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Gesetzgebungsperiode 20
Sitzung Nr. 4
Abg. Scheibner: Wer hat Sie angegriffen?
Meine Damen und Herren! Da ich von zusätzlicher Werbung für Österreich gesprochen habe, möchte ich jetzt sehr deutlich festhalten – und das sind alles Taten, Herr Kollege Bauer, da Sie sich so alteriert haben darüber –, daß ich bei meiner letzten Reise nach New York in der vergangenen Woche versucht habe ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reise? – Ruf bei den Freiheitlichen: Ball!) Hören Sie doch ein bißchen zu, bitte! Hören Sie ein bißchen zu, und dann werden Sie erfahren, was sich dort alles getan hat. Auch das ist Werbung. (Abg. Scheibner: Wer hat Sie angegriffen?) Ich sage das nur, weil Sie ständig polemisieren. Das ist die ganze Geschichte. (Abg. Scheibner: Was ist da polemisiert?) Hören Sie einmal zu! Auch bei einem Ball kann man Kontakte schließen und Gespräche führen, Gespräche, die durchaus für die Wirtschaft interessant sind. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was ist da polemisiert?
Meine Damen und Herren! Da ich von zusätzlicher Werbung für Österreich gesprochen habe, möchte ich jetzt sehr deutlich festhalten – und das sind alles Taten, Herr Kollege Bauer, da Sie sich so alteriert haben darüber –, daß ich bei meiner letzten Reise nach New York in der vergangenen Woche versucht habe ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reise? – Ruf bei den Freiheitlichen: Ball!) Hören Sie doch ein bißchen zu, bitte! Hören Sie ein bißchen zu, und dann werden Sie erfahren, was sich dort alles getan hat. Auch das ist Werbung. (Abg. Scheibner: Wer hat Sie angegriffen?) Ich sage das nur, weil Sie ständig polemisieren. Das ist die ganze Geschichte. (Abg. Scheibner: Was ist da polemisiert?) Hören Sie einmal zu! Auch bei einem Ball kann man Kontakte schließen und Gespräche führen, Gespräche, die durchaus für die Wirtschaft interessant sind. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Sitzung Nr. 5
Abg. Scheibner: Herr Kollege! Ist das auch gesichert? Die Zusammenlegung?
Damit ist den formellen Dingen Genüge getan, es wird aber auch klar ausgedrückt, daß mit der Festlegung des Wahltages auf den 13. Oktober und mit der Zusammenlegung dieser Wahl mit der beabsichtigten Wiener Landtagswahl ein Weg gefunden wurde, wie dieser Wahlgang finanziell schonend und für den Bürger vereinfachend in diesem Jahr durchgeführt werden kann. Und das ist durchaus rechtzeitig, denn wir sind nicht im Verzug, wie der Redner der Grünen sagte, sondern die Übergangsfrist, die das Europäische Parlament und der Vertrag Österreich eingeräumt haben, endet am 31. Dezember dieses Jahres. Bis dahin sind wir voll im Zeitplan. (Abg. Scheibner: Herr Kollege! Ist das auch gesichert? Die Zusammenlegung?)
Abg. Scheibner: Bürgermeister Häupl hat aber gesagt: "Nur über meine Leiche!" – Abg. Ing. Reichhold: Das wollen Sie nicht hören!
Das ist gesichert. Die Zusammenlegung ist natürlich nur dann gesichert, wenn es der Landtag auch so beschließt. Die Absicht ist gesichert, aber da es sich hierbei um autonome Beschlüsse und autonome Organe handelt, fällt das – Ihre zweite Frage – natürlich in das Recht des Wiener Landtages und Gemeinderates, wie es durch die Bundesverfassung und durch die Wiener Gemeindewahlordnung vorgesehen ist, was sicherlich bei den freiheitlichen Abgeordneten in Wien zu einer verfassungsmäßigen Klärung für Sie nachzufragen ist. (Abg. Scheibner: Bürgermeister Häupl hat aber gesagt: "Nur über meine Leiche!" – Abg. Ing. Reichhold: Das wollen Sie nicht hören!) – O ja, ich höre es schon, ich will aber meine Redezeit für mich selbst nützen! Was der Herr Häupl sagt, habe ich gehört. Ich höre mir aber Häupl lieber in der Version
Abg. Scheibner: Sie sind sowas von "freundlich" und "charmant"! Unglaublich!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Bevor ich anfange, ein Wort nur zum Kollegen Eder. Gemeint habe ich, Sie sollten Ihre Freude über die Zustimmung der Freiheitlichen etwas einbremsen, denn sie sind als Kontraredner gemeldet, und wenn diese Fraktion auch nur einen Funken parlamentarischen Anstandes hat – und mehr als das verlange ich nicht aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen (Abg. Scheibner: Sie sind sowas von "freundlich" und "charmant"! Unglaublich!) –, dann müssen wohl die Negativargumente überwiegen, denn sonst könnte sie sich ja nicht "contra" melden. – Das wollte ich nur sagen zu Ihrer Positiveinschätzung. (Abg. Scheibner: Sehr "liberal"!) Daß man hier nicht weiß, was liberal ist, wundert mich nicht. Liberal heißt nicht, zu allem ja und amen zu sagen und nicht zu begreifen, wo der doppelte Boden liegt. (Abg. Scheibner: Das ist eine Haßrede, keine Positivrede!)
Abg. Scheibner: Sehr "liberal"!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Bevor ich anfange, ein Wort nur zum Kollegen Eder. Gemeint habe ich, Sie sollten Ihre Freude über die Zustimmung der Freiheitlichen etwas einbremsen, denn sie sind als Kontraredner gemeldet, und wenn diese Fraktion auch nur einen Funken parlamentarischen Anstandes hat – und mehr als das verlange ich nicht aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen (Abg. Scheibner: Sie sind sowas von "freundlich" und "charmant"! Unglaublich!) –, dann müssen wohl die Negativargumente überwiegen, denn sonst könnte sie sich ja nicht "contra" melden. – Das wollte ich nur sagen zu Ihrer Positiveinschätzung. (Abg. Scheibner: Sehr "liberal"!) Daß man hier nicht weiß, was liberal ist, wundert mich nicht. Liberal heißt nicht, zu allem ja und amen zu sagen und nicht zu begreifen, wo der doppelte Boden liegt. (Abg. Scheibner: Das ist eine Haßrede, keine Positivrede!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Haßrede, keine Positivrede!
Abgeordnete Mag. Dr. Heide Schmidt (Liberales Forum): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Bevor ich anfange, ein Wort nur zum Kollegen Eder. Gemeint habe ich, Sie sollten Ihre Freude über die Zustimmung der Freiheitlichen etwas einbremsen, denn sie sind als Kontraredner gemeldet, und wenn diese Fraktion auch nur einen Funken parlamentarischen Anstandes hat – und mehr als das verlange ich nicht aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen (Abg. Scheibner: Sie sind sowas von "freundlich" und "charmant"! Unglaublich!) –, dann müssen wohl die Negativargumente überwiegen, denn sonst könnte sie sich ja nicht "contra" melden. – Das wollte ich nur sagen zu Ihrer Positiveinschätzung. (Abg. Scheibner: Sehr "liberal"!) Daß man hier nicht weiß, was liberal ist, wundert mich nicht. Liberal heißt nicht, zu allem ja und amen zu sagen und nicht zu begreifen, wo der doppelte Boden liegt. (Abg. Scheibner: Das ist eine Haßrede, keine Positivrede!)
Abg. Scheibner: Wer war das?
Im Rahmen der Diskussion dieses Themenkreises im Verfassungsausschuß hat sich ein Abgeordneter darüber aufgeregt, daß in diesem Zusammenhang die Begriffe Heimat, Beheimatung, angestammte Heimat gefallen seien. (Abg. Scheibner: Wer war das?) – Es war der Abgeordnete Voggenhuber. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Formulierungen, die das Bundeskanzleramt als zuständige Zentralbehörde verwendet. Das Bundeskanzleramt selbst weist in einer Gegenschrift zu einer Beschwerde an den Verwaltungsgerichtshof darauf hin, daß Heimat und Beheimatung diejenigen Begriffe seien, die der Gesetzgeber in diesem Zusammenhang gewollt habe, die im Gesetz in dieser Richtung zu finden seien und zu denen sich auch die Republik Österreich, konkret das Bundeskanzleramt, bekenne. Es ist also nicht so, daß das etwa Tages- und Zufallserfindungen einzelner Abgeordneter, etwa des Harald Ofner, seien, sondern es ist geltendes Recht, zu dem auch wir uns bekennen.
Abg. Scheibner: Ich bin nicht mehr der Jüngste! – Heiterkeit.
Bitte um Aufmerksamkeit. – Herr Kollege Scheibner, geht es ein bisserl schneller? (Abg. Scheibner: Ich bin nicht mehr der Jüngste! – Heiterkeit.) Ja, man merkt es. (Neuerliche Heiterkeit.)
Sitzung Nr. 8
Abg. Scheibner : Es kriegt ja keiner mehr eine Wohnung in Wien! Unglaublich!
Wir Sozialdemokraten haben in dieser Frage klare Regelungen getroffen. Anders sieht es dort aus, wo Freiheitliche in der Entscheidungsfunktion sind. Wer hat denn Landesrat Schmid abgehalten, solche Regelung auch für die Steiermark zum Tragen zu bringen? Dort ist das Gegenteil der Fall: Dort haben die Maßnahmen, die Schmid bei der Wohnbauförderung durchgeführt hat, dazu geführt, daß die Anfangsmieten im geförderten Wohnungsbereich doppelt so hoch sind wie in Wien. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Doppelt so hoch! (Abg. Scheibner : Es kriegt ja keiner mehr eine Wohnung in Wien! Unglaublich!) Halbierung der Miete. Und es wird sich dort die Miete in den Folgejahren auf 250 S/m² erhöhen. Dazu führen die Handlungen des freiheitlichen Wohnbaulandesrates in der Steiermark. Das ist der Beweis: keine Ahnung vom sozialen Wohnbau, keine Ahnung vom Mieterschutz! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner : Die Wohnungen kommen doch gar nicht auf den Markt! Das ist doch ein Unsinn!
Ich möchte aber noch einmal auf die Situation in Wien eingehen – das sollten wir uns in Erinnerung rufen –: In Wien wohnen im Bereich der privaten Althäuser doppelt so viele Menschen wie im Bereich der Genossenschaftswohnungen. Außerdem hat eine Untersuchung der Mietervereinigung gezeigt, daß im privaten Althaus rund 150 000 S pro Wohnung an illegalen Ablösen verlangt werden. Und genau diese Mieter vertreten wir. (Abg. Scheibner : Die Wohnungen kommen doch gar nicht auf den Markt! Das ist doch ein Unsinn!) Die Mietervereinigung hat 1995 erreicht, daß 30,5 Millionen Schilling an illegalen Ablösen zurückerstattet wurden. 30,5 Millionen Schilling!
Abg. Scheibner : Zehntausende Wohnungen stehen leer und kommen gar nicht auf den Markt wegen dieses Mietrechts!
Daß diese Punkte des Mieterschutzes die Freiheitlichen nicht sehr interessieren, ist natürlich verständlich, da Ihr Wohnbausprecher ein Immobilienverwalter ist, und damit ist das natürlich schwer vereinbar. (Abg. Scheibner : Zehntausende Wohnungen stehen leer und kommen gar nicht auf den Markt wegen dieses Mietrechts!)
Abg. Scheibner : Wo taucht er auf?
Und wenn die Mieter kommen und sich über Spekulationspraktiken in Ihren Häusern beklagen, dann tritt die Freiheitliche Partei sehr massiv auf. Dann tauchen der Bundesrat Langer, auch der Kollege Nationalrat Schöll sehr massiv auf. (Abg. Scheibner : Wo taucht er auf?) Es gibt schwerste Vorwürfe von seiten der Mieter, mit welchen Praktiken er seine Häuser verwaltet. (Abg. Scheibner : Wo taucht er auf? Sagen Sie das einmal!) Und dann taucht auch der Klubobmann der Freiheitlichen im 14. Bezirk, Dirnberger, auf. (Abg. Scheibner : Legen Sie es auf den Tisch, verdächtigen Sie nicht!) Aber ich verstehe die Aufregung auf Ihrer Seite.
Abg. Scheibner : Wo taucht er auf? Sagen Sie das einmal!
Und wenn die Mieter kommen und sich über Spekulationspraktiken in Ihren Häusern beklagen, dann tritt die Freiheitliche Partei sehr massiv auf. Dann tauchen der Bundesrat Langer, auch der Kollege Nationalrat Schöll sehr massiv auf. (Abg. Scheibner : Wo taucht er auf?) Es gibt schwerste Vorwürfe von seiten der Mieter, mit welchen Praktiken er seine Häuser verwaltet. (Abg. Scheibner : Wo taucht er auf? Sagen Sie das einmal!) Und dann taucht auch der Klubobmann der Freiheitlichen im 14. Bezirk, Dirnberger, auf. (Abg. Scheibner : Legen Sie es auf den Tisch, verdächtigen Sie nicht!) Aber ich verstehe die Aufregung auf Ihrer Seite.
Abg. Scheibner : Legen Sie es auf den Tisch, verdächtigen Sie nicht!
Und wenn die Mieter kommen und sich über Spekulationspraktiken in Ihren Häusern beklagen, dann tritt die Freiheitliche Partei sehr massiv auf. Dann tauchen der Bundesrat Langer, auch der Kollege Nationalrat Schöll sehr massiv auf. (Abg. Scheibner : Wo taucht er auf?) Es gibt schwerste Vorwürfe von seiten der Mieter, mit welchen Praktiken er seine Häuser verwaltet. (Abg. Scheibner : Wo taucht er auf? Sagen Sie das einmal!) Und dann taucht auch der Klubobmann der Freiheitlichen im 14. Bezirk, Dirnberger, auf. (Abg. Scheibner : Legen Sie es auf den Tisch, verdächtigen Sie nicht!) Aber ich verstehe die Aufregung auf Ihrer Seite.
Abg. Scheibner : ... Gemeindewohnungen!
Sagen Sie ganz klar, welche Vorstellungen Sie zum Mietrecht haben, wie Sie Mieterschutz verstehen. Sie sind für die Aufhebung des Kündigungsschutzes in vielen Bereichen im Interesse der Hausherren – Zitat Hans Schöll. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Sie sind für verstärkte Befristungen, für Ausdehnungen im Interesse der Rechtssicherheit der Vermieter – Zitat Dr. Harald Ofner. (Abg. Scheibner : ... Gemeindewohnungen!) Und Sie sind – und da allen voran Ihr Vorsitzender natürlich – in den untersten Kategorien für einen Mietzins von 40 S; das trifft die sozial Schwächsten, denn diese sind es, die in diesen Wohnungen leben. (Abg. Scheibner : Die kriegen heute gar keine Wohnung mehr, weil sie nicht auf den Markt kommen!) Da sind wir derzeit bei 8,20 S – eine Verfünffachung der Miete. Sagen Sie das den Leuten! Mich verwundert
Abg. Scheibner : Die kriegen heute gar keine Wohnung mehr, weil sie nicht auf den Markt kommen!
Sagen Sie ganz klar, welche Vorstellungen Sie zum Mietrecht haben, wie Sie Mieterschutz verstehen. Sie sind für die Aufhebung des Kündigungsschutzes in vielen Bereichen im Interesse der Hausherren – Zitat Hans Schöll. (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Sie sind für verstärkte Befristungen, für Ausdehnungen im Interesse der Rechtssicherheit der Vermieter – Zitat Dr. Harald Ofner. (Abg. Scheibner : ... Gemeindewohnungen!) Und Sie sind – und da allen voran Ihr Vorsitzender natürlich – in den untersten Kategorien für einen Mietzins von 40 S; das trifft die sozial Schwächsten, denn diese sind es, die in diesen Wohnungen leben. (Abg. Scheibner : Die kriegen heute gar keine Wohnung mehr, weil sie nicht auf den Markt kommen!) Da sind wir derzeit bei 8,20 S – eine Verfünffachung der Miete. Sagen Sie das den Leuten! Mich verwundert
Abg. Scheibner: ... bei der Debatte Ihre Polemik anzubringen! Das ist ungeheuerlich!
Ich halte es daher für nicht sehr ernstzunehmend, wenn nur schöne Worte gesprochen werden. Es geht sogar so weit, daß der Obmann der stärksten Oppositionspartei sagt: Dann treten wir doch aus der Menschenrechtskonvention aus! – APA, Oktober 1995: Wenn Österreich durch die Europäische Menschenrechtskonvention beim Familiennachzug in die Pflicht genommen werde, dann sollte man diese Bestimmungen aufgeben. – Eines muß man ihm lassen: Er sagt zumindest ... (Abg. Scheibner: ... bei der Debatte Ihre Polemik anzubringen! Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Sie wissen ganz genau, wie das damals gewesen ist!
Es wäre schön, wenn Sie einmal mitdenken würden, Kollege, denn dann hätte das Ganze einen Sinn, aber ich weiß, daß das bei Ihnen nicht viel Sinn hat. (Abg. Scheibner: Sie wissen ganz genau, wie das damals gewesen ist!) Mir wäre eine andere Ausdrucksweise eher auf der Zunge gelegen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Haselsteiner: Zuhören!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Haselsteiner: Zuhören!
Es wäre schön, wenn Sie einmal mitdenken würden, Kollege, denn dann hätte das Ganze einen Sinn, aber ich weiß, daß das bei Ihnen nicht viel Sinn hat. (Abg. Scheibner: Sie wissen ganz genau, wie das damals gewesen ist!) Mir wäre eine andere Ausdrucksweise eher auf der Zunge gelegen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Haselsteiner: Zuhören!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn es möglich ist, daß eine Fraktion dieser Größenordnung sagt, daß man die Bestimmungen einer Menschenrechtskonvention lieber aufgeben soll, dann sehen wir doch, wieweit wir in der Beurteilung der Ernsthaftigkeit von Menschenrechten sind. Wir haben sie zwar alle unterzeichnet, aber wenn wir dann durch diese Menschenrechtskonvention in die Pflicht genommen werden sollen, dann steigen wir lieber aus. Solange wir nicht in die Pflicht genommen werden, halten wir hier alle schöne Reden und sagen: Wunderbar, wir haben uns wirklich weiterentwickelt! – Das ist die Ernsthaftigkeit von Menschen, die irgendwelchen Menschenrechtskonventionen zustimmen, solange man nicht in die Pflicht genommen wird! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Sie brauchen es nur nachzulesen. Wenn Sie mir nicht glauben – Ihrem Parteiobmann glauben Sie ja alles, daher müssen Sie sich genau diesen Satz anschauen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Welches Konzept?
Unabhängig davon bedeutet selbstverständlich diese enorme sicherheitspolitische und verteidigungspolitische Änderung in Europa, dieser große geostrategische Umbruch auch unmittelbare Konsequenzen für uns selbst. Wir können hier wieder sagen, Herr Abgeordneter Scheibner: Wir waren die ersten in Europa, die darauf reagiert haben! Alle anderen sind gefolgt. Wir haben als erste ein Konzept, das darauf Rücksicht genommen hat, nicht nur vorgelegt und eingeleitet, sondern auch durchgeführt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Welches Konzept?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Rahmenbedingungen fehlen!
So haben wir auch als erste unser Verteidigungssystem umgestellt, sind vom System der Raumverteidigung auf ein grenznahes, einsatzorientiertes, rasch verfügbares, integratives und flexibles System übergegangen. Wir können heute sagen, daß es uns damit nicht nur gelungen ist, einige Ziele zu erreichen – und Sie wissen, wie stark es anfangs diskutiert wurde –, ja wir haben den Mobilmachungsrahmen unserer Armee, das, was heute andere unter großem Getöse machen, bereits 1992 durch Beschlußfassung der Bundesregierung von zirka 200 000 auf 120 000 reduziert. Damals hat es Kritik gegeben, heute stimmen alle mit mir überein, daß das ein absolut richtiger Schritt war. Heute gibt es keinen mehr, der diesen Schritt in Frage stellt, und genauso wird es auch in der Zukunft sein! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Rahmenbedingungen fehlen!)
Abg. Scheibner: Herr Bundesminister! Kampfpanzer, Radpanzer, Abfangjäger!
Wir haben uns aber nicht allein darauf beschränkt, sondern haben selbstverständlich auch in anderen Bereichen noch wesentliche Schwerpunkte gesetzt, etwa was die Führungsfähigkeit, was Kommunikation et cetera betrifft. (Abg. Scheibner: Herr Bundesminister! Kampfpanzer, Radpanzer, Abfangjäger!) Wir haben auf dem EDV-Sektor mit der Einführung des gesamten EDV-Systems ganz entscheidende Schritte gesetzt. Selbstverständlich aber hätte das noch nicht ausgereicht, um Gefahren aus eigener Kraft und mit entsprechender Stärke begegnen zu können.
Abg. Scheibner: Wann?
Zweifelsohne gibt es noch unerledigte Bereiche. Dazu gehört, daß in absehbarer Zeit die Drakennachfolge spruchreif wird. (Abg. Scheibner: Wann?) Ich habe daher bereits 1992 den entsprechenden Beschaffungsvorgang eingeleitet, und wir werden rechtzeitig, wahrscheinlich noch in diesem Herbst, eine entsprechende Vorlage bringen, welcher ein Zeitplan und die Abfolge der nötigen Beschaffung angeschlossen werden. Diesbezüglich wird es zu entsprechenden Beschlüssen des Landesverteidigungsrates und der Bundesregierung kommen müssen, weil jeder Beschaffungsvorgang im militärischen Bereich, insbesondere dann, wenn es sich um Großsysteme handelt, eine sehr lange Vorlaufzeit hat. Das alles sind eben Gegenstände, die nicht von heute auf morgen erworben werden können, die Realisierung der Beschaffung dauert in der Regel einige Jahre.
Abg. Scheibner: Schon lange nichts passiert, Herr Minister!
Herr Abgeordneter! Sie haben auch die Vorbereitungen für den UN-Einsatz in Bosnien beziehungsweise den unter UN-Schirmherrschaft von der NATO durchgeführten Einsatz in Bosnien kritisiert. Da sind Sie gescheiter als die ganze NATO. Diese hat nämlich eine Expertengruppe zu uns geschickt, die alle Vorbereitungen überprüft hat: Organisation, Ausrüstung und Ausbildung unserer Soldaten. (Abg. Scheibner: Schon lange nichts passiert, Herr Minister!)
Abg. Scheibner: Was wir verlangt haben! Vor Weihnachten, als wir das gefordert haben, haben Sie gesagt, das brauchen Sie alles nicht!
Ich möchte Ihnen dazu folgendes sagen: Wir haben uns nicht darauf beschränkt, einfach das vorhandene Material nach Bosnien zu schicken, sondern wir haben Zusatzmaßnahmen getroffen, und zwar in ganz konkreten Bereichen. Wir statten alle Fahrzeuge mit einer Extra-Panzerung aus (Abg. Scheibner: Was wir verlangt haben! Vor Weihnachten, als wir das gefordert haben, haben Sie gesagt, das brauchen Sie alles nicht!) , weil wir davon ausgehen, daß unsere Leute ein Maximum an Sicherheit haben sollen. Nennen Sie mir andere Länder, die das haben! Außer der Bundesrepublik Deutschland verfügt fast keine der dort eingesetzten Truppen über ein derart hohes Maß an Sicherheit.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!
Wir gehen davon aus, daß unsere Soldaten, wenn sie in einer derart schwierigen und gefährlichen Situation ihren Dienst erfüllen sollen, auch Anspruch auf ein Maximum an Schutz haben sollen. Und diesen Schutz sind wir bereit zu geben, und dafür würden wir auch ganz kurzfristig und außertourlich Maßnahmen setzen, wenn es erforderlich wäre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!)
Abg. Scheibner: So schaut das Budget aus: von 1,5 auf 0,8 Prozent!
In den Jahren davor hat es anders ausgesehen. (Abg. Scheibner: So schaut das Budget aus: von 1,5 auf 0,8 Prozent!) In Ihrer Statistik! Ich kann Ihnen die entsprechenden Zahlen auswendig sagen: Es geht von 7,3 Milliarden auf 8 Milliarden. Das ist ein Faktum. Das heißt, wir kaufen ein von dem, was real zur Verfügung steht, und nicht von dem, was auf Ihrem Zettel aufscheint. Das ist einmal das eine. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wo sind die hingekommen?!
Ich habe daher auch in der Zentralstelle begonnen, nicht draußen. Ein halbes Jahr nachdem ich Minister geworden bin, war das erste, was gefallen ist, das Armeekommando und damit eine ganze Kommandoebene. Wir haben dann die Heeresorganisation Neu in die Wege geleitet, aber nicht draußen bei den Regimentern und bei den Bataillonen begonnen, sondern im Ministerium. Ich habe zehn Abteilungen im Ministerium aufgelöst – das heißt, insgesamt waren es sogar 15. (Abg. Scheibner: Wo sind die hingekommen?!) Da jedoch fünf neue notwendig waren, war der Nettoeinspareffekt zehn Abteilungen. Insgesamt wurden dadurch in der Zwischenzeit bereits 147 Planstellen eingespart. Selbstverständlich hat sich das auch in anderen Bereichen fortgesetzt. Den entsprechenden Unterlagen können Sie entnehmen, welche Einsparungen uns bei den Planstellen in den letzten Jahren gelungen sind. Wenn alle so gut eingespart hätten wie wir, dann wären wir sicherlich in vielen Bereichen schon viel weiter und hätten uns vielleicht das eine oder andere auch ersparen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Wie ist das jetzt mit den Generälen?)
Abg. Scheibner: Haben Sie nur 34 000 Mann bei der Truppe?
Daneben hat es noch andere Entwicklungsschwierigkeiten gegeben, wie etwa im Bereich des Zivildienstes. Wir haben daher ganz konsequent darauf geachtet, daß das in Zukunft nicht mehr passieren kann. Wir haben, wie Sie wissen, mit den elf beziehungsweise jetzt auch zwölf Monaten eine Lösung gefunden. Wir haben die Zielsetzung, daß es in einem Jahrgang nicht mehr als 6 000 sein sollen, tatsächlich erreicht. Wir haben in den letzten beiden Jahren Zivildienstanträge jeweils in einer Größenordnung von ungefähr 5 500 gehabt. Und das ist die Größenordnung, die von uns eingeplant wurde und die auch dem längerfristigen Trend entspricht. (Abg. Scheibner: Haben Sie nur 34 000 Mann bei der Truppe?)
Abg. Scheibner: Haben Sie nur 34 000 Mann in der Truppe?
Wenn Sie sich die Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland im Vergleich dazu ansehen, dann werden Sie sehen, wie erfolgreich unsere Maßnahmen auf diesem Gebiet waren. (Abg. Scheibner: Haben Sie nur 34 000 Mann in der Truppe?)
Abg. Scheibner: Also haben Sie die 34 000 Mann?
Zweifelsohne ist es so, daß man jede Neuregelung auch mit entsprechender Vorsicht beginnen und darauf achten muß, daß daraus nicht neue Unsicherheiten entstehen. Ich glaube, daß, wenn auch die Detailausformung so gelingt, wie das intendiert ist, das Aufkommen unseren Vorstellungen in etwa entsprechen wird. (Abg. Scheibner: Also haben Sie die 34 000 Mann?)
Abg. Scheibner: Da fehlen schon noch ein paar Fragen! Die Frage 14 zum Beispiel, die Frage 7!
Sie haben weiters Fragen gestellt nach den Prioritäten hinsichtlich der Draken-Nachfolge. Ich bin bereits kurz auf den Lebenszyklus et cetera eingegangen. Vielleicht eines: In jedem Staat, zumindest in jedem kleineren Staat Europas, ist es so, daß sehr große Projekte, wie etwa die Beschaffung von Kampfflugzeugen, isoliert von den normalen Budgets zu sehen und auch isoliert zu behandeln sind. Das war in der Schweiz so, das war in Schweden so, das war in Finnland so, und das wird auch bei uns so sein. Das heißt, selbstverständlich hat das keinen Einfluß auf die sonstigen Prioritäten. Die Priorität etwa, was Kampf- und Schützenpanzer betrifft, ergibt sich aus dem Lebenszyklus. Erste Priorität gilt für beide, und wir werden daher auch entsprechend vorgehen. (Abg. Scheibner: Da fehlen schon noch ein paar Fragen! Die Frage 14 zum Beispiel, die Frage 7!) Ja, ich werde gerne darauf eingehen.
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Herr Minister, die Bevölkerung hat entschieden: Sie will eine Parade!
Und wenn Sie nur halbwegs aufmerksam auch die öffentliche Diskussion verfolgt haben, dann werden Sie mir vielleicht zugestehen, daß es eine lange und teilweise heftig geführte Diskussion war, daß sie aber mit Konsequenz geführt wurde, auch mit der Konsequenz, daß ich durchaus dem Regierungspartner einen Schritt entgegengekommen bin, um eine Lösung zu ermöglichen. (Abg. Dr. Haider: Sie hätten gar nicht die Zustimmung der Regierung gebraucht!) Aber der Applaus, den die Bevölkerung für die abfahrenden Panzer gespendet hat, hat gezeigt, wie wichtig es ist, daß das ganze Heer auftritt. Und selbstverständlich haben wir auch eine Form gefunden, die das ermöglicht hat. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Herr Minister, die Bevölkerung hat entschieden: Sie will eine Parade!)
Abg. Scheibner: Wann wieder?
Und genauso werde ich das auch in der Zukunft tun. Ich bin nicht der Ansicht, daß wir jedes Jahr eine Parade machen müssen, aber ich bin durchaus der Ansicht, daß in bestimmten Abständen eine entsprechende Präsentation durch das österreichische Bundesheer stattfinden soll. (Abg. Scheibner: Wann wieder?) Ja, das werden sich unsere Herren überlegen und rechtzeitig auch damit hinausgehen.
Abg. Scheibner: O ja!
Wissen Sie, jetzt muß ich noch etwas sagen. Herr Abgeordneter Scheibner! Sie sind mir jetzt nicht böse, wenn ich Sie persönlich anspreche. Sie sind Vorsitzender des Landesverteidigungsausschusses. (Abg. Dr. Haider: Ein guter Vorsitzender!) Ein guter Vorsitzender, es spricht nichts dagegen. – Aber von Ihnen ist kein Vorschlag gekommen, eine Parade zu machen. (Abg. Scheibner: O ja!) Der war von mir, und zwar von mir persönlich, das muß ich schon sagen! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ist in Ordnung!
Aber ich gestehe eines zu: Ich bedanke mich für die Unterstützung, die Sie mir gewährt haben, als die Diskussion in der Öffentlichkeit entbrannt ist. (Abg. Scheibner: Ist in Ordnung!) Und ich muß sagen: Die veröffentlichte Meinung war nicht immer dafür, aber wir haben es durchgestanden! (Abg. Scheibner: Werden Sie am 26. Oktober 1996 wieder eine Parade abhalten, Herr Minister?) Also mit Vehemenz die Nachfolgeparade zu verlangen, das ist Ihr gutes Recht; aber es kann auch entsprechend beurteilt werden. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Werden Sie am 26. Oktober 1996 wieder eine Parade abhalten, Herr Minister?
Aber ich gestehe eines zu: Ich bedanke mich für die Unterstützung, die Sie mir gewährt haben, als die Diskussion in der Öffentlichkeit entbrannt ist. (Abg. Scheibner: Ist in Ordnung!) Und ich muß sagen: Die veröffentlichte Meinung war nicht immer dafür, aber wir haben es durchgestanden! (Abg. Scheibner: Werden Sie am 26. Oktober 1996 wieder eine Parade abhalten, Herr Minister?) Also mit Vehemenz die Nachfolgeparade zu verlangen, das ist Ihr gutes Recht; aber es kann auch entsprechend beurteilt werden. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Kollege! Hätten Sie 1990 noch geglaubt, daß ein Jahr später an unseren Grenzen gekämpft wird?
Meine Damen und Herren! Jene, die für eine Mitgliedschaft Österreichs in diesen Militärbündnissen eintreten, begründen das immer wieder mit den Bedrohungen, denen unser Land angeblich ausgesetzt ist. Wir glauben, daß man dabei mit Täuschungsmanövern operiert, daß da Täuschungsmanöver betrieben werden. Denn niemand hier kann uns einen Staat nennen, der Österreich heute bedroht, und das alte Freund-Feind-Szenario gehört der Geschichte an. (Abg. Scheibner: Kollege! Hätten Sie 1990 noch geglaubt, daß ein Jahr später an unseren Grenzen gekämpft wird?) Sicherlich war das nicht vorauszusehen. Aber Sie können daraus nicht eine Bedrohung Österreichs ableiten und damit begründen, daß es wichtig und richtig wäre, der WEU und der NATO beizutreten, einem klassischen Militärbündnis des kalten Krieges. Dazu bekommen Sie von uns sicher keine Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Können Sie das garantieren?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Können Sie das garantieren?
Meine Damen und Herren! Jene, die für eine Mitgliedschaft Österreichs in diesen Militärbündnissen eintreten, begründen das immer wieder mit den Bedrohungen, denen unser Land angeblich ausgesetzt ist. Wir glauben, daß man dabei mit Täuschungsmanövern operiert, daß da Täuschungsmanöver betrieben werden. Denn niemand hier kann uns einen Staat nennen, der Österreich heute bedroht, und das alte Freund-Feind-Szenario gehört der Geschichte an. (Abg. Scheibner: Kollege! Hätten Sie 1990 noch geglaubt, daß ein Jahr später an unseren Grenzen gekämpft wird?) Sicherlich war das nicht vorauszusehen. Aber Sie können daraus nicht eine Bedrohung Österreichs ableiten und damit begründen, daß es wichtig und richtig wäre, der WEU und der NATO beizutreten, einem klassischen Militärbündnis des kalten Krieges. Dazu bekommen Sie von uns sicher keine Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Können Sie das garantieren?)
Abg. Scheibner: Können Sie das garantieren?
Kollege Schieder und ich haben immer wieder hier darauf hingewiesen – begründet hingewiesen, Kollege Scheibner –, daß, wie gesagt, keine Notwendigkeit besteht, diesen Militärbündnissen beizutreten. (Abg. Scheibner: Können Sie das garantieren?)
Abg. Scheibner: Kollege! Fragen Sie den Tychtl, wo wir sitzen! Wir sitzen in der letzten Reihe!
Meine Damen und Herren! Die Partnerschaft für den Frieden hingegen ist ein nützliches Instrument der sicherheitspolitischen Kooperation auf internationaler Ebene. Wir nehmen an dieser Kooperation auch teil, und wir haben daher die Zusammenarbeit mit den NATO-Mitgliedstaaten und den übrigen Partnerstaaten hier ganz klar und eindeutig geregelt. (Abg. Scheibner: Kollege! Fragen Sie den Tychtl, wo wir sitzen! Wir sitzen in der letzten Reihe!) Sie bewegt sich im Bereich der Friedenserhaltung, der humanitären Missionen und internationalen Katastrophenhilfen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Die Kernfrage der heutigen dringlichen Anfrage der Freiheitlichen ist, wie wir an einer europäischen Sicherheitsstruktur teilnehmen werden. Das ist eine ernste Frage, das ist eine aktuelle Frage, und es gibt natürlich ein Ringen um die Positionen in diesen Tagen, ich möchte fast sagen, in diesen Stunden. Über weite Strecken ist auch die Einbegleitung durchaus ein Sachverhalt, mit dem wir übereinstimmen. Das, was aber unserer Meinung nach offenbleibt, ist die Entscheidungsreife. Und deshalb kann man zu diesem Zeitpunkt nicht einfach sagen, jawohl, wir vollziehen diesen und jenen Beitritt, den dritten und den vierten, nur weil die Kollegen in dieser Frage ungeduldig sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .) Ja ja, die Zieldefinition ist genau das, was ich jetzt ansprechen wollte. Wenn wir das Beste für Österreichs Sicherheit und die Bevölkerung erreichen wollen, dann brauchen wir Konsequenz, Geduld und Selbstbewußtsein. (Beifall des Abg. Scheibner .)
Beifall des Abg. Scheibner .
Die Kernfrage der heutigen dringlichen Anfrage der Freiheitlichen ist, wie wir an einer europäischen Sicherheitsstruktur teilnehmen werden. Das ist eine ernste Frage, das ist eine aktuelle Frage, und es gibt natürlich ein Ringen um die Positionen in diesen Tagen, ich möchte fast sagen, in diesen Stunden. Über weite Strecken ist auch die Einbegleitung durchaus ein Sachverhalt, mit dem wir übereinstimmen. Das, was aber unserer Meinung nach offenbleibt, ist die Entscheidungsreife. Und deshalb kann man zu diesem Zeitpunkt nicht einfach sagen, jawohl, wir vollziehen diesen und jenen Beitritt, den dritten und den vierten, nur weil die Kollegen in dieser Frage ungeduldig sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .) Ja ja, die Zieldefinition ist genau das, was ich jetzt ansprechen wollte. Wenn wir das Beste für Österreichs Sicherheit und die Bevölkerung erreichen wollen, dann brauchen wir Konsequenz, Geduld und Selbstbewußtsein. (Beifall des Abg. Scheibner .)
Abg. Scheibner: Der sicherheitspolitische Nutzen ist doch nicht vorhanden!
Vielleicht geht es mit einem Bild: Diese Frage "Sicherheit durch Solidarität und Neutralität" wird zurzeit zwischen den Regierungsparteien wie ein Parallelslalom ausgetragen. Das mag für manche unbefriedigend sein – aber wissen Sie, wie das bei einem Parallelslalom ist? – Es gibt bei einem Parallelslalom zwei Pisten, aber ein gemeinsames Ziel. Und das haben wir, und das werden wir erreichen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist immer noch ein Wert, den zu erhalten wir imstande sind. (Abg. Scheibner: Der sicherheitspolitische Nutzen ist doch nicht vorhanden!) Und dieses gemeinsame Ziel werden wir erreichen.
Abg. Scheibner: Das sind eisige Pisten, Herr Kollege!
Unser Ziel bleibt: Für die Sicherheit der österreichischen Bevölkerung ist das Beste gerade gut genug. Und ich wiederhole: Der Parallelslalom Neutralität und Solidarität ist zu fahren, das gemeinsame Ziel ist für Österreich notwendig. (Abg. Scheibner: Das sind eisige Pisten, Herr Kollege!) – Ich komme schon noch zu Ihnen, Herr Kollege Scheibner. Wir haben gerade Weltmeisterschaften im Schifahren gehabt, daher ist das Bild vielleicht leichter zu verstehen als eine Erläuterung im Detail. (Abg. Mag. Haupt: Da haben wir aber leider nicht gut abgeschnitten!) O ja, mit fünf Medaillen!
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Kollege Scheibner hat sich in seiner durchaus engagierten Rede zu einer Behauptung verstiegen, die ich nicht einfach stehenlassen möchte. Er hat gesagt, Herr Bundesminister Fasslabend kenne die Probleme nicht oder sei eine Gefahr fürs Land. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) Bitte, das ist die typische Art und Weise, Leute persönlich herunterzumachen! Wissen Sie, wer wirklich eine Gefahr ist? (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Das ist eine Diffamierung!) Das ist so gesagt worden und nachzulesen! (Abg. Mag. Haupt: Herr Kollege! Nein! Nein!) Okay, dann nimmt er es jetzt zurück. Ich möchte ihm nur sagen, wer wirklich eine Gefahr fürs Land ist. (Abg. Mag. Haupt: Nein, er braucht nichts zurückzunehmen, weil er es nicht so gesagt hat!) Das ist wörtlich mitgeschrieben. (Abg. Mag. Haupt: Sie sollten die Anschuldigung zurücknehmen, weil sie falsch ist!) Nein, nein, das wurde wörtlich mitgeschrieben. Jetzt geniert ihr euch wieder für eure Ausritte! Das ist immer dasselbe! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Das ist eine Diffamierung!
Kollege Scheibner hat sich in seiner durchaus engagierten Rede zu einer Behauptung verstiegen, die ich nicht einfach stehenlassen möchte. Er hat gesagt, Herr Bundesminister Fasslabend kenne die Probleme nicht oder sei eine Gefahr fürs Land. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) Bitte, das ist die typische Art und Weise, Leute persönlich herunterzumachen! Wissen Sie, wer wirklich eine Gefahr ist? (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Das ist eine Diffamierung!) Das ist so gesagt worden und nachzulesen! (Abg. Mag. Haupt: Herr Kollege! Nein! Nein!) Okay, dann nimmt er es jetzt zurück. Ich möchte ihm nur sagen, wer wirklich eine Gefahr fürs Land ist. (Abg. Mag. Haupt: Nein, er braucht nichts zurückzunehmen, weil er es nicht so gesagt hat!) Das ist wörtlich mitgeschrieben. (Abg. Mag. Haupt: Sie sollten die Anschuldigung zurücknehmen, weil sie falsch ist!) Nein, nein, das wurde wörtlich mitgeschrieben. Jetzt geniert ihr euch wieder für eure Ausritte! Das ist immer dasselbe! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Zuerst informieren, dann zuhören und dann reden! Das wäre gescheiter!
Gefahr für das Land sind jene, die alles schlechtmachen. Gefahr für das Land sind jene, die persönlich... (Abg. Scheibner: Zuerst informieren, dann zuhören und dann reden! Das wäre gescheiter!) Ich habe ja zugehört! Das war mir zuviel! So geht es nicht! Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses hat nicht zu sagen, dieser Minister ist eine Gefahr für das Land. Das hat er nicht zu sagen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ich brauche mir von Ihnen nicht vorschreiben zu lassen, was ich zu sagen habe oder nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ich brauche mir von Ihnen nicht vorschreiben zu lassen, was ich zu sagen habe oder nicht!
Gefahr für das Land sind jene, die alles schlechtmachen. Gefahr für das Land sind jene, die persönlich... (Abg. Scheibner: Zuerst informieren, dann zuhören und dann reden! Das wäre gescheiter!) Ich habe ja zugehört! Das war mir zuviel! So geht es nicht! Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses hat nicht zu sagen, dieser Minister ist eine Gefahr für das Land. Das hat er nicht zu sagen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ich brauche mir von Ihnen nicht vorschreiben zu lassen, was ich zu sagen habe oder nicht!)
Abg. Scheibner: Ich habe an und für sich den Einem gemeint mit der Gefahr für das Land!
Suchen Sie in Ihren Reihen jene Leute, die alles schlechtmachen, die persönliche Untergriffe für ihre politische Propaganda machen, suchen Sie jene Leute! (Abg. Scheibner: Ich habe an und für sich den Einem gemeint mit der Gefahr für das Land!) Ich garantiere Ihnen, Sie haben reiche Ernte in Ihren Reihen. Man kann sie aufzählen – stundenlang! Stundenlang kann man die persönlichen Verunglimpfungen aufzählen. (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn!
Suchen Sie in Ihren Reihen jene Leute, die alles schlechtmachen, die persönliche Untergriffe für ihre politische Propaganda machen, suchen Sie jene Leute! (Abg. Scheibner: Ich habe an und für sich den Einem gemeint mit der Gefahr für das Land!) Ich garantiere Ihnen, Sie haben reiche Ernte in Ihren Reihen. Man kann sie aufzählen – stundenlang! Stundenlang kann man die persönlichen Verunglimpfungen aufzählen. (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!)
Abg. Scheibner: Das Wort brauche ich mir von dir nicht verbieten zu lassen!
Lest es nach im Protokoll. Wenn du es jetzt zurücknimmst, ist mir das sehr recht. (Abg. Scheibner: Das Wort brauche ich mir von dir nicht verbieten zu lassen!)
Abg. Scheibner: Wie ist das mit den Beschaffungsbudgets? Das wäre interessant!
Berufs- und Milizsoldaten gebührt daher unser voller Dank, und wir sind auch sehr dankbar (Abg. Scheibner: Wie ist das mit den Beschaffungsbudgets? Das wäre interessant!) – ich sage das ganz ausdrücklich –, daß bei aller Notwendigkeit, nach Verbesserungen zu suchen, dieser Bundesminister Werner Fasslabend mit ruhiger, zielorientierter und konsequenter Art seine Aufgabe für die militärische Landesverteidigung vorbildlich und erfolgreich erfüllt, und daran wird auch ein inzwischen zurückgenommenes Wort des Herrn Obmannes des Verteidigungsausschusses nichts ändern. (Abg. Scheibner: Seid lieber konsequent bei den Koalitionsverhandlungen, anstatt hier große Reden zu schwingen!)
Abg. Scheibner: Seid lieber konsequent bei den Koalitionsverhandlungen, anstatt hier große Reden zu schwingen!
Berufs- und Milizsoldaten gebührt daher unser voller Dank, und wir sind auch sehr dankbar (Abg. Scheibner: Wie ist das mit den Beschaffungsbudgets? Das wäre interessant!) – ich sage das ganz ausdrücklich –, daß bei aller Notwendigkeit, nach Verbesserungen zu suchen, dieser Bundesminister Werner Fasslabend mit ruhiger, zielorientierter und konsequenter Art seine Aufgabe für die militärische Landesverteidigung vorbildlich und erfolgreich erfüllt, und daran wird auch ein inzwischen zurückgenommenes Wort des Herrn Obmannes des Verteidigungsausschusses nichts ändern. (Abg. Scheibner: Seid lieber konsequent bei den Koalitionsverhandlungen, anstatt hier große Reden zu schwingen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Meine Damen und Herren! Ich glaube daher, daß es eine Alternative zur Neutralität gibt, und diese Alternative zur Neutralität ist aus unserer Sicht die Vollmitgliedschaft in der Westeuropäischen Union. Wir Liberale werden einen entsprechenden Antrag stellen, weil der Beobachterstatus, den wir derzeit haben, absolut unzureichend ist. Daher ist es notwendig, diesen ersten Schritt in die Westeuropäische Union endlich zu setzen, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .) Herr Kollege Scheibner! Ich weiß, wir diskutieren immer über WEU und NATO.
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Der erste Schritt ist die Mitgliedschaft bei der Westeuropäischen Union. Wir haben diesbezüglich bereits einen Selbständigen Antrag eingebracht. Wir haben unverzüglich die Beratungen, die Verhandlungen über die Mitgliedschaft aufzunehmen, und dann wird sich ergeben, in welchem Ausmaß ein Beitritt zur NATO tatsächlich verlangt wird. Herbert, du weißt ganz genau, daß es auch einen unterschiedlichen Status in der Mitgliedschaft der NATO gibt. Frankreich deckt nur den politischen Bereich mit ab. Mitglied ist auch Irland. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .) Frankreich ist nicht in der Kommandostruktur der NATO integriert. Es gab eine Übergangsregelung für Deutschland; die Verbände der ehemaligen DDR waren der NATO-Struktur nicht unterstellt. Es gab auch die Übergangsregelung, daß dieses Territorium nicht als NATO-Territorium galt.
Abg. Scheibner: Sind in Ihrer Fraktion alle dieser Meinung?
Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß sich mit dem Beitritt Österreichs zur Westeuropäischen Union für uns eine weitere Möglichkeit bietet, nämlich das Wehrsystem komplett umzustellen. Für uns vom Liberalen Forum steht die allgemeine Wehrpflicht zur Disposition. Die allgemeine Wehrpflicht ist in dem Ausmaß, wie wir sie derzeit haben, nicht mehr erforderlich. Daher sind wir der Auffassung, daß wir mit dem Beitritt Österreichs zur Westeuropäischen Union auch die allgemeine Wehrpflicht aussetzen können und daß eine allgemeine Wehrpflicht nur noch im Fall einer umfassenden Bedrohung der Gesellschaft und des Staates vonnöten ist. Es wäre dann möglich, das Bundesheer und unser sicherheitspolitisches Instrumentarium umzustellen und ein Freiwilligenheer aufzustellen. Ein derartiges Freiwilligenheer ... (Abg. Scheibner: Sind in Ihrer Fraktion alle dieser Meinung?) Diese Auffassung wird von der Fraktion des Liberalen Forums voll getragen, meine Damen und Herren. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Mit dem einzigen, den es gibt!
Die Frage ist, meine Damen und Herren – und darüber, Herr Scheibner, sollten Sie nachdenken –, ob es tatsächlich vernünftig ist, wenn man sich dem einzig funktionierenden Bündnis in dieser Form anschließt, wie Sie es vorhaben, wobei Sie zugegebenermaßen kurzfristig mehr Sicherheit haben, weil Sie sich ja mit dem Stärksten verbünden. (Abg. Scheibner: Mit dem einzigen, den es gibt!) Sie berücksichtigen dabei aber nicht, daß die Sicherheit nicht nur eine Frage der
Abg. Scheibner: Nur dann, wenn sie von den NATO-Mitgliedern eine Gefahr ausgehen sehen, und die sehe ich nicht!
Das Problem, das Sie nicht berücksichtigen, ist, daß ja die NATO nicht stärker wird durch unseren Beitritt, aber daß allgemein möglicherweise das Sicherheitsbedürfnis jener Länder in ein instabiles Verhältnis gerät, die ihren Weg in eine Demokratie ohnedies noch nicht ganz klar gefunden haben. (Abg. Scheibner: Nur dann, wenn sie von den NATO-Mitgliedern eine Gefahr ausgehen sehen, und die sehe ich nicht!)
Abg. Scheibner: O ja!
Ich sehe – und das sage ich Ihnen auch ganz offen – auch bei der NATO eine Gefahr, solange sie nicht ganz klar jene Strukturen akzeptiert, die die UNO vorgibt – das ist ein langer Prozeß, das ist ein demokratischer Prozeß –, denn ich glaube, daß es notwendig ist, daß wir Sicherheitssysteme anstreben, die verallgemeinerbar sind. Und das findet in Ihrem Vorschlag nicht statt. (Abg. Scheibner: O ja!) Das ist ein ganz gewöhnlicher – zugegebenermaßen möglicherweise vernünftiger – Weg. (Abg. Scheibner: Darum meine ich, daß wir uns damit beschäftigen sollten!)
Abg. Scheibner: Darum meine ich, daß wir uns damit beschäftigen sollten!
Ich sehe – und das sage ich Ihnen auch ganz offen – auch bei der NATO eine Gefahr, solange sie nicht ganz klar jene Strukturen akzeptiert, die die UNO vorgibt – das ist ein langer Prozeß, das ist ein demokratischer Prozeß –, denn ich glaube, daß es notwendig ist, daß wir Sicherheitssysteme anstreben, die verallgemeinerbar sind. Und das findet in Ihrem Vorschlag nicht statt. (Abg. Scheibner: O ja!) Das ist ein ganz gewöhnlicher – zugegebenermaßen möglicherweise vernünftiger – Weg. (Abg. Scheibner: Darum meine ich, daß wir uns damit beschäftigen sollten!)
Abg. Scheibner: Sicherheit!
Meine Damen und Herren! Welche Spielräume eröffnen Sie sich denn, wenn Sie zur NATO beitreten? – (Abg. Scheibner: Sicherheit!) Sie sagen, dadurch gibt es weniger Ausgaben fürs Militär. Ich bin ja sehr froh, daß der Herr Bundesminister hier kundgetan hat, daß er ständig rationalisiert in seinem Bereich, wie viele Abteilungen er schon zugesperrt hat. Mir wäre lieber, wenn diese Rationalisierung etwas rascher ginge und bis in einen gewissen Bereich hinein, von dem der Herr Einem träumt – aber das ist eine andere Geschichte. (Abg. Scheibner: Das glaube ich! Das ist die Geschichte!)
Abg. Scheibner: Das glaube ich! Das ist die Geschichte!
Meine Damen und Herren! Welche Spielräume eröffnen Sie sich denn, wenn Sie zur NATO beitreten? – (Abg. Scheibner: Sicherheit!) Sie sagen, dadurch gibt es weniger Ausgaben fürs Militär. Ich bin ja sehr froh, daß der Herr Bundesminister hier kundgetan hat, daß er ständig rationalisiert in seinem Bereich, wie viele Abteilungen er schon zugesperrt hat. Mir wäre lieber, wenn diese Rationalisierung etwas rascher ginge und bis in einen gewissen Bereich hinein, von dem der Herr Einem träumt – aber das ist eine andere Geschichte. (Abg. Scheibner: Das glaube ich! Das ist die Geschichte!)
Abg. Scheibner: Das haben die Slowenen auch geglaubt!
Ich glaube, daß in Europa die Frage der Sicherheit nicht mehr durch die Qualität der Bündnisse im Zusammenhang mit der Stärke der Waffenarsenale bestimmt wird. Diese Frage muß ganz anders geklärt werden (Abg. Scheibner: Das haben die Slowenen auch geglaubt!) , und ich glaube, daß wir den Bereich der OSZE weiterentwickeln müssen, ebenso den Bereich der UNO. Gleichzeitig müssen wir, bis es solche Systeme gibt, unsere Position der aktiven Neutralität weiterhin ausbauen. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir dann aber ein sehr starkes Heer!) Sie glauben immer, daß ein starkes Heer die Sicherheit erhöht. Das ist ein Irrtum. (Abg. Scheibner: Wenn wir nirgends dabei sind? Glauben Sie, daß wir mit mehr Transparenz das Bundesheer mehr zusammenhalten können?)
Abg. Scheibner: Da brauchen wir dann aber ein sehr starkes Heer!
Ich glaube, daß in Europa die Frage der Sicherheit nicht mehr durch die Qualität der Bündnisse im Zusammenhang mit der Stärke der Waffenarsenale bestimmt wird. Diese Frage muß ganz anders geklärt werden (Abg. Scheibner: Das haben die Slowenen auch geglaubt!) , und ich glaube, daß wir den Bereich der OSZE weiterentwickeln müssen, ebenso den Bereich der UNO. Gleichzeitig müssen wir, bis es solche Systeme gibt, unsere Position der aktiven Neutralität weiterhin ausbauen. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir dann aber ein sehr starkes Heer!) Sie glauben immer, daß ein starkes Heer die Sicherheit erhöht. Das ist ein Irrtum. (Abg. Scheibner: Wenn wir nirgends dabei sind? Glauben Sie, daß wir mit mehr Transparenz das Bundesheer mehr zusammenhalten können?)
Abg. Scheibner: Wenn wir nirgends dabei sind? Glauben Sie, daß wir mit mehr Transparenz das Bundesheer mehr zusammenhalten können?
Ich glaube, daß in Europa die Frage der Sicherheit nicht mehr durch die Qualität der Bündnisse im Zusammenhang mit der Stärke der Waffenarsenale bestimmt wird. Diese Frage muß ganz anders geklärt werden (Abg. Scheibner: Das haben die Slowenen auch geglaubt!) , und ich glaube, daß wir den Bereich der OSZE weiterentwickeln müssen, ebenso den Bereich der UNO. Gleichzeitig müssen wir, bis es solche Systeme gibt, unsere Position der aktiven Neutralität weiterhin ausbauen. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir dann aber ein sehr starkes Heer!) Sie glauben immer, daß ein starkes Heer die Sicherheit erhöht. Das ist ein Irrtum. (Abg. Scheibner: Wenn wir nirgends dabei sind? Glauben Sie, daß wir mit mehr Transparenz das Bundesheer mehr zusammenhalten können?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na, Österreich wird das schon zusammenbringen!
Herr Abgeordneter Scheibner! Wir könnten ganz rational darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, daß man sich bewaffnet, aber man kann auch durch Bewaffnung Unsicherheit erzeugen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na, Österreich wird das schon zusammenbringen!) Ich weiß schon, daß Ihnen diese Denkansätze fremd sind und wir diese Debatte hier in diesem Haus oft sehr kontroversiell führen. Da gibt es die einen, die wollen das überhaupt abschaffen, und die anderen werden immer als jene gesehen, die Kriegstreiber sind, die aufrüsten wollen, die ständig Geld herausholen wollen, um die nächste Generation der Abfangjäger anzuschaffen. Als ich das von Herrn Fasslabend gehört habe, habe ich mir schon gedacht, jetzt muß ich wieder in ein Widerstandscamp hinein, jetzt müssen wir wieder ein Volksbegehren starten, um diese unsinnigen Anschaffungen zu verhindern. (Abg. Scheibner: Der Pilz hat 1991 ganz anders geredet!) Aber das wird Gott sei Dank – ich hoffe zumindest – in dieser Bundesregierung nicht passieren – aus verschiedenen Gründen nicht. Aber Sie, Herr Kollege Scheibner, sollten darüber nachdenken, was im Zusammenhang mit einer europäischen Sicherheitspolitik der vernünftigste Weg ist. (Abg. Scheibner: Das tue ich die ganze Zeit!)
Abg. Scheibner: Der Pilz hat 1991 ganz anders geredet!
Herr Abgeordneter Scheibner! Wir könnten ganz rational darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, daß man sich bewaffnet, aber man kann auch durch Bewaffnung Unsicherheit erzeugen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na, Österreich wird das schon zusammenbringen!) Ich weiß schon, daß Ihnen diese Denkansätze fremd sind und wir diese Debatte hier in diesem Haus oft sehr kontroversiell führen. Da gibt es die einen, die wollen das überhaupt abschaffen, und die anderen werden immer als jene gesehen, die Kriegstreiber sind, die aufrüsten wollen, die ständig Geld herausholen wollen, um die nächste Generation der Abfangjäger anzuschaffen. Als ich das von Herrn Fasslabend gehört habe, habe ich mir schon gedacht, jetzt muß ich wieder in ein Widerstandscamp hinein, jetzt müssen wir wieder ein Volksbegehren starten, um diese unsinnigen Anschaffungen zu verhindern. (Abg. Scheibner: Der Pilz hat 1991 ganz anders geredet!) Aber das wird Gott sei Dank – ich hoffe zumindest – in dieser Bundesregierung nicht passieren – aus verschiedenen Gründen nicht. Aber Sie, Herr Kollege Scheibner, sollten darüber nachdenken, was im Zusammenhang mit einer europäischen Sicherheitspolitik der vernünftigste Weg ist. (Abg. Scheibner: Das tue ich die ganze Zeit!)
Abg. Scheibner: Das tue ich die ganze Zeit!
Herr Abgeordneter Scheibner! Wir könnten ganz rational darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, daß man sich bewaffnet, aber man kann auch durch Bewaffnung Unsicherheit erzeugen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na, Österreich wird das schon zusammenbringen!) Ich weiß schon, daß Ihnen diese Denkansätze fremd sind und wir diese Debatte hier in diesem Haus oft sehr kontroversiell führen. Da gibt es die einen, die wollen das überhaupt abschaffen, und die anderen werden immer als jene gesehen, die Kriegstreiber sind, die aufrüsten wollen, die ständig Geld herausholen wollen, um die nächste Generation der Abfangjäger anzuschaffen. Als ich das von Herrn Fasslabend gehört habe, habe ich mir schon gedacht, jetzt muß ich wieder in ein Widerstandscamp hinein, jetzt müssen wir wieder ein Volksbegehren starten, um diese unsinnigen Anschaffungen zu verhindern. (Abg. Scheibner: Der Pilz hat 1991 ganz anders geredet!) Aber das wird Gott sei Dank – ich hoffe zumindest – in dieser Bundesregierung nicht passieren – aus verschiedenen Gründen nicht. Aber Sie, Herr Kollege Scheibner, sollten darüber nachdenken, was im Zusammenhang mit einer europäischen Sicherheitspolitik der vernünftigste Weg ist. (Abg. Scheibner: Das tue ich die ganze Zeit!)
Abg. Scheibner: Nur wenn wir das machen, dann schon!
Meine Damen und Herren! Die Grünen begrüßen den Diskussionsbeitrag des Innenministers Einem aus einem ganz einfachen Grund: Es geht nicht darum – und das hat ja Kollege Moser richtig gesagt –, daß jeder, der über die Verfassung nachdenkt, gleich staatsschädigend ist. (Abg. Scheibner: Nur wenn wir das machen, dann schon!) Herr Minister Fasslabend, das ist ein
Abg. Scheibner: Da sind wir d’accord, nur, Herr Kollege, solange so ein System nicht vorhanden ist, wird es nicht anders gehen!
Wir haben diesen Ansatz deshalb begrüßt, weil es schon einmal einen Minister auf dieser Regierungsbank gegeben hat, der damals auch von den Freiheitlichen damit konfrontiert worden ist, daß er laut darüber nachgedacht hat, ob es ein Leben nach dem Bundesheer auch noch geben kann. Und auch Sie, Herr Scheibner, als Vorsitzender des Verteidigungsausschusses sollten darüber nachdenken, ob es neue Formen der Verteidigung gibt, die nicht mit Hilfe von Panzern, Abwehrraketen, Revolvern oder sonstigem erfolgt. (Abg. Scheibner: Da sind wir d’accord, nur, Herr Kollege, solange so ein System nicht vorhanden ist, wird es nicht anders gehen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner
Ich glaube, daß das Verständnis der NATO oder der WEU als ein reines Militärbündnis aus dem kalten Krieg ein grundlegend falsches ist. Allein die Tatsache, aus welchen Mitgliedern sich diese Organisationen zusammensetzen, zeigt, daß es sich hier um den Kern und um den Stamm der weltweit ältesten und bewährtesten Demokratien handelt (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner ) , und deren Sicherheitsorganisation ist zweifellos ein Modell, das offensichtlich auch eine Attraktivität besitzt, die weit darüber hinausgeht. Denn es ist ja kein Zufall, daß ab dem Moment, wo in den ostmitteleuropäischen Ländern der Druck nachgelassen hat, wo dort das autoritäre kommunistische System den Boden verloren hat, der Wunsch der Bevölkerung und der Regierenden nach einem Beitritt zu diesen Systemen gekommen ist – Hand in Hand mit dem demokratischen Prozeß.
Abg. Scheibner: Den Antrag haben Sie abgelehnt!
Das, meine Damen und Herren, ist so dringlich, daß der Abgeordnete Gaal bereits vor einem Monat dazu seine Stellungnahme abgegeben hat. Ich möchte diese hier in Erinnerung rufen, weil sie eine Stellungnahme der Sozialdemokratie war. (Abg. Scheibner: Den Antrag haben Sie abgelehnt!)
Abg. Scheibner: Freiwillig!
Der Wehrdienst für die Frauen soll von einer großen Mehrheit der österreichischen Frauen gewünscht werden. (Abg. Scheibner: Freiwillig!) Sicher, Herr Minister, es gibt die eine oder die andere Frau – ich komme dann noch darauf zurück –, die das will. Es gibt aber auch sehr viele, die das nicht wollen (Abg. Scheibner : Das ist ja freiwillig, Herr Kollege!), und es gibt außerdem auch sehr viele, die glauben, es wäre ein Anfang vom Müssen.
Abg. Scheibner : Das ist ja freiwillig, Herr Kollege!
Der Wehrdienst für die Frauen soll von einer großen Mehrheit der österreichischen Frauen gewünscht werden. (Abg. Scheibner: Freiwillig!) Sicher, Herr Minister, es gibt die eine oder die andere Frau – ich komme dann noch darauf zurück –, die das will. Es gibt aber auch sehr viele, die das nicht wollen (Abg. Scheibner : Das ist ja freiwillig, Herr Kollege!), und es gibt außerdem auch sehr viele, die glauben, es wäre ein Anfang vom Müssen.
Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem Einem!
Mit dem freiwilligen Militärdienst für Frauen darf es für uns auch zu keiner Infragestellung der allgemeinen Wehrpflicht und des Milizsystems kommen. Auch das ist zu bedenken. (Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem Einem!)
Abg. Scheibner: Sie will Vizeleutnant werden!
Es gibt da sehr engagierte Frauen, eine davon ist Frau Scherzer. Ich kenne die Frau Scherzer persönlich. Sie ist aus Mistelbach, genauso wie ich. Ich kenne sie also wesentlich länger, als seit sie in der Republik berühmt wurde. Ich schätze ihr Engagement. (Abg. Scheibner: Sie will Vizeleutnant werden!) Darauf komme ich noch. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, wie Kollege Scheibner schon erwähnt hat, Vizeleutnant zu werden. Ich habe den Eindruck, Herr Minister, daß diese Aktivitäten, zumindest teilweise, durch das Heer und das Ministerium auch gefördert wurden.
Abg. Scheibner: Das ist wirklich eine Frage!
Im "Kurier" vom vergangenen Wochenende war eine lange Reportage. Darin wird behauptet, daß sie fünf Wochen lang an der Ausbildung teilgenommen hat. Nach meinen Informationen – nachdem ich das, wie gesagt, auch fast live erlebt habe – waren es 14 Tage. Trotzdem ergibt sich die Frage: Auf welcher gesetzlichen Grundlage kann die Frau Scherzer 14 Tage in Mistelbach dienen? (Abg. Scheibner: Das ist wirklich eine Frage!) – Sie hat dort auch Vergünstigungen bekommen – das ist genau das, was wir bei der Frau beim Bundesheer eigentlich nicht wollen. Der Truppenübungsplatz von Mistelbach ist ungefähr drei Kilometer von der Garnison entfernt, das geht also ein Neunzehnjähriger in 25 Minuten. Der Frau Scherzer wurde das Rückengepäck zu den Übungen am Truppenübungsplatz nachgeführt, denn der Frau Scherzer war es nicht zumutbar, dieses Rückengepäck zu tragen. (Abg. Böhacker: Das ist
Abg. Scheibner: Aha!
Herr Bundesminister! Aus all dem ergibt sich schon die Frage: Welchen Status hat Frau Scherzer? (Abg. Mag. Stadler: Nomen est omen – ein Scherz!) – Etwa im Oktober ist sie hier im Parlament in Uniform herumgelaufen; Kollege Maitz und ich, wir sind mit ihr an einem Tisch gesessen. (Abg. Scheibner: Aha!) Vielleicht bin ich erzkonservativ. (Abg. Böhacker: Das ist allerhand!) Als ich selbst fünf Wochen Ausbildung hatte und das Treuegelöbnis ablegen mußte, hat es lange gedauert, bis ich überhaupt das erstemal in Uniform aus der Kaserne hinaus durfte. Aber Frau Scherzer läuft hier im Hohes Haus in Uniform herum. Da frage ich mich schon: Welchen Status hat sie?, vielleicht auch: Woher hat sie diese Uniform?
Abg. Scheibner: Seit einem Jahr haben wir das liegen, Herr Kollege!
Wir glauben also, daß dieser Weg der falsche Weg für die Frauen ins Bundesheer ist. Wir wollen eine durchdachte Regelung. Wenn ich dann auch noch lese, daß Frau Scherzer ihren Beruf aufgegeben hat, bereit ist, ihr Haus zu verkaufen, nur um Frau Vizeleutnant zu werden – erwähnen möchte ich noch, daß sie drei Kinder hat –, dann meine ich: So kann es nicht gehen! (Abg. Scheibner: Seit einem Jahr haben wir das liegen, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Mit der Schweiz!
Ich mache kein Hehl daraus, daß ich persönlich für die Sicherheit und für den Schutz von Demokratie, Frieden und Freiheit in unserem Lande beim Wehrbudget zweifellos eine Besserstellung befürworten würde, und bezeichne den Finanzrahmen, den wir haben, als einen minimalsten. Jedoch darf man nicht vergessen, daß wir als Binnenland natürlich sehr schwer mit anderen Ländern vergleichbar sind. (Abg. Scheibner: Mit der Schweiz!) Ja, die Schweiz gibt es auch, das ist richtig. Außerdem muß man beim Vergleich des Bruttoinlandsproduktes äußerst vorsichtig vorgehen, weil Österreich natürlich trotz des dringend notwendigen Sparpakets zu den reichsten Ländern zählt und daher ein Vergleich oft sehr schwer möglich ist.
Abg. Scheibner: Der Minister ist staatsgefährdend!
Kollege Schöggl hat hier in bewährter Weise – wir kennen das ja, es ist sattsam bekannt, wurde oft wiederholt und von uns immer wieder belächelt – wieder einmal einen Mißtrauensantrag eingebracht. Diesmal ist der Adressat Innenminister Einem. (Abg. Scheibner: Der Minister ist staatsgefährdend!)
Abg. Scheibner : Belehren Sie uns nicht!
Zum einen: Bund und Länder sollten jeweils Stiftungen gründen, in die die öffentlichen Gelder eingezahlt werden. Es sollten allerdings auch – das ist mir ganz wichtig, das ist ein weiteres Anliegen von uns – private Sponsoren dazu gebracht werden, ebenfalls in die Kulturszene zu investieren. (Diskussionen in den Bänken der Freiheitlichen.) Es wäre schön, wenn Sie Ihre Gespräche etwas leiser oder wenigstens weiter hinten führen könnten, wo Sie normalerweise Ihren Platz haben, Herr Haigermoser! Es gehört nämlich auch zu den parlamentarischen Usancen, daß man die anderen jedenfalls nicht in dieser Form stört, wenn man vorne sitzt. (Abg. Scheibner : Belehren Sie uns nicht!) Daß Sie mit Zwischenrufen stören, bin ich ohnedies gewohnt.
Sitzung Nr. 10
Abg. Scheibner: Hat er sich auch beworben für den Kurs?
Peter, sei diesmal milde zu mir; ich bin gerade dabei, dich zu loben. Im Ausschuß hat sich – übrigens auf die Frage des sozialdemokratischen Vorsitzenden Peter Schieder – folgendes herausgestellt (Abg. Scheibner: Hat er sich auch beworben für den Kurs?): Diese zwölf Planstellen, die angeblich eingespart werden sollen, gibt es überhaupt nicht mehr! Die wurden bereits 1994 oder 1995 gestrichen. Die gibt es gar nicht mehr! Gestrichene Planstellen, die gar nicht besetzt waren, führen Sie jetzt großartig als Einsparung an. Das heißt, Sie führen etwas als
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Natürlich wurde die Form der jeweiligen Ausgliederung so gewählt, daß der finanzielle Beitrag des Bundes erstens klar kalkulierbar und darstellbar wird und zweitens langfristig die geringstmögliche Budgetbelastung darstellt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ein klar definierter, mit dem Finanzminister verhandelter jährlicher Zuschuß erlaubt es auch, klar zu sagen, was uns das Instrument der Sprachkurse wert ist. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Natürlich wurde die Form der jeweiligen Ausgliederung so gewählt, daß der finanzielle Beitrag des Bundes erstens klar kalkulierbar und darstellbar wird und zweitens langfristig die geringstmögliche Budgetbelastung darstellt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ein klar definierter, mit dem Finanzminister verhandelter jährlicher Zuschuß erlaubt es auch, klar zu sagen, was uns das Instrument der Sprachkurse wert ist. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Wegen des hohen Lärmpegels gibt Präsident Dr. Fischer das Glockenzeichen. – Zwischenruf des Abg. Kiss. – Abg. Scheibner: Geh bitte! Geh bitte, Pauli Kiss! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Rektor der Universität Graz bezeichnet die geplanten Sparmaßnahmen als "weder sozial noch inhaltlich tragbar". Und die wohl strengste Art der Beurteilung hat Ihnen möglicherweise Herr Windischbauer über die Medien bekannt. Er bezeichnet das ganze Vorhaben als "Wahnsinn mit System". (Wegen des hohen Lärmpegels gibt Präsident Dr. Fischer das Glockenzeichen. – Zwischenruf des Abg. Kiss. – Abg. Scheibner: Geh bitte! Geh bitte, Pauli Kiss! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ja, der Einem!
Wer zum Beispiel – wie Herr Dr. Haider – mit Beschimpfungen, Beleidigungen, Verspottungen, Verächtlichmachungen verbale Jagd auf fleißige und anständige Bürger macht, muß künftig dafür geradestehen! (Abg. Scheibner: Ja, der Einem!)
Sitzung Nr. 11
Abg. Scheibner: Da ist uns vieles klar geworden!
Und der dritte Grund, warum wir wieder in diese neue Regierungspartnerschaft eintreten, in diese große Koalition, muß Ihnen allen klar geworden sein, wenn Sie gestern die Regierungserklärung unseres Bundeskanzlers gehört haben. (Abg. Scheibner: Da ist uns vieles klar geworden!) – Wenn Ihnen vieles klar wurde, Herr Scheibner, dann werden Sie meine Analyse teilen. Die fünf Ziele, die der Herr Bundeskanzler gestern verkündet hat, sind haargenau identisch mit jenen fünf Zielen, die Wolfgang Schüssel in seinem Brief, womit wir die Verhandlungen aufgenommen haben, für diese Bundesregierung gesetzt hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was sagt der Bauernbund dazu?
Meine Damen und Herren! Es ist nicht der richtige Weg, Konflikte auf der Straße auszutragen, denn dort wird sehr schnell etwas ausgelöst, was man vielleicht nicht mehr im Griff haben kann. (Abg. Scheibner: Was sagt der Bauernbund dazu?) Auch diese Reaktion, dieser Vorfall hier in diesem Haus ist eine Folge einer solchen Aufforderung. Das möchte ich hier ganz deutlich feststellen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Bei der nächsten Bauern-Demo werden wir uns das ansehen! Ganz genau!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mentil hält einen 1 000-S-Schein in die Höhe. – Abg. Scheibner: Wo sind die 1 000 S? – Abg. Blünegger: Frau Abgeordnete! Pensionsverzicht haben Sie versprochen! – Ist nichts geworden!
Wenn ich 10 000 S oder 15 000 S im Monat verdiene, dann kann ich das gar nicht lukrieren, denn dann rechnet es sich gar nicht, Frau Dr. Partik-Pablé. Das rechnet sich ja nur für Gutverdiener. Und das wollen Sie beibehalten. Das haben Sie ja auch gesagt. Sie haben ja auch hier vom Rednerpult gesagt, Verlustabschreibemodelle gibt es nicht mehr. Sie wollen die gut Verdienenden bevorzugen, weil sich genau da Ihre persönlichen Interessen widerspiegeln. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mentil hält einen 1 000-S-Schein in die Höhe. – Abg. Scheibner: Wo sind die 1 000 S? – Abg. Blünegger: Frau Abgeordnete! Pensionsverzicht haben Sie versprochen! – Ist nichts geworden!) Ich hoffe, Sie beruhigen sich wieder. Warum ärgert Sie das so, wenn ich sage, Sie sind die Vertreter der Besserverdienenden?
Abg. Scheibner: Der Außenminister ist da anderer Meinung!
In weiterer Folge wird ausdrücklich betont, daß diese Mitwirkung im Rahmen der völkerrechtlichen Pflichten Österreichs erfolgt. Und darunter ist zunächst einmal die Neutralität zu verstehen, die durch die Notifizierung gegenüber den anderen Staaten eine von Österreich freiwillig übernommene Pflicht gegenüber der Staatengemeinschaft geworden ist (Abg. Scheibner: Der Außenminister ist da anderer Meinung!) , und zwar auch die Neutralität, aber – dies muß betont werden – nicht nur die Neutralität, denn Österreich hat sich im Rahmen seiner dynamischen Außenpolitik in ein ganzes Geflecht von sicherheitsrelevanten und den Frieden fördernden völkerrechtlichen Pflichten eingeordnet.
Abg. Scheibner: Dieser!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestern wurde von Herrn Abgeordneten Dr. Haider die Bemerkung gemacht, er bedauere das Zustandekommen der Bundesregierung (Abg. Scheibner: Dieser! ) und auch das Koalitionsabkommen dieser. Wir haben nur diese, Herr Kollege! Wir haben keine andere. Ich bin davon überzeugt, daß Sie mit dieser Meinung zu einer verschwindenden Minderheit zählen. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 13
Abg. Scheibner : Wie viele Stimmen hat er denn gemacht?
Da nützt es nichts, eine Planungsgesellschaft zu errichten, 800 Millionen Schilling bereitzustellen und die Menschen in Tirol für so dumm zu erklären, daß sie das nicht verstehen! Die Rechnung haben Sie am 17. Dezember 1995 präsentiert bekommen, und zwar auch für diese Sache, mit dem Wahlergebnis der Tiroler Volkspartei. (Abg. Scheibner : Wie viele Stimmen hat er denn gemacht?) – Nicht viele, ich weiß es nicht genau, es ist nicht nennenswert. (Abg. Scheibner :
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner : Warum stimmen Sie dann zu?
Heute ist mir Lobbyismus vorgeworfen worden. Leider ist mein Einfluß beim Berggesetz zu gering, weil kein einziger Wunsch der betroffenen Wirtschaft in dieser Novelle berücksichtigt worden ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner : Warum stimmen Sie dann zu?)
Abg. Scheibner: Sehr gescheit!
Das kann beispielsweise die Standortfrage sein, weil selbstverständlich bestimmte Aspekte des Bergbaues nicht variable Standorte vertragen, hingegen andere Betriebsansiedlungen viel breiter variiert werden können – wenn auch nicht beliebig, weil es auch Infrastrukturaspekte, Umweltschutzaspekte und so weiter zu berücksichtigen gilt. So ortsfest aber wie zum Beispiel ein Tagbau im Großraum Voitsberg-Köflach ist es nicht, weil Braunkohle eben dort liegt, wo sie liegt, und nur dort kann sie abgebaut werden. Selbstverständlich wäre daher jedes Ansinnen, zu sagen, dieser Braunkohleabbau möge anderswo stattfinden, völlig unbillig. (Abg. Scheibner: Sehr gescheit!) Hingegen ist die Errichtung irgendeiner Fabrik durchaus variabler, sie muß nicht an einem ganz bestimmten Platz erfolgen.
Abg. Scheibner: Das ist ohnehin das Ministerium!
Wenn hier schon angeführt wurde – dem können wir uns durchaus anschließen –, daß ein solcher Beirat, getreu nach dem Prinzip der Sozialpartnerschaft zusammengesetzt, in diesem Falle wirklich keinen Sinn macht und nicht wirklich ein Gremium ist, das überhaupt diese Konvention und diese Durchführungsbestimmungen kontrolliert, dann sollten wir aber jetzt nicht einfach diesen Beirat streichen, sondern dann wäre es wirklich dringend notwendig, darüber zu diskutieren, welche Maßnahmen gesetzt werden können oder müssen, damit es zu einer kontinuierlichen Evaluierung dieser Durchführungsbestimmungen und dieser Konvention kommt. Ob das nun eine Behörde, eine Abrüstungsbehörde, ob das nun eine Kommission ist, die aus Experten der Betroffenen oder der Ministerien zusammengesetzt ist, die damit beschäftigt sind, von Außen-, Wirtschafts-, Innen-, Verteidigungsministerium bis zum Bundeskanzleramt, wichtig ist, daß es eine offizielle Stelle, eine öffentlich beauftragte Stelle gibt, die diese Aufgaben wahrnimmt. (Abg. Scheibner: Das ist ohnehin das Ministerium!) – Ja, aber das muß ressortübergreifend sein, weil mehrere Ressorts damit zu tun haben. (Präsident Dr. Brauneder übernimmt den Vorsitz.)
Sitzung Nr. 14
Abg. Scheibner: Vor allem vor den Wahlen!
Ich sage sehr offen: Diese Herausforderungen haben wir von der Volkspartei bereits im vergangenen Jahr klar gesehen (Abg. Scheibner: Vor allem vor den Wahlen!) und diese Neuwahlen sind deswegen notwendig geworden, weil eben beide Koalitionsgruppierungen das nicht gemeinsam als Herausforderung gesehen haben. Die Volkspartei aber wollte auf diese Herausforderung eine klare Antwort geben, während in der Koalition damals keine Einigung auf diese klare Antwort bestanden hat. (Abg. Wabl: Jahrelang haben Sie Schwindelbudgets gedeckt!) Es soll auch die Geschichte der letzten Monate klargestellt sein.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Oberlehrer!
Das Dazwischenschreien, das Krakeelen, das Heruntermachen von Vorschlägen, die wir bringen, ist nicht Politik, sondern das ist destruktives Verhalten. Das erwarten nicht die Österreicher von verantwortungsbewußten Politikern. Das lassen Sie sich heute einmal gesagt haben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Oberlehrer!)
Abg. Scheibner – Beifall spendend: Bravo! Das ist gut!
Ich komme zum Schluß, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Abg. Scheibner – Beifall spendend: Bravo! Das ist gut!) Politik ist nicht nur Bewältigung vorhandener Probleme der Gegenwart, sondern Politik ist auch die Vorbereitung der Gestaltung der Zukunft. Ich bin überzeugt davon, daß wir, wenn wir 1996 und 1997 diese Gesundung durchführen, aufgrund der Entwicklung des Steueraufkommens der darauffolgenden Jahre auch wieder Hoffnung dadurch vermitteln können, daß wir mit der kommenden Steuerreform mehr an Gerechtigkeit für Familien und eine Entlastung des einzelnen Steuerzahlers erreichen können. Das ist etwas, was der einzelne erwartet. Wir können mit einer Gesundung des Haushaltes, mit einer Beschäftigungsoffensive und der In-Aussicht-Stellung dessen, daß wir durch ein Mehr an Steuereinnahmen die Chance haben, auch wieder Steuerreduktionen vorzunehmen (Abg. Böhacker: Das ist die Höhe!), das schaffen, was wir glauben als Zukunftsfundament für Österreich schaffen zu müssen.
Abg. Dr. Sonja Moser spricht mit Bundesminister Mag. Klima. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hört überhaupt nicht zu! – Abg. Scheibner: Laß ihn eimal ausreden, du störst den Minister bei seinem Gespräch!
Es ist auch bezeichnend, wie leichtfertig diese Regierung Vranitzky V, vor allem Neo-Finanzminister Klima, mit dem Thema Insolvenzen umgeht. (Abg. Dr. Sonja Moser spricht mit Bundesminister Mag. Klima. – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hört überhaupt nicht zu! – Abg. Scheibner: Laß ihn eimal ausreden, du störst den Minister bei seinem Gespräch!)
Abg. Scheibner: Mit dem doppelten Zeitdruck!
Heute machen Sie dasselbe mit dem doppelten Volumen und in der halben Zeit. (Abg. Scheibner: Mit dem doppelten Zeitdruck!) Ich muß sagen: Das geht nicht! Sie überfordern uns, Sie überfordern aber letztendlich auch Ihre eigenen Kollegen, und Sie überfordern das Parlament und damit die Qualität der österreichischen Politik! (Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Blünegger. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Einige konkrete Punkte betreffend die Sicherheitspolitik in diesem Konsolidierungspaket und in den Begleitgesetzen (Zwischenruf des Abg. Scheibner ): Es ist Klarheit bei der Schaffung des Grenzdienstes geschaffen worden (Abg. Scheibner: Wo denn?) – eine ganz wesentliche und wichtige Maßnahme, Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Wo denn?
Einige konkrete Punkte betreffend die Sicherheitspolitik in diesem Konsolidierungspaket und in den Begleitgesetzen (Zwischenruf des Abg. Scheibner ): Es ist Klarheit bei der Schaffung des Grenzdienstes geschaffen worden (Abg. Scheibner: Wo denn?) – eine ganz wesentliche und wichtige Maßnahme, Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Waren Sie auch bei der Dohnal-Partei?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In der Zeit um den 8. März hat es heftige Debatten bezüglich Frauenpolitik gegeben. Wir haben uns der Demonstration nicht angeschlossen, weil nicht klar erkennbar war, wohin die Reise geht. (Abg. Scheibner: Waren Sie auch bei der Dohnal-Partei?) Zuerst hat es geheißen, es geht um die Alleinerzieher. Doch nur wenige Monate trennen uns von dem Zeitpunkt, als wir die Differenzierung von verheirateten und unverheirateten Frauen hinsichtlich des erhöhten Karenzgeldes abgeschafft haben, weil wir gewußt haben, daß das ein Instrumentarium des Mißbrauchs ist. Es wäre daher unklug, die gleiche Situation in einem anderen Bereich herzustellen, obwohl – das muß ich sagen, und dazu bekenne ich mich – ich Verständnis für diese Situation habe und glaube, daß wir in Zukunft gerade jenen Frauen sehr wohl helfen und sie unterstützen müssen.
Abg. Scheibner: Nein, ich habe gesagt: im Allgemeinen Krankenhaus, Herr Kollege!
Herr Kollege Scheibner! Sie haben hier gesagt, Sie kennen eine Spitalsabrechnung, die 10 000 S pro Tag ausmacht, bei der die gesetzliche Sozialversicherung aber nur 2 000 S bezahlt hätte. Lieber Herr Kollege Scheibner! Sie müssen schon, wenn Sie hier stehen, die Wahrheit sagen! – Es kann schon sein, daß das stimmt, aber dann waren Sie in einem Privatspital. Das ist Ihre private Entscheidung, das können Sie machen. (Abg. Scheibner: Nein, ich habe gesagt: im Allgemeinen Krankenhaus, Herr Kollege!) Wenn die gesetzliche Sozialversicherung auch Leistungen in Privatspitälern bezahlt, ist das bestimmt nicht schlecht. (Abg. Scheibner: Das ist kein Privatspital, das sollten Sie wissen, und nicht hier Unwahrheiten sagen!)
Abg. Scheibner: Das ist kein Privatspital, das sollten Sie wissen, und nicht hier Unwahrheiten sagen!
Herr Kollege Scheibner! Sie haben hier gesagt, Sie kennen eine Spitalsabrechnung, die 10 000 S pro Tag ausmacht, bei der die gesetzliche Sozialversicherung aber nur 2 000 S bezahlt hätte. Lieber Herr Kollege Scheibner! Sie müssen schon, wenn Sie hier stehen, die Wahrheit sagen! – Es kann schon sein, daß das stimmt, aber dann waren Sie in einem Privatspital. Das ist Ihre private Entscheidung, das können Sie machen. (Abg. Scheibner: Nein, ich habe gesagt: im Allgemeinen Krankenhaus, Herr Kollege!) Wenn die gesetzliche Sozialversicherung auch Leistungen in Privatspitälern bezahlt, ist das bestimmt nicht schlecht. (Abg. Scheibner: Das ist kein Privatspital, das sollten Sie wissen, und nicht hier Unwahrheiten sagen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Dieses Europaabkommen, das wir heute beschließen, ersetzt die Freihandelszonen der baltischen Staaten, und das Europäische Parlament – das möchte ich Ihnen sagen – hat grundsätzlich keine Einwände gegen dieses Abkommen, kritisiert aber – ich muß schon hinzufügen, daß das, wovon mein Vorredner so euphorisch gesprochen hat, nämlich daß diese Staaten auf dem Weg nach Europa, auf dem Weg zur Europäischen Union sind, nicht stimmt –, daß die Wirtschaften dieser Länder keineswegs in der Lage sind, innerhalb dieses Zeitraumes, der immer wieder ins Auge gefaßt wird, nämlich nach der Regierungskonferenz – Genaueres gibt es nicht –, die Kriterien zu erfüllen, allen voran die Konvergenzkriterien der Wirtschafts- und Währungsunion. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) – Nicht ich setze das an.
Sitzung Nr. 16
Abg. Scheibner: Was wird die ganze Woche passieren?
Wenn Sie mit uns ehrlich diskutieren wollen, dann sollten Sie einen Zeitpunkt wählen, der nicht in den neuen Tag hineinreicht. Das möchte ich Ihnen klipp und klar sagen. Daher ist auch der Vorwurf des Drüberfahrens von uns mit Entschiedenheit zurückzuweisen. (Abg. Scheibner: Was wird die ganze Woche passieren?) Sie wollen nicht diskutieren, Sie wollten es im Ausschuß nicht, Sie wollen es hier auch nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Im Ausschuß hätten wir Zeit gehabt! – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Am Freitag werden wir im Zusammenhang mit der Maut noch genug Gelegenheit haben, über die Wiener Kommunalpolitik zu reden!
Einerseits war ich von Kollegin Aumayr sehr irritiert. Aber bitte, vielleicht weiß Sie das auch noch nicht und konnte es daher nicht vertreten. Sie hat auf der einen Seite hier die engagierte FPÖ-Umweltpolitikerin dargestellt. Auf der anderen Seite hat aber gestern, also am Dienstag, die Wiener FPÖ bei der Sitzung der Wiener Landesregierung als einzige Partei gegen das Nationalparkgesetz gestimmt. Sie will damit verhindern (Abg. Ing. Langthaler: In Niederösterreich auch!) , gemeinsam mit den niederösterreichischen Freiheitlichen, daß dieser Nationalpark errichtet wird. Wenn die Freiheitlichen aber hier oder auch im Ausschuß auftreten – ich erinnere mich noch daran –, dann sagen sie, sie begrüßen die rasche Schaffung eines Nationalparks in Wien. (Abg. Scheibner: Am Freitag werden wir im Zusammenhang mit der Maut noch genug Gelegenheit haben, über die Wiener Kommunalpolitik zu reden!) Gut. Aber jetzt reden wir über den Nationalpark, und betreffend den Nationalpark habe ich bis jetzt immer gehört, daß die Freiheitlichen unisono dafür sind, daß sie froh darüber sind, daß er errichtet wird. In Niederösterreich haben sie vor längerer Zeit dagegen gestimmt, und gestern hat man auch in Wien gegen den Nationalpark gestimmt. Ich finde es sehr bedauerlich, daß man hier mit zweierlei Maß mißt.
Rufe und Gegenrufe zwischen den Fraktionen. – Abg. Scheibner – in Richtung ÖVP –: Ihr geht schon alle in Deckung!
Genauso verhält es sich mit den 600 Millionen Schilling dieser "Kindergartenmilliarde", die Sie so bejubeln und als Verhandlungsergebnis für sich verbuchen wollen, Herr Minister. Seit Jahren wird uns vom Finanzministerium "die Kindergartenmilliarde" versprochen, und auch das ist wieder von einem Jahr zum anderen hinausgeschoben worden. Diese 600 Millionen Schilling für das Familienressort sind meiner Ansicht nach aber keine Errungenschaft, denn selbst der Herr Finanzminister hat, nachdem diese 600 Millionen Schilling sozusagen losgeeist wurden, im ORF ein Interview gegeben, in dem er gesagt hat, diese 600 Millionen Schilling werde er für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen lockermachen – aber kein Wort über das Tagesmütterprojekt, kein Wort über die wirklich geforderten Maßnahmen! Die Frauen wollen nämlich Tagesmütter, überhaupt für kleinere Kinder. Sie wollen, daß diese Projekte wirklich gefördert werden, und nicht nur eine Alibiaktion gesetzt wird, damit man sie da und dort vorweisen kann. All das ist nicht geschehen und wird wahrscheinlich auch in Zukunft nicht geschehen. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Fraktionen. – Abg. Scheibner – in Richtung ÖVP –: Ihr geht schon alle in Deckung!)
Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Scheibner.
Wir bedauern den Vandalismus, wir müssen aber die Wurzel dieses Phänomens untersuchen und auch fragen, warum heute gerade Jugendliche ein, möchte ich fast sagen, oftmals gestörtes Verhältnis zum Eigentum der Allgemeinheit haben. – In diesem Bereich liegt die Aufklärungsquote leider nur bei 42,4 Prozent. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Haider und Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das Land eh nicht!
Meine Damen und Herren! Wenn ich jetzt einen Strich mache und den Durchschnitt berechne, bekomme ich eine Aufklärungsquote, die zwischen 45 und 46 Prozent liegt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch einmal die Aufklärungsquote für Eigentumsdelikte in Wien!) Was ich damit sagen will: Bei den schweren Delikten, bei dem, was der Bevölkerung berechtigterweise Angst macht, haben wir eine Aufklärungsquote – dank der Leistung der Sicherheitspolitik und jener Beamtinnen und Beamten, die in diesem Bereich tätig sind –, die über 90 Prozent liegt. Machen Sie unser Land nicht schlecht (Abg. Scheibner: Das Land eh nicht!), denn das ist etwas, was wir nach außen hin gut vertreten können! (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Platter. )
Abg. Scheibner: Strafanzeige, Herr Kollege!
Abgeordneter Paul Kiss (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich hätte der Kollegin Partik-Pablé zuerst gerne eine Frage gestellt. Da sie leider nicht hier ist, bitte ich die Kolleginnen und Kollegen von der freiheitlichen Fraktion, ihr diese Frage auszurichten. Sie kommt her und verteufelt all das, was im Zuge der Budgeterstellung 1996 und 1997 von seiten der beiden gar so "bösen" Regierungsparteien hier über die Bühne geht. (Abg. Scheibner: Strafanzeige, Herr Kollege!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Alle Abänderungsanträge der Opposition werden sowieso von vornherein abgelehnt! – Abg. Ing. Reichhold: Es hat ja keinen Sinn, Vorschläge zu machen!
Ja, selbstverständlich! Sie geißelt uns und sagt, wie fürchterlich das alles wäre. Ich habe aus ihrem Mund – und das wäre für mich sehr interessant gewesen – nicht eine einzige konstruktive Überlegung gehört, wie sie sich beispielsweise im Bereich des Kapitels Inneres strukturelle Änderungen vorstellen würde, was sie an Vorschlägen in petto hätte. Nicht eine einzige Möglichkeit, nicht eine einzige Variante hat sie vorgeschlagen! Das wäre die Frage, die ich ihr gerne gestellt hätte: Wie hält es sie, wie hält es die Freiheitliche Partei mit Überlegungen im Bereich der inneren Sicherheit? (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Alle Abänderungsanträge der Opposition werden sowieso von vornherein abgelehnt! – Abg. Ing. Reichhold: Es hat ja keinen Sinn, Vorschläge zu machen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Sie haben selbstverständlich gleich in einem eleganten Schlenzer auch vergessen, dazuzusagen, was wir sowieso auch im Unterausschuß des Justizausschusses zu diskutieren haben werden, Kollege Kier: Wenn es Ergebnisse gibt, dann wird es im nachhinein auch eine Kontrolle geben. Kontrolle ist wichtig. Lenin hat uns schon gesagt, daß Vertrauen gut ist, Kontrolle aber noch besser; so auch in diesem Fall. Dazu stehen wir, und das werden wir auch so durchsetzen. Seien Sie sich dessen sicher, Kollege Kier! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?)
Abg. Scheibner: Ja!
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. War das nicht Lenin? War er es nicht? (Abg. Scheibner: Ja!) Habe ich etwas anderes gesagt? (Abg. Scheibner: Also daß Sie Lenin zitieren!) Na bitte, warum auch nicht.
Abg. Scheibner: Also daß Sie Lenin zitieren!
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. War das nicht Lenin? War er es nicht? (Abg. Scheibner: Ja!) Habe ich etwas anderes gesagt? (Abg. Scheibner: Also daß Sie Lenin zitieren!) Na bitte, warum auch nicht.
Abg. Scheibner: Rechtssicherheit!
Ich bekenne mich dazu, daß unter diesen Bedingungen ein Gebührenanspruch erhoben werden kann und erhoben werden soll, weil es, Herr Abgeordneter Scheibner, nicht darum geht, die Sicherheit der Bürger zu schützen. Wenn zwei Autofahrer zusammengefahren sind, dann ist nicht mehr sehr viel Sicherheit zu schützen, das ist bereits passiert. (Abg. Scheibner: Rechtssicherheit!)
Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!
Anderenteils – Ihren Fingerzeig auf dieses Hohe Haus aufgreifend – halte ich es ebenso, wie Herr Abgeordneter Elmecker das schon in einem Zwischenruf angemerkt hat, für dringend angezeigt, gesetzliche Grundlagen für jene Bereiche zu schaffen, in welchen sie fehlen. Im übrigen ist aber die Frage der Verwaltung des Bundes nicht primär Sache des Parlamentes, sondern Sache der Bundesregierung, und dort gehört sie auch hin. (Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!) – Die Staatspolizei ist ein sensibler Bereich, und die Verantwortung in diesem Staate, Herr Abgeordneter Scheibner, ist so organisiert, daß sie die Bundesregierung trägt und letztlich dem Parlament dafür verantwortlich ist. (Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!) Dazu bekenne ich mich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!
Anderenteils – Ihren Fingerzeig auf dieses Hohe Haus aufgreifend – halte ich es ebenso, wie Herr Abgeordneter Elmecker das schon in einem Zwischenruf angemerkt hat, für dringend angezeigt, gesetzliche Grundlagen für jene Bereiche zu schaffen, in welchen sie fehlen. Im übrigen ist aber die Frage der Verwaltung des Bundes nicht primär Sache des Parlamentes, sondern Sache der Bundesregierung, und dort gehört sie auch hin. (Abg. Scheibner: Aber die Staatspolizei ist schon ein sensibler Bereich!) – Die Staatspolizei ist ein sensibler Bereich, und die Verantwortung in diesem Staate, Herr Abgeordneter Scheibner, ist so organisiert, daß sie die Bundesregierung trägt und letztlich dem Parlament dafür verantwortlich ist. (Abg. Scheibner: Der Nationalrat macht Gesetze!) Dazu bekenne ich mich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso sagen Sie das uns?
Zur Kriminalstatistik kommend: Sie rechtfertigt zweifellos die Aussage, daß Österreich ein sicheres Land ist. Erfreulicherweise ist Österreich für unsere Bürgerinnen und Bürger und auch für unsere Touristen ein sicheres Land. Diesbezüglich hat unser legendärer Landeshauptmann, unser Landesvater Wallnöfer einmal etwas ganz Besonderes gesagt. Bei einer seiner hervorragenden Reden, die er gehalten hat, hat er einmal gesagt: So schlecht kann das Land nicht sein, wenn ich ohne Gorilla mit dem Zug nach Landeck fahren und zu Fuß nach Kufstein gehen kann. – Ja, meine Damen und Herren Freiheitlichen, so schlecht kann dieses Land nicht sein – so schlecht, wie Sie unser Land machen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso sagen Sie das uns?) – In den vielen Debatten, die Sie immer führen, machen Sie unser Land und damit auch unsere Bürger in einer Tour schlecht. (Abg. Mag. Trattner: Die Regierung ist schlecht!) Aber ich habe nicht soviel Zeit, um mich damit auseinanderzusetzen, ich muß die Redezeit einhalten, und komme wieder zum eigentlichen Thema zurück.
Abg. Dr. Pumberger: Das ist ein Skandal! – Abg. Scheibner: Wo sind die Grünen?
Es ist nicht von ungefähr hier ein Ersuchen um Vertretung betreffend die Nachforschung einer Gruppe JLS in Linz mit der Adresse Starhembergstraße 25 ergangen. Bei dieser Gruppierung handelt es sich nämlich um die "Junge Linke Stimme Grün-alternative Jugend Linz". Zufälligerweise ist diese Adresse gerade auch die Adresse des Büros der Grünen. Und was haben die gemacht? – Sie haben eine Anleitung zum Bau von Bomben und Briefbomben angefordert, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Dr. Pumberger: Das ist ein Skandal! – Abg. Scheibner: Wo sind die Grünen?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Gegenüber der "F" muß ich noch ein Spitze loswerden, die aus einer Anfrage im Bundesrat resultiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Lieber nicht! Sie sollten einen Stil haben hier!) Dort hat ein Tiroler "F"-Abgeordneter gesagt: Wir Freiheitlichen waren immer für eine Generalmaut auf den österreichischen Autobahnen. Wir wollen nur nicht das Nebeneinander einer Vignette und einer Spezialmaut auf den teuren und kostenintensiven Alpenübergängen. – Aber er hat nicht gesagt, wie hoch eine derartige Generalmaut bei der entsprechenden Aufkommensneutralität wäre. Erste Schätzungen ergeben einen Betrag von zirka 2 000, 2 500 , 3 000 S. Wie sähe denn dann der Ausweichverkehr aus? Wie sähen dann die entsprechenden Folgen – etwa im Tourismus – aus? (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Also bitte, werfen Sie keine Nebelkerzen, weder im Bundesrat noch hier in Ihren nachfolgenden Äußerungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Vielleicht kann die OMV nach Slowenien liefern!
Der Kaufkraftabfluß, der Mehrwertsteuer- und Mineralölsteuerverlust, der durch die überzogene Preisgestaltung beziehungsweise nicht europagerechte, einem freien Binnenmark gerecht werdende Steuergestaltung für Benzin entsteht, wird Sie mehr kosten, Herr Wirtschaftsminister, als Sie mit Ihrer gesamten Maut hereinbringen. Was das für eine Politik ist, muß ich Herrn Professor Lukesch fragen, der hat sie ja gerade so wortreich verteidigt. (Abg. Dr. Frischenschlager: Eine schlechte!) Einverstanden. Nennen wir es eine schlechte Politik. Der Herr Wirtschaftsminister hat ja dann Gelegenheit, zu dieser schlechten Politik Stellung zu nehmen und dazu, ob es nicht besser wäre, Benzinpreise zu machen, die nicht so viel Verlust durch die Kaufkraftabwanderung erzeugen, wo die Existenzen von vielen Tankstellenbesitzern auf dem Spiel stehen, nur weil man Geld beschaffen will. (Abg. Scheibner: Vielleicht kann die OMV nach Slowenien liefern!)
Abg. Scheibner: Das ist unsere Sache!
Obwohl ich es ursprünglich vermeiden wollte, muß ich noch einmal die Schlaufe zurück ziehen zur Wortmeldung des Kollegen Stadler. Denn ich möchte mich einer Materie zuwenden, die hier zur Diskussion steht, nämlich der Novelle zum Bundesministeriengesetz. Ich habe, während Kollege Stadler gesprochen hat, in der hier vorliegenden Novelle zum Bundesministeriengesetz nachgeschaut. – In dieser steht nichts davon, daß irgendwelche nachgeordneten Dienststellen oder Behörden wie Heeres-Nachrichtenamt, Abwehramt oder Staatspolizei nach dieser Novelle umorganisiert werden sollen. Auch in diesem Fall hat Kollege Stadler wieder Medienberichte in eine Debatte zu einem Bundesgesetz getragen, die irgendwelche möglichen Szenarien in der Zukunft betreffen, aber nicht das, was uns hier beschäftigen sollte. Und gerade weil wir in den zurückliegenden Wochen darum gerungen haben, die schwierigen Materien zeitökonomisch zu behandeln, bin ich doppelt befremdet, daß ein Kollege einer Oppositionspartei, die noch dazu über eine solche Stärke verfügt, daß sie zu beliebigen Zeitpunkten jeden beliebigen Tagesordnungspunkt hier verhandeln lassen kann, die knappe Zeit, die uns zur Verfügung steht, um das Strukturanpassungsgesetz zu diskutieren, dafür verwendet, um im Zusammenhang mit ihr wichtigen Anliegen zu polemisieren. Das ist, finde ich, schade. (Abg. Scheibner: Das ist unsere Sache!) Ich finde, das ist einfach schade! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das ist wirklich unsere Sache!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das ist wirklich unsere Sache!
Obwohl ich es ursprünglich vermeiden wollte, muß ich noch einmal die Schlaufe zurück ziehen zur Wortmeldung des Kollegen Stadler. Denn ich möchte mich einer Materie zuwenden, die hier zur Diskussion steht, nämlich der Novelle zum Bundesministeriengesetz. Ich habe, während Kollege Stadler gesprochen hat, in der hier vorliegenden Novelle zum Bundesministeriengesetz nachgeschaut. – In dieser steht nichts davon, daß irgendwelche nachgeordneten Dienststellen oder Behörden wie Heeres-Nachrichtenamt, Abwehramt oder Staatspolizei nach dieser Novelle umorganisiert werden sollen. Auch in diesem Fall hat Kollege Stadler wieder Medienberichte in eine Debatte zu einem Bundesgesetz getragen, die irgendwelche möglichen Szenarien in der Zukunft betreffen, aber nicht das, was uns hier beschäftigen sollte. Und gerade weil wir in den zurückliegenden Wochen darum gerungen haben, die schwierigen Materien zeitökonomisch zu behandeln, bin ich doppelt befremdet, daß ein Kollege einer Oppositionspartei, die noch dazu über eine solche Stärke verfügt, daß sie zu beliebigen Zeitpunkten jeden beliebigen Tagesordnungspunkt hier verhandeln lassen kann, die knappe Zeit, die uns zur Verfügung steht, um das Strukturanpassungsgesetz zu diskutieren, dafür verwendet, um im Zusammenhang mit ihr wichtigen Anliegen zu polemisieren. Das ist, finde ich, schade. (Abg. Scheibner: Das ist unsere Sache!) Ich finde, das ist einfach schade! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das ist wirklich unsere Sache!)
Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. – Abg. Scheibner: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Redezeit!
Das ist die Sache. Ich habe schon vorher gesagt: Wir werden diesen Diskussionen nicht ausweichen. Es wird demokratiepolitisch notwendig sein, daß wir diesen Diskussionen nicht ausweichen. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer. – Abg. Scheibner: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Redezeit!)
Sitzung Nr. 17
Abg. Scheibner: Allerhand!
Herr Scholten verkündete freihals in der Zeitschrift "Die Bühne": "Ich fühle mich erst wohl, wenn das Klima sich so richtig radikalisiert." – Das ist der rechtsstaatliche, demokratische Minister? Wenn sich das Klima radikalisiert, fühlt sich der Sozialdemokrat Scholten wohl? (Abg. Scheibner: Allerhand!)
Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Warten Sie! – Kollege Scheibner! Ich würde mich ein bißchen zurückhalten, denn der, der der Ansicht ist, daß das Gerichtsurteil nicht heißt, daß die PKK zu verbieten sei, ist der Abgeordnete Ofner. Also ich würde an Ihrer Stelle ein bißchen mit den Zwischenrufen warten. Ich gebe Ihnen nur den Ratschlag. (Beifall bei der SPÖ. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das ist Polemik von der Regierungsbank!
Herr Abgeordneter Meischberger hat hier in beredten Worten beklagt, daß er zuwenig Information über diese ganze Materie der künftigen Gestaltung des Medienwesens habe. Ich kann nach seiner Wortmeldung hier nur sagen. Er hat nicht nur zuwenig Information, er kann überhaupt keine haben, denn dieses Feuerwerk an Unsinn, welches hier abgebrannt wurde, ist wirklich bemerkenswert. (Abg. Scheibner: Das ist Polemik von der Regierungsbank!) Vielleicht können wir darüber diskutieren, nachdem Sie das, was Sie hier vorgetragen haben, vielleicht einmal alphabetisch reihen, damit man einmal weiß, wovon Sie hier gesprochen haben; von RTL, Bank Austria und vielem anderen mehr. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben Sie den Text geschrieben?
Wenn es aber so ist, wie wir es heute hier erleben mußten, daß sich beispielsweise der Herr Abgeordnete Haider nicht mehr von seinem fiktiven Alter ego, dem Alfons Haider, der im "Kaisermühlen-Blues" spielt, unterscheiden kann und nicht mehr weiß, daß der fiktive Haider im "Kaisermühlen-Blues" die tatsächlichen Haider-Sprüche bringt, dann wird es problematisch. Und das ist das eigentlich Bedenkliche daran. Herr Abgeordneter Haider, Sie wissen es vielleicht nicht, aber Ihr Alter ego im Film, der Alfons Haider, hat nur Jörg-Haider-Sprüche zitiert. Vielleicht ist es Ihnen nicht aufgefallen, aber das ist sicherlich eine sehr bescheidene, aber doch auch eine Kunst. (Abg. Scheibner: Haben Sie den Text geschrieben?)
Abg. Scheibner: Ja, ja!
Herr Abgeordneter Haider! Studieren Sie den Alfons Haider! Studieren Sie ihn, studieren Sie Ihr fiktives Alter ego, dann wird Ihnen möglicherweise klar, wie Sie tatsächlich agieren. (Abg. Scheibner: Ja, ja!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall der Abg. Scheibner und Dr. Schmidt.
Um die "Kronen Zeitung" eindeutig zu widerlegen, sage ich mit aller Deutlichkeit: Dieser Einem ist ein schlechter Innenminister, seine Ideen über das Bundesheer sind sündhaft, abenteuerlich und pervers! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie Beifall der Abg. Scheibner und Dr. Schmidt. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Haider hat heute gemeint: Der Herr Bundeskanzler wird auf den verschiedenen Sportveranstaltungen fotografiert, und so weiß jeder in Österreich, daß der Bundeskanzler auch Sportminister ist. – Darauf kann ich sagen: Wenn bei einer Veranstaltung des Bundesheeres der Verteidigungsminister anwesend ist, dann wird selbstverständlich auch dort fotografiert. Nur der Herr Haider weiß das nicht! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Was gibt es fürs Horr-Stadion?
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Was gibt es fürs Horr-Stadion?) Man sieht bei dir: Du hast nicht nur von der Landesverteidigung wenig Ahnung, sondern von Sport überhaupt keine. Daher wäre es besser, du würdest ruhig sein! Dann würde es nicht auffallen, daß du überhaupt keine Ahnung hast! (Abg. Scheibner: Ich frage ja nur!)
Abg. Scheibner: Ich frage ja nur!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Was gibt es fürs Horr-Stadion?) Man sieht bei dir: Du hast nicht nur von der Landesverteidigung wenig Ahnung, sondern von Sport überhaupt keine. Daher wäre es besser, du würdest ruhig sein! Dann würde es nicht auffallen, daß du überhaupt keine Ahnung hast! (Abg. Scheibner: Ich frage ja nur!)
Abg. Grabner: Sag das Scheibner!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Volksanwaltschaft! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! – Lieber Kollege Grabner! Ich teile deine Meinung, daß ehrenamtliche Funktionäre wirklich wichtig im Sport sind! (Abg. Grabner: Sag das Scheibner!) Ich kann dir versichern, daß ich seit meinem 14. Lebensjahr in verschiedensten Sportarten als ehrenamtlicher Funktionär tätig bin, und ich bin stolz darauf, für die österreichische Jugend etwas getan zu haben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Nicht aufgeben! – Abg. Wabl: Keine Drohung!
Dem Kollegen Ofner ist nur recht zu geben, wenn er das Horrorszenario einer militärischen Landesverteidigung als "Nebenjob" von Polizei und Gendarmerie und auch die Vereinnahmung des Heeres-Nachrichtendienstes durch die Staatspolizei als unerträglich darstellt. Ich gebe Ihnen recht. Wenn dies jemals Realität würde, nämlich Landesverteidigung als "Nebenjob" von Polizei und Gendarmerie und die Vereinnahmung des Heeres-Nachrichtendienstes durch die Staatspolizei, dann wäre ich der erste, der seine politische Tätigkeit beenden und dieses Land nicht mehr so gerne hier vertreten würde, wie ich das nun tue. (Abg. Scheibner: Nicht aufgeben! – Abg. Wabl: Keine Drohung!) Das ist eine logische Konsequenz, die man aus einer solchen Situation ziehen müßte. Denn eines ist ganz sicher: Für die ÖVP sind diese beiden Punkte ganz bestimmt keine Verhandlungsgegenstände und keine Diskussion mehr! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das hätten wir ja wollen, Kollege!
Zu meinen, es wäre sozusagen eine Möglichkeit gegeben, im "Windschatten" der anderen sicherheitspolitischen Gegebenheiten zu bleiben, dann werde man auf uns und auf unseren Beitrag vergessen – das ist Illusion. Es ist auch schon ganz klar ausgesprochen worden: Österreich wird einen Anteil leisten müssen, entweder durch eigene militärische Anstrengungen, oder man wird einfach ganz klar mitzahlen müssen. Und da, meine ich, ist es schon gescheiter, daß Österreich seinen eigenen militärischen Beitrag leistet. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das hätten wir ja wollen, Kollege!)
Abg. Scheibner: Da werden Pedale eingebaut, damit man fahren kann!
Weiters haben Sie berichtet, Herr Bundesminister, daß dieser Kampfpanzer auf absehbare Zeit hinaus weiterhin als wesentliches Element der Kampfkraft des Bundesheeres verbleiben wird. Dann haben Sie festgestellt, daß dieser Kampfpanzer noch zwei bis drei Grundüberholungsvorgängen zugeführt werden dürfte. Wie Sie wissen, Herr Bundesminister, finden diese Überholungsvorgänge alle neun Jahre statt. (Abg. Scheibner: Da werden Pedale eingebaut, damit man fahren kann!) Das bedeutet also, daß dieser Panzer, wenn wir nur von diesen zwei Grundüberholungsvorgängen ausgehen, immerhin bis zum Jahre 2010 im Bestand des österreichischen Bundesheeres verbleibt. Aber jetzt erklären Sie im morgigen "Kurier", daß dem nicht mehr so ist.
Zwischenrufe der Abg. Zweytick und Scheibner .
Wenn Sie mit Fachleuten über das Bundesheer reden, hören Sie ziemlich ähnliche Kommentare. Ich rede relativ selten über das Bundesheer und die innere Gliederung, weil ich darüber wenig weiß und kein Experte bin. Aber eines pfeifen die Spatzen bereits von den Dächern: Das Bundesheer wurde von Ihnen gemeinsam demoliert. Erstens herrscht dort ein Geist, den man nur als Ungeist bezeichnen kann. Die jungen Menschen wollen dort nicht mehr hin. Dann haben Sie versucht, den Zivildienst als Strafdienst zu verschärfen, damit mehr junge Leute zum Militär gehen. Sie haben alles probiert. Die jungen Menschen leisten aber lieber einen Dienst, der Sinn macht, bei dem sie aufrecht gehen können und nicht getreten werden und das Gefühl haben, sie leisten etwas Sinnvolles für diesen Staat, für diese Demokratie, für dieses Land. (Zwischenrufe der Abg. Zweytick und Scheibner .)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Noch etwas: Da kommen die selbsternannten Verteidiger der Grundwehrdiener und sagen: Die sollen es gut haben, die sollen eine gute Ausbildung haben und sollen auch anständig entlohnt werden. Doch dann wird in diesem Haus mit dem Grundwehrgesetz stillschweigend beschlossen, daß 52,5 Millionen Schilling in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingespart werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Das ist dem Scheibner völlig egal, kein Wort in der Öffentlichkeit, daß die Grundwehrdiener in Zukunft im siebenten und im achten Monat 7 000 S verlieren und nur mehr 3 000 S haben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist ihm egal! – Es sind aber viele Leute dabei, die auf dieses Geld angewiesen sind! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!
Noch etwas: Da kommen die selbsternannten Verteidiger der Grundwehrdiener und sagen: Die sollen es gut haben, die sollen eine gute Ausbildung haben und sollen auch anständig entlohnt werden. Doch dann wird in diesem Haus mit dem Grundwehrgesetz stillschweigend beschlossen, daß 52,5 Millionen Schilling in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingespart werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Das ist dem Scheibner völlig egal, kein Wort in der Öffentlichkeit, daß die Grundwehrdiener in Zukunft im siebenten und im achten Monat 7 000 S verlieren und nur mehr 3 000 S haben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist ihm egal! – Es sind aber viele Leute dabei, die auf dieses Geld angewiesen sind! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Noch etwas: Da kommen die selbsternannten Verteidiger der Grundwehrdiener und sagen: Die sollen es gut haben, die sollen eine gute Ausbildung haben und sollen auch anständig entlohnt werden. Doch dann wird in diesem Haus mit dem Grundwehrgesetz stillschweigend beschlossen, daß 52,5 Millionen Schilling in der zweiten Jahreshälfte 1996 eingespart werden sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Das ist dem Scheibner völlig egal, kein Wort in der Öffentlichkeit, daß die Grundwehrdiener in Zukunft im siebenten und im achten Monat 7 000 S verlieren und nur mehr 3 000 S haben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist ihm egal! – Es sind aber viele Leute dabei, die auf dieses Geld angewiesen sind! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Sie haben gegen die Taggelderhöhung gestimmt, Herr Kollege!
Das stimmt nicht? – Woher nehmen Sie denn diese 52,5 Millionen Schilling? (Abg. Scheibner: Sie haben gegen die Taggelderhöhung gestimmt, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Wo bekommt ein Grundwehrdiener im siebenten oder achten Monat 7 000 S oder 8 000 S?
Herr Abgeordneter Maitz! Ich weiß nicht, wie Sie das den Grundwehrdienern erklären werden, die das siebente und achte Monat beim Bundesheer machen! Ich weiß nicht, wie Sie das machen werden, daß Sie denen mindestens 7 000 S wegnehmen! (Abg. Scheibner: Wo bekommt ein Grundwehrdiener im siebenten oder achten Monat 7 000 S oder 8 000 S?) Herr Abgeordneter Maitz! Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben darüber in der letzten Diskussion bei den Strukturanpassungsgesetzen geschwiegen, und Sie haben auch heute geschwiegen, weil Sie den Menschen nicht die Wahrheit sagen wollen. Das ist Ihr Problem! (Abg. Schwarzenberger: Sie vermischen den zeitverpflichteten Soldaten mit dem Grundwehrdiener!)
Abg. Scheibner: Wann ist das? 1998 oder wann?
Ich möchte abschließend Positives aus diesen Äußerungen herausnehmen. Ich vertraue auf den Wehrsprecher der Sozialdemokraten, und ich hoffe, daß die Sozialdemokraten koalitionär für die notwendige Ausrüstung und Mechanisierung des Bundesheeres eintreten werden. (Abg. Scheibner: Wann ist das? 1998 oder wann?)
Abg. Scheibner: Sind Sie im "Verfassungsbogen"?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar ve#ar, poštovane dame i gospodi! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Ich frage mich: Sind Dr. Ofner und Dr. Maitz beide im "Verfassungsbogen", oder sind Dr. Ofner und Dr. Maitz außerhalb des "Verfassungsbogens"? (Abg. Scheibner: Sind Sie im "Verfassungsbogen"?) Denn, meine sehr geehrten Damen und Herren, entweder es hat sich Dr. Ofner jetzt mit seiner staatstragenden Rede über das Bundesheer und über Sicherheitsfragen wieder in den "Verfassungsbogen" hineingeschummelt – oder Dr. Maitz läuft Gefahr, hinauszufliegen aus dem "Verfassungsbogen", denn er hat davon gesprochen, eine Ursache für die Krise der österreichischen Sicherheitspolitik sei die Überbetonung des Wertes der immerwährenden Neutralität. – Das ist ja wirklich ganz beachtlich und ganz erstaunlich. (Abg. Wabl: Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner: Wer hat denn zur Wehrdienstverweigerung aufgerufen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Sie von der sozialdemokratischen Fraktion werden überrascht sein, daß ich dem Dr. Ofner recht gebe bei seinem Brückenschlag in den "Verfassungsbogen". Er hat nämlich hier gesagt, daß die SPÖ damals nicht den Mut gehabt hat, etwas zuzugeben: Sie hatten nämlich damals, als es um den Panzerexport nach Chile ging, nicht den Mut, den Arbeitern zu sagen, daß mit Waffen kein Geschäft zu machen ist, daß mit Kriegsmaterialexport kein Geschäft zu machen ist. Hätten Sie damals nämlich diesen Mut gehabt, das den Arbeitern auch zu sagen, dann hätte man die Chance gehabt, auf zivile Produktion umzusteigen. Aber Ihre Mutlosigkeit von damals führt heute dazu, daß Herr Dr. Ofner zugeben mußte – so habe ich ihn verstanden –, daß logischerweise im Umkehrschluß Kriegsmaterialexport an kriegführende Länder logischerweise erlaubt sein soll und damit die Neutralität Österreichs und ein essentieller Bestandteil der österreichischen Bundesverfassung und dieses Gedankens obsolet ist. (Abg. Scheibner: Wer hat denn zur Wehrdienstverweigerung aufgerufen?)
Abg. Mag. Mühlbachler: Das waren einfach Soldaten! – Abg. Scheibner: Die Elterngeneration!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muß diesem anerkannten österreichischen Antifaschisten mehr als recht geben, denn er hat mit einem vor allem recht: Wenn er in seinem Brief bemerkt, daß heute – im Gegensatz zum Jahr 1992 – klar ist, daß sich das, was vor einigen Jahren noch gegolten hat, nämlich diese vermeintliche Möglichkeit der Trennung zwischen der "sauberen Wehrmacht" und der "verbrecherischen SS", als unhaltbar erwiesen hat, und zwar durch wissenschaftliches Aufarbeiten der Geschehnisse der damaligen Zeit. (Abg. Mag. Mühlbachler: Das waren einfach Soldaten! – Abg. Scheibner: Die Elterngeneration!)
Abg. Scheibner: Gemeinsam mit den Russen der Toten zu gedenken! Sie haben überhaupt keinen Anstand! Unerträglich ist es! Jedes Mittel ist Ihnen recht für Ihre miese Polemik!
Ich frage mich wirklich: Woran wollen denn die Österreicher die Wolgograder Bevölkerung mit diesem geplanten – noch geplanten, aber im wesentlichen schon realisierten – Denkmal denn tatsächlich und wirklich gemahnen? Was ist die Intention? (Abg. Scheibner: Gemeinsam mit den Russen der Toten zu gedenken! Sie haben überhaupt keinen Anstand! Unerträglich ist es! Jedes Mittel ist Ihnen recht für Ihre miese Polemik!)
Abg. Scheibner: Ihre jetzige Rede ist der Inbegriff der Unversöhnlichkeit!
Ich frage mich: Warum denken Sie nicht daran, daß man auch tatsächlich sinnvolle Projekte der Versöhnung initiieren kann? – Ich könnte mir gut vorstellen, daß man dort als eine Geste Österreichs ein Austauschprogramm zwischen den Nachkommen derer, die unter den österreichischen und deutschen Soldaten gelitten haben, initiiert. (Abg. Scheibner: Ihre jetzige Rede ist der Inbegriff der Unversöhnlichkeit!) Das wäre eine Geste! Ich kann mir auch vorstellen, daß man ein gemeinsames Forschungsprojekt initiiert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie schüren den Haß!) Und ich frage Sie: Warum tun Sie das nicht? Warum tun Sie das nicht, wenn Sie sich jetzt nicht, stellvertretend für das österreichische Bundesheer, in der Traditionspflege der Sechsten Deutschen Armee sehen wollen, sondern in der Traditionspflege jener, die gegen das nationalsozialistische Regime gekämpft haben?
Abg. Scheibner: Sag etwas zu Stoisits! Das war ja unglaublich!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Scheibner: Sag etwas zu Stoisits! Das war ja unglaublich!) Gleich, gleich, Herr Kollege! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Eingangs richte ich die Bitte an Kollegen Scheibner, seine Haltung bei der Zustimmung zum Heeresbudget vielleicht nochmals zu überdenken. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Unterstützen, Herr Kollege Scheibner, kann man nur etwas, wenn man auch die Möglichkeit, in diesem Fall vor allem die finanzielle Möglichkeit gibt, um alles auszuführen. Wenn Sie das Budget ablehnen, dann geben Sie keine Unterstützung und damit auch nicht die Möglichkeit. – Das zum einen.(Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Scheibner und Dr. Ofner. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Scheibner und Dr. Ofner.
Eingangs richte ich die Bitte an Kollegen Scheibner, seine Haltung bei der Zustimmung zum Heeresbudget vielleicht nochmals zu überdenken. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Unterstützen, Herr Kollege Scheibner, kann man nur etwas, wenn man auch die Möglichkeit, in diesem Fall vor allem die finanzielle Möglichkeit gibt, um alles auszuführen. Wenn Sie das Budget ablehnen, dann geben Sie keine Unterstützung und damit auch nicht die Möglichkeit. – Das zum einen.(Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abg. Scheibner und Dr. Ofner. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Abgeordneter Dipl.-Ing. Werner Kummerer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Auch ich kann nur bedauern, daß wir wieder einmal zu früher Morgenstunde das Kapitel Landesverteidigung diskutieren. Das österreichische Bundesheer hätte es sich verdient, Aufmerksamkeit zu einer christlicheren Zeit zu finden. (Beifall des Abg. Dr. Ofner .) Die selbsternannten Verteidiger des Bundesheeres sind nicht ganz unbeteiligt daran, daß es auch bei dieser Budgetdebatte wieder zwei Uhr früh geworden ist, und viele von uns gezwungen sind, ihre Ausführungen hier kurz zu fassen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .)
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Ein anderes Beispiel ist die Republik Irland: Die Iren – nicht die Irren, meine Damen und Herren! – haben seit Jahren keine Kettenfahrzeuge, keine Kampfpanzer, keinen "Hammer". Und auch die Iren sind überzeugt davon, daß sie ihre Heimat effizient verteidigen können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner .)
Abg. Scheibner: 0,83 Prozent!
Auf der anderen Seite muß man natürlich sagen: Wenn es ein übergeordnetes Sparziel gibt, dann ordnet sich dem auch der Bereich der Landesverteidigung unter. Und trotzdem habe ich die Überzeugung, daß die Sozialdemokraten glauben, daß diese 0,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auch noch zu viel für die Landesverteidigung sind (Abg. Scheibner: 0,83 Prozent!) , wenn man so manche Wortmeldungen hier gehört hat.
Abg. Scheibner: Was heißt "Militaristen"?
Es wirft ein bezeichnendes Licht auf Ihre Bereitschaft, darüber zu diskutieren, auch auf die Herren der F, wenn Sie mich beim Heruntergehen zum Rednerpultes als erstes fragen, wo ich gedient habe. Offensichtlich dürfen hier nur Militaristen zu diesem Thema diskutieren (Abg. Scheibner: Was heißt "Militaristen"?) und keine Zivilisten. Wenn Sie an mich diese Frage richten, verstehe ich das zumindest so. Es stört mich nicht, denn ich denke mir, daß ich auch als Zivilistin durchaus genug Kompetenz habe, darüber zu diskutieren. (Abg. Mag. Trattner: Schauen Sie dazu, daß Sie zum Thema kommen, es ist schon spät!)
Abg. Scheibner: Was hat das beim Landesverteidigungsbudget verloren?
Ich habe gesagt, daß das eine wichtige Debatte ist, und es hat mich Ihre Reaktion auf das, was meine Kollegin Stoisits gesagt hat, bewogen, mich noch zu Wort zu melden. – Das war eine derart heftige Reaktion, die gezeigt hat, daß es offensichtlich in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – nicht möglich ist, über die Vergangenheit und die Rolle des Militärs im Zweiten Weltkrieg (Abg. Scheibner: Was hat das beim Landesverteidigungsbudget verloren?) , über die Beteiligung des Militärs an den Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges zu diskutieren und das auch mitzubeleuchten, wenn es um eine solche Debatte geht. (Abg. Scheibner: Was heißt denn das?)
Abg. Scheibner: Was heißt denn das?
Ich habe gesagt, daß das eine wichtige Debatte ist, und es hat mich Ihre Reaktion auf das, was meine Kollegin Stoisits gesagt hat, bewogen, mich noch zu Wort zu melden. – Das war eine derart heftige Reaktion, die gezeigt hat, daß es offensichtlich in Österreich – im Gegensatz zu Deutschland – nicht möglich ist, über die Vergangenheit und die Rolle des Militärs im Zweiten Weltkrieg (Abg. Scheibner: Was hat das beim Landesverteidigungsbudget verloren?) , über die Beteiligung des Militärs an den Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges zu diskutieren und das auch mitzubeleuchten, wenn es um eine solche Debatte geht. (Abg. Scheibner: Was heißt denn das?)
Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Bundesheer zu tun? – Abg. Mag. Trattner: Zum Thema kommen!
Im Prinzip wiederholt Goldhagen das, was ein Kollege vor ihm, nämlich Browning, einige Jahre vorher bereits dargestellt hat, nämlich daß es nicht darum geht – und das ist übrigens etwas, was heute auch niemand mehr unter den Historikern Deutschlands wirklich behauptet (Abg. Mag. Trattner: Sprechen Sie zum Budget?) –, daß diese Vernichtungsmaschinerie, dieses wahnsinnige Morden, dieses Massenhinrichten darauf zurückzuführen ist, daß es einen Wahnsinnigen namens Hitler gegeben hat, aber daß es eine kleine Gruppe von SSlern gegeben hat, die ihn dabei unterstützt haben, und daß wir heute wissen, daß das ganze System nur aus zwei Gründen funktioniert hat: Aus dem einen Grund, daß auch eine Vielzahl – und da gehen sicher die Zahlen auseinander – von Militärangehörigen, von Militärdienst leistenden Menschen dazugehört haben, von ganz "normalen" Menschen, ganz "normalen" Nachbarn, ganz "normalen" Familienvätern, und vermutlich auch deswegen, weil es kulturelle und historische Zusammenhänge gibt. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Bundesheer zu tun? – Abg. Mag. Trattner: Zum Thema kommen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein gutes Beispiel: Italien hat das Militärbudget erhöht!
Unser Nachbarland Italien hat in verschiedenen Regionen – gleichgesetzt mit unseren Landtagen – Gesetze erlassen, mit denen selbstverständlich Friedensprojekte, Forschungsprojekte, Friedenserziehungsprojekte finanziert und unterstützt werden. Das wäre zumindest ein Anfang, um zu zeigen, wie glaubwürdig und wie ernsthaft Sie es meinen, wenn Sie auf den Lippen führen, daß die Prävention wichtiger ist als ein militärischer Schlag. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein gutes Beispiel: Italien hat das Militärbudget erhöht!)
Abg. Scheibner: Slowakische!
Auf unsere Wortmeldung, daß doch eine österreichische Firma angeboten hat, haben Sie uns dann erklärt, das sei eine österreichisch-slowenische Firma. (Abg. Scheibner: Slowakische!) Slowakische Firma, ja. Danke schön. (Abg. Haigermoser: Beides beginnt mit "Sl", aber dann ...!)
Abg. Scheibner: Haben Sie so wenig Selbstvertrauen?
Es darf doch wohl nicht heißen, wenn Sie sagen, Herr Bundesminister, Frauen rasch zum Heer, daß Frauen das Bundesheer retten sollen, das heißt, als Lückenbüßerinnen für sinkende Einrückungsquoten einfach herhalten sollen! (Abg. Scheibner: Haben Sie so wenig Selbstvertrauen?)
Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sie überschätzen die Fähigkeiten des Ministers! 2 000 Frauen auf einen Minister, das ist ein bißchen viel!
Wir von der SPÖ wollen wissen: Was hat Minister Fasslabend mit den Frauen tatsächlich vor? (Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sie überschätzen die Fähigkeiten des Ministers! 2 000 Frauen auf einen Minister, das ist ein bißchen viel!) Wozu will er sie beim Bundesheer einsetzen? (Anhaltende Heiterkeit bei der ÖVP und bei den Freiheitlichen.) – Sie können schon lachen, das ist ganz gut, da werden Sie wieder einmal munter. – Wozu will er Frauen beim Bundesheer einsetzen?
Abg. Scheibner: Was sagen die Kommunisten?
Ich möchte zuallerletzt noch etwas sagen, das mich ganz besonders verblüfft hat. Kollege Meischberger, der hier lang und breit über Südtirol gesprochen hat, hat offensichtlich etwas überhört, falsch verstanden oder falsch eingeschätzt. Wenn ich die Reaktion seines Parteivorsitzenden Dr. Haider richtig verstanden habe, dann hat er ja den Wahlausgang in Italien extrem bedauert. Er hat ja bedauert, daß die Postfaschisten nicht gewonnen haben. Aber Kollege Meischberger kriegt im Kopf offensichtlich nicht ganz zusammen, was das für Südtirol bedeuten würde. Jeder weiß, wie die Haltung der Postfaschisten in Italien im Zusammenhang mit Südtirol, was die Autonomie in Südtirol betrifft, ist. (Abg. Scheibner: Was sagen die Kommunisten?) Gottlob, kann ich nur sagen, hat Herr Dr. Haider den Wahlausgang bedauern müssen. – Kollegen Meischberger empfehle ich, daß er, bevor er hier großspurige Reden hält, einmal darüber nachdenkt, was des Führers Parole in diesen Fragen war. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 20
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Einlage des Abgeordneten Schweitzer hat an den alten Kalauer vom Elefanten mit seinem wurmförmigen Rüssel und die Einteilung der Würmer nach Brehms "Tierleben" erinnert, nämlich durch die gewaltsame Herstellung eines Zusammenhanges zwischen der Anonymität der Sparbücher und dem Maklergesetz. Ich bin ihm aber trotzdem sehr dankbar dafür, daß er das getan hat, weil es ein Beweis dafür ist, wie wenig ernsthaft von den "F" hier überhaupt argumentiert wird (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) und wie wenig wirtschaftliches Wissen überhaupt vorhanden ist, Herr Abgeordneter Scheibner!
Abg. Scheibner: Zuerst die Sparbücher und dann der Grundbesitz! Das ist Sozialismus!
Vielleicht kann Abgeordneter Schöll Herrn Schweitzer, wenn er wieder hier ist, ein bißchen Nachhilfeunterricht geben, denn dieser hat gemeint: Wegen der – auch von mir nicht goutierten – Diskussion über die Anonymität der Sparbücher würden die Sparer jetzt das Geld den Maklern in den Rachen werfen. Also: Weil die Anonymität des Sparbuches vielleicht gefährdet sein könnte – ich hoffe, nur vielleicht –, würde man das Geld in Grundstücken anlegen, wo der Name im Grundbuch steht, öffentlich ist – das ist ein absoluter Unsinn, machen Sie das dem Herrn Schweitzer einmal klar! (Abg. Scheibner: Zuerst die Sparbücher und dann der Grundbesitz! Das ist Sozialismus!)
Sitzung Nr. 23
Abg. Scheibner: Reden Sie von den 200 000 Illegalen!
Meine Damen und Herren! In einem Land, dessen Grenzen jährlich mehr als 200 Millionen Menschen passieren – allein in Wien 80 Millionen Gäste, Touristen –, ist natürlich mit einer steigenden Kriminalität zu rechnen. Das ist eine Tatsache. (Abg. Ing. Reichhold: Du redest wie der Blinde von der Farbe!) Ich möchte aber betonen, daß gerade bei den Gastarbeitern nur eine geringfügige Steigerung (Abg. Scheibner: Reden Sie von den 200 000 Illegalen!) – Kollege Scheibner, lesen Sie den Bericht genau! – bei der Kriminalität zu verzeichnen ist. Diese ist nicht exorbitant höher im Vergleich zu jener bei den Inländern. Machen Sie bitte nicht den Fehler und sagen Sie nicht, jeder Ausländer ist automatisch kriminell. Das weisen wir zurück! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Illegalen! – Abg. Ing. Reichhold: Von Ihnen werden die Touristen kriminalisiert!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Illegalen! – Abg. Ing. Reichhold: Von Ihnen werden die Touristen kriminalisiert!
Meine Damen und Herren! In einem Land, dessen Grenzen jährlich mehr als 200 Millionen Menschen passieren – allein in Wien 80 Millionen Gäste, Touristen –, ist natürlich mit einer steigenden Kriminalität zu rechnen. Das ist eine Tatsache. (Abg. Ing. Reichhold: Du redest wie der Blinde von der Farbe!) Ich möchte aber betonen, daß gerade bei den Gastarbeitern nur eine geringfügige Steigerung (Abg. Scheibner: Reden Sie von den 200 000 Illegalen!) – Kollege Scheibner, lesen Sie den Bericht genau! – bei der Kriminalität zu verzeichnen ist. Diese ist nicht exorbitant höher im Vergleich zu jener bei den Inländern. Machen Sie bitte nicht den Fehler und sagen Sie nicht, jeder Ausländer ist automatisch kriminell. Das weisen wir zurück! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Illegalen! – Abg. Ing. Reichhold: Von Ihnen werden die Touristen kriminalisiert!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Hast du das Vertrauen des Ministers wieder? Wie ist das mit dem Amtsmißbrauch?
Weil das schon in dieser undifferenzierten Art und Weise geschieht, von mir als Sicherheitssprecher der ÖVP hier ein klares und offenes Wort: Ich stehe nicht an, die Leistungen der Exekutive hier hervorzuheben. Die Aufklärungsquoten sind hervorragend. Das ist eine Leistung, die Tausende und Abertausende Exekutivbeamte Tag für Tag in diesem Land für die Bürger Österreichs vollbringen, und dafür ist ihnen Dank abzustatten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Hast du das Vertrauen des Ministers wieder? Wie ist das mit dem Amtsmißbrauch?)
Abg. Scheibner: Anzeigen wolltest du ihn!
Es ist für uns wichtig, in der gesamten Argumentation zu differenzieren. – Ich nehme mir halt noch heraus, da und dort im inhaltlichen Bereich eine sachliche Kritik anzufügen. (Abg. Scheibner: Anzeigen wolltest du ihn!) Ich nehme mir heraus, Vorschläge einzubringen, wie es besser ginge. (Abg. Mag. Schweitzer: ÖVP – in der Regierung nur mehr ohne Einem!) Ich nehme mir heraus – ich werde mich auch in Zukunft nicht davon abhalten lassen –, zu sagen, wie wir, die Österreichische Volkspartei, bei Umsetzung unseres ÖVP-Sicherheitspaketes diesem Land zu mehr Sicherheit verhelfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Reichhold: Das werden dir die burgenländischen Wähler sagen!)
Abg. Scheibner: Aber anzeigen wolltest du ihn!
Ich bin auch nicht einer, Kollege Schweitzer, Kollege Scheibner, Kollege Reichhold, der sagt: Alles, was dieser Innenminister macht, alles was er tut, ist grundsätzlich schlecht, verwerflich und übel. (Abg. Scheibner: Aber anzeigen wolltest du ihn!) Das war der Tenor, der aus dieser Rede hervorgegangen ist. Ich bin jener, der differenziert und sagt: Selbstverständlich, es gibt an unserem Innenminister manches auszusetzen. Wo gibt es das übrigens nicht? Das gibt es auch bei mir, auch bei dir, Kollege Schweitzer! Wer ist frei von jeglicher Kritik?
Abg. Scheibner: Jetzt wird es interessant!
Ich möchte auch ein Beispiel dafür einbringen, wie es in der Zusammenarbeit innerhalb einer Koalition, in der Zusammenarbeit zwischen dem Herrn Innenminister und der ÖVP als Koalitionspartner gehen kann. (Abg. Scheibner: Jetzt wird es interessant!) Letzten Freitag wurde das Fremdenrechtsänderungsgesetz zur Begutachtung vorgelegt. Dieser Begutachtung sind Monate konsequenter Verhandlungen vorangegangen. Es war ein Ringen um eine gemeinsame Linie, es war ein Verhandeln, es war ein Gespräch, wie es vorbildlicher nicht sein könnte. Und am Freitag wurde von beiden Koalitionspartnern – dem Innenminister und unserem Klubobmann Andreas Khol – das gemeinsame Ergebnis präsentiert. Ich stehe zu diesem Ergebnis. Ich durfte bei den Verhandlungen mit dabeisein, mitdenken, mitreden, und ich weiß, daß dieses Ergebnis ein gutes Ergebnis ist, und ich bin überzeugt davon, daß es auch gut für unser Land und gut für die Menschen ist, die wir in diesem Land – egal, ob es Inländer oder Ausländer sind – in eine gemeinsame Zukunft zu führen haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schauen Sie sich doch die Rednerliste an!
Es stimmt aber einiges, was das Auftreten betrifft, nämlich daß nicht die Vertreter der FPÖ, die im Innenausschuß zum Sicherheitsbericht argumentiert haben, hier das Wort ergreifen, sondern, daß der Bundesgeschäftsführer hier das Wort ergreift. Daran merkt man schon ... (Abg. Scheibner: Schauen Sie sich doch die Rednerliste an!) Es waren andere Leute auch im Ausschuß, Kollege Scheibner, Sie zum Beispiel. Daran merkt man jedenfalls, daß es bei diesen Auftritten rein um parteipolitische Polemik und nicht um die Sache an sich geht.
Abg. Scheibner: Weil das Ihre Freunde sind!
Wenn man versucht, einen uralten Kakao – Stichwort: Verschwörungsthesen zu Oberwart und so weiter – zum vierten, fünften, sechsten und siebten Mal wieder aufzukochen in diesem Haus, dann wird er nicht origineller, dann wird er vor allem auch nicht wahrer, dann steigert das den Wahrheitsgehalt dieses alten Kakaos nicht im mindesten. (Abg. Scheibner: Weil das Ihre Freunde sind!)
Abg. Scheibner: Da können wir uns aber beim Bundesheer bedanken!
Das Ergebnis dieser Arbeit ist unter anderem – wir haben das in einem Bezirk empirisch festgestellt –, daß in diesem Bezirk die Kriminalität um mehr als 30 Prozent gesunken ist (Abg. Scheibner: Da können wir uns aber beim Bundesheer bedanken!), und zwar aus mehreren Gründen: erstens, weil dort eine Präventivwirkung von den vermehrt auftretenden Gendarmen ausgeht, und zweitens, weil natürlich die neue und effizientere Grenzkontrolle auch dazu führt, daß weder Illegale hereinkommen können, noch auch irgendeine Form von grenzüberschreitender Kriminalität möglich ist. (Abg. Scheibner: Da sollten Sie aber auch das Bundesheer erwähnen, Herr Minister!)
Abg. Scheibner: Da sollten Sie aber auch das Bundesheer erwähnen, Herr Minister!
Das Ergebnis dieser Arbeit ist unter anderem – wir haben das in einem Bezirk empirisch festgestellt –, daß in diesem Bezirk die Kriminalität um mehr als 30 Prozent gesunken ist (Abg. Scheibner: Da können wir uns aber beim Bundesheer bedanken!), und zwar aus mehreren Gründen: erstens, weil dort eine Präventivwirkung von den vermehrt auftretenden Gendarmen ausgeht, und zweitens, weil natürlich die neue und effizientere Grenzkontrolle auch dazu führt, daß weder Illegale hereinkommen können, noch auch irgendeine Form von grenzüberschreitender Kriminalität möglich ist. (Abg. Scheibner: Da sollten Sie aber auch das Bundesheer erwähnen, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nicht liberalisieren!
Ich bringe ein Beispiel. Mein Sohn ist 14 Jahre alt, und er hat noch in keiner Schule irgendeine Aufklärung zum Thema Suchtgift bekommen. Wir müssen das wirklich offensiv angehen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nicht liberalisieren!) Es bedarf darüber hinaus zusätzlicher Maßnahmen, um den Suchtgiftkranken eine Therapie zukommen zu lassen und so zu versuchen, sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern, wobei ich schon sagen muß, daß das natürlich ungemein schwierig ist. Und der Prozentsatz, wo das gelungen ist, ist derzeit sehr gering.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Aber liberalisieren ist auch nicht das Richtige!
Sie meinten auch, die Anforderungen verändern sich. – Ja, da haben Sie recht, aber dann muß man auch mit den entsprechenden Mitteln darauf reagieren, und wir müssen uns endlich dazu bekennen, daß Drogenbekämpfung primär die Leute von der Droge wegbringen muß. Sie werden das nicht durch Einsperren erreichen, sondern es bedarf in diesem Zusammenhang auch einer Therapie. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Aber liberalisieren ist auch nicht das Richtige!) – Augenblick! Abgeordneter Platter hat gesagt, wir brauchen mehr Informationen. Er hat recht: Wir brauchen mehr Informationen in diesem Zusammenhang.
in Richtung des Abg. Scheibner
Jetzt möchte ich gleich auf die Ausführungen des Herrn Abgeordneten Schweitzer eingehen, der als Erstredner der freiheitlichen Fraktion zu diesem Problembereich gesprochen hat – und das, das hat uns Herr Abgeordneter Scheibner ja klar vor Augen geführt, obwohl er gar nicht Mitglied in diesem Ausschuß ist. Es ist schon aufgefallen bei den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Schweitzer: Er war zwar mit der Materie nicht vertraut, aber er war dafür laut. Und daß du, Herbert (in Richtung des Abg. Scheibner ) , obwohl du im Ausschuß warst, eben nicht als erster Redner der Freiheitlichen über diese Sache sachlich reden durftest, sondern daß das dem lieben Herrn Abgeordneten Schweitzer überlassen war, spricht ja Bände. Das weißt du selbst!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Scheibner! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) "Lieb" ist vielleicht nicht ganz angebracht, also: Kollege Scheibner! (Abg. Aumayr: Du kannst ruhig auch "lieb" sagen!) Okay, lieber Kollege Scheibner! Ich glaube, daß die Sicherheitspolitik nicht dazu geeignet ist, hier polemisch betrachtet zu werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich glaube, daß die Fakten entscheidend sein sollten, und die Fakten stehen im Sicherheitsbericht 1994. (Abg. Scheibner: Höchste Kriminalitätsrate!) Da kann man noch so viel deuten, herumblättern und verändern wollen, Tatsache ist, daß dieser Sicherheitsbericht dem Bundesminister, der Exekutive und der Justiz ein sehr gutes Zeugnis ausstellt. Darüber kann wohl niemand hinweggehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Höchste Kriminalitätsrate!
Abgeordneter Anton Leikam (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lieber Kollege Scheibner! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) "Lieb" ist vielleicht nicht ganz angebracht, also: Kollege Scheibner! (Abg. Aumayr: Du kannst ruhig auch "lieb" sagen!) Okay, lieber Kollege Scheibner! Ich glaube, daß die Sicherheitspolitik nicht dazu geeignet ist, hier polemisch betrachtet zu werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich glaube, daß die Fakten entscheidend sein sollten, und die Fakten stehen im Sicherheitsbericht 1994. (Abg. Scheibner: Höchste Kriminalitätsrate!) Da kann man noch so viel deuten, herumblättern und verändern wollen, Tatsache ist, daß dieser Sicherheitsbericht dem Bundesminister, der Exekutive und der Justiz ein sehr gutes Zeugnis ausstellt. Darüber kann wohl niemand hinweggehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Und der Minister?
Ich bin daher sehr zuversichtlich, daß der Schengener Standard von Österreich bis Mitte des Jahres 1997 erreicht werden kann. Ich schließe in diese Grenzdienste natürlich auch das österreichische Bundesheer mit ein. (Abg. Scheibner: Und der Minister?) – Das gilt auch für den Innenminister. Ich schließe also das Bundesheer auch mit ein, weil dieses mit der Assistenzleistung im Osten unseres Landes eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat, weil wir derzeit keinen ausreichenden Personalstand haben, um den Bedarf mit Grenzgendarmen abdecken zu können.
Abg. Scheibner: Da leben Sie aber noch in der Vergangenheit!
Meine Damen und Herren! Der Sicherheitsbericht zeigt auch die Problematik der Fremdenkriminalität auf. 1994 ist erstmals der Anstieg der Fremdenkriminalität anteilsmäßig zurückgegangen. Das bedeutet, daß wir in diesem Bereich auf dem richtigen Weg sind. Es muß in diesem Zusammenhang aber auch klargestellt werden, daß "Fremder" nicht gleich "Fremder" ist. Aus dem Sicherheitsbericht geht nämlich eindeutig hervor, daß Fremdenkriminalität nichts mit unseren Gastarbeitern zu tun hat. Die Kriminalitätsrate bei den Gastarbeitern befindet sich auf dem gleichen Niveau wie bei den Inländern. Mit aller Schärfe ist allerdings gegen international organisierte Banden und Schlepperorganisationen vorzugehen. Nicht das Schüren von Fremdenfeindlichkeit führt zu mehr Sicherheit in unserem Land, sondern das gezielte Vorgehen gegen Kriminelle. Die Briefbombenserien und die anderen rechtsextremen Anschläge haben gezeigt, wozu Fremdenfeindlichkeit führen kann. (Abg. Scheibner: Da leben Sie aber noch in der Vergangenheit!) Durch die ständige Verunsicherung der Menschen wird der Boden für Gewalt erst aufbereitet.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Bitte nicht wie in den letzten Jahren!
Bundesminister für Arbeit und Soziales Franz Hums: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Einleitend möchte ich – wie schon bei mehreren Sondersitzungen – noch einmal betonen, daß für die österreichische Bundesregierung und für die Koalition die Beschäftigungspolitik, die Sicherung von Arbeitsplätzen und das Bekämpfen von Arbeitslosigkeit wie in den letzten Jahren auch jetzt und in Zukunft Priorität haben wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Bitte nicht wie in den letzten Jahren!)
Abg. Scheibner: Haben Sie sich schon entschuldigt für die unflätigen Worte dem Herrn Abgeordneten Ofner gegenüber?
Das ist vielleicht der Unterschied zu den Zeiten vor 1992 beziehungsweise 1993, zu den Zeiten vor dem ersten Ausländervolksbegehren der Freiheitlichen Partei, und es stimmt mich, trotz aller Kritik und meiner persönlichen Vorbehalte, ein wenig positiv, wenn ich an die Worte des Herrn Dr. Stummvoll, aber auch der Frau Kollegin Reitsamer und des Herrn Bundesminister Hums denke. (Abg. Scheibner: Haben Sie sich schon entschuldigt für die unflätigen Worte dem Herrn Abgeordneten Ofner gegenüber?) Herrn Dr. Haider, der ja Großmeister in vielen Kategorien des politischen Tuns (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Der Wahrheit!) , vor allem der politischen Unkultur ist, ist vor allem in einem der einzige und wahre Meister, den es in Österreich gibt, nämlich in der Methode, Wasser zu predigen und Wein zu trinken – das ist nämlich die Methode, die ihm im Zusammenhang mit der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen einfällt –, Herrn Dr. Haider möchte ich hier fragen: Wie bewirtschaften Sie eigentlich Ihr Millioneneigentum im Bärental? (Abg. Trenk: Das geht Sie gar nichts an!) Mit ausländischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen oder ohne? Ich unterstelle Ihnen nicht, daß Sie dort Schwarzarbeiter und -arbeiterinnen beschäftigen. (Abg. Dr. Haider: Ich beschäftige nur österreichische Arbeitnehmer!) Das hat einigen Rumor in Österreich ausgelöst, als Ihnen das einmal unterstellt wurde. Es ist nämlich dann herausgekommen: Dem ist nicht so, das ist alles legal. Es ist auch Tatsache, daß es Ausländer und Ausländerinnen sind, die Sie in Ihrem Millioneneigentum beschäftigen. Was ist mit denen? Gilt für sie auch die Devise: Raus mit ihnen!? Gilt für die auch die Milchmädchenrechnung, daß sich das Problem lösen würde, wenn man auf der einen Seite die ausländischen Beschäftigten, die es in Österreich gibt, austauschen würde gegen jene 240 000 Österreicher, die auf der anderen Seite Arbeit suchen und als arbeitslos gemeldet sind, weil diese beiden Zahlen einander ungefähr entsprechen?
Abg. Scheibner: Sie hetzen ja schon wieder!
Dieses Wasser predigen und Wein trinken, das kennen die Österreicher und Österreicherinnen zur Genüge. Diese Masche, Herr Dr. Haider, diese Hetze (Abg. Scheibner: Sie hetzen ja schon wieder!) , diese Angstmacherei, diese Art von Angstpropaganda – das wird nicht aufgehen! Die Menschen sind viel vernünftiger, als Sie glauben. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Warum regen Sie sich dann so auf?) Da gibt es natürlich Ihre Zielgruppen, und bis jetzt hat sich das im wesentlichen auf außerhalb des Parlaments beschränkt, aber Sie haben offensichtlich dort nicht mehr so viel Erfolg, sodaß Sie jetzt auch diese Bühne hier nutzen müssen.
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich einmal beim Dr. Ofner!
Jetzt möchte ich nicht wiederholen, was schon einige gesagt haben, denn es ist natürlich jedem Menschen einsichtig, daß, wenn ein türkischer oder jugoslawischer Bauarbeiter in Österreich arbeitslos wird, das einer arbeitslosen Friseurin im Südburgenland oder in Kärnten nichts nützt. Um das zu erkennen, braucht man nicht einmal vernunftbegabt zu sein. Aber diese Methode, die mich inzwischen ja langweilt – das tut sie (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich einmal beim Dr. Ofner!) –, weil sie nämlich überhaupt keine Konsistenz mehr hat, Herr Dr. Haider, diese Methode hat sich heute als das gezeigt, was sie wirklich ist: Es ist eine Methode ohne Hand und Fuß, nur die eine Absicht verfolgend: Angst zu machen, zu hetzen und diese Propaganda auch in dieses Hohe Haus zu tragen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: So ein Blödsinn!)
Abg. Scheibner: Wo werden wir da belächelt, sagen Sie einmal?
Ist es für Sie nicht bedenklich, daß wir das einzige EWR-Land sind, in dem ausländische Arbeitnehmer durch systematische Verweigerung von Mitbestimmungsrechten etwa davon ausgeschlossen sind, Betriebsräte werden zu können? Ist Ihnen das nicht vielleicht sogar irgendwie ein bißchen peinlich, wenn Sie zu Ministerkonferenzen bei der EU fahren und dort als einziger sitzen und ein Land vertreten, in dem ein Türke, ein Jugoslawe, ein Pole, ein Tscheche nicht einmal Betriebsrat werden kann? Sie wissen, daß wir aufgrund dieser Tatsache in ganz Europa belächelt werden. (Abg. Scheibner: Wo werden wir da belächelt, sagen Sie einmal?) Das ist etwas, Herr Bundesminister und Herr Präsident des Gewerkschaftsbundes, das nichts kostet. Das kostet gar nichts, das schafft weder Arbeitsplätze, noch nimmt es jemandem einen Arbeitsplatz weg, das ist etwas, was dem Zusammenleben und auch den Intentionen, dem Geist der Gewerkschaftsbewegung entsprechen würde, etwas, was längst fällig ist.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Dann werden Sie nicht mehr gewählt, wenn die Leute das erkannt haben!
Ich bin immer wieder verwundert, wie phantasievoll die Freiheitlichen – denn das sind sie ja, zweifelsfrei – beim Erfinden von Zahlen sind. Phantasiebegabtheit kann man ihnen nicht absprechen, Vernunftbegabtheit aber sehr wohl, denn mit Hetze, Demagogie und Auseinanderdividieren von Menschen ist in Österreich ganz sicher kein Staat zu machen, Herr Dr. Haider! Die Österreicher und Österreicherinnen haben das erkannt. Und das werden noch viel mehr Menschen erkennen. Diese Bühne werden Ihnen die Österreicherinnen und Österreicher nicht geben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Dann werden Sie nicht mehr gewählt, wenn die Leute das erkannt haben!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Und wenn die Freiheitlichen daher das Saisonnier-Modell (der Redner hält eine Unterlage in die Höhe), dieses alte Saisonnier-Modell hier im Rahmen einer Debatte vertreten, bei der sie auf eine Beschränkung der Ausländerbeschäftigung hinarbeiten, dann ist das Demagogie pur! Denn in diesem Saisonnier-Modell hier, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, wollen Sie ja nichts anderes, als den unbeschränkten Zuzug von ausländischen Beschäftigten außerhalb jeder Quote erlauben, vorausgesetzt, daß sie Saisonniers sind. Dann können so viele hereinkommen, wie nur wollen! – Das ist Ihr Konzept gewesen. Schütteln Sie nicht den Kopf, lesen Sie lieber Ihre eigenen Anträge, wenn Sie dazu imstande sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Selbstverständlich ist das Ihr Konzept. Sie müssen Ihre eigenen Anträge und Forderungen zumindest ein bißchen ernster nehmen. Ich tue das mit Ihren Forderungen. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Aber Sie verstehen sie nicht! – Abg. Aumayr: Sie können sie lesen, aber Sie verstehen sie nicht!)
Abg. Scheibner: Glauben Sie das alles, was Sie da sagen?
Große Veränderungen brachte für die Landwirtschaft natürlich der 1. Jänner 1995: der EU-Beitritt Österreichs: Einerseits waren wir gezwungen, die weltweiten GATT-Regelungen, andererseits die Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union zu übernehmen. (Abg. Scheibner: Glauben Sie das alles, was Sie da sagen?) Mit diesem Übertritt sanken unsere Getreidepreise um etwa 50 Prozent, der Milchpreis um ein Drittel, der Rinderpreis um etwa 25 Prozent.
Sitzung Nr. 25
Abg. Scheibner: Das "Mosern" ist gefährlich!
Aber – zum Schluß kommend –: Diese riesengroße Änderung des österreichischen Handels- und Gesellschaftsrechtes – es ist dies die größte seit fünf Jahrzehnten, seit dem Zweiten Weltkrieg – wird unser Gesellschaftsrecht europäischen Standards anpassen. Das ist für diejenigen, die dieses österreichische Gesellschaftsrecht in ihrer wirtschaftlichen und beruflichen Situation anzuwenden haben, sehr wichtig, weil damit auch auf diesem Gebiet – "Waffengleichheit" ist vielleicht zu dramatisch – Gleichheit des Werkzeuges geschaffen wird. Daher meine ich, daß man bei dem gewaltigen Umfang dessen, was da zu machen war, nicht über die eingetretene Verspätung mosern muß. (Abg. Scheibner: Das "Mosern" ist gefährlich!) Nicht "mosern" im Sinne des in diesem Raum ohnehin im Moment nicht Anwesenden, das war kein Hinweis auf Kollegen Moser vom Liberalen Forum.
Abg. Scheibner: Ich habe gesagt, das ist gefährlich!
Aber wenn es Herrn Scheibner stört, daß ich "mosern" gesagt habe (Abg. Scheibner: Ich habe gesagt, das ist gefährlich!), dann verbessere ich mich und sage: Es ist nicht notwendig, zu nörgeln, daß wir die Zweijahresfrist, die wir durch den EWR-Vertrag einzuhalten gehabt hätten und die mit Jänner 1996 abgelaufen ist, nicht eingehalten haben. – Nun gut, wir haben jetzt Mai, aber ich glaube, es war es wert, diese paar Monate noch gebraucht zu haben, um auch einige von den Betroffenen und Rechtsunterworfenen eingebrachte Bedenken und Gedankengänge vernünftigerweise noch einzuarbeiten.
Abg. Hans Helmut Moser: Kollege Scheibner war der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, nicht Kollege Kraft!
Aber wann dann, wenn nicht in solchen Angelegenheiten, wo politische Implikationen gegeben sind, soll ein Untersuchungsausschuß eingesetzt werden? Wann dann, wenn nicht in diesem Fall, wo der Vorsitzende des Landesverteidigungsausschusses in solcher Weise unter Verdacht gerät? (Abg. Hans Helmut Moser: Kollege Scheibner war der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, nicht Kollege Kraft!) Kraft war Wehrsprecher der ÖVP. (Abg. Kiss: Ein kleiner Unterschied! Ein kleiner Fehler!) Ja, natürlich ein ganz kleiner Unterschied.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Warum haben Sie unsere Anträge abgelehnt?
Wir jedenfalls sind bereit, Verbesserungen im Rahmen der Sicherheit Österreichs durchzuführen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Warum haben Sie unsere Anträge abgelehnt?)
Abg. Koppler: Schöll und Scheibner! Das ist dasselbe!
Der eine sagt: Es ist eh alles in Ordnung!, und der andere sagt: Naja, wenn ich das schulisch werten würde, dann müßte ich das mit einem Nichtgenügend werten. Und das ist die ganze Divergenz der Situation hier. (Abg. Koppler: Schöll und Scheibner! Das ist dasselbe!)
Abg. Scheibner: 5 Minuten hätten auch gereicht!
Wir gehen in die Debatte ein, wobei ich darauf aufmerksam mache, daß nach § 92 Abs. 5 der Geschäftsordnung kein Redner länger als 15 Minuten sprechen darf. (Abg. Scheibner: 5 Minuten hätten auch gereicht!)
Abg. Scheibner: Erwähnen Sie doch einmal die Wiener Südosttangente! Dort fahren zehnmal soviele LKW!
Abgeordneter Günther Platter (ÖVP): Sehr verehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Als Tiroler Abgeordneter ist man bei allen Themen, die den Verkehr betreffen, insbesondere den Transitverkehr, sehr wachsam (Abg. Scheibner: Erwähnen Sie doch einmal die Wiener Südosttangente! Dort fahren zehnmal soviele LKW!) – bitte warten Sie einmal zu, hören Sie einmal zu, das wird gescheiter sein! –, weil gerade das Land Tirol und die Bürger unseres Landes sehr unter dem enormen Verkehrsaufkommen leiden.
Abg. Scheibner: Sie können sich vorstellen, was wir da für eine Antwort bekommen hätten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie hätten nämlich an den Bundesminister eine Anfrage bezüglich Einhaltung des Transitvertrages richten müssen. (Abg. Scheibner: Sie können sich vorstellen, was wir da für eine Antwort bekommen hätten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 27
Beifall des Abg. Scheibner. – Abg. Eder: Das ist aber wenig Beifall!
In Anbetracht dieses Faktums, meine Damen und Herren, ist eines völlig klar: Die Wohnungsgenossenschaften werden immer reicher, und die Genossenschaftsmieter – das Wort "Genossenschaftsmieter" alleine muß man sich schon auf der Zunge zergehen lassen! – werden immer ärmer. (Beifall des Abg. Scheibner. – Abg. Eder: Das ist aber wenig Beifall!)
Abg. Scheibner: In diesem Körberl ist kein Gebäck von "Anker-Brot"!
Wenn sich derselbe Herr Faymann unter dem besonderen Gesichtspunkt des Wiener Wahlkampfes jetzt anschickt, einen Teil dieses "Körberlgeldes" zu verteilen – teilweise als Wahlgeschenk –, dann ist das für mich Ausdruck eines völlig fehlgeleiteten Besitzstanddenkens. (Abg. Scheibner: In diesem Körberl ist kein Gebäck von "Anker-Brot"!) Im Körberl ist vieles, Herr Kollege!
Sitzung Nr. 30
Abg. Dr. Graf: Aber Sie sagen es! – Abg. Scheibner: Eine unglaubliche Frechheit! – Abg. Mag. Stadler: Sagt der Häupl; Häupl wie Löschnak!
Dieses Jahrhundert ist Zeuge dafür, daß Nationalismus Krieg erzeugt, daß Nationalismus Länder zerstört und daß Nationalismus Völker zerstört. – Das zu verursachen, mute ich Ihnen nicht zu, dazu sind Sie nicht bedeutend genug. Aber jetzt weiß ich, warum Sie in jedem zweiten Satz sagen, daß Sie eine anständige Politik betreiben und wir eine unanständige (Abg. Dr. Graf: Aber Sie sagen es! – Abg. Scheibner: Eine unglaubliche Frechheit! – Abg. Mag. Stadler: Sagt der Häupl; Häupl wie Löschnak!): Wer nämlich ununterbrochen, in jedem zweiten Satz sagen muß, daß er anständig ist, setzt sich dem Verdacht aus, es gar nicht zu sein. – Und das ist das Verdienst dieser Ihrer dringlichen Anfrage. (Anhaltender Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was Sie alles haben!
Ich möchte Ihnen nur folgendes sagen: Es hat schon lange vor Ihnen eine klare Position zur Ausländerfrage gegeben – lange vor Ihnen! Das war im Programm der NSDAP. Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muß unter Fremdengesetzgebung stehen, hieß es da unter Punkt 5 des Programms der NSDAP. (Abg. Scheibner: Was Sie alles haben!)
Abg. Scheibner: Wenn es Ihnen um die Bewältigung dieser Probleme geht, dann stimmen Sie diesem Antrag zu! – Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt redet er noch immer, obwohl er nicht mehr am Wort ist!
†Präsident Dr. Heinrich Neisser¦: Herr Abgeordneter! Die Redezeit ist schon längst abgelaufen! Ich möchte Sie hier wieder einmal ersuchen, Entschließungsanträge so zeitgerecht vorzulesen, daß sie innerhalb der vorgesehenen Redezeit untergebracht werden können. Die 15 Minuten Ihrer Redezeit sind abgelaufen – Sie sind nicht mehr am Wort! (Abg. Scheibner: Wenn es Ihnen um die Bewältigung dieser Probleme geht, dann stimmen Sie diesem Antrag zu! – Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Stummvoll: Jetzt redet er noch immer, obwohl er nicht mehr am Wort ist!)
Abg. Scheibner: Die können es sich nicht leisten, sie woanders hinzugeben!
Dieses Thema ist sehr heikel. Natürlich macht es auch mir Sorgen, wenn ich heute viele Bürger treffe, die Angst vor Überfremdung haben. Und ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich: Auch ich möchte meine Kinder nicht in Schulen geben, in denen 80 oder 90 Prozent Ausländer sind. (Abg. Scheibner: Die können es sich nicht leisten, sie woanders hinzugeben!) Das ist ernst zu nehmen, Herr Kollege! (Abg. Scheibner: Hunderttausende müssen hingehen!) Aber das ist kein Anlaß, politisches Kleingeld damit zu machen. Darüber müssen wir sachlich und ernsthaft diskutieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Hunderttausende müssen hingehen!
Dieses Thema ist sehr heikel. Natürlich macht es auch mir Sorgen, wenn ich heute viele Bürger treffe, die Angst vor Überfremdung haben. Und ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich: Auch ich möchte meine Kinder nicht in Schulen geben, in denen 80 oder 90 Prozent Ausländer sind. (Abg. Scheibner: Die können es sich nicht leisten, sie woanders hinzugeben!) Das ist ernst zu nehmen, Herr Kollege! (Abg. Scheibner: Hunderttausende müssen hingehen!) Aber das ist kein Anlaß, politisches Kleingeld damit zu machen. Darüber müssen wir sachlich und ernsthaft diskutieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Fragen Sie Bürgermeister Häupl!
Das heutige Thema lautet: „anständige Ausländerpolitik“. – Wie definieren Sie Anständigkeit? (Abg. Scheibner: Fragen Sie Bürgermeister Häupl!) Ich wollte nicht meine Definition, sondern habe mir heute den Brockhaus herausgenommen und nachgeschaut ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es ist traurig, daß Sie im Brockhaus nachschauen müssen, was „anständig“ heißt! Ich brauche bei „anständig“ nicht nachzuschauen! Wissen Sie wirklich nicht selbst, was „anständig“ ist? Wissen Sie das nicht? Das ist traurig! – Weitere Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Haben Sie noch ein paar Lexika? Vielleicht ein paar Tips von Donald Duck? – Weitere lebhafte Zwischenrufe und ironische Heiterkeit. – Ironischer Beifall bei den Freiheitlichen.
Es geht aber noch weiter. Es gibt unterschiedliche Interpretationen, meine Damen und Herren, zum Beispiel in Meyers Universallexikon. (Abg. Scheibner: Haben Sie noch ein paar Lexika? Vielleicht ein paar Tips von Donald Duck? – Weitere lebhafte Zwischenrufe und ironische Heiterkeit. – Ironischer Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: ... aber immer darf! – Abg. Dr. Graf: Das entscheidet der, der das Recht hat!
†Abgeordnete Ridi Steibl¦ (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Wenn meine Kollegin, die menschenrechtsbewegte Minderheitensprecherin der Grünen, meint, daß das Verlangen auf Einberufung einer Sondersitzung ein Recht ist, so glaube ich zwar schon, daß das ein Recht ist, aber auch, daß man ein Recht nicht unbedingt immer in Anspruch nehmen muß. (Abg. Scheibner: ... aber immer darf! – Abg. Dr. Graf: Das entscheidet der, der das Recht hat!) Ich glaube, daß es da einen Mißbrauch gibt, und zwar aus dem einen Grund, daß die Kosten für eine Sondersitzung alles in allem 3,5 Millionen Schilling betragen. Nun meine Frage, meine Herren und Damen der „F“: Könnte dieser Betrag nicht anders eingesetzt werden? (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Dr. Kostelka rechtfertigt seine Bezüge mit den Sitzungen im Parlament!)
Sitzung Nr. 31
Abg. Scheibner: Wir haben uns einmal, von Ihrer Fraktion angeregt, 14 Stunden über Jute unterhalten!
Ich kann natürlich verstehen, wenn Sie jetzt den Saal verlassen! Glauben Sie mir, mir fällt es jetzt auch schwer, hierzubleiben! (Abg. Scheibner: Wir haben uns einmal, von Ihrer Fraktion angeregt, 14 Stunden über Jute unterhalten!) Das mag schon sein!
Abg. Scheibner: Gehen Sie zu Kostelka! – Abg. Mag. Stadler: Wo war denn Kostelka?
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Ich glaube, wir waren bei zwei verschiedenen Sitzungen, obwohl es sich um denselben Verfassungsausschuß handelte. Herr Abgeordneter Frischenschlager hat mitnichten die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses verlangt. Ich wüßte auch nicht, wozu und worüber. (Abg. Mag. Haupt: Unterausschuß! – Abg. Böhacker: Er hat das richtiggestellt!) Nein! Mein Vorredner sprach vom Verlangen des Abgeordneten Frischenschlager auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. Selbiger wurde weder vom Abgeordneten Frischenschlager noch von sonst jemandem verlangt. Es wurde hier von einem Untersuchungsausschuß gesprochen! Es stand aber auch kein derartiges Verlangen auf der Tagesordnung! (Abg. Scheibner: Gehen Sie zu Kostelka! – Abg. Mag. Stadler: Wo war denn Kostelka?) Das steht nicht zur Debatte! Es gibt einen Vorsitzenden, es gibt einen Stellvertreter, es gibt x Sitzungen, bei denen die Stellvertreter die Sitzungen führen! (Abg. Mag. Stadler: Kostelka hat sich nicht entschuldigt!)
Abg. Scheibner: Warum hat die Sitzung eine halbe Stunde später begonnen?
Interessant waren natürlich in dieser Sitzung des Verfassungsausschusses die Abläufe insgesamt. Das hat schon damit begonnen, daß die Sitzung an einem Tag, an dem alle ohnedies schon überlastet waren, stattgefunden hat. Die Sitzung hat um fast eine halbe Stunde verspätet begonnen hat, und dann hat Kollege Donabauer bei den Abstimmungsvorgängen tatsächlich nicht ... (Abg. Scheibner: Warum hat die Sitzung eine halbe Stunde später begonnen?) Man war auf Vorsitzendensuche. Es hat sich dann aber der Stellvertreter gefunden. (Abg. Mag. Stadler: "Vorsitzendensuche" klingt komisch!) Das kann ja vorkommen!
Sitzung Nr. 32
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Jawohl! Er hat sich noch nicht entschuldigt!
Mein lieber Herr Kollege Guggenberger! Wenn Sie mir als Obmann das Rederecht im Ausschuß verbieten wollen, dann sind Sie ein Undemokrat ersten Ranges, und ich glaube, Sie sollten besser einmal selbst überdenken, was Sie da im Schilde führen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Eine Entgleisung jagt die andere, und dazu lachen Sie noch. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Jawohl! Er hat sich noch nicht entschuldigt!) Unter Beipflichtung der ÖVP! Die waren alle einer Meinung, auch der Leiner hat ihm beigestimmt. (Abg. Mag. Guggenberger: Zu Recht!) Der wäre natürlich sehr froh, wenn der Multifunktionär
Abg. Scheibner: Na klar!
Sie haben weiters behauptet, Frau Petrovic hätte die Familie Pilhar an Hamer verwiesen. (Abg. Scheibner: Na klar!) Auch diese Aussage ist unrichtig. Es ist nachweisbar und nachweislich bekannt, daß Herr Pilhar mit seiner Tochter, bevor er Frau Petrovic kontaktiert hat, bereits in Hamers Behandlung war. – Ich bitte um Kenntnisnahme. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 34
Abg. Scheibner: Ihr habt es ja verlangt!
Ich möchte nun auch zum Sozialfonds etwas sagen, weil hier die Freiheitlichen herausgehen und großartig verkünden, wie toll sie sozial Schwachen, Gruppen, die in Not geraten sind, helfen. Ich muß Ihnen ehrlich sagen: Ich halte es eigentlich für beschämend, daß es notwendig ist, hier herauszugehen und eine Liste über Dinge, die Sie an Gutem geleistet haben, vorzulegen. (Abg. Scheibner: Ihr habt es ja verlangt!) Herr Kollege Scheibner, ich sage Ihnen dazu folgendes: Es gibt unzählige Abgeordnete hier im Haus, die Monat für Monat Überweisungen an in Not geratene Mitbürger tätigen, die Überweisungen an unterstützungswürdige Organisationen tätigen – ohne daß sie mit einem Taferl herumrennen und aller Welt zeigen, was sie denn alles an Gutem tun. – Das haben nur Sie notwendig! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Bravo! Sehr gut!
"Darüber hinaus war die freiheitliche Vorstellung zur Geschäftsordnungsreform auf eine Belebung und Weiterentwicklung des freien demokratischen Parlamentarismus österreichischer Prägung gerichtet." – Soweit, so gut. (Abg. Scheibner: Bravo! Sehr gut!) Dann kommt der einzige Vorschlag, den Sie gemacht haben: "So wurde von der freiheitlichen Fraktion unter anderem die Schaffung der Zwischenrede nach dem Muster des Deutschen Bundestages vorgeschlagen und eingefordert." (Abg. Haigermoser: Unter anderem, na klar!)
Abg. Scheibner: All das sind Mehrheitenrechte!
Meine Damen und Herren! Bedeutet diese zusätzliche Öffentlichkeit, die eine Unterstützung für die Opposition ist, ein Weniger an Parlamentarismus? – Ich verstehe Sie wirklich nicht! Entweder verstehen Sie die Möglichkeiten, die in diesem Zusammenhang für eine Opposition gegeben sind, nicht, oder Sie sind ganz einfach wieder einmal auf der Schiene: Etwas zu behaupten ist eine Sache, die Tatsache selbst ist eine andere. (Abg. Scheibner: All das sind Mehrheitenrechte!)
Abg. Scheibner: Das darf doch nicht wahr sein, daß Sie das selbst glauben!
Man könnte noch viele Argumente bringen. Zuletzt möchte ich sagen: In Zukunft werden die zwei sensibelsten Kontrollinstrumente des Parlaments, nämlich die Ständigen Unterausschüsse betreffend Stapo und Heeres-Nachrichtenamt, nicht nur halbjährlich, sondern vierteljährlich zu beraten und zusammenzutreten haben. Meine Damen und Herren! Es handelt sich um eine Erhöhung der Schlagzahl dieser hochsensiblen, wichtigen Ausschüsse. (Abg. Scheibner: Das darf doch nicht wahr sein, daß Sie das selbst glauben!) Ist das etwa ein Minus an Parlamentarismus?
Abg. Dr. Ofner: Sei froh, daß es kein Duell mehr gibt! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (Liberales Forum): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich wollte an sich auf die Ausführungen des Abgeordneten Stadler, die an Niveaulosigkeit nicht mehr zu überbieten waren, eigentlich nicht eingehen. Und ich möchte auch gar nicht auf das persönliche Niveau des Herrn Kollegen Ofner eingehen, der wider besseres Wissen hier etwas aus persönlichen Gesprächen erzählt hat. (Abg. Dr. Ofner: Sei froh, daß es kein Duell mehr gibt! – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Abgeordneter Dr. Friedhelm Frischenschlager (fortsetzend): Herr Präsident! Ich mache noch einmal darauf aufmerksam, daß Zwischenrufe ein Recht der Abgeordneten sind, aber nicht Dauerzwischenreden. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Außerdem haben Abgeordnete nicht auf einem Platz zu sitzen, wo sie nicht hingehören, wie jetzt etwa Kollege Graf. Er soll sich hinsetzen, wo er hingehört! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Graf. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Brauneder gibt abermals das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Wann war das?
Ein dritter Punkt. Es ist zwar jetzt fast schon Parlamentspraxis praeter legem, seit wir Mitglied der Europäischen Union sind, aber ich halte es nach wie vor als ein Verdienst der Zeit, als die große Koalition keine Zweidrittelmehrheit hatte, daß wir damals durchsetzen konnten, daß in EU-Angelegenheiten das Parlament den Regierungsmitgliedern inhaltliche Aufträge erteilen kann und daß das über den Hauptausschuß zu formulieren ist. (Abg. Scheibner: Wann war das?) Das ist mehrfach passiert, du warst offensichtlich nicht drinnen. – Und vor allem ist es die
Abg. Scheibner: Mit Mehrheitsbeschluß!
Der zweite ist, daß wir diese Debatte öffentlich durchführen können. Es ist wesentlich, daß diese Entscheidungen auch in einer Medienöffentlichkeit ans Tageslicht gebracht werden können. Das scheint mir auch ganz wesentlich zu sein. Wie ich überhaupt meine, daß diese Geschäftsordnungsreform einen Ausbau der Öffentlichkeitsmöglichkeiten mit sich bringt. Denn es ist jetzt möglich, daß in Ausschüssen Expertenhearings der Medienöffentlichkeit zugänglich gemacht werden, es ist jetzt möglich bei den Enquete-Kommissionen et cetera, es wird beim Rechnungshofausschuß die Anhörung ermöglicht. (Abg. Scheibner: Mit Mehrheitsbeschluß!) Ja, mag sein, daß vielleicht das eine oder andere noch nicht so in unserem Sinn ist. Aber, Kollege Scheibner, Hand aufs Herz: Es sind Schritte, und zwar relativ große Schritte, in die richtige Richtung. Und das ist der springende Punkt, daß ich meine, daß wir mit dieser Geschäftsordnungsreform, durch die Öffnung der Ausschüsse zum Teil für die Öffentlichkeit zu einer wesentlichen Belebung der Ausschüsse kommen und damit dem Charakter des Arbeitsparlamentes eine wesentliche politische Schärfe auch geben. Denn das ist das Wesentliche. Ich glaube tatsächlich, daß dann, wo Öffentlichkeit dabei ist, sich eine Regierungspartei es sich nicht mehr leisten kann, über geäußerte Meinungen, zum Beispiel von Experten, einfach sang- und klanglos drüberzugehen. Sie müssen zumindest argumentieren. Und das ist das Wesentliche, dieser Argumentationszwang, der durch diese Öffnung der Ausschüsse zum Beispiel bei den Berichten et cetera hergestellt wird. Und das ist wiederum ein wesentlicher Fortschritt des Parlamentarismus. (Beifall beim Liberalen Forum und des Abg. Wabl .)
Abg. Scheibner: Aber das war ja auch euer Anliegen! Ihr wart für die Abschaffung dieser Möglichkeiten!
Ich frage nämlich: Wenn schon der Ausbau der Rechte so wichtig wäre, hat es dann irgendeine Idee von der freiheitlichen Seite gegeben, die Rücksicht darauf genommen hätte, daß es noch andere Oppositionsfraktionen gibt? Das war wie selbstverständlich: Wir haben diese Rechte, es ist ja auch die Freiheitliche Partei stärker geworden, und da sind Ihnen die kleinen Fraktionen egal. (Abg. Scheibner: Aber das war ja auch euer Anliegen! Ihr wart für die Abschaffung dieser Möglichkeiten!)
Abg. Scheibner: In jedem Ausschuß haben wir Anträge gestellt
Meine Damen und Herren! Wir haben selbstverständlich – und da gebe ich Ihnen auch recht – bei den Geheimdienstausschüssen versucht, ein effizientes Instrument zu finden. Aber, Kollege Scheibner, wie oft haben Sie denn dort einen (Abg. Scheibner: In jedem Ausschuß haben wir Anträge gestellt) Antrag gestellt, damit die Unterlagen herausgegeben werden? – Kollege Anschober erzählt mir immer: Es schläft dort immer jemand, nämlich Herr Scheibner, er meldet sich überhaupt nie. (Abg. Scheibner: Wie kann Anschober etwas aus dem Ausschuß erzählen?) Es sollte doch ein bißchen Zusammenarbeit geben innerhalb der Opposition! Und daher bin ich froh, Herr Kollege Scheibner, daß endlich ein bißchen Öffentlichkeit in den Ausschüssen ist. Herr Kollege Scheibner! Denn wenn das Plenum der einzige Ort der Öffentlichkeit ist, dann genügt es für Sie offensichtlich, wenn Ihr Parteichef hier großartige Reden hält. Aber wenn es auch in den Ausschüssen Öffentlichkeit gibt, dann wird es darauf ankommen, was jeder oder jede einzelne von Ihnen an Anträgen stellt. Und ich bin auch davon überzeugt, daß sich auch die einzelnen Abgeordneten von den Regierungsparteien mehr bemühen müssen. Dann könnte dieser Ausschuß auch tatsächlich ein Arbeitsausschuß werden. (Abg. Ing. Meischberger: Wer muß sich bemühen?) Herr Kollege Meischberger! (Abg. Ing. Meischberger: Das ist interessant! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wie kann Anschober etwas aus dem Ausschuß erzählen?
Meine Damen und Herren! Wir haben selbstverständlich – und da gebe ich Ihnen auch recht – bei den Geheimdienstausschüssen versucht, ein effizientes Instrument zu finden. Aber, Kollege Scheibner, wie oft haben Sie denn dort einen (Abg. Scheibner: In jedem Ausschuß haben wir Anträge gestellt) Antrag gestellt, damit die Unterlagen herausgegeben werden? – Kollege Anschober erzählt mir immer: Es schläft dort immer jemand, nämlich Herr Scheibner, er meldet sich überhaupt nie. (Abg. Scheibner: Wie kann Anschober etwas aus dem Ausschuß erzählen?) Es sollte doch ein bißchen Zusammenarbeit geben innerhalb der Opposition! Und daher bin ich froh, Herr Kollege Scheibner, daß endlich ein bißchen Öffentlichkeit in den Ausschüssen ist. Herr Kollege Scheibner! Denn wenn das Plenum der einzige Ort der Öffentlichkeit ist, dann genügt es für Sie offensichtlich, wenn Ihr Parteichef hier großartige Reden hält. Aber wenn es auch in den Ausschüssen Öffentlichkeit gibt, dann wird es darauf ankommen, was jeder oder jede einzelne von Ihnen an Anträgen stellt. Und ich bin auch davon überzeugt, daß sich auch die einzelnen Abgeordneten von den Regierungsparteien mehr bemühen müssen. Dann könnte dieser Ausschuß auch tatsächlich ein Arbeitsausschuß werden. (Abg. Ing. Meischberger: Wer muß sich bemühen?) Herr Kollege Meischberger! (Abg. Ing. Meischberger: Das ist interessant! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Uns werfen Sie immer vor, daß wir die Verschwiegenheit verletzen! – Was erzählt Ihnen Anschober also aus dem Geheimdienstausschuß?
Herr Kollege Scheibner! Sie haben heute gemeint, bei den Sondersitzungen ... (Abg. Scheibner: Uns werfen Sie immer vor, daß wir die Verschwiegenheit verletzen! – Was erzählt Ihnen Anschober also aus dem Geheimdienstausschuß?) Nichts! Vielleicht unterliegt es dem Datenschutz, daß Sie dort schlafen. Das kann schon sein, ich glaube es nicht. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wo war er denn?
Abgeordnete Ute Apfelbeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Zuerst möchte ich einmal Herrn Kollegen Wabl berichtigen. Er hat gemeint, ich würde im Ausschuß meine Fragen stellen und dann Tennis spielen gehen. Ich stelle richtig: Das stimmt nicht, weil ich überhaupt nicht Tennis spielen kann. Richtig ist vielmehr, daß Herr Abgeordneter Wabl zum vorletzten Rechnungshofausschuß überhaupt nicht gekommen ist. (Abg. Scheibner: Wo war er denn?) Nachdem wir 5 Minuten zugewartet hatten, mußten wir die Rechnungshofsitzung selbst leiten. Und daß die Auskunftspersonen, Herr Abgeordneter Wabl, nicht zur Befragung gekommen sind, das liegt an Ihrer Ausschußführung und an sonst gar nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Wenn Wabl den Vorsitz führt, dann herrscht das Chaos!)
Abg. Scheibner: Aber damals war es die Opposition, jetzt ist es die Regierung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sehr verehrte Damen und Herren! Lieber Herr Kollege Haigermoser! Diese Definition, die ich gerade vorgelesen habe, beschreibt nicht das Verhalten einer Fraktion in diesem Haus, sondern diese Definition stammt bereits aus dem Jahr 1910 von Oswald Koller. Ähnlichkeiten mit heutigem Verhalten sind aber nicht nur zufällig, sondern beabsichtigt. (Abg. Scheibner: Aber damals war es die Opposition, jetzt ist es die Regierung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dkfm. Holger Bauer: Na und?! – Abg. Scheibner: Da war noch die schöne Monarchie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Scheibner, da schaust du! Eine gescheite Frau!
Lieber Herr Kollege Bauer! Der Oswald Koller hat eine Schrift verfaßt: "Die Obstruktion – Eine Studie aus dem vergleichenden Parlamentsrecht". Sie wurde 1910 herausgegeben. (Abg. Dkfm. Holger Bauer: Na und?! – Abg. Scheibner: Da war noch die schöne Monarchie! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Scheibner, da schaust du! Eine gescheite Frau!) Und diese Definition der Obstruktion zeigt ganz deutlich, wie notwendig Geschäftsordnungen sind, um einen effizienten Parlamentarismus zu gewährleisten. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Herr Kollege Stadler! Weil Ihnen eben dieses Geschichtswissen fehlt (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) , gehen Sie derart mißachtend gegenüber dem Parlament vor. (Abg. Mag. Stadler: Wie hat es denn geheißen? Geben Sie doch einmal eine Antwort! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Stadler: Wie hat es denn damals geheißen?) Herr Kollege Stadler, lassen Sie mich fortfahren! (Abg. Mag. Stadler: Ich habe eine Frage gestellt, Frau Geschichtslehrerin! Geben Sie mir eine Antwort!)
Abg. Mag. Stadler: Der Austrofaschismus war das! – Abg. Scheibner: Wo war denn das Parlament damals? – Zahlreiche weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Monarchisten und Austrofaschisten!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (fortsetzend): Der Beginn der dreißiger Jahre war geprägt durch dieses Parlament. (Abg. Mag. Stadler: Die Antwort hängt bei Ihnen im Klub! Das war der Austrofaschismus!) Und liest man das 1937 erschienene programmatische Buch des damaligen Bundeskanzlers Kurt Schuschnigg "Dreimal Österreich", so wird diese Annahme bestätigt. (Abg. Mag. Stadler: Der Austrofaschismus war das! – Abg. Scheibner: Wo war denn das Parlament damals? – Zahlreiche weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Monarchisten und Austrofaschisten!)
Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir wenigstens, woran wir sind!
Inzwischen hat der Parlamentarismus in Österreich tiefe und gesunde Wurzeln geschlagen, und die heutige Geschäftsordnungsreform trägt dazu bei (Abg. Mag. Stadler: Sie zitiert Austrofaschisten als Rechtfertigung für die Geschäftsordnungsreform! Das ist ja unglaublich!) , daß Tendenzen, wie wir sie in diesem Jahrhundert schon erlebt hatten, nicht aufkommen können. (Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir wenigstens, woran wir sind!) Der Mehrparteienkonsens war dabei unumgängliche demokratiepolitische Voraussetzung.
Abg. Scheibner: So wie 1934! Das ist ein Wahnsinn!
Wenn wir wollen, daß unsere Kinder den notwendigen Respekt vor unserer Demokratie und ihren Institutionen mitbekommen (Abg. Scheibner: So wie 1934! Das ist ein Wahnsinn!) , dann soll unsere Arbeit hier im Hohen Haus nicht für Selbstdarstellung oder für eine Schlagzeile von morgen mißbraucht werden, sondern es muß ein effizientes Gesetzgebungsorgan und ein schlagkräftiges Kontrollinstrument sein. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da können Sie nicht dabeigewesen sein!
Die Geschäftsordnungsreform ist auch nach meiner Einschätzung das Ergebnis von Vernunft, von Augenmaß und von der Kompromißfähigkeit (Abg. Scheibner: Da können Sie nicht dabeigewesen sein!) , die auch Interessengegensätze zwischen oppositionellen Anliegen und Regie
Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch gesagt!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es ist mir wichtig, zur Sondersitzung noch folgendes anzumerken: Es wurde den Liberalen und den Grünen sehr geneidet, aber sie werden in Zukunft auch die Möglichkeit haben, zu wichtigen Themen eine Sondersitzung zu verlangen. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch gesagt!) Außerdem – und das ist der eigentliche Sinn der Sondersitzung, und so war sie in diesem Gesamtregime auch zu sehen – soll jede Oppositionsfraktion die Möglichkeit haben, den Sitzungsfluß für den Fall aufrechtzuerhalten – und dieser könnte eintreten –, daß eine Regierung
Sitzung Nr. 35
Abg. Scheibner: Wäre Ihnen das andere lieber gewesen?
Ein anderer Mythos ist – der Klubobmann der ÖVP hat das erst neulich wieder in einem Kommentar beschrieben –, daß die NATO den Frieden in Europa gesichert hat. Wie hat denn die NATO den Frieden in Europa gesichert? Mit einer Rüstungsspirale, mit einer Abschreckungspolitik und -philosophie wurde nicht ein Frieden gesichert, sondern wurde gesichert, daß es zu keinem Ausbruch von militärischen ... (Abg. Scheibner: Wäre Ihnen das andere lieber gewesen?)
Abg. Scheibner: Da gehören aber immer zwei dazu!
Nein, es wäre mir nicht lieber gewesen, aber man soll auseinanderhalten, was Frieden ist und was Abschreckung ist (Abg. Scheibner: Da gehören aber immer zwei dazu!), und man soll keinen Mythos bilden, als wäre die NATO eine Friedenstruppe. Das ist sie nicht, das war sie nicht, und das wird sie nie sein! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Können Sie die Kosten aufschlüsseln?
Auch hier wird tunlichst verschwiegen, was längst anhand von durchaus seriösen Untersuchungen auf dem Tisch liegt und auch durch Aussagen von führenden Militärs des Landesverteidigungsministeriums belegt ist: Die Mindestkosten eines NATO-Beitrittes betragen das Doppelte des Landesverteidigungsbudgets, das heißt also, es ist eine Verdoppelung von 20 auf 40 Milliarden notwendig. (Abg. Hans Helmut Moser: Wer sagt denn das?) Das ist das mindeste. (Abg. Scheibner: Können Sie die Kosten aufschlüsseln?) Diese Kosten sind aufgeschlüsselt worden, und Sie können sie nachlesen in der Zeitschrift "NEWS" aus dem vorigen Jahr: Aufstockung des Personals, höherer Sachaufwand durch die NATO-Übungen, höhere Investitionen, die Umstellung des Militärs, all das bringt eine Mindestverteuerung von 20 auf 40 Milliarden. (Abg. Scheibner: Bringen Sie die Alternative!)
Abg. Scheibner: Bringen Sie die Alternative!
Auch hier wird tunlichst verschwiegen, was längst anhand von durchaus seriösen Untersuchungen auf dem Tisch liegt und auch durch Aussagen von führenden Militärs des Landesverteidigungsministeriums belegt ist: Die Mindestkosten eines NATO-Beitrittes betragen das Doppelte des Landesverteidigungsbudgets, das heißt also, es ist eine Verdoppelung von 20 auf 40 Milliarden notwendig. (Abg. Hans Helmut Moser: Wer sagt denn das?) Das ist das mindeste. (Abg. Scheibner: Können Sie die Kosten aufschlüsseln?) Diese Kosten sind aufgeschlüsselt worden, und Sie können sie nachlesen in der Zeitschrift "NEWS" aus dem vorigen Jahr: Aufstockung des Personals, höherer Sachaufwand durch die NATO-Übungen, höhere Investitionen, die Umstellung des Militärs, all das bringt eine Mindestverteuerung von 20 auf 40 Milliarden. (Abg. Scheibner: Bringen Sie die Alternative!)
Abg. Scheibner: Bringen Sie die Alternative!
Aber ich frage Sie: Wie wollen Sie allein diese Steigerung von 20 auf 40 Milliarden vor der Bevölkerung vertreten? Wir haben erst vor zwei Monaten in diesem Haus eine Diskussion über die Sparpakete für die nächsten zwei Jahre gehabt. (Abg. Scheibner: Bringen Sie die Alternative!) Hier wurden Streichungen bei den Sozialleistungen vorgenommen, die Familien wurden regelrecht geschröpft, die Familienbeihilfen gekürzt. Das nächste Sparpaket steht vor der Tür, es wird notwendig sein, trotz der Beteuerungen, daß keines kommen wird. Und Sie reden locker davon, daß das eine Priorität ist, die Österreich in diesem Bereich zu setzen hat, obwohl ein NATO-Beitritt mindestens eine Verdoppelung des Landesverteidigungsbudgets erfordert, ungeachtet aller sozialen und wirtschaftlichen Anstrengungen, die Österreich unternehmen sollte, ja ungeachtet dessen, daß Sie sich in einem Widerspruch zu Ihren eigenen Aussagen befinden, Herr Bundeskanzler, wenn Sie sagen, das zentrale Anliegen der Regierungskonferenz sei die Beschäftigungspolitik. Wie wollen Sie denn Beschäftigung sichern und ermöglichen, wenn Sie das Geld in die Aufstockung des Landesverteidigungsbudgets pulvern? (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Bundeskanzler! Es stimmt: Sie und weite Teile Ihrer Fraktion waren in der Vergangenheit nicht diejenigen, die die Demontage der österreichischen Neutralität besonders aktiv und lautstark betrieben haben. Das stimmt. Aber Sie haben auch nicht aktiv und lautstark und mit dem ganzen Gewicht der stärksten Fraktion in diesem Haus die österreichische Neutralität verteidigt und auch nicht die immer wieder und ganz kontinuierlich kommenden Vorstöße in Richtung eines Abbaus der Neutralität verhindert. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Sie hören ja, wie
Abg. Scheibner: Das ist schon die Mehrheit!
Herr Bundeskanzler, das mache ich Ihnen zum Vorwurf! Mit dieser Antwort, die Sie geben, tun Sie so, als würden Sie in einem innenpolitischen Vakuum agieren, als könnten Sie ganz allein und ohne mit Widerständen rechnen zu müssen, Ihre Position umsetzen. – Dem ist nicht so. Drei Fraktionen in diesem Haus haben bereits ganz klar ihre Meinung zur österreichischen Neutralität kundgetan. (Abg. Scheibner: Das ist schon die Mehrheit!) Ja, das ist die Mehrheit, Herr Abgeordneter Scheibner, leider. Und insofern wäre ein vehementes, ein ganz entschlossenes Verteidigen der Neutralität durch die stärkste Fraktion in diesem Haus dringend angesagt! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Was sind die NATO-Staaten: böse Finsterlinge?
Die NATO-Mitglieder sind selbstverständlich für letztere Vorgangsweise (Abg. Scheibner: Was sind die NATO-Staaten: böse Finsterlinge?), selbst wenn sie sich für ein Sicherheitssystem aussprechen, denn sie befinden sich auf vertrautem Terrain, sie haben mit Strukturen und Hierarchien umzugehen gelernt, es ist die Aktie über den Atlantik da, über die Aufteilung der Finanzierung herrscht Klarheit, und es ist auch im Interesse der Rüstungsindustrie und deren Lieferantenfirmen, die sich auf bestehende Systeme fixiert haben und die wissen, daß sie eine gewisse Garantie haben. Auch die Verwaltung, die natürlich überleben will, ist für dieses System. Hauptargument der Staaten ist allerdings: Es gibt funktionierende Einrichtungen, die eingespielt und einsatzbereit sind.
Abg. Scheibner: Trotzdem wollen sie alle in die NATO hinein: das Baltikum und so weiter!
Bei der OSZE-Tagung vor wenigen Tagen haben sich diese Bruchlinien klar gezeigt: Die osteuropäischen Länder wollen hinein, die westlichen Länder wollen, daß in der OSZE die NATO die führende Rolle übernimmt, und die Nachfolgestaaten der Sowjetunion haben für ein europäisches Sicherheitssystem plädiert, das mehr ist als eine sich verändernde NATO. (Abg. Scheibner: Trotzdem wollen sie alle in die NATO hinein: das Baltikum und so weiter!)
Beifall bei der ÖVP und der Abg. Mag. Peter , Mag. Firlinger und Scheibner .
Ich sage Ihnen: Die NATO hat dort mehr gemacht als viele tausend Bücher, die über Menschenrechte, über Menschenwürde geschrieben wurden. Sie hat nämlich endlich einmal mit dem Morden, mit dem Vergewaltigen en masse, das dort passiert ist, Schluß gemacht. Man muß auch den Mut haben, das anzuerkennen. (Beifall bei der ÖVP und der Abg. Mag. Peter , Mag. Firlinger und Scheibner .)
Abg. Scheibner: Genau umgekehrt!
Es war die NATO, die eindeutig in Jugoslawien der UNO den Auftrag, den Befehl zum Einschreiten verweigert hat. Die NATO hätte schon viel früher die Möglichkeit gehabt einzuschreiten! (Abg. Scheibner: Genau umgekehrt!) Sie hat es nicht getan. Es ist in Jugoslawien unter anderem auch darum gegangen, ein international durchaus sinnvolles System wie die UNO zu diskreditieren. Ich meine, man muß schon sehr genau aufpassen, wenn man sich den jugoslawischen Konflikt ansieht, um nicht zu einem falschen Urteil zu kommen.
Abg. Scheibner: Richtig! Sie haben ganz klare Ziele!
Meine Damen und Herren! Es geht nicht darum, daß die Grünen die Träumer, die Polizei- und Militärabschaffer sind (Abg. Scheibner: Richtig! Sie haben ganz klare Ziele!), die Österreich wehrlos dem russischen Bären ausliefern wollen. Es geht darum, daß man sich, auch in Europa, ganz real die Bedrohungsszenarien anschauen muß. Ich möchte nur darauf hinweisen – und das stammt nicht aus meinem Mund, sondern aus dem eines international renommierten Militärforschers –, daß sich die Bedrohungsszenarien international in den letzten Jahrzehnten gewaltig verändert haben. Es geht nicht mehr primär um die klassischen Konflikte zwischen Militärbündnissen und die klassischen Konflikte zwischen Ländern. Es geht nicht mehr darum, daß ein Land dem anderen den Krieg erklärt.
Abg. Scheibner: Alle in deiner Fraktion?
Herr Kollege Scheibner! In vielem, was Sie heute zur Sicherheitspolitik gesagt haben – insbesondere bei dem, was nicht auszuschließen ist –, gebe ich Ihnen recht. Aber wenn Sie uns damit unterstellen, daß wir die Landesverteidigung in Frage stellen, dann kann ich Ihnen sagen: Das Gegenteil ist der Fall! Wir treten für eine glaubwürdige und effiziente Landesverteidigung ein. (Abg. Scheibner: Alle in deiner Fraktion?)
Abg. Scheibner: Aber weniger auch nicht!
Ich glaube, das haben wir immer wieder bewiesen. Und auch das, was Sie als Begründung für einen übereilten NATO- und WEU-Beitritt immer wieder anführen, findet nicht unsere Zustimmung, sondern wir vertreten die Auffassung, der Beitritt zur WEU und zur NATO würde für Österreich zum jetzigen Zeitpunkt kein Mehr an Sicherheit bringen (Abg. Scheibner: Aber weniger auch nicht!) , sondern nur unseren sicherheitspolitischen Spielraum einengen und unsere Handlungsfähigkeit einschränken. Daher darf ich gemäß meiner Einschätzung diese beiden Organisationen einmal erklären.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist richtig!
Die WEU ist gegenwärtig von einer Doppelrolle geprägt. Zum einen ist sie beauftragt, die Verteidigungskomponente der Europäischen Union auszuarbeiten, und zum anderen wurde sie als europäischer Pfeiler akzeptiert. Nach unserem Beitritt zur Europäischen Union sind wir – so wie andere neutrale Staaten auch – Beobachter der EU geworden. Dabei darf man nicht vergessen, daß die WEU noch immer ein Militärbündnis mit einer automatischen Beistandsverpflichtung ist. (Abg. Hans Helmut Moser: Das ist positiv!) Das heißt, Kollege Moser, daß eine Vollmitgliedschaft bei der WEU mit der Neutralität gemäß unserer Bundesverfassung nicht vereinbar ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist richtig!)
Abg. Scheibner: Warum ist die NATO so ein Feindbild?
Auch die Berliner Erklärung des NATO-Rates hat die WEU, im Gegensatz zu dem, was Herr Dr. Mock heute gesagt hat, für mich nicht europäischer gemacht. Ganz im Gegenteil: Sie wurde wieder atlantischer und näher an die NATO heran genommen, und daher kann ich mich nicht der hier von Dr. Mock vertretenen Einschätzung anschließen. (Abg. Scheibner: Warum ist die NATO so ein Feindbild?)
Abg. Scheibner: Die habe ich nicht gestellt!
Damit beantworte ich auch die von Ihnen, Kollege Scheibner, aufgeworfene Frage, gegen wen wir noch neutral sein wollen (Abg. Scheibner: Die habe ich nicht gestellt!) – sehr wohl ist sie in Ihrer Rede vorgekommen –: Gegen jede Art von Interventionspolitik und gegen alle militärischen Interventionen out of area. Das ist so. (Abg. Scheibner: Ein völkerrechtliches Instrument kann man doch nicht selbst definieren!) Dennoch ist ein Festhalten an der Neutralität für uns berechtigt.
Abg. Scheibner: Ein völkerrechtliches Instrument kann man doch nicht selbst definieren!
Damit beantworte ich auch die von Ihnen, Kollege Scheibner, aufgeworfene Frage, gegen wen wir noch neutral sein wollen (Abg. Scheibner: Die habe ich nicht gestellt!) – sehr wohl ist sie in Ihrer Rede vorgekommen –: Gegen jede Art von Interventionspolitik und gegen alle militärischen Interventionen out of area. Das ist so. (Abg. Scheibner: Ein völkerrechtliches Instrument kann man doch nicht selbst definieren!) Dennoch ist ein Festhalten an der Neutralität für uns berechtigt.
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Überzogen!
Ich komme zum Schluß, Herr Präsident. Ich frage mich: Worauf wartet diese Regierung noch? Ich glaube, es ist an der Zeit, daß wir die notwendigen sicherheitspolitischen Schritte setzen, es ist an der Zeit, daß wir in diesem Hause eine umfassende sicherheitspolitische Diskussion führen, damit wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt Mitglied der Westeuropäischen Union werden, damit wir auch unsere Position zur NATO entsprechend definieren können. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Überzogen!)
Abg. Scheibner: Diese Länder müssen ja nicht NATO-Mitglied werden! Sie wollen es ja selber!
Wir haben heute sehr klar thematisiert – dieser Zahl wurde von niemandem widersprochen –, daß nach einer Studie des Pentagons für den Fall, daß die potentiellen Neumitglieder der NATO Polen, Tschechien und Ungarn beitreten würden, diese Armeen natürlich auf NATO-kompatible Waffensysteme umgestellt werden müßten und dies nach Schätzungen des Pentagons Kosten von 124 Milliarden Dollar verschlingen würde. Was glauben Sie, was dies für die Handlungsmöglichkeiten dieser Länder im Bereich der Entschärfung der Atomreaktoren, im Bereich des Umbaus dieser nuklearen Zeitbomben, im Bereich einer offensiven Beschäftigungspolitik bedeuten würde? Damit wäre der Handlungsspielraum in diesen wesentlichen sicherheitspolitischen Feldern gleich null und entscheidend reduziert. (Abg. Scheibner: Diese Länder müssen ja nicht NATO-Mitglied werden! Sie wollen es ja selber!)
Abg. Scheibner: Gerade deshalb ist der NATO-Beitritt die günstigste Variante!
Wenn Sie ein Haus haben und es versichern lassen wollen, dann werden Sie natürlich ökonomische Überlegungen anstellen und abwägen, welches Risiko besteht, daß es abbrennt, und welche Prämie man dafür zu bezahlen bereit ist. (Abg. Scheibner: Gerade deshalb ist der NATO-Beitritt die günstigste Variante!) Dieses Thema wollte ich heute unbedingt anschneiden: In welchem Verhältnis zum Risiko steht die Prämie, die wir für den NATO-Beitritt zu bezahlen hätten? Was darf’s sein?
Abg. Scheibner: Deutschland!
Meine Damen und Herren! Innerhalb der NATO gibt es kaum ein Land, dessen Militäretat weniger als 2 Prozent des Sozialprodukts beträgt. (Abg. Scheibner: Deutschland!) Neuesten Daten
Abg. Scheibner: Oh ja, die eigene Armee so hochrüsten, daß wir es allein können wie die Schweiz!
Wenn Sie alle heute hier – die Liberalen, die Freiheitlichen und die ÖVP – so tun, als würde gar keine andere Möglichkeit bestehen als die der NATO und der Westeuropäischen Union (Abg. Scheibner: Oh ja, die eigene Armee so hochrüsten, daß wir es allein können wie die Schweiz!) , als ob das die Legitimation darstellen würde, nur so könnte eine friedliche Ordnung in Europa hergestellt werden, so möchte ich Sie auch noch einmal zurückführen in die Jahre 1989/90.
Abg. Scheibner: Wieviel ist Ihnen die Sicherheit Österreichs wert?
Ich glaube, daß man sich irgendwann einmal entscheiden muß, welche Rolle man einnimmt. Man kann meinetwegen meinen – ich halte die Meinung, die Scheibner da einnimmt, für falsch –, daß es die beste Lösung ist, daß Österreich im großen Waffengeklirr mitspielt und dort seine Position einbringt. Aber dann halte ich es für eine Frage der politischen Redlichkeit – und daran sollten Sie, Herr Kollege Kier, nicht vorbeischauen –, daß man dann, wenn man über politische Themen und Inhalte redet, auch die ökonomische Frage klar anspricht. Es geht nicht an, daß Sie eine sicherheitspolitische Option ansprechen, aber völlig ausklammern, daß diese auch budgetäre Auswirkungen hat. Herr Scheibner! Deshalb ist es legitim, daß man, wenn Sie Kampfpanzer, Abfangjäger haben wollen, von Ihnen verlangt wird, zu sagen, woher Sie das Geld dafür nehmen. (Abg. Scheibner: Wieviel ist Ihnen die Sicherheit Österreichs wert?) Kollege Sascha Van der Bellen hat Ihnen schon gesagt: Nicht mit dem Dienstauto – Sparmentalität. Das ist wichtig, aber es bringt uns nicht die von Ihnen und Moser gewünschten neuen Abfangjäger. Sie sollten das klar auf den Tisch legen.
Abg. Scheibner: Das ist doch Unsinn!
Meine Damen und Herren! Es kommt dann auch noch die wunderbare Walze – Moser hat damit angefangen, aber auch andere – mit den Kosten in der NATO. Es wird gesagt, die seien nicht gestiegen. Die Ausgaben für die NATO sind im Durchschnitt ungefähr 3,3 Prozent. Wenn ich das für Österreich hochrechne, komme ich auf ungefähr 72 Milliarden Schilling. Herr Moser, wieviel fehlen da auf das österreichische Militärbudget? – Fragen Sie Frischenschlager! – Ungefähr 40 bis 50 Milliarden Schilling. Herr Scheibner, sagen Sie uns bitte, woher Sie diesen Betrag nehmen! (Abg. Scheibner: Das ist doch Unsinn!) Geschenkt – wir nehmen nur die Hälfte, aber sagen Sie uns, woher Sie das Geld nehmen! Sie wissen ja nicht einmal, woher Sie das Geld für die neuen Abfangjäger, die Sie propagieren, nehmen sollen, das Geld, das Sie so wieder der Rüstungsindustrie in den Rachen werfen wollen.
Abg. Scheibner: Das habt ihr gemacht! Das waren eure Bezirksvorsteher!
Abgeordneter Robert Elmecker (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die Wortmeldung der Frau Dr. Partik-Pablé hat ja bewiesen, daß die Freiheitlichen gerne diese sehr sensible Frage der Ausländergesetzgebung zum Wahlkampfthema in Wien gemacht hätten. (Abg. Scheibner: Das habt ihr gemacht! Das waren eure Bezirksvorsteher!) Sie hat von "Elendsvierteln" gesprochen. Wir haben ja diesen Wahlslogan der Freiheitlichen schon einmal gehört, Kollege Scheibner: "Wien darf nicht Chicago werden" und dergleichen mehr.
Sitzung Nr. 36
Abg. Scheibner: Na wieviel?
Aber weil Sie so gut und so gescheit sind, möchte ich Ihnen eine ganz besondere statistische Feinheit vorlesen, die in Ihrem Antrag enthalten ist. Sie schreiben, die Nächtigungszahlen sanken nach den Jahren des Wachstums und der positiven Entwicklung 1992 von soviel auf soviel und soviel. (Abg. Scheibner: Na wieviel?) Als letzten Satz schreiben Sie: Bei einer Fortsetzung des Trends wird man in unserem Land zur Jahrtausendwende nur noch knapp 100 Millionen Nächtigungen zu verzeichnen haben. Dazu gibt es ein ganz herrliches Beispiel aus der amerikanischen Wirtschaft, wo jemand sagt, eine amerikanische Statistik weist nach, daß 1940 in jedem fahrenden Wagen 3,2 Personen waren, 10 Jahre später 2,1 Personen, 10 Jahre später 1,4 Personen. Das würde bedeuten, daß heute jeder zweite Wagen leer fährt. Ich danke Ihnen für Ihre Interpretationen von Statistiken auf Ihre Art und Weise. So kann man Wirtschaftspolitik sicher nicht machen, meine Herrschaften! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Solch einen primitiven Schluß habe ich noch nie gehört! Ich habe immer geglaubt, Sie sind Akademiker!)
Abg. Scheibner: Und worum geht es Ihnen?
Hochinteressant! Es war ein hochinteressantes Gespräch, wirklich. Im Vergleich zur dringlichen Anfrage und im Vergleich zur Diskussionsführung von der rechten Seite hatte dieses Gespräch ein Niveau, das da herinnen heute eigentlich kaum erreicht wurde (Beifall bei SPÖ und ÖVP) , schon gar nicht erreicht wurde von den Kollegen zur Rechten von mir. Aber denen geht es auch nicht darum, irgendwo niveauvoll zu sein, sondern denen geht es um Radau und Rabatz. (Abg. Scheibner: Und worum geht es Ihnen?) Nicht um das, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden, weil noch ein paar fehlen!) Wozu? Wozu fehlen noch ein paar? (Abg. Scheibner: Sie ziehen das hinaus, weil bei euch noch ein paar Leute fehlen!) Nein, ich habe mir nur vorgenommen, ausgiebig darüber zu reden, welche hervorragenden Leistungen hier in diesem Haus erzielbar sind, wenn man vernünftig an die Sache herangeht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf hohem Niveau?) Das war zum Niveau. Natürlich. (Abg. Scheibner: Hervorragend!)
Abg. Scheibner: Sie reden, weil noch ein paar fehlen!
Hochinteressant! Es war ein hochinteressantes Gespräch, wirklich. Im Vergleich zur dringlichen Anfrage und im Vergleich zur Diskussionsführung von der rechten Seite hatte dieses Gespräch ein Niveau, das da herinnen heute eigentlich kaum erreicht wurde (Beifall bei SPÖ und ÖVP) , schon gar nicht erreicht wurde von den Kollegen zur Rechten von mir. Aber denen geht es auch nicht darum, irgendwo niveauvoll zu sein, sondern denen geht es um Radau und Rabatz. (Abg. Scheibner: Und worum geht es Ihnen?) Nicht um das, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden, weil noch ein paar fehlen!) Wozu? Wozu fehlen noch ein paar? (Abg. Scheibner: Sie ziehen das hinaus, weil bei euch noch ein paar Leute fehlen!) Nein, ich habe mir nur vorgenommen, ausgiebig darüber zu reden, welche hervorragenden Leistungen hier in diesem Haus erzielbar sind, wenn man vernünftig an die Sache herangeht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf hohem Niveau?) Das war zum Niveau. Natürlich. (Abg. Scheibner: Hervorragend!)
Abg. Scheibner: Sie ziehen das hinaus, weil bei euch noch ein paar Leute fehlen!
Hochinteressant! Es war ein hochinteressantes Gespräch, wirklich. Im Vergleich zur dringlichen Anfrage und im Vergleich zur Diskussionsführung von der rechten Seite hatte dieses Gespräch ein Niveau, das da herinnen heute eigentlich kaum erreicht wurde (Beifall bei SPÖ und ÖVP) , schon gar nicht erreicht wurde von den Kollegen zur Rechten von mir. Aber denen geht es auch nicht darum, irgendwo niveauvoll zu sein, sondern denen geht es um Radau und Rabatz. (Abg. Scheibner: Und worum geht es Ihnen?) Nicht um das, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden, weil noch ein paar fehlen!) Wozu? Wozu fehlen noch ein paar? (Abg. Scheibner: Sie ziehen das hinaus, weil bei euch noch ein paar Leute fehlen!) Nein, ich habe mir nur vorgenommen, ausgiebig darüber zu reden, welche hervorragenden Leistungen hier in diesem Haus erzielbar sind, wenn man vernünftig an die Sache herangeht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf hohem Niveau?) Das war zum Niveau. Natürlich. (Abg. Scheibner: Hervorragend!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf hohem Niveau?
Hochinteressant! Es war ein hochinteressantes Gespräch, wirklich. Im Vergleich zur dringlichen Anfrage und im Vergleich zur Diskussionsführung von der rechten Seite hatte dieses Gespräch ein Niveau, das da herinnen heute eigentlich kaum erreicht wurde (Beifall bei SPÖ und ÖVP) , schon gar nicht erreicht wurde von den Kollegen zur Rechten von mir. Aber denen geht es auch nicht darum, irgendwo niveauvoll zu sein, sondern denen geht es um Radau und Rabatz. (Abg. Scheibner: Und worum geht es Ihnen?) Nicht um das, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden, weil noch ein paar fehlen!) Wozu? Wozu fehlen noch ein paar? (Abg. Scheibner: Sie ziehen das hinaus, weil bei euch noch ein paar Leute fehlen!) Nein, ich habe mir nur vorgenommen, ausgiebig darüber zu reden, welche hervorragenden Leistungen hier in diesem Haus erzielbar sind, wenn man vernünftig an die Sache herangeht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf hohem Niveau?) Das war zum Niveau. Natürlich. (Abg. Scheibner: Hervorragend!)
Abg. Scheibner: Hervorragend!
Hochinteressant! Es war ein hochinteressantes Gespräch, wirklich. Im Vergleich zur dringlichen Anfrage und im Vergleich zur Diskussionsführung von der rechten Seite hatte dieses Gespräch ein Niveau, das da herinnen heute eigentlich kaum erreicht wurde (Beifall bei SPÖ und ÖVP) , schon gar nicht erreicht wurde von den Kollegen zur Rechten von mir. Aber denen geht es auch nicht darum, irgendwo niveauvoll zu sein, sondern denen geht es um Radau und Rabatz. (Abg. Scheibner: Und worum geht es Ihnen?) Nicht um das, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden, weil noch ein paar fehlen!) Wozu? Wozu fehlen noch ein paar? (Abg. Scheibner: Sie ziehen das hinaus, weil bei euch noch ein paar Leute fehlen!) Nein, ich habe mir nur vorgenommen, ausgiebig darüber zu reden, welche hervorragenden Leistungen hier in diesem Haus erzielbar sind, wenn man vernünftig an die Sache herangeht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf hohem Niveau?) Das war zum Niveau. Natürlich. (Abg. Scheibner: Hervorragend!)
Abg. Scheibner: Soll ich Ihnen das Fernsehprogramm vorlesen?
Im Bereich des Marketings der AMA gibt es durchaus Probleme, die nicht nur hier im Hohen Hause diskutiert werden, sondern auch in den Regionen von den Betroffenen, die ihre Marketingbeiträge einzahlen. Ich glaube – ich spreche hier wieder die Vernünftigen in diesem Hause an –, daß es eine Reihe vernünftiger Mitglieder dieses Hauses gibt, die auch in diesem Bereich Überlegungen anstellen (Abg. Wabl: Das ist einmalig!) , die dazu führen werden (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – ich bin beim Ausführen –, daß im Bereich des AMA-Marketings jene Produzenten und Erzeuger ausgenommen werden, die selbstvermarktend unterwegs sind, die ihre Produkte selbst an den Mann, an die Frau, an den Konsumenten und die Konsumentin bringen und damit ... (Abg. Scheibner: Soll ich Ihnen das Fernsehprogramm vorlesen?) – wenn das rote Licht blinkt, werde ich ein wenig verwirrt. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Da brauchen Sie kein rotes Licht dazu!) Wie meinen, Herr Kollege Bauer? (Zwischenruf des Abg. Scheibner .) Nein danke, brauche ich nicht. Habe ich im Kopf. Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner .
Im Bereich des Marketings der AMA gibt es durchaus Probleme, die nicht nur hier im Hohen Hause diskutiert werden, sondern auch in den Regionen von den Betroffenen, die ihre Marketingbeiträge einzahlen. Ich glaube – ich spreche hier wieder die Vernünftigen in diesem Hause an –, daß es eine Reihe vernünftiger Mitglieder dieses Hauses gibt, die auch in diesem Bereich Überlegungen anstellen (Abg. Wabl: Das ist einmalig!) , die dazu führen werden (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – ich bin beim Ausführen –, daß im Bereich des AMA-Marketings jene Produzenten und Erzeuger ausgenommen werden, die selbstvermarktend unterwegs sind, die ihre Produkte selbst an den Mann, an die Frau, an den Konsumenten und die Konsumentin bringen und damit ... (Abg. Scheibner: Soll ich Ihnen das Fernsehprogramm vorlesen?) – wenn das rote Licht blinkt, werde ich ein wenig verwirrt. (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Da brauchen Sie kein rotes Licht dazu!) Wie meinen, Herr Kollege Bauer? (Zwischenruf des Abg. Scheibner .) Nein danke, brauche ich nicht. Habe ich im Kopf. Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Warum schickt der Kostelka seine Leute nach Hause?
Meine Damen und Herren! Tatsache ist (Abg. Scheibner: Warum schickt der Kostelka seine Leute nach Hause?) , daß es aufgrund dieser Veränderung, die heute beschlossen werden wird, deutliche schmerzhafte Eingriffe bei diesem Umweltprogramm geben wird, daß es schwierig ist, sie den Bauern plausibel zu machen, daß dies jedoch im Interesse der Gesamtheit, im Interesse des gesamten Paketes und letztlich auch im Interesse der Haushaltssanierung des Staates eine notwendige Maßnahme ist, zu der wir Bauern uns natürlich auch bekennen. (Abg. Haigermoser: Der Khol hat seine Leute nicht nach Hause geschickt, aber der Kostelka! Das hätte es beim Fuhrmann nicht gegeben!)
Abg. Scheibner: Erklären Sie das jetzt einmal, Herr Bundesminister Klima!
Zwischen dem Bundesministerium für Finanzen und dem Bundesministerium für Inneres müßte auch die Frage geklärt werden, welches der beiden Ressorts für die Ausbildungsfrage federführend sein soll. (Abg. Scheibner: Erklären Sie das jetzt einmal, Herr Bundesminister Klima!)
Abg. Scheibner: Insgesamt, Herr Kollege! Insgesamt!
Genauso ist die Feststellung des Kollegen Scheibner, die Kontrolle würde durch die neue Geschäftsordnung geschmälert, absolut unberechtigt. Im Gegenteil, die soziale Kontrolle wird durch die Zulassung der Öffentlichkeit zu den Sitzungen absolut erhöht. (Abg. Scheibner: Insgesamt, Herr Kollege! Insgesamt!) Man muß auch sagen, daß ein direkter Zusammenhang zwischen Zulassung der Öffentlichkeit und sozialer Kontrolle besteht, und der ist auch hier gegeben. Diese Feststellungen sind also nicht seriös.
Abg. Mag. Haupt: Das hat Scheibner auch gesagt!
Ich darf also sagen, daß das Kapitel Auslandeinsätze des österreichischen Bundesheeres eines der positivsten ist, auf die wir überhaupt verweisen können. (Abg. Mag. Haupt: Das hat Scheibner auch gesagt!) Wenn der Rechnungshofbericht, der in 840 Seiten vorliegt, ein Kapitel enthält, das von staatspolitischer Bedeutung ist, dann ist es der Einsatz des österreichischen Bundesheeres. Es waren mehr als 35 000 Freiwillige, die bisher in 24 Einsätzen in allen Krisenherden der Welt im Namen Österreichs unterwegs waren. Ich darf sagen, daß wir auf unsere UNO-Soldaten stolz sein können. Sie haben ihre Aufgabe in allen Teilen der Welt großartig erfüllt, und sie haben zum internationalen Ansehen dieser Republik ganz maßgeblich beigetragen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Graf: Sie haben die Ausführungen von Abgeordneten Scheibner falsch verstanden!
Ihm müßte man mit auf den Weg geben, daß er offenbar den Abgeordneten Morak mißverstanden hat, der hier humorvoll meinte: Nur keine Sachlichkeit aufkommen lassen! – Er hat das zu wörtlich genommen. Er sollte sich an seinen Parteifreund Scheibner wenden. Wenn ich Sie heute richtig verstanden habe, Herr Kollege Scheibner, dann haben Sie sinngemäß gesagt, man müßte sich viel mehr informieren, um in manchen Bereichen mitreden zu können. Das war Ihre Grundaussage, und das sollte man ihm für die Ferien auf den Weg geben, damit er das nutzen kann. (Abg. Dr. Graf: Sie haben die Ausführungen von Abgeordneten Scheibner falsch verstanden!)
Sitzung Nr. 37
Abg. Scheibner : Da war ich nicht dabei, Herr Kollege!
Ich nehme Ihnen diese Entrüstung nicht ab und möchte Ihnen als Grund dafür eine Passage aus dem Protokoll der Präsidialkonferenz vom Freitag vergangener Woche vorlesen. (Abg. Scheibner : Da war ich nicht dabei, Herr Kollege!) – Deswegen hat sich ja Herr Abgeordneter Stadler nicht als erster zu Wort gemeldet: weil er ganz genau weiß, was vereinbart wurde. Und die Frage der Lehrlingsproblematik ist ja nicht erst seit Freitag so dringlich geworden, sondern diese Problematik ist uns schon seit dem Sommer, ja seit dem Frühjahr dieses Jahres bewußt.
Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen. – Abg. Scheibner : Aber immer nur dann, wenn Sie es wollen!
Lassen Sie mich als letztes noch ein Wort zu dem sagen, was hier über die neue Geschäftsordnung gesagt wurde. Meine Damen und Herren von der freiheitlichen Fraktion! Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: In diesem Haus gibt es drei Oppositionsfraktionen – Sie sind eine davon –, und diese Geschäftsordnungsreform hat die Mehrheit von vier Parteien dieses Hauses gefunden, weil sie eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsmöglichkeiten bedeutet. Diese Geschäftsordnung wird sicherstellen, daß wir ein echtes Arbeitsparlament verwirklichen können, ein Parlament, in dem intensive legistische Arbeit geleistet wird – und das in rascherer Abfolge der Argumente und in rascherer Abfolge der Themen. Wir werden mehr Beratungstage haben, wir werden mehr oppositionelle Aktivitäten haben als je zuvor. Wir werden aber – das geben ich zu – weniger Nachtberatungsstunden haben, weil diese eine Zumutung für uns alle sind und in der Regel keine mediale Berücksichtigung mehr finden. Wir haben mehr und neue oppositionelle Instrumente und mehr Öffentlichkeit. Es ist dies alles in allem eine Geschäftsordnung, die diesem Haus wahrlich gut ansteht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen. – Abg. Scheibner : Aber immer nur dann, wenn Sie es wollen!)
Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Dann gehen Sie nach Hause, wenn Ihnen das unangenehm ist!
Es ist richtig, daß die Freiheitlichen den jetzt monierten Tagesordnungspunkt dazu haben wollten. Auch die Liberalen wollten einen anderen Tagesordnungspunkt noch draufhaben. Wir haben uns aber dann darauf verstanden, heute die Berichte des Kanzlers und Vizekanzlers zu diskutieren, und haben dann über die Redezeit gesprochen. Herr Stadler hat dann gesagt: acht Stunden Blockredezeit, "Wiener Stunden", und darunter geht er nicht. Nachdem es aber eine klare Mehrheit in der Präsidiale gefunden hat, daß das offenbar nur eine Provokation war und daß mit sieben Stunden auch das Auslangen gefunden werden kann, hat er sich zurückgelehnt und gesagt: "Dann wird es halt eine Einwendungsdebatte geben." (Heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Dann gehen Sie nach Hause, wenn Ihnen das unangenehm ist!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wer den Frieden will, muß für eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und auch für den Aufbau einer militärischen Sicherheitskomponente sein, denn Trittbrettfahrer werden in diesem solidarischen Europa, meine Damen und Herren, nicht gefragt sein! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die erste Etappe zeichnet sich ab: Die Europäische Union wird für bestimmte, sehr wichtige präventive, sicherheitspolitische Krisen vermeidende Politiken eine klare politische Auftraggeberrolle übernehmen, und sie wird diese der Westeuropäischen Union zur Durchführung übertragen. In verschiedenen anderen Bereichen kann und wird die WEU mit der NATO strukturell immer stärker verzahnt werden und kooperieren, wie etwa jetzt im Fall von Bosnien, wo sich ja eine solche gemeinsame Aktion gerade abzeichnet. Natürlich führt dies dazu, daß die drei großen Organisationen Europäische Union, Westeuropäische Union und NATO näher aneinanderrücken, und das wird gut und auch für die österreichische Sicherheit richtig sein, denn ich meine, das Beste an Sicherheit ist für die österreichischen Bürger gerade gut genug! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Seit wann wissen Sie das, Herr Minister?
Ich glaube, daß Europa als Projekt aber nur überleben kann in einem Staatenverbund, nie als zentralistisches Gebilde, wo an einer Stelle, sei es in Brüssel oder sonstwo, angeschafft wird, was die anderen Teile, die Mitgliedstaaten, zu tun haben. Was europäisch ist, muß auf europäischer Ebene gelöst werden: die Fragen des Außenhandels, des Binnenmarkts, der Währung, der Friedenssicherung. Das andere muß subsidiär an die kleinere Einheit übertragen werden, die das ganz einfach besser kann. (Abg. Scheibner: Seit wann wissen Sie das, Herr Minister?)
Abg. Scheibner: Weil es sie nicht mehr gibt!
Meine Damen und Herren! Die EU als Friedensprojekt. Wir haben schon vor der Volksabstimmung gesagt, daß wir mit unserer Neutralität in der EU keine Schwierigkeiten haben werden – und wir haben keine Schwierigkeiten. (Abg. Scheibner: Weil es sie nicht mehr gibt!) Wir haben auch keine Schwierigkeiten mit der europäischen Solidarität, wir sind solidarisch in der Union, und wir haben dadurch kein Jota von unserer bisherigen Politik ändern müssen. Der Vizekanzler hat gesagt, die beste Sicherheit ist für Österreich gerade gut genug, und daher werden wir in der neuen Friedensordnung, die sich abzeichnet, aktiv mitarbeiten. Die Westeuropäische Union ist das Instrument, und sobald sich die neue Friedensordnung in ihren Konturen deutlich abgezeichnet hat, werden wir die Entscheidung treffen, was wir tun.
Abg. Dr. Haider schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. – Abg. Scheibner: Das ist eine miese Unterstellung!
Entschuldigen Sie! Ich habe gesagt, daß indirekt mit einer solchen Austrittsbewegung geliebäugelt wird. (Abg. Dr. Haider schlägt die Hände über dem Kopf zusammen. – Abg. Scheibner: Das ist eine miese Unterstellung!) Der "freiheitliche" Spitzenkandidat der Grünen, Voggenhuber, stellt sich sogar hin und sagt: Jawohl, wir sollten über eine solche Sache nachdenken! - Da sage ich: Da hört sich das europapolitische Programm auf! So kann es nicht gehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Haider: Lügen haben kurze Beine, Herr Vizekanzler!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie das Ihrem Klubobmann! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Ing. Leopold Maderthaner (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der ÖVP.) Vielleicht wäre es möglich, daß Sie sich endlich einmal beruhigen. Es ist Ihre Art, immer Wirbel hereinzubringen. (Abg. Scheibner: Sagen Sie das Ihrem Klubobmann! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Oje!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Noch zwei Bemerkungen zu den Freiheitlichen. Erstens: Eine Wirtschaft ohne geordnete Verhältnisse und ohne geordnete Zielsetzung, aber mit einem Zickzackkurs kann ich mir und kann sich die ÖVP auf keinen Fall vorstellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Oje!)
Abg. Scheibner: Wir werden sehen, ob das die Leute auch glauben!
Tatsache ist aber auch (Abg. Scheibner: Wir werden sehen, ob das die Leute auch glauben!), daß in Österreich ein Investitionsstandort geschaffen worden ist, der große Investitionsentscheidungen zugelassen hat. Ich denke hier insbesondere an Opel, an Leykam, an BMW, aber auch zum Beispiel an Kaindl in Salzburg.
Abg. Scheibner: Wer ist denn das?
Sehr geehrte Damen und Herren! Zurückkommend auf die BSE-Auswirkungen. Es ist nicht einzusehen, daß ein Großteil der EU-Mittel in das Verursacherland Großbritannien fließt, obwohl sich die Briten nicht an die Schlachtpläne halten und die BSE-freien EU-Länder stärker von der Rindfleischkrise betroffen sind. Die weitere Vorgangsweise für 1997 ist noch völlig ungewiß, da der EU-Kommissär (Abg. Scheibner: Wer ist denn das?) versucht, die Sondermittel für die BSE-Krise durch Kürzung beim EU-Ackerprogramm hereinzubringen. (Zwischenrufe der Abg. Parnigoni und Koppler. )
Sitzung Nr. 38
Abg. Scheibner: Wenn Sie das jetzt noch nicht wissen, tun Sie mir leid!
In Wirklichkeit, Herr Kollege, ist es so, daß allen Beteiligten klar ist, daß die diesbezüglichen Vorentscheidungen und Überlegungen innerhalb Europas erst Ende nächsten Jahres finalisiert sein werden. Aus diesem Grund hat auch die Bundesregierung in der Regierungserklärung die Richtung ganz deutlich aufgezeigt, sie hat aber auch gesagt: Ehrlich ist es, zu sagen: Wir werden erst Anfang 1998 manches wirklich beurteilen können, weil wir erst dann wissen werden, was die anderen wollen und in welche Richtung es geht! (Abg. Scheibner: Wenn Sie das jetzt noch nicht wissen, tun Sie mir leid!) Es hätte daher gar keinen Sinn, laufend zu verlangen, daß es 1996 schon Anfang 1998 ist. – Anfang 1998 wird es im Jahre 1998 sein, und dann wird der richtige Zeitpunkt sein, um über diese Fragen zu beraten.
Abg. Scheibner: Wer? Wer?
Ich weiß natürlich, daß manche ein Interesse daran haben, die Wahl vom 13. Oktober umzufunktionieren in eine Abstimmung über Neutralität ja oder nein. Und das ist falsch. (Abg. Scheibner: Wer? Wer?)
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der EU zu tun!
Heute stehen zum Beispiel 26 000 europäische Soldaten in Bosnien, aber nur 14 000 amerikanische Soldaten (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der EU zu tun!) – selbstverständlich! –, und die wirtschaftliche Hilfe kommt in dieser Region zu 52 Prozent von den Völkern der Europäischen Union und nur 11 Prozent von den Amerikanern. Ich werde daher nicht zulassen, daß man für alles und jedes nur die EU verantwortlich macht und die Amerikaner als die Helden feiert, die zugegebenermaßen eine sehr wichtige Rolle in diesem Zusammenhang gespielt haben. Es wäre gut, wenn sich Europa hier noch besser koordinieren könnte, um nicht nur eine aktive wirtschaftliche, sondern auch politische und friedenssichernde Rolle spielen zu können. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das müssen Sie dem Außenminister sagen!
Herr Abgeordneter Scheibner! Sie wissen das genausogut wie ich, und Ihnen mache ich den Vorwurf, wider besseres Wissen in diesem Fall geredet zu haben. Die Europäische Union war zum Zeitpunkt des Ausbrechens des Jugoslawien- bzw. des Bosnienkonfliktes in keiner Weise eine außerhalb ihres Territoriums wirksame Sicherheitsstruktur. Das konnte sie zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht sein. Was wir wollen, ist, daß mit der Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik die Möglichkeiten der EU auch außerhalb des eigentlichen Territorialbereiches wirksam werden und daß das, was innerhalb der EU wirklich eine historische Großleistung ist, nämlich einen Friedensraum zu schaffen, auf ganz Europa ausgedehnt werden kann. (Abg. Scheibner: Das müssen Sie dem Außenminister sagen!) Diesbezüglich ist der Außenminister voll auf der gleichen Linie. Es gibt überhaupt keine Diskussion darüber, daß Österreich auch im Rahmen der Politik der Bundesregierung sich dazu bekennt, an einer gemeinsamen europäischen Sicherheitsstruktur mitzuwirken, wenn sie in den kommenden Jahren entsprechend entwickelt wird, und ich hoffe, daß das rasch geschehen wird.
Abg. Scheibner: Sitzen Sie lieber in einem dumpfen Keller? – Abg. Haller: Nein, dieses klassenkämpferische Denken!
Viel wichtiger für die meisten Gäste wäre es, wenn die astronomische Zeit nicht für die arbeitenden Jugendlichen gelten würde, sondern für die Sperrstunde in den lauschigen, in den allzu früh schließenden Gastgärten. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das ist die sogenannte Sperrstundenregelung. So könnte der Gast an lauen Sommerabenden um eine Stunde länger im lauschigen Gastgarten sitzen, essen und trinken und somit – und das müßte ja im Interesse aller sein – die darbende Tourismuswirtschaft in Schwung bringen und ankurbeln. (Abg. Scheibner: Sitzen Sie lieber in einem dumpfen Keller? – Abg. Haller: Nein, dieses klassenkämpferische Denken!)
Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!
Daher ist dieser Antrag ein weiterer Beweis dafür, daß die Freiheitlichen Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer immer nur dann als schützenswerte Gruppe ansehen, wenn es der Polemik dient. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Konkret aber wollen Sie ... (Abg. Mentil: So viele Lehrlinge haben Sie noch gar nicht gesehen, als ich ausgebildet habe!) Ich war einer, zum Unterschied von Ihnen! In Wirklichkeit wollen Sie Verschlechterungen für Lehrlinge – in diesem Fall auf dem Umweg über astronomische Wortspielereien – einführen. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder die Sternwarte!) Das kommt von Ihnen, die astronomische Wortspielerei. Der sozialdemokratischen Fraktion geht es jedoch um die ... (Abg. Trenk: Glauben Sie selber, was Sie da reden?) Selbstverständlich! Das ist der Unterschied!
Nach heftigen Zwischenrufen verlassen die Freiheitlichen – bis auf Abgeordneten Scheibner – den Sitzungssaal.
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! (Nach heftigen Zwischenrufen verlassen die Freiheitlichen – bis auf Abgeordneten Scheibner – den Sitzungssaal.)
Der Redner weist auf die leeren Bänke der Freiheitlichen, die – bis auf Abg. Scheibner – den Saal verlassen haben.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich möchte mich am Beginn meiner Ausführungen gleich den rechten Bankreihen zuwenden. (Der Redner weist auf die leeren Bänke der Freiheitlichen, die – bis auf Abg. Scheibner – den Saal verlassen haben.) Es ist nicht so, daß mir die Abgeordneten der Freiheitlichen besonders abgehen würden, es gibt parlamentarische Schmerzen, mit denen man leicht leben kann. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn man sich diese Situation überlegt, dann gibt es nur eine Erklärung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Es gibt nur eine Erklärung, sehr verehrter Herr Kollege, nämlich daß in den
Abg. Schieder – zum Abg. Scheibner –: Das darfst du? Mußt du gar nicht den Stadler fragen?
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Scheibner gemeldet. Ich bitte, die Geschäftsordnung und die neue Redezeitbeschränkung von zwei Minuten zu beachten. (Abg. Schieder – zum Abg. Scheibner –: Das darfst du? Mußt du gar nicht den Stadler fragen?)
Zwischenruf des Abg. Schieder . – Abg. Scheibner: Warum schreien Sie denn so?
Herr Bundeskanzler! Der Tindemans-Report ist nicht irgend etwas. Herr Klubobmann Kostelka, Sie sollten es eigentlich wissen beziehungsweise den Ablauf der Beschlüsse im Europäischen Parlament nicht falsch darstellen: Ein Entwurf eines Ausschußberichtes ist ein Entwurf, bis er im Plenum verabschiedet worden ist. Das heißt, ist er in einem Ausschuß diskutiert, dann kommt er ins Plenum – aber bis dahin ist er der Entwurf eines Berichtes. Und aus diesem Entwurf eines Berichtes hat meine Kollegin zitiert. (Zwischenruf des Abg. Schieder . – Abg. Scheibner: Warum schreien Sie denn so?)
Abg. Scheibner: Das ist eine Illusion!
Wir meinen, die Westeuropäische Union solle in die Europäische Union integriert werden, und wir sollten diese Außen- und Sicherheitspolitik gemeinsam betreiben. Wir halten die Perspektive in Richtung NATO für nicht notwendig, da es uns darum geht, daß Europa sicherheits- und außenpolitisch handlungsfähig wird und nicht an den Interessen der NATO und an ihrer US-Abhängigkeit hängenbleiben sollte. (Abg. Scheibner: Das ist eine Illusion!) Das ist keine Illusion. Amerika hat eigene Interessen, das beweist es uns gerade in diesen Tagen, in denen Raketenangriffe aus Wahlkampfgründen stattfinden. Wir brauchen die europäische Handlungsfähigkeit. Wir brauchen auch eine gemeinsame Sicherheitsarchitektur mit Rußland. Es gibt auf diesem Kontinent keine Sicherheit, wenn nicht mit Rußland – es gibt keine Sicherheit gegen Rußland. Auch das sollte uns klar sein. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Das gehört jetzt nicht mehr dazu!
Abgeordnete Ing. Monika Langthaler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Von der Sozialpolitik zur Umweltpolitik, obwohl ich zu den letzten Wortmeldungen noch gerne ein paar Anmerkungen machen möchte. (Abg. Scheibner: Das gehört jetzt nicht mehr dazu!)
Sitzung Nr. 41
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ein weiteres: Meine Damen und Herren! Ich habe von einem Professor aus der Steiermark einen Brief bekommen. Er schreibt mir, wie mountainbikefeindlich wir in Österreich eigentlich sind und daß für den Tourismus nichts geschieht. Er verlangt ebenfalls die Öffnung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Herr Kollege, du hast überhaupt keine Ahnung davon. Rede von etwas, wovon du eine Ahnung hast! Du hast aber von nichts eine Ahnung, daher brauchst du auch nichts zu reden! (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Ich glaube, das ist ein ernstes Problem.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der rechte Weihnachtsmann und das linke Christkindl!
Ich würde Sie bitten, über das Klima in diesem Land, über die Art und Weise, wie Sie Menschen beschuldigen und sich letztendlich nicht dafür entschuldigen, nachzudenken. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Es ist diese Radikalisierung, die an sich das wirkliche Problem ist: die gleiche Formulierung "Weihnachtsmann" von Ihrem Klubobmann Haider und im Drohbrief der Bajuwarischen Befreiungsarmee. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der rechte Weihnachtsmann und das linke Christkindl!)
Abg. Scheibner: Das war im Volksbegehren "Österreich zuerst"!
Meine Damen und Herren! Bezüglich der Auslandschulden möchte ich das Beispiel Rußland heranziehen. Wiederum ist hier für mich sehr grundsätzlich eines klar: In allen Sonntagsreden seit dem Zusammenbruch des Eisernen Vorhanges haben wir gesagt, Westeuropa muß Osteuropa helfen, damit es wirtschaftspolitisch und demokratiepolitisch über die Runden kommt. Alle haben das gesagt, übrigens auch die Freiheitliche Partei – ich erinnere mich gut, daß der Abgeordnete Gugerbauer damals die Idee eines Osthilfefonds geboren hat, der von Österreich zu finanzieren wäre. (Abg. Scheibner: Das war im Volksbegehren "Österreich zuerst"!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ihre geistigen Vorfahren sitzen noch auf den Bäumen!
Und eines sollten sich die Kollegen von der FPÖ auch noch überlegen: Ist es gescheiter, Geld in den friedlichen Aufbau in der Welt zu investieren oder in das Tag für Tag zunehmende Kriegführen? – Wir Sozialdemokraten entscheiden uns für den friedlichen Aufbau und gegen den Krieg. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ihre geistigen Vorfahren sitzen noch auf den Bäumen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ihnen ist kein Vergleich zu schmutzig!
Abgeordneter Mag. Johann Ewald Stadler (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich ersuche Sie um einen Ordnungsruf für Kollegen Gusenbauer, und zwar dafür, daß er behauptet hat, eine Organisation im geistigen Vorfeldbereich der FPÖ hätte ihr Gold in der Schweiz angelegt. Herrn Abgeordneten Gusenbauer müßte bekannt sein, daß es sich hierbei um während der schrecklichen Zeit der Naziherrschaft gestohlenes Gold jüdischer Mitbürger handelt. Und diesen geschmacklosen Vergleich weise ich mit Schärfe zurück! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ihnen ist kein Vergleich zu schmutzig!)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Da ist nichts mehr von der Solidarität zu merken! Da seid ihr Kleinkrämer!
Es geht heute, am 3. Oktober, bei dieser Dringlichen im wesentlichen um 300 Millionen Schilling. (Abg. Aumayr: 72 Milliarden!) Es geht außerdem darum, daß am 2. Oktober der große Chef dieser Partei den Vorschlag machte, Österreich müsse in die NATO eintreten. Das kostet jährlich 20 000 Millionen Schilling, mehr als bisher für das österreichische Bundesheer. Also ich glaube, daß diese ... (Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Da ist nichts mehr von der Solidarität zu merken! Da seid ihr Kleinkrämer!)
Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem NATO-Beitritt zu tun, lieber Freund! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Lieber Kollege! Lieber Freund! 20 000 Millionen Schilling sind den Österreichern laut Freiheitlicher Partei sehr wohl zumutbar, aber 300 Millionen Schilling sind nicht möglich. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Du als Wehrsprecher müßtest wissen, daß wir unsere Militärausgaben verdoppeln müßten, um den NATO-Kriterien zu entsprechen. (Abg. Ing. Reichhold: Woher hast du das mit den 20 000 Millionen?) Das ist Geld, von dem ich rede, lieber Kollege! (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem NATO-Beitritt zu tun, lieber Freund! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!) Das ist das gute Recht eines Staatsbürgers, selbstverständlich, Herr Kollege.(Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!) Nein, nicht eines Beamten, der im Landesverteidigungsministerium eine hohe Funktion hat und sich auch in den Vollzugsakten daran zu halten hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sein gutes Recht!) Das ist das gute Recht eines Staatsbürgers, selbstverständlich, Herr Kollege.(Abg. Scheibner: Auch eines Beamten!) Nein, nicht eines Beamten, der im Landesverteidigungsministerium eine hohe Funktion hat und sich auch in den Vollzugsakten daran zu halten hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das sind Experten, die wissen, worum es geht!
Sie werden von diesem Parlament kontrolliert, und Sie haben... (Abg. Scheibner: Das sind Experten, die wissen, worum es geht!)
Abg. Scheibner: Wer ist "wir"?
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Verehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Für die Volkspartei gilt auch im Bereich der äußeren Sicherheit, daß das Beste an Sicherheit für Österreich gerade gut genug ist. Wir in Österreich – und sonst niemand! – bestimmen, wann und unter welchen Bedingungen wir in ein europäisches Sicherheitssystem eintreten. (Abg. Scheibner: Wer ist "wir"?) – Österreich, die Institutionen, die dazu befugt sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das haben sie gar nicht kritisiert!
Abgeordneter Hans Helmut Moser (Liberales Forum): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Zur Diskussion über diese Antwort des Verteidigungsministers zur parlamentarischen Anfrage der Grünen möchte ich einmal generell festhalten, daß mir die Beantwortung doch etwas zu dürftig erscheint, und insofern habe ich ein gewisses Verständnis dafür, daß die Grünen (Abg. Scheibner: Das haben sie gar nicht kritisiert!) – ich komme schon noch darauf zurück – diese Diskussion heute verlangt haben.
Abg. Scheibner: Der Klubobmann auch!
Herr Bundesminister! Sie erklären, an der NATO führt kein Weg vorbei. Ich kann Ihnen durchaus zustimmen in dieser Frage, aber Ihr Parteichef sagt etwas anderes oder will etwas anderes. (Abg. Scheibner: Der Klubobmann auch!) Sie sagten beispielsweise am 23. Juli, daß 1997 über den NATO-Beitritt entschieden werden wird. Heute kam Kollege Maitz heraus und sagte, daß 1998 darüber entschieden werden wird, weil es so in der Regierungserklärung steht.
Abg. Scheibner: Dem Wabl nicht! Er hat etwas ganz anderes kritisiert!
Abgeordnete Mag. Doris Kammerlander (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Es freut mich ja, daß einigen auch aufgefallen ist, daß die Antworten sehr dürftig sind. (Abg. Scheibner: Dem Wabl nicht! Er hat etwas ganz anderes kritisiert!) Das ist auch der Grund für diese Besprechung, denn eine solch magere Antwort ist überhaupt keine Antwort. (Beifall bei den Grünen.) Da kann man das parlamentarische Instrument der Anfragen in Zukunft einstellen, wenn die Minister sich daran ein Beispiel nehmen und in Zukunft derart verfahren. (Abg. Fink: Das Protokoll der Rede vom Wabl nachlesen!)
Abg. Scheibner: Deshalb wird man Sie nicht wählen!
Wer hat denn gesagt, daß unsere Plakate so eine Verwirrung gestiftet haben? – Das ehrt ja unsere Plakate, wenn sie so eine Aufmerksamkeit finden und so viele Leute, wie Sie hier behaupten, sich das dann wirklich überlegen. Das wäre ja der Sinn der Plakate. Ich würde mich freuen, wenn das am 13. Oktober den Ausschlag gäbe. (Abg. Scheibner: Deshalb wird man Sie nicht wählen!) Aber das hier (die Rednerin hält neuerlich die genannte Broschüre in die Höhe) , an jeden Haushalt geschickt, verunsichert noch viel, viel mehr, das sage ich Ihnen.
Abg. Scheibner: Ich habe sie nicht gekriegt!
Was haben denn die Wähler und Wählerinnen in den letzten Wochen gelesen? – Sie haben gelesen, daß die Bundesregierung immer wieder beteuert: Wir sind ganz klar für die Neutralität, wir weichen davon nicht ab!, gleichzeitig aber lesen sie Aussagen von einzelnen Regierungsmitgliedern wie: Na ja, man kann sich das schon vorstellen! Warum nicht? Je früher, desto besser! – Und ins Haus bekommen sie diese "nette" Informationsbroschüre geliefert. (Abg. Scheibner: Ich habe sie nicht gekriegt!)
Abg. Scheibner: Aber nein!
Sehen Sie, Herr Kollege Scheibner, während Sie bereits von der zukünftigen Wertegemeinschaft träumen und hier den polnischen Verteidigungsminister zitieren, hat unser Herr Verteidigungsminister ganz andere Vorstellungen von der zukünftigen Wertegemeinschaft. Er bezeichnet diese zukünftige Wertegemeinschaft geradezu als Herd neuer potentieller Gefahren. Er sagt, das sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. Diese Länder, die Sie in die Wertegemeinschaft hereinholen wollen, sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. (Abg. Scheibner: Aber nein!) Er schreibt wortwörtlich in dieser Broschüre, daß es die "Minderheitenkonflikte in den bedrohten neuen Demokratien" sind, die uns bedrohen. (Abg. Scheibner: Deshalb muß man sie ja hereinholen!)
Abg. Scheibner: Deshalb muß man sie ja hereinholen!
Sehen Sie, Herr Kollege Scheibner, während Sie bereits von der zukünftigen Wertegemeinschaft träumen und hier den polnischen Verteidigungsminister zitieren, hat unser Herr Verteidigungsminister ganz andere Vorstellungen von der zukünftigen Wertegemeinschaft. Er bezeichnet diese zukünftige Wertegemeinschaft geradezu als Herd neuer potentieller Gefahren. Er sagt, das sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. Diese Länder, die Sie in die Wertegemeinschaft hereinholen wollen, sind die neuen Gefahren, die Österreich bedrohen. (Abg. Scheibner: Aber nein!) Er schreibt wortwörtlich in dieser Broschüre, daß es die "Minderheitenkonflikte in den bedrohten neuen Demokratien" sind, die uns bedrohen. (Abg. Scheibner: Deshalb muß man sie ja hereinholen!)
Abg. Scheibner: Sie werden das schon organisiert haben! Sie haben das sicher schon organisiert!
Ich bedauere ja nur, daß sich die Kollegen aller anderen Fraktionen hier nach dem Motto verhalten: Streift nicht an uns an! Oh pfui! Was macht ihr denn da? Es ist am Ende gar Wahlkampf! – Ich sage Ihnen etwas: Wenn ich einen Wahlkampfauftritt will – wenn ich mir das so anschaue: von den Medien ist niemand mehr da, von den Kolleginnen und Kollegen sind nur noch ganz wenige da (Abg. Scheibner: Sie werden das schon organisiert haben! Sie haben das sicher schon organisiert!) –, dann stelle ich mich auf den nächsten Marktplatz, da habe ich ein größeres Publikum und ein besseres Echo als bei Ihnen und wahrscheinlich auch ein größeres Verständnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schieder: Aber da darf dann der Voggenhuber stehen und nicht Sie!)
Sitzung Nr. 43
überreicht vom Abgeordneten Herbert Scheibner
Petition betreffend "Vorrang für Österreichs Sicherheit durch eine Österreichische Sicherheitsdoktrin und die Anpassung des Landesverteidigungsplanes 85 (LVP 85)" (Ordnungsnummer 15) (überreicht vom Abgeordneten Herbert Scheibner )
Sitzung Nr. 44
Abg. Scheibner: Beantworten Sie die Frage! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Bundesminister für Finanzen Mag. Viktor Klima: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Entschuldigung, aber ich habe die Frage akustisch nicht verstanden, weil ein bißchen ein höherer Geräuschpegel vorhanden war. (Abg. Scheibner: Beantworten Sie die Frage! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ich bin heute den ganzen Tag im Parlament, ich habe Zeit. (Rufe bei den Freiheitlichen: Wir auch!)
Sitzung Nr. 47
Abg. Scheibner: Das ist überhaupt keine Sonderkonstruktion!
Würden Sie es mit Ihrem Ansinnen wirklich ernst meinen und sagen, da hat der Staat nichts zu regeln, da hat der Staat nichts zu bestimmen, dann könnten Sie ja wohl dem gemeinsamen Antrag der SPÖ, der Grünen und Liberalen zustimmen und müßten hier nicht noch im letzten Augenblick eine solche Sonderkonstruktion einbringen. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt keine Sonderkonstruktion!) Na schon, denn sie beseitigt weder Ungleichheit noch Diskriminierung (Abg. Scheibner: Das ist eine sinnvolle Differenzierung!) , und das ist ja ein wesentliches Faktum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Sie erfassen nicht, daß hier differenziert wird!)
Abg. Scheibner: Das ist eine sinnvolle Differenzierung!
Würden Sie es mit Ihrem Ansinnen wirklich ernst meinen und sagen, da hat der Staat nichts zu regeln, da hat der Staat nichts zu bestimmen, dann könnten Sie ja wohl dem gemeinsamen Antrag der SPÖ, der Grünen und Liberalen zustimmen und müßten hier nicht noch im letzten Augenblick eine solche Sonderkonstruktion einbringen. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt keine Sonderkonstruktion!) Na schon, denn sie beseitigt weder Ungleichheit noch Diskriminierung (Abg. Scheibner: Das ist eine sinnvolle Differenzierung!) , und das ist ja ein wesentliches Faktum! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Graf: Sie erfassen nicht, daß hier differenziert wird!)
Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr! Es geht um den Schutz von Jugendlichen!
Ich weiß schon, daß Sie natürlich davon ausgehen, daß ein Teil der Jugendlichen damit erfaßt ist, nämlich jener Teil, der älter als 16 oder gerade 16 Jahre alt ist. Aber es ist eben nur ein Teil, und – noch einmal: – das beseitigt nicht den Zustand, den wir haben, das beseitigt nicht die Situation, daß Menschen aufgrund ihrer sexuellen Neigung diskriminiert werden. (Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr! Es geht um den Schutz von Jugendlichen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Stellen Sie das richtig, Herr Minister! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich möchte aber noch hinzufügen, daß Herr Sektionschef Stanzel nach einem Gespräch mit mir eine Lösung angeboten und gefunden hat, die sicherstellt, daß er nicht in den Insider-Verdacht kommt. Er wird nach der Legung der Bilanz über das Jahr 1996 seine Aktien abgeben und anschließend in der Hauptversammlung nach Absprache mit den Rechtsanwälten im australischen Bereich seinen Aufsichtsratssitz zurücklegen. – Das müssen Sie jedoch schon wissen, denn das habe ich Ihnen erzählt. Wie gesagt: Ich finde Ihre Verhaltensweise nicht sehr fair. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Stellen Sie das richtig, Herr Minister! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 48
Abg. Scheibner: So ist es!
Oder: die sozialrechtliche Absicherung von Tagesmüttern. Dazu habe ich schon zum vierten Mal einen Antrag eingebracht. Er steht morgen auf der Tagesordnung – zum vierten Mal – in erster Lesung. Warum wollen Sie das nicht akzeptieren, daß wir das auf parlamentarischer Ebene fordern? Sie machen nur Lippenbekenntnisse dazu. (Abg. Scheibner: So ist es!)
Sitzung Nr. 51
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es! – Abg. DDr. Niederwieser: Herr Präsident, was soll das?!
Sie wissen das sehr wohl, Herr Kollege Lukesch, aber Sie verbreiten ja sehr viele Unwahrheiten von hier aus (Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen) im Zusammenhang mit diesem gesamten Komplex. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es! – Abg. DDr. Niederwieser: Herr Präsident, was soll das?!)
Abg. Schieder: Das hat Scheibner nicht gesagt! Er hat sich über den Minister beschwert!
Persönliche Anmerkung: Kollege Scheibner! Der Vorsitzende des Innenausschusses, Kollege Elmecker, kann sich in eigener Sache selbst am besten verteidigen. Nur: Der Vorhalt, es seien Wortmeldungen nicht angenommen worden, trifft meiner Meinung nach, und ich war fünfeinhalb Stunden lang, von der ersten Minute bis zur letzten Minute, im Innenausschuß dabei, nicht zu. (Abg. Schieder: Das hat Scheibner nicht gesagt! Er hat sich über den Minister beschwert!) Nein! Er hat unter anderem in seinen Beitrag auch gesagt, es seien Wortmeldungen zum Thema Zivildienst nicht entgegengenommen worden.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Was haben Sie mit dem Scheibner? Das Armutschkerl! Das arme Bürscherl!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (fortsetzend): Er hat den Abgeordneten Scheibner so behandelt, als ob es eine Kühnheit wäre, ihn überhaupt etwas zu fragen. Das lassen wir uns nicht gefallen, und das können Sie dem Innenminister auch ausrichten! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Was haben Sie mit dem Scheibner? Das Armutschkerl! Das arme Bürscherl!)
Sitzung Nr. 52
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Phantasiezahlen!
Darf ich Ihnen das genaue Ergebnis mitteilen – ich kann es Ihnen sogar ganz genau sagen – : Zwischen 1993 und 1995/1996 waren im Durchschnitt über 35 000 Soldaten eingesetzt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Phantasiezahlen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber Sie streuen ja diese Gerüchte aus!
Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Sehr geehrter Herr Abgeordneter! Zum Unterschied von manchen anderen orientiere ich mich nicht an Gerüchten, sondern an Fakten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber Sie streuen ja diese Gerüchte aus!)
Abg. Scheibner: Aber die hat es ja gar nicht gegeben!
Trotzdem ist es selbstverständlich auch in diesem Personalrahmen mein Bestreben, das Personal zunehmend aus administrativen Tätigkeiten im Hinblick auf Kampffunktionen umzugruppieren. Wir haben diesbezüglich bereits eine sehr einschneidende Maßnahme durchgeführt. Es war das Bundesministerium für Landesverteidigung das erste Ressort, das in den neunziger Jahren – freiwillig, nicht auf Auftrag oder weil es ein Sparpaket gegeben hat – ein Rationalisierungsprogramm eingeleitet hat. Wir haben seither bis 1997 über 2 000 Planstellen eingespart (Abg. Scheibner: Aber die hat es ja gar nicht gegeben!) , real eingespart, nicht nur auf dem Papier, und haben gleichzeitig mit der HG-Neu beschlossen, daß wir einen geringen Teil davon, nämlich 200 Planstellen, aus dem administrativen Teil in den Bereich der Truppe hinüber verlagern. Und das wird auch in der Zukunft fortgesetzt werden.
Abg. Scheibner: Also wie lange soll der dauern?
Nun möchte ich anhand einiger Punkten erklären, warum ich meine, daß diese Zivildienstregelung, diese Neuregelung eine schlechte ist. Meine Damen und Herren! Ein wichtiger Punkt aus meiner Sicht ist die Dauer des Zivildienstes. Bisher gab es die sogenannte Ziehharmonikaregelung: elf oder zwölf Monate. Es hat – und das hat auch der Herr Verteidigungsminister in der Fragestunde klar zum Ausdruck gebracht – bisher kein Anlaß bestanden, von der 11-Monate-Regelung wegzugehen, weil Grundwehrdiener dem Bundesheer in ausreichender Zahl zur Verfügung gestanden sind. Daher bestand überhaupt kein Anlaß, die Dauer des Zivildienstes plötzlich mit zwölf Monaten festzulegen. Das ist eine willkürliche Regelung, und ich meine daher, daß sie deshalb abzulehnen ist. (Abg. Scheibner: Also wie lange soll der dauern?)
Abg. Scheibner: Wir, aus Überzeugung!
Es wäre eine faire Regelung gewesen, Kollege Scheibner, wenn wir zehn Monate für den Zivildienst festgelegt hätten. Ich weiß, Kollege Scheibner, du kommst jetzt mit den 16 Monaten daher. Wir haben schon einmal darüber debattiert. Ich habe einmal darauf hingewiesen, daß, wenn die Dauer des Zivildienstes als Instrument eingesetzt und verwendet werden soll, den Zugang zum Zivildienst entsprechend zu begrenzen, das nur dann sinnvoll ist, wenn sie länger als zwölf Monate beträgt. Wenn jedoch nicht einmal der Verteidigungsminister selbst eine längere Zivildienstdauer als zehn oder zwölf Monate will, wer soll dann 16 Monate verlangen? (Abg. Scheibner: Wir, aus Überzeugung!)
Abg. Scheibner: Wir wissen aber, daß er zu wenige hat! Wir wissen doch, daß das nicht stimmt, was er sagt!
Meine Damen und Herren! Noch etwas: Es hat sich herausgestellt, daß eine Verlängerung des Zivildienstes nicht notwendig ist, weil es genügend Grundwehrdiener für das Bundesheer gibt. Der Verteidigungsminister hat das heute auch klar und eindeutig gesagt. (Abg. Scheibner: Wir wissen aber, daß er zu wenige hat! Wir wissen doch, daß das nicht stimmt, was er sagt!)
Abg. Scheibner: Das gilt aber für die Grundwehrdiener dann auch!
Sie wissen, daß der Zivildienst auf zwölf Monate verlängert wurde, obwohl es jedes Arbeitszeitgesetz verbietet, daß heute jemand elfeinhalb Monate ohne Unterbrechung durcharbeitet. (Abg. Scheibner: Das gilt aber für die Grundwehrdiener dann auch!)
Abg. Scheibner: Frau Kollegin! Das war aber jetzt sehr unsachlich!
Ich und wir Grünen können es nicht auf uns sitzen lassen, daß junge Männer, die bereit sind, Zivildienst zu machen, eklatant schlechtergestellt werden. Wir können das nicht zulassen! Deshalb bringen wir einen Abänderungsantrag ein, der beinhaltet, daß es zu keiner Ungleichstellung von Zivildienern kommen darf, egal, wie alt sie sind, und egal, wann sie sich entschieden haben, ihr Gewissen zu prüfen, um festzustellen, daß sie absolut nicht zum Bundesheer gehen wollen und auch nicht können, weil ihr Menschsein nicht zuläßt, daß sie den Sozialbereich vernachlässigen und stattdessen Sandkastenspiele machen und in der Erde herumbuddeln. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin! Das war aber jetzt sehr unsachlich!)
Abg. Scheibner: Den Puttinger!
Um auf den Herrn Minister zurückzukommen: Sie haben davon gesprochen, daß innerhalb Europas Flugdestinationen attraktiver gestaltet und positioniert werden sollen. Aber da haben wir schon einen Hasenfuß in Österreich. (Abg. Scheibner: Den Puttinger!) Wir haben die höchsten Landegebühren, wir haben Landevorschriften, bei denen sich wirklich jeder an den Kopf greift und sagt, Österreich kann man nicht anfliegen. Bestes Beispiel: Arnold Schwarzenegger mußte in Salzburg landen, weil sein Jet für Graz zu laut war. Hingegen hat man aber bei der letzten Konferenz in Graz, wo es um Abgasbestimmungen gegangen ist, bezüglich der vielen "Ostbomber" – unter Anführungszeichen – überhaupt nichts unternommen, obwohl die uns die Luft über Graz wirklich verpestet haben. Da geht es also sehr wohl, aber wenn ein Privater Österreich anfliegt, ist er plötzlich zu laut.
Abg. Scheibner: Seien Sie vorsichtig!
Ich frage weiters: Ist es nicht zufälligerweise der Innenminister (Abg. Mag. Ederer: Nichts ist zufällig?) , der der SPÖ angehört, der in der Angelegenheit Zivildienst eine Vereinbarung mit dem Verteidigungsminister geschlossen hat, von der er selbst sagt, sie sei in Ordnung? Das ist die Conclusio daraus. Ich lege bei diesem Thema nicht ungern meinen Finger in die offenen Wunden der SPÖ (Abg. Scheibner: Seien Sie vorsichtig!) , und ich lege ihn deswegen hinein, weil ich an diesem Beispiel dokumentieren kann, wie zwiespältig die SPÖ in der Öffentlichkeit und hier im Parlament auftritt. Einerseits fordert die Junge Generation der SPÖ, acht Monate sind genug, und sie lädt dazu ein, in dieser Angelegenheit aktiv zu werden, und andererseits steht der zuständige Innenminister hier und sagt, zwölf Monate seien genug; ich stehe zu diesem Kompromiß. (Abg. Wabl: Falsch! Das ist ein fauler Kompromiß!)
Abg. Scheibner: Der kommt noch!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben jetzt den Antrag nicht eingebracht. (Abg. Scheibner: Der kommt noch!) Er kommt noch. Gut.
Abg. Scheibner: Die Fliegerbombe auch!
Meine Damen und Herren! Ich meine, daß die Anti-Personen-Mine auch völkerrechtswidrig ist, weil sie sich nicht ausschließlich gegen militärische Ziele, gegen Armeen oder Soldaten richtet, sondern auch gegen Zivilisten. (Abg. Scheibner: Die Fliegerbombe auch!) Wir kennen ja die Situation. Es wäre falsch, davor die Augen zu verschließen.
Abg. Scheibner: Aber sie haben doch einen Selbstzerstörungsmechanismus!
Diese Minen sind auch nicht wirklich räumbar, meine Damen und Herren, und das ist die große Problematik, die große Crux am Einsatz von Anti-Personen-Minen. (Abg. Scheibner: Aber sie haben doch einen Selbstzerstörungsmechanismus!) Der Selbstzerstörungsmechanismus, lieber Kollege Scheibner, das ist ein theoretischer Ansatz, der in Wirklichkeit äußerst zweifelhaft ist. Das beste ist, überhaupt keine Anti-Personen-Minen zu verwenden, derartige Minen erst gar nicht einzusetzen. (Neuerlicher Beifall beim Liberalen Forum sowie bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Kollege Ofner wird Ihnen das erklären!
Ihre Fraktion hat im Ausschuß sehr heftig argumentiert, daß Minen zur Verteidigung Österreichs notwendig seien. Ich glaube durchaus, daß wir zumindest dem einen oder anderen – und Ihre Kollegin Partik-Pablé hat ja im Ausschuß für unseren gemeinsamen Antrag gestimmt – glaubhaft machen können, daß Anti-Personen-Minen nichts mit der Verteidigung und mit der Sicherheit im Verteidigungsfall zu tun haben, sondern daß sie jedenfalls immer zur Schädigung der Zivilbevölkerung beitragen. Wir haben Ihnen damals im Ausschuß auch diese Zahlen genannt: 9 von 10 Opfern sind immer Zivilisten. (Abg. Scheibner: Kollege Ofner wird Ihnen das erklären!) Da hat die Anti-Personen-Mine nichts mehr mit Verteidigung zu tun, das ist ganz klar: Sie geht auf Kosten der Zivilisten.
Abg. Scheibner: Selbstzerstörung, Frau Kollegin!
Diese Minen sind – entgegen allen Behauptungen – eben nicht so leicht auffindbar und räumbar, weil sie oft in unwegsamem Gelände liegen, was aber nicht verhindert, daß Menschen, wenn sie ihre Felder wieder pflügen wollen, auf eine solche Mine treten und verletzt werden. (Abg. Scheibner: Selbstzerstörung, Frau Kollegin!) Auch diese Mär von der Selbstzerstörung hilft nichts, da eben Kinder und Zivilisten trotzdem auf Minen steigen können, wenn diese noch nicht zerstört wurden.
Sitzung Nr. 53
Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: War das gestern keine Parteitaktik, daß Sie gestern nicht da waren bei der Abstimmung?
Daß es ein sensibles Thema ist, lieber Jörg, das wissen wir. Daß du aber aus parteitaktischen Gründen die Ängste ausnützt und damit destabilisierst, weil du das Wort "Staatsräson" in deinem Wortschatz nicht kennst, das ist ein Vorwurf, den ich dir immer wieder machen muß. (Beifall beim Liberalen Forum und bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: War das gestern keine Parteitaktik, daß Sie gestern nicht da waren bei der Abstimmung?)
Sitzung Nr. 57
Abg. Scheibner legt zwei große Stöße schriftlicher Unterlagen auf das Rednerpult. – Abg. Koppler: Es ist keine Schande, wenn einer arbeitet! – Beifall.
Als erste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Rossmann. – Bitte sehr. (Abg. Scheibner legt zwei große Stöße schriftlicher Unterlagen auf das Rednerpult. – Abg. Koppler: Es ist keine Schande, wenn einer arbeitet! – Beifall.)
Abg. Scheibner: Zitieren Sie weiter aus dem vertraulichen Protokoll, Herr Kollege Wurmitzer!
Es gibt auch abenteuerliche Äußerungen von Abgeordneten in diesem Ausschuß; auch diese möchte ich dem Hohen Haus nicht vorenthalten. (Abg. Wabl: Das ist ja unverschämt, Herr Abgeordneter! Na so etwas!) Ein Zitat: "Es ist nicht sinnvoll, die eigenen Transportverbände in Bosnien von anderen Einheiten luftraummäßig abschirmen zu lassen." – Das sagte ein Abgeordneter der Opposition im Ausschuß. (Abg. Wabl: Der Herr Farnleitner hat kein Wort gesagt, und das wollten wir öffentlich machen!) Dieser Abgeordnete versteigt sich zu dieser Feststellung, hat aber keine Ahnung, was ein internationaler Einsatz bedeutet und daß es absolut unmöglich ist, österreichische Luftraumsicherungsverbände nach Bosnien zu verlagern. (Abg. Scheibner: Zitieren Sie weiter aus dem vertraulichen Protokoll, Herr Kollege Wurmitzer!)
Abg. Scheibner: Eine rechtliche Grundlage brauchen wir dafür!
Wir bekennen uns zur Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Überlegungen im Zusammenhang mit Beschaffungsvorgängen im österreichischen Bundesheer. Wir sehen nichts Schlechtes in solchen volkswirtschaftlichen Überlegungen, ja wir halten es für durchaus wünschenswert, daß auch volkswirtschaftliche – und nicht nur militärische – Überlegungen in Beschaffungsvorgänge mit einfließen. (Abg. Scheibner: Eine rechtliche Grundlage brauchen wir dafür!)
Abg. Scheibner: Wieso sagt der Rechnungshof das Gegenteil?
Was wollen wir also mehr, als daß die militärische, die volkswirtschaftliche und die verfassungsmäßige Richtigkeit klargestellt sind? Diese Entscheidung war also eindeutig richtig. Und das hat sich auch sehr, sehr gut bewährt, wie uns wiederum die externen, unabhängigen Sachverständigen als Gutachter bei den Kompensationsgeschäften gezeigt haben, ebenso die im Wirtschaftsministerium befaßte Sektion Industrie, die diese Kompensationsgeschäfte überprüft. (Abg. Scheibner: Wieso sagt der Rechnungshof das Gegenteil?)
Sitzung Nr. 58
Abg. Scheibner: Nur theoretisch!
Ich möchte hier mit dieser Fehleinschätzung aufräumen, die öfters vorgebracht wird, daß es den kleinen Oppositionsparteien darum geht, die Volksanwaltschaft zu vergrößern. Weil es damals nur drei Parteien im Nationalrat gab, gab es auch nur drei Volksanwälte, und jetzt soll es fünf geben oder, wenn es sechs Parteien gibt, sechs. – Ganz im Gegenteil! Die Zahl und der Aufbau des Amtes und der Institution erscheinen uns absolut zweckentsprechend, ebenso die Arbeitsaufteilung und somit die Möglichkeit, über das ganze Bundesgebiet zu wirken. Uns geht es nicht darum, die Zahl der Volksanwälte zu erhöhen, sondern uns geht es darum, daß diese Proporzaufteilung aufhört. Die drei mandatsstärksten Parteien haben die Möglichkeit zu nominieren, und die anderen können nicht einmal mitreden, ob ihnen die KandidatInnen passen oder nicht. Es ist ja so, daß die viert- und die fünftstärkste Partei, selbst wenn sie theoretisch gemeinsam größer wären als die drittstärkste Partei, nicht die Möglichkeit haben, jemanden zu nominieren und sich durchzusetzen. (Abg. Scheibner: Nur theoretisch!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Kollege Scheibner macht gerade einen Zwischenruf. Das würde ich nicht empfehlen, weil gerade die Freiheitliche Partei tritt ja immer wieder gegen Postenschacher auf (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) und dagegen, daß irgendwelche politischen Sphären zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt werden. Dort, wo ihr mitnaschen könnt, tut ihr es völlig ungehemmt. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Pilz?) Eine Initiative der Freiheitlichen, um diese gesetzliche Bestimmung abzuändern, würde ich mir, um ein klein wenig Glaubwürdigkeit in das, was sonst gesagt wird, zu bringen, wünschen. (Abg. Scheibner: Wenn es darum geht, mit der SPÖ gemeinsam eine Geschäftsordnungsreform gegen die Freiheitlichen zu beschließen, da sind Sie ganz ruhig!)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem Pilz?
Kollege Scheibner macht gerade einen Zwischenruf. Das würde ich nicht empfehlen, weil gerade die Freiheitliche Partei tritt ja immer wieder gegen Postenschacher auf (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) und dagegen, daß irgendwelche politischen Sphären zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt werden. Dort, wo ihr mitnaschen könnt, tut ihr es völlig ungehemmt. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Pilz?) Eine Initiative der Freiheitlichen, um diese gesetzliche Bestimmung abzuändern, würde ich mir, um ein klein wenig Glaubwürdigkeit in das, was sonst gesagt wird, zu bringen, wünschen. (Abg. Scheibner: Wenn es darum geht, mit der SPÖ gemeinsam eine Geschäftsordnungsreform gegen die Freiheitlichen zu beschließen, da sind Sie ganz ruhig!)
Abg. Scheibner: Wenn es darum geht, mit der SPÖ gemeinsam eine Geschäftsordnungsreform gegen die Freiheitlichen zu beschließen, da sind Sie ganz ruhig!
Kollege Scheibner macht gerade einen Zwischenruf. Das würde ich nicht empfehlen, weil gerade die Freiheitliche Partei tritt ja immer wieder gegen Postenschacher auf (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) und dagegen, daß irgendwelche politischen Sphären zwischen Rot und Schwarz aufgeteilt werden. Dort, wo ihr mitnaschen könnt, tut ihr es völlig ungehemmt. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Pilz?) Eine Initiative der Freiheitlichen, um diese gesetzliche Bestimmung abzuändern, würde ich mir, um ein klein wenig Glaubwürdigkeit in das, was sonst gesagt wird, zu bringen, wünschen. (Abg. Scheibner: Wenn es darum geht, mit der SPÖ gemeinsam eine Geschäftsordnungsreform gegen die Freiheitlichen zu beschließen, da sind Sie ganz ruhig!)
Abg. Scheibner: Aber nur anscheinend!
Auf der anderen Seite freut es mich, daß Sie mich anscheinend als Finanzminister nicht missen mögen (Abg. Scheibner: Aber nur anscheinend!) und mich so oft noch ins Parlament als Finanzminister holen. Das freut mich schon! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Das ist die unterschiedliche Behandlung zu Vranitzky!)
Abg. Scheibner: In welcher Funktion?
Daß nicht alle Mittel für das Burgenland ausgelöst werden, wird sicher nicht zutreffen. Unser Landeshauptmann Karl Stix als Vater des Ziel-1-Gebietes wird da den Strukturausgleich ganz bestimmt schaffen (Abg. Scheibner: In welcher Funktion?) und wird auch, wenn er Landeshauptmann bleibt, dafür sorgen, daß er diese positive Arbeit zu Ende führen kann. Wenn nicht, wird er zweifellos ein Gewinn für die Bundesregierung sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ihr setzt euch zwischen zwei Sessel! Das ist eure Politik!
Meine Damen und Herren! Wenn das nicht neu, wenn das nicht revolutionär ist, dann frage ich mich, wie man heute bei einer Hüftschußpolitik auf der einen Seite, die verlangt, die Neutralität sofort abzuschaffen, während eine andere Seite verlangt, nur ja ewig neutral zu bleiben, entscheiden sollte. (Abg. Scheibner: Ihr setzt euch zwischen zwei Sessel! Das ist eure Politik!) Nein, wir setzen uns nicht zwischen zwei Sessel (Abg. Dr. Graf: Sondern in den Wartesaal!) , sondern wir gehen den seriösen Weg, und das würde ich auch der Freiheitlichen Partei sehr empfehlen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 60
Abg. Scheibner: Trauerrede! Trauersitzung!
Österreich ist ein erfolgreiches Land. Trotzdem gibt es Widersprüche, die wir erkennen und erkennen müssen. Wir haben hohen Wohlstand, wir sind das drittreichste Land der Europäischen Union – aber gleichzeitig gibt es Armut und Menschen, die der Grenze zur Armut näherrücken. Wir haben eine steigende absolute Zahl von Beschäftigten – trotzdem gibt es eine steigende Zahl von Arbeitslosen. (Abg. Mag. Stadler: Wie lange regiert ihr schon?) Die Kriminalitätsrate sinkt – trotzdem gibt es ein subjektives Gefühl von Unsicherheit in der Bevölkerung. (Abg. Scheibner: Trauerrede! Trauersitzung!)
Abg. Scheibner: Und die ein Erdbeben verursachen!
Das ist nur eine kleine Auswahl von Zeichen fundamentaler Umbrüche, die unsere Welt derzeit erfährt. Lester Thurow beschreibt das mit einem Bild tektonischer Platten, die sich kaum merkbar, aber unaufhaltsam aufeinander zu bewegen (Abg. Scheibner: Und die ein Erdbeben verursachen!) und schließlich zusammenstoßen. Die darauffolgenden Veränderungen führen zu Verwerfungen und Ausbrüchen, die in ihrem plötzlichen Auftreten nur dann verständlich sind, wenn man die langsamen, aber stetigen Veränderungen darunter erkennt. Es bewegt sich vieles, meine sehr geehrten Damen und Herren, das schon einmal zu einer Eruption geführt hat. (Abg. Scheibner: Platten verursachen Veränderungen!) Kommunismus in Europa, Kalter Krieg, zwei einander gegenüberstehende Supermächte sind Geschichte. (Abg. Mag. Stadler: Es war einmal! – Ruf bei den Freiheitlichen: Märchenstunde!) Unsere Zeit ist eine Zeit der Differenzierung der internationalen Kräfteverhältnisse, in der sich eine neue internationale Ordnung erst entwickelt.
Abg. Scheibner: Platten verursachen Veränderungen!
Das ist nur eine kleine Auswahl von Zeichen fundamentaler Umbrüche, die unsere Welt derzeit erfährt. Lester Thurow beschreibt das mit einem Bild tektonischer Platten, die sich kaum merkbar, aber unaufhaltsam aufeinander zu bewegen (Abg. Scheibner: Und die ein Erdbeben verursachen!) und schließlich zusammenstoßen. Die darauffolgenden Veränderungen führen zu Verwerfungen und Ausbrüchen, die in ihrem plötzlichen Auftreten nur dann verständlich sind, wenn man die langsamen, aber stetigen Veränderungen darunter erkennt. Es bewegt sich vieles, meine sehr geehrten Damen und Herren, das schon einmal zu einer Eruption geführt hat. (Abg. Scheibner: Platten verursachen Veränderungen!) Kommunismus in Europa, Kalter Krieg, zwei einander gegenüberstehende Supermächte sind Geschichte. (Abg. Mag. Stadler: Es war einmal! – Ruf bei den Freiheitlichen: Märchenstunde!) Unsere Zeit ist eine Zeit der Differenzierung der internationalen Kräfteverhältnisse, in der sich eine neue internationale Ordnung erst entwickelt.
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: In welcher Faschingszeitung haben Sie denn das gelesen?
Was Sie soeben geboten haben, ist eine ungeheuerliche Mischung aus Unwahrheiten und Fehlinterpretationen. Aber ich verstehe schon, daß Sie nervös werden. Jüngste Meinungsumfragen zeigen: Ihnen laufen die Wähler davon, und ich verstehe das auch. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: In welcher Faschingszeitung haben Sie denn das gelesen?)
Abg. Scheibner: Kostelka zitiert Mölzer!
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Dr. Haider zitiert sehr gerne. Ich möchte ihm – ich kann nicht anders – heute aus einem Artikel der Zeitung "Die Presse" zitieren. Sein großartiger Grundsatzreferent, Andreas Mölzer (Abg. Scheibner: Kostelka zitiert Mölzer!) , schreibt dort wörtlich:
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Das zentrale Anliegen ist die Arbeitsplatzsicherung. Ich bin sehr froh, daß der Herr Bundeskanzler festgestellt hat, daß kein weiterer Ausverkauf erfolgen darf. In Ihren Reihen, meine Damen und Herren der Freiheitlichen, sitzt einer, der in Vorarlberg für den Ausverkauf von Unternehmen mitverantwortlich ist. Es ist ein Skandal, was dort in den letzten Tagen und Wochen durch die Vereinigung von Kästle und HTM in meinem Bundesland passiert ist, meine Damen und Herren. Diesen Ausverkauf haben Sie mitzuvertreten und diesen Skandal mit Verlust von Arbeitsplätzen genauso! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Die FPÖ ist immer schuld!) Reden Sie nicht immer von den anderen, sondern kehren Sie einmal bei sich selbst ein und verändern Sie Ihre Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe des Abg. Scheibner. )
Sitzung Nr. 63
Abg. Dr. Graf: 1987 war das! – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank aus! – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zunächst möchte ich einmal festhalten, daß die Steuer- und Abgabenquote zum Zeitpunkt der letzten Erhebung in Österreich mit 42 Prozent unter dem Schnitt der Europäischen Union, wo er 42,5 Prozent beträgt, liegt. (Abg. Haigermoser: Das stimmt ja schon lange nicht mehr! Wann war die letzte Erhebung?) 1995, Wifo-Studie 1995! (Abg. Dr. Graf: 1987 war das! – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank aus! – Abg. Ing. Reichhold: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Außerdem sind in den meisten OECD-Staaten die Steuern und Abgaben in den letzten 25 Jahren deutlich stärker gestiegen als in Österreich.
Abg. Scheibner: 1998, Herr Minister!
Ich glaube daher, daß es richtig ist, daß sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat, in der ersten Jahreshälfte 1997 einen umfassenden Bericht über alle weiterführenden Optionen zu geben (Abg. Scheibner: 1998, Herr Minister!) , der nach der Diskussion 1998 beschlußreif sein soll.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Es ist klar, daß es notwendig sein wird, mit dem Beitritt zur Westeuropäischen Union auch das Verhältnis zur NATO entsprechend zu definieren (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) – lieber Kollege Scheibner, laß mich ausreden! – und klarzustellen, daß das derzeitige Verhältnis zur NATO im Rahmen der "Partnerschaft für den Frieden" nicht ausreichend ist und daß es daher
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kollege Schieder, wie lange haben Sie das jetzt schon vorbereitet, dieses Zitat?
Hochverehrter Herr Kollege! Um in der militärischen Sprache auf Ihren Zwischenruf einzugehen: Ihr Zwischenrufgeschütz ist entweder schlecht justiert oder falsch bedient, es arbeitet zu laut und es trifft daneben. Also denken Sie bitte darüber nach, oder üben Sie sich in dieser Frage. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kollege Schieder, wie lange haben Sie das jetzt schon vorbereitet, dieses Zitat?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat sich nicht so angehört!
Sie werden sich wundern: Erstens wäre für eine Vorbereitung keine Chance, und zweitens fällt mir auch aus der Situation etwas ein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat sich nicht so angehört!)
Abg. Scheibner: Das ist etwas Positives für uns!
Meine Damen und Herren! Ich sage es noch einmal: An all den wichtigen Aktionen, die für eine Mitgliedschaft ins Treffen geführt werden, können wir solidarisch teilnehmen. Der springende Punkt einer Mitgliedschaft ist der Artikel 5 in Verbindung mit Artikel 6. (Abg. Scheibner: Das ist etwas Positives für uns!) Wir sehen, daß er an Bedeutung in der NATO verliert. Wir sehen, daß die alten Strukturen, die früher ausschließlich seinen Zielen dienten, zugunsten der neuen Handlungsmöglichkeiten zurückgedrängt werden. Aber er gilt noch – und in verschärfter Form auch in der WEU –, und das ist meiner Auffassung nach der rechtliche Prüfstein einer Organisation am Wege vom Militärbündnis zum Sicherheitssystem.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Es liegt kein Grund vor, innerstaatlich vorschnell und ohne die Entwicklung der nächsten Monate, in denen wichtige Sitzungen stattfinden, zu kennen, eine inhaltliche Festlegung anzupeilen. Dies umso mehr, als selbst jene Experten im Bereich der Landesverteidigung, die seit Jahren den sofortigen NATO-Beitritt verlangen – wie zum Beispiel jener Sektionschef, mit dem ich vor Tagen im Fernsehen diskutiert habe, oder jener Experte der Landesverteidigungsakademie, der in unserer Ausschußsitzung war –, uns bis heute nicht sagen können, wie hoch die Kosten eines Beitritts sein werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Kann sein!
Wenn Herr Kollege Moser hier steht und von einem WEU-Beitritt träumt und dabei völlig außer acht läßt, daß das der Briefkasten für die NATO ist, dann frage ich mich: Wollen sich die Liberalen wirklich mit dem Status einer Postkarte in einem Briefkasten zufriedengeben? (Abg. Scheibner: Kann sein!) Ist Ihre Politik sozusagen auf eine Grußkarte reduziert? Das klingt nach dem Motto: Da wollen wir auch dabei sein!, aber was das eigentlich ist und welche Briefkastenfirma dahinter steht, das interessiert Sie offensichtlich nicht mehr, das schieben Sie zur Seite, das tangiert Sie nicht. Dabei ist das das einzige, was sich bei diesem NATO-Gipfel geändert hat, den Sie so oft zitieren, um uns und vor allem der Bevölkerung weiszumachen, das Ganze wäre jetzt etwas völlig anderes. – Keine Rede davon!
Abg. Scheibner: Das kannst du ihm aber nicht vorwerfen, wenn der Antrag ein Jahr lang nicht behandelt wird!
Meine Damen und Herren! Ich möchte mich nun mit dem Antrag des leider abwesenden geschätzten Kollegen Moser auseinandersetzen. Er hat diesen Antrag auch heute verteidigt, ich möchte dazu aber folgendes klar festhalten – wenn man den Antrag liest, ergibt sich das eigentlich von selbst –: Es heißt im Antrag: Die Bundesregierung wird aufgefordert, umgehend mit der Westeuropäischen Union in Verhandlungen bezüglich eines Vollbeitritts Österreichs zu treten und bis spätestens zum Ende der im März 1996 beginnenden EU-Regierungskonferenz die Beitrittsverhandlungen abzuschließen. (Abg. Scheibner: Das kannst du ihm aber nicht vorwerfen, wenn der Antrag ein Jahr lang nicht behandelt wird!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Jahr nicht behandelt worden!
Lieber Kollege Scheibner! Dazu möchte ich auch etwas sagen: Dieser Antrag der Liberalen ist am 28. Februar 1996 eingelangt (Abg. Scheibner: Das ist ein Jahr nicht behandelt worden!) – das kann man nachlesen –, und bis zum Beginn der Regierungskonferenz – sie hat im März 1996 begonnen – sollten die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen sein. Ich glaube, das spricht für sich! (Abg. Scheibner: Wenn man sich bemüht hätte, schon!)
Abg. Scheibner: Wenn man sich bemüht hätte, schon!
Lieber Kollege Scheibner! Dazu möchte ich auch etwas sagen: Dieser Antrag der Liberalen ist am 28. Februar 1996 eingelangt (Abg. Scheibner: Das ist ein Jahr nicht behandelt worden!) – das kann man nachlesen –, und bis zum Beginn der Regierungskonferenz – sie hat im März 1996 begonnen – sollten die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen sein. Ich glaube, das spricht für sich! (Abg. Scheibner: Wenn man sich bemüht hätte, schon!)
Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!
Meine Damen und Herren! Unser aller Aufgabe ist es, Überzeugungsarbeit nach innen und nach außen zu leisten, damit wir zur rechten Zeit – das ist das entscheidende – die richtige Entscheidung treffen. Dafür steht die Volkspartei. (Abg. Wabl: Das gelingt aber nicht!) Wir können deshalb auch den Entschließungsanträgen des Kollegen Scheibner nicht zustimmen, weil sie in sich nicht schlüssig, die Versammlung betreffend zum Teil sogar sachlich unrichtig und verfrüht sind. (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!) Die Versammlung, der wir beide als Beobachter angehören, ist ein eigener organisatorische Körper, der in einer losen Verbindung zur NATO steht. Wenn im Entschließungsantrag steht, wir sollen mit der NATO verhandeln, um eine Assoziation zur NAA zu erreichen, dann ist das leider in sich unrichtig, nicht schlüssig und im wesentlichen verfrüht. (Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!)
Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!
Meine Damen und Herren! Unser aller Aufgabe ist es, Überzeugungsarbeit nach innen und nach außen zu leisten, damit wir zur rechten Zeit – das ist das entscheidende – die richtige Entscheidung treffen. Dafür steht die Volkspartei. (Abg. Wabl: Das gelingt aber nicht!) Wir können deshalb auch den Entschließungsanträgen des Kollegen Scheibner nicht zustimmen, weil sie in sich nicht schlüssig, die Versammlung betreffend zum Teil sogar sachlich unrichtig und verfrüht sind. (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt interessant!) Die Versammlung, der wir beide als Beobachter angehören, ist ein eigener organisatorische Körper, der in einer losen Verbindung zur NATO steht. Wenn im Entschließungsantrag steht, wir sollen mit der NATO verhandeln, um eine Assoziation zur NAA zu erreichen, dann ist das leider in sich unrichtig, nicht schlüssig und im wesentlichen verfrüht. (Abg. Scheibner: Sie wollen es nur nicht!)
Abg. Scheibner: Skandal! – Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört!
Darf ich Ihnen einen Beweis vorlegen? Aus dem Landtagsklub der Grünen in der Steiermark kam folgende Presseaussendung – Sie sollten sich das genau anhören – zum Thema Leistungsschau des Bundesheeres. Zuerst wird gegen die Leistungsschau protestiert – das ist natürlich jedermanns Recht –, und dann kommt der Text, den ich als ungeheuerlich empfinde: "Als besonders ekelhaft empfinden wir die Köderung von Kindern mit martialischen Kriegsgeräten und anderen, als harmlose Spielerei getarnten Programmpunkten. Wir rufen die Verantwortlichen in Militär und Politik auf" – jetzt müssen Sie genau zuhören! –: "Nehmt eure blutigen Pfoten von unschuldigen Kindern! Österreich hat wahrlich andere Sorgen, als sich weiterhin eine" – bitte genau zuhören! – "grenzdebile Armee zu leisten, die nur dazu gut ist, jungen Männern das Leben zu vergällen." (Abg. Scheibner: Skandal! – Abg. Dr. Khol: Das ist ja unerhört!) Armeen sind grundsätzlich sinnlos und dumm, sagen die Grünen. Das österreichische Heer freilich ist nur zu einem gut, nämlich es abzuschaffen!
Abg. Scheibner: Die Überlebenssicherung für die Wirtschaft!
Was ist mit den Radpanzern? 550 weitere "Pandur" haben Sie im Landesverteidigungsrat beschlossen, gemeinsam mit Herrn Moser, gemeinsam mit den Sozialdemokraten, gemeinsam mit Herrn Scheibner und mit Herrn Jung. Was kostet denn das? – 5,5 Milliarden Schilling! Wo sind den die Beschlüsse, die analog zu Ihrer großen Friedenssicherung existieren? Herr Scheibner! Wo sind Infrastrukturverbesserungen in diesen Dimensionen für die Reformländer? Dafür gibt es nicht einmal einen Bruchteil davon. (Abg. Scheibner: Die Überlebenssicherung für die Wirtschaft!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der zweite Punkt der Argumentationsgroteske: Herr Kollege Haider hat gemeint, ein NATO-Beitritt brächte mehr positive ökonomische Effekte als ein EU-Beitritt. – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vor dem Hintergrund der Zahlen, die über die Kosten zu diesem Thema auf dem Tisch liegen, geht das weit über die Nettobeiträge Österreichs zur Europäischen Union hinaus. Und ich frage mich schon heute, wie Sie die Kurve in der NATO-Frage irgendwann wieder einmal kratzen werden. In ein, zwei, drei, vier, fünf Jahren werden Sie nämlich wahrscheinlich das genaue Gegenteil von dem behaupten, was Sie heute hier gesagt haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!)
Abg. Scheibner: Sie haben das gesagt, nicht alle!
Dazu kommt noch, daß es ganz klare verfassungsgesetzliche Grundlagen gibt, und dazu kommt auch noch, daß im Zuge der EU-Diskussion alle gesagt haben, der Beitritt zur Europäischen Union heißt nicht Aufgabe der Neutralität. (Abg. Scheibner: Sie haben das gesagt, nicht alle!) Das hat auch der seinerzeitige Außenminister Dr. Mock gesagt. Kollege Schieder hat ausgeführt, warum es verfassungsrechtlich nicht sinnvoll ist, dem Text des Volksbegehrens zu folgen. Ich würde es aber, sollte sich Österreich irgendwann einmal dazu entschließen, nicht mehr neutral sein zu wollen, sondern und sich in ein Militärbündnis begeben zu wollen – WEU und NATO sind und bleiben klarerweise Militärbündnisse –, demokratisch fair finden, diese Frage einer Volksabstimmung zu unterziehen, denn ich meine, wenn man eine so weitreichende Entscheidung anstrebt, ist der demokratische Konsens in der Bevölkerung genauso erforderlich, wie es beim EU-Beitritt der Fall war. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sicherheitspolitisch!
Das, was Sie auf der Ebene der Ideologieproduktion betreiben, indem Sie sagen, daß Österreich infolge einer Nichtmitgliedschaft bei der NATO isoliert wäre, ist doch absolut lächerlich! Ein Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der OECD, aller internationaler Organisationen bis auf die NATO und die WEU kann per Definition nicht international isoliert sein. (Abg. Scheibner: Sicherheitspolitisch!) Ihre Vorschläge sind nicht von dem Bedürfnis nach Sicherheit in Österreich getragen, sondern vom Bedürfnis der Ideologieproduktion, des parteipolitischen Populismus, der nicht im Interesse des Friedens und der Sicherheit dieses Landes ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Jung: Eine Rede altmarxistischer Diktion!)
Abg. Scheibner: Woher haben Sie das jetzt wieder?
Es wäre für mich jetzt verlockend, mich über die krausen Argumente meines Vorredners zu verbreiten oder über die Argumente der FPÖ überhaupt, die zwar sagt – das hat auch mein Vorredner wieder gesagt –, die österreichische Neutralität wäre nur unter dem Schutz der NATO sicher gewesen, wenn die NATO sich aber erweitert, dann führt das zu Unsicherheit für uns. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das jetzt wieder?) Also diese absurde Logik muß einmal jemand erklären. Abgeordneter Scheibner folgert daraus, daß wir aufrüsten müssen, denn dann ist rundherum die NATO, die uns bis jetzt angeblich beschützt hat. (Abg. Scheibner: Sie haben ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen!) Sie ist dann das Gefährliche, das Unsicherheit für uns bringt.
Abg. Scheibner: Sie haben ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen!
Es wäre für mich jetzt verlockend, mich über die krausen Argumente meines Vorredners zu verbreiten oder über die Argumente der FPÖ überhaupt, die zwar sagt – das hat auch mein Vorredner wieder gesagt –, die österreichische Neutralität wäre nur unter dem Schutz der NATO sicher gewesen, wenn die NATO sich aber erweitert, dann führt das zu Unsicherheit für uns. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das jetzt wieder?) Also diese absurde Logik muß einmal jemand erklären. Abgeordneter Scheibner folgert daraus, daß wir aufrüsten müssen, denn dann ist rundherum die NATO, die uns bis jetzt angeblich beschützt hat. (Abg. Scheibner: Sie haben ein sehr selektives Wahrnehmungsvermögen!) Sie ist dann das Gefährliche, das Unsicherheit für uns bringt.
Abg. Scheibner: Haben Sie auch "Ho Tschi Minh!" geschrieen?
Ich will mich nicht weiter mit dieser krausen Argumentation beschäftigen, aber, weil da das Wort von den Achtundsechzigern gefallen ist, festhalten: Ich war im Gegensatz zu Herrn Haider und Co. und manchen, die damals politisch noch nicht einmal interessiert waren und sich nur in sehr rechten Kreisen herum ... (Abg. Scheibner: Haben Sie auch "Ho Tschi Minh!" geschrieen?) Herr Scheibner, Sie waren angeblich arbeitslos. Ich war auf der Straße und habe für die Freiheit der Tschechoslowakei demonstriert, ich habe gegen die russischen Panzer demonstriert, ich habe demonstriert, daß sich der tschechische Frühling verbreiten kann! (Beifall bei der SPÖ.) Ich bin auch stolz darauf, und Sie können mich hundertmal "Achtundsechzigerin" schimpfen, das ist mir egal! (Abg. Dr. Krüger: Frau Kollegin, wollen Sie jetzt die Achtundsechziger abwerten?)
Sitzung Nr. 64
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Ofner: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil!
Aus unserer Sicht sind Broschüren unzureichend, ist ein zusätzliches Aufblähen der Administration nicht geeignet, der Begabungsförderung eine neue Orientierung zu geben. Daher meinen wir, daß da für Sie, Frau Bundesministerin, Handlungsbedarf besteht, und werden dem zur Debatte stehenden Entschließungsantrag der Freiheitlichen, durch den Sie ersucht werden, dem Parlament entsprechende Maßnahmen und Zielvorgaben vorzulegen, um die außerordentlichen Begabungen von Schülern und Schülerinnen im Rahmen des Unterrichts zu fördern, unsere Zustimmung erteilen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Ofner: Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil!)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Es ist ein Verdienst der Bundesregierung, daß sich das Nettodefizit trotz schlechter internationaler Entwicklungen um – ich sage das unter Anführungszeichen – "nur" 15,6 Milliarden Schilling erhöht hat. Mag. Trattner hat heute hier gefragt: Was wäre, wenn? Dazu sage ich Ihnen: Wenn die rechte Seite dieses Hauses das Sagen gehabt hätte (Abg. Scheibner: Vorsicht!) , dann wäre das Budgetdefizit auf mindestens 70 Milliarden Schilling gestiegen. (Abg. Dr. Krüger: Die rechte Seite sind Freiheitliche und ÖVP!)
Abg. Scheibner: Ja!
Ich erteile als erstem Redner Herrn Abgeordneten Scheibner das Wort. – Sind Sie überrascht? (Abg. Scheibner: Ja!) Bitte, ich habe diese Meldung.
Abg. Haigermoser: Das wird jetzt ein rhetorischer Absturz nach dem Scheibner!
Zu Wort gemeldet ist nunmehr Herr Abgeordneter Dr. Maitz. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. (Abg. Haigermoser: Das wird jetzt ein rhetorischer Absturz nach dem Scheibner!)
Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sofort? – Notwendiges!
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Verehrter Herr Präsident! Herr Verteidigungsminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe dem Kollegen Scheibner sehr aufmerksam zugehört. (Abg. Mag. Stadler: Na geh!) Er hat mich erinnert (Abg. Haigermoser: An wen?) an einen Spruch in der Werbung für eine ganz bestimmte Kette in Österreich. (Abg. Haigermoser: Für ein Waschmittel?) Oh nein! Dieser Spruch heißt: Ich will alles, und zwar sofort! (Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sofort? – Notwendiges!) Und das geht leider nicht, denn zwischen Werbung und Wirklichkeit ist eben ein weiter Weg, den wir gemeinsam beschreiten möchten, und ich bin sehr dafür, daß wir hier auch über Grundsätzliches reden. (Abg. Haigermoser: Das ist gut so!)
Abg. Scheibner: Die Kasernensanierung haben Sie vergessen!
Drittens: Die Strukturänderung, die Heeresgliederung-Neu und die Halbierung der Mobilmachungsstärke in einem Zeitraum, der kein leichter war, durchzusetzen, ist ebenfalls ein solches Verdienst. (Abg. Scheibner: Die Kasernensanierung haben Sie vergessen!)
Abg. Scheibner: Warum steht nicht mehr zur Verfügung?
So niedrig das österreichische Verteidigungsbudget im Vergleich zu anderen Staaten auch erscheinen mag, es sind zweifellos Investitionen im Materialbereich erforderlich. Aber da kaum mehr Geld zur Verfügung steht (Abg. Scheibner: Warum steht nicht mehr zur Verfügung?) , kann eine Sanierung nur dadurch erfolgen, muß man seriöserweise sagen, daß Kostenstellen, also Personal, Material, Infrastruktur, reduziert werden.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist das die Hauptaufgabe? Sagen Sie, was die Hauptaufgabe einer Armee ist und ob Sie die erfüllen können!
Ich möchte auch dazusagen, in welchen Bereichen wir über besondere Qualitäten verfügen. Wir können ohne Übertreibung sagen, daß wir im Bereich der Katastrophenhilfe in Europa heute absolute Spitze sind, von keinem einzigen anderen Land übertroffen. Wir können sagen, daß wir im Bereich Intelligence zu den Weltbesten gehören. Wir können sagen, daß wir im Alpinbereich über absolut überdurchschnittliche Qualitäten und Kapazitäten verfügen, und wir werden nach der erfolgreichen Implementierung des Mech-Paketes auch im mechanisierten Bereich in Europa durchaus über besten europäischen Standard verfügen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist das die Hauptaufgabe? Sagen Sie, was die Hauptaufgabe einer Armee ist und ob Sie die erfüllen können!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was hilft das, wenn wir nicht dabei sind?
Wir haben, was den NATO-Review-Prozeß für unsere Armee betrifft, von insgesamt 15 angestrebten Kriterien neun bereits erfolgreich absolviert, und wir werden die restlichen sechs im ersten und zweiten Halbjahr 1997 absolvieren und damit einen ganz gewaltigen Schritt in der Leistungssteigerung weitergekommen sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was hilft das, wenn wir nicht dabei sind?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: 1 000 neue LKWs – das ist ja etwas ganz Neues!
Geschätzte Damen und Herren! Zum Abschluß: Die vorgelegte Konzeption ist für das österreichische Bundesheer mit Minister Fasslabend an der Spitze ein Auftrag, für die Sicherheit unseres Landes, für die Sicherheit Österreichs und deren Bürger alles zu unternehmen, und konzentriert sich auf drei Positionen, nämlich erstens auf die Landesverteidigung, zweitens auf die Hilfestellung für andere Behörden und drittens auf den Auslandseinsatz für Frieden und humanitäre Hilfe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: 1 000 neue LKWs – das ist ja etwas ganz Neues!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Und wer soll das bezahlen?
Ich habe auch einen Wunsch. Das Bundesheer verfügt über Hubschrauber, die nicht permanent im Einsatz sind. Es gibt Situationen, in denen Hubschrauber für den Rettungsdienst durchaus notwendig wären, aber private Träger und private Organisationen dafür nicht mehr zur Verfügung stehen. Ich würde mir wünschen, Herr Bundesminister, daß Sie eine Vereinbarung treffen oder einen Vertrag mit den Ländern abschließen, daß für den Fall, daß die Rettungshubschrauber, die privat zur Verfügung stehen, alle im Einsatz sind, das Bundesheer gewillt ist, seine Hubschrauber dafür einzusetzen, zumal das auch die Piloten wünschen würden, weil sie die Flugstunden brauchen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Und wer soll das bezahlen?)
Abg. Scheibner: Aber das kann doch nicht der Ausbildner entscheiden!
Dieser Bericht ist kein Zustandsbericht, sondern ist ein Bericht darüber, wie es eigentlich sein sollte. Ausführlicher würde ich mir einen Zustandsbericht deswegen wünschen, weil ich selber in der Bundesheer-Beschwerdekommission sitze und wir oftmals Dinge beurteilen müssen, die nicht in Ordnung sind. Unter anderem gibt es oft Beschwerden in bezug auf Krankheiten von Soldaten und jungen Wehrmännern, die einfach nicht akzeptiert werden von ihren Ausbildnern. Ich würde mir wünschen, wenn Sie, Herr Bundesminister, einmal mit all den Ausbildnern reden und darauf hinweisen würden, daß es sich da nicht um Simulanten handelt, die sich vor irgendwelchen Übungen drücken wollen, sondern daß es sich bei einem Bandscheibenvorfall zum Beispiel durchaus um eine ernstzunehmende Erkrankung handelt, die die Gesundheit einer Person so beeinträchtigt, daß sie den Dienst nicht antreten kann. (Abg. Scheibner: Aber das kann doch nicht der Ausbildner entscheiden!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich glaube, Herr Bundesminister, es ist richtig, notwendig und gut – man sollte dies auch mit aller Kraft unterstützen –, daß wir eine eigene Truppe mit Hunden eingerichtet haben, die man präventiv einsetzt. Es kann sich nur um ein präventives Verhalten handeln, denn wenn es wirklich Dealern gelingen sollte, in die Kasernen einzudringen, dann haben wir ein Problem, das wir nur sehr schwer wieder lösen können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Daher ist es wirklich notwendig, wenn solche Fälle auftreten, mit aller notwendigen Härte vorzugehen, um dies endgültig abzustellen. Wir sind es unseren jungen Menschen und letztendlich auch jenen, denen wir unsere jungen Burschen anvertrauen, schuldig, daß sie mit dieser Zusicherung rechnen können.
Abg. Scheibner: "Hendlleiter" heißt das!
Noch ein Beispiel, und das ist wirklich schockierend: In einer steirischen Kaserne gibt es eine Sanitätsabteilung mit einer äußerst steilen Stiege – in der Steiermark nennt man das Hühnerleiter –, und oben befinden sich die Kranken. Diese müssen wahrscheinlich hinaufgetragen werden. Ich frage mich, was in einem Brandfall passiert. Da ist, würde ich meinen, Abhilfe mehr als notwendig. (Abg. Scheibner: "Hendlleiter" heißt das!)
Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich sage heute einmal etwas Erfreuliches über den Herrn Bundesminister für Landesverteidigung. Ich habe nicht oft die Gelegenheit, ihn zu loben, deshalb will ich heute die Gelegenheit beim Schopf packen und dem Herrn Bundesminister Fasslabend meinen aufrichtigen Dank dafür sagen – ich glaube, das ist heute eine Premiere –, daß dieses Haus einen Situationsbericht in dieser Fassung bekommt. (Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!) Man kann über den Inhalt dieses Situationsberichtes natürlich geteilter Meinung sein, und da werden Sie in der Annahme richtig gehen, daß es diesbezüglich massive Kritikpunkte gibt, aber daß es so einen Situationsbericht überhaupt gibt, das ist positiv, Herr Minister. Da kann man nur eines sagen: Das ist in Ordnung! Sie kommen Ihrer Pflicht als Exekutive nach, indem Sie dem Parlament einen Bericht über das Bundesheer vorlegen.
Abg. Scheibner: Hubschrauber will sogar der Kostelka!
Meine Damen und Herren! Ihre Prioritätenliste: Panzerpaket: 8,5 Milliarden Schilling, Funk- und Fernmeldesystem: 2,5 Milliarden Schilling, Abfangjäger – der Herr Moser ist nicht da, er spart inzwischen schon wieder kräftig und zählt, wie weit er schon ist –: 20 bis 30 Milliarden Schilling, weitere Fliegerabwehrraketen: 2 Milliarden Schilling, Hubschrauber: 2,5 Milliarden Schilling. Da werden sich die NATO-Generäle freuen! (Abg. Scheibner: Hubschrauber will sogar der Kostelka!) – Ich weiß schon, da gibt es eine unheilige Allianz zwischen ÖVP, SPÖ, den Liberalen und den Freiheitlichen.
Abg. Scheibner: Eine Ausdrucksweise!
Ich weiß schon, es ist für Sie nicht so wichtig, wenn ein amerikanischer Präsident sagt: Wann brechen Sie denn endlich ein bei den politischen Gegnern, wann holen Sie mir denn endlich diesen Hurensohn, der die politischen Gegner ...? (Abg. Scheibner: Eine Ausdrucksweise!)
Abg. Scheibner: Aber nicht mit uns! Da werden sie sich noch wundern!
Nun zu einigen wenigen Punkten aus dem Bericht selbst. Der Istzustand, der darin geschildert wird, stellt eine Schönfärberei schlimmster Art dar. Man spricht von einer abgeschlossenen Heeresgliederung-Neu. Dabei wissen wir alle – es wird hinter vorgehaltener Hand darüber geredet –, daß von den drei Korps eines abgeschafft werden soll. Weiters ist die Abschaffung einer der drei Panzergrenadierbrigaden in Diskussion. (Abg. Scheibner: Aber nicht mit uns! Da werden sie sich noch wundern!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zum Inhalt des Berichtes: Es hat sich – das wurde heute schon betont – in den letzten Jahren sehr vieles geändert, und es wird sich auch in den nächsten Jahren viel ändern. Es sind eben alte Bedrohungsbilder weggefallen, neue Situationen, vor allem in der Ost-West Beziehung, entstehen, und es wird auch neue Formen der Partnerschaften geben. Es ist ganz klar, daß sich natürlich Organisation und Zielsetzungen des Bundesheeres immer wieder anpassen werden. Leider gibt es – auch das wurde heute hier schon des öfteren betont – in Zeiten des Sparens vor allem im öffentlichen Bereich, wo man, wie es immer wieder heißt, sparen soll, kaum eine Möglichkeit, sich finanziell auszuweiten, und zwar gerade in diesem Bereich. 0,8 Prozent des BIP ist, das gebe ich zu, sehr wenig. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Sitzung Nr. 67
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist der "Humanismus"!
Frau Abgeordnete Karlsson, die nach ihrer Wortspende leider den Saal verlassen hat, hat uns eine rührende Geschichte von einem Lieder-Komponisten erzählt. – Ich kann auch eine rührende Geschichte erzählen, und zwar von unserem ehemaligen Bundesrat Gauster, der sehr sensibel war und den Sie bei seiner Angelobung zum Bundesrat – Sie, die Sie immer die Menschenfreundlichkeit an Ihre Fahnen heften – deshalb, weil er in Uniform erschienen ist, auf eine Weise attackiert haben, daß es bei ihm Depressionen ausgelöst hat. Und wir wissen, wie es geendet hat. – Das ist nämlich Ihre wahre Toleranz und Menschenfreundlichkeit! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist der "Humanismus"!)
Abg. Scheibner: Die Fragen brauchen Sie nicht vorzulesen, die Antworten reichen schon!
Meine Antwort lautet: Baugenehmigungsverfahren gemäß der §§ 35 und 36 des Eisenbahngesetzes ... (Abg. Scheibner: Die Fragen brauchen Sie nicht vorzulesen, die Antworten reichen schon!) Sie reichen Ihnen schon? – Wissen Sie, meine Herren, daß Sie die Fragen schon kennen, ist mir bewußt. Es sind aber auch ein paar Bürger, die Ihnen sonst so wichtig sind, im Saale, die die Fragen nicht kennen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler – applaudierend –: Wir sind Ihnen schon dankbar, daß Sie die Fragen vorlesen!)
Sitzung Nr. 70
Abg. Mag. Haupt: Falsch! Völlig falsch! – Abg. Scheibner: Schon wieder nicht zugehört!
Wer diese Linie für falsch hält, dem sei ein Blick ins Ausland angeraten, beispielsweise in die Vereinigten Staaten, wo man, so wie es Herr Kollege Ofner sich vorstellt, ausschließlich auf Repression, auf Härte und auf Strenge des Gesetzes setzt (Abg. Mag. Haupt: Falsch! Völlig falsch! – Abg. Scheibner: Schon wieder nicht zugehört!) und wo man damit überhaupt nichts erreicht hat, oder aber nach Holland, wo man sich eigentlich zu einem resignativen Laisser-faire – da kann man halt nichts machen! – hinreißen läßt, oder aber in die Schweiz, wo man einmal Hü! und einmal Hott! macht, einmal eine strengere und einmal eine liberalere Linie fährt. – Wir sind schlicht und einfach besser gefahren als andere Länder, und das, sehr geehrter Kollege Ofner, ist unser bestes Argument. (Abg. Dr. Ofner: Das ist ja nicht wahr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gehen Sie einmal auf die Straße! Gehen Sie in ein Inlokal! – Abg. Dr. Ofner: Gehen Sie auf den Karlsplatz!
Hören Sie, Herr Kollege Dr. Ofner: Während sich die Suchtgiftkriminalität etwa in der Bundesrepublik Deutschland, der Schweiz und Italien in den letzten 15 Jahren verdoppelt bis vervierfacht hat, ist sie in Österreich zwischen 1981 und 1991 praktisch überhaupt nicht angestiegen. (Abg. Dr. Ofner: Es sind nur wenige aufgeflogen! Es gibt noch andere!) Dann war eine Verschärfung des Problems festzustellen, aber in den letzten zwei Jahren hat sich wieder ein deutlicher Silberstreif am Horizont gezeigt. Beispielsweise mußten wir im Jahr 1995 lediglich einen Zuwachs von 1 Prozent verzeichnen. Und wenn Sie sich den Wiener Drogenbericht anschauen, Herr Kollege Dr. Ofner, dann werden Sie feststellen, daß letztes Jahr in Wien zehn Menschen weniger den Drogentod erleiden mußten als im Vorjahr. Das ist doch eine erfreuliche Bilanz, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gehen Sie einmal auf die Straße! Gehen Sie in ein Inlokal! – Abg. Dr. Ofner: Gehen Sie auf den Karlsplatz!)
Abg. Scheibner: Sie haben soeben gesagt, Cannabis sei eine harmlose Droge!
Gut, es gibt keine harmlosen Drogen. Noch einmal: Auch Zigaretten sind in gewisser Weise nicht harmlos. Ich bin der letzte, der das bestreiten würde. (Abg. Scheibner: Sie haben soeben gesagt, Cannabis sei eine harmlose Droge!) Aber damals, bei meinem Einstieg in diese – streiten wir uns gar nicht darum – gar nicht so harmlose Droge vor unendlicher Zeit, vor 30, 40 Jahren, war ich nicht gezwungen, zu einem kriminellen Drogendealer zu gehen, da ging ich in die bekanntlich vom Staat geführte Tabak-Trafik und kaufte mir dort eine Schachtel Zigaretten – diese spezielle Sorte wird von der Firma Reemtsma in Hamburg hergestellt –, und das war es dann auch. Da hatte ich eine Qualitätsgarantie. (Abg. Dr. Haselsteiner: Seit damals rauchen
Abg. Scheibner: Wir sind da schon längst am Ziel!
Möglicherweise trifft das auf die Osterweiterung zu. Sie wissen aber selbst, Herr Kollege Scheibner, daß das sicherlich nicht auf Länder wie Schweden oder Österreich zutrifft. Das haben führende Vertreter Ihnen und uns gegenüber mehrmals bestätigt. Mein Verdacht ist: Es geht Ihnen mehr um eine Positionierung, da Sie wissen, daß im Regierungsübereinkommen klar verankert ist, wie und wann – nämlich im Herbst und im Frühjahr nächsten Jahres – diese Frage behandelt werden wird. Es steht auch drin, daß alle weiterführenden Optionen ernsthaft beraten werden, und das ist nicht mit überkreuztem Finger gesagt, sondern ernstgemeint, von beiden Seiten. Ich vermute, daß Sie sich schnell noch positionieren und ein Wettrennen unter jenen gewinnen wollen, die hoffen, daß die Geschichte sie einmal als Vorreiter bezeichnen wird. (Abg. Scheibner: Wir sind da schon längst am Ziel!)
Abg. Scheibner: Rasch? Sechs Jahre haben wir schon verloren!
Vor allem aber ist es wichtig, in diesem dynamischen Prozeß den richtigen Zeitpunkt zu wählen. (Abg. Jung: Das wird davon abhängig sein!) Ich gestehe Ihnen zu, daß ich mit vielen der Analysen in Ihrem Antrag übereinstimme. Aber Sie sagen nicht, warum es so rasch sein muß. (Abg. Scheibner: Rasch? Sechs Jahre haben wir schon verloren!) Viel vernünftiger sind die Beratungen auf der Linie der Regierung. Wenn man weiß, wie das Ergebnis der EU-Regierungskonferenz lautet, was das NATO-Gipfeltreffen gebracht hat und wie das Abkommen mit Rußland finalisiert wurde, wird ein weit besserer Zeitpunkt sein, in diesem dynamischen Prozeß alles zu bewerten und die Entscheidung zu treffen.
Abg. Scheibner: Sind doch längst eingeladen!
Die NATO ist in einer vollständigen Umgestaltung begriffen. Wenn die NATO am 27. Mai wie beabsichtigt ein Zusammenarbeitsabkommen auf dem Gebiet der Sicherheit mit der Russischen Föderation abschließt, ist eine wichtige Entscheidungsvoraussetzung geklärt. Wenn die NATO bei ihrem Gipfeltreffen in Madrid im Juli dieses Jahres – nach dem Termin Ihrer Fristsetzung – entschieden haben wird, welche unserer Nachbarn zur Mitgliedschaft eingeladen werden, ob das auch neutrale Länder wie Schweden, Finnland oder Österreich sein werden (Abg. Scheibner: Sind doch längst eingeladen!) , wenn wir wissen, ob Slowenien, Ungarn, Polen und Tschechien NATO-Mitglieder werden, und wenn wir wissen, ob und wann die NATO eine neue Arbeitsteilung mit der Europäischen Union abgeschlossen haben wird, dann werden für uns die Voraussetzungen klar sein. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht die Vorreiter, sondern die Nachhut!) Eine solche neue europäische Friedensordnung wäre für unsere österreichische Bevölkerung sicherlich ein besserer Garant für Sicherheit, Frieden und Wohlstand als das, was wir derzeit haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir sind nicht die Vorreiter, sondern die Nachhut!
Die NATO ist in einer vollständigen Umgestaltung begriffen. Wenn die NATO am 27. Mai wie beabsichtigt ein Zusammenarbeitsabkommen auf dem Gebiet der Sicherheit mit der Russischen Föderation abschließt, ist eine wichtige Entscheidungsvoraussetzung geklärt. Wenn die NATO bei ihrem Gipfeltreffen in Madrid im Juli dieses Jahres – nach dem Termin Ihrer Fristsetzung – entschieden haben wird, welche unserer Nachbarn zur Mitgliedschaft eingeladen werden, ob das auch neutrale Länder wie Schweden, Finnland oder Österreich sein werden (Abg. Scheibner: Sind doch längst eingeladen!) , wenn wir wissen, ob Slowenien, Ungarn, Polen und Tschechien NATO-Mitglieder werden, und wenn wir wissen, ob und wann die NATO eine neue Arbeitsteilung mit der Europäischen Union abgeschlossen haben wird, dann werden für uns die Voraussetzungen klar sein. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht die Vorreiter, sondern die Nachhut!) Eine solche neue europäische Friedensordnung wäre für unsere österreichische Bevölkerung sicherlich ein besserer Garant für Sicherheit, Frieden und Wohlstand als das, was wir derzeit haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das brauchen wir gar nicht! – Abg. Anschober: Sehen Sie sich die Polizeiakte einmal an!
Warten wir das doch einmal ab! Haben Sie kein Vertrauen zur österreichischen Justiz? Ich habe Vertrauen zur österreichischen Justiz. Warten wir das doch einmal ab, und wenn alles auf dem Tisch liegt, dann sollten wir weiterverhandeln. – Oder sind Sie vielleicht schon im Besitz des schriftlichen Urteils von Berlin? Wir haben es noch nicht. (Abg. Scheibner: Das brauchen wir gar nicht! – Abg. Anschober: Sehen Sie sich die Polizeiakte einmal an!)
Sitzung Nr. 71
Abg. Scheibner: Meinen Sie: "Wir Generäle"?
Was wir Liberale wollen, ist, daß Österreich sich engagiert und in das europäische Sicherheitssystem einbringt. Wir wollen, daß Österreich aktiv an den verschiedensten Einsätzen im Rahmen der Vereinten Nationen sowie im Rahmen der internationalen Organisationen teilnimmt. (Abg. Scheibner: Meinen Sie: "Wir Generäle"?) Nein, sicher nicht. Wir Liberalen wollen, daß Österreich an aktiven Einsätzen im Rahmen der Vereinten Nationen teilnehmen kann, damit Österreich seinen Beitrag zur Sicherheit und zum Frieden in dieser Welt leistet.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das machen Sie immer nur bei den Rechten, die uns entschlagen werden, die Verpflichtung wollen Sie nicht!
Es gibt noch einen zweiten Punkt, meine Damen und Herren. Wir reden gerne immer über Europa und die große Friedensaufgabe. Und alle von uns stimmen gerne diesem großen Ziel zu. Aber dann, wenn es konkret wird, wenn wirklich in Europa selbst Konflikte wie diese ausbrechen, sollen wir einfach sagen, wir sind neutral, wir können eigentlich in dieser Frage leider nichts in dieser Richtung tun? Meine Damen und Herren! Das wäre wirklich unglaubwürdig! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das machen Sie immer nur bei den Rechten, die uns entschlagen werden, die Verpflichtung wollen Sie nicht! ) Ich glaube daher, wir müssen sehr wohl in dieser Richtung aktiv werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Herr Kollege! Sie selbst haben im Ausschuß gesagt, daß das Gesetz mit dem Albanieneinsatz überhaupt nichts zu tun hat!
Ein zweites Argument, das im Rahmen dieses Albanieneinsatzes bekannt geworden ist, stammt von der FPÖ. Haider sagt in der "Ganzen Woche", der Einsatz sei zu gefährlich. Nun liegt in dieser Argumentation durchaus etwas, worüber man nachdenken muß, denn ungefährlich ist es dort sicher nicht. Ich glaube aber, gerade dieses Gesetz trägt dazu bei, daß wir dieses Risiko, das bei jedem Einsatz gegeben ist, zu einem kalkulierbaren Risiko machen, indem wir ein Vorauskommando schicken, indem wir exakt beurteilen, wie sich die Situation in Tirana derzeit darstellt, bevor wir Soldaten dorthin schicken. Ich glaube daher, gerade das ist ein Punkt, warum wir dieses neue Gesetz brauchen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Herr Kollege! Sie selbst haben im Ausschuß gesagt, daß das Gesetz mit dem Albanieneinsatz überhaupt nichts zu tun hat!)
Abg. Scheibner: Sie sind für die Neutralität!
Jetzt möchte ich zum unseriösen Teil dieser Argumentation kommen. Wenn uns die FPÖ erklärt, daß dieser Einsatz zu gefährlich ist, dann ist zunächst einmal bemerkenswert, daß Jörg Haider und seine Truppe jetzt auf einmal Mutlosigkeit, ja Angst zeigen. Aber das sei nur eine Nebenbemerkung. Auf der anderen Seite fordern Sie, wir sollen der "NATO alt" heute beitreten, die besagt, daß ein Angriff auf einen Staat als Angriff auf alle Staaten zu werten ist. (Abg. Scheibner: Sie sind für die Neutralität!) Da würden Sie gerne auch unsere Soldaten nach Alaska schicken. Sie würden sie zu jedem Einsatz der NATO auf dieser Welt schicken. Das wäre Ihnen nicht zu gefährlich. Aber dieser Einsatz ist Ihnen zu gefährlich. Das ist eine Politik, meine Damen und Herren, die interessant ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie kennen sich nicht aus! )
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie kennen sich nicht aus!
Jetzt möchte ich zum unseriösen Teil dieser Argumentation kommen. Wenn uns die FPÖ erklärt, daß dieser Einsatz zu gefährlich ist, dann ist zunächst einmal bemerkenswert, daß Jörg Haider und seine Truppe jetzt auf einmal Mutlosigkeit, ja Angst zeigen. Aber das sei nur eine Nebenbemerkung. Auf der anderen Seite fordern Sie, wir sollen der "NATO alt" heute beitreten, die besagt, daß ein Angriff auf einen Staat als Angriff auf alle Staaten zu werten ist. (Abg. Scheibner: Sie sind für die Neutralität!) Da würden Sie gerne auch unsere Soldaten nach Alaska schicken. Sie würden sie zu jedem Einsatz der NATO auf dieser Welt schicken. Das wäre Ihnen nicht zu gefährlich. Aber dieser Einsatz ist Ihnen zu gefährlich. Das ist eine Politik, meine Damen und Herren, die interessant ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie kennen sich nicht aus! )
Abg. Scheibner: Das ist lächerlich! – Abg. Dr. Khol: Das ist gescheit!
Diese Sprünge sehen wir tagtäglich von der FPÖ. (Abg. Scheibner: Das ist lächerlich! – Abg. Dr. Khol: Das ist gescheit!) Ich möchte mich aber damit gar nicht weiter auseinandersetzen, sondern wieder zu einem seriösen Thema kommen. Ich bin sehr verwundert darüber, daß Kollege Moser, der im Ausschuß sehr konstruktive Beiträge geleistet hat, einige seiner Argumente, die vielleicht aus seiner Sicht zutreffen mögen, jetzt dazu nützt, dem ganzen Gesetz die Zustimmung zu verweigern. Kollege Moser, das halte ich für unseriös. (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Außerdem können wir in einer Aussendung des Landesverteidigungsministeriums lesen, daß jetzt eine vorbereitende Einheit für Auslandseinsätze geschaffen werden soll. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Sie soll jetzt verstärkt und noch ausgebaut werden, auch im Hinblick auf dieses Gesetz. Wir wollten eine Vertagung dieses Gesetzesbeschlusses, um eine Aussprache mit dem Verteidigungsminister führen und ihn fragen zu können, wie das nun ausschauen soll, was er mit diesem Gesetz vorhat, wie das mit dieser vorbereitenden Einheit funktionieren soll. Denn es erklären an Auslandseinsätzen interessierte Menschen, daß sie bereit sind, an Auslandseinsätzen teilzunehmen, sie wissen aber nach dem neuen Entsendegesetz nicht, wohin die Reise führt und für welche Maßnahmen sie eingesetzt werden.
Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Es ist allerdings interessant, Herr Minister Fasslabend, was Klubobmann Khol zu Ihrer Aussendung gesagt hat. Er hat gesagt: Das ist eine Luftblase! (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Es interessiert ohnehin niemanden, was Sie da gesagt haben! – Ich sage Ihnen das nur deshalb, damit Sie das wissen. Sie sollten einmal in Ihrer Fraktion Klarheit schaffen, ob das, was Sie sagen, eine Luftblase ist. (Abg. Schieder: Sehr diskret sind Sie nicht!)
Abg. Scheibner: Dann fangen wir morgen schon an!
Der dritte Punkt betrifft die Verpflichtung von Soldaten. Dieses Gesetz geht nach wie vor davon aus, daß es auch in Zukunft freiwillige Meldungen geben soll. Ich war sehr froh darüber, daß auch Abgeordneter Schieder hier in aller Offenheit zum Ausdruck gebracht hat, auch an andere Regelungen, nämlich im Sinne einer eventuellen zukünftigen Verpflichtung, zu denken. (Abg. Mag. Stadler: Das ist gefährlich, Herr Kollege Schieder! Er bezieht Sie mit ein! Sie sind mit verantwortlich!) Ich glaube, daß man das in aller Ruhe durchdiskutieren und aus den Erfahrungen der einzelnen Einsätze auch entsprechende Konsequenzen ziehen soll. (Abg. Scheibner: Dann fangen wir morgen schon an!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Was ich nicht ganz verstehe, ist, daß man das auf der einen Seite beklagt, Herr Abgeordneter Scheibner, und daß man auf der anderen Seite moniert, daß sich Freunde darüber beklagen, weil sie in einen Gewissenskonflikt gebracht werden, ob sie an einem Einsatz oder an der Vorbereitung einer Übung teilnehmen sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Dazu muß ich sagen: Alle Vorbereitungen und Übungen sollen dem Einsatz dienen, und ich würde in diesem Fall eher an der Einstellung der betreffenden Freunde zweifeln, als hier grundlegende Bedenken bezüglich der Gesetzwerdung anzumelden. (Abg. Scheibner: Das ist eine echte Unterstellung!)
Abg. Scheibner: Das ist eine echte Unterstellung!
Was ich nicht ganz verstehe, ist, daß man das auf der einen Seite beklagt, Herr Abgeordneter Scheibner, und daß man auf der anderen Seite moniert, daß sich Freunde darüber beklagen, weil sie in einen Gewissenskonflikt gebracht werden, ob sie an einem Einsatz oder an der Vorbereitung einer Übung teilnehmen sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Dazu muß ich sagen: Alle Vorbereitungen und Übungen sollen dem Einsatz dienen, und ich würde in diesem Fall eher an der Einstellung der betreffenden Freunde zweifeln, als hier grundlegende Bedenken bezüglich der Gesetzwerdung anzumelden. (Abg. Scheibner: Das ist eine echte Unterstellung!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Schieder: Aber die Zeit, einen Brief aufzugeben, hat man doch!
Da geht es ja auch um den Schutz, um die Sicherheit unserer eigenen Leute. Da geht es ja darum, alle Möglichkeiten auszuloten. Da geht es ja darum, eine bestmögliche kurzfristige Vorbereitung zu treffen. Und da ist es zweifellos auch im Bereich des Bundesheeres notwendig, daß alle verfügbaren Kräfte in höchster Konzentration daran arbeiten und nicht so sehr damit befaßt sind, Papiere zu verfassen und diese entsprechend zuzustellen. Das war die Überlegung dazu, und ich bitte auch um Verständnis dafür. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Schieder: Aber die Zeit, einen Brief aufzugeben, hat man doch!)
Abg. Scheibner: Im Inland!
Das hat im Falle von Österreich noch besondere Bedeutung, weil das österreichische Bundesheer auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes zweifelsohne von seinen Ausrüstungs-, Qualitäts- und Ausbildungsstandards her zu den weltbesten Armeen zählt. (Abg. Scheibner: Im Inland!) Wir sind etwa auf dem Gebiet der Dekontamination und auf dem Gebiet verschiedener Spürverfahren absolute Weltspitze und haben daher eine wirklich wichtige Bedeutung bei derartigen Einsätzen. Es geht nicht darum, daß wir auch dabei sind, sondern es geht wirklich darum, daß wir möglichst frühzeitig nicht nur bei der Vorbereitung der Aktion, sondern auch beim Einsatz an Ort und Stelle sind, weil wir dort federführende Funktion haben, wie das die Übungen der letzten Jahre und die hohe internationale Anerkennung etwa für die Exercise 1996 in besonderem Maße gezeigt haben.
Abg. Scheibner: Wo ist er?
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich möchte, bevor ich zum eigentlichen Inhalt des Gesetzes komme, noch kurz auf Kollegen Khol, der ja wieder einmal nicht da ist, replizieren – aber er kann es ja nachher im Stenographischen Protokoll nachlesen. (Abg. Scheibner: Wo ist er?) Er hat mich vorhin so schön als Agent des Heeres-Nachrichtenamtes angesprochen. – Nicht nur, daß er nicht weiß, was ein Agent ist – er weiß auch andere Sachen nicht, das irritiert mich nicht weiter –, aber er sollte einmal Kollegen Fasslabend fragen, wie dringend dieser auf die Informationen des Heeres-Nachrichtenamtes in der Jugoslawienkrise gewartet hat, um Informationen dafür zu haben, wie sich die Republik Österreich in dieser schwierigen Sache richtig verhalten soll, und dann soll er sich überlegen, was er sagt. – Soviel zu Kollegen Khol. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Gibt es einen klaren Beschluß? Wo steht das?
Die drei Monate sind drinnen, daß die Staaten die Kosten selbst übernehmen, steht auch drinnen. (Abg. Jung: Er hat nur zwei Punkte!) In Punkt 4 steht es! (Abg. Scheibner: Gibt es einen klaren Beschluß? Wo steht das?) In Punkt 4!
Abg. Scheibner: Was ist passiert in diesem Jahr?
Frau Kollegin Kammerlander hat auch von Anlaßgesetzgebung gesprochen. Vor mehr als einem Jahr, am 11. März, wurden schriftlich die wesentlichen Elemente in der Ihnen allen zur Verfügung stehenden Übereinkunft der Bundesregierung 1996 dargelegt. (Abg. Scheibner: Was ist passiert in diesem Jahr?)
Beifall des Abg. Scheibner.
Was die Übungen im Rahmen der "Partnerschaft für den Frieden" betrifft: Es sollte nur jener Personenkreis daran teilnehmen, der seine freiwillige Teilnahme an solchen Einsätzen erklärt hat und auch eine Einteilung bei den vorbereitenden Einheiten besitzt. Auf den Punkt gebracht: Entscheidend für die Teilnahme an PfP-Übungen ist, daß es sich nicht um Truppenteile der Präsenzkräfte handelt, sondern um Auslandseinsätze vorbereitender Einheiten. (Beifall des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: 1 Milliarde, Herr Kollege!
Wir werden im Einzelfall zu entscheiden haben, über den Einzelfall zu beraten haben, und wir können nicht einfach pauschal sagen, dafür geben wir 9 Millionen oder was weiß ich aus. Das ist unkorrekt (Abg. Scheibner: 1 Milliarde, Herr Kollege!), das ist nicht in Ordnung, Herr Scheibner, und das sollten Sie sich ersparen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Lesen Sie unseren Vorschlag, dann kennen Sie sich aus!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Laden Sie uns ein!
An die "F" gerichtet: Hier könnten Sie Ihre Kraft einsetzen und mithelfen, Solidarität zu erzielen, um das durchführen zu können, anstatt immer nur Angst und Panik zu schüren und die Arbeitsplätze in Gefahr zu bringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Laden Sie uns ein!)
Abg. Scheibner: Ein reicher Weinbauer!
