also: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird. (Zwischenruf.) Sie haben die Möglichkeit, sich zu äußern! Ich meine, es ist dies ein Problem, das die Landwirtschaft und den Landwirtschaftsminister zu interessieren hat. Damit bin ich beim letzten Thema, das ich ansprechen will – auch aus Konsumentensicht will ich diese Chance nutzen –, das ist der Bereich BSE. Mich hat schon beeindruckt, was Herr Kollege Firlinger vom Liberalen Forum heute demonstriert hat, nämlich daß es selbstverständlich nach wie vor in Österreich möglich ist, Tiermehl zu verfüttern, zwar nicht an Wiederkäuer, aber für alle anderen Tiergruppen ist es offensichtlich denkbar. Und nach meinem Dafürhalten hat er auch aus
Abg. Tichy-Schreder: Den anderen unterstellen Sie es!
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Ich ersuche Sie: Sorgen Sie dafür, daß diese Geschäftsführung "entsorgt" wird, sorgen Sie aber auch dafür ... (Abg. Schwarzenberger: Das war zwischen 1938 und 1945! Da sind diese Ausdrucksweisen der menschlichen "Entsorgung" gewesen!) Aber, Herr Kollege, Sie wissen doch ganz genau, was damit gemeint ist. (Abg. Tichy-Schreder: Die Wortwahl spielt eine Rolle!) Sie werden mir doch nicht unterstellen wollen (Abg. Tichy-Schreder: Den anderen unterstellen Sie es!), daß in diesem Zusammenhang etwas anderes gemeint war, als daß diese Geschäftsführung entlassen werden soll. Ich habe den Tatbestand genau beschrieben: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird! Es geht um Versorgung, und insoferne ist Entsorgung ein Wortspiel, aber vielleicht ist das für Sie nicht das richtige, das gebe ich schon zu. Ich sage also: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird. (Zwischenruf.) Sie haben die Möglichkeit, sich zu äußern! Ich meine, es ist dies ein Problem, das die Landwirtschaft und den Landwirtschaftsminister zu interessieren hat. Damit bin ich beim letzten Thema, das ich ansprechen will – auch aus Konsumentensicht will ich diese Chance nutzen –, das ist der Bereich BSE. Mich hat schon beeindruckt, was Herr Kollege Firlinger vom Liberalen Forum heute demonstriert hat, nämlich daß es selbstverständlich nach wie vor in Österreich möglich ist, Tiermehl zu verfüttern, zwar nicht an Wiederkäuer, aber für alle anderen Tiergruppen ist es offensichtlich denkbar. Und nach meinem Dafürhalten hat er auch aus
Zwischenruf.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Ich ersuche Sie: Sorgen Sie dafür, daß diese Geschäftsführung "entsorgt" wird, sorgen Sie aber auch dafür ... (Abg. Schwarzenberger: Das war zwischen 1938 und 1945! Da sind diese Ausdrucksweisen der menschlichen "Entsorgung" gewesen!) Aber, Herr Kollege, Sie wissen doch ganz genau, was damit gemeint ist. (Abg. Tichy-Schreder: Die Wortwahl spielt eine Rolle!) Sie werden mir doch nicht unterstellen wollen (Abg. Tichy-Schreder: Den anderen unterstellen Sie es!), daß in diesem Zusammenhang etwas anderes gemeint war, als daß diese Geschäftsführung entlassen werden soll. Ich habe den Tatbestand genau beschrieben: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird! Es geht um Versorgung, und insoferne ist Entsorgung ein Wortspiel, aber vielleicht ist das für Sie nicht das richtige, das gebe ich schon zu. Ich sage also: Sorgen Sie dafür, daß sie entlassen wird. (Zwischenruf.) Sie haben die Möglichkeit, sich zu äußern! Ich meine, es ist dies ein Problem, das die Landwirtschaft und den Landwirtschaftsminister zu interessieren hat. Damit bin ich beim letzten Thema, das ich ansprechen will – auch aus Konsumentensicht will ich diese Chance nutzen –, das ist der Bereich BSE. Mich hat schon beeindruckt, was Herr Kollege Firlinger vom Liberalen Forum heute demonstriert hat, nämlich daß es selbstverständlich nach wie vor in Österreich möglich ist, Tiermehl zu verfüttern, zwar nicht an Wiederkäuer, aber für alle anderen Tiergruppen ist es offensichtlich denkbar. Und nach meinem Dafürhalten hat er auch aus
Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger.
Meine Damen und Herren von der ÖVP! Es gibt entsprechende Anträge von unserer Seite, Sie wissen das, Sie haben das in der Vergangenheit im Hauptausschuß immer niedergestimmt. Es war für Sie kein Problem, Tiermehl zu verfüttern, Sie haben das für richtig gehalten. Abgeordneter Wabl hat diesen Antrag im Hauptausschuß eingebracht, und Sie waren nicht imstande, dem zuzustimmen. (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Abg. Tichy-Schreder: Das würde ich Sie bitten!
Meine Damen und Herren! Sie müssen sich angewöhnen – auch wenn der Herr Bundeskanzler der Meinung ist, es sei ohnehin nur die Medienhysterie, die in diesem Bereich sozusagen die Wirkung erzeugt, daß die Leute erkranken –, diese Dinge etwas sachlicher zu beurteilen. (Abg. Tichy-Schreder: Das würde ich Sie bitten!)
Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Eiweißbestandteil!
Selbstverständlich wissen Sie, Herr Landwirtschaftsminister, so gut wie ich, daß nach dem derzeitigen Forschungsstand noch nicht einmal sicher ist, ob sich der Erreger beispielsweise nicht auch im Boden aufhalten kann. Es gibt genügend Forschungserkenntnisse darüber, daß der Erreger nicht nur im Tier sein muß, und nicht einmal da ist es sicher, ob er sich nur im Gehirn aufhält oder ob er nicht doch auch in den Blutbahnen sein kann. (Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Eiweißbestandteil!) Wenn das Tier entfernt wird, ist damit noch immer nicht sichergestellt, daß der Erreger verschwunden ist. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist ein Virus!)
Abg. Tichy-Schreder: Das ist ein Virus!
Selbstverständlich wissen Sie, Herr Landwirtschaftsminister, so gut wie ich, daß nach dem derzeitigen Forschungsstand noch nicht einmal sicher ist, ob sich der Erreger beispielsweise nicht auch im Boden aufhalten kann. Es gibt genügend Forschungserkenntnisse darüber, daß der Erreger nicht nur im Tier sein muß, und nicht einmal da ist es sicher, ob er sich nur im Gehirn aufhält oder ob er nicht doch auch in den Blutbahnen sein kann. (Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Eiweißbestandteil!) Wenn das Tier entfernt wird, ist damit noch immer nicht sichergestellt, daß der Erreger verschwunden ist. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist ein Virus!)
Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Eiweißbestandteil!
Es gibt einen seriösen japanischen Forscher, der den Rinderwahn in Großbritannien untersucht und den Erreger auch im Boden gefunden hat und dadurch feststellen konnte (Abg. Schwarzenberger: Das ist ein Eiweißbestandteil!) , daß der Erreger über die Wiese wieder an die Tiere weitergegeben wurde. Das ist das Problem!
Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.
Punkt 3: Setzen Sie – sofern das in Ihren Möglichkeiten steht – auch Maßnahmen, damit das Rindfleisch, das aus dem Ausland nach Österreich kommt, getestet werden kann. Die Möglichkeit, daß es sich dabei um britisches Rindfleisch handelt, können Sie nach allem, was wir wissen, nicht ausschließen, weil britisches Rindfleisch über seine Umtaufung auf holländisches oder sonstiges selbstverständlich nach wie vor nach Österreich kommen kann. Setzen Sie auch meinetwegen auf europäischer Ebene diesbezüglich Maßnahmen, damit dieses Rindfleisch getestet werden kann. – Darum ersuche ich Sie, Herr Minister! (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Sophie Bauer (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Beim heutigen Kapitel Land- und Forstwirtschaft möchte ich mich der problematischen Situation der Nebenerwerbsbauern zuwenden. Frau Abgeordnete Horngacher ist zwar jetzt nicht hier, aber ich kann ihr nur sagen – vielleicht hat sie nicht aufgepaßt –, daß sich Abgeordneter Gradwohl sehr wohl dafür einsetzt, daß die Qualität ihren Stellenwert hat und auch den nötigen Preis erzielt. Er ist sich auch mit Fischler darüber einig, daß Qualität Vorrang hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrter Herr Minister! Es wurde vor einiger Zeit eine Anfrage bezüglich der Verteilung der Förderungsgelder an Sie gerichtet. Leider sind aufgrund der diesbezüglichen Berichte nur negative Gerüchte im Umlauf. Zum Beispiel erhält ein Betrieb mit knapp 230 Hektar Ackerfläche eine Gesamtförderungssumme in der Höhe von 2,3 Millionen Schilling, ein Bergbauernhof in der Zone 4 bekommt hingegen nur 72 000 S, da er vor allem Grünland bewirtschaftet und Milchkühe hat, wofür es ja keine Förderungen gibt. Darum, sehr geehrter Herr Minister, sind wir auf die Veröffentlichung dieser Studie sehr gespannt. Sie haben heute gesagt, daß die Förderung vorbildlich gelungen ist – ich hoffe, daß sie sich auf diese Studie bezieht. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wir Sozialdemokraten treten auch für eine ökologische Landwirtschaft ein. Und wenn wir die Meldungen der letzten Tage bezüglich BSE hören, dann werden wir nur darin bestätigt, daß unsere Forderung nach artgerechter Tierhaltung der richtige Weg ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Gerade in Zeiten der Umstrukturierung ist es notwendig, den kleinen Bauern zu unterstützen, denn der Großbauer braucht unsere Hilfe nicht. Wir Sozialdemokraten werden deshalb alles tun, um soziale Ungleichheiten zu beseitigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wer hat Sie in den letzten Jahren daran gehindert, weniger Geld zu verschwenden und besser und sparsamer zu wirtschaften? (Beifall bei den Freiheitlichen.) Erklären Sie die Zugehörigkeit zu den reichsten Ländern einmal der zirka 1 Million Menschen in Österreich, die an oder unter der Armutsgrenze leben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dabei wurde das Parlament – bis auf diese kleinen Änderungen – von vornherein ausgeschaltet, denn es hieß von Haus aus, das Belastungspaket dürfe nicht aufgeschnürt werden. Mir kommt das so vor, als ob man den Koch eines Haubenlokals beauftragt, er müsse seinen Gästen anstatt eines vorzüglichen Essens ein Fast-food-Menü vorsetzen und dieses dann auch noch unter seinem Namen verkaufen beziehungsweise den Leuten präsentieren. Er würde sich das nicht gefallen lassen. Sie aber, meine sehr geehrten Damen und Herren von Rot und Schwarz, lassen sich das gefallen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Strukturanpassungsgesetze im Bereich der Landwirtschaft betreffen einerseits die Bundesämter und Bundesanstalten und andererseits das Weingesetz. In bezug auf die Bundesanstalten haben Sie es geschafft, eine Bundesanstalt wie Stadl Paura, die seit Maria Theresias Zeiten existiert, abzuwirtschaften, in den Abgrund zu führen. Sie haben es geschafft, diese Bundesanstalt, die wirtschaftliche Wirren und selbst die Kriegswirren überdauert hat, zum Zusperren zu bringen. Aber das ist nicht weiter verwunderlich, meine sehr geehrten Damen und Herren, denn jemand, der imstande ist, die DDSG, die ebenfalls die Kriegswirren überdauert hat, zu versenken, schafft Stadl Paura allemal mit links. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einfach stillschweigend nichts zu tun, ist einfach zu wenig. Herr Landwirtschaftsminister! Hier haben Sie Handlungsbedarf, und zwar akuten Handlungsbedarf. Das Weingesetz müßte so rasch wie möglich umfassend überarbeitet und den EU-Gesichtspunkten angepaßt werden (Beifall bei den Freiheitlichen) – zum Wohle unserer Bauern, damit sie in der EU konkurrenzfähig sind.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es soll dadurch gewährleistet sein, daß den Sachbearbeitern landwirtschaftlicher Bundesanstalten und Bundesämter beziehungsweise den Verfassern derartiger Studien die Veröffentlichung ihrer Arbeit in Eigenregie möglich gemacht wird, wenn der Bund, dem die Erstveröffentlichung zusteht, dieses Recht nicht in Anspruch nimmt. Herr Landwirtschaftsminister! Ich weiß schon, daß Ihnen diese Forderung unangenehm ist. Es steht aber hier das Wohl unserer Landwirtschaft auf dem Spiel, und es wird nicht gefragt, ob Ihnen etwas angenehm oder unangenehm ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir Freiheitlichen werden jedenfalls nicht zulassen, daß unsere Landwirtschaft auf dem Altar der EU geopfert wird, sondern wir werden uns dafür einsetzen, vor allem bei den Produktionsmitteln, daß unsere Landwirtschaft in der EU unter gleichen Wettbewerbsbedingungen bestehen kann! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger.
Abgeordneter Johann Kurzbauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Mut machen statt miesmachen – dieses Motto möchte ich vorwiegend an die Damen und Herren der Freiheitlichen richten. Mut machen statt mies machen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Meischberger. )
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Oberflächlich betrachtet müßte man meinen, daß die österreichische Landwirtschaft gegenüber den europäischen Ländern einen Wettbewerbsnachteil beziehungsweise keine Zukunftschancen hat. Andererseits zeigt aber die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik vom Jahr 1992 der Europäischen Union, daß Massenproduktion und Massentierhaltung keine Lösung für die Zukunft sind – daher der Weg der EU von der Produktionsstützung zur flächenbezogenen Ausgleichszahlung. Das ist also eine Lenkungsmaßnahme mit dem Erfolg, daß es heute in Europa keinen Getreideberg und keinen Milchsee gibt. Das zeigt aber auch, daß wir mit unserer Agrarpolitik und mit unserem Minister Molterer auf dem richtigen Weg sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir Bauern leisten aber auch einen Beitrag für die Umwelt. Meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn Sie in der jetzigen Frühlingszeit durch unser Land fahren, dann sehen Sie, welchen Beitrag unsere Bauern für die gesamte Gesellschaft leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich komme auch schon zum Schluß. Österreich geht nicht den Weg der Massenproduktion und der Massentierhaltung. Das Agrarbudget 1996 und 1997, meine sehr verehrten Damen und Herren, zeigt uns den Weg in die Zukunft! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Tichy-Schreder: Schneider heißt der!
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Strukturanpassungsgesetze in Summe treffen die Bauern gewaltig, zum einen im Familienbereich und zum zweiten im Sozialbereich. Im Husch-Pfusch-Verfahren wurden 98 Gesetze im Eilzugstempo durchgedrückt. Die Kollegen Schwarzenberger und Schwarzböck sprechen immer wieder vom Arbeitsplatz Bauernhof. Eine Arbeitsplatzvernichtung ist das! Die Studie von Professor Schweiger beweist es. (Abg. Tichy-Schreder: Schneider heißt der!) 1995 haben 5,5 Prozent Abwanderung in der Landwirtschaft stattgefunden, bei den Jungbauern, bei den zukünftigen Hoferben war es der doppelte Prozentsatz, über 10 Prozent. (Beifall den Freiheitlichen.)
Beifall den Freiheitlichen.
Abgeordneter Franz Koller (Freiheitliche): Hohes Haus! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Die Strukturanpassungsgesetze in Summe treffen die Bauern gewaltig, zum einen im Familienbereich und zum zweiten im Sozialbereich. Im Husch-Pfusch-Verfahren wurden 98 Gesetze im Eilzugstempo durchgedrückt. Die Kollegen Schwarzenberger und Schwarzböck sprechen immer wieder vom Arbeitsplatz Bauernhof. Eine Arbeitsplatzvernichtung ist das! Die Studie von Professor Schweiger beweist es. (Abg. Tichy-Schreder: Schneider heißt der!) 1995 haben 5,5 Prozent Abwanderung in der Landwirtschaft stattgefunden, bei den Jungbauern, bei den zukünftigen Hoferben war es der doppelte Prozentsatz, über 10 Prozent. (Beifall den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
"Der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft wird aufgefordert, den festgelegten Einstiegsstopp in das ÖPUL-Programm mangels rechtlicher Grundlage sofort zu widerrufen (Beifall bei den Freiheitlichen), auch jene Bauern nachträglich zu berücksichtigen, denen aufgrund von reinen Formfehlern in den Anträgen für 1995 keine Förderungen ausbezahlt wurden, alle bis 15. Mai 1996 gestellten Anträge von Neueinsteigern nach den bisher in Geltung befindlichen ÖPUL-Kriterien zu behandeln.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Durch Ihre Politik und Ihre Husch-Pfusch-Gesetze wird das Bauernsterben weitergehen! Sparpaket nennen Sie das? – Das ist ein Raubritterpaket! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schwarzenberger: Können Sie uns einen konkreten Fall geben, damit wir dem nachgehen können?
Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, die österreichische Wirtschaft hiebei zu unterstützen, daß österreichische Mittel verkauft werden können und daß wir gemeinsam verhindern, daß schwarz auf Umwegen über das Ausland Pflanzenschutzmittel auf den Markt gelangen, die nicht für uns bestimmt sind. Ich glaube auch nicht, daß unsere Bauern solche Mittel verwenden wollen, vielmehr meine ich, daß auch sie lieber österreichische Produkte verwenden. (Abg. Schwarzenberger: Können Sie uns einen konkreten Fall geben, damit wir dem nachgehen können?) Ich kann Ihnen nachher den Brief von der OMV gerne zur Verfügung stellen, in dem das alles aufgelistet ist. (Abg. Schwarzenberger: Wir müssen der Sache nachgehen!) Selbstverständlich. (Abg. Schwarzenberger: Was verboten ist, ist verboten!) Ich weiß auch, daß Sie das gerne machen wollen. Wir können das nur gemeinsam machen, damit wir erreichen, daß unser Grundwasser nicht noch weiter mit solchen Schadstoffen belastet wird.
Abg. Schwarzenberger: Wir müssen der Sache nachgehen!
Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, die österreichische Wirtschaft hiebei zu unterstützen, daß österreichische Mittel verkauft werden können und daß wir gemeinsam verhindern, daß schwarz auf Umwegen über das Ausland Pflanzenschutzmittel auf den Markt gelangen, die nicht für uns bestimmt sind. Ich glaube auch nicht, daß unsere Bauern solche Mittel verwenden wollen, vielmehr meine ich, daß auch sie lieber österreichische Produkte verwenden. (Abg. Schwarzenberger: Können Sie uns einen konkreten Fall geben, damit wir dem nachgehen können?) Ich kann Ihnen nachher den Brief von der OMV gerne zur Verfügung stellen, in dem das alles aufgelistet ist. (Abg. Schwarzenberger: Wir müssen der Sache nachgehen!) Selbstverständlich. (Abg. Schwarzenberger: Was verboten ist, ist verboten!) Ich weiß auch, daß Sie das gerne machen wollen. Wir können das nur gemeinsam machen, damit wir erreichen, daß unser Grundwasser nicht noch weiter mit solchen Schadstoffen belastet wird.
Abg. Schwarzenberger: Was verboten ist, ist verboten!
Ich bitte Sie, Herr Bundesminister, die österreichische Wirtschaft hiebei zu unterstützen, daß österreichische Mittel verkauft werden können und daß wir gemeinsam verhindern, daß schwarz auf Umwegen über das Ausland Pflanzenschutzmittel auf den Markt gelangen, die nicht für uns bestimmt sind. Ich glaube auch nicht, daß unsere Bauern solche Mittel verwenden wollen, vielmehr meine ich, daß auch sie lieber österreichische Produkte verwenden. (Abg. Schwarzenberger: Können Sie uns einen konkreten Fall geben, damit wir dem nachgehen können?) Ich kann Ihnen nachher den Brief von der OMV gerne zur Verfügung stellen, in dem das alles aufgelistet ist. (Abg. Schwarzenberger: Wir müssen der Sache nachgehen!) Selbstverständlich. (Abg. Schwarzenberger: Was verboten ist, ist verboten!) Ich weiß auch, daß Sie das gerne machen wollen. Wir können das nur gemeinsam machen, damit wir erreichen, daß unser Grundwasser nicht noch weiter mit solchen Schadstoffen belastet wird.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kaiser
Ein Beispiel: Um ein Kilo Atrazin aus dem Trinkwasser zu entfernen, müssen 20 Millionen Schilling aufgewendet werden. Der Verursacher – die Landwirtschaft in diesem Fall – bleibt ungeschoren (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kaiser ), ein Mißstand, Kollege Kaiser, den der Rechnungshof bereits 1993 kritisiert hat. Während für Haushalte strenge Bestimmungen gelten, brauchen Landwirte keinen Kanalanschluß. Ich bin der Meinung, daß man Vorsorge treffen sollte, daß es auch bei landwirtschaftlichen Anwesen Kanalanschlüsse gibt, damit nicht Waschmittelrückstände und so weiter aus den Abwässern in den Boden eindringen. Das kann den Bauern ja nur helfen. (Abg. Aumayr: Aber den Klärschlamm sollen wir wieder ausbringen, Kollege!) Frau Kollegin Aumayr, ich komme gleich darauf zurück.
Abg. Aumayr: Aber den Klärschlamm sollen wir wieder ausbringen, Kollege!
Ein Beispiel: Um ein Kilo Atrazin aus dem Trinkwasser zu entfernen, müssen 20 Millionen Schilling aufgewendet werden. Der Verursacher – die Landwirtschaft in diesem Fall – bleibt ungeschoren (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Kaiser ), ein Mißstand, Kollege Kaiser, den der Rechnungshof bereits 1993 kritisiert hat. Während für Haushalte strenge Bestimmungen gelten, brauchen Landwirte keinen Kanalanschluß. Ich bin der Meinung, daß man Vorsorge treffen sollte, daß es auch bei landwirtschaftlichen Anwesen Kanalanschlüsse gibt, damit nicht Waschmittelrückstände und so weiter aus den Abwässern in den Boden eindringen. Das kann den Bauern ja nur helfen. (Abg. Aumayr: Aber den Klärschlamm sollen wir wieder ausbringen, Kollege!) Frau Kollegin Aumayr, ich komme gleich darauf zurück.
Abg. Ing. Reichhold: Guter Vorschlag!
Daher möchte ich die Conclusio ziehen und den Herrn Bundesminister bitten, den weiteren Ausbau der Kläranlagen zu stoppen, nicht weiter Kläranlagen zu verlangen und zu sagen: 85 Prozent sind zu wenig, wir wollen 90 Prozent und mehr haben. (Abg. Ing. Reichhold: Guter Vorschlag!) In Wien zum Beispiel kostet die Erhöhung des Klärgrades – wir haben über 80 Prozent Klärgrad, jetzt sollen wir 95 bekommen – allein 4 Milliarden Schilling. Wir wissen nicht mehr, wohin mit dem Klärschlamm; darum komme ich gerne auf Sie zurück. Wenn wir diese 4 Milliarden zum Beispiel dafür verwenden würden, das Grundwasser im Gartenanbaugebiet Wien zu sanieren und auch zu sichern, wären sie sicherlich viel besser angewandt. (Abg. Ing. Reichhold: Guter Vorschlag!)
Abg. Ing. Reichhold: Guter Vorschlag!
Daher möchte ich die Conclusio ziehen und den Herrn Bundesminister bitten, den weiteren Ausbau der Kläranlagen zu stoppen, nicht weiter Kläranlagen zu verlangen und zu sagen: 85 Prozent sind zu wenig, wir wollen 90 Prozent und mehr haben. (Abg. Ing. Reichhold: Guter Vorschlag!) In Wien zum Beispiel kostet die Erhöhung des Klärgrades – wir haben über 80 Prozent Klärgrad, jetzt sollen wir 95 bekommen – allein 4 Milliarden Schilling. Wir wissen nicht mehr, wohin mit dem Klärschlamm; darum komme ich gerne auf Sie zurück. Wenn wir diese 4 Milliarden zum Beispiel dafür verwenden würden, das Grundwasser im Gartenanbaugebiet Wien zu sanieren und auch zu sichern, wären sie sicherlich viel besser angewandt. (Abg. Ing. Reichhold: Guter Vorschlag!)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Schwarzenberger .
Daher möchte ich vorschlagen, daß wir dieses Geld übernehmen, aber nicht mehr weiter für Kläranlagen zur Verfügung stellen, sondern für die Sicherung und Sanierung des Grundwassers nützen. Das brauchen wir ganz einfach in Österreich. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Schwarzenberger .)
Abg. Kröll: Wer ist denn dort Finanzlandesrat?