Ich komme selbst aus einem Grenzlandbezirk, nämlich aus Leibnitz in der Südsteiermark (Abg. Scheibner: Ein reicher Weinbauer!), und ich habe auch meine Erfahrungen mit den Arbeitnehmern, den Arbeitgebern und mit der Wirtschaft gemacht. Es hat sich im letzten Jahr einiges verändert. Die diesbezüglichen Zahlen kann ich Ihnen dann draußen sagen.
Sitzung Nr. 75
Abg. Scheibner: "Versucht"! – Ruf bei den Freiheitlichen: Nicht ausreichend!
Bundesminister für auswärtige Angelegenheiten Vizekanzler Dr. Wolfgang Schüssel: Herr Abgeordneter Schweitzer! Ich habe eigentlich schon vorhin versucht, das zu erklären. (Abg. Scheibner: "Versucht"! – Ruf bei den Freiheitlichen: Nicht ausreichend!) – Ich erkläre es gerne noch einmal für den Abgeordneten Schweitzer. – Repetitio est mater studiorum. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist Unsinn!
In anderen Bereichen hingegen könnte die neutrale Position selbstverständlich weiter aufrechterhalten werden. (Abg. Scheibner: Das ist Unsinn!) Der Beistandsfall wurde aber interessanterweise seit dem Jahre 1945 nie in Anspruch genommen. (Abg. Hans Helmut Moser: Gott sei Dank!) Gott sei Dank! Das ist aber eine interessante Tatsache. Daher halte ich diese Argumentationslinie für möglich. Dieser Punkt gehört jedoch erst in die zweite Phase. In der ersten Phase sollten wird uns ehrlich und objektiv entscheiden: Sollen wir beitreten oder nicht? Diese Diskussion ist primär zu führen. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 77
Abg. Scheibner: Dir geht nur der Einem ab!
Genau in diesem ambivalenten Verhältnis haben wir auch zu agieren, haben wir zu verhandeln, sind aber in der Sache selbst überzeugt davon, daß wir den richtigen Weg gefunden haben. (Abg. Scheibner: Dir geht nur der Einem ab!) – Nein, mir geht der Innenminister selbstverständlich nicht ab, denn auch da mache ich aus meinem Herzen keine Mördergrube.
Abg. Scheibner: Denk an deine Rede bei Einem! Das war doppelbödig!
Frau Kollegin Langthaler! Sie und die Grünen haben doppelbödig argumentiert, die Liberalen tun es, die Freiheitlichen tun es offensichtlich ebenfalls. (Abg. Scheibner: Denk an deine Rede bei Einem! Das war doppelbödig!) Doppelbödiger kann man in dieser Angelegenheit wirklich nicht argumentieren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Also, das hat er gesagt?!
Altbürgermeister Zilk kontert verbal dem Günther Traxler, Kommentator im "Standard", mit einem Goebbels-Zitat, und Paul Kiss bezeichnet die Anwesenheit der Klubsekretäre während des Ausschußboykotts im Innenausschuß als "völkische Beobachter". – Das richtet sich von selbst, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Also, das hat er gesagt?!)
Abg. Scheibner: Sind Sie verwandt?
Da gerade die Grünen heute so heftig Kritik geübt haben, erinnere ich an das Expertenhearing, bei dem sie ja nicht dabei waren, als der Abgeordnete Kiss an den Chef der UNHCR, Dr. Blatter, einige Fragen stellte. – Abgeordneter Kiss, du hast gefragt, wie es generell ausschaut, aber du hast Herrn Dr. Blatter auch gefragt, wie wir im Bereich des Asylgesetzes im internationalen Vergleich liegen. (Abg. Scheibner: Sind Sie verwandt?) Die Antwort von Dr. Blatter war, daß Österreich im internationalen Vergleich wirklich sehr gut liegt. – Das stimmt mich sehr zufrieden, daher werde ich sehr gerne beiden Gesetzen, dem Fremdengesetz und dem Asylgesetz, die Zustimmung erteilen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ihr habt gesagt, die Forderungen sind alle erfüllt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das habt ihr alles gemacht!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! – Kollege Scheibner! Da von Ihnen gefordert worden ist, wir sollten der Politik der FPÖ folgen, muß ich sagen: Insbesondere was die Ausländerpolitik angeht, können wir nicht mit der FPÖ gehen, das ist ganz einfach nicht möglich, denn ihr habt euch mit dem Anti-Ausländer-Volksbegehren selbst aus dem Rennen genommen. (Abg. Scheibner: Ihr habt gesagt, die Forderungen sind alle erfüllt! – Abg. Mag. Schweitzer: Das habt ihr alles gemacht!)
Abg. Scheibner: Jetzt seht ihr, wie das ist!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist natürlich schwierig, in 10 Minuten ein derart umfangreiches Thema auch nur in den wichtigsten Aspekten zu erörtern (Abg. Dr. Graf: Wer hat denn die Geschäftsordnung geändert? Ihr habt die Geschäftsordnung geändert!) , aber ich werde versuchen, einige zentrale Punkte herauszugreifen. (Abg. Scheibner: Jetzt seht ihr, wie das ist!)
Sitzung Nr. 78
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: 20 Millionen Arbeitslose ist nicht schlecht! – Abg. Scheibner: Das müssen Sie bei der Sicherheitspolitik sagen, nicht bei der Währungspolitik!
Deshalb, meine sehr verehrten Damen und Herren, halte ich im Bereich der Währungsunion eines für besonders wichtig: Es ist ein weiterer Schritt gegen Renationalisierung, gegen Chauvinismus, gegen einen Zerfall in Nationalstaaten, die sich waffenstarrend gegenüberstehen, ein weiterer Schritt für ein friedliches und gemeinsames Europa, es unumkehrbar zu machen mit einer gemeinsamen Währungs- und Wirtschaftsunion. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haider: 20 Millionen Arbeitslose ist nicht schlecht! – Abg. Scheibner: Das müssen Sie bei der Sicherheitspolitik sagen, nicht bei der Währungspolitik!)
Beifall der Abgeordneten Dr. Haider und Scheibner.
Das war kein großer Schritt, aber es war ein Zeichen. Es war ein etwas ermutigendes Zeichen, daß die Bereitschaft besteht, die unpopuläre, aber notwendige bittere Medizin zu schlucken. Aber dieses Hoffnungsschimmerchen wird damit beantwortet, daß sich der Herr Bundespräsident zu Wort meldet und in populistischer, aber hervorragender Manier sagt: Ja um Gottes willen – das hätte der Jörg sagen können; der Herr Bundespräsident hat bei dir gelernt –, alte Menschen haben ein Recht darauf, nicht verunsichert zu werden! Ich erwarte mir deshalb, daß die Bundesregierung sehr rasch und sehr klar erklärt – so geht das weiter – für die tüchtigen, braven Österreicher, die aufgebaut haben und nicht bestraft werden dürfen, et cetera. (Beifall der Abgeordneten Dr. Haider und Scheibner. )
Abg. Scheibner: Aber durchfallen kann er!
Die Sorge, daß unsere Kinder die Rechtschreibreform nicht erlernen, ist unbegründet. Wir haben Untersuchungen an Schulen in Salzburg gemacht: Die Reform hat für die Schüler Erleichterungen gebracht. Das konnte ganz eindeutig bewiesen werden. Ich möchte noch einmal ganz klar festlegen, daß die Rechtschreibung bislang in keinem Staat per Gesetz geregelt ist, daß also niemand verurteilt werden kann, wenn er nicht richtig schreibt, daß es daher einer gesetzlichen Beschlußfassung nicht bedarf. (Abg. Scheibner: Aber durchfallen kann er!) Für die Rechtschreibung gibt es kein Gesetz, und es wird niemand verurteilt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Es gibt auch bei der derzeit bestehenden Rechtschreibung die Möglichkeit, "Friseur" oder "Frisör" zu schreiben. Es gibt nie
Sitzung Nr. 80
Abg. Scheibner: Was habe ich schon wieder gesagt?
Meine Damen und Herren! Das sind drei Gründe, die sich selbst richten. Denn unklug – wie Kollege Scheibner, nein, Kollege Schreiner gesagt hat – ist eher seine Argumentation ... (Abg. Scheibner: Was habe ich schon wieder gesagt?) Ich habe mich versprochen und Kollegen Schreiner gemeint. – Unklug ist es eher, wenn er die Sache so hinzustellen versucht, als hätten mit diesem heutigen Gesetzesbeschluß erzieherische Maßnahmen gegenüber den Ländern der Dritten Welt verbunden zu sein.
Abg. Ing. Reichhold: Oje! – Abg. Scheibner: Oje!
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Drittens liegt die Kompetenz eindeutig beim Land. Der Rechnungshofpräsident hat vor dem Ausschuß erklärt – ich zitiere aus meiner persönlichen Mitschrift (Abg. Ing. Reichhold: Oje! – Abg. Scheibner: Oje!) – : Kompetenzverschleierung halte ich für unzulässig. Sie waren also – wahrscheinlich – dabei! Und weiters: Der Fehler lag in bei der Bauabrechnung, und das zu prüfen, ist Aufgabe des Amtes der Kärntner Landesregierung.
Sitzung Nr. 81
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank!
Sehr geschätzter Herr Abgeordneter! Sehr geschätzte Damen und Herren dieses Hohen Hauses! (Abg. Mag. Stadler: Eine Million mehr für den Bundeskanzler, während andere nichts zu essen haben!) Die Bundesregierung und die einzelnen Vertreter der Bundesregierung haben wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß in bestehende Pensionsleistungen nicht eingegriffen wird (Abg. Ing. Reichhold: Was sagen Sie zum Vranitzky-Brief?) und daß langfristige Reformen mit Vertrauensschutz durchgeführt werden. Die Verunsicherung dieser Personen wird gerade von jenen herbeigeführt, die sich als Retter aufspielen. Ich betrachte daher Ihren Dringlichen Antrag als einen politischen Gag, der Pensionisten für parteipolitische Zwecke mißbraucht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Scheibner: Verteidigen Sie nicht den Bundeskanzler!
Vor allem möchte ich diese Leute, wie es gestern bei einer Diskussion geschehen ist, nicht in Mißkredit bringen, indem man sagt: Das Hochwasser hat gerufen. Nein, meine sehr Verehrten, nicht das Hochwasser hat gerufen, sondern die Menschen haben gerufen. (Abg. Scheibner: Verteidigen Sie nicht den Bundeskanzler!)
Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler wollte sich in Gummistiefeln fotografieren lassen!
Ich brauche nicht den Bundeskanzler zu verteidigen, sondern ich will meine Feuerwehrkameraden – Herr Kollege, ich bin selbst Feuerwehrmann – in Schutz nehmen, denn ich weiß, wovon ich rede, weil ich schon selbst bei Hochwassereinsätzen war. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler wollte sich in Gummistiefeln fotografieren lassen!) Ich möchte nicht den Kanzler verteidigen, sondern nur die Feuerwehrmänner, die ihre Pflicht getan haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist schlecht gewesen!
Meine Damen und Herren! Auch die Tatsache, daß weder Kollege Tychtl noch Kollege Sauer auf diese Problematik in ihren Reden eingegangen sind, daß sie völlig von der eigentlichen Fragestellung abgelenkt haben, zeigt, daß der Minister in Argumentationsnotstand geraten ist. Das, meine Damen und Herren, muß man mit aller Klarheit aussprechen. (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist schlecht gewesen!)
Abg. Scheibner: Hätte er gerne!
Als erstes Beispiel sei die Rolle der Beschwerdekommission angeführt. Herr Bundesminister! Wir haben darüber im Ausschuß debattiert. Aus Ihrem Ressort ist an das Hohe Haus eine Stellungnahme zum Bericht gekommen, in der steht: Die Beschwerdekommission ist ein Hilfsorgan des Verteidigungsministers. (Abg. Scheibner: Hätte er gerne!) Meine Damen und Herren! Falsch! Die Beschwerdekommission ist ein Organ des Parlaments zur Überprüfung der Vollziehung! (Beifall beim Liberalen Forum sowie bei Abgeordneten der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Aha!
Um auch jene zu beruhigen, die durch die Absenkung um ihr Geschäft bangen und sogar eine Gefährdung von 1 000 Arbeitsplätzen ins Treffen führen, wie es die Wirtschaftskammer in einem Schreiben tat, möchte ich sagen, daß es ja nicht darum geht, hier das Trinken zu verbieten. Ich möchte auch nicht einer in Österreich gewachsenen Weinkultur entgegentreten, denn auch ich bekenne mich zu einem guten Glas Wein (Abg. Scheibner: Aha!) bei einem guten Essen, bei lieben Freunden. Aber müssen wir uns dann hinters Lenkrad setzen, um fröhlich nach Hause zu fahren, Herr Kollege Scheibner? – Ich glaube nicht. (Beifall beim Liberalen Forum, bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ihr habt eure Leute auch unter Druck gesetzt! Da traut sich auch keiner mehr, etwas zu sagen!
Zweitens: Es wirft ein bezeichnendes, aber durchaus bekanntes Licht auf die FPÖ, wenn Herr Stadler sagt, daß eine öffentliche Abstimmung das freie Mandat verunmöglicht. – Wörtliche Aussage.(Abg. Scheibner: Ihr habt eure Leute auch unter Druck gesetzt! Da traut sich auch keiner mehr, etwas zu sagen!) Damit zeigt er nur, wie der Druck in seiner Partei aussieht, daß eine öffentliche Abstimmung ein freies Mandat verunmöglicht. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 82
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Mit zweierlei Maß messen ...!
Zu Ihnen, Herr Kollege Pumberger, kann ich nur sagen: Haltet den Dieb! Sie sprechen hier von Nötigung (Abg. Dr. Pumberger: Ich habe das gesehen!) , obwohl Sie in Ihren eigenen Reihen eine Abgeordnete haben, die Sie hergebracht haben. Es tut mir leid, daß diese Dame krank ist, sie ist heute wieder entschuldigt. Die Frau Povysil hat zuerst für 0,5 Promille abgestimmt (Abg. Dr. Pumberger: So geht die SPÖ mit den Frauen um, und Sie unterstützen das!) – Herr Pumberger, jetzt bin ich am Wort, und ich rede jetzt nicht von der SPÖ, ich rede jetzt von Ihnen! –, aber beim zweiten Mal, nachdem der Herr Klubobmann Stadler sie, ich möchte nicht sagen: genötigt, aber dort hinten "bearbeitet" hat, hat sie gegen diese dritte Lesung gestimmt. (Abg. Rossmann: Das ist Ihre Phantasie!) Ist das eine Haltung?! Schämen Sie sich! Haltet den Dieb!, mehr kann ich dazu nicht sagen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Mit zweierlei Maß messen ...!)
Abg. Scheibner: Wo ist denn der Parnigoni heute? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sehr geehrte Damen und Herren! Es gibt beim Lauschangriff tatsächlich sehr heikle Punkte, nämlich die Möglichkeiten ... (Abg. Scheibner: Wo ist denn der Parnigoni heute? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das tut offensichtlich furchtbar weh! Auch mir würde es weh tun. (Abg. Scheibner: Was für eine scheinheilige Art nach dem gestrigen Skandal!)
Abg. Scheibner: Was für eine scheinheilige Art nach dem gestrigen Skandal!
Sehr geehrte Damen und Herren! Es gibt beim Lauschangriff tatsächlich sehr heikle Punkte, nämlich die Möglichkeiten ... (Abg. Scheibner: Wo ist denn der Parnigoni heute? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Das tut offensichtlich furchtbar weh! Auch mir würde es weh tun. (Abg. Scheibner: Was für eine scheinheilige Art nach dem gestrigen Skandal!)
Abg. Scheibner: Den Parnigoni müssen Sie verstecken!
Es gibt gemäß § 152 die Möglichkeit, bestimmte Personengruppen, nämlich Ärzte, Rechtsanwälte, Psychotherapeuten und so weiter zu belauschen. (Abg. Scheibner: Den Parnigoni müssen Sie verstecken!) Dabei handelt es sich eben um Personen, deren absolute Verschwiegenheit einen Teil des Vertrauens ihrer Klienten und damit auch einen wesentlichen Bestandteil ihrer Tätigkeit darstellt.
Sitzung Nr. 83
Abg. Scheibner: Ist das Liberale Forum jetzt für oder gegen den NATO-Beitritt?
Auch das, Herr Außenminister, hängt mit Ihrem Stil und mit Ihrer Glaubwürdigkeit zusammen. Sie haben das Ergebnis von Amsterdam – ich weiß es nicht mehr wörtlich, aber ungefähr (Abg. Scheibner: Ist das Liberale Forum jetzt für oder gegen den NATO-Beitritt?) – als einen tragbaren Kompromiß, als eine positive Weichenstellung, als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. Ich teile diese Einschätzung. Ich glaube, daß in Amsterdam weit mehr hätte erreicht werden müssen, ich bin höchst unzufrieden, was alles auf der Strecke geblieben ist. Ich will jetzt gar nicht einschätzen, ob Sie hier mehr herausholen hätten können oder ob das die Macht des Faktischen war. – Das ist nicht der Punkt.
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Jung: Das glaube ich sofort! – Abg. Scheibner: Es gibt nichts, was in Ihren Kopf hineingeht!
Ich darf Ihnen dazu sagen: Ich wundere mich nicht, wenn die Grünen hoheitsrechtliche Regelungen für handelspolitische Maßnahmen fordern – aber daß eine freiheitliche oder liberale Partei solches begehrt, geht nicht in meinen Kopf hinein. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Jung: Das glaube ich sofort! – Abg. Scheibner: Es gibt nichts, was in Ihren Kopf hineingeht!)
Sitzung Nr. 84
Abg. Scheibner: Aus Überzeugung!
Meine Damen und Herren! Dies steht selbstverständlich in einem größeren Zusammenhang, nämlich jenem der Erweiterung der Europäischen Union. Es ist für mich wieder einmal bezeichnend gewesen, wie sich die FPÖ bei dieser Frage im Außenpolitischen Ausschuß, aber auch schon davor in allen Diskussionen zu diesem Erweiterungsprozeß verhalten hat: Sie sagt nein, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Aus Überzeugung!) Nein aus Überzeugung! Ich möchte Ihnen jetzt sagen, was das – konsequent weitergedacht – eigentlich heißt: eine FPÖ-Außenpolitik, die sich gegen eine EU-Osterweiterung richtet. (Abg. Mag. Schreiner: Besser als eure, die nur auf die Interessen des Auslandes gerichtet ist!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Beachten Sie das Vokabular, das Sie gebrauchen!
Ihre Politik, geschätzte Kollegen von der Freiheitlichen Partei, ist eine völlig unrealistische, die den Tatsachen nicht ins Auge sieht! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Beachten Sie das Vokabular, das Sie gebrauchen!)
Abg. Scheibner: Wenn Sie ein Europäer sind, warum sind Sie dann nicht im Europaparlament? Da war man von Ihren Qualitäten nicht so überzeugt!
Was würde es bedeuten, wenn sich Österreich im Rahmen der EU dagegen stellt? – Es würde bedeuten, daß wir als lächerlich gelten, daß wir die Isolation innerhalb der Europäischen Union zur Kenntnis nehmen müssen. (Abg. Scheibner: Wenn Sie ein Europäer sind, warum sind Sie dann nicht im Europaparlament? Da war man von Ihren Qualitäten nicht so überzeugt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie sind eine Verschleierungspartei!
Es ist daher für mich ein weiteres Mal klar geworden: Ihre Außenpolitik geht an den Tatsachen vorbei, sie ist gefährlich und sie würde uns in Isolation bringen. Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sie sind keine Regierungspartei, sondern eine Negierungspartei, und ich meine, das haben Sie einmal mehr bewiesen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie sind eine Verschleierungspartei!)
Abg. Scheibner: Von euch erwarten wir uns gar nichts! – Abg. Dr. Ofner: Von euch schon lange nichts mehr! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was erwarten Sie sich, Kollege Scheibner? Was erwarten Sie sich, wenn man Ihre Reden hört, die, was ich im Falle der Freiheitlichen annehme, wider besseres Wissen gehalten werden? (Abg. Scheibner: Von euch erwarten wir uns gar nichts! – Abg. Dr. Ofner: Von euch schon lange nichts mehr! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bei der Abgeordneten Gredler und dem Abgeordneten Anschober halte ich das für Naivität, was hier vertreten worden ist. Bei Ihnen glaube ich aber, es war wider besseres Wissen.
Abg. Scheibner: Warum hat man die Aufnahme von Kroatien im Europarat verschoben? Sagen Sie mir das!
Es gibt Schwierigkeiten für österreichische Firmen in Kiew; Herr Abgeordneter Scheibner hat darauf Bezug genommen. Herr Abgeordneter Scheibner! Das ist aber die Kommunalverwaltung von Kiew, die im Gegensatz zur Regierung und zum Präsidenten steht. Sie machen denen keine größere Freude, als wenn Sie der Regierung Schwierigkeiten machen. (Abg. Scheibner: Warum hat man die Aufnahme von Kroatien im Europarat verschoben? Sagen Sie mir das!) Wichtig ist, daß der Dialog beginnt. Was will das Abkommen? (Abg. Scheibner: ... die Österreicher, die wir zu vertreten haben, Kollege Schwimmer! Das ist Ihnen völlig fremd!) – Den Rahmen für den politischen Dialog schaffen, damit wir Einfluß darauf nehmen können, daß diese Schwierigkeiten abgebaut werden. Dieses Abkommen gibt mit dem Tacis-Programm der Ukraine Möglichkeiten und keine Rechtsansprüche. Man kann dann sehr wohl auch gewisse Maßnahmen treffen.
Abg. Scheibner: ... die Österreicher, die wir zu vertreten haben, Kollege Schwimmer! Das ist Ihnen völlig fremd!
Es gibt Schwierigkeiten für österreichische Firmen in Kiew; Herr Abgeordneter Scheibner hat darauf Bezug genommen. Herr Abgeordneter Scheibner! Das ist aber die Kommunalverwaltung von Kiew, die im Gegensatz zur Regierung und zum Präsidenten steht. Sie machen denen keine größere Freude, als wenn Sie der Regierung Schwierigkeiten machen. (Abg. Scheibner: Warum hat man die Aufnahme von Kroatien im Europarat verschoben? Sagen Sie mir das!) Wichtig ist, daß der Dialog beginnt. Was will das Abkommen? (Abg. Scheibner: ... die Österreicher, die wir zu vertreten haben, Kollege Schwimmer! Das ist Ihnen völlig fremd!) – Den Rahmen für den politischen Dialog schaffen, damit wir Einfluß darauf nehmen können, daß diese Schwierigkeiten abgebaut werden. Dieses Abkommen gibt mit dem Tacis-Programm der Ukraine Möglichkeiten und keine Rechtsansprüche. Man kann dann sehr wohl auch gewisse Maßnahmen treffen.
Abg. Scheibner: Diskretion!
Das wurde für das erste Quartal dieses Jahres angekündigt. Anfang August dieses Jahres wurde – nach meinem Informationsstand – der Entwurf für ein derartiges Militärbefugnisgesetz an das Innenressort und an die Parlamentsklubs von ÖVP und SPÖ übermittelt. Dieser Entwurf wurde uns vor wenigen Tagen zugespielt; er ist erschreckend genug. (Abg. Scheibner: Diskretion!) Es handelt sich hiebei um einen Entwurf, der nicht nur auf Beamtenebene ein Vorentwurf ist, Herr Minister, sondern dies ist ein Entwurf, der in weiten Bereichen – natürlich nicht nur im Heeresbereich – politisch akkordiert ist und der eben in der regierungsinternen Vorbegut
Abg. Scheibner: Wo?
Dazu möchte ich ganz konkret sagen: Es gibt in diesem Entwurf eines Militäbefugnisgesetzes Vorkehrungen, und zwar was die Datenermittlung mit Bild und Ton betrifft, die absolut die Ermächtigung für die Durchführung eines Lauschangriffes darstellen. (Abg. Scheibner: Wo?) Wir haben in diesem Haus lange Jahre hindurch über die Frage Lauschangriff für die Staatspolizei, für das Innenressort (Abg. Dr. Khol: Wo ist das? Sagen Sie mir den Paragraphen!) – ich komme sofort zu Ihnen, Herr Khol – diskutiert. Da hat es viele lange, erbitterte und vehemente Diskussionen gegeben.
Abg. Scheibner: Das war aber ein großer Schoß! – Zwischenruf des Abg. Wabl.
Es ist erst soweit, daß sich die Experten unseres Hauses mit anderen Experten noch kein einziges Mal darüber unterhalten haben, geschweige denn, daß politische Gespräche stattgefunden haben. (Abg. Öllinger: Das sind die richtigen Experten!) Daß es so ist, war nicht nur innerhalb der Regierungsparteien klar, sondern – das wissen auch Sie, Herr Abgeordneter Anschober – seit Beginn dieses Sommers, weil Sie mich persönlich dazu befragt haben. Ich habe Ihnen gesagt, daß zwar ein erster Expertenentwurf vorliegt, dieser aber für die politische Diskussion noch nicht reif ist. Daher verbleibt er auch im Schoße der Regierungsparteien, bis er soweit ausgereift ist, daß er vorgelegt werden kann. (Abg. Scheibner: Das war aber ein großer Schoß! – Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Abg. Scheibner: Gefordert werden sie schon, aber nicht vom Minister!
Kurz zu den Inhalten: Wir verfügen über zwei Dienste (Abg. Wabl: Zwei zu viel!) , und die Tätigkeit dieser Dienste ist für eine qualifizierte Öffentlichkeit transparent (Abg. Wabl: Transparent!) , im Sinne des parlamentarischen Kontrollausschusses, der im Hause regelmäßig tagt und in dem, wie Sie wissen, jegliche Auskunft vom Minister und seinen Beamten gefordert werden kann. (Abg. Scheibner: Gefordert werden sie schon, aber nicht vom Minister!) Über Beschluß dieses Gremiums kann auch Einsicht in alle Akten genommen werden, und zwar nicht, wenn Sie einen persönlichen Akt sehen wollen, sondern wenn dieses Gremium, das eine große Verantwortung hat, das beschließt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In Punkt 2 Ihres Antrages sprechen Sie die Aufgabenstellung von Staatspolizei und Heeres-Nachrichtendienst an. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Wissen Sie, daß die Aufgabenbeschreibung der "heeresnachrichtendienstlichen Abteilung", wie Sie es nennen, exakt dem Beamtenentwurf entspricht? Das ist eine Tatsache! Machen Sie sich doch einmal die Mühe und vergleichen Sie die gesetzlichen Bestimmungen, dann werden Sie draufkommen, daß jeder Staat und jede Armee die Notwendigkeit eines entsprechenden Selbstschutzes haben. Darauf habe ich bereits hingewiesen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zweitens: Sie reden von der Unterstellung des Nachrichtendienstes unter eine "Staatsschutzkommission". In einer Demokratie kann man natürlich über alle möglichen Formen der Kontrolle, auch über alle möglichen administrativen Formen, diskutieren, und das ist auch sinnvoll. Ich kann jedoch keinen Sinn darin sehen, wenn eine Einrichtung der Regierung, der Exekutive nicht durch eine parlamentarische Kommission, sondern durch eine andere Einrichtung dieser Regierung kontrolliert werden soll. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Die Kontrolle auf Kommissionen abzuschieben, ist nichts anderes als ein Delegieren von Verantwortung, wo dann niemand mehr zuständig und auch die Effizienz der Instrumente entsprechend herabgemindert ist, weil niemand wirklich dahintersteht und jeder den ganzen Bereich an jemand anderen abschiebt – bis es zu spät ist. (Abg. Anschober: Zusätzlich!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß gerade die letzten Debattenbeiträge gezeigt haben, daß diese Materie sehr wohl dringlich ist, ich hoffe nur, daß wir nicht damit konfrontiert werden, daß Demonstranten in Zukunft einmal den Volkszorn oder dergleichen zu spüren bekommen, weil das genau jene ... (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) Ich sage auch nicht, daß das gesagt worden ist, ich sage nur, ich hoffe, daß wir nicht in jene Verhältnisse geraten. Denn es geht in diese Richtung. Es ist nicht das sachlich differenzierte Gespräch, das dominiert, sondern es geht – ganz im Gegenteil – in die andere Richtung, wobei das durchaus auch von allen Seiten betrieben wird, die ein Interesse an einer Destabilisierung haben.
Abg. Scheibner: Der Minister soll endlich den Entwurf bringen!
Das ändert nichts daran, daß die rechtsstaatliche Dimension dieser Debatte nicht unterschätzt werden darf. Und sie sollte auch nicht verschleiert werden, indem man sagt: Das ist ein parteipolitisches Taktieren, und deshalb ist das andere unwichtig!, sondern es gehört in der österreichischen politischen Realität dazu, daß wir auch darüber reden, wie politische Einflußnahmen in diesen Bereichen vonstatten gehen. (Abg. Scheibner: Der Minister soll endlich den Entwurf bringen!) Die Einflußnahmen sind ein Faktum, und das habe ich auch schon oftmals von den besonderen Kennern, die in den Reihen der Freiheitlichen sitzen und aus diesem Bereich kommen, gehört. Daher sollten wir darüber nicht hinweggehen.
Abg. Scheibner: Dann tun wir doch etwas!
Sie haben richtigerweise zwei Schwerpunkte formuliert, die in engem Zusammenhang mit den illegalen Grenzübertritten zu sehen sind, nämlich die organisierte Kriminalität – die Zahl der Schlepper nimmt zu – und damit verbunden auch die Suchtgiftkriminalität. All diese Probleme bedürfen großer Anstrengung, sie zu lösen. (Abg. Scheibner: Dann tun wir doch etwas!) Es ist daher unverständlich, Herr Abgeordneter Scheibner, daß zum Beispiel einer von Ihnen hier vorschlägt, eine Art "Bürgerwehr" ins Leben zu rufen. Wissen Sie überhaupt, was eine Bürgerwehr ist, haben Sie eine Ahnung, was das sein sollte? Ich glaube nicht! Das wäre doch eine Art Selbstjustiz, und das entbehrt wirklich jeder gesetzlichen Grundlage! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie verwechseln Selbstschutz mit Selbstjustiz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Du bist in der Regierung: Was schlägst du vor?
Das ist Ihre Auffassung von Sicherheitspolitik: Das ist die Auffassung einer Altpartei, wie es die Freiheitlichen eben sind! Das ist nicht unsere Politik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Du bist in der Regierung: Was schlägst du vor?)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das wieder her? – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Wir haben zu diesem Tagesordnungspunkt den Sicherheitsbericht betreffend ein breites Feld diskutiert. Ich habe den Rednern der Opposition genau zugehört; es ist ja sehr viel gesagt worden. Als ich den Abgeordneten der Freiheitlichen zuhörte, habe ich den Eindruck gewonnen, daß ihre Parole lautete: Was Unsicherheit, Angst und Bedrohung ist, bestimmen wir Freiheitlichen. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das wieder her? – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Daher an die Kollegen von den Freiheitlichen: Lassen wir doch die Kirche im Dorf! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Natürlich gibt es ähnliche Delikte! (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Hören Sie mir zu! Ein internationaler Vergleich beweist, daß die österreichischen Kraftfahrzeugbesitzer am sichersten sein können. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe lediglich aus dem Sicherheitsbericht zitiert!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Geschätzte Damen und Herren! Ich bin froh darüber, daß sich unsere Bürgerinnen und Bürger kein X für ein U vormachen lassen, wiewohl Sie sich redlich darum bemühen! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Eine EU-Umfrage der EU-Kommission ist äußerst interessant. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sollten sich den Sicherheitsbericht einmal anschauen!) Hören Sie doch zu! Die genannte Umfrage besagt, daß sich die Österreicherinnen und Österreicher weniger bedroht fühlen als andere Europäer.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Emmerich Schwemlein (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich gebe zu, daß ich von meinem Vorredner keine andere Rede erwartet habe als die, die er uns geliefert hat: im wesentlichen eine Anhäufung von Fragen, aber die Antworten ist er nicht nur sich selbst, sondern uns allen schuldig geblieben. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich möchte jetzt nicht in diesem Stil der Freiheitlichen fortfahren. Denn würde ich mich nach Kollegen Hofmann orientieren, dann müßte ich Ihnen von den Zahnschmerzen meiner Tante erzählen, und das paßt nicht unbedingt zur Debatte über den Bericht zum Zivildienstgesetz.
Abg. Scheibner: Überhaupt nicht!
Meine Damen und Herren! Wir haben im Jahre 1996 – darauf hat Kollege Scheibner berechtigterweise hingewiesen – einen wesentlichen Schritt gesetzt. Herr Kollege Scheibner! Nehmen Sie uns einmal soweit beim Wort, daß jetzt eine sehr brauchbare Lösung vorliegt und im Augenblick überhaupt kein Handlungsbedarf besteht, Veränderungen vorzunehmen. Wir haben mit der Zivildienstgesetz-Novelle 1996 auf alle Fälle sichergestellt, daß der Zivildienst als solcher erhalten bleibt. Sie haben hier die Frage in den Raum gestellt, ob denn auch sinnvoll sei, was so alles passiert. Folgendes ist mir aufgefallen: Sie verstehen die umfassende Landesverteidigung im wesentlichen anscheinend als rein militärische. (Abg. Scheibner: Überhaupt nicht!) Wenn Sie das aber nicht tun, dann dürfen Sie den Zivildienst nicht in der Form in Frage stellen, wie Sie das getan haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was sagt dazu euer Minister?
Wir sind uns, glaube ich, darüber einig, daß es sehr wohl einen Grund hat, wenn heute ungefähr jeder fünfte sagt: Ich bin bereit, die mitunter größeren Mühen einer Zivildienstleistung in Kauf zu nehmen und nicht den Wehrdienst anzutreten. – Wenn jemand diese persönliche Entscheidung trifft, dann sollten wir meiner Ansicht nach unser Denken und Handeln in erster Linie so ansetzen, daß wir dafür die bestmöglichen Bedingungen schaffen. Der Herr Minister tut das in ausgezeichneter Art und Weise, denn wir haben jetzt brauchbare und sehr gute finanzielle Rahmenbedingungen, mit denen alle Betroffenen leben können. Meiner Ansicht nach ist außerdem entscheidend, daß damit für die Zukunft sichergestellt ist, daß wir all diejenigen – dieses dramatische Bild, daß die magische Zahl von 6 000 überschritten worden ist, betrachte ich nicht als so dramatisch –, die einen Zivildienst antreten wollen, unterbringen können. (Abg. Scheibner: Was sagt dazu euer Minister?)
Abg. Scheibner: Das hat er eh gerade gesagt!
Zivildiener sind im Sozialbereich unentbehrlich, und Sie, die Sie immer noch Ihre Probleme mit dem Zivildienst haben, machen am allermeisten davon Gebrauch. (Abg. Scheibner: Das hat er eh gerade gesagt!) Wer hat denn die meisten Zivildiener? – Das Rote Kreuz. Wo aber ist das Rote Kreuz zuzuordnen? – Damit haben wir die Frage beantwortet. Sie können nicht auf etwas
Abg. Scheibner: Fasslabend sagt, daß er 34 000 Grundwehrdiener braucht!
Erstens: Ich sehe die Entwicklung der Zivildiener nicht problematisch. Die Entwicklung war für das österreichische Bundesheer vielleicht vor einigen Jahren problematisch, nun gibt es aber, wie ich meine, eine vernünftige Relation. Im Jahre 1990 gab es rund 41 000 taugliche Wehrdienstpflichtige, wobei ich immer nur von tauglichen Wehrpflichtigen und ebenso von anerkannten Zivildienstpflichtigen ausgehe, nicht von denen, die Anträge stellen. 1990 hatten wir, wie gesagt, 41 000 taugliche Wehrdienstpflichtige und 2 500 anerkannte Zivildienstpflichtige. In den Jahren 1993 und 1994 hat es ganz anders ausgeschaut: Da ist die Zahl der tauglichen Wehrdienstpflichtigen auf 35 000 bis 36 000 gesunken, die Zahl der anerkannten Zivildienstpflichtigen ist jedoch auf über 13 000 gestiegen, das heißt, das Mißverhältnis war gewaltig. Im Jahre 1996 hatten wir 35 000 taugliche Wehrdienstpflichtige und 6 300 anerkannte Zivildiener. – Diese Relation ist meiner Meinung nach auch für das österreichische Bundesheer vertretbar und gewährleistet, daß das österreichische Bundesheer seine Pflichten auch in Zukunft erfüllen kann. (Abg. Scheibner: Fasslabend sagt, daß er 34 000 Grundwehrdiener braucht!)
Sitzung Nr. 85
Abg. Scheibner: Haben Sie die Filme auch gesehen?
Diese Texte in dem Katalog, den ich auch – nicht in allen Details – in Venedig selbst studiert habe, enthält Darstellungen und Textteile im Sinne von historischen Quellen. Es geht um den Aktionismus. (Abg. Scheibner: Haben Sie die Filme auch gesehen?) Ja. (Abg. Scheibner: Alle?) Es geht um eine Darstellung von Quellen, die in einer bestimmten Art und Weise rezipiert und diskutiert werden sollen. Künstler und Kunstpolitiker sollten diese Quellen sehr sorgfältig, sehr besonnen in einen Dialog einbeziehen und diesen Dialog führen, aber nicht um besonderen
Abg. Scheibner: Alle?
Diese Texte in dem Katalog, den ich auch – nicht in allen Details – in Venedig selbst studiert habe, enthält Darstellungen und Textteile im Sinne von historischen Quellen. Es geht um den Aktionismus. (Abg. Scheibner: Haben Sie die Filme auch gesehen?) Ja. (Abg. Scheibner: Alle?) Es geht um eine Darstellung von Quellen, die in einer bestimmten Art und Weise rezipiert und diskutiert werden sollen. Künstler und Kunstpolitiker sollten diese Quellen sehr sorgfältig, sehr besonnen in einen Dialog einbeziehen und diesen Dialog führen, aber nicht um besonderen
Abg. Jung: Das war kein Versäumnis! – Abg. Scheibner: Ich habe ihn gelesen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nachdem Herr Kollege Schweitzer hier ans Rednerpult gekommen ist und den österreichischen Katalog der "Wiener Gruppe" präsentiert hat und ich jetzt erkennen kann, daß offensichtlich noch niemand von den freiheitlichen Mandataren diesen Katalog gelesen, man sich aber vorher schon entrüstet hat (Abg. Jung: Das war kein Versäumnis! – Abg. Scheibner: Ich habe ihn gelesen!) – offensichtlich hat ihn niemand gelesen, sonst würden Sie diesen Katalog nicht so eifrig studieren –, hätte ich auch noch eine Frage an den Kollegen Schweitzer (Abg. Scheibner: Hat er dir gefallen?) : Warst du eigentlich bei der Biennale, hast du dir das selbst angeschaut? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja unwesentlich!) Hättest du dir die Biennale nämlich angeschaut, dann müßtest du nicht nur wegen des österreichischen Beitrags, sondern deinem Kunstverständnis nach offensichtlich wegen vieler Beiträge permanent in Ohnmacht gefallen sein. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es geht nicht um die Biennale! Wir sind hier im österreichischen Parlament!)
Abg. Scheibner: Hat er dir gefallen?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nachdem Herr Kollege Schweitzer hier ans Rednerpult gekommen ist und den österreichischen Katalog der "Wiener Gruppe" präsentiert hat und ich jetzt erkennen kann, daß offensichtlich noch niemand von den freiheitlichen Mandataren diesen Katalog gelesen, man sich aber vorher schon entrüstet hat (Abg. Jung: Das war kein Versäumnis! – Abg. Scheibner: Ich habe ihn gelesen!) – offensichtlich hat ihn niemand gelesen, sonst würden Sie diesen Katalog nicht so eifrig studieren –, hätte ich auch noch eine Frage an den Kollegen Schweitzer (Abg. Scheibner: Hat er dir gefallen?) : Warst du eigentlich bei der Biennale, hast du dir das selbst angeschaut? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja unwesentlich!) Hättest du dir die Biennale nämlich angeschaut, dann müßtest du nicht nur wegen des österreichischen Beitrags, sondern deinem Kunstverständnis nach offensichtlich wegen vieler Beiträge permanent in Ohnmacht gefallen sein. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es geht nicht um die Biennale! Wir sind hier im österreichischen Parlament!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Verteidigungsrede für Kinderschänder!
Und dafür werden wir Sie immer kritisieren, daran werden wir Sie auch in Zukunft messen. (Abg. Scheibner: Das ist eine Verteidigungsrede für Kinderschänder!) Die Schweitzersche Doktrin der Schamgrenze wird Sie in Zukunft selbst treffen, und zwar noch deutlicher, als Sie das vielleicht bis jetzt gemerkt haben. Da wird einem Ofner und all seinen Lachkumpanen in der FPÖ das Lachen noch ganz, ganz gründlich vergehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Das ist ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 87
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Frau Kollegin Madl! Sie haben eigentlich wunderbar offen eines Ihrer wirklichen Motive hier dargestellt, das, worum es Ihnen wirklich geht. Die Geschichte dieser Anträge in diesem Haus ist ja hinlänglich bekannt. Auch wenn Frau Kollegin Haller fast poetisch gesagt hat: Immer mehr Familienschiffe versinken in der Scheidung!, geht es Ihnen heute hier in Wirklichkeit nicht um die inhaltliche Diskussion (Abg. Madl: Um die Fristsetzung geht es!) , geht es Ihnen heute hier nicht um die Auseinandersetzung mit diesem Thema, sondern nur um den kleinen Triumph, die ÖVP gegen ihren eigenen, wortidenten Antrag stimmen zu lassen. Darum geht es Ihnen in Wirklichkeit! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Es geht Ihnen um dieses alte Spiel, einen Keil zwischen die Koalitionsparteien zu treiben. Sie lassen diesen alten ideologischen Konflikt,
Sitzung Nr. 88
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
Sie, Herr Abgeordneter Stadler, schrecken auch nicht davor zurück, die völlig gebrochenen Eltern des mutmaßlichen Täters in diesen Fall mit hineinzuziehen. Sie haben das heute von diesem Rednerpult aus wieder getan, Herr Abgeordneter Stadler! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Vor drei Jahren hätten wir das gerne gehört! Vor drei Jahren hätten wir das gerne gehört!
Ich sage es Ihnen noch einmal: Es kann in einer offenen Gesellschaft durchaus üblich sein, daß der Vater ein Nationalsozialist und dessen Sohn ein guter Demokrat ist. (Abg. Mag. Stadler: So ist es bei dir, glaube ich, der Fall! War nicht dein Vater Nationalsozialist?) Aber genauso, meine Damen und Herren, kann es in unserer Gesellschaft auch sein, daß der Vater ein Demokrat, ein guter Demokrat, vielleicht auch ein Sozialdemokrat – das sage ich dazu –, ein guter Sozialdemokrat und dessen Sohn gegen die demokratischen Einrichtungen unseres Rechtsstaates ist, vielleicht ein Terrorist ist. Das kann in einer offenen Gesellschaft durchaus der Fall sein. (Abg. Scheibner: Vor drei Jahren hätten wir das gerne gehört! Vor drei Jahren hätten wir das gerne gehört!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist unerhört!
Aber, Herr Abgeordneter Stadler, wenn Sie nur einen Funken Anstand haben – ich vermute, daß Sie diesen nicht haben –, dann werden Sie sich zumindest bei den Eltern des Attentäters beziehungsweise bei dessen Familie für das entschuldigen, was Sie ihnen durch Ihre Vorwürfe angetan haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist unerhört!)
Abg. Scheibner: Nachlesen!
Meine Damen und Herren! Der Vorwurf, der während der Ermittlungen gegenüber der rechten Szene oder dem rechten Eck gemacht worden ist oder auch, wenn Sie es so wollen, gegenüber der Neonaziszene ... (Abg. Mag. Stadler: Wann entschuldigen Sie sich bei der Familie des Opfers? Wann entschuldigen Sie sich bei den Diskriminierungsopfern? – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich kenne keinen Abgeordneten dieses Hauses, der irgendwann einmal gesagt hätte, die FPÖ sei an den Briefbomben- und Rohrbombenanschlägen beteiligt. Ich kenne keinen in diesem Hause, der dies getan hätte! (Abg. Scheibner: Nachlesen!)
Abg. Scheibner: Eine Frechheit sondergleichen!
Die Ermittler haben sehr oft von einer rechten Szene, vom rechten Eck und von der Neonaziszene gesprochen. Meine Damen und Herren! Wenn Sie sich darin finden – weil Sie sich heute so aufregen –, dann ist das Ihre Sache! (Abg. Scheibner: Eine Frechheit sondergleichen!) Wir haben das nicht gesagt! Sie sollten einmal in einer ruhigen Minute darüber nachdenken, wieweit Sie sich selbst in dieses Eck hineinmanövrieren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"?
Ich meine ein geistiges Täterverhalten, es geht da um das geistige Klima. (Abg. Dr. Graf: Das haben Sie vorhin nicht gesagt!) Herr Kollege Graf, versuchen Sie, was immer Sie wollen ... (Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"?) Na, er ist ertappt bei seinen Argumenten. (Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"? Wer ist da der Täter?) Der, der die Unwahrheit zum Mittel der Politik macht, ist ein Täter. Glauben Sie mir das! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen.) Wenn jemand die Unwahrheit zum Mittel der Politik macht, ist er ein Täter! Glauben Sie mir das! (Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Täter wofür?) – Für das geistige Klima! Und das ist der Nährboden, auf dem das wächst!
Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"? Wer ist da der Täter?
Ich meine ein geistiges Täterverhalten, es geht da um das geistige Klima. (Abg. Dr. Graf: Das haben Sie vorhin nicht gesagt!) Herr Kollege Graf, versuchen Sie, was immer Sie wollen ... (Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"?) Na, er ist ertappt bei seinen Argumenten. (Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"? Wer ist da der Täter?) Der, der die Unwahrheit zum Mittel der Politik macht, ist ein Täter. Glauben Sie mir das! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen.) Wenn jemand die Unwahrheit zum Mittel der Politik macht, ist er ein Täter! Glauben Sie mir das! (Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Täter wofür?) – Für das geistige Klima! Und das ist der Nährboden, auf dem das wächst!
Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Täter wofür?
Ich meine ein geistiges Täterverhalten, es geht da um das geistige Klima. (Abg. Dr. Graf: Das haben Sie vorhin nicht gesagt!) Herr Kollege Graf, versuchen Sie, was immer Sie wollen ... (Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"?) Na, er ist ertappt bei seinen Argumenten. (Abg. Scheibner: Was heißt "Täterverhalten"? Wer ist da der Täter?) Der, der die Unwahrheit zum Mittel der Politik macht, ist ein Täter. Glauben Sie mir das! (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen.) Wenn jemand die Unwahrheit zum Mittel der Politik macht, ist er ein Täter! Glauben Sie mir das! (Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Täter wofür?) – Für das geistige Klima! Und das ist der Nährboden, auf dem das wächst!
Zwischenrufe der Abg. Dr. Ofner und Dr. Graf. – Abg. Scheibner: Was ist daran so schlecht?!
Oder – nächstes Zitat –: "Das ist unser Verständnis von der parlamentarischen Demokratie, das ist unser Verständnis von den Menschenrechten, die, bitte, nicht nur für Ausländer gelten. Auch Österreicher sind Menschen und haben einen Anspruch auf Menschenrechte!" – so, als ob es in Österreich geteilte Menschenrechte gäbe. (Zwischenrufe der Abg. Dr. Ofner und Dr. Graf. – Abg. Scheibner: Was ist daran so schlecht?!) – Diese Zwischenrufe disqualifizieren Sie selbst! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ebergassing!
Herr Bundesminister! Da frage ich Sie schon, ob Sie darin nicht auch – selbstverständlich mit aller Mäßigung und in aller Behutsamkeit geäußerte – gefährliche politische Parallelen sehen, die sich, wie gesagt, nicht auf die Tat beziehen, wohl aber auf das politische Klima in diesem Lande und auf das Umfeld. (Abg. Scheibner: Ebergassing!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat den Sika unterdrückt?
Die Arbeit der Exekutive in dieser Causa wurde durch die Politik sehr erschwert. Diese permanente Einmischung der Politik, vor allem der Parteipolitik der Opposition – ich nehme dabei vielleicht das Liberale Forum aus –, war mit Sicherheit eine Unart, die ich scharf kritisieren möchte. Diese Einmischung war der Aufklärung der Straftat sicherlich nicht dienlich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat den Sika unterdrückt?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Einen größeren Gefallen hätten Sie mir nicht tun können!
Sie, Herr Mag. Stadler, haben in Wahrheit an der linken Reichshälfte genau das kritisiert, haben es als verabscheuungswürdig bezeichnet, was Sie selbst heute hier am Rednerpult getan haben. Und das ist nicht in Ordnung, Herr Mag. Stadler! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Einen größeren Gefallen hätten Sie mir nicht tun können!)
Abg. Scheibner: Also was ist jetzt? – Abg. Ing. Reichhold: Also seid doch ihr verantwortlich?
Sie müssen sich nur eines vor Augen halten, nur das eine: Wer hat von den Abgeordneten hier eine Briefbombe erhalten? Haben Sie eine erhalten, oder haben meine Kolleginnen Petrovic und Stoisits eine Briefbombe erhalten? (Abg. Mag. Stadler: Vielleicht sind wir schon verdächtig, weil wir keine erhalten haben!) Überlegen Sie noch einmal – meine Vorrednerinnen und Vorredner haben schon darauf hingewiesen –, aus welcher politischen Verantwortung, aus welcher Gesinnung heraus die Bekennerschreiben formuliert waren und aus welcher ganz eindeutig zuordenbaren Gesinnung heraus diese Briefbomben geschickt wurden. (Abg. Scheibner: Also was ist jetzt? – Abg. Ing. Reichhold: Also seid doch ihr verantwortlich?) Überlegen Sie sich auch die politische Verantwortung und die Rolle der politischen Verantwortung, um die es hier geht, und dann sparen Sie sich Ihre Ablenkungsmanöver (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wovon sollen wir den ablenken wollen?), mit denen Sie in letzter Minute kläglich versuchen, in Richtung der grünen Partei zu agieren, die sich immer ganz klar von jeder Art des Terrors distanziert hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zahlreiche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Euch würde schon gar keiner nehmen!
Ich wollte diese merkwürdige Aussage der Frau Kollegin Partik-Pablé berichtigen, daß Frau Kollegin Stoisits behauptet hätte, die Freiheitlichen gehören verbannt aus Österreich. Ich habe mir die bösartige Bemerkung erlaubt, das würde nicht gehen. Wer würde sie nehmen? (Lebhafte Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Euch würde schon gar keiner nehmen!) Ja, ich weiß schon. Ich halte auch so Sprüche wie "Nazis raus aus Österreich!" für eine Dummheit, denn wir müssen selbst mit unseren Menschen fertig werden und die Dinge gemeinsam lösen. Das ist meine Überzeugung!
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich bei der Bevölkerung!
Die gezielt fehlgeleiteten Informationen und fehlgeleiteten Ermittlungen haben unschuldige Menschen, Behinderte und Greise zum Gegenstand von Kriminalisierung gemacht, für die sich heute, Herr Kollege Leikam, weder Sie noch Herr Kollege Jarolim noch Kollege Cap auch nur mit einer Silbe entschuldigt haben! Sie sollten sich einmal entschuldigen! (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich bei der Bevölkerung!) Entschuldigen Sie sich nicht bei uns, sondern bei jenen Menschen, die man aufgrund dieser Nachrichtenschwindelei und aufgrund gezielter Des
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Kiss! Jetzt erst habe ich Sie gesehen; Sie sind dort hinten so unscheinbar. In Ihrer Presseaussendung waren Sie wortgewaltiger. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Sie sind nämlich derjenige, der gemeint hat, daß der mutmaßliche Briefbombenattentäter nicht schon früher gefaßt werden konnte, sei einzig und allein die Schuld von Einem.
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Scheibner und Leikam.
Eine weitere Frage lautet: "NEWS: Sie standen unter doppeltem Druck: die Medien auf der einen, die mangelnde Ministerunterstützung auf der anderen Seite! ... – Sika: In gewisser Weise war das so. Allerdings kann ich einen Chef nicht zwingen, mich oder meine Funktion zu mögen." "NEWS" fragt ihn weiter: "... Sie haben also hinter dem Rücken des Ministers dieses Buch veröffentlichen lassen. War das okay? – Sika: Ich muß zugeben – es war wahrscheinlich ein Fehler." (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Scheibner und Leikam. )
Sitzung Nr. 89
Abg. Scheibner: Wo sind die Radpanzer, die wir dort beschlossen haben?
Ich möchte nur, weil Herr Kollege Scheibner das auch erwähnt hat, das Kommando Auslandseinsätze anführen. (Abg. Scheibner: Wo sind die Radpanzer, die wir dort beschlossen haben?) Moment! Moment! (Abg. Jung: Dann wird die Truppe ins Ausland geschickt! – Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Es gibt international anerkannte Kurse in unserem Kommando Auslandseinsätze, als Beispiel für echte Friedensarbeit, die weit in die Zukunft reicht. 234 Führungskräfte aus 30 Staaten, also aus Armeen der ganzen Welt, haben uns ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Haupt. )
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Haupt.
Ich möchte nur, weil Herr Kollege Scheibner das auch erwähnt hat, das Kommando Auslandseinsätze anführen. (Abg. Scheibner: Wo sind die Radpanzer, die wir dort beschlossen haben?) Moment! Moment! (Abg. Jung: Dann wird die Truppe ins Ausland geschickt! – Zwischenruf des Abg. Dr. Haider. ) Es gibt international anerkannte Kurse in unserem Kommando Auslandseinsätze, als Beispiel für echte Friedensarbeit, die weit in die Zukunft reicht. 234 Führungskräfte aus 30 Staaten, also aus Armeen der ganzen Welt, haben uns ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Haupt. )
Abg. Scheibner: Wem gehört denn die Zeitung?
Zur konkreten Frage des Herrn Kollegen Scheibner würde ich Ihnen und auch dem Kollegen Gaál empfehlen, den vom Milizbetreuer im "Soldaten" veröffentlichen Artikel zu lesen (Abg. Scheibner: Wem gehört denn die Zeitung?) : "Keine Beschränkung der Milizarbeit" von Oberst Withalm. (Abg. Dr. Haider: Das ist eine Auftragsarbeit!) Das kann man immer sagen. (Abg. Dr. Haider: Wer zahlt, schafft an!) Der Kollege hat auch den Bildungsanzeiger dargestellt. (Abg. Dr. Graf: Von wann ist die Zeitung?) Vom 24. September 1997, Kollege Graf. Keine Einschränkung der Milizarbeit! (Zwischenruf des Abg. Gaál. )
Abg. Scheibner: Zwölf Tage für den Leutnant!
Jetzt kommen wir zum Erlaß ... (Abg. Jung: "Dafür kann man das Bundesheer nicht verantwortlich machen..."! Das haben Sie geschrieben!) Bitte setzen, Herr Kollege Jung! Jetzt kommen wir zum Anlaß dieser Debatte, dem berühmten Erlaß. (Anhaltende Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Der Erlaß, den Sie kritisiert haben, stammt vom 7. August 1997. Was sagt dieser Erlaß? (Abg. Mag. Stadler hält einen Zeitungsartikel in die Höhe. Der Redner reagiert nicht darauf. – Abg. Dr. Haider: Das ist ein Blinder! – Abg. Mag. Stadler: Er liest seine Reden immer herunter!) Wir sichern selbstverständlich die beorderten Waffenübungen. Wir konzentrieren die freiwilligen Waffenübungen aber auf das einsatznotwendige Maß und binden sie an die Einheit des Milizsoldaten, nichts Neues also. (Abg. Scheibner: Zwölf Tage für den Leutnant!) Falsch. Das ist nichts Neues.
Abg. Scheibner: Fünf Tage!
Früher konnte der Milizsoldat seine Waffenübung dort machen, wo er es für richtig gefunden hat. Nun wird er die freiwillige Waffenübung dort machen, wo es seine Funktion und seine Aufgabe als Milizsoldat erfordern, an seine Einheit und an einen für ihn festgelegten Ausbildungsgang gebunden. (Abg. Scheibner: Fünf Tage!) Das ist falsch. Das werde ich dir gleich nachweisen. (Abg. Scheibner: Rechne es nach! 20 Prozent!) Somit ist das Angebot für Milizsoldaten bei geringeren Kosten qualitativ besser (Rufe der Abgeordneten Scheibner und Jung: Nein! Nein!) und zielorientierter für jene von ihnen geworden, die das in ihrer Mob-Funktion tatsächlich brauchen. (Abg. Jung: Jetzt müssen Sie aber beichten gehen!)
Abg. Scheibner: Rechne es nach! 20 Prozent!
Früher konnte der Milizsoldat seine Waffenübung dort machen, wo er es für richtig gefunden hat. Nun wird er die freiwillige Waffenübung dort machen, wo es seine Funktion und seine Aufgabe als Milizsoldat erfordern, an seine Einheit und an einen für ihn festgelegten Ausbildungsgang gebunden. (Abg. Scheibner: Fünf Tage!) Das ist falsch. Das werde ich dir gleich nachweisen. (Abg. Scheibner: Rechne es nach! 20 Prozent!) Somit ist das Angebot für Milizsoldaten bei geringeren Kosten qualitativ besser (Rufe der Abgeordneten Scheibner und Jung: Nein! Nein!) und zielorientierter für jene von ihnen geworden, die das in ihrer Mob-Funktion tatsächlich brauchen. (Abg. Jung: Jetzt müssen Sie aber beichten gehen!)
Rufe der Abgeordneten Scheibner und Jung: Nein! Nein!
Früher konnte der Milizsoldat seine Waffenübung dort machen, wo er es für richtig gefunden hat. Nun wird er die freiwillige Waffenübung dort machen, wo es seine Funktion und seine Aufgabe als Milizsoldat erfordern, an seine Einheit und an einen für ihn festgelegten Ausbildungsgang gebunden. (Abg. Scheibner: Fünf Tage!) Das ist falsch. Das werde ich dir gleich nachweisen. (Abg. Scheibner: Rechne es nach! 20 Prozent!) Somit ist das Angebot für Milizsoldaten bei geringeren Kosten qualitativ besser (Rufe der Abgeordneten Scheibner und Jung: Nein! Nein!) und zielorientierter für jene von ihnen geworden, die das in ihrer Mob-Funktion tatsächlich brauchen. (Abg. Jung: Jetzt müssen Sie aber beichten gehen!)
Abg. Scheibner: Rechne es doch einmal nach!
Als zusätzliches Angebot ... (Abg. Scheibner: Rechne es doch einmal nach!) Sie wollen es nicht hören, weil Sie die Wahrheit nicht hören wollen! Ein zusätzliches Angebot gibt es für die Milizkaderausbildung. Dies sind Verbesserungen im laufenden Jahr 1997, die Sie nicht akzeptiert haben, weil Sie es nicht akzeptieren wollen. (Abg. Scheibner: Weil es nicht stimmt!)
Abg. Scheibner: Weil es nicht stimmt!
Als zusätzliches Angebot ... (Abg. Scheibner: Rechne es doch einmal nach!) Sie wollen es nicht hören, weil Sie die Wahrheit nicht hören wollen! Ein zusätzliches Angebot gibt es für die Milizkaderausbildung. Dies sind Verbesserungen im laufenden Jahr 1997, die Sie nicht akzeptiert haben, weil Sie es nicht akzeptieren wollen. (Abg. Scheibner: Weil es nicht stimmt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was reden Sie sich schon wieder auf die Beamten aus? Das ist unglaublich! – Abg. Dr. Haider: Letztverantwortung hat der Minister!
Ich habe den Ausführungen der einzelnen Debattenredner sehr aufmerksam zugehört. Selbstverständlich nehme ich auch die Argumente in jedem einzelnen Fall sehr ernst. (Abg. Dr. Haider: Zuerst haben Sie gelacht!) Es gibt natürlich auch Dinge, die man nicht immer ganz ernst nehmen kann, aber ich bitte Sie vielleicht auch, das ernst zu nehmen, was sich Beamte – und zwar hochqualifizierte Beamte und Offiziere (Abg. Mag. Stadler: Nicht hinter Beamten verschanzen!) – , die für die Ausbildung verantwortlich sind und sich Gedanken gemacht haben, wie man die Effizienz steigern kann, überlegt und dann in einem Erlaß umgesetzt haben, zu dem ich selbstverständlich auch stehe. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was reden Sie sich schon wieder auf die Beamten aus? Das ist unglaublich! – Abg. Dr. Haider: Letztverantwortung hat der Minister!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich habe selbstverständlich diese Anfragebeantwortung und auch die Erörterung dieser Anfragebeantwortung zum Anlaß genommen, mich mit der Themenstellung entsprechend auseinanderzusetzen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler. ) Was hier angeführt wird, nämlich daß die Anzahl und das Angebot an Ausbildungskursen im Bildungsanzeiger 97 im Vergleich zum Angebot der Vorjahre nicht reduziert wurde, ist richtig. Dazu stehen die Beamten vollinhaltlich, auch in dieser Formulierung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem Erlaß zu tun! – Abg. Dr. Haider: Können Sie auch was zum Erlaß sagen?
Wenn es für eine Funktion notwendig ist, ist es so wie bisher möglich, 69 Tage im Jahr eine freiwillige Übung durchzuführen, und zwar dann, wenn sie zielführend ist beziehungsweise die Überschreitung nicht mehr als 20 Prozent der Ausbildung für eine bestimmte Funktion beträgt. (Abg. Dr. Haider: Welche Funktion? – Abg. Mag. Stadler: Warum ist der Kollege Gaál dagegen?) Wie wichtig mir die Milizausbildung ist, wie wichtig mir die Funktion der Miliz auch für die Zukunft ist, möchte ich daran erkennen lassen, daß es etliche neue Maßnahmen gegeben hat, die die Effizienz der Ausbildung zum Milizunteroffizier und Offizier steigern sollen, etwa daß die Verlegung des Milizunteroffizierkurses 1 unmittelbar an den Grundwehrdienst erfolgt ist und damit auch der Milizunteroffizierkurs 2 bereits im Folgejahr absolviert werden kann. Das ist für alle Beteiligten wichtig und steigert auch die Effizienz ohne Steigerung der Zahl, einfach deshalb, weil die Vergessensrate in der Zwischenzeit nicht so groß ist. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit dem Erlaß zu tun! – Abg. Dr. Haider: Können Sie auch was zum Erlaß sagen?)
Abg. Scheibner: Fünf Tage für den Leutnant!
Es gibt weiters eine Erweiterung des Fort- und Weiterbildungsangebotes für Milizunteroffiziere an der HUAK durch vielfältige Seminare – mit einer Dauer von drei bis fünf Tagen (Abg. Scheibner: Fünf Tage für den Leutnant!) –, unter anderem auf den Gebieten Führungsverhalten, Wehrpolitik, EDV, Wehrethik und Selbstmanagement, Ausbildungsmethode und Aufbaukurse im Führungsverhalten. Es gibt auch eine Steigerung der Intensität der Ausbildung für Milizoffiziersanwärter (Abg. Scheibner: Welcher Unteroffizier hat EDV?) , etwa durch Etablierung der Zugskommandantenkurse im Ausbildungssystem, die erst im Vorjahr eingeführt wurden, und die Eingliederung begleitender Seminare an der Theresianischen Militärakademie in den Ausbildungsgang "Führungsverhalten, Wehrpolitik, Einsatztrennung".
Abg. Scheibner: Welcher Unteroffizier hat EDV?
Es gibt weiters eine Erweiterung des Fort- und Weiterbildungsangebotes für Milizunteroffiziere an der HUAK durch vielfältige Seminare – mit einer Dauer von drei bis fünf Tagen (Abg. Scheibner: Fünf Tage für den Leutnant!) –, unter anderem auf den Gebieten Führungsverhalten, Wehrpolitik, EDV, Wehrethik und Selbstmanagement, Ausbildungsmethode und Aufbaukurse im Führungsverhalten. Es gibt auch eine Steigerung der Intensität der Ausbildung für Milizoffiziersanwärter (Abg. Scheibner: Welcher Unteroffizier hat EDV?) , etwa durch Etablierung der Zugskommandantenkurse im Ausbildungssystem, die erst im Vorjahr eingeführt wurden, und die Eingliederung begleitender Seminare an der Theresianischen Militärakademie in den Ausbildungsgang "Führungsverhalten, Wehrpolitik, Einsatztrennung".
Abg. Scheibner: Das brauchen Sie nicht zu verlesen!
Viertens: Einbeziehung zusätzlicher hochqualifizierter Fachkräfte in Spezialfunktionen (Abg. Scheibner: Das brauchen Sie nicht zu verlesen!) , etwa für die Ausbildung von Psychologen als GWD, um hier die Voraussetzung für eine nachfolgende Ausbildung zum Offizier des höheren militärfachlichen Dienstes oder auch des medizinisch-technischen Dienstes in der Laufbahn zum Truppenoffizier zu schaffen. So könnte ich noch weiter fortsetzen.
Sitzung Nr. 90
Rufe der Abgeordneten Oberhaidinger und Scheibner: Eine Frage!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Bundesminister! Einige Fragen zur Organisationsstruktur. (Rufe der Abgeordneten Oberhaidinger und Scheibner: Eine Frage!)
Abg. Scheibner: Eine halbe Stunde!
Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bitte eingangs um Entschuldigung und um Verständnis dafür, daß ich einige Minuten zu spät zu dieser Fragestunde gekommen bin. (Abg. Scheibner: Eine halbe Stunde!) Der Grund dafür war, daß ich bei der Vorbereitung des Ministerrates, der eine ganz wesentliche Frage, nämlich die Pensionsreform, die eine Jahrzehnte dauernde Auswirkung auf die Bevölkerung Österreichs haben wird, zu behandeln hat, anwesend war und diese Beratung mitzugestalten hatte. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Frage war: Was werden Sie tun? Das war nicht die Frage, Herr Minister!
Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend (fortsetzend): Ich komme zum Schluß meiner Beantwortung dieser Frage: Da zu erwarten ist, daß unsere Nachbarn Tschechien, Ungarn und darüber hinaus auch Polen bereits 1999 Mitglieder sein werden, ist es auch für uns, wenn wir an diesem Prozeß entscheidend mitbeteiligt sein wollen, sehr ratsam, den frühestmöglichen Zeitpunkt zu überlegen, und dafür trete ich voll und ganz ein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Frage war: Was werden Sie tun? Das war nicht die Frage, Herr Minister!)
Abg. Scheibner: Das sind die Schlußfolgerungen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir haben ... (Abg. Mag. Stadler: Kollege Höchtl, einen Zwischenruf! Wird Ihr Außenminister darauf bestehen, daß die Beneš-Dekrete und dieses sogenannte Amnestiegesetz vor Verhandlungen wegkommen? – Nicht während der Verhandlungen!) Herr Kollege Stadler! Ich möchte diese Frage jetzt allgemein behandeln und werde Ihnen auch eine Antwort darauf geben. (Abg. Scheibner: Das sind die Schlußfolgerungen!) Nein, nein, Herr Kollege. (Abg. Mag. Stadler: Ja!) Sie haben ja auch die Möglichkeit zu reden. Ich nütze meine Redezeit dafür, meine Sicht dieser Dinge darzustellen. (Abg. Mag. Stadler: Nicht die der ÖVP?!) Das ist durchaus die Sicht vieler in der Volkspartei und auch vieler, hoffe ich, in den anderen demokratischen Parteien unseres Parteienspektrums.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Nun zu den Anträgen von Herrn Dr. Graf und Herrn Dr. Ofner. Diese sind der Sache nach gut, erlauben Sie mir dennoch zwei Feststellungen dazu: Erstens glaube ich, daß diese Anträge nicht zu diesem Kapitel passen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Zweitens meine ich aber auch, daß hier im Parlament eine breite Basis für jenen Antrag, den Sie jetzt gestellt haben, gesucht werden sollte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Ofner. ) Ich glaube, es geht nicht nur um die Sudetendeutschen, sondern es geht auch um die Donauschwaben, um die Siebenbürger, um die Karpartendeutschen, also schlechthin um alle Volksdeutschen, die vertrieben worden sind. Ich glaube, wir könnten mit selbständigen Anträgen deren Anliegen wirklich ernsthaft nachkommen.
Sitzung Nr. 93
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war keine tatsächliche Berichtigung!
Ich berichtige tatsächlich: Durch die Gehalts- und Pensionsreform für Politiker, die hier vor kurzem beschlossen worden ist, bekomme ich persönlich eine ASVG-Pension und kann darüber hinaus im Rahmen einer freiwilligen Möglichkeit in eine Pensionskasse einzahlen. Das betrifft alle jüngeren Kollegen, die im Nationalrat sind. Das ist die Kernbestimmung der Pensionsreform, und es stimmt nicht, was Herr Dr. Haider hier behauptet hat, nämlich daß es sich die Politiker mit diesem Beschluß gerichtet hätten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war keine tatsächliche Berichtigung!)
Sitzung Nr. 94
Abg. Scheibner: Die Zauderer Schweden! Die Zauderer Briten! Das sind lauter miese Zauderer! – Beifall bei der ÖVP.
Das scheint mir sehr wichtig zu sein. Das scheint mir deswegen sehr wichtig zu sein, weil diese Stabilität auch Grundpfeiler für die Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euro, ist. Heute wurde vom Kollegen Trattner wiederum auf den Euro hingewiesen, indem er gemeint hat: Andere warten noch zu. – Ja natürlich, das stimmt schon. Es gibt mehr Zögerer, nicht nur in der FPÖ. Wir wissen, daß Sie Zögerer und Zauderer sind, aber wir haben uns einer Stabilitätspolitik verschrieben, und in dieser Stabilitätspolitik hat auch der Euro seinen ganz festen Platz. (Abg. Scheibner: Die Zauderer Schweden! Die Zauderer Briten! Das sind lauter miese Zauderer! – Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: So wie die Schweden! – Abg. Aumayr: Das gehört nämlich nicht zur EU! – Abg. Scheibner: Und die Engländer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sollten uns doch nicht krampfhaft gegen Erleichterungen stellen, nur weil man, so wie die FPÖ, unter allen Umständen im Alten verharren möchte und zögert. (Abg. Scheibner: So wie die Schweden! – Abg. Aumayr: Das gehört nämlich nicht zur EU! – Abg. Scheibner: Und die Engländer!)
Abg. Jung: Das ist nicht alles, was er gesagt hat! – Abg. Scheibner: Zitieren Sie ihn weiter!
Herr Professor Dr. Bernd Genser, der Experte der Freiheitlichen, hat sich beispielsweise anerkennend dazu geäußert, daß die Neuverschuldung des Budgets von 5 Prozent Mitte der neunziger Jahre auf nunmehr 3 Prozent verringert wurde. Wenn ein freiheitlicher Experte eine derart positive Beurteilung abgibt, muß doch etwas dran sein. (Abg. Jung: Das ist nicht alles, was er gesagt hat! – Abg. Scheibner: Zitieren Sie ihn weiter!) Ich nehme doch nicht an, daß Sie einen Experten bestellen, der nur Gutes über das Budget 1998 sagt! Soviel mute ich Ihnen absolut nicht zu.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben das nicht erfunden, das haben die italienischen Kommunisten erfunden!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP): Mein Vorredner hat behauptet, Andreas Khol sei der Besitzer des Verfassungsbogens. Dem stelle ich die Tatsache entgegen: Ich bin der Erfinder! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben das nicht erfunden, das haben die italienischen Kommunisten erfunden!)
Abg. Scheibner: Wie ist denn eine Familie?
Meine Damen und Herren! Die Familie hat heute viele Formen und Normen. Es ist nicht so, wie es sich die Damen und Herren von der ÖVP wünschen und so gerne hätten, nämlich daß die Familie nach ihrem Bild gelebt wird. (Abg. Scheibner: Wie ist denn eine Familie?) Es muß – ich habe es gestern schon gesagt – jedem selbst überlassen bleiben, wie sie oder er die Form des Zusammenlebens für sich bestimmt. Entscheidend ist aber für uns, daß wir darauf achten, daß alle Kinder, egal, wie ihre Eltern sich miteinander arrangieren, bestimmte Voraussetzungen erhalten.
Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist bei mir? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist jedenfalls eine Tatsache, daß gerade Kinder in steigendem Maße armutsgefährdet sind. So sind 21 Prozent aller Kinder in Österreich von Armut bedroht, hingegen "nur" – unter Anführungszeichen – 9 Prozent der Erwachsenen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist das in den homosexuellen Familien?) Das, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, und auch bei Ihnen, Frau Kollegin Partik-Pablé (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist bei mir? – Abg. Dr. Khol: Was ist bei der Frau Dr. Partik-Pablé?), ist nicht zuletzt auf die von Ihnen verordneten Sparmaßnahmen zurückzuführen, denn Kürzungen des Karenzgeldes, des Arbeitslosengeldes, Kürzungen im Bildungsbereich, um nur einige zu nennen, sind nur kurzfristige Geldbeschaffungsaktionen, die wiederum nicht Kinder von reichen Eltern treffen, sondern ganz bestimmt Kinder aus armen Familien, und diese haben das Geld weiterhin bitter notwendig. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist bei mir? – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Welche Eltern?
Bitte, laß mich jetzt ausreden, Helene, du hast mich ganz genau verstanden. Auch diese Eltern haben das Recht, Familie zu leben, wie du es mir soeben vorwerfen wolltest. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Welche Eltern?)
Sitzung Nr. 95
Abg. Scheibner: Der Feurstein hat es auch gesagt!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Kopf, der im Moment abwesend ist, hat sich gestern laut Abgeordnetem Feurstein dazu entschlossen, dieser Regelung nicht zuzustimmen. Das haben Sie gestern gesagt. Oder stimmt das heute schon wieder nicht mehr? (Abg. Scheibner: Der Feurstein hat es auch gesagt!) Er selbst hat es auch noch gesagt. Wir werden also sehen, was von der Ankündigung der Österreichischen Volkspartei zu halten ist, denn beide haben erkannt, daß das nicht geht. Es geht nicht mehr, daß die politische Kaste in die Taschen der Bürger greift, ihnen die Pensionen kürzt, sich selbst aber vorher, und zwar wenige Wochen vorher, jedes Pensionsprivileg sichert! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 96
Abg. Scheibner: Was ist mit der Sicherheit? Da haben wir noch nichts gehört!
Meine Damen und Herren! Ein Staat braucht – wie jedes Gemeinwesen – gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. (Abg. Scheibner: Was ist mit der Sicherheit? Da haben wir noch nichts gehört!) Was in den letzten Wochen und Monaten von verschiedener Seite – insbesondere von der freiheitlichen Seite – gegenüber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in den Bundesdienststellen gesagt worden ist, ist gefährlich und wird von mir grundlegend abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Koppler. – Abg. Scheibner: Was denn?)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Koppler. – Abg. Scheibner: Was denn?
Meine Damen und Herren! Ein Staat braucht – wie jedes Gemeinwesen – gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. (Abg. Scheibner: Was ist mit der Sicherheit? Da haben wir noch nichts gehört!) Was in den letzten Wochen und Monaten von verschiedener Seite – insbesondere von der freiheitlichen Seite – gegenüber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in den Bundesdienststellen gesagt worden ist, ist gefährlich und wird von mir grundlegend abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Koppler. – Abg. Scheibner: Was denn?)
Abg. Scheibner: Der ÖAAB sieht das anders! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Jawohl! Darin unterscheiden wir uns, und aus diesem Grunde haben wir versucht, eine Einigung mit den Bediensteten herzustellen, und sind bei den Maßnahmen, die wir in der vergangenen Woche beschlossen haben, nicht einfach über sie hinweggefahren. (Beifall bei der ÖVP.) In diesem Punkt unterscheiden wir uns grundsätzlich. (Abg. Scheibner: Der ÖAAB sieht das anders! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Das ist unfair!
Wir haben im vergangenen Jahr zum erstenmal auch den Ständigen Unterausschuß ins Leben gerufen und dabei ein sehr wichtiges Thema, nämlich das Beschaffungswesen des österreichischen Bundesheeres, diskutiert. Wenn Herr Abgeordneter Stadler das kritisiert, so möchte ich ihn darum bitten, daß er mithilft, daß die Kollegin, die den Vorsitz im Ständigen Unterausschuß führt, mehr mit der Geschäftsordnung vertraut gemacht wird, damit eine effizientere Arbeit geleistet werden kann, damit nicht immer vorher über die Geschäftsordnung diskutiert werden muß. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Das ist unfair!)
Sitzung Nr. 97
Abg. Scheibner: Dann trefft endlich einmal Entscheidungen!
Meine Damen und Herren! Wir werden im Jahr 1998 auch eine Entscheidung treffen müssen, was unsere sicherheitspolitische Zukunft betrifft. Wir werden über einen Optionenbericht auch in diesem Haus reden müssen. Ich bin sehr dankbar dafür, daß Herr Bundeskanzler Klima jüngst in Moskau auch ein sehr klares Wort dahin gehend gefunden hat, daß das unsere Entscheidung ist, eine allein österreichische Entscheidung, und daß sich nicht andere in unsere Angelegenheiten einmischen sollen. (Abg. Scheibner: Dann trefft endlich einmal Entscheidungen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Verzetnitsch, ÖGB-Präsident: Eine gesellschaftliche Katastrophe können wir uns nicht leisten. – Im Zusammenhang mit der Erweiterung spricht man von einer "gesellschaftlichen Katastrophe". Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Wie soll sich ein Land, das ein Nachbarland Österreichs ist, fühlen, wenn der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes von einer "gesellschaftlichen Katastrophe" spricht für den Fall, daß es zu einer Erweiterung kommt? Die werden sich bedanken! Unser Standpunkt innerhalb Europas und unser Versuch, in Zentraleuropa eine wichtige Kraft zu werden und die Erweiterung zu forcieren, um unsere Rolle etwas zu verbessern, werden durch solche Äußerungen zerstört! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das ist ausnahmsweise etwas Vernünftiges, was die sagen!
Aber es geht noch weiter. Herr Pröll: Schulterschluß der Bundesländer gegen eine rasche Osterweiterung. Herr Stix: Nicht vor 2006 und dann fünf- bis siebenjährige Übergangsfristen. (Abg. Scheibner: Das ist ausnahmsweise etwas Vernünftiges, was die sagen!) Das bedeutet eine Aufnahme erst in den Jahren 2011 bis 2013. Wie fühlt sich solch ein Land, das unser
Abg. Scheibner: Das ist fahrlässig!
Wir sollten darüber debattieren, wie wir den Kohäsionsfonds ausschleichend mit den betroffenen südeuropäischen Ländern gestalten. (Abg. Scheibner: Das ist fahrlässig!) Ich weiß, daß es hier große Widerstände gibt, aber es kann doch nicht so sein, daß wir versuchen, Länder auf Trab zu bringen, damit es eine ständige Finanzspritze in Richtung Süden gibt. Man muß diese Finanzpolitik auch erfolgsorientiert gestalten. In diesem Zusammenhang muß ich Ihnen folgendes sagen, Herr Vizekanzler: Bitte schön, informieren Sie Ihre Europaabgeordneten, wie das Budget zustande kommt. Frau Flemming hat tatsächlich am Sonntag gesagt, daß das Europäische Parlament allein 100 Prozent des Budgets beschließt. – Das stimmt nicht. Das Europäische Parlament kämpft dafür, doch kann es nur über etwas mehr als 50 Prozent des Budgets einen Beschluß fassen.
Abg. Scheibner: Kollege Moser ist schon ganz nervös! Er bekommt einen Herzinfarkt, weil Sie so überziehen!
Zum Schluß möchte ich noch auf eines zu sprechen kommen, und zwar auf die Situation der Mitarbeiter Ihres Hauses. Ich bin von dem Kind eines Diplomaten, das krank ist und nicht die Möglichkeit haben wird, entsprechende Versicherungszeiten zu erwerben, auf folgendes aufmerksam gemacht worden. Das Kind dieses Diplomaten hat die Schule im Ausland besucht und wollte nun diese Versicherungszeiten nachkaufen. Das geht aber nicht. (Abg. Scheibner: Kollege Moser ist schon ganz nervös! Er bekommt einen Herzinfarkt, weil Sie so überziehen!) Diese Zeiten können nicht nachgekauft werden, weil dieses Kind im Ausland war. Es sind aber weder die Familien noch die Kinder davon benachrichtigt worden, darüber informiert worden, daß das nicht möglich ist. Dieses Kind war übrigens schon sehr lange krank; also es ist nichts Neues. Was tun Sie für diese Personen?
Abg. Scheibner: Der Moser kriegt schon einen Herzinfarkt!
Was tun Sie für die Partner, die ihren Beruf aufgeben müssen, die völlig aussteigen müssen, um ihre Familie nicht zu zerreißen, wenn aus geographischen Gründen ein Zusammenhalt einfach nicht möglich ist, wenn man nicht in Nachbarländern Österreichs postiert ist? (Abg. Großruck: Was tut man in der Privatwirtschaft?) Was tun Sie für diese Leute? Es ist interessant, daß dieses Thema erst diskutiert wird, seit Männer betroffen sind. Als nur Frauen betroffen waren, war das nie ein Thema. Doch seit Männer betroffen sind, gibt es plötzlich einen Aufschrei über die Pensionszeiten, die man vielleicht nachkaufen könnte. Es ist eine prekäre Situation, wie Diplomaten in unserem Land behandelt werden. Ich wünsche mir die Besten. Was wir aber erreichen, wenn wir keine Regelungen ermöglichen, ist, daß wir nur die Schlechtesten haben werden. Das ist ein Zustand, den ich für unerträglich hielte. (Abg. Scheibner: Der Moser kriegt schon einen Herzinfarkt!) Deshalb würde ich mir wünschen, daß Sie dort Maßnahmen setzen, wo sie notwendig sind. – Danke. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Gefährlich!
Das ist eine sehr "elegante" Entscheidung (Abg. Scheibner: Gefährlich!), denn damit haben Sie oder zumindest glauben Sie, dieses Thema von den Nationalratswahlen abgekoppelt zu haben. Auf der anderen Seite klingt das nach Verharmlosung. Angesichts dessen, was die "Partnerschaft für den Frieden" wirklich ist oder wie immer eine verstärkte Beteiligung an dieser "Partnerschaft für den Frieden" aussehen soll, wird für uns deutlich, daß das nichts anderes als ein weiteres Aufweichen der Neutralität bedeutet und daß über den Umweg eines verstärkten Mitwirkens an der "Partnerschaft für den Frieden" die Österreicher in den kommenden zwei Jahren neuerlich weich geklopft werden sollen. Wenn die Nationalratswahlen vorbei sind, wird es endlich keine Probleme mehr damit geben, auch dem sozusagen dümmsten Wähler der Sozialdemokratie zu erklären, warum wir nun zur NATO gehen müssen und nicht mehr neutral sind. – Das ist Ihre Entscheidung.
Abg. Scheibner: Richtig!
Wir haben das bereits erlebt, als es um eine Konfliktlösung auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ging. Plötzlich gab es wieder die alten Fronten, wie sie in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zu beobachten waren. Daher ist es eine wichtige Aufgabe, an der Entwicklung einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik mitzuwirken. (Abg. Scheibner: Richtig!) Österreich hat das, wie ich glaube, nicht nur in seinem Konzept, sondern versucht auch, es in die Praxis umzusetzen. (Zwischenruf des Abg. Wabl. )
Abg. Scheibner: Was hat das mit Außenpolitik zu tun?
Wir haben 6 700 Schüler zusätzlich in den weiterführenden berufsbildenden und höheren Schulen untergebracht. Wir könnten noch 3 000 aufnehmen, sodaß wir zu Recht als jenes Land in den Beschäftigungsgipfel ... (Abg. Scheibner: Was hat das mit Außenpolitik zu tun?) Das ist Außenpolitik, weil es nächste Woche – vom Bundeskanzler und von mir vertreten – im Luxemburger Gipfel die Positionen zur Beschäftigungspolitik geben wird. Wenn Sie das nicht verstehen, tut es mir leid, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir haben 6 700 Schüler zusätzlich in den weiterführenden berufsbildenden und höheren Schulen untergebracht. Wir könnten noch 3 000 aufnehmen, sodaß wir zu Recht als jenes Land in den Beschäftigungsgipfel ... (Abg. Scheibner: Was hat das mit Außenpolitik zu tun?) Das ist Außenpolitik, weil es nächste Woche – vom Bundeskanzler und von mir vertreten – im Luxemburger Gipfel die Positionen zur Beschäftigungspolitik geben wird. Wenn Sie das nicht verstehen, tut es mir leid, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Und wer kontrolliert die Härte? – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Nach innen muß diese Währung so hart sein wie die härtesten! Deswegen machen wir sie, und deswegen sind die Kriterien, die in den Konvergenzkatalogen festgelegt wurden, so wichtig. (Abg. Scheibner: Und wer kontrolliert die Härte? – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich meine, daß wir diese Diskussion sehr offen führen müssen, und ich meine auch, daß die Überlegungen der Entwicklung einer europäischen Verteidigungs- und Sicherheitsidentität viel stärker in die Diskussion eingebracht werden müssen. Es geht darum, eine europäische Verteidigungsidentität zu entwickeln, und zwar im Rahmen der Europäischen Union. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) – Herr Kollege Scheibner, wir werden uns dann sicherlich sehr ausführlich mit dieser Frage auseinandersetzen.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Wabl. – Abg. Scheibner: Aber wenn das Recht hinter dem Stärkeren steht, wird das wohl auch gut sein!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Einige meiner Vorredner haben auf die Rolle Europas in der Welt und auf den Bedarf nach einem stärkeren europäischen Auftreten hingewiesen. Diese Frage ist insofern relevant, als wir sie ja nicht im Sinne des klassischen Metternichschen Gleichgewichtsdenkens des 19. Jahrhunderts betrachten, sondern weil es darum geht, welche Werte und welche Interessen Europa in der Welt vertritt oder welche Werte und Interessen es vertreten soll und inwiefern durch einen spezifischen europäischen Beitrag etwas zu erreichen ist, was mir als das Entscheidende in den internationalen Beziehungen erscheint, nämlich die Klärung der grundsätzlichen Frage: Gilt das Recht des Stärkeren oder gilt die Stärke des Rechts? Das ist die grundsätzliche Frage der internationalen Beziehungen! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Wabl. – Abg. Scheibner: Aber wenn das Recht hinter dem Stärkeren steht, wird das wohl auch gut sein!)
Abg. Scheibner: Das ist aber sehr dünn, was Sie jetzt sagen! Nur weil es Ihnen nicht paßt!
Nur, Herr Kollege Dr. Scheibner – Entschuldigung, das sind Sie noch nicht, Sie sind noch im Studium begriffen –, etwas kann man nicht tun: Man kann nicht, wenn wir von der Erweiterung der Europäischen Union sprechen, jetzt ein Land herausgreifen und eine Resolution oder einen Vorschlag eines Bundeslandes ins Parlament einbringen und dies als das außenpolitische Ergebnis betrachten. (Abg. Scheibner: Das ist aber sehr dünn, was Sie jetzt sagen! Nur weil es Ihnen nicht paßt!) Das ist in den Relationen nicht richtig gesehen. (Abg. Scheibner: Der Minister hat selbst gesagt, daß der Antrag eine gute Basis ist!) Man kann nicht nur ein einziges Land, also etwa Slowenien, herausnehmen, sondern die Bundesregierung muß sich mit allen Nachbarstaaten auseinandersetzen, wenn es um die Osterweiterung geht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Der Minister hat selbst gesagt, daß der Antrag eine gute Basis ist!
Nur, Herr Kollege Dr. Scheibner – Entschuldigung, das sind Sie noch nicht, Sie sind noch im Studium begriffen –, etwas kann man nicht tun: Man kann nicht, wenn wir von der Erweiterung der Europäischen Union sprechen, jetzt ein Land herausgreifen und eine Resolution oder einen Vorschlag eines Bundeslandes ins Parlament einbringen und dies als das außenpolitische Ergebnis betrachten. (Abg. Scheibner: Das ist aber sehr dünn, was Sie jetzt sagen! Nur weil es Ihnen nicht paßt!) Das ist in den Relationen nicht richtig gesehen. (Abg. Scheibner: Der Minister hat selbst gesagt, daß der Antrag eine gute Basis ist!) Man kann nicht nur ein einziges Land, also etwa Slowenien, herausnehmen, sondern die Bundesregierung muß sich mit allen Nachbarstaaten auseinandersetzen, wenn es um die Osterweiterung geht. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist Ihre Politik! Dort, wo es Ihnen paßt, verlangen Sie Ausnahmen, dort, wo Sie Flagge zeigen müßten, ziehen Sie zurück!
Aus diesem Grund, Herr Abgeordneter Scheibner, werden wir Ihrem Entschließungsantrag, den Sie hier einbringen, nicht zustimmen. (Abg. Scheibner: Das ist Ihre Politik! Dort, wo es Ihnen paßt, verlangen Sie Ausnahmen, dort, wo Sie Flagge zeigen müßten, ziehen Sie zurück!) Er ist so durchsichtig, Herr Abgeordneter Scheibner, wir kennen das, und wir kennen dann Ihre Aussagen dazu. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist typisch: Erst loben und dann dagegen stimmen!
Ich möchte auch noch auf etwas anderes eingehen. Ich möchte mich beim Herrn Bundesminister sehr herzlich dafür bedanken, daß in einer Vereinbarung mit dem Finanzminister Edlinger der jahrelangen Forderung beziehungsweise dem Wunsch der Frauen der Botschafter im Ausland stattgegeben worden ist, und zwar dahin gehend, daß sie nun auch eine Sozialversicherung und für später eine Absicherung haben, denn gerade die Frauen der Botschafter haben keine Möglichkeit, im Ausland einer Beschäftigung nachzugehen. Es ist aber auch (Abg. Scheibner: Das ist typisch: Erst loben und dann dagegen stimmen!), Herr Abgeordneter Scheibner, sehr wichtig, die Aufgabe hervorzuheben, die die Ehepartner unserer Botschafter und Botschafterinnen erfüllen. Das ist ein ganz besonders wichtiger Beitrag, den sie leisten, und dieser wird damit auch anerkannt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was soll die NATO denn machen?! Wollen Sie NATO-Truppen in der Türkei haben?!
Solange diese Art der Auseinandersetzung ... (Abg. Scheibner: Was soll die NATO denn machen?! Wollen Sie NATO-Truppen in der Türkei haben?!)
Abg. Scheibner: Was ist denn die Alternative?!
Das halte ich für sehr gefährlich (Abg. Scheibner: Was ist denn die Alternative?!), denn auf der einen Seite, Herr Kollege Scheibner, gibt es die "Kronen Zeitung", der ich heute zum Beispiel wieder entnehmen kann, daß ich in der Stalinschen Kaderschmiede war, daß ich bei Fidel Castro ausgebildet worden bin und daß nun auch der aus dem Kommunismus kommende Öllinger an die Spitze drängt. (Abg. Dr. Khol: Wabl! Du immunisierst diese Dinge! – Abg. Dr. Cap: Öllinger ist aus der SPÖ ausgeschlossen worden! Wirklich! Das war der einzige Ausschluß, den der Kreisky gemacht hat!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ein schwarzer Pudel!
Vor fünf Wochen hat Ihnen Herr Dr. Haider vorgeworfen, daß der Millionenauftrag für die Vergabe der Vignetten, der in die Zuständigkeit Ihres Ministeriums fällt, widerrechtlich erfolgt ist. Sie, Herr Bundesminister, haben sich beeilt, sofort zu sagen, daß das überhaupt nicht stimme und Dr. Haider die Unwahrheit sage. – Heute steht in der "Kronen Zeitung": "Millionenauftrag für Vignetten wurde widerrechtlich vergeben, Rechnungshof übt massive Kritik an Vorgangsweise der Behörden." (Rufe bei den Freiheitlichen: So, so! Aha!) Hauptsache, Herr Bundesminister, Sie haben Ihre Wut wieder einmal an Dr. Haider ausgelassen und ihn der Unwahrheit bezichtigt. Nun stehen Sie aber da wie ein begossener Pudel! Das muß ich schon sagen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ein schwarzer Pudel!)
Sitzung Nr. 98
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Herr Mag. Kukacka hat uns das zum Vorwurf gemacht. – Ich mache ihm zum Vorwurf, daß er hier in diesem Haus (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) dazu beiträgt, daß Budgetdebatten mehr oder weniger zu Sandkastenspielen werden, weil die Entscheidungen ohnehin schon vorher irgendwo anders gefallen sind, weil die Nägel – meistens ohne Köpfe – schon irgendwo anders geschmiedet wurden.
Abg. Scheibner: Haben Sie ein Auto?
Das Ganze ließe sich noch weiter auf die Spitze treiben: Im Grünbuch der EU wird für die nächsten zehn Jahre eine Zunahme des motorisierten Individualverkehrs um 24 Prozent prognostiziert. Rechnen Sie sich das aus! Bereits jetzt beträgt das volkswirtschaftliches Defizit aus dem Verkehr über 89 Milliarden Schilling, in zehn Jahren werden es über 130 Milliarden sein. Und wir reden vom Budgetdefizit. Wenn Sie diese Form der Verkehrspolitik beibehalten, tun Sie alles dazu, im volkswirtschaftlichen Sinn beim Budgetdefizit eine Lawine loszutreten! (Abg. Scheibner: Haben Sie ein Auto?) Das ist alles durch wissenschaftliche Zahlen und Fakten EU-weit dokumentiert.
Abg. Scheibner: Fahren Sie auch einen Pkw?
Zum Transit möchte ich noch eine Zahl bringen. Der Transitverkehr macht in Österreich 25 Prozent des gesamten Verkehrs aus. (Abg. Scheibner: Fahren Sie auch einen Pkw?) Der Hauptteil des Güterverkehrs ist also hausgemacht. Durch technisch intelligente Lösungen ließe sich der Güterverkehr österreichintern, abseits vom Transit, vermindern. Ich verweise zum Beispiel auf den Otto-Versand in Deutschland, der durch eine bessere Logistik die Kilometerleistungen reduzieren konnte. Dadurch wurden sowohl die betriebswirtschaftlichen Kosten als auch die CO2-Emissionen verringert. (Abg. Dr. Lukesch: Das machen viele Betriebe in Österreich auch!) Das läßt sich alles durch Zeitungsartikel dokumentieren.
Beifall bei der SPÖ. – Rufe der Abgeordneten Dr. Khol und Dr. Mertel: Ein Rüpel! – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: Sie haben es notwendig! – Abg. Dr. Mertel: Regen Sie sich nicht auf!
Ich möchte doch bitten, von solchen Zwischenrufen abzusehen. Sie fördern sicher nicht die Kommunikation. Frau Abgeordnete! Sie sind am Wort! – Bitte. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe der Abgeordneten Dr. Khol und Dr. Mertel: Ein Rüpel! – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Dr. Mertel –: Sie haben es notwendig! – Abg. Dr. Mertel: Regen Sie sich nicht auf!)
Abg. Scheibner: Das sind Zustände!
Herr Rudas wiederum hat heute die Frau Gehrer gerügt. Der Parteisekretär rügt die Kollegin des Herrn Klima. Da kennt sich keiner mehr aus, da weiß niemand, was wirklich los ist! (Abg. Scheibner: Das sind Zustände!) Sie sollten in dieser Bundesregierung endlich führen, und führen heißt, das Pensionssystem zu harmonisieren. Fangen Sie bei den Politikern an! Nehmen Sie die geschützten Bereiche nicht heraus! Gehen Sie in die Sozialversicherung hinein! Gehen Sie in die ÖVUs hinein! Kümmern Sie sich um die Kammerfunktionäre! Kümmern Sie sich um die Kammerpensionen! Kümmern Sie sich um den ÖGB und all die selbsternannten Retter des Abendlandes! Dann wird Sie niemand hindern, diese Republik nach vorne zu bringen, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Dann wird Ihre Regierung die Möglichkeit haben, Zukunft zu schaffen. Aber nicht mit zweierlei Maß, wie Sie das tun: Die einen werden hinuntergetragen, und den anderen vergoldet man das Leben.
Abg. Wabl: Das ist ein ganz anderes Friedenskonzept als unseres, Kollege Scheibner!
Kollege Wabl! Wenn du so für die Neutralität eintrittst, dann mußt du auch sagen, was das in der Praxis für die eigene Landesverteidigung bedeutet. Die muß dann nämlich so stark sein, daß man sich gegen jeden potentiellen Aggressor zur Wehr setzen kann. Das haben wir über 40 Jahre lang vernachlässigt. (Abg. Wabl: Das ist ein ganz anderes Friedenskonzept als unseres, Kollege Scheibner!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Und warum stimmst du dann dem Antrag zu? – Abg. Scheibner – auf dem Weg zu seinem Platz –: Nur wegen der Fristsetzung! – Abg. Wurmitzer: Das ist eine Logik!
Das wäre unsere Verantwortung auch für künftige Generationen. Ich hoffe, daß endlich auch die Bundesregierung in diese Richtung gehen wird und daß wir nicht immer nur ein beschämendes Schauspiel, ein Ping-Pong-Spiel, in den Medien zu verzeichnen haben. Der Verteidigungsminister geht zwar richtigerweise einen Schritt vor, wird aber sofort wieder zurückgepfiffen, und letztlich bleibt nur eine große Verunsicherung in der Bevölkerung zurück. Da wäre extremer Handlungsbedarf gegeben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Wurmitzer: Und warum stimmst du dann dem Antrag zu? – Abg. Scheibner – auf dem Weg zu seinem Platz –: Nur wegen der Fristsetzung! – Abg. Wurmitzer: Das ist eine Logik!)
Abg. Scheibner: Der Frischenschlager hat Sie schon überzeugt!
Ich bedauere auch, daß Kollege Maitz diese Frage der zukünftigen Sicherheitspolitik unseres Landes auf nur zwei Optionen polarisiert hat: entweder NATO neu oder Neutralität pur. – Herr Kollege Maitz! Das ist eine völlig verkürzte Sicht der Dinge, weil der Weg in die NATO auch ein Weg mit Zwischenschritten sein kann. Es besteht sicherlich die Möglichkeit, einen Zwischenschritt in Richtung der europäischen Sicherheitsstruktur, in Richtung einer Einbindung Österreichs in diese Sicherheitsstrukturen zu setzen. Das kann eine rein politische Mitgliedschaft oder auch ein Weg zwischen der derzeitigen PfP- und der NATO-Mitgliedschaft sein. Aber diesen Weg nur schwarz-weiß zu zeichnen, das ist sicher zu wenig. (Abg. Scheibner: Der Frischenschlager hat Sie schon überzeugt!)
Abg. Scheibner: Sie sind auch auf die Verfassung vereidigt!
Herr Kollege Scheibner! Sie verwechseln die Exekutive mit der Legislative. Es besteht immer noch ein Unterschied, ob ich als Minister derlei Dinge zu vertreten habe oder ob ich als Abgeordnete sage, ich würde das gerne haben. Ich halte das Bundesheer für überflüssig, das ist meine Anschauung, dafür trete ich ein, darüber diskutiere ich, dafür mache ich allenfalls auch politische Veranstaltungen oder Aktionen. (Abg. Scheibner: Sie sind auch auf die Verfassung vereidigt!) Das ist meine Einstellung. Dafür kann ich kämpfen, dafür kann ich eintreten, dafür kann ich meine politische Überzeugung ins Spiel bringen! (Beifall bei den Grünen.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Frauen sollen aber auch eine Milizlaufbahn einschlagen können. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner. ) Ich glaube, daß wir diesbezüglich in den parlamentarischen Verhandlungen noch einiges an Argumenten einzubringen haben werden. Meine Meinung ist, daß wir selbst
Abg. Scheibner: Du hast immer gesagt, das ist ein Blödsinn!
Daher glaube ich, daß wir weitere Optionen mit berücksichtigen müssen. Eine Option, die für mich ganz wichtig, ganz wesentlich ist, ist die Frage der Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität (Abg. Scheibner: Du hast immer gesagt, das ist ein Blödsinn!) – warte einmal, ich komme schon darauf, Herr Kollege Scheibner – im Rahmen der Europäischen Union. Da sind wir gefordert, da sollten wir Akzente und Schritte setzen im Rahmen unserer Gespräche und Beratungen in Brüssel, im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, damit Europa im Rahmen einer transatlantischen Partnerschaft mit einer Stimme spricht. (Abg. Jung: Er spricht schon wie der Frischenschlager!) Das ist eine günstige Lösung im Sinne einer europäischen Verteidigungsidentität. (Abg. Scheibner: Sprichst du für einen NATO-Beitritt oder dagegen?) Diese Option dürfen und sollen wir nicht außer acht lassen, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Sprichst du für einen NATO-Beitritt oder dagegen?
Daher glaube ich, daß wir weitere Optionen mit berücksichtigen müssen. Eine Option, die für mich ganz wichtig, ganz wesentlich ist, ist die Frage der Entwicklung einer europäischen Sicherheits- und Verteidigungsidentität (Abg. Scheibner: Du hast immer gesagt, das ist ein Blödsinn!) – warte einmal, ich komme schon darauf, Herr Kollege Scheibner – im Rahmen der Europäischen Union. Da sind wir gefordert, da sollten wir Akzente und Schritte setzen im Rahmen unserer Gespräche und Beratungen in Brüssel, im Rahmen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, damit Europa im Rahmen einer transatlantischen Partnerschaft mit einer Stimme spricht. (Abg. Jung: Er spricht schon wie der Frischenschlager!) Das ist eine günstige Lösung im Sinne einer europäischen Verteidigungsidentität. (Abg. Scheibner: Sprichst du für einen NATO-Beitritt oder dagegen?) Diese Option dürfen und sollen wir nicht außer acht lassen, meine Damen und Herren! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es ist von meinem Vorredner schon darauf hingewiesen worden, daß das Budget 1998 ein Budget der Vernunft ist, also ein Budget, bei dem der Gedanke des Sparens im Vordergrund steht. Es werden damit bei einer richtigen Prioritätensetzung sowohl notwendige Modernisierungsmaßnahmen als auch Verbesserungen bei der Ausrüstung ermöglicht. Daher halte ich es für überhaupt nicht zielführend, wenn in dieser Situation lauthals Budgeterhöhungen oder Sonderfinanzierungen et cetera gefordert werden, gleichzeitig jedoch niemand Lösungen anbietet, woher die finanziellen Mittel kommen sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ohne einen konkreten Vorschlag, Kollege Herbert Scheibner, erübrigt sich, wie ich meine, wirkliche jede Diskussion! (Abg. Scheibner: Wir haben einen Antrag eingebracht, der ganz konkret ist!)
Abg. Scheibner: Wir haben einen Antrag eingebracht, der ganz konkret ist!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es ist von meinem Vorredner schon darauf hingewiesen worden, daß das Budget 1998 ein Budget der Vernunft ist, also ein Budget, bei dem der Gedanke des Sparens im Vordergrund steht. Es werden damit bei einer richtigen Prioritätensetzung sowohl notwendige Modernisierungsmaßnahmen als auch Verbesserungen bei der Ausrüstung ermöglicht. Daher halte ich es für überhaupt nicht zielführend, wenn in dieser Situation lauthals Budgeterhöhungen oder Sonderfinanzierungen et cetera gefordert werden, gleichzeitig jedoch niemand Lösungen anbietet, woher die finanziellen Mittel kommen sollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ohne einen konkreten Vorschlag, Kollege Herbert Scheibner, erübrigt sich, wie ich meine, wirkliche jede Diskussion! (Abg. Scheibner: Wir haben einen Antrag eingebracht, der ganz konkret ist!)
Abg. Scheibner: Der Minister lacht dazu! – Abg. Hans Helmut Moser: Er ist ja der Sunnyboy!
Lieber Freund Dr. Maitz! Daher richtet sich unsere Kritik vor allem gegen die fehlende Strukturreform, von der du heute hier kein einziges Wort gesagt hast. Herr Bundesminister! Ich muß Ihnen sagen – das kann ich Ihnen nicht ersparen, wobei jedoch keine persönliche Empfindlichkeit im Vordergrund steht – , daß Ihre Vorgangsweise einfach nicht zu akzeptieren und gutzuheißen ist. Sie sehen selbst, was Sie mit diesem Alleingang angerichtet haben, insbesondere wenn Sie sich die interne Diskussion und Situation beim Bundesheer vor Augen führen. Das bestätigen auch alle Wehrsprecher, die tagtäglich eine Vielzahl von Briefen bekommen, mit welchen in Form von Hilferufen gebeten wird, doch zu versuchen, die von Ihnen befohlene Umsetzung dieser Neuadaptierung hintanzuhalten.(Abg. Scheibner: Der Minister lacht dazu! – Abg. Hans Helmut Moser: Er ist ja der Sunnyboy!) Ich glaube, daß einem, wenn man wirklich von einer glaubwürdigen und effizienten Landesverteidigung sprechen will, das Lachen vergehen muß, denn die Situation ist sehr ernst. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Ich glaube, du hast dich geirrt! Der Bundesminister hat in diesem Zusammenhang bestimmt nicht gelächelt! Ich glaube eher, daß er uns insgeheim im nachhinein recht gibt.
Abg. Scheibner: Das sagen Sie jedes Mal!
Im Rahmen dieses maßvollen Konsolidierungsbudgets ist selbstverständlich auch der Ansatz für militärische Angelegenheiten zu sehen. (Abg. Scheibner: Das sagen Sie jedes Mal!) Mit den Steigerungen, die 536 Millionen Schilling für das nächste Jahr ausmachen, werden wir insgesamt, wenn man das Baubudget mit einkalkuliert, eine Größenordnung von 22 Milliarden Schilling erreichen. Ich gehe davon aus, daß damit zweifelsohne nur maßvolle weitere Schritte der Modernisierung durchgeführt werden können, jedoch in sehr konsequenter Weise. In den letzten vier Budgets verzeichnete das Kapitel "Militärische Angelegenheiten" jeweils eine kleine Anteilssteigerung am Bundesbudget. Mit diesen Steigerungen können wir im wesentlichen das Niveau halten und haben die Voraussetzung dafür, den Kurs in kleinen Schritten fortsetzen zu können.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der zweite große Brocken beinhaltet bereits einen Hinweis darauf, daß insbesondere die Führungs- und Kommunikationssysteme im Vordergrund stehen werden. Das ist eine Priorität, die nicht nur in Europa insgesamt im Vordergrund der Überlegungen und der Anschaffungen stehen wird, sondern weltweit. Es geht dabei um Beobachtungs- und Meßgeräte, Fernmelde- und Radargeräte. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Machen Sie eine Volksabstimmung! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
1998 wird auch ein Jahr der sicherheitspolitischen Weichenstellungen sein, weil die Bundesregierung sich vorgenommen hat (Abg. Wabl: Volksabstimmung!) , spätestens bis Ende des ersten Quartals einen Optionenbericht der weiterführenden sicherheitspolitischen Optionen abzugeben. (Abg. Wabl: Volksabstimmung!) Ich bin vollkommen überzeugt davon, daß dieser Bericht in sehr konstruktiver Art und Weise erstellt wird und damit auch eine entscheidende Weichenstellung für die sicherheitspolitische Zukunft Europas und damit auch Mitteleuropas erfolgen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wabl: Machen Sie eine Volksabstimmung! – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Es wird aber nicht bezahlt werden können, was Sie jetzt anschaffen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Budget 1998 wird ein Beitrag zur weiteren Modernisierung des Bundesheeres sein, und das in einer Situation, in der diese Modernisierung auch erforderlich ist (Abg. Scheibner: Es wird aber nicht bezahlt werden können, was Sie jetzt anschaffen!) , weil nur durch einen weiteren Technologieschub auch die Sicherheit unseres Landes entsprechend sichergestellt werden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nicht mehr als eine Anzahlung, Herr Minister!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nicht mehr als eine Anzahlung, Herr Minister!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Budget 1998 wird ein Beitrag zur weiteren Modernisierung des Bundesheeres sein, und das in einer Situation, in der diese Modernisierung auch erforderlich ist (Abg. Scheibner: Es wird aber nicht bezahlt werden können, was Sie jetzt anschaffen!) , weil nur durch einen weiteren Technologieschub auch die Sicherheit unseres Landes entsprechend sichergestellt werden kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nicht mehr als eine Anzahlung, Herr Minister!)
Abg. Jung: Sag ihm die Wahrheit! – Abg. Scheibner: Willi, du weißt, wie es wirklich ist! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nunmehr ist Herr Abgeordneter Sauer zu Wort gemeldet. 5 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Jung: Sag ihm die Wahrheit! – Abg. Scheibner: Willi, du weißt, wie es wirklich ist! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. )
Beifall des Abg. Scheibner.
Wir haben das bei der Albanien-Entsendung erlebt, als Sie uns versprochen haben, daß ein eventueller Rückzug der österreichischen Verbände aus Albanien durch die NATO gedeckt würde. General Joulwan hat Sie eines Besseren belehrt, oder besser gesagt: Er hat gezeigt, daß Sie uns – wie heißt es hier so schön? – bewußt die Unwahrheit gesagt haben. Das betrifft Ihre oftmals sehr schnoddrigen Anfragebeantwortungen, die in der Art eines preußischen Junkers ergehen. Ich erinnere an Ihre Beantwortung betreffend Munition, an die Beantwortung über die Panzer, die Sie in letzter Zeit abgegeben haben, und so weiter. (Abg. Kröll: Zumutung!) Es erinnert nicht zuletzt an Ihr letztes Heeresreförmchen, das Sie uns da überraschend aufs Auge drücken wollten, Herr Bundesminister. (Beifall des Abg. Scheibner. )
Beifall des Abg. Scheibner. – Rufe bei der ÖVP: No na!
Für die Streitkräfte ist hinsichtlich der Organisation eine Klarheit des politischen Willens unabdingbar. Es ist etwas anderes, ob sie in ein Bündnis eingebunden sind oder ob sie ihre Aufgaben ins Blaue hinein formulieren müssen. – Zitatende. (Beifall des Abg. Scheibner. – Rufe bei der ÖVP: No na!)
Abg. Scheibner: Das ist ja schon fast ein Außenminister!
All diese Probleme fallen ihm selbstverständlich auf den Kopf, denn ein Heer zu führen, ist etwas anderes, als schöne Sprüche, wie das vorhin geschehen ist, zu klopfen. Das ist wesentlich anders, da hat er natürlich Probleme. Und was macht der Herr Minister? – Er flüchtet ins Ausland. 18 Auslandsreisen und entsprechend viele Gegenbesuche allein im vergangenen Jahr! Von 1995 auf 1996 eine Steigerung von 50 Prozent, bei den Kosten 200 Prozent! (Abg. Scheibner: Das ist ja schon fast ein Außenminister!) Zusammengezählt waren Sie mit Reisen und Gegenbesuchen 1996 über 70 Tage beschäftigt. Das entspricht 14 Arbeitswochen. Legt man einem Arbeitsjahr 220 Tage zugrunde, so waren Sie ein Drittel des Jahres unterwegs und sind vor heimischen Problemen geflüchtet, Herr Minister! (Abg. Schwarzenberger – in Richtung Bundesminister Dr. Fasslabend –: Herr Verteidigungsminister! Haben Sie mehr solche Offiziere?)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Herr Abgeordneter Jung! Es ist erstaunlich, was Sie sich heute hier geleistet haben! Sie haben zum Herrn Minister gesagt, daß es für ihn gescheiter wäre, Waschmittel zu verkaufen. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Herr Brigadier Jung! Das ist ein Skandal ersten Ranges! (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Bei allem Verständnis für unterschiedliche Meinungen, Herr Brigadier: In diesem Fall haben Sie den Bogen überspannt! Sie haben sich disqualifiziert, daher ist es nicht der Mühe wert, näher auf Ihre Ausführungen einzugehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Skandalös!
Meine Damen und Herren! Der Herr Bundesminister hat im Landesverteidigungsausschuß nicht richtig informiert. (Neuerlicher demonstrativer Beifall des Abg. Jung. ) Er hat gesagt: Es gibt noch keine Veränderung in der Truppe, sondern nur eine Mitteilung. Herr Bundesminister! Ich bringe Beweise: Es sind bereits Vorkehrungen zur Schließung einzelner Kasernen getroffen worden. (Abg. Scheibner: Skandalös!) Nicht ein Sozialdemokrat, sondern Funktionäre des ÖAAB haben mir diese Papiere gebracht. (Ruf bei den Freiheitlichen: Hört, hört!)
Sitzung Nr. 101
Abg. Dr. Haider: Er ist schon weg! – Abg. Scheibner: Er ist schon weg!
Herr Bundeskanzler! Wenn es tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt (Abg. Dr. Haider: Er ist schon weg! – Abg. Scheibner: Er ist schon weg!) – er ist schon weg, aber der Herr Staatssekretär wird so gütig sein, ihm das mitzuteilen –, wenn es in Luxemburg tatsächlich zu einer Vereinbarung kommt, die dem Maastricht-Vertrag in bezug auf die Konvergenzkriterien der Währungsunion entspricht, dann wäre ich baß erstaunt. Wirklich quantitative Zielsetzungen und all das kann ich mir nicht vorstellen. Im übrigen hätte Österreich nicht auf Luxemburg zu warten brauchen, um mit der "Technologiemilliarde" zu scheitern, um mit der Erfindung neuer Lehrlingsberufe zu scheitern oder um mit dem Ausräumen der AMS-Mittel zugunsten der Pensionsversicherung Schluß zu machen. (Beifall bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Bezüglich dieser Dinge werden wir dann aus Brüssel kritisiert werden. Das hätten wir uns aber ersparen können.
Abg. Scheibner: Und wie ist dort die Meinung jetzt? Was sagen die Leute jetzt? – Abg. Ing. Reichhold: Was haben Sie für ein Wahlergebnis gehabt bei der Europawahl?
Meine Damen und Herren! Kollege Van der Bellen hat vom "Schutzschild" der nationalen Währung gesprochen. – Ich muß dazu sagen: Österreich hat diese nationale Währung in den letzten Jahrzehnten nie als Schutzschild verwendet. Österreich war währungspolitisch immer offensiv und hat sich eher die unbequeme Rolle des Hartwährungslandes angeeignet. Ich habe während der Beitrittsdebatte immer erwähnt, daß der größte Vorteil eines Beitrittes zur Europäischen Union die geplante einheitliche europäische Währung ist. Ich habe das in dieser Auseinandersetzung auch überall offensiv vertreten, und in meinem Wahlkreis hatten wir ausgezeichnete Wahlergebnisse für den Beitritt zur Europäischen Union. (Abg. Scheibner: Und wie ist dort die Meinung jetzt? Was sagen die Leute jetzt? – Abg. Ing. Reichhold: Was haben Sie für ein Wahlergebnis gehabt bei der Europawahl?) Auch ein ausgezeichnetes.
Abg. Scheibner: Darüber werden wir noch reden!
Meine Damen und Herren! Da heute schon so häufig Literaturhinweise gemacht wurden – auch in dieser Dringlichen Anfrage der Freiheitlichen –, möchte auch ich noch einen kleinen Literaturhinweis geben: Lesen Sie bitte den neuen "trend" vom November dieses Jahres! Da steht als Schlagzeile zum Thema Euro: "Warum Haider nicht recht hat." (Abg. Scheibner: Darüber werden wir noch reden!) Es handelt sich um eine mehrseitige Reportage. (Abg. Madl: Aber allein der Aufmacher sagt noch nichts aus!)
Sitzung Nr. 104
Abg. Scheibner: Wo haben Sie darüber diskutiert, Herr Minister?
Sie fragen, Herr Abgeordneter Scheibner: Was soll denn diese Brigade machen, was werden denn die Schweizer machen? Ich kann Ihnen sagen, die Schweizer werden mitmachen, denn die anderen Länder sind bereits in einer Kooperation mit uns. Vergessen Sie nicht, daß sich bereits eine ganze Kompanie ungarischer Soldaten im Rahmen des österreichischen Kontingents auf Zypern befindet. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie darüber diskutiert, Herr Minister?) Vergessen Sie nicht, daß sich auch slowenische Soldaten im nächsten Jahr im Rahmen des österreichischen Kontingents auf Zypern befinden werden beziehungsweise bereits befinden, daß der slowenische Verteidigungsminister sie bereits besucht und daß ab nächstem Jahr auch slowakische Soldaten im Rahmen des österreichischen Kontingents am Golan friedenssichernde Dienste leisten werden. Und selbstverständlich nehmen wir gerne auch die Tschechen oder auch die Schweizer da mit hinein. (Abg. Scheibner: Sie wollen eine gemeinsame Brigade! – Abg. Dr. Khol: Ist das eine UNO-Sache?)
Abg. Scheibner: Sie wollen eine gemeinsame Brigade! – Abg. Dr. Khol: Ist das eine UNO-Sache?
Sie fragen, Herr Abgeordneter Scheibner: Was soll denn diese Brigade machen, was werden denn die Schweizer machen? Ich kann Ihnen sagen, die Schweizer werden mitmachen, denn die anderen Länder sind bereits in einer Kooperation mit uns. Vergessen Sie nicht, daß sich bereits eine ganze Kompanie ungarischer Soldaten im Rahmen des österreichischen Kontingents auf Zypern befindet. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie darüber diskutiert, Herr Minister?) Vergessen Sie nicht, daß sich auch slowenische Soldaten im nächsten Jahr im Rahmen des österreichischen Kontingents auf Zypern befinden werden beziehungsweise bereits befinden, daß der slowenische Verteidigungsminister sie bereits besucht und daß ab nächstem Jahr auch slowakische Soldaten im Rahmen des österreichischen Kontingents am Golan friedenssichernde Dienste leisten werden. Und selbstverständlich nehmen wir gerne auch die Tschechen oder auch die Schweizer da mit hinein. (Abg. Scheibner: Sie wollen eine gemeinsame Brigade! – Abg. Dr. Khol: Ist das eine UNO-Sache?)
Abg. Scheibner: Wer ist das?
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wieder einmal ist festzustellen, daß die Volkspartei politischer Vorreiter für viele zukunftsweisende Themen ist und war. Das war so in bezug auf die Europäische Union, das war so bei der Sanierung des Staatshaushaltes, das war so bei der Pensionsreform (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser ), und es ist bei der Umstellung auf den Euro so, daß die Volkspartei Vorreiter ist (Abg. Gaugg: Das ist ja unglaublich!), und die Volkspartei ist auch Vorreiter für mehr äußere Sicherheit, für mehr Chancen auf dauerhaften Frieden (Abg. Scheibner: Wer ist das?) durch das euro-atlantische Bündnis NATO-Neu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das sieht man ja beim Bundesheer! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das sieht man ja beim Bundesheer! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Dr. Karl Maitz (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wieder einmal ist festzustellen, daß die Volkspartei politischer Vorreiter für viele zukunftsweisende Themen ist und war. Das war so in bezug auf die Europäische Union, das war so bei der Sanierung des Staatshaushaltes, das war so bei der Pensionsreform (Zwischenruf des Abg. Hans Helmut Moser ), und es ist bei der Umstellung auf den Euro so, daß die Volkspartei Vorreiter ist (Abg. Gaugg: Das ist ja unglaublich!), und die Volkspartei ist auch Vorreiter für mehr äußere Sicherheit, für mehr Chancen auf dauerhaften Frieden (Abg. Scheibner: Wer ist das?) durch das euro-atlantische Bündnis NATO-Neu. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das sieht man ja beim Bundesheer! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Wann beginnt diese?
Deshalb treten wir von der Volkspartei für die Vollmitgliedschaft Österreichs bei der NATO-Neu ein. Die politische Diskussion zu diesem Thema (Abg. Scheibner: Wann beginnt diese?) stellt sich heute folgendermaßen dar: Die Grünen versuchen, mit Gruselgeschichten und Horrorzahlen ihren Anti-Bundesheer-Reflex auszuleben (Heiterkeit des Abg. Khol ), und die Sozialdemokraten machen in Sachen NATO halbe/halbe: Die eine Hälfte sagt, der NATO-Beitritt ist die Lösung für die Zukunft – Zitat EU-Abgeordneter Swoboda, Zitat Abgeordneter Cap, Zitat Abgeordneter Gaál –, die andere Hälfte sagt, diese notwendige Entscheidung soll man über die Nationalratswahl 1999 hinausschieben.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: In Worten dafür, in Taten dagegen!
Das müßte ja in Ihrem Sinne sein. Und wer hat dagegen gestimmt? – Die Herren von der ÖVP haben dagegen gestimmt, also nicht für ihren eigenen Minister gestimmt! So schaut es aus, meine Damen und Herren! Das ist die Realität! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: In Worten dafür, in Taten dagegen!)
Abg. Scheibner: Die Miliz ist ja auch freiwillig!
Heute wurde auch die Milizverwendung angesprochen. – Der Forderung der Liberalen und der Freiheitlichen nach einer Milizlaufbahn für Frauen stehen wir ablehnend gegenüber, und zwar deshalb, weil das Gesetz über die Ausbildung von Frauen im Bundesheer auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruht. (Abg. Scheibner: Die Miliz ist ja auch freiwillig!) Eine Übungsverpflichtung als Milizsoldatin, lieber Kollege Scheibner, wie sie in den Anträgen der Freiheitlichen und Libera
Abg. Scheibner: Da gibt es viele Studien!
Wenn es noch irgendeines weiteren Beweises dafür bedarf, möchte ich noch einmal aus der Studie des Landesverteidigungsministeriums zitieren, in welcher in der Zusammenfassung angeführt wird, daß es für einen ersten Schritt des Zuganges von Frauen zum Bundesheer ratsam wäre, wenn die Frauen nicht gleich allzuviel anstrebten. – Na wunderbar! Man öffnet das Bundesheer für Frauen und gibt ihnen gleich zu Beginn den Rat mit: Strebt nicht zu viel an, denn das wird nicht gespielt! – Nachzulesen in einer Studie des Landesverteidigungsministeriums. (Abg. Scheibner: Da gibt es viele Studien!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Frage der Ausbildung!
Wenn ich mir vor Augen halte, was jetzt zur Abstimmung vorliegt und was die Basis für alles ist, was später passieren wird, dann frage ich mich wirklich, ob nicht tatsächlich zutrifft, was Herr Brigadier Jung vor ein paar Minuten hier gesagt hat. Hat er nicht tatsächlich recht mit seiner Stellungnahme, die wirklich dem entsprungen ist, was ich habe aufnehmen können über das jahrhundertealte Milieu von machistischem Denken, das in den Armeen und Streitkräften der ganzen Welt entwickelt wurde? Ich frage mich, ob er nicht tatsächlich recht hat mit seiner Kritik, die aus einer ganz anderen Richtung kommt als meine, und ob er nicht wirklich recht hat, wenn er kritisiert, daß die Sache mit der Nachhollaufbahn ungerecht sei. Denn es gibt Unteroffiziere, die sich 15 Jahre lang unterordnen müssen, damit sie in eine Position gelangen. Dann aber kommt der Herr Bundesminister und schafft einen – das sind seine Worte – Schnellsiedekurs von 18 Monaten für Frauen. Da könnten ein paar Männer Gefahr laufen, 15 Jahre zu verlieren, wenn es darum geht, in dieselbe Position zu kommen. (Abg. Scheibner: Das ist eine Frage der Ausbildung!)
Abg. Scheibner begibt sich mit einer olivgrünen Feldtasche zum Rednerpult. – Abg. Haigermoser: Das Marschgepäck!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung erhält zur Begründung der Dringlichen Anfrage Herr Abgeordneter Scheibner das Wort. Die Redezeit beträgt 20 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner begibt sich mit einer olivgrünen Feldtasche zum Rednerpult. – Abg. Haigermoser: Das Marschgepäck!)
Abg. Dr. Schmidt und Abg. Scheibner: Antworten!
Ich kann Ihnen mitteilen, daß wir zum Beispiel den Raketenpanzer JAGUAR fast ohne Aufwand bekommen haben. (Abg. Wabl: Geschenkt!) Auch den Kampfpanzer haben wir zu einem außerordentlich niedrigen Preis eingekauft, weil wir die Möglichkeit hatten, ihn sehr kostengünstig von der niederländischen Armee zu erwerben. (Abg. Dr. Schmidt und Abg. Scheibner: Antworten!) Derartige Angebote gibt es nicht im Katalog, und derartige Angebote sind auch nicht von vornherein für ein bestimmtes Jahr abzuschätzen. Insoferne kann der genaue Betrag, der dafür erforderlich ist, auch nicht über Jahre im voraus mit Sicherheit genannt werden. (Abg. Wabl: Ungefähre Schätzungen! Nicht genau! – Abg. Dr. Haider: Bei Punkt 17 ist noch eine Frage offen!)
Abg. Scheibner – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Für dieses Konzept!
Dazu ist zu sagen, daß die 9. Panzergrenadierbrigade ja nicht aufgelöst werden soll, sondern die Führungsaufgabe von drei Kommanden auf zwei Kommanden übergehen soll, bei gleicher Anzahl der Kampfbataillone. Selbstverständlich soll das bewährte Kommando der 9. Panzergrenadierbrigade nicht aufgelöst werden, sondern dieses wird, wie Ihnen bekannt ist, die Grundlage für ein neues Kommando Auslandseinsätze werden (Abg. Scheibner – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Für dieses Konzept!), weil es notwendig ist, in diesem Bereich tatsächlich Kapazität zu schaffen. (Abg. Dr. Schmidt: Frage!) Dort muß ja mit höchster Qualität gearbeitet werden, und es soll auch die Möglichkeit geben, bei einer Neuorganisation der Zusammenarbeit mit den Ungarn, mit den Tschechen, mit den Slowenen entsprechende Kapazität zu haben. (Abg. Scheibner – auf die Broschüre deutend –: Das wollen Sie umsetzen! – Abg. Dr. Schmidt: Frage beantworten!) Da gibt es gar keine Besonderheiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner – auf die Broschüre deutend –: Das wollen Sie umsetzen! – Abg. Dr. Schmidt: Frage beantworten!
Dazu ist zu sagen, daß die 9. Panzergrenadierbrigade ja nicht aufgelöst werden soll, sondern die Führungsaufgabe von drei Kommanden auf zwei Kommanden übergehen soll, bei gleicher Anzahl der Kampfbataillone. Selbstverständlich soll das bewährte Kommando der 9. Panzergrenadierbrigade nicht aufgelöst werden, sondern dieses wird, wie Ihnen bekannt ist, die Grundlage für ein neues Kommando Auslandseinsätze werden (Abg. Scheibner – eine Broschüre in die Höhe haltend –: Für dieses Konzept!), weil es notwendig ist, in diesem Bereich tatsächlich Kapazität zu schaffen. (Abg. Dr. Schmidt: Frage!) Dort muß ja mit höchster Qualität gearbeitet werden, und es soll auch die Möglichkeit geben, bei einer Neuorganisation der Zusammenarbeit mit den Ungarn, mit den Tschechen, mit den Slowenen entsprechende Kapazität zu haben. (Abg. Scheibner – auf die Broschüre deutend –: Das wollen Sie umsetzen! – Abg. Dr. Schmidt: Frage beantworten!) Da gibt es gar keine Besonderheiten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir sind dafür, aber eine militärische Führung gehört in Ihr Ressort, damit das Chaos aufhört!
Daß Sie dagegen sind, daß man in der oberen Führungsebene von drei Kommanden eines einsparen will, das verstehe ich eigentlich nicht. Wenn man eine wirklich effiziente Führung will und wir gleichzeitig von unseren künftigen Aufgabenstellungen her in der Lage sind, darauf zu verzichten, die vorhandenen Kapazitäten woanders zweckdienlicher einzusetzen, dann frage ich mich wirklich: Warum sind Sie nicht dafür? (Abg. Scheibner: Wir sind dafür, aber eine militärische Führung gehört in Ihr Ressort, damit das Chaos aufhört!) Warum sind Sie nicht dafür? Warum geben Sie nicht Ihre Zustimmung, warum sagen Sie das nicht deutlich? (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das kann nicht Ihr Ernst sein! In den Kampfeinsatz wollen Sie sie schicken!
Wenn Sie mich fragen, wird das eine der attraktivsten Aufgabenstellungen im Rahmen des Bundesheeres überhaupt sein: die Führung von Auslandseinsätzen und gleichzeitig ein Nukleus zu sein für die Kooperation mit den Nachbarstaaten auf einem Gebiet, wo diese schon relativ weit gediehen ist. Ich denke nur daran, daß wir bereits ganz konkret mit der slowenischen Armee, mit der ungarischen Armee, mit der slowakischen Armee im Einsatz zusammenarbeiten, nämlich in Zypern und am Golan. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das kann nicht Ihr Ernst sein! In den Kampfeinsatz wollen Sie sie schicken!)
Abg. Scheibner: Ihr Klubobmann schläft schon ein, Herr Minister!
Das ist auch der Unterschied zu anderen Überlegungen. Andere Parteien haben Überlegungen angestellt, die von ganz anderen Milizgrößen ausgehen, nämlich wesentlich geringeren, wie das Modell, das der Abgeordnete Gaál der Presse vorgestellt hat. (Abg. Scheibner: Ihr Klubobmann schläft schon ein, Herr Minister!) Ich bin der Ansicht, daß die Miliz auch in Zukunft eine sehr bedeutende Stellung haben soll, und daher habe ich mich dafür ausgesprochen, daß sie nicht nur in der Organisation entsprechend berücksichtigt wird, sondern auch ein entsprechender Gesamtrahmen vorhanden sein muß. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Kollege Schieder! Das ist falsch! Wir wollten sie gestern einbringen, aber da waren die Grünen vor uns an der Reihe!
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Diese Anfrage war eigentlich zu erwarten. Nachdem die Grünen in der Früh eine Aktuelle Stunde zu diesem Thema gemacht haben, konnte das die FPÖ nicht ruhen lassen. Dieses Thema soll auch ihres sein, daher mußte die Dringliche Anfrage kommen. (Abg. Scheibner: Kollege Schieder! Das ist falsch! Wir wollten sie gestern einbringen, aber da waren die Grünen vor uns an der Reihe!)
Abg. Scheibner: Sie haben heute früh nicht aufgepaßt!
Was die Außenpolitik angeht, hat der Hauptteil der Debatte die Frage der Neutralität betroffen. Es war klar, daß das die Freiheitlichen selbstverständlich wieder vorbringen wollen – so wie auch andere –, weil sie wissen, daß diese Frage ohnedies nächstes Frühjahr mit dem Optionenbericht der Bundesregierung ins Parlament kommen und hier diskutiert werden wird. Selbstverständlich will man von seiten der Opposition vorher noch laufend das verlangen, was ihr Recht ist. (Abg. Scheibner: Sie haben heute früh nicht aufgepaßt!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unser Parteiprogramm nach, Herr Kollege!
Oder ist die vorliegende umfassende Darstellung in Ihrer Anfrage, die sehr interessant ist und mit sehr großem Aufwand geschrieben wurde, aber mit vielen Wenn und Aber versehen ist, der langsame Abschied von der Pro-NATO-Linie der FPÖ? (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unser Parteiprogramm nach, Herr Kollege!) Ich hoffe, daß es nicht so sein wird wie beim Beitritt Österreichs zur EU, denn da waren die Freiheitlichen am Anfang dafür, in der Mitte noch immer dafür, und als es ernst geworden ist, waren sie dagegen. (Abg. Scheibner: Machen wir die Nagelprobe! Sie brauchen unseren Anträgen nur zuzustimmen!) Also ich hoffe, es wird diesmal nicht so sein. Ich freue mich, wenn es dieses Mal nicht so sein wird.
Abg. Scheibner: Machen wir die Nagelprobe! Sie brauchen unseren Anträgen nur zuzustimmen!
Oder ist die vorliegende umfassende Darstellung in Ihrer Anfrage, die sehr interessant ist und mit sehr großem Aufwand geschrieben wurde, aber mit vielen Wenn und Aber versehen ist, der langsame Abschied von der Pro-NATO-Linie der FPÖ? (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unser Parteiprogramm nach, Herr Kollege!) Ich hoffe, daß es nicht so sein wird wie beim Beitritt Österreichs zur EU, denn da waren die Freiheitlichen am Anfang dafür, in der Mitte noch immer dafür, und als es ernst geworden ist, waren sie dagegen. (Abg. Scheibner: Machen wir die Nagelprobe! Sie brauchen unseren Anträgen nur zuzustimmen!) Also ich hoffe, es wird diesmal nicht so sein. Ich freue mich, wenn es dieses Mal nicht so sein wird.
Abg. Scheibner: Ohne Mitgliedschaft! Herr Kollege, Sie verstehen das leider nicht!
Aber ich bin etwas aktueller. Ich habe jetzt ein Zitat vom 4. Dezember 1997 vorzubringen, und zwar betrifft das Ihren Obmann Haider, der sagte: Es geht nicht, daß man einen Schritt nach dem anderen setze mit der letztlichen Konsequenz, daß Österreich und sein Bundesheer immer stärker unter die Oberhoheit und Kontrolle der NATO gestellt werde. (Abg. Scheibner: Ohne Mitgliedschaft! Herr Kollege, Sie verstehen das leider nicht!) – Sehr interessant, meine Damen und Herren! Eine Wendung um 180 Grad! Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen: Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und das Ja der FPÖ zur NATO neigt sich offenbar dem Ende zu. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unser Parteiprogramm!) Es ist anhand vieler Beispiele erklärbar, daß dem tatsächlich so ist, meine Damen und Herren.
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unser Parteiprogramm!
Aber ich bin etwas aktueller. Ich habe jetzt ein Zitat vom 4. Dezember 1997 vorzubringen, und zwar betrifft das Ihren Obmann Haider, der sagte: Es geht nicht, daß man einen Schritt nach dem anderen setze mit der letztlichen Konsequenz, daß Österreich und sein Bundesheer immer stärker unter die Oberhoheit und Kontrolle der NATO gestellt werde. (Abg. Scheibner: Ohne Mitgliedschaft! Herr Kollege, Sie verstehen das leider nicht!) – Sehr interessant, meine Damen und Herren! Eine Wendung um 180 Grad! Aber wir müssen zur Kenntnis nehmen: Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und das Ja der FPÖ zur NATO neigt sich offenbar dem Ende zu. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unser Parteiprogramm!) Es ist anhand vieler Beispiele erklärbar, daß dem tatsächlich so ist, meine Damen und Herren.
Abg. Scheibner: Sieben Jahre ist das unsere Politik! Seit 1990!
Aber ich finde es hochinteressant, daß die Freiheitliche Partei nunmehr beginnt, ihren Kurs in Fragen NATO so zu relativieren und damit ein Ende ihrer NATO-Politik einzuläuten. Länger als ein Jahr einen Standpunkt in der FPÖ aufrechtzuerhalten, ist offensichtlich unmöglich. Ich halte das nur fest, denn das ist in Wahrheit die unklare Linie (Abg. Scheibner: Sieben Jahre ist das unsere Politik! Seit 1990!), die Sie vertreten – und nicht wir. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Als "Staatsfeinde" haben Sie uns beschimpft!
Ich möchte mich kurz mit einem zweiten Punkt auseinandersetzen, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Als "Staatsfeinde" haben Sie uns beschimpft!) Das betrifft die angebliche Nichtvorlage von Unterlagen. Der Herr Bundesminister hat heute dazu Stellung genommen. Ich darf Sie nur noch einmal erinnern (Abg. Ing. Reichhold: Spindelegger! Was sagst du zu dem Vorwurf "Staatsfeinde"!), daß das Rahmendokument zur Teilnahme an der "PfP" veröffentlicht wurde. Primosch/Siess-Scherz, KSE-BVG, meine Damen und Herren! Das Einführungsdokument wurde unterzeichnet und in eben dieser Publikation veröffentlicht. Das individuelle Partnerschaftsprogramm – offenbar ein ganz sensibles Dokument – wurde allen Klubs im März 1996 zur Verfügung gestellt – offenbar verlorengegangen in der FPÖ, möglicherweise auch in der SPÖ. Aber ich glaube, die Dokumentation sollte Ihnen das wiederbringen.
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gehört?
Ich darf zu einem dritten und letzten Punkt kommen, der meiner Ansicht nach ebenfalls sehr interessant ist: Es geht um die Adaptierung der Heeresgliederung. Wir haben die Vorschläge des Kollegen Gaál gehört, der ein Korpskommando, neun Militärkommanden und 60 000 Mann-Truppen haben will. Das wurde in einer Pressekonferenz vorgestellt. (Abg. Gaál: Neun Militärkommanden habe ich nicht gesagt!) Wir haben die FPÖ gehört, die drei Korpskommanden und die Auflösung aller Militärkommanden will. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gehört?) Wir haben die Liberalen gehört. Kollege Moser will, daß wir zur Westeuropäischen Union gehen, obwohl diese nach wie vor keine Bedeutung hat. (Abg. Gaál: Das haben Sie in der Märchenstunde gehört!) Vor einem Jahr, lieber Kollege Moser, ist die Diskussion im Liberalen Forum leider stehengeblieben. Ich würde daher empfehlen, sich auf den letzten Stand zu bringen. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser vorbereiten, damit Sie nicht so einen Unsinn verzapfen!) Und wir haben die Grünen gehört, die am liebsten ein Korps von 1 000 Friedenstauben hätten.
Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser vorbereiten, damit Sie nicht so einen Unsinn verzapfen!
Ich darf zu einem dritten und letzten Punkt kommen, der meiner Ansicht nach ebenfalls sehr interessant ist: Es geht um die Adaptierung der Heeresgliederung. Wir haben die Vorschläge des Kollegen Gaál gehört, der ein Korpskommando, neun Militärkommanden und 60 000 Mann-Truppen haben will. Das wurde in einer Pressekonferenz vorgestellt. (Abg. Gaál: Neun Militärkommanden habe ich nicht gesagt!) Wir haben die FPÖ gehört, die drei Korpskommanden und die Auflösung aller Militärkommanden will. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gehört?) Wir haben die Liberalen gehört. Kollege Moser will, daß wir zur Westeuropäischen Union gehen, obwohl diese nach wie vor keine Bedeutung hat. (Abg. Gaál: Das haben Sie in der Märchenstunde gehört!) Vor einem Jahr, lieber Kollege Moser, ist die Diskussion im Liberalen Forum leider stehengeblieben. Ich würde daher empfehlen, sich auf den letzten Stand zu bringen. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser vorbereiten, damit Sie nicht so einen Unsinn verzapfen!) Und wir haben die Grünen gehört, die am liebsten ein Korps von 1 000 Friedenstauben hätten.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Soldaten, was sie unter dringlich verstehen!
Ich darf daher resümieren: Die Anfrage war nicht dringlich. Sie war inhaltlich durch die Vormittagsdebatte ersetzbar, und ich sehe eigentlich nicht ein, warum wir uns noch weiter darüber unterhalten sollten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Soldaten, was sie unter dringlich verstehen!)
Abg. Scheibner: Noch nicht, Kollege!
Meine Damen und Herren! Die Fragen waren so präzise gestellt, daß ich den Verdacht habe, daß sie im Verteidigungsministerium formuliert wurden. (Abg. Scheibner: Noch nicht, Kollege!) Dieses Spiel kenne ich schon. Ich habe den Verdacht, daß der Familienname dieses Mannes, der das formuliert hat, mit R anfängt. Aber möglicherweise ist das ein Fehler. Aber die Präzision dieser Formulierungen hätte es sich zumindest verdient, daß Sie, Herr Verteidigungsminister, darauf ein bißchen antworten.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Was aber hilfreich wäre, ist, die sicherheitspolitische Debatte nicht zu verengen und zu sagen, es geht jetzt nur darum, wann wir endlich in die NATO hineingehen, weil das doch wirklich das einzige ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich glaube, man sollte die Debatte offen führen, und wir führen diese Debatte offen und sagen ganz offen (Abg. Scheibner: Ihr habt heute in der Früh die NATO ausgeschlossen!) – Herr Kollege Scheibner, ich habe nur fünf Minuten Zeit, sei so geduldig und lasse mich aussprechen –: Es gibt seit den Madrider Entscheidungen eine Entwicklung der NATO, die in einzelnen Bereichen positiv, in anderer Richtung meiner Meinung nach nicht so positiv ist.
Abg. Scheibner: Ihr habt heute in der Früh die NATO ausgeschlossen!
Was aber hilfreich wäre, ist, die sicherheitspolitische Debatte nicht zu verengen und zu sagen, es geht jetzt nur darum, wann wir endlich in die NATO hineingehen, weil das doch wirklich das einzige ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich glaube, man sollte die Debatte offen führen, und wir führen diese Debatte offen und sagen ganz offen (Abg. Scheibner: Ihr habt heute in der Früh die NATO ausgeschlossen!) – Herr Kollege Scheibner, ich habe nur fünf Minuten Zeit, sei so geduldig und lasse mich aussprechen –: Es gibt seit den Madrider Entscheidungen eine Entwicklung der NATO, die in einzelnen Bereichen positiv, in anderer Richtung meiner Meinung nach nicht so positiv ist.
Abg. Scheibner: Die Europäer sind schuld!
Der Nordatlantische Partnerschaftsrat ist positiv. Es sind die erweiterten Möglichkeiten der "Partnerschaft für den Frieden" positiv. Aber ich melde Skepsis bei denjenigen an, die ein europäisches Sicherheitssystem wollen, daß die europäische Komponente in Madrid nicht sehr stark zum Durchbruch gekommen ist. (Abg. Scheibner: Die Europäer sind schuld!) Die Österreicher alleine werden auch nicht das Schwergewicht der Amerikaner in die andere Richtung bringen. Das werden Sie doch selbst nicht glauben, Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Die Europäer sind schuld!)
Abg. Scheibner: Die Europäer sind schuld!
Der Nordatlantische Partnerschaftsrat ist positiv. Es sind die erweiterten Möglichkeiten der "Partnerschaft für den Frieden" positiv. Aber ich melde Skepsis bei denjenigen an, die ein europäisches Sicherheitssystem wollen, daß die europäische Komponente in Madrid nicht sehr stark zum Durchbruch gekommen ist. (Abg. Scheibner: Die Europäer sind schuld!) Die Österreicher alleine werden auch nicht das Schwergewicht der Amerikaner in die andere Richtung bringen. Das werden Sie doch selbst nicht glauben, Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Die Europäer sind schuld!)
Abg. Scheibner: Sie können uns ohnehin nicht davon abhalten!
Nein, wir sind aufgrund unserer gemeinsamen Absprache verpflichtet, den Optionenbericht erarbeiten zu lassen, seriös zu diskutieren und dann eine gemeinsame Lösung zu finden. Aber das kann doch Sie nicht davon abhalten, bei Ihrer Haltung zu bleiben und diese hier zu bekräftigen. (Abg. Scheibner: Sie können uns ohnehin nicht davon abhalten!) Wenn Sie das hier tun, dann werden Sie alle Zweifel zerstreuen, daß es wiederum einmal anders käme. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Khol: Das kennen die Zickzackbrüder nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In einem möchte ich Abgeordneten Scheibner auch zustimmen. Er hat heute im Rahmen seiner Rede etwas gesagt, was ich durchaus unterschreiben kann. Ich glaube, niemand sollte es wollen – er hat gesagt, Sie wollen doch sicher nicht! nein, wir wollen das nicht –, aus einer solchen wesentlichen Frage für unser Land eine Wahlkampfauseinandersetzung zu machen. Gerade deshalb ist es auch nicht gescheit, würden wir in der Koalition in einer Weise drängen, die dann tatsächlich zur Folge hätte, daß das zu einer Wahlkampfauseinandersetzung statt zu einem ernsten Ringen um die beste Lösung für die Sicherheit unseres Landes wird. Das muß das oberste Gebot sein, und zwar für die Opposition und für die Regierung in gleicher Weise. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!
Es ist klar, daß sich die Argumentation seitens der Freiheitlichen schließt. Kollege Scheibner hat sich massiv gegen den Wehrersatzdienst im Ausland ausgesprochen. Wenn man sich anschaut – da das jetzt klar und deutlich definiert ist –, in welcher Form dieser Wehrersatzdienst im Ausland geleistet werden kann, dann wird man auch verstehen, warum Kollege Scheibner wahrscheinlich damit Probleme und Schwierigkeiten hat. Denn eine der Möglichkeiten, einer der Bereiche, in dem man diesen Dienst leisten kann, ist der Gedenkdienst. (Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!)
Abg. Scheibner: Ich habe ein grundsätzliches Problem damit, Kollege, aber das haben Sie nicht verstanden!
Ich könnte mir vorstellen, daß Sie möglicherweise damit Probleme haben, genauso wie mit dem zweiten Bereich, dem Friedensdienst. Vielleicht wollen Sie nicht, daß auch österreichische Zivildiener dazu einen Beitrag leisten. Ich unterstelle Ihnen aber nicht, Herr Kollege Scheibner, daß Sie beim dritten Punkt, der den Sozialdienst betrifft, Probleme haben. (Abg. Scheibner: Ich habe ein grundsätzliches Problem damit, Kollege, aber das haben Sie nicht verstanden!)
Abg. Scheibner: Als Wehrersatzdienst, sicher!
Frieden stiften heißt auch, ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, und deshalb habe ich mir seinerzeit unter den 18 zurzeit anerkannten Trägerorganisationen jene herausgesucht, die sich mit dem Problem der "Straßenkinder" in Bukarest befassen, worauf ich gemeinsam mit Kollegen Scheibner aufmerksam wurde. Die Caritas Wien und Feldkirch haben gemeinsam mit dem Jesuitenpater Georg Sporschill und Frau Ruth Zenkert ein Projekt für die Straßenkinder in Bukarest installiert, und es geht wirklich unter die Haut, wenn man die Dokumentation darüber liest. Deshalb habe ich mich auch gewundert, ja es hat mir weh getan, als Kollege Herbert Scheibner wörtlich gesagt hat: solche Zivildiener – jene im Ausland – entziehen sich ihrer Pflicht. (Abg. Scheibner: Als Wehrersatzdienst, sicher!)
Sitzung Nr. 105
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf das warten wir, Herr Minister! Das hätten Sie längst umsetzen müssen! Das ist ein frommer Wunsch!
Gerade die letzten Jahre haben sehr deutlich gezeigt, wie sehr es notwendig ist, auf diesem Gebiet etwas zu tun. Denken Sie nur wenige Jahre zurück, als unmittelbar an der Grenze Österreichs in Exjugoslawien, im heutigen Slowenien, die Kämpfe ausgebrochen sind und durchaus auch ein Überschwappen dieser Kämpfe auf Österreich nicht auszuschließen war. Da waren es österreichische Soldaten, die die Grenze dort gesichert haben und darüber hinaus auch heute sichern müssen. Und selbstverständlich haben diese jungen Männer, die aus idealistischen Gründen, die aufgrund ihrer Einstellung zu ihrem Heimatland, ihrer Einstellung zur Republik Österreich ihren Dienst versehen, ohne daß sie dafür besonders bezahlt werden, die sich ein dreiviertel Jahr ihres Lebens der Republik und damit der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, auch ein Recht darauf, so ausgerüstet zu sein, daß sie im Ernstfall auch eine Gefahr bestehen können. Und dazu gehört auch, daß sie über gepanzerte Fahrzeuge verfügen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Auf das warten wir, Herr Minister! Das hätten Sie längst umsetzen müssen! Das ist ein frommer Wunsch!)
Abg. Scheibner: Und deshalb können Sie unserem Antrag zustimmen!
Das zeigt auch die Tatsache, daß laut Kuratorium für Verkehrssicherheit in Österreich nur jeder tausendste alkoholisierte Autofahrer erwischt wird, in der Bundesrepublik Deutschland ist es jeder siebenhundertste. – Meine Damen und Herren! Zuerst müssen die wichtigen Punkte angegangen werden – und nicht das vordergründig Populistische und legistisch Einfache. (Abg. Scheibner: Und deshalb können Sie unserem Antrag zustimmen!) Deshalb treten wir auch für eine massive Verkehrsüberwachung ein.
Abg. Scheibner: Dramen durch Drogenmißbrauch! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie mißbrauchen das Rederecht hier!
Ich möchte den Bogen etwas weiter spannen, denn heute ist nicht nur das – hoffentlich – erfolgreiche Ende der 0,5-Promille-Debatte (Abg. Dr. Leiner: Die Drogen wollen Sie freigeben!), sondern es soll auch damit begonnen werden, in der Angelegenheit des Waffenbesitzes endlich klare Regelungen zu schaffen, die einen Anstieg der Zahl der Waffenbesitzer verhindern. (Abg. Scheibner: Dramen durch Drogenmißbrauch! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie mißbrauchen das Rederecht hier!) Wir sind für ein generelles Waffenverbot, ausgenommen bei Jägern und Schützen! (Abg. Scheibner: Tausende Jugendliche wurden durch Drogen in das Elend getrieben!)
Abg. Scheibner: Tausende Jugendliche wurden durch Drogen in das Elend getrieben!
Ich möchte den Bogen etwas weiter spannen, denn heute ist nicht nur das – hoffentlich – erfolgreiche Ende der 0,5-Promille-Debatte (Abg. Dr. Leiner: Die Drogen wollen Sie freigeben!), sondern es soll auch damit begonnen werden, in der Angelegenheit des Waffenbesitzes endlich klare Regelungen zu schaffen, die einen Anstieg der Zahl der Waffenbesitzer verhindern. (Abg. Scheibner: Dramen durch Drogenmißbrauch! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Sie mißbrauchen das Rederecht hier!) Wir sind für ein generelles Waffenverbot, ausgenommen bei Jägern und Schützen! (Abg. Scheibner: Tausende Jugendliche wurden durch Drogen in das Elend getrieben!)
Abg. Scheibner: Fangen Sie einmal bei Ihren Leuten an!
Jetzt komme ich noch einmal auf den Ursprung meiner heutigen Entscheidung zurück. Wir werden uns auch für Bürger und Bürgerinnen einsetzen, die zu ähnlichen Themenbereichen an uns herantreten, wie beispielsweise im Zusammenhang mit dem Waffenmißbrauch. Ich halte es für unvertretbar, daß in Österreich jeder Mensch eine Waffe besitzen und zu Hause lagern kann. Das halte ich für nicht vertretbar, wenn es sich tatsächlich um eine Waffe handelt, die nicht über die Kurbelwelle übertragen wird. Ein Schießeisen in der Hand ist gefährlich. Deshalb treten die Grünen und hoffentlich auch viele von Ihnen für ein generelles Verbot des Erwerbs, des Besitzes und der Einfuhr und des Führens von Schußwaffen ein. (Abg. Scheibner: Fangen Sie einmal bei Ihren Leuten an!)
Sitzung Nr. 106
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich sage Ihnen, daß jeder, der die notwendigen Änderungen nicht nur beim Bundesheer, sondern allgemein im Staat, in der öffentlichen Verwaltung überhaupt negiert, hinausschiebt, der Sache, der Republik Österreich und auch der Armee zweifellos keinen guten Dienst leistet, weil er verhindert, daß notwendige und wichtige Schritte für die Zukunft getan werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Demontage ist keine Reform!
Wenn Sie heute so tun, als wäre das etwas ganz Besonderes, muß ich Ihnen sagen (Abg. Scheibner: Demontage ist keine Reform!) : Die amerikanische Armee organisiert um, die deutsche Bundeswehr organisiert um, die französische Armee organisiert um, die Schweizer Armee organisiert um (Abg. Dr. Haider: Demontage, keine Reform!), die Italiener, die Tschechen (Abg. Mag. Stadler: Das sind ja auch Armeen, die man reformieren kann! Sie haben sie kaputtgemacht!), die Slowaken, die Ungarn – alle Armeen der Welt organisieren um, weil es notwendig ist, aufgrund der fundamentalen Veränderungen der geostrategischen Situation
Abg. Scheibner: Wie schauen die aus, Herr Verteidigungsminister?
Ich ersuche Sie, diesen Prozeß nicht mehr zu verzögern, und kann Ihnen sagen, daß dieser Schritt nicht nur richtig, sondern absolut notwendig ist. Er wird dazu führen, daß das österreichische Bundesheer in Zukunft seinen neuen Aufgabenstellungen bestmöglich entsprechen kann (Abg. Scheibner: Wie schauen die aus, Herr Verteidigungsminister?) und gleichzeitig auch in der Lage ist, die notwendigen Anschaffungen trotz der Sparpakete durchzuführen. Selbstverständlich müssen wir dazu einen Beitrag leisten, und wir sind auch bereit dazu. Wir trennen uns nicht von den allgemeinen Staatszielsetzungen. Wenn alle Staatsbürger sparen müssen, dann muß es auch das Bundesheer tun, und dazu bekenne ich mich. Damit die erforderlichen Mittel dann auch wirklich bereitgestellt werden können, um die Sicherheit des Landes zu garantieren, muß man umorganisieren, muß man gewisse Rationalisierungen durchführen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich ersuche Sie, diesen Prozeß nicht zu verzögern, nicht zu behindern, um ihn möglichst rasch und bestmöglich im Interesse der Sicherheit unseres Landes, im Interesse des Bundesheeres und seiner Soldaten durchführen zu können. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Du kennst unsere Vorschläge!
Der einzige Gegenvorschlag heute war, man solle ordentliche Maßnahmen machen – was immer das heißen kann. (Abg. Scheibner: Du kennst unsere Vorschläge!) Ich bin dafür, daß man anhand von konkreten Vorschlägen diskutiert.
Abg. Scheibner: Ihr könnt euch nicht entscheiden!
Ich erinnere daran, warum diese Strukturanpassung vorgenommen werden muß (Abg. Scheibner: Ihr könnt euch nicht entscheiden!): erstens wegen der aktuellen Sicherheitslage in Europa, zweitens wegen des Situationsberichtes, der im Februar dieses Jahres im Nationalrat und im Oktober dieses Jahres im Bundesrat zur Kenntnis genommen wurde, und drittens wegen der Herstellung einer zukunftsorientierten flexiblen und offenen Heeresstruktur, die für alle Aufgaben – auch solche, die sich in der Zukunft stellen werden – geeignet ist.
Sitzung Nr. 107
Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nie da!
Zum zweiten Schritt, meine Damen und Herren: Dieses Parlament beziehungsweise dieser Plenarsaal bieten häufig ein Bild des Jammers. (Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nie da!) Auch heute, würde ich sagen, ist es ein Bild des Jammers, Herr Kollege Niederwieser. Jeder hat etwas zu tun. Wer nichts zu tun hat, liest Zeitung, und andere Abgeordnete sind in der Cafeteria. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Herr Kollege Scheibner! Das hat nichts damit zu tun, daß ich oder Sie nicht da sind. Das ist kein persönlicher Angriff, ich stelle nur etwas fest: Dieser Plenarsaal bietet häufig ein Bild des Jammers, und wenn Sie es mir nicht glauben, lesen Sie es bitte in den Zeitungskommentaren nach. (Abg. Dr. Ofner: Sie sollten wissen, warum es so ist!) Herr Kollege Ofner! Ich mache es so wie Sie, Ihr Kollege Haider und viele andere: Wir teilen uns die Zeit ein. Das tun Sie und einige andere Ihrer Fraktion ja auch. (Abg. Dr. Ofner: Was soll dann der Wirbel? Dann lassen Sie es bleiben!)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zum zweiten Schritt, meine Damen und Herren: Dieses Parlament beziehungsweise dieser Plenarsaal bieten häufig ein Bild des Jammers. (Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nie da!) Auch heute, würde ich sagen, ist es ein Bild des Jammers, Herr Kollege Niederwieser. Jeder hat etwas zu tun. Wer nichts zu tun hat, liest Zeitung, und andere Abgeordnete sind in der Cafeteria. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Herr Kollege Scheibner! Das hat nichts damit zu tun, daß ich oder Sie nicht da sind. Das ist kein persönlicher Angriff, ich stelle nur etwas fest: Dieser Plenarsaal bietet häufig ein Bild des Jammers, und wenn Sie es mir nicht glauben, lesen Sie es bitte in den Zeitungskommentaren nach. (Abg. Dr. Ofner: Sie sollten wissen, warum es so ist!) Herr Kollege Ofner! Ich mache es so wie Sie, Ihr Kollege Haider und viele andere: Wir teilen uns die Zeit ein. Das tun Sie und einige andere Ihrer Fraktion ja auch. (Abg. Dr. Ofner: Was soll dann der Wirbel? Dann lassen Sie es bleiben!)
Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja!
Ich erteile Herrn Abgeordneten Scheibner als erstem Redner das Wort. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja!) Wie Sie wollen, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: Ist leider so kurz!) Gut.
Abg. Scheibner: Ist leider so kurz!
Ich erteile Herrn Abgeordneten Scheibner als erstem Redner das Wort. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. (Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja!) Wie Sie wollen, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: Ist leider so kurz!) Gut.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Die beiden Kritikpunkte, die Kollege Scheibner hier vorgebracht hat, sind interessant. Der eine ist meiner Meinung nach jedoch eine juristische Kleinigkeit. Ob der Ausschuß in seinem Bericht wirklich das Wort "verfassungsändernd" drinnen hat oder nicht – wichtig ist doch, was der Nationalrat beschließt, ob etwas verfassungsändernd ist oder nicht. Das ist doch das Entscheidende! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Alles andere ist eine juristische Streitfrage. Ich gebe zu, darüber kann man diskutieren, für uns als Parlamentarier muß allerdings klar sein, daß der Inhalt das Wesentliche ist. (Abg. Scheibner: Es gibt aber die Verfassung!)
Abg. Scheibner: Es gibt aber die Verfassung!
Meine Damen und Herren! Die beiden Kritikpunkte, die Kollege Scheibner hier vorgebracht hat, sind interessant. Der eine ist meiner Meinung nach jedoch eine juristische Kleinigkeit. Ob der Ausschuß in seinem Bericht wirklich das Wort "verfassungsändernd" drinnen hat oder nicht – wichtig ist doch, was der Nationalrat beschließt, ob etwas verfassungsändernd ist oder nicht. Das ist doch das Entscheidende! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Alles andere ist eine juristische Streitfrage. Ich gebe zu, darüber kann man diskutieren, für uns als Parlamentarier muß allerdings klar sein, daß der Inhalt das Wesentliche ist. (Abg. Scheibner: Es gibt aber die Verfassung!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Zur inhaltlichen Kritik, die Sie hier vorgebracht haben, möchte ich auch klar Stellung nehmen. Sie haben im Ausschuß und auch jetzt im Plenum ein wenig den Eindruck erweckt, als würde die Verwaltung eine Klausel in einen Vertrag aufgenommen haben, die es ihr ermöglicht, ein Abkommen leichtfertig ohne die Zustimmung des Nationalrates zu ändern. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) In Wahrheit geht es darum (Abg. Scheibner: Es geht um das Prinzip! Sie reden immer über den Verfassungsbogen!) , daß verwaltungstechnische, daß organisatorische Maßnahmen, die in diesem Übereinkommen in Fülle im Anhang enthalten sind, auch in einem sehr kurzfristigen Prozeß in der Staatengemeinschaft geändert werden können.
Abg. Scheibner: Es geht um das Prinzip! Sie reden immer über den Verfassungsbogen!
Zur inhaltlichen Kritik, die Sie hier vorgebracht haben, möchte ich auch klar Stellung nehmen. Sie haben im Ausschuß und auch jetzt im Plenum ein wenig den Eindruck erweckt, als würde die Verwaltung eine Klausel in einen Vertrag aufgenommen haben, die es ihr ermöglicht, ein Abkommen leichtfertig ohne die Zustimmung des Nationalrates zu ändern. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) In Wahrheit geht es darum (Abg. Scheibner: Es geht um das Prinzip! Sie reden immer über den Verfassungsbogen!) , daß verwaltungstechnische, daß organisatorische Maßnahmen, die in diesem Übereinkommen in Fülle im Anhang enthalten sind, auch in einem sehr kurzfristigen Prozeß in der Staatengemeinschaft geändert werden können.
Abg. Scheibner: Es geht um den Grundsatz!
Dazu darf ich festhalten: Uns ist es wichtiger, über Außenpolitik zu reden, als darüber, ob eine seismologische Überwachungsstation in Turkmenistan, in Madagaskar oder in Sri Lanka auf dem 36. oder auf dem 37. Breitengrad steht. (Abg. Scheibner: Es geht um den Grundsatz!) Für uns ist es nicht wichtig, darüber im Nationalrat zu sprechen, sondern für uns ist die Außenpolitik das Zentrum. Da unterscheiden wir uns von der FPÖ! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Verfassung hat immer zu gelten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Verfassung hat immer zu gelten!
Dazu darf ich festhalten: Uns ist es wichtiger, über Außenpolitik zu reden, als darüber, ob eine seismologische Überwachungsstation in Turkmenistan, in Madagaskar oder in Sri Lanka auf dem 36. oder auf dem 37. Breitengrad steht. (Abg. Scheibner: Es geht um den Grundsatz!) Für uns ist es nicht wichtig, darüber im Nationalrat zu sprechen, sondern für uns ist die Außenpolitik das Zentrum. Da unterscheiden wir uns von der FPÖ! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die Verfassung hat immer zu gelten!)
Abg. Scheibner: Sie waren gar nicht im Ausschuß!
Was ist denn der reale Hintergrund dieser Ihrer Vorgangsweise? Sie argumentieren hier am Rednerpult formal. Wenn man aber in die Debatte im Ausschuß hineinhorcht oder hineinhorchen läßt, dann erkennt man die realen Hintergründe (Abg. Scheibner: Sie waren gar nicht im Ausschuß!) , und die bestehen darin – bitte, lassen Sie sich das sagen! –, daß Sie oft gegen Abrüstungsschritte agieren (Abg. Scheibner: Wo? – Abg. Dr. Karlsson: Genau das ist es ja!), daß Ihre Politik eine Rüstungspolitik umfaßt, daß Ihre Politik der Abrüstung entgegenwirkt. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Wo? – Abg. Dr. Karlsson: Genau das ist es ja!
Was ist denn der reale Hintergrund dieser Ihrer Vorgangsweise? Sie argumentieren hier am Rednerpult formal. Wenn man aber in die Debatte im Ausschuß hineinhorcht oder hineinhorchen läßt, dann erkennt man die realen Hintergründe (Abg. Scheibner: Sie waren gar nicht im Ausschuß!) , und die bestehen darin – bitte, lassen Sie sich das sagen! –, daß Sie oft gegen Abrüstungsschritte agieren (Abg. Scheibner: Wo? – Abg. Dr. Karlsson: Genau das ist es ja!), daß Ihre Politik eine Rüstungspolitik umfaßt, daß Ihre Politik der Abrüstung entgegenwirkt. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn, was Sie da sagen!
Was ist denn der reale Hintergrund dieser Ihrer Vorgangsweise? Sie argumentieren hier am Rednerpult formal. Wenn man aber in die Debatte im Ausschuß hineinhorcht oder hineinhorchen läßt, dann erkennt man die realen Hintergründe (Abg. Scheibner: Sie waren gar nicht im Ausschuß!) , und die bestehen darin – bitte, lassen Sie sich das sagen! –, daß Sie oft gegen Abrüstungsschritte agieren (Abg. Scheibner: Wo? – Abg. Dr. Karlsson: Genau das ist es ja!), daß Ihre Politik eine Rüstungspolitik umfaßt, daß Ihre Politik der Abrüstung entgegenwirkt. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Wo?
Darf ich Sie an Ihr Verhalten beim Chemiewaffenverbot erinnern? – Sie waren dagegen. Oder wie war Ihr Verhalten beim Anti-Personen-Minen-Verbotsgesetz? – Sie waren dagegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Ihre jetzige Gegnerschaft gegenüber diesem Verbot von Nukleartests reiht sich in die Kette von Verhaltensweisen (Abg. Scheibner: Es ist ein völliger Unsinn, was Sie da sagen!) , die dokumentiert, daß Sie an und für sich eine rüstungsfreundliche Politik, eine abrüstungsfeindliche Politik betreiben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wenn Sie es nicht verstehen, dann sprechen Sie besser nicht dazu!)
Abg. Scheibner: Es ist ein völliger Unsinn, was Sie da sagen!
Darf ich Sie an Ihr Verhalten beim Chemiewaffenverbot erinnern? – Sie waren dagegen. Oder wie war Ihr Verhalten beim Anti-Personen-Minen-Verbotsgesetz? – Sie waren dagegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Ihre jetzige Gegnerschaft gegenüber diesem Verbot von Nukleartests reiht sich in die Kette von Verhaltensweisen (Abg. Scheibner: Es ist ein völliger Unsinn, was Sie da sagen!) , die dokumentiert, daß Sie an und für sich eine rüstungsfreundliche Politik, eine abrüstungsfeindliche Politik betreiben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wenn Sie es nicht verstehen, dann sprechen Sie besser nicht dazu!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wenn Sie es nicht verstehen, dann sprechen Sie besser nicht dazu!
Darf ich Sie an Ihr Verhalten beim Chemiewaffenverbot erinnern? – Sie waren dagegen. Oder wie war Ihr Verhalten beim Anti-Personen-Minen-Verbotsgesetz? – Sie waren dagegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Ihre jetzige Gegnerschaft gegenüber diesem Verbot von Nukleartests reiht sich in die Kette von Verhaltensweisen (Abg. Scheibner: Es ist ein völliger Unsinn, was Sie da sagen!) , die dokumentiert, daß Sie an und für sich eine rüstungsfreundliche Politik, eine abrüstungsfeindliche Politik betreiben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wenn Sie es nicht verstehen, dann sprechen Sie besser nicht dazu!)
Abg. Scheibner: Denken Sie weiter, vielleicht kapieren Sie es dann!
Ich glaube, das ist ein deutliches Zeichen dafür, daß Sie sich nicht nur teilweise außerhalb des Verfassungsbogens stellen, sondern daß Sie jetzt auch einen neuen Bogen eröffnen, bei dem Sie ebenfalls außerhalb stehen, nämlich außerhalb des Antiatombogens, hinsichtlich dessen ansonsten zwischen den österreichischen Parteien im Nationalrat Konsens herrscht. Das gibt mir sehr zu denken. (Abg. Scheibner: Denken Sie weiter, vielleicht kapieren Sie es dann!)
Abg. Scheibner: Wir wollen ihn ja sanieren!
Ich hätte mir eine Ausschußfeststellung darüber gewünscht, daß der Minister zu informieren hat, also sozusagen einen Sprung zu qualitativer Verbesserung. Aber deswegen grundsätzlich einen Vertrag abzulehnen, der ein Verbot von Nuklearversuchen zum Inhalt hat, halte ich für eine schlechte Vorgangsweise. (Abg. Scheibner: Wir wollen ihn ja sanieren!) Wir sind nicht der Ansicht, daß er nicht verfassungskonform zustande gekommen ist, aber darüber haben wir eine andere Sicht der Dinge.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Natürlich vergleichen wir auch, wie es in den anderen Ländern ausschaut, aber das tun Vertreter Ihrer Partei auch. Denn gerade der Herr Weinmeister hat gemeint, man möge doch einmal einen Blick nach New York werfen, wie radikal man dort die Sicherheitspolitik in den letzten Jahren gestaltet hat. Das wäre auch das Modell für die österreichische Sicherheitspolitik. – Das kann wohl nur ein freiheitliches Modell sein, aber doch kein Modell, wie wir es in einem demokratischen Staat haben wollen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Schlagstöcke, Steinschleudern, Molotow-Cocktails, Herr Kollege!
Nun weiß ich genauso wie Sie, Herr Abgeordneter Platter: Auch wenn wir ein strenges Waffengesetz machen, werden wir Mord und Totschlag in diesem Land nicht verhindern können, wir werden sie nicht abschaffen können, wir schaffen nicht den guten Menschen dadurch, auch nicht dadurch, daß wir mehr Exekutive zur Kontrolle einsetzen. Selbstverständlich wird es auch in Zukunft Menschen geben, die zu anderen Mitteln, zu anderen Waffen greifen werden, aber Sie sollten die beispielgebende Wirkung nicht unterschätzen. Selbstverständlich macht es etwas aus, wenn der Gesetzgeber klar und deutlich erklärt: Wir wollen diese Art des Umgangs mit Waffen nicht mehr länger tolerieren. Ihr könnt euch in diesem Land auch sicher fühlen, wenn ihr nicht die Pistole, den Revolver, die Schrotflinte, das Maschinengewehr, die Maschinenpistole und ich weiß nicht, was noch alles zu Hause habt. (Abg. Scheibner: Schlagstöcke, Steinschleudern, Molotow-Cocktails, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Gerade die Grünen sagen das!
Ich verweise in diesem Zusammenhang darauf, daß sich meiner Ansicht nach Abgeordneter Haider in diesem Fall auch der Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze schuldig gemacht hat. Es ist nicht ohne Belang, wenn eine öffentliche Person, ein Politiker, den Amtsmißbrauch, der da offensichtlich stattgefunden hat, nicht nur billigt, sondern sogar gutheißt, lobt und gleichzeitig auch alle anderen Polizisten auffordert, im gegebenen Fall diesen Amtsmißbrauch zu wiederholen. (Abg. Scheibner: Gerade die Grünen sagen das!) Nichts anderes hat Herr Abgeordneter Haider bei diesem Parteitag der FPÖ gemacht!
Abg. Scheibner: Ihr seid ja schon verurteilt worden! – Abg. Wabl, zu Abg. Scheibner: Das ist falsch! Nicht verurteilt worden!
Laut § 281 StGB ist jemand zu bestrafen, der Personen zur Mißachtung von Gesetzen auffordert oder dies gutheißt. (Abg. Scheibner: Ihr seid ja schon verurteilt worden! – Abg. Wabl, zu Abg. Scheibner: Das ist falsch! Nicht verurteilt worden!) Herr Jörg Haider hat diesen Datenklau ausdrücklich gebilligt beziehungsweise als richtig, rühmlich und nachahmenswert hingestellt. Daher frage ich Sie, Herr Justizminister: Sind im Zusammenhang mit diesen Äußerungen des Herrn Jörg Haider auch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft – es handelt sich ja um ein Offizialdelikt – eingeleitet worden, die Herrn Jörg Haider betreffen? Ist die Staatsanwaltschaft, sind die Justizbehörden da tätig geworden? Nimmt man zumindest das Bedürfnis der Bevölkerung nach Datensicherheit in diesem Zusammenhang ernst? Es ist keine Kleinigkeit, wenn ein Parteichef mit Unterlagen über Bürger in diesem Land fuchteln und sagen kann: Ich kann mir alle geheimen Unterlagen des Innenministeriums besorgen!
Abg. Wabl: Freispruch! Für Scheibner!
Wir nehmen das nicht ernst, ebenso wie auch den Vorwurf des Aufrufes zum Gesetzesbruch. Ihre Klubobfrau Petrovic hat das doch vom Rednerpult hier gemacht: Aufruf zur Befehlsverweigerung im Bundesheer. (Abg. Wabl: Freispruch! Für Scheibner!) Kollege Öllinger! All das sind Dinge, bei denen Sie quasi Ihre Anliegen, Ihr Denken auf eine andere Fraktion projiziert haben, das lassen wir schon bei Ihnen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Gegenüber vorherigen Ankündigungen!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (Liberales Forum): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Kollege Pumberger, die ÖVP ist Ihrer Definition nach bei der Abstimmung über die 0,5-Promille-Regelung umgefallen. Habe ich das richtig verstanden? Zitiere ich Sie richtig, Herr Kollege Pumberger? – Sie haben gesagt, die ÖVP ist bei der 0,5-Promille-Regelung umgefallen. (Abg. Scheibner: Gegenüber vorherigen Ankündigungen!) Gut, ja, ich habe schon verstanden.
Sitzung Nr. 109
Abg. Scheibner: Ihnen bleiben wir gar nichts schuldig, Herr Kollege!
Das Aufmerksammachen darauf, meine Damen und Herren, ist das eine, das andere ist der Inhalt dazu, denn nur darauf hinzuweisen, daß es eigentlich notwendig ist, die Tarife zu senken, ist nur ein kleiner Punkt. Der viel wesentlichere geht ja dahin, was tatsächlich in Richtung einer Steuerreform inhaltlich umgesetzt werden soll. Und dazu sind uns die Freiheitlichen – wenn ich Ihren Antrag 47/A lese, muß ich das feststellen – bisher alles schuldig geblieben. Aber vielleicht kommt das noch in einem diesbezüglichen Nachsatz. (Abg. Scheibner: Ihnen bleiben wir gar nichts schuldig, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Sie haben genau das Gegenteil getan!
Der dritte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Eigenvorsorge. Auch diese gehört unserer Meinung nach steuerlich begünstigt. (Abg. Scheibner: Sie haben genau das Gegenteil getan!) Im letzten Jahr wurde die Pensionsreform beschlossen, meine Damen und Herren, und wir wollen die Eigenvorsorge für die Pension bei der nächsten Steuerreform steuerlich entlasten. (Abg. Scheibner: Sie sitzen doch in der Regierung und haben genau das Gegenteil gemacht!) Ich freue mich über Ihre besondere Aufmerksamkeit. Ich will Ihnen nur sagen, was wir bei der nächsten Steuerreform alles vorhaben. Sie sind uns das bisher alles schuldig geblieben, und das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben vor einem Jahr genau das Gegenteil gemacht!)
Abg. Scheibner: Sie sitzen doch in der Regierung und haben genau das Gegenteil gemacht!
Der dritte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Eigenvorsorge. Auch diese gehört unserer Meinung nach steuerlich begünstigt. (Abg. Scheibner: Sie haben genau das Gegenteil getan!) Im letzten Jahr wurde die Pensionsreform beschlossen, meine Damen und Herren, und wir wollen die Eigenvorsorge für die Pension bei der nächsten Steuerreform steuerlich entlasten. (Abg. Scheibner: Sie sitzen doch in der Regierung und haben genau das Gegenteil gemacht!) Ich freue mich über Ihre besondere Aufmerksamkeit. Ich will Ihnen nur sagen, was wir bei der nächsten Steuerreform alles vorhaben. Sie sind uns das bisher alles schuldig geblieben, und das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben vor einem Jahr genau das Gegenteil gemacht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben vor einem Jahr genau das Gegenteil gemacht!
Der dritte Punkt, den ich ansprechen möchte, ist die Eigenvorsorge. Auch diese gehört unserer Meinung nach steuerlich begünstigt. (Abg. Scheibner: Sie haben genau das Gegenteil getan!) Im letzten Jahr wurde die Pensionsreform beschlossen, meine Damen und Herren, und wir wollen die Eigenvorsorge für die Pension bei der nächsten Steuerreform steuerlich entlasten. (Abg. Scheibner: Sie sitzen doch in der Regierung und haben genau das Gegenteil gemacht!) Ich freue mich über Ihre besondere Aufmerksamkeit. Ich will Ihnen nur sagen, was wir bei der nächsten Steuerreform alles vorhaben. Sie sind uns das bisher alles schuldig geblieben, und das ist der Unterschied, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben vor einem Jahr genau das Gegenteil gemacht!)
Sitzung Nr. 110
Abg. Scheibner: Sogar Disziplinarfolgen ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Lassen Sie mich abschließend an einem einzigen Beispiel illustrieren, wie beschränkt die Möglichkeiten der Volksanwaltschaft sind, und zwar an einen Beispiel, das sogar im Bericht steht, nämlich ganz hinten auf Seite 208 unter Punkt "Einzelfall". "Unkooperatives Verhalten des Bundesministers für Landesverteidigung". Da steht unter anderem auch der Satz: "Der Bundesminister für Landesverteidigung verharrt im Unrecht." (Abg. Scheibner: Sogar Disziplinarfolgen ...!)
Abg. Scheibner: Lassen Sie einmal die Parteipolitik weg bei der Volksanwaltschaft!
Abgeordnete Dr. Irmtraut Karlsson (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Volksanwälte! Hohes Haus! Ich bin als ehemalige Bundesrätin sehr dankbar dafür, daß Herr Volksanwalt Schender, der aus der FPÖ kommt, in seinen Ausführungen den Bundesrat als wichtig bezeichnet und gelobt hat, denn vor etwas mehr als einer Stunde hat ein Fraktionskollege von Ihnen gesagt, das sei ein unnötiges politisches Austragstüberl, das man eigentlich abschaffen sollte. (Abg. Scheibner: Lassen Sie einmal die Parteipolitik weg bei der Volksanwaltschaft!) Daher bin ich wirklich dankbar, daß Sie aus Sicht der Volksanwaltschaft den Bundesrat hier so lobend erwähnt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schlecht verhandelt!
Ich bin für dieses Europa und für die Europäische Union. (Abg. Scheibner: Schlecht verhandelt!) Ich glaube aber, daß man sich um das Europa der Bürger noch viel mehr kümmern muß (Beifall bei der SPÖ) und daß einiges in dieser Richtung zu tun ist. Diese Fälle sind derzeit zwar noch Einzelfälle, aber es werden mehr werden. Das ist reparierbar. (Abg. Dr. Ofner: Erkennen Sie Ihren Irrtum wenigstens schon?) – Das ist kein Irrtum, sondern es geht darum, sich intensiver damit zu beschäftigen. (Abg. Dr. Ofner: Verhandeln heißt das!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Wenn ich mir nur vor Augen halte, daß illegale Nationalsozialisten, wie zum Beispiel Dr. Groß, wie zum Beispiel Herr Haider, Ehrenorden dieser Republik erhalten und keine sonstigen Benachteiligungen durch diese Republik dafür erhalten haben, daß sie als illegale Nationalsozialisten für ein anderes Regime und nicht für die Republik gearbeitet haben und selbstverständlich alle sozialversicherungsrechtlichen Ansprüche geltend machen können (Zwischenruf des Abg. Scheibner ), während wir auf der anderen Seite für die Verfolgten im eigenen Land, die sich teilweise in Kellern verstecken mußten, diese Gleichstellung nicht schaffen, wenn ich mir das vor Augen halte, dann muß ich schon sagen: Alleine diese kurze Anregung auf den Seiten 64 und 65, meine Damen und Herren, sollte Sie als Gesetzgeber und sollte uns als Gesetzgeber eigentlich sehr schnell in die Lage versetzen, das zugunsten dieser Verfolgten zu ändern. (Beifall des Abg. Wabl. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich möchte dem Rechnungshof herzlich für die Arbeit, die da dahintersteckt, danken. Es ist sehr viel Mühe und sehr hohe Präzision erforderlich, um dem Hohen Hause stichhaltige Berichte vorzulegen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Herr Kollege! Wieso?
Ich glaube jedenfalls, daß Österreich damit in die High-tech-Phase der Verteidigung eingestiegen ist. Wir haben ausschließlich Defensivwaffen angekauft. Es wurde kein Geld verschleudert, sondern sinnvoll in unsere Sicherheit investiert. Es ist nunmehr die Lücke zwischen dem Großraumradar und dem Feldradar geschlossen, und das System "Goldhaube" in Österreich ist dadurch voll wirksam geworden. (Abg. Scheibner: Herr Kollege! Wieso?)
Abg. Scheibner: Das ist falsch! Der Landesverteidigungsrat entscheidet gar nichts!
Der Vergabeauftrag wurde zweimal dem Landesverteidigungsrat vorgelegt, Herr Kollege Moser; das ist jenes Gremium, das über diese Dinge zu entscheiden hat. Zwei Beratungen über die Vergabe von Radaranlagen hat es im Landesverteidigungsrat gegeben. (Abg. Scheibner: Das ist falsch! Der Landesverteidigungsrat entscheidet gar nichts!) Er hat empfohlen. Er hat beraten und hat eine Entscheidung über die Empfehlung getroffen. Herr Kollege Scheibner, da du da Mitglied bist, wirst du das wohl wissen.
Abg. Scheibner: Daß es politische Einflußnahme gibt!
Faktum Nummer vier ist, daß es eine parteipolitische Einflußnahme auf die Beschaffungsvorgänge nicht gegeben hat. Diese Feststellung hat Herr Brigadier Egger am 3. Oktober 1996 wörtlich im Ausschuß getroffen, und auch Herr General Corrieri hat im Unterausschuß des Rechnungshofausschusses diese Feststellung gemacht. (Abg. Scheibner: Daß es politische Einflußnahme gibt!) Nein, im Gegenteil! (Abg. Scheibner: Lesen Sie im Protokoll nach, bevor Sie die Unwahrheit sagen! – Abg. Wabl: Das steht im Protokoll! – Rufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der ÖVP.) Wenn es Kompensationsgeschäfte gegeben hat, dann waren diese absolut im Sinne der Arbeitsplatzsicherung in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wabl: Bleiben Sie bei der Wahrheit, Herr Wurmitzer!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie im Protokoll nach, bevor Sie die Unwahrheit sagen! – Abg. Wabl: Das steht im Protokoll! – Rufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der ÖVP.
Faktum Nummer vier ist, daß es eine parteipolitische Einflußnahme auf die Beschaffungsvorgänge nicht gegeben hat. Diese Feststellung hat Herr Brigadier Egger am 3. Oktober 1996 wörtlich im Ausschuß getroffen, und auch Herr General Corrieri hat im Unterausschuß des Rechnungshofausschusses diese Feststellung gemacht. (Abg. Scheibner: Daß es politische Einflußnahme gibt!) Nein, im Gegenteil! (Abg. Scheibner: Lesen Sie im Protokoll nach, bevor Sie die Unwahrheit sagen! – Abg. Wabl: Das steht im Protokoll! – Rufe bei den Freiheitlichen und Gegenrufe bei der ÖVP.) Wenn es Kompensationsgeschäfte gegeben hat, dann waren diese absolut im Sinne der Arbeitsplatzsicherung in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wabl: Bleiben Sie bei der Wahrheit, Herr Wurmitzer!)
Abg. Scheibner: Wie viele werden angeschafft?
Noch etwas darf ich sagen: Wenn österreichische Geräte zur Verfügung standen, wurden vorrangig österreichische Geräte angekauft. Das trifft auf den Radpanzer zu, das trifft auch auf die Handfeuerwaffen zu. Voraussetzung ist allerdings, daß die Qualitätsnormen von den österreichischen Firmen eingehalten werden. Die Volkspartei bekennt sich auch heute noch zu einer eigenen wehrtechnischen Produktion in jenen Bereichen, in denen wir dies schaffen. Es muß unser Anliegen sein, daß der größtmögliche Teil der Wertschöpfung in Österreich bleibt. Sie ist im Falle des PANDUR mit 75 Prozent sehr, sehr hoch. (Abg. Scheibner: Wie viele werden angeschafft?)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem PANDUR? Wie viele kommen jetzt?
All diese Vorgänge werden zwischenzeitlich von einem Kontrollbüro geprüft. Sie werden von den zuständigen Vorgesetzten geprüft. Sie werden, wenn es größere oder schwierigere Beschaffungsfälle sind, von einer Kommission geprüft. Das nimmt ja Monate in Anspruch. Und wenn das fertig ist, wird es noch einmal einer abschließenden Planung unerzogen. Es kommt dann in das Finanzministerium und wird dort noch einmal überprüft, bevor der Zuschlag erteilt wird. – Das sind die realen Vorgänge. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem PANDUR? Wie viele kommen jetzt?)
Abg. Scheibner: Auf das warten wir schon seit Jahren!
Ich möchte eines noch dazusagen. Herr Abgeordneter Moser: Sie haben die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll wäre, die Beschaffungsvorgänge zusätzlich auch noch in das Hohe Haus zu bringen. Ich glaube, gerade das, was ich vorhin ausgeführt habe, nämlich wie komplex die Beschaffungsvorgänge sind, aber auch die Tatsache, daß ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, daß da oder dort, bei dem einen oder anderen Fall, der eine oder andere Politiker, auch Abgeordnete, sich möglicherweise auch als Lobbyist einer Firma verstanden hat, veranlassen mich dazu, dafür zu plädieren, daß es auch in Zukunft eine strikte Trennung zwischen Politik und militärischem Beschaffungswesen geben soll. Die Politik hat bei der Beschaffung von militärischen Gütern nichts verloren! (Abg. Scheibner: Auf das warten wir schon seit Jahren!) Ich trete dafür ein, daß man das den Experten überläßt. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Parallel dazu waren im Rechnungshofausschuß auch die Kompensationsgeschäfte bei den Beschaffungsvorgängen ein sehr umfangreiches Thema. Auch hier ist es der Opposition nicht gelungen, in irgendeinem Fall nachzuweisen oder eventuell Verdachtsmomente zu erhärten, daß es illegale Geldflüsse gegeben hätte. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ja wirklich nicht wahr sein! Ausstellen dürft ihr es und fördern dürft ihr es auch!
Ich bitte Sie, zu prüfen, ob eine solche Anfrage überhaupt zulässig ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ja wirklich nicht wahr sein! Ausstellen dürft ihr es und fördern dürft ihr es auch!)
Abg. Dr. Khol: Ihr verbreitet diese Dinge! – Abg. Mag. Stadler: Und in den Bundesmuseen wird es ausgestellt! – Abg. Scheibner: Das ist Scheinheiligkeit! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Damit ist diese Frage meines Erachtens nicht anders zu entscheiden, als in die Diskussion zum Gegenstand dieser Dringlichen Anfrage einzugehen und Herrn Abgeordnetem Dr. Krüger das Wort zu erteilen. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Dr. Khol: Ihr verbreitet diese Dinge! – Abg. Mag. Stadler: Und in den Bundesmuseen wird es ausgestellt! – Abg. Scheibner: Das ist Scheinheiligkeit! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Bilder in der Galerie Klocker sind selbst für Otto Mühl unfertig. Hier soll möglicherweise Schund mit den Mitteln des Skandals verkauft werden – das ist die Wahrheit –, natürlich zu überhöhten Preisen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) – Mit Ihrer Anfrage helfen Sie der Galerie Charim/Klocker, das ist evident. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP, den Grünen und dem Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Lesen Sie es wenigstens einmal! Lesen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich sage Ihnen, Herr Dr. Krüger, ich habe mir Ihre Anfrage ganz genau angeschaut. (Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. ) Ich finde in Ihren 18 Punkten keinen einzigen Punkt, der auf Hilfe für die Opfer abstellt. (Beifall bei der ÖVP, den Grünen und dem Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Lesen Sie es wenigstens einmal! Lesen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie haben von härteren Strafen gesprochen, das ist okay. Aber wo bleibt die Betreuung? Wo bleibt die Beratung? Wo bleibt die Therapie? – Das haben wir nur von der Regierungsbank gehört. Das muß man auch sagen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Stadler: Das war gar nicht möglich! So ein Topfen! – Abg. Scheibner: Da hat es ihn noch gar nicht gegeben!
Lassen Sie mich aber ganz kurz auch auf die Doppelzüngigkeit bei den Freiheitlichen eingehen. Herr Abgeordneter Schweitzer hat darauf hingewiesen, daß die ÖVP der Wohnbauförderung für den Friedrichshof zugestimmt hätte. Ich darf ihn daran erinnern, daß auch der freiheitliche Landesrat Wagner dafür gestimmt hat, daß man ihm aber genauso wie allen anderen (Abg. Mag. Stadler: Das war gar nicht möglich! So ein Topfen! – Abg. Scheibner: Da hat es ihn noch gar nicht gegeben!) zugute halten muß, daß Wohnbauförderungen nach bestimmten Kriterien vergeben werden (weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen) – das tut Ihnen offensichtlich weh – (Abg. Haigermoser: Nein, das tut uns nicht weh!) – und daß zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar war, was auf dem Friedrichshof später passieren wird. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Haigermoser. )
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist gescheit!
Sehr geehrte Damen und Herren! Für den Fall, daß die Pläne der Regierung am 1. Juli 1998 Gesetzeskraft erlangen, fordert die Österreichische Ärztekammer die Abschaffung der Krankenversicherung der Bauern. Sie sei ja durch die Eingliederung in die Gebietskrankenkasse überflüssig geworden. Ein aufwendiger und kostspieliger Verwaltungsapparat verliere mit dem Wegfall seines Aufgabenbereiches jegliche Existenzberechtigung. (Beifall bei den Freiheitlichen.) In diesem Falle hätte sich Donabauer selbst wegrationalisiert. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist gescheit!) Bauernschläue in allen Ehren, aber, Kollege Donabauer, das ist keine Bauernschläue. Die Versicherung darf sich nicht auf den Rücken der Patienten sanieren, denn eine Versicherung – in diesem Fall die der Bauern –, die verunsichert, ist zwecklos.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es!
Ich fordere Herrn Obmann Donabauer zum Handeln auf. Die Bauern wollen Klarheit haben! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es!)
Sitzung Nr. 111
Abg. Scheibner: Das ist ein Blödsinn!
Herr Bundeskanzler! Sie selbst diskutieren seit einigen Monaten die Frage einer neuen Sicherheitsstruktur in Europa. In der Debatte wird immer versucht, eines zu verschleiern: Die Mitgliedschaft in einem Militärbündnis, egal ob NATO oder WEU, bedeutet gleichzeitig auch die Mitgliedschaft in einem nuklearbewaffneten Bündnis, das bedeutet selbstverständlich die Zurverfügungstellung von Infrastruktur für Atomwaffen, das bedeutet auch die Durchfuhr, den Transport und möglicherweise auch die Aufstellung von Atomwaffen. (Abg. Scheibner: Das ist ein Blödsinn!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bisher war das eine sehr interessante Debatte, nur was ich nicht feststellen konnte (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) – lieber Herbert Scheibner, paß ein bißchen auf! –, ist die Dringlichkeit für diese heutige Sondersitzung. Die Atompolitik ist zwar ein sehr aktuelles Thema, und ich meine, daß es notwendig ist, über die Versäumnisse der Bundesregierung eine permanente Diskussion zu führen, weil eines evident ist, nämlich das Nichthandeln beziehungsweise das nicht effiziente Handeln der Bundesregierung in Fragen der Atompolitik, und das ist ein Dauerzustand. Es bedarf daher der ständigen Diskussion im Hohen Hause, um hier etwas Bewegung in die Diskussion und auch in die österreichische Politik zu bringen.
Sitzung Nr. 115
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese Sondierungen sollen aber die endgültige österreichische Entscheidung nicht vorwegnehmen. Wir wollen mit diesen beiden Anträgen lediglich sicherstellen, daß die Frage der Sicherheitspolitik, die zwischen den beiden Regierungsparteien bisher noch nicht endgültig gelöst werden konnte, vom Parlament beraten wird, weil auch wir Verantwortung für die österreichische Sicherheit haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie lange brauchen Sie denn noch?! Das ist ja lächerlich!
Meine Damen und Herren! Die Freiheitliche Partei hat angekündigt, daß sie Anträge einbringen wird, die wortgleich mit den unsrigen sind, und darüber eine Abstimmung erzwingen wird. – Meine Damen und Herren! Damit wäre nichts gewonnen. Wir wollen unseren Regierungspartner überzeugen und nicht überstimmen. Und für parteipolitische Mätzchen sind wir nicht zu haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie lange brauchen Sie denn noch?! Das ist ja lächerlich!)
Abg. Scheibner: Über den man nicht abstimmen darf! Das ist das lächerlichste! Mißbrauch des Parlaments ist das!
Abgeordneter Dr. Michael Spindelegger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Wir werden in diesem Haus noch Gelegenheit genug haben, über die Sicherheitspolitik zu diskutieren, denn meine Fraktion hat ja diesen Optionenbericht auch hier eingebracht. (Abg. Scheibner: Über den man nicht abstimmen darf! Das ist das lächerlichste! Mißbrauch des Parlaments ist das!) Wir werden noch genügend Gelegenheit haben, uns auch mit dem Herrn Bundeskanzler darüber zu unterhalten.
Abg. Scheibner: Das ist doch lächerlich!
Zuerst zu Klubobmann Kostelka. Ich möchte ganz klar sagen: Ich wäre jederzeit bereit gewesen, den intensivierten Dialog aufzunehmen, allerdings natürlich nur im Rahmen dieser zwei Möglichkeiten, die die NATO anbietet. Es gibt einerseits die Möglichkeit, sich als Mitglied zu deklarieren. Das haben etwa die Ungarn, die Tschechen und die Polen gemacht. Das ist der endgültige, definitive Weg. Oder aber es gibt den zweiten Weg, über Mitgliedschaftsfragen zu diskutieren, ohne sich dabei schon zu präjudizieren. (Abg. Scheibner: Das ist doch lächerlich!) Ich habe angeboten, daß wir diesen Weg gehen können, ohne uns zu präjudizieren. Ich habe es aber abgelehnt, den vom Koalitionspartner verlangten Satz einzufügen: ohne die Absicht zu haben, Mitglied zu werden. Das, bitte sehr, geht nicht. Damit würden wir uns tatsächlich international blamieren. Daher ist diese Formel, die angeboten wurde, keine tragfähige gewesen.
Abg. Scheibner: Was denn?
Die Frage des Herrn Außenministers: Wer jagt denn eigentlich Karadýi%?, also die Frage nach der Tätigkeit der NATO, ist nicht die Frage nach dem NATO-Beitritt. Auch die Behauptung des Abgeordneten Haider: Da übt ja Österreich schon mit der NATO, da fliegen manchmal auch NATO-Flugzeuge über unser Land! ist nicht automatisch die Frage nach der Neutralität. (Abg. Scheibner: Was denn?) Denn es kommt darauf an, wer den jeweiligen Einsatz angeordnet hat. Es kommt darauf an, ob es im Auftrag der UNO oder der OSZE stattfindet oder von der NATO selbst entschieden wird. (Abg. Scheibner: Wo steht das im Völkerrecht?)
Abg. Scheibner: Wo steht das im Völkerrecht?
Die Frage des Herrn Außenministers: Wer jagt denn eigentlich Karadýi%?, also die Frage nach der Tätigkeit der NATO, ist nicht die Frage nach dem NATO-Beitritt. Auch die Behauptung des Abgeordneten Haider: Da übt ja Österreich schon mit der NATO, da fliegen manchmal auch NATO-Flugzeuge über unser Land! ist nicht automatisch die Frage nach der Neutralität. (Abg. Scheibner: Was denn?) Denn es kommt darauf an, wer den jeweiligen Einsatz angeordnet hat. Es kommt darauf an, ob es im Auftrag der UNO oder der OSZE stattfindet oder von der NATO selbst entschieden wird. (Abg. Scheibner: Wo steht das im Völkerrecht?)
Abg. Scheibner: Dann wäre es das!
Ein Europa, das eine gemeinsame Währung, einen gemeinsamen Paß, eine gemeinsame Grenzpolizei hat und in vielen Dingen zu einem Staat wird, soll die Verteidigungspolitik den einzelnen Mitgliedern oder der NATO überlassen? – Das kann doch nicht die Zukunft, das kann doch nicht die Vision von Europa sein. Unsere Vision von Europa ist, daß auch die Sicherheitspolitik eine europäische Angelegenheit, eine Angelegenheit der EU, des Völkerrechtes wird! (Abg. Scheibner: Dann wäre es das!) Dafür treten wir Sozialdemokraten ein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nicht mehr, als die anderen Institutionen verschlingen!
Und weil das Geld kosten wird, weil ich glaube, daß das Geld bei der Erhaltung einer ökologischen bäuerlichen Landwirtschaft besser aufgehoben ist und weil, wie wir wissen, das Geld in Zeiten von Sparpaketen nicht beliebig vermehrbar ist, bringe ich einen Entschließungsantrag ein, der im Zusammenhang mit der jetzigen Debatte steht. Wir wollen nicht, daß das Geld für Panzer oder für Abfangjäger ausgegeben wird, sondern eben für die bäuerliche Landwirtschaft, und daher muß zuerst auch über die sicherheitspolitischen Optionen abgestimmt werden, denn der NATO-Beitritt kostet sehr viel Geld. (Abg. Scheibner: Nicht mehr, als die anderen Institutionen verschlingen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Sagen Sie den Leuten die Wahrheit!
Ich möchte diese berechtigten Sorgen und Ängste, denen wir mit Information entgegenwirken müssen, aber von den Aussagen jener Krankmacher und Schwarzmaler unterscheiden, wie es der letzte Redner vor der Sitzungsunterbrechung, Kollege Scheibner, war. Da wurde ähnlich wie vor dem EU-Beitritt – damals waren es die Reblaus und die Blutschokolade – alles Unheil dieser Welt an die Wand gemalt, Herr Kollege Scheibner. Das ist unseriös und unverantwortlich! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Sagen Sie den Leuten die Wahrheit!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ! Wenn die Priorität die Sicherheits-Osterweiterung ist, dann müssen Sie auch dazusagen, daß die amerikanische Rüstungsindustrie in den letzten Jahren eben aufgrund der Osterweiterung bereits 50 Prozent des Welthandels mit Rüstungsgütern hat – eine Verdoppelung der Rüstungsproduktion! –, dann müssen Sie auch erkennen und dazusagen, daß jene Reformländer, in denen das Lohnniveau, von dem Sie zu Recht sagen, daß es niedrig ist und daß dadurch die sozialen Konvergenzkriterien nicht erfüllt sind (Abg. Mag. Stadler: Herr Präsident! Ist das jetzt zulässig oder nicht?), enorme Budgetmittel für die NATO-Osterweiterung vorsehen müssen, was eben auch ein Grund für die niedrigen Löhne ist. Dieses Geld geht den Ländern im Bereich der Infrastruktur, beim Aufbau der Wirtschaft, beim Aufbau der Landwirtschaft ab. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Warum wollen diese Staaten alle in die NATO? Warum wollen die alle in die NATO, wenn das so furchtbar ist?
Sie wissen ganz genau, was es für ein Land wie Polen, in dem zirka 25 Prozent der Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt sind, heißt, wenn dieser Prozentsatz auf ein bestimmtes niedrigeres Niveau gebracht werden soll und nur noch 5 Prozent in der Landwirtschaft tätig sein sollen. (Abg. Scheibner: Warum wollen diese Staaten alle in die NATO? Warum wollen die alle in die NATO, wenn das so furchtbar ist?) Wohin sollen diese 20 Prozent gehen? – Herr Abge
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Richtig!
Sie sagen: Österreich zuerst! Auch ich sage: Österreich zuerst – aber die österreichische Sicherheit hängt unmittelbar damit zusammen, inwieweit der soziale Frieden in den Reformstaaten gesichert ist, ausgebaut und verbessert wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Richtig!) Und in diesem Zusammenhang sind auch wir verpflichtet ... (Abg. Scheibner: Aber ohne Sicherheit gibt es keinen sozialen Frieden!) – Herr Abgeordneter Scheibner! Sie wissen ganz genau, daß durch eine Osterweiterung allein im Sicherheitsbereich das Sicherheitsbedürfnis Rußlands stark beeinträchtigt wird. Das ist ja selbstverständlich! (Abg. Scheibner: Ja wenn Sie die Interessen Rußlands vertreten, ist das Ihr Problem!)
Abg. Scheibner: Aber ohne Sicherheit gibt es keinen sozialen Frieden!
Sie sagen: Österreich zuerst! Auch ich sage: Österreich zuerst – aber die österreichische Sicherheit hängt unmittelbar damit zusammen, inwieweit der soziale Frieden in den Reformstaaten gesichert ist, ausgebaut und verbessert wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Richtig!) Und in diesem Zusammenhang sind auch wir verpflichtet ... (Abg. Scheibner: Aber ohne Sicherheit gibt es keinen sozialen Frieden!) – Herr Abgeordneter Scheibner! Sie wissen ganz genau, daß durch eine Osterweiterung allein im Sicherheitsbereich das Sicherheitsbedürfnis Rußlands stark beeinträchtigt wird. Das ist ja selbstverständlich! (Abg. Scheibner: Ja wenn Sie die Interessen Rußlands vertreten, ist das Ihr Problem!)
Abg. Scheibner: Ja wenn Sie die Interessen Rußlands vertreten, ist das Ihr Problem!
Sie sagen: Österreich zuerst! Auch ich sage: Österreich zuerst – aber die österreichische Sicherheit hängt unmittelbar damit zusammen, inwieweit der soziale Frieden in den Reformstaaten gesichert ist, ausgebaut und verbessert wird. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Richtig!) Und in diesem Zusammenhang sind auch wir verpflichtet ... (Abg. Scheibner: Aber ohne Sicherheit gibt es keinen sozialen Frieden!) – Herr Abgeordneter Scheibner! Sie wissen ganz genau, daß durch eine Osterweiterung allein im Sicherheitsbereich das Sicherheitsbedürfnis Rußlands stark beeinträchtigt wird. Das ist ja selbstverständlich! (Abg. Scheibner: Ja wenn Sie die Interessen Rußlands vertreten, ist das Ihr Problem!)
Abg. Scheibner: Ich habe nicht warum gefragt! Ich habe gesagt, das war mir eh klar!
Wir werden dem Antrag der Freiheitlichen Partei auf Fristsetzung nicht zustimmen. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Sie fragen, warum. – Weil es erstens sicher nicht dazu dienen wird, die sozialdemokratische Fraktion zu überzeugen. Und zweitens – wenn Kollege Scheibner fragt, warum, sage ich ihm auch das deutlich (Abg. Scheibner: Ich habe nicht warum gefragt! Ich habe gesagt, das war mir eh klar!) – : Wer die Bemühungen der demokratischen Parteien als mieses Politspiel, als mafiose Vorgangsweise, als letztklassige Schmierenkomödie diffamiert, wie Sie, Herr Kollege Scheibner, das in einer Aussendung vom 31. März getan haben, der kann nicht mit einer Zustimmung rechnen. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 116
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Antidemokrat!
Die Sozialdemokratische Partei – lassen Sie mich das in aller Deutlichkeit sagen – wird gegen derartige Vorhaben, auch wenn sie im Wege der direkten Demokratie an dieses Haus herangetragen werden, immer Widerstand leisten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Antidemokrat!)
Abg. Dr. Khol: Das war der Pilz, Herr Kollege Scheibner! Das war der Pilz mit Ho Chi Minh!
Kollege Kostelka, Sie als Vertreter der „Havanna-Fraktion“ haben damit ja auch ein ganz gutes Mittel, um sich innerparteiliche, innerfraktionelle Konkurrenten vom Leibe zu halten (Abg. Dr. Khol: Das war der Pilz, Herr Kollege Scheibner! Das war der Pilz mit Ho Chi Minh!): Cap, der ganz gerne die Nachfolge antreten würde, ist für die NATO, und Sie müssen dann eben den Gegenpart spielen. Wenig überzeugend, Herr Klubobmann Kostelka, aber auch wenig staatspolitisch! (Abg. Dr. Khol: Wie kann man Kostelka mit Pilz verwechseln?!) Mit einer Greuelpropaganda die Bevölkerung zu verunsichern – allein aus parteitaktischen Gründen! –, ist das Schändliche, das wir Ihnen vorwerfen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Kostelka: Wo habe ich Greuelpropaganda gemacht?)
Abg. Scheibner: Haben Sie nicht die Verantwortung, Vorsorge zu betreiben?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner! Wenn Sie mit den Österreicherinnen und Österreichern reden, dann werden Sie feststellen: Die Österreicher fühlen sich seit dem – Gott sei Dank erfolgten – Zerfall des Warschauer Paktes nicht bedrohter. (Abg. Scheibner: Haben Sie nicht die Verantwortung, Vorsorge zu betreiben?)
Abg. Scheibner: Das haben Sie kaputt gemacht!
Sie bekennt sich zu dieser erweiterten „Partnerschaft für den Frieden“. Sie bekennt sich auch dazu, daß wir ein leistungsfähiges und effizientes Bundesheer brauchen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie kaputt gemacht!) Ich bin daher dafür eingetreten, daß wir vor wenigen Tagen, trotz aller Diskussionen, im Ministerrat den Beschluß über die Heeresreform im Sinne eines effizienten und leistungsfähigen österreichischen Bundesheeres auch mit entsprechender gerätetechnischer Ausstattung gefaßt haben. Das ist ein wichtiges Bekenntnis. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn wir diese Diskussion führen, dann müssen wir sie auch in der Öffentlichkeit und mit der österreichischen Bevölkerung führen. Die NATO hat noch immer die nukleare Erstschlagdoktrin. Die NATO nimmt noch immer für sich in Anspruch, als erster Atomwaffen einsetzen zu wollen und zu können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist eine klare Tatsache. Und es gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren, darüber hinaus noch vieles, was zu klären wäre. Selbstverständlich! (Abg. Dr. Haider: Völliger Unsinn!) Nein, leider nicht!
Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, „es gibt keine Krisen mehr“!
Für den Friedensfall kann man vieles vereinbaren. Sie wissen aber, daß man für den Krisenfall nicht vereinbaren kann, daß in Österreich keine Atomwaffen stationiert werden, daß man für den Krisenfall nicht vereinbaren kann, daß hier keine fremden Truppen stationiert werden, und viele dieser Punkte mehr. Dabei geht es um eine sachliche Diskussion. (Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, „es gibt keine Krisen mehr“!)
Abg. Scheibner: Was werden Sie dazu tun?
Aber wo ist denn das Selbstverständnis der Europäer, wenn sie sich nicht das Ziel setzen, eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zu haben? – Ich würde mich zutiefst unwohl fühlen, wenn wir als Europäer auch in Zukunft aufgrund fehlender technischer und organisatorischer Strukturen nicht in der Lage wären, Krisen wie in Bosnien oder im Kosovo selber in Frieden zu lösen. – Heute sind wir dazu noch nicht in der Lage. (Abg. Scheibner: Was werden Sie dazu tun?)
Abg. Scheibner: Das verlangen Sie doch selbst!
Meine Damen und Herren! Auch noch ein Wort zu den Kosten: Ich bin in diesem Zusammenhang wirklich der Überzeugung, was not tut, ist mehr Ehrlichkeit; ist deswegen mehr Ehrlichkeit, weil die Berechnungen, die vorgelegt werden, jeder Grundlage entbehren. Die Berechnung des Verteidigungsministeriums kommt zwar zu dem Ergebnis, daß ein NATO-Beitritt nur 700 bis 800 Millionen Schilling kosten würde, wenn man aber nachblättert, dann kommt man darauf, daß dem Ganzen ein Budget in der Höhe von 1 Prozent des BIP zugrunde gelegt wird, das heißt, es wird von vornherein von einem Militärbudget in Österreich ausgegangen, das 3,5 Milliarden Schilling über dem liegt, was wir derzeit aufwenden, mit dem Ergebnis, daß man, wenn man alles zusammenrechnet, auf über 4,5 Milliarden Schilling mehr kommt, ein Betrag, meine Damen und Herren, der 20 Prozent über dem derzeitigen Budget liegt. (Abg. Scheibner: Das verlangen Sie doch selbst!)
Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?
Bei der FPÖ gehe ich davon aus, daß sie heute in bewährter Manier das machen wird, was sie immer wieder tut: Anträge von uns abzuschreiben und hier einzubringen, sie zur Abstimmung zu bringen, um auf diese Weise zu zeigen, daß sie schneller ist – wie der Hase und der Igel. (Abg. Mag. Stadler: Was tut die ÖVP denn?!) Wir sind aber froh, daß sich die Freiheitlichen unserer Option anschließen. (Abg. Mag. Stadler: Das werden wir sehen, ob die ÖVP sich ihrer eigenen Option anschließt!) Es ist immer eine gute Haltung, Herr Kollege „Waldi“ Stadler, wenn man Dinge, die klug sind, abschreibt. (Abg. Mag. Stadler: Was wird die ÖVP mit ihrer eigenen Option machen? Werden Sie zustimmen?) Manche schreiben allerdings auch Dinge ab, die nicht klug sind. – Jedenfalls sollte das, was Sie heute als Option vorlegen, auch im Ausschuß beraten werden. (Abg. Scheibner: Herr Kollege Khol! Von welchem Antrag sprechen Sie?)
Abg. Scheibner: In Rußland gibt es das noch!
Aber damit komme ich bereits zu einem Punkt, der heute hier vor allem vom Antragsteller Scheibner vertreten und dann noch von Herrn Kollegen Moser verstärkt wurde. Und da frage ich mich manchmal – ich kenne das ja aus diversen Diskussionen –, ob ich mich hier in einer Märchenstunde befinde oder ob das alles vielleicht im Bereich der Legenden und Sagen liegt. Da wird nämlich so getan, als ob wir gar nicht mehr über Atomwaffenstationierungen sprechen müßten, als ob das ad acta gelegt und vorbei wäre, als ob es keine bodengestützten Atomwaffen oder keine atomare Abschreckung mehr gäbe – und so weiter –, als ob das alles nicht stimmen würde. Dabei wissen Sie sehr genau darüber Bescheid, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: In Rußland gibt es das noch!)
Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Wo?!
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!
Zu guter Letzt zu Ihrem Argument hinsichtlich der bodengestützten Atomwaffen. Auch das stimmt nicht – und Sie wissen ganz genau, daß das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das schon wieder?) Es gibt in Westeuropa nach wie vor 520 außerhalb der Besitzländer stationierte Atombomben (Abg. Scheibner: Wo?!), und zwar an 14 verschiedenen Orten in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Italien, Griechenland und in der Türkei. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!) Selbstverständlich gibt es das noch, zwar reduziert – das ist richtig –, aber nach wie vor. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie das?! Sagen Sie, woher Sie das haben!) Sie wissen, daß nach wie vor genug Atombomben in Westeuropa lagern – mit einer Gesamtsprengkraft, die das Potential der Atombombe von Hiroshima um ein Tausendfaches übersteigt.
Abg. Scheibner: Es ist aber so!
Und folgendes stammt ebenfalls aus dem Reich der Legenden. Sie haben die NATO-Debatte sozusagen am schwächsten Punkt begonnen, dabei ist dieser gerade am einfachsten zu widerlegen: Es stimmt nämlich nicht, daß die NATO mit Atomwaffen, mit Atomwaffenstationierung nichts mehr zu tun hat. Das ist einfach nicht richtig. (Abg. Scheibner: Es ist aber so!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! Wollen Sie die europäische Rüstungsindustrie stärken?
Wenn im Zusammenhang mit der NATO-Mitgliedschaft irgend jemand ein Trittbrettfahrer ist, dann ist das die österreichische Rüstungsindustrie und das österreichische Bundesheer. (Abg. Mag. Stadler: Und die ÖVP!) Denn eines ist unbestritten – und das wissen wir –, daß nämlich seit dem Fall des Eisernen Vorhanges, seit dem Ende des Kalten Krieges die Rüstungsindustrie dramatische Einbußen erlitten hat – vor allem die westeuropäische, die osteuropäische und die russische Rüstungsindustrie. Die einzigen, die von einer NATO-Osterweiterung profitieren, sind die amerikanischen Rüstungsbetriebe. Das sind die einzigen, die seit dem Jahre 1987 zugelegt haben und trotz aller gegenläufigen Tendenzen nicht am absteigenden Ast sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! Wollen Sie die europäische Rüstungsindustrie stärken?) Das können Sie nachlesen. Das ist veröffentlicht. Das können Sie jederzeit überprüfen.
Abg. Scheibner: Das ist auch so!
Zuletzt noch folgendes: Zum Begriff „friedenschaffend“ haben Sie beziehungsweise hat Herr Kollege Haider gesagt, er beinhalte auch militärische Angriffe. Das kann schon stimmen (Abg. Scheibner: Das ist auch so!), aber damit kommen wir auf einen Punkt zu sprechen, der vor allem die Koalition betrifft: Sie hat nämlich wieder einmal bei der Vorlage zur Zentraleuropäischen Initiative, zur CENCOOP, im Ministerrat nur den deutschen Wortlaut vorliegen gehabt, als das beschlossen wurde. Im deutschen Wortlaut ist die Rede von „friedenschaffend“, in der englischen Vorlage steht klarerweise „peace support“.
Abg. Scheibner: Auch das stimmt nicht!
Wenn Sie sich mit den NATO-Dokumenten einigermaßen befassen, dann wissen Sie, daß „peace support“ etwas ganz anderes bedeutet, nämlich genaue Durchführungsbestimmungen für Interventionen. (Abg. Scheibner: Auch das stimmt nicht!) Es ist das Programm der Interventionen. Es ist aber andererseits klar, daß vor allem die SPÖ, die Sozialdemokratie, auf der Grundlage dieses sehr schwammigen Betriffs des Friedenschaffens ständig versucht, sozusagen herüberzuretten, daß das mit der Neutralität vereinbar sei, während wir längst wissen, daß das nicht vereinbar ist. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!
Wenn Sie sich mit den NATO-Dokumenten einigermaßen befassen, dann wissen Sie, daß „peace support“ etwas ganz anderes bedeutet, nämlich genaue Durchführungsbestimmungen für Interventionen. (Abg. Scheibner: Auch das stimmt nicht!) Es ist das Programm der Interventionen. Es ist aber andererseits klar, daß vor allem die SPÖ, die Sozialdemokratie, auf der Grundlage dieses sehr schwammigen Betriffs des Friedenschaffens ständig versucht, sozusagen herüberzuretten, daß das mit der Neutralität vereinbar sei, während wir längst wissen, daß das nicht vereinbar ist. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!)
Wiederholte Ja-Rufe des Abg. Schieder. – Abg. Schieder: Wo ist das Wort „verlangt“? – Abg. Scheibner: Aufgefordert!
In Ihrer Entschließung heißt es – ich zitiere –: Die Bundesregierung wird in diesem Antrag weiters aufgefordert, „im Lichte des Verlaufs der Regierungskonferenz und der Entwicklung in der europäischen Sicherheitspolitik alle weiterführenden sicherheitspolitischen Optionen, einschließlich der Frage einer Vollmitgliedschaft Österreichs in der WEU, einer umfassenden Überprüfung zu unterziehen und dem Parlament hierüber noch vor der Übernahme des EU-Vorsitzes durch Österreich, spätestens jedoch im Laufe des ersten Quartals 1998 zu berichten“. (Wiederholte Ja-Rufe des Abg. Schieder. – Abg. Schieder: Wo ist das Wort „verlangt“? – Abg. Scheibner: Aufgefordert!)
Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt!
†Abgeordneter Peter Schieder¦ (SPÖ): Herr Präsident, ich folge sofort und hoffe, daß ich auch eine „Gutminute“ dafür bekomme. – Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Haupt hat unter anderem folgendes gesagt: Man sollte sich doch wünschen, dabei zu sein, um mitentscheiden zu können, gegen wen ein atomarer Erstschlag geführt wird. (Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt!) So war die Formulierung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ob und gegen wen; wir können das ja nachlesen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
†Abgeordneter Peter Schieder¦ (SPÖ): Herr Präsident, ich folge sofort und hoffe, daß ich auch eine „Gutminute“ dafür bekomme. – Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kollege Haupt hat unter anderem folgendes gesagt: Man sollte sich doch wünschen, dabei zu sein, um mitentscheiden zu können, gegen wen ein atomarer Erstschlag geführt wird. (Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt!) So war die Formulierung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ob und gegen wen; wir können das ja nachlesen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir können es im Protokoll nachlesen. Ich glaube, ich hoffe, er hat es nicht so gemeint. Was er gesagt hat, war furchtbar. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schreien Sie nicht, helfen Sie ihm nicht, da ist ihm nicht zu helfen! (Abg. Scheibner: Das habe ich bei Ihnen gelernt, wie man hineinschreien kann! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.) Wir werden das nachlesen können. Gott sei Dank bestimmt nicht er darüber.
Abg. Scheibner: Das habe ich bei Ihnen gelernt, wie man hineinschreien kann! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.
Wir können es im Protokoll nachlesen. Ich glaube, ich hoffe, er hat es nicht so gemeint. Was er gesagt hat, war furchtbar. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schreien Sie nicht, helfen Sie ihm nicht, da ist ihm nicht zu helfen! (Abg. Scheibner: Das habe ich bei Ihnen gelernt, wie man hineinschreien kann! – Zwischenruf des Abg. Mag. Haupt.) Wir werden das nachlesen können. Gott sei Dank bestimmt nicht er darüber.
Abg. Scheibner: Was haben Sie immer dazwischengeschrien! – Abg. Mag. Haupt: Da sehen Sie, wie das ist!
Meine Damen und Herren! Ich möchte zu einem ruhigeren Gesprächsklima zurückkommen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie immer dazwischengeschrien! – Abg. Mag. Haupt: Da sehen Sie, wie das ist!) Ich meine, es ist wichtiger, zu überlegen, ob nicht tatsächlich die europäische Option, die Sie so heftig ablehnen und als unrealistisch bezeichnen, es wert wäre, in diesem Haus und von österreichischer Seite überlegt zu werden. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie zuerst die elf NATO-Mitglieder in der EU davon überzeugen!) – Ich komme noch darauf zu sprechen.
Abg. Scheibner: Da müssen Sie zuerst die elf NATO-Mitglieder in der EU davon überzeugen!
Meine Damen und Herren! Ich möchte zu einem ruhigeren Gesprächsklima zurückkommen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie immer dazwischengeschrien! – Abg. Mag. Haupt: Da sehen Sie, wie das ist!) Ich meine, es ist wichtiger, zu überlegen, ob nicht tatsächlich die europäische Option, die Sie so heftig ablehnen und als unrealistisch bezeichnen, es wert wäre, in diesem Haus und von österreichischer Seite überlegt zu werden. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie zuerst die elf NATO-Mitglieder in der EU davon überzeugen!) – Ich komme noch darauf zu sprechen.
Abg. Scheibner: Alle zehn, die bei der WEU sind, sind auch bei der NATO!
Auch in dem Vorschlag, einen Optionenbericht zu machen, hat es ja nicht „einschließlich des NATO-Beitrittes“ geheißen, sondern „einschließlich des WEU-Beitrittes“. Man ist also bereits damals davon ausgegangen, daß es eine WEU-Möglichkeit im Zusammenhang mit der EU gibt. Ich denke, das wäre einer Überlegung wert, auch wenn Sie sagen, daß unter den 15 EU-Mitgliedern – wie wir wissen – elf bei der NATO sind, zehn bei der WEU und vier neutral, blockfrei oder non-allied. (Abg. Scheibner: Alle zehn, die bei der WEU sind, sind auch bei der NATO!)
Abg. Scheibner: Das wäre viel zu teuer!
Das stimmt schon, aber wenn eine gemeinsame Linie gefunden wird – es verlangt ja niemand, daß die elf aus der NATO austreten, es ist auch niemand dagegen, daß es die NATO gibt; niemand verlangt, daß die NATO aufgelöst wird, und niemand hat Sorge, wenn mit der NATO in vielen Bereichen zusammengearbeitet wird –, dann geht es um folgendes: Soll dies das einzige Ziel bleiben, der einzige Mechanismus, oder ist es der Anstrengung wert, sich in Europa darüber den Kopf zu zerbrechen, ob es nicht auch eine europäische Lösung geben kann? (Abg. Scheibner: Das wäre viel zu teuer!)
Abg. Scheibner: Wo ist diese? Wo sind dafür Ansätze?!
Über die europäische Lösung, die Sie jetzt so lautstark in den Bereich der Utopie verbannen wollen, wird selbst im Entwurf eines Berichtes des Europäischen Parlaments, vorgestellt von Tindemans im Dezember letzten Jahres – das ist kein Sozialdemokrat, wie Sie wissen –, sehr deutlich gesagt: Jede Verteidigungspolitik, sei sie national, europäisch oder transatlantisch, muß dem neuen geostrategischen Umfeld Rechnung tragen. Den Mitgliedstaaten der Union stellt sich die Frage, ob sie weiterhin eine voneinander unabhängige oder eine – was für eine Mehrheit von ihnen zutrifft – in Bündnissen koordinierte Verteidigungspolitik verfolgen wollen, oder ob sie es für wirksamer halten, eine gemeinsame Verteidigungspolitik zu betreiben. (Abg. Scheibner: Wo ist diese? Wo sind dafür Ansätze?!)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie damit sagen?
Der Kernsatz in diesem Bericht zur außenpolitischen Dimension einer europäischen Verteidigungspolitik sagt sehr deutlich: Die Notwendigkeit einer Verteidigungspolitik der Europäischen Union wird sich in noch schärferer Form stellen, wenn die Länder Mittel- und Osteuropas und Zypern der Europäischen Union beitreten. Diesen Ländern ist an Sicherheitsvorkehrungen gelegen, wie die meisten von ihnen durch ihren Willen, NATO-Mitglieder zu werden, gezeigt haben. Gleichzeitig ist es nicht sicher, daß die NATO all diese Länder aufnimmt, insbesondere wegen der Vorbehalte einiger ihrer derzeitigen Mitglieder. Damit stellt sich die Frage nach der künftigen Entwicklung der GASP, der Rolle der WEU und ihrer Territorialgarantie und den Beziehungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. Dies sind komplexe Fragen, die gestellt werden müssen, auch wenn es noch keine endgültige Antwort darauf gibt. – Soweit dieser Bericht. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie damit sagen?)
Abg. Scheibner: Auf das zu warten ...!
Ich stimme Ihnen zu: Das ist nicht die wahrscheinlichste Lösung. Es ist nicht die Lösung, die automatisch auf uns zukommt. (Abg. Scheibner: Auf das zu warten ...!) Aber es ist eine der Möglichkeiten in diesem Europa, und es wäre wert, daß sich ein neues Mitglied dieser Union – wie Österreich – auf diese Linie verständigt und dies gemeinsam versucht. Was spricht dagegen? Wovor haben Sie Angst, wenn es darum geht, gemeinsam zu versuchen, eine europäische Linie zu finden? (Abg. Scheibner: Niemand kann die Sicherheitsgarantie für Österreich übernehmen!)
Abg. Scheibner: Niemand kann die Sicherheitsgarantie für Österreich übernehmen!
Ich stimme Ihnen zu: Das ist nicht die wahrscheinlichste Lösung. Es ist nicht die Lösung, die automatisch auf uns zukommt. (Abg. Scheibner: Auf das zu warten ...!) Aber es ist eine der Möglichkeiten in diesem Europa, und es wäre wert, daß sich ein neues Mitglied dieser Union – wie Österreich – auf diese Linie verständigt und dies gemeinsam versucht. Was spricht dagegen? Wovor haben Sie Angst, wenn es darum geht, gemeinsam zu versuchen, eine europäische Linie zu finden? (Abg. Scheibner: Niemand kann die Sicherheitsgarantie für Österreich übernehmen!)
Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Scheibner: Das ist entschieden!
Die WEU-Lösung ist möglich, wenn nicht die WEU bestimmt, sondern die Union, wenn die Entscheidung in der EU fällt und wenn die WEU-Staaten nicht automatisch auch Mitglieder der NATO sein müssen. (Abg. Scheibner: Das ist schon beschlossen!) Nein, es gibt einen europäischen Weg! (Abg. Scheibner: Das ist auch in der NATO schon beschlossen!) Wenn die vielbeschworene österreichische Einheitlichkeit Wirkung zeigen sollte, dann beschwören Sie das nicht (Abg. Scheibner: Das können Sie ins Traumbuch hineinschreiben!), sondern tragen Sie dazu bei, daß wir einen gemeinsamen Vorstoß machen, in dem wir uns gemeinsam finden können, damit wir eine europäische Verteidigungsidentität schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist entschieden!) Lassen Sie es uns versuchen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hans Helmut Moser.)
Abg. Wabl: Panzergeschäfte! – Abg. Scheibner: Da werden wir ja alt miteinander!
Die Diskussion über die bestmögliche künftige Sicherheitspolitik geht weiter, auch in der Sozialdemokratischen Partei. Es gibt in der Sozialdemokratischen Partei auch Erkenntnisse, daß sich das NATO-Bündnis nicht zu einem reinen Militärpakt entwickelt hat, Herr Klubobmann Kostelka (Abg. Wabl: Ein Tourismusverein!), sondern zu einer Allianz für Stabilität und Krisenbewältigung. Es gibt viele Beispiele – das ist auch ein Teil meiner Antwort an Kollegen Scheibner –, die uns Anlaß dazu geben, daß wir unsere Überzeugungsarbeit weiterführen werden. (Abg. Wabl: Panzergeschäfte! – Abg. Scheibner: Da werden wir ja alt miteinander!)
Abg. Scheibner: Das ist aber sehr verschwommen!
Meine Damen und Herren! Auch das ist Wahrheit in dieser Diskussion. Wenn es unter wahltaktischen Überlegungen in der SPÖ derzeit auch andere Positionen gibt, dann werden wir diese auch durch Diskussion verändern können. Die Volkspartei hat eine klare Position: Wir wollen den intensivierten Dialog mit den NATO-Ländern, und wir wollen die Perspektive eines Beitrittes Österreichs zur NATO. (Abg. Scheibner: Das ist aber sehr verschwommen!) Das ist nachzulesen in dem Bericht, der vorliegt. (Abg. Scheibner: „Perspektive“ und „Dialog“ ist nicht „Mitgliedschaft“!)
Abg. Scheibner: „Perspektive“ und „Dialog“ ist nicht „Mitgliedschaft“!
Meine Damen und Herren! Auch das ist Wahrheit in dieser Diskussion. Wenn es unter wahltaktischen Überlegungen in der SPÖ derzeit auch andere Positionen gibt, dann werden wir diese auch durch Diskussion verändern können. Die Volkspartei hat eine klare Position: Wir wollen den intensivierten Dialog mit den NATO-Ländern, und wir wollen die Perspektive eines Beitrittes Österreichs zur NATO. (Abg. Scheibner: Das ist aber sehr verschwommen!) Das ist nachzulesen in dem Bericht, der vorliegt. (Abg. Scheibner: „Perspektive“ und „Dialog“ ist nicht „Mitgliedschaft“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt?!
Die Kollegen von der freiheitlichen Fraktion haben heute eine epochale Erfindung gemacht. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Sie haben mit diesem Entschließungsantrag – kopiert, unser Bericht – den „Rank-Xerox-Parlamentarismus“ erfunden! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt?!)
Abg. Scheibner: Stimmt, das war ein Fehler! Es ist ein Moskau-Flügel!
Jetzt komme ich zum Schluß. Im Antrag der Freiheitlichen Partei steht etwas über den „Moskau-Flügel der SPÖ“ (Fischer, Kostelka u. a.). – Jetzt kenne ich mich nicht aus. Es gibt angeblich eine „Kuba-Fraktion“, hat Kollege Scheibner vorhin am Rednerpult gesagt. (Abg. Scheibner: Stimmt, das war ein Fehler! Es ist ein Moskau-Flügel!) Es gibt eine „Toskana-Fraktion“, weiters gibt es einen „Moskau-Flügel“. (Abg. Wabl: International!)
Abg. Scheibner: Weil das nicht stimmt! Lesen Sie die nächste Seite, wo diese Dinge entkräftet werden!
Was ist daran schwach? (Abg. Scheibner: Weil das nicht stimmt! Lesen Sie die nächste Seite, wo diese Dinge entkräftet werden!) Das stimmt also nicht. Sie entkräften das. Gut. (Abg. Scheibner: Weil das nicht ausreicht!)
Abg. Scheibner: Weil das nicht ausreicht!
Was ist daran schwach? (Abg. Scheibner: Weil das nicht stimmt! Lesen Sie die nächste Seite, wo diese Dinge entkräftet werden!) Das stimmt also nicht. Sie entkräften das. Gut. (Abg. Scheibner: Weil das nicht ausreicht!)
Abg. Scheibner: Stimmt!
Ich frage Sie dann später, wie Sie das mit der NATO gemeint haben. Da kommen wir gleich hin. Aber wir können eigentlich gleich darüber diskutieren, weil Sie nämlich weiter hinten über die NATO sprechen, wo es heißt: „Die NATO selbst entwickelt sich immer mehr zu einem umfassenden Sicherheitssystem. Neben dem reinen militärischen Verteidigungsauftrag hat sie eine immer stärkere Rolle als Akteur der Krisenprävention und des Krisenmanagements“ (Abg. Scheibner: Stimmt!) – stimmt! – „im Rahmen von UNO-Einsätzen.“ (Abg. Dr. Khol: Stimmt auch!)
Abg. Scheibner: Mengenlehre würde Ihnen nicht schaden, damit Sie das verstehen könnten! Das lernt man in der Volksschule! Die UNO gibt keine Sicherheitsgarantie!
Jetzt frage ich Sie: Wenn ich in die UNO voll integriert bin, also in den Rahmen, und die NATO eine Teilmaterie darstellt, was ist dann vernünftiger: die volle Integration in die UNO oder die Integration in die NATO? (Abg. Scheibner: Mengenlehre würde Ihnen nicht schaden, damit Sie das verstehen könnten! Das lernt man in der Volksschule! Die UNO gibt keine Sicherheitsgarantie!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Scheibner! Damit wollte ich nur die Begriffsverwirrungen ein wenig aufklären. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zweitens führen Sie als schwaches Argument an: „Die NATO sei ein Militärbündnis und somit ein Instrument des ,Kalten Krieges‘ ...“ (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ein Militärbündnis – das ist sie doch wohl? (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Die NATO. Oder ist sie das nicht? (Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!) Bitte schön, Herr Maitz!
Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!
Zweitens führen Sie als schwaches Argument an: „Die NATO sei ein Militärbündnis und somit ein Instrument des ,Kalten Krieges‘ ...“ (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ein Militärbündnis – das ist sie doch wohl? (Abg. Dr. Maitz: Wer?) Die NATO. Oder ist sie das nicht? (Abg. Dr. Maitz: Auch! – Abg. Scheibner: Nicht nur!) Bitte schön, Herr Maitz!
Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, lesen wir weiter: „Bei einem NATO-Beitritt würden fremde Soldaten in Österreich stationiert.“ (Abg. Mag. Schweitzer: Paßt schon besser! – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist daran nicht richtig? (Abg. Scheibner: Es stimmt nicht!) Ah, das stimmt nicht. Das heißt, jedes NATO-Mitglied hat die Soldaten im eigenen Land. Ist das so? Wird das in der NATO so gehandhabt? (Abg. Scheibner: Bei Übungen ...!) Bei Übungen wird woanders geübt. (Abg. Scheibner: Bei den neuen Mitgliedsländern gibt es keine Stationierung!) Sie meinen, die Stationierung sei nicht für ewig, sondern erfolge nur zwischendurch, dann, wenn es Übungen gibt, dann werde auch einmal auf unserem wunderschönen Truppenübungsplatz geübt. Herr Scheibner, diese Argumente sollten Sie denjenigen erzählen, die neben großen Truppenübungsplätzen wohnen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!
Nächster Punkt: „Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen.“ Was ist daran falsch? Herr Abgeordneter Scheibner, was ist an der Argumentation, Österreich müßte als NATO-Mitglied bei bewaffneten Konflikten Soldaten abstellen, falsch? (Abg. Scheibner: „Müßte“ stimmt nicht!) – Muß. (Abg. Scheibner: Nein! Lesen Sie den Artikel 5, wo steht, daß man keine Soldaten abstellen muß!) Man kann auch zahlen, man kann Geräte schicken, oder wie ist das beim Beistandspakt? (Abg. Scheibner: Man muß unterstützen! Das kann man selbst entscheiden!) Man muß unterstützen. Man kann auch schöne Briefe schicken oder Friedenstauben zum Beispiel, wie es Herr Maitz immer meint. Was tut man denn beim Beistandspakt? Was tun Sie denn? Die FPÖ schickt ihre Fähnleinführer hin oder so etwas ähnliches. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Geh, Herr Scheibner, bitte schön, machen Sie sich doch nicht lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie machen sich lächerlich!)
Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich bin dafür, daß Sie reinen Wein einschenken. NATO-Beitritt heißt natürlich Beistandsverpflichtung, was denn sonst? (Abg. Scheibner: Aber nicht mit Soldaten! Nicht unbedingt!) Das heißt, alle NATO-Mitglieder werden sagen: Bitte schön, wir sind zwar NATO-Mitglied, aber Soldaten schicken wir keine! (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl! – Abg. Scheibner: Das entscheidet man selbst!) Dann schickt Deutschland keine, Frankreich keine, Amerika keine, Italien keine, auch Österreich natürlich keine. (Abg. Mag. Firlinger: Wir schicken den Wabl, das reicht!) Alle stellen sich hin in einer Reihe und sagen: Wir schicken keine! Wir schicken Friedenstauben, die Friedenseinrichtungen des Herrn Kollegen Maitz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Übungen haben wir jetzt schon! Seien Sie nicht so blind!
Herr Kollege Scheibner! Ich schätze es, wenn Sie sagen, daß das Modell der Freiheitlichen der Beitritt zur NATO ist. Aber bitte schön, sagen Sie doch den Menschen in Österreich, was das bedeutet! Sagen Sie den Menschen, daß das auch Stationierung und Übungen von fremden Soldaten auf österreichischem Territorium bedeutet! (Abg. Scheibner: Übungen haben wir jetzt schon! Seien Sie nicht so blind!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Da haben Sie recht. Bei der Kritik an der SPÖ haben Sie recht, wo der Schieder immer hochgeht und in Saft geht und sich nur mehr hinter der dünnen Fassade des Herrn Fasslabend versteckt, wo man durch dieses Milchglas schon durchsehen kann. Meine Damen und Herren, da haben Sie recht mit Ihrer Kritik an der SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Was ist jetzt Ihre Meinung?
Ich muß jetzt noch – sonst passiert mir dasselbe wie gestern – unseren Entschließungsantrag verlesen. (Abg. Scheibner: Was ist jetzt Ihre Meinung?)
Beifall des Abg. Scheibner.
Kollege Gaál hat vor wenigen Minuten unter dem Applaus Ihrer Fraktion, Herr Kollege Schieder, gesagt – ich zitiere wörtlich –: Wir müssen rasch Verhandlungen aufnehmen, damit wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt den NATO-Beitritt stattfinden lassen können. Das hat Kollege Gaál hier heraußen gesagt. (Beifall des Abg. Scheibner.) Sie haben begriffen, wohin die Reise geht, Sie haben begriffen, was notwendig ist. Aber ein paar Altstalinisten in Ihrer Fraktion wollen es aus ideologischer Verblendung nicht begreifen, meine Damen und Herren! Das ist das Problem! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sehr wankelmütig!
†Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch¦ (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Stadler! Respekt vor Ihrem Respekt vor unserem ehemaligen Bundesparteiobmann und Außenminister. Aber die Haltung der ÖVP in Sicherheitsfragen, so wie sie von Wolfgang Schüssel und Klubobmann Andreas Khol eingenommen wird, ist ganz klar und deckt sich mit dem (Abg. Scheibner: Sehr wankelmütig!), was der ehemalige Außenminister Mock hier vorgetragen hat. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!
Wir wollen einen breiten Konsens in Sicherheitsfragen, auch und vor allem mit der Bevölkerung. Wir wollen aber nicht Österreich zum weißen Fleck auf der europäischen Landkarte degenerieren lassen. (Abg. Mag. Stadler: Dann stimmt zu!) Wir wollen im Außenpolitischen Ausschuß eine Diskussion zu diesen Sicherheitsfragen, die uns vorwärts bringt. (Abg. Scheibner: Man hat Jahre Zeit gehabt!) Wir wollen unseren Koalitionspartner und natürlich auch seine Wähler (Abg. Aumayr: Nicht verlieren!) überzeugen, aber nicht überstimmen. Und ich bin voll überzeugt davon, daß es keine europäische Sicherheitspolitik ohne NATO gibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe zu, daß mit der Änderung der Bundesverfassung, mit der Novelle zum Artikel 7, ein Versuch in diese Richtung gestartet wurde (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?), aber ein meiner Ansicht nach völlig untauglicher. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten nicht Sie die Nachfolgerin der Frau Heindl werden?) Es ist ein völlig untauglicher Versuch, meine Damen und Herren, denn wenn man sich nicht einmal, obwohl es eine ganz glatte Mehrheit hier im Haus dazu gibt, zum Wort „verpflichten“ entschließen kann, sondern bei „Bekenntnissen“ bleibt – was ist von solchen Geboten dann tatsächlich zu halten? (Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!)
Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe zu, daß mit der Änderung der Bundesverfassung, mit der Novelle zum Artikel 7, ein Versuch in diese Richtung gestartet wurde (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Heindl abgesagelt?), aber ein meiner Ansicht nach völlig untauglicher. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollten nicht Sie die Nachfolgerin der Frau Heindl werden?) Es ist ein völlig untauglicher Versuch, meine Damen und Herren, denn wenn man sich nicht einmal, obwohl es eine ganz glatte Mehrheit hier im Haus dazu gibt, zum Wort „verpflichten“ entschließen kann, sondern bei „Bekenntnissen“ bleibt – was ist von solchen Geboten dann tatsächlich zu halten? (Abg. Scheibner: Die Frau Heindl war nicht sehr begeistert!)
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Leute, ob sie das interessiert?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit diesem Wischiwaschi, das immerhin die Bundesverfassung ändert, werden Sie mir keine Lösung für mein Dilemma bieten. Und auch wenn es die Frau Landeshauptfrau der Steiermark möglicherweise nicht stört, daß sie nach dem Gesetz ein Mann ist (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal die Leute, ob sie das interessiert?), so gibt es hoffentlich bald andere Landeshauptfrauen, die das sehr wohl stört. Vielleicht gehören diese dann einer Fraktion an, die einen gewissen Druck in diese Richtung macht. (Abg. Dr. Puttinger: Fragen Sie die Österreicher, ob sie das interessiert?) Das macht mir noch etwas Hoffnung!
Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Wenn man Gleichstellungspolitik und Frauenpolitik ernst meint, dann muß man ernsthafte Vorschläge machen und diese auch umsetzen. Dabei helfen vorgeschlagene Abstrusitäten und Sonntagsreden nichts, in denen alles, was gut und teuer ist, befürwortet wird, denn die Vorschläge müssen auch in die Tat umgesetzt werden können! (Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) Der Versorgungsausgleich ist deshalb keine gute Lösung, weil es, wie wir Ihnen bei den Ausschußsitzungen schon gesagt haben, auch unverheiratete Frauen gibt, die auch ein Recht auf eine würdige Altersversorgung haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Warum haben Sie sich mit unserem Konzept nicht auseinandergesetzt?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Frau Kollegin Petrovic! Sie kennen unseren Antrag – ich gehe jedenfalls davon aus, daß Sie ihn gelesen haben – und wissen ganz genau, daß in Wahrheit der SPÖ-Antrag das Wort „bekennen“ und Ihrer das Wort „verpflichten“ beinhaltet hat. Daher kennen Sie auch die inhaltlichen Begründungen. Es wirkt sehr lustig, wenn die FPÖ sagt, sie geht mit Ihrem Antrag mit. Wenn man den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Brauneder gelauscht hat, dann ist man nicht zu dieser Auffassung gelangt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Also ich weiß nicht! Aber das ist die typische Art der FPÖ: Man weiß nicht, was sie eigentlich will und wohin sie geht. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Schöggl.)
Abg. Scheibner: Er spricht so undeutlich!
Zum einen haben Sie Kollegen Parnigoni zu Unrecht zurechtgewiesen. Er hat nämlich nur auf etwas aufmerksam gemacht. (Abg. Dr. Krüger: Haben Sie gehört, was er gesagt hat?) Ja, ja. (Abg. Scheibner: Er spricht so undeutlich!) Er hat darauf aufmerksam gemacht, daß, während Sie den Präsidenten gebeten haben, ihm zuzuhören, Ihr geschäftsführender Klubobmann den Präsidenten die längste Zeit mit seinen Anliegen beschäftigt hat. (Abg. Mag. Stadler: Potz Blitz! Darf er denn das?!) So wichtig sind Ihrem Klubobmann offensichtlich die Abgeordneten der eigenen Fraktion!
Sitzung Nr. 120
Abg. Scheibner: Aber ihr sagt nur B, das ist euer Problem!
Meine Damen und Herren! Uns ist die Angelegenheit zu wichtig, um uns hier auf Details mit dem Abgeordneten Jung einzulassen. (Abg. Jung: Details über die Neutralität? Details über die Todesstrafe? Das sind für Sie Details?) Ich glaube, unser Weg, am 10. Februar 1995 das "PfP"-Rahmendokument für "Partnerschaft für den Frieden" zu unterzeichnen, findet jetzt mit diesem Truppenübereinkommen eine wichtige Ergänzung und Fortsetzung. Wer A sagt, muß auch B sagen. (Abg. Scheibner: Aber ihr sagt nur B, das ist euer Problem!)
Abg. Scheibner: Was war mit den Übungen, die schon stattgefunden haben? Nach welchen Statuten sind die abgehalten worden? Auf welcher Rechtsgrundlage sind die abgehalten worden?
Aber es führt auf keinen Fall ein Weg daran vorbei, daß wir uns auch dazu bekennen, eine solche Übung im Rahmen der "Partnerschaft für den Frieden" in Österreich abzuhalten. (Abg. Jung: Sie haben ja schon geübt, die österreichischen Truppen!) Mit diesem Übereinkommen ist es jetzt möglich, daß im Herbst dieses Jahres auch eine Übung zur "Partnerschaft für den Frieden" in Österreich stattfindet. (Abg. Scheibner: Was war mit den Übungen, die schon stattgefunden haben? Nach welchen Statuten sind die abgehalten worden? Auf welcher Rechtsgrundlage sind die abgehalten worden?) Das halte ich für wichtig und richtig, und ich möchte das auch für die Österreichische Volkspartei als eine konsequente Haltung festhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Khol: Das ist eine Schande! – Abg. Scheibner: Die Schande seid ihr! So etwas Scheinheiliges!
Zweiter Punkt: Wir müssen festhalten, daß die Freiheitliche Partei Österreichs bei diesem Weg nicht mitgeht. Sie übernimmt die Verantwortung dafür nicht. Obwohl sie gerne immer über die NATO redet, ist sie bei diesem Punkt nicht bereit, mit uns zu gehen. (Abg. Dr. Khol: Das ist eine Schande! – Abg. Scheibner: Die Schande seid ihr! So etwas Scheinheiliges!) Das ist auch eine völlige Inkonsequenz, und ich glaube, meine Damen und Herren, das wird sich von selbst richten. (Abg. Dr. Khol: Ein schändlicher Opportunismus! – Abg. Scheibner: Die Schande seid ihr!)
Abg. Dr. Khol: Ein schändlicher Opportunismus! – Abg. Scheibner: Die Schande seid ihr!
Zweiter Punkt: Wir müssen festhalten, daß die Freiheitliche Partei Österreichs bei diesem Weg nicht mitgeht. Sie übernimmt die Verantwortung dafür nicht. Obwohl sie gerne immer über die NATO redet, ist sie bei diesem Punkt nicht bereit, mit uns zu gehen. (Abg. Dr. Khol: Das ist eine Schande! – Abg. Scheibner: Die Schande seid ihr! So etwas Scheinheiliges!) Das ist auch eine völlige Inkonsequenz, und ich glaube, meine Damen und Herren, das wird sich von selbst richten. (Abg. Dr. Khol: Ein schändlicher Opportunismus! – Abg. Scheibner: Die Schande seid ihr!)
Abg. Tichy-Schreder: Also, bitte, Herr Scheibner, diese Unterstellung! – Abg. Dr. Feurstein: Typisch F!
Herr Kollege Spindelegger! Langsam, aber sicher verstehe ich, warum Sie in Ihrer eigenen Landesgruppe in der ÖVP solche Probleme haben. Wenn man Sie nur kurz und flüchtig kennt, denkt man, daß Sie ein sympathischer Mensch sind, mit dem man reden kann. Wenn Sie aber am Rednerpult stehen und man hört, welchen Unsinn Sie verbreiten und mit welchem Zynismus Sie diese Debatten führen, dann versteht man, daß Leute, die Sie besser kennen, mit Ihnen ein Problem haben, Kollege Spindelegger. (Abg. Tichy-Schreder: Also, bitte, Herr Scheibner, diese Unterstellung! – Abg. Dr. Feurstein: Typisch F!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Schauen Sie sich den Fall oder das Problem Indien an! Ich habe die diesbezüglichen Diskussionen teilweise verfolgt. Es war nicht einfach so, daß ein Land gesagt hat, daß es sich nicht an die internationalen Abkommen halten wolle, sondern Indien hat dezidiert erklärt, daß diese Art des Diktats der USA für Indien nicht akzeptabel sei. Nur weil Bill Clinton meint, er wolle keine andere Atommacht haben, müsse ein Land andere Formen der Verteidigung suchen. Es kann nicht sein, daß eine Supermacht diktiert, wer brav und wer böse ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Die Kraftausdrücke sind vom Spindelegger!
Herr Kollege Jung! Mit Ihrem Versuch, Verwirrung über dieses Truppenstatut zu stiften (Abg. Jung: Sie lassen sich ja so leicht verwirren!), sind Sie grundsätzlich gescheitert! Auch von Ihrem Versuch, mit lautstarken Worttiraden etwas zu konstruieren – das ist ja der Auftrag einer aggressiven Opposition –, ist außer Kraftausdrücken eigentlich nichts übriggeblieben. (Abg. Scheibner: Die Kraftausdrücke sind vom Spindelegger!) Ich meine die Kraftausdrücke des Kollegen Jung! Ist eine Kostprobe gewünscht? Bitte, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Bitte!) Roßtäuschermethoden, Mogelpackung, Verfassungsbruch, Murks, feige und so weiter. (Abg. Schwarzenberger: So hat der Rosenstingl im Verkehrsausschuß auch gesprochen!) Das ist die Methode der FPÖ!
Abg. Scheibner: Bitte!
Herr Kollege Jung! Mit Ihrem Versuch, Verwirrung über dieses Truppenstatut zu stiften (Abg. Jung: Sie lassen sich ja so leicht verwirren!), sind Sie grundsätzlich gescheitert! Auch von Ihrem Versuch, mit lautstarken Worttiraden etwas zu konstruieren – das ist ja der Auftrag einer aggressiven Opposition –, ist außer Kraftausdrücken eigentlich nichts übriggeblieben. (Abg. Scheibner: Die Kraftausdrücke sind vom Spindelegger!) Ich meine die Kraftausdrücke des Kollegen Jung! Ist eine Kostprobe gewünscht? Bitte, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Bitte!) Roßtäuschermethoden, Mogelpackung, Verfassungsbruch, Murks, feige und so weiter. (Abg. Schwarzenberger: So hat der Rosenstingl im Verkehrsausschuß auch gesprochen!) Das ist die Methode der FPÖ!
Abg. Scheibner: Wo? Wo? Was für Verunglimpfung?
Zum Kollegen Scheibner möchte ich nur folgendes sagen: Wenn man keine sachlichen Argumente mehr findet, greift man zur persönlichen Verunglimpfung. (Abg. Scheibner: Wo? Wo? Was für Verunglimpfung?) Ich glaube, daß zum Kollegen Spindelegger diese Untergriffe überhaupt nicht passend waren, denn wir sind stolz auf unsere niederösterreichischen Abgeordneten. (Abg. Scheibner: Dann haben Sie seine Rede nicht gehört!) Sie haben zur Zeit keinen Anlaß, auf Ihren niederösterreichischen Abgeordneten Rosenstingl stolz zu sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Dann haben Sie seine Rede nicht gehört!
Zum Kollegen Scheibner möchte ich nur folgendes sagen: Wenn man keine sachlichen Argumente mehr findet, greift man zur persönlichen Verunglimpfung. (Abg. Scheibner: Wo? Wo? Was für Verunglimpfung?) Ich glaube, daß zum Kollegen Spindelegger diese Untergriffe überhaupt nicht passend waren, denn wir sind stolz auf unsere niederösterreichischen Abgeordneten. (Abg. Scheibner: Dann haben Sie seine Rede nicht gehört!) Sie haben zur Zeit keinen Anlaß, auf Ihren niederösterreichischen Abgeordneten Rosenstingl stolz zu sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Immer wenn ihr uns braucht, kommt ihr zu uns und jammert! Das könnt ihr euch sparen in Zukunft! Jammert beim Koalitionspartner!
Im Gegenteil: Sie sollten sich wegen Ihres niederösterreichischen Abgeordneten Rosenstingl still vor sich hin schämen und nicht den Kollegen Spindelegger durch unqualifizierte Untergriffe schlechtmachen. (Abg. Scheibner: Immer wenn ihr uns braucht, kommt ihr zu uns und jammert! Das könnt ihr euch sparen in Zukunft! Jammert beim Koalitionspartner!) Das ist die Wahrheit, und die müssen Sie sich gefallen lassen.
Abg. Scheibner: Das macht aber ihr, vor jeder Wahl!
Ich bin der Meinung, daß unserem Land kein guter Dienst erwiesen wird, wenn man permanent versucht, diese Debatte zu emotionalisieren. (Abg. Scheibner: Das macht aber ihr, vor jeder Wahl!) Habe ich jetzt irgendeine Attacke gegen dich geritten, Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Nein! Aber du hast recht!) War ich unfair, was deine Nervosität erklären würde? Oder sonst irgend etwas? Ist es möglich, einmal ein Argument zu vorzubringen, ohne daß ihr gleich auszuckt? (Abg. Scheibner: Ich sage ja, du hast recht!) Gut!
Abg. Scheibner: Nein! Aber du hast recht!
Ich bin der Meinung, daß unserem Land kein guter Dienst erwiesen wird, wenn man permanent versucht, diese Debatte zu emotionalisieren. (Abg. Scheibner: Das macht aber ihr, vor jeder Wahl!) Habe ich jetzt irgendeine Attacke gegen dich geritten, Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Nein! Aber du hast recht!) War ich unfair, was deine Nervosität erklären würde? Oder sonst irgend etwas? Ist es möglich, einmal ein Argument zu vorzubringen, ohne daß ihr gleich auszuckt? (Abg. Scheibner: Ich sage ja, du hast recht!) Gut!
Abg. Scheibner: Ich sage ja, du hast recht!
Ich bin der Meinung, daß unserem Land kein guter Dienst erwiesen wird, wenn man permanent versucht, diese Debatte zu emotionalisieren. (Abg. Scheibner: Das macht aber ihr, vor jeder Wahl!) Habe ich jetzt irgendeine Attacke gegen dich geritten, Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Nein! Aber du hast recht!) War ich unfair, was deine Nervosität erklären würde? Oder sonst irgend etwas? Ist es möglich, einmal ein Argument zu vorzubringen, ohne daß ihr gleich auszuckt? (Abg. Scheibner: Ich sage ja, du hast recht!) Gut!
Abg. Scheibner: "PfP-plus" und Neutralität ist eine gewagte Sache!
Österreich hat sich, meiner Auffassung nach vernünftigerweise, gegenüber diesen Kooperationsmöglichkeiten erweiterter Form nicht verschlossen, sondern ganz im Gegenteil all jene Kooperationsebenen, die mit unserer verfassungsrechtlichen Grundlage, die gültig ist, vereinbar sind, auf- und wahrgenommen und damit klar seine Bereitschaft unterstrichen, alles, was auf Basis der bisherigen verfassungsrechtlichen Grundlage möglich ist, im Rahmen von Kooperationen zu leisten. (Abg. Scheibner: "PfP-plus" und Neutralität ist eine gewagte Sache!) Alle völkerrechtlichen Gutachter gehen davon aus, lesen Sie auch die neuesten Publikationen zu diesem Thema, nach denen "PfP" und auch "PfP-plus" die maximale Kooperationsmöglichkeit unter der Bündnismitgliedschaft sind. (Abg. Jung: "PfP-plus" nicht mehr!) Ich verweise auch auf künftig erscheinende Publikationen zu diesem Thema. (Abg. Jung: Es gibt auch Verstöße unter der Bündnisschaft!) Das ist die maximale Variante auf Basis der bisherigen verfassungsgesetzlichen Grundlage.
Abg. Scheibner: Da mußt du aber Mitglied werden, Herr Kollege!
Was die Ausführungen des Kollegen Wabl betrifft, möchte ich noch zwei Bemerkungen anfügen: Kollege Wabl hat sich mit einer Frage auseinandergesetzt, die ich für eminent wichtig halte. Er hat die Frage gestellt, ob es in Zukunft etwas geben wird, was über die NATO hinausgeht. Denn wenn man nicht will, daß die USA die einzigen sind, die entscheiden, wer oder was gut oder böse ist, so ist die entscheidende Frage, ob es etwas anderes gibt, das den USA eine nicht so dominante Position zugesteht. (Abg. Scheibner: Da mußt du aber Mitglied werden, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Um das geht es ja nicht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Abkommen, das wir heute beschließen werden, ist meiner Ansicht nach eine konstruktive Fortsetzung des sicherheitspolitischen Weges Österreichs auf Basis unserer gegebenen verfassungsmäßigen Grundlage. Es werden mit diesem Abkommen nicht irgendwelche Apokalypsen kommen, weder werden gleich alle Seilbahnen in Österreich abstürzen, noch wird sofort überall die Todesstrafe verhängt werden, oder welche Schreckensszenarien noch präsentiert wurden. (Abg. Scheibner: Um das geht es ja nicht!) Es ist ein weiterer Schritt der Einordnung Österreichs in ein internationales Krisenmanagement, und das halte ich für richtig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann nehmen wir nur die Pflichten, aber nicht die Rechte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann nehmen wir nur die Pflichten, aber nicht die Rechte!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Abkommen, das wir heute beschließen werden, ist meiner Ansicht nach eine konstruktive Fortsetzung des sicherheitspolitischen Weges Österreichs auf Basis unserer gegebenen verfassungsmäßigen Grundlage. Es werden mit diesem Abkommen nicht irgendwelche Apokalypsen kommen, weder werden gleich alle Seilbahnen in Österreich abstürzen, noch wird sofort überall die Todesstrafe verhängt werden, oder welche Schreckensszenarien noch präsentiert wurden. (Abg. Scheibner: Um das geht es ja nicht!) Es ist ein weiterer Schritt der Einordnung Österreichs in ein internationales Krisenmanagement, und das halte ich für richtig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann nehmen wir nur die Pflichten, aber nicht die Rechte!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!
Herr Minister! Sie haben sich in einem Brief dazu bekannt, daß in Mitteleuropa sehr wohl eine atomwaffenfreie Zone sein soll. Ich zeige Ihnen (die Rednerin zeigt eine Graphik), daß diese atomwaffenfreie Zone de facto existiert. Ich weise darauf hin, daß diese grüne atomwaffenfreie Zone durch einen NATO-Beitritt auf einen feinen grünen atomwaffenfreien Strich reduziert würde. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!)
Abg. Scheibner: Ihr habt uns jahrelang besudelt!
Meine Damen und Herren! Zur Behauptung des Herrn Abgeordneten Stadler, daß die politische Veränderung im Ressort ein anderes Klima geschaffen hätte (Abg. Jung: Nicht ein Wort des Bedauerns!): Ich habe heute einiges vermißt, Herr Abgeordneter Stadler! Denn als Sie vor sieben Monaten hier gesprochen haben, da haben Sie noch Schuldzuweisungen gemacht, da haben Sie noch vom "Genossen" gesprochen, der es war. Ich habe einmal mehr in Erinnerung zu rufen, daß es Schuldzuweisungen von Ihrem Parteiobmann gegeben hat, und zwar Schuldzuweisungen bei den vier Toten in Oberwart. (Abg. Scheibner: Ihr habt uns jahrelang besudelt!)
Sitzung Nr. 121
Abg. Scheibner: Daß die Meldung noch nicht im Haus ist, heißt ja nicht, daß er nicht zurückgetreten ist!
Nun aber, nach diesen leider notwendigen Dingen ... (Abg. Scheibner: Daß die Meldung noch nicht im Haus ist, heißt ja nicht, daß er nicht zurückgetreten ist!)
Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Welches System sollen wir bewundern?
Das ist eine Unterstellung! Ich bin der Meinung, die Personen in den osteuropäischen Staaten sind grundsätzlich als schwer in Ordnung zu betrachten und nicht als Schwerkriminelle, und wir sollten ihnen eigentlich grundsätzlich vertrauen. Sie sind unsere Nachbarn, und sie haben es geschafft, sich von einem kommunistischen System zu befreien. Sie leben nun in einem System, das wir eigentlich sehr bewundern sollten, und ich möchte nicht, daß wir in diesem Haus hier unterstellen, daß bei jeglicher Kontaktaufnahme mit diesen Menschen die Gefahr besteht, daß es sich bei ihnen um Kriminelle handelt. Das würde ich mir verbieten. (Beifall beim Liberalen Forum, bei der SPÖ und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Welches System sollen wir bewundern?)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Krüger: Sie können die Rede ein zweites Mal halten! Dann ersparen Sie sich die Vorbereitung! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Bis heute ist es auch nicht möglich, über kulturpolitische Leitlinien oder gar über Konzepte für den Rest der Legislaturperiode zu diskutieren. (Abg. Dr. Krüger: Der Bereich Kunst ist noch nicht dran!) – Wieso? Wissen Sie eigentlich, daß Herr Morak schon zur Kunst gesprochen hat? Wissen Sie, daß die Diskussion über Frauenangelegenheiten auch schon lange begonnen hat und noch viele Debatten zum ... (Abg. Dr. Krüger: Das Thema Kunst kommt noch!) Wann? Heute? – Entschuldigung! Jetzt habe ich Sie verstanden. Erst wenn Sie geredet haben, ist die Kulturdebatte hier im Haus eröffnet. Danke schön, ich nehme das zur Kenntnis. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Krüger: Sie können die Rede ein zweites Mal halten! Dann ersparen Sie sich die Vorbereitung! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Lebhafte Rufe und Gegenrufe der Abgeordneten Scheibner und Schaffenrath.
Meine Damen und Herren! Auch Schlagworte und Begriffe aus diesem Themenbereich, die Schwerpunkte sind, wie die Bereiche Film, neue Medien und Architektur, drangen nicht an die Öffentlichkeit. (Lebhafte Rufe und Gegenrufe der Abgeordneten Scheibner und Schaffenrath.) Die minimalen Budgetverschiebungen in diesen Bereichen werden weder die darniederliegende österreichische Filmwirtschaft ankurbeln, noch wird mit 100 Millionen Schilling mehr an finanziellen Mitteln im Bereich Architektur etwas Zukunftsweisendes gebaut werden können. Dazu gibt es nur Lippenbekenntnisse. Ich muß hier anmerken, daß das wirklich nichts mit politischem Willen zu tun hat.
Abg. Scheibner: So alt kann die Forderung nicht sein! Das Liberale Forum gibt es noch gar nicht so lange!
Der Herr Staatssekretär, der immer noch nicht anwesend ist, sprach sich zum Beispiel am 18. Juni 1997 für die Einrichtung von fünf bis sechs Stiftungen aus. Über diese Ankündigung habe ich mich besonders gefreut, da dies auch eine alte Forderung des Liberalen Forums ist. (Abg. Scheibner: So alt kann die Forderung nicht sein! Das Liberale Forum gibt es noch gar nicht so lange!) Allerdings habe ich seit damals zu diesem Thema nichts mehr von ihm gehört. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.) Halten Sie mich doch nicht für ... (Abg. Scheibner: Du warst ja Kultursprecherin!) Natürlich! Habt ihr euch damals eigentlich für Kultur interessiert? – Ich glaube nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.) – Meine Damen und Herren! Ich habe leider nicht die Zeit, um auf solche unqualifizierte Einwendungen einzugehen.
Abg. Scheibner: Du warst ja Kultursprecherin!
Der Herr Staatssekretär, der immer noch nicht anwesend ist, sprach sich zum Beispiel am 18. Juni 1997 für die Einrichtung von fünf bis sechs Stiftungen aus. Über diese Ankündigung habe ich mich besonders gefreut, da dies auch eine alte Forderung des Liberalen Forums ist. (Abg. Scheibner: So alt kann die Forderung nicht sein! Das Liberale Forum gibt es noch gar nicht so lange!) Allerdings habe ich seit damals zu diesem Thema nichts mehr von ihm gehört. (Zwischenruf des Abg. Dkfm. Holger Bauer.) Halten Sie mich doch nicht für ... (Abg. Scheibner: Du warst ja Kultursprecherin!) Natürlich! Habt ihr euch damals eigentlich für Kultur interessiert? – Ich glaube nicht. (Beifall beim Liberalen Forum.) – Meine Damen und Herren! Ich habe leider nicht die Zeit, um auf solche unqualifizierte Einwendungen einzugehen.
Abg. Scheibner: Wir sind auch noch da!
†Abgeordneter Paul Kiss¦ (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Sehr geehrte Damen und werter Herr Volksanwalt! (Abg. Scheibner: Wir sind auch noch da!) Hohes Haus! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Vor fünf Jahren – ich blättere in der Zeit etwas zurück – hat Kollegin Stoisits im Zusammenhang mit dem Thema Volksgruppen eine finanzielle Forderung aufgestellt. Aus dem bunten Themenstrauß will ich mir heute die Blume „Volksgruppen“ herausnehmen, obwohl Terezija Stoisits offensichtlich in Eile ist und mir nicht zuhören kann. (Abg. Mag. Stoisits verläßt soeben den Sitzungssaal.) Sie hat im Jahre 1993 gesagt, es sei doch unglaublich, diese Bundesregierung unterstütze die Volksgruppen nicht, nur 30 Millionen Schilling gäbe es für die österreichischen Volksgruppen, es müßten 100 Millionen Schilling sein.
Sitzung Nr. 122
Abg. Scheibner: Wann fangen Sie damit an?
Zur Osterweiterung einige Dinge. Ich wurde hier vor allem bezüglich des Bereiches Burgenland befragt. Es wird versucht, die Grenzübergänge zu verbreitern, zu modernisieren, es wurden Veterinärstellen gebaut, aber es ist vollkommen klar, daß unsere Straßenanbindungen in einigen Dimensionen unzureichend sind. Das betrifft zum Beispiel Bratislava. (Abg. Mag. Stadler: Das ist noch nicht die Osterweiterung!) – Ich rede von der Osterweiterung als Handelsstrom. Daß wir nach Bratislava eine bessere Verbindung brauchen, ist klar. Die Frage Linz-Nord ist ein Problem, die Einbindung des wachsenden Wirtschaftsraumes Enns ist sicherlich auch ein wichtiges mittelfristiges Problem. (Abg. Scheibner: Wann fangen Sie damit an?) – Ich rede von einer Verbindung Wien – Bratislava. – Das liegt im Augenblick in Landeszuständigkeit, und ich erwarte eine diesbezügliche Mitteilung, daß man eine schnellstraßenähnliche Konstruktion haben möchte, die den Jahrzehntebau von Ortsumfahrungen entbehrlich machen würde. (Abg. Scheibner: Was ist mit der West Autobahn?)
Abg. Scheibner: Was ist mit der West Autobahn?
Zur Osterweiterung einige Dinge. Ich wurde hier vor allem bezüglich des Bereiches Burgenland befragt. Es wird versucht, die Grenzübergänge zu verbreitern, zu modernisieren, es wurden Veterinärstellen gebaut, aber es ist vollkommen klar, daß unsere Straßenanbindungen in einigen Dimensionen unzureichend sind. Das betrifft zum Beispiel Bratislava. (Abg. Mag. Stadler: Das ist noch nicht die Osterweiterung!) – Ich rede von der Osterweiterung als Handelsstrom. Daß wir nach Bratislava eine bessere Verbindung brauchen, ist klar. Die Frage Linz-Nord ist ein Problem, die Einbindung des wachsenden Wirtschaftsraumes Enns ist sicherlich auch ein wichtiges mittelfristiges Problem. (Abg. Scheibner: Wann fangen Sie damit an?) – Ich rede von einer Verbindung Wien – Bratislava. – Das liegt im Augenblick in Landeszuständigkeit, und ich erwarte eine diesbezügliche Mitteilung, daß man eine schnellstraßenähnliche Konstruktion haben möchte, die den Jahrzehntebau von Ortsumfahrungen entbehrlich machen würde. (Abg. Scheibner: Was ist mit der West Autobahn?)
Abg. Scheibner: Den gibt es noch?
Zuletzt habe ich, weil er als nächster auf der Rednerliste steht, an Kollegen Höchtl noch eine Frage (Abg. Dr. Höchtl: Ja bitte!): Wie ist es möglich, daß der ÖVP-Vorsitzende in Wien, Görg (Abg. Scheibner: Den gibt es noch?), unter der tätigen Mithilfe der Frau Bundesminister Gehrer jetzt Kernbereiche der ÖVP-Bildungspolitik torpediert – es gibt einen Antrag, gemeinsam beschlossen von ÖVP und SPÖ, in den Bezirken 22 und 23 hier in Wien die Gesamtschule zu etablieren –, Herr Kollege Höchtl? Mit Zustimmung der ÖVP! Sie werden uns erklären, warum. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt!
Zuletzt habe ich, weil er als nächster auf der Rednerliste steht, an Kollegen Höchtl noch eine Frage (Abg. Dr. Höchtl: Ja bitte!): Wie ist es möglich, daß der ÖVP-Vorsitzende in Wien, Görg (Abg. Scheibner: Den gibt es noch?), unter der tätigen Mithilfe der Frau Bundesminister Gehrer jetzt Kernbereiche der ÖVP-Bildungspolitik torpediert – es gibt einen Antrag, gemeinsam beschlossen von ÖVP und SPÖ, in den Bezirken 22 und 23 hier in Wien die Gesamtschule zu etablieren –, Herr Kollege Höchtl? Mit Zustimmung der ÖVP! Sie werden uns erklären, warum. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Ich bilde mir ein, liberal zu sein, aber liberal gegenüber den anderen. So verstehen wir den Begriff "liberal". Viele sind liberal gegenüber sich selbst und nicht liberal gegenüber den anderen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner. ) Ich würde daher bitten, Frau Minister, daß Sie auch das immer wieder wiederholen. Repetitio est mater studiorum. Die Wiederholung ist ein wichtiger Punkt auch in der Frage der Ausbildung.
Sitzung Nr. 123
Abg. Scheibner: Übernehmen Sie dann die Verantwortung?
Der Finanzminister wird die Kosten in Zukunft allerdings nicht dem Landesverteidigungsministerium zuordnen können (Abg. Scheibner: Übernehmen Sie dann die Verantwortung?), sondern sie eigens abzudecken haben – das ist eine unbedingte Notwendigkeit. (Abg. Scheibner: Warum wollen Sie unserem Antrag dann nicht zustimmen?)
Abg. Scheibner: Warum wollen Sie unserem Antrag dann nicht zustimmen?
Der Finanzminister wird die Kosten in Zukunft allerdings nicht dem Landesverteidigungsministerium zuordnen können (Abg. Scheibner: Übernehmen Sie dann die Verantwortung?), sondern sie eigens abzudecken haben – das ist eine unbedingte Notwendigkeit. (Abg. Scheibner: Warum wollen Sie unserem Antrag dann nicht zustimmen?)
Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!
Ich stelle fest, daß die Lösung nicht in der Zerschlagung unserer Landesverteidigung und unseres Bundesheeres liegt, sondern daß eine permanente Anpassung und in Zukunft auch bessere finanzielle Ausstattungen notwendig sind. Es wird immer wieder Heeresgliederungen geben, die neu adaptiert werden müssen (Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!), Heeresgliederungen, die "Neu-Neu" oder vielleicht ein drittes "Neu", Herr Kollege Scheibner, beinhalten. Denn was würden Sie sagen, wenn die Heeresgliederung nicht stattfände und alles stagnierte? (Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!) Dann würden Sie nach einer Änderung rufen und verlangen, nach neuen Gegebenheiten und neuen sicherheitspolitischen Erkenntnissen zu adaptieren! Deshalb gibt es die Heeresgliederung-Neu und Adaptierungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!
Ich stelle fest, daß die Lösung nicht in der Zerschlagung unserer Landesverteidigung und unseres Bundesheeres liegt, sondern daß eine permanente Anpassung und in Zukunft auch bessere finanzielle Ausstattungen notwendig sind. Es wird immer wieder Heeresgliederungen geben, die neu adaptiert werden müssen (Abg. Scheibner: Alle zwei Jahre, Herr Kollege!), Heeresgliederungen, die "Neu-Neu" oder vielleicht ein drittes "Neu", Herr Kollege Scheibner, beinhalten. Denn was würden Sie sagen, wenn die Heeresgliederung nicht stattfände und alles stagnierte? (Abg. Scheibner: Dann setzen Sie doch einmal eine um!) Dann würden Sie nach einer Änderung rufen und verlangen, nach neuen Gegebenheiten und neuen sicherheitspolitischen Erkenntnissen zu adaptieren! Deshalb gibt es die Heeresgliederung-Neu und Adaptierungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Zum Mech-Paket und zur Frage der Beschaffungen darf ich nur der Ordnung halber daran erinnern, daß der Schwerpunkt der Beschaffung bei Fernmelde- und Radargeräten, Ablenkwaffen, Gefechtssimulatoren, Wärmebildkameras und ähnlichen Verbesserungen für die Mannschaft liegt. Beim ULAN ist die Beschaffung in der Abschlußphase, beim PANDUR müssen nach der Durchführung von Tests noch Optimierungen gemacht werden (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) – Sie wissen das, Herr Scheibner –, und LEOPARD und JAGUAR sind im Zulauf.
Abg. Scheibner: Lächerlich! 200!
Herr Bundesminister, Sie müssen sich einmal über die tatsächlichen Erfordernisse klarwerden. Es geht nicht an, etwa auf der einen Seite – Kollege Scheibner hat das bereits ausgeführt – zu sagen, wir kaufen 200 PANDUR (Abg. Scheibner: Lächerlich! 200!), auf der anderen Seite aber dann darüber zu debattieren, ob die 68 Panzer für die UNO in dieser Anzahl bereits enthalten sind oder nicht.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In der Diskussion waren einige wenige tausend Soldaten Unterschied zwischen unseren Überlegungen und jenen des Bundesministeriums für Landesverteidigung. (Abg. Murauer: Aber das hat zuerst anders ausgeschaut!) Wir haben uns in der Mitte getroffen, aber nie – nie! – ist von einer Halbierung des Bundesheeres gesprochen worden. Jedenfalls kompetente und zuständige Sicherheitspolitiker haben das nie erwähnt! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: 20 Prozent werden wieder weggestrichen!
Worum es uns gegangen ist, ist die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht und des Milizsystems. Kollege Scheibner, dieses lassen wir uns nicht zerschlagen, wir werden weiter daran festhalten, und auch der Herr Bundesminister hatte nie die Absicht, das Milizsystem zu zerstören. (Abg. Scheibner: 20 Prozent werden wieder weggestrichen!) Worum es uns gegangen ist, ist, das für 1998 und 1999 vereinbarte Personalstandsziel und das erwünschte Einsparungspotential zu erreichen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Kollege Maitz! Herr Kollege Scheibner und alle, die Sie hier ein Plädoyer für die Sicherheit gehalten haben! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich weiß nicht, wie Ihre Wahrnehmung ist, aber ich lese von keinen wild gewordenen, rabiaten Diktatoren in unserer Nachbarschaft, die Krieg führen wollen. Ich lesen von keinem Verrückten ... (Abg. Scheibner: Das Problem ist, daß man das vorher nicht weiß! – Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Abg. Scheibner: Das Problem ist, daß man das vorher nicht weiß! – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Herr Kollege Maitz! Herr Kollege Scheibner und alle, die Sie hier ein Plädoyer für die Sicherheit gehalten haben! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich weiß nicht, wie Ihre Wahrnehmung ist, aber ich lese von keinen wild gewordenen, rabiaten Diktatoren in unserer Nachbarschaft, die Krieg führen wollen. Ich lesen von keinem Verrückten ... (Abg. Scheibner: Das Problem ist, daß man das vorher nicht weiß! – Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Abg. Scheibner: Warum schließt das eine das andere aus?
Herr Abgeordneter Scheibner! Aber wissen Sie, wovon ich in letzter Zeit jeden Tag lese? – Von einem Bedrohungsbild, das Sie sehr wohl aufgelistet haben: von der ökologischen Bedrohung; davon lese ich. Ich lese, daß wir direkt vor der Haustür eine Bombe lagern haben, Mochovce genannt (Abg. Scheibner: Warum schließt das eine das andere aus?), und Sie denken über die Frage nach: Wie viele Panzer können wir denn noch beim vorhandenen Budget kaufen? und erklären hier sonst den "Bankrott" des Bundesheeres. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: ABC-Truppen!)
Abg. Scheibner: Da würden wir uns Geld sparen ...!
Die Sicherheitspolitik, die Österreich jetzt ergreifen und machen müßte, wäre eine ganz andere. Wir geben jetzt 11 Milliarden Schilling für das Mech-Paket Panzer aus! 11 Milliarden Schilling! Meine Damen und Herren! Ich bemühe mich, jetzt einmal in Ihrer militärischen Logik zu denken. (Abg. Murauer: Nein, das gelingt nicht! – Abg. Jung: Es genügt, wenn Sie logisch denken!) Denken Sie einmal über folgendes nach: Die NATO-Armee, die Sie ja so sehr lieben und in die Sie sich ja am liebsten sofort eingliedern würden (Abg. Scheibner: Da würden wir uns Geld sparen ...!), hat einen gewissen Rüstungsstand erreicht – ich glaube, die NATO-Armee ist eine der höchstgerüsteten, wahrscheinlich die mächtigste und stärkste Armee der Welt; und jetzt frage ich Sie in Ihrer militärischen Logik –, und was würde unser 11-Milliarden-Schilling-Panzer-Paket an zusätzlicher Sicherheit in diesem mächtigen Apparat der NATO ausrichten?
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich bitte um ein vernünftiges Argument! Wir haben die höchstgerüstete Armee der Welt vor uns. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Er will beitreten, Herr Scheibner, er will die Armee mit den wunderschönen Soldaten und Generälen in die NATO eingliedern, und Sie wollen der österreichischen Bevölkerung erklären, daß diese 100 oder 200 oder 300 Panzer – ich weiß nicht, wie viele letztendlich ausgehandelt werden werden – irgend etwas zusätzlich zur Sicherheit beitragen! Erklären Sie das bitte – ich weiß nicht wem! (Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!) Das Wort "Vernunft" ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht, "ratio" hat nämlich irgend etwas mit Logik zu tun, und ich kann mir nicht vorstellen, daß die NATO-Armee durch diese 11 Milliarden Schilling stärker wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. )
Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!
Ich bitte um ein vernünftiges Argument! Wir haben die höchstgerüstete Armee der Welt vor uns. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Er will beitreten, Herr Scheibner, er will die Armee mit den wunderschönen Soldaten und Generälen in die NATO eingliedern, und Sie wollen der österreichischen Bevölkerung erklären, daß diese 100 oder 200 oder 300 Panzer – ich weiß nicht, wie viele letztendlich ausgehandelt werden werden – irgend etwas zusätzlich zur Sicherheit beitragen! Erklären Sie das bitte – ich weiß nicht wem! (Abg. Scheibner: Jeder muß seinen Beitrag leisten!) Das Wort "Vernunft" ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht, "ratio" hat nämlich irgend etwas mit Logik zu tun, und ich kann mir nicht vorstellen, daß die NATO-Armee durch diese 11 Milliarden Schilling stärker wird. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. )
Abg. Scheibner: Aber real ist das ein ordentliches Minus! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Mehr Geld ist ja noch nicht eine bessere Politik, Herr Minister!
Zur Frage des Budgets und zu den hier aufgestellten Behauptungen und Äußerungen: Tatsache ist, daß sich das Budget für Landesverteidigung seit dem Jahr vor meinem Amtsantritt um genau ein Viertel, um genau 25 Prozent erhöht hat: von 17,2 Milliarden auf jetzt 21,5 Milliarden Schilling. (Abg. Scheibner: Aber real ist das ein ordentliches Minus! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Mehr Geld ist ja noch nicht eine bessere Politik, Herr Minister!)
Abg. Scheibner: Machen Sie endlich etwas für diese Leute! Arbeiten Sie für diese Leute!
Ich möchte mich daher bei dieser Gelegenheit auch bei den Offizieren und bei den Beamten, bei den Unteroffizieren, bei allen Soldaten – auch bei den Grundwehrdienern – für ihre Einstellung, für ihren Idealismus, für ihre Bereitschaft und für ihr hohes Leistungsvermögen bedanken. (Abg. Scheibner: Machen Sie endlich etwas für diese Leute! Arbeiten Sie für diese Leute!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Einiges konnte erreicht werden: Als ich dieses Amt angetreten habe, haben wir über ein paar Dutzend Panzerabwehrlenkwaffen verfügt. Seither gibt es nicht nur BILL, sondern auch Mistral, Sidewinder und jetzt auch Hot 2 und Hot 3. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!
Natürlich wird auch immer wieder versucht – mir ist das ja durchaus bekannt –, alles schlechtzumachen. (Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!) – Ich möchte Ihnen hier sagen, Herr Abgeordneter Scheibner: Genau das Gerät, das Sie vorhin kritisiert haben, ist vor wenigen Monaten, vor wenigen Wochen genau in dieser Konfiguration noch im stärksten NATO-Staat Europas, nämlich in der deutschen Bundeswehr, im Einsatz gestanden: zur vollsten Zufriedenheit der dortigen Soldaten und Generäle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Und es kann nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich schlecht und unbrauchbar geworden und nur noch eine Schönwetterwaffe sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Natürlich wird auch immer wieder versucht – mir ist das ja durchaus bekannt –, alles schlechtzumachen. (Abg. Scheibner: Das sind die Leute, die mit dieser Waffe arbeiten, tagtäglich! Wissen die nichts? Nur Sie wissen alles?!) – Ich möchte Ihnen hier sagen, Herr Abgeordneter Scheibner: Genau das Gerät, das Sie vorhin kritisiert haben, ist vor wenigen Monaten, vor wenigen Wochen genau in dieser Konfiguration noch im stärksten NATO-Staat Europas, nämlich in der deutschen Bundeswehr, im Einsatz gestanden: zur vollsten Zufriedenheit der dortigen Soldaten und Generäle. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Und es kann nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich schlecht und unbrauchbar geworden und nur noch eine Schönwetterwaffe sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wer weiß mehr: Ihre Kommandanten oder Sie?
Wenn es dazu gedient hat, im Kalten Krieg eine entsprechend leistungsfähige Abwehrwaffe zu sein, dann ist es nicht nach dem Ende des Kalten Krieges plötzlich ein völlig nutzloses Gerät. Das sollten Sie bei Ihren Äußerungen durchaus auch bedenken. (Abg. Scheibner: Wer weiß mehr: Ihre Kommandanten oder Sie?)
Abg. Scheibner: Wieso weiß das Ihr Koalitionspartner nicht? Wieso weiß das der eigene Koalitionspartner nicht?
Natürlich gibt es dabei auch immer wieder einige Maßnahmen, die gar nicht so leicht durchzusetzen sind. Herr Abgeordneter Gaál hat heute eine davon angesprochen, indem er Herrn Abgeordneten Murauer darauf hingewiesen hat, er hätte sich dafür einsetzen sollen, daß in Steyr nicht geschlossen wird. Herr Abgeordneter Gaál! Wenn Herr Abgeordneter Murauer erst jetzt draufkäme, wenn er nicht bereits vor Monaten darauf eingewirkt hätte, daß es zu keiner Schließung kommt, und auch Erfolge erzielt hat, nämlich in der Form, daß nicht nur der Standort Kirchdorf erhalten wurde, der sogar ausgebaut wird, sondern daß auch Steyr noch nicht geschlossen wurde, dann wäre das sicherlich eine richtige Kritik. (Abg. Scheibner: Wieso weiß das Ihr Koalitionspartner nicht? Wieso weiß das der eigene Koalitionspartner nicht?) Das ist aber nicht so, denn er hat sich rechtzeitig dafür eingesetzt und hat dadurch auch entsprechende Erfolge erzielen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da lacht sogar der Herr Minister, Kollege Maitz!
Zum umfassenden Sicherheitsbegriff steht die Volkspartei seit jeher. (Abg. Dr. Graf: Da lacht sogar der Herr Minister!) Ich habe große sachliche Achtung vor dem Herrn Finanzminister. (Abg. Scheibner: Da lacht sogar der Herr Minister, Kollege Maitz!) Ich habe auch Verständnis für den gesunden "Wiener Schmäh". Ich möchte aber aus der Budgetrede des Herrn Finanzministers einen Satz zitieren:
Abg. Scheibner: Sie lesen nur Ihre Pressemeldung vor!
Herr Kollege Scheibner hat sich heute hier als wahrlich apokalyptischer Reiter zu profilieren versucht und hat alles in Frage gestellt. – So ist es aber nicht, wie Sie das sagen! (Abg. Scheibner: Sie lesen nur Ihre Pressemeldung vor!)
Abg. Scheibner: Die gibt es nicht mehr!
Meine Damen und Herren! Neutrale Staaten als Sicherheitsbündnispartner zu suchen, ist eine schöne Sache. (Abg. Scheibner: Die gibt es nicht mehr!) Wir wissen aber, daß ein neutraler Staat im Ernstfall niemals einem anderen beistehen wird, da er eben neutral ist. Ich sehe daher diese Option leider nicht. Was hätten wir übrigens von einer nordischen Option mit Finnland und Schweden? Wir leben in Mitteleuropa, und unsere Nachbarn wollen in die NATO-Neu. Darum ist, so glaube ich, auch dieser Weg zu verneinen.
Abg. Scheibner – zu dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Fasslabend –: Das war wirklich arg mit diesem Bericht!
Herr Minister! Wären Sie bereit, im Sinne des Pluralismus, aber auch im Sinne des Verfassungsbogens – denn noch sind wir neutral und allianzfrei, und die Optionen stehen uns zumindest theoretisch offen, davon kann ich, wenn ich der Debatte lausche, ausgehen –, zum Beispiel unseren Optionenbericht allen zur Verfügung zu stellen, indem Sie die Auflage auf Ihre Kosten noch einmal nachdrucken und dann den Militärs und allen Interessierten – vielleicht mittels eines Adressenkataloges, wie das auch bei dieser Broschüre der Fall war – zur Verfügung stellen? (Abg. Scheibner – zu dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Dr. Fasslabend –: Das war wirklich arg mit diesem Bericht!)
Abg. Jung: Oja! – Abg. Scheibner: Alle sind da!
Zum Schluß möchte ich noch etwas zur FPÖ sagen, obwohl das, was ich ansprechen möchte, jetzt schon vier Stunden zurückliegt, aber nichtsdestotrotz: Es ist natürlich sehr plump – Kollege Jung ist nicht da (Abg. Jung: Oja! – Abg. Scheibner: Alle sind da!) –, hier herauszugehen und zu sagen: Bitte, da haben wir es! Jetzt haben wir die Frauen beim Militär, und jetzt steigt eine nach der anderen aus. Sie haben das Beispiel von den zehn kleinen Negerlein gebracht. (Abg. Jung: Verstehen Sie mich nicht miß! Ich habe gesagt, der Herr Minister hat zuviel versprochen!)
Abg. Scheibner: Der ist aus Pappendeckel!
Jetzt frage ich mich: Auf der einen Seite haben wir die PANDUR. Wir schicken sie auch zu internationalen Einsätzen wie etwa MINURSO. Nur, wenn wir sie zu MINURSO schicken und es einen Ausfall oder ein Unglück gibt oder tatsächlich jemand verletzt wird, dann haben wir im PANDUR keine Transportkapazität mit San-Ausstattung: Das gibt es nicht. Es gibt einen einzigen PANDUR, der das hat, den kann man besichtigen, aber der ist nicht einsatzfähig. (Abg. Scheibner: Der ist aus Pappendeckel!) Jetzt frage ich mich: Was wird geschehen? Schickt man zehn PANDUR, die hurtig unterwegs sind, und wenn etwas passiert, kommt ein Haflinger oder was immer, oder es kommt jemand mit der Tragbahre?
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kamele wären auch möglich!
Meine Redezeit ist abgelaufen. – Sanität ist wichtig, erste Hilfe ist notwendig – Herr Bundesminister, handeln Sie in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kamele wären auch möglich!)
Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe bei diesem Kapitel meinen Vorrednern eigentlich sehr intensiv zugehört. Ich habe festgestellt, daß sehr viele Vorredner auf Mängel hingewiesen und sehr viel an Kritik geübt haben (Abg. Jung: Lauter Soldaten!) – frühere Soldaten haben das getan, Herr Kollege Jung –, ich habe aber gerade von Ihnen, Herr Kollege Jung, kein einziges Wort darüber gehört, was unsere Soldaten an Positivem geleistet haben. (Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!) Aber es geht auch um unsere Soldaten, Herr Kollege Scheibner, Sie müßten das wissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!
Abgeordneter Willi Sauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich habe bei diesem Kapitel meinen Vorrednern eigentlich sehr intensiv zugehört. Ich habe festgestellt, daß sehr viele Vorredner auf Mängel hingewiesen und sehr viel an Kritik geübt haben (Abg. Jung: Lauter Soldaten!) – frühere Soldaten haben das getan, Herr Kollege Jung –, ich habe aber gerade von Ihnen, Herr Kollege Jung, kein einziges Wort darüber gehört, was unsere Soldaten an Positivem geleistet haben. (Abg. Scheibner: Es geht jetzt nicht um die Soldaten, es geht um die Rahmenbedingungen, die man diesen Soldaten bietet!) Aber es geht auch um unsere Soldaten, Herr Kollege Scheibner, Sie müßten das wissen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, für die Soldaten soll man ja etwas machen!)
Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!
Da ist zunächst der Assistenzeinsatz des Bundesheeres an den Grenzen. Dieser Assistenzeinsatz ist entscheidend zur Grenzsicherung (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll ihn das Innenressort!) , zum Grenzschutz der österreichischen Grenzen. Und gerade Sie sollten sich vielleicht daran erinnern, weil Sie immer wieder sagen: Ausländer raus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das sagen nicht wir! – Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es wer anderer!) Gerade diese Soldaten sorgen dafür, daß weniger Ausländer zu uns hereinkommen, nämlich illegal zu uns hereinkommen können. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wir wollen, daß die Kosten reduziert werden!) Diese Grenzsicherung, in Kombination mit den einzelnen Kräften der Exekutive, ist ein wesentlicher Faktor. (Abg. Dr. Ofner: Aber zahlen soll es das Innenressort! Da werden Sie doch nichts dagegen haben!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister Fasslabend muß nunmehr seit bereits acht Jahren Kritik von hüben und drüben einstecken, aber stellen Sie sich vor: Er ist der längstgediente Verteidigungsminister der Zweiten Republik! (Abg. Gaál: Das ist eine Zeiterscheinung!) – Das ist keine Zeiterscheinung, sondern, Herr Kollege Gaál, er muß sich schon besonders bewährt haben, um im Hagel dieser Kritik überstehen zu können. – Gratuliere, Herr Bundesminister! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Klar, weil der Minister aus Niederösterreich ist!
Für mich sind die beste Nutzung und Effektivität wichtig, und ich würde Sie daher bitten, Herr Verteidigungsminister, noch einmal über folgendes nachzudenken: Oberösterreich ist mit seinen acht Kasernenstandorten beispielsweise gegenüber Niederösterreich stark unterrepräsentiert (Zwischenruf des Abg. Jung ), und meines Wissens und meiner Erfahrung nach müssen pro Jahr 1 000 Oberösterreicher in Niederösterreich ausgebildet werden. (Abg. Scheibner: Klar, weil der Minister aus Niederösterreich ist!) Es stellt sich daher die Frage, ob nicht trotz allem die Trollmann-Kaserne in Steyr einer anderen Nutzung als der von Ihnen vorgeschlagenen zugeführt werden kann. Denn die Lösung, die Sie für Steyr vorschlagen, ist eine Übergangslösung. Während des Umbaus der Heeresunteroffiziersakademie in Enns sollen Kurse in Steyr abgehalten werden. Wenn der Umbau abgeschlossen ist, ist das dann aber das Aus der Trollmann-Kaserne in Steyr. Und dem können wir angesichts der Tatsache, daß jährlich 1 000 Jungmänner von Oberösterreich in ein anderes Bundesland – sprich: nach Niederösterreich – gehen müssen, nicht zustimmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Welchen Dienstgrad hat ein Pferd?
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich zum vorhandenen Budgetrahmen einmal mehr die Forderungen der Sozialdemokraten nach der Erstellung eines langfristigen Investitionsplanes und der Festlegung von Beschaffungsprioritäten verstärken. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Welchen Dienstgrad hat ein Pferd?)
Abg. Scheibner: Du bist ein Milizsoldat!
Unsere Bedrohungssituation ist eine andere – auch das ist heute schon mehrmals angeklungen –: Es ist die Bedrohungssituation der Migration (Abg. Scheibner: Du bist ein Milizsoldat!), des Schlepperwesens und der organisierten Kriminalität. Und diese Bedrohungsszenarien sind eben hauptsächlich im Innenressort angesiedelt und im Innenressort zu behandeln. Daher ist es durchaus verständlich, daß von einer Milliarde Schilling 900 Millionen in das Innenressort gehen, weil dort ein höherer Bedarf ist.
Sitzung Nr. 124
Abg. Scheibner: Der ist gescheit, der Cap! Der gefällt mir immer besser!
Es wird Kollege Cap zitiert, der gesagt hat: "Ich bin momentan Gegner der Osterweiterung." – Das finde ich schade, Herr Cap. (Abg. Scheibner: Der ist gescheit, der Cap! Der gefällt mir immer besser!) 40 000 Arbeitsplätze und ein Handelsüberschuß – ist das wirklich so schlecht? Glauben Sie wirklich, daß das gefährdet wird, wenn sich die Grenzen öffnen?
Abg. Scheibner: Jetzt muß der übliche Schlag gegen die FPÖ wieder kommen!
Ich finde es lustig, daß eigentlich manche Leute von jener Fraktion, die am massivsten gegen die Osterweiterung auftritt, sehr wohl davon profitieren. Schade, daß Herr Kollege Prinzhorn nicht mehr da ist. (Abg. Scheibner: Jetzt muß der übliche Schlag gegen die FPÖ wieder kommen!) Prinzhorn hat Firmen in Ungarn, ich glaube aber nicht, daß er schlaflose Nächte verbringt oder jetzt in wirtschaftlicher Not ist. Als er nur Firmen in Österreich hatte, ging es ihm meiner Ansicht nach schlechter als jetzt. Er ist also ein Nutznießer dieses Öffnungsgedankens. Ich weiß nicht, ob das mit den Grundsätzen der Freiheitlichen Partei wirklich zu vereinbaren ist. Vielleicht darf er dann gar nicht diesen Zettel unterschreiben, wenn er sich erlaubt, in Ungarn Firmen zu haben. Trauen Sie Ihrem Wirtschaftsfachmann innerhalb Ihrer Partei, und Sie werden sehen, Sie fahren nicht schlecht damit! Er ist offensichtlich kein Mensch, der Not leidet.
Abg. Scheibner: Zur Wortwahl!
Das ist das Problem. Sie schüren in Österreich Bedürfnisse, entwerfen Angstszenarien und wundern sich, warum die Bevölkerung dermaßen gegen die Osterweiterung ist. Sie operieren mit falschen Zahlen, mit falschen Elementen, und das halte ich nicht für korrekt. Auch Kollege Verzetnitsch – was ist er eigentlich? –, nach wie vor ÖGB-Vorsitzender und Vorsitzender aller Gewerkschaften Europas, führt das zu einer Dramaturgie, die eigentlich nur mehr widerlich ist. (Abg. Scheibner: Zur Wortwahl!) Er sagt: Die Osterweiterung führt dazu, daß in Österreich erstens massiv Arbeitsplätze verlorengehen werden und daß zweitens zwischen 200 000 und 500 000 Personen in Österreich Arbeit suchen werden. – Das ist nicht wahr! Das ist schlichtweg nicht wahr! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Sitzung Nr. 125
Abg. Scheibner: Habe ich das richtig verstanden: Sie wollen eine Gleichstellung der Ehe mit anderen Lebensformen?
Das letzte Thema, das ich anschneiden will, betrifft die Diskussion rund um die Verankerung von Ehe und Familie in der Verfassung. Ein erster Schritt müßte zumindest die Gleichstellung von Ehe und Familie mit anderen Lebensformen sein. (Abg. Scheibner: Habe ich das richtig verstanden: Sie wollen eine Gleichstellung der Ehe mit anderen Lebensformen?) Eine Bevorzugung von Ehe und Familie wäre aber insofern erforderlich, als die Ehepartner und Familienmitglieder sowohl aufgrund ihres persönlichen Verständnisses als auch aufgrund von gesellschaftspolitischen Erwartungen weitreichende Verpflichtungen füreinander übernehmen und die damit verbundenen Leistungen auch erbracht werden.
Abg. Scheibner: Skandal!
Insbesondere eines stimmt mich bedenklich, und daran sieht man die parteipolitische Ausrichtung dieses Bundesjugendringes, der nur eine Verteilstelle ist und Geld kostet. Der Ring Freiheitlicher Jugend hat ein Aufnahmeansuchen gestellt, und dieses ist – man müßte sagen, fast skandalös – mit der Begründung abgelehnt worden, diese Jugendorganisation distanziere sich nicht vom Parteiobmann der Freiheitlichen Partei Jörg Haider. (Abg. Scheibner: Skandal!) Da müßte wirklich der Jugendminister eingreifen, denn das hat mit Jugendpolitik nichts mehr zu tun. Daran sieht man auch, was damit beabsichtigt ist.
Sitzung Nr. 127
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. - Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie wissen ganz genau, daß Ihr Antrag bedeuten würde, daß Sie erst nach Monaten oder - wahrscheinlich ist das Ihr Wunsch - erst nach der nächsten Nationalratswahl geprüft werden. Aber dieses Spiel machen wir nicht mit. Ich frage Sie: Haben Sie etwas zu vertuschen? (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. - Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 130
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Wabl: Das ist doch eine Frage, ob wir eine demokratische Republik sind! – Weitere Zwischenrufe.
Das Völkerrecht hat dem Menschen zu dienen und nicht der Mensch dem Völkerrecht. Auch das muß klar gesagt werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Wabl: Das ist doch eine Frage, ob wir eine demokratische Republik sind! – Weitere Zwischenrufe.) – Nein, wir nützen den Bewegungsspielraum aus. Nein, wir bewegen uns in diesem Raum, das habe ich vorhin gesagt, Kollege Scheibner. Also wir bleiben dabei, daß das Völkerrecht dem Wesen des Staates, des Landes zu dienen hat und nicht umgekehrt. Das ist nicht dogmatisch abzuhandeln. Die Bewegungsmöglichkeiten, die das Völkerrecht gibt, auch das Neutralitätsrecht, sollen in den Dienst des Landes gestellt werden und nicht umgekehrt. Und dafür ist der Vertrag von Amsterdam zweifellos eine Chance. (Abg. Wabl: Dann lassen Sie das Volk entscheiden! Wieso lassen Sie nicht das Volk entscheiden?!) – Weil wir eine Verfassung, eine Aufgabenteilung haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kammerlander: Aber Sie haben das versprochen!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Eine Sauerei ist das!
Ich vermute nämlich etwas anderes, meine Damen und Herren: eine Nahebeziehung zwischen der Freiheitlichen Partei und einer sehr wichtigen Institution in diesem Land, nämlich dem Heeres-Nachrichtenamt. (Abg. Jung: Mit einem schwarzen Chef!) Der Herr Abgeordnete Jung verbindet seine Abgeordnetentätigkeit mit einer Tätigkeit im Heeres-Nachrichtenamt, und das scheint mir gefährlich zu sein, meine Damen und Herren. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Eine Sauerei ist das!)
Abg. Scheibner: Einen Ordnungsruf sollte er bekommen! – Abg. Edler: Aufklärung!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Vorweg als erstes noch etwas, was im Rahmen der tatsächlichen Berichtigung nicht gesagt werden konnte: Der Leiter des Heeres-Nachrichtenamtes ist ein führender ÖVP-Funktionär. Der hat mich ins Heeres-Nachrichtenamt geholt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Er war dort haushoch mit mir zufrieden, aufgrund meiner Tätigkeit habe ich eine besondere Auszeichnung bekommen, und er ist nach wie vor mit meiner Tätigkeit zufrieden. Und diese ganzen Dummheiten (anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), die Kollege Spindelegger hier behauptet hat ... (Abg. Scheibner: Einen Ordnungsruf sollte er bekommen! – Abg. Edler: Aufklärung!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Ich möchte nun zur Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik kommen. Es ist klar, daß mit dem Vertrag von Amsterdam die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik gestärkt wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Natürlich wäre mehr möglich gewesen, Herr Kollege Scheibner, aber es werden Schritte gesetzt, die in die richtige Richtung gehen, Schritte, durch die die Europäische Union in einem dynamischen Prozeß zu einer politischen Entscheidungsfindung in Fragen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik kommen wird.
Abg. Scheibner: Fußnote, Kollege Wabl!
Abgeordneter Andreas Wabl (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Als Mitglied des österreichischen Nationalrates und als Mitglied einer Partei, die nur wenige Prozent Wähleranteil in der Bevölkerung hat, habe ich bisher immer eine Sicherheit gehabt – zumindest habe ich gewußt, ich kann um diese Sicherheit kämpfen –, und das war jene Sicherheit, daß ich der Meinung war, daß das, was in der österreichischen Verfassung steht, auch von diesem Haus verteidigt wird. (Abg. Scheibner: Fußnote, Kollege Wabl!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lassen Sie sich etwas Besseres einfallen!
Wir sind ebenfalls der Meinung, daß der Tierschutz nicht nur in Österreich bundesweit geregelt werden muß, sondern auch in der EU. Allerdings können wir den Antrag, der vom letzten Redner eingebracht worden ist, nicht ernst nehmen, denn wir glauben, das ist eine Überrumpelungstaktik. Sie sind ja immer fürs Diskutieren. Ich glaube, die Inhalte dieses Antrages gehören diskutiert. Deswegen werden wir ihn ablehnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lassen Sie sich etwas Besseres einfallen!)
Sitzung Nr. 133
Abg. Scheibner: Und jetzt?
Noch 1990 wäre es nicht möglich gewesen, Wirtschaftssanktionen gegen einen Rechtsbrecher, wenn diese von der UNO verhängt werden, mitzutragen, denn die klassische Neutralität hat das damals ausgeschlossen. – Wir haben natürlich Überflugsrechte gegeben, wir haben Waffentransporte, Panzertransporte durch Österreich ermöglicht, und wir haben natürlich voll an Wirtschaftssanktionen teilgenommen. (Abg. Scheibner: Und jetzt?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Scheibner: Also steht sie doch im Tabernakel!
Es verlangt die Ehrlichkeit, daß wir das unseren Mitbürgern sagen. Der Amsterdamer Vertrag ist ja nur die Anwendung des gleichen Prinzips im europäischen Maßstab, was wir weltweit machen: Solidarität üben gegen Rechtsbrecher, Frauenvergewaltiger, Kindertöter. Amsterdam macht es möglich, wenn die zuständigen Gremien, die zuständigen Organe der Republik es beschließen, daß wir auch da Solidarität üben. Und wir von der Volkspartei glauben, daß man diese differenzierte Neutralität unseren Mitbürgern klar vor Augen führen muß. Die alte, klassische Neutralität steht in der Tat im Tabernakel, sie steht in der Schatzkammer der Republik; wir können sie dort bewundern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Abg. Scheibner: Also steht sie doch im Tabernakel!)
Abg Scheibner: Wir sind jetzt auch allein! Was haben Sie gemacht in den letzten 40 Jahren?
Meine Damen und Herren! Ehrlichkeit ist verlangt, auch Ehrlichkeit gegenüber der Landesverteidigung. Wenn wir allein bleiben wollen, dann müssen wir unser Heer entsprechend ausrüsten. (Abg Scheibner: Wir sind jetzt auch allein! Was haben Sie gemacht in den letzten 40 Jahren?) Und wenn wir der NATO beitreten wollen oder bei der "Partnerschaft für den Frieden"-Plus mitmachen wollen, dann müssen wir unser Heer entsprechend umorganisieren und Minister Fasslabend nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch unterstützen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jung: Aber Sie auch in der ÖVP!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Da Peter Schieder jetzt hereingekommen ist, sage ich ganz bewußt: Ich finde die heutige sicherheitspolitische Diskussion hochinteressant, und zwar deswegen, weil sie ehrlich war. Andreas Khol hat leidenschaftlich gesagt, daß an der NATO kein Weg vorbeiführt. Der Fraktionsführer der Sozialdemokraten hat eigentlich in einer sehr bemerkenswerten Weise – wenn ich richtig zugehört und interpretiert habe – gemeint, im Prinzip sind wir hier nicht unüberbrückbar auseinander. Und das gleiche gilt auch für die meisten der Oppositionsredner, denn klarerweise ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) – Moment! Es ist wichtig, daß man das auch noch herausarbeitet – als Chance für eine solche Debatte, ohne Polemik.
Abg. Scheibner: Davon müssen Sie halt einmal Ihren Kanzler überzeugen!
Es war sehr wichtig, das herauszuarbeiten, und für mich sehr positiv. Dann kann man tatsächlich diskutieren, wie die Beistandsverpflichtungen des Artikels 5 bei der WEU und bei der NATO sind. Wenn wir so weit sind, daß wir etwa die Beistandsverpflichtung in der WEU als eine außer Streit stehende Frage ansehen könnten – ich bin einmal so vorsichtig –, dann sage ich ganz offen, daß sie in vielen Punkten sogar härter und eindeutiger formuliert ist als bei der NATO. (Abg. Jung: Das lehnt doch der Kanzler ab, die Beistandsverpflichtung!) Dann sind wir, so glaube ich, in der sicherheitspolitischen Diskussion heute vielleicht sogar einen großen Schritt, intellektuell gesehen, weitergekommen. (Abg. Scheibner: Davon müssen Sie halt einmal Ihren Kanzler überzeugen!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich wäre absolut dagegen, Jugoslawien angesichts seiner derzeitigen Vorgangsweise in den Europarat aufzunehmen. Da muß sich vorher noch vieles ändern in Jugoslawien. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.) Aber dort, wo man darüber nachdenkt, wie man Krisen bewältigt, wie etwa jene im Kosovo – darauf möchte ich noch kurz eingehen –, soll es so rasch wie möglich gehen, damit die Situation im Interesse der Menschen dort friedlich bewältigt werden kann. Und da braucht man auch Jugoslawien mit am Tisch, da muß man mit Jugoslawien reden, um einen Sonderstatus für den Kosovo mit einer weitgehenden Autonomie innerhalb Jugoslawiens durchzusetzen, um die Einhaltung der Menschenrechte durchzusetzen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Wie viele Leute sollen noch sterben, bis Sie kapieren, daß Verhandlungen nichts nützen!?
Kollege Scheibner! Das werden Sie letzten Endes auch und vor allem durch Dialog machen müssen. (Abg. Scheibner: Wie viele Leute sollen noch sterben, bis Sie kapieren, daß Verhandlungen nichts nützen!?) Drohungen alleine nützen leider nichts, das hat die Vergangenheit bereits gezeigt.
Abg. Dr. Haider: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Skandalös!
Regierungsvorlagen werden abgesetzt, und dann werden pornographische Inhalte, härteste Hardcore-Pornographie von der Regierung unterstützt? (Abg. Dr. Haider: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Skandalös!) Wissen Sie das, Herr Minister? Wissen Sie, daß im Jahr 1996 für diese Vereine 900 000 S an Subventionen geflossen sind? Können Sie mir das im gesamten Konnex des Kindesmißbrauchs, der uns alle betrifft, in irgendeiner Weise erklären? – Es ist mir geradezu unvorstellbar.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie reden jedesmal das gleiche! – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das!
Meine Damen und Herren! Das Thema des Kindesmißbrauchs ist für die Bundesregierung viel zu wichtig, als daß ich hier auf die Parteipolitik oder Polemik Ihrer Seite eingehen möchte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie reden jedesmal das gleiche! – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das!) Der Mißbrauch von Kindern ist eine schreckliche Erfahrung für das Opfer und für die Angehörigen, er ist ein schwerwiegendes Problem für die gesamte Gesellschaft. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Ungeheuerlich!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Ungeheuerlich!
Meine Damen und Herren! Das Thema des Kindesmißbrauchs ist für die Bundesregierung viel zu wichtig, als daß ich hier auf die Parteipolitik oder Polemik Ihrer Seite eingehen möchte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Haider: Sie reden jedesmal das gleiche! – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das!) Der Mißbrauch von Kindern ist eine schreckliche Erfahrung für das Opfer und für die Angehörigen, er ist ein schwerwiegendes Problem für die gesamte Gesellschaft. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Ungeheuerlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Setzen Sie sich nieder, das ist gescheiter! – Abg. Mag. Stadler: Setzen! Nicht genügend! Da applaudieren nicht einmal alle von der SPÖ!
Kindesmißbrauch ist und bleibt eine Form der Menschenrechtsverletzung, die zutiefst zu verurteilen ist, die in keiner Gesellschaftsform einen Platz zu finden hat und die auf das strengste bestraft gehört! Unter diesen Prämissen handelt die Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Setzen Sie sich nieder, das ist gescheiter! – Abg. Mag. Stadler: Setzen! Nicht genügend! Da applaudieren nicht einmal alle von der SPÖ!)
Abg. Fuchs: Sie korrigieren sogar die Geschichte! – Abg. Scheibner: Über das regt ihr euch auf, über die Kinderschänder nicht! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Bundesminister Dr. Bartenstein. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Fuchs: Sie korrigieren sogar die Geschichte! – Abg. Scheibner: Über das regt ihr euch auf, über die Kinderschänder nicht! – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Was tun wir bagatellisieren?
Das macht die Argumentation eines Familienministers, der sich dem Kampf gegen Kindesmißbrauch in hohem Maße verschrieben hat, nicht eben einfacher. Die Vereinfacher sind aber unter uns, und die Bagatellisierer sitzen heute vor allem in den Reihen der freiheitlichen Fraktion und nicht in denen der Regierungsfraktionen. (Abg. Scheibner: Was tun wir bagatellisieren?)
Abg. Dr. Haider: Sagen Sie zum Barmüller auch einmal etwas! – Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal, was der Barmüller zum Krüger gesagt hat!
Sie wollten ihm gleichzeitig hier seine berufliche Ehre absprechen. Ich halte das wirklich für unzulässig, und ich bin enttäuscht darüber, daß Sie das getan haben. So kann man nicht diskutieren. (Abg. Dr. Haider: Sagen Sie zum Barmüller auch einmal etwas! – Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal, was der Barmüller zum Krüger gesagt hat!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – ein Bild in die Höhe haltend –: Welchen Hintergrund hat dieses Bild? – Abg. Haigermoser: Wissen Sie überhaupt, was Sie gesagt haben? Sind Sie noch ganz "beinander"? – Abg. Mag. Stadler – Reproduktionen von Werken von Otto Mühl vorzeigend –: Das ist Ihre Politik! Sie sollten sich schämen!
Bei dieser Diskussion geht es um Kindesmißbrauch. Ich halte fest, daß es eine billige Polemik ist, Kunst und Gewalt gegen Kinder in einen Topf zu werfen. Ich weigere mich, diese Unterstellungen unbeantwortet zu lassen, und halte nochmals fest, daß Kindesmißbrauch für uns eine Menschenrechtsverletzung darstellt, die bekämpft gehört. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – ein Bild in die Höhe haltend –: Welchen Hintergrund hat dieses Bild? – Abg. Haigermoser: Wissen Sie überhaupt, was Sie gesagt haben? Sind Sie noch ganz "beinander"? – Abg. Mag. Stadler – Reproduktionen von Werken von Otto Mühl vorzeigend –: Das ist Ihre Politik! Sie sollten sich schämen!)
Sitzung Nr. 134
Abg. Scheibner: Das ist ja ein Unsinn, was Sie da bringen! Fragen Sie einmal den Moser, was er davon hält!
Wenn Sie der Meinung sind, daß Krieg und Militär erstrangige Mittel zur Durchsetzung von politischen Inhalten sind, dann haben Sie recht, dann braucht der Staat den Fahneneid auf Tod und Leben, dann braucht er die singuläre Staatsbürgerschaft. (Abg. Scheibner: Das ist ja ein Unsinn, was Sie da bringen! Fragen Sie einmal den Moser, was er davon hält!) Dann braucht er sie unbedingt, nur dann kann er nämlich sagen: Du bist fahnenflüchtig!, wenn jemand den Wehrdienst verweigert. Ich meine, das sollte man einmal bedenken. Was wäre denn die Doppelstaatsbürgerschaft anderes als das, was wir im Bereich des Zivildienstes durchaus zulassen, nämlich daß so jemand möglicherweise nicht zu den Waffen eilt, sondern Zivildienst leistet? (Zwischenruf des Abg. Jung. ) Das wird Ihnen ja wohl zumutbar sein, Herr Kollege Jung, zu erkennen, daß das ein weiterer Anknüpfungspunkt für Zivildienst wäre. Aber so weit denken Sie in Ihrer militärischen Welt natürlich nicht. Da hört der Horizont offenbar beim Stahlhelmrand auf. (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Für uns schon!
Es wird ja immer so getan, also würde jeder"Pülcher" – unter Anführungszeichen – sofort eine Staatsbürgerschaft bekommen. Ganz im Gegenteil! Die österreichische Staatsbürgerschaft – dazu bekenne ich mich ausdrücklich – ist ein hohes Gut, aber sie ist kein höheres Gut als andere Staatsbürgerschaften. Ich lehne einen Österreich-Chauvinismus in der Richtung, als wäre die österreichische Staatsbürgerschaft ein höheres Gut und damit mehr wert als andere, entschieden ab. (Abg. Scheibner: Für uns schon!)
Abg. Scheibner: Was heißt "sogenannte"?
Jeder, der behaupten würde, nicht Deutsch zu können sei kein Nachteil, wäre ja ziemlich realitätsfern. Jedem Menschen, der in Österreich lebt, kann man nur sagen: Lerne Deutsch oder beherrsche die deutsche Sprache, denn es erleichtert dein Leben ungemein!, ob das jetzt sogenannte Inländer oder Ausländer betrifft (Abg. Scheibner: Was heißt "sogenannte"?), denn 400 000 Österreicher leben nicht im Inland, sondern im Ausland.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Und die 7 Millionen anderen? – Abg. Scheibner: 4 Millionen! 8 Millionen Wähler haben wir nicht in Österreich!
Frau Kollegin Stoisits ist leider nicht mehr da. Sie meint, die österreichische Staatsbürgerschaft soll nicht höher bewertet werden als andere Staatsbürgerschaften, vergleichsweise in Europa. Das ist schon richtig. Aber daß sich die Verleihung der Staatsbürgerschaft nach den Kriterien der kleinsten Parlamentspartei – oder der zweitkleinsten Partei, der Liberalen – richten soll, das ist ebenfalls absurd. Es ist vielmehr notwendig, daß man auch die Meinung der größten Oppositionspartei hört. Wir vertreten ja immerhin eine Million Wähler, und diese sind nicht einverstanden damit, wie hier mit der österreichischen Staatsbürgerschaft umgegangen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Fuchs: Und die 7 Millionen anderen? – Abg. Scheibner: 4 Millionen! 8 Millionen Wähler haben wir nicht in Österreich!)
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihr eigener Sicherheitsbericht sagt das Gegenteil!
Ebensowenig stimmt es, Herr Abgeordneter Jung, daß die ausländischen Mitbürger, die wir in Österreich haben, in einem so hohen Ausmaß kriminell sind. Gerade das Gegenteil ist der Fall. (Abg. Jung: Bei bestimmten Delikten, habe ich gesagt!) Bitte? (Abg. Jung: Ich habe von bestimmten Delikten, die von Ausländern verübt werden, gesprochen!) Gerade im Gegenteil, Herr Abgeordneter! Es zeigt sich, daß diese 750 000 ausländischen Mitbürger, die wir in Österreich haben, deutlich weniger kriminell sind als die inländischen Mitbürger. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihr eigener Sicherheitsbericht sagt das Gegenteil!)
Abg. Scheibner: Ihr eigener Sicherheitsbericht sagt das Gegenteil!
Was hingegen stimmt, Herr Abgeordneter Jung, ist die Fremdenkriminalität. Das sind die Menschen, die kurzfristig ... (Abg. Scheibner: Ihr eigener Sicherheitsbericht sagt das Gegenteil!) Ja, aber das muß man sehr genau formulieren, und das muß man meiner Meinung nach auch sehr, sehr genau unterscheiden. Es ist ein Unterschied, ob ich jemandem, der einige Jahre in Österreich lebt, aber nicht österreichischer Staatsbürger ist, vorwerfe, daß er kriminell ist, oder ob ich es jenen Bevölkerungsgruppen vorwerfe, die aus verschiedenen Gründen kurzfristig über die Grenze kommen, hier Straftaten begehen und dann Österreich wieder verlassen. Diese Fremdenkriminalität geht quer durch den Gemüsegarten der Straftatbestände (Abg. Smolle: Rosenstingl ist ein solcher ausländischer Krimineller in Brasilien!) – das beginnt bei Schidiebstählen im Winter und endet bei spektakulären Tatbeständen, wie wir sie vor kurzem gehabt haben, als vorige Woche beispielsweise zwei Italiener ein Verkehrsbüro überfallen haben oder als ein Reisebus überfallen wurde. Das ist die Bandbreite der Delikte. Bei dieser Fremdenkriminalität haben wir einen deutlichen Zuwachs. Hier hatten wir Ende der achtziger Jahre einen Anteil von
Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo steht das? – Abg. Tichy-Schreder: In allen Statistiken! – Abg. Leikam: Im Sicherheitsbericht!
Für mich ist es sehr wichtig, daß man hier unterscheidet und feststellt, daß die ausländischen Mitbürger, die in diesem Land wohnen, die in diesem Land integriert werden möchten und die in diesem Land auch eine Heimat für die Zukunft sehen, deutlich weniger kriminell sind, als es die inländischen Mitbürger sind. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo steht das? – Abg. Tichy-Schreder: In allen Statistiken! – Abg. Leikam: Im Sicherheitsbericht!) Herr Abgeordneter, in jedem Sicherheitsbericht! In bin gerne bereit, Ihnen den Sicherheitsbericht aus dem Jahre 1996 zu geben. (Ruf bei den Freiheitlichen: Darin steht das genaue Gegenteil!) Nein, glauben Sie mir! Aber ich bin gerne bereit, mit Ihnen dann anschließend darüber zu diskutieren. (Abg. Scheibner: 180 000 haben Sie bewertet von den 750 000, und dort steht, daß die Kriminalität gleich ist! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, wirklich, das stimmt!)
Abg. Scheibner: 180 000 haben Sie bewertet von den 750 000, und dort steht, daß die Kriminalität gleich ist! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, wirklich, das stimmt!
Für mich ist es sehr wichtig, daß man hier unterscheidet und feststellt, daß die ausländischen Mitbürger, die in diesem Land wohnen, die in diesem Land integriert werden möchten und die in diesem Land auch eine Heimat für die Zukunft sehen, deutlich weniger kriminell sind, als es die inländischen Mitbürger sind. (Beifall bei der SPÖ, beim Liberalen Forum, bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo steht das? – Abg. Tichy-Schreder: In allen Statistiken! – Abg. Leikam: Im Sicherheitsbericht!) Herr Abgeordneter, in jedem Sicherheitsbericht! In bin gerne bereit, Ihnen den Sicherheitsbericht aus dem Jahre 1996 zu geben. (Ruf bei den Freiheitlichen: Darin steht das genaue Gegenteil!) Nein, glauben Sie mir! Aber ich bin gerne bereit, mit Ihnen dann anschließend darüber zu diskutieren. (Abg. Scheibner: 180 000 haben Sie bewertet von den 750 000, und dort steht, daß die Kriminalität gleich ist! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, wirklich, das stimmt!)
Abg. Scheibner: Das ist richtig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: In den Vorurteilen seid ihr so ...!) Nein, wir arbeiten nicht mit Vorurteilen, aber Herr Abgeordneter Jung hat gesagt, daß die Fremdenkriminalität, die Ausländerkriminalität deutlich höher ist. Ich habe hier versucht, klar aufzuzeigen, daß man unterscheiden muß zwischen der Kriminalität der Menschen, die in Österreich leben und ausländische Mitbürger sind, und der Kriminalität von Fremden, die kurzfristig die Grenze wechseln, nach Österreich kommen, Straftatbestände setzen und dann wieder weggehen. (Abg. Scheibner: Das ist richtig!) Hier muß man unterscheiden. Was die Fremdenkriminalität betrifft, so ist sie deutlich höher als bei den inländischen Mitbürgern. Die ausländischen Mitbürger, die hier wohnen, haben hingegen eine deutlich geringere Kriminalität. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, das ist nicht richtig!) Dann schauen wir uns das gemeinsam an.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, das ist nicht richtig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Partik-Pablé: In den Vorurteilen seid ihr so ...!) Nein, wir arbeiten nicht mit Vorurteilen, aber Herr Abgeordneter Jung hat gesagt, daß die Fremdenkriminalität, die Ausländerkriminalität deutlich höher ist. Ich habe hier versucht, klar aufzuzeigen, daß man unterscheiden muß zwischen der Kriminalität der Menschen, die in Österreich leben und ausländische Mitbürger sind, und der Kriminalität von Fremden, die kurzfristig die Grenze wechseln, nach Österreich kommen, Straftatbestände setzen und dann wieder weggehen. (Abg. Scheibner: Das ist richtig!) Hier muß man unterscheiden. Was die Fremdenkriminalität betrifft, so ist sie deutlich höher als bei den inländischen Mitbürgern. Die ausländischen Mitbürger, die hier wohnen, haben hingegen eine deutlich geringere Kriminalität. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nein, das ist nicht richtig!) Dann schauen wir uns das gemeinsam an.
Abg. Scheibner: "Akte X"!
Bei den rund 830 000 jährlichen Flugbewegungen über Österreich gibt es rund 70 unbekannte Flugobjekte, die abgefangen und identifiziert werden. In einem Spannungszustand – sei er auch tausend Kilometer weit weg von Österreich – kann es binnen weniger Minuten zu Auswirkungen kommen, die den österreichischen Luftraum und damit österreichisches Staatsgebiet verletzen. (Abg. Scheibner: "Akte X"!) Um dem begegnen zu können, brauchen wir einerseits unsere "Goldhaube" als Radarüberwachungssystem und andererseits leistungsfähige Flugzeuge mit ausgebildeten Piloten als Abfangjäger.
Abg. Scheibner: Ja, wenn sie aufgenommen werden!
Zum zweiten Punkt: die mögliche Verlängerung der Zeitsoldatendienstzeit von sechs auf zehn Monate. Die Obergrenze von sechs Monaten war in der Praxis sowohl für die Zeitsoldaten als auch für das Bundesheer ein Problem; ein Problem in der Ausbildung durch den Zeitdruck und ein Problem bei einer möglichen Übernahme als Militärperson auf Zeit, also als Berufssoldat. Die vorgesehenen zehn Monate haben wir gewählt, um den Ausbildungsdruck und die Übernahme zu erleichtern. Eine noch längere Übergangszeit, wie sie auch in einem Abänderungsantrag vorgeschlagen wurde, ist, so glauben wir, nicht zielführend, denn wir wollen, daß künftige Berufssoldaten des österreichischen Bundesheeres ihre Ausbildungsschritte in angemessener Zeit schaffen. Das ist auch ein Qualitätsmerkmal, das wir uns von künftigen Unteroffizieren und Offizieren wünschen. (Abg. Scheibner: Ja, wenn sie aufgenommen werden!) Das ist ja auch ein Grund für die neuerliche Verlängerung um vier Monate. (Abg. Hans Helmut Moser: Kollege Maitz! Das war ja bekannt!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir werden daher diesen beiden Vorschlägen unsere Zustimmung geben, und ich wünsche mir, daß auch zukünftig den Soldaten und den Truppenoffizieren die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: ...aber unsere Leute sterben!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner, es wäre natürlich jetzt lukrativ, auch miteinzustimmen und zu sagen: mehr Geld für alle Ministerien, mehr Geld natürlich auch für das Verteidigungsministerium. Das wäre schön, und ich hoffe, daß wir das bald erreichen werden. Sie wissen aber auch, daß wir Sparbudgets haben! Sich immer hier herauszustellen und nur zu sagen: Wir brauchen mehr Geld, dann können wir alles erledigen! – alles können wir nie erledigen –, mit dieser einfachen Formel geht das wirklich nicht, Kollege Scheibner! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: ...aber unsere Leute sterben!)
Abg. Scheibner: Ihr seid mitverantwortlich an den Toten durch dieses Gerät!
Meine Damen und Herren! Wir müssen permanent die Landesverteidigung anpassen und müssen darüber diskutieren, ob unsere Landesverteidigung noch den allgemeinen Bedingungen entspricht. (Abg. Scheibner: Ihr seid mitverantwortlich an den Toten durch dieses Gerät!)
Abg. Scheibner: So lang?
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nunmehr gelangt Herr Abgeordneter Hans Helmut Moser zu Wort. Wollen Sie eine freiwillige Redezeitbeschränkung? (Abg. Hans Helmut Moser: 10 Minuten!) – 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: So lang?)
Abg. Scheibner: Das ist aber eine gefährliche Argumentation!
Herr Kollege Murauer kennt als Mitglied des Verteidigungsausschusses auch die Analysen des Verteidigungsministeriums, aus denen klar hervorgeht, daß diese Bedrohung nicht mehr gegeben ist. (Abg. Scheibner: Das ist aber eine gefährliche Argumentation!) Daher besteht die Mög
Abg. Scheibner: Frau Kollegin! Dieser Antrag steht nicht auf der Tagesordnung!
Herr Kollege Moser! Meine Fraktion steht für diese Situation und grundsätzlich auch für Ihren Antrag. Wenn wir davon ausgehen, daß wir diese Ersatzzeiten in Beitragsmonate ... (Abg. Scheibner: Frau Kollegin! Dieser Antrag steht nicht auf der Tagesordnung!) Selbstverständlich ist er miteinbezogen! (Abg. Scheibner: Er war zwar im Ausschuß, ist aber nicht auf der Tagesordnung! – Abg. Dr. Trinkl: Aber das macht nichts! Es ist gar nicht so schlecht, ihn trotzdem zu behandeln! – Weitere Zwischenrufe.) Also gut, wir reden trotzdem darüber. Ich bin sehr dankbar dafür, daß wir darüber reden können, weil es ein wesentliches Thema ist. (Abg. Scheibner: Nur, wenn Sie sich falsch abstimmen ...!) Nein, da stimmen wir sicherlich nicht "falsch" ab.
Abg. Scheibner: Er war zwar im Ausschuß, ist aber nicht auf der Tagesordnung! – Abg. Dr. Trinkl: Aber das macht nichts! Es ist gar nicht so schlecht, ihn trotzdem zu behandeln! – Weitere Zwischenrufe.
Herr Kollege Moser! Meine Fraktion steht für diese Situation und grundsätzlich auch für Ihren Antrag. Wenn wir davon ausgehen, daß wir diese Ersatzzeiten in Beitragsmonate ... (Abg. Scheibner: Frau Kollegin! Dieser Antrag steht nicht auf der Tagesordnung!) Selbstverständlich ist er miteinbezogen! (Abg. Scheibner: Er war zwar im Ausschuß, ist aber nicht auf der Tagesordnung! – Abg. Dr. Trinkl: Aber das macht nichts! Es ist gar nicht so schlecht, ihn trotzdem zu behandeln! – Weitere Zwischenrufe.) Also gut, wir reden trotzdem darüber. Ich bin sehr dankbar dafür, daß wir darüber reden können, weil es ein wesentliches Thema ist. (Abg. Scheibner: Nur, wenn Sie sich falsch abstimmen ...!) Nein, da stimmen wir sicherlich nicht "falsch" ab.
Abg. Scheibner: Nur, wenn Sie sich falsch abstimmen ...!
Herr Kollege Moser! Meine Fraktion steht für diese Situation und grundsätzlich auch für Ihren Antrag. Wenn wir davon ausgehen, daß wir diese Ersatzzeiten in Beitragsmonate ... (Abg. Scheibner: Frau Kollegin! Dieser Antrag steht nicht auf der Tagesordnung!) Selbstverständlich ist er miteinbezogen! (Abg. Scheibner: Er war zwar im Ausschuß, ist aber nicht auf der Tagesordnung! – Abg. Dr. Trinkl: Aber das macht nichts! Es ist gar nicht so schlecht, ihn trotzdem zu behandeln! – Weitere Zwischenrufe.) Also gut, wir reden trotzdem darüber. Ich bin sehr dankbar dafür, daß wir darüber reden können, weil es ein wesentliches Thema ist. (Abg. Scheibner: Nur, wenn Sie sich falsch abstimmen ...!) Nein, da stimmen wir sicherlich nicht "falsch" ab.
Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Verbindungsleute hat er! – Abg. Schwarzenberger: Sein Nachrichtendienst war das! – Weitere Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren! Der Vorschlag des Herrn Abgeordneten Moser – er ist jetzt nicht da ... (Abg. Dr. Trinkl: Ist er ein "weißer Jahrgang"? – So alt ist er nicht? – Abg. Murauer: Oder war er untauglich?) Nein, nein, Abgeordneter Smolle wurde sogar für den Heeres-Nachrichtendienst angeworben. Es ist nicht so, daß er untauglich für militärische Aufgaben wäre. Man hat geglaubt, im jugoslawischen Raum ... (Abg. Dr. Ofner: So einen Scherz würde ich nicht machen!) Das ist kein Scherz. (Abg. Dr. Trinkl: Wer ist angeworben worden? – Abg. Murauer: Kollege Wabl scherzt nicht!) Also, das haben meine Verbindungsleute herausgefunden! (Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Verbindungsleute hat er! – Abg. Schwarzenberger: Sein Nachrichtendienst war das! – Weitere Zwischenrufe.) Aber damit möchte ich mich jetzt nicht auseinandersetzen. (Abg. Scheibner: Aber das wäre noch interessant: Smolle ...?)
Abg. Scheibner: Aber das wäre noch interessant: Smolle ...?
Meine Damen und Herren! Der Vorschlag des Herrn Abgeordneten Moser – er ist jetzt nicht da ... (Abg. Dr. Trinkl: Ist er ein "weißer Jahrgang"? – So alt ist er nicht? – Abg. Murauer: Oder war er untauglich?) Nein, nein, Abgeordneter Smolle wurde sogar für den Heeres-Nachrichtendienst angeworben. Es ist nicht so, daß er untauglich für militärische Aufgaben wäre. Man hat geglaubt, im jugoslawischen Raum ... (Abg. Dr. Ofner: So einen Scherz würde ich nicht machen!) Das ist kein Scherz. (Abg. Dr. Trinkl: Wer ist angeworben worden? – Abg. Murauer: Kollege Wabl scherzt nicht!) Also, das haben meine Verbindungsleute herausgefunden! (Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Verbindungsleute hat er! – Abg. Schwarzenberger: Sein Nachrichtendienst war das! – Weitere Zwischenrufe.) Aber damit möchte ich mich jetzt nicht auseinandersetzen. (Abg. Scheibner: Aber das wäre noch interessant: Smolle ...?)
Abg. Scheibner: Schon erledigt, Herr Wabl!
Herr Kollege Gaál! Schauen Sie sich an, was morgen im Hauptausschuß von Herrn Bundesminister Fasslabend wieder vorgelegt werden wird. (Abg. Scheibner: Schon erledigt, Herr Wabl!) – Heute schon erledigt? – Dann bin ich zumindest um einen halben Tag hintennach. (Rufe bei der ÖVP: Wie meistens!) – Das lasse ich mir gerne gefallen, denn wenn ich an die Debatte zwischen den Sozialdemokraten und Ihnen denke, dann frage ich mich wirklich, ob das abgestimmt und angenommen worden ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Maitz. )
Abg. Scheibner: Die wollen ja nicht!
Herr Abgeordneter Maitz! Sie verwechseln einige Dinge, und ich bitte Sie, darüber nachzudenken, daß das, was Sie hier ununterbrochen im Verbund mit den Freiheitlichen propagieren, nämlich eine massive Verbesserung der budgetären Situation im militärischen Bereich auf bis zu 140 Milliarden Schilling ... (Abg. Scheibner: Die wollen ja nicht!) – Sie wollen schon, nur die Sozialdemokraten sagen: Dafür haben wir kein Geld! (Abg. Scheibner: Ein völliger Unsinn!) Herr Kollege Scheibner, Sie wissen das ganz genau. (Abg. Scheibner: Er fordert es ja nicht einmal, der Herr Minister!) Das sind die internen Papiere; verschwiegen und versteckt hat er schon seine geheimen Wünsche. Wenn Herr Fasslabend mit seiner Frau zu Hause sitzt, dann denkt er sich wahrscheinlich oft, wenn er so zusammenzählt ... (Ruf bei der ÖVP: Da wird er wohl etwas anderes machen! Da wird er keine Panzer zählen!) – Panzer zählt er nicht, sondern er bespricht sich mit seiner Frau.
Abg. Scheibner: Ein völliger Unsinn!
Herr Abgeordneter Maitz! Sie verwechseln einige Dinge, und ich bitte Sie, darüber nachzudenken, daß das, was Sie hier ununterbrochen im Verbund mit den Freiheitlichen propagieren, nämlich eine massive Verbesserung der budgetären Situation im militärischen Bereich auf bis zu 140 Milliarden Schilling ... (Abg. Scheibner: Die wollen ja nicht!) – Sie wollen schon, nur die Sozialdemokraten sagen: Dafür haben wir kein Geld! (Abg. Scheibner: Ein völliger Unsinn!) Herr Kollege Scheibner, Sie wissen das ganz genau. (Abg. Scheibner: Er fordert es ja nicht einmal, der Herr Minister!) Das sind die internen Papiere; verschwiegen und versteckt hat er schon seine geheimen Wünsche. Wenn Herr Fasslabend mit seiner Frau zu Hause sitzt, dann denkt er sich wahrscheinlich oft, wenn er so zusammenzählt ... (Ruf bei der ÖVP: Da wird er wohl etwas anderes machen! Da wird er keine Panzer zählen!) – Panzer zählt er nicht, sondern er bespricht sich mit seiner Frau.
Abg. Scheibner: Er fordert es ja nicht einmal, der Herr Minister!
Herr Abgeordneter Maitz! Sie verwechseln einige Dinge, und ich bitte Sie, darüber nachzudenken, daß das, was Sie hier ununterbrochen im Verbund mit den Freiheitlichen propagieren, nämlich eine massive Verbesserung der budgetären Situation im militärischen Bereich auf bis zu 140 Milliarden Schilling ... (Abg. Scheibner: Die wollen ja nicht!) – Sie wollen schon, nur die Sozialdemokraten sagen: Dafür haben wir kein Geld! (Abg. Scheibner: Ein völliger Unsinn!) Herr Kollege Scheibner, Sie wissen das ganz genau. (Abg. Scheibner: Er fordert es ja nicht einmal, der Herr Minister!) Das sind die internen Papiere; verschwiegen und versteckt hat er schon seine geheimen Wünsche. Wenn Herr Fasslabend mit seiner Frau zu Hause sitzt, dann denkt er sich wahrscheinlich oft, wenn er so zusammenzählt ... (Ruf bei der ÖVP: Da wird er wohl etwas anderes machen! Da wird er keine Panzer zählen!) – Panzer zählt er nicht, sondern er bespricht sich mit seiner Frau.
Abg. Scheibner: Darauf warten wir ja schon seit Jahren!
Daher ist, bevor es zur Erstellung eines neuen österreichischen Landesverteidigungsplanes kommen kann, die Politik gefragt. Wir haben die Frage zu beantworten: Wie geht es mit der Sicherheitspolitik Österreichs weiter? Welchen Weg will Österreich gehen? (Abg. Scheibner: Darauf warten wir ja schon seit Jahren!) – Wir von der Österreichischen Volkspartei haben unsere Vorschläge auf den Tisch gelegt, unser Optionenbericht liegt im Form eines Antrages hier im Hause auf. Unsere Vorschläge, in einen intensiven Dialog mit der WEU und der NATO einzutreten, um die Möglichkeiten eines Beitrages, einer Bündnissituation abzuschätzen, liegen vor. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ein Freiwilliger ist schon mehr motiviert!
Außerdem wundert es mich, daß du glaubst, mit der Freiwilligkeit die Professionalisierung zu erhöhen. Also da sehe ich den Zusammenhang in keiner Weise. Weitere Diskussionen dazu werden stattfinden. (Abg. Scheibner: Ein Freiwilliger ist schon mehr motiviert!)
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Scheibner und Jung.
Meine Damen und Herren! Interessant sind auch die Forderungen der Freiheitlichen betreffend Finanzierung. Natürlich sind auch die Sozialdemokraten dafür, 1 Prozent mehr für das Bundesheer "aufzureißen". (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Scheibner und Jung. ) Diese Forderung ist nicht neu, aber die Koalition hat sich dazu bekannt, daß jedes Ministerium Forderungen zurücknehmen muß, weil sie im Augenblick nicht finanzierbar sind; ebenso das Bundesheer. (Abg. Scheibner: Warum darf das der Schlögl?)
Abg. Scheibner: Warum darf das der Schlögl?
Meine Damen und Herren! Interessant sind auch die Forderungen der Freiheitlichen betreffend Finanzierung. Natürlich sind auch die Sozialdemokraten dafür, 1 Prozent mehr für das Bundesheer "aufzureißen". (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Scheibner und Jung. ) Diese Forderung ist nicht neu, aber die Koalition hat sich dazu bekannt, daß jedes Ministerium Forderungen zurücknehmen muß, weil sie im Augenblick nicht finanzierbar sind; ebenso das Bundesheer. (Abg. Scheibner: Warum darf das der Schlögl?)
Abg. Scheibner: Ich schreie nicht!
Kollege Scheibner! Ich hoffe, du schreist dann auch noch so weiter. (Abg. Scheibner: Ich schreie nicht!) Der Finanzierungsvorschlag, den du bringst und der im Bericht abgedruckt ist, ist lesenswert: "Die zusätzlichen Mittel für das Landesverteidigungsbudget konnten neben Umschichtungen von Zuschüssen an defizitäre Betriebe, die sich unerklärlicherweise im Bundesbesitz befinden, etwa durch den Erlös von Verkäufen von Liegenschaften und Kasernen ...." – Unerklärlicherweise defizitäre Betriebe, die sich im Bundesbesitz befinden! Einen Absatz höher kann man zwischen den Zeilen lesen, was der Kollege Scheibner damit meint: Vergleicht man damit die Aufwendungen für die Infrastruktur der ÖBB: 32,05 Milliarden Schilling.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist in meinen Augen echter Zivilschutz! Eine umfassende Landesverteidigung mit einer allgemeinen Wehrpflicht und einem Milizheer ist auch meiner Überzeugung nach etwas ganz Besonderes. Die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht kommt daher für mich zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Frage (Zwischenruf des Abg. Scheibner ) , da ich der Meinung bin, daß den jungen Österreichern auch eine gewisse Pflicht abverlangt werden kann. Sie müssen lernen, nicht nur von der Gesellschaft etwas zu verlangen, sondern auch für die Gesellschaft in vielen Bereichen etwas zu geben – und das lernt man beim österreichischen Bundesheer.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist denn das für ein Unsinn?
Ein interessanter Standpunkt der Freiheitlichen ist, daß durch die Beschränkung der freiwilligen Waffenübung die Sicherheit und die Mob-Bereitschaft des Bundesheeres in Gefahr wäre. – Meine Damen und Herren! Ich denke, jeder weiß, daß das österreichische Bundesheer international einen hohen Stellenwert genießt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist denn das für ein Unsinn?)
Sitzung Nr. 135
Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von einer Rechtsordnung gehört?
Meine Damen und Herren! Als heute der Fristsetzungsantrag der Freiheitlichen eingebracht wurde, habe ich auch mit dem derzeitigen Geschäftsführer, mit Herrn Dr. Kalt, telefoniert und auch ihn noch einmal gefragt: Was wird tatsächlich jetzt erwartet? Was braucht das Bewerbungskomitee, um zeitgerecht Anfang September beim IOC die Bewerbung einreichen zu können? (Abg. Aumayr: Die Ausfallshaftung!) Es gibt hier klare Vorgaben. In all diesen Vorgaben ist die Garantieerklärung einzelner Minister erforderlich, ganz konkret des Finanzministers, ganz konkret des Innenministers und ganz konkret des Bundeskanzlers, der wiederum in Doppelfunktion zum einen als Chef der Bundesregierung und zum anderen auch für die Bewerberstadt Klagenfurt tätig wird. (Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von einer Rechtsordnung gehört?) Es sind hier Garantien abzugeben, und es genügt dem Internationalen Olympischen Comité, es genügt dem Österreichischen Olympischen Comité, daß diese Garantieerklärungen von der Bundesregierung abgegeben werden. (Zwischenruf der Abg. Aumayr. )
Abg. Scheibner: Das ist verfassungswidrig!
Ich darf daran erinnern, daß das Parlament schon einen einstimmigen Entschließungsantrag in dieser Richtung verabschiedet hat (Abg. Scheibner: Das ist verfassungswidrig!) und den Willen des Parlaments hier klar zum Ausdruck gebracht hat. (Abg. Aumayr: Sie brechen die Verfas
Abg. Jung: Warum denn? – Abg. Scheibner: Warum ist das so? Wegen der ungezügelten Einwanderungspolitik!
Meine Damen und Herren! Während bis zum Ende der achtziger Jahre Flüchtlinge in Österreich im allgemeinen mit Sympathien rechnen konnten, hat sich in den letzten Jahren die öffentliche Einstellung (Abg. Jung: Warum denn? – Abg. Scheibner: Warum ist das so? Wegen der ungezügelten Einwanderungspolitik!), angeheizt vor allem durch Boulevardmedien, aber vor allem auch durch populistische Politiker, enorm verschlechtert.
Abg. Scheibner: "Vorübergehend"!
Ich möchte noch auf ein drittes Beispiel verweisen und hier Herrn Caritas-Direktor Küberl aus den "Salzburger Nachrichten" zitieren. Er appellierte auch am Freitag wieder in einem Brief an Sie, Herr Minister – das war kein Fax von gestern, das war ein Brief vom Freitag –, daß wir unbedingt den Kosovo-Vertriebenen vorübergehend Schutz in Österreich gewähren sollten. (Abg. Scheibner: "Vorübergehend"!)
Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner hat behauptet, Frau Kollegin Stoisits hätte in ihrem Debattenbeitrag davon gesprochen, daß die österreichische Bevölkerung mangelnde Aufnahmebereitschaft zeige, sich darüber beklagt hätte, und daß das – so Abgeordneter Scheibner dann in seiner Bewertung dieser Behauptung – eine pauschale Diffamierung der österreichischen Bevölkerung sei. Das waren Ihre Aussagen, Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
Ich stelle tatsächlich richtig: Frau Kollegin Stoisits hat davon gesprochen, daß sich Flüchtlinge in diesem Land inzwischen mit einer anderen Einstellung der Behörden in Österreich konfrontiert sehen. Behörden sind nicht dasselbe wie Bevölkerung, Herr Kollege Scheibner! Insbesondere handelt es sich dabei, vor allem deswegen, weil Kollegin Stoisits auch von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung gesprochen hat, nicht um eine pauschale Diffamierung der österreichischen Bevölkerung. Die pauschale Diffamierung liegt bei Ihnen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Ich will auch nicht über die merkwürdige Position des Herrn Scheibner diskutieren, der meint, die Solidarität Österreichs bestünde darin, daß das österreichische Militär in Serbien mit Kampfeinsätzen interveniere. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Ja was meinen Sie denn sonst damit, Herr Abgeordneter Scheibner? Was meinen Sie denn sonst damit, wenn Sie die Zustimmung der Grünen für Kampfeinsätze wollen? – Sie verbrämen es mit friedensschaffenden Einsätzen. Herr Abgeordneter Scheibner, Österreich kann einen solidarischen Beitrag leisten, aber nicht in der Waffenbrüderschaft (Beifall bei den Grünen) , sondern Österreich kann dort einen Beitrag leisten, wo es tatsächlich solidarische Hilfe leisten kann, und das betrifft im Augenblick konkret jene Menschen, die aus dem Kosovo flüchten. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! (Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Freiheitlichen und Grünen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen.) Herr Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Wabl hat hier wieder einmal das klassische Beispiel eines phrasendreschenden "Gutmenschen" gegeben. (Beifall des Abg. Scheibner. ) Sie haben die ÖVP und uns gefragt, was wir im Jahre 1989 als die Kosovo-Problematik neben anderen Problematiken im Balkanraum akut wurde, dagegen getan haben. Herr Kollege Wabl, Sie meinen doch nicht im Ernst, daß der Herr Miloševi% auf die ÖVP oder auf die FPÖ aus Österreich gehört hätte! Das ist doch geradezu lächerlich, der hat zu diesem Zeitpunkt auch auf die Amerikaner nicht gehört. (Abg. Dr. Krüger: Auf den Wabl auch nicht!) Was soll denn das? Was ist das anderes als Phrasendreschen?
Abg. Scheibner: 300 000 Tote in Bosnien!
Nein, Herr Kollege, das ist nicht zynisch, das ist die Realität. Es stellt sich bestimmt die Frage, ob Menschenleben zu Schaden kämen. Aber ich sage Ihnen: Durch Ihre Haltung – und die ist bequem, denn die kann man leicht in der Öffentlichkeit vertreten – kommen viel mehr Menschen ums Leben. (Abg. Scheibner: 300 000 Tote in Bosnien!) Denn die "paar" Soldaten, die draufgezahlt haben, waren auch die Unschuldigen, man hat nicht Miloševi% getroffen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Die fünf Minuten sind schon um!
Nun zum Hauptthema dieser Novelle, zum Beamten-Dienstrechtsgesetz. Meine Damen und Herren! Ich möchte auf drei wesentliche Punkte eingehen. Zunächst darf ich darauf hinweisen, daß es unter anderem um die Änderung des Eltern-Karenzurlaubsgeldes geht. Ich darf Sie daran erinnern, daß der Nationalrat eine Entschließung beschlossen hat, wonach der Begriff "Karenzurlaubsgeld" nicht mehr zu verwenden wäre, weil Karenz kein Urlaub ist und es daher auch kein Karenzurlaubsgeld geben kann. (Abg. Scheibner: Die fünf Minuten sind schon um!)
Abg. Scheibner: Daß das die SPÖ mit beschlossen hat, kann ich mir nicht vorstellen!
Ich möchte diese hier vorlesen, damit sie auch im Protokoll festgehalten sind. Dem Stabschef des Ministers obliegen insbesondere die Führung der Gruppe sowie einzelner Abteilungen. – Jetzt wird es interessant: Zur wirkungsvollen Wahrnehmung und Koordinierung dieser Aufgaben besitzt der Stabschef des Ministers den Zugriff auf die Gesamtorganisation des Bundesheeres sowohl in der Zentralstelle als auch im nachgeordneten Bereich. (Abg. Scheibner: Daß das die SPÖ mit beschlossen hat, kann ich mir nicht vorstellen!) Er steht organisatorisch außerhalb und durch seine Besonderheit gleichgeordnet neben den Sektionen des Ressorts. Dem Stabschef obliegt daher auch die Aufgabe der Koordinierung zwischen den einzelnen Sektionen. (Abg. Jung: Da hat Ruttenstorfer nicht aufgepaßt!)
Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Ich möchte abschließend für das Protokoll die Ausschußfeststellung verlesen: "Der Finanzausschuß geht davon aus, daß im Rahmen der Zuordnung des Stabschefs des Bundesministers für Landesverteidigung in die Funktionsgruppe 8 der Verwendungsgruppe M BO 1 ... der Zugriff auf die Gesamtorganisation des Ressorts sowie die organisatorische Selbständigkeit nur in bezug auf die in den Erläuterungen angeführten besonderen Funktionen ... besteht und auch nicht mit der ausgeübten Koordinationsfähigkeit verbunden ist." – Eine Ausschußfeststellung, die man fünfmal lesen muß, um sie einmal zu verstehen, und auch dann ist das Problem nicht gelöst. (Beifall beim Liberalen Forum sowie Beifall des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Was für einen Staatsvertrag gab es denn 1945 ?
1994 wurde durch das Minderheiten-Schulgesetz das Angebot für den zweisprachigen Unterricht auch auf Ungarisch ausgedehnt. (Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Was für einen Staatsvertrag gab es denn 1945 ?) – Ich bin Frau Direktor! Red mich ordentlich an! (Heiterkeit.)
Abg. Scheibner: Wo sind denn Ihre Kollegen?
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir werden es schon noch erwarten, in die Sommerferien zu kommen! Vielleicht können wir angesichts der vorliegenden Materie doch noch einige Augenblicke des Ernstes aufbringen! (Abg. Scheibner: Wo sind denn Ihre Kollegen?)
Abg. Scheibner: Sie brauchen uns nicht Unsachlichkeit vorzuwerfen!
Wir werden diesem Auslieferungsvertrag aus drei guten Gründen zustimmen. (Abg. Scheibner: Sie brauchen uns nicht Unsachlichkeit vorzuwerfen!) Erstens, weil danach sehr klare gegenseitige Auslieferungsverpflichtungen bestehen. Wie wichtig solche Auslieferungsverpflichtungen sind, sehen wir derzeit am Fall Rosenstingl, weil ein solcher Auslieferungsvertrag mit Brasilien nicht besteht. Es ist daher wichtig, einen solchen Auslieferungsvertrag zu haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Neisser übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: In so einer Rede gibt es von euch anscheinend nur Polemik!
Zum zweiten, weil in diesem Auslieferungsvertrag klar festgehalten ist, daß Österreich eigene Staatsbürger nicht auszuliefern braucht (Abg. Scheibner: In so einer Rede gibt es von euch anscheinend nur Polemik!), und drittens – das ist meiner Ansicht nach ein besonderer Grund –, weil mit diesem Vertrag ein echter Druchbruch erreicht worden ist.
Sitzung Nr. 136
Abg. Scheibner: So ist es!
†Abgeordneter Dipl.-Vw. Dr. Dieter Lukesch¦ (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Die Freiheitliche Partei hat am Beginn der heutigen Sitzung diese Dringliche Anfrage betreffend die Brenner-Maut und die Brenner-Maut-Klage als nicht so dringlich bezeichnet. Der stellvertretende geschäftsführende Klubobmann Mag. Stadler hat von einem taktischen Manöver der ÖVP gesprochen. (Abg. Scheibner: So ist es!)
Sitzung Nr. 137
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist auch folgendes ganz bezeichnend: In dem Moment, in welchem niemand von Ihnen mehr in Abrede stellte, daß es Informationen über die Causa Rosenstingl gab – ich rede nicht von 1994 und nicht vom Herbst oder Winter 1997, sondern vom heurigen Frühjahr, da haben Sie es gewußt –, da hat auch Ihr Finanzreferent Trattner im Fernsehen gesagt: Ja, wir haben in einer Klubsitzung darüber geredet! Aber was tat Ihr Parteiobmann? – Er stieg in ein Flugzeug und flog nach Taiwan, als die Debatte erst richtig losging. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Das ist das Schändliche an dieser Debatte und an dem Umstand, daß Sie sich zum gleichen Zeitpunkt, zu welchem in den Medien darüber diskutiert wird, entziehen. Sie wollen hier über Kinderpornographie und Emotionen etwas hochkochen, daher frage ich Sie: Wie ist es möglich, daß freiheitliche Funktionäre offensichtlich öfter als tausendmal Zugriff auf einen Pornographieanbieter im Internet genommen haben? Das ist die Realität! (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) Hier diskutieren Sie über Kinderschänder, Kinderpornographie, und gleichzeitig wird in den Medien, in der heutigen Presse darüber berichtet, daß Sie und Ihre Partei (Abg. Scheibner: Das ist doch Unsinn!) offensichtlich massives Interesse daran haben, auf Pornographieanbieter Zugriff zu nehmen. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist doch Unsinn!
Das ist das Schändliche an dieser Debatte und an dem Umstand, daß Sie sich zum gleichen Zeitpunkt, zu welchem in den Medien darüber diskutiert wird, entziehen. Sie wollen hier über Kinderpornographie und Emotionen etwas hochkochen, daher frage ich Sie: Wie ist es möglich, daß freiheitliche Funktionäre offensichtlich öfter als tausendmal Zugriff auf einen Pornographieanbieter im Internet genommen haben? Das ist die Realität! (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) Hier diskutieren Sie über Kinderschänder, Kinderpornographie, und gleichzeitig wird in den Medien, in der heutigen Presse darüber berichtet, daß Sie und Ihre Partei (Abg. Scheibner: Das ist doch Unsinn!) offensichtlich massives Interesse daran haben, auf Pornographieanbieter Zugriff zu nehmen. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Das ist das Schändliche an dieser Debatte und an dem Umstand, daß Sie sich zum gleichen Zeitpunkt, zu welchem in den Medien darüber diskutiert wird, entziehen. Sie wollen hier über Kinderpornographie und Emotionen etwas hochkochen, daher frage ich Sie: Wie ist es möglich, daß freiheitliche Funktionäre offensichtlich öfter als tausendmal Zugriff auf einen Pornographieanbieter im Internet genommen haben? Das ist die Realität! (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) Hier diskutieren Sie über Kinderschänder, Kinderpornographie, und gleichzeitig wird in den Medien, in der heutigen Presse darüber berichtet, daß Sie und Ihre Partei (Abg. Scheibner: Das ist doch Unsinn!) offensichtlich massives Interesse daran haben, auf Pornographieanbieter Zugriff zu nehmen. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Wieso wollten Sie dann ein freiheitliches Mandat haben?
Die FPÖ wird immer mehr zur entblätterten Rose, aber man kann sagen: Jeder Rose ihren Stingl! (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Wieso wollten Sie dann ein freiheitliches Mandat haben?)
Sitzung Nr. 138
Abg. Scheibner: Das ist ein Kasperltheater! So was! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Werte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Hohes Haus! Und ich möchte auch die Zuseher dieser Fernseh-Übertragung begrüßen. (Abg. Scheibner: Das ist ein Kasperltheater! So was! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen, bei der SPÖ, beim Liberalen Forum sowie bei den Grünen.) Die vehemente Bekämpfung von Kindesmißbrauch, Kinderschändung und Kinderpornographie stößt in diesem Haus auf breiteste Zustimmung. Auf Initiativen, die von ÖVP-Familienministerinnen vor Jahren gesetzt wurden, haben wir dann die österreichische Rechtslage auch verschärft und angepaßt. Wir haben in international vorbildlicher Weise bereits im Jahre 1994 den Kinderpornographie-Paragraphen eingeführt. Wir haben im § 64 Strafgesetzbuch österreichische Täter, die ihre Taten im Ausland begehen, Sextouristen, auch hier in Österreich strafbar gemacht. Auch das war international vorbildlich. Und wir haben vor allem auch die Strafen für Kinderschänder drastisch verschärft.
Abg. Scheibner: Dann gehen Sie in Ihre Bank zurück! Es zwingt Sie ja niemand! Außer der Frau Schmidt zwingt Sie niemand zu reden!
Abgeordnete Dr. Martina Gredler (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Die Rede, die wir soeben gehört haben, hat mich irritiert. Es ist für mich deshalb nicht angenehm, im Anschluß daran sprechen zu müssen. (Abg. Scheibner: Dann gehen Sie in Ihre Bank zurück! Es zwingt Sie ja niemand! Außer der Frau Schmidt zwingt Sie niemand zu reden!) Ein Teil dieser Rede ist ohnehin schon einmal vor dem Sommer gehalten und auch noch vor dem Sommer schon berichtigt worden. Ich möchte nicht näher darauf eingehen.
Abg. Dr. Maitz: Das hat der Herr Scheibner!
Sie haben außerdem gesagt, das Geschäft gehe weiter. Lassing sei eben zu Ihrer Tätigkeit dazugekommen. Sie haben dann noch zynisch angemerkt, daß Sie eines versichern könnten, nämlich daß nicht überprüft werde, ob die Arbeitszeitgesetze bei den Rettungsmaßnahmen eingehalten worden seien. – Vielen Dank für solche Äußerungen! Das zeigt, Herr Wirtschaftsminister (Abg. Mag. Stadler: Wirtschaftskämmerer!), daß Ihnen, wie wir schon öfter zur Kenntnis nehmen mußten, das Gefühl für Ihr Amt und vor allem für die Menschen fehlt (Abg. Dr. Maitz: Das hat der Herr Scheibner!), denn sonst wüßten Sie, daß man nicht mit einer solchen Kälte auf derartige Dinge reagieren darf, sondern daß man sich dafür einsetzen muß, daß alle Probleme sofort und rasch gelöst werden, und daß man auch einmal zugeben muß, daß man selbst Fehler gemacht hat, dann aber auch die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen hat. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Maitz: Politspektakel!)
Abg. Scheibner: Genau darum geht es, um Aufklärung!
Dieses Haus und die gesamte Bevölkerung sollten das mahnende Wort des steirischen Bischofs Johann Weber ernstnehmen. Er sagte am 9. September am Dorfplatz von Lassing: "Hier ist nichts zu besichtigen." – Manche Leute wollten schon eine Reise dorthin organisieren, eine Attraktion für den Tourismus gewinnen. Dort ist Ehrfurcht aber wichtiger als Ausfragen, Ruhe wichtiger als Lärm. Dort stört Neugierde den mühsamen Frieden. Den Familien und der Gemeinde steht aber eine umfangreiche, ehrliche und wahrheitsgetreue Aufklärung zu, und danach werden die entsprechenden Schlüsse zu treffen sein. (Abg. Scheibner: Genau darum geht es, um Aufklärung!)
Abg. Scheibner: Ehrlichkeit!
Meine Damen und Herren! Damit ist den Betroffenen mehr gedient als mit durchsichtigem, kleinkariertem Hickhack. Wir sind für alle verantwortlich. Wir tragen diese Verantwortung gemeinsam, aber nicht aufgrund eines kleinlichen Hickhacks parteipolitischer Art, sondern in der Betroffenheit, in der Mittrauer, in der Hilfsbereitschaft (Abg. Scheibner: Ehrlichkeit!), in der Ehrlichkeit sowie später in der Konsequenz dessen, was bei den Untersuchungen herauskommen wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie wieder einmal nicht zugehört! Das ist unglaublich!
Ich habe gesagt, die disziplinarischen Maßnahmen werden getroffen werden. Es kann doch nicht so sein, daß ich zuerst geprügelt werde, weil ich mich vor die Bergemannschaft stelle, und dann geprügelt werde, weil ich plötzlich sage, es war nicht alles in Ordnung, was von verschiedenen Stellen gemacht wurde, wie mir das mit Herrn Scheibner passiert ist. (Abg. Scheibner: Da haben Sie wieder einmal nicht zugehört! Das ist unglaublich!) Darüber werden wir auch noch zu reden haben. Denn nochmals: Ich verweigere nicht jedem jede Information, aber ich verwahre mich dagegen, daß mir unterstellt wird, daß ich Dinge nicht richtig wiedergebe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das hat er selbst gesagt, der Minister!
Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner hat hier gesagt, daß fünf Tage verstrichen sind (Abg. Scheibner: Das hat er selbst gesagt, der Minister!) – ich wiederhole das, was Sie gesagt haben; entschuldigen Sie, wenn ich mir das erlaube, aber ich wiederhole Ihre Aussage –, bis die Hilfe tatsächlich koordiniert funktioniert hat. Ich darf Ihnen sagen, daß ganz konkret – das können Sie im Protokoll nachlesen – am Nachmittag dieses 17. Juli, von der Berghauptmannschaft alarmiert, die OMV-Bohrmannschaften um zirka 16 Uhr ihre Aktivitäten aufgenommen und überlegt haben – das ist nicht so einfach bei einer solchen Situation –, welches Bohrgerät man zur Verfügung stellen muß, welches Bohrgerät vorhanden ist und ob das technische Gerät, das in einem Unternehmen vorhanden ist, für diesen Einsatz ausreicht. Und es ist gar nicht so einfach, das über eine Distanz von 300 Kilometern festzustellen.
Abg. Scheibner: Der Minister sagt es ja selber!
Ich darf Ihnen jetzt folgendes sagen, weil man immer vom schlechten Management und fehlenden Krisenmanagement spricht: Normalerweise ... (Abg. Scheibner: Der Minister sagt es ja selber!) – Ich komme auch zu Kritikpunkten. Herr Kollege! Lassen Sie mich doch wenigstens einige Fakten hier sagen! Normalerweise bedarf es eines Zeitraumes von ein bis zwei Wochen – ein bis zwei Wochen sind die normale Vorbereitungszeit! –, um derartige Bohrungen vor Ort in dieser Größenordnung überhaupt durchführen zu können.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Erlauben Sie mir bei dieser Gelegenheit, auch meinem Freund und Kollegen Abraham für seinen Einsatz wirklich aufrichtig zu danken. Er sitzt heute oben auf der Galerie und hört sich diese Debatte an. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler kann die Koordinationskompetenz an sich ziehen!
Nun noch ein paar Worte zur Verantwortung des Herrn Bundeskanzlers. Von der Freiheitlichen Partei wird ja immer wieder gerne gesagt, er wäre der Mitverantwortliche, Katastrophenschutz liege ja in der Verantwortung des Bundeskanzlers. – Herr Kollege Scheibner! In der Bundesverfassung ist das sehr genau geregelt: Katastrophenschutz ist Angelegenheit der Länder, daher sind vernünftigerweise auch die Landeshauptleute und Bezirksverwaltungsbehörden dafür zuständig. Eine Bundesangelegenheit ist dann gegeben, wenn ein Nuklearunfall passiert. Dann ist das Bundeskanzleramt zuständig. Wenn ein Bergunfall passiert, dann ist die Bergbehörde in oberster Instanz zuständig und somit auch der Bund. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler kann die Koordinationskompetenz an sich ziehen!) – Herr Scheibner! So ist das nun einmal organisiert, und dagegen können auch Sie nichts sagen, weil das so in der Verfassung steht. Da müßten wir die Verfassung ändern, und das werden wir nicht tun.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Vieles, was in der heutigen Debatte von Ihrer Seite gekommen ist, war nicht verständlich. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!) Ich habe den Abgeordneten Scheibner nicht verstanden, als er hier zur Verteidigung des rechtswidrigen Abbaues auf der Scheibe 1A Zuflucht gesucht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Abgeordneter Scheibner, es ist ganz eindeutig: Der Bericht des Ministers – in der Zwischenzeit haben Sie ihn auch schriftlich vor sich; Sie haben ihn auch gehört und haben als nachfolgender Debattenredner sicher genau zugehört – sagt ganz klar: Auf der Scheibe 1A war aufgrund des Antrages aus dem Jahr 1995 und gemäß Abbauplan 1996/97 der Abbau zulässig und genehmigt. (Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!) Und im nächstfolgenden Hauptbetriebsplan wurde diese Scheibe 1A als erledigt, als abgebaut ausgewiesen. Wenn nachher dort Abbaumaßnahmen stattgefunden haben, die in keiner Genehmigung aufscheinen, so ist das zumindest ungenehmigt und rechtlich nicht in Ordnung. Und das hat der Minister festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!) Darüber hat der Minister von sich aus offen und ohne zu beschönigen die Öffentlichkeit informiert.
Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!
Vieles, was in der heutigen Debatte von Ihrer Seite gekommen ist, war nicht verständlich. (Abg. Mag. Barmüller: Sie haben es schon verstanden, nur zugeben wollen Sie es nicht!) Ich habe den Abgeordneten Scheibner nicht verstanden, als er hier zur Verteidigung des rechtswidrigen Abbaues auf der Scheibe 1A Zuflucht gesucht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Abgeordneter Scheibner, es ist ganz eindeutig: Der Bericht des Ministers – in der Zwischenzeit haben Sie ihn auch schriftlich vor sich; Sie haben ihn auch gehört und haben als nachfolgender Debattenredner sicher genau zugehört – sagt ganz klar: Auf der Scheibe 1A war aufgrund des Antrages aus dem Jahr 1995 und gemäß Abbauplan 1996/97 der Abbau zulässig und genehmigt. (Abg. Scheibner: Die Bergbaubehörde hat nichts genehmigt! Das war Schwarzabbau!) Und im nächstfolgenden Hauptbetriebsplan wurde diese Scheibe 1A als erledigt, als abgebaut ausgewiesen. Wenn nachher dort Abbaumaßnahmen stattgefunden haben, die in keiner Genehmigung aufscheinen, so ist das zumindest ungenehmigt und rechtlich nicht in Ordnung. Und das hat der Minister festgestellt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Barmüller: Dreiundzwanzigmal war die Bergbehörde heuer dort!) Darüber hat der Minister von sich aus offen und ohne zu beschönigen die Öffentlichkeit informiert.
Sitzung Nr. 139
Abg. Scheibner: Wo ist Herr Khol? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo ist denn Ihrer? Wo ist denn Ihrer?
Abgeordneter Franz Morak (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Die FPÖ diskutiert offensichtlich ihr wichtigstes Thema der Saison, und ihr Obmann glänzt durch Abwesenheit. Das nur zur Wertigkeit einer Kulturdiskussion innerhalb der FPÖ. (Abg. Scheibner: Wo ist Herr Khol? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo ist denn Ihrer? Wo ist denn Ihrer?) Es ist auch klar, wenn man die Argumente gegeneinander abwägt, daß Ihr Obmann durch Flucht glänzt. (Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!
Also ich glaube, wir sollten hier zu einer Haltung kommen – und ich schließe da die Freiheitlichen nicht aus –, wo wir uns fragen: Wie können wir das tolerieren? Wie können wir mit dem Unverständnis umgehen? Auffällig wird das nur (Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!), auffällig wird das nur ... (Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!) Hören Sie mir zu, dann werden Sie es verstehen! Auffällig wird das nur, wenn wir am Ende dieses Jahrhunderts noch immer mit Menschen und Politikern zu tun haben – vor allem Politikern –, die ihren Freud nicht gelesen haben, die ihren Kafka nicht gelesen haben, die ihren Schnitzler nicht gelesen haben, die die Abgründe der Seele leugnen – denn etwas anderes kann es ja nicht sein, warum Sie das dauernd hier vorlesen – und die wider besseres Wissen aus politischem Kalkül die Steinzeit hier in das 21. Jahrhundert verlagern!! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich kann es Ihnen auch ruhig sagen: die Steinzeit ins 21. Jahrhundert verlagern.
Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!
Also ich glaube, wir sollten hier zu einer Haltung kommen – und ich schließe da die Freiheitlichen nicht aus –, wo wir uns fragen: Wie können wir das tolerieren? Wie können wir mit dem Unverständnis umgehen? Auffällig wird das nur (Abg. Scheibner: Erklären Sie mir das!), auffällig wird das nur ... (Abg. Scheibner: Ich würde es gerne verstehen, Herr Morak! Erklären Sie mir das!) Hören Sie mir zu, dann werden Sie es verstehen! Auffällig wird das nur, wenn wir am Ende dieses Jahrhunderts noch immer mit Menschen und Politikern zu tun haben – vor allem Politikern –, die ihren Freud nicht gelesen haben, die ihren Kafka nicht gelesen haben, die ihren Schnitzler nicht gelesen haben, die die Abgründe der Seele leugnen – denn etwas anderes kann es ja nicht sein, warum Sie das dauernd hier vorlesen – und die wider besseres Wissen aus politischem Kalkül die Steinzeit hier in das 21. Jahrhundert verlagern!! (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie beim Liberalen Forum. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich kann es Ihnen auch ruhig sagen: die Steinzeit ins 21. Jahrhundert verlagern.
Sitzung Nr. 141
Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem Herrn Wabl! Seine Zwischenrufe sind ja ungeheuerlich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Grollitsch! Meine Damen und Herren! Es ist ein wirklich tragisches Thema, über das wir hier diskutieren. (Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem Herrn Wabl! Seine Zwischenrufe sind ja ungeheuerlich!) Ich sage es allen, und ich bitte alle – ich habe den Herrn Wabl auch schon gebeten und darauf aufmerksam gemacht –, daß bestimmte Ausdrücke nicht zulässig sind. Ich wünsche mir, daß wir diese Debatte in einer Art und Weise führen, wie sie dem Thema angemessen ist. Darum bitte ich Sie mit allem Nachdruck!
Abg. Haigermoser: Fehlt noch, daß der Haider schuld ist! – Abg. Scheibner: Das ist unterstes Niveau!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es gibt nur einen Grund, warum die Freiheitlichen sich in der Frage Lassing so zurückhalten, und das ist der, daß es in der Berghauptmannschaft Leoben mindestens so viele Schwarze wie Freiheitliche gibt. Oder vielleicht muß man es sogar umgekehrt sagen. (Abg. Haigermoser: Fehlt noch, daß der Haider schuld ist! – Abg. Scheibner: Das ist unterstes Niveau!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Woher haben Sie Ihre Informationen, Sie Pseudoliberaler?
Denn anders, Herr Abgeordneter Haigermoser, ist nicht zu erklären, daß die Niederschrift über die Einvernahme des Herrn Schmidt, des Werksleiters in Lassing, die der Herr Bundesminister zwar früher in Händen gehalten hat, als er uns im Hause und auch der Öffentlichkeit in der "ZiB 1" gesagt hat, einer aus Ihrer Fraktion noch vor dem Herrn Bundesminister in Händen gehabt hat. (Abg. Haigermoser: Das ist Maulwurfpolitik, die Sie betreiben! Maulwürfe sind blind!) Das war der Herr Abgeordnete Grollitsch, der soeben hier am Rednerpult gestanden ist. Er war offenbar zufällig bei der Vernehmung dabei und hat daher die Niederschrift gleich bekommen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Woher haben Sie Ihre Informationen, Sie Pseudoliberaler?)
Abg. Scheibner: Das heißt, die Leute sind selber schuld!
Mich würde in dieser Situation schon der Standpunkt des Kollegen Schieder interessieren. Mich würde interessieren, ob er auch der Meinung ist, daß dies geradezu verständlicherweise zustande gekommen sei, gewissermaßen gottgewollt (Abg. Scheibner: Das heißt, die Leute sind selber schuld!), und daß man daran eben nicht rütteln dürfe. Was ist wirklich der Standpunkt der Sozialdemokratie? Dazu fehlen ja bisher Erklärungen, ob das wirklich der Standpunkt der Sozialdemokratie ist, daß man es bei bilateralen Verhandlungen beläßt – und nicht zu einem Junktim im Zusammenhang mit Beitrittsverhandlungen dieser Länder macht.
Abg. Scheibner: Warum wolltest du dann ein Mandat bei uns haben?
Meine Damen und Herren! Erlauben Sie mir, in den mir noch verbleibenden restlichen Minuten Kritik an der Politik dieser Bundesregierung anzubringen, denn mit der Freiheitlichen Partei sollte man sich an sich nicht so viel beschäftigen. (Abg. Scheibner: Warum wolltest du dann ein Mandat bei uns haben?)
Abg. Scheibner: Das sagt eh schon alles!
Und das ist so leicht zu durchschauen, daß ich den Herrn Vizekanzler bitte – es gibt ohnehin keinen Hinweis darauf –, nicht in diese Falle zu laufen. Sein heutiger Redebeitrag und seine Anfragebeantwortung stimmen mich ja dahin gehend sehr positiv, daß das nicht passieren wird. (Abg. Scheibner: Das sagt eh schon alles!)
Abg. Scheibner: In Kärnten seid ihr national, da international!
Wie schaut nun unsere Alternative dazu aus? (Abg. Scheibner: In Kärnten seid ihr national, da international!) – Unsere Alternative ist es, das Friedenswerk in Europa klug und behutsam fortzusetzen. Wir brauchen eine neue Qualität der Außenpolitik, und wir müssen vor allem den jungen Staaten die Möglichkeit einräumen, sich auf den Beitritt vorzubereiten und auch die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Der Weg Österreichs ist richtig, der Weg, den Vizekanzler Schüssel beschreitet, ist richtig. Er hat, gerade im Hinblick auf Slowenien, mit der wissenschaftlichen Aufbereitung der Geschichte beginnen lassen. In diesem Bereich hat sich Dr. Stefan Karner sehr große Verdienste erworben.
Sitzung Nr. 142
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war nicht meine Frage!
Das heißt nicht, daß wir jetzt unsere eigenen sicherheitspolitischen Diskussionen auf diese Ebene hinaufheben oder exportieren sollten. Das ist auch nicht die Absicht. Die Frage ist: Macht es Sinn, wenn EU und NATO oder die Verteidigungsminister, die Wirtschaftsminister, die Außenminister der EU über verteidigungsrelevante Themen reden? – Und die Antwort aus meiner Sicht heißt ja. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war nicht meine Frage!)
Abg. Scheibner: Wieso ist die Frau Ministerin ein "Leuchtturm"?
Selbstverständlich werden Hiobsbotschaften, Chaos und Höllenqualen dargestellt (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), selbstverständlich zu Recht, denn so konnte es wirklich nicht mehr weitergehen. Schließlich kommen Wahlen, und die Retter müssen sich in Szene setzen: Halbwahrheiten und Halbinformationen gehen über die Bühne. (Abg. Scheibner: Wieso ist die Frau Ministerin ein "Leuchtturm"?) Das Unterrichtsbudget fließt zu 93 Prozent – so lautet, glaube ich, der richtige Prozentsatz – in Gehälter. (Abg. Böhacker: Der "Leuchtturm" leuchtet bereits! – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 146
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der zweite Fall ist die Initiative, die Frau Ministerin Gehrer, unterstützt von Minister Edlinger, ergriffen hat. Auch diesbezüglich muß man sagen, daß man da gegen manche Instinkte gehandelt hat, denn es hat sich bei vielen Österreicherinnen und Österreichern ein gewisses Unbehagen entwickelt, als zwei Bilder der Sammlung Richard des großen Malers Egon Schiele aus Tulln in den Vereinigten Staaten ausgestellt worden waren und dann von Opfern des Nationalsozialismus in Anspruch genommen wurden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Stadler: Er hat dich mit dem Scheibner verwechselt!
Abgeordneter Hermann Böhacker (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Abgeordneter Nowotny hat behauptet, ich gehöre zum Freundeskreis des Herrn Rieger. (Abg. Mag. Stadler: Er hat dich mit dem Scheibner verwechselt!) – Herr Nowotny! Diese Aussage ist falsch!
Abg. Scheibner: Was ist los mit dir? Das darf doch nicht wahr sein! Er spricht gegen seine eigene Überzeugung!
Meine Damen und Herren! Die österreichischen Luftstreitkräfte befinden sich sicherlich nicht gerade in einer sehr beneidenswerten Situation, aber von einer dramatischen Zuspitzung, wie Sie, Kollege Scheibner, es heute genannt haben, kann wirklich nicht gesprochen werden. In Ihrem Bericht ist die Situation bewußt negativ dargestellt. Ich verstehe zwar Ihre Aufgeregtheit, die sicher mit anderen Ereignissen zu tun hat, aber Sie haben meiner Ansicht nach in Ihren Ausführungen überzeichnet. (Abg. Scheibner: Was ist los mit dir? Das darf doch nicht wahr sein! Er spricht gegen seine eigene Überzeugung!)
Abg. Scheibner: Das hat sogar der Kostelka gefordert, daß wir neue Heeresstrukturen brauchen!
Die in der Anfrage aufgestellte Behauptung, die Strukturanpassung der Luftstreitkräfte sei gescheitert, stimmt nicht, denn die Luftstreitkräfte sind von dieser Bundesheerreform bis jetzt unberücksichtigt geblieben. – Herr Bundesminister! Es wäre daher zu prüfen, ob die Führungsstruktur, die vorhandene Infrastruktur und die Organisation des Betriebes den Kriterien der Effizienz und der Wirtschaftlichkeit entsprechen. (Abg. Scheibner: Das hat sogar der Kostelka gefordert, daß wir neue Heeresstrukturen brauchen!) Bei den Luftstreitkräften werden wohl eine Straffung der Führung und eine Reduzierung der Infrastruktur erforderlich sein.
Abg. Scheibner: Wo ist bei euch die Gemeinsamkeit?
Meine Damen und Herren! Ein leistungsfähiges Bundesheer ist ein wertvolles Instrument zur Erhaltung von Freiheit, Frieden und Sicherheit. Wir sollten, trotz des Wahlkampfklimas, das allenthalben erzeugt wird – Kollege Haider ist ja derzeit in Kärnten, um dort Werbung zu machen –, versuchen, sachlich damit umzugehen und gemeinsam eine gute Ausstattung des Heeres, auch bei knappen Finanzmitteln, zu erreichen. (Abg. Scheibner: Wo ist bei euch die Gemeinsamkeit?) Unterstellungen und Aggressionen wie zum Beispiel das Wort von den "Museumsfliegern" dienen diesem Ziel sicher nicht!
Abg. Scheibner: Der ist aber nur für Sie unklar!
Ich habe auf die Frage, wie viele sogenannte "Lifts" – unter Anführungszeichen; das heißt, es ging dabei offensichtlich um einen unklaren Begriff (Abg. Scheibner: Der ist aber nur für Sie unklar!) – die Fliegerdivision benötigt, um mit allen zur Verfügung stehenden Hubschraubern eine Luftlandung der Kampfteile eines Jägerbataillons – drei Jägerkompanien, eine S-Kompanie und Teile der Stabskompanie – durchzuführen, geantwortet. Ich möchte dazu sagen, daß bereits aus der Art der Anfragestellung hervorgeht, daß damit offensichtlich bewußt versucht wird, einen bestimmten Eindruck hervorzurufen. (Abg. Scheibner: Sie haben das nicht zu beurteilen! Sie haben Fragen zu beantworten und sonst nichts!)
Abg. Scheibner: Sie haben das nicht zu beurteilen! Sie haben Fragen zu beantworten und sonst nichts!
Ich habe auf die Frage, wie viele sogenannte "Lifts" – unter Anführungszeichen; das heißt, es ging dabei offensichtlich um einen unklaren Begriff (Abg. Scheibner: Der ist aber nur für Sie unklar!) – die Fliegerdivision benötigt, um mit allen zur Verfügung stehenden Hubschraubern eine Luftlandung der Kampfteile eines Jägerbataillons – drei Jägerkompanien, eine S-Kompanie und Teile der Stabskompanie – durchzuführen, geantwortet. Ich möchte dazu sagen, daß bereits aus der Art der Anfragestellung hervorgeht, daß damit offensichtlich bewußt versucht wird, einen bestimmten Eindruck hervorzurufen. (Abg. Scheibner: Sie haben das nicht zu beurteilen! Sie haben Fragen zu beantworten und sonst nichts!)
Abg. Scheibner: Interpretieren Sie nicht herum!
Selbstverständlich wäre darauf hinzuweisen, ob ein bestimmter Klarstand gegeben ist, ob eine bestimmte Feindlage gegeben ist oder ob es sich um einen ganz normalen Transport handelt. (Abg. Jung: Sie vernebeln ja schon wieder!) Ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel sagen. (Abg. Scheibner: Interpretieren Sie nicht herum!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die ÖVP beschönigt!
Wenn Sie dann noch mit absolut unfairen Mitteln versuchen, zwischen dem Alter der Hubschrauber und dem Ausfall innerhalb von Jahrzehnten eine Relation herzustellen (Abg. Jung: Das ist es ja!), dann muß ich Ihnen sagen: Das ist nicht nur unfair, sondern das geht sogar weit darüber hinaus. (Abg. Jung: Unfair ist es, wenn man es so macht, daß man eine Unwahrheit nicht mehr aufdecken kann!) Denn man muß sagen, daß die Unfallhäufigkeit im Luftbereich gerade bei uns weit unter dem internationalen Standard liegt, sodaß diese Frage von Ihnen in unverantwortlicher Weise in einen Konnex gebracht wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die ÖVP beschönigt!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind der Verantwortliche! Ihnen machen wir den Vorwurf! Sie sind der Schuldige! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Brigadier Jung degradieren! Sie verstehen nichts!
Ich verurteile, daß Sie den Verantwortlichen im Bundesheer mehr oder weniger unterstellen, daß sie in leichtfertiger Art und Weise ihr Okay für das In-den-Dienst-Stellen einer Maschine geben. Für diese Aussage sind Sie verantwortlich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind der Verantwortliche! Ihnen machen wir den Vorwurf! Sie sind der Schuldige! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Brigadier Jung degradieren! Sie verstehen nichts!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, wenn Sie uns daran erinnern!
Sie sollten die Truppe nicht verunsichern, sondern Sie sollten aus staatspolitischer Verantwortung mit dazu beitragen, daß man den Menschen Sicherheit geben kann, aber nicht das Gegenteil. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, wenn Sie uns daran erinnern!)
Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Es liegt dazu keine Wortmeldung mehr vor. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Wollen Sie vielleicht schon wählen?
Den Antrag der Grünen sehe ich als Vorwahlgeplänkel, ich kann ihn nicht ernst nehmen. (Abg. Scheibner: Wollen Sie vielleicht schon wählen?) Man braucht sich nur die Begründung des Antrags durchzulesen, in der beispielsweise gesagt wird, daß allein deshalb, weil polychlorierte Biphenyle und Phtalate festgestellt worden sind, eine Schließung erfolgt wäre.
Sitzung Nr. 149
Abg. Scheibner weist Präsidenten Dr. Fischer auf SPÖ-Reihen hin, in denen gleichfalls Bankgespräche geführt werden.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter Scheibner, bitte! (Abg. Scheibner weist Präsidenten Dr. Fischer auf SPÖ-Reihen hin, in denen gleichfalls Bankgespräche geführt werden.)
Abg. Koppler: Das stimmt nicht! Es gibt auch von mir einen Akt! – Abg. Scheibner: Wer hat gesagt, daß es einen Akt gibt?
Herr Bundesminister, Sie sagen, Sie haben keine Informationen über konkrete Datenflüsse und auch falsche Personenbezeichnungen bei Tätigkeiten des Heeres-Abwehramtes. Wieso kommen diese Informationen nur uns zu? Wieso, glauben Sie, gibt es Menschen, die in ihrem eigenen Stapo-Akt einen Querverweis auf Akte des Heeres-Abwehramtes gelesen haben, die sich die Aktenzahl gemerkt haben? Wenn sie das aber schriftlich verlangen, dann gibt es das alles nicht mehr! Dann sagt uns der Herr Verteidigungsminister: Wir haben keine Akten! – Nur über Frau Pollet-Kammerlander gab es einen solchen Akt: die einzige Österreicherin, über die es so etwas gibt! (Abg. Koppler: Das stimmt nicht! Es gibt auch von mir einen Akt! – Abg. Scheibner: Wer hat gesagt, daß es einen Akt gibt?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Woher weißt du das? Du warst nicht drinnen!
Meine Damen und Herren! Die Liberalen übersehen überhaupt nicht, daß die Exekutive nicht nur ein Bestandteil der demokratischen Ordnung, sondern ein notwendiger, ein unverzichtbarer Bestandteil der demokratischen Ordnung ist. Das, was wir in diesem Hause immer wieder vehement einfordern, ist aber, daß es auch eine parlamentarische Kontrolle geben muß. Sie werden uns wohl zugestehen, daß der Staatspolizei-Ausschuß oder der Heeres-Nachrichtendienst-Ausschuß das Wort "Kontrolle" nicht verdienen. Sie verdienen es nicht, und das wissen Sie! (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Woher weißt du das? Du warst nicht drinnen!)
Abg. Scheibner: Wer’s glaubt!
Bei der Überwachung, bei den modernen Fahndungsmethoden haben wir Filter eingebaut. Wir haben Filter eingebaut für den Lauschangriff, für die moderne Überwachung, für die Rasterfahndung, die nur unter richterlicher Erlaubnis und bei mit besonders hohen Strafen bedrohten Delikten durchgeführt werden kann. (Abg. Scheibner: Wer’s glaubt!) – Sie sagen: Wer’s glaubt! Deshalb ist es notwendig, daß eine entsprechende Kontrolle gegeben ist. (Die Abgeordneten Jung und Scheibner: Richtig! Richtig!) Aber das heißt nicht, daß der Nicht-Glaube Kontrolle verhindern soll. (Abg. Jung: Können Sie das erklären?) – Sie müssen mir erklären, was Sie meinen. Sie haben überhaupt ab und zu sehr erklärungsbedürftige Einwände, denen niemand so recht folgen kann. Aber wir können uns dann draußen ein bißchen darüber unterhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Die Abgeordneten Jung und Scheibner: Richtig! Richtig!
Bei der Überwachung, bei den modernen Fahndungsmethoden haben wir Filter eingebaut. Wir haben Filter eingebaut für den Lauschangriff, für die moderne Überwachung, für die Rasterfahndung, die nur unter richterlicher Erlaubnis und bei mit besonders hohen Strafen bedrohten Delikten durchgeführt werden kann. (Abg. Scheibner: Wer’s glaubt!) – Sie sagen: Wer’s glaubt! Deshalb ist es notwendig, daß eine entsprechende Kontrolle gegeben ist. (Die Abgeordneten Jung und Scheibner: Richtig! Richtig!) Aber das heißt nicht, daß der Nicht-Glaube Kontrolle verhindern soll. (Abg. Jung: Können Sie das erklären?) – Sie müssen mir erklären, was Sie meinen. Sie haben überhaupt ab und zu sehr erklärungsbedürftige Einwände, denen niemand so recht folgen kann. Aber wir können uns dann draußen ein bißchen darüber unterhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: So etwas sagt man nicht! – Abg. Aumayr: Ausländerfeindlich!
Man ist draufgekommen, daß es sich dabei um eine zehnköpfige polnische Einbrecherbande gehandelt hat, die Gott sei dank durch die Exekutive gefaßt wurde. (Abg. Scheibner: So etwas sagt man nicht! – Abg. Aumayr: Ausländerfeindlich!) Die Exekutivbeamten haben gesagt, daß das nur ein kleiner Teil dieser hundertköpfigen Bande ist, die durch Österreich zieht und gewerbsmäßig einbricht, organisiert einbricht, mit modernsten Mitteln und modernsten Geräten einbricht. Und diese Bande gehört mit solch modernen Geräten bekämpft, die auch sie anwendet. Deshalb: Waffengleichheit für unsere Exekutive! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nehmen Sie zur Kenntnis, daß unsere Abgeordneten eine eigene Meinung haben!
Jetzt zu Ihnen, Herr Kollege Krüger. Sie haben gesagt: Studienfinanzierung über Studienbeiträge kommt nicht in Frage; das kommt für die FPÖ nicht in Frage. – Da kennen Sie Ihre eigenen Papiere nicht. Ich habe hier die "Freien Argumente". Da gibt es so etwas wie eine freiheitliche Wissenschaftspolitik, und da schreibt unser Dritter Präsident Willi Brauneder zur Einführung von Studiengebühren: Derzeit nicht; es sollten sich die Verhältnisse verbessern. Für die Zukunft mag jedoch gelten: Aufgrund staatlicher Vorschriften kann die Universität bestimmen, ob sie von den Studierenden Beiträge einhebt. (Abg. Scheibner: Nehmen Sie zur Kenntnis, daß unsere Abgeordneten eine eigene Meinung haben!) Allerdings sollten die Mittel im autonomen Bereich verbleiben, für die Lehre verwendet werden und so weiter. Die Höhe der Beiträge legt die einzelne Universität differenziert nach Studienrichtungen – also autonom – fest. (Abg. Dr. Khol: Nicht dumm! Keine dumme Sache! – Abg. Scheibner: Darf man bei Ihnen keine eigene Meinung haben? – Abg. Dr. Khol: Brauneder ist Ihnen wohl zuzurechnen, oder nicht?)
Abg. Dr. Khol: Nicht dumm! Keine dumme Sache! – Abg. Scheibner: Darf man bei Ihnen keine eigene Meinung haben? – Abg. Dr. Khol: Brauneder ist Ihnen wohl zuzurechnen, oder nicht?
Jetzt zu Ihnen, Herr Kollege Krüger. Sie haben gesagt: Studienfinanzierung über Studienbeiträge kommt nicht in Frage; das kommt für die FPÖ nicht in Frage. – Da kennen Sie Ihre eigenen Papiere nicht. Ich habe hier die "Freien Argumente". Da gibt es so etwas wie eine freiheitliche Wissenschaftspolitik, und da schreibt unser Dritter Präsident Willi Brauneder zur Einführung von Studiengebühren: Derzeit nicht; es sollten sich die Verhältnisse verbessern. Für die Zukunft mag jedoch gelten: Aufgrund staatlicher Vorschriften kann die Universität bestimmen, ob sie von den Studierenden Beiträge einhebt. (Abg. Scheibner: Nehmen Sie zur Kenntnis, daß unsere Abgeordneten eine eigene Meinung haben!) Allerdings sollten die Mittel im autonomen Bereich verbleiben, für die Lehre verwendet werden und so weiter. Die Höhe der Beiträge legt die einzelne Universität differenziert nach Studienrichtungen – also autonom – fest. (Abg. Dr. Khol: Nicht dumm! Keine dumme Sache! – Abg. Scheibner: Darf man bei Ihnen keine eigene Meinung haben? – Abg. Dr. Khol: Brauneder ist Ihnen wohl zuzurechnen, oder nicht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sie sind doch an der Regierung! Sie sind doch kein Oppositionsabgeordneter! – Abg. Scheibner: Von 36 auf 18 Prozent, das ist lächerlich!
Ich wünsche der Wasserstraße Donau für die Zukunft alles Gute, besonders als wichtige Verkehrsader für die Verlagerung des Schwerverkehrs von der Straße weg zu ökologisch vertretbaren Verkehrsträgern! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Ofner: Sie sind doch an der Regierung! Sie sind doch kein Oppositionsabgeordneter! – Abg. Scheibner: Von 36 auf 18 Prozent, das ist lächerlich!)
Sitzung Nr. 150
Abg. Scheibner: Wer war denn das?!
Für Kärnten muß ich einmal festhalten, daß die wichtigsten Unterlagen aus den Jahren 1938 bis 1945 natürlich sofort im Jahr 1945 von Beamten der Zweiten Republik vernichtet wurden. Das wurde den Historikern mitgeteilt, meine Damen und Herren! Das heißt, das, was am heikelsten war, hat man ohnehin schon weggeschafft. (Abg. Scheibner: Wer war denn das?!)
Sitzung Nr. 152
Abg. Scheibner: Hier regt ihr euch auf, dabei macht ihr doch selbst in den Ländern und Gemeinden diese Politik! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Vielfach liegt es aber auch an der Raumordnung und an den Ländern. Im Sinne der Raumordnung wird heute ein Einfamilienhaus dann am besten gefördert, wenn es auf einem sehr kleinen Grund steht, 600 Quadratmeter zum Beispiel. (Abg. Scheibner: Hier regt ihr euch auf, dabei macht ihr doch selbst in den Ländern und Gemeinden diese Politik! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Die Grundgröße spielt bei Großmärkten dagegen anscheinend eine zu geringe Rolle. Man müßte dafür sorgen, daß Großmärkte die Infrastrukturkosten zu tragen haben, daß mehrgeschoßig gebaut werden muß, daß Tiefgaragen errichtet werden müssen, denn sonst ist die Kostenwahrheit zwischen Großmarkt und Nahversorger überhaupt nicht gegeben.
Abg. Scheibner: Macht endlich etwas dagegen!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Den Verhandlungserfolg von Minister Einem möchte ich mit ein paar Zahlen aus dem östlichen Bereich verdeutlichen. Wissen Sie, daß täglich auf der A 4, die an meinem Bezirk vorbeiführt, im Bereich Schwechat über 54 000 Kfz fahren? (Abg. Scheibner: Macht endlich etwas dagegen!) Wissen Sie, daß auf der Südosttangente täglich 180 000 Kfz fahren? Wissen Sie, daß am Wiener Gürtel und im Bereich Südtiroler Platz 130 000 Kfz fahren? – Wir sind froh, daß Sie uns heute bekanntgegeben hat, daß es jetzt eine Eisenbahnstrecke mit Lastwagenverkehr nach Bratislava gibt, daß ein Teil des Verkehrs in Richtung Osten auf die Schiene verlagert werden kann. Dafür müssen wir uns doch stark machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist die falsche Verkehrspolitik der Sozialisten!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Im Bereich der FPÖ finden wir eine ähnliche Situation vor. Die steirische FPÖ, an der Spitze der Landesvorsitzende Helmut Schmid, ist uneingeschränkt für den Bau des Semmering-Basistunnels. Die Kärntner FPÖ war noch vor wenigen Jahren – das läßt sich im Memorandum der Kärntner Landesregierung unter Altlandeshauptmann Dr. Haider nachlesen – ebenfalls dafür. Auch Landeshauptmann-Stellvertreter Grasser war bis zu seinem Ausscheiden dafür. Heute setzt sich die FPÖ – bedauerlicherweise, muß ich sagen – immer deutlicher davon ab, obwohl einige Abgeordnete der Freiheitlichen im Kärntner Landtag nach wie vor dazu stehen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ein "Niveau" von einer Regierungspolitik!
Der zweite Punkt: Man braucht einen genügend großen Markt. Meine Damen und Herren! (Abg. Böhacker: Wir werden ungefähr zu 100 Prozent besteuert, wenn wir genügend Kunden haben!) Also, Ihre flat tax können Sie sich behalten! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ein "Niveau" von einer Regierungspolitik!)
Abg. Scheibner: Wer hat einen Notstand?
Hohes Haus! Allein in Oberösterreich haben sich mehr als 122 000 Menschen mit ihrer Unterschrift für die Herstellung von festsitzendem Zahnersatz in Ambulatorien ausgesprochen, und diese Forderung, meine sehr verehrten Damen und Herren, wurde in allen Gremien mit den Stimmen aller Parteien, also einstimmig beschlossen. Ich bin schon neugierig auf den Argumentationsnotstand, den Sie bei Ihren Arbeitnehmervertretern in der nächsten Zeit haben werden. (Abg. Scheibner: Wer hat einen Notstand?)
demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Kritik des Kollegen Trattner am Internationalen Währungsfonds ist berechtigt (demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner), denn es ist in der Tat so, daß die Politik des Internationalen Währungsfonds in den letzten Monaten – berechtigterweise – überdacht wurde. In der morgigen Ausgabe der "Presse" wird aus einer Studie der Weltbank, erarbeitet vom Chefökonomen der Weltbank, Joseph Stiglitz, zitiert, in der relativ präzise nachgewiesen wird, daß die Politik des Internationalen Währungsfonds nicht die selbstgestellten (Abg. Ing. Meischberger: Bitte fürs Protokoll: Das ist ja nicht wahr!) – nachlesen, Kollege Meischberger, falls das möglich ist – Zielsetzungen erfüllt, weil sie in vielen Ländern, in denen Rettungspakete des Währungsfonds geschnürt worden seien, dazu geführt habe, daß die Nachfrage zusammengebrochen, große Teile der Bevölkerung im wesentlichen der Verarmung preisgegeben worden seien, und daher mit Recht auch von der Europäischen Union und deren Finanzministern eine fundamentale Reform des Währungsfonds gefordert wird.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie schon zum dritten Mal "Voodoo"! Das ist ein bißchen viel!
Was ist denn billiger geworden? Warum haben Sie denn nicht dieses bißchen an volkswirtschaftlicher Redlichkeit zu sagen: Schauen wir uns das an!? – Mit diesem Antrag der Grünen wird ja nicht grundsätzlich gegen die Ausgliederungen Stellung genommen. Wir wollen aber, Herr Abgeordneter Mühlbachler, irgendeinen Beweis dafür, daß diese sinnvoll sind! Haben Sie diesen Beweis? – Stimmen Sie unserem Antrag zu und lehnen Sie damit den Ausschußbericht ab! Ich verstehe nicht, wie man so eine "Voodoo-Ökonomie" betreiben kann. Das ist unverständlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie schon zum dritten Mal "Voodoo"! Das ist ein bißchen viel!) Es ist ein bißchen viel Voodoo! Das meine ich auch!
Sitzung Nr. 154
Abg. Scheibner: Hör einmal auf mit deiner Polemik! Einmal ein Thema ohne Polemik! Unglaublich!
Ich glaube, daß auch dieses Feld durchaus strapaziert werden könnte, vor allem deshalb, weil auch meine Vorrednerin interessanterweise hier einen Integrationsgedanken durchblitzen hat lassen, der ihr in anderen Fällen völlig fehlt. Aber es ist nie zu spät, etwas dazuzulernen, auch nicht für Frau Abgeordnete Povysil. (Abg. Scheibner: Hör einmal auf mit deiner Polemik! Einmal ein Thema ohne Polemik! Unglaublich!) Es geht darum, daß wir, wenn wir die Integration als ein notwendiges Grundrecht erachten, diese Maßnahmen und diese Grundwerte auch in anderen Bereichen wenigstens in die Diskussion einfließen lassen. Wenigstens einfließen lassen! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Das schlechte Gewissen spricht aus Ihnen! – Abg. Scheibner: Also doch ein Mißbrauch!
Diese Dringliche Anfrage, meine Damen und Herren, ist die Garantie dafür, daß die Debatte, die Sie ursprünglich eigentlich mit uns gemeinsam wollten, überhaupt stattfinden kann. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Graf: Das schlechte Gewissen spricht aus Ihnen! – Abg. Scheibner: Also doch ein Mißbrauch!)
Abg. Scheibner: Wir brauchen keine Belehrungen! – Abg. Haigermoser: Geben Sie den Rohrstab aus der Hand!
Sie alle haben hervorragende Arbeit geleistet, und es würde Ihnen (in Richtung Freiheitliche gewandt) gut anstehen, wenn auch Sie die gute Arbeit, die hervorragende Organisation der österreichischen Beamten, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes in Österreich mit einem Applaus honorieren würden. Die werden sich nicht freuen, wenn Sie das nicht tun. (Abg. Scheibner: Wir brauchen keine Belehrungen! – Abg. Haigermoser: Geben Sie den Rohrstab aus der Hand!)
Abg. Scheibner: Null!
Die zweite Zäsur ist im Zusammenhang damit zu sehen, daß Europa, wenn wir den größten Wirtschaftsraum der Welt und eine der stärksten Währungen haben wollen – und das steht außer Streit –, als Global Player natürlich auch eine gemeinsame starke Außenvertretung in der Politik braucht, sowie auch eine Sicherheits- und Verteidigungsdimension. In diesem Punkt sind in der österreichischen Präsidentschaft keine Entscheidungen gefallen (Abg. Scheibner: Null!), aber im nachhinein betrachtet wird jeder sehen, daß hier eigentlich die Weichen richtig gestellt worden sind. (Abg. Scheibner: Sie haben hier für das Parlament Diskussionsverbot verordnet! Das war eine einzigartige Leistung!) Bis zur Wahl in Deutschland war es klar, daß dieser neue hohe Vertreter der Außenpolitik eigentlich kein Politiker sein soll. Nach der österreichischen Präsidentschaft ist klar – uns war das vorher schon klar –: Das muß ein glaubwürdiger, höchst professioneller europäischer Außenpolitiker sein! Nur so kann Europa auf der Weltbühne Gewicht haben! Das ist klar, das ist entschieden – die Person noch nicht, aber das Profil.
Abg. Scheibner: Sie haben hier für das Parlament Diskussionsverbot verordnet! Das war eine einzigartige Leistung!
Die zweite Zäsur ist im Zusammenhang damit zu sehen, daß Europa, wenn wir den größten Wirtschaftsraum der Welt und eine der stärksten Währungen haben wollen – und das steht außer Streit –, als Global Player natürlich auch eine gemeinsame starke Außenvertretung in der Politik braucht, sowie auch eine Sicherheits- und Verteidigungsdimension. In diesem Punkt sind in der österreichischen Präsidentschaft keine Entscheidungen gefallen (Abg. Scheibner: Null!), aber im nachhinein betrachtet wird jeder sehen, daß hier eigentlich die Weichen richtig gestellt worden sind. (Abg. Scheibner: Sie haben hier für das Parlament Diskussionsverbot verordnet! Das war eine einzigartige Leistung!) Bis zur Wahl in Deutschland war es klar, daß dieser neue hohe Vertreter der Außenpolitik eigentlich kein Politiker sein soll. Nach der österreichischen Präsidentschaft ist klar – uns war das vorher schon klar –: Das muß ein glaubwürdiger, höchst professioneller europäischer Außenpolitiker sein! Nur so kann Europa auf der Weltbühne Gewicht haben! Das ist klar, das ist entschieden – die Person noch nicht, aber das Profil.
Abg. Scheibner: Das sind ja wieder die Amerikaner!
Eines meiner Bestreben war es – und auch da sind wir Risken eingegangen –, daß wir uns selbst in den Weltkrisenzonen oder in den europäischen Krisenzonen – und ich rechne den Mittelmeerraum/Nahost durchaus dazu – einfach eine größere Sichtbarkeit, ein größeres Profil geben wollen. Natürlich habe ich meinen Traum noch nicht verwirklichen können. Jeder hat seinen Traum, und mein Traum wäre gewesen, daß wir noch vor Weihnachten (Zwischenruf des Abg. Dr. Kurzmann) – das ist jetzt nicht zum Blödeln, bitte – etwa im Kosovo den Beginn von politischen Verhandlungen feiern können. Das wäre unglaublich wichtig gewesen (Abg. Scheibner: Das sind ja wieder die Amerikaner!), denn es kann ja nicht genug sein für uns, daß wir einige Hunderttausend Flüchtlinge notdürftig versorgt wieder zurückgebracht haben, sondern die Zeit läuft davon, und im Frühjahr kann es wieder losgehen. Es ist schade, daß das noch nicht gelungen ist. Ich gebe die Hoffnung immer noch nicht auf – 14 Tage haben wir noch Zeit.
Abg. Scheibner: Habt ihr wieder einmal nicht zugehört? Immer diese Reflexe!
Zweitens bedauere ich, daß diese Debatte mit einer solchen Schwarzweißmalerei geführt wird. (Abg. Dipl.-Ing. Schöggl: Sie brauchen sich nicht anzubiedern!) Ich habe schon vorher dieses Hochjubeln des EU-Vorsitzes und auch des EU-Gipfels durch die meisten – Herr Abgeordneter Mock, ich sage: die meisten – Abgeordneten und auch Vertreter der Regierung auf der einen Seite erwähnt. Der erste Redner der Opposition hat nun so getan, als ob in dieser Zeit das Allerschlimmste passiert wäre. Da ist wirklich mehr Differenziertheit angesagt. (Abg. Scheibner: Habt ihr wieder einmal nicht zugehört? Immer diese Reflexe!) Eine solche Differenziertheit will ich versuchen – ich weiß nicht, ob es gelingt, aber ich will es versuchen –, in die Gesamtbeurteilung einzubringen.
Abg. Scheibner: Sie sind ja noch schlimmer als die Sozialisten in dieser Frage!
Was die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik betrifft: Es waren die Franzosen und die Briten, die jetzt den Begriff des "europäischen Heeres" in die Diskussion gebracht haben. Als eine Woche zuvor die Liberalen davon gesprochen haben, sind wir mit Spott und Hohn übergossen worden (Abg. Jung: Sie haben von Auflösung gesprochen!), wie man darüber überhaupt reden könne. (Bundeskanzler Mag. Klima: Das hat niemand gesagt!) Aber dazu, eine Position zu entwickeln und zu einer Diskussion darüber, wie ein solches Heer entwickelt werden könnte, mit welchen Bausteinen, ob das unter Auflösung der nationalen Heere möglich wäre oder wie sonst in weiterer Folge, kam von österreichischer Seite kein einziger Beitrag! (Abg. Scheibner: Sie sind ja noch schlimmer als die Sozialisten in dieser Frage!) Daher ist es auch kein Wunder, daß das Ziel, daß man sich gesetzt hatte, nämlich daß unter österreichischer Präsidentschaft ein "Mr." oder eine "Mrs. GASP" gekürt werden würde, nicht erreicht werden konnte. Wie auch, wenn kein Anstoß aus Österreich kommt?! (Beifall beim Liberalen Forum.)
Abg. Scheibner: Wo ist die SPÖ? – Abg. Dr. Graf: Aufgelöst!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Abg. Scheibner: Wo ist die SPÖ? – Abg. Dr. Graf: Aufgelöst!)
Sitzung Nr. 156
Abg. Scheibner: Sie sind wirklich eine gute “Oppositionspartei”!
Gestatten Sie mir daher einfach, ein paar wesentliche Dinge festzustellen: In meinen Händen befindet sich – und hiermit, liebe Frau Bundesminister, wende ich mich an Sie – ein Paket, das Ihre Unterschrift, die Unterschriften von Finanzminister Edlinger und von Frau Mertel sowie von Ministern und Vertretern meiner Partei, die das sogenannte “Familienpaket 2000” besiegeln, trägt. Diese Unterschriften und dieses Paket sind in etwa ein Jahr alt. Das Paket bedarf nur der Umsetzung, und es würde viele Fragen beantworten, die hier und heute gestellt wurden, und viele Forderungen umsetzen, die von dieser Stelle aus von meinen Vorrednern erhoben wurden. (Abg. Scheibner: Sie sind wirklich eine gute “Oppositionspartei”!)
Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden!
Diese Frauen haben deshalb so unglaublich viel Leid erfahren, weil sie nicht rechtzeitig gemerkt haben (Abg. Dr. Haider: Tun Sie etwas, Frau Minister! Sie sind zuständig!), daß es wichtig gewesen wäre, nicht die ganze Erfahrung, die ganze Qualifikation ihres eigenen Berufes zu verlieren und wieder bei der Stunde Null anfangen zu müssen. Diese Frauen haben oft bereut, so lange zu Hause geblieben zu sein. Aus diesem Grund müssen wir gerade all den jungen Frauen, die das ja noch von ihren eigenen Müttern kennen und an ihnen miterlebt haben (Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden!), die Möglichkeit geben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Die wissen, wovon sie reden! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Petrovic: Wann kommt das? Wann?)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Die Unwahrheit haben Sie gepachtet! Darin sind Sie Spezialist, Sie persönlich!
Ich stelle natürlich auch die Frage, wo denn heute der Herr Kandidat für das Amt des Landeshauptmannes des Bundeslandes Kärnten ist, wenn über so wichtige Fragen wie den Semmeringtunnel debattiert wird. Wo ist der Herr Landeshauptmannkandidat? Ist das für ihn eine Frage, die ihn nicht mehr interessiert? Ist es wichtiger, daß er in Kärnten herumschwirrt und die Leute mit der Unwahrheit konfrontiert? (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Die Unwahrheit haben Sie gepachtet! Darin sind Sie Spezialist, Sie persönlich!)
Abg. Smolle – zum Rednerpult zurückkehrend –: Herr Präsident, ich danke! – Abg. Scheibner: Das ist ja kein Kasperltheater!
†Präsident Dr. Heinz Fischer¦: Herr Abgeordneter Smolle, haben Sie den Antrag verlesen? (Abg. Smolle – zum Rednerpult zurückkehrend –: Herr Präsident, ich danke! – Abg. Scheibner: Das ist ja kein Kasperltheater!)
Sitzung Nr. 158
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ein feiner Professor ist das! – Abg. Böhacker: Sie können nicht rechnen!
Ich würde Ihnen folgendes empfehlen: Konsolidieren Sie Ihre eigenen Aussagen. Das ist auf Ihrer Web-Seite gestanden. Ich würde sagen, wenn Sie damit nicht einverstanden sind, müssen Sie mit der FPÖ sprechen, von dieser stammen nämlich diese Unterlagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ein feiner Professor ist das! – Abg. Böhacker: Sie können nicht rechnen!)
Abg. Scheibner: 30 Prozent!
Nächster Punkt: Mietendebatte. – Darf es ein bisserl mehr sein? – Es heißt: Um 10 Prozent müssen die Mieten heruntergehen. Die Freiheitlichen sagen natürlich sofort: Um 20 Prozent! (Abg. Scheibner: 30 Prozent!) Heute hat Dr. Haider sogar gesagt: Um 30 Prozent! – Ich gratuliere! Die Betriebskosten müssen heruntergehen, sagen Sie. Ja wann fordern Sie endlich Freibier für alle Mieter?
Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dietachmayr –: Sind Sie der Ordner da drüben, oder was? Der Oberlehrer! – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. – Abg. Scheibner: ... ein Redeverbot da drüben! Na sowas!
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Petrovic. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dietachmayr –: Sind Sie der Ordner da drüben, oder was? Der Oberlehrer! – Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. – Abg. Scheibner: ... ein Redeverbot da drüben! Na sowas!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Kann man eine tatsächliche Berichtigung berichtigen? – Abg. Dr. Nowotny: Verwirrend! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Nowotny –: Für Sie vielleicht!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Ordnung halber muß ich Frau Kollegin Petrovic berichtigen. Sie hat gemeint, ich hätte in meiner vorigen tatsächlichen Berichtigung gesagt, daß das freiheitliche Steuermodell nicht auf einer wissenschaftlichen Grundlage basiere. Diese Aussage ist unrichtig! Hätten Sie mir genau zugehört, dann hätten Sie gewußt, daß ich gesagt habe, daß das freiheitliche Modell sehr wohl auf dieser Grundlage basiere (der Redner hält eine Broschüre in die Höhe), aber daß diese Broschüre nicht das freiheitliche Modell darstellt, sondern daß ausgehend von dieser wissenschaftlichen Grundlage dann in einer Arbeitsgruppe und auf einem eigenen Parteitag das freiheitliche Modell ausgearbeitet und beschlossen worden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol: Kann man eine tatsächliche Berichtigung berichtigen? – Abg. Dr. Nowotny: Verwirrend! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Nowotny –: Für Sie vielleicht!)
Abg. Scheibner: "Ungeeignet"?
Um jetzt zu den heutigen Ereignissen und zu den Ereignissen der vorangegangenen Wochen überzuleiten: Wir haben uns immer gegen jede Art von Gewalt ausgesprochen (ironische Heiterkeit bei Abg. Dkfm. Holger Bauer ), und ich möchte das auch heute hier vom Rednerpult aus tun. Es geht nicht darum, die eine Gewalt mit der anderen auszugleichen oder gleichzusetzen. Wir haben auch heute in unseren Presseaussendungen die Besetzung der Botschaften in Wien und in anderen europäischen Städten verurteilt und als ungeeignetes Mittel betrachtet, um das Anliegen, das die Kurden haben, zum Ausdruck zu bringen und erfüllt zu bekommen. (Abg. Scheibner: "Ungeeignet"?)
Sitzung Nr. 159
Abg. Scheibner: Alles falsch!
Es gibt zwei Punkte: Der erste betrifft die Demokratiegefährdung. Die Wendung "verrotteter Rechtsstaat" beinhaltet eine Symbolik, die wir alle kennen. Es ist überflüssig, darüber zu reden. Der Name "verrotteter Rechtsstaat" – dieser Begriff wurde von Ihnen verwendet, ebenso wie die Ausdrücke, daß KZ "Straflager" sind und daß Österreich eine "Mißgeburt" ist. Nicht vergessen werden darf auch die "ordentliche Beschäftigungspolitik", meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Alles falsch!) Sie lernen nicht aus der Geschichte. Sie distanzieren sich zwar davon, Sie erzählen den Wählern draußen, daß Sie das nicht so gemeint haben, Sie kommen aber immer wieder mit den gleichen Vorwürfen und zeigen damit, wessen Geistes Kind Sie sind. Wir nehmen das zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie zitieren gerade falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie zitieren gerade falsch!
Es gibt zwei Punkte: Der erste betrifft die Demokratiegefährdung. Die Wendung "verrotteter Rechtsstaat" beinhaltet eine Symbolik, die wir alle kennen. Es ist überflüssig, darüber zu reden. Der Name "verrotteter Rechtsstaat" – dieser Begriff wurde von Ihnen verwendet, ebenso wie die Ausdrücke, daß KZ "Straflager" sind und daß Österreich eine "Mißgeburt" ist. Nicht vergessen werden darf auch die "ordentliche Beschäftigungspolitik", meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Alles falsch!) Sie lernen nicht aus der Geschichte. Sie distanzieren sich zwar davon, Sie erzählen den Wählern draußen, daß Sie das nicht so gemeint haben, Sie kommen aber immer wieder mit den gleichen Vorwürfen und zeigen damit, wessen Geistes Kind Sie sind. Wir nehmen das zur Kenntnis. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie zitieren gerade falsch!)
Abg. Scheibner: Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun?
Alles der Reihe nach, Herr Kollege Stadler! Es ist völlig unbestritten, und ich bestätige es hier (Abg. Mag. Stadler: Fekter, Wurmitzer – eure Dringliche!), daß meine Fraktion in der Tat vor hatte, heute eine Dringliche Anfrage einzubringen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit Wahlkampf zu tun?) Aber das unterscheidet uns im politischen Stil, in der politischen Kultur, Herr Kollege Stadler: Wir haben gesagt, angesichts dieser Lawinenkatastrophe wäre es nicht zu verantworten, hier ein Polit-Hickhack durchzuführen, wie Sie es eben jetzt gemacht haben, Herr Kollege Stadler! Das ist eben der Unterschied, und der Staatsbürger kann sich jetzt ein Bild machen. Insofern glaube ich, ist es ganz gut, daß Sie sich zu Wort gemeldet haben. Sie haben hier eine Debatte zu einer Dringlichen abgehalten, die gar nicht eingebracht wurde, und zwar aus Gründen der Pietät nicht eingebracht wurde! (Abg. Mag. Stadler: Was machen Sie konkret für die Lawinenopfer? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Was machen Sie für die Opfer? Sagen Sie das!)
Abg. Scheibner: Der Witz des Tages!
Ich möchte aber noch eine Bemerkung zum "Stadler-Prinzip" machen, was die Europäische Union betrifft. Er meinte, daß wir nichts zahlen sollten. Es gebe gewisse Mißstände, und deshalb sollten wir nichts zahlen. – Dazu muß ich sagen: Mir ist jetzt endlich klar geworden, warum sich Herr Meischberger unschuldig fühlt. Er ist mit der Politik der Regierung nicht einverstanden, also hat er das Geld in den Tresor gelegt und keine Steuern gezahlt. Deshalb fühlt er sich unschuldig! Er hat eigentlich nur konsequent das "Stadler-Prinzip" angewendet, ganz nach dem Motto: Wir sind unzufrieden, und daher zahlen wir nichts! (Abg. Scheibner: Der Witz des Tages!) – Das ist mir jetzt klar geworden. Aber das ist natürlich nicht die Lösung. Meischberger ist sehr wohl ein verurteilter Steuerhinterzieher und bleibt es! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schlecht koordiniert vor der Sitzung!
Zuletzt möchte ich nur kurz auf die Anträge, die hier vorliegen, eingehen. – Herr Außenminister! Ich danke Ihnen für die Beantwortung meiner Fragen aus dem Ausschuß. Ich möchte allerdings darauf hinweisen, daß ich die dritte Frage nicht gestellt habe; aber gut, Sie haben sie auch beantwortet. (Abg. Scheibner: Schlecht koordiniert vor der Sitzung!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dkfm. Holger Bauer, Gaugg und Scheibner. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.
Soviel zum Thema Wahrheit. Diese skandalöse Beschuldigung der Freiheitlichen war also kein Einzelfall, sondern hat System. Anscheinend sind dem Freiheitlichen Haider alle Mittel recht, um politisch Andersdenkende mundtot zu machen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dkfm. Holger Bauer, Gaugg und Scheibner. – Präsident Dr. Brauneder gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Aber daß jemand falsch abstimmt! Das gibt es doch gar nicht, wenn jemand gar nicht da ist!
Zudem will ich vorweg festhalten: Es würde ein solcher Irrtum keinen Unterschied im Ergebnis machen. (Abg. Scheibner: Aber daß jemand falsch abstimmt! Das gibt es doch gar nicht, wenn jemand gar nicht da ist!)
Abg. Scheibner: Was? Wenn jemand abstimmt, der nicht da ist! – Abg. Mag. Stadler: Mieser sozialistischer Wahlschwindel!
Ich verwahre mich bitte gegen den Ausdruck "Wahlschwindel" ganz entschieden (Abg. Scheibner: Was? Wenn jemand abstimmt, der nicht da ist! – Abg. Mag. Stadler: Mieser sozialistischer Wahlschwindel!) und möchte hinzufügen, daß der Lärmpegel bei der einen oder anderen Fraktion die Bekanntgabe des Stimmverhaltens beziehungsweise die Auszählung nicht gerade erleichtert! (Beifall und Bravo!-Rufe bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 161
Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Zum nächsten: Ich hätte mir erwartet, daß in der gesamten Angelegenheit der Kurden auch von demjenigen ein klares Wort gesprochen wird, der das Parlament als Nationalratspräsident repräsentiert – Heinz Fischer. (Abg. Schieder: Na geh!) Doch! Ich stehe nicht an, zu sagen – und habe es oft gesagt –: Wenn er vor Angriffen der FPÖ zu schützen war, habe ich mich vor ihn gestellt. (Heiterkeit des Abg. Scheibner.) Aber ich habe heute hier den Auszug seines Interviews im "Report" von vergangenem Dienstag. (Abg. Scheibner: Jetzt weißt auch, warum er gegen die FPÖ ist! Dieselbe Geisteshaltung!) Gisela Hopfmüller hat in insistierender Art und Weise gefragt: Herr Nationalratspräsident – und natürlich auch SPÖ-Bundesparteivorsitzender-Stellvertreter –, sagen Sie einmal: Wie schaut das aus? Wie ist denn Ihre Nähe zur PKK, zur ERNK? Gibt es eine Verurteilung dieser terroristischen, kommunistischen, kryptomarxistischen Organisation, ja oder nein?
Abg. Scheibner: Jetzt weißt auch, warum er gegen die FPÖ ist! Dieselbe Geisteshaltung!
Zum nächsten: Ich hätte mir erwartet, daß in der gesamten Angelegenheit der Kurden auch von demjenigen ein klares Wort gesprochen wird, der das Parlament als Nationalratspräsident repräsentiert – Heinz Fischer. (Abg. Schieder: Na geh!) Doch! Ich stehe nicht an, zu sagen – und habe es oft gesagt –: Wenn er vor Angriffen der FPÖ zu schützen war, habe ich mich vor ihn gestellt. (Heiterkeit des Abg. Scheibner.) Aber ich habe heute hier den Auszug seines Interviews im "Report" von vergangenem Dienstag. (Abg. Scheibner: Jetzt weißt auch, warum er gegen die FPÖ ist! Dieselbe Geisteshaltung!) Gisela Hopfmüller hat in insistierender Art und Weise gefragt: Herr Nationalratspräsident – und natürlich auch SPÖ-Bundesparteivorsitzender-Stellvertreter –, sagen Sie einmal: Wie schaut das aus? Wie ist denn Ihre Nähe zur PKK, zur ERNK? Gibt es eine Verurteilung dieser terroristischen, kommunistischen, kryptomarxistischen Organisation, ja oder nein?
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unglaublich! Da seid ihr empfindlich! Ihr dürft alles sagen! Alles kann uns vorgeworfen werden! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Ich habe Abgeordneten Leikam heute in der Früh schon vor 8 Uhr selbst hier arbeitend erlebt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihr seid Abstimmungsschwindler!) Es ist daher doppelt nicht in Ordnung, so etwas zu sagen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum reden Sie nicht darüber, was er uns vorgeworfen hat?) – Frau Abgeordnete! Vielen sind in diesem Hause schon Entgleisungen passiert, aber nur ganz wenigen ist passiert, daß sie nachher nicht die Größe gehabt haben, sich zu entschuldigen. Bitte entschuldigen Sie sich, denn das gehört sich nicht, daß man so etwas hier in diesem Hause sagt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unglaublich! Da seid ihr empfindlich! Ihr dürft alles sagen! Alles kann uns vorgeworfen werden! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Scheibner: Dann nimm nicht deine Leute in Schutz!
Ich würde mich, wenn ich solche Worte verwenden würde, immer entschuldigen, Herr Abgeordneter! (Abg. Scheibner: Dann nimm nicht deine Leute in Schutz!) – Ich spreche jetzt nicht von anderen, ich spreche von mir und der Frau Abgeordneten Partik-Pablé. Ich erwarte, daß sie sich entschuldigt, denn das würde sich gehören. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können es sich erwarten, aber ich tue es nicht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Smolle: Wohin, Herr Jung? Wohin? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo sie herkommen! – Abg. Smolle: Das würde ich dir wünschen, wenn du flüchtig bist, daß man dich auch so behandelt! Das möchte ich dir wünschen! – Abg. Scheibner: Das kann doch keine Rechtfertigung für Gewaltdelikte sein! – Abg. Smolle: Weil andere Unrechtsakte setzen, ...! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wenn du zu mir kommst und meine Hilfe brauchst, gebe ich sie dir! Wenn du mich aber dann bestiehlst und mein Haus anzündest, dann schmeiß ich dich hinaus!
Herr Minister! Hier ist Härte, nicht nur verbale Härte, gefragt. Ihr deutscher SPD-Kollege hat dies eindeutig erkannt. Hinaus mit den Terroristen und Angehörigen verbotener Organisationen aus Österreich! Wenn die bestehenden Gesetze nicht ausreichen, dann unternehmen Sie etwas, Herr Minister, um sie anzupassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Smolle: Wohin, Herr Jung? Wohin? – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wo sie herkommen! – Abg. Smolle: Das würde ich dir wünschen, wenn du flüchtig bist, daß man dich auch so behandelt! Das möchte ich dir wünschen! – Abg. Scheibner: Das kann doch keine Rechtfertigung für Gewaltdelikte sein! – Abg. Smolle: Weil andere Unrechtsakte setzen, ...! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Wenn du zu mir kommst und meine Hilfe brauchst, gebe ich sie dir! Wenn du mich aber dann bestiehlst und mein Haus anzündest, dann schmeiß ich dich hinaus!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Deswegen hat Fasslabend an der nordischen Grenze die kroatischen Soldaten abgezogen!
Herr Kollege Jung! Ich möchte die Stellung der ÖVP klar fixieren: Jemand, der in Österreich Heimat gefunden hat, muß sich – das ist für uns eine Conditio sine qua non – auch zu Österreich bekennen und dafür mehr übrig haben als für sein früheres Heimatland. Österreich ist dann seine Heimat! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Deswegen hat Fasslabend an der nordischen Grenze die kroatischen Soldaten abgezogen!) – Ich sage es nur.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich darf Sie einladen, mit uns gemeinsam diesen Weg zu gehen, zu sagen: Dieses Thema ist im Europarat zu diskutieren! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Die Türkei ist im Europarat, und sie hat daher Sorge zu tragen, daß dieses Thema von dort aus deeskaliert, wo es entsteht, meine Damen und Herren!
Abg. Scheibner: Man will ja keinen Dialog mehr!
Nichts davon herausgehört habe ich aus den Worten des Sicherheitssprechers der ÖVP, Kiss, sondern er denunziert. Er denunziert genau das, was jetzt angebracht wäre: daß man nämlich das Gespräch sucht, daß man den Dialog sucht, daß man runde Tische initiiert. (Abg. Scheibner: Man will ja keinen Dialog mehr!) Das ist für mich wirklich vollkommen unverständlich, denn das, lieber Kollege Kiss, treibt ja die Spirale nach oben. Genau das ruft jene auf den Plan, die jetzt ebenfalls extremistisch und terroristisch agieren.
Abg. Scheibner: Wenn wir das Bundesheer abschaffen, dann müssen wir eine Grenzgendarmerie aufstellen!
Herr Bundesminister! Ich erwarte mir, daß Sie alles daransetzen, daß es zu einer effizienten Grenzgendarmerie kommt, die für sich in der Lage ist, die Aufgaben der Grenzüberwachung entsprechend wahrzunehmen. (Abg. Scheibner: Wenn wir das Bundesheer abschaffen, dann müssen wir eine Grenzgendarmerie aufstellen!) Das Bundesheer soll wirklich nur dann eingesetzt und zur Assistenzleistung herangezogen werden, wenn die Notwendigkeit dazu besteht, wenn man beispielsweise in einer Beurteilung der Lage erkennt, daß sich die Schlepperrouten verändern. Wir kennen derzeit die Schlepperrouten über Ungarn, über die Slowakei und auch über Tschechien. Wie gesagt, wenn da eine Veränderung erkennbar wird, dann besteht die Möglichkeit, vom Bundesheer kurzfristig Verstärkung anzufordern.
Abg. Scheibner: Toni! Sag was zu den Kurden! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Jung.
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Gaál. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: Toni! Sag was zu den Kurden! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Jung.)
Abg. Scheibner: Das sind Einwanderungen, keine Flüchtlinge!
Dann haben wir nämlich ein Problem von Flüchtenden, die natürlich versuchen werden, irgendwo unterzukommen. (Abg. Scheibner: Das sind Einwanderungen, keine Flüchtlinge!) Und das hat ja auch teilweise das Problem der Kurden in Österreich mit bestimmt: daß sie aus anderen Ländern, hauptsächlich aus der Türkei, flüchten mußten. Es war und ist daher völlig legitim für diese Personen, hier nicht nur Arbeit, sondern auch politisches Asyl zu suchen (Abg. Scheibner: Das sind keine Flüchtlinge!), wenn man über die näheren Umstände ihrer Verfolgung in der Türkei, aber auch im Irak, im Iran und in den anderen Ländern, in denen es noch kurdische Minderheiten gibt, Bescheid weiß.
Abg. Scheibner: Das sind keine Flüchtlinge!
Dann haben wir nämlich ein Problem von Flüchtenden, die natürlich versuchen werden, irgendwo unterzukommen. (Abg. Scheibner: Das sind Einwanderungen, keine Flüchtlinge!) Und das hat ja auch teilweise das Problem der Kurden in Österreich mit bestimmt: daß sie aus anderen Ländern, hauptsächlich aus der Türkei, flüchten mußten. Es war und ist daher völlig legitim für diese Personen, hier nicht nur Arbeit, sondern auch politisches Asyl zu suchen (Abg. Scheibner: Das sind keine Flüchtlinge!), wenn man über die näheren Umstände ihrer Verfolgung in der Türkei, aber auch im Irak, im Iran und in den anderen Ländern, in denen es noch kurdische Minderheiten gibt, Bescheid weiß.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Heute ist aber der Innenminister da, nicht der Außenminister!
Wir brauchen – und das ist das Problem, das wir haben – eine Koordination zwischen der Innen- und Außenpolitik. Und das, was wir eingefordert haben, war, daß auf diesen beiden Ebenen der Innen- und der Außenpolitik die Politik des Dialogs, der Öffnung und auch des Verständnisses für die Probleme dieser Gruppierungen, forciert wird, vor allem in der Außenpolitik ihre Fortsetzung findet! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Heute ist aber der Innenminister da, nicht der Außenminister!)
Abg. Jung: Wer ist der Scharfmacher?! – Abg. Scheibner: Schily! Was ist mit dem Schily?!
Sie von den Freiheitlichen sind mit Ihrer scharfmacherischen Politik genau diejenigen, die den Herrn Innenminister in diese Ecke drängen wollen! (Abg. Jung: Wer ist der Scharfmacher?! – Abg. Scheibner: Schily! Was ist mit dem Schily?!) Wenn etwa Ihr Abgeordneter Holger Bauer meint – er hat es in einem Zwischenruf gesagt –, man solle die Kurden dorthin abschieben, wo sie hergekommen sind, dann ist das nicht nur zynisch, ungeheuerlich und menschenverachtend, sondern es widerspricht auch der Europäischen Menschenrechtskonvention. (Abg. Scheibner: Das sind nicht nur Flüchtlinge!)
Abg. Scheibner: Das sind nicht nur Flüchtlinge!
Sie von den Freiheitlichen sind mit Ihrer scharfmacherischen Politik genau diejenigen, die den Herrn Innenminister in diese Ecke drängen wollen! (Abg. Jung: Wer ist der Scharfmacher?! – Abg. Scheibner: Schily! Was ist mit dem Schily?!) Wenn etwa Ihr Abgeordneter Holger Bauer meint – er hat es in einem Zwischenruf gesagt –, man solle die Kurden dorthin abschieben, wo sie hergekommen sind, dann ist das nicht nur zynisch, ungeheuerlich und menschenverachtend, sondern es widerspricht auch der Europäischen Menschenrechtskonvention. (Abg. Scheibner: Das sind nicht nur Flüchtlinge!)
Abg. Jung: Das sind nicht nur Verfolgte! – Abg. Scheibner: Das sind Zuwanderer, die schon jahrelang da sind!
Es widerspricht in jeder Hinsicht der Menschenrechtskonvention, daß man Personen, die in einem Land verfolgt werden und von Verfolgung bedroht sind, die in diesem Land teilweise mit der Todesstrafe bedroht sind, in genau dieses Land abschiebt! (Abg. Jung: Das sind nicht nur Verfolgte! – Abg. Scheibner: Das sind Zuwanderer, die schon jahrelang da sind!) Das sind Grundsätze, bei denen ich mir sicher bin, daß sie fast alle in diesem Land und in diesem Haus hier einen! Nur mit Ihnen von den Freiheitlichen haben wir diese Gemeinsamkeit nicht. Das ist das Problem, das wir in dieser Debatte mit Ihnen haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Innenminister Schily, von dem stammt der Ausdruck! – Abg. Scheibner: War Schily nicht einmal ein Grüner?!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Innenminister Schily, von dem stammt der Ausdruck! – Abg. Scheibner: War Schily nicht einmal ein Grüner?!
Es widerspricht in jeder Hinsicht der Menschenrechtskonvention, daß man Personen, die in einem Land verfolgt werden und von Verfolgung bedroht sind, die in diesem Land teilweise mit der Todesstrafe bedroht sind, in genau dieses Land abschiebt! (Abg. Jung: Das sind nicht nur Verfolgte! – Abg. Scheibner: Das sind Zuwanderer, die schon jahrelang da sind!) Das sind Grundsätze, bei denen ich mir sicher bin, daß sie fast alle in diesem Land und in diesem Haus hier einen! Nur mit Ihnen von den Freiheitlichen haben wir diese Gemeinsamkeit nicht. Das ist das Problem, das wir in dieser Debatte mit Ihnen haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Jung: Innenminister Schily, von dem stammt der Ausdruck! – Abg. Scheibner: War Schily nicht einmal ein Grüner?!)
Abg. Scheibner: Das höre ich von Ihnen zum ersten Mal! – Abg. Jung: Mir geht es vor allem um die Sicherheit der Österreicher!
Es geht um Menschenrechte, Herr Abgeordneter Jung, und diese sind unteilbar – ganz egal, ob es um Kurdistan geht oder um österreichische Menschenrechte! (Abg. Scheibner: Das höre ich von Ihnen zum ersten Mal! – Abg. Jung: Mir geht es vor allem um die Sicherheit der Österreicher!)
Abg. Scheibner: Marxismus! Gewalt als mögliches Mittel zur Erreichung der Ziele!
Ich könnte Ihnen auch das Zitat aus der "Neuen Zürcher Zeitung" vorlesen, in dem über die PKK steht – ich zitiere –: "Eine ideologische ..." (Abg. Scheibner: Marxismus! Gewalt als mögliches Mittel zur Erreichung der Ziele!) – Danke! Marxismus! Ich lese Ihnen das Zitat vor. Sie haben mir das Stichwort gegeben.
Abg. Scheibner: Herr Präsident, er hat gesagt "Fremdenhaß schüren"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Helmut Dietachmayr (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte auf den Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé, Scheibner, Lafer und Kollegen eingehen. Dieser Entschließungsantrag der FPÖ ist wieder einmal der Beweis dafür, daß es dieser Partei nicht darum geht, Problembereiche, die es vielleicht dort und da geben mag, aufzuarbeiten, sondern generell Fremdenhaß zu schüren mit falschen Daten und den daraus resultierenden Rückschlüssen, das Klima eines friedlichen Miteinander zu vergiften. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, er hat gesagt "Fremdenhaß schüren"! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich werde Ihnen gleich die angeführten Daten widerlegen, denn diese sind in diesem Antrag durchwegs falsch.
Abg. Scheibner: Aus welchem Bundesland sind denn Sie, Herr Obergescheit? Fragen Sie einmal den Gaál!
Nun, meine Damen und Herren, zu den einzelnen Daten, zum Anteil der Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Wenn die Zahl von 19 600 ausländischen Kindern in österreichischen Schulen stimmt, ergibt sich ein sehr geringer Anteil an der Zahl aller Schüler. (Abg. Scheibner: Aus welchem Bundesland sind denn Sie, Herr Obergescheit? Fragen Sie einmal den Gaál!) Bei etwa 650 000 Schülern in Volks- und Hauptschulen sowie über 300 000 Schülern in höheren Schulen bedeuten 19 600 ausländische Schüler einen Anteil von 2,1 Prozent. Daher kann es sich bestenfalls um ein Problem der Verteilung auf die einzelnen Schulen handeln. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir schicken alle von Wien aus in die anderen Bundesländer, damit sie auch welche haben!) Generell ist der Anteil der ausländischen Kinder an den Geburten seit Jahren stabil, er betrug 1997 13,1 Prozent. (Abg. Scheibner: Wieso schicken Sie dann Ihre Kinder in Privatschulen?) Ich kann nicht auf jeden Ihrer Zwischenrufe eingehen, ich werde Ihnen die einzelnen Punkte schon widerlegen.
Abg. Scheibner: Wieso schicken Sie dann Ihre Kinder in Privatschulen?
Nun, meine Damen und Herren, zu den einzelnen Daten, zum Anteil der Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Wenn die Zahl von 19 600 ausländischen Kindern in österreichischen Schulen stimmt, ergibt sich ein sehr geringer Anteil an der Zahl aller Schüler. (Abg. Scheibner: Aus welchem Bundesland sind denn Sie, Herr Obergescheit? Fragen Sie einmal den Gaál!) Bei etwa 650 000 Schülern in Volks- und Hauptschulen sowie über 300 000 Schülern in höheren Schulen bedeuten 19 600 ausländische Schüler einen Anteil von 2,1 Prozent. Daher kann es sich bestenfalls um ein Problem der Verteilung auf die einzelnen Schulen handeln. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir schicken alle von Wien aus in die anderen Bundesländer, damit sie auch welche haben!) Generell ist der Anteil der ausländischen Kinder an den Geburten seit Jahren stabil, er betrug 1997 13,1 Prozent. (Abg. Scheibner: Wieso schicken Sie dann Ihre Kinder in Privatschulen?) Ich kann nicht auf jeden Ihrer Zwischenrufe eingehen, ich werde Ihnen die einzelnen Punkte schon widerlegen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben ihm aber Ihre ganze Rede geopfert!
Meine Damen und Herren, ich habe leider nicht die Zeit, noch auf alle anderen Punkte einzugehen. Tatsache ist, daß Ihr Antrag in allen Punkten widerlegbar ist und daher nicht einmal das Papier wert ist, auf dem er steht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben ihm aber Ihre ganze Rede geopfert!)
Abg. Scheibner: Öcalan ist ja selber nicht zimperlich gewesen!
Meine Damen und Herren! Die Frage der Gewaltfreiheit, Herr Graf, haben die Grünen bei ihrer Gründung ausführlich diskutiert anhand der Ungerechtigkeit in Südafrika, anhand des Apartheid-Regimes, anhand von Ungerechtigkeiten in südamerikanischen Ländern. Wir haben damals diese Problematik sehr ausführlich diskutiert, und unsere Partei hat als einzige Partei klar und deutlich den Grundsatz der Gewaltfreiheit zur Durchsetzung der politischen Mittel in ihrem Parteiprogramm verankert. (Abg. Scheibner: Öcalan ist ja selber nicht zimperlich gewesen!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Wahnsinn!
Ich brauche mir zur Untermauerung dieser Aussage gar keine besonderen Argumente aus den Fingern zu saugen, sondern nur aus der Vorlage vorzulesen. In der Vorlage heißt es: Art und Umfang des Schadens sowie die Leistungsfähigkeit des Verdächtigen und die Ansprüche des Verletzten sind gegeneinander abzuwiegen. – Es ist also gar keine Rede davon, daß man sagt: Du bist der Täter, du wirst nicht bestraft, du kommst in den Genuß des Tatausgleiches, du mußt aber dafür den entstandenen Schaden wiedergutmachen! – Nein! Es heißt: Du kommst in den Genuß des Tatausgleiches, du wirst nicht verurteilt, du kommst nicht einmal vor Gericht, du kommst vor den Konfliktregler, du hast keine Eintragung in das Strafregister, und den Schaden wiedergutmachen mußt du nur soweit, wie es deine, nämlich des Täters, Möglichkeiten und Interessen erlauben. (Abg. Scheibner: Das ist ein Wahnsinn!) Dieser Konflikt ist abzuwägen!
Abg. Scheibner: Wer sagt das? Wer garantiert das?
Die häufigsten Fälle, Herr Kollege Ofner, werden wahrscheinlich nicht durch außergerichtlichen Tatausgleich geregelt werden, sondern durch jene Maßnahme, die die Geldbuße umfaßt. Diese wird vermutlich meistens dort angewendet werden, wo heute zum Beispiel die Strafverfügung mit einer bedingten Geldstrafe greift. (Abg. Scheibner: Wer sagt das? Wer garantiert das?) Falls eine bedingte Geldstrafe noch dazu nicht in einem Verfahren verhängt worden ist, sondern nur über eine Strafverfügung, dann kann man davon ausgehen, daß diese Form der staatlichen Reaktion auf Straftaten die ineffizienteste ist, da sie den Täter nicht trifft. (Abg. Dr. Graf: Frau Fekter, das mag zwar Ihr Weltbild sein, aber es ist nicht alles mit Geld zu regeln!)
Abg. Scheibner: Sie haben es selber nicht gelesen!
Damit es nicht dazu kommt, daß Wiederholungstäter immer wieder diversionelle Maßnahmen in Anspruch nehmen können, gibt es das Diversionregister. (Abg. Scheibner: Sie haben es selber nicht gelesen!) Fünf Jahre lang wird registriert, wer bereits eine Straftat nach dem Diversionsmodell abgehandelt bekommen hat. (Abg. Madl: Ja, aber er ist ja unbescholten!) Aus unserer Sicht ist das deshalb begrüßenswert, weil wir glauben, daß es die effizientere Maßnahme ist (Abg. Haller: ... im Leumundszeugnis!), sogenannten Tätern – es sind ja nicht verurteilte Täter, sondern nur Verdächtige – ihr Unrecht (Abg. Mag. Stadler: ... eigentliche Gesellschaftsveränderung!), das sie begangen haben, effizient spürbar zu machen: durch die Geldbuße, die bezahlt werden muß, und auch durch den Schadenersatz, den sie sofort leisten müssen. (Abg. Dr. Ofner: Wenn "zweckmäßig" und "möglich"!)
Abg. Scheibner: Alles, was die Frau Fekter gesagt hat, steht nicht drinnen! Du solltest einmal gescheit zuhören, bevor du redest!
"Nicht als schwer anzusehen", so steht es im Gesetz. Du wenigstens wirst das wissen, deine Kollegen wissen es offenbar nicht, denn wenn es einen Zwischenruf des Herrn Abgeordneten Scheibner gab, in dem er – ich weiß nicht, ob er auf der Rednerliste steht; das wäre schlimm – dann auch noch "Das steht aber nirgends!" ruft, dann hat der gute Mann das Gesetz nicht gelesen, denn sonst hätte er wissen müssen, daß das im § 90a Abs. 2 steht. Dort ist ausdrücklich als Voraussetzung für die Diversion angeführt, daß die Schuld des Täters nicht als schwer anzusehen ist. (Abg. Scheibner: Alles, was die Frau Fekter gesagt hat, steht nicht drinnen! Du solltest einmal gescheit zuhören, bevor du redest!)
Abg. Scheibner: Tun Sie es doch! – Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie dazu in der Lage sind, tun Sie es bitte!
Abgeordnete Dr. Elisabeth Hlavac (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte aus Zeitgründen gar nicht auf die Vorwürfe an die Justiz eingehen, die hier jetzt geäußert worden sind. (Abg. Scheibner: Tun Sie es doch! – Abg. Mag. Stadler: Wenn Sie dazu in der Lage sind, tun Sie es bitte!) Ich möchte auch nicht auf die Vorwürfe an den Herrn Bundesminister eingehen, ich denke, daß er selbst imstande ist, sich dagegen zu wehren. Das, was hier gesagt worden ist, ist wirklich absurd.
Abg. Dr. Fekter: Nein, Herr Scheibner, das wollen wir nicht!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Eingangs muß ich der SPÖ wirklich gratulieren, und zwar aus vollster Überzeugung: Ihnen ist da etwas ganz Großartiges gelungen! Hätten Sie nämlich bei dieser Vorlage in die Begründung oder auch in die politische Argumentation die Erklärung hineingebracht, daß Sie mit dieser Vorlage einen großen Schritt hin zu Ihrem Ziel, der gefängnislosen Gesellschaft, machen wollen (Abg. Dr. Fekter: Nein, das wollen wir nicht!) – das hätte durchaus der Wahrheit entsprochen (Abg. Dr. Fekter: Nein, Herr Scheibner, das wollen wir nicht!) –, dann hätte sich hier natürlich, oder zumindest hoffentlich, Widerstand von seiten der ÖVP geregt. (Abg. Dr. Fekter: Natürlich!) – Natürlich, sagt Frau Fekter.
Abg. Scheibner: Jetzt haben wir wenigstens gehört, was ihr wollt!
Nur ganz kurz – denn ich möchte dann einen mir sehr wichtigen Bereich, der meiner Ansicht nach auch problematisch ist, herausgreifen, nämlich die häusliche Gewalt, die Gewalt in der Familie – möchte ich auf das eingehen, was für Sie wahrscheinlich eine Horrorvision ist: die gefängnislose Gesellschaft. Dazu sage ich Ihnen: So viel Angst brauchen wir in Österreich nicht zu haben. Wir sind im Spitzenfeld unter denjenigen, die am meisten einsperren, nämlich am drittmeisten in ganz Europa. So schaut es da aus. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir wenigstens gehört, was ihr wollt!)
Abg. Scheibner: Jetzt habt ihr noch eine Chance!
Wir kommen zunächst zur Abstimmung über den Antrag des Herrn Abgeordneten Dr. Ofner, den Entwurf betreffend Strafprozeßnovelle 1999 samt Titel und Eingang in 1615 der Beilagen an den Justizausschuß rückzuverweisen. (Abg. Scheibner: Jetzt habt ihr noch eine Chance!)
Sitzung Nr. 164
Abg. Scheibner: Ihr einziges Problem ist, daß das nicht die ÖVP erfunden hat!
Meine Damen und Herren! Wer profitiert von der Flat-tax? – Natürlich die ganz gut Verdienenden, die natürlich bei der FPÖ beheimatet sind. Für Ihre Klientel wollen Sie eine neue Steuer einführen – und nur für Ihre Klientel, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Abg. Scheibner: Ihr einziges Problem ist, daß das nicht die ÖVP erfunden hat!)
Abg. Scheibner: 4 Minuten zuviel!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Herr Abgeordneter Dr. Feurstein hat sich noch einmal zu Wort gemeldet. Herr Abgeordneter, Sie haben noch 4 Minuten Redezeit für diese zweite Wortmeldung zur Verfügung. – Bitte. (Abg. Scheibner: 4 Minuten zuviel!)
Sitzung Nr. 165
Abg. Scheibner: Was haben Sie bisher getan?
Es werden die österreichischen Konsumenten davon profitieren, denn die Preissenkungen bedeuten ungefähr 8 Milliarden Schilling – bis zum Jahre 2006 ansteigend – weniger an Preis für die Produzenten. Wir hoffen natürlich schon, daß das an die Konsumenten weitergegeben wird, denn dann wäre tatsächlich auch ein Nutzen aus den Preissenkungen gegeben. (Abg. Aumayr: So wie bisher!) – Darauf werden wir gemeinsam achten, nehme ich an, Frau Abgeordnete, denn sonst hätte es ja keinen Sinn. Wenn die Bauern nicht höhere Preise für ihre Produkte zugestanden bekommen, sondern niedrigere Preise hinnehmen müssen, dann wollen wir doch haben, daß dies letztlich den Konsumenten zugute kommt. (Abg. Scheibner: Was haben Sie bisher getan?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das ist ein Zitat Junckers, das ich sehr gerne aufnehme (Zwischenruf des Abg. Schwarzböck), denn dieses Zitat trifft den Punkt; es trifft den Punkt, daß Sie immer noch einzelstaatlich denken, daß Sie es nicht schaffen, gemeinschaftlich zu denken. Und weil Sie nicht gemeinschaftlich denken können und immer nur die "Österreich zuerst"-Mentalität leben, die eine Partei vorgegeben hat – aufgrund der Umfragen glauben Sie, sie jetzt übernehmen zu müssen –, gibt es kein gemeinsames Handeln. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Zu dem Zeitpunkt!
Und in dieser Situation sagt der Bundeskanzler: Stellen wir doch meine – Klimas! – Position außer Streit, und das am besten noch für fünf Jahre! – Wer weiß, wo Herr Klima in fünf Jahren sein wird, aber es soll jetzt nicht darüber diskutiert werden! Und Herr Scheibner – eine erstaunliche Koalition – sagt: Hier wird eine völlig unnötige Sicherheitsdebatte vom Zaun gebrochen. (Abg. Scheibner: Zu dem Zeitpunkt!)
Abg. Scheibner: Also wirklich ein Unsinn! Neun Jahre hätte man Zeit gehabt für die Diskussion!
Ich kann mir schon vorstellen, daß Herr Scheibner sagt: Eine Debatte ist unnötig, denn ich bin es gewöhnt, daß einer entscheidet und das passiert, also wozu debattieren? Insoferne mag sich das in der Haltung durchaus mit dem Herrn Bundeskanzler treffen. (Abg. Scheibner: Also wirklich ein Unsinn! Neun Jahre hätte man Zeit gehabt für die Diskussion!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber eine europäische Sicherheitsstruktur ohne die transatlantische wird es nicht geben!
Ich meine, daß die Chance nicht darin liegt, daß wir die NATO auf Kosten der UNO stärken, sondern daß die Chance darin liegt, daß wir im Weltmaßstab die UNO stärken und auf europäischer Ebene zu einem einheitlichen Vorgehen Europas kommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber eine europäische Sicherheitsstruktur ohne die transatlantische wird es nicht geben!)
Abg. Scheibner: Da sind wir gerne Rabauken, wenn das eine Rabaukenpolitik ist!
Herr Vizekanzler, Sie haben uns damals – ich bin Ihnen deswegen nicht gram, aber viele Vertriebene sind Ihnen deswegen sehr wohl gram – vorgeworfen, es sei Rabaukenpolitik, als wir verlangt haben, mit den Tschechen, mit den Slowenen zuerst über die Abschaffung der AVNOJ-Bestimmungen ... (Abg. Scheibner: Da sind wir gerne Rabauken, wenn das eine Rabaukenpolitik ist!) – Richtig, ich fühle mich als "Rabauke" regelrecht ausgezeichnet. Wenn das Rabaukenpolitik ist, dann ist das eine Auszeichnung, Herr Vizekanzler.
Abg. Scheibner: Frau Petrovic hat das aber im Jahr 1992 verlangt! – Abg. Schwarzenberger: Joschka Fischer ist da aber anderer Meinung!
Das ist mein Problem mit Bomben auf Subotica! Subotica, meine Damen und Herren – vielleicht war irgend jemand von Ihnen schon dort –, stellt das dar, was für das Zusammenleben in Europa als beispielhaft gelten kann: Dort amtiert ein ungarischer Bürgermeister in einer jugoslawischen Stadt. Und dort fallen Bomben! Da ist es wohl gerechtfertigt, zu sagen: Stoppen wir die Bombardements, um damit eine Pause auch jenen zu geben, die uneinsichtig sind! Das wurde in der Vergangenheit auch gezeigt. Wir müssen jetzt auch von unserer Seite aus – ich meine mit "unserer Seite" jetzt "dem Westen zugehörig" – zum Ausdruck bringen, daß Krieg nie ein Mittel ist, mit dem man zu Lösungen kommen kann, und daß Bomben noch nie auf der Welt etwas gelöst, sondern immer nur noch mehr Unheil gebracht haben. (Abg. Scheibner: Frau Petrovic hat das aber im Jahr 1992 verlangt! – Abg. Schwarzenberger: Joschka Fischer ist da aber anderer Meinung!) Das ist es, was heute hier auch erwähnt werden muß. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Was hat das mit der Landesverteidigung zu tun?
Meine Damen und Herren! Wer sieht denn hin in Afrika, wer sieht denn hin in Osttimor, wer sieht denn hin in Laos, wer sieht denn hin in Kolumbien, wer sieht dort denn überall hin, meine Damen und Herren (Beifall bei den Grünen), wenn es darum geht, daß ein Minister oder eine Ministerin in einem Anfall von sozialdemokratischer oder humanitärer Gesinnung – ein ÖVPler kann es auch sein – die Entwicklungshilfe erhöht? – Dann kommt sofort das freiheitliche Lager und sagt: Bei uns müssen die Mindestrentner mit dem und dem Betrag auskommen! Wer sieht denn hin, wenn Hunderttausende auf dieser Welt verhungern, Herr Scheibner, wer sieht denn dort hin? Was ist Ihre Antwort als Militärexperte? (Abg. Scheibner: Was hat das mit der Landesverteidigung zu tun?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wer verantwortet die Opfer?
Meine Damen und Herren! Hätte es auf dem Balkan eine militärische Logik gegeben – ich bin kein Militarist, aber hätte es eine militärische Logik gegeben –, dann hätten dort UNO-Soldaten – wenn schon China und Rußland ignoriert werden – eingesetzt werden müssen, die Schutzzonen verteidigen und nicht Bomben abwerfen! Herr Kukacka! Das ist das Problem! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wer verantwortet die Opfer?)
Abg. Scheibner: Das wollen Sie doch abschaffen!
Herr Jung! Ich bin in solchen Augenblicken bei solch einer Diskussion über folgendes wirklich froh: Wir können zum Glück nicht Weltpolitik machen, aber wir können das, was in unserem Land im Übermaß vorhanden ist, nämlich Personen, die sich auf dem Balkan sehr gut auskennen, die in Vermittlerpositionen sehr erfolgreich sind, anbieten. Wir können unser Bundesheer zu Hilfseinsätzen und für karitative Zwecke anbieten. (Abg. Scheibner: Das wollen Sie doch abschaffen!) Wir können unsere Bevölkerung weiterhin dazu motivieren, das zu tun, was Österreich in den letzten Jahren am besten gemacht hat. Bringen wir das zu einer Meisterschaft auf dem Boden der Verfassung Österreichs, und verzichten wir auf diese großmachttuerische – ich würde es beinahe so sagen – Kriegstreiberei! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Er war gestrichen, Herr Präsident!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Gaugg. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Das spielt aber keine Rolle, weil der Herr Abgeordnete nicht im Saal ist und seine Wortmeldung somit verfällt. (Abg. Scheibner: Er war gestrichen, Herr Präsident!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Ich habe nur sehr wenig Zeit. Kollege Nußbaumer! Ich hätte mich auch sehr gerne mit den Anträgen des Abgeordneten Meischberger, des ehemaligen Verkehrssprechers, auseinandergesetzt. Ich konzediere, daß Meischberger da ein gewisses Problembewußtsein zeigt. Er hat aber entgegen den FPÖ-Ankündigungen keinerlei Lösungen anzubieten. Im Gegenteil: Er selbst ist zum Problem seiner Partei geworden – wie offenbar alle Verkehrssprecher der Freiheitlichen Partei! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Ing. Nußbaumer.) Erst Rosenstingl und jetzt Meischberger: Ich wünsche Kollegen Firlinger nicht das Schicksal der freiheitlichen Verkehrssprecher in den letzten Jahren! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 166
Abg. Scheibner: Das haben Sie bei Bosnien auch gesagt!
Ich möchte nochmals klar sagen, daß die politische Situation im Kosovo-Konflikt völlig anders ist, weshalb es erklärtes Ziel der österreichischen Bundesregierung, aber auch mein erklärtes Ziel ist, jenen Menschen, die wir jetzt vorübergehend aus dem Kosovo aufnehmen, Schutz zu gewähren (Abg. Scheibner: Das haben Sie bei Bosnien auch gesagt!) – damals war ich noch nicht Innenminister –, aber nicht die Integration in Österreich als wichtigstes Ziel zu sehen, sondern zu versuchen, sie wieder in ihre Heimat zu integrieren und ihnen dort ein gesichertes und geordnetes Leben zu ermöglichen.
Abg. Scheibner: Sehr gescheit!
Er sagt im Unterschied zu Ihnen: Die Osterweiterung passiert gegen den Bauernwillen. Da kann es doch nicht sein, daß die Last alleine die Bauern tragen sollen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) – Präsident Kletzmayr, Ihr Bruder, weiß das. (Abg. Scheibner: Sehr gescheit!) Sie verheimlichen das den Bauern, aber das Ergebnis Ihrer schlechten Verhandlungen ist ja der Ruf nach nationalen Maßnahmen.
Abg. Scheibner: Das ist wahr! – Abg. Aumayr: Intellektuell ist das ein bißchen zu hoch!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Herren Bundesminister! Hohes Haus! Ich wäre eigentlich gerne auf die Ausführungen meine Vorrednerin eingegangen, aber es fehlt mir die Möglichkeit, mich inhaltlich damit auseinanderzusetzen. (Abg. Scheibner: Das ist wahr! – Abg. Aumayr: Intellektuell ist das ein bißchen zu hoch!)
Abg. Scheibner: Großer Optimismus ist nicht angesagt!
Frau Kollegin Aumayr, ich würde Sie einladen, sich vielleicht tatsächlich einmal mit Projekten zu beschäftigen, um dabei zu erkennen, daß das, was Sie heute hier von diesem Rednerpult aus betreffend Grenzlandförderung gesagt haben, nicht zutreffend ist. (Abg. Aumayr: Grenzüberschreitende Projekte! – Abg. Dr. Graf: Der Bart steht Ihnen ausgezeichnet!) Dann könnten Sie sich in der Praxis davon überzeugen und sich dort kundig machen. Vielleicht wäre es dann möglich (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Aumayr), Frau Kollegin Aumayr, daß Sie einmal hier am Rednerpult stehen und nicht all das, was gelungen ist, miesmachen. (Abg. Aumayr: Das habe ich nicht gemacht!) Denn das, Frau Kollegin Aumayr, ist der falsche Weg, Politik für die Zukunft zu machen. (Abg. Scheibner: Großer Optimismus ist nicht angesagt!)
Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wer ist stärker: i oder i?
Da hat also Herr Präsident Schwarzböck langjährig, wie es hier heißt, vom Abgeordneten Schwarzböck verlangt, er möge doch dem zustimmen. Aber Herr Abgeordneter Schwarzböck hat Präsidenten Schwarzböck im Regen stehen lassen. (Lebhafte Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wer ist stärker: i oder i?)
Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!
Kürzung von Bauernförderungen. – Es gab eine interessante "Pressestunde" eines freiheitlichen Bundesparteiobmanns, der meinte, es würde nichts ausmachen, wenn man den Bauern 50 Prozent der Subventionen wegnehmen würde. (Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch!)
Abg. Mag. Schweitzer – auf Abg. Scheibner weisend –: Das ist der Scheibner, ich bin der Schweitzer!
Noch nie war Österreich für ausländische Investoren so attraktiv, und noch nie war die Exportquote höher. Selbst das Sorgenkind Tourismus schaffte die Trendwende. Die Inflation liegt bei 0,4 Prozent, und die Arbeitslosenzahlen sind ebenfalls leicht im Sinken. (Abg. Mag. Schweitzer: Wenn es in der Zeitung steht, dann stimmt es!) – Das ist auch Tatsache, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Mag. Schweitzer – auf Abg. Scheibner weisend –: Das ist der Scheibner, ich bin der Schweitzer!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Wahlmöglichkeit! – Abg. Mag. Haupt: Eine Methode der Unabhängigkeit!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch allen unredlichen Angeboten, die in den letzten Wochen von einigen Parteien gekommen sind, massiv entgegentreten, so zum Beispiel Angeboten, die dazu führen, daß Frauen aus dem Berufsleben gedrängt werden. Das sind etwa Kinderbetreuungsschecks und alle Arten von Gießkannensystemen bei der Förderung. All das sind Dinge, die Frauen aus dem Berufsleben drängen. (Abg. Scheibner: Das ist eine Wahlmöglichkeit! – Abg. Mag. Haupt: Eine Methode der Unabhängigkeit!) – Ich weiß, da gibt es große Meinungsunterschiede zwischen uns. Wir werden es jedenfalls zu verhindern wissen, daß es zur Umsetzung solcher Forderungen kommt.
Abg. Scheibner: Was für ein Stück?
Um dasselbe geht es auch beim Karenzgeld. Wenn wir das verwirklichen, dann sind wir ein höllisches Stück dem näher gekommen (Abg. Scheibner: Was für ein Stück?), wovon zumindest wir träumen, nämlich daß es tatsächlich ein partnerschaftliches Prinzip gibt, daß es tatsächlich auch beide Elternteile in der Kinderbetreuung gibt (Abg. Meisinger: Das ist eine höllische Idee!) und daß tatsächlich auch beide Elternteile die Möglichkeit haben, Karenzzeit in Anspruch zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was für ein Stück sind wir dann weitergekommen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was für ein Stück sind wir dann weitergekommen?
Um dasselbe geht es auch beim Karenzgeld. Wenn wir das verwirklichen, dann sind wir ein höllisches Stück dem näher gekommen (Abg. Scheibner: Was für ein Stück?), wovon zumindest wir träumen, nämlich daß es tatsächlich ein partnerschaftliches Prinzip gibt, daß es tatsächlich auch beide Elternteile in der Kinderbetreuung gibt (Abg. Meisinger: Das ist eine höllische Idee!) und daß tatsächlich auch beide Elternteile die Möglichkeit haben, Karenzzeit in Anspruch zu nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was für ein Stück sind wir dann weitergekommen?)
Sitzung Nr. 168
Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wieso so frauenfeindlich?! – Abg. Scheibner: Unglaublich! Eine Frechheit! Ungeheuerlich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind eine absolut miese Person! – Abg. Scheibner: Der Mutter eines behinderten Kindes das vorzuwerfen! Letztklassig! – Abg. Dr. Ofner: Entschuldigen Sie sich! Unerhörter Skandal! Sie entschuldigen sich jetzt! Ein skandalöses Verhalten! Das ist Gewalt der Sprache! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Frau Partik-Pablé! Etwas ganz Spezielles an Ihre Adresse: Ich war unlängst in der Wiener U-Bahn Zeugin eines Vorfalles, bei dem eine Gruppe von behinderten Kindern mit ihren Betreuern unterwegs war. Es haben einige dieser Kinder die anderen Fahrgäste durch ihr Verhalten erheblich beeinträchtigt, sind aber selbstverständlich bei allen auf Unterstützung, auf Zustimmung gestoßen. Ich weiß nicht, Frau Partik-Pablé, wie Sie in dieser Situation reagiert hätten. Mit Klebeband?! – Ich weiß es nicht! Ich weiß es nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wieso so frauenfeindlich?! – Abg. Scheibner: Unglaublich! Eine Frechheit! Ungeheuerlich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind eine absolut miese Person! – Abg. Scheibner: Der Mutter eines behinderten Kindes das vorzuwerfen! Letztklassig! – Abg. Dr. Ofner: Entschuldigen Sie sich! Unerhörter Skandal! Sie entschuldigen sich jetzt! Ein skandalöses Verhalten! Das ist Gewalt der Sprache! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Aber, Herr Bundesminister, eigentlich führe ich die Debatte mit Ihnen. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Ofner: Wir sind bei der Gewalt der Sprache! Ein skandalöses Verhalten!)
Abg. Wabl: Es geht um die Tötung von Omofuma! Worum geht es jetzt, Herr Scheibner?
Meine Damen und Herren von den Grünen! Fahren Sie fort mit Ihrem Minderheitenprogramm! Wir jedoch haben hier die Österreicher zu vertreten, die nicht akzeptieren können, daß Kriminalität und Illegalität in einem Ausmaß zulässig sind (Abg. Wabl: Es geht um die Tötung von Omofuma! Worum geht es jetzt, Herr Scheibner?), wie das, Herr Kollege Wabl, von niemandem zu verstehen, von niemanden zu akzeptieren ist.
Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, wie sie bei den Behinderten vorgehen würde! – Abg. Dr. Graf: Das war aber keine Berichtigung, sondern eine Beleidigung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Beifall bei den Grünen.
Ich habe ihr die Frage gestellt, und ich stelle sie ihr erneut, wie sie als Frau und Richterin mit verschiedenen Gruppen von Schutzbefohlenen, die der Obsorge anderer Menschen anvertraut sind – einmal behinderte Kinder, einmal Schubhäftlinge –, umgeht. Mit Klebeband oder anders? (Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, wie sie bei den Behinderten vorgehen würde! – Abg. Dr. Graf: Das war aber keine Berichtigung, sondern eine Beleidigung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen. – Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Nein!
Daher, Herr Bundesminister, wundert es mich ja nicht, daß Sie einen derartigen Schulterschluß mit der FPÖ haben, und zwar nicht nur in den Inhalten, in denen ich immer mehr Übereinstimmung zwischen dem Sozialdemokraten Schlögl und dieser FPÖ sehe, sondern offenbar auch in Ihren Maßstäben, wem gegenüber Sie verantwortlich sind. Denn die Freiheitlichen haben auch ihr eigenes System, die schaffen sich ja neben der bestehenden Rechtsordnung auch ihre eigene (Abg. Scheibner: Nein!) und haben daher ein merkwürdiges Ehrengericht und ähnliches. (Abg. Scheibner: Nein, kein Parteigericht! Das ist kein Parteigericht!) Sie bieten auch Ihrem Parteivorsitzenden Ihren Rücktritt an.
Abg. Scheibner: Nein, kein Parteigericht! Das ist kein Parteigericht!
Daher, Herr Bundesminister, wundert es mich ja nicht, daß Sie einen derartigen Schulterschluß mit der FPÖ haben, und zwar nicht nur in den Inhalten, in denen ich immer mehr Übereinstimmung zwischen dem Sozialdemokraten Schlögl und dieser FPÖ sehe, sondern offenbar auch in Ihren Maßstäben, wem gegenüber Sie verantwortlich sind. Denn die Freiheitlichen haben auch ihr eigenes System, die schaffen sich ja neben der bestehenden Rechtsordnung auch ihre eigene (Abg. Scheibner: Nein!) und haben daher ein merkwürdiges Ehrengericht und ähnliches. (Abg. Scheibner: Nein, kein Parteigericht! Das ist kein Parteigericht!) Sie bieten auch Ihrem Parteivorsitzenden Ihren Rücktritt an.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Aber auch Ihr Generalsekretär hat nicht den richtigen Umgangston gegenüber der Exekutive (Zwischenruf des Abg. Scheibner) – das soll heute auch wieder gesagt werden. Bezeichnungen wie "Scherzkekse" und "Idioten" sind nicht unbedingt jene Ausdrücke, die die Exekutive für ihre schwierige Arbeit verdient. Das muß Ihnen schon auch ganz klar gesagt werden. (Abg. Haigermoser: Pflichtübung! Leikam, laß die Pflichtübung!)
Abg. Scheibner: So ist es!
Das hat man auch heute wieder ganz deutlich gesehen. Sie haben den Mißtrauensantrag als Selbständigen Antrag eingebracht. Das heißt, Sie wollen überhaupt nicht darüber abstimmen. Wie ernst ist Ihnen dann aber überhaupt das Mißtrauen, das Sie Herrn Minister Schlögl entgegenbringen? (Abg. Scheibner: So ist es!) Wenn Sie sich schon dazu entschließen, eine solche Maßnahme anzukündigen und zu machen, dann sollten Sie sie meiner Ansicht nach auch durchziehen, aber nicht nur hier ein Theater oder einen Theaterdonner machen! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wir brauchen ihn eh nicht!
Herr Rudas, der Herr Minister, alle von der SPÖ sollten eigentlich froh darüber sein, daß jemand den Minister, dessen Sessel schon wackelt, unterstützt. Aber ganz im Gegenteil: Er verbittet sich unsere Unterstützung! (Abg. Scheibner: Wir brauchen ihn eh nicht!) Ich finde, Sie sollten über die Politik, die Sie da machen, einmal nachdenken! (Abg. Haigermoser: Die Argumente des Rudas sind so stachelig wie sein Bart!)
Abg. Scheibner: Das war bis jetzt die mieseste Pflichtübung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (fortsetzend): Im wesentlichen gibt es zwei Positionen: Die eine Seite will wirksame Regelungen auf Kosten der Menschenrechte. – Das sind die da, das sind die Freiheitlichen, denen die Menschenrechte kein Anliegen sind und die schon damals mit dem Ausländer-Volksbegehren diese Polarisierungsstrategie von ihrer Seite her begonnen haben. (Abg. Scheibner: Das war bis jetzt die mieseste Pflichtübung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Soll die Gehrer zurücktreten? – Abg. Scheibner: Das war dasselbe Fehlverhalten eines Beamten!
Ja, aber es gibt einen Unterschied. Darf ich Ihnen gerade auf diesen Zwischenruf, Herr Abgeordneter Hofmann, folgendes sagen: Es gehört zweifelsohne zur Aufgabe der Polizei, entsprechend unserer Rechtslage Ausländer auch abzuschieben, nachdem sie ein ordentliches Verfahren bekommen haben. Aber es gehört zweifelsohne nicht zur Aufgabe von Lehrern, Kinder sexuell zu mißbrauchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Schweitzer: Soll die Gehrer zurücktreten? – Abg. Scheibner: Das war dasselbe Fehlverhalten eines Beamten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie jugendlich ist der Landeshauptmann Pröll? Jugendsprecher Pröll! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! Mir ist schon klar, daß Ihnen eine eigenständige Meinung geradezu suspekt ist, denn das sind Sie ja nicht gewohnt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie jugendlich ist der Landeshauptmann Pröll? Jugendsprecher Pröll! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Denken Sie an Ihre Wortmeldung über die Behinderten! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind so schwach, daß ich nicht ...!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist schon erstaunlich, daß sich nach Ausführungen über die Andersartigkeit von Menschen mit anderer Hautfarbe von seiten einer freiheitlichen Abgeordneten die Debatte dann darauf reduziert, wie denn die Technik des Verbringens von Menschen bewerkstelligt werden kann. Ob die Verfassung und die Menschenrechte über den Gesetzen stehen, scheint keine Rolle mehr zu spielen. (Abg. Scheibner: Denken Sie an Ihre Wortmeldung über die Behinderten! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind so schwach, daß ich nicht ...!)
Abg. Scheibner: Das wäre interessant!
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Gospod predsednik! Visoki Dom! Gospod minister! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Vielleicht sollte doch einmal klargestellt werden, warum wir diesen Selbständigen Antrag eingebracht haben. (Abg. Scheibner: Das wäre interessant!) Die Geschichte war eine sehr einfache.
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Haigermoser.
§ 33 der Geschäftsordnung spricht ganz klar von einem Untersuchungsausschuß, und wir verlangen, daß dieser eingesetzt wird. Sie können jetzt zeigen, wie mutig Sie sind, wenn Sie zumindest für diesen Antrag stimmen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.) Es ist noch nicht zu spät! Wenn Sie schon einsichtig geworden sind, in Kürze findet hier die Abstimmung statt. Da werden wir beobachten, wer von Ihnen aufsteht, meine Damen und Herren! Das bloße Mundwerk genügt nicht für das Parlament, meine Damen und Herren! (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Haigermoser.)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das war jetzt noch ein "Höhepunkt"!
Eines, Herr Minister, ist klar geworden, gerade durch Ihr heutiges Verhalten, durch die Beantwortung, die Sie hier von sich gegeben haben, durch die darauffolgenden Redebeiträge und auch durch die Wortmeldungen in der Presse, die immer wieder lauten: Das habe ich nicht gewußt. Das ist nicht über meinen Tisch gegangen. Das war mir nicht bekannt. – Genau deswegen brauchen wir einen Untersuchungsausschuß, wenn nicht einmal der Minister weiß, was im eigenen Haus passiert. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Das war jetzt noch ein "Höhepunkt"!)
Abg. Scheibner: Meinen Sie das alles ernst?
Meine Damen und Herren! Wenn man es mit Personen zu tun hat (Unruhe im Saal – Präsident Dr. Neisser gibt das Glockenzeichen), die im Gewahrsam der Polizei sind, dann weiß man, daß diese Personen ärztlich zu betreuen sind, dann weiß man, daß sie auch ärztlich zu untersuchen sind. Daher sage ich Ihnen, Herr Minister (Abg. Scheibner: Meinen Sie das alles ernst?) – ich bin kein Arzt, ich bin nur mit einer Ärztin verheiratet (Abg. Dr. Mertel: Das reicht für eine "Promotion"!) –: Ich würde es mich nicht trauen, einem Kranken, einem Bronchitiker einen Klebestreifen über den Mund zu kleben – ganz gleich, wie er sich verhält –, weil ich weiß, daß das eine große Gefährdung für sein Leben wäre. Dafür braucht man keine besondere Ausbildung, Herr Minister, dafür braucht man nur ein bißchen Menschlichkeit und Menschenverstand. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 169
Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Böhacker: Das ist ein Redebeitrag!
Ich kann mich nur wundern, daß sich eine Abgeordnete, die im Zivilberuf Richterin ist, zu derartigen Äußerungen hinreißen läßt. (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Böhacker: Das ist ein Redebeitrag!)
Abg. Scheibner: Das ist ohnehin nur eine Photomontage!
Wir müssen aber leider – wir brauchen nur in die Umgebung des Parlaments zu schauen –, sehen, wie sich das in der konkreten Praxis für die Europawahl abspielt. Wir sehen Plakate, auf denen Viktor Klima gemeinsam mit Schröder und Blair für die Europawahl wirbt. (Abg. Scheibner: Das ist ohnehin nur eine Photomontage!) Blair ist einer derjenigen, die diesen NATO-Schlag im Kosovo nicht nur befürwortet, sondern betrieben haben, und Schröder hat als Vorsitzender des Europäischen Rates dafür die volle Verantwortung zu tragen. Sich mit beiden abbilden zu lassen und "Gemeinsam für ein neues Europa" darunter zu schreiben und auf der Rückseite zu plakatieren, daß wir die Neutralität bewahren sollen, das, meine Damen und Herren, ist eine Vorgangsweise, die man, glaube ich, nicht akzeptieren kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kiss: Echte Janusköpfe: vorne so und hinten so!)
Abg. Scheibner: Sie verteilen Schlüsselposten schon vor den nächsten Wahlen?!
Im selben Interview sagte er: Wer die ÖVP als Regierungspartner will, der muß zur Kenntnis nehmen, daß es politische Schlüsselressorts gibt, auf deren Führung wir bestehen werden. (Abg. Scheibner: Sie verteilen Schlüsselposten schon vor den nächsten Wahlen?!)
Abg. Scheibner: Die Meinung wäre interessant!
Am Ende – Datum: Ende 2000 – werden die notwendigen Beschlüsse zu fassen sein, die wahrscheinlich heißen werden, daß die WEU in ihren Hauptfunktionen in die Europäische Union übernommen wird. Es gibt bereits eine gemeinsame Meinung der Regierungsparteien, daß wir an einer solchen Verschmelzung solidarisch mitwirken werden. (Abg. Scheibner: Die Meinung wäre interessant!) Der Zeitpunkt ist noch offen, aber die Aussage ist gemeinsam abgestimmt, daß wir dann daran militärisch teilnehmen werden. Die Frage Artikel 5 ... (Abg. Scheibner: Das ist ein Militärpakt, die WEU! Wie geht das?) Nein, Kollege Scheibner, das ist nicht korrekt. (Abg. Schieder: Er hat "EU" gesagt! – Abg. Scheibner: Nein, WEU!) Die Frage Artikel 5 ist bisher nicht automatisch angesprochen. Das wird aber ein Thema sein.
Abg. Scheibner: Das ist ein Militärpakt, die WEU! Wie geht das?
Am Ende – Datum: Ende 2000 – werden die notwendigen Beschlüsse zu fassen sein, die wahrscheinlich heißen werden, daß die WEU in ihren Hauptfunktionen in die Europäische Union übernommen wird. Es gibt bereits eine gemeinsame Meinung der Regierungsparteien, daß wir an einer solchen Verschmelzung solidarisch mitwirken werden. (Abg. Scheibner: Die Meinung wäre interessant!) Der Zeitpunkt ist noch offen, aber die Aussage ist gemeinsam abgestimmt, daß wir dann daran militärisch teilnehmen werden. Die Frage Artikel 5 ... (Abg. Scheibner: Das ist ein Militärpakt, die WEU! Wie geht das?) Nein, Kollege Scheibner, das ist nicht korrekt. (Abg. Schieder: Er hat "EU" gesagt! – Abg. Scheibner: Nein, WEU!) Die Frage Artikel 5 ist bisher nicht automatisch angesprochen. Das wird aber ein Thema sein.
Abg. Schieder: Er hat "EU" gesagt! – Abg. Scheibner: Nein, WEU!
Am Ende – Datum: Ende 2000 – werden die notwendigen Beschlüsse zu fassen sein, die wahrscheinlich heißen werden, daß die WEU in ihren Hauptfunktionen in die Europäische Union übernommen wird. Es gibt bereits eine gemeinsame Meinung der Regierungsparteien, daß wir an einer solchen Verschmelzung solidarisch mitwirken werden. (Abg. Scheibner: Die Meinung wäre interessant!) Der Zeitpunkt ist noch offen, aber die Aussage ist gemeinsam abgestimmt, daß wir dann daran militärisch teilnehmen werden. Die Frage Artikel 5 ... (Abg. Scheibner: Das ist ein Militärpakt, die WEU! Wie geht das?) Nein, Kollege Scheibner, das ist nicht korrekt. (Abg. Schieder: Er hat "EU" gesagt! – Abg. Scheibner: Nein, WEU!) Die Frage Artikel 5 ist bisher nicht automatisch angesprochen. Das wird aber ein Thema sein.
Abg. Scheibner: Es wäre höchste Zeit, Herr Außenminister!
Ich biete daher an, daß wir den Optionenbericht noch einmal aufgreifen (Abg. Scheibner: Es wäre höchste Zeit, Herr Außenminister!), vielleicht mit dieser einen Änderung: Keine Option ausschließen, weil das unehrlich wäre, aber auch jetzt keine Option fixieren, weil das nicht notwendig ist. (Abg. Scheibner: Wir reden darüber im Ausschuß! Wir brauchen es nur zu beschließen!) Zuerst geht es über den europäischen Sicherheitsverbund, und dann kann und soll Österreich eine eigenständige Entscheidung treffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir reden darüber im Ausschuß! Wir brauchen es nur zu beschließen!
Ich biete daher an, daß wir den Optionenbericht noch einmal aufgreifen (Abg. Scheibner: Es wäre höchste Zeit, Herr Außenminister!), vielleicht mit dieser einen Änderung: Keine Option ausschließen, weil das unehrlich wäre, aber auch jetzt keine Option fixieren, weil das nicht notwendig ist. (Abg. Scheibner: Wir reden darüber im Ausschuß! Wir brauchen es nur zu beschließen!) Zuerst geht es über den europäischen Sicherheitsverbund, und dann kann und soll Österreich eine eigenständige Entscheidung treffen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Können schon! Sie tun es aber nicht!
Einen letzten Punkt muß ich zur Sprache bringen, weil Herr Abgeordneter Scheibner gesagt hat, daß wir keine österreichischen Interessen in Europa vertreten können. (Abg. Scheibner: Können schon! Sie tun es aber nicht!) Bitte, das ist ja nicht wahr! Sie haben doch gut begonnen, bleiben Sie jetzt auch bei dieser gemeinsamen Linie! Wir haben in Europa doch viel mehr erreicht, als ihr je geglaubt habt! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu Ihrer Linie in der Osterweiterung? Was ist mit 2045, wie es der Gewerkschaftsbund sagt? In dem Zeitraum?
Dann sage ich es eben ein wenig scherzhaft mit einem wörtlichen Zitat. Glauben Sie wirklich, daß jemand österreichische Interessen in Europa besser vertritt, der so wie Jörg Haider im Mai 1999 noch immer die Schildläuse im Joghurt sucht und jetzt gesagt hat: Man findet sie nicht, weil es auf den spanischen Joghurtbechern in Spanisch draufsteht, und das kann man nicht übersetzen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu Ihrer Linie in der Osterweiterung? Was ist mit 2045, wie es der Gewerkschaftsbund sagt? In dem Zeitraum?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Gut, Osterweiterung! Na bitte, Herr Abgeordneter Scheibner, wenn das kein österreichisches Interesse ist, das in dem Zeitplan, der vor uns liegt – ein mittelfristiger Zeitraum – umzusetzen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich erinnere Sie daran, was Haider gesagt hat. Er hat vor der Ostöffnung genauso gewarnt wie jetzt vor der Osterweiterung. Es gibt jedoch wissenschaftliche Studien, die eindeutig belegen: Die Ostöffnung hat uns eine Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz in der Höhe von 31 Milliarden Schilling gebracht. (Abg. Scheibner: Welche Ostöffnung?) Hören Sie zu! Kritisieren Sie es nachher, hören Sie wenigstens einmal zu!
Abg. Scheibner: Welche Ostöffnung?
Gut, Osterweiterung! Na bitte, Herr Abgeordneter Scheibner, wenn das kein österreichisches Interesse ist, das in dem Zeitplan, der vor uns liegt – ein mittelfristiger Zeitraum – umzusetzen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich erinnere Sie daran, was Haider gesagt hat. Er hat vor der Ostöffnung genauso gewarnt wie jetzt vor der Osterweiterung. Es gibt jedoch wissenschaftliche Studien, die eindeutig belegen: Die Ostöffnung hat uns eine Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz in der Höhe von 31 Milliarden Schilling gebracht. (Abg. Scheibner: Welche Ostöffnung?) Hören Sie zu! Kritisieren Sie es nachher, hören Sie wenigstens einmal zu!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Österreichische Unternehmen haben derzeit 15 000 Joint-ventures in Mittel- und Osteuropa und beschäftigen dort 85 000 Leute. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Moment! Und jetzt kommt ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ja, in Ordnung, das ist ja auch nicht der Streitpunkt. Jetzt kommt aber der Punkt. (Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Tatsache!) Die österreichischen Unternehmen, die im Ausland Mitarbeiter beschäftigen, haben in dem Zeitraum seit der Ostöffnung in Österreich die Zahl ihrer Beschäftigten von 70 000 auf 190 000 aufgestockt. Wir haben also dank der Ostöffnung in Österreich mehr als 50 000 Arbeitsplätze netto geschaffen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit der EU-Osterweiterung zu tun!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Österreichische Unternehmen haben derzeit 15 000 Joint-ventures in Mittel- und Osteuropa und beschäftigen dort 85 000 Leute. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Moment! Und jetzt kommt ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ja, in Ordnung, das ist ja auch nicht der Streitpunkt. Jetzt kommt aber der Punkt. (Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Tatsache!) Die österreichischen Unternehmen, die im Ausland Mitarbeiter beschäftigen, haben in dem Zeitraum seit der Ostöffnung in Österreich die Zahl ihrer Beschäftigten von 70 000 auf 190 000 aufgestockt. Wir haben also dank der Ostöffnung in Österreich mehr als 50 000 Arbeitsplätze netto geschaffen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit der EU-Osterweiterung zu tun!)
Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Tatsache!
Österreichische Unternehmen haben derzeit 15 000 Joint-ventures in Mittel- und Osteuropa und beschäftigen dort 85 000 Leute. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Moment! Und jetzt kommt ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ja, in Ordnung, das ist ja auch nicht der Streitpunkt. Jetzt kommt aber der Punkt. (Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Tatsache!) Die österreichischen Unternehmen, die im Ausland Mitarbeiter beschäftigen, haben in dem Zeitraum seit der Ostöffnung in Österreich die Zahl ihrer Beschäftigten von 70 000 auf 190 000 aufgestockt. Wir haben also dank der Ostöffnung in Österreich mehr als 50 000 Arbeitsplätze netto geschaffen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit der EU-Osterweiterung zu tun!)
Abg. Scheibner: Das hat nichts mit der EU-Osterweiterung zu tun!
Österreichische Unternehmen haben derzeit 15 000 Joint-ventures in Mittel- und Osteuropa und beschäftigen dort 85 000 Leute. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Moment! Und jetzt kommt ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ja, in Ordnung, das ist ja auch nicht der Streitpunkt. Jetzt kommt aber der Punkt. (Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Tatsache!) Die österreichischen Unternehmen, die im Ausland Mitarbeiter beschäftigen, haben in dem Zeitraum seit der Ostöffnung in Österreich die Zahl ihrer Beschäftigten von 70 000 auf 190 000 aufgestockt. Wir haben also dank der Ostöffnung in Österreich mehr als 50 000 Arbeitsplätze netto geschaffen. (Abg. Scheibner: Das hat nichts mit der EU-Osterweiterung zu tun!)
Abg. Scheibner: Großartig, wenn 12 000 Bauern ihre Höfe verlassen!
Österreichische Interessen in der Europäischen Union. – Wenn das kein Erfolg ist, daß heute 90 Prozent der Fläche Österreichs in die europäischen Umweltprogramme integriert sind und daß die österreichischen Biobauern ein Viertel der gesamten EU-Förderung inhalieren ... (Abg. Scheibner: Großartig, wenn 12 000 Bauern ihre Höfe verlassen!) Also, wenn das kein Erfolg ist, Herr Scheibner, dann weiß ich nicht, was überhaupt ein Erfolg ist! Es gibt ja nicht nur einen Stein der Weisen, sondern viele Steinchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: 12 000 Bauern geben ihre Bauernhöfe auf!) Aber wir müssen uns bücken, um sie aufzuheben. Wenn man immer wegschaut, dann wird man auch die Goldnuggets, die mitten auf der Straße blinken, nicht finden. (Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht in Alaska!)
Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht in Alaska!
Österreichische Interessen in der Europäischen Union. – Wenn das kein Erfolg ist, daß heute 90 Prozent der Fläche Österreichs in die europäischen Umweltprogramme integriert sind und daß die österreichischen Biobauern ein Viertel der gesamten EU-Förderung inhalieren ... (Abg. Scheibner: Großartig, wenn 12 000 Bauern ihre Höfe verlassen!) Also, wenn das kein Erfolg ist, Herr Scheibner, dann weiß ich nicht, was überhaupt ein Erfolg ist! Es gibt ja nicht nur einen Stein der Weisen, sondern viele Steinchen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: 12 000 Bauern geben ihre Bauernhöfe auf!) Aber wir müssen uns bücken, um sie aufzuheben. Wenn man immer wegschaut, dann wird man auch die Goldnuggets, die mitten auf der Straße blinken, nicht finden. (Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht in Alaska!)
Abg. Scheibner: Aber warum haben Sie immer dagegen gestimmt?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir waren immer auf der Seite der Opfer und haben jene bekämpft, die die Verbrecher waren (Abg. Scheibner: Aber warum haben Sie immer dagegen gestimmt?) – sei es jetzt im Kosovo, seien es in der Tschechoslowakei oder in Jugoslawien die furchtbaren Bedingungen der Beneš-Dekrete oder der AVNOJ-Bestimmungen. In diesem Kampf gegen die Beneš-Dekrete und gegen die AVNOJ-Bestimmungen hat uns niemand übertroffen. Wir sind mit voller Überzeugung für die Aufhebung dieser Bestimmungen! (Beifall bei der ÖVP. – Widerspruch bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das kann er nur für diese Debatte verlangen!
Abgeordneter Dr. Volker Kier (fortsetzend): Ich möchte, daß der Nationalrat beschlußmäßig verlangt, daß der Herr Bundesminister bei der Debatte über die Anfragebeantwortung gesichert anwesend ist! (Abg. Scheibner: Das kann er nur für diese Debatte verlangen!) Denn er muß zu einer solchen Debatte nicht erscheinen. Es ist zwar üblich, daß er erscheint, aber ich möchte, daß das gesichert ist, weil ich davon ausgehe, daß es ein Anliegen dieses Hauses sein muß, daß sich der Herr Bundesminister unmittelbar und sofort zu diesen gegen ihn erhobenen Vorwürfen äußern kann.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Eine Partei, die in den letzten Jahren (Zwischenruf des Abg. Scheibner) immer wieder gesagt hat, ja, wir wollen in die NATO – Herr Bundesminister und Vizekanzler Schüssel hat vor wenigen Monaten, Anfang Februar, gesagt: Unsere Zukunft ist die NATO –, aber dann nein sagt, wir wollen nicht in die NATO, ist eines mit Sicherheit nicht: Ehrlich! (Beifall bei der SPÖ.) Und ich sage Ihnen mit aller Deutlichkeit, meine Damen und Herren: Diesen Zickzackkurs werden wir als sozialdemokratische Fraktion mit Sicherheit nicht mittragen! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Das stimmt so! (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Daher ist mit Ihnen mit Sicherheit eines auszumachen, nämlich daß wir der NATO nicht beitreten werden, ohne daß es vorher eine entsprechende Entscheidung dieses Hauses und auch der österreichischen Bevölkerung gegeben hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie werden dieses Land nicht an einer demokratischen Entscheidung vorbeischwindeln – auch wenn Sie es noch so sehr versuchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Das stimmt so! (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Daher ist mit Ihnen mit Sicherheit eines auszumachen, nämlich daß wir der NATO nicht beitreten werden, ohne daß es vorher eine entsprechende Entscheidung dieses Hauses und auch der österreichischen Bevölkerung gegeben hat. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie werden dieses Land nicht an einer demokratischen Entscheidung vorbeischwindeln – auch wenn Sie es noch so sehr versuchen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo ist der Antrag, Herr Kollege? Wo ist der Antrag?
Jetzt aber muß ich zur Kenntnis nehmen, daß auch in den letzten Gesprächen in Wirklichkeit nicht mehr viel Neues, was nicht ohnehin schon in den Medien stand, gesagt worden ist, und dann wird uns vor Beginn der Sitzung auch noch ein Antrag der Regierungsparteien in der Frage des Baustopps betreffend Kernkraftwerk Temelin vorgelegt, obwohl wir in dieser Frage immer auf Fünfparteienregelungen Wert gelegt und deshalb oft mit den Freiheitlichen darum gestritten haben – im positiven Sinn des Wortes –, daß sie sich in diese Anträge mit aufnehmen lassen, weil wir eine gemeinsame Position des Hauses haben wollten! Jetzt, wo der Wahlkampf angefangen hat, sinken nicht nur die Klubobleute auf das Bassena-Niveau ab, sondern da geht es auch schon damit los, daß man nicht einmal mehr mit der Opposition redet und in Wirklichkeit den vielbeschworenen und oft gelebten Fünfparteienkonsens in dieser Frage hier im Hause einfach wegwirft, ohne auch nur einmal darüber zu reden. (Abg. Scheibner: Wo ist der Antrag, Herr Kollege? Wo ist der Antrag?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie wollten doch keinen gemeinsamen Antrag! – Abg. Dr. Pumberger: So ein windelweicher Antrag!
Das ist unser Antrag, und ich ersuche Sie, daß wir diesen nationalen Konsens, ein gemeinsames Vorgehen gegen das Kraftwerk Temelin hier vorantreiben. Ich wünsche mir, daß keiner hier ausschert, sondern daß alle dabei mittun, sodaß dieses Kernkraftwerk nicht errichtet werden kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie wollten doch keinen gemeinsamen Antrag! – Abg. Dr. Pumberger: So ein windelweicher Antrag!)
Abg. Scheibner: Von euch versteht keiner etwas davon!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wo, meine Damen und Herren, sind die Zeiten, als die Freiheitlichen noch einen Energiesprecher namens Prinzhorn hatten, einen Experten, der sich wirklich auskannte? Jetzt muß ich an die Adresse der Freiheitlichen sagen: Ich weiß wirklich nicht mehr, wer sich bei euch in Energiefragen noch auskennt. (Abg. Dr. Krüger: Kennst du dich aus?) – Ich versuche es zumindest. Ich rede seit zwei Jahren dazu, und zwar mit einer Zunge. Bei euch reden mindestens drei dazu, und jeder spricht von etwas anderem. (Abg. Scheibner: Von euch versteht keiner etwas davon!) Je länger Sie reden, umso mehr tragen Sie zur Verwirrung in der ohnehin etwas komplexen Materie bei. (Abg. Mag. Schweitzer: ... nicht im Griff!) Es wäre also wirklich gut, lieber Kollege Schweitzer, wenn du dir das ElWOG einmal durchlesen würdest – es wird dir nicht schaden, es ist eine recht interessante Lektüre –, dann wüßten wir nämlich beide, worüber beziehungsweise wovon wir reden. So ist das leider nicht der Fall. Du hast es bis heute nicht gelesen. (Abg. Dr. Krüger: Durchlesen genügt nicht! Das müssen Sie auch verstehen, was da drinsteht!)
Abg. Scheibner: Mißbrauch der Verfassung!
Ihr habt es bis heute nicht gelesen, denn sonst würdet ihr wissen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, daß wir den Illwerke-Vertrag im § 70 ElWOG in den Verfassungsrang erhoben haben, damit dieser Vertrag auf alle Fälle vom ElWOG unberührt bleibt. (Abg. Scheibner: Mißbrauch der Verfassung!) Und das, was zwischen den beiden Vertragsparteien vereinbart wurde – Illwerke auf der einen Seite, Verbund auf der anderen Seite –, ist ein Vertrag wie jeder andere auch. Da gibt es unterschiedliche Auffassungen: Der eine Vertragspartner sagt: Wir ... (Abg. Mag. Schweitzer: Also doch!)
Abg. Scheibner: Wer hat getötet?
Ich halte das für eine unerträgliche Situation! Wer einen Menschen tötet, und wer das akzeptiert, ist auch bereit, ein zweites Menschenleben in Kauf zu nehmen. (Abg. Scheibner: Wer hat getötet?)
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wer hat getötet?
Ich möchte Punkt 77 dieser Entschließung noch weiter ausführen. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wer hat getötet?) – Ich sage nichts in Richtung der freiheitlichen Fraktion, denn die Äußerungen der Frau Kollegin Partik-Pablé in der letzten Sitzung sind wirklich so problematisch gewesen (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie sich, was Sie jetzt gesagt haben!), daß man feststellen muß, der Rassismus in Österreich sollte offensichtlich bekämpft werden. Ich verstehe nicht, warum sie diese Äußerungen nicht zurückgenommen hat und sich nicht dafür entschuldigt hat. (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie, was Sie gesagt haben!) Auch ich mache manchmal Dinge, bei denen ich mich zurücknehmen und sagen muß, ich habe falsch gehandelt. Es wäre gut, wenn Frau Partik-Pablé das auch machen würde. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer ist ein Mörder? – Abg. Scheibner: Wem werfen Sie die Tötung von Menschen vor?)
Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie sich, was Sie jetzt gesagt haben!
Ich möchte Punkt 77 dieser Entschließung noch weiter ausführen. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wer hat getötet?) – Ich sage nichts in Richtung der freiheitlichen Fraktion, denn die Äußerungen der Frau Kollegin Partik-Pablé in der letzten Sitzung sind wirklich so problematisch gewesen (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie sich, was Sie jetzt gesagt haben!), daß man feststellen muß, der Rassismus in Österreich sollte offensichtlich bekämpft werden. Ich verstehe nicht, warum sie diese Äußerungen nicht zurückgenommen hat und sich nicht dafür entschuldigt hat. (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie, was Sie gesagt haben!) Auch ich mache manchmal Dinge, bei denen ich mich zurücknehmen und sagen muß, ich habe falsch gehandelt. Es wäre gut, wenn Frau Partik-Pablé das auch machen würde. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer ist ein Mörder? – Abg. Scheibner: Wem werfen Sie die Tötung von Menschen vor?)
Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie, was Sie gesagt haben!
Ich möchte Punkt 77 dieser Entschließung noch weiter ausführen. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wer hat getötet?) – Ich sage nichts in Richtung der freiheitlichen Fraktion, denn die Äußerungen der Frau Kollegin Partik-Pablé in der letzten Sitzung sind wirklich so problematisch gewesen (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie sich, was Sie jetzt gesagt haben!), daß man feststellen muß, der Rassismus in Österreich sollte offensichtlich bekämpft werden. Ich verstehe nicht, warum sie diese Äußerungen nicht zurückgenommen hat und sich nicht dafür entschuldigt hat. (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie, was Sie gesagt haben!) Auch ich mache manchmal Dinge, bei denen ich mich zurücknehmen und sagen muß, ich habe falsch gehandelt. Es wäre gut, wenn Frau Partik-Pablé das auch machen würde. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer ist ein Mörder? – Abg. Scheibner: Wem werfen Sie die Tötung von Menschen vor?)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer ist ein Mörder? – Abg. Scheibner: Wem werfen Sie die Tötung von Menschen vor?
Ich möchte Punkt 77 dieser Entschließung noch weiter ausführen. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wer hat getötet?) – Ich sage nichts in Richtung der freiheitlichen Fraktion, denn die Äußerungen der Frau Kollegin Partik-Pablé in der letzten Sitzung sind wirklich so problematisch gewesen (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie sich, was Sie jetzt gesagt haben!), daß man feststellen muß, der Rassismus in Österreich sollte offensichtlich bekämpft werden. Ich verstehe nicht, warum sie diese Äußerungen nicht zurückgenommen hat und sich nicht dafür entschuldigt hat. (Abg. Scheibner: Lenken Sie nicht ab! Überlegen Sie, was Sie gesagt haben!) Auch ich mache manchmal Dinge, bei denen ich mich zurücknehmen und sagen muß, ich habe falsch gehandelt. Es wäre gut, wenn Frau Partik-Pablé das auch machen würde. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Haigermoser: Wer ist ein Mörder? – Abg. Scheibner: Wem werfen Sie die Tötung von Menschen vor?)
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Jetzt hören Sie auf mit den Unterstellungen!
Meine Damen und Herren! Schwarze gehören weg. – Das ist es, was einem jeden Tag vermittelt wird. Das ist das, was Frau Dr. Partik-Pablé offen und einfach rassistisch hier vom Rednerpult verkündet (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Jetzt hören Sie auf mit den Unterstellungen!), und das ist das, was uns der Vorsitzende des Innenausschusses durch die Blume mitzuteilen versucht (Abg. Mag. Schweitzer: Terezija, nimm das zurück!): Daß die Schubhaftbetreuer die Komplizen derer sind, die sich hier etwas Besseres erwirken wollen. (Abg. Scheibner: Die eine wirft vor, daß die Leute umgebracht werden, und jetzt das! Heute seid ihr außer Rand und Band!)
Abg. Scheibner: Die eine wirft vor, daß die Leute umgebracht werden, und jetzt das! Heute seid ihr außer Rand und Band!
Meine Damen und Herren! Schwarze gehören weg. – Das ist es, was einem jeden Tag vermittelt wird. Das ist das, was Frau Dr. Partik-Pablé offen und einfach rassistisch hier vom Rednerpult verkündet (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Jetzt hören Sie auf mit den Unterstellungen!), und das ist das, was uns der Vorsitzende des Innenausschusses durch die Blume mitzuteilen versucht (Abg. Mag. Schweitzer: Terezija, nimm das zurück!): Daß die Schubhaftbetreuer die Komplizen derer sind, die sich hier etwas Besseres erwirken wollen. (Abg. Scheibner: Die eine wirft vor, daß die Leute umgebracht werden, und jetzt das! Heute seid ihr außer Rand und Band!)
Abg. Scheibner: Sehr!
Herr Scheibner, ich weiß nicht, wie intensiv Sie sich schon einmal mit Menschen, die Zivildienst machen, auseinandergesetzt haben. (Abg. Scheibner: Sehr!) Wenn Sie glauben, daß Menschen, deren Aufgabe in der Betreuung von schwerstbehinderten, von alten und kranken Menschen, von Menschen, die bei Unfällen abgeholt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen, et cetera besteht, einen Vorteil haben gegenüber jenen, die in der Kaserne sind (Abg. Scheibner: Aber das dürfen die doch alle nicht machen, Frau Kollegin! Das wissen Sie doch! Die werden doch nur für Hilfstätigkeiten herangezogen!), dann, muß ich sagen, haben Sie sich mit dem Zivildienst leider noch viel zuwenig auseinandergesetzt. (Abg. Scheibner: Das sind doch alles falsche Geschichten!) Ich lade Sie ein, mit mir einmal in ein Altenheim, in ein Schwerstbehindertenheim oder in ein Krankenhaus zu gehen, denn dann würden Sie Ihre Flausen, zu meinen, daß Zivildiener bevorteilt sind (Abg. Scheibner: Was heißt "Flausen"?), sehr schnell abbauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: "Flausen"?)
Abg. Scheibner: Aber das dürfen die doch alle nicht machen, Frau Kollegin! Das wissen Sie doch! Die werden doch nur für Hilfstätigkeiten herangezogen!
Herr Scheibner, ich weiß nicht, wie intensiv Sie sich schon einmal mit Menschen, die Zivildienst machen, auseinandergesetzt haben. (Abg. Scheibner: Sehr!) Wenn Sie glauben, daß Menschen, deren Aufgabe in der Betreuung von schwerstbehinderten, von alten und kranken Menschen, von Menschen, die bei Unfällen abgeholt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen, et cetera besteht, einen Vorteil haben gegenüber jenen, die in der Kaserne sind (Abg. Scheibner: Aber das dürfen die doch alle nicht machen, Frau Kollegin! Das wissen Sie doch! Die werden doch nur für Hilfstätigkeiten herangezogen!), dann, muß ich sagen, haben Sie sich mit dem Zivildienst leider noch viel zuwenig auseinandergesetzt. (Abg. Scheibner: Das sind doch alles falsche Geschichten!) Ich lade Sie ein, mit mir einmal in ein Altenheim, in ein Schwerstbehindertenheim oder in ein Krankenhaus zu gehen, denn dann würden Sie Ihre Flausen, zu meinen, daß Zivildiener bevorteilt sind (Abg. Scheibner: Was heißt "Flausen"?), sehr schnell abbauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: "Flausen"?)
Abg. Scheibner: Das sind doch alles falsche Geschichten!
Herr Scheibner, ich weiß nicht, wie intensiv Sie sich schon einmal mit Menschen, die Zivildienst machen, auseinandergesetzt haben. (Abg. Scheibner: Sehr!) Wenn Sie glauben, daß Menschen, deren Aufgabe in der Betreuung von schwerstbehinderten, von alten und kranken Menschen, von Menschen, die bei Unfällen abgeholt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen, et cetera besteht, einen Vorteil haben gegenüber jenen, die in der Kaserne sind (Abg. Scheibner: Aber das dürfen die doch alle nicht machen, Frau Kollegin! Das wissen Sie doch! Die werden doch nur für Hilfstätigkeiten herangezogen!), dann, muß ich sagen, haben Sie sich mit dem Zivildienst leider noch viel zuwenig auseinandergesetzt. (Abg. Scheibner: Das sind doch alles falsche Geschichten!) Ich lade Sie ein, mit mir einmal in ein Altenheim, in ein Schwerstbehindertenheim oder in ein Krankenhaus zu gehen, denn dann würden Sie Ihre Flausen, zu meinen, daß Zivildiener bevorteilt sind (Abg. Scheibner: Was heißt "Flausen"?), sehr schnell abbauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: "Flausen"?)
Abg. Scheibner: Was heißt "Flausen"?
Herr Scheibner, ich weiß nicht, wie intensiv Sie sich schon einmal mit Menschen, die Zivildienst machen, auseinandergesetzt haben. (Abg. Scheibner: Sehr!) Wenn Sie glauben, daß Menschen, deren Aufgabe in der Betreuung von schwerstbehinderten, von alten und kranken Menschen, von Menschen, die bei Unfällen abgeholt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen, et cetera besteht, einen Vorteil haben gegenüber jenen, die in der Kaserne sind (Abg. Scheibner: Aber das dürfen die doch alle nicht machen, Frau Kollegin! Das wissen Sie doch! Die werden doch nur für Hilfstätigkeiten herangezogen!), dann, muß ich sagen, haben Sie sich mit dem Zivildienst leider noch viel zuwenig auseinandergesetzt. (Abg. Scheibner: Das sind doch alles falsche Geschichten!) Ich lade Sie ein, mit mir einmal in ein Altenheim, in ein Schwerstbehindertenheim oder in ein Krankenhaus zu gehen, denn dann würden Sie Ihre Flausen, zu meinen, daß Zivildiener bevorteilt sind (Abg. Scheibner: Was heißt "Flausen"?), sehr schnell abbauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: "Flausen"?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: "Flausen"?
Herr Scheibner, ich weiß nicht, wie intensiv Sie sich schon einmal mit Menschen, die Zivildienst machen, auseinandergesetzt haben. (Abg. Scheibner: Sehr!) Wenn Sie glauben, daß Menschen, deren Aufgabe in der Betreuung von schwerstbehinderten, von alten und kranken Menschen, von Menschen, die bei Unfällen abgeholt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen, et cetera besteht, einen Vorteil haben gegenüber jenen, die in der Kaserne sind (Abg. Scheibner: Aber das dürfen die doch alle nicht machen, Frau Kollegin! Das wissen Sie doch! Die werden doch nur für Hilfstätigkeiten herangezogen!), dann, muß ich sagen, haben Sie sich mit dem Zivildienst leider noch viel zuwenig auseinandergesetzt. (Abg. Scheibner: Das sind doch alles falsche Geschichten!) Ich lade Sie ein, mit mir einmal in ein Altenheim, in ein Schwerstbehindertenheim oder in ein Krankenhaus zu gehen, denn dann würden Sie Ihre Flausen, zu meinen, daß Zivildiener bevorteilt sind (Abg. Scheibner: Was heißt "Flausen"?), sehr schnell abbauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: "Flausen"?)
Abg. Scheibner: Wenn er keine Leute hat, weil alle zum Zivildienst gehen, dann kann er nichts mehr koordinieren!
Noch etwas, Herr Scheibner: Sie haben auch gesagt, daß man jetzt in Galtür Zivildiener brauchen würde, weil die Tiroler momentan ihre Grundwehrdiener auf Assistenzeinsatz im Burgenland haben. Ich glaube, Herr Fasslabend müßte doch in der Lage sein – die Katastrophe in Galtür hat ja nicht erst gestern stattgefunden, sondern bereits vor Monaten –, das Ganze so zu koordinieren (Abg. Scheibner: Wenn er keine Leute hat, weil alle zum Zivildienst gehen, dann kann er nichts mehr koordinieren!), daß in dieser Zeit die Tiroler Grundwehrdiener in Tirol bleiben könnten, inzwischen vielleicht von Grundwehrdienern aus einem anderen Bundesland Assistenzeinsatz gemacht wird (Abg. Scheibner: Die machen das ohnehin dauernd!) und die Tiroler unter Umständen erst später drankommen.
Abg. Scheibner: Die machen das ohnehin dauernd!
Noch etwas, Herr Scheibner: Sie haben auch gesagt, daß man jetzt in Galtür Zivildiener brauchen würde, weil die Tiroler momentan ihre Grundwehrdiener auf Assistenzeinsatz im Burgenland haben. Ich glaube, Herr Fasslabend müßte doch in der Lage sein – die Katastrophe in Galtür hat ja nicht erst gestern stattgefunden, sondern bereits vor Monaten –, das Ganze so zu koordinieren (Abg. Scheibner: Wenn er keine Leute hat, weil alle zum Zivildienst gehen, dann kann er nichts mehr koordinieren!), daß in dieser Zeit die Tiroler Grundwehrdiener in Tirol bleiben könnten, inzwischen vielleicht von Grundwehrdienern aus einem anderen Bundesland Assistenzeinsatz gemacht wird (Abg. Scheibner: Die machen das ohnehin dauernd!) und die Tiroler unter Umständen erst später drankommen.
Abg. Scheibner: Ist das etwas Schlechtes, daß man dort bei dieser Katastrophe hilft? Ist das etwas Schlechtes, daß ein Zivildiener das macht?
Die Folgen daraus, daß Herr Fasslabend nicht in der Lage ist, eine ordentliche Koordination durchzuführen, können nicht auf dem Rücken der Zivildiener ausgetragen werden. (Abg. Scheibner: Ist das etwas Schlechtes, daß man dort bei dieser Katastrophe hilft? Ist das etwas Schlechtes, daß ein Zivildiener das macht?)
Abg. Scheibner: Ich habe das überhaupt nicht gesagt, Frau Kollegin! Aber nach Tirol wird er als Wiener nicht versetzt!
Auch die Vorstellung, daß sich alle Zivildiener ihre Zivildienstplätze selbst aussuchen können, basiert eher auf einer Illusion. Auch das stimmt nicht ganz, Herr Scheibner, sondern Zivildiener haben die Möglichkeit, drei Zivildienststellen, denen sie Priorität geben würden, anzugeben, in der Hoffnung, daß sie dann eine von diesen drei Stellen bekommen. Anspruch darauf haben sie nicht. (Abg. Scheibner: Ich habe das überhaupt nicht gesagt, Frau Kollegin! Aber nach Tirol wird er als Wiener nicht versetzt!)
Abg. Scheibner: Ich weiß nicht, wem Sie da zugehört haben! Ich habe das alles nicht gesagt! – Abg. Schwemlein: So lange hat er gar nicht geredet!
Noch ein Punkt, Herr Scheibner: Sie haben gesagt, die Zivildiener sollten auch eine sinnvolle Tätigkeit machen. Ich frage Sie daher, ob Arbeiten im Rettungswesen, im Behindertenwesen, im Krankenwesen et cetera für Sie keine sinnvolle Tätigkeiten sind! (Abg. Scheibner: Ich weiß nicht, wem Sie da zugehört haben! Ich habe das alles nicht gesagt! – Abg. Schwemlein: So lange hat er gar nicht geredet!) Falls nein, kann ich Ihnen dazu nur sagen: Sie würden schön schauen, wenn Sie heute bei einem Verkehrsunfall plötzlich niemanden mehr hätten, der Sie ins Krankenhaus bringen würde – also eine sinnvolle Tätigkeit. (Abg. Scheibner: Das habe ich alles nicht gesagt! – Abg. Schwemlein: Aber hättest du so lange geredet, dann hättest du es gesagt!)
Abg. Scheibner: Das habe ich alles nicht gesagt! – Abg. Schwemlein: Aber hättest du so lange geredet, dann hättest du es gesagt!
Noch ein Punkt, Herr Scheibner: Sie haben gesagt, die Zivildiener sollten auch eine sinnvolle Tätigkeit machen. Ich frage Sie daher, ob Arbeiten im Rettungswesen, im Behindertenwesen, im Krankenwesen et cetera für Sie keine sinnvolle Tätigkeiten sind! (Abg. Scheibner: Ich weiß nicht, wem Sie da zugehört haben! Ich habe das alles nicht gesagt! – Abg. Schwemlein: So lange hat er gar nicht geredet!) Falls nein, kann ich Ihnen dazu nur sagen: Sie würden schön schauen, wenn Sie heute bei einem Verkehrsunfall plötzlich niemanden mehr hätten, der Sie ins Krankenhaus bringen würde – also eine sinnvolle Tätigkeit. (Abg. Scheibner: Das habe ich alles nicht gesagt! – Abg. Schwemlein: Aber hättest du so lange geredet, dann hättest du es gesagt!)
Abg. Scheibner: Aber Sie bringen mich auf gute Ideen!
Ich würde Ihnen vorschlagen, ein bißchen vorsichtiger zu sein, denn Sie wissen, daß gerade die Länder sehr froh darüber sind, genügend Zivildiener zu haben. (Abg. Scheibner: Aber Sie bringen mich auf gute Ideen!) Auch Ihr Landeshauptmann in Kärnten wird sehr froh sein, daß er genügend Zivildiener in seinem Bundesland hat, denn hätte er diese Zivildiener nicht, müßte das Land einige Millionen Schilling zusätzlich aufbringen, um die Leistungen der Zivildiener durch andere Arbeitskräfte erbringen zu lassen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das geht dem Grundwehrdiener genauso!
Auch die Frage der Wohnkostenbeihilfen muß endlich geregelt werden, denn es kann nicht so sein, daß ein Zivildiener, der in einer Wohngemeinschaft lebt, keine Wohnkostenbeihilfe mehr bekommt (Abg. Scheibner: Das geht dem Grundwehrdiener genauso!), nur weil er in seiner Wohngemeinschaft über kein eigenes WC und über keine eigene Küche verfügt. (Abg. Scheibner: Das ist beim Grundwehrdiener genauso!) Ist ein Grundwehrdiener oder Zivildiener verheiratet, dann hat er normalerweise auch keine eigene Küche und kein eigenes WC im Familienverband, aber dann bekommt er seine Wohnkostenbeihilfe. Die derzeitige Regelung kann also nicht Sinn der Sache sein.
Abg. Scheibner: Das ist beim Grundwehrdiener genauso!
Auch die Frage der Wohnkostenbeihilfen muß endlich geregelt werden, denn es kann nicht so sein, daß ein Zivildiener, der in einer Wohngemeinschaft lebt, keine Wohnkostenbeihilfe mehr bekommt (Abg. Scheibner: Das geht dem Grundwehrdiener genauso!), nur weil er in seiner Wohngemeinschaft über kein eigenes WC und über keine eigene Küche verfügt. (Abg. Scheibner: Das ist beim Grundwehrdiener genauso!) Ist ein Grundwehrdiener oder Zivildiener verheiratet, dann hat er normalerweise auch keine eigene Küche und kein eigenes WC im Familienverband, aber dann bekommt er seine Wohnkostenbeihilfe. Die derzeitige Regelung kann also nicht Sinn der Sache sein.
Abg. Scheibner: Sollte kein Alternativdienst sein!
Allem voran steht natürlich das grundsätzliche Bekenntnis zur militärischen Landesverteidigung. Ich bin mit all jenen einer Meinung, die da sagen, daß der Zivildienst die Ausnahme von der Regel Wehrdienst sein muß. Daher ist der Zivildienst kein Alternativdienst, sondern ein Ersatzdienst. (Abg. Scheibner: Sollte kein Alternativdienst sein!) Für ein glaubwürdiges und vernünftiges Maß an Verteidigungsfähigkeit ist nun einmal ein entsprechendes militärisches Kräftepotential erforderlich. Das alles ist nur im Rahmen der allgemeinen Wehrpflicht und in dem jetzt gefundenen ausgewogenen Verhältnis zwischen Präsenz- und Zivildienern sichergestellt.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin Haidlmayr! Daß die Grünen mit dem Militär nicht viel am Hut haben, das beweisen Sie, das dokumentieren Sie, und das ist Ihr gutes Recht. Aber wenn Sie hier ableiten und dem Verteidigungsminister aufgrund des Vorschlages von Herrn Kollegen Scheibner, daß auch Zivildiener im Katastropheneinsatz verwendet werden sollten, jetzt am Beispiel Galtür vorwerfen, er sei nicht kooperationsbereit, er hätte ein Chaos zu verantworten und er könnte nicht entsprechend disponieren, dann ist dieser Vorwurf sehr an den Haaren herbeigezogen, Frau Kollegin Haidlmayr, und unterstreicht nur Ihre grundsätzliche Haltung gegen das Bundesheer und alles, was mit Militär zu tun hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht der Auftrag!
Klubobmann Scheibner hat davor gewarnt, daß die Zahl der Zivildienstleistenden im Steigen begriffen ist. Für mich als Innenminister ist das eigentlich ein positives Zeichen, weil ich dafür verantwortlich bin, daß 775 Trägervereine und -institutionen in Österreich die Möglichkeit haben, möglichst viele Zivildiener zugewiesen zu bekommen. Deshalb habe ich damit kein großes Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht der Auftrag!)
Abg. Scheibner: Wir haben eine Wehrpflicht und nicht eine Zivildienstpflicht!
Ich bin mir selbstverständlich dessen bewußt, daß der Verteidigungsminister wachsam sein muß, damit er ... (Abg. Scheibner: Wir haben eine Wehrpflicht und nicht eine Zivildienstpflicht!) Ich bin mir dessen bewußt, daß der Verteidigungsminister wachsam sein muß, aber es muß natürlich auch Gründe haben, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn jemand sehr bewußt einen zwölfmonatigen Dienst absolviert und einen achtmonatigen Dienst beim Bundesheer ausschlägt.
Abg. Scheibner: 30 000 Grundwehrdiener sollten wir haben!
Trotzdem glaube ich, daß man sich bei all den begründeten Tatsachen auch dessen bewußt sein muß, daß die dramatische Steigerung der Zahl der Zivildienstanträge nicht in diesem Ausmaß gegeben ist, Herr Klubobmann Scheibner. Denn wir hatten im Jahre 1995 35 870 taugliche Wehrpflichtige. Von ihnen haben 5 986 einen Zivildienstantrag gestellt, das sind ... (Abg. Scheibner: 30 000 Grundwehrdiener sollten wir haben!) Das sind 21 Prozent. 1998 waren es 38 951, und von ihnen haben 9 185 einen Antrag gestellt. Das sind 22,8 Prozent, die Steigerung beträgt also etwas mehr als ein Prozent, und die von Ihnen geforderten 30 000 sind nahezu erreicht.
Abg. Scheibner: 25 000 sind aber nicht 30 000!
Das heißt, wir sollten meiner Ansicht nach diese Zahlen nicht allzu dramatisch sehen. (Abg. Scheibner: 25 000 sind aber nicht 30 000!) Bitte? (Abg. Scheibner: Wie viele, haben Sie gesagt, sind wehrpflichtig?) 38 951, und es sind 9 185 Anträge auf Zivildienst gestellt worden. Anerkannt wurden 8 904 Anträge, sodaß dem Bundesheer meiner Meinung nach 30 047 Personen bleiben. Das heißt, daß der Bedarf einigermaßen abgedeckt ist. (Abg. Scheibner: Dann müssen Sie noch 10 Prozent abziehen, die vorzeitig weggehen!) Aber ich bin mir dessen bewußt, daß die Zahl der Zivildiener nach dem Knick der Jahre 1993 bis 1995 wieder deutlich steigt.
Abg. Scheibner: Wie viele, haben Sie gesagt, sind wehrpflichtig?
Das heißt, wir sollten meiner Ansicht nach diese Zahlen nicht allzu dramatisch sehen. (Abg. Scheibner: 25 000 sind aber nicht 30 000!) Bitte? (Abg. Scheibner: Wie viele, haben Sie gesagt, sind wehrpflichtig?) 38 951, und es sind 9 185 Anträge auf Zivildienst gestellt worden. Anerkannt wurden 8 904 Anträge, sodaß dem Bundesheer meiner Meinung nach 30 047 Personen bleiben. Das heißt, daß der Bedarf einigermaßen abgedeckt ist. (Abg. Scheibner: Dann müssen Sie noch 10 Prozent abziehen, die vorzeitig weggehen!) Aber ich bin mir dessen bewußt, daß die Zahl der Zivildiener nach dem Knick der Jahre 1993 bis 1995 wieder deutlich steigt.
Abg. Scheibner: Dann müssen Sie noch 10 Prozent abziehen, die vorzeitig weggehen!
Das heißt, wir sollten meiner Ansicht nach diese Zahlen nicht allzu dramatisch sehen. (Abg. Scheibner: 25 000 sind aber nicht 30 000!) Bitte? (Abg. Scheibner: Wie viele, haben Sie gesagt, sind wehrpflichtig?) 38 951, und es sind 9 185 Anträge auf Zivildienst gestellt worden. Anerkannt wurden 8 904 Anträge, sodaß dem Bundesheer meiner Meinung nach 30 047 Personen bleiben. Das heißt, daß der Bedarf einigermaßen abgedeckt ist. (Abg. Scheibner: Dann müssen Sie noch 10 Prozent abziehen, die vorzeitig weggehen!) Aber ich bin mir dessen bewußt, daß die Zahl der Zivildiener nach dem Knick der Jahre 1993 bis 1995 wieder deutlich steigt.
Abg. Scheibner: Wieso haben die alle einen Aufschub?
Es verbleibt ein Rest von 24 000 Personen. Von ihnen haben 9 300 einen langfristigen Aufschub, 11 900 werden im heurigen oder im nächsten Jahr zugewiesen, und lediglich 2 787 können derzeit nicht zugewiesen werden (Abg. Scheibner: Wieso haben die alle einen Aufschub?), vor allem auch deswegen, weil eine entsprechende Anzahl von Unterlagen noch fehlt, beispielsweise Stellungsunterlagen oder Bestätigungen, daß sie auf Auslandsaufenthalt oder vorläufig untauglich sind. Das heißt, wir haben im wesentlichen kein Problem mit der Zuweisung. Da wir für nächstes Jahr vorgesehen haben, die Zahl der Zuweisungen von derzeit 7 300 auf zumindest an die 8 000 bis 8 500 zu erhöhen, gehe ich davon aus, daß die Zahl der Wartenden noch geringer wird und daß die Dauer der Wartezeit noch kürzer als ein Jahr wird.
Abg. Scheibner: Das war die Spitze eines Eisberges!
Nach dem wirklich tragischen Selbstmord von Gerhard Praschak, einem österreichischen Banker, waren die Freiheitlichen im Nationalrat vehement der Auffassung, daß das Gegenstand eines Untersuchungsausschusses sein sollte. (Abg. Scheibner: Das war die Spitze eines Eisberges!)
Abg. Dr. Graf: Diese Vergleiche sind ein Wahnsinn! – Abg. Scheibner: Das sind alles "nette" Vergleiche, die Sie da bringen! Sehr "geschmackvoll"!
Der Tod eines nigerianischen Staatsangehörigen im Gewahrsam österreichischer Polizeibeamter scheint es ihnen nicht wert zu sein, dieses Kontrollinstrumentarium zu verlangen. Wir sind ja noch nicht dabei, festzustellen, ob sich eine Mehrheit dafür findet. (Abg. Dr. Graf: Diese Vergleiche sind ein Wahnsinn! – Abg. Scheibner: Das sind alles "nette" Vergleiche, die Sie da bringen! Sehr "geschmackvoll"!)
Sitzung Nr. 171
Abg. Scheibner: Gleichbleibend hoch!
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Sehr geehrte Frau Abgeordnete! Die Vielzahl von Demonstrationen, die von serbischen Gruppen in Österreich gegen die NATO-Angriffe auf Serbien stattfinden, ist nicht von zunehmender Aggressivität geprägt, sondern gerade in letzter Zeit zeigt sich, daß diese immer weniger und unbedeutender werden. (Abg. Scheibner: Gleichbleibend hoch!)
Abg. Wabl: Herr Scheibner, das ist Ihr Einstandsgeschenk für dieses Haus! Mit Ihrer Rassentheoretikerin! – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das sind unqualifizierte Zwischenrufe! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen Drogendealer schützen! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Wabl und Abgeordneten der Freiheitlichen.
Bundesminister für Inneres Mag. Karl Schlögl: Ich erlaube mir, nochmals auf Ihre erste Frage einzugehen, Frau Abgeordnete. Natürlich ist es das Bemühen des Innenministers, alles zu tun, um die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten. Natürlich steht es aber auch im Mittelpunkt des Handelns eines österreichischen Innenministers, alles daranzusetzen, damit das Recht auf Versammlungsfreiheit für alle Menschen in unserem Lande ein verbürgtes Recht ist. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Verbürgt ist es ja! – Abg. Wabl: Ihre Rassentheorien gehören eingedämmt!) Und dieses Recht, meine sehr geehrten Damen und Herren, schließt meiner Meinung nach auch ein, daß ausländische Mitbürger ihre Meinung zu Vorgängen ... (Abg. Wabl: Herr Scheibner, das ist Ihr Einstandsgeschenk für dieses Haus! Mit Ihrer Rassentheoretikerin! – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das sind unqualifizierte Zwischenrufe! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen Drogendealer schützen! – Anhaltende Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Wabl und Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das hat ja nichts mit Demonstrationsfreiheit zu tun! – Abg. Wabl: Sie haben sich als Rassistin qualifiziert, Frau Partik-Pablé – und sonst nichts! Herr Scheibner, Sie sitzen neben einer Rassistin!
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, Frau ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie antworten aber nicht auf meine Frage!) Ja, ich versuche es, lassen Sie mich ausreden! (Abg. Scheibner: Das hat ja nichts mit Demonstrationsfreiheit zu tun! – Abg. Wabl: Sie haben sich als Rassistin qualifiziert, Frau Partik-Pablé – und sonst nichts! Herr Scheibner, Sie sitzen neben einer Rassistin!)
Abg. Scheibner: Lassen Sie diese Unterstellungen! – Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Bundeskanzler? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sie zitieren gerne die Mieterorganisationen und die Arbeiterkammern, wenn es darum geht, Verbesserungen für die Genossenschaftsmieter zu erreichen, ihre Kritik an den Zuständen im privaten Wohnungssektor wird von Ihnen aber völlig übergangen. Es ist ganz klar: Es geht Ihnen gar nicht um die Verbesserung der Wohnungssituation der Familien im allgemeinen, sondern es geht Ihnen im Gegenteil um politische Polemik. (Abg. Scheibner: Lassen Sie diese Unterstellungen! – Abg. Dr. Graf: Wo ist der Herr Bundeskanzler? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was ist mit den Rücklagen?
In dem Dringlichen Antrag wird zum Beispiel auch behauptet, daß der überwiegende Teil des Förderungsvolumens von den gemeinnützigen Bauträgern verwaltet wird. Förderungsgelder werden aber nicht zur Verwaltung gegeben, sondern sie werden nur vergeben, wenn unmittelbare Bauleistungen damit finanziert werden. Ein großer Teil der Fördergelder wird außerdem zur Finanzierung des Baus von Eigenheimen verwendet oder an private Bauträger vergeben. Das wird von Ihnen schlicht und einfach übergangen. (Abg. Scheibner: Was ist mit den Rücklagen?)
Abg. Scheibner: Zur Sache fällt Ihnen überhaupt nichts ein!
Ein Beispiel sollte uns eine Lehre sein, nämlich das Beispiel "Freies Wohnen". Damit wollte man sicherlich einen neuen Weg gehen, dieser ist aber offensichtlich gescheitert. Wir vertrauen auf die Vertrauenswürdigkeit der großen österreichischen Institutionen in diesem Bereich. (Abg. Scheibner: Zur Sache fällt Ihnen überhaupt nichts ein!)
Abg. Scheibner: Sie haben gerade gesagt, daß die Mieten auch bei den Privaten überhöht sind!
Was brauchen wir in der Wohnungspolitik? – Die Ausgangslage, die wir heute vorfinden, ist nicht so schlecht, wie sie dargestellt wird. Im internationalen Vergleich hat Österreich eine der höchsten Wohnbauraten. Die tragenden Säulen dieser Wohnungspolitik sind: der Mieterschutz mit Mietzinsobergrenzen und Kündigungsschutz auch im privaten Wohnungssektor (Abg. Scheibner: Sie haben gerade gesagt, daß die Mieten auch bei den Privaten überhöht sind!), die Wohnbauförderung, der gemeinnützige und kommunale Wohnungssektor und ein funktionierendes Wohnungseigentumsrecht. Diese Säulen werden wir auch in Zukunft brauchen.
Abg. Scheibner: Da sind Sie gerade der Richtige!
Darauf müssen wir aufbauen, und wir werden es nicht zulassen, daß diese Säulen zerstört werden. Natürlich müssen wir gleichzeitig dafür Sorge tragen, daß die genannten Säulen tragfähig bleiben und daß Fehlentwicklungen korrigiert werden. Hiezu brauchen wir aber seriöse Vorschläge und keine Wahlkampfversprechen. (Abg. Scheibner: Da sind Sie gerade der Richtige!)
Abg. Scheibner: Wer hindert Sie denn daran, das zu machen? Das ist eine Forderung von Ihnen an sich selbst! Sie sind in der Regierung!
Was wir tatsächlich brauchen, sind niedrigere Maklerprovisionen, eine Klarheit bei den Richtwertmieten, eine Eingrenzung der Befristungsmöglichkeiten (Abg. Dr. Fekter: Nein, das brauchen wir nicht!), eine Begrenzung der Miete bei entschuldeten Genossenschaftswohnungen und bei der Wiedervermietung älterer Genossenschaftswohnungen. (Abg. Scheibner: Wer hindert Sie denn daran, das zu machen? Das ist eine Forderung von Ihnen an sich selbst! Sie sind in der Regierung!) Wir brauchen aber auch mehr Mitsprache und Kontrolle bei der Einhebung von Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträgen.
Neuerliche Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das war kein Freund von Ihnen, der das aufgeschrieben hat! Diese Rede hat kein Freund geschrieben! – Abg. Scheibner: Die SPÖ ist seit 29 Jahren in der Regierung!
Mit diesen Maßnahmen können die Wohnungskosten tatsächlich gesenkt werden, kann den Mietern Wohnsicherheit und Leistbarkeit des Wohnens geboten werden. (Neuerliche Zwischenrufe und Heiterkeit bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Schweitzer: Das war kein Freund von Ihnen, der das aufgeschrieben hat! Diese Rede hat kein Freund geschrieben! – Abg. Scheibner: Die SPÖ ist seit 29 Jahren in der Regierung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein einziges Wort zur Sache! Sie sind ein würdiger Vertreter für den Kanzler, das muß man schon sagen!
Wie Sie sehen, ist gerade bei einem so wichtigen Thema wie dem Wohnbereich nicht nur das Formulieren von unerfüllbaren Wünschen und Forderungen gefragt, sondern solide Politik. (Abg. Mag. Schweitzer: Selbst Andreas Khol schüttelt den Kopf!) Wir sind dabei, diese Politik weiter fortzuführen. Wir sind dabei, mit dem Regierungspartner die entsprechenden Maßnahmen auszuverhandeln. Wir werden auch in Zukunft die diesbezüglichen Sorgen und Ängste der Bevölkerung ernst nehmen und eine Lösung finden. Sie kann aber nicht mit Polemik gefunden werden, sondern muß in handfesten Verhandlungen auf einer gemeinsamen und einvernehmlichen Basis erarbeitet werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein einziges Wort zur Sache! Sie sind ein würdiger Vertreter für den Kanzler, das muß man schon sagen!)
Abg. Scheibner: Aber das kritisiert man ja jetzt wieder!
Lassen Sie uns doch den ersten Schritt setzen in jenen Bereichen, in denen es eine unmittelbare Einflußmöglichkeit seitens der Politik gibt, wie sie es schon bei den privaten Vermietern mit der Festlegung von Zinskategorien getan hat. In diesem Bereich ist es ohne weiteres gegangen, die Mietzinskategorien einzuführen. (Abg. Scheibner: Aber das kritisiert man ja jetzt wieder!) Jetzt wird das wieder kritisiert. Ich verstehe diesen Wellengang innerhalb der Regierung, was die Wohnbaugenossenschaften betrifft, nicht.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wo denn? Wo denn? – Abg. Scheibner: Wo sind da Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Liebe Kollegen von den Freiheitlichen! Punkt 1 Ihres Programms lautet: Weg mit Verflechtungen. Wer steht hinter den Genossenschaften?, wird als Frage formuliert. – Ja, es hat Verfilzungen, es hat Freunderlwirtschaft zu Lasten der Wohnungssuchenden und der Mieter gegeben. Das war in der Wohnbaugenossenschaft "Freies Wohnen", einer gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gaugg: Wo denn? Wo denn? – Abg. Scheibner: Wo sind da Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich weiß, es ist Ihnen unangenehm.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Keine Unterstellungen, die Sie nicht belegen können! Wo sind denn Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Wer ist hinter dieser Wohnbaugenossenschaft "Freies Wohnen" gestanden? Abgetakelte Politiker: Schimanek, Schreiner, Gratzer – lauter Herren aus der Freiheitlichen Partei. Das sind Ihre Leute, die zu Lasten der Mieter versucht haben zu experimentieren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Keine Unterstellungen, die Sie nicht belegen können! Wo sind denn Mieter zu Schaden gekommen? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch, was Sie da behaupten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Aber was ist in der Steiermark und in Kärnten? Da sind Sie verantwortlich! Was ist dort? Dort müssen die Mieter für Darlehen bezahlen, die es gar nicht mehr gibt! Das ist in Kärnten und in der Steiermark unter freiheitlichen Wohnbaulandesräten der Fall! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist völlig falsch, was Sie da behaupten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich weiß, das regt Sie auf.
Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!
Was ist in jenen Bundesländern, in denen Sie die Wohnbaulandesräte stellen? (Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!) Was ist dort? Dort wollen Sie die Wohnbauförderung dafür verwenden, um einen "Kindergartenvernichtungsscheck" zu decken. Das ist Ihre Politik! Dort geschieht nichts, dort gibt es keine Subjektförderung (Beifall bei der SPÖ) und damit keine Unterstützung für junge Familien, die sie brauchen, um für ihre Wohnkosten aufkommen zu können. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!
Was ist in jenen Bundesländern, in denen Sie die Wohnbaulandesräte stellen? (Abg. Scheibner: Sie waren doch immer dagegen, daß man die Subjektförderung ausbaut!) Was ist dort? Dort wollen Sie die Wohnbauförderung dafür verwenden, um einen "Kindergartenvernichtungsscheck" zu decken. Das ist Ihre Politik! Dort geschieht nichts, dort gibt es keine Subjektförderung (Beifall bei der SPÖ) und damit keine Unterstützung für junge Familien, die sie brauchen, um für ihre Wohnkosten aufkommen zu können. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch etwas zu den überhöhten Zinsen!)
Abg. Dr. Krüger: Aber Vetternwirtschaft! – Abg. Scheibner: Aber überhöhte Zinsen!
Was man sagen muß – und daraus braucht man kein Hehl zu machen –, ist, daß es bei gemeinnützigen Wohnungen im Unterschied zu Wohnungen im privaten Althaus keine Befristungen, keine Spekulation, keine illegalen Ablösen, die von Vermietern verlangt werden, und keine Maklerprovisionen gibt. (Abg. Dr. Krüger: Aber Vetternwirtschaft! – Abg. Scheibner: Aber überhöhte Zinsen!) Mit diesen Problemen sind jene Menschen, die im privaten Althaus leben, konfrontiert. Ich weiß das aus meiner Tätigkeit in der Mietervereinigung. Diese Menschen sind leider mit den größten Problemen, mit den höchsten Mieten, mit all diesen Mißständen konfrontiert.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das? Wo ist das? – Abg. Dr. Graf: Vorwurf der Lüge – Ordnungsruf!
Ich denke mir, daß die Menschen – und immerhin betrifft das die Hälfte der Wiener Mieterinnen und Mieter – auch wissen sollten, was die Forderungen der FPÖ hinsichtlich dieses Bereichs sind. Die Freiheitlichen sind in diesem Bereich gegen den Mieterschutz, gegen den Kündigungsschutz und für Mieten von 100 S pro Quadratmeter. Sagen Sie das den Leuten, und belügen Sie sie nicht permanent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das? Wo ist das? – Abg. Dr. Graf: Vorwurf der Lüge – Ordnungsruf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben kein Wort zu den überhöhten Zinsen gesagt! Dazu fällt Ihnen nichts ein!
Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, einen Appell an alle anderen Fraktionen als jene, die versucht hat, ein Ablenkungsmanöver, das ohnedies mißglückt ist, zu starten, richten, mit uns im Interesse der Mieterinnen und Mieter diese Forderungen und diese Anträge zu unterstützen. Ich ersuche vor allem auch den Koalitionspartner, die Interessen der Mieterinnen und Mieter nicht zu vergessen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben kein Wort zu den überhöhten Zinsen gesagt! Dazu fällt Ihnen nichts ein!)
Abg. Scheibner: Weil wir ihn nicht in einer Schublade verschwinden lassen wollen!
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Die Dringlichkeit Dringlicher Anträge beziehungsweise Anfragen seitens der Freiheitlichen ist manchmal unergründlich. Das ist zwar nicht meine Sache, sondern die der Freiheitlichen, aber man fragt sich halt nur. Kollege Firlinger spricht von jahrzehntelangen Problemen. Am 21. April bringt die FPÖ einen Selbständigen Entschließungsantrag ein und heute den wortgleichen Antrag als Dringlichen Antrag. Was war am 21. April noch nicht dringlich, und was ist heute so dringlich? (Abg. Scheibner: Weil wir ihn nicht in einer Schublade verschwinden lassen wollen!)
Abg. Scheibner: Sie meinen, Sie können es besser?
Abgeordneter Gaugg hat von Parteienfinanzierung geredet. Sie haben die Parteienfinanzierung mit dem "Freien Wohnen" versucht – es ist Ihnen nicht gelungen. (Abg. Scheibner: Sie meinen, Sie können es besser?) Nein, Herr Abgeordneter Scheibner, ich kann Ihnen beweisen, daß Sie versucht haben, für die Partei 3 Millionen Schilling an Gewinn herauszuschlagen.
Abg. Scheibner: So ein Unsinn!
Das Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz verlangt mit gutem Grunde, daß Anteile an Gemeinnützigen nur zum Nominale verkauft werden können. Es soll sich niemand daran bereichern und daraus finanzieren können. Was lese ich aber am 15. Jänner 1999? – 1999, und nicht voriges Jahr, beim Rosenstingl; da wart ihr alle panisch, das verstehe ich! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kein Mensch war "panisch"!) Am 15. Jänner 1999 lese ich in der "Presse", daß der Aufsichtsratsvorsitzende des "Freien Wohnens", Herr Mauritz – er wird Ihnen bekannt sein, er ist ein Funktionär der FPÖ –, die Genossenschaft "Freies Wohnen" nicht unter 6 Millionen Schilling verkaufen will. Das Nominalkapital beträgt allerdings 3 Millionen. (Abg. Dr. Fekter: Gesetzwidrig!) Also 3 Millionen Verdienst, 3 Millionen Gewinn, 3 Millionen Parteienfinanzierung! (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) Was Sie versucht haben, unterstellen Sie jetzt anderen, und das weisen wir ganz eindeutig zurück. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was war in Salzburg mit eurer Wohnbaugenossenschaft?
Das ist nachgewiesen, und Herr Mauritz kann es nicht leugnen. Ich sage das auch draußen, ohne Schutz der Immunität, im Gegensatz zu Ihnen! (Abg. Scheibner: Was war in Salzburg mit eurer Wohnbaugenossenschaft?) Er kann mich klagen, aber er wird den Prozeß mit Sicherheit verlieren. Er hat versucht, 3 Millionen daraus zu lukrieren.
Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?
Da man hier von Unvereinbarkeiten bei den Eigentümern spricht: Man hat gleich einen bereits wegen Betrugs am Bau Verurteilten an einer Subgesellschaft beteiligt und ihn auch noch als Funktionär in der Gesellschaft "Freies Wohnen" eingesetzt, einen, der im Baugeschäft tätig war. (Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!) Inkompatibel, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?) Alles nachzulesen, wenn Sie wollen, in den Revisionsberichten. Sie meinen ja, daß die Gemeinnützigen nicht entsprechend untersucht und revidiert werden. (Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!) Beim "Freien Wohnen" hat es, Gott sei Dank, eindeutig funktioniert. Dieses Abenteuer, diese Karikatur ist hoffentlich vorbei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!
Da man hier von Unvereinbarkeiten bei den Eigentümern spricht: Man hat gleich einen bereits wegen Betrugs am Bau Verurteilten an einer Subgesellschaft beteiligt und ihn auch noch als Funktionär in der Gesellschaft "Freies Wohnen" eingesetzt, einen, der im Baugeschäft tätig war. (Abg. Schwemlein: Der war als Experte geladen!) Inkompatibel, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Wann sagen Sie etwas zu den überhöhten Mieten?) Alles nachzulesen, wenn Sie wollen, in den Revisionsberichten. Sie meinen ja, daß die Gemeinnützigen nicht entsprechend untersucht und revidiert werden. (Abg. Scheibner: Zur Praxis wissen Sie gar nichts!) Beim "Freien Wohnen" hat es, Gott sei Dank, eindeutig funktioniert. Dieses Abenteuer, diese Karikatur ist hoffentlich vorbei. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Marizzi: ... sich selber abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Sagen Sie auch noch etwas zum Thema?
Gott sei Dank müssen sich auch die Gemeinnützigen – ich bekenne mich dazu – der Konkurrenz, dem Wettbewerb stellen. Es gibt auch Wohnbauförderung für private Bauträger. (Abg. Dr. Fekter – in Richtung Freiheitliche –: Wollen Sie denen die Wohnbauförderung abspenstig machen?) Es gibt die Hunderttausenden Österreicher, die ihr Eigenheim selbst bauen und Wohnbauförderung in Anspruch nehmen. Wissen Sie, wieviel von den 24,5 Milliarden Schilling jährlicher Wohnbauförderung an die Gemeinnützigen geht? – Ganze 8 Milliarden sind es, weniger als ein Drittel! Also sagen Sie schon im ersten Absatz etwas völlig Falsches und nehmen in Ihren Behauptungen gleich eine Verdreifachung vor. Das entspricht ungefähr dem, wie ernst Ihr ganzer Antrag zu nehmen ist, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch noch etwas zum Thema?) Ich sage schon etwas dazu, denn wir brauchen Ihre Vorschläge wirklich nicht!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Und die überhöhten Zinsen?
Frau Abgeordnete Bures hat zu Recht auf die laufenden Verhandlungen zwischen den Koalitionsparteien verwiesen. Diese sind meiner Ansicht nach erfolgversprechend, sie sind aber nicht von einer Rückkehr in den Dirigismus bestimmt. Ich möchte an die Adresse der FPÖ und der SPÖ ... (Zwischenruf der Abg. Reitsamer.) Oder des Staatssekretärs Wittmann! Entschuldigung, Kollegin Bures hat anders gesprochen! – Ich möchte an die Adresse der FPÖ und der SPÖ gerichtet in Erinnerung rufen, was die "Salzburger Nachrichten" am 12. Februar geschrie-ben haben: Der rotblaue Lösungsansatz eines staatlichen Eingriffs in den Wohnungsmarkt ist auch im Ausland anerkannt. Er hat sogar schon Eingang in ein internationales Standardwerk gefunden, veröffentlicht in München 1998, ins "Lexikon der populären Irrtümer". – Mit den staatlichen Eingriffen funktioniert es wirklich nicht, weder so noch so, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Und die überhöhten Zinsen?)
Abg. Scheibner: Ich warte noch immer auf die angekündigten Reformmaßnahmen bei Mieten und Zinszahlungen!
Die ÖVP hat in die Verhandlungen auch eingebracht – wir werden das auch gemeinsam durchziehen, ich glaube, da gibt es keine Schwierigkeiten, Frau Kollegin Bures –, daß gemeinnützige Wohnbauvereinigungen auch im nachhinein Kapital am Markt zugunsten ihrer Mieter entsprechend lukrieren müssen, daß sie die marktüblich besten Zinsen herauszuschlagen und den Vorteil an die Mieter weiterzugeben haben. (Abg. Böhacker: Und übermorgen beginnen wir damit!) Das ist ganz eindeutig – und ich bitte den Herrn Staatssekretär, das an den Herrn Finanzminister weiterzugeben –, auch im Bundessonderwohnbaugesetz, das 1982 und 1983 eine gute Sache war, allerdings bei Zinsen von 8 bis 9 Prozent. Wenn jetzt die Zinsen gesunken sind, dann sollten auch die Mieter von den gesunkenen Zinsen beim Bundessonderwohnbau profitieren, und das sollte nicht bloß in gekürzten Annuitäten zum Ausdruck kommen. (Abg. Scheibner: Ich warte noch immer auf die angekündigten Reformmaßnahmen bei Mieten und Zinszahlungen!)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!
Wir wollen in den Verhandlungen – weil es nicht nur um die Mieter geht – weiters den Schutz der zahlenden und zahlungswilligen Wohnungseigentümer gegenüber den zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Wohnungseigentümern erreichen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!) Wir wollen, im Gegensatz zu Ihnen, daß die Mieten durch einen funktionierenden Markt überall sinken. (Abg. Dr. Graf: Sollen jetzt die Mieten sinken, ja oder nein?) Wir wollen, daß die Mieten auch durch die Zurücknahme überhöhter Betriebskosten sinken. Wir wollen nicht die Augenauswischereien, die zum Teil erst im Jahr 2005 wirksam werden würden. (Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?) Wir wollen einen ...
Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?
Wir wollen in den Verhandlungen – weil es nicht nur um die Mieter geht – weiters den Schutz der zahlenden und zahlungswilligen Wohnungseigentümer gegenüber den zahlungsunwilligen oder zahlungsunfähigen Wohnungseigentümern erreichen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie noch immer nichts zu den Mieten gesagt!) Wir wollen, im Gegensatz zu Ihnen, daß die Mieten durch einen funktionierenden Markt überall sinken. (Abg. Dr. Graf: Sollen jetzt die Mieten sinken, ja oder nein?) Wir wollen, daß die Mieten auch durch die Zurücknahme überhöhter Betriebskosten sinken. Wir wollen nicht die Augenauswischereien, die zum Teil erst im Jahr 2005 wirksam werden würden. (Abg. Scheibner: Was ist mit den überhöhten Zinsen?) Wir wollen einen ...
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Keine Reformen!
Abgeordneter Dr. Walter Schwimmer (fortsetzend): Wir wollen einen funktionierenden Wohnungsmarkt, und wir werden deshalb die Reformen, die erfolgreich waren, weiterführen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Keine Reformen!)
Abg. Scheibner: 37 S – zeigen Sie uns in Wien, wo es das gibt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Mag. Trattner gemeldet. – Bitte. (Abg. Scheibner: 37 S – zeigen Sie uns in Wien, wo es das gibt!)
Abg. Scheibner: Das ist einmal ein Lichtblick! Der Regierung ist ja nichts eingefallen!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Krüger! Jetzt kommt ein Teil der liberalen Wohnbaupolitik. Aber Sie müssen sich nicht fürchten. Mit Ihrem Beitrag zu den KZ und "Straflagern" werde ich mich heute nicht auseinandersetzen. Denn wir wollen nicht zu weit vom Thema wegführen. (Abg. Scheibner: Das ist einmal ein Lichtblick! Der Regierung ist ja nichts eingefallen!)
Abg. Scheibner: Kindesweglegung bei Firlinger!
Aber es gibt auch eine inhaltliche Komponente dieses Antrages, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Kindesweglegung bei Firlinger!) Das ist keine Kindesweglegung. Es ist eine Adoption, und es wird schon seinen Grund gehabt haben, daß ihr ihn adoptiert habt. Er paßt ja gut zu euch, Kollege Scheibner, er paßt gut zu euch, wie man jetzt sieht. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Er hat euch durchschaut!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Er hat euch durchschaut!
Aber es gibt auch eine inhaltliche Komponente dieses Antrages, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Kindesweglegung bei Firlinger!) Das ist keine Kindesweglegung. Es ist eine Adoption, und es wird schon seinen Grund gehabt haben, daß ihr ihn adoptiert habt. Er paßt ja gut zu euch, Kollege Scheibner, er paßt gut zu euch, wie man jetzt sieht. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Er hat euch durchschaut!)
Abg. Scheibner: Was sagt Kollege Moser zum Wohnbau? Er war damals in der FPÖ!
Als letzter Punkt und zusammenfassend, meine Damen und Herren: Wenn es darum geht, eine Entflechtung von Wohnbauträgern und politischen Parteien zu machen, dann werden die Liberalen mit auf Ihrer Seite stehen, wenn es um sachliche Lösungen geht. (Abg. Scheibner: Was sagt Kollege Moser zum Wohnbau? Er war damals in der FPÖ!) Wenn es darum geht, die Preistreiberkoalitionen zu beenden, dann werden die Liberalen hier mit auf Ihrer Seite stehen. Wenn es darum geht, Möglichkeiten des Wohnungskaufs für die Mieterinnen und Mieter zu verbessern, dann werden die Liberalen mit auf Ihrer Seite stehen. Wenn es eine echte, wirksame Kontrolle in diesem Bereich gibt und wenn die Wohnbauförderung evaluiert werden soll, dann sind das Maßnahmen, für die wir ebenfalls eintreten. Für all das stehen die Liberalen.
Sitzung Nr. 173
Abg. Scheibner: Können Sie etwas anderes als vorlesen auch?
Lassen Sie mich abschließend noch einmal folgendes festhalten und unterstreichen (Abg. Scheibner: Können Sie etwas anderes als vorlesen auch?): Die in Österreich existierenden Strukturen und Einrichtungen zu Zivil- und Katastrophenschutz haben sich in der Vergangenheit mehrfach bewährt und ein rasches Eingreifen sowie eine effiziente Koordinierung der Einsatzkräfte sichergestellt. Entscheidend ist auch in Zukunft, daß im Einsatzfall vor Ort rasch und effizient die nötigen Hilfs- und Schutzmaßnahmen eingeleitet und koordiniert werden können. Dies ist mit den Maßnahmen der Bundesregierung gewährleistet. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Jetzt haben wir schon geglaubt, daß wir sachlich diskutieren!
Meine Damen und Herren! Es ist natürlich eine Fülle von Maßnahmen notwendig, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und Gefährdungspunkte sozusagen zu sanieren. Baumaßnahmen sind eine der Möglichkeiten, das zu erreichen. Was mich aber besonders bei diesem freiheitlichen Antrag etwas eigenartig stimmt, ist der Umstand, daß damit – wie immer – ganz eindeutig versucht wird, aus diesem tragischen Unfall im Tauerntunnel das berühmte politische Kleingeld zu schlagen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir schon geglaubt, daß wir sachlich diskutieren!)
Abg. Scheibner: Was hat das alles mit Katastrophenschutz zu tun?
Eigentlich, so habe ich Ihre beiden Erstredner verstanden, sollten wir jetzt über eine Kompetenzverteilung in den Bundesministerien diskutieren, denn in Wirklichkeit wollen Sie nichts anderes als ein Superministerium für Sicherheit. Kollegin Partik-Pablé möchte eine Anti-Atom-Diskussion hier abführen. (Abg. Scheibner: Was hat das alles mit Katastrophenschutz zu tun?) Ich verhehle nicht, meine Damen und Herren, daß auch ich gewisse Änderungen bei den Kompetenzen der einzelnen Bundesministerien haben möchte. Auch mir wäre es recht, wenn wir alle Verkehrs-, Infrastruktur-, Ausbildungs- und Technologiekompetenzen in einem Ministerium zusammenführen könnten und anderes mehr. (Abg. Scheibner: Genau das wollen wir nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie widersprechen sich ja selbst!) Aber dazu brauchen wir keine Sondersitzung, das werden wir in Koalitionsverhandlungen und Regierungsgesprächen abhandeln. (Abg. Haigermoser: Aber diskutieren dürfen wir schon!? – Abg. Mag. Schweitzer: Dazu habt ihr die Parteizentrale! – Abg. Dr. Graf: Parlamentarismus ist nicht deine Sache, gell, Parnigoni?)
Abg. Scheibner: Genau das wollen wir nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie widersprechen sich ja selbst!
Eigentlich, so habe ich Ihre beiden Erstredner verstanden, sollten wir jetzt über eine Kompetenzverteilung in den Bundesministerien diskutieren, denn in Wirklichkeit wollen Sie nichts anderes als ein Superministerium für Sicherheit. Kollegin Partik-Pablé möchte eine Anti-Atom-Diskussion hier abführen. (Abg. Scheibner: Was hat das alles mit Katastrophenschutz zu tun?) Ich verhehle nicht, meine Damen und Herren, daß auch ich gewisse Änderungen bei den Kompetenzen der einzelnen Bundesministerien haben möchte. Auch mir wäre es recht, wenn wir alle Verkehrs-, Infrastruktur-, Ausbildungs- und Technologiekompetenzen in einem Ministerium zusammenführen könnten und anderes mehr. (Abg. Scheibner: Genau das wollen wir nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie widersprechen sich ja selbst!) Aber dazu brauchen wir keine Sondersitzung, das werden wir in Koalitionsverhandlungen und Regierungsgesprächen abhandeln. (Abg. Haigermoser: Aber diskutieren dürfen wir schon!? – Abg. Mag. Schweitzer: Dazu habt ihr die Parteizentrale! – Abg. Dr. Graf: Parlamentarismus ist nicht deine Sache, gell, Parnigoni?)
Abg. Scheibner: Du bist falsch informiert!
Meine Damen und Herren! Es ist festzuhalten ... (Abg. Scheibner: Du bist falsch informiert!) Nein, wirklich nicht! (Abg. Haigermoser: ... in Opposition!) In diesem Verordnungsentwurf ist etwa die Begleitpflicht für Gefahrenguttransporte ein besonderes Sicherheitselement. In der Stellungnahme des Herrn Reichhold vom 20. Mai steht unter anderem – ich zitiere (Abg. Dr. Ofner: Was für ein Jahr war das?), 1999 (Abg. Koppler: Ganz frisch!) –:
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: ... nicht Opposition! – Abg. Scheibner: Herr Kollege! Wer ist die richtige Adresse? Der Bundeskanzler?
Von dieser Haltung des Herrn Bundesministers Farnleitner könnten sich so manch andere eine Scheibe abschneiden (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen), und zwar jene, die primär angesichts laufender Kameras Betroffenheit signalisieren, mit ihren guten Ratschlägen und Schuldzuweisungen aber meistens nicht die richtige Adresse ansprechen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Ofner: ... nicht Opposition! – Abg. Scheibner: Herr Kollege! Wer ist die richtige Adresse? Der Bundeskanzler?)
Abg. Scheibner: Dann war es doch nicht so blöd, was wir gesagt haben!
Meine Damen und Herren! Die Forderung, daß Gefahrguttransporte primär auf der Schiene durchgeführt werden sollen, hat zweifellos eine gewisse Logik und Berechtigung. (Abg. Scheibner: Dann war es doch nicht so blöd, was wir gesagt haben!) Aber selbstverständlich müssen wir wissen, daß es auch im Schienenverkehr Gefahren gibt. Niemand wird bestreiten können, daß sich der Schienenverkehr für die Verteilung der Güter auf der Fläche nur wenig eignet. Er funktioniert überall dort gut und effizient, wo die betreffenden Unternehmen auch entsprechende Gleisanlagen haben. Überall dort, wo das nicht der Fall ist, muß Gefahrengut auf- und abgeladen werden, und gerade dieser Umladevorgang ist gefährlich, wie alle Experten sagen.
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der war doch für die Jagd zuständig, der Thaler! Das ist doch unglaublich! Lassen Sie doch die Polemik!
Daher, heute gesagt: Es ist traurig, daß ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bitte: Es waren Grasser, Schnell, Thaller, wenn Sie es hören wollen, die alle bei Gesprächen mit mir ... (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der war doch für die Jagd zuständig, der Thaler! Das ist doch unglaublich! Lassen Sie doch die Polemik!) – Herr Abgeordneter, ich weiß, daß Sie auch dagegen waren und dies deutlich gesagt haben! Einverstanden? (Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich!
Daher, heute gesagt: Es ist traurig, daß ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Bitte: Es waren Grasser, Schnell, Thaller, wenn Sie es hören wollen, die alle bei Gesprächen mit mir ... (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der war doch für die Jagd zuständig, der Thaler! Das ist doch unglaublich! Lassen Sie doch die Polemik!) – Herr Abgeordneter, ich weiß, daß Sie auch dagegen waren und dies deutlich gesagt haben! Einverstanden? (Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Scheibner: Lassen Sie diese Polemik!
Ich halte auch fest, damit ... (Abg. Scheibner: Lassen Sie diese Polemik!) – Sie haben mich gefragt, und ich habe gesagt, es hat mir auch von meinen eigenen Parteikollegen die Rücktrittsforderung eingetragen. Das ist ja nicht so neu. Daher noch einmal: Es ist jetzt unsere Aufgabe, jene Tunnel-Landschaften, die im Vergleich weit sicherer als offene Straßen sind, im Hinblick auf ihre Belastung umzustellen.
Abg. Scheibner: Wir fordern ja Sicherungsmaßnahmen für Gefahrengütertransporte!
Ich sage noch etwas, weil dieses Thema immer wieder auftaucht: Es wurde nach Gutachten ausdrücklich auf eine Sprinkleranlage verzichtet, weil das bei solchen Gefahrensituationen über das Benzin-Luft-Gemisch zu einer Verdichtung der Explosionsgefahr führen würde. Und ich muß dazusagen, es hat im Tauerntunnel in den letzten Monaten – allein in diesem Tunnel! – fast monatlich eine Übung der Freiwilligen Feuerwehren mit den Zuständigen vor Ort stattgefunden. Das hat sich im Ernstfall auch bewährt, nur wurde immer wieder gesagt: Wenn einmal ein Fahrzeug mit Gefahrgütern darin verwickelt ist, dann ist das alles Theorie. – Und das war dieser unwahrscheinliche Fall, der eben nun eingetreten ist. (Abg. Scheibner: Wir fordern ja Sicherungsmaßnahmen für Gefahrengütertransporte!) Ich sage Ihnen, was dort trainiert wurde.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Das bestreitet ja niemand!
Es ist grundsätzlich falsch, zu behaupten, die Katastrophenpläne wären unzureichend gewesen. Es ist grundsätzlich falsch, zu behaupten, das Krisenmanagement wäre mangelhaft gewesen. Denn Tatsache ist, daß der Einsatz vorbildlich über die Bühne gegangen ist: Über 400 Männer und mehr als 60 Einsatzfahrzeuge haben exzellente Arbeit geleistet. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Das bestreitet ja niemand!)
Abg. Scheibner: Was sagen die SPÖ-Landesräte in Salzburg dazu?
Tatsache ist, daß auch ein Brief des Landeshauptmann-Stellvertreters Karl-Heinz Grasser vom 12. August 1997 vorliegt, in welchem er dem Herrn Verkehrsminister mitgeteilt hat, daß Maßnahmen, die zu einer Verstärkung der Verkehrsbelastung auf den genannten Streckenabschnitten führen können, aus seiner Sicht strikt abzulehnen sind, speziell der Ausbau der Tauern Autobahn. – So weit der freiheitliche Landesrat Grasser, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Was sagen die SPÖ-Landesräte in Salzburg dazu?)
Abg. Scheibner: Ihr Kollege Hofmann sagt, daß die Landesregierung geschlossen dagegen war!
Tatsache ist weiters, daß in der Vergangenheit zwei politische Parteien klare Positionen eingenommen haben, nämlich die ÖVP, die kategorisch den Bau einer zweiten Tunnelröhre abgelehnt hat, und die sozialdemokratischen Landesregierungsmitglieder, die stets für den Bau der zweiten Tunnelröhre waren. (Abg. Scheibner: Ihr Kollege Hofmann sagt, daß die Landesregierung geschlossen dagegen war!)
Abg. Scheibner: Die SPÖ auch, oder?
Aber auch den Opfern muß unser Mitgefühl gelten. Anläßlich dieses Dringlichen Antrages der Freiheitlichen Partei muß ich schon daran erinnern, daß es vor den Nationalratswahlen 1990 eine massive Bürgerinitiative in der dortigen Region – sowohl im Ennstal als auch im Lungau – gegeben hat, und alle politischen Parteien damals von den Bürgerinitiativen mehr oder weniger zurück ... (Abg. Scheibner: Die SPÖ auch, oder?) Auch die FPÖ! (Abg. Scheibner: SPÖ!) Ich habe im Lungau eine Diskussion mit dem damaligen FPÖ-Abgeordneten Frischenschlager gehabt (Abg. Dr. Krüger: Jetzt weiß man, warum er nicht mehr bei uns ist!) – damals war er noch Mitglied der FPÖ! –, der sich damals entschieden gegen den Bau der zweiten Tunnelröhre ausgesprochen hat.
Abg. Scheibner: SPÖ!
Aber auch den Opfern muß unser Mitgefühl gelten. Anläßlich dieses Dringlichen Antrages der Freiheitlichen Partei muß ich schon daran erinnern, daß es vor den Nationalratswahlen 1990 eine massive Bürgerinitiative in der dortigen Region – sowohl im Ennstal als auch im Lungau – gegeben hat, und alle politischen Parteien damals von den Bürgerinitiativen mehr oder weniger zurück ... (Abg. Scheibner: Die SPÖ auch, oder?) Auch die FPÖ! (Abg. Scheibner: SPÖ!) Ich habe im Lungau eine Diskussion mit dem damaligen FPÖ-Abgeordneten Frischenschlager gehabt (Abg. Dr. Krüger: Jetzt weiß man, warum er nicht mehr bei uns ist!) – damals war er noch Mitglied der FPÖ! –, der sich damals entschieden gegen den Bau der zweiten Tunnelröhre ausgesprochen hat.
Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Scheibner.
Ich lasse mir eines nicht einreden: daß wir nach 50 Jahren Wohlstand in dieser Republik nicht die finanziellen Mittel haben, um ein hochrangiges Straßennetz fertigzubauen, das wir nach 50 Jahren Wohlstand in dieser Republik noch immer nicht fertiggebaut haben, meine Damen und Herren. Das ist doch der eigentliche Skandal in dieser Sache! (Beifall beim Liberalen Forum sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wieso jetzt gerade? Wieso nicht vor einem oder vor zwei Monaten?
Aber, um es noch einmal deutlich zu sagen ... (Abg. Scheibner: Wieso jetzt gerade? Wieso nicht vor einem oder vor zwei Monaten?)
Abg. Scheibner: Jetzt ist es aber passiert!
Herr Abgeordneter Scheibner! Es wundert mich, daß gerade Sie von den Freiheitlichen das ansprechen. – Weil die Hauptschwierigkeit bei der Erlassung dieser Verordnung darin bestanden hat, endlich Stellungnahmen der Länder zu bekommen. (Abg. Scheibner: Jetzt ist es aber passiert!) Vorhin hat bereits Herr Abgeordneter Parnigoni darauf hingewiesen, daß die letzte Stellungnahme tatsächlich jene ist, die er zitiert hat, nämlich die des Landes Kärnten vom 20. Mai dieses Jahres. Ich kann Ihnen die Geschäftszahl sagen: Es ist die Zahl 17E72/41/99, und sie trägt die Unterschrift: "Mit freundlichen Grüßen für den Landeshauptmann: Dipl.-Ing. Wilhelm Fortin." Wer immer das sein mag. (Abg. Scheibner: Das war nicht die erste Stellungnahme!)
Abg. Scheibner: Das war nicht die erste Stellungnahme!
Herr Abgeordneter Scheibner! Es wundert mich, daß gerade Sie von den Freiheitlichen das ansprechen. – Weil die Hauptschwierigkeit bei der Erlassung dieser Verordnung darin bestanden hat, endlich Stellungnahmen der Länder zu bekommen. (Abg. Scheibner: Jetzt ist es aber passiert!) Vorhin hat bereits Herr Abgeordneter Parnigoni darauf hingewiesen, daß die letzte Stellungnahme tatsächlich jene ist, die er zitiert hat, nämlich die des Landes Kärnten vom 20. Mai dieses Jahres. Ich kann Ihnen die Geschäftszahl sagen: Es ist die Zahl 17E72/41/99, und sie trägt die Unterschrift: "Mit freundlichen Grüßen für den Landeshauptmann: Dipl.-Ing. Wilhelm Fortin." Wer immer das sein mag. (Abg. Scheibner: Das war nicht die erste Stellungnahme!)
Abg. Scheibner: Dann zitieren Sie richtig!
Diese Stellungnahme ist die Stellungnahme zu der Verordnung, die in Begutachtung war. Es ist bei weitem die letzte, und es ist jene, die außerdem noch darauf hinweist, daß Begleitungen von Gefahrguttransporten aus ihrer Sicht nicht notwendig sind. – Dies zur Frage der Wahrheit in diesem Punkt. (Abg. Scheibner: Dann zitieren Sie richtig!)
Abg. Scheibner: Es ist darum gegangen, abzuwenden, daß Gifttransporte auf der Bundesstraße abgewickelt werden!
Ja, ich kann es Ihnen gerne vorlesen. Es handelt sich um den Betreff "Autobahnen in Kärnten", Herr Klubobmann, "Gefahrguttransporte in den Tunnels, Stellungnahme zum Verordnungsentwurf." Es ist dann eine Reihe von Zahlen angeführt, und wörtlich lautet der Text dann genauso, wie ihn Herr Abgeordneter Parnigoni vorhin vorgelesen hat. Ich stelle Ihnen diesen Brief auch gerne zur Verfügung. (Abg. Scheibner: Es ist darum gegangen, abzuwenden, daß Gifttransporte auf der Bundesstraße abgewickelt werden!)
Abg. Scheibner: Ohne andere Maßnahmen! Sie wissen genau, daß die Gefahrentransporte dann auf den Bundesstraßen fahren!
Abgeordneter Dr. Dieter Antoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Klubobmann Scheibner, ich bin mit Ihrer tatsächlichen Berichtigung auch nicht einverstanden, weil es ja wirklich so ist, wie der Herr Bundesminister gesagt hat, nämlich daß im genannten Schreiben ein Satz steht, der klarstellt, daß der Herr Landeshauptmann von Kärnten kein Interesse an einer Begleitpflicht für Gefahrenguttransporte hat. (Abg. Scheibner: Ohne andere Maßnahmen! Sie wissen genau, daß die Gefahrentransporte dann auf den Bundesstraßen fahren!)
Abg. Scheibner: Sie treten dafür ein, daß die Gefahrguttransporte durch ein Dorf fahren!
Besonders befremdend, Herr Kollege, finde ich die Resolution der Kärntner Landesregierung vom Sonntag, 29. Mai, denn darin steht (Abg. Scheibner: Sie treten dafür ein, daß die Gefahrguttransporte durch ein Dorf fahren!): Die Organe öffentlicher Sicherheit sind mit ausreichendem Personal und Gerät auszustatten, um eine sichere Begleitung und Kontrolle von Gefahrenguttransporten zu jeder Tages- und Nachtzeit zu gewährleisten. – Das ist ein dramatischer Widerspruch, der nicht so leicht aufklärbar ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der ist leicht aufklärbar! – Abg. Mag. Haupt: Der ist schnell aufklärbar, Herr Kollege Antoni!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der ist leicht aufklärbar! – Abg. Mag. Haupt: Der ist schnell aufklärbar, Herr Kollege Antoni!
Besonders befremdend, Herr Kollege, finde ich die Resolution der Kärntner Landesregierung vom Sonntag, 29. Mai, denn darin steht (Abg. Scheibner: Sie treten dafür ein, daß die Gefahrguttransporte durch ein Dorf fahren!): Die Organe öffentlicher Sicherheit sind mit ausreichendem Personal und Gerät auszustatten, um eine sichere Begleitung und Kontrolle von Gefahrenguttransporten zu jeder Tages- und Nachtzeit zu gewährleisten. – Das ist ein dramatischer Widerspruch, der nicht so leicht aufklärbar ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der ist leicht aufklärbar! – Abg. Mag. Haupt: Der ist schnell aufklärbar, Herr Kollege Antoni!)
Beifall und Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Was macht der Schiller?
Abschließend darf ich feststellen, Herr Kollege Antoni (Abg. Dr. Antoni: Sie sollen berichtigen!), daß Sie wie immer in Ihren Aussagen höflichst verschwiegen haben, daß für Gefahrengütertransporte in Kärnten Ihr Landesrat Schiller zuständig ist. (Beifall und Aha!-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Was macht der Schiller?)
Abg. Scheibner: Das war schon öfters der Fall! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist schon bemerkenswert, wenn die freiheitliche Fraktion die Anfrage eines sozialdemokratischen Abgeordneten für die Besprechung einer Anfragebeantwortung verwendet. Das möchte ich hier einmal festhalten. (Abg. Scheibner: Das war schon öfters der Fall! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir haben ein anderes Problem. In dem Augenblick, in dem wir an der Kompetenz vorbei wieder öffentliche Bauprojekte machen, werden wir wieder Preissteigerungen, vermehrten Anreiz zu Absprachen und kein Problem mit schnellerer ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Bravo!
Sie beklagen sich – oft auch zu Recht – darüber, daß man an manchen Baustellen niemanden arbeiten sieht. Ich habe jüngst in einem Gespräch gesagt, daß sich herausgestellt hat, daß manche Firmen mehr Aufträge bekommen, als sie bewältigen können, und dann sieht man die berühmten ruhenden Baustellen mit langen Staus. Das kann es nicht sein, daher muß der Ausbau der österreichischen Kapazitäten unter Nutzung der österreichischen Kapazitäten in einer Weise erfolgen, die weder Inflation noch leere Baustellen wegen Überkapazitäten bei anderen verursacht. (Abg. Scheibner: Bravo!)
Sitzung Nr. 174
Abg. Scheibner: Haben Sie auch die Bilder der Massengräber gesehen?
Wer gestern im Fernsehen die Bilder von dort gesehen und auch die Kommentare dazu gehört hat, kann nachvollziehen, was sich jetzt im Kosovo ereignet. (Abg. Scheibner: Haben Sie auch die Bilder der Massengräber gesehen?) – Ja, Herr Abgeordneter Scheibner, ich habe die Bilder der Massengräber gesehen, und ich habe deswegen zu Beginn meiner Erklärungen in den Vordergrund gestellt, daß wir jetzt – und zwar stärker, in Zukunft als neutrales Österreich noch stärker – den Anfängen wehren müssen! Sie wissen, daß es leider die Anfänge von ähnlichen Verbrechen in manchen Regionen der Welt gibt!
Abg. Scheibner: Per Inserat Leute suchen!
Meine Damen und Herren! Wenn davon gesprochen wurde, daß das Bundesheer personell, finanziell, materiell am Ende sei, bei Auslandseinsätzen Kapazitätsprobleme habe und an der Grenze des Machbaren angelangt sei, dann darf man in diesem Zusammenhang schon festhalten, daß sich das Bundesheer noch in jedem Auslandseinsatz bewährt hat. Ich bin überzeugt davon, daß auch dieser Kosovo-Einsatz funktionieren wird. (Abg. Scheibner: Per Inserat Leute suchen!) – Lieber Kollege Scheibner, die Inserate haben mit der Freiwilligkeit zu tun, auch darauf werde ich noch zu sprechen kommen.
Abg. Scheibner: Sie wollen es ohnehin abschaffen!
Viertens: Der Einsatz im Kosovo wird Jahre dauern. Jahre! Der bundesdeutsche Verteidigungsminister Scharping meint, es werden mindestens drei sein. Das heißt, dieser Einsatz wird den österreichischen Steuerzahler über Jahre hinweg Milliardenbeträge kosten, jene Milliarden, die uns seit Jahr und Tag zur entsprechenden Ausrüstung des österreichischen Bundesheeres fehlen (Beifall bei den Freiheitlichen), zur Aufrüstung, zur Ausrüstung ... Mein Gott, der (in Richtung des Abg. Wabl) schüttelt den Kopf! Das hat sich noch nicht bis zu den Linken herumgesprochen, daß das österreichische Bundesheer unter chronischer finanzieller Auszehrung leidet. (Abg. Scheibner: Sie wollen es ohnehin abschaffen!) Es sind jene Milliarden, die uns fehlen, um das österreichische Bundesheer für solche Einsätze entsprechend zu rüsten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: In Albanien sind sie!
Letzter Satz – vielleicht habe ich es mißverstanden, aber ich möchte es hier eindeutig klarstellen, Herr Abgeordneter Scheibner –: Es wird kein Grundwehrdiener im Kosovo eingesetzt werden. (Abg. Scheibner: In Albanien sind sie!) Jeder, der dort ist, ist es aufgrund freiwilliger Meldungen (Abg. Scheibner: Aber es sind Grundwehrdiener!) und weiß, daß er natürlich einen riskanten Job übernimmt – genauso wie ein Rot-Kreuz-Helfer, genauso wie jeder andere, der humanitär hilft in dieser Region –, und ich danke jetzt schon allen, die sich dafür zur Verfügung stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber es sind Grundwehrdiener!
Letzter Satz – vielleicht habe ich es mißverstanden, aber ich möchte es hier eindeutig klarstellen, Herr Abgeordneter Scheibner –: Es wird kein Grundwehrdiener im Kosovo eingesetzt werden. (Abg. Scheibner: In Albanien sind sie!) Jeder, der dort ist, ist es aufgrund freiwilliger Meldungen (Abg. Scheibner: Aber es sind Grundwehrdiener!) und weiß, daß er natürlich einen riskanten Job übernimmt – genauso wie ein Rot-Kreuz-Helfer, genauso wie jeder andere, der humanitär hilft in dieser Region –, und ich danke jetzt schon allen, die sich dafür zur Verfügung stellen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Höbinger!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch mir steht nicht mehr viel Redezeit zur Verfügung, aber ich möchte doch kurz auf das eingehen, was Kollegin Hörbiger (Abg. Scheibner: Höbinger!), Höbinger – Höbinger-Lehrer, sie versucht ohnedies immer, hier als Lehrer aufzutreten – meiner Auffassung nach völlig zu Unrecht gesagt hat.
Abg. Scheibner: Ja!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: In den laufenden Sitzungstagen, haben Sie gemeint? (Abg. Scheibner: Ja!) – Dann würde ich vorschlagen, da die anderen Klubobleute jetzt nicht im Plenum sind und wir die Verhandlungen über die Tagesordnung möglichst nicht unterbrechen wollen, daß ich den anderen Präsidenten und Klubobleuten darüber Mitteilung machen werde. Wir werden während der laufenden Plenarsitzung darüber beraten und vielleicht irgendwann eine Präsidiale abhalten.
Abg. Scheibner: Der übliche Reflex gegen die FPÖ!
Es hat dieser Wahlkampf auch gezeigt, wie es der FPÖ gelungen ist – nicht so gut wie sonst, aber immerhin –, die Wählerinnen und Wähler an der Nase herumzuführen (Abg. Scheibner: Der übliche Reflex gegen die FPÖ!) und ihnen mit einer Volksabstimmung das zu versprechen, was man ihnen von seiten der FPÖ eigentlich wegnehmen will, nämlich die Neutralität (Abg. Scheibner: Das ist ein völliger Unsinn!) – abgesehen davon, daß die Grundlage einer Volksabstimmung ohnehin erst einmal die Abschaffung der Neutralität sein müßte. (Abg. Scheibner: Das ist nicht sehr schlüssig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn das so weitergeht, dann wird die Dringliche ein Absturz!)
Abg. Scheibner: Das ist ein völliger Unsinn!
Es hat dieser Wahlkampf auch gezeigt, wie es der FPÖ gelungen ist – nicht so gut wie sonst, aber immerhin –, die Wählerinnen und Wähler an der Nase herumzuführen (Abg. Scheibner: Der übliche Reflex gegen die FPÖ!) und ihnen mit einer Volksabstimmung das zu versprechen, was man ihnen von seiten der FPÖ eigentlich wegnehmen will, nämlich die Neutralität (Abg. Scheibner: Das ist ein völliger Unsinn!) – abgesehen davon, daß die Grundlage einer Volksabstimmung ohnehin erst einmal die Abschaffung der Neutralität sein müßte. (Abg. Scheibner: Das ist nicht sehr schlüssig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn das so weitergeht, dann wird die Dringliche ein Absturz!)
Abg. Scheibner: Das ist nicht sehr schlüssig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn das so weitergeht, dann wird die Dringliche ein Absturz!
Es hat dieser Wahlkampf auch gezeigt, wie es der FPÖ gelungen ist – nicht so gut wie sonst, aber immerhin –, die Wählerinnen und Wähler an der Nase herumzuführen (Abg. Scheibner: Der übliche Reflex gegen die FPÖ!) und ihnen mit einer Volksabstimmung das zu versprechen, was man ihnen von seiten der FPÖ eigentlich wegnehmen will, nämlich die Neutralität (Abg. Scheibner: Das ist ein völliger Unsinn!) – abgesehen davon, daß die Grundlage einer Volksabstimmung ohnehin erst einmal die Abschaffung der Neutralität sein müßte. (Abg. Scheibner: Das ist nicht sehr schlüssig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn das so weitergeht, dann wird die Dringliche ein Absturz!)
Abg. Scheibner: Das ist ein gefährlicher Wunsch!
Die ÖVP und die FPÖ wollen den direkten Weg in die NATO. Das mag eine Option sein, für die man eintreten kann. Die Liberalen treten dafür nicht ein, und wir sind nie dafür eingetreten! (Abg. Dr. Khol: Wofür treten Sie denn ein?) Wir halten das für den falschen Weg, weil wir glauben, daß ein europäisches Sicherheitssystem, von dem ich zuvor geredet habe und das die ÖVP so gerne als einen theoretischen Begriff und damit als einen Mantel für etwas Verhüllendes benützt hat, der richtige Weg wäre, und wir meinen, daß man offenlegen muß, was darunter verstanden werden kann. Was wir darunter verstehen – im Gegensatz zu Ihnen, im Gegensatz zu einem NATO-Beitritt –, ist ein eigenständiges Sicherheitssystem und – ich sage das, auch wenn es viele gibt, die das als eine Illusion abtun – auch ein europäisches Freiwilligenheer. (Abg. Scheibner: Das ist ein gefährlicher Wunsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das? Herr Bundeskanzler, wo steht das?
Das war in Wirklichkeit der Grund – ich sage das sehr klar –, warum wir nach dem zumindest mißverständlich formulierten Erstpapier der deutschen Präsidentschaft über die Schlußfolgerungen des Rates von Köln besorgt waren. Aber ich bitte Sie, tun Sie nicht so, als ob nur Österreich besorgt gewesen wäre. Es waren auch Finnland, Irland und Schweden sehr besorgt über den Erstentwurf der deutschen Präsidentschaft vom Mai. Es sind darüber wirklich engagierte Diskussionen geführt worden, die dann schlußendlich zu dem, was in Köln beschlossen wurde, geführt haben, nämlich zum Bekenntnis zu einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspoliltik der Europäischen Union, die ein Miteinander ermöglichen soll, das aber sehr klar und deutlich sagt, daß die Europäische Union keine Artikel-5-Beistandspflichten übernehmen wird, daher kein Militärpakt wird und auf diese Weise die gleichberechtigte Teilnahme von paktfreien und neutralen Staaten ermöglicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das? Herr Bundeskanzler, wo steht das?)
Abg. Dr. Petrovic: Wie war das mit dem NATO-Bombardement? Das war nicht im Einklang mit der Charta! – Abg. Scheibner: Alles ohne UNO-Mandat!
In der Charta der Vereinten Nationen sind zwei Krisenbewältigungsmaßnahmen vorgesehen (Abg. Dr. Petrovic: Wie war das mit dem NATO-Bombardement? Das war nicht im Einklang mit der Charta! – Abg. Scheibner: Alles ohne UNO-Mandat!) – darf ich das ausführen –: Die erste Form, wie Maßnahmen beschlossen werden können, beruht auf Basis eines Beschlusses des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. (Abg. Wabl: War das im Einklang?) Die zweite Form ist der Artikel 51 in der Charta der Vereinten Nationen, das Recht auf individuelle oder kollektive Selbstverteidigung. (Abg. Dr. Petrovic: Sie scheinen eine andere Wahrheit zu haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Das war doch nicht im Einklang mit der UNO-Charta! – Abg. Scheibner: Das sagen Sie!
Wenn Sie zum Beispiel die so oft zitierten Erläuterungen zu unserem Artikel 23f B-VG ansehen, dann werden Sie dort sehr klar und eindeutig sehen, daß es auch möglich ist, ohne Mandat des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen zu agieren. Klammer auf: Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen. Klammer zu. (Abg. Wabl: Ich glaube, Sie verwechseln NATO-Statut und UN-Charta! War der Einsatz in Jugoslawien ein UNO-Einsatz?) Deswegen sage ich schon sehr klar und deutlich, daß Handlungen, die im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen stehen, aus meiner Sicht immer, seit dem Herbst des Jahres 1955, mit der österreichischen Neutralität vereinbar sind, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wabl: Das war doch nicht im Einklang mit der UNO-Charta! – Abg. Scheibner: Das sagen Sie!)
Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann die richtige Erklärung dafür geben!
Das sage nicht nur ich! Seither gab es viele Bundeskanzler, die der Meinung waren, daß Maßnahmen, die im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen stehen, mit dem Neutralitätsgesetz vereinbar sind. Das ist nicht meine Erfindung, die ich vor drei Monaten oder vor zwei Jahren gemacht habe, das ist seit dem Herbst 1955 so, und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist in dieser Form auch völkerrechtlich von den anderen Staaten anerkannt worden. (Abg. Dr. Krüger: Es geht um die Frage eines gerechten Krieges!) Selbstverständlich. (Abg. Dr. Krüger: Es geht um die Frage eines gerechten Krieges!) Denn bereits damals, beim Beitritt zu den Vereinten Nationen, haben wir das Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität erlassen. Das ist wirklich eine inhaltlich sachliche Argumentation, und ich bitte, daß Sie das auch überlegen. (Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann die richtige Erklärung dafür geben!)
Abg. Dr. Schmidt: Sie wissen genau, was gemeint war! – Abg. Scheibner: Wo steht das?
Frau Dr. Schmidt! Die Kernelemente, wie ich sie verstehe und sehe und wie sie im Bundesverfassungsgesetz über die Neutralität festgelegt sind, die Kernelemente, die Sie selbst aufgezählt haben, also keine Teilnahme an einem Militärpakt, keine fremden Truppen auf unserem Gebiet und keine Teilnahme an einem Krieg – ich sage jetzt dazu: Klammer auf: wenn er nicht im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen steht; das gilt seit 1955 –, die haben sich, das können wir, glaube ich, klar und deutlich sagen, nicht verändert. (Abg. Dr. Schmidt: Sie wissen genau, was gemeint war! – Abg. Scheibner: Wo steht das?)
Abg. Scheibner: Also doch eine gemeinsame Verteidigung!
Gegen Beschlüsse der Europäischen Union, die sich im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen bewegen – also Mandat des Sicherheitsrates oder Artikel 51, Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung –, wird Österreich keine Bedenken haben. (Abg. Scheibner: Also doch eine gemeinsame Verteidigung!) Ich sage das sehr deutlich, weil das unser Verständnis der Neutralität bisher, seit dem Jahre 1955, war und ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine gemeinsame Verteidigung, aber neutral! Das ist ja wunderbar!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine gemeinsame Verteidigung, aber neutral! Das ist ja wunderbar!
Gegen Beschlüsse der Europäischen Union, die sich im Rahmen der Charta der Vereinten Nationen bewegen – also Mandat des Sicherheitsrates oder Artikel 51, Recht auf individuelle und kollektive Selbstverteidigung –, wird Österreich keine Bedenken haben. (Abg. Scheibner: Also doch eine gemeinsame Verteidigung!) Ich sage das sehr deutlich, weil das unser Verständnis der Neutralität bisher, seit dem Jahre 1955, war und ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine gemeinsame Verteidigung, aber neutral! Das ist ja wunderbar!)
Abg. Scheibner: Wird es ein Veto geben oder nicht?
Sollte sich Österreich an Maßnahmen (Abg. Dr. Schmidt: Was sagen Sie zu Frage 9?), die sich nicht auf einen Beschluß des Sicherheitsrates oder Artikel 51 beziehen, nicht beteiligen, dann kann sich Österreich (Abg. Dr. Schmidt: Werden wir jetzt ein Veto einlegen oder nicht? Was ist mit Frage 9?), wie Sie wissen, auch konstruktiv enthalten, und die Maßnahmen, die daraus resultieren, werden natürlich im Rahmen der Durchführung dieses Beschlusses mit den einzelnen Mitgliedstaaten zu verhandeln sein, ohne daß es behindert wird. (Abg. Scheibner: Wird es ein Veto geben oder nicht?)
Abg. Scheibner: Aber das ist die zentrale Frage!
Das Veto habe ich gar nicht angesprochen! Das habe ich jetzt gar nicht angesprochen. (Abg. Scheibner: Aber das ist die zentrale Frage!) Nein, nein! Sie haben mir nicht gut zugehört! (Abg. Scheibner: Als Neutraler dürfen Sie das gar nicht zulassen, daß so etwas passiert!) Ein neutraler Staat kann das tun, was auf Basis eines Beschlusses des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen oder auf Basis des Artikels 51 der Vereinten Nationen steht, und nichts anderes werden wir tun, sehr geehrter Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Das ist aber gemeinsame Verteidigung!)
Abg. Scheibner: Als Neutraler dürfen Sie das gar nicht zulassen, daß so etwas passiert!
Das Veto habe ich gar nicht angesprochen! Das habe ich jetzt gar nicht angesprochen. (Abg. Scheibner: Aber das ist die zentrale Frage!) Nein, nein! Sie haben mir nicht gut zugehört! (Abg. Scheibner: Als Neutraler dürfen Sie das gar nicht zulassen, daß so etwas passiert!) Ein neutraler Staat kann das tun, was auf Basis eines Beschlusses des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen oder auf Basis des Artikels 51 der Vereinten Nationen steht, und nichts anderes werden wir tun, sehr geehrter Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Das ist aber gemeinsame Verteidigung!)
Abg. Scheibner: Das ist aber gemeinsame Verteidigung!
Das Veto habe ich gar nicht angesprochen! Das habe ich jetzt gar nicht angesprochen. (Abg. Scheibner: Aber das ist die zentrale Frage!) Nein, nein! Sie haben mir nicht gut zugehört! (Abg. Scheibner: Als Neutraler dürfen Sie das gar nicht zulassen, daß so etwas passiert!) Ein neutraler Staat kann das tun, was auf Basis eines Beschlusses des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen oder auf Basis des Artikels 51 der Vereinten Nationen steht, und nichts anderes werden wir tun, sehr geehrter Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Das ist aber gemeinsame Verteidigung!)
Abg. Scheibner: Können Sie das ausschließen?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Rahmenbedingungen sowie die wesentlichen Inhalte der vom Europäischen Rat in Köln verabschiedeten Schlußfolgerungen zur Weiterentwicklung der Außen- und Sicherheitspolitik im Rahmen der Europäischen Union habe ich in meinen einführenden Erläuterungen sehr, sehr klar und umfassend dargestellt. Diese Schlußfolgerungen werden von Österreich mitgetragen, dies insbesondere deshalb, weil klargestellt ist, daß es nicht das Ziel dieses Weges ist, die Beistandspflicht der Artikel-5-Bedingungen und damit die Militärpakt-Identität in der Europäischen Union umzusetzen. (Abg. Scheibner: Können Sie das ausschließen?)
Abg. Scheibner: In zwei Jahren wird in der EU entschieden! Sie wollen in fünf Jahren erst ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Dr. Schmidt, es ist meiner Ansicht nach ein Mißverständnis, wenn Sie meinen, mein Angebot, das österreichische Neutralitätsgesetz zumindest für die nächste Legislaturperiode außer Streit zu stellen, bedeute ein Ende der Debatte über die österreichische Sicherheitspolitik. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Es bedeutet viel eher, daß wir dann ausreichend Zeit haben, um in Ruhe über eine gemeinsame wichtige österreichische Entscheidung, nämlich wie die österreichische Außen- und Sicherheitspolitik weitergehen soll und wird, zu diskutieren. (Abg. Scheibner: In zwei Jahren wird in der EU entschieden! Sie wollen in fünf Jahren erst ...!)
Abg. Scheibner: Das ist nicht mehr notwendig, wir haben eh schon alle Änderungen gemacht!
Also wenn jemand die Absicht hat, in der nächsten Legislaturperiode unsere Bundesverfassung zu ändern, so soll er das sagen, und dann wird das natürlich eine Diskussion für die Wahl sein; das ist völlig richtig! (Abg. Dr. Maitz: Sehr nett, daß wir diskutieren "dürfen"!) Wer sonst bitte als der Wähler soll über unterschiedliche Richtungen entscheiden und wählen können? Wenn wir allerdings das Thema "keine Änderung der Bundesverfassung, keine Änderung des Neutralitätsgesetzes" für die gesamte Legislaturperiode außer Streit stellen (Abg. Scheibner: Das ist nicht mehr notwendig, wir haben eh schon alle Änderungen gemacht!), dann muß das kein Wahlkampfthema sein, sondern dann können wir in Ruhe und in Sicherheit darüber reden. (Rufe bei der ÖVP: Naiv!)
Abg. Scheibner: Gilt das für alle in Ihrer Fraktion? – Abg. Schwarzenberger: Gilt das auch für Swoboda?
Aber ich muß hinzufügen, die Diskussion ist durchaus legitim. Sie ist deswegen legitim, weil es in diesem Haus, aber auch in der Bundesregierung zwei Lager gibt. Für das eine, vertreten von der Sozialdemokratie, besteht keine Disposition im Zusammenhang mit der Neutralität und keine Möglichkeit für einen NATO-Beitritt (Abg. Scheibner: Gilt das für alle in Ihrer Fraktion? – Abg. Schwarzenberger: Gilt das auch für Swoboda?), und das andere Lager, die ÖVP – in zunehmendem Maße im Gleichklang mit der Freiheitlichen Partei –, betrachtet die Neutralität als ein Schauobjekt in der Schatzkammer. (Abg. Scheibner: Warum sitzt Kollege Cap auf der Galerie? – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Und die Klarheit, mit der man sich für den Beitritt zur NATO ausspricht, hängt von der jeweiligen Großwetterlage der Meinungsumfragen ab. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Warum sitzt Kollege Cap auf der Galerie? – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.
Aber ich muß hinzufügen, die Diskussion ist durchaus legitim. Sie ist deswegen legitim, weil es in diesem Haus, aber auch in der Bundesregierung zwei Lager gibt. Für das eine, vertreten von der Sozialdemokratie, besteht keine Disposition im Zusammenhang mit der Neutralität und keine Möglichkeit für einen NATO-Beitritt (Abg. Scheibner: Gilt das für alle in Ihrer Fraktion? – Abg. Schwarzenberger: Gilt das auch für Swoboda?), und das andere Lager, die ÖVP – in zunehmendem Maße im Gleichklang mit der Freiheitlichen Partei –, betrachtet die Neutralität als ein Schauobjekt in der Schatzkammer. (Abg. Scheibner: Warum sitzt Kollege Cap auf der Galerie? – Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Und die Klarheit, mit der man sich für den Beitritt zur NATO ausspricht, hängt von der jeweiligen Großwetterlage der Meinungsumfragen ab. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das steht nicht dabei!
Herr Kollege Kier! Frau Dr. Schmidt! Sie wissen ganz genau, daß im Artikel 17 des Amsterdamer Vertrages, aber auch in allen vorangehenden Artikeln ausdrücklich die sogenannte irische Klausel verwendet wurde, derzufolge die Politik der Union nicht den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedsstaaten, darunter Österreich mit seiner Neutralität und seiner verfassungsgesetzlichen Garantie der Neutralität, berührt. (Abg. Scheibner: Das steht nicht dabei!) Das, meine Damen und Herren, ist die EU-rechtliche Garantie dafür, daß unser Neutralitätsgesetz aus dem Jahre 1955 uneingeschränkt erhalten bleibt. (Abg. Scheibner: Zitieren Sie richtig! Der Zusatz steht nicht dabei!)
Abg. Scheibner: Zitieren Sie richtig! Der Zusatz steht nicht dabei!
Herr Kollege Kier! Frau Dr. Schmidt! Sie wissen ganz genau, daß im Artikel 17 des Amsterdamer Vertrages, aber auch in allen vorangehenden Artikeln ausdrücklich die sogenannte irische Klausel verwendet wurde, derzufolge die Politik der Union nicht den besonderen Charakter der Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestimmter Mitgliedsstaaten, darunter Österreich mit seiner Neutralität und seiner verfassungsgesetzlichen Garantie der Neutralität, berührt. (Abg. Scheibner: Das steht nicht dabei!) Das, meine Damen und Herren, ist die EU-rechtliche Garantie dafür, daß unser Neutralitätsgesetz aus dem Jahre 1955 uneingeschränkt erhalten bleibt. (Abg. Scheibner: Zitieren Sie richtig! Der Zusatz steht nicht dabei!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Bruch mit der Neutralität!
Und genauso verhält es sich mit der von Ihnen so häufig zitierten Erklärung von Köln. In dieser findet sich ausdrücklich die Formulierung: Wir wollen eine effektive EU-geführte Krisenbewältigung entwickeln, in deren Rahmen sich sowohl der NATO-Angehörende als auch neutrale und bündnisfreie EU-Mitgliedsstaaten in vollem Umfang und gleichberechtigt an den EU-Operationen beteiligen können. (Abg. Scheibner: Das ist ein Bruch mit der Neutralität!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie aber dort nicht gesagt!
Meine Damen und Herren! Es ist von einer Gleichberechtigung neutraler und NATO-Staaten die Rede. Das heißt, nur das, was mit dem Rechtsbestand der Neutralen vereinbar ist, wird im Rahmen der unter französischem Vorsitz stehenden Verhandlungen Eingang in das EU-Recht finden. Wir haben zuzustimmen, und wir haben von Anbeginn an – das war nicht unser Koalitionspartner, sondern das waren die Sozialdemokraten – klargemacht: In das EU-Recht wird nur das übernommen, was mit unserem Neutralitätsgesetz vereinbar ist. Das haben wir ganz deutlich gesagt. (Abg. Scheibner: Das haben Sie aber dort nicht gesagt!)
Abg. Scheibner: Mit Ihrer Argumentation!
Daß Sie, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, auch von der Freiheitlichen Partei, sich damit offensichtlich schwertun, ist schon klar. (Abg. Scheibner: Mit Ihrer Argumentation!) Aber daß wir nicht bei der NATO sind, daß es nicht einmal Verhandlungen mit der NATO gibt, daß es keine Erweiterung unter Einschluß Österreichs gibt, was Sie wollen, aber auch was die ÖVP will, das ist das Ergebnis sozialdemokratischer Politik in der Bundesregierung, aber auch im Nationalrat. Das ist die Neutralitätsgarantie der Sozialdemokraten! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Eben!
Meine Damen und Herren! Der Vorwurf der Lüge ist der Vorwurf, bewußt die Unwahrheit zu sagen. Sie wissen ganz genau, was wir denken, Sie kennen unsere Verhaltens- und Abstimmungsweise in diesem Zusammenhang. (Abg. Scheibner: Eben!) Und ich sage Ihnen: Der Vorwurf trifft Sie selbst! Er trifft Sie deswegen, Herr Kollege Khol, weil das, was Sie jetzt getan haben, 110 Tage vor dem Wahltag, ist, systematisch eine Lügenkampagne aufzubauen, ... (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Der doppelte Viktor!
Beispiel Nummer 2: Am 25. April in Washington – ich kann Ihnen alles zitieren, Herr Kollege, Sie können es sich gerne anschauen –, beim NATO-Gipfel, sagt Viktor Klima im Angesicht von Bill Clinton: Ich glaube, daß es wichtig ist, daß Milošević nicht damit rechnen kann, die Staatengemeinschaft zu spalten und damit sein Werk der Greueltaten fortzuführen. Es ist sehr wichtig, daß die Staatengemeinschaft hier Geschlossenheit zeigt. (Abg. Scheibner: Der doppelte Viktor!)
Abg. Scheibner: Aber es ist nicht ausgeschlossen!
Herr Abgeordneter! Sie haben zum Thema Verschmelzung der Europäischen Union mit der Westeuropäischen Union zu Recht etwas zitiert, was beabsichtigt war. Es war nämlich beabsichtigt, daß es zu einer vollen Verschmelzung der Europäischen Union mit der Westeuropäischen Union unter Anwendung des Artikels 5 auch im WEU-Vertrag käme. Das hat ohne Zweifel die Charakteristik eines Militärpaktes. Aber es ist sehr klar und deutlich ein Anliegen von mehreren Staaten gewesen, in den Schlußfolgerungen von Köln klarzustellen, daß die Artikel-5-Beistandsverpflichtung nicht integriert wird, nicht verpflichtend integriert wird in die Europäische Union und daß nur jene Teile der WEU (Abg. Böhacker: Wo steht das?) – in den Schlußfolgerungen des Europäischen Rates (Abg. Scheibner: Aber es ist nicht ausgeschlossen!), o ja! – integriert werden, die eine vernünftige Zusammenarbeit erlauben. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Seite, Absatz, Zeile? – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Da müssen Sie einmal den Antrag lesen!
Zum Entschließungsantrag der Freiheitlichen: Eine Volksabstimmung kann nur über eine tatsächliche Gesetzesvorlage durchgeführt werden. Das, was die Freiheitliche Partei in ihrem Entschließungsantrag offensichtlich will, ist die Option: entweder Neutralität oder NATO. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie einmal den Antrag lesen!) Wir sind für eine gemeinsame europäische Armee, und wenn die europäische Armee Gegenstand der Diskussion in Österreich ist und Konsens besteht, dann wollen wir mithelfen (Abg. Scheibner: Entscheid von Köln, Frau Kollegin!), das der Bevölkerung auch klarzumachen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Sie müssen den Antrag lesen und nicht nur das sagen, was die Frau Schmidt sagt!)
Abg. Scheibner: Entscheid von Köln, Frau Kollegin!
Zum Entschließungsantrag der Freiheitlichen: Eine Volksabstimmung kann nur über eine tatsächliche Gesetzesvorlage durchgeführt werden. Das, was die Freiheitliche Partei in ihrem Entschließungsantrag offensichtlich will, ist die Option: entweder Neutralität oder NATO. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie einmal den Antrag lesen!) Wir sind für eine gemeinsame europäische Armee, und wenn die europäische Armee Gegenstand der Diskussion in Österreich ist und Konsens besteht, dann wollen wir mithelfen (Abg. Scheibner: Entscheid von Köln, Frau Kollegin!), das der Bevölkerung auch klarzumachen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Sie müssen den Antrag lesen und nicht nur das sagen, was die Frau Schmidt sagt!)
Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Sie müssen den Antrag lesen und nicht nur das sagen, was die Frau Schmidt sagt!
Zum Entschließungsantrag der Freiheitlichen: Eine Volksabstimmung kann nur über eine tatsächliche Gesetzesvorlage durchgeführt werden. Das, was die Freiheitliche Partei in ihrem Entschließungsantrag offensichtlich will, ist die Option: entweder Neutralität oder NATO. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie einmal den Antrag lesen!) Wir sind für eine gemeinsame europäische Armee, und wenn die europäische Armee Gegenstand der Diskussion in Österreich ist und Konsens besteht, dann wollen wir mithelfen (Abg. Scheibner: Entscheid von Köln, Frau Kollegin!), das der Bevölkerung auch klarzumachen. (Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Sie müssen den Antrag lesen und nicht nur das sagen, was die Frau Schmidt sagt!)
Abg. Scheibner: Für Ihre Wahlkämpfe!
Die Haltung der SPÖ ist eindeutig: Wir sind für die Neutralität. Wir sind dafür, daß Österreich neutral bleibt (Abg. Mag. Haupt: Warum habt ihr sie dann nicht verteidigt?), denn die Neutralität ist eine sinnvolle Option (Abg. Scheibner: Für Ihre Wahlkämpfe!), in unseren Augen die einzig sinnvolle, und sie entspricht auch den Interessen unseres Landes. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Warum beschließen Sie dann alles mit? – Weitere Zwischenrufe.
Österreich hat kein Interesse daran, an einem Krieg teilzunehmen, an einem Bündnis teilzuneh-men. Fragen Sie die Bevölkerung! Es ist eindeutig: Die Österreicherinnen und Österreicher wollen nicht für fremde Interessen Krieg führen! (Abg. Scheibner: Warum beschließen Sie dann alles mit? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Mittel zum Zweck! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Genauso ist es!
Ich spreche jetzt aber von der Tatsache, daß hier Dinge so dargestellt werden, wie sie nicht wirklich waren, und daß zum Beispiel hier der Eindruck erweckt wird, daß die Neutralität 1955 groß, klar und mächtig war, aber seit dieser Zeit nach und nach ein Stückchen abgebröckelt ist oder weggenommen wurde. (Abg. Scheibner: Mittel zum Zweck! – Abg. Dkfm. Holger Bauer: Genauso ist es!) – Genauso ist es nicht!
Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, das gilt alles nicht mehr! – Beifall bei der SPÖ.
Oder die UNO oder UNO – Neutralität. Ich lese Ihnen etwas vor: Die Fragestellung jener, die glauben, das sei nicht vereinbar, krankt. "Für sie scheint der Begriff der Neutralität starr – d.h. apriorisch –, was er in Wirklichkeit nicht ist. Der Begriff der Neutralität geht vielmehr mit den Wandlungen der Völkerrechtsgemeinschaft mit; das beweist die Geschichte des Neutralitätsbegriffes. Die Organisation der Völkerrechtsgemeinschaft ist durch die UNO gekennzeichnet; das bedarf wohl keines weiteren Beweises. Der Inhalt der modernen Neutralität bekommt durch diese staatenumspannende Organisation dann sein besonderes Gepräge, wenn ein sich zur dauernden Neutralität bekennender Staat, ohne seine Neutralität aufzugeben, Mitglied dieser Organisation wird." – Das schrieb kein Roter, sondern der Völkerrechtler und spätere ÖVP-Abgeordnete Ermacora. Das ist auch keine Erklärung aus heutiger Zeit, sondern ein Beitrag, den er 1957 zu dieser Frage geschrieben hat. (Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, das gilt alles nicht mehr! – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Kollege Schieder! Über welchen Antrag ist jetzt abgestimmt worden?
Neutralität und Mitgliedschaft in der UNO waren möglich (Abg. Scheibner: Kollege Schieder! Über welchen Antrag ist jetzt abgestimmt worden?), und es war immer klar, daß ein Neutraler dies befolgen kann und zu befolgen hat. Dazwischen hat es andere Meinungen gegeben. Wir sind aber im wesentlichen zu dieser Haltung zurückgekehrt.
Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt, Herr Kollege Schieder!
Die UNO hat nicht – wie Sie gesagt haben – über einen Antrag des neutralen Österreich nicht abstimmen wollen, sondern es hat gar kein neutrales Österreich gegeben, alle Anträge sind schon vorher gestellt worden. Das war allen klar. In der Präambel zum Staatsvertrag haben sich die vier Mächte dazu bekannt (Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt, Herr Kollege Schieder!), und es war auch diesen klar, daß unsere Neutralität mit einer Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen verbunden ist. Auch das zeigen Dokumente, nicht nur bei Zemanek, sondern auch wieder bei Stourzh und sehr vielen anderen. Das können Sie alles nachlesen. Wenn Sie mir schon nicht glauben, dann glauben Sie wenigstens der Geschichte Österreichs!
Abg. Scheibner: Das meinen Sie aber nicht ernst!
Meine Damen und Herren! Zum letzten. Wenn sich heute der Bundeskanzler bemüht hat, alles sehr klar und sehr ruhig darzustellen, dann ist ihm damit auch gelungen, wirklich ein Bild zu geben (Abg. Scheibner: Das meinen Sie aber nicht ernst!), wie Österreich diese Frage versteht und wie es sich verhält.
Abg. Scheibner: Dann dürften Sie überhaupt keine Gesetze einbringen, wenn alles Populismus ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Die FPÖ sollte heute doch zugeben, daß es ihr nicht um das Bundestierschutzgesetz, sondern um Populismus vor Ende dieser Legislaturperiode geht, weil doch allen klar sein wird, daß mit dieser Initiative ein Bundestierschutzgesetz im Juli wohl kaum verabschiedbar ist. (Abg. Scheibner: Dann dürften Sie überhaupt keine Gesetze einbringen, wenn alles Populismus ist! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Warum sagen Sie das nicht Bauern, solange es noch Bauern gibt?
Meine Damen und Herren! Das bedeutet den Verlust bäuerlicher Betriebe, das bedeutet den Verlust der Existenzgrundlage für Österreichs Bauern. Daß da die FPÖ mitspielt, müssen wir den Bauern sagen. Wir werden dabei sicher nicht mittun. Sicher nicht mit der FPÖ! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Warum sagen Sie das nicht Bauern, solange es noch Bauern gibt?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir müssen uns auch fragen: Wie sieht es mit dem Zeitrahmen aus? Innerhalb welcher Frist müßten Petitionen, positiv oder negativ, beantwortet oder behandelt werden? Wir müssen uns natürlich auch fragen, wie das mit dem Einbringen aussehen soll. Ich möchte da konkret eine Petition ansprechen, die von einer FPÖ-Abgeordneten eingebracht worden ist. Das, glaube ich, ist auch nicht das, was man sich im Petitionsausschuß vorstellt. (Abg. Fischl: Frau Kollegin, das ist doch gesetzlich geklärt!) Es gibt allerdings auch Einbringer, die immer wieder Petitionen einbringen, auch von außen. Auch da könnten wir nachdenken, wie das geregelt sein soll. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube, daß es sicher nicht so sein kann, daß wir im Petitionsausschuß werten können, wer Petitionen und wer Bürgerinitiativen einbringen kann. (Abg. Scheibner: Das glaube ich auch! – Abg. Fischl: Das steht ja auch in der Geschäftsordnung!) Auch das ist ein Punkt, den ich hier unterstreichen möchte.
Abg. Scheibner: Das glaube ich auch! – Abg. Fischl: Das steht ja auch in der Geschäftsordnung!
Wir müssen uns auch fragen: Wie sieht es mit dem Zeitrahmen aus? Innerhalb welcher Frist müßten Petitionen, positiv oder negativ, beantwortet oder behandelt werden? Wir müssen uns natürlich auch fragen, wie das mit dem Einbringen aussehen soll. Ich möchte da konkret eine Petition ansprechen, die von einer FPÖ-Abgeordneten eingebracht worden ist. Das, glaube ich, ist auch nicht das, was man sich im Petitionsausschuß vorstellt. (Abg. Fischl: Frau Kollegin, das ist doch gesetzlich geklärt!) Es gibt allerdings auch Einbringer, die immer wieder Petitionen einbringen, auch von außen. Auch da könnten wir nachdenken, wie das geregelt sein soll. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube, daß es sicher nicht so sein kann, daß wir im Petitionsausschuß werten können, wer Petitionen und wer Bürgerinitiativen einbringen kann. (Abg. Scheibner: Das glaube ich auch! – Abg. Fischl: Das steht ja auch in der Geschäftsordnung!) Auch das ist ein Punkt, den ich hier unterstreichen möchte.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sehr geehrte Damen und Herren! Die Bürgerinnen und Bürger bemühen sich und bringen inhaltlich gut begründete Petitionen und Bürgerinitiativen ein. Aber an der Umsetzung und an der Enderledigung mangelt es. Viele der eingebrachten Petitionen und Bürgerinitiativen werden schubladisiert und auf die lange Bank geschoben. Jetzt, am Ende der Legislaturperiode, be-steht Zeitdruck. Deshalb haben wir Freiheitlichen im Ausschuß beantragt, alle eingebrachten Petitionen und Bürgerinitiativen Ausschüssen zuzuweisen. (Zwischenruf der Abg. Fuchs.) Sie von den Regierungsparteien lehnten dies ab. Dadurch verfallen alle nicht zugewiesenen Petitionen und Bürgerinitiativen! Sie müssen in der nächsten Gesetzgebungsperiode wieder eingebracht werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist ein Beschneiden der Bürgerrechte! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Warum tagt er denn nicht öfter?
Abgeordnete Brunhilde Fuchs (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Es wird keine staatstragende Rede, aber es wird eine etwas positivere Rede als die, die Sie soeben vorgetragen haben. Ich meine, wenn man zweimal an diesem Ausschuß teilgenommen hat, Herr Kollege Fischl (Abg. Scheibner: Warum tagt er denn nicht öfter?), und sich dann das anmaßt, was Sie heute von sich gegeben haben, dann spricht das Bände. (Beifall bei der SPÖ, bei den Grünen und beim Liberalen Forum.) Das zeugt von soviel Arroganz und ist so unangenehm, daß ich mich dazu gar nicht äußern möchte.
Abg. Scheibner: Wie viele Ausschüsse haben denn stattgefunden? – Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Ausschüsse?
Ich möchte aber nun über jene Dinge berichten, die wir auch im Sammelbericht festgehalten haben und die bis zum Zeitpunkt vor den letzten zwei Sitzungen stattgefunden haben. (Abg. Scheibner: Wie viele Ausschüsse haben denn stattgefunden? – Abg. Mag. Schweitzer: Wie viele Ausschüsse?) Mehr Ausschüsse als in den Jahren davor und mehr als je zuvor. Das möchte ich auch klarstellen. (Abg. Mag. Schweitzer: Bei der Ederer haben wir immer viel gehabt!) Ja, aber Sie vergessen dabei, daß das schon ein bißchen "Steinzeit" ist, oder? Das ist schon ein bißchen lange her. (Abg. Mag. Schweitzer: Die Steinzeit-Ederer!) Das ist schon eine gewisse Zeit vorbei. Sie leben ein bißchen zu sehr in der Vergangenheit und zuwenig in der Gegenwart, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Warum sind Sie so uncharmant gegenüber der Frau Stadträtin?)
Abg. Scheibner: Sie reden ja von der Steinzeit!
Ich schätze Frau Stadträtin Ederer sehr, und ich meine, daß sie sich auch hier im Hohen Haus große Verdienste erworben hat. Es steht Ihnen nicht zu, über sie so zu reden oder in irgendeiner Weise ihre Tätigkeit zu werten. (Abg. Haigermoser: Wir haben sie ja nicht beleidigt! Sie haben ja von der Steinzeit geredet!) Wir schätzen sie sehr. Sie hat in Wien eine hohe Position, die höchste Position inne, nämlich die einer Finanzstadträtin. (Abg. Scheibner: Sie reden ja von der Steinzeit!) Ich denke, daß das allein schon zeigt, welche Leistungen sie erbringen kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Übrigens, bei Kilometer 35 hat sie auch eine hervorragende Figur gemacht! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ja! Ich habe mich ja nicht dazu geäußert, wo Sie bei Kilometer 35 schon die Zunge gehabt haben, als ich dort noch recht frisch gestanden bin; aber ich bin nicht gelaufen, das muß ich auch dazu sagen. (Abg. Scheibner: Bei Kilometer 42 war es dann umgekehrt!) – Aber das war jetzt ein Nebeneinwurf und hat mit dem Petitionsausschuß und dem Sammelbericht eigentlich nichts zu tun. (Abg. Scheibner: Wir warten schon die ganze Zeit!)
Abg. Scheibner: Bei Kilometer 42 war es dann umgekehrt!
Ich schätze Frau Stadträtin Ederer sehr, und ich meine, daß sie sich auch hier im Hohen Haus große Verdienste erworben hat. Es steht Ihnen nicht zu, über sie so zu reden oder in irgendeiner Weise ihre Tätigkeit zu werten. (Abg. Haigermoser: Wir haben sie ja nicht beleidigt! Sie haben ja von der Steinzeit geredet!) Wir schätzen sie sehr. Sie hat in Wien eine hohe Position, die höchste Position inne, nämlich die einer Finanzstadträtin. (Abg. Scheibner: Sie reden ja von der Steinzeit!) Ich denke, daß das allein schon zeigt, welche Leistungen sie erbringen kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Übrigens, bei Kilometer 35 hat sie auch eine hervorragende Figur gemacht! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ja! Ich habe mich ja nicht dazu geäußert, wo Sie bei Kilometer 35 schon die Zunge gehabt haben, als ich dort noch recht frisch gestanden bin; aber ich bin nicht gelaufen, das muß ich auch dazu sagen. (Abg. Scheibner: Bei Kilometer 42 war es dann umgekehrt!) – Aber das war jetzt ein Nebeneinwurf und hat mit dem Petitionsausschuß und dem Sammelbericht eigentlich nichts zu tun. (Abg. Scheibner: Wir warten schon die ganze Zeit!)
Abg. Scheibner: Wir warten schon die ganze Zeit!
Ich schätze Frau Stadträtin Ederer sehr, und ich meine, daß sie sich auch hier im Hohen Haus große Verdienste erworben hat. Es steht Ihnen nicht zu, über sie so zu reden oder in irgendeiner Weise ihre Tätigkeit zu werten. (Abg. Haigermoser: Wir haben sie ja nicht beleidigt! Sie haben ja von der Steinzeit geredet!) Wir schätzen sie sehr. Sie hat in Wien eine hohe Position, die höchste Position inne, nämlich die einer Finanzstadträtin. (Abg. Scheibner: Sie reden ja von der Steinzeit!) Ich denke, daß das allein schon zeigt, welche Leistungen sie erbringen kann. (Abg. Mag. Schweitzer: Übrigens, bei Kilometer 35 hat sie auch eine hervorragende Figur gemacht! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Ja! Ich habe mich ja nicht dazu geäußert, wo Sie bei Kilometer 35 schon die Zunge gehabt haben, als ich dort noch recht frisch gestanden bin; aber ich bin nicht gelaufen, das muß ich auch dazu sagen. (Abg. Scheibner: Bei Kilometer 42 war es dann umgekehrt!) – Aber das war jetzt ein Nebeneinwurf und hat mit dem Petitionsausschuß und dem Sammelbericht eigentlich nichts zu tun. (Abg. Scheibner: Wir warten schon die ganze Zeit!)
Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Rufe bei den Freiheitlichen: Ihre Zeit ist abgelaufen! – Abg. Fuchs – auf dem Weg zurück zu Ihrem Sitzplatz, zu den Freiheitlichen gewandt –: An Ihre Adresse ist das ohnehin nicht gerichtet gewesen! – Abg. Scheibner: Können Sie das noch einmal wiederholen? – Abg. Mag. Schweitzer: Was ist jetzt die Ederer für ein Jahrgang? – Weitere Zwischenrufe.
Meine Redezeit – damit ich das korrekt ausdrücke – ist abgelaufen. Ich möchte mich jetzt nur noch bei den Mitgliedern des Petitionsausschusses und bei den zuständigen Klubmitarbeitern und -mitarbeiterinnen für die äußerst gute und auch erfolgreiche Zusammenarbeit in dieser Gesetzgebungsperiode recht herzlich bedanken. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Heiterkeit und Rufe bei den Freiheitlichen: Ihre Zeit ist abgelaufen! – Abg. Fuchs – auf dem Weg zurück zu Ihrem Sitzplatz, zu den Freiheitlichen gewandt –: An Ihre Adresse ist das ohnehin nicht gerichtet gewesen! – Abg. Scheibner: Können Sie das noch einmal wiederholen? – Abg. Mag. Schweitzer: Was ist jetzt die Ederer für ein Jahrgang? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Aber man versteht nichts! – Abg. Dr. Schmidt: Das Mikrophon tiefer stellen! Man hört nichts!
Meine Damen und Herren! Ich möchte die Debatte zum Sammelbericht des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen zum Anlaß nehmen, in aller Kürze über die Bedeutung ... (Abg. Scheibner: Aber man versteht nichts! – Abg. Dr. Schmidt: Das Mikrophon tiefer stellen! Man hört nichts!) Entschuldigung! Soll ich es wiederholen? – Ich möchte (Abg. Mag. Schweitzer: Man hört noch immer nichts!) den Sammelbericht des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen zum Anlaß nehmen, in aller Kürze über die Bedeutung des Petitionsausschusses zu referieren.
Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Schmidt: Untersuchungsausschüsse leider nicht!) Frau Chefin, Sie haben allerdings recht.(Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.) Es gab aber eine Zeit, in der wir einen hatten. Ich hoffe, daß es wieder so sein wird.
Abg. Scheibner: Wie viele? – Abg. Haigermoser: Klara, darf ich den Einser vorne wegnehmen? – Abg. Motter: Nicht einmal soviel brauche ich!
Präsident Dr. Heinrich Neisser: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Motter. Sie haben noch eine Redezeit von 19 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner: Wie viele? – Abg. Haigermoser: Klara, darf ich den Einser vorne wegnehmen? – Abg. Motter: Nicht einmal soviel brauche ich!)
Sitzung Nr. 175
Abg. Scheibner: Keine gefährlichen Drohungen bitte!
Bundesminister für Landesverteidigung Dr. Werner Fasslabend: Wenn ich auch überrascht bin, daß Ihr Klubobmann Herr Abgeordneter Gaál ist, so muß ich trotzdem sagen (Abg. Scheibner: Keine gefährlichen Drohungen bitte!), ich werde mich gerne bemühen, auf Ihre Frage einzugehen, aber ich bin sicher, Herr Abgeordneter Scheibner als Vorsitzender des Landesverteidigungsausschusses könnte es Ihnen genauso gut erklären.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sind Sie bei Ihren Kindern zu Hause geblieben? Sind Sie mit gutem Beispiel vorangegangen?
Richtig ist sicherlich, daß die meisten Frauen in den ersten Jahren beim Kind bleiben wollen. Weit über 90 Prozent der Frauen antworten auf die Frage, ob sie in den ersten zwei Jahren persönlich lieber beim Kind, bei den Kindern zu Hause blieben, mit Ja. Aus meiner Sicht wäre es auch gut, wenn einen Teil dieser Zeit auch die Väter bei den Kindern zu Hause blieben und man sich das partnerschaftlich teilen würde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sind Sie bei Ihren Kindern zu Hause geblieben? Sind Sie mit gutem Beispiel vorangegangen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Vergessen Sie nicht, die Fragen zu beantworten!
Wenn der Herr Finanzminister sagt, er stehe dem Vorschlag nach einem einkommensabhängigen Karenzgeld grundsätzlich positiv gegenüber, dann gebe ich zu bedenken, daß man dann allerdings auch, da das Modell aus Schweden kommt, die schwedische Steuerquote von 55 Prozent – gegenüber derzeit 42 Prozent – in Österreich einführen müßte. Das ist etwas, was ich mir angesichts der heutigen Steuerreformdebatte nicht ganz verkneifen kann, zu sagen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Vergessen Sie nicht, die Fragen zu beantworten!)
Abg. Scheibner: 6 000 S hat die ÖVP verlangt!
Es wird von Ihnen für ein Land wie Kärnten, noch dazu als Landesleistung, ein Kinderbetreuungsscheck eingefordert. Aber da hilft es nichts, wenn man Wohnbaudarlehen veräußert. Erstens einmal kann man das Familiensilber nur einmal verkaufen, und zum zweiten geht das ja dann irgendwo anders ab, und wenn nicht woanders, dann im Wohnbau. (Abg. Dr. Partik-Pablé: 6 000 S hat die ÖVP verlangt!) Es wären dafür zwei Milliarden Schilling aus dem Kärntner Landesbudget aufzubringen. (Abg. Scheibner: 6 000 S hat die ÖVP verlangt!)
Abg. Scheibner: Es haben die Kärntner ÖVP und Landeshauptmann Pühringer 5 700 S verlangt!
Herr Klubobmann Scheibner! Von 6 000 S reden wir, wenn wir sagen, wir wollen das Karenzgeld auf 6 000 S valorisieren. (Abg. Scheibner: Es haben die Kärntner ÖVP und Landeshauptmann Pühringer 5 700 S verlangt!) Kehre zuerst vor deiner eigenen Tür! Bleiben wir jetzt einmal bei den Wahlversprechen des Landeshauptmannes Haider in Kärnten! (Abg. Dr. Graf: Kehren Sie vor der eigenen Tür!)
Abg. Scheibner: Sie sollen nicht provozieren, Sie sollen für die Familien etwas machen!
Wissen Sie, wie viele Kinder dort geboren worden sind? (Abg. Scheibner: Sie sollen nicht provozieren, Sie sollen für die Familien etwas machen!) Wissen Sie, wie viele Kinder in Deutsch Griffen im heurigen Jahr geboren worden sind? – Bis jetzt ein Kind! Den Kinderbetreuungsscheck für dieses eine Kind in Deutsch Griffen finanziert ein Nationalratsabgeordneter aus seiner Portokasse! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der Wähler wird sich anschauen, ob Sie nur blockieren oder auch etwas tun! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich gehe davon aus, Frau Abgeordnete Partik-Pablé, daß der Wähler sich am 3. Oktober schon fragen wird: Wie ist das jetzt eigentlich, hat der Dr. Haider in Kärnten diesen Kinderbetreuungsscheck umgesetzt: ja oder nein?, hat er sein Versprechen gehalten: ja oder nein?, und ihn daran messen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der Wähler wird sich anschauen, ob Sie nur blockieren oder auch etwas tun! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie sich in einen Wirbel hineingeredet!
Wir sind Ihnen ja durchaus dankbar dafür, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, daß Sie den christdemokratischen Vorschlag, daß Sie das christdemokratische Modell eines Kinderbetreuungsschecks übernommen haben. Das ist gut so, dazu gratulieren wir Ihnen! Aber man muß immer wissen, wenn man in Sachen einsteigt, wie es mit der Finanzierbarkeit ausschaut, und da sagen wir: "Karenzgeld für alle" ist die erste Stufe. Das ist jetzt finanzierbar und machbar. Ein Kinderbetreuungsgeld für 18 Monate, das kann man weiter ausbauen, aber bitte dann, wenn es finanzierbar ist. Wir Christdemokraten, wir als ÖVP stehen für etwas, was ein drittes Sparpaket hervorrufen könnte, sicher nicht zur Verfügung. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie sich in einen Wirbel hineingeredet!)
Abg. Scheibner: Jetzt fangen Sie wirklich einmal an!
Nun zur konkreten Beantwortung der an mich gestellten Fragen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Partik-Pablé liest ein Schriftstück.) – Sehr geehrte Frau Abgeordnete Partik-Pablé! Jetzt tue ich genau das, was Sie von mir verlangt haben, und jetzt hören Sie mir nicht zu! (Abg. Scheibner: Jetzt fangen Sie wirklich einmal an!)
Abg. Scheibner: Sie haben geglaubt, daß das nicht finanzierbar ist!
Grundsätzlich ist zu begrüßen – und ich wiederhole das –, daß die FPÖ das ÖVP-Modell des Kinderbetreuungsschecks übernommen hat. (Abg. Scheibner: Sie haben geglaubt, daß das nicht finanzierbar ist!) Familienpolitische Leistungen müssen aber immer auch – hören Sie zu! – auf ihre Finanzierbarkeit überprüft werden. Der Rohbericht der Machbarkeitsstudie zeigt, daß eine Realisierung derzeit – ich betone: derzeit! – aus budgetären Gründen nicht möglich ist.
Abg. Scheibner: Aha! Haben Sie die Unwahrheit gesagt? Das wird jetzt interessant!
Herr Bundesminister! Wenn Sie sagen, der Endbericht zur Studie liegt noch nicht vor, dann muß ich sagen, das stimmt nicht. Den gibt es seit dem März dieses Jahres (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein), und ich frage Sie: Warum präsentieren Sie diesen Bericht nicht? (Abg. Scheibner: Aha! Haben Sie die Unwahrheit gesagt? Das wird jetzt interessant!) Ich weiß es! (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Herr Minister, wie ist das?) – Weil dieser Bericht klipp und klar beweisen würde, daß alle Argumente (Abg. Haigermoser: Häuptling Gespaltene Zunge!), die gegen den Kinderbetreuungsscheck vor allem natürlich von der linken Reichshälfte vorgebracht werden, null und nichtig sind und daß der Kinderbetreuungsscheck auch finanzierbar ist, und zwar in der Variante, die wir Freiheitlichen vorschlagen. Die unterscheidet sich nicht so sehr. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Ah-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Herr Minister, wie ist das?
Herr Bundesminister! Wenn Sie sagen, der Endbericht zur Studie liegt noch nicht vor, dann muß ich sagen, das stimmt nicht. Den gibt es seit dem März dieses Jahres (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein), und ich frage Sie: Warum präsentieren Sie diesen Bericht nicht? (Abg. Scheibner: Aha! Haben Sie die Unwahrheit gesagt? Das wird jetzt interessant!) Ich weiß es! (Ah-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Herr Minister, wie ist das?) – Weil dieser Bericht klipp und klar beweisen würde, daß alle Argumente (Abg. Haigermoser: Häuptling Gespaltene Zunge!), die gegen den Kinderbetreuungsscheck vor allem natürlich von der linken Reichshälfte vorgebracht werden, null und nichtig sind und daß der Kinderbetreuungsscheck auch finanzierbar ist, und zwar in der Variante, die wir Freiheitlichen vorschlagen. Die unterscheidet sich nicht so sehr. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.)
Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Herr Minister! Kennen Sie die Studie? Nie gesehen? – Abg. Dr. Mertel: Die hat nur die Frau Haller! Die hat Beziehungen!
Aber noch einmal die Aufforderung an Sie: Setzen Sie als ersten Schritt zum Kinderbetreuungsscheck das "Karenzgeld für alle" bundesweit um (Abg. Haigermoser: Wir halten Sie nicht auf!), dann kann es auch in den Ländern leichter umgesetzt werden! Denn alle Nachteile, die man so in spätmarxistischen Aufschreien von seiten der linken Reichshälfte aufgezeigt hat, sind widerlegt durch den Ergebnisbericht zur Studie, den Sie vielleicht noch nicht kennen; ich glaube das aber nicht. (Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Herr Minister! Kennen Sie die Studie? Nie gesehen? – Abg. Dr. Mertel: Die hat nur die Frau Haller! Die hat Beziehungen!)
Abg. Scheibner: 2,5 Milliarden Schilling!
In Österreich kann ja alles finanziert werden. Passiert in einem Tunnel ein Unfall, dann wird eine zweite Tunnelröhre gebaut. Da sind dann 3 Milliarden Schilling kein Problem! Wenn ein Hubschraubereinsatz im Lawinenkatastrophengebiet Galtür stattfindet, bei dem sich herausstellt, daß Österreich über zuwenig Hubschrauber verfügt, steht sofort 1 Milliarde Schilling zur Verfügung. (Abg. Scheibner: 2,5 Milliarden Schilling!) Wenn es darum geht, im Land 102 Milliarden Schilling nach volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung an Subventionen zu verteilen, ist das alles kein Problem. Wenn Sie aber den Kinderbetreuungsscheck, der wirklich eine gute Einrichtung ist, finanzieren sollen, finden Sie alle möglichen Ausreden, warum das nicht gehen soll, weil es, wie Sie behaupten, finanziell nicht zu decken sei. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sehr gut! – Abg. Haigermoser: Das war scharf, nicht wahr, Herr Bundesminister?
Das Finanzierungsvolumen des Gutscheines liegt im Rahmen der von den Ländern und Gemeinden für die Kinderbetreuung derzeit aufgewendeten Geldmittel. Die Realisierung des Betreuungsschecks dürfte demnach nicht an der Finanzierung dieser Maßnahme scheitern! – Zitatende. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Sehr gut! – Abg. Haigermoser: Das war scharf, nicht wahr, Herr Bundesminister?)
Abg. Scheibner: Wir sind nicht gegen die Ostöffnung, sondern gegen die Osterweiterung!
Bei den Freiheitlichen habe ich auch ein kleines Problem. Diese treten zwar in ihrem Programm, das wunderschön gestaltet und wirklich eine hervorragende Leistung ist, für die KMUs ein. Warum aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, sind Sie gegen die Ostöffnung? Warum sind Ihre Wirtschaftssprecher gegen die Ostöffnung? (Abg. Scheibner: Wir sind nicht gegen die Ostöffnung, sondern gegen die Osterweiterung!) – Ich meinte Osterweiterung! Entschuldigung!
Abg. Scheibner: Das hat mit der Osterweiterung nichts zu tun! – Zwischenruf des Abg. Fischl.
Warum sind Sie dagegen? Wissen Sie nicht, daß wir jetzt 30 Prozent mehr Handel haben, wissen Sie nicht, daß wir jetzt aktive Bilanzen haben? Wissen Sie nicht, daß der Arbeitsmarkt durch diese Öffnung angeheizt wurde? (Abg. Scheibner: Das hat mit der Osterweiterung nichts zu tun! – Zwischenruf des Abg. Fischl.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine lieben Herren von der Freiheitlichen Partei! Das sind Fakten, das können Sie nachlesen! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das spielt doch keine Rolle! Ich frage Sie wirklich: Warum wollen Sie keine höheren Exporte? Warum wollen Sie nicht mehr Leute auf dem Arbeitsmarkt beschäftigt haben? Warum wollen Sie keine zusätzliche Nachfrage? Warum wollen Sie keine höheren Gewinne? (Abg. Fischl: Warum wollen Sie die Bauern umbringen?) Warum wollen Sie keine stärkeren Betriebe? Das sind Fragen, die mein Nachredner Kollege Hofmann beantworten kann! Das ist eine eindeutige Situation, und die können Sie nicht leugnen! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich würde in diesem Plenum eine offene Antwort darauf nicht geben, weil ich niemanden in der Schweiz momentan in Diskussion ziehen möchte. Wenn man keinen Weltkrieg verloren hat, nie Kapitalvernichtung hatte und das Kapitalfluchtland der ganzen Welt ist, hatte man zeitweise sogar Negativzinsen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) In Japan bestehen völlig andere Verhältnisse! Dort gibt es null Zinsen, es nimmt aber niemand mehr einen Kredit auf, weil sich die Wohlstandsindustrie auf die Staatsbürger nicht übertragen hat. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Von den Japanern nicht, von den Europäern selbstverständlich, um damit auf dem amerikanischen Markt reich zu werden!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das ist Demokratie, Scheibner!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir haben heute hier wieder einmal ein nettes Sittenbild einer Koalitionsregierung vor Augen, die eigentlich angetreten ist, die großen Probleme dieses Landes zu lösen – und die heute sogar schon wegen eines Antrages der Grünen zu streiten beginnt. (Ruf bei der ÖVP: Gaál muß zum Rapport!) Also nicht einmal bei einem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zeigen die Koalitionsparteien Einigkeit, obwohl sie eigentlich beide davon betroffen sein sollten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Das ist Demokratie, Scheibner!)
Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Frag Moser, dann weißt du es!
Ich glaube, dieses Parlament sollte sich darauf besinnen, daß Untersuchungsausschüsse dazu dienen, politische Vorwürfe und politische Verfehlungen zu klären, und nicht die Justiz. – Die Rede des Herrn Scheibner kann ich so gesehen nicht verstehen. (Beifall beim Liberalen Forum und bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Frag Moser, dann weißt du es!)
Sitzung Nr. 176
Abg. Scheibner: Da kommt schon wieder wer! Das ist ja unglaublich! – Abg. Mag. Schweitzer: Wie geht denn das dann mit dem Auszählen, wenn dauernd jemand kommt und geht? – Abg. Koppler: Du hast so eine unsympathische Stimme, Schweitzer! – Abg. Gaál: Der Herr Gaugg kommt auch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Gaugg: Vielleicht kommen noch ein paar, Herr Präsident! Warten S’ noch ein bisserl!
Es gibt keine Geschäftsordnungsbestimmung, wonach man einen Abgeordneten am Betreten des Sitzungssaales hindern kann. Das haben wir in der Präsidialsitzung eindeutig klargestellt. (Abg. Scheibner: Da kommt schon wieder wer! Das ist ja unglaublich! – Abg. Mag. Schweitzer: Wie geht denn das dann mit dem Auszählen, wenn dauernd jemand kommt und geht? – Abg. Koppler: Du hast so eine unsympathische Stimme, Schweitzer! – Abg. Gaál: Der Herr Gaugg kommt auch! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ und den Freiheitlichen. – Abg. Gaugg: Vielleicht kommen noch ein paar, Herr Präsident! Warten S’ noch ein bisserl!)
Abg. Scheibner: Aber nicht für Ihre Politik!
Ich darf in Anbetracht mancher Debattenbeiträge ersuchen, die faire und korrekte Diskussionsebene bei dieser Debatte nicht zu verlassen, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Schweine aus dem Ausland erhalten den Stempel "A"!) So gesehen betrachte ich weite Teile dieser Diskussion, etwa auch den Beitrag des Herrn Abgeordneten Haupt, den Beitrag des Herrn Abgeordneten Wabl und den Beitrag des Herrn Abgeordneten Smolle, eigentlich als ein Kompliment für die österreichischen Bauern und für die österreichische Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Aber nicht für Ihre Politik!)
Die Rednerin stellt eine Tafel mit der Aufschrift "Die Grüne Bank darf nicht abgeschafft werden!" auf das Rednerpult! – Abg. Scheibner: Das sieht man ja gar nicht, Sie müssen das Rednerpult höherstellen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Es gibt einen allgemeinen Anlaß für unsere jetzige Debatte und für unsere Auseinandersetzung insgesamt mit dem öffentlichen Verkehr, speziell mit der Entwicklung des Personenverkehrs auf der Schiene, und es gibt einen sehr konkreten aktuellen Anlaß. (Die Rednerin stellt eine Tafel mit der Aufschrift "Die Grüne Bank darf nicht abgeschafft werden!" auf das Rednerpult! – Abg. Scheibner: Das sieht man ja gar nicht, Sie müssen das Rednerpult höherstellen!)
Abg. Scheibner: Herr Kollege Kostelka! Wer will in Österreich Atomwaffen stationieren? – Abg. Dr. Khol: Niemand! – Abg. Ing. Langthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Stimmen Sie jetzt der Fristsetzung zu oder nicht?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Schweitzer. Er hat das Wort. (Abg. Scheibner: Herr Kollege Kostelka! Wer will in Österreich Atomwaffen stationieren? – Abg. Dr. Khol: Niemand! – Abg. Ing. Langthaler – in Richtung des Abg. Dr. Kostelka –: Stimmen Sie jetzt der Fristsetzung zu oder nicht?)
Abg. Dr. Kostelka: Ich warte, bis wir eine Mehrheit haben! Die haben Sie uns ja nicht gegeben! – Abg. Scheibner: Es geht um die Fristsetzung, damit man das behandeln kann!
Abgeordneter Mag. Karl Schweitzer (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines ist mir beim Redebeitrag des Klubobmannes Kostelka abgegangen, nämlich seine Aussage zum Abstimmungsverhalten. Herr Klubobmann Kostelka, stimmen Sie der Fristsetzung jetzt zu? (Abg. Dr. Kostelka: Ich warte, bis wir eine Mehrheit haben! Die haben Sie uns ja nicht gegeben! – Abg. Scheibner: Es geht um die Fristsetzung, damit man das behandeln kann!)
Abg. Scheibner: Die Zweidrittelmehrheit ist schon da!
Das ist ein Antrag, dem ohne Wenn und Aber – wenn man das in dieser Form sagen darf – seitens der Freiheitlichen zugestimmt wird. (Abg. Scheibner: Die Zweidrittelmehrheit ist schon da!) Um dieses Thema, um diese Gelegenheit auch dazu zu nutzen, etwas einzufordern, wofür sich die österreichische Bundesregierung immer wieder ausgesprochen und in Regierungserklärungen verpflichtet hat, möchte ich noch einmal darauf hinweisen, daß Sie immer wieder nicht nur von einem atomfreien Österreich gesprochen haben, sondern Ihre Tätigkeit sogar so sehr ausweiten wollten, daß Sie gesagt haben: Wir werden dafür sorgen, daß es auch ein atomfreies Mitteleuropa geben wird. – Das hören wir von den Sozialdemokraten seit dem Jahre 1990 immer wieder.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wir haben die Zweidrittelmehrheit! Da sind wir gespannt!
Herr Kollege Khol! Herr Kollege Kostelka! Sie nehmen auch an den Sitzungen der Regierung teil, Sie sind ja sozusagen Mitglieder des Ministerrates, und ich würde Sie daher ersuchen, bei der Regierung darauf hinzuwirken, daß diese den Aktivitäten des Parlaments schön langsam folgt, um glaubwürdig zu werden, wenn es um AKW-freie Gebiete in Europa geht. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wir haben die Zweidrittelmehrheit! Da sind wir gespannt!)
Abg. Scheibner: Die wollen ja gar nicht mehr verhandeln!
Wir wollen die Vorlagen, die in das Hohe Haus getragen werden, behandeln und verhandeln. (Zwischenruf des Abg. Dr. Lukesch.) In der allerletzten Phase haben die Koalitionsvertreter schon jeden Termin angeboten und gemeint: An uns liegt es überhaupt nicht; es ist ja egal, wir schicken – unter Anführungszeichen – "jeden" in den Ausschuß, denn – Klammer auf – Hauptsache, es wird ein paar Stunden behandelt – Klammer geschlossen! Damit ist dem Gesetz Genüge getan und so weiter. Und es ist egal, wer kommt; Hauptsache ist, daß genug Stimmberechtigte anwesend sind! (Abg. Scheibner: Die wollen ja gar nicht mehr verhandeln!)
Abg. Scheibner: Das ist aber lustig! Es hat zwei Landesverteidigungsausschüsse nicht gegeben, nur weil Sie ein Gesetz nicht haben wollten!
Es ist nicht zulässig, daß die FPÖ ein Gesetz, das sie nicht will, unter Ausnutzung der Vorsitzenden-Position blockiert. (Abg. Scheibner: Das ist aber lustig! Es hat zwei Landesverteidigungsausschüsse nicht gegeben, nur weil Sie ein Gesetz nicht haben wollten!) Wir sind weiterhin an Verhandlungen interessiert, wir sind weiterhin an einem Ausschußtermin interessiert. (Abg. Scheibner: Wir haben keine Möglichkeit gehabt, ...!) Ich hoffe, daß es zu dieser Ausschußsitzung noch kommen wird, aber wir werden uns dagegen wehren, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie können alles machen, sogar Drohungen!), daß eine an dramatischer Schwindsucht leidende Freiheitliche Partei so tut, als ob sie in diesem Hause die Mehrheit hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ausschüsse kommen nur dann zustande, wenn Sie etwas wollen! Wenn Sie keine Anträge besprochen haben wollen, dann werden Ausschußsitzungen nicht einberufen! – Abg. Haigermoser: ... schlechtes Gewissen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hat kein Gewissen!)
Abg. Scheibner: Wir haben keine Möglichkeit gehabt, ...!
Es ist nicht zulässig, daß die FPÖ ein Gesetz, das sie nicht will, unter Ausnutzung der Vorsitzenden-Position blockiert. (Abg. Scheibner: Das ist aber lustig! Es hat zwei Landesverteidigungsausschüsse nicht gegeben, nur weil Sie ein Gesetz nicht haben wollten!) Wir sind weiterhin an Verhandlungen interessiert, wir sind weiterhin an einem Ausschußtermin interessiert. (Abg. Scheibner: Wir haben keine Möglichkeit gehabt, ...!) Ich hoffe, daß es zu dieser Ausschußsitzung noch kommen wird, aber wir werden uns dagegen wehren, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie können alles machen, sogar Drohungen!), daß eine an dramatischer Schwindsucht leidende Freiheitliche Partei so tut, als ob sie in diesem Hause die Mehrheit hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ausschüsse kommen nur dann zustande, wenn Sie etwas wollen! Wenn Sie keine Anträge besprochen haben wollen, dann werden Ausschußsitzungen nicht einberufen! – Abg. Haigermoser: ... schlechtes Gewissen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hat kein Gewissen!)
Abg. Scheibner: Sie können alles machen, sogar Drohungen!
Es ist nicht zulässig, daß die FPÖ ein Gesetz, das sie nicht will, unter Ausnutzung der Vorsitzenden-Position blockiert. (Abg. Scheibner: Das ist aber lustig! Es hat zwei Landesverteidigungsausschüsse nicht gegeben, nur weil Sie ein Gesetz nicht haben wollten!) Wir sind weiterhin an Verhandlungen interessiert, wir sind weiterhin an einem Ausschußtermin interessiert. (Abg. Scheibner: Wir haben keine Möglichkeit gehabt, ...!) Ich hoffe, daß es zu dieser Ausschußsitzung noch kommen wird, aber wir werden uns dagegen wehren, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie können alles machen, sogar Drohungen!), daß eine an dramatischer Schwindsucht leidende Freiheitliche Partei so tut, als ob sie in diesem Hause die Mehrheit hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ausschüsse kommen nur dann zustande, wenn Sie etwas wollen! Wenn Sie keine Anträge besprochen haben wollen, dann werden Ausschußsitzungen nicht einberufen! – Abg. Haigermoser: ... schlechtes Gewissen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hat kein Gewissen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ausschüsse kommen nur dann zustande, wenn Sie etwas wollen! Wenn Sie keine Anträge besprochen haben wollen, dann werden Ausschußsitzungen nicht einberufen! – Abg. Haigermoser: ... schlechtes Gewissen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hat kein Gewissen!
Es ist nicht zulässig, daß die FPÖ ein Gesetz, das sie nicht will, unter Ausnutzung der Vorsitzenden-Position blockiert. (Abg. Scheibner: Das ist aber lustig! Es hat zwei Landesverteidigungsausschüsse nicht gegeben, nur weil Sie ein Gesetz nicht haben wollten!) Wir sind weiterhin an Verhandlungen interessiert, wir sind weiterhin an einem Ausschußtermin interessiert. (Abg. Scheibner: Wir haben keine Möglichkeit gehabt, ...!) Ich hoffe, daß es zu dieser Ausschußsitzung noch kommen wird, aber wir werden uns dagegen wehren, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie können alles machen, sogar Drohungen!), daß eine an dramatischer Schwindsucht leidende Freiheitliche Partei so tut, als ob sie in diesem Hause die Mehrheit hätte. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ausschüsse kommen nur dann zustande, wenn Sie etwas wollen! Wenn Sie keine Anträge besprochen haben wollen, dann werden Ausschußsitzungen nicht einberufen! – Abg. Haigermoser: ... schlechtes Gewissen! – Ruf bei den Freiheitlichen: Der hat kein Gewissen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Die sollen selber ihren Standpunkt feststellen! Das ist wirklich arg!
Welchen Standpunkt die Regierung einnimmt, ob Sie von der ÖVP sich in der Regierung besser durchsetzen können oder die SPÖ, ist nicht unsere Sache! Aber was unsere Sache ist, soll auch unsere Sache bleiben! Ich sehe nicht ein, daß sich Minister und Regierungsstellen in eine Angelegenheit der Legislative einmischen, Herr Bundesminister. Das möchte ich einmal klar und deutlich gesagt haben! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Die sollen selber ihren Standpunkt feststellen! Das ist wirklich arg!)
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!
Es kann nicht sein, daß man dann – und ich spreche auch das aus – unterschwellig sagt: Falls das in der Form geschieht, wie es hier von ursprünglich fünf Parteien vereinbart worden ist, dann wird es Schwierigkeiten in der Koalition geben. (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!) – Herr Bundesminister! Mir als Vertreter des österreichischen Volkes und Abgeordnetem zum österreichischen Nationalrat ist es völlig egal, ob es innerhalb der beiden Regierungsfraktionen zu Schwierigkeiten kommt oder nicht. Aber in eine Angelegenheit des Parlaments hat sich die Regierung meiner Ansicht nach nicht einzumischen! So sollte es auch bleiben! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wissen Sie, was im Daringerhof eine Wohnung kostet?
Das österreichische Denkmalschutzgesetz wurde in seiner ersten Fassung am 25. September 1923 beschlossen. Aus Anlaß des 75. Jahrestages präsentierte das Bundesdenkmalamt im vergangenen Jahr die Broschüre mit dem Titel "Gerettet. Denkmale in Österreich". Ich gratuliere den Herausgebern zu dieser Broschüre, sie ist nicht nur graphisch gut gestaltet, sie liest sich auch inhaltlich fast wie ein Kriminalroman. Bei jedem beschriebenen Fall, egal ob das Schloß Hohenbrunn in St. Florian in Oberösterreich, die Brücke an der Wienzeile, das Kellerviertel in Heiligenbrunn im Burgenland, der Daringerhof in der Sieveringer Straße (Abg. Scheibner: Wissen Sie, was im Daringerhof eine Wohnung kostet?), ein Braunkohleförderturm in Fohnsdorf in der Steiermark, das Theater an der Wien oder die Antoniuskapelle in Großhöflein, handelt es sich jeweils um Objekte, die kurz vor dem Abbruch gestanden sind und erst in allerletzter Minute durch das Zusammenwirken von Denkmalschutz sowie privaten und öffentlichen Investoren gerettet werden konnten.
Abg. Scheibner: Gestern in der Sicherheitsdebatte sind Sie dort oben im Winkerl gestanden!
Kurz und gut: Es war ein Cocktail der Ahnungslosigkeit, den Sie hier eingebracht haben, und Sie sollten sich wirklich auf andere Themen konzentrieren. (Abg. Scheibner: Gestern in der Sicherheitsdebatte sind Sie dort oben im Winkerl gestanden!) Verschonen Sie hier die Presse- und Medienpolitik! Sie hat es nicht verdient, von Ihnen permanent in dieser Form mißhandelt zu werden, Herr Abgeordneter Krüger. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten sich vom NATO-Winkerl auch ins Medienwinkerl stellen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten sich vom NATO-Winkerl auch ins Medienwinkerl stellen!
Kurz und gut: Es war ein Cocktail der Ahnungslosigkeit, den Sie hier eingebracht haben, und Sie sollten sich wirklich auf andere Themen konzentrieren. (Abg. Scheibner: Gestern in der Sicherheitsdebatte sind Sie dort oben im Winkerl gestanden!) Verschonen Sie hier die Presse- und Medienpolitik! Sie hat es nicht verdient, von Ihnen permanent in dieser Form mißhandelt zu werden, Herr Abgeordneter Krüger. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten sich vom NATO-Winkerl auch ins Medienwinkerl stellen!)
Abg. Scheibner: Wieviel gibt es an "NEWS"?
Der Spitzenreiter bei dieser ganzen Materie ist natürlich das Bundeskanzleramt. Das Bundeskanzleramt gibt hiefür im Jahre 1998 insgesamt 71 Millionen Schilling aus. (Abg. Scheibner: Wieviel gibt es an "NEWS"?) Ich komme noch zu "News"! An zweiter Stelle liegt der Verkehrsminister, der alles auf die Schiene verlagern will, mit 37 Millionen Schilling. Das müssen Sie sich einmal ansehen! Insgesamt sind es 163 Millionen Schilling. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Den Minister begrüßen Sie nicht?
Abgeordneter Karl Smolle (Liberales Forum): Gospod predsednik! Gospod minister! Visoki dom! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Scheibner: Den Minister begrüßen Sie nicht?) Herr Präsident! Herr Minister! Ja, groß und einflußreich müßte man sein – so denken oft die österreichischen Volksgruppen, meine Damen und Herren. Groß und einflußreich müßte man sein (Abg. Steibl: Das haben wir schon gehört!), dann wäre man beliebt und bekäme noch das einschlägige Kleingeld dazu, das man zum Großsein und zum Mächtigsein braucht. Das ist der Anfang meiner Rede, und Gott sei Dank (Abg. Schwarzenberger: Auch das Ende!) ist einer der wichtigsten Missetäter in diesem Bereich, Kollege Khol, gerade in den Raum gekommen. Das freut mich sehr, weil ich diese Worte vor allem an ihn richten möchte.
Abg. Scheibner: Zuerst redet er dagegen, dann stimmt er zu! Kollege Smolle, du hast doch dagegen geredet!
Für den Fall Ihrer Zustimmung ersuche um ein entsprechendes Zeichen. – Dies ist die Mehrheit. Angenommen. (Abg. Scheibner: Zuerst redet er dagegen, dann stimmt er zu! Kollege Smolle, du hast doch dagegen geredet!)
Sitzung Nr. 178
Abg. Scheibner: Hätten wir das gemacht, wäre das wieder "Mißbrauch" der Geschäftsordnung!
Daß für die Freiheitlichen Frauenpolitik keinen Stellenwert hat, ist bekannt, aber für die Freiheitlichen haben wir es auch nicht gemacht. (Abg. Scheibner: Hätten wir das gemacht, wäre das wieder "Mißbrauch" der Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Was ist ein "sozialdemokratisches Ressort"?
Was heißt denn Frauenförderung in den Betrieben? – Das heißt sicher auch, entsprechende Möglichkeiten für Frauen zu schaffen, um die sogenannte gläserne Decke zu durchstoßen. Das bedeutet aber auch neue Möglichkeiten zum Beispiel in Richtung Arbeitszeiten, in Richtung Betriebskindergärten und viele Dinge mehr. Das sind Punkte, von denen wir wollen, daß sie in der Wirtschaft in Zukunft stärker berücksichtigt werden. Die sozialdemokratischen Ressorts haben das getan. (Abg. Scheibner: Was ist ein "sozialdemokratisches Ressort"?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist ein "sozialdemokratisches Ressort"?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Dr. Schmidt! Ich kann Ihnen auch berichten, daß die sozialdemokratischen Ressorts Frauenförderpläne für das jeweilige Ressort verbindlich mittels Verordnung erlassen haben. Ich betone: einklagbar und verbindlich! Das ist wohl ein wesentliches Qualitätsmerkmal, das wir da geschaffen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist ein "sozialdemokratisches Ressort"?) Sie sind alle eingeladen, das gleiche zu tun. (Abg. Dr. Graf: Herr Bundeskanzler! Was sind "sozialdemokratische Ressorts"?) – Die, die von Sozialdemokraten geführt werden, damit das klar ist.
Abg. Schaffenrath: Wofür treten Sie ein?! Der Kinderbetreuungsscheck ist frauenfeindlich! – Abg. Scheibner: Wie ist in Tirol abgestimmt worden, Frau Schaffenrath?
Frau Schmidt! Daß Sie hier und heute die Dringliche Anfrage begründet haben, war etwas eigenartig, und Ihre Glaubwürdigkeit war eher auf dem Nullpunkt. Ich werde Ihnen sagen, warum. Sie treten ein für die gleichgeschlechtliche Ehe (Abg. Dr. Schmidt: Ja!), Sie treten ein für die Liberalisierung der Drogen (Abg. Dr. Schmidt: Ja!), und Sie treten ein für die Abschaffung des Kruzifixes in den Schulen. (Abg. Dr. Schmidt: Ja!) – Das ist das Einzige an Ihrer Politik. Aber kurz vor den Wahlen treten Sie hier heraus und glauben, nunmehr die Frauenpolitikerin der Nation zu sein! (Abg. Schaffenrath: Wofür treten Sie ein?! Der Kinderbetreuungsscheck ist frauenfeindlich! – Abg. Scheibner: Wie ist in Tirol abgestimmt worden, Frau Schaffenrath?)
Abg. Scheibner: Gott sei Dank! Da sind wir sehr froh!
Frau Kollegin Aumayr, mit der mich praktisch nichts verbindet außer der Tatsache, daß wir beide weiblichen Geschlechts sind (Abg. Scheibner: Gott sei Dank! Da sind wir sehr froh!), hat Sie soeben als "artig und brav" kategorisiert. Das wären zwar nicht meine Worte, aber meine Kritik geht dahin, daß Sie mit Ihrer Person keine Garantin sind und nicht dafür stehen, daß es einen Widerstand gegen dieses Wiedererstarken des konservativen Frauenbildes zu geben hat. (Abg. Kiss: Redezeit! Das genügt! Herr Präsident!) Aber genau das würde ich mir erwarten! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des Liberalen Forums.)
Abg. Scheibner: Aber in der Gegenwart haben Sie nichts mehr anzubieten! In der Vergangenheit ja, aber in der Gegenwart nicht mehr – so wie in vielen Bereichen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es waren immer die Sozialdemokraten und vor allem die sozialdemokratischen Frauen, die sich bemüht haben, Verbesserungen für die Frauen zu erreichen. (Abg. Dr. Schmidt: Genau das ist ja die Schande!) Ich möchte auch zwei Vorkämpferinnen hier im Parlament nennen, nämlich unsere Genossinnen Rosa Jochmann und Hertha Firnberg. (Abg. Scheibner: Aber in der Gegenwart haben Sie nichts mehr anzubieten! In der Vergangenheit ja, aber in der Gegenwart nicht mehr – so wie in vielen Bereichen!) Es liegen sehr wohl Anträge vor vom 16. April 1998. Leider finden diese sozialdemokratischen Anträge nicht die Zustimmung dieses Hauses. Ich glaube aber, daß vielleicht eine Zeit kommen wird, in der sich das ändert und sich auch die Meinung hier ändern wird.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber diese Teilzeitarbeit haben Sie geschaffen, darauf sind Sie ja sehr stolz!
Was wird von diesen Frauen erwartet? – Daß sie in der Zeiteinteilung flexibel, von Montag bis Samstag sowohl vormittags als auch nachmittags, zwischen 6.30 Uhr und 19.30 Uhr, einsatzbereit sind. Geboten wird eine Teilzeitbeschäftigung im Ausmaß von 15 Stunden pro Woche! – Diesbezüglich ist die Wirtschaft, sind die Unternehmen gefordert. Auch das LIF ist gefordert, daran mitzuarbeiten, daß sich in dieser Frage vieles ändert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber diese Teilzeitarbeit haben Sie geschaffen, darauf sind Sie ja sehr stolz!)
Abg. Scheibner: So etwas Überhebliches! Sie mißbrauchen die Frauen für Ihre ideologischen Spielchen!
Ich möchte meine Redezeit aber nicht so sinnlos verstreichen lassen, wie das bei Ihrer Rede der Fall war (Abg. Scheibner: So etwas Überhebliches! Sie mißbrauchen die Frauen für Ihre ideologischen Spielchen!), sondern die Chance nützen, doch etwas zu sagen. (Abg. Dr. Mertel – in Richtung der Freiheitlichen –: Seid nicht so wehleidig!) Kolleginnen haben gesagt, daß frauenpolitisch sehr viel in diesem Land geschehen ist. Ich gehöre zu jenen Frauenpolitikerinnen, die sehr stolz auf die sozialdemokratischen Frauenministerinnen sowohl der Vergangenheit als auch auch der Gegenwart sind.
Abg. Scheibner: Was haben Sie erreicht in den letzten zehn Jahren?
Aber es gibt bei uns auch Unzufriedenheit mit der Frage der Umsetzung der Forderungen des Frauen-Volksbegehrens. Die sozialdemokratische Fraktion hat daher im Zuge der Behandlung des Frauen-Volksbegehrens einen Minderheitsbericht abgegeben (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können doch nicht zufrieden sein damit, daß die Frauen noch immer weniger verdienen als Männer!), in dem wir klargestellt haben, daß die Forderungen wesentlich rascher und effizienter umgesetzt werden sollen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie erreicht in den letzten zehn Jahren?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sitzt denn in der Regierung? Seit 30 Jahren sitzen Sie in der Regierung!
Frau Kollegin Petrovic! Weil Sie der Frau Bundesministerin Ihre Anträge überreicht haben, überreiche ich Ihnen den Minderheitsbericht der sozialdemokratischen Fraktion, in dem unsere Forderungen zu den frauenpolitischen Themen aufgelistet sind. (Abg. Dr. Partik-Pablé: 20 Milliarden Schilling haben Sie den Familien ...!) Man braucht eben parlamentarische Mehrheiten, um etwas umsetzen zu können. Diese parlamentarischen Mehrheiten haben wir leider nicht, und das muß man als Demokratin auch zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sitzt denn in der Regierung? Seit 30 Jahren sitzen Sie in der Regierung!)
Abg. Scheibner: Da haben Sie Kollegin Povysil nicht zugehört!
Ich möchte zwei Punkte kurz anschneiden, weil die Debatte gezeigt hat, wie unterschiedlich die Zugänge sind. Ich meine, das Bekenntnis "Wir alle lieben die Frauen" ist selbstverständlich zuwenig, sondern es geht darum, welche Interessen von Frauen und welche Gruppen von Frauen man vertritt. Da ist es für uns Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen klar: Es sind jene Frauen, die Hilfe benötigen. Es sind jene Frauen, die als Alleinerzieherinnen unter erschwerten Bedingungen berufstätig sind und auch unter erschwerten Bedingungen ihre Kinder erziehen müssen. (Abg. Scheibner: Da haben Sie Kollegin Povysil nicht zugehört!) Das heißt, das sind jene Frauen, die wir vertreten.
Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Regierung!
Da ist es zuwenig, zu sagen, daß die Alleinerzieherin sonst gutgestellt ist – Herr Minister Bartenstein! Es gibt zwei Klassen von Kindern. Einer Alleinerzieherin stehen für ihr Kind nur eineinhalb Jahre an Karenz- und Betreuungszeit zur Verfügung (Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Regierung!), und dann gibt es noch die anderen; die Väter sind aufgefordert, endlich in Karenzurlaub zu gehen, dann hätte das Kind nämlich zwei Jahre Betreuungszeit, wenn diese von dieser Möglichkeit Gebrauch machen würden. Ich hoffe, Sie werden irgendwann einmal Kinder haben und dann auch die Karenzzeit in Anspruch nehmen, Herr Kollege Scheibner! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: 30 Jahre haben Sie Zeit gehabt! Das ist ja eine Oppositionsrede!
Auch wenn es einigen in diesem Saal nicht in das Konzept paßt: Ich kann Ihnen garantieren, die Sozialdemokratinnen werden weiter kämpferisch und aufrichtig für die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Frauen eintreten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: 30 Jahre haben Sie Zeit gehabt! Das ist ja eine Oppositionsrede!)
Abg. Scheibner: 17 000 ...!
So gibt es zum Beispiel seit September 1997 49 neue Lehrberufe im Informationsbereich, im EDV-Bereich und in Dienstleistungsbereichen. (Abg. Scheibner: 17 000 ...!) Damit sind ungefähr 6 500 neue Lehrstellen geschaffen worden. Das muß man auch einmal betonen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: 14 000 Lehrlinge suchen einen Lehrplatz!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das Thema Lehrling, das Thema Jugendarbeit ist ein viel zu wichtiges Thema, als daß man es hier polemisch verwenden, auf dem Rücken der Jugendlichen austragen und für parteipolitische Zwecke ausnützen sollte (Abg. Dolinschek: So wie die SPÖ!), um vielleicht irgendwo punkten zu können. Uns ist die Lehrlingsfrage viel zu wichtig! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: 14 000 Lehrlinge suchen einen Lehrplatz!)
Abg. Scheibner: Das war ein Untergriff!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Herr Abgeordneter Wabl! Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß der Vorwurf körperlicher Gebrechen nicht zum Ton dieses Hauses gehört. (Abg. Scheibner: Das war ein Untergriff!)
Abg. Scheibner: Wie teuer ist er denn?
Herr Kollege Jung! So billig ist das nicht. (Abg. Scheibner: Wie teuer ist er denn?) So billig ist das nicht, denn formal – und nicht nur formal, sondern auch inhaltlich – können sich die Beamten darauf verlassen, daß von einem anderen Ministerium wahrheitsgetreue Angaben gemacht werden. Weil sie gezweifelt haben und der Amtsverschwiegenheit unterliegen, hat es offensichtlich Beamte gegeben, die die Courage gehabt haben, diese Waffenverkäufe anderen Personen mitzuteilen, damit sie öffentlich gemacht werden. Ja, ich sage das ganz bewußt: Da gibt es Beamte, die Zivilcourage haben – im Gegensatz zu anderen Personen hier im Hause! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Rechtswidrig gehandelt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Rechtswidrig gehandelt!
Herr Kollege Jung! So billig ist das nicht. (Abg. Scheibner: Wie teuer ist er denn?) So billig ist das nicht, denn formal – und nicht nur formal, sondern auch inhaltlich – können sich die Beamten darauf verlassen, daß von einem anderen Ministerium wahrheitsgetreue Angaben gemacht werden. Weil sie gezweifelt haben und der Amtsverschwiegenheit unterliegen, hat es offensichtlich Beamte gegeben, die die Courage gehabt haben, diese Waffenverkäufe anderen Personen mitzuteilen, damit sie öffentlich gemacht werden. Ja, ich sage das ganz bewußt: Da gibt es Beamte, die Zivilcourage haben – im Gegensatz zu anderen Personen hier im Hause! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Rechtswidrig gehandelt!)
Abg. Scheibner: Nein, da ist die Stapo zuständig!
Ja natürlich haben sie rechtswidrig gehandelt. Sie haben auch Angst davor, daß sie dafür erwischt werden. Denn es gibt ja solche Geheimdienstleute wie Herrn Jung, die Herrn Fasslabend die Maschinengewehrstange halten! (Abg. Scheibner: Nein, da ist die Stapo zuständig!) – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Warum darf Maitz nicht sprechen? – Abg. Jung: Ich verstehe das schon!
Präsident MMag. Dr. Willi Brauneder: Weiters zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Sauer. (Abg. Scheibner: Warum darf Maitz nicht sprechen? – Abg. Jung: Ich verstehe das schon!) Herr Abgeordneter, ab jetzt beträgt die Redezeit maximal 5 Minuten. – Bitte.
Abg. Parnigoni: Freunde! Freund Mentil, Freund Scheibner! Freund Rosenstingl, und wie die Freunde alle heißen!
Jedenfalls haben wir keinen Anlaß, Kollege Wabl, den Minister zu decken. Allerdings möchte ich auf eines hinweisen, das Sie interessanterweise selbst sehr offen gesagt haben. (Abg. Parnigoni: Freunde! Freund Mentil, Freund Scheibner! Freund Rosenstingl, und wie die Freunde alle heißen!) Selbst wenn man davon ausgeht, daß es beim Verkauf von Sturmgewehren zu Umgehungen gekommen ist – Sie haben dazu selbst eine nette Graphik an verschiedene Abgeordnete verteilt –, merkt man doch, daß bei dieser Umgehung immer wieder der Innenminister zum Tragen kommt, das Innenministerium, das diese Exporte letztlich genehmigen muß.
Abg. Grabner: Scheibner auch?
Aber wenn man das jetzt kritisiert, dann muß man alle kritisieren. Dann muß man in diesem Untersuchungsausschuß wirklich alle Beteiligten mit einbeziehen, nicht nur den Verteidigungsminister (Abg. Grabner: Scheibner auch?), sondern auch den Innenminister sowie den Finanz-minister, der letztlich den Profit daraus zieht. (Abg. Dr. Graf: Bundeskanzler!) Aber anscheinend bekommt man dann keine Informationen aus dem Innenressort mehr, wenn man dieses Ressort mit einbezieht, Kollege Parnigoni. Abgeordneter Wabl hat ja zugegeben, daß er die Informationen, die zu diesen Initiativen geführt haben, aus dem Innenressort bekommen hat.
Sitzung Nr. 179
Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?
Jedenfalls gab es wieder einen Rückzieher. In den letzten Tagen kam es wieder zu gegenseitigen Schuldzuweisungen dahin gehend, wer denn für den katastrophalen Zustand der österreichischen Landesverteidigung, vor allem des österreichischen Bundesheeres verantwortlich ist. (Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?) Herr Bundeskanzler Klima meint, der Verteidigungsminister sei schuld, der Verteidigungsminister sagt, die SPÖ sei schuld, weil sie nicht das erforderliche Geld zur Verfügung stellt.
Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?
Man überlegt jetzt, woher man die für den KFOR-Einsatz notwendigen Zelte bekommt, woher man das Personal bekommt. Europaweit ist es üblich, daß wirklich nur professionell ausgebildete und ausgerüstete Soldaten an solch gefährlichen Einsätzen teilnehmen. In Deutschland gibt es keinen Soldaten, der nicht zumindest ein Jahr auf einen derartigen Auslandseinsatz vorbereitet wird (Abg. Wabl: Wie ist das jetzt mit der NATO, Herr Scheibner?), bevor er in solch ein Abenteuer geschickt wird, Kollege Wabl. In Österreich wird das Personal per Inserat gesucht. Nach sechswöchigen Schnellsiedekursen werden die Leute in derartige Einsätze geschickt. Herr Bundesminister! Das ist unverantwortlich! (Beifall bei den Freiheitlichen.) Wir tragen die Verantwortung für die Sicherheit unserer Soldaten. Nehmen Sie nicht nur aus Prestigegründen an solchen Einsätzen teil!
Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was der sagt! Im Gegensatz zu Ihnen wissen wir das aus der Praxis!
Ich bin aber gerne dazu bereit, Ihnen auch andere Papiere vorzulegen, etwa das, was der amerikanische Verteidigungsminister dazu sagt. Er lobt unsere Soldaten wegen ihrer hervorragenden Arbeit und Leistung. Ich kann Ihnen sagen, was der Oberkommandierende des amerikanischen Marinekorps dazu sagt. (Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was der sagt! Im Gegensatz zu Ihnen wissen wir das aus der Praxis!) Er sagt ebenso: talent, hard work and genuine know-how – das heißt: und echtes Know-how –; das attestiert er unseren Soldaten! (Abg. Dr. Kostelka: Ist das eine Lesestunde?) – Das sollten Sie mit einbeziehen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wer ist denn verantwortlich? – Abg. Mag. Haupt: Leere Versprechen, Herr Minister!
Selbstverständlich ist das nur ein Teil. Wir können aber auch stolz darauf sein, daß wir die Ausbildung für Offiziere, Unteroffiziere und auch für Grundwehrdiener hervorragend verbessert haben, auf ganz neue Beine gestellt haben. Wir können sagen, daß wir eine einsatzfähige Organisation besitzen, die in der Lage ist, ihr gestellte Aufgaben entsprechend durchzuführen, wie sie das bei allen Übungen und Einsätzen bisher bewiesen hat und auch in Zukunft beweisen wird. Wir müssen aber selbstverständlich auch alles daransetzen, die zukünftigen Aufgabenstellungen entsprechend durchführen zu können. Dazu benötigt das Bundesheer jedoch mehr Geld (Abg. Scheibner: Wer ist denn verantwortlich? – Abg. Mag. Haupt: Leere Versprechen, Herr Minister!), nämlich dann, wenn es darum geht, große Investitionen durchzuführen, und diese stehen vor uns. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber das muß man einmal fordern, Herr Minister!
Meine Damen und Herren! Ich möchte angesichts der Tatsache, daß in weniger als drei Monaten Nationalratswahlen stattfinden und daß ein großer Teil von Ihnen in der nächsten Gesetzgebungsperiode dem Nationalrat angehören wird, hier auch einen Appell an Sie richten: Österreich ist reich an Lippenbekenntnissen für seine Sicherheit und reich an Lippenbekenntnissen für sein Eintreten für die Landesverteidigung. In Wirklichkeit geht es aber nicht nur darum, die entsprechenden Voraussetzungen schaffen zu wollen, sondern auch darum, bei harten Entscheidungen dafür einzustehen, auch dann, wenn es vielleicht unpopulär ist – die Landesverteidigung ist nicht immer das Populärste, das ist uns allen bewußt –, dafür einzutreten, wenn die Entscheidung gefallen ist, daß man eben neues Gerät ankaufen muß, das etwas kostet, daß man Geld braucht, um die Soldaten entsprechend bezahlen zu können, daß man entsprechend viel Geld haben muß, um an Einsätzen teilzunehmen. (Abg. Scheibner: Aber das muß man einmal fordern, Herr Minister!)
Abg. Scheibner: Was ist an "Schmäh" ...?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Wir können doch diese Diskussion auch in einer Weise führen ... (Abg. Scheibner: Was ist an "Schmäh" ...?) – Nein, wenn in einem Satz gleich zwei Worte verwendet werden, bei denen man zusammenzuckt, dann erlaube ich mir, darum zu bitten, so zu sprechen, wie es diesem Hause zur Ehre gereicht. Das lasse ich mir von niemandem streitig machen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wie ist das mit dem Berufsheer? – Abg. Gaál – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich komme jetzt mit einem Gewehr!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Gaál. Gleiche Redezeit. (Abg. Scheibner: Wie ist das mit dem Berufsheer? – Abg. Gaál – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich komme jetzt mit einem Gewehr!)
Abg. Scheibner: Das bestreitet niemand!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es gibt bezüglich des Bundesheeres sehr wohl viel zu kritisieren, aber das negative Bild, daß Sie, Kollege Scheibner und vor allem auch Herr Abgeordneter Jung, hier gemalt haben, ist natürlich sehr, sehr stark übertrieben. Wir verfügen über bestqualifizierte Offiziere, Unteroffiziere und über sehr gut ausgebildete Grundwehrdiener. (Abg. Scheibner: Das bestreitet niemand!) Daher ist das Bundesheer sehr wohl in der Lage, die ihm per Gesetz übertragenen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit zu erfüllen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Ist das seine Abschiedsrede?) Ob es die Grenzsicherung, die rasche Hilfe bei Katastrophen oder bei sonstigen humanitären Aktionen und internationale Einsätze betrifft, diesbezüglich gibt es zu Recht sehr, sehr viel Lob. Unsere Soldaten sind für ein sicheres Österreich im umfassenden Sinne und auch im Dienste des Friedens in der Welt höchst professionell, Kollege Scheibner, und erfolgreich unterwegs. Das möchte ich wirklich einmal betonen.
Abg. Scheibner: Das warst doch du, der angefangen hat!
Meine Damen und Herren! Daher ist es auch völlig absurd, Kollege Scheibner, uns zu unterstellen, daß wir die Diskussion über die Einrichtung eines Berufsheeres begonnen haben. (Abg. Scheibner: Das warst doch du, der angefangen hat!) Ich darf daran erinnern, daß sich führende Repräsentanten der ÖVP in den letzten Wochen und Monaten sehr deutlich für ein Berufsheer ausgesprochen haben und auch der Herr Bundesminister seine Sympathie und seine positive Einstellung für ein Berufsheer gezeigt hat. (Abg. Scheibner: Ihr wart es doch, die angefangen haben! Cap, Häupl in den Zeitungen!) Sie, ÖVP und FPÖ, gemeinsam sprechen heute von einem Freiwilligenheer, meinen aber ein Berufsheer. Dazu gab es auch entsprechende Wortmeldungen. Wir von der SPÖ haben gesagt – und das hat Sie alle überrascht –, daß wir gesprächsbereit sind; wir sind gesprächsbereit, wenn es darum geht, die Sicherheit Österreichs zu gewährleisten – sekundär mit welchem Wehrsystem.
Abg. Scheibner: Ihr wart es doch, die angefangen haben! Cap, Häupl in den Zeitungen!
Meine Damen und Herren! Daher ist es auch völlig absurd, Kollege Scheibner, uns zu unterstellen, daß wir die Diskussion über die Einrichtung eines Berufsheeres begonnen haben. (Abg. Scheibner: Das warst doch du, der angefangen hat!) Ich darf daran erinnern, daß sich führende Repräsentanten der ÖVP in den letzten Wochen und Monaten sehr deutlich für ein Berufsheer ausgesprochen haben und auch der Herr Bundesminister seine Sympathie und seine positive Einstellung für ein Berufsheer gezeigt hat. (Abg. Scheibner: Ihr wart es doch, die angefangen haben! Cap, Häupl in den Zeitungen!) Sie, ÖVP und FPÖ, gemeinsam sprechen heute von einem Freiwilligenheer, meinen aber ein Berufsheer. Dazu gab es auch entsprechende Wortmeldungen. Wir von der SPÖ haben gesagt – und das hat Sie alle überrascht –, daß wir gesprächsbereit sind; wir sind gesprächsbereit, wenn es darum geht, die Sicherheit Österreichs zu gewährleisten – sekundär mit welchem Wehrsystem.