Es kann daher nicht sein, daß die Wiener eine richtige Waldbewirtschaftung zum Beispiel im Gebiet des Hochschwabs durchführen, den Wildbestand drastisch reduzieren, jährlich 70 Millionen Schilling für eine naturnahe Waldbewirtschaftung ausgeben und dafür jetzt von der Steiermark aufgefordert werden, Geld für das Wasser zu bezahlen, das sie dem eigenen Grund und Boden, den sie anständig bewirtschaften, entnehmen. Auch das muß gestoppt werden, auch das muß verhindert werden. (Abg. Kröll: Wer ist denn dort Finanzlandesrat?) Ich meine, die Wiener, die wirklich eine anständige Waldwirtschaft betreiben, haben nichts angestellt, wofür
Beifall bei der ÖVP.
Vieles muß aber auf EU-Ebene noch verbessert werden. Wir brauchen in der Kern-EU Schritte im Grünlandbereich, die zu flächen- und verstärkt tiergebundenen Prämien führen, wie wir sie im Ackerbau schon haben. Als Sofortmaßnahme ist zu fordern – diesbezüglich unterstütze ich die Präsidentenkonferenz –, daß die EU-Mastprämien im Grünlandbereich nachgebessert werden. Ich fordere daher auch die Einführung einer Mastprämie für weibliche Rinder, um die Einkommensverluste durch die Negativwerbung für Fleisch zu korrigieren. Im Sinne einer flächendeckenden Bewirtschaftung des Landes sollen damit auch Arbeitsplätze erhalten werden. Denn eines muß klar sein: Der Arbeitsmarkt verträgt keine zusätzliche Abwanderung aus den ländlichen Gebieten. Grünlandbetriebe verfügen in der Regel über geringe Flächenausstattung und brauchen gerade jetzt unsere Unterstützung. Das finanzielle Gewicht sollte daher tragbar sein. Einzufordern ist aber gerade deshalb eine entsprechende existenzsichernde Dotierung der zu schaffenden Maßnahmen, um der Strukturkrise entgegenzuwirken. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die europaweite Vertrauenskrise beim Fleischkonsum hat dazu geführt, daß die Rinderpreise in diesen Tagen neuerlich verfallen sind. Unsere Bauern zahlen neuerlich einen hohen Preis für Fehler, die in Österreich nie begangen wurden. Ich meine daher, daß die österreichischen Konsumenten zu Recht auf die Herkunft des Fleisches achten. Der Konsument will wissen, woher seine Lebensmittel kommen. Minister Molterer schlägt eine genaue Herkunftsbezeichnung bis zum Bauernhof vor, die für den Konsumenten beim Kauf nachvollziehbar sein muß. Diese Linie ist zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Aber für die österreichischen Bauern hat er nichts erreicht!
Zu begrüßen ist die Förderung durch Sektorpläne zum Beispiel im Bereich der Erzeugergemeinschaften und bei den 5b-Maßnahmen. Für Sektorpläne und Erzeugergemeinschaften sind für die Jahre 1996 und 1997 mehr als 400 Millionen Schilling vorgesehen. Ich danke Herrn Bundesminister Molterer für seine konsequente Politik im Interesse der Landwirtschaft und der Fleischkonsumenten. Besonders seine harte Haltung beim BSE-Sondergipfel der Agrarminister möchte ich hervorheben. (Abg. Ing. Reichhold: Aber für die österreichischen Bauern hat er nichts erreicht!) Gemeinsam mit Agrarkommissär Fischler vertritt er eine harte Haltung hinsichtlich Hormonverbot, in das jetzt auch Wachstumsförderer bei der Mast eingeschlossen wurden.
Beifall bei der ÖVP und der Abg. Tegischer.
Ebenso unterstütze ich unseren Bundesminister in seiner harten Haltung gegenüber den unsinnigen und den Wünschen der Verbraucher zuwiderlaufenden Bestrebungen, herbizidresistenten Mais über die Gentechnik auf den Markt zu bringen. (Beifall bei der ÖVP und der Abg. Tegischer. )
Beifall des Abg. Kurzbauer .
Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Gemeinsamen Marktes ersuche ich Bundesminister Molterer, vehement für den Erhalt der EU-weiten Quotenregelung insbesondere bei der Milch auch für die Zeit nach 2000 einzutreten. (Beifall des Abg. Kurzbauer .) Die immer wieder auftauchende Frage der Renationalisierung der Ausgleichszahlungen im Agrarbereich ist ebenso abzulehnen, denn sie widerspricht dem Geist des Gemeinsamen Binnenmarktes. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Mein Gott!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Mein Gott!
Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung des Gemeinsamen Marktes ersuche ich Bundesminister Molterer, vehement für den Erhalt der EU-weiten Quotenregelung insbesondere bei der Milch auch für die Zeit nach 2000 einzutreten. (Beifall des Abg. Kurzbauer .) Die immer wieder auftauchende Frage der Renationalisierung der Ausgleichszahlungen im Agrarbereich ist ebenso abzulehnen, denn sie widerspricht dem Geist des Gemeinsamen Binnenmarktes. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Aumayr: Mein Gott!)
Abg. Aumayr: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!
Es erweist sich jetzt als besonders vorteilhaft, daß unser Verhandlungsteam in Brüssel ein gutes Ergebnis erzielt hat. Zwei Punkte sind besonders hervorzuheben: die Sicherheit durch das Umweltprogramm (Abg. Aumayr: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!) und die guten Entwicklungschancen im Bereich der Ziel-5b-Gebiete. Vor allem letztere werden ... (Abg. Ing. Reichhold: Von was redet der?) Das ist typisch für Sie, weil Sie sich im Agrarbereich überhaupt nicht auskennen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) , wenn Sie so reagieren: Von was redet der? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Ing. Reichhold: Von was redet der?
Es erweist sich jetzt als besonders vorteilhaft, daß unser Verhandlungsteam in Brüssel ein gutes Ergebnis erzielt hat. Zwei Punkte sind besonders hervorzuheben: die Sicherheit durch das Umweltprogramm (Abg. Aumayr: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!) und die guten Entwicklungschancen im Bereich der Ziel-5b-Gebiete. Vor allem letztere werden ... (Abg. Ing. Reichhold: Von was redet der?) Das ist typisch für Sie, weil Sie sich im Agrarbereich überhaupt nicht auskennen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) , wenn Sie so reagieren: Von was redet der? (Beifall bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen
Es erweist sich jetzt als besonders vorteilhaft, daß unser Verhandlungsteam in Brüssel ein gutes Ergebnis erzielt hat. Zwei Punkte sind besonders hervorzuheben: die Sicherheit durch das Umweltprogramm (Abg. Aumayr: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!) und die guten Entwicklungschancen im Bereich der Ziel-5b-Gebiete. Vor allem letztere werden ... (Abg. Ing. Reichhold: Von was redet der?) Das ist typisch für Sie, weil Sie sich im Agrarbereich überhaupt nicht auskennen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) , wenn Sie so reagieren: Von was redet der? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Es erweist sich jetzt als besonders vorteilhaft, daß unser Verhandlungsteam in Brüssel ein gutes Ergebnis erzielt hat. Zwei Punkte sind besonders hervorzuheben: die Sicherheit durch das Umweltprogramm (Abg. Aumayr: Machen Sie sich doch nicht lächerlich!) und die guten Entwicklungschancen im Bereich der Ziel-5b-Gebiete. Vor allem letztere werden ... (Abg. Ing. Reichhold: Von was redet der?) Das ist typisch für Sie, weil Sie sich im Agrarbereich überhaupt nicht auskennen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen) , wenn Sie so reagieren: Von was redet der? (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie sind gerade wieder dabei, die Bauern falsch zu informieren. Dann ergeht es Ihnen wieder genauso, wie man aus der Kärntner Region hört, daß dort nicht alle Bauern angesucht hätten. Und genau in diese Richtung argumentieren Sie auch jetzt wieder. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich ersuche deshalb, unsere Bauern richtig zu informieren, damit sie die Ausgleichszahlungen letztendlich auch ausbezahlt bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie sind gerade wieder dabei, die Bauern falsch zu informieren. Dann ergeht es Ihnen wieder genauso, wie man aus der Kärntner Region hört, daß dort nicht alle Bauern angesucht hätten. Und genau in diese Richtung argumentieren Sie auch jetzt wieder. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich ersuche deshalb, unsere Bauern richtig zu informieren, damit sie die Ausgleichszahlungen letztendlich auch ausbezahlt bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Aumayr: Wo ist der Hartwährungsausgleich? Wo ist er denn?
Auch der Währungsausgleich ist gerade aufgrund des Verfalles des Lirakurses ein ganz besonders wichtiger Aspekt, ein wichtiger Punkt für die Gegenwart, natürlich aber auch für die Zukunft, wenn man bedenkt, daß die italienische Lira seit 1970 um mehr als 83,8 Prozent an Wert verloren hat. (Abg. Aumayr: Wo ist der Hartwährungsausgleich? Wo ist er denn?) Italien ist für uns nun einmal ein wichtiger Handelspartner, aber das schlägt sich immer wieder negativ auf den landwirtschaftlichen Bereich nieder.
Abg. Wenitsch: Das hätte schon längst gemacht werden sollen! Das ist schon viel zu spät!
Die Einbindung so wichtiger Handelspartner wie Italien in das gemeinsame Währungssystem sowie die Umsetzung eines fairen Währungsausgleiches, den besonders unsere Rinderhalter dringend brauchen, sind einfach wichtige Schritte, die jetzt getan werden müssen. (Abg. Wenitsch: Das hätte schon längst gemacht werden sollen! Das ist schon viel zu spät!)
Abg. Ing. Reichhold: Das Geld liegt in Brüssel, und wir holen es nicht ab!
Die Landwirtschaft – das ist aus den Strukturanpassungsgesetzen klar ableitbar – ist ein integraler Bestandteil der Gesamtwirtschaft. (Abg. Ing. Reichhold: Das Geld liegt in Brüssel, und wir holen es nicht ab!) Dort, wo die Landwirte in der Lage sind, Verarbeitungs- und Vermarktungsfunktionen im Sinne größtmöglicher Kundenorientierung, im Sinne der Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten zu übernehmen (Abg. Ing. Reichhold: Warum holt ihr das Geld nicht ab?) , werden mit diesem Strukturanpassungsgesetz notwendige Schritte gesetzt. –Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Fischler sagt was anderes!)
Abg. Ing. Reichhold: Warum holt ihr das Geld nicht ab?
Die Landwirtschaft – das ist aus den Strukturanpassungsgesetzen klar ableitbar – ist ein integraler Bestandteil der Gesamtwirtschaft. (Abg. Ing. Reichhold: Das Geld liegt in Brüssel, und wir holen es nicht ab!) Dort, wo die Landwirte in der Lage sind, Verarbeitungs- und Vermarktungsfunktionen im Sinne größtmöglicher Kundenorientierung, im Sinne der Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten zu übernehmen (Abg. Ing. Reichhold: Warum holt ihr das Geld nicht ab?) , werden mit diesem Strukturanpassungsgesetz notwendige Schritte gesetzt. –Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Fischler sagt was anderes!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Fischler sagt was anderes!
Die Landwirtschaft – das ist aus den Strukturanpassungsgesetzen klar ableitbar – ist ein integraler Bestandteil der Gesamtwirtschaft. (Abg. Ing. Reichhold: Das Geld liegt in Brüssel, und wir holen es nicht ab!) Dort, wo die Landwirte in der Lage sind, Verarbeitungs- und Vermarktungsfunktionen im Sinne größtmöglicher Kundenorientierung, im Sinne der Schaffung neuer Einkommensmöglichkeiten zu übernehmen (Abg. Ing. Reichhold: Warum holt ihr das Geld nicht ab?) , werden mit diesem Strukturanpassungsgesetz notwendige Schritte gesetzt. –Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Der Fischler sagt was anderes!)
Ruf bei der ÖVP: Auf Forststraßen!
Ein immer wieder aufgeworfenes Problem ist die sogenannte Wegerhalterhaftung, welche dem Waldbesitzer zumeist als Argumentationsgrundlage dient, um Mountainbiking auf Forststraßen nicht zuzulassen. Jedenfalls kann ich aus eigener Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgermeistern, Tourismusmanagern und Waldexperten sagen, daß die Meinungen der Forstleute zum Thema Radfahren auf Forststraßen nach wie vor sehr unterschiedlich sind. Immer mehr Bürgermeister und Tourismusexperten erkennen allerdings dabei auch eine Marktchance und sprechen sich für das Radfahren im Wald unter bestimmten Auflagen aus. (Ruf bei der ÖVP: Auf Forststraßen!) Selbstverständlich, Herr Kollege. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.
Ein immer wieder aufgeworfenes Problem ist die sogenannte Wegerhalterhaftung, welche dem Waldbesitzer zumeist als Argumentationsgrundlage dient, um Mountainbiking auf Forststraßen nicht zuzulassen. Jedenfalls kann ich aus eigener Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen mit Bürgermeistern, Tourismusmanagern und Waldexperten sagen, daß die Meinungen der Forstleute zum Thema Radfahren auf Forststraßen nach wie vor sehr unterschiedlich sind. Immer mehr Bürgermeister und Tourismusexperten erkennen allerdings dabei auch eine Marktchance und sprechen sich für das Radfahren im Wald unter bestimmten Auflagen aus. (Ruf bei der ÖVP: Auf Forststraßen!) Selbstverständlich, Herr Kollege. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Arnold, lädst uns auch ein?
Um die Haftungsfrage auf Forstwegen und beim Bergradeln zu lösen, müssen sich Forstbesitzer, Gemeinde- und Tourismusvertreter an einen Tisch setzen. Es geht darum, ein Modell zu entwerfen und umzusetzen, welches Rechtsunsicherheit vermeidet und Rechtsfolgen klar definiert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Arnold, lädst uns auch ein?) Na selbstverständlich. Auch bei euch gibt es Leute, die gerne radeln.
Zwischenruf des Abg. Kopf .
Kurz die wichtigsten Mountainbike-Übereinkommen mit den Österreichischen Bundesforsten. Als erstes möchte ich besonders einen am 14. Juli 1995 mit dem Land Oberösterreich abgeschlossenen Vertrag hervorheben, mit dem 300 Kilometer Forststraßen im landschaftlich attraktiven Salzkammergut für Radfahrer freigegeben werden konnten. Entgelt: 3,70 S netto pro Laufmeter und Saison. (Zwischenruf des Abg. Kopf .) Herr Kollege, auch in Vorarlberg gibt es Mountainbiker, und auch Tourismus ist in Vorarlberg gefragt, daher ist das auch für euch ein wichtiger Punkt für die Zukunft. (Abg. Kopf: Wir haben das Problem gerade gelöst!)
Abg. Kopf: Wir haben das Problem gerade gelöst!
Kurz die wichtigsten Mountainbike-Übereinkommen mit den Österreichischen Bundesforsten. Als erstes möchte ich besonders einen am 14. Juli 1995 mit dem Land Oberösterreich abgeschlossenen Vertrag hervorheben, mit dem 300 Kilometer Forststraßen im landschaftlich attraktiven Salzkammergut für Radfahrer freigegeben werden konnten. Entgelt: 3,70 S netto pro Laufmeter und Saison. (Zwischenruf des Abg. Kopf .) Herr Kollege, auch in Vorarlberg gibt es Mountainbiker, und auch Tourismus ist in Vorarlberg gefragt, daher ist das auch für euch ein wichtiger Punkt für die Zukunft. (Abg. Kopf: Wir haben das Problem gerade gelöst!)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jungbauern!
Meine Damen und Herren! Mountainbiking wird auch in Zukunft für den Tourismus wichtig sein. Ich glaube, wir sind es den jungen Menschen, den Gemeinden, dem Tourismus schuldig (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jungbauern!), und ich hoffe, daß alle dazu beitragen werden, daß dieses Problem gelöst wird. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer .) Du bist so gesund, daß ich das nicht dazusagen muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer .
Meine Damen und Herren! Mountainbiking wird auch in Zukunft für den Tourismus wichtig sein. Ich glaube, wir sind es den jungen Menschen, den Gemeinden, dem Tourismus schuldig (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jungbauern!), und ich hoffe, daß alle dazu beitragen werden, daß dieses Problem gelöst wird. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer .) Du bist so gesund, daß ich das nicht dazusagen muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Mountainbiking wird auch in Zukunft für den Tourismus wichtig sein. Ich glaube, wir sind es den jungen Menschen, den Gemeinden, dem Tourismus schuldig (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Jungbauern!), und ich hoffe, daß alle dazu beitragen werden, daß dieses Problem gelöst wird. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer .) Du bist so gesund, daß ich das nicht dazusagen muß. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine geschätzten Damen und Herren! Eine Umfrage unter Urlaubsgästen in Oberösterreich hat bestätigt, daß als Grund für die Wahl eines Urlaubsortes mit Abstand an erster Stelle die gepflegte Landschaft steht. Das heißt, der aktive Bauer, der nicht einmal in erster Linie vom Tourismus profitiert, trägt sehr wesentlich dazu bei, daß eine Region attraktiv bleibt. Dafür möchte ich von dieser Stelle aus den Bauern sehr, sehr herzlich danken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Grabner: Und ein gutes Fleisch!
Was wir dringend brauchen, meine sehr geehrten Damen und Herren, sind gleiche Wettbewerbsbedingungen für beide Betriebssparten, wobei ich der Meinung bin, daß wir nicht die Bestimmungen für Mostheurige auf das teilweise schikanöse Niveau der Gewerbebestimmungen für Gastwirte anheben sollten – es sollte eher umgekehrt der Fall sein. Jede der beiden Betriebsarten ist für den Tourismus im ländlichen Raum von großer Wichtigkeit und besonderer Bedeutung. Nur wenn alle Elemente in diesem Raum zusammenwirken, sind wir attraktiv für den Gast: die Landwirtschaft, die uns die Erholungsregion fürsorglich pflegt und erhält, die Wirtschaft, die mit attraktiven Angeboten dem Gast die Chance gibt, sein Geld in der Region auszugeben. (Abg. Grabner: Und ein gutes Fleisch!) Genau. Kollege Grabner hat es wahrscheinlich schon einige Male verkostet, und er ist auch zum Fan geworden.
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wesentliches Ziel dieses Strukturanpassungsgesetzes ist es, den Wirtschaftsstandort Österreich abzusichern. Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor. Durch dieses Gesetzeswerk werden die Voraussetzungen für eine gute Entwicklung geschaffen, sowohl für die Landwirtschaft wie auch für den Tourismus. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Madl: Der Kanzler braucht ja auch nicht zu sagen, wie er die 80 000 Arbeitsplätze schaffen wird!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nennen Sie uns bitte Ihren Umsetzungsvorschlag zu dieser Forderung oder sagen Sie uns, wie Sie diese von Ihnen geforderten Maßnahmen tatsächlich realisieren wollen. (Abg. Madl: Der Kanzler braucht ja auch nicht zu sagen, wie er die 80 000 Arbeitsplätze schaffen wird!) Frau Kollegin, sogar Österreichs Kommunisten haben sich von der Arbeitsplatzsicherung verabschiedet. Bitte nehmen Sie das in unserem System zur Kenntnis. (Abg. Madl: Es ist nicht zu fassen! Das ist ungeheuerlich! 80 000 Arbeitsplätze!)
Abg. Madl: Es ist nicht zu fassen! Das ist ungeheuerlich! 80 000 Arbeitsplätze!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nennen Sie uns bitte Ihren Umsetzungsvorschlag zu dieser Forderung oder sagen Sie uns, wie Sie diese von Ihnen geforderten Maßnahmen tatsächlich realisieren wollen. (Abg. Madl: Der Kanzler braucht ja auch nicht zu sagen, wie er die 80 000 Arbeitsplätze schaffen wird!) Frau Kollegin, sogar Österreichs Kommunisten haben sich von der Arbeitsplatzsicherung verabschiedet. Bitte nehmen Sie das in unserem System zur Kenntnis. (Abg. Madl: Es ist nicht zu fassen! Das ist ungeheuerlich! 80 000 Arbeitsplätze!)
Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Madl .
Frau Kollegin, das ist schon sehr stark, wie Sie das angehen. (Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Madl .) Sie kritisieren immer geschützte Arbeitsplätze, wenn es um die Privatindustrie geht, treten aber für den Schutz des Arbeitsplatzes in der Landwirtschaft ein. Aber Sie wissen ja selber, daß diese Maßnahmen nicht umsetzbar sind. (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, Sie machen es sich zu einfach.
Beifall bei der SPÖ.
Frau Kollegin, das ist schon sehr stark, wie Sie das angehen. (Anhaltende Zwischenrufe der Abg. Madl .) Sie kritisieren immer geschützte Arbeitsplätze, wenn es um die Privatindustrie geht, treten aber für den Schutz des Arbeitsplatzes in der Landwirtschaft ein. Aber Sie wissen ja selber, daß diese Maßnahmen nicht umsetzbar sind. (Beifall bei der SPÖ.) Ich glaube, Sie machen es sich zu einfach.
Beifall bei der SPÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren der Freiheitlichen! Im Jahr 1995 hat die Gesamtförderung von Bund, EU und Ländern mehr als 190 000 S pro Beschäftigtem ausgemacht, das wissen Sie doch ganz genau. Aber Ihre Forderungen sind – wie so oft – leicht verständlich, sie sind sehr einfach formuliert, aber sie sind nicht seriös, weil sie nicht durchführbar sind und weil sie vor allen Dingen, meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht finanziert werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Meisinger .
Ich glaube, daß gerade die landwirtschaftlichen Maßnahmen im Rahmen der 5b-Programme für die zukünftige Entwicklung des ländlichen Raums von ganz großer Bedeutung sein werden. Ich meine auch, daß sich für diese 5b-Gebiete große Chancen eröffnen werden. (Zwischenruf des Abg. Meisinger .) Es gibt ja bereits eine Reihe von Vorhaben, die zur Einreichung vorbereitet worden sind und in nächster Zukunft in Angriff genommen werden.
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestatten Sie mir, nachdem ja diese Woche schon sehr viel von der Rinderseuche BSE gesprochen wurde, noch zwei Sätze dazu. Jawohl, wir stehen zur schärfsten Überwachung des verhängten Importverbotes für britisches Rindfleisch. Die Auswirkungen der Seuche sind nicht absehbar, und daher gilt es, unbedingt vorzubeugen. Das ist ganz wichtig, meine sehr geehrten Damen und Herren, ich sage ja absichtlich "vorbeugen" und nicht "verunsichern". Das Beispiel England zeigt, daß Massentierhaltung in sogenannten Tierfabriken eine fatale Fehlentwicklung ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!
Gestatten Sie mir noch einen kleinen Exkurs in Richtung Forstwirtschaft. (Ruf bei den Freiheitlichen: Nein!) Doch, meine Damen und Herren! Ich möchte die Umstrukturierungsvorschläge für die Österreichischen Bundesforste ansprechen. In diesem Zusammenhang ist ja von einer Stiftung die Rede. Zumindest habe ich es so den Zeitungen und den anderen Medien entnommen, Herr Bundesminister.
Beifall bei der SPÖ.
Abschließend möchte ich festhalten, daß wir uns zum Unterstützungsmechanismus bekennen. Herr Präsident Schwarzböck! Wir gehen den Weg gemeinsam, aber – und ich sage das ganz deutlich – ökologische und soziale Gesichtspunkte müssen in Zukunft verstärkt einfließen können, denn nur so, meine sehr geehrten Damen und Herren, kann langfristig sichergestellt werden, daß unsere Landwirtschaft ihrer Ernährungsfunktion auf der einen Seite, aber auch dem Landschaftsschutz auf der anderen Seite gerecht werden kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Es ist dies genau das, was Frau Abgeordnete Horngacher gesagt hat, wozu Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, applaudiert haben. Ob die SPÖ applaudiert hat, weiß ich nicht. Ich weiß nur aufgrund von politischen Statements, daß Sie dem nicht abgeneigt sind. Wenn das schon ein so wichtiges Anliegen für uns alle ist, wie hier immer wieder betont wird, und wenn es nicht stimmt, daß Ihre Anliegen nicht umgesetzt werden, dann, meine Damen und Herren, könnten Sie ja diesem Entschließungsantrag zustimmen. Es wäre ein Zeichen jener Gemeinsamkeit, die Sie so oft in dieser Debatte in dieser Woche von der Opposition eingefordert haben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist der lebende Beweis dafür, daß ein an sich sympathischer Mensch nicht automatisch etwas Gescheites sagt!
Ich erwarte das vor allem deswegen, weil ich glaube, daß auch unser Minister Molterer einen wesentlichen Anteil daran hat, daß der Agrarbereich in Österreich funktioniert, und zwar so funktioniert, daß er mittlerweile europaweit, weltweit anerkannt und herzeigbar ist und deswegen die Leute auch herkommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Das ist der lebende Beweis dafür, daß ein an sich sympathischer Mensch nicht automatisch etwas Gescheites sagt!) Die Landwirtschaft bedeutet Lichtblick und Hoffnung für die Zukunft Europas, und zwar bei allen Menschen. Herr Abgeordneter Bauer! Sie sind auch ein lebender Beweis dafür!
Beifall bei der ÖVP.
Mißstände werden auf gesetzlichem Wege abgestellt, und es erfolgen Angleichungen, wenn dies im Laufe der Zeit notwendig wird. Aufgrund der Agrarpolitik der Österreichischen Volkspartei wird dies rechtzeitig und in verstärktem Maße auch getan. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir brauchen uns nicht mit anderen zu vergleichen, sondern wir müssen uns nur einmal bewußter umschauen. Dann werden wir sehen, was wir haben und was wir können. Das Wochenende steht vor der Tür, und nach dieser langen Woche werden Sie sicher – Sonnenschein ist angesagt – in das schöne Land, in den schönen bäuerlichen Bereich hinausfahren wollen, Sie werden ein Schluckerl Wein oder ein Glaserl Most trinken, die Spezialitäten essen, die Ruhe, die Luft und selbstverständlich auch das gute Wasser genießen. Irgendwann muß man sich auch ins Bewußtsein rufen, wie wertvoll das Wasser ist und daß eine Wasserabgabe sicherlich nicht ungerechtfertigt ist. Es ist besser, schon vorher darüber zu diskutieren als dann, wenn es zu spät ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wir geben Europa und der Welt vieles vor: unsere ökosoziale Marktwirtschaft, unseren ökosozialen Weg, ohne Rinderwahn, ohne Profitgier der Gen-Konzerne, ohne Ökowahn, dafür aber mit Minister Molterer und EU-Kommissär Fischler, der aufgrund der Tatsache, daß in Österreich so hervorragende Agrarpolitik betrieben wird, Europa, ja der ganzen Welt zeigt, wie es geht. Dank unseres Ministers Molterer bin ich durchaus zuversichtlich und optimistisch, daß sich die Landwirtschaft und die Agrarpolitik auf dem richtigen Weg befinden. Sie können machen und sagen, was Sie wollen, daran wird kein Weg vorbeiführen. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber es wäre schön, wenn Sie auch Alternativen vorschlagen würden, wie wir es besser machen könnten. Dann könnten wir vielleicht den Weg etwas schneller vorangehen. Dazu lade ich Sie schon jetzt ein und schließe damit meine Rede. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Zweytick! Ihnen als einem der sympathischsten Kollegen von der ÖVP muß ich sagen (Heiterkeit und Beifall): Die Rede, die Sie heute hier gehalten haben, war eine Wunschrede, und Sie wären prädestiniert dafür, Herr Kollege Zweytick, eine Rolle in der Serie "Universum" zu spielen. Mit Realität hat das, was Sie hier gesagt haben, überhaupt nichts zu tun. Wunschdenken ist das, reines Wunschdenken! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es wäre schön, wenn dieses Bild, das Sie von Österreich und Österreichs Landwirtschaft gezeichnet haben, Realität wäre. Aber wie sieht es denn wirklich aus?
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Zweytick! Ihnen als einem der sympathischsten Kollegen von der ÖVP muß ich sagen (Heiterkeit und Beifall): Die Rede, die Sie heute hier gehalten haben, war eine Wunschrede, und Sie wären prädestiniert dafür, Herr Kollege Zweytick, eine Rolle in der Serie "Universum" zu spielen. Mit Realität hat das, was Sie hier gesagt haben, überhaupt nichts zu tun. Wunschdenken ist das, reines Wunschdenken! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Es wäre schön, wenn dieses Bild, das Sie von Österreich und Österreichs Landwirtschaft gezeichnet haben, Realität wäre. Aber wie sieht es denn wirklich aus?
Abg. Dr. Khol: Nur kein Neid!
Es wurde heute eine Reihe von Lobreden für den Herrn ÖVP-Minister Molterer gehalten, von Herrn Kollegen Schwarzböck, auch von Frau Kollegin Horngacher. (Abg. Dr. Khol: Nur kein Neid!) Ich bin nicht neidisch, Kollege Khol. Ich kann Ihnen nur sagen, ich bin jetzt seit fünf Jahren im Hohen Haus (Abg. Dr. Khol: So alt sind Sie schon?) , und jedes Jahr gibt es bei der Budgetdebatte beim Kapitel Landwirtschaft Lobhudeleien für den zuständigen Minister. (Abg. Schieder: Nächstes Jahr nicht! Da gibt es kein Budget!) Das werden wir sehen. Sie werden schon wieder eine Möglichkeit finden. Es wurden auch Lobreden für jenen Minister angestimmt, der für die Bedingungen verantwortlich ist, unter denen Österreichs Bauern in die Europäische Union geführt worden sind.
Abg. Dr. Khol: So alt sind Sie schon?
Es wurde heute eine Reihe von Lobreden für den Herrn ÖVP-Minister Molterer gehalten, von Herrn Kollegen Schwarzböck, auch von Frau Kollegin Horngacher. (Abg. Dr. Khol: Nur kein Neid!) Ich bin nicht neidisch, Kollege Khol. Ich kann Ihnen nur sagen, ich bin jetzt seit fünf Jahren im Hohen Haus (Abg. Dr. Khol: So alt sind Sie schon?) , und jedes Jahr gibt es bei der Budgetdebatte beim Kapitel Landwirtschaft Lobhudeleien für den zuständigen Minister. (Abg. Schieder: Nächstes Jahr nicht! Da gibt es kein Budget!) Das werden wir sehen. Sie werden schon wieder eine Möglichkeit finden. Es wurden auch Lobreden für jenen Minister angestimmt, der für die Bedingungen verantwortlich ist, unter denen Österreichs Bauern in die Europäische Union geführt worden sind.
Abg. Schieder: Nächstes Jahr nicht! Da gibt es kein Budget!
Es wurde heute eine Reihe von Lobreden für den Herrn ÖVP-Minister Molterer gehalten, von Herrn Kollegen Schwarzböck, auch von Frau Kollegin Horngacher. (Abg. Dr. Khol: Nur kein Neid!) Ich bin nicht neidisch, Kollege Khol. Ich kann Ihnen nur sagen, ich bin jetzt seit fünf Jahren im Hohen Haus (Abg. Dr. Khol: So alt sind Sie schon?) , und jedes Jahr gibt es bei der Budgetdebatte beim Kapitel Landwirtschaft Lobhudeleien für den zuständigen Minister. (Abg. Schieder: Nächstes Jahr nicht! Da gibt es kein Budget!) Das werden wir sehen. Sie werden schon wieder eine Möglichkeit finden. Es wurden auch Lobreden für jenen Minister angestimmt, der für die Bedingungen verantwortlich ist, unter denen Österreichs Bauern in die Europäische Union geführt worden sind.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Es ist jener "Feinkost-Minister" Fischler, der jetzt, in dieser dramatischen Situation für Österreichs Rinderbauern, in Tirol eine Pressekonferenz gibt. Und was verkündet der ehemalige "Feinkost-Minister", der jetzt 400 000 S monatlich schwere EU-Kommissär in Tirol? Was ist seine Lieblingsspeise, Herr Kollege Schwarzböck? Ist die Lieblingsspeise des Herrn Kommissärs auch die Ihre? – Englisches Beef! Ist das auch Ihre Lieblingsspeise, Herr Kollege Schwarzböck? – Ich glaube das sofort. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Schieder: Aber das ist doch die Bezeichnung eines Fleischstückes und keines Landes!
Das muß man sich vorstellen: Dieser Kommissär verhängt ein Importverbot für englische Rinder und für englisches Rindfleisch und wirbt dann medial in Tirol für englisches Beef als seine Lieblingsspeise! (Abg. Schieder: Aber das ist doch die Bezeichnung eines Fleischstückes und keines Landes!) Nein, nein, Herr Kollege Schieder! In diesem Fall ist es dem Kommissär um etwas ganz anderes gegangen: Er wollte den Engländern Unterstützung signalisieren, das ist aber danebengegangen. Es ist deswegen danebengegangen, weil er vorher ein Importverbot für dieses Fleisch verhängt hat. Aber nachher geht er her und sagt, so ernst habe ich es nicht gemeint, ich esse es sowieso am liebsten.
Abg. Dr. Khol: Das war sehr gut!
Aber jener Minister Fischler – oder jetzt Kommissär – ist ja auch, vor allem von der ÖVP, für das großartige Verhandlungsergebnis, das er in Brüssel erzielt hat, gelobt worden. (Abg. Dr. Khol: Das war sehr gut!) Das war sehr gut, Herr Kollege Khol, es war sogar so gut, daß Sie jetzt
Abg. Dr. Khol: Die Besamungsanstalten meinen Sie!
Jetzt noch kurz zu dem eigentlichen heutigen Tagesordnungspunkt, zur Privatisierung der Bundesanstalten. (Abg. Dr. Khol: Die Besamungsanstalten meinen Sie!) Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren vor allem von der ÖVP und auch von der SPÖ! Wenn wir heute dieses Gesetz beschließen, muß Ihnen allen klar sein, daß die einzige Pferdezuchtanstalt, die es bis zur Stunde in Österreich gibt – die einzige, die es in Österreich gibt! –, liquidiert wird, sie wird nicht mehr weiterbestehen. Das muß man sich einmal vorstellen! Sie, Herr Kollege Schwarzenberger, nennen das Privatisierung. Sie wollen nichts anderes, als das Gelände mit möglichst hohem Profit verkaufen, damit Sie Ihre Budgetlöcher stopfen können, sonst gibt es kein Argument. Es ist Ihnen völlig egal, was mit der Pferdezucht in Österreich weiter passiert, es ist Ihnen völlig egal, ...
Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol – zur Rednerin –: Er kennt Sie!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Entschuldigung, bitte. Der Lärmpegel ist so hoch, daß ich nicht hören würde, falls es etwas gibt, was einen Ordnungsruf verdiente. (Heiterkeit. – Abg. Dr. Khol – zur Rednerin –: Er kennt Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (fortsetzend): Herr Kollege Schwarzenberger! Herr Kollege Schwarzböck! Alle Abgeordneten von ÖVP und SPÖ, die heute diese Änderung des Bundesanstaltengesetzes beschließen, sind mitverantwortlich dafür, daß es in Zukunft in Österreich keine staatliche Pferdezuchtanstalt mehr gibt, damit hört sie auf zu bestehen. Es ist kein Privater in der Lage, diesen Auftrag und diese Aufgabe weiterzuführen. Sie gefährden auch die Schule in Stadl Paura. Ja, es ist Ihnen völlig egal! Sie haben abgewirtschaftet, und jetzt stopfen wir Budgetlöcher. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Um 400 000 S monatlich könnte er auch österreichisches Rindfleisch kaufen!
Wenn Sie von Minister oder jetzt EU-Kommissär Fischler gesprochen haben, dann möchte ich schon sagen: Auch Fischler geht es darum, daß der Konsument wieder Vertrauen gewinnt. Ich kenne ihn sehr gut und kann Ihnen garantieren, er ißt nicht täglich englisches Steak, auch nicht in Brüssel! Das kann man vorweg sagen. (Abg. Ing. Reichhold: Um 400 000 S monatlich könnte er auch österreichisches Rindfleisch kaufen!)
Beifall bei der ÖVP.
Es geht darum, wieder Vertrauen zu schaffen, damit sich die Märkte erholen, die Bauern ihr Vieh verkaufen können und auch die Preise wieder besser werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Stadler: Ihr schreibt das den Bauern!
Wenn Sie die Leute abhalten und ihnen sagen: Reicht nicht ein, es ist sowieso alles Blödsinn, ihr bekommt nichts! (Abg. Mag. Stadler: Ihr schreibt das den Bauern!), und die Bauern dann empört sind, wenn sie plötzlich wirklich nichts bekommen, dann ist das ein Problem. Das ruiniert vermutlich einige Betriebe, aber das haben Sie selbst zu verantworten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wenn Sie die Leute abhalten und ihnen sagen: Reicht nicht ein, es ist sowieso alles Blödsinn, ihr bekommt nichts! (Abg. Mag. Stadler: Ihr schreibt das den Bauern!), und die Bauern dann empört sind, wenn sie plötzlich wirklich nichts bekommen, dann ist das ein Problem. Das ruiniert vermutlich einige Betriebe, aber das haben Sie selbst zu verantworten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Vielleicht eines in diesem Zusammenhang: Wären wir nicht EU-Mitglied, so würden die Italiener, die auch Schlachtungsrückgänge um 40 Prozent in den letzten Wochen zu verzeichnen hatten, wahrscheinlich die Grenzen dichtmachen, und dann hätten wir überhaupt keine Chance, irgendwo einen Absatz für unsere Ware zu finden. Ich glaube, das sollte man doch auch einmal anerkennen. (Beifall bei der ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Reichhold.
Ich verwahre mich gegen die Äußerung vom Kollegen Haider, in welcher er das AMA-Gütesiegel schlechtgemacht hat. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Reichhold. ) Man mag vielleicht als Handelspartner sagen, da muß man zuviel Kontrolle auf sich nehmen, aber denjenigen, die diese Kontrolle auf sich nehmen, zum Beispiel beim Verbot der Verfütterung von Tiermehl, werden es die Konsumenten lohnen, denn wer Fleisch mit Siegel kauft, der kann sicher sein, daß da nichts passieren kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich verwahre mich gegen die Äußerung vom Kollegen Haider, in welcher er das AMA-Gütesiegel schlechtgemacht hat. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Ing. Reichhold. ) Man mag vielleicht als Handelspartner sagen, da muß man zuviel Kontrolle auf sich nehmen, aber denjenigen, die diese Kontrolle auf sich nehmen, zum Beispiel beim Verbot der Verfütterung von Tiermehl, werden es die Konsumenten lohnen, denn wer Fleisch mit Siegel kauft, der kann sicher sein, daß da nichts passieren kann. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir arbeiten daran, ein Herkunftszeichen zu schaffen. Es gibt diesbezüglich Gespräche mit allen Marktpartnern. Leider ist eine große Handelskette bisher den Gesprächen ferngeblieben. Vielleicht könnten Sie da ein wenig Einfluß nehmen. Wenn wir alle an einem Tisch sitzen, wird es klappen, und dann wird der Konsument wieder Vertrauen haben und unser Markt wird in Ordnung sein. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Persönlich bin ich sehr froh, daß es auch Debatten gibt, wo sich im Verlauf der Diskussion herausstellt, daß doch da und dort ein Konsens möglich ist. Ich würde mir gerade im Agrarbereich öfter solche Situationen wünschen. Es ist erfreulich, daß diesem liberalen Antrag auch noch Abgeordnete anderer Fraktionen beigetreten sind. – Ich danke Ihnen vielmals. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Herbert Scheibner (fortsetzend): Herr Präsident! Vielleicht ist die Unruhe berechtigt, denn die Vorgangsweise, die wir hier in dieser Woche erleben mußten, nämlich daß wichtige Anträge in Bausch und Bogen vorgelegt wurden, erzeugt anscheinend Unruhe. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Hallo! Hallo!
Wir werden ja nächste Woche, dann, wenn wir das Budget beschließen, einige Nagelproben erleben können in bezug auf Äußerungen, die in den letzten Tagen von Vertretern der Regierungsparteien gemacht wurden. Ich erinnere da etwa an Aussagen über das Beschaffungswesen oder die Infrastruktur im Heer oder über das Budget. Herr Abgeordneter Amon von der ÖVP hat ja angekündigt, er werde sich für ein höheres Heeresbudget einsetzen. Nächste Woche hat er die Gelegenheit dazu. Er braucht ja nur dem jetzigen Katastrophenbudget, das uns vorgelegt wurde, seine Zustimmung zu verweigern. Aber immer nur in Sonntagsreden für die Landesverteidigung eintreten und dann mit den Bundesheergegnern und -abschaffern mitstimmen, das ist etwas zu wenig, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Murauer: Hallo! Hallo!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager .
Dem Klubobmann der sozialistischen Fraktion war es vorbehalten, einen versteckten Vorstoß zu machen, versteckt deshalb, weil er anscheinend geglaubt hat ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Frischenschlager .) Gott sei Dank haben wir das problematisiert, mein lieber Kollege Frischenschlager. Aber er hat halt geglaubt, jetzt, in Zeiten der Budgetdebatten, wird es vielleicht nicht auffallen, was denn der Hintergrund seiner Forderungen ist. Eine Reform der Nachrichtendienste und der Staatspolizei ist selbstverständlich notwendig; darüber kann man immer wieder diskutieren. Aber es war doch entlarvend, wie diese Diskussion wieder begonnen wurde.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was ist das versteckte Ziel dieser Reformdiskussion? – Das Ziel, Herr Kollege Elmecker, ist wieder einmal, ein weiteres Steinchen in ein Mosaik der Machtkonzentration zu legen, und zwar der Machtkonzentration Ihres Lagers, das sich gegen zukünftige Verluste von Wählerstimmen, von Mandaten absichern will, indem es auch in diesem Bereich die Fäden zieht. Ein Supergeheimdienst, dem Bundeskanzleramt unterstellt – meine Damen und Herren, eine wirklich gefährliche Drohung für alle rechtschaffenen Bürger in diesem Land! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Sie haben die Stellungnahme der ÖVP nicht gelesen!
Weil Kollege Murauer gefragt hat: Was hat das mit der ÖVP zu tun? – Sie sitzen in der Regierung, und es ist jetzt die Frage, ob Sie nicht wieder einmal der SPÖ auf den Leim gehen. (Abg. Murauer: Sie haben die Stellungnahme der ÖVP nicht gelesen!) Herr Kollege Murauer! Sie haben ja auch schon gesagt: Wir schaffen einen Verfassungsschutz! Das könnte dasselbe sein wie die Forderung der SPÖ, nur mit einer anderen Benamsung. (Zwischenruf des Abg. Murauer .) – Bitte? – Sie haben ohnehin nichts dazu zu sagen.
Zwischenruf des Abg. Murauer .
Weil Kollege Murauer gefragt hat: Was hat das mit der ÖVP zu tun? – Sie sitzen in der Regierung, und es ist jetzt die Frage, ob Sie nicht wieder einmal der SPÖ auf den Leim gehen. (Abg. Murauer: Sie haben die Stellungnahme der ÖVP nicht gelesen!) Herr Kollege Murauer! Sie haben ja auch schon gesagt: Wir schaffen einen Verfassungsschutz! Das könnte dasselbe sein wie die Forderung der SPÖ, nur mit einer anderen Benamsung. (Zwischenruf des Abg. Murauer .) – Bitte? – Sie haben ohnehin nichts dazu zu sagen.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Herr Kollege Elmecker, meine Damen und Herren von den Sozialdemokraten! Die schändlichsten Terrorakte, die schändlichsten Terroranschläge der letzten Zeit konnten nur deshalb nicht aufgeklärt werden – oder zumindest ist deren Aufklärung massiv behindert worden –, weil es in diesem Land Machtpolitiker gibt, die die Staatspolizei, die die Geheimdienste an einer ordentlichen Arbeit hindern können. Wenn das Ihre Reformbestrebungen sind, dieser Supergeheimdienst, werden Sie unseren entschiedenen Widerstand zur Kenntnis nehmen müssen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Ich glaube, daß die Nachrichtendienste und die Staatspolizei selbstverständlich reformbedürftig sind. Aber diese Reform darf nicht in irgendwelchen Parteizimmern oder Ministerien stattfinden, sondern die hat hier im Parlament stattzufinden (Beifall bei den Freiheitlichen), denn in dieser sensiblen Frage sind wir verantwortlich dafür, daß kein Mißbrauch getrieben werden kann, daß kein Mißbrauch und kein Eingriff in Grundrechte unserer Staatsbürger konstruiert werden kann.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Also auch hier zeigt sich ja, daß das alles nicht praktikabel ist und längst einer Reform zu unterziehen ist, einer Reform, die hier – ich sage es noch einmal –, im Parlament, angesiedelt werden muß, aber nicht dazu dienen darf, daß sich ein politisches Lager hier die Macht für die Zukunft sichert und die Grundrechte der österreichischen Staatsbürger gefährdet. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ziel dieser Maßnahmen ist es, unser Land wirtschaftlich standfest zu machen, Ziel ist es auch, mehr Gerechtigkeit in diesem Land zu schaffen und die ökologische Vernunft zu stärken. Das ist das eigentliche Ziel dieses Strukturanpassungsgesetzes. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Müdester Applaus der ÖVP!
Herr Bundesminister! Hier könnte eine Seilschaft mit einem Tiroler Bergführer an der Spitze sehr nützlich sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Müdester Applaus der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP
Meine Damen und Herren! Wir begrüßen die langfristigen Zielsetzungen der Einführung eines Road-pricing im höherrangigen Straßensystem. Es ist eine ökonomisch und ökologisch vernünftige Zielsetzung, gerade im Straßenverkehr nach dem Verursacherprinzip vorzugehen und die sozialen Kosten des Verkehrs den Verursachern zuzurechnen. Unsere Bevölkerung wird sich von Ihrer Gugga-Musik – der Kollege Stadler wird wissen, was das ist, und es seiner Fraktion auch übersetzen – nicht täuschen lassen (Beifall bei der ÖVP), nämlich täuschen dahin gehend, daß ein ökologisch hoher Standard für den einzelnen kostenlos einzuführen und durchzusetzen ist. (Abg. Haigermoser: Beim Lukesch geht alles in die Cafeteria!)
Abg. Haigermoser: Beim Lukesch geht alles in die Cafeteria!
Meine Damen und Herren! Wir begrüßen die langfristigen Zielsetzungen der Einführung eines Road-pricing im höherrangigen Straßensystem. Es ist eine ökonomisch und ökologisch vernünftige Zielsetzung, gerade im Straßenverkehr nach dem Verursacherprinzip vorzugehen und die sozialen Kosten des Verkehrs den Verursachern zuzurechnen. Unsere Bevölkerung wird sich von Ihrer Gugga-Musik – der Kollege Stadler wird wissen, was das ist, und es seiner Fraktion auch übersetzen – nicht täuschen lassen (Beifall bei der ÖVP), nämlich täuschen dahin gehend, daß ein ökologisch hoher Standard für den einzelnen kostenlos einzuführen und durchzusetzen ist. (Abg. Haigermoser: Beim Lukesch geht alles in die Cafeteria!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Von uns sind mehr da als von Ihnen, Herr Lukesch!
Das Gesetz orientiert sich auch am Äquivalenzprinzip, daß Infrastrukturkosten nämlich in erster Linie von den Nutzern selbst, also den Autofahrern, aufzubringen sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Von uns sind mehr da als von Ihnen, Herr Lukesch!) Das gilt in Österreich insbesondere für den hohen ausländischen Anteil am PKW-Verkehr in unserem Land. Unser Straßensystem konnte bislang mehr oder weniger kostenlos benutzt werden, während wir Österreicher in Ländern um uns herum immer zur Kassa gebeten werden – ob das in Tschechien ist, ob das in der Schweiz ist, ob das in Italien ist, ob das in Frankreich ist, ob das in Ungarn ist und so weiter – mit Ausnahme Deutschlands. (Abg. Haigermoser: Sogar der Andreas Khol gähnt bei dieser Rede!) Wir Österreicher zahlen überall – und die Ausländer sollen bei uns nicht zahlen? – Das ist keine vernünftige Politik! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Haigermoser: Sogar der Andreas Khol gähnt bei dieser Rede!