Abg. Scheibner: Aber kaputtgemacht! Dafür gesprochen, dagegen entschieden!
Es spricht sicher einiges für ein System von Freiwilligen, meine Damen und Herren, mit einer verstärkten Berufskomponente unter Aufrechterhaltung der Miliz. Wir haben uns immer wieder für die Miliz ausgesprochen, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Aber kaputtgemacht! Dafür gesprochen, dagegen entschieden!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie die letzten zehn Jahre gemacht?
Ich bin auch dafür, daß wir uns mittelfristig darum bemühen, in Richtung Erhöhung des Landesverteidigungsbudgets um 1 Prozent zu gehen, aber das geht nicht von heute auf morgen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie die letzten zehn Jahre gemacht?) Wir müssen derzeit mit 22 Milliarden Schilling auskommen. Wenn man damit sparsam, wirtschaftlich, zweckmäßig und sinnvoll umgeht, dann ist es möglich, daß man mit diesem Budget auch die Sicherheit Österreichs und eine glaubwürdige Landesverteidigung sicherstellt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was habt ihr denn die letzten Jahre gemacht?
Außerdem wurden dem Regierungspartner tatsächlich viele Beschaffungen abgerungen. Ich nenne nur die Lenkwaffen, mobile Radaranlagen, das Mech-Paket, Splitterschutzwesten, Kampfhelme, Ausbildungssimulatoren und EDV-Systeme für alle Führungskommanden. Nochmals, meine Damen und Herren: Vieles ist gelungen, aber eine Reihe von dringenden Anschaffungen liegt noch vor uns, wie zum Beispiel der Truppenfunk als einheitliches Kommunikationssystem für alle Waffengattungen, die Erneuerung der LKW-Flotte, moderne Pionierbrücken, Transportflugzeuge für militärische Einsätze und für Katastrophenhilfe im In- und im Ausland sowie neue Luftraumüberwachungsflugzeuge, die dem Stand der Technik entsprechen. (Abg. Haupt: Das haben wir vor zehn Jahren schon gehört! Bis heute ist nichts geschehen!) Damit, meine Damen und Herren, ergibt sich zwingend, daß in den nächsten vier Jahren wesentlich mehr Geld für das Bundesheer ausgegeben werden muß. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was habt ihr denn die letzten Jahre gemacht?)
Abg. Scheibner: 13 Jahre Reduktionen beim Heer! 13 Jahre reduzieren, 13 Jahre kaputtmachen!
1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes wäre das Minimum; das muß für alle – für alle! –, die Landesverteidigung und Friedensvorsorge ernst nehmen, ein großes Anliegen sein. (Abg. Scheibner: 13 Jahre Reduktionen beim Heer! 13 Jahre reduzieren, 13 Jahre kaputtmachen!)
Abg. Scheibner: Ihr wollt doch auch das Heer abschaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Was wir brauchen und wofür wir Liberalen auch stehen, ist die Integration Österreichs in eine europäische Sicherheitsstruktur (Beifall beim Liberalen Forum), in jene Sicherheitsstrukturen, die jetzt entstehen und aufgebaut werden, damit die Europäische Union in der Lage ist, ihre sicherheitspolitischen Aufgaben und ihre Verantwortung auf diesem Kontinent tatsächlich wahrzunehmen. (Abg. Scheibner: Ihr wollt doch auch das Heer abschaffen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Du verstehst das nicht! Das ist es!
Meine Damen und Herren! Wenn man Herrn Maitz zuhört, hat man das Gefühl, er will im wesentlichen pragmatisierte Beamte, die mit mehr oder weniger Panzern hinter der NATO herrollen. – Beim Kollegen Scheibner weiß man jetzt nicht mehr genau, was er will, denn ein NATO-Beitritt ist aufgrund der Ergebnisse der EU-Wahl etwas ins Wanken geraten. (Abg. Scheibner: Du verstehst das nicht! Das ist es!) Da wird es wahrscheinlich nach dem 3. Oktober, wenn es zu einer Koalition zwischen ÖVP und FPÖ kommen sollte, bei Ihnen einer Neuorientierung bedürfen. Ich glaube, da werden wir dann eine neue "Kärntner Bärental-Orientierung" haben und da wird Herr Scheibner dann möglicherweise wieder eine neue Taktik aushecken, wie man denn das alles unter Dach und Fach bringen könnte. (Abg. Dr. Maitz: Wabl spricht für die SPÖ! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Es geht um den Schutz für unsere Soldaten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wir haben im Augenblick die Situation, daß FPÖ und ÖVP viel Geld in das Bundesheer hineinstecken wollen: in teure Abfangjäger, in Panzerpakete; 13 Milliarden Schilling bitte! Das geht uns doch bitte wieder ab im Bereich des sozialen und ökologischen Friedens! (Abg. Scheibner: Es geht um den Schutz für unsere Soldaten! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Den Scherben hast du auf! – Abg. Jung: Nein, bei der Frisur des Wabl nicht!
Herr Kollege Scheibner, zu Ihrer Demonstration heute hier mit diesen beiden Helmen: Wenn dieses Haus Ihrer Wehrpolitik folgen würde, hätten wir relativ rasch "den Scherben auf". (Abg. Scheibner: Den Scherben hast du auf! – Abg. Jung: Nein, bei der Frisur des Wabl nicht!)
Abg. Scheibner: Du hast ja selber so ein komisches Konzept für ein Berufsheer!
Es war im übrigen – wenn Sie gestatten, daß ich das sage – professionell, was Sie hier im Rahmen der heutigen Aktuellen Stunde geboten haben, ganz im Gegensatz zu dem, was Kollege Scheibner zum besten gegeben hat. Herr Kollege Scheibner, Sie hätten die Mitarbeiter Ihres Vorgängers nicht übernehmen sollen, denn offenbar haben diese Ihnen das Thema heute schlecht aufbereitet. (Abg. Scheibner: Du hast ja selber so ein komisches Konzept für ein Berufsheer!) Wenn Sie nämlich zum Thema "Professionelle Landesverteidigung für ein sicheres Österreich" sprechen und dann sagen: Wir brauchen 40 000 Berufssoldaten!, dann hätten Sie dazusagen müssen, daß das zumindest 20 Milliarden Schilling mehr kostet und das wahrscheinlich ähnlich "gut" finanzierbar ist wie Ihr Kinderbetreuungsscheck in Kärnten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat denn dein Konzept geschrieben?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat denn dein Konzept geschrieben?
Es war im übrigen – wenn Sie gestatten, daß ich das sage – professionell, was Sie hier im Rahmen der heutigen Aktuellen Stunde geboten haben, ganz im Gegensatz zu dem, was Kollege Scheibner zum besten gegeben hat. Herr Kollege Scheibner, Sie hätten die Mitarbeiter Ihres Vorgängers nicht übernehmen sollen, denn offenbar haben diese Ihnen das Thema heute schlecht aufbereitet. (Abg. Scheibner: Du hast ja selber so ein komisches Konzept für ein Berufsheer!) Wenn Sie nämlich zum Thema "Professionelle Landesverteidigung für ein sicheres Österreich" sprechen und dann sagen: Wir brauchen 40 000 Berufssoldaten!, dann hätten Sie dazusagen müssen, daß das zumindest 20 Milliarden Schilling mehr kostet und das wahrscheinlich ähnlich "gut" finanzierbar ist wie Ihr Kinderbetreuungsscheck in Kärnten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer hat denn dein Konzept geschrieben?)
Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?
Kollege Scheibner hat auch gesagt, daß wir derzeit 0,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Landesverteidigung aufwenden. Ich meine, wenn es Ihnen schon darum geht, daß wir die Finanzierung der Landesverteidigung sicherstellen, dann möchte ich kleinlich werden und korrigieren: Es sind Gott sei Dank 0,85 Prozent, und das sind immerhin um 4,5 Milliarden Schilling mehr, als Sie behauptet haben. Das sollte man hier auch korrekt sagen. (Abg. Scheibner: Ist es nun genug oder ist es zuwenig, Kollege Amon?) Natürlich sind wir auch dafür, daß es mehr werden muß (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich dafür seit zehn Jahren?), aber es geht auch darum, daß es auf eine seriöse Art und Weise passiert und nicht auf jene Art und Weise, wie Sie es gesagt haben, daß man von heute auf morgen um 20 Milliarden Schilling erhöhen könnte. (Abg. Scheibner: Wer ist verantwortlich für die Landesverteidigung?) Das ist nicht realistisch, aber daß wir ein Prozent erreichen, dafür setzen wir uns ein, und ich glaube, dieses Ziel ist auch erreichbar. (Abg. Dr. Krüger: Seit zehn Jahren stellt ihr den Verteidigungsminister!)
Abg. Scheibner: Diese Rede hat sich nicht einmal der Fasslabend verdient!
Darüber hinaus lasse ich nicht gelten, was hier von mehreren Rednern der Opposition gesagt worden ist, nämlich daß es keinerlei Professionalisierungsschritte gegeben hätte. Das ist schlicht und einfach nicht richtig. Es hat eine Reihe von Professionalisierungsschritten gegeben. (Abg. Scheibner: Diese Rede hat sich nicht einmal der Fasslabend verdient!) Ich denke etwa – Kollege Maitz hat das ja angesprochen – an die Verbesserung der Ausbildung im Bereich der Grundwehrdiener, ich denke an die Heeresakademie, ich denke an die Errichtung der Fachhochschule, oder ich denke auch an unsere Auslandseinsätze, die in ganz besonderer Weise auch international gelobt werden.
Abg. Scheibner: Natürlich! Trotz eurer Politik!
Bleiben Sie bei der Wahrheit! Unsere Soldaten setzen sich hervorragend zur Friedenssicherung ein. (Abg. Scheibner: Natürlich! Trotz eurer Politik!) Und das ist gut so. (Abg. Dr. Ofner: Aber Professionalität ist deswegen auch noch nicht gegeben!)
Abg. Scheibner: Was ist mit deinem Modell? Was ist mit deinem komischen Modell? Wo bleibt es?
Man soll die Sicherheitspolitik nicht als Wahlkampfschlager verwenden. Wir wehren uns nicht dagegen, daß die Sicherheitspolitik ein Wahlkampfthema ist. Natürlich kann man über Positionen reden, und man soll das auch tun. Es ist gut, wenn der Wähler die Möglichkeit hat, zu differenzieren, wer hier in seriöser Art und Weise an die Thematik herangeht und wer das, wie Sie, nicht tut, sondern nur nach Stimmen heischt. (Abg. Scheibner: Was ist mit deinem Modell? Was ist mit deinem komischen Modell? Wo bleibt es?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Fangt einmal an damit! Fangt einmal an!
Das ist ein Faktum seit dem Ratifizieren des Vertrages von Amsterdam. Auch hier soll man seriös bleiben. Wir bemühen uns um eine seriöse Sicherheitspolitik, die zum Inhalt hat, daß wir zunächst die Frage des kollektiven Sicherheitssystems, der Sicherheitsunion klären wollen und daß wir uns dann über die Frage der Heeresstruktur weiter unterhalten und darüber diskutieren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Fangt einmal an damit! Fangt einmal an!)
Abg. Scheibner: Die müssen ja auch mit etwas beschäftigt sein!
Das – damit, meine Damen und Herren, komme ich zum nächsten Punkt – bedeutet aber nicht, daß im Bundesministerium für Landesverteidigung kein Papier produziert wird. Im Gegenteil! Ich habe Ihnen das auch mitgebracht. Verlautbarungsblatt 1 und 2 des Jahres 1997, Verlautbarungsblatt 1 und 2 des Jahres 1998 (der Redner hält jeweils ein dickes Buch in die Höhe); jedes Jahr 700 bis 800 neue Seiten bürokratischer Vorschriften im Bundesheer! (Abg. Scheibner: Die müssen ja auch mit etwas beschäftigt sein!) Nicht zur Aufhebung der alten, sondern zusätzlich, gestapelt. Das kommt noch dazu. Und dann wundert man sich, wenn gesagt wird, daß sie eigentlich keine Zeit mehr "zum Kämpfen" haben, weil sie immer Listen ausfüllen müssen, weil sie immer im Verlautbarungsblatt nachlesen müssen, was neu gemacht worden ist vom Herrn Bundesminister.
Abg. Scheibner: Die Hälfte! Sagen Sie es doch!
Der Stand sieht folgendermaßen aus: Wir haben laut gestriger Meldung 598 Freiwillige für diesen Einsatz vorgesehen. Die werden gemustert, davon wird ein Teil untauglich sein. (Abg. Scheibner: Die Hälfte! Sagen Sie es doch!) Es sind noch nicht alle Positionen so besetzt, wie wir uns das wünschen. Das heißt, wir werden unsere Werbemaßnahmen noch fortsetzen. Aber es gibt überhaupt keinen Anlaß, gleich wieder eine andere Vorgangsweise zu vermuten, als das irgendwo anders der Fall ist.
Abg. Scheibner: Na ja!
Eines ist besonders erfreulich – ich rede hier natürlich pro domo und in eigener Sache –: Ich freue mich ganz besonders, daß es mir und meinen Kollegen von den Freiheitlichen gelungen ist, die Lizenzdauer der Privatradios von sieben auf zehn Jahre zu erhöhen. Daß das gelungen ist, ist nicht allein auf unsere Initiative zurückzuführen – das gestehen wir schon zu –, denn was sollten wir hier als Minderheitspartei, als Oppositionspartei ausrichten (Abg. Scheibner: Na ja!), wenn wir uns nicht das Wohlwollen von SPÖ und ÖVP zu dieser Änderung erworben hätten. Daher möchte ich mich auch hier offiziell bei SPÖ und ÖVP dafür bedanken, daß sie diesem sinnvollen Antrag der Ausdehnung der siebenjährigen Lizenzdauer für Privatradios auf zehn Jahre Rechnung getragen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Gebührenzahler und einem Verbrecher!
Ungeachtet dessen, meine Damen und Herren, empfinde ich es als eine echte Chuzpe, daß sich Herr Abgeordneter Krüger als einer jener, der Rasterfahndung und Lauschangriff nicht schnell genug haben und nicht euphorisch genug zustimmen konnte, daß das in Österreich eingeführt wird, hierher stellt und darauf hinweist, wie heftig er doch für die Grund- und Freiheitsrechte gekämpft habe und wie er insbesondere gegen die Verletzungen (Abg. Scheibner: Es gibt einen Unterschied zwischen einem Gebührenzahler und einem Verbrecher!), Herr Abgeordneter Krüger, die der ORF geplant hat mit seinem Entwurf hinsichtlich der Gebührenzahlerinnen und -zahler (Abg. Dr. Krüger: Die nigerianischen Drogendealer sind etwas anderes als die Gebührenzahler des ORF!), die er überwachen wollte – womit Sie ja recht haben –, eingeschritten ist.
Abg. Scheibner: Bei dir hat anscheinend der burgenländische Wahlkampf schon begonnen!
Konkret: Der Ausschuß hält fest, daß es im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe an "Euroteam" zu Unzulänglichkeiten gekommen ist und es eine Nähe von "Euroteam" zu sozialistischen Parteisekretären und damit einen unzulässigen Startvorteil gibt. (Abg. Scheibner: Bei dir hat anscheinend der burgenländische Wahlkampf schon begonnen!)
Abg. Gaugg: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr! Und dann verabschiedet ihr mit ihm gemeinsam den Bericht! – Abg. Scheibner: Schämt euch dafür! – Abg. Gaugg: Ihr benehmt euch wie Kuscheltiere!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In dieser Angelegenheit geht es um mehr als nur um einen Unterausschußbericht: Es ist etwas aufgebrochen – nämlich eine Melange aus Freunderlwirtschaft, Schlamperei und Planlosigkeit. Anscheinend hat das in der SPÖ Tradition und wird jetzt fortgeführt. (Zwischenrufe von Abgeordneten der SPÖ.) Es ist empörend, daß Herr Klubobmann Kostelka laut einer APA-Aussendung vom 9. Juli meint: Sollte es dann noch offene Detailfragen über dieses Firmengeflecht, über Projektförderungen, über ein paar hunderttausend Schilling geben – ein paar hunderttausend Schilling sind also gar nichts! –, dann werden wir uns darum kümmern. – Ist das eine von Verantwortungsbewußtsein getragene Stellungnahme? (Abg. Gaugg: Einen schönen Koalitionspartner habt ihr! Und dann verabschiedet ihr mit ihm gemeinsam den Bericht! – Abg. Scheibner: Schämt euch dafür! – Abg. Gaugg: Ihr benehmt euch wie Kuscheltiere!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie denn der Bevölkerung versprochen vor der EU-Abstimmung?
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ! Es bleibt das Urteil des EuGH abzuwarten, denn eine "Was wäre, wenn?"-Diskussion ist für den österreichischen Kapitalmarkt schädlich, und das sollten auch Sie mit beachten. (Abg. Scheibner: Was haben Sie denn der Bevölkerung versprochen vor der EU-Abstimmung?) – Warten wir erst einmal das Urteil ab, und man wird sehen, welche Maßnahmen dann mit den Interessenvertretungen zu treffen sein werden! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie viele Gesetze haben Sie abgelehnt in diesen vier Jahren, weil sie unverständlich waren?
In diesem Sinn wird die ÖVP dem Bundesrechtsbereinigungsgesetz gerne ihre Zustimmung geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wie viele Gesetze haben Sie abgelehnt in diesen vier Jahren, weil sie unverständlich waren?)
Abg. Dr. Lukesch: Der hat ja überhaupt keine Ahnung! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Scheibner: ... der weiß nicht, daß das gar nicht geht!
Außerdem erleichtere es die persönliche Anwesenheit – ich zitiere –, "weitere Denunziationen, Lügen und Unwahrheiten im Originalton, nicht erst nach durch die Abgeordneten korrigierter Abschrift des Stenographischen Protokolls unverzüglich einzuklagen." – Zitat Stuhlpfarrer. (Abg. Dr. Lukesch: Der hat ja überhaupt keine Ahnung! – Abg. Haigermoser: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Scheibner: ... der weiß nicht, daß das gar nicht geht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung!
Ich garantiere Ihnen: Wir werden in dieser Sache nicht lockerlassen – egal, ob mit oder ohne Unterausschuß. Notwendig wäre ein Untersuchungsausschuß, aber zu dieser politischen Verantwortung und Auseinandersetzung, die notwendig wäre, sind Sie nach wie vor nicht bereit! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! Zur Geschäftsbehandlung!)
Einige Abgeordnete betreten den Sitzungssaal. – Abg. Scheibner: Jetzt aber abstimmen lassen!
Die Frau Bundesministerin bitte ich um Verständnis dafür, daß sie etwas später drankommt. (Einige Abgeordnete betreten den Sitzungssaal. – Abg. Scheibner: Jetzt aber abstimmen lassen!)
Abg. Scheibner: Herr Präsident, es können nicht während der Abstimmung noch Leute hereinkommen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Antrag stimmen, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, es können nicht während der Abstimmung noch Leute hereinkommen!) – Der Antrag ist mit Mehrheit abgelehnt.
Abg. Scheibner: Wenn es doch stimmt, ist es aber sehr wohl negativ!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wie ich sehe, ist Herr Abgeordneter Grollitsch jetzt leider nicht hier. Deshalb, Herr Kollege Scheibner, wende ich mich an Sie. Ich nehme an, daß Sie und ich sehr viele Lehrer kennen, die sich redlich bemühen, Wissen und Qualität zu vermitteln, und die sich auch die Mühe nehmen, ein bißchen Berufsberatung zu betreiben und dafür zu sorgen, daß diejenigen, die eine Schule absolvieren, auch eine Chance in der Wirtschaft bekommen. Wenn dann ein Lehrer Ihrer Fraktion, nämlich Professor Grollitsch, hier beim Rednerpult in einem Satz bekrittelt, daß Schüler von ihm es schwer haben, einen Arbeitsplatz zu finden und Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, einer jedoch durch Protektion sozusagen schon einen Arbeitsplatz hat, und das als negativ darstellt, was noch dazu gar nicht stimmt, wie mein Kollege Brix schon gesagt hat, dann möchte ich feststellen (Abg. Scheibner: Wenn es doch stimmt, ist es aber sehr wohl negativ!): Eigentlich ist das dieses Hohen Hauses nicht würdig, Herr Kollege Scheibner! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dem Präsidium gegenüber!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Wenn Sie Ihren Kollegen Graf fragen, wird er Ihnen bestätigen: Mir gegenüber hat jemand ein Ansuchen dieser Art nicht gemacht. (Abg. Scheibner: Dem Präsidium gegenüber!)
Abg. Scheibner: Konsens ist keiner!
Wenn darüber Konsens vorhanden ist, darf ich Herrn Abgeordneten Dr. Feurstein das Wort erteilen. – Bitte. (Abg. Scheibner: Konsens ist keiner!)
Abg. Scheibner: Wie viele waren es 1992 oder 1993? Sagen Sie das einmal!
Zu der sachlichen Auseinandersetzung des Abgeordneten Scheibner möchte ich folgendes sagen. 1996 hatten wir 37 000 Lehrstellen, 1998 waren es 39 000 Lehrstellen und über 3 000 Jugendliche auf zusätzlichen Ausbildungsplätzen. (Abg. Scheibner: Wie viele waren es 1992 oder 1993? Sagen Sie das einmal!) Das heißt, wir haben 42 000 Jugendliche auf Ausbildungsplätzen. Das ist eine Verbesserung der Zahl von vor zwei Jahren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie versuchen es selbst! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Herr Präsident! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner – und viele andere hier im Hohen Hause –, Sie versuchen seit einigen Stunden, die Lehrlingsoffensive der Bundesregierung konsequent madig zu machen. (Abg. Scheibner: Sie versuchen es selbst! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Aber er war ja da!
Nur, meine Damen und Herren: Die Ladung von Herrn Stuhlpfarrer haben wir nicht abgelehnt! Wir haben lediglich darauf hingewiesen, daß Herr Stuhlpfarrer in den Vereinigten Staaten ist – und daraufhin haben Sie den Antrag zurückgezogen. (Ruf bei der ÖVP: Aber leider war er da!) Das ist Doppelbödigkeit (Abg. Scheibner: Aber er war ja da!): Selbst einen Antrag auf Anhörung zurückziehen, aber uns den Vorwurf machen, wir hätten die Kontrolle verhindert! Das ist Doppelbödigkeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Ah!-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Diesen Monat!
Richtig ist vielmehr: Mir als Vorsitzender dieses Ständigen Unterausschusses wurde von den Sozialdemokraten mitgeteilt, daß Herr Stuhlpfarrer einen Monat lang in Chicago sei, und wir sollten uns überlegen, was das kosten würde, wenn er jetzt wieder zurück eingeflogen werden müßte (Ah!-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Diesen Monat!), und außerdem müßte dies der Herr Präsident des Hauses erst bewilligen. Nur deshalb haben wir diesen Antrag zurückgezogen: weil wir dem Steuerzahler nicht noch mehr Kosten verursachen wollten! Das war der Grund! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Haigermoser: Die Trickkiste hat er ausgepackt! Die Trickkiste! Zauberer Kostelka!)
Abg. Scheibner: Das rechtfertigt noch nicht, daß es versucht wird!
"Die Mitglieder des Nationalrates dürfen wegen der in Ausübung ihres Berufes geschehenen Abstimmungen niemals, wegen der in diesem Beruf gemachten mündlichen oder schriftlichen Äußerungen nur vom Nationalrat verantwortlich gemacht werden." – (Abg. Scheibner: Das rechtfertigt noch nicht, daß es versucht wird!) – Das ist der Ordnungsruf und der Ruf zur Sache des Präsidenten.
Abg. Scheibner: So ein Blödsinn!
Aber was mich noch mehr stört, Herr Bundesminister, waren die sexistischen und diskriminierenden Beiträge über Frauen im Heer in der Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft der freiheitlichen Heeresangehörigen. (Abg. Dr. Krüger: Ja, ja!) Wirklich, diese frauenverachtende Darstellung, meine Damen und Herren von der FPÖ, in der Ihnen nahestehenden Zeitschrift muß man wirklich aufs schärfste verurteilen. (Abg. Scheibner: So ein Blödsinn!) Das muß ich Ihnen sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die "Kronen Zeitung" schaust du dir auch nicht an, nicht?
So haben wir uns die Öffnung des Bundesheeres für Frauen ganz sicher nicht vorgestellt (Abg. Scheibner: Die "Kronen Zeitung" schaust du dir auch nicht an, nicht?), die für uns als Schritt zur Gleichberechtigung von Frauen im Heer geplant und durchgesetzt wurde. Herr Bundesminister! Ich habe Sie gebeten, in diesem Zusammenhang eine klare Stellungnahme abzugeben. Sie blieb leider aus, auch, was den Bundesheer-Kalender mit leicht bekleideten Soldatinnen angeht. Auch hier ist eine klare Stellungnahme Ihrerseits unterblieben.
Abg. Scheibner – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Das ist auch sexistisch, nicht?
Ich möchte Sie ersuchen: Lassen Sie solche Auswüchse im Bundesheer nicht durchgehen! (Abg. Scheibner – eine Zeitung in die Höhe haltend –: Das ist auch sexistisch, nicht?) Das findet auch nicht meine Zustimmung, Herr Kollege Scheibner. – Ein Schweigen ist hier sicherlich nicht angebracht.
Abg. Scheibner: Eben! Darum geht es jetzt!
Zum zweiten zählen die Zeiten des Auslandseinsatzes beispielsweise bei den österreichischen UNO-Truppen, sofern der Einsatz nicht von Beamten durchgeführt wird – darin besteht der Unterschied –, ebenso als Ersatzzeiten. (Abg. Scheibner: Eben! Darum geht es jetzt!) Genau! Das wollte ich noch einmal festhalten, weil das meiner Ansicht nach ein wesentlicher Punkt für die Zukunft ist. (Abg. Scheibner: Genau das ist ja die Ungerechtigkeit!) Herr Kollege, genau darum geht es.
Abg. Scheibner: Genau das ist ja die Ungerechtigkeit!
Zum zweiten zählen die Zeiten des Auslandseinsatzes beispielsweise bei den österreichischen UNO-Truppen, sofern der Einsatz nicht von Beamten durchgeführt wird – darin besteht der Unterschied –, ebenso als Ersatzzeiten. (Abg. Scheibner: Eben! Darum geht es jetzt!) Genau! Das wollte ich noch einmal festhalten, weil das meiner Ansicht nach ein wesentlicher Punkt für die Zukunft ist. (Abg. Scheibner: Genau das ist ja die Ungerechtigkeit!) Herr Kollege, genau darum geht es.
Abg. Scheibner: Ich habe gerade gesagt, daß es Beispiele dafür gibt!
Erstens ein Entschließungsantrag für die Theorie: Es gibt diesbezüglich kein praktisches Beispiel. Ich finde es eher kühn, Herr Klubobmann Scheibner, daß Sie, selbstverständlich eher plakativ, von Pensionskürzung reden. Das ordne ich fürs erste einmal dem Wahlkampf zu. (Abg. Scheibner: Ich habe gerade gesagt, daß es Beispiele dafür gibt!)
Sitzung Nr. 180
Abg. Scheibner: Wir hören alle zu!
Abgeordnete Klara Motter (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist Mittagszeit, also eine ruhige Zeit, wenigstens sind jene, die anwesend sind, ruhig, sodaß ich reden kann und es mir nicht so ergeht wie meiner Vorgängerin im Wissenschaftsausschuß. (Abg. Scheibner: Wir hören alle zu!) – Danke.
Abg. Scheibner begibt sich zum Rednerpult und überreicht Abg. Mag. Firlinger ein Schriftstück.
Meine Damen und Herren! Ich weiß, daß Sie das trifft, Sie wollen das nicht hören. (Abg. Scheibner begibt sich zum Rednerpult und überreicht Abg. Mag. Firlinger ein Schriftstück.) Hier kommt gerade eine Meldung, und sie lautet: Neuer Flughafenvorstand bestellt: Kaufmann, Schmid und Waniek. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni: Bravo! Endlich ein guter Mann bestellt! – Ruf bei den Freiheitlichen: Pfui!) Na "hervorragend", da haben wir es ja wieder! Das ist eure Personalpolitik! Die stinkt zum Himmel, meine Damen und Herren! Bravo! Nur so weitermachen, der Wähler wird es danken! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Lebhafte Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Steuerfrei!
Meine Damen und Herren! Wir haben auch eine engagierte Diskussion bei uns im Klub gehabt. Wir von der FPÖ, Herr Präsident Verzetnitsch und Herr Abgeordneter Nürnberger, wollen dann in einigen Jahren nicht dabeigewesen sein, wenn etwa zutage tritt, daß ein Generaldirektor eines großen börsennotierten Unternehmens neben seiner Jahresfixgage von 8 Millionen Schilling vielleicht noch einmal 30 Millionen Schilling aus der Erhöhung des Aktienpotentials lukriert hat, noch dazu steuerfrei. (Abg. Scheibner: Steuerfrei!)
Abg. Scheibner: "Bewährt" ist das nicht!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Jarolim hat wieder versucht, in bewährter Manier verschiedene Sachen zu vermischen (Abg. Scheibner: "Bewährt" ist das nicht! ) – ja, sie bewährt sich langsam immer weniger, das ist richtig –, denn die Kriegsgerichtsurteile haben nichts zu tun mit einem Herrn Freisler und seinem Volksgerichtshof, sie wurden nicht einmal vom Nürnberger Gerichtshof aufgehoben oder verurteilt. Hier von "Nazi-Urteilen" zu sprechen, ist historisch nicht richtig, und es geht mir um diesen Bereich. Diese Kriegsgerichtsurteile – Kollege Ofner hat schon darauf hingewiesen – konnten von jedem, der entsprechende Unterlagen hatte und der Interesse daran gehabt hat, aufgehoben werden.
Abg. Scheibner: Kann aber jeder beantragen!
Deshalb bin ich sehr dafür, daß er im Hause angenommen wird, insbesondere auch deshalb, weil es nicht nur um die allgemeine Aufhebung von Urteilen, sondern auch um die individuelle und persönliche Rehabilitierung von einzelnen Verurteilten geht. (Abg. Scheibner: Kann aber jeder beantragen!) Das halten wir für sinnvoll, und deshalb werden wir diesem Entschließungsantrag zustimmen.
Abg. Scheibner: Es ist gut, daß Sie ... nicht brauchen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, dem ist überhaupt nicht so! Der Geist ist der alte geblieben. (Abg. Scheibner: Es ist gut, daß Sie ... nicht brauchen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Der Geist, von dem diese Fraktion sich in diesen Momenten leiten läßt, spricht eine ganz deutliche Sprache. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Wabl: Herr Scheibner! Ihre Rede ist beschämend!
Herr Kollege Wabl, ich sage noch einmal: Wir haben nur Einwendungen dagegen vorgebracht, daß man pauschal sagt, daß jeder Deserteur und jede Desertion per se gerechtfertigt sind – egal, welche Umstände dabei geherrscht haben. Darum geht es, Herr Kollege Wabl! (Abg. Wabl: Herr Scheibner! Ihre Rede ist beschämend!)
Abg. Scheibner: Warum tun Sie es dann?
Hohes Haus! Ich bin weit davon entfernt, alle Wehrmachtsangehörigen beziehungsweise die Kriegsgeneration pauschal zu verurteilen oder diese in ein schlechtes Licht zu rücken. (Abg. Scheibner: Warum tun Sie es dann?) Herr Kollege Scheibner! Ich glaube aber, daß man nicht sagen kann, daß mit dem heutigen Beschluß jene Soldaten diskriminiert werden, die nicht desertiert sind. Dazu muß man auch wissen, daß die vorliegende Entschließung juristisch gesehen – ich glaube, diesbezüglich sind wir einer Meinung – kaum etwas Neues bringt. Denn unsere Justiz war schon bisher der Auffassung, daß die Nazi-Militärjustiz in ihrem Verfahrensrecht rechtsstaatlichen Grundsätzen prinzipiell nicht entsprochen hat, daß es sich bei der deutschen Wehrmacht entsprechend der herrschenden Okkupationstheorie um eine fremde Armee gehandelt hat und daß einschlägige Verurteilungen von österreichischen Staatsbürgern als nicht erfolgt gelten. – Der Herr Bundesminister für Justiz hat in einer Anfragebeantwortung diesbezüglich schon wichtige Klarstellungen vorgenommen.
Abg. Scheibner: Da hast du aber Wabl nicht zugehört!
Abgeordneter Mag. Thomas Barmüller (Liberales Forum): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich habe mich noch einmal zu Wort gemeldet, um kurz auf die Ausführungen von Klubobmann Herbert Scheibner zu replizieren. Denn ich möchte für meinen Teil klarstellen – und das wird, wie aus den Wortmeldungen hervorgegangen ist, auch für die anderen gelten –, daß es in diesem Zusammenhang überhaupt nicht um pauschale Verurteilungen geht. (Abg. Scheibner: Da hast du aber Wabl nicht zugehört!) Wart, Herbert! Laß mich das erst sagen!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn das so ist, dann sollte man das auf den Tisch legen und dann muß man darüber reden. Es muß aber in diesen Diskussionen klar sein, daß der Wille besteht, so etwas einfach nicht zuzulassen. Es darf aus der Diskussion nicht hervorgehen, daß es um Aufrechnung geht, sondern es muß deutlich sein, daß der Wille besteht, so etwas nicht zuzulassen, weil man daraus gelernt hat. – Das wurde jedenfalls von der Sozialdemokratischen Partei im Hause und – wie ich meine – auch von der ÖVP und von den anderen Fraktionen klargelegt, das vermisse ich jedoch von der FPÖ! Denn die Sensibilität, Herr Klubobmann, mit der man den Tätern beziehungsweise der Generation gegenübersteht, die aus Opfern und Tätern bestand, hätte ich mir auch einmal in einer Wortmeldung von Ihnen gegenüber den Opfern erwartet. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Der Steindl hat etwas anderes gesagt! – Zwischenruf des Abg. Gaugg.
Ich halte fest, daß sowohl im Bericht steht als auch im Unterausschuß des Rechnungshofes festgehalten wurde, daß es keine Parteienfinanzierung gegeben hat. Ich halte fest, daß im Unterausschuß ... (Abg. Scheibner: Der Steindl hat etwas anderes gesagt! – Zwischenruf des Abg. Gaugg.)
Abg. Scheibner: Aber da weißt du auch, warum! Weil ihr uns falsch informiert habt!
Meine Damen und Herren! Ich halte aber auch fest, weil von Ihnen immer wieder erwähnt wurde, Herr Stuhlpfarrer hätte nochmals hermüssen, daß wir nichts dagegen gehabt hätten! Sie selbst, Herr Abgeordneter Gaugg, waren es – und auch hiezu liegt das Protokoll vor –, der am 29. Juni den Antrag zurückgezogen hat. (Abg. Scheibner: Aber da weißt du auch, warum! Weil ihr uns falsch informiert habt!) Nein, nein! (Abg. Scheibner: Oder wart ihr auch falsch informiert?)
Abg. Scheibner: Oder wart ihr auch falsch informiert?
Meine Damen und Herren! Ich halte aber auch fest, weil von Ihnen immer wieder erwähnt wurde, Herr Stuhlpfarrer hätte nochmals hermüssen, daß wir nichts dagegen gehabt hätten! Sie selbst, Herr Abgeordneter Gaugg, waren es – und auch hiezu liegt das Protokoll vor –, der am 29. Juni den Antrag zurückgezogen hat. (Abg. Scheibner: Aber da weißt du auch, warum! Weil ihr uns falsch informiert habt!) Nein, nein! (Abg. Scheibner: Oder wart ihr auch falsch informiert?)
Abg. Scheibner: Warum wolltet ihr dann nicht mit ihm diskutieren?
Ich sage: Der Bericht des Unterausschusses des Rechnungshofes hat eine glasklare Aussage getroffen – zu dieser steht die ÖVP –, und diese Aussage betrifft die politische Verantwortung. Zwei Personen sind es, die im Zusammenhang mit "Euroteam" die politische Verantwortung tragen: erstens Bundeskanzler Klima, zweitens Sozialministerin Hostasch. (Abg. Scheibner: Warum wolltet ihr dann nicht mit ihm diskutieren?) – Das ist die glasklare politische Conclusio dieses Berichtes des Unterausschusses. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Scheibner: Gestern seid ihr extra hier hereingerannt bei der Abstimmung! – Abg. Gaugg: Ihr fällt ja im Liegen um! Im Liegen fällt ihr um!
Dann kam gestern (Abg. Gaugg: Wann kommt ihr dann dazu?) – ich komme dazu – Klubobmann Kostelka heraus, wachelte mit dem roten Buch (Abg. Scheibner: Gestern seid ihr extra hier hereingerannt bei der Abstimmung! – Abg. Gaugg: Ihr fällt ja im Liegen um! Im Liegen fällt ihr um!), der Bundesverfassung, zitierte Artikel 57, oberlehrerhaft im Ton, und sagte: Aber, bitte sehr! Was soll denn das? Wir sind doch ohnedies alle miteinander immun!
Abg. Scheibner: Aber reden wollt ihr nicht mit ihm! Gestern habt ihr zweimal dagegen gestimmt!
Ich sage daher zusammenfassend: Wir von der ÖVP haben festgestellt – und der Bericht des Rechnungshofunterausschusses hat es geklärt –: Die politische Verantwortung in diesem Zusammenhang liegt auf dem Tisch, sie ist evident und bekannt: Klima trägt sie! Hostasch trägt sie! (Abg. Scheibner: Aber reden wollt ihr nicht mit ihm! Gestern habt ihr zweimal dagegen gestimmt!) Daß der Untersuchungsausschuß deswegen obsolet ist, weil die politische Arbeit getan ist, das geben wir zu. Wir werden dem Untersuchungsausschuß nicht ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Gaugg, Haigermoser und Scheibner.) Nein! Denn der Herr Präsident wird seine Aufgabe wahrnehmen, und wir werden dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses nicht zustimmen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaugg: Der Scharfrichter der ÖVP, Kiss, hat geurteilt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Gaugg, Haigermoser und Scheibner.
Ich sage daher zusammenfassend: Wir von der ÖVP haben festgestellt – und der Bericht des Rechnungshofunterausschusses hat es geklärt –: Die politische Verantwortung in diesem Zusammenhang liegt auf dem Tisch, sie ist evident und bekannt: Klima trägt sie! Hostasch trägt sie! (Abg. Scheibner: Aber reden wollt ihr nicht mit ihm! Gestern habt ihr zweimal dagegen gestimmt!) Daß der Untersuchungsausschuß deswegen obsolet ist, weil die politische Arbeit getan ist, das geben wir zu. Wir werden dem Untersuchungsausschuß nicht ... (Zwischenrufe der Abgeordneten Gaugg, Haigermoser und Scheibner.) Nein! Denn der Herr Präsident wird seine Aufgabe wahrnehmen, und wir werden dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses nicht zustimmen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Gaugg: Der Scharfrichter der ÖVP, Kiss, hat geurteilt!)
Abg. Scheibner – in Richtung ÖVP –: Aber da wolltet ihr ihn nicht haben!
Nicht jedoch, Herr Kollege Kiss, teile ich Ihre Meinung, daß der Herr Bundeskanzler sich geäußert hat. (Abg. Kiss: O ja! In den Medien!) Er hat sich in den Medien geäußert, zu vielen Themen, zu anderen Themen, und hat mehrfach das Kommen versprochen. (Abg. Scheibner – in Richtung ÖVP –: Aber da wolltet ihr ihn nicht haben!) Wir haben gerade vorhin darüber diskutiert, daß es Vorverurteilungen nicht geben kann, auch nicht solche im demokratischen Sinn der politischen Verantwortung. Eine endgültige Beurteilung des Herrn Bundeskanzlers und seiner Schuld oder seiner Nichtschuld im politischen Sinne wird es erst dann geben, wenn der Herr Bundeskanzler selbst eindeutig und klar ausgesagt hat.
Sitzung Nr. 181
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Bei welcher Partei bist du, Kollege Smolle? – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, dem Liberalen Forum und den Freiheitlichen.
Das haben Sie zuerst abgestritten. Dann hat es geheißen, das Einstimmigkeitsprinzip ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Bei welcher Partei bist du, Kollege Smolle? – Rufe und Gegenrufe zwischen der ÖVP, dem Liberalen Forum und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Krüger: Ungeheuerlich! Frechheit! Entschuldigen Sie sich! – Abg. Scheibner: Geschmacklosigkeit! Fällt dir sonst nichts mehr ein?!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich bin etwas sonderbar berührt von der kühnen Behauptung der Kollegin Aumayr, was die künftige Bewässerung Portugals betrifft. Es sind mir ein bißchen so meine Zweifel gekommen, ob die jahrhundertealte Erfahrung noch Gültigkeit hat, wonach die Weisheit mit dem Alter kommt. Ich glaube, da kommt das Alter allein, meine Damen und Herren. (Ironische Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie beim Liberalen Forum. – Abg. Dr. Krüger: Ungeheuerlich! Frechheit! Entschuldigen Sie sich! – Abg. Scheibner: Geschmacklosigkeit! Fällt dir sonst nichts mehr ein?!)
Abg. Dr. Krüger: Entschuldigen Sie sich für diese Entgleisung! – Abg. Gaugg: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Scheibner: Nimm das zurück! – Abg. Wabl: Weisheit ist keine Frage der Intelligenz!
Meine Damen und Herren! Außerdem muß das Wasserrecht die wasserwirtschaftliche und ökologische Nutzung regeln, aber es geht auch darum, den Menschen vor den Gefahren des Wassers zu schützen. (Abg. Dr. Krüger: Entschuldigen Sie sich für diese Entgleisung! – Abg. Gaugg: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Scheibner: Nimm das zurück! – Abg. Wabl: Weisheit ist keine Frage der Intelligenz!)
Abg. Scheibner: Du sollst dich entschuldigen!
Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Du sollst dich entschuldigen!) Trinkwasser in ausreichender Menge und hoher Qualität wie in Österreich zu haben, heißt, das Gold der Zukunft zu haben, und es gilt, dieses Lebensmittel Nummer eins zu schützen.
Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Obergescheite Fraktion! – Abg. Dr. Krüger: Niveaulosigkeit!
Aber ich möchte das auch ein bißchen launig einleiten, meine Damen und Herren. Es gibt eine Verordnung von Herrn Bischof Krenn, und zwar hat jeder Fatima-Pilger und jeder Pilger, der nach Santiago de Compostela zum Grabmal des Heiligen Ignatius wandert, die Pflicht, einen Kübel mit österreichischem Wasser über die Pyrenäen zu tragen. Diese Verordnung gibt es, und auf sie hat sich Kollegin Aumayr wahrscheinlich bezogen. (Heiterkeit und Beifall beim Liberalen Forum. – Abg. Scheibner: Obergescheite Fraktion! – Abg. Dr. Krüger: Niveaulosigkeit!)
Abg. Scheibner: Herr Minister! Da hat es doch einmal einen Erlaß von Ihrem Vorgänger gegeben, daß so etwas nicht vorkommen darf! Haben Sie diesen Erlaß von Schüssel aufgehoben? – Abg. Jung: Das ist doch jedes Jahr dasselbe!
Ich teile das hier mit, das ist bereits fixiert, und ich hoffe, daß sich damit die Dinge verbessern. Ein Beispiel von der Süd oder West Autobahn: Es gibt die Unart, auf eine Spur zu reduzieren und dann zu warten, bis der Stau kommt, obwohl man mit zwei Spuren auch arbeiten könnte. Ich habe dafür die Verantwortung übernommen. Wir haben die notwendigen Gespräche geführt. Die Einsicht ist da. (Abg. Scheibner: Herr Minister! Da hat es doch einmal einen Erlaß von Ihrem Vorgänger gegeben, daß so etwas nicht vorkommen darf! Haben Sie diesen Erlaß von Schüssel aufgehoben? – Abg. Jung: Das ist doch jedes Jahr dasselbe!)
Abg. Scheibner: Die sind da noch gar nicht drin!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich erinnere daran, was Herr Scheibner vor kurzem ausgeführt hat. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die offizielle Statistik des AMS: Wir hatten Ende Juni eine nahezu ausgeglichene Situation auf dem Lehrstellenmarkt. Wir hatten in etwa 2 100 Lehrstellensuchende und etwa 2 000 offene Lehrstellen, also eine nahezu ausgeglichene Situation. Es ist jedes Jahr im Juli und August – weil die Schüler plötzlich Lehrstellen suchen (Abg. Scheibner: Die sind da noch gar nicht drin!) – so, daß die Zahl der Lehrstellensuchenden wieder zunimmt, aber ich hoffe, daß sie, wenn wir uns gemeinsam anstrengen, auch wieder sinken wird.
ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Scheibner: In den Banken auch?
Der Vollzug dieses Gesetzes liegt, wie bei allen anderen Gesetzen auch, natürlich bei den jeweiligen Unternehmensorganen. Diese fünf Punkt sind: lückenlose Ausschreibung aller Geschäftsführer- und Vorstandsfunktionen (ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen – Abg. Scheibner: In den Banken auch?), moderne, leistungsorientierte Standardverträge für Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder, Festlegung marktgerechter Bezüge durch die Aufsichtsräte nach verpflichtenden nationalen und internationalen Branchenvergleichen, namentliche Veröffentlichung der verantwortlichen Entscheidungsträger und vollständige Offenlegung aller Einkommen von Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern.
Abg. Scheibner: Sagt dann Fischler die Unwahrheit?
Ich darf die Fragen 1 bis 9 beantworten. (Rufe bei den Freiheitlichen: Hallo! He!) Die in diesen Fragen beinhalteten Behauptungen sind weder neu noch originell (Beifall bei der SPÖ), und sie werden auch durch fortdauernde Wiederholungen nicht richtiger. (Abg. Scheibner: Sagt dann Fischler die Unwahrheit?) Ich darf Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, darüber informieren, wie diese Nominierungsverfahren ablaufen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kollege Steindl glaubt das nicht! – Abg. Haigermoser: Aber nicht nur er nicht!
Ich sage sehr klar und deutlich, daß ich es nicht zulassen werde, daß wegen möglicher Probleme in einem Unternehmen das engagierte Arbeiten der Bundesregierung für die Jugendausbildung, für die Lehrlingsausbildung diskreditiert wird. Das werde ich nicht zulassen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kollege Steindl glaubt das nicht! – Abg. Haigermoser: Aber nicht nur er nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edler – in Richtung der Freiheitlichen –: Schämen Sie sich! – Abg. Scheibner: Herr Präsident!
Erlauben Sie mir, noch eines zu sagen, weil das vorgestern auch angesprochen wurde. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mein Sohn hat, so glaube ich, sein Studium an der Montanuniversität mit sehr gutem Erfolg, mit Auszeichnung abgeschlossen. (Abg. Jung: Und dann mußte die Promotion verschoben werden!) Er ist einer der wenigen Platzerring-Träger der Montanuniversität in Österreich, und er hat aufgrund seines Engagements eine Funktion bei einem international tätigen ausländischen Unternehmen. Und ich sage Ihnen: Wenn jemand hier etwas anderes behauptet hat, nämlich daß er bei der ÖIAG oder sonstwo eine Aufgabe hätte, dann ist das eine glatte Lüge, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Edler – in Richtung der Freiheitlichen –: Schämen Sie sich! – Abg. Scheibner: Herr Präsident!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... Beteiligung am Proporz!
Einigermaßen sonderbar finde ich aber schon, daß sich die Kollegen von der "F" als die großen Verteidiger der zukunftsorientierten Wohnpolitik aufführen, gerade nach dem Desaster, das das "Freie Wohnen" in Niederösterreich geliefert hat. (Ruf bei den Freiheitlichen: Jetzt kommt wieder der Rosenstingl!) Nachdem aus ihren Reihen der Kollege Rosenstingl, der Drahtzieher eines der größten Wirtschaftsverbrechen in der Geschichte der Zweiten Republik, gekommen ist (Abg. Haigermoser: "Konsum"!), die Chuzpe zu haben, sich hier herauszustellen und auf erfolgreiche Verwaltung öffentlicher Mittel verweisen zu wollen, das finde ich unerhört, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... Beteiligung am Proporz!)
Abg. Scheibner: Ihr seid genauso umgefallen!
Wir haben in den letzten Wochen und Tagen sehr viele Fragen aufgeworfen, Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Ihr seid genauso umgefallen!) Wir verhehlen nicht, daß wir für die Lehrlingsoffensiven sind, weil jeder Lehrplatz, der kein Lehrplatz ist, einen Arbeitslosen zuviel bedeutet. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ihr von der ÖVP aufführt, ist eine lächerliche Vorstellung!) Wir kritisieren hier nur die Art und Weise, wie mit Geldern betreffend Lehrlingsoffensive umgegangen wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lächerlich!) Sie waren ja nicht im Unterausschuß. (Abg. Gaugg: Aber ich war genauso dort!)
Abg. Scheibner: Zu welcher Partei?
Es wird auch das Naheverhältnis der "Euroteam"-Gruppe zu einer politischen Partei und zu Mitarbeitern im Bundeskanzleramt und im Sozialministerium kritisiert. (Abg. Scheibner: Zu welcher Partei?) Zur SPÖ. Es ist eindeutig bewiesen worden – und das wurde auch mit den Unterschriften der SPÖ-Abgeordneten bezeugt –, daß es da ein Beziehungsgeflecht gegeben hat, nämlich "Euroteam" in diesem Bereich: einerseits Personen, die der SPÖ nahestehen und die in Ministerien sehr wohl ein gewichtiges Wort als Auftraggeber haben – und auf der anderen Seite als Auftragnehmer.
Abg. Scheibner: Aber wie kann er dann hereinkommen? Das muß doch geklärt werden!
Meine Damen und Herren, es wird immer verlangt, man solle die Abgeordneten verteidigen. Ich möchte daher folgendes sagen: Lesen Sie den Text der Anfrage, und lesen Sie den Text der Anfragebeantwortung. Darin ist der Sachverhalt nach bestem Wissen und Gewissen dargestellt – einschließlich der Tatsache, daß sich dieser Herr Stuhlpfarrer auf Herrn Abgeordneten Dr. Gusenbauer berufen hat, ohne daß Kollege Gusenbauer in irgendeinem Kontakt mit ihm gestanden ist. (Abg. Scheibner: Aber wie kann er dann hereinkommen? Das muß doch geklärt werden!)
Abg. Scheibner: Das ist ganz gefährlich!
Darum geht es aber nicht, sondern es geht darum, daß zum Beispiel mein Kollege Georg Winckler, Professor der Volkswirtschaftslehre, Spezialist für Banken und Währung, als er sich vor zwei Jahren für das Direktorium der Nationalbank beworben hat, "natürlich" keine Chance hatte. Warum hatte er keine Chance? – Kein Mensch hat seine Qualifikation bezweifelt – das wäre auch schwer möglich gewesen –, aber er war parteipolitisch schwer zuordenbar. Deswegen hatte er keine Chance! (Abg. Scheibner: Das ist ganz gefährlich!)
Abg. Scheibner: Der Vorwurf der Sippenhaftung ist auch nicht in Ordnung!
Wenn Herr Steindl hier beklagt, daß er von einem Rechtsanwalt bedroht wird, und sagt, er wolle nicht mundtot gemacht werden, dann schließe ich mich dem an. Wir Abgeordnete dürfen nicht mundtot gemacht werden – auch nicht mit so sinnlosen und lächerlichen Drohungen! (Abg. Scheibner: Der Vorwurf der Sippenhaftung ist auch nicht in Ordnung!) Der Vorsitzende des Immunitätsausschusses Franz Steindl weiß bitte ganz genau, daß er hier herinnen äußern kann, was er will, ohne gefährdet zu sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Leikam – in Richtung des Abg. Scheibner –: Aber der Side-Letter in Kärnten zwischen FPÖ und ÖVP ist inzwischen auch bekannt! Es wurde jede Funktion im Land aufgeteilt zwischen ÖVP und FPÖ!
So ist das nämlich! Und in diesem "Side-Letter" wird Punkt für Punkt aufgelistet, welche Positionen sich Rot und Schwarz da ausgehandelt haben. (Abg. Leikam – in Richtung des Abg. Scheibner –: Aber der Side-Letter in Kärnten zwischen FPÖ und ÖVP ist inzwischen auch bekannt! Es wurde jede Funktion im Land aufgeteilt zwischen ÖVP und FPÖ!)
Abg. Scheibner: So war es vor 1994!
Immer wieder, wenn ich hier Reden zu halten habe, zitiere ich andere Stellen aus diesem blauen Fundus aus Kärnten, zum Beispiel diesen Satz – die Pressefreiheit ist da besonders gefordert –: Die Sendung des Landeshauptmannes im ORF wird neu gestaltet und steht auch dem Landeshauptmann-Stellvertreter von der FPÖ zur Verfügung. (Abg. Gaugg: Das wurde abgelehnt!) Also am besten überhaupt gleich selbst gestalten. (Abg. Scheibner: So war es vor 1994!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Steht deine Unterschrift da oder nicht?
Oder da steht drinnen: Gleiche Höhe der Repräsentationsmittel für Landeshauptmann, Landeshauptmann-Stellvertreter. Klammer. Wird intern geregelt. – Ich habe ohnehin nicht angenommen, daß das in der Zeitung steht. Da wird mit Steuergeldern umgegangen, daß gar nur mehr "intern geregelt" wird. Da kann der Kollege Scheibner mit seinem Babytimbre daherkommen und so tun, als würde er die Politik jetzt erst kennenlernen – wir glauben es ihm einfach nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Steht deine Unterschrift da oder nicht?)
Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. – Abg. Scheibner: Der hat immerhin ein erfolgreiches Unternehmen!
Was ist Ihr Schmäh? – Ihr Schmäh ist ganz einfach: verdeckte Macht ausüben, indem man Freunderl auf Positionen setzt. Was hat der Herr Gaugg versucht? – Er wollte uns da irgend etwas aufs Aug’ drücken, indem er sagt: Proporzende in der KELAG! Jetzt sind dort nur mehr die ganz sauberen, unabhängigen Experten und so weiter. (Abg. Gaugg: Lauter anerkannte Leute!) Die marschieren da auf. (Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. – Abg. Scheibner: Der hat immerhin ein erfolgreiches Unternehmen!) Gerade, daß sie es nicht verlost haben unter der Kärntner Bevölkerung. Gerade, daß hier nicht gerubbelt wurde um die Mitgliedschaft im KELAG-Vorstand. (Lebhafte Rufe und Gegenrufe zwischen der SPÖ und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ja, an die GRM haben sie es vergeben!
Es hat eine einzige Gruppe gegeben, das war die Gruppe "Morgenmuffel", oder waren es die "Rebellen vom Ylang Shang Po" an der Hochschülerschaft, die haben jedenfalls die gewonnenen ÖH-Mandate immer bei den Hörerversammlungen verlost. Dieses Beispiel kenne ich. Es hat sich nicht bewährt. (Abg. Scheibner: Ja, an die GRM haben sie es vergeben!) Das ist auch kein demokratiepolitischer Zugewinn. Das ist absurd! Ihre Politik besteht darin, Sand in die Augen zu streuen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 182
Abg. Scheibner: Sie haben vier Jahre Zeit gehabt!
Ich bedauere nach wie vor, daß Sie nicht anwesend waren. Eine zwölfstündige Ausschußsitzung und die Behandlung eines vielleicht verbliebenen Restes der Tagesordnung ein paar Tage später wäre mir lieber gewesen als Ihr Auszug (Abg. Scheibner: Sie haben vier Jahre Zeit gehabt!), das sei hier gesagt. Ich habe mich wirklich bemüht, und ich wäre bereit gewesen, mit Ihnen zu verhandeln – mit open end.
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Unsere Ideologie ist diese: Der Frau die Möglichkeit der Wahl zu geben, ob sie zu Hause bleibt und ihr Kind selbst betreut oder ob sie weiter berufstätig bleibt und die Kinderbetreuung mit dem Kinderbetreuungsscheck finanziert. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Herr Präsident! Sorgen Sie einmal für Ruhe in diesem Hause! Das ist ja unglaublich!
Folgende Dinge will ich festhalten: Da gibt es eine Initiative von Mitarbeitern der Firma Waagner-Biró, die verzweifelt um ihre Existenz kämpfen. Da wird eine Unterschriftenliste aufgelegt. (Abg. Edler: Was habt ihr gemacht?) – Edler lies nach! Alles, was wir versprochen haben, haben wir auch umgesetzt! Das tut dir ja so weh. Deshalb haben wir auch Zustimmung bei den Wählern. (Abg. Edler: Was hast du bei der Zuckerfabrik gemacht? Wo warst du bei der "Bären-Batterie"? – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Bei der "Bären-Batterie" sind alle Mitarbeiter wieder beschäftigt worden. Nur schön beruhigen! (Abg. Scheibner: Herr Präsident! Sorgen Sie einmal für Ruhe in diesem Hause! Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Gaugg, schäm dich! – Abg. Scheibner: Das hat euch jetzt nervös gemacht!
Jetzt kommt der Höhepunkt: Als letzter hat Herr Präsident Verzetnitsch unterschrieben. Und was ist das Ergebnis? – Herr Liaunig wirft die Menschen hinaus. (Abg. Edler: Ist das ein Privatbetrieb?) Ihr habt euch distanziert von jenen Menschen, die ihr zu vertreten habt – nur, um den Proporz mit der ÖVP aufrechtzuerhalten. Ich schäme mich für euer Benehmen! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Koppler: Gaugg, schäm dich! – Abg. Scheibner: Das hat euch jetzt nervös gemacht!)
Abg. Scheibner: Sie nehmen Ihren Kollegen die Redezeit weg!
Herr Kollege Haupt! Erstens sind wir nicht das "Zentralorgan". Wenn Sie mit dem Begriff "zentral" Schwierigkeiten haben, dürfte das wahrscheinlich an Ihrer Parteistruktur liegen. Das ist Ihr Problem, das geht mich nichts an. Das, was Sie angesprochen haben, ist unsere Informationsbroschüre. (Abg. Scheibner: Sie nehmen Ihren Kollegen die Redezeit weg!)
Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Schlögl –: Frankfurter oder Debreziner?
Es war nämlich blamabel, wie dieses Sicherheitspolizeigesetz zustande gekommen ist. Zu jedem Mittel wurde gegriffen – nur, um uns daran zu hindern, einen Antrag auf Einsetzung eines Unterausschusses einzubringen. Der Herr Minister hat uns sogar Würsteln kaufen wollen (Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Schlögl –: Frankfurter oder Debreziner?), damit wir aus dem Sitzungssaal nicht ausziehen, sondern drinnen bleiben und das alles über uns ergehen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bei Schnitzeln hätten wir es uns überlegt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bei Schnitzeln hätten wir es uns überlegt!
Es war nämlich blamabel, wie dieses Sicherheitspolizeigesetz zustande gekommen ist. Zu jedem Mittel wurde gegriffen – nur, um uns daran zu hindern, einen Antrag auf Einsetzung eines Unterausschusses einzubringen. Der Herr Minister hat uns sogar Würsteln kaufen wollen (Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Mag. Schlögl –: Frankfurter oder Debreziner?), damit wir aus dem Sitzungssaal nicht ausziehen, sondern drinnen bleiben und das alles über uns ergehen lassen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bei Schnitzeln hätten wir es uns überlegt!)
Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam – in Richtung des Abg. Scheibner –: Einstimmig, Herr Klubobmann!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist mit der Würde dieses Hohen Hauses nicht vereinbart, wie Sie die Opposition behandeln! Kaum waren wir bei der Türe draußen, ist ohne einzige Wortmeldung das Sicherheitspolizeigesetz mit den Stimmen von SPÖ und ÖVP beschlossen worden. Nicht einmal eine Wortmeldung war Ihnen das wert! (Beifall und Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Leikam – in Richtung des Abg. Scheibner –: Einstimmig, Herr Klubobmann!)
Abg. Scheibner: "Vielleicht" ist gut!
Wir haben es uns nicht leichtgemacht, Frau Kollegin Partik-Pablé, wenngleich ich zugeben muß, daß der sehr spät vorgelegte sehr umfangreiche Abänderungsantrag den Fraktionen vielleicht etwas früher hätte zur Verfügung gestellt werden können. (Abg. Scheibner: "Vielleicht" ist gut!) Das gebe ich gerne zu. Aber oberflächlich sind wir bei dieser Materie nicht vorgegangen, leicht haben wir es uns dabei nicht gemacht. Wir haben über ein Jahr lang darüber diskutiert und versucht, tatsächliche Verbesserungen in dieser Novelle unterzubringen. (Abg. Aumayr: Wer ist "wir"?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist kein Arbeiten: fünf Minuten vor Schluß!
Sie verlangen ja von uns immer, die Regierung solle arbeiten; das ist eine ständige Forderung Ihrerseits. Heute haben wir das x-mal gehört, vor allem vom Herrn Abgeordneten Gaugg, der dauernd gesagt hat: Na dafür seid Ihr ja in der Regierung! – Hier zeigen wir, daß wir in der Regierung sind, hier wollen wir arbeiten und haben eine gute Novelle vorgelegt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist kein Arbeiten: fünf Minuten vor Schluß!)
Beifall bei der ÖVP. – Eine der von Abg. Achs zuvor verteilten Rotweinflaschen stürzt vom Tisch des Abg. Scheibner und explodiert mit lautem Knall auf dem Steinboden. – Ein Bediensteter der Parlamentsdirektion entfernt die Glassplitter.
Die geringfügige Beschäftigung ermöglicht es nun immer mehr Frauen, eigenständige Sozialversicherungsansprüche zu erwerben. Unser Ziel muß es sein, dafür zu sorgen, daß es niemanden mehr in diesem Land gibt, der nicht eigene Sozialversicherungsansprüche hat! (Beifall bei der ÖVP. – Eine der von Abg. Achs zuvor verteilten Rotweinflaschen stürzt vom Tisch des Abg. Scheibner und explodiert mit lautem Knall auf dem Steinboden. – Ein Bediensteter der Parlamentsdirektion entfernt die Glassplitter.)
Gesetzgebungsperiode 21
Sitzung Nr. 1
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Wir haben ja heute hier keine Wahlkampfveranstaltung, der Wahlkampf ist vorbei, wir haben eine schlichte Aufgabe. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Herr Kollege Scheibner! Sie haben alles Mögliche aufgezählt, was Wahlkampf ist; ich beschränke mich auf das, was wir hier und heute zu tun haben, nämlich den Ersten, Zweiten und Dritten Nationalratspräsidenten zu wählen. Ich meine, das ist nicht irgendeine Wahl, bei der man sich
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der Erste Nationalratspräsident ist immerhin, wenn ich nicht irre, protokollarisch der zweite Mann oder die zweite Frau, je nachdem – sogar vor dem Herrn Bundeskanzler –, in unserem Staate, hinter dem Herrn Bundespräsidenten. Und wenn Heinz Fischer etwa Grippe hat, dann ist es halt der Zweite Nationalratspräsident, der dieses Land nach innen und außen vertritt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Protokollarisch, schön und gut, es ist nur protokollarisch, wenn Sie so wollen. Es ist weiter keine Machtfülle damit verbunden, aber es ist eine wichtige repräsentative Aufgabe, ein wichtiges repräsentatives Amt, das dieses Land zu vergeben hat. Wenigstens darin wird mir Herr Kollege Scheibner sicher zustimmen.
Abg. Scheibner: Und wie war das bei Ihnen in Ihrer Fraktion? – Abg. Ing. Westenthaler: Petrovic weggeräumt, abserviert! – Abg. Aumayr: Wie gehen Sie mit Ihren Kolleginnen um? – Abg. Scheibner: Wie gehen Sie mit den Frauen in Ihrer Fraktion um?
Meine Damen und Herren! Es herrschte, zumindest minutenlang, eine gewisse weihevolle Atmosphäre in diesem Hause, aber wenn man sich für einen Augenblick davon befreit, dann, würde ich sagen, erkennt man, dass das Kalkül der Freiheitlichen doch relativ einfach ist: Herr Abgeordneter Prinzhorn wollte und will Kanzler werden, nur steht ihm leider nicht nur der jetzige Kanzler, sondern auch Herr Dr. Haider im Weg. Herr Abgeordneter Prinzhorn wollte und will vielleicht immer noch Klubobmann werden, aber da steht ihm Herr Kollege Scheibner im Weg. (Abg. Scheibner: Und wie war das bei Ihnen in Ihrer Fraktion? – Abg. Ing. Westenthaler: Petrovic weggeräumt, abserviert! – Abg. Aumayr: Wie gehen Sie mit Ihren Kolleginnen um? – Abg. Scheibner: Wie gehen Sie mit den Frauen in Ihrer Fraktion um?) Ich wollte auch Klubobmann werden – und ich wurde es auch. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie haben uns unterstellt, dass wir Atomwaffen in Österreich stationieren wollen! Das war Ihr Wahlkampfstil!
Thomas Prinzhorn hat diese Besorgnis erregende Kampagne gegen Ausländer nicht nur mitgetragen, sondern er selbst hat diese Kampagne durch nichts zu rechtfertigende, ja peinlichste, ja unsinnige Äußerungen noch übertrumpft. Aber wahrscheinlich weiß er, wovon er redet, wenn er Hormongaben und Kinderreichtum in einen ursächlichen Zusammenhang setzt. (Abg. Scheibner: Sie haben uns unterstellt, dass wir Atomwaffen in Österreich stationieren wollen! Das war Ihr Wahlkampfstil!)
Abg. Scheibner: Und ihrer politischen Gesinnung!
Meinen Damen und Herren! Diesen Worten ist nichts mehr hinzuzufügen. Aber wir Österreicher und Österreicherinnen dürfen nicht zulassen, dass in unserem Lande Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechtes, ihrer Kultur, ihrer Hautfarbe oder ihrer Religionszugehörigkeit (Abg. Scheibner: Und ihrer politischen Gesinnung!) wieder in Angst versetzt werden.
Abg. Scheibner: Sie missbrauchen die Opfer dieser Zeit für Ihre Parteipolitik! Das ist das Schändliche!
Wahr ist vielmehr, dass der Fabriksdirektor Max Pam gestorben ist, ermordet wurde – am 13. Dezember 1938 im KZ-Dachau. Das ist die tragische, die entsetzliche Wahrheit. (Abg. Scheibner: Sie missbrauchen die Opfer dieser Zeit für Ihre Parteipolitik! Das ist das Schändliche!)
Abg. Scheibner: Und dass Ihre Anhänger Pensionisten niederschlagen, nur deswegen, weil sie an freiheitlichen Veranstaltungen teilnehmen! Sagen Sie dazu einmal etwas!
Der zweite Grund dafür, dass ich Herrn Prinzhorn nicht wählen kann, liegt in der Freiheitlichen Partei an sich und in ihrer nicht eindeutigen Abgrenzung zur Gewalt. (Abg. Scheibner: Und dass Ihre Anhänger Pensionisten niederschlagen, nur deswegen, weil sie an freiheitlichen Veranstaltungen teilnehmen! Sagen Sie dazu einmal etwas!)
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, dieser Vergleich!
Frau Dr. Heide Schmidt, die diesem Hause leider nicht mehr angehört, hat einmal berichtet – noch aus freiheitlichen Parteisitzungen –, dass Sie im Vorfeld des AusländerInnen-Volksbegehrens Gewalt durchaus in Kauf genommen haben. Im Februar 1993 gab es dieses freiheitliche Volksbegehren, und im Dezember 1993 wurden die ersten Briefbomben zugestellt. (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, dieser Vergleich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist Ihre Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt wurden!
Aber die Geschichte der Freiheitlichen im Zusammenhang mit Gewalt hört dort nicht auf. Dieses Flugblatt (die Rednerin hält ein Flugblatt in die Höhe), das in Wien in diesem Wahlkampf 1999 zugestellt wurde, ist ein eindeutig rassistisches, ein verhetzendes, es ist verantwortungslos. Ich habe vom jetzigen Kandidaten Prinzhorn kein Wort dahin gehend gehört, dass er sich davon distanziert, und das ist unerträglich. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist Ihre Rede! – Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt wissen wir, warum Sie abgewählt wurden!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dipl.-Ing. Prinzhorn, Dr. Riess-Passer und Scheibner.
Auch dieses und gerade dieses Prinzip verpflichtet uns bei unserer parlamentarischen Arbeit, und zwar nicht nur in der Theorie: Wir müssen es mit Leben erfüllen! Wir müssen die Menschenrechte, die gleiche Würde aller Menschen ernst nehmen und allen Formen von Fremdenfeindlichkeit entgegentreten, wie das zum Beispiel auch kürzlich Herr Kardinal Dr. König eingemahnt hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei den Grünen sowie der Abgeordneten Dipl.-Ing. Prinzhorn, Dr. Riess-Passer und Scheibner. )
Sitzung Nr. 2
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Herr Bundeskanzler wollte ja daran nicht teilnehmen! – Abg. Dr. Martin Graf: Da muss sogar Präsident Fischer lachen!
Bundesminister für Finanzen Rudolf Edlinger: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist natürlich das Recht des Nationalrates, hier im Plenum Themen von Interesse zu diskutieren. Und das ist gut so, und als neugewähltes Mitglied des Nationalrates würde ich mir dieses Recht auch gar nicht nehmen lassen. Da aber in der Geschäftsordnung vorgesehen ist, dass hiebei, nämlich bei einer Aktuellen Stunde, auch ein Mitglied der österreichischen Bundesregierung von der Regierungsbank aus an der Debatte teilzunehmen hat, habe ich mich dazu bereit erklärt, obwohl ich – trotz intensivsten Bemühens – in den Bestimmungen, in denen die Verantwortlichkeit des Finanzministers geregelt ist, keine Kompetenz zum Thema Proporz und Parteibuchwirtschaft entdecken konnte. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Herr Bundeskanzler wollte ja daran nicht teilnehmen! – Abg. Dr. Martin Graf: Da muss sogar Präsident Fischer lachen!)
Abg. Scheibner: So ein "Zufall"!
Sie haben gesagt, Sie haben in Ihrem Ressort als Finanzminister keine Kompetenz in Sachen Proporz und Parteibuchwirtschaft. Dazu muss ich Ihnen sagen: Es mag schon sein, dass Sie keine Kompetenz haben, aber Sie wissen natürlich sehr gut, wie es geht, denn die jüngsten Besetzungen von Gruppenleiterpositionen im Finanzministerium sind eines der vielen Beispiele, die wir heute in dieser Diskussion anführen könnten. Es war nämlich schon vor dem Ende der Bewerbungsfrist in den Medien zu lesen, wer die entsprechenden Stellen besetzen wird. (Abg. Scheibner: So ein "Zufall"!) Diese Stellen wurden natürlich sehr schön entsprechend dem Proporz im Verhältnis zwei zu zwei zwischen SPÖ und ÖVP aufgeteilt, wie dann unwidersprochen in allen Medien nachzulesen war.
Abg. Scheibner: Bezogen auf die SPÖ in Kärnten, meinen Sie? Was ist mit dem Herrn Manzenreiter?
Abgeordneter Dr. Peter Kostelka (SPÖ): Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Eine neue Politik wurde von den beiden bisherigen Rednern der freiheitlichen Fraktion gefordert. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben sie immer versprochen!) – Ich kann mich dieser Forderung, insbesondere bezogen auf Kärnten, nur anschließen. (Abg. Scheibner: Bezogen auf die SPÖ in Kärnten, meinen Sie? Was ist mit dem Herrn Manzenreiter?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Klagen Sie doch endlich den Landeshauptmann!
Sie wissen anscheinend von vornherein, wer dort diese Funktion erhalten soll, und haben in diesem Zusammenhang die Ausschreibungsbedingungen einseitig in eine Richtung verändert, in der jegliche Qualifikationserfordernisse außer Betracht bleiben. (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist wie bei den Rektoren an der Universität!) Das, meine Damen und Herren, paßt in das Bild, das es von der Freiheitlichen Partei in Österreich gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Klagen Sie doch endlich den Landeshauptmann!)
Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten!
In Kärnten gibt es beinhartes politisches Personalmanagement des Personalreferenten Dr. Jörg Haider (Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten!), und in Wien erheben Sie einen moralischen Anspruch, dem diese Tätigkeit Haiders in Kärnten nicht gerecht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Zu Kärnten würde ich im Moment nicht so viel sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Zu Kärnten würde ich im Moment nicht so viel sagen!
In Kärnten gibt es beinhartes politisches Personalmanagement des Personalreferenten Dr. Jörg Haider (Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten!), und in Wien erheben Sie einen moralischen Anspruch, dem diese Tätigkeit Haiders in Kärnten nicht gerecht wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Deswegen ist Manzenreiter zurückgetreten! – Abg. Ing. Westenthaler: Zu Kärnten würde ich im Moment nicht so viel sagen!)
Abg. Scheibner: Flüchtig!
Das lässt sich an mehreren Beispielen klar nachweisen: Für die Kulturabteilung des Amtes der Kärntner Landesregierung wurde die Ausschreibung aufgehoben. Der Kulturberater des Landes Kärnten, ein gewisser Herr Mölzer – Sie werden ihn vom Freiheitlichen Bildungswerk her sicherlich sehr gut kennen (Abg. Scheibner: Flüchtig!) –, wurde ohne Ausschreibung bestellt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie glauben Ihrer eigenen Propaganda!
Meine Damen und Herren! Das, was Sie in Kärnten tun, ist Hohn gegenüber dem, was Sie hier behaupten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie glauben Ihrer eigenen Propaganda!)
Abg. Ing. Westenthaler: Im Moment würde ich zu Kärnten nicht so viel sagen! – Abg. Scheibner: Was ist mit der KELAG? Sie wollten den Ambrozy versorgen, das ist Ihr Problem!
Tun Sie in Kärnten das, was wir auf Bundesebene bewiesen haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Moment würde ich zu Kärnten nicht so viel sagen! – Abg. Scheibner: Was ist mit der KELAG? Sie wollten den Ambrozy versorgen, das ist Ihr Problem!) Sie haben die Möglichkeit! Beinhartes Personalmanagement auf Blau in Kärnten ist Ihre Antwort! Das ist Ihre Problematik: dass in Kärnten anders gehandelt wird als auf Bundesebene! (Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten ist hier ein schlechtes Beispiel!) Wir bekennen uns zur Objektivität. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Tun Sie in Kärnten das, was wir auf Bundesebene bewiesen haben! (Abg. Ing. Westenthaler: Im Moment würde ich zu Kärnten nicht so viel sagen! – Abg. Scheibner: Was ist mit der KELAG? Sie wollten den Ambrozy versorgen, das ist Ihr Problem!) Sie haben die Möglichkeit! Beinhartes Personalmanagement auf Blau in Kärnten ist Ihre Antwort! Das ist Ihre Problematik: dass in Kärnten anders gehandelt wird als auf Bundesebene! (Abg. Ing. Westenthaler: Kärnten ist hier ein schlechtes Beispiel!) Wir bekennen uns zur Objektivität. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Dr. Riess-Passer: Dann müssen Sie es aber auch umsetzen! – Abg. Scheibner: Aber auf Bundesebene, in der Partei!
Meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei! Ich lade Sie ein, an diesem Programm mitzuwirken (Abg. Dr. Riess-Passer: Dann müssen Sie es aber auch umsetzen! – Abg. Scheibner: Aber auf Bundesebene, in der Partei!) und auf Ihrem Kärntner Weg in die blaue Personalwirtschaft umzukehren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Kopf. – Abg. Scheibner: Also, wie ist das?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Redezeit ist beendet, Herr Abgeordneter. (Beifall bei der ÖVP für den das Rednerpult verlassenden Abg. Kopf. – Abg. Scheibner: Also, wie ist das?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist doch unselig, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, wenn Sie in Kärnten genau dasselbe machen, nämlich die Objektivierung der Objektivierung vorantreiben! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Es wird so lange objektiviert, bis ein freiheitlicher Kandidat herauskommt! Und die Medien, Herr Klubobmann Scheibner, sagen es Ihnen ja schon. (Abg. Scheibner: Weil Sie da unten überhaupt nichts zu reden haben! Wie viele ... haben Sie in Kärnten?) Dafür gäbe es noch genügend Beispiele in Kärnten. Der einzige "Fortschritt" in der Parteibuchwirtschaft ist in der Richtung erzielt worden, dass Rot durch Blau ersetzt worden ist.
Abg. Scheibner: Weil Sie da unten überhaupt nichts zu reden haben! Wie viele ... haben Sie in Kärnten?
Es ist doch unselig, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, wenn Sie in Kärnten genau dasselbe machen, nämlich die Objektivierung der Objektivierung vorantreiben! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Es wird so lange objektiviert, bis ein freiheitlicher Kandidat herauskommt! Und die Medien, Herr Klubobmann Scheibner, sagen es Ihnen ja schon. (Abg. Scheibner: Weil Sie da unten überhaupt nichts zu reden haben! Wie viele ... haben Sie in Kärnten?) Dafür gäbe es noch genügend Beispiele in Kärnten. Der einzige "Fortschritt" in der Parteibuchwirtschaft ist in der Richtung erzielt worden, dass Rot durch Blau ersetzt worden ist.
Abg. Scheibner: Sagen Sie doch nicht die Unwahrheit!
Ist das der Beginn der neuen Zeiten, wenn als Bezirkshauptmann ein unabhängiger Kandidat vorgeschlagen wird (Abg. Scheibner: Sagen Sie doch nicht die Unwahrheit!), aber schon ein paar Tage nach seiner Bestellung zum Bezirkshauptmann sagt er, er habe natürlich schon ein Naheverhältnis zu den Freiheitlichen, für die er ja dann ein paar Jahre später als Abgeordneter in den Landtag eingezogen ist? (Abg. Böhacker: Wollen Sie das verbieten?)
Abg. Scheibner: Auch falsch!
Ist es wirklich so, dass sie keine anderen qualifizierten Personen haben als Ihren Parteianwalt Böhmdorfer, der nicht nur in die Kärntner Landesholding eingezogen ist, sondern ein paar Wochen später auch in den Niederösterreichischen Landtag? (Abg. Scheibner: Auch falsch!) Da muss er natürlich wieder aus der Kärntner Landesholding ausziehen. (Abg. Dr. Riess-Passer: Völlig falsch!) Vielleicht taucht der Herr Böhmdorfer auch irgendwo in Vorarlberg auf. (Abg. Scheibner: Alles falsch! Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Alles falsch! Das ist ungeheuerlich!
Ist es wirklich so, dass sie keine anderen qualifizierten Personen haben als Ihren Parteianwalt Böhmdorfer, der nicht nur in die Kärntner Landesholding eingezogen ist, sondern ein paar Wochen später auch in den Niederösterreichischen Landtag? (Abg. Scheibner: Auch falsch!) Da muss er natürlich wieder aus der Kärntner Landesholding ausziehen. (Abg. Dr. Riess-Passer: Völlig falsch!) Vielleicht taucht der Herr Böhmdorfer auch irgendwo in Vorarlberg auf. (Abg. Scheibner: Alles falsch! Das ist ungeheuerlich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie müssen Ihre Reden besser vorbereiten!
Abgeordneter Karl Öllinger (fortsetzend): Meine Damen und Herren! Wer sind die Eigentümer dieses Landes, und zwar von ÖVP, SPÖ und FPÖ? Sind das die Vereine, Verbände und Parteien, oder sind das die österreichischen Bürgerinnen und Bürger? – Geben Sie diesem Land Demokratie und nicht Ihre eigenartigen Objektivierungsverfahren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie müssen Ihre Reden besser vorbereiten!)
Abg. Scheibner: Ihr Bundeskanzler sagt doch, daß der Proporz beseitigt wird!
Was steht denn dazu im Duden? Was sagt Bertelsmann dazu? (Abg. Scheibner: Ihr Bundeskanzler sagt doch, daß der Proporz beseitigt wird!) – Proporz: erstens: Verteilung der Mandate nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen. – Herr Kollege Scheibner, Verteilung der Mandate nach dem Verhältnis der Stimmen. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler sagt das! Hoffentlich hat das keine Konsequenzen für Sie!)
Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler sagt das! Hoffentlich hat das keine Konsequenzen für Sie!
Was steht denn dazu im Duden? Was sagt Bertelsmann dazu? (Abg. Scheibner: Ihr Bundeskanzler sagt doch, daß der Proporz beseitigt wird!) – Proporz: erstens: Verteilung der Mandate nach dem Verhältnis der abgegebenen Stimmen. – Herr Kollege Scheibner, Verteilung der Mandate nach dem Verhältnis der Stimmen. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler sagt das! Hoffentlich hat das keine Konsequenzen für Sie!)
Abg. Scheibner: Steht da etwas vom Nationalbankgesetz oder ÖIAG-Gesetz?
Wenn man zum Beispiel einen Blick in das ORF-Gesetz wirft, wie dort das Kuratorium bestellt wird, dann sieht man, es heißt im § 7, dass sechs Mitglieder unter Berücksichtigung der Stärkeverhältnisse im Nationalrat bestellt werden. Sollen wir das ändern? Gibt es eine vernünftige Alternative? (Abg. Scheibner: Steht da etwas vom Nationalbankgesetz oder ÖIAG-Gesetz?)
Abg. Scheibner: Welchen Proporz meint der Herr Bundeskanzler?
Aber, meine Damen und Herren, warum der Begriff "Proporz" – jetzt komme ich noch einmal zur FPÖ – die Chance hat, zum Begriff des Jahres zu werden, hat einen anderen Grund. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Was sagt Bertelsmann noch? – Bertelsmann schweigt betreten. Es gibt keine weitere Definition. Das ist eine gewisse noble Zurückhaltung. (Abg. Scheibner: Welchen Proporz meint der Herr Bundeskanzler?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Was ist mit "Postenschacher" gemeint, Herr Kollege Scheibner? Ist damit gemeint, dass jemand ohne Qualifikation einen Posten bekommt? Und gewissermaßen als Ausgleich, als Machtbalance zwischen den Parteien, bekommt auch eine andere, möglicherweise unqualifizierte Person einen Posten? – Das ist ja das, was die Bevölkerung unter Postenschacher, unter Proporz versteht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Was ist das für ein Proporz, den der Klima beseitigen will?
Wer, meine Damen und Herren, hat jetzt Handlungsbedarf? – Das ist die SPÖ, das ist die ÖVP, und das ist die FPÖ. Wer muss vor der eigenen Türe kehren? – Die SPÖ, die ÖVP und die FPÖ. (Abg. Scheibner: Was ist das für ein Proporz, den der Klima beseitigen will?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie das Datum dazu!
Oder – ich weiß, dass Ihnen das unangenehm ist, Herr Westenthaler –: Die FPÖ erhält den Vorsitz im Arbeitnehmerförderungsbeirat. (Abg. Scheibner: Sagen Sie das Datum dazu!) – Qualifikation und Leistung sind völlig uninteressant. Hauptsache, FPÖ. (Zwischenruf der Abg. Hagenhofer. )
Abg. Scheibner: Das hat Ihr ehemaliger Finanzminister gesagt!
Meine Damen und Herren! Was glauben Sie, von wem dieses Dokument von Proporz- und Parteibuchwirtschaft unterzeichnet ist? (Abg. Ing. Westenthaler: Von wann ist das?) – Für die ÖVP von Dr. Christof Zernatto – er ist ohnehin hier im Hause –, und für die FPÖ von Dr. Jörg Haider. – So schaut es aus! (Aha!-Rufe bei der SPÖ.) Und dann stellt sich Kollege Scheibner hier zum Rednerpult, meine Damen und Herren, und sagt: Es stinkt in Österreich! (Abg. Scheibner: Das hat Ihr ehemaliger Finanzminister gesagt!) Ja welchen Duft hat dann dieses Papier, Herr Kollege Scheibner? (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Welchen Duft hat denn dieses Kärntner Packeleipapier? (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! Das wird Konsequenzen haben! – Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen den Klima?
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Dies gilt es abzustellen. Diesbezüglich haben SPÖ und ÖVP Arbeit. Aber, meine Damen und Herren von der FPÖ, nehmen Sie den Besen zur Hand und kehren Sie vor der eigenen Tür! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! Das wird Konsequenzen haben! – Abg. Dr. Martin Graf: Was haben Sie gegen den Klima?)
Abg. Scheibner: Aber die SPÖ sagt, das gibt es schon lange!
Es liegt auch jetzt wieder ein derartiges Übereinkommen vor, bei dessen Ausarbeitung unser Klubobmann Andreas Khol federführend war (Zwischenruf des Abg. Mag. Schweitzer ), nämlich jenes bezüglich Postenvergabe und Beförderungen im Bundesdienst mit anonymen Eignungstests und der Einrichtung unabhängiger Kontrollbehörden. (Abg. Scheibner: Aber die SPÖ sagt, das gibt es schon lange!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Ich möchte aber noch auf einen Punkt eingehen, der mir bisher viel zu selten in der Diskussion erwähnt wurde. Im Hintergrund dieser Proporzbesetzungen stehen Karriereleitern, die im wesentlichen über Männerbünde erstiegen werden. Dass es in den Spitzenfunktionen der Sozialpartnerschaft einen Mangel an Frauen gibt, ist ja kein Zufall. Und dass bei parteipolitischen Besetzungen dann die wenigen Frauen auf den Karriereleitern der jeweiligen Bünde schon nicht mehr berufen werden, verschärft das Problem der Abwesenheit von Frauen in Führungspositionen noch weiter. An Sie, meine Herren von den Freiheitlichen, sei gesagt: Ihre Rekrutierungsmuster über schlagende Verbindungen kenne ich! Und dass es in diesen ganz besonders keine Frauen gibt, ist uns wohl auch allen bekannt. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Mit den Abgeordneten haben sich auch die Bundesminister Edlinger und Dr. Fasslabend von ihren Sitzen auf der Regierungsbank erhoben. – Heiterkeit. – Abg. Scheibner – auf die Sitze im Plenum weisend –: Das passiert dort! – Bundesminister Edlinger: Daran muss ich mich erst gewöhnen! Entschuldigung!
Ich darf bitten, dass jene Damen und Herren, die sich für die Einsetzung der von mir aufgezählten Ausschüsse aussprechen, ein Zeichen durch Erheben von den Sitzen geben. – Die Einsetzung dieser Ausschüsse ist einstimmig beschlossen. (Mit den Abgeordneten haben sich auch die Bundesminister Edlinger und Dr. Fasslabend von ihren Sitzen auf der Regierungsbank erhoben. – Heiterkeit. – Abg. Scheibner – auf die Sitze im Plenum weisend –: Das passiert dort! – Bundesminister Edlinger: Daran muss ich mich erst gewöhnen! Entschuldigung!)
Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Pensionisten nur 40 S im Monat wert, und die Politiker 3 000 – oder was? Das darf nicht wahr sein, was der da daherredet!
Es ist ja immer so, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen, dass das vor allem von Ihrer Seite hier als Stilmittel der Politik eingebracht wird. Ein wenig muss man da auch Rücksicht nehmen auf die vielen jungen Abgeordneten, die hier im Hause sind. Bei Ihnen gibt es ja auch einige junge Abgeordnete, die das erste Mal dabei sind und gerade lernen müssen, dass sie nichts wert sind. Vielleicht machen Sie in Ihrem Klub diesbezüglich therapeutische Übungen, bei denen Sie als Klubobmann immer die Frage stellen: Liebe Jungabgeordnete, was seid ihr wert? – Und sie antworten im Chor: Nichts, Herr Scheibner! Nichts, Herr Scheibner! (Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Pensionisten nur 40 S im Monat wert, und die Politiker 3 000 – oder was? Das darf nicht wahr sein, was der da daherredet!)
Abg. Scheibner: Wie bei der SPÖ Kärnten!
Das ist ein Projekt der Selbstzerstörung, und zwar letztendlich der gesamten Politik! (Abg. Scheibner: Wie bei der SPÖ Kärnten!) Sie werden nur kurzfristig davon profitieren, denn langfristig ist es ein Projekt der Selbstzerstörung, wenn man den Wählern ununterbrochen sagt: Geht bitte zur Wahlurne, aber wir sagen euch gleich, ihr wählt lauter wertlose Abgeordnete, es ist zum Speiben, die brauchen wir doch längst nicht mehr, die ganze Parteiendemokratie ist ja nur eine Sammlung von Abkassierern, Bonzen und Privilegienrittern, und überhaupt weg mit dem Kammersystem und allem!
Abg. Scheibner: Wie ist das in der "Zukunftswerkstatt"?
Vor allem glaube ich, dass es in Ihrer Fraktion höchst interessante Diskussionen über die berühmte Obergrenze geben muss – auch so eine Wählertäuschung. Das ist ja die blaue Sandmännchenstrategie, möglichst viel Sand in die Augen der Wähler zu streuen. (Abg. Scheibner: Wie ist das in der "Zukunftswerkstatt"?) Erst dann sind sie bereit, wirklich blau zu wählen. Aber in Ihren Reihen, sage ich Ihnen nur, gibt es zwei Gruppen: Da gibt es jene, die öffentliche Gelder beziehen. Das sind die, die sich möglicherweise an die Grenze von 60 000/65 000 S halten. Aber denken wir doch zum Beispiel einmal an Herrn Dr. Krüger, der erst jüngst – es stand in der "Presse", glaube ich – Kunstwerke angekauft hat. Wo ist da die Obergrenze von 60 000 S? Oder denken wir doch an Herrn Prinzhorn! Der kann natürlich überhaupt auf das ganze Geld verzichten, ich weiß das ohnehin, Sie schauen ohnehin schon so verzichtbereit. Sie können auf das ganze Gehalt verzichten, da bei Ihnen der Dukaten ununterbrochen herein rieselt, weil Sie einfach ein Großunternehmer sind. Wollen Sie hier ein reines Lobbyistenparlament, bloß ein Parlament der Unternehmer?
Abg. Scheibner: Weil Sie so gescheit sind! Haben Sie die Wahlen gewonnen oder verloren?
Während Haider wieder irgendwo in Amerika über eine Brücke läuft, steigt der Wert seiner Wälder – Wertzuwachs; Sie können damit etwas anfangen, Herr Prinzhorn, Sie wissen, was Wertzuwachs ist –, und damit ist ein Einkommen gegeben. Wie kriegen Sie das eigentlich in den Griff? Sie sind der Mann der kleinen Leute, ich weiß das schon. (Abg. Scheibner: Weil Sie so gescheit sind! Haben Sie die Wahlen gewonnen oder verloren?) Nur Milliardäre können kleine Leute wirklich verstehen, das ist mir schon bewusst. Wie Sie das psychisch hinkriegen, weiß ich nicht, aber das ist die Strategie, die Sie haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Zum Antrag fällt Ihnen nichts ein?
Oder: Pumberger. Pumberger war ja schon x-mal hier Gegenstand der Diskussionen. Am besten finde ich übrigens, dass – das gehört nicht einmal so richtig hierher – bei Peter Westenthaler steht: Leiter des neuinstallierten Kommunikationsbüros, Generalsekretär. – Es heißt Partei sekretär. So müsste die Bezeichnung richtig lauten, so richtig igitt-igitt. Das ist Ihre wahre Funktion, die Sie haben! – Auch einer von den "ganz Armen" da herinnen. (Abg. Scheibner: Zum Antrag fällt Ihnen nichts ein?)
Abg. Dr. Riess-Passer: Haben Sie ein Beispiel aus den letzten 20 Jahren, seit 1986? – Abg. Scheibner: Das ist lange vorbei!
Gerade Sie von der FPÖ sind diejenigen, die persönlich alle Privilegien für sich in Anspruch nehmen, wo Sie nur können. (Abg. Dr. Riess-Passer: Zum Beispiel?) – Ich nenne Ihnen jetzt zum Beispiel den ehemaligen FPÖ-Obmann Götz, der zum Verfassungsgerichtshof gegangen ist und verlangt hat, dass er Doppel- und Dreifach-Pensionen bekommt, nachdem wir hier im Hohen Haus beschlossen haben, dass diese Art der Doppelpensionen abgeschafft werden soll. Ihr FPÖ-Obmann Götz, immerhin ein Vorgänger von Dr. Haider und ein guter Freund von Dr. Haider über lange Zeit! (Abg. Dr. Riess-Passer: Haben Sie ein Beispiel aus den letzten 20 Jahren, seit 1986? – Abg. Scheibner: Das ist lange vorbei!)
Abg. Scheibner: Die Eierwerfer, das waren die Humanen und Liberalen, die Andersdenkenden, Pensionisten niederschlagen bei Kundgebungen!
Deshalb ist unser Entschließungsantrag im Kern auf konkrete Dinge gerichtet. Es gilt, an den Herrn Bundesminister für Justiz die Aufforderung zu richten, Überlegungen anzustellen und dem Nationalrat konkrete Vorschläge vorzulegen, uns mitzuteilen, was mit dem Verhetzungs-Paragraphen ist, welche Instrumentarien für ihn vorstellbar sind, damit es tatsächlich Möglichkeiten gibt, einzuschreiten, wenn, wie uns berichtet wurde – aber nicht nur uns, sondern Ihnen allen –, Angehörige von Religionsgemeinschaften, wie beispielsweise jene mosaischen Glaubens, auf der Salztor-Brücke angespuckt werden, damit der Staat dann nicht wieder sagen kann: Jessas, tut uns Leid, aber es hat die Öffentlichkeit nicht gestört! Weil es am Abend war und es nicht so viele Leute gesehen haben, gibt es kein Instrumentarium dafür. – Das ist eine so zutiefst unbefriedigende Situation, dass es unsere Pflicht ist, uns zu überlegen, was zu tun ist. Und deshalb ergeht die Aufforderung an den Herrn Bundesminister für Justiz, hier auch tätig zu werden. (Abg. Scheibner: Die Eierwerfer, das waren die Humanen und Liberalen, die Andersdenkenden, Pensionisten niederschlagen bei Kundgebungen!)
Abg. Scheibner: Eben nicht integriert!
Gestatten Sie mir hier auch folgenden Hinweis, weil es immer wieder heißt, die Integration im Besonderen sei von dieser Regierung nicht ernst genommen worden. Wenn man von 90 000 bosnischen Flüchtlingen innerhalb von zweieinhalb Jahren 75 000 in diesem Lande integriert, ihnen Arbeitsplätze gibt, Schulplätze schafft, wenn sie auch Wohnungen bekommen, dann ist das eine Integration, wie wir sie uns vorstellen. (Abg. Scheibner: Eben nicht integriert!) Wir brauchen uns hier nichts vorwerfen zu lassen. (Abg. Scheibner: Eingebürgert, aber nicht integriert!) Wir haben eine gute Integrationspolitik gemacht. (Abg. Scheibner: Sie haben sie eingebürgert, aber nicht integriert!)
Abg. Scheibner: Eingebürgert, aber nicht integriert!
Gestatten Sie mir hier auch folgenden Hinweis, weil es immer wieder heißt, die Integration im Besonderen sei von dieser Regierung nicht ernst genommen worden. Wenn man von 90 000 bosnischen Flüchtlingen innerhalb von zweieinhalb Jahren 75 000 in diesem Lande integriert, ihnen Arbeitsplätze gibt, Schulplätze schafft, wenn sie auch Wohnungen bekommen, dann ist das eine Integration, wie wir sie uns vorstellen. (Abg. Scheibner: Eben nicht integriert!) Wir brauchen uns hier nichts vorwerfen zu lassen. (Abg. Scheibner: Eingebürgert, aber nicht integriert!) Wir haben eine gute Integrationspolitik gemacht. (Abg. Scheibner: Sie haben sie eingebürgert, aber nicht integriert!)
Abg. Scheibner: Sie haben sie eingebürgert, aber nicht integriert!
Gestatten Sie mir hier auch folgenden Hinweis, weil es immer wieder heißt, die Integration im Besonderen sei von dieser Regierung nicht ernst genommen worden. Wenn man von 90 000 bosnischen Flüchtlingen innerhalb von zweieinhalb Jahren 75 000 in diesem Lande integriert, ihnen Arbeitsplätze gibt, Schulplätze schafft, wenn sie auch Wohnungen bekommen, dann ist das eine Integration, wie wir sie uns vorstellen. (Abg. Scheibner: Eben nicht integriert!) Wir brauchen uns hier nichts vorwerfen zu lassen. (Abg. Scheibner: Eingebürgert, aber nicht integriert!) Wir haben eine gute Integrationspolitik gemacht. (Abg. Scheibner: Sie haben sie eingebürgert, aber nicht integriert!)
Abg. Haigermoser: Das war starker Tobak! – Abg. Scheibner: Das ist die "Toleranz" der Grünen! So ist das alles "großartig"!
Jetzt noch zu den Grünen – deren Reihen schon ein bisschen schütter besetzt sind – und ihrem Lichterl. Es ist da von Respekt und Toleranz gesprochen worden. Worauf Sie aber nicht eingegangen sind, ist, dass auch Respekt und Toleranz verlangt werden können, wenn Ihre Freunde und Kollegen auf die Straße gehen und gegen ein Wahlergebnis demonstrieren. Denn das haben Sie geflissentlich vergessen, was dort passiert ist. So schreibt der Journalist Lackner in einem Bericht im "profil", dass geschimpft und gespottet wurde. Zitat: ",Schmeissts nicht mit Eiern, ihr treffts ja auch uns‘, wirft die Moderatorin" dieser Demonstration ein. – Ich muß sagen: Ein bezeichnender Satz, das ist sehr "tolerant"! (Abg. Haigermoser: Das war starker Tobak! – Abg. Scheibner: Das ist die "Toleranz" der Grünen! So ist das alles "großartig"!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zum Kollegen Schweitzer – leider sehe ich ihn momentan nicht – sei angemerkt, meine Damen und Herren, dass wir derzeit an einem gemeinsamen Antrag arbeiten. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Aber, Kollege Scheibner, diesen Teil der Rede des Kollegen Schweitzer, in dem er gemeint hat, dieses Parlament solle eine gemeinsame Linie finden, egal, was die Regierung da tue, diesen Teil hebe ich mir auf, den kopiere ich mir, denn sollten Sie irrtümlicherweise in eine Regierung kommen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), werde ich natürlich sehr genau beobachten, wie dann das Verhalten des Kollegen Schweitzer gegenüber allfälligen Regierungsmitgliedern sein wird. (Abg. Scheibner: Das Licht leuchtet schon! Redezeit!)
Abg. Scheibner: Das Licht leuchtet schon! Redezeit!
Zum Kollegen Schweitzer – leider sehe ich ihn momentan nicht – sei angemerkt, meine Damen und Herren, dass wir derzeit an einem gemeinsamen Antrag arbeiten. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Aber, Kollege Scheibner, diesen Teil der Rede des Kollegen Schweitzer, in dem er gemeint hat, dieses Parlament solle eine gemeinsame Linie finden, egal, was die Regierung da tue, diesen Teil hebe ich mir auf, den kopiere ich mir, denn sollten Sie irrtümlicherweise in eine Regierung kommen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), werde ich natürlich sehr genau beobachten, wie dann das Verhalten des Kollegen Schweitzer gegenüber allfälligen Regierungsmitgliedern sein wird. (Abg. Scheibner: Das Licht leuchtet schon! Redezeit!)
Abg. Scheibner: Also nicht mit Eiern werfen, Frau Kollegin, auch nicht mit anderen Wurfgegenständen, genau darum geht es!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Es ist heute hier im Hohen Hause schon sehr oft das Wort "Toleranz" gefallen, und es ist viel über Anerkennung, über Respekt gesagt worden – viele Appelle und Aufforderungen an dieses Hohe Haus, an Sie alle! (Abg. Scheibner: Also nicht mit Eiern werfen, Frau Kollegin, auch nicht mit anderen Wurfgegenständen, genau darum geht es!)
Abg. Scheibner: Das ist etwas anderes!
Unser Antrag lautet nun, dass als Lebensgefährten jene Menschen bezeichnet werden sollen, die gleichen oder verschiedenen Geschlechts sind, wenn sie sich übereinstimmend als Lebensgefährten bezeichnen. (Abg. Scheibner: Das ist etwas anderes!)
Abg. Scheibner: Da kommen Sie spät darauf!
Herr Krüger! Ist er noch da? – Nein, aber das macht nichts. Es ist schon richtig, dass wir vor ungefähr drei Jahren genau über diesen Passus diskutiert haben und damals die Mehrheitsverhältnisse beziehungsweise die Bereitschaft so waren, dass die Herabsetzung des betreffenden Mindestalters von 18 auf 16 Jahre durchgegangen wäre. Das ist von Ihnen korrekt dargestellt worden. Warum wir aber damals nicht zugestimmt haben, war im Wesentlichen der Umstand, dass die Organisationen der Betroffenen uns davon abgeraten haben, und zwar aus dem schlichten Grund, dass es unerträglich sei, dass die Diskriminierung dennoch weiterhin aufrecht bleibe. Jetzt können wir natürlich rückblickend darüber streiten, ob es nicht doch gescheiter gewesen wäre, der Herabsetzung des Mindestalters auf 16 Jahre zuzustimmen, was immerhin einen Fortschritt gebracht, aber die Diskriminierung nicht aufgehoben hätte. (Abg. Scheibner: Da kommen Sie spät darauf!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Norm ist ein Gesetz! Sie haben das falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie missverstanden! Ihre Aufregung ist völlig unbegründet!
Ich möchte Ihnen Folgendes sagen: Jeder Mensch ist individuell, und jeder Mensch entspricht der Norm, nur muss man das im Kopf haben und darf keine Scheuklappen haben wie Sie, die Sie selektieren und bestimmen wollen, wer dazugehört und wer nicht. Über diese Zeit müssten wir, verdammt, schön langsam hinaus sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Norm ist ein Gesetz! Sie haben das falsch verstanden! – Abg. Ing. Westenthaler: Das haben Sie missverstanden! Ihre Aufregung ist völlig unbegründet!)
Abg. Scheibner: Ja, so sieht es aus! – Abg. Mag. Stoisits: Wie kommst du auf so eine abstruse Idee?
Resi! Ich habe den Eindruck, wenn ich dir so zuhöre – und bei anderen habe ich ähnliche Empfindungen gehabt –, dass es dir Leid tut, dass der Täter in Sachen Oberwart und Briefbomben wirklich gefasst worden ist. (Abg. Scheibner: Ja, so sieht es aus! – Abg. Mag. Stoisits: Wie kommst du auf so eine abstruse Idee?) Das passt nicht in das System hinein, das du dir selbst aufgebaut hast! Du lebst, als ob du in den vergangenen Jahren nicht Zeitung gelesen und auch nicht Radio gehört hättest: Da ist es noch immer die große Verschwörung, da sind es noch immer die bajuwarischen Bataillone, die da marschieren. Dass das ein spinnerter Einzelgänger war, das passt nicht ganz hinein! Denn jahrelang hast speziell du – ich unterstelle dir das, denn ich habe das beobachtet – dich einem Gespinst verbunden gefühlt, hinter dem alle möglichen dunklen Mächte stehen, vor denen man die Bevölkerung warnen und schützen muss. Jetzt aber ist das ein "armer" – arm unter Anführungszeichen – Narr, der allein war und der verurteilt worden ist. Mach dich bitte frei von dem Gespinst, in das du dich in den vergangenen Jahren selbst eingewoben hast! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 4
Abg. Scheibner: Dieser Erlass war ein Unsinn! Zu Recht gab es darüber Aufregung!
Seit Minister Edlinger vor etwas mehr als zwei Wochen allen Ministerien und Obersten Organen per Erlass aufgetragen hat, 20 Prozent der Ermessensausgaben einzusparen, herrscht mancherorts, wie wir gehört haben, helle Aufregung. – No na, kann man dazu nur sagen (Abg. Scheibner: Dieser Erlass war ein Unsinn! Zu Recht gab es darüber Aufregung!), denn wenn man zum Sparen verhalten wird, werden manche ein bisschen nervös.
Abg. Scheibner: Wie viele Milliarden haben Sie den Österreicherinnen und Österreichern vorher weggenommen?
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass durch die Beschlüsse des vergangenen Jahres die Österreicher ab 1. Jänner 2000 insgesamt etwa 30 Milliarden Schilling mehr als im Jahr davor zur Verfügung haben werden. (Beifall bei der SPÖ.) Das war ein sehr bewusster politischer Akt – nicht nur im Hinblick auf irgendwelche scheinbare Wohltaten (Abg. Scheibner: Wie viele Milliarden haben Sie den Österreicherinnen und Österreichern vorher weggenommen?), sondern sehr wohl auch darauf ... (Abg. Scheibner: 100 Milliarden wegnehmen und 30 Milliarden zurückgeben!) – Ich nehme an, Sie melden sich dann zu Wort, Herr Scheibner. Vielleicht könnten Sie mir 2 Minuten zuhören und nur ein bisserl ... (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: 100 Milliarden wegnehmen und 30 Milliarden zurückgeben!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass durch die Beschlüsse des vergangenen Jahres die Österreicher ab 1. Jänner 2000 insgesamt etwa 30 Milliarden Schilling mehr als im Jahr davor zur Verfügung haben werden. (Beifall bei der SPÖ.) Das war ein sehr bewusster politischer Akt – nicht nur im Hinblick auf irgendwelche scheinbare Wohltaten (Abg. Scheibner: Wie viele Milliarden haben Sie den Österreicherinnen und Österreichern vorher weggenommen?), sondern sehr wohl auch darauf ... (Abg. Scheibner: 100 Milliarden wegnehmen und 30 Milliarden zurückgeben!) – Ich nehme an, Sie melden sich dann zu Wort, Herr Scheibner. Vielleicht könnten Sie mir 2 Minuten zuhören und nur ein bisserl ... (Abg. Haigermoser: Keine Polemik von der Regierungsbank! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf ist hier schon noch erlaubt!
Definieren Sie doch einmal, was Ihrer Ansicht nach Polemik ist. (Ruf bei der SPÖ: Haigermoser, zurück nach Salzburg! – Gegenruf bei den Freiheitlichen.) Wir können auch ein Zwiegespräch führen, wenn das der Herr Präsident zulässt. (Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf ist hier schon noch erlaubt!) Aber vielleicht können Sie sich vom Rednerpult aus melden, denn dann habe auch ich die Chance, Sie zu hören. (Abg. Scheibner: Spielen Sie hier nicht den Oberlehrer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin ja durchaus daran interessiert, zu hören, was Sie möglicherweise zu diesem Thema beitragen können. (Abg. Scheibner: Oberlehrer!) Vielleicht ist es auch einmal etwas, das man verwerten kann; das würde mich sehr freuen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie doch, dass Sie überhaupt einmal ein Budget zusammenbringen!)
Abg. Scheibner: Spielen Sie hier nicht den Oberlehrer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Definieren Sie doch einmal, was Ihrer Ansicht nach Polemik ist. (Ruf bei der SPÖ: Haigermoser, zurück nach Salzburg! – Gegenruf bei den Freiheitlichen.) Wir können auch ein Zwiegespräch führen, wenn das der Herr Präsident zulässt. (Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf ist hier schon noch erlaubt!) Aber vielleicht können Sie sich vom Rednerpult aus melden, denn dann habe auch ich die Chance, Sie zu hören. (Abg. Scheibner: Spielen Sie hier nicht den Oberlehrer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin ja durchaus daran interessiert, zu hören, was Sie möglicherweise zu diesem Thema beitragen können. (Abg. Scheibner: Oberlehrer!) Vielleicht ist es auch einmal etwas, das man verwerten kann; das würde mich sehr freuen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie doch, dass Sie überhaupt einmal ein Budget zusammenbringen!)
Abg. Scheibner: Oberlehrer!
Definieren Sie doch einmal, was Ihrer Ansicht nach Polemik ist. (Ruf bei der SPÖ: Haigermoser, zurück nach Salzburg! – Gegenruf bei den Freiheitlichen.) Wir können auch ein Zwiegespräch führen, wenn das der Herr Präsident zulässt. (Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf ist hier schon noch erlaubt!) Aber vielleicht können Sie sich vom Rednerpult aus melden, denn dann habe auch ich die Chance, Sie zu hören. (Abg. Scheibner: Spielen Sie hier nicht den Oberlehrer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin ja durchaus daran interessiert, zu hören, was Sie möglicherweise zu diesem Thema beitragen können. (Abg. Scheibner: Oberlehrer!) Vielleicht ist es auch einmal etwas, das man verwerten kann; das würde mich sehr freuen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie doch, dass Sie überhaupt einmal ein Budget zusammenbringen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie doch, dass Sie überhaupt einmal ein Budget zusammenbringen!
Definieren Sie doch einmal, was Ihrer Ansicht nach Polemik ist. (Ruf bei der SPÖ: Haigermoser, zurück nach Salzburg! – Gegenruf bei den Freiheitlichen.) Wir können auch ein Zwiegespräch führen, wenn das der Herr Präsident zulässt. (Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf ist hier schon noch erlaubt!) Aber vielleicht können Sie sich vom Rednerpult aus melden, denn dann habe auch ich die Chance, Sie zu hören. (Abg. Scheibner: Spielen Sie hier nicht den Oberlehrer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich bin ja durchaus daran interessiert, zu hören, was Sie möglicherweise zu diesem Thema beitragen können. (Abg. Scheibner: Oberlehrer!) Vielleicht ist es auch einmal etwas, das man verwerten kann; das würde mich sehr freuen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie doch, dass Sie überhaupt einmal ein Budget zusammenbringen!)
Abg. Scheibner: Das ist manchmal eh besser!
Abgeordneter Dr. Andreas Khol (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Könnten wir die Anlage etwas lauter stellen, denn wenn ich in der ersten Reihe den Redner kaum höre, werden ihn jene in der letzten Reihe überhaupt nicht hören. (Abg. Scheibner: Das ist manchmal eh besser!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Edlinger: Die Riemergasse gibt es nicht mehr! – Abg. Scheibner: Die Gasse schon!
Wenn heute ein Unternehmer so herummanipuliert, etwa ein Steuerguthaben auf Steuereinnahmen umbucht, was Sie in einer Größenordnung von 15 Milliarden gemacht haben, dann weiß ich nicht, wo er landet – unter Umständen in der Riemergasse. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Bundesminister Edlinger: Die Riemergasse gibt es nicht mehr! – Abg. Scheibner: Die Gasse schon!)
Abg. Dr. Riess-Passer: Welche Strukturmaßnahmen werden das sein? – Abg. Scheibner: Das ist eine Aktuelle Stunde! Sie müssen einmal sagen, was Sie vorhaben! Sie kritisieren die Opposition, dass sie keine Vorschläge hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keinen einzigen Vorschlag für eine Strukturmaßnahme gebracht!
Weiters: Sie sagen, der Abstand zu den anderen Ländern sei größer geworden. Dazu Folgendes: Wir befinden uns beim Vollzug des Budgets 1999 mit drei sehr großen Ländern der Europäischen Union gleichauf – in etwa natürlich, im Rahmen von 0,1 bis 0,2 Prozent Abweichung –: mit Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland und Italien und noch einem weiteren, allerdings kleinen Land. Diese Länder haben, im Unterschied zu uns, für das Jahr 2000 bereits Budgets und senken durch die Strukturmaßnahmen, die in diesen Budgets vorgeschlagen werden, ihre Defizite. Wir haben das noch nicht. Es ist aber völlig klar, dass solche Strukturmaßnahmen mit dem Budget 2000 auch gesetzt werden müssen, sodass wir unser Stabilitätsziel erreichen. Ich bin mir auch sicher, dass die neue Bundesregierung das schaffen wird. (Abg. Dr. Riess-Passer: Welche Strukturmaßnahmen werden das sein? – Abg. Scheibner: Das ist eine Aktuelle Stunde! Sie müssen einmal sagen, was Sie vorhaben! Sie kritisieren die Opposition, dass sie keine Vorschläge hat! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben keinen einzigen Vorschlag für eine Strukturmaßnahme gebracht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben doch die Pensionisten verunsichert vor der Wahl! Wer hat denn gesagt, die Pensionen werden gekürzt? – Das waren doch Sie!
Abschließend sei mir, geschätzte Damen und Herren, noch ein sehr persönlicher Nachsatz gestattet. Wenn jemand so wie ich mehr als 20 Jahre lang ehrenamtlich als Funktionär im Pensionistenverband seines Ortes tätig ist, freut er sich umso mehr über die erzielte sozial gerechte Einigung. Denn die tagtägliche Konfrontation mit den Sorgen und Anliegen der Pensionistinnen und Pensionisten lässt mich deren Situation doch ein bisschen besser verstehen, als dies jene Kolleginnen und Kollegen tun, denen es nicht zu schade ist, selbst ein wichtiges Thema wie jenes der Pensionserhöhung zu Propagandazwecken zu missbrauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben doch die Pensionisten verunsichert vor der Wahl! Wer hat denn gesagt, die Pensionen werden gekürzt? – Das waren doch Sie!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es: Keine Ideen!
Sie haben heute in der Aktuellen Stunde mehrmals darauf hingewiesen, dass strukturelle Maßnahmen für das Budget zu setzen sind. Sie haben heute einmal 10 Minuten und einmal 5 Minuten lang darüber gesprochen, Sie haben aber keine einzige strukturelle Budgetmaßnahme hier im Hohen Haus erwähnt, auf die wir Freiheitlichen sehr gewartet hatten. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es: Keine Ideen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krüger: Wo ist der Finanzminister überhaupt? – Abg. Scheibner: Er muss sich noch schnell informieren!
Ich führe ein paar einfache Beispiele dafür an. Sie lassen das Notenbankgesetz ändern und kassieren allein im Jahr 1997 von der Oesterreichischen Nationalbank insgesamt 18,5 Milliarden Schilling, das sind um 10 Milliarden Schilling mehr als im Jahr davor. Sie lösen Steuerguthaben der österreichischen Steuerzahler bei Ihnen auf und verbuchen diese Steuerguthaben als Steuereinnahmen – das waren weitere 15 Milliarden Schilling. Sie sistieren die Freibetragsbescheide auf zwei Jahre – das brachte weitere 6 Milliarden Schilling. Sie erhöhen Einkommensteuer- beziehungsweise Körperschaftsteuervorauszahlungen – das waren weitere 3 Milliarden Schilling. Was haben Sie denn mit dem Geld gemacht? – Sie haben damit nur das Budget geschönt, damit Sie die Maastricht-Kriterien erreichen, aber Sie haben keine konjunkturpolitischen Maßnahmen gesetzt, Herr Finanzminister! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Krüger: Wo ist der Finanzminister überhaupt? – Abg. Scheibner: Er muss sich noch schnell informieren!)
Abg. Scheibner: Wir warten auf die Darstellung konkreter Maßnahmen! – Abg. Dr. Graf: Fangen Sie endlich an!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich habe mich heute Früh schon dafür bedankt, dass Sie die Dringliche Anfrage gestellt haben, denn sie gibt mir die Möglichkeit, über den Zeitraum von fünf Minuten hinaus Stellung zu diesem sehr schwierigen Problem zu nehmen. (Abg. Scheibner: Wir warten auf die Darstellung konkreter Maßnahmen! – Abg. Dr. Graf: Fangen Sie endlich an!) Ich möchte Ihnen sagen: Es ist das gute Recht der Opposition, bei Dringlichen Anfragen Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie sich selbst nicht beantworten kann. Das ist ganz einfach und richtig. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich denke dabei etwa an die ursprüngliche Struktur des Kinderschecks: Das wären nach dem, was auf dem Plakat stand und dann mehrfach revidiert wurde, locker 40 Milliarden Schilling geworden! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich denke dabei auch an die Flat-Tax oder daran, dass Sie die Kommunalsteuer streichen wollen. All das ergäbe eine Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben in der gewaltigen Dimension von weit mehr als 100 Milliarden Schilling. Das müsste zwingend zu massiven Kürzungen der sozialpolitischen Realität und der wirtschaftspolitischen Realität in unserem Lande führen, und das möchte ich schlicht und ergreifend eigentlich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Selbst Kanzler Klima glaubt Ihnen inzwischen nicht mehr!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Selbst Kanzler Klima glaubt Ihnen inzwischen nicht mehr!
Ich denke dabei etwa an die ursprüngliche Struktur des Kinderschecks: Das wären nach dem, was auf dem Plakat stand und dann mehrfach revidiert wurde, locker 40 Milliarden Schilling geworden! (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich denke dabei auch an die Flat-Tax oder daran, dass Sie die Kommunalsteuer streichen wollen. All das ergäbe eine Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben in der gewaltigen Dimension von weit mehr als 100 Milliarden Schilling. Das müsste zwingend zu massiven Kürzungen der sozialpolitischen Realität und der wirtschaftspolitischen Realität in unserem Lande führen, und das möchte ich schlicht und ergreifend eigentlich nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Selbst Kanzler Klima glaubt Ihnen inzwischen nicht mehr!)
Abg. Scheibner: Ja oder nein? Kommt es zu Veränderungen oder nicht?
Achtens möchte ich zu diesem Fragenkonvolut, da das ein spezifischer Fall ist, ganz klar Folgendes sagen: Was das von Ihnen angesprochene Pflegegeld betrifft, so ist angesichts seiner Bedeutung für viele Tausende hilfsbedürftige Menschen diesbezüglich mit besonderer Sensibilität vorzugehen. Ich meine, dass da eine einkommensmäßige Staffelung zu ungewünschten Effekten führen könnte, nämlich zur Verdrängung von Behinderten von ihrem Arbeitsplatz. Daher muss man in diesem Bereich mit größerer Sensibilität vorgehen, wenn man zu allfälligen Veränderungen ansetzt. (Abg. Scheibner: Ja oder nein? Kommt es zu Veränderungen oder nicht?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich orte jene Bereiche und gebe doch sehr deutlich zu erkennen, in welche Richtung ich mich bewegen kann. Aber Sie verwechseln mich mit der künftigen Bundesregierung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Ich bin möglicherweise ein Mitglied der künftigen Bundesregierung. (Abg. Dr. Riess-Passer: Sagen Sie, wie Sie es machen würden!) Ich vertrete hier meinen Standpunkt, und ich glaube, es ist durchaus von der Tendenz her zu erkennen, in welche Richtung das gehen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Aber Sie sind schon Finanzminister!)
Abg. Scheibner: Aber Sie werden noch wissen, was notwendig ist!
Ich bin der amtierende Finanzminister, der nicht die Absicht hat, ein Budget vorzulegen – das ist doch ganz deutlich zum Ausdruck gekommen –, der auch gar kein Budget vorlegen kann, weil er Mitglied einer provisorischen Bundesregierung ist. (Abg. Scheibner: Aber Sie werden noch wissen, was notwendig ist!) Ich hoffe sehr, dass wir bald eine Regierung für die nächsten vier Jahre haben werden (Abg. Scheibner: ... bis 2003 gegangen ist! Unglaublich!) , und dann werden diese Fragen auch sehr konkret diskutiert werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Riess-Passer: Eben nicht! Sie beantworten sie nicht! – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie tun
Abg. Scheibner: ... bis 2003 gegangen ist! Unglaublich!
Ich bin der amtierende Finanzminister, der nicht die Absicht hat, ein Budget vorzulegen – das ist doch ganz deutlich zum Ausdruck gekommen –, der auch gar kein Budget vorlegen kann, weil er Mitglied einer provisorischen Bundesregierung ist. (Abg. Scheibner: Aber Sie werden noch wissen, was notwendig ist!) Ich hoffe sehr, dass wir bald eine Regierung für die nächsten vier Jahre haben werden (Abg. Scheibner: ... bis 2003 gegangen ist! Unglaublich!) , und dann werden diese Fragen auch sehr konkret diskutiert werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Riess-Passer: Eben nicht! Sie beantworten sie nicht! – Ruf bei den Freiheitlichen: Sie tun
Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zur Geschäftsbehandlung!
Auf die Differenz zwischen Netto- und Bruttozinsausgaben habe ich bereits hingewiesen. Wir müssen das auf Grund von Verrechnungsvorschriften fiskalpolitisch so machen. Ich darf Ihnen für die erwähnten Jahre auch die Differenz mitteilen: Im Jahre 1990 müssten 5,7 Milliarden Schilling dazugerechnet werden, für 1995 liegen diese Ausgaben um 10,3, für 1998 um 9,0 und für 1999 um 9,4 Milliarden Schilling über den von mir zuerst als Nettoaufwand zitierten Zahlen. – Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zur Geschäftsbehandlung!)
Abg. Scheibner: Er kann ja nicht eingreifen, bevor die Antwort erteilt worden ist!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Die Antworten zu den Fragen 7 bis 16 sind nicht unter meinem Vorsitz erteilt worden. Da jedoch der zu diesem Zeitpunkt vorsitzführende Präsident nicht eingegriffen hat, nehme ich an, dass die Antworten den Bestimmungen der Geschäftsordnung entsprochen haben. (Abg. Scheibner: Er kann ja nicht eingreifen, bevor die Antwort erteilt worden ist!)
Abg. Scheibner: Was ist das für eine Meldung zur Geschäftsordnung?
Wenn die Freiheitlichen ihre Wünsche seitens des Finanzministers dramaturgisch nicht erfüllt bekommen, so ist das ihre Angelegenheit. (Abg. Scheibner: Was ist das für eine Meldung zur Geschäftsordnung?) – Der Geschäftsordnung ist jedenfalls in vollem Umfange entsprochen worden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Martin Graf: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Abg. Scheibner: Wir haben nicht so eine schöne Krawatte! Die Krawatte macht es aus!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Falls Herr Abgeordneter Prinzhorn einen Wettlauf in Sachen Humor mit dem Finanzminister veranstalten wollte, so weiß er wohl selbst: Diesen Wettkampf kann er nicht gewinnen (Abg. Scheibner: Wir haben nicht so eine schöne Krawatte! Die Krawatte macht es aus!), und er gewinnt auch nicht den Wettkampf, was die Frage der finanz- und wirtschaftspolitischen Solidität betrifft.
Abg. Scheibner: Im Sumpf!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Finanzminister Edlinger hat uns ein Budget 1998 vorgelegt – und es hat gehalten. Finanzminister Edlinger hat uns ein Budget 1999 vorgelegt – und auch da wird es eine Punktlandung geben. (Abg. Scheibner: Im Sumpf!) Es gibt daher keinerlei Zweifel an der finanz- und wirtschaftspolitischen Solidität dieses Finanzministers. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Trattner: Eine Bruchlandung wird es geben!)
Abg. Scheibner: Aber geändert hat sich nichts!
Meine Damen und Herren! Das sind für uns von der Volkspartei keine Lippenbekenntnisse und keine Grundsatzprogramme. Wir waren in der Vergangenheit bereit, High-Risk-Strategien einzuschlagen, um diesem Grundsatz zum Durchbruch zu verhelfen. Ich erinnere an das Jahr 1995. Wir haben damals ohne Rücksicht auf Parteiinteressen und rein im Staatsinteresse nach einem Jahr die Koalition aufgekündigt, um diesen notwendigen Konsolidierungsprozess zu ermöglichen. (Abg. Scheibner: Aber geändert hat sich nichts!) Damals gingen Staatsinteressen vor Parteiinteressen, Herr Kollege, und das ist die Haltung der Volkspartei in diesen Budgetfragen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber geändert hat sich damals nichts!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber geändert hat sich damals nichts!
Meine Damen und Herren! Das sind für uns von der Volkspartei keine Lippenbekenntnisse und keine Grundsatzprogramme. Wir waren in der Vergangenheit bereit, High-Risk-Strategien einzuschlagen, um diesem Grundsatz zum Durchbruch zu verhelfen. Ich erinnere an das Jahr 1995. Wir haben damals ohne Rücksicht auf Parteiinteressen und rein im Staatsinteresse nach einem Jahr die Koalition aufgekündigt, um diesen notwendigen Konsolidierungsprozess zu ermöglichen. (Abg. Scheibner: Aber geändert hat sich nichts!) Damals gingen Staatsinteressen vor Parteiinteressen, Herr Kollege, und das ist die Haltung der Volkspartei in diesen Budgetfragen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber geändert hat sich damals nichts!)
Abg. Scheibner: Bundesheer ist wichtig!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich finde, die Freiheitlichen haben eine Anfrage gestellt, die tatsächlich dringlich ist, einen interessanten Text und interessante Fragen enthält. Zwei Lücken hat sie allerdings meiner Ansicht nach. Das eine – darauf wurde schon hingewiesen – ist das, was die Freiheitlichen selbst wollen: Flat-Tax, Aufrüstung des Bundesheeres und NATO-Beitritt sowie Kinderscheck. (Abg. Scheibner: Bundesheer ist wichtig!) Wenn ich nur diese drei Dinge hernehme, komme ich schon auf 150 bis 160 Milliarden Schilling oder 6 Prozent des BIP an zusätzlichem Defizit. (Abg. Scheibner: Nein!) – Lassen wir das dahingestellt. Das war nicht Inhalt Ihrer Anfrage, aber das hätte ich hinzugefügt – ich bin ja auch nicht Mitglied der Freiheitlichen Partei. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Mit Ihrer Benzinpreis-Erhöhung! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Scheibner: Nein!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich finde, die Freiheitlichen haben eine Anfrage gestellt, die tatsächlich dringlich ist, einen interessanten Text und interessante Fragen enthält. Zwei Lücken hat sie allerdings meiner Ansicht nach. Das eine – darauf wurde schon hingewiesen – ist das, was die Freiheitlichen selbst wollen: Flat-Tax, Aufrüstung des Bundesheeres und NATO-Beitritt sowie Kinderscheck. (Abg. Scheibner: Bundesheer ist wichtig!) Wenn ich nur diese drei Dinge hernehme, komme ich schon auf 150 bis 160 Milliarden Schilling oder 6 Prozent des BIP an zusätzlichem Defizit. (Abg. Scheibner: Nein!) – Lassen wir das dahingestellt. Das war nicht Inhalt Ihrer Anfrage, aber das hätte ich hinzugefügt – ich bin ja auch nicht Mitglied der Freiheitlichen Partei. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Mit Ihrer Benzinpreis-Erhöhung! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Mit Ihrer Benzinpreis-Erhöhung! – Zwischenruf des Abg. Böhacker.
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich finde, die Freiheitlichen haben eine Anfrage gestellt, die tatsächlich dringlich ist, einen interessanten Text und interessante Fragen enthält. Zwei Lücken hat sie allerdings meiner Ansicht nach. Das eine – darauf wurde schon hingewiesen – ist das, was die Freiheitlichen selbst wollen: Flat-Tax, Aufrüstung des Bundesheeres und NATO-Beitritt sowie Kinderscheck. (Abg. Scheibner: Bundesheer ist wichtig!) Wenn ich nur diese drei Dinge hernehme, komme ich schon auf 150 bis 160 Milliarden Schilling oder 6 Prozent des BIP an zusätzlichem Defizit. (Abg. Scheibner: Nein!) – Lassen wir das dahingestellt. Das war nicht Inhalt Ihrer Anfrage, aber das hätte ich hinzugefügt – ich bin ja auch nicht Mitglied der Freiheitlichen Partei. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Mit Ihrer Benzinpreis-Erhöhung! – Zwischenruf des Abg. Böhacker. )
Abg. Scheibner: Es gibt keinen anderen!
Jetzt haben die Freiheitlichen – insbesondere der Klubobmann – moniert, dass sie zwar eine lange, lange Anfrage gestellt, aber keine Antworten bekommen haben. Ich würde sagen: Das stimmt. Sie haben eine sehr lange Antwort bekommen, aber inhaltlich ist es keine. Das wird wohl auch daran liegen, dass sie die Anfrage an einen Potemkin’schen Finanzminister gestellt haben. (Abg. Scheibner: Es gibt keinen anderen!) Es ist eigentlich nur die Hülle eines Finanzministers hier vor uns. Er ist Finanzminister, aber gleichzeitig ist er es auch nicht. Denn wir haben eine Bundesregierung, aber sie ist nur provisorisch. Sie ist noch im Amt, gleichzeitig auch nicht – kein Mensch weiß, wie das weitergehen wird.
Abg. Scheibner: Was notwendig wäre aus seiner Sicht, könnte er sagen!
Ich meine, es ist eigentlich viel von ihm verlangt – von ihm, der jetzt physisch hier sitzt, nämlich Herr Finanzminister Edlinger –, zu sagen, was er plant, wenn er noch nicht einmal weiß, ob er Mitglied der nächsten Bundesregierung sein wird. (Abg. Scheibner: Was notwendig wäre aus seiner Sicht, könnte er sagen!)
Abg. Scheibner: Irgendwer wird es machen müssen, Herr Kollege!
Sie werden sich überlegen müssen, Herr Minister, ob angesichts dieses Schlamassels am 31. Dezember 1999 beziehungsweise angesichts dessen, was sich für das Jahr 2000 abzeichnet, Ihre Lust gestiegen ist, mit den Schwarzen eine Koalition einzugehen und diese Budgetmisere wieder auszulöffeln. (Abg. Scheibner: Irgendwer wird es machen müssen, Herr Kollege!) – Irgendjemand wird es machen müssen, sehr richtig. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir wollen endlich einmal die konkreten Maßnahmen hören!
Abgeordneter Dr. Kurt Heindl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Mein lieber Kollege Gaugg, ich fange dort an, wo du aufgehört hast. Auch wir sind davon überzeugt, dass das Budget machbar ist. (Abg. Scheibner: Wir wollen endlich einmal die konkreten Maßnahmen hören!) Ich habe mir das schon heute Vormittag gedacht, auch bei den Diskussionsbeiträgen des Kollegen Trattner – auch bei Herrn Kollegen Böhacker ist es ein bisschen angeklungen –, als der Budgetkurs in Frage gestellt wurde.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich freue mich, dass man nach einer sehr langen Reaktionszeit zumindest jetzt begriffen hat, dass dies eine sinnvolle und richtige Maßnahme war. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Schaut aber so aus!
Zum Zweiten: Ich bin nicht der Verteidiger des Herrn Bundesministers Edlinger. (Abg. Scheibner: Schaut aber so aus!) – Das bin ich nicht. Aber wenn Herrn Bundesminister Edlinger von Kollegen Prinzhorn vorgehalten wurde, dass er als Finanzstadtrat in Wien dafür verantwortlich gewesen wäre (Abg. Dr. Martin Graf: Das ist Kindesweglegung!), dass die Schulden in Wien dramatisch gestiegen sind, so ist das schlichtweg falsch. (Bundesminister Edlinger: Danke!) Hier ist der Finanzschuldenbericht des Bundes, in dem auch die Finanzschulden der Länder aufgeführt sind.
Abg. Scheibner: Jetzt haben wir wieder etwas dazugelernt!
Meine Damen und Herren! Nun zur eigentlichen Sache. Ich bin mit dem Herrn Bundesminister einer Meinung, wenn er meint, dass diese Dringliche Anfrage positiv sei. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir wieder etwas dazugelernt!) Bereits am Vormittag hat Kollege Heindl in der Aktuellen Stunde gesagt, es gebe nichts zu verbergen, es sei auch nicht notwendig, Panik zu erzeugen, alles Mögliche würde unterstellt werden, aber Entscheidendes werde nicht hinterfragt. Da hatte er völlig recht.
Abg. Scheibner: Dafür fehlen uns 50 Milliarden!
Ich möchte nur in Erinnerung rufen, auch Günter Stummvoll hat das hier von diesem Rednerpult aus getan: Es waren die ÖVP und Herr Schüssel, 1995, die gesagt haben: Wenn wir keine Budgetkonsolidierung einleiten, dann bringen wir die Budgets der nächsten Jahre nicht mehr zustande! Und Schüssel hat dieses Thema zur Koalitionsfrage gemacht. Leider Gottes – das muss man auch sagen – sind wir bei der damaligen Nationalratswahl dafür nicht belohnt worden, aber wir haben bewirkt, dass doch etwas in Bewegung geraten ist. Seither gibt es – zumindest bis 1998, 1999, das ist feststellbar – Konsolidierungsbudgets. (Abg. Scheibner: Dafür fehlen uns 50 Milliarden!) – Alles d’accord!
Abg. Scheibner: Ein bisschen Selbstkritik wäre auch angebracht!
Wir alle sind uns der schlichten Tatsache bewusst, dass Löhne und Gehälter nicht von selbst steigen, nicht von allein an Höhe gewinnen. Das ist Realität und kein trivialer Spruch. Ich bin nämlich immer wieder überrascht darüber – in letzter Zeit immer öfters –, wie groß die Zahl jener Menschen ist, die überhaupt nicht wissen, wie Löhne und Gehälter zustande kommen und an Höhe gewinnen, nicht wissen, dass Gewerkschaften Jahr für Jahr, Lohnrunde für Lohnrunde für unselbstständig Erwerbstätige eintreten, verhandeln und, wie man so schön sagt, deren Interessen wahrnehmen. Wobei der Ausdruck "ihre Interessen wahrnehmen" in der öffentlichen Darstellung inzwischen zu einem Unwort geworden ist. Und nur in einem solchen Klima ist es möglich, dass Interessenvertretung und Gewerkschaftsarbeit zu einem Synonym für "Versteinerung", "Beton" und "Bremse" werden. (Abg. Scheibner: Ein bisschen Selbstkritik wäre auch angebracht!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Natürlich sind solche Vokabeln, Herr Scheibner, auch ein Instrument der Stimmungsmache – auch von Ihnen! –, die die Gehaltsverhandlungen anscheinend begleiten müssen. Die Verunglimpfungen und Pauschalverdächtigungen sind aber auch ein Ausdruck tiefer Unkenntnis und Ignoranz demokratischer Abläufe und Spielregeln, Herr Scheibner. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Ach so, die Leute sind alle zu blöd! Das ist die Wählerbeschimpfung, die wir von Ihnen immer so gerne hören!
Es gibt in einer Demokratie immer auch Gruppierungen wie Ihre, die von der Unkenntnis anderer profitieren. (Abg. Scheibner: Ach so, die Leute sind alle zu blöd! Das ist die Wählerbeschimpfung, die wir von Ihnen immer so gerne hören!) Erfreulich sind daher die Personalvertretungswahlen im Bundesbereich verlaufen. Sie haben gezeigt, dass der Anteil derer, die Bescheid wissen, aber denn doch die Mehrheit bilden. (Abg. Scheibner: Die Leute sind alle zu blöd, zu verstehen, warum Sie ihnen das Geld wegnehmen, warum Sie den Proporz haben!) – Wollen Sie meine Redezeit ausnützen? (Abg: Scheibner: Nein!) Oder darf ich meine Redezeit nützen? (Abg. Scheibner: Sie brauchen nicht die Österreicher beschimpfen, dass sie dumm sind!)
Abg. Scheibner: Die Leute sind alle zu blöd, zu verstehen, warum Sie ihnen das Geld wegnehmen, warum Sie den Proporz haben!
Es gibt in einer Demokratie immer auch Gruppierungen wie Ihre, die von der Unkenntnis anderer profitieren. (Abg. Scheibner: Ach so, die Leute sind alle zu blöd! Das ist die Wählerbeschimpfung, die wir von Ihnen immer so gerne hören!) Erfreulich sind daher die Personalvertretungswahlen im Bundesbereich verlaufen. Sie haben gezeigt, dass der Anteil derer, die Bescheid wissen, aber denn doch die Mehrheit bilden. (Abg. Scheibner: Die Leute sind alle zu blöd, zu verstehen, warum Sie ihnen das Geld wegnehmen, warum Sie den Proporz haben!) – Wollen Sie meine Redezeit ausnützen? (Abg: Scheibner: Nein!) Oder darf ich meine Redezeit nützen? (Abg. Scheibner: Sie brauchen nicht die Österreicher beschimpfen, dass sie dumm sind!)
Abg: Scheibner: Nein!
Es gibt in einer Demokratie immer auch Gruppierungen wie Ihre, die von der Unkenntnis anderer profitieren. (Abg. Scheibner: Ach so, die Leute sind alle zu blöd! Das ist die Wählerbeschimpfung, die wir von Ihnen immer so gerne hören!) Erfreulich sind daher die Personalvertretungswahlen im Bundesbereich verlaufen. Sie haben gezeigt, dass der Anteil derer, die Bescheid wissen, aber denn doch die Mehrheit bilden. (Abg. Scheibner: Die Leute sind alle zu blöd, zu verstehen, warum Sie ihnen das Geld wegnehmen, warum Sie den Proporz haben!) – Wollen Sie meine Redezeit ausnützen? (Abg: Scheibner: Nein!) Oder darf ich meine Redezeit nützen? (Abg. Scheibner: Sie brauchen nicht die Österreicher beschimpfen, dass sie dumm sind!)
Abg. Scheibner: Sie brauchen nicht die Österreicher beschimpfen, dass sie dumm sind!
Es gibt in einer Demokratie immer auch Gruppierungen wie Ihre, die von der Unkenntnis anderer profitieren. (Abg. Scheibner: Ach so, die Leute sind alle zu blöd! Das ist die Wählerbeschimpfung, die wir von Ihnen immer so gerne hören!) Erfreulich sind daher die Personalvertretungswahlen im Bundesbereich verlaufen. Sie haben gezeigt, dass der Anteil derer, die Bescheid wissen, aber denn doch die Mehrheit bilden. (Abg. Scheibner: Die Leute sind alle zu blöd, zu verstehen, warum Sie ihnen das Geld wegnehmen, warum Sie den Proporz haben!) – Wollen Sie meine Redezeit ausnützen? (Abg: Scheibner: Nein!) Oder darf ich meine Redezeit nützen? (Abg. Scheibner: Sie brauchen nicht die Österreicher beschimpfen, dass sie dumm sind!)
Abg. Scheibner: Keine Erkenntnis, warum Sie die Wahlen verlieren!
Die Anhebung der Bezüge, Nebengebühren und Zulagen für öffentlich Bedienstete um 1,5 Prozent ... (Abg. Scheibner: Keine Erkenntnis, warum Sie die Wahlen verlieren!) – Was wollen Sie eigentlich von mir? Wollen wir jetzt hier ein Zwiegespräch führen, oder darf ich meine Redezeit nützen? (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Als Sozialdemokrat darf man ja alles!
Die Anhebung der Bezüge für öffentlich Bedienstete um 1,5 Prozent ist ein vertretbares Ergebnis, vor allem wenn man bedenkt, dass die Mindestanhebung um 300 S für geringe Einkommen einer Erhöhung von fast 2 Prozent entspricht. Der gewählte Weg, nämlich die Kombination einer prozentuellen Erhöhung ... (Abg. Dr. Krüger: Was ist mit Herrn Arbeiter?) – Da fragen Sie am besten Herrn Gaugg, der kann solche Sachen auch recht gut. (Abg. Scheibner: Als Sozialdemokrat darf man ja alles!) Herr Gaugg hat etwas nicht gemacht, was Herr Arbeiter gemacht hat, der hat nämlich sein Mandat zurückgelegt. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich hoffe, dass sich die FPÖ heute in der Debatte nicht dazu aufschwingt und versucht, hier einen Triumph zu feiern oder zu moralisieren, wie es Kollege Haupt so gerne macht. Angesichts dieser Rednerliste besteht allerdings schon eine gewisse Gefahr. Was hat denn die FPÖ eigentlich in der Zeit, in der sich die anderen vier Parteien um die Lösung der Politikerbezüge bemüht haben, getan? Was war da mit dem Klub der FPÖ? (Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Auf dem Friedhof muss man nicht demonstrieren!
Ich meine, man sollte diesen Vorfall nicht zum Thema Immunität diskutieren, sondern zu dem, was sich in Salzburg nach wie vor ereignet. (Abg. Scheibner: Auf dem Friedhof muss man nicht demonstrieren!) Sie haben ja eine Demonstration, Herr Abgeordneter Scheibner! Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass die FPÖ jedes Jahr am 1. November demonstriert und dass Ihre Abgeordneten an der Spitze der Demonstration stehen? Betrachten Sie das nicht als politische Kundgebung? Ist das "Brauchtum", wenn eine politische Partei am 1. November demonstriert? (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Machen Sie sich nicht lächerlich, Herr Kollege Scheibner, das hat nichts mit Brauchtum zu tun! (Abg. Scheibner: Nein, das ist nicht lächerlich!) Das ist genauso eine politische Manifestation Ihrer Nähe und Ihrer Verbindung zu dieser Waffen-SS, wie es von Seiten der Waffen-SS eine Manifestation ihrer Gesinnung des Ewiggestrigen ist. (Abg. Scheibner: Die "K IV" ist keine freiheitliche Organisation!)
Abg. Scheibner: Nein, das ist nicht lächerlich!
Ich meine, man sollte diesen Vorfall nicht zum Thema Immunität diskutieren, sondern zu dem, was sich in Salzburg nach wie vor ereignet. (Abg. Scheibner: Auf dem Friedhof muss man nicht demonstrieren!) Sie haben ja eine Demonstration, Herr Abgeordneter Scheibner! Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass die FPÖ jedes Jahr am 1. November demonstriert und dass Ihre Abgeordneten an der Spitze der Demonstration stehen? Betrachten Sie das nicht als politische Kundgebung? Ist das "Brauchtum", wenn eine politische Partei am 1. November demonstriert? (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Machen Sie sich nicht lächerlich, Herr Kollege Scheibner, das hat nichts mit Brauchtum zu tun! (Abg. Scheibner: Nein, das ist nicht lächerlich!) Das ist genauso eine politische Manifestation Ihrer Nähe und Ihrer Verbindung zu dieser Waffen-SS, wie es von Seiten der Waffen-SS eine Manifestation ihrer Gesinnung des Ewiggestrigen ist. (Abg. Scheibner: Die "K IV" ist keine freiheitliche Organisation!)
Abg. Scheibner: Die "K IV" ist keine freiheitliche Organisation!
Ich meine, man sollte diesen Vorfall nicht zum Thema Immunität diskutieren, sondern zu dem, was sich in Salzburg nach wie vor ereignet. (Abg. Scheibner: Auf dem Friedhof muss man nicht demonstrieren!) Sie haben ja eine Demonstration, Herr Abgeordneter Scheibner! Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass die FPÖ jedes Jahr am 1. November demonstriert und dass Ihre Abgeordneten an der Spitze der Demonstration stehen? Betrachten Sie das nicht als politische Kundgebung? Ist das "Brauchtum", wenn eine politische Partei am 1. November demonstriert? (Widerspruch bei den Freiheitlichen.) Machen Sie sich nicht lächerlich, Herr Kollege Scheibner, das hat nichts mit Brauchtum zu tun! (Abg. Scheibner: Nein, das ist nicht lächerlich!) Das ist genauso eine politische Manifestation Ihrer Nähe und Ihrer Verbindung zu dieser Waffen-SS, wie es von Seiten der Waffen-SS eine Manifestation ihrer Gesinnung des Ewiggestrigen ist. (Abg. Scheibner: Die "K IV" ist keine freiheitliche Organisation!)
Abg. Scheibner: Wer ist der Chef vom "Kameradschaftsbund", Herr Kollege Öllinger?
Wenn man dagegen demonstriert (Abg. Scheibner: Wer ist der Chef vom "Kameradschaftsbund", Herr Kollege Öllinger?), dann würde man sich von einer Polizeibehörde eigentlich Unterstützung und eben auch die Möglichkeit, diese Kundgebung stattfinden zu lassen, erwarten, nicht jedoch diese Vorgangsweise der Salzburger Polizeidirektion! Ich sage Ihnen, meine Damen und Herren: Es ist demokratiepolitisch bedenklich, wenn eine Behörde die Sprüche von Ewiggestrigen als "Brauchtum" bezeichnet und eine politische Kundgebung, die für ermordete Juden eintritt, unter dem Aspekt, dass es sich dabei um etwas politisch Widriges handelt, zu verbieten versucht. (Abg. Dr. Ofner: Was bedeutet das rote Licht eigentlich, Herr Präsident? – Freiwillig? Entschuldigung!)
Abg. Scheibner: Wo ist der Mitglied?
Später wird das AMS feststellen müssen, dass der Anwalt des AMS – vielleicht sind Sie deswegen so aufgebracht – nicht nur Mitglied des freiheitlichen Ehrengerichtes der Wiener Freiheitlichen ist, sondern auch die Veranlagung bei der Trigon Bank aus eigenem Interesse ... (Abg. Scheibner: Wo ist der Mitglied?) Dr. Peter Fichtenbauer ist Mitglied eines Ehrengerichtes der Wiener Freiheitlichen. (Abg. Scheibner: Was für ein Ehrengericht? Wir haben kein Ehrengericht!) Da sitzen einige andere honorige FPÖ-Persönlichkeiten in diesem Ehrengericht. Dieser Dr. Peter Fichtenbauer, der auch als Verbindungsmann innerhalb der Anwaltskammer von Seiten der Freiheitlichen gilt, hat diese Veranlagung bei der Trigon Bank eingefädelt. Jetzt sage ich nicht, dass das eine freiheitliche Angelegenheit ist, aber es ist das ein Faktum.
Abg. Scheibner: Was für ein Ehrengericht? Wir haben kein Ehrengericht!
Später wird das AMS feststellen müssen, dass der Anwalt des AMS – vielleicht sind Sie deswegen so aufgebracht – nicht nur Mitglied des freiheitlichen Ehrengerichtes der Wiener Freiheitlichen ist, sondern auch die Veranlagung bei der Trigon Bank aus eigenem Interesse ... (Abg. Scheibner: Wo ist der Mitglied?) Dr. Peter Fichtenbauer ist Mitglied eines Ehrengerichtes der Wiener Freiheitlichen. (Abg. Scheibner: Was für ein Ehrengericht? Wir haben kein Ehrengericht!) Da sitzen einige andere honorige FPÖ-Persönlichkeiten in diesem Ehrengericht. Dieser Dr. Peter Fichtenbauer, der auch als Verbindungsmann innerhalb der Anwaltskammer von Seiten der Freiheitlichen gilt, hat diese Veranlagung bei der Trigon Bank eingefädelt. Jetzt sage ich nicht, dass das eine freiheitliche Angelegenheit ist, aber es ist das ein Faktum.
Abg. Scheibner: Die Probleme haben sich ja nicht geändert!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Gaugg hat fast deckungsgleich wieder jene Worte gefunden und jene Argumente verwendet, die er bereits vor dem Sommer verwendet hat. (Abg. Scheibner: Die Probleme haben sich ja nicht geändert!) Er hat gleichzeitig gegen die erkrankte Frau Bundesministerin hier den gleichen Angriff vorbereitet, der genauso ins Leere geht, wie er vor dem Sommer ins Leere gegangen ist. Er hat nur – bei all seinen Argumenten – ein Argument hier nicht vorgebracht, und darauf kommt es mir sehr an: Wir haben vor dem Sommer beschlossen, dass auf Antrag des Herrn Bundeskanzlers und auch der Frau Bundesministerin für Arbeit, Soziales und Gesundheit der Rechnungshof mit der Prüfung der gesamten Causa "Euroteam" beauftragt wird und dass der Rechnungshof seinen Bericht abzuliefern hat. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Gegen die parlamentarische Mehrheit! – Abg. Scheibner: Nicht gegen die Demokratie! Gegen das "Euroteam"!
Ich denke, es ist demokratiepolitisch falsch, Verurteilungen vorzunehmen, bevor alle Fakten – und auf deren Feststellung durch den Rechnungshof warten wir noch – auf dem Tisch liegen. Sprechen wir doch dann weiter, wenn uns die Ergebnisse der Untersuchung des Rechnungshofes bekannt sind! Haben Sie soviel demokratiepolitisches Verständnis, dass auch Sie auf diesen Rechnungshofbericht warten – gehen Sie nicht vorher gegen die Demokratie vor, indem Sie etwas fordern, was noch nicht vorliegt! (Ruf bei den Freiheitlichen: Gegen die parlamentarische Mehrheit! – Abg. Scheibner: Nicht gegen die Demokratie! Gegen das "Euroteam"!)
Sitzung Nr. 6
Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder nicht verstanden!
Es ist mir aufgefallen, dass Herr Haider heute im "Morgenjournal" eine bezeichnende Äußerung gemacht hat. Gefragt, wie denn nun die Haltung der Freiheitlichen zur EU sei, hat Herr Haider gesagt: Na ja, das kann man einmal als Risiko sehen – und das war damals so –, und das andere Mal kann man es als Chance sehen. Jetzt sehen wir Freiheitlichen es als Chance. (Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder nicht verstanden!) Nein, Herr Scheibner, das verstehe ich nicht (Abg. Scheibner: Das glaube ich! Dass Sie das nicht verstehen, ist mir eh klar!), und ich fürchte, viele Menschen werden das nicht verstehen. Viele Menschen werden es nicht verstehen, wenn Sie jetzt mit Ihrem Regierungsprogramm – ich habe es leider nur in einer schlecht kopierten Version – genau das exekutieren werden, was ÖVP und SPÖ zuvor mit ihrem unsäglichen Belastungspaket ausgehandelt haben.
Abg. Scheibner: Das glaube ich! Dass Sie das nicht verstehen, ist mir eh klar!
Es ist mir aufgefallen, dass Herr Haider heute im "Morgenjournal" eine bezeichnende Äußerung gemacht hat. Gefragt, wie denn nun die Haltung der Freiheitlichen zur EU sei, hat Herr Haider gesagt: Na ja, das kann man einmal als Risiko sehen – und das war damals so –, und das andere Mal kann man es als Chance sehen. Jetzt sehen wir Freiheitlichen es als Chance. (Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder nicht verstanden!) Nein, Herr Scheibner, das verstehe ich nicht (Abg. Scheibner: Das glaube ich! Dass Sie das nicht verstehen, ist mir eh klar!), und ich fürchte, viele Menschen werden das nicht verstehen. Viele Menschen werden es nicht verstehen, wenn Sie jetzt mit Ihrem Regierungsprogramm – ich habe es leider nur in einer schlecht kopierten Version – genau das exekutieren werden, was ÖVP und SPÖ zuvor mit ihrem unsäglichen Belastungspaket ausgehandelt haben.
Abg. Scheibner: Der Herr Edlinger will das haben!
Herr Scheibner, auch wenn Sie das Pensionsantrittsalter nicht erhöhen, wie das die ÖVP gerne haben möchte (Abg. Scheibner: Der Herr Edlinger will das haben!) – Sie haben ja schon geschrieben, was an Stelle dessen kommen wird. (Abg. Scheibner: Sie wollten doch eine Minderheitsregierung unterstützen!) An Stelle der Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters kommen höhere Abschläge bei Frühpensionen, kommt die Einführung eines Bonus-Malus-Systems (Abg. Dr. Riess-Passer: Entweder – oder!), die Verlängerung der erforderlichen Versicherungszeiten. Ja, was heißt denn das, Herr Scheibner? Das heißt Belastung genau für jene, die diese Belastungen nicht mehr aushalten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie wollten doch eine Minderheitsregierung unterstützen!
Herr Scheibner, auch wenn Sie das Pensionsantrittsalter nicht erhöhen, wie das die ÖVP gerne haben möchte (Abg. Scheibner: Der Herr Edlinger will das haben!) – Sie haben ja schon geschrieben, was an Stelle dessen kommen wird. (Abg. Scheibner: Sie wollten doch eine Minderheitsregierung unterstützen!) An Stelle der Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters kommen höhere Abschläge bei Frühpensionen, kommt die Einführung eines Bonus-Malus-Systems (Abg. Dr. Riess-Passer: Entweder – oder!), die Verlängerung der erforderlichen Versicherungszeiten. Ja, was heißt denn das, Herr Scheibner? Das heißt Belastung genau für jene, die diese Belastungen nicht mehr aushalten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie sind ja ein Märchenonkel, wenn Sie Geschichten erzählen!
Ich erzähle Ihnen eine Geschichte. (Abg. Scheibner: Sie sind ja ein Märchenonkel, wenn Sie Geschichten erzählen!) Ich kenne einen Mann, der 45 Jahre lang gearbeitet hat. Da sind auch einige Kriegsjahre dabei, insgesamt sind es 45. Dann ist er mit 60 in Pension gegangen. Es war kein Tag zu früh für ihn, er war froh, dass er in Pension gehen konnte. (Abg. Scheibner: Sie haben es schon wieder nicht verstanden!) Seine Pension hat 12 000 S betragen. Als er dann gestorben ist, hat seine Frau eine Witwenpension erhalten. Sie können es nachrechnen, 60 Prozent von diesen 12 000 S brutto, das ist nicht einmal der Ausgleichszulagenrichtsatz. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt erklären?) Das ist die Situation, in der sich viele Menschen in diesem Land befinden.
Abg. Scheibner: Sie haben es schon wieder nicht verstanden!
Ich erzähle Ihnen eine Geschichte. (Abg. Scheibner: Sie sind ja ein Märchenonkel, wenn Sie Geschichten erzählen!) Ich kenne einen Mann, der 45 Jahre lang gearbeitet hat. Da sind auch einige Kriegsjahre dabei, insgesamt sind es 45. Dann ist er mit 60 in Pension gegangen. Es war kein Tag zu früh für ihn, er war froh, dass er in Pension gehen konnte. (Abg. Scheibner: Sie haben es schon wieder nicht verstanden!) Seine Pension hat 12 000 S betragen. Als er dann gestorben ist, hat seine Frau eine Witwenpension erhalten. Sie können es nachrechnen, 60 Prozent von diesen 12 000 S brutto, das ist nicht einmal der Ausgleichszulagenrichtsatz. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt erklären?) Das ist die Situation, in der sich viele Menschen in diesem Land befinden.
Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt erklären?
Ich erzähle Ihnen eine Geschichte. (Abg. Scheibner: Sie sind ja ein Märchenonkel, wenn Sie Geschichten erzählen!) Ich kenne einen Mann, der 45 Jahre lang gearbeitet hat. Da sind auch einige Kriegsjahre dabei, insgesamt sind es 45. Dann ist er mit 60 in Pension gegangen. Es war kein Tag zu früh für ihn, er war froh, dass er in Pension gehen konnte. (Abg. Scheibner: Sie haben es schon wieder nicht verstanden!) Seine Pension hat 12 000 S betragen. Als er dann gestorben ist, hat seine Frau eine Witwenpension erhalten. Sie können es nachrechnen, 60 Prozent von diesen 12 000 S brutto, das ist nicht einmal der Ausgleichszulagenrichtsatz. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt erklären?) Das ist die Situation, in der sich viele Menschen in diesem Land befinden.
Abg. Scheibner: Sie haben es ja schon wieder nicht verstanden!
Wissen Sie, was der Ausgleichszulagenrichtsatz bedeutet? Ungefähr 7 500 S netto. (Abg. Scheibner: Sie haben es ja schon wieder nicht verstanden!) Das ist natürlich auch an die Adresse der Noch-Regierungsparteien gerichtet. Sie, SPÖ und ÖVP, sind verantwortlich dafür, dass es vielen Menschen mit ihren 45 Versicherungsjahren nicht sehr gut geht in diesem Land, dass sie tatsächlich Probleme haben, über die Runden zu kommen. Oder glauben Sie wirklich, dass man mit 7 500 S als einzelne Person, als Pensionist oder Pensionistin gut leben kann? Glauben Sie das wirklich? Vertreten Sie wirklich die Meinung, dass das ein gutes Pensionssystem ist, wenn man 7 500 S erhält – als Gnade, als Ausgleichszulagenrichtsatz? Ist das wirklich Ihre Ansicht?
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie sprechen Sie überhaupt?!
Ich lese Ihnen etwas vor, weil Sie in den letzten Wochen immer von den Menschen in diesem Land bis zum Erbrechen gesprochen haben. (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie sprechen Sie überhaupt?!) "Die Menschen in diesem Land" – das war die Beschwörungsformel, mit der man von Seiten der ÖVP und von Seiten der SPÖ versucht hat, den Menschen draußen in diesem Land näher zu sein, obwohl man ihnen so fern war wie nie zuvor, weil nur um Posten geschachert wird. Die eigentlichen Interessen der Menschen in diesem Land sind Ihnen so fern wie nur etwas.
Abg. Scheibner: 63 Milliarden Schilling an Budgetabgang sind aber auch nicht gerade eine Spitzenleistung!
Für uns ist Politik Zukunftsgestaltung. Es ist das Gegenteil von Zukunftsgestaltung, wenn die eigenen Parteifreunde nicht bereit sind, wichtige, für die soziale Sicherheit, für die Stabilität des Landes wichtige Zukunftsfragen mitzutragen, meine Damen und Herren! Angesichts dessen mussten wir leider sagen: Unter diesen Voraussetzungen können wir mit diesem Partner nicht weiterarbeiten, mit dem wir auch – das gebe ich durchaus zu – sehr erfolgreiche Etappen der Zusammenarbeit hatten. Herr Kollege Cap, ich bin Ihrer Meinung: Wir haben sehr erfolgreiche Etappen gehabt! Und eines, Herr Kollege Scheibner, muss ich schon sagen: Ein Scherbenhaufen wird hier nicht hinterlassen. Das möchte ich schon sehr deutlich sagen. (Abg. Scheibner: 63 Milliarden Schilling an Budgetabgang sind aber auch nicht gerade eine Spitzenleistung!)
Abg. Scheibner: Wo ist denn eigentlich Ihr Reformkonzept, Frau Kollegin?
Ich wundere mich schon, und es kam ja auch gleich von Ihrem Sitznachbarn Molterer der Einwand: Sie haben dem doch mit großer Mehrheit zugestimmt! Meine Frage ist: Wie konnte es so weit kommen, dass wir jetzt vor einer Entwicklung stehen, zu der Sie durchaus mit beigetragen haben, dass wir wahrscheinlich in Zukunft über solche Papiere reden werden wie das Verhandlungsergebnis aus der Sicht der ÖVP oder das von Karl Öllinger schon erwähnte Ideenprogramm der FPÖ? (Abg. Scheibner: Wo ist denn eigentlich Ihr Reformkonzept, Frau Kollegin?)
Abg. Scheibner: Lesen kann ich, aber ich weiß nicht, was es schon gibt! Sie haben bisher gar nichts vorgelegt!
Wenn Sie lesen können, können Sie es sich gerne holen. (Abg. Scheibner: Lesen kann ich, aber ich weiß nicht, was es schon gibt! Sie haben bisher gar nichts vorgelegt!) Ich setze mich aber jetzt einmal mit Ihren Vorstellungen auseinander. Es gibt vor allem ein Kapitel, das in beiden Papieren völlig fehlt, obwohl es im Wahlkampf eine zentrale Rolle gespielt hat, nämlich der Bereich der Frauenpolitik. Frauen kommen allenfalls unter Familie, unter Familienleistungen vor, aber eine eigenständige Frauenpolitik gibt es nicht mehr. Die ist auch nicht vorhanden! Was hier passiert, ist etwas ganz Schlimmes! Und Sie werden wahrscheinlich noch oft hören: Sie haben dem mit großer Mehrheit zugestimmt.
Abg. Scheibner: Sie werden ja hoffentlich mitarbeiten, Herr Kollege!
Ich hoffe auch, dass im Regierungsprogramm ein Wort über die ökologische Steuerreform steht, die ja aufkommensneutral konzipiert sein sollte und insofern durch die Defizitprobleme nicht beschränkt ist. Lippenbekenntnisse von Seiten auch mancher ÖVP-Politiker und mancher FPÖ-Politiker dazu gibt es genug, dass man etwas für den Arbeitsmarkt und gleichzeitig für die Umwelt beziehungsweise gegen den Treibhauseffekt tun muss. Ich hoffe, es steht auf der Agenda der – wie soll ich es nennen? – Verhandlungen zwischen FPÖ und ÖVP. (Abg. Scheibner: Sie werden ja hoffentlich mitarbeiten, Herr Kollege!) – Wenn Sie vernünftige Vorschläge machen in dieser Beziehung. Im letzten Regierungsprogramm waren allerdings keine vernünftigen Vorschläge enthalten. Das war wieder der Versuch des Rufmords an der ökologischen Steuerreform (Beifall bei den Grünen) , nur mit der Mineralölsteuer hinaufzugehen, gerade noch ein Drittel zweckzubinden für die Lohnnebenkosten und für die Privathaushalte überhaupt keine Kompensation vorzusehen. (Abg. Dr. Riess-Passer: Da müssen Sie da hinüber schauen, zur SPÖ!) Na ja, gut, ich schaue da hinüber. Es ist aber fast niemand da. (Heiterkeit.)
Abg. Dr. Riess-Passer: Haben Sie ihn abgeschrieben? – Abg. Scheibner: Sie haben ihn anscheinend nur kopiert!
Ich bringe einen zweiten Entschließungsantrag ein zum Thema Tierschutz als Bundeskompetenz. Dieser Antrag – darauf möchte ich insbesondere die Abgeordneten der freiheitlichen Fraktion aufmerksam machen – ist wortidentisch mit einem mehrmals eingebrachten Antrag von Herrn Dr. Salzl. (Abg. Dr. Riess-Passer: Haben Sie ihn abgeschrieben? – Abg. Scheibner: Sie haben ihn anscheinend nur kopiert!) Er lautet wie folgt:
Abg. Scheibner: Haben Sie eigene Ideen auch noch?
(Abg. Scheibner: Haben Sie eigene Ideen auch noch?) Es ist erstaunlich, dass Sie dieser Antrag so überrascht oder empört oder erfreut, ich weiß es nicht. (Abg. Dr. Riess-Passer: Er freut uns!) Er sollte Ihnen eigentlich bekannt sein. Es ist der Antrag eines Kollegen von Ihnen. Ich weiß nicht, wieso ... (Abg. Dr. Riess-Passer: Er freut uns! – Abg. Scheibner: Er stört uns nicht!) Es ist schön, wenn Sie sich freuen über diesen Antrag, dann können Sie diesem Antrag ja auch leicht zustimmen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Riess-Passer: Er freut uns! – Abg. Scheibner: Er stört uns nicht!
(Abg. Scheibner: Haben Sie eigene Ideen auch noch?) Es ist erstaunlich, dass Sie dieser Antrag so überrascht oder empört oder erfreut, ich weiß es nicht. (Abg. Dr. Riess-Passer: Er freut uns!) Er sollte Ihnen eigentlich bekannt sein. Es ist der Antrag eines Kollegen von Ihnen. Ich weiß nicht, wieso ... (Abg. Dr. Riess-Passer: Er freut uns! – Abg. Scheibner: Er stört uns nicht!) Es ist schön, wenn Sie sich freuen über diesen Antrag, dann können Sie diesem Antrag ja auch leicht zustimmen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, diese Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Herr Präsident! Ich mache Sie darauf aufmerksam: Sie sind Präsident auf Vorschlag einer – wahrscheinlichen – Regierungsfraktion. Ich ersuche Sie, nicht den Eindruck aufkommen zu lassen, dass die Geschäftsordnung im Interesse einer potentiellen, einer möglichen Mehrheit in diesem Haus in Anspruch genommen wird. (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, diese Unterstellung! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!
Ich bitte Sie nachdrücklich, diese Sitzung zu unterbrechen und eine Präsidiale einzuberufen, weil ich nicht glaube, dass es sinnvoll ist, dass derartige Geschäftsordnungsdebatten, die keine sind, im Plenum des Nationalrates geführt werden. Ich meine, dass das im Grunde genommen eine Verbrämung ist und dass aus taktischen Gründen versucht wird, die Geschäftsordnung dieses Hauses – na, sagen wir: zu umgehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Lesen Sie den Kommentar! – Rufe bei den Freiheitlichen: Welches Jahr? – Abg. Dr. Graf: Von welchem Jahr ist der Abschluss? Wissen Sie das überhaupt?
In § 55 (1) – ich zitiere es noch einmal – ist zu lesen: "Werden gegen den inhaltlichen Zusammenhang Einwendungen erhoben, so entscheidet der Präsident." – Wesentlich ist der Konditionalsatz "Werden gegen den inhaltlichen Zusammenhang Einwendungen erhoben". – Und das alles im Zusammenhang mit der Debatte über den Rechnungsabschluss. (Abg. Scheibner: Frau Lehrerin! Lesen Sie den Kommentar! – Rufe bei den Freiheitlichen: Welches Jahr? – Abg. Dr. Graf: Von welchem Jahr ist der Abschluss? Wissen Sie das überhaupt?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir haben Informationen, was Ihr Kollege Voggenhuber im Europäischen Parlament verbreitet, dass Sie Österreich so in den Schmutz ziehen!
Wir haben heute Vorkommnisse um die Handhabung der Geschäftsordnung erlebt, die mir absolut neu waren. Ich habe nicht erwartet, dass ein erfahrener Präsident die Interessen einer noch nicht einmal angelobten Bundesregierung über die Einhaltung des Geschäftsordnungsgesetzes stellt. Wir haben rund um die ersten Anträge das Umschwenken der Freiheitlichen auf die neue schwarze Linie erlebt. (Abg. Jung: Und dann ist er schweißgebadet aufgewacht!) Und wir haben auch schon ein internationales Echo, das auch die Regierungsfraktionen überraschen muss: Von Israel bis in die USA, von den skandinavischen Ländern bis nach Spanien und Italien gibt es nur eines, nämlich völliges Unverständnis über diese Regierungsbildung. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir haben Informationen, was Ihr Kollege Voggenhuber im Europäischen Parlament verbreitet, dass Sie Österreich so in den Schmutz ziehen!)
Abg. Scheibner: In Ihrem Antrag steht etwas anderes drinnen!
Die Haltung der Sozialdemokratie war bis vor kurzem klar; ich werde darauf noch zurückkommen. Die Haltung der Freiheitlichen werden wir heute überprüfen (Abg. Scheibner: In Ihrem Antrag steht etwas anderes drinnen!), und deswegen haben wir zwei Anträge eingebracht: einen Dringlichen Antrag zu den Inhalten der Neutralität, der der Versuch ist, zumindest auf sozialdemokratischer Seite wieder so etwas wie eine klare Haltung zur Neutralität gewinnen zu lassen, und einen Entschließungsantrag zum Volksentscheid, in dem wir alle, die diesbezüglich Versprechen abgegeben haben, auffordern, zu diesen öffentlichen Versprechen zu stehen. (Präsident Dr. Fischer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Ja, schaut es euch an!
Herr Kollege Scheibner! Wir werden uns sehr genau anschauen, ob auch dieses Versprechen im Laufe des heutigen Nachmittags gebrochen wird. (Abg. Scheibner: Ja, schaut es euch an!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Definieren Sie einmal die Neutralität! Was ist für Sie Neutralität?
Und jetzt ist die Frage, ob Sie wieder bereit sind – nachdem Sie signalisiert haben, Sie spendieren die Neutralität für die Verhandlungsmasse einer überlebten Koalition –, eine verlässliche sozialdemokratische Position in diesem Schlüsselbereich europäischer Sicherheitspolitik wieder herzustellen. Das ist die Frage an Sie: Gibt es wieder so etwas wie eine Bereitschaft zur aktiven Neutralitätspolitik? Und gibt es so etwas wie eine Bereitschaft, mit uns gemeinsam die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung in dieser Frage zu vertreten? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Definieren Sie einmal die Neutralität! Was ist für Sie Neutralität?)
Abg. Scheibner: Was ist für Sie Neutralität?
Sie werden vielleicht eine knappe Mehrheitsregierung zustande bringen, aber Sie werden in der Frage der Neutralität die politische Minderheit in dieser Republik bleiben. (Abg. Scheibner: Was ist für Sie Neutralität?)
Abg. Scheibner: Ein schöner Partner!
Wie stellen Sie sich diese Kanzlerschaft vor, wenn der Herr Schreiber in Toronto vor die Presse tritt und sagt: Ich breche mein Schweigen in Bezug auf Österreich und sage, was ich über den Herrn Dr. Schüssel und die Österreichische Volkspartei weiß!? (Abg. Mag. Molterer: Tiefer als die tiefste Schublade!) Wie stellen Sie sich dann die Führung Ihrer Amtsgeschäfte vor? Das ist ja schon jetzt etwas schwierig. (Abg. Scheibner: Ein schöner Partner!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal, was Neutralität ist, damit wir wissen, wovon Sie reden!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Selbstverständlich, gerne. (Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal, was Neutralität ist, damit wir wissen, wovon Sie reden!)
Abg. Scheibner: Da werden Sie ja nicht mehr da sein, oder haben Sie noch Journalisten herbestellt?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Trotz allem äußere ich die Hoffnung (Abg. Dr. Martin Graf: Um die Zeit der Abstimmung sind Sie eh nie da!), dass bei dieser dritten Nagelprobe des heutigen Tages etwas anderes passiert als bei den ersten beiden Nagelproben. (Abg. Scheibner: Da werden Sie ja nicht mehr da sein, oder haben Sie noch Journalisten herbestellt?) Ich hoffe, dass auch eine Freiheitliche Partei zu ihren Versprechen steht und mit uns stimmt, wenn es darum geht, der österreichischen Bevölkerung rechtzeitig die Möglichkeit zu einem Volksentscheid zu geben. Ich hoffe, dass die Kolleginnen und Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion zustimmen, und ich hoffe, dass es in diesem Fall endlich einmal eine Mehrheit gibt, die auch den Interessen einer Mehrheit der österreichischen Bevölkerung entspricht. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war aber schwach! Das war sehr schwach!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war aber schwach! Das war sehr schwach!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Trotz allem äußere ich die Hoffnung (Abg. Dr. Martin Graf: Um die Zeit der Abstimmung sind Sie eh nie da!), dass bei dieser dritten Nagelprobe des heutigen Tages etwas anderes passiert als bei den ersten beiden Nagelproben. (Abg. Scheibner: Da werden Sie ja nicht mehr da sein, oder haben Sie noch Journalisten herbestellt?) Ich hoffe, dass auch eine Freiheitliche Partei zu ihren Versprechen steht und mit uns stimmt, wenn es darum geht, der österreichischen Bevölkerung rechtzeitig die Möglichkeit zu einem Volksentscheid zu geben. Ich hoffe, dass die Kolleginnen und Kollegen der sozialdemokratischen Fraktion zustimmen, und ich hoffe, dass es in diesem Fall endlich einmal eine Mehrheit gibt, die auch den Interessen einer Mehrheit der österreichischen Bevölkerung entspricht. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war aber schwach! Das war sehr schwach!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein komischer Antrag!
(Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein komischer Antrag!) Herr Abgeordneter Scheibner! Wenn Sie das heute "komisch" finden, dann bereiten Sie offenbar wirklich die nächste Halswindung vor. Das wird aber jetzt für den Luftdurchgang bald ziemlich gefährlich! (Abg. Scheibner: Wenn Sie unsere Anträge schon kopieren, dann bitte ordentlich!) Ich würde Ihnen empfehlen: Bringen Sie die Regierungsbank in Hinkunft eventuell da vorne an, denn dann sitzt es sich leichter, wenn Sie den Kopf immer so gewendet haben!
Abg. Scheibner: Wenn Sie unsere Anträge schon kopieren, dann bitte ordentlich!
(Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein komischer Antrag!) Herr Abgeordneter Scheibner! Wenn Sie das heute "komisch" finden, dann bereiten Sie offenbar wirklich die nächste Halswindung vor. Das wird aber jetzt für den Luftdurchgang bald ziemlich gefährlich! (Abg. Scheibner: Wenn Sie unsere Anträge schon kopieren, dann bitte ordentlich!) Ich würde Ihnen empfehlen: Bringen Sie die Regierungsbank in Hinkunft eventuell da vorne an, denn dann sitzt es sich leichter, wenn Sie den Kopf immer so gewendet haben!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich stelle Ihnen diese Unterlagen dann zur Verfügung. Dann können Sie nachlesen, wie und wann Sie dafür plädiert haben. – Zum Beispiel Haider am 9. Juni 1999: "Das Volk soll entscheiden." Detto am 4. Juni 1999. Die Statements kamen und kommen reihenweise. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Dann lassen Sie das Volk entscheiden!
Abg. Scheibner: Das ist aber ein komischer Begriff von Neutralität!
Herr Außenminister! Sie haben die Position von Peter Pilz als inkonsequent bezeichnet. – Ich behaupte, Sie erheben Ihre Vorwürfe in einer bewussten, falschen Polemik, denn Sie wissen sehr genau, wo die Unterschiede angesiedelt sind, und eben diese wollten Sie nicht wahrhaben. Es geht nicht darum, dass Neutralität Wegschauen heißt. Neutralität hat immer bedeutet, Partei für die Opfer zu ergreifen, aber auf allen Seiten! (Abg. Scheibner: Das ist aber ein komischer Begriff von Neutralität!) Herr Abgeordneter Scheibner! Auch Ihnen scheinen auf einmal unter den neuen Regierungsgelüsten alle theoretischen Grundlagen abhanden zu kommen.
Abg. Scheibner: Wie oft haben Sie diese selbst schon verletzt?
Ich sage Ihnen ohne Dramatik, aber in aller Entschlossenheit: Wir gehen davon aus und sind der festen Überzeugung, dass eine Verletzung oder Beeinträchtigung der Neutralität Österreichs nicht in Frage kommt. (Abg. Scheibner: Wie oft haben Sie diese selbst schon verletzt?) Wir werden in diesem Zusammenhang unter keinen Voraussetzungen einem diesbezüglichen Vertrag zustimmen, was immer auch die Nebenauswirkungen sein werden. Daher fordere ich Sie auf, in Nizza oder wo auch immer zu erklären, dass Sie einem Vertrag, der die österreichische Neutralität in Frage stellt, nicht zustimmen können! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sagen Sie uns wenigstens, was Neutralität ist!
Noch einmal zur Position, die von Seiten der SPÖ kundgetan wurde. Herr Klubobmann Kostelka hat gesagt, Sie wollen jetzt keine Volksbefragung, weil diese nur die Neutralität relativieren würde. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kukacka. ) Da sind wir eben anderer Meinung, denn wir glauben, dass die Bevölkerung mittlerweile mit großem Unbehagen wahrnimmt, was da geschieht. (Abg. Scheibner: Sagen Sie uns wenigstens, was Neutralität ist!) Ja, Sie kommen gleich dran, Sie sind der Nächste. – Denn schon jetzt stehen in dem Abkommen, das bis vor ein paar Tagen als Koalitionsabkommen zwischen SPÖ und ÖVP gehandelt wurde, Dinge drinnen, die nicht mit der Neutralität vereinbar sind, etwas wie die Teilnahme an einem EU-Militärstab, europäische Rüstungszusammenarbeit et cetera. Das sind Dinge, die die Bevölkerung nicht unter Neutralität versteht, und das hätten wir gerne abgestimmt.
Abg. Scheibner: Was verstehen Sie unter Neutralität?
Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Was verstehen Sie unter Neutralität?) Sie haben gesagt, und auch Ihr Parteichef hat des Öfteren gesagt ... (Abg. Scheibner: Sagen Sie uns bitte, was Sie unter Neutralität verstehen!) Lassen Sie mich bitte ausreden; Sie waren schon dran, jetzt bin ich dran. Sie haben gesagt, Sie sind sehr wohl für einen Volksentscheid vor Beistandspflicht et cetera. Ist es so? Wollen Sie das wirklich? Sind Sie dafür? (Abg. Scheibner: Sie haben mir nicht zugehört!) Ich frage Sie jetzt noch einmal: Sie stimmen dem tatsächlich zu? – Es freut mich sehr, das zu hören. Ich hoffe auch, dass Sie dann unserem heute eingebrachten Antrag zustimmen werden. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht den komischen Antrag, wenn Sie nicht einmal wissen, was Neutralität ist!) Ich glaube, ich weiß das sehr wohl.
Abg. Scheibner: Sagen Sie uns bitte, was Sie unter Neutralität verstehen!
Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Was verstehen Sie unter Neutralität?) Sie haben gesagt, und auch Ihr Parteichef hat des Öfteren gesagt ... (Abg. Scheibner: Sagen Sie uns bitte, was Sie unter Neutralität verstehen!) Lassen Sie mich bitte ausreden; Sie waren schon dran, jetzt bin ich dran. Sie haben gesagt, Sie sind sehr wohl für einen Volksentscheid vor Beistandspflicht et cetera. Ist es so? Wollen Sie das wirklich? Sind Sie dafür? (Abg. Scheibner: Sie haben mir nicht zugehört!) Ich frage Sie jetzt noch einmal: Sie stimmen dem tatsächlich zu? – Es freut mich sehr, das zu hören. Ich hoffe auch, dass Sie dann unserem heute eingebrachten Antrag zustimmen werden. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht den komischen Antrag, wenn Sie nicht einmal wissen, was Neutralität ist!) Ich glaube, ich weiß das sehr wohl.
Abg. Scheibner: Sie haben mir nicht zugehört!
Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Was verstehen Sie unter Neutralität?) Sie haben gesagt, und auch Ihr Parteichef hat des Öfteren gesagt ... (Abg. Scheibner: Sagen Sie uns bitte, was Sie unter Neutralität verstehen!) Lassen Sie mich bitte ausreden; Sie waren schon dran, jetzt bin ich dran. Sie haben gesagt, Sie sind sehr wohl für einen Volksentscheid vor Beistandspflicht et cetera. Ist es so? Wollen Sie das wirklich? Sind Sie dafür? (Abg. Scheibner: Sie haben mir nicht zugehört!) Ich frage Sie jetzt noch einmal: Sie stimmen dem tatsächlich zu? – Es freut mich sehr, das zu hören. Ich hoffe auch, dass Sie dann unserem heute eingebrachten Antrag zustimmen werden. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht den komischen Antrag, wenn Sie nicht einmal wissen, was Neutralität ist!) Ich glaube, ich weiß das sehr wohl.
Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht den komischen Antrag, wenn Sie nicht einmal wissen, was Neutralität ist!
Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Was verstehen Sie unter Neutralität?) Sie haben gesagt, und auch Ihr Parteichef hat des Öfteren gesagt ... (Abg. Scheibner: Sagen Sie uns bitte, was Sie unter Neutralität verstehen!) Lassen Sie mich bitte ausreden; Sie waren schon dran, jetzt bin ich dran. Sie haben gesagt, Sie sind sehr wohl für einen Volksentscheid vor Beistandspflicht et cetera. Ist es so? Wollen Sie das wirklich? Sind Sie dafür? (Abg. Scheibner: Sie haben mir nicht zugehört!) Ich frage Sie jetzt noch einmal: Sie stimmen dem tatsächlich zu? – Es freut mich sehr, das zu hören. Ich hoffe auch, dass Sie dann unserem heute eingebrachten Antrag zustimmen werden. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht den komischen Antrag, wenn Sie nicht einmal wissen, was Neutralität ist!) Ich glaube, ich weiß das sehr wohl.
Abg. Scheibner: Dann sagen Sie es!
Um zum Schluss zu kommen ... (Abg. Scheibner: Dann sagen Sie es!) – Ich habe das vorhin schon erklärt.
Abg. Scheibner: Und der Artikel 23f?
Nein, Herr Kollege! Aber es wäre doch furchtbar, wenn man sagen würde, das Volk soll darüber abstimmen, ob noch gilt, was in der Verfassung steht. Das fällt dem Nächsten in Hinsicht auf den Föderalismus ein, das fällt dem Nächsten in Hinsicht auf den Bundesstaat ein, und so weiter und so fort. (Abg. Öllinger: Ja, was fällt dem Herrn Schüssel ein?) Wie oft werden wir dann darüber abstimmen, ob noch weiter gilt, was in der Verfassung steht? – Nein! Das, was in der Verfassung steht, das, was durch Verfassungsgesetze – wie das Neutralitätsgesetz – beschlossen wurde, gilt, und das wird noch wichtig werden! (Abg. Scheibner: Und der Artikel 23f?) Die Regierung und alle haben sich daran zu halten. (Abg. Öllinger: Gilt das auch für den Herrn Schüssel?) Und wenn es jemand ändern will, dann braucht er die dazu notwendige Mehrheit im Parlament. Wir sagen – und wir freuen uns, wenn Sie sich uns da anschließen –, dass bei einer
Abg. Scheibner: Sie schlucken, was Ihnen nicht schmeckt!
Zum Zweiten: Zwei Redner Ihrer Fraktion haben kurz angedeutet, wir hätten die Neutralität in den Vereinbarungen, die während der Regierungsverhandlungen getroffen wurden, "spendiert" oder ausgehöhlt. Ich könnte es mir einfach machen und sagen – und das würde auch stimmen –, bei Vereinbarungen, bei denen man Kompromisse schließt, muss man immer viel schlucken, was nicht die eigene Leibspeise ist. (Abg. Scheibner: Sie schlucken, was Ihnen nicht schmeckt!)
Abg. Scheibner: Das ist dann nicht mehr neutral!
Aber ich will es mir nicht gar so leicht machen, sondern darauf hinweisen, dass in dem, was in den Verhandlungen besprochen wurde, auch etwas sehr Positives enthalten war, nämlich zu versuchen, ob man ein System, das ja auch Sie wollten, also ein Sicherheitssystem innerhalb der Europäischen Union zu Stande bringt. Das unterscheidet sich von Beistandsverpflichtungen gegenüber EU-Staaten, Herr Bundesminister. Das unterscheidet sich von Militärpakten und ihren Beistandsverpflichtungen. Sollte Brüssel angegriffen werden, dann würden wir bei einer derartigen Verpflichtung nicht deswegen helfen, weil wir in einem Militärpakt sind, nicht einmal, weil wir Belgien beistehen und Belgien uns beisteht, sondern die Idee, die dahinter steckt – und zwar auch in Ihrem, dem modifizierten Voggenhuber-Konzept von vor drei Jahren –, ist, dass sich die Union so weiterentwickelt, dass sie eine gemeinsame Währung hat, dass sie eine gemeinsame Polizei hat und dass dann eines Tages ein Angriff auf Brüssel einen Angriff auf die gesamte EU darstellt. (Abg. Scheibner: Das ist dann nicht mehr neutral!) Das ist dann eine viel weitergehende Frage. Aber ich komme noch darauf zu sprechen. (Abg. Jung: Das ist eine andere Geschichte!) Lassen Sie mich das ausführen, Herr Kollege.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ein Angriff auf Brüssel wird also dann nicht die Solidarität Österreichs, nicht die Beistandsverpflichtung Österreichs gegenüber Belgien, auch nicht jene in einem Militärpakt auslösen, sondern ein Angriff auf einen Teil des Ganzen wird einen Angriff auf das Ganze darstellen (Abg. Jung: Das ist das Wesen des Bündnisses!), und zwar nicht durch Pakt, sondern infolge EU-Recht. Das ist die Überlegung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. )
Abg. Scheibner: Was ist ein Pakt? Das ist ein Vertrag, Herr Kollege!
Und sagen Sie nicht, das sei ein Pakt. (Abg. Jung: Was sonst?) Ein Pakt ist viel mehr, das wissen Sie auch! Im NATO-Pakt steht nicht bloß ein Angriff auf das Territorium eines Staates. (Abg. Scheibner: Was ist ein Pakt? Das ist ein Vertrag, Herr Kollege!) Sie wissen es ganz genau, es stehen Punkte um Punkte darin! Und wenn ein amerikanischer Flieger nördlich des Wendekreises des Krebses oder sonst irgendwo in der Welt angegriffen wird – also nicht das Territorium, nicht die Vereinigten Staaten, sondern nur ein Flieger, ein Schiff! –, dann müssen alle Hilfe leisten. (Abg. Jung: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist der NATO-Pakt! (Abg. Scheibner: Ich bin enttäuscht!)
Abg. Scheibner: Ich bin enttäuscht!
Und sagen Sie nicht, das sei ein Pakt. (Abg. Jung: Was sonst?) Ein Pakt ist viel mehr, das wissen Sie auch! Im NATO-Pakt steht nicht bloß ein Angriff auf das Territorium eines Staates. (Abg. Scheibner: Was ist ein Pakt? Das ist ein Vertrag, Herr Kollege!) Sie wissen es ganz genau, es stehen Punkte um Punkte darin! Und wenn ein amerikanischer Flieger nördlich des Wendekreises des Krebses oder sonst irgendwo in der Welt angegriffen wird – also nicht das Territorium, nicht die Vereinigten Staaten, sondern nur ein Flieger, ein Schiff! –, dann müssen alle Hilfe leisten. (Abg. Jung: Das stimmt ja gar nicht!) Das ist der NATO-Pakt! (Abg. Scheibner: Ich bin enttäuscht!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Uns geht es darum, ein System innerhalb der EU zu entwickeln. Allerdings wissen wir alle, dass das nicht sehr wahrscheinlich ist. Wir wissen alle, dass es eine Vereinbarung zwischen allen geben muss, und diese wird nicht so leicht zu finden sein. (Abg. Jung: Das hätte ich Ihnen nicht zugetraut!) – Herr Kollege, es ist ganz klar, dass sich ein System der Sicherheit innerhalb der EU sehr weitgehend von einem Militärpakt unterscheidet. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. ) Einen Militärpakt aber wollen wir nicht! Und das sind die wesentlichen Unterschiede.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner
Sie haben auch gesagt, im Jahre 1955 sei das nach dem Vorbild der Schweiz geschehen und so weiter. Sowohl das als auch das, was von Ihnen zur Neutralität gesagt wurde, stimmt nicht! Im Jahre 1955 hat man die Neutralität als das verstanden, was jetzt als Kernbereich der Neutralität bezeichnet wird. In den Verhandlungen um die Neutralität – lesen Sie das nach bei Stourzh,xxx o.k. "Geschichte des Staatsvertrages 1945 – 1955"xxx o.k. ab der zweiten Auflage sowie in den parlamentarischen Materialien (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner ) – wurde sie folgendermaßen definiert: keine Teilnahme an Kriegen, keine fremden Truppen im eigenen Land und keine Teilnahme an einem Militärpakt! Das war in den Verhandlungen synonym für Neutralität!
Abg. Scheibner: Jetzt erklärt er uns, was Neutralität ist!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. Restliche Redezeit seiner Fraktion: 7 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner: Jetzt erklärt er uns, was Neutralität ist!)
Abg. Scheibner: Wen meinen Sie?
Daher, meine Damen und Herren, sollte man es sehr ernst nehmen, wenn man meint, dass die Bevölkerung auch in diesen Angelegenheiten zu befragen sei. Nur muss man die Bevölkerung dann mit den richtigen Fragen konfrontieren. Dann darf man sie nicht so hinterhältig, wie das hier versucht wird, den Eindruck vermittelnd, dass Neutralität bereits Sicherheit bedeutet, mit dieser Frage konfrontieren, sondern muss sie wirklich fragen, welchem Sicherheitskonzept sie positiv gegenübersteht. (Abg. Scheibner: Wen meinen Sie?)
Abg. Scheibner: Das tut euch jetzt weh!
Zweitens, Herr Kollege Kostelka, ist zum jetzigen Zeitpunkt keineswegs absehbar, in welche Richtung die Verhandlungen, die derzeit laufen, gehen werden. Und ich verwahre mich auf das schärfste dagegen, dass Sie, Herr Kollege Kostelka, mir und meiner Fraktion als Antragsteller unterstellen, dass wir damit Ihnen und Ihrer Fraktion als vielleicht zukünftiger Oppositionsfraktion ein Kontrollrecht entziehen. (Abg. Scheibner: Das tut euch jetzt weh!)
Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon gehört!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Freiheitlichen sind gegen diesen Untersuchungsausschuss, weil sie sich bereits als Regierungsfraktion fühlen. (Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon gehört!) Die Damen und Herren von der Volkspartei sind gegen den Untersuchungsausschuss trotz Wolfgang Schüssel, aber weil sie noch und bald schon wieder eine Regierungspartei sind. (Abg. Dr. Puttinger: Das ist eine Diffamierung!) Und die Sozialdemokraten sind auch gegen diesen Untersuchungsausschuss, weil sie noch eine Regierungspartei sind und sich noch nicht ganz damit abgefunden haben, dass sie bald keine Regierungspartei mehr sein werden – es könnte ja vielleicht doch noch sein –, und zweitens steht natürlich immer die Frage im Raum, ob es eine parlamentarische Revanche gibt.
Abg. Scheibner: Aber beim Tierschutz habt ihr ...! – Abg. Dr. Riess-Passer: Nur keinen Neid!
Offensichtlich ist eher das Gegenteil der Fall. Das hat es noch nicht gegeben, dass eine Noch-Oppositionspartei bereits eine Regierungsdisziplin an den Tag legt (Abg. Scheibner: Aber beim Tierschutz habt ihr ...! – Abg. Dr. Riess-Passer: Nur keinen Neid!), wie sie die ÖVP nicht einmal in gewissen frühen Phasen der zweiten Koalition besessen hat. (Abg. Scheibner: Wenn ihr einmal etwas glaubt, dann ...!)
Abg. Scheibner: Wenn ihr einmal etwas glaubt, dann ...!
Offensichtlich ist eher das Gegenteil der Fall. Das hat es noch nicht gegeben, dass eine Noch-Oppositionspartei bereits eine Regierungsdisziplin an den Tag legt (Abg. Scheibner: Aber beim Tierschutz habt ihr ...! – Abg. Dr. Riess-Passer: Nur keinen Neid!), wie sie die ÖVP nicht einmal in gewissen frühen Phasen der zweiten Koalition besessen hat. (Abg. Scheibner: Wenn ihr einmal etwas glaubt, dann ...!)
Abg. Scheibner: Was war beim Tierschutz? Entschuldigt euch einmal für den Vorwurf beim Tierschutz!
So, jetzt kommen wir zu den Fakten. Kollege Scheibner, ich habe schon langsam das Gefühl, dass wir dann, wenn wir wirklich untersuchen, auch auf den einen oder anderen Freiheitlichen stoßen. (Abg. Scheibner: Was war beim Tierschutz? Entschuldigt euch einmal für den Vorwurf beim Tierschutz!) Das würde mich anhand dieser Materie gar nicht wundern. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf bei den Freiheitlichen: Sind wir auch! – Abg. Scheibner: Richtig!
Abgeordneter Otmar Brix (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist schon ein besonderes Stück, was uns heute in Form der demokratiepolitischen Ansicht einer Partei vorgeführt wird, nämlich jener Partei, die bis vor kurzem, bis vor ein paar Tagen oder Stunden, immer wieder verkündet hat, sie sei jene Partei, die aufklärt und aufzeigt, und sie wolle kontrollieren. (Ruf bei den Freiheitlichen: Sind wir auch! – Abg. Scheibner: Richtig!)
Abg. Scheibner: Woher wollen Sie das wissen? – Abg. Dr. Riess-Passer: Sind Sie ein Hellseher?
Wenn Sie aber morgen oder übermorgen, in den nächsten Tagen und Stunden, als Regierungspartei auftreten (Abg. Scheibner: Woher wollen Sie das wissen? – Abg. Dr. Riess-Passer: Sind Sie ein Hellseher?), dann machen Sie noch knapp davor das Gatter zu, damit niemand mehr nachschauen kann und eine große Oppositionspartei (Heiterkeit des Abg. Dr. Martin Graf ) dann keine Möglichkeit mehr hat, in dieser Republik etwas zu überprüfen.
Abg. Scheibner: Das müsst gerade ihr sagen!
Die Freiheitliche Partei hat mit diesem Antrag "Einsetzung des Ständigen Unterausschusses des Rechnungshofes" jede demokratiepolitische Maßnahme für das nächste halbe Jahr verhindert, womit einer großen Oppositionspartei oder überhaupt der Opposition die Möglichkeit genommen wird, hier Nachschau zu halten. (Abg. Jung: Au! Krokodilstränen!) Das ist demokratiepolitisch "1A"! (Abg. Scheibner: Das müsst gerade ihr sagen!) Das sind keine Krokodilstränen, Kollege Jung (Abg. Scheibner: Ihr habt alles niedergeschmettert, was von uns in den letzten 13 Jahren gekommen ist!), sondern das ist das, was wir uns von euch erwartet haben, nämlich dass ihr es mit der Demokratie in diesem Haus noch nie ernst genommen habt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Alles habt ihr niedergeschmettert, und jetzt regst du dich auf, wo noch nicht einmal eine Regierung da ist! Ihr seid noch im Koalitionspakt!) Jawohl, und darum nehmt ihr die Kontrolle so "ernst"! (Abg. Aumayr: Seit Jahrzehnten lehnt ihr alle Untersuchungsausschüsse ab!)
Abg. Scheibner: Ihr habt alles niedergeschmettert, was von uns in den letzten 13 Jahren gekommen ist!
Die Freiheitliche Partei hat mit diesem Antrag "Einsetzung des Ständigen Unterausschusses des Rechnungshofes" jede demokratiepolitische Maßnahme für das nächste halbe Jahr verhindert, womit einer großen Oppositionspartei oder überhaupt der Opposition die Möglichkeit genommen wird, hier Nachschau zu halten. (Abg. Jung: Au! Krokodilstränen!) Das ist demokratiepolitisch "1A"! (Abg. Scheibner: Das müsst gerade ihr sagen!) Das sind keine Krokodilstränen, Kollege Jung (Abg. Scheibner: Ihr habt alles niedergeschmettert, was von uns in den letzten 13 Jahren gekommen ist!), sondern das ist das, was wir uns von euch erwartet haben, nämlich dass ihr es mit der Demokratie in diesem Haus noch nie ernst genommen habt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Alles habt ihr niedergeschmettert, und jetzt regst du dich auf, wo noch nicht einmal eine Regierung da ist! Ihr seid noch im Koalitionspakt!) Jawohl, und darum nehmt ihr die Kontrolle so "ernst"! (Abg. Aumayr: Seit Jahrzehnten lehnt ihr alle Untersuchungsausschüsse ab!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Alles habt ihr niedergeschmettert, und jetzt regst du dich auf, wo noch nicht einmal eine Regierung da ist! Ihr seid noch im Koalitionspakt!
Die Freiheitliche Partei hat mit diesem Antrag "Einsetzung des Ständigen Unterausschusses des Rechnungshofes" jede demokratiepolitische Maßnahme für das nächste halbe Jahr verhindert, womit einer großen Oppositionspartei oder überhaupt der Opposition die Möglichkeit genommen wird, hier Nachschau zu halten. (Abg. Jung: Au! Krokodilstränen!) Das ist demokratiepolitisch "1A"! (Abg. Scheibner: Das müsst gerade ihr sagen!) Das sind keine Krokodilstränen, Kollege Jung (Abg. Scheibner: Ihr habt alles niedergeschmettert, was von uns in den letzten 13 Jahren gekommen ist!), sondern das ist das, was wir uns von euch erwartet haben, nämlich dass ihr es mit der Demokratie in diesem Haus noch nie ernst genommen habt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Alles habt ihr niedergeschmettert, und jetzt regst du dich auf, wo noch nicht einmal eine Regierung da ist! Ihr seid noch im Koalitionspakt!) Jawohl, und darum nehmt ihr die Kontrolle so "ernst"! (Abg. Aumayr: Seit Jahrzehnten lehnt ihr alle Untersuchungsausschüsse ab!)
Abg. Scheibner: Was war in den letzten Jahren? Jede Kontrolle habt ihr verhindert!
Freunde! Meine Damen und Herren! Wenn das demokratiepolitisch in Ordnung ist, dann möchte ich nicht mehr für die Demokratie eintreten! (Abg. Jung: Ist es in Ordnung, dass alle Untersuchungsausschüsse abgelehnt worden sind?) – Ja, Sie können ja alle niederschreien: Das ist die neue Art der FPÖ, alle niederzuschreien. – (Abg. Scheibner: Was war in den letzten Jahren? Jede Kontrolle habt ihr verhindert!) Wir werden die Argumente dazu liefern, und ich glaube, dass wir die besseren Argumente zu liefern haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Leere Papiere habt ihr uns gegeben im letzten Ausschuss! Leere Papiere! Das war Hohn!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Leere Papiere habt ihr uns gegeben im letzten Ausschuss! Leere Papiere! Das war Hohn!
Freunde! Meine Damen und Herren! Wenn das demokratiepolitisch in Ordnung ist, dann möchte ich nicht mehr für die Demokratie eintreten! (Abg. Jung: Ist es in Ordnung, dass alle Untersuchungsausschüsse abgelehnt worden sind?) – Ja, Sie können ja alle niederschreien: Das ist die neue Art der FPÖ, alle niederzuschreien. – (Abg. Scheibner: Was war in den letzten Jahren? Jede Kontrolle habt ihr verhindert!) Wir werden die Argumente dazu liefern, und ich glaube, dass wir die besseren Argumente zu liefern haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Leere Papiere habt ihr uns gegeben im letzten Ausschuss! Leere Papiere! Das war Hohn!)
Abg. Scheibner: Um wie viele Millionen haben Ihre Ministerien Inserate in den Zeitungen stehen?
Die ÖVP – so schreibt "NEWS" – muss 1994/1995 um rund 90 Millionen Schilling mehr in den Kassen gehabt haben (Abg. Jung: Und um wie viele Millionen haben Sie inseriert?) als ihre beiden Großkonkurrenten SPÖ und FPÖ. "NEWS" schreibt in dieser Ausgabe auch: Obwohl die ÖVP bereits finanziell sehr marod war und ihr Palais Todesco verkaufen musste (Abg. Scheibner: Um wie viele Millionen haben Ihre Ministerien Inserate in den Zeitungen stehen?), hat sie kurzerhand danach wieder sehr viel Geld gehabt. – Das wird interessant werden, wenn wir das alles überprüfen werden! (Abg. Kiss: Absolut schlüssig!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: 13 Jahre lang habe ich eure Geschichten miterlebt!
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Meine Damen und Herren von der SPÖ! Für Ihren Seelenschmerz habe ich ja noch ein gewisses Verständnis: Sie sind noch sehr dünnhäutig und müssen sich eben erst an das harte Brot der Oppositionsbank gewöhnen. Aber das wird schon noch kommen. Sie werden noch genug Zeit dafür haben. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: 13 Jahre lang habe ich eure Geschichten miterlebt!) Für die Krokodilstränen von Kollegen Brix hingegen habe ich wenig Verständnis, denn Sie haben 30 Jahre lang jegliche wirksame Kontrolle hier in diesem Haus verhindert, und das spüren Sie eben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Mertel. )
Abg. Scheibner: Das war Terror!
Ja, Sie lachen, Herr Kollege Van der Bellen! Ich weiß, wie jemandem dabei zumute ist. Ich war noch nicht Mitglied dieses Hauses, da habe ich einmal plötzlich in einer Abendausgabe der "Kronen Zeitung" gelesen: "Angehöriger des Heeres: Sitzt das Bombenhirn im Heeresnachrichtenamt?" (Abg. Dr. Van der Bellen: Wirklich? Das ist interessant! Ein bisschen mehr darüber!) – Da waren Ihre Freunde alle mitbeteiligt in dieser ganzen Kampagne! (Abg. Dr. Van der Bellen: Natürlich! Bringen Sie die Akten mit!) Ich weiß noch, wie ich zu Hause angerufen habe und zu meiner Frau und zu meinen Kindern gesagt habe: Regt euch nicht auf, wenn die Polizei das Haus überfällt! (Abg. Scheibner: Das war Terror!) Das war damals unter Führung eines sozialistischen Innenministers, der mit größter Begeisterung solche Maßnahmen veranlasst hat! Ja, Herr Kollege Einem! Sie sitzen Gott sei Dank bald nicht mehr auf der Regierungsbank – Innenminister sind Sie schon lange nicht mehr. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Terror ist das!
Ich weiß, was das bedeutet. Ich weiß auch – zumindest annähernd –, was das bedeutet hat für die Leute, die es wirklich betroffen hat, denen das Haus von unten nach oben auf den Kopf gestellt wurde und die dann nachher vielleicht in einem kleinen Dorf beschädigt dagesessen sind. (Abg. Scheibner: Terror ist das!) Entschuldigt hat sich niemals jemand bei ihnen! Deshalb bin ich für einen sehr verantwortungsvollen Umgang mit diesen Methoden, meine Damen und Herren.
Abg. Scheibner: Entschuldigt euch einmal für den Tierschutz! Was war mit dem Tierschutz? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Kollege Firlinger! Haben wir das Koordinatensystem jetzt wieder gefunden? Bei den Kapriolen, die Ihre Partei in Sachen Kontrolle da vollführt – alle Achtung! (Abg. Scheibner: Entschuldigt euch einmal für den Tierschutz! Was war mit dem Tierschutz? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Eine gefährliche Drohung, Herr Präsident!
Die Debatte führt ja offensichtlich dazu, dass Sie sich jetzt schon wieder eindringlich Gedanken über die Konsistenz von Suppen machen. Ich sage Ihnen nur eines: Es sind schon einige in zunächst viel dünneren Suppen ertrunken, und es wird auch diesmal so kommen. (Abg. Scheibner: Eine gefährliche Drohung, Herr Präsident!)
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich zuerst einmal für den Tierschutz!
Sie haben ja die Suppenkasperei hier hereingezaubert! Aber kommen wir doch gleich zu den Fakten, die hier nochmals gefordert werden. (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich zuerst einmal für den Tierschutz!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber zum Tierschutz hast du nichts gesagt! Sei wenigstens so offen und ehrlich, zu sagen, ...! – Abg. Schwarzenberger: Wann kommen Sie mit den Fakten? – Abg. Haigermoser: Bleiben Sie friedfertig!
Ich kann Ihnen nur empfehlen: Überlegen Sie sich gut, was Sie tun! Wer bei dieser Anhäufung an Zufälle glaubt und das philosophisch betrachten will, der ist entweder naiv oder selber gekauft. Wie gesagt: Der nächste Untersuchungsausschuss, der da kommen wird, wird das sicher noch beweisen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber zum Tierschutz hast du nichts gesagt! Sei wenigstens so offen und ehrlich, zu sagen, ...! – Abg. Schwarzenberger: Wann kommen Sie mit den Fakten? – Abg. Haigermoser: Bleiben Sie friedfertig!)
Sitzung Nr. 8
Abg. Scheibner: Spindelegger hat aus der Zeitung zitiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn heute? – Oh!-Rufe bei der SPÖ.
Wahr ist vielmehr, dass der ehemalige Bundeskanzler Mag. Viktor Klima überhaupt erst am 26. Jänner um 16 Uhr direkt bei der Konferenz eingetroffen ist und davor gar keine Gelegenheit hatte, irgendwelche Gespräche zu führen. (Abg. Scheibner: Spindelegger hat aus der Zeitung zitiert! – Abg. Ing. Westenthaler: Wo ist er denn heute? – Oh!-Rufe bei der SPÖ.) So viel zu Ihrem Umgang mit der Wahrheit. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Wissen Sie nicht, was die freiwillige Redezeit ist?
Ich hatte am vergangenen Wochenende Gelegenheit, mit vielen internationalen Importeuren und Exporteuren zu sprechen, meine Damen und Herren, nämlich in Köln. Niemand wird sich in Österreich wirtschaftlich nicht betätigen, weil Sie Österreich international unmöglich zu machen versuchen. (Anhaltende Rufe bei der SPÖ: Redezeit! Redezeit!) Diese Regierung wird den Österreichern zeigen, was ordentliches Handwerk bedeutet. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Wissen Sie nicht, was die freiwillige Redezeit ist?)
Abg. Scheibner: 3 Minuten haben Sie Zeit!
Sie haben die erste Hälfte des Satzes richtig zitiert, Herr Westenthaler, aber eben nur die eine Hälfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie noch einmal vor!) Der Satz geht dann nämlich weiter. Ich werde den ganzen Satz noch einmal vorlesen und hoffe, der Präsident gibt mir die notwendigen Sekunden. (Abg. Scheibner: 3 Minuten haben Sie Zeit!) Ich zitiere:
Abg. Scheibner: Der Arbeiter ist bis heute nicht zurückgetreten!
Und da wird Frau Kollegin Pittermann nicht schlecht, obwohl solche Leute in ihrer eigenen Partei sind. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Ing. Maderthaner. ) Wissen Sie, da gibt es das Bibelwort vom Balken im eigenen Auge, und das sollten Sie sich einmal anschauen. Das steht in der Bibel. (Abg. Scheibner: Der Arbeiter ist bis heute nicht zurückgetreten!)
Sitzung Nr. 17
Bundesminister Scheibner – auf die Abgeordneten der SPÖ zeigend –: Da haben die aber gestern noch etwas anderes gesagt!
Ich möchte auch der Mär entgegentreten, es gebe einen Sanierungsbedarf, und darum seien diese Maßnahmen erforderlich. Ich sage Ihnen, wofür, denn diese Frage muss man sich stellen: Wofür brauchen Sie diese Einnahmen und damit diese hohe Belastung breiter Bevölkerungsgruppen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Damit wir die Schulden der SPÖ zurückzahlen können!) – Sie brauchen sie für großzügige Geschenke! Sie brauchen es für großzügige Geschenke, die Sie an einige wenige zahlen wollen. Das ist etwa das 4-Milliarden-Schilling-Geschenk an die Großbauern, es ist das 6-Milliarden-Schilling-Geschenk an das Bundesheer (Bundesminister Scheibner – auf die Abgeordneten der SPÖ zeigend –: Da haben die aber gestern noch etwas anderes gesagt!), 1,5 Milliarden Schilling für die Besitzer von Zinshäusern – das ist Ihre Klientel – und 5 Milliarden Schilling für Großunternehmen. – So ungerecht verteilt diese Regierung – ausschließlich von unten nach oben! (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Die habe ich noch nicht gefunden, diese 6 Milliarden Schilling!)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Die habe ich noch nicht gefunden, diese 6 Milliarden Schilling!
Ich möchte auch der Mär entgegentreten, es gebe einen Sanierungsbedarf, und darum seien diese Maßnahmen erforderlich. Ich sage Ihnen, wofür, denn diese Frage muss man sich stellen: Wofür brauchen Sie diese Einnahmen und damit diese hohe Belastung breiter Bevölkerungsgruppen? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Damit wir die Schulden der SPÖ zurückzahlen können!) – Sie brauchen sie für großzügige Geschenke! Sie brauchen es für großzügige Geschenke, die Sie an einige wenige zahlen wollen. Das ist etwa das 4-Milliarden-Schilling-Geschenk an die Großbauern, es ist das 6-Milliarden-Schilling-Geschenk an das Bundesheer (Bundesminister Scheibner – auf die Abgeordneten der SPÖ zeigend –: Da haben die aber gestern noch etwas anderes gesagt!), 1,5 Milliarden Schilling für die Besitzer von Zinshäusern – das ist Ihre Klientel – und 5 Milliarden Schilling für Großunternehmen. – So ungerecht verteilt diese Regierung – ausschließlich von unten nach oben! (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Die habe ich noch nicht gefunden, diese 6 Milliarden Schilling!)
Sitzung Nr. 23
Bundesminister Scheibner: Ich hab’s gelesen!
Das sagt jemand, der wissen muss, wie es um das österreichische Bundesheer steht. Das sagt die Österreichische Offiziersgesellschaft in der letzten Ausgabe ihrer Zeitung zum Regierungsprogramm der im Amt befindlichen Bundesregierung. – Wörtlich, Herr Bundesminister, ich darf Ihnen das zur Verfügung stellen. (Bundesminister Scheibner: Ich hab’s gelesen!)
Bundesminister Scheibner: Vom Edlinger!
Meine Damen und Herren! Was ist übrig geblieben von dieser Ankündigung der "goldenen Zeiten"? – Katzenjammer ist übrig geblieben, Katzenjammer. Selbst der Verteidigungsminister sprach von einem Erbe, das wenig Anlass zu Freude gibt. Ja von wem hat er dieses Erbe übernommen? (Bundesminister Scheibner: Vom Edlinger!) Wer war denn sein Vorgänger, wer war es, der ihm ein Erbe überlassen hat, an dem er keine Freude hat?
Bundesminister Scheibner: Schweden! Finnland!
Es sind ja im Hauptausschuss immer wieder diese gemeinsamen Übungen des österreichischen Bundesheeres mit anderen militärischen Einheiten (Bundesminister Scheibner: Schweden! Finnland!), zum Beispiel Schweden und so weiter und so fort, zu behandeln gewesen. Interessant ist dabei – man sieht das dann, wenn man einmal eine ganze Serie davon gesehen hat –, dass manche dieser Einsätze in ihrer Notwendigkeit schon etwas zu hinterfragen sind. Mir fällt jetzt nur die Eisrettung ein, die man in Schweden üben muss und nicht bei uns üben kann, und Ähnliches. (Abg. Kiss: Das sagen Sie als Tirolerin?) – Deswegen will ich ja nicht, dass man das unbedingt in Schweden übt, das kann man "bei uns dahoam a", und zwar leider – leider, leider, sage ich Ihnen – viel zu oft! (Abg. Jung: Ich sage ja: schrullig!)
Bundesminister Scheibner: Was? "2000" steht da?
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Minister! Ich nehme nicht an, dass das bislang schon relativ geringe Budget des Heeres – und durch Ihren Finanzminister jetzt noch einmal abgesenkte Budget des Heeres – Sie zu der Aussage heute Mittag in der Sendung "Zeit im Bild" veranlasst hat. (Abg. Jung: Da müssen Sie selbst lachen! Es ist nicht leicht ...!) Ich gebe das jetzt einfach so wieder, wie ich es gelesen habe. Aus der APA stammt folgende Nachricht: Scheibner will Frauen für die Miliz auf freiwilliger Basis, geplant ab 1. Jänner 2000. (Abg. Jung: Sind Sie gegen die Gleichberechtigung?) – Nein, überhaupt nicht. (Bundesminister Scheibner: Was? "2000" steht da?) – 2001, Entschuldigung!
Bundesminister Scheibner: Das will doch niemand! – Abg. Fischl: Haben Sie auch einen Dienstgrad?
Wir meinen, Herr Minister, dass die Wehrpflicht für Frauen auf diese Art und Weise durch die Hintertür eingeführt werden wird, und eine Wehrpflicht für Frauen lehnen wir von der SPÖ ab! (Bundesminister Scheibner: Das will doch niemand! – Abg. Fischl: Haben Sie auch einen Dienstgrad?)
Bundesminister Scheibner: Soldatinnen!
Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie betreffend Kontaktfrauen in den Dienststellen geantwortet – in diese Richtung ging Ihre Antwort –: Ist auch schlecht möglich oder geht schlecht, weil eben wenige Frauen ... (Bundesminister Scheibner: Soldatinnen!) – Soldatinnen, Entschuldigung! Kontaktfrauen für Soldatinnen, das ist auch schlecht, weil es eben zu wenige gibt. (Abg. Jung: Gibt es schon längst, nicht nur für Soldatinnen! Im ganzen Ministerium! Sie sollten sich besser informieren! Im gesamten Ministeriumsbereich!) – Das Ministerium ist ja nicht die Einheit draußen.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bundesminister Scheibner: Das haben wir vor!
Herr Minister! Wenn Geld knapp ist, ist natürlich Phantasie angesagt. Daher darf ich Sie fragen, ob es möglich ist, auch im Bereich der Landesverteidigung die Teilrechtsfähigkeit, wie zum Beispiel bei den Museen, einzuführen. Ich könnte mir vorstellen, dass durch die Vermietung von Liegenschaften, aber auch durch den Verkauf von Leistungen an private Bedarfsträger sowie bis hin zur Bezahlung der Militärmusik jeweils die einzelnen Verantwortungsträger zusätzliche Mittel refundieren könnten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Bundesminister Scheibner: Das haben wir vor!) – Das haben Sie vor!
Sitzung Nr. 24
Bundesminister Scheibner: Haben Sie Frau Stoisits gefragt?
Ein Südtiroler Staatsanwalt stellte kurze Zeit später eine Festplatte sicher, die sich in Stubners Besitz befunden hatte, auf der genaue Pläne über die Bewaffnung so genannter Widerstands- und Befreiungsgruppen in Südtirol, in Slowenien und in Kroatien aufgezeichnet waren. Der Zusammenhang schien auch damals den Sicherheitsbehörden klar zu sein. Die 20 000 Schuss Maschinenpistolenmunition passen sehr gut zu den Plänen von Enzendorfers Partner im Siegfried-Kopf-Komitee. (Bundesminister Scheibner: Haben Sie Frau Stoisits gefragt?) Die Organisation, die für diese Aktion gegründet wurde, hieß Österreichisch-Slowenische Gesellschaft, und einige andere polizeibekannte Rechtsextremisten waren Mitglieder. Es gelang unter Vorspielung großer österreichisch-slowenischer Freundschaft sogar für eine kurze Zeit, durchaus respektable Personen des öffentlichen Lebens als Mitglieder zu gewinnen, die, nachdem die Aktivitäten dieser Gruppe bekannt wurden, diesen Verein wieder verlassen haben.
Bundesminister Scheibner: Das ist hoffentlich kein Verbrechen!
Meine Damen und Herren! Die Spur einer Person mit dem Namen Enzendorfer verliert sich gegen Ende des letzten Jahres. An ihrer Stelle tritt ein Günther Barnet auf. Günther Enzendorfer hat geheiratet und einen anderen Namen angenommen. (Bundesminister Scheibner: Das ist hoffentlich kein Verbrechen!) Unter diesem Namen ist er heute persönlicher Pressereferent des Verteidigungsministers. Es ist ein weiter Weg vom Komitee Siegfried-Kopf unter einem neuen Namen im Kabinett des Verteidigungsministers. (Bundesminister Scheibner: Menschenjagd ist das!)
Bundesminister Scheibner: Menschenjagd ist das!
Meine Damen und Herren! Die Spur einer Person mit dem Namen Enzendorfer verliert sich gegen Ende des letzten Jahres. An ihrer Stelle tritt ein Günther Barnet auf. Günther Enzendorfer hat geheiratet und einen anderen Namen angenommen. (Bundesminister Scheibner: Das ist hoffentlich kein Verbrechen!) Unter diesem Namen ist er heute persönlicher Pressereferent des Verteidigungsministers. Es ist ein weiter Weg vom Komitee Siegfried-Kopf unter einem neuen Namen im Kabinett des Verteidigungsministers. (Bundesminister Scheibner: Menschenjagd ist das!)
Bundesminister Scheibner: Letztklassig!
Günther Enzendorfer ist nicht irgendjemand. Als die österreichische Polizei in der Causa Briefbomben ermittelte, stellte sie bei einer Hausdurchsuchung eine lange Adressenliste österreichischer und internationaler Rechtsextremisten und Neonazis sicher. Diese Liste umfasst den Kopf der deutschen Neonazis Ewald Althans, den Friedhofschänder Anderle, die Rechtsextremisten Drechsler und Dürr. Auf Seite 3 befindet sich bereits Günther Enzendorfer (Bundesminister Scheibner: Letztklassig!), aber auch Abgeordneter zum Nationalrat Harald Fischl. (Ironische Heiterkeit bei den Freiheitlichen.) Eine Seite weiter liest man die Namen des unga
Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Jetzt hat der Bundesminister für Landesverteidigung eine Sicherheitsüberprüfung im Ressort durchgeführt. (Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) Dürfen wir uns jetzt erwarten, dass Sicherheitsüberprüfungen so ausschauen, dass es künftig für Leute mit einer Vorstrafe (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt müssen wir mit Fischl reden!) auf Grund des Kriegsmaterialgesetzes, mit engen Beziehungen zu Rechtsextremisten, einschlägigen Tätigkeiten und dazu passenden Verbindungen in den Bereich der militärischen Nachrichtendienste – trotz Sicherheitsüberprüfung – einen Platz an der Spitzte des Ressorts gibt? (Abg. Mag. Trattner: Was sich der GAK erlaubt, Fischl als Präsident zu nehmen! – Abg. Ing. Westenthaler: Ist der ganze GAK rechtsextremistisch?)
Zwischenbemerkung des Bundesministers Scheibner.
Jetzt lese ich in den Erläuterungen zum Militärbefugnisgesetz, was der Minister eigentlich will. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Darin steht: Als nicht verlässlich soll eine Person jedenfalls dann gelten, wenn sie durch ein inländisches Gericht wegen bestimmter Straftaten mit militärischer Relevanz rechtskräftig verurteilt wurde. – Das Kriegsmaterialgesetz ist eindeutig ein Gesetz mit militärischer Relevanz, und es liegt eine rechtskräftige Verurteilung vor. (Zwischenbemerkung des Bundesministers Scheibner. ) Nur die Änderung des Namens kann doch nicht das Problem sein.
Bundesminister Scheibner: ... Menschenjagd!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Aber ich fordere Sie auf, meine Damen und Herren (Bundesminister Scheibner: ... Menschenjagd!), in dieser Frage wachsam zu sein und dafür zu sorgen, dass im Kabinett des Bundesministers, auch wenn ein Freiheitlicher an der Spitze des Ressorts steht, weder Personen mit rechtsextremen Verbindungen noch Personen mit einschlägigen Vorstrafen Dienst versehen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es lebe der GAK!)
Bundesminister Scheibner: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (Grüne): Hohes Haus! Ich berichtige den Bundesminister in zwei Punkten. Herr Bundesminister Scheibner hat gesagt, es gäbe keine Akten über Angehörige dieses Hauses – mit Ausnahme eines ehemaligen Angehörigen der Dienste und seine eigene Person. (Bundesminister Scheibner: Das stimmt nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt! Das hat er nicht gesagt!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ob Sie dem Parlament zu Frage 16 die Wahrheit gesagt haben! – Abg. Edlinger: Entweder hat der Pilz gelogen oder der Scheibner! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist unerhört, dass ein Abgeordneter hinausgeschrien hat, ein Minister hat "gelogen"! So ein Primitivling! So ein primitiver Mensch! Das ist unglaublich! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Wie es sich verhält, meine Damen und Herren, werden Kollegen noch darstellen; ich möchte diese Debatte jetzt nicht verlängern. Sollte noch etwas offen bleiben, Herr Kollege, werde ich mich selbstverständlich noch einmal zu Wort melden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Posch: Ob Sie dem Parlament zu Frage 16 die Wahrheit gesagt haben! – Abg. Edlinger: Entweder hat der Pilz gelogen oder der Scheibner! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Ing. Westenthaler: Es ist unerhört, dass ein Abgeordneter hinausgeschrien hat, ein Minister hat "gelogen"! So ein Primitivling! So ein primitiver Mensch! Das ist unglaublich! – Weitere heftige Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Posch – in Richtung des Bundesministers Scheibner –: Haben Sie die Frage 16 wahrheitsgemäß beantwortet? Das ist die Frage! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Jetzt gelangt Herr Abgeordneter Gaál zu Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Mag. Posch – in Richtung des Bundesministers Scheibner –: Haben Sie die Frage 16 wahrheitsgemäß beantwortet? Das ist die Frage! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Wenn es noch weitere Kritik an der Vorsitzführung gibt, werde ich das tun, was Kollege Prinzhorn sofort bei Kritik an seiner Vorsitzführung getan hat, nämlich einen Ordnungsruf erteilen.
Bundesminister Scheibner: Sagt der Bericht!
"Im Inland beobachtet die Stapo bereits seit Jahren Aktivitäten der Auslandsschnüffler." Klammer auf: Gemeint ist das HNaA. Klammer zu. "So wurde etwa 1990 Lisbeth Aumann, Untersuchungsrichterin in der Causa Örlikon–Lichal, bespitzelt." – Ich betone: eine Richterin wurde vom Heeres-Nachrichtenamt bespitzelt. (Bundesminister Scheibner: Sagt der Bericht!) – "Weder Stapo noch Abwehramt kommen in Frage. Der Verdacht lastet also auf dem HNaA."
Bundesminister Scheibner: Er ist nicht vorbestraft!
Sie müssen das beantworten. (Bundesminister Scheibner: Er ist nicht vorbestraft!) – Er ist nicht vorbestraft, sagen Sie mir. Aber verurteilt. (Bundesminister Scheibner: Er ist nicht vorbestraft! – Abg. Dr. Martin Graf: In erster Linie ist er ein Mensch! Nehmen Sie das zur Kenntnis!)
Bundesminister Scheibner: Er ist nicht vorbestraft! – Abg. Dr. Martin Graf: In erster Linie ist er ein Mensch! Nehmen Sie das zur Kenntnis!
Sie müssen das beantworten. (Bundesminister Scheibner: Er ist nicht vorbestraft!) – Er ist nicht vorbestraft, sagen Sie mir. Aber verurteilt. (Bundesminister Scheibner: Er ist nicht vorbestraft! – Abg. Dr. Martin Graf: In erster Linie ist er ein Mensch! Nehmen Sie das zur Kenntnis!)
Bundesminister Scheibner: Das habe ich auch klar beantwortet!
Die Frage 10 war doch klar: "Über wie viele Mitglieder des Nationalrats gibt es Akte im Abwehramt beziehungsweise im Heeres-Nachrichtenamt?" (Bundesminister Scheibner: Das habe ich auch klar beantwortet!) – Nein, die Akte Doris Pollet-Kammerlander etwa, die ich selbst kenne, kam nicht vor. Selbst, wenn man davon ausgeht, dass Sie nur aktive Mitglieder des National
Bundesminister Scheibner: Da habe ich nicht gesagt!
Und die Frage 16, Herr Minister, drehen und wenden Sie so lange, bis es Ihnen passt. (Abg. Haigermoser: Und Sie beschuldigen so lange, bis Sie glauben, es ist wahr!) "Beschäftigen Sie in Ihrem Kabinett Mitarbeiter, die wegen der Verletzung militärisch relevanter Gesetze verurteilt wurden?" war die klare und eindeutige Frage. Sie antworten: Nein, es gibt keinen, der vorbestraft ist. (Bundesminister Scheibner: Da habe ich nicht gesagt!) Das war nicht die Frage. Sie haben gesagt, es gibt keinen, der wegen Schmuggels verurteilt worden ist, des Schmuggels dieser 20 000 Schuss Munition oder wie viel das waren. – Das war aber nicht die Frage.
Sitzung Nr. 33
Bundesminister Scheibner: Kollegin Petrovic! Sagen Sie auch, wer das ist! Wer sagt das? Zitieren Sie jetzt richtig!
Das klingt immer wieder sehr anders, sehr undifferenziert. Sie nehmen das für sich in Anspruch. Es heißt ja in den Erläuterungen: Diejenigen, die sich mit dem Bundesheer kritisch auseinander setzen, zum Beispiel in Zeitschriften, in Publikationen, könnten gefährlich sein. (Bundesminister Scheibner: Kollegin Petrovic! Sagen Sie auch, wer das ist! Wer sagt das? Zitieren Sie jetzt richtig!)
Bundesminister Scheibner: Wer sagt das, Frau Kollegin?
Ich verweise auf die Seiten 148 und 149 der Erläuterungen. Zeitschriften – ich verweise insbesondere auf das Ermitteln von Autoren –, die sich kritisch beziehungsweise teilweise negativ mit dem Bundesheer auseinander setzen, könnten gefährlich werden. (Bundesminister Scheibner: Wer sagt das, Frau Kollegin?)
Abg. Dr. Kostelka: Herr Kollege Scheibner!
Darin heißt es, Herr Kollege Kostelka (Abg. Dr. Kostelka: Bitte!): Die zuständigen Bundesminister bestellen jeweils für ihren Bereich nach Anhörung des Präsidenten des Nationalrates sowie der Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes und des Obersten Gerichtshofes einen Rechtsschutzbeauftragten, der die Gesetzmäßigkeit der Maßnahmen nach Abs. 1 zu überprüfen hat. (Abg. Dr. Kostelka: Herr Kollege Scheibner!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Herr Kollege Scheibner, wollen Sie das wirklich wissen?
Ich sage Ihnen, Herr Kollege Kostelka, es gibt einen Unterschied! (Abg. Dr. Kostelka: Ja, einen wesentlichen!) Denn nach unserer Regelung – und auch durch einen Abänderungsantrag, den Sie im Ausschuss noch eingebracht und beschlossen haben – hat der Rechtsschutzbeauftragte jetzt wesentlich mehr Rechte als nach Ihrer Regelung, die Sie am 27. April 1999 beschlossen haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Kostelka: Herr Kollege Scheibner, wollen Sie das wirklich wissen?)
Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie sitzen auf Ihren Ohren! – Abg. Mag. Trattner: Hat er nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Punkt 1: Der Herr Bundesminister hat behauptet, unsere Vertreter in der Datenschutzkommission hätten an dem Zustandekommen dieser Passagen mitgewirkt. (Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat er nicht gesagt! Sie sitzen auf Ihren Ohren! – Abg. Mag. Trattner: Hat er nicht gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich habe nicht gesagt, dass sie dafür waren.
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
So viel zum Wahrheitsgehalt der Äußerungen des Herrn Bundesministers. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!)
Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Er hat erklärt: In Artikel 1 wurden durch einen Abänderungsantrag zu § 22 Abs. 2 – also zur Datenübermittlung – die Rechte der Abwehr dadurch eingeschränkt, dass nur noch Daten wie Name, Geschlecht, Wohnsitz, Geburtsort und Geburtsdatum, also die Stammdaten, übermittelt werden müssen. (Bundesminister Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) – Das ist unrichtig und unwahr!
Heiterkeit des Bundesministers Scheibner.
Der Sicherheitsbeauftragte verdient diesen Namen nicht, er ist ein zahnloser Tiger, Herr Abgeordneter Scheibner. (Heiterkeit des Bundesministers Scheibner. ) – Entschuldigung, Herr Minister Scheibner. Ich weiß nicht, wie genau Sie sich das Sicherheitspolizeigesetz beziehungsweise die dazugehörige Novelle angesehen haben, aber dass man jetzt wirklich im letzten Moment zum Beispiel noch Verschlechterungen in Bezug auf die Übermittlung von Daten in Form eines Abänderungsantrages durchgeführt hat, dass nämlich der betroffene Bürger nicht mehr davon unterrichtet werden muss, wenn sich der Verdacht nicht erhärtet, halte ich für ein Problem. Das wäre nicht nötig gewesen. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Scheibner: Das gilt aber in der Verwaltung allgemein!
Zusammengefasst: Die Möglichkeiten sind groß, und wir interpretieren das Gesetz so, wie es auch drinnen steht: Alles, was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt. (Bundesminister Scheibner: Das gilt aber in der Verwaltung allgemein!) Ausdrücklich verboten, ausdrücklich
Sitzung Nr. 41
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau, damit Scheibner Flieger kaufen kann, weil Fasslabend Panzer gekauft hat!
Es werden auch immer wieder Behauptungen aufgestellt und Taferl hingestellt, die einfach nicht den Tatsachen entsprechen. (Abg. Edlinger: Die Kleinen sind die Zahler! Die Kleinen sind die Zahler!) Es geht nicht um die Gesamtverschuldung im europäischen Vergleich, es geht um das jährliche Defizit. (Abg. Edlinger: Nein! Es geht um beides, Frau Kollegin!) Das jährliche Defizit ist das, was uns so große Probleme bereitet. Diesbezüglich befinden wir uns am Ende der Liste in der Europäischen Union, und das muss geändert werden! Ein jährliches derart hohes Defizit ist schlecht für die Bonität, bedeutet höhere Zinsen und bringt schlechtere Konditionen für die Menschen in unserem Lande. (Abg. Edlinger: Sozialabbau! Studenten!) Es hat negative Auswirkungen auf Beschäftigung und Wohlstand. Deswegen müssen wir dieses Defizit verringern, und das tun wir. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Edlinger: Sozialabbau, damit Scheibner Flieger kaufen kann, weil Fasslabend Panzer gekauft hat!)
Sitzung Nr. 46
Bundesminister Scheibner: Aber nicht im Wehrgesetz!
Aber dann frage ich Sie, Herr Bundesminister und verehrte Damen und Herren der Koalitionsparteien: Warum ausgerechnet jetzt eine Novelle zum Wehrgesetz? Der Zeitpunkt ist schlicht und einfach der falsche! Warum bemühen wir uns jetzt, reden, schreiben über eine neue Aufgabenstellung des österreichischen Bundesheeres, wenn die wirklich neuen Bereiche, die in einer solchen Verteidigungsdoktrin zweifellos anzusprechen sein werden, etwa: Wie schaut es aus mit dem NATO-Beitritt? Wie ist die Situation ... (Abg. Jung: Das gehört aber nicht ins Wehrgesetz, Herr Kollege!) – Aber das war ja immer ein Thema! (Bundesminister Scheibner: Aber nicht im Wehrgesetz!) Nicht im Wehrgesetz, aber im Zusammenhang mit der Verteidigungsdoktrin wird man über all diese Dinge reden müssen, und in weiterer Folge wird das natürlich auch in irgendeiner Weise einfließen.
Sitzung Nr. 48
Abg. Dr. Einem – auf dem Weg zum Rednerpult –: Bitte, um Entschuldigung, Herr Minister! – Bundesminister Scheibner: Bitte!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Einem zu Wort gemeldet. Bitte, die Bestimmungen der Geschäftsordnung zu beachten. – Dann kommt Herr Bundesminister Scheibner dran. (Abg. Dr. Einem – auf dem Weg zum Rednerpult –: Bitte, um Entschuldigung, Herr Minister! – Bundesminister Scheibner: Bitte!)
Abg. Scheibner: Das haben aber Sie gemacht!
Es geht darum, dass für Präsenzdiener, für Kadersoldaten, die freiwillig Milizdienst leisten, diese Zeiten, die bis jetzt in der Pensionsversicherung nur Ersatzzeiten sind ... (Abg. Scheibner: Das haben aber Sie gemacht!) – Da waren wir mit dabei. Wir waren auch nicht stark genug, das
Bundesminister Scheibner: Aber nicht bei Kriseneinsätzen!
Ein Letztes, Herr Verteidigungsminister! Ich denke, das, was Sie Kollegin Lichtenberger unterstellt haben – und ich bin nicht ihre Pflichtverteidigerin –, und zwar dass Österreich sozusagen auf Grund der Neutralität 45 Jahre lang bei Mord und Totschlag weggeschaut hätte, das kann es ja wohl nicht sein. Das ist ja ungeheuerlich, wenn Sie das so gemeint haben! Wenn Sie das so gemeint haben, ist das ungeheuerlich! Österreich beteiligt sich seit eh und je an internationalen Einsätzen. (Bundesminister Scheibner: Aber nicht bei Kriseneinsätzen!) Das, Herr Verteidigungsminister, sollten Sie fairerweise dazusagen. Sonst ist doch das, so wie Sie es hier gesagt haben, eine Unterstellung gegenüber Österreich, ist das eine Unterstellung gegenüber Raab, Gorbach, Klaus, und bis heute herauf auch gegenüber Schweden und Finnland. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. )
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Ein Letztes, Herr Verteidigungsminister! Ich denke, das, was Sie Kollegin Lichtenberger unterstellt haben – und ich bin nicht ihre Pflichtverteidigerin –, und zwar dass Österreich sozusagen auf Grund der Neutralität 45 Jahre lang bei Mord und Totschlag weggeschaut hätte, das kann es ja wohl nicht sein. Das ist ja ungeheuerlich, wenn Sie das so gemeint haben! Wenn Sie das so gemeint haben, ist das ungeheuerlich! Österreich beteiligt sich seit eh und je an internationalen Einsätzen. (Bundesminister Scheibner: Aber nicht bei Kriseneinsätzen!) Das, Herr Verteidigungsminister, sollten Sie fairerweise dazusagen. Sonst ist doch das, so wie Sie es hier gesagt haben, eine Unterstellung gegenüber Österreich, ist das eine Unterstellung gegenüber Raab, Gorbach, Klaus, und bis heute herauf auch gegenüber Schweden und Finnland. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. )
Bundesminister Scheibner: Auszuspielen!
Herr Minister! In der Fragestunde haben Sie gesagt: Ich bin dagegen, die Sicherheit der Bevölkerung immer abzuwägen gegen andere wichtige Bereiche. (Bundesminister Scheibner: Auszuspielen!) – Im Protokoll steht "abzuwägen"; "auszuspielen", wie immer Sie wollen. Aber Sie haben selbst gesagt: Das Bedrohungsszenario hat sich verändert.
Bundesminister Scheibner: Was haben Sie denn bewirkt im Kosovo?
Wie wollen Sie denn mit Abfangjägern gegen Menschenrechtsverletzung vorgehen, gegen Diktatoren? Und noch dazu: Erklären Sie mir einmal, was in der Vergangenheit jene Einsätze, die von der NATO gegen den Irak, im Kosovo geflogen wurden, bewirkt haben!? Haben sie wirklich das bewirkt, was man vorhatte? (Bundesminister Scheibner: Was haben Sie denn bewirkt im Kosovo?) Saddam Hussein sitzt immer noch in Bagdad, und im Kosovo ist der Sturz des Herrn Milošević wohl vor allem auf das letzte Wahlergebnis zurückzuführen und nicht auf den Einsatz der NATO. (Bundesminister Scheibner: Die Vertreibungen haben aufgehört! Nicht durch schöne Worte!) Das Ziel war, Milošević soll abgesetzt werden. Dieses Ziel haben Sie nicht erreicht.
Bundesminister Scheibner: Die Vertreibungen haben aufgehört! Nicht durch schöne Worte!
Wie wollen Sie denn mit Abfangjägern gegen Menschenrechtsverletzung vorgehen, gegen Diktatoren? Und noch dazu: Erklären Sie mir einmal, was in der Vergangenheit jene Einsätze, die von der NATO gegen den Irak, im Kosovo geflogen wurden, bewirkt haben!? Haben sie wirklich das bewirkt, was man vorhatte? (Bundesminister Scheibner: Was haben Sie denn bewirkt im Kosovo?) Saddam Hussein sitzt immer noch in Bagdad, und im Kosovo ist der Sturz des Herrn Milošević wohl vor allem auf das letzte Wahlergebnis zurückzuführen und nicht auf den Einsatz der NATO. (Bundesminister Scheibner: Die Vertreibungen haben aufgehört! Nicht durch schöne Worte!) Das Ziel war, Milošević soll abgesetzt werden. Dieses Ziel haben Sie nicht erreicht.
Bundesminister Scheibner: Der Verfassung!
Lassen Sie mich zum Abschluss noch zur Frage der Neutralität kommen! Herr Bundesminister! Sie sagen – zumindest haben Sie noch nichts Gegenteiliges behauptet –, dass Sie auf dem Boden der Neutralität stehen. (Bundesminister Scheibner: Der Verfassung!) – Der Neutralität nicht? Das ist interessant, weil, wenn Sie sagen, es gibt den Artikel 23f Bundes-Verfassungs
Bundesminister Scheibner: Das ist die europäische ...!
Sie haben zuerst gemeint – und das lässt mich doch sehr daran zweifeln, wie stark Sie wirklich hinter der Neutralität stehen –: Neutralität würde so etwas wie Wegschauen bei Mord und Totschlag bedeuten. – Ist es das, was österreichische Soldaten in den letzten 45 Jahren getan haben? Ist es das, wofür österreichische Soldaten auf dem Golan ihr Leben gelassen haben? Weil sie zugeschaut haben bei Mord und Totschlag? (Bundesminister Scheibner: Das ist die europäische ...!) Ist das Ihre Ansicht über die Neutralität? – Das wäre eine Beleidigung für jene, die ihr Leben gelassen haben. Das wäre auch eine Beleidigung für das, wofür die Neutralität in Österreich in den letzten 45 Jahren gestanden ist.
Bundesminister Scheibner: Danke!
Abgeordneter Arnold Grabner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Zu Beginn darf ich gleich sagen, die Sozialdemokraten stehen zu diesem Bundesheer. (Bundesminister Scheibner: Danke!) In vielen Fragen können wir gemeinsam mit Ihnen gehen. In allen Punkten gehen wir – auch Ihre Partei – nicht konform; so ist das natürlich in jeder Partei.
Bundesminister Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass keiner mit dem Einsatz in Verbindung stand! – Ruf bei der SPÖ: Lass dich nicht irritieren!
Ich habe dazu an Sie, Herr Bundesminister, auch Anfragen gestellt. Einige Antworten darauf möchte ich hier kurz kommentieren. Für den Zeitraum von 1995 bis 2000 liegen folgende Zahlen vor: Selbstmorde: 83, davon im Jahre 1998 22; Unfälle mit Todesfolge: 131, Todesfälle der Grundwehrdiener insgesamt: 117, Todesfälle gesamt im Kader: 245. – Diese Zahlen müssten uns schon ein wenig zum Nachdenken anregen. (Bundesminister Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass keiner mit dem Einsatz in Verbindung stand! – Ruf bei der SPÖ: Lass dich nicht irritieren!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesminister Scheibner: Wer heißt es gut?
Noch etwas ist sehr interessant: Es gibt eine APA-Meldung, in der sich Minister Haupt sofort sehr deutlich von dieser Sache distanziert hat. Und ich habe auch mit großem Interesse die Ausführungen des Herrn Bundesministers Scheibner gehört. Es gibt in dieser Partei also anscheinend mehr oder weniger zwei Strömungen; das stelle ich immer öfter fest. Es gibt in dieser Partei doch Kräfte, die solche Ausrutscher einfach nicht akzeptieren, jedoch auch andere, die sie innerlich gutheißen – und das ist eine schlimme Sache. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Bundesminister Scheibner: Wer heißt es gut?)
Sitzung Nr. 57
Heiterkeit des Bundesministers Scheibner.
Beim kurzen Durchlesen mussten wir feststellen, dass mit diesem Entschließungsantrag diese Probleme nicht gelöst werden können; darin wird allgemein von "Prüfung" gesprochen. Das ist nichts Konkretes, sondern es ist klar ersichtlich, dass Sie die Sache hinausschieben wollen und sich hier um Entscheidungen drücken. Diesen Entschließungsantrag so kurz vor der Debatte hier im Plenum zu erhalten – ich hoffe, Ihnen ist als Oppositionspartei ein ähnliches Schicksal erspart geblieben. (Heiterkeit des Bundesministers Scheibner. ) Ich hätte mir eher erwartet, Herr Bundesminister, dass Sie hier mit uns gemeinsam eine klare Lösung herbeiführen. Unser Vorschlag hätte das vorgesehen.
der Redner hält die Titelseite einer Zeitung in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Scheibner
Herr Bundesminister! Sie haben es verabsäumt, optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Unsere Bereitschaft zur gemeinsamen Vorgangsweise war da. Aber vielleicht hat Sie dieser Handkuss-Streit im Bundesheer (der Redner hält die Titelseite einer Zeitung in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Scheibner) zu sehr in Anspruch genommen, der ja an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten ist. "Glücklich, wer solche Probleme hat" – um den betroffenen Brigadier zu zitieren.
Bundesminister Scheibner: ... nicht zugestimmt!
Herr Minister! Es tut mir wirklich Leid für die Soldaten. (Abg. Murauer: Frau Mertel, haben Sie irgendwo größere Probleme?) Sie waren immer einer, der sich vehement für die Soldaten eingesetzt hat. Ich denke auch – das war zu Zeiten der ÖVP, aber ich glaube, da waren Sie mit dabei –, dass Sie vor wenigen Jahren zugestimmt haben, dass ein neues Besoldungssystem eingeführt wird, das den Soldaten wärmstens empfohlen wurde (Bundesminister Scheibner: ... nicht zugestimmt!) – da haben Sie nicht zugestimmt; aber da muss ich den ÖAAB ganz besonders ansprechen –, und zwar unter dem Titel – man höre! – "für mehr Leistung eine gerechtere Bezahlung".
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Und jetzt wird genommen! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. ) Und: Hast du treu geglaubt, bist du selber schuld. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Scheibner: Sozialministerium!
Ich weiß schon: Die alte Bundesregierung trägt ein gerüttelt Maß an Verantwortung dafür, dass es gerade, was die Berechnung von Ersatzzeiten beim Bundesheer-Präsenzdienst, aber auch die Familienleistungen betrifft – auch darüber müsste man reden –, nicht zu einer entsprechenden Bewertung gekommen ist – dieses Problem kann man jedoch nicht dadurch lösen, dass man es negiert – beziehungsweise es beim Bundesheer bis heute nicht zu einer entsprechenden beitragsseitigen Berechnung gekommen ist (Bundesminister Scheibner: Sozialministerium!) – Herr Bundesminister, wälzen Sie das nicht auf das Sozialministerium über! –; auch nicht dazu gekommen ist, was die familienpolitischen Leistungen, also das Karenzgeld betrifft, und auch nicht geplant ist, was die neue Leistung, das Kinderbetreuungsgeld, betrifft.
Sitzung Nr. 64
Abg. Parnigoni – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Gaál –: Bravo, Anton! – Rufe bei der SPÖ: Hoppauf! – Bundesminister Scheibner: Auftrittsapplaus, oder was?
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Gaál. Ich erteile ihm das Wort. (Abg. Parnigoni – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Gaál –: Bravo, Anton! – Rufe bei der SPÖ: Hoppauf! – Bundesminister Scheibner: Auftrittsapplaus, oder was?)
Bundesminister Scheibner: Ich habe das jetzt nicht verstanden! Wie war das?
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! (Abg. Edlinger: Wie sind die Wahlen in Favoriten ausgegangen, Toni?) – Knapp an der 90-Prozent-Grenze, Herr Bundesminister. (Bundesminister Scheibner: Ich habe das jetzt nicht verstanden! Wie war das?)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Der Bundesvoranschlag 2002 sieht für das Landesverteidigungsbudget einen Betrag von weniger als 23 Milliarden Schilling vor. Damit gehen die Mittel für die Landesverteidigung wieder geringfügig zurück – es ergibt sich ein Minus von 0,1 Prozent. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. ) Und wenn Sie, Herr Minister, mir da von hinten einflüstern, das sei falsch, dann gehen wir von verschiedenen Berechnungen aus. Aber ich werde Ihnen beweisen, dass leider ich richtig liege! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Was? Wie war das?
Daher stimmt es auch nicht, Herr Bundesminister, wenn Sie immer wieder sagen, Sie werden das Budget real erhöhen. – Sicher nicht! Dazu haben Sie ja gar keine Chance, denn eine Regierung, die solch einen radikalen Sparkurs verordnet, die Ambulanzgebühren einführt, die die Rezeptgebühren erhöht, die Unfallrenten besteuert – man könnte diese Liste beliebig lange fortsetzen; von den "kleinen Leuten" sprechen und dabei nur an deren Geldbörse denken –, eine Regierung, durch die die Armen immer ärmer, die Reichen immer reicher werden, hat jegliches Recht verwirkt, von einer Erhöhung des Militärbudgets – so berechtigt das auch sein mag – zu reden! (Beifall bei der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Was? Wie war das?)
Bundesminister Scheibner: Noch einmal, Herr Kollege: 1999 haben Sie gesagt?
Auch die Einschränkungen für die freiwilligen Waffenübungen von Milizsoldaten führen zu einer negativen Entwicklung: 1999 – ich habe mir das genau angeschaut – wurden noch 110 000 freiwillige Waffenübungstage geleistet, 2000 waren es weniger als 30 000, also rund 70 Prozent weniger! (Bundesminister Scheibner: Noch einmal, Herr Kollege: 1999 haben Sie gesagt?) – 1999 wurden 110 000 freiwillige Waffenübungstage geleistet, 2000 waren es nur mehr weniger als 30 000, wie gesagt, um 70 Prozent weniger. Da der Milizanteil bei Auslandseinsätzen, wie Sie wissen, 70 Prozent beträgt, laufen wir auch in diesem Bereich Gefahr, die negative Entwicklung fortzuschreiben.
Bundesminister Scheibner: Und wie schaut das aus?
Noch wäre Zeit, auf ein System einzuschwenken, das von allen getragen wird, machbar ist und dem verbleibenden Rest-Bundesheer die Aufgabenerfüllung innerstaatlicher Aufträge ermöglicht. (Bundesminister Scheibner: Und wie schaut das aus?) – Wie schaut das aus, Herr Bundesminister? – Erfolg versprechende Alternativvorschläge liegen vor, Sie brauchen sich nur zu bedienen.
Bundesminister Scheibner: Negativ!
Was meine ich? – Wir haben uns über die Darstellung unterhalten, wie sich das Landesverteidigungsbudget im Zusammenhang mit dem Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren entwickelt hat. (Bundesminister Scheibner: Negativ!) Sie haben keine Antwort gegeben. (Bundesminister Scheibner: Negativ!) Das Zahlenmaterial, um das ich Sie ersucht habe, wurde nicht genannt.
Bundesminister Scheibner: Negativ!
Was meine ich? – Wir haben uns über die Darstellung unterhalten, wie sich das Landesverteidigungsbudget im Zusammenhang mit dem Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren entwickelt hat. (Bundesminister Scheibner: Negativ!) Sie haben keine Antwort gegeben. (Bundesminister Scheibner: Negativ!) Das Zahlenmaterial, um das ich Sie ersucht habe, wurde nicht genannt.
Bundesminister Scheibner: Eine!
Und nun zum Budget grundsätzlich. – Herr Minister, Sie haben bei der Debatte zu den Budgetbegleitgesetzen gemeint, die Auslandseinsätze seien Ihnen die wichtigste Aufgabe (Bundesminister Scheibner: Eine!) – oder eine wichtige Aufgabe; genau – und Sie wollen keine Zwei-Klassen-Armee. Ich berichte Ihnen jetzt über das Befinden der Soldaten, wie es mir gegenüber von Soldaten zum Ausdruck gebracht worden ist.
Bundesminister Scheibner: Habe ich gesagt!
Ich wurde dann neugierig, ob der Herr Verteidigungsminister auch noch andere Dinge fordern wird, so etwa: stärkere zivile Maßnahmen, mehr Verhandeln, mehr Vermitteln, ein stärkeres Einbringen auch in die EU, ob er vielleicht auch gegenüber der Außenministerin sagen wird, dass man im mediatorischen, im diplomatischen Bereich mehr machen soll, zum Beispiel auch mehr in die Bildung, in die Zivilgesellschaft investieren soll. Davon habe ich dann nichts gehört. (Bundesminister Scheibner: Habe ich gesagt!) – Na gut, dann nehme ich jetzt zur Kenntnis, dass Sie das gesagt haben.
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Herr Minister! Haben Sie diese Sicherheitsdoktrin, diesen Analyseteil, wirklich genau gelesen? Dort steht nämlich: Es ist nicht zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren – bis zu zehn, steht da – solche Krisen in unserem Nachbargebiet geben wird, die auf Österreich übergreifen können. – Das steht in der Sicherheitsdoktrin. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. ) – Militärische Bedrohung, das verstehe ich darunter, wenn Sie sagen, dass Krisenherde an unsere Grenzen herangetragen werden. (Abg. Murauer: Ein Angriff auf Österreich!) Krisenherde an unsere Grenzen heranzutragen heißt für mich schon, dass es an den Grenzen, für die österreichischen Grenzregionen Bedrohungen gibt.
Sitzung Nr. 70
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Kollege Spindelegger, hier liegen Sie falsch! Wir brauchen nicht das Plenum, um über oder mit dem Kollegen Pilz zu reden – das wissen Sie ganz genau –, worüber wir reden wollten und wollen, das ist das Schweigen des Herrn Bundeskanzlers (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Wurm – Abg. Schwarzenberger: Er hätte ja noch länger geredet, aber der Herr Präsident hat ihn nicht lassen! Er hätte noch länger als 20 Minuten geredet!), eines Bundeskanzlers, der es gestern vorgezogen hat, nicht im Haus zu sein, diesem Haus die kalte Schulter zu zeigen, und das bei einem Thema, bei dem es auch um etwas ging, das in Europa wichtig ist: Grundrechte, Freiheitsrechte! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. ) – Der Herr Bundeskanzler saß vor kurzem noch da. Ich kann leider nicht alles verfolgen, was hinter meinem Rücken passiert. Das ist leider so in diesem Haus.
Sitzung Nr. 80
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Um aber ganz konkret zu werden, denn irgendjemand hat zuerst gemeint, dass wir nichts Konkretes sagen: Wo sind denn die konkreten Aktivitäten der Bundesregierung? Herr Minister Scheibner! Ich stimme Ihnen sehr wohl zu, wenn Sie verlangen, dass man außenpolitisch präventiv handelt. Aber warum haben Sie noch nicht vorgeschlagen, in Pakistan von österreichischer Seite ein Refugee Field Hospital einzurichten, ähnlich wie im Golfkrieg 1991 und im Kosovo? – Das macht jetzt Norwegen mit Unterstützung des Österreichischen Roten Kreuzes. Warum nicht Österreich, warum nicht Sie, Herr Minister? – Das wäre eine konkrete Aktivität, um Menschen vor Ort im Land zu helfen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. )
Bundesminister Scheibner: ... das Militärische vergessen!
Herr Bundesminister, Sie haben heute – zu Recht! – die umfassende Sicherheitspolitik angesprochen. Ich darf diesbezüglich nur erwähnen: Wir Sozialdemokraten sind immer von diesem umfassenden Sicherheitsbegriff ausgegangen, von einem Sicherheitsbegriff, der weit über den militärischen Bereich hinausgehende Bedeutung hat, ein Sicherheitsbegriff, der dem politischen, wirtschaftlichen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Bereich breiten Raum gibt. Wir haben jedoch damit bei Ihnen wenig Gegenliebe gefunden. (Bundesminister Scheibner: ... das Militärische vergessen!) Sie, Herr Bundesminister, und vor allem Ihre Kollegen von der ÖVP haben dafür eine eher engere Begriffsbestimmung vorgesehen (Zwischenruf des Abg. Jung ) und, Herr Kollege Jung, die militärische Komponente in den Vordergrund gestellt. Diese ist sicherlich wichtig und bedeutsam, kann aber nicht alleine für die neue europäische Sicherheitsarchitektur stehen. Lassen Sie sich das gesagt sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 87
Bundesminister Scheibner hält eine Graphik in die Höhe
Meine Damen und Herren! Wir kennen heute die Auf- und Durchmarschpläne des Warschauer Paktes. Das waren die Pläne des Warschauer Paktes unter Berücksichtigung der österreichischen Neutralität (Bundesminister Scheibner hält eine Graphik in die Höhe): ein klarer Durchmarsch durch das Donautal, ein klarer Durchmarsch von Osten nach Süden gegen Italien. Das wären die Sicherheitsgarantien Österreichs gewesen! (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Burgenländer sollten sich das vor Augen halten!) Gott sei Dank mussten all diese Instrumente, auf die man sich so lange verlassen hat, nie den Wahrheitsbeweis antreten.
Bundesminister Scheibner: Und was ist mit dem NATO-Doppelbeschluss?
Herr Minister Scheibner! Sie haben vorhin gesagt, Österreich habe in der Zeit der Neutralität sozusagen Glück gehabt, weil es eben keine Angriffe gegeben habe und trotz der Warschauer-Pakt-Pläne zum Glück nichts passiert sei. Was aber diese Pläne des Warschauer Paktes im Endeffekt zunichte gemacht hat, das war weder das österreichische Bundesheer noch sonst ein Heer, sondern das waren die Demokratie- und Menschenrechtsbewegungen in den Staaten des Ostblocks, die das einfach nicht mehr wollten. Die sind es gewesen, die es zu Stande gebracht haben, dass diese Regimes gefallen sind und es dann in der Folge auch solche Pläne nicht mehr gegeben hat. (Bundesminister Scheibner: Und was ist mit dem NATO-Doppelbeschluss?)
Bundesminister Scheibner: Das ist doch gescheit – oder?
Internationale Umweltpolitik, Rio-Prozess: Was steht dazu drinnen? Nichts! Etwas Konkretes steht nur für den Bereich der Verteidigungspolitik drinnen. Da steht dann beispielsweise drinnen: Das Landesverteidigungsministerium soll alle zwei Jahre ein Weißbuch herausgeben. – Da steht also schon Konkretes drinnen. (Bundesminister Scheibner: Das ist doch gescheit – oder?)
Bundesminister Scheibner: Das hat er am 26. Oktober gesagt!
Herr Kollege Jung! Das passt auch ganz wunderbar in das Bild, das der Herr Bundeskanzler am 1. Mai des heurigen Jahres gemalt hat, indem er gemeint hat, dass Neutralität, Lipizzaner und Mozartkugeln alte Hüte seien! (Bundesminister Scheibner: Das hat er am 26. Oktober gesagt!) Danke, Herr Minister! Er hat am 26. Oktober gesagt, Neutralität, Mozartkugeln und Lipizzaner seien alte Hüte. (Zwischenruf des Abg. Edler. – Abg. Jung: Wer hat denn die Verfassung geändert? Waren das nicht Sie?)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Herr Spindelegger, ich darf Sie daran erinnern, dass es eine Alleinregierung der SPÖ war, welche den letzten brauchbaren Verteidigungsplan für das österreichische Bundesheer geschaffen hat! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. ) Das stimmt nicht, Herr Minister, das war nicht die Koalition! Die Koalition ist erst 1983 gekommen! Da war bereits der Landesverteidigungsplan in Kraft! Diese Papiere wurden bereits unter der Alleinregierung der SPÖ verabschiedet! (Zwischenruf des Abg. Dr. Spindelegger. ) Sie können also nicht sagen, dass sich die SPÖ nicht um das Bundesheer gekümmert hat! (Beifall bei der SPÖ.)
Bundesminister Scheibner: Einsatzbereit! – Abg. Jung: Sie verwechseln zwei Absätze! Sie müssen genauer lesen!
Interessant ist – und das ist für mich echt neu –: Sie sprechen in dieser Doktrin von einem Divisionsäquivalent. (Abg. Jung: Ja!) Was ist das, Herr Brigadier? Ein Divisionsäquivalent sind für mich zwischen 3 000 aufwärts über 5 000 bis 10 000. Bis jetzt haben wir von einer Brigade gesprochen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Jung. ) Wenn wir also jetzt von einem Divisionsäquivalent sprechen, dann ist das neu! (Bundesminister Scheibner: Einsatzbereit! – Abg. Jung: Sie verwechseln zwei Absätze! Sie müssen genauer lesen!)
Bundesminister Scheibner: Welche?
Natürlich haben sich die Rahmenbedingungen seit 1955 geändert, doch nach wie vor hat die Neutralität ihre absolute Berechtigung. Die Neutralität hat auch für Europa eine wichtige Funktion, sowohl ex lege als auch in der Praxis. (Bundesminister Scheibner: Welche?) Von den derzeit 15 Staaten sind elf, wie Sie wissen, Herr Bundesminister, in einem Militärbündnis. Es steht aber in keinem Papier festgeschrieben, dass sich dieses Verhältnis noch mehr in Richtung NATO entwickeln muss, und deshalb versteht hier kaum jemand das ewige Balzen der
Bundesminister Scheibner spricht mit Abgeordneten neben den Sitzreihen der Freiheitlichen.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Darf ich noch einmal darum ersuchen, dem Redner die Chance zu geben, gehört zu werden, und auch nicht notwendigerweise hier im Saal abzuhaltende Beratungen nach außen zu verlegen! (Bundesminister Scheibner spricht mit Abgeordneten neben den Sitzreihen der Freiheitlichen.) Das gilt auch für Bundesminister! (Abg. Gaál: Auf Wiedersehen, Herr Bundesminister!)
Sitzung Nr. 97
Bundesminister Scheibner: Da ist ein Urheberrecht darauf!
Herr Verteidigungsminister! Ich hätte abschließend noch eine Frage an Sie. Ich habe Sie mit 10. Jänner dieses Jahres ersucht, mir die IWI-Studie, die sich mit der Nachbeschaffung beschäftigt, zukommen zu lassen. Auf dieses Schreiben vom 10. Jänner wurde mir am 22. Jänner von Ihrem Kabinett mitgeteilt, dass es leider nicht möglich sei, mir diese Studie zu übermitteln, weil die Langfassung dieser Studie nicht mehr im Kabinett, sondern in der Sektion aufliege. Gleichzeitig informieren Sie mich darüber, dass diese vor einer allfälligen Übersendung auf Geschäftsgeheimnisse untersucht werden müsste. (Bundesminister Scheibner: Da ist ein Urheberrecht darauf!) Jawohl.
Sitzung Nr. 98
Bundesminister Scheibner: Weil es um die Sicherheitsstandards geht, Herr Kollege!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Meine Damen und Herren! Es ist etwas eigenartig: Auf der Regierungsbank sitzen die Minister Scheibner und Molterer, aber es fehlt – zumindest mir – die Frau Vizekanzlerin, denn bis vor kurzem waren der Ausstieg aus der Atomenergie und die Schließung des AKW Temelín bei den Freiheitlichen noch "Chefsache". Ich weiß nicht, weshalb jetzt auf einmal der Verteidigungsminister hier ist. (Bundesminister Scheibner: Weil es um die Sicherheitsstandards geht, Herr Kollege!) Ich hoffe, dass nichts Bedrohliches ins Spiel gebracht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Und dem Scheibner!
Da heute in den Debattenbeiträgen mehrmals gesagt wurde, dass in der österreichischen Atompolitik eigentlich nicht viel gelaufen sei, fordere ich Sie auf: Bitte nehmen Sie dieses Bundesgesetzblatt als Ergebnis des "Melker Prozesses", als Ergebnis der Verhandlungen im Rahmen des "Melker Prozesses" vom 29. November! Darin ist alles klar dokumentiert, und ich denke, dass es wirklich angezeigt ist, dass wir unserem Herrn Bundeskanzler, Dr. Wolfgang Schüssel, und dem zuständigen Ressortminister Mag. Wilhelm Molterer höchste Anerkennung und Wertschätzung aussprechen. (Abg. Dr. Khol: Und dem Scheibner!) Dieses Ergebnis ist nämlich ganz entscheidend und war nur dadurch möglich, weil auch der Regierungspartner in allen Fragen vernünftig mitgearbeitet und mitgedacht hat. – Eine Anerkennung, die heute auch ausgesprochen werden muss. Herr Minister Scheibner, das gilt auch für Sie. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 103
Abg. Schieder: Wird die Vertretung nicht weitergehen, die Haupt-Vertretung? – Abg. Dr. Lichtenberger: Hat sich der Scheibner mit einem Abfangjäger verflogen? – Abg. Dr. Martin Graf: Wer vertritt den Van der Bellen?
Auf Vorschlag des Bundeskanzlers wird für die Dauer der Verhinderung des Bundesministers Scheibner Herr Bundesminister Mag. Haupt mit der Vertretung betraut. Weiters wird Bundesminister Mag. Haupt durch Herrn Staatssekretär Dr. Reinhart Waneck vertreten (ironische Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer vertritt wen?), und Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Ing. Reichhold wird durch Herrn Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft Mag. Molterer vertreten. (Abg. Schieder: Wird die Vertretung nicht weitergehen, die Haupt-Vertretung? – Abg. Dr. Lichtenberger: Hat sich der Scheibner mit einem Abfangjäger verflogen? – Abg. Dr. Martin Graf: Wer vertritt den Van der Bellen?)
Sitzung Nr. 107
Bundesminister Scheibner: Wo steht das?
Was liegt hier nun vor in diesem Zusammenspiel von Militärbefugnisgesetz und Abänderungsantrag? – Das Militärbefugnisgesetz und die Erläuterungen dazu sind eindeutig. (Abg. Dr. Martin Graf: Das wäre ja interessant ...!) Dies gibt den Geheimdiensten des Militärs das Recht, gegen Kritiker der militärischen Landesverteidigung zu ermitteln, wie es in den Erläuterungen zum Gesetz wörtlich heißt! (Bundesminister Scheibner: Wo steht das?)
Bundesminister Scheibner ist im Begriff, die Regierungsbank zu verlassen.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Bundesminister Scheibner ist im Begriff, die Regierungsbank zu verlassen.) Auf Wiedersehen, Herr Bundesminister!
Sitzung Nr. 110
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
All das passiert vor dem Hintergrund, dass hohe Militärs eigentlich mit dem "Gripen" nicht nur zufrieden, sondern durchaus einverstanden gewesen wären, weil sie natürlich auch die Folgefinanzierungsprobleme erkannt haben. Wenn eine technische Gleichwertigkeit gegeben ist, aber vor allem bei den Systemeinführungskosten, bei den Betriebskosten, die dann auf uns zukommen, wesentlich günstigere Werte erzielt werden können, dann ist doch klar, dass ein Militär, der selbst noch die nächsten 20 Jahre auf sein Haus schaut, eigentlich für den "Gripen" votieren müsste, und das haben die Herrschaften auch gemacht. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner. ) Wir werden all das dann wieder, so wie bei der Radar-Entscheidung, im Nachhinein aufrollen können, Herr Minister Scheibner – da Sie mir von hinten gute Tipps geben. Da war es auch so, dass sich im Nachhinein herausgestellt hat, warum wer in welchen Bewertungskommissionen die Dinge plötzlich immer wieder ein bisserl anders gesehen hat.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Artikel 23f!
Herr Scheibner! Sie haben im Lauf der Debatte neben meiner lieben Kollegin aus Tirol von der ÖVP auch die Maske abgenommen. Es geht gar nicht darum, Abfangjäger in einem früheren Verständnis, in einem alten Verständnis, wie wir das früher gewohnt waren, zu besorgen, sondern es geht de facto um Kampfgerät. Wenn meine liebe Kollegin aus Tirol sagt, es sollten zwei Fliegerstaffeln geschickt werden, anstatt geschulte Menschen in Friedenseinsätze zu entsenden, um so unseren Auftrag zur Friedenssicherung auf der Welt wahrzunehmen, dann möchte ich Ihnen allen, meine Damen und Herren, erstens sofort das Neutralitätsgesetz überreichen, Sie zweitens an die Verfassung erinnern und Sie drittens auf Ihre Scheinheiligkeit in Bezug auf die NATO und die Sicherheitsdebatte in Europa hinweisen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Artikel 23f!) – Wir sprechen von oberen und unteren Petersberger Aufgaben. Darüber haben wir schon einige Diskussionen geführt. (Bundesminister Scheibner: Artikel 23f, Frau Kollegin!)
Bundesminister Scheibner: Artikel 23f, Frau Kollegin!
Herr Scheibner! Sie haben im Lauf der Debatte neben meiner lieben Kollegin aus Tirol von der ÖVP auch die Maske abgenommen. Es geht gar nicht darum, Abfangjäger in einem früheren Verständnis, in einem alten Verständnis, wie wir das früher gewohnt waren, zu besorgen, sondern es geht de facto um Kampfgerät. Wenn meine liebe Kollegin aus Tirol sagt, es sollten zwei Fliegerstaffeln geschickt werden, anstatt geschulte Menschen in Friedenseinsätze zu entsenden, um so unseren Auftrag zur Friedenssicherung auf der Welt wahrzunehmen, dann möchte ich Ihnen allen, meine Damen und Herren, erstens sofort das Neutralitätsgesetz überreichen, Sie zweitens an die Verfassung erinnern und Sie drittens auf Ihre Scheinheiligkeit in Bezug auf die NATO und die Sicherheitsdebatte in Europa hinweisen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Bundesminister Scheibner: Artikel 23f!) – Wir sprechen von oberen und unteren Petersberger Aufgaben. Darüber haben wir schon einige Diskussionen geführt. (Bundesminister Scheibner: Artikel 23f, Frau Kollegin!)
Sitzung Nr. 113
Bundesminister Scheibner: Das sage nicht ich, bitte!
Herr Verteidigungsminister, ich frage Sie: In einer Anfragebeantwortung von Ihnen führen Sie aus – und man kann das herausrechnen –, ein Überwachungsflug kostet 130 Millionen Schilling. (Bundesminister Scheibner: Das sage nicht ich, bitte!) – Das ist aus Ihrer Anfragebeantwortung errechenbar: 130 Millionen Schilling. (Abg. Jung: So ein Unsinn!) Wie viele Motorsägen und wie viel anderes technisches Gerät für die Pionier-Truppen und für die Truppen, die im Katastropheneinsatz tätig sind, könnten wir damit beschaffen, Herr Verteidigungsminister? Und wäre das nicht auch ein Punkt für die Sicherheit dieses Landes? – Ich denke, es wäre der wichtigere Punkt für die Sicherheit in diesem Land! (Zwischenruf des Abg. Murauer. )
Bundesminister Scheibner: Ich war immer im Saal!
Herr Minister Scheibner hat sich sehr dagegen verwahrt, und zwar gleich zweimal, dass ein Zusammenhang zwischen der Finanzierung der Kampfjets und der Hochwasserhilfe hergestellt wird. Herr Minister Scheibner! Ich weiß nicht genau: Waren Sie auch hier im Saal, als die Frau Vizekanzlerin gesprochen hat? (Bundesminister Scheibner: Ich war immer im Saal!) – Gut, dann müssten Sie auch gehört haben, dass die Frau Vizekanzlerin gesagt hat, die Folgen dieses Hochwassers werden wir nicht nur in Momentan- und Sofortmaßnahmen bewältigen können, sondern diese werden wir auch langfristig bewältigen müssen, das heißt auch langfristige Finanzierung. Das hat zumindest die Frau Vizekanzlerin gesagt.
Sitzung Nr. 115
Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jawohl! – Abg. Öllinger – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Scheibner –: Sind Sie jetzt angerufen worden in der Nacht vor dem Ministerrat? Kein Anruf? – Bundesminister Scheibner: Kein Anruf vor dem Ministerrat! – Abg. Nürnberger: Da hat er geschlafen! – Bundesminister Scheibner: Ist das bei der Gewerkschaft so üblich, dass man schläft bei den Sitzungen? – Abg. Jung: Aber sicher nicht im Penthouse, Herr Kollege! Sicher nicht im Penthouse wie die Gewerkschaftsbosse! – Abg. Murauer: Gehen wir es an!
Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Es wird mir berichtet, dass Sie wünschen, dass die Uhr auf 8 Minuten gestellt wird. Ist das richtig? (Abg. Mag. Kogler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jawohl! – Abg. Öllinger – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Scheibner –: Sind Sie jetzt angerufen worden in der Nacht vor dem Ministerrat? Kein Anruf? – Bundesminister Scheibner: Kein Anruf vor dem Ministerrat! – Abg. Nürnberger: Da hat er geschlafen! – Bundesminister Scheibner: Ist das bei der Gewerkschaft so üblich, dass man schläft bei den Sitzungen? – Abg. Jung: Aber sicher nicht im Penthouse, Herr Kollege! Sicher nicht im Penthouse wie die Gewerkschaftsbosse! – Abg. Murauer: Gehen wir es an!)
Bundesminister Scheibner: Sie sitzen aber höher als ich!
Eines, sehr geehrter Herr Bundesminister, drückt auch die Sitzordnung in diesem Haus aus: Sie sitzen im ersten Stock, ich stehe zu ebener Erde, daher auch die unterschiedliche Auffassung: Wir haben den Kontakt mit den Menschen, wir wollen faire Chancen für die Menschen statt Abfangjäger (Bundesminister Scheibner: Sie sitzen aber höher als ich!) und wir wollen statt Abfangjägern Arbeitsplätze schaffen, und zwar direkt für die Menschen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir wollen keine Voodoo-Geschäfte, Herr Kollege Zweytick, sondern, so wie du es machst, guten Wein, ehrlich produziert und ehrlich verkauft. Genau das wollen wir in der Politik auch!
Gesetzgebungsperiode 22
Sitzung Nr. 1
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wir wollen jetzt aber wissen, was das war!
Ich nehme diese Gelegenheit auch wahr, Herr Präsident, dass ich mich für den Missbrauch eines solchen Zettels – es waren viele, es waren, wie ich meine, 20, 30, 40 solcher Zettel im Laufe der Zeit, und einen dieser Zettel habe ich missbraucht, Herr Präsident – heute in aller Form entschuldige. Ich hoffe, Sie nehmen diese späte Entschuldigung noch an. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wir wollen jetzt aber wissen, was das war!)
Die restlichen Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Amon, MBA: 1, Dr. Fasslabend: 3, Mag. Dr. Fekter: 1, Dr. Fischer: 9, Mag. Frieser: 1, Rauch-Kallat: 11, Scheibner: 1, Dr. Schüssel: 1, Mag. Stoisits: 1, Dkfm. Dr. Stummvoll: 1.
(Die restlichen Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Amon, MBA: 1, Dr. Fasslabend: 3, Mag. Dr. Fekter: 1, Dr. Fischer: 9, Mag. Frieser: 1, Rauch-Kallat: 11, Scheibner: 1, Dr. Schüssel: 1, Mag. Stoisits: 1, Dkfm. Dr. Stummvoll: 1.)
Diese 21 Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Dr. Fasslabend: 2, Mag. Haupt: 2, Dr. Lichtenberger: 1, Scheibner: 15, Mag. Schweitzer: 1.
(Diese 21 Stimmen entfielen auf die Abgeordneten: Dr. Fasslabend: 2, Mag. Haupt: 2, Dr. Lichtenberger: 1, Scheibner: 15, Mag. Schweitzer: 1.)
Scheibner
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, Vizekanzlerin Riess-Passer und den Bundesministern für Finanzen (Grasser), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner), deren Kabinette und von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges der Kampfflugzeuge
Sitzung Nr. 3
Abg. Scheibner – auf noch immer demonstrierende Galeriebesucher weisend –: Was ist denn da oben? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wann wird das eingestellt? – Weitere Zwischenrufe.
Mit diesem Abschluss wird sichergestellt, dass etwa ein Drittel der Bundesbediensteten im unteren Einkommensbereich – und darum geht es ja, und, Herr Kollege Neugebauer, ich hätte mir schon gewünscht, dass das ein bisschen gewürdigt wird; vom Kollegen Pendl habe ich das ohnehin weniger erwartet ... (Abg. Scheibner – auf noch immer demonstrierende Galeriebesucher weisend –: Was ist denn da oben? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wann wird das eingestellt? – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich möchte daher beiden Partnern – sowohl der Frau Vizekanzlerin als auch dem Chef der Gewerkschaft öffentlicher Dienst – für ihr Verantwortungsbewusstsein, aber auch für ihre Zielstrebigkeit und ihre Konsensbereitschaft durchaus danken. Ich darf auch namens meiner Fraktion sagen, dass das wirklich vorbildhafte, ergebnisorientierte Verhandlungen waren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Mag. Mainoni.
nern Vorschläge auf den Tisch gelegt werden sollen, für sehr sinnvoll, denn ich glaube, dass dann, wenn wir etwas in dieser Richtung ändern wollen, alle Partner mit am Tisch sitzen müssen. Daher begrüßen wir das auch, und ich finde, dass es ein guter Anfang ist – denken Sie an den Europa-Konvent! –, wenn wir auch in Österreich einen solchen Konvent ins Leben rufen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Mag. Mainoni.)
Abg. Mag. Mainoni: Fixieren Sie nicht uns! – Abg. Scheibner: Mich dürfen Sie da nicht ...!
Herr Bundesminister Böhmdorfer, Sie haben einen bewährten Sektionschef, der sich in KonsumentInnenfragen ausgezeichnet auskennt (Abg. Mag. Mainoni: Fixieren Sie nicht uns! – Abg. Scheibner: Mich dürfen Sie da nicht ...!), mit der „Aktion 55“ in die Wüste geschickt. Jetzt müssen Sie hier per Artikel 5, betreffend Änderung des Beamten-Dienstrechtsgesetzes, die Agenden dieser Sektion III neu formulieren, und Sie haben jetzt als für Konsumentenschutzangelegenheiten zuständigen Sektionschef einen Herrn, der sich vielleicht bei Budgetfragen und im Bereich Bauten auskennt, aber nicht im Konsumentenbereich.
Sitzung Nr. 5
Bundesminister Scheibner: Was habe ich versprochen?
Sie gerade dabei sind, ein Wahlversprechen zu brechen. (Bundesminister Scheibner: Was habe ich versprochen?)
Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Nun zur Feststellung der Kollegin Rauch-Kallat, dass ohne Sicherheit alles nichts sei. – Stellen wir die gemeinsame Herangehensweise auf diese Basis und fragen wir uns auch, ob die Verfassung bestimmte Typen von Flugzeugen zur Erlangung dieser Sicherheit vorschreibt. So wie argumentiert wurde – auch von Bundesminister Scheibner –, klingt es fast schon so, als ob in der Verfassung normiert werden würde, dass 2 Milliarden € an eine bestimmte Firma mit Sitz in Baden-Württemberg überwiesen werden müssten. Das kann nicht sein, Herr Bundesminister! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.)
Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.
Herr Bundesminister, Sie haben sich ausdrücklich auf die Verfassung berufen, und Sie haben wieder auf Kollegen Van der Bellen verwiesen. (Neuerliche Zwischenbemerkung von Bundesminister Scheibner.) Ich sage Ihnen: Die Bundesverfassung sagt nichts über die Typenwahl aus.
Sitzung Nr. 7
Abg. Scheibner: Das wird schon noch kommen!
Ich nehme an und hoffe für Sie, dass die Wasserpumpen voll im Betrieb sind, denn das alte Problem, das alte Riff, die alten Klippen sind nach wie vor vorhanden, diese sind nicht durch die neue Regierung, die neue Regierungserklärung, das neue Regierungsprogramm verschwunden. Die Haiders, die Windholze, die Stadlers – ich verwende bewusst den Plural – sind nach wie vor da. Es wird Ihnen aufgefallen sein, Herr Kollege Scheibner, dass ich Ihren Namen hier nicht erwähnt habe. (Abg. Scheibner: Das wird schon noch kommen!) Sie alle sind nach wie vor da, und ich bin gespannt, in welche Untiefen dieses Schifflein früher oder später im Zickzackkurs fahren wird.
Abg. Scheibner: Da sind schon mehr gesessen bei euch!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler! Ein bisschen eng ist es auf der Regierungsbank geworden. Wenn da noch einer dazukommt, dann rutscht entweder Herr Staatssekretär Schweitzer oder Herr Staatssekretär Kukacka herunter. (Abg. Scheibner: Da sind schon mehr gesessen bei euch!) Viel Platz ist da nicht mehr, aber vielleicht kommen sich ÖVP und FPÖ dadurch näher. Vielleicht ist dieses Zusammenschweißen auch notwendig, denn wenn ich mir überlege, dass Sie hier einen Entschließungsantrag einbringen, dass Sie das gesamte Regierungsprogramm als Entschließungsantrag präsentieren müssen, so heißt das für mich, es besteht gegenseitig kein Vertrauen. Das ist fast so, als ginge man durch die Reihen der FPÖ- und ÖVP-Abgeordneten und ließe jeden Einzelnen persönlich unterschreiben, damit sie zu diesem Regierungsabkommen stehen.
Abg. Scheibner: Das ist ja jetzt weg, Herr Kollege Cap! – Abg. Mag. Molterer: Kollege Bittner sagt heute etwas anderes, habe ich gelesen!
Selbstbehalt. – Sozial ungerecht in der Form, wie Sie das vorgeschlagen haben! (Abg. Scheibner: Das ist ja jetzt weg, Herr Kollege Cap! – Abg. Mag. Molterer: Kollege Bittner sagt heute etwas anderes, habe ich gelesen!) Ich bin gespannt, wie Sie das dann mit dem „kleinen Mann“ in Klagenfurt diskutieren, wenn er sagt, das entspreche nicht ganz den Vorstellungen. Aber das werden Sie selbst mit ihm ausmachen müssen.
Abg. Scheibner: Das ist aber wirklich ein bisschen tief!
Ob man krank wird, muss man sich ab 2004 überlegen. Jetzt kann man noch schnell krank werden, dann wird es schwierig, denn dann muss man einen Selbstbehalt beim Arzt oder wo auch immer zahlen. (Abg. Scheibner: Das ist aber wirklich ein bisschen tief!) – Sie hätten sich bei den Koalitionsverhandlungen aufregen sollen, jetzt ist es zu spät (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen), Sie werden nämlich gleich Ihre Zustimmung zum Entschließungsantrag geben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es hat aber auch keine Partei 40 Jahre lang nur gewonnen, Frau Kollegin!
Aber der Herr Bundeskanzler und die Regierungsmitglieder scheinen das, was die Wählerinnen und Wähler signalisiert haben, irgendwie anders zu deuten. Die Reduzierung einer Partei um zwei Drittel hat es in der innenpolitischen Geschichte Österreichs noch nie gegeben. Das hatte einen Grund, aber Sie setzen sich darüber hinweg – sagen wir es doch im Klartext. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es hat aber auch keine Partei 40 Jahre lang nur gewonnen, Frau Kollegin!)
Abg. Scheibner: Das können Sie im Niederösterreichischen Landtag einbringen!
Das steht im Generalverkehrsplan. Nicht enthalten sind die neuen alten Bahnlinien, die es noch aus der Monarchie gibt, die aber irgendwo, ein paar Kilometer vor der Grenze enden. Diese Linien hätte man schon lange ausbauen und damit wirklich den Verkehr auf die Schiene bringen können. (Abg. Scheibner: Das können Sie im Niederösterreichischen Landtag einbringen!) Damit könnte man natürlich eine deutliche Umweltentlastung durchführen. Das könnten Sie national tun, da bräuchten Sie nicht auf Europa zu warten. Aber hier ist etwas anderes angestrebt, und das soll man auch klar benennen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Dann haben Sie es nicht gelesen!
Aber Sie haben insbesondere bei den Frauen keine eigenständige Alterssicherung drinnen, ich betone, keine eigenständige Alterssicherung, und das ist einer der springenden Punkte. Das lehnen wir in dieser Form ab. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Dann haben Sie es nicht gelesen!)
Abg. Scheibner: Mein Gott, schon wieder der Vergleich! Diesen Vergleich haben Sie aber mühsam hergeholt, ein rhetorischer Tiefschlag! Schwach!
Das ist ein Geschäft, das ... (Abg. Scheibner: Mein Gott, schon wieder der Vergleich! Diesen Vergleich haben Sie aber mühsam hergeholt, ein rhetorischer Tiefschlag! Schwach!) So ist es aber! – Das ist etwas, was nicht den Interessen der Jugend und nicht den Interessen des Landes dient! Ich frage mich schon, wodurch unsere Kinder mehr geschützt sind: durch eine ökologische Landwirtschaft und durch soziale Sicherheit – oder durch ein paar sündteure Kampfflugzeuge? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sogar der Applaus ist dünn!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sogar der Applaus ist dünn!
Das ist ein Geschäft, das ... (Abg. Scheibner: Mein Gott, schon wieder der Vergleich! Diesen Vergleich haben Sie aber mühsam hergeholt, ein rhetorischer Tiefschlag! Schwach!) So ist es aber! – Das ist etwas, was nicht den Interessen der Jugend und nicht den Interessen des Landes dient! Ich frage mich schon, wodurch unsere Kinder mehr geschützt sind: durch eine ökologische Landwirtschaft und durch soziale Sicherheit – oder durch ein paar sündteure Kampfflugzeuge? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sogar der Applaus ist dünn!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist schlecht zu lesen! – Abg. Scheibner: Lies sie vor!
Hier sind all die Selbstbehalte, 16 an der Zahl, die die SPÖ-Regierung ... (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist schlecht zu lesen! – Abg. Scheibner: Lies sie vor!) – Ja, Herr Kollege Gusenbauer, ich gebe sie Ihnen dann höchstpersönlich, damit Sie es nachlesen können. Das ist es:
Abg. Scheibner: Das verstehen Sie leider falsch wie immer!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe die Abfangjäger somit als Morgengabe an die NATO (Abg. Scheibner: Das verstehen Sie leider falsch wie immer!), und ich verstehe nicht, dass Sie die österreichische Bevölkerung, die österreichischen Wählerinnen und Wähler vor den Wahlen hinters Licht geführt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht genauso in der Sicherheitsdoktrin, Frau Kollegin! Sie sollten sich ein bisschen besser vorbereiten auf Ihre Reden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht genauso in der Sicherheitsdoktrin, Frau Kollegin! Sie sollten sich ein bisschen besser vorbereiten auf Ihre Reden!
Meine Damen und Herren! Ich verstehe die Abfangjäger somit als Morgengabe an die NATO (Abg. Scheibner: Das verstehen Sie leider falsch wie immer!), und ich verstehe nicht, dass Sie die österreichische Bevölkerung, die österreichischen Wählerinnen und Wähler vor den Wahlen hinters Licht geführt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht genauso in der Sicherheitsdoktrin, Frau Kollegin! Sie sollten sich ein bisschen besser vorbereiten auf Ihre Reden!)
Abg. Scheibner: Was ist bei Ihnen eine hohe Pension? Wer ist bei Ihnen ein Besserverdiener?
Meine Damen und Herren! Der Solidarbeitrag ist schon angeschnitten worden. Unser Solidarbeitrag hätte jene Personen betroffen, die eine sehr hohe Pension haben. Was machen Sie? – 1 Prozent quer drüber! (Abg. Scheibner: Was ist bei Ihnen eine hohe Pension? Wer ist bei Ihnen ein Besserverdiener?) Quer über die „kleine“ Beamtin und den „kleinen“ Beamten, über die „kleine“ Pensionistin und den „kleinen“ Pensionisten genau so wie über die BezieherInnen höherer Pensionen. Und das ist ungerecht! Das ist ganz einfach ungerecht! Dagegen sprechen wir uns aus.
Abg. Scheibner: Vorsicht! Was ist das für eine Diktion? Was heißt „menschenverachtend“? Mäßigen Sie sich!
verachtend, und es ist vor allen Dingen auch zutiefst anti-frauenpolitisch, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Vorsicht! Was ist das für eine Diktion? Was heißt „menschenverachtend“? Mäßigen Sie sich!)
Abg. Scheibner: Lernen Sie Geschichte!
Vor einem Jahr, ungefähr um dieselbe Zeit, war gerade das Temelín-Volksbegehren, das Anti-Tschechien-Volksbegehren am Laufen. Es gab einen immensen Streit innerhalb der Regierung und Rücktrittsdrohungen. Es hat geheißen, die Regierung könne so nicht weitermachen. Dann gab es eine Pressekonferenz mit dem Slogan „Kein Löschblatt geht zwischen uns“. Dann kam die Reise des Kärntner Landeshauptmannes nach Bagdad. Es folgten stundenlange Fernsehdiskussionen, in denen sich drei, vier Freiheitliche miteinander hingesetzt und gesagt haben: Wir sind doch noch beisammen! – Und das ging Monate hindurch! Streit, Zank, Hader, Monate hindurch! Letztendlich wurde ein Volksbegehren vom Kärntner Landeshauptmann angekündigt, der sagte: Wegen ein bisschen Regen darf man doch keine Steuerreform verschieben. Eine Volksbefragung hiezu wurde von der Vizekanzlerin angekündigt. Und am Ende: Knittelfeld! (Abg. Mag. Mainoni: Lauter Schauergeschichten!) – Das ist keine „Schauergeschichte“! Das war die Realität in den letzten Monaten vor dem Scheitern der Regierung! (Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist Geschichte!) – Das ist Historie – wegen ein bisschen Regen. (Abg. Scheibner: Lernen Sie Geschichte!)
Abg. Scheibner: Das passiert Ihnen leider öfter, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen!
Es war wirklich ein Schauspiel. Wir als Oppositionspolitiker haben schon gar nicht mehr gewusst, was wir sagen sollen. (Abg. Scheibner: Das passiert Ihnen leider öfter, dass Sie nicht wissen, was Sie sagen!) Jeden Tag wurden wir gefragt: Was sagen Sie zur Krise der Regierung? Wir haben wirklich schon nicht mehr gewusst, wie wir dieses Schauspiel kommentieren sollen.
Abg. Scheibner: Hätten wir noch Zeit – vier Jahre!
Die Regierung ist damals mit dem Ziel angetreten, das Budget zu konsolidieren. Jetzt müssen wir sparen, jetzt kommen die mageren Jahre, hat es geheißen. Ich mit meinem bescheidenen Hausverstand denke (Abg. Mag. Mainoni: Das ist das Problem!), nach den mageren Jahren kommen die fetten Jahre. Also in der Bibel sind es jedenfalls sieben Jahre. (Abg. Scheibner: Hätten wir noch Zeit – vier Jahre!) – Hättet ihr noch Zeit, stimmt! Allerdings ist angekündigt worden, ab 2003 wird es eine Steuerreform geben und so weiter, da kommen die fetten Jahre. 1 Milliarde € bei den Pensionen, 1,2 Milliarden € im Gesundheitsbereich – das sind fette Jahre? Fette Jahre schauen ein wenig anders aus. (Abg. Mag. Molterer: Aber Sie haben eine längere Lebensdauer ...!) – Stimmt, ich habe eine etwas längere Lebensdauer. Ich hoffe im Sinne der Österreicherinnen und Österreicher, dass diese mageren Jahre nicht ausschließlich auf diesem Kurs fortgesetzt werden, weil nämlich die Magerkeit auch wieder ungleich verteilt ist. Auf das komme ich später noch unter dem Thema Gerechtigkeit zu sprechen.
Abg. Scheibner: Sagen Sie es in Prozent am Defizit!
Übrigens hat Herr Finanzminister Grasser – Grasser mit „g“, nicht „Krasser“, falls Hörprobleme vorhanden sind – in einem Brief an unseren Parteivorsitzenden selbst angegeben, dass Österreich heute eine öffentliche Verschuldung in der Höhe von 67,9 Prozent des BIP hat. – Meine Damen und Herren! Das ist gegenüber 66,8 Prozent im Jahre 2000 eine Zunahme der Staatsverschuldung von über einem Prozent gemessen am BIP. (Abg. Scheibner: Sagen Sie es in Prozent am Defizit!)
Abg. Scheibner: Sie vielleicht!
Ich komme aber jetzt zur Finanzpolitik insgesamt. Wir haben neuerlich zu wenig aus den Fehlern gelernt. (Abg. Scheibner: Sie vielleicht!) Und, meine Damen und Herren von der ÖVP-Fraktion, auch wenn der Herr Finanzminister langsam von der FPÖ zu Ihnen hinübergedriftet ist, es wird für die ÖVP nicht besser. (Abg. Murauer: Lassen Sie das unsere Sorge sein!) Wir haben es aufgegeben, Konjunktur- und Budgetpolitik so zu machen, dass sie für die Zukunft Österreichs etwas bringt. Die Realität ist, dass Sie glauben, Finanzpolitik fände statt, indem man abkassiert und zum richtigen Zeitpunkt nicht investiert. Das ist die falsche Politik!
Abg. Scheibner: Was heißt „zumindest“? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Ein Punkt noch zur Sicherheitspolitik, da hier die Verbesserung der Beziehung zur NATO in den Raum gestellt wird, die Beistandspflicht. Sie haben wohl vergessen, werte Damen und Herren der Bundesregierung, dass für die Abschaffung der österreichischen Neutralität zumindest eine Volksabstimmung notwendig wäre, um diese Beistandspflicht einzuführen. (Abg. Scheibner: Was heißt „zumindest“? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das steht nicht drinnen, das müssten Sie aber tun. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer. – Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Verfassung, Frau Kollegin! Haben Sie Artikel 23f gelesen?)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer. – Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Verfassung, Frau Kollegin! Haben Sie Artikel 23f gelesen?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Ein Punkt noch zur Sicherheitspolitik, da hier die Verbesserung der Beziehung zur NATO in den Raum gestellt wird, die Beistandspflicht. Sie haben wohl vergessen, werte Damen und Herren der Bundesregierung, dass für die Abschaffung der österreichischen Neutralität zumindest eine Volksabstimmung notwendig wäre, um diese Beistandspflicht einzuführen. (Abg. Scheibner: Was heißt „zumindest“? – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das steht nicht drinnen, das müssten Sie aber tun. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Fischer. – Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Verfassung, Frau Kollegin! Haben Sie Artikel 23f gelesen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir stehen dazu! Wir haben es ja verhandelt!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Scheuch, das Vertrauen in diese Bundesregierung wird damit bewiesen, dass Sie heute in Form eines Antrages dieses Regierungsprogramm beschließen müssen, weil Ihnen offensichtlich Ihr Koalitionspartner nicht traut, ob Sie sonst überhaupt durchhalten. – So viel zu den nächsten vier Jahren. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir stehen dazu! Wir haben es ja verhandelt!)
Abg. Scheibner: Er wird ihn, glaube ich, nicht einbringen! – Abg. Parnigoni: Was weiß man!
Zum Wort gelangt Herr Abgeordneter Dolinschek. – Bitte. (Abg. Scheibner: Er wird ihn, glaube ich, nicht einbringen! – Abg. Parnigoni: Was weiß man!)
Abg. Scheibner: Ist nicht da!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Kollegin Silhavy! (Abg. Scheibner: Ist nicht da!) Sie ist nicht da. Frau Kollegin Haidlmayr, wenn Sie so lieb sind und ganz kurz zuhören: Unser Herr Bundesminister und jetziger Vizekanzler Herbert Haupt hat selbstverständlich die Weiterführung der Behindertenmilliarde und auch die Anerkennung der Gebärdensprache im Regierungsübereinkommen festgeschrieben.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber es gibt nur einen Haupt, und das ist unser Vizekanzler; das ist das Problem!
Ich möchte meine Ausführungen abschließen, indem ich eine Lebensweisheit meiner Großmutter zitiere, die ich verworfen habe. Sie hat immer gesagt: Der Mann ist das Haupt und die Frau ist der Hals – und das Haupt muss sich dort hinwenden, wo der Hals es hindreht. – Ich meine aber: Ich möchte kein Hals sein, ich möchte auch ein Haupt sein! – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber es gibt nur einen Haupt, und das ist unser Vizekanzler; das ist das Problem!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn jemand eine Familie hat, in der es mehrere chronisch Kranke gibt, oder das Schicksal hat, zum Beispiel einen Mucoviscidose-Patienten zu haben, der viele kleine Einzelleistungen braucht, und knapp über diesen Einkommensgrenzen liegt, der kommt dran! Da haben wir bisher nicht hingeschaut, und ich glaube, Maria Rauch-Kallat wird sehr wohl dort hinschauen, denn Krankheit darf nicht zur Armutsfalle werden! Zumindest unter der Regierung der ÖVP werden wir Patienten nicht bestrafen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er heißt Ernst! – Abg. Scheibner: Er heißt aber so!
Ich komme aus der Leopoldstadt. Es war seine „Leistung“, das Kommissariat in der Leopoldstadt – so wie viele andere Kommissariate – zu schließen, in einem großen Bezirk, wo das Praterstadion ist, wo der Prater ist und wo die Messe stattfindet. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Da greift sich doch jeder auf den Kopf! Da kann ich nur sagen: Diesen Minister kann man wahrlich nicht mehr ernst nehmen – und damit eigentlich auch seine Politik nicht! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Er heißt Ernst! – Abg. Scheibner: Er heißt aber so!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärs Morak –: Wäre das nicht etwas zum Fördern?
(Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Staatssekretärs Morak –: Wäre das nicht etwas zum Fördern?)
Abg. Scheibner: Als du noch Staatssekretär warst, haben wir noch etwas zum Lachen gehabt!
Das ist wirklich eine Entwicklung, die symptomatisch für diese Regierung ist. (Abg. Scheibner: Als du noch Staatssekretär warst, haben wir noch etwas zum Lachen gehabt!) Es ist nichts geblieben von der Euphorie. Diese Regierung sitzt resignativ da und gibt eigentlich ihr Programm schon auf, bevor sie begonnen hat, es zu verwirklichen.
Abg. Scheibner: Also ist es doch gut!
An diesem Programm gibt es aber auch nicht viel zu verwirklichen. Es besteht aus Sprechblasen und Überschriften ohne Inhalt, und eigentlich haben wir dasselbe schon vor drei Jahren gehört. – Es sollte endlich auch etwas davon umgesetzt werden. (Abg. Scheibner: Also ist es doch gut!)
Abg. Scheibner: Grün ist man nicht, wir sind schwarz-blau!
Scheibner regt sich im letzten „Kurier“ darüber auf, dass die Heeresreform mit ihm nicht abgesprochen sei. – Das heißt also, in Wirklichkeit regiert man nebeneinander, nicht miteinander. Man will auch miteinander nicht viel zu tun haben, und man ist einander nicht grün, denn sonst würde man ja keinen Entschließungsantrag brauchen, in dem man alle Abgeordneten dazu verpflichtet, dieses Regierungsprogramm mitzutragen. (Abg. Scheibner: Grün ist man nicht, wir sind schwarz-blau!)
Abg. Scheibner: Haben Sie den Antrag gelesen?
Es gibt nur zwei mögliche Gründe dafür: Entweder ist man misstrauisch den eigenen Abgeordneten gegenüber, oder es sind die schwarzen Abgeordneten gegenüber den FPÖ-Abgeordneten misstrauisch beziehungsweise umgekehrt. Das Selbstbewusstsein der Abgeordneten sollte jedoch so groß sein, um so etwas nicht zu unterstützen: einen Blankoscheck für eine Regierung, eine Selbstknebelung, damit man ja nicht gegen etwas stimmen kann, das vielleicht unbequem wird (Abg. Scheibner: Haben Sie den Antrag gelesen?), damit ja jede eigenständige Initiative in diesem Parlament abgewürgt wird und hier nur mehr versucht wird, den Regierern nach dem Mund zu reden. (Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht bei der SPÖ!)
Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht bei der SPÖ!
Es gibt nur zwei mögliche Gründe dafür: Entweder ist man misstrauisch den eigenen Abgeordneten gegenüber, oder es sind die schwarzen Abgeordneten gegenüber den FPÖ-Abgeordneten misstrauisch beziehungsweise umgekehrt. Das Selbstbewusstsein der Abgeordneten sollte jedoch so groß sein, um so etwas nicht zu unterstützen: einen Blankoscheck für eine Regierung, eine Selbstknebelung, damit man ja nicht gegen etwas stimmen kann, das vielleicht unbequem wird (Abg. Scheibner: Haben Sie den Antrag gelesen?), damit ja jede eigenständige Initiative in diesem Parlament abgewürgt wird und hier nur mehr versucht wird, den Regierern nach dem Mund zu reden. (Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht bei der SPÖ!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Du gehst uns ab in der Regierung!
Ich glaube also nicht, dass es ein verantwortungsvoller oder überzeugender Beginn der Tätigkeit dieser Regierung ist. Allein die Körpersprache der anwesenden Regierungsmitglieder zeigt, dass sie resignativ sind, dass sie eigentlich ihr eigenes Programm schon aufgegeben haben, bevor sie begonnen haben, es umzusetzen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Du gehst uns ab in der Regierung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Das ist aber wirklich ein Arbeiter!
Es werden Reformen zu Gunsten der österreichischen Bevölkerung durchgeführt, damit sowohl das Pensionssystem als auch das Sozialversicherungssystem und vieles andere mehr gesichert werden. Es geht wieder bergauf in Österreich, und es geht nicht so weiter, wie es die Opposition 30 Jahre lang gemacht hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Das ist aber wirklich ein Arbeiter!)
Abg. Scheibner: Müsst ihr alle rote Krawatten tragen?
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Herr Präsident! Sehr verehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Müsst ihr alle rote Krawatten tragen?) Die ist aber schön, ja? (Abg. Dr. Glawischnig: Ein bisschen einfallslos!) Eine Zeitung hat am Wochenende geschrieben: Nichts Neues bringt diese Regierung im Infrastrukturministerium. Wieder einmal ein neuer Minister wie jedes Jahr in den letzten drei Jahren.
Abg. Scheibner: Na geh! Welche Strafe müssen sie zahlen?
Meine Damen und Herren! Die Österreicherinnen und Österreicher wissen schon jetzt, was auf sie zukommt: Von ihnen wird abkassiert, sie werden geschröpft, österreichische Firmen werden verschleudert, Kranke müssen Strafen bezahlen. (Abg. Scheibner: Na geh! Welche Strafe müssen sie zahlen?) Auf der anderen Seite wird Geld ausgegeben für mehr Posten in der Regierung, wird Geld ausgegeben für PR‑Maßnahmen, die den Weichzeichner über diese kommenden Schröpfaktionen der Regierung legen werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen geht auch heute kein Licht mehr auf!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Einige Worte muss man doch zu den Ausführungen des Kollegen Großruck verlieren. Er hat gemeint: Wolfgang Schüssel – der Leuchtturm! Kollege Großruck, ein Leuchtturm muss leuchten! Und Hand aufs Herz: Hat Wolfgang Schüssel heute geleuchtet? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich glaube vielmehr, meine sehr verehrten Damen und Herren, Sie müssen aufpassen, dass ... (Abg. Großruck: Sie sind noch jetzt ganz geblendet von den Strahlen!) Nein, Kollege Großruck, nehmen Sie eines zur Kenntnis: Wenn ein Leuchtturm nicht leuchtet, gehen Schiffe unter. Und Sie müssen aufpassen, dass Sie mit Wolfgang Schüssel nicht untergehen. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen geht auch heute kein Licht mehr auf!)
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Aber nicht ganz! Wenn wir im Kapitel 4 auf Seite 8 im letzten Absatz nachlesen – Sie können gleich mitschauen! –, dann sehen wir, dass die Familienzusammenführung weiterhin nur innerhalb der Quote geregelt werden soll. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Das halten wir schlicht und einfach für menschenrechtswidrig, weil es dem Artikel 8 der Menschenrechtskonvention widerspricht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Es ist stabil!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren der neuen Bundesregierung! Ich möchte einleiten mit den Worten eines meiner Vorredner, des Leuchtturmwärters und Heimatdichters Großruck. (Heiterkeit.) Lieber Herr Kollege Großruck! Du hast ausgeführt, dass der Bundeskanzler der Leuchtturm ist. (Abg. Großruck: Jawohl!) Ein Leuchtturm ist aber etwas sehr Statisches, das steht! (Abg. Scheibner: Es ist stabil!) Da rührt sich nichts, genauso wie in dem Regierungsprogramm, da rührt sich auch nichts! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Trinkl.) Das sind lediglich Überschriften!
Sitzung Nr. 9
Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht, Herr Kollege! Die Grünen sind schon bei Ihnen, nicht bei uns!
Wenn man es nicht so genau nimmt, meine Damen und Herren von der FPÖ, könnte man sagen: Diese Gruppierung ist in ihrer EU-feindlichen und vor allem EU-erweiterungsfeindlichen Haltung am ehesten mit der FPÖ zu vergleichen (Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht, Herr Kollege! Die Grünen sind schon bei Ihnen, nicht bei uns!) – ich komme noch darauf zurück. Wenn überhaupt, dann konkurriert diese Gruppierung mit der Freiheitlichen Partei. (Abg. Scheibner: Wir machen nur eine grüne Umweltpolitik, aber wir nehmen keine Grünen!)
Abg. Scheibner: Wir machen nur eine grüne Umweltpolitik, aber wir nehmen keine Grünen!
Wenn man es nicht so genau nimmt, meine Damen und Herren von der FPÖ, könnte man sagen: Diese Gruppierung ist in ihrer EU-feindlichen und vor allem EU-erweiterungsfeindlichen Haltung am ehesten mit der FPÖ zu vergleichen (Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht, Herr Kollege! Die Grünen sind schon bei Ihnen, nicht bei uns!) – ich komme noch darauf zurück. Wenn überhaupt, dann konkurriert diese Gruppierung mit der Freiheitlichen Partei. (Abg. Scheibner: Wir machen nur eine grüne Umweltpolitik, aber wir nehmen keine Grünen!)
Abg. Scheibner: Von wo sind die?
Drittens: Der österreichische Verfassungsgerichtshof, Herr Molterer von der ÖVP, betrachtet meiner Meinung nach zu Recht diese Spielerei mit Kurzbezeichnungen keineswegs als preiswerte Unterhaltung von Krähwinkler – sagen wir es so – ÖVP-Funktionären, sondern als eine ernste Sache. (Abg. Scheibner: Von wo sind die?) Ich empfehle Ihnen dringend, die Judikatur des Verfassungsgerichtshofes zu dieser Frage nachzulesen. Dieser geht eindeutig und nachvollziehbar davon aus, dass freie Wahlen, die den so genannten wahren Wählerwillen erkennen lassen sollen, voraussetzen, dass eine Verwechselbarkeit von politischen Parteien nicht besteht, nicht bestehen darf.
Abg. Scheibner: Sie machen aber eine ordentliche Werbung!
Wir würden ersuchen, über Folgendes zu diskutieren: Der Verfassungsgerichtshof möge eine Art Recht erhalten, so etwas Ähnliches wie eine Einstweilige Verfügung schon im Vorfeld einer Wahl erlassen zu können, um nicht erst im Nachhinein tätig werden zu müssen, wenn es zu spät ist, wenn es zu einer Anfechtung und zu einer Aufhebung von Wahlen kommt. Im Zivilbereich ist so etwas schon längst üblich: Wenn ein Unternehmer auf die Idee kommt, ein Coca- Cola-ähnliches Getränk anzubieten, und auf die Etikette „Koca Kola“ – mit zwei K – schreibt, dann hat er binnen Sekunden eine Millionenklage am Hals. (Abg. Scheibner: Sie machen aber eine ordentliche Werbung!) Nur politische Parteien sollen sich den genau analogen Fall gefallen lassen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) – Sehr lustig, Herr Kollege Molterer!
Abg. Scheibner: So entscheiden Sie in der Wahlkommission? Nach solchen Kriterien entscheiden Sie in der Wahlkommission? Das ist aber sehr interessant! – Abg. Mag. Molterer: Haben Sie gesagt, dass Sie diese Leute vor Gericht bringen wollen?
Ich finde, dass das eine Partei, die eine solche Vormachtstellung hat und durchaus auch Dinge im Bundesgebiet realisiert hat, die in Ordnung sind – nicht umsonst haben wir sehr ernsthafte Koalitionsgespräche geführt –, wirklich nicht notwendig hat. Ich frage Sie, ob es wirklich angeht, dass zumindest in Teilbereichen ganze Bezirksorganisationen in einer Nacht- und Nebelaktion Unterschriften gegen die Grünen sammeln für eine Gruppe, die sich nie so genannt hat, sondern die man extra noch für Zwecke dieser Wahl erst im März dieses Jahres umbenannt hat, damit sie eben ein bisschen ähnlicher klingt und damit sich eben vielleicht doch ein paar Leute irren. Ich frage Sie, ob das dann noch rechtens ist, was Sie davon halten, wenn dieselben Leute, die in Amstetten, Scheibbs, Horn und Waidhofen ihre Unterschriftentrupps aussenden und sagen: Der Bürgermeister macht das schon! (Abg. Hornek: Das stimmt nicht!) – wir haben lauter eidesstattliche Erklärungen diesbezüglich; das können wir ruhig auch vor die Gerichte bringen –, wenn dieselben Leute, die diese Unterschriften sammeln, ÖVP-Mandatare, freiheitliche Mandatare, sich dann am Nachmittag, nachdem sie am Vormittag diese Unterschriften sammeln waren, in der Wahlbehörde zusammensetzen und sagen: Ist das recht oder unrecht? Na ja, ist schon recht, ist schon recht! – Die SPÖ war dagegen, natürlich haben sich auch Grüne dagegen ausgesprochen, aber die blau-schwarze Mehrheit auf Bundesebene (Zwischenruf bei der ÖVP) und die blau-schwarze Mehrheit im Land haben so entschieden. (Abg. Scheibner: So entscheiden Sie in der Wahlkommission? Nach solchen Kriterien entscheiden Sie in der Wahlkommission? Das ist aber sehr interessant! – Abg. Mag. Molterer: Haben Sie gesagt, dass Sie diese Leute vor Gericht bringen wollen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das darf er ja gar nicht! Wer hat denn das eingebracht?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Auch ich finde es etwas schade, dass der Bundeskanzler – und da stimme ich mit Ihnen überein, Herr Abgeordneter – in dieser Situation diese Sondersitzung nicht genützt hat, auch eine Erklärung zum Irak abzugeben. Aber diese Chance wurde vertan. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das darf er ja gar nicht! Wer hat denn das eingebracht?) Es ist schade, dass er das nicht gemacht hat. Es wäre eine Chance gewesen, die österreichische Bevölkerung darüber zu informieren. Schade um die vertane Chance!
Abg. Scheibner: Er hat sich überzeugen lassen, dass die Regierung gut ist!
Aber dieses Doppelspiel haben wir ja schon einmal erlebt. Wir haben dieses Doppelspiel ja schon erlebt, als er halbherzig diese blau-schwarze Regierungsbildung kritisiert hat – halbherzig! Seit sein Neffe in der Regierung sitzt, hört man nichts mehr davon. Da ist Blau-Schwarz auf einmal in Ordnung. Man hat keine Kritik mehr gehört. (Abg. Scheibner: Er hat sich überzeugen lassen, dass die Regierung gut ist!)
Abg. Scheibner: Hättet ihr doch eine eingebracht zum Irak!
Es ist gar nicht so lange her. Ich möchte Sie daran erinnern, dass es am 19. August 2002 eine Sondersitzung gegeben hat, von der SPÖ beantragt, eine Dringliche Anfrage über eine Volksabstimmung zum Abfangjägerkauf angekündigt wurde und in der Zwischenzeit, zwischen der Einbringung und der Debatte, eine Erklärung des Bundeskanzlers über das Hochwasser in Österreich stattgefunden hat. (Abg. Scheibner: Hättet ihr doch eine eingebracht zum Irak!) Was vor einem halben Jahr zur Frage Hochwasser möglich gewesen ist, wäre doch wohl heute auch zum Thema Irak-Krieg möglich gewesen, wenn der Kanzler es gewollt hätte. Er wollte es offenbar nicht. Es ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, das nicht getan zu haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie sollten in der Zoologie etwas lernen, Herr Kollege! Ein Goldfisch im Haifischbecken wird schwer gehen!
Zur Rolle der Freiheitlichen in diesem Zusammenhang: Ich finde es erwähnenswert, dass Sie von Spaltungstendenzen reden. Ich glaube, das wird auch als Ablenkungsmanöver durchschaut werden. Sie plakatieren einen „Hecht im Karpfenteich“. Ich kann Ihnen nur sagen, bei der kontrollpolitischen Rolle, die Sie mittlerweile einnehmen, sind Sie günstigstenfalls ein Goldfisch im Haifischbecken. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist Ihr Problem, und deshalb sollten Sie sich eher zurückhalten und über den Fall Rosenstingl meditieren, denn daran knabbern Sie heute noch. (Abg. Scheibner: Sie sollten in der Zoologie etwas lernen, Herr Kollege! Ein Goldfisch im Haifischbecken wird schwer gehen!)
Sitzung Nr. 10
Abg. Scheibner: „Halbdurchschnittlich“? Was ist das?
Dieser Landesrat hat dabei – ohne Rücksprache mit dem Landtag oder der Landesregierung zu halten – zwei Möglichkeiten: Entweder er gibt das Geld verantwortungsbewusst in risikoarme Veranlagungen, er trägt es sozusagen zur Bank, oder er geht mit dem Geld ins Casino. Und er hat den Weg ins Casino gewählt! Das Casino ist in diesem Fall das internationale Börsegeschehen. Im internationalen Börsegeschehen ist natürlich die Wahrscheinlichkeit, einen Gewinn zu erzielen, noch geringer als im Casino, das weiß jeder mit einer halbdurchschnittlichen Ausbildung. (Abg. Scheibner: „Halbdurchschnittlich“? Was ist das?)
Abg. Scheibner: Wie viel ist das in Euro?
Er ist damit ins Casino des internationalen Börsegeschehens gegangen, er hat 40 Prozent von 34 Milliarden Schilling in Aktien veranlagt. Ich wiederhole: 40 Prozent von 34 Milliarden Schilling wurden in Aktien veranlagt! (Abg. Scheibner: Wie viel ist das in Euro?) Und im Jahr 2002
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aha!
Ich darf Dir namens der SPÖ-Landtagsabgeordneten mitteilen, dass wir derzeit, insbesondere wenige Wochen vor Ende der Legislaturperiode, keine Veranlassung sehen, eine derartige Sondersitzung durchzuführen.“ (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aha!)
Abg. Scheibner: Da schau her! Das ist ein ordentlicher Widerspruch!
Es folgen einige Begründungen, und dann geht es weiter: „Für den Landtag als gesetzgebende Körperschaft einerseits und als Kontrollorgan der Landesregierung andererseits besteht daher aus unserer Sicht kein Handlungsbedarf.“ (Abg. Scheibner: Da schau her! Das ist ein ordentlicher Widerspruch!)
Abg. Scheibner: Warum waren Sie gegen eine Sondersitzung? Warum waren Sie gegen die Sondersitzung? War es Ihnen zu wenig wichtig?
Wenn Sie uns hier glauben machen wollen, Kollegin Rosenkranz, das sei nicht debattiert worden oder von der SPÖ Niederösterreich nicht zur Diskussion gestellt worden, dann muss ich Sie darüber informieren, dass sehr wohl in drei Landtagssitzungen darüber diskutiert wurde und dass die SPÖ Niederösterreich das in drei Landtagssitzungen aufgezeigt hat. (Abg. Scheibner: Warum waren Sie gegen eine Sondersitzung? Warum waren Sie gegen die Sondersitzung? War es Ihnen zu wenig wichtig?)
Abg. Scheibner: Aber eine Sondersitzung hätten Sie doch machen können!
Was ist geschehen? – Sobotka hat in einem Alleingang (Abg. Scheibner: Aber eine Sondersitzung hätten Sie doch machen können!), in einer abgehobenen, selbstherrlichen Art – wie sie die ÖVP Niederösterreich leider pflegt – ein ganz besonders gefährliches Spiel mit diesen Geldern getrieben: Eine Vorgangsweise, bei der 40 Prozent in Aktien veranlagt wurden – wir haben es heute bereits mehrmals gehört –, hat zu diesen Verlusten geführt! – Das ist eine haarsträubende, leider wahre Geschichte (Abg. Wittauer: Die Sie mitzuverantworten haben!), und sie zeigt das Sittenbild der selbstherrlich agierenden ÖVP Niederösterreich und deren Verantwortung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – auf Abg. Öllinger weisend –: Er braucht gar nicht „Zur Sache!“ zu sagen!
Damit komme ich nun auf die Veranlagung des Herrn Landesrates Sobotka zu sprechen. (Abg. Scheibner – auf Abg. Öllinger weisend –: Er braucht gar nicht „Zur Sache!“ zu sagen!)
Abg. Scheibner: Wo sind Sie mit Ihren Leuten? Von Ihnen hört man gar nichts in Niederösterreich! Sie sind unsichtbar!
Was die Rolle der FPÖ betrifft, so muss ich sagen: Es tut mir Leid, aber in Wahrheit haben wir dort, so kommt es mir vor, eine ähnliche Situation wie im Bund: Wir haben eine ÖVP-Alleinregierung mit ein paar hilflosen blauen Oppositions-Sprenkeln – auch wenn die Rede des Kollegen Wattaul sehr amüsant war, aber das ist die Situation! Erinnern wir uns an die letzte Legislaturperiode: eine Partei der Rosenstingls, eine Partei der Gratzers. Als das alles aufgeflogen ist, waren die Damen und Herren in Südafrika und in Brasilien flüchtig. – Das ist Ihre Situation! (Abg. Scheibner: Wo sind Sie mit Ihren Leuten? Von Ihnen hört man gar nichts in Niederösterreich! Sie sind unsichtbar!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da muss man viel investieren!
Meine Damen und Herren! Auch die Beschlüsse des Nationalen Sicherheitsrates auf österreichischer Ebene haben die richtige Richtung gewiesen. Ich glaube, dass die Entwicklung gezeigt hat, dass Österreich auf eigenen Beinen stehen können muss. Auch in der Landesverteidigung ist es wichtig, dass wir eigenständige Maßnahmen setzen können, und demzufolge ist es auch notwendig, dass wir ein starkes Bundesheer haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Da muss man viel investieren!)
Abg. Scheibner: Da haben Sie nicht zugehört!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Lassen Sie mich wieder zur Frage des Völkerrechts zurückkehren. Zahlreiche meiner Vorrednerinnen und -redner haben schon festgestellt, dass dieser Krieg gegen das Völkerrecht ist, völkerrechtswidrig ist. Von der Regierungsbank, meine Damen und Herren, haben wir das leider nicht gehört. (Abg. Scheibner: Da haben Sie nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Von Ihnen brauchen wir aber keine Belehrungen! Wir reden, wann wir wollen! Wir werden hier das sagen, was wir wollen und nicht das, was Sie uns vorsagen!
An die Adresse der Freiheitlichen sei gesagt: Gerade in einer solchen Debatte wäre es besser, dass sich die Kärntner Freiheitlichen einer Stellungnahme enthalten. (Abg. Scheibner: Von Ihnen brauchen wir aber keine Belehrungen! Wir reden, wann wir wollen! Wir werden hier das sagen, was wir wollen und nicht das, was Sie uns vorsagen!) Wenn ich an die Reisetätigkeit des Kärntner Landeshauptmannes und an die Solidaritätsadressen des österreichischen Volkes denke, dann meine ich, es wäre besser – da bin ich sehr moderat –, das wäre nie passiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie entscheiden nicht, wer hier redet und wer nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie entscheiden nicht, wer hier redet und wer nicht!
An die Adresse der Freiheitlichen sei gesagt: Gerade in einer solchen Debatte wäre es besser, dass sich die Kärntner Freiheitlichen einer Stellungnahme enthalten. (Abg. Scheibner: Von Ihnen brauchen wir aber keine Belehrungen! Wir reden, wann wir wollen! Wir werden hier das sagen, was wir wollen und nicht das, was Sie uns vorsagen!) Wenn ich an die Reisetätigkeit des Kärntner Landeshauptmannes und an die Solidaritätsadressen des österreichischen Volkes denke, dann meine ich, es wäre besser – da bin ich sehr moderat –, das wäre nie passiert. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie entscheiden nicht, wer hier redet und wer nicht!)
Abg. Scheibner: Halten Sie wenigstens die Redezeit ein!
Abgeordnete MMag. Dr. Madeleine Petrovic (fortsetzend): ... den Flüchtlingsstatus zu gewähren (Abg. Scheibner: Halten Sie wenigstens die Redezeit ein!) und damit auch die Möglichkeit zu geben, die vollen Rechte als Flüchtlinge in Anspruch nehmen zu können. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können es sich auch nicht verkneifen! Da könnte ich jetzt eine Menge dazu sagen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Lassen Sie mich noch etwas zur österreichischen Neutralität sagen! Die österreichische Neutralität wurde in der Vergangenheit immer wieder von den Mitgliedern dieser Bundesregierung in Frage gestellt. Selbst der Bundeskanzler dieser Republik wollte sie schon mit anderen identitätsstiftenden Utensilien wie den Mozartkugeln und den Lipizzanern in das Tabernakel der Geschichte stellen. Dass jetzt niemand mehr die Neutralität in Frage stellt, das ist, so glaube ich, gut so und macht Mut. So gesehen ist das eine sehr wichtige und notwendige Debatte, die hier stattfindet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können es sich auch nicht verkneifen! Da könnte ich jetzt eine Menge dazu sagen!)
Abg. Scheibner: Warum haben Sie es dann 1999 abgeschafft? Warum haben Sie es ausgehöhlt, wenn Sie so gescheit sind?
Ich war immer schon eine Verfechterin der Neutralität. Dem ehemaligen Klubobmann Kostelka (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es dann 1999 abgeschafft? Warum haben Sie es ausgehöhlt, wenn Sie so gescheit sind?) habe ich die Neutralität schon unter den Christbaum gelegt. (Abg. Scheibner: Führen wir diese Debatte besser nicht!) Diesbezüglich weiß ich mich von sehr vielen Österreicherinnen und Österreichern unterstützt; die Neutralität ist für sehr viele Österreicherinnen und Österreicher ein wichtiges Gut, insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen es einen Neutralitätsfall gibt, ist sie etwas sehr Wichtiges.
Abg. Scheibner: Führen wir diese Debatte besser nicht!
Ich war immer schon eine Verfechterin der Neutralität. Dem ehemaligen Klubobmann Kostelka (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es dann 1999 abgeschafft? Warum haben Sie es ausgehöhlt, wenn Sie so gescheit sind?) habe ich die Neutralität schon unter den Christbaum gelegt. (Abg. Scheibner: Führen wir diese Debatte besser nicht!) Diesbezüglich weiß ich mich von sehr vielen Österreicherinnen und Österreichern unterstützt; die Neutralität ist für sehr viele Österreicherinnen und Österreicher ein wichtiges Gut, insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen es einen Neutralitätsfall gibt, ist sie etwas sehr Wichtiges.
Abg. Scheibner: Sie vermengen da wirklich ein paar Dinge, die gehören da nicht her!
Auch wenn jetzt innegehalten wird, Herr Klubobmann Scheibner, wenn jetzt über den Ankauf von Abfangjägern nachgedacht wird, so glaube ich, sollten wir neben all dem Leid, das wir seit einer Woche auf den Bildschirmen sehen (Abg. Scheibner: Sie vermengen da wirklich ein paar Dinge, die gehören da nicht her!), auch darüber nachdenken, dass die Neutralität etwas Wichtiges ist, und nicht die Beistandspflicht oder der Beitritt zur NATO. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Khol.
Meine Bewunderung gilt einem Mann wie Michael Moore, der seine eindringliche Rede bei der Oscar-Verleihung mit den Worten „Schämen Sie sich, Herr Bush!“ beendet hat. Auch ich beende meine Rede damit: „Schämen Sie sich, Herr Bush!“ (Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Khol.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen? Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen?
Die Leute, die auf der Kärntner Straße spazieren gehen, konnten auf einer Laufschrift sehen, wie die Finanzen angeblich besser werden. Irgendwann ist die Laufschrift dann verschwunden, und irgendwann prangte nur noch „Österreich hat Zukunft – keine neuen Schulden“. – Diese Propaganda durften die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen, anstatt dass dort die Wahrheit gestanden wäre. Unter der SPÖ hatte das Land noch Zukunft, jetzt haben wir nur höhere Schulden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen? Wie hoch waren denn die Schulden bei Ihnen?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war! Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war!
Etwas, das auch für Herrn Abgeordneten Scheibner von Interesse ist: Alleine 10 Prozent Zuwachs hatten Sie als Verteidigungsminister mitzuverantworten – 10 Prozent der gesamten öffentlichen Verschuldung! (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war! Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war!) Ich weiß schon, dass Kollege Scheibner aus Empörung steht, Sie dürfen sich ruhig setzen. 10 Prozent höhere Schulden, verantwortet durch einen Bundeskanzler Schüssel und einen Minister Grasser und durch einen heute dazwischenredenden Ex-Verteidigungsminister. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ich ja noch, oder? Aber Sie sagen mir nicht, wie hoch das Defizit war!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ich ja noch, oder? Aber Sie sagen mir nicht, wie hoch das Defizit war!
Etwas, das auch für Herrn Abgeordneten Scheibner von Interesse ist: Alleine 10 Prozent Zuwachs hatten Sie als Verteidigungsminister mitzuverantworten – 10 Prozent der gesamten öffentlichen Verschuldung! (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war! Sagen Sie, wie hoch das Defizit unter Edlinger war!) Ich weiß schon, dass Kollege Scheibner aus Empörung steht, Sie dürfen sich ruhig setzen. 10 Prozent höhere Schulden, verantwortet durch einen Bundeskanzler Schüssel und einen Minister Grasser und durch einen heute dazwischenredenden Ex-Verteidigungsminister. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ich ja noch, oder? Aber Sie sagen mir nicht, wie hoch das Defizit war!)
Abg. Scheibner: 100 Milliarden nur an Zinszahlungen!
Diese Schuldenpolitik wird mit dem jetzigen Budgetprovisorium fortgesetzt. Wir haben erstmalig die Situation (Abg. Scheibner: 100 Milliarden nur an Zinszahlungen!), dass die Aufnahme der Finanzschulden im Jahr 2003 bereits Anfang April 2003 zu 50 Prozent überschritten wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kein Problem, Sie können gerne im Budgetausschuss zuhören. Wenn Sie da wären, würden Sie es hören.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese Schuldenpolitik wird mit dem jetzigen Budgetprovisorium fortgesetzt. Wir haben erstmalig die Situation (Abg. Scheibner: 100 Milliarden nur an Zinszahlungen!), dass die Aufnahme der Finanzschulden im Jahr 2003 bereits Anfang April 2003 zu 50 Prozent überschritten wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kein Problem, Sie können gerne im Budgetausschuss zuhören. Wenn Sie da wären, würden Sie es hören.
Abg. Brosz begibt sich, mit einem Buch in der Hand, zum Rednerpult. – Abg. Dr. Khol – auf Abg. Brosz weisend –: Er hat das Buch in der Hand! „Gemäß Paragraph ... nimmt ... die Anfragebeantwortung nicht zur Kenntnis“! – Abg. Scheibner – in Richtung des an das Rednerpult tretenden Abg. Brosz –: Das hätten Sie aber schon auswendig wissen können!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Brosz. Redezeit: 5 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Brosz begibt sich, mit einem Buch in der Hand, zum Rednerpult. – Abg. Dr. Khol – auf Abg. Brosz weisend –: Er hat das Buch in der Hand! „Gemäß Paragraph ... nimmt ... die Anfragebeantwortung nicht zur Kenntnis“! – Abg. Scheibner – in Richtung des an das Rednerpult tretenden Abg. Brosz –: Das hätten Sie aber schon auswendig wissen können!)
Abg. Scheibner: Die ist doch so selten irgendwo!
Wir sind aber sehr froh, dass es auch in der abgelaufenen Legislaturperiode trotz eines restriktiven Budgetkurses und trotz des Hochwassers möglich war, zwei große allumfassende Konjunkturpakete zu beschließen. Ich erwähne das deshalb, weil ich gestern die Wahl kämpfende Landesrätin Onodi aus Niederösterreich gesehen habe (Abg. Scheibner: Die ist doch so selten irgendwo!), die von Betrieb zu Betrieb geht und sagt: Wir brauchen dringend einen Lehrlingsfonds, denn die Betriebe müssen entlastet werden, wenn sie Lehrlinge ausbilden!
Abg. Scheibner: Ich bin auch ein leidenschaftlicher Wiener!
Abgeordneten Maier von der ÖVP machen. (Abg. Scheibner: Ich bin auch ein leidenschaftlicher Wiener!)
Abg. Scheibner: Wenn man die SPÖ-Politik kritisiert, schimpft man ja nicht auf Wien!
Sehr verehrte Damen und Herren! Es ist nichts Neues, dass ÖVP-Abgeordnete auf Wien schimpfen, ich verstehe es nur nicht. (Abg. Scheibner: Wenn man die SPÖ-Politik kritisiert, schimpft man ja nicht auf Wien!) – Herr Scheibner, mit Ihnen spreche ich jetzt gar nicht (Heiterkeit), zu Ihnen komme ich noch später. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Warum haben wir es vorher nicht gemacht?
Herr Finanzminister! Warum können Sie hervorragende Zahlen aus dem Traumbüchlein erzählen? – Ich erwähne das Beispiel Austria Tabak. Sie haben die Austria Tabak als eine der ersten Schatullen mit Familiensilber der Republik Österreich verkauft. Der Konzern, der sie übernommen hat, hat in der Zwischenzeit satte Gewinne damit gemacht. Herr Kollege Bucher! Diese satten Gewinne hätten auch wir als Republik machen können. Das wäre auch etwas gewesen, was in das Budget einfließen hätte können (Abg. Scheibner: Warum haben wir es vorher nicht gemacht?); das wäre kein Einmaleffekt gewesen, Herr Klubobmann Scheibner! Die Dividendenzahlungen der Austria Tabak sind nachvollziehbar und nachlesbar. Ihr habt diese Dividenden, die in dreieinhalb Jahren verdienbar sind, mit einem Einmaleffekt erreicht – und dann war Feierabend.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den habt ihr dann gleich rausgeschmissen!
Herr Abgeordneter Auer hat das Jahr 1974 erwähnt. Ja, da gab es schon einen Finanzminister, der in einer Folge vier Nulldefizite hintereinander gehabt hat. Der hat aber Hannes Androsch geheißen und war bei der SPÖ. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den habt ihr dann gleich rausgeschmissen!) – „Gleich“ ist gut!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber zahlen tun wir ihm nichts!
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Es überrascht mich, dass ich jetzt als Rednerin nach dem offensichtlichen Anwalt der FPÖ, dem Herrn Wittmann, spreche. Das hat mich an seinem Beitrag außerordentlich überrascht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber zahlen tun wir ihm nichts!) Ich denke, die FPÖ braucht diesen Anwalt nicht, sie nimmt ihre Kompetenzen schon selbst wahr.
Abg. Scheibner: Da sehen Sie, wie gut wir gearbeitet haben!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Mag. Roderich Regler (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Schon bei der Regierungserklärung habe ich mir so meine Gedanken gemacht, wieso seitens der Sozialdemokratie die Freiheitlichen so bedauert worden sind. Vor drei Jahren hat sich das noch ganz anders angehört. Da klang heraus, man hatte Angst um jene Agenden, die von Ministern der FPÖ übernommen werden, und jetzt auf einmal sind es Ihnen zu wenig Agenden, die die Minister der FPÖ haben! (Abg. Scheibner: Da sehen Sie, wie gut wir gearbeitet haben!) Das ist einfach nicht stimmig.
Abg. Scheibner: Wo?
Wenn ich die Vorschläge, die Wehrsprecher Scheibner gemacht hat, mit dem vergleiche, was Minister Scheibner dann umgesetzt hat, muss ich schon feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Eines hat Minister Scheibner aber gemacht: Er hat die REORG durchgezogen, auf die war er stolz. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Jetzt kommt sein Nachfolger, und was macht der aus der REORG des Ministers Scheibner? – Sofort eine neue! Wir werden uns also mit der Bezeichnung schwer tun, ich schlage „REORG zum Quadrat“ oder vielleicht „REORG neu“ vor, dann folgt die „REORG neu-neu“. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!) – Du warst noch nicht einmal aus dem Ministerium draußen, da hat dein Nachfolger bereits angekündigt, alles umzudrehen, was du gemacht hast. Das sagt sehr viel über das Klima zwischen diesen beiden Koalitionsparteien.
Abg. Scheibner: Nicht nur!
Wenn ich die Vorschläge, die Wehrsprecher Scheibner gemacht hat, mit dem vergleiche, was Minister Scheibner dann umgesetzt hat, muss ich schon feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Eines hat Minister Scheibner aber gemacht: Er hat die REORG durchgezogen, auf die war er stolz. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Jetzt kommt sein Nachfolger, und was macht der aus der REORG des Ministers Scheibner? – Sofort eine neue! Wir werden uns also mit der Bezeichnung schwer tun, ich schlage „REORG zum Quadrat“ oder vielleicht „REORG neu“ vor, dann folgt die „REORG neu-neu“. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!) – Du warst noch nicht einmal aus dem Ministerium draußen, da hat dein Nachfolger bereits angekündigt, alles umzudrehen, was du gemacht hast. Das sagt sehr viel über das Klima zwischen diesen beiden Koalitionsparteien.
Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!
Wenn ich die Vorschläge, die Wehrsprecher Scheibner gemacht hat, mit dem vergleiche, was Minister Scheibner dann umgesetzt hat, muss ich schon feststellen, dass da Welten dazwischen liegen. (Abg. Scheibner: Wo?) Eines hat Minister Scheibner aber gemacht: Er hat die REORG durchgezogen, auf die war er stolz. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Jetzt kommt sein Nachfolger, und was macht der aus der REORG des Ministers Scheibner? – Sofort eine neue! Wir werden uns also mit der Bezeichnung schwer tun, ich schlage „REORG zum Quadrat“ oder vielleicht „REORG neu“ vor, dann folgt die „REORG neu-neu“. (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder revidiert!) – Du warst noch nicht einmal aus dem Ministerium draußen, da hat dein Nachfolger bereits angekündigt, alles umzudrehen, was du gemacht hast. Das sagt sehr viel über das Klima zwischen diesen beiden Koalitionsparteien.
Sitzung Nr. 12
Abg. Scheibner: Wer sagt das? Wo steht das? Sind das schon wieder Ihre Schauermärchen?
Ich möchte gar nicht von den Selbstbehalten reden, die Sie einführen wollen. 20 Prozent für jeden Arztbesuch, das ist viel Geld. (Abg. Scheibner: Wer sagt das? Wo steht das? Sind das schon wieder Ihre Schauermärchen?) Das wird einen Großteil des Einkommens gerade bei den älteren Menschen, die vermehrt ärztliche Behandlung brauchen, verschlingen.
Abg. Scheibner: Wie können Sie das wissen, wo es heute erst beschlossen worden ist?
Ich war gestern mit Kollegem Schöls auch bei einer derartigen Veranstaltung. Da war ein Beispiel einer Familie, einer so genannten Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kind. Der Vater arbeitet seit 30 Jahren in Schicht bei der OMV, die Mutter ist Krankenschwester, arbeitet auch im Radldienst, sprich Schichtdienst. Die erwachsene Tochter lebt zu Hause und hat laut Vater einen guten Job. Dieser Mann hat sich diese Pensionskürzungsmaßnahmen für seine Familie durchgerechnet, und rausgekommen dabei ist Folgendes: Er verliert 20 Prozent, seine Frau 36 Prozent und die Tochter auch weit über 30 Prozent. Das sind 100 Prozent in einer Familie! (Abg. Scheibner: Wie können Sie das wissen, wo es heute erst beschlossen worden ist?) Eine ganze Pension ist weg. Das soll eine gute Familien- und Sozialpolitik sein? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist Astrologie, was Sie da betreiben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist Astrologie, was Sie da betreiben!
Ich war gestern mit Kollegem Schöls auch bei einer derartigen Veranstaltung. Da war ein Beispiel einer Familie, einer so genannten Kernfamilie, bestehend aus Mutter, Vater und Kind. Der Vater arbeitet seit 30 Jahren in Schicht bei der OMV, die Mutter ist Krankenschwester, arbeitet auch im Radldienst, sprich Schichtdienst. Die erwachsene Tochter lebt zu Hause und hat laut Vater einen guten Job. Dieser Mann hat sich diese Pensionskürzungsmaßnahmen für seine Familie durchgerechnet, und rausgekommen dabei ist Folgendes: Er verliert 20 Prozent, seine Frau 36 Prozent und die Tochter auch weit über 30 Prozent. Das sind 100 Prozent in einer Familie! (Abg. Scheibner: Wie können Sie das wissen, wo es heute erst beschlossen worden ist?) Eine ganze Pension ist weg. Das soll eine gute Familien- und Sozialpolitik sein? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist Astrologie, was Sie da betreiben!)
Abg. Scheibner: In den letzten zehn Jahren waren Sie nicht in Regierungsverantwortung!
Der Familienbericht 1999 war gestern eine gute Grundlage dafür, mich auf diese Aktuelle Stunde vorzubereiten. Das Gegenteil von dem, was Kollegin Bleckmann sagt, steht drinnen. Der Familienbericht erscheint alle zehn Jahre, und in den letzten zehn Jahren waren wir in Regierungsverantwortung. (Abg. Scheibner: In den letzten zehn Jahren waren Sie nicht in Regierungsverantwortung!) Da sind sehr viele Maßnahmen gesetzt worden, die zu Verbesserungen im Bereich der Familien geführt haben, Herr Kollege Scheibner! Alle zehn Jahre erscheint dieser Bericht.
Abg. Scheibner: Sie waren dagegen! Warum waren Sie dagegen? Warum waren Sie gegen das Kinderbetreuungsgeld?
Wir waren 30 Jahre lang in Regierungsverantwortung. Das, was Sie zusammengebracht haben, war eine einzige Maßnahme. Sie haben monatelang darüber gestritten, wie diese Maßnahme heißen soll: Kinderscheck, Kinderbetreuungsgeld, Kindergeld. (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen! Warum waren Sie dagegen? Warum waren Sie gegen das Kinderbetreuungsgeld?) Plakate haben Sie entworfen, Sie haben einander konkurrenziert. Das Geschmackloseste war
Abg. Scheibner: Was jetzt: Ist das Kinderbetreuungsgeld gut oder schlecht?