Das Gesetz orientiert sich auch am Äquivalenzprinzip, daß Infrastrukturkosten nämlich in erster Linie von den Nutzern selbst, also den Autofahrern, aufzubringen sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Von uns sind mehr da als von Ihnen, Herr Lukesch!) Das gilt in Österreich insbesondere für den hohen ausländischen Anteil am PKW-Verkehr in unserem Land. Unser Straßensystem konnte bislang mehr oder weniger kostenlos benutzt werden, während wir Österreicher in Ländern um uns herum immer zur Kassa gebeten werden – ob das in Tschechien ist, ob das in der Schweiz ist, ob das in Italien ist, ob das in Frankreich ist, ob das in Ungarn ist und so weiter – mit Ausnahme Deutschlands. (Abg. Haigermoser: Sogar der Andreas Khol gähnt bei dieser Rede!) Wir Österreicher zahlen überall – und die Ausländer sollen bei uns nicht zahlen? – Das ist keine vernünftige Politik! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Das Gesetz orientiert sich auch am Äquivalenzprinzip, daß Infrastrukturkosten nämlich in erster Linie von den Nutzern selbst, also den Autofahrern, aufzubringen sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Von uns sind mehr da als von Ihnen, Herr Lukesch!) Das gilt in Österreich insbesondere für den hohen ausländischen Anteil am PKW-Verkehr in unserem Land. Unser Straßensystem konnte bislang mehr oder weniger kostenlos benutzt werden, während wir Österreicher in Ländern um uns herum immer zur Kassa gebeten werden – ob das in Tschechien ist, ob das in der Schweiz ist, ob das in Italien ist, ob das in Frankreich ist, ob das in Ungarn ist und so weiter – mit Ausnahme Deutschlands. (Abg. Haigermoser: Sogar der Andreas Khol gähnt bei dieser Rede!) Wir Österreicher zahlen überall – und die Ausländer sollen bei uns nicht zahlen? – Das ist keine vernünftige Politik! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Jawohl!
Niemand nimmt Anstoß daran, wenn man etwa bei einem Wochenendausflug an den Gardasee 200 S Maut für die italienische Autobahn berappen muß. Niemand nimmt Anstoß daran, wenn er bei einem Besuch in Zürich für eine Jahresvignette fast 400 S zu bezahlen hat, nur bei uns soll so etwas nicht gehen. Diese Situation wollen wir mit diesem Gesetz ändern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Jawohl!)
Abg. Haigermoser: Lukesch, da fehlt eine Seite!
Es ist also alles in allem ein erster Schritt in die richtige Richtung, anders als etwa ein Modell, das die Grünen präferieren, das Tacho-Modell, wo nicht klar ist, wie kontrolliert werden soll, wo nicht klar ist, wie etwa bei Ausländern mit diesem Modell verfahren werden soll. (Abg. Haigermoser: Lukesch, da fehlt eine Seite!)
Abg. Kiss: Ist das ein Freiheitlicher?
Die Tiroler Politiker fordern hier zu Recht – unter der Voraussetzung, daß sie zum richtigen Minister gehen, nicht so wie Landesrat Lugger aus Tirol, der sich in Wien beim falschen Ministerium angestellt hat (Abg. Kiss: Ist das ein Freiheitlicher?); das ist ein Freiheitlicher –, die Tiroler Politiker fordern hier auch eine entsprechende Standfestigkeit gegenüber der EU. Nur dann, wenn wir in dieser Frage standfest sind, werden wir auch die künftige Wegekostenrichtlinie der EU in unserem Sinne beeinflussen können. Das ist ein richtiger Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Die Tiroler Politiker fordern hier zu Recht – unter der Voraussetzung, daß sie zum richtigen Minister gehen, nicht so wie Landesrat Lugger aus Tirol, der sich in Wien beim falschen Ministerium angestellt hat (Abg. Kiss: Ist das ein Freiheitlicher?); das ist ein Freiheitlicher –, die Tiroler Politiker fordern hier auch eine entsprechende Standfestigkeit gegenüber der EU. Nur dann, wenn wir in dieser Frage standfest sind, werden wir auch die künftige Wegekostenrichtlinie der EU in unserem Sinne beeinflussen können. Das ist ein richtiger Weg. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Tatsache ist aber – und hier wird sich uns die Frage der regionalen Gerechtigkeit noch einmal ganz intensiv stellen –, daß wir Tiroler seit einem Vierteljahrhundert mit einer Bemautung auf der Brennerautobahn und dann später auch auf der Arlbergstrecke konfrontiert sind, während die Benutzer der West Autobahn und die Benutzer der Süd Autobahn bislang keinen derartigen Infrastrukturbeitrag geleistet haben. Das Vignettensystem ändert hier etwas Grundsätzliches: Es werden jetzt nicht nur die Tiroler und Vorarlberger und zum Teil auch die Steirer und Salzburger bezahlen, sondern alle Österreicher ihren Infrastrukturbeitrag erbringen, und das ist zu begrüßen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Trotzdem ist natürlich zu befürchten, daß es in Tirol zu Ausweichverkehr kommt, besonders im Transit. Wie umfangreich dieser Ausweichverkehr sein wird, kann man heute nicht sagen, das ist eine spekulative Frage. Ich bin daher sehr froh, daß wir mit dem Herrn Bundesminister ein Monitoring-System – ein Beobachtungssystem – vereinbart haben, um gerade diese heikle Frage des Ausweichverkehrs besonders im Auge zu behalten und die Bundesregierung zu veranlassen, im entsprechenden Fall auch die notwendigen Maßnahmen zu setzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Lieber nicht! Sie sollten einen Stil haben hier!
Gegenüber der "F" muß ich noch ein Spitze loswerden, die aus einer Anfrage im Bundesrat resultiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lieber nicht! Sie sollten einen Stil haben hier!) Dort hat ein Tiroler "F"-Abgeordneter gesagt: Wir Freiheitlichen waren immer für eine Generalmaut auf den österreichischen Autobahnen. Wir wollen nur nicht das Nebeneinander einer Vignette und einer Spezialmaut auf den teuren und kostenintensiven Alpenübergängen. – Aber er hat nicht gesagt, wie hoch eine derartige Generalmaut bei der entsprechenden Aufkommensneutralität wäre. Erste Schätzungen ergeben einen Betrag von zirka 2 000, 2 500 , 3 000 S. Wie sähe denn dann der Ausweichverkehr aus? Wie sähen dann die entsprechenden Folgen – etwa im Tourismus – aus? (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Also bitte, werfen Sie keine Nebelkerzen, weder im Bundesrat noch hier in Ihren nachfolgenden Äußerungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Gegenüber der "F" muß ich noch ein Spitze loswerden, die aus einer Anfrage im Bundesrat resultiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lieber nicht! Sie sollten einen Stil haben hier!) Dort hat ein Tiroler "F"-Abgeordneter gesagt: Wir Freiheitlichen waren immer für eine Generalmaut auf den österreichischen Autobahnen. Wir wollen nur nicht das Nebeneinander einer Vignette und einer Spezialmaut auf den teuren und kostenintensiven Alpenübergängen. – Aber er hat nicht gesagt, wie hoch eine derartige Generalmaut bei der entsprechenden Aufkommensneutralität wäre. Erste Schätzungen ergeben einen Betrag von zirka 2 000, 2 500 , 3 000 S. Wie sähe denn dann der Ausweichverkehr aus? Wie sähen dann die entsprechenden Folgen – etwa im Tourismus – aus? (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Also bitte, werfen Sie keine Nebelkerzen, weder im Bundesrat noch hier in Ihren nachfolgenden Äußerungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Gegenüber der "F" muß ich noch ein Spitze loswerden, die aus einer Anfrage im Bundesrat resultiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lieber nicht! Sie sollten einen Stil haben hier!) Dort hat ein Tiroler "F"-Abgeordneter gesagt: Wir Freiheitlichen waren immer für eine Generalmaut auf den österreichischen Autobahnen. Wir wollen nur nicht das Nebeneinander einer Vignette und einer Spezialmaut auf den teuren und kostenintensiven Alpenübergängen. – Aber er hat nicht gesagt, wie hoch eine derartige Generalmaut bei der entsprechenden Aufkommensneutralität wäre. Erste Schätzungen ergeben einen Betrag von zirka 2 000, 2 500 , 3 000 S. Wie sähe denn dann der Ausweichverkehr aus? Wie sähen dann die entsprechenden Folgen – etwa im Tourismus – aus? (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Also bitte, werfen Sie keine Nebelkerzen, weder im Bundesrat noch hier in Ihren nachfolgenden Äußerungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, zum Schluß kommend: Tirol hat bei der Einführung dieser Vignette sicher gerechtfertigte Bedenken. Aber unsere Politik, meine Damen und Herren, soll auch Mut machen. Ich glaube, daß sie auch tatsächlich Mut macht. Denken wir beispielsweise an die Landecker Bevölkerung. Für die Umfahrung Landeck setzte sich unser Abgeordneter Platter massiv ein, er hat immer dafür gekämpft. Jetzt hat Minister Ditz auch die entsprechende finanzielle Basis, um diese Zusagen zu erfüllen. Denken wir an die Bewohner der Dörfer an der S 16, die eben noch nicht fertiggestellt ist. (Zwischenruf des Abg. Mag. Trattner. ) – In diesem Gebiet kennen Sie sich überhaupt nicht aus, Kollege Trattner, denn dort kommen Sie nicht hin! Sie sollten einmal sehen, wie die Bevölkerung ohne entsprechende Umfahrungsstrecke unter dem Durchzugsverkehr leidet.
Beifall bei der ÖVP.
In diesem Sinne werden wir Tiroler sehr wohl darum kämpfen, daß wir unseren gerechten Anteil an den Vignetteneinnahmen erhalten, und ich bin überzeugt davon, Herr Bundesminister, daß Sie auf unserer Seite kämpfen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: So lange braucht ihr da dafür?
Meine Damen und Herren! Wir Liberalen arbeiten seit einigen Wochen an einem Vorschlag zu einem Bundesministeriengesetz, zu einer Kompetenzverteilung, in dem wir vorsehen, daß die 14 Ministerien ohne Staatssekretariate auskommen: Dieser ist aus unserer Sicht sachlich geordnet, inhaltlich passend, den politischen Willen ausdrückend, die Kompetenzen verteilend und darüber hinaus kostensparend für dieses Land. Wir werden uns erlauben, diesen Entschließungsantrag im Laufe des Monats Mai im Hohen Haus einzubringen. (Abg. Dr. Khol: So lange braucht ihr da dafür?)
Beifall beim Liberalen Forum.
Sehen Sie, Herr Dr. Khol, das unterscheidet uns: Wir glauben, daß das, was Sie machen, schlicht und ergreifend Pfusch ist. (Beifall beim Liberalen Forum.) Wir setzen uns ernsthaft hin und überlegen uns das. Wir diskutieren mit vielen gescheiten Leuten darüber, wie so etwas ausschauen könnte. Aber für Sie ist die Farbenlehre und der Umstand, daß wir es heute am Nachmittag noch geschwind, geschwind durchbringen, wesentlich interessanter, weil Sie wissen, daß alle müde sind und nach Hause wollen. Es gibt keine große Diskussion. – Taktisch sehr klug, ich gratuliere Ihnen. (Abg. Dr. Khol: Danke!)
Abg. Dr. Khol: Danke!
Sehen Sie, Herr Dr. Khol, das unterscheidet uns: Wir glauben, daß das, was Sie machen, schlicht und ergreifend Pfusch ist. (Beifall beim Liberalen Forum.) Wir setzen uns ernsthaft hin und überlegen uns das. Wir diskutieren mit vielen gescheiten Leuten darüber, wie so etwas ausschauen könnte. Aber für Sie ist die Farbenlehre und der Umstand, daß wir es heute am Nachmittag noch geschwind, geschwind durchbringen, wesentlich interessanter, weil Sie wissen, daß alle müde sind und nach Hause wollen. Es gibt keine große Diskussion. – Taktisch sehr klug, ich gratuliere Ihnen. (Abg. Dr. Khol: Danke!)
Abg. Dr. Frischenschlager: Eine schlechte!
Der Kaufkraftabfluß, der Mehrwertsteuer- und Mineralölsteuerverlust, der durch die überzogene Preisgestaltung beziehungsweise nicht europagerechte, einem freien Binnenmark gerecht werdende Steuergestaltung für Benzin entsteht, wird Sie mehr kosten, Herr Wirtschaftsminister, als Sie mit Ihrer gesamten Maut hereinbringen. Was das für eine Politik ist, muß ich Herrn Professor Lukesch fragen, der hat sie ja gerade so wortreich verteidigt. (Abg. Dr. Frischenschlager: Eine schlechte!) Einverstanden. Nennen wir es eine schlechte Politik. Der Herr Wirtschaftsminister hat ja dann Gelegenheit, zu dieser schlechten Politik Stellung zu nehmen und dazu, ob es nicht besser wäre, Benzinpreise zu machen, die nicht so viel Verlust durch die Kaufkraftabwanderung erzeugen, wo die Existenzen von vielen Tankstellenbesitzern auf dem Spiel stehen, nur weil man Geld beschaffen will. (Abg. Scheibner: Vielleicht kann die OMV nach Slowenien liefern!)
Abg. Scheibner: Vielleicht kann die OMV nach Slowenien liefern!
Der Kaufkraftabfluß, der Mehrwertsteuer- und Mineralölsteuerverlust, der durch die überzogene Preisgestaltung beziehungsweise nicht europagerechte, einem freien Binnenmark gerecht werdende Steuergestaltung für Benzin entsteht, wird Sie mehr kosten, Herr Wirtschaftsminister, als Sie mit Ihrer gesamten Maut hereinbringen. Was das für eine Politik ist, muß ich Herrn Professor Lukesch fragen, der hat sie ja gerade so wortreich verteidigt. (Abg. Dr. Frischenschlager: Eine schlechte!) Einverstanden. Nennen wir es eine schlechte Politik. Der Herr Wirtschaftsminister hat ja dann Gelegenheit, zu dieser schlechten Politik Stellung zu nehmen und dazu, ob es nicht besser wäre, Benzinpreise zu machen, die nicht so viel Verlust durch die Kaufkraftabwanderung erzeugen, wo die Existenzen von vielen Tankstellenbesitzern auf dem Spiel stehen, nur weil man Geld beschaffen will. (Abg. Scheibner: Vielleicht kann die OMV nach Slowenien liefern!)
Abg. Tichy-Schreder: Graf ohne Doktor!
Das ist der Erfolg – Herr Khol, Sie können sich gern an der Diskussion beteiligen – von zehn Jahren ÖVP-Minister in diesem Ressort! Einer sitzt da, das ist Dr. Ditz. Sein Vorgänger war Dr. Schüssel. Dessen Vorgänger war Dr. Graf. Das ist doch ganz erstaunlich! (Abg. Tichy-Schreder: Graf ohne Doktor!) – Graf ohne Doktor.
Abg. Mag. Kukacka: Das glaube ich!
Herr Bundesminister! Ich will das nicht überbewerten. (Abg. Mag. Kukacka: Das glaube ich!) Wir Politiker bekommen immer, wenn etwas geändert wird, eine Vielzahl solcher Briefe. Dennoch meine ich, daß die Einhebung einer Maut in Zeiten wie diesen einfach das Gegenteil von dem ist, was wir in Wirklichkeit bräuchten, nämlich eine Förderung des Tourismus nach Österreich. (Abg. Mag. Kukacka: Was schlagen Sie vor?)
Abg. Mag. Kukacka: Was schlagen Sie vor?
Herr Bundesminister! Ich will das nicht überbewerten. (Abg. Mag. Kukacka: Das glaube ich!) Wir Politiker bekommen immer, wenn etwas geändert wird, eine Vielzahl solcher Briefe. Dennoch meine ich, daß die Einhebung einer Maut in Zeiten wie diesen einfach das Gegenteil von dem ist, was wir in Wirklichkeit bräuchten, nämlich eine Förderung des Tourismus nach Österreich. (Abg. Mag. Kukacka: Was schlagen Sie vor?)
Abg. Mag. Mühlbachler: Nicht so kompliziert denken! In der Schweiz geht das ohne weiteres!
Einige Mautstrecken sind überhaupt nicht in diesem Kombipickerl enthalten. Ich bin gespannt, wie Sie Ihre Informationspolitik gestalten werden, Herr Bundesminister! Denn der Gast, der sich das Kombipickerl kauft und zu seiner Frau sagt: Hurra, wir können überall fahren!, muß dann zum Beispiel am Glockner noch einmal zahlen! – Auf Ihre Informationspolitik bin ich gespannt, ich werde mir anschauen, wie Sie das schaffen! (Abg. Mag. Mühlbachler: Nicht so kompliziert denken! In der Schweiz geht das ohne weiteres!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Meine Damen und Herren! Für ein sinnvolles Road-pricing werden Sie absolut die Zustimmung des Liberalen Forums finden. Wenn Sie aber so einen solchen Pfusch vorlegen, den Sie ausschließlich deswegen machen, um Ihre gescheiterte Straßenbaupolitik von über zehn Jahren zuzudecken, in denen Sie das hochrangige Straßennetz nicht fertiggebaut haben, in denen Sie 78 Milliarden Schilling Schulden angehäuft haben, und nach denen das bestehende Straßennetz teilweise in einem erbärmlichen Zustand ist, geben wir Ihnen unsere Zustimmung nicht. Sie wollen jetzt den einfachsten Weg gehen und sagen: Nach der Mineralölsteuererhöhung und nach der weiteren Erhöhung der NOVA erhöhen wir einfach die Maut. – Die Zustimmung zu dieser Straßenräuberei, Herr Bundesminister, kriegen Sie von uns nicht! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei der SPÖ.
Dem anderen werden wir unsere Zustimmung geben. – Ich danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Er will eine Autobahn zum Weißen Rössl!
Ich habe mit Interesse verfolgt, daß vier Parlamentsparteien für den Lückenschluß im hochrangigen Straßenverkehrsnetz eintreten. Ich werde diese Harmonie – hoffentlich! – kräftig stören. Ich bin doch aus verschiedenen Gründen verwundert, daß gerade auch vom Kollegen Peter hier in diese Richtung mitargumentiert wird (Abg. Parnigoni: Er will eine Autobahn zum Weißen Rössl!), gerade auch, weil ich ihn doch in vielen Bereichen – zumindest im Bereich der Ökonomie, nicht so sehr im Bereich der Ökologie – als einen sehr rational denkenden Menschen kenne. Mir ist diese Haltung nicht nur aus ökologischen Gründen nicht nachvollziehbar, sondern gerade aus ökonomischen Gründen, auf die ich noch näher eingehe.
Abg. Tichy-Schreder: Das ist Ihre Meinung!
Wir wissen, daß zusätzlicher Straßenbau Verkehr produziert und Verkehr anzieht. (Abg. Tichy-Schreder: Das ist Ihre Meinung!) Wir wissen auch, daß in Österreich der Verkehrszuwachs exponentiell ist, daß wir im Vergleich zu allen anderen OECD-Ländern da tatsächlich eine Vorreiterposition eingenommen haben. Wir können dem OECD-Bericht vom September letzten Jahres entnehmen, daß es im Zeitraum zwischen 1980 und 1993 in Österreich zu einer Verkehrszunahme von mehr als 80 Prozent gekommen ist und wir damit im Spitzenfeld der OECD liegen. Deshalb wird in diesem OECD-Bericht empfohlen, in der Verkehrspolitik insgesamt umzudenken, um zu einer umweltverträglichen und besser koordinierten Verkehrspolitik zu kommen.
Abg. Tichy-Schreder: Das unterstellen Sie!
Der zweite Punkt, der dagegen spricht, ist natürlich, daß diese Vignette eher zum Mehr-Fahren animiert und nicht dazu, daß man, weil eben mehr Kosten anfallen, weniger fährt. (Abg. Tichy-Schreder: Das unterstellen Sie!) Es wird natürlich derjenige, der viel fährt, belohnt. (Abg. Ing. Reichhold: Liefern Sie doch die Begründung dafür!) Die Begründung ist ganz einfach: Das ist genauso, wie wenn ich mir eine Jahreskarte bei den Wiener Verkehrsbetrieben kaufe: Sie wird natürlich umso billiger, je mehr ich fahre. Wenn ich eine Jahreskarte habe – ich habe eine, ich besitze ja kein Auto –, wird sie logischerweise tendenziell billiger, je mehr ich den öffentlichen
Abg. Ing. Reichhold: Liefern Sie doch die Begründung dafür!
Der zweite Punkt, der dagegen spricht, ist natürlich, daß diese Vignette eher zum Mehr-Fahren animiert und nicht dazu, daß man, weil eben mehr Kosten anfallen, weniger fährt. (Abg. Tichy-Schreder: Das unterstellen Sie!) Es wird natürlich derjenige, der viel fährt, belohnt. (Abg. Ing. Reichhold: Liefern Sie doch die Begründung dafür!) Die Begründung ist ganz einfach: Das ist genauso, wie wenn ich mir eine Jahreskarte bei den Wiener Verkehrsbetrieben kaufe: Sie wird natürlich umso billiger, je mehr ich fahre. Wenn ich eine Jahreskarte habe – ich habe eine, ich besitze ja kein Auto –, wird sie logischerweise tendenziell billiger, je mehr ich den öffentlichen
Beifall bei den Grünen.
Was heißt, ich muß viel Zeit haben, wenn ich kein Auto habe? – Entschuldigen Sie, aber auch als vielbeschäftigter Mensch kann man seinen Tag ohne Auto relativ rationell organisieren; ich bin sogar oft noch schneller. (Beifall bei den Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe.
Wenn man also solch ein Mautpickerl hat, wird man geradezu dazu animiert, dieses Pickerl endlich auszunutzen: Jetzt habe ich es schon, ich muß es zahlen, jetzt werde ich umso mehr damit fahren. – Das ist ja in anderen Ländern auch entsprechend nachgewiesen worden. Also selbstverständlich verleitet ein solches Pickerl zum Mehrfahren! (Anhaltende Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sehe schon: Sobald es ums Autofahren geht, gibt es viele Emotionen, und jeder fühlt sich auf den Schlips getreten, aber natürlich entspricht diese Autobahnvignette überhaupt nicht dem Verursacherprinzip. Ganz und gar nicht! (Beifall bei den Grünen.) Sie ist eben nicht fahrleistungsabhängig, sie belohnt Vielfahrer und bestraft jene, die tatsächlich nur sehr wenig mit dem Auto fahren, die sich bemühen, sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. )
Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka.
Ich sehe schon: Sobald es ums Autofahren geht, gibt es viele Emotionen, und jeder fühlt sich auf den Schlips getreten, aber natürlich entspricht diese Autobahnvignette überhaupt nicht dem Verursacherprinzip. Ganz und gar nicht! (Beifall bei den Grünen.) Sie ist eben nicht fahrleistungsabhängig, sie belohnt Vielfahrer und bestraft jene, die tatsächlich nur sehr wenig mit dem Auto fahren, die sich bemühen, sehr viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. )
Beifall bei den Grünen.
Die Prognose ist, daß es zu einer Verlagerung von den hochrangigen Straßen auf die Bundesstraßen kommt. Prognostiziert sind derzeit 10 bis 20 Prozent Verlagerung aufgrund der Vignette von Autobahnen auf Bundesstraßen. Damit verbunden ist natürlich auch eine Erhöhung der Unfallsrate. Auch dazu gibt es Prognosen: 1 bis 2 Prozent Zunahme der Unfälle auf Bundesstraßen gerade aufgrund dieser Mautflucht. Und es ist ja nicht so, also hätten wir das jetzt erfunden und als würde es das nicht geben; Sie erleben es ja in Tirol! Wenn Herr Lukesch hier davon spricht, wie toll und wichtig und großartig diese Vignette ist, dann frage ich mich, wo und mit wem er in seinem Bundesland geredet hat. Dort erleben wir schon jetzt genau das: Es kommt aufgrund der Bemautung auf gewissen Teilbereichen natürlich zu einer Flucht auf die Bundesstraße. Wenn Sie mit den Bewohnern in einigen Gemeinden dort sprechen, werden diese Ihnen das bestätigen. Deshalb gibt es dort massiven Widerstand, und der wird zunehmen. Daher besteht die Hoffnung, daß man sehr schnell wieder von dieser Vignette wegkommt, hin zu einer tatsächlich fahrleistungsabhängigen Abgabe. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Reichhold: Was ist mit der Süd Autobahn?
Ich habe die enormen ASFINAG-Schulden von 77,5 Milliarden Schilling schon kurz angesprochen. Die Zins- und Tilgungszahlungen zum Abbau der ASFINAG-Schulden werden das Budget in den nächsten Jahren mit jährlich etwa 10 Milliarden Schilling belasten. 10 Milliarden Schilling beträgt die Belastung nur der Tilgungszahlungen und der Zinsraten für den Abbau dieser ASFINAG-Schulden! Ich frage mich wirklich, was Sie damit meinen, wenn Sie die 1,5 Milliarden – im Vergleich zu den 10 Milliarden wirklich ein kleiner Betrag – weiterhin für den sogenannten Lückenschluß verwenden wollen. Offensichtlich besteht hier nicht nur über die B 301 – also die Südumfahrung – ein Vierparteienkonsens, sondern auch die Nordumfahrung scheint überhaupt kein Diskussionsthema mehr zu sein. Diese Projekte haben Sie alle in Ihren Schubladen und wollen sie in den nächsten Jahren durchziehen. Sie werden ganz sicher massiven Widerstand der Grünen und massiven Widerstand der dortigen Bürgerinitiativen dagegen erleben. (Abg. Ing. Reichhold: Was ist mit der Süd Autobahn?)
Abg. Ing. Reichhold: Was machen Sie mit den Anrainern?
Wenn sie mich fragen, muß ich sagen: Ich bin dagegen, daß irgendwo noch ein Stück Autobahn gebaut wird. (Abg. Ing. Reichhold: Was machen Sie mit den Anrainern?) Ich glaube nicht – die Realität hat das bewiesen –, daß es gerade für die vielzitierten Anrainer mit dem Bau einer Autobahn eine Entlastung gibt. Wir haben erlebt – Sie werden das durch die Vignette ganz besonders erleben, weil sie nämlich zu Mautflucht führen wird, wodurch die Bundesstraße enorm belastet werden wird –, daß innerhalb weniger Jahre – wenn Sie jetzt zum Beispiel zehn Jahre als Planungszeitraum hernehmen –, innerhalb von zehn Jahren in den vorher so belasteten und kurz entlasteten Anrainergemeinden die gleiche Verkehrsdichte wieder vorherrscht. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.
Wenn sie mich fragen, muß ich sagen: Ich bin dagegen, daß irgendwo noch ein Stück Autobahn gebaut wird. (Abg. Ing. Reichhold: Was machen Sie mit den Anrainern?) Ich glaube nicht – die Realität hat das bewiesen –, daß es gerade für die vielzitierten Anrainer mit dem Bau einer Autobahn eine Entlastung gibt. Wir haben erlebt – Sie werden das durch die Vignette ganz besonders erleben, weil sie nämlich zu Mautflucht führen wird, wodurch die Bundesstraße enorm belastet werden wird –, daß innerhalb weniger Jahre – wenn Sie jetzt zum Beispiel zehn Jahre als Planungszeitraum hernehmen –, innerhalb von zehn Jahren in den vorher so belasteten und kurz entlasteten Anrainergemeinden die gleiche Verkehrsdichte wieder vorherrscht. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
Ganz kurz noch zum Bundesministeriengesetz; ich möchte mich dabei auf den Abänderungsantrag der Liberalen beziehen. Es geht darum – Abgeordneter Peter hat das schon erwähnt –, daß im Bereich der Architekten schon lange die Diskussion aufgeworfen wurde und vom ehemaligen Wirtschaftsminister Schüssel schon mehr oder weniger Zustimmung signalisiert wurde, die Zuständigkeit für diesen Bereich zu ändern. Kurz gesagt: Die Zuständigkeit soll weg vom Wirtschaftsministerium hin zum Wissenschaftsministerium. Die Begründung dafür ist auch für uns überzeugend, da gerade auch Architekten einen gewissen künstlerischen Auftrag innehaben und es offensichtlich in den letzten Jahren in der Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium zu großen Problemen gekommen ist. Die unrühmliche Diskussion um die sogenannten gewerblichen Architekten hat gezeigt, daß wir da auch nicht gerade eine gute Figur im europäischen Raum abgeben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wabl: Sie stimmen immer zu!
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich werde dem Bundesstraßenfinanzierungsgesetz im Rahmen des Strukturanpassungsgesetzes gerne meine Zustimmung erteilen. (Abg. Wabl: Sie stimmen immer zu!) Ich glaube, daß mit der Verabschiedung dieses Gesetzes endlich einer skurrilen Diskussion rund um das Mautpickerl ein Ende gesetzt wird. (Abg. Wabl: Sie stimmen immer zu, und dann jammern Sie über die Gesetzesflut! Sagen Sie einmal nein! – Weitere Zwischenrufe.) Kollegin Langthaler, ich komme schon noch kurz auf Ihre Ausführungen zu sprechen. Einen skurrilen Beitrag haben auch Sie, Herr Kollege Peter, zum Teil geliefert. An sich schätze ich Sie als sehr seriösen, sehr sachkompetenten Kollegen, aber diesmal haben Sie mich sehr oft zum Schmunzeln veranlaßt.
Abg. Wabl: Sie stimmen immer zu, und dann jammern Sie über die Gesetzesflut! Sagen Sie einmal nein! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete Mag. Cordula Frieser (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich werde dem Bundesstraßenfinanzierungsgesetz im Rahmen des Strukturanpassungsgesetzes gerne meine Zustimmung erteilen. (Abg. Wabl: Sie stimmen immer zu!) Ich glaube, daß mit der Verabschiedung dieses Gesetzes endlich einer skurrilen Diskussion rund um das Mautpickerl ein Ende gesetzt wird. (Abg. Wabl: Sie stimmen immer zu, und dann jammern Sie über die Gesetzesflut! Sagen Sie einmal nein! – Weitere Zwischenrufe.) Kollegin Langthaler, ich komme schon noch kurz auf Ihre Ausführungen zu sprechen. Einen skurrilen Beitrag haben auch Sie, Herr Kollege Peter, zum Teil geliefert. An sich schätze ich Sie als sehr seriösen, sehr sachkompetenten Kollegen, aber diesmal haben Sie mich sehr oft zum Schmunzeln veranlaßt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Rauf und runter nicht, die bleiben oben!
Frau Kollegin Langthaler! Ihr Argument, daß die Vignette die Autofahrer dazu veranlaßt, noch mehr auf den Autobahnen zu fahren, gehört wirklich ins Skurrilitätenkabinett. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Autofahrer nur aufgrund der Vignette die Autobahn rauf- und runterfahren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Rauf und runter nicht, die bleiben oben!)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler.
Herr Wabl! Ich würde Ihnen gerne etwas über die Berechnung von Autokosten mitteilen, aber das geht aufgrund der Redezeit jetzt nicht, nur soviel: Die Vignette ist ein Fixkostenbestandteil, und die variablen Kosten sind diejenigen Kosten, die zum Autofahren animieren oder weniger animieren. Das ist der Punkt. (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler. )
Zwischenruf der Abg. Rossmann.
Meine Damen und Herren! Ich habe aber auch ein nur sehr geringes Verständnis für die Einwände der Wiener betreffend die Südosttangente. Wir Steirer bezahlen schon seit dem Jahr 1978 eine innersteirische Mautgebühr, nämlich für den Gleinalmtunnel. Ich sehe daher überhaupt kein Argument, warum just die Wiener für ihre Südosttangente befreit werden sollten. (Zwischenruf der Abg. Rossmann. )
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Frau Rossmann! Fragen Sie Ihre Kollegen aus der Freiheitlichen Partei einmal, Ihren Parteiobmann, ob ihn da die Autobahnmaut in Italien davon abhält, nach Venedig oder nach Turin zu fahren, um dort den köstlichen Barolo zu genießen. Fragen Sie ihn einmal! Dort bezahlt er mehr für eine Fahrt als für das ganze Jahr in Österreich. Das ist überhaupt kein Argument. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Ing. Langthaler: Alles mit 1,5 Milliarden Schilling?
Meine Damen und Herren! Mit den Einnahmen aus der Autobahnvignette werden wichtige Bauprojekte, insbesondere in der Steiermark, realisiert. Ich denke da an die Semmering-Scheitelstrecke, an den Ausbau der Süd Autobahn rund um Waltersdorf und an die zweite Plabutschtunnelröhre. Aber es gibt auch noch andere Bauvorhaben, zum Beispiel die Umfahrung von Klagenfurt. (Abg. Ing. Langthaler: Alles mit 1,5 Milliarden Schilling?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Harald Ofner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich hätte zwar lieber den Herrn Verteidigungsminister anstelle des oder zumindest zusätzlich zu dem hier anwesenden Minister Ditz gesehen, aber er ist nicht hier – man kann nichts machen, die Regierung ist vertreten. Wir wollten an und für sich dem Verteidigungsminister in Sachen Heeres-Nachrichtenamt ein bißchen Korsettstangerln einziehen, aber ich nehme an, es wird ihm ausgerichtet werden, daß wir in dieser Richtung tätig geworden sind. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Danke für den lieben Applaus, meine eigene Fraktion!
Abg. Mag. Stadler: Das gab es alles schon einmal!
Man stelle sich nur folgendes vor: In einer Hand die Polizei als bewaffneter Exekutivkörper, die Gendarmerie als bewaffneter Exekutivkörper, die Grenzschutztruppe – wenn es zu ihr tatsächlich in der vorgesehenen Form kommen sollte – als bewaffneter Exekutivkörper, außerdem – nach den Vorstellungen des Herrn über diese bewaffneten Kräfte, des Innenministers Einem – auch noch anstelle des Militärs, das dem Verteidigungsminister untersteht, eine Polizei "mit einigen schweren Waffen", wie er es genannt hat. Dann befinden sich in einer Hand: Polizei normal, Polizei "mit einigen schweren Waffen" anstelle des Militärs, die Gendarmerie und die Grenzschutztruppe. (Abg. Mag. Stadler: Das gab es alles schon einmal!) In dieser Konzentration ist mir das nicht in Erinnerung, vielleicht sagst du uns das dann in deiner Rede. (Abg. Mag. Stadler: In einer der unseligsten Zeiten des Jahrhunderts gab es das!) Das glaube ich gar nicht, selbst da war das geteilt, mir fallen die Namen dazu ein, die könnte man vielleicht anschließend sagen; ich habe darüber nachgedacht. Jetzt soll auch noch zu dem einen Geheimdienst, den es in eben dieser Hand gibt, zur Staatspolizei, ein zweiter kommen, nämlich das Heeres-Nachrichtenamt, um alles, was es auf diesem Sektor in der Republik gibt, in einer Hand zu vereinigen!
Abg. Mag. Stadler: In einer der unseligsten Zeiten des Jahrhunderts gab es das!
Man stelle sich nur folgendes vor: In einer Hand die Polizei als bewaffneter Exekutivkörper, die Gendarmerie als bewaffneter Exekutivkörper, die Grenzschutztruppe – wenn es zu ihr tatsächlich in der vorgesehenen Form kommen sollte – als bewaffneter Exekutivkörper, außerdem – nach den Vorstellungen des Herrn über diese bewaffneten Kräfte, des Innenministers Einem – auch noch anstelle des Militärs, das dem Verteidigungsminister untersteht, eine Polizei "mit einigen schweren Waffen", wie er es genannt hat. Dann befinden sich in einer Hand: Polizei normal, Polizei "mit einigen schweren Waffen" anstelle des Militärs, die Gendarmerie und die Grenzschutztruppe. (Abg. Mag. Stadler: Das gab es alles schon einmal!) In dieser Konzentration ist mir das nicht in Erinnerung, vielleicht sagst du uns das dann in deiner Rede. (Abg. Mag. Stadler: In einer der unseligsten Zeiten des Jahrhunderts gab es das!) Das glaube ich gar nicht, selbst da war das geteilt, mir fallen die Namen dazu ein, die könnte man vielleicht anschließend sagen; ich habe darüber nachgedacht. Jetzt soll auch noch zu dem einen Geheimdienst, den es in eben dieser Hand gibt, zur Staatspolizei, ein zweiter kommen, nämlich das Heeres-Nachrichtenamt, um alles, was es auf diesem Sektor in der Republik gibt, in einer Hand zu vereinigen!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wenn ich mir vor Augen halte, worum es bei der Rasterfahndung – auch – geht, etwa um Daten aus dem Gesundheitsleben jedes einzelnen, um Vermerke über seine politischen Ansichten, um seine Familienprobleme, all das ist ja nachzulesen in der entsprechenden Literatur, um seine sexuellen Neigungen, wenn ich mir dann vor Augen halte, daß all das, aus dem qualifizierten Beamtenbereich, aus dem Richterbereich, wegkommen und in eine Hand kommen soll, in eine politische Hand, in die Hand eines Mannes oder einer Frau – sei es der Innenminister, sei es der Bundeskanzler, zugleich Parteichef der meist ohnehin stärksten Partei –, nämlich Polizei, Gendarmerie, Grenzschutztruppe, diejenige Sonderpolizei, die dann der Ersatz für das Heer sein soll, die Staatspolizei, das Heeres-Nachrichtenamt – ausgestattet mit Lauschangriff, ausgestattet mit Rasterfahndung; alles nicht unter richterlicher Kontrolle, sondern unter Politikerkontrolle –, dann kommt mir das Gruseln, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Da könnte ich dann verstehen, daß es Leute gibt, die sagen: Da werde ich lieber meine Koffer packen und mich in ein Land begeben, in dem ich weniger fürchten muß, zum Gegenstand von politisch motivierten oder zumindest politisch gedeckten Bespitzelungen zu werden!
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Johannes Ditz: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Erlauben Sie mir, daß ich mich jetzt zu Wort melde, da die größten Kritiker des Mautkonzeptes jetzt im Saal sind und es doch wesentlich und wichtig ist, auf diese ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) 75 Prozent, Herr Abgeordneter, begrüßen die Einführung der Vignette. (Abg. Haigermoser: Woher hast du das?) Sie sollten die diesbezüglichen ÖAMTC-Umfragen kennen. Das zeigt, daß die Leute in Wirklichkeit ein ganz anderes Gefühl haben als manche ... (Abg. Mag. Stadler: Wem steht der ÖAMTC nahe? Das ist eine Parteiorganisation der ÖVP!) Das ist ja keine parteipolitische Frage, sondern das zeigt einfach, daß die Menschen erkennen, daß uns das Gut Straße etwas wert sein muß und daß die Vignette eine vernünftige, leicht administrierbare Lösung ist, die auch sicherstellt, daß nicht nur Inländer, sondern auch Ausländer zahlen. Das wird begrüßt – das ist ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Aber nur übergangsmäßig!)
Abg. Haigermoser: Woher hast du das?
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Johannes Ditz: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Erlauben Sie mir, daß ich mich jetzt zu Wort melde, da die größten Kritiker des Mautkonzeptes jetzt im Saal sind und es doch wesentlich und wichtig ist, auf diese ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) 75 Prozent, Herr Abgeordneter, begrüßen die Einführung der Vignette. (Abg. Haigermoser: Woher hast du das?) Sie sollten die diesbezüglichen ÖAMTC-Umfragen kennen. Das zeigt, daß die Leute in Wirklichkeit ein ganz anderes Gefühl haben als manche ... (Abg. Mag. Stadler: Wem steht der ÖAMTC nahe? Das ist eine Parteiorganisation der ÖVP!) Das ist ja keine parteipolitische Frage, sondern das zeigt einfach, daß die Menschen erkennen, daß uns das Gut Straße etwas wert sein muß und daß die Vignette eine vernünftige, leicht administrierbare Lösung ist, die auch sicherstellt, daß nicht nur Inländer, sondern auch Ausländer zahlen. Das wird begrüßt – das ist ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Aber nur übergangsmäßig!)
Abg. Mag. Stadler: Wem steht der ÖAMTC nahe? Das ist eine Parteiorganisation der ÖVP!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Johannes Ditz: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Erlauben Sie mir, daß ich mich jetzt zu Wort melde, da die größten Kritiker des Mautkonzeptes jetzt im Saal sind und es doch wesentlich und wichtig ist, auf diese ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) 75 Prozent, Herr Abgeordneter, begrüßen die Einführung der Vignette. (Abg. Haigermoser: Woher hast du das?) Sie sollten die diesbezüglichen ÖAMTC-Umfragen kennen. Das zeigt, daß die Leute in Wirklichkeit ein ganz anderes Gefühl haben als manche ... (Abg. Mag. Stadler: Wem steht der ÖAMTC nahe? Das ist eine Parteiorganisation der ÖVP!) Das ist ja keine parteipolitische Frage, sondern das zeigt einfach, daß die Menschen erkennen, daß uns das Gut Straße etwas wert sein muß und daß die Vignette eine vernünftige, leicht administrierbare Lösung ist, die auch sicherstellt, daß nicht nur Inländer, sondern auch Ausländer zahlen. Das wird begrüßt – das ist ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Aber nur übergangsmäßig!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Aber nur übergangsmäßig!
Bundesminister für wirtschaftliche Angelegenheiten Dr. Johannes Ditz: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Erlauben Sie mir, daß ich mich jetzt zu Wort melde, da die größten Kritiker des Mautkonzeptes jetzt im Saal sind und es doch wesentlich und wichtig ist, auf diese ... (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) 75 Prozent, Herr Abgeordneter, begrüßen die Einführung der Vignette. (Abg. Haigermoser: Woher hast du das?) Sie sollten die diesbezüglichen ÖAMTC-Umfragen kennen. Das zeigt, daß die Leute in Wirklichkeit ein ganz anderes Gefühl haben als manche ... (Abg. Mag. Stadler: Wem steht der ÖAMTC nahe? Das ist eine Parteiorganisation der ÖVP!) Das ist ja keine parteipolitische Frage, sondern das zeigt einfach, daß die Menschen erkennen, daß uns das Gut Straße etwas wert sein muß und daß die Vignette eine vernünftige, leicht administrierbare Lösung ist, die auch sicherstellt, daß nicht nur Inländer, sondern auch Ausländer zahlen. Das wird begrüßt – das ist ganz klar. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Ing. Reichhold: Aber nur übergangsmäßig!)
Abg. Dr. Ofner: Die werden alle kein Geld haben und auf die Bundesstraße ausweichen!
Ich glaube ... (Abg. Dr. Ofner: Die werden alle kein Geld haben und auf die Bundesstraße ausweichen!) Ein Zwischenruf zurück, Herr Abgeordneter: Sie werden noch viel stärker ausweichen, wenn wir jene Konzeptionen wählen, die hier vorgeschlagen wurden, nämlich sofortige Einführung eines elektronischen Road-pricing, wo möglicherweise dann pro Kilometer 30 bis 50 Groschen berechnet werden. Bitte, das ist eine massive Verlagerung in Richtung Nebenstraßen, die ich nie und nimmer machen würde. (Abg. Rosenstingl: Das ist ein schwaches Argument!)
Abg. Rosenstingl: Das ist ein schwaches Argument!
Ich glaube ... (Abg. Dr. Ofner: Die werden alle kein Geld haben und auf die Bundesstraße ausweichen!) Ein Zwischenruf zurück, Herr Abgeordneter: Sie werden noch viel stärker ausweichen, wenn wir jene Konzeptionen wählen, die hier vorgeschlagen wurden, nämlich sofortige Einführung eines elektronischen Road-pricing, wo möglicherweise dann pro Kilometer 30 bis 50 Groschen berechnet werden. Bitte, das ist eine massive Verlagerung in Richtung Nebenstraßen, die ich nie und nimmer machen würde. (Abg. Rosenstingl: Das ist ein schwaches Argument!)
Beifall bei der ÖVP.
Aber ich halte es schon für wesentlich: daß jene, die die Kosten verursachen, auch zu diesen Kosten beitragen. Und das geschieht mit dem jetzigen Mautfinanzierungsgesetz. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Peter: Was haben Sie denn gemacht?
Es müssen daher auch Baumaßnahmen gesetzt werden, es muß die Verfolgung gesichert werden. Dies sind Maßnahmen, die Zeit erfordern und die Schritt für Schritt logisch umgesetzt werden müssen. Daher ist dieses Konzept gar nicht in kürzerer Zeit zu verwirklichen. Daher ist dieses Konzept eben mit einem Vorlauf zu versehen, und ich sehe es als positiv, daß wir nicht mehr nur reden, sondern endlich mit konkreten Handlungen und Schritten beginnen. (Abg. Mag. Peter: Was haben Sie denn gemacht?)
Abg. Mag. Peter: In Frankreich gibt es das schon!
Konkrete Handlungen und Schritte, Herr Abgeordneter Peter, heißt für mich, daß Sie das Road-pricing für den PKW die nächsten sechs, sieben Jahre vergessen können. Es ist nicht einführbar. Man muß zuerst Vorleistungen erbringen, man muß mit den Ländern abstimmen, wo Mautstellen errichtet werden. (Abg. Mag. Peter: In Frankreich gibt es das schon!) Sie werden sehen, das wird ein ehrlicher, aber harter Prozeß.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich hoffe, daß wir die Datenschutzprobleme bis dahin lösen können, daß wir dann schon eine bessere Technik haben und daß wir dann, sozusagen im Jahr 2000 und x, in der Lage sein werden, dieses Konzept umzusetzen. Bis dahin ist die Vignette das beste Provisorium, das es gibt. Wir sollten froh sein, daß wir es jetzt einführen, weil es eine vernünftige Lösung ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Peter.
Sie sagen, Sie hätten das alles nicht so gemacht, Sie hätten natürlich, weil Sie klug sind, noch viel rascher gebaut, und gleichzeitig hätten Sie natürlich auch noch die Benzinpreise verbilligt, daß niemand im Ausland tankt. Wissen Sie, was Sie davon gehabt hätten? – Ein Riesendefizit im Budget und keine Bauinvestitionen, das muß man auch einmal ganz deutlich sagen. Ihre Schritte passen einfach nicht zusammen, Sie kritisieren Unterschiedliches, nur insgesamt ergibt das wenig Sinn. (Zwischenruf des Abg. Mag. Peter. )
Abg. Mag. Peter: Sie tragen seit zehn Jahren Verantwortung!
Sie sagen, wir sollten denselben Preis wie Slowenien verlangen, damit niemand dort tankt. Wenn wir das machen, dann werden wir weniger Einnahmen durch die Mineralölsteuer haben, dann werden wir insgesamt sozusagen einen Verfall der Preise und damit auch der Steuern erzielen, und daraus resultiert ein noch ein größeres Loch im Budget, weil sich ja derzeit alles auf das Budget auswirkt. Das heißt, ich glaube, daß Ihre Logik in diesem Zusammenhang einfach falsch war, und Sie sollten das eigentlich zur Kenntnis nehmen. (Abg. Mag. Peter: Sie tragen seit zehn Jahren Verantwortung!)
Abg. Ing. Langthaler: Das habe ich ja gar nicht gesagt!
Natürlich ist mir völlig unverständlich, warum die Grünen eine Mautfinanzierungskonzeption, die in drei Schritten eigentlich in ihre Richtung geht, tel quel ablehnen. Wenn Sie, Frau Kollegin Langthaler, argumentieren, die Menschen werden dann, um die 550 S wirklich auszunutzen, tagelang auf den Autobahnen kreisen, dann muß ich sagen, ich glaube, daß die Menschen klüger sind, als Sie glauben. (Abg. Ing. Langthaler: Das habe ich ja gar nicht gesagt!)
Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler
Weiterer Punkt – und hier tun Sie der österreichischen Bundesregierung Unrecht –: Wir können nicht die Vignette für LKWs über 12 Tonnen einheben, weil wir den Straßenverkehrsbeitrag haben, und dieser ist an die Wegekostenrichtlinie gekoppelt (Zwischenruf der Abg. Ing. Langthaler ) , aber gleichzeitig haben wir – das ist ja momentan ein Problem mit der EU, das ich nicht überdramatisiere – die Brenner-Maut zweimal kräftig erhöht, um auch den ökologischen Aspekten Rechnung zu tragen. Weiters bin ich über dieses Mahnschreiben sehr froh, es gibt uns die Chance – und die werden wir auch ergreifen –, darauf hinzuweisen, daß in Wahrheit für Europa eine neue Wegekostenrichtlinie dringend notwendig ist, eine Wegekostenrichtlinie, die sich nicht nur nach Kosten richtet, sondern für sensible Regionen höhere Tarife zuläßt und auch ökologische Aspekt mit berücksichtigt.
Beifall bei ÖVP und SPÖ.
Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit: Es geht darum, welche Projekte wir gemeinsam mit dem Bürger umsetzen wollen. Diese sollen finanziert werden, und der Rest wird sicher auch zur Rückzahlung der Schulden herangezogen werden. So gesehen leistet diese Konzeption, die sicher eine Reformmaßnahme ist, wenn sie voll greift – und sie greift voll über die Jahre –, auch einen wesentlichen und dauerhaften Beitrag zur Budgetsanierung. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Kollege Van der Bellen sagt in diesem Artikel auch, die Konflikte seien vorprogrammiert. Herr Van der Bellen! Sie haben das nicht in Ihrer Rede gesagt, sondern Sie haben das in diesem Artikel in "News" gesagt. Nur muß man sich die Frage stellen, ob man nicht die Konflikte gemeinsam besser lösen kann, weil die Bauarbeiter, die Maurer, die Schlosser, die Mineure, die Ingenieure können nicht von den Konflikten leben, sondern sie müssen dann in der Arbeitslosigkeit leben. Mit diesen Konflikten, die Sie wieder produzieren werden, wird der Wirtschaftsstandort Österreich sicherlich nicht gesichert. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall bei der SPÖ.