Es gibt mittlerweile eine Studie zu diesem Kinderbetreuungsgeld, wo schon aus der Überschrift klar hervorgeht, dass es Verschlechterungen für Frauen enthält. (Abg. Scheibner: Was jetzt: Ist das Kinderbetreuungsgeld gut oder schlecht?) – Nein, Herr Kollege Scheibner, aber Verbesserungen sind notwendig! Wir hören aber nichts davon.
Abg. Scheibner: Legt einmal etwas vor! Sie sind immer nur dagegen!
Ich möchte endlich hören, wie Sie dieses Kinderbetreuungsgeld verbessern, damit es Frauen leichter möglich wird, Beruf und Familie zu vereinbaren. (Abg. Scheibner: Legt einmal etwas vor! Sie sind immer nur dagegen!)
Abg. Scheibner: Aber da waren Sie wirklich noch in der Regierung!
Das ist nicht Familienpolitik in dem Sinn, wie wir sie befürworten. Das ist frauen- und familienfeindliche Politik, die Sie machen! Sie führt zu massiven Benachteiligungen bei Frauen. Professor Badelt sagte das schon im Jahre 1999, wie dem Familienbericht zu entnehmen ist, obwohl Sie uns jetzt das Gegenteil einreden wollen. (Abg. Scheibner: Aber da waren Sie wirklich noch in der Regierung!)
Abg. Scheibner: Bei Ihnen sind es 15 Prozent! Bei Ihrem System sind es 15 Prozent!
Das heißt, es interessiert uns, wie viel jeder Österreicher zusätzlich zu seinen Beiträgen, die er ins Pensionssystem einzahlt, noch an Zusatzzahlungen über eine so genannte zweite oder dritte Säule leisten muss, damit er zu dem angestrebten Ziel kommt (Abg. Scheibner: Bei Ihnen sind es 15 Prozent! Bei Ihrem System sind es 15 Prozent!), nämlich 80 Prozent des Lebensdurchschnittseinkommens als Pension zu haben. Ich habe den Eindruck, diese Mogelpackung wird erst Schritt für Schritt aufgeschnürt, denn der Bundeskanzler und der Vizekanzler haben sich zumindest in dieser Frage ganz massiv widersprochen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ellmauer: Wer hat denn mit Streik gedroht? – Abg. Scheibner: Wir haben gar nichts gemacht!
Ich sage Ihnen daher: Demokratie ist keine Einbahnstraße! Im Parlament zu sagen, wir sind zur Zusammenarbeit bereit, und dann, wenn die Wirtschaftspartner kommen, ihnen die Tür zu weisen, das ist zu wenig, Herr Bundeskanzler! Demokratie muss beidseitig sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Ellmauer: Wer hat denn mit Streik gedroht? – Abg. Scheibner: Wir haben gar nichts gemacht!)
Abg. Scheibner: So einfach ...!
Dreimal zahlen für eine Pension, die man am Ende des Tages bekommt, das halte ich, Herr Kollege Stummvoll, nicht für fair! Es haben die vergangenen Generationen einmal für eine Pension im Umlageverfahren bezahlt, und auch die heute erwerbstätige Generation nimmt für sich auch in Anspruch (Abg. Scheibner: So einfach ...!), dass man die Pensionsbeiträge bezahlt, um eine den Lebensstandard sichernde Pension zu haben.
Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war alles?
Dreimal zahlen für eine Pension, das ist zu viel! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war alles?)
Abg. Scheibner: Das stimmt auf jeden Fall!
In diesem Zusammenhang irritiert mich eine Aussage des Herrn Vizekanzlers vom 29. April, das ist heute (Abg. Scheibner: Das stimmt auf jeden Fall!), so wie der Ministerratsbeschluss. Heute sagte der Herr Vizekanzler, für alle noch im Uraltsystem befindlichen Politiker werde nun endlich das Ende der Zeit kommen. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der wesentliche Vorschlag der Grünen lautet folgendermaßen: Okay, machen wir endlich Schluss mit den seinerzeitigen Regelungen, die ein Zwei-Klassen-System der Politiker geschaffen haben und nach wie vor aufrecht erhalten, machen wir es genau so, wie es im Jahre 1997 beschlossen wurde! Die bezahlten Pensionsbeiträge der Politiker fließen entweder in das ASVG-System oder dorthin, wo man sozusagen im Zivilberuf versichert ist, und die Überschüsse fließen in eine selbst gewählte Pensionskasse. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner nickt zustimmend.
schon dafür. (Abg. Scheibner nickt zustimmend.) Aber Sie sind, Herr Kollege Scheibner, in einer Regierung, deren anderer Partner, die ÖVP, das eindeutig nicht will. Auch von Seiten der SPÖ habe ich bis jetzt nicht gehört, dass sie das wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Opposition ist in dieser Frage auch gespalten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Opposition ist in dieser Frage auch gespalten!
schon dafür. (Abg. Scheibner nickt zustimmend.) Aber Sie sind, Herr Kollege Scheibner, in einer Regierung, deren anderer Partner, die ÖVP, das eindeutig nicht will. Auch von Seiten der SPÖ habe ich bis jetzt nicht gehört, dass sie das wollen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Opposition ist in dieser Frage auch gespalten!)
Abg. Scheibner: Ich habe auf Ihre Vorschläge gewartet! Die sind nicht gekommen!
dass hier im Hohen Haus der politische Diskurs stattfinden soll. Ist das so? (Abg. Scheibner: Ich habe auf Ihre Vorschläge gewartet! Die sind nicht gekommen!) Findet so der politische Diskurs statt, dass uns am Anfang der Sitzung ein Budgetbegleitgesetz mit 91 Novellierungen übermittelt wird? Eine Novellierung davon betrifft die jetzt für wenige Stunden zur Debatte stehende weit reichende Änderung des Pensionsgesetzes, die wir später im Budgetausschuss wenige Stunden lang diskutieren werden, um sie dann Anfang Juni im Plenum verabschieden zu können. Ist das Ihre Vorstellung von politischer Diskussion über weit reichende, tief in das Leben und die Zukunft von jungen Menschen hineinreichende Veränderungen, Herr Klubobmann Scheibner? Ist das Ihre Vorstellung? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!
Unsere Vorstellung, Herr Klubobmann Scheibner, sieht anders aus. Unsere Vorstellung, Herr Klubobmann Scheibner – wir haben auch versucht, das in den Regierungsverhandlungen mit der ÖVP klarzustellen –, wäre folgende: Nehmen wir uns die Zeit! Nehmen wir uns die Zeit, die es braucht, um eine für die Zukunft haltbare nachhaltige Veränderung im Pensionssystem, die aber auf dem Prinzip von sozialer Gerechtigkeit basiert, zu schaffen! Dazu braucht es Zeit. Zeit – und das kann nicht heißen: einmal im Ausschuss diskutieren, einmal im Plenum diskutieren, dann abstimmen im Juni, und vorbei ist die Gaudee. (Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!) Das kann es nicht sein, Herr Klubobmann Scheibner! Nehmen wir uns die Zeit, die es braucht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört!
Das heißt, wir diskutieren jetzt eine Pensionssicherungsreform mit weit reichenden Änderungen, aber wie Ihr zukünftiges Konzept aussieht, das verraten Sie nicht. (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört!) Aber über die Konzepte der Oppositionsparteien wollen Sie diskutieren. Unseres haben wir in den Verhandlungen mit der ÖVP zu diskutieren versucht, und dieses Konzept bedeutet nicht nur eine Existenzsicherung im Alter, sondern auch, dass der Bundeszuschuss für die Pensionssysteme nicht so wie in Ihrem Konzept, Herr Klubobmann Molterer, auf null und unter null heruntergefahren wird (Abg. Wattaul: Unter null geht auch?) – ich werde es Ihnen noch erklären –, sondern dass der Bund, aber auch die Länder, die ja auch Pensionsaufwendungen für ihre Landesbediensteten tragen, das Ausmaß an Zuschüssen, das sie heute haben, beibehalten. Nicht mehr, sondern beibehalten! (Abg. Mag. Molterer: Wir steigern es sogar!)
Abg. Scheibner: Aber durch Nichtnachbesetzung!
Jetzt noch zu zwei Gruppen, die besonders betroffen sind. Die Frauen waren heute schon ein Thema, aber ich möchte endlich einmal dieses Märchen, dass das den Jungen etwas nützt, ein bisschen entkräften. Was hier, mit all den Schritten, die sonst noch geplant sind, an kumulierten Maßnahmen vorgelegt wird! – Ich nenne hier nur die Abbaumaßnahmen im öffentlichen Dienst – 35 000 Beamte werden abgebaut! (Abg. Scheibner: Aber durch Nichtnachbesetzung!) – oder auch die Frage der Abschaffung der Frühpension im Zusammenhang mit dem fehlenden Arbeitsplatzangebot. Wen trifft denn das? Sie sagen jetzt: Die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer werden wir schützen, wir werden für sie die Lohnnebenkosten senken. – Aber glauben Sie nicht, dass das einen gewissen Verdrängungswettbewerb hervorruft? Glauben Sie nicht, dass, wenn man bei der Wurst vorne etwas wegschneidet, hinten etwas
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Langsam, langsam, langsam! Seien Sie nicht so böse heute!
Und bei den Frauen ist das ein sehr, sehr trauriges Kapitel. Die letzten vier Jahre waren verlorene Jahre. (Abg. Steibl: Aber geh!) Es ist eine peinliche Situation, dass wir im EU-Vergleich auf den letzten Platz zurückgerutscht sind, was die Schere zwischen Männer- und Fraueneinkommen betrifft. Das ist das Ergebnis der blau-schwarzen Frauenpolitik der letzten Jahre! Ich finde es hochnotpeinlich, dass niemand von der Regierungsbank aufsteht und sagt: Unser wichtigstes Ziel bei der Pensionsreform ist, diese Ungleichheiten endlich einmal in Angriff zu nehmen! – Da wird irgendwie hantiert mit einer Erhöhung der Kinderbetreuungszeiten von 18 auf 24 Monate, und dann wiederum nur für die Kindergeldbezieherinnen – Generationen von Frauen, die vorher Kinder erzogen haben, vielleicht auch Männer, schauen dabei durch die Finger. Ich frage mich, wo Ihr Gerechtigkeitssinn ist. Den haben Sie, den haben vor allem die Freiheitlichen auf dem Weg in die Regierung verloren, restlos verloren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Langsam, langsam, langsam! Seien Sie nicht so böse heute!)
Abg. Scheibner: Ich wünsche Ihnen ein Männerschicksal, denn das wäre auf jeden Fall ein Verlust!
Ich bin heute sehr böse, weil mich das tatsächlich sehr ärgert. Und Ihnen wünsche ich ein anderes Frauenschicksal, dass Sie als Frau wieder geboren werden (Heiterkeit), aber im letzten Jahrhundert, nicht in diesem, nämlich in den sechziger Jahren. (Abg. Scheibner: Ich wünsche Ihnen ein Männerschicksal, denn das wäre auf jeden Fall ein Verlust!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine Ungleichbehandlung ist das!
Sie setzen sich darüber einfach hinweg! Sie werden das, wie ich befürchte, am 4. Juni einfach einfachgesetzlich beschließen und setzen sich damit über Verfassungsrecht hinweg! Sie setzen sich über EU-Recht hinweg, das verbietet, indirekte Diskriminierungen für Frauen weiter zu vervielfältigen, was Sie pausenlos tun. Das ist Ihnen alles Wurscht – und deswegen bin ich heute so böse, Herr Scheibner, ganz einfach! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine Ungleichbehandlung ist das!)
Abg. Scheibner: Nein, bei der „Abfertigung neu“, Frau Kollegin! Sie müssen mich schon richtig zitieren!
Nur an einem Punkt frage ich bei Herrn Klubobmann Scheibner nach, der behauptet hat, jeder könne doch selbst entscheiden, ob und wie viel er in eine private Pensionsvorsorge einzahlen möchte. (Abg. Scheibner: Nein, bei der „Abfertigung neu“, Frau Kollegin! Sie müssen mich schon richtig zitieren!) – Ja, gern, aber erklären Sie mir doch bitte, Herr Klubobmann, wie sich beispielsweise eine Frau, die – das sind immerhin 17 Prozent – weniger als 1 000 € brutto im Monat verdient, frei entscheiden soll, ob sie pro Monat mindestens zirka 150 € in eine private Pensionsvorsorge einzahlen soll, um einmal nur ein unteres Limit zu nehmen! Da kann doch von freier Entscheidung keine Rede mehr sein! Da geht es doch ums Existenzminimum! Und damit ist diese zweite Säule auch schon reine Fiktion. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe von Abgeordneten der SPÖ sowie Gegenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Partik-Pablé.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Dolinschek zu Wort. – Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit beträgt 5 Minuten. (Rufe von Abgeordneten der SPÖ sowie Gegenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé, Dr. Fekter und Scheibner.
Meinen Sie, dass das nicht frauendiskriminierend ist? Meinen Sie, dass das die absolute Geschlechtergleichbehandlung bedeutet, liebe Frau Dr. Partik-Pablé? Ich würde an Ihrer Stelle einmal die parteipolitischen Scheuklappen ablegen und die Worte so hören, wie sie gesagt worden sind. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé, Dr. Fekter und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das war aber nicht konstruktiv!
Meine Damen und Herren! Sie haben uns heute schon öfters aufgefordert, konstruktive Vorschläge zu machen. (Abg. Scheibner: Das war aber nicht konstruktiv!) Damit haben Sie einen konstruktiven Vorschlag vorliegen. Sie brauchen nur zuzustimmen und damit auch für eine Mehrheit zu sorgen, dann können wir gemeinsam diese Problematik so in Angriff nehmen, dass die Jugend auch tatsächlich einmal eine gesicherte Pension hat und nicht wie bei Ihrem Modell einfach nur gekürzt wird, der Lebensstandard gesenkt wird und sie auf die private und individuelle Risikovorsorge verwiesen wird. (Beifall der SPÖ.)
Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Ziehen Sie ihn zurück!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Herr Vizekanzler! Herr Bundeskanzler! – Noch sitzt er da – an die Vorrednerin gewandt –, aber möglicherweise sitzt er gar nicht mehr so lange da, wie manche von Ihnen vermuten, jedenfalls in dieser Rolle, auch wenn der heutige Misstrauensantrag möglicherweise keine Mehrheit findet (Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Ziehen Sie ihn zurück!), auch wenn er es auskostet und glaubt, die Dramaturgie hat funktioniert. In seiner Welt gar nicht schlecht (Abg. Dr. Fekter: Da sind Sie selber überrascht, was? Das hat euch am falschen Fuß getroffen!): erster Punkt: zuerst einen völlig indiskutablen Entwurf vorlegen, auch wenn Sie jetzt diskutieren wollen.
Abg. Scheibner: Das hat Sie hart getroffen!
Das ist nämlich insofern ein Problem, als wir damals – und das wirkt eben nach; das ist keine „Beziehungskiste“, da geht es nicht um Gefühle, da geht es um politische Vernunft – wechselseitig ein Verhandlungsangebot gestellt haben. (Abg. Scheibner: Das hat Sie hart getroffen!) Wenn Sie dann so damit umspringen und eine solche Reform über die Kante biegen wollen und den anderen vorwerfen, dass sie keine Vorschläge hätten, beißt sich dieses Argument in den Schwanz.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!
Dann wird die Frage sein, ob wir die Karten neu mischen müssen, oder ob Sie glauben, dass Sie weiter irgendwelche Trümpfe in der Hand haben, die Ihnen längst schon hinten „herausgezupft“ worden sind. Aber das wird alles Ihr Problem sein. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt geht es einmal darum, zu demonstrieren, dass dieses Misstrauen gerechtfertigt ist. Und das ist nicht nur eine Masche der Opposition in diesem Haus, sondern es geht ja auch darum, wie mit den Schicksalen von Menschen in dieser Republik umgesprungen wird. Das ist ja geradezu ein stellvertretendes Misstrauensvotum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Reden Sie bitte noch weiter, das ist sehr interessant!) – Ihnen bleibt das auf Grund Ihrer Schwäche erspart. (Abg. Scheibner: Reden Sie weiter, bitte! Das ist sehr interessant!) – Gut, mache ich. (Heiterkeit.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie denn mit der ÖVP verhandelt?
Was schreiben Sie? – Sie schreiben an dieser Stelle „xx Mio. €“! Sie sind sogar zu feig, dass Sie „ungefähr 2 Milliarden“ hineinschreiben! Hätten Sie dann eben einen Abänderungsantrag gestellt! Materiell-rechtlich ist das die glatte Beugung, formalrechtlich möglicherweise ein Problem, denn Sie sagen nichts anderes als: Ich mache heute ein Gesetz, dass ich in Zukunft ein Finanzierungsgesetz brauche. Den einzigen Inhalt erwähnen Sie gar nicht, und dazu haben Sie allen Grund, weil Ihre Abfangjäger von Tag zu Tag teurer werden – aber damit werden wir Sie in den nächsten Wochen konfrontieren –, und das ist auch ein Missbrauch! Allein das hätte schon einen Misstrauensantrag verdient. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie denn mit der ÖVP verhandelt?)
Abg. Scheibner: Was haben Sie denn damals verhandelt mit der ÖVP?
Kollege Prinzhorn zeigt auf die Uhr, aber in dem Punkt weiß er, wovon ich rede: Ihm ist das Ganze ja selbst nicht recht. Das ist einfach nur ein Baustein einer Chronique scandaleuse einer sich ankündigenden Milliardenschiebung, und damit werden wir uns noch oft genug auseinander setzen. (Abg. Scheibner: Was haben Sie denn damals verhandelt mit der ÖVP?)
Abg. Scheibner: Gibt es die noch zu kaufen?
Ein kleines Gedankenexperiment, Herr Klubobmann Scheibner: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein paar Schallplatten (Abg. Scheibner: Gibt es die noch zu kaufen?), wollen sie zu Hause abspielen, brauchen dafür aber einen bestimmten Plattenspieler, weil die Platten über ein patentiertes Verfahren verschlüsselt sind und nur auf einem Ariola-Plattenspieler abgespielt werden können, nicht zum Beispiel auf einem Sony-Plattenspieler. (Abg. Scheibner: Das Blöde ist, dass man überhaupt keine Plattenspieler mehr bekommt!) Dasselbe gilt für CDs.
Abg. Scheibner: Das Blöde ist, dass man überhaupt keine Plattenspieler mehr bekommt!
Ein kleines Gedankenexperiment, Herr Klubobmann Scheibner: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein paar Schallplatten (Abg. Scheibner: Gibt es die noch zu kaufen?), wollen sie zu Hause abspielen, brauchen dafür aber einen bestimmten Plattenspieler, weil die Platten über ein patentiertes Verfahren verschlüsselt sind und nur auf einem Ariola-Plattenspieler abgespielt werden können, nicht zum Beispiel auf einem Sony-Plattenspieler. (Abg. Scheibner: Das Blöde ist, dass man überhaupt keine Plattenspieler mehr bekommt!) Dasselbe gilt für CDs.
Sitzung Nr. 14
Abg. Scheibner – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Da wird es gleich leiser da drüben!
In einem zweiten Schritt wird die Bundesregierung – und wir ersuchen darum – unter Einbindung der Sozialpartner, unter Einbindung der Länder, unter Einbindung der Pensionssicherungsreformkommission dem Parlament bis zum 1. Jänner nächsten Jahres einen budgetneutralen Entwurf für ein einheitliches Pensionsrecht für alle zuleiten und umsetzen. (Abg. Scheibner – auf die Reihen der SPÖ weisend –: Da wird es gleich leiser da drüben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wenn Sie jetzt eine brillante Rede halten, sagen wir das auch, aber wir warten noch!
Abgeordnete Mag. Ulrike Sima (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ein kurzer Satz sei mir an Ihre Adresse, Herr Präsident Dr. Khol, gestattet: Ich fand es sehr befremdlich, dass Sie nach Abschluss der Rede des Finanzministers die Bemerkung: „Karl-Heinz! Das war eine brillante Rede!“ ins Mikrophon posaunten. Ich erwarte mir schon vom Präsidenten des Nationalrates, dass er überparteilich agiert – und nicht solche Lobspendungen via Saalmikrophon nach einer Rede von sich gibt! Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wenn Sie jetzt eine brillante Rede halten, sagen wir das auch, aber wir warten noch!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dicke Luft in der SPÖ!
Ich weiß schon, die Empfindlichkeiten, aber auf das, was wir Ihnen von den Sozialdemokraten heute zu verdanken haben, werde ich schon noch zurückkommen – wie den Transitvertrag, durch den wir quasi geknebelt sind. Mit dem IG-Luft werden wir einige Dinge erreichen, die für unser Land gut sind. Deshalb stehe ich hier und bin stolz darauf, dass wir diese Gesetzesvorlage haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dicke Luft in der SPÖ!)
Abg. Scheibner: Aber die Pferde sind keine Alternative! Da kommen dann die Tierschützer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (fortsetzend): Meine Herren Kollegen! Da Sie sich offensichtlich über das Thema amüsieren: Es gibt eine Liste von Grenzwertüberschreitungen in dieser Länge (die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe), und ich kann Ihnen sagen, die für die Jahre 2002 und 2003 wird leider noch länger sein. Das muss für uns eine Aufforderung sein, nicht nur auf das Pferd der IG-Luft-Regelungen zu setzen, sondern zusätzlich weitere Maßnahmen, zum Beispiel im Bereich der Kosten Schiene/Straße zu setzen. (Abg. Scheibner: Aber die Pferde sind keine Alternative! Da kommen dann die Tierschützer! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist aber keine Gruppe!
In Ihrem Antrag – und das ist auch mit ein Grund dafür, dass wir diesem Antrag nicht zustimmen konnten – steht, es werde eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Das kommt mir irgendwie bekannt vor: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, gründe ich einen Arbeitskreis. (Abg. Scheibner: Das ist aber keine Gruppe!) Dieses Wahlversprechen ist im September oder Oktober letzten Jahres gegeben worden, und jetzt haben wir Mai. Jetzt im Mai fällt Ihnen ein, dass Sie eine Arbeitsgruppe einsetzen, die jetzt tagt und angeblich eventuell im Herbst etwas vorlegen wird?! Ich finde, das ist wirklich eine sehr matte Ansage. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?
Wie die Sache mit der Wirtschaftsplattform ausschaut, das wissen wir ja inzwischen, Kollege Scheibner (Abg. Wittauer: Wir haben jetzt keine Abfangjäger-Debatte! Wir reden jetzt über das Tierschutzgesetz!), denn es gibt ein Bundesgesetz über den Nachkauf von Luftraumüberwachungsflugzeugen, wonach einfach der Bundesminister für Finanzen für die Finanzierung zu sorgen hat. Und damit ist ja die Katze aus dem Sack (Abg. Scheibner: ... was das mit dem Tierschutzgesetz zu tun hat?): Es wird massive Kürzungen der Pensionen der Arbeitnehmer geben, brutal, rücksichtslos und ungerecht. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!) – So viel zur ersten Ankündigung des Herrn Bundeskanzlers. (Abg. Jakob Auer: Zur Sache!)
Abg. Scheibner: Na also!
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!
Zu Ihrem Zuruf, lieber Kollege. (Abg. Wittauer: Sie haben verweigert, in diese Arbeitsgruppe zu gehen ...!) Ihr seinerzeitiger Finanzminister Grasser hat bereits am 5. November 2001 gesagt (Abg. Wittauer: Wie viele Vorschläge brauchst du noch?), dass wir ein Bundestierschutzgesetz brauchen – im Jahr 2001! (Abg. Grillitsch: Wir machen es jetzt eh! Wir machen es eh!) Am 22. November 2001 sagte Erwin Pröll: Tierschutz geht vor Politik! (Abg. Scheibner: Na also!) – Sie reden von 2004, Pröll von 2001. (Abg. Scheibner: Sie haben 30 Jahre nichts zusammengebracht!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie in 30 Jahren Ihrer Regierungsbeteiligung gemacht beim Tierschutz?
zweitens: Verschleppung, Verzögerung, Blockade (Abg. Scheibner: Was haben Sie in 30 Jahren Ihrer Regierungsbeteiligung gemacht beim Tierschutz?);
Zwischenruf des Abg. Heinzl. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: 30 Jahre habt ihr nichts zusammengebracht!
Es steht außer Zweifel, dass es nicht die SPÖ war, die in der Zeit ihrer jahrzehntelangen Regierung beziehungsweise Regierungsbeteiligung etwas verändert hat – außer zum Schlechten. (Zwischenruf des Abg. Heinzl. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: 30 Jahre habt ihr nichts zusammengebracht!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Verzetnitsch ist eh schon wieder streiken!
Herr Buchner, der von den „Vier Pfoten“ nominiert wurde, hat die Bauern kritisiert – massiv kritisiert; jene von Ihnen, die nicht anwesend waren, können das nachlesen –, er hat gesagt, dass wir Bauern da nur wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund stellen. – No na, da geht es doch um unseren Beruf! Die Bauern müssen wirtschaftlich denken, sonst wird mir Herr Buchner erklären müssen, was er mit den mehr als 200 000 Bäuerinnen und Bauern machen wird, ob er sie dann bei „Vier Pfoten“ anstellen wird oder ob sie vielleicht – als einzige Auswegmöglichkeit – vom Kollegen Verzetnitsch als Bauernakkordanten als Lohnstreiker angestellt werden, um das Land zu verändern. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Verzetnitsch ist eh schon wieder streiken!)
Abg. Scheibner: Jetzt sprechen wir nicht nur davon, jetzt machen wir es auch!
troffene zu stehen und zu sprechen. (Abg. Scheibner: Jetzt sprechen wir nicht nur davon, jetzt machen wir es auch!) Dass Sie sich jetzt hinstellen und kritisieren, dass man da jeden irgendwie einbinden soll, der betroffen ist, ist das Gegenteil dessen, was Sie immer vorgegeben haben zu sein, nämlich Volksvertreter. (Ruf bei der SPÖ: Wendehälse!)
Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?
Im heutigen „Standard“ ist ein sehr schöner Bericht über einen „Hightech-Schweinestall, in dem sich die Herde sauwohl fühlen soll“. „Österreichs größte Gruppenhaltung nimmt EU-Verordnung vorweg“. – Das ist interessant, weil hier oft argumentiert wird, dass das EU-Niveau das Maximum sei, was unsere Bauern machen dürfen, können, aus wirtschaftlichen Gründen. (Abg. Wittauer: Wir machen viel mehr!) Hier hat ein Schweinehalter, der massiv kritisiert worden ist, Hardegg, ein sehr großes gutes Projekt gemacht und nimmt eine EU-Verordnung vorweg. (Abg. Scheibner: Wie viele so große gibt es in Österreich?) Ich denke, Sie sollten das Argument einmal überdenken, überdenken, ob wirklich das EU-Mindestniveau der Maßstab für das Tierschutzgesetz sein soll. (Abg. Wittauer: Er macht es freiwillig, wir müssen ihn ja nicht zwingen!) Ihre Bauern sind teilweise schon besser als das, was Sie hier im Parlament vertreten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: „Liebevoll“ ist übertrieben! Aufmunternd!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir uns über diese Frage der Abfangjäger – oder heißt es jetzt Kriegsflugzeuge oder Luftraumüberwachungsflugzeuge? – zu unterhalten haben. Wer heute die Budgetrede des Herrn Finanzministers verfolgt hat, wird gesehen haben, wie ein liebevoller Blick des ehemaligen Verteidigungsministers dem Finanzminister zugeworfen wurde (Abg. Scheibner: „Liebevoll“ ist übertrieben! Aufmunternd!), und dieser liebevolle Blick wurde vom Finanzminister auch erwidert.
Abg. Scheibner: Den habt ihr erfunden, den Begriff! Das ist eine Erfindung der SPÖ, Herr Kollege!
Überhaupt ist mir das ein bisschen wie bei einer Maturaveranstaltung vorgekommen, denn der Herr Finanzminister hat wirklich darauf geachtet, dass sein Mentor, sein Professor, der Vorsitzende der Matura-Kommission, Herr Dr. Schüssel, immer schön zufrieden ist mit dem, was er heute von sich gibt. Und er kann ja zufrieden sein – nicht mit dem Budget, aber mit dem, der dazu gesprochen hat – in seinem Sinn möglicherweise, denn der Finanzminister hat plötzlich einen Wechsel vorgenommen: Er hat heute nicht von Kriegsflugzeugen gesprochen, sondern – gerade dass er nicht gesagt hat: Luftraumtaxi, das wäre aber zu wenig beschreibend gewesen (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen) – er hat sich verstiegen zu der Erwartungshaltung Luftraumüberwachungsflugzeuge, um das zu verharmlosen und um nicht den wahren Hintergrund dieser Überlegungen darzustellen. (Abg. Scheibner: Den habt ihr erfunden, den Begriff! Das ist eine Erfindung der SPÖ, Herr Kollege!)
Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ich hab’ nicht geschummelt! Ich weiß nicht, wie du die Matura gemacht hast!
Aber wie es so ist bei der Matura – jeder von uns wird sich daran erinnern –: Nicht nur der Blick zum Mentor ist wichtig, sondern es wird auch viel geschummelt bei einer Matura, damit man eben irgendwie durchkommt. (Widerspruch bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Ich hab’ nicht geschummelt! Ich weiß nicht, wie du die Matura gemacht hast!) So war das heute eigentlich auch. Ich hatte jedenfalls diesen Eindruck bei der Rede des Finanzministers. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe nicht geschummelt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Habe ich Sie ertappt? Haben Sie alle geschummelt bei der Matura, weil Sie so nervös sind? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist Schleichwerbung! – Abg. Scheibner: Ihr nehmt alles sehr „ernst“!
Herr Bundeskanzler – und auch Herr Wirtschaftsminister, denn auch Sie sollten eigentlich ein ordentlicher Kaufmann sein, sonst dürften Sie gar nicht als Wirtschaftsminister da sitzen! Enträtseln Sie uns bitte diese „x“, und kommen Sie mir nicht mit XXXLutz, denn das ist ein Möbelhaus, das gilt nicht. (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist Schleichwerbung! – Abg. Scheibner: Ihr nehmt alles sehr „ernst“!) Wir wollen wissen: Was ist „xxxx“? Welche Zahlen stehen da dahinter?
Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nein! Sie sind so ein Experte, da wundere ich mich nur!
Sie haben natürlich Probleme mit Zahlen. Da erinnere ich mich schon wieder – ich habe heute ein tolles Langzeitgedächtnis! –: Sie haben einmal gesagt, diese Kriegsflugzeuge werden 1,8 Milliarden € kosten. Dann hat „Die Presse“, ein „sehr“ linksradikales Blatt, wie wir alle wissen, geschrieben: Moment, das ist ja nur das „nackte“ Flugzeug! Es gibt in der Fachsprache „nackte“ Flugzeuge, und es gibt Flugzeuge, die schon ein bisschen aufgerüstet sind. – Herr Ex-Verteidigungsminister! Da fangen Sie gleich zu strahlen an, was da möglich ist, was man da alles an diversen Raketen und sonstigen Vorrichtungen hineinmontieren kann. (Heiterkeit bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nein! Sie sind so ein Experte, da wundere ich mich nur!) Da kommt das Ganze dann plötzlich auf 2,3 und 2,4 Milliarden €!
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal Ihren Genossen Androsch!
Also: Wirtschaftlich – da ja auch drei Viertel der Gegengeschäfte in der Luft gehangen sind, kein Mensch weiß, wie das abläuft, Sie eine eigene Kontrollkommission einrichten müssen –, so glaube ich, ist das abgehandelt, auch wenn Sie sich dann zu Wort melden und in blumigen Worten wieder versuchen, das zu erklären. Ich sehe es von den Gegengeschäften her und auch wirtschaftlich nicht so wie Sie. Das muss man einmal feststellen. (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal Ihren Genossen Androsch!)
Abg. Scheibner: Fragen Sie den Abgeordneten Gaál, der kennt sich besser aus als Sie!
Aber das allein ist es ja auch nicht. Ist es die Sicherheitspolitik? Was ist es eigentlich? Oder ist es schlicht und einfach diese – wie soll ich sagen? – aus dem Bundesheer stammende Meinung, uns gibt es zu Lande, zu Wasser und in der Luft? – Zu Wasser leider nicht mehr, weil in Pula und in Triest sind wir nicht mehr. Ja, wenn Sie jetzt auch Donau-Monitore und ein Unterseeboot für die Donau wollen, müssen Sie diesen Wunsch bitte einbringen und zur Diskussion stellen. Ich sehe da keinen Sinn mehr, denn seit dort Schleusen eingebaut sind, hätten Unterseeboote einen etwas engen Radius. (Abg. Scheibner: Fragen Sie den Abgeordneten Gaál, der kennt sich besser aus als Sie!)
Abg. Scheibner: Das war aber eher ein Argument dafür, Herr Kollege!
Jetzt wird es einige geben, die sagen: Nein, aber es muss nicht nur zu Lande, ein bisschen im Wasser, sondern auch in der Luft etwas weiter geben, denn die Waffengattungen hat es eben immer schon gegeben. – Ich sage: Mit dieser Geisteshaltung – nämlich: Das hat es immer schon gegeben! – ist auch damals viel zu spät vom Vorderlader zum Hinterlader gewechselt worden, und deswegen haben wir die Schlacht bei Königgrätz 1866 verloren. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) – Das ist meine Schlussfolgerung aus der Geisteshaltung, die es da immer schon gegeben hat. (Abg. Scheibner: Das war aber eher ein Argument dafür, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Reden Sie ein bisschen etwas über die Pensionsreform, Herr Kollege! Wir warten die ganze Zeit, dass Sie uns etwas über die Pensionsreform sagen! Erzählen Sie uns was über Ihr Konzept!
Sie wissen ja: Ihre Pensionskürzungen werden sich à la longue zwischen 18 und 40 Prozent bewegen, und besonders betroffen von diesen Kürzungen werden die Frauen sein. Wir haben in dem Dringlichen Antrag, den zu studieren Sie ja jetzt Zeit hatten, einzelne Fallbeispiele aufgezählt, damit auch für Sie plastischer sichtbar wird, was diese „Pensionsreform“ in Wirklichkeit ist, nämlich eine Pensionskürzung. (Abg. Scheibner: Reden Sie ein bisschen etwas über die Pensionsreform, Herr Kollege! Wir warten die ganze Zeit, dass Sie uns etwas über die Pensionsreform sagen! Erzählen Sie uns was über Ihr Konzept!)
Abg. Scheibner: „Alter LEOPARD“? Sie leben in der Vergangenheit! Das modernste Gerät, das es gibt!
Und es kommt ja noch etwas dazu bei der Anschaffung dieser Kriegsflugzeuge: die Ausbildung der Piloten, der Ausbau der Flugplätze, Ersatzteile, die Wartung – das kostet ein Vermögen! Machen Sie sich doch einmal die Mühe, mit Experten aus dem Bundesheer darüber zu sprechen! Die werden nur den Kopf schütteln. Noch gibt es diese Solidarität zwischen den so genannten Waffengattungen, aber fragen Sie einmal diejenigen, die für den Transport, für die Kommunikation, für den Funk, für die Kasernen, für die Versorgung, für die Artillerie, für die Panzer zuständig sind, diejenigen, die mit den alten LEOPARD die Spargel im Marchfeld zerquetschen! (Abg. Scheibner: „Alter LEOPARD“? Sie leben in der Vergangenheit! Das modernste Gerät, das es gibt!) Fragen Sie einmal all jene, was sie dazu sagen, dass eine einzige Waffengattung – nur damit es uns weiter auch in der Luft gibt – so viel Geld kostet! Fragen Sie die einmal! – Unter der Hand werden diese Ihnen Sachen erzählen, dass Sie nur so den Kopf schütteln werden, Herr ehemaliger Verteidigungsminister! Herr Bundeskanzler, Sie wissen das sowieso, aber Ihnen ist das offensichtlich gleichgültig. – Ich zeige hier nur auf, welche Zusammenhänge es hier noch gibt.
Abg. Scheibner: Inne kann man nur halten!
Jetzt gehen Sie einmal inne – Sie alle, die Sie hier sitzen und freundlicherweise zuhören, und stellen Sie sich die Frage in Bezug ... (Abg. Scheibner: Inne kann man nur halten!) – Nein, nein! Sich im ÖVP-Klub und FPÖ-Klub gegenseitig zu erzählen, wie super Sie sind, ist keine Kunst! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Da kommt das allgemeine Nicken bei Ihnen – das ist keine Kunst! Gehen Sie hinaus in den Wahlkreis! Gehen Sie in Ihren Wahlkreis hinaus und stellen Sie sich dort einmal der Bevölkerung! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist wirklich Angstmache, was Sie da betreiben! Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, was Sie hier sagen!
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen immer von Zukunft und vom Bereich Forschung und Bildung. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich Angstmache, was Sie da betreiben! Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, was Sie hier sagen!) Die Beamten sind auf einmal im Budget für Bildung und Forschung enthalten. (Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Bevölkerung mit Ihren falschen Argumenten!)
Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Bevölkerung mit Ihren falschen Argumenten!
Herr Bundeskanzler! Sie sprechen immer von Zukunft und vom Bereich Forschung und Bildung. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich Angstmache, was Sie da betreiben! Sie wissen genau, dass das nicht stimmt, was Sie hier sagen!) Die Beamten sind auf einmal im Budget für Bildung und Forschung enthalten. (Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Bevölkerung mit Ihren falschen Argumenten!)
Abg. Scheibner: Dass das eine Dauerregelung ist, die „Hackler-Regelung“, das vergessen Sie!
Herr Bundeskanzler! Sie haben wieder schönzureden versucht. Sie wissen ganz genau, die so genannte Hackler-Regelung – der Ausdruck gefällt uns nicht, aber der ist offensichtlich von der FPÖ geprägt (Zwischenruf des Abg. Zweytick) – hält bis 2006, ab 2007 gelten dann 56,5 beziehungsweise 61,5 Jahre. Ab dem Jahre 2007 kommen durch die Änderung des Steigerungsbetrages 11 Prozent und durch die Erhöhung der Abschläge auf 4,2 Prozent jedenfalls Verluste hinzu. (Abg. Scheibner: Dass das eine Dauerregelung ist, die „Hackler-Regelung“, das vergessen Sie!) All das ist eine Mogelpackung, Herr Bundeskanzler! Das sagen sogar Ihre eigenen Vertreter von ÖAAB und FCG. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Auf 150!
Herr Bundeskanzler! Die Frauen werden von Ihnen überhaupt verschaukelt. Da heißt es großartig, die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten wird bis 2028 um 150 Prozent angehoben. Ja, was heißt das? (Abg. Scheibner: Auf 150!) – Auf 150 Prozent, genau, noch besser! Genau das ist der wahre Grund. Es heißt nicht um 150, sondern nur auf 150 Prozent. Da sind wir bei ungefähr 1 000 € im Jahr 2028. (Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!) Dann sind wir genau bei dem Wert, den wir heute haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Das bewerten Sie als Verbesserung? – Das ist ungerecht, unfair und unsozial, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!
Herr Bundeskanzler! Die Frauen werden von Ihnen überhaupt verschaukelt. Da heißt es großartig, die Bemessungsgrundlage für Kindererziehungszeiten wird bis 2028 um 150 Prozent angehoben. Ja, was heißt das? (Abg. Scheibner: Auf 150!) – Auf 150 Prozent, genau, noch besser! Genau das ist der wahre Grund. Es heißt nicht um 150, sondern nur auf 150 Prozent. Da sind wir bei ungefähr 1 000 € im Jahr 2028. (Abg. Scheibner: Wir wollen exakt sein, Frau Kollegin!) Dann sind wir genau bei dem Wert, den wir heute haben. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.) Das bewerten Sie als Verbesserung? – Das ist ungerecht, unfair und unsozial, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das können wir machen!
Gerade junge Menschen verlieren dramatisch wegen der unsozialen Durchrechnung. Wenn Sie sagen, im Jahr 2028 werde es das neue Pensionssystem geben, dann frage ich Sie, meine Damen und Herren (Abg. Neudeck: Da braucht man eine Stunde für die tatsächliche Berichtigung!), die Sie hier das offensichtlich beschließen wollen: Warum beschließen wir nicht im Herbst ein System, das gleich eine gesamte Pensionsreform ist, wenn die Maßnahmen ohnedies erst ab 2004 zum Tragen kommen? (Abg. Scheibner: Das können wir machen!) Wir hätten Zeit dazu. Aber Sie wollen es nicht. Warum wollen Sie es nicht? – Weil Sie das Geld aus dem ASVG-Bereich für Ihr Budget und die Abfangjäger brauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Gerade junge Menschen verlieren dramatisch wegen der unsozialen Durchrechnung. Wenn Sie sagen, im Jahr 2028 werde es das neue Pensionssystem geben, dann frage ich Sie, meine Damen und Herren (Abg. Neudeck: Da braucht man eine Stunde für die tatsächliche Berichtigung!), die Sie hier das offensichtlich beschließen wollen: Warum beschließen wir nicht im Herbst ein System, das gleich eine gesamte Pensionsreform ist, wenn die Maßnahmen ohnedies erst ab 2004 zum Tragen kommen? (Abg. Scheibner: Das können wir machen!) Wir hätten Zeit dazu. Aber Sie wollen es nicht. Warum wollen Sie es nicht? – Weil Sie das Geld aus dem ASVG-Bereich für Ihr Budget und die Abfangjäger brauchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie einmal zu, wenn etwas gesagt wird! – Zwischenrufe der Abg. Dr. Partik-Pablé.)
Abg. Scheibner: Welcher Sekretär hat Ihnen das aufgeschrieben? Das soll ein Diskurs sein?!
Meine Damen und Herren! Sie schaffen die vorzeitige Alterspension bei Arbeitslosigkeit ab. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) 12 000 Menschen sind davon betroffen. Sie machen nichts! (Abg. Scheibner: Welcher Sekretär hat Ihnen das aufgeschrieben? Das soll ein Diskurs sein?!) Sie schaffen ein Altersarbeitsübergangsgeld. Das Altersarbeitsübergangsgeld ist keine Ersatzlösung, das wissen Sie ganz genau. Sie lassen diese Menschen im Stich, für die Sie vorher schon nichts getan haben. Das ist keine zukunftsorientierte Politik, und diese lehnen wir daher ab. (Beifall bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.
Meine Damen und Herren! Die Menschen spüren die Absicht, die hinter Ihrer Politik steht. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.) Es geht nicht um Pensionssicherung, sondern um Sozialdemontage. Sie verabschieden sich zunehmend vom Sozialstaat, stattdessen investieren Sie in Kampfflugzeuge. Das ist Zynismus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt euch zehn Jahre versteckt vor der Bevölkerung!
Sie haben – so wie wir alle – vom Finanzminister gehört, was ohnehin jeder weiß, was eigentlich eine Binsenweisheit ist: Niemand kann auf Dauer mehr ausgeben als einnehmen. Das gilt natürlich auch für den Staat. Was jeder für den privaten Haushalt weiß, das soll plötzlich für den Staat nicht mehr gelten? – Das muss man der Bevölkerung auch klarmachen. Ich bin überzeugt davon, dass das jeder versteht. Herr Abgeordneter Cap hat gesagt, wir sollen zu der Bevölkerung gehen und mit den Leuten reden. – Das tun wir ja auch, und die Leute sehen ein, dass es notwendig ist, einschneidende Maßnahmen zu treffen, weil sie während der letzten 20 Jahre nicht getroffen wurden. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt euch zehn Jahre versteckt vor der Bevölkerung!)
Abg. Scheibner: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! Das ist ungeheuerlich! Missbrauch der Geschäftsordnung!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Kopf hat gerade vorhin behauptet, der Kauf von Abfangjägern sei eine notwendige Staatsaufgabe. – Diese Behauptung ist unrichtig! (Abg. Scheibner: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! Das ist ungeheuerlich! Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
„Wenn es sich um elementare Fragen wie die Pensionsreform handelt und Hunderttausenden Menschen Unrecht getan werden könnte, muss im Zweifelsfall die Entscheidung zu Gunsten der Bürger und gegen die Existenz einer Regierung getroffen werden.“ (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Bundeskanzler! Zu Ihren Ausführungen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein! Ich habe Dr. Haider aus dem „Kurier“ zitiert. (Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!) Wenn er Recht hat, hat er Recht, Herr Kollege Scheibner! Ich habe wiederholt dich als positives Beispiel in der Verteidigungspolitik zitiert, und ich werde es im Zuge des Budgets noch einmal tun, denn ich bin bemüht, der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Freund, im Gegensatz zu eurer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!
Herr Bundeskanzler! Zu Ihren Ausführungen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein! Ich habe Dr. Haider aus dem „Kurier“ zitiert. (Abg. Scheibner: Aber applaudiert habt ihr zu einem Zitat von Haider noch nie!) Wenn er Recht hat, hat er Recht, Herr Kollege Scheibner! Ich habe wiederholt dich als positives Beispiel in der Verteidigungspolitik zitiert, und ich werde es im Zuge des Budgets noch einmal tun, denn ich bin bemüht, der Wahrheit die Ehre zu geben, lieber Freund, im Gegensatz zu eurer Politik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!
Dieser Prototyp wurde nirgendwo erprobt und steht nirgendwo in Verwendung! (Zwischenruf des Abg. Zweytick.) Von einer Serienreife sind wir meilenweit entfernt. All das aber verlangen die Vergaberichtlinien. Die Ausschreibungskriterien und Vergaberichtlinien wurden diesfalls umgangen. (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch!) Muss-Forderungen wurden nicht erfüllt, und das ist eine schwere Missachtung der Sorgfaltspflicht dieser Bundesregierung.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Bravo, Parnigoni!
Meine Damen und Herren der SPÖ! Ihre Bundeskanzler, Ihre Verteidigungsminister, Ihre Abgeordneten hier im Parlament haben alle diese Beschlüsse mitgetragen. Sie waren ihrer Ansicht nach richtig. Ich kann Ihnen nur sagen, dass es auch der Abgeordnete Parnigoni, der jetzt Sicherheitssprecher ist, einmal auf den Punkt gebracht und treffend in einer Debatte vermerkt hat, dass er die Ankündigung des Ministers Krünes begrüße, die gelieferten Luftraumüberwachungsflugzeuge genauestens nach dem letzten Stand der Technik zu überprüfen, weil man den Vergleich nicht scheuen müsse und weil damit auch sichergestellt sei, dass unsere Soldaten zur Erfüllung ihrer Aufgaben taugliche Fluggeräte zur Verfügung haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Bravo, Parnigoni!)
Abg. Scheibner: Aber nur, wenn sie nichts kostet!
Ich möchte hier an dieser Stelle ausdrücklich sagen, dass sich die SPÖ – hören Sie ganz genau zu, vor allem der Kollege Murauer, der das wieder in den Raum gestellt hat – eindeutig zur Landesverteidigung bekennt. (Abg. Scheibner: Aber nur, wenn sie nichts kostet!) Ein Nein zu diesen Abfangjägern bedeutet nicht ein Nein zur Landesverteidigung. Das möchte ich Ihnen
Abg. Scheibner: Das wäre nicht so dumm, Herr Kollege!
Wenn man den Ausführungen des Kollegen Murauer gefolgt ist – und ich habe mich bemüht, ihm zuzuhören –, dann musste man schon froh sein, dass er auf Grund der Auslegung der gesetzlichen Lage der Verfassung, wie er den Luftraum verteidigen will, nicht noch auf die Idee gekommen ist, Patriot-Raketen anzuschaffen, denn gegen Inter-Continental-Raketen ist auch der Eurofighter chancenlos, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das wäre nicht so dumm, Herr Kollege!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Wer hat sie abgesagt? – Abg. Scheibner: Welche sind die Organisationen, die die Sicherheit gefährden?
Meine Damen und Herren! Wenn das das Demokratieverständnis ist, das an der Universität herrscht, dann sage ich: Danke schön! – So darf es doch wohl wirklich nicht sein, dass nur deshalb, weil linke Demonstrationen gegen eine Veranstaltung einer Organisation, die man nicht haben will, angesagt sind, diese Veranstaltungen abgesagt werden – nur deshalb, weil Demonstrationen befürchtet werden! Das, bitte, ist traurig für die Universität in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Wer hat sie abgesagt? – Abg. Scheibner: Welche sind die Organisationen, die die Sicherheit gefährden?)
Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Die Redezeit gilt für Sie auch!
Was aber sagt Frau Gehrer, konfrontiert mit dieser Sache, dazu? – Sie sagt uns: Das stimmt schon, aber er hat bei keiner Sitzung den Obmann vertreten. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Die Redezeit gilt für Sie auch!) Er hat die Funktion sozusagen nicht ausgeübt.
Abg. Scheibner: Das steht nicht in der Geschäftsordnung!
Abgeordnete Beate Schasching (fortsetzend): Na eben! Ich würde mich zwar freuen, wenn es hier im Hohen Haus ein wenig sportlicher zuginge, aber das riskiere ich nicht, Herr Präsident. (Abg. Scheibner: Das steht nicht in der Geschäftsordnung!) Vielleicht dann anschließend draußen, Herr Kollege Kopf. (Abg. Neudeck: Das ist ein Kopf-Ball!)
Abg. Scheibner: Debatte war das keine, das war ein ...!
Herr Schweitzer, wir wissen’s ganz genau: Eine höhere Dotierung für den gesamten Sport gibt es nicht – und das ist schade! Heute wurde hier ja unter anderem in der Diskussion über den Dringlichen Antrag auch eine Abfangjägerdebatte geführt (Abg. Scheibner: Debatte war das keine, das war ein ...!), und in dieser konnten wir hören, dass es da so genannte Kompensations-, also Gegengeschäfte geben soll. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Steine-Werfen auch nicht!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Als mein Kollege Kurt Grünewald zuerst bei der Anfragebesprechung von den „Olympioniken“ sprach, dachte ich, er ist in der falschen „Besprechung“, beim falschen Thema. Als ich dann drauf kam, dass er nicht die Teilnehmer der Sportolympiade meinte, sondern die der Burschenschaft „Olympia“, war ich wieder beruhigt, denn zum Glück ist Mensur-Fechten keine olympische Disziplin – und wird es wohl auch in Zukunft nicht sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Steine-Werfen auch nicht!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Wollen Sie wirklich 10 Minuten lang sprechen? – Abg. Dr. Wittmann: Das ist nicht geplant! Man wird sehen, wie sich die Diskussion entwickelt! – Abg. Scheibner: Wir werden keine Zwischenrufe machen!
Das Wort erhält zunächst Herr Abgeordneter Dr. Wittmann. – Die Uhr wird wunschgemäß auf 10 Minuten eingestellt, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Wittmann –: Wollen Sie wirklich 10 Minuten lang sprechen? – Abg. Dr. Wittmann: Das ist nicht geplant! Man wird sehen, wie sich die Diskussion entwickelt! – Abg. Scheibner: Wir werden keine Zwischenrufe machen!)
Sitzung Nr. 15
Abg. Scheibner: Das ist interessant!
Ich komme noch kurz auf unsere Koalitionsgespräche mit der ÖVP zurück. (Abg. Scheibner: Das ist interessant!) Da haben wir von Harmonisierung der Selbstbehalte auf einem einheitlichen Niveau gesprochen, haben uns allerdings dagegen ausgesprochen, Selbstbehalte als zusätzliche Einnahmequelle zu deklarieren. Bartenstein hat sogar zugegeben, er fürchte dasselbe wie bei den Ambulanzgebühren; man sollte eine Pilot-Studie in einem Bundesland machen. – Nichts von dem ist geschehen! Nichts davon ist geblieben!
Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?
Es gibt ja Vorschläge, 5 beziehungsweise 10 € pro Arztbesuch einzuheben. Wir hingegen bevorzugen ein einheitliches System, eine Selbstbehaltlösung, wie wir das zum Beispiel von den ÖBB kennen, wo das eigentlich sehr gut funktioniert. Und da haben Sie eigenartigerweise nichts dagegen, weil ... (Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?) – Zum Beispiel, dort funktioniert es auch sehr gut. (Abg. Scheibner: So ist es!) Das System bewährt sich ja, und da regt sich aber niemand auf von Ihren Herrschaften, von Heckenschützen der Gewerkschaft zum Beispiel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: So ist es!
Es gibt ja Vorschläge, 5 beziehungsweise 10 € pro Arztbesuch einzuheben. Wir hingegen bevorzugen ein einheitliches System, eine Selbstbehaltlösung, wie wir das zum Beispiel von den ÖBB kennen, wo das eigentlich sehr gut funktioniert. Und da haben Sie eigenartigerweise nichts dagegen, weil ... (Zwischenrufe des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Ist es unsozial bei den ÖBB?) – Zum Beispiel, dort funktioniert es auch sehr gut. (Abg. Scheibner: So ist es!) Das System bewährt sich ja, und da regt sich aber niemand auf von Ihren Herrschaften, von Heckenschützen der Gewerkschaft zum Beispiel. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: So ist es!
Die SPÖ zum Beispiel ist im Prinzip für Selbstbehalte im Gesundheitswesen. Von 17 verschiedenen Selbstbehalten, die es im Moment gibt, wurden 16 von Ministern eingeführt, die aus Ihren Reihen gekommen sind. Das ist in den letzten 30 Jahren eingeführt worden, das waren Ihre Leute. Dagegen hat komischerweise keiner etwas gesagt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: So ist es!)
Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt, was Sie bringen!
Man hat überhaupt den Eindruck, dass sowohl die gestrige Rede des Herrn Finanzministers als auch die Rede des Herrn Abgeordneten und Klubobmann Molterer sehr wenig mit dem zu tun haben, was sich in diesem Zahlenwerk des Budgets tatsächlich widerspiegelt. (Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt, was Sie bringen!)
Abg. Scheibner: Ich bin ganz ruhig!
Herr Klubobmann Scheibner! Ich verstehe Ihre Unruhe. (Abg. Scheibner: Ich bin ganz ruhig!) Wenn ich einer Regierung angehören würde, die ein solches Budget einbringt, dann wäre ich auch mit Recht beunruhigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich hoffe nur, dass Sie etwas zu den Zahlen sagen werden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich hoffe nur, dass Sie etwas zu den Zahlen sagen werden!
Herr Klubobmann Scheibner! Ich verstehe Ihre Unruhe. (Abg. Scheibner: Ich bin ganz ruhig!) Wenn ich einer Regierung angehören würde, die ein solches Budget einbringt, dann wäre ich auch mit Recht beunruhigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich hoffe nur, dass Sie etwas zu den Zahlen sagen werden!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Aber Sie könnten auch über das Zitat philosophieren!
Besonders interessant scheint mir aber die dahinter stehende Geisteshaltung zu sein: Freiheit schenken. Das heißt, der Finanzminister glaubt, es sei seine Aufgabe, den Österreicherinnen und Österreichern Freiheit zu schenken. Meine Damen und Herren! Ich bin davon ausgegangen, dass wir in einem freien, demokratischen Land leben und keinen obrigkeitsstaatlich orientierten Finanzminister brauchen, der uns eine Freiheit schenkt! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Aber Sie könnten auch über das Zitat philosophieren!)
Abg. Scheibner: Falsche Rede!
Und dazu möchte ich nur sagen (Abg. Scheibner: Falsche Rede!): Wenn in den vergangenen Tagen des Öfteren auf die Sozialpartnerschaft und ihre Traditionen verwiesen wurde (Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!), dann möchte ich darauf hinweisen, dass der frühere ÖGB-Präsident Anton Benya in einer sehr berührenden Rede am 6. Juli des Jahres 2001 vor dem Ballhausplatz Folgendes gesagt hat (Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!):
Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!
Und dazu möchte ich nur sagen (Abg. Scheibner: Falsche Rede!): Wenn in den vergangenen Tagen des Öfteren auf die Sozialpartnerschaft und ihre Traditionen verwiesen wurde (Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!), dann möchte ich darauf hinweisen, dass der frühere ÖGB-Präsident Anton Benya in einer sehr berührenden Rede am 6. Juli des Jahres 2001 vor dem Ballhausplatz Folgendes gesagt hat (Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!):
Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!
Und dazu möchte ich nur sagen (Abg. Scheibner: Falsche Rede!): Wenn in den vergangenen Tagen des Öfteren auf die Sozialpartnerschaft und ihre Traditionen verwiesen wurde (Abg. Scheibner: Benya ist gestern nicht vorgekommen!), dann möchte ich darauf hinweisen, dass der frühere ÖGB-Präsident Anton Benya in einer sehr berührenden Rede am 6. Juli des Jahres 2001 vor dem Ballhausplatz Folgendes gesagt hat (Abg. Scheibner: Aber er hat Olah zitiert und nicht Benya!):
Abg. Scheibner: Sehr ungenau vorbereitet! Das ist keine richtige Rede!
Österreich war über viele Jahrzehnte – dank der Sozialpartnerschaft – weltweit Vorbild, und die EU baut ihre Zukunft auf dem Modell der Sozialpartnerschaft auf. (Abg. Scheibner: Sehr ungenau vorbereitet! Das ist keine richtige Rede!) Und er ermahnte in Richtung der schwarz-blauen Koalition, dass auch im austrofaschistischen Ständestaat freie Gewerkschaften und Selbstverwaltung ausgeschaltet wurden. Anton Benya war in tiefer Sorge. Und nun, so wie es in den letzten Tagen der Fall ist, Anton Benya zum Kronzeugen (Rufe bei der ÖVP: Olah!) gegen diese Gewerkschaftspolitik zu machen, das ist unerhört, respektlos und abzulehnen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es gibt kein einziges sozialpolitisches Argument (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Das stimmt einfach nicht! Das ist das Problem!), das diese Vorgangsweise rechtfertigen würde. Das ist eine Enteignungsaktion, die korrigiert werden muss. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Wann davor?
Der dritte Punkt ist: Die letzten Jahre der schwarz-blauen Regierung haben dazu geführt, dass die Arbeitslosenzahl in Österreich im Jahresdurchschnitt um 45 000 höher war als davor. In einer Zeit mit robust hoher Arbeitslosigkeit (Abg. Scheibner: Wann davor?) kann es nicht Aufgabe des Staates sein, die Arbeitslosigkeit zum Beispiel durch diese Pensionskürzungsreform noch künstlich zu erhöhen, sondern ganz im Gegenteil: Aufgabe des Staates muss es sein, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Arbeitslosigkeit sinkt und nicht weiter steigt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Eisenbahner, Ihre ÖBB!
Ich habe mit großem Interesse verfolgt, dass der Finanzminister gestern gesagt hat: Heute erben wir die Probleme der Frühpensionierungsaktionen der achtziger und neunziger Jahre. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wissen Sie, welcher Arbeitgeber in Österreich derzeit die Arbeitnehmer am frühesten entlässt und in Pension schickt? – Es ist der Staat, und es sind die staatsnahen Unternehmungen, die die Arbeitnehmer mit 55 Jahren oder weniger in Pension schicken, während dem Rest gesagt wird, ihr sollt bis 65 Jahre arbeiten. Das ist kein guter Arbeitgeber, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Eisenbahner, Ihre ÖBB!)
Abg. Scheibner: Wieso droht dann die ÖBB-Gewerkschaft mit Streik, wenn man dort das Pensionsalter erhöhen möchte? Was ist mit den Eisenbahnern?
Daher sollte eine Regierung zumindest imstande sein (Abg. Scheibner: Wieso droht dann die ÖBB-Gewerkschaft mit Streik, wenn man dort das Pensionsalter erhöhen möchte? Was ist mit den Eisenbahnern?), im Staat und bei der Regierung dasselbe zu tun, was man auch von den anderen Unternehmungen tatsächlich verlangt. (Abg. Scheibner: Wieso will man dort streiken?)
Abg. Scheibner: Wieso will man dort streiken?
Daher sollte eine Regierung zumindest imstande sein (Abg. Scheibner: Wieso droht dann die ÖBB-Gewerkschaft mit Streik, wenn man dort das Pensionsalter erhöhen möchte? Was ist mit den Eisenbahnern?), im Staat und bei der Regierung dasselbe zu tun, was man auch von den anderen Unternehmungen tatsächlich verlangt. (Abg. Scheibner: Wieso will man dort streiken?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das hat er vergessen, der Kollege Gusenbauer!
Dies wurde bei Regierungsantritt der FPÖ im Jahr 2000 zwar von den meisten Mitgliedstaaten der EU erreicht, doch das galt nicht für das bis dahin unter sozialdemokratischer Führung regierte Österreich. Zwischen 1997 und 1999 hat sich das gesamtstaatliche Defizit unter sozialdemokratischen Finanzministern in nur zwei Jahren von 1,9 Prozent auf 2,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöht. Das war das zweitschlechteste Ergebnis in der gesamten Europäischen Union. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das hat er vergessen, der Kollege Gusenbauer!)
Abg. Öllinger: Aber viel Zustimmung erhalten Sie nicht von Ihrer Fraktion! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Fraktion!
Wir leben immer länger trotz (Abg. Brosz: Trotz Ihrer Gesundheitspolitik!) beziehungsweise auf Grund einer hervorragenden Gesundheitspolitik. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten 30 Jahren um 8,3 Jahre gestiegen. Die in Anspruch genommenen Pensionsjahre haben sich in diesem Zeitraum verdoppelt. Vor 30 Jahren haben die Menschen in Österreich noch 43 Jahre lang gearbeitet, heute arbeiten sie im Durchschnitt nur noch 37 Jahre lang. Diese Entwicklung wird sich auch künftig weiter fortsetzen. Um das Pensionssystem finanzieren zu können, müssen wir Änderungen vornehmen. (Abg. Öllinger: Aber viel Zustimmung erhalten Sie nicht von Ihrer Fraktion! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: Kümmern Sie sich um Ihre eigene Fraktion!)
Abg. Dr. Cap: Ist der Text von Ihnen? – Abg. Dr. Wittmann: Vom Schüssel! – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es notwendig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich könnte diese Argumentation jetzt weiter fortsetzen. (Abg. Öllinger: Nein, bitte!) Sie haben die Menschen extrem verunsichert mit Berechnungen, die nicht stimmen, Sie haben brutto mit netto verwechselt. Das sind verfälschte Fakten – eine Vorgangsweise, die die Menschen nicht schätzen. (Abg. Dr. Cap: Ist der Text von Ihnen? – Abg. Dr. Wittmann: Vom Schüssel! – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt es notwendig!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es! Auf dem Rücken der Bevölkerung!
Sie wittern Morgenluft, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, und Sie haben es sich mit dieser Pensionsreform-Debatte zum Ziel gesetzt, die Regierung auszuhebeln. Das ist der eigentliche Grund für Ihre Ablehnung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es! Auf dem Rücken der Bevölkerung!)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Stimmt ja auch, war ja wirklich so! Wirklich wahr! – Abg. Scheibner: Das wird er jetzt nicht sagen!
koll von gestern. Das sagte Präsident Dr. Khol zur Rede von Finanzminister Grasser. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Stimmt ja auch, war ja wirklich so! Wirklich wahr! – Abg. Scheibner: Das wird er jetzt nicht sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Deshalb bestreiken Sie die Volksschulen! Bei den Siebenjährigen fangen Sie an!
Machen Sie doch keinen „politischen Streik“ daraus, wenn es in Wirklichkeit um Kürzungen von Pensionen geht! Sie verwenden diese Diktion immer wieder – nicht wir! Wir halten klar und deutlich fest, dass wir für die Einkommenssicherung der Jungen, auch in ihrer zukünftigen Pension, sind – und nicht für eine Kürzung! Nehmen Sie das doch einmal zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Deshalb bestreiken Sie die Volksschulen! Bei den Siebenjährigen fangen Sie an!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Eine Pensionssicherung mit einem Bankraub zu vergleichen, das ist unterstes Niveau! Primitiv! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Sie von den Regierungsparteien stoßen sich an manchen Tönen. – Dazu kann ich nur sagen: Diese Töne gibt es überall! Sie werfen es jemandem vor, wenn er von „Pensionsraub“ spricht. Sprechen Sie beim Überfall auf eine Sparkasse, wenn man 10 oder 15 Prozent des dort vorhandenen Geldvolumens wegnehmen möchte, von einer Sparkassensicherung – oder ist das eine Beraubung der Sparkasse, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Nehmen Sie diesen Vergleich zurück! Eine Pensionssicherung mit einem Bankraub zu vergleichen, das ist unterstes Niveau! Primitiv! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist keine Zurücknahme! – Abg. Lentsch: Das war keine Klarstellung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist nicht akzeptabel! – Abg. Scheibner: Solche Vergleiche lassen wir nicht zu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich komme aber jetzt auf diesen Gesetzentwurf zu sprechen. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wenn Sie hier antreten und immer wieder den Gewerkschaften vorwerfen ... (Abg. Scheibner: Das ist keine Zurücknahme! – Abg. Lentsch: Das war keine Klarstellung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist nicht akzeptabel! – Abg. Scheibner: Solche Vergleiche lassen wir nicht zu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Nehmen Sie den Vergleich zurück! Stellen Sie Ihre Streiks zurück!
Sehr geehrte Damen und Herren von den Regierungsparteien, werfen Sie doch nicht uns dauernd vor, wir würden verhindern, verzögern oder verwässern! – Wir wollen verhandeln, wir wollen Verbesserungen – und vor allem auch eine entsprechende Vereinheitlichung der Pensionssysteme! Nehmen Sie die Aufforderung der Sozialpartner ernst! Betrachten Sie diese Ihre Vorlage als Ideenansatz – und stellen Sie ihn zurück (Abg. Scheibner: Nehmen Sie den Vergleich zurück! Stellen Sie Ihre Streiks zurück!), damit die Sozialpartner gemeinsam mit allen hier im Hause vertretenen Parteien eine entsprechende und akzeptable Lösung finden können!
Abg. Scheibner: Für „Heckenschütze“ kriegt man einen Ordnungsruf und ...!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Herr Abgeordneter! Ich habe so gehandelt, wie ich glaube, dass ich es am besten verantworten kann – und möchte es dabei belassen. (Abg. Scheibner: Für „Heckenschütze“ kriegt man einen Ordnungsruf und ...!)
Abg. Scheibner: Skandalös!
Um auf mich Druck auszuüben, wurde unserem Betrieb erheblicher Schaden zugefügt. (Abg. Scheibner: Skandalös!) Über mehrere Stunden konnten der Transportbeton und das Heißmischgut nicht ausgeliefert werden – wohlgemerkt: beides „verderbliche“ Produkte, die man nicht einfach beiseite stellen kann, weil beide innerhalb von Stunden hart werden. (Abg. Gaál: Reden Sie da als Unternehmerin?)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Gleichzeitig wurde angedroht, nächsten Dienstag derartige Blockaden und den wirtschaftlichen Druck auf mich weiter fortzusetzen, wenn ich nicht im Nationalrat gegen die Pensionsreform stimme. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Reden Sie doch von der Steuerreform – weil die genau wieder den kleinen Verdienern zugute kommt!
Von der Steuerreform mag ich gar nicht reden, auch nicht von der Milchmädchenrechnung, die Sie immer wieder anstellen. (Abg. Scheibner: Reden Sie doch von der Steuerreform – weil die genau wieder den kleinen Verdienern zugute kommt!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haben Sie selbst gefordert!
Frau Kollegin Prammer, von Ihnen wird oft kritisiert und gesagt, dass die längere Durchrechnung so schlecht sei. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haben Sie selbst gefordert!) – Wir wollen die diesbezüglichen Aufwertungsfaktoren so verbessern, dass länger zurück liegende Zeiten besser bewertet werden. (Abg. Mag. Wurm: Wissen das der Bundeskanzler und der Finanzminister?) Das ist ein gemeinsames Versäumnis der Sozialdemokraten und der ÖVP aus der Vergangenheit. Man hat auf diese Aufwertungsfaktoren vergessen. (Beifall bei den Freiheitlichen.) Sie liegen zum Teil nur bei 60 Prozent!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Heute hieß es: „... Politik gehört ins Parlament, nicht auf die Straße.“ – Das ist auch eine sehr interessante Sichtweise von Demokratie. Natürlich gehören Demokratie und parteipolitische Entscheidungen ins Parlament und ist das Parlament der Ort, wo das ausgetragen wird, wenn Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen und von der Regierung, aber davon ausgehen, dass die anderen Menschen kein Recht haben, politisch tätig zu sein, dann, glaube ich, kann man an Ihrem Demokratieverständnis wirklich zweifeln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sagt das?) – Das war ein wörtliches Zitat! Das hat heute Herr Minister Grasser gesagt – wörtlich: „... Politik gehört ins Parlament, nicht auf die Straße.“ – Sie können es nachprüfen. (Bundesminister Mag. Grasser: Ich habe die „FAZ“ zitiert!)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben für die Gesamtreform gestimmt!
Um das klarzustellen, Herr Kollege Scheuch: Der grüne Klub hat 1997 für die neuen Bezüge und für die Bezügebegrenzung gestimmt. Er hat gleichzeitig einen Antrag eingebracht – der auch abgestimmt wurde –, in dem gefordert wurde, dass im Übergangsrecht sofort mit den AltPolitikerpensionen Schluss gemacht wird. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben für die Gesamtreform gestimmt!) Wir haben diese Forderung im Jahr 2000, als zwischen den Parteien neuerlich über die Politikerpensionen verhandelt wurde, erneuert. (Abg. Scheibner: Sie haben mit SPÖ, ÖVP und Liberalen für diese Pensionsreform gestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie haben mit SPÖ, ÖVP und Liberalen für diese Pensionsreform gestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Um das klarzustellen, Herr Kollege Scheuch: Der grüne Klub hat 1997 für die neuen Bezüge und für die Bezügebegrenzung gestimmt. Er hat gleichzeitig einen Antrag eingebracht – der auch abgestimmt wurde –, in dem gefordert wurde, dass im Übergangsrecht sofort mit den AltPolitikerpensionen Schluss gemacht wird. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben für die Gesamtreform gestimmt!) Wir haben diese Forderung im Jahr 2000, als zwischen den Parteien neuerlich über die Politikerpensionen verhandelt wurde, erneuert. (Abg. Scheibner: Sie haben mit SPÖ, ÖVP und Liberalen für diese Pensionsreform gestimmt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir haben als Erste die ..., dass man das abschafft!
mit, Herr Kollege Scheuch! Das ist der entscheidende Punkt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir haben als Erste die ..., dass man das abschafft!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist ja fein, dass man die Leute weiter verunsichert!
Das ist eine Botschaft, die ich allen Leuten vermitteln will: Hüten Sie sich vor den Versprechungen, die Ihnen diese Bundesregierung in Bezug auf die zweite und dritte Säule macht! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist ja fein, dass man die Leute weiter verunsichert!) Da sind Sie echt verloren, vor allem, wenn diese Versprechungen damit gekoppelt sind, dass die Anspruchsvoraussetzungen in der zweiten und dritte Säule von Jahr zu Jahr, von einem Mal zum anderen Mal, verschlechtert werden, genauso wie in der ersten Säule. Das ist Ihre Politik, und damit sollte Schluss sein! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Gusenbauer war nicht da!
Der Herr Beisitzer hilft mir zählen. Sie beginnen hier, ich beginne dort. – Es sind 46 stehende und 63 sitzende Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Gusenbauer war nicht da!) – Damit ist der Antrag abgelehnt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Kollegin! Weil wir Gesetze machen! Sie fragen, wir machen Gesetze!
Wenn ich mich recht erinnere – das kann ich jetzt allerdings nicht belegt sagen, ich schaue aber die Parlamentspost relativ genau durch –, ist auch kein einziger Initiativantrag von Abgeordneten der FPÖ gekommen. Ab und zu, muss ich sagen, reden manchmal noch Abgeordnete der FPÖ im Plenum. Aber jetzt könnte ich mich fragen – anschließend an die Ausführungen des Herrn Mainoni –: Wofür bekommen die bezahlt? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Kollegin! Weil wir Gesetze machen! Sie fragen, wir machen Gesetze!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So wie alles ist auch das falsch in Ihrer Rede! – Abg. Murauer: Laut, aber falsch!
Wissen Sie, was ich besonders peinlich gefunden habe, Herr Bundesminister? – Dass Sie gestern gesagt haben: „Der Speck muss weg!“ – Sie richten den Österreicherinnen und Österreichern aus: Benzin wird teurer, die Wohnungskosten steigen, ich senke eure Steuern um 4 € im Jahr – bravo! –, aber der Speck muss weg! (Bundesminister Mag. Grasser: Im Zusammenhang mit der Verwaltungsreform habe ich das gesagt!) Doch der einzige Ort, wo Speck vorhanden ist, ist diese Bundesregierung: Wir haben die größte Bundesregierung aller Zeiten – da spielt es keine Rolle! –, und Abfangjäger sind Ihnen auch nicht zu teuer. Da ist der Speck, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So wie alles ist auch das falsch in Ihrer Rede! – Abg. Murauer: Laut, aber falsch!)
Abg. Scheibner: Wir werden Sie daran erinnern! Wir wissen, mit welchen Methoden Sie arbeiten!
Ich denke, es ist wichtig, Sie von ÖVP und FPÖ darauf hinzuweisen, denn eines Tages könnte es andere Menschen, andere Gruppen in unserer Republik Österreich treffen, Menschen beispielsweise, die der ÖVP oder der FPÖ angehören – und selbstverständlich haben auch diese Menschen das Recht, Kritik zu üben, zu demonstrieren und zu streiken. (Abg. Scheibner: Wir werden Sie daran erinnern! Wir wissen, mit welchen Methoden Sie arbeiten!) Dieses Grundrecht steht allen zu: allen Menschen in der Republik Österreich, allen Österreicherinnen und Österreichern sowie allen Menschen aus anderen Ländern, die bei uns eine Heimat gefunden haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Nein! Nein!
Dieselbe Methode soll jetzt wieder angewendet werden. Und wie? – In noch unverschämterer Form als damals, dass nämlich den Gesetzentwürfen des Finanzministeriums entsprechend der Bund alle neuen Einnahmen kassiert, und zwar zu 100 Prozent (Zwischenruf bei der ÖVP), alle neuen und erhöhten Steuern! In diesem Zusammenhang erwähne ich nur die Erhöhung der Mineralölsteuer und, als Kärntnerin und doch auch für die Wiener sprechend (Abg. Scheibner: Nein! Nein!), die neuen Altlastenbeiträge für die Müllverbrennung. (Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!)
Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!
Dieselbe Methode soll jetzt wieder angewendet werden. Und wie? – In noch unverschämterer Form als damals, dass nämlich den Gesetzentwürfen des Finanzministeriums entsprechend der Bund alle neuen Einnahmen kassiert, und zwar zu 100 Prozent (Zwischenruf bei der ÖVP), alle neuen und erhöhten Steuern! In diesem Zusammenhang erwähne ich nur die Erhöhung der Mineralölsteuer und, als Kärntnerin und doch auch für die Wiener sprechend (Abg. Scheibner: Nein! Nein!), die neuen Altlastenbeiträge für die Müllverbrennung. (Abg. Scheibner: Für die Wiener dürfen Sie nicht sprechen! Wissen Sie, wie viele Gebühren angehoben wurden in letzter Zeit?!)
Abg. Scheibner: Wo sind die guten Ideen?
Noch ein Rätsel zum Abschluss: Warum nur um alles in der Welt schlagen so viele Menschen die ausgestreckten Hände des Herrn Bundeskanzlers aus? (Abg. Dr. Partik-Pablé: ... Warum quälen Sie uns so am Abend?) – Ich kann nur vermuten. Ich selbst habe erlebt, dass ausgestreckte Hände von ÖVP-Machtträgern meistens bedeuten, dass sie vorher lange bei guten Ideen abgewachelt haben. (Abg. Scheibner: Wo sind die guten Ideen?) Wenn sie es dann nicht mehr verhindern konnten, haben sie die Ideen an sich gerissen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 17
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Gusenbauer? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Das erfordert eine Debatte hier! – Danke, Herr Präsident! Danke, Hohes Haus! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Gusenbauer? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Dann hat der Rudas auch etwas angestellt! Und der Vranitzky hat auch etwas angestellt!
Gleichzeitig wird bekannt, dass der Gatte der ehemaligen Vizekanzlerin nun einen gut dotierten Beratungsauftrag bei einem austro-kanadischen Konzern hat (Abg. Scheibner: Dann hat der Rudas auch etwas angestellt! Und der Vranitzky hat auch etwas angestellt!), dass der ehemalige Minister Reichhold einen hoch dotierten Vertrag bei demselben Konzern hat.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie von der Koalition weisen darauf hin, bis zum Jahr 2007 werde kein einziger Cent dafür ausgegeben. – Na das ist eine „großartige Leistung“! Im Jahr 2007 kommen überhaupt erst die ersten Abfangjäger! Haben Sie geplant gehabt, schon Zahlungen zu tätigen, noch bevor die ersten Abfangjäger gekommen sind, Herr Finanzminister? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das heißt doch nichts anderes, als dass Sie eine Hypothek für alle künftigen Regierungen in Österreich beschließen und sich aus der finanziellen Verantwortung verabschieden wollen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Großruck: Wenn es nach der SPÖ geht, schon! – Abg. Scheibner: Das wollt ihr haben!
Man muss sich das einmal vorstellen: Die Menschen, die man trifft und die die Frage stellen, die heute unter 40-Jährigen: Werden unsere Pensionen wirklich um 30 oder 35 Prozent gekürzt werden?, die Menschen in den Betrieben, die sich die Frage stellen, ob, wenn sie im nächsten Jahr in Pension gehen werden, ihre Pensionen um 15 Prozent gekürzt werden (Abg. Großruck: Wenn es nach der SPÖ geht, schon! – Abg. Scheibner: Das wollt ihr haben!), die Menschen, die arbeitssuchend sind und darauf hoffen, dass es endlich einen Wirtschaftsaufschwung gibt, diese Menschen in Österreich erhalten auf ihre Sorgen von Ihnen die Antwort, dass Sie den Ankauf von Kampfflugzeugen planen!
Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Warum macht ihr dann eine Sondersitzung?
Meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien: Stoppen Sie diesen unsinnigen Deal des Ankaufs von Eurofightern, bevor es zu spät ist! Wenden wir uns den wichtigeren Dingen zu! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Warum macht ihr dann eine Sondersitzung?)
Abg. Scheibner: Nur lesen ist zu wenig, Herr Kollege!
Zugleich heute in der „Presse“ (Abg. Scheibner: Nur lesen ist zu wenig, Herr Kollege!) – ein wenig Lesen würde auch Ihnen nicht schaden – ein interessanter Artikel auf Seite 5: „EADS-Angebot an VP-Granden“. – Oho, sage ich mir, was ist das? – Es wurde ein Brief an den ÖVP-Chef von Salzburg, an Herrn Schausberger, geschickt, worin sie ihre Hilfe angeboten haben. Da würde mich interessieren: Wie viele Briefe gibt es denn da noch? Wie viele ÖVP-Landesparteivorsitzende haben ähnliche Briefe bekommen? Und um welche Hilfsangebote ist es da gegangen, damit ein wenig die Bereitschaft, man braucht Eurofighter, noch mehr gesteigert wird? (Abg. Großruck: Fragen Sie den Herrn Marizzi! Der kennt sich aus, wie das geht!) Daher fordern wir einen Untersuchungsausschuss, damit einmal Licht ins Dunkel kommt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Lesen Sie uns noch etwas aus dem Buch vor! – Abg. Dr. Fekter: Ihr Kollege Androsch hat das ganz anders gesehen!
Den Österreicherinnen und Österreichern versuchen Sie zu erklären, dass man mit diesem Geschäft Gegengeschäfte im Ausmaß von 4 Milliarden macht. – Das sind Luftgeschäfte, das ist schon einmal diskutiert worden. Da waren drei Viertel der Geschäfte überhaupt nicht fixiert. Manche Unternehmen wissen gar nicht, dass sie auf der Liste der Gegengeschäfte stehen. Das ist die Wahrheit. (Abg. Scheibner: Lesen Sie uns noch etwas aus dem Buch vor! – Abg. Dr. Fekter: Ihr Kollege Androsch hat das ganz anders gesehen!)
Abg. Öllinger: Vergessen Sie nicht auf die Trägerrakete! – Abg. Dr. Gusenbauer: Jetzt kommt die nächste Trägerrakete von Scheibner und Molterer!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Scheibner. 10 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Öllinger: Vergessen Sie nicht auf die Trägerrakete! – Abg. Dr. Gusenbauer: Jetzt kommt die nächste Trägerrakete von Scheibner und Molterer!)
Abg. Scheibner: Sie wollen es nicht wissen!
Erstens: die Gefährdungslage. Ihre eigenen Untersuchungen – das haben Sie nämlich nicht zitiert – von Bundesheer und Landesverteidigungsministerium gehen davon aus, dass sich die Gefährdungslage längst geändert hat und keine konventionellen Gefährdungen mehr vorliegen. Das muss doch irgendeine Konsequenz haben! Das kann doch nicht heißen, dass wir gerade jetzt jene Kampfflugzeuge bestellen, die für Kriegseinsätze tauglich sind. Was hat denn das mit der österreichischen Luftraumüberwachung zu tun? – Erklären Sie das einmal! (Abg. Scheibner: Sie wollen es nicht wissen!)
Abg. Scheibner: Sie haben immer den Zusammenhang hergestellt!
Mir ist noch kein Hochwasseropfer untergekommen, das irgendetwas von der Beschaffung Ihrer Luxuskampfjets zu haben scheint. (Abg. Scheibner: Sie haben immer den Zusammenhang hergestellt!) In Wahrheit ist es darum gegangen, dass man um diesen von Ihnen dargestellten Preis gar nicht in der Lage war, 24 Stück Eurofighter zu kaufen! Das war doch im Juli schon klar! Deshalb ist der Vorwurf des Schwindelns berechtigt. Es riecht aus allen Ritzen, egal, wo man hinschaut, nach Schiebung, was diesen Vergabevorgang betrifft. Das sollten Sie sich genauer anhören und nicht nur den Kopf schütteln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was Sie da alles hervorzaubern aus Ihrem Hut! – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was Sie da alles hervorzaubern aus Ihrem Hut! – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Mir ist noch kein Hochwasseropfer untergekommen, das irgendetwas von der Beschaffung Ihrer Luxuskampfjets zu haben scheint. (Abg. Scheibner: Sie haben immer den Zusammenhang hergestellt!) In Wahrheit ist es darum gegangen, dass man um diesen von Ihnen dargestellten Preis gar nicht in der Lage war, 24 Stück Eurofighter zu kaufen! Das war doch im Juli schon klar! Deshalb ist der Vorwurf des Schwindelns berechtigt. Es riecht aus allen Ritzen, egal, wo man hinschaut, nach Schiebung, was diesen Vergabevorgang betrifft. Das sollten Sie sich genauer anhören und nicht nur den Kopf schütteln. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was Sie da alles hervorzaubern aus Ihrem Hut! – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Scheibner: Sie vergessen dauernd die Hälfte!
Nämlich nächster Punkt: die so genannte Zwischenlösung. Die Zwischenlösung war ursprünglich gefordert. Sie haben eine Ausschreibung veranstaltet, die dies gefordert hat, und plötzlich ist es weg. Warum? – Eurofighter ist gar nicht in der Lage, die Flugzeuge in den Jahren 2003/04 zu liefern. (Abg. Scheibner: Sie vergessen dauernd die Hälfte!) – Ja, ich vergesse die Hälfte, aber ich sage die richtige Hälfte, nachdem Sie immer von der anderen reden. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir sollten es mieten! – Abg. Dr. Trinkl: Gusenbauer hat gesagt, wir sollten es mieten!
Ausschuss schon zugegeben, Herr Bundesminister! Selbstverständlich kommt dieses Mietverfahren teurer. Ja glauben Sie, es schenkt uns irgendjemand etwas in dieser Sache? – Sollte dies der Fall sein, dann gratuliere ich Ihnen wirklich recht herzlich dazu, aber darauf warte ich noch. (Abg. Scheibner: Wir sollten es mieten! – Abg. Dr. Trinkl: Gusenbauer hat gesagt, wir sollten es mieten!)
Abg. Scheibner: Die SPÖ hat gesagt, wir sollen es mieten, das kommt billiger!
Jetzt sind wir beim nächsten Kostenexplosionsfaktor: den Betriebskosten. (Abg. Scheibner: Die SPÖ hat gesagt, wir sollen es mieten, das kommt billiger!) Das trifft sich gut, dass der Herr Finanzminister da ist. Er soll uns endlich einmal erklären, in welchem ominösen Budgetposten die Betriebskosten dann verbucht werden, wenn sie nicht im Verteidigungsbudget verbucht werden. Natürlich haben die Militärs Recht gehabt, wenn sie sagen, das kostet ein Vielfaches vom Drakenflugbetriebssystem. Das muss jemand anderer zahlen, wenn uns der Eurofighter aufs Auge gedrückt wird. Das war nämlich eine politische und keine militärische Entscheidung.
Abg. Scheibner: Das ist vereinbart! – Beifall bei den Grünen und der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter! Ihre Redezeit ist zu Ende. Vielleicht kann einer Ihrer Kollegen den Antrag einbringen. (Abg. Scheibner: Das ist vereinbart! – Beifall bei den Grünen und der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Scheibner: Sagt ihr jetzt nein zur Luftraumüberwachung?
Herr Klubobmann Molterer – er ist gerade nicht anwesend – hat mich in seinem Redebeitrag zitiert und des Öfteren genannt. Ich kann Ihnen aber versichern, meine Damen und Herren, unser Nein und mein Nein zu diesen Kampfflugzeugen ist (Abg. Dr. Trinkl: Wessen Nein? Seit wann sagen Sie nein?), wie auch Herbert Scheibner bestätigen wird müssen, sicher kein Nein zum österreichischen Bundesheer. Dieses Nein erfolgt aus Sorge – aus finanzieller Sorge! – um die Zukunft des österreichischen Bundesheeres (Abg. Scheibner: Sagt ihr jetzt nein zur Luftraumüberwachung?), denn mit dieser Kampfjetbeschaffung treiben Sie das Bundesheer in die Überschuldung, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Wittauer: Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!
Zu den Zitaten des nicht anwesenden Herrn Klubobmannes Molterer und zu den Argumenten, die Sie, Herr Bundesminister Platter, vorgebracht haben: Das Europabeispiel ist ein schlechtes Beispiel; das ist eher eine Begründung für ein Nein zu Kampfflugzeugen. Wir sind dabei, eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in diesem Europa zu verwirklichen, uns geht es um eine gemeinsame Sicherheit, um eine gemeinsame Verteidigung. Wir sind auf dem Weg zu einer Friedensunion: Dazu brauchen wir zwar viel in diesem Europa, aber keine Kampfflugzeuge, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Wittauer.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Wittauer.
Zu den Zitaten des nicht anwesenden Herrn Klubobmannes Molterer und zu den Argumenten, die Sie, Herr Bundesminister Platter, vorgebracht haben: Das Europabeispiel ist ein schlechtes Beispiel; das ist eher eine Begründung für ein Nein zu Kampfflugzeugen. Wir sind dabei, eine Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik in diesem Europa zu verwirklichen, uns geht es um eine gemeinsame Sicherheit, um eine gemeinsame Verteidigung. Wir sind auf dem Weg zu einer Friedensunion: Dazu brauchen wir zwar viel in diesem Europa, aber keine Kampfflugzeuge, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!) Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Wittauer.)
Abg. Scheibner: Das ist der Abgeordnete Wittauer!
Mein lieber Schreihals in der zweiten Reihe! (Abg. Scheibner: Das ist der Abgeordnete Wittauer!) Ich darf Ihnen eines sagen: Was hier gekauft wird, hat nichts mit Luftraumüberwachung zu tun! Das sind Kampfflugzeuge! Diese sind für den Luftkrieg, für den Luftkampf konzipiert und haben überhaupt nichts mit luftpolizeilichen Aufgaben zu tun. Das brauchen wir nicht – nicht in Europa und schon gar nicht in Österreich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sparen wir gleich das ganze Bundesheer ein!
Wir haben ganz andere Sorgen. Ich komme aus einem Arbeiterbezirk – aus Wien-Favoriten (Abg. Wittauer: Das hört man!) –, dort leben Tausende Familien mit einem Einkommen von knapp über 1 000 € im Monat. Diese verstehen nicht, wie leichtfertig man hier mit schwer verdientem Steuergeld umgeht. (Abg. Scheibner: Sparen wir gleich das ganze Bundesheer ein!) Deren Interesse haben wir zu vertreten: Daher ein Nein zu dieser Ihrer Politik, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist diese Aufrechnung, die ...! Dass das ein Wehrsprecher macht, ist ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist diese Aufrechnung, die ...! Dass das ein Wehrsprecher macht, ist ...!
Wir haben ganz andere Sorgen. Ich komme aus einem Arbeiterbezirk – aus Wien-Favoriten (Abg. Wittauer: Das hört man!) –, dort leben Tausende Familien mit einem Einkommen von knapp über 1 000 € im Monat. Diese verstehen nicht, wie leichtfertig man hier mit schwer verdientem Steuergeld umgeht. (Abg. Scheibner: Sparen wir gleich das ganze Bundesheer ein!) Deren Interesse haben wir zu vertreten: Daher ein Nein zu dieser Ihrer Politik, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist diese Aufrechnung, die ...! Dass das ein Wehrsprecher macht, ist ...!)
Abg. Scheibner: Mein Gott! Lauter Plattitüden! Solch ein Unsinn!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich nehme zur Kenntnis, dass die Österreichische Volkspartei und Reste der Freiheitlichen Partei nach wie vor der Meinung sind, dass Österreich Kampfflugzeuge braucht, um seinen Luftraum verteidigen zu können. Kleine Frage: Gegen wen: gegen die Schweiz, gegen Liechtenstein oder – und das ist die einzige sonstige Möglichkeit – gegen NATO-Staaten? (Abg. Scheibner: Mein Gott! Lauter Plattitüden! Solch ein Unsinn!) Das ist die Botschaft der österreichischen Bundesregierung (Abg. Murauer: Sie sind doch ein gescheiter Mensch! Fällt Ihnen nichts anderes ein?): Wir kaufen vier bewaffnete und 14 unbewaffnete Kampfflugzeuge, um Österreich gegen die Airforce der Vereinigten Staaten, die deutsche Luftwaffe, die britische Luftwaffe, die italienische Luftwaffe und so weiter zu verteidigen. (Abg. Scheibner: Sie selber haben gesagt, wir dürfen keine Überflüge zulassen!)
Abg. Scheibner: Sie selber haben gesagt, wir dürfen keine Überflüge zulassen!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich nehme zur Kenntnis, dass die Österreichische Volkspartei und Reste der Freiheitlichen Partei nach wie vor der Meinung sind, dass Österreich Kampfflugzeuge braucht, um seinen Luftraum verteidigen zu können. Kleine Frage: Gegen wen: gegen die Schweiz, gegen Liechtenstein oder – und das ist die einzige sonstige Möglichkeit – gegen NATO-Staaten? (Abg. Scheibner: Mein Gott! Lauter Plattitüden! Solch ein Unsinn!) Das ist die Botschaft der österreichischen Bundesregierung (Abg. Murauer: Sie sind doch ein gescheiter Mensch! Fällt Ihnen nichts anderes ein?): Wir kaufen vier bewaffnete und 14 unbewaffnete Kampfflugzeuge, um Österreich gegen die Airforce der Vereinigten Staaten, die deutsche Luftwaffe, die britische Luftwaffe, die italienische Luftwaffe und so weiter zu verteidigen. (Abg. Scheibner: Sie selber haben gesagt, wir dürfen keine Überflüge zulassen!)
Abg. Scheibner: Aber Sie glauben die Antworten darauf nicht!
Bleiben andere Gründe – zu denen werde ich noch zurückkommen, aber vorher wiederhole ich Fragen, die wir seit mehr als einem Jahr immer wieder stellen (Abg. Scheibner: Aber Sie glauben die Antworten darauf nicht!) und die immer öfter auch Pensionistinnen und Pensionisten und Patientinnen und Patienten und Studentinnen und Studenten an den Universitäten aus Gründen, die Ihnen gut bekannt sind, immer drängender stellen, und diese lauten: Was wird das alles kosten? (Abg. Großruck: Das ist alles beantwortet worden!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Blödsinn!
Stimmt es, dass aus Gründen der Ausbildung die Saab 105Ö bis 2010 ersetzt werden müssen? Stimmt es, dass sechs – das ist die Minimallösung – Übungs- und Trainings-Eurofighter etwa 400 Millionen € kosten – plus noch einmal 400 Millionen € für Betriebskosten? Stimmt es, dass also 12 Stück, wie es geplant ist, 800 plus 800 Millionen € kosten? (Abg. Scheibner: Das ist ein Blödsinn!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glauben Sie doch selber nicht!
Meine Damen und Herren! In Zeiten der so genannten Pensionsreform, der Pensionskürzungen, der Kürzungen an Leistungen für Patientinnen und Patienten schnüren Sie ein offenes Paket von 2 Milliarden € und ein Geheimpaket von zusätzlichen 3,9 Milliarden € für Flugzeuge, von denen wir nur eines wissen: dass die Republik Österreich sie mit Sicherheit nicht braucht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glauben Sie doch selber nicht!)
Abg. Scheibner: Und das meiste ist falsch!
Meine Damen und Herren! Ich kenne ziemlich viel aus dem Beschaffungsvorgang und weiß (Abg. Scheibner: Und das meiste ist falsch!), was ungefähr in der letzten Woche, als einmal die Ministerratssitzung verschoben worden ist, in der Nacht passiert ist. Ich weiß auch – und es lässt sich belegen –, dass der Verteidigungsminister vorhatte, nicht die Eurofighter, sondern die schwedischen Gripen dem Ministerrat vorzuschlagen. (Abg. Wittauer: Wo sind denn die Belege?)
Abg. Wittauer: Was heißt denn das? – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, dass man unwidersprochen so etwas sagen darf!
Aber es geht nicht um Eurofighter rund um Grasser, sondern es geht um „Magna-Fighter“ und Magna-Verträge und Magna-Interessen und Magna-Zahlungen an etliche, die direkt oder indirekt mit diesem Prozess zu tun hatten. (Abg. Wittauer: Was heißt denn das? – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, dass man unwidersprochen so etwas sagen darf!)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, so etwas unwidersprochen sagen zu dürfen!
Deswegen, meine Damen und Herren, weil eine derartige Vergeudung nicht stattfinden darf und weil es so etwas wie politische Verantwortung gibt und weil gerade die Frauen, Herr Minister Bartenstein, die Sie mit dem Herunterkürzen ihrer Pensionen nach einem langen Berufsleben an die Armutsgrenze bringen wollen, ein Recht darauf haben, dass ihr Geld seriös behandelt wird (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, so etwas unwidersprochen sagen zu dürfen!), deswegen brauchen wir einen Untersuchungsausschuss, denn Ihnen ist auch in dieser Frage keinen Millimeter über den Weg zu trauen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Murauer: Äußerst mies!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal etwas zu Ihren Rednern! – Abg. Murauer: Welchen Kampf meinen Sie?
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Es ist einfach zusammenzufassen, Herr Murauer, Herr Bösch: Sie reden von Überwachung und meinen Aufrüstung und Kampf! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal etwas zu Ihren Rednern! – Abg. Murauer: Welchen Kampf meinen Sie?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Weil Ihnen politische Streiks wichtiger sind als das Ergebnis! Das ist die Verhöhnung! ... politische Agitation! Das ist keine Verhöhnung der Streikenden! Ungeheuerlich, was Sie da daherbringen! Ich möchte wissen, was die Pflichtschullehrer mit der Pensionsreform zu tun haben!
Zeichen gegen die Menschen, das Sie hier setzen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Weil Ihnen politische Streiks wichtiger sind als das Ergebnis! Das ist die Verhöhnung! ... politische Agitation! Das ist keine Verhöhnung der Streikenden! Ungeheuerlich, was Sie da daherbringen! Ich möchte wissen, was die Pflichtschullehrer mit der Pensionsreform zu tun haben!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Damit kommen wir auch schon zu der sich daraus ergebenden Konsequenz. Es geht hier nicht um einen volkswirtschaftlichen Voodoo-Zauber, wie das von manchen Professoren mitunter beschrieben wird, ganz im Gegenteil. Es ist nicht so, dass wir von Seiten der Wirtschaft jetzt Geschäfte machen oder solche fordern, und im Gegenzug bekommen wir die Abfangjäger – das wäre unlogisch und auch unerwünscht –, sondern: Wenn der Staat aus sicherheitspolitischen Überlegungen derartige Geräte kauft, dann ist es selbstverständlich auch international üblich, dass man entsprechende Gegengeschäfte fixiert. Auch was das Pönale betrifft, so ist dieses im internationalen Umfeld genauso in einer Höhe von 5 Prozent üblich. Es sind daher in diesem Bereich Transparenz und Klarheit gegeben. Verwirrt sind eigentlich nur Sie, aber niemand, der sich die genauen Bedingungen durchliest! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wer hat das Gutachten bestellt?
In einem anderen Gutachten, meine Damen und Herren, das er nicht selbst bestellt hat, steht etwas ganz anderes drin, nämlich dass der Republik Österreich sogar Schadenersatzansprüche drohen. (Abg. Scheibner: Wer hat das Gutachten bestellt?) Aber, Kollege Scheibner, genug der Gutachten! (Abg. Scheibner: Wer hat das Gutachten bestellt? Sagen Sie das!)
Abg. Scheibner: Wer hat das Gutachten bestellt? Sagen Sie das!
In einem anderen Gutachten, meine Damen und Herren, das er nicht selbst bestellt hat, steht etwas ganz anderes drin, nämlich dass der Republik Österreich sogar Schadenersatzansprüche drohen. (Abg. Scheibner: Wer hat das Gutachten bestellt?) Aber, Kollege Scheibner, genug der Gutachten! (Abg. Scheibner: Wer hat das Gutachten bestellt? Sagen Sie das!)
Abg. Scheibner: Wie viele Flieger haben die in Deutschland?
Meine Damen und Herren, weil Sie immer mit so großer Begeisterung nach Deutschland hinaus schauen; das ist ungemein beliebt, vor allem bei der ÖVP: Der deutsche Rechnungshof empfiehlt eine Verschiebung des Kaufes der Eurofighter und sagt, was die spätere Wartung und Logistik angehe, bestehe rund zwei Jahre vor Nutzungsbeginn des Eurofighters noch keine Klarheit über die Gesamtkosten. Ferner seien die Kosten für die Bewaffnung noch nicht vollständig bekannt und unsicher. (Abg. Scheibner: Wie viele Flieger haben die in Deutschland?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich sind Ihre Vergleiche!
Was glauben Sie, meine Damen und Herren, was der Herr Minister heute auf diesen Einwand geantwortet hat? – Er meinte: Schauen wir doch nicht nach Deutschland, kümmern wir uns um unsere Probleme in Österreich! – und das, wo Sie monatelang immer wieder gesagt haben, wir müssten uns mit Deutschland vergleichen. Eine Ungeheuerlichkeit, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich sind Ihre Vergleiche!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Der Klubobmann sagt, es ist alles in Ordnung!
Meine Damen und Herren! Ich zitiere: Für Österreich geschafft – Jörg Haider stoppt den Abfangjägerkauf! FP-Bundesrat Gudenus: Es besteht Korruptionsverdacht. Der dritte Präsident des Nationalrates fordert eine Neuausschreibung und sagt: Der Wähler wurde getäuscht. – Wenn das keine Gründe sind, meine Damen und Herren von der FPÖ, heute und hier einem Antrag auf Untersuchung dieser Causa zuzustimmen, wann dann? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Der Klubobmann sagt, es ist alles in Ordnung!)
Scheibner und Platter
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerIn (Riess-Passer und Haupt), den Bundesministern für Finanzen (Grasser), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Platter), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge;
Sitzung Nr. 18
Abg. Steibl: Das ist aber tief! – Abg. Scheibner: Das fängt ja „sehr gut“ an! – Abg. Steibl: Die Menschen haben bei der Wahl anders entschieden! Die wissen, was sie wollen!
Herr Vizekanzler! Diese Trickkiste – Reformschwindel statt tatsächliche Reform – ist ja nichts Neues: Schon in der ersten ÖVP-FPÖ-Regierung hat man unter dem Titel „soziale Treffsicherheit“ alle Grausamkeiten, die konservativen Köpfen entspringen können (Abg. Steibl: Das ist aber tief!), unter das Volk gebracht, veröffentlicht und diskutiert (Abg. Steibl: Das ist aber tief! – Abg. Scheibner: Das fängt ja „sehr gut“ an! – Abg. Steibl: Die Menschen haben bei der Wahl anders entschieden! Die wissen, was sie wollen!), man hat Ambulanzgebühren und Unfallrentenbesteuerungen eingeführt, hat die bisher höchste Abgabenquote geschaffen und hat dann gesagt: Wir haben ja ohnedies nicht alles gemacht! Wir haben nur einen Teil davon umgesetzt, das ist ja ohnedies sozial verträglich!
Abg. Scheibner: Das muss für alle gelten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete! Für das Wort „Mogelpackung“ ist in der vergangenen Legislaturperiode einem freiheitlichen Abgeordneten ein Ordnungsruf erteilt worden! (Abg. Scheibner: Das muss für alle gelten!) Ich tue das am Beginn der Sitzung nicht. Nur: Ich bitte alle Abgeordneten, diese Sitzung in einer würdigen Form durchzuführen! Wir haben uns darüber in der Präsidialkonferenz verständigt.
Abg. Scheibner: Da kann er sich nicht daran erinnern, denn das ist schon länger her!
Ich glaube, dass diese Bundesregierung eher in der Historie Anleihe genommen hat: Herr Vizekanzler, Sie erinnern sich wahrscheinlich an den Trojanischen Krieg. (Abg. Scheibner: Da kann er sich nicht daran erinnern, denn das ist schon länger her!) Dort hat man eine ganz einfache Finte angewendet: Man hat das Trojanische Pferd hingestellt. Mit diesem Trojanischen Pferd wollte man vortäuschen, dass man abzieht, dass man sich zurückzieht. Doch was hat man in Wirklichkeit gemacht? – Man hat sozusagen den Gegner – und offensichtlich ist die Bevölkerung Österreichs der Gegner dieser
Abg. Scheibner: Das hat aber mit dem Trojanischen Pferd sehr wenig zu tun! ... Geschichte lernen!
Bundesregierung – damit überlistet und über den Tisch gezogen. (Abg. Scheibner: Das hat aber mit dem Trojanischen Pferd sehr wenig zu tun! ... Geschichte lernen!)
Abg. Scheibner: Wollen Sie das ändern? Wollen Sie das wieder ändern?
Das klingt ja sehr klasse, aber was heißt denn das? Ist diese Deckelung verfassungsmäßig gewährleistet, und wenn ja, bis wann? Wie lange hält diese Deckelung? (Abg. Scheibner: Wollen Sie das ändern? Wollen Sie das wieder ändern?) Oder können Sie sie nächstes oder übernächstes Jahr mit einfacher Mehrheit wieder aufheben? Was garantieren Sie denn da, Herr Vizekanzler? – Nichts garantieren Sie! Das Ganze ist eine Luftblase und nicht mehr! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!
Meine Damen und Herren! Ihre Aufregung zeigt Ihr schlechtes Gewissen. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!) Sie wissen selbst ganz genau: Was Sie da tun, ist sozial ungerecht, hat nichts mit Reform zu tun und ist vor allem eine Gefährdung unserer Jugend! Die Jugend wird sich die Privatvorsorge nicht leisten können, die Jugend wird nichts davon haben, wenn es um Betriebspensionen geht. Sie sind nicht der, der ihre Zukunft garantiert – das kommt ja noch dazu, Herr Vizekanzler –, sondern die Jugend wird mehr zahlen müssen als bisher und weniger Pension bekommen. Ich bin Mutter und Großmutter, und ich habe Interesse daran, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft ein gutes System und ein gesichertes System haben. Aber das, was Sie machen, gefährdet die Zukunft unserer Jugend. Das ist ein Skandal, und das ist eigentlich das, was zu verwerfen ist! (Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!) Sie gaukeln der Jugend vor, etwas für sie sichern zu wollen, und in Wahrheit nehmen Sie ihr ihre Zukunftssicherung. Und dagegen wehren wir uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!
Meine Damen und Herren! Ihre Aufregung zeigt Ihr schlechtes Gewissen. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht aufgeregt! Da brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen!) Sie wissen selbst ganz genau: Was Sie da tun, ist sozial ungerecht, hat nichts mit Reform zu tun und ist vor allem eine Gefährdung unserer Jugend! Die Jugend wird sich die Privatvorsorge nicht leisten können, die Jugend wird nichts davon haben, wenn es um Betriebspensionen geht. Sie sind nicht der, der ihre Zukunft garantiert – das kommt ja noch dazu, Herr Vizekanzler –, sondern die Jugend wird mehr zahlen müssen als bisher und weniger Pension bekommen. Ich bin Mutter und Großmutter, und ich habe Interesse daran, dass Kinder und Jugendliche auch in Zukunft ein gutes System und ein gesichertes System haben. Aber das, was Sie machen, gefährdet die Zukunft unserer Jugend. Das ist ein Skandal, und das ist eigentlich das, was zu verwerfen ist! (Abg. Scheibner: Mehr als „Skandal“ fällt Ihnen eh nicht ein bei dieser Rede!) Sie gaukeln der Jugend vor, etwas für sie sichern zu wollen, und in Wahrheit nehmen Sie ihr ihre Zukunftssicherung. Und dagegen wehren wir uns! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schon wieder!
Sie hätten Zeit bis Herbst, meine Damen und Herren! Ja Sie hätten sogar noch länger Zeit, würden Sie es ernst, würden Sie es gerecht meinen, würden Sie die Zukunftssicherung im Auge haben, würden Sie es positiv im Sinne der Jugend meinen. Diese Zeit nehmen Sie sich aber nicht! Doch warum nehmen Sie sich diese Zeit nicht? (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Weil Sie ganz genau wissen: Es ist eine ungerechte, eine unsoziale, einfach eine nicht gerechtfertigte Maßnahme! Dafür sollten Sie sich schämen! (Abg. Scheibner: Schon wieder!) Dafür wollen Sie sich hergeben und hier im Haus zustimmen? Sie sollten sich schämen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!
Sie hätten Zeit bis Herbst, meine Damen und Herren! Ja Sie hätten sogar noch länger Zeit, würden Sie es ernst, würden Sie es gerecht meinen, würden Sie die Zukunftssicherung im Auge haben, würden Sie es positiv im Sinne der Jugend meinen. Diese Zeit nehmen Sie sich aber nicht! Doch warum nehmen Sie sich diese Zeit nicht? (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) – Weil Sie ganz genau wissen: Es ist eine ungerechte, eine unsoziale, einfach eine nicht gerechtfertigte Maßnahme! Dafür sollten Sie sich schämen! (Abg. Scheibner: Schon wieder!) Dafür wollen Sie sich hergeben und hier im Haus zustimmen? Sie sollten sich schämen, meine Damen und Herren von den Freiheitlichen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihre Vorschläge! Sagen Sie, was Sie wollen!)
Abg. Scheibner: Ich will nur wissen, was Ihre Vorschläge sind!
Herr Kollege, es ist kein Wunder, das Sie so hektisch werden. Wir haben unsere Vorschläge auf den Tisch gelegt. Aber Sie sind nicht bereit, darüber zu diskutieren! (Abg. Scheibner: Ich will nur wissen, was Ihre Vorschläge sind!) Sie fabrizieren nur Luftblasen, geben leere Ankündigungen von sich. Es liegen keine Vorschläge von Ihnen im Hause auf. Wir können daher nicht beurteilen, was qualitativ hinter Ihren Worten steckt. Vermutlich sind es aber dieselben Vorankündigungen wie jene des Herrn Bundeskanzlers bei der Pensionsreform im Jahr 2000. Wir können uns darauf nicht verlassen! Wir können uns nur darauf verlassen, dass diese Ankündigungen platzen! Das ist das Problem mit Ihrer Politik – und das ist das, was so verwerflich ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schon wieder „verwerflich“! Sagen Sie einmal, was Ihre Vorschläge sind!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schon wieder „verwerflich“! Sagen Sie einmal, was Ihre Vorschläge sind!
Herr Kollege, es ist kein Wunder, das Sie so hektisch werden. Wir haben unsere Vorschläge auf den Tisch gelegt. Aber Sie sind nicht bereit, darüber zu diskutieren! (Abg. Scheibner: Ich will nur wissen, was Ihre Vorschläge sind!) Sie fabrizieren nur Luftblasen, geben leere Ankündigungen von sich. Es liegen keine Vorschläge von Ihnen im Hause auf. Wir können daher nicht beurteilen, was qualitativ hinter Ihren Worten steckt. Vermutlich sind es aber dieselben Vorankündigungen wie jene des Herrn Bundeskanzlers bei der Pensionsreform im Jahr 2000. Wir können uns darauf nicht verlassen! Wir können uns nur darauf verlassen, dass diese Ankündigungen platzen! Das ist das Problem mit Ihrer Politik – und das ist das, was so verwerflich ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schon wieder „verwerflich“! Sagen Sie einmal, was Ihre Vorschläge sind!)
Abg. Scheibner: Wir würden Ihnen ja gerne zustimmen, aber wir wissen nicht, wozu!
Lieber Herr Kollege, ich kann nichts dafür, dass Sie jetzt so hektisch werden! (Abg. Dr. Bleckmann: Sie sind hektisch!) Ich weiß schon, das schlechte Gewissen, das drückt Sie, das mag schon sein, aber Sie haben ja noch eine Wahlmöglichkeit: Sie müssen dem Ganzen nicht Ihre Zustimmung geben. (Abg. Scheibner: Wir würden Ihnen ja gerne zustimmen, aber wir wissen nicht, wozu!) Sie können uns hier im Hohen Haus die Chance lassen, tatsächlich Parlamentarismus zu betreiben, sodass wir
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist sozial?
Angesichts dessen, dass uns die Arbeiterkammer mit x falsch gerechneten Modellen (Widerspruch bei Abgeordneten der SPÖ) soziale Härte vorwirft, darf ich Sie, Herr Präsident Verzetnitsch, bitten, Ihre Beschlüsse im Präsidium des Österreichischen Gewerkschaftsbundes zu überdenken, denn gestern haben mich Hunderte Menschen empört angerufen und haben sich beklagt, dass sie bei einem durchschnittlichen Kollektivvertragslohn von 10 € pro Stunde nur 7 € aus den übervollen Streikkassen des Gewerkschaftsbundes refundiert bekommen. Das bedeutet eine Streichung von 30 Prozent des Einkommen, sehr geehrte Damen und Herren! Das ist die Gewerkschaft, wie sie lebt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist sozial?)
Abg. Scheibner: Auch im Plenum!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wir werden hier mehr politische Courtoisie zeigen, als Sie 1995 und 1997 der freiheitlichen Fraktion gegenüber gehabt haben, als die Sitzungen des Sozialausschusses nachweislich unterbrochen werden mussten, weil seitenlange Abänderungsanträge erst direkt im Sozialausschuss eingebracht worden sind und nicht vorher übermittelt werden konnten. (Abg. Scheibner: Auch im Plenum!)
Abg. Steibl: Also so eine Frechheit! – Abg. Scheibner: Was ist denn das jetzt? – Abg. Mag. Mainoni: Und das bei Ihrem Organ!
Der Herr Vizekanzler und der Herr Bundeskanzler beziehungsweise diese Regierung versucht seit Wochen, mit immer neuen Worthülsen – heute hat der Herr Vizekanzler das sehr lautstark bis fast brüllend getan (Abg. Steibl: Also so eine Frechheit! – Abg. Scheibner: Was ist denn das jetzt? – Abg. Mag. Mainoni: Und das bei Ihrem Organ!) – irgendwie den Eindruck zu erwecken, dass es sich bei ihrem Konzept um kein unsoziales Pensionskürzungskonzept handelt. Sie versuchen immer wieder den Eindruck zu erwecken, die Reform doch etwas entschärfen zu wollen. Sie selbst haben gesagt, Ihr Entwurf habe Giftzähne, die man ziehen werde. Tatsache ist, dass sich nach drei Ankündigungen in der Substanz, im Kern, am unsozialen Charakter Ihrer Reformvorschläge in Wirklichkeit nichts geändert hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie!
Diese eine Million Menschen, die gestern protestiert hat (Abg. Mag. Mainoni: Es sind alle hinzugerechnet worden, auch die Badegäste!), steht nämlich stellvertretend für Tausende Menschen, die Sorgen um ihre Pension haben, weil Sie einen ungerechten Entwurf vorlegen. Aber für die Sorgen dieser Menschen haben Sie ja kein Ohr (Abg. Scheibner: Sie!), die Sorgen und Anliegen der Menschen sind Ihnen völlig egal, über die sind Sie schon in der letzten Legislaturperiode hinweggefahren, und Sie scheinen das in dieser fortzusetzen. (Abg. Großruck: Hören Sie einmal auf mit diesem Schmäh! So ein Wahnsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Großruck: Wer sagt das? – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist genau diese Angstmache, die Sie betreiben!
Zu der von Ihnen viel gepriesenen Deckelung: Sagen Sie doch, was diese „tolle“ Deckelung ganz konkret bedeutet! Einer Frau mit einer durchschnittlichen Pension von 650 € – und das ist die durchschnittliche Frauenpension – nehmen Sie mehr als 75 € im Monat weg! Das sind mehr als 1 000 S! (Abg. Großruck: Wer sagt das? – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist genau diese Angstmache, die Sie betreiben!) Das sind eineinhalb Monatsbezüge. Das ist so, wie wenn Sie den 13. Monatsbezug und den halben 14. streichen würden. Das sind die Auswirkungen Ihres Systems! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wieso schreien Sie denn so? Zuerst hat Herr Kollege Posch gesagt, wer schreit, ist im Unrecht! Da müssen Sie ordentlich Unrecht haben!)
Abg. Scheibner: Wo ist dieses Modell? – Vizekanzler Mag. Haupt: Ja wo denn? Wo denn? – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Weil der Herr Vizekanzler sozusagen den Appell an uns gerichtet hat, dass man Abänderungsanträge einbringen soll: Bei diesem Stückwerk, diesem unsozialen Stückwerk, das Sie präsentiert haben, sind keine Abänderungsanträge einzubringen, sondern es ist ein faires Modell umzusetzen! Die SPÖ hat ein Fairness-Modell präsentiert (Abg. Scheibner: Wo ist dieses Modell? – Vizekanzler Mag. Haupt: Ja wo denn? Wo denn? – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), das dazu führt, dass die Pensionen langfristig gesichert sind, das dazu führt, dass der Lebensstandard gesichert ist, das dazu führt, dass es mehr Gerechtigkeit und eine wirkliche Harmonisierung des Pensionssystems gibt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt auf Ihr Modell! Das werden wir ja jetzt hören!
Ich habe erwartet, dass es hier einige inhaltliche Präsentationen geben wird (Abg. Großruck: Die kommen! Der Bundeskanzler wird sie bringen!), eine Rechtfertigung, warum dieser Pensionsreform zugestimmt wird. Ich habe aber bis jetzt nichts als Floskeln gehört, nämlich: Leistungsfähigkeit des Systems stärken, und immer wieder – immer wieder! – ist vom Vertrauen der jungen Menschen die Rede, das aufrechterhalten werden muss. (Abg. Scheibner: Da sind wir gespannt auf Ihr Modell! Das werden wir ja jetzt hören!)
Abg. Scheibner: Schon wieder diese Falschmeldungen!
Ich möchte Sie fragen, Herr Vizekanzler: Finden Sie es eigentlich gerecht, finden Sie es sozial ausgewogen und finden Sie es intelligent, dass Menschen, die in Bildung investieren, dass junge Leute, die sehr viel Zeit auf den Universitäten verbringen, Qualifikationsmaßnahmen machen, bestraft werden durch die Pensionsreform? (Abg. Dr. Fekter: Genau die schützen wir!) Finden Sie das gerecht und sozial ausgewogen? Finden Sie es ausgewogen, dass Studierende, die, um sich die Studiengebühren leisten zu können, bereits jetzt schon immer öfter daneben arbeiten müssen und dadurch Nachteile für ihre Pension haben werden? Finden Sie es gerecht, dass Menschen in meinem Alter und jünger, Menschen, die 34 und jünger sind, mit Verlustabschlägen bis zu 40 Prozent rechnen müssen? (Abg. Scheibner: Schon wieder diese Falschmeldungen!) Ist das eine Pensionsreform, die die Jungen in irgendeiner Form in ihrem Vertrauen in die staatliche Pensionsvorsorge stärkt, Herr Vizekanzler? – Dazu haben Sie nichts gesagt!
Abg. Scheibner: Also, das haben Sie nicht notwendig! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Noch etwas, Herr Bundeskanzler Schüssel: Die Veränderung der Alterspyramide ist uns allen als Herausforderung bewusst. Aber Sie haben vergessen hinzuzufügen, dass hier und jetzt, in den letzten zwei, drei Jahren und – sagen wir es einmal vorsichtig – für die kommende Zeit nicht das staatliche Pensionssystem in einer akuten Krise ist, nicht das Umlageverfahren in einer akuten Krise ist, dass es vor allem nicht in Österreich in einer akuten Krise ist. (Abg. Mag. Posch: Die Regierung ist in einer akuten Krise!) – Die Regierung ist auch in einer akuten Krise. Das ist ein guter Zwischenruf. Danke. (Abg. Scheibner: Also, das haben Sie nicht notwendig! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Scheibner: Das ist richtig! Weil zu spät gehandelt wurde!
Noch etwas, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Man kann schon über die zweite und dritte Säule – das heißt, die Betriebskassen beziehungsweise die private Vorsorge über Versicherungen, über Pensionskassen, aber im Wesentlichen eben börseorientierte Vorsorgeformen – reden, aber reden Sie den Leuten nicht ein, dass das billiger ist! Zahlen wird die junge Generation auf jeden Fall: die jetzigen Pensionsbeiträge, vielleicht sogar etwas höhere, und die privaten Vorsorgemaßnahmen, die Sie vorschlagen. (Abg. Scheibner: Das ist richtig! Weil zu spät gehandelt wurde!) – Aber fallen diese Beiträge vom Himmel? Der Euro, der bezahlt werden muss, ist für den Betroffenen 1 € und senkt das verfügbare Einkommen, ganz gleichgültig, ob er in das staatliche Pensionssystem eingezahlt wird oder in ein privates.
Abg. Scheibner: Warten Sie auf den Vizekanzler!
Es gibt zwar einzelne Abgeordnete, sogar Staatssekretärinnen der FPÖ, die gesagt haben: Na ja, jetzt haben wir bemerkt, wir haben da ein Problem, es gibt ja so viele Menschen, die 1 000 € oder weniger an Pension beziehen, und diese müssen daher von diesen Kürzungsmaßnahmen ausgenommen werden, sie dürfen von der Deckelung daher gar nicht betroffen sein! Aber was passiert? – Ich habe der Äußerung von Bundeskanzler Schüssel heute nicht entnommen, dass das der Fall ist. (Abg. Scheibner: Warten Sie auf den Vizekanzler!) – Ich warte auf den Vizekanzler, auf die mündliche Erklärung des Vizekanzlers. (Abg. Brosz: Das wird sicher klar sein! – Abg. Mag. Kogler: In aller Klarheit!)
Abg. Scheibner: Dann kommen noch 50 Redner!
Das ist eine sehr nette Bemerkung, Herr Kollege Scheibner, macht aber gleichzeitig auf ein Grundproblem dieser ganzen Debatte aufmerksam: Wir haben eine mündliche Erklärung des Bundeskanzlers gehört, nach mir wird es eine mündliche Erklärung des Vizekanzlers geben (Abg. Scheibner: Dann kommen noch 50 Redner!) – nur: schriftlich haben wir bis zur Stunde nichts, gar nichts! (Abg. Gaál: Das ist eine Missachtung
Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!
Sie tun mir ja ein bisschen Leid. (Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!) – Für die Oppositionsparteien ist es normales, trockenes Brot, zu spät zu erfahren, was eigentlich geplant ist. Wirklich klassisch war der heutige Versprecher – das will ich einmal annehmen – von Vizekanzler Haupt, der davon gesprochen hat, dass wir die Unterlagen 48 Stunden vor der Ausschusssitzung erhalten werden. Dazu muss ich sagen: Die Ausschusssitzung findet morgen Früh um 10 Uhr statt; nun ist es 11.30 Uhr – es können sich diese 48 Stunden bis morgen nicht wirklich ausgehen. (Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!) – Herr Kollege Scheibner von der FPÖ! Es gehen sich auch die versprochenen 24 Stunden nicht aus (Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!) – sie gehen sich wieder nicht aus! Das ist die Informationspolitik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!
Sie tun mir ja ein bisschen Leid. (Abg. Mag. Prammer: Aber nur ein bisschen!) – Für die Oppositionsparteien ist es normales, trockenes Brot, zu spät zu erfahren, was eigentlich geplant ist. Wirklich klassisch war der heutige Versprecher – das will ich einmal annehmen – von Vizekanzler Haupt, der davon gesprochen hat, dass wir die Unterlagen 48 Stunden vor der Ausschusssitzung erhalten werden. Dazu muss ich sagen: Die Ausschusssitzung findet morgen Früh um 10 Uhr statt; nun ist es 11.30 Uhr – es können sich diese 48 Stunden bis morgen nicht wirklich ausgehen. (Abg. Scheibner: ... 24 Stunden!) – Herr Kollege Scheibner von der FPÖ! Es gehen sich auch die versprochenen 24 Stunden nicht aus (Abg. Scheibner: Doch, doch! Das wissen Sie, dass wir um 10 Uhr die Luftraumüberwachung haben!) – sie gehen sich wieder nicht aus! Das ist die Informationspolitik von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ihr Experte hat gesagt: 15 Prozent!
Die durchschnittliche Bruttopension beträgt 1 180 € im Jahr 2001, die durchschnittliche Nettopension insgesamt 985 €. Das werden Sie den Menschen erklären, dass da 10 Prozent kein Problem sind! (Abg. Scheibner: Ihr Experte hat gesagt: 15 Prozent!)
Abg. Scheibner: Die Gesamtreform!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Klubobmann Scheibner, gestatten Sie mir eine Vorbemerkung zu dem, was Sie gesagt haben. Sie haben der Opposition empfohlen, die Anträge, die jetzt dann hoffentlich doch kommen, auch durchzulesen (Abg. Scheibner: Die Gesamtreform!), um sie alsbald, nämlich morgen beziehungsweise übermorgen, beschließen zu können, weil Sie eine Frist bis übermorgen gesetzt haben.
Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts empfohlen! Ich habe gesagt, Sie sollen am Entschließungsantrag mitarbeiten!
Ich bedanke mich ganz artig für dieses Ihr Angebot, dass wir das lesen dürfen. Wir nehmen das auch in der Regel wahr, und das macht den Unterschied zu Ihnen aus, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts empfohlen! Ich habe gesagt, Sie sollen am Entschließungsantrag mitarbeiten!) Sie handeln etwas aus, unterschreiben Anträge, aber lesen sie nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen empfehle ich gar nichts!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen empfehle ich gar nichts!
Ich bedanke mich ganz artig für dieses Ihr Angebot, dass wir das lesen dürfen. Wir nehmen das auch in der Regel wahr, und das macht den Unterschied zu Ihnen aus, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts empfohlen! Ich habe gesagt, Sie sollen am Entschließungsantrag mitarbeiten!) Sie handeln etwas aus, unterschreiben Anträge, aber lesen sie nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen empfehle ich gar nichts!)
Abg. Scheibner: Seit zwei Jahren haben wir diskutiert! Ein halbes Jahr ...! Das ist nicht überfallsartig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Seit 25 Jahren ist das ein Thema!
Diese Worte sind leider nicht über Ihre Lippen gekommen. Das war schon das Ergebnis von Anstrengungen der Oppositionsparteien, auch von VertreterInnen der Regierungsparteien und der Gewerkschaft für eine über die Gewerkschaft hinaus beunruhigte Zivilgesellschaft, die sich fragen musste und natürlich auch gefragt hat: Was ist los in diesem Land? Warum kommt diese Regierung mit einem Überfall auf die Pensionsfrage daher? (Abg. Scheibner: Seit zwei Jahren haben wir diskutiert! Ein halbes Jahr ...! Das ist nicht überfallsartig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Seit 25 Jahren ist das ein Thema!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Halten Sie sich einmal an irgendetwas! Das ist unfair!
Sie wollen in Wirklichkeit auch keine Volksabstimmung. Das ist ungeheuerlich. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Und die Streiks diffamieren Sie als politisch, weil Sie Angst vor den Wählerinnen und Wählern haben. Das ist überhaupt der Leitgedanke Ihres Verhaltens hier herinnen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Halten Sie sich einmal an irgendetwas! Das ist unfair!)
Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!
Aber was haben jetzt? – Eine Reform des Bezügegesetzes, die vorsieht, dass ab dem Jahr 2017 diejenigen, die dann noch in Pension gehen können, unter den alten Bedingungen des Bezügegesetzes in Pension gehen können. (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Herr Abgeordneter Scheibner, das ist genau das Gegenteil von dem, was auch Sie am Beginn der Bezügedebatte gesagt haben! (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Die Freiheitlichen sind wieder einmal umgefallen in der Frage einer Komplettreform des Politikerbezügegesetzes! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!
Aber was haben jetzt? – Eine Reform des Bezügegesetzes, die vorsieht, dass ab dem Jahr 2017 diejenigen, die dann noch in Pension gehen können, unter den alten Bedingungen des Bezügegesetzes in Pension gehen können. (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Herr Abgeordneter Scheibner, das ist genau das Gegenteil von dem, was auch Sie am Beginn der Bezügedebatte gesagt haben! (Abg. Scheibner: Parallel zum ASVG!) Die Freiheitlichen sind wieder einmal umgefallen in der Frage einer Komplettreform des Politikerbezügegesetzes! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir haben uns durchgesetzt!
Komplett umgefallen sind Sie, Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Wir haben uns durchgesetzt!) Komplett – es bleibt nichts übrig! Was Sie uns vorlegen, das ist interessant. Wenn man Ihr Bild von der Trägerrakete strapaziert – und Sie haben ja behauptet, eine Trägerrakete ist mit diesem berühmten Antrag, den Sie nicht gekannt haben, gestartet worden –, kann man nur sagen: Die Trägerrakete hat vielleicht etwas Ballast abgeworfen, ja, Ballast in der Form, dass die unmöglichsten Bestimmungen, die damals noch enthalten waren, nämlich ein gut ausgestattetes Frühpensionsinstitut für Altpolitiker, nicht mehr enthalten ist. Das ist das einzig Gravierende, das weggefallen ist. Die Möglichkeit für Minister, mit 56,5 Jahren in Pension zu gehen, die im Erstent-
Abg. Scheibner: Haben wir schon gelesen!
wurf noch enthalten war – den Sie ja unterschrieben, aber nicht gelesen haben –, ist nicht mehr enthalten. (Abg. Scheibner: Haben wir schon gelesen!) Jetzt wird bis zum Jahr 2017 angepasst an ein Pensionsalter von 65 Jahren. (Abg. Scheibner: Wie im ASVG! Mit denselben Abschlägen!)
Abg. Scheibner: Wie im ASVG! Mit denselben Abschlägen!
wurf noch enthalten war – den Sie ja unterschrieben, aber nicht gelesen haben –, ist nicht mehr enthalten. (Abg. Scheibner: Haben wir schon gelesen!) Jetzt wird bis zum Jahr 2017 angepasst an ein Pensionsalter von 65 Jahren. (Abg. Scheibner: Wie im ASVG! Mit denselben Abschlägen!)
Abg. Scheibner: Aber nur mit Abschlägen! Mit den Abschlägen und zu dem Pensionsalter!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie und ich, viele herinnen und auch viele draußen wissen, dass das Pensionsalter, das jetzt bis zum Jahr 2014 auf 65 Jahre angepasst wird, den Herrn Bundeskanzler Schüssel in dieser Form nicht tangieren wird. Er kann, wenn er seine Minister-, seine Bundeskanzler-Tätigkeit beendet und sie sozusagen einigermaßen zu den Fristen beendet, aus seiner aktiven Tätigkeit in die Pension gehen. (Abg. Scheibner: Aber nur mit Abschlägen! Mit den Abschlägen und zu dem Pensionsalter!) Auch viele der anderen davon angesprochenen Personen können dann selbstverständlich in eine nach wie vor extrem gut ausgestattete Politikerpension gehen. (Abg. Scheibner: Aber die können Sie ja nicht abschaffen! Das wissen Sie! Das kann man nicht einmal mehr mit einer Verfassungsbestimmung abschaffen!)
Abg. Scheibner: Aber die können Sie ja nicht abschaffen! Das wissen Sie! Das kann man nicht einmal mehr mit einer Verfassungsbestimmung abschaffen!
Aber, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie und ich, viele herinnen und auch viele draußen wissen, dass das Pensionsalter, das jetzt bis zum Jahr 2014 auf 65 Jahre angepasst wird, den Herrn Bundeskanzler Schüssel in dieser Form nicht tangieren wird. Er kann, wenn er seine Minister-, seine Bundeskanzler-Tätigkeit beendet und sie sozusagen einigermaßen zu den Fristen beendet, aus seiner aktiven Tätigkeit in die Pension gehen. (Abg. Scheibner: Aber nur mit Abschlägen! Mit den Abschlägen und zu dem Pensionsalter!) Auch viele der anderen davon angesprochenen Personen können dann selbstverständlich in eine nach wie vor extrem gut ausgestattete Politikerpension gehen. (Abg. Scheibner: Aber die können Sie ja nicht abschaffen! Das wissen Sie! Das kann man nicht einmal mehr mit einer Verfassungsbestimmung abschaffen!)
Abg. Scheibner: Ja, das ist ein Blödsinn!
Herr Abgeordneter Scheibner, da sage ich Ihnen etwas: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass vor drei oder vier Wochen ein Alt-Abgeordneter – er war auch Minister – in einer Diskussionsreihe im Fernsehen, angesprochen von meiner Kollegin Eva Glawischnig mit der Frage „Na, wie viele Pensionen oder Ruhebezüge haben Sie denn?“, einen Zettel herzeigte und dazusagte: Ich behalte als Minister 1 700 €, so schlecht geht es mir! (Abg. Scheibner: Ja, das ist ein Blödsinn!)
Abg. Scheibner: Aber das ist leider nicht mehr lösbar!
Sie wissen, Herr Abgeordneter Scheibner, genauso gut wie viele andere auch, dass der gute Mann den größten Teil der Wahrheit und seines tatsächlichen Ruhebezugs – und das sind drei Ruhebezüge! – verschwiegen hat. (Abg. Scheibner: Aber das ist leider nicht mehr lösbar!) Jeder in Österreich wird sich fragen: Wie kommt jemand eigentlich dazu, uns zu erzählen, er erhält als Politiker einen Ruhebezug von 1 700 € für eine verantwortungsvolle Tätigkeit, auf die er in der Debatte noch extra hingewiesen hat? (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Ja!
Man kann es ruhig sagen: Es hat nicht der Wahrheit entsprochen. (Abg. Scheibner: Ja!) Der gute Mann – und Pensionist – erhält einen Ruhebezug als Beamter; er war, glaube ich, Hofrat, es wird also nicht der kleinste Ruhebezug sein, mit dem er in Pension gegangen ist. Er erhält eine Pension als Präsident des Nationalrates; da gibt es eine schöne Nationalratspräsidentenzulage, die die normale Nationalratspension erhöht. Das heißt, er kommt mit der Nationalratspräsidentenpension in Höhen von Ruhebezügen, von denen ein ASVG-Versicherter oder eine ASVG-Versicherte nur träumen kann: 10 000, 11 000 €!
Abg. Scheibner: Die Politiker sind schon harmonisiert!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man eine Reform macht, wie Sie das jetzt tun, wenn man mit dem Anspruch an diese Reform herangeht, wir harmonisieren in allen Bereichen, es gibt keinen Bereich, der davon ausgenommen werden darf – und das haben Sie erklärt, Herr Bundeskanzler –, wir machen eins zu eins die Harmonisierung bei den Politikerpensionen – erst gestern wieder –, und wenn dann diese Eins-zu-eins-Harmonisierung in der Weise erfolgt, dass nur ganz wenige Schritte überhaupt erfolgen, nämlich die Abschaffung von Doppelpensionen aus einem Beitrag, die es nirgendwo sonst auf der Welt und in keinem anderen Pensionssystem gibt, dann ist das zu wenig. (Abg. Scheibner: Die Politiker sind schon harmonisiert!)
Abg. Scheibner: Wird abgeschafft!
Es war bis jetzt so, dass jemand für eine Zeit, in der er als Abgeordneter plus als Minister sagen wir innerhalb von 20 Jahren tätig war, also für 20 Jahre Politikertätigkeit – sagen wir 16 Jahre davon als Abgeordneter und vier Jahre als Minister – eine Ministerpension erhält, die nicht die vier Jahre umfasst, sondern die vier Jahre plus die 16 Abgeordnetenjahre im Verhältnis eins zu drei. Das würde eigentlich für rund acht bis neun Jahre eine Ministerpension ergeben. Trotzdem konnte man – und das war bis jetzt Realität – für die 16 Abgeordnetenjahre auch noch eine Pension kassieren, obwohl man nur einen Beitrag bezahlt hat, nämlich für 20 Jahre. (Abg. Scheibner: Wird abgeschafft!)
Abg. Scheibner: Sollen wir es lassen? – Abg. Dr. Trinkl: Sollen wir es lassen?
Diese eine Maßnahme schaffen Sie ab. Das ist aber auch eine Ungeheuerlichkeit des bisherigen Bezügesystems gewesen. Eine Ungeheuerlichkeit! Und dass Sie sie abschaffen, Herr Abgeordneter Scheibner, das tut ja nicht wirklich weh – und das wissen Sie auch –, weil die meisten der jetzt noch davon betroffenen Personen, etwa der Herr Bundeskanzler, seine tatsächlich etlichen Abgeordnetenjahre gar nicht mehr braucht, um die Höchstpension nach dem Bezügebegrenzungsgesetz zu erhalten, die in der Höhe von 12 800 € liegt. (Abg. Scheibner: Sollen wir es lassen? – Abg. Dr. Trinkl: Sollen wir es lassen?) Das braucht er nicht mehr!
Abg. Scheibner: Das System gibt es nicht mehr, nicht für neue Politiker!
Der Punkt ist aber der: Sie haben uns etwas versprochen. Sie haben uns versprochen, es gibt eine Eins-zu-eins-Harmonisierung des Bezügegesetzes mit dem ASVG. Sie wissen, Herr Bundeskanzler, im ASVG gibt es einen Steigerungsbetrag von 1,78 Prozent pro Jahr, und damit man eine Höchstpension in der Höhe von 80 Prozent erhält, muss man 45 Jahre lang arbeiten. Gemäß Bezügegesetz muss man neun Jahre als Minister arbeiten, um 80 Prozent nicht der Bemessungsgrundlage wie im ASVG, sondern 80 Prozent des Bezugs zu erhalten: neun Jahre gegen 45 Jahre! (Abg. Scheibner: Das System gibt es nicht mehr, nicht für neue Politiker!) Die Differenz liegt ja auch
Abg. Scheibner: Das gibt es alles nicht mehr!
im Einkommen, das erzielt werden kann. Für neun Jahre erhalte ich ein Einkommen aus politischer Tätigkeit in Höhe von 10 000 oder 12 000 € – in der Regel die Deckelungsgrenze, 12 800 € –, wenn ich 45 Jahre als Arbeiter, Angestellter oder kleiner Gewerbetreibender gearbeitet habe, dann erhalte ich maximal 2 300 €. 45 Jahre Arbeit mit 1,78 Prozent versus neun Jahre mit 12 800 €: Das ist Ihre Harmonisierung! (Abg. Scheibner: Das gibt es alles nicht mehr!) Das ist ja lächerlich, Herr Abgeordneter Scheibner! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Seit 1997 gibt es das nicht mehr!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Seit 1997 gibt es das nicht mehr!
im Einkommen, das erzielt werden kann. Für neun Jahre erhalte ich ein Einkommen aus politischer Tätigkeit in Höhe von 10 000 oder 12 000 € – in der Regel die Deckelungsgrenze, 12 800 € –, wenn ich 45 Jahre als Arbeiter, Angestellter oder kleiner Gewerbetreibender gearbeitet habe, dann erhalte ich maximal 2 300 €. 45 Jahre Arbeit mit 1,78 Prozent versus neun Jahre mit 12 800 €: Das ist Ihre Harmonisierung! (Abg. Scheibner: Das gibt es alles nicht mehr!) Das ist ja lächerlich, Herr Abgeordneter Scheibner! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Seit 1997 gibt es das nicht mehr!)
Abg. Scheibner: Sie reden da von der Vergangenheit!
Im ASVG gibt es einen Durchrechnungszeitraum, der jetzt von den besten 15 Jahren auf 40 Jahre ausgeweitet wird. Laut Bezügegesetz gilt: Es gibt keinen Durchrechnungszeitraum, sondern der Letztbezug, auch noch bemessen nach den alten Bestimmungen des Bezügegesetzes, bestimmt die Pension. Und der Letztbezug ist etwas anderes als 15 beste Jahre oder gar 40 Jahre Durchrechnung. Auch das wissen Sie, Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie reden da von der Vergangenheit!)
Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!
Wir reden nicht von der Vergangenheit, sondern von Ihrem Versprechen und vom Versprechen des Herrn Bundeskanzlers, dieses Politikerbezügesystem zu harmonisieren – zumindest mit dem ASVG. Sie sind sogar darüber hinausgegangen. Sie haben gesagt: Ende, abschaffen, so wie wir das auch gefordert haben. Und wo sind Sie geblieben? (Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!) Sie sind stecken geblieben; Sie sind umgefallen, Herr Abgeordneter Scheibner, und die ganze freiheitliche Fraktion, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer wieder aufgeregt hat über das Bezügegesetz, das alte Bezügegesetz, ist umgefallen. (Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!) Und jetzt wirken Sie daran mit, dass dieses System auf 20, 30, 40 Jahre – bis der letzte Pensionist nach dem Bezügegesetz seine Pensionen konsumiert hat – fortwirkt. Das ist es! (Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!) Sie samt Ihrer ganzen freiheitlichen Fraktion nehmen die Rolle ein, das Bezügegesetz und die Politikerpensionen nach dem alten System auf Jahrzehnte fortzuschreiben. Sie schaffen sie nicht ab!
Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!
Wir reden nicht von der Vergangenheit, sondern von Ihrem Versprechen und vom Versprechen des Herrn Bundeskanzlers, dieses Politikerbezügesystem zu harmonisieren – zumindest mit dem ASVG. Sie sind sogar darüber hinausgegangen. Sie haben gesagt: Ende, abschaffen, so wie wir das auch gefordert haben. Und wo sind Sie geblieben? (Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!) Sie sind stecken geblieben; Sie sind umgefallen, Herr Abgeordneter Scheibner, und die ganze freiheitliche Fraktion, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer wieder aufgeregt hat über das Bezügegesetz, das alte Bezügegesetz, ist umgefallen. (Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!) Und jetzt wirken Sie daran mit, dass dieses System auf 20, 30, 40 Jahre – bis der letzte Pensionist nach dem Bezügegesetz seine Pensionen konsumiert hat – fortwirkt. Das ist es! (Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!) Sie samt Ihrer ganzen freiheitlichen Fraktion nehmen die Rolle ein, das Bezügegesetz und die Politikerpensionen nach dem alten System auf Jahrzehnte fortzuschreiben. Sie schaffen sie nicht ab!
Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!
Wir reden nicht von der Vergangenheit, sondern von Ihrem Versprechen und vom Versprechen des Herrn Bundeskanzlers, dieses Politikerbezügesystem zu harmonisieren – zumindest mit dem ASVG. Sie sind sogar darüber hinausgegangen. Sie haben gesagt: Ende, abschaffen, so wie wir das auch gefordert haben. Und wo sind Sie geblieben? (Abg. Scheibner: Solche Ansprüche können nicht mehr erworben werden!) Sie sind stecken geblieben; Sie sind umgefallen, Herr Abgeordneter Scheibner, und die ganze freiheitliche Fraktion, die sich über Jahre und Jahrzehnte immer wieder aufgeregt hat über das Bezügegesetz, das alte Bezügegesetz, ist umgefallen. (Abg. Scheibner: Wir haben es auch abgelehnt im Gegensatz zu Ihnen!) Und jetzt wirken Sie daran mit, dass dieses System auf 20, 30, 40 Jahre – bis der letzte Pensionist nach dem Bezügegesetz seine Pensionen konsumiert hat – fortwirkt. Das ist es! (Abg. Dr. Trinkl: Das glauben Sie wohl selber nicht! – Abg. Scheibner: Das wären dann ja 100-jährige Politiker, die wären 40 Jahre lang Abgeordnete!) Sie samt Ihrer ganzen freiheitlichen Fraktion nehmen die Rolle ein, das Bezügegesetz und die Politikerpensionen nach dem alten System auf Jahrzehnte fortzuschreiben. Sie schaffen sie nicht ab!
Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!
Daher erinnere ich Sie, Herr Abgeordneter Scheibner, schon auch daran, dass Sie 1997 – damals noch mit Ihrem Parteiobmann und Klubobmann Haider – gegen das Bezügegesetz gewettert und auch gegen die Neuordnung des Bezügesystems, die ja ein wesentlich besseres und transparenteres System, Bundesbezügegesetz und Bezügebegrenzung, beinhaltet, Stellung genommen haben – und auch dagegen gestimmt haben. Damit haben Sie aber eigentlich für das alte System votiert. (Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!) Es wurden ja auch im Nachhinein etliche freiheitliche Abgeordnete dabei erwischt, dass sie entweder für das alte System optiert oder ganz schöne Ansprüche aus dem alten System für sich geltend gemacht haben.
Abg. Scheibner: Das glauben Sie selbst nicht!
Das nenne ich die Chuzpe in dieser Situation: dass wir hier über etwas diskutieren müssen, was eigentlich selbstverständlich ist, wenn man eine derartige Reform macht; dass man sich, wenn man schon sagt, wir schaffen ein einheitliches Pensionssystem, wenn man schon sagt, wir werden die Harmonisierung zwischen den Politikerpensionen und den ASVG-Pensionen eins zu eins umsetzen, dann herstellt und im letzten Moment – und es war der letzte Moment, Herr Abgeordneter Scheibner – einen Entwurf präsentiert, der in keiner Weise eine Eins-zu-eins-Umsetzung der ASVG-Bestimmungen enthält, sondern nur einige harmlose Punkte, die fast niemandem wehtun (Abg. Scheibner: Das glauben Sie selbst nicht!), mit Ausnahme einer geringfügigen Erhöhung der Pensionsabschläge. Das ist das Einzige!
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Krainer. – Abg. Scheibner: Das geht halt nicht!
Ich sage Ihnen eines: Wenn jemand 20 000 € oder 30 000 € Pension erhält – und diese Pensionen nach dem Bezügegesetz gibt es noch! –, dann ist es unverantwortlich, wenn er nur 15 Prozent Abschlag zahlt! Da würde ich mir wünschen, dass Sie auch in dieser Frage etwas konsequenter gewesen wären (Ruf bei der ÖVP: Blödsinn! – Abg. Ellmauer: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) und hier entweder die Harmonisierung komplett umgesetzt hätten oder das Bezügegesetz, so wie wir es gefordert haben, ein für alle Mal durch den Ausstieg und die Überführung in das ASVG beendet hätten. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Krainer. – Abg. Scheibner: Das geht halt nicht!)
Abg. Scheibner: He? So was! Da muss man wirklich aufpassen!
Übrigens glaube ich, Herr Abgeordneter, dass es ganz gut gewesen wäre – da ja auch auf der Galerie einige Zuhörer anwesend sind, die sich vielleicht nicht so sehr im Detail auskennen –, wenn Sie hinzugefügt hätten, dass Sie all dem, was Sie hier mit wortreichem Pathos kritisieren, selbst zugestimmt haben! Im Jahr 1997 sind genau diese Dinge, die Sie jetzt als Skandal und als ungeheuerlich bezeichnet haben, mit Ihrer Zustimmung (Abg. Scheibner: He? So was! Da muss man wirklich aufpassen!) – natürlich mit Ihrer Zustimmung in dritter Lesung – beschlossen worden. (Abg. Dr. Trinkl: Verfassungsrechtlich abgesichert! – Abg. Scheibner: Die dritte Lesung gilt!)
Abg. Dr. Trinkl: Verfassungsrechtlich abgesichert! – Abg. Scheibner: Die dritte Lesung gilt!
Übrigens glaube ich, Herr Abgeordneter, dass es ganz gut gewesen wäre – da ja auch auf der Galerie einige Zuhörer anwesend sind, die sich vielleicht nicht so sehr im Detail auskennen –, wenn Sie hinzugefügt hätten, dass Sie all dem, was Sie hier mit wortreichem Pathos kritisieren, selbst zugestimmt haben! Im Jahr 1997 sind genau diese Dinge, die Sie jetzt als Skandal und als ungeheuerlich bezeichnet haben, mit Ihrer Zustimmung (Abg. Scheibner: He? So was! Da muss man wirklich aufpassen!) – natürlich mit Ihrer Zustimmung in dritter Lesung – beschlossen worden. (Abg. Dr. Trinkl: Verfassungsrechtlich abgesichert! – Abg. Scheibner: Die dritte Lesung gilt!)
Abg. Scheibner: Das gesamte habt ihr auch ...!
Sie verweisen darauf, dass spätere Politiker- und Politikerinnen-Generationen bereits gemäß ASVG behandelt werden. Genau das war der Grund dafür, dass die grüne Fraktion seinerzeit diesem Teil der Bestimmungen zugestimmt hat. (Abg. Scheibner: Das gesamte habt ihr auch ...!) Natürlich waren wir auch damals der Meinung – und daran hat sich nicht geändert –, dass zukünftige Politikerinnen und Politiker nach dem ASVG behandelt werden sollen. Daran hat sich nichts geändert! Das halten wir nach wie vor für gut. Aber in der heutigen Situation, da Sie sagen: Wir brechen den Vertrauensgrundsatz gegenüber Generationen, die diesem System und den Politikerinnen und Politikern, die es repräsentieren, vertraut haben!, wäre es nur angemessen gewesen zu sagen: Ja, auch diejenigen, die das heute bestimmen, sollen sich dieser Harmonisierung unterwerfen!
Abg. Scheibner: Unglaublich!
Zum anderen möchte ich auch in diesem Zusammenhang auf etwas hinweisen, was in den letzten Tagen in der EU passiert ist, als es um die Diskussion des Abgeordneten-Statuts gegangen ist. Ich weiß nicht, wer das sonst noch mitverfolgt hat, aber dort ist es auch um eine Pensionsdiskussion gegangen, und dort ist es auch darum gegangen, dass sich die Abgeordneten selber ein Statut geben, mit welchem Pensionsalter sie dann auch eine Politikerpension in der EU bekommen können. Dort hat man sich – man höre und staune! – auf ein Pensionsalter von 60 Jahren geeinigt, und das ist etwas, angesichts dessen ich mich wirklich frage: Was passiert da eigentlich in der EU, im EU-Parlament, wenn dort, während wir in allen EU-Ländern die Diskussion haben, das Pensionsantrittsalter anheben zu müssen, wir uns alle einig darüber sind, dass das zu geschehen hat, eine Abstimmung stattfindet, bei der man sich für das Abgeordneten-Statut ausgesprochen hat und das Pensionsalter mit 60 Jahren festgelegt wird?! (Abg. Scheibner: Unglaublich!)
Abg. Scheibner: Das gibt es in Zukunft nicht mehr! Die, die es betrifft, haben es ja schon! Da können Sie nicht eingreifen! Da hilft Ihnen nicht einmal eine Verfassungsbestimmung! Das wissen Sie ja!
Es wird nicht daran gerüttelt, dass wir hier Pensionsanspruchsberechtigte mit vier Jahren Arbeitszeit haben, Herr Kollege, und zwar bereits in der Höhe von 50 Prozent. (Abg. Scheibner: Das gibt es in Zukunft nicht mehr! Die, die es betrifft, haben es ja schon! Da können Sie nicht eingreifen! Da hilft Ihnen nicht einmal eine Verfassungsbestimmung! Das wissen Sie ja!) Ja, Sie sagen, dass es das in Zukunft nicht mehr gibt, aber es rennen noch einige herum, die das lukrieren, die dann nämlich noch vom Leistungsträgersystem sprechen, Kollege Scheibner. Vom Leistungsträger wird hier gesprochen. Das ist völlig unglaubwürdig!
Abg. Scheibner: Da müsstet ihr da zustimmen!
Da wir gerade bei der FPÖ sind: Das Problem ist ja nicht, dass irgendwo von den Grünen zugestimmt worden wäre oder nicht, wenn wir das jetzt reparieren könnten. Es ist doch völlig klar, dass einem Gesetz zugestimmt worden ist, das wesentliche Verbesserungen gebracht hat, weil mit diesen Dingen endlich Schluss gemacht wurde, und zwar unter Verhandlungsführung durch Präsidenten Fiedler und unter grüner Beteiligung. (Abg. Scheibner: Da müsstet ihr da zustimmen!) Der Punkt ist doch der, dass Sie nicht bereit waren, bei den entsprechenden Abänderungen für das alte System mitzustimmen, jedenfalls die Mandatare von der ÖVP, nicht einmal jene von der FPÖ. Wenn Sie in Ihrer Oppositionszeit grundsätzlich überall dagegen gestimmt haben, dann haben Sie jetzt hier – entschuldigen Sie den Ausdruck, Herr Präsident – mit der vollen Hose leicht stinken. Glaubwürdig ist das überhaupt nicht!
Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das? Genau das haben wir vertreten!
Wenn das so wäre, dann würden Sie nämlich heute hier hergehen und diesem Ansinnen näher treten – das tun Sie aber in den Vier-Parteien-Verhandlungen nicht, wir wissen das –, dass alle Ansprüche aus diesen alten Systemen herausgenommen werden sollen. Es soll niemandem etwas weggenommen werden in dem Sinn, dass Einzahlungsbeiträge bleiben müssen. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das? Genau das haben wir vertreten!) – Natürlich, ich habe mich ja informiert. Diese Beiträge sollen herausgenommen werden und dann in ein ASVG-adäquates System oder überhaupt gleich ins ASVG-System übergeführt werden. Das wäre ein glaubwürdiger Beitrag.
Abg. Scheibner: Das zahlt aber nicht der Staat!
Niemandem würde es einfallen, dass ein VOEST-Generaldirektor, ein OMV-Generaldirektor oder ein Inhaber eines privaten Betriebes die gleiche Entschädigung, sprich dieselbe ASVG-Pension erhält wie der zuletzt eingetretene Arbeiter oder die zuletzt eingetretene Arbeiterin in seinem Betrieb. (Abg. Scheibner: Das zahlt aber nicht der Staat!)
Abg. Scheibner: Das wird abgeschafft durch den Antrag!
Ich bin es leid – so wie viele andere, die nichts mit dem alten System zu tun haben, die auch nicht optieren konnten, so wie Sie –, mich für ein System genieren zu müssen, in dem es reicht, wenn man drei Jahre lang Minister und zehn Jahre lang Abgeordneter war, dass man zwei Pensionen bis zum Maximum erhält, nämlich nicht nur für drei Jahre als Minister eine Pension, sondern zusätzlich für zehn Jahre als Abgeordneter eine zweite Abgeordnetenpension. Ich bin es leid, dass ich mich dafür rechtfertigen soll, dass ich das legitimieren soll. (Abg. Scheibner: Das wird abgeschafft durch den Antrag!)
Abg. Scheibner: Das sind aber lange drei Minuten Redezeit!
Das sind die Relationen (Abg. Scheibner: Das sind aber lange drei Minuten Redezeit!), und um diese Relationen geht es!
in Richtung des Abg. Scheibner
Jetzt kommen wir zu den anderen Gesetzen, die überhaupt nicht verhandelt worden sind. Wir diskutieren im Budgetausschuss – ich habe die Nächte schon nicht mehr gezählt – über Unterlagen und Grundlagen, die nicht existent sind, über Anträge, zu denen er (in Richtung des Abg. Scheibner) sagt, er wollte sie nur paraphieren, aber er wollte gar nicht, dass es Anträge werden. (Abg. Scheibner: Wer ist „er“?)
Abg. Scheibner: Wer ist „er“?
Jetzt kommen wir zu den anderen Gesetzen, die überhaupt nicht verhandelt worden sind. Wir diskutieren im Budgetausschuss – ich habe die Nächte schon nicht mehr gezählt – über Unterlagen und Grundlagen, die nicht existent sind, über Anträge, zu denen er (in Richtung des Abg. Scheibner) sagt, er wollte sie nur paraphieren, aber er wollte gar nicht, dass es Anträge werden. (Abg. Scheibner: Wer ist „er“?)
Scheibner und Plattner
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerInnen (Riess-Passer und Haupt), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Plattner), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge.
Abg. Scheibner: Er wurde überhaupt nicht ausgetrickst!
Meine Damen und Herren! Warum wird hier der Rechnungshof ausgetrickst? (Abg. Scheibner: Er wurde überhaupt nicht ausgetrickst!) Herr Kollege Scheibner! Ich bitte Sie, zu dieser Frage heute hier einmal konkret Stellung zu nehmen!
Abg. Scheibner: Das ist so im Verfahren vorgesehen!
Das ist aber nicht so. Ich mache Sie noch einmal darauf aufmerksam: Die Betriebskosten sind – und dies, wie ich behaupte, völlig absichtlich – aus dieser Kosten-Nutzen-Rechnung herausgehalten worden. (Abg. Scheibner: Das ist so im Verfahren vorgesehen!) Nur sind Sie noch nicht so weit, dafür versuchen Sie sich hier mittlerweile als Kabarettist. – Sei’s drum.
Abg. Scheibner: Was denn?
Der Ernst der Sache – deshalb möchte ich bei Kollegem Scheibner anknüpfen – ist doch genau folgender: Eine Reihe von verschiedenen und wichtigen Ausschreibungskriterien steht zur Bewertung an. Wenn Sie schon den Rechnungshofbericht zitieren, dann sagen Sie im Übrigen dazu, dass der Rechnungshof zwar dort, wo die Ausschreibung geprüft wurde, so weit keine besonderen Vorkommnisse, wenn Sie so wollen, festgestellt hat, die Angebotseinholung zu den Gegengeschäften allerdings sehr wohl kritisiert hat, weil er nämlich sinnvollerweise erkannt hat, dass die Art und Weise, wie das Ministerium und diese Bundesregierung ausschreiben, mehr oder weniger zwangsläufig dazu führt, dass der Kaufpreis steigen muss. – Aber das ist ein altes Argument. Ich sage Ihnen bei dieser Gelegenheit nur, dass selbst der Rechnungshof anderes zutage gefördert hat, als Sie es hier dargestellt haben. (Abg. Scheibner: Was denn?)
Abg. Scheibner: Na eben!
Aber das Hauptproblem ist ein ganz anderes. Wenn diese Ausschreibung so super war, wie Sie sagen, so sage ich, ich bin bis auf diese eine Ausnahme d’accord (Abg. Scheibner: Na eben!), aber: Warum ist dann Schritt für Schritt und Zug um Zug – und lassen Sie uns das in diesen wenigen Minuten chronologisch durchgehen – jedes wichtige Kriterium in der Bewertung gebrochen worden? – Das ist doch das Problem! Das Problem besteht ja nicht darin, dass vielleicht die Ausschreibung schlecht wäre, sondern ich frage umgekehrt: Wieso leistet sich die Republik einen derart teuren – und möglicherweise ja auch bei militärischen Beschaffungen sinnvollen – Vorgang einer Ausschreibung, um sich dann nicht daran zu halten? Das ist ja das Problem! Darauf sollten Sie Antworten geben und nicht hier erklären, dass alles bestens sei.
Abg. Scheibner: Das stimmt nur nicht!
EADS war nicht in der Lage, die entsprechende Stückzahl an Eurofightern rechtzeitig zu liefern. Deshalb haben Sie – oder wer auch immer in dieser von Ihnen belobigten Kommission – das Muss-Kriterium hinausreklamiert. Das war ein schwerwiegender Vorgang während dieser Vergabeentscheidung. Und das kritisierte der Rechnungshof regelmäßig, wenn Sie sich schon darauf berufen. (Abg. Scheibner: Das stimmt nur nicht!) – Das stimmt sehr wohl! Natürlich war das ein Muss-Kriterium, und EADS war
Abg. Scheibner: Weil Sie immer wieder etwas behaupten, muss es nicht richtiger werden! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Sie haben am Schluss auf einen „Billa-Preis“ hinunterverhandelt; deshalb 1 969 Millionen €. Und jeden Tag, an dem wir Nachschau halten und die Sache aufklären, wird es um ein paar hundert Millionen € teurer. Sie werden es noch erleben. (Abg. Scheibner: Weil Sie immer wieder etwas behaupten, muss es nicht richtiger werden! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 20
Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!
Sie von den Koalitionsparteien haben bei den Politikerpensionen am Anfang mit einer so genannten Trägerrakete operiert, die nichts anderes als die Neueinführung von Frühpensionierungsregelungen für Politiker bedeutet hätte. (Rufe bei ÖVP und Freiheitlichen: Falsch!) Erst nach massivem öffentlichem Druck und einer massiven öffentlichen Debatte waren Sie bereit, auch bei den Politikern Solidarbeiträge einzuführen. Hätte es diesen massiven Widerstand nicht gegeben, wären Sie wahrscheinlich die Privilegierten dieser Pensionsreform gewesen (Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!), während die Menschen eben Pensionskürzungen zu gewärtigen hätten! (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das zeichnet den Charakter Ihrer Pensionskürzungsreform aus, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das sagen gerade Sie, der ...!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das sagen gerade Sie, der ...!
Sie von den Koalitionsparteien haben bei den Politikerpensionen am Anfang mit einer so genannten Trägerrakete operiert, die nichts anderes als die Neueinführung von Frühpensionierungsregelungen für Politiker bedeutet hätte. (Rufe bei ÖVP und Freiheitlichen: Falsch!) Erst nach massivem öffentlichem Druck und einer massiven öffentlichen Debatte waren Sie bereit, auch bei den Politikern Solidarbeiträge einzuführen. Hätte es diesen massiven Widerstand nicht gegeben, wären Sie wahrscheinlich die Privilegierten dieser Pensionsreform gewesen (Abg. Scheibner: Es ist ungeheuerlich, was Sie da sagen!), während die Menschen eben Pensionskürzungen zu gewärtigen hätten! (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Das zeichnet den Charakter Ihrer Pensionskürzungsreform aus, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das sagen gerade Sie, der ...!)
Abg. Scheibner: Das sind lediglich zwei Jahre! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Weiters haben Sie gesagt, dass man die Luftraumüberwachung nicht mit geleasten oder geborgten Flugzeugen durchführen könne. – Nun aber sehen Sie das selbst für die Zeit von 2005 bis 2007 vor! (Abg. Scheibner: Das sind lediglich zwei Jahre! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie wollten noch teurer kaufen!
Während in Deutschland bereits eine Diskussion darüber beginnt, ob wegen strategischer Überalterung dieses Eurofighter-Projekt gestoppt werden soll, kauft die österreichische Bundesregierung die teuersten und noch nicht ausgereiften Kampfflugzeuge für das österreichische Bundesheer. (Abg. Scheibner: Sie wollten noch teurer kaufen!) Genau mit diesem Ankauf werden jene Budgetlöcher aufgerissen, die dann durch die Kürzung der Pensionen geschlossen werden sollen! Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, das ist bezeichnend für Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das, was Sie da sagen! Die unterste Schublade, in die Sie da greifen!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das, was Sie da sagen! Die unterste Schublade, in die Sie da greifen!
Während in Deutschland bereits eine Diskussion darüber beginnt, ob wegen strategischer Überalterung dieses Eurofighter-Projekt gestoppt werden soll, kauft die österreichische Bundesregierung die teuersten und noch nicht ausgereiften Kampfflugzeuge für das österreichische Bundesheer. (Abg. Scheibner: Sie wollten noch teurer kaufen!) Genau mit diesem Ankauf werden jene Budgetlöcher aufgerissen, die dann durch die Kürzung der Pensionen geschlossen werden sollen! Meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, das ist bezeichnend für Ihre Politik! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Eine Frechheit ist das, was Sie da sagen! Die unterste Schublade, in die Sie da greifen!)
Abg. Scheibner: Ich habe das gesagt? – Wirklich nicht!
Der ehemalige Verteidigungsminister Scheibner gehört ja einer Partei an, die im vergangenen Herbst noch plakatiert hat: Abfangjägerankauf gestoppt! (Abg. Scheibner: Ich habe das gesagt? – Wirklich nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist aus diesem Stopp geworden? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wie treu sind Sie von der FPÖ Ihren Wahlversprechungen geblieben? Wie viel Wert legen Sie überhaupt darauf, dass in den gesamten Beschaffungsvorgang für die Abfangjäger Licht kommt, wenn Sie nicht einmal bereit sind, einen Prüfungsbericht des Rechnungshofes abzuwarten?! Hier wird Schlimmes vermutet – und offensichtlich geht es Ihnen um das Vertuschen und das Verschweigen von unter Umständen vermuteten Unregelmäßigkeiten in diesem Zusammenhang! Bei einem ordentlichen Beschaffungsvorgang – wenn Sie schon die Abfangjäger wollen – hätte man zumindest auf den Prüfungsbericht des Rechnungshofes gewartet, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der ehemalige Verteidigungsminister Scheibner gehört ja einer Partei an, die im vergangenen Herbst noch plakatiert hat: Abfangjägerankauf gestoppt! (Abg. Scheibner: Ich habe das gesagt? – Wirklich nicht!) Herr Abgeordneter Scheibner, was ist aus diesem Stopp geworden? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wie treu sind Sie von der FPÖ Ihren Wahlversprechungen geblieben? Wie viel Wert legen Sie überhaupt darauf, dass in den gesamten Beschaffungsvorgang für die Abfangjäger Licht kommt, wenn Sie nicht einmal bereit sind, einen Prüfungsbericht des Rechnungshofes abzuwarten?! Hier wird Schlimmes vermutet – und offensichtlich geht es Ihnen um das Vertuschen und das Verschweigen von unter Umständen vermuteten Unregelmäßigkeiten in diesem Zusammenhang! Bei einem ordentlichen Beschaffungsvorgang – wenn Sie schon die Abfangjäger wollen – hätte man zumindest auf den Prüfungsbericht des Rechnungshofes gewartet, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Sie von der Opposition sagen, diese Reform ist ein brutaler Pensionsraub, sie erfolgt überfallsartig, obwohl Übergangsfristen von bis zu 25 Jahren enthalten sind. – Wenn einerseits der „brutale Pensionsraub“ behauptet wird und andererseits die Experten sagen, die Reform sei zu stark verwässert, dann muss ich sagen, es ist offensichtlich gelungen, einen gesunden, richtigen Mittelweg zu gehen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das war aber anders!
Am Rande möchte ich anmerken, dass sich seinerzeit – 1996/97, wenn ich mich recht erinnere – auch die FPÖ, damals in Opposition, vehement gewehrt hat gegen die Vorgangsweise der damals rot-schwarzen Bundesregierung, die ein ähnliches Budgetbegleitgesetz mit ähnlich vielen Gesetzen vorgelegt und das in einem ähnlichen Schnellzugsverfahren durchgezogen hat. (Abg. Scheibner: Das war aber anders!) Jetzt, wo Sie in der Regierung sind (Abg. Scheibner: Nein, nein! In der zweiten Lesung sind die Abänderungsanträge gekommen!), ist das natürlich alles ganz anders – wie mir Kollege Scheibner in einem Zwischenruf gerade mitteilt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein, nein! In der zweiten Lesung sind die Abänderungsanträge gekommen!
Am Rande möchte ich anmerken, dass sich seinerzeit – 1996/97, wenn ich mich recht erinnere – auch die FPÖ, damals in Opposition, vehement gewehrt hat gegen die Vorgangsweise der damals rot-schwarzen Bundesregierung, die ein ähnliches Budgetbegleitgesetz mit ähnlich vielen Gesetzen vorgelegt und das in einem ähnlichen Schnellzugsverfahren durchgezogen hat. (Abg. Scheibner: Das war aber anders!) Jetzt, wo Sie in der Regierung sind (Abg. Scheibner: Nein, nein! In der zweiten Lesung sind die Abänderungsanträge gekommen!), ist das natürlich alles ganz anders – wie mir Kollege Scheibner in einem Zwischenruf gerade mitteilt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Stimmt aber!
Sie treffen keine entsprechenden Maßnahmen dafür, Sie quälen uns vielmehr mit der Abfangjäger-Geschichte. Dafür haben Sie Geld! Und kommen Sie mir jetzt nicht mit der Aussage, dass sie in dieser Legislaturperiode nicht bezahlt werden müssen! (Abg. Scheibner: Stimmt aber!) Bezahlt werden muss, Herr Kollege Scheibner, ob in den kommenden oder in den Jahren darauf! 2 Milliarden € sofort, mit den Betriebs- und Systemkosten vielleicht 4, vielleicht 6 Milliarden €.
Abg. Öllinger: Erinnern Sie sich an Ihre Pensionistenbriefe! – Abg. Scheibner: Die waren von Vranitzky! – Abg. Öllinger: Nein, Sie hat auch einen geschrieben!
Gerade Sie von der SPÖ sollten wirklich leise treten, denn Sie trifft die Hauptverantwortung dafür, dass es jetzt notwendig ist, eine so tief greifende Reform mit so einschneidenden Eingriffen zu machen. Sie haben mehr als 20 Jahre lang die verantwortlichen Minister gestellt (Abg. Öllinger: Erinnern Sie sich an Ihre Pensionistenbriefe! – Abg. Scheibner: Die waren von Vranitzky! – Abg. Öllinger: Nein, Sie hat auch einen geschrieben!) und haben niemals wirklich entscheidende Reformschritte unternommen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Jetzt werden Sie philosophisch!
†Abgeordneter Dr. Josef Cap| (SPÖ): Und wieder haben wir eine Darstellung selektiver Wirklichkeitswahrnehmung bei der heutigen Stellungnahme des Herrn Bundeskanzlers unter dem Motto: Was die Wirklichkeit ist, bestimmt er und nicht, was wirklich wirklich ist! erleben können. (Abg. Scheibner: Jetzt werden Sie philosophisch!) Das, glaube ich, ist deutlich geworden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Wie war denn das bei euch bei der Post?
Er hat sich halt zu einer gewissen Form von politischer Vergesslichkeit entschlossen. Natürlich sind Beamte mit 55 Jahren in Frühpension geschickt worden, Herr Bundeskanzler! Können Sie sich an diese sündteure Aktion noch erinnern, mit der Sie dann endlich Posten frei hatten, um dort Schwarze hinsetzen zu können? Vergessen Sie das nicht! Das war Ihre Frühpensionsaktion, die wir so kritisieren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Wie war denn das bei euch bei der Post?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Das, was Sie jetzt machen (Abg. Dr. Trinkl: Ist reparieren!) mit Ihrer Umverteilungspolitik, mit den Bildungsbarrieren, die Sie einführen, ist: keine Steuerreform (Zwischenruf des Abg. Scheibner), nicht den Konsum ankurbeln, nicht die Wirtschaft beleben – denn auf die Steuerreform warten wir auch schon ewig –, keine Beschäftigungspolitik.
Abg. Scheibner: Wo ist „keine Steuerreform“?
Also: Das ist ein Unsinn, ein sündteurer Unsinn! Ich sage Ihnen, dass die Österreicherinnen und Österreicher Ihnen das nicht vergessen werden: keine Steuerreform (Abg. Scheibner: Wo ist „keine Steuerreform“?), Griff in ihre Taschen und Pensionskürzungen, nur damit man diese sündteuren Eurofighter ankaufen kann. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Diese Vorgangsweise lehnen wir von der SPÖ total ab; das sage ich Ihnen hier noch einmal eindeutig! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Es wird immer mehr! Jetzt sind wir bald bei 10 Milliarden!
Die Höhe der Gesamtkosten sind Sie uns nach wie vor schuldig geblieben, die Hunderten Fragen, die unsere Abgeordneten im Budgetausschuss gestellt haben, sind unbeantwortet geblieben. Die Frage nach den wahren Kosten der Kampfjets ist unbeantwortet. Auch in diesem Zusammenhang frage ich mich, wo die Kärntner Rebellen bleiben, die letztes Jahr den Kärntner Wahlkampf damit geführt haben, dass die Abfangjäger verhindert sind. Gibt es hier keinen Entschließungsantrag, erstens die wahren Kosten auf den Tisch zu legen und zweitens die Abfangjäger tatsächlich zu verhindern? Herr Kollege Dolinschek, Herr Kollege Scheuch, die Abgeordneten aus Kärnten, gibt es hier keinen Widerstand gegen die Abfangjäger? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) 6,8 Milliarden € an Belastungen für die zukünftigen Generationen. (Abg. Scheibner: Es wird immer mehr! Jetzt sind wir bald bei 10 Milliarden!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie die Sicherheitsdoktrin!
Auch das wieder, ohne eine Systemfrage zu beantworten, nämlich: Was ist unsere Rolle in einem künftigen EU-Sicherheitssystem? – Außer Kampfflugzeuge zu kaufen, haben Sie keine Antwort darauf gegeben, Herr Bundeskanzler. (Abg. Scheibner: Lesen Sie die Sicherheitsdoktrin!)
Abg. Eder: Wo ist Scheibner?
†Abgeordneter Klaus Wittauer| (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Cap ist jetzt leider nicht mehr da. Wenn die Fernsehübertragung vorbei ist, dann verschwinden die Herren meistens. Er meinte: blauer Wasserdampf. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Da gebe ich ihm Recht, aber wir Freiheitlichen verhandeln mit blauem Volldampf, um eine bessere Zukunft sicher zu stellen, im Gegensatz zu Ihnen. (Abg. Eder: Wo ist Scheibner?) Sie werden es nicht verhindern können, dass wir uns bis zur letzten Minute für diese Gerechtigkeit einsetzen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Umgedreht! – Abg. Scheibner: Warum bin ich umgedreht? – Ruf bei der ÖVP: Das ist glatt die Unwahrheit!
Die Frage – und diese wird uns der Finanzminister heute sicherlich in aller Ausführlichkeit und korrekt ein erstes Mal beantworten – lautet: Warum hat sich der Finanzminister quergelegt? Was hat ihm an der Type nicht gepasst? Was begründet die Gripen-Feindlichkeit des Finanzministers? Warum ist der Finanzminister gegen das billigere von den zwei verbliebenen Systemen? Warum wird dann eine Woche lang verhandelt? Und warum setzt sich am 2. Juli 2002 in der Ministerratsvorbesprechung der Finanzminister durch und kann dann gemeinsam mit dem umgedrehten Verteidigungsminister erklären, es ist nicht SAAB-Gripen, es ist nicht die Empfehlung der Militärs, sondern die Teuersten kommen zum Zug: 24 Stück Eurofighter sollen gekauft werden. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Umgedreht! – Abg. Scheibner: Warum bin ich umgedreht? – Ruf bei der ÖVP: Das ist glatt die Unwahrheit!)
Abg. Scheibner: Da habt ihr aber anders argumentiert! – Abg. Murauer: Wo sind Sie da gewesen, Herr Pilz!
Was ist denn das für eine Hochwasser-Bekämpfungspolitik, die sagt, wir lassen die Hochwasseropfer bis zur ersten Abfangjäger-Rate, die dann geringer ausfällt, warten? (Abg. Neudeck: Das gilt nur bei der Pensionsreform!) Wenn Sie heute in die Wachau und in andere Schadensgebiete fahren, dann merken Sie, dass wie bei den Pensionen, wie bei den Universitäten, wie bei Forschung und Entwicklung auch dort das Geld fehlt. (Abg. Scheibner: Da habt ihr aber anders argumentiert! – Abg. Murauer: Wo sind Sie da gewesen, Herr Pilz!) Dort ist zu wenig angekommen, weil schlicht und einfach zu wenig da ist, weil Sie in Ihrem Budget schlicht und einfach andere und noch immer unverständliche Prioritäten gesetzt haben! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Für die Sicherheit des Landes habt ihr morgen die Entscheidung zu tragen!
Meine Damen und Herren und Rebellinnen und Rebellen aus der Freiheitlichen Partei! (Abg. Neudeck: Rehe bellen nicht!) Sie haben morgen Abend – nicht heute, morgen Abend! – die Entscheidung zu treffen, ob Sie die Verantwortung für diese Manipulationen rund um die Eurofighter-Beschaffung offiziell mit übernehmen (Abg. Scheibner: Für die Sicherheit des Landes habt ihr morgen die Entscheidung zu tragen!), ob Sie Finanzminister Grasser, Ihrem ehemaligen Parteifreund, weiter die Stange halten oder ob Sie im Sinne eines kontrollierenden und sauberen österreichischen Nationalrates die Möglichkeit geben, einen Abänderungsantrag so einzubringen, dass die Eurofighter von der Tagesordnung der morgigen Sitzung des Nationalrates kommen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Also eine klare Pro-Abfangjäger-Aussage von Bundeskanzler Vranitzky! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Aber sind Sie jetzt dafür oder gegen die Luftraumüberwachung?
†Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger| (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Minister! Herr Minister, wir diskutieren heute nicht über die Frage der Luftraumüberwachung insgesamt, sondern über eine Typenentscheidung – und das ist ein gravierender Unterschied (Abg. Scheibner: Aber sind Sie jetzt dafür oder gegen die Luftraumüberwachung?), wenngleich ich gerne anmerke, dass diese Debatte über die Luftraumüberwachung und darüber, in welcher Art und Weise sie stattfinden soll, in diesem Haus geführt werden muss. Dazu bin ich auch gerne bereit. (Abg. Scheibner: ... schon seit vielen Jahren!)
Abg. Scheibner: ... schon seit vielen Jahren!
†Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger| (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Präsident! Herr Minister! Herr Minister, wir diskutieren heute nicht über die Frage der Luftraumüberwachung insgesamt, sondern über eine Typenentscheidung – und das ist ein gravierender Unterschied (Abg. Scheibner: Aber sind Sie jetzt dafür oder gegen die Luftraumüberwachung?), wenngleich ich gerne anmerke, dass diese Debatte über die Luftraumüberwachung und darüber, in welcher Art und Weise sie stattfinden soll, in diesem Haus geführt werden muss. Dazu bin ich auch gerne bereit. (Abg. Scheibner: ... schon seit vielen Jahren!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder nicht verstanden, Frau Kollegin!
Wenn Sie aber dieses Thema andiskutieren, Herr Minister, dann erwarte ich mir von Ihnen eine gewisse Trennschärfe zwischen dem Vorwurf der Massenvernichtungswaffen, die der Irak besessen haben soll – es wird gerade im britischen Parlament darüber diskutiert –, und der österreichischen Aufgabe der Luftraumüberwachung. (Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder nicht verstanden, Frau Kollegin!) Diese unzulässigerweise zu vermischen lässt schon den Verdacht aufkeimen (Abg. Amon: Das hat keiner vermischt!), dass man hier mit der Keule droht, um irgendetwas zu verdecken, was sonst mehr als undurchsichtig ausschaut, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ja, aber so einfach ist das nicht bei den Flugzeugen wie beim Kaffee! Das ist ein bisschen ein ...!
Nun kenne ich das aus dem Supermarkt, dass man manchmal 10 Kilo Kaffee in der Relation billiger bekommt, als wenn man nur ein Paket kauft. (Abg. Scheibner: Ja, aber so einfach ist das nicht bei den Flugzeugen wie beim Kaffee! Das ist ein bisschen ein ...!) Aber in dieser Kategorie von Beschaffungen würde ich solche Milchmädchenrechnungen nicht unterstellen, denn auch die Verhandlungspartner – und das sind ja erfolgreiche große Konzerne – sind nicht auf der Milch- respektive Nudelsuppe dahergeschwommen (Abg. Scheibner: Nein! Aber auch nicht im Kaffee!) und kennen sich aus, vielleicht ein bisschen besser als einige der Herren, die hier darüber gesprochen haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein! Aber auch nicht im Kaffee!
Nun kenne ich das aus dem Supermarkt, dass man manchmal 10 Kilo Kaffee in der Relation billiger bekommt, als wenn man nur ein Paket kauft. (Abg. Scheibner: Ja, aber so einfach ist das nicht bei den Flugzeugen wie beim Kaffee! Das ist ein bisschen ein ...!) Aber in dieser Kategorie von Beschaffungen würde ich solche Milchmädchenrechnungen nicht unterstellen, denn auch die Verhandlungspartner – und das sind ja erfolgreiche große Konzerne – sind nicht auf der Milch- respektive Nudelsuppe dahergeschwommen (Abg. Scheibner: Nein! Aber auch nicht im Kaffee!) und kennen sich aus, vielleicht ein bisschen besser als einige der Herren, die hier darüber gesprochen haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! In der Frage sollten Sie sich beim Abgeordneten Gaál informieren, der kennt sich besser aus!
Das bedeutet, wir investieren in Kriegsgerät, das wir nicht anwenden müssen, wie Sie selbst feststellen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn! In der Frage sollten Sie sich beim Abgeordneten Gaál informieren, der kennt sich besser aus!)
Beifall bei der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Aber Sie haben nicht auf ihn gehört! Sie hören nicht auf ihn! Der Mann kennt sich aus!
Was auch so absurd ist und heute wieder sichtbar geworden ist: Sie reduzieren die Sicherheitspolitik auf den Ankauf von Abfangjägern. Und, Kollege Mitterlehner, unser Kollege Gaál ist der beste Wehrsprecher, den man sich vorstellen kann, weil er Sicherheitspolitik nicht auf den Ankauf von Abfangjägern reduziert (Beifall bei der SPÖ – Zwischenrufe bei der ÖVP – Abg. Scheibner: Aber Sie haben nicht auf ihn gehört! Sie hören nicht auf ihn! Der Mann kennt sich aus!), sondern so wie die gesamte SPÖ einen umfassenden Sicherheitspolitik-Begriff hat.
Abg. Scheibner: Der Gaál kann Ihnen da ein Privatissimum geben!
Uns geht es um die Sicherung der Pensionen, uns geht es um die Sicherung der Gesundheit, uns geht es darum, die Arbeitsplätze zu sichern, uns geht es darum, die Sicherheit für die jungen Menschen in diesem Land zu sichern (Abg. Scheibner: Der Gaál kann Ihnen da ein Privatissimum geben!), und uns geht es darum, die Chancengerechtigkeit für Frauen in unserem Land zu sichern. All das sind Themen, für die Sie kein Geld übrig haben, die Ihnen völlig egal sind. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Natürlich! Das habe ich schon gesagt!
„Ein Hinweis von Jörg Haider, dass es beim Eurofighter-Kauf ,strafrechtlich verfolgbare Tatbestände‘ gebe“ – ja was meint er denn damit? Wie sehen denn das die Damen und Herren, vor allem die tapferen Acht von der FPÖ? Fordert in diesem Zusammenhang Abgeordneter Walch auch so laut und wortreich ein, dass Haider die Fakten auf den Tisch legt? (Abg. Scheibner: Natürlich! Das habe ich schon gesagt!)
Abg. Scheibner: Sie erzählen immer denselben Unsinn!
Jammerschade ist, dass uns der Herr Finanzminister bei dieser Debatte bereits abhanden gekommen ist, wäre doch an ihn eine ganz wichtige Frage zu stellen. – Herr Minister Platter, Sie haben ja gesagt, es werde zwei Stützpunkte geben, zwei Abflugbasen für die Eurofighter. – Wahr ist, dass es nur einen Reparaturansatz gibt, und es wird erzählt (Abg. Scheibner: Sie erzählen immer denselben Unsinn!), dass sich vor allem der Finanzminister dafür stark gemacht hat, dass es eben nur einen Reparaturansatz geben wird. – Leider können wir den Herrn Finanzminister dazu nicht fragen; ich gehe jedoch davon aus, dass Sie, Herr Staatssekretär – wie in so vielen Fällen –, dazu überhaupt keine Informationen haben.
Abg. Scheibner: Was denn?
Zum ehemaligen Verteidigungsminister Scheibner: Binnen einer Woche hat er das, was die Bewertungskommission festgestellt hat, umgedeutet: Zuerst waren es die Gripen, eine Woche später waren es die Eurofighter. – Herr Minister außer Dienst und jetziger Klubobmann Scheibner, Sie sind uns ja schon letztes Mal in der Debatte betreffend Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu diesem Thema eine wichtige Information schuldig geblieben (Abg. Scheibner: Was denn?), eben im Zusammenhang mit Rechnungshofberichten.
Abg. Scheibner: Na endlich! Das ist einmal etwas Neues, dass Sie etwas zugeben!
Dass es einen Bericht über das Erstellen der Ausschreibungsunterlagen gibt, dass dieser Bericht in Ordnung ist, ist unbestritten. (Abg. Scheibner: Na endlich! Das ist einmal etwas Neues, dass Sie etwas zugeben!) Dann sagen Sie aber, Herr Klubobmann Scheibner, immer dazu, Sie hätten den Rechnungshof beauftragt, auch die Vergabe zu untersuchen – und daher sei alles in Ordnung. Nein, so einfach kann man es sich nicht machen! Mit dem Auftrag ist es nicht getan, Herr Kollege Scheibner! Wir wollen diesen Bericht auf den Tisch haben, bevor die Entscheidungen hier getroffen werden und womöglich dann noch dieser Vertrag unterschrieben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und stimmen Sie dann zu, wenn der in Ordnung ist?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und stimmen Sie dann zu, wenn der in Ordnung ist?
Dass es einen Bericht über das Erstellen der Ausschreibungsunterlagen gibt, dass dieser Bericht in Ordnung ist, ist unbestritten. (Abg. Scheibner: Na endlich! Das ist einmal etwas Neues, dass Sie etwas zugeben!) Dann sagen Sie aber, Herr Klubobmann Scheibner, immer dazu, Sie hätten den Rechnungshof beauftragt, auch die Vergabe zu untersuchen – und daher sei alles in Ordnung. Nein, so einfach kann man es sich nicht machen! Mit dem Auftrag ist es nicht getan, Herr Kollege Scheibner! Wir wollen diesen Bericht auf den Tisch haben, bevor die Entscheidungen hier getroffen werden und womöglich dann noch dieser Vertrag unterschrieben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und stimmen Sie dann zu, wenn der in Ordnung ist?)
Beifall und Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Am Mexikoplatz vielleicht! – Abg. Neudeck: Und Sie bauen es dann zusammen? – Abg. Scheibner: Was haben Sie für einen Umgang? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn Sie das erklärt haben, wenn Sie der Meinung sind, dass man das irgendwo kaufen kann, dass man irgendwas nehmen kann, dann ersuche ich Sie, wirklich das Billigste zu nehmen, wenn das alles nichts mit dem Eurofighter zu tun hat! Wenn Sie also der Meinung sind, dass man irgendetwas kaufen kann, zeige ich Ihnen morgen, wo man in Wien die Russen findet, die ganz billig MiG-Bestandteile, MiG-Funkgeräte, MiG-Datalinks und so weiter verkaufen wollen. (Beifall und Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Fekter: Am Mexikoplatz vielleicht! – Abg. Neudeck: Und Sie bauen es dann zusammen? – Abg. Scheibner: Was haben Sie für einen Umgang? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pilz: Kollege Scheibner! Haben Sie sich mit Firmenvertretern getroffen?
Aber mir geht es da um das Grundsätzliche, gerade bei den Sozialdemokraten. Weil eine der Vorrednerinnen ... (Abg. Dr. Pilz: Kollege Scheibner! Haben Sie sich mit Firmenvertretern getroffen?) – Ich habe mich vor der Typenentscheidung nicht mit Firmenvertretern getroffen, nach der Typenentscheidung mit Vertretern jener Firma, mit der wir verhandeln mussten. Das ist ja keine Frage. Aber, Herr Kollege Pilz, ich bin auch der Verteidigungsminister und deshalb näher am Projekt gewesen als andere Minister. (Abg. Dr. Pilz: Eben, das ist der Unterschied!)
Abg. Scheibner: Das hättet ihr einen Tag lang diskutieren können!
Es ist manchmal der pure Ärger darüber, wie über die Opposition drübergefahren wird, der einen ergreift. Denken Sie etwa an die letzte Woche, an das makabre Schauspiel, wie mittels eines Fristsetzungsantrags beschlossen wurde, dass innerhalb von zwei Tagen all diese Materien beschlossen werden können. (Abg. Scheibner: Das hättet ihr einen Tag lang diskutieren können!) Manchmal denke ich mir: Ach Gott, warum ärgern wir uns so, das ist ja den Leuten nicht einmal bewusst, und wir machen hier viel Aufhebens davon? Aber in der Sache ist es bei dieser Pensionsreform gelungen. (Abg. Scheibner: Einen Tag hättet ihr noch Zeit zum Diskutieren gehabt!)
Abg. Scheibner: Einen Tag hättet ihr noch Zeit zum Diskutieren gehabt!
Es ist manchmal der pure Ärger darüber, wie über die Opposition drübergefahren wird, der einen ergreift. Denken Sie etwa an die letzte Woche, an das makabre Schauspiel, wie mittels eines Fristsetzungsantrags beschlossen wurde, dass innerhalb von zwei Tagen all diese Materien beschlossen werden können. (Abg. Scheibner: Das hättet ihr einen Tag lang diskutieren können!) Manchmal denke ich mir: Ach Gott, warum ärgern wir uns so, das ist ja den Leuten nicht einmal bewusst, und wir machen hier viel Aufhebens davon? Aber in der Sache ist es bei dieser Pensionsreform gelungen. (Abg. Scheibner: Einen Tag hättet ihr noch Zeit zum Diskutieren gehabt!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zweitens: Stellen Sie sich vor, wir hätten am 4. Juni den ersten Entwurf dieser Pen-sionsreform durchgezogen und beschlossen! Ich glaube, das würde Ihnen heute schon Leid tun, weil es in Österreich bereits einen Aufruhr geben würde, und zwar ganz berechtigt! Ich bin froh darüber, dass wir zumindest das erreicht haben, was jetzt zur Debatte steht, aber auch das ist natürlich viel zu wenig, denn für die Menschen in diesem Land sind verschiedene Kürzungen ja noch gar nicht absehbar. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Warum wollten Sie vorige Woche im Ausschuss nicht verhandeln?
Herr Bundeskanzler, der Sie jetzt nicht anwesend sind! Meine Herren Minister und Staatssekretäre, die anwesend sind! Sie werden doch hoffentlich nicht annehmen, dass eine parlamentarische Debatte beziehungsweise eine ordnungsgemäße parlamentarische Behandlung eines Gesetzes dadurch ersetzt werden kann, dass ein paar Parteienvertreter irgendwann zusammengesessen sind und überlegt haben, ob sie miteinander eine Regierung machen können und wollen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Warum wollten Sie vorige Woche im Ausschuss nicht verhandeln?)
Abg. Scheibner: Na bitte! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja ordnungsrufverdächtig!
Meine Damen und Herren! Ein Randthema hier und heute, weil sehr schwerwiegende Beschlüsse in diesen Tagen gefasst werden, aber doch ein symbolisches Thema für die Politik dieser Bundesregierung: Sie liquidieren mehr oder weniger den Glauben an die Pensionskasse, an dieses zweite Modell, das Sie immer so großartig propagiert haben. Sie gehen her und schaffen die Mindestkapitalgarantie von 1,5 Prozent ab. Das ist nicht mehr als ein schlechtes Sparbuch, aber auch diese Mindestkapitalgarantie wird abgeschafft, und das ist wirklich ein letztklassiger Akt gegenüber allen, die bisher in dieses System Vertrauen hatten. (Abg. Scheibner: Na bitte! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja ordnungsrufverdächtig!) – Liebe Frau Kollegin Partik-Pablé, Sie sind eine wohlbestallte Pensionistin und gleichzeitig Abgeordnete, Sie haben dieses Problem sicherlich nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jemandem den Zivilberuf vorzuwerfen, das ist ja wirklich merkwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe mit 16 Jahren angefangen, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen! Ich habe immer gearbeitet! Ich habe mein Studium im zweiten Bildungsweg gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jemandem den Zivilberuf vorzuwerfen, das ist ja wirklich merkwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe mit 16 Jahren angefangen, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen! Ich habe immer gearbeitet! Ich habe mein Studium im zweiten Bildungsweg gemacht!
Meine Damen und Herren! Ein Randthema hier und heute, weil sehr schwerwiegende Beschlüsse in diesen Tagen gefasst werden, aber doch ein symbolisches Thema für die Politik dieser Bundesregierung: Sie liquidieren mehr oder weniger den Glauben an die Pensionskasse, an dieses zweite Modell, das Sie immer so großartig propagiert haben. Sie gehen her und schaffen die Mindestkapitalgarantie von 1,5 Prozent ab. Das ist nicht mehr als ein schlechtes Sparbuch, aber auch diese Mindestkapitalgarantie wird abgeschafft, und das ist wirklich ein letztklassiger Akt gegenüber allen, die bisher in dieses System Vertrauen hatten. (Abg. Scheibner: Na bitte! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja ordnungsrufverdächtig!) – Liebe Frau Kollegin Partik-Pablé, Sie sind eine wohlbestallte Pensionistin und gleichzeitig Abgeordnete, Sie haben dieses Problem sicherlich nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jemandem den Zivilberuf vorzuwerfen, das ist ja wirklich merkwürdig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ich habe mit 16 Jahren angefangen, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen! Ich habe immer gearbeitet! Ich habe mein Studium im zweiten Bildungsweg gemacht!)
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigen Sie sich!
Aber sehr viele Menschen sehen das als kalte Enteignung, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entschuldigen Sie sich!) Das ist ja wirklich eine politisch letztklassige Aktion, und ich bin sicher, dass auch diese Maßnahme vor dem Verwaltungsgerichtshof nicht halten wird, weil Sie davon ausgehen müssen, dass es zivilrechtliche Klagen dieser Damen und Herren geben wird. Ich würde mir das auch nicht gefallen lassen.
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Ganz zum Schluss noch ein Punkt: Wir hatten heute wirklich eine sehr denkwürdige Sitzung, weil der Finanzminister heute während der Dringlichen mehr oder weniger zugeben musste, dass er während des Ausschreibungsverfahrens gesetzeswidrig gehandelt hat. Ich kann mir eigentlich überhaupt nicht vorstellen, dass man diesem Budgetbegleitgesetz unter diesem Aspekt zustimmt (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie können sich viel nicht vorstellen!), wenn man weiß, dass der Bundesfinanzminister höchstwahrscheinlich genau zu diesen Bundesgesetzen verbotene Gespräche geführt hat, die zu diesen Ergebnissen, wie wir sie kennen, geführt haben. (Abg. Scheibner: Wo steht das?)
Abg. Scheibner: „Geisterfahrer“! – Was soll das? – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
†Abgeordnete Petra Bayr| (fortsetzend): Dieser Schaden wird ebenso wenig wieder gutzumachen sein wie der, den diese politischen Geisterfahrer auf der Regierungsbank sonst noch anrichten werden. (Abg. Scheibner: „Geisterfahrer“! – Was soll das? – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Aber die Österreicherinnen und Österreicher werden Ihnen bei der nächsten Gelegenheit ihre Rechnung präsentieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Die Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer: Unsere auch nicht!
Meine Damen und Herren! Das ist nicht unsere Zielsetzung, wenn wir von Sicherung der Pensionen sprechen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Die Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer: Unsere auch nicht!)
Abg. Scheibner: Das ist Parlamentarismus!
Der Ministerentwurf ist ein weiteres Zeichen Ihres Zickzackkurses in der öffentlichen Argumentation, denn hier haben viele Vertreter dieser Bundesregierung erklärt, an den Ecken und Kanten dürfe überhaupt nicht gerüttelt werden, und die Freiheitliche Partei rühmt sich jeden Tag, dass sie diesen Entwurf, den sie selbst eingebracht hat, jeden Tag verändern möchte. (Abg. Scheibner: Das ist Parlamentarismus!) Wir sind ja gespannt, was heute letztendlich herauskommen wird. Sie sollten sich in Ihren Parteien einmal darüber klar werden, was Sie einbringen, und nicht dauernd von Veränderungen reden, die wir überhaupt nicht kennen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht! Aber sicher nicht!
Die Regierungsvorlage vom 29. April: kein Hinweis, wie es mit den Pensionen in Wirklichkeit weitergehen soll. Erst durch den Druck sowohl vom Herrn Bundespräsidenten als auch der Demonstrationen am 6. und am 13. Mai und der Streiks am 3. Juni haben Sie sich überhaupt bewegt! (Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht! Aber sicher nicht!) Hätte es das alles nicht gegeben, hätten Sie immer wieder gesagt: Das ist unverrückbar, da rühren wir uns nicht von der Stelle! Die Bevölkerung hat Ihnen gesagt, es muss anders gehen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das glauben Sie ja selber nicht! – Abg. Mag. Molterer: Warum sind Sie dann vom Verhandlungstisch aufgestanden?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das glauben Sie ja selber nicht! – Abg. Mag. Molterer: Warum sind Sie dann vom Verhandlungstisch aufgestanden?
Die Regierungsvorlage vom 29. April: kein Hinweis, wie es mit den Pensionen in Wirklichkeit weitergehen soll. Erst durch den Druck sowohl vom Herrn Bundespräsidenten als auch der Demonstrationen am 6. und am 13. Mai und der Streiks am 3. Juni haben Sie sich überhaupt bewegt! (Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht! Aber sicher nicht!) Hätte es das alles nicht gegeben, hätten Sie immer wieder gesagt: Das ist unverrückbar, da rühren wir uns nicht von der Stelle! Die Bevölkerung hat Ihnen gesagt, es muss anders gehen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das glauben Sie ja selber nicht! – Abg. Mag. Molterer: Warum sind Sie dann vom Verhandlungstisch aufgestanden?)
Abg. Scheibner: Sie wollten die Beiträge erhöhen!
Wir brauchen Würde im Alter und keinen Härtefonds, meine sehr geehrten Damen und Herren. Für uns ist die Pension ein Rechtsanspruch und nicht ein Gnadenakt! (Abg. Scheibner: Sie wollten die Beiträge erhöhen!) Das ist unsere Linie, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber mit 30 und 40 Prozent Abschlag!
Ich bin davon überzeugt, dass die Bevölkerung mir zustimmen wird, wenn ich sage: Nicht überall, wo Reform draufsteht, ist tatsächlich eine Zukunftsreform drinnen! Wir brauchen keine Verpackungskünstler. Was wir brauchen, sind Zukunftslösungen. Der Infogehalt der Inserate der Bundesregierung ist wirklich stark in Zweifel zu ziehen. Wir werben nicht mit berstenden Staumauern um die Zukunft der Pensionen, wie Sie das in Fernsehspots tun. (Abg. Scheibner: Aber mit 30 und 40 Prozent Abschlag!) Wir halten Fakten und Daten noch immer für das bessere Argument. Unsere Zahlen sind tagesaktuell, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele sind allerdings falsch!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele sind allerdings falsch!
Ich bin davon überzeugt, dass die Bevölkerung mir zustimmen wird, wenn ich sage: Nicht überall, wo Reform draufsteht, ist tatsächlich eine Zukunftsreform drinnen! Wir brauchen keine Verpackungskünstler. Was wir brauchen, sind Zukunftslösungen. Der Infogehalt der Inserate der Bundesregierung ist wirklich stark in Zweifel zu ziehen. Wir werben nicht mit berstenden Staumauern um die Zukunft der Pensionen, wie Sie das in Fernsehspots tun. (Abg. Scheibner: Aber mit 30 und 40 Prozent Abschlag!) Wir halten Fakten und Daten noch immer für das bessere Argument. Unsere Zahlen sind tagesaktuell, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele sind allerdings falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Wir stellen fest: Nach wie vor ist es so, dass zukünftige Pensionen um 12 Prozent gekürzt werden. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Da können Sie reden, was Sie wollen, es ist so! Sie können den Beweis liefern, dass unsere Zahlen stimmen, indem Sie Ihre Fakten auf den Tisch legen, und dann rechnen wir nach. (Abg. Scheibner: Das hat der Vizekanzler das letzte Mal gemacht!) 10 Prozent sind es in jedem Fall, und durch die spätere Anpassung kommen weitere 2 Prozent dazu. Das sind 12 Prozent, ob Sie es wollen oder nicht! (Abg. Scheibner: Höchstens 10 Prozent!) Das werden Ihnen jene Leute beweisen, die den Pensionsbescheid, basierend auf Ihren Reformmaßnahmen, in Zukunft bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Das hat der Vizekanzler das letzte Mal gemacht!
Wir stellen fest: Nach wie vor ist es so, dass zukünftige Pensionen um 12 Prozent gekürzt werden. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Da können Sie reden, was Sie wollen, es ist so! Sie können den Beweis liefern, dass unsere Zahlen stimmen, indem Sie Ihre Fakten auf den Tisch legen, und dann rechnen wir nach. (Abg. Scheibner: Das hat der Vizekanzler das letzte Mal gemacht!) 10 Prozent sind es in jedem Fall, und durch die spätere Anpassung kommen weitere 2 Prozent dazu. Das sind 12 Prozent, ob Sie es wollen oder nicht! (Abg. Scheibner: Höchstens 10 Prozent!) Das werden Ihnen jene Leute beweisen, die den Pensionsbescheid, basierend auf Ihren Reformmaßnahmen, in Zukunft bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Höchstens 10 Prozent!
Wir stellen fest: Nach wie vor ist es so, dass zukünftige Pensionen um 12 Prozent gekürzt werden. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Da können Sie reden, was Sie wollen, es ist so! Sie können den Beweis liefern, dass unsere Zahlen stimmen, indem Sie Ihre Fakten auf den Tisch legen, und dann rechnen wir nach. (Abg. Scheibner: Das hat der Vizekanzler das letzte Mal gemacht!) 10 Prozent sind es in jedem Fall, und durch die spätere Anpassung kommen weitere 2 Prozent dazu. Das sind 12 Prozent, ob Sie es wollen oder nicht! (Abg. Scheibner: Höchstens 10 Prozent!) Das werden Ihnen jene Leute beweisen, die den Pensionsbescheid, basierend auf Ihren Reformmaßnahmen, in Zukunft bekommen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Das war wirklich überraschend!
Dann, als alle Abänderungsanträge vorlagen, wäre es möglich gewesen, Herr Präsident Verzetnitsch, am Donnerstagabend noch länger zu diskutieren. Es wäre auch möglich gewesen, noch den gesamten Freitag über, zehn Stunden, zu diskutieren. Aber vielleicht, meine Damen und Herren von der Opposition, waren Sie bereits mit den Pfingstvorbereitungen – was immer Sie darunter verstehen mögen – beschäftigt, denn am Donnerstagabend war – und das lag nicht an den Regierungsfraktionen! – plötzlich dieser Anfangsschwung erlahmt. (Abg. Scheibner: Das war wirklich überraschend!) Es wurde nicht abgestimmt sozusagen der Abstimmung wegen, sondern es gab keine Wortmeldungen mehr. – Verehrte Damen und Herren des Hohen Hauses, das sei auch hier einmal klar und deutlich festgestellt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was selbst bei der Bestimmung nicht gestimmt hat!
Wir fangen bei uns an! – Das wäre ein Zeichen, ein Signal gewesen. Aber was haben Sie gemacht? – Mit einer unseligen „Trägerrakete“, die Sie, Herr Klubobmann Scheibner, unterschrieben haben, für die Sie gestanden sind, haben Sie die Debatte über die Politikerbezüge eröffnet: Frühpension für Politiker. (Abg. Scheibner: Was selbst bei der Bestimmung nicht gestimmt hat!) Gleichzeitig wären die Frühpensionen im ASVG, im GSVG, bei den Gewerblichen und den Bauern abgeschafft worden. (Abg. Scheibner: Hat auch nicht gestimmt!) Das war der Beginn und der Startschuss Ihrer „Bereitschaft“, Privilegien abzubauen. Ausgerechnet von Seiten der Freiheitlichen, und das auch erst nach Wochen intensiver Debatte über Politikerbezüge. Sie waren nicht bereit, hier auch nur ein zusätzliches Quäntchen an Gerechtigkeit zu schaffen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmen Sie mit! Wir schaffen es ab!)
Abg. Scheibner: Hat auch nicht gestimmt!
Wir fangen bei uns an! – Das wäre ein Zeichen, ein Signal gewesen. Aber was haben Sie gemacht? – Mit einer unseligen „Trägerrakete“, die Sie, Herr Klubobmann Scheibner, unterschrieben haben, für die Sie gestanden sind, haben Sie die Debatte über die Politikerbezüge eröffnet: Frühpension für Politiker. (Abg. Scheibner: Was selbst bei der Bestimmung nicht gestimmt hat!) Gleichzeitig wären die Frühpensionen im ASVG, im GSVG, bei den Gewerblichen und den Bauern abgeschafft worden. (Abg. Scheibner: Hat auch nicht gestimmt!) Das war der Beginn und der Startschuss Ihrer „Bereitschaft“, Privilegien abzubauen. Ausgerechnet von Seiten der Freiheitlichen, und das auch erst nach Wochen intensiver Debatte über Politikerbezüge. Sie waren nicht bereit, hier auch nur ein zusätzliches Quäntchen an Gerechtigkeit zu schaffen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmen Sie mit! Wir schaffen es ab!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmen Sie mit! Wir schaffen es ab!
Wir fangen bei uns an! – Das wäre ein Zeichen, ein Signal gewesen. Aber was haben Sie gemacht? – Mit einer unseligen „Trägerrakete“, die Sie, Herr Klubobmann Scheibner, unterschrieben haben, für die Sie gestanden sind, haben Sie die Debatte über die Politikerbezüge eröffnet: Frühpension für Politiker. (Abg. Scheibner: Was selbst bei der Bestimmung nicht gestimmt hat!) Gleichzeitig wären die Frühpensionen im ASVG, im GSVG, bei den Gewerblichen und den Bauern abgeschafft worden. (Abg. Scheibner: Hat auch nicht gestimmt!) Das war der Beginn und der Startschuss Ihrer „Bereitschaft“, Privilegien abzubauen. Ausgerechnet von Seiten der Freiheitlichen, und das auch erst nach Wochen intensiver Debatte über Politikerbezüge. Sie waren nicht bereit, hier auch nur ein zusätzliches Quäntchen an Gerechtigkeit zu schaffen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmen Sie mit! Wir schaffen es ab!)
Abg. Scheibner: Sie haben bald keine Themen im Ausschuss mehr zum Diskutieren gehabt!
In anderen Ländern – und das wissen Sie auch, Herr Bundeskanzler – werden Pensionsreformen anders angegangen. (Abg. Dr. Fasslabend: Frankreich!) Ich meine jetzt nicht Frankreich, Herr Kollege Fasslabend, es gibt auch noch andere Länder (Abg. Dr. Fasslabend: Deutschland!), in Schweden, in der Schweiz beispielsweise, auch in der Bundesrepublik Deutschland, indem man versucht, alle Parteien, die Sozialpartner mit einzubeziehen, sie aufzufordern, indem man die Pensionsreform gründlich vorbereitet, sich Zeit nimmt dafür, eine Debatte über ein oder eineinhalb Jahre führt. (Abg. Scheibner: Sie haben bald keine Themen im Ausschuss mehr zum Diskutieren gehabt!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hat es gar keine Änderungen gegeben? Nur Sie haben das letzte Monat verschlafen! Sie haben die letzten vier Wochen völlig verschlafen!
Nein, Sie, Herr Bundeskanzler, haben das abgelehnt, Sie sind nach dem autoritären Konzept, das Sie gut kennen, vorgegangen: eine Pensionsreform vorstellen, aufschreien lassen, und dann ist Ruhe, wenn abgestimmt wird, vorbei ist die Debatte! – Solch ein Politikverständnis, solch ein Demokratieverständnis haben Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hat es gar keine Änderungen gegeben? Nur Sie haben das letzte Monat verschlafen! Sie haben die letzten vier Wochen völlig verschlafen!) Ganau das ist das Unselige an der Pensionsdebatte, auch an dieser Pensionsdebatte!
Abg. Scheibner: So lange diskutieren wir schon! Sehen Sie, jetzt geben Sie es zu!
Herr Bundeskanzler, Sie hätten eine Chance gehabt, wenn Sie diese Pensionsreform mit dem Vorsatz, etwas mehr Gerechtigkeit in die Pensionssysteme zu bringen, angegangen wären. Sie haben gestern gesagt, Herr Bundeskanzler, das österreichische Pensionssystem sei das beste der Welt. – Nein, das ist es nicht, mit Sicherheit nicht! In Anbetracht dessen, das 60 Prozent ... (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dr. Bartenstein.) Herr Minister Bartenstein, ich glaube, ich habe Ihnen die Zahlen schon vor Monaten gesagt (Abg. Scheibner: So lange diskutieren wir schon! Sehen Sie, jetzt geben Sie es zu!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Euer System ist eine Schande! Das finde ich lustig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben ein teures Pensionssystem, es ist aber nicht nur eines, sondern es sind viele Pensionssysteme, und wir haben große Ungerechtigkeiten innerhalb dieser Pensionssysteme. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Euer System ist eine Schande! Das finde ich lustig!) Nach wie vor gibt es diese Ungerechtigkeiten, und Sie haben mit Ihrer Pensionsreform nichts dazu beigetragen, dass diese Ungerechtigkeiten abgebaut werden. Im Gegenteil: Bei Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, zahlen die Frauen, die die durchschnittliche Alterspension von 680 € erhalten, dieselben Abschläge, die jemand mit 2 300 € zahlt, und das ist die höchste ASVG-Pension. Das nennen Sie gerecht? Aber Bezieher von Pensionen, die wesentlich höher sind, wie zum Beispiel Politikerpensionen, kommen, wenn sie 3 300 € nicht überschreiten, mit einem Prozent zusätzlichen Abschlag davon? Das nennen Sie gerecht?! (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Das stimmt ja nicht!) Selbstverständlich stimmt das!
Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal etwas zur Entgeltfortzahlung! Warum sind die Grünen so dagegen, dass man das ändert! Ist das nicht ein Privileg?
Herr Bundeskanzler, erzählen Sie mir nichts über das Bezügegesetz! Eines würde ich Ihnen raten: mir nichts über das Bezügegesetz zu erzählen, denn da kenne ich mich aus! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe.) – Ich erkläre es Ihnen gerne. (Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal etwas zur Entgeltfortzahlung! Warum sind die Grünen so dagegen, dass man das ändert! Ist das nicht ein Privileg?) Herr Kollege Scheibner, es wird nicht besser, wenn Sie lauter werden.
Abg. Scheibner: 15 Prozent Abschläge! Was ist mit der Entgeltfortzahlung?
Der bisherige Pensionssicherungsbeitrag für Politiker lag bei 7 Prozent. Sind wir uns da einig, Herr Bundeskanzler? Jetzt wird der Pensionssicherungsbeitrag für Politikerpensionen bis 3 300 € um ein Prozent erhöht. (Abg. Scheibner: 15 Prozent Abschläge! Was ist mit der Entgeltfortzahlung?) Das ist eine Schande und kennzeichnend dafür, wie Sie mit dieser Pensionsreform die Österreicherinnen und Österreicher hinters Licht führen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
†Abgeordneter Karl Öllinger| (fortsetzend): Sie betrügen die Jugend Österreichs. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: So ist es! Haben sie auch keine!
Herr Kollege, ich warte auf die Vorschläge der SPÖ, wie man dieses Problem künftig finanzieren soll. Bisher war davon nichts zu hören. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: So ist es! Haben sie auch keine!)
Abg. Scheibner: Das will die SPÖ! – Abg. Eder: Das ist ein Unsinn! Wer erzählt Ihnen diesen Unsinn?
Erstens: Wir können die Beitragssätze um 53 Prozent erhöhen. (Abg. Scheibner: Das will die SPÖ! – Abg. Eder: Das ist ein Unsinn! Wer erzählt Ihnen diesen Unsinn?) – Ich nehme nicht an, dass die Oppositionsparteien die Beitragssätze um 53 Prozent erhöhen wollen.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt überhaupt nichts eingebracht!
Der Durchrechnungszeitraum pro Kind wird um drei Jahre verkürzt. – Ist das nichts?! Die Bemessungsgrundlage für pensionserhöhende Kindererziehungszeiten wird in 25-Jahres-Schritten von derzeit 100 Prozent des Ausgleichszulagen-Richtsatzes auf 150 Prozent erhöht. – Ist das nichts?! – Ich denke doch, meine Damen von der SPÖ, dass gerade Sie diesem Gesetz auch heute zustimmen werden, weil es auch in Ihrem Interesse sein muss, dass man gerade dieser Bevölkerungsgruppe in wesentlichen Schritten entgegenkommt. Wir Freiheitlichen werden das tun! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ihr habt überhaupt nichts eingebracht!)
Abg. Scheibner: Schlusssatz!
†Präsident Dr. Andreas Khol|: Herr Abgeordneter, Sie haben die wesentlichen Teile des Antrages bereits in Ihrer Rede erläutert, und Ihre Redezeit ist zu Ende. (Abg. Scheibner: Schlusssatz!)
Abg. Scheibner: 30 Jahre lang waren Sie verantwortlich! Wer war denn verantwortlich für dieses System? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Stecken Sie den Zettel wieder ein! Stecken Sie den Zettel weg! – Abg. Scheibner: Sie haben die Pensionen gekürzt in den neunziger Jahren! Das ist Ihre verkehrte Politik! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Vor sieben Tagen hatten Sie Recht, Frau Staatssekretärin! 1 000 € ist herzlich wenig. 1 000 € im Monat, das bedeutet in unserem Land: armutsgefährdet zu leben. Sehen Sie sich an, wie niedrig die Pensionen heute sind! (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) Die Hälfte der Pensionisten und Pensionistinnen erhält schon heute, also schon vor dieser Pensionskürzungsreform, weniger als 1 000 €. (Abg. Scheibner: 30 Jahre lang waren Sie verantwortlich! Wer war denn verantwortlich für dieses System? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Stecken Sie den Zettel wieder ein! Stecken Sie den Zettel weg! – Abg. Scheibner: Sie haben die Pensionen gekürzt in den neunziger Jahren! Das ist Ihre verkehrte Politik! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist das Ergebnis Ihrer verkehrten Politik!
Für 70 Prozent der Frauen setzen Sie jetzt einen Schritt in die Richtung, dass sie noch weniger Einkommen haben. Genau den Menschen, die täglich jeden Euro umdrehen müssen, nehmen Sie jetzt Geld weg! (Abg. Scheibner: Das ist das Ergebnis Ihrer verkehrten Politik!) – Das ist Ihre Verantwortung, das können Sie nicht irgendjemand anderem umhängen, Herr Klubobmann Scheibner. (Beifall bei der SPÖ. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn Sie die Unwahrheit sagen, dann darf man sich doch aufregen!
Auch wenn Ihre Nerven blank liegen (Abg. Scheibner: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn Sie die Unwahrheit sagen, dann darf man sich doch aufregen!), möchte ich Sie doch bitten, sich manchmal die Menschen hinter diesen Zahlen vor Augen zu halten. Überlegen Sie sich einmal, wie es ist, mit 1 000 € im Monat auszukommen, mit 1 000 € im Monat die Miete zu bezahlen, mit 1 000 € im Monat (Abg. Mag. Wurm: Weniger im Durchschnitt!) – oder viel weniger – am Wochenende einzukaufen, im Supermarkt zu zahlen, mit 1 000 € oder weniger den Enkelkindern ein Spielzeug kaufen zu wollen und jeden Euro, jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor vier Jahren war das ausreichend, als Sie noch den Sozialminister gestellt haben? – Abg. Scheibner: 1996! Was sagen Sie dazu? Haben Sie das schon vergessen?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor vier Jahren war das ausreichend, als Sie noch den Sozialminister gestellt haben? – Abg. Scheibner: 1996! Was sagen Sie dazu? Haben Sie das schon vergessen?
Auch wenn Ihre Nerven blank liegen (Abg. Scheibner: Bleiben Sie bei der Wahrheit! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn Sie die Unwahrheit sagen, dann darf man sich doch aufregen!), möchte ich Sie doch bitten, sich manchmal die Menschen hinter diesen Zahlen vor Augen zu halten. Überlegen Sie sich einmal, wie es ist, mit 1 000 € im Monat auszukommen, mit 1 000 € im Monat die Miete zu bezahlen, mit 1 000 € im Monat (Abg. Mag. Wurm: Weniger im Durchschnitt!) – oder viel weniger – am Wochenende einzukaufen, im Supermarkt zu zahlen, mit 1 000 € oder weniger den Enkelkindern ein Spielzeug kaufen zu wollen und jeden Euro, jeden Cent dreimal umdrehen zu müssen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Vor vier Jahren war das ausreichend, als Sie noch den Sozialminister gestellt haben? – Abg. Scheibner: 1996! Was sagen Sie dazu? Haben Sie das schon vergessen?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie nehmen diesen kleinen Einkommensbeziehern ja noch eine dicke Scheibe weg, Herr Klubobmann Scheibner! Diese Schuld nimmt Ihnen niemand! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber Sie können es sich heute noch überlegen, der eigenen Reform nicht zuzustimmen. Sie sind ja die letzten Wochen gegen die eigene Reform angelaufen, vielleicht überlegen Sie es sich heute. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Das sind keine Bittsteller!
Diese Leute, Frau Staatssekretärin, dürfen jetzt beim Fonds ansuchen. Sie haben sie zu Bittstellern gemacht. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Das sind keine Bittsteller!) Leute, die ihr Leben lang schwer gearbeitet haben, haben wir nicht zu Bittstellern zu machen, sie haben einen Rechtsanspruch auf eine existenzsichernde Pension. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das heißt, jeder, der irgendwo einen Antrag stellt, ist ein Bittsteller für Sie!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das heißt, jeder, der irgendwo einen Antrag stellt, ist ein Bittsteller für Sie!
Diese Leute, Frau Staatssekretärin, dürfen jetzt beim Fonds ansuchen. Sie haben sie zu Bittstellern gemacht. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Das sind keine Bittsteller!) Leute, die ihr Leben lang schwer gearbeitet haben, haben wir nicht zu Bittstellern zu machen, sie haben einen Rechtsanspruch auf eine existenzsichernde Pension. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das heißt, jeder, der irgendwo einen Antrag stellt, ist ein Bittsteller für Sie!)
Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, 15 Prozent wären in Ordnung!
Der Deckel von 10 Prozent – ich bin neugierig, was der wert ist, Herr Klubobmann Scheibner! (Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, 15 Prozent wären in Ordnung!) Für diesen 10-Prozent-Deckel – und ich habe mich da wirklich genau erkundigt – gilt bis zum heutigen Tag der schöne österreichische Spruch: Nichts Genaues weiß man nicht! Man weiß nicht, für wen er wirklich gelten wird (Abg. Scheibner: Für alle!), man weiß nicht, wie lange er wirklich gelten wird. Was man jedenfalls weiß, ist, dass für diejenigen, für die Sie nächstes Jahr das Pensionskonto einführen wollen, also für die heute unter 35-Jährigen, dieser Deckel nicht mehr gelten wird, weil diese beiden Maßnahmen, Pensionskonto und Deckelung, einfach nicht vereinbar sind.
Abg. Scheibner: Für alle!
Der Deckel von 10 Prozent – ich bin neugierig, was der wert ist, Herr Klubobmann Scheibner! (Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, 15 Prozent wären in Ordnung!) Für diesen 10-Prozent-Deckel – und ich habe mich da wirklich genau erkundigt – gilt bis zum heutigen Tag der schöne österreichische Spruch: Nichts Genaues weiß man nicht! Man weiß nicht, für wen er wirklich gelten wird (Abg. Scheibner: Für alle!), man weiß nicht, wie lange er wirklich gelten wird. Was man jedenfalls weiß, ist, dass für diejenigen, für die Sie nächstes Jahr das Pensionskonto einführen wollen, also für die heute unter 35-Jährigen, dieser Deckel nicht mehr gelten wird, weil diese beiden Maßnahmen, Pensionskonto und Deckelung, einfach nicht vereinbar sind.
Abg. Scheibner: Warum ist das so? Sagen Sie das einmal!
Natürlich tun 10, 12 Prozent allen weh, aber es gibt Leute, denen es besonders wehtut, wenn man ihnen 10 bis 12 Prozent nimmt, nämlich die Bezieher niedriger Pensionen; diese spüren die 10 Prozent viel stärker. Bedenken Sie, dass die Hälfte der Arbeiterinnen heute eine Pension unter 515 € bezieht (Abg. Scheibner: Warum ist das so? Sagen Sie das einmal!), die Hälfte der weiblichen Angestellten eine Pension unter 850 €! Das ist herzlich wenig, und Sie nehmen ihnen noch 10 Prozent weg. – Das ist keine soziale Reform, Frau Staatssekretärin Haubner! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie einmal, was Sie wollen!
Jetzt zu den familienpolitischen Maßnahmen. Plus sechs Monate pensionsbegründend – das stellen Sie als wunderbare Maßnahme dar. Sagen Sie bitte dazu, wie viele Frauen in diesem Land davon wirklich profitieren werden! – Herzlich wenige (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Alle! Alle!), nämlich nur diejenigen, die ihre Kinder nicht vor Einführung des Kindergeldes bekommen haben, und nur diejenigen, denen sechs Monate auf den Pensionsanspruch fehlen, und das erst in 30 Jahren. Die Kürzungen, Herr Klubobmann Scheibner, gelten allerdings unmittelbar. (Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie einmal, was Sie wollen!) So schaut es aus für die Frauen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es ist alles schlecht! Das eine gilt nur für die Älteren, das andere nur für die Jüngeren! Alles ist schlecht – aber keine eigenen Vorschläge!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es ist alles schlecht! Das eine gilt nur für die Älteren, das andere nur für die Jüngeren! Alles ist schlecht – aber keine eigenen Vorschläge!
Jetzt zu den familienpolitischen Maßnahmen. Plus sechs Monate pensionsbegründend – das stellen Sie als wunderbare Maßnahme dar. Sagen Sie bitte dazu, wie viele Frauen in diesem Land davon wirklich profitieren werden! – Herzlich wenige (Bundeskanzler Dr. Schüssel: Alle! Alle!), nämlich nur diejenigen, die ihre Kinder nicht vor Einführung des Kindergeldes bekommen haben, und nur diejenigen, denen sechs Monate auf den Pensionsanspruch fehlen, und das erst in 30 Jahren. Die Kürzungen, Herr Klubobmann Scheibner, gelten allerdings unmittelbar. (Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie einmal, was Sie wollen!) So schaut es aus für die Frauen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es ist alles schlecht! Das eine gilt nur für die Älteren, das andere nur für die Jüngeren! Alles ist schlecht – aber keine eigenen Vorschläge!)
Abg. Scheibner: In bestehende Pensionen?
Zum Schluss noch eine Bemerkung zu Ihnen, Herr Bundeskanzler: Das, was Ihnen in der Öffentlichkeit und auch von uns immer wieder vorgehalten wird und vorgehalten werden wird, ist der grobe Vertrauensbruch, der gröbste Vertrauensbruch insofern, als Sie während des Wahlkampfes, noch im vergangenen Herbst, nie davon sprachen, dass Ihr erster großer politischer Einschnitt, Ihr erster großer politischer Kraftakt eine Pensionsreform sein soll. Es ist so, dass Sie in bestehende Ansprüche eingreifen – es werden ja die Aufwertungsfaktoren reduziert (Abg. Scheibner: In bestehende Pensionen?) –, und es ist so, dass vor allem die Menschen, die jetzt unter 34 Jahre alt sind, überhaupt nicht wissen, in welcher Form, in welcher Art und Weise sie überhaupt eine Pension beziehen werden. Das ist Vertrauensbruch gegenüber den Beziehern von bestehenden und von zukünftigen Pensionen! (Abg. Wittauer: Das ist halt eine Reformregierung! Wir bringen halt etwas zustande!)
Abg. Scheibner: Wie lange geht denn das dann?
Daher abschließend: Ich habe gehört, Herr Klubobmann Molterer, Sie sagen immer wieder, es gehe darum, das Notwendige und das Richtige zu tun. Die Antwort heißt: Das Notwendige ist der Verzicht auf den Kauf von Abfangjägern (Abg. Scheibner: Wie lange geht denn das dann?), und das Richtige ist, endlich die kleinen Pensionen zu stärken und sie nicht weiter schlechter zu stellen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Wittauer: Frau Abgeordnete, es ist unzulässig, diesen Vergleich zu ziehen!)
Abg. Scheibner: Die streiken!
Diese Regelung wird 2004 kommen, wenn ihr bereit seid, uns diese Berufsgruppen zu melden. Ich werde dir als Betriebsrat einer Baufirma helfen, damit speziell die Bauarbeiter in Zukunft nicht mit 61,5, sondern mit 60 Jahren in Pension gehen können. (Abg. Öllinger – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Wo steht es denn drinnen?) Das werden wir machen, und ich ersuche da um rege Mitarbeit. Aber ich glaube, Kollege Verzetnitsch hat das schon verstanden: Viele in seiner Fraktion oder im ÖGB, die dementsprechend SPÖ-angehaucht sind, dürfen oder wollen das nicht (Abg. Scheibner: Die streiken!), die wollen lieber streiken als arbeiten.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Haben Sie keine anderen Vergleiche?
Frau Staatssekretärin Haubner, da Sie heute bedauert haben, dass die Opposition den Mut verloren habe, darf ich Ihnen sagen: Die Einzigen, die hier Mut beweisen, sind die Oppositionsparteien. Wir bekennen uns zu den Menschen hier im Lande, wir sind diesen Menschen gegenüber verantwortlich. (Ruf: Wo denn?) Umgefallen ist die FPÖ, und zwar schon im Liegen ist sie umgefallen. – Sehr bedauerlich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Haben Sie keine anderen Vergleiche?)
Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Lassen Sie mich auf ein paar besondere Grausamkeiten hinweisen. Ohnehin schon niedrige Pensionen werden nach wie vor gekürzt. Es wird ein Fonds geschaffen, damit macht man die Menschen zu Bittstellern. Trotz eines Pensionsantrittsalters von 60 Jahren bei den Frauen verlieren Frauen spätestens im Jahr 2008 12 Prozent ihrer Pension, meine sehr geehrten Damen und Herren! Und Frauen mit einem Kind oder mit gar keinem Kind haben schon viel früher um 12 Prozent weniger auf dem Konto. (Abg. Scheibner: Stimmt nicht! ) So schaut es aus! So ist die „frauenfreundliche“ Politik dieser Bundesregierung zu verstehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So ein Pech! Der Klubobmann schaut nicht drauf, dass die Frau Abgeordnete im Fernsehen ist!
†Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits| (Grüne): Dobar dan! Poštovane dame i gospodo! (Abg. Großruck: Was heißt das? Noch einmal! – Abg. Dr. Fekter: Was ist das?) Frau Bundesministerin Gehrer! Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Ich habe gestern auch nach der Fernsehübertragungszeit gesprochen (Abg. Scheibner: So ein Pech! Der Klubobmann schaut nicht drauf, dass die Frau Abgeordnete im Fernsehen ist!) und habe mich an Frau Bundesministerin Gehrer gewandt in Bezug auf – und das möchte ich heute auch tun, aber exemplarisch an einen anderen Minister – die Förderungsstellen für Erwachsenenbildung, die klammheimlich mit dem Budgetbegleitgesetz aus der Wirklichkeit verschwinden werden. Ich werde es ihr nachher noch einmal sagen; ich möchte Sie nicht langweilen mit der Wiederholung.
Abg. Scheibner: Ist es auch!
Das klingt eigentlich alles ziemlich vernünftig (Abg. Scheibner: Ist es auch!): Maßnahmen im Bereich des Strafaufschubs. Es ist auch so, dass ich nicht verhehle, dass es eine Tatsache ist, dass es auf diesem Gebiet bei der sehr rigiden Möglichkeit des Strafaufschubs auch so etwas wie politischen Handlungsbedarf gibt. Dass dieser politische Handlungsbedarf allerdings jetzt, in dieser Minute oder in dieser Phase gesehen wird, in der es ausschließlich darum geht, gesetzliche Maßnahmen mit budgetären Auswirkungen zu erlassen, um nämlich dem Budget mehr Geld zuzuführen, das deutet wieder darauf hin, in welcher Art und Weise dieses durchaus legitime Anliegen – ich würde nicht sagen, missbraucht, sondern – fehlverwendet wird.
Abg. Scheibner: Ist das schlecht?
Was wird denn mit diesem Bundesgesetz passieren? – Es wird – das ist der fatale Irrtum, dem der Herr Bundesminister bei diesem Bundesgesetz sozusagen erliegt – mit diesem Gesetz möglich sein, Strafaufschub für Verurteilungen bis zu 18 Monaten bis zum Jahr 2005 hinauszuschieben. Also jemand, der jetzt eine kurze Strafe im Gefängnis zu verbüßen hätte, wird durch die neuen gesetzlichen Bestimmungen die Möglichkeit erhalten – es ist kein Recht, sondern eine Möglichkeit –, diese Strafe bis zum Jahre 2005 hinausschieben zu lassen. (Abg. Scheibner: Ist das schlecht?) Nein, das ist nicht schlecht, Herr Klubobmann Scheibner, sondern der Hintergrund, das, was sich dahinter verbirgt, ist das Negative.
Abg. Scheibner: Dafür steigt die Sicherheit!
Welchen Hintergrund hat das Ganze? – Österreichs Gefängnisse sind überfüllt. Wir hatten in den letzten Jahren eine durchschnittliche Belagszahl in den österreichischen Justizanstalten von rund 7 000 Häftlingen. Jetzt haben wir eine Belagszahl, die im Schnitt über 8 000 Häftlinge und mehr ist (Abg. Scheibner: Dafür steigt die Sicherheit!), das heißt, 1 000 Strafhäftlinge mehr, als dem langjährigen Schnitt entspricht. (Abg. Scheibner: Dafür steigt die Sicherheit in Österreich!)
Abg. Scheibner: Dafür steigt die Sicherheit in Österreich!
Welchen Hintergrund hat das Ganze? – Österreichs Gefängnisse sind überfüllt. Wir hatten in den letzten Jahren eine durchschnittliche Belagszahl in den österreichischen Justizanstalten von rund 7 000 Häftlingen. Jetzt haben wir eine Belagszahl, die im Schnitt über 8 000 Häftlinge und mehr ist (Abg. Scheibner: Dafür steigt die Sicherheit!), das heißt, 1 000 Strafhäftlinge mehr, als dem langjährigen Schnitt entspricht. (Abg. Scheibner: Dafür steigt die Sicherheit in Österreich!)
Abg. Scheibner: Bis dorthin gibt es ein neues Gefängnis!
Um Österreichs Gefängnisse kurzfristig zu leeren, weil es wirklich keinen Platz gibt und weil das eine extreme Situation ist, der jetzt vor allem die Strafvollzugsbeamtinnen und -beamten ausgesetzt sind, ganz zu schweigen von den Strafhäftlingen, macht der Bundesminister dieses Gesetz und sagt: So, jetzt verschieben wir das in einer Feuerwehraktion auf 2005! Und im Jahr 2005 erwürgt euch – um es auf Österreichisch zu sagen –, denn dann läuft dieses Gesetz aus. (Abg. Scheibner: Bis dorthin gibt es ein neues Gefängnis!)
Abg. Scheibner: Was wäre dein Konzept? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen nicht entkriminalisieren! Oder wollen Sie die alle freilassen?
Meine Damen und Herren! Dabei gäbe es genug Möglichkeiten – und deshalb wollte ich Herrn Minister Böhmdorfer ansprechen –, die gerade er mit seinen Kompetenzen und mit seinen Möglichkeiten hätte, um den Effekt, den er sich von diesem Bundesgesetz kurzfristig erwartet, ganz ohne jedes Bundesgesetz zu erzielen, indem er nämlich das tut, was er kann, nämlich sein Weisungsrecht als Bundesminister in Bezug auf die Staatsanwaltschaften auszuüben und zu sagen: Ja, liebe Staatsanwälte – um es jetzt ein bisschen blumig zu sagen –, verhängt doch weniger U-Haft! Macht weniger Einsprüche bei bedingten Entlassungen! – Das hätte den identischen Effekt. Genau das passiert aber nicht, sondern mit dieser Feuerwehraktion wird das Problem in das Jahr 2005 transferiert oder in die Zukunft transferiert. (Abg. Scheibner: Was wäre dein Konzept? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie wollen nicht entkriminalisieren! Oder wollen Sie die alle freilassen?)
Abg. Scheibner: Schade, dass das nicht mehr im Fernsehen ist! Das wären 2 Prozent weniger für die Grünen!
Aber, meine Damen und Herren, die kurze Periode, die man in die Zukunft schaut, hat auf der anderen Seite das Synonym des kurzen Gedächtnisses. Das ist alles vergessen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wollen Sie einen Taschendieb laufen lassen, der in der Straßenbahn permanent Geldbörsen stiehlt?) Jetzt wird ein Gesetz vorgelegt, das einen Effekt hat, nämlich dass wir dieses Problem auf 2005 verschieben. Aber offensichtlich geht diese Bundesregierung davon aus, dass sie selbstverständlich 2005 keinerlei Verantwortung mehr haben wird und will, sonst könnte sie nicht sehenden Auges in eine abzusehende Katastrophe auf dem Gebiet der Belegung der österreichischen Justizanstalten laufen. (Abg. Scheibner: Schade, dass das nicht mehr im Fernsehen ist! Das wären 2 Prozent weniger für die Grünen!)
Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Silhavy –: 25 Jahre! Dann kommt das neue System, das wir ja erst erarbeiten müssen! – Gegenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Scheibner: 25 Jahre, so weit in die Zukunft könnt ihr gar nicht denken!
Was hindert uns daran, diese Grenze jederzeit wieder zu verlängern? Was hindert uns daran? Vorläufig ist diese Grenze mit 25 Jahren eingezogen. (Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Silhavy –: 25 Jahre! Dann kommt das neue System, das wir ja erst erarbeiten müssen! – Gegenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Scheibner: 25 Jahre, so weit in die Zukunft könnt ihr gar nicht denken!)
Abg. Scheibner: Moment! Moment! Wer hat in den Kollektivverträgen die steigende Gehaltspyramide gemacht?
Glauben Sie wirklich, dass Sie das mit Ihren läppischen Pseudo-Reförmchen, die letztendlich nur Zuckerl für die Unternehmen sind, wirklich stoppen können? (Abg. Scheibner: Moment! Moment! Wer hat in den Kollektivverträgen die steigende Gehaltspyramide gemacht?) Von nachhaltigen beschäftigungspolitischen Maßnahmen nach wie vor keine Spur. Im Gegenteil, mein sehr geehrter Kollege: Das AMS und mit ihm viele Träger arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen werden finanziell ausgehungert und systematisch außerstande gesetzt, sogar das Pflichtprogramm zu erfüllen!
Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt?
Selbst wenn es gelingen sollte, Ältere länger in Beschäftigung zu halten, dann haben wir das Problem auf der anderen Seite des Generationenspektrums. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt?) Jungen Menschen wird der Eintritt in das Berufsleben verwehrt. Junge Menschen haben immer öfters nicht einmal die Chance, in das System der sozialen Sicherheit hineinzukommen. Wenn nicht Eltern und Großeltern in der Lage sind, arbeitslosen Jugendlichen Unterhalt zu gewähren, machen Sie schon aus jungen Menschen Sozialfälle, was gerade am Beginn einer Berufslaufbahn nach einer oft anspruchsvollen Ausbildung besonders bitter ist. (Abg. Scheibner: Dafür gibt es die Gewerkschaftsmaßnahmen! Eine aktive Wirtschaft schafft auch Arbeitsplätze, nicht der Staat, Frau Kollegin!)
Abg. Scheibner: Dafür gibt es die Gewerkschaftsmaßnahmen! Eine aktive Wirtschaft schafft auch Arbeitsplätze, nicht der Staat, Frau Kollegin!
Selbst wenn es gelingen sollte, Ältere länger in Beschäftigung zu halten, dann haben wir das Problem auf der anderen Seite des Generationenspektrums. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie jetzt?) Jungen Menschen wird der Eintritt in das Berufsleben verwehrt. Junge Menschen haben immer öfters nicht einmal die Chance, in das System der sozialen Sicherheit hineinzukommen. Wenn nicht Eltern und Großeltern in der Lage sind, arbeitslosen Jugendlichen Unterhalt zu gewähren, machen Sie schon aus jungen Menschen Sozialfälle, was gerade am Beginn einer Berufslaufbahn nach einer oft anspruchsvollen Ausbildung besonders bitter ist. (Abg. Scheibner: Dafür gibt es die Gewerkschaftsmaßnahmen! Eine aktive Wirtschaft schafft auch Arbeitsplätze, nicht der Staat, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind aber sehr witzig! Sie haben 15 Jahre die Wähler verloren, da haben wir noch lange Zeit!
Es darf auch nicht sein, dass die Bezieherinnen und Bezieher kranken- und pensionsversichert sind. Und es darf auch nicht sein, dass die BezieherInnen einen Anspruch auf die Vermittlungs- und Qualifizierungsleistungen des AMS haben. (Abg. Wittauer: Die Bezieher gibt es auch noch, die männlichen!) – Hören Sie vielleicht ein bisschen zu, ein bisschen etwas habe ich Ihnen noch zu sagen, Herr Kollege! Sie mag das vielleicht amüsieren, Sie mögen das vielleicht witzig finden, wenn der Betrag der Notstandshilfe, der Sozialhilfe unter das Existenzminimum sinkt. Gerade in Ihrer Position, der Sie einer Partei angehören, die sich schon bald dem parlamentarischen Existenzminimum annähert, würde mir das Lachen an Ihrer Stelle vergehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind aber sehr witzig! Sie haben 15 Jahre die Wähler verloren, da haben wir noch lange Zeit!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Jetzt werden wir sehen, ob Sie so laut reden, wie Sie zwischenrufen! – Ruf: Wo ist die Krawatte?
†Präsident Dr. Heinz Fischer|: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Puswald. Er hat das Wort. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Jetzt werden wir sehen, ob Sie so laut reden, wie Sie zwischenrufen! – Ruf: Wo ist die Krawatte?)
Abg. Scheibner: Der Knopf vom Sakko! – Abg. Neudeck: Aufsteiger schauen auch anders aus!
Es freut mich, dass Sie sich an meiner Krawatte, die ich nicht trage, stoßen. Da haben Sie wenigstens eine Möglichkeit, sich über ein unverfängliches Thema zu unterhalten. (Abg. Scheibner: Der Knopf vom Sakko! – Abg. Neudeck: Aufsteiger schauen auch anders aus!)
Abg. Scheibner: Sie bringen das wie in einer Predigt! Sie sind in der falschen Partei!
Ich bin Ihnen übrigens sehr dankbar für die letzten beiden Tage, in denen ich sehr viel an Dichtung und Wahrheit lernen durfte – ich gebe schon zu: mehr Dichtung als Wahrheit. Allerdings durfte ich auch wirklich sehr viel über neue Wörter beziehungsweise den neuen Sinn von Worten, die mir bekannt schienen, wie zum Beispiel das Wort „Mut“, lernen. Fasziniert nahm ich zur Kenntnis, dass sich der Herr Bundeskanzler, den der Mut inzwischen verlassen hat, uns hier Rede und Antwort zu stehen, herstellt und sagt: Ja, es bedarf eines gewissen Mutes, diese Reform durchzuführen. (Abg. Scheibner: Sie bringen das wie in einer Predigt! Sie sind in der falschen Partei!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen bleibt er aber bei einer Partei!
Wenn wir schon von Positionen reden, Frau Dr. Partik-Pablé, dann darf ich Sie daran erinnern, was Wendehals auf Blau heißt: Wendehals heißt, dass wir in Kärnten heute noch mit „Danke, Jörg! Du hast die Abfangjäger verhindert!“-Plakaten belästigt werden, während uns Herr Kollege Dr. Bösch im Fernsehen vollmundig erklärt: Wir Freiheitlichen waren schon immer für die Abfangjäger! – Ich weiß nicht, ob das Jörg Haider auch weiß oder ob er kein Freiheitlicher ist! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen bleibt er aber bei einer Partei!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Und vor allem: Liebe Freunde von der blauen Umfallerfraktion! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Zum Abschluss noch eine Bemerkung zum Thema Mut: Beweisen Sie heute am Abend Mut! Retten Sie Ihre eigenen Köpfe! Bleiben Sie bei der Abstimmung sitzen, denn dann können Sie nicht umfallen, und Ihre Wähler können vielleicht noch einmal zu Ihnen stehen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die Steuerreform entlastet nicht?
Jener Gesetzentwurf, der hier zur Abstimmung vorliegt, sichert weder die Zukunft, noch ist er eine echte Reform, noch entlastet er die Bürgerinnen und Bürger in Österreich und am allerwenigsten die Frauen. (Abg. Scheibner: Die Steuerreform entlastet nicht?) Vielmehr blickt die österreichische Bevölkerung in eine Zukunft, die nur wenigen Menschen jenen Lebensstandard sichern wird, den sie wirklich benötigen, um nicht ins soziale Abseits gedrängt zu werden.
Abg. Scheibner: Wir wissen aber, wie das geht!
†Abgeordneter Dr. Josef Cap| (SPÖ): Herr Klubobmann Scheibner! Geben Sie keine Ratschläge, was eine gute Opposition ist (Abg. Scheibner: Wir wissen aber, wie das geht!), sondern seien Sie einmal eine gute Regierung und Regierungspartei, denn das haben Sie bis jetzt noch nicht zusammengebracht! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Jetzt zitiert er schon Jörg Haider!
Ich sage Ihnen: Sie sind hier leichtfertig mit dem Schicksal, mit der Lebensplanung vieler Menschen in Österreich umgegangen – wir haben viele Einzelschicksale hier aufgezählt. – Es war Ihnen gleichgültig! Gefühllosigkeit oder, wie Jörg Haider einmal gesagt hat: Herzlosigkeit ist das Markenzeichen dieser Regierung! (Abg. Scheibner: Jetzt zitiert er schon Jörg Haider!) Herzlosigkeit! Dafür werden Sie sich noch verantworten müssen, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: ... Nicht einmal bei der Schilling-Abschaffung haben Sie eine Volksabstimmung gemacht!
Überlegen Sie sich das gut. Die ÖVP wollte nie eine Volksabstimmung darüber, aber bei der FPÖ hat es nicht wenige gegeben, die gesagt haben: Da muss eine Volksabstimmung stattfinden! (Abg. Scheibner: ... Nicht einmal bei der Schilling-Abschaffung haben Sie eine Volksabstimmung gemacht!) Es wurde plakatiert, dass die Abfangjäger verhindert wurden. Da hat es geheißen: Die Koalition wird scheitern! Da sind acht Abgeordnete, deren Namen wir alle kennen – wir werden ja ihr Abstimmungsverhalten im Rahmen der namentlichen Abstimmung sehen! –, in die Öffentlichkeit gegangen und haben gesagt: Das und das und das wollen wir nicht! – Was wird da jetzt sein?
Abg. Scheibner: Dürfen!
†Abgeordneter Karl Öllinger| (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren, vor allem jene von den Regierungsparteien! Sie werden schon Ihre Gründe dafür haben oder gesucht haben oder gefunden haben, dass Sie dieser Vorlage zustimmen wollen, müssen (Ruf bei der ÖVP: Sollen!), können. (Abg. Scheibner: Dürfen!) – Das ist die eine Sache.
Abg. Scheibner: Das ist eine gute Reform!
Die andere ist die, dass wir Sie bei dieser Gelegenheit schon auch an das erinnern wollen, was Sie in den letzten zwei Monaten – zwei Monate waren es ungefähr – alles versprochen haben, was sich ändern wird, was stattfinden wird: ein nachhaltiges Pensionssystem (Abg. Wittauer: Ist umgesetzt!) – das wurde nicht erfüllt, das können wir schon als nicht erledigt abhaken. Diese Pensionsreform – das garantiere ich Ihnen – hält nicht länger als vier Jahre, denn entweder wird sie von anderen Parteien durch eine neue abgelöst werden (Abg. Scheibner: Das ist eine gute Reform!) oder Sie selbst werden diejenigen sein, die das nächste „Pensionsverschlechterungspaket“ einbringen werden. So wird es sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: 15 Prozent!
Wo, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, sind Sie mit Ihrem Versprechen geblieben, bei Politikerpensionen zu harmonisieren? (Abg. Wittauer: Haben wir!) Nein, nein, nicht „Haben wir!“ – Das, was Sie haben, ist die Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre und für Politikerpensionen bis 45 000 S oder 3 300 € die Erhöhung um 1 Prozent. (Abg. Scheibner: 15 Prozent!) Um 1 Prozent, das ist Ihr „schwerwiegender“ Solidarbeitrag!
Abg. Scheibner: 15 Prozent!
Sie wissen genau, Herr Abgeordneter Scheibner, dass sich durch dieses eine Prozent für die Teile bis 3 300, bis 3 400 € auch der Solidarbeitrag, der darüber hinaus zusätzlich eingehoben wird in der Höhe von 8 Prozent ... (Abg. Scheibner: 15 Prozent!) – 1 Prozent und 8 Prozent machen selbst bei den maximalen Pensionen von 12 800 € nur 5 bis 6 Prozent aus. Das ist der „schwerwiegende Solidarbeitrag“ (Abg. Scheibner: Ein Blödsinn!), den Politiker, Politikerinnen nach dem alten Bezügesystem leisten, während Sie den Leuten im ASVG, im GSVG und im BSVG einen Deckel von 10 Prozent zumuten?! Das ist der Unterschied! (Abg. Scheibner: Abschläge gibt es ja auch dazu! Das haben Sie noch nicht begriffen!)
Abg. Scheibner: Ein Blödsinn!
Sie wissen genau, Herr Abgeordneter Scheibner, dass sich durch dieses eine Prozent für die Teile bis 3 300, bis 3 400 € auch der Solidarbeitrag, der darüber hinaus zusätzlich eingehoben wird in der Höhe von 8 Prozent ... (Abg. Scheibner: 15 Prozent!) – 1 Prozent und 8 Prozent machen selbst bei den maximalen Pensionen von 12 800 € nur 5 bis 6 Prozent aus. Das ist der „schwerwiegende Solidarbeitrag“ (Abg. Scheibner: Ein Blödsinn!), den Politiker, Politikerinnen nach dem alten Bezügesystem leisten, während Sie den Leuten im ASVG, im GSVG und im BSVG einen Deckel von 10 Prozent zumuten?! Das ist der Unterschied! (Abg. Scheibner: Abschläge gibt es ja auch dazu! Das haben Sie noch nicht begriffen!)
Abg. Scheibner: Abschläge gibt es ja auch dazu! Das haben Sie noch nicht begriffen!
Sie wissen genau, Herr Abgeordneter Scheibner, dass sich durch dieses eine Prozent für die Teile bis 3 300, bis 3 400 € auch der Solidarbeitrag, der darüber hinaus zusätzlich eingehoben wird in der Höhe von 8 Prozent ... (Abg. Scheibner: 15 Prozent!) – 1 Prozent und 8 Prozent machen selbst bei den maximalen Pensionen von 12 800 € nur 5 bis 6 Prozent aus. Das ist der „schwerwiegende Solidarbeitrag“ (Abg. Scheibner: Ein Blödsinn!), den Politiker, Politikerinnen nach dem alten Bezügesystem leisten, während Sie den Leuten im ASVG, im GSVG und im BSVG einen Deckel von 10 Prozent zumuten?! Das ist der Unterschied! (Abg. Scheibner: Abschläge gibt es ja auch dazu! Das haben Sie noch nicht begriffen!)
Abg. Scheibner: Wenigstens das hat er mitgekriegt!
Was machen Sie jetzt? – Sie schaffen einen Härteausgleichsfonds in der Höhe von 10 Millionen € im ersten Jahr, von 16 Millionen € im zweiten Jahr und von 18 Millionen € im dritten Jahr. (Abg. Scheibner: Wenigstens das hat er mitgekriegt!) Sie wissen doch genau, was dieser Härteausgleichsfonds bedeutet, wenn Sie ihn mit der in den Erläuterungen genannten Auflage versehen: dass man ihn erst dann beanspruchen kann, wenn man entweder 30 Beitragsjahre oder 40 Versicherungsjahre geleistet hat. Sie wissen wohl genauso gut wie ich, dass wahrscheinlich keine Frau diesen Härteausgleichsfonds wird beanspruchen können, weil die Frauen Schwierigkeiten haben werden, die von Ihnen gesetzten Voraussetzungen zu erfüllen.
Abg. Scheibner: Es gibt einen Entschließungsantrag! Da werden Sie ja hoffentlich mitstimmen bei diesem Entschließungsantrag!
Wo bleibt das Versprechen des Herrn Dolinschek, einen Initiativantrag zur Harmonisierung der Pensionssysteme einzubringen? – Nichts vorhanden! Umgefallen! (Abg. Scheibner: Es gibt einen Entschließungsantrag! Da werden Sie ja hoffentlich mitstimmen bei diesem Entschließungsantrag!) Eine Entschließung ist es geworden, eine Entschließung zur Harmonisierung, die schon in der Begründung, aber auch im Text gleichzeitig verspricht, dass die Harmonisierung begonnen wird mit der Nichtharmonisierung (Abg. Scheibner: Wo steht das?), nämlich mit dem Festhalten an unterschiedlichen Pensionssystemen. – Umgefallen! Ein Rohrkrepierer! Für die Rohrkrepierer sind Sie ja der Spezialist, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das?) – Ich lese es Ihnen gerne vor. (Abg. Scheibner: Ja!)
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Wo bleibt das Versprechen des Herrn Dolinschek, einen Initiativantrag zur Harmonisierung der Pensionssysteme einzubringen? – Nichts vorhanden! Umgefallen! (Abg. Scheibner: Es gibt einen Entschließungsantrag! Da werden Sie ja hoffentlich mitstimmen bei diesem Entschließungsantrag!) Eine Entschließung ist es geworden, eine Entschließung zur Harmonisierung, die schon in der Begründung, aber auch im Text gleichzeitig verspricht, dass die Harmonisierung begonnen wird mit der Nichtharmonisierung (Abg. Scheibner: Wo steht das?), nämlich mit dem Festhalten an unterschiedlichen Pensionssystemen. – Umgefallen! Ein Rohrkrepierer! Für die Rohrkrepierer sind Sie ja der Spezialist, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das?) – Ich lese es Ihnen gerne vor. (Abg. Scheibner: Ja!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das?
Wo bleibt das Versprechen des Herrn Dolinschek, einen Initiativantrag zur Harmonisierung der Pensionssysteme einzubringen? – Nichts vorhanden! Umgefallen! (Abg. Scheibner: Es gibt einen Entschließungsantrag! Da werden Sie ja hoffentlich mitstimmen bei diesem Entschließungsantrag!) Eine Entschließung ist es geworden, eine Entschließung zur Harmonisierung, die schon in der Begründung, aber auch im Text gleichzeitig verspricht, dass die Harmonisierung begonnen wird mit der Nichtharmonisierung (Abg. Scheibner: Wo steht das?), nämlich mit dem Festhalten an unterschiedlichen Pensionssystemen. – Umgefallen! Ein Rohrkrepierer! Für die Rohrkrepierer sind Sie ja der Spezialist, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das?) – Ich lese es Ihnen gerne vor. (Abg. Scheibner: Ja!)
Abg. Scheibner: Ja!
Wo bleibt das Versprechen des Herrn Dolinschek, einen Initiativantrag zur Harmonisierung der Pensionssysteme einzubringen? – Nichts vorhanden! Umgefallen! (Abg. Scheibner: Es gibt einen Entschließungsantrag! Da werden Sie ja hoffentlich mitstimmen bei diesem Entschließungsantrag!) Eine Entschließung ist es geworden, eine Entschließung zur Harmonisierung, die schon in der Begründung, aber auch im Text gleichzeitig verspricht, dass die Harmonisierung begonnen wird mit der Nichtharmonisierung (Abg. Scheibner: Wo steht das?), nämlich mit dem Festhalten an unterschiedlichen Pensionssystemen. – Umgefallen! Ein Rohrkrepierer! Für die Rohrkrepierer sind Sie ja der Spezialist, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo steht das?) – Ich lese es Ihnen gerne vor. (Abg. Scheibner: Ja!)
Abg. Scheibner: Was hören Sie?
Die berufsständischen Spezifika und Anforderungen im öffentlichen Dienst sollen erforderlichenfalls auch durch Übergangsregelungen festgeschrieben werden. Auch im GSVG und im BSVG soll unter besonderer Berücksichtigung berufsständischer Notwendigkeiten vorgegangen werden. – Na, da höre ich ja schon, was da herauskommt (Abg. Scheibner: Was hören Sie?): Keine Harmonisierung, sondern die Festschreibung unterschiedlicher Pensionsinstitute, unterschiedlicher Leistungen, unterschiedlicher Beiträge (Abg. Scheibner: Das ist eine Übergangsregelung!) bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
Abg. Scheibner: Das ist eine Übergangsregelung!
Die berufsständischen Spezifika und Anforderungen im öffentlichen Dienst sollen erforderlichenfalls auch durch Übergangsregelungen festgeschrieben werden. Auch im GSVG und im BSVG soll unter besonderer Berücksichtigung berufsständischer Notwendigkeiten vorgegangen werden. – Na, da höre ich ja schon, was da herauskommt (Abg. Scheibner: Was hören Sie?): Keine Harmonisierung, sondern die Festschreibung unterschiedlicher Pensionsinstitute, unterschiedlicher Leistungen, unterschiedlicher Beiträge (Abg. Scheibner: Das ist eine Übergangsregelung!) bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
Abg. Scheibner: Sie sollten den Antrag vorlesen, nicht argumentieren!
Zweiter Punkt, den wir festhalten wollen: Jedem und jeder soll im Alter ein Anspruch auf eine Mindestpension garantiert werden, weil die Zahl jener Personen – egal ob Selbständige, Gewerbetreibende, Bauern –, die nicht mehr über kontinuierliche Erwerbsverläufe verfügen, die nicht kontinuierlich versichert sind, immer mehr zunimmt. Das wissen Sie genauso gut wie wir. Deshalb fordern wir eine Grundsicherung im Alter und zusätzlich – zweite Säule – eine Sozialversicherungspension, weil wir mit Sicherheit Ihren Weg nicht mitgehen, dass Sie die zweite und dritte Säule zusätzlich stärken wollen. Das ist ja der Widerspruch in sich in Ihrem Pensionskonzept. (Abg. Scheibner: Sie sollten den Antrag vorlesen, nicht argumentieren!) – Herr Kollege Scheibner, der Antrag liegt Ihnen schriftlich vor, ich kann ihn in wesentlichen Punkten erläutern.
Abg. Scheibner: Am Ausschusstag haben Sie gar nicht mehr verhandeln wollen!
Die Bevölkerung zu verunsichern mit mehreren Vorschlägen, die ab dem 31. März dieses Jahres an die Öffentlichkeit gelangt sind, dann in den Ausschüssen mit so genannten Trägerraketen zu operieren, in denen anscheinend etwas ganz anderes steht, als gewollt war, sachliche Diskussionen in den Ausschüssen des Parlaments mit Fristsetzungen abzukürzen (Abg. Scheibner: Am Ausschusstag haben Sie gar nicht mehr verhandeln wollen!) und dann noch herzugehen und zu versuchen, im Ruck-Zuck-Verfahren das Ganze durchzuziehen, das, Herr Abgeordnete Molterer, hat mit parlamentarischer und demokratischer Kultur nichts zu tun. Ich würde Sie ersuchen, bei künftigen Gesetzgebungsvorhaben dieser Dimension eine andere Qualität an den Tag zu legen, als das in den letzten Wochen der Fall war. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihr müsst vorher zustimmen! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Ich nehme den Vorschlag auf, den viele aus Ihren Reihen gemacht haben, als sie gesagt haben: Die Volksabstimmung über die Pensionsreform ist dringend notwendig, anders kann sie nicht kommen. – Soll ich Ihnen etwas sagen? – Wenn Sie keine Angst vor der österreichischen Bevölkerung haben, wenn Sie wirklich glauben, dass Ihre Argumente gut sind, dann stellen Sie sich dem demokratischen Wettbewerb und stimmen Sie dem Antrag auf Abhaltung einer Volksabstimmung zu. Das wäre der einzig faire Weg, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihr müsst vorher zustimmen! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Schieder – in Richtung des Abg. Scheibner –: Kennt nicht einmal die Geschäftsordnung!
†Präsident Dr. Andreas Khol|: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Schieder – in Richtung des Abg. Scheibner –: Kennt nicht einmal die Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Sind Sie für oder gegen die Entgeltfortzahlung?
Der zweite betrifft jetzt ganz konkret das Bezügegesetz beziehungsweise, was ja auch geändert wird, das Bundesbezügegesetz, also eigentlich den modernen Teil. Ein Tropfen Wehmut schwingt dabei mit. Wir ändern das Bundesbezügegesetz auch in Punkten, wo ich eine Änderung für sinnvoll halte. Was die Entgeltfortzahlung betrifft, haben uns ja einige Fällen in den letzten Wochen und Monaten gelehrt, gerade in den Reihen der Freiheitlichen Partei ... (Abg. Scheibner: Sind Sie für oder gegen die Entgeltfortzahlung?) – Entschuldigung, Kollege Scheibner, aber es waren wirklich in erster Linie die ausgeschiedenen Kolleginnen und Kollegen der Freiheitlichen Partei, die das Institut der Entgeltfortzahlung konsumiert haben, obwohl sie Einkünfte aus Kapitalvermögen gehabt haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben zugestimmt! Oder?
Ich gebe zu, dass damals, als 1997 das Bundesbezügegesetz beschlossen wurde, dieser Punkt der Entgeltfortzahlung wohl nicht genau genug geprüft wurde. Das tut mir deshalb Leid, weil ... (Abg. Scheibner: Aber Sie haben zugestimmt! Oder?) – Ja, selbstverständlich, nach wie vor stehe ich dazu.
Abg. Scheibner: Auch ein Privileg!
Um es Ihnen noch einmal zu erklären, Herr Kollege Scheibner: Das Bundesbezügegesetz und auch das Bezügebegrenzungsgesetz in seinen wesentlichen Teilen, wenn ich einmal von § 11 des Bezügebegrenzungsgesetzes und einigen Absätzen darin absehe – Übergangsbestimmungen, sage ich nur –, sind in Ordnung, waren ein Fortschritt, ein absoluter Fortschritt. (Abg. Scheibner: Auch ein Privileg!)
Abg. Scheibner: Nein, sicher nicht!
Ich stehe im Gegensatz zu Ihnen, Herr Kollege Scheibner, möglicherweise im Unterschied zu Ihnen, ich will Ihnen da nicht Unrecht tun (Abg. Scheibner: Nein, sicher nicht!), aber die Haltung der Freiheitlichen Partei war bisher, die Politikereinkommen, die Einkommen sind zu hoch.
Abg. Scheibner: Nein, nein, nein!
Ich erinnere daran, was die Freiheitliche Partei in den letzten Jahren für ein Spektakel aufgeführt hat, um zu demonstrieren, die Einkommen sind zu hoch und deshalb zahlen wir freiwillig in die berühmte Kasse der Freiheitlichen Partei ein, in die dann eigentlich nichts eingezahlt wurde. Wenn Sie das entsorgt haben, soll mir das recht sein. (Abg. Scheibner: Nein, nein, nein!) Ich stehe dazu (Beifall bei den Grünen), Herr Kollege Scheibner, dass die Bestimmungen des Bundesbezügegesetzes und auch die wesentlichen des Bezügebegrenzungsgesetzes in Ordnung waren und deshalb im Jahr 1997 unsere Zustimmung gefunden haben.
Abg. Scheibner: Das finde ich gut! Und darüber sollen wir jetzt diskutieren?
„14a. § 44c Abs. 2 lautet:“ (Abg. Scheibner: Das finde ich gut! Und darüber sollen wir jetzt diskutieren?)
Abg. Scheibner: Dann haben Sie den ganzen Privilegien zugestimmt! Allen Privilegien zugestimmt!
Kollege Scheibner, irgendetwas wird Ihnen eben recht sein müssen! Da Sie dauernd die Konstruktivität der Opposition einfordern, werden Sie uns nicht umgekehrt einen Vorhalt machen können, dass man dann, wenn man meint, dass das Positive überwiegt, in dritter Lesung, wie Sie richtig zitiert haben, zustimmt. So war es und so soll es bleiben! (Abg. Scheibner: Dann haben Sie den ganzen Privilegien zugestimmt! Allen Privilegien zugestimmt!)
Abg. Scheibner: Das war euer System! Das war die Pensionsregelung der Grünen!
Rüstigste Abgeordnete, „beste Redner“ im Haus, werden mit einem Ruhebezug ausgestattet. Ist das sinnvoll? Ist das gerecht? Ist das gescheit? Urteilen Sie selbst! Der „beste Redner“ im Haus bekommt einen Ruhebezug. (Abg. Scheibner: Das war euer System! Das war die Pensionsregelung der Grünen!) Halten Sie in Zukunft hier „Ruhe-Reden“? Oder halten Sie aktive Reden und nehmen Sie den Aktivbezug? – Er wird es wahrscheinlich nicht machen, weil es ihm das Gesetz womöglich verbietet, weil er das nehmen muss. So haben Sie Ihre „Reform“ hingeschwindelt. – Es wird eben einfach nicht besser!
Abg. Scheibner: Warum wollt ihr die Gehaltsfortzahlung weiter haben?
Kollege Öllinger hat in der Frage Politikerpensionen – so wie ich in der Frage Gehaltsfortzahlungen im Rechnungshofausschuss – darauf hingewiesen, was da droht. (Abg. Scheibner: Warum wollt ihr die Gehaltsfortzahlung weiter haben?) Da haben Sie noch davon gesprochen, im Clinch liegend mit Ihrem Regierungspartner, dass man das Ganze dem Verfassungskonvent übertragen möge. Wissen Sie was? Seien Sie relativ bescheiden! (Abg. Scheibner: Wofür? Wo?) Die FPÖ hat mit der ÖVP am Anfang der neu aufkeimenden Debatte um die Politikerprivilegien, als wir diese wieder festgestellt haben, gesagt, das möge der Verfassungskonvent behandeln. Das haben Sie wochenlang vor sich hergetragen, weil Sie sich nicht einig geworden sind.
Abg. Scheibner: Wofür? Wo?
Kollege Öllinger hat in der Frage Politikerpensionen – so wie ich in der Frage Gehaltsfortzahlungen im Rechnungshofausschuss – darauf hingewiesen, was da droht. (Abg. Scheibner: Warum wollt ihr die Gehaltsfortzahlung weiter haben?) Da haben Sie noch davon gesprochen, im Clinch liegend mit Ihrem Regierungspartner, dass man das Ganze dem Verfassungskonvent übertragen möge. Wissen Sie was? Seien Sie relativ bescheiden! (Abg. Scheibner: Wofür? Wo?) Die FPÖ hat mit der ÖVP am Anfang der neu aufkeimenden Debatte um die Politikerprivilegien, als wir diese wieder festgestellt haben, gesagt, das möge der Verfassungskonvent behandeln. Das haben Sie wochenlang vor sich hergetragen, weil Sie sich nicht einig geworden sind.
Sitzung Nr. 22
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie Sie es machen würden!
Ich höre aus den Reihen der ÖVP schon wieder das „Keulen-Argument“. Sie dürften offensichtlich mit Deutschland mehr zu tun haben als mit der österreichischen Realität, denn es fällt Ihnen – und das ist eklatant – bei jeder wirtschaftspolitischen Diskussion nichts Anderes ein als das Argument: Schauen wir nach Deutschland! (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wie Sie es machen würden!), als ob Deutschland das einzige Land in Europa wäre, das man als Maßstab für die österreichische Wirtschaftspolitik heranziehen könnte. (Abg. Dr. Stummvoll: Rot-Grün ist sehr peinlich!)
Abg. Scheibner: Jedenfalls eine Steuerreform!
Im Übrigen wäre es sinnvoll, wirklich die Hälfte der EinkommensbezieherInnen besserzustellen, was auch möglich ist, aber nicht mit 4 € pro Jahr, wie treffend ausgeführt wurde, sondern so, dass es auch merkbar ist, und dass wir uns dann eine großspurige Ankündigung für das Jahr 2005 ersparen. Sie können heute überhaupt noch nicht wissen, was im Jahr 2005 ist (Abg. Scheibner: Jedenfalls eine Steuerreform!); ich würde Ihnen dazu gratulieren. Die Wirtschaftsprognosen, die Sie Ihrer Budgetberechnung zugrunde gelegt haben, werden alle drei Monate revidiert, und zwar nach unten – nicht, dass ich Ihnen das vorwerfe, Sie wollen nur nicht reagieren, das werfe ich Ihnen vor! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner – eine Graphik in die Höhe haltend –: Schauen Sie einmal! So schaut es aus!
Abgeordneter Dieter Brosz (fortsetzend): Das ist insofern unrichtig, als der Großteil dieser zusätzlichen Ausgaben eine Folge der Bilanzverlängerung durch die Ausgliederung der Universitäten ist und die tatsächlichen Ausgaben im Jahr 2004 8,2 Milliarden € betragen werden. Das ist geringfügig mehr als im Jahr 2000, denn den großen Steigungsbetrag gab es von 1999 auf 2000. (Abg. Scheibner – eine Graphik in die Höhe haltend –: Schauen Sie einmal! So schaut es aus!)
Abg. Dr. Fasslabend: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag! – Abg. Großruck: Das ist ja falsch!
Das war eine Überschreitung von 134 Millionen €. (Abg. Dr. Fasslabend: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag! – Abg. Großruck: Das ist ja falsch!) Vergleichen kann man in diesem Zusammenhang nur die tatsächlichen Ausgaben und im Jahr 2004 den Budgetansatz der Globalbudgets, die nicht mehr überschritten werden dürfen.
Abg. Scheibner: ...! Das ist, weil Sie die Leute immer so behandeln!
Da das Stichwort „Pensionen“ noch einmal gekommen ist: Dieser „BittstellerInnen-Fonds“, den Sie jetzt schaffen, ist wirklich noch einmal und ganz besonders zu erwähnen, denn Sie schaffen dort nicht nur keinen Rechtsanspruch (Abg. Scheibner: ...! Das ist, weil Sie die Leute immer so behandeln!), sondern geben auch nur eine – das kann man nicht oft genug sagen – einmalige Unterstützung. Zuerst nehmen Sie den Menschen mit den Änderungen bei den Pensionen Möglichkeiten – und dann wird einmalig unterstützt; vielleicht alle drei Jahre, vielleicht alle fünf Jahre. Und gerade Frauen und KleinstpensionsbezieherInnen werden wahrscheinlich nichts davon haben, werden ganz sicher nicht jene Unterstützungen erhalten, die sie brauchen.
Abg. Scheibner: Auch von sich selbst!
In den letzten beiden Tagen und auch heute schon haben mich die Redner der Opposition sehr „beeindruckt“ – uns alle wahrscheinlich –, denn sie haben ein ungeheuer düsteres Bild von Österreich gezeichnet. (Abg. Scheibner: Auch von sich selbst!) Ein Bild, das meiner Meinung nach überhaupt nicht stimmt und das auch sehr wenig mit der Realität zu tun hat. Auch meine Vorrednerin hat hier ziemlich eindrucksvoll nur auf Schwierigkeiten hingewiesen und letztlich eine – gestatten Sie mir, das ist mein Ausdruck – gewisse Kultur des Jammerns hier verinnerlicht. (Zwischenruf der Abg. Mag. Prammer.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das wird schwer!
Ich danke Ihnen für Ihre Arbeit. Ich würde mir eine lange Zusammenarbeit mit Ihnen wünschen, aber es geht, wie ich gehört habe, nächstes Jahr Ihre Amtszeit zu Ende. Doch ich hoffe, dass ein ebenso fachlich versierter und unparteiischer Präsident wie Sie dann dem Rechnungshof vorsitzen wird. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das wird schwer!)
Abg. Scheibner: Nur Ihretwegen ist er gekommen!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzten Dame und Herren auf der Regierungsbank! Ich freue mich besonders, dass mittlerweile auch der Herr Sportstaatssekretär hier eingetroffen ist. Wir haben heute hier einen sehr vielfältigen Redevormittag, und zwar mit den unterschiedlichsten Beiträgen, erlebt, weil die einzelnen Kompetenzen aufgeteilt worden sind und auf Grund dessen die Sportsprecher von der ÖVP und der FPÖ schon vor längerer Zeit ihre Wortspende abgegeben haben. Ich bin aber froh darüber, dass es mir endlich gelungen ist, unter anderem auch zu dir zu sprechen. (Abg. Scheibner: Nur Ihretwegen ist er gekommen!)
Abg. Scheibner: Also bitte!
Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass die Initiativen dadurch gebremst sind, dass letztlich vom Finanzminister kein Geld für diese Jugendsportinitiativen bereitgestellt werden. Wenn es dem Finanzminister wichtiger ist, ein paar sündteure Abfangjäger zu kaufen als für die Gesundheit unserer Kinder und Jugend vorzusorgen, so ist das die andere Seite. (Abg. Scheibner: Also bitte!) Es ist aber so, letztlich ist es dasselbe Geld. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Das muss man aber auch verstehen! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wenn ein parteifreier Finanzminister Eigenwerbung um zig Millionen € betreibt, dann ist niemand dafür, nicht einmal Sie, Herr Kollege Scheibner! Dafür hat niemand Verständnis, weder die ÖVP noch die FPÖ, noch die Grünen und schon gar nicht die Sozialdemokraten.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Umsonst, aber nicht gratis! – Abg. Faul: Den Finanzminister haben wir auch nicht gratis!
Herr Kollege Cap, Sie haben hier am Rednerpult eine perfekte kabarettistische Leistung geboten! Sie müssen dieses Kabarett jetzt nicht durch Zwischenrufe noch verlängern. Als junge Kollegen gesagt haben, dass im Parlament schon sehr viel Zeit mit Diskussionen vergeht, habe ich gemeint: Wenn ihr ins Simpl geht, müsst ihr dafür zahlen, den Cap habt ihr umsonst! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Umsonst, aber nicht gratis! – Abg. Faul: Den Finanzminister haben wir auch nicht gratis!)
Abg. Neudeck: Der ist ja nicht „vorliegend“! – Abg. Scheibner: Er ist vorsitzend! – Heiterkeit.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Für mehr als für den Kollegen Bucher hat es nicht gereicht, kein weiterer Freiheitlicher steht auf der Verteidigerliste. (Abg. Neudeck: Das ist aber nicht wahr! Tatsächliche Berichtigung!) Sie haben sachlich vollkommen Recht (Abg. Dr. Jarolim: Man muss das auch sagen!): Es ist mit Sicherheit vernünftiger, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, die Verteidigung des vorliegenden Finanzministers nicht zu übertreiben. (Abg. Neudeck: Der ist ja nicht „vorliegend“! – Abg. Scheibner: Er ist vorsitzend! – Heiterkeit.) Ich würde Ähnliches auch der Österreichischen Volkspartei empfehlen.
Abg. Scheibner: Das kann man schwer vergleichen!
Preis gewonnen hat: den Speyerer Preis für öffentliche Verwaltung, nämlich die Gemeinde Linz. Ich kann Ihnen aber gleichzeitig mitteilen, dass die Gemeinde Linz, um diesen Preis zu erzielen, minimalsten Zukauf von Außen-Know-how getätigt hat, sondern in erster Linie auf das Innen-Know-how zurückgegriffen hat und interne Wissensquellen, interne Erfahrungsquellen, das heißt bewährte Beamtinnen und Beamte, herangezogen hat, um innovative Verwaltungsprojekte zu entwickeln und voranzutreiben. (Abg. Scheibner: Das kann man schwer vergleichen!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bei Ihnen ist immer alles selbstverständlich, was gut ist!
Auch ich bin eine steirische Abgeordnete und auch ich freue mich über die Förderungen, die in die Steiermark fließen. Aber ich sehe es als selbstverständlich an, dass eine Bundesregierung doch Interesse daran haben sollte, Graz als europäische Kulturhauptstadt 2003 besonders zu fördern. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bei Ihnen ist immer alles selbstverständlich, was gut ist!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir Wiener haben euch den Vortritt gelassen!
Dass sie in ihrer Rede etwas Selbstverständliches als Besonderheit hervorhebt, finde ich unpassend. Immerhin ist Graz die erste österreichische Stadt, die europäische Kulturhauptstadt geworden ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir Wiener haben euch den Vortritt gelassen!)
Abg. Scheibner: Also bitte!
Ziel der Kunstpolitik kann es nur sein, zu unterstützen, ohne Inhalte oder Personen zu hinterfragen. Sie aber wollen nur jene unterstützen, die Ihnen genehm sind, die Ihnen nicht wehtun, die sich nicht kritisch äußern. Alle anderen wollen Sie mit Ihrer Kunstpolitik von Förderungen ausschließen und sie somit mundtot machen. (Abg. Scheibner: Also bitte!)
Abg. Scheibner: Nicht vollständig!
Ich habe ausschließlich aus dem Stenographischen Protokoll des Parlaments zitiert, Herr Kollege von der FPÖ! (Abg. Scheibner: Nicht vollständig!) Es steht Ihnen frei, Herr Klubobmann Scheibner, sich dazu zu Wort zu melden, um klarzustellen, wie Sie dazu stehen, dass uns ein Kollege hier in diesem Haus mit einer offensichtlichen Unwahrheit in seiner tatsächlichen Berichtigung konfrontiert. – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie werden niemandem vorschreiben, wie wer was zu sagen hat, Abgeordneter Öllinger! – Abg. Scheibner: Er hat das ja wohl richtiggestellt! Aber das ist für euch nicht genug! Das ist der „sensible Umgang“ mit einem solchen Thema!
Es gibt dann weitere Zwischenrufe des Abgeordneten Scheuch, die ich hier nicht mehr zitiere. Ich kann nur ohne Erregung – und das betrifft indirekt auch Sie, obwohl ich Ihre Haltung dazu kenne, Herr Vizekanzler – an die Kolleginnen und Kollegen der freiheitlichen Fraktion, aber im Besonderen an den Abgeordneten Scheuch appellieren ... (Ruf bei der ÖVP: Er hat es eh schon festgestellt!) – Nein, er hat seine Bemerkungen nicht mit dem Ausdruck des Bedauerns und einer Entschuldigung zurückgezogen, dass sie antisemitisch verstanden werden können, sondern er hat gesagt, er hat das nicht so gemeint, obwohl der Kontext eindeutig war. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie werden niemandem vorschreiben, wie wer was zu sagen hat, Abgeordneter Öllinger! – Abg. Scheibner: Er hat das ja wohl richtiggestellt! Aber das ist für euch nicht genug! Das ist der „sensible Umgang“ mit einem solchen Thema!)
Abg. Scheibner: Das machen Sie die ganze Zeit! Die ganze Zeit haben Sie das gemacht!
Dann folgt der Zwischenruf: „Unterstützen wir lieber unsere Bergbauern!“ – Das halte ich für die von mir immer sehr verurteilte Politik, die die Freiheitliche Partei viele Jahre betrieben hat und wieder betreibt, nämlich Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, denn niemand (Abg. Scheibner: Das machen Sie die ganze Zeit! Die ganze Zeit haben Sie das gemacht!) in diesem Hohen Hause wird sagen, dass er die Bergbauern nicht unterstützen will. Das ist ja keine Frage! (Beifall bei der SPÖ.) Aber wenn jemand sagt ... (Abg. Scheibner: Sie spielen die ganze Zeit Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus! Stellen Sie sich jetzt nicht her und behaupten das Gegenteil!) Das war der Anteil des Kollegen Scheuch, hier Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen. Das tue nicht ich, im Gegenteil: Ich spreche mich dagegen aus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wie lange darf sie noch zu diesem Thema reden? – Abg. Silhavy: Das ist Ihnen unangenehm! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entweder haben wir eine Geschäftsordnung – oder es kann jeder reden, was er will!)
Abg. Scheibner: Sie spielen die ganze Zeit Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus! Stellen Sie sich jetzt nicht her und behaupten das Gegenteil!
Dann folgt der Zwischenruf: „Unterstützen wir lieber unsere Bergbauern!“ – Das halte ich für die von mir immer sehr verurteilte Politik, die die Freiheitliche Partei viele Jahre betrieben hat und wieder betreibt, nämlich Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen, denn niemand (Abg. Scheibner: Das machen Sie die ganze Zeit! Die ganze Zeit haben Sie das gemacht!) in diesem Hohen Hause wird sagen, dass er die Bergbauern nicht unterstützen will. Das ist ja keine Frage! (Beifall bei der SPÖ.) Aber wenn jemand sagt ... (Abg. Scheibner: Sie spielen die ganze Zeit Bevölkerungsgruppen gegeneinander aus! Stellen Sie sich jetzt nicht her und behaupten das Gegenteil!) Das war der Anteil des Kollegen Scheuch, hier Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen. Das tue nicht ich, im Gegenteil: Ich spreche mich dagegen aus! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Wie lange darf sie noch zu diesem Thema reden? – Abg. Silhavy: Das ist Ihnen unangenehm! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entweder haben wir eine Geschäftsordnung – oder es kann jeder reden, was er will!)
Abg. Scheibner: Wieso jetzt, wenn er das schon richtig gestellt hat? Seien Sie vorsichtig mit solchen Unterstellungen!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (fortsetzend): Danke, ich beende den Satz. Er hat gesagt, es sei nicht antisemitisch gemeint. – Dazu kann ich nur sagen: Ja, vielleicht gemeint, aber wenn Sie das so einschätzen, dann fehlt Ihnen leider ein politisches Grundverständnis, das in diesem Hohen Hause sehr wichtig wäre, und ich verlange eine Entschuldigung. (Abg. Scheibner: Wieso jetzt, wenn er das schon richtig gestellt hat? Seien Sie vorsichtig mit solchen Unterstellungen!) Nein, ich verlange eine Entschuldigung. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 23
Abg. Scheibner: Wunschdenken!
Ich komme zum Schluss: Das, was Sie geboten haben, ist wirklich bedauerlich. Ich nenne als Beispiel nur noch das Urheberrechtsgesetz, womit Sie die Konsumenten-, die Künstlerinteressen völlig ignorieren. Ich glaube, es wird wirklich ein Aufatmen durch dieses Land gehen, wenn es von dieser Art der Regierungsführung wieder befreit ist. Insofern sollten wir uns auf diesen Zeitpunkt freuen. (Abg. Scheibner: Wunschdenken!) – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Der Minister kooperiert auch gut!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobro jutro, poštovane dame i gospodo! Guten Morgen, Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darf ich, wie bei jeder Budgetdebatte zum Kapitel „Justiz“, meine ersten Worte an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Justizressorts richten und wieder unseren Dank und unsere Zufriedenheit über die Kooperation mit der Fraktion der Grünen, also namentlich mit jenen, die sich mit Justizthemen beschäftigen, die uns von Seiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ressorts widerfährt, aussprechen. Es klappt nicht immer alles so nahtlos, wie es sich die Opposition wünscht, aber das liegt im Wesen des Konstruktes, dass dem so ist. Trotzdem herzlichen Dank, wir hoffen, dass dieser Stil, der, zumindest seit ich dabei bin, gepflogen wird, auch ungebrochen in Zukunft herrschen wird. Ich hoffe, wir können darauf vertrauen, dass es so weitergeht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Der Minister kooperiert auch gut!)
Abg. Scheibner: Warst du da auch schon auf der Welt?
Herr Minister, wir haben das jetzt schon einige Male diskutiert: Sie wissen, dass sich die Grünen schon seit vielen Jahren – da waren Sie noch lange nicht (Abg. Mag. Molterer: Auf der Welt!) da, da habe ich Ihren Namen noch gar nicht gekannt – für die Reform des strafprozessualen Vorverfahrens eingesetzt haben. Diese Diskussion liegt also viele Jahre zurück, ist wahrlich eine über Jahrhunderte gehende Diskussion, nämlich vom 20. in das 21. Jahrhundert, und ist ein das 19. Jahrhundert betreffendes Gesetz. (Abg. Scheibner: Warst du da auch schon auf der Welt?) – Nein, da war ich noch nicht auf der Welt, Herbert Scheibner, aber während des Studiums musste ich mich damit beschäftigen.
Abg. Scheibner: Doch!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte mich den lobenden Worten für die Arbeit der Beamtinnen und Beamten des Justizministeriums gerne anschließen, möchte aber auch dazusagen, Herr Bundesminister: Diese lobenden Worte finde ich für Sie natürlich nicht – und es gibt kaum jemanden im Land, der diese lobenden Worte für Ihre Tätigkeit findet. (Abg. Scheibner: Doch!) Sie gehören zu Recht zu jenen Ministern, die im Kreuzfeuer öffentlicher Kritik stehen.
Abg. Scheibner: Für das Protokoll ...!
Weiters ist hier anzumerken, dass diejenigen, die sich in dieses Gericht begeben – ob als Kläger, als Beklagte oder als Anwälte –, jetzt einen wesentlich besseren Zugang haben, weil eine U-Bahn in der Nähe ist. Wer die Parkraumnot ... – Willst du klatschen? (In Richtung eines Abgeordneten der Freiheitlichen.) Dann bitte! Oder soll ich schon aufhören? (Abg. Scheibner: Für das Protokoll ...!) – Wer die Parkraumnot in der Riemergasse kennt, wird froh sein, dass die Übersiedelung jetzt im September stattfinden wird! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja alles nicht, das weißt du ganz genau!
Herr Bundesminister, noch einmal zurückkommend auf die Eurofighter. Ich kann Ihnen nur sagen: Sie bekommen die Flugzeuge, die Sie bestellt haben, die von Ihrer Bewertungskommission bewertet worden sind – mit 4 : 1 hat man sich dafür entschieden –, nicht, denn es gibt sie nicht, sie sind nicht serienfertig! Was da ist, ist ein Eurofighter der Tranche 1, also ein Eurofighter im Testeinsatz, der nur für Trainingszwecke geeignet ist und nicht den österreichischen Bedürfnissen entspricht. Das steht in krassem Widerspruch zu den Ausschreibungskriterien, zu den Vergaberichtlinien! (Abg. Scheibner: Das stimmt ja alles nicht, das weißt du ganz genau!)
Abg. Scheibner: Das wäre einmal etwas Gescheites, das Sie sagen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ja, es ist richtig: Österreich hat ein relativ niedriges Verteidigungsbudget gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Sie haben sich ja auch im Wesentlichen (Abg. Murauer: Es ist zu niedrig?) – nein, nein, lassen Sie mich (Abg. Scheibner: Das wäre einmal etwas Gescheites, das Sie sagen!) – an die SPÖ gewandt, dass das das gemeinsame Ziel sein kann.
Abg. Scheibner: Aber ist ja nicht wahr!
Ich sage Ihnen: Diese Vorgangsweise verstößt gegen § 45 des Bundeshaushaltsrechts. (Abg. Scheibner: Aber ist ja nicht wahr!) Da hilft es Ihnen überhaupt nichts, wenn Sie, Herr Kollege Platter, sagen: Zuerst muss der zweite Schritt gemacht werden. Kaufen wir einmal die Eurofighter, und dann machen wir den ersten Schritt und schauen uns nach einer Übergangslösung um! (Abg. Wittauer: Herr Abgeordneter Kogler! Man kann das wiederholen, wiederholen, wiederholen, es wird nicht wahrer! Die Unwahrheit bleibt die Unwahrheit!) – Es wird immer wahrer (Abg. Scheibner: Das ist nicht möglich, denn die Unwahrheit kann nicht wahrer werden!), beruhigen Sie sich!
Abg. Scheibner: Das ist nicht möglich, denn die Unwahrheit kann nicht wahrer werden!
Ich sage Ihnen: Diese Vorgangsweise verstößt gegen § 45 des Bundeshaushaltsrechts. (Abg. Scheibner: Aber ist ja nicht wahr!) Da hilft es Ihnen überhaupt nichts, wenn Sie, Herr Kollege Platter, sagen: Zuerst muss der zweite Schritt gemacht werden. Kaufen wir einmal die Eurofighter, und dann machen wir den ersten Schritt und schauen uns nach einer Übergangslösung um! (Abg. Wittauer: Herr Abgeordneter Kogler! Man kann das wiederholen, wiederholen, wiederholen, es wird nicht wahrer! Die Unwahrheit bleibt die Unwahrheit!) – Es wird immer wahrer (Abg. Scheibner: Das ist nicht möglich, denn die Unwahrheit kann nicht wahrer werden!), beruhigen Sie sich!
Abg. Scheibner: Die waren nie drinnen, Herr Kollege!
Die Erläuterungen verschweigen gegen die Intentionen des Gesetzes – zumindest gegen die Intentionen, wenn nicht gegen die genauen Buchstaben des Gesetzes – die Kosten, die mit dieser Beschaffung im Zusammenhang stehen; das sind wieder jene der Übergangslösung. Und das sind dann – da kommen wir zu den Betriebskosten, die Sie auch aus der Bewertung herausreklamiert haben, was den Vergabeakt betrifft ... (Abg. Scheibner: Die waren nie drinnen, Herr Kollege!) – Das ist ja der Fehler, den wir Ihnen zum Vorwurf machen. (Abg. Scheibner: Wieso? Die stehen ja nicht fest! Wie wollen Sie etwas bewerten, was nicht feststeht? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Wieso? Die stehen ja nicht fest! Wie wollen Sie etwas bewerten, was nicht feststeht? – Weitere Zwischenrufe.
Die Erläuterungen verschweigen gegen die Intentionen des Gesetzes – zumindest gegen die Intentionen, wenn nicht gegen die genauen Buchstaben des Gesetzes – die Kosten, die mit dieser Beschaffung im Zusammenhang stehen; das sind wieder jene der Übergangslösung. Und das sind dann – da kommen wir zu den Betriebskosten, die Sie auch aus der Bewertung herausreklamiert haben, was den Vergabeakt betrifft ... (Abg. Scheibner: Die waren nie drinnen, Herr Kollege!) – Das ist ja der Fehler, den wir Ihnen zum Vorwurf machen. (Abg. Scheibner: Wieso? Die stehen ja nicht fest! Wie wollen Sie etwas bewerten, was nicht feststeht? – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: „Mit Anlauf“? Was heißt „mit Anlauf“?
Wie dem auch war, ich sage Ihnen etwas anderes: § 14 erzeugt die Notwendigkeit, zumindest in den Erläuterungen die Folgekosten auszuweisen. Das ist ein guter Paragraph. Sie aber haben mit Absicht und mit Anlauf darauf verzichtet (Abg. Scheibner: „Mit Anlauf“? Was heißt „mit Anlauf“?), Sie sind darüber hinweggegangen. Sie sind mit Anlauf in ein Becken gesprungen, werfen den anderen aber vor, Sie würden beschüttet werden. Sie hupfen mit Anlauf in den Gatsch, regen sich nachher aber auf, wenn die Flecken überall picken. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ich habe nur gefragt, was der „Anlauf“ ist!
Das betrifft in erster Linie den Finanzminister und weniger Sie (Abg. Scheibner: Ich habe nur gefragt, was der „Anlauf“ ist!), das weiß ich schon, aber das ist der Gesamtzusammenhang, den wir uns noch lange vornehmen werden. Sie brauchen sich nicht der Hoffnung hinzugeben, dass man deshalb aufhört. (Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Scheibner: Nur wenn es nichts kostet, bekennen Sie sich dazu! – Zwischenrufe der Abgeordneten Wittauer und Großruck.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich werde mich nicht in einer neuerlichen Abfangjägerdebatte ergießen, auf die Debatte doch noch einmal im Hinblick darauf Bezug nehmen, dass die SPÖ hier von den Regierungsparteien denunziert wurde, indem uns unterstellt wurde, wir würden nicht zur Umfassenden Landesverteidigung stehen, wir würden uns nicht zum Bundesheer bekennen – und ich weiß nicht, was wir noch alles nicht machen würden, Herr Verteidigungsminister a.D. (Abg. Scheibner: Nur wenn es nichts kostet, bekennen Sie sich dazu! – Zwischenrufe der Abgeordneten Wittauer und Großruck.)
Abg. Großruck: Sehr geeignet! –Abg. Scheibner: Aber teuer! – Abg. Großruck: Halten Sie die Beschuldigungen aufrecht?
Ich danke für den Einwurf mit dem Urteil; den werde ich jetzt vorziehen. Als Jurist bin ich gewöhnt – und das darf ich den Nichtjuristen im Hause anempfehlen –, Urteile zu lesen, sich nach der Rechtsmaterie, auf die sie sich beziehen, zu erkundigen und vor allem die Urteilsbegründung – und nicht nur den Tenor! – zu lesen. Ich kann Ihnen eines sagen: Das Urteil, das Sie zitieren, ist nicht geeignet, irgendwelche Vorwürfe, von wem immer sie stammen mögen, zu entkräften. (Abg. Großruck: Sehr geeignet! –Abg. Scheibner: Aber teuer! – Abg. Großruck: Halten Sie die Beschuldigungen aufrecht?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten wissen, dass der Rechnungshof immer nachvollziehend prüft, nicht begleitend!
In diesem Zusammenhang sage ich Ihnen, dass Sie sich auch fragen sollten, warum solche Vermutungen angestellt werden, wenn Sie, Herr Verteidigungsminister a. D., sich stolz preisen, eine Rechnungshofbegleitungskontrolle eingeführt zu haben, und schnell noch vor Abschluss dieser Prüfung vor dem 2. Juli die Beschaffung der Abfangjäger beschließen. Das alleine gibt schon Anlass zum Nachdenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten wissen, dass der Rechnungshof immer nachvollziehend prüft, nicht begleitend!)
Abg. Scheibner: Das habe nicht ich eingeführt! Das kann ich gar nicht einführen!
Herr Bundesminister a.D., Sie haben die begleitende Kontrolle eingeführt – nicht ich. Was damit zu tun ist, werden Sie beurteilen müssen. (Abg. Scheibner: Das habe nicht ich eingeführt! Das kann ich gar nicht einführen!)
Beifall bei der SPÖ – Abg. Scheibner: Aber immer, wenn es um mehr Geld geht, seid ihr dagegen!
Das Bundesheer leistet, obwohl es keine Mittel hat, Großartiges (Beifall bei der SPÖ – Abg. Scheibner: Aber immer, wenn es um mehr Geld geht, seid ihr dagegen!), und ich wünschte, die heutigen Äußerungen der Regierungsparteien dahin gehend, wie man die Leistungen des Bundesheeres noch besser fördern und budgetär unterstützen könne, würden sich nicht nur als reine Lippenbekenntnisse erweisen, sondern diesen Bekenntnissen würden auch die entsprechenden budgetären „Taten“ in Form der Zuteilung ausreichender Mittel folgen. Ich sage Ihnen, warum. (Abg. Wittauer: Das ist etwas ganz Neues! Ihr habt das Bundesheer ausgeblutet!)
Abg. Scheibner: Mit dem Heißluftballon!
Die Umfassende Landesverteidigung, lieber Herr Kollege, ist nicht nur das Fotografieren irgendwelcher Dinge in der Luft. (Abg. Großruck: Aber das gehört auch dazu!) Es gehört nicht dazu, nicht in der Form, wie Sie es meinen. (Abg. Scheibner: Mit dem Heißluftballon!) Diese Form der Umfassenden Landesverteidigung lehnen wir Sozialdemokraten aus einem einzigen Grund ab: Man muss sich nach der Decke strecken. (Abg. Großruck: Ich habe gedacht, Sie sind Jurist! Da müssen Sie ja die Verfassung kennen!) Es gibt wichtigere Dinge – und da stimme ich mit dem Kollegen Scheuch überein –, und wir haben auf dem Boden so viel zu tun, dass wir nicht in der Luft irgendwelche Luftschlösser bauen können, lieber Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Murauer: Wissen Sie, warum der letzte Sicherheitsrat einberufen wurde? – Damit wir jene Flugzeuge, die nicht identifizierbar sind, beobachten können!)
Abg. Großruck: Ja, aber wenn er’s nicht versteht! – Abg. Scheibner: Dann sollte der Murauer reden, weil der kennt sich aus!
Präsident Dr. Heinz Fischer (das Glockenzeichen gebend): Ich wollte nur den Kollegen Murauer bitten, zu beachten, dass eigentlich Kollege Dr. Puswald am Wort ist! (Abg. Großruck: Ja, aber wenn er’s nicht versteht! – Abg. Scheibner: Dann sollte der Murauer reden, weil der kennt sich aus!) Da muss er sich ein zweites Mal zu Wort melden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Haben Sie das damals gesagt oder nicht?
Diesem Gesetz können wir jedenfalls nicht zustimmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Haben Sie das damals gesagt oder nicht?)
Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Scheibner: Hören Sie doch einmal zu, damit Sie das lernen!
Ich erinnere an die ehemalige Sozialministerin Lore Hostasch, die auf die Kritik, dass ein längerer Durchrechnungszeitraum zu Pensionsverlusten führen werde, gesagt hat – ich zitiere (Rufe bei der SPÖ: Gleiche Rede ... Schüssel ...!) –: Vergessen Sie nicht, „daß die Neupensionen über dem Durchschnitt der jetzt bestehenden Pensionen liegen werden.“ – Nun: Das ist auch da der Fall. (Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Scheibner: Hören Sie doch einmal zu, damit Sie das lernen!)
Abg. Reheis: Das ist ja doch die gleiche Rede! – Abg. Scheibner: Damit ihr es euch einmal merkt!
Frau Kollegin Silhavy, Ihre Vorgängerin als Sozialsprecherin der Sozialdemokraten, Frau Kollegin Reitsamer, hat seinerzeit auf den Vorwurf, ein 36-jähriger Beamter würde durch die Ausweitung des Durchrechnungszeitraumes auf die letzten 18 Jahre so und so viel an Prozenten weniger bekommen, gemeint – ich zitiere –: „Ich wage zu bezweifeln,“ dass man so ein Beispiel überhaupt rechnen kann. (Abg. Reheis: Das ist ja doch die gleiche Rede! – Abg. Scheibner: Damit ihr es euch einmal merkt!)
Abg. Scheibner: Dafür kein Applaus!
Wir halten derzeit bei 21 Uhr während der Woche und bei 18 Uhr am Samstag. Ich weiß genau, dass die Tendenz in die Richtung geht, das noch weiter zu deregulieren, noch weiter zu liberalisieren. Das hat der Finanzminister in seiner Budgetrede ganz klar betont, und Sie alle haben nach Abschluss seiner Rede über diese Worte und über diese Ansätze seiner Politik begeistert geklatscht. (Abg. Scheibner: Dafür kein Applaus!)
Abg. Scheibner: Sie haben dagegen gestimmt!
Die Maßnahme, bis 14 500 € steuerfrei zu stellen, ist eine Segmentmaßnahme. Das findet ja unseren Zuspruch. (Abg. Scheibner: Sie haben dagegen gestimmt!) Wir sagen nur, diejenigen, die jetzt schon keine Steuer zahlen, sollen auch profitieren, im wahrsten Sinne des Wortes, und dadurch auch eine entsprechende Nachfragesteigerung auslösen. (Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen!)
Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen!
Die Maßnahme, bis 14 500 € steuerfrei zu stellen, ist eine Segmentmaßnahme. Das findet ja unseren Zuspruch. (Abg. Scheibner: Sie haben dagegen gestimmt!) Wir sagen nur, diejenigen, die jetzt schon keine Steuer zahlen, sollen auch profitieren, im wahrsten Sinne des Wortes, und dadurch auch eine entsprechende Nachfragesteigerung auslösen. (Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen!)
Sitzung Nr. 24
Abg. Eder: Der „arme“ Scheibner ist „schuld“!
Auch da möchte ich nochmals ausdrücklich festhalten (Abg. Eder: Der „arme“ Scheibner ist „schuld“!), dass die in dieser Frage implizierte Unterstellung, dass ich für den Eurofighter interveniert hätte, nicht zutreffend ist.
Abg. Scheibner: Redezeit!
Ein Minister, der sich um Geld bei einer Interessenvertretung anstellt, ist untragbar! Ein Geldnehmer und Geschenkegreifer ist untragbar! Das geht zu weit! Freunderlwirtschaft und Verschwendung haben wir schon lange genug hier gehabt. Wir hätten Ihnen das bis vor kurzem nicht zugetraut, Herr Minister Grasser! (Abg. Scheibner: Redezeit!)
Abg. Scheibner: Wir haben mehr als zwei gute Leute!
Im Übrigen, so glaube ich, ist der Zustand des Finanzministers am besten durch die Rednerliste von ÖVP und FPÖ. Da kommt kein Klubobmann hier heraus ans Rednerpult. – Gelt, Herr Klubobmann Molterer, da bleiben Sie lieber sitzen! (Abg. Scheibner: Wir haben mehr als zwei gute Leute!) Herr Klubobmann Scheibner, da bleiben Sie lieber sitzen! Da wird der Herr Finanzminister nicht verteidigt.
Abg. Scheibner: Die Wahrheit!
Das, was wir vom Finanzminister heute gehört haben, war (Abg. Scheibner: Die Wahrheit!) Schweigen zu den wesentlichen Punkten. Ich sage Ihnen auch, wozu. (Ruf bei der ÖVP: Da müssen Sie sich jetzt zusammenreißen! – Abg. Dr. Fekter: Haben Sie nicht aufgepasst?)
Abg. Scheibner: Nichts! „Nichts“, hat er gesagt! Er hat gesagt, dass es gratis war!
Herr Finanzminister! Was ist das für ein Finanzminister, der sich zu einem Essen die Philharmoniker bestellt und uns hier nicht sagen will, wie viel die Philharmoniker gekostet haben? (Abg. Scheibner: Nichts! „Nichts“, hat er gesagt! Er hat gesagt, dass es gratis war!) Der Finanzminister sagt: Das interessiert mich nicht, der Bund hat das nicht bezahlt. Ich weiß von nichts, wer das bezahlt hat. – Das soll die Antwort eines Finanzministers sein?! Das ist doch unglaublich! (Abg. Scheibner: Wenn er sagt, es kostet nichts, was soll er denn sonst sagen?)
Abg. Scheibner: Wenn er sagt, es kostet nichts, was soll er denn sonst sagen?
Herr Finanzminister! Was ist das für ein Finanzminister, der sich zu einem Essen die Philharmoniker bestellt und uns hier nicht sagen will, wie viel die Philharmoniker gekostet haben? (Abg. Scheibner: Nichts! „Nichts“, hat er gesagt! Er hat gesagt, dass es gratis war!) Der Finanzminister sagt: Das interessiert mich nicht, der Bund hat das nicht bezahlt. Ich weiß von nichts, wer das bezahlt hat. – Das soll die Antwort eines Finanzministers sein?! Das ist doch unglaublich! (Abg. Scheibner: Wenn er sagt, es kostet nichts, was soll er denn sonst sagen?)
Abg. Scheibner: Über die Kinderfotos?
Zweiter Punkt: Finanzierung der Homepage. – Da marschiert der Finanzminister oder sein Kabinettchef zur Industriellenvereinigung und sagt: Wie wäre es denn mit ein bisschen Kohle für eine Homepage? – Die Industriellenvereinigung sagt: Ja, wenn wir es mit einem guten Zweck verbinden können – den können wir ja noch finden, zum Beispiel „New Economy“ –, dann lässt sich das schon machen! – Dann wird eine Homepage eingerichtet, in der die Kinderfotos des Finanzministers zu sehen sind, über die man auch Autogrammantworten anfordern kann (Abg. Scheibner: Über die Kinderfotos?), die dann mit Porto des Ministeriums verschickt werden. Aber der Herr Finanzminister sagt: Ich weiß von nichts!, Ich weiß nicht, was die Homepage kostet – die auf seinen Namen eingerichtet ist, meine sehr geehrten Damen und Herren, nicht auf den
Abg. Scheibner: Da lädt ja er ein! – Das war jetzt sehr widersprüchlich!
ter gar nicht, wenn es um seine Person geht! Für die kleinen Finanzbeamten sollen sie schon gelten, da wird diskutiert, ob etwa eine Flasche Wein oder Sekt noch zulässig ist, ob die Einladung zu einem Dienstessen zulässig ist: ja oder nein!, aber der Finanzminister macht ein Dienstessen bei sich, verrechnet Spesen. (Abg. Scheibner: Da lädt ja er ein! – Das war jetzt sehr widersprüchlich!) Da sind auch die Philharmoniker wie zufällig anwesend – die sicher nicht gratis gespielt haben, aber dem Herrn Finanzminister ist das egal. Das ist offensichtlich kein Geschenk gewesen (Abg. Mag. Molterer: Aber er hat schon eingeladen?), wenn die Philharmoniker bei einem Gesprächstermin des Herrn Finanzministers aufspielen.
Abg. Scheibner: Nein! Nein! Dass die Philharmoniker im Finanzministerium spielen, das ist keine Geschenkannahme!
Na selbstverständlich ist das verbotene Geschenkannahme (Abg. Scheibner: Nein! Nein! Dass die Philharmoniker im Finanzministerium spielen, das ist keine Geschenkannahme!), und das wissen Sie auch genau! Schließlich handelt es sich nicht um eine Privatveranstaltung des Herrn Finanzministers, sondern um ein offizielles Essen, und wenn die Philharmoniker durch Herrn Stronach oder sonst irgendjemanden gesponsert werden, dann ist das ein Geschenk, das in dieser Form unzulässig ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Na solche Ratschläge hat er notwendig! – Abg. Dr. Stummvoll: Peinlich! – Abg. Mag. Mainoni: ... Vogel ...!
Es wird Ihnen, Herr Bundesminister Grasser, daher nichts anderes übrig bleiben – und ich rate es Ihnen dringend –, als Ihre politische Verantwortung rechtzeitig wahrzunehmen, und das bedeutet den Weg zur Demission beim Bundespräsidenten. Sie können damit Ihre Integrität und – Sie sind ein junger Mann – auch Ihre zukünftige Reputation wiederherstellen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Na solche Ratschläge hat er notwendig! – Abg. Dr. Stummvoll: Peinlich! – Abg. Mag. Mainoni: ... Vogel ...!)
Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Finanzminister zu tun?
Fall eins: Die Kärntner Slowenen laden im Sommer 1994 in Klagenfurt zu einer großen Publikumsdiskussion im Haus der Wirtschaftskammer ein. Für die FPÖ steht ein junger Redner am Rednerpult, der 1001 Gründe gegen den EU-Beitritt kennt und den der Moderator nur mit Mühe bremsen kann. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Nach dem EU-Beitritt sagt derselbe Mann – er ist jetzt ein bisschen älter –, er sei froh darüber, dass Österreich EU-Mitglied ist. (Abg. Scheibner: Was hat das mit dem Finanzminister zu tun?) – Welcher Grasser sprach die Wahrheit? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Und die Grundwehrdiener nicht?
Herr Minister! – Es gibt nichts zum Grinsen rundherum! – Wissen Sie, dass alle Zivildiener unter der Armutsgrenze leben müssen? (Abg. Scheibner: Und die Grundwehrdiener nicht?) Ist Ihnen das bewusst, Herr Minister, und wie stehen dazu? Und glauben Sie noch immer, dass das ein großer Wurf ist, der Ihnen gelungen ist? (Beifall bei den Grünen.)
Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Scheibner.
Es ist damit teilweise ein Mechanismus in Gang gesetzt worden, der vielleicht zuerst unterschätzt wurde. – Sehr verehrter Herr Bundesminister! Vielleicht gibt es da eine Möglichkeit, doch noch Gespräche zu führen und das auf Grund von Erfahrungen in irgendeiner Form wieder zurückzunehmen. (Beifall der Abgeordneten Dr. Partik-Pablé und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ich habe nicht Drohungen geäußert!
Ich beginne mit dem Thema der EU-Erweiterung. Es ist ja zum Glück so, dass mittlerweile klar ist – und darüber freue ich mich sehr –, dass diese Bundesregierung nun keine Drohungen mehr ausspricht. Sie hat auch nicht angekündigt, und da denke ich besonders an die freiheitlichen Mitglieder der Bundesregierung, dass es bei der Ratifizierung Schwierigkeiten geben wird. Ich hoffe, ich werde es auch von Ihnen, Herr Kollege Scheibner, nicht hören. (Abg. Scheibner: Ich habe nicht Drohungen geäußert!) –
Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.
Sie persönlich vielleicht nicht, aber andere Ihrer Fraktion. Tun Sie das jetzt nicht kleinreden, denn es gab diesbezüglich einen ziemlichen Aufruhr in der letzten Legislaturperiode. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.) Schütteln Sie nicht den Kopf, denn Sie wissen genau, wovon ich rede. Vetodrohungen gegenüber Tschechien waren nicht wirklich eine tolle Sache für die österreichische Außenpolitik. (Abg. Scheibner: Drohungen gab es nicht!) Das war wirklich keine tolle Zeit, als von hier immer wieder Vetodrohungen ausgesprochen wurden. Deshalb bin ich sehr froh, dass es diese jetzt nicht mehr gibt, dass klar ist, dass diese Verträge auch im österreichischen Parlament von allen Abgeordneten – und ich hoffe, es werden wirklich alle 183 Abgeordnete sein – ratifiziert werden.
Abg. Scheibner: Drohungen gab es nicht!
Sie persönlich vielleicht nicht, aber andere Ihrer Fraktion. Tun Sie das jetzt nicht kleinreden, denn es gab diesbezüglich einen ziemlichen Aufruhr in der letzten Legislaturperiode. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.) Schütteln Sie nicht den Kopf, denn Sie wissen genau, wovon ich rede. Vetodrohungen gegenüber Tschechien waren nicht wirklich eine tolle Sache für die österreichische Außenpolitik. (Abg. Scheibner: Drohungen gab es nicht!) Das war wirklich keine tolle Zeit, als von hier immer wieder Vetodrohungen ausgesprochen wurden. Deshalb bin ich sehr froh, dass es diese jetzt nicht mehr gibt, dass klar ist, dass diese Verträge auch im österreichischen Parlament von allen Abgeordneten – und ich hoffe, es werden wirklich alle 183 Abgeordnete sein – ratifiziert werden.
Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!
Lange, bevor wir Freiheitlichen Veto-Drohungen ausgesprochen haben, ist das Ansehen Österreichs bereits beschädigt worden, nämlich durch einige maßgebliche Politiker in der Europäischen Union (Abg. Öllinger: Bossi!), die geglaubt haben, mit ihren Sanktionen gegen Österreich etwas zu bewirken. (Abg. Mag. Lunacek: Sie haben Ursache und Wirkung vertauscht!) Das war lange, bevor von unserer Seite die Veto-Drohung gekommen ist – von der ich ehrlich zugebe, dass sie nichts bewirkt hat. (Abg. Mag. Lunacek: Herr Scheibner hat zuerst das Gegenteil gesagt!) Unsere Veto-Drohungen haben genauso wenig bewirkt wie im Übrigen auch Ihre Politik, denn bei Temelín fährt man genauso – und da müssen Sie mir im Ergebnis Recht geben – über uns drüber wie bei den Beneš-Dekreten. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Parnigoni: Wer fährt über Sie drüber?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das müssen Sie uns sagen! Schauen Sie sich einmal in den Spiegel! – Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Ich verstehe aber, dass die Freiheitliche Partei mit ihrer teilweise provinziellen und nationalistischen Herangehensweise an das Thema Europa Probleme mit solchen Überlegungen haben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Mainoni: Das müssen Sie uns sagen! Schauen Sie sich einmal in den Spiegel! – Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Sitzung Nr. 25
Abg. Scheibner: Drei! – Nicht übertreiben!
Ich war ja beim Herrn Bundesminister Gorbach zu einem Antrittsbesuch, wofür ich mich bedanken möchte, denn wir konnten doch einige konstruktive Gedanken gemeinsam fassen. Nachdem in den letzten drei oder vier Jahren fast vier Minister verbraucht wurden und nun, um diese Lücke auszugleichen, auch ein Staatssekretär dazugesetzt wurde, hoffe ich, dass wir nun vor allem im Bereich der Infrastruktur (Abg. Scheibner: Drei! – Nicht übertreiben!) – ja, aber ich habe den vorherigen auch noch gekannt! – ein bisschen längerfristig denken können, denn das wäre notwendig.
Abg. Scheibner: Das hat man schon Jahrzehnte versäumt!
Die Region Wien muss – das ist wohl klar – ein schwergewichtiger Knoten in den transeuropäischen Netzen werden, weil sonst die Wirtschaftsentwicklung nicht nur an der Region Wien, sondern an ganz Österreich vorbeigehen wird, und zwar gerade im Hinblick auf die EU-Osterweiterung. (Abg. Scheibner: Das hat man schon Jahrzehnte versäumt!) Was zum Beispiel zu tun ist, Kollege Scheibner, ist, dass das Schnellbahnnetz und die Pottendorfer Linie ausgebaut werden müssen, um den Pendlern und Pendlerinnen nach Wien attraktivere, öffentliche Verkehre anzubieten. (Abg. Scheibner: Man weiß schon seit 20 Jahren, dass das passieren muss!) Gerade im Süden Wiens, weil da nämlich auch viele Einpendler sind, muss der modal split verbessert werden, der momentan zuungunsten des öffentlichen Verkehrs ist.
Abg. Scheibner: Man weiß schon seit 20 Jahren, dass das passieren muss!
Die Region Wien muss – das ist wohl klar – ein schwergewichtiger Knoten in den transeuropäischen Netzen werden, weil sonst die Wirtschaftsentwicklung nicht nur an der Region Wien, sondern an ganz Österreich vorbeigehen wird, und zwar gerade im Hinblick auf die EU-Osterweiterung. (Abg. Scheibner: Das hat man schon Jahrzehnte versäumt!) Was zum Beispiel zu tun ist, Kollege Scheibner, ist, dass das Schnellbahnnetz und die Pottendorfer Linie ausgebaut werden müssen, um den Pendlern und Pendlerinnen nach Wien attraktivere, öffentliche Verkehre anzubieten. (Abg. Scheibner: Man weiß schon seit 20 Jahren, dass das passieren muss!) Gerade im Süden Wiens, weil da nämlich auch viele Einpendler sind, muss der modal split verbessert werden, der momentan zuungunsten des öffentlichen Verkehrs ist.
Abg. Scheibner: Da haben schon andere in letzter Zeit gebremst!
Sorge in diesem Zusammenhang bereitet mir ein wenig Herr Staatssekretär Finz, der leider auf der Bremse steht, wie meistens, wenn es um die Zukunft Wiens geht, aber ich hoffe doch, dass Herr Finz seinen Nebenjob als Bremser irgendwann einmal aufgibt und dass für die Ostregion im Allgemeinen (Abg. Scheibner: Da haben schon andere in letzter Zeit gebremst!) und speziell für meinen Heimatbezirk Favoriten (Zwischenruf des Abg. Öllinger) wichtige verkehrstechnische, städtebauliche und infrastrukturelle Maßnahmen gesetzt werden können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das können wir aber nicht lesen auf die Entfernung!
Herr Staatssekretär! Der Verkehrslärm kostet fast 2 Milliarden € pro Jahr. (Die Rednerin hält eine Broschüre in die Höhe.) Sie selbst waren Gott sei Dank beim VCÖ und haben vielleicht auch Motivation geschöpft und können jetzt ambitionierter an die Umsetzung effizienter Verkehrspolitik herangehen. (Abg. Scheibner: Das können wir aber nicht lesen auf die Entfernung!) Wir können es uns nicht leisten, Verkehrslärm in derartigem Umfang weiter steigen zu lassen, weil er auch gesundheitsgefährdend ist. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wir haben das nicht gesehen, was da auf dem Blatt Papier steht!) Daher bin ich dankbar, dass dann noch Kollege Grünewald sprechen wird, der Ihnen ebenfalls Beispiele dafür anführen kann.
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wir haben das nicht gesehen, was da auf dem Blatt Papier steht!
Herr Staatssekretär! Der Verkehrslärm kostet fast 2 Milliarden € pro Jahr. (Die Rednerin hält eine Broschüre in die Höhe.) Sie selbst waren Gott sei Dank beim VCÖ und haben vielleicht auch Motivation geschöpft und können jetzt ambitionierter an die Umsetzung effizienter Verkehrspolitik herangehen. (Abg. Scheibner: Das können wir aber nicht lesen auf die Entfernung!) Wir können es uns nicht leisten, Verkehrslärm in derartigem Umfang weiter steigen zu lassen, weil er auch gesundheitsgefährdend ist. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, wir haben das nicht gesehen, was da auf dem Blatt Papier steht!) Daher bin ich dankbar, dass dann noch Kollege Grünewald sprechen wird, der Ihnen ebenfalls Beispiele dafür anführen kann.
Abg. Scheibner: Sie zeigen uns ...! Das ist zu weit weg!
Nächster Punkt: Sie alle, liebe Kolleginnen und Kollegen, haben kürzlich in Ihrer Parlamentspost den Ozonbericht 2002 vorgefunden. (Abg. Scheibner: Sie zeigen uns ...! Das ist zu weit weg!) Blättern Sie darin und Sie werden merken, es gibt ein Ozonproblem, auch jetzt während der Hitzephase. Herr Klubobmann Scheibner, Sie werden
Abg. Scheibner: Woran merkt man das?
es selbst gemerkt haben, die Ozonbelastung ist gestiegen, es hat bereits Voralarmstufen gegeben. (Abg. Scheibner: Woran merkt man das?)
Abg. Dr. Khol: Das ist ein schwacher Beweis! – Abg. Scheibner: Jetzt ist der „Falter“ schon ein Beweisstück, ein offizielles? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Herr Kollege Stummvoll! Wir führen eine Budgetdebatte, wir haben das Kapitel Finanzen vor uns, hier sitzt der Herr Finanzminister. Da muss es möglich sein, Fragen seiner persönlichen Amtsführung in den Mittelpunkt der Ausführungen zu stellen. Ich weiß nicht, ob Sie die Debatte verfolgt haben, ich weiß nicht, ob Sie beispielsweise den „Falter“ von heute mit einer ausgezeichneten Recherche gelesen haben. (Abg. Dr. Khol: Das ist ein schwacher Beweis! – Abg. Scheibner: Jetzt ist der „Falter“ schon ein Beweisstück, ein offizielles? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Woher wissen Sie, wie Nordkorea ...?
Ob die Werbung an sich in diesem Zusammenhang wirkungsvoll ist oder nicht, das kann man ruhig dahingestellt sein lassen. Meine persönliche Hoffnung wäre ja, dass die geradezu nordkoreanisch anmutende Aufgeblasenheit dieser Homepage dazu führt, dass es dem Finanzminister und Karl-Heinz Grasser persönlich nicht gut tut. Aber das tut hier nichts zur Sache. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Woher wissen Sie, wie Nordkorea ...?)
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Wahnsinn! Die Grünen sind wirklich das Letzte! – Abg. Scheibner: Das sind Methoden!
Heute hat man zum Beispiel auf der Homepage der Grünen – Sie bedienen sich also auch elektronischer Kommunikation – ein eigenes Feld eröffnet und um „sachdienliche Hinweise in Sachen Finanzminister Grasser“ gebeten. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Wahnsinn! Die Grünen sind wirklich das Letzte! – Abg. Scheibner: Das sind Methoden!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie laden einen Minister ein, den Sie gar nicht haben wollen!
Was sagt der Generalsekretär dieser Vereinigung? – Wir, die Vereinigung, haben eine Mission zu erfüllen. (Ruf bei der SPÖ: Deshalb „gepilgert“!) Da geht es nicht einmal um die New Economy. Er sagt das ganz deutlich in einer APA-Meldung – öffentlicher geht es ja nicht mehr: Es geht darum, dass die Mission einer liberalen Politik erfüllt wird. Karl-Heinz Grasser ist, damals noch in der FPÖ, jener, der dort diesen Flügel repräsentiert, und der gehört offensichtlich gestärkt. Dabei haben Sie von den Freiheitlichen auf Ihren Plakaten noch den „kleinen Mann“ vorgeführt! – Das ist ja unglaublich und unvereinbar! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie laden einen Minister ein, den Sie gar nicht haben wollen!) – Das ist das Unvereinbare an dieser Sache, und all das sollte Sie wirklich interessieren!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Ikrath: Einen Satz zum Budget! – Abg. Mag. Molterer: Kein Wort zum Budget! –Abg. Scheibner: Zur Sache!
Sie haben auch gesagt, mit dem Herrn Aloysius Rauen Kontakt gehabt zu haben. Wer ist denn der Herr Aloysius Rauen? – Er ist bei Eurofighter, unmittelbar bei der Firma, und das ist eine Division von EADS. Das wird Sie nicht wundern. – Und kein Wort zu diesem Vorwurf! Es wurde gegen jede korrekte Vergabepraxis verstoßen, aber Sie schweigen und sagen nichts! Das ist wichtig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Ikrath: Einen Satz zum Budget! – Abg. Mag. Molterer: Kein Wort zum Budget! –Abg. Scheibner: Zur Sache!)
Abg. Scheibner: Das ist eine merkwürdige Logik!
Wenn Sie mit „Sache“ das Budget 2003 und 2004 meinen, darf ich dem entgegenhalten, dass ein Budget 2003 und 2004 nur dann glaubwürdig erstellt werden kann, wenn der Minister auch sonst glaubwürdig ist. Das ist offensichtlich nicht mehr der Fall, deshalb ist das zur Sache gewesen. (Abg. Scheibner: Das ist eine merkwürdige Logik!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ach, Berater soll er werden?! Das ist ja noch besser!
Da Sie die Kunst beherrschen, auf das Bruttoprinzip zu verweisen, weil Sie ursprünglich den, wie ich mittlerweile meine, absichtlichen Fehler gemacht haben, die daraus resultierende zwangsweise Ausweisung einer Bilanzverlängerung als Mehrinvestition, als so genannte Schwerpunktbildung zu verkaufen, wundert es mich auch nicht, wenn „DIE Frauenplattform“ Sie einlädt, denn so einen begnadeten Selbstdarsteller und Marketingmenschen möchte man gerne zum Berater gewinnen. Vielleicht werden Sie diesen Job auch einmal brauchen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ach, Berater soll er werden?! Das ist ja noch besser!)
Abg. Scheibner: Bitte reden Sie nicht so schnell, sonst verstehen wir Sie nicht!
Das sind die Eckdaten Ihrer Budgetpolitik! (Abg. Scheibner: Bitte reden Sie nicht so schnell, sonst verstehen wir Sie nicht!) Die Verantwortung dafür tragen auch Sie, Herr Finanzminister!
Abg. Scheibner: Wir sind hier auch nicht im Stadion, sondern im Parlament!
Herr Finanzminister Grasser, genauso, wie Sie uns die Antworten auf unsere Dringlichen Anfragen schuldig geblieben sind, bleiben Sie uns auch heute Antworten schuldig! Vor Ihnen steht eine ganze Mauer von FPÖ- und ÖVP-Abgeordneten, die nicht das tun, was normalerweise eine Verteidigungslinie beim Fußball macht. (Abg. Scheibner: Wir sind hier auch nicht im Stadion, sondern im Parlament!) Vielmehr halten Sie Ihre Hände vors Gesicht und wollen nichts sehen. Sie wollen nicht sehen, was hier derzeit vorgeht! Sie wollen die Zusammenhänge nicht wahrhaben, und das ist der Vorwurf, der Ihnen hier und heute zu machen ist: Sie haben keinen Deut an Einsicht, dass etwas nicht in Ordnung ist, sondern Sie blocken von vornherein in einem Rundumschlag alles ab! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Dazu haben wir Sie gebraucht!
Die FPÖ ist eine Partei, die Missstände zudeckt und dafür sorgt, dass die Wahrheit nicht ans Licht kommt, dass der Verdacht auf Steuerhinterziehung und der Verdacht auf gesetzwidriges Verhalten – wie etwa bei der Anschaffung des Eurofighters – sowie der Verdacht auf Amtsmissbrauch nicht untersucht werden können! Das ist heute Ihre politische Haltung, so weit haben Sie es gebracht! (Abg. Scheibner: Dazu haben wir Sie gebraucht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beschuldigungen sollte man nicht vom Blatt lesen!
Wer Karl-Heinz Grasser bei der Befriedigung seiner Eitelkeiten beobachtete, wie er 27 Millionen Steuer-Euro für Selbstdarstellung und Reklame ausgegeben hat, muss befürchten, dass der Finanzminister beim weiteren Abverkauf österreichischer Paradefirmen mit ähnlich leichter Hand vorgehen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beschuldigungen sollte man nicht vom Blatt lesen!)
Abg. Scheibner: Eh klar! Was ist mit der SPÖ Niederösterreich?
Ich sage aus historischer Sicht noch Folgendes dazu, meine geschätzten Damen und Herren: Die ÖVP hat von 1966 bis 1970 regiert. (Abg. Neudeck: Kollege, du musst nicht so schreien, Prinzhorn ist nicht da!) Österreich hat keine gute Entwicklung genommen. Wisst ihr, was jetzt ist? – Jetzt regieren sie wieder seit drei Jahren, und Österreich ist in einer sehr schlechten Entwicklungsphase. Die Freiheitlichen sind bestenfalls nur noch ein stiller Gesellschafter für die ÖVP, aber keine Partei mehr. (Abg. Scheibner: Eh klar! Was ist mit der SPÖ Niederösterreich?) Daher hat die ÖVP eine Alleinregierung mit euch als stillem Gesellschafter einer stabilen Lösung vorgezogen. (Abg. Scheibner: Wieso stehst du da und nicht in Niederösterreich? Du wärst ein guter Landesrat!)
Abg. Scheibner: Wieso stehst du da und nicht in Niederösterreich? Du wärst ein guter Landesrat!
Ich sage aus historischer Sicht noch Folgendes dazu, meine geschätzten Damen und Herren: Die ÖVP hat von 1966 bis 1970 regiert. (Abg. Neudeck: Kollege, du musst nicht so schreien, Prinzhorn ist nicht da!) Österreich hat keine gute Entwicklung genommen. Wisst ihr, was jetzt ist? – Jetzt regieren sie wieder seit drei Jahren, und Österreich ist in einer sehr schlechten Entwicklungsphase. Die Freiheitlichen sind bestenfalls nur noch ein stiller Gesellschafter für die ÖVP, aber keine Partei mehr. (Abg. Scheibner: Eh klar! Was ist mit der SPÖ Niederösterreich?) Daher hat die ÖVP eine Alleinregierung mit euch als stillem Gesellschafter einer stabilen Lösung vorgezogen. (Abg. Scheibner: Wieso stehst du da und nicht in Niederösterreich? Du wärst ein guter Landesrat!)
Abg. Scheibner: Was ist das für eine Verunsicherung?
Was ganz schlimm ist, meine geschätzten Damen und Herren, ist etwas ganz anderes: Es wird immer wieder gesagt, die Opposition verunsichert. Wisst ihr, was ihr macht? – Am Montag kündigen die Freiheitlichen an, Einspruch gegen die Pensionsreform zu erheben beziehungsweise ihr nicht zuzustimmen. Das ist keine Verunsicherung? – Ihr werdet es schon wieder hinbringen! (Abg. Scheibner: Was ist das für eine Verunsicherung?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Zweiter Punkt: Die Freiheitliche Partei in Kärnten fordert einen Untersuchungsausschuss. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) All das, geschätzte Damen und Herren, ist Verunsicherung und einer Regierungspartei unwürdig! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dafür die Abgaben ordentlich hinaufsetzen!
Man könnte zum Beispiel das Geld nehmen und in Risikokapitalfonds, wie es bereits geschehen ist, einfügen, die beim Tourismus Wesentliches gebracht haben. Man könnte die Tourismuskooperationsförderung verstärken, wobei Sie genau wissen, dass, wenn Sie jetzt Anträge einbringen, Sie bestenfalls 2006 einen ablehnenden Bescheid erhalten. So schaut es nämlich in diesem Bereich aus! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dafür die Abgaben ordentlich hinaufsetzen!)
Abg. Scheibner: Das können Sie doch nicht kritisieren!
Natürlich war das Ihr Versuch, irgendwo hinzuflüchten und zu sagen: Reden wir nicht dauernd über Amtsmissbrauch, Geschenkannahme und Steuerhinterziehung! – Klar ist Ihnen das unangenehm, dass darüber gesprochen wird. Aber der Finanzminister hat ja förmlich darum gebettelt, dass das Gegenstand von Dringlichen Anfragen ist. Er hat sich hier geoutet und geöffnet und hat uns einen Einblick in die Finanzierung seiner Homepage gewährt. Er war das doch! (Abg. Scheibner: Das können Sie doch nicht kritisieren!)
Unruhe in den Reihen der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Aber das letzte Mal haben Sie ihm noch ...!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (fortsetzend): Das ist aber trotzdem eine Bezeichnung, die auf diesen Vorgang zutrifft, wenn jemand die Partei wechselt und diejenige Partei, bei der er war, mit solchen Gesichtern dasitzt wie heute wieder, nämlich kritisch distanziert. Das muss man schon sagen. (Unruhe in den Reihen der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Aber das letzte Mal haben Sie ihm noch ...!)
Sitzung Nr. 26
Abg. Scheibner: So fängt es schon an!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Grünen begrüßen grundsätzlich selbstverständlich das Vorhaben einer großen Verfassungsreform. Wir möchten heute aber auch einige Warnungen mit auf den Weg geben, und wir werden auch dem Gesetz heute leider nicht zustimmen können. (Abg. Scheibner: So fängt es schon an!) Ich möchte einige Punkte dieser Kritik, die bereits mit der Einrichtung begonnen hat, herausgreifen, und auch die jüngste Entwicklung, die uns diese Woche beziehungsweise heute zur Ablehnung motiviert hat, genau begründen.
Abg. Scheibner: Kein guter Beginn! Kein guter Beginn!
Auch eine Modernisierung des Wahlrechtes im Hinblick auf eine erweiterte Partizipationsmöglichkeit halten wir für wichtig und, nicht zuletzt, auch eine Stärkung der parlamentarischen Kontrolle der gesetzgebenden Körperschaften. (Abg. Scheibner: Kein guter Beginn! Kein guter Beginn!) Man muss sich vor Augen führen, dass die jetzigen Kontrollrechte noch vorwiegend als Mehrheitsrechte konstruiert sind, was nur historisch erklärbar ist, da es seinerzeit das Parlament als Pendant zum Monarchen gab, in dem also die Mehrheitskontrollrechte angebracht waren. In der jetzigen Verfassung sind sie es nicht mehr.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Kein guter Beginn! Gegen den eigenen Antrag zu stimmen! Das ist ganz schlimm!
Wir werden weiterhin versuchen, unsere Ideen konstruktiv einzubringen. Aber leider ist es uns heute nicht möglich, dem Gesetz unsere Zustimmung zu geben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Kein guter Beginn! Gegen den eigenen Antrag zu stimmen! Das ist ganz schlimm!)
Sitzung Nr. 27
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wie halten wir es in Österreich mit dem Spitzensteuersatz, wenn rundherum anderes verfügt wird und dieser zurückgeht? – Das Signal, was im Jahre 2005 geschehen soll, sollten wir möglichst bald definieren, aber ein Vorziehen der Steuerreform auf Pump im Sinne von Schulden, diesen Weg, meine sehr verehrten Damen und Herren, sollten wir nicht gehen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Neudeck: Ja, ja! Das schließen wir aus! – Abg. Scheibner: 20 Mal! 30 Mal!
Herr Kollege Neudeck, es wäre ganz günstig gewesen, wenn Sie das in Ihrem Diskussionsbeitrag klargestellt hätten. Können Sie das ausschließen? – Die Antwort darauf wäre interessant! (Abg. Neudeck: Das haben wir schon ausgeschlossen!) – Dann ist es jetzt auch protokollarisch festgehalten: Sie schließen aus, dass es in Zukunft, also in nächster Zeit, im Sommer, eine Mietzinserhöhung für die WGG gibt. (Abg. Neudeck: Sie definieren die „nächste Zeit“, und ich sage Ihnen ...!) – Ich habe das vorher auf die nächsten Monate während des Sommers eingeschränkt, damit der Nationalrat nicht in der ersten Plenarsitzung im September auf einmal, sozusagen überfallsartig, eine Mietenerhöhung beschließt, damit Sie die Bundeswohnungen und die Bundeswohnbaugesellschaften teurer verkaufen können. (Abg. Neudeck: Ja, ja! Das schließen wir aus! – Abg. Scheibner: 20 Mal! 30 Mal!) – Danke schön, das war mir schon viel wert! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber auch nach außen tragen, die Antwort von uns!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber auch nach außen tragen, die Antwort von uns!
Herr Kollege Neudeck, es wäre ganz günstig gewesen, wenn Sie das in Ihrem Diskussionsbeitrag klargestellt hätten. Können Sie das ausschließen? – Die Antwort darauf wäre interessant! (Abg. Neudeck: Das haben wir schon ausgeschlossen!) – Dann ist es jetzt auch protokollarisch festgehalten: Sie schließen aus, dass es in Zukunft, also in nächster Zeit, im Sommer, eine Mietzinserhöhung für die WGG gibt. (Abg. Neudeck: Sie definieren die „nächste Zeit“, und ich sage Ihnen ...!) – Ich habe das vorher auf die nächsten Monate während des Sommers eingeschränkt, damit der Nationalrat nicht in der ersten Plenarsitzung im September auf einmal, sozusagen überfallsartig, eine Mietenerhöhung beschließt, damit Sie die Bundeswohnungen und die Bundeswohnbaugesellschaften teurer verkaufen können. (Abg. Neudeck: Ja, ja! Das schließen wir aus! – Abg. Scheibner: 20 Mal! 30 Mal!) – Danke schön, das war mir schon viel wert! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber auch nach außen tragen, die Antwort von uns!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Sie verunsichern schon wieder!
Klar geworden ist auch, dass bei der Veräußerung nicht sehr viel fix ist. Die Mieter werden weiterhin darüber im Ungewissen gelassen, wie hoch ihre Mieten in Zukunft sind, wer in Zukunft ihr Hauseigentümer ist. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Sie verunsichern schon wieder!) Das Einzige, was fix ist, sind hohe Beratungskosten: Fix sind
Abg. Scheibner: Sie wissen genau, dass sich an bestehenden Mieten gar nichts ändert! Verunsicherung!
10,2 Millionen € an Beratungskosten an die Firma Lehman. (Abg. Scheibner: Sie wissen genau, dass sich an bestehenden Mieten gar nichts ändert! Verunsicherung!) Fix sind Rechtsanwaltskosten in der Höhe von 500 000 €. Fix sind Gutachterkosten in der Höhe von 180 000 €.
Abg. Scheibner: Von wem ist der?
Es wird auch zu diskutieren sein, warum die Wohnungen der BUWOG drei Monate, nachdem ein Immobilieninvestor, der Herr Plech – in Wirklichkeit Ihr Financier –, Aufsichtsratsvorsitzender geworden ist, verkauft werden. – Das ist unvereinbar. Ein Immobilieninvestor als Aufsichtsratsvorsitzender im Bereich des sozialen Wohnbaus ist eine klare Unvereinbarkeit, und Sie haben die politische Verantwortung dafür zu tragen! (Abg. Scheibner: Von wem ist der?)
Abg. Scheibner: Aha!
Mir ist aber schon irgendwie klar, warum die SPÖ gar so „sauer“ über diesen Bundeswohnungsverkauf ist: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass die SPÖ in der großen Koalition mehrmals versucht hat, sich diese Bundeswohnungen selbst unter den Nagel zu reißen. (Abg. Scheibner: Aha!)
Abg. Scheibner: Da schau her! Jetzt wird es aber kritisch!
nützige Gesellschaften verscherbeln hätte sollen. (Abg. Scheibner: Da schau her! Jetzt wird es aber kritisch!)
Abg. Scheibner: Jetzt kennen wir uns aus!
Dieses Geschenk an die SPÖ hat die ÖVP jedoch jedes Mal verhindert. Daher ist die SPÖ heute noch sauer, dass Sie das damals nicht billig bekommen hat. (Abg. Scheibner: Jetzt kennen wir uns aus!)
Abg. Scheibner: Der ist im Aufsichtsrat! Sie wissen aber schon, wer operativ handelt in einem Unternehmen?
Würden Sie es als seriös bezeichnen, wenn ein Herr, der im Immobilienmarkt durchaus selbst Geschäfte macht, der Vorsitzende und beim Verkauf beteiligt ist? Würden Sie es für gut halten, wenn ein Herr Karl Heinz Plech, der noch dazu als FPÖ-Sympathisant immer wieder seine Dienste angeboten hat, diese Verkaufsabwicklung zentral in die Hand nimmt? (Abg. Scheibner: Der ist im Aufsichtsrat! Sie wissen aber schon, wer operativ handelt in einem Unternehmen?) Das ist für mich politisch nicht vereinbar. Das ist für mich politisch unvereinbar.
Abg. Dr. Fekter: Schau! Schau! – Abg. Scheibner: Hört! Hört!
Beratungsaufwand, Beratungsleistungen sind ja international etwas völlig Übliches. Sie haben sich dieser Form der Beratungsleistungen auch bedient, beispielsweise bei der Veräußerung der Telekom-Austria-Anteile an Telecom Italia. Sie wissen, dass damals für die Beratungsleistungen der zuständige Berater 200 000 S Monatsgage erhalten hat, plus zusätzlich 5 Millionen Schilling in Form einer Abschlussprovision, wobei es sich damals um den Kabinettschef von Bundeskanzler Franz Vranitzky, Herrn Karl Krammer, gehandelt hat. (Abg. Dr. Fekter: Schau! Schau! – Abg. Scheibner: Hört! Hört!) Das war damals für Sie kein Grund, Kritik anzubringen, sondern das war durchaus in Ordnung. Wir sehen das anders, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber da hättet ihr euch auch aufgeregt! Da wäre was los gewesen!
Oder: Zwei Uni-Professoren haben 179 040 € bekommen. Oder: Die Lehman Brothers haben 10,2 Millionen € bekommen, um eine Schätzung abzugeben – und das ist ja das Beste! –: Die BUWOG hätte einen Wert von 600 Millionen bis 1,2 Milliarden €, hieß es. Diese Bandbreite hätte Kollege Neudeck wahrscheinlich auch aus dem Ärmel schütteln können. (Abg. Scheibner: Aber da hättet ihr euch auch aufgeregt! Da wäre was los gewesen!) Da hätten wir keine Lehman Brothers gebraucht, um einen solchen Wert festzustellen. Sich von einer solchen Firma eine Schätzung in dieser Bandbreite machen zu lassen, ist ja lächerlich!