Letzter Punkt. Ich glaube, zusammenfassend kann man sagen, daß diese Bundesregierung neben dem Sparen eine gewaltige Wirtschafts- und Exportoffensive in Gang gesetzt hat. Nicht Gesundbeten, nicht Krankjammern, sondern Optimismus ist gefragt für den Wirtschaftsstandort Österreich. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Hier sieht man schon die völlige Planlosigkeit der Diskussion in der Folge der gesetzgeberischen Maßnahmen. Und daher werden wir dem natürlich nicht zustimmen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Zu der Idee des Klubobmannes Kostelka, Heeres-Nachrichtenamt und Stapo zusammenzulegen, kann man nur sagen, entweder ist das eine völlig unbedachte und von Sachkenntnis unbeschwerte Aussage den Journalisten gegenüber gewesen, oder man will einfach zwei Apparate zusammenschweißen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Er hat offensichtlich nicht verstanden, was das Nachrichtenamt macht. (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Es wurde so kolportiert und bis auf den heutigen Tag nicht zurückgenommen. Das Nachrichtenamt ist für die Aufklärung und Analyse der internationalen Sicherheitssituation zuständig – das hat mit den Aufgaben der Stapo überhaupt nichts zu tun. Und wenn man diese beiden Apparate einfach zusammenfassen will, dann kommt nur Unsinn heraus. Das muß man ganz offen zu dieser Aussage sagen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall beim Liberalen Forum.
Zu der Idee des Klubobmannes Kostelka, Heeres-Nachrichtenamt und Stapo zusammenzulegen, kann man nur sagen, entweder ist das eine völlig unbedachte und von Sachkenntnis unbeschwerte Aussage den Journalisten gegenüber gewesen, oder man will einfach zwei Apparate zusammenschweißen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Er hat offensichtlich nicht verstanden, was das Nachrichtenamt macht. (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Es wurde so kolportiert und bis auf den heutigen Tag nicht zurückgenommen. Das Nachrichtenamt ist für die Aufklärung und Analyse der internationalen Sicherheitssituation zuständig – das hat mit den Aufgaben der Stapo überhaupt nichts zu tun. Und wenn man diese beiden Apparate einfach zusammenfassen will, dann kommt nur Unsinn heraus. Das muß man ganz offen zu dieser Aussage sagen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Mag. Stadler: Für die gesamte Fraktion!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Kollegen Ofner eingehen. Er hat in bezug auf die Problematik Lauschangriff und Rasterfahndung eine – ich würde sagen – wachsende Sensibilität in seiner Wortmeldung erkennen lassen, und ich möchte das ausdrücklich begrüßen. (Abg. Mag. Stadler: Für die gesamte Fraktion!) Auch das würde ich begrüßen, weil es mir wirklich darauf ankommt, diesen drohenden Anschlag auf die grundrechtliche Situation unserer Republik abzuwehren. (Abg. Haigermoser: Du warst ja bei uns immer der Hardliner!) Und jeden, der, vielleicht auch durch die jüngst aufgekommenen praktischen Beispiele, nun langsam draufkommt, daß da wirklich etwas droht, was nicht lustig ist, möchte ich zur Fortsetzung dieses Weges einladen.
Abg. Haigermoser: Du warst ja bei uns immer der Hardliner!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf den Kollegen Ofner eingehen. Er hat in bezug auf die Problematik Lauschangriff und Rasterfahndung eine – ich würde sagen – wachsende Sensibilität in seiner Wortmeldung erkennen lassen, und ich möchte das ausdrücklich begrüßen. (Abg. Mag. Stadler: Für die gesamte Fraktion!) Auch das würde ich begrüßen, weil es mir wirklich darauf ankommt, diesen drohenden Anschlag auf die grundrechtliche Situation unserer Republik abzuwehren. (Abg. Haigermoser: Du warst ja bei uns immer der Hardliner!) Und jeden, der, vielleicht auch durch die jüngst aufgekommenen praktischen Beispiele, nun langsam draufkommt, daß da wirklich etwas droht, was nicht lustig ist, möchte ich zur Fortsetzung dieses Weges einladen.
Abg. Mag. Stadler: Mißverständlich! Wird geändert!
Ich möchte nur zu dem Entschließungsantrag sagen, daß er mir in der Tendenz an sich völlig in Ordnung erscheint, aber es gibt darin eine Passage, die ich aus parlamentarischen Gründen für komisch erachte. Wenn das Parlament – ich habe jetzt leider das wortwörtliche Zitat nicht da – den Verteidigungsminister auffordert, für mehr parlamentarische Kontrolle zu sorgen, dann ist das irgendwie die falsche Adresse. Diese Passage ist daher (Abg. Mag. Stadler: Mißverständlich! Wird geändert!) mißverständlich beziehungsweise falsch, und daher werden wir dem kritisch gegenüberstehen.
Beifall beim Liberalen Forum.
Abschließend meine ich: Auch diese Bereiche des Strukturanpassungsgesetzes zeigen ganz deutlich, daß viele gravierende Dinge durch Jahre hindurch verschoben wurden, wie zum Beispiel die sicherheitspolitische Debatte in Österreich und ihre Auswirkungen auf den militärischen Apparat. Und Husch-Pfusch-Aktionen wie diese sind unzeitgemäß, inhaltlich falsch und daher abzulehnen. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Haigermoser: Das ist ja wie in der DDR! – Abg. Ing. Reichhold: Das sind Stasi-Methoden!
Weiters prominent erwähnt: Friedrich Romig, Dozent für Volkswirtschaftstheorie und -politik. Der Dozent ist auch Berater des St. Pöltner Erzbischofs Kurt Krenn" – das ist er zwar noch nicht, aber das wird er vielleicht einmal – "und Autor in den Jahrbüchern des Freiheitlichen Bildungswerkes." Und am Schluß wird ihm noch vorgeworfen, daß er gegen Abtreibung ist. Deswegen ist er aufgefallen, meine Damen und Herren, Hohes Haus, wie auch der Dritte Präsident des Nationalrates. (Abg. Haigermoser: Das ist ja wie in der DDR! – Abg. Ing. Reichhold: Das sind Stasi-Methoden!) Das sind Stasi-Methoden, ich unterstreiche das. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind Methoden, meine Damen und Herren, wie sie in der DDR Gültigkeit hatten. Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors. (Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!) Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors, eines Meinungsdiktates und eines Meinungsterrors, der nur mehr zuläßt, was in roten Parteizentralen als zulässig erachtet wird. Alles andere ist auffällig, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Weiters prominent erwähnt: Friedrich Romig, Dozent für Volkswirtschaftstheorie und -politik. Der Dozent ist auch Berater des St. Pöltner Erzbischofs Kurt Krenn" – das ist er zwar noch nicht, aber das wird er vielleicht einmal – "und Autor in den Jahrbüchern des Freiheitlichen Bildungswerkes." Und am Schluß wird ihm noch vorgeworfen, daß er gegen Abtreibung ist. Deswegen ist er aufgefallen, meine Damen und Herren, Hohes Haus, wie auch der Dritte Präsident des Nationalrates. (Abg. Haigermoser: Das ist ja wie in der DDR! – Abg. Ing. Reichhold: Das sind Stasi-Methoden!) Das sind Stasi-Methoden, ich unterstreiche das. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind Methoden, meine Damen und Herren, wie sie in der DDR Gültigkeit hatten. Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors. (Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!) Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors, eines Meinungsdiktates und eines Meinungsterrors, der nur mehr zuläßt, was in roten Parteizentralen als zulässig erachtet wird. Alles andere ist auffällig, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!)
Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!
Weiters prominent erwähnt: Friedrich Romig, Dozent für Volkswirtschaftstheorie und -politik. Der Dozent ist auch Berater des St. Pöltner Erzbischofs Kurt Krenn" – das ist er zwar noch nicht, aber das wird er vielleicht einmal – "und Autor in den Jahrbüchern des Freiheitlichen Bildungswerkes." Und am Schluß wird ihm noch vorgeworfen, daß er gegen Abtreibung ist. Deswegen ist er aufgefallen, meine Damen und Herren, Hohes Haus, wie auch der Dritte Präsident des Nationalrates. (Abg. Haigermoser: Das ist ja wie in der DDR! – Abg. Ing. Reichhold: Das sind Stasi-Methoden!) Das sind Stasi-Methoden, ich unterstreiche das. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind Methoden, meine Damen und Herren, wie sie in der DDR Gültigkeit hatten. Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors. (Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!) Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors, eines Meinungsdiktates und eines Meinungsterrors, der nur mehr zuläßt, was in roten Parteizentralen als zulässig erachtet wird. Alles andere ist auffällig, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!
Weiters prominent erwähnt: Friedrich Romig, Dozent für Volkswirtschaftstheorie und -politik. Der Dozent ist auch Berater des St. Pöltner Erzbischofs Kurt Krenn" – das ist er zwar noch nicht, aber das wird er vielleicht einmal – "und Autor in den Jahrbüchern des Freiheitlichen Bildungswerkes." Und am Schluß wird ihm noch vorgeworfen, daß er gegen Abtreibung ist. Deswegen ist er aufgefallen, meine Damen und Herren, Hohes Haus, wie auch der Dritte Präsident des Nationalrates. (Abg. Haigermoser: Das ist ja wie in der DDR! – Abg. Ing. Reichhold: Das sind Stasi-Methoden!) Das sind Stasi-Methoden, ich unterstreiche das. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Das sind Methoden, meine Damen und Herren, wie sie in der DDR Gültigkeit hatten. Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors. (Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!) Das sind Methoden eines Gesinnungsterrors, eines Meinungsdiktates und eines Meinungsterrors, der nur mehr zuläßt, was in roten Parteizentralen als zulässig erachtet wird. Alles andere ist auffällig, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das schreibt der "Standard"!)
Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Nowotny: Das ist ja unglaublich! Unerhört!
Das ist der Hintergrund, vor dem wir ein DDR-Stasiministerium unter dem Minister Caspar von Einem zu fürchten haben (Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Nowotny: Das ist ja unglaublich! Unerhört!), ein DDR-Stasiministerium, wo die Staatspolizei, genannt Stapo, mit der EBT zur besonderen Verfügung des Ministers, die hinten und vorne nicht funktioniert, wo aber handverlesene Sozialisten hinkommen, mit dem Heeres-Nachrichtenamt und mit dem Abwehramt zusammengelegt werden soll. Letztlich soll das gesamte Bundesheer aufgelöst werden, damit sozusagen die Volkspolizei nach dem Muster der DDR zur freien Verfügung des Herrn Innenministers und der Parteigranden der Sozialistischen Partei Österreichs steht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das ist der Hintergrund, vor dem wir ein DDR-Stasiministerium unter dem Minister Caspar von Einem zu fürchten haben (Beifall bei den Freiheitlichen – Abg. Dr. Nowotny: Das ist ja unglaublich! Unerhört!), ein DDR-Stasiministerium, wo die Staatspolizei, genannt Stapo, mit der EBT zur besonderen Verfügung des Ministers, die hinten und vorne nicht funktioniert, wo aber handverlesene Sozialisten hinkommen, mit dem Heeres-Nachrichtenamt und mit dem Abwehramt zusammengelegt werden soll. Letztlich soll das gesamte Bundesheer aufgelöst werden, damit sozusagen die Volkspolizei nach dem Muster der DDR zur freien Verfügung des Herrn Innenministers und der Parteigranden der Sozialistischen Partei Österreichs steht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren! Hören Sie doch auf, zu schreien! Werden Sie doch einmal ein bißchen sensibler! Sehen Sie nicht, daß das die letzten Zuckungen eines Systems sind, das im Abtreten begriffen ist, wie das seinerzeit bei der DDR der Fall war!? (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Nehmen Sie doch zur Kenntnis, daß Sie nicht mit Polizeistaatmethoden und Beschnüffelung der Bürger dieses Landes Ihre Mehrheit und Ihre politische Macht sichern können! Sie sollten wieder einmal auf Demokratie setzen und auf demokratischen Diskurs und auf Toleranz, auch im geistigen Sinne, auch wenn es nicht sozialistische Ideen sind, die andere Menschen sich erlauben, in ihrem privaten Bereich und öffentlich zu vertreten, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Frau Präsidentin Hostasch! Auf Sie und Ihren Umgang komme ich im Laufe der Rede noch zu sprechen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Auf Sie und Ihren Umgang komme ich im Laufe der Rede noch zu sprechen, denn der Umgang ist nicht so weit entfernt von jenem obskuren Umgang, den der Herr Innenminister, der sich gerne als DDR-Staatssicherheitsminister sehen würde, gepflogen hat und nach wie vor pflegt, dieser Minister (Abg. Dr. Nowotny: Der tut Ihnen weh!), der in Zukunft gedenkt, mit Weisungen sicherzustellen, was er mit dem Gesetz nicht erreicht, Druck auf seine Beamten auszuüben, auch mit rechtswidrigen Weisungen Druck auf seine Beamten auszuüben, um sicherzustellen, daß Ideologie der SPÖ in den Ministerien und in den Ämtern vollzogen wird, aber nicht mehr das Gesetz.
Abg. Dr. Nowotny: Der tut Ihnen weh!
Frau Präsidentin Hostasch! Auf Sie und Ihren Umgang komme ich im Laufe der Rede noch zu sprechen. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Auf Sie und Ihren Umgang komme ich im Laufe der Rede noch zu sprechen, denn der Umgang ist nicht so weit entfernt von jenem obskuren Umgang, den der Herr Innenminister, der sich gerne als DDR-Staatssicherheitsminister sehen würde, gepflogen hat und nach wie vor pflegt, dieser Minister (Abg. Dr. Nowotny: Der tut Ihnen weh!), der in Zukunft gedenkt, mit Weisungen sicherzustellen, was er mit dem Gesetz nicht erreicht, Druck auf seine Beamten auszuüben, auch mit rechtswidrigen Weisungen Druck auf seine Beamten auszuüben, um sicherzustellen, daß Ideologie der SPÖ in den Ministerien und in den Ämtern vollzogen wird, aber nicht mehr das Gesetz.
Abg. Dr. Nowotny: Der Innenminister ist Ihnen unangenehm!
Er hat sich sogar dazu verstiegen, in der Öffentlichkeit zuzugeben, daß er mit Weisungen sicherstellen will, daß seine politische Ideologie umgesetzt wird und nicht mehr das Gesetz von den Beamten in diesem Lande beachtet werden muß. Das ist nachzulesen im "profil". Das hat der Innenminister bis heute nicht dementiert. Und wer diesen Innenminister kennt, weiß, was diesem Land droht, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Nowotny: Der Innenminister ist Ihnen unangenehm!)
Abg. Dr. Nowotny: Alles absurd!
Wir haben einen Innenminister, der, wie weiland die DDR-Staatssicherheit beste Kontakte zur PKK pflegt – beste Kontakte! (Abg. Dr. Nowotny: Alles absurd!) Der Kollege Kiss hat völlig richtig verlangt, daß dieser Innenminister abzutreten hat, daß dieser Innenminister nicht mehr in der Regierung zu sein hat. Das war allerdings drei Tage vor der Wahl. Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Kiss hat völlig richtig herausgestrichen, daß der Innenminister – wieder sind wir bei der Weisung – mit einer rechtswidrigen Weisung dafür Sorge trägt, daß eine terroristische Organisation des Auslandes in Österreich völlig unbehelligt agieren darf, die dann im Nachbarstaat Deutschland der dortigen Bundesregierung – angeführt durch den Bundeskanzler Kohl und den Außenminister Kinkel – ausrichtet: Jetzt wird es Terror gegen die Bundesrepublik Deutschland geben! Diese Terrororganisation darf aufgrund einer rechtswidrigen Weisung in Österreich ihr Aktionsgebiet entfalten. Diese Terrororganisation genießt den besonderen Schutz des Herrn Staatsministers für Staatssicherheit in spe, Innenminister
Abg. Dr. Nowotny: Alles Unterstellungen! Unglaublich!
Dieser Innenminister pflegt einen Umgang, Frau Präsidentin Hostasch, mit dem PKK-Anwalt, der auch der Anwalt des Haydar Kilic war, gegen den im Zusammenhang mit Ebergassing ermittelt wurde, der in aller Öffentlichkeit erklärt, daß er für den Innenminister einen Täter hätte organisieren sollen. Weil der Innenminister Probleme hatte wegen seiner "TATblatt"-Spende, hätte man der Öffentlichkeit einen Vorzeigetäter vorführen sollen. Diesen Täter hätte niemand geringerer als der Herr Dr. Prader, ein Grün-Mandatar, organisieren sollen, ein Mandatar, in dessen Gesellschaft sich auch schon die Frau Präsidentin Hostasch befunden hat. (Abg. Dr. Nowotny: Alles Unterstellungen! Unglaublich!) Mit diesem Anwalt Prader pflegt der Herr Innenminister bis heute freundschaftlichsten, vertraulichen Umgang, läßt sich von der Staatspolizei dafür auch noch bewachen, damit diese Treffen von der Öffentlichkeit wirklich abgeschirmt werden. In Wahrheit weiß jeder, was für ein gefährlicher Mann und welche Szene hinter dem genannten Rechtsanwalt steckt. Aber der Innenminister hat überhaupt keine Berührungsängste zu dieser Szene – ganz im Gegenteil! (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Sie genießt nicht nur seinen besonderen Schutz, sondern er fühlt sich auch wohl in dieser Szene. Er liebt es, dort der Star zu sein. Er liebt es, dort seine Ideologie wiederzufinden, bei Kommunisten, Linksextremen, Linksauslegern und dergleichen mehr an sonderbaren Elementen, die in diesem Lande, wie wir mittlerweile wissen, für Kriminaldelikte verantwortlich sind, bis hin zu Bombenanschlägen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Koppler.
Dieser Innenminister pflegt einen Umgang, Frau Präsidentin Hostasch, mit dem PKK-Anwalt, der auch der Anwalt des Haydar Kilic war, gegen den im Zusammenhang mit Ebergassing ermittelt wurde, der in aller Öffentlichkeit erklärt, daß er für den Innenminister einen Täter hätte organisieren sollen. Weil der Innenminister Probleme hatte wegen seiner "TATblatt"-Spende, hätte man der Öffentlichkeit einen Vorzeigetäter vorführen sollen. Diesen Täter hätte niemand geringerer als der Herr Dr. Prader, ein Grün-Mandatar, organisieren sollen, ein Mandatar, in dessen Gesellschaft sich auch schon die Frau Präsidentin Hostasch befunden hat. (Abg. Dr. Nowotny: Alles Unterstellungen! Unglaublich!) Mit diesem Anwalt Prader pflegt der Herr Innenminister bis heute freundschaftlichsten, vertraulichen Umgang, läßt sich von der Staatspolizei dafür auch noch bewachen, damit diese Treffen von der Öffentlichkeit wirklich abgeschirmt werden. In Wahrheit weiß jeder, was für ein gefährlicher Mann und welche Szene hinter dem genannten Rechtsanwalt steckt. Aber der Innenminister hat überhaupt keine Berührungsängste zu dieser Szene – ganz im Gegenteil! (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Sie genießt nicht nur seinen besonderen Schutz, sondern er fühlt sich auch wohl in dieser Szene. Er liebt es, dort der Star zu sein. Er liebt es, dort seine Ideologie wiederzufinden, bei Kommunisten, Linksextremen, Linksauslegern und dergleichen mehr an sonderbaren Elementen, die in diesem Lande, wie wir mittlerweile wissen, für Kriminaldelikte verantwortlich sind, bis hin zu Bombenanschlägen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dieser Innenminister pflegt einen Umgang, Frau Präsidentin Hostasch, mit dem PKK-Anwalt, der auch der Anwalt des Haydar Kilic war, gegen den im Zusammenhang mit Ebergassing ermittelt wurde, der in aller Öffentlichkeit erklärt, daß er für den Innenminister einen Täter hätte organisieren sollen. Weil der Innenminister Probleme hatte wegen seiner "TATblatt"-Spende, hätte man der Öffentlichkeit einen Vorzeigetäter vorführen sollen. Diesen Täter hätte niemand geringerer als der Herr Dr. Prader, ein Grün-Mandatar, organisieren sollen, ein Mandatar, in dessen Gesellschaft sich auch schon die Frau Präsidentin Hostasch befunden hat. (Abg. Dr. Nowotny: Alles Unterstellungen! Unglaublich!) Mit diesem Anwalt Prader pflegt der Herr Innenminister bis heute freundschaftlichsten, vertraulichen Umgang, läßt sich von der Staatspolizei dafür auch noch bewachen, damit diese Treffen von der Öffentlichkeit wirklich abgeschirmt werden. In Wahrheit weiß jeder, was für ein gefährlicher Mann und welche Szene hinter dem genannten Rechtsanwalt steckt. Aber der Innenminister hat überhaupt keine Berührungsängste zu dieser Szene – ganz im Gegenteil! (Zwischenruf des Abg. Koppler. ) Sie genießt nicht nur seinen besonderen Schutz, sondern er fühlt sich auch wohl in dieser Szene. Er liebt es, dort der Star zu sein. Er liebt es, dort seine Ideologie wiederzufinden, bei Kommunisten, Linksextremen, Linksauslegern und dergleichen mehr an sonderbaren Elementen, die in diesem Lande, wie wir mittlerweile wissen, für Kriminaldelikte verantwortlich sind, bis hin zu Bombenanschlägen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dietachmayr: Zur Sache! Das steht nicht zur Diskussion!
Umso erstaunter war die gesamte Öffentlichkeit, danach lesen zu können, daß der Innenminister wörtlich sagt: Und mittlerweile kann man die Augen noch weiter öffnen und sagen: Es kann dieser ganze nationalistisch-historische Schmarren, der in den Bekennerschreiben vorkommt, auch sehr gefinkelt aus Büchern besorgt worden sein, um als Tarnung des Täters zu dienen. Alles ist möglich. Den ganzen Nazischmarren kann man vergessen. (Abg. Dietachmayr: Zur Sache! Das steht nicht zur Diskussion!)
Rufe bei der SPÖ: Zur Sache! Zur Sache!
Der Herr Innenminister Caspar von Einem, dieser Innenminister mit einer Staatspolizei, die angeblich zu den besten gehört, mit einer Sondereinheit EBT, dieser Innenminister hat jahrelang die Öffentlichkeit zum Narren gehalten. (Rufe bei der SPÖ: Zur Sache! Zur Sache!) Und jetzt, wo es sich nicht mehr verbergen läßt, jetzt muß er zugeben, daß er jahrelang in die falsche Richtung hat ermitteln lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Er hat in die falsche Richtung ermitteln lassen, wie das der Herr Generaldirektor für öffentliche Sicherheit im März 1995 bereits öffentlich zugegeben hat, wie das der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit am 12. Jänner dieses Jahres zugeben mußte ... (Abg. Dietachmayr: Der Innenminister ist nicht da! Er kann sich nicht wehren! Das ist unfair! – Abg. Dr. Haider: Es hindert niemand den Innenminister, hierherzukommen, Herr Kollege!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Der Herr Innenminister Caspar von Einem, dieser Innenminister mit einer Staatspolizei, die angeblich zu den besten gehört, mit einer Sondereinheit EBT, dieser Innenminister hat jahrelang die Öffentlichkeit zum Narren gehalten. (Rufe bei der SPÖ: Zur Sache! Zur Sache!) Und jetzt, wo es sich nicht mehr verbergen läßt, jetzt muß er zugeben, daß er jahrelang in die falsche Richtung hat ermitteln lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Er hat in die falsche Richtung ermitteln lassen, wie das der Herr Generaldirektor für öffentliche Sicherheit im März 1995 bereits öffentlich zugegeben hat, wie das der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit am 12. Jänner dieses Jahres zugeben mußte ... (Abg. Dietachmayr: Der Innenminister ist nicht da! Er kann sich nicht wehren! Das ist unfair! – Abg. Dr. Haider: Es hindert niemand den Innenminister, hierherzukommen, Herr Kollege!)
Abg. Dietachmayr: Der Innenminister ist nicht da! Er kann sich nicht wehren! Das ist unfair! – Abg. Dr. Haider: Es hindert niemand den Innenminister, hierherzukommen, Herr Kollege!
Der Herr Innenminister Caspar von Einem, dieser Innenminister mit einer Staatspolizei, die angeblich zu den besten gehört, mit einer Sondereinheit EBT, dieser Innenminister hat jahrelang die Öffentlichkeit zum Narren gehalten. (Rufe bei der SPÖ: Zur Sache! Zur Sache!) Und jetzt, wo es sich nicht mehr verbergen läßt, jetzt muß er zugeben, daß er jahrelang in die falsche Richtung hat ermitteln lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Er hat in die falsche Richtung ermitteln lassen, wie das der Herr Generaldirektor für öffentliche Sicherheit im März 1995 bereits öffentlich zugegeben hat, wie das der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit am 12. Jänner dieses Jahres zugeben mußte ... (Abg. Dietachmayr: Der Innenminister ist nicht da! Er kann sich nicht wehren! Das ist unfair! – Abg. Dr. Haider: Es hindert niemand den Innenminister, hierherzukommen, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Haider: Hier ist das Parlament und nicht das Regierungsamt! Hier reden die Abgeordneten und nicht die Minister! – Heftige Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ihr habt überhaupt keine demokratische Gesinnung mehr! – Weitere Rufe zwischen den Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.
Wollen Sie den Innenminister holen? (Abg. Dr. Haider: Hier ist das Parlament und nicht das Regierungsamt! Hier reden die Abgeordneten und nicht die Minister! – Heftige Gegenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Ihr habt überhaupt keine demokratische Gesinnung mehr! – Weitere Rufe zwischen den Abgeordneten der SPÖ und der Freiheitlichen.)
Abg. Dietachmayr: Das ist unerhört! – Abg. Parnigoni: Ein Skandal! Sie sind ein Lümmel! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich habe schon Verständnis dafür. Ich habe Verständnis dafür, daß Sie das aufregt. Ich weiß, daß Ihnen das unangenehm ist. Ich weiß, daß es Ihnen unangenehm ist, Ihnen vorzurechnen, was für Subjekte Sie in dieser Regierung sitzen haben. (Abg. Dietachmayr: Das ist unerhört! – Abg. Parnigoni: Ein Skandal! Sie sind ein Lümmel! – Weitere heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider – in Richtung SPÖ –: Ihr wollt den Terrorismus zudecken! Zuerst macht ihr die Demokratie kaputt, und dann wollt ihr den Terrorismus zudecken!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Meine Damen und Herren! Ich treffe drei Feststellungen. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider – in Richtung SPÖ –: Ihr wollt den Terrorismus zudecken! Zuerst macht ihr die Demokratie kaputt, und dann wollt ihr den Terrorismus zudecken!)
Abg. Dr. Haider: Sind alle korrekt!
Die erste Feststellung lautet, daß im Zuge dieser Rede Ausdrücke gefallen sind, die ich mir notiert habe, daß ich mir das Stenographische Protokoll kommen lasse (Abg. Dr. Haider: Sind alle korrekt!) , und die Frage, ob die alle korrekt sind, nicht vom Herrn Dr. Haider entschieden wird, sondern vom Präsidenten. Und aufgrund dieser Feststellung wird auch über Ordnungsrufe entschieden.
Abg. Dr. Haider: Gesinnungsterrorismus!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (fortsetzend): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich merke, welche Aufgeregtheit bei den Sozialisten besteht, wenn man ihnen einmal vorrechnet, in welchem Umfeld sich in Österreich ein Innenminister bemüht, die Heeresdienste auch noch unter seine Kontrolle zu bekommen, und wenn man ihnen vorhält, welche Gesinnung ihre eigene Bundesgeschäftsführerin – nachlesbar in einer österreichischen Tageszeitung von heute – zum besten gibt, meine Damen und Herren, dann werden die Genossinnen und Genossen natürlich zu Recht sauer. (Abg. Dr. Haider: Gesinnungsterrorismus!)
Abg. Haigermoser: Wer hat das gesagt?
Meine Damen und Herren! Es ist auch bezeichnend, daß sie dann das Haus verlassen. Sie wollen gar nicht zur Kenntnis nehmen, was sich in diesem Land abspielt, Hohes Haus! Sie werden aber nicht umhin können, zu den Vorkommnissen Stellung zu nehmen. Es wird auch die Dramatik der nächsten Monate beweisen, weil die Dinge nicht mehr länger zuzudecken sind, daß der Herr Generaldirektor für öffentliche Sicherheit bereits im Jänner recht hatte, als er wörtlich sagte – ich zitiere –: "Da hat man uns hineingehetzt." – Gemeint ist die Frage, ob es eine politische Zuordnung gegeben hat. Frage der "Presse": Wer? – Antwort: "Medien, Öffentlichkeit und Politiker haben uns hineingehetzt. Wir hätten im Jänner 1994 nicht ungestraft sagen können: Das waren keine Neonazis, zumindest nicht solche, wie sie in der VAPO gängig sind. Wenn ich das gesagt hätte, wäre ich öffentlich hingerichtet worden. Man hat uns da hineingedrängt." (Abg. Haigermoser: Wer hat das gesagt?) Der Herr Generaldirektor für öffentliche Sicherheit!
Beifall bei den Freiheitlichen.
Einer der wichtigsten Beamten dieser Republik, der wichtigste Beamte des Innenministeriums, sagt, daß der Staatsapparat, zumindest im Innenministerium, nicht funktioniert. Und jetzt will der Innenminister einen weiteren Staatsapparat kassieren, damit der auch nicht funktioniert und politisch mißbraucht werden kann, meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Die eigenen Staatspolizisten schreiben bereits Bücher und beklagen sich darin, daß der politische Druck in der Bombencausa sehr groß war. – Ich zitiere wörtlich: "Der letzte Kriminalbeamte wußte, wo er die Täter zu suchen hatte." – Das ist nachzulesen auf Seite 135 des Buches des Staatspolizisten Erwin Kemper, welches ein einziger Hilferuf an die österreichische Öffentlichkeit und damit auch an dieses Haus ist, in der Staatspolizei für Ordnung zu sorgen und den Innenminister nicht noch weitere Instrumente zur Hand zu geben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Niemand geringerer als die eigene Staatspolizei beklagt sich in aller Öffentlichkeit, daß der Innenminister ihnen "eine Art Fahndungs-Verbot" erteilt, dort zu ermitteln, wo sie zu ermitteln hätte, wenn sie ordentlich hätte vorgehen dürfen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen
Meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Diesem Innenminister dürfen wir nicht nur keine weiteren polizeilichen oder heeresnachrichtendienstliche Instrumente zur Hand geben, diesen Innenminister müssen wir aus seinem Amt entheben (Beifall bei den Freiheitlichen), damit in Österreich endlich wieder einmal die Bombenermittlungen in die Richtung laufen, in die sie laufen sollen, nämlich sachgerecht und nach kriminaltechnischen und kriminalwissenschaftlichen Gesichtspunkten und nicht nach politischen Präferenzen einer Partei, die einen politischen Schutzbereich durch die Staatspolizei besonders pfleglich behandeln läßt!
Abg. Dr. Haider: Das ist ein Skandal erster Ordnung!
Meine Damen und Herren! Das hat nicht dazu geführt, daß man diesen Mann verhaftet hat, das hat nicht dazu geführt, daß man Untersuchungen angestellt hat, das hat nur dazu geführt, daß man erst unter dem Druck, der darin besteht, daß sich die Sicherheitsbeamten dieser Republik an die Öffentlichkeit gewandt hat, noch einmal von vorne beginnen mußte und tatsächlich wieder bei ihm gelandet ist. Meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Skandal erster Ordnung!) Das ist ein Skandal erster Güte, der zum Himmel schreit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das hat nicht dazu geführt, daß man diesen Mann verhaftet hat, das hat nicht dazu geführt, daß man Untersuchungen angestellt hat, das hat nur dazu geführt, daß man erst unter dem Druck, der darin besteht, daß sich die Sicherheitsbeamten dieser Republik an die Öffentlichkeit gewandt hat, noch einmal von vorne beginnen mußte und tatsächlich wieder bei ihm gelandet ist. Meine Damen und Herren, Hohes Haus! (Abg. Dr. Haider: Das ist ein Skandal erster Ordnung!) Das ist ein Skandal erster Güte, der zum Himmel schreit! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Warum?
Hohes Haus! ich kann Ihnen sagen, wer dieser öminöse Herr ist, der in diesem Zusammenhang auch Gegenstand von Ermittlungen war: ein gewisser Herr Hermann R. aus Spittal an der Drau – es war auch immer von einem Kärntner die Rede –, der aber dann plötzlich in Oberwart aufgetaucht ist. Man hat auch erste Ermittlungen gegen diesen Hermann R. aufgenommen, aber siehe da: Es kam die Weisung von ganz oben: Ermittlungen sind sofort einzustellen! (Abg. Dr. Haider: Warum?)
Abg. Dr. Haider: Warum denn nicht?
Dieser Hermann R. hat einen ordentlichen "Speisezettel" vorzuweisen, angefangen von Sachbeschädigung über Sachbeschädigung, über Sachbeschädigung bis hin zum Totschlag. Aber ein Strafverfahren ist gegen diesen Hermann R. nie abgewickelt worden! (Abg. Dr. Haider: Warum denn nicht?)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! So laufen die Dinge in dieser Republik! Die Mächtigsten schützen eine Szene, von der sie seit Monaten wissen, daß dort die Terroristen zu suchen wären. Aber aus lauter Angst, daß man dann Spuren zu ihnen entdecken könnte und sie dann peinlichen Erklärungsbedarf, wie bei der "TATblatt"-Spende, hätten, wird die Ermittlung bei der Staatspolizei in diese Richtung unterminiert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Haider: Man sollte auch die Oberwarter Spuren nicht außer acht lassen!
Wir wissen mittlerweile, daß es sich um einen linksextremen Sprengstoffanschlag handelte, von linksextremen Tätern begangen, die persönlichen Kontakt zu Innenminister Einem gehabt hatten, und daß dieser Journalist Purtscheller als erster davon wußte und es bereits öffentlich angekündigt hat, meine Damen und Herren! – Und dieser Journalist bekommt einen Hinweis aus der Staatspolizei, er solle sich ins Ausland absetzen, ähnlich wie sich seinerzeit Herr Bassam al Taher ins Ausland abgesetzt hat, nach dem die Polizei noch heute, angeblich erfolglos, zu fahnden bemüht ist, Hohes Haus! (Abg. Dr. Haider: Man sollte auch die Oberwarter Spuren nicht außer acht lassen!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Heute beschäftigt uns nur eines: der unkeusche Wunsch eines Innenministers, weitere Machtmittel in die Hand zu bekommen, um die Bürger dieses Landes und damit die Sicherheit dieses Landes weiter zu seinen parteipolitischen Zwecken zur Verfügung zu haben. Und dazu gibt es von unserer Fraktion nur ein entschiedenes Nein. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Abgeordneter Mag. Stadler hat hier unter dem Schutz der Immunität behauptet, daß Rechtsanwalt Dr. Thomas Prader ungesetzliche Kontakte zur sogenannten Terrorszene pflege. (Abg. Mag. Stadler: Das habe ich nicht gesagt!) Das haben Sie sinngemäß gesagt!
Abg. Mag. Stadler: "Ungesetzliche Kontakte" habe ich nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Diese Behauptung ist unwahr und entbehrt jeder Grundlage. (Abg. Mag. Stadler: "Ungesetzliche Kontakte" habe ich nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Herr Mag. Stadler! Wir werden ja dann im Protokoll nachlesen können, was Sie gesagt haben! – Falls Sie solche Behauptungen wiederholen, wenn Sie nicht unter dem Schutz der Immunität stehen, werden Sie sich sicherlich vor Gericht wiederfinden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Diese Behauptung ist unwahr und entbehrt jeder Grundlage. (Abg. Mag. Stadler: "Ungesetzliche Kontakte" habe ich nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Herr Mag. Stadler! Wir werden ja dann im Protokoll nachlesen können, was Sie gesagt haben! – Falls Sie solche Behauptungen wiederholen, wenn Sie nicht unter dem Schutz der Immunität stehen, werden Sie sich sicherlich vor Gericht wiederfinden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist mehr!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Der sattsam bekannte Abgeordnete Stadler hat hier von einem Justizskandal gesprochen. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist mehr!) Ich meine: Das, was wir eben erlebt haben, ist ein Parlamentsskandal! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Der sattsam bekannte Abgeordnete Stadler hat hier von einem Justizskandal gesprochen. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist mehr!) Ich meine: Das, was wir eben erlebt haben, ist ein Parlamentsskandal! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich halte es für unerträglich, daß bei einem Tagesordnungspunkt, bei dem wir uns um sachliche Diskussionen bemühen sollten, unter dem Schutz der Immunität hier von jemandem reihenweise Behauptungen gegen Personen, die sich nicht wehren können, aufgestellt und Zusammenhänge aufgebaut werden, die überhaupt nicht nachweisbar und auch nicht überprüfbar sind. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte das für einen Mißbrauch des Parlaments! (Abg. Ing. Reichhold: Wer hat hier etwas zu reden: Der Herr Präsident oder Sie?) Ich möchte hier
Abg. Ing. Reichhold: Wer hat hier etwas zu reden: Der Herr Präsident oder Sie?
Ich halte es für unerträglich, daß bei einem Tagesordnungspunkt, bei dem wir uns um sachliche Diskussionen bemühen sollten, unter dem Schutz der Immunität hier von jemandem reihenweise Behauptungen gegen Personen, die sich nicht wehren können, aufgestellt und Zusammenhänge aufgebaut werden, die überhaupt nicht nachweisbar und auch nicht überprüfbar sind. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich halte das für einen Mißbrauch des Parlaments! (Abg. Ing. Reichhold: Wer hat hier etwas zu reden: Der Herr Präsident oder Sie?) Ich möchte hier
Beifall bei der SPÖ, dem Liberalen Forum und den Grünen.
Wir hatten vor wenigen Tagen den Innenminister hier im Haus und haben über sachliche Dinge diskutiert. Zu diesem Zeitpunkt hätten Sie dem Innenminister diese Diskussionspunkte vorwerfen können! Ich bin ganz sicher, er hätte Ihnen entsprechend erwidern können, so wie er Ihnen und auch Herrn Haider entsprechend auf die Anwürfe erwidert hat, die Sie ihm von Anfang an machen, von denen jedoch kein einziger gehalten hat. Das ist auch nachweisbar! Heute diese Behauptungen aufzustellen, wenn der Innenminister nicht hier ist, ist perfid und unseriös und wird von uns strengstens zurückgewiesen! (Beifall bei der SPÖ, dem Liberalen Forum und den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Haider.
Ich will mich auf eine weitere Debatte auf diesem Niveau überhaupt nicht einlassen. Ich möchte hier nur ganz deutlich sagen: Wir Sozialdemokraten schätzen das Parlament zu hoch, als daß wir zulassen könnten, daß man es dafür mißbraucht, es für unbegründete Mißdeutungen in einer Weise zu verwenden, wie es leider manche Parteien in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Es ist vor kurzem ein Buch des Salzburger Landtagspräsidenten mit dem Titel "Ins Parlament gehen, um es zu zerstören" veröffentlicht und hier in diesem Haus präsentiert worden, in dem er eine Dokumentation über das Wirken nationalsozialistischer Abgeordneter in den Parlamenten der Ersten Republik vornimmt. – Sie haben sich offensichtlich sehr viel von dem vorgenommen: Sie sind ins Parlament gekommen, um es zu zerstören. – Wir werden das Parlament gegen Sie schützen, und wir werden die Republik gegen Sie schützen! (Bravorufe und anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Beifall beim Liberalen Forum, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Bravorufe und anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Beifall beim Liberalen Forum, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ich will mich auf eine weitere Debatte auf diesem Niveau überhaupt nicht einlassen. Ich möchte hier nur ganz deutlich sagen: Wir Sozialdemokraten schätzen das Parlament zu hoch, als daß wir zulassen könnten, daß man es dafür mißbraucht, es für unbegründete Mißdeutungen in einer Weise zu verwenden, wie es leider manche Parteien in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Es ist vor kurzem ein Buch des Salzburger Landtagspräsidenten mit dem Titel "Ins Parlament gehen, um es zu zerstören" veröffentlicht und hier in diesem Haus präsentiert worden, in dem er eine Dokumentation über das Wirken nationalsozialistischer Abgeordneter in den Parlamenten der Ersten Republik vornimmt. – Sie haben sich offensichtlich sehr viel von dem vorgenommen: Sie sind ins Parlament gekommen, um es zu zerstören. – Wir werden das Parlament gegen Sie schützen, und wir werden die Republik gegen Sie schützen! (Bravorufe und anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Beifall beim Liberalen Forum, den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich kann es Ihnen beweisen!
Ich stelle fest: Dies stimmt nicht, das ist eine Unwahrheit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Ich kann es Ihnen beweisen!)
Zwischenrufe und Gegenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Abgeordneter Dr. Kier. (Zwischenrufe und Gegenrufe bei der SPÖ und bei den Freiheitlichen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Ich möchte mich zunächst bei Herrn Bundesminister Ditz entschuldigen: Er sitzt hier, um sich mit uns gemeinsam – wir diskutieren, und er steht uns gelegentlich Rede und Antwort – über bestimmte Abschnitte in einem Strukturanpassungsgesetz zu unterhalten. Er vertritt die ganze Bundesregierung, das weiß ich wohl. Natürlich könnte auch ein anderer Herr hier sitzen, etwa Herr Bundesminister Bartenstein; mir wäre jeder recht. Aber die Debattenbeiträge, die wir zuletzt gehört haben, haben sich eindeutig persönlich auf ein Mitglied der Bundesregierung bezogen, das nicht hier sitzt. Daher wollte ich mich bei Herrn Bundesminister Ditz entschuldigen, daß er Zeuge einer Form von Parlamentarimus ist, die mir einfach nicht gefällt. Sie entspricht nicht meinen Vorstellungen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stadler: Rechtswidrige Weisungen!
Es wurde dem Bundesminister für Inneres, den ich nicht zu verteidigen habe, vorgeworfen, er hätte öffentlich geäußert, daß er Weisungen gibt. (Abg. Mag. Stadler: Rechtswidrige Weisungen!) Herr Kollege Stadler! Sie wissen so gut wie ich: Wären es gesetzwidrige Weisungen oder rechtswidrige Weisungen, so wären sie von den Beamten, die unter bestimmtem Dienstrechtsschutz stehen, überhaupt nicht zu befolgen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist falsch!) Das heißt: Wirklich gesetzwidrige Weisungen sind aus der Definition heraus gesetzwidrig und daher wirkungslos. (Abg. Mag. Stadler: Das ist juristisch falsch!) Das ist nicht juristisch falsch! (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist falsch!
Es wurde dem Bundesminister für Inneres, den ich nicht zu verteidigen habe, vorgeworfen, er hätte öffentlich geäußert, daß er Weisungen gibt. (Abg. Mag. Stadler: Rechtswidrige Weisungen!) Herr Kollege Stadler! Sie wissen so gut wie ich: Wären es gesetzwidrige Weisungen oder rechtswidrige Weisungen, so wären sie von den Beamten, die unter bestimmtem Dienstrechtsschutz stehen, überhaupt nicht zu befolgen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist falsch!) Das heißt: Wirklich gesetzwidrige Weisungen sind aus der Definition heraus gesetzwidrig und daher wirkungslos. (Abg. Mag. Stadler: Das ist juristisch falsch!) Das ist nicht juristisch falsch! (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!)
Abg. Mag. Stadler: Das ist juristisch falsch!
Es wurde dem Bundesminister für Inneres, den ich nicht zu verteidigen habe, vorgeworfen, er hätte öffentlich geäußert, daß er Weisungen gibt. (Abg. Mag. Stadler: Rechtswidrige Weisungen!) Herr Kollege Stadler! Sie wissen so gut wie ich: Wären es gesetzwidrige Weisungen oder rechtswidrige Weisungen, so wären sie von den Beamten, die unter bestimmtem Dienstrechtsschutz stehen, überhaupt nicht zu befolgen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist falsch!) Das heißt: Wirklich gesetzwidrige Weisungen sind aus der Definition heraus gesetzwidrig und daher wirkungslos. (Abg. Mag. Stadler: Das ist juristisch falsch!) Das ist nicht juristisch falsch! (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!)
Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!
Es wurde dem Bundesminister für Inneres, den ich nicht zu verteidigen habe, vorgeworfen, er hätte öffentlich geäußert, daß er Weisungen gibt. (Abg. Mag. Stadler: Rechtswidrige Weisungen!) Herr Kollege Stadler! Sie wissen so gut wie ich: Wären es gesetzwidrige Weisungen oder rechtswidrige Weisungen, so wären sie von den Beamten, die unter bestimmtem Dienstrechtsschutz stehen, überhaupt nicht zu befolgen. (Abg. Mag. Stadler: Das ist falsch!) Das heißt: Wirklich gesetzwidrige Weisungen sind aus der Definition heraus gesetzwidrig und daher wirkungslos. (Abg. Mag. Stadler: Das ist juristisch falsch!) Das ist nicht juristisch falsch! (Abg. Mag. Stadler: Selbstverständlich!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn Sie den Beamten des Innenministeriums unterstellen, daß es dort üblich ist, daß alle habtachtstehen, wenn gesetzwidrige Weisungen erteilt werden, dann tun Sie diesen Menschen unrecht! (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Ofner: Hat er aber!
Aber abgesehen davon ist es nicht die übliche Form, gesetzwidrige Weisungen in den Medien anzukündigen. (Abg. Dr. Ofner: Hat er aber!) Daher ist das einfache Ankündigen von Ministerweisungen etwas, was einem nicht gefallen kann. Ich kann wirklich nachvollziehen, daß es Ihnen nicht gefällt, daß der Innenminister sich im Rahmen der geltenden Gesetze darum bemüht, daß diese etwas humaner vollzogen werden. Das heißt aber nicht, daß er gesetzeswidrig handelt. (Abg. Dr. Ofner. Er hat es ausdrücklich angekündigt! Lesen Sie sich das durch!) Ich bitte Sie noch einmal, zur Kenntnis zu nehmen: Medien sind für mich keine primären Rechtsquellen. (Bravorufe und Beifall beim Liberalen Forum. – Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Ofner. Er hat es ausdrücklich angekündigt! Lesen Sie sich das durch!
Aber abgesehen davon ist es nicht die übliche Form, gesetzwidrige Weisungen in den Medien anzukündigen. (Abg. Dr. Ofner: Hat er aber!) Daher ist das einfache Ankündigen von Ministerweisungen etwas, was einem nicht gefallen kann. Ich kann wirklich nachvollziehen, daß es Ihnen nicht gefällt, daß der Innenminister sich im Rahmen der geltenden Gesetze darum bemüht, daß diese etwas humaner vollzogen werden. Das heißt aber nicht, daß er gesetzeswidrig handelt. (Abg. Dr. Ofner. Er hat es ausdrücklich angekündigt! Lesen Sie sich das durch!) Ich bitte Sie noch einmal, zur Kenntnis zu nehmen: Medien sind für mich keine primären Rechtsquellen. (Bravorufe und Beifall beim Liberalen Forum. – Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Bravorufe und Beifall beim Liberalen Forum. – Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Aber abgesehen davon ist es nicht die übliche Form, gesetzwidrige Weisungen in den Medien anzukündigen. (Abg. Dr. Ofner: Hat er aber!) Daher ist das einfache Ankündigen von Ministerweisungen etwas, was einem nicht gefallen kann. Ich kann wirklich nachvollziehen, daß es Ihnen nicht gefällt, daß der Innenminister sich im Rahmen der geltenden Gesetze darum bemüht, daß diese etwas humaner vollzogen werden. Das heißt aber nicht, daß er gesetzeswidrig handelt. (Abg. Dr. Ofner. Er hat es ausdrücklich angekündigt! Lesen Sie sich das durch!) Ich bitte Sie noch einmal, zur Kenntnis zu nehmen: Medien sind für mich keine primären Rechtsquellen. (Bravorufe und Beifall beim Liberalen Forum. – Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Wenn Sie sich auf gesetzwidrige Weisungen – von wem auch immer: von Minister Molterer, von Minister Bartenstein, von Minister Einem, vom Bundeskanzler oder vom Außenminister – berufen, dann legen Sie uns die rechtswidrigen Weisungen vor! Wir werden sicher an Ihrer Seite streiten, wenn es sich um einen nicht tragbaren Vorwurf handelt. Aber bitte: Authentisch, jedoch nicht in dieser Form! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aber schleimig muß es nicht sein!