Abg. Scheibner: Nein, da ändert sich nichts! Das wissen Sie auch genau, dass sich bei denen nichts ändert!
Wenn man Erträge macht, muss diese Erträge jemand bezahlen. Kollege Scheibner! Was glauben Sie, wer die Erträge bezahlen wird? Der Herr Finanzminister, der da hinter mir feinsinnig auf der Regierungsbank sitzt? Oder werden die Mieter die Erträge bezahlen müssen? Wissen Sie, wer sie bezahlen muss? – Die Mieter! (Abg. Scheibner: Nein, da ändert sich nichts! Das wissen Sie auch genau, dass sich bei denen nichts ändert!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: Das ist Panikmache! – Abg. Großruck: Geisterbahn wird gefahren mit den Leuten!
Jetzt sage ich Ihnen, welche Mieter zum Großteil in BUWOG-Wohnungen wohnen. Dort wohnen zum Beispiel Polizisten. Kennen Sie die Höhe der Einkommen von Polizisten? Wissen Sie, was es bedeutet, wenn diese Familien haben, für die Sie sich so einsetzen, und dann die Mietpreise bei Neuvermietung laut Ihrem Papier in die Höhe schnalzen? (Abg. Dr. Fekter: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: Das ist Panikmache! – Abg. Großruck: Geisterbahn wird gefahren mit den Leuten!)
Abg. Scheibner: Jetzt hören Sie schon einmal auf mit den „kleinen“ Polizisten! Die haben soziale Mieten, und das bleibt auch so!
Ich frage jetzt: Gibt es wirklich keine Sonderdividende – oder war das nur ein Irrtum? Man hört nämlich anderes. Man hört zum Beispiel, im Jahr 2002 hat die BUWOG sehr wohl eine Sonderdividende in der Größenordnung von rund 100 Millionen € ausschütten müssen. Ja, wer bezahlt denn diese 100 Millionen? – Die 60 000 Familien, die da drinnen wohnen, bezahlen das, Kollege Scheibner! Die „kleinen“ Polizisten, die Krankenschwestern (Abg. Scheibner: Jetzt hören Sie schon einmal auf mit den „kleinen“ Polizisten! Die haben soziale Mieten, und das bleibt auch so!), jene, die wir aus dem ländlichen Raum holen, damit sie in Wien arbeiten, die wenig verdienen, denen Sie jetzt noch jede Menge auferlegt haben, denen Sie die Energiepreise in die Höhe schrauben, denen Sie Belastungen auferlegen, denen Sie die Steuern erhöhen! (Beifall bei der SPÖ.) Die bezahlen das, Kollege Scheibner! Diese 60 000 Familien zahlen dem feinsinnigen Herrn hinter mir 100 Millionen €!
Abg. Scheibner: Tun Sie sich ein bisschen mäßigen in der Wortwahl!
Das, meine Damen und Herren, ist ein Spiel, das man durchschaut. Das ist ein Spiel, das meines Erachtens zu Lasten von kleinen Einkommensbeziehern geht, und ein solches Spiel ist eigentlich eine Schande für eine Regierung! Und wir haben hier einen Finanzminister, der bei dieser Schande locker mitmacht (Abg. Scheibner: Tun Sie sich ein bisschen mäßigen in der Wortwahl!), der bei dieser Schande dabei ist, der all jene
Abg. Scheibner: Er kennt ja Sie auch bestens! Das ist ja nichts Schlechtes, wenn man wen kennt!
persönlich bestens kennt, die in diesem Spiel mitspielen. (Abg. Scheibner: Er kennt ja Sie auch bestens! Das ist ja nichts Schlechtes, wenn man wen kennt!)
Lebhafter Widerspruch und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Unruhe im Saal. – Abg. Scheibner: Ordnungsruf!
Sie, Herr Bundesminister Grasser, haben das Parlament belogen – und dafür werden Sie zur Rechenschaft gezogen werden! (Lebhafter Widerspruch und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Unruhe im Saal. – Abg. Scheibner: Ordnungsruf!) Sie haben diesen Termin verschwiegen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ sowie anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Gut ist er!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ihr so genannter Dringlicher Antrag, Herr Kollege Grillitsch und Herr Kollege Scheuch, ist eigentlich sehr signifikant. (Abg. Scheibner: Gut ist er!) Das muss man sagen, wenn man sich die Reihenfolge der Forderungen in Ihrem Dringlichen Antrag vor Augen führt und das dann auf der Zunge zergehen lässt.
Abg. Scheibner: Was haben Sie für ein Bild von Abgeordneten! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und Freiheitlichen.
Ich fürchte – ich fürchte! –, es wird diszipliniert: Jeder, der sich nicht daran hält, wird nachher ein Klubverfahren bekommen – entweder in Wien oder in Klagenfurt, das weiß man nicht so genau bei der FPÖ, wo der klubinterne Gerichtsstandort ist. Verfahren wird es aber jedenfalls geben. (Abg. Scheibner: Was haben Sie für ein Bild von Abgeordneten! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und Freiheitlichen.) – Ja, mutig können Sie bei den Zwischenrufen sein – seien Sie mutig bei der Abstimmung! Seien Sie mutig bei der Abstimmung! Denn es ist gerechtfertigt, dass hier dieser Misstrauensantrag gestellt wird. (Abg. Dr. Trinkl: Das sagen nur Sie!)
Abg. Scheibner: Steht das in der Geschäftsordnung?
Präsident Dr. Andreas Khol (das Glockenzeichen gebend): Ich würde bitten, dem Redner zuzuhören! (Abg. Scheibner: Steht das in der Geschäftsordnung?)
Abg. Murauer – in Richtung des Abg. Schopf –: Walter, bleib seriös! – Abg. Scheibner: Das war jetzt ein „toller“ Vergleich! Das Parlament „tobt vor Begeisterung“ über diese „rhetorische Glanzleistung“! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich hätte mir gewünscht, dass Sie dieses Regierungsargument auch bei den Abfangjägern angewendet hätten! Null Abfangjäger verursachen nämlich geringere bis keine Verwaltungskosten im Vergleich zu 18 Abfangjägern! Doch bei den Abfangjägern haben Sie sich für die teuerste Variante entschieden. (Abg. Murauer – in Richtung des Abg. Schopf –: Walter, bleib seriös! – Abg. Scheibner: Das war jetzt ein „toller“ Vergleich! Das Parlament „tobt vor Begeisterung“ über diese „rhetorische Glanzleistung“! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir haben bei der letzten Abstimmung ein Beispiel dafür erlebt, wie es nicht funktionieren soll. Meine sehr geschätzten Damen und Herren von den Regierungsparteien, so geht man mit einer Opposition nicht um, das ist undemokratisch, das ist unfair, das gehört sich einfach nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!)
Scheibner: Ihre Belehrungen können Sie sich sparen, die können Sie sich sparen!
Zwei Minuten vor der Abstimmung einen Abänderungsantrag einzubringen, bei dem wir nicht mehr mitgehen konnten, ist wirklich undemokratisch! Es gibt ein sehr gängiges Sprichwort, das da heißt: „Bei meiner Ehr’!“ – Liebe Freunde: Mit Ehr’ hat diese Vorgangsweise aber schon überhaupt nichts zu tun (Scheibner: Ihre Belehrungen können Sie sich sparen, die können Sie sich sparen!), und es ist wirklich schade. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 28
Abg. Scheibner: Frage!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Ich komme zur Frage, Herr Präsident. Er hat dort behauptet, dass er keine Firmenkontakte hat. (Abg. Scheibner: Frage!)
Abg. Dr. Fischer: Das wissen Sie nicht? – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen. – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Dr. Fischer, auf die SPÖ weisend –: Vielleicht haben Sie es vergessen, Herr Präsident! Das kann ich verstehen! – Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Scheibner –: Fragen Sie den Bundeskanzler, wie spät es ist! – Abg. Scheibner: Das habt ihr auch schon vergessen?!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Bundeskanzler! In der Erstanfrage der SPÖ war von vorzeitiger Unterzeichnung die Rede. Ich frage Sie: Wie lange ist, nach Ihrem Wissen, diese Abfangjägerbeschaffung bereits geplant (ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger), und unter welchen Bundesregierungen war sie bereits geplant? (Abg. Dr. Fischer: Das wissen Sie nicht? – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen. – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des Abg. Dr. Fischer, auf die SPÖ weisend –: Vielleicht haben Sie es vergessen, Herr Präsident! Das kann ich verstehen! – Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Scheibner –: Fragen Sie den Bundeskanzler, wie spät es ist! – Abg. Scheibner: Das habt ihr auch schon vergessen?!)
Abg. Scheibner: Das wird man doch nicht nochmals machen!
Ich habe gerade erzählt: Fünf Jahre ist es her, dass Bundeskanzler Viktor Klima die gesamte Beschaffung verschoben hat. (Abg. Scheibner: Das wird man doch nicht nochmals machen!) Also bitte, ein Überfall mit fünf Jahren Anlaufzeit ist nicht wirklich ein überraschender Überfall. Das wissen Sie ganz genau, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nicht immer!
Meine Damen und Herren! Die Österreichische Volkspartei war, ist und bleibt eine Europapartei aus voller Überzeugung. (Abg. Scheibner: Nicht immer!) Ich erinnere daran, dass es der Eintritt der Österreichischen Volkspartei in die Bundesregierung im Jahre 1987 gewesen ist, der diese Beitrittsstrategie Österreichs zur Europäischen Union mit neuem Leben erfüllt hat! Und der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union ist untrennbar mit der Österreichischen Volkspartei und vor allem auch mit Dr. Alois Mock verbunden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist aber keine Rechtfertigung!
Ich habe auch Herrn Klubobmann Scheibner sorgfältig zugehört, wie und in welcher Form er über die Beneš-Dekrete gesprochen hat. Ich glaube, in diesem Ton kann man tatsächlich über diese Frage reden. Es steht außer Frage, dass im Zuge der Vertreibungen schwerstwiegende Menschenrechtsverletzungen passiert sind. Ich würde mich aber freuen, wenn dann gerade von österreichischer Seite her im gleichen Atemzug immer dazugefügt werden würde, dass die Vertreibungen nach 1945 natürlich nicht zufällig passiert sind, sondern nur verständlich sind vor dem Hintergrund der Besetzung der Tschechoslowakei durch die Nazis (Abg. Scheibner: Das ist aber keine Rechtfertigung!) und dessen, was die Nazis in der Tschechoslowakei angerichtet haben.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das ist nicht Europapolitik! Damit nützen Sie unserem Land nicht, damit schaden Sie unserem Land enorm. Diese Politik lehnen wir ab, das muss Ihnen einmal ganz klar gesagt werden! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn man meint, Österreich habe zu wenig gemacht, dann muss ich sagen, man möge sich in dieser Stunde schon daran erinnern, dass der „Melker Prozess“ für Europa etwas ganz Bedeutendes, etwas ganz Wichtiges war. Es waren unsere politischen Kräfte, die da verhandelt haben und nicht nur eine Kontrolle bezüglich AKWs, sondern auch die Einklagbarkeit von Verfehlungen durchsetzen konnten. Sie hatten darüber hinaus die Vision, dass es ein atomfreies Europa geben soll. Das wird zwar in der nächsten Zeit nicht erfüllbar sein, aber wir haben zumindest einmal ein klares Ziel definiert. Das ist, so glaube ich, wahrlich eine Europa-Politik, die herzeigbar ist, für die man sich nicht zu genieren braucht und die auch nicht kritisiert werden muss. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. )
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung der Grünen –: Das ist peinlich!
32 Grüne und somit auch Ihr Kollege Voggenhuber und Ihre Kollegin Echerer haben gegen diesen Abänderungsantrag gestimmt. Damit haben sie verhindert, dass wir eine bessere Verhandlungsposition für Österreich gehabt hätten, denn allein diese Stimmen hätten ausgereicht, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. (Abg. Dr. Lichtenberger: Das ist nicht wahr, Frau Kollegin!) Sie brauchen sich keine Sorgen um die Freiheitlichen zu machen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung der Grünen –: Das ist peinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Alles, was bedingungslos ist, ist nicht wirklich gescheit!
an diesem Tag. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Alles, was bedingungslos ist, ist nicht wirklich gescheit!)
Abg. Scheibner: Ein ganz ein Obergescheiter!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Kollege Scheibner, ich habe Ihnen ohnehin schon gesagt, ich habe immer öfter den Eindruck, dass die FPÖ nicht weiß, was sie tut. Aber das gilt in dem Fall nicht nur für die FPÖ, sondern auch für die ÖVP. (Abg. Scheibner: Ein ganz ein Obergescheiter!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Obergescheiter!
Am Freitag, den 4. Juli, war die Präsidiale. Kollege Scheibner war nicht dort. Das macht es aber auch nicht besser, wenn die linke Hand der FPÖ nicht weiß, was die rechte tut. (Abg. Scheibner: Das ist ein Obergescheiter!) Die ÖVP und die FPÖ lehnten dort in kleinkoalitionärer Eintracht die Behandlung des Antrags heute ab. Am Montag, den 7. Juli, gaben die beiden Klubobleute eine gemeinsame Pressekonferenz. Und was taten beide? – Sie kündigten beide an, dass heute dieser Antrag behandelt werden wird, den sie noch am Freitag abgelehnt haben. Das ist ein bisschen peinlich.
Abg. Scheibner: Das wird ja auch gemacht!
Aber das ist noch nicht alles! Die Pressekonferenz reichte nicht, sie machten auch noch eine Presseaussendung, in der sie beide noch einmal Folgendes ankündigten – ich kann das wörtlich zitieren –: „Wählen mit 18“, sagt Kollege Molterer. „Das Wahlalter wird auf 18 Jahre festgelegt“, sagt Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Das wird ja auch gemacht!) In dieser Woche, steht hier, in dieser Woche!
Abg. Jakob Auer: Das geht sich nicht aus! – Abg. Scheibner: Geht nicht! Er kennt sich schon wieder nicht aus!
Ich hoffe, dass es nichts damit zu tun hat, dass Sie wenige Tage vor der Wahl noch einmal zeigen wollen, was für ein „großartiges“ Herz für junge Leute Sie haben. Wenn Sie nämlich wirklich eines hätten, dann hätten wir diesen Antrag schon vor Wochen beschließen können und hätten auch den Landtagen genügend Zeit gegeben, ihre Landtagswahlordnungen festzulegen und auch jenen jungen Leuten in Oberösterreich und Tirol, die zwischen ... (Abg. Jakob Auer: Das geht sich nicht aus! – Abg. Scheibner: Geht nicht! Er kennt sich schon wieder nicht aus!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zum gegenständlichen Antrag. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Viel Spaß!
Abg. Scheibner: Es gibt ja auch Schulen! – Ruf bei der ÖVP: Da gibt es andere öffentliche Gebäude!
Das heißt, dort muss man viel Geld in die Hand nehmen, um Wahllokale anzumieten, was eine kleine Gemeinde nicht machen muss. (Abg. Hornek: Das glaube ich nicht!) Bisher war es so, dass diese ihre höheren Kosten geltend machen konnten. (Abg. Scheibner: Es gibt ja auch Schulen! – Ruf bei der ÖVP: Da gibt es andere öffentliche Gebäude!) – Ja, in Klagenfurt gibt es zu wenige öffentliche Gebäude, zu wenige Schulen. (Ruf bei der ÖVP: Dort gibt es weniger Schulen als in anderen Städten? Das glauben Sie wohl selber nicht!) Bitte, fragen Sie Ihren Kollegen von der ÖVP, der ist dort Bürgermeister. Fragen Sie ihn einmal, wieso er Wirtshäuser als Wahllokale anmietet! Fragen Sie ihn, nicht mich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Hornek: Warum soll es gerade in Klagenfurt zu wenige Räume geben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Vorher informieren!
Deswegen, weil Sie hier Ungleiches gleich behandeln wollen, werden wir diesen Antrag auch ablehnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Vorher informieren!)
Abg. Scheibner: Das hat jetzt lange gedauert!
Es war der Bundesminister Schmid, es war Frau Kollegin Forstinger, es war dann der nächste Kollege (Abg. Gahr: Es war Einem!) – es ist dann nicht Einem gekommen, sondern Reichhold. (Abg. Scheibner: Das hat jetzt lange gedauert!) Auch die Geschichte sollten Sie ein bisschen anschauen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gerade vorhin haben Sie gesagt, dass wir uns bemüht haben!
intensiven Bemühungen konsequent fortzusetzen“ kann man nicht zustimmen, weil sie sich eben drei Jahre lang nicht intensiv bemüht hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gerade vorhin haben Sie gesagt, dass wir uns bemüht haben!)
Abg. Scheibner: Es besteht aber schon noch ein Unterschied zwischen Regierung und Parlament!
Kollege Scheibner, wenn Sie jetzt, fünf Minuten vor zwölf oder schon zu spät, an sich selbst einen Dringlichen Antrag stellen, dann ist das ein bisschen billig! (Abg. Scheibner: Es besteht aber schon noch ein Unterschied zwischen Regierung und Parlament!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Wir arbeiten daran! – Abg. Scheibner: Dann müssen Sie ihn unterstützen, auch im Europaparlament!
der gesetzt. Ich denke, es ist an der Zeit, dass man sich nicht gegenseitig anklagt, sondern die österreichische Bevölkerung hat jetzt endlich einmal ein Recht darauf, dass es in diesem Bereich Erfolge und auch Lösungen gibt, Herr Bundesminister. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Wir arbeiten daran! – Abg. Scheibner: Dann müssen Sie ihn unterstützen, auch im Europaparlament!)
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Straßenbau zu tun, sondern mit der Raumplanung!
In Kärnten ist es genauso schlimm. In Kärnten ist die Belastung bereits mehrfach höher als im Wipptal und auf der Brenner Autobahn. Aber es ist nicht alles nur Transit. In diesem Zusammenhang muss man auch einmal sagen, dass sehr viel von unserer Verkehrsbelastung hausgemacht ist. Wir sind im OECD-Vergleich hinter Griechenland. Wir sind das Land mit dem zweithöchsten Verkehrswachstum. Das muss man sich vorstellen! Wir sind nach Luxemburg das Land mit der höchsten Autobahnkilometeranzahl pro Einwohner! Das ist schon auch ein Problem, das wir die letzten 30 Jahre lang aufgebaut haben. Wer dieses Gesetz „Wer Straßen baut, erntet Verkehr“ nicht verstanden hat und immer noch von den Straßen in den Osten anstatt von der Schiene in den Osten redet (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Straßenbau zu tun, sondern mit der Raumplanung!) und das nicht als zentrales Zukunftsprojekt begriffen hat, der hat nicht verstanden, dass wir jetzt im 21. Jahrhundert sind, wo Fortschritt nicht Kraftwerksbau und Straßenbau heißt, sondern moderne Verkehrsinfrastruktur. (Präsident Dr. Fischer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Wie bitte? Wozu mutiert?
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Meine Herren Präsidenten! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin, wenn Sie noch den Anspruch stellen wollen, Aufdecker zu sein, dann haben Sie morgen die Gelegenheit dazu, mitzutun, andernfalls Sie zu Zudeckern mutiert sind. (Abg. Scheibner: Wie bitte? Wozu mutiert?) Zu Zudeckern, nicht zu Aufdeckern. Klar! (Beifall bei der SPÖ.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Scheibner: Na geh, wie geht das?
Von wegen Edlinger/Grasser: Sie wissen, dass Finanzminister Edlinger die Staatsverschuldung massiv eingedämmt hat (ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Abg. Scheibner: Na geh, wie geht das?) und dass Finanzminister Grasser die höchsten Schulden angehäuft hat: 170 Milliarden in drei Jahren zusätzlich.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wer sehr viel leistet in Richtung positives Beispiel, ist eigentlich das Bundesministerium für Landesverteidigung. Es hat viele Anregungen gegeben, und diese sind auch entsprechend umgesetzt worden. Vielleicht könnte man es auch so sagen: Ein positiver Bericht ist Ansporn für weiterhin positive Arbeit. So sind auch Anregungen aus dem Jahr 2000 umgesetzt worden, bei denen es um die IT-unterstützte Materialverwaltung gegangen ist. Sehr viele Anregungen im Umweltbereich sind umgesetzt worden, und durch Maßnahmen zur Senkung des Aufwandes für Personal und gesetzliche Verpflichtungen sind im Zeitraum vom Jahr 1998 bis zum Jahr 2001 insgesamt kumulierte Einsparungen von rund 305 Millionen € erzielt worden. Ich glaube, das ist durchaus etwas, was sich sehen lassen kann. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das geht ja nicht!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Mit dem vorliegenden Bericht kritisiert der Rechnungshof, dass der Herr Verteidigungsminister seit Jahren die Empfehlung des Rechnungshofes, die Vorbelastungen für künftige Finanzjahre zu berücksichtigen, nicht beachtet. (Abg. Scheibner: Das geht ja nicht!) Nicht nur, dass der Herr Verteidigungsminister diesem Übelstand nicht abhilft – auch Ihr Nachfolger nicht, Herr Kollege! (Abg. Scheibner: Das geht nicht!) –, sondern er setzt dem Ganzen noch dadurch die Krone auf, dass er ohne jede gesetzliche Grundlage die größte Belastung für das österreichische Budget seit Bestehen der Zweiten Republik vornimmt und einen Kampfjet-Kaufvertrag unterschreibt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das geht nicht!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Mit dem vorliegenden Bericht kritisiert der Rechnungshof, dass der Herr Verteidigungsminister seit Jahren die Empfehlung des Rechnungshofes, die Vorbelastungen für künftige Finanzjahre zu berücksichtigen, nicht beachtet. (Abg. Scheibner: Das geht ja nicht!) Nicht nur, dass der Herr Verteidigungsminister diesem Übelstand nicht abhilft – auch Ihr Nachfolger nicht, Herr Kollege! (Abg. Scheibner: Das geht nicht!) –, sondern er setzt dem Ganzen noch dadurch die Krone auf, dass er ohne jede gesetzliche Grundlage die größte Belastung für das österreichische Budget seit Bestehen der Zweiten Republik vornimmt und einen Kampfjet-Kaufvertrag unterschreibt! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: ... Landesverteidigungsrat!
Noch etwas sage ich Ihnen, Herr Kollege: Auch Ihr Finanzminister Grasser wird sich dieser Ministeranklage unterwerfen müssen, denn die Interpretation der Steuergesetze, wie er – als oberster Säckelwart! – sie vornimmt, ist mehr als ein Skandal, es ist eine Beugung der Gesetze! Das ist heute bereits von Professor Doralt in eindrucksvoller Weise dargestellt worden. (Abg. Scheibner: ... Landesverteidigungsrat!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist das eine Drohung? Oder was ist das?
Ich sage Ihnen jetzt schon, auch wenn Sie jetzt noch lachen: Die Mehrheitsverhältnisse werden sich ändern, und dieses Haus wird mit der erforderlichen Mehrheit diese beiden Ministeranklagen verabschieden! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist das eine Drohung? Oder was ist das?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Mit wem reden Sie da jetzt?
Sehr geehrte Damen und Herren! Zeigen Sie mir eine Institution, bei der eine derartige Konstruktion funktioniert. Diese Erkenntnis hätten Sie auch ohne üppige Berateraufträge haben können. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Mit wem reden Sie da jetzt?)
Abg. Scheibner: Wir müssen uns auch einiges gefallen lassen!
Aber gemäß der Philosophie dieser Regierung musste eine Kostenverlagerung weg vom Bund erfolgen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diesen Unsinn geschrieben?) Als gewohntes Mittel dafür wurde eine Ausgliederung in die Insolvenz-Ausfallsgeldfonds Service GesmbH gewählt. Dieser Fonds finanziert sich aus Arbeitgeberbeiträgen. Der Entlastung des Bundes entsprechend trat aber eine finanzielle Mehrbelastung dieses Fonds ein. Der Personalstand im Bereich der Insolvenz-Entgeltsicherung hatte sich ein Jahr nach der Ausgliederung um mehr als 10 Prozent erhöht. Warum haben die Arbeitgeber sich das gefallen lassen?, werden Sie sich fragen. (Abg. Scheibner: Wir müssen uns auch einiges gefallen lassen!) Nun, den Arbeitgebern wurde die Zustimmung mit der Senkung des Beitrags zum Insolvenzfonds erleichtert. Dieses Beispiel zeigt, dass der Regierung nur eines wichtig ist: der Schein der Effizienz. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum müssen wir uns das antun?)
Abg. Scheibner: Das geht ja nicht!
Es ist zum Beispiel leider auch die viel beschworene Kohärenz nicht gelungen. Ich denke, sie ist nicht einmal so weit gelungen, dass man sichergestellt hätte, dass die ADA – also die Agentur, die da entsteht – wenigstens so etwas wie ein Regenschirm ist, unter dem alle Belange der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit vereint werden können. (Abg. Scheibner: Das geht ja nicht!)
Abg. Scheibner: Na eben!
Die SPÖ – es ist mir wichtig, das zu betonen – ist nicht gegen eine Agentur an sich. (Abg. Scheibner: Na eben!) Es gibt sehr viele internationale Beispiele, die zeigen, dass es sehr wohl Sinn macht, die EZA auszulagern, aber es gibt auch sehr viele Beispiele, die zeigen, dass es durchaus nicht Sinn macht. (Abg. Amon: Wir wollen uns ja an denen orientieren, wo es Sinn macht! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Amon –: Bist du dir sicher, Werner?) Ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass wir mit unserem Vorgehen den Weg gewählt haben, der eher nicht so gut funktionieren wird. Was da passiert, ist einfach ein Herauslösen, ein Herausreißen der Entwicklungszusammenarbeit aus der politischen Verantwortung, und ich persönlich befürchte ein Mehr an Bürokratie, ein Mehr an Kosten, ein Mehr an schwarz-blauem Postenschacher (Abg. Scheibner: Also bitte! Ein bisschen mehr Zurückhaltung bei diesem Thema!) und ein Weniger an Transparenz und demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten. (Beifall bei der SPÖ.) – Wer schreit, hat Unrecht.
Abg. Scheibner: Also bitte! Ein bisschen mehr Zurückhaltung bei diesem Thema!
Die SPÖ – es ist mir wichtig, das zu betonen – ist nicht gegen eine Agentur an sich. (Abg. Scheibner: Na eben!) Es gibt sehr viele internationale Beispiele, die zeigen, dass es sehr wohl Sinn macht, die EZA auszulagern, aber es gibt auch sehr viele Beispiele, die zeigen, dass es durchaus nicht Sinn macht. (Abg. Amon: Wir wollen uns ja an denen orientieren, wo es Sinn macht! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Amon –: Bist du dir sicher, Werner?) Ich habe ein bisschen die Befürchtung, dass wir mit unserem Vorgehen den Weg gewählt haben, der eher nicht so gut funktionieren wird. Was da passiert, ist einfach ein Herauslösen, ein Herausreißen der Entwicklungszusammenarbeit aus der politischen Verantwortung, und ich persönlich befürchte ein Mehr an Bürokratie, ein Mehr an Kosten, ein Mehr an schwarz-blauem Postenschacher (Abg. Scheibner: Also bitte! Ein bisschen mehr Zurückhaltung bei diesem Thema!) und ein Weniger an Transparenz und demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten. (Beifall bei der SPÖ.) – Wer schreit, hat Unrecht.
Abg. Scheibner: „Verschoben“?
Das ist zum einen die massive Einschränkung der parlamentarischen Mitbestimmung und Kontrolle. Es wird in Zukunft sehr viel Steuergeld hinter verschlossenen Türen verschoben, und es gibt keine Kontrolle mehr darüber. (Abg. Scheibner: „Verschoben“?)
Abg. Scheibner: Na also!
Ich stelle richtig, dass die Genannten zwar gesagt haben, dass sie damit zufrieden sind (Abg. Scheibner: Na also!), dass einige Punkte gegenüber dem Erstentwurf verbessert wurden (Abg. Scheibner: Das ist keine Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung!), dass sie aber sehr wohl einige Punkte massiv kritisiert haben, und zwar die mangelnde Kohärenz, den nicht vorliegenden Finanzplan für die weitere Erhöhung und noch einige andere Punkte mehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Tatsächliche Bestätigung!)
Abg. Scheibner: Das ist keine Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung!
Ich stelle richtig, dass die Genannten zwar gesagt haben, dass sie damit zufrieden sind (Abg. Scheibner: Na also!), dass einige Punkte gegenüber dem Erstentwurf verbessert wurden (Abg. Scheibner: Das ist keine Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung!), dass sie aber sehr wohl einige Punkte massiv kritisiert haben, und zwar die mangelnde Kohärenz, den nicht vorliegenden Finanzplan für die weitere Erhöhung und noch einige andere Punkte mehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Tatsächliche Bestätigung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Tatsächliche Bestätigung!
Ich stelle richtig, dass die Genannten zwar gesagt haben, dass sie damit zufrieden sind (Abg. Scheibner: Na also!), dass einige Punkte gegenüber dem Erstentwurf verbessert wurden (Abg. Scheibner: Das ist keine Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung!), dass sie aber sehr wohl einige Punkte massiv kritisiert haben, und zwar die mangelnde Kohärenz, den nicht vorliegenden Finanzplan für die weitere Erhöhung und noch einige andere Punkte mehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Tatsächliche Bestätigung!)
Abg. Scheibner: Tun Sie jetzt schon weiter mit Ihrer Rede!
Wie bitte, Herr Kollege Großruck? Können Sie das noch einmal sagen, vielleicht auch in Richtung des Präsidenten, damit er es auch hört? (Abg. Großruck: Sie erzählen unter dem Titel der Immunität sehr viel!) – Das war vorher etwas anderes, aber Sie sind offenbar nicht mutig genug, den ersten Zwischenruf noch einmal zu wiederholen. (Abg. Scheibner: Tun Sie jetzt schon weiter mit Ihrer Rede!)
Abg. Scheibner: Denken Sie an die Zeit vor vier Jahren! Da war das so! Bis zum Jahr 2000 war das so, wie Sie es berichten!
Wenn Sie sich jetzt fragen, warum dem so ist, dann sage ich Ihnen, das ist deshalb so, weil die Kollegen und Kolleginnen nicht die richtige Couleur haben, weil sie sich entweder zu keiner Partei oder vielleicht zu einer der Oppositionsparteien bekennen. (Abg. Scheibner: Denken Sie an die Zeit vor vier Jahren! Da war das so! Bis zum Jahr 2000 war das so, wie Sie es berichten!) Das ist aber nur ein Teilaspekt der un-
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie reden von der Bundesebene!
Das übliche Procedere – und das wissen Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien – sieht ein Bewerbungsverfahren vor. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In Kärnten gibt es überhaupt keine Oppositionsparteien! Das ist unrichtig! Das ist fast schon ein Schwachsinn!) Das ist in Kärnten nicht so, dort gibt es kein Bewerbungsverfahren, kein Hearing und keine Objektivierung – anders als in allen anderen Bundesländern. Sie können sich beim Landeshauptmann erkundigen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie reden von der Bundesebene!)
Sitzung Nr. 29
Abg. Scheibner: Na eben!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Klubobmann Scheibner! Die FPÖ als Oppositionspartei hat zweifellos ihre Verdienste gehabt. (Abg. Scheibner: Na eben!) Mein Gott, wenn damals nur ein Fünftel, ja ein Zehntel der Dinge vorgelegen wäre, die jetzt gegen Finanzminister Grasser vorliegen, was hätte die FPÖ da für ein Donnerwetter gemacht! (Abg. Großruck: Es liegt ja gar nichts vor! – Abg. Scheibner: Wir hätten gesagt: Das müssen wir aufklären!) – Jetzt aber, wo der Finanzminister zum zentralen Problem der österreichischen Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik geworden ist (Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein, Herr Professor!), da machen Sie ihm die Mauer! – Das ist ein Teil des Problems der FPÖ, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fischer: „VPÖ“! „Vertuscher-Partei Österreichs“!)
Abg. Großruck: Es liegt ja gar nichts vor! – Abg. Scheibner: Wir hätten gesagt: Das müssen wir aufklären!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Klubobmann Scheibner! Die FPÖ als Oppositionspartei hat zweifellos ihre Verdienste gehabt. (Abg. Scheibner: Na eben!) Mein Gott, wenn damals nur ein Fünftel, ja ein Zehntel der Dinge vorgelegen wäre, die jetzt gegen Finanzminister Grasser vorliegen, was hätte die FPÖ da für ein Donnerwetter gemacht! (Abg. Großruck: Es liegt ja gar nichts vor! – Abg. Scheibner: Wir hätten gesagt: Das müssen wir aufklären!) – Jetzt aber, wo der Finanzminister zum zentralen Problem der österreichischen Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik geworden ist (Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein, Herr Professor!), da machen Sie ihm die Mauer! – Das ist ein Teil des Problems der FPÖ, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fischer: „VPÖ“! „Vertuscher-Partei Österreichs“!)
Abg. Mag. Mainoni: In der Geschäftsordnung gibt es keine Notsituation! – Abg. Scheibner: Jederzeit! Jederzeit!
Ganz allgemein, meine Damen und Herren: Der § 19 der Geschäftsordnung des Parlaments sieht zweifelsfrei – das ist völlig unbestritten – das Recht eines Ministers vor, im Prinzip jederzeit eine so genannte Erklärung abzugeben. Von diesem Recht muss aber mit Maß und Ziel Gebrauch gemacht werden, Herr Kollege Molterer. Es ist sicherlich richtig, dieses Recht für außergewöhnliche Situationen, für Notsituationen zu haben, so wie es in der Vergangenheit auch meistens gehandhabt wurde. (Abg. Mag. Mainoni: In der Geschäftsordnung gibt es keine Notsituation! – Abg. Scheibner: Jederzeit! Jederzeit!) Aber die heutige Vorgangsweise darf meines Erachtens nicht Schule machen, und ich darf Ihnen auch kurz begründen, warum:
Abg. Scheibner: Wir diskutieren schon seit Wochen über Grasser!
Abgeordneten der SPÖ.) Nur, Herr Kollege Molterer von der ÖVP: Es ist keine zwei Tage her, dass wir hier in einer Aktuellen Stunde, auf Wunsch der ÖVP, zu Recht die wirtschaftliche Lage und allfällige Wachstumsstrategien diskutiert haben. – Einen Tag später fällt Ihnen offenbar ein: Na ja, das war vielleicht doch nicht ausreichend. Machen wir noch eine Erklärung dazu! (Abg. Scheibner: Wir diskutieren schon seit Wochen über Grasser!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na geh!
Worum es Ihnen in Wirklichkeit geht, ist etwas ganz anderes und etwas ganz Durchsichtiges, nämlich einen Vorhang, eine Nebelwand vor die Probleme des Finanzministers zu stellen – eines Finanzministers, der, gerade bei dieser Debatte, wenn es um wirtschaftliche Fragen geht, wenn es um die wirtschaftliche Situation des Landes geht, natürlich hier anwesend sein sollte, weil er ein Teil des Problems ist und nicht der Lösung für die wirtschaftlichen Probleme des Landes! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na geh!)
Abg. Scheibner: Wir wissen ja auch vorher nicht, worüber Sie sprechen, Herr Kollege!
Und nur er, der Minister, weiß genau, worüber er sprechen wird. Wir hingegen dürfen uns diese mündliche Erklärung anhören (Abg. Scheibner: Wir wissen ja auch vorher nicht, worüber Sie sprechen, Herr Kollege!) und können nicht darauf vorbereitet sein – im Gegensatz zu Ihnen von den Regierungsparteien. – Das ist kein parlamentarisches Procedere!
Ruf bei der SPÖ: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Soziale Spenden!
elegante Weise das Erwerbsverbot umgangen hat, es geht zweitens nicht nur darum, ob Grasser hier schon wieder im Verdacht der Steuerhinterziehung steht, sondern ich frage Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Finden Sie es in Ordnung, dass ein Minister, zu dessen Amtsbereich, zu dessen Kompetenzbereich die Bankenaufsicht, die Beaufsichtigung der Banken zählt, sich von diesen etwas bezahlen lässt (Ruf bei der SPÖ: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Soziale Spenden!) – sei es für ihn persönlich, sei es für eine Hilfsorganisation, sei es für mich oder Herrn Scheibner, was natürlich nicht der Fall ist? (Abg. Scheibner: Für mich nicht!)
Abg. Scheibner: Für mich nicht!
elegante Weise das Erwerbsverbot umgangen hat, es geht zweitens nicht nur darum, ob Grasser hier schon wieder im Verdacht der Steuerhinterziehung steht, sondern ich frage Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien: Finden Sie es in Ordnung, dass ein Minister, zu dessen Amtsbereich, zu dessen Kompetenzbereich die Bankenaufsicht, die Beaufsichtigung der Banken zählt, sich von diesen etwas bezahlen lässt (Ruf bei der SPÖ: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Soziale Spenden!) – sei es für ihn persönlich, sei es für eine Hilfsorganisation, sei es für mich oder Herrn Scheibner, was natürlich nicht der Fall ist? (Abg. Scheibner: Für mich nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Er sagt erstens: Es ist ein Wunder, dass die ÖVP gewonnen hat, denn sie hatte den unpopuläreren Spitzenkandidaten. – Ihre Worte, wie auch schon oft in den Medien zu lesen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist immer so, dass man vorher nicht weiß, was erklärt wird!
Herr Präsident! Ich habe mit Interesse gelesen, dass Sie auch sagen, dass Sie mit Unbehagen die Politik der Bundesregierung sehen: eine Politik mit überfallsartig angekündigten Erklärungen hier im Hohen Haus, von denen sich zumindest die Opposition erst im Nachhinein ein Bild machen kann (Abg. Scheibner: Das ist immer so, dass man vorher nicht weiß, was erklärt wird!), eine Politik, die darin besteht, sich immer wieder gegenüber den Abgeordneten dieses Hauses einen Vorteil zu verschaffen, auch in der Präsentation der Regierungsarbeit in der Öffentlichkeit.
Abg. Mag. Molterer: Es hat noch gar nicht angefangen! Er hat noch nicht einmal angefangen! – Abg. Scheibner: Wieso wissen Sie schon, dass das falsch ist?
Derzeit ist das nicht gegeben: Es erfolgen überfallsartige Erklärungen, falsche Erklärungen von der Regierungsbank (Abg. Mag. Molterer: Es hat noch gar nicht angefangen! Er hat noch nicht einmal angefangen! – Abg. Scheibner: Wieso wissen Sie schon, dass das falsch ist?) – ich erinnere Sie an die merkwürdige 30-prozentige Zunahme des Wissenschaftsbudgets und ähnliche Dinge –, die dann mühsam korrigiert werden müssen. (Ruf: „Modern Times“ ...!)
Abg. Scheibner: ..., bevor Sie da so umeinanderreden!
Das heißt mittlerweile nicht mehr „Modern Times“, sondern „Aha“ und ist eine Sendung in ATV (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), und ich danke Ihnen für diese Gratiswerbung! Ich habe gar nicht gewusst, dass im Parlament Unterbrecherwerbung üblich ist, aber danke! (Abg. Scheibner: ..., bevor Sie da so umeinanderreden!) Wenn Sie vielleicht das nächste Mal noch so ein Plakat mitnehmen! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Noch dazu wird das im ORF übertragen. Das kann man ja nicht einmal kaufen: ATV-plus-Werbung im ORF!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ah! Um das geht es! Um das geht es!
Abschließend: Ich würde mir wünschen, dass die Verantwortlichen im ORF auch sehen, dass es heute Nachmittag um 15 Uhr eine Dringliche Anfrage gibt, bei der Herr Finanzminister Grasser dann vielleicht das beantwortet, was Sie ihn gar nicht mehr beantworten lassen wollen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ah! Um das geht es! Um das geht es!)
Abg. Mag. Posch – nach vorne kommend –: Aber zum Churchill fehlt Ihnen noch einiges! Auch an Statur! – Abg. Scheibner: Zwischenrufe vom Platz aus! – Abg. Mag. Mainoni: Kein Benehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Es war Sir Winston Churchill, der einmal sagte, wer die bessere Einsicht hat, darf sich nicht scheuen, unpopulär zu werden. (Abg. Mag. Posch: Da fehlt Ihnen noch einiges!) – Ich glaube, die Sicherung des Pensionssystems war so etwas. Sie schien unpopulär zu sein, aber das war so etwas: Wenn man die bessere Einsicht hat und sich die Zahlen und die Entwicklung anschaut, vor allem, was den Finanzierungsanteil des Bundes betrifft, also die so genannten Bundesmittel, dann ist völlig klar: Gäbe es keine Reform, dann wäre dieses Pensionssystem nicht mehr finanzierbar. Es ist völlig klar, wenn man sich die Zahlen anschaut, dass diese scheinbar unpopuläre Reform notwendig war, um den Generationenvertrag einzuhalten. (Abg. Mag. Posch – nach vorne kommend –: Aber zum Churchill fehlt Ihnen noch einiges! Auch an Statur! – Abg. Scheibner: Zwischenrufe vom Platz aus! – Abg. Mag. Mainoni: Kein Benehmen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag, das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Zweitens – ich zitiere die Statistik Austria –: Die Forschungsquote stagniert bei 1,96 Prozent. Und im Technologiebericht (Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag, das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – doch, natürlich! – der Bundesregierung steht sogar: Die österreichischen Leistungen in Forschung und Innovation sind höchst durchschnittlich, und um auf 2,5 Prozent des BIP zu kommen, wären jährlich
Abg. Scheibner: Sie haben ja gar nicht zugehört!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Herr Bundeskanzler, ich war sehr gespannt auf Ihre Erklärung und habe sehr aufmerksam zugehört. (Abg. Scheibner: Sie haben ja gar nicht zugehört!) Irgendwann während Ihrer Rede habe ich auf die Uhr geschaut und mir gedacht, da müsse doch noch irgendetwas Neues kommen. – Aber es kam absolut nichts!
Abg. Scheibner: Gute Dinge kann man nicht oft genug sagen!
Herr Bundeskanzler, Sie präsentieren uns Statistiken, die zehn Jahre alt sind! Sie sagen zuerst: Die Lage ist ernst, daher muss ich das zur Chefsache erklären und eine Erklärung abgeben. Dann sagen Sie, dass alles bestens ist, und erzählen uns Dinge, die wir seit Monaten wissen. Der Wirtschaftsbericht, der letzte Woche von Ihnen präsentiert wurde (die Rednerin zeigt ein Exemplar), ist aktueller als das, was Sie heute gesagt haben. (Abg. Scheibner: Gute Dinge kann man nicht oft genug sagen!)
Abg. Scheibner: Euro!
Geschätzte Damen und Herren! Ich will Ihnen auch nicht verheimlichen, wie die Zahlen im Bereich der Verstaatlichten tatsächlich ausschauen. Im Jahr 2000, als die Österreichische Volkspartei und die Freiheitlichen die Regierungsverantwortung für dieses Land übernommen haben, waren im Bereich der Verstaatlichten Schulden in Höhe von 6,3 Milliarden Schilling gegeben. (Rufe bei der ÖVP: Euro! Euro!) Wir haben ein Privatisierungsvolumen von 4,5 Milliarden Schilling abgewickelt. (Abg. Scheibner: Euro!)
Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Wahr ist vielmehr, dass der Herr Bundeskanzler keinen einzigen Vorschlag gebracht hat und dass ich vorgeschlagen habe, in dieser Legislaturperiode die Forschungs- und Entwicklungsquote auf skandinavisches Niveau anzuheben. (Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Scheibner: Das ist eine politische Wertung! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Wertung!
Weiters hat Herr Abgeordneter Hofmann behauptet, die SPÖ betreibe eine Politik der Verunsicherung. – Das ist falsch! (Abg. Scheibner: Das ist eine politische Wertung! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Dr. Fasslabend: Das ist eine Wertung!)
Abg. Scheibner: Waren Sie überhaupt da! – Heftiger Widerspruch bei der ÖVP
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Sehr geehrte Damen und Herren auch auf der Tribüne! Das Interesse an wirtschaftspolitischen Dingen ist sicherlich immer ein zentrales, und wir haben jetzt zwei Stunden über Wirtschaftspolitik, teilweise tiefgreifend von Seiten der Opposition, teilweise oberflächlich von Seiten der Regierung, diskutiert (Abg. Scheibner: Waren Sie überhaupt da! – Heftiger Widerspruch bei der ÖVP) – das war mein persönlicher Eindruck (Beifall bei den Grünen) –, und jetzt haben wir die Chance, beim Telekommunikationsgesetz über Rahmenbedingungen zu diskutieren, die der Staat setzt, die wir setzen, innerhalb welcher sich dann Wirtschaftspolitik abspielen kann.
Abg. Scheibner: Gelangweilt, weil es immer nur dasselbe ist!
Ich sehe bereits den leidvollen Blick des ehemaligen Verteidigungsministers Scheibner, der, wenn wir diesen Flugzeugtypus auch nur ansprechen, ein schmerzverzerrtes Gesicht kriegt (Abg. Scheibner: Gelangweilt, weil es immer nur dasselbe ist!) – und ich muss sagen: zu Recht! Es wäre interessant, würde er einmal auch uns etwas mehr darüber erzählen, wie sich all das abgespielt hat.
Abg. Scheibner: Das war der Draken, Herr Kollege!
Ich kann mich noch gut an die Sondierungsgespräche zwischen SPÖ und ÖVP erinnern. (Abg. Scheibner: Das war der Draken, Herr Kollege!) Immer dann, wenn wir uns bei den Abfangjägern, Kriegsflugzeugen, Eurofightern, angenähert haben, ist auf der ÖVP-Seite fast andächtige Stille entstanden. Und dann konnte man von dort immer nur ein Njet hören. Man konnte vorschlagen, was man wollte – im Prinzip haben wir ohnehin immer das Gleiche vorgeschlagen, nämlich dass das eine Geldvernichtung ist und dass Österreich das nicht benötigt, und gefragt, wieso gerade diese teuren Exemplare –, es war wirklich so: Sie wären eher untergegangen – wo auch immer, mit wem auch immer –, bevor Sie davon abgerückt wären!
Abg. Scheibner: Weil es eine klare Entscheidung gegeben hat!
Ich frage mich langsam – und vielleicht können das einzelne Landesparteiobmänner oder andere Potentaten in der ÖVP beantworten –: Was ist das Motiv dafür gewesen, dass an diesen Eurofightern so sehr festgehalten wurde? (Ruf bei der ÖVP: Verantwortung!) Was hat Sie so daran gebunden? (Abg. Scheibner: Weil es eine klare Entscheidung gegeben hat!) Was hat Sie so fasziniert? War es vielleicht die materielle Fixierung, die dazu geführt hat, dass Sie gesagt haben: Unbedingt nur dieser Flugzeugtypus, etwas anderes kommt gar nicht in Frage!? (Abg. Murauer: Wer hat das gesagt, Kollege Cap?)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Herr Präsident! Es ist zu laut! – Abg. Scheibner: Was soll denn das? Ist das Demokratie, dass man einen Minister nicht einmal reden lässt?
Meine Damen und Herren! Einer von etwa 40 Vorwürfen ist, der Cousin ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Steibl: Herr Präsident! Es ist zu laut! – Abg. Scheibner: Was soll denn das? Ist das Demokratie, dass man einen Minister nicht einmal reden lässt?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Prinz: Das ist ein Wahnsinn!
Ich sage Ihnen etwas: Wenn ein Beamter einseitig sagt, ich verzichte auf meine Pragmatisierung, hat das überhaupt keine Wirkung. Da kommt es auf die andere Seite an. Und wenn Sie hier sagen, Sie haben ein Schreiben an Herrn Siegfried Wolf gerichtet, dann kann ich dem nur entgegenhalten: Da können Sie eine Kopie Ihrer Tante schicken. Herr Minister! Wenn Sie nicht morgen eine notarielle unwiderrufliche Erklärung von Frank Stronach vorlegen können, dass für alle Zeiten von Magna und Töchtern keine Versorgung Ihrer Person stattfindet, dann haben Sie, Herr Minister, einmal mehr die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Prinz: Das ist ein Wahnsinn!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Da tun Sie sich schon schwer mit der Argumentation!
Meine Damen und Herren! Das wird nicht einmal mehr von Ihnen dementiert. Wenn so etwas nicht einmal mehr dementiert wird und ein Verteidigungsminister durch das Land zieht und von einer Pressekonferenz zur anderen erzählt – und ich bin schon sehr neugierig, ob Sie jetzt höhnisch applaudieren werden –, dass alles sauber, korrekt und transparent erfolgt wäre, Herr Minister, dann ist jedes Misstrauen in Ihre Person gerechtfertigt. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Da tun Sie sich schon schwer mit der Argumentation!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!
Leider, es ist nicht nur ein Skandal des Finanzministers, sondern es ist ein Skandal der Bundesregierung insgesamt und auch der Regierungsfraktionen. Das hat eine wahrlich traurige historische Dimension. Sie bringen Schande über unser Land, meine Damen und Herren von der ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Großruck: Wer hat denn die voest umgebracht? – Abg. Scheibner: Wie viel Tausende Arbeitsplätze habt ihr denn dort vernichtet?
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Ministerbank! Hohes Haus! Ich möchte vorweg eine Abordnung von voest-lerinnen und voest-lern hier in diesem Haus begrüßen (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen), die heute zu uns gekommen sind, weil keine zwei Autostunden von diesem Haus entfernt 22 000 Menschen mit ihren Familien direkt und 300 000 Menschen indirekt um ihre Zukunft betrogen werden, und zwar durch einen Ministerratsbeschluss, der den hundertprozentigen Verkauf der voestalpine vorsieht. (Abg. Großruck: Wer hat denn die voest umgebracht? – Abg. Scheibner: Wie viel Tausende Arbeitsplätze habt ihr denn dort vernichtet?) Es geht hier um ein Unternehmen, an das die Mitarbeiter geglaubt haben und in das sie ihr schwer verdientes Geld in Form einer Mitarbeiterbeteiligung eingebracht haben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Namentlich!
Überlegt euch noch, heute habt Ihr noch eine Chance bei der geheimen Abstimmung (Abg. Scheibner: Namentlich!), unserem Antrag zuzustimmen, um das voest-Flaggschiff so zu erhalten, wie es ist, und es nicht, wie Ihr es im Sinne gehabt habt, ins Ausland zu verkaufen! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Jetzt habt Ihr es schwer!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kollege Walch (Abg. Scheibner: Jetzt habt Ihr es schwer!), schön langsam muss man sich Sorgen um Ihr Herz machen (Abg. Scheibner: Jetzt wird es schwierig!), Sie machen sich aber Sorgen um die Kollegen. Das ist offensichtlich eine konzertierte Aktion – darauf will ich hinaus –, denn an das Herz hat auch der Herr Finanzminister appelliert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Abg. Scheibner: Jetzt wird es schwierig!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kollege Walch (Abg. Scheibner: Jetzt habt Ihr es schwer!), schön langsam muss man sich Sorgen um Ihr Herz machen (Abg. Scheibner: Jetzt wird es schwierig!), Sie machen sich aber Sorgen um die Kollegen. Das ist offensichtlich eine konzertierte Aktion – darauf will ich hinaus –, denn an das Herz hat auch der Herr Finanzminister appelliert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Trinkl.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zum Vierten: Durch den Herrn Wirtschaftsminister konnte damit auch sichergestellt werden, dass wir Gegengeschäfte im Wert von 4 Milliarden € erzielt haben. Ich kann nur sagen: ein sensationelles Ergebnis! Das wird unserer Wirtschaft gut tun. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Bravorufe bei der ÖVP.
Wenn Sie mir dafür, geschätzte Damen und Herren von der Opposition, das Misstrauen aussprechen wollen, so ist das Ihre Angelegenheit. Sie sprechen Misstrauen aus, ich schaffe Vertrauen – Vertrauen als Verteidigungsminister. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Bravorufe bei der ÖVP.) Die Österreicherinnen und Österreicher können sich auf uns, auf diese Regierung auch im Sicherheitsbereich, dem wir in besonderem Maße Beachtung schenken, verlassen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Es wurde in der Vergangenheit auch immer wieder kritisiert, dass der Rechnungshofbericht nicht abgewartet worden sei. Ich sage dazu ein klares Wort, abgestimmt auch mit Herrn Präsidenten Fiedler: Präsident Fiedler hat immer ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass der Rechnungshof die nachträgliche Kontrolle durchführt. (Abg. Mag. Kogler: Lassen Sie den Fiedler draußen!) Aus diesem Grund bin ich meinem Vorgänger, dem ehemaligen Verteidigungsminister Scheibner, sehr dankbar dafür, dass er eine begleitende Kontrolle eingesetzt hat, und diese leistet hervorragende Arbeit. Präsident Fiedler hat mitgeteilt – ich kann das auch in der Öffentlichkeit sagen –, dass diese begleitende Kontrolle des Verteidigungsministeriums höchste Anerkennung hat. Er wird auch gewusst haben, warum er das gesagt hat. Diese begleitende Kontrolle ist also durchgeführt worden, sonst wäre es nicht möglich gewesen, den Endbericht abzuwarten, der erst Ende dieses Jahres zur Verfügung stehen wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist gut, dass er auch Ihr Finanzminister ist!
Ein Satz noch zu unserem Finanzminister Karl-Heinz Grasser. (Abg. Scheibner: Das ist gut, dass er auch Ihr Finanzminister ist!) Er hat heute seine Termine aufgeführt, seine Besprechungen, aber er hat eines vergessen: Er war kurz nach Ostern am Arlberg in Zürs, aber er war nicht Ski fahren, er hat auch nicht die Schneehöhe oder die Temperatur gemessen, sondern er hat sich dort mit Stronach getroffen! Ein Kollege
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner sowie von Bundeskanzler Dr. Schüssel.
Zweiter Punkt, Herr Abgeordneter Dobnigg: Ich glaube, wir alle sind genauso stolz auf die voest wie Sie, auf ihre Leistungen, auf die Beschäftigten dort, auf das, was dort hervorgebracht wird. Das ist ein tolles österreichisches Unternehmen! (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner sowie von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Was heißt denn das? Dass es eine Schande ist, mit dem Finanzminister zusammenzutreffen! Es reicht schön langsam!
Die Frage ist nur, Herr Finanzminister, ob all diese von Ihnen heute genannten Personen aus der Industrie morgen noch sehr froh sein werden, von Ihnen heute mit Ihnen in Zusammenhang gebracht worden zu sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Was heißt denn das? Dass es eine Schande ist, mit dem Finanzminister zusammenzutreffen! Es reicht schön langsam!)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein Amt, das Sie diskreditieren! Das Amt des Finanzministers! Die Funktion!
Nein, es reicht nicht! Wir sind die Opposition und dürfen uns auch äußern, auch wenn es Ihnen nicht passt! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein Amt, das Sie diskreditieren! Das Amt des Finanzministers! Die Funktion!) Ja, genau das Amt! Um das geht es! (Abg. Scheibner: Es ist also Ihrer Meinung nach eine Schande, wenn sich ein Unternehmer mit einem Finanzminister trifft!)
Abg. Scheibner: Es ist also Ihrer Meinung nach eine Schande, wenn sich ein Unternehmer mit einem Finanzminister trifft!
Nein, es reicht nicht! Wir sind die Opposition und dürfen uns auch äußern, auch wenn es Ihnen nicht passt! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ein Amt, das Sie diskreditieren! Das Amt des Finanzministers! Die Funktion!) Ja, genau das Amt! Um das geht es! (Abg. Scheibner: Es ist also Ihrer Meinung nach eine Schande, wenn sich ein Unternehmer mit einem Finanzminister trifft!)
Abg. Scheibner: Gehen Sie darauf ein, was der Herr Minister klargestellt hat!
Es gibt eine ganze Reihe anderer Punkte, in denen Verwicklungen und Unvereinbarkeiten festgestellt wurden, aber ich werde mir ersparen, all das jetzt wieder aufzuzählen, denn es ist in der Dringlichen Anfrage der SPÖ gut aufgelistet. (Abg. Scheibner: Gehen Sie darauf ein, was der Herr Minister klargestellt hat!)
Abg. Scheibner: Glauben Sie das, was gesagt worden ist? Oder nehmen Sie das nicht zur Kenntnis?
Herr Minister Platter! Wir haben es hier noch einmal schwarz auf weiß. Sie sagen ja immer wieder, dass das eines Ihrer wichtigsten Informationsmagazine ist, und zwar „Jane’s Defence Weekly“. (Abg. Scheibner: Glauben Sie das, was gesagt worden ist? Oder nehmen Sie das nicht zur Kenntnis?) Hier haben wir schwarz auf weiß stehen, dass bei einem Treffen am 30. Juni, also einen Tag vor dem Ministerratsbeschluss, in Manching in Deutschland, an dem unter anderem Verteidigungsminister Struck aus Deutschland, der spanische Luftwaffengeneral, der italienische Staatssekretär für Verteidigung und der britische Minister für Rüstungsbeschaffung teilgenommen haben – sie sind alle schön auf einem Foto zu sehen –, angekündigt wird, dass die Eurofighter billiger werden müssen und auch billiger werden, und zwar um 10 bis 20 Prozent. Daneben steht, dass Österreich jetzt gekauft hat.
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie einmal den Text, in dem drinsteht, dass die Eurofighter billiger werden!
Es ist das eigentlich ein recht lustiger Beitrag. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie einmal den Text, in dem drinsteht, dass die Eurofighter billiger werden!) Ich kann es Ihnen auch gerne geben, falls Sie es noch nicht gesehen haben. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie den Text!) Ich habe es auch schön angestrichen. (Abg. Scheibner: Zitieren Sie den Text!) Ich kann Ihnen das schon vorlesen, ja:
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie den Text!
Es ist das eigentlich ein recht lustiger Beitrag. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie einmal den Text, in dem drinsteht, dass die Eurofighter billiger werden!) Ich kann es Ihnen auch gerne geben, falls Sie es noch nicht gesehen haben. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie den Text!) Ich habe es auch schön angestrichen. (Abg. Scheibner: Zitieren Sie den Text!) Ich kann Ihnen das schon vorlesen, ja:
Abg. Scheibner: Zitieren Sie den Text!
Es ist das eigentlich ein recht lustiger Beitrag. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie einmal den Text, in dem drinsteht, dass die Eurofighter billiger werden!) Ich kann es Ihnen auch gerne geben, falls Sie es noch nicht gesehen haben. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, zitieren Sie den Text!) Ich habe es auch schön angestrichen. (Abg. Scheibner: Zitieren Sie den Text!) Ich kann Ihnen das schon vorlesen, ja:
Abg. Scheibner: Aha, „programme“! Verstehen Sie, was „programme“ heißt? – Zwischenrufe bei der ÖVP.
There is a huge scope to make the EUROFIGHTER programme leaner and more efficient, he said. Reducing the unit’s cost of the aircraft is another key objective of this process, said Spencer, noting that a saving of between 10 per cent and 20 per cent should/must be achieved. – Zitatende. (Abg. Scheibner: Aha, „programme“! Verstehen Sie, was „programme“ heißt? – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Verstehen Sie, was „programme“ heißt? Ist Österreich in dem „programme“ drinnen? Nein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
So, jetzt haben Sie es auch noch gehört, falls Sie Englisch verstehen, und das ist schön so! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Verstehen Sie, was „programme“ heißt? Ist Österreich in dem „programme“ drinnen? Nein! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Steht es in der Zeitung oder ist es ...?
Sehr geehrte Damen und Herren! Der „Abfangjäger-Kauf ist Betrug am Volk“, lieber Herr Scheibner! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Das sage nicht ich, sondern das sagt die „Kronen Zeitung“: „Abfangjäger-Kauf ist Betrug am Volk!“ (Abg. Scheibner: Steht es in der Zeitung oder ist es ...?) So ist die öffentliche Meinung, so ist die veröffentlichte Meinung über Ihre Politik, Herr Minister Platter. Ziehen Sie daraus die Konsequenzen und treten Sie zurück! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Was soll das? Wollen Sie sich vielleicht verabschieden bei der Geschichte?
Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Mag. Helmut Kukacka: Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Lichtenberger, ich habe durchaus Verständnis für Ihre Argumentation. Ich habe auch keine Freude mit Ausnahmen bei solchen Gewichtsbeschränkungen, und es ist ja wahrscheinlich auch kein Zufall, dass das nicht in der Regierungsvorlage gestanden ist, sondern dass das Hohe Haus das beschlossen hat. Der Nationalrat ist der Souverän, und er kann das selbstverständlich auch beschließen. (Abg. Scheibner: Was soll das? Wollen Sie sich vielleicht verabschieden bei der Geschichte?)
Abg. Scheibner: Da gibt es aber einen Protest! – Abg. Neudeck: Das müssen Sie aber nicht ausschöpfen!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mandak. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 7 Minuten. (Nein-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Da gibt es aber einen Protest! – Abg. Neudeck: Das müssen Sie aber nicht ausschöpfen!)
Abg. Scheibner: Warum kann man Reden nicht auch schriftlich einbringen, das würde sehr viel Zeit sparen!
Die Kritik der SPÖ am Kinderbetreuungsgeld wird durch die nun vorliegende Studie wissenschaftlich bestätigt. Mit der Regelung zum Kinderbetreuungsgeld sollte die Wahlfreiheit der Eltern hinsichtlich Betreuung der Kinder und die Erwerbsbeteiligung der Frauen erhöht werden. Das Gegenteil ist das Ergebnis! Die Zuverdienstgrenzen veranlassen nur kleine Gruppen von Frauen zu einer rascheren Wiederaufnahme der Berufstätigkeit, insbesondere junge Frauen, Frauen mit mehreren Kindern und Frauen mit geringen Arbeitsentgelten ziehen sich längere Zeit aus dem Erwerbsleben zurück. Gleichzeitig sinkt die Inanspruchnahme von Kinderbetreuungsgeld durch Väter. (Abg. Scheibner: Warum kann man Reden nicht auch schriftlich einbringen, das würde sehr viel Zeit sparen!)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie sie erwischt!
Die Geburtenrate in Österreich ist von 75 458 im Jahr 2001 auf 77 319 im Jahr 2002 gestiegen, eine Steigerung von rund 2,5 Prozent. Ein Vergleich zur EU: Dort ist die Rate um 0,8 Prozent gesunken. Ich denke, das Kinderbetreuungsgeld, das am 1. Jänner 2002 durch das Kabinett Schüssel eingeführt wurde, hat da in Österreich zweifelsohne seine positive Wirkung getan – und vielleicht auch Ihr Rezept. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie sie erwischt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ah geh!
Vergleicht man diese Infrastruktur nach Angebot und Qualität, so findet man zwischen den Bundesländern sehr große Unterschiede. Ich sage es mit einem Satz: Bei allen Vergleichen ist Wien einfach Spitze! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ah geh!)
Scheibner und Platter
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerIn (Riess-Passer und Haupt), den Bundesministern für Finanzen (Grasser), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Platter), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge;
Sitzung Nr. 30
Abg. Scheibner: Viel zu wenig für die Sicherheit!
Meine Damen und Herren, Sie müssen sehen, dass wir einmalig 1,959 Milliarden € für die Sicherheit unseres Landes investieren und dass dem zum Beispiel jedes Jahr Investitionen in die Österreichischen Bundesbahnen in einer Höhe von 4,4 Milliarden € – das sind 7 Prozent der Gesamtausgaben der Republik! – gegenüberstehen. (Abg. Scheibner: Viel zu wenig für die Sicherheit!) Da sieht man, wo man reformieren muss! Wir sind mitten dabei, wir werden mit dem Verkehrsminister auch die Österreichischen Bundesbahnen reformieren und dort Geld für den Steuerzahler einsparen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Walch wird Ihnen sagen, wie es wirklich geht!
Worin liegt da eigentlich der Sinn? – Ich habe es bis jetzt immer so verstanden: Massenkaufkraft steigern, Anreize schaffen, Wachstum und Konjunktur damit beleben, Arbeitsplätze damit sichern. Wie heißt es so schön? – Zuerst lesen, dann denken, dann sprechen! (Abg. Walch: Das ist meiner ...!) Das wäre auch als Programm für diese Regierung gut. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Walch wird Ihnen sagen, wie es wirklich geht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Spärlicher Applaus in der SPÖ!
Natürlich ist es Sache der SPÖ und ihres Vorsitzenden Alfred Gusenbauer, sich hinsichtlich Jörg Haiders so zu positionieren, wie sie es für richtig halten. Aber ich habe schon eine Meinung dazu. Meine Meinung dazu ist – um den Herrn Vizekanzler zu zitieren – „in aller Klarheit“ jene, dass ich sage: Mit Jörg Haider ist kein Staat zu machen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Spärlicher Applaus in der SPÖ!)
Abg. Scheibner: Wir haben jetzt Steuerreform!
Mit einem Jörg Haider schlussendlich – und damit schließe ich schon mit dieser Aufzählung –, der es noch letztes Jahr im Frühjahr, wenn ich mich recht erinnere, für außenpolitisch, vielleicht auch innenpolitisch richtig gehalten hat, zu Saddam Hussein zu reisen, der bekanntlich einem verbrecherischen und mörderischen Regime vorgestanden ist – muss man inzwischen sagen, in der Vergangenheit sprechend, aber damals war Saddam noch der Diktator des Irak –, mit diesen Haiders, mit diesen Stadlers ist kein Staat zu machen und sie verkörpern für mich eine Partei der Ewiggestrigen. (Abg. Scheibner: Wir haben jetzt Steuerreform!) Sie verkörpern nicht eine Partei der Zukunft – nicht einmal in der Budgetpolitik! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Parnigoni: Was ist mit ...?)
Abg. Scheibner: Das ist schon umgesetzt, Herr Kollege!
(Abg. Scheibner: Das ist schon umgesetzt, Herr Kollege!) Das ist – für das Protokoll – nicht umgesetzt, Herr Kollege Scheibner! Glauben Sie doch nicht den Schmäh des Finanzministers, der ...
Abg. Scheibner: 1995 wäre Ihnen lieber! Das wissen wir!
Wie hätten wir es denn gerne? 1995, ich meine, 2005 oder 2004? (Abg. Scheibner: 1995 wäre Ihnen lieber! Das wissen wir!) Ich glaube, dass vor allem die Freiheitliche Partei heute die Chance hätte, unserem Entschließungsantrag näher zu treten (Abg. Scheibner: Da steht nichts drinnen in Ihrem Entschließungsantrag!), um zu beweisen, dass das gesprochene Wort auch mit dem Abstimmungsverhalten übereinstimmt und nicht ein gebrochenes Wort ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da steht nichts drinnen in Ihrem Entschließungsantrag!
Wie hätten wir es denn gerne? 1995, ich meine, 2005 oder 2004? (Abg. Scheibner: 1995 wäre Ihnen lieber! Das wissen wir!) Ich glaube, dass vor allem die Freiheitliche Partei heute die Chance hätte, unserem Entschließungsantrag näher zu treten (Abg. Scheibner: Da steht nichts drinnen in Ihrem Entschließungsantrag!), um zu beweisen, dass das gesprochene Wort auch mit dem Abstimmungsverhalten übereinstimmt und nicht ein gebrochenes Wort ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben aber gegen die Steuerreform gestimmt!
tisch insgesamt bereits abgedankt, und das versuchen Sie jetzt irgendwie zu kaschieren und auf die SPÖ hinzuhauen. Aber das wird Sie vor diesem Befund nicht retten! Auch Ihre Leseunwilligkeit internationaler renommierter Fachzeitschriften wird Sie vor diesem Befund nicht retten. – Das ist die Diagnose. (Abg. Scheibner: Sie haben aber gegen die Steuerreform gestimmt!) Herr Kollege Scheibner, lesen wenigstens Sie! (Abg. Scheibner: Aber Sie haben dagegen gestimmt! Warum haben Sie dagegen gestimmt?)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben dagegen gestimmt! Warum haben Sie dagegen gestimmt?
tisch insgesamt bereits abgedankt, und das versuchen Sie jetzt irgendwie zu kaschieren und auf die SPÖ hinzuhauen. Aber das wird Sie vor diesem Befund nicht retten! Auch Ihre Leseunwilligkeit internationaler renommierter Fachzeitschriften wird Sie vor diesem Befund nicht retten. – Das ist die Diagnose. (Abg. Scheibner: Sie haben aber gegen die Steuerreform gestimmt!) Herr Kollege Scheibner, lesen wenigstens Sie! (Abg. Scheibner: Aber Sie haben dagegen gestimmt! Warum haben Sie dagegen gestimmt?)
Abg. Scheibner: Spargelessen war er nie!
Herr Professor Van der Bellen, weil Sie gerade mit dem Herrn Bundeskanzler reden: Es war er, der eine Koalition mit dem Jörg Haider begonnen hat! Es war er, der im Porsche mit ihm gefahren ist! (Abg. Scheibner: Spargelessen war er nie!) Es war er, der keine Hemmungen hatte, mit dem Dr. Haider, der in Krumpendorf vor den SS-Kumpanen diese gelobt hat, dass sie bei starkem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen, eine Koalition auszuverhandeln! Das waren nicht wir! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Haben Sie vergessen, dass Dr. Gusenbauer Spargelessen war? – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das ändert aber nichts daran, dass, wenn der Dr. Haider einen richtigen sachpolitischen Vorschlag macht, man darüber sprechen wird. Ich glaube, diese Grundsätze sollten gerade in der Sachpolitik gelten. Und ich denke, die Grünen sollten sich diesbezüglich der Tradition anschließen – und das will ich zu bedenken geben –, dass man in so einer Situation, in der sich diese Regierung befindet, diese Dinge auf sachlicher Ebene austrägt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ich habe Sie in dieser Frage ganz draußen gelassen, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Dr. Matznetter: Abstimmen müssen Sie trotzdem! – Danke! – Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Scheibner: Blamabel! Blamabel!
Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Miedl zu Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Matznetter: Abstimmen müssen Sie trotzdem! – Danke! – Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Matznetter. – Abg. Scheibner: Blamabel! Blamabel!)
Abg. Scheibner: Wenige! Wenige!
Zwei Dinge sind mir aufgefallen. Als Erstes: Auf Grund der Kritik des Kollegen Klubobmann Van der Bellen gab es Schweigen in den Rängen der SPÖ. Ich habe mir gedacht: Wie wird die SPÖ darauf reagieren? Und es waren doch einige, die applaudiert haben nach der Kritik des Kollegen Van der Bellen. (Abg. Scheibner: Wenige! Wenige!)
Abg. Scheibner: Stimmt ja!
Da möchte ich in einem letzten Punkt noch zu einer Anschuldigung kommen, die Sie von den Regierungsfraktionen heute bereits mindestens zehn Mal von sich gegeben haben, dass nämlich die Oppositionsparteien der Budgetentlastung für 2004 nicht zugestimmt hätten. (Abg. Scheibner: Stimmt ja!) Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie in einer beispiellosen Nacht- und Nebelaktion in einem Budgetbegleitgesetz 91 Gesetze zugleich verabschiedet haben. Zugleich mit den Abfangjägern, zugleich mit den Pensionsbelastungen haben Sie diese Budgetentlastung dabei gehabt. (Abg. Scheibner: Monatelang haben wir diskutiert!) Sie werden doch nicht im Ernst von uns erwarten, dass wir diesem Budgetbegleitgesetz zustimmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Monatelang haben wir diskutiert!
Da möchte ich in einem letzten Punkt noch zu einer Anschuldigung kommen, die Sie von den Regierungsfraktionen heute bereits mindestens zehn Mal von sich gegeben haben, dass nämlich die Oppositionsparteien der Budgetentlastung für 2004 nicht zugestimmt hätten. (Abg. Scheibner: Stimmt ja!) Ich möchte Sie daran erinnern, dass Sie in einer beispiellosen Nacht- und Nebelaktion in einem Budgetbegleitgesetz 91 Gesetze zugleich verabschiedet haben. Zugleich mit den Abfangjägern, zugleich mit den Pensionsbelastungen haben Sie diese Budgetentlastung dabei gehabt. (Abg. Scheibner: Monatelang haben wir diskutiert!) Sie werden doch nicht im Ernst von uns erwarten, dass wir diesem Budgetbegleitgesetz zustimmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ihr seid so empfindlich! Oberlehrerhaft! – Abg. Brosz: Vielleicht hat er die Bundesregierung gemeint!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Wittauer, ich habe Ihnen jetzt aufmerksam zugehört. Folgendes war mir nicht ganz klar: Sie haben mit dem Begriff „Saftladen“ entweder die ÖBB gemeint oder die Republik Österreich. (Abg. Scheibner: Ihr seid so empfindlich! Oberlehrerhaft! – Abg. Brosz: Vielleicht hat er die Bundesregierung gemeint!)
Scheibner und Platter
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerIn (Riess-Passer und Haupt), den Bundesministern für Finanzen (Grasser), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Platter), deren Kabinette und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge;
Abg. Scheibner: Richtig lesen! „Insbesondere ist zu prüfen ...“! Alles ist geprüft worden! Das gesamte Verfahren, ohne jede Einschränkung!
Die entscheidenden Fragen sind offen und werden uns weiter beschäftigen (Abg. Scheibner: Richtig lesen! „Insbesondere ist zu prüfen ...“! Alles ist geprüft worden! Das gesamte Verfahren, ohne jede Einschränkung!), etwa jene Frage – vor Monaten haben Sie noch gestaunt, worüber der Kogler da vorne spricht – der neunjährigen Finanzierung und der Involvierung des Finanzministers. Der Rechnungshof stellt nämlich fest – Kollege Scheibner, Sie wissen es ohnehin –: Nur unter dieser Voraussetzung – als einer von vielen Voraussetzungen – konnte Eurofighter als Bestbieter ermittelt werden. Was der Finanzminister mit dieser Voraussetzung zu tun hat, steht auch in den Akten, die noch zu erheben sein werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das war ja jetzt erst! Wann hätte das der Rechnungshof prüfen sollen?
Zur Rechnungshofprüfung möchte ich noch ausführen: Diese hat bisher Ex-Minister Scheibner gestaltet. Er hat das Ersuchen formuliert und den Zeitraum definiert. Aber es fehlt – und darauf kommt es jetzt an –: Was ist zwischen dem 2. Juli 2002 – Ministerratsbeschluss, 24 Abfangjäger anzukaufen – und dem 1. Juli 2003 – dem Tag der Vertragsunterzeichnung; ohne rechtliche Grundlage übrigens, Herr Kollege Scheibner, der Herr Bundespräsident lässt grüßen! – passiert? Auf einmal sind es 18 Abfangjäger. (Abg. Scheibner: Das war ja jetzt erst! Wann hätte das der Rechnungshof prüfen sollen?) Und, Herr Scheibner, sind die Bieter gleich behandelt worden? (Abg. Scheibner: Sicher!)
Abg. Scheibner: Sicher!
Zur Rechnungshofprüfung möchte ich noch ausführen: Diese hat bisher Ex-Minister Scheibner gestaltet. Er hat das Ersuchen formuliert und den Zeitraum definiert. Aber es fehlt – und darauf kommt es jetzt an –: Was ist zwischen dem 2. Juli 2002 – Ministerratsbeschluss, 24 Abfangjäger anzukaufen – und dem 1. Juli 2003 – dem Tag der Vertragsunterzeichnung; ohne rechtliche Grundlage übrigens, Herr Kollege Scheibner, der Herr Bundespräsident lässt grüßen! – passiert? Auf einmal sind es 18 Abfangjäger. (Abg. Scheibner: Das war ja jetzt erst! Wann hätte das der Rechnungshof prüfen sollen?) Und, Herr Scheibner, sind die Bieter gleich behandelt worden? (Abg. Scheibner: Sicher!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Versuchen Sie das einmal – und das ist ja der Grund dafür, dass Sie nicht zustimmen – vor einem Untersuchungsausschuss! Da wird das nämlich nicht funktionieren, weil dort etwas mehr gilt als die Geschäftsordnung des Nationalrates, nämlich die Strafprozessordnung. Und wenn Sie, Herr Abgeordneter Bösch oder Herr Abgeordneter und Ex-Minister Scheibner, dort dann sagen würden: Es steht folgendes Entlastendes in folgender Unterlage, und zum Beweis dafür, dass das stimmt, lege ich das nicht vor!, so würde das so natürlich nicht funktionieren. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 31
Abg. Scheibner: Zuerst habt ihr gesagt, der Grund sei ein anderer, nicht die ÖIAG! Es steht etwas anderes in der Dringlichen Anfrage!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben zu Beginn des Sommers zu erreichen versucht, dass das Parlament im Sommer durcharbeiten kann. Wir wollten, dass diverse Ausschüsse weiterhin tätig sein können. Es kam zum Bericht über die Prüfung der Besetzung von Positionen in der ÖAIG, in der verstaatlichten Wirtschaft. Er zeigt Skandale auf und auch, was für ein Privilegienstadel sich dort entwickelt hat, und zwar unter Verletzung der Antiprivilegiengesetze. Es hat sich im Zuge der geplanten Totalprivatisierung der voestalpine AG herausgestellt, dass eine Sondersitzung notwendig ist, wo man Fragen an den Finanzminister stellen muss, die er, wie wir hoffen, auch zu beantworten imstande ist. (Abg. Scheibner: Zuerst habt ihr gesagt, der Grund sei ein anderer, nicht die ÖIAG! Es steht etwas anderes in der Dringlichen Anfrage!)
Abg. Scheibner: Wie viel Prozent habt ihr privatisiert?
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas – ich höre es ja schon förmlich, dass Sie wieder mit der Geschichte der Verstaatlichten kommen werden –: Wenn wir Sozialdemokraten, und zwar auch phasenweise gemeinsam mit der ÖVP, uns für die Standortsicherung in Linz und Donawitz nicht so eingesetzt hätten und dann auch für die Umstrukturierung, vor allem unter Bundeskanzler Vranitzky und später unter Bundeskanzler Klima, nicht so gearbeitet hätten (Abg. Scheibner: Wie viel Prozent habt ihr privatisiert?), dann wäre heute dieses Unternehmen nicht in diesem guten Zustand. Das muss man einmal hier festgestellt haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wo denn? Das müssen Sie uns genau erklären!
Sie haben die Anti-Privilegiengesetze gebrochen. Gerade eine der beiden Parteien –die ÖVP wollte ja nie die Privilegien abbauen –, nämlich die FPÖ, die ihre gesamten Wahlkämpfe damit gestaltet hat, hat da zu einem Privilegienzuwachs beigetragen. (Abg. Scheibner: Wo denn? Das müssen Sie uns genau erklären!) Da ist es bei den Pensionsvereinbarungen und bei den Abfertigungen zugegangen wie in einem Privilegienstadel sondergleichen.
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Jetzt wird es schwer!
Erster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. 8 Minuten Redezeit. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Jetzt wird es schwer!)
Abg. Scheibner: Missbrauch ist das! Ungeheuerlich!
Nun zur Sondersitzung. – Ich muss euch ein bisschen darüber aufklären, was eure Freunde in der Voest machen. In der Voest gibt es eine Luftballon-Aktion, und bei dieser Luftballon-Aktion meldet sich ein sozialistischer Gewerkschafter und sagt: Wir müssen alles unternehmen, damit diese Koalition gesprengt wird! – In Wirklichkeit heißt das: Die Voest ist uns eh Wurscht, wir wollen nur die Koalition sprengen. – Das hat er dort vor zirka 50 Leuten gesagt, und da habt ihr euer wahres Gesicht gezeigt! (Abg. Scheibner: Missbrauch ist das! Ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Mit Ihrem Niveau sind Sie ganz, ganz unten! Im letzten Keller stehen Sie mit Ihrem Niveau!
Geschätzte Damen und Herren, stimmen Sie zu! Bei Ihnen weiß man ja nicht, bei Ihren Orientierungsproblemen im Sitzen, sind Sie jetzt unter der Tischplatte oder oberhalb. Unter der Platte deshalb, weil Sie sich vom Umfallen nicht erfangen, oder ober der Platte, weil Sie schon wieder über den Tisch gezogen wurden. (Abg. Scheibner: Mit Ihrem Niveau sind Sie ganz, ganz unten! Im letzten Keller stehen Sie mit Ihrem Niveau!) Kommen Sie irgendwo auf dieser Seite hervor, aber bekennen Sie sich endlich! Das Einzige, was am Kollegen Haupt neu ist, ist, dass er mittlerweile im Zwei-Stunden-Rhythmus Unterschiedliches sagt, gestern noch im Tagesrhythmus.
Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Vor euch! Vor euch! – Abg. Scheibner: Zehntausende Arbeitsplätze habt ihr abgebaut! Vor euch muss man Angst haben!
Meine Damen und Herren! Wenden Sie Ihren Blick auf die Galerie! Lachen Sie jetzt nicht, wenden Sie Ihren Blick auf die Galerie, und sehen Sie diesen Menschen, die dort oben sitzen, ins Gesicht! Sehen Sie diesen Menschen in die Augen! Dann werden Sie feststellen, dass diese Menschen Angst haben (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Vor euch! Vor euch! – Abg. Scheibner: Zehntausende Arbeitsplätze habt ihr abgebaut! Vor euch muss man Angst haben!), Angst vor der Zukunft, Angst um ihre Familie und Angst um ihren Arbeitsplatz. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.) Denn diese Menschen dort oben, meine Damen und Herren, sind Beschäftigte der voestalpine aus der Steiermark, sind Beschäftigte der voestalpine aus Linz und sind Beschäftigte der voestalpine aus Niederösterreich.
Abg. Scheibner: Nein, die wollen die Politkaiser da drinnen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wir Freiheitlichen jedoch wollen sehr wohl, dass die Mitarbeiter ein Mitspracherecht haben. Wir wollen auch, dass die Anteile der österreichischen Aktionäre ausgeweitet werden, dass die Mitarbeiterbeteiligung erhöht wird und eine österreichische Kernaktionärsstruktur von über 25 Prozent gesichert bleibt. Das Wichtige ist doch, dass es eine österreichische Kernaktionärsstruktur von über 25 Prozent gibt, die sicherstellt, dass die österreichischen Interessen gewahrt werden. Ich frage Sie aber schon: Wieso meinen Sie, dass österreichische Interessen nicht gewahrt werden, wenn sich Österreicher beteiligen? Oder trauen Sie den Österreichern nicht, dass sie das Beste für Österreich wollen? (Abg. Scheibner: Nein, die wollen die Politkaiser da drinnen! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wer ist dort der Vorsitzende? – Streicher!
Leider ist die Sache des Insiderhandels ruchbar geworden und an die Öffentlichkeit gekommen. Mit dem Rücktritt des Generaldirektors hat es ein Schuldeingeständnis gegeben. Aber vorher hat der Aufsichtsrat mit seinem Aufsichtsratsvorsitzenden dem Generaldirektor noch einen Persilschein ausgestellt, und zwar im Wissen dessen, was dort passiert ist, nämlich ein Insiderhandel. (Abg. Scheibner: Wer ist dort der Vorsitzende? – Streicher!) Wo bleibt die Distanzierung der SPÖ von diesen Personen, die
Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt nichts gesagt!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich denke, ein kleines Resümee ist bereits angebracht: FPÖ-Scheibner und ÖVP-Lopatka haben gemeint, diese Sondersitzung sei ein Sommertheater. Ich sage Ihnen (Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt nichts gesagt!) – Herr Scheibner, Sie haben das in der „Presse“ am 28. August gesagt! –: Diese Sitzung ist ungeheuer wichtig (Abg. Scheibner: Die Opposition hat gesagt, dass das ungeheuer ...!), weil Sie, meine Damen und Herren von FPÖ und ÖVP, mit dem Antrag (Abg. Scheibner: ... aber zu ihrem Antrag haben sie ja gar nichts gesagt!) Walch/Mitterlehner den Beweis dafür erbringen, dass Sie erstens rechtlich – nach Aktienrecht – Unmögliches beschließen und dass Sie zweitens die Voest bedingungslos verschleudern. Ich sage Ihnen: Sie werden diesen Tag noch bereuen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die Opposition hat gesagt, dass das ungeheuer ...!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich denke, ein kleines Resümee ist bereits angebracht: FPÖ-Scheibner und ÖVP-Lopatka haben gemeint, diese Sondersitzung sei ein Sommertheater. Ich sage Ihnen (Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt nichts gesagt!) – Herr Scheibner, Sie haben das in der „Presse“ am 28. August gesagt! –: Diese Sitzung ist ungeheuer wichtig (Abg. Scheibner: Die Opposition hat gesagt, dass das ungeheuer ...!), weil Sie, meine Damen und Herren von FPÖ und ÖVP, mit dem Antrag (Abg. Scheibner: ... aber zu ihrem Antrag haben sie ja gar nichts gesagt!) Walch/Mitterlehner den Beweis dafür erbringen, dass Sie erstens rechtlich – nach Aktienrecht – Unmögliches beschließen und dass Sie zweitens die Voest bedingungslos verschleudern. Ich sage Ihnen: Sie werden diesen Tag noch bereuen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: ... aber zu ihrem Antrag haben sie ja gar nichts gesagt!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich denke, ein kleines Resümee ist bereits angebracht: FPÖ-Scheibner und ÖVP-Lopatka haben gemeint, diese Sondersitzung sei ein Sommertheater. Ich sage Ihnen (Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt nichts gesagt!) – Herr Scheibner, Sie haben das in der „Presse“ am 28. August gesagt! –: Diese Sitzung ist ungeheuer wichtig (Abg. Scheibner: Die Opposition hat gesagt, dass das ungeheuer ...!), weil Sie, meine Damen und Herren von FPÖ und ÖVP, mit dem Antrag (Abg. Scheibner: ... aber zu ihrem Antrag haben sie ja gar nichts gesagt!) Walch/Mitterlehner den Beweis dafür erbringen, dass Sie erstens rechtlich – nach Aktienrecht – Unmögliches beschließen und dass Sie zweitens die Voest bedingungslos verschleudern. Ich sage Ihnen: Sie werden diesen Tag noch bereuen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schön, dass Sie meine Aussagen so gut lesen!
Meine Damen und Herren! Zur Rolle der FPÖ in dem Ganzen. Kollege Scheibner, ich muss Sie noch einmal zitieren. Am 11. April 2000 haben Sie im Zusammenhang mit der ÖIAG gesagt (Abg. Scheibner: Schön, dass Sie meine Aussagen so gut lesen!), künftig werde sich die Parteipolitik aus wirtschaftlichen Entscheidungen heraushalten.
Abg. Scheibner: Na? Und ihr zieht das in einen Wahlkampf hinein! Das ist euer ...!
Nun, da halte ich Ihnen entgegen (Abg. Scheibner: Na? Und ihr zieht das in einen Wahlkampf hinein! Das ist euer ...!), was Ihr Finanz- und Budgetsprecher Prinzhorn heute gesagt hat. Er hat gesagt, die Privatisierung ist rein parteipolitisch, nützt in erster Linie der ÖVP und ihr nahe stehenden Investoren. (Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn: Der Termin! Der Termin, habe ich gesagt! Bleiben Sie bei der Wahrheit!) – Das hat allerdings Sie, Herr Prinzhorn, nicht daran gehindert, begeistert zu applaudieren, als der Finanzminister ganz genau das gelobt hat, was Sie selbst heute in Grund und Boden verdammt haben. – So viel zu Ihrer Befindlichkeit! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Prinzhorn.)
Abg. Scheibner: Alles gegen die österreichischen Unternehmen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Dass Kollege Kräuter ein Problem mit Privatinvestoren hat, das wissen wir in der Steiermark. Er will ja auch nicht, dass der Red-Bull-Chef Mateschitz am Österreich-Ring investiert, weil Privatinvestoren offensichtlich etwas irrsinnig „Gefährliches“ sind. (Abg. Scheibner: Alles gegen die österreichischen Unternehmen!) Da greifen sich im Grunde genommen auch die SPÖ-Bürgermeister an den Kopf, und Kollege Kräuter ist mit dieser Darstellung in Wirklichkeit auch allein innerhalb der SPÖ.
Abg. Scheibner: Ja, aber nicht im Konferenzzentrum, Herr Kollege!
Die Freiheitliche Partei hat sich so darüber aufgeregt hat, wie viele Vertrauenspersonen da im Konferenzzentrum waren. Das war ja eine Forderung der Freiheitlichen! Das muss man auch sehen. Kollege Meisinger hat damals beklagt, dass nach diesem Arbeitsverfassungsgesetz viel zu wenige Vertrauenspersonen in der Bahn möglich sind (Abg. Scheibner: Ja, aber nicht im Konferenzzentrum, Herr Kollege!) und dass auch die Minderheiten – wörtlich! – die Möglichkeit haben sollen, Betriebsräte bei der Bahn zu werden.
Abg. Scheibner: Das wird dir nicht mehr gelingen!
Aber vielleicht können wir jetzt doch den Ernst der Sache hervorkehren (Abg. Scheibner: Das wird dir nicht mehr gelingen!), denn an diesem Untersuchungsaus-
Sitzung Nr. 32
Abg. Scheibner: Das wissen Sie hoffentlich schon länger?!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Präsident! Wir haben gehört, der Transitvertrag läuft aus. Wir haben gehört, Herr Minister Gorbach, Sie wollen noch alles Mögliche unternehmen. (Abg. Scheibner: Das wissen Sie hoffentlich schon länger?!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber wahr!
Ich sage Ihnen: Allein dadurch, dass Sie solche Stinker, solche Lärmerreger relativ ungebremst durch Österreich durchdonnern und auf Österreichs Straßen fahren lassen, gefährden Sie Leben, und darüber soll man nicht leichtfertig hinweggehen und sagen: Meine Güte, zum Frühstück brauchen wir eine Semmel! Das ist lächerlich, Herr Minister. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber wahr!)
Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!
Daher ist eine zweite Erklärung sehr wahrscheinlich: Wir haben in vier Tagen Landtagswahlen in Oberösterreich und in Tirol. Die Situation der Bundesregierung ist nicht die beste. (Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!) Ich möchte nicht verhehlen, ich diskutiere gern mit dem Bundeskanzler über die Situation der Bundesregierung (Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!), über ihre Handlungsfähigkeit, darüber, warum eine Steuerreform nicht zustande kommt, warum ein Familienpaket nicht zustande kommt, warum ein Klimaschutzpaket nicht zustande kommt (Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!), aber ich und die gesamte grüne Fraktion, wir akzeptieren es nicht, dass das Parlament zu einer Kulisse, zu einer verlängerten Pressekonferenz des Bundeskanzlers wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!
Daher ist eine zweite Erklärung sehr wahrscheinlich: Wir haben in vier Tagen Landtagswahlen in Oberösterreich und in Tirol. Die Situation der Bundesregierung ist nicht die beste. (Abg. Scheibner: Eure Aktuelle Stunde hat mit den Wahlen natürlich überhaupt nichts zu tun!) Ich möchte nicht verhehlen, ich diskutiere gern mit dem Bundeskanzler über die Situation der Bundesregierung (Abg. Großruck: Dann nützen Sie die Chance der Diskussion!), über ihre Handlungsfähigkeit, darüber, warum eine Steuerreform nicht zustande kommt, warum ein Familienpaket nicht zustande kommt, warum ein Klimaschutzpaket nicht zustande kommt (Abg. Scheibner: Das können Sie ja dann alles diskutieren!), aber ich und die gesamte grüne Fraktion, wir akzeptieren es nicht, dass das Parlament zu einer Kulisse, zu einer verlängerten Pressekonferenz des Bundeskanzlers wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Über das können wir alles diskutieren! – Abg. Mag. Mainoni: Dafür diskutieren wir!
Herr Bundeskanzler, eine weitere Frage habe ich noch an Sie. Sie kündigen heute die Prioritäten für die Herbstarbeit an. Mir liegt ein geheimes Papier aus dem Innenministerium vor, wo schon die Sicherheit total durchgestylt und durchgecheckt ist, in dem wortwörtlich steht: In den nächsten Wochen ist dieses Papier nicht zu veröffentlichen. – Das steht dort wortwörtlich gleich auf der ersten Seite! (Abg. Scheibner: Über das können wir alles diskutieren! – Abg. Mag. Mainoni: Dafür diskutieren wir!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Also doch!
Werden wir das heute hören? Ich bin gespannt darauf. Wissen Sie, warum wir es nicht hören sollen? – Weil nämlich in diesem Papier drinnen steht, dass allein in Oberösterreich sieben Bezirksgendarmeriekommanden zugesperrt werden. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Also es geht weiter mit dem Zusperren bei uns draußen im ländlichen Raum. Es geht weiter mit der Zerstörung der Strukturen. Herr Bundeskanzler! Ich bin gespannt, welche Erklärung Sie dazu abgeben werden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Also doch!)
Abg. Scheibner: Das war die ÖVP-Klausur, bitte! Das ist ein großer Unterschied!
Es ist aber noch schlimmer, meine sehr geehrten Damen und Herren. Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich gestern als Bericht im ORF über den Ministerrat gehört, dass der Bundeskanzler einzelnen Regierungsmitgliedern aufgetragen hat, bis zur Regierungsklausur oder Sitzung des Ministerrates im Oktober die Hausaufgaben für die Herbstarbeit zu machen. (Abg. Scheibner: Das war die ÖVP-Klausur, bitte! Das ist ein großer Unterschied!) – ÖVP-Klausur, ist mir auch recht, also nur die ÖVP-Minister. (Abg. Ellmauer: Sie bringen alles durcheinander!) Er hat also aufgetragen, dass die ÖVP-Minister im Oktober ihre Herbstaufgaben dann präsentieren.
Abg. Scheibner: Hier sind wir Parlamentarier, Herr Kollege! Da wollen wir diskutieren!
Ich finde es bestürzend, Herr Klubobmann Scheibner, dass Sie als Vertreter einer Regierungspartei, die eigentlich wissen sollte, was sie der Regierung aufträgt (Abg. Scheibner: Hier sind wir Parlamentarier, Herr Kollege! Da wollen wir diskutieren!) zu machen, sagen: Ich bin ja so froh, dass ich erfahre, was die Regierung vorhat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) – Das ist doch bestürzend, Herr Klubobmann Scheibner!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Sie waren es, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, die diese Debatte verweigert haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Es waren die Oppositionsparteien, Herr Klubobmann Molterer, die diese Debatte über Sondersitzungen in das Hohe Haus herein-
Abg. Scheibner: Aber eure Sondersitzungen darf man schon übertragen!
Auch wenn der ORF damit befasst werden soll, hätten wir gern, dass das in einem Ausmaß und Umfang geschieht, das gleiche Rechte und gleiche Chancen für alle schafft, aber nicht auf Knopfdruck und auf Bestellung, die im Bundeskanzleramt abgegeben wird. (Abg. Scheibner: Aber eure Sondersitzungen darf man schon übertragen!) So schaut es nämlich aus. So weit sind wir in dieser Republik schon gekommen, dass offensichtlich der Herr Bundeskanzler mit einem Knopfdruck über den Parlamentspräsidenten – der ja vor wenigen Wochen noch ganz etwas anderes gesagt hat, was die Erklärungen der Bundesregierung betrifft, und gemeinsam mit der Präsidiale auch vertreten hat – hier andere Verhältnisse schafft. Lassen Sie sich das gesagt sein: Wir bestehen darauf, dass sich das Parlament selbst ernst nimmt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das sagen Sie andauernd!
Herr Klubobmann Molterer, wir sollten heute hier diskutieren über Regierungsvorhaben. Und was haben Sie gemacht? Und ich wiederhole: Das ist Arroganz! Sie haben gesagt: Wir werden „Testfälle“ herstellen für die Opposition! Dazu sitzen wir nicht hier, dass wir Ihre Testobjekte darstellen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das sagen Sie andauernd!) Das ist nicht unsere Aufgabe! Wir wollen Probleme lösen, und wir verlangen von Ihnen von den Regierungsparteien, dass Sie sich auch dazu äußern, was die Probleme sind.
Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!
Ich nehme nur einen Punkt heraus: Kinderbetreuung. – Ja, 10 000 Plätze wird es mehr geben, hat die Frau Bundesministerin gesagt. Gut! Sie werden heute noch die Möglichkeit haben, über diese 10 000 Kinderbetreuungsplätze abzustimmen. Wir werden sie einfordern. (Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!) Aber interessant ist doch auch die Begleitmusik, die es dazu spielt (Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!): Nicht nur die des Herrn Innenminister Strasser, der da von Vandalismus auf den Straßen spricht, wenn die Ganztagsbetreuung ausgebaut wird, sondern interessanterweise auch von einem Landeshauptmann Herwig van Staa, der angesichts der Forderung nach einem Ausbau der Nachmittagsbetreuung gleich dazu übergeht, die Frauen, die das einfordern, aufs Wüsteste zu beschimpfen. (Abg. Mag. Wurm: Das kennen wir ja!)
Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!
Ich nehme nur einen Punkt heraus: Kinderbetreuung. – Ja, 10 000 Plätze wird es mehr geben, hat die Frau Bundesministerin gesagt. Gut! Sie werden heute noch die Möglichkeit haben, über diese 10 000 Kinderbetreuungsplätze abzustimmen. Wir werden sie einfordern. (Abg. Scheibner: Das dürfen Sie jetzt nicht sagen! Das haben Sie vorhin kritisiert, dass wir das so machen mit Nagelprobe und so!) Aber interessant ist doch auch die Begleitmusik, die es dazu spielt (Abg. Scheibner: Testfälle haben wir keine!): Nicht nur die des Herrn Innenminister Strasser, der da von Vandalismus auf den Straßen spricht, wenn die Ganztagsbetreuung ausgebaut wird, sondern interessanterweise auch von einem Landeshauptmann Herwig van Staa, der angesichts der Forderung nach einem Ausbau der Nachmittagsbetreuung gleich dazu übergeht, die Frauen, die das einfordern, aufs Wüsteste zu beschimpfen. (Abg. Mag. Wurm: Das kennen wir ja!)
Abg. Scheibner: 400!
Bedauerlich genug, dass Sie sich weigern, die Steuerreform vorzuziehen. Aber uns vorzuwerfen, dass wir bei diesem den Österreicherinnen und Österreichern Sand-in-die-Augen-Streuen nicht mitgemacht haben, als Sie eine „Steuererleichterung“ – 4 € pro Kopf und Jahr! – beschlossen haben, das ist doch ein Frotzeln der Österreicherinnen und Österreicher. (Abg. Scheibner: 400!) Das muss ich Ihnen schon sagen. Bei dem Unsinn, den Sie eingebracht haben, kann man doch nicht mitstimmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Ich sage Ihnen noch etwas: Ich habe mir erwartet, dass der Herr Bundeskanzler, vielleicht auch der Herr Vizekanzler heute sagt: Jawohl, wir haben den Bericht des deutschen Bundesrechnungshofs über die Produktion der Eurofighter auch studiert. Aber natürlich wurde das nicht erwähnt. Es wäre jedoch zumindest ratsam gewesen, wenn das gemacht worden wäre. Wenn der Herr Verteidigungsminister zum Beispiel ankündigt, dass die Betriebskosten pro Jahr unter 50 Millionen € ausmachen werden, und es stellt sich dann heraus, dass sie wahrscheinlich bis zu 100 Millionen € betragen, und wenn der gleiche Verteidigungsminister behauptet, es mache nichts, dass die Flugzeuge in Österreich gar nicht erprobt worden seien, und sich auf die Hersteller beruft, denen gerade nachgewiesen wurde, dass das Flugzeug überhaupt nur zu sechs Prozent akzeptiert ist, wenn sich also herausstellt, dass er uns hier anscheinend die Unwahrheit gesagt hat, weil die Betriebskosten an die 100 Millionen € betragen werden, dann muss ich sagen: Da stimmt etwas nicht. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) Daher gehört endlich ein Untersuchungsausschuss her, der Licht in das Eurofighter-Dunkel hineinbringt, das in Wahrheit herrscht. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt frei nach Cicero!
Ich meine, am Sonntag ist der Tag, um ein Zeichen zu setzen, dass es so nicht weitergehen kann. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt frei nach Cicero!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, ich habe nicht von großer Fülle gesprochen, sondern nur von der Möglichkeit!
In den Wortmeldungen zum Thema ging es dann sogar so weit, dass sich Herr Klubobmann Scheibner dazu verstiegen hat, ein Szenario zu skizzieren, das bar jeder Realität ist. (Abg. Wittauer: Das stimmt ja nicht!) Er hat uns allen, die das hörten, tatsächlich weismachen wollen, dass es in Österreich Asylanträge aus Deutschland, aus Ungarn und aus der Schweiz gäbe, und das in größer Fülle. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, ich habe nicht von großer Fülle gesprochen, sondern nur von der Möglichkeit!)
Abg. Scheibner: Das ist unwahr, was Sie da sagen!
Wissen Sie, Herr Klubobmann Scheibner, was auf der Homepage des Innenministeriums zu lesen ist? – Dass es drei Asylanträge aus Deutschland, zwei aus Ungarn und null aus der Schweiz gibt! Was ist das für ein Problem? (Abg. Scheibner: Das ist unwahr, was Sie da sagen!) – Dann lügt das Innenministerium in seiner Statistik! (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Mir stehen immer nur die Zahlen des Innenministeriums zur Verfügung.
Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da ist die Schweiz!
Den momentanen Zustand der Bundesregierung dokumentiert jedoch am besten ein Minister, der leider auch nicht anwesend ist, nämlich Herr Minister Böhmdorfer, der sich doch tatsächlich dazu verstiegen hat, den Gedanken auszuformulieren, dass man in Österreich in Zukunft Richter auf Zeit bestellen könnte. (Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da ist die Schweiz!)
Abg. Scheibner: Das sieht man bei Lainz, wie Sie sich unterscheiden! Gott sei Dank unterscheiden Sie sich von uns!
Wir Sozialdemokraten unterscheiden uns da von Ihnen massiv. (Abg. Scheibner: Das sieht man bei Lainz, wie Sie sich unterscheiden! Gott sei Dank unterscheiden Sie sich von uns!) Wir nehmen uns der Probleme der Menschen an. (Abg. Scheibner: Was habt ihr gemacht die letzten Jahre?) Wir haben ein Pensions-Fairnessmodell vorgestellt; wir haben ein Konzept für ein Gesundheitssystem, das allen den gleichen Zugang unabhängig vom Einkommen sichert; wir haben heute ein Bundespflegeheimgesetz überreicht; und wir sind die Einzigen, die ein Steuersenkungsprogramm in diesem Haus eingebracht haben.
Abg. Scheibner: Was habt ihr gemacht die letzten Jahre?
Wir Sozialdemokraten unterscheiden uns da von Ihnen massiv. (Abg. Scheibner: Das sieht man bei Lainz, wie Sie sich unterscheiden! Gott sei Dank unterscheiden Sie sich von uns!) Wir nehmen uns der Probleme der Menschen an. (Abg. Scheibner: Was habt ihr gemacht die letzten Jahre?) Wir haben ein Pensions-Fairnessmodell vorgestellt; wir haben ein Konzept für ein Gesundheitssystem, das allen den gleichen Zugang unabhängig vom Einkommen sichert; wir haben heute ein Bundespflegeheimgesetz überreicht; und wir sind die Einzigen, die ein Steuersenkungsprogramm in diesem Haus eingebracht haben.
Abg. Scheibner: Das wollte die Opposition, Herr Kollege!
Schade ist nur, dass auch diese Lösung von der ÖVP mehrere Monate lang verzögert wurde, denn wir waren eigentlich bereits im Frühsommer mit dieser Lösung fertig und hatten sie auch vereinbart. Trotzdem wurde vertagt. Das lässt natürlich den Verdacht aufkommen, dass man kein Präjudiz (Abg. Scheibner: Das wollte die Opposition, Herr Kollege!) für die Landeswahlordnungen in Oberösterreich und in Tirol schaffen wollte, mit dem man unter Umständen Gefahr laufen könnte, in diesen Bundesländern jene jungen Leute zur Wahl zu bringen, die vielleicht nicht genehm sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!) Letztendlich ist es nicht aufzuhalten, und es wird auch dort den Vollzug dieses oder eines ähnlichen Gesetzes geben.
Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!
Schade ist nur, dass auch diese Lösung von der ÖVP mehrere Monate lang verzögert wurde, denn wir waren eigentlich bereits im Frühsommer mit dieser Lösung fertig und hatten sie auch vereinbart. Trotzdem wurde vertagt. Das lässt natürlich den Verdacht aufkommen, dass man kein Präjudiz (Abg. Scheibner: Das wollte die Opposition, Herr Kollege!) für die Landeswahlordnungen in Oberösterreich und in Tirol schaffen wollte, mit dem man unter Umständen Gefahr laufen könnte, in diesen Bundesländern jene jungen Leute zur Wahl zu bringen, die vielleicht nicht genehm sind. (Abg. Scheibner: Das ist ein Unsinn!) Letztendlich ist es nicht aufzuhalten, und es wird auch dort den Vollzug dieses oder eines ähnlichen Gesetzes geben.
Abg. Scheibner: Was? Mit 16?
Man lässt sie alle Geschäfte des täglichen Lebens verrichten: Sie können Verträge abschließen, sie können Konten eröffnen, sie können Steuer zahlen. (Abg. Scheibner: Was? Mit 16?) Alle Geschäfte des täglichen Lebens sind erlaubt und werden auch gemacht. Sie dürfen Steuern zahlen, dürfen aber nicht über die Verwendung dieser ihrer Steuern mitbestimmen. Das ist erstens ein logisch falscher Schluss und zweitens auch im Hinblick auf den Generationenvertrag, der in den Diskussionen der letzten Monate so oft beschworen wurde, schlecht.
Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös, diese Argumentation!
Überhaupt ist für mich die ganze Diskussion merkwürdig, wenn die Frau Bundesminister von einer Generation, die mehr auf Partys geht, als Kinder macht, spricht, letztendlich aber selber Kinder hat, die wiederum keine Kinder haben und Doppelverdiener sind. Man kann natürlich immer mit zweierlei Maß messen. Wenn es mich selbst betrifft, dann lieber nicht, wenn es die andern betrifft, dann schon. (Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös, diese Argumentation!) – Das ist schon seriös, weil es so ist. Es ist eine Tatsache! Man kann immer Wasser predigen und Wein trinken. Wenn für die anderen das Wasser recht ist, dann soll es aber auch für denjenigen, der eine solche Diskussion eröffnet, recht sein.
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! „Auch“!
Diese Generation, die oft als „Internet-Generation“ bezeichnet worden ist, ist an Politik interessiert. Ich glaube, man muss das zur Kenntnis nehmen, dass es eine Differenzierung gibt zwischen Parteipolitik und inhaltlicher Politik. Und ich glaube nicht, Herr Kollege Scheibner, dass man Politik nur innerhalb von Parteien machen kann, im Gegenteil! (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! „Auch“!) Ich halte soziale Bewegungen, aber auch, dass junge Leute, wie jetzt beim Irak-Krieg, für etwas auf die Straße gehen, ebenfalls für politische Aktivitäten. Das ist eine Zivilgesellschaft, die politisch aktiv ist.
Abg. Scheibner: Das wäre ja keine Fernsehzeit gewesen!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich verstehe jetzt viel besser, warum es nicht gewünscht war, dass dieses Thema heute in der Fernsehzeit diskutiert wird (Abg. Scheibner: Das wäre ja keine Fernsehzeit gewesen!), denn, angefangen von der Frau Kollegin Baumgartner-Gabitzer, dermaßen lustlos ein Thema vorzutragen, mit skurrilen Argumenten gespickt, die überhaupt nicht stimmen, das spricht für sich. (Abg. Dr. Fekter: Da haben Sie nicht aufgepasst! Die Frau Kollegin Baumgartner war ziemlich engagiert und sachlich! Sachlich war sie! Das ist etwas, was Sie nicht kennen!)
Abg. Scheibner: Wer hat denn diesen Unsinn eingeführt?
An und für sich ist das heute meiner Ansicht nach ein Zeichen für Parlamentarismus, wenn eine Partei, die in Opposition ist, einen Antrag einbringt, immerhin mit Verfassungsbestimmungen, und die Parteien der kleinen Koalition dem hier zustimmen und im Prinzip konstruktiv in dieser Frage mitarbeiten. Es ist nur schade, dass solche Urheberrechtsstreitigkeiten passieren. Kollege Scheibner, Sie müssen keine DNA-Analyse machen, Sie müssen nur den Antrag, den die SPÖ im März eingebracht hat, und den Vier-Parteien-Antrag übereinander legen, und dann werden Sie sehen, sie sind deckungsgleich. – So viel zur DNA- oder DNS-Analyse, von der Sie gemeint haben, dass Sie sie bräuchten. (Abg. Scheibner: Wer hat denn diesen Unsinn eingeführt?)
Abg. Scheibner: Wer hat denn den Unsinn eingeführt?
Aber zu diesem Antrag, so wichtig er ist – und der Kollege Amon hat am Anfang des letzten Wahlkampfes immer dazwischen geschrien: Das war ja meine Idee! – (Abg. Scheibner: Wer hat denn den Unsinn eingeführt?), muss ich doch sagen: Diese Idee hatten letztes Jahr 85 000. Ich könnte jetzt auch einen Antrag zitieren, den ich 1986 geschrieben habe, der das betrifft, denn das ist überhaupt nichts Neues. (Abg. Steibl: So alt bist du schon?!) So alt, stellen Sie sich vor! Ich war mit 17 schon politisch aktiv, es tut mir sehr Leid, ich bin jetzt 35, die grauen Haare von Ihnen habe ich allerdings noch nicht. Ich sage jetzt nur, ich bin jetzt ... (Zwischenruf des Abg. Amon.) – Dann sind Sie erst letztes Jahr draufgekommen, wie das ist.
Abg. Scheibner: Das ist in der SPÖ auch notwendig!
Aber wenn wir uns die Diskussion über die Rahmenbedingungen in den letzten Wochen angehört haben, so bekommen wir da den Eindruck – ich habe gelernt, mich über kleine Schritte zu freuen (Abg. Scheibner: Das ist in der SPÖ auch notwendig!) –, dass es ein bisschen weitergegangen ist, zumindest in der Debatte. Ich fürchte aber, dass Sie in der Rhetorik stecken bleiben.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Konsequenz? – Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihr Skandal! Sozialdemokratischer Skandal!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Marek müsste sich öfters in ihrem Wahlkreis aufhalten, dann wäre ihr die Entwicklung im Franz-Joseph-Spital mit der Errichtung eines neuen Geriatriezentrums nicht entgangen, und sie hätte sich nicht in ein Thema verbohrt, wo die Vorfälle aufgedeckt werden, wo die Vorfälle behandelt und erledigt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Konsequenz? – Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihr Skandal! Sozialdemokratischer Skandal!) – Wollen Sie jetzt sprechen? Dann tragen Sie sich bitte in die Liste ein! (Abg. Scheibner: Na, vielleicht überheblich sein!)
Abg. Scheibner: Na, vielleicht überheblich sein!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Frau Marek müsste sich öfters in ihrem Wahlkreis aufhalten, dann wäre ihr die Entwicklung im Franz-Joseph-Spital mit der Errichtung eines neuen Geriatriezentrums nicht entgangen, und sie hätte sich nicht in ein Thema verbohrt, wo die Vorfälle aufgedeckt werden, wo die Vorfälle behandelt und erledigt werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist die Konsequenz? Wo ist die Konsequenz? – Abg. Dr. Fekter: Das ist Ihr Skandal! Sozialdemokratischer Skandal!) – Wollen Sie jetzt sprechen? Dann tragen Sie sich bitte in die Liste ein! (Abg. Scheibner: Na, vielleicht überheblich sein!)
Abg. Scheibner: Kein Wort zu diesem Skandal!
Ich möchte jetzt über ein Tabuthema in unserer Gesellschaft sprechen, denn Kranksein, Altwerden, Behindertsein sind in einer Gesellschaft (Abg. Mag. Molterer: ... Pittermann-Skandal!), in der Wellness, Fitsein und Jugendlichkeit Schwerpunkte sind, kein Thema in der öffentlichen Diskussion. (Abg. Scheibner: Kein Wort zu diesem Skandal!) Das sind Tabuthemen, und wir sollten uns wirklich bemühen, darüber sachlich zu diskutieren. Ich weiß, dass Sie einer sachlichen Diskussion nicht immer leicht folgen können. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie! Hören Sie einmal auf mit Ihrer Überheblichkeit! Sagen Sie einmal etwas zu diesem Skandal!
Es geht darum, dass im Pflegebereich eine einheitliche Berufsausbildung geschaffen wird. (Abg. Scheibner: Sie! Hören Sie einmal auf mit Ihrer Überheblichkeit! Sagen Sie einmal etwas zu diesem Skandal!) Es geht darum, dass, wenn 80 Prozent der Angehörigen in unserem Land pflegebedürftige Familienmitglieder pflegen, diese Angehörigen gestärkt werden. Es geht darum, dass wir Qualitätskriterien für die Pflege entwickeln. (Abg. Mag. Molterer: Und sonst ist alles in Ordnung in Wien?!) Es geht darum, dass es eine Tagesbetreuung für pflegende Angehörige gibt, damit die pflegebedürftigen Familienmitglieder dort untergebracht werden können. Und es muss auch die Möglichkeit vom Urlaub von der Pflege gegeben sein.
Abg. Mag. Molterer: Mein Gott, na! – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
So wurde hier davon gesprochen, dass es wichtig ist, dass mehr Pflegepersonal zur Verfügung gestellt wird. Und dieses Pflegepersonal kann in Wien nicht gefunden werden, weil von Seiten dieser Bundesregierung eine restriktive Zuwanderungspolitik gemacht wird. (Abg. Mag. Molterer: Mein Gott, na! – Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!) Pflegepersonen werden nicht als Schlüsselkräfte tituliert und können daher nicht berufstätig sein und nicht die Pflege übernehmen. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: ..., was Sie da jetzt gesagt haben! Das haben wir gern! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich beschönige gar nichts! (Abg. Scheibner: ..., was Sie da jetzt gesagt haben! Das haben wir gern! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.) Na bitte! Ich habe gesagt, ich möchte nicht der Pressesprecher der Frau Primaria sein. Also, dass man im Parlament seine Sinne, zumindest den Gehörsinn, beisammen hat, würde ich bei einer Debatte voraussetzen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Wittauer – in Richtung SPÖ –: Wo sind eure Chefs? – Abg. Scheibner: Wenn nicht einmal eure Chefs zustimmen, stimmen wir auch nicht zu! Ohne Chefs wird nicht zugestimmt!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein diesbezügliches Zeichen. – Es ist dies die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Wittauer – in Richtung SPÖ –: Wo sind eure Chefs? – Abg. Scheibner: Wenn nicht einmal eure Chefs zustimmen, stimmen wir auch nicht zu! Ohne Chefs wird nicht zugestimmt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Im Ausschuss! – Abg. Scheibner: Sachlich – ist das etwas Überraschendes?
Meine Damen und Herren! Als dritte Bemerkung darf ich nur festhalten: Kollege Puswald war wirklich außerordentlich sachlich im Ausschuss. Das darf ich bestätigen: Er war außerordentlich sachlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Im Ausschuss! – Abg. Scheibner: Sachlich – ist das etwas Überraschendes?)
Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.
Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.) Hier gibt es eine Zusammenrottung der Klubobleute. Ich möchte Sie bitten, dies aus Respekt vor dem Redner einzustellen. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!) Es gibt jedenfalls keine gebührende Beachtung für einen Redner. Meine Aufgabe ist es, diese Beachtung sicherzustellen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!
Meine Damen und Herren! (Die Abgeordneten Mag. Molterer, Dr. Cap und Scheibner besprechen sich vor den Sitzreihen.) Hier gibt es eine Zusammenrottung der Klubobleute. Ich möchte Sie bitten, dies aus Respekt vor dem Redner einzustellen. (Abg. Scheibner: Herr Präsident, wir „rotten“ nicht!) Es gibt jedenfalls keine gebührende Beachtung für einen Redner. Meine Aufgabe ist es, diese Beachtung sicherzustellen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Scheibner: Von wem?
Was sagen Sie dazu, Herr Kollege? Wie geht es Ihnen dabei? Stimmt das, stimmt das nicht oder erwarten Sie sogar Lob dafür? – Ich kann Ihnen sagen: Die Öffentlichkeit, die Damen und Herren Journalisten loben Sie nicht. Ganz im Gegenteil, Herr Kollege Scheibner: Sie werden in Grund und Boden kritisiert für diese Verschleuderung von Volksvermögen (Abg. Scheibner: Von wem?), die Sie ja auch mitzuverantworten haben! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Vorsichtiger Applaus!)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie da untersuchen?
So schaut’s aus! Rechtfertigt das nicht einen Untersuchungsausschuss, Kollege Molterer? (Abg. Scheibner: Was wollen Sie da untersuchen?) Welche Kursphantasie hat denn da den Herrn Bundeskanzler getrieben?
Abg. Scheibner: Was wollen Sie denn untersuchen?
Es ist ja bezeichnend, dass der Wirtschaftsminister Bartenstein sagt, es wäre ja absurd, hier einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. (Abg. Mag. Mainoni: Der Lombard-Club!) Die Rolle des Managers Wolf zum Beispiel, sollte man die nicht einmal untersuchen? (Abg. Scheibner: Was wollen Sie denn untersuchen?)
Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!
Zunächst zu Herrn Kollegen Scheibner: Eigentlich bräuchten wir – oder vielmehr Sie – ja einen regierungsinternen Untersuchungsausschuss, denn wenn ich mich recht erinnere, waren es FPÖ-Minister, die mehr oder weniger verzweifelt am Tag des so genannten Privatisierungsbeginns in die ÖIAG-Zentrale gepilgert sind, mit Rechtsmeinungen, die, wie ich meine, überhaupt nicht so abwegig waren. Da wurde vom Herrn Vizekanzler behauptet, der ganze Regierungsbeschluss kann nur darin enden, dass 25 Prozent bei der ÖIAG bleiben müssen. (Abg. Dr. Matznetter: So ist es!) Diese Meinung hätte ich zwar nicht geteilt ... (Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!) – Natürlich hat er das gesagt! Das hat er zwar zur Überraschung aller gesagt, das gebe ich zu, aber er hat es gesagt. (Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!)
Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!
Zunächst zu Herrn Kollegen Scheibner: Eigentlich bräuchten wir – oder vielmehr Sie – ja einen regierungsinternen Untersuchungsausschuss, denn wenn ich mich recht erinnere, waren es FPÖ-Minister, die mehr oder weniger verzweifelt am Tag des so genannten Privatisierungsbeginns in die ÖIAG-Zentrale gepilgert sind, mit Rechtsmeinungen, die, wie ich meine, überhaupt nicht so abwegig waren. Da wurde vom Herrn Vizekanzler behauptet, der ganze Regierungsbeschluss kann nur darin enden, dass 25 Prozent bei der ÖIAG bleiben müssen. (Abg. Dr. Matznetter: So ist es!) Diese Meinung hätte ich zwar nicht geteilt ... (Abg. Scheibner: Hat er nicht gesagt!) – Natürlich hat er das gesagt! Das hat er zwar zur Überraschung aller gesagt, das gebe ich zu, aber er hat es gesagt. (Abg. Scheibner: Er hat gesagt: Wenn es nicht möglich ist, die 25 Prozent ...!)
Sitzung Nr. 34
Abg. Scheibner: Das zeigt sich bei Lainz!
Wenn Sie die Pensionsreform als Erfolg darstellen, dann finde ich das höchst überraschend, weil Sie da wirklich eingegriffen und kleinste Pensionen gekürzt haben. (Abg. Scheibner: Das zeigt sich bei Lainz!)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie es wenigstens verstanden, diesen Vergleich!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Liebe Politikinteressierte! „Generationenreiches Österreich“ – ich weiß nicht, wie es Ihnen mit diesem Begriff gegangen ist. Das Erste, das mir dazu eingefallen ist, war die Bundeshymne. Diese bin ich dann im Geiste durchgegangen: Es ist zwar das „viel geliebte Österreich“, das „viel geprüfte Österreich“ und das „viel gerühmte Österreich“ enthalten, aber nicht das generationenreiche Österreich. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie es wenigstens verstanden, diesen Vergleich!)
Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!
Die zweite Idee, die mir dazu gekommen ist, war, ob die FPÖ damit das Thema behandeln will, wie viele Generationen von Ministern und Ministerinnen, wie viele Generationen von Parteivorsitzenden (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ) und Vizekanzlern sie mittlerweile in knapp vier Jahren Regierungstätigkeit schon verbraucht hat. (Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!) Es war mir aber dann klar, Herr Kollege Scheibner, dass es bei Gott wichtigere Dinge in Österreich gibt, als sich immer mit Ihrer zerbröselnden FPÖ auseinander zu setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!
Die zweite Idee, die mir dazu gekommen ist, war, ob die FPÖ damit das Thema behandeln will, wie viele Generationen von Ministern und Ministerinnen, wie viele Generationen von Parteivorsitzenden (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ) und Vizekanzlern sie mittlerweile in knapp vier Jahren Regierungstätigkeit schon verbraucht hat. (Abg. Scheibner: Das ist nicht Ihr Problem!) Es war mir aber dann klar, Herr Kollege Scheibner, dass es bei Gott wichtigere Dinge in Österreich gibt, als sich immer mit Ihrer zerbröselnden FPÖ auseinander zu setzen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Fangen Sie endlich mit dem Thema an, Sie haben nur 5 Minuten!)
Abg. Scheibner: Wir würden gerne einmal hören, was Sie zu den Generationen zu sagen haben, zu der Jugend, zu den Senioren! Dazu fällt Ihnen nichts ein!
Sie möchten gerne davon ablenken, das verstehe ich schon. (Abg. Scheibner: Wir würden gerne einmal hören, was Sie zu den Generationen zu sagen haben, zu der Jugend, zu den Senioren! Dazu fällt Ihnen nichts ein!) Ich meine, es bleibt trotzdem noch genug Zeit, und wenn Sie zuhören, dann hören Sie auch, worum es sonst im Bereich Generationen geht.
Abg. Scheibner: Mehr als in Wien!
Im Allgemeinen, meine Damen und Herren, möchte ich nur auf die Aussage von Herrn Bundesminister Haupt bezüglich Generationen eingehen, denn alle anderen Aussagen waren unseriös und nicht diskutabel. Der Herr Bundesminister hat gesagt: Der Zustand der Generationen ist wichtig für eine Gesellschaft. Jetzt frage ich mich: Wie schauen Sie auf diese Generationen? Wie viel sind Ihnen diese Generationen wert? Was machen Sie denn, Herr Kollege Scheibner, für die Generationen, die in Österreich leben? (Abg. Scheibner: Mehr als in Wien!) Wissen Sie, was Sie sich leisten, Herr Kollege Scheibner? – Sie leisten sich 240 000 Arbeitslose in Österreich. Das ist Ihnen das wert, 240 000 Arbeitslose? – Uns nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie sich das einmal an! Was haben Sie gemacht für die Familien, was haben Sie gemacht für die älteren Menschen? – Nichts haben Sie gemacht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie sich das einmal an! Was haben Sie gemacht für die Familien, was haben Sie gemacht für die älteren Menschen? – Nichts haben Sie gemacht!
Im Allgemeinen, meine Damen und Herren, möchte ich nur auf die Aussage von Herrn Bundesminister Haupt bezüglich Generationen eingehen, denn alle anderen Aussagen waren unseriös und nicht diskutabel. Der Herr Bundesminister hat gesagt: Der Zustand der Generationen ist wichtig für eine Gesellschaft. Jetzt frage ich mich: Wie schauen Sie auf diese Generationen? Wie viel sind Ihnen diese Generationen wert? Was machen Sie denn, Herr Kollege Scheibner, für die Generationen, die in Österreich leben? (Abg. Scheibner: Mehr als in Wien!) Wissen Sie, was Sie sich leisten, Herr Kollege Scheibner? – Sie leisten sich 240 000 Arbeitslose in Österreich. Das ist Ihnen das wert, 240 000 Arbeitslose? – Uns nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schauen Sie sich das einmal an! Was haben Sie gemacht für die Familien, was haben Sie gemacht für die älteren Menschen? – Nichts haben Sie gemacht!)
Abg. Scheibner: Das Wirtschaftswachstum ... gerettet, das Konjunkturpaket!
Der Herr Bundeskanzler hat gestern in der „ZiB 2“ angekündigt, dass es Mitte November das nächste Konjunkturpaket geben werde. Wenn das so greift wie das letzte Konjunkturpaket, dann sage ich: Gute Nacht, Österreich! – Es hat keinen einzigen Lehrplatz mehr gebracht, und von Monat zu Monat steigt die Zahl der Lehrstellensuchenden, anstatt dass sie sinkt. Herr Kollege Scheibner! Erklären Sie mir, was das Konjunkturbelebungspaket gebracht hat! (Abg. Scheibner: Das Wirtschaftswachstum ... gerettet, das Konjunkturpaket!) Na, ich bin schon neugierig, wenn Sie sich zu Wort melden.
Abg. Scheibner: Das werde ich Ihnen erklären!
Außerdem bezeichnen Sie Arbeitslosigkeit, Frau Kollegin Bleckmann, als Schönheitsfehler. Wir tun das nicht. Das ist aber typisch für Ihre neoliberale Politik. Wissen Sie, was neoliberale Politik ist? (Abg. Scheibner: Das werde ich Ihnen erklären!) – Den Menschen und seine Schicksale auszuklammern. Das ist Ihre Politik, die Sie seit dem Jahr 2000 betreiben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann gegen das Kinderbetreuungsgeld? Wieso waren Sie dagegen? Sie waren dagegen!
Man kann nicht nur von Vereinbarkeit von Beruf und Familie sprechen, sondern man muss auch Maßnahmen setzen, die diese Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. (Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann gegen das Kinderbetreuungsgeld? Wieso waren Sie dagegen? Sie waren dagegen!) Das Kindergeld allein ermöglicht das nicht. Kollege Amon, du bist Vater geworden, ich weiß nicht, ob nicht auch für dich das Kind karrierehemmend ist wie für so viele Väter – weil immer noch unter 2 Prozent Männer in Väterkarenz gehen. (Abg. Neugebauer: Er tut etwas für den Generationenvertrag!) Vielleicht gehst du in Karenz, das wäre sicher nicht schlecht. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Beim Schuldenmachen dürfen Sie nicht sehr laut reden!
Die Generation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land wird von Ihnen von der Bundesregierung auch sträflich vernachlässigt. Es ist egal, ob man Single ist, ob man Familie hat, es ist Tatsache, dass die arbeitenden Menschen in Österreich durch die Abgaben und Steuern, die durch Sie das höchste Niveau seit vielen Jahren erreicht haben, eigentlich nichts herausbekommen. (Bundesminister Mag. Haupt: Wir sind dort, wo wir 1998 bei Ihnen waren!) Wo sind die Reformen, die genau diesen Bevölkerungsgruppen zugute kommen? Leistungen des Staates wurden zurückgeschraubt und nicht erhöht – und trotzdem macht Herr Grasser immer mehr Schulden. (Abg. Scheibner: Beim Schuldenmachen dürfen Sie nicht sehr laut reden!) Wir müssen uns daher schön langsam fragen, wohin das Geld gekommen ist. Vielleicht können Sie es mir sagen, Herr Klubobmann Molterer.
Abg. Scheibner: Endlich einmal ein gescheiter Jugendsprecher!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Lichtenegger. Auch er spricht 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner: Endlich einmal ein gescheiter Jugendsprecher!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!
Es ist das Stichwort „Jugendarbeitslosigkeit“ gefallen. Wir in Kärnten konnten einen Beschäftigungsboom erreichen. (Abg. Dr. Glawischnig: Aber das ist das größte Märchen überhaupt!) Wir haben 6 500 Ausbildungsplätze. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!) Frau Kollegin, wenn Sie einmal nach Kärnten kommen – nach Spittal, wo man Sie nicht so gerne hat; Sie bleiben besser in Wien –, werden Sie sehen, wie das in Kärnten ist.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! Wie immer!
Da hilft es auch nicht, wenn man in schönen Reden das generationenreiche Österreich beschwört. Ich darf nur als Detail am Rande festhalten: Dieser Generationenreichtum spiegelt sich zumindest in diesem Haus nicht wider. (Abg. Mag. Molterer: In der ÖVP-Fraktion schon!) Es ist schon fast merkwürdig, wenn die Erstrednerin, Abgeordnete Rosenkranz, eine Art „vorsorgenden Egoismus“ pflegt und uns auffordert, wir mögen doch hier dafür sorgen, dass das Schicksal der alten Menschen gut abgesichert wird, denn das werde uns alle ereilen. – Wenn das Ihr Zugang zur Jugend- und zur Generationenpolitik ist, dann danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! Wie immer!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ehre ist auch etwas Wichtiges, nicht nur Euro! – Abg. Scheibner: Seit wann sind die Grünen so materialistisch?
Es kommt mir auch merkwürdig vor, wenn zwar gefordert wird, man möge der Aufbaugeneration die ihr gebotene Ehre erweisen – anständige Pensionen, insbesondere für die Frauen der Aufbaugeneration, gibt es aber nicht. Da hätte ich lieber eine gute Pension, als Frau eine eigenständige Pension, als diesen Appell an die Ehre. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Halten Sie nichts von Ehre?) – Am Konto habe ich lieber „Euros“ als „Ehres“. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ehre ist auch etwas Wichtiges, nicht nur Euro! – Abg. Scheibner: Seit wann sind die Grünen so materialistisch?)
Abg. Scheibner: Ihre Ratschläge brauchen wir überhaupt!
Die Zeit wird schön langsam knapp – bis zum Jahresende sind es nur noch wenige Monate –, um die entscheidenden Maßnahmen zu treffen, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn sich die FPÖ in der Zwischenzeit damit begnügt, die Steuerentwicklung zu beobachten, dann würde ich Ihnen Folgendes empfehlen (Abg. Scheibner: Ihre Ratschläge brauchen wir überhaupt!): Schließen Sie diesen Beobachtungszeitraum mit der nächsten Sitzung des Nationalrates ab, damit wir noch im November eine Steuersenkung beschließen können, die der österreichischen Wirtschaft und den österreichischen Arbeitnehmern tatsächlich mehr hilft als dieses Sesselrücken in der Regierung! (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ehrt sie!
Da ich den Eindruck habe, dieser Tage verselbständigen sich bestimmte Gerüchte, sage ich gleich dazu: Unter diesen Schreiben und Blumensträußen befand sich auch einer des Herrn Landeshauptmannes Pühringer. Das war aber lange vor der Landtagswahl. (Heiterkeit.) Mit anderen Worten: Ich bin völlig unschuldig an dieser so genannten schwarz-grünen Vereinbarung in Oberösterreich. (Abg. Dr. Fekter: Das ist aber nichts Unanständiges!) – Eh nicht! Aber: Ehre, wem Ehre gebührt! Es sind in diesem Fall Rudi Anschober und die oberösterreichischen Grünen. (Abg. Scheibner: Das ehrt sie!) Und, Herr Molterer, Sie haben Recht: In Zukunft werde ich Landesräte noch wichtiger nehmen, als ich es ohnedies schon immer getan habe. (Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Molterer: Erst wenn man Posten hat, nimmt man sie ernst!)
Abg. Scheibner: Da müssen wir uns noch sehr anstrengen!
Im Übrigen: Wenn ich mich nicht täusche, dann war sogar ein guter Wunsch des jetzigen Vizekanzlers, damaligen Bundesministers Gorbach dabei, und ich wäre auch unschuldig an Blau-Grün, was es ja nicht gibt. Ich wäre also hier ebenso wenig schuld wie im anderen Fall. (Abg. Scheibner: Da müssen wir uns noch sehr anstrengen!) – Ja! Da müssen wir uns noch viel anschauen, Herr Scheibner, sehr viel! (Abg. Scheibner: Anstrengen! – Abg. Mag. Stoisits – in Richtung Freiheitliche –: Ihr!) – Ja, ja.
Abg. Scheibner: Anstrengen! – Abg. Mag. Stoisits – in Richtung Freiheitliche –: Ihr!
Im Übrigen: Wenn ich mich nicht täusche, dann war sogar ein guter Wunsch des jetzigen Vizekanzlers, damaligen Bundesministers Gorbach dabei, und ich wäre auch unschuldig an Blau-Grün, was es ja nicht gibt. Ich wäre also hier ebenso wenig schuld wie im anderen Fall. (Abg. Scheibner: Da müssen wir uns noch sehr anstrengen!) – Ja! Da müssen wir uns noch viel anschauen, Herr Scheibner, sehr viel! (Abg. Scheibner: Anstrengen! – Abg. Mag. Stoisits – in Richtung Freiheitliche –: Ihr!) – Ja, ja.
Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie das nicht gehört? – Ohren waschen, Scheibner!
Von Ihnen, Herr Abgeordneter Gusenbauer, brauchen wir aber keine Ratschläge, auch nicht, was Inhalte anlangt – aber diesbezüglich ist ohnehin nicht viel von Ihnen gekommen (Abg. Dr. Gusenbauer: Haben Sie das nicht gehört? – Ohren waschen, Scheibner!) –, denn Ihre Inhalte kennen wir ja: Krankenkassenbeiträge erhöhen, Wohnbauförderung abschaffen, all das haben Sie, Herr Abgeordneter Gusenbauer, in letzter Zeit präsentiert. Und das ist sicherlich nicht unsere Politik! Ansonsten haben Sie heute mit einem bemerkenswert akzentfreiem Russisch „njet“ gesagt zu all dem, was von der Freiheitlichen Partei und von der Regierung gekommen ist. Ich weiß nicht, warum das so akzentfrei kommt. Vielleicht ist das, Herr Abgeordneter Gusenbauer, irgendwo auch in Ihrer politischen, ideologischen Vergangenheit – oder auch Gegenwart – bedingt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! Fragen Sie Professor Van der Bellen!
Aber das Dramatische daran ist, dass Sie wieder mit einem Konzept daherkommen, das Flat-Tax heißt und im Wesentlichen eines bedeutet: weniger Steuern für die Reichen! (Abg. Wattaul: Falsch! Das heißt flache Steuern!) Da frage ich Sie: Ist das tatsächlich Ihre Lösung, wo Sie doch noch vor wenigen Monaten gesagt haben, die untersten Einkommensbereiche, die Bezieher kleinster Einkommen müssten entlastet werden, die Steuerreform müsste eine Entlastung für diejenigen bringen, die jetzt am meisten draufgezahlt haben? Flat-Tax heißt 25 Prozent für alle, was wiederum das Gleiche heißt: weniger Steuern für die Reichen! So ist es, es tut mit wirklich Leid! (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! Fragen Sie Professor Van der Bellen!) Ein sehr interessanter Vorschlag für eine Partei, die sich einmal für den „kleinen Mann“ und die „kleine Frau“ stark gemacht hat. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das war nicht er!
Ich rufe seine Flops in Erinnerung: Ambulanzgebühr, Unfallrentenbesteuerung, massive Verschlechterung der Pensionen. (Abg. Scheibner: Das war nicht er!) Zum ÖGB-Modell kann ich nur sagen: Herr Haupt, bitte orientieren Sie sich an dem Leitspruch von Max Walch: Lesen, denken und dann reden! Das ÖGB-Modell kann Herr Haupt nämlich nicht gelesen haben beziehungsweise jedenfalls nicht so wie Herr Klubob-
Abg. Scheibner: Wo ist die Klubführung? Aus Ihren eigenen Reihen wollen sie nicht zuhören! – Abg. Wittauer: Da wollen Sie uns einen Vorwurf machen? – Unruhe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Es ist schade, dass es die Regierungsmitglieder offensichtlich nicht der Mühe wert finden, der weiteren Debatte zu folgen. (Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP: Und die SPÖ-Abgeordneten?) Es geht um die Regierungserklärung. (Abg. Scheibner: Wo ist die Klubführung? Aus Ihren eigenen Reihen wollen sie nicht zuhören! – Abg. Wittauer: Da wollen Sie uns einen Vorwurf machen? – Unruhe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich halte es für äußerst unhöflich, dass Sie mich am Rednerpult niederbrüllen. Das ist sehr unhöflich, meine Kolleginnen und Kollegen!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es gibt genug Beispiele, wie die SPÖ mit Leuten umgeht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was man überall anders schon weiß, ist, dass dieses Tier nicht zu reiten ist, weil es nämlich nicht weiß, wer es ist und wo es hin will: Die einen wollen in Opposition, die anderen wollen in die Regierung. Und das, was Sie tun, ist: Sie tauschen den Reiter aus – und lassen bei dieser Gelegenheit auch noch den einzigen Tierarzt, der vielleicht geholfen hätte, gehen. Das ist das Problem, das wir heute diskutieren – und nicht eine Regierungserklärung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es gibt genug Beispiele, wie die SPÖ mit Leuten umgeht!)
Abg. Scheibner: Da erinnern Sie mich an etwas! Wer war denn da mit dabei, Frau Kollegin? Das sollten Sie besser nicht erwähnen!
Mit der vorgestrigen Regierungsumbildung ist deutlich geworden, dass jetzt nur mehr „Umgelobungen“ stattfinden. Angelobungen waren im Jahr 2000 ja praktisch nur über einen unterirdischen Gang möglich. (Abg. Scheibner: Da erinnern Sie mich an etwas! Wer war denn da mit dabei, Frau Kollegin? Das sollten Sie besser nicht erwähnen!) Die „Umgelobungen“ haben, wie gesagt, zu einer – wie soll man sagen? – Taferlwechslerei geführt. Es bleibt nicht viel übrig, als einen Herrn aus Vorarlberg als den der ÖVP angenehmsten Partner als Vizekanzler zu nehmen.
Abg. Scheibner: Also bitte!
Damit wir aber in Österreich den hohen Lebensstandard halten können, für den die Sozialdemokraten in diesem Staat verantwortlich waren, für den sie Verantwortung trugen, ist neben einer guten Infrastrukturpolitik auch noch eine effiziente Wirtschaftspolitik wichtig, die jedoch nicht vorhanden ist. Es wäre auch noch eine hervorragende Bildungs- und Forschungspolitik wichtig. In diesem Bereich, sehr geehrte Damen und Herren, wurde aber überhaupt alles verhunzt, was zu verhunzen ist. (Abg. Scheibner: Also bitte!)
Abg. Scheibner: Was heißt das wieder?
Doch das rührt Frau Ministerin Gehrer nicht. Sie träumt von Nobelpreisen. Im Gegensatz dazu werden aber morgen Honoratioren wie der Star-Chirurg Professor Margreiter auf die Straße gehen, um sich dagegen zu wehren, was hier passiert, nämlich die Zerschlagung der Medizinischen Fakultät Innsbruck. All diese Professoren gehen morgen auf die Straße, können keine Menschenleben retten, weil sie der Meinung sind, da können sie nicht mehr zuschauen. (Abg. Scheibner: Was heißt das wieder?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist das!
Lassen Sie mich zum Schluss noch sagen: Diese Regierungsumbildung greift zu kurz – Strasser, Grasser, Gehrer hätten dazu gehört. Doch was bleibt dann? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unerträglich ist das!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!
Wir sind keine Insel der Seligen, aber wir sind ein sicherer Hafen. Wir haben ein gutes Fundament geschaffen. Das Konjunkturbelebungspaket 3, die nächste Etappe der Steuerreform, wird einen ganz wichtigen Wachstumsimpuls, einen wichtigen Beschäftigungsimpuls für Österreich bringen. Stimmen Sie diesem richtigen Weg für Österreich zu! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Parnigoni: Das ist eine gefährliche Drohung!)
Abg. Scheibner: Seid froh, dass ihr diskutieren könnt!
Jetzt sind wir in einem Stadium, meine sehr geehrten Damen und Herren, in dem man sich die Frage stellen muss: Wird es nicht langsam etwas zu eng? – Jetzt sitzen Sie heute schon wieder da und machen eine Regierungserklärung. (Abg. Scheibner: Seid froh, dass ihr diskutieren könnt!) Jetzt kommen die Regierungserklärungen und die Stellungnahmen der Bundesregierung fast schon in einer Taktrate von einem Monat, in denen Sie sich zu den nächsten Vorhaben der Regierung immer neu erklären müssen. Es fällt Ihnen nichts ein als wieder der Verweis: Das Kindergeld haben wir für Österreich geschaffen – und jetzt nehmen wir uns vieles vor.
Abg. Scheibner: Von der Opposition!
Meine geschätzten Damen und Herren! Es sind wenig später dankende Worte an den Vizekanzler gerichtet worden. Niemand – ich betone: niemand! – hat es wert gefunden, zu applaudieren. (Abg. Scheibner: Von der Opposition!) Und abschließend – das ist wirklich traurig – hat sich der Herr Vizekanzler hier im Hohen Haus bei allen Abgeordneten für die Zusammenarbeit und für die Mitarbeit bedankt. Wissen Sie, was beschämend ist? – Ein einziger Abgeordneter der SPÖ hat geklatscht. Das ist beschämend für dieses Haus, beschämend für die Republik und beschämend für die Bürgerinnen und Bürger, die zusehen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die haben keine Manieren!)
Abg. Scheibner: Und die Privilegien!
Der Herr Vizekanzler und Infrastrukturminister hat nie die Mitarbeiter und ihre Familien angegriffen, hat nie dahin gehend argumentiert, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Familien Nachteile entstehen, sondern er hat immer nur das System angegriffen. (Abg. Scheibner: Und die Privilegien!) Und damit haben Sie, meine Damen und Herren, ein Problem, denn Sie haben jahrzehntelang dieses System gefördert
Beifall bei der SPÖ. – Empörter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Ich berichtige tatsächlich: Wien hat für sozial Schwache die allerniedrigsten Gebühren für Kindergartenplätze, nämlich null €. (Beifall bei der SPÖ. – Empörter Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht! Da gibt es Bundesländer, wo es für sozial Schwache gratis ist!
Für Durchschnittsverdiener ist der Tarif durchschnittlich, und für Spitzenverdiener ist er hoch, weil die Tarife nämlich sozial gestaffelt sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht! Da gibt es Bundesländer, wo es für sozial Schwache gratis ist!)
Abg. Scheibner: Nein, den Misstrauensantrag!
Herr Abgeordneter Scheibner! Wir haben oft gemeinsam für Untersuchungsausschüsse argumentiert. In letzter Zeit erklären Sie öffentlich – und ich verstehe das nicht –, eine Regierungspartei könne das ja anders klären, sie brauche keinen Untersuchungsausschuss. (Abg. Scheibner: Nein, den Misstrauensantrag!) Sie haben das auch beim Untersuchungsausschuss gesagt!
Abg. Scheibner: Wenn was daliegt, dann stimmen wir dafür! Es liegt schon etwas da, aber nicht für einen Untersuchungsausschuss!
Das ist ein wichtiger Punkt, Herr Abgeordneter Scheibner, denn das heißt, solange das ein Mehrheitsrecht ist, kann es gar keinen Untersuchungsausschuss geben. (Abg. Scheibner: Wenn was daliegt, dann stimmen wir dafür! Es liegt schon etwas da, aber nicht für einen Untersuchungsausschuss!)
Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Selbst wenn man Ihrer Auffassung folgt, dass all diese Fragen betreffend die Erfüllung des Unvereinbarkeitsgesetzes hier nicht zu debattieren oder zu beantworten sind, stellt sich doch erstens die Frage, ob es erlaubt ist, von der Regierungsbank aus zu sagen, man hätte einem Ausschuss des Parlaments etwas vorgelegt, wenn es nicht stimmt, dass all das tatsächlich diesem Ausschuss vorgelegt worden ist. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?) Von meinen Kollegen. (Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!) Nein, die Tatsache, ob etwas vorgelegt wurde oder nicht, unterliegt nicht der Vertraulichkeit. Der Inhalt dessen unterliegt der Vertraulichkeit! Ich habe über die Tatsache gesprochen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!
Abgeordneter Peter Schieder (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrter Herr Präsident! Selbst wenn man Ihrer Auffassung folgt, dass all diese Fragen betreffend die Erfüllung des Unvereinbarkeitsgesetzes hier nicht zu debattieren oder zu beantworten sind, stellt sich doch erstens die Frage, ob es erlaubt ist, von der Regierungsbank aus zu sagen, man hätte einem Ausschuss des Parlaments etwas vorgelegt, wenn es nicht stimmt, dass all das tatsächlich diesem Ausschuss vorgelegt worden ist. (Abg. Scheibner: Woher wissen Sie das alles?) Von meinen Kollegen. (Abg. Scheibner: Das unterliegt der Vertraulichkeit!) Nein, die Tatsache, ob etwas vorgelegt wurde oder nicht, unterliegt nicht der Vertraulichkeit. Der Inhalt dessen unterliegt der Vertraulichkeit! Ich habe über die Tatsache gesprochen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Dr. Fischer – auf Abg. Scheibner weisend –: Das war ein Antrag?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nachdem sich jetzt entsprechend unserer Praxis alle Klubobleute einmal zu Wort gemeldet haben, stelle ich zum Antrag des Herrn Abgeordneten Schieder fest, dass dies kein Antrag zur Geschäftsbehandlung ist, wie er unserer Geschäftsordnung entspricht. (Abg. Dr. Fischer – auf Abg. Scheibner weisend –: Das war ein Antrag?)
Abg. Scheibner: Habt ihr jetzt gearbeitet für diese Firma oder nicht?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister für Finanzen! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Als Mastermind der YLine-Desaster und des roten Netzwerkes – wie es die ÖVP zumindest darzustellen hofft – nütze ich zwei Sekunden zur Klarstellung für diejenigen, die nicht einmal im Firmenbuch nachschauen können: Eine Firma YLine gibt es erst seit 1999. Es wird jedem Kollegen schwer fallen, für diese 1998 einen Abschluss zu machen. (Abg. Scheibner: Habt ihr jetzt gearbeitet für diese Firma oder nicht?)
Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr!
der Flieger vornehmen hat lassen, lautete das Ergebnis nicht auf EADS-Eurofighter, sondern auf ein anderes Flugzeug. (Abg. Scheibner: Das ist ja nicht wahr!) Wir haben inzwischen festgestellt – und das war im Frühjahr dieses Jahres –, dass unter intensiver Mitwirkung des Mag. Grasser am 2. Juli eine andere Entscheidung getroffen wurde. (Ruf bei der ÖVP: Alte Hüte!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich komme, da die Redezeit schon zu Ende geht, zum wichtigsten Punkt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Meine Damen und Herren von der FPÖ! Wenn Kollege Strutz von Ihnen einen U-Ausschuss fordert, so stimmen Sie heute zu! Wenn der Minister nichts zu verbergen hat, können wir einen Untersuchungsausschuss machen. Wenn der Obmann der Salzburger FPÖ den Rücktritt von Grasser fordert, sollten Sie das hier auch tun! (Abg. Jakob Auer: Wie hoch war Ihre Gage?) Kollege Walch hat gesagt: Wenn das alles stimmt, nämlich dass er Aktien nicht gemeldet hat, dann muss man überlegen, ob Grasser noch tragbar ist! – Sie haben Recht, Herr Kollege Walch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Aber nicht nur, dass hier einfache gesetzliche Normen verletzt werden, es geht ja noch weiter: Auch das Verfassungsrecht ist offenbar nicht unbedingt das Liebkind dieser unglückseligen schwarz-blauen Koalition. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Blau-schwarzen Koalition, wenn Sie möchten, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Glückseligen!) Unglückseligen!
Abg. Scheibner: Glückseligen!
Aber nicht nur, dass hier einfache gesetzliche Normen verletzt werden, es geht ja noch weiter: Auch das Verfassungsrecht ist offenbar nicht unbedingt das Liebkind dieser unglückseligen schwarz-blauen Koalition. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Blau-schwarzen Koalition, wenn Sie möchten, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Glückseligen!) Unglückseligen!
Abg. Scheibner: Mein Gott! Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben?
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (SPÖ): Sehr geehrte Herren Präsidenten! Hohes Haus! Geschätzte Damen und Herren! Dieser Regierung ist bekanntlich in manchen Bereichen nichts zu teuer, koste es, was es wolle. Sie gibt Steuergelder für die teuersten Kampfjets, die es auf dem Markt gibt, aus, obwohl diese mit gravierenden Mängeln behaftet sind, wie zuletzt vom deutschen Rechnungshof bestätigt. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Wer hat Ihnen denn das aufgeschrieben?) Sie gibt Millionen Euro für Berater aus, die in vielen Fällen gegen Vorschriften des Vergabegesetzes lukrative Aufträge erhielten; Millionen Euro für Werbeagenturen, die entweder Regierungspropaganda verbreiten oder den Finanzminister – Marke KHG – vermarkten.
Abg. Scheibner: Das ist wirklich die Frage!
Warum bringen wir diesen Antrag wieder? (Abg. Scheibner: Das ist wirklich die Frage!) – In dieser Hinsicht gibt es einige Fälle aus der Vergangenheit, die auch hier diskutiert werden sollten. Wir hatten in Salzburg Lasalocid-Fälle. Im März 2003 wurden Proben genommen und Lasalocid festgestellt. Lasalocid ist als Futtermittel für den Einsatz bei Legehühnern ausdrücklich verboten. Nun, was ist passiert? – Betriebe mussten gesperrt werden.
Abg. Scheibner: Wo ist der Dr. Pilz?
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir gelangen nunmehr zur Verhandlung über die Anträge der Abgeordneten Dr. Pilz, Kolleginnen und Kollegen beziehungsweise Dr. Gusenbauer, Kolleginnen und Kollegen auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses (Abg. Scheibner: Wo ist der Dr. Pilz?) betreffend Untersuchung der Vorwürfe gegenüber Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser beziehungs-
Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zu Ihrem Landesrat! Wollen Sie dort auch einen Untersuchungsausschuss?
Meine Damen und Herren! Zum Verhalten der FPÖ lohnt es sich, noch ein bisschen etwas zu sagen. Sie haben Ihr Schema bestätigt: Draußen laut plärren, hier herinnen kleinlaut abstimmen und dann stumm die Presse ertragen. – Das ist Ihre Methode. (Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zu Ihrem Landesrat! Wollen Sie dort auch einen Untersuchungsausschuss?) – Ich komme gleich zu Ihnen, Herr Scheibner.
Abg. Scheibner – der nicht zu sehen ist, da drei Personen mit dem Rücken zum Redner vor seinem Platz stehen –: Da haben Sie nicht zugehört!
Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben sich heute bis auf die Knochen blamiert, als Sie hier irgendetwas von sich gegeben haben, nämlich Ihre Rechtsstaat-Thesen zur Kontrolle. Faktum ist, dass Sie jegliche Kontrolle verhindern! (Abg. Scheibner – der nicht zu sehen ist, da drei Personen mit dem Rücken zum Redner vor seinem Platz stehen –: Da haben Sie nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Was sind das für Thesen ...? Sie haben nicht zugehört! Wie immer! Zuhören können Sie nicht!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (fortsetzend): Herr bis auf die Knochen blamierter Klubobmann Scheibner von der FPÖ: Sie haben heute irgendwelche Rechtsstaat-Thesen, irgendwelche Kontrollthesen von sich gegeben. Vergessen Sie das! Ihre Partei verhindert jegliche Kontrolle. Und die Öffentlichkeit weiß das längst. (Abg. Scheibner: Was sind das für Thesen ...? Sie haben nicht zugehört! Wie immer! Zuhören können Sie nicht!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... die SPÖ zugestimmt ...!
In Österreich gilt offensichtlich die Finanzverfassung derart: Alle zahlen Steuer, nur Karl-Heinzi nicht! Möglicherweise ist auch das schon im Verfassungsrang. Das wäre auch interessant zu klären. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... die SPÖ zugestimmt ...!)
Abg. Scheibner: Nicht mehr viel Zeit!
Aber ich komme zu einem anderen Ernst der Sache. Ich habe es Ihnen angekündigt: Wenn wir uns auf die Eurofighter-Überlegungen einlassen und darauf, was da alles nicht zusammenpasst, so sollten Sie zur Kenntnis nehmen, was ich Ihnen jetzt chronologisch zum Vortrag bringe. (Abg. Scheibner: Nicht mehr viel Zeit!) – Das reicht leicht. (Unruhe im Saal.)
Abg. Scheibner: Welches Jahr?
Sieben Tage später, am 10. Juli, fordert Hillingrathner vom Finanzministerium alle Infos vom BMLV an. (Abg. Scheibner: Welches Jahr?) – 2001, habe ich Ihnen gesagt.
Abg. Scheibner: Sie wissen auch, was unsere Antwort darauf war?!
20. Juli: Der Bundesministerium für Finanzen moniert damals bei Ihnen, Herr Kollege Scheibner, Sie sollten berücksichtigen, dass die Angebotsfrist zu kurz ist. – Sie haben dann auch nachgegeben; diese Frist wurde verlängert. Damals hat das Finanzministerium schon 18 Flugzeuge nicht nur ins Spiel gebracht, sondern offensiv gefordert. (Abg. Scheibner: Sie wissen auch, was unsere Antwort darauf war?!)
Abg. Scheibner: Das brauchen Sie mir nicht vorzuschreiben, wann ich mich zurückhalte! Das ist wohl meine Sache! Nicht so oberlehrerhaft!
Ihre Antwort darauf war ein Willkommensgruß, denn wenn das Hochwasser ein Jahr später nicht gewesen wäre, hätten Sie einen anderen Schmäh erfunden. Sie wissen ganz genau, dass EADS niemals in der Lage war, zu Ihrem vorgegebenen Preis 24 Abfangjäger zu liefern. Darin liegt der Skandal begründet! Halten Sie sich zurück! Es wird ja vielleicht bei anderer Gelegenheit eine Stellungnahme diesbezüglich geben. (Abg. Scheibner: Das brauchen Sie mir nicht vorzuschreiben, wann ich mich zurückhalte! Das ist wohl meine Sache! Nicht so oberlehrerhaft!) – Na schon, das ist in Ihrem Interesse, bevor Sie jetzt zu Protokoll geben, dass Sie damals von all dem nichts
Abg. Scheibner: Zwei Jahre später!
Faktum ist, dass auf Intervention des Finanzministeriums diese Zahlungsvariante gewählt wurde, was dazu geführt hat – das wissen Sie ganz genau –, dass diese (Abg. Scheibner: Zwei Jahre später!) – das war ein Jahr später! – einzige Entscheidung, die überhaupt nichts mit der militärtechnischen Bewertung oder der Bewertung bezüglich Gegengeschäfte oder auch nur mit irgendetwas zu tun hatte, den Ausschlag gegeben hat.
Abg. Scheibner: Das sagt der Rechnungshof!
Nicht Ihr damaliges Ressort hat entschieden, dass der Eurofighter angeblicher Bestbieter war, sondern das Ressort des Finanzministers hat das mit dieser Intervention – Zahlungsvariante neun Jahre – getan. (Abg. Scheibner: Das sagt der Rechnungshof!) Das wissen Sie ganz genau.
ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner
Aber insgesamt – das fasse ich zusammen – ist zu sagen: Die Beweise und die Verdachtsmomente sind derart erdrückend (ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner), dass kein Mensch mehr versteht, warum Sie dieser Sache nicht zustimmen. Das können Sie nur mehr aus der politischen Verflechtung von Schwarz und Blau her erklären, und zwar deshalb, weil die Mehrheit, die Sie vor einem Jahr erreicht haben, für beide Parteien im Moment völlig unerreichbar wäre. Für Ihre Fraktion (in Richtung Freiheitliche) sind 10 Prozent schon viel zu viel (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist auch etwas!), von 42 Prozent (in Richtung ÖVP) brauchen wir nicht zu reden. Das bindet Sie noch aneinander.
Abg. Scheibner: Sie kennen sich gut aus in der FPÖ!
Jetzt sage ich Ihnen, Herr Kollege Scheuch, was wir von Ihnen verlangen. (Abg. Scheibner: Sie kennen sich gut aus in der FPÖ!) Wir verlangen nicht, dass Sie kämpfen, wir verlangen nur ein Mindestmaß, ein bisschen Rückgrat und ein bisschen Übereinstimmung zwischen dem, was Sie vor Medienvertretern äußern, und der Art und Weise, wie Sie hier agieren wie Sie handeln und wie Sie nicht zustimmen. Das ist das Einzige, was wir von Ihnen verlangen, und zwar berechtigt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Bitten dürfen Sie, verlangen nicht!)
Abg. Scheibner: Jetzt ist Schluss!
Frau Kollegin Scheucher und Kolleginnen und Kollegen der FPÖ! Es wird Ihnen ganz sicher noch das Lachen vergehen, denn wir werden uns nicht behindern lassen, weiter zu recherchieren und ans Tageslicht zu befördern, wo die Grasser-Connection Jandl und Medwed auch in Kärnten, in Klagenfurt umtriebig war. (Abg. Scheibner: Jetzt ist Schluss!)
Sitzung Nr. 35
Abg. Scheibner: Heimatland, nicht die Durchgangsstaaten!
Die Frage ist, ob – und das ist einer meiner Hauptkritikpunkte an dieser Asylgesetz-Novelle – das Festschreiben von so genannten sicheren Drittstaaten überhaupt möglich ist. Um Ihnen, geschätzte KollegInnen, zu erklären, was das ist: Sicherer Drittstaat ist ein Ausdruck aus der Juristensprache und bedeutet, dass jemand, der in einem bestimmten Land einen Asylantrag stellt, über die Grenze in jenen Staat, aus dem er gerade gekommen ist, wieder zurückgeschoben wird, weil das ja ein sicherer Drittstaat für ihn sei. Es gibt ein Prinzip des Asylrechtes in der Genfer Flüchtlingskonvention, wonach niemand, der Schutz vor Verfolgung sucht, dorthin zurückgeschoben werden darf, woher er geflohen ist, weil er eben Schutz vor Verfolgung braucht. (Abg. Scheibner: Heimatland, nicht die Durchgangsstaaten!) Wenn man nun die Menschen ohne lange Prüfung einfach in so genannte sichere Drittstaaten zurückschiebt, so laufen sie Gefahr, durch eine weitere Kettenabschiebung wieder dort zu landen, woher sie gekommen sind. (Abg. Scheibner: Wenn ein Mitgliedsland der Europäischen Union kein sicheres Drittland ist, dann ist etwas falsch gelaufen!)
Abg. Scheibner: Wenn ein Mitgliedsland der Europäischen Union kein sicheres Drittland ist, dann ist etwas falsch gelaufen!
Die Frage ist, ob – und das ist einer meiner Hauptkritikpunkte an dieser Asylgesetz-Novelle – das Festschreiben von so genannten sicheren Drittstaaten überhaupt möglich ist. Um Ihnen, geschätzte KollegInnen, zu erklären, was das ist: Sicherer Drittstaat ist ein Ausdruck aus der Juristensprache und bedeutet, dass jemand, der in einem bestimmten Land einen Asylantrag stellt, über die Grenze in jenen Staat, aus dem er gerade gekommen ist, wieder zurückgeschoben wird, weil das ja ein sicherer Drittstaat für ihn sei. Es gibt ein Prinzip des Asylrechtes in der Genfer Flüchtlingskonvention, wonach niemand, der Schutz vor Verfolgung sucht, dorthin zurückgeschoben werden darf, woher er geflohen ist, weil er eben Schutz vor Verfolgung braucht. (Abg. Scheibner: Heimatland, nicht die Durchgangsstaaten!) Wenn man nun die Menschen ohne lange Prüfung einfach in so genannte sichere Drittstaaten zurückschiebt, so laufen sie Gefahr, durch eine weitere Kettenabschiebung wieder dort zu landen, woher sie gekommen sind. (Abg. Scheibner: Wenn ein Mitgliedsland der Europäischen Union kein sicheres Drittland ist, dann ist etwas falsch gelaufen!)
Abg. Scheibner: ... Das ist ja ungeheuerlich! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Die unabhängige zweite Instanz in österreichischen Asylverfahren, der so genannte Unabhängige Bundesasylsenat, kurz: UBAS, hat in mehreren Entscheidungen festgestellt, dass die Slowakei kein sicherer Drittstaat für Asylwerber ist, weil diese, werden sie in die Slowakei abgeschoben, Gefahr laufen (Abg. Scheibner: ... Das ist ja ungeheuerlich! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), wieder dorthin zurückgeschickt zu werden, woher sie gekommen sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann stellen wir gleich die Ratifizierung der EU-Erweiterung zurück!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann stellen wir gleich die Ratifizierung der EU-Erweiterung zurück!
Die unabhängige zweite Instanz in österreichischen Asylverfahren, der so genannte Unabhängige Bundesasylsenat, kurz: UBAS, hat in mehreren Entscheidungen festgestellt, dass die Slowakei kein sicherer Drittstaat für Asylwerber ist, weil diese, werden sie in die Slowakei abgeschoben, Gefahr laufen (Abg. Scheibner: ... Das ist ja ungeheuerlich! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), wieder dorthin zurückgeschickt zu werden, woher sie gekommen sind. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann stellen wir gleich die Ratifizierung der EU-Erweiterung zurück!)
Abg. Scheibner: Bei der Aufnahme sind wir aber immer noch Spitze!
Wir laufen – und damit wiederhole ich auch die Kritik der nationalen und internationalen Experten – dadurch Gefahr, wieder einmal in einer Materie europäisches Schlusslicht zu werden (Abg. Scheibner: Bei der Aufnahme sind wir aber immer noch Spitze!), in diesem Fall was den Schutz von Flüchtlingen, was die Aufnahme von Flüchtlingen und was die Betreuung von Flüchtlingen angeht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... Missbrauch!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... Missbrauch!
Wir laufen – und damit wiederhole ich auch die Kritik der nationalen und internationalen Experten – dadurch Gefahr, wieder einmal in einer Materie europäisches Schlusslicht zu werden (Abg. Scheibner: Bei der Aufnahme sind wir aber immer noch Spitze!), in diesem Fall was den Schutz von Flüchtlingen, was die Aufnahme von Flüchtlingen und was die Betreuung von Flüchtlingen angeht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... Missbrauch!)
Abg. Scheibner: ... keinen einzigen Vorschlag von Ihnen, wie man das verbessern und den Missbrauch verhindern kann!
Sie hören nicht auf jene, die über Jahre Kompetenz dafür entwickelt haben, die Ihnen Vorschläge machen. Nein! Sie gehen Ihren Weg, stur geradeaus, weder rechts noch links schauend – und das im wahrsten Sinne des Wortes; wenn Sie schauen, dann, inhaltlich betrachtet, nach rechts –, und setzen hier diese Dinge durch. (Abg. Scheibner: ... keinen einzigen Vorschlag von Ihnen, wie man das verbessern und den Missbrauch verhindern kann!)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bedauere wirklich, dass weder UNHCR noch Caritas und all die anderen NGOs die Realität zugeben und – auch im Interesse derjenigen, die wirklich verfolgt werden und die wirklich Asyl brauchen – mit uns gemeinsam an einer Lösung der Frage arbeiten, wie dem Asylmissbrauch entgegengetreten werden kann. Nein, ganz im Gegenteil: Manche der Vertreter der NGOs oder auch des UNHCR beschmutzen Österreich! (Rufe bei der SPÖ: Was? Was?) So hat beispielsweise der Vertreter von amnesty international, Herr Dr. Patzelt, gesagt, er werde an die internationale Öffentlichkeit gehen und sagen, dass Österreich kein sicherer Drittstaat mehr sei! (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!) Das ist wirklich ein Skandal!
Abg. Großruck: Dann müsst ihr zustimmen! – Abg. Scheibner: Es gibt aber kaum einen Flüchtling, hinter dem nicht ein Schlepper steht!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Selbstverständlich sind auch wir dagegen, dass Schlepperbanden (Rufe bei der ÖVP: Dann stimmt zu! – Abg. Dr. Stummvoll: Stimmt zu!) Menschen nach Österreich bringen. Gegen diese Schlepper muss man auch vorgehen! (Abg. Großruck: Dann müsst ihr zustimmen! – Abg. Scheibner: Es gibt aber kaum einen Flüchtling, hinter dem nicht ein Schlepper steht!) Aber, meine Damen und Herren, mit dem in Diskussion stehenden Asyl- und Bundesbetreuungsgesetz legt der Bundesminister den restriktivsten Entwurf in Europa vor, was ja auch der UNHCR bestätigt hat. (Ruf: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Nicht einmal das stimmt!)
Abg. Scheibner: Wir weisen solche Unterstellungen zurück!
Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) – Ihre Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Wir weisen solche Unterstellungen zurück!)
Abg. Scheibner: Dort redet er anders!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das sind die Zahlen! Und deshalb verstehe ich nicht, dass Herr Abgeordneter Parnigoni, der die Situation im Waldviertel kennen müsste (Abg. Dr. Trinkl: Er war schon lange nicht daheim!), der die Situation in seinem Wahlkreis kennt und weiß, wie die Menschen an der Grenze mit diesem Problem leben müssen (Abg. Scheibner: Dort redet er anders!), die Exekutive und auch diese Gesetzesinitiative nicht unterstützt, mit der dafür gesorgt wird, dass jene Asyl bekommen, die es tatsächlich brauchen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Trinkl: Wider besseres Wissen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten einmal mit dem Bürgermeister reden, dann würden Sie anders argumentieren! Er sagt nämlich etwas ganz anderes!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Minister Strasser! Es ist schade, dass Sie sich nicht auch bei Bürgermeister Knotzer und der Gemeinde Traiskirchen bedanken, die nämlich die größte Belastung hat. Im Moment sind fast 2 000 Flüchtlinge in Traiskirchen. Daher könnten Sie sich auch einmal bei diesen Menschen bedanken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sollten einmal mit dem Bürgermeister reden, dann würden Sie anders argumentieren! Er sagt nämlich etwas ganz anderes!)
Abg. Scheibner: Solche Vergleiche sind wirklich ungeheuerlich!
Wenn dieses Gesetz hier heute beschlossen wird, hat in Österreich jeder Falschparker mehr Möglichkeit, sich gegen eine ungerechte Geldstrafe zu wehren, als eine Asylwerberin vor der Abschiebung. Das ist das Ergebnis dieses Gesetzes. Bei diesem Gedanken wird mir angst und bang. Ich denke nur daran, dass durch dieses Gesetz Menschen wie Bruno Kreisky vor ihrer sicheren Auslieferung in den Tod, vor der sie gestanden sind, nicht ausreichend geschützt wären. (Abg. Scheibner: Solche Vergleiche sind wirklich ungeheuerlich!) Kollege Guido Zernatto von Ihrer Fraktion zum Beispiel wäre genau so betroffen gewesen, oder Sigmund Freud et cetera. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es ist eine Schande, dass Sie dieses Leiberl tragen, auf dem Kreisky ist! Sie schaden der Sache mit Ihrer Argumentation! Das ist lächerlich!)
Abg. Scheibner: Hat er Papiere gehabt?
Ein Mann aus Indien, aus Kaschmir, kommt nach Österreich und stellt einen Asylantrag. (Ruf bei den Freiheitlichen: Teppichhändler?) Zwei Tage später wird er einvernommen, dabei aber nicht so sehr nach seinen Fluchtgründen befragt – diese interessieren die Behörde nicht –, sondern nach Städtenamen, nach Bezirksnamen und nach Distriktnamen geprüft. Die Behörde überprüft diese Angaben anhand einer Karte, die mehr als 50 Jahre alt ist. (Abg. Scheibner: Hat er Papiere gehabt?) Diese Karte stammt aus der Zeit vor dem Krieg um Kaschmir zwischen Indien und Pakistan, bevor ein Teil von Kaschmir von Pakistan annektiert wurde, bevor der Bundesstaat Kaschmir, aber auch viele Bezirke in zwei Teile gerissen wurden. (Abg. Mag. Mainoni: Wo waren seine Papiere?) Diese Bezirke, diese Distrikte tragen nunmehr seit mehr als 50 Jahren einen anderen Namen. Doch die Behörde glaubt dem Mann aus Indien nicht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum hat er seine Papiere weggeworfen?) Sie glaubt ihrer eigenen Karte, die mehr als 50 Jahre alt ist, und lehnt den Asylantrag mit dem Hinweis, er müsse lügen, ab. Es sei offensichtlich ein unbegründeter Asylantrag, denn er könne keinen einzigen Distriktnamen richtig nennen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum hat er seine Papiere weggeworfen?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie das zurück! Das sind doch alles Unterstellungen!
Das heißt genau das, was ich sage, Kollege Scheibner! Die Plakate der Freiheitlichen in Wien sehe ich noch ganz genau vor mir, als es darum ging, Stimmung zu machen gegen Ausländer, gegen Menschen, die nach Österreich gekommen sind, um hier um Asyl anzusuchen. Das war Ihre Politik, und zwar über Jahre hinweg! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie das zurück! Das sind doch alles Unterstellungen!)
Abg. Scheibner: Es ist Zeit, dass euch das langsam klar wird! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Sagen muss man in diesem Zusammenhang aber auch, dass es damals eine Bundesregierung von SPÖ und ÖVP gegeben hat, die dem Druck, den die FPÖ relativ stark gemacht hat, nachgegeben hat, zumindest in Teilen. Wir von den Grünen haben damals schwere Auseinandersetzungen mit den Innenministern Löschnak und Schlögl geführt. Es waren also immer SPÖ/ÖVP-Regierungen, die da nachgegeben haben – und das haben wir massiv kritisiert. Ich nehme aber zur Kenntnis, dass es bei den KollegInnen von den Sozialdemokraten jetzt auch klar ist, dass es da eine Neuorientierung gibt und dass, insbesondere was das Asylrecht betrifft, von ihnen auch klar Kritik kommt. (Abg. Scheibner: Es ist Zeit, dass euch das langsam klar wird! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Deshalb schauen wir, dass eben wirklich Asylanten Unterstützung bekommen! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.
Zu den Auswirkungen dieses Wechsels. Wir waren ja auch in Traiskirchen, und da gibt es durchaus Dinge, die uns missfallen, insbesondere die Situation im Flüchtlingslager, in der Flüchtlingsbetreuungsstelle, und wir haben auch schon lange argumentiert und gefordert, dass man da neue Wege gehen sollte, dass ein Flüchtlingslager in der Größe jenes von Traiskirchen einfach nicht tragbar ist, dass die Zustände dort nicht tragbar sind und dass es wesentlich kleinere Einheiten geben sollte. (Abg. Scheibner: Deshalb schauen wir, dass eben wirklich Asylanten Unterstützung bekommen! – Weiterer Zwischenruf bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Nichts als Unterstellungen! – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihren Schlusssatz! Ihre Redezeit ist zu Ende! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.
Kollege Mainoni, wenn Sie sagen, Sie empfangen Flüchtlinge mit offenen Armen, dann würde ich diesen empfehlen, einen großen Bogen um Sie zu machen. Ihre „offenen Arme“ würde ich keinem Flüchtling in Österreich wahrzunehmen empfehlen! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei den Freiheitlichen: Nichts als Unterstellungen! – Abg. Scheibner: Bringen Sie Ihren Schlusssatz! Ihre Redezeit ist zu Ende! – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Präsident Dr. Khol übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Lesen Sie sich die Reden von Löschnak und Schlögl durch! Die Leute in Traiskirchen wollen nicht mehr Personal, sondern dass dort zugesperrt wird! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren von der SPÖ, Sie hätten Ihre Vorschläge, die Sie heute in dieser Debatte gemacht haben, Ihren SPÖ-Innenministern Löschnak und Schlögl machen sollen! Diese hätten Sie vom Tisch gewischt! Warum? – Weil das Männer waren, die auch die Realität erkannt haben, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Lesen Sie sich die Reden von Löschnak und Schlögl durch! Die Leute in Traiskirchen wollen nicht mehr Personal, sondern dass dort zugesperrt wird! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und glauben Sie, dass das ein Gewinn ist für die Volkshilfe? Aus Spendengeldern! Ist das eine richtige Investition?
Abgeordnete Katharina Pfeffer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Klubobmann Scheibner! Ich habe für mein T-Shirt 15 € bezahlt, und ich unterstütze die Aktion der Volkshilfe gerne. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und glauben Sie, dass das ein Gewinn ist für die Volkshilfe? Aus Spendengeldern! Ist das eine richtige Investition?)
Abg. Scheibner: Aber um das geht es gar nicht!
Meine Damen und Herren! Mir ist die Gänsehaut über den Rücken gelaufen, und ich musste daran denken, wie ich selbst als fünfjähriges Kind den Ungarnaufstand 1956 miterlebt habe. (Abg. Scheibner: Aber um das geht es gar nicht!) – Hören Sie mir zu! (Abg. Neudeck: Der Kreisky greift sich auf den Kopf bei Ihren Aussagen!) – Ungarische Flüchtlinge haben damals beim Einmarsch der russischen Soldaten den Eisernen Vorhang gestürmt und sind mit dem, was sie am Leib hatten, nach Österreich in die Grenzorte geflüchtet.
Abg. Scheibner: So ist es!
Meine Damen und Herren! Unsere Familien hatten damals selbst sehr wenig zum Leben und haben diese Menschen unbürokratisch aufgenommen, weil man gespürt hat, dass hier Hilfe gebraucht wird. (Abg. Scheibner: So ist es!) Wer nicht in den Familien Aufnahme fand, hat in den umliegenden Gasthäusern auf Stroh geschlafen. Ich werde das nicht vergessen. Wir haben einen kleinen Buben in meinem Alter beherbergt. Ich habe ihm meine ersten Winterstieferl gegeben, und meine Mutter musste mir erklären, warum es ärmere Kinder als mich gab.
Abg. Scheibner: Dass ihr die Opfer da missbraucht für eure Parteipolitik!
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrter Präsident! Herr Klubobmann Scheibner (Abg. Scheibner: Dass ihr die Opfer da missbraucht für eure Parteipolitik!) – dessen Zwischenruf ich noch abwarten darf – hat vorher behauptet, ich würde ein von einer karitativen Organisation subventioniertes Leibchen tragen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Von wem? Wer hat es vorfinanziert? Wer hat es drucken lassen? – Abg. Scheibner: Ist es die Aufgabe der „Volkshilfe“, für euch Leiberl zu produzieren? – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Ich berichtige tatsächlich: Selbstverständlich ist dieses Leibchen bezahlt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: 15 €!) Der Kaufpreis liegt – wie Sie wissen dürften – erheblich über den Produktionskosten. Daher ist die Subvention umgekehrt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Von wem? Wer hat es vorfinanziert? Wer hat es drucken lassen? – Abg. Scheibner: Ist es die Aufgabe der „Volkshilfe“, für euch Leiberl zu produzieren? – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Wir hier in Österreich sind ein Asylland, aber wir sind kein Einwanderungsland. (Beifall des Abg. Scheibner.) Mit dieser Asylgesetz-Novelle senden wir die Botschaft auch jenen Männern, die von den Schlepperbanden ausgebeutet werden. Es ist nicht christlich-sozial, wenn man solchen Schlepperbanden ein Fundament gibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Gaál.)
Abg. Scheibner: Das ist trotzdem nicht Aufgabe einer karitativen Organisation, für euch die Werbemittel zu finanzieren!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auch ich habe mein Leibchen gekauft; es ist mir nicht geschenkt worden. (Abg. Scheibner: Das ist trotzdem nicht Aufgabe einer karitativen Organisation, für euch die Werbemittel zu finanzieren!)
Abg. Scheibner: Halten Sie sich ein bisschen zurück!
Auch ich möchte an die christlich-sozialen Wurzeln der Damen und Herren von der ÖVP appellieren, und ich ersuche Sie: Überdenken Sie diesen heutigen Beschluss! Bei der FPÖ sind wir fremdenfeindliche Aussagen ja schon gewöhnt. (Abg. Scheibner: Halten Sie sich ein bisschen zurück!) Sie haben ja Ihre Haltung schon des Öfteren in den Wahlkämpfen bewiesen. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Trotzdem appelliere ich auch an Sie: Überdenken Sie diesen Beschluss! Es gibt auch noch einige Tatsachen, die Sie ebenfalls ignorieren ... (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Wir werden der Fremdenfeindlichkeit bezichtigt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir werden doch dauernd als fremdenfeindlich beschimpft!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Scheibner! Ich bitte auch Sie, dass Sie die Rednerin nicht stören! (Abg. Scheibner: Wir werden der Fremdenfeindlichkeit bezichtigt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir werden doch dauernd als fremdenfeindlich beschimpft!) Sie können sich dann zu Wort melden!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Ihre Zwischenrufe haben damit zu tun! – Abg. Scheibner: Zurückhalten!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Bis auf die letzten zwei, drei Sätze kann ich meinem Vorredner schon in vielem Recht geben, aber was Frau Kollegin Rossmann in ihrer Rede von sich gegeben hat, das hat schon etwas mit Menschenverachtung zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Ihre Zwischenrufe haben damit zu tun! – Abg. Scheibner: Zurückhalten!)
Abg. Scheibner: Aber das sind ja EU-Staaten, Kollege!
Kollege Scheibner, mein lieber Freund, du hast heute hier die Drittstaatregelung angesprochen. Du wirst wissen, dass die Drittstaatregelung, die ihr heute hier beschließt, europaweit nicht konsensfähig ist (Abg. Scheibner: Aber das sind ja EU-Staaten, Kollege!) und vom EU-Parlament abgelehnt worden ist. Das neue verschärfte Asylgesetz, lieber Freund, taugt nicht für ein europäisches Asylsystem. (Abg. Scheibner: Deine Favoritner wollen das!) Es geht allen zu weit, es geht zu Lasten der Asylwerber, und daher ein entschiedenes Nein zu diesem Gesetz. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Frag deine Favoritner!)
Abg. Scheibner: Deine Favoritner wollen das!
Kollege Scheibner, mein lieber Freund, du hast heute hier die Drittstaatregelung angesprochen. Du wirst wissen, dass die Drittstaatregelung, die ihr heute hier beschließt, europaweit nicht konsensfähig ist (Abg. Scheibner: Aber das sind ja EU-Staaten, Kollege!) und vom EU-Parlament abgelehnt worden ist. Das neue verschärfte Asylgesetz, lieber Freund, taugt nicht für ein europäisches Asylsystem. (Abg. Scheibner: Deine Favoritner wollen das!) Es geht allen zu weit, es geht zu Lasten der Asylwerber, und daher ein entschiedenes Nein zu diesem Gesetz. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Frag deine Favoritner!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Frag deine Favoritner!
Kollege Scheibner, mein lieber Freund, du hast heute hier die Drittstaatregelung angesprochen. Du wirst wissen, dass die Drittstaatregelung, die ihr heute hier beschließt, europaweit nicht konsensfähig ist (Abg. Scheibner: Aber das sind ja EU-Staaten, Kollege!) und vom EU-Parlament abgelehnt worden ist. Das neue verschärfte Asylgesetz, lieber Freund, taugt nicht für ein europäisches Asylsystem. (Abg. Scheibner: Deine Favoritner wollen das!) Es geht allen zu weit, es geht zu Lasten der Asylwerber, und daher ein entschiedenes Nein zu diesem Gesetz. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Frag deine Favoritner!)
Abg. Scheibner: Der Klub!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Der Kollege Scheibner hat sich vorhin beschwert, dass wir nur rudimentär vorhanden seien. Also ich war die ganze Zeit über ganzheitlich da uns nicht rudimentär (Abg. Scheibner: Der Klub!), und ich kann Ihnen nur eines sagen: Die Debatte am Vormittag zu verfolgen, war unheimlich anstrengend (Abg. Dr. Partik-Pablé: Für uns auch!), körperlich anstrengend, weil Sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einmal so ganz alte Gräben aufgerissen und gezeigt hat, wo Ihre Wurzeln wirklich sind (Abg. Mag. Mainoni: Moment! Wir reißen keine Gräben auf! Wir sprechen die Dinge an!), wo wirklich wieder diese alte Fremdenfeindlichkeit der Freiheitlichen aufgetaucht ist. (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!) Leider! Leider! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Der Kollege Scheibner hat sich vorhin beschwert, dass wir nur rudimentär vorhanden seien. Also ich war die ganze Zeit über ganzheitlich da uns nicht rudimentär (Abg. Scheibner: Der Klub!), und ich kann Ihnen nur eines sagen: Die Debatte am Vormittag zu verfolgen, war unheimlich anstrengend (Abg. Dr. Partik-Pablé: Für uns auch!), körperlich anstrengend, weil Sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einmal so ganz alte Gräben aufgerissen und gezeigt hat, wo Ihre Wurzeln wirklich sind (Abg. Mag. Mainoni: Moment! Wir reißen keine Gräben auf! Wir sprechen die Dinge an!), wo wirklich wieder diese alte Fremdenfeindlichkeit der Freiheitlichen aufgetaucht ist. (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!) Leider! Leider! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Warum verleugnen Sie die Realität?
Ja, es war sehr viel von Missbrauch die Rede, von Drogenkriminalität, von Drogenhandel, von Untertauchen. (Abg. Scheibner: Warum verleugnen Sie die Realität?) Es war sehr wenig die Rede von Menschenrechten, von Grundrechten, davon, dass es wesentlich auch darum geht, Menschen, die bei uns Asyl suchen, jenen Schutz zu gewähren, den sie brauchen. Darum geht es hier vorrangig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben wir immer gesagt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Scheibner: Sie hören sehr selektiv zu! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wahrscheinlich ist vor allem das Zuhören so anstrengend für Sie!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben wir immer gesagt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Scheibner: Sie hören sehr selektiv zu! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wahrscheinlich ist vor allem das Zuhören so anstrengend für Sie!
Ja, es war sehr viel von Missbrauch die Rede, von Drogenkriminalität, von Drogenhandel, von Untertauchen. (Abg. Scheibner: Warum verleugnen Sie die Realität?) Es war sehr wenig die Rede von Menschenrechten, von Grundrechten, davon, dass es wesentlich auch darum geht, Menschen, die bei uns Asyl suchen, jenen Schutz zu gewähren, den sie brauchen. Darum geht es hier vorrangig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben wir immer gesagt! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie haben wieder einmal nicht zugehört! – Abg. Scheibner: Sie hören sehr selektiv zu! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wahrscheinlich ist vor allem das Zuhören so anstrengend für Sie!)
Abg. Scheibner: Redezeit!
Die Realität, Frau Kollegin Rossmann, schaut so aus – und da merkt man, wie billig und demagogisch Sie Politik machen wollen!; ich lese Ihnen jetzt aus dem Kriminalitätsbericht 2002 vor, und da hätte ich mir gewünscht, dass der Herr Innenminister, der sonst immer seinen Computer betätigt, sofort die Zahlen entdeckt, die es zu berichtigen gilt; da hat er es nicht gemacht, da hat er geschwiegen (Abg. Scheibner: Redezeit!) –: Nach dem Suchtmittelgesetz – Frau Kollegin Rossmann, passen Sie bitte auf, Sie könnten die Zahlen mitschreiben! – hat es im Jahre 2002 21 649 Drogendelikte gegeben. Davon wurden von Fremden – zwischen Klammern: Ausländerinnen, Ausländer inklusive Asylsuchende – 4 293 verübt. (Abg. Scheibner: Und wie viele von den schweren Drogendelikten? Nehmen Sie einmal die schweren Drogendelikte her! Nehmen Sie einmal den Rauschgifthandel her!) – Es ist exakt umgekehrt: 20 Prozent aller Drogendelikte im Jahre 2002 wurden von Ausländerinnen und Ausländern verübt!
Abg. Scheibner: Und wie viele von den schweren Drogendelikten? Nehmen Sie einmal die schweren Drogendelikte her! Nehmen Sie einmal den Rauschgifthandel her!
Die Realität, Frau Kollegin Rossmann, schaut so aus – und da merkt man, wie billig und demagogisch Sie Politik machen wollen!; ich lese Ihnen jetzt aus dem Kriminalitätsbericht 2002 vor, und da hätte ich mir gewünscht, dass der Herr Innenminister, der sonst immer seinen Computer betätigt, sofort die Zahlen entdeckt, die es zu berichtigen gilt; da hat er es nicht gemacht, da hat er geschwiegen (Abg. Scheibner: Redezeit!) –: Nach dem Suchtmittelgesetz – Frau Kollegin Rossmann, passen Sie bitte auf, Sie könnten die Zahlen mitschreiben! – hat es im Jahre 2002 21 649 Drogendelikte gegeben. Davon wurden von Fremden – zwischen Klammern: Ausländerinnen, Ausländer inklusive Asylsuchende – 4 293 verübt. (Abg. Scheibner: Und wie viele von den schweren Drogendelikten? Nehmen Sie einmal die schweren Drogendelikte her! Nehmen Sie einmal den Rauschgifthandel her!) – Es ist exakt umgekehrt: 20 Prozent aller Drogendelikte im Jahre 2002 wurden von Ausländerinnen und Ausländern verübt!
Abg. Scheibner: So etwas gibt es doch gar nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Amateur!
Was aber jetzt kommt, ist etwas, was ich mir von einem Experten eigentlich nicht vorstellen kann: Es wird die Wifo-Statistik mit der OECD-Statistik vermischt. Das ist unsauber, das ist statistisch und fachlich unsauber! (Abg. Scheibner: So etwas gibt es doch gar nicht! – Abg. Dr. Stummvoll: Amateur!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Damit Sie es einmal hören, zitiere ich die diesbezügliche öffentliche Äußerung des Kollegen Wattaul bei einer Rede der Kollegin Weinzinger: „Ich möchte wissen, was die Weinzinger für einen Frust hat, dass sie sich immer so aufführt!“ (Abg. Rädler: Das ist doch nicht sexistisch!) – Das ist Sexismus! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Sagen Sie doch endlich etwas zum Thema!) – Ja, ich werde auch etwas zum Thema sagen! (Abg. Mag. Mainoni: Sie haben aber wirklich ein Problem! Sie sind wirklich arm!) – Ich hoffe, das steht im Protokoll! Kollege Mainoni sagt, dass ich wirklich ein Problem habe. (Abg. Neudeck: Mehrere!) – Kollege Neudeck sagt, dass ich mehrere Probleme habe. Das mag auch sein! (Abg. Neudeck: Wissen Sie nichts zur Debatte?) – Ich weiß schon etwas zur Debatte. Aber es muss einmal thematisiert werden, wie Sie mit den Abgeordneten der Oppositionsparteien und speziell mit den Frauen umgehen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.) Sie können das, wie ich hoffe, auch im Protokoll nachlesen. Ich möchte jetzt, dass das einmal öffentlich abgehandelt wird! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das hat mit der Tschechischen Republik überhaupt nichts zu tun!
Am 21. August 2001 hat Wirtschaftsminister Bartenstein gemeinsam mit seinem damaligen Amtskollegen Špidla beide Abkommen unterzeichnet. Diese wurden dann dem Ministerrat zugeleitet, es gab in der vergangenen Legislaturperiode einen Ministerratsvortrag, und sie wurden beschlossen. Irgendwann landeten sie dann im Nationalrat und wurden dem Außenpolitischen Ausschuss zugewiesen. Eines der beiden Abkommen kam sogar auf die Tagesordnung des Außenpolitischen Ausschusses, aber dann beschloss die Regierungsmehrheit, es zu vertagen. Man wollte sich anscheinend mit der FPÖ keine Schwierigkeiten machen, gerade in den Sachen, die Tschechien betreffen. Wie wir ja wissen, gab es gerade von der freiheitlichen Fraktion massive Widerstände gegenüber der Tschechischen Republik, hier auch nur irgendetwas an Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation insbesondere der Beschäftigung in den Grenzregionen zu erwirken. (Abg. Scheibner: Das hat mit der Tschechischen Republik überhaupt nichts zu tun!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Österreich hat im Juni 1998 das Schwermetall-Protokoll des Übereinkommens über weiträumige grenzüberschreitende Luftverunreinigung unterzeichnet. Dies wird auch deswegen besonders wichtig, da die EU-Erweiterung ins Haus steht. Sie wissen: Ab 1. Mai 2004 werden weitere zehn Länder Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Wittauer.
Der bisherige Trend ist alles andere als positiv. Es muss daher deutlich mehr geschehen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Wittauer.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Mag. Sima: Beim Klimaschutz sind wir ganz hinten!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Österreich liegt laut dem Zwischenbericht der EU (Abg. Dr. Glawischnig: ... eine super Statistik!) zur Umsetzung der Lissabon-Strategie, gerade was das Kriterium Umweltschutz, die Qualität der Umweltsituation anlangt, auf Platz eins in Europa. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Mag. Sima: Beim Klimaschutz sind wir ganz hinten!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir werden dieses Ziel sicher erreichen, obwohl das von vielen als träumerisch bezeichnet wird. Es wird 2004 Realität werden, und wir werden damit auch einen spürbaren Beitrag zum Ersatz von fossiler Energie und damit für den Klimaschutz leisten können, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist ein anderer ...!
Aber jetzt zum zweiten Antrag: Dieser ist immerhin schon am 12. August 2003 eingebracht worden, und am 12. August 2003 wurde er – das sage ich gleich dazu – nicht zum ersten Mal eingebracht. Wir haben diesen Antrag auf Senkung der Steuern mit einer Senkung im Bereich der kleinen Einkommen, des unteren Drittels, um 1 Milliarde € (Abg. Scheibner: Das ist ein anderer ...!) und für den Mittelstand um 1 Milliarde € bereits im April 2004 eingebracht (Heiterkeit bei der ÖVP – demonstrativer Beifall des Abg. Ellmauer), ich korrigiere: 2002 mit Wirksamkeit auch für 2003 eingebracht. (Abg. Scheibner: Wann jetzt?) Wir haben dadurch eine Diskussion mit ausgelöst, die in Knittelfeld geendet hat. (Abg. Scheibner: War das der mit der Steuererhöhung?) – Sie waren damals noch Bundesminister, das hat sich ja dann erübrigt, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Wann jetzt?
Aber jetzt zum zweiten Antrag: Dieser ist immerhin schon am 12. August 2003 eingebracht worden, und am 12. August 2003 wurde er – das sage ich gleich dazu – nicht zum ersten Mal eingebracht. Wir haben diesen Antrag auf Senkung der Steuern mit einer Senkung im Bereich der kleinen Einkommen, des unteren Drittels, um 1 Milliarde € (Abg. Scheibner: Das ist ein anderer ...!) und für den Mittelstand um 1 Milliarde € bereits im April 2004 eingebracht (Heiterkeit bei der ÖVP – demonstrativer Beifall des Abg. Ellmauer), ich korrigiere: 2002 mit Wirksamkeit auch für 2003 eingebracht. (Abg. Scheibner: Wann jetzt?) Wir haben dadurch eine Diskussion mit ausgelöst, die in Knittelfeld geendet hat. (Abg. Scheibner: War das der mit der Steuererhöhung?) – Sie waren damals noch Bundesminister, das hat sich ja dann erübrigt, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: War das der mit der Steuererhöhung?
Aber jetzt zum zweiten Antrag: Dieser ist immerhin schon am 12. August 2003 eingebracht worden, und am 12. August 2003 wurde er – das sage ich gleich dazu – nicht zum ersten Mal eingebracht. Wir haben diesen Antrag auf Senkung der Steuern mit einer Senkung im Bereich der kleinen Einkommen, des unteren Drittels, um 1 Milliarde € (Abg. Scheibner: Das ist ein anderer ...!) und für den Mittelstand um 1 Milliarde € bereits im April 2004 eingebracht (Heiterkeit bei der ÖVP – demonstrativer Beifall des Abg. Ellmauer), ich korrigiere: 2002 mit Wirksamkeit auch für 2003 eingebracht. (Abg. Scheibner: Wann jetzt?) Wir haben dadurch eine Diskussion mit ausgelöst, die in Knittelfeld geendet hat. (Abg. Scheibner: War das der mit der Steuererhöhung?) – Sie waren damals noch Bundesminister, das hat sich ja dann erübrigt, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Er stimmt sogar wieder dagegen!
Das wäre eigentlich jener Zeitpunkt gewesen, zu dem gerade Sie – jetzt sind bei der FPÖ keine Damen mehr hier, o doch, Frau Kollegin Partik-Pablé – nachdenken sollten, wieso Sie die Gelegenheit nicht genutzt haben, durch Herabsetzung der Steuern, wie es versprochen war, mit 1. Jänner 2003, inklusive einer Verdoppelung der Negativsteuer für diejenigen, die auch schon vor dem Budgetbegleitgesetz keine Steuer gezahlt haben, also die überwiegende Mehrheit jener 2,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher, in deren Namen Sie sich jetzt immer brüsten für die „tolle“ Senkung zum 1. Jänner 2004. Deswegen wäre es schon heuer notwendig gewesen, weil hier Kaufkraft entstanden wäre und weil wir dann heuer nicht in der Bredouille wären, dass wir nur 0,7 Prozent an Wachstum haben (Abg. Großruck: Ihre Schulden ...!), sondern dann hätte sich der Herr Finanzminister nächstes Jahr brüsten können, dass es doch so hoch wirksam war – so, wie er es beim Konjunkturpaket gemacht hat. (Abg. Scheibner: Er stimmt sogar wieder dagegen!) Das wurde versäumt, weil Sie bei den Dingen, die Sie richtigerweise gefordert haben, immer wieder nicht die Mehrheit gesucht haben – die hätten wir gehabt –, sondern Ihnen die Menschen egal waren und die Regierungssitze wichtiger waren.
Abg. Scheibner: Mit den Zahlen haben Sie es heute, Herr Kollege!
Ich sehe schon die Vorschläge der ÖVP kommen: Spitzensteuersatz auf 42 Prozent senken (Ruf bei der ÖVP: 39!), auf 39 herabsetzen. (Ruf bei der ÖVP: 35!) – Ja, wunderbar! Das zeigt nämlich den Menschen, was für Volksvertreter Sie sind: Fürs eigene Geldtaschl wollen Sie sich möglichst viel an Steuersenkung herausholen. (Abg. Scheibner: Mit den Zahlen haben Sie es heute, Herr Kollege!) Das ist eine Politik, für die Sie sich schämen sollten! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: ... Gusenbauer die Rede gehalten, das wäre gescheiter gewesen!
Wir kommen aber jetzt zum Hauptproblem, meine Damen und Herren! Das ist eine Frage der Verteilungs- ... (Unruhe im Saal. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Wir kommen zur Frage der Verteilungsgerechtigkeit in Österreich. (Ruf bei der ÖVP: Wollen Sie gerne verteilen?) Ich möchte Ihnen zu bedenken geben, dass wir in der Reallohnentwicklung dem Durchschnitt der Europäischen Union seit mehreren Jahren um 0,5 Prozent, 0,75 Prozent, über 1 Prozent nachhinken. (Abg. Scheibner: ... Gusenbauer die Rede gehalten, das wäre gescheiter gewesen!) Wir hinken nach, weil diese Regierung kaltherzig, aber auch falsch für die Volkswirtschaft kein Augenmerk darauf richtet, dass die Menschen wieder Kaufkraft bekommen, auch jene, die unter dem Medianeinkommen von 2001 liegen. Ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören, aber Ihnen sei es ins Stammbuch geschrieben: Das Medianeinkommen betrug damals laut letztem Einkommensbericht des Rechnungshofes 1 510 €.
Abg. Scheibner: 23!
Wenn wir hergehen und alle nur noch – Hausnummer – 30 Prozent zahlen, egal, für welche Einkommensstufe (Abg. Scheibner: 23!) – oder 23 Prozent –, dann wird man zumindest genötigt sein – ich werde diese Idee jetzt nicht verteufeln –, unten eine sehr hohe Freibetragsgrenze einzuziehen, weil Sie sonst völlig im Ungerechtigkeits-Nirwana sind, wenn der erste Euro und der letzte Euro gleich besteuert werden sollen. Aber Sie dürfen sich nicht daran vorbeischwindeln, dass das der Grundgedanke der Flat-Tax ist und dass Sie das wieder nur mit diesen Zusatzmaßnahmen wegbekommen, die Sie sonst gerne kritisieren. (Abg. Scheibner: Aber nicht in dem System, das wir anstreben!)
Abg. Scheibner: Aber nicht in dem System, das wir anstreben!
Wenn wir hergehen und alle nur noch – Hausnummer – 30 Prozent zahlen, egal, für welche Einkommensstufe (Abg. Scheibner: 23!) – oder 23 Prozent –, dann wird man zumindest genötigt sein – ich werde diese Idee jetzt nicht verteufeln –, unten eine sehr hohe Freibetragsgrenze einzuziehen, weil Sie sonst völlig im Ungerechtigkeits-Nirwana sind, wenn der erste Euro und der letzte Euro gleich besteuert werden sollen. Aber Sie dürfen sich nicht daran vorbeischwindeln, dass das der Grundgedanke der Flat-Tax ist und dass Sie das wieder nur mit diesen Zusatzmaßnahmen wegbekommen, die Sie sonst gerne kritisieren. (Abg. Scheibner: Aber nicht in dem System, das wir anstreben!)
Sitzung Nr. 37
Abg. Scheibner: Redezeit!
Was geschieht in Österreich? – Es wird mit dem Parlament nicht über alle Fragen kommuniziert, die Opposition wird nicht eingebunden, die Strategische Partnerschaft ist nur ein Beispiel dafür. (Abg. Scheibner: Redezeit!) Über die Entwicklungspolitik wurden wir informiert, aber über die Details konnten wir nicht sprechen. (Abg. Scheibner: Redezeit!) Es wird uns die Mitsprache bei der Verlängerung von Einsätzen entzogen. – Außenpolitik muss alle umfassen, muss gemeinsam betrieben werden, nur dann hat sie Erfolg. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Redezeit!
Was geschieht in Österreich? – Es wird mit dem Parlament nicht über alle Fragen kommuniziert, die Opposition wird nicht eingebunden, die Strategische Partnerschaft ist nur ein Beispiel dafür. (Abg. Scheibner: Redezeit!) Über die Entwicklungspolitik wurden wir informiert, aber über die Details konnten wir nicht sprechen. (Abg. Scheibner: Redezeit!) Es wird uns die Mitsprache bei der Verlängerung von Einsätzen entzogen. – Außenpolitik muss alle umfassen, muss gemeinsam betrieben werden, nur dann hat sie Erfolg. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie wissen das natürlich wieder alles!
Ja, die Übergangsfristen: Sieben Jahre haben Sie durchgesetzt. (Ruf: Sie hätten gar nichts durchgesetzt!) Sieben Jahre – und jetzt sind Sie nicht einmal bereit, den Ungarn, die schon darauf warten, dass endlich Vorschläge von Österreich kommen (Abg. Scheibner: Sie wissen das natürlich wieder alles!), wie man das ab dem 1. Mai 2004 mit Kontingenten für gewisse Bereiche auch ein bisschen besser gestalten kann, sodass das nicht erst in sieben Jahren möglich ist, etwas vorzulegen. Nichts machen Sie, es gibt keine Vorschläge! Das fehlt für diesen Grenzraum. Es fehlt eine Beschäftigungs-, eine Arbeitsmarktstrategie, um diesen Grenzraum tatsächlich für die Menschen
Abg. Scheibner: Den wollten Sie dort lassen, nicht?
Hingegen wurde ein österreichischer Polizist, dem im Kosovo ein Vergehen vorgeworfen wurde, bei Nacht und Nebel von dort herausgeholt. (Abg. Scheibner: Den wollten Sie dort lassen, nicht?) Er ist jetzt verurteilt worden. – Man sieht daran: Sie messen bei den Menschenrechten mit zweierlei Maß! (Abg. Mag. Molterer: Hätten wir ihn dort lassen sollen?)
Abg. Scheibner: Ein „Wahnsinn“! Gleich drei Wochen!
Wenn wir beim Transit nicht bekommen, was wir wollen, dann muss die Veto-Möglichkeit noch gespielt werden!, dann verschiebt diese Bundesregierung, diese Regierungsmehrheit die Ratifizierung gleich um drei Wochen. (Abg. Scheibner: Ein „Wahnsinn“! Gleich drei Wochen!) – Doch was sagt die Außenministerin dazu? – Die Außenministerin sagt gar nichts, sie ist nämlich nicht hier, und man kann ja bekanntlich vom Ausland aus auch nichts sagen.
Pfui-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Skandal! Skandal!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Apropos „zum Streik zwingen“, Herr Abgeordneter Schieder: Haben Sie das mitbekommen, was die Eisenbahnergewerkschaft in St. Pölten gemacht hat? Haben Sie mitbekommen, dass die Eisenbahnergewerkschaft in St. Pölten arbeitsbereite Postbuschauffeure am Arbeiten gehindert hat? (Pfui-Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Skandal! Skandal!) Haben Sie mitbekommen, Herr Abgeordneter Schieder, wer hier zum Streik gezwungen werden soll? Haben Sie mitbekommen, Herr Abgeordneter Schieder, dass die Vorstandsvorsitzende der Postbus-Gesellschaft, Frau Goldmann, sich von dieser Aktion massiv distanziert, weil sie Arbeitswillige auch tatsächlich arbeiten lassen will?
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das vereinbart? Mit wem haben Sie das vereinbart?
Es ist, glaube ich, Konsens zwischen allen Parteien in diesem Haus gewesen – und das ist ein sehr wichtiger Konsens gewesen –, dass wir als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit gerade zu unseren direkten Nachbarländern als einer der ersten der alten Mitgliedstaaten der Europäischen Union diesen Beitritt so rasch wie möglich ratifizieren – als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit gegenüber unseren Nachbarländern. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das vereinbart? Mit wem haben Sie das vereinbart?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wegen so etwas?! – Abg. Mag. Molterer: „So etwas“, was heißt das? Ist Ihnen die Arbeitsplatzpolitik egal?
Wegen so etwas die Ratifizierung des Beitrittsvertrages zu verschieben, das halte ich für unerträglich und untragbar! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wegen so etwas?! – Abg. Mag. Molterer: „So etwas“, was heißt das? Ist Ihnen die Arbeitsplatzpolitik egal?)
Abg. Scheibner: Was habe ich? Wo sind Sie eigentlich? Was Sie alles mitbekommen!
Es hat noch weitere Erklärungen gegeben. Im Ausschuss hat Kollege Mainoni gemeint, zuerst müsse man die Konjunktur ankurbeln und ein Konjunkturpaket beschließen, bevor man die Erweiterung in Angriff nehme. Kollege Scheibner hat im Hohen Haus von irgendwelchen mysteriösen Geheimverhandlungen gesprochen, die so geheim sind, dass man mit den Nachbarländern noch gar nicht darüber reden kann. (Abg. Scheibner: Was habe ich? Wo sind Sie eigentlich? Was Sie alles mitbekommen!)
Abg. Scheibner: ... missbraucht hat für die Parteipolitik!
Herr Bundeskanzler! Sie haben darauf hingewiesen, dass das Vorgehen bei der voestalpine – nicht jetzt die Totalprivatisierung, sondern in der Vergangenheit die Aufgliederung in unterschiedliche Unternehmungen – die Grundlage dafür war, dass die voestalpine zur Weltspitze aufgestiegen ist. – Sie haben völlig Recht. Aber wissen Sie, was der Unterschied ist? – Seinerzeit ist diese Aufgliederung der voestalpine in völligem Konsens zwischen den politisch Verantwortlichen, dem Management und der Belegschaft geschehen (zustimmendes Nicken von Abgeordneten der SPÖ), und daher ist es auch erfolgreich gewesen. (Abg. Scheibner: ... missbraucht hat für die Parteipolitik!) Das ist der Unterschied zur jetzigen Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mandak.)
Abg. Scheibner: Was war beim „Konsum“? Da waren alle weg!
dass es um 12 000 Mitarbeiter zu viel sind. – Erster Punkt. (Abg. Scheibner: Was war beim „Konsum“? Da waren alle weg!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Zweiter Punkt: Sie reden davon, dass die Experten verhandeln sollen. Diese Bundesregierung sagt jedoch, dass der Vorstand nicht verhandeln darf, sondern dass sie verhandelt. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) – Das sagt diese Bundesregierung und niemand anderer!
Abg. Scheibner: Weil Sie dagegen stimmen!
Sie kritisieren, dass wir andere Vorstellungen zur Steuer haben. (Abg. Scheibner: Weil Sie dagegen stimmen!) Ja, wir haben andere Vorstellungen zur Steuer. Sie haben nämlich Wortbruch begangen: Sie haben in der Koalitionsregierung Schüssel I den Österreicherinnen und Österreichern versprochen, dass im Jahre 2003 die große Steuerreform kommen wird. Wo ist sie, Herr Abgeordneter Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie ist mit 2004 beschlossen! Sie waren dagegen!) Unsere Steuerreform würde den Bürgerinnen und Bürgern mehr bringen, als Ihre kleine Steuerreform bringen wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie ist mit 2004 beschlossen! Sie waren dagegen!
Sie kritisieren, dass wir andere Vorstellungen zur Steuer haben. (Abg. Scheibner: Weil Sie dagegen stimmen!) Ja, wir haben andere Vorstellungen zur Steuer. Sie haben nämlich Wortbruch begangen: Sie haben in der Koalitionsregierung Schüssel I den Österreicherinnen und Österreichern versprochen, dass im Jahre 2003 die große Steuerreform kommen wird. Wo ist sie, Herr Abgeordneter Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie ist mit 2004 beschlossen! Sie waren dagegen!) Unsere Steuerreform würde den Bürgerinnen und Bürgern mehr bringen, als Ihre kleine Steuerreform bringen wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – eine Graphik in die Höhe haltend –: Das interessiert ja nicht!
Ich komme jetzt zum Herrn Kollegen Scheibner. Er hatte vorhin Probleme mit dem Hören; er hat sie auch mit dem Lesen und mit dem Rechnen. (Der Redner hält ein Schriftstück mit einer Graphik in die Höhe.) Ich nehme ein ÖVP-Papier, damit Sie nicht über Oppositionspapiere beleidigt sind: „Zwischen 1995 und 1999 wurde die F&E-Quote um 0,29 Prozent von 1,57 auf 1,86 gesteigert.“ (Abg. Scheibner – eine Graphik in die Höhe haltend –: Das interessiert ja nicht!) – Ja, die ÖVP lügt vielleicht in diesem Fall; das sagen Sie, nicht ich ...
Abg. Scheibner: Meine Daten sind vom ÖSTAT – und nicht von der ÖVP!
Und von 1999 bis zum Jahr 2002 0,09 Prozent, Herr Kollege. Das sind die Daten, wie sie wirklich sind, außer die ÖVP gibt falsche Unterlagen heraus. (Abg. Scheibner: Meine Daten sind vom ÖSTAT – und nicht von der ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Heute stellen Tätigkeiten wie die zollamtliche Überwachung, die Überwachung des Warenverkehrs, diesbezüglicher Verbote und Beschränkungen, der Vollzug der Verbrauchssteuern und andere Fragen Aufgaben der Zollwache dar. – Die Eingliederung von 1 030 Zollwachebediensteten ins Innenministerium stellt somit eine wesentliche Erhöhung der Einsatzkraft der Sicherheitsexekutive dar. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Hier hat Ernst Strasser genau das richtige Ziel, nämlich mehr Beamte auf die Straße zu bringen, vor Ort zu bringen, und weniger Beamte hinter Schreibtischen zu haben. Ernst Strasser ist ein Mann der Tat. Und das tut Ihnen weh. Strasser ist bekannt dafür, dass er Ernst macht, wenn es um unsere Sicherheit geht. Das ist es, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Wurm spricht – über die Bänke hinweg – mit Abg. Scheibner.
Frau Abgeordnete Wurm, jeder weiß, dass die Aufklärungsquote bei Vermögensdelikten immer gering ist, was wir auch an den Zahlen aus der Vergangenheit sehen können. Das ist ganz einfach so, und das werden wir auch nicht ändern können. Durch die offenen Grenzen hat sich das Problem noch enorm verschärft: Kaum ist ein Auto gestohlen, wird es schon über die Grenze gebracht, und oft ist nicht einmal noch die Anzeige erstattet worden, schon sind der Täter und auch das gestohlene Gut in Sicherheit. (Abg. Mag. Wurm spricht – über die Bänke hinweg – mit Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das geht sich nicht mehr aus!
Die letzten beiden offenen Fragen an den Herrn Finanzminister, weil er sie nicht beantwortet hat (Abg. Scheibner: Das geht sich nicht mehr aus!): Welche möglichen Verwertungsvarianten gibt es? – Der Prozess läuft ja jetzt. Und vielleicht geben Sie auch noch bekannt, wie die internen Bewertungskriterien waren. Es sind viele Fragen gestellt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das beweist aber auch, sehr geehrte Frau Ministerin, eine andere Tatsache: dass diese Bundesregierung offensichtlich schneller handelt, als sie zu denken in der Lage ist. Und das ist besonders bedenklich, vor allem, wenn es sich um das höchste und sensibelste Gut, das wir haben, handelt, nämlich um die Gesundheit. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Schritt für Schritt!
Herr Kollege Scheibner, Sie brauchen nicht auf uns zu zeigen, als ob wir das verhindern würden. (Abg. Scheibner: Schritt für Schritt!) Das wäre auch notwendig. Frau Kollegin Bayr hat es ja schon ausgeführt.
Abg. Broukal: Mehr Applaus, bitte! – Abg. Scheibner: Sie können mitklatschen!
Kollegin Bayr hat gesagt, die Pläne gehen an den Bedürfnissen vorbei. – Ich muss schon Folgendes dazu sagen: Anscheinend kennen Sie die Pläne noch nicht so genau und so ganz. Bringen Sie sich doch erst einmal auch mit ein! Schauen Sie sich genau an, wie das tatsächlich aussieht! Dann können Sie sagen, die Pläne gehen an den Bedürfnissen vorbei. Man muss zuerst einmal schauen, wie es wirklich ist. Bringen Sie sich doch konstruktiv bei den Verhandlungen, bei der Erstellung des Planes ein! Nachher kann man darüber reden, ob es passt oder nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Aber schon vorab zu sagen, wie Sie es immer tun, es passt alles nicht ... (Abg. Broukal: Mehr Applaus, bitte! – Abg. Scheibner: Sie können mitklatschen!)
Sitzung Nr. 38
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Heute ganz in Schwarz!
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Puswald zu Wort gemeldet. Herr Kollege, Sie kennen die Geschäftsordnung: Sie stellen den zu berichtigenden Sachverhalt dar und dann den richtigen – und: keine politischen Werturteile! (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Heute ganz in Schwarz!)
Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Das ist eine politische Wertung!
Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Frau Dr. Fekter hat gerade über diese Außerstreitgesetz-Novelle gesagt, es handle sich dabei um die größte Reform, die es im Justizressort jemals gegeben hätte. – Diese Aussage ist falsch! (Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Das ist eine politische Wertung!)
Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!
Sie schreiben weiter: „Es drohen allen Mietern hohe Rechtsanwaltskosten.“ Und wieters: „Bald schon könnte ein Verfahren Tausende Euro kosten – selbst dann, wenn der Mieter Recht bekäme.“ (Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!) – Woher haben Sie das eigentlich? (Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!) Haben Sie das Gesetz nicht gelesen? Ich habe angenommen, dass die Mitglieder des Justizausschusses wenigstens Mindestkenntnisse über dieses Gesetz haben. Aber bei Ihnen vermisse ich jedwede Kenntnis des Gesetzes, meine sehr geehrten Damen und Herren! Falschinformationen von A bis Z! Ich würde Sie bitten, dass Sie das das nächste Mal in Ihrer Zeitung, dem „Wiener Bezirksblatt“, richtig stellen, Frau Abgeordnete Bures – Sie als Vertreterin der Mietervereinigung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!
Sie schreiben weiter: „Es drohen allen Mietern hohe Rechtsanwaltskosten.“ Und wieters: „Bald schon könnte ein Verfahren Tausende Euro kosten – selbst dann, wenn der Mieter Recht bekäme.“ (Abg. Scheibner: Für die Gemeinde!) – Woher haben Sie das eigentlich? (Abg. Dolinschek: Das ist eine Frechheit! Eine Frechheit sondergleichen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist unerhört! – Abg. Scheibner: Pure Polemik von der Opposition! Sie verängstigen die kleinen Mieter!) Haben Sie das Gesetz nicht gelesen? Ich habe angenommen, dass die Mitglieder des Justizausschusses wenigstens Mindestkenntnisse über dieses Gesetz haben. Aber bei Ihnen vermisse ich jedwede Kenntnis des Gesetzes, meine sehr geehrten Damen und Herren! Falschinformationen von A bis Z! Ich würde Sie bitten, dass Sie das das nächste Mal in Ihrer Zeitung, dem „Wiener Bezirksblatt“, richtig stellen, Frau Abgeordnete Bures – Sie als Vertreterin der Mietervereinigung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie endlich diese Verängstigungen zurück!
Ich berichtige tatsächlich: Es sind nicht nur 1 000 €, bei Hauptmietzinsüberprüfungen, bei Betriebskostenüberprüfungen, bei Investitionsersatzüberprüfungen werden die Mieter durch Ihre Regelungen mit mehreren 1 000 € getroffen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie endlich diese Verängstigungen zurück!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber was ist mit den Kosten? Die Kosten stimmen! – Abg. Scheibner: Sehr teuer das Ganze!
Ich stelle richtig: Auftraggeber der Mietervereinigung sind jene Menschen, die Hilfe- und Ratsuchende sind, und die werden von der Mietervereinigung bei Gericht und beim OGH erfolgreich vertreten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Aber was ist mit den Kosten? Die Kosten stimmen! – Abg. Scheibner: Sehr teuer das Ganze!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Und bilanzieren kann er auch nicht! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Warum seid ihr denn so nervös?
Ihnen von der SPÖ beziehungsweise Herrn Kollegem Matznetter halte ich vor, dass er sich auf Kosten der Steuerzahler, und zwar auf Kosten des Arbeitsmarktservice, auch noch Farbinserate hat zahlen lassen! (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das heißt also, Matznetter weiß überhaupt nicht, wie man sorgfältig mit Steuergeldern umgeht, versucht aber hier, den sorgfältigen Budgetsprecher zu spielen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Und bilanzieren kann er auch nicht! – Gegenrufe der Abgeordneten Dr. Puswald und Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Warum seid ihr denn so nervös?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, was soll denn das? Was ist das für eine Wortwahl? Das ist ja ungeheuerlich!
Wenn Sie meinen, die Justiz reformieren zu wollen, dann lassen Sie sich bitte etwas Intelligenteres einfallen! (Abg. Dr. Fekter: ... nicht sagen! Wir machen es eh selbst!) Dann lassen Sie sich doch etwas einfallen, was die Richter nicht derart brüskiert, dass sie vor einer Woche einen „Notstandstag“ ausrufen mussten, dass dort die Emotionen übergehen und dass dort ein Justizminister die Stützen der Demokratie, nämlich die Vertreter der Justiz, derart brüskiert, dass er kurzerhand sozusagen den Koffer nehmen und gehen musste. (Abg. Dr. Fekter: ... überprüfen das schon die längste Zeit!) Ein Justizminister, der sich vor der Justiz verstecken und aus dem Justizpalast flüchten muss, ist eine Schande für diese Republik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, was soll denn das? Was ist das für eine Wortwahl? Das ist ja ungeheuerlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! „Schande für diese Republik“ – da gibt es nichts? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist es da mit einer Rüge für den Herrn Abgeordneten?
Meine Damen und Herren! So ein Justizminister ist etwas, was ich mir nicht wünsche, und er verdient erst recht nicht die Bezeichnung „Reformminister“! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Herr Präsident! „Schande für diese Republik“ – da gibt es nichts? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wie ist es da mit einer Rüge für den Herrn Abgeordneten?)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Aus ist es!
Und um eine Bahn in vernünftiger Form zu haben, muss man auch mit den dort Tätigen vernünftig und anständig umgehen, und nicht so wie Sie das tun. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Aus ist es!)
Abg. Scheibner: So ist gar nichts da jetzt! Jetzt haben wir gar nichts!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Herr Bundeskanzler, eines können Sie von den Grünen nie und nirgendwo erwarten (Ruf bei der ÖVP: Vernünftig sein!): Von den Grünen wird es auf keiner einzigen Ebene, ob das in den Gemeinden, in den Landtagen, im Nationalrat, im Bundesrat oder im Europaparlament ist, jemals eine Zustimmung geben zu Dingen, zu Vorschlägen, zu Visionen, die eine radikale Verschlechterung für die österreichische Bevölkerung darstellen. (Abg. Scheibner: So ist gar nichts da jetzt! Jetzt haben wir gar nichts!) Das können Sie, bitte, allein machen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Nicht ablenken! ... Fundamentalopposition!
Ich halte es wirklich für eine Unverschämtheit – ich zähle Ihnen jetzt einmal kurz Ihre Versäumnisse auf, die Sie in der Verkehrspolitik in den letzten zehn Jahren zu verantworten haben. (Abg. Scheibner: Nicht ablenken! ... Fundamentalopposition!) Und
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wir fürchten uns aber jetzt! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni. – Abg. Scheibner: Was passiert denn dann, wenn wir weiter kritisieren?
Die Grünen haben sich über Jahrzehnte für dieses Thema eingesetzt und haben vor dieser Entwicklung gewarnt, indem sie gesagt haben: Eine Verkehrspolitik, die auf Straßenbau, auf Transitrouten setzt, sodass man dann in Zukunft zweistöckig und vierspurig durch Österreich durchfährt, ist zum Scheitern verurteilt! – Sie haben auf uns nie gehört. Also wagen Sie es nicht, uns in unserer Glaubwürdigkeit in der Verkehrspolitik anzutasten! (Abg. Dr. Stummvoll: „Wagen“? – Abg. Neudeck: Wollen Sie uns drohen?) Das ist wirklich eine Unverschämtheit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wir fürchten uns aber jetzt! – Heiterkeit des Abg. Mag. Mainoni. – Abg. Scheibner: Was passiert denn dann, wenn wir weiter kritisieren?) – Nein, ich meine das sehr, sehr ernst.
Abg. Scheibner: Das hat er schon alles vergessen!
Die Europäische Union hat dann – ich habe hier den Auszug aus dem Amtsblatt vom 26. Februar 1997 – den ersten Vorschlag für die neue Wegekostenrichtlinie – die alte war ja vom EuGH aufgehoben worden – gemacht, wonach für umweltsensible Strecken auch externe Kosten angelastet werden können. Wenn Sie mich fragen, wer damals Verkehrsminister war, als das im Rat verhandelt wurde: Es war Dr. Caspar Einem, der Ihnen sicher darüber erzählen kann (Abg. Scheibner: Das hat er schon alles vergessen!); Bundeskanzler war übrigens Mag. Viktor Klima.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn Sie sagen, es werde kein Geld investiert, so brauchen Sie sich doch wirklich nur den Generalverkehrsplan anzuschauen: Im Generalverkehrsplan sind Bahnausbauten im Ausmaß von 30 Milliarden € vorgesehen – 30 Milliarden €! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wenn es so weitergeht, muss man das eh ...!
Wir haben in Österreich im Jahr 180 Millionen Fahrgäste auf der Bahn, 550 Millionen in den Autobuslinien. – Offenbar möchte die Bahn beweisen: Kauft 2 000 Autobusse, und ihr braucht die Personenbeförderung nicht mehr! (Abg. Scheibner: Wenn es so weitergeht, muss man das eh ...!) – Wir haben einen sehr hohen Anteil am Güterverkehr auf der Schiene. Die Eisenbahnergewerkschaft ist gerade eifrig dabei, diesen zu vertreiben, wie zum Beispiel die Firma Welser, wo wir ja mit viel Geld – das weiß ich aus meiner Zeit als Aufsichtsrat bei den ÖBB – die Schmalspurbahn zu einer Normalbahn ausgebaut haben, damit direkt zum Werk hingefahren werden kann. In der Wirtschaftskammer Österreich gibt es die Arbeitsgemeinschaft der Anschlussbahn-Unternehmer, die alle bemüht sind, möglichst viele Güter auf die Bahn zu bringen. – Und
Abg. Scheibner: Na also! Genau das ist das Problem!
Es kann wohl nicht sein, dass ein Land wie die Schweiz, das nicht Mitglied der Europäischen Union ist, mit der EU einen Vertrag hat, in dem die Schweizer Mauthöhe akzeptiert wird, und einem Mitgliedsland der Europäischen Union, nämlich Österreich, das Gleiche nicht erlaubt ist und wir schlechter behandelt werden als die Schweiz. (Abg. Scheibner: Na also! Genau das ist das Problem!) Das werden wir in keinem Fall akzeptieren, hier muss es zu gleichen Verhältnissen kommen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was habt ihr vorher gemacht dagegen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was habt ihr vorher gemacht dagegen?
Es kann wohl nicht sein, dass ein Land wie die Schweiz, das nicht Mitglied der Europäischen Union ist, mit der EU einen Vertrag hat, in dem die Schweizer Mauthöhe akzeptiert wird, und einem Mitgliedsland der Europäischen Union, nämlich Österreich, das Gleiche nicht erlaubt ist und wir schlechter behandelt werden als die Schweiz. (Abg. Scheibner: Na also! Genau das ist das Problem!) Das werden wir in keinem Fall akzeptieren, hier muss es zu gleichen Verhältnissen kommen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was habt ihr vorher gemacht dagegen?)
Abg. Scheibner: Wir werden in drei Wochen etwas zusammenbringen! Bringen Sie Ihre Vorschläge!
Wieso sind Sie zu dieser Auseinandersetzung nicht bereit? – Sie haben gestern hier im Haus einen Gesetzentwurf eingebracht und heute bereits einen Fristsetzungsantrag mit dem Ziel, dass alles binnen weniger Wochen erledigt werden soll. Die gesamte gestrige Ankündigung des Bundeskanzlers, dass hier Bereitschaft zum Dialog und zur Verhandlung besteht, hat sich als hohle Ankündigung erwiesen (Abg. Scheibner: Wir werden in drei Wochen etwas zusammenbringen! Bringen Sie Ihre Vorschläge!), denn einerseits zu sagen, wir sind bereit zu verhandeln, aber andererseits zu sagen, Debatte beendet, Fristsetzung in drei Wochen und alles beschließen, das entlarvt den wahren Geist dahinter!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, hallo!
wahren Totengräber der Eisenbahn in unserem Land, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hallo, hallo!)
Abg. Scheibner: Streicher, Einem!
Was haben wir heute gehört? – Salbungsvolle Worte vom Herrn Bundeskanzler, aber es fehlen Taten! Wenn man sich die Vergangenheit anschaut: Es haben wir Sozialdemokraten und die Grünen im Hohen Haus und im Verkehrsausschuss ständig darauf aufmerksam gemacht, was die Mängel in der Vergangenheit waren und was Forstinger, Schmid und Reichhold bis hin zu Gorbach, was alle vier Verkehrsminister versäumt haben. (Abg. Scheibner: Streicher, Einem!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Es geht nicht gegen die Mitarbeiter, sondern es geht gegen die Gewerkschaft! – Abg. Wittauer – eine „Kronen Zeitung“ in die Höhe haltend –: Haben Sie heute die Zeitung gelesen?
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Einer der schönsten Teile meines Berufslebens vor dem Oktober 2002 war, dass ich seit vielen Jahren für das Management der Österreichischen Bundesbahnen die Managementtage und auch sonstige Großveranstaltungen ausgerichtet habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Im Gegensatz zu den meisten von Ihnen bin ich mit den Interna der Bahn gut vertraut, und ich finde es ungeheuerlich, wie Sie einen Betrieb, der von Jahr zu Jahr seine Leistung steigert, der heute mit 47 000 Mitarbeitern mehr leistet als vor zehn Jahren mit 67 000 Mitarbeitern, schlecht machen, nur um damit Ihre Reformen gutzureden, die Sie nicht gutreden können. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Es geht nicht gegen die Mitarbeiter, sondern es geht gegen die Gewerkschaft! – Abg. Wittauer – eine „Kronen Zeitung“ in die Höhe haltend –: Haben Sie heute die Zeitung gelesen?)
Abg. Scheibner: Wie soll das gehen, wenn gestreikt wird? So ein Zynismus!
Ich würde Ihnen vorschlagen: Lassen Sie heute Ihre Audis und BMWs stehen, fahren Sie mit der Westbahn nach Hause (Abg. Scheibner: Wie soll das gehen, wenn gestreikt wird? So ein Zynismus!) und sehen Sie einem Schaffner ins Gesicht, der Sie fragt: Was ist mit mir, was mit meiner Frau, was ist mit meinen Kindern? – So weit sind wir heute! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Streiks ruinieren sie! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Welche Unwahrheiten hier geäußert werden, nur damit Sie auf Ihr Recht kommen, welche eklatanten Unwahrheiten! Die Österreichischen Bundesbahnen waren, bevor Sie sich ihrer angenommen haben, die beste Güterbahn in Europa. Sie werden das ruinieren! Oder? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Streiks ruinieren sie! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir wollten ja verhandeln!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Fristsetzungsantrag ist eine Provokation. Er ist mehr als eine Provokation, und Sie sollten das auch begreifen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, weil die Fristsetzung ja nicht das bedeutet, was uns hier Klubobmann Scheibner suggeriert oder zu suggerieren versucht, nämlich verhandeln, verhandeln, verhandeln, sondern weil sie Verhandlungen geradezu ausschließt, Herr Kollege Molterer. Dieser Fristsetzungsantrag bedeutet Folgendes: Am 2. Dezember wird diese Sache im Plenum behandelt, egal, ob im Ausschuss verhandelt worden ist oder nicht. So schaut die Sache aus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir wollten ja verhandeln!) Das ist eine Provokation nicht nur des Parlaments, sondern natürlich auch für die draußen, die streiken, denn die wollen verhandeln. (Abg. Scheibner: Ach so? Aber nicht die Gewerkschaft!)
Abg. Scheibner: Ach so? Aber nicht die Gewerkschaft!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieser Fristsetzungsantrag ist eine Provokation. Er ist mehr als eine Provokation, und Sie sollten das auch begreifen, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien, weil die Fristsetzung ja nicht das bedeutet, was uns hier Klubobmann Scheibner suggeriert oder zu suggerieren versucht, nämlich verhandeln, verhandeln, verhandeln, sondern weil sie Verhandlungen geradezu ausschließt, Herr Kollege Molterer. Dieser Fristsetzungsantrag bedeutet Folgendes: Am 2. Dezember wird diese Sache im Plenum behandelt, egal, ob im Ausschuss verhandelt worden ist oder nicht. So schaut die Sache aus! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir wollten ja verhandeln!) Das ist eine Provokation nicht nur des Parlaments, sondern natürlich auch für die draußen, die streiken, denn die wollen verhandeln. (Abg. Scheibner: Ach so? Aber nicht die Gewerkschaft!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ein Vokabular! Das ist ungeheuerlich! Kriegserklärung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! Eines ist doch klar: Der Ausschuss oder der Unterausschuss des Parlaments ist nicht der Ort, wo die Eisenbahnergewerkschafter verhandeln können. Das wollen Sie auch nicht. Sie machen eine Fristsetzung, um Verhandlungen geradezu auszuschließen. Daher, Herr Kollege Scheibner, kommt das einer Kriegserklärung an die Gewerkschaft gleich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ein Vokabular! Das ist ungeheuerlich! Kriegserklärung!)
Abg. Scheibner: Und was Sie mit den Streiks riskieren?
Regierung in dieser Sache auf dem längeren Ast sitzt, aber was Sie damit riskieren, das ist Ihnen offensichtlich völlig egal. (Abg. Scheibner: Und was Sie mit den Streiks riskieren?) Von allen Stellen wird Ihnen zugerufen: Diese Reform, so wie sie vorgeschlagen wird, macht keinen Sinn, ja im Gegenteil, sie ist unsinnig! Das sagt Ihnen der Rechnungshof, das sagt Ihnen die Vorarlberger Landesregierung, das sagt Ihnen die Kärntner Landesregierung, das sagen Ihnen die Verkehrslandesräte aus den Bundesländern. Ja, von wem möchten Sie es denn sonst noch hören, wenn Sie es schon von der Opposition oder von den Streikenden nicht annehmen können? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Von Ihnen vielleicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Von Ihnen vielleicht!
Regierung in dieser Sache auf dem längeren Ast sitzt, aber was Sie damit riskieren, das ist Ihnen offensichtlich völlig egal. (Abg. Scheibner: Und was Sie mit den Streiks riskieren?) Von allen Stellen wird Ihnen zugerufen: Diese Reform, so wie sie vorgeschlagen wird, macht keinen Sinn, ja im Gegenteil, sie ist unsinnig! Das sagt Ihnen der Rechnungshof, das sagt Ihnen die Vorarlberger Landesregierung, das sagt Ihnen die Kärntner Landesregierung, das sagen Ihnen die Verkehrslandesräte aus den Bundesländern. Ja, von wem möchten Sie es denn sonst noch hören, wenn Sie es schon von der Opposition oder von den Streikenden nicht annehmen können? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Von Ihnen vielleicht!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Umkehrung der Tatsachen!
Was Sie riskieren, ist der soziale Frieden, das soziale Klima, die Bereitschaft und die Fähigkeit, zu verhandeln. (Abg. Scheibner: Das ist eine Umkehrung der Tatsachen!) Das riskieren Sie, das geben Sie auf!
Abg. Scheibner: Es ist vorher verhandelt worden!
Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben gesagt, wochenlang wurde verhandelt. – Das stimmt nicht! Anfang August hat Herr Kukacka die Reform zum ersten Mal mit einer Meldung angekündigt, Ende September kam dann der Begutachtungsentwurf; Ende September, Anfang Oktober. (Abg. Scheibner: Es ist vorher verhandelt worden!) Fünf Wochen sind seither vergangen, wenn man die Feiertage abzieht, nicht viel mehr. Das war die Zeit für Verhandlungen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Ellmauer: Wir haben jetzt November! Von August bis jetzt sind vier Monate!)
Abg. Scheibner: Es ist ja kein normales Unternehmen!
Ich sage Ihnen eines: Der Herr Staatssekretär Kukacka hat die ÖBB-Reform Anfang August mit dem berühmten Satz, der leider in diesem Haus und auch draußen schon fast wieder vergessen ist, eingeleitet, der da lautet: Wären die ÖBB ein normales Unternehmen, müssten sie in Konkurs gehen. – Das sagt der Eigentümervertreter dieses Unternehmens! Der Eigentümer sagt über sein eigenes Unternehmen, es müsste eigentlich in Konkurs gehen. Das ist Ihre Vorstellung! (Abg. Scheibner: Es ist ja kein normales Unternehmen!)
Abg. Scheibner: 1 Milliarde €!
Wozu Herr Kukacka diese ÖBB machen will, ist eben zu einem ganz normalen Unternehmen, aber nicht zu einem, sondern zu zehn, um sie in den Konkurs zu schicken. So schaut die Realität aus! Mit dieser Reform werden keine Einsparungen erzielt, das wissen Sie genau (Abg. Scheibner: 1 Milliarde €!) – das hat der Rechnungshof bestätigt, das bestätigen die Bundesländer –, trotzdem ziehen Sie die Reform durch. Kukacka wird nur von einem übertroffen, der in vielerlei Hinsicht ...
Einige der Abgeordneten der SPÖ stehen. – Abg. Scheibner: Wie tun wir jetzt bei der SPÖ?
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. (Einige der Abgeordneten der SPÖ stehen. – Abg. Scheibner: Wie tun wir jetzt bei der SPÖ?) – Na? Ist egal.
Beifall des Abg. Scheibner.
In Zukunft wird dieser Ausschuss noch effizienter arbeiten. Bereits heute früh haben wir ein Treffen mit der Volksanwaltschaft gehabt, wo wir uns für eine intensivere Zusammenarbeit eingesetzt haben und eine solche auch vereinbart haben, damit die Gesetze noch bürgernäher werden. Die Volksanwaltschaft weiß, welche Themen die Bürgerinnen und Bürger beschäftigen. Sie soll bei den Sitzungen des Ausschusses dabei sein und auch Stellung beziehen können. Damit können wir noch mehr für die Bürger da sein. Ich habe mich mit aller Vehemenz dafür eingesetzt, und es haben auch alle anderen Vorsitzenden dafür plädiert, dass wir dieses Angebot letzten Endes auch annehmen. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: „Totengräber“?! – Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Skandal!
Da Kollege Gusenbauer am Nachmittag gesagt hat, Sie sind der Totengräber der ÖBB, sage ich: Mit der Vorgangsweise sind Sie der Totengräber der Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: „Totengräber“?! – Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Skandal!)
Sitzung Nr. 40
Abg. Scheibner: Das ist eine Garantie!
Aber diesbezüglich ist die Diskussion noch lange nicht zu Ende. Dieser Vorschlag, wie er heute vorliegt, muss von uns nicht verfassungsrechtlich ausgefeilt, bis ins letzte Detail geprüft werden, denn so wird er wahrscheinlich nicht in der Europäischen Verfassung stehen. Es stehen ja noch alle Diskussionen aus! Aber, meine Damen und Herren, sollten wir nicht einmal darüber nachdenken, dass eine Beistandsverpflichtung für uns Vorteile bringt (Abg. Scheibner: Das ist eine Garantie!), nämlich den Vorteil, dass wir einen Konflikt aus dieser Union überhaupt draußen halten, nicht hereinziehen, dass eine Gemeinschaft, die über einen gemeinsamen Binnenmarkt verfügt, die heute eine gemeinsame Währung hat, doch klarerweise in der nächsten Konsequenz auch eine gemeinsame Verteidigung anstreben muss?
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.
Dass dies notwendig ist, hat man ja anhand der Ereignisse rund um den Stabilitätspakt gesehen, der aus meiner Sicht nicht in der Substanz in Frage gestellt, aber in der Flexibilität der Anwendung verbessert werden muss, denn: Wir brauchen einen Stabilitäts- und Wachstumspakt mit Biss! Das, was sich jetzt abzeichnet, dass sich nämlich manche daran halten, andere aber überhaupt nicht und damit eigentlich ein rechtsfreier Raum eintritt, der politisch entstanden ist, scheint mir kein taugliches Prinzip zu sein. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.)
Abg. Scheibner: Sehr erfrischend, was Sie da bringen!
Ich weiß schon, warum Sie das tun. Die Zustimmung zur österreichischen Neutralität in der Bevölkerung ist sehr hoch, und Sie wollen auf Teufel komm’ raus vermeiden, dass öffentlich darüber diskutiert wird, dass Sie diese Neutralität loswerden wollen, dass Sie diese Beistandspflicht eingehen wollen, damit Sie endlich die Eurofighter-Beschaffung rechtfertigen können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dann haben Sie nämlich die Ausrede, dass das für die europäische Verteidigung notwendig sei. Nach dieser Ausrede suchen Sie, diese Ausrede wollen Sie. Das, meine Damen und Herren, ist ja wohl so offensichtlich, dass wirklich jeder, der sich auch nur in Ansätzen mit dem ganzen Thema beschäftigt, draufkommt. (Abg. Scheibner: Sehr erfrischend, was Sie da bringen!)
Abg. Scheibner: Dafür wird die Koralmbahn gebaut!
Der Semmering-Basistunnel fiel dem ÖVP-Veto des Kollegen Pröll zum Opfer. Das gleiche Schicksal – allerdings nicht auf Grund der Vetopolitik – widerfährt dem Brenner-Basistunnel. (Abg. Scheibner: Dafür wird die Koralmbahn gebaut!) Das bedeutet, dass damit wesentliche Elemente zur Sicherung der Wirtschaftsstandorte Steiermark und Kärnten fehlen und es auch keine Antwort auf die auf uns zukommende Transitlawine gibt.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein merkwürdiger Vergleich, Herr Kollege! Das ist wirklich unter Ihrem Niveau! Das entspricht nicht Ihrem Niveau!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, die Verweigerung ärztlicher Hilfe für das Kind einer Mutter ist zweifellos nicht vereinbar mit den Bürger- und Menschenrechten, aber mir wäre wohler, wenn eine solche Kritik geäußert würde und wir in Österreich nicht gleichzeitig auch Familien auf die Straße stellen täten – ohne Obdach, ohne Unterkunft, ohne Unterstützung in laufenden Asylverfahren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein merkwürdiger Vergleich, Herr Kollege! Das ist wirklich unter Ihrem Niveau! Das entspricht nicht Ihrem Niveau!) – Mein Niveau lassen wir einmal dahingestellt, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Das wäre ein falsches Signal!
Ich hoffe nach wie vor, auch wenn Kollege Scheibner mich vorhin eines anderen belehrt hat, ich würde bis zur letzten Sekunde hoffen und erwarten, aber zumindest hoffen, dass es heute eine einstimmige Entscheidung in der Frage der Erweiterung gibt. (Abg. Scheibner: Das wäre ein falsches Signal!) Ich verstehe nicht, warum zwei
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lopatka: Haben Sie Voggenhuber verstanden? – Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt nicht zugehört!
Abgeordnete der FPÖ sich hier verweigern. Ich kann nicht glauben, dass es hier um etwas anderes geht als nach wie vor um das Beharren auf antitschechischen Ressentiments. Ich bedaure das zutiefst. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Lopatka: Haben Sie Voggenhuber verstanden? – Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!
Ich habe im letzten halben Jahr gehofft, dass die nationalistischen Misstöne, und zwar vor allem jene gegen Tschechien, die von Seiten der Freiheitlichen immer wieder gekommen sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Leider sind sie noch immer da und wurden heute erneut laut. (Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!) Es wird zwei Gegenstimmen bei diesem Beschluss geben. Das heißt: Sie stimmen zwar zu, aber Sie sagen: Eigentlich wollen wir es nicht, eigentlich wollen wir Tschechien da nicht dabei haben! – Das ist ein Schlingerkurs, den diese Bundesregierung hier fährt. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!) Das ist ein Schlingerkurs in Sachen EU-Erweiterung, den Sie da in den letzten Jahren vorgelegt haben, und den haben Sie heute wieder gemacht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?)
Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!
Ich habe im letzten halben Jahr gehofft, dass die nationalistischen Misstöne, und zwar vor allem jene gegen Tschechien, die von Seiten der Freiheitlichen immer wieder gekommen sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Leider sind sie noch immer da und wurden heute erneut laut. (Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!) Es wird zwei Gegenstimmen bei diesem Beschluss geben. Das heißt: Sie stimmen zwar zu, aber Sie sagen: Eigentlich wollen wir es nicht, eigentlich wollen wir Tschechien da nicht dabei haben! – Das ist ein Schlingerkurs, den diese Bundesregierung hier fährt. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!) Das ist ein Schlingerkurs in Sachen EU-Erweiterung, den Sie da in den letzten Jahren vorgelegt haben, und den haben Sie heute wieder gemacht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?
Ich habe im letzten halben Jahr gehofft, dass die nationalistischen Misstöne, und zwar vor allem jene gegen Tschechien, die von Seiten der Freiheitlichen immer wieder gekommen sind, endgültig der Vergangenheit angehören. Leider sind sie noch immer da und wurden heute erneut laut. (Abg. Scheibner: Das alles ist Ihnen kein Anliegen: die Menschenrechte! Für Sie ist Unrecht nicht gleich Unrecht!) Es wird zwei Gegenstimmen bei diesem Beschluss geben. Das heißt: Sie stimmen zwar zu, aber Sie sagen: Eigentlich wollen wir es nicht, eigentlich wollen wir Tschechien da nicht dabei haben! – Das ist ein Schlingerkurs, den diese Bundesregierung hier fährt. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gesagt! Hören Sie einmal gescheit zu, bevor Sie Vorwürfe machen!) Das ist ein Schlingerkurs in Sachen EU-Erweiterung, den Sie da in den letzten Jahren vorgelegt haben, und den haben Sie heute wieder gemacht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie in der Anti-Atompolitik?)
Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie gegen die Atomenergie?
Die ÖVP sagt: Das ist ein Herzstück!, und Sie sagen: Veto gegen Tschechiens EU-Beitritt! Sie haben es dann umformuliert und gesagt: wegen Temelín!, aber Veto bleibt Veto. (Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie gegen die Atomenergie?) Die ÖVP sagt: Das ist eine zentrale europäische Aufgabe!, und Sie sagen: Veto wegen der Beneš-Dekrete! Jetzt sagen Sie nicht mehr Veto, aber ein paar von Ihnen stimmen dagegen und sagen: Das gehört weg! (Abg. Scheibner: Es ist Ihnen alles egal: Die Atomenergie ist Ihnen egal, und auch die Menschenrechte sind Ihnen egal!)
Abg. Scheibner: Es ist Ihnen alles egal: Die Atomenergie ist Ihnen egal, und auch die Menschenrechte sind Ihnen egal!
Die ÖVP sagt: Das ist ein Herzstück!, und Sie sagen: Veto gegen Tschechiens EU-Beitritt! Sie haben es dann umformuliert und gesagt: wegen Temelín!, aber Veto bleibt Veto. (Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Linie gegen die Atomenergie?) Die ÖVP sagt: Das ist eine zentrale europäische Aufgabe!, und Sie sagen: Veto wegen der Beneš-Dekrete! Jetzt sagen Sie nicht mehr Veto, aber ein paar von Ihnen stimmen dagegen und sagen: Das gehört weg! (Abg. Scheibner: Es ist Ihnen alles egal: Die Atomenergie ist Ihnen egal, und auch die Menschenrechte sind Ihnen egal!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo gibt es einstimmige Beschlüsse? Sie müssen sich informieren!
hat. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo gibt es einstimmige Beschlüsse? Sie müssen sich informieren!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie getan?
Nun zum Beispiel Temelin. – Da sagen Sie wieder: Tschechien hat da zu wenig getan! Ich frage Sie: Was haben denn Sie getan? Sie haben miserabel verhandelt, meine Damen und Herren von der Bundesregierung! (Abg. Scheibner: Was haben Sie getan?) Ich wiederhole es: Sie haben miserabel verhandelt! Sie haben sich nicht wirklich dafür eingesetzt. Die Führungsrolle im Anti-Atomkampf, die Österreich in Europa hätte weiterhin haben können, wurde abgegeben. (Abg. Wattaul: Der Fischer auch!)
Abg. Scheibner: Blödsinn!
Wenn jetzt Sie, Herr Wittauer, wie angekündigt, dagegen stimmen werden, dann frage ich Sie: Wissen Sie, was das bedeutet? – Es verschlechtert in Zukunft die Verhandlungsmöglichkeiten Österreichs im Kampf für einen Ausstieg. (Abg. Scheibner: Blödsinn!) Das bedeutet das!
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Reden Sie einmal zur Sache!
Würde heute dieses österreichische Parlament einstimmig sagen: Ja, Tschechien, willkommen, wir werden gemeinsam für einen Ausstieg aus der Atomkraft in Temelín verhandeln!, dann wäre das ein Signal. Aber Sie machen jetzt wieder genau das Gegenteil und verschlechtern dadurch unsere Möglichkeiten. Das ist Ihre Politik! Das ist die Politik dieser Bundesregierung! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Reden Sie einmal zur Sache!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!
Nun zu den Beneš-Dekreten, Herr Kollege Scheibner und auch Kollege Bösch: Natürlich sagen auch wir, dass diese Vertreibungsdekrete Unrecht sind. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!) Das sagt auch der tschechische Ministerpräsident Spidla. Das hat er in Göttweig gesagt, und zwar in Anwesenheit von Bundeskanzler Schüssel. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!
Nun zu den Beneš-Dekreten, Herr Kollege Scheibner und auch Kollege Bösch: Natürlich sagen auch wir, dass diese Vertreibungsdekrete Unrecht sind. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!) Das sagt auch der tschechische Ministerpräsident Spidla. Das hat er in Göttweig gesagt, und zwar in Anwesenheit von Bundeskanzler Schüssel. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!
Wissen Sie denn eigentlich, was in Tschechien in den letzten zehn, zwölf Jahren schon passiert ist (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!), was die schon alles tun, um die Meinung in der Gesellschaft zu verändern und um Bewusstseinsarbeit zu machen, um das, was damals passiert ist, aufzuarbeiten? Wir haben vierzig Jahre gebraucht, bis wir endlich angefangen haben. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind nicht 40 Jahre in Kraft geblieben!)
Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind nicht 40 Jahre in Kraft geblieben!
Wissen Sie denn eigentlich, was in Tschechien in den letzten zehn, zwölf Jahren schon passiert ist (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind noch in Kraft!), was die schon alles tun, um die Meinung in der Gesellschaft zu verändern und um Bewusstseinsarbeit zu machen, um das, was damals passiert ist, aufzuarbeiten? Wir haben vierzig Jahre gebraucht, bis wir endlich angefangen haben. (Abg. Scheibner: Aber die Gesetze sind nicht 40 Jahre in Kraft geblieben!)
Abg. Scheibner: Ihr messt mit zweierlei Maß!
Was von österreichischer Seite notwendig wäre – und da spreche ich genau das an, was auch Bundeskanzler Schüssel gesagt hat –, das sind gemeinsame Gesten. Eine dieser gemeinsamen Gesten wäre, einen Zukunftsfonds zwischen Österreich und Tschechien einzurichten, wie es ihn zwischen Deutschland und Tschechien seit 1997 gibt. (Abg. Scheibner: Ihr messt mit zweierlei Maß!)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Man ist kein Störenfried, wenn man auf die Menschenrechte hinweist!
Nehmen Sie sich das zu Herzen für die Zukunft, meine Damen und Herren von der Bundesregierung! (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Man ist kein Störenfried, wenn man auf die Menschenrechte hinweist!)
Abg. Scheibner – eine Ausgabe des B-VG in die Höhe haltend –: Lesen Sie doch einmal die Verfassung! Dann werden Sie nicht mehr vom „Schlawinern“ reden!
Das, worum es geht, ist, sicherzustellen, dass die besondere sicherheitspolitische Konzeption der Mitgliedstaaten der EU berücksichtigt wird und dass daher auch unsere verfassungsrechtliche Besonderheit, die in der Neutralität gelegen ist, beim Konzept der Beistandsverpflichtung berücksichtigt wird. (Abg. Scheibner – eine Ausgabe des B-VG in die Höhe haltend –: Lesen Sie doch einmal die Verfassung! Dann werden Sie nicht mehr vom „Schlawinern“ reden!) Dass Sie das beim Vorlesen weglassen, ist keine aufrichtige Politik, Herr Bundeskanzler! So ist Partnerschaft nicht möglich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lesen Sie die Verfassung, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lesen Sie die Verfassung, Herr Kollege!
Das, worum es geht, ist, sicherzustellen, dass die besondere sicherheitspolitische Konzeption der Mitgliedstaaten der EU berücksichtigt wird und dass daher auch unsere verfassungsrechtliche Besonderheit, die in der Neutralität gelegen ist, beim Konzept der Beistandsverpflichtung berücksichtigt wird. (Abg. Scheibner – eine Ausgabe des B-VG in die Höhe haltend –: Lesen Sie doch einmal die Verfassung! Dann werden Sie nicht mehr vom „Schlawinern“ reden!) Dass Sie das beim Vorlesen weglassen, ist keine aufrichtige Politik, Herr Bundeskanzler! So ist Partnerschaft nicht möglich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lesen Sie die Verfassung, Herr Kollege!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Also war der Vergleich unzulässig! – Abg. Wittauer: Der Vergleich ist ja nicht zulässig! Das ist es!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Erlauben Sie mir, bevor ich auf das eigentliche, wichtige und zentrale Thema des heutigen Tages eingehe, ein Wort zur Frau Kollegin Rosenkranz zu sagen. Die Unterstellung, dass, weil ein unrichtiger Vergleich von Herrn Klubobmann Van der Bellen kritisiert wurde (Abg. Neudeck: Er hat ihn ja geführt!), die Grünen eine Befürworterpartei für die Vertreibung seien, halte ich für unzumutbar! Ich sage es Ihnen ganz offen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Also war der Vergleich unzulässig! – Abg. Wittauer: Der Vergleich ist ja nicht zulässig! Das ist es!)
Abg. Scheibner: ... Kritik am Klubobmann Van der Bellen!
Aber gehen wir auf die entscheidende Debatte ein, die es heute in diesem Hohen Haus gibt. (Abg. Scheibner: ... Kritik am Klubobmann Van der Bellen!) Auch wenn Sie sich jetzt gerne mit Zwischenrufen zu Wort melden, möchte ich ausdrücklich sagen: Die Grünen haben, als Österreich der Europäischen Union beigetreten ist, unter vielen anderen sachlichen Punkten auch immer kritisiert, dass Europa auf die Dauer nicht am Eisernen Vorhang aufhören könne und dass die Integration der Länder, die damals hinter dem Eisernen Vorhang lagen, eine der zentralen Herausforderungen und Ziele der Europäischen Union sein müsste. Das ist, meine Damen und Herren, jetzt gelungen, und zwar – ich sage es ganz offen und mit Freude – früher, als ich es mir damals vorstellen konnte! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ja, aber auch um die Menschenrechte und um die Umwelt!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Rosenkranz von den Freiheitlichen hat hier heute als letzten Satz sinngemäß gesagt: „Stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten“ stimme ich gegen diesen Beschluss, stimme ich in dieser Frage dagegen. (Abg. Rosenkranz: In der Sache Menschenrechte! – Abg. Dr. Bleckmann: In dieser Frage!) Es gibt keine genauere, exaktere Beschreibung Ihrer Haltung, meine Damen und Herren von der Freiheitlichen Partei, wie Sie mit dem Thema der EU-Erweiterung umgehen. Hier geht es um das Thema der EU-Erweiterung (Abg. Scheibner: Ja, aber auch um die Menschenrechte und um die Umwelt!) und nicht um das Thema einer Kritik an der EU. Wenn Frau Kollegin Rosenkranz sagt, dass sie stellvertretend für alle freiheitlichen Abgeordneten in dieser Frage dagegenstimmt, dann frage ich mich: Wieso sind Sie nicht alle so ehrlich und stimmen dagegen, anstatt der Sache immer noch ein Mäntelchen umzuhängen? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!
Sie setzen hier ein Zeichen gegen die Erweiterung – und nicht ein Zeichen für eine positivere EU-Politik! (Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!) Ja, das ist aus Ihren Ausführungen sehr deutlich zu erkennen. (Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?) Wenn Sie dieser Erweiterung nämlich nur halbherzig zustimmen, dann werden Sie eine schlechte Basis für Verhandlungen mit den Kooperationspartnern haben, mit denen Sie in Zukunft in einer gemeinsamen EU arbeiten werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?)
Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?
Sie setzen hier ein Zeichen gegen die Erweiterung – und nicht ein Zeichen für eine positivere EU-Politik! (Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!) Ja, das ist aus Ihren Ausführungen sehr deutlich zu erkennen. (Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?) Wenn Sie dieser Erweiterung nämlich nur halbherzig zustimmen, dann werden Sie eine schlechte Basis für Verhandlungen mit den Kooperationspartnern haben, mit denen Sie in Zukunft in einer gemeinsamen EU arbeiten werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?
Sie setzen hier ein Zeichen gegen die Erweiterung – und nicht ein Zeichen für eine positivere EU-Politik! (Abg. Scheibner: Sie müssen das ja wissen!) Ja, das ist aus Ihren Ausführungen sehr deutlich zu erkennen. (Abg. Scheibner: Sorgen Sie sich denn gar nicht um die Umwelt?) Wenn Sie dieser Erweiterung nämlich nur halbherzig zustimmen, dann werden Sie eine schlechte Basis für Verhandlungen mit den Kooperationspartnern haben, mit denen Sie in Zukunft in einer gemeinsamen EU arbeiten werden. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Ihnen die Menschenrechte denn gar nicht wichtig?)
Abg. Scheibner: Da ist aber der Wiener Stadtschulrat schuld! – Abg. Mag. Regler: Die gehen ja freiwillig in Pension! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Aber was macht Österreich unter einer Bildungsministerin Gehrer? – Es werden Schulstunden gekürzt, LehrerInnen ersatzlos in Pension geschickt (Abg. Scheibner: Da ist aber der Wiener Stadtschulrat schuld! – Abg. Mag. Regler: Die gehen ja freiwillig in Pension! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), durch Studiengebühren werden soziale Barrieren aufgebaut, Tausende Lehrstellensuchende, Kollege Scheibner, warten auf einen Lehrplatz. Jedes Jahr bietet sich an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen das gleiche Bild: Jede Menge hochbegabter Jugendliche, die eine Ausbildung machen wollen, die von der Wirtschaft dringend nachgefragt wird, wie zum Beispiel im Bereich Maschinenbau, werden wegen Platzmangels abgewiesen. Zahlreiche Qualifizierungsprojekte, für die es EU-Fördergelder gäbe, kön-
Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät, Frau Kollegin!
Woran das liegt? – Vielleicht an der Qualität der Interessenvertretung der Wirtschaftstreibenden, die möglicherweise ihrem Informationsauftrag nicht ausreichend nachkommt. Wir wissen es nicht, aber was wir wissen, ist eines: Wenn jetzt nicht – und ich hoffe, es ist noch nicht zu spät (Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät, Frau Kollegin!) – massive Kraftanstrengungen unternommen werden, um Versäumtes aufzuholen, dann wird unser Land geographisch zwar in der Mitte sein, aber sonst ganz schön im Eck stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die Draken haben sie vertrieben!
Ich unterstreiche das unter dem Aspekt, dass es vor zwölf Jahren noch möglich war, dass ehemalige jugoslawische Kampfjets mit scharfer Munition und Bomben an Bord über Graz Thalerhof geflogen sind. (Abg. Scheibner: Die Draken haben sie vertrieben!) Ich unterstreiche das auch im Hinblick darauf, dass damals Panzerfäuste in Bad Radkersburg eingeschlagen haben und dass damit einer der grausamsten Kriege in Europa des letzten Jahrhunderts begonnen hat.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war eine politische Wertung und keine tatsächliche Berichtigung!
Richtig ist, dass Bundeskanzler Vranitzky der Erste war, der eine Initiative in dieser Richtung, nämlich auf Umrüstung des Atomkraftwerkes Temelín in ein Gaskraftwerk, unternommen hat – und dass daher die genannte Behauptung falsch ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war eine politische Wertung und keine tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Dr. Jarolim: Da ist auch zum Verstecken, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Halten Sie sich zurück! Das ist eine Frechheit!
Ich korrigiere – die beiden Abgeordneten haben sich hinter der Größe des Abgeordneten Hofmann versteckt –: Es ist dies mehrheitlich angenommen. (Abg. Dr. Jarolim: Da ist auch zum Verstecken, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Halten Sie sich zurück! Das ist eine Frechheit!) Die verfassungsmäßig erforderliche Zweidrittelmehrheit ist vorhanden.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Frau Bildungsministerin war völlig stur in dieser Frage. Sie war nicht bereit, geeignete Maßnahmen zu setzen. Ich glaube, die KollegInnen von der SPÖ werden heute noch einen konkreten Gesetzesantrag einbringen, der darauf abzielt, diese Möglichkeit ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Warum soll man das nicht wissen? Herr Kollege Scheibner! Ich sage Ihnen was: Es ist nicht üblich, dass man Anträge grundsätzlich erst drei Minuten vor der Abstimmung einbringt. Es kann auch so sein, dass man andere Fraktionen über Anträge informiert. (Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!) Das ist durchaus eine Praxis, die möglich ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!
Die Frau Bildungsministerin war völlig stur in dieser Frage. Sie war nicht bereit, geeignete Maßnahmen zu setzen. Ich glaube, die KollegInnen von der SPÖ werden heute noch einen konkreten Gesetzesantrag einbringen, der darauf abzielt, diese Möglichkeit ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Warum soll man das nicht wissen? Herr Kollege Scheibner! Ich sage Ihnen was: Es ist nicht üblich, dass man Anträge grundsätzlich erst drei Minuten vor der Abstimmung einbringt. Es kann auch so sein, dass man andere Fraktionen über Anträge informiert. (Abg. Scheibner: Wir wissen das nicht!) Das ist durchaus eine Praxis, die möglich ist. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das Gesetz haben Sie auch schon gelesen?
Aber jetzt komme ich zu etwas, was ich rechtlich mittlerweile für ziemlich fragwürdig halte. Diese Frühpensionierungsregelungen beziehen sich auf das so genannte Bundesbediensteten-Sozialplangesetz. (Abg. Lentsch: Aus dem Jahre?) – Es ist mir eigentlich egal, aus welchem Jahr. Ich kann Ihnen sagen, was die besonders drastische Maßnahme ist: die Reform des Juni, Frau Kollegin. Es ist im Juni festgelegt worden, dass auch alle, die unter 55 sind, in Pension gehen können, wenn sie bereits einen Frühpensionierungsantrag gestellt haben. Und im Juni dieses Jahres gab es eine schwarz-blaue Bundesregierung, wenn Sie darauf abstellen. Diese besondere Situation haben Sie allein zu verantworten. (Abg. Scheibner: Das Gesetz haben Sie auch schon gelesen?) – Dieses Gesetz habe ich gelesen, ich habe es auch mit, ich kann es Ihnen vorlesen, vielleicht können Sie sich dann auch einmal annähern.
Abg. Scheibner: Sie wissen schon, dass die Frühpensionierung verweigert werden kann, wenn dienstrechtliche Gründe dagegenstehen?
Kollege Scheibner, wenn Sie schon meinen, ich hätte es nicht gelesen: Vielleicht können Sie mir erklären, was Sie mit den 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen machen. (Abg. Scheibner: Sie wissen schon, dass die Frühpensionierung verweigert werden kann, wenn dienstrechtliche Gründe dagegenstehen?) Werden die 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen nicht mehr nachbesetzt? Erlöschen die Planstellen in Neunkirchen? Gibt es in einem Drittel der Schulen in Neunkirchen keine Direktoren mehr? Ist das die Lösung des Problems? – Das kann es doch wohl nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) – Herr Abgeordneter Scheibner, Sie können sich gerne zu Wort melden. Die Regierungsmitglieder reden ohnehin nicht. Ich glaube, es gibt genug Zeit bei dieser Debatte. Jetzt rede noch ich.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Kollege Scheibner, wenn Sie schon meinen, ich hätte es nicht gelesen: Vielleicht können Sie mir erklären, was Sie mit den 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen machen. (Abg. Scheibner: Sie wissen schon, dass die Frühpensionierung verweigert werden kann, wenn dienstrechtliche Gründe dagegenstehen?) Werden die 14 VolksschuldirektorInnen in Neunkirchen nicht mehr nachbesetzt? Erlöschen die Planstellen in Neunkirchen? Gibt es in einem Drittel der Schulen in Neunkirchen keine Direktoren mehr? Ist das die Lösung des Problems? – Das kann es doch wohl nicht sein! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Scheibner.) – Herr Abgeordneter Scheibner, Sie können sich gerne zu Wort melden. Die Regierungsmitglieder reden ohnehin nicht. Ich glaube, es gibt genug Zeit bei dieser Debatte. Jetzt rede noch ich.
Abg. Scheibner: Das ist auch die falsche Gesetzesstelle!
Im Lehrerbereich ist das absolut nicht der Fall. Also in welcher Form diese Regelung wirklich gesetzeskonform war, wird zu überprüfen sein. Es gibt auch andere Stellen als das Parlament, das zu überprüfen. Ich glaube, dass das für den Rechnungshof eine äußerst interessante Angelegenheit sein wird, sich das näher anzuschauen. – Punkt eins der rechtlich fragwürdigen Vorgangsweise. (Abg. Scheibner: Das ist auch die falsche Gesetzesstelle!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Scheibner: Das war eine schwache tatsächliche Berichtigung!
Frau Kollegin, das war ein schwaches Argument. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Scheibner: Das war eine schwache tatsächliche Berichtigung!)
Abg. Scheibner: Korrekt, aber schwach!
Präsident Dr. Andreas Khol: Bis auf die letzten drei Worte war das eine absolut korrekte tatsächliche Berichtigung. (Abg. Scheibner: Korrekt, aber schwach!)
Abg. Scheibner: Aber das ist doch positiv, wenn er sie kriegt!
Es nützt nichts, wenn wir auch bei jeder Sitzung hier im Hause vom Herrn Innenminister hören, er habe genug Personal, noch nie seien so viele Exekutivbeamte auf der Straße im Einsatz gewesen, wenn dann, so geschehen im Rahmen des zuvor verhandelten Tagesordnungspunktes, in einen Abänderungsantrag quasi hineingeschwindelt wird, dass im Innenministerium 150 Planstellen notwendig sind. (Abg. Scheibner: Aber das ist doch positiv, wenn er sie kriegt!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, auch eine rot-schwarze!
Was denken Sie sich von ÖVP und FPÖ bei einer Regierungsarbeit, die so gestaltet ist, dass es keinen einzigen Sitzungstag und keinen Gesetzesbeschluss gibt, zu dem nicht seitens der Regierungsparteien Abänderungsanträge in zweiter Lesung eingebracht wurden?! Keine Regierung dieser Welt könnte es sich erlauben, irgendein Parlament mit einer solchen Vorgangsweise zu konfrontieren! Das erlaubt sich wirklich nur eine schwarz-blaue Bundesregierung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, auch eine rot-schwarze!)
Abg. Brosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bitte einen Abänderungsantrag!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Scheibner. (Abg. Brosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bitte einen Abänderungsantrag!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zurückkommend auf das Sportland Österreich bedeutet dies, dass wir auch in Zukunft gesichert Austragungsort von Sport-Großveranstaltungen sein können, zum Beispiel einer Vier-Schanzen-Tournee, einer Eishockey-WM 2005 und – für uns Salzburger ganz besonders wichtig – einer Rad-WM 2006. Diese Wettbewerbe wären natürlich ohne Beschluss dieses Zusatzprotokolls heute nicht möglich. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Aber wir hören Sie, Herr Präsident!
Meine Damen und Herren! Ich bitte Sie, den Geräuschpegel niedriger zu halten! Ich höre mich selber beim Lesen nicht mehr. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Scheibner: Aber wir hören Sie, Herr Präsident!)
Abg. Scheibner: Na geh!
Wenn in Österreich Gesetze zugunsten des internationalen Handels geändert werden und die schwarz-blaue Regierungsmehrheit dahinter steht, geht es häufig um Privilegien für große Konzerne und Benachteiligungen für kleine Unternehmen. (Abg. Scheibner: Na geh!) So ist es auch in diesem Fall. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ja, weil dauernd gestreikt wird!
Meine Damen und Herren! Es fehlen vor allen Dingen auch öffentliche Nahverkehrsmittel. Ich denke an die morgige Sitzung, an die Beschlüsse, die morgen gefasst werden, Beschlüsse, die sicherlich nicht dazu beitragen, dass die Frauen im ländlichen Raum ein Mehr an Mobilität gewinnen. (Abg. Scheibner: Ja, weil dauernd gestreikt wird!) Und ich denke an das Nichtvorhandensein von tatsächlich qualifizierten Arbeitsplätzen, was dazu führt, dass vor allem Frauen im ländlichen Raum ein geringes Einkommen haben.
Sitzung Nr. 41
Abg. Scheibner: Wann hätten Sie’s denn gerne gehabt?
Wenn man sich den Zeitplan ansieht, mit dem diese so genannte Reform der Bundesbahn durchgepeitscht wurde (Abg. Scheibner: Wann hätten Sie’s denn gerne gehabt?), dann wird man erkennen, mit welcher Sorglosigkeit die beiden Regierungsparteien mit den Österreichischen Bundesbahnen umgehen. (Ruf bei der ÖVP: In tiefer Sorge!) Es handelt sich um eines der größten Unternehmen in unserem Land, es handelt sich um das wichtigste Verkehrsunternehmen (Abg. Lentsch: Das teuerste!), das jeden Tag von mehr als einer halben Million Menschen benützt wird, und die Regierung ... (Anhaltende ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen) – Eben diese Art von zynischem Gelächter ist Ihre Haltung zu den Österreichischen Bundesbahnen, und das verurteilen wir, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bei Ihrer Rede muss man ja lachen!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bei Ihrer Rede muss man ja lachen!
Wenn man sich den Zeitplan ansieht, mit dem diese so genannte Reform der Bundesbahn durchgepeitscht wurde (Abg. Scheibner: Wann hätten Sie’s denn gerne gehabt?), dann wird man erkennen, mit welcher Sorglosigkeit die beiden Regierungsparteien mit den Österreichischen Bundesbahnen umgehen. (Ruf bei der ÖVP: In tiefer Sorge!) Es handelt sich um eines der größten Unternehmen in unserem Land, es handelt sich um das wichtigste Verkehrsunternehmen (Abg. Lentsch: Das teuerste!), das jeden Tag von mehr als einer halben Million Menschen benützt wird, und die Regierung ... (Anhaltende ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen) – Eben diese Art von zynischem Gelächter ist Ihre Haltung zu den Österreichischen Bundesbahnen, und das verurteilen wir, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bei Ihrer Rede muss man ja lachen!)
Abg. Scheibner: Da war es ja noch gar nicht im Ausschuss, Herr Kollege!
Wenn sich die Bediensteten der Österreichischen Bundesbahnen nicht auf die Beine gestellt und nicht dazu entschlossen hätten, gewerkschaftliche Maßnahmen zu setzen, dann hätte es nach Ihrer Vorstellung überhaupt keine Diskussion gegeben, dann hätte es überhaupt keine Verhandlungen gegeben, denn all die Gespräche der vergangenen Woche im Unterausschuss sind erst nach den Kampfmaßnahmen der Bediensteten zustande gekommen. (Abg. Scheibner: Da war es ja noch gar nicht im Ausschuss, Herr Kollege!) Unser Dank gilt daher den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern, denn sie haben das erst ermöglicht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Neue Schulden? Das sind aber alte!
Im gesamten Gesetz findet man überhaupt keinen Ansatz dazu, was eine positive Bahnzielsetzung wäre. Überhaupt nichts steht darin darüber, was sich im Service für die Passagiere verbessern soll. Nichts steht darin davon, welche Ausbaupläne Sie angehen wollen. Auch steht darin nichts davon, wie die Finanzierung des Eisenbahnsystems für die Zukunft gesichert werden soll. (Abg. Rädler: Lesen!) Die Wahrheit ist (Abg. Rädler: Lesen, dann sprechen!), dass mit diesem Gesetz die Finanzierungsgrundlage für die Österreichischen Bundesbahnen untergraben wird und dass im Jahr 2010 zwar 10 Milliarden € an neuen Schulden bei der Bundesbahn vorhanden sein werden (Abg. Scheibner: Neue Schulden? Das sind aber alte!), dass aber das Streckennetz um nichts besser sein wird als in der Vergangenheit.
Abg. Scheibner: 10 Milliarden neue Schulden?
Wenn Sie, Herr Abgeordneter Scheibner sagen: „neue Schulden?“, dann sage ich Ihnen: Ja, neue Schulden! (Abg. Scheibner: 10 Milliarden neue Schulden?) – 10 Milliarden € neue Schulden werden die Österreichischen Bundesbahnen nach diesem Gesetz im Jahr 2010 haben. (Abg. Eder: Ungeheuerlich!) Sie gründen sogar eine eigene Gesellschaft innerhalb der Bundesbahn, um diese Schulden dort zu parken. (Ruf bei der ÖVP: Rechnen!)
Abg. Scheibner: Das sind die Schulden, die von früher ...!
Meine Damen und Herren! Eine Regierung, die angetreten ist, um Schulden zu reduzieren (Abg. Scheibner: Das sind die Schulden, die von früher ...!), geht jetzt her und verschuldet vorsätzlich eines der größten Unternehmen in unserem Land (Zwischenrufe bei der ÖVP), statt in die Infrastruktur zu investieren, was ihre eigentliche Aufgabe wäre! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so, als ob das neue Schulden wären! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so, als ob das neue Schulden wären! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Eine Regierung, die angetreten ist, um Schulden zu reduzieren (Abg. Scheibner: Das sind die Schulden, die von früher ...!), geht jetzt her und verschuldet vorsätzlich eines der größten Unternehmen in unserem Land (Zwischenrufe bei der ÖVP), statt in die Infrastruktur zu investieren, was ihre eigentliche Aufgabe wäre! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so, als ob das neue Schulden wären! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das war Ihr Wunsch, dass man das verschiebt!
Wenn man eine Debatte mit sachlichen Argumenten nicht mehr bestreiten kann, dann greift man gern zu jenen Mitteln, zu denen Sie heute offensichtlich greifen, nämlich in aller Geschwindigkeit ein Gesetz durch den Nationalrat zu peitschen, damit ja keine lange öffentliche Diskussion darüber stattfindet. (Abg. Wittauer: Wir haben einen Unterausschuss gehabt, wir haben Experten gehabt!) Das beste Zeichen dafür ist, dass die Fristsetzung von den beiden Regierungsparteien mit einem Kunstgriff erfüllt werden muss, damit heute überhaupt debattiert werden kann, denn Sie wollten ja schon in der letzten Nacht dieses Gesetz in einer Nacht- und Nebelaktion durch den Nationalrat bringen. (Abg. Scheibner: Das war Ihr Wunsch, dass man das verschiebt!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war Ihr Wunsch, dem wir nachgekommen sind! Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Soll ich Ihnen dazu etwas sagen? – Das ist Diskussions- und Demokratieverweigerung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war Ihr Wunsch, dem wir nachgekommen sind! Bleiben Sie bei der Wahrheit!)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer schreit, hat Unrecht!
Es ist der erklärte Wunsch der Europäischen Union, die Eisenbahnen in ganz Europa zu stärken. Wir sind leider Gottes ... (Zahlreiche Zwischenrufe bei der SPÖ.) Vielleicht, Herr Präsident, wäre es möglich, die SPÖ dazu zu bringen, dass sie mir zuhört. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer schreit, hat Unrecht!)
Abg. Scheibner: Redezeit! Den soll wer anderer einbringen! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich möchte zum Abschluss, damit die Konkurrenzfähigkeit der Schiene gegenüber der Straße verbessert wird, noch einen Antrag einbringen, der natürlich auch im Zusammenhang mit dem Transitdesaster steht. (Abg. Scheibner: Redezeit! Den soll wer anderer einbringen! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Die Erlassung eines Nachtfahrverbotes würde die Konkurrenzfähigkeit der Bahn im Güterverkehr enorm erhöhen.
Abg. Scheibner: Das glaubt ihr!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich habe jetzt Ihren Ausführungen sehr genau zugehört, Herr Bundesminister, und Sie haben sich mit einem Satz demaskiert, nämlich als Sie gesagt haben, „die rote Bahn“. – Und das ist genau der Ansatz, den Sie haben: Es geht Ihnen nur darum, die „rote Bahn“ zu zerstören (Abg. Scheibner: Das glaubt ihr!), und da sind Ihnen alle betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und verkehrspolitischen Fragen völlig egal (Abg. Scheibner: Ihr seht das so!), Hauptsache, die „rote Bahn“ wird zerstört! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ihr seht das so!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich habe jetzt Ihren Ausführungen sehr genau zugehört, Herr Bundesminister, und Sie haben sich mit einem Satz demaskiert, nämlich als Sie gesagt haben, „die rote Bahn“. – Und das ist genau der Ansatz, den Sie haben: Es geht Ihnen nur darum, die „rote Bahn“ zu zerstören (Abg. Scheibner: Das glaubt ihr!), und da sind Ihnen alle betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und verkehrspolitischen Fragen völlig egal (Abg. Scheibner: Ihr seht das so!), Hauptsache, die „rote Bahn“ wird zerstört! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Eben!
Ich darf Ihnen weiters sagen: Sie auf der Regierungsbank jammern und sagen: Der Zug Europa darf unser Land nicht überfahren! – Der überfährt jedoch jetzt gerade unser Land, da Sie eine Reform zu einem Zeitpunkt machen, zu dem die EU-Erweiterung stattfindet, und da sich in den nächsten zwei Jahren die neuen Märkte ordnen werden (Abg. Scheibner: Eben!) – zu genau dieser Zeit lassen Sie die gesamten ÖBB Kästchen zeichnen, Verträge machen und nur intern arbeiten. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.) Anstatt die Leute auf den Markt zu schicken, sie jetzt schauen zu lassen, wo man die Geschäfte der Zukunft machen kann, blockieren Sie durch diese Reform das gesamte Unternehmen ÖBB! – Schade, Herr Bundesminister! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie wurden von Häupl und Haider aus Oberösterreich überstimmt!
Sie von der ÖVP haben gegen Herrn Präsidenten Leitl gestimmt, sodass er sich im Unterausschuss ja nicht melden kann (Abg. Parnigoni: Ein Skandal!), weil es vielleicht eine kritische Stimme gewesen wäre, meine Damen und Herren. Sie haben auch gegen andere Experten gestimmt, die Sie nicht haben wollten. (Abg. Scheibner: Sie wurden von Häupl und Haider aus Oberösterreich überstimmt!)
Abg. Scheibner: Warum durften Sie nicht zustimmen?
Ein weiterer Kritiker: der Rechnungshof. Da wurde mir mit Schalmeientönen erklärt: Der Rechnungshof hat das nur falsch gesehen, mit dem Rechnungshof werden wir noch einmal reden! (Abg. Scheibner: Warum durften Sie nicht zustimmen?) – Heutige Presseaussendung Rechnungshof: Der Rechnungshof bleibt bei seiner Meinung, bei seiner Kritik und sagt ganz klar, dass die Teilung der ÖBB-Infrastruktur in eine Bau- und eine Betriebsgesellschaft falsch sei. Das sei für einen liberalisierten Markt nicht geeignet. (Zwischenruf des Abg. Wittauer.)
Abg. Scheibner: Sie haben 20 000 abgebaut!
Woraus besteht nun diese Milliarde schwerpunktmäßig? – Diese Milliarde besteht schwerpunktmäßig daraus, dass man 12 000 Eisenbahner heimschicken will. (Abg. Scheibner: Sie haben 20 000 abgebaut!) Da gibt es die Rechnung: 12 000 mal 55 000 € sind 660 Millionen €. – Das ist der Schwerpunkt in Ihrem Konzept!
Ruf bei der ÖVP: Das stimmt doch nicht, das wissen Sie! – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist Panikmache!
Ich bin dagegen, dass man 12 000 Eisenbahner einfach rausschmeißt! (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt doch nicht, das wissen Sie! – Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist Panikmache!) Dafür hat die Bevölkerung kein Verständnis, dafür haben wir kein Verständnis, und menschlich ist das völlig daneben! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Menschen! Das ist Ihre Politik!
Denken Sie an die Familien dieser Eisenbahner, denken Sie an die Kinder dieser Menschen, die sind verunsichert, die wissen nicht, ob sie eine Pension bekommen werden. (Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Menschen! Das ist Ihre Politik!) Herr Kukacka weiß, welche Pension er bekommen wird. Er wird eine sehr saftige Pension für die paar Monate, die er auf der Regierungsbank sitzen wird, bekommen. Aber der kleine Eisenbahner (Abg. Scheibner: Ihr habt 20 000 abgebaut!) ist für den Sozialstaat Österreich eine Belastung, den will man nicht haben.
Abg. Scheibner: Ihr habt 20 000 abgebaut!
Denken Sie an die Familien dieser Eisenbahner, denken Sie an die Kinder dieser Menschen, die sind verunsichert, die wissen nicht, ob sie eine Pension bekommen werden. (Abg. Scheibner: Sie verunsichern die Menschen! Das ist Ihre Politik!) Herr Kukacka weiß, welche Pension er bekommen wird. Er wird eine sehr saftige Pension für die paar Monate, die er auf der Regierungsbank sitzen wird, bekommen. Aber der kleine Eisenbahner (Abg. Scheibner: Ihr habt 20 000 abgebaut!) ist für den Sozialstaat Österreich eine Belastung, den will man nicht haben.
Abg. Scheibner: Warum durften Sie nicht zustimmen?
Was ist die Wahrheit? Stimmt es, wenn in Schalmeientönen davon gesprochen wird, dass schön verhandelt wurde? – Wir haben nicht verhandelt, das war ein Diskussionsklub! (Abg. Scheibner: Warum durften Sie nicht zustimmen?) Wir haben Forderungen gestellt – der Minister hat sie alle abgelehnt. Es ist nichts davon übrig geblieben!
Abg. Scheibner: Warum waren Häupl und Haider aus Oberösterreich gegen eine Zustimmung?
lehnt. (Abg. Scheibner: Warum waren Häupl und Haider aus Oberösterreich gegen eine Zustimmung?)
Abg. Scheibner: Du durftest nicht zustimmen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Uns hier vorzumachen, wir hätten bei den Parteienverhandlungen nicht genug versucht, ist nicht richtig! (Abg. Scheibner: Du durftest nicht zustimmen!) Wir wollten Schadensbegrenzung betreiben, reine Schadensbegrenzung wollten wir betreiben, zum Schutz der Eisenbahner – aber diese Schadensbegrenzung haben Sie auch nicht zugelassen. Im Endeffekt wollen Sie den Eisenbahnern und diesem Unternehmen nur schaden!
Abg. Scheibner: Es sind eh nicht zehn!
Was machen Sie jetzt? – Sie zerteilen eine Aktiengesellschaft, die ÖBB, in zehn Unteraktiengesellschaften und sagen, das sei sinnvoll. (Abg. Scheibner: Es sind eh nicht zehn!) Ich weiß nicht, warum das sinnvoll sein soll. Was ist der Zweck dieser ganzen Reform? Sie sagen, das sei von der EU vorgeschrieben. Das stimmt dezidiert nicht! Die Europäische Union schreibt nur Kostentransparenz vor. Dafür muss man das Unternehmen nicht in zehn Aktiengesellschaften aufteilen.
Abg. Scheibner: Beim Pühringer seid ihr eh gut aufgehoben!
Was ich auch nicht verstehen kann: Sie machen jetzt die Benützung der Schiene teurer. Sie verteuern diese Maut, die für die Benützung der Trasse zu entrichten ist. Deswegen gibt es auch in den Bundesländern große Sorgen, deswegen gibt es auch bei uns große Sorgen, weil selbstverständlich damit die Schiene teurer wird. Das heißt, die Benützung wird teurer, was sich entweder die Länder kostenmäßig aufteilen können oder auf die KundInnen abgewälzt wird. Anders geht das ja nicht, das ist ja eine logische Rechnung, irgendwer muss das ja bezahlen. Deswegen gibt es auch die Widerstände aus den Ländern, die fürchten, dass der Personennahverkehr weiter ausgehungert wird, und ich verstehe das. Ich fühle mich selten in einer solch illustren Gesellschaft, dass ich gemeinsam mit einem Landeshauptmann Van Staa, mit einem Landeshauptmann Pühringer (Abg. Scheibner: Beim Pühringer seid ihr eh gut aufgehoben!), mit einem Landeshauptmann Haider genau diese Kritik vortragen kann – oder auch mit der Wirtschaftskammer. Auch die Wirtschaftskammer findet diese Reform nicht logisch, nicht gut und auch nicht sinnvoll. Auch der Rechnungshof findet sie nicht gut und nicht sinnvoll. Also es ist nicht nur die Opposition.
Abg. Scheibner: Da schau her!
Herr Kollege Eder, das finde ich ja so furchtbar: Sie waren konstruktiv, und heute kommen Sie heraus und behaupten in marktschreierischer Form genau das Gegenteil! Das kann es doch nicht sein! Waren es nicht Sie selbst, der hier geschrieben hat: Rechnungshofpräsident erhält vollständige Berechnungsunterlagen und stellt das Einsparungspotential von 1 Milliarde € außer Streit? – Wissen Sie, was der Herr Eder gesagt hat? – Er sagte, am liebsten wäre es uns, wenn der Rechnungshofpräsident vor der Abstimmung gar nichts mehr sagen würde, denn dann könnten wir zustimmen. (Abg. Scheibner: Da schau her!) Alle, die dabei waren, mögen meine Zeugen sein! – Stimmt es oder nicht? Wenn nicht, dann kommen Sie heraus! Das ist die Wahrheit! So schaut es aus! Alle SPÖ-Abgeordneten, die dabei waren, haben Gelegenheit, das zu widerrufen. Meine Zeugen sind die Regierungsmitglieder! (Abg. Scheibner: ... Erich Haider, Häupl ...!)
Abg. Scheibner: ... Erich Haider, Häupl ...!
Herr Kollege Eder, das finde ich ja so furchtbar: Sie waren konstruktiv, und heute kommen Sie heraus und behaupten in marktschreierischer Form genau das Gegenteil! Das kann es doch nicht sein! Waren es nicht Sie selbst, der hier geschrieben hat: Rechnungshofpräsident erhält vollständige Berechnungsunterlagen und stellt das Einsparungspotential von 1 Milliarde € außer Streit? – Wissen Sie, was der Herr Eder gesagt hat? – Er sagte, am liebsten wäre es uns, wenn der Rechnungshofpräsident vor der Abstimmung gar nichts mehr sagen würde, denn dann könnten wir zustimmen. (Abg. Scheibner: Da schau her!) Alle, die dabei waren, mögen meine Zeugen sein! – Stimmt es oder nicht? Wenn nicht, dann kommen Sie heraus! Das ist die Wahrheit! So schaut es aus! Alle SPÖ-Abgeordneten, die dabei waren, haben Gelegenheit, das zu widerrufen. Meine Zeugen sind die Regierungsmitglieder! (Abg. Scheibner: ... Erich Haider, Häupl ...!)
Abg. Scheibner: Das ist gescheit!
Das nächste Thema: eine starke Holding. – War es nicht so, dass wir zwei Stunden über dieses Thema verhandelt haben und letztendlich zur Übereinstimmung gekommen sind, dass der Vorstandsvorsitzende der Holding zugleich der Aufsichtsratsvorsitzende der Tochtergesellschaften sein soll? (Abg. Scheibner: Das ist gescheit!) – Ja,
Abg. Scheibner: Das sind ja keine neuen Schulden!
Sie von der Koalition kritisieren den Schuldenberg. Sie haben gerade vorhin darüber geredet, was im Ausschuss gesprochen worden ist. Im Ausschuss ist hauptsächlich von Ihrer Seite gesprochen worden. Im Jahre 2010 wird die Bahn wieder mehr als 10 Milliarden Schulden haben. (Abg. Scheibner: Das sind ja keine neuen Schulden!) Sie verschieben in Wirklichkeit nur die Bezahlung der Infrastruktur auf die Zukunft, da-
Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall der Grünen. – Abg. Scheibner: Mehr Partei, weniger Dienstleistung!
Das ist Ihr Konzept, aber nicht unseres, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir wollen einen modernen Personenverkehr. Wir wollen ein Angebot für Kunden. Wir wollen ein Angebot für die Wirtschaft, das zu einer modernen Bahn führt, und nicht eine Zerstückelung, die tatsächlich mehr Häuptlinge und weniger Indianer, die Kunden lukrieren können, bedeutet. (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall der Grünen. – Abg. Scheibner: Mehr Partei, weniger Dienstleistung!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich möchte es heute nicht verabsäumen, mich bei allen Österreicherinnen und Österreichern herzlich dafür zu bedanken, dass sie uns jährlich 4,4 Milliarden € zur Verfügung stellen, damit wir unsere Bahn bezahlen können, und zwar vom kleinsten Baby bis zur Urgroßmutter. Ein herzliches Danke an alle Steuerzahler! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Dafür hat er die Einigung verhindert!
Ich wundere mich immer nur, dass Bürgermeister Häupl diesem Unfug überhaupt zuschaut und nicht schon längst einen entsprechenden Vertrag mit den ÖBB abgeschlossen hat, dass diese Stationen wieder errichtet werden. (Abg. Scheibner: Dafür hat er die Einigung verhindert!)
Abg. Scheibner: Oje, der Öllinger!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich weiß nicht, was sich die Zuschauer, Zuschauerinnen, die ZuhörerInnen bei dieser Debatte denken werden. Ich weiß es wirklich nicht. (Abg. Scheibner: Oje, der Öllinger!)
Abg. Scheibner: Meinen Sie Kukacka oder Lopatka?
Ist es eine Hilfe für die ZuschauerInnen, auch hier auf der Galerie, wenn etwa ÖVP-Generalsekretär Kukacka stolz die Zukunft der Bahn beschwört und dabei immer nur von der Vergangenheit, nämlich vom „Konsum“, spricht? (Abg. Scheibner: Meinen Sie Kukacka oder Lopatka?) Was hilft das, das Unternehmen, die Reform bei der ÖBB durchzuführen, zu verstehen?
Abg. Scheibner: Er ist kein Fernsehsprecher!
Herr Verkehrsminister! Ich glaube, es ist schon auch wichtig, dass nicht nur die Abgeordneten, sondern auch die Zuschauerinnen und Zuschauer erfahren, was es mit Ihren Zahlen auf sich hat. (Abg. Scheibner: Er ist kein Fernsehsprecher!) Sie waren bis heute nicht in der Lage, konkrete Zahlen zu nennen. Einsparung durch die so genannte Reform: 1 Milliarde €. Sie waren nicht in der Lage, die Zahlen dazu zu liefern. Aber was haben Sie gesagt, als die Abgeordneten versucht haben, die Konkretisierung dieser Zahlen von Ihnen zu erhalten? Sie sagten, in diesem Haus würden manche Abgeordnete an übertriebenem Informationsbedürfnis leiden. – Das ist die Einstellung des zuständigen Verkehrsministers und Vizekanzlers zum Recht der Abgeordneten auf Information! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo? Bringen Sie ein Beispiel!
Ich halte es wirklich für fatal, dass wir, egal bei welchen Themen – Pensionen, ÖBB –, an die Frage herangehen mit dem Prinzip Rache oder, als zweites, mit dem Prinzip Macht. (Abg. Scheibner: Wo? Bringen Sie ein Beispiel!)
Abg. Scheibner: Ist das die Rache?
Was heißt Ihr Konzept weiter? – Viele neue Honorare für die Unternehmensberatungen in den neu zu gründenden Unternehmen. Eine ganze Branche kann sich tatsächlich freuen, dass das kommt, was Sie machen, was Sie jetzt beschließen wollen, nämlich die Unternehmensberatungen. Die haben tatsächlich jetzt eine frohe Zukunft vor sich (Abg. Scheibner: Ist das die Rache?), aber auf der anderen Seite läuft die Massenflucht von qualifizierten Leuten.
Abg. Scheibner: Die Redezeit ist schon abgelaufen!
Was läuft weiter ab? (Abg. Scheibner: Die Redezeit ist schon abgelaufen!) – Investitionen in Fernstrecken, aber Ausdünnung des Netzes und Verluste beziehungsweise Einschränkungen im Nahverkehr. (Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Was soll das? Das ist doch ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Es reicht schon, dass hier eine Reform vorgelegt wird, die die Österreichischen Bundesbahnen zerstören soll, und zwar auf dem Rücken der Passagiere und der Eisenbahner. (Abg. Scheibner: Was soll das? Das ist doch ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Das ist eine Frechheit!
Dass man aber seitens der Vertreter der Regierung nicht einmal imstande ist, vernünftig zu diskutieren, und hier die Abgeordneten, wie zum Beispiel Herr Abgeordneter Kurt Eder, vom Herrn Vizekanzler beschimpft werden, das ist ein Skandal! Ich fordere von Ihnen sofort eine Entschuldigung, Herr Minister! Im Prinzip sind Sie rücktrittsreif! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Cap –: Das ist eine Frechheit!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Vizekanzler Gorbach erhebt sich von der Regierungsbank und spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Sie reden immer so viel dazwischen, dass Sie gar nicht hören, was ein anderer sagt! – Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP in Richtung SPÖ: Zuhören! – Abg. Scheibner: Das war doch eindeutig, was der Herr Vizekanzler gesagt hat! – Abg. Schieder: Er hat gesagt: „Wenn Sie so wollen ...!“ – Abg. Scheibner: Es war klar, was er gemeint hat! – Abg. Schieder: Gemeint! – Gesagt hat er etwas anderes!
Vizekanzler Gorbach hat das eindeutig richtig gestellt. Daher: Stellen Sie, Herr Abgeordneter Dr. Cap, Ihre Polemik hier im Rahmen dieser wichtigen Debatte ein! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Vizekanzler Gorbach erhebt sich von der Regierungsbank und spricht mit Präsident Dr. Fischer. – Abg. Dr. Partik-Pablé – in Richtung SPÖ –: Sie reden immer so viel dazwischen, dass Sie gar nicht hören, was ein anderer sagt! – Rufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP in Richtung SPÖ: Zuhören! – Abg. Scheibner: Das war doch eindeutig, was der Herr Vizekanzler gesagt hat! – Abg. Schieder: Er hat gesagt: „Wenn Sie so wollen ...!“ – Abg. Scheibner: Es war klar, was er gemeint hat! – Abg. Schieder: Gemeint! – Gesagt hat er etwas anderes!)
Abg. Scheibner: Warum stimmen Sie dem nicht zu, wenn ...?
Es ist aber ebenso richtig, dass die Verhandler der Österreichischen Volkspartei und der Freiheitlichen Partei Österreichs nur bereit waren, in einer sehr schwachen und rechtsunverbindlichen Form diese Vereinbarungen festzuhalten, nämlich in so genannten Ausschussbemerkungen, es aber keine Bereitschaft gegeben hat – mit einer Ausnahme –, das, worüber man sich einig war, das, was man uns zugestanden hat – nennen wir es so –, auch in das Bundesbahnstrukturgesetz, das Sie heute hier beschließen wollen, einfließen zu lassen. (Abg. Scheibner: Warum stimmen Sie dem nicht zu, wenn ...?)
Abg. Scheibner: Wenn das der Grund war, war Ihnen die Sache aber nicht wichtig!
Diese „gewissen Gruppen in Österreich“, die beruhigt werden sollten, waren die Sozialdemokratische Partei Österreichs, die Grünen, der Österreichische Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft der Eisenbahner. – Und als ich das gehört habe, habe ich gewusst: Der Kompromiss ist tot! (Abg. Scheibner: Wenn das der Grund war, war Ihnen die Sache aber nicht wichtig!)
Abg. Scheibner: Wie zieht man eine Flanke vor?
Aber leider ist Ihre ÖBB-Politik wirklich eine Art Schlachtfeld Fußballfeld, das ist das Problem. In mancher Hinsicht haben Sie ja doch Recht. (Abg. Scheibner: Wie zieht man eine Flanke vor?) – Nun zu Ihren Argumenten und dann zu den generellen Ansätzen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der sitzt aber allein dort!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): ... – ich bin beim Schlusssatz – und nicht neun, wie Sie es machen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der sitzt aber allein dort!)
Abg. Scheibner: Aber Sie waren einverstanden!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Was haben wir von vagen Absichtserklärungen, von so genannten Ausschussfeststellungen? – Nichts! (Abg. Wittauer: Den ersten Teil des Unterausschusses habt ihr nur verwendet, um den Finanzminister anzugreifen!) Nehmen Sie eines zur Kenntnis – ich sage Ihnen das als Jurist, und zwar ganz klar –: Aktienrecht bricht jede Ausschussfeststellung, kein Vorstandsdirektor hat sich an Ausschussfeststellungen zu halten! (Abg. Scheibner: Aber Sie waren einverstanden!) – Daher, meine sehr verehrten Damen und Herren, kam es nie zu einem Konsens. (Beifall bei der SPÖ.)
Die Rednerin hält ihre ÖBB-Vorteilscard in die Höhe. – Abg. Scheibner: Wir sind Vollzahler! – Die Abgeordneten Broukal, Mag. Hans Moser, Bayr sowie einige andere Abgeordnete halten eine ÖBB-Vorteilscard in die Höhe.
Jetzt möchte ich eigentlich ganz gern einmal die Probe aufs Exempel machen: Wer von Ihnen von den Regierungsparteien hat denn diese Vorteilscard? (Die Rednerin hält ihre ÖBB-Vorteilscard in die Höhe. – Abg. Scheibner: Wir sind Vollzahler! – Die Abgeordneten Broukal, Mag. Hans Moser, Bayr sowie einige andere Abgeordnete halten eine ÖBB-Vorteilscard in die Höhe.) – Kennen Sie die? Das sind wenige! Schauen Sie sich einmal an, wie viele Leute Sie sind und wie wenige die Karte haben! (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Der Lümmel von der letzten Bank! – Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Entschuldigen Sie sich gleich für Ihren Zwischenruf!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. (Abg. Großruck: Der Lümmel von der letzten Bank! – Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Entschuldigen Sie sich gleich für Ihren Zwischenruf!)
Abg. Scheibner: Nein, „Postenschacherer“ haben Sie zum Minister gesagt!
einem Attribut versehen, nämlich: blau-schwarzer Postenschacher (Abg. Reheis: Ist es ja auch!), und genau darauf wollte ich jetzt einmal eingehen. (Abg. Scheibner: Nein, „Postenschacherer“ haben Sie zum Minister gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber das wird lange nicht der Fall sein!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Minister Gorbach, Sie sollten ein bisschen mehr Respekt vor dem Parlament haben. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Sie sollten wissen: Wir brauchen uns von Ihnen hier nicht schulmeistern zu lassen, Sie brauchen uns nicht zu belehren, Sie brauchen auch nicht vorzuschreiben, wie wir hier denken! Wenn Sie hier herinnen keine Mehrheit mehr haben, dann sind Sie abgewählt, Herr Minister! Das sollten Sie nicht vergessen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber das wird lange nicht der Fall sein!)
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich wollte gerade sagen – auch wenn es einen Ordnungsruf provoziert –: Es stinkt hier nach Bereicherung! Es stinkt nach Bereicherung bei dem, was hier vor sich geht. Ich sage weiter: Es stinkt nach Korruption, wenn das hier so weitergeht! Warum hängen Sie an diesem Konzept so fest? – Da ist etwas faul! (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich ist das!
Ich sage Ihnen noch etwas: Die selbsternannten Wirtschaftsparteien, die hier herinnen sitzen ... (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich ist das!) Ja, dazu stehe ich! Ich stehe auch zu der Aussage, dass hier mindestens 30 Vorstandsposten zur Verfügung stehen, die man besetzen will! (Abg. Scheibner: Nur weil der Häupl und der Erich Haider euch nicht zustimmen lassen, darum haben wir das Theater! Sagen Sie einmal ehrlich, was der wahre Hintergrund dafür ist!)
Abg. Scheibner: Nur weil der Häupl und der Erich Haider euch nicht zustimmen lassen, darum haben wir das Theater! Sagen Sie einmal ehrlich, was der wahre Hintergrund dafür ist!
Ich sage Ihnen noch etwas: Die selbsternannten Wirtschaftsparteien, die hier herinnen sitzen ... (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich ist das!) Ja, dazu stehe ich! Ich stehe auch zu der Aussage, dass hier mindestens 30 Vorstandsposten zur Verfügung stehen, die man besetzen will! (Abg. Scheibner: Nur weil der Häupl und der Erich Haider euch nicht zustimmen lassen, darum haben wir das Theater! Sagen Sie einmal ehrlich, was der wahre Hintergrund dafür ist!)
Abg. Scheibner: Das kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein Unternehmen gibt, wo nur SPÖ-Mitglieder sind!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Frage ist, wofür Sie hier Politik machen, ob Ihnen wirklich daran gelegen ist, dass eine wettbewerbsorientierte Bahn in Österreich fährt, dass sie gute Leistungen erbringt, oder ob Ihnen daran gelegen ist, primär zu schauen, dass die Gfraster von der Gewerkschaft, die überwiegend rot wählen, wie vorhin von Herrn Scheibner dargetan worden ist, ... (Abg. Scheibner: Das kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein Unternehmen gibt, wo nur SPÖ-Mitglieder sind!) Ja, aber sie wählen geheim, Herr Scheibner, und erstaunlicherweise wählen sie trotzdem SPÖ. Können Sie sich das überhaupt nicht vorstellen? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wieso nicht?
Es ist zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist nur ein kleiner Schritt und wirklich zu wenig. Ich habe Herrn Dr. Rasinger schon im Ausschuss gesagt: Ich kann Ihnen phasenweise gut folgen, und da bin ich auch bei Ihnen. Allerdings verstehe ich nicht ganz, warum dann Anträge der Opposition mit guten Inhalten im Zusammenhang mit einer Erklärung und einer Weiterentwicklung der Datenstruktur vom Ausschuss dauernd vertagt werden. Ich halte das für keine gute Sache. Entweder will man etwas verändern, oder aber man verändert nichts. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Wie bei der Bundesbahn!) – Herr Kollege, Ihre Bemerkung werte ich jetzt nicht, das ist, glaube ich, klüger so. (Abg. Scheibner: Wieso nicht?)
Abg. Scheibner: Das passt schon ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Liebe Kollegen von der ÖVP! Langsam, aber sicher wird das eine unzumutbare Vorgangsweise, dass ein Abänderungsantrag vorgelegt wird, der nur aus Ziffernzitationen besteht (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung ÖVP –: Wo merkt man das, dass es mehr kostet? Ist das irgendwo unterrichtet worden? – Abg. Jakob Auer: Bei „Euroteam“!), sodass es also absolut unmöglich ist, ohne Vorliegen des Gesetzestextes und ohne ausreichende Zeit die Auswirkungen der jeweiligen Veränderungen gegenüber der Novelle zu beurteilen. (Abg. Scheibner: Das passt schon ...! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Das ist eine absolute Zumutung, ich sage es Ihnen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Überhaupt keine Frage, dass man dem Redner zuhört!
Wir haben Schwierigkeiten mit dem Punkt 5, das ist vollkommen klar, diesem Missbrauch von Daten, diesem Transferieren von Daten zu internationalen Organisationen. – Herr Kollege Murauer, wenn Sie die Gnade hätten, auch noch zuzuhören, wäre ich Ihnen fast schon wieder dankbar! (Abg. Scheibner: Überhaupt keine Frage, dass man dem Redner zuhört!) Wenn Sie behaupten, das würde uns über internationale Organisationen vorgeschrieben, dann stehen Sie so etwas von daneben, dass Sie in dieser Diskussion überhaupt nichts mehr zu suchen haben. (Abg. Murauer: Das ist aber freundlich von Ihnen! Normalerweise sind Sie ...! – Abg. Scheibner: Das ist aber auch nicht die parlamentarische Sitte!)
Abg. Murauer: Das ist aber freundlich von Ihnen! Normalerweise sind Sie ...! – Abg. Scheibner: Das ist aber auch nicht die parlamentarische Sitte!
Wir haben Schwierigkeiten mit dem Punkt 5, das ist vollkommen klar, diesem Missbrauch von Daten, diesem Transferieren von Daten zu internationalen Organisationen. – Herr Kollege Murauer, wenn Sie die Gnade hätten, auch noch zuzuhören, wäre ich Ihnen fast schon wieder dankbar! (Abg. Scheibner: Überhaupt keine Frage, dass man dem Redner zuhört!) Wenn Sie behaupten, das würde uns über internationale Organisationen vorgeschrieben, dann stehen Sie so etwas von daneben, dass Sie in dieser Diskussion überhaupt nichts mehr zu suchen haben. (Abg. Murauer: Das ist aber freundlich von Ihnen! Normalerweise sind Sie ...! – Abg. Scheibner: Das ist aber auch nicht die parlamentarische Sitte!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr seid so verbittert! Ich verstehe das nicht! Es ist Advent! – Abg. Scheibner: Wieso habt ihr immer Angst vor dem Bundesheer?
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Es ist wirklich abscheulich, wenn Sie die Erweiterung der Befugnisse und der Eingriffsrechte der nationalen Nachrichtendienste in die Privatsphäre der BürgerInnen mit Terrorangst und mit der Bekämpfung der Kriminalität begründen wollen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihr seid so verbittert! Ich verstehe das nicht! Es ist Advent! – Abg. Scheibner: Wieso habt ihr immer Angst vor dem Bundesheer?) Meine Damen und Herren! Was Sie vorhaben, ist in Wirklichkeit ein Bruch der demokratischen Spielregeln des Rechtsstaats, wenn Sie etwa Personenkontrollen von militärischem Personal durchführen lassen, ohne zu begründen, warum.
Sitzung Nr. 43
Abg. Mag. Mainoni: Ja sicher! – Abg. Scheibner: Freilich!
uns heute unter anderem interessiert: Leistet diese Steuerreform einen Beitrag zu mehr Wachstum und zu mehr Beschäftigung? (Abg. Mag. Mainoni: Ja sicher! – Abg. Scheibner: Freilich!) Und wenn man sich das im Detail ansieht, meine sehr geehrten Damen und Herren, dann kommt man zu folgenden Feststellungen:
Abg. Mag. Molterer: Das stimmt! – Abg. Scheibner: Wollen Sie das?
Es stellt sich auch die Frage, zumal Sie diese Steuerreform ja ohne Gegenfinanzierung machen (Abg. Mag. Molterer: Das stimmt! – Abg. Scheibner: Wollen Sie das?) – bis zum heutigen Tag ist nicht gesagt worden, wie die Gegenfinanzierung aussieht –: Heißt das, dass die Bundesregierung im nächsten Jahr das Budgetdefizit mehr als verdoppeln wird? (Abg. Großruck: Verdoppeln Sie einmal null!)
Abg. Scheibner: Das glauben Sie ja selber nicht!
Es ist auch interessant, dass eine Partei wie die FPÖ, die sich immer dafür ausgesprochen hat, dass ganz besonders die Fleißigen und Tüchtigen in Österreich von ihr geschützt werden sollen, einer Steuerreform zustimmt, von der 2,1 Millionen Menschen, nämlich im unteren Einkommensbereich, überhaupt nichts haben, von der 80 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmungen auch nichts haben, und dass sie zulässt, dass mit dieser Steuerreform die Steuerprogression mindestens 38 Prozent beträgt. (Abg. Scheibner: Das glauben Sie ja selber nicht!)
Abg. Scheibner: Lob an den Finanzminister ist ganz etwas Neues!
Wir haben heute die Dringliche unter anderem an den Wirtschafts- und Arbeitsminister gestellt, weil wir wissen wollten, ob er überhaupt noch Teil der Regierung ist. Kein Wörtchen in den letzten Wochen, Finanzminister hat hier „geworkt“, hat seine Steuerreformpläne gemeinsam mit dem Bundeskanzler und anderen entwickelt und in der Öffentlichkeit dargestellt. Und dann stellt sich der Finanzminister in die Öffentlichkeit und sagt, er garantiert höchstpersönlich, dass in Österreich jeder entlastet wird. (Abg. Scheibner: Lob an den Finanzminister ist ganz etwas Neues!) Also wenn einen Geld belastet, dann ist das natürlich eine Entlastung, die Sie hier machen! (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist doch kein Taschengeld!
Ich sage Ihnen: Diese 6 000 € werden den Frauen nicht gegeben! Diese 6 000 € müssen sich die Frauen hart erarbeiten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist doch kein Taschengeld!) Wissen Sie, in welchen Jobs? – Wenn ich bis zu einer Grenze von 6 000 € arbeiten darf, dann heißt das, dass ich pro Monat nur einen geringfügig entlohnten Job machen darf, und die geringfügig entlohnten Jobs – wir kennen sie – sind die härtesten und die schlechtest bezahlten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: ...! In Ihren Entschließungsanträgen steht das drinnen!
Wir brauchen Unternehmen, in deren Führung man sich nicht dauernd damit ausredet, dass Menschen, die man beschäftigen wolle, ja nicht die dazu erforderliche Qualifikation hätten und man sie daher nicht beschäftigen könne. Es ist schon spannend, wenn im „WirtschaftsBlatt“ vergangenes Wochenende und auch diese Woche zu lesen stand, dass gerade jene Betriebe, die Sie mit der KöSt-Senkung belohnen wollen, weniger für die Ausbildung tun (Zwischenruf des Abg. Parnigoni), wie etwa Banken, Versicherungen, Industriebetriebe. (Abg. Scheibner: ...! In Ihren Entschließungsanträgen steht das drinnen!) – Ich glaube, genau da wäre der Ansatz, das auch mit einer dementsprechenden Verpflichtung zur Ausbildung junger Menschen zu versehen. Darum geht es, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger.)
Abg. Scheibner: Die Mineralölsteuer wolltet Ihr ...!
Natürlich kann man von Entlastung reden, aber Sie sollten auch nicht vergessen, dass es in den Jahren seit 2000 auch enorme Belastungen gab. (Abg. Scheibner: Die Mineralölsteuer wolltet Ihr ...!) Vergessen Sie das nicht, sagen Sie das genauso, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Abg.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger für den das Rednerpult verlassenden Abg. Verzetnitsch. – Abg. Dr. Jarolim: Der Scheibner wurde mit einem anderen Maß gemessen!
(Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger für den das Rednerpult verlassenden Abg. Verzetnitsch. – Abg. Dr. Jarolim: Der Scheibner wurde mit einem anderen Maß gemessen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Als Arbeitnehmer sind wir auch dafür, dass unsere Unternehmen entlastet werden, denn wir haben nichts davon, dass wir keine Arbeitsplätze haben, denn nur Arbeitsplätze und die Arbeitnehmer dort können eine entsprechende Wertschöpfung erwirtschaften, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Danke!
Danke, Herr Kollege Gusenbauer! Sie geben selbst schon auf, das spricht für Sie. Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Danke!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Heißt das, dass in Wien die Statistik geschönt wird?
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Sehr geehrte Damen und Herren! Nur zur Klarstellung – denn tatsächliche Berichtigungen gibt es derzeit keine –: Die Arbeitslosigkeit in Kärnten beträgt 9 Prozent, und Kärnten ist damit zweites Schlusslicht nach Wien. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: 8,1!) Das Einzige, was man in Kärnten besser kann als in Wien, ist, die Statistik zu schönen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Heißt das, dass in Wien die Statistik geschönt wird?)
Abg. Scheibner: Von einer Senkung profitiert nur der, der vorher Steuer zahlt!
Jetzt sagen Sie, die Personengesellschaften seien ja im Jahr 2004 schon entlastet worden. (Abg. Neudeck: ... nicht entnommene Gewinne ...!) Nur – Herr Neudeck, hören Sie einmal zu! –: Damit ein nicht entnommener Gewinn steuerlich begünstigt werden kann, muss man erst einmal einen Gewinn haben! Und wissen Sie, wie viele Betriebe von denen, die betroffen sind, einen Gewinn haben? Wissen Sie es? – 47 Prozent der Betriebe haben einen Gewinn und können von dieser Steuerreform des Jahres 2004 profitieren – 53 Prozent hingegen nicht! Diese profitieren weder von der jetzigen (Abg. Mag. Mainoni: Eine schlechte Rede! Keiner kennt sich mehr aus!) noch von der Steuerreform des Jahres 2005. (Abg. Scheibner: Von einer Senkung profitiert nur der, der vorher Steuer zahlt!) Das heißt, hier haben Sie eine große Chance verpasst, auch arbeitsmarktpolitisch etwas zu bewegen.
Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt mit der KöSt? Dafür oder dagegen?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt mit der KöSt? Dafür oder dagegen?) Zwei Jahre hat es gebraucht für das angebliche Riesen-Reformwerk einer Steuerreform. – Es sind diese fünf Blattl (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), die wir haben. Darin findet sich auf Seite 6 eine Tabelle, in der die künftige Entlastung im Jahr 2005 so dargestellt wird, als wären es bei 10 000 € ab dem nächsten Jahr um 586 € mehr und bei 12 000 € um 607 € mehr.
Abg. Scheibner: Jetzt kommen Sie wieder mit dem Schmäh! Das darf nicht wahr sein!
Es ist nur nicht die Wahrheit! Die Wahrheit ist vielmehr: Zum heute bezahlten Lohnsteuertarif 2004 (Abg. Scheibner: Jetzt kommen Sie wieder mit dem Schmäh! Das darf nicht wahr sein!) gibt es für jene mit 10 000 € Bemessungsgrundlage im Jahr gerade 110 €. (Abg. Scheibner: Da haben Sie eine Steuerentlastung verpasst! Addieren, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Da haben Sie eine Steuerentlastung verpasst! Addieren, Herr Kollege!
Es ist nur nicht die Wahrheit! Die Wahrheit ist vielmehr: Zum heute bezahlten Lohnsteuertarif 2004 (Abg. Scheibner: Jetzt kommen Sie wieder mit dem Schmäh! Das darf nicht wahr sein!) gibt es für jene mit 10 000 € Bemessungsgrundlage im Jahr gerade 110 €. (Abg. Scheibner: Da haben Sie eine Steuerentlastung verpasst! Addieren, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Addieren! Zusammenzählen! – Abg. Mag. Molterer: Haben Sie bei „Euroteam“ auch so ...?
Und jetzt kommt das, was der Vizekanzler nicht aus der „Kronen Zeitung“ vorgelesen hat, nämlich die rechte Seite: So urteilen Experten. (Abg. Scheibner: Addieren! Zusammenzählen! – Abg. Mag. Molterer: Haben Sie bei „Euroteam“ auch so ...?) Er hat nämlich vergessen zu sagen, dass selbst die 47 €, die Herr Schumi zu Recht als Lohnsteuerentlastung bezeichnet – das schreibt die „Kronen Zeitung“ –, eher gering sind. Wie gering wird es eingeschätzt werden, wenn er auch die Wahrheit berücksichtigt, nämlich dass das bei 10 000 € Bemessungsgrundlage nicht einmal 10 € im Monat sind (Abg. Scheibner: Addieren!), Herr Scheibner? – Die Staatsschulden steigen an. Auch
Abg. Scheibner: Addieren!
Und jetzt kommt das, was der Vizekanzler nicht aus der „Kronen Zeitung“ vorgelesen hat, nämlich die rechte Seite: So urteilen Experten. (Abg. Scheibner: Addieren! Zusammenzählen! – Abg. Mag. Molterer: Haben Sie bei „Euroteam“ auch so ...?) Er hat nämlich vergessen zu sagen, dass selbst die 47 €, die Herr Schumi zu Recht als Lohnsteuerentlastung bezeichnet – das schreibt die „Kronen Zeitung“ –, eher gering sind. Wie gering wird es eingeschätzt werden, wenn er auch die Wahrheit berücksichtigt, nämlich dass das bei 10 000 € Bemessungsgrundlage nicht einmal 10 € im Monat sind (Abg. Scheibner: Addieren!), Herr Scheibner? – Die Staatsschulden steigen an. Auch
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bei zwei Kindern wird er verdoppelt! Hören Sie gescheit zu!
Herr Kollege Scheibner, eine kleine Nachschulung betreffend Ihre eigene „Fünf-Blattl-Reform“. 364 € beträgt der Alleinverdienerabsetzbetrag im Vorjahr, heuer und auch im nächsten Jahr. Er wird nicht verdoppelt. Sie konnten nicht einmal diese fünf Blattln lesen, Herr Klubobmann. Vielleicht sollten Sie das zuerst tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bei zwei Kindern wird er verdoppelt! Hören Sie gescheit zu!)
Abg. Scheibner: Zuhören, dann sprechen!
Wir kommen zum Hauptproblem – und damit sind wir genau bei jener Arbeitslosigkeit, die der Herr Arbeitsminister in Prozentwerten abtut. (Abg. Scheibner: Zuhören, dann sprechen!) Es geht darum, dass bei der Zahl der Arbeitslosen die höchste Zahl zu verzeichnen ist. Das ist eine Schande für das Land und eine Schande für die Regierung! Sie sollten etwas tun, anstatt hier zu polemisieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wieso wollen Sie die Häuslbauer mehr besteuern? Wie wollen Sie die Mieten erhöhen?
mienmodell einsetzt und Anreize für Investitionen gibt! (Abg. Scheibner: Wieso wollen Sie die Häuslbauer mehr besteuern? Wie wollen Sie die Mieten erhöhen?)
Abg. Scheibner: Sie waren doch dafür!
Mit diesem KöSt-Geschenk bekommen nicht 100 000 Unternehmen ein Geschenk (Abg. Scheibner: Sie waren doch dafür!), sondern von den laut Statistik insgesamt 88 418 Körperschaftsteuerfällen bekommt das gerade ein schwaches Drittel. Das ist ein Geschenk für die Herren Bartenstein und andere. (Abg. Scheibner: Das steht in Ihrem Entschließungsantrag!) Das ist die Wahrheit und die Industriellenvereinigung hat vielleicht zu Recht dafür gesponsert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das steht in Ihrem Entschließungsantrag!
Mit diesem KöSt-Geschenk bekommen nicht 100 000 Unternehmen ein Geschenk (Abg. Scheibner: Sie waren doch dafür!), sondern von den laut Statistik insgesamt 88 418 Körperschaftsteuerfällen bekommt das gerade ein schwaches Drittel. Das ist ein Geschenk für die Herren Bartenstein und andere. (Abg. Scheibner: Das steht in Ihrem Entschließungsantrag!) Das ist die Wahrheit und die Industriellenvereinigung hat vielleicht zu Recht dafür gesponsert. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Großzügig!
Präsident Dr. Andreas Khol: Der Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Gusenbauer, Dr. Matznetter, Mag. Moser, Mag. Hoscher und KollegInnen betreffend das völlige Versagen der Steuerreformpläne der österreichischen Bundesregierung beim Schaffen von Wachstum und Beschäftigung wurde in einigen wesentlichen Kernpunkten erläutert, steht aber mit in Verhandlung und wird dann abgestimmt werden. (Abg. Scheibner: Großzügig!)
Abg. Scheibner: Weil sie sich nicht auskennen!
Und umgekehrt wundert es mich, dass der Finanz- und Budgetsprecher der sozialdemokratischen Fraktion hier herausgeht und über die Arbeitsmarktlage spricht, aber nicht über die Steuern. (Abg. Scheibner: Weil sie sich nicht auskennen!) Irgendwie haben Sie wahrscheinlich Angst, dass Sie in diesem Sinne „aufgeblattelt“ werden, dass
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!
Da Frau Kollegin Scheucher gemeint hat, die Kaufkraft in Kärnten sei gering, das Wachstum sei ein Nullwachstum, so muss ich sagen: Seitdem Landeshauptmann Dr. Jörg Haider Kärnten führt, ist der Aufschwung da. Wir sind in Kärnten sozusagen von der Kriechspur auf die Überholspur gekommen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!)
Die Rednerin verliest den Antrag in großer Geschwindigkeit. – Abg. Scheibner: Das ist keine seriöse Behandlung eines Antrages!
2. Valorisierung des Arbeitslosengeldes und der Notstandshilfe durch Aufwertung der Bemessungsgrundlagen.“ (Die Rednerin verliest den Antrag in großer Geschwindigkeit. – Abg. Scheibner: Das ist keine seriöse Behandlung eines Antrages!)
Sitzung Nr. 45
Abg. Scheibner: Die Zustimmung ist nicht sehr groß!
Es ist ja nicht so, dass die Regierung total untätig gewesen wäre – es gab immerhin vier Minister im Transitbereich. Der erste, das wissen wir, hatte leere Batterien, war ehrlich und ist gegangen. Die zweite, Ministerin Forstinger, hat zeit ihres Amtes Lobbyisten in Unternehmungen gehievt, die ihr jetzt mit Notgroschen zur Seite stehen. Der dritte, Minister Reichhold – jeder weiß, seine harte Verhandlungstaktik in Brüssel hat dazu geführt, dass wir nicht einmal das bekommen haben, was möglich gewesen wäre. Was war der Erfolg? Weinerliches Jammern, um es doch im Nachhinein bewerkstelligen zu können. – Geblieben ist die Blamage, die Blamage vor Europa. (Abg. Scheibner: Die Zustimmung ist nicht sehr groß!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Bravo!
regierung bereits den Beschluss gefasst hat, im Werk in Pöls in der Steiermark die Kapazität zu verdoppeln. 150 bis 200 Millionen € an Investitionen sind damit beschlossen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Bravo!)
Abg. Scheibner: Ich habe noch gar nichts gesagt!
Ich will Ihnen aber sagen, was ich fast noch schlimmer finde als diese Steuergeschichte, Herr Kollege Molterer und Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Ich habe noch gar nichts gesagt!) Dass hier der dringende Verdacht der Steuerhinterziehung vorliegt, ist sonnenklar, aber was fast noch schlimmer ist: Stellen wir uns einmal vor, dieses Verhalten reißt ein!
Abg. Scheibner: Und Österreich ist nicht Teil von Europa?
Der zweite Punkt, den man dann noch im Vorhinein klären muss, ist das ewige Hinhacken auf Wien. Herr Klubobmann Molterer! Diese Regierung sitzt nicht in Gigritzpotschen, sondern in der Bundeshauptstadt Wien. Wien ist Teil von Österreich. Und Sie wissen ganz genau, dass man daher Wien nicht loskoppeln kann. (Abg. Scheibner: Und Österreich ist nicht Teil von Europa?)
Abg. Scheibner: Ich auch!
Ich sage jetzt noch etwas, es gibt nämlich einen zweiten Vergleich – ich habe es früher auch meinem Klubobmann gesagt –: Ich bin dankbar für jede Plenarsitzung, die vom Fernsehen live übertragen wird. (Abg. Scheibner: Ich auch!) Denn auch ein anderer Vergleich macht uns sicher, Herr Kollege Cap: Die TV-Konsumenten sehen, da gibt es zwei Parteien, die für das Land, für die Zukunft des Landes arbeiten, und da gibt es
Abg. Scheibner: Das geht sich nicht mehr aus!
Damen und Herren an den Fernsehern! (Abg. Scheibner: Das geht sich nicht mehr aus!) Wenn Meinungsumfragen ergeben, dass die Mehrheit von Ihnen annimmt, dass Sie wenig oder fast nichts bekommen werden: Sie haben Recht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Auch der Herr Bundeskanzler hat uns diesbezüglich falsch informiert: In der Wifo-Studie, die die Regierung selbst ausgeteilt hat, wird die Wirkung bei 2,5 Milliarden € Entlastung für 2005 mit nur 0,3 Prozent und für 2006 mit 0,4 Prozent – also in der statistischen Fehlerbandbreite – angegeben. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) – Das ist Ihre Studie, das ist ganz einfach! – Und statt einer Wirkung auf die Beschäftigung im Ausmaß von 12 000 werden nur 4 000 angegeben. Also 8 000 Arbeitslose haben von dem Herrn ein Versprechen bekommen, das nicht eingehalten wurde.
Abg. Scheibner: Wie reden Sie denn?
Aber was uns viel mehr stört, ist: Es wurde nicht eingespart. Es wurde letztes Jahr in diesem Haus den ASVG- und GSVG-Pensionisten jährlich über 1 Milliarde € an Pensionsansprüchen weggenommen, und jetzt wird diese Milliarde als Beute an ganz wenige verteilt, die davon profitieren. (Abg. Scheibner: Wie reden Sie denn?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Und im Bereich der Hamburger, im Bereich der Gruppe Prinzhorn: 33 Millionen Schilling. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Das kann nicht stimmen!) Diese Zahlen resultieren aus den im Firmenbuch veröffentlichten Daten. 18 600 Lohnsteuerpflichtige bekommen dieselbe Entlastung wie diese zwei Firmengruppen. Die haben sich die Beute geholt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Da dies meine erste Rede hier im Nationalrat ist, möchte ich mich Ihnen kurz vorstellen. Mein Name ist Peter Sonnberger. Ich bin seit 25 Jahren mit Christa verheiratet, und wir beide freuen uns über eine Tochter und einen Sohn. Ich habe Rechtswissenschaften studiert und bin seit dem 22. Lebensjahr Verwaltungsjurist. Als ehemaliger Student bin ich aber über die Vorgänge – das sei nur dazwischen bemerkt – entsetzt, die sich an der Universität Wien ereignet haben. Torten-Werfen, Ohrfeigen-Geben – das ist ungeheuerlich und einer international beachteten Universitätsreform keinesfalls würdig. Der VSStÖ hat sich von solchen Maßnahmen nicht einmal distanziert! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
2005 keine Lohn- beziehungsweise Einkommensteuer mehr zahlen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Vierzeiler!
Ich darf, meine Damen und Herren, da es eigentlich nichts mehr zu sagen gibt (Abg. Scheibner: Vierzeiler!), weil inhaltlich schon alles vom Finanzminister gesagt worden und alles andere in den Unterlagen nachzulesen ist, wie immer mit einem Vierzeiler enden; diesmal ist es ein Sechszeiler.
Die ans Rednerpult gelehnte Zeitschrift gerät ins Rutschen. – Abg. Scheibner: Jetzt fällt sie gleich um! – Der Redner rückt die Zeitschrift zurecht. – Abg. Scheibner: Wenig standfest!
Wenn man sich die Protokolle des Unterausschusses anschaut, dann kommt man zu einem Bild, nämlich einem Bild wie jenem hier auf der „Österreichischen Gemeindezeitung“, worauf ein Mann abgebildet ist, der mit Geld aus Steuermitteln um sich wirft. (Der Redner lehnt die entsprechende Zeitschrift vorne an das Rednerpult.) Das könnte auch der Herr Finanzminister sein; das Gesicht ist verdeckt. Aber als Überschrift stehen hier die Wörter „Korruption“ und „Prävention“ geschrieben. Der Verdacht wurde heute schon geäußert, dass Korruption und Freunderlwirtschaft sehr nahe liegen, auch in diesem Fall der Bundesregierung. (Die ans Rednerpult gelehnte Zeitschrift gerät ins Rutschen. – Abg. Scheibner: Jetzt fällt sie gleich um! – Der Redner rückt die Zeitschrift zurecht. – Abg. Scheibner: Wenig standfest!)
Abg. Mag. Molterer: Das wäre mir zu wenig! – Abg. Scheibner: Edlinger war kein Buchhalter!
Sehr geehrte Damen und Herren! Wie stellt man sich landläufig einen Finanzminister vor? – Gemäß meiner Idealvorstellung sollte das ein verantwortungsbewusster Mensch sein, der penibel auf die Staatsaufgaben und politische Korrektheit achtet, und zwar gerade auch in seinem eigenen Verantwortungsbereich, also quasi der Buchhalter der Nation. (Abg. Mag. Molterer: Das wäre mir zu wenig! – Abg. Scheibner: Edlinger war kein Buchhalter!)
Abg. Scheibner: Das ist ja toll! Oder?
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Präsident des Rechnungshofes! Es steht außer Streit, dass sich dieses Budgetdefizit 2002 in der genannten Größenordnung von 0,2 Prozent bewegt. (Abg. Scheibner: Das ist ja toll! Oder?) Man hat ständig vom Nulldefizit gesprochen und ein solches prognostiziert, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass dieses Nulldefizit nicht erreicht wurde. (Abg. Scheibner: Bei 0,2 Prozent?!)
Abg. Scheibner: Bei 0,2 Prozent?!
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Herr Präsident des Rechnungshofes! Es steht außer Streit, dass sich dieses Budgetdefizit 2002 in der genannten Größenordnung von 0,2 Prozent bewegt. (Abg. Scheibner: Das ist ja toll! Oder?) Man hat ständig vom Nulldefizit gesprochen und ein solches prognostiziert, aber ehrlicherweise muss man sagen, dass dieses Nulldefizit nicht erreicht wurde. (Abg. Scheibner: Bei 0,2 Prozent?!)
Abg. Scheibner: Das ist aber nicht Ihr Ernst, dass Sie das noch sagen! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sehr ernst!
Nach den Lobeshymnen, die die Abgeordneten der Regierungsfraktionen heute hier haben erklingen lassen, möchte ich doch ein paar Fakten bringen, die darlegen sollen, wie denn dieser Rechnungsabschluss zustande gekommen ist. Schauen wir uns einmal an, wie dieses Ergebnis erreicht werden konnte! (Abg. Scheibner: Das ist aber nicht Ihr Ernst, dass Sie das noch sagen! – Abg. Gradwohl – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sehr ernst!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Seien Sie doch nicht so empfindlich!
Eine letzte Bemerkung habe ich noch zu den Ausführungen von Kollegin Lentsch. Mich hat es ziemlich verärgert, was Sie über den Kollegen Matznetter gesagt haben. Im Sinne von Solidarität all derer, die in den hinteren Bänken dieses Hauses sitzen, möchte ich Ihnen sagen: Es sind nicht die schlechtesten Abgeordneten, auch in Ihrer Fraktion nicht! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Seien Sie doch nicht so empfindlich!)
Sitzung Nr. 46
Abg. Scheibner: Dann solltet ihr eine gescheite Anfrage stellen!
Im § 96 Abs. 2 heißt es: „Die Beantwortung hat so kurz und konkret zu erfolgen, wie es die Anfrage zuläßt.“ (Abg. Scheibner: Dann solltet ihr eine gescheite Anfrage stellen!)
Abg. Scheibner: Sie kann doch nicht ein ganzes Referat halten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Sie haben kein Recht, aber es ist die Praxis, einen Einleitungssatz zu machen. Diesen haben Sie gemacht. Ich gestehe Ihnen gern einen zweiten zu, aber dann kommen Sie bitte zur Frage! (Abg. Scheibner: Sie kann doch nicht ein ganzes Referat halten!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Jetzt seid ihr froh! Jetzt regt ihr euch nicht auf!
Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser: Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Abgeordneter! Ich bitte um Verständnis, dass ich auf Grund der abgabenrechtlichen Geheimhaltungspflicht zu konkreten Steuerfällen keine Auskunft erteilen kann. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Jetzt seid ihr froh! Jetzt regt ihr euch nicht auf!)
Abg. Scheibner: Wir nicht! Wir haben das nicht verlassen! Das haben Sie verlassen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ja, es gibt eine Tradition in diesem Haus, die Sie leider heute verlassen, und diese Tradition heißt Vierparteienbeschlüsse in der Anti-AKW-Politik. Ich verweise nochmals ganz deutlich darauf, dass wir ... (Abg. Scheibner: Wir nicht! Wir haben das nicht verlassen! Das haben Sie verlassen!) – Nein, entschuldigen Sie, Herr Klubobmann, Sie waren auch im Juli 2002 dafür, dass wir bei EURATOM einen strikten Kurs fahren. Da gibt es eine Entschließung im Parlament, die bereits auf dieser Basis getroffen worden ist. (Abg. Scheibner: Das ist ein vernünftiger Antrag, bei dem Sie leider nicht mitgehen!)
Abg. Scheibner: Das ist ein vernünftiger Antrag, bei dem Sie leider nicht mitgehen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ja, es gibt eine Tradition in diesem Haus, die Sie leider heute verlassen, und diese Tradition heißt Vierparteienbeschlüsse in der Anti-AKW-Politik. Ich verweise nochmals ganz deutlich darauf, dass wir ... (Abg. Scheibner: Wir nicht! Wir haben das nicht verlassen! Das haben Sie verlassen!) – Nein, entschuldigen Sie, Herr Klubobmann, Sie waren auch im Juli 2002 dafür, dass wir bei EURATOM einen strikten Kurs fahren. Da gibt es eine Entschließung im Parlament, die bereits auf dieser Basis getroffen worden ist. (Abg. Scheibner: Das ist ein vernünftiger Antrag, bei dem Sie leider nicht mitgehen!)
Abg. Scheibner: Auf der Länderebene wollen Sie keine Kompetenzen hergeben!
Es kann und darf daher wohl nicht sein, dass von starkem Lärm betroffene Menschen erst eine Bürgerinitiative gründen müssen, damit ihre Probleme einmal gehört werden. Die SPÖ fordert daher zum Unterschied zu den Regierungsfraktionen die Einführung gesetzlicher Grenzwerte und eines einheitlichen österreichischen Lärmrechts, damit endlich Schluss ist mit der Zersplitterung der Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. (Abg. Scheibner: Auf der Länderebene wollen Sie keine Kompetenzen hergeben!) Dies führt in weiterer Folge auch zu einer individuellen Einklagbarkeit des Grenzwertes und damit zu einem Rechtsanspruch der Bürgerinnen und Bürger auf entsprechende Lärmschutzmaßnahmen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Schluss war nicht gut!
Zum Schaden vieler betroffener Anrainer blieben bisher alle dahin gehenden Anträge von SPÖ und Grünen im Umweltausschuss in der Minderheit. Statt dessen behelfen sich die Regierungsfraktionen mit sinnlosen Absichtserklärungen. Eine große Chance zum Wohle der Menschen wurde vertan – leider; schade für diese Menschen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Der Schluss war nicht gut!)
Abg. Scheibner: Sie können beide unterstützen!
Abgeordnete Heidemarie Rest-Hinterseer (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Mitglieder des Hohen Hauses! Wir würden uns gerne dem Antrag anschließen, wenn er weiter reichend wäre. Nachdem unser Antrag weiter reichend ist, werden wir unseren verfolgen, das ist wohl klar. (Abg. Scheibner: Sie können beide unterstützen!)
Abg. Scheibner: 20 Jahre!
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte an Sie appellieren, sich einmal vorzustellen, was es bedeutet, an einer stark befahrenen Straße oder an einer Transitroute zu wohnen. Klubobmann Scheibner hat vorhin in einem Gespräch gesagt, dass er schon einmal an solch einem Ort gewohnt hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er wohnt in Wien, da ist auch viel Lärm!) Man kann sich vorstellen, was es auch für das körperliche Befinden bedeutet, direkt an solch einem Ort zu wohnen. (Abg. Scheibner: 20 Jahre!) Sie sind offensichtlich noch
Abg. Scheibner: Danke!
gut davongekommen (Abg. Scheibner: Danke!), aber die chronischen Belastungen und die Krankheiten derer, die jahraus, jahrein dort wohnen müssen und bleiben müssen, sind nicht zu leugnen. Es gibt auch ärztliche Untersuchungen, die das beweisen.
Abg. Scheibner: Wo ist das?
Was werden Sie, Herr Minister, zum Beispiel für die Menschen in meinem Bezirk tun, die an einer Hauptverkehrsroute, nämlich der B 320, Ennstal Bundesstraße, leben? (Abg. Scheibner: Wo ist das?) Im Bezirk Liezen in der Steiermark. (Abg. Scheibner: Ich habe das nicht verstanden!) Ich kann Ihnen eine Landkarte bringen, Herr Klubobmann.
Abg. Scheibner: Ich habe das nicht verstanden!
Was werden Sie, Herr Minister, zum Beispiel für die Menschen in meinem Bezirk tun, die an einer Hauptverkehrsroute, nämlich der B 320, Ennstal Bundesstraße, leben? (Abg. Scheibner: Wo ist das?) Im Bezirk Liezen in der Steiermark. (Abg. Scheibner: Ich habe das nicht verstanden!) Ich kann Ihnen eine Landkarte bringen, Herr Klubobmann.
Abg. Scheibner: Da waren Sie aber enthusiastisch dafür!
Als Querverbindung zu den Korridoren ist sie eine Hauptverkehrsader in unserem Bezirk und der größte Lärmverursacher im Bezirk Liezen. Die drohende Verkehrslawine durch die EU-Erweiterung wird das jetzige Lärmproblem um ein Vielfaches vergrößern. (Abg. Scheibner: Da waren Sie aber enthusiastisch dafür!) – Herr Klubobmann Scheibner, auch Ihre Lärmbelästigung hier wird vielleicht zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn Sie so weitermachen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie meinen, ein Zwischenruf ist eine Lärmbelästigung?!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie meinen, ein Zwischenruf ist eine Lärmbelästigung?!
Als Querverbindung zu den Korridoren ist sie eine Hauptverkehrsader in unserem Bezirk und der größte Lärmverursacher im Bezirk Liezen. Die drohende Verkehrslawine durch die EU-Erweiterung wird das jetzige Lärmproblem um ein Vielfaches vergrößern. (Abg. Scheibner: Da waren Sie aber enthusiastisch dafür!) – Herr Klubobmann Scheibner, auch Ihre Lärmbelästigung hier wird vielleicht zu gesundheitlichen Schäden führen, wenn Sie so weitermachen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie meinen, ein Zwischenruf ist eine Lärmbelästigung?!)
Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon in der Früh gesehen!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Zuhörer auf der Besuchergalerie werden sich die Frage stellen, welches Schauspiel hier heute aufgeführt wird (Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon in der Früh gesehen!), denn bis dato ist die Dringlichkeit dieser Anfrage nicht klar geworden. Es hat zwar einen munteren Wettbewerb von Empörungsschauspielern gegeben, den bisher Kollege Amon gewonnen hat, aber an Substanz ist nichts eingebracht worden.
Abg. Scheibner: Sie ziehen es ins Lächerliche! Worin ist da der Unterschied, wenn Sie es ins Lächerliche ziehen?
Nein, kein Mensch in der Sozialdemokratie hat das verteidigt (Abg. Scheibner: Sie ziehen es ins Lächerliche! Worin ist da der Unterschied, wenn Sie es ins Lächerliche ziehen?), aber soll ich Ihnen etwas sagen: Ihre Empörung beeindruckt niemanden, sondern wird von Minute zu Minute lächerlicher! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist eine Zumutung!
Wenn ich Ihnen heute so zuhöre, dann kann einem schon die Galle hochgehen! Das rechtfertigt gewisse Handlungen nicht, aber tun Sie nicht überrascht! (Abg. Scheibner: Das ist eine Zumutung!)
Abg. Scheibner: Wer war denn damals Wissenschaftsminister? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Eine Studentin stürzt sich auf den Brüstungen der Universität Wien zu Tode, weil ihr das Bauwerk auf den Körper fällt, und stirbt. (Abg. Dr. Brinek: Das war aber eine andere Regierung!) Andere haben Angst, dass ihnen die Decke, der Plafond auf den Kopf fällt! So ist der Zustand der Universitäten! (Abg. Scheibner: Wer war denn damals Wissenschaftsminister? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das heißt also, die Opfer sind selbst schuld?!
Schauen Sie: Wenn man Beteiligte und Angehörige der Universität – das sind auch Studierende – zu Ohnmächtigen degradiert, muss man mit Emotionen rechnen – das würde ich jedenfalls schon! (Abg. Dr. Brinek: Was heißt da „ohnmächtig“?) Weil sie nicht mehr mitreden dürfen, Frau Brinek! (Abg. Scheibner: Das heißt also, die Opfer sind selbst schuld?!)
Abg. Scheibner: Was reden Sie da überhaupt? Das ist ja unglaublich!
Ich verbiete Ihnen nicht das Wort. Ich halte es nur für unglaublich, Herr Kollege Molterer, dass Sie den Begriff der Gewalt in solcher Einförmigkeit, Einseitigkeit und ohne jede Differenzierung hier verwenden als Politiker, der genau weiß, dass Gewalt ein äußerst komplexes Phänomen ist (Abg. Amon: Erklären Sie hier die Gewalt ...!), von der subtilen Gewalt bis zur staatlichen Autorität vieler Fragen im Hinblick auf den Schutz der Bürgerinnen und Bürger (Abg. Scheibner: Was reden Sie da überhaupt? Das ist ja unglaublich!), auch was die Übergriffe durch Gewalt betrifft, die in subtiler Form in diesem Land passieren. Davon reden wir in diesem Haus, darüber diskutieren wir immer wieder. Die Art und Weise von Diskussionsverweigerung, die Sie hier heute inszeniert haben, ist wirklich beschämend, unglaublich und skandalös, meine Damen und Herren!
Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Ich habe mir auf Gemeindeebene von Kollegen der freiheitlichen Fraktion anhören müssen, dass ein Altenheim mit einem Standard, wie wir es in Feldkirch gebaut haben, ein Vier-Sterne-Hotel für alte Menschen sei, das nicht notwendig ist. Genau darum geht es, dass so etwas nicht mehr vorkommt. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?)
Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!
Die Ausweitung der Straftatbestände und auch die Anhebung des Strafmaßes geht insoweit tendenziell in die richtige Richtung, als es darum geht, das krasse Missverhältnis im Strafrahmen zwischen Gewalt und Sexualdelikten einerseits und Vermögensdelikten andererseits abzubauen. Nur möchte ich einmal mehr davor warnen, das Thema selbst zu missbrauchen, indem sinnvolle und längst fällige Neuregelungen mit überholten, verzopften Moralvorstellungen verbrämt werden. (Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!) Die ohnehin schon überforderte Exekutive wird künftig wohl mehr mit dem Aufspüren von Liebespärchen und übermütigen Teenagern beschäftigt sein (Abg. Steibl: Das ist aber wirklich an den Haaren herbeigezogen! Das passt ja gar nicht zu Ihnen! Sie sind so eine vernünftige Frau und erzählen da solche Schauermärchen!), statt sich um die Verfolgung von tatsächlich verabscheuungswürdigen Verbrechen, wie den sexuellen Missbrauch von Kindern, kümmern zu können, Frau Kollegin. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ja wer tut denn das?! Jetzt hören Sie einmal auf!
Bitte, meine sehr geehrten Damen und Herren, missbrauchen Sie dieses wichtige Thema nicht dazu, die moralische Mottenkiste wieder zu öffnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ja wer tut denn das?! Jetzt hören Sie einmal auf!)
Abg. Scheibner: Der ist aber nicht von uns!
Ich sage Ihnen, was neu ist: Neu sind die Zahlungsströme, neu sind die Spenden- und Kontenbewegungen, und das ist nicht nichts. Ich greife nur einen kleinen Aspekt heraus. (Abg. Murauer: Das interessiert nicht einmal mehr die Grünen!) – Herr Kollege Murauer! (Abg. Murauer: Ja sicher!) MAGNA spendet auch. Gestern noch hat der Herr Kabinettschef heftig dementiert. Rudas hat angekündigt (Abg. Scheibner: Der ist aber nicht von uns!), er werde sofort zum Kadi laufen.
Abg. Scheibner: Das bringen wir jederzeit zusammen!
Sie werden es nicht so leicht haben, uns beziehungsweise mir irgendeinen Vorwurf dahin gehend machen zu können, dass wir unsere Aussagen nicht auf Dokumenten aufbauen könnten. (Abg. Scheibner: Das bringen wir jederzeit zusammen!) Und jetzt kommen wir zu diesen neuen Fakten zurück. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur auf Verdacht!) Kommen wir zur Magna-Spende zurück.
Abg. Scheibner: Es ist schon schwer um diese Zeit!
lich die Industriellenvereinigung sozusagen als Zwischenstation, als Parteispendenwaschanlage dient, dass dort zweckgewidmete Gelder gepackt werden (Abg. Scheibner: Es ist schon schwer um diese Zeit!), die dann in gleicher Höhe weiter überwiesen werden.
Abg. Scheibner: Sie wissen das aber sehr genau!
Das Blöde ist jetzt nur, dass das eine parteigesetzliche Frage und keine steuerrechtliche Frage ist. (Abg. Scheibner: Sie wissen das aber sehr genau!) Magna – deren Leute offensichtlich mit dieser Praxis sehr vertraut sind, daher dürften Sie öfter auf diese Art und Weise zu Spenden kommen – hat sich gedacht, wieso soll das bei der New Economy anders sein? (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Scheibner: Jetzt haben wir Sie ertappt mit der „ZiB 3“!
wird!), wie der Herr Finanzminister auf Kosten der Steuerzahler mit dem Rechnungshof umspringt, der ein Hausorgan, wie Sie immer sagen, eine Institution des Parlaments ist. Der Herr Finanzminister ist dabei ertappt worden, dass er Beraterverträge vergeben hat, die nicht passen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir Sie ertappt mit der „ZiB 3“!) – Nein, nein!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können uns den nächsten Programmpunkt sagen!
Das war kein alter Hut, weil das haben Sie nicht wissen können, dass der Herr Finanzminister auf Steuergeldkosten ein Gutachten in Auftrag gibt, um den Rechnungshof zu widerlegen. Er ist zwar eh wieder schiffbrüchig geworden, aber das war Steuergeld, und daher hätte uns das zu interessieren. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können uns den nächsten Programmpunkt sagen!)
Abg. Scheibner: Das kommt morgen im „Morgenjournal“!
Wenn Magna dem Finanzminister zigtausende Euro zukommen lässt und wenn Magna einer der Hauptnutznießer der Gegengeschäfte sein soll, wie Sie immer behaupten, dann ist es doch interessant, zu wissen, dass genau das Finanzministerium und sonst niemand erfolgreich und ständig dafür interveniert hat, dass ganz bestimmte Bewertungs- und Zahlungsvarianten im Abfangjägerdeal zur Anwendung kommen sollen. Sie wissen das ganz genau, Herr Scheibner! Die militärische Kommission wollte etwas anders, die ersten Ergebnisse waren anders, und der Rechnungshof wird das in seinem Bericht veröffentlichen. (Abg. Neudeck: Das wissen Sie auch schon!) – Das hat der Herr Verteidigungsminister selbst herausgegeben. (Abg. Scheibner: Das kommt morgen im „Morgenjournal“!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!
Die Intervention des Finanzministeriums ist am Schluss der Etappe ausschlaggebend für die Typenwahl gewesen. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!) Und jetzt reimen Sie sich das zusammen. Wären Sie alle so vernünftig, wie es einzelne Kollegen schon ankündigen, dann würden wir endlich in einem Untersuchungsausschuss zum Arbeiten kommen (Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!) und müssten nicht um 22 Uhr darüber debattieren, was schon längst hätte stattfinden sollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!
Die Intervention des Finanzministeriums ist am Schluss der Etappe ausschlaggebend für die Typenwahl gewesen. (Abg. Scheibner: Sagen Sie auch dazu, dass der Rechnungshof gesagt hat, nur diese Entscheidung ist richtig!) Und jetzt reimen Sie sich das zusammen. Wären Sie alle so vernünftig, wie es einzelne Kollegen schon ankündigen, dann würden wir endlich in einem Untersuchungsausschuss zum Arbeiten kommen (Abg. Scheibner: Dann müssten Sie endlich wieder etwas arbeiten!) und müssten nicht um 22 Uhr darüber debattieren, was schon längst hätte stattfinden sollen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was haben wir alles gesagt?
Was haben die Damen und Herren von der FPÖ schon vor drei Monaten gesagt? (Abg. Scheibner: Was haben wir alles gesagt?) Und damals war die Suppe noch wesentlich dünner, meine Damen und Herren! Sie war damals auch schon vom Grasser selbst dick eingebrockt. (Abg. Neudeck: Da haben Sie sich etwas eingebrockt!) – Zum
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Haben Sie selbst auch noch etwas?
Auch Karl Schnell sagt, er hat das Gefühl, dass man von den Unregelmäßigkeiten des Herrn Grasser ablenken will. Wenn man Grasser weiterhin die Mauer macht, dann findet das nicht mehr seine Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Haben Sie selbst auch noch etwas?) – Ich habe noch etwas, Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Er war Ministrant!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Zweitklubobmann Cap, wenn Sie „Halleluja“ singen, weiß ich nicht, was das soll. Wahrscheinlich ist es der Dank für die Abschreibung des Kirchenbeitrages. (Abg. Scheibner: Er war Ministrant!) – Sie waren Ministrant, Herr Cap; na ja, nie in
Sitzung Nr. 48
Abg. Scheibner: Das ist richtig, das haben Sie ...! – Abg. Ellmauer: Pensionistenbrief Vranitzkys!
Dabei gibt es vor Wahlen immer alle möglichen Zusicherungen. (Abg. Scheibner: Das ist richtig, das haben Sie ...! – Abg. Ellmauer: Pensionistenbrief Vranitzkys!) So zum Beispiel erinnere ich nur an das „Bündnis für Österreichs Senioren“, das immerhin Bundeskanzler Schüssel, der heutige Parlamentspräsident Khol und der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes Knafl vor der Wahl unterzeichnet haben. Darin heißt es – ich zitiere –:
Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht die Sondersitzung dazu!
Aber zumindest für einen Teil der österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten hat die heutige Sondersitzung schon etwas gebracht, denn in aller Eile hat sich die Regierung durchgerungen, zumindest eine kleine Abfindungsaktion durchzuführen. (Abg. Scheibner: Da brauchen wir nicht die Sondersitzung dazu!) – Sie sagen, nicht wegen der Sondersitzung. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: ... Vranitzky, Klima! – Abg. Scheibner: Da gehört etwas dazu, dass Sie von Politikerpensionen reden! Privilegienritter-Partei! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abgeordnete der ÖVP zeigen auf den auf der Galerie sitzenden Präsidenten des Pensionistenverbandes Karl Blecha.
Wenn man das hört, glaubt man auch das, was besagter Tiroler Kollege, gleichfalls im „Standard“-Interview, gesagt hat: „Ja lieber Gott, der geht ja davon aus, dass alle die gleiche Pension haben, wie er einmal kriegen wird!“ – Ja, so ist es! Selbst einmal Politiker-Altpensionen beziehen, Länge mal Breite kassieren, aber bei den Kleinstpensionisten knausrig sein! Dafür sollten Sie sich schämen, meine sehr verehrten Damen und Herren von ÖVP und FPÖ! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Großruck: ... Vranitzky, Klima! – Abg. Scheibner: Da gehört etwas dazu, dass Sie von Politikerpensionen reden! Privilegienritter-Partei! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abgeordnete der ÖVP zeigen auf den auf der Galerie sitzenden Präsidenten des Pensionistenverbandes Karl Blecha.)
Abg. Scheibner: Wie hoch ist die Pension von Ihrem Pensionistenvertreter da oben?
Das Einzige, was gerecht ist, ist ein Wertausgleich für alle Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich, zumindest bis zur Höhe der ASVG-Höchstpension! (Abg. Scheibner: Wie hoch ist die Pension von Ihrem Pensionistenvertreter da oben?) Und genau das werden wir uns anschauen, ob Sie heute bei dieser Forderung mitgehen! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das ist „sehr“ sozial!
selber finanzieren. (Abg. Scheibner: Das ist „sehr“ sozial!) Und zu all dem kommt noch eine allgemeine Praxisgebühr von 10 € pro Quartal.
Abg. Scheibner: Sagen Sie, dass in Wien die Tarife bei den Verkehrsbetrieben, die Gebühren für Strom, Gas und Wasser erhöht wurden! Sie kassieren in Wien!
Herr Klubobmann Scheibner, ich kann Ihnen sagen: Den Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich ist es noch nie so schlecht gegangen wie in den letzten drei Jahren! Es gab 1,8 Milliarden € an Mehrbelastungen für die Pensionisten. (Abg. Scheibner: Sagen Sie, dass in Wien die Tarife bei den Verkehrsbetrieben, die Gebühren für Strom, Gas und Wasser erhöht wurden! Sie kassieren in Wien!)
Abg. Scheibner: Na geh, wohin geht dann die Milliarde? Das ist doch nicht wahr!
Herr Klubobmann Scheibner! Wir haben die Steuerreform abgelehnt, und zwar deshalb, weil die meisten Menschen davon nichts haben werden. (Abg. Scheibner: Na geh, wohin geht dann die Milliarde? Das ist doch nicht wahr!) Die meisten Menschen – Klein- und Mittelbetriebe und Arbeitnehmer – gehen leer aus. Wer nicht leer ausgeht, das sind Leute auf der Regierungsbank. Kollege Bartenstein und auch Nationalratspräsident Prinzhorn können sich Jahr für Jahr über 3,6 Millionen € insgesamt freuen. Deshalb haben wir zu Recht diese Steuerreform abgelehnt, Herr Klubobmann Scheibner! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Über eine Milliarde € wollen Sie nicht den Steuerzahlern geben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Über eine Milliarde € wollen Sie nicht den Steuerzahlern geben!
Herr Klubobmann Scheibner! Wir haben die Steuerreform abgelehnt, und zwar deshalb, weil die meisten Menschen davon nichts haben werden. (Abg. Scheibner: Na geh, wohin geht dann die Milliarde? Das ist doch nicht wahr!) Die meisten Menschen – Klein- und Mittelbetriebe und Arbeitnehmer – gehen leer aus. Wer nicht leer ausgeht, das sind Leute auf der Regierungsbank. Kollege Bartenstein und auch Nationalratspräsident Prinzhorn können sich Jahr für Jahr über 3,6 Millionen € insgesamt freuen. Deshalb haben wir zu Recht diese Steuerreform abgelehnt, Herr Klubobmann Scheibner! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Über eine Milliarde € wollen Sie nicht den Steuerzahlern geben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lauter Unsinn, was Sie da sagen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Haarsträubend!
Wissen Sie, das Verwerfliche ist Folgendes: Auf der einen Seite Pensionskürzungen, auf der anderen Seite großzügig bei sich selbst. Das ist bei den großen Summen so, aber das ist auch bei Ihrem alltäglichen Regierungsleben der Fall: Ein Dienstauto für den Herrn Bundeskanzler darf 68 904 € kosten. Die Schön-Fotos für die Frau Außenministerin dürfen 426 000 € kosten. Selbst ein Weihnachtsbäumchen für den Herrn Vizekanzler darf 1 666 € kosten. – Da spielt Geld keine Rolle, aber für die Pensionisten in Österreich haben Sie nichts übrig! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Lauter Unsinn, was Sie da sagen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Haarsträubend!)
Abg. Scheibner: Ich erinnere Sie an die Auslagen für das Golfspielen! Können Sie sich noch daran erinnern!
Aber die ungeheuerlichste Entgleisung hat sich der Sozialsprecher der ÖVP geleistet, und ich fordere ihn auf, sich dafür zu entschuldigen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eine ungeheuerliche Entgleisung ist schon Ihre Rede!) Er hat gesagt, es gebe nur eine Alternative zu den Krankenversicherungsbeitragserhöhungen, die die Frau Ministerin verteidigt hat (Abg. Scheibner: Ich erinnere Sie an die Auslagen für das Golfspielen! Können Sie sich noch daran erinnern!), und zwar wäre die einzige Alternative für den älteren Menschen – ich zitiere jetzt – „die Entsorgung Älterer faktisch auf Euthanasiewegen“.
Abg. Scheibner: Bei der Pensionsreform nicht!
Ich muss Ihnen wirklich sagen: die blanke Inkompetenz! Das ist die eine Erklärung. Und was bedauerlich ist: Sowohl bei der Pensionsreform als auch bei der Steuerreform war gerade Ihr Landeshauptmann, Jörg Haider, eigentlich Chefverhandler für die FPÖ. (Abg. Scheibner: Bei der Pensionsreform nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt hören’S aber langsam auf, Frau Kollegin!
Ich halte ihn für relativ intelligent. Ich glaube auch, dass er rechnen kann, und ich glaube auch, dass er das alles absolut durchschaut hat. Ich glaube aber auch, dass er bei der jetzigen Aktion – ältere Menschen ins Landhaus zu zitieren – diese Menschen und ihre Notsituation einfach missbraucht, schlicht und einfach missbraucht für einen Wahlkampf-Gag. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt hören’S aber langsam auf, Frau Kollegin!)
Abg. Scheibner: Sie waren doch immer für die Erhöhung der Energiesteuer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: So werden Sie im Kärntner Wahlkampf nicht reüssieren! So nicht!
Es gibt meines Erachtens noch eine zweite Variante für die Erklärung Ihres Verhaltens, und die ist politisch ein bisschen brisanter. Wenn man sich die Sozialpolitik von Schwarz-Blau während der letzten vier Jahre vor Augen führt, sieht man, diese Politik verfolgt eine bestimmte Linie, sie hat eine bestimmte Kontur. Seit 2000 kann man das sehr gut nachvollziehen. Sie haben sehr viele Massensteuern erhöht, Sie haben die Energiesteuern erhöht, Sie haben Gebühren erhöht (Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen), und die wirken – das ist eine ganz einfache Rechnung – überproportional stark bei denjenigen, die geringe Einkommen haben. Ganz logisch! Es wurden die Massensteuern erhöht, und das zieht sich durch seit 2000. (Abg. Scheibner: Sie waren doch immer für die Erhöhung der Energiesteuer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: So werden Sie im Kärntner Wahlkampf nicht reüssieren! So nicht!)
Abg. Scheibner: Das ist ja wenigstens etwas!
Ich kann es nicht glauben, dass es alle Abgeordneten der FPÖ, dass es alle Minister und Staatssekretäre der FPÖ und dass es sogar der Kärntner Landeshauptmann die letzten vier Jahre nicht durchschaut haben, auf wessen Kosten Ihre Budgetpolitik, Ihre Steuer- und Abgabenpolitik, Ihre Steuerreformpolitik geht. Das können Sie mir nicht erklären. Ich halte Sie nicht für dumm (Abg. Scheibner: Das ist ja wenigstens etwas!), ich halte allerdings Ihre Politik für falsch, und Ihre Politik hat Methode, nämlich umverteilen von unten nach oben. Das ist eindeutig belegt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Das rote Lämpchen auf dem Rednerpult leuchtet.)
Abg. Scheibner: Es ist aus! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Erlauben Sie mir noch zwei Sätze zur Kärntner Situation (Abg. Scheibner: Es ist aus! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), weil diese Aktion wirklich menschenunwürdig ist.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was reden Sie denn schon wieder für einen Unsinn daher?! Das ist ja nicht normal!
Was heißt denn das? – Die zwei Landeshauptleute stellen sich her und spielen die großzügigen Männer – und zahlen müssen es die Arbeitnehmer und die Arbeitgeber. So schaut es aus, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was reden Sie denn schon wieder für einen Unsinn daher?! Das ist ja nicht normal!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nein, aber für den Wahlkampf werden sie ständig missbraucht von Ihnen! Hören Sie auf da, das ist ja ungeheuerlich, wie Sie sich da aufspielen!
Da hier von einem „Spielball“ gesprochen worden ist: Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Die Pensionistinnen und Pensionisten sind für uns keine Spielbälle. Sie sind Menschen, die das Recht haben, eine ordentliche Pension zu bekommen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nein, aber für den Wahlkampf werden sie ständig missbraucht von Ihnen! Hören Sie auf da, das ist ja ungeheuerlich, wie Sie sich da aufspielen!)
Abg. Scheibner: Redet man bei Ihnen in der Sektion so, oder was?! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein Umgangston! – Abg. Mag. Mainoni: Wo kommen denn Sie her?!
Abgeordnete Renate Csörgits (fortsetzend): Ich nehme dieses Wort zurück. (Abg. Scheibner: Redet man bei Ihnen in der Sektion so, oder was?! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ein Umgangston! – Abg. Mag. Mainoni: Wo kommen denn Sie her?!)
Abg. Scheibner: Warum bekommt sie so wenig? Das ist ja Ihr Pensionssystem!
Diese Frau ist sehr betroffen und sagt, wenn es noch weniger wäre, müsste sie betteln gehen oder sie müsste jeden Tag Sterz und Kartoffeln essen. Und diese Frau hat jahrelang gearbeitet! (Abg. Scheibner: Warum bekommt sie so wenig? Das ist ja Ihr Pensionssystem!)
Abg. Scheibner: Das ist wirklich ungeheuerlich!
Sie war 16 Jahre lang in der Landwirtschaft tätig, sie war 19 Jahre lang Raumpflegerin und hat noch dazu fünf Kinder geboren und großgezogen! Und wenn jetzt ihr Mann um 5 € Blumenerde kauft, muss sie mit ihm schimpfen, weil sie Angst hat, dass sie den Rest des Monats nicht mehr genügend Geld für Nahrung hat. So schaut es aus! (Abg. Scheibner: Das ist wirklich ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Das ist das erste Mal, dass die Grünen solche Privilegien verteidigen!
Es ist nämlich so – und Sie geben ja das selber in Ihrem husch-pfusch eine Minute vor zwölf durch die APA-gejagten Antrag zu –: Es sind über 500 000 Pensionistinnen und Pensionisten, die jetzt weniger Geld in der Hand haben. Und, was Sie völlig vergessen, es sind de facto alle Pensionistinnen und Pensionisten, die derzeit weniger haben, weil einer Pensionssteigerung von einem Prozent in den letzten drei Jahren eine Steigerung der Kosten des täglichen Lebens um 10 Prozent gegenübersteht. Das müssen Sie einmal sehen, und an diesen Tatsachen müssen Sie Ihre Politik festmachen. Wenn Ihnen das völlig gleichgültig ist, wenn Sie nur ständig irgendwen zitieren und sagen, wie viel Pension der kriegt, muss ich Sie erinnern: Das ist doch nicht das Thema, bitte! (Abg. Scheibner: Das ist das erste Mal, dass die Grünen solche Privilegien verteidigen!) Das Thema ist, dass es Hunderttausende Menschen gibt, die jetzt weniger zur Verfügung haben zum Leben, als sie vorher gehabt haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So lange ist das schon wieder her!
Erst im Dezember des vergangenen Jahres habe ich hier in meinem Debattenbeitrag auf die verheerenden Auswirkungen hingewiesen und davor gewarnt. (Abg. Scheibner: So lange ist das schon wieder her!) Welche Zwischenrufe habe ich damals von Ihnen bekommen!? – Inzwischen haben wir unsere Aussagen sehr wohl bestätigt bekommen. Wir sind also richtig gelegen – allerdings leider zum Nachteil der Pensionistinnen und Pensionisten.
Abg. Scheibner: Lesen Sie nur weiter, wir sind ja heute schon etwas gewöhnt!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Wenn man sich anschaut, was sich in den letzten vier Jahren durch diese Regierungspolitik gezogen hat, muss man sagen: Es war der schwarz-blaue Faden des so genannten speed kills (Abg. Scheibner: Lesen Sie nur weiter, wir sind ja heute schon etwas gewöhnt!), wo man drüberfährt, sei das jetzt über die Studentinnen und Studenten, die Unfallopfer, die Bereiche der Kultur oder die Pensionistinnen und Pensionisten, wie das jetzt der Fall ist.
Abg. Scheibner: Das ist euer Bürgermeister in Friesach!
Der Landeshauptmann – Ihr Landeshauptmann! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Unser“ Landeshauptmann?! – Sie sind ja auch Kärntnerin!) – hüllt sich unheimlich gern in fürstliche Gewänder oder verkleidet sich als Robin Hood (Abg. Scheibner: Das ist euer Bürgermeister in Friesach!), um dann mit großer Geste das Geld zu vergeben. Er vergibt das Geld eigenhändig an die Pensionisten und Pensionistinnen, die sich in der Früh in der Kälte anstellen müssen, zuerst gar nicht hineingelassen werden – und dann dürfen sie das Geld empfangen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Waren Sie unten?) Und das ist unerträglich, das ist menschenverachtend, wie dort mit den Pensionisten und Pensionistinnen umgegangen wird. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nicht einmal einer klatscht!)
Abg. Scheibner: Die wollt ihr erhöhen!
Wenn man sich die Abfolge anschaut, muss man sagen: Es hat immer wieder vor den Wahlen große Versprechungen gegeben, und nach den Wahlen ist dann die Kürzung gekommen. Zuerst hier und dort ein kleines Geschenk, dann ein ungedeckter Scheck, dann ein nicht eingehaltenes Versprechen und noch ein nicht eingehaltenes Versprechen und so weiter. Ich denke dabei an die Mieten, von denen der Landeshauptmann gesagt hat, dass sie billiger werden (Abg. Scheibner: Die wollt ihr erhöhen!), ich denke dabei an die Strompreise, an all die Versprechungen rund um den Kinderscheck. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Versprochen – gehalten!)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie der Verteidiger ...?
Jetzt ist Kollege Großruck wieder da – er hat mich vorhin gefragt, was es mit dieser Krawatte auf sich hätte. Das hat nichts mit dem alten Finanzminister zu tun, der auch immer anlassbezogen eine Krawatte hatte; von Ihnen liebevoll mit „Schulden-Rudi“ tituliert, wobei ich extra anmerken möchte: Mit dieser Abgabenquote hätte Herr Finanzminister Edlinger mehr an Nulldefizit zusammengebracht als jetzt alle anderen! Aber das ist ein anderer Kaffee. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie der Verteidiger ...?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, nein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Auf dieser Krawatte sind verschiedene Euroscheine abgebildet. Wenn Sie alle Euroscheine auf diesem Stoffstück zusammennehmen würden, die in der Verantwortung eines so genannten Finanzministers liegen, eines Kärntners, der sich als Finanzminister verkleidet und hier im Parlament auftaucht, vor dem Theater Parlament, wenn Sie das alles zusammenflicken, dann können Sie das Parlament damit einkleiden. Ein Verpackungskünstler, das ist der Finanzminister Karl-Heinz Grasser, und Sie sind ihm auf den Leim gegangen! Bleiben Sie dabei, aber werden Sie irgendwann munter! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, nein! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Welche?
75 000 € sind dann im Juni 2003 noch überwiesen worden, aber nach elf Tagen wurde dieses Geld sofort wieder zurückgenommen. Das war genau zu derselben Zeit, als die Sozialdemokratische Partei eine Dringliche Anfrage an den Finanzminister gestellt hat. (Abg. Scheibner: Welche?) – Das erste Mal die Homepage betreffend, Herr Scheibner. Und plötzlich waren diese 75 000 € wieder weg. Man brauchte sie nicht mehr. (Abg. Neudeck: Das ist wie bei den voestalpine-Aktien! Die sind auch gefallen, als ihr eine Dringliche Anfrage eingebracht habt!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Neudeck: Welche Zitate? – Abg. Scheibner: Welche Zitate denn?
Bei der FPÖ ist das ganz anders, da ist es ziemlich egal: Je nach Haider-Laune sagen Sie einmal dieses, einmal jenes. Sie haben ja alle noch von unserer letzten Diskussion Ihre einschlägigen Zitate im Ohr. Meine Damen und Herren von der FPÖ! Sie sollten heute wirklich diesem Untersuchungsausschuss-Antrag zustimmen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Neudeck: Welche Zitate? – Abg. Scheibner: Welche Zitate denn?)
Abg. Scheibner: Sie sagen, wir kennen die Zitate, aber wir kennen sie nicht! Können Sie einmal flexibel auf Zwischenrufe reagieren?
Herr Klubobmann Scheibner, nehmen Sie den Antrag der SPÖ zur Hand: ein halbes Dutzend Punkte, alles Gegenstände, die aufgeklärt werden müssen. (Abg. Scheibner: Sie sagen, wir kennen die Zitate, aber wir kennen sie nicht! Können Sie einmal flexibel auf Zwischenrufe reagieren?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wenn Sie nicht sagen, welche Zitate das sind!
Weitere Punkte sind die Honorare als Vortragender oder die Finanzierung der Regierungswerbung. Morgen in der Früh werden sich die Pensionisten schön bedanken, wenn sie die kostspieligen Inserate in der „Kronen Zeitung“ und im „Kurier“ sehen. Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wenn Sie nicht sagen, welche Zitate das sind!)
Abg. Scheibner: Wir beide wollen die Taferl sehen!
Kollege Neudeck, heute reden wir aber noch ein bisschen von den Privatisierungen des Finanzministers. (Abg. Neudeck: Zeigen Sie uns die Taferl!) Stichwort ÖIAG, Voest und „Minerva“. (Abg. Scheibner: Wir beide wollen die Taferl sehen!) – Kollege Scheibner! Sie haben beschlossen, dass der gesamte Prüfkomplex Grasser bis ins letzte Detail offen gelegt worden ist und somit auch keine Fragen unbeantwortet geblieben sind. Das ist schon ein einigermaßen starkes Stück. (Abg. Scheibner: Kollege, Sie haben ein Taferl vergessen!)
Abg. Scheibner: Kollege, Sie haben ein Taferl vergessen!
Kollege Neudeck, heute reden wir aber noch ein bisschen von den Privatisierungen des Finanzministers. (Abg. Neudeck: Zeigen Sie uns die Taferl!) Stichwort ÖIAG, Voest und „Minerva“. (Abg. Scheibner: Wir beide wollen die Taferl sehen!) – Kollege Scheibner! Sie haben beschlossen, dass der gesamte Prüfkomplex Grasser bis ins letzte Detail offen gelegt worden ist und somit auch keine Fragen unbeantwortet geblieben sind. Das ist schon ein einigermaßen starkes Stück. (Abg. Scheibner: Kollege, Sie haben ein Taferl vergessen!)
Abg. Scheibner: Das ist aber eine unglaubliche Unterstellung! – Abg. Mag. Molterer: Unglaublich! – Abg. Scheibner: So geht es nicht!
Meine Damen und Herren! Vielleicht erklärt dieser Umstand langsam, warum Präsident Khol in den letzten Wochen und Monaten nicht gerade als Helfershelfer von parlamentarischer Kontrolle aufgetreten ist. (Abg. Scheibner: Das ist aber eine unglaubliche Unterstellung! – Abg. Mag. Molterer: Unglaublich! – Abg. Scheibner: So geht es nicht!)
Abg. Scheibner: So geht es nicht! So geht es nicht, dass Sie ...! – Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Sie, Herr Klubobmann Molterer, und Sie, Herr Klubobmann Scheibner, haben beschlossen, es gibt keine Rechnung „Minerva“. (Abg. Scheibner: So geht es nicht! So geht es nicht, dass Sie ...! – Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – So etwas gibt es nicht? Aber was ist denn das dann? Ist das eine Rechnung „Minerva“, Herr Klubobmann Scheibner? (Abg. Scheibner: Das ist eine unglaubliche Unterstellung! – Abg. Mag. Molterer: Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner: Das ist eine unglaubliche Unterstellung! – Abg. Mag. Molterer: Das ist unglaublich!
Sie, Herr Klubobmann Molterer, und Sie, Herr Klubobmann Scheibner, haben beschlossen, es gibt keine Rechnung „Minerva“. (Abg. Scheibner: So geht es nicht! So geht es nicht, dass Sie ...! – Anhaltende lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – So etwas gibt es nicht? Aber was ist denn das dann? Ist das eine Rechnung „Minerva“, Herr Klubobmann Scheibner? (Abg. Scheibner: Das ist eine unglaubliche Unterstellung! – Abg. Mag. Molterer: Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Mag. Molterer: ... dass Sie die Objektivität des Präsidenten in Frage stellen!
Meine Damen und Herren! Diese Frage gehört aufgeklärt. (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Mag. Molterer: ... dass Sie die Objektivität des Präsidenten in Frage stellen!) Ich fordere Sie auf: Stimmen Sie dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu (Abg. Scheibner: Das ist skandalös!), denn ansonsten (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück!) – und ich zitiere noch einmal einen hohen Funktionär aus der Volkspartei –: „Die ÖVP beschmutzt sich eindeutig selbst, wenn sie nicht endlich Ordnung schafft. Das stinkt doch alles zum Himmel, ...“. – So weit ein wesentlicher Funktionär der Volkspartei. (Abg. Dr. Fasslabend: Du stinkst zum Himmel!)
Abg. Scheibner: Das ist skandalös!
Meine Damen und Herren! Diese Frage gehört aufgeklärt. (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Mag. Molterer: ... dass Sie die Objektivität des Präsidenten in Frage stellen!) Ich fordere Sie auf: Stimmen Sie dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu (Abg. Scheibner: Das ist skandalös!), denn ansonsten (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück!) – und ich zitiere noch einmal einen hohen Funktionär aus der Volkspartei –: „Die ÖVP beschmutzt sich eindeutig selbst, wenn sie nicht endlich Ordnung schafft. Das stinkt doch alles zum Himmel, ...“. – So weit ein wesentlicher Funktionär der Volkspartei. (Abg. Dr. Fasslabend: Du stinkst zum Himmel!)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück!
Meine Damen und Herren! Diese Frage gehört aufgeklärt. (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! – Abg. Mag. Molterer: ... dass Sie die Objektivität des Präsidenten in Frage stellen!) Ich fordere Sie auf: Stimmen Sie dem Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zu (Abg. Scheibner: Das ist skandalös!), denn ansonsten (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück!) – und ich zitiere noch einmal einen hohen Funktionär aus der Volkspartei –: „Die ÖVP beschmutzt sich eindeutig selbst, wenn sie nicht endlich Ordnung schafft. Das stinkt doch alles zum Himmel, ...“. – So weit ein wesentlicher Funktionär der Volkspartei. (Abg. Dr. Fasslabend: Du stinkst zum Himmel!)
Abg. Scheibner: Das hat er ja auch gesagt!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, eine Sekunde Pause, meine Damen und Herren! Wie Sie leicht verstehen werden, kann ich den Text von Taferln nicht sehen. (Abg. Scheibner: Das hat er ja auch gesagt!) Ich bitte Herrn Abgeordneten Kräuter, mir dieses Taferl zu zeigen. (Abg. Scheibner: Unterste Schublade! – Abg. Dr. Kräuter begibt sich mit einer Tafel zum Präsidium. – Abg. Mag. Molterer: Unvorstellbar! – Abg. Scheibner: Skandalös!) Herr Abgeordneter Molterer, wären Sie so lieb, einen Sprung zu mir kommen? (Präsident Dr. Fischer spricht mit den Abgeordneten Dr. Kräuter und Mag. Molterer. – Abg. Prinz: Es ist nicht das, was droben steht, sondern das, was er gesagt hat! – Rufe bei der ÖVP: Unerhört! Unerhört!)
Abg. Scheibner: Unterste Schublade! – Abg. Dr. Kräuter begibt sich mit einer Tafel zum Präsidium. – Abg. Mag. Molterer: Unvorstellbar! – Abg. Scheibner: Skandalös!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Bitte, eine Sekunde Pause, meine Damen und Herren! Wie Sie leicht verstehen werden, kann ich den Text von Taferln nicht sehen. (Abg. Scheibner: Das hat er ja auch gesagt!) Ich bitte Herrn Abgeordneten Kräuter, mir dieses Taferl zu zeigen. (Abg. Scheibner: Unterste Schublade! – Abg. Dr. Kräuter begibt sich mit einer Tafel zum Präsidium. – Abg. Mag. Molterer: Unvorstellbar! – Abg. Scheibner: Skandalös!) Herr Abgeordneter Molterer, wären Sie so lieb, einen Sprung zu mir kommen? (Präsident Dr. Fischer spricht mit den Abgeordneten Dr. Kräuter und Mag. Molterer. – Abg. Prinz: Es ist nicht das, was droben steht, sondern das, was er gesagt hat! – Rufe bei der ÖVP: Unerhört! Unerhört!)
Abg. Scheibner: Was macht ihr mit den AK-Geldern und Gewerkschaftsgeldern?
Aber zurückkommend zu dem, was die Einsetzung des Untersuchungsausschusses erforderlich macht: Von dem Geld der Industriellenvereinigung ... Das ist übrigens jene Gruppe, bei der 900 Betriebe genau jenen Betrag im Rahmen der Steuerreform „einsacken“, den Sie von der FPÖ mit Ihren Stimmen den Pensionisten voriges Jahr weggenommen haben. Das ist nämlich die Realität einer Politik, bei der nicht Sparsamkeit der Grund ist, sondern eine Politik des „Wegnehmens“, des „Sozial-Kürzens“, des „Aus-der-Tasche-Nehmens“! Ja, die da drüben! (Der Redner deutet auf die Abgeordneten der ÖVP.) Das ist so, nur ihr von der FPÖ habt mitgemacht! – Also: „Wegnehmen“, „aus der Tasche nehmen“ und dann ganz wenigen in die Tasche stecken! Und es sind dieselben, die Ihren FPÖ-Finanzminister Grasser unter der Hand das Geld zugeschoben haben. (Abg. Scheibner: Was macht ihr mit den AK-Geldern und Gewerkschaftsgeldern?)
Abg. Mag. Molterer: Wer entschuldigt sich bei Präsident Khol? – Abg. Scheibner: Sie haben noch eine Minute Zeit für eine Entschuldigung!
Zweitens: Weisungsungebunden ist da gar niemand. Der Staatsanwalt steht unter der Weisung des Herrn Dr. Böhmdorfer und die Finanzbehörden unter der Weisungspyramide des Mag. Grasser. Da gibt es derzeit niemanden, der unabhängig untersucht! (Abg. Mag. Molterer: Wer entschuldigt sich bei Präsident Khol? – Abg. Scheibner: Sie haben noch eine Minute Zeit für eine Entschuldigung!)
Sitzung Nr. 50
Abg. Scheibner: ..., die Sie geschaffen haben!
Das zweite „Märchen“ betrifft das Bild von der heilen Familie, das vor allem die Vorrednerinnen der Freiheitlichen Partei hier gezeichnet haben. Kollegin Rossmann hat sogar von der Zeit gesprochen, als die Familie „noch in Ordnung war“. Sehr geehrte Damen und Herren, das ist das Problem: Was Sie als Unordnung empfinden, das ist die Lebensrealität von immer mehr Menschen in diesem Land! Das ist die Lebensrealität (Abg. Scheibner: ..., die Sie geschaffen haben!) von immer mehr Menschen in diesem Land – die wollen so leben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Familienpolitik!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Familienpolitik!
Das zweite „Märchen“ betrifft das Bild von der heilen Familie, das vor allem die Vorrednerinnen der Freiheitlichen Partei hier gezeichnet haben. Kollegin Rossmann hat sogar von der Zeit gesprochen, als die Familie „noch in Ordnung war“. Sehr geehrte Damen und Herren, das ist das Problem: Was Sie als Unordnung empfinden, das ist die Lebensrealität von immer mehr Menschen in diesem Land! Das ist die Lebensrealität (Abg. Scheibner: ..., die Sie geschaffen haben!) von immer mehr Menschen in diesem Land – die wollen so leben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: 30 Jahre SPÖ-Familienpolitik!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das ist ja nicht der Idealzustand! – Abg. Scheibner: Und Sie finden das normal?
Sie negieren zum Beispiel völlig, dass mittlerweile ein Viertel der Familien – ein Viertel, und das ist wirklich viel! – Ein-Eltern-Familien sind. Ein Viertel! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das ist ja nicht der Idealzustand! – Abg. Scheibner: Und Sie finden das normal?) Sie finden, das ist nicht der Idealzustand; jemand anderer findet vielleicht schon, dass das der Idealzustand ist. Und wie auch immer er oder sie das findet, es ist eine Lebenssituation, in der er oder sie unsere Unterstützung verdient, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Fragen Sie die Kinder, was sie darüber denken!
Es ist natürlich in hohem Maße bezeichnend, dass das Thema AlleinerzieherInnen in Ihrem Regierungsprogramm nicht einmal vorkommt. Das ist kein Thema, denn: Was nicht sein darf, das nicht sein kann – nicht wahr, Herr Scheibner? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Aber so machen wir keine sinnvolle Familienpolitik, die die Menschen unterstützt. (Abg. Scheibner: Fragen Sie die Kinder, was sie darüber denken!)
Abg. Scheibner: Wahlfreiheit!
Wissen Sie, was das beste Mittel gegen Kinderarmut ist? (Abg. Mag. Mainoni: Das Kindererziehungsgeld!) – Unterstützungen vom Staat sind notwendig und wichtig und sollen ausgebaut werden, aber das effizienteste Mittel ist, dass die Frauen arbeiten, ein eigenes Einkommen haben, dass das Familieneinkommen entsprechend hoch ist. Und daher Ihre nächste Seifenblase! (Abg. Scheibner: Wahlfreiheit!) – Wahlfreiheit! Herr Kollege Scheibner, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sage ich Ihnen: Ihre Wahlfreiheit ist in Wahrheit ein Entscheidungszwang. Sie sagen: Entweder du arbeitest – oder du hast eine Familie. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Sie sind ja richtig poetisch heute!
Der größte Prasser, meine Damen und Herren, heißt Grasser (Abg. Scheibner: Sie sind ja richtig poetisch heute!), denn das Finanzministerium war es, das 15 Millionen € seit dem Jahr 2000 für Beratungen ausgegeben hat. – Geholfen hat es nichts, er ist in Turbulenzen. Jeder andere Finanzminister wäre längst gegangen, mit Anstand hätte er es gemacht. Er tut es nicht, aber es wird eine Sache der Zeit sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele familienpolitische Forderungen haben wir bis jetzt noch nicht gehört!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele familienpolitische Forderungen haben wir bis jetzt noch nicht gehört!
Der größte Prasser, meine Damen und Herren, heißt Grasser (Abg. Scheibner: Sie sind ja richtig poetisch heute!), denn das Finanzministerium war es, das 15 Millionen € seit dem Jahr 2000 für Beratungen ausgegeben hat. – Geholfen hat es nichts, er ist in Turbulenzen. Jeder andere Finanzminister wäre längst gegangen, mit Anstand hätte er es gemacht. Er tut es nicht, aber es wird eine Sache der Zeit sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Viele familienpolitische Forderungen haben wir bis jetzt noch nicht gehört!)
Abg. Scheibner: Haben ja keine! – Abg. Mag. Mainoni: Es ist ja nichts gekommen!
Die Pensionssicherungsreform ist ein gravierender Punkt der Generationenpolitik, der Familienpolitik, für uns ein Herzstück – von Ihnen immer wieder abqualifiziert als Pensionsraub. Ihr Beitrag zu dieser Familienpolitik war vielleicht, dass Sie die Familien auf die Straße geholt haben, um zu streiken und zu demonstrieren. Sie hätten einmal kommen und sagen können: Liebe Regierungsparteien, wir hätten folgenden Vorschlag für die Pensionssicherungsreform! – Das haben Sie nicht gemacht! (Abg. Scheibner: Haben ja keine! – Abg. Mag. Mainoni: Es ist ja nichts gekommen!) Im Nachhinein kommen Sie mit irgendwelchen 0,8-Prozent-Regelungen oder sonst irgendetwas daher. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo war die Inflation?
In diesem Zusammenhang sage ich Ihnen noch etwas: Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Pensionen gekürzt werden. (Abg. Mag. Mainoni: ... SPÖ-Regierung!) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, es stimmt: Was glauben Sie, um wie viel die Pensionen in den achtziger Jahren in Österreich im Durchschnitt erhöht wurden? – Um durchschnittlich 4 Prozent pro Jahr! In den neunziger Jahren durchschnittlich um 2,6 Prozent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo war die Inflation?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Zwei Monate sind seit diesem Fristende vergangen, aber es gibt noch immer keinen Vorschlag von Seiten der Regierung, was die Pensionsharmonisierung betrifft (Abg. Dr. Bleckmann: Von den Sozialpartnern gibt es auch nichts!), weil Sie Pensionsgerechtigkeit scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Ich sage Ihnen: Nehmen Sie unser Konzept! Das ist nämlich das gerechtere Konzept, und es liegt seit einem Jahr vor. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Öllinger – auf Abg. Scheibner deutend –: Er hat das gesagt!
Sie sind noch nicht so weit, und Sie werden es vielleicht nie brauchen, aber wer vor so einer Frage steht und es wirklich am eigenen Leib spürt, der weiß, wohin er steuern muss. Daher bin ich für alle Zuwendungen, für alle Unterstützungen und auch für alle Überlegungen dieser Regierung dankbar, die diese Form des Weiterlebens für uns ältere Menschen sichert, unterstützt, plant und Vorsorge trifft – auch das muss man machen, auch das ist ein mutiger Schritt! Und mutige Schritte in der Regierung sind nicht leicht, sie können natürlich sehr gut von der Opposition ausgenützt werden mit unmöglichen Worten und Vergleichen wie Feldzug, wie Raub, wie Armutsfalle, wie Trägerraketen, die ich alle gar nicht mehr hören will! (Abg. Öllinger – auf Abg. Scheibner deutend –: Er hat das gesagt!)
Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: „Jux-Aktion“ sagen Sie?
Die Pensionisten dürfen sich bei den Landeshauptleuten um Pensionsnachzahlungen anstellen. Die Bundesregierung sagt dann, dass sie das reparieren werde, es werde jeder bis 780 € 0,6 Prozent zusätzlich bekommen. Der Landeshauptmann bekommt das dann aus den Versicherten-Geldern zurück. (Abg. Wittauer: Das hat er vorher nicht gewusst!) Das ist nämlich die nächste Gemeinheit: Es zahlt nicht der Herr Bundeskanzler aus den Bundesbeiträgen, sondern die Versicherten zahlen diese Jux-Aktion noch einmal aus den Rücklagen, die bei den Pensionsversicherungen gebildet wurden. (Abg. Mag. Molterer: Das ist falsch! – Abg. Scheibner: „Jux-Aktion“ sagen Sie?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt keine Berater!
Bekämen die Leute nicht doch 0,6 Prozent, die einfach ein paar Euro mehr bedeuten, so wäre die Gemeinheit dieser Aktion wahrscheinlich unüberbietbar, weil sich die Versicherten ohnehin alles selbst zahlen. Weder der Herr Bundeskanzler noch der Herr Sozialminister übernehmen diese Kosten. Der Herr Sozialminister gibt das Geld in seinem Ressort für Parteipropaganda, Parteiwerbung und Beraterverträge aus, von denen dann Herr Scheibner sagt, er hätte genug von diesen Beratern, er wolle sie eigentlich nicht mehr sehen. So schaut es in der Realität aus! Das ist Ihre Politik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt keine Berater!) – Aber Geld geben Sie dafür aus, Unmengen an Geld! Ihre Regierung, Herr Abgeordneter Scheibner! Sie stützen sie. (Abg. Scheibner: Die Berater sind immer noch besser als Ihre Rede!)
Abg. Scheibner: Die Berater sind immer noch besser als Ihre Rede!
Bekämen die Leute nicht doch 0,6 Prozent, die einfach ein paar Euro mehr bedeuten, so wäre die Gemeinheit dieser Aktion wahrscheinlich unüberbietbar, weil sich die Versicherten ohnehin alles selbst zahlen. Weder der Herr Bundeskanzler noch der Herr Sozialminister übernehmen diese Kosten. Der Herr Sozialminister gibt das Geld in seinem Ressort für Parteipropaganda, Parteiwerbung und Beraterverträge aus, von denen dann Herr Scheibner sagt, er hätte genug von diesen Beratern, er wolle sie eigentlich nicht mehr sehen. So schaut es in der Realität aus! Das ist Ihre Politik. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe überhaupt keine Berater!) – Aber Geld geben Sie dafür aus, Unmengen an Geld! Ihre Regierung, Herr Abgeordneter Scheibner! Sie stützen sie. (Abg. Scheibner: Die Berater sind immer noch besser als Ihre Rede!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!
Da Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP – und ich erinnere mich gut daran –, noch in der Wahlauseinandersetzung 2002 gesagt haben, die Grünen kürzen die Pensionen, die Grünen sind die Bösen, die die Pensionen kürzen wollen, so hoffe ich, dass nicht nur bei der kommenden Landtagswahl, sondern auch bei der nächsten Nationalratswahl das Gedächtnis der Menschen, das Langzeitgedächtnis auch der Älteren so weit entwickelt ist, wie es Frau Turković-Wendl wünscht, dass Sie nämlich die verdiente Antwort auf diese Politik erhalten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!)
Abg. Scheibner: Frag ihn, ob er zustimmt!
Herr Dr. Gusenbauer meint, es habe einen Monat gebraucht, um diese Reparatur zu beschließen. Herr Dr. Gusenbauer, ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals in der Geschichte der Zweiten Republik (Abg. Scheibner: Frag ihn, ob er zustimmt!), wenn man sich zu einem Fehler bekennt und eine Korrektur durchführt, diese Reaktion so schnell passiert ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Ich glaube nicht!
Es ist sicherlich keine Schande, dass man, wenn man einen Fehler eingesteht, diesen sofort repariert und Neues umsetzt. Das ist keine Schande! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Frag, ob er zustimmt!) – Frau Kollegin, ich hoffe, Dr. Gusenbauer wird unserem Antrag zustimmen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Ich glaube nicht!) – Glaubst du nicht? Warten wir es ab!
Abg. Scheibner: Das ist Verunsicherung! Wählertäuschung!
Weiters heißt es: Es wird jeder Arztbesuch teurer. – Da verwechselt er wohl die Bundesrepublik Deutschland mit Österreich. – Er schreibt: Jeder Arztbesuch kostet 10 €. – Das ist in Deutschland bei Ihrem Kollegen Schröder so, bei der rot-grünen deutschen Regierung ist das so, aber nicht in Österreich! Da verwechselt er ein bisschen etwas. (Abg. Scheibner: Das ist Verunsicherung! Wählertäuschung!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Genau!
Vielleicht, Herr Dr. Gusenbauer, geben Sie Herrn Ambrozy Nachhilfeunterricht, wie es tatsächlich ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Genau!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es!
In Kärnten ist es so, dass schon mehrere Versuche gestartet worden sind, um für alle – für die Landesbeamten und die Gemeindebeamten – das gleiche Pensionssystem einzuführen. Für die sind nicht wir hier im Nationalrat zuständig, außer Sie stimmen mit und wir haben eine Zweidrittelmehrheit. Das wurde immer von der SPÖ im Kärntner Landtag abgelehnt. Abgelehnt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: So ist es!)
Abg. Scheibner: Das hat er nicht dazu gesagt!
Herr Kollege Gusenbauer, darf ich Ihre Zahlen korrigieren? – Sie sind nicht sehr weit daneben gelegen, aber es scheint mir doch wichtig, das für die Damen und Herren hier zu korrigieren: In den achtziger Jahren gab es im Durchschnitt nicht 4 Prozent, sondern 3,5 Prozent Erhöhung – im Übrigen bei einer durchschnittlichen Inflationsrate von 3,8 Prozent, Herr Kollege Gusenbauer (Abg. Scheibner: Das hat er nicht dazu gesagt!) –, in den neunziger Jahren gab es im Durchschnitt nicht 2,6 Prozent, sondern 2,3 Prozent Erhöhung bei einer Inflationsrate von 2,4 Prozent. (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt!
Wofür Sie stehen, ist Einmalzahlung als Almosen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt!) – Wofür wir, die Sozialdemokratie, mit Alfred Gusenbauer, Gabi Burgstaller, Peter Ambrozy, Gabi Schaunig und allen anderen stehen, ist soziale Gerechtigkeit und gerechte Inflationsabgeltung! – Das ist es, was uns von Ihnen unterscheidet! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Verlassen Sie das Rednerpult, Ihre Redezeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trunk verlässt noch immer nicht das Rednerpult.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Die Redezeit ist abgelaufen, Frau Abgeordnete! (Abg. Mag. Trunk bleibt weiterhin beim Rednerpult stehen.) – Ich wiederhole, dass die Redezeit abgelaufen ist. (Abg. Scheibner: Verlassen Sie das Rednerpult, Ihre Redezeit ist abgelaufen! – Abg. Mag. Trunk verlässt noch immer nicht das Rednerpult.) Bitte, Frau Abgeordnete, verlassen Sie das Rednerpult!
Beifall bei der SPÖ für die nun das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Trunk. – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: So etwas Überhebliches! Unter jeder Kritik ist das!
(Beifall bei der SPÖ für die nun das Rednerpult verlassende Abg. Mag. Trunk. – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Mag. Trunk –: So etwas Überhebliches! Unter jeder Kritik ist das!)
Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!
In meiner Heimatgemeinde Langenlois haben zum Beispiel die Straßenarbeiter errechnet, dass ihre Pension in Zukunft so ausschauen wird, dass sie, obwohl sie dreieinhalb Jahre länger arbeiten müssen, um rund 48 Prozent weniger Pension bekommen werden. Ganz ähnlich geht es einer Menge Frauen, die auf Grund von nicht vorhandenen Kinderbetreuungsplätzen und strukturellen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt durch die längere Umrechnungszeit sehr viel weniger, und zwar bis zu 40 Prozent weniger ... (Abgeordnete der Freiheitlichen sprechen in den Bankreihen miteinander und lachen dabei.) – Ich finde es „nett“, dass Sie das unglaublich amüsiert, aber es ist für die Leute, die das betrifft, wenig amüsant. (Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!) Nein, es ist nicht falsch, es ist berechnet, und nur weil ... (Abg. Wittauer: Frau Kollegin! Die 10-Prozent-Deckelung ist falsch!) Es ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!
In meiner Heimatgemeinde Langenlois haben zum Beispiel die Straßenarbeiter errechnet, dass ihre Pension in Zukunft so ausschauen wird, dass sie, obwohl sie dreieinhalb Jahre länger arbeiten müssen, um rund 48 Prozent weniger Pension bekommen werden. Ganz ähnlich geht es einer Menge Frauen, die auf Grund von nicht vorhandenen Kinderbetreuungsplätzen und strukturellen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt durch die längere Umrechnungszeit sehr viel weniger, und zwar bis zu 40 Prozent weniger ... (Abgeordnete der Freiheitlichen sprechen in den Bankreihen miteinander und lachen dabei.) – Ich finde es „nett“, dass Sie das unglaublich amüsiert, aber es ist für die Leute, die das betrifft, wenig amüsant. (Abg. Scheibner: Weil das eine Frechheit ist, was Sie da sagen, weil das nicht stimmt! Das ist falsch!) Nein, es ist nicht falsch, es ist berechnet, und nur weil ... (Abg. Wittauer: Frau Kollegin! Die 10-Prozent-Deckelung ist falsch!) Es ist nicht falsch! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Wittauer: Es ist die 10-Prozent-Deckelung falsch! – Abg. Scheibner: Das ist eine Verunsicherung der älteren Leute, was Sie da betreiben!)
Abg. Scheibner: Aha, die Leute warten lassen! Was ist das?
So und jetzt kommt der Tupfen auf dem i. Heute liegt ein Antrag von ÖVP und FPÖ vor, wonach all jene Pensionsbezieher, deren Pension unter 780 € liegt, eine Einmalzahlung in Höhe von 0,6 Prozent bekommen sollen. Das halte ich für sehr gut, und ich hoffe auch, dass die SPÖ dem zustimmen wird. Aber das Beste ist Folgendes: Der ÖAAB beziehungsweise die ÖVP und die Freiheitlichen haben vorige Woche im Vorstand der Pensionsversicherung eine Sitzung gehabt und vorausschauend gemeint: Wenn dieses Gesetz am Mittwoch im Parlament beschlossen wird, werden wir sofort eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen und diese Nachzahlung beschließen, wie sie in dem Gesetz, das heute verabschiedet wird, vorgesehen ist. Ihr werdet es nicht glauben, vielleicht weiß Dr. Gusenbauer nicht, was seine angeblichen Gewerkschaftsvertreter dort in der Pensionsversicherung machen. Diese haben gesagt, das kommt gar nicht in Frage, diese Sitzung berufen wir gar nicht ein. Wir haben Zeit, da warten wir noch ein wenig, da rechnen wir vielleicht noch ein bisschen. (Abg. Scheibner: Aha, die Leute warten lassen! Was ist das?)
Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!
Wahltag ist Zahltag, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!) Die Abrechnung für diese unwürdige Politik wird am 7. März erfolgen. Wir, die SPÖ, und auch das Team um Gabi Burgstaller sind für eine wertgesicherte Pension (Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!) für alle Österreicherinnen und Österreicher unabhängig von Wahltagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!
Wahltag ist Zahltag, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Schade, dass Sie nicht kandidieren!) Die Abrechnung für diese unwürdige Politik wird am 7. März erfolgen. Wir, die SPÖ, und auch das Team um Gabi Burgstaller sind für eine wertgesicherte Pension (Abg. Scheibner: Sie haben die Auszahlungen abgelehnt!) für alle Österreicherinnen und Österreicher unabhängig von Wahltagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die SPÖ will das erhöhen!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Herr Klubobmann Molterer, ich argumentiere auch gerne mit Daten und Fakten, ich setze mich damit gerne sachlich auseinander. (Ruf bei der ÖVP: Das ist aber neu!) Und daher möchte ich Sie jetzt gerne mit zwei Zahlen konfrontieren, versuchen Sie doch immer wieder den Eindruck zu erwecken, als ginge es bei dieser Diskussion um eine Pensionsreform um etwas Unabänderliches, das so sein muss, wie es eben ist: dass es immer mehr Pensionistinnen und Pensionisten auf der einen Seite gibt und immer weniger an Geburten auf der anderen Seite. Sie stellen aber nie die Frage, wie überhaupt das Pensionsvolumen insgesamt verteilt ist. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie mit zwei Zahlen konfrontieren – und mich würde interessieren, was Sie dazu sagen –: Die obersten rund 2 Prozent der Pensionistinnen und Pensionisten erhalten rund 10 Prozent der Pensionssumme. (Abg. Scheibner: Die SPÖ will das erhöhen!) Die untersten, und zwar fast 30 Prozent, erhalten nur rund 7 Prozent der Pensionssumme.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das wird ja immer besser, was Sie da sagen!
Zu jenen Kosten, die hier heute bereits angesprochen wurden, die der Kärntner Landeshauptmann über diese unfassbar missbräuchliche und erniedrigende Barauszahlung vornimmt: Das ist ein Bruchteil dessen, was Sie sich als Sonderparteienförderung für die Wahlkämpfe, vor allem für den Kärntner Wahlkampf, in den letzten Wochen selber genehmigt haben! Das ist doch beschämend! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das wird ja immer besser, was Sie da sagen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat Ihnen aber Haupt widerlegt! Der Sozialminister!
In den wirtschaftlich schlechten Jahren 1996 bis 1999 haben die Pensionistinnen und Pensionisten in diesem Land einen realen Zuwachs der Pensionen um 0,43 Prozent erhalten; nicht weiß Gott wie hoch, das gebe ich zu. Aber in den Jahren 2000 bis 2003, seit Sie an der Regierung sind und auch Frau Ferrero-Waldner die Politik, die im Ministerrat beschlossen worden ist, mitzutragen hat, haben die Pensionistinnen und Pensionisten einen Wertverlust von 4 Prozent hinnehmen müssen! (Abg. Neudeck: Aber Präsident Fischer war die letzten 30 Jahre bei der SPÖ!) 4 Prozent minus in der realen Pensionshöhe (Abg. Neudeck: Fischer hat die Schuldenpolitik mitgetragen!), seit diese Bundesregierung am Werk ist, und da hat Frau Ferrero-Waldner immer mitgestimmt – bei uns war es ein realer Zuwachs! Das ist der Unterschied in der Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat Ihnen aber Haupt widerlegt! Der Sozialminister!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat er nicht gemacht! Das ist eine falsche Berichtigung! Das hat kein Mensch gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Zum Zweiten möchte ich Herrn Abgeordneten Scheuch ersuchen, Verleumdungen in Bezug auf meine Mutter zu unterlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat er nicht gemacht! Das ist eine falsche Berichtigung! Das hat kein Mensch gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Dass Sie uns vorhalten, dass wir dagegen gestimmt haben, ist wirklich stark!
Wir haben damals deshalb dagegen gestimmt, weil wir einen eigenen Antrag eingebracht hatten, der viel weitergehend war, weil uns das noch zu wenig war, was Sie letzten Endes beschlossen haben. Wir haben es damals als ersten Schritt bezeichnet. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Dass Sie uns vorhalten, dass wir dagegen gestimmt haben, ist wirklich stark!) Uns dann vorzuhalten, dass wir nicht mitgestimmt haben, das ist, glaube ich, ein Hohn, das ist unglaublich!
Abg. Scheibner: Kollege, ich habe Hunger! Geben Sie die Wurstsemmel her!
Frau Fuhrmann – das muss man hier sagen – wäre heute nicht so abgehoben und weltfremd, wenn ihre Eltern- und Großelterngeneration nicht für sie dieses wohlige Nest gebaut hätte. Frau Fuhrmann redet vom Einkaufen, und ich muss sie fragen, ob sie in der letzten Zeit überhaupt selbst einkaufen war, denn auf Grund ihrer Aussage erkennt man, dass sie keine Ahnung von den Lebensmittelpreisen in Österreich hat. Wenn sie um 10 € drei Wurstsemmeln kaufen kann, dann kostet eine Wurstsemmel 3,33 €. Und das ist so eine Wurstsemmel (der Redner hält eine Semmel in die Höhe, die ganz dick mit Extrawurst gefüllt ist), das ist eine Luxuswurstsemmel der Frau Fuhrmann um 3,33 €, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Kollege, ich habe Hunger! Geben Sie die Wurstsemmel her!) Und das, was ich hier habe – schauen Sie sich das sehr gut an (der Redner hält eine Semmel in die Höhe, die nur mit einer Extrawurstscheibe gefüllt ist) –, das ist eine Wurstsemmel, die sich Kleinstpensionisten leisten können, aber das nicht jeden Tag, sondern, wenn es hoch hergeht, vielleicht drei-, viermal im Jahr.
Abg. Gaál: Nicht leistbar! – Abg. Scheibner: Das „weil“ stimmt nicht!
Oder wollen Sie mit uns gemeinsam Eurofighter beschaffen und durch – der Präsident hat mich mehrmals darauf hingewiesen, den Begriff „Schiebung“ nicht zu verwenden – Eingriffe die teuerste Type durchzusetzen – und das sage ich als Mitglied der Bundesheerreformkommission –, obwohl alle Experten im Bundesministerium für Landesverteidigung heute sagen, wir werden, auch wenn wir die beste Reform in einer Drei- oder Vier-Parteien-Einigung zu Stande bringen, sie schlicht und einfach nicht finanzieren können, weil das Geld für die Eurofighter ausgegeben wird? (Abg. Gaál: Nicht leistbar! – Abg. Scheibner: Das „weil“ stimmt nicht!) Wir werden uns eine ganz wichtige Reform in der Sicherheitspolitik nicht leisten können.
Abg. Mag. Molterer: So habt ihr das gemacht! – Abg. Scheibner: So war das bei euch!
Allein die Art und Weise, wie Sie geschildert haben, wie das mit den Anrufen des Herrn Dr. Christl ist, macht das deutlich. – Natürlich wird er beim potentiellen Veranstalter angerufen und gesagt haben: Es ist möglich, dass der Finanzminister kommt, aber es wäre wünschenswert, wenn eine Spende rüberwachsen würde! Dann wird der andere gesagt haben: Das kann ich mir schwer vorstellen! Dann wird er gesagt haben: Ich aber kann mir schwer vorstellen, dass der Finanzminister kommt! Dann wird der andere gesagt haben: Vielleicht haben wir doch eine Spende! (Abg. Mag. Molterer: So habt ihr das gemacht! – Abg. Scheibner: So war das bei euch!) Dann wird er gesagt haben: Jetzt haben wir doch einen Termin für den Finanzminister! – So wird das gewesen sein! Das ist die Wirklichkeit! Das ist die Realität!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben das nicht erfunden! Das ist seine Leistung!
Sie sitzen da, stirnrunzelnd, kopfschüttelnd, kaum das glaubend, aber die Parole heißt: Festhalten, festhalten, festhalten! (Abg. Neudeck: Sind Sie noch bei der Konsumgenossenschaft?) – Sie sollten überhaupt keine Zwischenrufe machen, denn Sie haben den Herrn Grasser in Ihrer Fraktion überhaupt „erfunden“, und dass er hier heute sitzt, ist unter anderem Ihr „Verdienst“. Also halten Sie sich aus dem Ganzen ja heraus! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben das nicht erfunden! Das ist seine Leistung!)
Abg. Scheibner: Sie haben sich verstrickt!
Herr Finanzminister! Sie haben sich in Widersprüchlichkeiten verstrickt (Abg. Scheibner: Sie haben sich verstrickt!), Sie sind unglaubwürdig in Ihrer Politik, und Sie sind offensichtlich nicht in der Lage oder auch nicht willens, zwischen Recht und Unrecht zu entscheiden. Daher sind Sie zu Recht rücktrittsreif! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Auf den Couloirs?
Das ist es, was uns empört, und deshalb kommt auch unser Klubobmann heraus und stellt hier eine Dringliche Anfrage als letzte Möglichkeit, damit Sie endlich öffentlich zu dem stehen, was Sie im Geheimen auch schon auf den Couloirs durchaus zugestehen: dass dieser Finanzminister nicht mehr tragbar ist. (Abg. Scheibner: Auf den Couloirs?) Er ist für Sie politisch einfach nicht mehr tragbar, denn er hat sich nicht nur im Parlament mehrmals der Wahrheit enthalten, sondern er hat vor allem das ständige Vermischen von Privatem und Politischem vorangetrieben. Das ist sozusagen die politisch korrumpierende Dauertätigkeit, dagegen wollen wir uns zur Wehr setzen, und deshalb diese Dringliche Anfrage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... dass Sie uns das jetzt erklären!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... dass Sie uns das jetzt erklären!
Das ist es, was uns empört, und deshalb kommt auch unser Klubobmann heraus und stellt hier eine Dringliche Anfrage als letzte Möglichkeit, damit Sie endlich öffentlich zu dem stehen, was Sie im Geheimen auch schon auf den Couloirs durchaus zugestehen: dass dieser Finanzminister nicht mehr tragbar ist. (Abg. Scheibner: Auf den Couloirs?) Er ist für Sie politisch einfach nicht mehr tragbar, denn er hat sich nicht nur im Parlament mehrmals der Wahrheit enthalten, sondern er hat vor allem das ständige Vermischen von Privatem und Politischem vorangetrieben. Das ist sozusagen die politisch korrumpierende Dauertätigkeit, dagegen wollen wir uns zur Wehr setzen, und deshalb diese Dringliche Anfrage! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... dass Sie uns das jetzt erklären!)
Abg. Scheibner: Gott sei Dank nur für das Protokoll! Wenn Sie es uns gesagt hätten, hätte ich Ihnen schon etwas geantwortet! – Weitere Zwischenrufe.
Da wir schon dabei sind, weise ich auch auf den beträchtlichen Lärmpegel im Saal hin. Das auch nur für das Protokoll. (Abg. Scheibner: Gott sei Dank nur für das Protokoll! Wenn Sie es uns gesagt hätten, hätte ich Ihnen schon etwas geantwortet! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Im nächsten Ministerrat? Da wette ich mit Ihnen nicht, denn das ist nicht im nächsten Ministerrat!
gelingt es ihr diesmal. Ich fürchte zwar, dass wir wieder ein Manöver haben und jetzt für den Wahlkampf ein bisschen getöst wird. Dann wird das Gesetz aufgehalten und wir verschieben alles. – Wetten, dass es nicht im nächsten Ministerrat ist! Wetten, dass Sie sich bis dahin nicht durchgesetzt haben! (Abg. Scheibner: Im nächsten Ministerrat? Da wette ich mit Ihnen nicht, denn das ist nicht im nächsten Ministerrat!)
Abg. Scheibner: Was schauen Sie denn uns an?
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Was Sie uns in den letzten Monaten in Sachen Tierschutz präsentiert haben, ist leider ein Trauerspiel. Anders kann ich es nicht mehr formulieren. (Abg. Scheibner: Was schauen Sie denn uns an?) – Sie gehören, glaube ich, auch noch zur Regierung, soweit ich mich erinnern kann. Ich betone: noch. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber wir haben nichts präsentiert!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber wir haben nichts präsentiert!
Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Was Sie uns in den letzten Monaten in Sachen Tierschutz präsentiert haben, ist leider ein Trauerspiel. Anders kann ich es nicht mehr formulieren. (Abg. Scheibner: Was schauen Sie denn uns an?) – Sie gehören, glaube ich, auch noch zur Regierung, soweit ich mich erinnern kann. Ich betone: noch. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber wir haben nichts präsentiert!)
Abg. Mag. Weinzinger: Warum machen Sie es dann? – Abg. Scheibner: Wir machen es eben nicht!
Natürlich ist es so, dass ich gerade Sie, Herr Minister Pröll, auffordere und bitte, uns dabei zu unterstützen. Ich weiß, dass es ihm keine Herzensangelegenheit ist, uns zu helfen, auch diese Bestimmung mit hineinzubringen, aber es kann doch nicht so sein, dass Tierquälerei im Tierschutzgesetz festgeschrieben steht. Dagegen sind wir Freiheitliche, und wir werden auch dafür kämpfen! (Abg. Mag. Weinzinger: Warum machen Sie es dann? – Abg. Scheibner: Wir machen es eben nicht!)
Abg. Scheibner: Das hat sie Ihnen erzählt?
Kollege Auer! Wir sind sehr wohl diskussionsbereit, und Kollegin Weinzinger hat sich bemüht, in Form von vielen guten, konkreten Vorschlägen im Rahmen des Unterausschusses hiezu Beiträge zu liefern. (Abg. Scheibner: Das hat sie Ihnen erzählt?)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Rossmann.
Meine Damen und Herren! Wenn jetzt der ungarische Ministerpräsident – der nicht uns nahe steht! – nach Österreich kommt und sagt, er möchte in diesem Europa vor allem mit Österreich zusammenarbeiten, so ist das ein schöner Erfolg. Und es zeigt sich: Wenn man zur rechten Zeit Brücken schlägt, kann man, wenn es darauf ankommt, auch drübergehen. Dafür ist unsere Außenministerin ein Garant! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Rossmann.)
Abg. Scheibner: Schieder und Salto?! – Abg. Mag. Molterer: Fassungslosigkeit bei Schieder!
Kollegem Schieder wollte ich noch sagen: Herr Kollege Schieder, ich habe mich über Ihre Worte, diesen kleinen Schieder’schen Salto gefreut. Dass das besondere Lob von Kollegem Spindelegger mit etwas Kritik ausgeglichen werden muss, hat mich intellektuell gefreut. (Abg. Scheibner: Schieder und Salto?! – Abg. Mag. Molterer: Fassungslosigkeit bei Schieder!) Aber ich würde sagen: Wenn es Ihnen wirklich ein Bedürfnis ist, die Frau Ministerin zu loben, sollten Sie sich durch Parteigründe nicht davon abhalten lassen. Man muss sie loben, sie ist wirklich gut! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Heiterkeit bei den Grünen – Abg. Scheibner: Jetzt ist euch das auch nicht recht!
Meine Aufgabe ist, so wie immer, mich hier kritisch mit Fragen der Außenpolitik auseinander zu setzen. Ich möchte mich mit den Fragen der Tagesordnungspunkte 8, 9 und 10, nämlich der Europa-Mittelmeer-Abkommen, befassen. Wir haben uns – weil wir jetzt überhaupt so gerne Homepages anschauen – auch die Homepage des Außenministeriums angesehen. Da hat sich dieser euro-mediterrane Raum noch nicht ganz niedergeschlagen: Unter dem Obertitel „Das Außenministerium – Weltweit für Sie da“ kommen dann unter dem Bereich „Außereuropäischer Raum“ der Nahe Osten, Afrika südlich der Sahara, Nordafrika, der asiatisch-pazifische Raum, Nordamerika, Lateinamerika und die Karibik vor. Der euro-mediterrane Raum hat sich da noch nicht wirklich niedergeschlagen. Sie sollten die Homepage, die sicherlich billiger ist als andere vergleichbare Homepages (Heiterkeit bei den Grünen – Abg. Scheibner: Jetzt ist euch das auch nicht recht!), vielleicht etwas überarbeiten und auch diesem Raum ein wenig Geltung verschaffen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Marianne Hagenhofer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Außenministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es geht jetzt schon einige Zeit hin und her, als hätten wir Präsidentschaftswahlkampf. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass das Thema jetzt die Außenpolitik ist. Wir wissen natürlich die Arbeit der Frau Außenministerin einzuschätzen, wir kennen aber auch die positiven Ansätze und Eigenschaften unseres Präsidenten Fischer sehr gut, der ebenfalls für dieses Amt kandidiert. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Lieber Kollege Ledolter, ich glaube, dass der sanfte Umgang mit der Frau Bundesminister durch unsere Fraktion auch darauf zurückzuführen ist, dass wir sicher und überzeugt sind, dass die Menschen in Österreich eine richtige Wahl bei dieser Präsidentenwahl treffen werden, und dass wir sehr optimistisch sind, dass Herr Kollege Fischer gewinnen wird! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube, das ist durchaus legitim! Ich habe schon befürchtet, dass der Kollege ( Abg. Scheibner: Hört endlich mit der Bundespräsidentenwahl auf, alle miteinander!) Na gut. Kommen wir zu den sachlichen Themen.
Abg. Scheibner: Hört endlich mit der Bundespräsidentenwahl auf, alle miteinander!
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Lieber Kollege Ledolter, ich glaube, dass der sanfte Umgang mit der Frau Bundesminister durch unsere Fraktion auch darauf zurückzuführen ist, dass wir sicher und überzeugt sind, dass die Menschen in Österreich eine richtige Wahl bei dieser Präsidentenwahl treffen werden, und dass wir sehr optimistisch sind, dass Herr Kollege Fischer gewinnen wird! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube, das ist durchaus legitim! Ich habe schon befürchtet, dass der Kollege ( Abg. Scheibner: Hört endlich mit der Bundespräsidentenwahl auf, alle miteinander!) Na gut. Kommen wir zu den sachlichen Themen.
Sitzung Nr. 51
Abg. Scheibner: Schau, schau!
Es wurden die abzugsfähigen Sonderausgaben entsprechend reduziert; das betraf 1,5 Millionen Steuerpflichtige. (Abg. Scheibner: Schau, schau!)
Abg. Scheibner: Hört, hört!
Es wurde der Allgemeine Absetzbetrag eingeschliffen; das hat ein Drittel der Steuerpflichtigen betroffen. (Abg. Scheibner: Hört, hört!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Unterstellung! So geht das nicht! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Bundesminister! Vor dem Hintergrund, dass hier Regierungsabgeordnete offensichtlich vorgefertigte Fragen aus Ihrem Ministerium einbringen (Abg. Scheibner: Das ist eine Unterstellung! So geht das nicht! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen), ist es umso erstaunlicher, dass Sie die Hauptfrage nicht beantwortet haben, nämlich, wie es jenen 2,2 Millionen ergeht, die tatsächlich keine Entlastung erfahren – von Entlastung für alle keine Rede. (Rufe bei der ÖVP: Frage! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Was?! Wo sind Redezeiten verkürzt worden? – Das ist ja ungeheuerlich!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wir haben hier heute eine Gesetzesmaterie zu behandeln, die 2008 in Kraft tritt und bei der wir ursprünglich eigentlich davon ausgegangen sind, dass sie 2005 beschlossen wird, sodass wir genügend Zeit haben, sie hier zu diskutieren (Abg. Mag. Mainoni: Haben wir ... Unterausschuss!), für die aber – und das zeigt eigentlich manches auf, weil es eine der wichtigsten Materien wäre, die zu besprechen wären – im Rahmen des Kärntner und des Salzburger Wahlkampfes die Redezeiten, die Diskussionszeiten in der Vorbereitung verkürzt worden sind. (Abg. Scheibner: Was?! Wo sind Redezeiten verkürzt worden? – Das ist ja ungeheuerlich!) Und heute soll das hier beschlossen werden, obwohl es keine ausreichende Debatte gibt, meine Damen und Herren! Das ist ein skandalöser Umgang mit dieser Materie! Das darf ich Ihnen eingangs gleich sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... sagt der, die Redezeiten sind verkürzt?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... sagt der, die Redezeiten sind verkürzt?
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Wir haben hier heute eine Gesetzesmaterie zu behandeln, die 2008 in Kraft tritt und bei der wir ursprünglich eigentlich davon ausgegangen sind, dass sie 2005 beschlossen wird, sodass wir genügend Zeit haben, sie hier zu diskutieren (Abg. Mag. Mainoni: Haben wir ... Unterausschuss!), für die aber – und das zeigt eigentlich manches auf, weil es eine der wichtigsten Materien wäre, die zu besprechen wären – im Rahmen des Kärntner und des Salzburger Wahlkampfes die Redezeiten, die Diskussionszeiten in der Vorbereitung verkürzt worden sind. (Abg. Scheibner: Was?! Wo sind Redezeiten verkürzt worden? – Das ist ja ungeheuerlich!) Und heute soll das hier beschlossen werden, obwohl es keine ausreichende Debatte gibt, meine Damen und Herren! Das ist ein skandalöser Umgang mit dieser Materie! Das darf ich Ihnen eingangs gleich sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... sagt der, die Redezeiten sind verkürzt?)
Abg. Scheibner: Da gibt es einstimmige Beschlüsse in der Präsidiale!
Herr Präsident Khol! Ich darf vielleicht noch Folgendes dazu sagen (Abg. Scheibner: Da gibt es einstimmige Beschlüsse in der Präsidiale!), weil mich jetzt schön langsam nichts mehr wundert in diesem Haus: Wenn Sie heute hier gleichsam disziplinierungsartig erklärt haben, Herr Präsident, dass es in Ihrer Karriere noch nie erfolgt, noch nie vorgekommen ist, dass, so wie heute von Kollegin Silhavy, hier eine Bitte an die Ministerin gerichtet wird, Fragen zu beantworten, die an sie gestellt wurden – und Sie dann Kollegin Silhavy zurechtweisen (Abg. Dr. Stummvoll: Entschuldigen Sie ...!), damit gnadenhalber vielleicht die Frau Ministerin doch eine Frage beantwortet, dann zeigt das bitte ein Selbstverständnis, das aus meiner Sicht eines Präsidenten nicht würdig ist. Und ich verstehe, warum nach wie vor ein Bild von Dollfuß bei Ihnen im Zimmer
Abg. Scheibner: Was Sie hier aufführen, ist beschämend!
Kollege Trinkl! Ich halte es für beschämend – ich halte das noch einmal fest. Aber machen Sie doch, was Sie wollen! (Abg. Scheibner: Was Sie hier aufführen, ist beschämend!)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Das ist erstens die Frage der Verteidigerrechte. Wenn der Justizausschuss und das Justizministerium mit solchen – wie soll ich es nennen? – Ressentiments gegenüber Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen in Verhandlungen tritt, wobei grundsätzlich immer einiges im Raum blieb – die Hauptvertreterin dieser These, Frau Dr. Partik, hatte diesbezüglich ja Vorstellungen, die sich jenseits jeder Menschenrechtskonformität bewegen (Abg. Scheibner: Vorsicht!), die jedoch Gott sei Dank, aber nicht vollständig, abgewehrt wurden –, so ist das nicht gut. Wenn sich dieses Misstrauen gegenüber Verteidigerrechten so ausdrückt, dass jetzt genau das passiert, was ein glasklares strafprozessuales Vorverfahren nicht tun sollte, nämlich dass wieder auf dem Erlassweg durch Justiz- und dann Innenminister Dinge geregelt werden, die eigentlich Teil der StPO-Reform sein sollten, dann sollte man ganz klar und präzise in das Gesetz schreiben, unter welchen Umständen Verteidigerinnen und Verteidiger bei der Vernehmung durch die Polizei nicht zugelassen sind.
Abg. Scheibner: Sie haben ein kurzes Gedächtnis dafür, wie Sie das immer gemacht haben!
Es ist doch unsere Aufgabe, Gesetze zu beschließen, die die Regeln unserer Gesellschaft optimal gestalten und auf die sich die Menschen hundertprozentig verlassen können. Ich frage mich wirklich: Was für ein Signal senden Sie heute wieder einmal an die Bevölkerung aus? (Abg. Scheibner: Sie haben ein kurzes Gedächtnis dafür, wie Sie das immer gemacht haben!) – Ich bin wirklich sehr betroffen davon, dass es Ihnen anscheinend wirklich völlig egal ist, dass Sie heute ein wahrscheinlich verfassungswidriges Gesetz beschließen. (Abg. Scheibner: Sie haben ein kurzes Gedächtnis dafür, wie Sie mit der Verfassungsmehrheit umgegangen sind!) Sie hätten genauso wie wir alles unternehmen müssen, damit diese Befürchtung entkräftet werden kann, aber Sie haben es nicht getan. Das Muster ist immer dasselbe: Drüberfahren ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste!
Abg. Scheibner: Sie haben ein kurzes Gedächtnis dafür, wie Sie mit der Verfassungsmehrheit umgegangen sind!
Es ist doch unsere Aufgabe, Gesetze zu beschließen, die die Regeln unserer Gesellschaft optimal gestalten und auf die sich die Menschen hundertprozentig verlassen können. Ich frage mich wirklich: Was für ein Signal senden Sie heute wieder einmal an die Bevölkerung aus? (Abg. Scheibner: Sie haben ein kurzes Gedächtnis dafür, wie Sie das immer gemacht haben!) – Ich bin wirklich sehr betroffen davon, dass es Ihnen anscheinend wirklich völlig egal ist, dass Sie heute ein wahrscheinlich verfassungswidriges Gesetz beschließen. (Abg. Scheibner: Sie haben ein kurzes Gedächtnis dafür, wie Sie mit der Verfassungsmehrheit umgegangen sind!) Sie hätten genauso wie wir alles unternehmen müssen, damit diese Befürchtung entkräftet werden kann, aber Sie haben es nicht getan. Das Muster ist immer dasselbe: Drüberfahren ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste!
Abg. Scheibner: Es wird schon stimmen!
Werfen Sie mir jetzt nicht vor, ich verunsichere die Bevölkerung mit diesen Daten, wie Sie das manchmal tun! Ich habe ein Zeitungsprodukt ins Haus bekommen, da steht drauf: Alarm! Die Kriminalität in Wien explodiert! (Abg. Scheibner: Es wird schon stimmen!) In diesem Pamphlet – es ist nicht von den Sozialdemokraten, das möchte ich gleich sagen – werden tausend Polizisten mehr auf Wiens Straßen gefordert. Kollege Scheibner, das ist, so glaube ich, Ihre Fraktion, die hier die Menschen in Wien verunsichert. Mir wirft man das immer vor, wenn ich sage, dass es zu wenige Gendarmen und zu wenige Polizisten gibt. Dann sagen Sie immer, ich betreibe Verunsicherung. (Abg. Scheibner: Ich werfe dir gar nichts vor! Zumindest nicht da!) Da sind wir dann in einem Boot, aber bitte besprechen Sie das mit Ihrem Koalitionspartner.
Abg. Scheibner: Ich werfe dir gar nichts vor! Zumindest nicht da!
Werfen Sie mir jetzt nicht vor, ich verunsichere die Bevölkerung mit diesen Daten, wie Sie das manchmal tun! Ich habe ein Zeitungsprodukt ins Haus bekommen, da steht drauf: Alarm! Die Kriminalität in Wien explodiert! (Abg. Scheibner: Es wird schon stimmen!) In diesem Pamphlet – es ist nicht von den Sozialdemokraten, das möchte ich gleich sagen – werden tausend Polizisten mehr auf Wiens Straßen gefordert. Kollege Scheibner, das ist, so glaube ich, Ihre Fraktion, die hier die Menschen in Wien verunsichert. Mir wirft man das immer vor, wenn ich sage, dass es zu wenige Gendarmen und zu wenige Polizisten gibt. Dann sagen Sie immer, ich betreibe Verunsicherung. (Abg. Scheibner: Ich werfe dir gar nichts vor! Zumindest nicht da!) Da sind wir dann in einem Boot, aber bitte besprechen Sie das mit Ihrem Koalitionspartner.
Abg. Scheibner: Wo?
Wir wissen – und damit schließe ich ab –, dass wir nicht nur im Militärbefugnisgesetz, sondern auch im Sicherheitspolizeigesetz und auch beim Rechtsschutzbeauftragten nach der StPO nach dem Verfassungsgerichtsurteil Handlungsbedarf haben. Wir sind bereit zu einer Lösung. Wir haben ein Konzept (Abg. Scheibner: Wo?) und wollen natürlich mit der Regierung verhandeln. (Abg. Scheibner: Aber nicht mitstimmen!) Wir haben eine Reihe von Punkten: Wir wollen Rechtsschutzbeauftragte als Organ des
Abg. Scheibner: Aber nicht mitstimmen!
Wir wissen – und damit schließe ich ab –, dass wir nicht nur im Militärbefugnisgesetz, sondern auch im Sicherheitspolizeigesetz und auch beim Rechtsschutzbeauftragten nach der StPO nach dem Verfassungsgerichtsurteil Handlungsbedarf haben. Wir sind bereit zu einer Lösung. Wir haben ein Konzept (Abg. Scheibner: Wo?) und wollen natürlich mit der Regierung verhandeln. (Abg. Scheibner: Aber nicht mitstimmen!) Wir haben eine Reihe von Punkten: Wir wollen Rechtsschutzbeauftragte als Organ des
Abg. Scheibner: Dann regt sich der Parnigoni wieder auf, weil er nicht im Ausschuss war!
Das ist wieder typisch der Kollege Schöls, der von oben dazwischen ruft. Kommen Sie hierher und erzählen Sie das! Ich war dabei. Also was soll das, Kollege Schöls? (Abg. Scheibner: Dann regt sich der Parnigoni wieder auf, weil er nicht im Ausschuss war!)
Abg. Scheibner: Ich kann Ihnen das gleich sagen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! In Summe kann man eines sagen, auch wenn das jetzt vielleicht ein wenig verkürzt ist: Wir haben auf der einen Seite zu wenige Staatsanwälte, zu wenig Exekutive – und in Wien inserieren Sie das ja laufend, Herr Kollege Scheibner –, und auf der anderen Seite soll sich die Sicherheit erhöhen. Das müssen Sie mir jetzt erklären: Auf der einen Seite reduziert die Regierung bei der Polizei, wir haben zu wenige Staatsanwälte, und Sie inserieren auf der anderen Seite in Wien: Wir brauchen mehr Polizisten! – Da fehlt es Ihnen wirklich an Glaubwürdigkeit. (Abg. Scheibner: Ich kann Ihnen das gleich sagen!)
Abg. Scheibner: Es gibt mehrere Wahrheiten, aber nur eine Wirklichkeit!
Herr Kollege Scheibner! Es gibt zwei Wirklichkeiten, nämlich die virtuelle Wirklichkeit und die reale Wirklichkeit. (Abg. Scheibner: Es gibt mehrere Wahrheiten, aber nur eine Wirklichkeit!) In Wirklichkeit haben wir, seit diese Regierung im Amt ist, Kollege Scheibner, tausende Polizeibeamte weniger, und Sie inserieren in Zeitungen: Wir müssen die Sicherheit erhöhen. – Das ist ja wirklich blauäugig! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das war ich!
Dass Sie sich selbst dessen bewusst sind, beweisen ja auch die Äußerungen von Ihnen, Herr Justizminister. Ich finde es unerträglich, wenn Sie sich einerseits auf die Broda’sche Strafprozessreform-Tradition berufen (Abg. Scheibner: Das war ich!) – oder auch Herr Kollege Scheibner –, auf der anderen Seite, Herr Justizminister, immer wieder mehr oder weniger deutlich, manchmal unterschwellig, manchmal deutlicher, erklären, Broda hätte Weisungen erteilt, die eben so nicht in Ordnung gewesen sind. – Das weise ich auf das Schärfste zurück! Nennen Sie mir einen einzigen Fall, in dem Broda eingegriffen hätte, wie Sie es etwa im Fall Koloini gemacht haben und wie Sie es möglicherweise – ich betone: möglicherweise! – auch in der Causa Grasser gemacht haben könnten; ich sage: könnten. Das wird noch weitere Untersuchungen nach sich ziehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja nachgewiesen vom Minister Broda! 23 Weisungen hat Broda im AKH-Verfahren erteilt! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber ein Skandal war es trotzdem!
Wien Pfleglinge verhungert wären. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber ein Skandal war es trotzdem!)
Abg. Scheibner: Es hätte mich gewundert, wenn Sie einmal eine sachliche Rede hätten halten können!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich darf nur ganz kurz anmerken: Die Dringlichkeit – die Emotionalität bringt es, glaube ich, ja zum Ausdruck – verstehe ich insofern nicht ganz, Herr Minister, als wir das, was Sie hier zu verstehen geben wollen, nämlich, dass Sie ein Unternehmensstrafrecht umsetzen wollen, eigentlich seit Juni 2002 hätten erledigt haben sollen. Daher erscheint es mir irgendwie eigenartig, wenn Sie hier versuchen, einen Aktivismus vorzutäuschen, wo es eigentlich darum geht, Versäumnisse zu kaschieren. (Abg. Scheibner: Es hätte mich gewundert, wenn Sie einmal eine sachliche Rede hätten halten können!)
Abg. Scheibner: Gibt es immer!
Herr Bundesminister, Sie haben heute eindrucksvoll dargestellt, dass Sie willens sind, hier zu handeln, hier ein Gesetz, das auch die Strafbarkeit von juristischen Personen vorsieht, vorzulegen. Es wurde hier schon einige Male gesagt, es gibt die ausgestreckte Hand, die wir der Opposition entgegenstrecken. (Abg. Scheibner: Gibt es immer!) Ich kann für meine Fraktion nur eines sagen: Wir werden sie dankbar annehmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Er kann es nicht lassen!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Bevor wir auf die menschliche Tragik und allfällige juristische Problematiken eingehen, möchte ich auf eine ganz besondere Dimension dieser Kaprun-Tragödie hinweisen, nämlich auf eine Entgleisung an Geschmacklosigkeit, wie sie nur dem Kärntner Landeshauptmann zuzutrauen ist und wie er sie auch prompt verwirklicht hat. (Abg. Scheibner: Er kann es nicht lassen!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist eine Geschmacklosigkeit, eine solche Tragödie zum Anlass zu nehmen, billige Wahlkampfwerbung dadurch zu betreiben, dass er sich anmaßt, in die unabhängige Justiz einzugreifen und, ohne das Gerichtsverfahren im Detail zu kennen, ohne auch nur das Urteil in der Begründung, im Ansatz zu kennen, zu sagen, dieses Urteil sei unwürdig. Unwürdig ist es, wenn ein Landeshauptmann sich anmaßt, die unabhängige Justiz in einer derartigen Art und Weise zu disqualifizieren. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Völlig verkehrt! Setzen Sie sich nieder! Bis jetzt war es eine hoch stehende Debatte, bis Sie ans Rednerpult gekommen sind!
Viel unwürdiger aber ist es, wenn die Geschmacklosigkeit so weit geht, wieder einmal Robin Hood zu spielen und Almosen aus einem Notstandstopf zu verteilen, der ohnedies von der Kärntner FPÖ ausgeräumt wurde, und das zu einem Zeitpunkt, zu dem die Opfer schon drei Jahre lang der Hilfe bedurft hätten. Wäre es dem Landeshauptmann ernst gewesen, dann hätte er vor drei Jahren geholfen und nicht jetzt, fünf Minuten vor der Wahl. Das ist der Gipfel an Geschmacklosigkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Völlig verkehrt! Setzen Sie sich nieder! Bis jetzt war es eine hoch stehende Debatte, bis Sie ans Rednerpult gekommen sind!)
Abg. Scheibner: Falsche Debatte!
„Das Gesetz ... ist in der Praxis nicht umsetzbar, weil die Staatsanwaltschaften ihre Leitungs- und Kontrollfunktionen gegenüber der Polizei kaum wahrnehmen können, ...“ (Abg. Scheibner: Falsche Debatte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zum Thema nichts eingefallen! Ist ja kein Wunder!
Herr Bundesminister, die Richter und Staatsanwälte richten so über Sie! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zum Thema nichts eingefallen! Ist ja kein Wunder!)
Abg. Scheibner: Mit wem reden Sie jetzt eigentlich?
Bei der Strafprozessordnung, wo Sie ein schlechtes Gesetz schnell beschließen, geht es hingegen ganz flott. Dort jedoch, wo es wirklich Handlungsbedarf gegeben hätte, nämlich eine sofortige Reparatur, ein Füllen dieser Gesetzeslücken, die es dazu in Österreich gibt – auch was den internationalen Standard hiezu anlangt –, haben Sie eine Reaktionszeit von vier Jahren und behandeln das dann hier in einer Dringlichen. (Abg. Scheibner: Mit wem reden Sie jetzt eigentlich?)
Sitzung Nr. 54
Abg. Scheibner: Die haben schon Sie beschlossen!
Ich kann mich noch genau daran erinnern, als der Beschluss über den Ankauf der Kampfpanzer gefasst wurde. (Abg. Scheibner: Die haben schon Sie beschlossen!) Schon damals haben wir darauf hingewiesen, dass diese Art von Bewaffnung in Wirklichkeit eine Bewaffnung der Vergangenheit ist und keine Bewaffnung, um die zukünftigen und gegenwärtigen Herausforderungen zu bewältigen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Sehr schwach!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Erklärung sind Sie der österreichischen Bevölkerung bis zum heutigen Tag schuldig geblieben, weil es keine gute Erklärung dafür gibt. Die österreichische Bevölkerung wird wissen, wie sie darauf zu reagieren hat. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Sehr schwach!)
Abg. Scheibner: „Salzburger Nachrichten“ lesen!
Wenn Sie, Herr Minister Platter, hier von einer Abnahme der Flugzeuge durch die Herstellerländer philosophieren, so darf ich Sie auf den „Spiegel“ vom 15. März hinweisen (Abg. Scheibner: „Salzburger Nachrichten“ lesen!), in dem steht, dass es eine Beschwerde des deutschen Landesverteidigungsministeriums gibt, welches über Verzögerungen klagt und sagt, dass das Training von Piloten nach Einschätzung der Luftwaffenführung frühestens Ende des Jahres beginnen könne. (Rufe bei der ÖVP: Deutschland!) Und wörtlich: „Der Grund sind technische Probleme. Noch immer fehlten die ‚Leistungsnachweise‘, die für einen Flugbetrieb notwendig seien ...“
Abg. Scheibner: ... 20 Fragen beantworten!
Wissen Sie was? – Wenn die berühmten Großereignisse stattfinden, von denen Sie sprechen, dann mieten Sie künftig wieder für sieben Tage ein Flugzeug, mieten Sie einen Satellitenkanal, so wie es die „Salzburger Nachrichten“ beschrieben haben – Alexander Purger, der ohnehin da oben sitzt, wird das sicher noch genau wissen –, und dann haben Sie all das erfüllt, was Sie für Ihre Großveranstaltungen brauchen! (Abg. Scheibner: ... 20 Fragen beantworten!) Aber erzählen Sie uns bitte nicht den Schmäh, Österreich brauche milliardenteure Bomber und Großkampfflugzeuge, denn die sind nichts für die Luftraumüberwachung! Damit wollen Sie anscheinend das nächste Mal in Bagdad oder bei sonstigen Out-of-area-Einsätzen dabei sein.
Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt nichts verstanden – wie immer!
Bleiben wir im Sicherheitsbereich! Unsere Meinung ist, dass sich die Bedrohungsbilder längst verändert haben. Unsere Meinung ist, dass Kampfflugzeuge, die von Entwicklungsszenarien des Kalten Krieges ausgehen und in Wahrheit Kampfbomber sind, mit österreichischer Luftraumüberwachung und im Übrigen mit Lawinenschutz (Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt nichts verstanden – wie immer!), wie Sie es uns weismachen wollen, aber schon überhaupt nichts zu tun haben. Nehmen Sie sich doch selbst bei der Nase! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das wird Ihnen sehr schwer fallen!
Insofern ist schon zu fragen, und zwar auch in Ihrer Logik (Abg. Scheibner: Das wird Ihnen sehr schwer fallen!) – die Zeit erlaubt es nicht, auf Grundsatzfragen weiter einzugehen, andere werden das tun, bleiben wir bei Ihrer Logik –: Herr Ex-Bundesminister, was ist denn hier der Vorgang? – Das Ganze war und ist eine politische Entscheidung. Stehen Sie dazu!
Abg. Scheibner: Sie haben den Bericht völlig falsch gelesen!
Und jetzt sollte Ihnen der Unterschied klar werden. Ich erkläre Ihnen das mit Hilfe eines einfacheren Beispiels, falls Sie mir da folgen wollen: Eurofighter bekommt einen Elfmeter aufgelegt, Eurofighter läuft an, Eurofighter bewegt den Ball, der kollert vor sich hin – allerdings in Richtung Cornerfahne. Und siehe da: Das Verteidigungsministerium, das die Kriterien festsetzt, schafft es, in der notwendigen Geschwindigkeit das Tor so lange bis zur Cornerfahne hinüberzurücken, bis der Ball hineinkollert! – Und jetzt sagt der Rechnungshof – nicht ganz zu Unrecht im Übrigen –: Unter diesen von Ihnen fest ... (Abg. Scheibner: Sie haben den Bericht völlig falsch gelesen!) – Ja, Sie waren damals verantwortlich, und jetzt sind Sie schon nervös. – Unter diesen von Ihnen festgesetzten Kriterien kann man von zutreffend reden.
Abg. Scheibner: Wirklich?
Jetzt sage ich Ihnen – ich greife nur eines heraus – das entscheidendste Kriterium, nämlich das der Finanzierungsvariante. Am 25. Juni 2002 wird ein Bericht der Bewertungskommission vorgelegt. Davon war am Morgen dieses Tages keine Rede (Abg. Scheibner: Wirklich?) – Sie wissen es, Sie waren dabei –, dass das die Bestbietervariante war. Nein – ich darf Ihnen das noch einmal zeigen zur Nachvollziehbarkeit (der Redner verweist auf den Bericht des Rechnungshofes), in den meisten Varianten war Eurofighter nicht Bestbieter, nämlich entlang dieser langen Linie hier. Erst am Schluss (Abg. Scheibner: Kann eh keiner lesen!) – ja, nur damit man diese Linien erkennt – ist Eurofighter als Bestbieter deswegen herausgekommen, weil es der Herr Finanzminister mit seinen Interventionen – und zwar am letzten Tag! – durchgesetzt hat, dass eine bestimmte Finanzierungsvariante – von der nicht einmal alle Bieter gleich informiert waren, ist zu befürchten – herangezogen wurde. Und unter dieser Finanzierungsvariante wurde dann – obwohl sonst gleichwertig – diese Variante gewählt.
Abg. Scheibner: Kann eh keiner lesen!
Jetzt sage ich Ihnen – ich greife nur eines heraus – das entscheidendste Kriterium, nämlich das der Finanzierungsvariante. Am 25. Juni 2002 wird ein Bericht der Bewertungskommission vorgelegt. Davon war am Morgen dieses Tages keine Rede (Abg. Scheibner: Wirklich?) – Sie wissen es, Sie waren dabei –, dass das die Bestbietervariante war. Nein – ich darf Ihnen das noch einmal zeigen zur Nachvollziehbarkeit (der Redner verweist auf den Bericht des Rechnungshofes), in den meisten Varianten war Eurofighter nicht Bestbieter, nämlich entlang dieser langen Linie hier. Erst am Schluss (Abg. Scheibner: Kann eh keiner lesen!) – ja, nur damit man diese Linien erkennt – ist Eurofighter als Bestbieter deswegen herausgekommen, weil es der Herr Finanzminister mit seinen Interventionen – und zwar am letzten Tag! – durchgesetzt hat, dass eine bestimmte Finanzierungsvariante – von der nicht einmal alle Bieter gleich informiert waren, ist zu befürchten – herangezogen wurde. Und unter dieser Finanzierungsvariante wurde dann – obwohl sonst gleichwertig – diese Variante gewählt.
Abg. Scheibner: Das falsche!
Wenn Sie da jetzt nicht auf einen Gedanken kommen, der die Behauptung zulässt, dass am letzten Tag die Dinge noch so weit verschoben wurden, dass das herauskommt, was er wollte und nicht Sie wollten – Sie wollten ja sowieso den Gripen; Sie wollten den Gripen, ich habe hier das Dokument (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), nur ist das dem Rechnungshof nicht vorgelegt worden, trotz Urgenz ... (Abg. Scheibner: Das falsche!) – Sie sagen dauernd, das ist falsch. – Dem Rechnungshof
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal, wie so eine Unterschrift zustande kommt! Sie agieren da mit Fälschungen!
Aber deshalb ist ja ein Untersuchungsausschuss notwendig, genau deshalb! Sie selbst haben eine Woche vorher – das ist Ihre Unterschrift – hier für den Gripen plädiert, weil es nämlich zulässig war, den Gripen als Bestbieter zu ermitteln. (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal, wie so eine Unterschrift zustande kommt! Sie agieren da mit Fälschungen!)
Abg. Scheibner: Was heißt „noch“?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Bösch hat zu Recht festgestellt, dass auf Grund der Vorgänge rund um den Eurofighter noch niemand festgenommen wurde. – Das stimmt: Es gibt noch keine Gerichtsverfahren (Abg. Scheibner: Was heißt „noch“?), es gibt noch keine Beschuldigten (Abg. Mag. Molterer: Es gibt keine mehr!); die wesentlichen Untersuchungen sind noch gar nicht begonnen worden, aber nicht deshalb, weil die Fakten für Verfahren nicht ausreichen würden, sondern deshalb, weil überall dort, wo untersucht werden könnte – von der Justiz bis hier zum Nationalrat –, Untersuchungen verhindert worden sind. (Abg. Amon: Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner: Das waren aber nicht wir, die das gemacht haben! – Abg. Ellmauer: Das hat der Cap gesagt!
Allerletzte Bemerkung: Ich ersuche alle Damen und Herren der Regierungsparteien – selbstverständlich auch den Herrn Verteidigungsminister –, die Opfer der terroristischen Anschläge in Spanien nicht für die Beschaffung von Luftraumüberwachungsflugzeugen in Österreich zu missbrauchen! (Abg. Scheibner: Das waren aber nicht wir, die das gemacht haben! – Abg. Ellmauer: Das hat der Cap gesagt!) Niemand von denen, denen wir hier im Nationalrat heute zu Recht unser Mitgefühl und unsere Sympathie ausgesprochen haben (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), hat es sich verdient, dass seine Situation, seine Opfer, dass seine/ihre persönliche Situation für ein dubioses österreichisches Rüstungsgeschäft missbraucht werden! (Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: Redezeit!)
Abg. Scheibner: Alles beschlossen!
Es gibt bis heute kein schlüssiges Finanzierungskonzept hiefür, weil man ganz einfach nicht weiß, woher man das Geld nehmen soll – und für die Zukunft bleiben keine finanziellen Mittel mehr für notwendige und dringende Beschaffungen, insbesondere, was den Schutz und die Sicherheit der Soldaten anlangt. Kollege Scheibner, da musstest ja bereits auch du Abstriche machen! (Abg. Scheibner: Alles beschlossen!) Es war nicht möglich, insbesondere für unsere Soldaten, die im Dienste des Friedens unterwegs sind, die notwendige Ausrüstung anzuschaffen! – Und es wird noch schlechter.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht krankjammern!
Daher unser Nein zu dieser Ihrer Beschaffung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht krankjammern!)
Abg. Scheibner: 30 Mal im Jahr!
Folgendes sollte man hier außer Streit stellen – bei aller Kritik –: Klar ist, dass es sich, wenn sich auch nur einer dieser Flieger einmal vom Boden erhebt (Abg. Scheibner: 30 Mal im Jahr!) und damit ein Menschenleben, ein Objekt in unserem Lande geschützt wird, bereits ausgezahlt hat, diese Investition zu tätigen!
Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. – Abg. Scheibner – in Richtung des Redners –: Der Posch, das ist dein Partner!
Das ist natürlich etwas, was gerade für Jung-Abgeordnete nicht einfach ist, müssen ja auch wir Jungen diese Bürde tragen. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten, in denen wir regieren werden (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), werden wir uns sehr wohl überlegen müssen, wie wir diesen Schuldenberg weiter abbauen können, wie wir unser Land weiterhin sanieren können und damit weiterhin auf dem richtigen Weg bleiben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Posch. – Abg. Scheibner – in Richtung des Redners –: Der Posch, das ist dein Partner!)
Abg. Scheibner: Eure Vorwürfe waren aber auch nicht neu!
Abgeordnete Dr. Evelin Lichtenberger (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Bei den Ausführungen von Vertretern der beiden Regierungsparteien habe ich bis jetzt immer wieder auf neue Argumente gewartet – und gehofft, dass denn doch irgendwann einmal eine anständige Begründung für diese mehr als seltsame Beschaffungspolitik kommt. (Abg. Scheibner: Eure Vorwürfe waren aber auch nicht neu!)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Neutralität, Frau Lichtenberger?! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Neutralität, Frau Kollegin?) Was war denn die „große Schande“, als wir bei der Lawinenkatastrophe von Galtür um Hilfe ansuchen mussten?! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Neutralität, Frau Lichtenberger?! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie denn die 4,7 her?
Ein weiterer Punkt, aber ich bleibe jetzt noch ein bisschen bei diesen 4,7 Milliarden €. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie denn die 4,7 her?) Auch da ist dieser Rechnungshofbericht äußerst aufschlussreich, denn endlich haben wir einmal die Summen auf dem Tisch, und zwar offiziell. Bei diesen 4,7 Milliarden € zeigt sich ja auch, wie unprofessionell Sie bei dieser ganzen Beschaffung vorgegangen sind!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und Sie sich für solche Reden!
Überhaupt nichts wurde bedacht, was als Betriebskosten bei einer Anschaffung dann später anfällt. Meine Damen und Herren, und Sie nennen sich Wirtschaftspartei?! Dafür sollten Sie sich wirklich schämen und in sich gehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Und Sie sich für solche Reden!)
Abg. Scheibner: Nein, ihr selber!
„Blindflug“ hat Kollege Scheibner die Diskussion genannt. (Abg. Scheibner: Nein, ihr selber!) Ich bringe dir Beispiele für den „Blindflug“. Fasslabend: Für die Sicherheit sind 36 Abfangflugzeuge notwendig. Zweite Variante: 30 – unbedingt notwendig! Scheibner: 24 – unter 24 geht es nicht! Dann kam die Hochwasserkatastrophe – es wurde auf 18 reduziert. Hoffentlich bekommen die Hochwasseropfer auch bald das Geld, das wir uns durch den Verzicht auf diese sechs Abfangjäger eingespart haben, überwiesen. 18 sind also unbedingt notwendig. Jetzt sind wir bei zwölf angelangt: Mit zwölf ist das alles kein Problem!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na bravo!
An die Frauen in der ÖVP und der FPÖ kann ich nur folgenden Appell richten: Machen Sie sich doch endlich einmal innerhalb Ihrer eigenen Fraktionen stark, und verhindern Sie Geldverschwendung wie jene, über die wir heute hier sprechen! Setzen Sie sich dafür ein, dass tatsächliche Sicherheitspolitik in ihrer wahren Dimension gemacht wird – und nicht diese Spiegelfechtereien von Kampffliegern und Ähnlichem, wo uns Sicherheit vorgegaukelt wird, Sicherheit gegen Terroranschläge, wie sie in entsetzlicher Weise vor wenigen Tagen in Madrid passiert sind! Das ist Spiegelfechterei, meine Damen und Herren! – Das war mein Schlusssatz. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na bravo!)
Abg. Scheibner: Das sagt gerade ihr!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Hohes Haus! Es gilt nur noch eine Anmerkung zu machen, vor allem zur Wortmeldung der beiden letzten freiheitlichen Redner, die ein wenig das Parlament mit dem „Heumarkt“ verwechselt haben. (Abg. Scheibner: Das sagt gerade ihr!) Wie Sie argumentieren, ist natürlich Ihre Sache, aber das parlamentarische Recht der Opposition, Sondersitzungen einzuberufen, zu verleumden – wohl wissend, dass unter Jörg Haider die Sondersitzungen hier im Dutzend stattgefunden haben (Abg. Scheibner: Was habt ihr damals gesagt?) – und zu sagen, das sei bloße Geldverschwendung – also: Demokratie ist Geldverschwendung! –, gegen diese Ihre Äußerungen, die Sie hier vorhin von sich gegeben haben, möchte ich hier meinen Protest einlegen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Was habt ihr damals gesagt?
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Hohes Haus! Es gilt nur noch eine Anmerkung zu machen, vor allem zur Wortmeldung der beiden letzten freiheitlichen Redner, die ein wenig das Parlament mit dem „Heumarkt“ verwechselt haben. (Abg. Scheibner: Das sagt gerade ihr!) Wie Sie argumentieren, ist natürlich Ihre Sache, aber das parlamentarische Recht der Opposition, Sondersitzungen einzuberufen, zu verleumden – wohl wissend, dass unter Jörg Haider die Sondersitzungen hier im Dutzend stattgefunden haben (Abg. Scheibner: Was habt ihr damals gesagt?) – und zu sagen, das sei bloße Geldverschwendung – also: Demokratie ist Geldverschwendung! –, gegen diese Ihre Äußerungen, die Sie hier vorhin von sich gegeben haben, möchte ich hier meinen Protest einlegen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist ja wirklich das Ärgste! Das ist ja ungeheuerlich! – Herr Präsident! Das ist ungeheuerlich!
Letztlich stimmt es schon, dass man den Bericht dort einordnen muss, wo er herkommt: Er war ein Auftragswerk des Verteidigungsministers. (Abg. Scheibner: Das ist ja wirklich das Ärgste! Das ist ja ungeheuerlich! – Herr Präsident! Das ist ungeheuerlich!) Er hat eine zeitliche Beschränkung gehabt. Und natürlich findet sich in einem Rechnungshofbericht kein Hinweis auf unmittelbare Geschenkannahme, weil ja niemand so ungeschickt ist (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück, ...!) – das glauben Sie ja selber nicht! (Abg. Scheibner: ..., dass Sie sagen, der Rechnungshof ist beeinflussbar, der Rechnungshofbericht ist ein Auftragswerk!) –, Dokumente über Geschenkannahme so zu verwahren, dass man sie dann rechtzeitig dem Rechnungshof zustellen kann. Das ist doch völlig absurd!
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück, ...!
Letztlich stimmt es schon, dass man den Bericht dort einordnen muss, wo er herkommt: Er war ein Auftragswerk des Verteidigungsministers. (Abg. Scheibner: Das ist ja wirklich das Ärgste! Das ist ja ungeheuerlich! – Herr Präsident! Das ist ungeheuerlich!) Er hat eine zeitliche Beschränkung gehabt. Und natürlich findet sich in einem Rechnungshofbericht kein Hinweis auf unmittelbare Geschenkannahme, weil ja niemand so ungeschickt ist (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück, ...!) – das glauben Sie ja selber nicht! (Abg. Scheibner: ..., dass Sie sagen, der Rechnungshof ist beeinflussbar, der Rechnungshofbericht ist ein Auftragswerk!) –, Dokumente über Geschenkannahme so zu verwahren, dass man sie dann rechtzeitig dem Rechnungshof zustellen kann. Das ist doch völlig absurd!
Abg. Scheibner: ..., dass Sie sagen, der Rechnungshof ist beeinflussbar, der Rechnungshofbericht ist ein Auftragswerk!
Letztlich stimmt es schon, dass man den Bericht dort einordnen muss, wo er herkommt: Er war ein Auftragswerk des Verteidigungsministers. (Abg. Scheibner: Das ist ja wirklich das Ärgste! Das ist ja ungeheuerlich! – Herr Präsident! Das ist ungeheuerlich!) Er hat eine zeitliche Beschränkung gehabt. Und natürlich findet sich in einem Rechnungshofbericht kein Hinweis auf unmittelbare Geschenkannahme, weil ja niemand so ungeschickt ist (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Nehmen Sie das zurück, ...!) – das glauben Sie ja selber nicht! (Abg. Scheibner: ..., dass Sie sagen, der Rechnungshof ist beeinflussbar, der Rechnungshofbericht ist ein Auftragswerk!) –, Dokumente über Geschenkannahme so zu verwahren, dass man sie dann rechtzeitig dem Rechnungshof zustellen kann. Das ist doch völlig absurd!
Sitzung Nr. 55
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal nach!
Ich fordere, dass sowohl die ÖVP als auch die FPÖ ihre immer wiederkehrenden Ankündigungen, sie hätten Harmonisierungsvorschläge, erfüllen und diese endlich auf den Tisch legen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal nach!) Abgesehen vom Entschließungsentwurf haben Sie überhaupt nichts; außer dem Entschließungsentwurf liegt nichts vor – das ist eine Tatsache –, und nicht einmal an den halten Sie sich! (Abg. Scheibner: Können Sie nicht lesen oder wollen Sie nicht?)
Abg. Scheibner: Können Sie nicht lesen oder wollen Sie nicht?
Ich fordere, dass sowohl die ÖVP als auch die FPÖ ihre immer wiederkehrenden Ankündigungen, sie hätten Harmonisierungsvorschläge, erfüllen und diese endlich auf den Tisch legen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal nach!) Abgesehen vom Entschließungsentwurf haben Sie überhaupt nichts; außer dem Entschließungsentwurf liegt nichts vor – das ist eine Tatsache –, und nicht einmal an den halten Sie sich! (Abg. Scheibner: Können Sie nicht lesen oder wollen Sie nicht?)
Anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Daher der Wunsch an die österreichische Bevölkerung: Wer es mit der Harmonisierung ernst meint, der nutzt die Zeit bis kommenden Montag und unterschreibt das Volksbegehren! (Anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!
Sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ, sagen Sie der österreichischen Bevölkerung auch, dass mit der Aufhebung der Pensionsreform 2003 für Sie als Politiker wieder eine Verbesserung Ihrer Politikerpension verbunden ist, weil damit auch der für Regierungsmitglieder (Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Scheibner: Jetzt wissen wir es!) und für Politiker in höheren Rängen geltende Selbstbehalt von 15 Prozent, das Senken der Politikerpensionen sowie die für Politiker in niederen Rängen geltenden Solidaritätsbeiträge von acht Prozent aufgehoben werden!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sagt das der Arbeiterkammer, die mit Zwangsbeiträgen finanziert wird!
Abgeordnete Mag. Barbara Prammer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Meine Damen und Herren! Herr Minister! Ich möchte Sie sehr dringend auffordern und einladen, bei der Wahrheit zu bleiben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sagt das der Arbeiterkammer, die mit Zwangsbeiträgen finanziert wird!)
Abg. Scheibner: Wir werden schauen, ob ihr mitstimmt!
Wir werden es Ihnen beweisen, und die Sozialdemokraten können in Kärnten beweisen, dass sie da mittun, indem sie gemeinsam mit der FPÖ eine Harmonisierung auf Länderebene durchführen (Abg. Scheibner: Wir werden schauen, ob ihr mitstimmt!), sodass ab einer Stichtagsregelung für alle dasselbe Pensionseintrittsalter, dieselben Beiträge und dieselben Leistungen gelten. Und das sollte möglichst bald geschehen.
Abg. Scheibner: Jetzt drehen Sie alle ab! Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich fürchte, die Zuschauerinnen und Zuschauer werden nicht sehr begeistert davon sein, wenn wir die Pensionsdebatte schreiend führen. (Abg. Scheibner: Jetzt drehen Sie alle ab! Sie brauchen sich keine Sorgen zu machen!)
Abg. Scheibner: Wer hat denn damals mitgestimmt? Da waren wir die Einzigen, die dagegen waren! Wer hat das beschlossen, Herr Kollege? Sie waren das! Sie haben das beschlossen!
Ich sage Ihnen noch etwas: Das, was mich maßlos aufregt, ist, wenn Sie hier heraustreten und sagen, wir haben bei den Politikerpensionen alles, so wie bei den anderen Pensionen, gleichgemacht. – In wenigen Monaten geht ein Bundespräsident in Pension, der eine höhere Pension als den Aktivbezug erhalten wird. Die Leute registrieren das sehr wohl, sie bekommen das mit, dass trotz Ihrer Versprechungen, gleiche Anpassungen für Politikerpensionen, eine höhere Pension für den Bundespräsidenten – aber nicht nur für ihn, auch für viele andere, die in den nächsten Jahren in Pension gehen – herausschauen wird. (Abg. Scheibner: Wer hat denn damals mitgestimmt? Da waren wir die Einzigen, die dagegen waren! Wer hat das beschlossen, Herr Kollege? Sie waren das! Sie haben das beschlossen!)
Abg. Scheibner: Weil Sie nie da sind!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr – falls überhaupt schon einmal – ein solch lautes politisches Pfeifen im Walde gehört. (Abg. Scheibner: Weil Sie nie da sind!) Zuerst habe ich mir ja gedacht: Beim Herrn Minister kann ich es ja noch verstehen ... (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Man kann zwischendurch auch wieder ruhig sein! Das tut nicht weh, ich verspreche es! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner spricht, an der Regierungsbank stehend, mit Staatssekretärin Haubner und Bundesminister Mag. Haupt
Herr Abgeordneter Scheibner (Abg. Scheibner spricht, an der Regierungsbank stehend, mit Staatssekretärin Haubner und Bundesminister Mag. Haupt), wir kommen sogleich zur Abstimmung!
Abg. Scheibner: Aber ihr wart gegen das Kinderbetreuungsgeld!
Frau Abgeordnete Rosenkranz begann ihre Rede mit der Feststellung, die Wahlfreiheit sei eigentlich das Ziel der Freiheitlichen und so solle es auch sein. – Ich sehe da eigentlich keinen großen Unterschied zur Position der Sozialdemokratie, denn auch wir sagen, dass die Wahlfreiheit eigentlich das Ziel ist, das wir anstreben. (Abg. Scheibner: Aber ihr wart gegen das Kinderbetreuungsgeld!)
Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dolinschek winkt ab.
Aber interessant ist es dann geworden, als Herr Abgeordneter Dolinschek gemeint hat: Na, besser wäre es aber schon, wenn die Frauen zu Hause blieben, denn dann wäre die Belastung des Arbeitsmarktes mit 25 000 ... (Abg. Scheibner: Das ist falsch! – Abg. Dolinschek winkt ab.) Das Winken, Herr Abgeordneter Dolinschek, nützt jetzt auch nichts mehr! Das haben Sie hier gesagt. Außerdem meinten Sie, die Löhne würden sinken, wenn die Frauen wieder auf den Arbeitsmarkt kämen. Und so weiter und so fort. Darin zeigt sich eigentlich die wahre Haltung der Freiheitlichen.
Abg. Scheibner: Da muss man aber schnell fahren!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich bei meinem Wohnhaus aus den Fenstern blicke, schaue ich auf die Dächer von Preßburg in der Slowakei. Und wenige Kilometer davon entfernt ist die Grenze zu Ungarn; eine Autofahrt von einer Dreiviertelstunde davon entfernt die Grenze zu Tschechien. (Abg. Scheibner: Da muss man aber schnell fahren!)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Ich erinnere mich noch immer eher ungern an die Zeiten, als hier etliche FPÖ-Abgeordnete – das hat sich gebessert, Herr Kollege Scheibner – herinnen waren, die tatsächlich in ihrem Bereich, in dem sie Beschäftigung gegeben haben, auch mit Schwarzbeschäftigung zu tun hatten. Das hat es gegeben. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Soll ich Ihnen die Personen alle aufzählen? – Nein, Herr Kollege Scheibner, lassen wir die Vergangenheit sein! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ist eh gescheiter!
Herr Abgeordneter Fasslabend ist leider nicht mehr hier, daher möchte ich Herrn Abgeordneten Mitterlehner fragen, der ja, glaube ich, auf der Rednerliste steht: Wie sehen denn Sie das mit dem Kampf und den wichtigsten sozialpolitischen Aufgaben der ÖVP beim Kämpfen um die Arbeitsplätze? – Ich habe das Gefühl, diese politische Botschaft muss erst vor kurzem begonnen haben, weil man bisher nichts davon gemerkt hat. Die höchste Arbeitslosigkeit – das haben wir gemerkt, aber sonst nichts! (Beifall bei der SPÖ.) Hier in diesem Hohen Haus wird also so argumentiert, dass man eigentlich mehr richtig stellen muss, als man wirklich zur Materie reden kann. (Abg. Scheibner: Ist eh gescheiter!)
Abg. Scheibner: Seit wann?
Zweitens möchte ich zu den Ausführungen des Kollegen Ellmauer ganz klar festhalten: Die SPÖ ist immer für eine konstruktive Zusammenarbeit gewesen (Abg. Scheibner: Seit wann?), allerdings, meine Damen und Herren, war das früher offensichtlich bei den ÖVP-regierten Ländern nicht der Fall, und daher konnte viele Jahrzehnte hindurch keine Regelung zustande kommen.
Abg. Scheibner: Noch einen, einen Terrorkommissar!
Ich möchte in diesem Zusammenhang meine Kollegen von den Sozialdemokraten auch herzlich einladen, eine Linie dazu zu finden, denn das, was ich bisher gelesen habe, ist offenbar noch keine ausgereifte Linie. Kollege Cap schaut mich ganz ungläubig an. Ich habe heute gelesen, dass Sie vorschlagen, einen eigenen Kommissar in Brüssel dafür zu installieren, der sich mit Terrorbekämpfung beschäftigt. (Abg. Scheibner: Noch einen, einen Terrorkommissar!) Der neben Ihnen sitzende Kollege Parnigoni zum Beispiel hat uns über Monate heftigst kritisiert und gesagt, jede Art von Dienst ist abzulehnen, die es in diesem Zusammenhang gibt. Kollege Einem, der jetzt gar nicht da ist, hat uns vor einiger Zeit erklärt, er ist dafür, dass die Dienste gemeinsam kooperieren sollen. Ich frage nur nach einer Linie der SPÖ. (Abg. Parnigoni: Werden Sie hören!) Es würde mich freuen, wenn Sie mit uns darüber diskutieren und mit uns zu einer Linie finden. Ich darf Sie daher herzlich einladen, das zu berücksichtigen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Jetzt wieder zur Sache, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Das ist Ihre Freiheit, natürlich, selbstverständlich, wir werden auch dafür kämpfen, dass Sie diese Freiheit behalten können. Wir brauchen in dieser Frage weniger Europa, aber in der Frage der Sicherheit brauchen wir mehr Europa, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Jetzt wieder zur Sache, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Jetzt sind wir wieder bei der Polemik! Zuerst sagen Sie: keine Polemik, und jetzt sind Sie wieder mittendrin!
mal darüber nach, ob es wirklich notwendig ist, dass Österreich 75 Millionen € für diese Schweizer Schrottflugzeuge und 2,7 Milliarden € für die Eurofighter ausgibt, die in dieser Terrorismusbekämpfungsproblematik nicht wirklich einen Beitrag leisten können! (Abg. Scheibner: Jetzt sind wir wieder bei der Polemik! Zuerst sagen Sie: keine Polemik, und jetzt sind Sie wieder mittendrin!)
Abg. Scheibner: Das ist schon einmal ein guter Anfang!
Ich bin froh, dass ich zumindest in diesem einen Punkt mit einem Redner der Freiheitlichen Partei zu einer gemeinsamen Darstellung komme und durchaus gemeinsam etwas kritisieren kann. (Abg. Scheibner: Das ist schon einmal ein guter Anfang!) Aber, Herr Kollege Scheibner, dazu gehört auch, dass man sich uneingeschränkt zum europäischen Prozess bekennt! Wenn es mehr polizeiliche Zusammenarbeit gibt, dann muss es auch mehr rechtsstaatliche und parlamentarische Kontrolle geben. (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun!) Dann brauchen wir
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun!
Ich bin froh, dass ich zumindest in diesem einen Punkt mit einem Redner der Freiheitlichen Partei zu einer gemeinsamen Darstellung komme und durchaus gemeinsam etwas kritisieren kann. (Abg. Scheibner: Das ist schon einmal ein guter Anfang!) Aber, Herr Kollege Scheibner, dazu gehört auch, dass man sich uneingeschränkt zum europäischen Prozess bekennt! Wenn es mehr polizeiliche Zusammenarbeit gibt, dann muss es auch mehr rechtsstaatliche und parlamentarische Kontrolle geben. (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Wiederaufbau zu tun!) Dann brauchen wir
Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?
eine gemeinsame Verfassung! Zu jeder Überwachungsmaßnahme und zu jeder Fahndungsmaßnahme gehört ein Recht des Europäischen Parlaments, alles zu kontrollieren und festzustellen, dass es rechtsstaatlich zugeht. Das, Herr Kollege Scheibner, verhindert allerdings vor allem Ihre Partei in Österreich! (Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?) Werden Sie europäisch, damit es eine wirkliche europäische Alternative in der Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!) Das wäre höchst an der Zeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!
eine gemeinsame Verfassung! Zu jeder Überwachungsmaßnahme und zu jeder Fahndungsmaßnahme gehört ein Recht des Europäischen Parlaments, alles zu kontrollieren und festzustellen, dass es rechtsstaatlich zugeht. Das, Herr Kollege Scheibner, verhindert allerdings vor allem Ihre Partei in Österreich! (Abg. Scheibner: Wie kommen Sie darauf?) Werden Sie europäisch, damit es eine wirkliche europäische Alternative in der Sicherheitspolitik gibt! (Abg. Scheibner: Dass wir keine Kontrollrechte verlangen, das haben Sie aber aus dem Traumbuch!) Das wäre höchst an der Zeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Aber wenn ich mir die Ausführungen des Herrn Kollegen Miedl und auch die des Herrn Kollegen Spindelegger und ihrer freiheitlichen Konsorten anhöre (Abg. Scheibner: Was für „Konsorten“? Was heißt denn das schon wieder? – weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) und wenn ich mir die Vergangenheit, die letzten Diskussionsbeiträge dieser Damen und Herren vergegenwärtige (anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP) – ich nehme das Wort „Konsorten“ gerne zurück und verwende ein anderes (Abg. Gahr: Es ist höchste Zeit!), wenn Sie das so sehr aufregt, denn es geht hier um wichtigere Inhalte –, dann, meine Damen und Herren, muss ich feststellen, dass Sie wahnsinnig schnell und sehr gern in einen Bereich hinein entgleisen (Abg. Murauer: Andere entgleisen!), in dem genau jene Grundwerte, auf denen unsere westliche, europäische Gesellschaft fußt, in Frage gestellt und relativiert werden. Und das darf nicht sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Murauer: Womit wird das in Frage gestellt? Das wäre interessant!)
Widerspruch des Abg. Scheibner – Abg. Mag. Regler: Wer? Wo?
Gehen wir doch einmal auf die europäische Ebene: Sie sind sofort dabei, wenn es gilt, Freiheitsrechte, BürgerInnenrechte abzubauen (Widerspruch des Abg. Scheibner – Abg. Mag. Regler: Wer? Wo?) unter dem Argument des Terrorismus. Aber ich habe von Ihnen noch nie ein Wort davon gehört, dass das Grünbuch der Europäischen Union (Ruf bei der ÖVP: ... Allgemeinplätze! – anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP
Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Wieso?
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Ich?
Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Jetzt komme ich auch noch dran!), in Ihrer Analyse kann ich Ihnen weitgehend zustimmen. Sie haben das gesagt, was auch Villepin in der Konferenz der Außenminister gesagt hat, nämlich dass Terrorismus nur dann bekämpft werden kann, wenn man sich auch seinen Wurzeln zuwendet. Sie haben das sozialpolitische Umfeld sehr genau geschildert. Nur, Herr Kollege Scheibner: Ich wundere mich, warum Sie nicht zu anderen Schlussfolgerungen kommen. (Abg. Scheibner: Wieso?) Wenn Sie zu dieser Analyse fähig sind, warum ziehen Sie daraus nicht die Konsequenzen und arbeiten gemeinsam an einer Sicherung unserer Freiheiten, unserer demokratischen Rechte und gegen den Terrorismus, der genau jene bedroht (Abg. Scheibner: Wieso mache ich das nicht? Wieso kommen Sie auf die Idee, dass ich das nicht tue?), und nicht gemeinsam an einem Missbrauch der gesamten Terrordebatte – das tut mir auch emotional weh – dafür, Überwachungsmechanismen einzuführen, die Sie gerne hätten? (Abg. Scheibner: Ich?)
Abg. Scheibner: Was für ein „Regime“?
Meine Damen und Herren! Solche Mechanismen wie Videoüberwachungen großen Ausmaßes, Speicherung derselben Daten ohne gescheite Beurteilung sind, wenn sie einmal bestehen, missbrauchbar, sie sind von einem anderen Regime missbrauchbar. (Abg. Scheibner: Was für ein „Regime“?) Diesen Missbrauchsmöglichkeiten müssen wir von vornherein gegensteuern. Hier müssen wir mit größter Vorsicht arbeiten, sonst gehen Sie offenen Auges in eine Welt hinein, in der sich die Menschen mit Ihren Sicherheitsmaßnahmen nicht mehr identifizieren können, weil Sie ihnen alles wegnehmen, was Freiheit und BürgerInnenrechte in unseren Demokratien bedeutet haben und noch bedeuten.
Abg. Scheibner: Der hat auch Interessantes über die Sanktionen gesagt!
ausgeführt haben! (Abg. Scheibner: Der hat auch Interessantes über die Sanktionen gesagt!)
Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst doch noch ein paar Worte zum Herrn Bösch sagen, der hier gemeint hat, dass der Terrorismus im Islam begründet sei. (Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!) Herr Kollege, so wie Sie das formuliert haben ... (Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!) So wie ich das hier verstanden habe, hat es geheißen, dass ... (Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.)
Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst doch noch ein paar Worte zum Herrn Bösch sagen, der hier gemeint hat, dass der Terrorismus im Islam begründet sei. (Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!) Herr Kollege, so wie Sie das formuliert haben ... (Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!) So wie ich das hier verstanden habe, hat es geheißen, dass ... (Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.)
Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst doch noch ein paar Worte zum Herrn Bösch sagen, der hier gemeint hat, dass der Terrorismus im Islam begründet sei. (Abg. Scheibner: Der Missbrauch, hat er gesagt!) Herr Kollege, so wie Sie das formuliert haben ... (Abg. Scheibner: So hat er es nicht gesagt! Hören Sie einmal gut zu!) So wie ich das hier verstanden habe, hat es geheißen, dass ... (Abg. Scheibner: Reden Sie über etwas Gescheites! – Zwischenruf des Abg. Dr. Bösch.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das hat auch der Bösch nicht gesagt! Das hat kein Mensch gesagt!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): ... so etwas gedacht und gesagt werden kann. Es wundert mich, dass nicht die Ursachen, die Ihr Kollege Scheibner genannt hat, im Vordergrund stehen. Herr Kollege Scheibner, Ihr Klubobmann, hat kein Wort davon gesagt, dass der Islam daran schuld sei, sondern er hat genau jene Gründe angeführt, die im Bereich der Politik, im Bereich der Wirtschaft, im Bereich des Sozialen liegen, dort, wo der Nährboden tatsächlich da ist – aber nicht im Islam. Herr Bösch, ich fordere Sie auf, das zurückzunehmen und klarzustellen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das hat auch der Bösch nicht gesagt! Das hat kein Mensch gesagt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Darauf braucht ihr euch aber nichts einzubilden!
Im Gegensatz zur SPÖ möchten wir dieser Politik keinen Vorschub leisten und Demokratie und Rechtsstaat gegen diese Politik verteidigen. Wie in der Frage von Regierungsbildungen gilt auch hier: Nur Grün ist heute in der österreichischen Politik mit Sicherheit nicht blau! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Darauf braucht ihr euch aber nichts einzubilden!)
Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Ich bin fast geneigt, zu fragen: Wo sind die Regierungsmitglieder? (Abg. Mag. Molterer: Bei einem Entschließungsantrag?) Wir behandeln ein Thema, Herr Trinkl, von dem Sie gesagt haben, wie wichtig das alles für die ÖVP ist, aber es findet nicht einmal ein Mitglied der Bundesregierung dieses Thema für so wichtig, um sich hier herzusetzen. (Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!) Ja, Herr Scheibner, wacheln Sie mit der Geschäftsordnung, da haben Sie schon Recht, doch es wäre schön, wenn bei solch einem wichtigen Thema ein Interesse bekundet würde. Ich nehme zur Kenntnis: Außer Zwischenrufen gibt es kein Interesse. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!
Abgeordneter Franz Riepl (SPÖ): Sehr verehrter Herr Präsident! Ich bin fast geneigt, zu fragen: Wo sind die Regierungsmitglieder? (Abg. Mag. Molterer: Bei einem Entschließungsantrag?) Wir behandeln ein Thema, Herr Trinkl, von dem Sie gesagt haben, wie wichtig das alles für die ÖVP ist, aber es findet nicht einmal ein Mitglied der Bundesregierung dieses Thema für so wichtig, um sich hier herzusetzen. (Abg. Scheibner: Es gibt eine Geschäftsordnung! Das ist überhaupt nicht vorgesehen!) Ja, Herr Scheibner, wacheln Sie mit der Geschäftsordnung, da haben Sie schon Recht, doch es wäre schön, wenn bei solch einem wichtigen Thema ein Interesse bekundet würde. Ich nehme zur Kenntnis: Außer Zwischenrufen gibt es kein Interesse. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst hat die Opposition gesagt, man soll keine Regierungsmitglieder von der Arbeit abziehen!)
Abg. Scheibner: Das sagt man nicht nur in Ottakring!
Herr Mitterlehner sagte im Ausschuss, in der Wirtschaftskammer gibt es jetzt sogar einen Arbeitskreis, der sich damit beschäftigt. Das ist gut, Herr Mitterlehner, aber was bringt das? Die Mehrheit der Arbeitgeber beschwert sich bereits bei uns, bei der SPÖ, bei den Gewerkschaften, dass nichts weitergeht. Die kommen gar nicht mehr zu Ihnen, wahrscheinlich auch nicht in Ihren Arbeitskreis, weil sie in Wirklichkeit – ich sage es jetzt auf Ottakringerisch – „angefressen“ sind von dieser Art der Interessenvertretung (Abg. Scheibner: Das sagt man nicht nur in Ottakring!), die von Seiten der ÖVP, des Wirtschaftsbundes und auch von Seiten der Wirtschaftskammer gemacht wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Geht nachher auf einen Kaffee!
Herr Bundesminister! Ich fordere jetzt im Namen der sozialdemokratischen Fraktion von Ihnen ein: Bringen Sie bitte das, was Sie heute hier salbungsvoll von der Regierungsbank aus verkündet haben (Abg. Ing. Schultes: „Salbungsvoll“ ist ein ... Wort!) – zu Ihnen komme ich auch noch, Kollege Schultes, das habe ich mir auch aufgeschrieben! (Abg. Scheibner: Geht nachher auf einen Kaffee!) – auch in Ordnung, Herbert Scheibner, ich nehme dich mit, ich lade dich ein! –, tatsächlich zu Papier und lassen Sie es einmal als Vorschlag hier herinnen im Parlament diskutieren! Bisher haben wir nämlich nur Worthülsen, nur Ankündigungen, aber keine konkreten Zahlen, Daten und Fakten. Und das, Herr Bundesminister, fordern wir ein im Hinblick auf Handelbarkeit, im Hinblick auf die Veränderungen, die heute alle schon diskutiert wurden.
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Was soll das?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. 2 Minuten Redezeit sind gewünscht. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Was soll das?)
Abg. Scheibner: Du hast eh schon einmal geredet!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es besteht offensichtlich großes Interesse beim Kollegen Scheibner, zu erfahren, was die Grünen hier noch weiter zu sagen haben. (Abg. Scheibner: Du hast eh schon einmal geredet!)
Abg. Scheibner – auf den geschrumpften Luftballon deutend –: Geh, mach das noch einmal!
Register führen. (Abg. Scheibner – auf den geschrumpften Luftballon deutend –: Geh, mach das noch einmal!) Bei uns ist nicht einmal klar, ob das geschehen soll. (Abg. Scheibner: Könnten wir das noch einmal sehen? Gibt es eine Zeitlupe davon?)
Abg. Scheibner: Könnten wir das noch einmal sehen? Gibt es eine Zeitlupe davon?
Register führen. (Abg. Scheibner – auf den geschrumpften Luftballon deutend –: Geh, mach das noch einmal!) Bei uns ist nicht einmal klar, ob das geschehen soll. (Abg. Scheibner: Könnten wir das noch einmal sehen? Gibt es eine Zeitlupe davon?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bitte, mach das noch einmal mit dem Luftballon!
Ich denke, dass sich Ihre Klimapolitik mit einem einzigen Wort zusammenfassen lässt, nämlich „Debakel“! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Bitte, mach das noch einmal mit dem Luftballon!)
Abg. Scheibner: Tangenten und Sekanten! – Abg. Dr. Lichtenberger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wir werden jetzt nicht über Tangenten und Sekanten reden!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Dr. Lichtenberger wunschgemäß 5 Minuten zu uns. – Bitte. (Abg. Scheibner: Tangenten und Sekanten! – Abg. Dr. Lichtenberger – auf dem Weg zum Rednerpult –: Wir werden jetzt nicht über Tangenten und Sekanten reden!)
Abg. Scheibner: Da wird er aber jetzt ganz nervös werden!
Herr Kollege Mitterlehner, ich schaue Sie an und bin von Ihnen ganz besonders enttäuscht (Abg. Scheibner: Da wird er aber jetzt ganz nervös werden!), denn immer dann, wenn es darum geht, moderne Anreize für die Wirtschaft zu setzen, kann man sich auf eines verlassen: dass Sie und Ihre Gefährtinnen und Gefährten dagegen schießen, wo immer es geht.
Sitzung Nr. 56
Abg. Scheibner: Das ist aber eine nette Frage!
(Abg. Scheibner: Das ist aber eine nette Frage!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber bei anderen Sachen auch so!
Abgeordneter Mag. Dietmar Hoscher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Kollege Maier, es freut mich – auch aus deinem Wahlkreis kommend –, dass du die Liebe für diesen Wahlkreis entdeckt hast, insbesondere deswegen, weil dieser Wahlkreis vor zwei Jahren im Hochwasser und im Schlamm versunken wäre, wenn wir deiner Fraktion gefolgt wären und die Donauinsel nicht gebaut hätten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber bei anderen Sachen auch so!)
Abg. Scheibner: Geh, geh!
Sie von den Koalitionsparteien haben außerdem noch einfachgesetzlich einen 10-Prozent-Deckel eingeführt, weil Sie geahnt haben, dass es da in den nächsten Jahren zu Pensionskürzungen von bis zu 30, 40 Prozent kommen kann. Das war nämlich auch nicht klar, und das hatten Sie nämlich auch nicht vor, diesen 10-Prozent-Deckel einzuführen. (Abg. Scheibner: Geh, geh!) Erst als wir hier darauf hingewiesen haben, erst als die Gewerkschaften darauf hingewiesen haben, erst als die betroffenen Pensionistenverbände darauf hingewiesen haben, haben Sie dann gesagt: Aha, das kann zu Kürzungen im Ausmaß von 30, 40 Prozent führen. Na, dann führen wir halt einmal einen Deckel ein. – Ein drittes Beispiel von schlechtem Gewissen für Ihre unsoziale Politik im Pensionsbereich! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Also bei der Pension sind wir ruhig, gell!
Das hören Sie sich ruhig einmal an, wenn Sie in die Cafeteria gehen und dort durch eine mittlere Bestellung 10 € verjuxen! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Hören Sie sich das einmal an! Das ist so! So lebt man, wenn man in Pension ist und nicht eine hohe Pension hat – außer man hat irgendwann einmal eine Beamtenpension der höheren Ebene ausgefasst, dann sind 10 € nicht so bedeutend. (Abg. Scheibner: Also bei der Pension sind wir ruhig, gell!) – Über die Harmonisierung können wir dann auch gleich reden.
Abg. Scheibner: In Wien vor allem! – Weitere Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: In Wien!
Tun Sie doch nicht so, als ob es nicht zu einer Erhöhung der Energieabgabe gekommen wäre! Tun Sie doch nicht so, als ob es nicht im Bereich des Autofahrens, beim Wasser, bei der Müllabfuhr, beim Wohnen überall zu Veränderungen gekommen wäre, die letztlich ... (Abg. Scheibner: In Wien vor allem! – Weitere Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: In Wien!) – Ja, mit Ihrer „Drangselei“ und „Zwanglerei“, weil Sie sagen: Das rote Wien werden wir jetzt einmal ordentlich aushungern! (Abg. Scheibner: Das ist „fein“! Das gibt man aber jetzt weiter an die Kleinen!) – das ist Ihre Politik! –, damit wir dann nachher sagen können – inklusive Einsparungen im öffentlichen Dienst –: Die kommen mit den Arbeitsplätzen nicht zu Rande!
Abg. Scheibner: Das ist „fein“! Das gibt man aber jetzt weiter an die Kleinen!
Tun Sie doch nicht so, als ob es nicht zu einer Erhöhung der Energieabgabe gekommen wäre! Tun Sie doch nicht so, als ob es nicht im Bereich des Autofahrens, beim Wasser, bei der Müllabfuhr, beim Wohnen überall zu Veränderungen gekommen wäre, die letztlich ... (Abg. Scheibner: In Wien vor allem! – Weitere Rufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen: In Wien!) – Ja, mit Ihrer „Drangselei“ und „Zwanglerei“, weil Sie sagen: Das rote Wien werden wir jetzt einmal ordentlich aushungern! (Abg. Scheibner: Das ist „fein“! Das gibt man aber jetzt weiter an die Kleinen!) – das ist Ihre Politik! –, damit wir dann nachher sagen können – inklusive Einsparungen im öffentlichen Dienst –: Die kommen mit den Arbeitsplätzen nicht zu Rande!
Abg. Scheibner: Wie war es in Brüssel?
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Wie war es in Brüssel?) Vielleicht einige Klarstellungen zu dem, was der Sozialminister uns hier zu erzählen versucht hat. Ich beziehe mich nur auf die offiziellen Zahlen aus Ihrem Ministerium.
Abg. Scheibner: Da ist überall die Regierung schuld?
Kollege Cap, Sie sprechen jetzt so groß von „Belastungen“. Das ist meiner Meinung nach schon fast unverschämt, wenn man nämlich dort, wo man die Möglichkeiten hat – wie in Wien, wo ja die SPÖ herrscht und mächtig ist –, in den letzten Jahren eine Belastung nach der anderen geschaffen hat. 20 Punkte habe ich aufgelistet, ich zähle nur ein paar auf. (Ruf bei der SPÖ: Mehr!) – Es sind mehr, ja. Ich höre „mehr“. Sie wissen es selbst: Wahrscheinlich sind es mehr. Ich zähle Ihnen aber nur ein paar auf: Einführung einer neuen Wiener Stromsteuer, Einführung einer neuen Wiener Müllsteuer, Erhöhung der Städtischen Kindergartengebühren, Erhöhung der Gaspreise und, und, und. (Abg. Scheibner: Da ist überall die Regierung schuld?)
Abg. Scheibner: Puswald! – Abg. Steibl: Gusenbauer!
Von wem, glauben Sie, sind diese Zitate – alle aus dem Jänner 2003? (Abg. Scheibner: Puswald! – Abg. Steibl: Gusenbauer!) – Ja. Sie selber wissen es nicht, aber sie stammen von Ihrem Vorsitzenden, Klubobmann Gusenbauer. Im Jänner 2003 spricht er sich genau für das aus, was die Regierung gemacht hat (Abg. Scheibner: Ein kurzes Gedächtnis!): eben für Einsparungen, für das Auslaufenlassen der Frühpensionen und dafür, einen lebenslangen Durchrechnungszeitraum einzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Sie haben es falsch verstanden!)
Abg. Scheibner: Ein kurzes Gedächtnis!
Von wem, glauben Sie, sind diese Zitate – alle aus dem Jänner 2003? (Abg. Scheibner: Puswald! – Abg. Steibl: Gusenbauer!) – Ja. Sie selber wissen es nicht, aber sie stammen von Ihrem Vorsitzenden, Klubobmann Gusenbauer. Im Jänner 2003 spricht er sich genau für das aus, was die Regierung gemacht hat (Abg. Scheibner: Ein kurzes Gedächtnis!): eben für Einsparungen, für das Auslaufenlassen der Frühpensionen und dafür, einen lebenslangen Durchrechnungszeitraum einzuführen. (Abg. Dr. Puswald: Sie haben es falsch verstanden!)
Abg. Scheibner: Er hatte eine wichtige Sitzung! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich darf zwei davon zitieren. – Einmal ist Kollege Wöginger hier gestanden und hat gesagt: Diese Reform schafft der Jugend die Chancen der Zukunft! Ich bin heute sicher, dass unsere Pension gewährleistet ist! – Herr Kollege Wöginger durfte dann die ganze Debatte mitverfolgen, er hat die sozialdemokratischen und die grünen Argumente gehört, und siehe da, als es zur Abstimmung kam, hat er sich zurückgezogen, weil er eingesehen hat, dass das nicht das ist, was er sich vorstellt. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Er hat es vorgezogen, der Abstimmung nicht beizuwohnen, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Er hatte eine wichtige Sitzung! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist die Arbeiterkammer!
Sie sollten keine Fehlinformationen verbreiten, so wie es heute von den Arbeiterkammern und Sozialversicherungsanstalten geschieht. Da gehen die Frauen des Jahrganges 1947, die jetzt in Pension gehen könnten, hin und fragen: Wie viel Pension bekomme ich? Bei drei verschiedenen Stellen erhalten sie drei verschiedene Ergebnisse mit Verlusten bis zu 15 Prozent, was gar nicht möglich ist. (Abg. Scheibner: Das ist die Arbeiterkammer!) Also das schreit ja zum Himmel, wie falsch die Leute informiert werden. Das schreit zum Himmel!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie müssen eh nicht da draußen stehen! – Abg. Großruck: Tun Sie es! Gehen Sie ...!
Bei dieser Art von Sozialpolitik wäre ich ganz still, würde kein Wort reden und mich nicht hier herstellen und noch großartig davon reden, welche Erfolge damit erreicht wurden! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie müssen eh nicht da draußen stehen! – Abg. Großruck: Tun Sie es! Gehen Sie ...!)
Abg. Scheibner: Jetzt halten Sie sich einmal ein bisschen zurück!
Herr Sozialminister, Sie kennen noch weit dramatischere Zahlen aus den Auswertungen der betrieblichen Sterbekasse, ich habe Ihnen gestern wieder Zahlen dazu gegeben. Und die Realität, die diese Zahlen aufzeigen, sieht noch viel dramatischer aus: Unter mehr als 4 000 recherchierten Fällen beträgt das durchschnittliche Sterbealter der Nacht-, Schicht- und Schwerstarbeiter nicht einmal 60 Jahre. Und unter den unsozialen schwarz-blauen Rahmenbedingungen bedeutet dies für die Nacht- und Schichtarbeiter den Tod noch vor Erreichen des Regelpensionsalters. (Abg. Scheibner: Jetzt halten Sie sich einmal ein bisschen zurück!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – in Richtung Präsidium –: Was ist denn da los?
Meine Damen und Herren! Das ist menschenverachtend und zynisch! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – in Richtung Präsidium –: Was ist denn da los?)
Abg. Scheibner: Genau!
Aber, Herr Kollege Keck, ich bitte Sie dringend, da Sie ja genau wissen, dass diese Daten der „Erfolg“ der Arbeitswelt der letzten 30 Jahre sind (Abg. Lentsch: So ist es! Genau so ist es!), die Arbeitsbedingen in der Voest nicht dieser Bundesregierung in die Schuhe zu schieben (Abg. Scheibner: Genau!), sondern als Personalvertreter für diesen Bereich Ihre Mitverantwortung dafür einzuräumen, dass diese Daten heute möglich sind (Widerspruch bei der SPÖ), weil der Arbeitnehmerschutz in der Voest von Ihnen und Ihren Vertretern wahrgenommen worden ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Nürnberger: ... Gefahr ...!)
Abg. Silhavy: Sie sollten sich schämen! – Abg. Scheibner: Zu schämen brauchen nur Sie sich!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Molterer. Restliche Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Silhavy: Sie sollten sich schämen! – Abg. Scheibner: Zu schämen brauchen nur Sie sich!)
Abg. Scheibner: Wo?
Frau Bundesministerin, abschließend: Das Pollenallergierisiko ist unheimlich groß. In neuen Untersuchungen norwegischer Wissenschafter auf den Philippinen konnte gezeigt werden, dass bei Blutuntersuchungen an dort auf der Insel Mindanao arbeitenden Bauern (Abg. Scheibner: Wo?) eindeutig intakte Viruspromotoren von gentechnisch verändertem Mais im Blut nachgewiesen wurden. Das sind kürzliche Studien; also: Fragen über Fragen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schön sprechen!
Und was geschieht? – Die Frau Landeshauptfrau geht her und ruft aus: Jessas na, wenn es so zugeht, gehört ein Ehrenkodex her! – An sich ist das ja richtig, aber fünf Jahre zu spät. Der Vorwurf ist ja nicht, dass man draufkommt, dass ein Ehrenkodex hergehört, sondern dass man jahrelang wissentlich weggeschaut hat und diesen Schritt nicht schon Jahre zuvor gesetzt hat! Denn dass es so etwas wie Corporate Governance gibt, dürfte sich selbst bei den ärgsten „Åbanehmer“ schon herumgesprochen haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Schön sprechen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich möchte nur noch ein Beispiel bringen, damit auch dieser Herr nicht unerwähnt bleibt, denn all das sind Freunde der ÖVP in der Steiermark: Ein gewisser Herr Hohenberg hat serienweise BeteiligungsGesmbHs mitgegründet und ist dann ein Freund dieses Aufsichtsratschefs geworden oder war es schon. Er hat jedenfalls ein Projekt irgendwo in der schönen Oststeiermark forciert, wo man auf die erwähnte Energie Finanzservice GesmbH gegriffen hat, hat sich dort einen Haufen Geld geholt. Die Kredite sind in keiner Weise besichert, und dieser Herr Hohenberg hält in dieser Firma Anteile. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ich habe nicht auf Sie gezeigt, ich habe nur die Hand so bewegt.
Abg. Scheibner: Was lesen Sie uns da heute vor?
Der Rechnungshof hält dazu fest, die Ausschreibung habe nicht den vergaberechtlichen Vorgaben entsprochen. Der Preis von Zehnder lag auch um zirka 30 Prozent über dem des Zweitgereihten. (Abg. Scheibner: Was lesen Sie uns da heute vor?) – Herr Scheibner, ich bin leider nicht so geübt wie Sie!
Abg. Scheibner: Das sind alles eure Leute! Nicht streiken, sondern mithelfen, dass etwas Gescheites geschieht!
Ich hoffe, dass es bei den Bundesbahnen rasch zu entsprechenden Weichenstellungen kommt, sodass man überhaupt wieder von einem strukturierten Unternehmen Bahn sprechen kann. Derzeit ist es leider so, dass es von Minister Gorbach fast ein Arbeitsverbot in Form eines Briefes an den Vorstand gegeben hat: Bis die Strukturen stehen, sollen sie eigentlich nichts tun! Die zweite Ebene lehnt sich zurück und schaut zu. Wenn man bei der Bahn mit den Bediensteten spricht, dann tut es einem wirklich Leid ... (Abg. Scheibner: Das sind alles eure Leute! Nicht streiken, sondern mithelfen, dass etwas Gescheites geschieht!) – Na ja, die dürfen nichts tun, und das ist das Problem!
Abg. Scheibner: Das darf dann aber nicht „Opa 5“, sondern muss „Enkel 5“ heißen! Das wäre ja nur logisch!
Ich schlage heute hier eine weitere Flexibilisierung vor: Wenn jemand zum Beispiel das Kennzeichen „Opa 1“ gewählt hat, dann sollte es eventuell möglich sein, dass er es im Laufe der Zeit, wenn er noch mehrere Enkel bekommt, ohne weitere Gebühren auf „Opa 2“, „3“, „4“ und „5“ anpassen kann! (Abg. Scheibner: Das darf dann aber nicht „Opa 5“, sondern muss „Enkel 5“ heißen! Das wäre ja nur logisch!)
Sitzung Nr. 58
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben aber heute schon eine gehört von dort drüben!
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darf ich Ihnen vielleicht eines vorneweg sagen: Ich habe den Eindruck, dass Sie heute den Wochentag verwechselt haben. Es ist heute nicht Sonntag. Und wir brauchen heute auch keine Sonntagsreden zur Erweiterung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben aber heute schon eine gehört von dort drüben!)
Abg. Scheibner: Das macht das Zitat nicht ...!
Dass Sie jetzt einer jener sind, die hergehen und – wie Sie das übrigens auch schon in der Vergangenheit, in den letzten Jahren, seit die siebenjährigen Übergangsfristen beschlossen wurden, getan haben – sagen: Das ist jetzt das Nonplusultra, das ist das, was wir geschaffen haben, um den österreichischen Arbeitsmarkt zu schützen!, dazu muss ich Ihnen sagen: Das, Herr Minister, ist eine „Kopfgeburt der Angststruktur“. – Das ist ein Zitat des Korrespondenten der „Süddeutschen Zeitung“ in Wien, Michael Frank, der das letzte Woche auf einer Schiffsreise, die wir – der Grüne Klub – mit eingeladenen Botschafterinnen und Botschaftern und Expertinnen und Experten von Wien nach Bratislava gemacht haben, gesagt hat. (Abg. Scheibner: Das macht das Zitat nicht ...!) Eine „Kopfgeburt der Angststruktur“: herzugehen und zu sagen – was Sie gemacht haben, und ich muss wohl sagen, dass sich da die einstige Europapartei ÖVP vor den Karren der Freiheitlichen hat spannen lassen – und damit Politik zu machen, dass man sagt, ... (Abg. Mag. Molterer: Wie ist das mit dem Schröder in Deutschland und mit Alt-Grün? ... Fischer in Deutschland? – Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Scheibner: Aber es geht um Prinzipien!
Die Misstöne, die es auch in Österreich gibt – halb Österreich glaubt, dass die Spesen-Debatte die Zukunft der EU bestimmen wird; das ist doch in höchstem Maße lächerlich. Ich muss auch nicht unbedingt in jeder Erweiterungsdebatte über Beneš diskutieren. (Abg. Mag. Mainoni: Aber die Signalwirkung ist schon wichtig!) Beneš war ein bedeutender tschechischer Politiker – ich wiederhole es zum x-ten Male –, die Beneš-Dekrete sind nicht zu verteidigen, aber unter demselben Beneš ist Tausenden, auch Österreichern, die auf der Flucht vor Hitler waren, Asyl und die tschechische Staatsbürgerschaft ... (Abg. Scheibner: Aber es geht um Prinzipien!) – Das ist kein Prinzip (Abg. Scheibner: Oder teilen Sie jetzt in gut und schlecht ...?), die Hilfe für Asylsuchende, die vor Hitler geflohen sind? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist Ihrer Meinung nach kein Prinzip? Herr Scheibner, überlegen Sie sich noch einmal, was Sie hier sagen. (Abg. Scheibner: Das sollten Sie sich überlegen, was Sie hier sagen!)
Abg. Scheibner: Oder teilen Sie jetzt in gut und schlecht ...?
Die Misstöne, die es auch in Österreich gibt – halb Österreich glaubt, dass die Spesen-Debatte die Zukunft der EU bestimmen wird; das ist doch in höchstem Maße lächerlich. Ich muss auch nicht unbedingt in jeder Erweiterungsdebatte über Beneš diskutieren. (Abg. Mag. Mainoni: Aber die Signalwirkung ist schon wichtig!) Beneš war ein bedeutender tschechischer Politiker – ich wiederhole es zum x-ten Male –, die Beneš-Dekrete sind nicht zu verteidigen, aber unter demselben Beneš ist Tausenden, auch Österreichern, die auf der Flucht vor Hitler waren, Asyl und die tschechische Staatsbürgerschaft ... (Abg. Scheibner: Aber es geht um Prinzipien!) – Das ist kein Prinzip (Abg. Scheibner: Oder teilen Sie jetzt in gut und schlecht ...?), die Hilfe für Asylsuchende, die vor Hitler geflohen sind? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist Ihrer Meinung nach kein Prinzip? Herr Scheibner, überlegen Sie sich noch einmal, was Sie hier sagen. (Abg. Scheibner: Das sollten Sie sich überlegen, was Sie hier sagen!)
Abg. Scheibner: Das sollten Sie sich überlegen, was Sie hier sagen!
Die Misstöne, die es auch in Österreich gibt – halb Österreich glaubt, dass die Spesen-Debatte die Zukunft der EU bestimmen wird; das ist doch in höchstem Maße lächerlich. Ich muss auch nicht unbedingt in jeder Erweiterungsdebatte über Beneš diskutieren. (Abg. Mag. Mainoni: Aber die Signalwirkung ist schon wichtig!) Beneš war ein bedeutender tschechischer Politiker – ich wiederhole es zum x-ten Male –, die Beneš-Dekrete sind nicht zu verteidigen, aber unter demselben Beneš ist Tausenden, auch Österreichern, die auf der Flucht vor Hitler waren, Asyl und die tschechische Staatsbürgerschaft ... (Abg. Scheibner: Aber es geht um Prinzipien!) – Das ist kein Prinzip (Abg. Scheibner: Oder teilen Sie jetzt in gut und schlecht ...?), die Hilfe für Asylsuchende, die vor Hitler geflohen sind? (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das ist Ihrer Meinung nach kein Prinzip? Herr Scheibner, überlegen Sie sich noch einmal, was Sie hier sagen. (Abg. Scheibner: Das sollten Sie sich überlegen, was Sie hier sagen!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Der künftige Justizminister der SPÖ! – Abg. Dr. Puswald: Bitte keine Vorschusslorbeeren! – Abg. Scheibner: Im Burgenland!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Puswald. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 6 Minuten. – Bitte, Herr Kollege. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Puswald –: Der künftige Justizminister der SPÖ! – Abg. Dr. Puswald: Bitte keine Vorschusslorbeeren! – Abg. Scheibner: Im Burgenland!)
Abg. Mag. Molterer: Wer? – Abg. Scheibner: Geh, das gibt’s ja gar nicht!
Wir diskutieren ein Übereinkommen der Vereinten Nationen über die grenzüberschreitende organisierte Kriminalität. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zauberlehrling!) Es wurde mehrfach klar gesagt, dass alle Parteien und natürlich auch die Sozialdemokraten dieses Übereinkommen nicht nur unterstützen, sondern auch begrüßen. Es gibt daher auch einen einstimmigen Beschluss des Justizausschusses. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zauberlehrling!) – Der Kollege macht mich nervös. (Abg. Mag. Molterer: Wer? – Abg. Scheibner: Geh, das gibt’s ja gar nicht!) Doch, das gibt’s! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Abg. Scheibner: Aber nur, wenn die Kriminellen frei herumlaufen!
Wenn im Gegenzug zu derartigen Bemühungen mit dem vorliegenden Gesetzeswerk dazu beigetragen werden soll, dass die organisierte Kriminalität, die in vielen Ländern grenzübergreifend tätig ist, effizienter verfolgt werden kann, so darf dies andererseits aber nicht dazu führen, dass wir polizeistaatliche Strukturen erkennen müssen. Hier sehe ich in Österreich vor allem angesichts der Tätigkeit des Herrn Innenministers Ansätze, die man ebenfalls rechtzeitig erkennen und an ihrer Wurzel bekämpfen muss. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Beim Zahnarzt auch!) Es ist wichtig – wie beim Zahnarzt –, rechtzeitig auf den Zahn zu fühlen, rechtzeitig die schwarzen Lücken zu erkennen, die sich im Rechtsstaat auftun könnten, und rechtzeitig den Bemühungen des Herrn Justizministers einen Riegel vorzuschieben, die dazu führen, dass sich der Bürger in unserem demokratischen Rechtsstaat zunehmend unwohl zu fühlen beginnt. (Abg. Scheibner: Aber nur, wenn die Kriminellen frei herumlaufen!)
Abg. Scheibner: In Kärnten sind die Leute recht zufrieden!
Auch Sie, Herr Kollege – wenn Sie jetzt den Saal verlassen und das mit einer abwertenden Handbewegung tun (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber nur, weil ...!) –, mögen daran denken, dass genau das, was immer mehr Bürger als negativ empfinden, niemals Platz greifen darf, auch nicht im Lichte eines solchen Übereinkommens. (Abg. Scheibner: In Kärnten sind die Leute recht zufrieden!) Wir wollen keinen gläsernen Menschen, wir wollen keinen Überwachungsstaat, wo jeder x-beliebige Politiker und erst recht ein Minister auf einen Knopf drückt oder eine Chipkarte zur Hand nimmt, irgendwo durchzieht und in Sekundenschnelle irgendwelche Daten abrufen kann. Auch solchen Tendenzen ist rechtzeitig eine Absage zu erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Kollege Bösch hat von „zielorientiert“ gesprochen, zielorientiert sei die Politik dieser Koalitionsparteien. – Das ist sie schon lange nicht mehr, Herr Abgeordneter! Verunsicherung ist an der Tagesordnung, ein Herumprobieren. Ich erinnere an die HG-Neu, an die HG-Neu-Neu, die HG-Neu-Neu-Neu, die REORG 2002, die als der große Wurf gefeiert worden ist. Was ist daraus geworden, Kollege Murauer? – Der große Hinauswurf von Bediensteten, die 55 Jahre alt sind, von Soldaten, die 60 Jahre alt waren, die sich nicht mehr bewähren durften! (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Kollege Scheibner war noch nicht einmal bei der Tür des Ministeriums draußen, wurde ihm ausgerichtet, eine neue Reorganisation muss her. (Abg. Murauer: Rückt doch raus mit euren Alternativen!) Also so bedeutend kann es nicht gewesen sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da hört nicht einmal der Toni zu!
Meine Damen und Herren! Wir haben damals schon Vorschläge angesichts eines geänderten Bedrohungsbildes eingebracht. Es gibt geänderte Anforderungen, man braucht eine andere Ausrüstung, eine andere Ausbildung. Kollege Murauer, kannst du dich erinnern? Wir haben anlässlich der REORG 60 000 Soldaten vorgeschlagen. Was aber hat Kollege Murauer zu diesem Vorschlag gemeint? – Die SPÖ will das Heer zerstören. (Abg. Scheibner: Da hört nicht einmal der Toni zu!) Ein Wahnsinn! (Abg. Scheibner: Stimmt auch!) Halbierung auf 60 000 Soldaten!
Abg. Scheibner: Stimmt auch!
Meine Damen und Herren! Wir haben damals schon Vorschläge angesichts eines geänderten Bedrohungsbildes eingebracht. Es gibt geänderte Anforderungen, man braucht eine andere Ausrüstung, eine andere Ausbildung. Kollege Murauer, kannst du dich erinnern? Wir haben anlässlich der REORG 60 000 Soldaten vorgeschlagen. Was aber hat Kollege Murauer zu diesem Vorschlag gemeint? – Die SPÖ will das Heer zerstören. (Abg. Scheibner: Da hört nicht einmal der Toni zu!) Ein Wahnsinn! (Abg. Scheibner: Stimmt auch!) Halbierung auf 60 000 Soldaten!
Abg. Scheibner: Natürlich!
Zielorientiert, Kollege Bösch. (Abg. Scheibner: Natürlich!) Zielorientiert. Heute hü, morgen hott. Irgendetwas wird bei diesem Herumprobieren schon herauskommen. Was kommt heraus? – Ein Beschaffungswesen, das immer die teuersten Ausschreibungen zur Kenntnis nimmt, das das meiste Geld ausgibt, das das österreichische Heer nicht hat.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Doppelstaatsbürgerschaft?
Ich hoffe, meine Damen und Herren, dass diese Reformkommission Sie wieder auf den Weg weist und Sie wieder in den Gleichschritt bringt. Österreich hat es mehr als notwendig. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Doppelstaatsbürgerschaft?)
Abg. Scheibner: Gilt das für Wien auch, Frau Kollegin?
Aber es gibt etwas, wofür ich mich wirklich bedanken möchte, Herr Verteidigungsminister, und ich möchte, dass Sie meinen Dank auch entsprechend wahrnehmen können. Ich habe gemeinsam mit meinem Kollegen Anton Heinzl aus dem Bezirk St. Pölten eine Anfrage an Sie gerichtet, weil wir doch etwas irritiert waren, dass die Militärmusikkapelle Niederösterreich für privat-parteipolitische Zwecke eines ÖVP-Stadtrates in St. Pölten, den bekannten Lutz-Geschäftsführer, aufgespielt hat. Ich bedanke mich nicht für die Anfragebeantwortung – das ist eine sehr allgemein gefasste –, aber ich bedanke mich sehr herzlich dafür, Herr Bundesminister, dass Sie in einem Erlass umgehend darauf hingewiesen haben, dass die Militärmusik logischerweise nicht für parteipolitische Zwecke einzusetzen ist und eingesetzt werden darf. Ich bedanke mich als niederösterreichische Abgeordnete deshalb dafür, weil wir schon ein wenig den Eindruck hatten, dass die Militärmusik, speziell die niederösterreichische, vielleicht zur Privatkappelle der ÖVP Niederösterreich verkommen könnte. (Abg. Scheibner: Gilt das für Wien auch, Frau Kollegin?) Das wollen wir nicht und daher herzlichen Dank! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Unsinn!
Wenn man Medienberichte verfolgt, sieht man, dass noch dazu kommt, Herr Bundesminister, dass Österreich für diese Produkte um 50 Prozent mehr zu bezahlen hat als etwa die deutsche Bundeswehr. (Abg. Scheibner: Unsinn!)
Abg. Scheibner: Wer?
Hier geht es auch nicht um ein Kontrollieren von Bauern und Bäuerinnen, um diese zu quälen, sondern es geht um Nahrungsmittelsicherheit. Das wissen Sie alle. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die kontrollieren nicht die Bauern, die kontrollieren die Betriebe, Frau Kollegin!) Pestizidkontrolle, Abbau von Pestizideinsatz ist eigentlich das Gebot der Stunde. Die Überprüfung ist nicht möglich – das hat auch schon der Kollege von der SPÖ gesagt –, und wenn Sie sagen, Ihr Kollege Hans Kronberger wird das schon richten: Hans Kronberger ist ein einsamer Rufer in der Wüste der FPÖ, was die Pestizidkontrolle betrifft. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was?) Ein einsamer Rufer, Herr Kollege Scheuch. (Abg. Scheibner: Wer?)
Abg. Scheibner: Aber dass es 35 Prozent Bauern gibt, stimmt schon!
Ich muss Ihnen zum Abschluss sagen, dass mich bei unserer Fahrt auf der Donau mit der polnischen Botschafterin am meisten erschüttert hat, dass sie über die Vorurteile, die in Österreich über die polnische Landwirtschaft herrschen, berichtet hat sowie darüber, dass sie dauernd gefragt wird, wo denn die Pferde sind, die immer in der Zeitung abgebildet sind. Sie hat gesagt, das ist immer dasselbe Pferd, und auch den Bauern kennt sie schon an seiner Weste. (Abg. Scheibner: Aber dass es 35 Prozent Bauern gibt, stimmt schon!)
Sitzung Nr. 59
Abg. Scheibner: Die haben auch die Arbeitsplätze!
profitieren vor allem jene Unternehmen, die zumindest Gewinne machen. (Abg. Scheibner: Die haben auch die Arbeitsplätze!)
Abg. Scheibner: Eine Blümchen-Rede!
Abgeordneter Josef Bucher (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht nur einen kurzen Satz zu Ihnen, Frau Weinzinger, weil es doch sehr bemerkenswert war, dass Sie eigentlich zur Steuerreform sehr wenig sagen konnten und Ihnen der Ausflug in die Botanik wichtiger war. (Abg. Scheibner: Eine Blümchen-Rede!) Ich sage Ihnen, für uns sind die Mütter ein sehr wichtiger Bestandteil der Bevölkerung. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Daher war es für uns sehr entscheidend, diesen Muttertag auch zu würdigen, und daher diese nette Geste von uns am heutigen Tag. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Auf wie viele Jahre finanziert? Das ist Realitätsverweigerung! – Abg. Scheibner: Auf wie viele Jahre? – Zehn Jahre! Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Jahr und zehn Jahren?
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben heute einen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Ankauf der Abfangjäger eingebracht, und es ist festzustellen, dass es eine Parallelität auch zu der Diskussion, die wir jetzt führen, gibt: Die Abfangjäger werden 3 Milliarden € kosten, und damit werden völlig sinnlos 3 Milliarden € in die Luft gesetzt. Das ist die Parallelität zu dieser Steuerreform, denn auch hier werden leider 3 Milliarden € an Steuergeld verpufft. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Auf wie viele Jahre finanziert? Das ist Realitätsverweigerung! – Abg. Scheibner: Auf wie viele Jahre? – Zehn Jahre! Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Jahr und zehn Jahren?)
Abg. Scheibner: Redezeit einhalten! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Weil die Bevölkerung spürt, dass Sie sich um ihre Interessen überhaupt nicht kümmern, dass Sie sich weder in Österreich noch in Europa um die Interessen der Menschen kümmern, die uns aber wichtig sind, hat die SPÖ ein Steuerreformmodell eingebracht, das auf dem Tisch liegt, das im Haus liegt, das Sie gerne nachlesen können, wo es um eine Entlastung der kleineren und mittleren Einkommensbezieher und um eine Entlastung der investierenden Betriebe geht. Das wäre der richtige Weg! (Abg. Scheibner: Redezeit einhalten! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie da jetzt sagen?
Kollege Prinzhorn hat gesagt: Die Verlustabschreibung über die Grenzen hat es bisher auch schon gegeben. Verlustabschreibung über die Grenze heißt: Mutterfirma hier macht Gewinn, Tochterfirma im Ausland macht Verlust; kann ich gegenrechnen, zahle ich weniger Steuern. Er hat gesagt: Das konnte ich bis jetzt auch schon. Und da fällt er ganz offensichtlich in einen Passus, der auch in den Erläuterungen des Finanzministeriums zum Gesetz steht. Er gehört offenbar zu denen, wo das Finanzministerium sagt, es wurde in letzter Zeit „verstärkt mit Umgehungsmaßnahmen versucht“ – das steht da drinnen! –, „steuerlich optimale Effekte zu erreichen“. (Abg. Mag. Molterer: Sie unterstellen das dem Prinzhorn! Ich halte das für eine Zumutung!) Und das, was Sie jetzt machen, ist, etwas, was bis jetzt möglich war, nämlich unter Umgehung die Steuer zu verkürzen, jetzt zu legalisieren, mit dem Argument ... (Abg. Scheibner: Was wollen Sie da jetzt sagen?) Ich will damit das sagen, was da drinnen steht: Es haben sehr viele Konzerne bis jetzt versucht, die Steuer zu verkürzen und zu umgehen, mit allen möglichen Konstruktionen. Und weil das so viele tun, werden wir es jetzt legalisieren. – Das müssen Sie einmal den Kleinen und den ArbeitnehmerInnen erklären, die zu so etwas überhaupt keine Möglichkeit haben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Überhaupt kein Anstand mehr!)
Abg. Scheibner: Ah, ist das bei Ihnen so? – Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, was ihr bisher gemacht habt!
mehr an der Sachlichkeit orientieren. (Abg. Scheibner: Ah, ist das bei Ihnen so? – Abg. Neudeck: Jetzt wissen wir, was ihr bisher gemacht habt!)
Abg. Scheibner: Er lernt es nicht!
Der zweite Punkt war: Sie haben der Bevölkerung, die dem skeptisch und ablehnend gegenübersteht (Abg. Mag. Molterer: Wie viele dürfen es denn sein?), nie erklären können, warum gerade die Eurofighter. Warum? (Abg. Gaál: Die teuerste Variante!) – Für ein Luftfoto-Taxi brauchen Sie nicht eines der höchst gerüsteten, teuersten und vor allem „out of area“ einsatzfähigen Flugzeuge. (Abg. Scheibner: Er lernt es nicht!) Dahinter scheint ein anderes Konzept zu stehen als das, was Sie den Österreichern hier gerade erzählen wollen. Wissen Sie, das ist unseriös!
Abg. Scheibner: So wie manche Reden hier!
Wissen Sie, was das ist? – Es hat schon etwas mit Luft zu tun: Das alles ist heiße Luft! (Abg. Scheibner: So wie manche Reden hier!) Das alles ist ein Sammelsurium an Luftgeschäften. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich heiße Luft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dass Sie überhaupt noch den Mut haben, sich vor die österreichische Bevölkerung hinzustellen, und hier nicht schleunigst ein Ausstiegszenario entwickeln und sich von diesen Verträgen verabschieden, wundert einen schon! Vielleicht haben Sie sich da auch selbst geknebelt oder knebeln lassen, nämlich: zuerst über den Tisch ziehen lassen, dann knebeln lassen und fesseln lassen. – Sie geben ein Bild ab, ich sage Ihnen: unfassbar!
Abg. Scheibner: Das ist wirklich heiße Luft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wissen Sie, was das ist? – Es hat schon etwas mit Luft zu tun: Das alles ist heiße Luft! (Abg. Scheibner: So wie manche Reden hier!) Das alles ist ein Sammelsurium an Luftgeschäften. (Abg. Scheibner: Das ist wirklich heiße Luft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Dass Sie überhaupt noch den Mut haben, sich vor die österreichische Bevölkerung hinzustellen, und hier nicht schleunigst ein Ausstiegszenario entwickeln und sich von diesen Verträgen verabschieden, wundert einen schon! Vielleicht haben Sie sich da auch selbst geknebelt oder knebeln lassen, nämlich: zuerst über den Tisch ziehen lassen, dann knebeln lassen und fesseln lassen. – Sie geben ein Bild ab, ich sage Ihnen: unfassbar!
Abg. Scheibner: Dann aber zu Recht!
Wissen Sie, als diese Bundesregierung darangegangen ist, dieses Konzept zu verwirklichen, war uns klar, dass die Opposition gegen jede Typenauswahl mobil machen wird. Ja selbst wenn diese Regierung die Luftraumüberwachung abgeschafft hätte, wäre heute Kollege Cap hier heraußen gestanden und hätte diese Regierung der Verantwortungslosigkeit geziehen – und zwar zu Recht! (Abg. Scheibner: Dann aber zu Recht!)
Abg. Scheibner: Der Abstand zwischen den beiden Bietern war überraschend gering!
Ein Letztes, es ist ja schon tragikomisch: Minister Platter hat im letzten Rechnungshofausschuss gemeint – wörtlich, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen! –, er sei überrascht, wie billig Eurofighter angeboten habe. Herr Scheibner, die ganze Bevölkerung Österreichs weiß, dass die Eurofighter das teuerste Modell sind, und jetzt sagt der Verteidigungsminister, er war überrascht, wie billig das Ganze war. (Abg. Scheibner: Der Abstand zwischen den beiden Bietern war überraschend gering!)
Abg. Scheibner: Weil er noch nicht verhandelt war!
Spannend wird es erst bei der Ministerratsentscheidung am 2. Juli 2002. Genau bis zu diesem Zeitpunkt hat der Rechnungshof untersucht, und er hat immer, ich sagte es schon, die Anschaffung von 24 Stück untersucht. Der Herr Präsident des Rechnungshofes meinte dann, dass man im Ministerrat von einem völlig irrealen und wesentlich höher liegenden Preis ausgehen musste. Also man hat bei der Typenentscheidung im Ministerrat den richtigen Preis gar nicht gekannt! Wissen Sie, warum? (Abg. Scheibner: Weil er noch nicht verhandelt war!) Weil – und das hat auch der Herr Präsident des Rechnungshofes bestätigt – erst eine Woche vorher diese Geschichte mit den 18,5-Jahres-Raten aktuell geworden ist.
Abg. Scheibner: Das ist falsch, was Sie da behaupten!
Spannend ist auch noch, dass der Ministerrat bereits am 2. Juli 2002 beschlossen hat, es könnten durchaus auch weniger Flieger sein. Als dann das Hochwasser kam, stellte man sich hin und sagte: Ihr armen Opfer, wegen euch kaufen wir jetzt sechs Flieger weniger! – Ich glaube, die armen Opfer möchten einmal wissen, wann sie endlich das Geld bekommen, das durch diese sechs Flieger eingespart werden konnte. (Abg. Scheibner: Das ist falsch, was Sie da behaupten!) Minister Platter sagte wieder: Wegen des Hochwassers haben wir um sechs Flieger weniger gekauft. (Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Tatsachenverdrehung!) Das ist keine Verdrehung, das ist dort gesagt worden! Aber Sie werden wahrscheinlich nicht aufgepasst haben.
Abg. Scheibner: Na sicher!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Ex-Verteidigungsminister Scheibner: Wie immer bei diesem Thema nehmen Sie eine betont lockere Haltung an! Das finde ich super! (Abg. Scheibner: Na sicher!) Passen Sie auf! Bei „Noricum“ und bei „Lucona“ haben wir auch eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Jahren gehabt. Da war teilweise eine andere Fraktion beteiligt, weil ich da gerade hinüberschaue; tut mir Leid, das war gar nicht so gemeint. Aber damals war es doch auch so: Beharrliches Verweigern, bis es nicht mehr ging! Und hier werden Sie etwas Ähnliches erleben.
Sitzung Nr. 61
Abg. Scheibner: Vorsicht!
„Neoliberalismus oder soziales Europa?“, das formulieren Sie als Gegensatz. Schwarzweißmalerei ist in Zeiten von Wahlauseinandersetzungen durchaus zulässig, aber angesichts der Keule Neoliberalismus, mit der Sie heute arbeiten, hat sich die Schildlauspolitik betreffend spanisches Joghurt im Jahre 1994 noch als herziger Vergleich ausgenommen. (Abg. Scheibner: Vorsicht!)
Abg. Scheibner: Sagt er etwas zum Swoboda?
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap zu Wort. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Scheibner: Sagt er etwas zum Swoboda?)
Abg. Scheibner: Was? – Empörung bei den Freiheitlichen und der ÖVP
Wir haben hier den Brief Ihres Spitzenkandidaten Swoboda, in dem er sich bei seinen Genossen auf europäischer Ebene für die Sanktionen bedankt, weil in Österreich (Abg. Scheibner: Was? – Empörung bei den Freiheitlichen und der ÖVP) im Jahr 2000 eine Regierung zwischen FPÖ und ÖVP gebildet worden ist. Das ist ungeheuerlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer war das? – Abg. Scheibner: Was hat er gesagt? – Abg. Dr. Stummvoll: Wer war das? Swoboda?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer war das? – Abg. Scheibner: Was hat er gesagt? – Abg. Dr. Stummvoll: Wer war das? Swoboda?
Wir haben hier den Brief Ihres Spitzenkandidaten Swoboda, in dem er sich bei seinen Genossen auf europäischer Ebene für die Sanktionen bedankt, weil in Österreich (Abg. Scheibner: Was? – Empörung bei den Freiheitlichen und der ÖVP) im Jahr 2000 eine Regierung zwischen FPÖ und ÖVP gebildet worden ist. Das ist ungeheuerlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer war das? – Abg. Scheibner: Was hat er gesagt? – Abg. Dr. Stummvoll: Wer war das? Swoboda?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich gebe schon zu, dass es, wie manche hier anführten, besser wäre, eine Lösung für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu finden. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass das, was wir heute machen, ein Meilenstein in der Sozialpolitik ist, dass das, was wir heute hier beschließen werden, auch unter Einbeziehung der österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer geschieht und von ihnen im guten Sinne einer gedeihlichen Sozialpartnerschaft mitgetragen wird, meine Damen und Herren, von der Sie sich zunehmend verabschieden. Und das ist eigentlich das Traurige an der ganzen Sache. Das ist ein absolut richtiger Schritt in die richtige Richtung einer besseren Vereinbarkeit von Familie und beruflicher Karriere. Und ich bin froh, dass Sie trotz aller Kritik, die Sie hier heute anbringen, dennoch mitstimmen werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal „ElWOG“! Einmal erwähnen wenigstens!
Noch nie hat sich diese Bundesregierung überhaupt einem Benchmarking unterzogen, hat etwa gesagt, wie viele Menschen sie in Forschung und Entwicklung in zwei, drei, vier oder fünf Jahren beschäftigen will. (Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal „ElWOG“! Einmal erwähnen wenigstens!) Es geht immer nur um diese Zahlen: 2,27 Prozent, 2,3 Prozent. Wir haben bis heute keine konkrete Zahl darüber, ob das auch heißt, dass mehr geforscht wird, oder ob das nur heißt, dass die öffentliche Hand mehr Geld für dieselbe Forschung ausgibt. (Rufe bei den Freiheitlichen: ElWOG! ElWOG!)
Abg. Scheibner: Sie haben allerdings nur 10!
Meine Damen und Herren! Wenn Sie hier die französischen Grünen zitieren, Herr Kollege Molterer, dann könnte ich Ihnen jetzt in einer Redezeit von ungefähr 20 Minuten (Abg. Scheibner: Sie haben allerdings nur 10!) Vertreter Ihrer Volkspartei-Fraktion auf europäischer Ebene aufzählen, die vehemente Verteidiger und Befürworter der Atomenergie sind! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was ist das für ein Argument?)
Abg. Scheibner: Dass Sie so militärisch argumentieren, verwundert mich schon sehr!
Wenn Sie in Sachen dieser Attacke auf den Beitrittsvertrag konsequent bleiben (Abg. Scheibner: Dass Sie so militärisch argumentieren, verwundert mich schon sehr!), können Sie vielleicht einen kleinen Teil dieser Glaubwürdigkeit wieder erringen, die auf europäischer Ebene weitgehend verloren gegangen ist. Sie befinden sich, wenn Sie hier nicht handeln (Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Peinlich ist das!), in einer vollkommen falschen Familie. (Abg. Mag. Molterer: Frau Lichtenberger, das ist doch Ihrer nicht würdig, was Sie da aufführen, entschuldigen Sie!) Sie befinden sich in Wirklichkeit auf einem Weg, den Sie schleunigst verlassen sollten, denn die österreichische Bevölkerung (Abg. Mag. Molterer: Frau Lichtenberger, das sind nicht Sie! – Ruf bei den Freiheitlichen: Oja! – Abg. Mag. Molterer: Das darf nicht wahr sein!) zählt auf Sie, was die Frage Schutz vor Atomgefahren und was den europäischen Ausstieg aus der Atomenergie betrifft. Aber es ist nicht nur
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber der SPÖ sagen!
Angesichts dessen also mein großer Groll, mein großer Zorn, dass Sie hierher ins Parlament kommen und in dieser Debatte über das Wasser reden. Bitte, verwässern Sie doch nicht den letzten Rest der Atompolitik, den diese Bundesregierung hätte betreiben können! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber der SPÖ sagen!)
Abg. Scheibner: Geh, geh!
vielleicht doch irgendwie etwas tun sollte (Abg. Scheibner: Geh, geh!) und wir dann wieder in so ein Desaster hineinschlittern? Ich glaube, dass es wichtig ist, rechtzeitig Aktivitäten zu setzen.
Abg. Scheibner: Kein Zweifel!
In diesem Zusammenhang glaube ich, dass es sehr wichtig ist, dass die österreichische Bundesregierung nicht nur dafür sorgt, dass der Beitragsvertrag nach Punkt und Komma penibelst eingehalten wird, sondern nötigenfalls auch bereit ist, diesen einzuklagen, denn anders als bei Temelín haben wir dieses Mal ein Rechtsinstrument in der Hand. Wir sind nicht quasi auf freiwillige Aktivitäten angewiesen, sondern wir können in diesem Fall wirklich auch mit rechtlichen Schritten vorgehen. Diese sollten wir gegebenenfalls auch rechtzeitig ankündigen und vorbereiten. (Abg. Scheibner: Kein Zweifel!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ist ja noch nicht!
Herr Kollege Scheibner! Warum steht das dann nicht in Ihrem Entschließungsantrag? Da steht immer nur etwas von „bekräftigt“, alles sehr salbungsvoll, aber von konkreten Taten in diesem Zusammenhang finde ich darin leider wenig. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Ist ja noch nicht!)
Abg. Scheibner: Nein, Sie!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, Sie und Ihre Partei fallen, was die Anti-Atom-Politik angeht, wirklich von einem Extrem ins andere. (Abg. Scheibner: Nein, Sie!) Wir haben jahrelang versucht, Ihnen beizubringen, dass ein Junktim, wie Sie es vorgeschlagen haben – die so genannte Veto-Keule –, keinen Sinn macht, weil das einfach nicht durchzubringen ist. (Abg. Scheibner: Das war Ihr Kanzler Klima, der das gesagt hat! Ihr Kanzler Klima!) Seit ihr in der Regierung seid, seid ihr in dieser Frage eigentlich auf Tauchstation gegangen, seither gibt es euch nicht mehr. (Abg. Scheibner: Da gehen Sie aber völlig fehl!)
Abg. Scheibner: Das war Ihr Kanzler Klima, der das gesagt hat! Ihr Kanzler Klima!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, Sie und Ihre Partei fallen, was die Anti-Atom-Politik angeht, wirklich von einem Extrem ins andere. (Abg. Scheibner: Nein, Sie!) Wir haben jahrelang versucht, Ihnen beizubringen, dass ein Junktim, wie Sie es vorgeschlagen haben – die so genannte Veto-Keule –, keinen Sinn macht, weil das einfach nicht durchzubringen ist. (Abg. Scheibner: Das war Ihr Kanzler Klima, der das gesagt hat! Ihr Kanzler Klima!) Seit ihr in der Regierung seid, seid ihr in dieser Frage eigentlich auf Tauchstation gegangen, seither gibt es euch nicht mehr. (Abg. Scheibner: Da gehen Sie aber völlig fehl!)
Abg. Scheibner: Da gehen Sie aber völlig fehl!
Abgeordneter Georg Oberhaidinger (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, Sie und Ihre Partei fallen, was die Anti-Atom-Politik angeht, wirklich von einem Extrem ins andere. (Abg. Scheibner: Nein, Sie!) Wir haben jahrelang versucht, Ihnen beizubringen, dass ein Junktim, wie Sie es vorgeschlagen haben – die so genannte Veto-Keule –, keinen Sinn macht, weil das einfach nicht durchzubringen ist. (Abg. Scheibner: Das war Ihr Kanzler Klima, der das gesagt hat! Ihr Kanzler Klima!) Seit ihr in der Regierung seid, seid ihr in dieser Frage eigentlich auf Tauchstation gegangen, seither gibt es euch nicht mehr. (Abg. Scheibner: Da gehen Sie aber völlig fehl!)
Abg. Scheibner: Wir haben uns alles angeschaut!
Wenn ich mir euren Entschließungsantrag anschaue: Als Erster firmiert darauf Kollege Wittauer. Wenn wir euch damals, als ihr in Opposition wart, derartige Anträge vorgelegt hätten, dann hätten wir damit gleich wieder nach Hause gehen können! Den hättet ihr euch nicht einmal angeschaut, darüber wären wir, bitte, nicht einmal ins Gespräch gekommen. (Abg. Scheibner: Wir haben uns alles angeschaut!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihr seid inkonsequent! Zuerst das Veto verlangen, dann aber kritisieren, dass wir es verlangen! Und jetzt macht ihr hier Parteipolitik!
Schaut euch den letzten gemeinsamen Entschließungsantrag von 1997 an: Es macht doch keinen Sinn, dass wir inhaltlich hinter das zurückgehen, was wir ohnehin schon beschlossen haben! Worum es in der Frage geht, ist, dass endlich einmal umgesetzt wird, was in dem Antragsverlangen schon drinsteht. Das ist die Frage. – Und weil Sie da so deuten: Ihr seid in der Regierung, nicht wir! Ihr seid diejenigen, die die EURATOM-Sache in Brüssel vertreten müssen, Herr Kollege Scheibner! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihr seid inkonsequent! Zuerst das Veto verlangen, dann aber kritisieren, dass wir es verlangen! Und jetzt macht ihr hier Parteipolitik!)
Abg. Scheibner: Was ist ein Patz?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Die Regierungsfraktionen legten uns einen patzweichen Antrag vor und erwarten jetzt, dass wir dem selbstverständlich zustimmen. (Abg. Scheibner: Was ist ein Patz?)
Abg. Scheibner: Ihr habt euch ja gegen jede Junktimierung ausgesprochen!
Herr Bundeskanzler Schüssel, ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie in diesem Zusammenhang nicht so wie heute uns hier in Österreich darauf hinweisen würden, dass die Rechtslage halt leider so sei, dass jedes Land seine Energieform selber wählen könne. Das stimmt zwar, und das wissen wir auch. Aber wenn wir schon in Österreich damit anfangen, zu sagen, es sei kein Unterschied zwischen einem österreichischen Kleinwasserkraftwerk oder einem Laufkraftwerk und Bohunice oder Mochovce, dann muss ich sagen: Na danke vielmals! Da sehe ich schon einen großen Unterschied! Die österreichischen Kraftwerke gefährden niemanden, Mochovce aber sehr wohl. (Abg. Scheibner: Ihr habt euch ja gegen jede Junktimierung ausgesprochen!)
Abg. Scheibner: Nie seid ihr bereit, daraus die Konsequenzen zu ziehen!
Ich habe auch völlig vermisst einen Hinweis Ihrerseits darauf – wenigstens ein einziges Wort hätten Sie darüber sagen können; insbesondere von Seiten der ÖVP-Kollegen hätte ich das erwartet –, dass sich die sicherheitspolitische Dimension dieser Fragen vollkommen verändert hat, seit es die neue Dimension des Terrors gibt. (Abg. Dr. Fasslabend: Na geh!) Das ist keine Angstmache, das ist einfach nur die Logik: Wir stehen vor einer neuen Situation, aus der Konsequenzen zu ziehen sind! Diese sind natürlich insbesondere dann für uns interessant, wenn ein solches mögliches terroristisches Ziel ein paar Kilometer – ich untertreibe jetzt – vor der österreichischen Grenze steht. (Abg. Scheibner: Nie seid ihr bereit, daraus die Konsequenzen zu ziehen!) Na ja, Herr Scheibner, ich weiß nicht. Haben Sie vielleicht darüber geredet? Aus dem Antrag entnehme ich nicht, dass das Ihnen ein Problem ist.
Abg. Scheibner hat eine Schachtel in Händen.
Im Dezember ist ein Vorbegutachtungsentwurf ausgesandt worden, aber nicht einer, der von den Betroffenen gemacht wurde, sondern ausschließlich vom Sozialministerium, und der sage und schreibe keinen Inhalt hatte. Jetzt ist die Begutachtungsfrist vorbei und die Thematik ist wieder irgendwo ... (Abg. Scheibner hat eine Schachtel in Händen.) – Herr Scheibner, Sie können das dann später mit Ihrer Zigarre machen! Ich
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das geht Sie überhaupt nichts an! Seien Sie nicht so überheblich! Das ist ungeheuerlich! Lächerlich, was Sie da aufführen!
glaube, es würde auch Ihnen nicht schlecht anstehen, wenn Sie zuhörten, denn auch Sie müsste das Behindertengleichstellungsgesetz interessieren. Ich bitte Sie darum! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das geht Sie überhaupt nichts an! Seien Sie nicht so überheblich! Das ist ungeheuerlich! Lächerlich, was Sie da aufführen!) – Es ist nicht ungeheuerlich, wenn ich Sie bitte, mir zuzuhören und Ihre Zigarre später anzubieten. Das ist einfach so. Das steht Ihnen zu. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung der sich nicht von ihren Sitzen erhebenden Abgeordneten der SPÖ –: Das ist typisch! – Abg. Scheibner: Keine Weisungsfreiheit!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür ihre Zustimmung geben, um ein Zeichen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung der sich nicht von ihren Sitzen erhebenden Abgeordneten der SPÖ –: Das ist typisch! – Abg. Scheibner: Keine Weisungsfreiheit!) – Der soeben abgestimmte Gesetzentwurf wurde nicht mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit angenommen.
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber in Wien nicht sicher!
Der Nationalrat ist dazu ohne Zweifel befugt, das wissen Sie. Sie haben zuerst auch ja gesagt und uns dann einen Entschließungsantrag vorgelegt, der dem absolut nicht Rechnung trägt – einen Entschließungsantrag, der sogar ein wenig skurril ist. In ihm wird nichts anderes verlangt, als dass die Schulaufsicht darauf achtet, dass die Gesetze eingehalten werden. – Das ist ja wohl ihre Aufgabe, dazu brauchen wir keinen eigenen Entschließungsantrag. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber in Wien nicht sicher!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.
Das LDG zeigt, dass wir sehr wohl bereit sind, bei Zweidrittelmaterien unsere Zustimmung zu geben, aber bei einem unüberlegten Schnellschuss, Kollege Amon, sind wir dazu nicht bereit. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Mag. Wurm und Scheibner.) Wenn Sie dann glauben, uns mittels Presseaussendungen, die alles andere als freundlich sind, in der Verhandlungsphase unter Druck setzen zu können, wenn Sie glauben, den Rambo spielen zu müssen, dann können Sie das ruhig probieren, erfolgreich werden Sie damit nicht sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 62
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Ich muss auch berichten, dass bislang die FPÖ die Position vertreten hat, überhaupt keine Staatsziele in der Verfassung zu verankern. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Ich würde mich freuen, wenn man diese Grundsatzposition aufgibt (Abg. Scheibner: Das ist nicht richtig!) und nicht nur der Tierschutz – der ist jedenfalls unbestreitbar –, sondern auch viele andere Staatszielbestimmungen Eingang in eine neue Verfassung finden könnten. (Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!) Es stimmt, tut mir Leid. Sie haben diese Position vertreten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bin ich nicht FPÖ?)
Abg. Scheibner: Das ist nicht richtig!
Ich muss auch berichten, dass bislang die FPÖ die Position vertreten hat, überhaupt keine Staatsziele in der Verfassung zu verankern. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Ich würde mich freuen, wenn man diese Grundsatzposition aufgibt (Abg. Scheibner: Das ist nicht richtig!) und nicht nur der Tierschutz – der ist jedenfalls unbestreitbar –, sondern auch viele andere Staatszielbestimmungen Eingang in eine neue Verfassung finden könnten. (Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!) Es stimmt, tut mir Leid. Sie haben diese Position vertreten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bin ich nicht FPÖ?)
Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!
Ich muss auch berichten, dass bislang die FPÖ die Position vertreten hat, überhaupt keine Staatsziele in der Verfassung zu verankern. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Ich würde mich freuen, wenn man diese Grundsatzposition aufgibt (Abg. Scheibner: Das ist nicht richtig!) und nicht nur der Tierschutz – der ist jedenfalls unbestreitbar –, sondern auch viele andere Staatszielbestimmungen Eingang in eine neue Verfassung finden könnten. (Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!) Es stimmt, tut mir Leid. Sie haben diese Position vertreten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bin ich nicht FPÖ?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bin ich nicht FPÖ?
Ich muss auch berichten, dass bislang die FPÖ die Position vertreten hat, überhaupt keine Staatsziele in der Verfassung zu verankern. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Ich würde mich freuen, wenn man diese Grundsatzposition aufgibt (Abg. Scheibner: Das ist nicht richtig!) und nicht nur der Tierschutz – der ist jedenfalls unbestreitbar –, sondern auch viele andere Staatszielbestimmungen Eingang in eine neue Verfassung finden könnten. (Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!) Es stimmt, tut mir Leid. Sie haben diese Position vertreten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bin ich nicht FPÖ?)
Abg. Scheibner: Das ist unmöglich!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich zum Schluss kommen, zum Schlusssatz: Wenn SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer hier davon gesprochen hat, dass dieses Gesetz und die Gesetzwerdung ein Vorbild für künftige Gesetze sein kann (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt neuerlich das Glockenzeichen), so hat er Recht. Es geht aber darum – und ich zitiere die „Salzburger Nachrichten“ (Abg. Scheibner: Das ist unmöglich!) –, dass die Opposition die Parteitaktik zurückstellt und die Sache in den Vordergrund stellt. – Darum ist es hier gegangen, Sie haben es getan. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Mit 1. Jänner 2005 wird dieses Gesetz in Kraft treten. Man hat es sich nicht leicht gemacht, das gebe ich zu (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), aber zum Schutze der Tiere sind wir sehr zufrieden. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das her? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren, es kommt ja noch etwas: Wir konnten nur mit viel Zähneknirschen der Ausnahme zustimmen, dass Korallenhalsbänder für die Ausbildung und den Einsatz von Diensthunden gestattet werden. Um sich eine Vorstellung zu machen, was ein Korallenhalsband ist: Ich zeige es Ihnen, meine Damen und Herren. Das ist ein Korallenhalsband! (Der Redner hält ein Hundehalsband in die Höhe.) Wie Sie sehen, ist das sicherlich kein Halsband, das man unter normalen Umständen Hunden umbindet. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das her? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ihnen gehört es eh. Ich weiß eh, Sie brauchen es eh nachher zum Anlegen.
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ und Grüne –: Na, was ist jetzt?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag eintreten, um eine Zeichen der Zustimmung. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ und Grüne –: Na, was ist jetzt?) – Das ist mit Mehrheit angenommen. (E 56.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung SPÖ –: Das wahre Gesicht kommt jetzt raus von euch! – Abg. Dr. Gusenbauer: Ihr habt es notwendig, bei der Rede von Scheibner zu klatschen!
Lassen Sie mich eingangs, meine Damen und Herren, auf das Thema Regierungskonferenz und den Stand der Entwicklung einer europäischen Verfassung eingehen. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung SPÖ –: Das wahre Gesicht kommt jetzt raus von euch! – Abg. Dr. Gusenbauer: Ihr habt es notwendig, bei der Rede von Scheibner zu klatschen!) Hohes Haus! Wie Sie wissen, hat es zwischen dem gescheiterten Gipfel im Dezember vergangenen Jahres und zwei Außenministertreffen im Mai keine offizielle Verhandlungsrunde der Regierungskonferenz gegeben, sondern nur bilaterale Gespräche zwischen bestimmten Mitgliedstaaten.
Abg. Scheibner: Wo ist das Patriotische?
Nicht zu finden in dieser Rangliste ist die FPÖ. Und das erklärt auch die Vorgangsweise, die da – angefangen vom Kärntner Landeshauptmann, nun fortgesetzt durch Herrn Scheibner – gewählt wird. Man muss sich das einmal vorstellen, meine sehr verehrten Damen und Herren: Abgeordneter Swoboda hat vor vier Jahren an alle Mitglieder des Europäischen Parlaments einen Brief geschickt. Vor vier Jahren! (Abg. Scheibner: Wo ist das Patriotische?) Vier Jahre lang hat sich niemand über diesen Brief aufgeregt – aus keiner einzigen Fraktion! (Abg. Mag. Mainoni: Immer wieder!)
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich für Ihre Haltung bei den Sanktionen gegen Österreich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schmutzkübelkampagne!
Und soll ich Ihnen noch etwas sagen? – Enttäuschend ist die Haltung der ÖVP. (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich für Ihre Haltung bei den Sanktionen gegen Österreich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schmutzkübelkampagne!) Herr Abgeordneter Spindelegger stellt sich hier an die Seite der FPÖ, die zu anti-demokratischen Aktionen aufruft. Schämen Sie sich! Das entspricht nicht christ-demokratischer Tradition! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich! – Abg. Scheibner: Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich für Ihren Spitzenkandidaten!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich! – Abg. Scheibner: Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich für Ihren Spitzenkandidaten!
Und soll ich Ihnen noch etwas sagen? – Enttäuschend ist die Haltung der ÖVP. (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich für Ihre Haltung bei den Sanktionen gegen Österreich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schmutzkübelkampagne!) Herr Abgeordneter Spindelegger stellt sich hier an die Seite der FPÖ, die zu anti-demokratischen Aktionen aufruft. Schämen Sie sich! Das entspricht nicht christ-demokratischer Tradition! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich! – Abg. Scheibner: Oberlehrer! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Schämen Sie sich für Ihren Spitzenkandidaten!)
Abg. Scheibner: Sie haben die Sanktionen ausgelöst! Oberlehrerhaft!
Wenn wir schon darüber reden, wer den Ruf unseres Landes geschädigt hat: Da gibt es eine lange Reihe. Meine Damen und Herren, glauben Sie, es war eine Werbeveranstaltung für Österreich, dass Jörg Haider die rechtsextremen Parteien nach Kärnten eingeladen hat? (Abg. Mag. Mainoni: Holocaust-Konferenz!) Glauben Sie, es war eine Werbeveranstaltung für Österreich, dass Haider den Diktator und Völkermörder Saddam Hussein besucht hat?! (Abg. Scheibner: Sie haben die Sanktionen ausgelöst! Oberlehrerhaft!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Kein Wort des Bedauerns und der Entschuldigung für die Sanktionen!
Meine Damen und Herren! Das hat dem Ruf Österreichs geschadet! Schämen Sie sich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Kein Wort des Bedauerns und der Entschuldigung für die Sanktionen!)
Abg. Scheibner: Kein Wort zu den Sanktionen!
Ich habe mir gedacht, Sie werden aus Fehlern klug. Was ist Ihre Strategie? – Schon in der Präsidentschaftskampagne haben Sie versucht, Heinz Fischer, den Kandidaten der SPÖ, zu verunglimpfen, in Zusammenhang mit den Sanktionen zu bringen, öffentlich in Misskredit zu bringen und ihm zu schaden. (Abg. Scheibner: Kein Wort zu den Sanktionen!)
Abg. Scheibner: Das war eh erfolgreich, nicht?
Zweitens hat Herr Bundeskanzler Vranitzky bereits in den Jahren 1992 und 1993 aktiv die Umrüstung von Temelín in ein Gaskraftwerk betrieben (Zwischenrufe bei der ÖVP), was ich deshalb bestätigen kann, weil ich selbst als Direktor der ÖMV für den Gasbereich mit den Tschechen darüber verhandelt habe. (Abg. Scheibner: Das war eh erfolgreich, nicht?)
Abg. Scheibner: Dann hätten wir es durchgesetzt, Frau Kollegin!
Meine Damen und Herren, das ist ja wohl völlig absurd! Jeder, der auch nur ein bisschen eine Ahnung davon hat, wie europäische Politik funktioniert, weiß, dass wir jetzt wesentlich bessere Möglichkeiten haben durch den Beitrittsvertrag, der unterzeichnet werden musste, darauf zu bestehen, dass die Schließungen so stattfinden, wie sie stattzufinden haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sehen, wie sich die Slowakei verhält!) Hätten Sie mit Ihrem Veto Erfolg gehabt, das Sie bei jeder Gelegenheit und bei jedem Thema aus dem Talon ziehen – einmal gegen den Transit, einmal wegen der Beneš-Dekrete, einmal wegen Temelín –, dann hätten wir, Frau Kollegin, überhaupt keine Handhabe gehabt. (Abg. Scheibner: Dann hätten wir es durchgesetzt, Frau Kollegin!) Das war das Problem, und das sollte Ihnen endlich einmal bewusst werden (Abg. Scheibner: Sie sind umgefallen!), wenn Sie immer wieder die gleichen Klamotten aus dem Talon ziehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie sind umgefallen!
Meine Damen und Herren, das ist ja wohl völlig absurd! Jeder, der auch nur ein bisschen eine Ahnung davon hat, wie europäische Politik funktioniert, weiß, dass wir jetzt wesentlich bessere Möglichkeiten haben durch den Beitrittsvertrag, der unterzeichnet werden musste, darauf zu bestehen, dass die Schließungen so stattfinden, wie sie stattzufinden haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sehen, wie sich die Slowakei verhält!) Hätten Sie mit Ihrem Veto Erfolg gehabt, das Sie bei jeder Gelegenheit und bei jedem Thema aus dem Talon ziehen – einmal gegen den Transit, einmal wegen der Beneš-Dekrete, einmal wegen Temelín –, dann hätten wir, Frau Kollegin, überhaupt keine Handhabe gehabt. (Abg. Scheibner: Dann hätten wir es durchgesetzt, Frau Kollegin!) Das war das Problem, und das sollte Ihnen endlich einmal bewusst werden (Abg. Scheibner: Sie sind umgefallen!), wenn Sie immer wieder die gleichen Klamotten aus dem Talon ziehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir auch!
Sie vertritt Österreich!) Ich habe vollstes Verständnis dafür, aber die Terminisierung ist das Problem. Ich hätte sie gerne bei dieser Anfrage (Abg. Scheibner: Wir auch!) genau zu diesem Zeitpunkt hier gehabt. Warum gerade zu diesem Zeitpunkt? – Die Regierungskonferenz, die im Juni stattfinden wird, und das Treffen der Außenministerinnen und Außenminister werden so zentrale Weichenstellungen für Europa vornehmen, wie sie in den letzten zehn, 15 Jahren nicht deutlich geworden sind. Hier hätten wir eine Debatte mit den direkt handelnden Personen gebraucht und führen können, wenn das anders terminisiert worden wäre. Aber das ist nicht das zentrale Problem.
Abg. Scheibner: Wer zahlt das? Zahlen Sie das, die eigene Struktur?
Ich hätte mich nämlich sehr gerne mit der Frau Bundesministerin darüber unterhalten, was denn jetzt wirklich die österreichische Position in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie in der europäischen Verteidigungspolitik ist. Ich hätte gerne gewusst, ob Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner nach wie vor dazu steht, dass die NATO quasi ein unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Verteidigungssystems ist und bleiben soll. Ist das die Haltung unserer Verhandlerinnen und Verhandler auf europäischer Ebene (Abg. Öllinger: Es scheint so!), dass der Link, dass die Verbindung zur NATO unbestritten für die Zukunft der europäischen Verteidigungspolitik sein und bleiben soll? (Abg. Scheibner: Wer zahlt das? Zahlen Sie das, die eigene Struktur?) – Wer das zahlt oder nicht zahlt, Herr Kollege: Fragen Sie das doch 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung! (Abg. Scheibner: Ja, aber wer zahlt?) Diese werden Ihnen dann sicherlich die Gegenfrage stellen: Wollen Sie wirklich, dass die NATO entscheidet, welche Einsätze in Europa gemacht und von Europa getragen werden?! (Abg. Scheibner: Das wollen wir nicht!)
Abg. Scheibner: Ja, aber wer zahlt?
Ich hätte mich nämlich sehr gerne mit der Frau Bundesministerin darüber unterhalten, was denn jetzt wirklich die österreichische Position in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie in der europäischen Verteidigungspolitik ist. Ich hätte gerne gewusst, ob Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner nach wie vor dazu steht, dass die NATO quasi ein unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Verteidigungssystems ist und bleiben soll. Ist das die Haltung unserer Verhandlerinnen und Verhandler auf europäischer Ebene (Abg. Öllinger: Es scheint so!), dass der Link, dass die Verbindung zur NATO unbestritten für die Zukunft der europäischen Verteidigungspolitik sein und bleiben soll? (Abg. Scheibner: Wer zahlt das? Zahlen Sie das, die eigene Struktur?) – Wer das zahlt oder nicht zahlt, Herr Kollege: Fragen Sie das doch 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung! (Abg. Scheibner: Ja, aber wer zahlt?) Diese werden Ihnen dann sicherlich die Gegenfrage stellen: Wollen Sie wirklich, dass die NATO entscheidet, welche Einsätze in Europa gemacht und von Europa getragen werden?! (Abg. Scheibner: Das wollen wir nicht!)
Abg. Scheibner: Das wollen wir nicht!
Ich hätte mich nämlich sehr gerne mit der Frau Bundesministerin darüber unterhalten, was denn jetzt wirklich die österreichische Position in der Außen- und Sicherheitspolitik sowie in der europäischen Verteidigungspolitik ist. Ich hätte gerne gewusst, ob Frau Bundesministerin Ferrero-Waldner nach wie vor dazu steht, dass die NATO quasi ein unverzichtbarer Bestandteil des europäischen Verteidigungssystems ist und bleiben soll. Ist das die Haltung unserer Verhandlerinnen und Verhandler auf europäischer Ebene (Abg. Öllinger: Es scheint so!), dass der Link, dass die Verbindung zur NATO unbestritten für die Zukunft der europäischen Verteidigungspolitik sein und bleiben soll? (Abg. Scheibner: Wer zahlt das? Zahlen Sie das, die eigene Struktur?) – Wer das zahlt oder nicht zahlt, Herr Kollege: Fragen Sie das doch 80 Prozent der österreichischen Bevölkerung! (Abg. Scheibner: Ja, aber wer zahlt?) Diese werden Ihnen dann sicherlich die Gegenfrage stellen: Wollen Sie wirklich, dass die NATO entscheidet, welche Einsätze in Europa gemacht und von Europa getragen werden?! (Abg. Scheibner: Das wollen wir nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber eine eigene Struktur ist sehr teuer!
Das lehnen wir von den Grünen striktest ab! Da spricht die Ministerin zweifellos nicht für die Mehrheit der österreichischen Bevölkerung! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber eine eigene Struktur ist sehr teuer!)
Abg. Scheibner: Das war „sehr lustig“!
Das war keine Friedensmission, sondern eine „Mission in Oil“! Das muss man in diesem Zusammenhang schon festhalten! (Abg. Scheibner: Das war „sehr lustig“!)
Abg. Ellmauer: Die Sanktionen sind aber gegen Österreich gewesen! – Abg. Scheibner: Die Sanktionen waren nicht gegen die FPÖ!
Herr Scheibner, mit Ihnen muss ich mich noch ein bisschen näher auseinandersetzen, haben Sie doch in Ihren Ausführungen, vor allem in Ihrer Auseinandersetzung im Zusammenhang mit dem Brief von Herrn Swoboda offensichtlich ein großes Problem: Sie schaffen es nicht, Österreich und die Freiheitliche Partei auseinander zu halten! (Abg. Ellmauer: Die Sanktionen sind aber gegen Österreich gewesen! – Abg. Scheibner: Die Sanktionen waren nicht gegen die FPÖ!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber das heißt nicht, dass man Sanktionen gegen das Land herbeiredet!
Wenn irgendjemand mit der Freiheitlichen Partei nicht einverstanden ist, so heißt das deswegen noch lange nicht, dass er mit Österreich nicht einverstanden ist, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber das heißt nicht, dass man Sanktionen gegen das Land herbeiredet!)
Abg. Scheibner: Aber im Ausland vertreten wir Gesamtösterreich! Das ist Ihnen leider ein Fremdwort!
Haben Sie schon irgendwann einmal so etwas wie das Wort „Differenzierung“ in Ihr politisches Wörterbuch aufgenommen? (Abg. Scheibner: Aber im Ausland vertreten wir Gesamtösterreich! Das ist Ihnen leider ein Fremdwort!) Haben Sie schon irgend-
Abg. Scheibner: So stark sind Sie auch nicht!
wann einmal erkannt, dass es Riesenunterschiede zwischen der Haltung der Freiheitlichen zu vielen Fragen in der österreichischen Politik und dem gibt, was die Mehrheit der österreichischen Wählerschaft denkt, vor allem, was immer mehr Wählerinnen und Wähler von bestimmten programmatischen Fragen halten?! (Abg. Scheibner: So stark sind Sie auch nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber deswegen gibt es keine Sanktionen, wenn jemand die Grünen kritisiert! Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! – Abg. Neudeck: Da stellen Sie sich wieder ungeschickt an!
Das hat mit der Frage, wie stark wir sind oder nicht, überhaupt nichts zu tun! Ich maße mir nicht an, zu behaupten: Wer die Grünen kritisiert, kritisiert Österreich! (Abg. Neudeck: Das waren Sanktionen gegen Österreich!) Aber das ist genau das, was Sie von den Freiheitlichen tun! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber deswegen gibt es keine Sanktionen, wenn jemand die Grünen kritisiert! Sie haben wieder überhaupt nichts verstanden! – Abg. Neudeck: Da stellen Sie sich wieder ungeschickt an!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst gar nichts ein?
Jetzt wollen wir uns einmal mit der Begrifflichkeit auseinandersetzen, die hier bei der Kriminalisierung eines Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen im Europäischen Parlament verwendet wurde. (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) – Schauen S’ einmal nach, bevor Sie da so keck Zwischenrufe machen! Schauen S’ einmal im Lexikon nach, was der Begriff „Vaterlandsverräter“ in Wirklichkeit bedeutet! „Vaterlandsverräter“ war in den zwanziger Jahren in Deutschland beziehungsweise im Deutschen Reich, um es besser verständlich zu machen, ein Synonym für „November-Verbrecher“. Das haben damals die Nazis von Adolf Hitler gegenüber der SPD-Regierung verwendet! Das ist der historisch belastete Begriff „Vaterlandsverräter“, also eine NS-Diktion! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst gar nichts ein?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Noch immer kein Wort zum Thema!
Im Übrigen scheint diese ganze Debatte unter anderem wahrscheinlich auch nur deswegen geführt zu werden, um vieles zu verdecken, etwa folgende Tatsache: In der Presse vom 27. Mai ist zu lesen – und allein das wäre eine Dringliche wert –: „Österreichische Minister schwänzen gerne EU-Räte.“ – Es handelt sich also im internationalen Vergleich um eine Ansammlung von Faulpelzen, die nicht bereit sind, ihre Verpflichtungen im Rahmen der EU einzuhalten! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie kommen daher und sagen, dass Sie Österreich in der EU stark vertreten wollen, die Oberschwänzer sitzen aber in der eigenen Regierung und gehen nicht einmal zu den Ratssitzungen! Das ist ja unfassbar! Wofür werden die hier auf der Regierungsbank eigentlich bezahlt? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Noch immer kein Wort zum Thema!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir haben der EU-Erweiterungsanpassung nicht zugestimmt, weil Sie nicht bereit waren, klare und reine Bedingungen für die Kontingente zu schaffen und damit eine Umgehung dieser Übergangsregelungen sozusagen aus dem Weg zu räumen. Wir haben das im Ausschuss gesagt, und wir haben das hier im Plenum gesagt; das ist nachlesbar. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Skandalös!
Aber die Alternative sei freilich nicht – steht dann weiter in einer APA-Meldung – die bedingungslose Rücknahme der Maßnahmen. Nein! Diese sollten laut Gusenbauer noch mindestens ein Jahr lang andauern. So hätten Sie es sich vorgestellt! (Abg. Scheibner: Skandalös!) Ein Jahr hätte es noch Sanktionen geben sollen, so Ihr Parteivorsitzender Gusenbauer, der auch sagte, Österreich sei dabei, seinen Status als zivilisiertes Land zu verlieren, auch im Jahre 2000. Warum? – Weil eine Partei in der Regierung ist, die demokratisch gewählt wurde, die Sie aber nicht haben wollen! Das ist der Wahnsinn, wenn Sie schon „Wahnsinn“ sagen! Das war der eigentliche Wahnsinn in dieser Zeit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Haben wir eh gesagt!
Aber zurück zu der Frage: Was macht denn die österreichische Außenministerin im Bereich der Außenpolitik? Wir hatten ja – und das war wohl eine der Ursachen, einer der Hintergründe für diese heutige Dringliche – vor ein bisschen mehr als einer Woche den Auswärtigen Rat, einberufen von der SPÖ und auch von mir. Dort gab es unter anderem den Versuch, die Folterungen und Menschenrechtsverletzungen im Irak zu verurteilen. Auch Sie wollten das, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Haben wir eh gesagt!)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben den Antrag abgelehnt, der genau das verurteilt hat!
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie lächeln. Sie wissen ganz genau, dass das so nicht läuft und dass es auch auf der bilateralen Ebene einen starken Einsatz braucht, damit diese europäische Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik Konturen annimmt. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben den Antrag abgelehnt, der genau das verurteilt hat!) Nur die Schlussfolgerungen eines Außenministerrates sind zu wenig. Die sind wichtig und notwendig, aber auch auf der bilateralen Ebene muss man tätig sein – doch das tut die Außenministerin leider nicht!
Abg. Scheibner: Schon wieder ich!
Herr Kollege Scheibner, Sie haben auch gesagt ... (Abg. Scheibner: Schon wieder ich!) Ja, Sie sind der, der diesen Antrag eingebracht hat, insofern beziehe ich mich jetzt vor allem auf Sie. – Sie haben gesagt, wir bräuchten einen Konsens in der Außenpolitik. Da haben Sie sehr Recht, das würde ich auch meinen. Ich erinnere Sie an den Auswärtigen Rat von letzter Woche. (Abg. Scheibner: Tun Sie das nicht!) Da haben Sie versucht, einen Konsens herzustellen, nämlich einen Konsens mit der ÖVP. Das ist Ihnen nicht gelungen. Die Außenministerin – und auch die ÖVP – wollte nämlich nicht, dass ein von Ihnen gestellter Antrag Zustimmung findet. Es gab dann die wirklich erstaunliche Situation, dass ein Antrag mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und Freiheitlichen gemeinsam beschlossen wurde. Die ÖVP hat nicht mitgestimmt.
Abg. Scheibner: Tun Sie das nicht!
Herr Kollege Scheibner, Sie haben auch gesagt ... (Abg. Scheibner: Schon wieder ich!) Ja, Sie sind der, der diesen Antrag eingebracht hat, insofern beziehe ich mich jetzt vor allem auf Sie. – Sie haben gesagt, wir bräuchten einen Konsens in der Außenpolitik. Da haben Sie sehr Recht, das würde ich auch meinen. Ich erinnere Sie an den Auswärtigen Rat von letzter Woche. (Abg. Scheibner: Tun Sie das nicht!) Da haben Sie versucht, einen Konsens herzustellen, nämlich einen Konsens mit der ÖVP. Das ist Ihnen nicht gelungen. Die Außenministerin – und auch die ÖVP – wollte nämlich nicht, dass ein von Ihnen gestellter Antrag Zustimmung findet. Es gab dann die wirklich erstaunliche Situation, dass ein Antrag mit den Stimmen von SPÖ, Grünen und Freiheitlichen gemeinsam beschlossen wurde. Die ÖVP hat nicht mitgestimmt.
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unseren Antrag!
Den letzten halben Satz wollte die ÖVP nicht, weil sie meinte, irgendwer habe da den sofortigen Abzug der Truppen gemeint. – Das sagt ja niemand! Es geht darum, dass man sich auf UNO-Ebene für ein internationales Mandat einsetzt (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal unseren Antrag!), damit klar ist, dass dieser völkerrechtswidrige Zustand, der derzeit im Irak herrscht, beendet wird und dass es ein neues, völkerrechtskonformes Mandat gibt. Das wäre notwendig.
Abg. Scheibner: Kronberger!
Abgeordnete Doris Bures (fortsetzend): Ich verstehe die Nervosität in der FPÖ. Ich weiß schon. Schauen Sie, bei Ihnen weiß man nicht einmal genau, wer der Spitzenkandidat ist: Ist es Herr Kronberger? Ist es Herr Mölzer? (Abg. Scheibner: Kronberger!) Sie haben kein Team, Sie sind ein zerstrittener Haufen, und Sie haben mit der ÖVP noch etwas gemeinsam (Abg. Scheibner: Ihnen kommen die Spitzenkandidaten dann nach den Wahlen abhanden!): Sie haben keine Zukunftsthemen, und vor allem haben Sie auf die drängenden Lebensfragen der Menschen keine Antworten und bieten dafür keine Lösungen an. (Abg. Scheibner: Welche Probleme haben Sie gelöst?) – Das haben diese Regierungsparteien gemeinsam, in Europa wie in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ihnen kommen die Spitzenkandidaten dann nach den Wahlen abhanden!
Abgeordnete Doris Bures (fortsetzend): Ich verstehe die Nervosität in der FPÖ. Ich weiß schon. Schauen Sie, bei Ihnen weiß man nicht einmal genau, wer der Spitzenkandidat ist: Ist es Herr Kronberger? Ist es Herr Mölzer? (Abg. Scheibner: Kronberger!) Sie haben kein Team, Sie sind ein zerstrittener Haufen, und Sie haben mit der ÖVP noch etwas gemeinsam (Abg. Scheibner: Ihnen kommen die Spitzenkandidaten dann nach den Wahlen abhanden!): Sie haben keine Zukunftsthemen, und vor allem haben Sie auf die drängenden Lebensfragen der Menschen keine Antworten und bieten dafür keine Lösungen an. (Abg. Scheibner: Welche Probleme haben Sie gelöst?) – Das haben diese Regierungsparteien gemeinsam, in Europa wie in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Welche Probleme haben Sie gelöst?
Abgeordnete Doris Bures (fortsetzend): Ich verstehe die Nervosität in der FPÖ. Ich weiß schon. Schauen Sie, bei Ihnen weiß man nicht einmal genau, wer der Spitzenkandidat ist: Ist es Herr Kronberger? Ist es Herr Mölzer? (Abg. Scheibner: Kronberger!) Sie haben kein Team, Sie sind ein zerstrittener Haufen, und Sie haben mit der ÖVP noch etwas gemeinsam (Abg. Scheibner: Ihnen kommen die Spitzenkandidaten dann nach den Wahlen abhanden!): Sie haben keine Zukunftsthemen, und vor allem haben Sie auf die drängenden Lebensfragen der Menschen keine Antworten und bieten dafür keine Lösungen an. (Abg. Scheibner: Welche Probleme haben Sie gelöst?) – Das haben diese Regierungsparteien gemeinsam, in Europa wie in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Frechheit! – Abg. Wittauer: Wer macht das? Eure Bürgermeister wollen das Wasser verkaufen!
Sie auch das österreichische Wasser privatisieren. (Abg. Scheibner: Frechheit! – Abg. Wittauer: Wer macht das? Eure Bürgermeister wollen das Wasser verkaufen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!
Kollege Gusenbauer, Sie haben heute Herrn Dr. Haider sozusagen eine Abfuhr erteilt, Sie haben sich so wirklich ausgelassen, was der alles schlecht macht und was der alles getan hat, und dass wir das bei jeder Wahl präsentiert bekämen. – Wenn ich mich richtig erinnere, hat es am 7. März in Kärnten eine Wahl gegeben. Bei dieser Wahl am 7. März haben die Freiheitlichen die Wahl gewonnen. (Abg. Mag. Trunk: Leider!) Bei dieser Wahl haben wir, wenn ich mich richtig erinnere, die SPÖ um einige Prozent deklassiert. Und im Anschluss an diese Wahl ist Dr. Haider demokratisch Landeshauptmann von Kärnten geworden. – Da muss man jetzt aufpassen, denn Kollege Puswald macht vielleicht eine tatsächliche Berichtigung, dass Regierungsbildungen nicht demokratisch sind. – Faktum ist jedenfalls, er ist Landeshauptmann von Kärnten geworden, nicht zuletzt auch mit Unterstützung – Gott sei Dank – der Sozialdemokratischen Partei. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Bravo!)
Abg. Scheibner: Vorwurf, habe ich gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Klubobmann Scheibner hat soeben einen Vorwurf wiederholt, der ja schon öfters von Ihnen von den Freiheitlichen ausgesprochen wurde: Ich hätte als Innenminister die Polizei daran gehindert, in der Briefbomben-Sache in jeder zielführenden Richtung zu ermitteln. – Diese Behauptung ist falsch! (Abg. Scheibner: Vorwurf, habe ich gesagt! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt!
Richtig ist, dass es einen einzigen Vorwurf aus der Polizei in diese Richtung gegeben hat (Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt!) – das jedoch einen Monat bevor ich Innenminister wurde, Herr Abgeordneter Scheibner! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt! Also diese Berichtigung ist auch falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt! Also diese Berichtigung ist auch falsch!
Richtig ist, dass es einen einzigen Vorwurf aus der Polizei in diese Richtung gegeben hat (Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt!) – das jedoch einen Monat bevor ich Innenminister wurde, Herr Abgeordneter Scheibner! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Genau das habe ich gesagt! Also diese Berichtigung ist auch falsch!)
Sitzung Nr. 64
Abg. Reheis stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Für ein soziales Europa! – SPÖ“ auf das Rednerpult. – Abg. Scheibner: Das ist zu groß, das verdeckt den Redner! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Erste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. 15 Minuten. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Reheis stellt eine Tafel mit der Aufschrift „Für ein soziales Europa! – SPÖ“ auf das Rednerpult. – Abg. Scheibner: Das ist zu groß, das verdeckt den Redner! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ich rede gern, Herr Präsident, aber ich bin noch nicht dran!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Herr Kollege, Sie haben auch 15 Minuten Redezeit. (Abg. Scheibner: Ich rede gern, Herr Präsident, aber ich bin noch nicht dran!) – Entschuldigung!
Abg. Scheibner: Sie sehen uns schon ganz nervös!
Wir haben in den letzten Tagen eine Diskussion zur Europapolitik erlebt, die geprägt war von aggressiver Rhetorik und hoher Nervosität seitens der Regierungsparteien. (Abg. Scheibner: Sie sehen uns schon ganz nervös!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Hören Sie auf mit der Polemik! Das ist ungeheuerlich!
Ich sage Ihnen auch, dass die Mehrheit der Menschen eben kein Europa der Massenarbeitslosigkeit haben möchte, dass die Mehrheit der Menschen kein Europa haben möchte, in dem Privatisierungswahn herrscht. Sie verkaufen österreichische Betriebe, Sie veräußern Sozialwohnungen an Immobiliengesellschaften, Sie versuchen sogar, unser österreichisches Wasser zu privatisieren. (Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Hören Sie auf mit der Polemik! Das ist ungeheuerlich!) Das ist ein Vorwurf, den man Ihnen machen muss. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wenn man weiß, dass es keine tatsächliche Berichtigung gibt! Das ist ein Missbrauch unserer Vereinbarung! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wenn man weiß, dass es keine tatsächliche Berichtigung gibt! Das ist ein Missbrauch unserer Vereinbarung! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.
Ich sage Ihnen auch, dass die Mehrheit der Menschen eben kein Europa der Massenarbeitslosigkeit haben möchte, dass die Mehrheit der Menschen kein Europa haben möchte, in dem Privatisierungswahn herrscht. Sie verkaufen österreichische Betriebe, Sie veräußern Sozialwohnungen an Immobiliengesellschaften, Sie versuchen sogar, unser österreichisches Wasser zu privatisieren. (Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Hören Sie auf mit der Polemik! Das ist ungeheuerlich!) Das ist ein Vorwurf, den man Ihnen machen muss. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Wenn man weiß, dass es keine tatsächliche Berichtigung gibt! Das ist ein Missbrauch unserer Vereinbarung! – Präsident Dr. Fischer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Was ist das für ein Stil?
Die Mehrheit der Menschen lehnt diese Politik, diese unsoziale Politik ab. Die Mehrheit der Menschen lehnt diesen politischen Stil ab, der beschämend ist, der eines Bundeskanzlers – wie mir viele gesagt haben – wirklich unwürdig ist. (Abg. Scheibner: Was ist das für ein Stil?)
Abg. Scheibner: Du warst das letzte Mal nicht da, wie wir das diskutiert haben!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Von Brüssel bis Wien, bis Budapest – man könnte noch viele europäische Städte aufzählen – hat sicher niemand Interesse daran, ob das ein linkes Europa, ein rechtes Europa, ein Landesverräter-Europa, ein Vernaderer-Europa oder ein sonstiges Europa ist, sondern die einzige Frage, die sich heute und hier stellt, ist: Ist dieser Nationalrat, ist diese Bundesregierung in der Lage, in den nächsten Jahren einen substanziellen Beitrag zur europäischen Einigung in vielen, vielen Bereichen zu leisten? (Abg. Mag. Posch: Nein! Nein!) Das diskutieren wir hier, und deswegen stellen wir einige Fragen. Und deswegen müssen wir auch eine Dringliche Anfrage stellen, weil der Bundeskanzler nach wie vor entweder nicht imstande oder nicht bereit ist, auf einige der wichtigsten Fragen Antworten zu geben. (Abg. Scheibner: Du warst das letzte Mal nicht da, wie wir das diskutiert haben!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Nicht einmal vier Jahre nach den Sanktionen stimmen Sie zu! Vier Jahre zum Nachdenken waren nicht genug!
(Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Nicht einmal vier Jahre nach den Sanktionen stimmen Sie zu! Vier Jahre zum Nachdenken waren nicht genug!)
Abg. Scheibner: Die Frage ist, was nach dem „zuerst“ kommt!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich gehe zuerst in die Sache ein. (Ironische Heiterkeit, demonstrativer Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen.) – Ich bin für jeden Applaus dankbar! Falls Sie es bis jetzt noch nicht mitbekommen haben, Herr Kollege von der FPÖ: Wir – nämlich wir, die Grünen, und einige Kollegen der anderen Fraktionen mit Ausnahme von Ihnen – diskutieren unter anderem tatsächlich über Fragen der künftigen Europäischen Verfassung, über die Ziele der Union. Da waren Sie halt geistig ein bisserl abwesend. (Abg. Scheibner: Die Frage ist, was nach dem „zuerst“ kommt!) Wenn in Ihrem Kopf immer nur diese Briefleichen zirkulieren, dann nehme ich das auch zur Kenntnis, aber primäres Thema dieses Tages, hätte ich gehofft und erwartet, ist das nicht. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben gesagt „zuerst“! Und was kommt dann?) Wenn mir die Zeit bleibt, bin ich durchaus bereit, abschließend noch ein paar Sätzchen über den Antrag Spindelegger, Bösch zu sagen. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dagegen gestimmt!) Aber nur wenn mir noch Zeit bleibt, zunächst möchte ich mich den wichtigeren Fragen widmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber Sie haben gesagt „zuerst“! Und was kommt dann?
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich gehe zuerst in die Sache ein. (Ironische Heiterkeit, demonstrativer Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen.) – Ich bin für jeden Applaus dankbar! Falls Sie es bis jetzt noch nicht mitbekommen haben, Herr Kollege von der FPÖ: Wir – nämlich wir, die Grünen, und einige Kollegen der anderen Fraktionen mit Ausnahme von Ihnen – diskutieren unter anderem tatsächlich über Fragen der künftigen Europäischen Verfassung, über die Ziele der Union. Da waren Sie halt geistig ein bisserl abwesend. (Abg. Scheibner: Die Frage ist, was nach dem „zuerst“ kommt!) Wenn in Ihrem Kopf immer nur diese Briefleichen zirkulieren, dann nehme ich das auch zur Kenntnis, aber primäres Thema dieses Tages, hätte ich gehofft und erwartet, ist das nicht. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben gesagt „zuerst“! Und was kommt dann?) Wenn mir die Zeit bleibt, bin ich durchaus bereit, abschließend noch ein paar Sätzchen über den Antrag Spindelegger, Bösch zu sagen. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dagegen gestimmt!) Aber nur wenn mir noch Zeit bleibt, zunächst möchte ich mich den wichtigeren Fragen widmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie dagegen gestimmt!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich gehe zuerst in die Sache ein. (Ironische Heiterkeit, demonstrativer Beifall und Bravorufe bei den Freiheitlichen.) – Ich bin für jeden Applaus dankbar! Falls Sie es bis jetzt noch nicht mitbekommen haben, Herr Kollege von der FPÖ: Wir – nämlich wir, die Grünen, und einige Kollegen der anderen Fraktionen mit Ausnahme von Ihnen – diskutieren unter anderem tatsächlich über Fragen der künftigen Europäischen Verfassung, über die Ziele der Union. Da waren Sie halt geistig ein bisserl abwesend. (Abg. Scheibner: Die Frage ist, was nach dem „zuerst“ kommt!) Wenn in Ihrem Kopf immer nur diese Briefleichen zirkulieren, dann nehme ich das auch zur Kenntnis, aber primäres Thema dieses Tages, hätte ich gehofft und erwartet, ist das nicht. (Abg. Scheibner: Aber Sie haben gesagt „zuerst“! Und was kommt dann?) Wenn mir die Zeit bleibt, bin ich durchaus bereit, abschließend noch ein paar Sätzchen über den Antrag Spindelegger, Bösch zu sagen. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dagegen gestimmt!) Aber nur wenn mir noch Zeit bleibt, zunächst möchte ich mich den wichtigeren Fragen widmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber wer, Herr Kollege, bezahlt?
Also noch einmal: Wie ist es möglich, dass Sie einerseits offiziell die Neutralitätspolitik – was heißt „-politik“, die Neutralität ist verfassungsrechtlicher Status in Österreich, Sie müssen sie selbstverständlich einhalten! –, dass Sie einerseits die Neutralität in Sonntagsreden bewahren wollen und andererseits für die europäische Verteidigung die Nato als Grundlage ansehen? (Abg. Scheibner: Aber wer, Herr Kollege, bezahlt?) Österreich wird sicherlich nicht die Rüstungsanstrengungen der Nato bezahlen, oder, Herr Kollege Scheibner? Das ist zumindest die Position der Grünen. Ich weiß nicht,
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer bezahlt für Europa die Verteidigungsstruktur, Herr Kollege? Das muss man dazusagen!
was die Position der Freiheitlichen dazu ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer bezahlt für Europa die Verteidigungsstruktur, Herr Kollege? Das muss man dazusagen!)
Abg. Scheibner: Das wollen Sie auch nicht! Und die NATO wollen Sie auch nicht!
Ich habe es schon in meiner ersten Rede gesagt: Wenn Sie von den Grünen erwarten, dass wir einer Verdreifachung des österreichischen Rüstungsetats zustimmen (Abg. Scheibner: Das wollen Sie auch nicht! Und die NATO wollen Sie auch nicht!), während Sie gleichzeitig für die Anschaffung der so genannten Eurofighter Milliarden beim Fenster hinauswerfen – ich meine, für wie bescheuert halten Sie uns? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht bescheuert, aber inkonsequent!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht bescheuert, aber inkonsequent!
Ich habe es schon in meiner ersten Rede gesagt: Wenn Sie von den Grünen erwarten, dass wir einer Verdreifachung des österreichischen Rüstungsetats zustimmen (Abg. Scheibner: Das wollen Sie auch nicht! Und die NATO wollen Sie auch nicht!), während Sie gleichzeitig für die Anschaffung der so genannten Eurofighter Milliarden beim Fenster hinauswerfen – ich meine, für wie bescheuert halten Sie uns? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht bescheuert, aber inkonsequent!)
Abg. Scheibner: Doch! Für Sicherheit in Europa, aber gegen die NATO!
Sie können uns viel vorwerfen, Herr Kollege Scheibner, aber inkonsequent ist es sicher nicht, gegen die Anschaffung der Eurofighter zu sein (Abg. Scheibner: Doch! Für Sicherheit in Europa, aber gegen die NATO!), gleichzeitig für eine Modernisierung des Bundesheeres, weil dieser Ankauf dieser sinnlosen Flieger genau den Umbau des Bundesheeres zu einer sinnvollen neuen Struktur behindert. Sie als ehemaliger Verteidigungsminister wissen das genauso gut wie ich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Ich verstehe schon – ich bin jetzt eh gutwillig –, bestehende Verträge sind einzuhalten. Aber dieser Vertrag ist ein unsinniger Vertrag! Deswegen müssen die Reformbestrebungen dahin gehen, ihn sinnvoll so zu ändern, dass er Stabilität und Wachstum fördert (Zwischenruf des Abg. Scheibner), Herr Kollege Scheibner. Die Reform darf nicht so ausschauen, dass ein sinnloser Vertrag mit zusätzlichen Sanktionen durchgepeitscht wird. Das war aber die Aussage von Karl-Heinz Grasser in Frankfurt. Das ist wirtschaftspolitischer Irrsinn. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Er hat bei Ihnen keine Prüfung gemacht, Herr Professor!
Es ist schon eine Chuzpe, Herr Spindelegger; das hätte ich von Ihnen nicht erwartet. (Abg. Scheibner: Er hat bei Ihnen keine Prüfung gemacht, Herr Professor!) Sie schreiben Seiten über Seiten über die Sanktionszeit damals im Jahre 2000. Ich weiß nicht, wie viele Seiten dieser Antrag hat, sechs oder sieben Seiten. Das muss man einmal zusammenbringen, dabei nicht ein Wort darüber zu verlieren, wie diese Sanktionszeit geendet hat. (Abg. Rädler: Wer hat sie begonnen?)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Das heißt: militärische Aktionen unter dem Dach der NATO (Abg. Scheibner: Das ist falsch!), und es ist für mich als Österreicherin und als eine Kämpferin für eine Friedenspolitik unzumutbar, das als das oberste Prinzip zu sehen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie wollen es sachlich und bringen hier unerträgliche Falschheiten vor!
Wenn Sie in Ihren Interviews im Ausland dann sagen: Europa macht ein bisschen was im Frieden, und den Krieg erledigt die NATO für uns!, dann ist das eine Rollenverteilung in der globalen Sicherheitspolitik, die völlig falsch ist und die Europa aus den wichtigen, zentralen Diskussionen über globale Sicherheit hinausdrängt. (Abg. Scheibner: Sie wollen es sachlich und bringen hier unerträgliche Falschheiten vor!)
Abg. Scheibner: Das ist richtig!
Meine Damen und Herren! Ich möchte im Zusammenhang mit der Verfassungsdebatte daran erinnern, dass in Regierungen und auch im EU-Rat demokratisch gewählte Regierungschefs und Außenminister sitzen. Auch sie haben eine Legitimation auf demokratischer Ebene! Aber es gibt keine Demokratie ohne Demokraten! (Abg. Scheibner: Das ist richtig!)
Abg. Scheibner: Sind Sie dagegen?
Ursache dafür ist unter anderem, heißt es weiter in dem erwähnten Bericht aus Brüssel, das mangelhafte Angebot an Kinderbetreuung, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen. Das heißt, dass wir in Österreich zu wenig Kindergartenplätze haben, aber das heißt auch, dass wir in Österreich zu wenig Hortplätze haben. Das Kindergeld an sich wird außerdem von der OECD als beschäftigungsfeindlich kritisiert. (Abg. Scheibner: Sind Sie dagegen?)
Abg. Scheibner: Sind Sie gegen das Kindergeld?
Das kann ich auch ganz leicht erklären. – Wenn eine junge Mutter ihre Chancen auf einen Vollzeitarbeitsplatz wahren möchte, dann muss sie bestimmte Dinge einhalten, denn – und darüber wurde sie von Ihnen nicht genau informiert (Abg. Scheibner: Sind Sie gegen das Kindergeld?) – nach zwei Jahren – und das wissen Sie genau, Kollege Scheibner – erlischt der Kündigungsschutz. Wenn sie ein halbes Jahr länger in Karenz bleibt, dann hat sie kaum eine Chance mehr, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass der Arbeitgeber sagt: Nein, wir brauchen Sie nicht mehr, wir haben Ihren Arbeitsplatz längst besetzt!
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Haidlmayr. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Sagen Sie einmal! Was soll das? Das ist doch unglaublich!
Es ist Ihnen unbenommen, den Nationalsozialisten nachzutrauern, aber es ist unser Privileg, die Befreiung Europas auch heute noch als denkwürdiges Ereignis zu feiern! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Haidlmayr. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Sagen Sie einmal! Was soll das? Das ist doch unglaublich!)
lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Scheibner: ...! Was ist da los? Entschuldigen Sie sich! Entschuldigen Sie sich! Das ist ja unglaublich, was Sie da ...!
Zum Thema Türkei: Ich bitte Sie, jetzt ein für alle Mal zur Kenntnis zu nehmen (lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abg. Scheibner: ...! Was ist da los? Entschuldigen Sie sich! Entschuldigen Sie sich! Das ist ja unglaublich, was Sie da ...!): Die Sozialdemokratische Partei ist gegen einen Beitritt der Türkei (anhaltende empörte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP – Abgeordnete der ÖVP schlagen aus Protest mit den Handflächen auf die Bänke – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen), jetzt und in der absehbaren Zukunft, und zwar aus
Abg. Scheibner: Das macht er ja nicht einmal!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Broukal meint vielleicht – denn ich sehe es den Gesichtern der SPÖ-Abgeordneten an –, jetzt herausgehen zu können und glauben zu können, mit einer Entschuldigung sei diese Sache aus der Welt. (Abg. Scheibner: Das macht er ja nicht einmal!) Nein, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Unerhört! – Abg. Kopf: Herr Cap! Ihr macht es nur noch schlimmer!
Sie wissen ganz genau, dass das in der Zuspitzung der Auseinandersetzung erfolgt ist. Es gibt hier niemanden ... (Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen deuten auf Abg. Broukal.) Wir haben hier anzumelden, dass es ... (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Unerhört! – Abg. Kopf: Herr Cap! Ihr macht es nur noch schlimmer!) – Herr Präsident! Das Mindeste, was man hier garantieren muss, ist, dass hier Ruhe herrscht und dass man hier in Ruhe seine Wortmeldung absolvieren kann. Sie von ÖVP und Freiheitlichen brauchen da gar nicht so einen Redeschwall zu machen! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben es ja gehört! – Abg. Scheibner – auf Abg. Broukal deutend –: Er hat es gesagt!
Also noch einmal: Es gibt hier niemanden, der jemand anderem vorwirft, er hätte gemeinsame Sache mit den Nationalsozialisten gemacht oder bedauert, dass es die Nationalsozialisten nicht mehr gibt. (Ruf bei der ÖVP: Stimmt ja nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir haben es ja gehört! – Abg. Scheibner – auf Abg. Broukal deutend –: Er hat es gesagt!) Aber es gibt eine unsaubere Konfliktkultur (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) hier über Fragen, die mit dieser Sache befasst sind. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – Jetzt hören Sie mir bitte einmal in aller Ruhe zu, verdammt noch einmal! (Heftige Empörung bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Zuhören wird doch noch möglich sein! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abgeordnete der ÖVP und der Freiheitlichen verlassen demonstrativ ihre Sitzplätze und stellen sich hinter den letzten Sitzreihen vor den Glastüren zum Couloir auf. – Abg. Mag. Wurm – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Er kann nicht einmal reden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist das jetzt ein Vergleich?
diesem Fall dem Hannes Swoboda, mittels gefälschter Briefe Dinge vorgeworfen werden, die er nie gesagt, nie geschrieben hat (Zwischenruf des Abg. Kopf), dann ist das etwas, von dem ich finde, dass es in der österreichischen politischen Kultur, in der politischen Auseinandersetzung nichts zu suchen hat. – Punkt 1. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ist das jetzt ein Vergleich?)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich bin der Auffassung, dass wir gemeinsam nach 1945 – viele davon sind im gleichen Lager der Nationalsozialisten gesessen – diese Republik aufgebaut haben. Wir sollten mit diesem Grundkonsens, der zum Aufbau dieser Republik geführt hat, nicht spielen! Dagegen bin ich wirklich vehementest! Ich halte das für wirklich schädlich für unsere Demokratie! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 65
Die Abgeordneten aller vier Fraktionen spenden stehend lebhaften, lang anhaltenden Beifall. – Erster Präsident Dr. Khol, Dritter Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn, die vier Klubvorsitzenden – die Abgeordneten Mag. Molterer, Scheibner, Dr. Van der Bellen und Dr. Cap –, Bundeskanzler Dr. Schüssel, Vizekanzler Gorbach, Abg. Dr. Fasslabend sowie Parlamentsdirektor Dr. Posch reichen Präsident Dr. Fischer die Hand.
Leben Sie wohl! – Ich danke Ihnen herzlich! (Die Abgeordneten aller vier Fraktionen spenden stehend lebhaften, lang anhaltenden Beifall. – Erster Präsident Dr. Khol, Dritter Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn, die vier Klubvorsitzenden – die Abgeordneten Mag. Molterer, Scheibner, Dr. Van der Bellen und Dr. Cap –, Bundeskanzler Dr. Schüssel, Vizekanzler Gorbach, Abg. Dr. Fasslabend sowie Parlamentsdirektor Dr. Posch reichen Präsident Dr. Fischer die Hand.)
Sitzung Nr. 66
Abg. Scheibner: Ich bin völlig am Boden zerstört!
Wir kommen somit auf 1,7 Millionen € pro Jahr, auch wenn Sie seufzen, Herr Kollege Scheibner. Das ist etwas mehr als 900 000 €, die der Aufsichtsrat beschlossen hat. (Abg. Scheibner: Ich bin völlig am Boden zerstört!) Ich finde, das ist keine Lappalie, und ich finde es auch nicht lachhaft, diese Dinge einmal auf den Punkt zu bringen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dass Sie sagen, in Oberösterreich gibt es viele Beschwerden, verstehe ich!
Da hat ein Beschwerdeführer in Oberösterreich – und es ist nicht zufällig Oberösterreich; es gibt sehr viele Beschwerden gegenüber dem AMS in Oberösterreich – die Zuerkennung von Arbeitslosengeld beantragt. – Und das hat nichts mit Schwarz-Grün zu tun, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Dass Sie sagen, in Oberösterreich gibt es viele Beschwerden, verstehe ich!)
Sitzung Nr. 67
Abg. Scheibner: Das war ja schon!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Bundesminister! Für welche konkreten Maßnahmen werden Sie die aus der Modulation frei werdenden Mittel in der Höhe von 18 Millionen € jährlich umsetzen? Also welche Maßnahmen werden Sie mit diesen 18 Millionen €, die frei werden, setzen? (Abg. Scheibner: Das war ja schon!)
Abg. Scheibner: Ein bisschen spät! Zehn Jahre zu spät!
Meine Damen und Herren! Grundsätzlich ist diese Änderung zu begrüßen. Der Herr Minister hat auf die Erweiterung beziehungsweise positive Weiterentwicklung des DAC-Begriffes hingewiesen. Ich darf anmerken, dass das mit dem Grünen Veltliner, der ja jetzt auch weltweit Furore macht, wirklich eine Erfolgsgeschichte ist. (Abg. Scheibner: Ein bisschen spät! Zehn Jahre zu spät!)
Abg. Scheibner: Na na! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Nehmen Sie wieder Platz!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (fortsetzend): Ich berichtige, Herr Präsident, dass Herr Kollege Wittauer unrichtigerweise behauptet hat, Frau Kollegin Binder hätte keine Ahnung und hätte Mischwald mit Mischkulturen verwechselt. (Abg. Scheibner: Na na! Das ist keine tatsächliche Berichtigung! Das geht nicht! Nehmen Sie wieder Platz!)
Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! – Abg. Scheibner: Aber ihr stimmt dagegen! – Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! Er hat gesagt, in der Kammer haben die Roten zugestimmt, und dann haben sie dagegengestimmt! – Abg. Grillitsch: Wahlmöglichkeit hat er! Erkundigen Sie sich genau! Sie wissen gar nicht, wovon Sie sprechen!
Dann, im Jahr 2000: schwarz-blaues – oder damals noch blau-schwarzes – Regierungsübereinkommen: Einführung des Agrardiesels. Aber was ist passiert? – Der blaue Finanzminister Grasser hat diesen Agrardiesel „geschmissen“. Er musste auf schwarz mutieren, bis jetzt ein Agrardiesel kommt. (Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! – Abg. Scheibner: Aber ihr stimmt dagegen! – Abg. Wittauer: Das hat er ja gar nicht gesagt! Er hat gesagt, in der Kammer haben die Roten zugestimmt, und dann haben sie dagegengestimmt! – Abg. Grillitsch: Wahlmöglichkeit hat er! Erkundigen Sie sich genau! Sie wissen gar nicht, wovon Sie sprechen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: So schaut es aus!
Bitte aufhören damit, Wasser zu predigen und Wein zu trinken! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: So schaut es aus!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich sage das nach jedem ÖVP-Redner gerne noch einmal. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sehr weit nicht!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin weit davon entfernt, alles verteidigen zu wollen, was die Sozialdemokraten an Bildungspolitik bis jetzt gemacht haben. (Abg. Scheibner: Sehr weit nicht!) Wir haben in Wien auch genügend Sträuße mit ihnen ausgefochten, was diese Bildungspolitik betrifft.
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wenn man eine Dringliche Anfrage einbringt, wovor muss man sich da fürchten?
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Diese Dringliche von heute macht zwei Dinge ganz deutlich: erstens, dass sich die Abgeordneten der derzeitigen Regierungsparteien vor einer Besprechung zum Thema Eurofighter fürchten, und zweitens, dass sie nicht verstanden haben ... (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wenn man eine Dringliche Anfrage einbringt, wovor muss man sich da fürchten?)
Abg. Scheibner: Na weil wir es nicht brauchen, Herr Kollege!
Dann verstehe ich aber nicht, warum Sie dieser Fristsetzung heute nicht zustimmen – nur weil die Fristsetzung jetzt von der Opposition kommt! (Abg. Scheibner: Na weil wir es nicht brauchen, Herr Kollege!) Das kann mir wirklich niemand erklären, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So schwach, wie Ihre Begründung ist, nehmen Sie sich selber nicht ernst!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Hoch geschätzte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Großruck: Minister sind auch noch da!) – Frau Ministerin! Herr Minister! Diese Dringliche Anfrage, Herr Kollege Stummvoll, war natürlich ein Ausdruck Ihres schlechten Gewissens, das Sie im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Deal haben, und hat im Übrigen jäh mit einem bildungspolitischen Eigentor geendet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So schwach, wie Ihre Begründung ist, nehmen Sie sich selber nicht ernst!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Begründung von Ihrem Antrag! Sie nehmen sich selbst nicht ernst!
Ziel, meine Damen und Herren, war es einzig und allein, eine Diskussion über dieses Abfangjäger-Desaster abzuwürgen. Das wissen Sie, das weiß die Öffentlichkeit, das ist allgemein bekannt und sogar in Zeitungen nachzulesen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal die Begründung von Ihrem Antrag! Sie nehmen sich selbst nicht ernst!) Sie, Kollege Scheibner stecken einfach den Kopf in den Sand. Sie wollen nichts hören, Sie wollen nichts sehen, Sie wollen nichts sagen – und vor allem wollen Sie nicht wissen, was sich international abspielt, Kollege Scheibner, denn Ihr Eurofighter-Projekt – das ist auch Ihres! – zerbröselt, im wahrsten Sinn des Wortes. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das war hoffentlich keine Verwechslung, Frau Präsidentin?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Bösch, Sie sind nun tatsächlich der Nächste auf der Rednerliste. Verzeihen Sie noch einmal die Verwechslung! – Bitte. (Abg. Scheibner: Das war hoffentlich keine Verwechslung, Frau Präsidentin?!)
Sitzung Nr. 69
Abg. Scheibner: Nicht übertreiben! Nicht übertreiben!
Ganz bewusst hat die ÖVP vor ungefähr 15 Monaten eine zweite Auflage dieser Regierung gewählt – mit einer allerdings auf ein Drittel geschrumpften FPÖ; mein Beileid, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Nicht übertreiben! Nicht übertreiben!) –, und derzeit versucht die ÖVP so eine Art Alleinregierung, soweit ich das richtig verstehe, mit den Versuchen, die FPÖ hin und wieder durch die Vergabe von Posten – wie zuletzt jenen des Rechnungshofpräsidenten – zu beschwichtigen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die Grünen noch nicht!
Die Krise der FPÖ – man könnte ja sagen: Was tangiert das die Grünen? – Aber die sind in der Bundesregierung! (Abg. Scheibner: Die Grünen noch nicht!) Das ist ja nicht irgendein Kegelverein – jedenfalls noch nicht. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Welche „Böcke“?
Insofern müssen wir uns schon Sorgen machen: Was ist das für eine Führungsstruktur, deren Verbesserung Sie da nicht und nicht zustande bringen, mit einem Vizekanzler, der keine parteiliche Verantwortung trägt, mit einer Parteichefin – ab Samstag oder Sonntag, sofern ich es richtig im Kopf habe –, die aber in der Bundesregierung Staatssekretärin ist, im Übrigen bei einem Minister, der die größten Böcke zu verantworten hat – oder seien wir vorsichtig: vielleicht die zweitgrößten Böcke, aber jedenfalls mit die größten Böcke –, die diese Bundesregierung geschossen hat? (Abg. Scheibner: Welche „Böcke“?)
Rufe bei der SPÖ und den Grünen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Durchstarten!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Scheibner für 15 Minuten ans Rednerpult. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Rufe bei der SPÖ und den Grünen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Durchstarten!)
Abg. Scheibner: Nach 20 Jahren?!
Ich habe offensichtlich noch immer eine zu gute Meinung von Ihnen, von der Opposition (Abg. Scheibner: Nach 20 Jahren?!), weil ich geglaubt habe, Sie werden sich mit dieser Regierungsumbildung ernsthaft auseinander setzen, aber nicht nebulos, lächerlich, langweilig, wie Herr Van der Bellen das getan hat, oder diskriminierend wie Frau Abgeordnete Lichtenberger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Scheibner: Wir nehmen sie nicht!
Was die Frau Justizministerin angeht, hat man ja wirklich in die unterste Lade gegriffen, obwohl man ... (Rufe bei der SPÖ: Wann?) Passen Sie auf, ich werde Ihnen gleich etwas zitieren! Obwohl niemand die Frau Justizministerin genau gekannt hat, hat Frau Bures – sie gehört ja offensichtlich noch der SPÖ an, nehme ich an (Abg. Scheibner: Wir nehmen sie nicht!) – gesagt, Frau Karin Miklautsch sei eine völlig unerfahrene Juristin. – Immerhin hat die Frau Justizministerin drei Anwaltsjahre in einer Kanzlei und
Abg. Scheibner: Also Sie haben Sorgen – wirklich wahr!
Sie, die neue Frau Justizministerin, könne „gut zupacken“, hat es geheißen; sie „traut sich etwas“, sagt Lopatka über die neue Bundesministerin. – Ich meine: „Zupacken“ tut man bei Möbelfirmen, und „trauen“ tut man sich vielleicht etwas als Stuntman/Stuntwoman: Ob das jedoch dazu berechtigt, ein Justizressort zu führen, weiß ich nicht. (Abg. Scheibner: Also Sie haben Sorgen – wirklich wahr!)
Abg. Scheibner: Das glaubt er von Ihnen!
Also wer der Chef von wem ist, Kollege Neudeck? An dieser Ihrer Bemerkung sehen wir schon wieder, welch eigenartiges Verständnis Sie haben. (Abg. Scheibner: Das glaubt er von Ihnen!) Das Parlament ist das Organ der Republik, das den Rechnungshof als verlängerten Arm hat – und nicht umgekehrt! Aber es geht nicht darum, ob wir uns alleine hier jemanden aussuchen, sondern es geht darum, ob eine einstimmige Wahl möglich gewesen wäre oder noch möglich ist. Und das war immer die Initiative und der Vorschlag der Grünen. (Abg. Neudeck: Im Gegensatz zu Van der Bellen waren Sie beim Hearing!)
Abg. Scheibner: Das merkt man eh daran, was Sie jetzt aufführen, dass das richtig war!
Es war immer der Vorschlag, dass wir vor der EU-Wahl dem Parlament die Kandidaten nennen. Sie haben es mit Ihrer Mehrheit geschafft, dass das Ganze nach der EU-Wahl gemacht wird. Erklären Sie doch den Leuten (Abg. Scheibner: Das merkt man eh daran, was Sie jetzt aufführen, dass das richtig war!), wieso die Nominierung von Rechnungshof-Präsidentschaftskandidaten mit dem Termin der EU-Wahl in Zusammenhang steht! Das kann doch nur mit Ihrer Vorgangsweise in irgendeinem Zusammenhang stehen, und genauso war es dann auch: Je mehr die FPÖ bei der EU-Wahl verliert, desto mehr muss sie im Nachhinein kompensiert werden, damit sie nicht noch kopfscheuer wird, als sie es ohnehin schon ist. – Und das ist eine schlechte Voraussetzung
Abg. Scheibner: Das wisst ihr nicht, da könnt ihr nicht mitreden!
Daraus leiten Sie keine Befangenheit ab? – Die Koordination der Regierungstätigkeit ist irgendetwas, was mit Regieren zu tun hat! Möglicherweise ist das bei der FPÖ nicht so, aber jedenfalls scheint mir hier eine gewisse Befangenheit gegeben zu sein. (Abg. Scheibner: Das wisst ihr nicht, da könnt ihr nicht mitreden!)
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!
Letzter Punkt: Ein Rechnungshofpräsident, der auf den Vorhalt, ob er in illegale Parteienfinanzierung verwickelt ist oder nicht – ganz egal, wie die Sache gerichtlich weitergegangen wäre oder ausgegangen wäre –, nichts anderes sagen kann als: Ich bin kein Plastiksackerlträger!, dazu muss ich sagen, das ist ein bisschen dünn. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) – Natürlich stimmt das, Sie waren offensichtlich nicht immer dabei. (Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!) Das Zitat ist mehrmals gefallen und verbrieft: Ich bin kein Plastiksackerlträger! – Gratuliere, wenn das die Hauptqualifikation ist! Auch deshalb fordere ich: Zurück an den Start! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!
Letzter Punkt: Ein Rechnungshofpräsident, der auf den Vorhalt, ob er in illegale Parteienfinanzierung verwickelt ist oder nicht – ganz egal, wie die Sache gerichtlich weitergegangen wäre oder ausgegangen wäre –, nichts anderes sagen kann als: Ich bin kein Plastiksackerlträger!, dazu muss ich sagen, das ist ein bisschen dünn. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) – Natürlich stimmt das, Sie waren offensichtlich nicht immer dabei. (Abg. Scheibner: Ich war schon dabei!) Das Zitat ist mehrmals gefallen und verbrieft: Ich bin kein Plastiksackerlträger! – Gratuliere, wenn das die Hauptqualifikation ist! Auch deshalb fordere ich: Zurück an den Start! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Rechtsstaat ist für Sie ein Fremdwort!
Sie bringen immer als Vergleich Dr. Fiedler. – Dr. Fiedler hat vielleicht eine gewisse ÖVP-Nähe gehabt, aber er war zuvor sechs Jahre lang Vizepräsident des Rechnungshofes, und Dr. Fiedler hat nie ein derartiges Loyalitätsverhältnis zu wesentlichen Politikern aus der Regierungskoalition gepflegt. (Abg. Scheibner: Rechtsstaat ist für Sie ein Fremdwort!) Das ist das Problem. Fähig oder nicht fähig – darüber rede ich jetzt nicht weiter. Wir haben sieben Kandidatinnen und Kandidaten gehabt, davon wäre jeder fähiger gewesen als Dr. Moser, allein deswegen, weil die anderen gewillt waren, die Fragen zu beantworten, und weil niemand in dieser Art und Weise in einem Loyalitätskonflikt steckt wie Dr. Moser. Das Problem müssen Sie aber mit sich selbst ausmachen, das haben Sie zu verantworten. Und deshalb ist dieser Vergleich mit Fiedler völlig falsch.
Abg. Scheibner: Welche Privilegien? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?
Dr. Moser hat solche Privilegien, meine Damen und Herren! (Abg. Neudeck: Na wo?) Wie will er künftig so etwas überprüfen? Wollen Sie den Bock zum Gärtner machen? – Dr. Haider ist begeistert, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Welche Privilegien? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?)
Abg. Scheibner: Welche Privilegien hat er im Gegensatz zu Ihren Leuten? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?
Jetzt von Dr. Haider zu Dr. Khol – es ist ein ganz kurzer Weg. (Abg. Scheibner: Welche Privilegien hat er im Gegensatz zu Ihren Leuten? – Abg. Neudeck: Was hat er für Privilegien?) Er hält sich nicht an die Vertragsschablonenverordnung, Kollege Neudeck, das müssen Sie doch wissen, Sie können das ja nachlesen. (Abg. Neudeck: Das ist eine untragbare Behauptung!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese „Medizin“, meine Damen und Herren von der ÖVP, die Rechnungshofpräsident heißt und die Sie der FPÖ geben, wird das Siechtum der FPÖ nur kurz verlängern – und diese „Medizin“ hat Nebenwirkungen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es wird die FPÖ, Herr Kollege Scheibner, längst dahingeschieden sein, wird die ÖVP noch an
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Seien Sie ein bisschen vorsichtiger mit Ihren merkwürdigen Bemerkungen!
den Nebenwirkungen leiden! Es ist das nämlich ein anti-demokratischer „Ausschlag“, den Sie sich heute hier zuziehen – und das macht Sie für Wählerinnen und Wähler in Zukunft ausgesprochen unattraktiv! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Seien Sie ein bisschen vorsichtiger mit Ihren merkwürdigen Bemerkungen!)
Abg. Scheibner: Was war 1992?
Kollege Scheibner, ich bin seit dem Jahre 1991 im Rechnungshofausschuss, bin dort der dienstälteste Abgeordnete (Abg. Scheibner: Was war 1992?), und ich werde Ihnen jetzt etwas sagen. (Abg. Scheibner: Haben Sie 1992 ein öffentliches Hearing abgehalten, wenn Sie schon so gescheit reden?) Dr. Moser hat sich im Hauptausschuss als
Abg. Scheibner: Haben Sie 1992 ein öffentliches Hearing abgehalten, wenn Sie schon so gescheit reden?
Kollege Scheibner, ich bin seit dem Jahre 1991 im Rechnungshofausschuss, bin dort der dienstälteste Abgeordnete (Abg. Scheibner: Was war 1992?), und ich werde Ihnen jetzt etwas sagen. (Abg. Scheibner: Haben Sie 1992 ein öffentliches Hearing abgehalten, wenn Sie schon so gescheit reden?) Dr. Moser hat sich im Hauptausschuss als
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Peinlich!
nervöser Schnellredner präsentiert, der gehörig ins Schwitzen gekommen ist: bei Privilegien, Befangenheit und mit seinen Affären! – Professor Hengstschläger und Professor Mayer hingegen haben sich kompetent, sehr sachlich und als durchaus geeignet präsentiert, aber eine Klasse für sich, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ – und das wissen alle, die dabei waren – (Abg. Neudeck: War der Nowotny!), war Professor Ewald Nowotny! Das war eine wirklich souveräne Vorstellung, das muss gesagt werden, auch, was die Konzeption betrifft sowie Dr. Nowotnys Wirtschafts- und Finanzkompetenz! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Peinlich!)
Abg. Scheibner: Wir sind in einem Rechtsstaat! Da müssen Sie etwas beweisen, nicht umgekehrt!
das, was nach Auskunft von Zeugen bei gerichtlichen Aussagen in dem Plastiksackerl war, nicht gegeben. Nichts davon ist wahr, weil es kein Plastiksackerl, weil es keine 5 Millionen Schilling, weil es keine illegale Parteienfinanzierung der Freiheitlichen Partei geben darf. Nur dann, wenn es kein Plastiksackerl gibt, wenn es keine 5 Millionen Schilling gibt und wenn es keine illegale Parteifinanzierung der Freiheitlichen Partei durch Herrn Dr. Moser gegeben hat, kann er Rechnungshofpräsident werden, und deswegen gibt es für Sie real existente Plastiksackerl einfach nicht. (Abg. Scheibner: Wir sind in einem Rechtsstaat! Da müssen Sie etwas beweisen, nicht umgekehrt!) Ich behaupte: Ein Plastiksackerl ist ein Plastiksackerl, eine illegale Parteienfinanzierung ist eine illegale Parteienfinanzierung, und ein ungeeigneter Kandidat für die Funktion des Präsidenten des Rechnungshofes ist auch für Mehrheitsfraktionen in diesem Hohen Hause ein ungeeigneter Kandidat! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Der BILLA wird mit dem Pilz keine Freude haben!)
Abg. Scheibner: Es geht um den Rechtsstaat! Ist untersucht worden, ist etwas herausgekommen? – Darum geht es!
Die Vorwürfe gegen Herrn Dr. Moser stammen nicht von uns und sind nicht Erfindungen der Opposition. Wissen Sie, wann der Name Dr. Moser das erste Mal im Zusammenhang mit illegaler Parteienfinanzierung aufgetaucht ist? – Im Bericht der Wirtschaftspolizei über die Spitzelaffäre. Da werden die ersten Zeugeneinvernahmen wiedergegeben, und da wird darauf hingewiesen, dass es vom persönlichen Sekretär von Dr. Haider eine telefonische Intervention gegeben habe, kein Wort mehr über diese 5 Millionen zu reden und das einfach zu leugnen. Trotzdem hat der, der angerufen worden ist, nämlich der persönliche Chauffeur von Herrn Dr. Haider, vor der Wirtschaftspolizei unter Wahrheitspflicht ausgesagt. Diese Aussage liegt Ihnen, liegt uns, liegt vielen vor. Sie ist öffentlich diskutiert worden. Jemand hat hier, ohne irgendeinen Vorteil erwarten zu können, unter anderem Herrn Dr. Moser schwer belastet. Es ist nicht damit getan, dass Sie sagen, Sie nehmen das einfach nicht zur Kenntnis. (Abg. Scheibner: Es geht um den Rechtsstaat! Ist untersucht worden, ist etwas herausgekommen? – Darum geht es!) Es geht nicht um Sie, es geht nicht um die Regierungsmehrheit, es geht nicht um die persönliche Zukunft von Herrn Dr. Moser, sondern es geht um das Ansehen und die Integrität einer der wichtigsten Einrichtungen dieser Republik und eines der wichtigsten Instrumente des österreichischen Nationalrates. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie dem Rechnungshof diesen Respekt und diese Sorgfalt im Umgang mit seinem Ansehen zukommen lassen, die sich die Beamten und Beamtinnen dort und letzten Endes auch der Nationalrat als sein Auftraggeber verdienen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?
Meine Damen und Herren! Ich denke auch, in Zukunft sollten wir für uns daraus unsere Schlüsse ziehen. Schalten wir die Öffentlichkeit doch nicht aus! Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Wenn jemand sich für solch ein Amt bewirbt, dann wird er auch nichts dagegen haben, dass sich eine breite Öffentlichkeit über seine Fähigkeit ein Bild machen kann! (Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?) – 1992 war kein Hearing. (Abg. Scheibner: Warum nicht?) Es kam nicht dazu, weil Sie sich mit der ÖVP auf andere Weise durchgesetzt haben. (Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?)
Abg. Scheibner: Warum nicht?
Meine Damen und Herren! Ich denke auch, in Zukunft sollten wir für uns daraus unsere Schlüsse ziehen. Schalten wir die Öffentlichkeit doch nicht aus! Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Wenn jemand sich für solch ein Amt bewirbt, dann wird er auch nichts dagegen haben, dass sich eine breite Öffentlichkeit über seine Fähigkeit ein Bild machen kann! (Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?) – 1992 war kein Hearing. (Abg. Scheibner: Warum nicht?) Es kam nicht dazu, weil Sie sich mit der ÖVP auf andere Weise durchgesetzt haben. (Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?)
Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?
Meine Damen und Herren! Ich denke auch, in Zukunft sollten wir für uns daraus unsere Schlüsse ziehen. Schalten wir die Öffentlichkeit doch nicht aus! Scheuen wir uns nicht, zu sagen: Wenn jemand sich für solch ein Amt bewirbt, dann wird er auch nichts dagegen haben, dass sich eine breite Öffentlichkeit über seine Fähigkeit ein Bild machen kann! (Abg. Scheibner: War 1992 ein Hearing?) – 1992 war kein Hearing. (Abg. Scheibner: Warum nicht?) Es kam nicht dazu, weil Sie sich mit der ÖVP auf andere Weise durchgesetzt haben. (Abg. Scheibner: Was? Vorher? Vor der Abstimmung?)
Abg. Scheibner: Na geh!
Herr Kollege Scheibner! Es hat genauso Absprachen vorher gegeben wie jetzt auch. (Abg. Scheibner: Na geh!) Das nach zehn oder zwölf Jahren aufzurühren, ist eigentlich verlorene Liebesmüh. (Abg. Scheibner: Ich wollte nur wissen, ob es ein öffentliches Hearing gegeben hat!)
Abg. Scheibner: Ich wollte nur wissen, ob es ein öffentliches Hearing gegeben hat!
Herr Kollege Scheibner! Es hat genauso Absprachen vorher gegeben wie jetzt auch. (Abg. Scheibner: Na geh!) Das nach zehn oder zwölf Jahren aufzurühren, ist eigentlich verlorene Liebesmüh. (Abg. Scheibner: Ich wollte nur wissen, ob es ein öffentliches Hearing gegeben hat!)
Abg. Scheibner: Was Sie alles beobachten!
Tatsache ist: Dieses Mal war in jeder Facette des Hearings Ihre Zielrichtung erkennbar. Sie war auch dadurch gut erkennbar, dass Ihre Hearing-Teilnehmer sich großteils dadurch hervorgetan haben, sich immer abzuwechseln. Niemand von Ihrer Fraktion hat alle Kandidatinnen und Kandidaten gehört! Sie haben immer rechtzeitig dafür gesorgt, dass wieder der Ersatz gekommen ist. Wir Sozialdemokraten sind vom Anfang bis zum Ende da gewesen und waren für jeden Kandidaten ein Gesprächspartner. (Abg. Scheibner: Was Sie alles beobachten!)
Abg. Scheibner: Da hätten Sie aber auf die Kandidaten aufpassen müssen und nicht auf die FPÖ-Mitglieder!
Ich war den ganzen Tag herinnen, Herr Kollege Scheibner, daher weiß ich das. (Abg. Scheibner: Da hätten Sie aber auf die Kandidaten aufpassen müssen und nicht auf die FPÖ-Mitglieder!) Das allein ist die Gewähr dafür, ein objektives Bild zeichnen zu können: Wer dabei ist, kann darüber reden!
Abg. Scheibner: Eure Beispiele brauchen wir nicht!
Es war ja gerade die Freiheitliche Partei, die den Postenschacher immer so verurteilt hat. – Ich kann mich noch an viele Reden von euch erinnern. (Abg. Scheibner: Eure Beispiele brauchen wir nicht!) Ihr seid die allerärgsten Postenschacherer! So eine Schacherei wie unter der freiheitlichen Regierungsbeteiligung hat es in diesem Land
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glaubst ja selber nicht!
überhaupt noch nie gegeben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glaubst ja selber nicht!)
Abg. Scheibner: Gehen Sie hinein und lernen Sie die Geschäftsordnung! – Abg. Neudeck: Sie kennen sich nicht aus!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Leere Regierungsbank! (Ruf bei der ÖVP: Nur wenn Sie reden!) Meine Damen und Herren des Hohen Hauses! Es ist doch bezeichnend, welches Interesse diese Bundesregierung überhaupt noch diesem Haus gegenüber zeigt. (Abg. Scheibner: Gehen Sie hinein und lernen Sie die Geschäftsordnung! – Abg. Neudeck: Sie kennen sich nicht aus!) Zumindest eines der vielen Regierungsmitglieder könnte sich die Mühe machen, hier anwesend zu sein. Weil aber dieses Spiel hier ein abgekartetes ist, ein von vornherein abgekartetes Spiel, bei dem Ihr Stimmverhalten, meine Damen und Herren – und ich
Abg. Scheibner: Wenn Sie ihn kritisieren, ist das für ihn eine Auszeichnung! Das kann ich Ihnen sagen!
Diesen Herrn wollen Sie nun zum Rechnungshofpräsidenten wählen (Abg. Scheibner: Wenn Sie ihn kritisieren, ist das für ihn eine Auszeichnung! Das kann ich Ihnen sagen!) – jemanden, über den nicht nur ein Chauffeur, sondern ein heutiger Rechtsanwalt, sein Risiko für seinen Beruf und für seine künftige Tätigkeit wohl kennend, aussagt, dass er sehr wohl Augenzeuge eines Aktes wahrscheinlich illegaler Parteienfinanzierung geworden ist!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund! Es wäre besser, Sie nähmen das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund!
Meine Damen und Herren! Vielleicht ist es Ihnen wirklich egal, weil Sie das schon gewöhnt sind, vielleicht ist das in Ihrer Partei das Normalste der Welt. Im Rechtsstaat Österreich ist illegale Parteienfinanzierung mit Sicherheit nicht das Normalste der Welt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund! Es wäre besser, Sie nähmen das Wort „Rechtsstaat“ nicht in den Mund!) Ein Dr. Moser an der Spitze des Rechnungshofes ist ein schwere Beeinträchtigung und Gefährdung der Arbeit dieser seriösen Einrichtung, die dem Nationalrat nahe steht, wie nur wenige Einrichtungen dieser Republik.
Sitzung Nr. 71
Abg. Scheibner: Das hätten Sie uns vorher sagen müssen!
Ich hätte mir eigentlich heute so sehr gewünscht, dass zumindest am Ende meiner parlamentarischen Tätigkeit im Verkehrsbereich einem Antrag, den ich gestellt habe – und wir haben ihn bewusst so formuliert, dass die beiden Regierungsparteien ihm ganz leicht hätten nahe treten können –, zugestimmt worden wäre, denn – und diesen Appell möchte ich auch noch an das Haus richten – Zusammenarbeit besteht auch darin, dass man manchmal auch Initiativen der Opposition annimmt und wertschätzt. (Abg. Scheibner: Das hätten Sie uns vorher sagen müssen!) So verstärkt sich die Verbin-
Abg. Scheibner: Selten!
Kollegin Lichtenberger hat mir in ihrer Rede einige Stichworte geliefert. Wenn sie von intensiven Debatten sprach, dann muss ich sagen, diese waren wirklich intensiv. Ich kann nur bestätigen, dass sich Kollegin Lichtenberger immer sehr bemüht hat, auch die Regierungsfraktionen und die sozialdemokratische Fraktion zu überzeugen. Bei der sozialdemokratischen Fraktion ist es ja des Öfteren gelungen, dass wir dann das eine oder andere Projekt miteinander bearbeitet und auch miteinander abgestimmt haben. Aber leider ist es uns gemeinsam noch nicht ganz gelungen, die Regierung davon zu überzeugen, dass wir auch gute Vorschläge hätten. (Abg. Scheibner: Selten!) Aber vielleicht gelingt es, wenn wir an diesen Projekten weiter arbeiten.
Abg. Scheibner nickt bejahend.
Dieser Antrag ist vom letzten Redner eingebracht worden. Das ist an sich eine Vorgangsweise, die wir nicht sehr schätzen. Ich möchte die Klubobleute fragen, ob sie Gelegenheit hatten, diesen Antrag auch zu studieren. (Abg. Scheibner nickt bejahend.) – Hatten sie. Dann können wir darüber abstimmen.
Abg. Scheibner: Die Frage ist: Für wen? Für alle?
Das Tolle aber wäre gewesen oder könnte sein, dass wir mit den Mindesthaftungssummen als Gesetzgeber durchaus wieder die Möglichkeit gehabt hätten oder hätten, ein marktwirtschaftliches Instrument in die Verkehrs- und Umweltpolitik einfließen zu lassen. Was wird denn passieren? – Herr Mitterlehner wird sich wieder schrecken – er hat Glück, er ist nicht im Saal. Was wird denn passieren? – Natürlich werden die Versicherungen die Prämien erhöhen. Aber völlig zu Recht, denn es muss ja irgendwo in der Kostenstruktur ... (Abg. Scheibner: Die Frage ist: Für wen? Für alle?) – Wenn Sie mit mir in einen mikroökonomischen Diskurs einsteigen wollen, Herr Klubobmann Scheibner, dann ist natürlich die Frage „Für wen?“ richtig gestellt, nämlich ob es Kreuzüberwälzungen gibt, ob etwa auf Grund der Nachfragestruktur dann die PKW-Besitzer stärker herangezogen werden würden als die LKW-Besitzer. Das kann man nie ausschließen, das ist richtig.
Abg. Scheibner: Das können Sie jetzt auch machen!
In diesem Zusammenhang schaue ich Sie an, Herr Bundesminister Grasser – und würde noch vor drei Wochen den Kollegen Böhmdorfer angeblickt haben (Abg. Scheibner: Das können Sie jetzt auch machen!) –, mache das jetzt auch, weil ich auch von ihm Unterstützung erwarte und verleihe meiner Hoffnung, aber auch Erwartung Ausdruck, dass Sie sicherstellen werden, dass wir im Herbst in der ersten Finanzausschusssitzung mit der Vorlage einer solchen großen Novelle zum Hypothekenbankgesetz konfrontiert werden.
Sitzung Nr. 73
Abg. Scheibner: Assistenzeinsätze!
Bundesminister für Landesverteidigung Günther Platter: Man soll sich zu dem Zeitpunkt, wenn Reformen geplant werden, nicht von vornherein festlegen. Aber die Grundwehrdiener werden überhaupt zu keinen Auslandseinsätzen herangezogen, das beruht auf freiwilliger Basis. (Abg. Scheibner: Assistenzeinsätze!) Anspruchsvolle Assistenzeinsätze sind nicht geplant. Die Grundwehrdiener werden nur für jene Tätigkeiten herangezogen, die wir jetzt machen. Auch künftig wird das so gemacht werden.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Jarolim: Erschütternde Konzeptlosigkeit!
So ist die Vorgangsweise. Das ist korrekt, seriös und wird auch so gemacht! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Jarolim: Erschütternde Konzeptlosigkeit!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zu Ihrer Frage, Herr Abgeordneter: Ich habe keine Hinweise darauf erhalten, dass es Verzögerungen gäbe. Es hat sich all das, was in letzter Zeit von manchen in der Öffentlichkeit diskutiert wurde, als nicht wahr herausgestellt. Im Vertrag ist jedenfalls eindeutig geregelt, dass von Vertragsstrafen bis hin zum Deckungskauf alles möglich ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Dann sind Sie anscheinend noch nicht lange genug hier!
Ich muss ganz ehrlich sagen: Herr Kollege Böhmdorfer, Sie haben wenigstens ein Deckblatt bekommen, wenn Sie in Verhandlungen gegangen sind, wir hingegen haben im Ausschuss nicht einmal ein Deckblatt bekommen! Über ein Gesetz, das wir nicht einmal lesen durften, hätten wir dann diskutieren dürfen! – Das ist eine Vorgangsweise, wie sie in diesem Haus und in meinem Ausschuss noch nie vorgekommen ist (Beifall bei der SPÖ und den Grünen), nämlich dass ein Gesetzestext nicht vorliegt und verlangt wird, dass man darüber diskutiert. (Abg. Scheibner: Dann sind Sie anscheinend noch nicht lange genug hier!) Diese Vorgangsweise ist unüblich und wird von uns sicher nicht akzeptiert! (Zwischenruf des Abg. Dr. Ferdinand Maier.)
Abg. Scheibner: Denken Sie, bevor Sie hier reden!
Ich glaube, Sie kommen sehr weit weg von den Forderungen, die Sie hier als Minister erhoben haben (Abg. Scheibner: Denken Sie, bevor Sie hier reden!), und ich würde Sie bitten, als Abgeordneter nicht ein anderes Einschätzungsverhalten in einer so wichtigen demokratiepolitischen Frage an den Tag zu legen (Abg. Mag. Molterer: Schlecht vorbereitet!), als Sie es als Minister taten. Bitte überdenken Sie Ihre Vorgangsweise! Wir fordern eine Rückverweisung an den Ausschuss. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 75
Abg. Scheibner: Ist ja schon gut, wenn er das entdeckt!
„Wann immer in Österreich ein bedeutendes Unternehmen aus dem Besitz des Staates entlassen wird – wie derzeit unter ziemlichen Wehen die Telekom –, tritt der international renommierte Privatisierungsfachmann Doktor Alfred Gusenbauer auf den Plan, blickt sauertöpfisch drein, als hätte er eine korkende Flasche entdeckt, und warnt vor einem ,Verscherbeln‘ von Volksvermögen.“ (Abg. Scheibner: Ist ja schon gut, wenn er das entdeckt!)
Abg. Scheibner: Der ist heute nicht da, schau, schau!
Ich sage ganz offen: Ich habe von Anfang an meine Zweifel gehabt, ob die Schweiz diese harten Bedingungen, die ein Aufsichtsrat der ÖIAG konzipiert hat, nämlich Herr Dr. Achleitner, ein absoluter Profi, der Finanzchef der Allianz AG, ob also die Schweiz das wirklich am Ende wird erbringen können. Aber: Unter Erbringung dieser Maßnahmen wäre das ein interessantes Projekt gewesen wäre. Ich wurde am Ende dann eingeweiht von Karl-Heinz Grasser. Ich habe übrigens sofort die Sozialpartner – ich sage das auch hier öffentlich, damit da keine Gerüchte entstehen –, und zwar sowohl den Präsidenten der Wirtschaftskammer als auch den Präsidenten des Gewerkschaftsbundes (Abg. Scheibner: Der ist heute nicht da, schau, schau!), über meinen Wissensstand informiert und deren Meinung dazu erbeten.
Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das steht in Ihrem Papier drinnen!
Leider ist der Herr Bundeskanzler gegen Ende seiner Rede auf das eingeschwungen, was schon Kollege Molterer und nach ihm auch Kollege Scheibner angefangen hat: mit Falschmeldungen über die Absichten der Sozialdemokratie (Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Das steht in Ihrem Papier drinnen!), mit Falschmeldungen die Menschen zu verunsichern.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie distanzieren sich schon von Ihrem Papier, bevor Sie es veröffentlicht haben!
Ihre Kritik, Herr Bundeskanzler, trifft eine Person: den Kollegen Scheibner, der nämlich gesagt hat, wir Sozialdemokraten wollen uns für jene Menschen, die so wenig verdienen – darüber sollten wir uns unterhalten, denn nach Ihrer eigenen Aussage geht es dabei um 2,1 Millionen Menschen –, dass sie keine Steuern zahlen, überlegen, wie diese mehr Geld in ihre Brieftasche bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie distanzieren sich schon von Ihrem Papier, bevor Sie es veröffentlicht haben!)
Abg. Scheibner: Natürlich! Wer denn sonst!
Aber kommen wir jetzt zur Kernfrage: Telekom Austria. Übrigens zur Klarstellung, falls dies noch jemand zum zweiten Mal behaupten will: Wir haben nie weder geplant noch gefordert, dass die kleinen Sparbücher besteuert werden, wir haben nie geplant und gefordert, auch ich nicht (Abg. Scheibner: Natürlich! Wer denn sonst!), dass die Grundsteuer erhöht wird. Das sind Unterstellungen von Ihnen. – Nur zur Klarstellung, damit dieses Thema erledigt ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Matznetter ist schon geflüchtet!
Herr Kollege Matznetter, ich glaube, Sie haben heute wirklich jeden Anspruch verloren, als künftiger Finanzminister zu kommen!. (Abg. Scheibner: Matznetter ist schon geflüchtet!) Stimmt, Herr Klubobmann, er ist bereits nicht mehr im Saal! Wahrscheinlich muss er all die enttäuschten roten Wählerinnen und Wähler am Telefon befriedigen, die sich darüber beschweren, dass die SPÖ zu einem solchen Thema eine Sondersitzung macht, und das mit einer Performance, die ihresgleichen sucht!
Abg. Scheibner: Da sind wir schon sehr gespannt!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Ich komme wieder zur Sache nach diesen etwas großzügigen Ausschweifungen meines Vorredners. (Abg. Scheibner: Da sind wir schon sehr gespannt!)
Abg. Scheibner: Das zergeht mir alles nicht auf der Zunge!
Dieses Unternehmen hat einen Anteil von nicht unerheblichen 42 Prozent im staatlichen Eigentum, und ich spreche jetzt absichtlich als Eigentümer-Vertreterin und Steuerzahler-Vertreterin: Wir haben hier eine große Möglichkeit wirtschaftspolitischer, beschäftigungspolitischer und sicherlich auch standortpolitischer Gestaltung. Unser Desaster und Ihr Desaster dabei ist dieser so genannte „Privatisierungsauftrag“. Dieser Privatisierungsauftrag sollte Ihnen ja täglich auf der Zunge zergehen, denn dieser ist praktisch wie eine eierlegende Wollmilchsau. (Abg. Scheibner: Das zergeht mir alles nicht auf der Zunge!)
Abg. Scheibner: Redezeit!
Deshalb heißt es jetzt: Abstand nehmen vom Börsegang, wenn wir eine Zukunft haben wollen für ein zentrales österreichisches Unternehmen, mit seinen Beschäftigten und auch mit seinen Infrastruktur- und Qualitätsaufgaben für die österreichische Bevölkerung! (Abg. Scheibner: Redezeit!) Strategische Konzepte sind notwendig für österreichische Konzerne, und nicht (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen): Nicht denken und nur dealen! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: So ist es!
Aber was ich doch ganz genau kenne – und die Rolle der Opposition ist da eine sehr wichtige –, ist die Ausgangsposition, die gegeben war, als wir in die Regierung eingetreten sind. Was war die Ausgangsposition im Zusammenhang mit der Verstaatlichten? – Eine hohe Staatsverschuldung, zum größten Teil auch darauf zurückzuführen, dass Geld in die verstaatlichte Industrie geflossen ist; trotzdem eine hochverschuldete verstaatlichte Industrie, und letztendlich 50 000 Arbeitsplätze, die in dieser Staatsindustrie verloren gegangen sind, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: So ist es!)
Abg. Scheibner: Das wäre aber das erste Mal, Frau Kollegin! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist dann aber Ihre Jungfernrede!
Neben der Polemik gab es natürlich eine Reihe von sehr aggressiven und falschen Rundumschlägen, angeführt von Klubobmann Molterer bis hin zu meinem Kollegen Scheuch am Schluss. Ich möchte mich damit nicht befassen, weil ich mich in der Regel in der Politik mit Fakten befasse. (Abg. Scheibner: Das wäre aber das erste Mal, Frau Kollegin! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist dann aber Ihre Jungfernrede!)
Abg. Scheibner: Was ist jetzt mit dem Matznetter-Papier?
Ich möchte Ihnen sagen, Faktum eins ist, dass Österreich durch Ihre Politik mit der höchsten Steuer- und Abgabenquote konfrontiert ist und dass die Steuererhöher in diesem Land auf dieser Regierungsbank sitzen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Matznetter ... erhöhen!) Für die Sozialdemokratie geht es darum, dass wir jedenfalls gegen eine Erhöhung dieser Steuer- und Abgabenquote sind (Abg. Scheibner: Was ist jetzt mit dem Matznetter-Papier?) und für mehr Steuergerechtigkeit (Abg. Scheibner: Erbschaftssteuererhöhung, Mietenerhöhung ...!), aber zum Beispiel nicht für eine Amnestie und nicht für eine Steuerreform, die ausschließlich ein paar große Unternehmen begünstigt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Erbschaftssteuererhöhung, Mietenerhöhung ...!
Ich möchte Ihnen sagen, Faktum eins ist, dass Österreich durch Ihre Politik mit der höchsten Steuer- und Abgabenquote konfrontiert ist und dass die Steuererhöher in diesem Land auf dieser Regierungsbank sitzen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Matznetter ... erhöhen!) Für die Sozialdemokratie geht es darum, dass wir jedenfalls gegen eine Erhöhung dieser Steuer- und Abgabenquote sind (Abg. Scheibner: Was ist jetzt mit dem Matznetter-Papier?) und für mehr Steuergerechtigkeit (Abg. Scheibner: Erbschaftssteuererhöhung, Mietenerhöhung ...!), aber zum Beispiel nicht für eine Amnestie und nicht für eine Steuerreform, die ausschließlich ein paar große Unternehmen begünstigt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das darf ja nicht wahr sein, dass Sie das ansprechen! Das ist ja nicht Ihr Ernst!
Faktum drei – um über die Fakten Ihrer Politik zu reden – ist Ihre Finanzpolitik, Herr Bundesminister Grasser. Sie haben vom Nulldefizit gesprochen; alle wissen, dass das leere Luftblasen waren. Wir haben heute die höchste Staatsverschuldung mit 145,5 Milliarden €, das sind um fast 11 Prozent mehr als vor vier Jahren. (Abg. Scheibner: Das darf ja nicht wahr sein, dass Sie das ansprechen! Das ist ja nicht Ihr Ernst!) Das haben Sie zu verantworten, und das ist ein wirtschaftspolitisches Faktum in dem Land! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Redezeit!
Herr Bundesminister! Ich richte an Sie den Appell: Machen Sie in Zukunft nicht die Menschen in diesem Land durch Ihre Politik ausschließlich ärmer, ob es die Pensionisten sind, ob es die Arbeitnehmer sind! Gefährden Sie nicht österreichische Arbeitsplätze! Nehmen Sie sich in Zukunft der Anliegen der Menschen an! (Abg. Scheibner: Redezeit!) Und wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihren goldenen Käfig zu verlassen, dann treten Sie zurück! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 76
Abg. Scheibner: Was haben denn Sie gemacht in Ihrer Zeit?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Hauptleidtragenden dieser Pensionsharmonisierung werden leider die Frauen sein (Abg. Mag. Molterer: Falsch!), die Frauen auf Grund ihrer unterschiedlichen Erwerbsbiographien, denn die werden mit diesem System der Pensionsharmonisierung ganz massive Pensionskürzungen erleiden. (Abg. Mag. Molterer: Das ist einfach falsch!) Auch die Anrechnung von Kinderersatzzeiten, Herr Klubobmann Molterer, wird nicht ausreichen, diese massiven Pensionskürzungen wettzumachen. Es ist auch so ... (Abg. Scheibner: Was haben denn Sie gemacht in Ihrer Zeit?) – Herr Scheibner! Wenn Sie fragen: Was haben Sie gemacht?, so gibt mir das den Anlass, einiges klarzustellen.
Abg. Scheibner: Warum haben denn die Frauen so niedrige Pensionen?
Wenn die 15 besten Jahre zur Pensionsberechnung herangezogen werden (Abg. Scheibner: Warum haben denn die Frauen so niedrige Pensionen?), dann spielt die Frage der Anrechnung von Kindererziehungszeiten eine viel geringere Rolle, als wenn das Erwerbseinkommen des gesamten Lebens angerechnet wird. (Abg. Mag. Molterer: SPÖ-Pensionsmodell!)
Abg. Scheibner: Was heißt, „auf der Straße landen“?
Daher, meine Damen und Herren, Herr Arbeitsminister: Sie glauben doch nicht wirklich, dass irgendeine arbeitspolitische Maßnahme in diesem Pensionspaket enthalten ist. Ältere Arbeitnehmerinnen werden, wenn es so kommt – Sie haben ja noch ein bisschen Zeit, diesen Entwurf zu korrigieren –, auf der Straße landen, werden in der Abhängigkeit landen, werden in der Altersarmut landen. Diese Frauen haben durch Ihre Pensionsharmonisierung einfach keine Chance! (Abg. Scheibner: Was heißt, „auf der Straße landen“?)
Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Schwerarbeiterregelung?
Faktum Nummer 4, letztes Faktum: Auch die Schwerarbeiterregelung gilt für Frauen de facto nicht. Sie können nicht in diesen Genuss kommen. Außerdem erwarte ich mir von Ihnen, dass Sie Schwerarbeit für Frauen endlich einmal definieren. Altenpflegerinnen beispielsweise, Pflegehelferinnen, Intensiv-Krankenschwestern, Arbeit im Gastronomiebereich (Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Schwerarbeiterregelung?) – das ist die Schwerarbeiterregelung, die ich bei Ihnen vermisse, Herr Kollege Scheibner! Sie lassen sich überhaupt bis zum Jahr 2006 Zeit damit, diesen Begriff zu definieren, dann haben die Leute aber nichts mehr davon, wissen Sie?! Dann haben die Frauen nichts mehr davon! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben nichts gemacht! 30 Jahre haben Sie nichts gemacht! Jetzt kritisieren, was Sie nie gemacht haben!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben nichts gemacht! 30 Jahre haben Sie nichts gemacht! Jetzt kritisieren, was Sie nie gemacht haben!
Faktum Nummer 4, letztes Faktum: Auch die Schwerarbeiterregelung gilt für Frauen de facto nicht. Sie können nicht in diesen Genuss kommen. Außerdem erwarte ich mir von Ihnen, dass Sie Schwerarbeit für Frauen endlich einmal definieren. Altenpflegerinnen beispielsweise, Pflegehelferinnen, Intensiv-Krankenschwestern, Arbeit im Gastronomiebereich (Abg. Scheibner: Wo ist Ihre Schwerarbeiterregelung?) – das ist die Schwerarbeiterregelung, die ich bei Ihnen vermisse, Herr Kollege Scheibner! Sie lassen sich überhaupt bis zum Jahr 2006 Zeit damit, diesen Begriff zu definieren, dann haben die Leute aber nichts mehr davon, wissen Sie?! Dann haben die Frauen nichts mehr davon! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben nichts gemacht! 30 Jahre haben Sie nichts gemacht! Jetzt kritisieren, was Sie nie gemacht haben!)
Abg. Scheibner: „Kleine Verbesserungen“!
Daran ändern auch die kleinen Verbesserungen, die Sie für die Frauen einführen, nichts. Wir wissen ganz genau, dass es kleine Verbesserungen gibt (Abg. Scheibner: „Kleine Verbesserungen“!): 7 Jahre statt der 15 Jahre – aber nicht für die Bemessung der Pension etwa, um dieses Missverständnis aufzuklären, sondern nur dafür, dass man überhaupt eine Pension bekommt.
Abg. Scheibner: Wollen Sie ihn strafen?
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Fuhrmann! Wir sind nicht nervös, wir sind aber aufgebracht, denn wenn ein Bundeskanzler hier ungestraft (Abg. Scheibner: Wollen Sie ihn strafen?), nämlich ungestraft durch den Präsidenten des Nationalrates, sagen kann (Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie den Bundeskanzler strafen? – weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), dass er „ungestraft“ Kritik der Opposition nicht haben möchte, dass er uns der Lüge bezichtigt, dass er uns der „Gräuelpropaganda“ bezichtigt (Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollen ihn bestrafen!) – das können Sie im Protokoll nachlesen –, dann frage ich mich, ob das eines Bundeskanzlers dieser Republik würdig ist. – Ich sage: Nein! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gemacht in Ihrer Zeit?
Ihre Reform sieht schwerste Verluste bei der Frage der Schwerarbeit vor. Sie können jetzt sagen, von 3 Prozent sind wir auf 2,1 Prozent heruntergegangen. Das ist für Menschen, die ihr Leben lang schwer gearbeitet haben, ein Hohn. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gemacht in Ihrer Zeit?) Sie sind nicht einmal in der Lage, diese Schwerarbeit zu definieren.
Abg. Scheibner: Das ist sehr sachlich! Das ist unglaublich!
Sie wundern sich, warum Sie in Vorarlberg 14 Prozent verlieren (Abg. Scheibner: Das ist sehr sachlich! Das ist unglaublich!) – das bei einer Politik, die gegen die Interessen von Klein- und Mittelverdienern gerichtet ist? (Abg. Dolinschek: Warum haben Sie in der Vergangenheit für die Schwerarbeiter nichts getan?) Wissen Sie, was das wirklich Traurige an Ihrer Politik ist? – Das wirklich Traurige an der Politik von Schwarz-Blau ist einfach: Sie nehmen jener Generation, die diese Republik aufgebaut hat und die kurz vor der Pension steht, die Würde. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum haben Sie nicht mehr Geld hinterlassen, als Sie in der Regierung waren?) Sie nehmen ihr die Chance auf einen würdigen Lebensabend. Und Sie nehmen der Generation, der Kollegin Fuhrmann und ich angehören, die Hoffnung. Das ist das wirklich Schlimme und Tragische an Ihrer Politik. Es ist Zeit für einen Kurswechsel. Nehmen Sie diese Pensionskürzungsreform zurück! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Kein gutes Beispiel!
Wir hätten uns gewünscht – vielleicht waren auch wir manchmal etwas spröde –, dass es mehr Konsens in der Außenpolitik gibt. Ich denke da beispielsweise an die Sicherheitsdoktrin, bei der es nicht möglich war, sie gemeinsam zu beschließen. Das wäre vielleicht eine solche Möglichkeit gewesen. (Abg. Scheibner: Kein gutes Beispiel!)
Abg. Scheibner: Redezeit!
Besonders sensibel ist die Frage des EU-Beitritts der Türkei. Wie sensibel sie ist, dafür braucht keiner von uns irgendwelche Umfragen zu lesen, wir brauchen nur auf die Straße zu gehen und mit den Menschen zu sprechen. Herr Dr. Van der Bellen! Ich möchte daran erinnern, dass es zu jenem Zeitpunkt, als der Türkei die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen erstmals in Aussicht gestellt wurde, die EU in der heutigen Form noch gar nicht gab. Damals gab es noch die EWG, eine reine Zoll- und Wirtschaftsunion – und die Türkei, die sich sicherlich sehr schnell und sehr positiv verändert hat, steht einer ebenso geänderten, vielleicht noch schneller veränderten Europäischen Union gegenüber. (Abg. Scheibner: Redezeit!)
Abg. Scheibner: So obergescheit!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Sie haben ja jetzt ein bisschen ein Schauspiel erlebt, wie ernst es die Regierungsfraktionen mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nehmen. (Abg. Scheibner: So obergescheit!) Was ihnen genehm ist, das ist eine berechtigte Bürgerinitiative und Petition, was ihnen nicht genehm ist, ist offensichtlich keine, wenn ich den Ausführungen des Kollegen Wittauer richtig folgen konnte. (Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!) Was haben Sie gesagt, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!) Entschuldigung! (Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!) Das ist doch ein völliger Blödsinn, was Sie sagen. Ich war am Anfang der Debatte heute selbstverständlich hier. (Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Außerdem, Kollege Scheibner, würde ein wirkliches Ernstnehmen der Bürgerinnen und Bürger bedeuten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!), dass man diesen Ausschuss endlich einmal, wie Kollegin Wurm zu Recht angemerkt hat, betreffend Geschäftsordnung verändert, damit man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch wirklich zeitgerecht an die entsprechenden Ausschüsse weiterleitet, damit sie dort auch in einer Zeit behandelt werden können, dass es noch möglich ist, diese in Gesetzesvorlagen einzubringen. (Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Sie haben ja jetzt ein bisschen ein Schauspiel erlebt, wie ernst es die Regierungsfraktionen mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nehmen. (Abg. Scheibner: So obergescheit!) Was ihnen genehm ist, das ist eine berechtigte Bürgerinitiative und Petition, was ihnen nicht genehm ist, ist offensichtlich keine, wenn ich den Ausführungen des Kollegen Wittauer richtig folgen konnte. (Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!) Was haben Sie gesagt, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!) Entschuldigung! (Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!) Das ist doch ein völliger Blödsinn, was Sie sagen. Ich war am Anfang der Debatte heute selbstverständlich hier. (Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Außerdem, Kollege Scheibner, würde ein wirkliches Ernstnehmen der Bürgerinnen und Bürger bedeuten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!), dass man diesen Ausschuss endlich einmal, wie Kollegin Wurm zu Recht angemerkt hat, betreffend Geschäftsordnung verändert, damit man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch wirklich zeitgerecht an die entsprechenden Ausschüsse weiterleitet, damit sie dort auch in einer Zeit behandelt werden können, dass es noch möglich ist, diese in Gesetzesvorlagen einzubringen. (Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Sie haben ja jetzt ein bisschen ein Schauspiel erlebt, wie ernst es die Regierungsfraktionen mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nehmen. (Abg. Scheibner: So obergescheit!) Was ihnen genehm ist, das ist eine berechtigte Bürgerinitiative und Petition, was ihnen nicht genehm ist, ist offensichtlich keine, wenn ich den Ausführungen des Kollegen Wittauer richtig folgen konnte. (Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!) Was haben Sie gesagt, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!) Entschuldigung! (Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!) Das ist doch ein völliger Blödsinn, was Sie sagen. Ich war am Anfang der Debatte heute selbstverständlich hier. (Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Außerdem, Kollege Scheibner, würde ein wirkliches Ernstnehmen der Bürgerinnen und Bürger bedeuten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!), dass man diesen Ausschuss endlich einmal, wie Kollegin Wurm zu Recht angemerkt hat, betreffend Geschäftsordnung verändert, damit man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch wirklich zeitgerecht an die entsprechenden Ausschüsse weiterleitet, damit sie dort auch in einer Zeit behandelt werden können, dass es noch möglich ist, diese in Gesetzesvorlagen einzubringen. (Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Sie haben ja jetzt ein bisschen ein Schauspiel erlebt, wie ernst es die Regierungsfraktionen mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nehmen. (Abg. Scheibner: So obergescheit!) Was ihnen genehm ist, das ist eine berechtigte Bürgerinitiative und Petition, was ihnen nicht genehm ist, ist offensichtlich keine, wenn ich den Ausführungen des Kollegen Wittauer richtig folgen konnte. (Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!) Was haben Sie gesagt, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!) Entschuldigung! (Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!) Das ist doch ein völliger Blödsinn, was Sie sagen. Ich war am Anfang der Debatte heute selbstverständlich hier. (Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Außerdem, Kollege Scheibner, würde ein wirkliches Ernstnehmen der Bürgerinnen und Bürger bedeuten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!), dass man diesen Ausschuss endlich einmal, wie Kollegin Wurm zu Recht angemerkt hat, betreffend Geschäftsordnung verändert, damit man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch wirklich zeitgerecht an die entsprechenden Ausschüsse weiterleitet, damit sie dort auch in einer Zeit behandelt werden können, dass es noch möglich ist, diese in Gesetzesvorlagen einzubringen. (Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Sie haben ja jetzt ein bisschen ein Schauspiel erlebt, wie ernst es die Regierungsfraktionen mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nehmen. (Abg. Scheibner: So obergescheit!) Was ihnen genehm ist, das ist eine berechtigte Bürgerinitiative und Petition, was ihnen nicht genehm ist, ist offensichtlich keine, wenn ich den Ausführungen des Kollegen Wittauer richtig folgen konnte. (Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!) Was haben Sie gesagt, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!) Entschuldigung! (Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!) Das ist doch ein völliger Blödsinn, was Sie sagen. Ich war am Anfang der Debatte heute selbstverständlich hier. (Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Außerdem, Kollege Scheibner, würde ein wirkliches Ernstnehmen der Bürgerinnen und Bürger bedeuten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!), dass man diesen Ausschuss endlich einmal, wie Kollegin Wurm zu Recht angemerkt hat, betreffend Geschäftsordnung verändert, damit man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch wirklich zeitgerecht an die entsprechenden Ausschüsse weiterleitet, damit sie dort auch in einer Zeit behandelt werden können, dass es noch möglich ist, diese in Gesetzesvorlagen einzubringen. (Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie! Sie haben ja jetzt ein bisschen ein Schauspiel erlebt, wie ernst es die Regierungsfraktionen mit den Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nehmen. (Abg. Scheibner: So obergescheit!) Was ihnen genehm ist, das ist eine berechtigte Bürgerinitiative und Petition, was ihnen nicht genehm ist, ist offensichtlich keine, wenn ich den Ausführungen des Kollegen Wittauer richtig folgen konnte. (Abg. Scheibner: Das oberlehrerhafte Gequake können Sie sich sparen! Zu Beginn der Debatte waren Sie gar nicht herinnen!) Was haben Sie gesagt, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie sind oberlehrerhaft!) Entschuldigung! (Abg. Scheibner: Am Beginn der Debatte nicht da sein und jetzt die anderen kritisieren!) Das ist doch ein völliger Blödsinn, was Sie sagen. Ich war am Anfang der Debatte heute selbstverständlich hier. (Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Außerdem, Kollege Scheibner, würde ein wirkliches Ernstnehmen der Bürgerinnen und Bürger bedeuten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nehmen Sie das Wort „Blödsinn“ zurück! – Abg. Scheibner: Wir brauchen Ihr oberlehrerhaftes Getue nicht!), dass man diesen Ausschuss endlich einmal, wie Kollegin Wurm zu Recht angemerkt hat, betreffend Geschäftsordnung verändert, damit man die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger auch wirklich zeitgerecht an die entsprechenden Ausschüsse weiterleitet, damit sie dort auch in einer Zeit behandelt werden können, dass es noch möglich ist, diese in Gesetzesvorlagen einzubringen. (Abg. Scheibner: Das Abqualifizieren unserer Redner können Sie sich sparen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sogar die eigene Fraktion ist nicht sehr begeistert von dieser Rede!
Insbesondere ist mir sehr wichtig – wie das auch Kollegin Wurm gemeint hat –, dass die Berichte der Volksanwaltschaft behandelt werden. Das wäre ein wichtiger und, wie ich glaube, auch effizienter Schritt, denn die Volksanwaltschaft ist jene Einrichtung, die wirklich laufend mit BürgerInnenproblemen zu tun hat. Auch in den Gesprächen, die wir bisher führen konnten, zeigt es sich ganz klar: Es gibt bestimmte Anliegen, die gehäuft auftauchen. Daher wäre es sehr zweckmäßig, diese Berichte hier im Haus zu diskutieren und auch entsprechend rechtzeitig in die legistischen Maßnahmen mit einzubeziehen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sogar die eigene Fraktion ist nicht sehr begeistert von dieser Rede!)
Abg. Scheibner: Wie hoch soll die Grundsicherung sein?
Ich habe am Vormittag ein Beispiel dazu gebracht: Nehmen Sie die Universitätslektorinnen und -lektoren! Diese stehen jetzt gerade – und das war ja nicht zufällig an Frau Bundesministerin Gehrer adressiert – vor einer Kürzung ihrer ohnehin schon sehr knappen Gehälter um 30 Prozent, quer durch Österreich an allen Universitäten. Sie leben von zirka 1 000, 1 200 €, wenn es gut geht, aber sie dürfen davon nicht das ganze Jahr leben, sondern eben nur jene neun Monate lang, in denen sie unterrichten. (Abg. Scheibner: Wie hoch soll die Grundsicherung sein?) Drei bis vier Monate im Jahr kein Einkommen, drei bis vier Monate im Jahr auch keine Sozialversicherung! Auf zehn Jahre gerechnet bedeutet das schon eine erhebliche Minderung für die Voraussetzungen für eine Pension.
Abg. Scheibner: Wie hoch soll die Grundsicherung sein?
Herr Abgeordneter Scheuch! Universitätsassistenten und -assistentinnen erhalten jetzt neue Verträge über ein Monatsgehalt in der Höhe von 900 €. Von diesen 900 € sollen sie mehrere Jahre leben. Dieser Vorschlag ist gerade aktuell in Debatte. – Glauben Sie, dass diese Universitätsassistenten und -assistentinnen, genauso wie die Personen im Reinigungsbereich – früher hat man „Putzfrauen“ dazu gesagt –, jemals die Chance auf eine ausreichende Alterssicherung haben? Glauben Sie das wirklich? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja!) Ich werde noch dazu kommen, Herr Abgeordneter Scheuch, und Ihnen das anhand der Beispiele Ihres Ministeriums erläutern! (Abg. Scheibner: Wie hoch soll die Grundsicherung sein?)
Abg. Scheibner: Unglaublich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Ordnungsruf? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wo bleibt denn die Hackler-Regelung, diese Schwerarbeiter-Regelung, von der wir so viel hören? Bis heute habe ich sie nicht gesehen. Hören Sie endlich einmal auf, die Menschen für blöd zu verkaufen! Ich denke, Sie glauben den Schmarren selbst nicht, den Sie hier im Parlament verzapfen. (Abg. Scheibner: Unglaublich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Ordnungsruf? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was war bei der gemeinsamen Präsidiumssitzung mit der SPÖ? Was war bei der Sitzung?
Das heißt also, es gab da gute Gründe, den Verhandlungstisch zu verlassen, und ich darf hier mitteilen, dass auch Kollege Vizepräsident Klein, der nicht meiner Fraktion angehört, den von Ihnen eingebrachten Vorschlag sehr vehement kritisiert hat. (Abg. Scheibner: Was war bei der gemeinsamen Präsidiumssitzung mit der SPÖ? Was war bei der Sitzung?) Es gab also viele Gründe, den Verhandlungstisch zu verlassen.
Abg. Scheibner: Ah! Da schau! Sehr gescheit!
„Finanzierung der Beiträge für Zeiten der Kinderbetreuung, der Arbeitslosigkeit, der Krankheit und so weiter aus den jeweils relevanten Töpfen (FLAF, AMS ...).“ (Abg. Scheibner: Ah! Da schau! Sehr gescheit!)
Abg. Scheibner: Die hören nicht zu!
Liebe Kollegen von den Grünen, passt jetzt gut auf! (Abg. Scheibner: Die hören nicht zu!) Ich weiß nicht, ob ihr überhaupt euren eigenen Antrag gelesen habt, denn es ist schon ein bisschen bemerkenswert, dass auf der zweiten Seite im drittletzten Absatz Folgendes steht:
Abg. Scheibner: Also bitte! Was ist denn das? – Abg. Großruck: Er hat halt ein Temperament! Er ist temperamentvoll!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Kollege Walch, uns sagst du, wir sollen nicht aufgeregt sein, und dann stehst du hier und wirst ganz narrisch und „fuddelig“. (Abg. Scheibner: Also bitte! Was ist denn das? – Abg. Großruck: Er hat halt ein Temperament! Er ist temperamentvoll!)
Abg. Scheibner: Aber das kritisiert ihr vorher!
Hör einmal zu – jetzt wirklich in aller Ruhe: In dem Entschließungsantrag, den du nicht ganz verstanden hast, geht es darum, dass die Finanzierung von Beiträgen für Pensionsersatzzeiten jeweils aus dem dafür zuständigen Topf zu erfolgen hat. Eine ganz klare Regelung! Wenn man es sich genau anschaut, erkennt man es, aber wenn man ... (Abg. Scheibner: Aber das kritisiert ihr vorher!) – Nein, wir kritisieren, dass zum Beispiel das Kinderbetreuungsgeld aus dem FLAF genommen wird. Dafür ist er nicht da! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber die Kinderbetreuungszeiten ...!) Die Ersatzzeiten während der Kinderzeit – okay, gut. (Abg. Scheibner: Das kritisiert ihr zuerst, und dann fordert ihr es! Sie haben es ja selber nicht gelesen!)
Abg. Scheibner: Das kritisiert ihr zuerst, und dann fordert ihr es! Sie haben es ja selber nicht gelesen!
Hör einmal zu – jetzt wirklich in aller Ruhe: In dem Entschließungsantrag, den du nicht ganz verstanden hast, geht es darum, dass die Finanzierung von Beiträgen für Pensionsersatzzeiten jeweils aus dem dafür zuständigen Topf zu erfolgen hat. Eine ganz klare Regelung! Wenn man es sich genau anschaut, erkennt man es, aber wenn man ... (Abg. Scheibner: Aber das kritisiert ihr vorher!) – Nein, wir kritisieren, dass zum Beispiel das Kinderbetreuungsgeld aus dem FLAF genommen wird. Dafür ist er nicht da! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber die Kinderbetreuungszeiten ...!) Die Ersatzzeiten während der Kinderzeit – okay, gut. (Abg. Scheibner: Das kritisiert ihr zuerst, und dann fordert ihr es! Sie haben es ja selber nicht gelesen!)
Abg. Scheibner: Schon wieder so oberlehrerhaft!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll spricht mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Wittauer.) Vielleicht kann sich Herr Kollege Wittauer auch wieder auf seinen Platz begeben, damit er der Diskussion lauschen kann. (Abg. Scheibner: Schon wieder so oberlehrerhaft!)
Abg. Scheibner: Macht euch das vorher aus! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Zur Haftungsfrage: Wenn man eine Risikotechnologie nicht will, dann kann man an der Haftungsschraube so stark drehen, dass es tatsächlich für jeden Anwender einfach ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Da ist die so genannte Beweislastumkehr ein wesentliches Instrument. Das heißt zum Beispiel, wenn ein Bauer in Ungarn gentechnisch veränderten Mais anpflanzt, und da fliegen die ... – Wolfgang, korrigiere mich! Wie heißt das richtig beim Mais, was sich dann fortpflanzt? (Abg. Scheibner: Macht euch das vorher aus! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Scheibner: ... keine Rechtsvorlesung!
Die fliegen eben hinüber auf die andere Seite der Grenze und schädigen einen burgenländischen Bauern. (Abg. Scheibner: ... keine Rechtsvorlesung!) Jetzt hat der burgenländische Bauer nach dem, was Sie vorgeschlagen haben, zwar die Möglichkeit, zu sagen: Der war es wahrscheinlich. Aber der hat nicht zu beweisen, dass er es nicht war, denn er sagt: Ich war es wahrscheinlich nicht, es war mein Nachbar. (Abg. Scheibner: Was die Beweislastumkehr ist, wissen wir, Frau Kollegin!) Jetzt steht der burgenländische Bauer vor der Situation, dass er diesen schwierigen Kausalzusammenhang nachweisen muss. – Das ist Ihre Lösung, und das ist zu wenig, das ist viel zu wenig!
Abg. Scheibner: Was die Beweislastumkehr ist, wissen wir, Frau Kollegin!
Die fliegen eben hinüber auf die andere Seite der Grenze und schädigen einen burgenländischen Bauern. (Abg. Scheibner: ... keine Rechtsvorlesung!) Jetzt hat der burgenländische Bauer nach dem, was Sie vorgeschlagen haben, zwar die Möglichkeit, zu sagen: Der war es wahrscheinlich. Aber der hat nicht zu beweisen, dass er es nicht war, denn er sagt: Ich war es wahrscheinlich nicht, es war mein Nachbar. (Abg. Scheibner: Was die Beweislastumkehr ist, wissen wir, Frau Kollegin!) Jetzt steht der burgenländische Bauer vor der Situation, dass er diesen schwierigen Kausalzusammenhang nachweisen muss. – Das ist Ihre Lösung, und das ist zu wenig, das ist viel zu wenig!
Abg. Scheibner: Achtet ein bisschen auf die Redezeit! Wozu machen wir etwas aus, wenn sich dann keiner daran hält?
Hier besteht eine Chance, weil diese Petition dem Finanzausschuss zugewiesen wurde. Wir erwarten nun sehnsüchtig, dass die Tagesordnung einmal dieses Thema aufnimmt, und wir sind gespannt, ob das bei der nächsten Finanzausschusssitzung auf der Tagesordnung steht. (Abg. Scheibner: Achtet ein bisschen auf die Redezeit! Wozu machen wir etwas aus, wenn sich dann keiner daran hält?)
Abg. Scheibner: Da waren Sie dagegen!
Die Damen und Herren von den Regierungsparteien sind aber offenbar der Meinung, dass das Kinderbetreuungsgeld schon Rahmenbedingung genug ist. (Abg. Scheibner: Da waren Sie dagegen!) Doch das Kinderbetreuungsgeld in seiner derzeitigen Form ist keine geeignete Antwort auf die familienpolitischen Fragen, die wir uns stellen müssen. Es verstärkt nicht nur die Frauenarbeitslosigkeit, es ist überhaupt kein geeignetes Mittel, um die Frage der Kinderbetreuung zu lösen. Uns fehlen in Österreich noch immer rund 48 000 Kinderbetreuungsplätze. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber Sie waren doch lange genug in der Regierung!) Das ist ein Kernproblem, an dem wir dringend ansetzen müssen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das wisst ihr jetzt erst alles? Seit ihr in der Opposition seid, wisst ihr das alles!)
Abg. Scheibner: Den Eindruck haben wir bei Ihnen nicht, Frau Kollegin!
Zweiter Punkt: Manche von Ihnen haben hier tatsächlich den Eindruck erweckt, als würden sie glauben, was sie sagen (Abg. Scheibner: Den Eindruck haben wir bei Ihnen nicht, Frau Kollegin!), indem sie es so darstellen, als hätte die Familienpolitik und am Ende auch noch die Frauenpolitik erst im Jahr 2000 begonnen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In Wirklichkeit werden Frauen und Männer, wenn Sie ohne Abschläge in Pension gehen wollen, wenn sie eine ordentliche Ausbildung hinter sich gebracht haben, bis 65 und 70 arbeiten müssen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Damit stehlen Sie noch den Enkelkindern die Großeltern, denn die Großmutter und der Großvater werden am Arbeitsplatz sein und keine Zeit für die Enkelkinder haben! Das ist Ihre Familienpolitik! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was werden Sie uns in der zweiten Lesung erzählen? Da bleibt nichts übrig!
Das ist meine letzte Information an Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, denn es weiß eigentlich kaum jemand, wie fahrlässig, würde ich fast sagen, der Gesetzgeber im Zusammenhang mit Straftätern umgeht. (Abg. Scheibner: Was werden Sie uns in der zweiten Lesung erzählen? Da bleibt nichts übrig!) Das erzähle ich in der ersten Lesung, weil ich hoffe, dass der eine oder andere auch sozusagen seinen Horizont bezüglich dieser Fakten erweitert. Das gilt sogar für die Klubobleute, die auch nicht allwissend sind, denn sonst würden sie manchmal gescheiter reden, wenn sie mehr wüssten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich mache mir nur Sorgen um die zweite Lesung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich mache mir nur Sorgen um die zweite Lesung!
Das ist meine letzte Information an Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, denn es weiß eigentlich kaum jemand, wie fahrlässig, würde ich fast sagen, der Gesetzgeber im Zusammenhang mit Straftätern umgeht. (Abg. Scheibner: Was werden Sie uns in der zweiten Lesung erzählen? Da bleibt nichts übrig!) Das erzähle ich in der ersten Lesung, weil ich hoffe, dass der eine oder andere auch sozusagen seinen Horizont bezüglich dieser Fakten erweitert. Das gilt sogar für die Klubobleute, die auch nicht allwissend sind, denn sonst würden sie manchmal gescheiter reden, wenn sie mehr wüssten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich mache mir nur Sorgen um die zweite Lesung!)
Abg. Scheibner: Ja, wir machen alles!
ken machen, Herr Klubobmann Scheibner. Vielleicht können Sie auch der Frau Bundesministerin diesbezüglich ein bisschen auf die Sprünge helfen. (Abg. Scheibner: Ja, wir machen alles!) Sie ist ja noch neu im Amt, daher fordere ich sie persönlich gar nicht dazu auf. Wenn jemand aus der ersten Reihe so groß redet, dann sollte er auch große Leistungen in Form von Gesetzesanträgen hier vorweisen. Bitte nachmachen! (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 78
Abg. Öllinger: Eine Zwangsjacke ...? Meinen Sie das? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Scheibner, in Richtung Grüne: Jetzt seid ihr enttäuscht!
Ich komme damit zum Schluss. – Überdenken Sie Ihren Kurs! (Abg. Dr. Glawischnig: Sie auch!) Wir leben in einer enormen Veränderungsdynamik, meine lieben Kolleginnen und Kollegen von den Grünen und auch von der SPÖ, aber mich beängstigt Ihr Kurswechsel. (Abg. Öllinger: Oje, Sie sind sehr schnell zu beängstigen!) Ihr Kurswechsel beängstigt mich! (Abg. Dr. Glawischnig: Sie brauchen sich nicht zu fürchten!) Es hat mich sehr gefreut, dass Sie in den letzten Jahren vom „Fundi“ weggekommen sind und in Wirklichkeit zu grünen Realpolitikern geworden sind. Aber nun sind Sie wieder auf dem Weg zurück dorthin, wo Sie begonnen haben, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: Eine Zwangsjacke ...? Meinen Sie das? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Scheibner, in Richtung Grüne: Jetzt seid ihr enttäuscht!)
Abg. Scheibner: Bringen Sie jetzt den Antrag ein?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Vertrauen stand am Anfang, Misstrauen ist heute in vielerlei Hinsicht gerechtfertigt. Ich darf es noch einmal auf den Punkt bringen. (Abg. Scheibner: Bringen Sie jetzt den Antrag ein?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Was war denn mit Häupl? ... Häupl-Geburtstagsfeier? – Abg. Amon: Letztklassig! – Abg. Murauer: Und das Sommerfest von Gusenbauer? Das zahlt auch der Steuerzahler! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Interessant, dass die Bundesregierung von Herrn Staatssekretär Morak auf der Regierungsbank vertreten wird. (Ruf bei der ÖVP: Guter Mann!) Das ist auch ein gutes Symbol dafür, wofür die Bundesregierung Geld hat: Für die Geburtstagsfeiern des Herrn Morak schon, für die Menschen, die im Winter frieren werden, nicht. – Das ist die Bilanz, die diese Bundesregierung darstellt. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit! Was war denn mit Häupl? ... Häupl-Geburtstagsfeier? – Abg. Amon: Letztklassig! – Abg. Murauer: Und das Sommerfest von Gusenbauer? Das zahlt auch der Steuerzahler! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Sie lieben doch Moskau, Herr Gusenbauer! Abg. Ellmauer: Fahren Sie wieder einmal Boden küssen! – Abg. Scheibner: ... Papstbesuch ...!
Es werden die letzten Beschlüsse über die Pensionskürzung und die noch anstehenden Beschlüsse über die Pensionsharmonisierung dazu führen, dass die durchschnittliche Männerpension in Österreich von rund 1 000 € weiter absinken und die durchschnittliche Frauenpension von 700 € auch noch weiter sinken wird. Das heißt: Immer mehr Menschen, vor allem ältere Menschen in Österreich, geraten immer mehr in die Armutsfalle. (Abg. Großruck: Sie lieben doch Moskau, Herr Gusenbauer! Abg. Ellmauer: Fahren Sie wieder einmal Boden küssen! – Abg. Scheibner: ... Papstbesuch ...!) – Ich weiß, Herr Kollege, Sie gehen ja davon aus, dass der Weihrauch des Herrn Finanzministers auch alle anderen wärmt und nicht nur ihn selber, aber damit werden Sie die sozialen Probleme der österreichischen Bevölkerung nicht bewältigen können. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: In Wien vor allem!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Heizkosten machen für viele Menschen einen großen Anteil am verfügbaren Einkommen aus, aber noch niemals zuvor sind die Heizkosten so stark gestiegen wie im vergangenen Jahr (Staatssekretär Morak: Das stimmt nicht!), noch nie zuvor so stark gestiegen! (Abg. Scheibner: In Wien vor allem!)
Abg. Scheibner: In Wien die Stromkosten! Sehen Sie sich das einmal an! Strom und Gas!
Mir hat eine Frau aus Gmünd – Herr Kollege Scheibner, wenn man mit den Menschen in Österreich spricht, erfährt man viel, ich würde Ihnen das auch empfehlen (Abg. Scheibner: In Wien die Stromkosten! Sehen Sie sich das einmal an! Strom und Gas!) – von ihren gestiegenen Heizölkosten erzählt und die Rechnung des vergangenen Jahres sowie jene von heuer geschickt. Dieser Aufstellung ist Folgendes zu entnehmen – es handelt sich um ein Zweifamilienhaus, daher Jahresverbrauchsmenge 4 000 Liter Heizöl –: Rechnung im vergangenen Jahr 1 490 €, Rechnung im heurigen Jahr 2 100 €. – Das sind um immerhin über 600 € binnen Jahresfrist mehr!
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Gibt es jetzt einen Heizkostenzuschuss in Wien oder nicht?
Herr Abgeordneter Molterer! Da würde ich sagen: Gehen Sie zu Ihrem Landeshauptmann, lassen Sie sich von ihm erklären, wie das zu finanzieren ist! Er hat in diesem Fall offensichtlich eine realistischere Sichtweise als Sie, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Gibt es jetzt einen Heizkostenzuschuss in Wien oder nicht?)
Abg. Scheibner: Seit wann ist der Haupt Staatssekretär?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir diskutieren heute etwas, bei dem es darum geht, dass wir einen bundeseinheitlichen Heizkostenzuschuss einführen, der höchst notwendig wäre. Das wäre eine höchst notwendige Unterstützung. Meiner Auffassung nach stellt das fast eine sozialpolitische Verpflichtung dar. Wir erleben aber gleichzeitig ein Trauerspiel auf der Regierungsbank. Dass es zu so einem Thema Herr Staatssekretär Haupt nicht einmal wert findet, ins Hohe Haus zu kommen und Rede und Antwort zu stehen, ist ungeheuerlich. (Abg. Scheibner: Seit wann ist der Haupt Staatssekretär?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Gusenbauer, Sie haben einige erwähnt, die durch die Erhöhung der Heizölpreise beziehungsweise des Rohölpreises profitieren. Es wäre ganz spannend, auch im Parlament einmal darüber zu debattieren, was da in der Weltwirtschaft abläuft, wenn, wie gute Zeitungen berichten – die „Zeit“ etwa oder in Österreich auch der „Standard“ –, die Profitmarge für diejenigen, die jetzt in der Spekulation auf steigende Preise setzen, bei einem Rohölpreis pro Barrel von 50 € 5 bis 15 € ausmacht. 5 bis 15 € ist der spekulative Anteil, wodurch der Preis auf jetzt immerhin schon 53 € erhöht wird. Wahrscheinlich sind es jetzt schon bis zu 20 € spekulativer Anteil. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Zurückdenken, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Da gebe ich Ihnen eh Recht!)
Abg. Scheibner: Da gebe ich Ihnen eh Recht!
Herr Abgeordneter Gusenbauer, Sie haben einige erwähnt, die durch die Erhöhung der Heizölpreise beziehungsweise des Rohölpreises profitieren. Es wäre ganz spannend, auch im Parlament einmal darüber zu debattieren, was da in der Weltwirtschaft abläuft, wenn, wie gute Zeitungen berichten – die „Zeit“ etwa oder in Österreich auch der „Standard“ –, die Profitmarge für diejenigen, die jetzt in der Spekulation auf steigende Preise setzen, bei einem Rohölpreis pro Barrel von 50 € 5 bis 15 € ausmacht. 5 bis 15 € ist der spekulative Anteil, wodurch der Preis auf jetzt immerhin schon 53 € erhöht wird. Wahrscheinlich sind es jetzt schon bis zu 20 € spekulativer Anteil. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Zurückdenken, Herr Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Da gebe ich Ihnen eh Recht!)
Abg. Scheibner: Zeigen Sie nicht auf uns!
Wir diskutieren dann an anderer Stelle, dass es gut ist, die Altersversorgung den Aktienmärkten zu überlassen. Also auf der einen Seite: Spekulation anheizen bedeutet wesentlich höhere Energiepreise, das finden wir alle nicht gut, auf der anderen Seite sagen Sie (Abg. Scheibner: Zeigen Sie nicht auf uns!) – vielleicht nicht Sie persönlich, Herr Abgeordneter Scheibner, aber Sie haben mitgestimmt –, sagt eine Mehrheit hier im Haus: Altersversorgung auf Aktienkursen basierend ist positiv.
Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr! Was zahlt Wien zusätzlich?
Dass die Länder allerdings sehr unterschiedlich damit umgehen, das haben Sie, glaube ich, heute schon gehört. Wien zahlt automatisch, und zwar einen der höchsten Beiträge für Sozialhilfeempfänger. (Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr! Was zahlt Wien zusätzlich?) Kärnten orientiert sich zum Beispiel am Ausgleichszulagenrichtsatz und liegt noch etwas höher. Die Oberösterreicher haben das überhaupt ganz anders geregelt. Die Niederösterreicher sagen: 50 € müssen reichen! – Jedes Bundesland macht es anders!
Abg. Scheibner: Das war doch eine Umweltmaßnahme!
leisten können, ist das nicht lustig. Es handelt sich hiebei teilweise um ältere Menschen, die die Kohlen hinaufschleppen und die Asche wieder hinunterschleppen müssen. Aber sogar diese müssen zahlen! Das ist Ihnen eingefallen! Sie haben die Kohleabgabe neu eingeführt. (Abg. Scheibner: Das war doch eine Umweltmaßnahme!) Das ist eine Schande! Nun sollten Sie das wenigstens bei jenen, die wenig Einkommen haben, ein bisschen gutmachen, indem Sie den Leuten ihren gerechten Anteil zurückgeben, anstatt zwischen Kompetenzen hin- und herzuschieben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf, einen solchen Unsinn zu reden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf, einen solchen Unsinn zu reden!
leisten können, ist das nicht lustig. Es handelt sich hiebei teilweise um ältere Menschen, die die Kohlen hinaufschleppen und die Asche wieder hinunterschleppen müssen. Aber sogar diese müssen zahlen! Das ist Ihnen eingefallen! Sie haben die Kohleabgabe neu eingeführt. (Abg. Scheibner: Das war doch eine Umweltmaßnahme!) Das ist eine Schande! Nun sollten Sie das wenigstens bei jenen, die wenig Einkommen haben, ein bisschen gutmachen, indem Sie den Leuten ihren gerechten Anteil zurückgeben, anstatt zwischen Kompetenzen hin- und herzuschieben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf, einen solchen Unsinn zu reden!)
Abg. Scheibner: Machen Sie doch Strom und Gas billiger, dann brauchen die Menschen keine Kohle mehr!
Herr Kollege Scheibner! Es ist Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallen, dass sich die Leute unter Umständen keine neue Heizung leisten können! (Abg. Scheibner: Machen Sie doch Strom und Gas billiger, dann brauchen die Menschen keine Kohle mehr!) Sie haben offensichtlich keine Ahnung, wie viele arme Menschen es gibt, die dank Ihrer Politik noch ärmer geworden sind in diesem Land! Das ist ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie nehmen den Ärmsten das Geld aus der Tasche!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie nehmen den Ärmsten das Geld aus der Tasche!