Das ist mir deswegen wichtig, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, wenn ich mich gar nicht zum Kollegen Stadler äußere, daß ich ihm zustimme! Ich habe auch nicht die Absicht, Bundesminister Einem oder sonst jemanden zu verteidigen. Es geht mir vielmehr darum, daß wir unsere Selbstachtung hier aufrechterhalten. Unter dieser Selbstachtung meine ich, daß wir Formen pflegen, die, auch wenn sie öffentlich wahrgenommen werden, nicht peinlich, nicht beschämend und nicht erniedrigend sind. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aber schleimig muß es nicht sein!) Lieber Kollege Haigermoser! Ich habe ein ausgezeichnetes Gehör: Der Ausdruck, den Sie jetzt verwendet haben, paßt auf Sie besser als auf manchen anderen hier in diesem Haus! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich brauche ihn nicht zu wiederholen, denn Sie haben ihn selbst verwendet. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Das ist mir deswegen wichtig, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, wenn ich mich gar nicht zum Kollegen Stadler äußere, daß ich ihm zustimme! Ich habe auch nicht die Absicht, Bundesminister Einem oder sonst jemanden zu verteidigen. Es geht mir vielmehr darum, daß wir unsere Selbstachtung hier aufrechterhalten. Unter dieser Selbstachtung meine ich, daß wir Formen pflegen, die, auch wenn sie öffentlich wahrgenommen werden, nicht peinlich, nicht beschämend und nicht erniedrigend sind. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aber schleimig muß es nicht sein!) Lieber Kollege Haigermoser! Ich habe ein ausgezeichnetes Gehör: Der Ausdruck, den Sie jetzt verwendet haben, paßt auf Sie besser als auf manchen anderen hier in diesem Haus! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich brauche ihn nicht zu wiederholen, denn Sie haben ihn selbst verwendet. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Zwischenruf des Abg. Haigermoser.
Das ist mir deswegen wichtig, weil ich nicht den Eindruck erwecken möchte, wenn ich mich gar nicht zum Kollegen Stadler äußere, daß ich ihm zustimme! Ich habe auch nicht die Absicht, Bundesminister Einem oder sonst jemanden zu verteidigen. Es geht mir vielmehr darum, daß wir unsere Selbstachtung hier aufrechterhalten. Unter dieser Selbstachtung meine ich, daß wir Formen pflegen, die, auch wenn sie öffentlich wahrgenommen werden, nicht peinlich, nicht beschämend und nicht erniedrigend sind. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Aber schleimig muß es nicht sein!) Lieber Kollege Haigermoser! Ich habe ein ausgezeichnetes Gehör: Der Ausdruck, den Sie jetzt verwendet haben, paßt auf Sie besser als auf manchen anderen hier in diesem Haus! (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.) Ich brauche ihn nicht zu wiederholen, denn Sie haben ihn selbst verwendet. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Beifall beim Liberalen Forum.
Herr Bundesminister! Sie haben die Benzinpreisproblematik angesprochen, insbesondere im Zusammenhang mit dem kleinen Grenzverkehr, mit dem Benzintourismus im Raum Slowenien. Sie wissen, daß eines der Probleme, die dahinterstecken, das ungelöste Problem der Verarbeitungskartelle rund um Adria-Wien-Pipeline ist. Es wäre eine Herausforderung für den Wirtschaftsminister, das zu lösen, unabhängig davon, daß wir gerade ein Strukturanpassungsgesetz beschließen. Ich lade Sie daher ein, sich am Tag nach der Beschlußfassung zu diesem Gesetz sofort diesen tatsächlich überhöhten Erzeugerpreisen in Österreich zuzuwenden! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Das ist unsere Sache!
Obwohl ich es ursprünglich vermeiden wollte, muß ich noch einmal die Schlaufe zurück ziehen zur Wortmeldung des Kollegen Stadler. Denn ich möchte mich einer Materie zuwenden, die hier zur Diskussion steht, nämlich der Novelle zum Bundesministeriengesetz. Ich habe, während Kollege Stadler gesprochen hat, in der hier vorliegenden Novelle zum Bundesministeriengesetz nachgeschaut. – In dieser steht nichts davon, daß irgendwelche nachgeordneten Dienststellen oder Behörden wie Heeres-Nachrichtenamt, Abwehramt oder Staatspolizei nach dieser Novelle umorganisiert werden sollen. Auch in diesem Fall hat Kollege Stadler wieder Medienberichte in eine Debatte zu einem Bundesgesetz getragen, die irgendwelche möglichen Szenarien in der Zukunft betreffen, aber nicht das, was uns hier beschäftigen sollte. Und gerade weil wir in den zurückliegenden Wochen darum gerungen haben, die schwierigen Materien zeitökonomisch zu behandeln, bin ich doppelt befremdet, daß ein Kollege einer Oppositionspartei, die noch dazu über eine solche Stärke verfügt, daß sie zu beliebigen Zeitpunkten jeden beliebigen Tagesordnungspunkt hier verhandeln lassen kann, die knappe Zeit, die uns zur Verfügung steht, um das Strukturanpassungsgesetz zu diskutieren, dafür verwendet, um im Zusammenhang mit ihr wichtigen Anliegen zu polemisieren. Das ist, finde ich, schade. (Abg. Scheibner: Das ist unsere Sache!) Ich finde, das ist einfach schade! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das ist wirklich unsere Sache!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das ist wirklich unsere Sache!
Obwohl ich es ursprünglich vermeiden wollte, muß ich noch einmal die Schlaufe zurück ziehen zur Wortmeldung des Kollegen Stadler. Denn ich möchte mich einer Materie zuwenden, die hier zur Diskussion steht, nämlich der Novelle zum Bundesministeriengesetz. Ich habe, während Kollege Stadler gesprochen hat, in der hier vorliegenden Novelle zum Bundesministeriengesetz nachgeschaut. – In dieser steht nichts davon, daß irgendwelche nachgeordneten Dienststellen oder Behörden wie Heeres-Nachrichtenamt, Abwehramt oder Staatspolizei nach dieser Novelle umorganisiert werden sollen. Auch in diesem Fall hat Kollege Stadler wieder Medienberichte in eine Debatte zu einem Bundesgesetz getragen, die irgendwelche möglichen Szenarien in der Zukunft betreffen, aber nicht das, was uns hier beschäftigen sollte. Und gerade weil wir in den zurückliegenden Wochen darum gerungen haben, die schwierigen Materien zeitökonomisch zu behandeln, bin ich doppelt befremdet, daß ein Kollege einer Oppositionspartei, die noch dazu über eine solche Stärke verfügt, daß sie zu beliebigen Zeitpunkten jeden beliebigen Tagesordnungspunkt hier verhandeln lassen kann, die knappe Zeit, die uns zur Verfügung steht, um das Strukturanpassungsgesetz zu diskutieren, dafür verwendet, um im Zusammenhang mit ihr wichtigen Anliegen zu polemisieren. Das ist, finde ich, schade. (Abg. Scheibner: Das ist unsere Sache!) Ich finde, das ist einfach schade! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das ist wirklich unsere Sache!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.
Natürlich ist das eure Sache! Aber ihr geht in diesem Fall nicht nur mit eurer Zeit schlecht um, sondern mit unser aller Zeit. Wir wollten uns über das Strukturanpassungsgesetz unterhalten, nicht aber über die politischen Phantasien und Ängste des Ewald Stadler. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. – Abg. Scheibner: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Redezeit!
Das ist die Sache. Ich habe schon vorher gesagt: Wir werden diesen Diskussionen nicht ausweichen. Es wird demokratiepolitisch notwendig sein, daß wir diesen Diskussionen nicht ausweichen. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. – Abg. Scheibner: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Redezeit!)
Beifall beim Liberalen Forum.
Ich bitte nur, sie dann in einer anderen Form, nämlich auf der Grundlage von Fakten, zu führen und nicht der Bevölkerung ein Schauspiel zu bieten – ich hatte gestern schon einmal Gelegenheit, dieses Wort zu verwenden, und ich muß es leider wieder tun –, für das wir uns alle gemeinsam zu schämen haben. – Danke schön. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Ruf bei der SPÖ: Koppler!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Ihre Worte betreffend ein besseres Klima und eine bessere Wortwahl haben offensichtlich bei Herrn Kollegen – wie heißt er? (Ruf bei der SPÖ: Koppler!) – Koppler nichts gefruchtet. (Abg. Dr. Nowotny: Den sollten Sie schön langsam kennen!) Entschuldigung, sein Name ist mir nicht eingefallen! Er ist so selten da im Parlament, deshalb fiel er mir nicht ein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Den sollten Sie schön langsam kennen!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Ihre Worte betreffend ein besseres Klima und eine bessere Wortwahl haben offensichtlich bei Herrn Kollegen – wie heißt er? (Ruf bei der SPÖ: Koppler!) – Koppler nichts gefruchtet. (Abg. Dr. Nowotny: Den sollten Sie schön langsam kennen!) Entschuldigung, sein Name ist mir nicht eingefallen! Er ist so selten da im Parlament, deshalb fiel er mir nicht ein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Ihre Worte betreffend ein besseres Klima und eine bessere Wortwahl haben offensichtlich bei Herrn Kollegen – wie heißt er? (Ruf bei der SPÖ: Koppler!) – Koppler nichts gefruchtet. (Abg. Dr. Nowotny: Den sollten Sie schön langsam kennen!) Entschuldigung, sein Name ist mir nicht eingefallen! Er ist so selten da im Parlament, deshalb fiel er mir nicht ein! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben ja bei der Budgetdebatte gesehen, wie Sie das Parlament schützen. Wir haben ja gesehen, wie Sie den Parlamentarismus ausüben. Wir haben gesehen, wie Sie drüberfahren, wie Sie die Gesetze im Husch-Pfusch-Verfahren beschließen. Wir haben ja gesehen, welche Alibidebatten Sie führen. – Und Sie trauen sich noch, hier zu sagen, daß Sie den Parlamentarismus gegen uns schützen! Das ist wirklich ganz einfach lächerlich, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Da kommen Sie mit wehleidigen Argumenten, daß das, was Herr Kollege Stadler hier aufgeworfen hat, nicht auf der Tagesordnung sei. – Ich habe schon sehr viele Debatten erlebt, in denen Sie zu jedem Tagesordnungspunkt einen Schlammkrieg gegen unseren Klubobmann geführt haben. Dafür war Ihnen jede Tagesordnung recht. Da waren Sie nicht so empfindlich! Immer dann, wenn es um Ihre eigenen Interessen geht, setzen Sie sich über alles hinweg. Da kennen Sie keine Tagesordnung, da kennen Sie keinen guten Stil und kein ordentliches politisches Klima. Aber wenn es um unsere Anliegen geht, müßten wir dasitzen, brav sein und nur nach Ihrem Mund reden. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir sind aber nicht die ÖVP, wir reden nicht immer nach Ihrem Mund, sondern wir zeigen hier unbarmherzig alle Mißstände auf. Genau das hat Kollege Stadler heute getan!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Hostasch sehe ich nicht, aber vielleicht können Sie es ihr ausrichten: Zur Untersützung der linksextremen Zeitung "Salto" hat es im Jahr 1993 eine Initiative gegeben, die "Salto mortale für den Salto" geheißen hat. Und dieser Unterstützungsinitiative haben Frau Grandits, Frau Lore Hostasch und der Rechtsanwalt Thomas Prader angehört. Heute sagt Frau Hostasch jedoch in einer tatsächlichen Berichtigung, daß sie Herrn Dr. Prader überhaupt nicht kennt. – Das frage ich mich: Ist ihre Unterschrift dorthin gekommen, ohne daß sie es weiß, oder hat sie heute nicht die Wahrheit gesagt? Es wäre schon sehr interessant, das zu wissen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Geschrieben von der Arbeiterkammerpräsidentin für eine KPÖ-Zeitung!
Sie brauchen sich überhaupt nicht aufzuregen. Ich habe hier eine Presseaussendung, und zwar nicht von uns, sondern von der APA: "KPÖ-Bundesparteivorstand soll noch einmal prüfen, ob Saltis Zeitung ,Salto‘ wirklich aufgelöst werden soll." (Abg. Dr. Haider: Geschrieben von der Arbeiterkammerpräsidentin für eine KPÖ-Zeitung!)
Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Professor!
Das stört mich wirklich sehr (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Professor!), wenn ich mir die linken Ideen vom Herrn Professor Pelinka anhöre und mir vorstelle, daß die Polizei nach seinem Bild geprägt werden soll. (Abg. Dr. Haider: Purtscheller-Freund! – Abg. Dr. Nowotny: Ein Demokrat stört Sie!) Das kann schon möglich sein, daß er ein Demokrat ist. (Abg. Dr. Nowotny: Stört es Sie, daß er ein Demokrat ist?) Nein, das stört mich nicht. (Abg. Dr. Nowotny: Wenn Sie gegen Pelinka etwas haben, dann haben Sie etwas gegen die Demokratie!) Warum beschuldigen Sie mich so ungerechtfertigt? Ich habe gegen Pelinka etwas und gegen seine linksextremen Ansichten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Haider: Purtscheller-Freund! – Abg. Dr. Nowotny: Ein Demokrat stört Sie!
Das stört mich wirklich sehr (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Professor!), wenn ich mir die linken Ideen vom Herrn Professor Pelinka anhöre und mir vorstelle, daß die Polizei nach seinem Bild geprägt werden soll. (Abg. Dr. Haider: Purtscheller-Freund! – Abg. Dr. Nowotny: Ein Demokrat stört Sie!) Das kann schon möglich sein, daß er ein Demokrat ist. (Abg. Dr. Nowotny: Stört es Sie, daß er ein Demokrat ist?) Nein, das stört mich nicht. (Abg. Dr. Nowotny: Wenn Sie gegen Pelinka etwas haben, dann haben Sie etwas gegen die Demokratie!) Warum beschuldigen Sie mich so ungerechtfertigt? Ich habe gegen Pelinka etwas und gegen seine linksextremen Ansichten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Nowotny: Stört es Sie, daß er ein Demokrat ist?
Das stört mich wirklich sehr (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Professor!), wenn ich mir die linken Ideen vom Herrn Professor Pelinka anhöre und mir vorstelle, daß die Polizei nach seinem Bild geprägt werden soll. (Abg. Dr. Haider: Purtscheller-Freund! – Abg. Dr. Nowotny: Ein Demokrat stört Sie!) Das kann schon möglich sein, daß er ein Demokrat ist. (Abg. Dr. Nowotny: Stört es Sie, daß er ein Demokrat ist?) Nein, das stört mich nicht. (Abg. Dr. Nowotny: Wenn Sie gegen Pelinka etwas haben, dann haben Sie etwas gegen die Demokratie!) Warum beschuldigen Sie mich so ungerechtfertigt? Ich habe gegen Pelinka etwas und gegen seine linksextremen Ansichten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Nowotny: Wenn Sie gegen Pelinka etwas haben, dann haben Sie etwas gegen die Demokratie!
Das stört mich wirklich sehr (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Professor!), wenn ich mir die linken Ideen vom Herrn Professor Pelinka anhöre und mir vorstelle, daß die Polizei nach seinem Bild geprägt werden soll. (Abg. Dr. Haider: Purtscheller-Freund! – Abg. Dr. Nowotny: Ein Demokrat stört Sie!) Das kann schon möglich sein, daß er ein Demokrat ist. (Abg. Dr. Nowotny: Stört es Sie, daß er ein Demokrat ist?) Nein, das stört mich nicht. (Abg. Dr. Nowotny: Wenn Sie gegen Pelinka etwas haben, dann haben Sie etwas gegen die Demokratie!) Warum beschuldigen Sie mich so ungerechtfertigt? Ich habe gegen Pelinka etwas und gegen seine linksextremen Ansichten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Das stört mich wirklich sehr (Abg. Dr. Nowotny: Das ist ein Professor!), wenn ich mir die linken Ideen vom Herrn Professor Pelinka anhöre und mir vorstelle, daß die Polizei nach seinem Bild geprägt werden soll. (Abg. Dr. Haider: Purtscheller-Freund! – Abg. Dr. Nowotny: Ein Demokrat stört Sie!) Das kann schon möglich sein, daß er ein Demokrat ist. (Abg. Dr. Nowotny: Stört es Sie, daß er ein Demokrat ist?) Nein, das stört mich nicht. (Abg. Dr. Nowotny: Wenn Sie gegen Pelinka etwas haben, dann haben Sie etwas gegen die Demokratie!) Warum beschuldigen Sie mich so ungerechtfertigt? Ich habe gegen Pelinka etwas und gegen seine linksextremen Ansichten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Nowotny: Können Sie das wiederholen? Pelinka ist für Sie ein Linksextremer?
Das hat nichts damit zu tun, daß ich etwas gegen die Demokratie habe, aber wir sind anscheinend schon keine Demokraten mehr, wenn wir einen Pelinka ablehnen. Sie dürfen bei uns alles ablehnen. (Abg. Dr. Nowotny: Können Sie das wiederholen? Pelinka ist für Sie ein Linksextremer?) Sie können es ja im Protokoll nachlesen, was ich gesagt habe. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist doch nicht strafbar!)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist doch nicht strafbar!
Das hat nichts damit zu tun, daß ich etwas gegen die Demokratie habe, aber wir sind anscheinend schon keine Demokraten mehr, wenn wir einen Pelinka ablehnen. Sie dürfen bei uns alles ablehnen. (Abg. Dr. Nowotny: Können Sie das wiederholen? Pelinka ist für Sie ein Linksextremer?) Sie können es ja im Protokoll nachlesen, was ich gesagt habe. (Abg. Ing. Reichhold: Das ist doch nicht strafbar!)
Abg. Dr. Nowotny: Ein Ehrentitel ist es nicht!
Ich möchte noch eines sagen (Abg. Dr. Nowotny: Ein Ehrentitel ist es nicht!): Wissen Sie, für uns ist es eigentlich sehr bedenklich – das muß ich schon sagen –, daß Herr Kostelka diese abstruse Idee gehabt hat (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), die Nachrichtendienste, Stapo, HNA und so weiter, zusammenzulegen und dem Bundeskanzler und dem Innenminister zur operativen Führung zu überstellen. Und der Innenminister hat sich diesem abstrusen Vorschlag angeschlossen. Ich glaube schon, daß einem da angst und bang werden kann. Ich jedenfalls möchte das nicht haben, denn man kann sich vorstellen, was dabei herausschaut. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen
Ich möchte noch eines sagen (Abg. Dr. Nowotny: Ein Ehrentitel ist es nicht!): Wissen Sie, für uns ist es eigentlich sehr bedenklich – das muß ich schon sagen –, daß Herr Kostelka diese abstruse Idee gehabt hat (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), die Nachrichtendienste, Stapo, HNA und so weiter, zusammenzulegen und dem Bundeskanzler und dem Innenminister zur operativen Führung zu überstellen. Und der Innenminister hat sich diesem abstrusen Vorschlag angeschlossen. Ich glaube schon, daß einem da angst und bang werden kann. Ich jedenfalls möchte das nicht haben, denn man kann sich vorstellen, was dabei herausschaut. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich möchte noch eines sagen (Abg. Dr. Nowotny: Ein Ehrentitel ist es nicht!): Wissen Sie, für uns ist es eigentlich sehr bedenklich – das muß ich schon sagen –, daß Herr Kostelka diese abstruse Idee gehabt hat (Rufe und Gegenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen), die Nachrichtendienste, Stapo, HNA und so weiter, zusammenzulegen und dem Bundeskanzler und dem Innenminister zur operativen Führung zu überstellen. Und der Innenminister hat sich diesem abstrusen Vorschlag angeschlossen. Ich glaube schon, daß einem da angst und bang werden kann. Ich jedenfalls möchte das nicht haben, denn man kann sich vorstellen, was dabei herausschaut. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ähnlich stellt sich das Verhältnis von wir und die anderen dar, wenn es um die Abschiebung eines straffälligen Ausländers gehe, der bereits seit 15 Jahren in Österreich lebe, verheiratet sei und Kinder habe. Das Gesetz sei in diesem Falle klar, meinte Einem, er wäre abzuschieben. Dennoch halte er, Einem, es für nicht ohne weiteres erklärbar, warum man da andere Maßstäbe anlegen muß als bei einem Österreicher. Und in diesem Zusammenhang möchte er mit Weisungen arbeiten. Gott sei Dank haben sich die Beamten bisher geweigert, diese Weisungen contra legem zu erfüllen. Das heißt also, er möchte, ohne auf das Gesetz zu achten, seine Vorstellungen verwirklichen. Und ein solcher Innenminister ist uns wirklich sehr suspekt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben Angst vor diesem Innenminister. Wir haben Angst vor diesen Ideen der Sozialisten, und wir haben auch deshalb Angst vor dem Innenminister, weil er nicht darauf schaut, daß in seinem Bereich Ordnung gemacht wird. Wir haben einen katastrophalen Rechnungshofbericht über die Stapo. Wir haben den Bericht eines Beamten der Stapo, der belegt, daß es dort drunter und drüber geht, der uns vermittelt, wie es hinter den Kulissen wirklich ausschaut. Wir wollen nicht haben, daß dieser Innenminister mehr Macht bekommt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Nowotny: Unerhört!
Ich appelliere daher an die Österreichische Volkspartei, denn die Sozialisten kann man eh vergessen, wenn es um den Innenminister geht. Beim letzten Mißtrauensantrag hat er sogar Rosen bekommen von einigen Frauen der Sozialistischen Partei. (Abg. Dr. Nowotny: Unerhört!) Ja, für mich ist das wirklich unerhört, einem solchen Innenminister, der an das "TATblatt", an eine linksextreme Zeitung, Geld spendet, Rosen zu überreichen. Ich finde es unerhört, daß er überhaupt Innenminister ist, wenn Sie das hören wollen, Herr Nowotny! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich appelliere daher an die Österreichische Volkspartei, denn die Sozialisten kann man eh vergessen, wenn es um den Innenminister geht. Beim letzten Mißtrauensantrag hat er sogar Rosen bekommen von einigen Frauen der Sozialistischen Partei. (Abg. Dr. Nowotny: Unerhört!) Ja, für mich ist das wirklich unerhört, einem solchen Innenminister, der an das "TATblatt", an eine linksextreme Zeitung, Geld spendet, Rosen zu überreichen. Ich finde es unerhört, daß er überhaupt Innenminister ist, wenn Sie das hören wollen, Herr Nowotny! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! Ich bitte Sie, diesem Entschließungsantrag, der nur im Interesse Österreichs ist, der nur darauf gerichtet ist, daß dieser Innenminister nicht noch mehr Rechte bekommt, zuzustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Wertung! Das ist er auch!
Abgeordneter Dr. Ewald Nowotny (SPÖ): Herr Präsident! Ich werde mich sehr kurz halten. Ich möchte mich auf eine Aussage der Frau Abgeordneten Partik-Pablé beziehen, in der Sie den Universitätsprofessor Dr. Anton Pelinka als Linksextremisten bezeichnet hat. Ich möchte dazu feststellen ... (Abg. Ing. Reichhold: Das ist eine Wertung! Das ist er auch!) Sie haben es jetzt wiederholt.
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte dazu feststellen: Universitätsprofessor Dr. Pelinka ist Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck. Er war früher Mitarbeiter der katholischen Wochenzeitschrift "Die Furche", und er ist daher zweifellos nicht als Linksextremist zu bezeichnen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Daß Sie das tun, zeigt nur, was für eigenartige Vorstellungen Sie haben beziehungsweise welche Unwahrheiten laufend von Ihnen über Leute (Abg. Ing. Reichhold: Ziehvater des Linksextremismus!), die auch den Schutz dieses Parlaments als aufrechte Demokraten verdient haben, verbreitet werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Ing. Reichhold: Ziehvater des Linksextremismus!
Ich möchte dazu feststellen: Universitätsprofessor Dr. Pelinka ist Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck. Er war früher Mitarbeiter der katholischen Wochenzeitschrift "Die Furche", und er ist daher zweifellos nicht als Linksextremist zu bezeichnen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Daß Sie das tun, zeigt nur, was für eigenartige Vorstellungen Sie haben beziehungsweise welche Unwahrheiten laufend von Ihnen über Leute (Abg. Ing. Reichhold: Ziehvater des Linksextremismus!), die auch den Schutz dieses Parlaments als aufrechte Demokraten verdient haben, verbreitet werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Ich möchte dazu feststellen: Universitätsprofessor Dr. Pelinka ist Universitätsprofessor an der Universität Innsbruck. Er war früher Mitarbeiter der katholischen Wochenzeitschrift "Die Furche", und er ist daher zweifellos nicht als Linksextremist zu bezeichnen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Daß Sie das tun, zeigt nur, was für eigenartige Vorstellungen Sie haben beziehungsweise welche Unwahrheiten laufend von Ihnen über Leute (Abg. Ing. Reichhold: Ziehvater des Linksextremismus!), die auch den Schutz dieses Parlaments als aufrechte Demokraten verdient haben, verbreitet werden. (Beifall bei der SPÖ.)