Herr Kollege Scheibner! Es ist Ihnen vielleicht noch nicht aufgefallen, dass sich die Leute unter Umständen keine neue Heizung leisten können! (Abg. Scheibner: Machen Sie doch Strom und Gas billiger, dann brauchen die Menschen keine Kohle mehr!) Sie haben offensichtlich keine Ahnung, wie viele arme Menschen es gibt, die dank Ihrer Politik noch ärmer geworden sind in diesem Land! Das ist ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie nehmen den Ärmsten das Geld aus der Tasche!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Sie sollten einmal zuhören, Herr Kollege Scheibner! Das wäre einmal sinnvoll, denn dann könnten Sie sich vielleicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die nicht aus Ihrer Position und aus Ihrer Einkommenssicht sprechen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Ich verstehe wenigstens die Menschen, ich bin bei ihnen, ich höre ihnen zu, ich höre mir ihre Sorgen an, was Sie nicht tun, denn Sie sind in Ihrer Politik schon längst abgehoben von diesen Menschen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.)
Abg. Scheibner: Bravo!
Es ist ja in einigen Bundesländern schon etwas geschehen, und ich nenne da an der Spitze Vorarlberg mit 150 €, aber auch Kärnten mit 100 €. (Abg. Scheibner: Bravo!) Auch Niederösterreich, die Steiermark und Tirol sind dabei; Tirol schon seit vielen Jahren mit der Heizmittelhilfe.
Abg. Scheibner – ein Schriftstück zum Rednerpult bringend –: Bitte schön!
Wissen Sie, was das Beste ist? Ich habe mir die Arbeit gemacht und angeschaut, was unter „Heizkostenzuschuss“ auf der Homepage des Landes Wien zu finden ist. Ich habe leider den Zettel auf meinem Platz liegen gelassen, aber das spielt keine Rolle. Vielleicht wäre der Herr Klubobmann so nett und würde ihn mir bringen, denn das sollte man wirklich vorlesen. (Abg. Scheibner – ein Schriftstück zum Rednerpult bringend –: Bitte schön!) Danke, Herr Klubobmann!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ja ganz etwas anderes! Das ist keine tatsächliche Berichtigung gewesen!
In diesem Sinne, Herr Kollege, es gibt Kurse, das Parlament hilft Ihnen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ja ganz etwas anderes! Das ist keine tatsächliche Berichtigung gewesen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
In diesem Sinne: Es wäre schön, würden Sie zustimmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Auch der Minister und Ministerinnen!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Auch ich heiße Sie sehr herzlich willkommen und möchte mich den guten Wünschen von Dr. Böhmdorfer sehr gerne anschließen. Er hat tatsächlich ein wahres Wort gesprochen! Die Damen und Herren, die für Sie im Justizministerium arbeiten, sind wirklich von höchster Qualität (Heiterkeit), das heißt, ihre Arbeit ist von höchster Qualität. (Abg. Mag. Molterer: Terezija, was weißt du?) Dessen konnte ich mich auch schon viele Male vergewissern. Das weiß ich definitiv, dass ihre Arbeit sehr gut ist, lieber Herr Klubobmann. Diese Regierung ist unter anderem auch Nutznießerin der hohen Qualität der hohen Beamtenschaft des Justizressorts. (Abg. Scheibner: Auch der Minister und Ministerinnen!) Müssten wir uns allein auf die Regierungsmitglieder verlassen, würde es ein bisschen traurig ausschauen. (Abg. Neudeck: Im Gegensatz zu früher lässt man die Beamten jetzt auch arbeiten!)
Sitzung Nr. 79
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ gewandt –: Du bist noch nicht munter heute! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Ich weiß schon, meine Damen und Herren von der Opposition, es gibt in Ihren Reihen Menschen, die haben kürzlich ... (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ gewandt –: Du bist noch nicht munter heute! – Gegenrufe bei der SPÖ.) – Es sind alle schon recht munter heute!
Abg. Scheibner: Das haben wir ja schon alles einmal gehört!
Wenn ich mir Ihre Zahlen über den Beschäftigtenstand so anschaue – der in Wirklichkeit stagniert und bei dem nur Teilzeitbeschäftigte dazukommen –, dann meine ich, es wird wohl der Tag nicht mehr fern sein, an dem Sie in Ihren Statistiken mehr Beschäftigte aufzählen, als Menschen in Österreich leben. (Abg. Scheibner: Das haben wir ja schon alles einmal gehört!) Das ist Ihre Art, wie Sie mit Statistiken umgehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo? Wo? Bei der SPÖ?
Also kommen Sie nicht mit diesen Schmähs hier heraus. Da sitzen zu viele Experten, die das nicht durchschauen. Jawohl. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo? Wo? Bei der SPÖ?)
Abg. Scheibner: ... keine seriöse Rede!
Das ist keine seriöse Wirtschaftspolitik! (Abg. Scheibner: ... keine seriöse Rede!) So geht man nicht mit der Wirtschaft um! So geht man nicht mit den Arbeitnehmern um, wie Sie das hier letztendlich machen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das habt ihr kritisiert!
Zweitens: Sie haben das Nulldefizit versprochen. (Abg. Scheibner: Das habt ihr kritisiert!) – Was Sie vorlegen, das ist ein Budget mit einem neuen Rekorddefizit von über 5 Milliarden € für das nächste Jahr. Jahrelang haben Sie jeden Tag gesagt, das Allerwichtigste sei ein Nulldefizit. (Zwischenruf des Abg. Kopf.) Zu jedem einzelnen Vorschlag, der gemacht wurde, haben Sie immer nur gesagt: Das können wir uns alles nicht leisten. – Nulldefizit! Nulldefizit! Nulldefizit! Jetzt gibt es 5 Milliarden € neues Budgetdefizit. Das ist weit entfernt von dem von Ihnen immer wieder angesagten Nulldefizit, Herr Finanzminister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Eure!
Herr Finanzminister, Sie haben gesagt, es gebe keine linke und keine rechte Wirtschaftspolitik, sondern nur eine richtige Wirtschaftspolitik. Aber das stimmt nicht, denn Sie erbringen tagtäglich den Beweis dafür, dass es noch eine vierte Wirtschaftspolitik gibt (Abg. Scheibner: Eure!), nämlich eine falsche Wirtschaftspolitik – und die wird von Ihnen jeden Tag gemacht, Herr Finanzminister! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Mag. Molterer: Die der SPÖ! – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kräuter: Haben Sie heute schon den „Standard“ gelesen, Herr Scheibner?
Wir haben selbstverständlich auch – und das haben Sie auch wieder negiert – in die Zukunft investiert. Es hat noch nie in Österreich so hohe Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, für Wissenschaft und Bildung gegeben wie unter dieser österreichischen Bundesregierung, auch noch nie so hohe Aufwendungen wie in den Budgets 2005 und 2006. (Abg. Dr. Kräuter: Haben Sie heute schon den „Standard“ gelesen, Herr Scheibner?)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie einmal den Schnitt!
Finanzminister Grasser hat gestern an ein oder zwei Stellen Fairness eingefordert. Ich mache das gern, Herr Finanzminister, und wenn mir die Zeit bleibt, kann ich noch einige Beispiele bringen. Aber bleiben wir bei der Höhe des Defizits: Haben nicht ÖVP und FPÖ den letzten SPÖ-Finanzminister gerne als „Schulden-Rudi“ bezeichnet? Aber dann seien Sie fair – gleiches Recht für alle! Wenn die Defizite von Edlinger den Spitznamen „Schulden-Rudi“ rechtfertigen, dann haben wir hier einen Kandidaten für den „Schulden-Karli“ aber locker! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie einmal den Schnitt!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie jetzt schon sagen, wie es 1998 war!
desminister Mag. Grasser: Und wie hoch war es 1998?) Ich sage nur: Wenn „Schulden-Rudi“ als Spitzname berechtigt war, dann ist es angesichts des Defizits 2005 aber „Schulden-Karli“ locker, locker, locker! Wir reden hier vom Bundeshaushalt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das müssen Sie jetzt schon sagen, wie es 1998 war!)
Abg. Scheibner: Sie hätten die 98er-Zahlen dazu nennen müssen!
Ich bin schon gespannt auf die Budgetrede des nächsten Finanzministers nach Grasser – der wird wahrscheinlich, befürchte ich, den einen oder anderen Textbaustein aus der gestrigen Rede herausnehmen. (Abg. Scheibner: Sie hätten die 98er-Zahlen dazu nennen müssen!) Das war echt witzig, ich habe mich da amüsiert! Ich habe mich gar nicht geärgert, ich habe mich amüsiert, Herr Kollege Scheibner, wenn Grasser davon spricht, was er nicht alles von Rudolf Edlinger übernommen hat, nämlich das Defizit – und dazu eine nicht finanzierte Steuerreform! Er meint eine Steuersenkung auf Pump. – Exakt das ist die Situation, die der nächste Finanzminister von Karl-Heinz Grasser zu übernehmen haben wird. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben Sie einen vertrauten Kreis mit dem Finanzminister?
Finanzminister Grasser behauptet nebenbei, dass die Steuersenkung 0,5 Prozent des BIP an Wachstum verursacht. Der betreffende Beamte, der die Rede geschrieben hat, hat die entsprechende Wifo-Tabelle falsch gelesen. Ich bin gerne bereit, das dann im vertrauten Kreise sozusagen zu begründen. (Abg. Scheibner: Haben Sie einen vertrauten Kreis mit dem Finanzminister?) Na ja, lassen wir das!
Abg. Scheibner: Ist ja nicht wahr!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Das Taferl ist weg: Aufschwung durch Entlassung, wie es eigentlich der Vorstellungswelt der ÖVP entspricht. Schade! Aber reden wir gleich über die Arbeitslosen, weil der Kollege Scheibner die österreichische Rechnung von Arbeitslosenquoten mit jener nach EU-Richtlinien verwechselt. (Abg. Scheibner: Ist ja nicht wahr!) Kein Problem. Absolute Arbeitslosigkeit im Jahr 1998: 237 794 Menschen, 2003: 240 079, also um 3 000 Menschen mehr arbeitslos. – Für Herrn Scheibner anscheinend eine gute Entwicklung. (Abg.
Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört haben: Ich habe gesagt, zusätzlich wird es die geben!
Bleiben wir gleich bei der Unseriosität des Kollegen Scheibner. – Abgesehen von irgendwelchen weißen Papieren, die in der FPÖ mit ihren Ideen, die sie vielleicht selber hat, beschriftet werden, ein paar Details zum Beispiel zum Heizkostenzuschuss. Herr Exminister, Herr Eurofighter-Exminister, der zwei Milliarden für diese Fliegerbestellung ausgegeben hat (Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört haben: Ich habe gesagt, zusätzlich wird es die geben!): Der Heizkostenzuschuss in Österreich schaut so aus: Burgenland: 40 € einmalig, Kärnten: 60 bis 100 € einmalig, Niederösterreich: 50 € einmalig, Oberösterreich: nichts, Salzburg: auf Beschluss der ÖVP-Regierung keinen seit 2000, Antrag der SPÖ gibt es, Steiermark: 50 bis 100 € einmalig, Tirol: 75 € oder Briketts einmalig, Vorarlberg: 150 € einmalig, und Wien: 67,24 € monatlich Heizbeihilfe von Oktober bis April. – Er kann nicht mal sieben multiplizieren. Die höchste Beihilfe gibt es in Wien! – So viel zur Ernsthaftigkeit des Herrn Scheibner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Bleiben wir gleich bei der Unseriosität des Kollegen Scheibner. – Abgesehen von irgendwelchen weißen Papieren, die in der FPÖ mit ihren Ideen, die sie vielleicht selber hat, beschriftet werden, ein paar Details zum Beispiel zum Heizkostenzuschuss. Herr Exminister, Herr Eurofighter-Exminister, der zwei Milliarden für diese Fliegerbestellung ausgegeben hat (Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört haben: Ich habe gesagt, zusätzlich wird es die geben!): Der Heizkostenzuschuss in Österreich schaut so aus: Burgenland: 40 € einmalig, Kärnten: 60 bis 100 € einmalig, Niederösterreich: 50 € einmalig, Oberösterreich: nichts, Salzburg: auf Beschluss der ÖVP-Regierung keinen seit 2000, Antrag der SPÖ gibt es, Steiermark: 50 bis 100 € einmalig, Tirol: 75 € oder Briketts einmalig, Vorarlberg: 150 € einmalig, und Wien: 67,24 € monatlich Heizbeihilfe von Oktober bis April. – Er kann nicht mal sieben multiplizieren. Die höchste Beihilfe gibt es in Wien! – So viel zur Ernsthaftigkeit des Herrn Scheibner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Sind Sie Fernsehsprecher oder Redner im Parlament?
Für die Damen und Herren an den Fernsehapparaten: eine unvorstellbare Summe, diesmal für die Pendler ausgerechnet (Abg. Scheibner: Sind Sie Fernsehsprecher oder Redner im Parlament?): Man könnte, wenn ein Golf 16 940 € kostet, 1 290 000 VW-Golfs kaufen, allein mit dem Betrag, um den sich die Schulden erhöht haben, die unter diesem smarten Herrn – wie haben Sie gesagt, Herr Kollege?, „Schulden-Karli“; das gefällt mir sehr gut –, unter dem „Schulden-Karli“ angehäuft wurden. Die würden Stoßstange an Stoßstange 5 400 Kilometer nagelneue VW-Golfs hintereinander bedeuten. Und diese Regierung hat sich erdreistet, auf Kosten der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen Plakate und Inserate zu machen: Keine neuen Schulden – wir haben Zukunft. – So viel zum Thema „viel versprochen, nichts gehalten“. Die Nichthalter sitzen hinter mir. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ohne Van der Bellen sind Sie richtig hilflos! – Bundesminister Mag. Grasser: 1,9 ist gleich Maastricht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein oppositioneller Plauderer sind Sie!
Lesen Sie Ihre eigenen Unterlagen! Nicht in Prozenten, Herr Staatssekretär (Bundesminister Mag. Grasser: Lesen Sie mir vor ...!), in den Zahlen der Bilanz, unter dem Strich der Bilanz. (Bundesminister Mag. Grasser: ’98 Maastricht! Sagen Sie uns ’98 Maastricht!) Sie haben Maastricht nicht einmal für Ihr aktuelles Budget 2005 genannt, wie Professor Van der Bellen Sie vorhin belehrt hat. Bleiben wir beim administrativen Defizit, das haben Sie genannt. (Abg. Scheibner: Ohne Van der Bellen sind Sie richtig hilflos! – Bundesminister Mag. Grasser: 1,9 ist gleich Maastricht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ein oppositioneller Plauderer sind Sie!)
Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist er wieder dort! – Abg. Scheibner: Das ist wieder die unterste Lade!
Jetzt gibt es welche, die profitieren – und die machen ein gutes Geschäft! Wenn Ihnen die Industriellenvereinigung – und der Verein ist nur vorgeschoben, alle wissen das – 200 000 € überweist und sich dafür im Gegenzug darüber freuen kann, dass sich die Unternehmen, insbesondere die größten unter ihnen, mindestens 700 Millionen € an Körperschaftsteuer sparen, dann ist das ein exzellentes Geschäft. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist er wieder dort! – Abg. Scheibner: Das ist wieder die unterste Lade!) Es gibt wenig politische Geschäfte mit einem Finanzminister, die so aufgegangen sind. Eine persönliche Leihgabe als Sekretär ins Kabinett, 200 000 € auf ein Konto, 10 000 € davon weiter auf ein privates Konto des Finanzministers, aber das ist wieder eine andere Geschichte, und 700 Millionen KöSt-Entlastung. (Abg. Mag. Molterer: Typisch Pilz! Jetzt ist er wieder beim Patzlwerfen!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist halt eine Budgetdebatte à la Pilz! – Abg. Scheibner: Tiefer geht es nicht!
Sie müssten einmal hineinhören in diese Republik, was dieser Umgang mit der Steuermoral durch den Finanzminister bereits ausgelöst hat. Ich habe gestern meinen Steuerberater gefragt, und der hat gesagt, er habe neue, zusätzliche Arbeit, mit der er nicht gerechnet hat, weil immer öfter Klienten und Klientinnen zu ihm kommen und sagen: Herr Doktor, ich habe mir überlegt, ich könnte einen Verein gründen, in den ein Teil meines Einkommens fließt, mit dem dann die Ausbildung meiner Kinder finanziert wird, und ich brauche dann dafür keine Einkommensteuer zu zahlen. Stimmt das? Mein Steuerberater sagt darauf immer: Nein, das stimmt nicht! – Und die fragen dann ganz ratlos: Warum stimmt das nicht? Er könnte ihnen die einzig richtige Antwort geben: Weil Sie ein ganz normaler Bürger oder eine ganz normale Bürgerin dieser Republik und nicht Finanzminister sind, deswegen haben Sie Einkommensteuer zu zahlen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Das ist halt eine Budgetdebatte à la Pilz! – Abg. Scheibner: Tiefer geht es nicht!)
Abg. Zweytick: Redezeit! – Abg. Scheibner: Was ist mit der Redezeit? So geht das nicht!
Meine Damen und Herren! (Abg. Zweytick: Redezeit! – Abg. Scheibner: Was ist mit der Redezeit? So geht das nicht!) Das Vertreten einer Minderheit in dieser Republik gegen die Interessen der Republik selbst, das Bevorzugen von Freunden gegenüber allen anderen in Form einer Freunderlwirtschaft (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) und letzen Endes auch das Untergraben der Steuermoral, das alles ist eines Finanzministers der Republik Österreich nicht würdig! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie sind ja nicht gezwungen zur Kinderbetreuung!
Eine von Kollegin Prammer in Auftrag gegebene Befragung hat ergeben, dass junge Frauen ihr eigenes Geld verdienen wollen und finanziell unabhängig sein wollen. (Abg. Scheibner: Sie sind ja nicht gezwungen zur Kinderbetreuung!) Arbeit gehört zum Leben. Frauen arbeiten gerne, wenn sie Arbeit haben. Sie nehmen den Frauen die Arbeit! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Ja, Sie! Sie!
Abgeordneter Josef Broukal (fortsetzend): Frau Präsidentin! Es hätte mich nicht gestört, es ist eine ewige Wiederholung desselben. Ich meine, ich habe stundenlange Sondersendungen gemacht, ich werde auch mit Ihrer Schreierei zurechtkommen. (Zwischenbemerkung von der Regierungsbank: Aber wir sind hier im Parlament und nicht im ORF!) Ja, wir sind im Parlament, und der Unterschied ist wohl, dass man hier länger ungestraft Halbwahrheiten sagen kann als in einer Nachrichtensendung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Ja, Sie! Sie!)
Abg. Scheibner: Wir denken in Dekaden!
Folgendes möchte ich Ihnen auch noch sagen: Diese Bundesregierung denkt nicht nur in Legislaturperioden (Rufe bei der SPÖ: „Nein!“) und schaut nicht nur, wie man am besten bis zur nächsten Wahl über die Runden kommen kann, sondern sie denkt in größeren Zeitspannen (Abg. Scheibner: Wir denken in Dekaden!) – im Interesse der Österreicher (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP): um die Pensionen zu sichern, um der Jugend eine Chance zu geben. Das sind die wichtigen Aspekte, Lang-
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien keinen Euro zusätzlich! – Abg. Grillitsch: Fragen Sie einmal Ihre Landeshauptleute!
Besonders interessant, Herr Minister, ist auch das Kapitel „Gesundheit“. Wenn ich dort nachlese, sehe ich, dass wir in diesem Budget 5,7 Millionen € mehr für Personalausgaben für die Umstrukturierung – dankenswerter Weise, damit Frau Rauch-Kallat ein Ressort hat – aufwenden müssen (Abg. Steibl: Was soll das heißen: damit die Rauch-Kallat ein Ressort hat!? Ist euch die Gesundheit nicht wichtig?), aber für die Krankenanstaltenfinanzierung haben wir nur 3,5 Millionen € mehr. Das finde ich schon beachtlich, wo doch in der Regierung der Spargedanke im Vordergrund steht. Das finde ich skandalös, meine Damen und Herren, noch dazu, wenn ich daran denke, dass Sie gestern einen geringfügigen Beitrag für einen allgemeinen Heizkostenzuschuss für jene Menschen, die es wirklich brauchen und wo kein Gießkannenprinzip dahinter gesteckt wäre, abgelehnt haben. Das ist Ihre Kälte, Ihre sozialpolitische Kälte, die Sie an den Tag legen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien keinen Euro zusätzlich! – Abg. Grillitsch: Fragen Sie einmal Ihre Landeshauptleute!)
Abg. Scheibner: Dass einmal die Straftaten aufgeklärt werden!
Zum Thema Justiz sei auch noch gesagt, dass in vielen Bereichen Probleme eine hausgemachte Sache sind, denn wie erklären Sie sich denn das, Herr Staatssekretär, dass zum Beispiel die Häftlingszahlen vom Jahre 2002 bis zum Jahre 2004 auf 8 500 gestiegen sind?! Das ist eine Steigerung um 20 Prozent! Was ist denn da passiert in unserem Land? Sind auf einmal alle kriminell geworden? Was ist denn da geschehen? (Abg. Scheibner: Dass einmal die Straftaten aufgeklärt werden!)
Abg. Scheibner: Das ist falsch! Die sinkt nur in Wien!
Die Aufklärungsquote, Herr Klubobmann Scheibner, ist massiv gesunken! Und auch das liegt in Ihrer Verantwortung, in der Verantwortung des Herrn Bundesministers Strasser in diesem Falle. (Abg. Scheibner: Das ist falsch! Die sinkt nur in Wien!)
Abg. Scheibner: Ich runzle gar nichts!
Die Aufklärungsrate ist gesunken, und zwar auf unter 40 Prozent, das ist Niedrigststand in der Zweiten Republik! Schauen Sie sich das doch an! Das müsste Sie doch zum Stirnrunzeln bringen! (Abg. Scheibner: Ich runzle gar nichts!) Immer wieder mokiert sich auch der Landeshauptmann von Kärnten über die Zustände, die sich im Innenministerium abspielen, wie Sie ja wissen. (Abg. Scheibner: Das ist wieder etwas anderes!) – Das ist das Gleiche!
Abg. Scheibner: Das ist wieder etwas anderes!
Die Aufklärungsrate ist gesunken, und zwar auf unter 40 Prozent, das ist Niedrigststand in der Zweiten Republik! Schauen Sie sich das doch an! Das müsste Sie doch zum Stirnrunzeln bringen! (Abg. Scheibner: Ich runzle gar nichts!) Immer wieder mokiert sich auch der Landeshauptmann von Kärnten über die Zustände, die sich im Innenministerium abspielen, wie Sie ja wissen. (Abg. Scheibner: Das ist wieder etwas anderes!) – Das ist das Gleiche!
Abg. Scheibner: Ich kann auch woanders hinschauen!
Da kommen wir zu dem, was immer wieder die wirtschaftspolitische Debatte bei Gegengeschäften geprägt hat, nämlich eine – ich will jetzt nicht sagen: Vodoo-Ökonomie, weil man den Begriff Vodoo nicht ständig schlecht machen sollte; nur aus diesem Grund. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen.) Das ist eigentlich ein Anachronismus. Herr Klubobmann Scheibner weiß das. Klubobmann Scheibner – weil er mich gerade anschaut (Abg. Scheibner: Ich kann auch woanders hinschauen!), fällt mir das ein – hat ja bei einem kleinen Untersuchungsausschuss in der vorvorletzten Legislaturperiode seine Unterschrift unter einen Ausschussbericht gesetzt, in welchem eindeutig festgehalten wurde, dass die Abwicklung der damaligen Gegengeschäfte mit der Firma Thompson haarsträubend war und dass, wenn dort überhaupt ein Geschäft stattgefunden hat, der Verdacht auf Provisionszahlungen gegeben war.
Abg. Scheibner: Ihnen wird schon noch was einfallen!
Meine Damen und Herren! Was soll man als Oppositionspolitiker dann noch draufsetzen, wenn es heißt: „Skandal“, „Blödsinn“ und „Ungeheuerlichkeit“? (Abg. Scheibner: Ihnen wird schon noch was einfallen!) Mir fällt ganz bestimmt was ein.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!
Drittens – und damit wende ich mich an Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen –: Ich persönlich bin froh, dass angesichts der Weigerung der Abgeordneten, vieler der ÖVP und aller der FPÖ, das alles im Rechnungshofausschuss ordentlich nachzufragen und endlich kompetente Auskunftspersonen zu bekommen, da das von Ihnen abgewürgt worden ist und das Parlament an seiner Arbeit gehindert wurde und die Mehrheit immer wieder, und zwar nicht nur im Rechnungshofausschuss, ihre Macht missbraucht, die Mehrheit in diesem Nationalrat auf eine unverschämte Art und Weise ihre Macht missbraucht und das geduldet wird, mein Kollege Werner Kogler dem Nationalrat noch eine Chance gegeben hat – und ich bedanke mich bei ihm dafür – und als Vorsitzender des Rechnungshofausschusses in Erfüllung seiner parlamentarischen Pflichten die Sitzung unterbrochen hat und Ihnen eine Chance gegeben hat, wieder zu parlamentarischem Verhalten zu finden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es handelt sich um einen Fristsetzungsantrag! – Abg. Scheibner: Laut Geschäftsordnung ist das eine parlamentarische Angelegenheit!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär? (Staatssekretär Dr. Finz verlässt die Regierungsbank.) Meine Damen und Herren! Eigentlich wollte ich die Frau Ministerin Gehrer hier begrüßen, die zuständige Kulturministerin, aber sie zieht es offensichtlich vor, nicht nur zu schweigen, sondern auch ganz einfach nicht zu kommen. Es ist praktisch jetzt niemand mehr auf der Regierungsbank – sehr interessant! So sehr interessiert das also die Regierung. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es handelt sich um einen Fristsetzungsantrag! – Abg. Scheibner: Laut Geschäftsordnung ist das eine parlamentarische Angelegenheit!)
Abg. Scheibner: Kennen Sie die Geschäftsordnung?
Nun etwas zur Kollegin Wolfmayr. Frau Kollegin, in den Ausschüssen haben die Frau Bundesministerin, aber auch der Herr Generaldirektor Seipel schon des Öfteren Gelegenheit gehabt, Stellung zu nehmen. Was hat man gemacht? Mit Ihrer Mehrheit hat man das immer angelehnt und abgewürgt. Von wegen Stellung nehmen. Ihre Mehrheit setzen Sie beinhart ein, und kein Mensch kann mehr Stellung nehmen. (Abg. Scheibner: Kennen Sie die Geschäftsordnung?) Das ist in Wirklichkeit die Skandalisierung in dieser Angelegenheit.
Abg. Scheibner: Das haben wir jetzt nicht verstanden!
„Darüber hinaus verlieh der Generaldirektor Bilder, die nicht verliehen werden dürfen, kaufte von seinem Museum altägyptische Grabbeilagen, obwohl diese bereits ,unveräußerliches Gut‘ geworden waren, und ging Nebenbeschäftigungen nach, die er sich nicht hatte genehmigen lassen. Ausstellungen in Japan wurden ohne Durchführungsgenehmigung des zuständigen Ministeriums gezeigt, das dafür vereinbarte Entgelt wurde nur zum Teil überwiesen.“ (Abg. Scheibner: Das haben wir jetzt nicht verstanden!)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie den her?
Ich habe jetzt den besagten Rechnungshof-Rohbericht hier. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie den her?) Den habe ich mir sehr gut durchgelesen, und Sie könnten mir jetzt irgendeine Seite sagen, die ich aufschlagen soll – die können Sie ganz frei wählen –, und ich lese Ihnen dann dementsprechend entweder irgendeine Unregelmäßigkeit in der wirtschaftlichen Abwicklung vor oder eine Gesetzesverletzung oder irgendeine Ausgabe jenseits von Gut und Böse. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie den Rohbericht?) Also irgendwelche Unappetitlichkeiten finden sich haufenweise, in Hundertschaft.
Abg. Scheibner: Woher haben Sie den Rohbericht?
Ich habe jetzt den besagten Rechnungshof-Rohbericht hier. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie den her?) Den habe ich mir sehr gut durchgelesen, und Sie könnten mir jetzt irgendeine Seite sagen, die ich aufschlagen soll – die können Sie ganz frei wählen –, und ich lese Ihnen dann dementsprechend entweder irgendeine Unregelmäßigkeit in der wirtschaftlichen Abwicklung vor oder eine Gesetzesverletzung oder irgendeine Ausgabe jenseits von Gut und Böse. (Abg. Scheibner: Woher haben Sie den Rohbericht?) Also irgendwelche Unappetitlichkeiten finden sich haufenweise, in Hundertschaft.
Abg. Scheibner: Wo haben Sie den Rohbericht her?
Aber ich habe für Sie da drei oder vier Beispiele herausgesucht, und ich habe ganz absichtlich keine spekulativen oder spektakulären Beispiele gewählt, sondern solche, die die Zeitungen gar nicht haben wollen, einfach deshalb, weil ich Ihnen auch darstellen möchte, dass hier System dahinter ist. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie den Rohbericht her?) Es ist ja nicht so, dass es da irgendwelche Spitzen gibt, und wenn man die korrigieren kann, dann ist alles in Ordnung. Da wimmelt es wirklich, da sind so viele Beispiele von Unregelmäßigkeiten dicht beisammen. Da können Sie jetzt selbst urteilen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Und Sie sind Nationalrat!
Jetzt kann man aber noch etwas sagen: Ein Mann wie Seipel ist ja nicht nur Direktor und Geschäftsführer des Kunsthistorischen Museums (Abg. Dr. Fasslabend: Ein guter Direktor!), sondern er ist auch Universitätsrat, er ist Publikumsrat, er ist Stiftungsrat, er ist Archäologierat, er ist auch Hofrat, und ich frage mich: Was rät uns der denn in all diesen Institutionen? Diese Rats-Stellung ist mir eigentlich völlig unklar. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Und Sie sind Nationalrat!)
Abg. Scheibner: Aber 600 sind gefordert, Herr Staatssekretär!
Der Stellenplan für die Justizwachebediensteten hat im Jahr 2003 2 994 betragen, im Jahr 2004 3 007 und jetzt, im neuen Budget, 3 130. Wir haben also trotz knapper Ressourcen den Stellenplan um immerhin 123 Bedienstete aufgestockt. (Abg. Scheibner: Aber 600 sind gefordert, Herr Staatssekretär!) Wir erkennen also den Schwerpunkt.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das bedeutet vice versa, die Menschen wissen auch, dass Sie nichts tun. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das war Beiwerk!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, ich hätte vielleicht doch die Bestimmungen wiederholen sollen. Der letzte Satz hat natürlich nichts mit einer tatsächlichen Berichtigung zu tun. (Abg. Scheibner: Das war Beiwerk!)
Abg. Scheibner: Sagt er schon wieder diesen Blödsinn! Das stimmt nicht!
Diese Herzlosigkeit von ÖVP und FPÖ hat sich gestern leider weiter fortgesetzt: Sie haben einen bundeseinheitlichen Heizkostenzuschuss für die Ärmsten der Armen abgelehnt! (Abg. Scheibner: Sagt er schon wieder diesen Blödsinn! Das stimmt nicht!) Und nach Ihrer von Ihnen so bejubelten Steuerreform zeigt sich schon heute sehr, sehr deutlich: Gerade wieder die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Pensionistinnen und Pensionisten mit den kleinen Einkommen bekommen davon gar nichts – und die mittleren Einkommensbezieher nur sehr, sehr wenig.
Abg. Scheibner: Da würde ich auch nichts mehr sagen, wenn Sie hundert Mal fragen!
Ich kann Ihnen versichern, da verstehe ich wirklich nicht, dass Ministerin Gehrer überhaupt nicht tätig wird und dass sie nichts unternommen hat, nachdem wir bereits über hundert parlamentarische Anfragen an sie gerichtet haben (Abg. Scheibner: Da würde ich auch nichts mehr sagen, wenn Sie hundert Mal fragen!) und letzten Endes, nachdem auch die ersten Veröffentlichungen zum Rohbericht über den „Standard“ und die „Presse“ bekannt geworden sind, im Juni einen Untersuchungsausschuss verlangt haben. – Mittlerweile sind fünf Monate vergangen, und es ist überhaupt nichts geschehen!
Abg. Scheibner: Herr Kollege, stellen Sie den Antrag ...!
Oder diese leidige Geschichte mit der Sphinx um 3,8 Millionen €, die er bei irgendeinem kleinen Händler in Mallorca gekauft hat: Ein Händler, der einen jährlichen Umsatz von 50 000 € hat, meine Damen und Herren, verkauft dem Direktor oder dem Kunsthistorischen Museum eine Sphinx um 3,8 Millionen € – und der Direktor führt diese Sphinx nicht, wie alle glauben, mit dem „Kunsttrans“, also mit einem professionellen Kunsttransport, nach Wien, sondern mit einem privaten PKW, und er lässt diese Sphinx nicht einmal versichern. Da frage ich mich: Woher kommt so eine Sphinx wirklich? Das würde mich interessieren: Stehen die irgendwo am Meer herum, so ähnlich wie irgendwelche „Salieras“? – Das sind ja Exponate, die es nur ganz selten gibt, daher ist das äußerst mysteriös. (Abg. Scheibner: Herr Kollege, stellen Sie den Antrag ...!) So etwas kann ein Rechnungshofbericht einfach nicht nachvollziehen, da muss das Parlament tätig werden.
Abg. Scheibner: Frau Kollegin Glawischnig hat das plastischer dargestellt, mit Hammer und Taschenlampe!
Seit kurzem wissen wir noch mehr. Wir wissen, dass Direktor Seipel überhaupt kein inneres Controlling zulässt. Wenn jemand 400 Angestellte in seinem Betrieb hat und jahrelang keine Personalleitung braucht (Abg. Scheibner: Frau Kollegin Glawischnig hat das plastischer dargestellt, mit Hammer und Taschenlampe!), zwei Jahre niemanden für die Verwaltung braucht (Abg. Scheibner: Das war besser! Das merken wir uns heute noch!), keine Innenrevision, wenn jedes Jahr ein anderer Finanzmanager da ist, dieser also ständig gewechselt wird, entlassen wird, dann ist es natürlich sehr leicht, mysteriöse Kaufgeschäfte zu verbergen, wie sie der Rohbericht des Rechnungshofs ja mehrfach aufzeigt.
Abg. Scheibner: Das war besser! Das merken wir uns heute noch!
Seit kurzem wissen wir noch mehr. Wir wissen, dass Direktor Seipel überhaupt kein inneres Controlling zulässt. Wenn jemand 400 Angestellte in seinem Betrieb hat und jahrelang keine Personalleitung braucht (Abg. Scheibner: Frau Kollegin Glawischnig hat das plastischer dargestellt, mit Hammer und Taschenlampe!), zwei Jahre niemanden für die Verwaltung braucht (Abg. Scheibner: Das war besser! Das merken wir uns heute noch!), keine Innenrevision, wenn jedes Jahr ein anderer Finanzmanager da ist, dieser also ständig gewechselt wird, entlassen wird, dann ist es natürlich sehr leicht, mysteriöse Kaufgeschäfte zu verbergen, wie sie der Rohbericht des Rechnungshofs ja mehrfach aufzeigt.
Abg. Scheibner: Nein, wir wollen endlich wissen, woher kommt diese Sphinx?
Wir können das so belassen, und wir können beschließen, nichts zu machen. (Abg. Scheibner: Nein, wir wollen endlich wissen, woher kommt diese Sphinx?) Aber dann passiert Folgendes: Es werden, wenn wir den Dingen nicht auf den Grund gehen, die anderen Museen erkennen, dass man es genau so machen muss und dass man geradezu dumm ist, wenn man spart, dass man also mit den anvertrauten Geldern auch so umgehen kann, wie im Kunsthistorischen Museum damit umgegangen wird, nämlich dass zum Beispiel ein Zehntel für die Repräsentationskosten, die normalerweise ausgegeben werden, viel zu wenig ist und dass diese Repräsentationskosten nicht einmal ordentlich abgerechnet werden, dass für die Reisen keine Zwecke angegeben werden und so weiter. Ich möchte Sie jetzt mit diesen Dingen nicht mehr weiter befassen, Sie haben das ja in den Medien gelesen – und werden es in Zukunft weiter lesen.
Sitzung Nr. 81
Abg. Scheibner: Wie heißt das jetzt auf Latein?
Fast drei Monate haben wir jetzt gewartet, wie die Nachfolge von Frau Dr. Ferrero-Waldner heißen wird. Wie heißt das im Lateinischen – der Herr Bundeskanzler hat mich jetzt irgendwie angesteckt –: Habemus papam! Wir haben eine neue Außenministerin! (Abg. Scheibner: Wie heißt das jetzt auf Latein?) – Ich weiß nicht, wie das auf Lateinisch heißt.
Abg. Scheibner: Seit wann?
Wir sagen auch ja zum Beitritt der Türkei (Abg. Scheibner: Seit wann?), wenn – und die Klarheit über diese „Wenns“ ist auch eine politische Vermittlungsarbeit – die EU imstande ist, diese Erweiterung zu verdauen, wenn gleichzeitig und parallel mit diesen Verhandlungen die Verhandlungen mit Rumänien, Bulgarien, vermutlich auch Kroatien, zu einem Abschluss gebracht werden – und: wenn nicht darauf vergessen wird, dass es noch weitere Balkanländer gibt, die selbstverständlich, wenn sie das wollen, Mitglied der EU werden können und sollen, so etwa Bosnien-Herzegowina oder Mazedonien. (Abg. Großruck: Albanien! – Ruf bei der SPÖ: Serbien!) Nochmals: Wenn diese Länder das wollen.
Abg. Scheibner: Schwindel ist, dass man vor der Wahl etwas anderes sagt als nach der Wahl!
Das größte Wenn ist selbstverständlich, dass die Türkei die Beitrittsbedingungen erfüllt. Ich meine, die Türkei sollte gleich behandelt werden wie andere Beitrittskandidaten – und nicht mit extra erfundenen Kriterien überschüttet werden. Insoweit – und nur insoweit – ist das Ergebnis bei diesen Verhandlungen offen; es ist nicht a priori offen. Aber: Wenn man kein Verhandlungsziel hat, worüber verhandelt man dann eigentlich?! Das finde ich schon an der Grenze des Schwindels, was da zu suggerieren versucht wird. (Abg. Scheibner: Schwindel ist, dass man vor der Wahl etwas anderes sagt als nach der Wahl!)
Abg. Scheibner: Das ist immer noch nichts Außenpolitisches!
Allerdings dürfen wir heute nicht ganz die Regierungsarbeit und das, was in den letzten Wochen und Monaten passiert ist, außer Acht lassen oder aus den Augen verlieren, denn allein die letzte Woche hat gezeigt, mit welchem Schlingerkurs die schwarz-blaue Bundesregierung im Moment wieder unterwegs ist. Allein die Aufhebung von zwei Gesetzen durch den Verfassungsgerichtshof (Abg. Scheibner: Das ist immer noch nichts Außenpolitisches!), nämlich betreffend Asylrecht und Zivildienst, zeugt von einem sehr, sehr lockeren Umgang mit der österreichischen Bundesverfassung, von einem Organisationschaos und auch von einem sehr legeren Umgang mit internationalem Recht, mit der Menschenrechtskonvention, mit der Genfer Flüchtlingskonvention.
Abg. Scheibner: Antrag!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Minister, ich weiß nicht, ob Sie diese Anfrage (Abg. Scheibner: Antrag!), dieser Antrag, der an Sie gestellt wurde, freuen soll oder nicht freuen soll, ob Sie mit den Intentionen der Antragsteller konform gehen. Wenn in dieser Debatte ständig von „Asyl-Touristen“ die Rede ist, so, als sei das eine feine Geschichte, dann muss ich sagen, wünsche ich wirklich niemandem, dass er einmal in seinem Leben „Asyl-Tourist“ wird und auf solche Art und Weise die Freuden des Gastgeberlandes genießen kann.
Abg. Scheibner: Mein Gott! Das ist genau das!
sie gilt, nicht auch für andere gelten soll. (Abg. Scheibner: Mein Gott! Das ist genau das!)
Abg. Scheibner: Das haben wir nur wegen dir gemacht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir wollten Ihnen eine Freude machen!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Ich freue mich, dass die Freiheitlichen sich dieses Themas annehmen (Abg. Scheibner: Das haben wir nur wegen dir gemacht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir wollten Ihnen eine Freude machen!), denn jede Diskussion zum Thema Asyl und zu den Schwächen, um nicht zu sagen, Blamagen des Herrn Bundesministers Dr. Strasser hier im Parlament ist mir ein Anliegen. Deshalb freue ich mich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das werden wir eh noch diskutieren! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind misstrauisch und schadenfroh!
Auf der anderen Seite tun Sie es – und das muss einleitend auch gesagt werden – mit einem Hexenkreuz am Rücken, denn der wahre Grund dafür, dass Sie sich heute plötzlich dem Thema Asyl widmen, ist, dass die Grünen für heute angekündigt haben (Abg. Dr. Partik-Pablé: Also so kleinlich wie Sie! Sie sind schadenfroh!), im Plenum zu thematisieren, was im Rechnungshofausschuss im Zusammenhang mit Missachtung des Parlaments, mit Missachtung des Fragerechts der Abgeordneten und mit dem Kopf-in-den-Sand-Stecken von Minister Platter so läuft. (Abg. Scheibner: Das werden wir eh noch diskutieren! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind misstrauisch und schadenfroh!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie werden mir aber nicht das Wort da verbieten! Das ist ja ungeheuerlich!
Davon ist Strasser – entschuldigen Sie, wenn ich das so verkürzt sage – einmal nicht betroffen, aber Grasser und wie sie alle heißen, ehemalige Minister, Scheibner etwa. Es ist wirklich geradezu witzig, dass er, anstatt im Rechnungshofausschuss Auskunft zu geben, hierher kommt und dann noch in einer Rede zum Thema Asyl so manche Ungeheuerlichkeit von sich gibt. – Und da beginne ich. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie werden mir aber nicht das Wort da verbieten! Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Dass sie keine Gründe haben! – Abg. Dr. Partik-Pablé: ... nach der Genfer Konvention!
Ich möchte meine 8 Minuten Redezeit dem Thema widmen, aber vielleicht noch ein Wort zu Klubobmann Scheibner: 80 Prozent der Asylwerber in Österreich missbrauchen das Asylrecht, weil sie nämlich nicht anerkannt werden als Asylwerber. – Dieser Schluss ist so einfach – oder gibt es ein anderes Wort für einfach (Abg. Sburny: Jenseits!), das noch mehr als einfach bedeutet? –, und diesen einfachen Schluss zieht er. Wenn nach dem österreichischen Asylgesetz 80 Prozent keine Anerkennung als Flüchtlinge finden, heißt das für Herbert Scheibner, dass 80 Prozent die Asylwerbung, die Antragstellung missbrauchen, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Dass sie keine Gründe haben! – Abg. Dr. Partik-Pablé: ... nach der Genfer Konvention!)
Abg. Scheibner: Das waren aber keine Asylwerber! – Abg. Lentsch: Das war privat!
Herr Bundesminister, jetzt komme ich zu Ihnen und zu Ihren Ausführungen in Replik auf Frau Abgeordnete Partik-Pablé. Wenn Sie hier herkommen und behaupten, dass es noch nie so viele versorgte Flüchtlinge in Österreich gegeben hat wie heute, dann muss ich sagen: Sie sprechen wieder einmal nicht korrekt, um nicht zu sagen, dass Sie die Unwahrheit sagen! Herr Bundesminister, wo haben Sie Mitte der Neunzigerjahre gelebt, als Zehntausende bosnische Flüchtlinge in Österreich untergebracht wurden (Abg. Scheibner: Das waren aber keine Asylwerber! – Abg. Lentsch: Das war privat!), Gott sei Dank untergebracht wurden!
Abg. Scheibner: Ich habe dauernd gesagt: Asylwerber! Hören Sie einmal g’scheit zu!
Deshalb kann ich mir jetzt auch – wenn Sie so wollen – das Recht nehmen, zu sagen: Beschweren Sie sich nicht über Ihren eigenen Entwurf, den Sie dem Parlament vorgelegt und gleichzeitig mit den Bundesländern ausgehandelt haben! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Er beschwert sich ja gar nicht! Er hat gesagt, er ist froh darüber!) Sprechen Sie nicht – und jetzt kommt das Gemeinsame zwischen Strasser und Scheibner; es ist nicht nur der Anfangsbuchstabe – in diesem Ton (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Also bitte!), sprechen Sie in der österreichischen Flüchtlingspolitik nicht in diesem Ton, operieren Sie nicht ständig mit Metaphern, reden Sie nicht ständig von Strömen, nicht ständig von Asylanten! (Abg. Scheibner: Ich habe dauernd gesagt: Asylwerber! Hören Sie einmal g’scheit zu!)
Abg. Scheibner: Wieso?
Meine Damen und Herren! Im Antrag der FPÖ, der von Kollegin Partik-Pablé und vom Kollegen Scheibner eingebracht worden ist, ist ja auch die Formulierung hochinteressant. Da steht etwa: „Der Bundesminister für Inneres wird ersucht, dem Nationalrat ehebaldigst“ – das ist schon einmal sehr eigenartig (Abg. Scheibner: Wieso?), da hätte man ja auch einen Termin hineinschreiben können – „eine Regierungsvorlage vorzulegen, die die vom Verfassungsgerichtshof als verfassungswidrig aufgehobenen Bestimmungen ... verfassungskonform überarbeitet“. (Abg. Scheibner: Ja was sonst? Sollen wir es verfassungswidrig überarbeiten?)
Abg. Scheibner: Ja was sonst? Sollen wir es verfassungswidrig überarbeiten?
Meine Damen und Herren! Im Antrag der FPÖ, der von Kollegin Partik-Pablé und vom Kollegen Scheibner eingebracht worden ist, ist ja auch die Formulierung hochinteressant. Da steht etwa: „Der Bundesminister für Inneres wird ersucht, dem Nationalrat ehebaldigst“ – das ist schon einmal sehr eigenartig (Abg. Scheibner: Wieso?), da hätte man ja auch einen Termin hineinschreiben können – „eine Regierungsvorlage vorzulegen, die die vom Verfassungsgerichtshof als verfassungswidrig aufgehobenen Bestimmungen ... verfassungskonform überarbeitet“. (Abg. Scheibner: Ja was sonst? Sollen wir es verfassungswidrig überarbeiten?)
Abg. Scheibner: Sollen wir hineinschreiben, er soll etwas verfassungswidrig vorlegen?
Kollege Scheibner! Das könnte man jetzt auch so interpretieren, dass in Wirklichkeit der Herr Bundesminister nicht in der Lage war, verfassungskonforme Gesetzesvorlagen zu erstellen. (Abg. Scheibner: Sollen wir hineinschreiben, er soll etwas verfassungswidrig vorlegen?) In Wirklichkeit haben Sie damit dem Minister eine schallende Ohrfeige verpasst.
Abg. Scheibner: Da kann man aber nie einen Dringlichen Antrag machen!
Worüber diskutieren wir? Worum geht es bei der Diskussion? – Es geht offensichtlich nicht darum, hier jetzt irgendeine Dringlichkeit vorzuschützen, denn der Minister ist unabhängig von Ihrem Dringlichen Antrag (Abg. Scheibner: Da kann man aber nie einen Dringlichen Antrag machen!), Herr Kollege Scheibner, sowieso vom VfGH angehalten, dieses Gesetz zu reparieren. Ich werde doch nicht einen Minister, der gerade wieder vom Verfassungsgerichtshof für ein schlechtes Gesetz eine „drübergezogen“ bekom-
Abg. Scheibner: Aber eure Anträge sind immer dringlich!
men hat (Abg. Scheibner: Aber eure Anträge sind immer dringlich!), auch noch extra auffordern müssen, dieses schlechte und verfassungswidrige Gesetz zu reparieren. Selbstverständlich muss er das reparieren (Abg. Scheibner: Ihr nehmt euch ja selbst nicht mehr ernst!), aber hoffentlich in einer Art und Weise, die dann wenigstens verfassungskonform ist, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ihr nehmt euch ja selbst nicht mehr ernst!
men hat (Abg. Scheibner: Aber eure Anträge sind immer dringlich!), auch noch extra auffordern müssen, dieses schlechte und verfassungswidrige Gesetz zu reparieren. Selbstverständlich muss er das reparieren (Abg. Scheibner: Ihr nehmt euch ja selbst nicht mehr ernst!), aber hoffentlich in einer Art und Weise, die dann wenigstens verfassungskonform ist, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Die Geschäftsordnung gilt für die Grünen gar nicht mehr, gell? – Im Ausschuss nicht und im Plenum nicht!
Herr Bundesminister! Was störend ist, ist, dass Sie von Asylmissbrauch reden, obwohl das Asylgesetz durch den Gesetzgeber missbraucht wurde. (Abg. Scheibner: Die Geschäftsordnung gilt für die Grünen gar nicht mehr, gell? – Im Ausschuss nicht und im Plenum nicht!) Nicht die Asylsuchenden, auch nicht die Zivildiener sind das Problem, sondern eine Politik, die Sie zu verantworten haben, aber auch Sie, die die Menschenrechte und auch die Verfassung missachtet. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das gilt auch für Ausschüsse, Herr Kollege!
Aber kommen wir einmal zurück gerade auf die Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ. – Natürlich ist die Situation, sind die Zustände in Traiskirchen, glaube ich, für alle inakzeptabel. Darauf können wir uns hier durchaus verständigen. Bezüglich der Frage des Asylmissbrauchs hat die Kollegin Stoisits sehr gut beschrieben, was denn als Missbrauch zu definieren sei. Wenn alles, wozu man keine Zustimmung erhält, als Missbrauch definiert wird, muss ich sagen: Da könnte man bald so weit sein, dass jeder Antrag, der im Parlament gestellt wird und keine Mehrheit findet, ein Missbrauch ist, denn dafür hat man auch keine Zustimmung. So einfach kann es wohl nicht sein. (Abg. Scheibner: Das gilt auch für Ausschüsse, Herr Kollege!) – Wir werden nachher noch darüber reden, wie es im Rechnungshof-Ausschuss zugeht und welches „Scheibner-Schutzprogramm“ die FPÖ im Rechnungshof-Ausschuss veranstaltet.
Abg. Scheibner: Das können Sie machen!
Jetzt kommen wir kurz auf die Arbeitsweise hier im Parlament zu sprechen. Wenn wir einen Rechnungshofausschuss abhandeln, heißt es, wir seien dort kein Untersuchungsausschuss – was einmal grundsätzlich richtig ist. Das steht aber nicht einer Befragung von Auskunftspersonen entgegen! Jene ranghöchsten Militärs werden aber nicht geladen, weil Sie es mit Ihrer Mehrheit nicht zulassen wollen, was Ihnen selbstverständlich zusteht. Nur: Es steht uns zu, das als Abwürgeaktion zu qualifizieren (Abg. Scheibner: Das können Sie machen!), und ich habe an diesem Ausdruck nichts zurückzunehmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wann hat er das gesagt?
Wenn ich alles, was mir da zugeht, richtig interpretiere, dann werden Sie nicht für den Untersuchungsausschuss stimmen, und daher wird es notwendig, Kollege Neudeck, dass Sie bei der nächsten Tagung unseres Rechnungshofausschusses für Auskunftspersonen stimmen. (Abg. Neudeck: Das war keine Tagung, das war eine „Nachtung“!) Und bei Ihnen werbe ich besonders um den Dr. Jörg Haider – meistens sind die Aufregung, die Empörung, sind Angst und Schrecken besonders groß, wenn man den Jörg Haider als Auskunftsperson beantragt. Kollege Scheibner wird ja dann gleich auf die Aussagen von Jörg Haider eingehen, zum Beispiel: Besteht Verdacht, dass es strafrechtlich relevante Tatbestände im Zusammenhang mit den Abfangjägern gibt? – Absolut, absolut! (Abg. Scheibner: Wann hat er das gesagt?) – Das steht in der „Kleinen Zeitung“ vom 8. Juni 2003. (Abg. Scheibner: Aha!) Sie werden ja sicher jetzt gleich dazu Stellung nehmen, Herr Klubobmann Scheibner.
Abg. Scheibner: Aha!
Wenn ich alles, was mir da zugeht, richtig interpretiere, dann werden Sie nicht für den Untersuchungsausschuss stimmen, und daher wird es notwendig, Kollege Neudeck, dass Sie bei der nächsten Tagung unseres Rechnungshofausschusses für Auskunftspersonen stimmen. (Abg. Neudeck: Das war keine Tagung, das war eine „Nachtung“!) Und bei Ihnen werbe ich besonders um den Dr. Jörg Haider – meistens sind die Aufregung, die Empörung, sind Angst und Schrecken besonders groß, wenn man den Jörg Haider als Auskunftsperson beantragt. Kollege Scheibner wird ja dann gleich auf die Aussagen von Jörg Haider eingehen, zum Beispiel: Besteht Verdacht, dass es strafrechtlich relevante Tatbestände im Zusammenhang mit den Abfangjägern gibt? – Absolut, absolut! (Abg. Scheibner: Wann hat er das gesagt?) – Das steht in der „Kleinen Zeitung“ vom 8. Juni 2003. (Abg. Scheibner: Aha!) Sie werden ja sicher jetzt gleich dazu Stellung nehmen, Herr Klubobmann Scheibner.
Abg. Scheibner: Wo habe ich einen Antrag unterschrieben?
Ich habe mich immer gefragt, warum die Beamten der Bewertungskommission seinerzeit mehrheitlich für Eurofighter plädiert haben und alle Beamten drüber bis zum Minister das Produkt Gripen befürwortet haben. Und, Herr Minister Scheibner, Sie haben es befürwortet, und Sie haben das in die Ministerratsvorbesprechung gebracht, und Sie haben einen Antrag unterschrieben (Abg. Scheibner: Wo habe ich einen Antrag unterschrieben?), und das ist an einem Veto des Finanzministers gescheitert. Und wenn Sie das klären wollen und wenn Sie wollen, dass die Wahrheit wirklich öffentlich dokumentiert wird, dann haben Sie eine ganz einfache Möglichkeit: Stimmen Sie dem Untersuchungsausschuss zu! Dann werden wir überprüfen, was es mit diesem Ihrem Ministerratsvortrag auf sich hat. Dafür ist es höchste Zeit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Es darf nicht ein Ausschuss gleichzeitig mit einem Nationalrat tagen!
Meine Damen und Herren! Werner Kogler war nach dem Auszug der Regierungsfraktionen heute gezwungen, die Sitzung wieder zu unterbrechen. Sie, Ihre Abgeordneten haben fluchtartig den Verhandlungssaal verlassen. (Abg. Scheibner: Es darf nicht ein Ausschuss gleichzeitig mit einem Nationalrat tagen!) Wir wissen nicht genau, warum. Der Ausschuss musste unterbrochen werden. Wir hoffen, dass Sie bereit sind, sich beim nächsten Termin, den der Ausschussvorsitzende mit Ihnen koordinieren wird, wieder an einer ordnungsgemäßen Sitzung des Rechnungshofausschusses zu beteiligen. Und wir werden Sie das nächste Mal wiederum fragen – und damit komme ich zum Schluss –, ob Sie endlich bereit sind, den Rechnungshofausschuss so, wie es die Geschäftsordnung und der Sinn dieser Geschäftsordnung vorsehen, seine Arbeit im Interesse der österreichischen Demokratie tun zu lassen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Sitzung Nr. 82
Abg. Scheibner: Hoffentlich keine Kritik an Ihrem Parteivorsitzenden!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sie werden von mir keine Geschichten hören, sondern, wie Frau Partik-Pablé sich das wünscht, Daten und Fakten (Abg. Scheibner: Hoffentlich keine Kritik an Ihrem Parteivorsitzenden!), und die sind noch besser als Geschichten und lassen sich damit gut verknüpfen.
Abg. Scheibner: Also doch eine Geschichte!
Jetzt werden Sie sich fragen: Wozu dieser nautisch-maritim-biologische Ausflug? – In Innsbruck wurden an einem Institut für Limnologie und Zoologie die Aquarien neu gefüllt. (Abg. Scheibner: Also doch eine Geschichte!) Fakten! – Bald darauf schwammen alle Fische mit dem Bauch nach oben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist eine Ge-
Abg. Scheibner: Sie drängen!
Es ist vielleicht damit zu erklären, dass die Grünen im Endeffekt eben doch noch nie in Regierungsverantwortung waren. (Abg. Scheibner: Sie drängen!) Und nach Ihrer heutigen Rede kann man nur hoffen, dass sie möglichst lange nicht in Regierungsverantwortung kommen werden! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: ... noch etwas abgewinnen, dieser Analyse!)
Abg. Scheibner: Es werden Beiträge gesenkt!
Es gibt eine Reihe anderer Kammern, die deutlich mehr und deutlich höhere Beiträge kassieren, aber justament eine ist im Fokus dieser Regierung – eine, weil sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vertritt! (Abg. Scheibner: Es werden Beiträge gesenkt!) Und das ist typisch für Sie!
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Es ist das eine Materiengesetzgebung (Abg. Mag. Kogler: Der letzte Regierungsredner! Das ist der Stil!), die eigentlich bereits rechtens ist und nur um ein Jahr verlängert wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: So weit sind wir noch nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das müssen auch Sie schaffen, diese drei Zeilen!
Jetzt können Sie natürlich sagen: Interessiert uns nicht, wird schon nicht so viel sein (Abg. Mag. Kogler: Das ist gegen das Bundeshaushaltsrecht! – Ruf bei der ÖVP: Drei Zeilen!), wer weiß, was Kollege Öllinger da sagt. Der übertreibt wieder wie üblich, Fundamentalopposition! – Wir kennen das schon zum Erbrechen, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: So weit sind wir noch nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das müssen auch Sie schaffen, diese drei Zeilen!)
Abg. Scheibner: Aber bitte!
vorgebracht in der Art und Weise, wie Sie es jetzt tun, verstoßen Sie gegen das demokratische Prinzip. (Abg. Scheibner: Aber bitte!)
Abg. Scheibner: Wo leben Sie denn eigentlich?
Diese Art der Vorgangsweise kann nicht angehen, nämlich dass hier, nach dem, was wir heute schon erlebt haben, wesentliche Bestimmungen nicht mehr im Parlament, sondern außerhalb des Parlaments verhandelt werden, zwischen den Landeshauptleuten verhandelt werden, zwischen der Parteiobfrau der FPÖ und dem Parteiobmann der ÖVP verhandelt werden, ohne dass sie ins Parlament kommen – und wenn, dann erst im Nachhinein ins Parlament kommen. Es wird nicht über die wesentlichen Vorhaben diskutiert. (Abg. Scheibner: Wo leben Sie denn eigentlich?)
der Redner hält ein Exemplar des Abänderungsantrages verkehrt herum in die Höhe – Abg. Scheibner: Das ist verkehrt!
Jetzt kommen Sie in allerletzter Minute mit einer Änderung daher (der Redner hält ein Exemplar des Abänderungsantrages verkehrt herum in die Höhe – Abg. Scheibner: Das ist verkehrt!), Herr Kollege Scheibner, und behaupten, das entspreche dem, wie dieses Haus zu arbeiten hat.
Abg. Scheibner: Die mögen uns nicht! Das rührt noch aus der Sanktionszeit!
Das ist jetzt kein Zitat, das die österreichischen Grünen geschrieben haben, sondern das ist ein Zitat aus der schwedischen Studie. (Abg. Scheibner: Die mögen uns nicht! Das rührt noch aus der Sanktionszeit!) Gleich lautend ist die britische Studie.
Abg. Scheibner: Gute Koalition!
Wenn Ihnen Beamte politisch nicht passen, dann werden sie zu Hunderten, so wie Sie es getan haben, in den Ruhestand versetzt beziehungsweise in den Karenzurlaub geschickt. Da sind Haider und Ewald Stadler gesessen, diese hätten angesichts dessen solch einen dicken Hals (eine entsprechende Handbewegung machend) bekommen, geschrieen hätten sie, wenn sie gehört hätten, dass Beamte in den Ruhestand versetzt oder in den Karenzurlaub geschickt werden. Was hätten die beiden hier alles erzählt?! Jetzt muss man ihn irgendwo in den Kärntner Tälern suchen, wenn man von ihm etwas hören will. (Abg. Scheibner: Gute Koalition!) Aber Sie alle sitzen da brav in der berühmten Stellung: Mein Name ist Hase, und ich weiß von nichts, und ich sehe auch nicht alles und stehe mit zugemachten Augen und verschlossenen Ohren auf, wenn wieder Beschlüsse der Regierung apportiert werden ! – Das ist die Wahrheit! Sie haben sich von Ihrem historischen Anspruch meilenweit entfernt.
Abg. Parnigoni: 40 Audis, so viele Minister und Staatssekretäre gibt es gar nicht! Bekommt Scheibner auch einen?
Jedenfalls brauchen Sie für diese flotte Flotte immerhin 2 Millionen € der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, Herr Finanzminister! Es ist doch eine in höchstem Maße hoch interessante Frage, die man in diesem Zusammenhang klären sollte, ob in Zeiten, in denen man den Österreicherinnen und Österreichern sagt, es müsse gespart werden, in denen es faktisch keinen Bereich des österreichischen Sozialstaates gibt, wo Sie nicht sagen: Da muss eingespart werden!, Sie 40 Audis anschaffen müssen. (Abg. Parnigoni: 40 Audis, so viele Minister und Staatssekretäre gibt es gar nicht! Bekommt Scheibner auch einen?) Mit der Beschaffung dieser Dienstautos, mit dem Aufblähen des Apparates in den einzelnen Ressorts, mit den steigenden Repräsentationskosten und mit den steigenden Beratungskosten werfen Sie das Geld beim Fenster hinaus. – Das ist in höchstem Maße unmoralisch, Herr Finanzminister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Androsch war der mit der Sonderanfertigung!)
Abg. Scheibner: Am Parteiwechsel!
Seit dem Jahre 2000 wurden 8,5 Millionen € ausschließlich für Werbung für Finanzminister Grasser verwendet. – Ich muss die Beträge immer in die Alt-Währung umrechnen, dann sind die Zahlen auch viel deutlicher. – 100 Millionen Schilling wurden ausgegeben, und der Beliebtheitsgrad beträgt nur mehr ein Drittel. Woran ist das gelegen, Herr Finanzminister? Haben Sie in der Zwischenzeit die Firma gewechselt? (Abg. Scheibner: Am Parteiwechsel!)
Abg. Scheibner: Das war der Parteiwechsel!
Ich schaue mir auch die Rankings an, ich finde diese auch faszinierend: Zuerst lagen Sie ganz vorne, dann nur mehr im Mittelfeld – immer mit diesem leichten Abrutschtrend. (Abg. Scheibner: Das war der Parteiwechsel!) Die Magazine legen eine Schichtseife hin, und wieder fällt man um einen Platz weiter hinunter. Das war 100 Millionen wert: nur mehr ein Drittel Beliebtheitsgrad von vorher? Oder ist es doch an der Politik gelegen, dass die Leute gesagt haben: Der sagt dauernd, man soll sparen, aber selbst will er nicht sparen, der sagt: Liebe Österreicher, was ist mit eurer Steuermoral?, zahlt endlich die Steuern ehrlich und aufrecht, denn wenn ich sie schon nicht zahle, zahlt wenigstens ihr sie!? (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) – Das verstehe ich!
Abg. Scheibner: Und eine nette Beilage bei „NEWS“ hat es auch gegeben!
Meine Damen und Herren! Ich finde es interessant, dass die SPÖ eine Anfrage wegen PR und Marketing und Beratern stellt. Meine Damen und Herren! 40 Millionen € und mehr gibt Bürgermeister Häupl für seine PR aus. Einzelne Budgetposten hat er um das Doppelte überschritten! Und, meine Damen und Herren: So etwas (der Redner zeigt die Titelseite der Farbbeilage einer Ausgabe der „Kronen Zeitung“ mit dem Wortlaut „20 Jahre Häupl“ und einer Abbildung des Wiener Bürgermeisters Dr. Häupl) mutiert in einem Bundesland! Ich habe das noch nicht erlebt, dass die Farbbeilage einer Zeitung in einem Bundesland mutiert wurde: „20 Jahre Häupl“; in den anderen Bundesländern war ein anständiges Sujet darauf. – Meine Damen und Herren! Das bekommt man nicht gratis! (Abg. Mag. Lapp: Das ist eine Diffamierung!) Ich werde keine Rechnung suchen – es wird keine geben. Aber gratis bekommt man das nicht. (Abg. Scheibner: Und eine nette Beilage bei „NEWS“ hat es auch gegeben!)
Abg. Scheibner: Information!
Ist es Information oder Werbung, wenn derselbe Sozialminister wenige Tage vor den Kärntner Wahlen alle Kärntner Medien – „Oberkärntner Nachrichten“, „Unterkärntner Nachrichten“, Mittelkärntner Nachrichten (Abg. Bucher: Gibt es ja gar nicht!), „Kärntner Woche“, „Kärntner Nachrichten“, alles gibt es in Kärnten, ein bunter Medienmarkt –, zupflastert mit Informationen des Sozialministeriums? Was ist es, Information oder Werbung (Abg. Scheibner: Information!), wenn der Verkehrsminister, auch nicht faul, sich denkt: Das, was der Sozialminister macht, kann ich auch!, und in Vorarlberg das Gleiche tut und zwei, drei Tage vor der Wahl ebenfalls noch mit Inseraten nachstößt? Ist das Information, oder ist das Werbung? (Abg. Scheibner: Information!)
Abg. Scheibner: Information!
Ist es Information oder Werbung, wenn derselbe Sozialminister wenige Tage vor den Kärntner Wahlen alle Kärntner Medien – „Oberkärntner Nachrichten“, „Unterkärntner Nachrichten“, Mittelkärntner Nachrichten (Abg. Bucher: Gibt es ja gar nicht!), „Kärntner Woche“, „Kärntner Nachrichten“, alles gibt es in Kärnten, ein bunter Medienmarkt –, zupflastert mit Informationen des Sozialministeriums? Was ist es, Information oder Werbung (Abg. Scheibner: Information!), wenn der Verkehrsminister, auch nicht faul, sich denkt: Das, was der Sozialminister macht, kann ich auch!, und in Vorarlberg das Gleiche tut und zwei, drei Tage vor der Wahl ebenfalls noch mit Inseraten nachstößt? Ist das Information, oder ist das Werbung? (Abg. Scheibner: Information!)
Abg. Scheibner: ... keine Parteizeitung!
„Information“ – sehr interessant, Herr Klubobmann! Da sind wir beim zentralen Thema. Information ist vielerlei, aber ganz sicher nicht, wenn in Parteizeitungen beispielsweise in Kärnten, in Klagenfurt, der Sozialminister inseriert. Ist das Information? Oder ist das nicht Parteienfinanzierung an einer gerade noch rechtlich möglichen Grenze? (Abg. Scheibner: ... keine Parteizeitung!) Man müsste sich das sehr genau anschauen, Herr Klubobmann. Jedenfalls nach den Maßstäben, die bisher im Parlament geherrscht haben, geht das nicht mehr.
Abg. Scheibner: Wir „landen“ nicht!
Was ist es dann, wenn der Verkehrsminister auf Fragen von Abgeordneten, wie viel er für seine Information ausgegeben hat, antwortet: Das kann ich aus verwaltungsökonomischen Gründen nicht beantworten!? Was ist es dann? – Die Verweigerung eines Kontrollrechts ist es, Herr Klubobmann Scheibner! Da landen Sie, da sind Sie gelandet, Herr Klubobmann! (Abg. Scheibner: Wir „landen“ nicht!) 1999, 1998 haben die Abgeordneten der Freiheitlichen Partei an der damaligen Regierung noch kritisiert (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass sie es so gemacht hat, dass sie Geld für Information, für Werbung ausgegeben hat. (Abg. Scheibner: Das war die wirkliche Werbung!) Jetzt erhalten wir als Abgeordnete des Parlaments nicht einmal Antworten von den zuständigen ...
Abg. Scheibner: Das war die wirkliche Werbung!
Was ist es dann, wenn der Verkehrsminister auf Fragen von Abgeordneten, wie viel er für seine Information ausgegeben hat, antwortet: Das kann ich aus verwaltungsökonomischen Gründen nicht beantworten!? Was ist es dann? – Die Verweigerung eines Kontrollrechts ist es, Herr Klubobmann Scheibner! Da landen Sie, da sind Sie gelandet, Herr Klubobmann! (Abg. Scheibner: Wir „landen“ nicht!) 1999, 1998 haben die Abgeordneten der Freiheitlichen Partei an der damaligen Regierung noch kritisiert (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass sie es so gemacht hat, dass sie Geld für Information, für Werbung ausgegeben hat. (Abg. Scheibner: Das war die wirkliche Werbung!) Jetzt erhalten wir als Abgeordnete des Parlaments nicht einmal Antworten von den zuständigen ...
Abg. Scheibner: Das war wirklich eine schwache Dringliche!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es ist dazu niemand mehr zu Wort gemeldet. Diese Debatte ist geschlossen. (Abg. Scheibner: Das war wirklich eine schwache Dringliche!)
Abg. Scheibner: Und davor schon?
Sehr verehrte Damen und Herren! Ich meine, dass seit Amtsantritt dieser Regierung im Jahr 2000 Österreich leider kein Umweltvorreiterland und auch kein Umweltmusterland mehr ist. (Abg. Scheibner: Und davor schon?) Österreich ist von einem Spitzenplatz systematisch und kontinuierlich ins unbefriedigende Mittelfeld abgerutscht. Das zeigt sich unter anderem auch, wenn man den Bericht der EU-Generaldirektion für Umwelt liest: Mittlerweile sind 15 Fälle aufgezeigt worden, in denen eine mangelhafte Umsetzung in Österreich festgestellt wird.
Abg. Scheibner: Werden wir machen!
Ich möchte aber kritisch anmerken, dass ich es immer für eine gute Tradition im Haus gehalten habe, dass bei Mehrheiten, wo es um Verfassungsfragen geht, alle vier Fraktionen zu Verhandlungen eingeladen werden (Abg. Scheibner: Werden wir machen!),
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben heute gehört, dass man sich außerparlamentarisch nicht treffen kann!
und finde es befremdlich, dass die Grünen bis zum heutigen Tage aus diesen Gesprächen ausgeschlossen waren. Der Vorwurf richtet sich an beide Parteien, vor allem an ÖVP und SPÖ. Ich finde es nicht fair und auch demokratiepolitisch bedenklich, dass man sich ausschließlich auf die stürzt, die tatsächlich die Macht haben, anstatt eine faire parlamentarische Vier-Parteien-Verhandlung zu einem vorliegenden Gesetz zu führen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben heute gehört, dass man sich außerparlamentarisch nicht treffen kann!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Der Öllinger hat heute gesagt, man darf sich nicht außerhalb des Parlaments treffen! Also müssen wir da reden!
Zur Sache selber: Es hat einen Regierungsentwurf gegeben, der den alten Begutachtungsentwurf im Umweltbereich in vielen Punkten negativ überholt hat. Aber vielleicht haben wir in diesen Gesprächen noch die Chance, einige der ursprünglichen Verbesserungen im Bereich Mitsprache, Partizipation, Umweltverfahren, Waffengleichheit zwischen BürgerInnen und Antragstellern einzubringen und das zu reparieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Der Öllinger hat heute gesagt, man darf sich nicht außerhalb des Parlaments treffen! Also müssen wir da reden!)
Abg. Scheibner: Auch der Präsident!
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzter Herr Kollege Kößl! Ich verstehe nicht, was daran parteilich oder gar parteipolitisch sein soll, wenn das Parlament die Berichte des Rechtsschutzbeauftragten entgegennimmt. (Abg. Dr. Einem: Das sieht man ja beim Rechnungshof!) Ich weiß ja nicht, vielleicht sind Sie der Ansicht, nachdem Sie einen Freiheitlichen zum Rechnungshofpräsidenten machen mussten, dass jetzt der Rechnungshof parteiisch ist. Ich glaube nach wie vor, dass der Rechnungshof als Instrument des Parlaments überparteilich agiert, und genauso sollte es auch beim Rechtsschutzbeauftragten sein. (Abg. Scheibner: Auch der Präsident!) Aber Kollege Kößl wird das nicht mitnehmen können, denn er hört leider nicht zu. Auch Kollege Murauer wird das nicht mitnehmen können, denn er hat auch nicht zugehört. (Abg. Murauer: Vielleicht wiederholt er ...!) Aber vielleicht hat er am 19. Februar den „Kurier“ gelesen, denn da hat nämlich Herr Christoph Kotanko seinen Kommentar getitelt: „Wer mithören will, muss fühlen“. Und er hat dann die Nachhaltigkeit der Gesetzgebung dieser Bundesregierung derart beschrieben, dass der Verfassungsgerichtshof mit der Arbeit nicht mehr mitkommt.
Abg. Scheibner: Kein gutes Beispiel! Da seid ihr zurückgepfiffen worden!
Ich möchte hier die Vorgehensweise bei der Verteidigungsdoktrin anmerken (Abg. Scheibner: Kein gutes Beispiel! Da seid ihr zurückgepfiffen worden!), wo wir ganz nahe dran waren, gemeinsam eine Entscheidung zu fällen, die letztendlich aber an Begriffen wie NATO, Neutralität gescheitert ist. Und wenn man heute weiß, dass die ÖVP die Neutralität jetzt ganz anders sieht, darf man uns nicht unterstellen, nicht ernst genug dort verhandelt zu haben.
Sitzung Nr. 83
Abg. Scheibner: Brauchen Sie nur die Frau Ederer fragen!
Seit wenigen Tagen wissen wir, dass ein Übernahmeangebot vorliegt. Und meine Frage ist: Haben Sie bereits mit Siemens verhandelt? (Abg. Scheibner: Brauchen Sie nur die Frau Ederer fragen!) Mit welchen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass diese „Perle der österreichischen Industrie“ nicht zerschlagen wird? Und wie werden Sie
Abg. Scheibner: Ein Jammer, dass die Zeit so langsam vergeht! – Heiterkeit.
Oberste Organe, Budget 2005. (Abg. Scheibner: Ein Jammer, dass die Zeit so langsam vergeht! – Heiterkeit.) Nein, gar nicht! Ich habe 20 Minuten Zeit. Die Redezeit ist auf etwas kürzer eingestellt, aber wenn es 20 Minuten werden, dann werden Sie das auch aushalten, meine Kollegen von der „Sklaverei-Fraktion“. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Van der Bellen: Herr Scheibner, Sie haben nicht aufgepasst!
Für eine Erkenntnis bin ich Ihnen wirklich sehr, sehr dankbar, Herr Professor Van der Bellen, nämlich für die Erkenntnis eines Wirtschaftsprofessors, dass man die Vergleichszahlen bei Defizit und Schulden immer nur in absoluten Zahlen hernehmen darf. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz und Dr. Van der Bellen.) Das haben Sie ja als Vergleich gebracht. Sie haben gesagt, es sind die höchsten Schulden, es ist das höchste Defizit, das dieser Finanzminister zu verantworten hat, und haben die absoluten Zahlen gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Van der Bellen.) Es ist also völlig egal, wenn jemand, ich weiß nicht, 50 000 €, 100 000 € Schulden hat, ob er jetzt 1 000 € im Monat verdient oder 5 000 €: Es zählen allein die absoluten Zahlen! (Abg. Dr. Van der Bellen: Herr Scheibner, Sie haben nicht aufgepasst!) – Danke, Herr Wirtschaftsprofessor Van der Bellen, für diese Erkenntnis, die Sie uns heute hier gebracht haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Kollege Scheibner hat behauptet, dass ich das Grasser-Budget 2005 mit den Edlinger-Budgets 1998/1999 nur in absoluten Zahlen, also in Milliarden Euro, verglichen hätte. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) – Das ist falsch!
Abg. Scheibner: Wo seid ihr dabei? Einmal dabei und einmal nicht dabei! Wo seid ihr?
Ich habe heute mit Verwunderung registriert: Je chaotischer der Zustand dieser Bundesregierung ist, wie man es am Beispiel der Diskussion über das Gesundheitspaket sehen kann, desto launiger ist die Stimmung bei den beiden Regierungsfraktionen hier im Hohen Haus. Ich frage mich: Was ist da der Grund dafür? Wie können Sie diese Laune entwickeln, obwohl sich die Regierung in dem Zustand befindet, dass sie sich wieder nicht geeinigt hat, wieder hat verschieben müssen? Erst beim nächsten Ministerrat wird versucht, da eine Einigung zu finden. (Abg. Scheibner: Wo seid ihr dabei? Einmal dabei und einmal nicht dabei! Wo seid ihr?)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe keine Sorgen!
Nicht vergessen, ganz in Ruhe mitschreiben – das gilt für Sie (in Richtung Freiheitliche), falls Sie es politisch vergessen wollten –: Von 1989 bis 1995 war Herr Dr. Schüssel Wirtschaftsminister, von 1995 bis 2000 Vizekanzler und Außenminister und ab 2000 war er dann endlich – sein Jugendtraum wurde erfüllt – Bundeskanzler, und zwar mit Ihnen. Sie wird er aber auch bald vergessen! Sie müssen sich jetzt ein bisschen stärker ins Gehör bringen, denn „FPÖ“ werden Sie bald nicht mehr buchstabieren können. Ich sage Ihnen das! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe keine Sorgen!) Wir kennen das. Wenn wir die fragen und ihnen sagen (in Richtung ÖVP zeigend): Buchstabieren Sie „SPÖ“!, dann können sie sich auch nicht mehr erinnern. Ich sage Ihnen (in Richtung Freiheitliche) das nur, zur Sicherheit.
Abg. Scheibner: Das ist nichts Neues!
Es war ja Kollege Scheibner, der in der „Pressestunde“ am Sonntag darauf hingewiesen hat, dass es am Schluss dieses Beschaffungsvorganges (Abg. Scheibner: Das ist nichts Neues!) – und das ist mir schon wichtig – so ausgesehen hat, dass mit der Zusage und der letztlich wechselseitigen Intervention – lassen wir zunächst einmal den Bundeskanzler draußen, denn er ist nicht da – jedenfalls des Finanzministers eine Mehrbelastung von, auf 30 Jahre gerechnet, mindestens 1 Milliarde € entsteht. Mehrbelastung! Da geht es also nicht um Abfangjäger – ja oder nein! Da geht es um die Typenwahl. Und die andere Type wäre genauso zulässig gewesen. Auch das können Sie aus dem Rechnungshofbericht herauslesen.
Abg. Scheibner: Naturgemäß ist das nicht!
Herr Kollege Cap, Ihre Wortspende war wie auch Ihre gestrige naturgemäß wieder sehr amüsant. (Abg. Scheibner: Naturgemäß ist das nicht!) Wir sind ja über Ihre Beiträge hier im Hohen Haus immer wieder sehr amüsiert, damit uns nicht fad wird, hin und wieder! Aber wenn Sie meinen, wir sollten uns Kritik gefallen lassen, so sage ich Ihnen: Das tun wir auch. Wir nehmen die Kritik ernst und diskutieren hier über alle Dinge auf eine, wie ich glaube, sehr seriöse Art und Weise, besonders auch in den Ausschüssen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Wir nehmen die Volksanwaltschaft sehr ernst!
Ein Punkt, der noch nicht angesprochen worden ist: Die Volksanwaltschaft, die oft in ihrer Form belächelt wird, hat in Wirklichkeit eine wesentliche Funktion im Land, nämlich für jene Bürgerinnen und Bürger (Abg. Neudeck: Kein Mensch belächelt die Volksanwaltschaft!), die mit den Behörden, mit dem Umgang derselben Probleme haben, eine effektive Hilfe zu bekommen. (Abg. Scheibner: Wir nehmen die Volksanwaltschaft sehr ernst!) Diese Volksanwaltsarbeit wird nicht immer für die Leistungen, die sie erbringt, gewürdigt. Ich darf das an dieser Stelle tun. Ich verstehe, dass die Mittel oft nicht ausreichen. Ich gebe Ihnen aber das Versprechen, dass auch die Sozialdemokratie die Bedeutung dieser Institution zu schätzen weiß und sie unterstützt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung, wenn ihr etwas versprecht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung, wenn ihr etwas versprecht!
Ein Punkt, der noch nicht angesprochen worden ist: Die Volksanwaltschaft, die oft in ihrer Form belächelt wird, hat in Wirklichkeit eine wesentliche Funktion im Land, nämlich für jene Bürgerinnen und Bürger (Abg. Neudeck: Kein Mensch belächelt die Volksanwaltschaft!), die mit den Behörden, mit dem Umgang derselben Probleme haben, eine effektive Hilfe zu bekommen. (Abg. Scheibner: Wir nehmen die Volksanwaltschaft sehr ernst!) Diese Volksanwaltsarbeit wird nicht immer für die Leistungen, die sie erbringt, gewürdigt. Ich darf das an dieser Stelle tun. Ich verstehe, dass die Mittel oft nicht ausreichen. Ich gebe Ihnen aber das Versprechen, dass auch die Sozialdemokratie die Bedeutung dieser Institution zu schätzen weiß und sie unterstützt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung, wenn ihr etwas versprecht!)
Abg. Scheibner: Jetzt fängt der wieder mit diesem Blödsinn an! Das ist nicht mehr auszuhalten!
Faktum ist: Diese Regierung hat den höchsten Schuldenstand, den es jemals gegeben hat. (Abg. Scheibner: Jetzt fängt der wieder mit diesem Blödsinn an! Das ist nicht mehr auszuhalten!) In absoluten Zahlen hat diese Regierung den höchsten Schuldenstand, den es bisher gegeben hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eh klar, weil ihr sie gemacht habt!) Diese Regierung hat die Abgabenquote zuerst erhöht, damit sie sie jetzt senken kann, das ist die Wahrheit. Und dann feiert sie, dass sie die Abgabenquote senkt. Diese Regierung hat die höchste Arbeitslosenzahl, die es jemals gegeben hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wechseln Sie einmal das Papier!) Diese Regierung investiert nicht in die Zukunft, weil sie die Universitäten aushungert. Unter dieser Regierung sind wir beim Wachstum zurückgefallen und einer der Nachzügler in der Europäischen Union geworden. (Abg. Scheibner: Da kann man gar nicht mehr zuhören! Diese Parolen!) Und dann feiern Sie sich hier ab als wirtschaftspolitische Gurus. Sie sind wirtschaftspolitische Zauberlehrlinge, aber nicht mehr! Das ist ja unglaublich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Scheibner: Da kann man gar nicht mehr zuhören! Diese Parolen!
Faktum ist: Diese Regierung hat den höchsten Schuldenstand, den es jemals gegeben hat. (Abg. Scheibner: Jetzt fängt der wieder mit diesem Blödsinn an! Das ist nicht mehr auszuhalten!) In absoluten Zahlen hat diese Regierung den höchsten Schuldenstand, den es bisher gegeben hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Eh klar, weil ihr sie gemacht habt!) Diese Regierung hat die Abgabenquote zuerst erhöht, damit sie sie jetzt senken kann, das ist die Wahrheit. Und dann feiert sie, dass sie die Abgabenquote senkt. Diese Regierung hat die höchste Arbeitslosenzahl, die es jemals gegeben hat. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wechseln Sie einmal das Papier!) Diese Regierung investiert nicht in die Zukunft, weil sie die Universitäten aushungert. Unter dieser Regierung sind wir beim Wachstum zurückgefallen und einer der Nachzügler in der Europäischen Union geworden. (Abg. Scheibner: Da kann man gar nicht mehr zuhören! Diese Parolen!) Und dann feiern Sie sich hier ab als wirtschaftspolitische Gurus. Sie sind wirtschaftspolitische Zauberlehrlinge, aber nicht mehr! Das ist ja unglaublich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind denn eure Klubführungen? Die sind nicht da!
Darf ich das für mich feststellen, Herr Klubobmann Molterer? – Bisher war es in diesem Hause Usus, dass Redner, die zur Geschäftsbehandlung das Wort ergriffen haben, nicht von Klubobleuten anderer Fraktionen gemaßregelt wurden, Herr Klubobmann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind denn eure Klubführungen? Die sind nicht da!)
Abg. Scheibner: Von euch ist nicht einmal die Klubführung da!
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Werte Volksanwälte! Herr Rechnungshofpräsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist schon sehr interessant, dass der Staatssekretär für Kunst sich an der Debatte zur Kunst nicht beteiligt. (Abg. Dr. Fekter: Oberste Organe!) Immerhin hat dieser Antrag zur Geschäftsordnung zur Folge gehabt, dass sich der Saal kurzfristig wieder gefüllt hat, nur um den Antrag abzuschmettern. (Abg. Scheibner: Von euch ist nicht einmal die Klubführung da!)
Abg. Scheibner: Das ist ja ein Wahnsinn!
Festspiele gekürzt und in anderen Bereichen ebenfalls Kürzungen vorgenommen. (Abg. Scheibner: Das ist ja ein Wahnsinn!) Teilweise werden Förderungen für Einrichtungen in Salzburg um bis zu 60 Prozent gekürzt. Dort können Sie wirklich Ihre Frustrationen loswerden, deponieren Sie dort Ihre Forderungen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der SPÖ! Dort hat ja Ihre Landeshauptfrau alle Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Der Rechnungshof ist ein Kontrollorgan!
Genauso die Volksanwaltschaft: Sie ist nicht das Kontrollorgan des Parlaments, wie heute hier gesagt wurde, sondern die Volksanwaltschaft ist ein Organ des Parlaments, das wir wählen und einsetzen. (Abg. Scheibner: Der Rechnungshof ist ein Kontrollorgan!) Jawohl. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Ich denke, dass auch diese Arbeit in den Ausschüssen beraten und mit vielen, vielen guten Vorschlägen bereichert wird, sodass wir auch von dort viel Interessantes zu hören bekommen.
Abg. Scheibner: In der „virtuellen“ haben Sie gesagt!
Wissen Sie, was die Realität ist? – Die reale Welt (Abg. Scheibner: In der „virtuellen“ haben Sie gesagt!), Herr Kollege, in der Sie nicht mehr vorkommen. (Abg. Scheibner: Schaut aber sehr real aus!) Bei den nächsten Wahlen kommen Sie sicher nicht mehr vor, das können Sie mir glauben.
Abg. Scheibner: Schaut aber sehr real aus!
Wissen Sie, was die Realität ist? – Die reale Welt (Abg. Scheibner: In der „virtuellen“ haben Sie gesagt!), Herr Kollege, in der Sie nicht mehr vorkommen. (Abg. Scheibner: Schaut aber sehr real aus!) Bei den nächsten Wahlen kommen Sie sicher nicht mehr vor, das können Sie mir glauben.
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Typisch!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! – Schön, dass Sie da sind. Dringliche fangen immer um 15 Uhr an. Das sollte man eigentlich schon wissen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Typisch!)
Abg. Scheibner: Das sind ungeheuerliche Vorwürfe! Das müssen Sie uns belegen!
Es ist nicht das erste Mal, sondern wir hatten mit Ihnen schon in der Vergangenheit Schwierigkeiten, was Ihr rechtsstaatliches Verständnis betrifft. Während ich im ersten Fall ganz präzise, korrekte Aufklärung verlangen muss, muss ich im zweiten Komplex einfach feststellen, dass Sie sich in manchen Bereichen vom Boden der Rechtsstaatlichkeit sehr deutlich entfernt haben. Ein paar Beispiele dazu. (Abg. Scheibner: Das sind ungeheuerliche Vorwürfe! Das müssen Sie uns belegen!) – Ich werde es Ihnen gleich begründen.
Abg. Dr. Fasslabend: Macht er ja! Aber Kritik muss erlaubt sein! – Abg. Scheibner: Eine persönliche Meinung darf sogar ein Minister haben!
Ich glaube, wir sind uns darüber einig, dass in einem Rechtsstaat, in einem Verfassungsstaat die Verfassung die Spielregeln vorgibt, wie Normen entwickelt werden, wie sie zustande kommen, und dass es eines der wichtigen Prinzipien ist, dass es hier Gewaltentrennung gibt, dass der Verfassungsgerichtshof auszulegen hat, was die Schranken der Verfassung sind. Und wenn der Verfassungsgerichtshof etwas feststellt, dann bin ich der Meinung, dass sowohl die Verwaltung als auch der einfache Gesetzgeber sich an diese Schranken zu halten haben. (Abg. Dr. Fasslabend: Macht er ja! Aber Kritik muss erlaubt sein! – Abg. Scheibner: Eine persönliche Meinung darf sogar ein Minister haben!) Ich habe das bis jetzt nur aus Kärnten erlebt, dass man Verfassungsgerichtshoferkenntnisse in Frage stellt.
Abg. Scheibner: Bringen Sie die auf eine Ebene, diese beiden Herrschaften?
Der Innenminister steht über dem Verfassungsgesetzgeber, über dem Verfassungsgerichtshof und über der Verfassung, weil er für sich in Anspruch nimmt, zu sagen, was gut ist. Er sagt, nicht alles, was Recht ist, ist auch gut. Aber ich frage Sie: Wer bestimmt dann, was gut ist? Ich weiß nicht, der liebe Gott oder der Innenminister? (Abg. Scheibner: Bringen Sie die auf eine Ebene, diese beiden Herrschaften?) So kann es nicht gehen. Wir müssen uns an diese rechtsstaatlichen Spielregeln einfach halten, sonst ist dies das Ende der Demokratie! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich weiß, dass Sie ein Problem mit KritikerInnen haben, aber wenn man sich von diesen rechtsstaatlichen Spielregeln wegbewegt, bewegt man sich auf sehr, sehr dünnem Eis.
Abg. Scheibner: Aber skandalös ist es trotzdem!
Der Staatsanwalt hat das nicht so gesehen und zurückgelegt. Aber ein Verdachtsmoment war auf Grund dieser Aussage gegeben. (Abg. Scheibner: Aber skandalös ist es trotzdem!) Die betroffenen Personen gelten als unschuldig und sind es auch, weil keine Anklage erhoben wird.
Abg. Scheibner: Was ist da los?
Weiters zu Ihrer subjektiven Betrachtungsweise, meine sehr geehrten Damen und Herren: Sie jammern über Attacken des Bundesministers gegenüber dem Unabhängigen Bundesasylsenat. Lassen Sie einmal Ihre subjektiven Gefühle außer Betracht und schauen Sie, was dieser Unabhängige Bundesasylsenat leistet. 36 Richter erledigen pro Person drei Fälle in einer Woche. (Abg. Dr. Fekter: Wahnsinn!) Angeblich gibt es Fälle, die seit dem Jahr 1992 anhängig sind. Ja, das muss man sich doch einmal überlegen. Soll diese Behörde vom Innenminister auch noch gelobt werden? Verlangen Sie das allen Ernstes? – Über 20 000 unerledigte Akten liegen beim Unabhängigen Bundesasylsenat. Das ist ein Missstand, aber nicht beim Innenminister, sondern beim Unabhängigen Bundesasylsenat. 20 000 unerledigte Akten! (Abg. Scheibner: Was ist da los?)
Abg. Scheibner: Wer hat die beantragt, Herr Kollege?! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Polizei hat alles beantragt, ja! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu einer weiteren tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Mag. Posch zu Wort gemeldet. Ich weise ebenfalls auf die Geschäftsordnung hin. – Bitte. (Abg. Scheibner: Wer hat die beantragt, Herr Kollege?! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Die Polizei hat alles beantragt, ja! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Am Wort ist Herr Abgeordneter Mag. Posch.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt! Einfach falsch! Bleiben Sie bei der Redlichkeit in Ihrer Argumentation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Entscheidungen wie die über einen Misstrauensantrag sollten – diese Überzeugung habe ich; das vertrete ich – nicht aus einer emotionalen Haltung heraus erfolgen. Darum hätten uns wir Grüne gewünscht, dass wir, obwohl Herr Bundesminister Strasser keine ausreichenden Antworten gegeben, ja Antworten verweigert hat, noch die Möglichkeit haben, das alles noch einmal den Herrn Minister zu fragen. Das, was Sie uns, Herr Minister Strasser, heute hier geboten haben, war Auskunftsverweigerung (Beifall bei den Grünen und der SPÖ), Auskunftsverweigerung noch dazu in einer Sache, bei der es um den Kern unseres Rechtsstaates geht – und nicht nur darum, Herr Kollege Scheibner, ob jemand ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes kritisiert! Das ist doch das gute Recht nicht nur von Abgeordneten, sondern von jedem Staatsbürger/jeder Staatsbürgerin! Aber Herr Minister Strasser steht da nicht als jemand, der kritisch zu einem Urteil steht – das darf er, das gilt unbestritten für ihn auch –, sondern als jemand, der in der Öffentlichkeit erklärt hat, er wolle dieses Urteil nicht vollziehen! Das hat Bundesminister Strasser erklärt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Widerspruch bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das hat er nicht gesagt! Einfach falsch! Bleiben Sie bei der Redlichkeit in Ihrer Argumentation! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da ist kein Mensch da von den Grünen und Sie reden eine halbe Stunde!
Das ist meiner Meinung nach ein Armutszeugnis im Jahr 2004 bei einem Budgetansatz (Abg. Scheibner: Da ist kein Mensch da von den Grünen und Sie reden eine halbe Stunde!), der besonders hervorkehrt, dass hier gegenderte Maßnahmen zu erwarten sind. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber bei uns nicht! In welcher Partei leben Sie denn, Frau Kollegin, wo so etwas passieren kann?
Wie ist es ihm denn ergangen, dem Herrn Bundesminister Böhmdorfer außer Dienst? Er musste als Bundesminister gehen! Ich hoffe, nachdem, was Sie heute wieder zum Budget gesagt haben, nach Ihren Aussagen, was habe Herr Minister Grasser zum Thema Justizpolitik zu sagen, nachdem Sie sich kritisch geäußert haben, dass Sie noch länger im Parlament sein dürfen. Vielleicht serviert man Sie jetzt auch ab. Wer unbequem ist – das haben wir heute schon gemerkt –, wird abserviert! Jawohl, Herr Dr. Lopatka! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber bei uns nicht! In welcher Partei leben Sie denn, Frau Kollegin, wo so etwas passieren kann?)
Abg. Scheibner: Reden Sie nicht mit der Ministerin, reden Sie zum Plenum! Drehen Sie sich um!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Frau Bundesministerin! Herr Präsident! Werte Kollegenschaft! Frau Bundesministerin, entweder es ist der schwarz-blauen Regierung schon beim ersten Budget gelungen, Sie über den Tisch zu ziehen und jetzt mit Jubeltiraden einzunebeln – oder aber dieses Budget ist ein reines Lippenbekenntnis, nämlich deshalb, weil hier lobgehudelt wird, wie toll die Justiz ausgestattet sein wird. (Abg. Scheibner: Reden Sie nicht mit der Ministerin, reden Sie zum Plenum! Drehen Sie sich um!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unerhört! Sprechen Sie zum Parlament! – Abg. Neudeck: Man hört Sie sonst nicht, aber das ist vielleicht ohnehin besser!
Die Wahrheit ist, dass, seit diese Bundesregierung, also seit dem Jahre 2000, am Werken ist, die Justiz um rund 10 Prozent – ich mag Kollegen Neudeck nicht immer anschauen, darum erlaube ich mir, mit der Frau Justizministerin zu sprechen (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Unerhört! Sprechen Sie zum Parlament! – Abg. Neudeck: Man hört Sie sonst nicht, aber das ist vielleicht ohnehin besser!) – in ihrem Personalstand eingeschränkt wurde, die Justiz so weit ist, dass voll ausgebildete, langjährig erfahrene Voll-Akademiker, die Richter, ihre Urteile selber schreiben, ihre
Sitzung Nr. 84
Abg. Scheibner: Die Redezeit beachten!
Drittens, meine Damen und Herren, im Bereich der Lebensmittelsicherheit: Hier haben Sie Ihr Konzept in die Richtung weiterentwickelt, dass Sie weiter kürzen wollen. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit bekommt 3 Millionen € weniger –ganz klar. Sie haben im Budgetausschuss gesagt: Ja, wir werden eh Zuschüsse geben, und wir werden das Geld schon aufbringen, wenn es notwendig ist. (Abg. Scheibner: Die Redezeit beachten!)
Abg. Scheibner: Wer weiß!
Meine lieben Kollegen von der SPÖ! Wenn führende Vertreter der SPÖ – und ich glaube, Hannes Androsch steht nicht im Verdacht, ein Freiheitlicher zu sein (Abg. Scheibner: Wer weiß!) – in der heutigen „Presse“ wörtlich fordern:
Abg. Scheibner: Ach so, erst jetzt wird es also ernst! – Abg. Grillitsch: Das war also ein Witz!
Jetzt aber zum Ernst der Sache; es gab ja einige Fragestellungen. (Abg. Scheibner: Ach so, erst jetzt wird es also ernst! – Abg. Grillitsch: Das war also ein Witz!) – Ernst im Bezug auf das Agrarbudget, Kollege Jakob Auer, ernst im Bezug auf ein Budget, das aus unserer Sicht in vielen Dingen hinter das zurückfällt, was wir als Ziele anstreben.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher –: Ein Nebenerwerbslandwirt! – Abg. Scheibner: Der hat auch den Schnittlauch am Fensterbrett stehen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Bucher zu Wort gemeldet. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher –: Ein Nebenerwerbslandwirt! – Abg. Scheibner: Der hat auch den Schnittlauch am Fensterbrett stehen!)
Abg. Scheibner: Ein sehr intelligenter Vergleich!
Das heißt, wir haben fixiert: Beitragserhöhungen, mäßige Rezeptgebührenerhöhungen und den Spitalskostenbeitrag. Und da wird es langsam absurd. Der Spitalskostenbeitrag wird den Ländern anheim gestellt. Das ist erstens nicht sehr mutig und zweitens den gesundheitspolitischen Zielen ja entgegenlaufend. Ich will Vereinheitlichung in Österreich. Statt einen Nationalfeiertag, fürchte ich, werden wir in Zukunft neun feiern. Jedes Bundesland hat seinen Nationalfeiertag. (Abg. Scheibner: Ein sehr intelligenter Vergleich!) – Nein, das ist kein komischer Vergleich, es geht in diese Richtung. (Abg. Silhavy: Kärnten, das sind die Ersten!) – In Kärnten ist es sowieso ein Thema, die haben ihn ja schon.
Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?
Was Sie bei den Brillen machen, hat vielleicht nur einen Vorteil: Wenn die Eigenfinanzierung steigt, wird politische Kurzsichtigkeit endlich einmal privat finanzierungspflichtig. (Beifall bei den Grünen.) Man muss dann schon im wahrsten Sinne des Wortes sagen: Glasauge, sei wachsam! (Heiterkeit.) Über 30 Millionen € will man hier herausholen. (Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?) Kassen finanzieren auch Glasaugen, das ist gar nicht so lächerlich. Aber da wird man dann statt eines Glasauges nur eine Augenbinde bekommen. Und das finde ich nicht gut. Sie wissen auch, Herr Scheibner, Österreich liegt, was die privaten Belastungen im Gesundheitssystem betrifft ... (Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?) – Ich habe meinen Beitrag schon bezahlt, ja sicher. (Abg. Scheibner: Ob Sie einen Beitrag bekommen haben für Ihre Brille?) – Das weiß ich gar nicht. Das habe ich gar nicht beantragt, aber es kann schon sein. Aber jetzt werden die Beiträge der Privaten angehoben, nicht die Beiträge der Kassen. Sie müssen das schon lesen. 30 Millionen € will man bei diesen Heilbehelfen einsparen. Wir liegen an dritter Stelle der Welt, was diese Dinge betrifft.
Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?
Was Sie bei den Brillen machen, hat vielleicht nur einen Vorteil: Wenn die Eigenfinanzierung steigt, wird politische Kurzsichtigkeit endlich einmal privat finanzierungspflichtig. (Beifall bei den Grünen.) Man muss dann schon im wahrsten Sinne des Wortes sagen: Glasauge, sei wachsam! (Heiterkeit.) Über 30 Millionen € will man hier herausholen. (Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?) Kassen finanzieren auch Glasaugen, das ist gar nicht so lächerlich. Aber da wird man dann statt eines Glasauges nur eine Augenbinde bekommen. Und das finde ich nicht gut. Sie wissen auch, Herr Scheibner, Österreich liegt, was die privaten Belastungen im Gesundheitssystem betrifft ... (Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?) – Ich habe meinen Beitrag schon bezahlt, ja sicher. (Abg. Scheibner: Ob Sie einen Beitrag bekommen haben für Ihre Brille?) – Das weiß ich gar nicht. Das habe ich gar nicht beantragt, aber es kann schon sein. Aber jetzt werden die Beiträge der Privaten angehoben, nicht die Beiträge der Kassen. Sie müssen das schon lesen. 30 Millionen € will man bei diesen Heilbehelfen einsparen. Wir liegen an dritter Stelle der Welt, was diese Dinge betrifft.
Abg. Scheibner: Ob Sie einen Beitrag bekommen haben für Ihre Brille?
Was Sie bei den Brillen machen, hat vielleicht nur einen Vorteil: Wenn die Eigenfinanzierung steigt, wird politische Kurzsichtigkeit endlich einmal privat finanzierungspflichtig. (Beifall bei den Grünen.) Man muss dann schon im wahrsten Sinne des Wortes sagen: Glasauge, sei wachsam! (Heiterkeit.) Über 30 Millionen € will man hier herausholen. (Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?) Kassen finanzieren auch Glasaugen, das ist gar nicht so lächerlich. Aber da wird man dann statt eines Glasauges nur eine Augenbinde bekommen. Und das finde ich nicht gut. Sie wissen auch, Herr Scheibner, Österreich liegt, was die privaten Belastungen im Gesundheitssystem betrifft ... (Abg. Scheibner: Haben Sie für Ihre Brille einen Beitrag bekommen?) – Ich habe meinen Beitrag schon bezahlt, ja sicher. (Abg. Scheibner: Ob Sie einen Beitrag bekommen haben für Ihre Brille?) – Das weiß ich gar nicht. Das habe ich gar nicht beantragt, aber es kann schon sein. Aber jetzt werden die Beiträge der Privaten angehoben, nicht die Beiträge der Kassen. Sie müssen das schon lesen. 30 Millionen € will man bei diesen Heilbehelfen einsparen. Wir liegen an dritter Stelle der Welt, was diese Dinge betrifft.
Abg. Scheibner: Die Arbeitnehmer zahlen dann weniger Beiträge!
Auf Grund des Widerstands der SPÖ und nach ein paar Tagen des Zögerns der FPÖ ist schon wieder postwendend der nächste Tiefschlag gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gekommen. Sie sind mit Ihrer bisherigen Gesundheitspolitik kläglich gescheitert! Dann kommen der Bundeskanzler und FPÖ-Politiker mit ihrer bekannten Art daher: Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’!, aber weil die Arbeiterkammer da nicht mitgespielt hat, fällt euch nichts Gescheiteres ein, als zu sagen: Frieren wir die Arbeiterkammerbeiträge ein! Wieder wollen Sie auf diesem Umweg erreichen, dass nur die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diese verfehlte Politik, nämlich das Nichtfinanzieren des Gesundheitswesens, mittragen. (Abg. Scheibner: Die Arbeitnehmer zahlen dann weniger Beiträge!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie beschlossen, Herr Krainer! Ihre Partei hat das beschlossen in den neunziger Jahren! Bleiben Sie bei der Ehrlichkeit! Die Valorisierung!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Frage, ob das Finanzierungspaket für die Gesundheitsreform sozial ausgewogen ist oder nicht, hat sich schon in den letzten Wochen gestellt. Die Rezeptgebühr soll um 10 Cent erhöht werden, die Refundierung der Kosten für einen Brillenersatz soll mit Ausnahme von Kindern (Abg. Scheibner: Das haben Sie beschlossen, Herr Krainer! Ihre Partei hat das beschlossen in den neunziger Jahren! Bleiben Sie bei der Ehrlichkeit! Die Valorisierung!), Personen mit hochgradiger Sehbehinderung und sozial Schutzbedürftigen gestrichen werden, für Brillenträger wie für Sie. (Abg. Scheibner: Sie haben die Valorisierung beschlossen, Herr Krainer!) Dritter Punkt: Der Spitalskostenbeitrag soll auf 10 € angehoben werden. Das bringt 60 Millionen €.
Abg. Scheibner: Sie haben die Valorisierung beschlossen, Herr Krainer!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Frage, ob das Finanzierungspaket für die Gesundheitsreform sozial ausgewogen ist oder nicht, hat sich schon in den letzten Wochen gestellt. Die Rezeptgebühr soll um 10 Cent erhöht werden, die Refundierung der Kosten für einen Brillenersatz soll mit Ausnahme von Kindern (Abg. Scheibner: Das haben Sie beschlossen, Herr Krainer! Ihre Partei hat das beschlossen in den neunziger Jahren! Bleiben Sie bei der Ehrlichkeit! Die Valorisierung!), Personen mit hochgradiger Sehbehinderung und sozial Schutzbedürftigen gestrichen werden, für Brillenträger wie für Sie. (Abg. Scheibner: Sie haben die Valorisierung beschlossen, Herr Krainer!) Dritter Punkt: Der Spitalskostenbeitrag soll auf 10 € angehoben werden. Das bringt 60 Millionen €.
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Das ist halt der Unterschied zwischen einer sozial ausgewogenen Politik, wie wir sie machen, und einer nicht sozial ausgewogenen Politik. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Ich gebe gern die 10 €, damit wir dieses unsoziale Belastungspaket nicht haben. Ich gebe gern, Kollegin Fuhrmann, die drei Wurstsemmeln, damit wir dieses unsoziale Belastungspaket nicht haben. Dann wäre es auch wirklich sozial ausgewogen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo waren Sie in den letzten zwei Wochen? Sie haben überhaupt nichts einzubringen! Null Kompetenz!
Kollege Scheibner, erklären Sie mir das, sonst halte ich mir die Ohren zu bei dem Pumperer, der jetzt bei der Abstimmung erfolgen wird! Ich habe Ihnen das aber prognostiziert. Das ist eine krank machende Debatte und keine Gesundheitsreform! (Abg. Scheibner: Wo waren Sie in den letzten zwei Wochen? Sie haben überhaupt nichts einzubringen! Null Kompetenz!)
Abg. Scheibner: Da schau her! Deshalb ist er gleich nicht da!
Über die Türkei wird im Dezember diskutiert. Österreich wird in der Vorbereitung eine nicht unwichtige Rolle spielen. Bundeskanzler Schüssel wurde beim EVP-Gipfeltreffen vorige Woche zum Koordinator der EVP in dieser Frage ernannt, und wenn meine Informationen richtig sind, dann wurde SPÖ-Vorsitzender Dr. Gusenbauer in die Steuerungsgruppe der Europäischen Sozialdemokraten zu diesem Thema berufen. (Abg. Scheibner: Da schau her! Deshalb ist er gleich nicht da!)
Sitzung Nr. 85
Abg. Scheibner: Na, ein paar Worte waren das aber nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Geschrien hat er es außerdem, nicht „gesagt“!
Es hat hier vor einigen Minuten eine Protestaktion der Studierenden gegeben. Eine Handvoll Studierender sind da oben auf der Besuchergalerie zuerst gesessen, dann gestanden, einer von ihnen hat kurz ein paar Worte gesagt. (Abg. Scheibner: Na, ein paar Worte waren das aber nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Geschrien hat er es außerdem, nicht „gesagt“!) Daraufhin ist – ich nehme an, kein Mitarbeiter des Parlaments – ein Kriminalbeamter sofort gekommen, hat diejenigen, die protestiert haben, sehr hart am Oberarm gepackt und weggezogen. (Rufe bei der ÖVP: Na geh!) – Ich habe mir das genau angeschaut. (Abg. Scheibner: ... geschäftsordnungswidriges Verhalten ...!)
Abg. Scheibner: ... geschäftsordnungswidriges Verhalten ...!
Es hat hier vor einigen Minuten eine Protestaktion der Studierenden gegeben. Eine Handvoll Studierender sind da oben auf der Besuchergalerie zuerst gesessen, dann gestanden, einer von ihnen hat kurz ein paar Worte gesagt. (Abg. Scheibner: Na, ein paar Worte waren das aber nicht! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Geschrien hat er es außerdem, nicht „gesagt“!) Daraufhin ist – ich nehme an, kein Mitarbeiter des Parlaments – ein Kriminalbeamter sofort gekommen, hat diejenigen, die protestiert haben, sehr hart am Oberarm gepackt und weggezogen. (Rufe bei der ÖVP: Na geh!) – Ich habe mir das genau angeschaut. (Abg. Scheibner: ... geschäftsordnungswidriges Verhalten ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist aber Aufgabe derer, die den Ordnungsdienst ausüben, zuerst zu sagen: Ich fordere Sie auf, den Plenarsaal zu verlassen! (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Das ist die Art, wie man üblicherweise in diesem Staat miteinander umgeht, und nicht, indem man Menschen sofort beim Oberarm nimmt und hinauszieht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Finden Sie ... demokratiepolitisch in Ordnung?
Wissen Sie, es wird noch schlimmer! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, garantiert wird es schlimmer!) Die Reaktion, die ich von Kollegen Wittauer gehört habe, hat zuerst geheißen: Ein Tritt in den Hintern gehört dem! (Abg. Heinisch-Hosek: Wow!), und als Zweites, noch draufgesetzt: Die täte ich mit meinem Güllefassl bearbeiten! (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) – Also, wenn Sie das zum Lachen finden, dann frage ich mich, welches Demokratieverständnis Sie haben (Abg. Scheibner: Finden Sie ... demokratiepolitisch in Ordnung?), wenn das Ihre Reaktion auf eine ganz kurze Protestkundgebung österreichischer Studierender in diesem Parlament ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war rechtswidrig! Sie unterstützen eine rechtswidrige ... Aktion ...!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war rechtswidrig! Sie unterstützen eine rechtswidrige ... Aktion ...!
Wissen Sie, es wird noch schlimmer! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, garantiert wird es schlimmer!) Die Reaktion, die ich von Kollegen Wittauer gehört habe, hat zuerst geheißen: Ein Tritt in den Hintern gehört dem! (Abg. Heinisch-Hosek: Wow!), und als Zweites, noch draufgesetzt: Die täte ich mit meinem Güllefassl bearbeiten! (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.) – Also, wenn Sie das zum Lachen finden, dann frage ich mich, welches Demokratieverständnis Sie haben (Abg. Scheibner: Finden Sie ... demokratiepolitisch in Ordnung?), wenn das Ihre Reaktion auf eine ganz kurze Protestkundgebung österreichischer Studierender in diesem Parlament ist! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war rechtswidrig! Sie unterstützen eine rechtswidrige ... Aktion ...!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist Ihnen egal!
Eine rechtswidrige Aktion! Ja, es verstößt gegen die Ordnung dieses Hauses. Ja. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist Ihnen egal!) Wie viele solcher Aktionen haben wir in diesem Haus schon gehabt? Das war eine kurze Aktion (Abg. Scheibner: Nur immer, wenn es Ihnen passt!), die das parlamentarische Geschehen, bitte, in keiner Weise gestört oder beeinflusst hat! (Abg. Scheibner: Gesetze gelten immer nur dann, wenn sie Ihnen passen!) Das ist doch lächerlich, Herr Klubobmann! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gesetze gelten für alle!)
Abg. Scheibner: Nur immer, wenn es Ihnen passt!
Eine rechtswidrige Aktion! Ja, es verstößt gegen die Ordnung dieses Hauses. Ja. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist Ihnen egal!) Wie viele solcher Aktionen haben wir in diesem Haus schon gehabt? Das war eine kurze Aktion (Abg. Scheibner: Nur immer, wenn es Ihnen passt!), die das parlamentarische Geschehen, bitte, in keiner Weise gestört oder beeinflusst hat! (Abg. Scheibner: Gesetze gelten immer nur dann, wenn sie Ihnen passen!) Das ist doch lächerlich, Herr Klubobmann! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gesetze gelten für alle!)
Abg. Scheibner: Gesetze gelten immer nur dann, wenn sie Ihnen passen!
Eine rechtswidrige Aktion! Ja, es verstößt gegen die Ordnung dieses Hauses. Ja. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist Ihnen egal!) Wie viele solcher Aktionen haben wir in diesem Haus schon gehabt? Das war eine kurze Aktion (Abg. Scheibner: Nur immer, wenn es Ihnen passt!), die das parlamentarische Geschehen, bitte, in keiner Weise gestört oder beeinflusst hat! (Abg. Scheibner: Gesetze gelten immer nur dann, wenn sie Ihnen passen!) Das ist doch lächerlich, Herr Klubobmann! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gesetze gelten für alle!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gesetze gelten für alle!
Eine rechtswidrige Aktion! Ja, es verstößt gegen die Ordnung dieses Hauses. Ja. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist Ihnen egal!) Wie viele solcher Aktionen haben wir in diesem Haus schon gehabt? Das war eine kurze Aktion (Abg. Scheibner: Nur immer, wenn es Ihnen passt!), die das parlamentarische Geschehen, bitte, in keiner Weise gestört oder beeinflusst hat! (Abg. Scheibner: Gesetze gelten immer nur dann, wenn sie Ihnen passen!) Das ist doch lächerlich, Herr Klubobmann! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gesetze gelten für alle!)
Abg. Scheibner: Was sollen wir sonst machen außer Gesetze?
Aber das zeigt sehr deutlich, wie Sie mit Protest umgehen. Sie haben überhaupt keine Kultur! Bei dem, was Ihnen nicht in den Kram passt, heißt es: Weg damit! Fertig! Das, was Sie als Reaktion auf Protest, auf das Aufzeigen von Umständen, die nicht in Ordnung sind, machen, ist, dass Sie hergehen und einen Initiativantrag einbringen. Sie! (Abg. Scheibner: Was sollen wir sonst machen außer Gesetze?) Sie reden immer von Mitbestimmung Jugendlicher – super! –, vom Ernstnehmen Jugendlicher. Mir kommen die Tränen! Sie machen Veranstaltungen, Enqueten, bei denen die Presse dabei ist und man schöne Worte herunterlabert.
Abg. Scheibner: Das können sie nicht!
Im Übrigen hat Frau Abgeordnete Trunk gemeint – ich weiß nicht, woher sie das hat –, dass jeder Kritiker der Politik der Bundesregierung eine strafrechtliche Verfolgung zu fürchten hätte. Ich weiß nicht, woher Sie das haben, Frau Abgeordnete. (Abg. Neudeck: Aus dem „Falter“!) Dieses absurde gedankliche Gebilde war überhaupt niemals Gegenstand einer politischen Diskussion, ja nicht einmal eines Gedankens. Ich würde Sie schon bitten: Bleiben Sie doch, bitte, wenigstens bei der Wahrheit (Abg. Scheibner: Das können sie nicht!) und übertreiben Sie nicht so katastrophal! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Und Dank an die Frau Minister!
Danke an alle Lehrerinnen und Lehrer, danke an alle Professorinnen und Professoren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Und Dank an die Frau Minister!)
Abg. Scheibner: Na, na, na!
Ihr Umgang ist intolerant, abgehoben und undemokratisch! (Abg. Scheibner: Na, na, na!)
Abg. Scheibner: Hören Sie einmal mit dem Märchen auf!
Dieses Spiel kann man fortsetzen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Rote Raunzer! – Zwischenruf der Abg. Silhavy. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist kein Spiel! – Gegenrufe bei der SPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir haben die höchste Budgetdefizitrate seit langem. Mit 19 000 € pro Kopf ist Österreich verschuldet. Das ist die höchste Pro-Kopf-Verschuldung, die es jemals in dieser Republik gegeben hat. (Abg. Scheibner: Hören Sie einmal mit dem Märchen auf!)
Abg. Scheibner: Welche?
Was macht der Wirtschaftsminister? – Die zuständige Fördergesellschaft Austria Wirtschaftsservice liegt weiterhin quasi im Koma. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hans Christian Andersen der SPÖ!) Dort wird weniger Fördervolumen mit mehr Aufwand viel langsamer abgewickelt. Das sind nicht Zahlen von mir; das sagt die Junge Wirtschaft, das sagen die Investmentbanker, das sagen auch andere Banken. (Abg. Scheibner: Welche?) Diese wichtige Institution liegt im Koma. (Abg. Scheibner: Wer sagt das? Zitieren Sie den!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das? Zitieren Sie den!
Was macht der Wirtschaftsminister? – Die zuständige Fördergesellschaft Austria Wirtschaftsservice liegt weiterhin quasi im Koma. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hans Christian Andersen der SPÖ!) Dort wird weniger Fördervolumen mit mehr Aufwand viel langsamer abgewickelt. Das sind nicht Zahlen von mir; das sagt die Junge Wirtschaft, das sagen die Investmentbanker, das sagen auch andere Banken. (Abg. Scheibner: Welche?) Diese wichtige Institution liegt im Koma. (Abg. Scheibner: Wer sagt das? Zitieren Sie den!)
Abg. Scheibner: Das war schlecht!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was Herr Kollege Moser hier zum Besten gegeben hat, war nicht sehr seriös (Abg. Scheibner: Das war schlecht!), denn eigentlich hat schon die vorangegangene Debatte, die Grundsatzdebatte ums Budget gezeigt, dass Sie mit Zahlen operieren, die einfach falsch sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben Sie sich etwas anderes erwartet?)
Abg. Scheibner: Das denke ich mir auch oft!
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein: Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Das Budgetkapitel Wirtschaft und Arbeit ist ein willkommener Anlass, über die Situation der Wirtschaft in diesem Land zu sprechen. Der Wirtschaftssprecher der sozialdemokratischen Opposition, Herr Moser, hat unter anderem gesagt, wir würden den großen internationalen Unternehmungen das Geld nachwerfen. – Er hat es weniger höflich gesagt, aber ich bediene mich eben dieser Diktion. – Da dachte ich mir doch: Was habe ich denn heute im „Kurier“ gelesen? (Abg. Scheibner: Das denke ich mir auch oft!) Ein international agierendes Unternehmen, die Voest, von einem Ihrer Landeshauptmann-Stellvertreter ja unverdientermaßen durch einen Landtagswahlkampf gezerrt, schreibt exzellente Rekordergebnisse. (Abg. Gradwohl: Wer wollte denn dieses Familiensilber verscherbeln?)
Abg. Scheibner: Da seid ihr euch immer einig gewesen!
Das fängt gleich einmal damit an, wie man mit den Arbeiterkammern umgeht. Sie werden sich noch an die Zeit erinnern, als die SPÖ unter Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky die absolute Mehrheit hatte. (Abg. Scheibner: Da seid ihr euch immer einig gewesen!) Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man damals über die Bundeswirtschaftskammerbeiträge diskutiert hat und darüber, um wie viel Prozent man sie absenken könnte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man damals über das Genossenschaftsrecht von Raiffeisen diskutiert hätte. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass man über die Landwirtschaftskammer diskutiert hat. Ich kann mich aber daran erinnern, dass damals die Position der Bauern eine andere wurde, die Pensionsversicherung der Bauern eine andere wurde. An das kann ich mich erinnern. Das war eine liberale Gesellschaft, für die damals die Sozialdemokratie gestanden ist, und nicht eine Gesellschaft, in der man mit Diktat, Repression und letztlich mit politischen und materiellen Drohungen arbeitet, wie Sie das tun. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wenn es Wahrheiten sind!
sagen hatten (Abg. Scheibner: Wenn es Wahrheiten sind!), haben Sie begonnen, über die Kammerumlage zu diskutieren. Das ist doch in Wahrheit undemokratisch! Das ist doch Aufgabe der Arbeiterkammern, dass sie das tun. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Parteipolitische Inserate!)
Abg. Scheibner: Auf mich brauchst du nicht zu zeigen!
Und da gehen wir wieder zurück in die Zeit, als die SPÖ unter Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky die absolute Mehrheit hatte. Ich kann mich erinnern, da hat es eine absolute Mehrheit der ÖVP-Studenten gegeben; bis auf jene Hochschulen, in denen der Ring Freiheitlicher Studenten – damals hat es den Ring Freiheitlicher Studenten noch gegeben (Abg. Scheibner: Auf mich brauchst du nicht zu zeigen!) – einen maßgeblichen Stimmenanteil hatte. Ja können Sie sich erinnern, dass es damals eine
Abg. Scheibner: Falsch!
Die Stärke der damaligen Zeit, also in den siebziger Jahren, war, dass man versucht hat, als Regierung und gerade unter den Bedingungen der absoluten Mehrheit alle Österreicherinnen und Österreicher zu vertreten, sich im Inland um Konsens zu bemühen und im Ausland, in der Außenpolitik die Interessen Österreichs, und zwar aller Österreicherinnen und Österreicher, zu vertreten. In der damaligen Zeit hat es keine illiberalen Züge gegeben. (Abg. Scheibner: Falsch!)
Abg. Scheibner: Ist das ein neuer Abgeordneter von euch?
Ich frage mich, was haben diese Abgeordneten in den letzten Monaten getan? Welche Informationsarbeit hat das Sozialministerium geleistet? Was wurde da eigentlich getan, damit alle Abgeordneten im Sozialausschuss seitens der Regierungsmehrheit Bescheid wissen oder Bescheid wissen wollen, was hier überhaupt beschlossen wird? – Da geht es um Kürzungen von bis zu 20 Prozent, und manche sitzen dort wie der Abgeordnete Hase und sagen: Mein Name ist Hase! Jessas na, da wird gekürzt; na wenn ich das früher gewusst hätte! Da müssen wir nachverhandeln! (Abg. Scheibner: Ist das ein neuer Abgeordneter von euch?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist das für ein Debattenbeitrag?
Auch wenn Sie eine andere Vergleichszahl hernehmen und das Jahr 2001 mit dem Jahr 2003 vergleichen, wird die Bilanz nicht besser, sondern schlechter: Zwischen 2001 und 2003 ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten insgesamt gefallen (Zwischenrufe bei der ÖVP), meine sehr geehrten Damen und Herren – und das sollten Sie ohne Aufregung zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was ist das für ein Debattenbeitrag?)
Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit!
Wie komme ich zu dem? – Selbstverständlich haben wir Abgeordnete rund um die Uhr für Diskussionen zur Verfügung zu stehen, wir haben uns der Diskussion zu stellen und das, was wir machen, auch zu verantworten. Aber bitte lassen Sie unsere Familien, unsere Kinder aus dem Spiel! (Abg. Mag. Molterer: Genau! – Abg. Dr. Stummvoll: Ja!) Es ist jetzt nämlich schon mehrfach etwas passiert, wie zuletzt am Freitag (Abg. Großruck: Das ist ein Skandal!): Im Sozialausschuss wird die Pensionsharmonisierung verhandelt; zu Hause wird die Familie von Abgeordnetem Donabauer besucht, es wird der Betrieb der Kollegin Mikesch besucht (Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit!), und dort werden von Polit-Agiteuren (Abg. Dr. Stummvoll: Ungeheuerlich!) – ich kann das nicht anders nennen – des ÖGB unsere Familien, unsere Kinder dafür verantwortlich gemacht, was wir an Politik machen! (Abg. Großruck: Das ist eine Sauerei!) Ist das der Grundkonsens? (Rufe bei der ÖVP: Unerhört! Unerhört!)
Abg. Öllinger: Herr Kollege Scheibner! Wie ist es jetzt?
Meine Damen und Herren! Damals sind wir in den Ausschüssen gesessen und haben Abänderungsanträge eingebracht. Ich kann mich noch an Abgeordnete erinnern, die gesagt haben, es wäre alles recht gescheit, was wir da eingebracht haben, aber sie könnten, sie dürften nichts abändern, denn dieses Gesetz sei von den Sozialpartnern verhandelt worden und hier ins Parlament eingebracht worden. (Abg. Öllinger: Herr Kollege Scheibner! Wie ist es jetzt?) Sie dürften nichts mehr abändern, keinen Punkt und keinen Beistrich dürften sie da abändern.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist richtig! – Abg. Scheibner: Das war so! Das war schändlich!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Abgeordneter Scheibner hat gerade die Behauptung aufgestellt, dass die Sozialdemokratie Gemeindewohnhaus-Mietern die Kündigung angedroht hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist richtig! – Abg. Scheibner: Das war so! Das war schändlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine zynische Berichtigung und keine tatsächliche!
Ich berichtige vielmehr: Die Sozialdemokratie ist jene Partei, die sich immer für den Mieterschutz und den Kündigungsschutz eingesetzt hat (Widerspruch bei den Freiheitlichen), im Unterschied zu dieser Regierung, die gerade drauf und dran ist, die Mieter aus ihren Wohnungen zu treiben und den Kündigungsschutz aufzuweichen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine zynische Berichtigung und keine tatsächliche!)
Abg. Scheibner: Ist ja nicht wahr!
Herr Scheibner, das sei Ihnen auch einmal ins Stammbuch geschrieben: Mich wundert es immer, mit welcher Selbstverständlichkeit Sie völlig richtige Kritikpunkte an der Vergangenheit beschreiben. Bis 1999 regierte Rot-Schwarz. Um was es da gegangen ist, dass Anträge nicht zugelassen worden sind, dass unendliche Vertagungspraxis geübt worden ist, dass etwas Logisches, nämlich zum Beispiel ein Minderheitenrecht auf Untersuchungsausschuss, über Jahrzehnte blockiert wird, all das waren Positionen der FPÖ. – Das haben Sie alles vergessen. Sie machen genau dasselbe, und zwar eins zu eins! (Abg. Scheibner: Ist ja nicht wahr!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben als Ausschussvorsitzende immer die Geschäftsordnung eingehalten!
Das ist genau derselbe Missbrauch von Mehrheiten und Macht, wie es bei der ÖVP mittlerweile seit Jahrzehnten üblich und an der Tagesordnung ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir haben als Ausschussvorsitzende immer die Geschäftsordnung eingehalten!)
Abg. Scheibner: Die schicken die Leute eh zum ÖGB für Auskünfte, die Arbeiterkammer!
Des Weiteren gehört dazugesagt, dass das Geldvolumen, das die Wirtschaftskammer Österreich hat, genauso hoch ist wie das Geldvolumen, das dem ÖGB und der Arbeiterkammer gemeinsam zur Verfügung steht. (Abg. Scheibner: Die schicken die Leute eh zum ÖGB für Auskünfte, die Arbeiterkammer!) Das gehört auch noch dazugesagt, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das darf ja echt nicht wahr sein!
Was bedeutet denn eine überfallsartige Einfrierung der Beiträge für die Arbeiterkammer? – Es bedeutet weniger Schutz, es bedeutet weniger Service, und es bedeutet auch weniger Rechte für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. (Abg. Scheibner: Das darf ja echt nicht wahr sein!)
Abg. Scheibner: Sie wissen nicht, wovon Sie reden!
Oder sollte ich vielleicht besser sagen, es ist ein Racheakt? – Weil die FPÖ zum Beispiel bei den letzten Arbeiterkammerwahlen extreme Verluste eingefahren hat (Abg. Scheibner: Sie wissen nicht, wovon Sie reden!), weil die Arbeiterkammer Ihnen mit
Abg. Scheibner: Das Geld würden Sie schon nehmen von der angeblich unsozialen Pensionsreform!
ihrer völlig gerechtfertigten Kritik Ihre soziale Kälte immer wieder vor Augen hält – siehe Pensionsreform und Pensionsharmonisierung. (Abg. Scheibner: Das Geld würden Sie schon nehmen von der angeblich unsozialen Pensionsreform!)
Abg. Scheibner: Das hat Minister Haupt schon mehrfach gezeigt!
Meine Damen und Herren! Die Mitglieder der Bundesregierung, aber auch die Abgeordneten der ÖVP und FPÖ haben in den letzten Wochen immer wieder gesagt, dass die Beispiele der Arbeiterkammer im Zusammenhang mit der Pensionsharmonisierung falsch sind. Tatsächlich beweisen, dass diese Beispiele falsch sind, oder ein einziges falsches Beispiel aufzeigen, konnten sie allerdings nicht. (Abg. Scheibner: Das hat Minister Haupt schon mehrfach gezeigt!)
Abg. Scheibner: Haupt hat schon mehrfach nachgewiesen, dass die Berechnungen der Arbeiterkammer falsch sind!
Interessant ist auch, Herr Kollege Scheibner, dass gerade im Sozialausschuss letzte Woche vom Bundesministerium Berechnungen vorgelegt worden sind (Abg. Scheibner: Haupt hat schon mehrfach nachgewiesen, dass die Berechnungen der Arbeiterkammer falsch sind!), die im Grunde genommen die Berechnungen der Arbeiterkammer total unterstützt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Oder: Der Nationalrat, der diesen Organisationen ja durch entsprechende Gesetze ihre Legitimation gegeben hat und ihnen zum Beispiel die Pflichtmitgliedschaft per Gesetz abgesichert hat, hat selbstverständlich auch das Recht, deren Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit zu hinterfragen. Wenn daher unser oberster Repräsentant des Nationalrates, der Herr Präsident, eine kritische Anmerkung dazu macht, dann ist das nicht nur sein gutes Recht, sondern geradezu seine Pflicht, diese Dinge kritisch zu beobachten. Frau Kollegin Glawischnig, ich verstehe es überhaupt nicht und kann es auch nicht akzeptieren, dass Sie dem Herrn Präsidenten dieses Recht auf seine Meinung und Meinungsäußerung in dieser ihm sogar zugeordneten Aufsichtspflicht nehmen wollen. Das kann ich nicht akzeptieren, das muss ich auf das Schärfste zurückweisen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Nein! Aber wo!
Ich gehe sonst an sich nicht so ins Persönliche (Abg. Scheibner: Nein! Aber wo!), aber wenn sich jemand so wie Sie hier herstellt und versucht, im Glashaus sitzend zu schießen, dann ist es notwendig!
Abg. Scheibner: Doppelgänger!
Also wie war es wirklich? War er dabei? (Abg. Scheibner: Doppelgänger!) War er nicht dabei? Haben Sie einen Konsens erzielt? (Abg. Silhavy: ... genau dargestellt!) Meine Damen und Herren! Hören Sie sich noch einmal an, was der Bürgermeister von Wien über diese Vorgangsweise gesagt hat! Und wenn Sie zwischen den Zeilen hören (Abg. Mag. Darabos: Zwischen den Zeilen kann man nicht hören! Das ist ziemlich schwierig!) und es lesen können, dann wissen Sie genau, wie sehr er auch Ihre Politik hier in diesem Haus kritisiert hat. Also: eine Zickzack-Politik!
Abg. Scheibner: Wer hat gesungen?
Ich möchte noch darauf verweisen, dass diese Wirtschaftspolitik von einem eigenartigen „Wording“ – so möchte ich das bezeichnen – gekennzeichnet ist. In Österreich wird die Wirtschaftspolitik als erfolgreich bezeichnet und hingestellt, als wäre es der große Etappensieg. In Wahrheit ist es seit drei Jahren zu einem sehr geringen Fortschritt gekommen, aber auch bezüglich Lissabon-Strategie – das hat auch Bundeskanzler Schüssel festgestellt –, also bezüglich der Herausforderungen für Europa, wurde genau das gleiche Lied gesungen, indem man immer wieder von erfolgreichen Initiativen spricht. (Abg. Scheibner: Wer hat gesungen?) In Wirklichkeit beweist der Kok-Bericht, dass man weit davon entfernt ist, die Ziele, die man sich in Lissabon gesteckt hat, nämlich Vollbeschäftigung und Wachstum, zu erreichen.
Abg. Scheibner: Stört Sie das? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eine Frau!
Eine interessante Zahl ist mir beim Studium des Budgetwerks untergekommen, und zwar was die Expo 2005 betrifft. Die Expo findet von März bis September 2005 in Japan statt. Zunächst hätte der Ministerrat Herrn Leopold Maderthaner entsendet, aber dieser ist dann aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage gekommen, und so hat Mares Rossmann diese Funktion übernommen. (Abg. Scheibner: Stört Sie das? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eine Frau!)
Abg. Scheibner: Das müssen Sie uns jetzt aber genau erklären, was eine No-na!-Antwort ist!
Unter dem Thema „Weisheit der Natur“ geht es immer auch um Tourismus und Nachhaltigkeit. Auf der Internetplattform des Bundesministeriums lese ich, dass es für das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit von größtem Interesse sei, wie die regionalen und lokalen Initiativen und Maßnahmen eines nachhaltigen Tourismus auf Bundesebene unterstützt werden können. Wir haben daraufhin gefragt, welche Maßnahmen im Sinne des Öko-Tourismus und des nachhaltigen Tourismus im Jahr 2005 geplant sind, und wir haben die lapidare Antwort erhalten: Wie in den vergangenen Jahren werden weiterhin touristische – auch ökotouristische – Projekte aus Tourismusförderungsmitteln unterstützt. – No na! Was ist das für eine Antwort auf eine korrekte Frage? Das ist eine No-na!-Antwort! (Abg. Scheibner: Das müssen Sie uns jetzt aber genau erklären, was eine No-na!-Antwort ist!)
Abg. Scheibner: Meine Verzweiflung hat ganz andere Gründe! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir sind wegen ganz was anderem verzweifelt! – Gegenruf der Abg. Dr. Glawischnig.
Wie hoch sind die Mittel in den Vorjahren gewesen? Unter dem Budgetansatz 1/63 156 findet sich unter Förderungsbeitrag der Betrag von 100 000 € für alle Initiativen im Sinne des nachhaltigen Tourismus österreichweit! – Herr Scheibner, jetzt schauen Sie selber ein bisschen verzweifelt. Das ist doch ein bisschen läppisch, oder? (Abg. Scheibner: Meine Verzweiflung hat ganz andere Gründe! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir sind wegen ganz was anderem verzweifelt! – Gegenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) Im Jahre 2003 war der ausgeschöpfte Betrag 109 831 €. Mager, sehr mager!
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt der Höhepunkt!
Meine geschätzten Damen und Herren! Zum Budget für das Jahr 2005 darf ich zusammenfassend sagen: Mit diesem Haushaltsvoranschlag finden wir ein Zahlenwerk vor, das sehr geeignet ist, um die Wirtschaft in unserem Land weiter anzukurbeln. Die Bundesregierung mit Wolfgang Schüssel an der Spitze schafft Arbeitsplätze zum Wohle der Menschen in Österreich. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt der Höhepunkt!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt zu offensichtlich!
Herr Bundesminister Strasser, ich sage Ihnen: Getürkte Statistiken an die Öffentlichkeit zu bringen, während immer mehr Wiener zum Opfer der Sicherheitspolitik des Strasser-Grasser-Teams werden, kann doch nur als Provokation empfunden werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt zu offensichtlich!)
Abg. Scheibner: Das war ja zu offensichtlich!
Jetzt muss ich mich allerdings entschuldigen. Ich habe nämlich vergessen, zu sagen, was ich da zitiert habe. Das habe nämlich nicht ich erfunden, und ich habe wirklich darauf gewartet, dass Sie mir das „Hölzl“ werfen, Herr Scheibner. Ich möchte Ihnen das nicht vorenthalten: Dieser Satz, den ich hier zur Kenntnis gebracht habe, stammt aus dem Klub der Freiheitlichen Pressestelle! (Abg. Scheibner: Das war ja zu offensichtlich!)
Abg. Scheibner: Lesen können wir selber!
Oder nehmen wir den „Kurier“ von morgen her: Alarm im Advent. Polizei warnt vor Raubüberfällen. An jedem zweiten Werktag ein Raubüberfall. (Abg. Scheibner: Lesen können wir selber!)
Abg. Scheibner: Wo ist der Pilz?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Öllinger. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner: Wo ist der Pilz?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Herrn Abgeordnetem Neugebauer möchte ich zu dem Ergebnis gratulieren, das die Personalvertretung Öffentlicher Dienst mit dem Sozialminister zur Schwerarbeiterregelung gefunden hat. Das wird eine massive Verbesserung der Arbeitssituation und der gesamten Lebenssituation für unsere Polizisten und Gendarmen sein. – Herzlichen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 86
Abg. Scheibner: Bleibt uns heute überhaupt nichts erspart in aller Früh?!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Ich werde mich in meinen Ausführungen im Wesentlichen auf Kapitel 16, Sozialversicherung, beziehen. Kapitel 15 wird im Wesentlichen von Kollegin Lapp und auch anderen Kolleginnen und Kollegen meiner Fraktion besprochen werden. (Abg. Scheibner: Bleibt uns heute überhaupt nichts erspart in aller Früh?!)
Abg. Scheibner: Natürlich!
Aber augenscheinlich ist das überhaupt die Methode dieser Bundesregierung (Abg. Scheibner: Natürlich!), denn auch Frau Ministerin Rauch-Kallat hat zu Jahresbeginn, als die Pensionisten auf einmal weniger Geld in der Tasche hatten, gesagt: Tut mir Leid, damit hat keiner gerechnet!
Abg. Scheibner: Es stimmt nur nicht!
Mit dieser Punzierung als Umfaller werden Sie leben müssen, Herr Bundesminister! (Abg. Scheibner: Es stimmt nur nicht!) Aber schlimm finde ich es schon für die Menschen! Zuerst haben Sie nämlich gesagt, Verluste bis 20 Prozent stimmten nicht! Dann hat Ihr Ministerium diese Verlustmöglichkeiten sogar bestätigt. Daraufhin haben Sie gesagt: Na, das werden wir schon reparieren! Was jedoch liest man – wir haben ja noch keine Vorlage von Ihnen – in der „Kronen Zeitung“? (Abg. Scheibner: Wenn Sie nichts anderes zu lesen haben über die Pension!) – Die FPÖ ist wieder einmal umgefallen!
Abg. Scheibner: Wenn Sie nichts anderes zu lesen haben über die Pension!
Mit dieser Punzierung als Umfaller werden Sie leben müssen, Herr Bundesminister! (Abg. Scheibner: Es stimmt nur nicht!) Aber schlimm finde ich es schon für die Menschen! Zuerst haben Sie nämlich gesagt, Verluste bis 20 Prozent stimmten nicht! Dann hat Ihr Ministerium diese Verlustmöglichkeiten sogar bestätigt. Daraufhin haben Sie gesagt: Na, das werden wir schon reparieren! Was jedoch liest man – wir haben ja noch keine Vorlage von Ihnen – in der „Kronen Zeitung“? (Abg. Scheibner: Wenn Sie nichts anderes zu lesen haben über die Pension!) – Die FPÖ ist wieder einmal umgefallen!
Abg. Scheibner: Wenigstens hat es etwas genutzt!
Unfallrenten, Ambulanzgebühren, Hauptverband – alles vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben; ebenso Teile der Pensionsreform. Gestern, ganz aktuell, ist im Ministerrat eine Neuumfärbung des Hauptverbandes ausgepackelt worden. – Danke, Herr Klubobmann Scheibner, der Sie erst gestern im Rahmen einer Debatte über eine Dringliche Anfrage einen Vortrag gehalten haben über die Erfolge, die die Freiheitlichen in den neunziger Jahren in dieser Republik (Abg. Scheibner: Wenigstens hat es etwas genutzt!) – Sie haben das durchaus etwas schöngefärbt – gefeiert haben. Gerade durch das Auftreten gegen diesen Proporz, gegen die Machtklüngel in dieser Zweiten Republik (Abg. Scheibner: Das haben wir ja geändert!), die sich etwas hinter verschlossenen Türen ausgemacht haben, haben Sie Ihren Aufstieg erreicht. Doch jetzt machen Sie es selbst so und noch schlimmer! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das haben wir ja geändert!
Unfallrenten, Ambulanzgebühren, Hauptverband – alles vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben; ebenso Teile der Pensionsreform. Gestern, ganz aktuell, ist im Ministerrat eine Neuumfärbung des Hauptverbandes ausgepackelt worden. – Danke, Herr Klubobmann Scheibner, der Sie erst gestern im Rahmen einer Debatte über eine Dringliche Anfrage einen Vortrag gehalten haben über die Erfolge, die die Freiheitlichen in den neunziger Jahren in dieser Republik (Abg. Scheibner: Wenigstens hat es etwas genutzt!) – Sie haben das durchaus etwas schöngefärbt – gefeiert haben. Gerade durch das Auftreten gegen diesen Proporz, gegen die Machtklüngel in dieser Zweiten Republik (Abg. Scheibner: Das haben wir ja geändert!), die sich etwas hinter verschlossenen Türen ausgemacht haben, haben Sie Ihren Aufstieg erreicht. Doch jetzt machen Sie es selbst so und noch schlimmer! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na, na, na!
Herr Bundesminister! Die Verantwortung für das Ressort, wozu auch Sparsamkeit gehört, aber auch die Verantwortung dafür, Information so wahrzunehmen, dass Sie Parteipropaganda (Abg. Scheibner: Na, na, na!) ziemlich deutlich in Parteizeitungen betreiben ... (Abg. Scheibner: Welche? – Abg. Mandak: Ich bringe Ihnen welche!) – Herr Kollege Scheibner, ich habe mich informiert. Es gibt in Klagenfurt eine Zeitung, „Unser Klagenfurt“, und die erscheint jahrelang nicht. (Abg. Scheibner: Kenne ich nicht!) Das glaube ich, dass Sie sie nicht kennen, es ist aber eine Zeitung, die Ihrer Partei gehört.
Abg. Scheibner: Welche? – Abg. Mandak: Ich bringe Ihnen welche!
Herr Bundesminister! Die Verantwortung für das Ressort, wozu auch Sparsamkeit gehört, aber auch die Verantwortung dafür, Information so wahrzunehmen, dass Sie Parteipropaganda (Abg. Scheibner: Na, na, na!) ziemlich deutlich in Parteizeitungen betreiben ... (Abg. Scheibner: Welche? – Abg. Mandak: Ich bringe Ihnen welche!) – Herr Kollege Scheibner, ich habe mich informiert. Es gibt in Klagenfurt eine Zeitung, „Unser Klagenfurt“, und die erscheint jahrelang nicht. (Abg. Scheibner: Kenne ich nicht!) Das glaube ich, dass Sie sie nicht kennen, es ist aber eine Zeitung, die Ihrer Partei gehört.
Abg. Scheibner: Kenne ich nicht!
Herr Bundesminister! Die Verantwortung für das Ressort, wozu auch Sparsamkeit gehört, aber auch die Verantwortung dafür, Information so wahrzunehmen, dass Sie Parteipropaganda (Abg. Scheibner: Na, na, na!) ziemlich deutlich in Parteizeitungen betreiben ... (Abg. Scheibner: Welche? – Abg. Mandak: Ich bringe Ihnen welche!) – Herr Kollege Scheibner, ich habe mich informiert. Es gibt in Klagenfurt eine Zeitung, „Unser Klagenfurt“, und die erscheint jahrelang nicht. (Abg. Scheibner: Kenne ich nicht!) Das glaube ich, dass Sie sie nicht kennen, es ist aber eine Zeitung, die Ihrer Partei gehört.
Abg. Scheibner: Richtig! Großartig!
Herr Bundesminister, ich wiederhole: Persönlich alles okay, ich gestehe Ihnen auch Ihren Einsatz zu, aber politisch (Abg. Scheibner: Richtig! Großartig!) – wenn man ein Resümee über die letzten Jahre zieht – ist diese Ressortführung eine Katastrophe! Leider haben Sie in den entscheidenden sozialpolitischen Agenden dieser Republik nichts weitergebracht, sondern da gab es – wie das für die Freiheitlichen üblich ist – nur eines: Umfallen! Daher empfehle ich eine Umfallversicherung für die Freiheitlichen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Natürlich!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Dolinschek hat behauptet, dass der ÖGB und die Arbeiterkammer ja zustimmen wollten (Abg. Scheibner: Natürlich!) und nur auf Druck der SPÖ nicht zugestimmt hätten. (Rufe bei der ÖVP: Ja!)
Abg. Scheibner: Das kann ich mir nicht vorstellen!
Ich berichtige tatsächlich, dass es sowohl in der Arbeiterkammer als auch im ÖGB einstimmige Beschlüsse gegeben hat (Abg. Scheibner: Das kann ich mir nicht vorstellen!), wir auch weiterverhandelt haben, aber die Vertreter der Bundesregierung die Verhandlungen verlassen haben (Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Außerdem ist das inhaltlich falsch!), weil sie unseren Forderungen nach Rücknahme der Pensionsreform 2003 nicht nachgekommen sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Außerdem ist das inhaltlich falsch!
Ich berichtige tatsächlich, dass es sowohl in der Arbeiterkammer als auch im ÖGB einstimmige Beschlüsse gegeben hat (Abg. Scheibner: Das kann ich mir nicht vorstellen!), wir auch weiterverhandelt haben, aber die Vertreter der Bundesregierung die Verhandlungen verlassen haben (Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung! Außerdem ist das inhaltlich falsch!), weil sie unseren Forderungen nach Rücknahme der Pensionsreform 2003 nicht nachgekommen sind. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Wenn es nach den Regierungsparteien gegangen wäre, hätten wir in sieben Stunden den ganzen Block abgehandelt. (Abg. Scheibner: Das ist doch keine tatsächliche Berichtigung! – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Melden Sie sich noch einmal zu Wort, wenn Sie einen Debattenbeitrag machen wollen! – Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Dank der Diskussionsbeiträge der Opposition haben wir das wirklich ausführlicher behandelt. Sie haben den Sozialausschuss übergangen und haben es im Budgetausschuss gemacht. (Abg. Scheibner: Melden Sie sich noch einmal zu Wort, wenn Sie einen Debattenbeitrag machen wollen! – Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätten Sie keine Verbesserung gemacht, wie auch die Neuordnung ...
Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Silhavy –: Lesen Sie einmal in der Geschäftsordnung! – Abg. Silhavy: Der Herr Präsident weiß, dass das messbar war!
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Abgeordnete, das ist ein Redebeitrag! Tatsächliche Berichtigungen berichten messbare Fakten – das aber sind politische Wertungen. (Abg. Silhavy: Messbar war das!) Das ist es nicht! (Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Silhavy –: Lesen Sie einmal in der Geschäftsordnung! – Abg. Silhavy: Der Herr Präsident weiß, dass das messbar war!)
Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Silhavy –: Jetzt sitzen Sie schon in der ersten Reihe und kennen die Geschäftsordnung noch immer nicht! – Abg. Mag. Tancsits: Zehn Mal die Geschäftsordnung schreiben!
Politische Werturteile und politische Beurteilungen können nicht Gegenstand einer tatsächlichen Berichtigung sein, sondern sind Gegenstand der Debatte. Tatsächliche Fakten können berichtigt werden. (Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Silhavy –: Jetzt sitzen Sie schon in der ersten Reihe und kennen die Geschäftsordnung noch immer nicht! – Abg. Mag. Tancsits: Zehn Mal die Geschäftsordnung schreiben!)
Abg. Scheibner: Das Sandmännchen kommt erst um sieben!
Es ist auch so, sehr geehrte Damen und Herren, dass man den Zuschauerinnen und Zuschauern auf der Galerie sagen muss: Das Sandmännchen hat jetzt gesprochen (Abg. Scheibner: Das Sandmännchen kommt erst um sieben!), denn die Vertreter der FPÖ streuen sich selbst und den Menschen Sand in die Augen, wenn sie sagen: Bei der Pensionsharmonisierung wird es prozentuelle Deckel geben, und es werden keine großen Verluste sein.
Abg. Scheibner: Ihr habt noch nichts gemacht!
Sie, Frau Kollegin Steibl, haben gesagt, man soll nicht in die Vergangenheit schauen, und der nächste Satz war: Wir haben gehandelt. Das ist ja genau das, was Sie zu einem Großteil tun, wenn Sie da heraußen stehen: Sie sagen immer, was in der Vergangenheit passiert ist, und halten dann meistens der SPÖ vor – bei uns gelingt Ihnen das ja nicht! –, was sie alles versäumt hat und nicht getan hat (Abg. Scheibner: Ihr habt noch nichts gemacht!), tun so, als hätten Sie mit dem Ganzen nie in Ihrem Leben irgendetwas zu tun gehabt, und dann sagen Sie, wir sollen nicht in die Vergangenheit schauen. Sie schauen immer in die Vergangenheit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sind Sie der Verteidiger der SPÖ, Frau Kollegin?)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Frau Staatssekretärin Haubner hat im Budgetausschuss die vier Säulen der Familienpolitik vorgetragen. Ich habe sie mir, wie immer, fleißig mitgeschrieben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) – Meine Mitschriften sind nicht immer so beliebt, Herr Klubobmann Scheibner. (Abg. Scheibner: Es schadet nichts, wenn man mitschreibt, wenn die Frau Staatssekretärin etwas sagt!) Ich glaube, gestern wären Sie froh gewesen, wenn ich nicht immer mitschreiben würde, wenn jemand aus Ihrer Fraktion einen Zwischenruf macht. Aber es ist schön, wenn Sie das wertschätzen, ich freue mich darüber.
Abg. Scheibner: Es schadet nichts, wenn man mitschreibt, wenn die Frau Staatssekretärin etwas sagt!
Frau Staatssekretärin Haubner hat im Budgetausschuss die vier Säulen der Familienpolitik vorgetragen. Ich habe sie mir, wie immer, fleißig mitgeschrieben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) – Meine Mitschriften sind nicht immer so beliebt, Herr Klubobmann Scheibner. (Abg. Scheibner: Es schadet nichts, wenn man mitschreibt, wenn die Frau Staatssekretärin etwas sagt!) Ich glaube, gestern wären Sie froh gewesen, wenn ich nicht immer mitschreiben würde, wenn jemand aus Ihrer Fraktion einen Zwischenruf macht. Aber es ist schön, wenn Sie das wertschätzen, ich freue mich darüber.
Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt? Das habe ich nicht verstanden!
spiel dafür, dass die Menge des eingesetzten Kapitals nicht immer dafür spricht, dass auch das, was herauskommt, dem entspricht, was man politisch eigentlich will – also eigentlich: was wir politisch wollen. Ich glaube, Sie wollen es schon. (Abg. Scheibner: Also wie ist das jetzt? Das habe ich nicht verstanden!)
Abg. Scheibner: Das ist die soziale SPÖ!
Kurz noch zum Schluss: Es wurden heute viele Themen angeschnitten. Ich möchte trotzdem noch einmal auf das Pflegegeld, auf die Valorisierung des Pflegegeldes zurückkommen. Die Sozialdemokratie hat kritisiert, dass die Erhöhung nur um 2 Prozent erfolge, und man hat gesagt, das seien nur einige wenige Euro – 30 € bis 40 € – und das sei nichts. Jetzt möchte ich Sie aber schon erinnern: Das Pflegegeld wurde 1993 eingeführt und zum letzten Mal 1995 valorisiert. Das sind jetzt neun Jahre. Wir sind die erste Regierung, die das Pflegegeld valorisiert. Aber ich sage auch, was Sie gemacht haben, denn ich glaube, Sie haben das vergessen, deshalb ist es mir ganz, ganz wichtig, das hier nochmals zu erwähnen. Sie haben 1996 unter einem SPÖ-Bundeskanzler, unter einem SPÖ-Finanzminister, unter einem SPÖ-Sozialminister das Pflegegeld gekürzt (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unvorstellbar!), und zwar die Pflegestufe 1 um monatlich mehr als 50 € gekürzt (Abg. Scheibner: Das ist die soziale SPÖ!), und Sie haben das Pflegetaschengeld, das wirklich für die Pflegebedürftigsten und für die Ärmsten gedacht ist, halbiert.
Abg. Scheibner: Die sind euch wieder zu teuer!
Ein Beispiel: Was mir aufgefallen ist, ist die exorbitante Steigerung für Mieten und für sonstige bewegliche Sachen. Hier explodiert es bis auf 872 Prozent, Herr Bundesminister! Da haben wir uns gefragt: Was versteckt sich dahinter? Das ist die Zwischenlösung, die Beschaffung der Uraltflugzeuge F5 aus der Schweiz. Sie sehen, hier kommen die ersten negativen Auswirkungen dieser unseligen Eurofighter-Beschaffung zum Tragen. (Abg. Scheibner: Die sind euch wieder zu teuer!) Hier sehen wir bereits, mein lieber Freund, diese Kaufentscheidung wird das Bundesheer noch in sehr ernste finanzielle Schwierigkeiten bringen, Herr Bundesminister.
Abg. Scheibner: Jetzt warten wir, was Sie bringen! Bei Ihnen ist die Präsenz auch nicht groß! Für uns ist die Gesundheit sehr dringlich! Sie rätseln immer noch, ob Kollege Gusenbauer dort war oder nicht! Vielleicht war es ein Doppelgänger!
Nicht nur, meine Damen und Herren, die matten Ausführungen des Kollegen Rasinger, sondern auch die Präsenz auf den Regierungssitzen zeigt eigentlich, wie „dringlich“ – unter Anführungszeichen – diese Anfrage war, meine Damen und Herren (Abg. Scheibner: Jetzt warten wir, was Sie bringen! Bei Ihnen ist die Präsenz auch nicht groß! Für uns ist die Gesundheit sehr dringlich! Sie rätseln immer noch, ob Kollege Gusenbauer dort war oder nicht! Vielleicht war es ein Doppelgänger!) – und dies zu Recht, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Wo denn?
Ihre reale Politik darauf ist, dass Sie Selbstbehalte und Leistungskürzungen für kranke Menschen beschließen werden und so die Ängste und Sorgen der Menschen geradezu verstärken, Herr Kollege Scheibner, dass hinkünftig statt einer solidarischen Finanzierung im Gesundheitswesen eine völlig private Finanzierung Platz greifen wird. (Abg. Scheibner: Wo denn?)
Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf!
Herr Kollege Scheibner! Der Anfang ist gemacht bei den Brillen, Sie können das nicht hinwegleugnen. (Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf!) Der erste Schritt ist gesetzt. Herr Kollege Scheibner, es wird in eine Pflichtleistung eingegriffen, und wenn Sie noch so mit dem Kopf nicken und mitleidvoll schauen, Herr Kollege (Abg. Scheibner: Da schaue ich wirklich nur mitleidig!), und so tun, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Rasinger, muss ich doch sagen, es gibt natürlich große Auswirkungen einer Leistungskürzung gerade bei den Brillen. (Abg. Scheibner: Sie wollten Beitragserhöhungen in viel höherem Ausmaß! Das wollen wir nicht!) Natürlich, in großem Ausmaß. Ich weiß ja, dass die Betroffenheit bei Ihnen nicht so groß ist.
Abg. Scheibner: Da schaue ich wirklich nur mitleidig!
Herr Kollege Scheibner! Der Anfang ist gemacht bei den Brillen, Sie können das nicht hinwegleugnen. (Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf!) Der erste Schritt ist gesetzt. Herr Kollege Scheibner, es wird in eine Pflichtleistung eingegriffen, und wenn Sie noch so mit dem Kopf nicken und mitleidvoll schauen, Herr Kollege (Abg. Scheibner: Da schaue ich wirklich nur mitleidig!), und so tun, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Rasinger, muss ich doch sagen, es gibt natürlich große Auswirkungen einer Leistungskürzung gerade bei den Brillen. (Abg. Scheibner: Sie wollten Beitragserhöhungen in viel höherem Ausmaß! Das wollen wir nicht!) Natürlich, in großem Ausmaß. Ich weiß ja, dass die Betroffenheit bei Ihnen nicht so groß ist.
Abg. Scheibner: Sie wollten Beitragserhöhungen in viel höherem Ausmaß! Das wollen wir nicht!
Herr Kollege Scheibner! Der Anfang ist gemacht bei den Brillen, Sie können das nicht hinwegleugnen. (Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf!) Der erste Schritt ist gesetzt. Herr Kollege Scheibner, es wird in eine Pflichtleistung eingegriffen, und wenn Sie noch so mit dem Kopf nicken und mitleidvoll schauen, Herr Kollege (Abg. Scheibner: Da schaue ich wirklich nur mitleidig!), und so tun, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Rasinger, muss ich doch sagen, es gibt natürlich große Auswirkungen einer Leistungskürzung gerade bei den Brillen. (Abg. Scheibner: Sie wollten Beitragserhöhungen in viel höherem Ausmaß! Das wollen wir nicht!) Natürlich, in großem Ausmaß. Ich weiß ja, dass die Betroffenheit bei Ihnen nicht so groß ist.
Abg. Scheibner: Sagen Sie das auch auf Ihrem Parteitag?
Faktum ist, dass weitere Leistungskürzungen folgen werden. Ich verstehe schon, Herr Kollege Rasinger, dass Sie das Wort „Belastungen“ nicht mehr hören können, weil Sie bei diesem Wort völlig die Betroffenheit bei den Menschen ausblenden, aber bei den Leuten gibt es eine Betroffenheit über immer neue Belastungen in diesem Bereich. (Abg. Scheibner: Sagen Sie das auch auf Ihrem Parteitag?)
Abg. Scheibner: Die Aufgabe sollte sein, Verantwortung mitzutragen, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Es ist natürlich immer so, dass man sagen kann, die Opposition kritisiert, weil es eben ihre Aufgabe ist zu kritisieren. (Abg. Scheibner: Die Aufgabe sollte sein, Verantwortung mitzutragen, Herr Kollege!) Aber es ist nicht nur die böse Opposition, Herr Kollege Scheibner. Auch in den Medien wird diese – in Anführungszeichen – „Gesundheitsreform“ einer kritischen Würdigung unterzogen. (Abg. Scheibner: Das ist okay!) Da schreibt das „Wirtschaftsblatt“: „Reform zu Lasten der Brillenträger“, die „Kleine Zeitung“: „Gesundheit: Nicht nur für die Brillenträger ist die Optik schief“, und der Überhammer: „Die Gesundheitsministerin schwindelt sich über die Wahl“. – Um das geht es in letzter Konsequenz bei dieser Gesundheitsreform.
Abg. Scheibner: Das ist okay!
Meine Damen und Herren! Es ist natürlich immer so, dass man sagen kann, die Opposition kritisiert, weil es eben ihre Aufgabe ist zu kritisieren. (Abg. Scheibner: Die Aufgabe sollte sein, Verantwortung mitzutragen, Herr Kollege!) Aber es ist nicht nur die böse Opposition, Herr Kollege Scheibner. Auch in den Medien wird diese – in Anführungszeichen – „Gesundheitsreform“ einer kritischen Würdigung unterzogen. (Abg. Scheibner: Das ist okay!) Da schreibt das „Wirtschaftsblatt“: „Reform zu Lasten der Brillenträger“, die „Kleine Zeitung“: „Gesundheit: Nicht nur für die Brillenträger ist die Optik schief“, und der Überhammer: „Die Gesundheitsministerin schwindelt sich über die Wahl“. – Um das geht es in letzter Konsequenz bei dieser Gesundheitsreform.
Abg. Scheibner: Sonst sagen Sie wieder, man habe zu wenig Zeit, um über so wichtige Dinge zu diskutieren!
Warum sage ich das? – Was ich jetzt von den Regierungsparteien gehört habe, das war nichts Neues (Abg. Neudeck: Für Sie!) – das heißt, wir hören heute wieder dasselbe, und der Frau Ministerin bleibt wohl nichts Anderes übrig, als wieder dasselbe zu antworten. (Abg. Scheibner: Sonst sagen Sie wieder, man habe zu wenig Zeit, um über so wichtige Dinge zu diskutieren!) Nein! Man sollte die Zeit dann nützen, wenn noch etwas zu bewegen ist! (Abg. Scheibner: Wenn es Ihnen Recht ist!) – Das ist vorbei, das wird ja jetzt von Ihnen beschlossen! (Abg. Scheibner: Wieso? Beschlossen ist es dann, wenn es im Parlament ist!)
Abg. Scheibner: Wenn es Ihnen Recht ist!
Warum sage ich das? – Was ich jetzt von den Regierungsparteien gehört habe, das war nichts Neues (Abg. Neudeck: Für Sie!) – das heißt, wir hören heute wieder dasselbe, und der Frau Ministerin bleibt wohl nichts Anderes übrig, als wieder dasselbe zu antworten. (Abg. Scheibner: Sonst sagen Sie wieder, man habe zu wenig Zeit, um über so wichtige Dinge zu diskutieren!) Nein! Man sollte die Zeit dann nützen, wenn noch etwas zu bewegen ist! (Abg. Scheibner: Wenn es Ihnen Recht ist!) – Das ist vorbei, das wird ja jetzt von Ihnen beschlossen! (Abg. Scheibner: Wieso? Beschlossen ist es dann, wenn es im Parlament ist!)
Abg. Scheibner: Wieso? Beschlossen ist es dann, wenn es im Parlament ist!
Warum sage ich das? – Was ich jetzt von den Regierungsparteien gehört habe, das war nichts Neues (Abg. Neudeck: Für Sie!) – das heißt, wir hören heute wieder dasselbe, und der Frau Ministerin bleibt wohl nichts Anderes übrig, als wieder dasselbe zu antworten. (Abg. Scheibner: Sonst sagen Sie wieder, man habe zu wenig Zeit, um über so wichtige Dinge zu diskutieren!) Nein! Man sollte die Zeit dann nützen, wenn noch etwas zu bewegen ist! (Abg. Scheibner: Wenn es Ihnen Recht ist!) – Das ist vorbei, das wird ja jetzt von Ihnen beschlossen! (Abg. Scheibner: Wieso? Beschlossen ist es dann, wenn es im Parlament ist!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
seite des Budgets beinhalten wird, die einzigartig ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Vielen Dank, Herr Bundesminister! Ich freue mich darüber, dass wir für die Landesverteidigung budgetär so eine tolle Perspektive, aber auch darüber hinaus eröffnet haben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Da gibt es ja ein Gesetz für die Finanzierung!
Das Verteidigungsbudget wird in den nächsten Jahren auch ganz wesentlich von den Vorbelastungen bestimmt sein. Der Rechnungshof hat in dieser Frage auch mehrfach Kritik geübt. Wenn Sachaufwendungen von 962 Millionen € im Jahr 2005 Vorbelastungen von 258 Millionen € für 2005 bis 2007 gegenüberstehen beziehungsweise laut Ihren Informationen, Herr Bundesminister, die Vorbelastungen bis 2014 auf 2,4 Milliarden € steigen, dann ist wohl erkennbar, dass dann, wenn die Kosten für die Eurofighter schlagend werden, das Verteidigungsbudget nicht mehr vollziehbar sein wird. (Abg. Scheibner: Da gibt es ja ein Gesetz für die Finanzierung!)
Abg. Scheibner: Nein, hat er nicht!
Er hat Recht gehabt, der Günter Stummvoll! (Abg. Scheibner: Nein, hat er nicht!) Er hat in folgenden Punkten Recht gehabt: Unser Wirtschaftswachstum lag nämlich in den neunziger Jahren, zu einem Zeitpunkt, als angeblich das große Desaster herrschte, im Vergleich zu den anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Durchschnitt von 1996 bis 1999 bei 2,8 Prozent; der Durchschnitt des Wirtschaftswachstums der Europäischen Union betrug in dieser Zeit 2,6 Prozent. Übrigens, das stammt aus dem Statistischen Jahrbuch der Wirtschaftskammer Österreich, Herr Kollege Stummvoll, nur damit Sie dazu auch die Quelle kennen; es ist korrekt zitiert aus der Statistik Austria.
Abg. Scheibner: Das war der Wunsch und die Forderung der Länder, Herr Kollege!
Der Finanzausgleich ist das eine – ich hoffe, Sie wissen, wovon wir reden. (Abg. Scheibner: Das war der Wunsch und die Forderung der Länder, Herr Kollege!) Die Gesundheit und deren Finanzierung sind das andere. Jetzt hat man das zusammengehängt und kann sagen, weil die Länder und Gemeinden ein Fass ohne Boden sind, müssen wir mehr Einnahmen über die Erhöhung der Gesundheitsgebühren lukrieren, damit wir das finanzieren können. (Abg. Scheibner: Die haben das gefordert, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Die haben das gefordert, Herr Kollege!
Der Finanzausgleich ist das eine – ich hoffe, Sie wissen, wovon wir reden. (Abg. Scheibner: Das war der Wunsch und die Forderung der Länder, Herr Kollege!) Die Gesundheit und deren Finanzierung sind das andere. Jetzt hat man das zusammengehängt und kann sagen, weil die Länder und Gemeinden ein Fass ohne Boden sind, müssen wir mehr Einnahmen über die Erhöhung der Gesundheitsgebühren lukrieren, damit wir das finanzieren können. (Abg. Scheibner: Die haben das gefordert, Herr Kollege!)
Sitzung Nr. 87
Abg. Scheibner: Das steht Ihnen überhaupt nicht zu, Fragen zu beurteilen! – Ruf: Das geht zur Zensur über! – Abg. Scheibner: Das wird ja immer besser! – Ruf: Zensur! – Abg. Scheibner: Jetzt entscheiden Sie schon, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber jetzt zum Thema. Herr Bundesminister, ... (Abg. Scheibner: Das steht Ihnen überhaupt nicht zu, Fragen zu beurteilen! – Ruf: Das geht zur Zensur über! – Abg. Scheibner: Das wird ja immer besser! – Ruf: Zensur! – Abg. Scheibner: Jetzt entscheiden Sie schon, ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Falsche Zahlen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Im Übrigen ist auch Ihr Umgang mit Kritik immer der gleiche. Seit Wochen präsentiert die Arbeiterkammer in der Öffentlichkeit Zahlen darüber, wie einzelne Menschen von den Pensionskürzungen betroffen sein werden. (Abg. Scheibner: Falsche Zahlen! – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Seit Wochen macht sie das! Die Reaktion der Regierung darauf war, dass sie sagte, das sei alles Gräuelpropaganda. Jetzt, meine Damen und Herren, und zwar seit vorigem Freitag, ist es amtlich: Die Zahlen, die das Sozialministerium im Sozialausschuss präsentiert hat, belegen zu 100 Prozent, dass die von der Arbeiterkammer errechneten Kürzungen leider alle richtig sind. Die Regierung hat in den letzten Wochen bewusst versucht, die Arbeiterkammer der Unwahrheit zu zeihen. – Jetzt ist es amtlich: Die Kürzungen wurden bestätigt!
Während des Debattenbeitrages des Abg. Scheibner werden von SPÖ-Abgeordneten abwechselnd Tafeln in die Höhe gehalten, auf denen verschiedene Fallbeispiele für künftige Pensionsverluste dargestellt sind.
(Während des Debattenbeitrages des Abg. Scheibner werden von SPÖ-Abgeordneten abwechselnd Tafeln in die Höhe gehalten, auf denen verschiedene Fallbeispiele für künftige Pensionsverluste dargestellt sind.)
Abg. Scheibner: Was ist, Frau Präsidentin! – anhaltende Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Wir haben hier einige neue Details vorbereitet, vor allem für die Frauen. Ich möchte das hier auch einmal sehr offen sagen, weil immer wieder die Legende genährt wird (Abg. Scheibner: Was ist, Frau Präsidentin! – anhaltende Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), dass die Frauen die Benachteiligten dieser Pensionsreform sind. Erstens werden die Anrechnungen – darauf wurde ja schon hingewiesen – verdoppelt. Zweitens, im jetzigen Abänderungsantrag ...
Abg. Scheibner: Aber x-mal hat das der Sozialminister gemacht!
Genau darum geht es, meine sehr geehrten Damen und Herren! Reden wir von den tatsächlichen Betroffenheiten! Sie konnten kein einziges Beispiel, das Arbeiterkammern und ÖGB Ihnen vorgeworfen haben, wirklich widerlegen. (Abg. Scheibner: Aber x-mal hat das der Sozialminister gemacht!) Sie haben am vergangenen Freitag sogar Ihre eigene Berechnung dazu verwendet, zu sagen, dass wir Recht haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist der Punkt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ja!
Heute stehen wir vor der dritten Reform seit dem Jahre 2000. (Abg. Marizzi: Vor der dritten Kürzung!) Da muss sich jeder von uns die Frage stellen: Stehen wir vor einem Jahrhundertwerk, welches gerecht, gleichwertig und fair für alle Berufsgruppen ist? (Abg. Scheibner: Ja!) Ich sage klar und deutlich: Nein, wir stehen nicht vor solch einem Jahrhundertwerk, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt wirkliche Polemik!
Sie haben heute Nacht richtigerweise eine bessere Anrechnung für die Zeitsoldaten eingebracht. Die Frage, die Sie aber beantworten müssen, ist: Warum gilt das nur für die Zeitsoldaten, nicht auch für die Frauen, die diese bessere Anrechnung genauso bräuchten und nicht auskommen mit dem, was Sie hier vorlegen? (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war jetzt wirkliche Polemik!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn Sie den Korridor ansprechen, schlage ich Ihnen eine andere Lösung vor, nämlich die Abschaffung von § 22 Arbeitsmarktsicherungsgesetz. Dort ist nämlich klar und deutlich definiert, dass jeder, der in Pension gehen kann, hineingedrängt wird. Die Lösung, die Sie auch mit dem Abänderungsantrag vorschlagen, bringt den Frauen nichts, bringt eine Lösung für ein Jahr, aber keine dauerhafte Lösung. Die einzig korrekte Lösung in diesem Fall wäre die Abschaffung des § 22. Handeln Sie danach, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Trotzdem kann man es abschaffen.
Abg. Scheibner: Ihr habt behauptet 50 Prozent Verlust!
Gestern in der Nacht haben Sie bei den Beamten eine Korrektur gemacht, die die Beamten tatsächlich gegenüber den ASVG-Bediensteten, gegenüber den Bauern, gegenüber den Selbständigen besser stellt – wieder besser stellt. (Abg. Scheibner: Ihr habt behauptet 50 Prozent Verlust!) – Selbstverständlich!
Abg. Scheibner: Das glaubt Ihnen niemand!
Wo – auch das wurde schon gefragt (Abg. Scheibner: Das glaubt Ihnen niemand!) – ist die SchwerarbeiterInnenregelung? SchwerarbeiterInnen gibt es nämlich auch. Für Schwerarbeiterinnen haben Sie überhaupt nichts vorgesehen, und bei Schwerarbeitern wissen Sie auch noch nicht, wo Sie hinwollen. Sie wissen nur eines: Möglichst wenige sollen es sein, auch wenn das mit der Realität nichts zu tun hat.
Abg. Scheibner: Wo ist es?
Wo, meine sehr geehrten Damen und Herren, schaffen Sie Gerechtigkeit mit der Formel 45 – 65 – 80? Auf der einen Seite wissen Sie, dass Schwerarbeiter das nie erreichen können, dass Akademiker das nie erreichen können, und auf der anderen Seite bestrafen Sie jene, die 45 Jahre, 46 Jahre oder 47 Jahre arbeiten, auch noch mit Abschlägen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Wo? Wo? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo?) Herr Kollege Scheibner! Geben Sie eine Antwort darauf! (Abg. Scheibner: Wo ist es?) Das leistet dieses neue Pensionssystem absolut nicht! (Abg. Scheibner: Jetzt kommen Sie endlich zum Schlusssatz!)
Abg. Scheibner: Jetzt kommen Sie endlich zum Schlusssatz!
Wo, meine sehr geehrten Damen und Herren, schaffen Sie Gerechtigkeit mit der Formel 45 – 65 – 80? Auf der einen Seite wissen Sie, dass Schwerarbeiter das nie erreichen können, dass Akademiker das nie erreichen können, und auf der anderen Seite bestrafen Sie jene, die 45 Jahre, 46 Jahre oder 47 Jahre arbeiten, auch noch mit Abschlägen. Wo ist da die Gerechtigkeit? Wo? Wo? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wo?) Herr Kollege Scheibner! Geben Sie eine Antwort darauf! (Abg. Scheibner: Wo ist es?) Das leistet dieses neue Pensionssystem absolut nicht! (Abg. Scheibner: Jetzt kommen Sie endlich zum Schlusssatz!)
Abg. Scheibner: 6 Prozent mehr Pension!
In den letzten Tagen haben wir vor allem eine Verbesserung für Frauen und eine Verbesserung für Langzeitversicherte umgesetzt. Es wird auch niemand gezwungen, den Pensionskorridor in Anspruch zu nehmen. Wenn jemand arbeitslos wird, kann er noch ein Jahr Arbeitslosengeld bekommen. (Abg. Scheibner: 6 Prozent mehr Pension!) Selbstverständlich! Er hat dann einen höheren Steigerungsbetrag, was sich auf die Pension erhöhend auswirkt. Das verringert natürlich auch den Abschlag. (Abg. Scheibner: 6 Prozent!)
Abg. Scheibner: 6 Prozent!
In den letzten Tagen haben wir vor allem eine Verbesserung für Frauen und eine Verbesserung für Langzeitversicherte umgesetzt. Es wird auch niemand gezwungen, den Pensionskorridor in Anspruch zu nehmen. Wenn jemand arbeitslos wird, kann er noch ein Jahr Arbeitslosengeld bekommen. (Abg. Scheibner: 6 Prozent mehr Pension!) Selbstverständlich! Er hat dann einen höheren Steigerungsbetrag, was sich auf die Pension erhöhend auswirkt. Das verringert natürlich auch den Abschlag. (Abg. Scheibner: 6 Prozent!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das haben Sie notwendig! – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Ein bisschen mehr intellektuelle Redlichkeit hätten sich dieses Parlament und auch die Zuseherinnen und Zuseher vor den Fernsehapparaten schon verdient, das möchte ich Ihnen hier schon sagen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das haben Sie notwendig! – Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Kollektivverträge? Wer ist dafür verantwortlich?
Herr Kollege Tancsits, wissen Sie, wie viele VerkäuferInnen, Briefträger, Akkordarbeiter, ich nehme auch die Gastwirte dazu, das Pflegepersonal, auf dieses Einkommen kommen? – Wohl kaum jemand! Und das sind für Sie keine Leistungsträger und Leistungsträgerinnen? Deren Interessen treten Sie mit Füßen? Das ist menschenverachtend, das lehnen wir ab! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Kollektivverträge? Wer ist dafür verantwortlich?)
Abg. Scheibner: Das machen Sie die ganze Zeit!
Meine Damen und Herren! „Die Fairness-Pension. Fair. Sicher. Gerecht. Pensionen mit Zukunft.“ Das ist qualitativ. Teile davon haben Sie jetzt für die Beamten und Beamtinnen übernommen. In unserem Pensionssystem gilt es für alle Berufsgruppen, für Beamte, Beamtinnen, Arbeiterinnen, Arbeiter, Angestellte, Bauern, Gewerbetreibende. Fair, sicher, gerecht – das ist unser Zukunftsmodell und nicht Ihr Modell, das wieder einzelne Gruppen gegenüber anderen Gruppen ausspielt. (Abg. Scheibner: Das machen Sie die ganze Zeit!) Das ist Ihre Politik, Menschen gegeneinander auszuspielen, und das verachten wir und das lehnen wir ab! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt ist es aus!
Für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten steht der Mensch im Mittelpunkt. Deswegen kämpfen wir auch für eine gerechte, faire Pensionspolitik und werden gegen Ihre Politik weiterhin auftreten und ankämpfen, denn das, was Sie hier vorhaben, ist unfair, unsozial, ungerecht, hat mit Demokratie wenig zu tun und ist vor allem ein Ungleichgewicht zwischen den Menschen. Das ist keine Zukunftspolitik, das ist eine Politik, die längst in die Vergangenheit gehört. Aber die Menschen werden Ihnen dafür bei der nächsten Wahl schon die Abfuhr erteilen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt ist es aus!) Ja, Herr Kollege Scheibner, aus wie bei Ihnen, denn Ihre Wählerzahl wird immer geringer! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lentsch: Sie verwechseln da was! – Abg. Scheibner: Das haben Sie falsch gelesen!
Wir wissen, dass schon heute von der so genannten Hackler-Regelung, von der Schwerarbeiterregelung, hauptsächlich Männer profitieren. – Und das ist auch kein Wunder, denn bei Ihrer Definition von Schwerarbeit zählen Kriterien wie etwa Lärmbelastung oder Hitzebelastung. Beides ist am Krankenbett in der Nachtschicht nicht unbedingt anzutreffen, trotzdem ist eine jahrelange Pflege von Kranken und Schwerkranken in der Nachtschicht schwerste Arbeit. Ich finde, auch diese Personen – hauptsächlich Frauen – haben einen Anspruch auf eine Schwerarbeiterregelung. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lentsch: Sie verwechseln da was! – Abg. Scheibner: Das haben Sie falsch gelesen!)
Rufe bei den Freiheitlichen: Unerhört, Frau Präsidentin, dass Sie das Mikro abdrehen! – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber bei den anderen dann auch abdrehen! Das schau’ ich mir an, ob Sie bei Ihren Abgeordneten auch das Mikrophon abdrehen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Vorsitzführung ist eine Katastrophe! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ.
(Rufe bei den Freiheitlichen: Unerhört, Frau Präsidentin, dass Sie das Mikro abdrehen! – Abg. Scheibner: Das müssen Sie aber bei den anderen dann auch abdrehen! Das schau’ ich mir an, ob Sie bei Ihren Abgeordneten auch das Mikrophon abdrehen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Vorsitzführung ist eine Katastrophe! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen sowie Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Falsch!
Das heißt, Sie von ÖVP und FPÖ wissen ganz genau, was Sie tun: Sie wissen, dass mit der heutigen Reform mindestens 20 Prozent Pensionsverlust herauskommen wird – und das ganz besonders für die Frauen! (Abg. Scheibner: Falsch!) Sie wissen das – und beschließen es trotzdem! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!
Ungerecht ist weiters, dass es ganz unterschiedliche Verluste bei dieser Pensionsreform geben wird: Verluste von 5 Prozent, 10 Prozent, 15 Prozent – bis im Extremfall Verluste über 40 Prozent. (Abg. Scheibner: Geh, geh, geh!)
Abg. Scheibner: Über 100 Prozent bei den Universitätsprofessoren ist doch nicht gerecht ...! – Verteidigen Sie jetzt Ihren Herrn Professor?
Da Sie, Herr Klubobmann Scheibner, jetzt den Kopf schütteln: Schauen Sie sich doch den universitären Bereich an! Da gibt es Lehrende, die Pensionsverluste von über 40 Prozent haben werden – und das, obwohl andere Zusagen gemacht wurden! (Abg. Scheibner: Über 100 Prozent bei den Universitätsprofessoren ist doch nicht gerecht ...! – Verteidigen Sie jetzt Ihren Herrn Professor?)
Abg. Scheibner: Ach, das ist verwerflich?
Das ganz besonders Verwerfliche ist die so genannte Schwerarbeiterregelung. (Abg. Scheibner: Ach, das ist verwerflich?) Es gibt gar keine Regelung. Dazu „Schwerarbeiterregelung“ zu sagen ist für Schwerarbeiter eine Verhöhnung; Schwerarbeiterinnen gibt es bei Ihnen ja sowieso nicht. Die Schwerarbeiterregelung gibt es auch nicht, das ist eine Verhöhnung. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) In Wirklichkeit, Herr Kollege Walch, verraten Sie die Schwerarbeiter mit dem, was Sie hier vorlegen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das können Sie aber nicht begründen!)
Abg. Scheibner: Reden Sie nur so weiter!
Die Arroganz sieht man auch daran, wie Sie mit 627 000 Unterschriften des Pensions-Volksbegehrens umgehen. Das zeigt die Arroganz dieser Regierung, das zeigt die Arroganz dieses Bundeskanzlers. (Abg. Scheibner: Reden Sie nur so weiter!) Ich verspreche diesen Menschen (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen): Mit unserem Fairness-Modell werden wir Seite an Seite mit ihnen für eine faire Pension kämpfen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Das gibt es ja nicht! Die ganze Redezeit aufgebraucht!
Jetzt sage ich nicht, dass Leute geltendes Recht nicht in Anspruch nehmen sollten. Aber wenn Sie einerseits anderen Leuten eine Pensionskürzung in diesem Ausmaß zumuten und wenn Sie für Gesetzesänderungen zuständig sind, dann wäre es Ihnen ein Leichtes gewesen, auch im Hinblick auf die alten, privilegierten Politikerpensionen eine Gesetzesänderung vorzunehmen. Das hätten wir von Ihnen zumindest erwartet. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Das gibt es ja nicht! Die ganze Redezeit aufgebraucht!)
Abg. Scheibner: Das können sie nach wie vor!
Ein anderer Fall: Wirklich schwer arbeitende Menschen, und das haben uns Kollege Walch und alle anderen im Sozialausschuss bestätigt, gehen nach 30 bis 35 Jahren Schwerarbeit aus gesundheitlichen Gründen in die Invaliditätspension. (Abg. Scheibner: Das können sie nach wie vor!) Aber was heißt denn das, Kollege Scheibner? Beginnen Sie einmal zu rechnen! Es fängt jemand mit 18 Jahren mit einer Schwerarbeit an, betreibt 40 Jahre Schwerarbeit und ist dann 58 Jahre und geht in die Pension. Wissen Sie, was der nach dieser Pensionsharmonisierung bekommt? Die vollen Abschläge mit 4,2 Prozent pro Jahr, das er früher gegangen ist, und keine Rücksichtnahme auf die Schwerarbeiterzuschlagmonate, die er bekommen hat. Diese Menschen zahlen darauf! Meine Damen und Herren, das ist unfair, das ist ungerecht und das ist unsozial! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Und nicht richtig! – Abg. Scheibner: Falsch!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Und nicht richtig! – Abg. Scheibner: Falsch!
Ein anderer Fall: Wirklich schwer arbeitende Menschen, und das haben uns Kollege Walch und alle anderen im Sozialausschuss bestätigt, gehen nach 30 bis 35 Jahren Schwerarbeit aus gesundheitlichen Gründen in die Invaliditätspension. (Abg. Scheibner: Das können sie nach wie vor!) Aber was heißt denn das, Kollege Scheibner? Beginnen Sie einmal zu rechnen! Es fängt jemand mit 18 Jahren mit einer Schwerarbeit an, betreibt 40 Jahre Schwerarbeit und ist dann 58 Jahre und geht in die Pension. Wissen Sie, was der nach dieser Pensionsharmonisierung bekommt? Die vollen Abschläge mit 4,2 Prozent pro Jahr, das er früher gegangen ist, und keine Rücksichtnahme auf die Schwerarbeiterzuschlagmonate, die er bekommen hat. Diese Menschen zahlen darauf! Meine Damen und Herren, das ist unfair, das ist ungerecht und das ist unsozial! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Und nicht richtig! – Abg. Scheibner: Falsch!)
Abg. Scheibner: Was heißt, „ein neues Privileg“?
Was ist da gleich? – Nichts ist gleich! Das ist ein neues Privileg. (Abg. Scheibner: Was heißt, „ein neues Privileg“?)
Abg. Scheibner: Das ist doch kein Privileg!
Wissen Sie, was das ist? – Ein neues Privileg, das Sie schaffen. (Abg. Scheibner: Das ist doch kein Privileg!) Von gestern auf heute! So, Herr Kollege Molterer, kann man es nicht machen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie wissen, dass das gar nicht geht, was Sie da beantragen!
Wer Wasser predigt, soll nicht selbst Champagner trinken! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie wissen, dass das gar nicht geht, was Sie da beantragen!)
Abg. Scheibner: Weil ihr sie falsch berechnet!
Diese Ankündigungen sind zwar toll – viele Ihrer Damen und Herren treten hier an dieses Rednerpult und preisen natürlich diese Reformen, das ist völlig klar! –, aber es sind nachgewiesenerweise die Auswirkungen, Herr Kollege Scheibner, die den Menschen so große Probleme bereiten (Abg. Scheibner: Weil ihr sie falsch berechnet!): Studiengebühren, Belastungen durch die Gesundheitsreform, Invaliditätspensionen, Unfallrentenbesteuerung – also eine Fülle von Maßnahmen, meine Damen und Herren, deren Auswirkungen für die Menschen fatal sind. (Abg. Wittauer: Steuerreform vergessen!)
Abg. Scheibner: Das ist aber Ihr Problem!
Genauso, Herr Kollege Scheibner, verhält es sich bei dieser so genannten Pensionsreform, die weder gerecht noch fair und schon gar nicht harmonisiert; das wissen Sie natürlich nur allzu genau. Wie wollen Sie die Länder und die Gemeinden dazu bewegen, zuzustimmen? (Abg. Scheibner: Das ist aber Ihr Problem!) Ich meine, Sie müssen irgendwann einmal etwas Gescheites vorlegen, Herr Kollege Scheibner, dem wir auch zustimmen können. (Abg. Scheibner: Die Länder könnten das ja umsetzen!) Wir waren ja auch gesprächsbereit (Abg. Scheibner: Was war in Wien?), aber das, was Sie da vorgelegt haben, Herr Kollege Scheibner, ist praktisch eine Pensionskürzungsreform, aber keine Pensionsharmonisierungsreform.
Abg. Scheibner: Die Länder könnten das ja umsetzen!
Genauso, Herr Kollege Scheibner, verhält es sich bei dieser so genannten Pensionsreform, die weder gerecht noch fair und schon gar nicht harmonisiert; das wissen Sie natürlich nur allzu genau. Wie wollen Sie die Länder und die Gemeinden dazu bewegen, zuzustimmen? (Abg. Scheibner: Das ist aber Ihr Problem!) Ich meine, Sie müssen irgendwann einmal etwas Gescheites vorlegen, Herr Kollege Scheibner, dem wir auch zustimmen können. (Abg. Scheibner: Die Länder könnten das ja umsetzen!) Wir waren ja auch gesprächsbereit (Abg. Scheibner: Was war in Wien?), aber das, was Sie da vorgelegt haben, Herr Kollege Scheibner, ist praktisch eine Pensionskürzungsreform, aber keine Pensionsharmonisierungsreform.
Abg. Scheibner: Was war in Wien?
Genauso, Herr Kollege Scheibner, verhält es sich bei dieser so genannten Pensionsreform, die weder gerecht noch fair und schon gar nicht harmonisiert; das wissen Sie natürlich nur allzu genau. Wie wollen Sie die Länder und die Gemeinden dazu bewegen, zuzustimmen? (Abg. Scheibner: Das ist aber Ihr Problem!) Ich meine, Sie müssen irgendwann einmal etwas Gescheites vorlegen, Herr Kollege Scheibner, dem wir auch zustimmen können. (Abg. Scheibner: Die Länder könnten das ja umsetzen!) Wir waren ja auch gesprächsbereit (Abg. Scheibner: Was war in Wien?), aber das, was Sie da vorgelegt haben, Herr Kollege Scheibner, ist praktisch eine Pensionskürzungsreform, aber keine Pensionsharmonisierungsreform.
Abg. Scheibner: 1996, 1997 nicht vergessen!
Nachdem die Damen und Herren von den Regierungsparteien heute schon wieder so getan haben, als ob jetzt mehr oder weniger alle Sorgen in diesem Bereich für die Zukunft erledigt wären, darf ich nur erinnern: 2000, 2003, 2004 – und die Nächste steht bereits wieder vor der Tür! (Abg. Scheibner: 1996, 1997 nicht vergessen!) – Das reimt sich nicht nur, Herr Kollege Scheibner, es ist auch so! Jedes Mal war von einem Jahrhundertereignis die Rede. Ich muss sagen: Es ist schon erstaunlich, wie Sie in Jahresschritten Jahrhunderte überwinden. Das ist wirklich phänomenal, das gelingt wirklich nur dieser Bundesregierung. (Abg. Scheibner: Selbst das!)
Abg. Scheibner: Selbst das!
Nachdem die Damen und Herren von den Regierungsparteien heute schon wieder so getan haben, als ob jetzt mehr oder weniger alle Sorgen in diesem Bereich für die Zukunft erledigt wären, darf ich nur erinnern: 2000, 2003, 2004 – und die Nächste steht bereits wieder vor der Tür! (Abg. Scheibner: 1996, 1997 nicht vergessen!) – Das reimt sich nicht nur, Herr Kollege Scheibner, es ist auch so! Jedes Mal war von einem Jahrhundertereignis die Rede. Ich muss sagen: Es ist schon erstaunlich, wie Sie in Jahresschritten Jahrhunderte überwinden. Das ist wirklich phänomenal, das gelingt wirklich nur dieser Bundesregierung. (Abg. Scheibner: Selbst das!)
Abg. Scheibner: Wollen wir eh nicht!
Herr Kollege Scheibner, es ist einfach so: Sie können Unrecht nicht schönreden! (Abg. Scheibner: Wollen wir eh nicht!) Das wird Ihnen nicht gelingen, denn die Leute spüren die Auswirkungen.
Abg. Scheibner: A geh!
Ich bin gerne bereit, hier auch Unverdächtige zu präsentieren. Ich zitiere gerne aus einer Stellungnahme des Amtes der Vorarlberger Landesregierung – wahrlich keine linke Kampforganisation, Herr Kollege Scheibner; durchaus eine schwarze Landesregierung, jetzt auch noch gestärkt –, aus der doch herauszulesen zu sein scheint – und das stimmt auch! –, dass nicht alles bei dieser Pensionsreform so paletti ist. Zum Beispiel steht ganz explizit drin – Sie können das gerne nachlesen –, dass durch diese Pensionsreform speziell die Frauen sehr stark benachteiligt sind. (Abg. Scheibner: A geh!) Ja, ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Weil es nicht stimmt!), aber es ist so! (Abg. Dolinschek: Weil es nicht stimmt!) – Das steht einfach da drin.
Abg. Scheibner: Weil es nicht stimmt!
Ich bin gerne bereit, hier auch Unverdächtige zu präsentieren. Ich zitiere gerne aus einer Stellungnahme des Amtes der Vorarlberger Landesregierung – wahrlich keine linke Kampforganisation, Herr Kollege Scheibner; durchaus eine schwarze Landesregierung, jetzt auch noch gestärkt –, aus der doch herauszulesen zu sein scheint – und das stimmt auch! –, dass nicht alles bei dieser Pensionsreform so paletti ist. Zum Beispiel steht ganz explizit drin – Sie können das gerne nachlesen –, dass durch diese Pensionsreform speziell die Frauen sehr stark benachteiligt sind. (Abg. Scheibner: A geh!) Ja, ich weiß schon, dass Sie das nicht gerne hören, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Weil es nicht stimmt!), aber es ist so! (Abg. Dolinschek: Weil es nicht stimmt!) – Das steht einfach da drin.
Abg. Scheibner: Schauen Sie einmal über den Arlberg hinüber, durch den Tunnel durch!
Der Herr Bundeskanzler hat heute in der Früh publikumswirksam gesagt: Das ist eine Pensionsreform, die jeder nachlesen kann. Das ist sehr einfach, jeder kann das nachvollziehen. – Ich kann das nicht herauslesen! Der Gesetzestext ist mittlerweile sehr kompliziert, Herr Kollege Scheibner, und das schreibt auch die Vorarlberger Landesregierung in ihrer Stellungnahme: Damit ist es dem Rechtsunkundigen, dem Rechtsunterworfenen fortan endgültig nicht mehr möglich, nachzuvollziehen, welche Vorschriften auf ihn Anwendung finden werden. (Abg. Scheibner: Schauen Sie einmal über den Arlberg hinüber, durch den Tunnel durch!)
Abg. Scheibner: Das ist ja zusätzlich! Das müssten Sie ja begrüßen!
Sie rühmen sich immer ob der Schwerarbeiterregelung, Herr Kollege Scheibner. – Es gibt schlicht und ergreifend keine! Es ist alles noch völlig offen, die Leute werden gerade in diesem Bereich auch von Ihnen im Regen stehen gelassen. (Abg. Scheibner: Das ist ja zusätzlich! Das müssten Sie ja begrüßen!) Noch ist ja nichts da. Das ist wieder diese Ankündigungslyrik, die permanent kommt, aber es fehlen einfach Ergebnisse in Form von Gesetzesvorlagen! Dann kann man etwas bewerten; jetzt kann man gar nichts bewerten.
Abg. Scheibner: Das war 1997 das Problem! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Zum Schluss: Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin auch froh darüber, dass es zu einer Regelung für die Zeitsoldaten gekommen ist. Kollege Fauland hat schon über den entsprechenden Hintergrund gesprochen. Bundesminister Haupt hat zugegeben, dass er in der Zeit der Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen mit den Sozialdemokraten keine Freude damit gehabt hat und froh ist, dass das jetzt unter einem ÖVP-Kanzler und einem ÖVP-Verteidigungsminister saniert ist. Ich warte auf das Eingeständnis auch von Seiten der sozialdemokratischen Gewerkschafter, darauf, dass sie den Fehler zugeben. (Abg. Scheibner: Das war 1997 das Problem! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Die Freiheitlichen haben es schon zugegeben, aber ihr seid es noch schuldig, den Fehler von Dallinger zuzugeben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ja!
Meine Damen und Herren! Wissen Sie, was dieser Art. 22-Abänderungsantrag besagt? (Abg. Scheibner: Ja!) Es geht daraus hervor, dass bei der Familienbeihilfe für anerkannte Flüchtlinge in Österreich, deren Status jenem der Österreicherinnen und Österreicher nahezu angeglichen ist und die entsprechende Sozialleistungen bekommen, eine ganz gravierende Einschränkung vorgenommen wird. – Mit Pension, mit Harmonisierung und mit Vorsorge hat all das überhaupt nichts zu tun! Vielmehr ist das die Vorenthaltung einer Leistung, die bei anerkannten Flüchtlingen in Österreich in der Vergangenheit – und das gilt seit vielen Jahren – einen ganz wesentlichen Beitrag zur künftigen Integration dieser Menschen in Österreich dargestellt hat.
Abg. Scheibner: Das ist einmal ganz etwas Neues!
Ich habe eine Vermutung, die Sie natürlich widerlegen können. Oder es bestätigt sich doch meine Vermutung, dass das wieder einmal etwas ist, was wir schon so kennen: Die Blauen treiben die Schwarzen, die aber in Wahrheit um nichts besser sind, vor sich her. (Abg. Scheibner: Das ist einmal ganz etwas Neues!) Es wird klammheimlich eine – unter Anführungszeichen – entsprechende „Fremdenpolitik“ beziehungsweise „Asylpolitik“ gemacht und umgesetzt, und Sie, Kolleginnen und Kollegen, geben sich dafür auch noch her? (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Lebhafter Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gilt das jetzt oder gilt das nicht?
Das war die Pensionsreform 2003. Sie beschließen jetzt die Pensionsharmonisierung 2004. (Lebhafter Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Gilt das jetzt oder gilt das nicht?)
Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben das gleiche gesagt! – Abg. Scheibner: Ich habe gar nicht gewusst, dass es auch eine tatsächliche Bestätigung gibt!
Zweitens ist diese Behauptung noch einmal falsch, weil über 80 Prozent der Neupensionisten bereits durch Ihre Pensionsreform Kürzungen erfahren haben. (Lebhafter Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben das gleiche gesagt! – Abg. Scheibner: Ich habe gar nicht gewusst, dass es auch eine tatsächliche Bestätigung gibt!)
Abg. Scheibner: Wieso haben Sie in der Fernsehzeit heute nicht reden dürfen?
Ich kann mich nicht erinnern, dass nach Ihrem Outing, das Sie heute hier vollzogen haben (Abg. Scheibner: Wieso haben Sie in der Fernsehzeit heute nicht reden dürfen?), indem Sie dargestellt haben, dass Sie sichtlich damit überfordert waren, dieses Programm zu lesen, das die SPÖ präsentiert hat – aber nach Ihrem Outing, das Sie heute dargestellt haben, zeigt sich einmal mehr, dass es nichts geholfen hat, dass Sie sich den ganzen Nachmittag mit dem Programm auseinander gesetzt haben. Das hat noch nicht wirklich eine präzise Darstellung und Bewertung ergeben.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Aber zu ganz anderen, Herr Kollege! Da hätten Sie jetzt noch Abänderungsanträge eingebracht!
Ich hätte mir viel mehr gewünscht, dass Sie unter anderem dazu Stellung bezogen hätten. Sie waren ja lange genug in Opposition, und das gestehe ich durchaus selbstkritisch ein (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ich war nie in Opposition!), dass auch wir damals, als wir in der Regierung waren, uns manchmal zu gewissen Handlungsweisen haben hinreißen lassen, die wir nicht mehr wiederholen würden, wie diese berühmten Anträge. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Aber zu ganz anderen, Herr Kollege! Da hätten Sie jetzt noch Abänderungsanträge eingebracht!)
Sitzung Nr. 89
Abg. Scheibner: Also das ist ja eine Frechheit! Was heißt das? – Sie werden nicht vorschreiben, wo ich hingehe!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (fortsetzend): ... in denen zum Hass aufgefordert wird, und dann auf der anderen Seite Klubobmann Scheibner zur Festveranstaltung „25 Jahre Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ geht und sich dort in Anwesenheit des Bundespräsidenten hofieren lässt, ... (Abg. Scheibner: Also das ist ja eine Frechheit! Was heißt das? – Sie werden nicht vorschreiben, wo ich hingehe!) – Nein, natürlich nicht (Abg. Scheibner: Sie waren nicht dort! – Das ist ja ein Blödsinn! So was
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Wo denn?
Abgeordneter Mag. Walter Posch (fortsetzend): Herr Präsident, ich habe in diesem Fall ausschließlich Zitate der Freiheitlichen Partei und von deren früheren Obmann Haider gebracht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Wo denn?) Ich konnte das in der Kürze des Schlusssatzes nicht sagen. Daher kann ich auch nichts zurücknehmen, weil es Zitate der FPÖ und von deren Obmann sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (fortsetzend): Herr Präsident, ich habe in diesem Fall ausschließlich Zitate der Freiheitlichen Partei und von deren früheren Obmann Haider gebracht. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Wo denn?) Ich konnte das in der Kürze des Schlusssatzes nicht sagen. Daher kann ich auch nichts zurücknehmen, weil es Zitate der FPÖ und von deren Obmann sind. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Frechheit!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Sehr geehrte Damen und Herren! Was mich an dieser Debatte besonders schmerzt, ist die Art, wie über Kriminalität debattiert wird, dass vor allen Dingen die Asylwerber die Schuldigen sein sollen. Es heißt: Asylwerber ist gleich kriminell. – Das ist ein Problem, das tut weh. Das verschärft das Klima (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) und ist unserer Republik und unserer Politik, so wie wir sie wünschen würden, nicht würdig. Wir wollen ein humanes und demokratisches Österreich, nicht Demokratieabbau, seien es Einschränkungen der Instanzenzüge, sei es bei der Hochschülerschaft oder sonst wo. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Kräuter war das!
Es ist eine ganze Liste von Gesetzen, bei welchen der Verfassungsgerichtshof Ihre Schritte, die Sie gesetzt haben, Herr Minister, beanstandet hat. Das wurde von Ihnen noch dazu kommentiert mit den Worten: „Was Recht ist, muss nicht gut sein!“ Anders formuliert hörten wir es aus dem Bärental, wo es lautete: Na ja, der Verfassungsgerichtshof hat entschieden, aber mich kümmert es nicht! Ich werde mir halt irgendwo ein Hintertürl suchen, wo ich dann wieder das durchbringe, was ich mir vorgenommen habe! (Abg. Scheibner: Kräuter war das!)
Abg. Scheibner: Na, Vorsicht!
Dieses Zitat stammt von einem freiheitlichen Polizeibeamten aus Klagenfurt namens Horst Binder, den wir alle gut aus der Spitzelaffäre kennen. (Abg. Scheibner: Na, Vorsicht!) Das ist eine Ankündigung, ja noch mehr, es ist eine Drohung, nämlich zu erklären: Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Sicherheitspolizeigesetz, wie es jetzt beschlossen werden soll, gibt jedem Landeshauptmann und jeder Landeshauptfrau neben dem Bundesminister das Recht, in jede Postenbesetzung parteipolitisch reinzupfuschen!
Abg. Scheibner: Und für Sanktionen!
Folgendes möchte ich zum Schluss noch sagen: Die Frage stellt sich nicht auf der Ebene: Rechtsstaat und Verfassung oder Kriminalitätsbekämpfung, sondern es stellt sich die Frage: seriöse rechtsstaatliche und verfassungstreue Bekämpfung von Kriminalität – oder Kriminalitätspopulismus der Freiheitlichen, aber jetzt leider auch der ÖVP? Und da fällt es uns sehr leicht, uns für die Verfassung, für den Rechtsstaat (Abg. Scheibner: Und für Sanktionen!), für Europa und für eine seriöse Kriminalpolitik in Österreich zu entscheiden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sie sind also gegen die Weisungsfreiheit von Rechtsschutzbeauftragten?
Es liegt somit kein Gesetzesbeschluss des Nationalrates im Sinne des § 82 Abs. 2 Z 1 der Geschäftsordnung vor. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sie sind also gegen die Weisungsfreiheit von Rechtsschutzbeauftragten?)
Abg. Scheibner: Jetzt habt ihr es euch mit der ÖVP auch verscherzt!
Die Eltern sind an diesem Ergebnis weder schuld noch dafür verantwortlich. Heutzutage müssen Vater und Mutter arbeiten. Wir lesen jeden Tag in der Zeitung, noch mehr Flexibilität wird gefordert, die Handelsangestellten sollen am besten nur auf Abruf arbeiten und ihre Zeit mit den Kindern dann schon gar nicht mehr planen können. Jeder Feiertag wird in Frage gestellt, vom Sonntag bis – was war gestern? – Maria Empfängnis. Und da sollen die Eltern heutzutage auch noch die Rolle der Lehrer und der Schule übernehmen? (Abg. Scheibner: Jetzt habt ihr es euch mit der ÖVP auch verscherzt!) – Die Eltern von solchen Kindern, die ich kenne, haben ohnehin ein schlechtes Gewissen, Frau Bundesministerin, weil sie mit all diesen Anforderungen – allein zeitlicher Art, aber auch qualitativer Art – zunehmend schwer umgehen können. Und denen halsen Sie jetzt die Verantwortung auf?! Ich bitte Sie, diese Aussage heute eindeutig zurückzunehmen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Weil man schon weiß, dass Sie alles blockieren!
Von wegen „Blockade“: Erstens wüsste ich nicht, wo wir in den letzten Jahren die Gelegenheit gehabt hätten, irgendetwas Umfangreicheres zu blockieren. Sie haben ja gar nichts auf den Tisch gelegt. (Abg. Scheibner: Weil man schon weiß, dass Sie alles blockieren!) Darüber hinaus möchte ich Sie daran erinnern, dass es eine hohe Übereinstimmung in diesem Land gibt, wo anzusetzen ist, was zu passieren hat.
Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht, Frau Kollegin! Man merkt, dass Sie in Kärnten sind! Sie haben überhaupt keine Ahnung!
Vierter Punkt, zu Ihren Aussagen betreffend Kinderbetreuungseinrichtungen: Herr Minister Grasser! 0 € für Kinderbetreuungseinrichtungen in allen Ihren Budgets – und Sie maßen sich hier an, über einen Beitrag von über 200 € für die Kinderbetreuung in Wien zu reden! Wien ist vorbildlich (Abg. Murauer: Wo?), sollte es auch für Kärnten und andere Bundesländer sein. (Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht, Frau Kollegin! Man merkt, dass Sie in Kärnten sind! Sie haben überhaupt keine Ahnung!) In Wien findet man, Punkt 1, Kinderbetreuungsplätze mit Qualitätsgarantie, und es gibt, Punkt 2, eine soziale Staffelung: Ein Drittel der Eltern in Wien zahlt 0 €, ein Drittel zahlt sozial gestaffelt und ein Drittel zahlt den von Ihnen genannten Betrag. Das sind die Grassers, das wären die Trunks und andere. Nur diejenigen, die es sich leisten können, haben diese mehr als 200 € in Wirklichkeit zu bezahlen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!
Vierter Punkt, zu Ihren Aussagen betreffend Kinderbetreuungseinrichtungen: Herr Minister Grasser! 0 € für Kinderbetreuungseinrichtungen in allen Ihren Budgets – und Sie maßen sich hier an, über einen Beitrag von über 200 € für die Kinderbetreuung in Wien zu reden! Wien ist vorbildlich (Abg. Murauer: Wo?), sollte es auch für Kärnten und andere Bundesländer sein. (Abg. Scheibner: Aber wirklich nicht, Frau Kollegin! Man merkt, dass Sie in Kärnten sind! Sie haben überhaupt keine Ahnung!) In Wien findet man, Punkt 1, Kinderbetreuungsplätze mit Qualitätsgarantie, und es gibt, Punkt 2, eine soziale Staffelung: Ein Drittel der Eltern in Wien zahlt 0 €, ein Drittel zahlt sozial gestaffelt und ein Drittel zahlt den von Ihnen genannten Betrag. Das sind die Grassers, das wären die Trunks und andere. Nur diejenigen, die es sich leisten können, haben diese mehr als 200 € in Wirklichkeit zu bezahlen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Scheibner: Wo ist die Kollegin Glawischnig?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, gospod predsednik! Herr Staatssekretär! Guten Abend! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Grünen werden der Dienstrechts-Novelle 2004 zustimmen. Ich sage in sehr kurzen Worten, warum. Ich begründe es vor allem deshalb, weil es im Ausschuss das gegenteilige Abstimmungsverhalten gegeben hat. Im Ausschuss gab es eine intensive Diskussion – ich konnte leider nicht an der Ausschusssitzung teilnehmen – in Bezug auf die Frage der Anerkennung der Fachhochschulabschlüsse (Abg. Scheibner: Wo ist die Kollegin Glawischnig?) und die dienstrechtliche Benachteiligung von Fachhochschulabsolventen gegenüber Universitätsabsolventen. (Abg. Scheibner: Wo sind alle?)
Abg. Scheibner: Wo sind alle?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, gospod predsednik! Herr Staatssekretär! Guten Abend! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Grünen werden der Dienstrechts-Novelle 2004 zustimmen. Ich sage in sehr kurzen Worten, warum. Ich begründe es vor allem deshalb, weil es im Ausschuss das gegenteilige Abstimmungsverhalten gegeben hat. Im Ausschuss gab es eine intensive Diskussion – ich konnte leider nicht an der Ausschusssitzung teilnehmen – in Bezug auf die Frage der Anerkennung der Fachhochschulabschlüsse (Abg. Scheibner: Wo ist die Kollegin Glawischnig?) und die dienstrechtliche Benachteiligung von Fachhochschulabsolventen gegenüber Universitätsabsolventen. (Abg. Scheibner: Wo sind alle?)
Abg. Öllinger: Völlig richtig! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: ... war gar nicht im Ausschuss! ... weiß das ja gar nicht!
Unsere Bedenken dazu werden heute wieder in einem Abänderungsantrag, den die sozialdemokratische Fraktion einbringt, zum Ausdruck gebracht, und es wird auch mit dem Abstimmungsverhalten in zweiter Lesung signalisiert werden, dass die jetzige Lösung, wie sie in der Dienstrechts-Novelle 2004 enthalten ist, nicht unsere Zustimmung hat. (Abg. Öllinger: Völlig richtig! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: ... war gar nicht im Ausschuss! ... weiß das ja gar nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Du warst ja nicht im Ausschuss!
Aber auch diese Krot sind wir bereit zu schlucken, weil ich nicht anstehe zu sagen, dass eine Gehaltserhöhung von 2,3 Prozent für öffentlich Bedienstete in Österreich ein Abschluss ist, der respektabel ist – wenn ich an vergangene Jahre denke, wo es ganz kümmerliche Gehaltsabschlüsse gegeben hat –, und deshalb unsere Zustimmung zur Dienstrechts-Novelle 2004. – Danke. Laku noc! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Du warst ja nicht im Ausschuss!)
Abg. Scheibner: Das hat sie sicherlich nicht gesagt!
Im Rahmen der Aktuellen Stunde hat allerdings Frau Abgeordnete Dr. Partik-Pablé gesagt – dass ich es jetzt noch finde (Abg. Scheibner: Das hat sie sicherlich nicht gesagt!) –:
Abg. Scheibner: Das ist ja wirklich lächerlich!
Hier hat Frau Abgeordnete Mandak einen Ordnungsruf angeregt. Ich erteile Frau Abgeordneter Dr. Partik-Pablé diesen Ordnungsruf. (Abg. Scheibner: Das ist ja wirklich lächerlich!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich denke, dass hier die Grünen, zu meinem Bedauern, auf dem falschen Dampfer sind, wir diese Novelle jedoch brauchen, um entsprechend dem Privatradio- und Privatfernsehmarkt, eben für diese Branche, auch die notwendige Rechtssicherheit zu geben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 90
Rufe bei der ÖVP: Aber jetzt! – Abg. Scheibner: Jetzt geht es um diesen Vorfall!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann! Wir haben um 13 Uhr eine Präsidiale, in der alles Nähere besprochen werden kann. (Rufe bei der ÖVP: Aber jetzt! – Abg. Scheibner: Jetzt geht es um diesen Vorfall!) Ich werde jetzt nicht für eine Präsidiale unterbrechen. Ich habe bereits angekündigt, dass das von den Amtsdienern entfernt wird.
Abg. Mag. Johann Moser – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Das ist ... Ihrer Politik! – Gegenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Der heutige Vorfall ist kein Einzelfall. Wir haben gestern erlebt, wie Demonstranten Sachbeschädigungen an Autos von Parlamentsmitarbeitern und Abgeordneten begangen haben. (Abg. Mag. Johann Moser – in Richtung ÖVP und Freiheitliche –: Das ist ... Ihrer Politik! – Gegenruf des Abg. Scheibner.) Ich bitte wirklich, angesichts dieser Häufung von Vorfällen gestern und heute um Sitzungsunterbrechung und Einberufung einer Präsidiale. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Rufe bei der ÖVP: Jawohl!)
Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich denke, die Aktion auf der Galerie ist beendet worden. Wir könnten jetzt ohne weitere Verzögerung eine sehr wichtige Diskussion über die Abschaffung von demokratischer Mitbestimmung in den Hochschülerschaften fortsetzen, bei der es um die Abschaffung einer Wahl geht. (Zwischenrufe des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni – in Richtung des bereits hinter dem Rednerpult stehenden Abg. Scheibner –: Oje! Wieder nichts mit einem Ministerium!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort gemeldet. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Parnigoni – in Richtung des bereits hinter dem Rednerpult stehenden Abg. Scheibner –: Oje! Wieder nichts mit einem Ministerium!)
Abg. Scheibner: Das haben wir alles gelesen!
Klubobmann der ÖVP: „Nachfolge ist ,Chefsache‘“. „Molterer weist FPÖ-Begehrlichkeiten zurück.“ Die Freiheitlichen, eine halbe Stunde später, sehr brav: „FPÖ nimmt Nominierung Platters zur Kenntnis“. (Abg. Scheibner: Das haben wir alles gelesen!)
Abg. Scheibner: Das ist ja eine Lesung und keine Rede!
Noch bevor die FPÖ die Nominierung zur Kenntnis nimmt, wird um 10.52 Uhr die Meldung hinausgegeben: „Platter wird am Samstag angelobt“. (Abg. Scheibner: Das ist ja eine Lesung und keine Rede!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
haben sich diesen Tag redlich verdient. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das können Sie dann ja auch in zweiter Lesung noch tun!
Mir tut Leid, dass man nicht differenziert abstimmen kann, schon deswegen nicht, weil Finanzausgleichsverhandlungen, 15a-Vereinbarungen und diverse Gesundheitsgesetze dermaßen überlappend und verzahnend zur Abstimmung gestellt werden, dass man nicht getrennt zu einzelnen positiven Positionen auch positiv Stellung nehmen kann. Das geht nicht. In der zweiten Lesung möglicherweise schon, aber darüber hinaus eigentlich nicht. (Abg. Scheibner: Das können Sie dann ja auch in zweiter Lesung noch tun!) In zweiter Lesung werde ich das auch in einem Punkt machen.
Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt auf der Tagesordnung!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich rede jetzt aus verschiedensten Gründen nicht über das Tabakgesetz (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt auf der Tagesordnung!), möchte aber schon, Kollege Rasinger, darauf aufmerksam machen, dass die Bundesregierung gerade beschlossen hat, dass 90 Millionen € von den Rauchern in das Gesundeitssystem fließen (Abg. Scheibner: Na, ist das schlecht?), und diese würden dann wieder irgendwo fehlen. Ich weiß nicht, ob schon berechnet und geschaut wurde, was man dann machen würde.
Abg. Scheibner: Na, ist das schlecht?
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich rede jetzt aus verschiedensten Gründen nicht über das Tabakgesetz (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt auf der Tagesordnung!), möchte aber schon, Kollege Rasinger, darauf aufmerksam machen, dass die Bundesregierung gerade beschlossen hat, dass 90 Millionen € von den Rauchern in das Gesundeitssystem fließen (Abg. Scheibner: Na, ist das schlecht?), und diese würden dann wieder irgendwo fehlen. Ich weiß nicht, ob schon berechnet und geschaut wurde, was man dann machen würde.
Abg. Scheibner: Wo ist denn der heute?
Ich berichtige: Die SPÖ hat einen Initiativantrag zur Bekämpfung des Schwarzunternehmertums, 182/A, der Abgeordneten Fritz Verzetnitsch und GenossInnen eingebracht. (Abg. Scheibner: Wo ist denn der heute?) Dieser Antrag wurde von den Regierungsparteien nie in Verhandlung genommen. (Abg. Scheibner: Was ist denn das für eine tatsächliche Berichtigung? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Was ist denn das für eine tatsächliche Berichtigung? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Ich berichtige: Die SPÖ hat einen Initiativantrag zur Bekämpfung des Schwarzunternehmertums, 182/A, der Abgeordneten Fritz Verzetnitsch und GenossInnen eingebracht. (Abg. Scheibner: Wo ist denn der heute?) Dieser Antrag wurde von den Regierungsparteien nie in Verhandlung genommen. (Abg. Scheibner: Was ist denn das für eine tatsächliche Berichtigung? – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Ihr Wirtschaftsprogramm sieht das nicht so!
Ich verhehle nicht, dass diese Patentrechtsnovelle durchaus in einigen Bereichen in die richtige Richtung weist, wobei das, wie gesagt, für die heimische Wirtschaft sehr wesentlich wäre und ich daher nicht verstehe, warum es zu Gebührenerhöhungen kommt. Gebührenerhöhungen führen nämlich – das wissen wir – im Patentbereich immer dazu, dass hier eine gewisse Scheu besteht, ebenso, wenn es eine überbordende Bürokratie gibt. Gebührenerhöhungen, das heißt also Mehrausgaben, als „Anpassungen“ zu bezeichnen, das ist auch eine Semantik, die möglicherweise Ihrem fehlenden Wirtschaftsprogramm entnommen werden kann. (Abg. Scheibner: Ihr Wirtschaftsprogramm sieht das nicht so!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: „Da haben wir fünfmal einen Anlauf gebraucht, bis wir endlich draufgekommen sind, dass die Erbschaftssteuer nicht erhöht werden soll oder die Grundsteuer!“
Stimmt: Derartige Untergriffe sind in unserem Wirtschaftsprogramm in der Tat nicht zu finden. Das haben Sie offensichtlich gut gelesen. Ich gratuliere Ihnen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: „Da haben wir fünfmal einen Anlauf gebraucht, bis wir endlich draufgekommen sind, dass die Erbschaftssteuer nicht erhöht werden soll oder die Grundsteuer!“) – Vielleicht sollten Sie es auch zu Ende lesen und nicht auf Seite 2 aufhören.
Abg. Scheibner: Bringen Sie ihn schon ein!
Wir haben im Verkehrsausschuss, glaube ich, mindestens eine halbe, dreiviertel Stunde darüber diskutiert. Unser Antrag auf Reparatur der Universaldienstverordnung wurde vertagt, und deswegen bleibt mir nichts anderes übrig, als ihn jetzt wieder einzubringen, damit ein Beschluss gefasst werden kann, der vielen Gemeinden wieder Hoffnung gibt. (Abg. Scheibner: Bringen Sie ihn schon ein!)
Abg. Scheibner: Verdient auch mehr, wahrscheinlich!
Doch Herr Generaldirektor Wais ist ja schon länger im Amt als der Herr Vizekanzler, und insofern fürchtet er sich wahrscheinlich nicht besonders (Abg. Scheibner: Verdient auch mehr, wahrscheinlich!) und wird wahrscheinlich mit dieser Drohung allein nicht zu Konzessionen bereit sein. Darum sollte man doch rechtlich einwandfrei vorgehen und einfach die Universaldienstverordnung ändern, im Hinblick auf die Sicherung – ich betone das – von Postdienstleistungen.
Abg. Scheibner: Der ist zu spät eingebracht!
Gerade deshalb, damit die nächsten 250 Postämter nicht zugesperrt werden, würde ich ersuchen, dass Sie jetzt noch zustimmen (Abg. Scheibner: Der ist zu spät eingebracht!) und dass wir es – mein Schlusssatz – in Zukunft nicht nur dem Weihnachtsfest verdanken, wenn das Postamt Christkindl nicht zugesperrt wird. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 92
Abg. Scheibner: Sehr kurzer Sinn!
Der langen Rede kurzer Sinn, ich möchte noch etwas sagen (Abg. Scheibner: Sehr kurzer Sinn!): Herr Bundeskanzler, Sie haben hier einen Parteienpakt vorgeschlagen. Wir bringen dazu einen Entschließungsantrag ein, und ich sage Ihnen gleich dazu: Es gilt hier direktdemokratische Elemente zu berücksichtigen, es gilt hier zu berücksichtigen, dass wir nicht abschätzen können, ob es in zehn bis zwölf Jahren nicht vielleicht auch ein europaweites Referendum gibt, wie es der Herr Bundespräsident angesprochen hat. Es ist eine Volksabstimmung denkbar, es ist auch denkbar, dass es andere direktdemokratische Instrumentarien gibt. Faktum ist, die Bevölkerung muss einbezogen werden, Faktum ist, die Bevölkerung muss mitwirken können. (Abg. Scheibner: Volksabstimmung!) Darum geht es, und in diese Richtung sind die Gespräche zu führen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Volksabstimmung!
Der langen Rede kurzer Sinn, ich möchte noch etwas sagen (Abg. Scheibner: Sehr kurzer Sinn!): Herr Bundeskanzler, Sie haben hier einen Parteienpakt vorgeschlagen. Wir bringen dazu einen Entschließungsantrag ein, und ich sage Ihnen gleich dazu: Es gilt hier direktdemokratische Elemente zu berücksichtigen, es gilt hier zu berücksichtigen, dass wir nicht abschätzen können, ob es in zehn bis zwölf Jahren nicht vielleicht auch ein europaweites Referendum gibt, wie es der Herr Bundespräsident angesprochen hat. Es ist eine Volksabstimmung denkbar, es ist auch denkbar, dass es andere direktdemokratische Instrumentarien gibt. Faktum ist, die Bevölkerung muss einbezogen werden, Faktum ist, die Bevölkerung muss mitwirken können. (Abg. Scheibner: Volksabstimmung!) Darum geht es, und in diese Richtung sind die Gespräche zu führen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 93
Abg. Scheibner: Kein Sport mehr ...!
Ein Thema lassen Sie bei Ihren Ankündigungen über die Ganztagsschule immer in mildtätigem Dunkel: Ist es nun eine „Aufbewahrungsschule“, endet also der Unterricht nach wie vor nach fünf oder sechs im Stakkato durchgezogenen Unterrichtsstunden mit einem gemeinsamen Mittagessen und Spiel und Spaß am Nachmittag (Abg. Dr. Jarolim: Zither spielen!), ohne jede weitere Förderung? Oder ist damit jene Form der Ganztagsschule gemeint, von der Ihnen alle Experten – auch Ihre Experten – sagen, dass sie die einzig richtige ist: die mit verteiltem Unterricht über den ganzen Tag hinweg, mit Förderung, mit Lehrpersonen, die den ganzen Tag über da sind (Abg. Scheibner: Kein Sport mehr ...!) und jenen, die schwach sind, helfen, den Anschluss an das Niveau der Klasse zu finden. (Der Redner macht eine kurze Pause. – Abg. Amon – in Richtung SPÖ –: Applaus!) – Mein Gott, Ihr seid so gut aufgelegt! Aber dem Thema ist das nicht wirklich angemessen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Grillitsch: Ziemlich spät! – Abg. Dr. Rasinger – in Richtung des Redners –: Ihre Fraktion ist nicht PISA-tauglich!)
Abg. Scheibner: Das geht der Opposition völlig ab!
wendig, dazu ist Freude an der Arbeit notwendig, und dazu ist positives Denken notwendig. (Abg. Scheibner: Das geht der Opposition völlig ab!) Und darum bitte ich auch die Opposition in diesem Hause: mit positivem Denken und positiver Motivation unsere weiteren Schritte im Bildungsbereich zum Wohle der Jugend zu unterstützen. (Lang anhaltender Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Cap: Das war der Schlussapplaus, der Abschiedsapplaus!)
Abg. Scheibner: Das glaube ich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist zu hoch für Sie!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Frau Bildungsministerin! Herr Vizekanzler! Es fällt mir nicht leicht, dieser Debatte in der Form, wie sie geführt wird, zu folgen. (Abg. Scheibner: Das glaube ich! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist zu hoch für Sie!) Kollege Amon, Frau Bildungsministerin: Wir haben im österreichischen Schulwesen die Situation, dass wir ein Viertel der SchülerInnen auf ihrem Weg der Schulpflicht verwirren, dass ein Viertel der SchülerInnen am Ende der Schulpflichtjahre die banalsten und wesentlichsten Aufgaben de facto nicht lösen kann und wir von sekundärem Analphabetismus sprechen müssen – doch Sie tun wieder so, als wäre alles in Butter, als hätten wir da keine Probleme!
Abg. Scheibner: Das ist zu klein, das kann man nicht lesen!
Also wie schaut es laut PISA-Studie mit der Motivation in Mathematik aus? (Der Redner zeigt eine Graphik.) Es wurde da die Frage gestellt: Könnt ihr mit dem, was ihr in der Schule lernt, etwas anfangen? – In dieser Darstellung sind die Länder gemäß ihren Ergebnissen eingestuft. Was glauben Sie, wo Österreich ist? (Abg. Scheibner: Das ist zu klein, das kann man nicht lesen!) Da unten, das Land mit den schlechtesten Ergebnissen.
Abg. Scheibner: Na eh nicht, weil Sie es blockiert haben!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Weil auch das Thema Pension angesprochen wurde: Ein einheitliches Pensionssystem gibt es in Österreich nach wie vor nicht! (Abg. Scheibner: Na eh nicht, weil Sie es blockiert haben!) Es gibt nach wie vor dramatische Unterschiede zwischen Arbeitern und Angestellten, zwischen öffentlich Bediensteten, zwischen Politikern. Ich sage Ihnen, Herr Bundeskanzler: Sie haben verhindert, dass es ein einheitliches Pensionssystem für alle Österreicherinnen und Österreicher gibt!
Abg. Scheibner: Und auch keine Sondersitzung!
im Dezember vergangenen Jahres richtete Präsident Khol kurz vor dem Nach-Hause-Gehen einen Appell an alle Klubobleute und auch an den Bundeskanzler: Bitte, in den nächsten 14 Tagen keine Sondersitzung und bitte, Herr Bundeskanzler, keine Regierungsumbildung! – 14 Tage, das ist sich ausgegangen (Abg. Scheibner: Und auch keine Sondersitzung!), aber mittlerweile haben wir bei fast jeder Nationalratssitzung eine Regierungsumbildung zu diskutieren. Ich fühle mich inzwischen wie in dem Film – ich weiß nicht, wer ihn noch kennt – „Und täglich grüßt das Murmeltier“, wo man jeden Morgen aufwacht und immer denselben Tag erlebt, immer dieselben Reden, immer dasselbe. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wer ist das Murmeltier bei den Grünen?)
Abg. Scheibner: Aber doch nicht von ihr!
Frau Bundesministerin, wenn Sie „heimliche Frauenministerin“ sein wollen – dafür habe ich vollstes Verständnis, denn von der ressortzuständigen Frauenministerin merkt man ja nichts (Abg. Mag. Wurm: Leider!), Frauenarbeit geschieht ja in Österreich seit Antritt dieser Bundesregierung de facto nicht mehr (Beifall bei der SPÖ) –, dann hätte ich von Ihnen aber auch erwartet, dass Sie zu den Äußerungen des Herrn Gunnar Prokop – er ist halt zufällig der Mann einer Ihrer Regierungskolleginnen – etwas sagen. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht von ihr!) Er ist jetzt kein Mann mehr, der sozusagen nur ein Mensch des Volkes ist, sondern damit hat er halt auch eine gewisse Öffentlichkeit. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) In meinen Augen ist es unfassbar, dass sich keine der so genannten 50-Prozent-Frauen der Bundesregierung, was ohnedies eine eigene Berechnung erfordert, dazu äußert und davon distanziert (Abg. Scheibner: Warum soll sich die Sozialministerin zu Familienangelegenheiten äußern?), dass Frauen in die Küche und Kinder erziehen sollen – und damit hat es sich. Ich halte das
Abg. Scheibner: Warum soll sich die Sozialministerin zu Familienangelegenheiten äußern?
Frau Bundesministerin, wenn Sie „heimliche Frauenministerin“ sein wollen – dafür habe ich vollstes Verständnis, denn von der ressortzuständigen Frauenministerin merkt man ja nichts (Abg. Mag. Wurm: Leider!), Frauenarbeit geschieht ja in Österreich seit Antritt dieser Bundesregierung de facto nicht mehr (Beifall bei der SPÖ) –, dann hätte ich von Ihnen aber auch erwartet, dass Sie zu den Äußerungen des Herrn Gunnar Prokop – er ist halt zufällig der Mann einer Ihrer Regierungskolleginnen – etwas sagen. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht von ihr!) Er ist jetzt kein Mann mehr, der sozusagen nur ein Mensch des Volkes ist, sondern damit hat er halt auch eine gewisse Öffentlichkeit. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) In meinen Augen ist es unfassbar, dass sich keine der so genannten 50-Prozent-Frauen der Bundesregierung, was ohnedies eine eigene Berechnung erfordert, dazu äußert und davon distanziert (Abg. Scheibner: Warum soll sich die Sozialministerin zu Familienangelegenheiten äußern?), dass Frauen in die Küche und Kinder erziehen sollen – und damit hat es sich. Ich halte das
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe schon geglaubt, dass Sie mehr Redestoff haben!
für unfassbar! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe schon geglaubt, dass Sie mehr Redestoff haben!)
Abg. Scheibner: Die alle falsch sind! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Zahlen sind keine Fakten!
Aber auch in der Sozialpolitik, meine Damen und Herren, machen Sie keine Frauenpolitik. Die Pensionsreform – das wissen Sie ganz genau, Herr Kollege Molterer, wir haben Ihnen das mit Zahlen und Fakten belegt (Abg. Scheibner: Die alle falsch sind! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Zahlen sind keine Fakten!) – ist unfair und ungerecht, sie geht vor allem zu Lasten der Frauen. Das ist schlimm, aber Sie streichen sie noch lobend heraus.
Abg. Scheibner: Sie dürfen ja nirgends zustimmen!
Dazu kommt noch Ihre Unfähigkeit, einen Dialog zu führen. (Abg. Mag. Molterer: Frau Kollegin! Was „verachten“ Sie beim Kindergeld?) Wir haben es Ihnen gesagt bei den Ambulanzgebühren, wir haben es Ihnen gesagt bei der Unfallrentenbesteuerung – Sie sind drübergefahren. Sie sind nicht in der Lage, einen Dialog zu führen, und das ist das Schlimme. Genauso schaut Ihre Politik insgesamt aus: einseitig drübergefahren, nicht geredet, und wenn der Verfassungsgerichtshof etwas aufhebt, dann müssen wir es halt reparieren. (Abg. Scheibner: Sie dürfen ja nirgends zustimmen!) Aber vorher warten wir einmal ab, wie das Ganze wird.
Abg. Scheibner: Bleiben Sie in der Einzahl, Herr Kollege!
Meine Kollegin Glawischnig hat schon darauf hingewiesen. Auf der einen Seite sagen Sie als ÖVP und FPÖ, für die Konzerne, die im Ausland Schulden machen, setzen wir Steuervorteile. Und auf der anderen Seite sind Sie frech genug, zu sagen (Abg. Mag. Molterer: Was heißt das?), den Kellnern werden wir in Zukunft das Trinkgeld noch extra besteuern. (Abg. Scheibner: Bleiben Sie in der Einzahl, Herr Kollege!) Das sind die Relationen, die Sie setzen: den Kellnern das Trinkgeld besteuern und den großen Konzernen die Schulden im Ausland erlassen und steuerfrei stellen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie stimmen ja nirgends zu!
Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr ehemaliger Bundesminister Haupt, ich stehe nicht an, Ihnen für die immerwährende Dialogbereitschaft zu danken. Auch wenn wir in vielen Fragen nicht einer Meinung waren, hat es immer wieder Ansätze in die Richtung gegeben, zu einer gemeinsamen Sicht der Dinge zu kommen. Ich gehe davon aus, dass das vielleicht jetzt leichter gelingen wird, da Sie, Herr Kollege Haupt, jetzt wieder als Abgeordneter in den Nationalrat einziehen und daher nicht dem Einstimmigkeitszwang der Bundesregierung, des Ministerrates unterworfen sind, sodass eben gemeinsame Ideen leichter um- und durchgesetzt werden können. (Abg. Scheibner: Sie stimmen ja nirgends zu!)
Abg. Scheibner: Das habe ich schon x-mal gesagt!
Meine Frage ist: Was ist da in der Zwischenzeit passiert, Herr Klubobmann und damaliger Verteidigungsminister Scheibner (Abg. Scheibner: Das habe ich schon x-mal gesagt!), als Sie noch in Richtung Gripen marschiert sind, wie in einer Duracell-Werbung, und auf der anderen Seite haben alle gesagt: Nein, der Eurofighter muss kommen!? – Warum muss das so sein? Das würde mich interessieren. (Abg. Scheibner: Das beste Gerät!)
Abg. Scheibner: Das beste Gerät!
Meine Frage ist: Was ist da in der Zwischenzeit passiert, Herr Klubobmann und damaliger Verteidigungsminister Scheibner (Abg. Scheibner: Das habe ich schon x-mal gesagt!), als Sie noch in Richtung Gripen marschiert sind, wie in einer Duracell-Werbung, und auf der anderen Seite haben alle gesagt: Nein, der Eurofighter muss kommen!? – Warum muss das so sein? Das würde mich interessieren. (Abg. Scheibner: Das beste Gerät!)
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Kann man die Redezeit überprüfen?
Der Benachteiligte ist der Steuerzahler, die Steuerzahlerin. Die Eurofighter bringen nicht mehr Sicherheit. Es sind Kampfflugzeuge für Einsätze irgendwann einmal außerhalb Österreichs. Es hat ein Volksbegehren gegeben, das von über 600 000 Menschen unterschrieben wurde, und wir haben auch eine Volksabstimmung gefordert. – Das interessiert Sie alles nicht! (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Kann man die Redezeit überprüfen?) Die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung interessiert Sie nicht! Und das ist immerhin, muss ich sagen, eine Negation besonderer Klasse! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Drittklassig! – Abg. Scheibner: Nicht einmal für eine Faschingsbühne geeignet!
Stegreifbühne!) hat sicherlich einigen Unterhaltungswert gehabt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Drittklassig! – Abg. Scheibner: Nicht einmal für eine Faschingsbühne geeignet!) Zur Seriosität der Bewertung, was hier wirklich vorgegangen ist, hat sie leider keinen Beitrag geleistet. Das tut mir wirklich Leid. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie wissen aber, dass das keine Ausschreibung war?!
Was der Rechnungshof in vielen Seiten ausführt, ist, dass Sie diese Maßstäbe während offener Frist in Bezug auf Ausschreibung und Beschaffung regelmäßig verändert haben! Samt und sonders haben Sie also die geradezu klassischen Todsünden einer inkorrekten Beschaffung begangen! (Abg. Scheibner: Sie wissen aber, dass das keine Ausschreibung war?!) Und das haben Sie zu verantworten! Da können Sie mit „Kronen Zeitung“-Schlagzeilen aus dem Vorjahr herumwacheln, wie Sie wollen, Herr Kollege Fasslabend! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Fasslabend: Stellungnahme dazu, bitte!)
Abg. Scheibner: Ihre Vorsitzführung war ein Skandal!
Ich zähle Ihnen jetzt die Punkte aus diesem Rechnungshofbericht auf, die das alles belegen. (Abg. Scheibner: Ihre Vorsitzführung war ein Skandal!) – Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben es ja auch – mit Unterstützung der Mehrheit – vorgezogen, sich nicht diesem Ausschuss zu stellen. Sie, Herr Kollege Scheibner, waren ja damals Verteidigungsminister, und es wäre daher besser gewesen, Sie hätten im Ausschuss ausgesagt, als hier aus der ersten Reihe ständig dazwischen zu rufen! Aber das sei Ihnen unbenommen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Vorsitzführung war ein Skandal! Sie haben Ihre Funktion als Vorsitzender missbraucht für Ihre parteipolitischen Interessen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Vorsitzführung war ein Skandal! Sie haben Ihre Funktion als Vorsitzender missbraucht für Ihre parteipolitischen Interessen!
Ich zähle Ihnen jetzt die Punkte aus diesem Rechnungshofbericht auf, die das alles belegen. (Abg. Scheibner: Ihre Vorsitzführung war ein Skandal!) – Herr Klubobmann Scheibner, Sie haben es ja auch – mit Unterstützung der Mehrheit – vorgezogen, sich nicht diesem Ausschuss zu stellen. Sie, Herr Kollege Scheibner, waren ja damals Verteidigungsminister, und es wäre daher besser gewesen, Sie hätten im Ausschuss ausgesagt, als hier aus der ersten Reihe ständig dazwischen zu rufen! Aber das sei Ihnen unbenommen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre Vorsitzführung war ein Skandal! Sie haben Ihre Funktion als Vorsitzender missbraucht für Ihre parteipolitischen Interessen!)
Abg. Scheibner: Er hat ja alles geprüft, oder?
Sie, Herr Kollege Scheibner, haben damals, eben als Verteidigungsminister, diesen Rechnungshofbericht in Auftrag gegeben: mit dem üblichen Hintergrund und der Fragestellung, ob Geschenkannahmen vorgelegen seien. Sie wissen doch ganz genau, dass der Rechnungshof gar kein Instrumentarium hat, das zu prüfen! (Abg. Scheibner: Er hat ja alles geprüft, oder?) Natürlich konnte der Rechnungshof nichts anderes, als festzustellen, dass er dazu „keine Hinweise“ gefunden hat. So ungeschickt ist man doch nicht einmal in österreichischen Ministerien, über gewisse Vorgänge Belege aufzuheben – und dann auch noch womöglich jemandem aushändigt! (Abg. Scheibner: Eine Frechheit, was Sie da bringen!)
Abg. Scheibner: Eine Frechheit, was Sie da bringen!
Sie, Herr Kollege Scheibner, haben damals, eben als Verteidigungsminister, diesen Rechnungshofbericht in Auftrag gegeben: mit dem üblichen Hintergrund und der Fragestellung, ob Geschenkannahmen vorgelegen seien. Sie wissen doch ganz genau, dass der Rechnungshof gar kein Instrumentarium hat, das zu prüfen! (Abg. Scheibner: Er hat ja alles geprüft, oder?) Natürlich konnte der Rechnungshof nichts anderes, als festzustellen, dass er dazu „keine Hinweise“ gefunden hat. So ungeschickt ist man doch nicht einmal in österreichischen Ministerien, über gewisse Vorgänge Belege aufzuheben – und dann auch noch womöglich jemandem aushändigt! (Abg. Scheibner: Eine Frechheit, was Sie da bringen!)
Abg. Scheibner: Sollte nichts zu tun haben!
Aber wenn man sich, meine Damen und Herren, diese Diskussion anhört, so stellt man sich die Frage: Worum geht es dabei, bitte, wirklich? – Es geht darum, dass die Sozialdemokraten und die grüne Partei gegen die Beschaffung von Luftraumüberwachungsflugzeugen sind, weil es populär ist. (Abg. Lentsch: So ist es! – Abg. Dr. Glawischnig: Nein! Auch wenn es unpopulär ist!) Aber, meine Damen und Herren, Sicherheitspolitik hat mit Populismus nichts zu tun! (Abg. Scheibner: Sollte nichts zu tun haben!) Sicherheit steht vor dem Populismus! (Abg. Dr. Glawischnig: ...! Sie irren sich!)
Abg. Scheibner: Die es nicht gibt!
Meine Damen und Herren! Es wird einen Untersuchungsausschuss geben. Dieser Tag wird kommen. Herr Minister Grasser, Ihr Gesinnungswandel wird untersucht werden. Auch über die Korruptionsvorwürfe des Dr. Haider – die er erst vor wenigen Tagen wieder erneuert hat – gegenüber der Bundesregierung wird gesprochen werden. Es wird die Unterschrift des ehemaligen Verteidigungsministers Scheibner untersucht werden, der ja für ein anderes Modell unterschrieben hat. (Abg. Scheibner: Die es nicht gibt!)
Abg. Scheibner: Geschäftsordnungswidrig!
Eine ganze Nacht sind wir gemeinsam im Rechnungshofausschuss gesessen (Abg. Scheibner: Geschäftsordnungswidrig!), hätten in dieser Zeit nicht nur den Finanzminister, nicht nur den Wirtschaftsminister (Abg. Murauer: Toleranz des Hauses!), nicht nur die ganze Führungsgarnitur des Verteidigungsministeriums, sondern viele andere befragen können. Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, haben es vorgezogen, durchzusitzen, alles niederzustimmen (Abg. Neudeck: Wo Sie stundenlang ...!) und letzten Endes den Rechnungshofausschuss arbeitsunfähig zu machen. (Abg. Scheibner: Das haben aber Sie und der Vorsitzende gemacht!) Dafür wäre eine öffentliche Entschuldigung das Mindeste, was von Ihrer Seite anstünde. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das haben aber Sie und der Vorsitzende gemacht!
Eine ganze Nacht sind wir gemeinsam im Rechnungshofausschuss gesessen (Abg. Scheibner: Geschäftsordnungswidrig!), hätten in dieser Zeit nicht nur den Finanzminister, nicht nur den Wirtschaftsminister (Abg. Murauer: Toleranz des Hauses!), nicht nur die ganze Führungsgarnitur des Verteidigungsministeriums, sondern viele andere befragen können. Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, haben es vorgezogen, durchzusitzen, alles niederzustimmen (Abg. Neudeck: Wo Sie stundenlang ...!) und letzten Endes den Rechnungshofausschuss arbeitsunfähig zu machen. (Abg. Scheibner: Das haben aber Sie und der Vorsitzende gemacht!) Dafür wäre eine öffentliche Entschuldigung das Mindeste, was von Ihrer Seite anstünde. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das wäre aber eine unzulässige ...!
Zum Zweiten: Herr Bundesminister Platter! Bei aller Wertschätzung – der Rechnungshof hat nicht festgestellt, dass Eurofighter zu Recht als Bestbieter ermittelt wurde. Das war ein Beamtenentwurf, und dann ist der frühere Rechnungshofpräsident, der damals amtierende Rechnungshofpräsident hergegangen und hat das Wort „zu Recht“ aus dem Entwurf gestrichen, weil er selbst davon überzeugt war: Bei dem, was der Rechnungshof wusste, konnte man nicht mehr von „zu Recht als Bestbieter ermittelt“ sprechen. (Abg. Scheibner: Das wäre aber eine unzulässige ...!)
Abg. Scheibner: Oje!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Mitglieder der Regierung! Hohes Haus! Für die nächsten 30 Jahre müssen PensionistInnen, Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbezieher, Schülerinnen und Schüler für diese teuerste Fehlentscheidung der Zweiten Republik aufkommen. (Abg. Scheibner: Oje!) 5 Milliarden € auf die nächsten 30 Jahrzehnte, das bedeutet für sie, dass sie den Gürtel enger schnallen müssen. (Abg. Scheibner: „30 Jahrzehnte“ – da stimmt wohl etwas nicht ganz, Frau Kollegin! – Abg. Mag. Molterer: Das ist eine PISA-relevante Fehlleistung!)
Abg. Scheibner: „30 Jahrzehnte“ – da stimmt wohl etwas nicht ganz, Frau Kollegin! – Abg. Mag. Molterer: Das ist eine PISA-relevante Fehlleistung!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Mitglieder der Regierung! Hohes Haus! Für die nächsten 30 Jahre müssen PensionistInnen, Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, Pflegegeldbezieherinnen und Pflegegeldbezieher, Schülerinnen und Schüler für diese teuerste Fehlentscheidung der Zweiten Republik aufkommen. (Abg. Scheibner: Oje!) 5 Milliarden € auf die nächsten 30 Jahrzehnte, das bedeutet für sie, dass sie den Gürtel enger schnallen müssen. (Abg. Scheibner: „30 Jahrzehnte“ – da stimmt wohl etwas nicht ganz, Frau Kollegin! – Abg. Mag. Molterer: Das ist eine PISA-relevante Fehlleistung!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haut euch die ganze Position wieder zusammen! – Abg. Fauland: Vollständig ahnungslos! Ein Trauerspiel!
Deutschland hat seit vorigem Jahr acht Flugzeuge angeschafft. Diese acht Flugzeuge haben insgesamt nur 300 Flugstunden absolviert, sonst stehen sie in Reparaturhallen. Wo bleibt da Ihre Verantwortung? (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Die haut euch die ganze Position wieder zusammen! – Abg. Fauland: Vollständig ahnungslos! Ein Trauerspiel!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war wieder „sehr intelligent“! – Warum lasst ihr eigentlich den Gaál nicht reden? Auch die Hagenhofer hätte mehr Ahnung!
Im Herbst 2002 – und damit bringe ich Ihnen ein weiteres Beispiel dafür, wie diese Regierung vertuscht – wurden im Wahlkampf seitens der Freiheitlichen Partei Plakate aufgehängt mit der Aufschrift: Wir haben den Abfangjägerkauf gestoppt! – Im Jahr 2003 erfolgte aber dann der Ankauf. Die Bevölkerung wurde gefoppt genauso wie die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Volksbegehrens gegen den Kauf von Abfangjägern. 624 807 Menschen haben sich dagegen ausgesprochen. Wo bleibt da Ihre Verantwortung? Sie wischen darüber hinweg! Aber ich sage Ihnen: Bei der nächsten Wahl wird es bei der FPÖ mehr Ex-Minister als Wählerinnen und Wähler geben! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war wieder „sehr intelligent“! – Warum lasst ihr eigentlich den Gaál nicht reden? Auch die Hagenhofer hätte mehr Ahnung!)
Abg. Scheibner: Das wird aber auch immer mehr! Das ist schon unseriös, wenn Sie da das Nachfolgemodell auch noch in die Rechnung mit einbeziehen!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Regierungsmitglieder! Meine Damen und Herren! Klar ist, dass wir heute die Typenentscheidung diskutieren, und ich bin Ihnen, Herr Rechnungshofpräsident, sehr dankbar, dass Sie noch einmal Klartext gesprochen haben. Aus dem hier diskutierten Bericht des Rechnungshofs geht eindeutig hervor, dass diese Entscheidung auf mangelhafter Basis gefällt worden ist! Der Herr Präsident hat es ja ausgeführt: Die Frage der Betriebskosten ist offen geblieben, die Frage der Gegengeschäfte ist nicht kontrolliert, die Frage der Zahlungsmodalitäten ist nicht geklärt gewesen. Das ist genau der Punkt, wo wir einhaken, denn es handelt sich um den teuersten Beschaffungsvorgang der Zweiten Republik schlechthin. Es dreht sich dabei um 5, 6 Milliarden €! (Abg. Scheibner: Das wird aber auch immer mehr! Das ist schon unseriös, wenn Sie da das Nachfolgemodell auch noch in die Rechnung mit einbeziehen!)
Abg. Scheibner: Was heißt da „offensiv“? – Abg. Neudeck: Objektiv muss die Vorsitzführung sein und nicht offensiv!
Es ist das also ein Volumen, über das wir nicht so nebenbei hinweggehen können, sondern darüber muss auch im Rechnungshofausschuss ernstlich gesprochen werden. Da gilt es die Kontrollmechanismen zu nützen, und da muss man dem Vorsitzenden dieses Ausschusses dankbar sein, dass er den Missständen, die die Regierungsparteien einreißen haben lassen, indem Auskunftsverweigerung praktiziert wird, indem Personen, die etwas wissen, nicht geladen werden dürfen, mit einer um einiges offensiveren Ausschussvorsitzführung als sonst üblich begegnet. Da muss man ihm Recht geben! (Abg. Scheibner: Was heißt da „offensiv“? – Abg. Neudeck: Objektiv muss die Vorsitzführung sein und nicht offensiv!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Haben Sie denn nicht zugehört? Der Präsident hat doch in aller Deutlichkeit darauf Bezug genommen und festgestellt, dass eine Gleichwertigkeit eben nicht gegeben war! – Abg. Scheibner: Der Präsident hat doch gerade das Gegenteil gesagt!
Das können Sie also in einer sachkundigen Unterlage des Zuständigen aus dem Ressort nachlesen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Fasslabend: Haben Sie denn nicht zugehört? Der Präsident hat doch in aller Deutlichkeit darauf Bezug genommen und festgestellt, dass eine Gleichwertigkeit eben nicht gegeben war! – Abg. Scheibner: Der Präsident hat doch gerade das Gegenteil gesagt!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt kriegt die Debatte einen neuen Höhepunkt! – Abg. Scheibner: Aber hoffentlich einmal etwas Gescheites!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Puswald. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt kriegt die Debatte einen neuen Höhepunkt! – Abg. Scheibner: Aber hoffentlich einmal etwas Gescheites!)
Abg. Scheibner: Das ist einmal ein guter Anfang!
Herr Minister, ich erwähne zur Erinnerung, mit welchem Koalitionspartner Sie zu tun haben, Folgendes: Herr Kollege Scheuch und die FPÖ sagen, die Verteilung sei hochgradig ungerecht, spaltet die Bauern in zwei Lager, ist nur einem Teil der Öffentlichkeit zugänglich und ist untragbar. Sie ist also hochgradig ungerecht, untragbar, spaltet die Bauern in Lager, so spricht Scheuch als engagierter Bauernsprecher – und stimmt heute (Abg. Wittauer: Wissen Sie, wo er das gesagt hat?) gegen sein eigenes Wissen und sein eigenes Bewusstsein, denn in der Frage der Landwirtschaft und Landwirtschaftsförderung weiß ich – und das gestehe ich sogar Kollegem Scheuch bei aller Distanz zu –, dass er sich auskennt. (Abg. Scheibner: Das ist einmal ein guter Anfang!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Grillitsch –: Wie ist das jetzt mit der Landwirtschaft?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Grillitsch. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Grillitsch –: Wie ist das jetzt mit der Landwirtschaft?)
Abg. Scheibner: Scheuch!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Das ist schwierig nach diesen Wortmeldungen, aber das gibt uns letztlich die Möglichkeit, klar zu zeigen, wer wirklich kompetent ist im Bereich der Landwirtschaft. (Abg. Scheibner: Scheuch!) Das hat sich auch in den Ausschussarbeiten bestätigt, denn vielfach war das Nachhilfeunterricht für manche Mitglieder der Oppositionsparteien (Abg. Mag. Wurm: Nicht arrogant sein!), aber nichtsdestotrotz bin ich froh, dass wir heute hier im Hohen Haus diese Diskussion führen können, denn ich glaube, Landwirtschaft geht wirklich alle an. (Abg. Mag. Trunk: Auch jene, die Bauernsozialversicherung, Bauernkrankenversicherung einzahlen!)
Abg. Scheibner: Ein schlechter Vergleich!
Nur eines hatten wir damals in Bernhardsthal: ein Postamt, und das in einer Zeit, als wir wirklich arm waren. (Abg. Scheibner: Ein schlechter Vergleich!)
Abg. Scheibner: Also bitte! Das ist ja nicht Ihr Ernst, dass das eine tatsächliche Berichtigung ist?!
Herr Abgeordneter Keuschnigg hat weiters behauptet, die Grünen hätten noch nie mit positiven Beispielen für Kontakte mit dem Handel geglänzt. – Das ist unrichtig! (Abg. Scheibner: Also bitte! Das ist ja nicht Ihr Ernst, dass das eine tatsächliche Berichtigung ist?!)
Abg. Scheibner: Danke schön!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Es ist durchaus legitim, Herr Abgeordneter Scheibner, dass Sie jetzt eine Geschäftsordnungsdebatte führen wollen. Ich will auch nicht hier antreten, um Sie darin zu belehren, wie die Geschäftsordnung auszulegen ist. Selbstverständlich kann und muss es darüber auch eine Diskussion geben können, und Sie können mit guten oder auch mit schlechten Gründen – es steht mir nicht zu, das jetzt zu beurteilen – Ihre Argumente vorbringen. (Abg. Scheibner: Danke schön!) Nur: Machen Sie nicht einen Fehler, bitte: Worüber wir hier diskutieren – unter zwei Tagesordnungspunkten schon –, das sind die nach Ansicht der Opposition, und zwar beider Oppositionsparteien, missachteten Kontrollrechte des Parlaments. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) – Das ist doch der Punkt! (Abg. Scheibner: ... Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: ... Geschäftsordnung!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Es ist durchaus legitim, Herr Abgeordneter Scheibner, dass Sie jetzt eine Geschäftsordnungsdebatte führen wollen. Ich will auch nicht hier antreten, um Sie darin zu belehren, wie die Geschäftsordnung auszulegen ist. Selbstverständlich kann und muss es darüber auch eine Diskussion geben können, und Sie können mit guten oder auch mit schlechten Gründen – es steht mir nicht zu, das jetzt zu beurteilen – Ihre Argumente vorbringen. (Abg. Scheibner: Danke schön!) Nur: Machen Sie nicht einen Fehler, bitte: Worüber wir hier diskutieren – unter zwei Tagesordnungspunkten schon –, das sind die nach Ansicht der Opposition, und zwar beider Oppositionsparteien, missachteten Kontrollrechte des Parlaments. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) – Das ist doch der Punkt! (Abg. Scheibner: ... Geschäftsordnung!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein anderes Thema! ... die Geschichte vom Rechnungshofausschuss!
Ich war in der letzten Legislaturperiode in einem Untersuchungsausschuss, und ich möchte nicht noch einmal erleben, was ich dort erlebt habe: dass mir nämlich die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses unter Berufung auf Kontrollrechte ein zensiertes Dokument gegeben hat – ein Dokument, das dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestellt wurde, weil eine Auskunftsperson gesagt hat: Ich habe hier Unterlagen!, und daraufhin haben wir gesagt: Ja, die hätten wir auch gerne, die brauchen wir! – Und dann erklärte die Ausschussvorsitzende, da müsse sie erst prüfen, ob sie die Unterlagen der Auskunftsperson, die in diesem Ausschuss ausgesagt hat, vollinhaltlich dem Ausschuss zur Verfügung stellt. (Abg. Silhavy: Das ist ja ungeheuerlich!) Und was haben wir erhalten? – Ein zensiertes Dokument! Ich kann es Ihnen zeigen: oben weiß abgedeckt, unten weiß abgedeckt. – So schaut Ihre Bereitschaft, Kontrolle zu ermöglichen, in der Realität aus! Das ist haarsträubend! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist aber ein anderes Thema! ... die Geschichte vom Rechnungshofausschuss!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Silhavy: Das ist ja ungeheuerlich! – Abg. Scheibner – zu dem auf seinen Platz zurückkehrenden Abg. Öllinger –: Aber zu diesem Thema haben Sie nichts gesagt! Es war eine ganz andere Frage!
Abgeordnete in einem frei gewählten Parlament, die in Ausübung ihrer Kontrollrechte zensiert werden sollen – wissen Sie, wie das zu beurteilen ist? – Ich glaube, es spricht für sich. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Silhavy: Das ist ja ungeheuerlich! – Abg. Scheibner – zu dem auf seinen Platz zurückkehrenden Abg. Öllinger –: Aber zu diesem Thema haben Sie nichts gesagt! Es war eine ganz andere Frage!)
Abg. Scheibner: Das steht in der Bundesverfassung!
Sie haben positiv zu einer Petition Stellung genommen, die da heißt : „Zur Rettung der deutschen Mutter-“ – und jetzt kommt es! – und österreichischen Staatssprache“. – Ich bin nicht im Besitz der österreichischen Staatssprache. Ich spreche eine Muttersprache, und es ist egal, ob Sie diese jetzt als deutsch oder österreichisch bezeichnen wollen: Der Begriff „österreichische Staatssprache“ ist jedenfalls ein ideologischer Begriff. Das muss uns klar sein! (Abg. Scheibner: Das steht in der Bundesverfassung!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass bei der ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation im Bezirk Lungau eine Schließung dieser Kaserne sicherlich schwer zu verkraften wäre. Ich appelliere daher an die Verantwortlichen, diesen Kasernenstandort noch möglichst lange zu sichern. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir werden das genau prüfen!
Ich darf daher Sie alle, die Abgeordneten aller Fraktionen, ersuchen, diese Anträge zu unterstützen, und freue mich auf eine positive Erledigung im Ausschuss. – Ich danke Ihnen sehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir werden das genau prüfen!)
Sitzung Nr. 95
Abg. Scheibner: Da war es leider mit der SPÖ!
Meine geschätzten Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler hat heute in seiner Rede so wie auch im „Format“ von 30 Bereichen gesprochen, die besser geworden sind – 21 davon sind besser geworden. Ich möchte eines dazu sagen: Diese 21 sind aber nicht nur wegen der ÖVP besser geworden, diese 21 sind nicht nur wegen des Bundeskanzlers besser geworden, sondern ganz besonders besser geworden sind sie, so glaube ich, durch die freiheitliche Regierungsbeteiligung. Die ÖVP war ja vor dem Jahr 2000 auch bereits in der Verantwortung (Abg. Scheibner: Da war es leider mit der SPÖ!), aber es hat, meine geschätzten Damen und Herren, den freiheitlichen Reformmotor gebraucht, es hat diese treibende Kraft gebraucht, für die wir auch sehr oft bestraft werden, für die uns die Medien sehr oft schlagen, weil natürlich das eine oder andere nicht in Ordnung geht, weil es natürlich immer wieder Probleme gibt, die wir beseitigen müssen. Aber wir haben diese Reformen ermöglicht. Ich denke an die Harmonisierung der Pensionssysteme, ich denke an die Steuerreform, ich denke an das Kindergeld, ich denke an die Abfertigung-neu für Arbeiter und Angestellte, ich denke an die massive Besserstellung der Frauen. In Summe haben sich diese fünf Jahre mehr als ausgezahlt. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: ... kann ich dir schon sagen! Erzähl es mir!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! (Rufe bei der ÖVP: Frau Präsidentin! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Entsetzlich ist das!) – Entschuldigung: Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Kollege Scheuch ist jetzt nicht im Saal, aber wenn man über Wien spricht, so soll man schon über den letzten Stand der Entwicklung informiert sein. (Abg. Scheibner: ... kann ich dir schon sagen! Erzähl es mir!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dort ist sie ganz niedrig!
Man sollte wissen, dass die Arbeitslosigkeit, lieber Herbert Scheibner, in Wien als einzigem österreichischem Bundesland um 5,5 Prozent gesunken ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Höchste Zeit! – Ruf bei der ÖVP: Gut so!) Also auf den Punkt gebracht – weil ich ja nicht viel Redezeit habe – kann man sagen: Bei Häupl sinkt die Arbeitslosigkeit, bei Haider steigt sie, denn Kärnten hat eine exorbitant hohe Arbeitslosigkeit. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dort ist sie ganz niedrig!)
Abg. Scheibner: Könnten Sie vielleicht einmal etwas Gescheites einbringen? Vielleicht machen Sie einmal einen Vorschlag!
Ich komme zurück zum Thema Arbeitslosigkeit. Herr Bundeskanzler! Es gibt in Österreich viele Berggipfel, aber so viele Berggipfel wie Regierungsgipfel in den letzten fünf Jahren gibt es in ganz Österreich nicht. Zu allem Möglichen machen Sie Gipfel: jetzt auch wieder einmal zum Thema Sicherheit – ein „Rachegipfel“, wo die Messer zwischen ÖVP und FPÖ gewetzt werden. Soll sein, aber belästigen Sie bitte die Öffentlichkeit nicht damit! (Abg. Scheibner: Könnten Sie vielleicht einmal etwas Gescheites einbringen? Vielleicht machen Sie einmal einen Vorschlag!)
Abg. Scheibner: Wie machen Sie das? Sie sind ja ein Zauberer!
Meine Damen und Herren! Wir werden das nicht zulassen, dass die Verkürzung des Wehrdienstes, für die wir sind, gleichzeitig auch weniger Schutz an der Grenze bedeutet. Das ist uns wichtig! (Abg. Scheibner: Wie machen Sie das? Sie sind ja ein Zauberer!) Ich werde Herrn Minister Platter dann an seinen Taten messen, Worte hat er heute ja schon genug gesagt. Wir werden schauen, ob das dann auch eintritt, was er versprochen hat.
Abg. Scheibner: Der ist aber dünn!
Ich könnte jetzt Unmengen an Zahlen bringen, insbesondere über die Situation von Frauen in Österreich, aber ich tue es nicht, sondern verweise auf einen Bericht (die Rednerin hält den „Grünen Frauenbericht 2004“ in die Höhe), den wir bereits letztes Jahr erstellt haben, sozusagen der Grüne Bericht zur Lage der Frauen in Österreich, etwas, was frühere Bundesregierungen gemacht haben, diese Regierung aber nicht mehr. Das Bild, das da von der Lebenssituation von Frauen entsteht, ist alles andere als erfreulich. Auch das ist bekannt. Es wurde heute auch schon die wachsende Arbeitslosigkeit von Frauen, die Einkommensschere und so weiter erwähnt. Was wirklich nachdenklich stimmt, ist, dass wir jetzt beim Überarbeiten für die Neuauflage festgestellt haben, dass sich das für die Frauen quer durch alle Gebiete verschlechtert hat. Doch dann sagen Sie, Frau Sozialministerin: Wir geben den Frauen das, was ihnen zusteht! – Offenbar findet diese Bundesregierung, den Frauen steht als Einziges sozialer Abstieg und Armut zu. Das kann es wirklich nicht sein, und ich kann Sie nur einladen – ich überreiche Ihnen den Bericht jetzt gleich (Abg. Scheibner: Der ist aber dünn!), Herr Bundeskanzler –, schauen Sie sich die Zahlen an, machen Sie sich selbst ein Bild, wie es Frauen in Österreich geht. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Die Rednerin legt den erwähnten Bericht vor Bundeskanzler Dr. Schüssel auf die Regierungsbank. Dieser spricht gerade mit Bundesministern.) – Die Lage der Frauen in Österreich ist dem Herrn Bundeskanzler nicht einmal einen Blick wert, stelle ich fest. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 96
Abg. Scheibner: Das haben Sie eh schon gemacht!
Nächster Punkt: Es wird von manchen auch behauptet oder geradezu apodiktisch festgestellt, diese EU-Verfassung werde die Neutralität Österreichs beseitigen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eh schon gemacht!)
Abg. Scheibner: Ich komme erst dran!
Was ist dann geschehen? – Die Regierungskonferenz ging noch einmal drüber – auch diese Bundesregierung und der Bundeskanzler waren dabei – und hat leider einige Dinge noch rausgenommen (Abg. Mag. Molterer: Einige Verbesserungen gemacht!), zum Beispiel den Vorschlag für die Abhaltung einer europäischen Volksabstimmung, meine Damen und Herren. Das, was der Kollege Scheibner ... (Abg. Scheibner: Ich komme erst dran!) Oder war es der Kollege Bösch? Pardon! – Das, was Kollege Bösch vorhin gesagt hat, nämlich, die Freiheitlichen wären für europäische Volksabstimmung, hätte diese Bundesregierung schon während der Regierungskonferenz einfordern können. Sie hätte schon damals Allianzen in den anderen europäischen Staaten suchen können, zumal auch einige andere Staaten wollten, dass das, was im Entwurf stand, auch tatsächlich kommt. Dann würde es jetzt die Möglichkeit geben, dass das europäische Volk gemeinsam, am selben Tag, über diesen Vertrag abstimmt. Dadurch würde tatsächlich diese europäische Idee auch bei einer Volksabstimmung Gewicht bekommen. Aber diese Chance hat diese Bundesregierung vertan, meine Damen und Herren. Das hätten Sie erreichen können! Leider haben Sie es vertan.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo?
Genauso wussten Sie zu verhindern, dass hier im Nationalrat, wie auch im Verfassungsausschuss Mitte Februar, eine Petition behandelt wird, die eine Volksabstimmung vorsieht. Wir haben den Wunsch unterstützt, dass das im Nationalrat behandelt wird. Die Regierungsfraktionen hingegen waren dagegen. Sie wollten das nicht! Sie haben gesagt: Nein, nicht einmal reden wollen wir darüber! Also sagen Sie uns nicht, dass Sie für eine europäische Volksabstimmung gewesen wären. Sie haben es nicht versucht – und über eine Volksabstimmung in Österreich wollten Sie nicht einmal diskutieren. Für uns ist klar: Wir wollen eine Volksabstimmung auf europäischer Ebene, und dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo?)
Abg. Scheibner: Das ist ja etwas ganz Furchtbares!
Es gibt eine ganze Menge kritischer Punkte, die auch die Grünen immer wieder thematisiert haben, sie finden sich vor allem im dritten Teil der Verfassung – also nicht im grundsätzlichen Teil, sondern eher dort, wo es um die konkrete Umsetzung geht. Diesem Teil wird auch nachgesagt – aus meiner Sicht richtigerweise nachgesagt –, dass er starke neoliberale Aspekte enthält. (Abg. Scheibner: Das ist ja etwas ganz Furchtbares!) Es geht da um die Liberalisierung der Dienstleistungen. Es ist sicher auch die Bindung an den Stabilitätspakt in gewissen Bereichen problematisch, trotzdem muss man festhalten, dass die Anerkennung des Rechts auf Dienstleistungen von öffentlichem Interesse, also die so genannte Daseinsvorsorge, erstmals in einer Europäischen Verfassung verankert ist. Das heißt, der Zugang zu diesen Dienstleistungen soll für alle gesichert werden.
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war „großartig“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
einer Prise Klientelpolitik. (Beifall bei der SPÖ.) Man lässt das Ganze lauwarm aufkochen und serviert es dann fein garniert mit blauem Schnittlauch als verfehlte Umweltpolitik der ÖVP. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war „großartig“! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
der Redner weist auf die Außenseiten seiner Arme – Abg. Scheibner – auf den Redner weisend –: Der kennt sich ganz gut aus!
Wenn ich mich gegen einen Schlag schütze, was tue ich dann? – Dann würde ich es wahrscheinlich so machen. (Der Redner hebt seine Arme an und hält sie schützend vor sich.) Also wo bekomme ich die Hämatome? – Da (der Redner weist auf die Außenseiten seiner Arme – Abg. Scheibner – auf den Redner weisend –: Der kennt sich ganz gut aus!), und vielleicht auch auf dem Kopf. – Also das, was das Gutachten aussagt, erklärt überhaupt nichts! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: ...! Die Beantwortung ist völlig korrekt!
Es ist richtig, wie Sie sagen, dass zuerst Pfefferspray eingesetzt wurde, es ist richtig, wie Sie sagen, dass man mit einem Schutzschild und mit diesem Stock versucht hat, den Häftling zur Ruhe zu bringen; es ist aber auch richtig – und das haben Sie nicht gesagt –, dass dieser Häftling HIV-positiv war, sich selbst verletzt hatte und schon geblutet hat – das ist wichtig, gerade im Zusammenhang mit HIV-positiv. Und was auch wichtig ist, zu sagen, ist, dass er selbst mit einem Brotmesser andere attackiert hat. – Man muss das in der Gesamtsituation sehen! (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Öllinger –: ...! Die Beantwortung ist völlig korrekt!)
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Der geht auf die Leute los, und ihr macht da eure Geschichten!
Ganz generell ist es für mich ganz wichtig, ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pilz.) – Herr Abgeordneter, bitte darf ich ausreden? (Abg. Dr. Pilz: Muss da jetzt jeder gefesselt ...? Wie stellen Sie sich das vor?) – Nein! Nein, bitte lassen Sie mich ausreden. (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Pilz –: Der geht auf die Leute los, und ihr macht da eure Geschichten!)
Abg. Scheibner: Was ist das Ergebnis?
Das muss man sich vorstellen! Diese Vorwürfe sind ja keine Kleinigkeiten. (Abg. Scheibner: Was ist das Ergebnis?) Na, Moment mal! Über die Persilscheinkultur des Justizministeriums können wir dann noch reden. Wollen wir einmal da weitergehen!
Abg. Scheibner: Nehmen Sie das zurück!
Was haben ÖVP, insbesondere aber FPÖ und Haider – nicht alle FPÖler, der Herr Staatssekretär war in dem Fall nicht dabei – zwei Jahre lang getan? – Allmonatliche Pressekonferenzen; immer ist irgendwie ein Sponsor, ein Projektbetreiber aus der Privatwirtschaft aus der Kiste gezogen worden, und zwei Jahre lang ist der Kärntner Bevölkerung vorgegaukelt worden, das Ding würde keinen Steuer-Euro kosten. – Zwei Jahre lang Lug und Trug (Rufe bei der ÖVP: Hallo!), ein Jahr lang (Abg. Scheibner: Nehmen Sie das zurück!) – und Kollege Scheuch weiß es – haben wir versucht, zu recherchieren. Lug und Trug! Da war ein Schweizer Investor (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Schweitzer ist Investor?) – ein Schweizer Staatsbürger, nicht der Kollege Schweitzer –, und es gab weder eine Postanschrift noch eine Adresse. Das heißt, von dem Investor hat letztendlich nur der Name bestanden.
Abg. Scheibner: Ist alles falsch! Sogar die Funktionen sind falsch!
Worum geht es bei der ganzen Geschichte? (Abg. Dr. Cap: Gegen die Strizzis!) – Am Anfang steht nicht der Sport, sondern ein freiheitliches Problem in Kärnten: Die Kärntner FPÖ ist pleite. Sie muss die öffentlichen Parteizuwendungen bereits für die Zukunft verpfänden. Der Kärntner Landeshauptmann und dortige Chef der Freiheitlichen Partei (Abg. Neudeck: Das stimmt nicht!) nimmt von zwei Firmen Geld: von einer holländischen Baufirma 600 000 €, von der STRABAG 300 000 €. (Abg. Scheibner: Ist alles falsch! Sogar die Funktionen sind falsch!)
Abg. Scheibner: Das geht ja nicht! – Ruf bei der ÖVP: „Illegale Methoden“!
Die Staatsanwaltschaft untersucht, wer hinter diesen illegalen Versuchen steht. (Abg. Scheibner: Das geht ja nicht! – Ruf bei der ÖVP: „Illegale Methoden“!) Vom Interesse her scheint es eindeutig, aber es ist Sache der Strafjustiz, das im Detail zu klären. (Abg. Scheibner: Die haben es schon gemacht!)
Abg. Scheibner: Die haben es schon gemacht!
Die Staatsanwaltschaft untersucht, wer hinter diesen illegalen Versuchen steht. (Abg. Scheibner: Das geht ja nicht! – Ruf bei der ÖVP: „Illegale Methoden“!) Vom Interesse her scheint es eindeutig, aber es ist Sache der Strafjustiz, das im Detail zu klären. (Abg. Scheibner: Die haben es schon gemacht!)
Abg. Scheibner: Was für Verpflichtungen, Herr Kollege?
Die Frage ist jetzt, ob die Europameisterschaft in Österreich gefährdet werden soll, weil die Kärntner FPÖ und Jörg Haider gegenüber einer Baufirma Verpflichtungen eingegangen sind. (Abg. Scheibner: Was für Verpflichtungen, Herr Kollege?) – Das ist die politische Frage, die hier zu klären ist! (Ruf bei der SPÖ: Die ist ja richtig!)
Abg. Scheibner: Das ist zu kämpferisch, Frau Kollegin!
Es gibt aber noch andere Abkommen, die auch Tiere, die es bei uns gibt, schützen sollen; die Frau Ministerin hat im Ausschuss gesagt, dass daran gearbeitet wird. Eines möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, das hat nämlich den sehr netten Namen „Euro-Bats“, also Euro-Fledermäuse. Ich denke, das wäre doch etwas – und sei es nur um des Namens willen –, von dem ich hoffe, dass wir das bald auch hier ratifizieren können. Erinnerungen an Batman et cetera sind da vielleicht nicht ganz ungewünscht. (Abg. Scheibner: Das ist zu kämpferisch, Frau Kollegin!) Nein, Batman ist nicht so kämpferisch (Abg. Scheibner: Selbstverständlich!), das ist doch ein Guter. Jedenfalls würde ich mich freuen, was die „Euro-Bats“ betrifft, wenn wir das auch bald hier ratifizieren können. Ein Wasservogel-Abkommen gibt es auch noch. – Das also zum Thema der wandernden wild lebenden Tierarten.
Abg. Scheibner: Selbstverständlich!
Es gibt aber noch andere Abkommen, die auch Tiere, die es bei uns gibt, schützen sollen; die Frau Ministerin hat im Ausschuss gesagt, dass daran gearbeitet wird. Eines möchte ich Ihnen nicht vorenthalten, das hat nämlich den sehr netten Namen „Euro-Bats“, also Euro-Fledermäuse. Ich denke, das wäre doch etwas – und sei es nur um des Namens willen –, von dem ich hoffe, dass wir das bald auch hier ratifizieren können. Erinnerungen an Batman et cetera sind da vielleicht nicht ganz ungewünscht. (Abg. Scheibner: Das ist zu kämpferisch, Frau Kollegin!) Nein, Batman ist nicht so kämpferisch (Abg. Scheibner: Selbstverständlich!), das ist doch ein Guter. Jedenfalls würde ich mich freuen, was die „Euro-Bats“ betrifft, wenn wir das auch bald hier ratifizieren können. Ein Wasservogel-Abkommen gibt es auch noch. – Das also zum Thema der wandernden wild lebenden Tierarten.
Abg. Scheibner: Ja!
chien bei manchen Dingen nicht mitmacht. (Abg. Scheibner: Ja!) Ich möchte Sie jedoch daran erinnern, dass das Dublin-Abkommen für Tschechien erst gilt, seit Tschechien EU-Mitglied ist, und nicht schon vorher. (Abg. Scheibner: Ja, natürlich!) Aber das Abkommen zwischen Tschechien und Österreich – Grenzgänger-, Praktikanten-Abkommen –: August 2001! Das ist schon viel länger her, als dass Tschechien der EU beigetreten ist.
Abg. Scheibner: Ja, natürlich!
chien bei manchen Dingen nicht mitmacht. (Abg. Scheibner: Ja!) Ich möchte Sie jedoch daran erinnern, dass das Dublin-Abkommen für Tschechien erst gilt, seit Tschechien EU-Mitglied ist, und nicht schon vorher. (Abg. Scheibner: Ja, natürlich!) Aber das Abkommen zwischen Tschechien und Österreich – Grenzgänger-, Praktikanten-Abkommen –: August 2001! Das ist schon viel länger her, als dass Tschechien der EU beigetreten ist.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Viel zu spät!
Dem Kollegen Bauer möchte ich nur in Erinnerung rufen, dass die Therme Laa vielleicht interessant und besuchenswert wäre, dass auch Retz vieles zu bieten hat und dass auch Poysdorf in den letzten Jahren eine gute Entwicklung genommen hat, so wie es die ganze Grenzregion bald tun wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Viel zu spät!)
Abg. Scheibner: Noch geht das!
Auch das Bundesheer und die Grundwehrdiener wurden angesprochen. Die Grundwehrdiener standen zur Verfügung und haben das Beste geleistet. Sie stehen für sofortiges Handeln, für sofortigen Einsatz in der Summe zur Verfügung und leisten ihren Beitrag. (Abg. Scheibner: Noch geht das!) Einige Zeit nachher wurde dann entsprechendes Personal, Psychologen et cetera, eingesetzt. (Abg. Scheibner: Mit sechs Monaten wird das schwieriger!)
Abg. Scheibner: Mit sechs Monaten wird das schwieriger!
Auch das Bundesheer und die Grundwehrdiener wurden angesprochen. Die Grundwehrdiener standen zur Verfügung und haben das Beste geleistet. Sie stehen für sofortiges Handeln, für sofortigen Einsatz in der Summe zur Verfügung und leisten ihren Beitrag. (Abg. Scheibner: Noch geht das!) Einige Zeit nachher wurde dann entsprechendes Personal, Psychologen et cetera, eingesetzt. (Abg. Scheibner: Mit sechs Monaten wird das schwieriger!)
Abg. Scheibner: Noch!
Wir haben doch, meine Damen und Herren, die zeitlichen Abläufe gehört. (Abg. Scheibner: Noch!) – Noch sind wir in der Lage, und ich denke, dass die Grundwehrdiener dies auch mit einer sechsmonatigen Ausbildung schaffen werden. Die Verteidigungsminister vergangener Zeiten werden das sicher respektieren und bestätigen können. (Abg. Scheibner: Das wird erst die Praxis zeigen!)
Abg. Scheibner: Das wird erst die Praxis zeigen!
Wir haben doch, meine Damen und Herren, die zeitlichen Abläufe gehört. (Abg. Scheibner: Noch!) – Noch sind wir in der Lage, und ich denke, dass die Grundwehrdiener dies auch mit einer sechsmonatigen Ausbildung schaffen werden. Die Verteidigungsminister vergangener Zeiten werden das sicher respektieren und bestätigen können. (Abg. Scheibner: Das wird erst die Praxis zeigen!)
Abg. Scheibner: Sicher! Sicher!
Als Nächstes ist mir aufgefallen, dass besonders viele Fälle das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie betroffen haben, und zwar im Bereich der Führerscheine, der Lenkerberechtigungen. Wir hatten heute das Führerscheingesetz auf der Tagesordnung, und in diesem Bericht ist eben zu finden, dass sehr vielen Führerscheinbesitzern Lenkerberechtigungen aberkannt werden und dass da auch einiges im Argen liegt. Es ist von Volksanwalt Kostelka bei uns im Ausschuss schon darüber berichtet worden. Auch da gibt es Handlungsbedarf, und ich hoffe, dass die Anregungen von Bundesminister Gorbach so schnell wie möglich aufgenommen werden (Abg. Scheibner: Sicher! Sicher!), damit da etwas geschieht, denn das Auto ist ein sehr wichtiger fahrbarer Untersatz für sehr viele Menschen. Es hängt davon zum Beispiel ab, ob sie rechtzeitig zur Arbeit kommen – wir haben nicht überall die öffentlichen Verkehrsmittel so, wie wir uns das wünschen würden –, und es bedeutet für sehr viele auch ein Stück Freiheit. Der Entzug der Lenkerberechtigung ist daher im heutigen Leben etwas sehr Einschränkendes.
Abg. Scheibner: Da war mir die Rede der Frau Stoisits lieber!
Zur Volksanwaltschaft, meine sehr geehrten Damen und Herren – und damit auch gleich ein Wort der „Kritik“ an meine Vorrednerin und Parteikollegin Terezija Stoisits: Sie hat ja allen gedankt. Das würde ich auch machen, ja, im Prinzip schon, trotzdem möchte ich bei dieser Gelegenheit, obwohl das kein Punkt aus diesem Bericht ist, hervorheben – und es tut mir wirklich Leid, dass Herr Volksanwalt Stadler heute nicht da ist –, dass mir etwas in unangenehmer Erinnerung ist, eine Erinnerung, die gerade deshalb so stark ist, da Kollege Stadler im Bericht der Volksanwaltschaft für das Jahr 2001 betreffend seinen Besuch der Strafanstalt Stein – und wir haben heute über den Punkt diskutiert, was das Gurtenbett betrifft – einen Bericht abgeliefert hat (Abg. Scheibner: Da war mir die Rede der Frau Stoisits lieber!) – bitte, Herr Kollege Scheibner, ich mache es eh nicht polemisch! –, der in keiner Weise den Realitäten im Zusammenhang mit dem Gurtenbett in Stein entsprochen hat.
Abg. Scheibner: Na hoffentlich! Das kann ja nicht so schwer sein!
Heute, dank der Frau Justizministerin Miklautsch, Ihrer Parteikollegin – ich bringe das auch über die Lippen (Abg. Scheibner: Na hoffentlich! Das kann ja nicht so schwer sein!) –, liegt uns ein Bericht einer Expertenkommission vor, der das, was Kollege Stadler damals festgehalten hat, zu 100 Prozent widerlegt. Das war ein Reinwaschungsbericht, und ich bin sehr froh, dass damals – ich habe das als Unikat in Erinnerung – im Bericht der Volksanwaltschaft Volksanwalt Dr. Kostelka von seinem Recht auf abweichende Stellungnahme Gebrauch gemacht hat. Sonst wäre das etwas gewesen – mit dieser damaligen Stellungnahme des Kollegen Stadler –, was der Volksanwaltschaft als Institution nicht gut getan hätte. Aber im Übrigen nehme ich an, dass Kollege Stadler – genauso wie die beiden anderen Volksanwälte – seine Arbeit bemüht und engagiert macht.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Er hat etwas anderes gemeint!
Ich danke der Volksanwaltschaft. Und abschließend bitte ich den Kollegen Scheuch, nachzudenken, bevor er sich über Feierlichkeiten lustig macht, zu bedenken, was jene Leute, die er kritisiert, in der Vergangenheit geleistet haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Er hat etwas anderes gemeint!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht, Frau Kollegin!
Grundwehrdiener, die heute nicht in der Kaserne verpflegt werden können, erhalten nach dem Heeresgebührengesetz ein entsprechendes Verpflegungsgeld; das sind derzeit 13,60 € pro Tag. Zivildienst Leistende hingegen werden in der Regel mit 4 bis 6 € pro Tag abgespeist (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht, Frau Kollegin!), und das ist
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
eine eklatante Ungleichstellung, die endlich beseitigt gehört! (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Na servus!
Meine Damen und Herren von der Sozialdemokratischen Partei! Sie haben für die CA-Privatisierung – Staatssekretär Finz hat es gesagt – über 100 Millionen S für Beratungsverträge ausgegeben. (Abg. Scheibner: Na servus!) Sie haben nicht nur Staatsvermögen verschleudert, sondern Sie haben auch in weiterer Folge durch Landeshauptmann Häupl in Wien weitere Milliarden in den Sand gesetzt, weil Sie damals, als man gesagt hat: Gehen Sie aus diesen Aktien!, ... (Zwischenrufe des Abg. Mag. Gaßner) – Kollege Gaßner, sei nicht nervös! Setz dich herunter, wenn du es dort oben nicht hörst, dann versteht du es vielleicht besser!
Abg. Scheibner: Hört eh keiner mehr zu!
Auch wenn sich der Abgeordnete Scheuch jetzt in den Reihen wie ein Kärntner Freiheitlicher benimmt, ändert das überhaupt nichts an den Fakten. (Abg. Scheibner: Hört eh keiner mehr zu!) Wenn sich jetzt eine gewisse Bierzeltstimmung in der Freiheitlichen Partei angesichts der Debatte um die Stadionaffäre breit macht, dann ist wahrscheinlich diese Art politischer Bierseligkeit das Letzte, was einer Partei, die sowohl finanziell als auch politisch kurz vor der Pleite steht, überhaupt noch übrig bleibt.
Abg. Scheibner: Nein, das geht nicht! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Hernalser ...!
Trotzdem kommen die Fakten nicht vom Tisch, und es wird weiter dokumentiert werden. Wir werden schon demnächst sehen, nach dem Hinweis von Jörg Haider auf die „Wiener Strizzis“, die laut ihm gedrängt haben sollen, dass fifty-fifty zwischen STRABAG und Porr aufgeteilt wird – und das war der Vorwurf von Jörg Haider im Dezember des Vorjahres –, was da passiert ist, dass der Vorschlag der „Wiener Strizzis“ inzwischen der Vorschlag des Kärntner Landeshauptmannes ist. Das sind nicht mehr „Wiener Strizzis“, sondern die führenden Kärntner Politiker, die sagen, dass zwischen Porr und STRABAG aufgeteilt werden soll; oder – und das ist die zweite Möglichkeit – aus dem Kärntner Landeshauptmann ist binnen weniger Monate ein „Wiener Strizzi“ geworden. (Abg. Scheibner: Nein, das geht nicht! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Hernalser ...!)
Abg. Scheibner: Wenn das alles ist!
Das Letzte und der letzte sachliche Punkt: das Bundesministerium für Justiz. Das Büro für interne Angelegenheiten hat eine umfassende Anzeige bei der Justiz abgeliefert. Diese Anzeige besteht aus vier detaillierten und gut dokumentierten Einvernahmen und einer ganzen Reihe von Dokumenten, von Aktenvermerken und von weiteren Hinweisen. (Abg. Scheibner: Wenn das alles ist!) Die Hinweise und die Beweise beziehen sich auf den Verdacht der gesetzwidrigen Weitergabe von Unterlagen aus dem Vergabeverfahren, damit den Verdacht des Bruches des Amtsgeheimnisses, beziehen sich auf den Verdacht des Amtsmissbrauches und beziehen sich auf den Verdacht der Parteienfinanzierung. (Abg. Scheibner: Der Kollege Van der Bellen hätte das besser begründet! – Abg. Neudeck: Aber nicht um Mitternacht!) Und der Verdacht der Parteienfinanzierung, für die es heute in Österreich noch immer keinen Paragraphen im Strafgesetzbuch gibt, dieser Verdacht der Parteienfinanzierung kann derzeit, wenn es sich nicht um das Delikt der Bestechung handelt, ausschließlich parlamentarisch untersucht werden. (Abg. Scheibner: Das Opfer ist nur der Fußball!) Es gibt derzeit, wenn es sich „nur“ – unter Anführungszeichen – um Parteienfinanzierung handelt, überhaupt keine Möglichkeit, dass Gerichte tätig werden. Das kann nur hier vom Nationalrat untersucht werden.
Abg. Scheibner: Der Kollege Van der Bellen hätte das besser begründet! – Abg. Neudeck: Aber nicht um Mitternacht!
Das Letzte und der letzte sachliche Punkt: das Bundesministerium für Justiz. Das Büro für interne Angelegenheiten hat eine umfassende Anzeige bei der Justiz abgeliefert. Diese Anzeige besteht aus vier detaillierten und gut dokumentierten Einvernahmen und einer ganzen Reihe von Dokumenten, von Aktenvermerken und von weiteren Hinweisen. (Abg. Scheibner: Wenn das alles ist!) Die Hinweise und die Beweise beziehen sich auf den Verdacht der gesetzwidrigen Weitergabe von Unterlagen aus dem Vergabeverfahren, damit den Verdacht des Bruches des Amtsgeheimnisses, beziehen sich auf den Verdacht des Amtsmissbrauches und beziehen sich auf den Verdacht der Parteienfinanzierung. (Abg. Scheibner: Der Kollege Van der Bellen hätte das besser begründet! – Abg. Neudeck: Aber nicht um Mitternacht!) Und der Verdacht der Parteienfinanzierung, für die es heute in Österreich noch immer keinen Paragraphen im Strafgesetzbuch gibt, dieser Verdacht der Parteienfinanzierung kann derzeit, wenn es sich nicht um das Delikt der Bestechung handelt, ausschließlich parlamentarisch untersucht werden. (Abg. Scheibner: Das Opfer ist nur der Fußball!) Es gibt derzeit, wenn es sich „nur“ – unter Anführungszeichen – um Parteienfinanzierung handelt, überhaupt keine Möglichkeit, dass Gerichte tätig werden. Das kann nur hier vom Nationalrat untersucht werden.
Abg. Scheibner: Das Opfer ist nur der Fußball!
Das Letzte und der letzte sachliche Punkt: das Bundesministerium für Justiz. Das Büro für interne Angelegenheiten hat eine umfassende Anzeige bei der Justiz abgeliefert. Diese Anzeige besteht aus vier detaillierten und gut dokumentierten Einvernahmen und einer ganzen Reihe von Dokumenten, von Aktenvermerken und von weiteren Hinweisen. (Abg. Scheibner: Wenn das alles ist!) Die Hinweise und die Beweise beziehen sich auf den Verdacht der gesetzwidrigen Weitergabe von Unterlagen aus dem Vergabeverfahren, damit den Verdacht des Bruches des Amtsgeheimnisses, beziehen sich auf den Verdacht des Amtsmissbrauches und beziehen sich auf den Verdacht der Parteienfinanzierung. (Abg. Scheibner: Der Kollege Van der Bellen hätte das besser begründet! – Abg. Neudeck: Aber nicht um Mitternacht!) Und der Verdacht der Parteienfinanzierung, für die es heute in Österreich noch immer keinen Paragraphen im Strafgesetzbuch gibt, dieser Verdacht der Parteienfinanzierung kann derzeit, wenn es sich nicht um das Delikt der Bestechung handelt, ausschließlich parlamentarisch untersucht werden. (Abg. Scheibner: Das Opfer ist nur der Fußball!) Es gibt derzeit, wenn es sich „nur“ – unter Anführungszeichen – um Parteienfinanzierung handelt, überhaupt keine Möglichkeit, dass Gerichte tätig werden. Das kann nur hier vom Nationalrat untersucht werden.
Abg. Scheibner: Der Kogler! Der Kogler war das!
Und ich sage es Ihnen gleich, es geht noch um einen weiteren Punkt: Es geht auch um die Frage, ob Bundeskanzler Dr. Schüssel, der Anfang Jänner über die Details der Vorwürfe im Kabinett informiert worden ist, daraufhin irgendwelche Schritte gesetzt hat. Und es geht auch darum, wer die internen Informationen zum Nutzen oder zum Schaden der freiheitlichen Funktionäre an die Öffentlichkeit weitergegeben hat. Verdächtig ist hier nicht nur Herr Widrich, der Abgesandte von Jörg Haider in der Kommission, verdächtig sind hier auch Mitglieder der Staatsanwaltschaft Wien. (Abg. Scheibner: Der Kogler! Der Kogler war das!) Auch das muss untersucht werden, und auch das nicht nur von Strafgerichten, sondern von einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss.
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner macht den Redner auf ein Bild in einer Zeitschrift aufmerksam, auf dem Jörg Haider mit einer roten Krawatte zu sehen ist.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich danke für den Applaus. Er ist berechtigt. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner macht den Redner auf ein Bild in einer Zeitschrift aufmerksam, auf dem Jörg Haider mit einer roten Krawatte zu sehen ist.) Ich hatte bis zur Rede des Kollegen Lopatka vor, auf andere Dinge einzugehen, aber Kollege Lopatka hat die Ehre und das Ansehen der Republik Österreich angesprochen, und ich sage Ihnen, Kollege, Sie haben das zu Recht angesprochen, denn Sie gemeinsam mit der FPÖ sind dabei, diese Ehre in den Schmutz zu ziehen, und ich sage Ihnen auch, warum. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – auf den Redner weisend, der eine margentafarbene Krawatte trägt –: Bei der Krawatte!
Es handelt sich hierbei um einen Skandal, der aufzuklären ist, um einen Skandal in einer Größenordnung, die wir vermutlich noch gar nicht abschätzen können, und um einen Skandal, den Jörg Haider offenbar in seinem Ausmaß kennt und nun mit der Flucht nach vorne den Ausweg sucht, indem er den Untersuchungsausschuss verlangt. (Abg. Neudeck: Wenn er das nicht macht, ist es auch nicht recht!) Aber seine eigenen Parteifreunde lassen ihn wieder einmal im Stich, fallen im Stehen um. Das ist etwas, was mich nicht überrascht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – auf den Redner weisend, der eine margentafarbene Krawatte trägt –: Bei der Krawatte!)
Abg. Scheibner: Bei der Krawatte sollten Sie nicht so argumentieren!
Was mich aber überrascht, Herr Kollege Lopatka, ist, dass die ÖVP inzwischen in ihrem Demokratieverständnis so weit gesunken ist (Abg. Neudeck: Aber es ist immer noch höher als das der SPÖ!), dass Sie jetzt in einer Tradition der ministeriellen Weisung – und anders ist es nicht erklärlich, dass alle politischen Verfahren in der letzten Zeit durch die Staatsanwaltschaft niedergeschlagen wurden (Nein-Rufe bei der ÖVP) – fortfahren wollen und jetzt auch noch den Bock zum Gärtner machen, indem Sie nämlich verlangen, dass die Justiz tätig werden soll, obwohl Sie wissen, dass die Staatsanwaltschaft diejenige Instanz ist, die diese Verfahren einleiten soll und gar nicht kann, weil sie offenbar von der Justizministerin in der letzten Zeit daran gehindert wurde. (Abg. Scheibner: Bei der Krawatte sollten Sie nicht so argumentieren!)
Abg. Scheibner: Moment! Seien Sie vorsichtig! Denk an deine Krawatte und schau dir diese Krawatte an! – Abg. Scheibner zeigt wieder auf das vorher erwähnte Bild.
Es ist aber auch ein Skandal der FPÖ. Die FPÖ, die bekanntlich pleite ist, taucht immer wieder dort mit eigenartigen Geschichten auf, wo es um Geld geht. Hier beim Stadionbau soll angeblich die FPÖ illegale Parteienfinanzierung kassiert haben. (Abg. Scheibner: Moment! Seien Sie vorsichtig! Denk an deine Krawatte und schau dir diese Krawatte an! – Abg. Scheibner zeigt wieder auf das vorher erwähnte Bild.)
Abg. Scheibner: Wo ist Pöchacker? Der ist doch von euch, oder?
Und jetzt sage ich Ihnen, hier geht es nicht um eine Vermutung, sondern hier geht es um ein ganz dichtes Indiz. Die FPÖ ist pleite. Die FPÖ hat ihre Parteienfinanzierung bis 2014 verpfändet (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Ruf: Meinen Sie die SPÖ?), die FPÖ hat ihre Parteienfinanzierung bis 2014 verpfändet, hat also theoretisch kein Geld mehr, über das sie verfügen kann, und ist daher gezwungen, dringend anderweitig Geld zu besorgen. Und wenn in diesem Zusammenhang der Verdacht auftaucht, dass dieses Geld beschafft wurde, indem man Haselsteiner, möglicherweise auch die Porr AG, möglicherweise auch Holländer ins Boot geholt hat (Abg. Scheibner: Wo ist Pöchacker? Der ist doch von euch, oder?) und sich damit zum Beispiel auf dem Umweg über die Kärnten-Stiftung hat finanzieren lassen – übrigens Geld aus der Kärnten-Stiftung, das Landeshauptmann Haider dazu verwendet hat, um die Seebühne dadurch zu sanieren zu versuchen, dass er Zanella ausbezahlt hat (Abg. Scheibner: Das ist eine Behauptung!) –, dann fragt man sich, ob hier nicht nur ein Verdacht vorliegt, sondern sich sogar ein anderer Schluss gar nicht mehr ziehen lässt. (Abg. Neudeck: Man glaubt gar nicht, wie lange fünf Minuten sind!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Behauptung!
Und jetzt sage ich Ihnen, hier geht es nicht um eine Vermutung, sondern hier geht es um ein ganz dichtes Indiz. Die FPÖ ist pleite. Die FPÖ hat ihre Parteienfinanzierung bis 2014 verpfändet (lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – Ruf: Meinen Sie die SPÖ?), die FPÖ hat ihre Parteienfinanzierung bis 2014 verpfändet, hat also theoretisch kein Geld mehr, über das sie verfügen kann, und ist daher gezwungen, dringend anderweitig Geld zu besorgen. Und wenn in diesem Zusammenhang der Verdacht auftaucht, dass dieses Geld beschafft wurde, indem man Haselsteiner, möglicherweise auch die Porr AG, möglicherweise auch Holländer ins Boot geholt hat (Abg. Scheibner: Wo ist Pöchacker? Der ist doch von euch, oder?) und sich damit zum Beispiel auf dem Umweg über die Kärnten-Stiftung hat finanzieren lassen – übrigens Geld aus der Kärnten-Stiftung, das Landeshauptmann Haider dazu verwendet hat, um die Seebühne dadurch zu sanieren zu versuchen, dass er Zanella ausbezahlt hat (Abg. Scheibner: Das ist eine Behauptung!) –, dann fragt man sich, ob hier nicht nur ein Verdacht vorliegt, sondern sich sogar ein anderer Schluss gar nicht mehr ziehen lässt. (Abg. Neudeck: Man glaubt gar nicht, wie lange fünf Minuten sind!)
Abg. Scheibner: Jetzt ist er ausnahmsweise nicht befugt?
Es ist offenkundig, dass hier die Parteienfinanzierung in irgendeiner Form Platz gegriffen hat, sei es über die Kärnten-Stiftung auf Umwegen oder sei es direkt durch das Eingreifen des Landeshauptmannes Haiders, der, wie wir heute gehört haben, gar nicht befugt wäre, weil er nicht der Bauherr ist. (Abg. Scheibner: Jetzt ist er ausnahmsweise nicht befugt?)
Abg. Scheibner: Na geh!
Herr Kollege Scheuch, es dürfte doch ernstere Hintergründe geben, denn wenn man sich auf diese Art und Weise zunächst bierzeltartig in der Bank belustigt (Abg. Scheibner: Na geh!) – na doch! – und dann heraußen einen derart in sich zusammenklappenden Auftritt abliefert, obwohl es um geharnischte Vorwürfe geht, dann, muss ich sagen, wird da mehr dahinter sein, als Sie zugeben oder als Sie versucht haben, hier zuzugeben. Das war ja wirklich ein Eigentor der Sonderklasse.
Sitzung Nr. 97
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Wer diesen Weg geht, der muss wissen, dass das nicht die Skepsis gegenüber der EU abbaut. Da helfen dann keine Sonntagsreden, da helfen auch keine Jubelreden, sondern man muss die Bedenken der Bürgerinnen und Bürger in Europa – und in diesem Fall in Österreich – ernst nehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.) – Dazu möchte ich in diesem Zusammenhang auffordern.
Abg. Scheibner: Was ist das innerhalb der EU, eine aktive Neutralitätspolitik?
Frau Ministerin, Sie haben zu Beginn Ihrer Amtszeit noch gesagt, wie wichtig Ihnen die österreichische Neutralität sei. Jetzt ist davon nichts mehr zu hören. Die Sicherheits- und Verteidigungspolitik, die gemeinsame Außenpolitik haben Sie erwähnt. Aber wo bleibt der Hinweis darauf, dass Österreich und auch diese Bundesregierung immer noch auf dem Boden der Verfassung stehen, die österreichische Neutralität verteidigen, eine aktive Neutralitätspolitik wollen und das auch im Rahmen der EU festschreiben? (Abg. Scheibner: Was ist das innerhalb der EU, eine aktive Neutralitätspolitik?)
Abg. Scheibner: Was bedeutet das in der Praxis, was ist das?
Erst ganz spät hat sich während der Regierungskonferenz dann auch die österreichische Bundesregierung mit anderen neutralen und bündnisfreien Staaten dafür eingesetzt, gemeinsam in der Verfassung zu verankern (Abg. Scheibner: Was bedeutet das in der Praxis, was ist das?), dass jeder Staat gemäß der eigenen Verfassung, des eigenen Verfassungsrechtes aktiv wird. Das bedeutet, dass wir immer noch auf dem Boden dieser Neutralität stehen. (Abg. Scheibner: Das hat mit der EU überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Scheibner: Das hat mit der EU überhaupt nichts zu tun!
Erst ganz spät hat sich während der Regierungskonferenz dann auch die österreichische Bundesregierung mit anderen neutralen und bündnisfreien Staaten dafür eingesetzt, gemeinsam in der Verfassung zu verankern (Abg. Scheibner: Was bedeutet das in der Praxis, was ist das?), dass jeder Staat gemäß der eigenen Verfassung, des eigenen Verfassungsrechtes aktiv wird. Das bedeutet, dass wir immer noch auf dem Boden dieser Neutralität stehen. (Abg. Scheibner: Das hat mit der EU überhaupt nichts zu tun!)
Abg. Scheibner: Puffblasen sind das!
Es gibt immer noch einige in der ÖVP, die sagen: Die NATO wäre ja doch nicht schlecht, gerade nach dem letzten Gipfel mit Bush und mit der EU in Brüssel. (Abg. Scheibner: Puffblasen sind das!) Der Bundeskanzler hat selbst gesagt, dass er die Teilnahme Österreichs an der strukturierten Zusammenarbeit eines militärischen Kerneuropa wolle. Meine Damen und Herren! Dazu gibt es von uns ein ganz eindeutiges Nein.
Abg. Scheibner: Na bravo!
überlegen Sie ernsthaft, das 13. und 14. Monatsgehalt zu besteuern! (Abg. Scheibner: Na bravo!)
Abg. Scheibner: Den Finanzausgleich gibt es schon! Woher kommt denn das Geld der Länder?
rung dazurechnen 2,3 Prozent. Das ist nicht irrrelevant, da geht es um Milliarden Euro. Das Bundesdefizit ist um 1,3 Milliarden € höher als das gesamtstaatliche Defizit; das liegt an den Überschüssen der Länder und Gemeinden. Aber wir debattieren hier nicht die Überschüsse der Länder und Gemeinden, da hat der Bund auch nichts mitzureden – unser Thema ist der Bund und sonst nichts! (Abg. Scheibner: Den Finanzausgleich gibt es schon! Woher kommt denn das Geld der Länder?)
Abg. Scheibner: Unseriöse Argumentation!
Wenn Sie, Herr Gusenbauer, sagen, ein Budget sei willkürlich erstellt, wenn uns ein Druckfehler passiert, den wir selbst richtig stellen, dann fehlt Ihnen die Sachlichkeit. (Abg. Scheibner: Unseriöse Argumentation!) Das ist Polemik, das hat nichts mit Budgetpolitik zu tun. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?
Erste Feststellung: Das Bundesministerium für Finanzen hat wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Übrigens: Es ist nicht so, Herr Finanzminister, dass die Zahl auf dem Einlageblatt auf Seite 82 auf einen „Ziffernsturz“ zurückzuführen wäre. Das schaut nämlich ganz anders aus. Wer sich die gedruckte Ausfertigung und das Einlageblatt genau anschaut, der sieht, dass es sich um eine komplett andere Tabelle handelt – und die Damen und Herren im Finanzministerium machen eine sorgfältige Arbeit. Sie haben nämlich in ihrer ursprünglichen Berechnung bei der Körperschaftsteuer zu Recht angenommen, dass das Aufkommen an Körperschaftsteuer im Lichte dessen, dass zwei Drittel der drastischen Senkung erst im Jahr 2006 wirksam wird, von 3,6 Milliarden auf 3,250 Milliarden sinken wird. (Abg. Scheibner: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?)
Abg. Scheibner: Haben Sie auch eine Meinung? – Abg. Neudeck: Worüber reden Sie, wenn einmal keine Zeitung herauskommt?
„Der versprochene Gestaltungswille ... ist auf den Ausbau der eigenen Macht begrenzt. Die Visionen ... beschränken sich lediglich auf den nächsten Wahlsieg und den Machterhalt. Und es gilt nicht mehr das gesprochene Wort. Sondern das gebrochene.“ (Abg. Scheibner: Haben Sie auch eine Meinung? – Abg. Neudeck: Worüber reden Sie, wenn einmal keine Zeitung herauskommt?)
Abg. Scheibner: Subjektiv!
Herr Kollege Neugebauer, der Punkt ist, wie es den Menschen in diesem Land geht, und die meisten Menschen in diesem Land können sich nach fünf Jahren Schwarz-Blau weniger leisten als je zuvor. Den meisten Menschen geht es subjektiv schlechter als zuvor (Abg. Scheibner: Subjektiv!), und das ist etwas, wonach diese Bundesregierung zu beurteilen ist, und das ist keine gute Beurteilung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da?! Nehmen Sie das zurück, diese Ausdrucksweise! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen
Herr Bundesminister! Gerade Sie sollten hier den Mund nicht aufmachen, weil Sie bei der schriftlichen Anfragebeantwortung (Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da?! Nehmen Sie das zurück, diese Ausdrucksweise! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen) gesagt haben, Ihnen sei das Nulldefizit mehr wert als Lehrstellen in Österreich. Es ist ein Skandal, wenn ein österreichischer Bundesminister so etwas sagt! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mag. Grasser.) Rufen Sie nicht immer von hinten hinein! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Wollen Sie uns den Mund verbieten? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Ein „höflicher“ Mensch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Budget 2006 kein einziger Euro! (Abg. Scheibner: Ein „höflicher“ Mensch! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Langsam geht es, aber die Redezeit ist gleich aus!
Aber vielleicht noch einmal ganz langsam, damit Sie mitbekommen, wie unsere Argumentation ist (Abg. Scheibner: Langsam geht es, aber die Redezeit ist gleich aus!): Österreich hat in den letzten Jahren ein massives Problem bei den Bildungsvergleichen bekommen mit den Geldern, die bisher zur Verfügung standen – es sagt niemand, dass die letzten zwei, drei Jahre für die PISA-Ergebnisse verantwortlich waren –, mit dem, was in den letzten Jahren passiert ist. Wir sagen: Offenbar war das nicht genug.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Da müssen Sie zumindest neun Monate dazurechnen! So schnell geht das nicht! – Weitere Zwischenrufe.
Sie sagen jetzt: Wenn es weniger Schüler gibt, dann kürzen wir im gleichen Ausmaß. Es hat niemand bestritten, dass es in den Volksschulen weniger Schüler gibt. (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Ja, es gibt weniger Schüler und Schülerinnen. Übrigens ist eines interessant, das Budget 2006 betrifft ja das Schuljahr 2006/2007: Wissen Sie, welche SchülerInnen dann in die Schulen kommen werden? – Die, die 2000 geboren sind. Das ist schon interessant: Ihre Familienpolitik hätte doch dazu führen sollen, dass die Kinderzahl in Österreich steigt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber jetzt sagen Sie: Katastrophe, wir haben sinkende Schülerzahlen bis zum Gehtnichtmehr! Das ist im Übrigen Ihre Familienpolitik, die hier auch durchschlägt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Da müssen Sie zumindest neun Monate dazurechnen! So schnell geht das nicht! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Scharfe Kritik an der Klubführung!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! In 4 Minuten kann man hier nur ein paar Streiflichter aufblinken lassen. (Abg. Neudeck: Aber das ist der Stellenwert in deiner Fraktion! Das hat mit uns nichts zu tun!) Lassen Sie mich beginnen mit Lopatka und Broukal, Kinderbetreuungseinrichtungen: Wir wüssten nicht, dass das nichts mit dem Bund zu tun hat. (Abg. Scheibner: Scharfe Kritik an der Klubführung!) Nehmen Sie dieses Heft und schlagen Sie Seite 100 auf. Sie werden dort finden (Abg. Mag. Donnerbauer: Ist die SPÖ schon so weit, dass sie ...?), dass in den Jahren zwischen 1998 und 2001 Zuschüsse für Kinderbetreuungseinrichtungen, die Kindergartenmilliarde, drinnen war, die Sie damals mit uns beschlossen hatten.
Abg. Scheibner: „Endlich“ steht nicht dort! Zitieren Sie exakt!
Dass im Budget nichts enthalten ist für all die Maßnahmen, die beim Bildungsgipfel groß angekündigt wurden – zehn Punkte –, das beweisen Sie ja selbst. Sie wissen es selbst am besten, Kollegin Brinek und Kollege Amon. Was hätte es denn sonst für einen Sinn, dass Sie mit Datum 2. März 2005 dem Parlament einen Entschließungsantrag vorlegen, in dem steht, dass die Bundesregierung aufgefordert wird, diese Maßnahmen des Bildungsgipfels endlich umzusetzen? – Weil eben nichts im Budget drinsteht (Abg. Scheibner: „Endlich“ steht nicht dort! Zitieren Sie exakt!), müssen Sie Ihre eigene Bundesregierung dazu auffordern, endlich das zu tun, was man ankündigt. (Abg. Dr. Brinek: Das ist aber auch billig!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ja, er ist der Freund der Bauwirtschaft! Da seid ihr neidig!
Infrastruktur – eine besondere Freude –: Für die Infrastruktur in Österreich gibt es – ich muss wirklich sagen, der Infrastrukturminister und Vizekanzler Gorbach ist der Freund der Bauwirtschaft – eine Steigerung von 60 Prozent. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ja, er ist der Freund der Bauwirtschaft! Da seid ihr neidig!) Die Bauwirtschaft ist der Motor der Wirtschaft. Wenn die Bauwirtschaft floriert, dann floriert die gesamte Wirtschaft.
Abg. Scheibner: Na also! Das ist ja eine tatsächliche Bestätigung!
Die Gesamtausgaben für den Bereich Arbeitsmarktpolitik inklusive Arbeitslosenversicherung, Notstandshilfe et cetera betragen tatsächlich 4,9 Milliarden €. (Abg. Scheibner: Na also! Das ist ja eine tatsächliche Bestätigung!) Das ist aber nicht aktive Arbeitsmarktpolitik, das sind passive Leistungen. Wenn Sie so großen Wert darauf legen, dass Sie sich auskennen, so wäre das das Minimum, das man wissen müsste (Abg. Fauland: Was reden Sie für einen Blödsinn daher!), denn das sind Versicherungsleistungen der Versicherten, aber nicht aktive Arbeitsmarktpolitik. (Abg. Scheibner: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! Melden Sie sich zu Wort! Das ist keine tatsächliche Berichtigung, sondern ein Debattenbeitrag!)
Abg. Scheibner: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! Melden Sie sich zu Wort! Das ist keine tatsächliche Berichtigung, sondern ein Debattenbeitrag!
Die Gesamtausgaben für den Bereich Arbeitsmarktpolitik inklusive Arbeitslosenversicherung, Notstandshilfe et cetera betragen tatsächlich 4,9 Milliarden €. (Abg. Scheibner: Na also! Das ist ja eine tatsächliche Bestätigung!) Das ist aber nicht aktive Arbeitsmarktpolitik, das sind passive Leistungen. Wenn Sie so großen Wert darauf legen, dass Sie sich auskennen, so wäre das das Minimum, das man wissen müsste (Abg. Fauland: Was reden Sie für einen Blödsinn daher!), denn das sind Versicherungsleistungen der Versicherten, aber nicht aktive Arbeitsmarktpolitik. (Abg. Scheibner: Das ist eine tatsächliche Bestätigung! Melden Sie sich zu Wort! Das ist keine tatsächliche Berichtigung, sondern ein Debattenbeitrag!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Toni, das glaubst du gar nicht! Das willst du nicht sagen!
Herr Bundesminister, ich kann Ihnen nur empfehlen: Nützen Sie diese Ausstiegsklausel! Die Kaufbedingungen wurden nicht eingehalten. Die Vergaberichtlinien, die Ausschreibungskriterien waren regelwidrig. Da gibt es eine nicht endende Liste an Mängeln und Versäumnissen. Wir haben immer wieder gesagt, dieser Eurofighterkauf, diese sündteure Beschaffung wird sich als Fass ohne Boden erweisen. Daher wäre es richtig und wichtig, sofort auszusteigen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Toni, das glaubst du gar nicht! Das willst du nicht sagen!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Wer dafür ist, den bitte ich um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist nicht die Mehrheit. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) Der Antrag ist abgelehnt.
Abg. Scheibner: Ja, das ist richtig!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Vizekanzler, das, was Sie uns heute geboten haben, war ja wirklich eine Offenbarung. (Abg. Scheibner: Ja, das ist richtig!) Es geht um einen Vorschlag Ihrerseits, der wirklich kontra jegliche Verkehrssicherheitspolitik
Abg. Scheibner: Das themenbezogene Sprechen gilt aber für alle!
Sie aber stellen sich her und erzählen uns groß und breit genau das, was Sie gestern beim Punkteführerschein-Vormerksystem erzählt haben. Herr Minister und Vizekanzler, entschuldigen Sie, haben Sie noch nie etwas von themenbezogenem Sprechen gehört? Sie reden jetzt von – wie heißt Ihr neues Wort? – zielorientierter Geschwindigkeitsbeschränkung, Tempo 160 als zielorientierter Geschwindigkeitsbeschränkung. (Abg. Scheibner: Das themenbezogene Sprechen gilt aber für alle!) Herr Vizekanzler, ich würde Ihnen einmal eine themenorientierte Diskussionsführung vorschlagen, das wäre doch etwas! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das sind themenbezogene Antworten!
Nachdem Sie in Ihrer langen Einleitung am Thema vorbeigeschrammt sind, haben Sie dann auch noch einen Großteil unserer Fragen überhaupt nicht beantwortet. Wo sind wir denn? Entweder haben Sie noch nicht bemerkt, dass Sie jetzt sozusagen hinter statt vor dem Arlberg zu Hause sind (Zwischenrufe bei der ÖVP) und dass im Parlament Rede und Antwort gestanden werden muss – bei einer parlamentarischen Diskussion über eine Anfrage muss auf jeden Fall konkret geantwortet werden. Da nützt es nichts, wenn Sie auf die Fragen 1 bis 18 in Bausch und Bogen irgendetwas antworten, was sich nicht gezielt auf die Fragestellung bezieht. (Abg. Scheibner: Das sind themenbezogene Antworten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie rasen ordentlich über das Ziel mit dieser Rede!
Ich habe jetzt ein bisschen übertrieben, Herr Vizekanzler, das gebe ich schon zu, aber: In einer solchen Situation muss man Ihnen das ganz klipp und klar sagen. (Abg. Großruck: Der Joschka Fischer hat keine Freude mit dieser Rede!) Ich glaube, persönlich haben Sie, Herr Vizekanzler, es womöglich noch gar nicht begriffen, dass Sie mit Ihrem Vorschlag eine völlig falsche Verkehrsmentalität unterstützen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie rasen ordentlich über das Ziel mit dieser Rede!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das geht weiter: „Des derf net woar sein, wo san ma daham!“
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Irgendein alter Schlager lautet: „Zwickt’s mi, i’ man, i’ tram!“ – So etwas Ähnliches fühle ich jetzt. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das geht weiter: „Des derf net woar sein, wo san ma daham!“)
Abg. Scheibner: Bei dem Lied geht es aber um Alkoholismus und nicht um Geschwindigkeit!
Man lernt natürlich unheimlich viel. Herr Abgeordneter Miedl konfrontiert uns mit der Weisheit: Verkehr ist – raten Sie! – Realität. – So weit waren wir schon einmal, glaube ich. Mein Vorredner bringt die Richtgeschwindigkeit oder Zielgeschwindigkeit mit dem Mondflug in Zusammenhang. (Abg. Scheibner: Bei dem Lied geht es aber um Alkoholismus und nicht um Geschwindigkeit!)
Abg. Scheibner: Sind Sie schon so nervös?
Dass der Lärm steigt, hat natürlich auch gesundheitliche Konsequenzen. Sie wissen, Lärm macht nervös. Man merkt es ja auch hier herinnen. Es ist selten still. (Abg. Scheibner: Sind Sie schon so nervös?) Lärm kann bei längeren Phasen der Einwirkung Bluthochdruck bis zum Magengeschwür erzeugen. Wollen Sie das? – Ich glaube, nein, also fahren Sie langsamer!
Abg. Scheibner: Keiner weiß, wie das Lied weitergeht!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Geschätzte Staatssekretäre! „Zwickt’s mi, i man i tram!“ – Jetzt weiß ich, was herauskommt, wenn grüne Gesundheitspolitiker über Verkehrspolitik diskutieren. (Abg. Scheibner: Keiner weiß, wie das Lied weitergeht!) Zwickt’s mi, i man i tram: Da kann es ganz schön philosophisch werden, Herr Professor, aber bei der ganzen Debatte kam nichts Inhaltliches, und das ist vielleicht auch der Unterschied. (Abg. Dr. Van der Bellen: Sind Sie für mehr Feingefühl? – Abg. Dr. Grünewald: ... die geistige Gesundheit, wissen Sie? – Ruf bei den Grünen: Lungenkrebs!)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Das hat er hier aber erklärt! – Abg. Murauer: 180 sind die Grenze! – Keine Ahnung! – Abg. Scheibner – in Richtung des Redners –: Wo warst du denn?
Nehmen wir einmal an, da gibt es einen Fahrer mit einem blauen Porsche, der dann 160 km/h fahren darf: Wenn man jetzt die 160 nimmt und 50 dazurechnet – das ist ja noch erlaubt –, sind wir bei 210 km/h. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Neudeck: Das hat er hier aber erklärt! – Abg. Murauer: 180 sind die Grenze! – Keine Ahnung! – Abg. Scheibner – in Richtung des Redners –: Wo warst du denn?) Und weitere 10 kommen noch hinzu; das ist die Toleranzgrenze, nicht wahr, 5 Prozent. Das heißt, ein Führerscheinentzug käme dann erst bei 220 km/h in Frage. (Abg. Neudeck: Das ist aber ein Armutszeugnis, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Das hat aber auch nichts mit 160 zu tun!
Meine Damen und Herren! Ich möchte auch noch darauf hinweisen, dass der Zustand des Fuhrparks der Exekutive vor allem im Bereich der Verkehrsabteilungen sehr dramatisch ist. Wir haben im April 2004 eine Anfrage gestartet, und dabei hat sich herausgestellt, dass von 197 Einsatzfahrzeugen für die Verkehrsüberwachung 99 zwischen 100 000 und 200 000 km am Tacho haben, 43 zwischen 200 000 und 300 000, elf zwischen 300 000 und 400 000 und zwei sogar über 400 000 km. Wie Sie dann einen Raser mit 200 oder 220 oder noch mehr km/h stoppen wollen, das schau’ ich mir an! (Abg. Scheibner: Das hat aber auch nichts mit 160 zu tun!)
Abg. Scheibner: Das habe ich Ihnen ja wohl erklärt jetzt, oder?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Warum, werte Damen und Herren von den Regierungsparteien, treten Sie eigentlich nicht für Tempo 200 ein oder überhaupt für eine Aufhebung jedes Tempolimits? (Abg. Scheibner: Das habe ich Ihnen ja wohl erklärt jetzt, oder?) – Ich frage Sie das deshalb, weil Sie außer einem Argument nichts gebracht haben, was auch nur ansatzweise rechtfertigen würde, dass man Tempo 160 haben will.
Abg. Scheibner: Das ist aber reine Theorie!
Flüssigkeit des Verkehrs: Wunderbar! Ja? – Wir alle kennen es: Ziehharmonika-Effekt: Da wird 160 gefahren, dort darf dann nur mehr 100 oder 130 gefahren werden; es kommt zu einem schönen Aufstau, der sich in die Tempo-160-Zone fortsetzt. (Abg. Scheibner: Das ist aber reine Theorie!) Ich beglückwünsche Sie zu dieser Argumentation und zu der Freude, die Sie damit für alle Verkehrsteilnehmer, die sich dermaßen auf den Autobahnen bewegen, verursachen.
Abg. Scheibner: Also bitte! Was ist das?
Noch ein letztes „Schlaucherl“-Argument, das Kollege Scheuch gebracht hat (Abg. Scheibner: Also bitte! Was ist das?) – das war das „Über-Schlaucherl“-Argument! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) –: Wenn wir die Geschwindigkeit erhöhen, dann wird der Durchsatz höher. – Mit diesem Argument ... (Rufe bei den Freiheitlichen: Schlusssatz!)
Abg. Grillitsch nickt. – Abg. Scheibner: So ist es!
Arbeitsplätze werden durch Investitionen geschaffen, und die Wirtschaftsfachleute sind sich einig, dass die Beschäftigungssituation wirklich nur über ein gesteigertes Wachstum verbessert werden kann. (Abg. Grillitsch nickt. – Abg. Scheibner: So ist es!) Ich glaube, es war einer Ihrer Kollegen, der heute eine Kennziffer genannt hat, nämlich: 1 Milliarde € in die Wirtschaft investiert bedeutet in etwa 18 000 Arbeitsplätze mehr. – Gut, mag sein, 15 000, 18 000 oder 10 000 – auf alle Fälle hätte das einen Beschäftigungseffekt. Wenn ich mir aber das vorliegende Schummelbudget anschaue, dann finde ich darin nahezu nichts, was in diese Richtung deutet.
Abg. Scheibner: Ihr hört euch schon gegenseitig zu? Das ist ja schon einmal ein Fortschritt! Sie hätten uns zuhören müssen, Herr Kollege! Da hätten Sie was gelernt! Nicht den eigenen Kollegen zuhören! Das bringt nichts!
Ich habe vorhin auch Kollegin Muttonen zugehört, und es geht mir so wie ihr (Abg. Scheibner: Ihr hört euch schon gegenseitig zu? Das ist ja schon einmal ein Fortschritt! Sie hätten uns zuhören müssen, Herr Kollege! Da hätten Sie was gelernt! Nicht den eigenen Kollegen zuhören! Das bringt nichts!): Sie hat im Budget nichts zum Kapitel Kultur gefunden, und ich finde keine Zeile zum Thema Energiepolitik. Im letzten Budgetjahr wurde Energiepolitik zumindest noch erwähnt. Heuer gibt es nicht einmal eine Zeile zu diesem Thema, meine Damen und Herren.
Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, die Regierung ist an allem schuld!
Ich möchte ein anderes Thema ansprechen, ein Thema, das uns in Wien, aber nicht nur in Wien beschäftigt, nämlich die Frage der Integration. Im Zusammenhang mit der PISA-Studie sind die MigrantInnenkinder als Sündenböcke hingestellt worden. Es gibt viele Kinder mit Migrationshintergrund, die ausgezeichnet Deutsch können. Aber abgesehen davon, dass man nicht generalisieren darf, muss man doch sagen, dass es auch eine Leseschwäche bei anderen Kindern gibt. Es geht nicht darum, jetzt jemanden zu finden, der an etwas schuld ist, sondern darum, etwas zu tun. (Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, die Regierung ist an allem schuld!)
Abg. Scheibner: Weil die SPÖ-Politiker ihre Kinder in die Privatschule geben!
Was geschieht jetzt? Werden jetzt vielleicht die BegleitlehrerInnen, die heuer eingespart worden sind, wieder aufgenommen? Keineswegs! Es wird im Pflichtschulbereich noch weiter eingespart. Es sollen noch mehr LehrerInnen im Pflichtschulbereich eingespart werden. (Abg. Dr. Brinek: Es gibt weniger Kinder!) – Es ist richtig, dass es weniger Kinder im Pflichtschulbereich gibt – auch der Herr Minister hat das heute wieder gesagt (Abg. Scheibner: Weil die SPÖ-Politiker ihre Kinder in die Privatschule geben!) –, aber es sind nicht um so viel weniger, dass solche massiven Einsparungen berechtigt gewesen wären. Es ist in Wirklichkeit so, dass gerade bei den ... (Abg. Dr. Brinek: Das ist Angelegenheit der Wiener Schulverwaltung!) Nein! Es ist in Wirklichkeit so, dass es gerade bei den Kindern, die einer besonderen Förderung bedürfen, und bei den Klassen, die schwieriger sind, notwendig wäre, mehr zu fördern. Es werden vom Bund LehrerInnen eingespart, und das geht offensichtlich so weiter.
Abg. Scheibner: Wer hat euch das eingeredet! War das der Kalina?
Kollege Ellmauer, Sie behaupten, Sie hätten die Lasten der Vorperioden zu tragen. – Das waren Investitionen in die Zukunft, wie das mein Vorredner Gradwohl bereits erwähnt hat! (Abg. Scheibner: Wer hat euch das eingeredet! War das der Kalina?)
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, die Steuersenkung ist ja schon umgesetzt!
Mehr Geld in der Brieftasche, das sei Ihr Ziel, haben Sie gesagt. Wessen Brieftasche gemeint war, blieb offen. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, die Steuersenkung ist ja schon umgesetzt!) Die Österreicherinnen und Österreicher mussten massive Einbußen hinnehmen, seit Sie das Budget dieses Landes gestalten. (Abg. Scheibner: Wo denn?) Gewinner Ihrer Budget- und Steuerpolitik sind große Konzerne und das Finanzministerium – nicht die Menschen in Österreich und schon gar nicht die sozial Bedürftigen! Die Gewinner sind nicht die Klein- und Mittelbetriebe, nicht die kleinen Gemeinden und nicht der ländliche Raum.
Abg. Scheibner: Wo denn?
Mehr Geld in der Brieftasche, das sei Ihr Ziel, haben Sie gesagt. Wessen Brieftasche gemeint war, blieb offen. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, die Steuersenkung ist ja schon umgesetzt!) Die Österreicherinnen und Österreicher mussten massive Einbußen hinnehmen, seit Sie das Budget dieses Landes gestalten. (Abg. Scheibner: Wo denn?) Gewinner Ihrer Budget- und Steuerpolitik sind große Konzerne und das Finanzministerium – nicht die Menschen in Österreich und schon gar nicht die sozial Bedürftigen! Die Gewinner sind nicht die Klein- und Mittelbetriebe, nicht die kleinen Gemeinden und nicht der ländliche Raum.
Abg. Scheibner: Das ist aber Selbstkritik!
Dieser Versuch ist also offensichtlich misslungen; das sieht man an den Ergebnissen, die Sie präsentieren. Daher glaube ich, dass der wahre Grund für diesen Auftakt zu dieser Budgetdebatte jetzt im Frühling der ist, dass es in einigen Wochen ein Auseinanderleben dieser Regierungskoalition geben wird, dass die Blauen aus der Regierung hinausgeworfen werden und dass wir im frühen Herbst Neuwahlen haben werden, denn mit so wenig inhaltlichem Engagement wie dieses Budget ist noch keines realisiert worden. (Abg. Scheibner: Das ist aber Selbstkritik!) – Nein, das ist keine Selbstkritik; du hast nicht zugehört, Kollege Scheibner! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Faktum ist leider, dass mit diesem Budget kein einziges aktuelles politisches Problem dieser Republik gelöst wird. (Abg. Scheibner: Die größten Probleme haben wir schon gelöst, Herr Kollege!) Wer solch ein Budget vorlegt, hat keine Ambitionen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Dieser Versuch ist also offensichtlich misslungen; das sieht man an den Ergebnissen, die Sie präsentieren. Daher glaube ich, dass der wahre Grund für diesen Auftakt zu dieser Budgetdebatte jetzt im Frühling der ist, dass es in einigen Wochen ein Auseinanderleben dieser Regierungskoalition geben wird, dass die Blauen aus der Regierung hinausgeworfen werden und dass wir im frühen Herbst Neuwahlen haben werden, denn mit so wenig inhaltlichem Engagement wie dieses Budget ist noch keines realisiert worden. (Abg. Scheibner: Das ist aber Selbstkritik!) – Nein, das ist keine Selbstkritik; du hast nicht zugehört, Kollege Scheibner! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Faktum ist leider, dass mit diesem Budget kein einziges aktuelles politisches Problem dieser Republik gelöst wird. (Abg. Scheibner: Die größten Probleme haben wir schon gelöst, Herr Kollege!) Wer solch ein Budget vorlegt, hat keine Ambitionen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die größten Probleme haben wir schon gelöst, Herr Kollege!
Dieser Versuch ist also offensichtlich misslungen; das sieht man an den Ergebnissen, die Sie präsentieren. Daher glaube ich, dass der wahre Grund für diesen Auftakt zu dieser Budgetdebatte jetzt im Frühling der ist, dass es in einigen Wochen ein Auseinanderleben dieser Regierungskoalition geben wird, dass die Blauen aus der Regierung hinausgeworfen werden und dass wir im frühen Herbst Neuwahlen haben werden, denn mit so wenig inhaltlichem Engagement wie dieses Budget ist noch keines realisiert worden. (Abg. Scheibner: Das ist aber Selbstkritik!) – Nein, das ist keine Selbstkritik; du hast nicht zugehört, Kollege Scheibner! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Faktum ist leider, dass mit diesem Budget kein einziges aktuelles politisches Problem dieser Republik gelöst wird. (Abg. Scheibner: Die größten Probleme haben wir schon gelöst, Herr Kollege!) Wer solch ein Budget vorlegt, hat keine Ambitionen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Danke für die Präsentation!
Oder was ist bei diesem Inserat (der Redner hält ein Inserat in die Höhe) eindeutig zu erkennen? – Ein Gesicht! (Abg. Scheibner: Danke für die Präsentation!) Das hat mit einem Informationsgehalt, wie das der Rechnungshof verlangt, überhaupt nichts zu tun! Das ist doch Visagismus pur! Das hat doch überhaupt nichts mehr damit zu tun, was in diesem Zusammenhang verlangt wird! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Herzeigen!
Oder wenn zum Beispiel Frau Ursula Haubner sagt, Kinder erziehen bringt jeden Tag neue Überraschungen und neue Spannung! – Auch diese „Neuigkeiten“ auf Steuerzahlerkosten! (Abg. Scheibner: Herzeigen!) Um Gottes willen! Sie haben es ja ohnehin in der Zeitung gesehen, Kollege Scheibner. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) Das ist ja wirklich schrecklich! Das Tröstliche dabei ist: Selbst wenn man ein schlechtes Produkt, nämlich Ihre Politik, stark bewirbt, ist das Ergebnis furchtbar. Und das wird auch bei den Nationalratswahlen so sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Oder wenn zum Beispiel Frau Ursula Haubner sagt, Kinder erziehen bringt jeden Tag neue Überraschungen und neue Spannung! – Auch diese „Neuigkeiten“ auf Steuerzahlerkosten! (Abg. Scheibner: Herzeigen!) Um Gottes willen! Sie haben es ja ohnehin in der Zeitung gesehen, Kollege Scheibner. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) Das ist ja wirklich schrecklich! Das Tröstliche dabei ist: Selbst wenn man ein schlechtes Produkt, nämlich Ihre Politik, stark bewirbt, ist das Ergebnis furchtbar. Und das wird auch bei den Nationalratswahlen so sein! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Jetzt hör aber auf!
Die erste Leistung dieser Regierung ist, dass es die höchste Arbeitslosenzahl gibt, die es jemals in dieser Republik gegeben hat. Es gibt die größte Jugendarbeitslosigkeit, die es in dieser Republik jemals gegeben hat. (Abg. Scheibner: Jetzt hör aber auf!) Es gibt eine der höchsten Inflationsraten in Europa, es gibt den höchsten Schuldenstand in absoluten Zahlen gemessen, und Sie haben nichts gemacht, um Investitionen zu fördern, Sie haben nichts gemacht, um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. – In Wirklichkeit ein völliges Versagen der Finanzpolitik ohne jegliche Zukunftsperspektive. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Eigentlich wäre dem nichts hinzuzufügen, wenn diese Regierung nicht die Dreistheit hätte, auch noch das ORF-Gesetz für ihre Propagandazwecke zu missbrauchen (Abg. Scheibner: Vorsicht!), nämlich außerhalb der Werbezeiten, die nach dem ORF-Gesetz
Sitzung Nr. 99
Abg. Scheibner: Wieso „so genannt“?
Jetzt wird versucht, das formal zu überhöhen, mittels eines Sonderausschusses, um dieses Scheitern zu überdecken. Aber noch einmal, es ist ein Präzedenzfall, in der österreichischen Verfassungsgeschichte das erste Mal! Es ist einmal von Klubobmann Scheibner das Anliegen gekommen, das so genannte „Österreich zuerst“-Volksbegehren (Abg. Scheibner: Wieso „so genannt“?) – das so genannte! – in einem Sonderausschuss zu diskutieren. Dem ist damals nicht stattgegeben worden.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich möchte noch auf Folgendes hinweisen: Kaufen Sie österreichische Lebensmittel! – Sie kaufen damit für sich Lebensmittelsicherheit und hervorragende Qualität, Sie können diese Qualität genießen, und unterstützen dadurch auch unsere heimischen Bäuerinnen und Bauern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Der Mölzer ist schon der Anwalt vom Kollegen Cap!
Aber alles hat sich zugespitzt auf den Parteiausschluss von Herrn Mölzer, der am 8. März in der Wochenzeitung „Zur Zeit“ einen Artikel über die FPÖ geschrieben hat – das ist also gar nicht so lange her –, und dazu schreibt die APA Folgendes: „Mölzer zeichnet in ‚Zur Zeit’ ein schonungsloses Bild der FPÖ.“ Untertitel: „Ohnmächtiger kleiner“ Regierungspartner – „Gescheiterte“ Partei ohne Zukunft. (Abg. Scheibner: Der Mölzer ist schon der Anwalt vom Kollegen Cap!)
Abg. Scheibner: Mölzer ist Redeschreiber vom Kollegen Cap! – Abg. Mag. Molterer: Mölzer wird noch SPÖ-Mitglied!
Mölzer schreibt – ich zitiere –: „Die personelle Repräsentanz der freiheitlichen Regierungspartei im Jahre 5 der Regierungsbeteiligung wird von skeptischen Beobachtern der FPÖ, aber auch von innerparteilichen Kritikern als einigermaßen dürftig beschrieben: Die Parteichefin sei als solche primär in ihrer Eigenschaft als Schwester begründbar. Der Vizekanzler aus dem Alemannisch-Vorarlberger Politbiotop der FPÖ stammend, ein klassischer Wirtschaftsliberaler und allzu ÖVP-affin. Die Justizministerin im sozialistischen Milieu politisch sozialisiert und mäßig kompetent.“ – Da müssen wir uns noch die Mühe nehmen, zu überprüfen, ob das wirklich stimmt. –„Die drei Staatssekretäre“ – übrigens anwesend – „politisch-ideologische Leichtgewichte.“ (Abg. Scheibner: Mölzer ist Redeschreiber vom Kollegen Cap! – Abg. Mag. Molterer: Mölzer wird noch SPÖ-Mitglied!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Darabos –: Mein Gott, es ist schon schwierig, gell?
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Mag. Darabos. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Darabos –: Mein Gott, es ist schon schwierig, gell?)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: „Außenstehender“! – Ruf bei der SPÖ: Sind Sie schon orange? – Abg. Reheis: ÖVP-Alleinregierung! – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Scheibner bereitet einen fliegenden Wechsel zur ÖVP vor! – Ruf bei der SPÖ: War das die Rede vom Parteitag?
Ich sage Ihnen: Wenn ich mir das als Außenstehender anhöre und überlege, wem ich glauben soll – Mölzer, Cap oder Molterer –, dann werde ich eher Molterer glauben als den beiden anderen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Silhavy: „Außenstehender“! – Ruf bei der SPÖ: Sind Sie schon orange? – Abg. Reheis: ÖVP-Alleinregierung! – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Scheibner bereitet einen fliegenden Wechsel zur ÖVP vor! – Ruf bei der SPÖ: War das die Rede vom Parteitag?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber das haben Sie eingeführt!
Wahr ist vielmehr, dass die viermalige Erhöhung eine Erhöhung um 28 Prozent bedeutet, während die Inflation nur knapp über 10 Prozent in dem Zeitraum betragen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber das haben Sie eingeführt!)
Abg. Scheibner: Das haben wir schon alles gelesen! Ersparen Sie sich die Redezeit!
Ich lese Ihnen gern aus dem „Kurier“ von heute vor, ein Zitat aus einem Kommentar mit dem Titel „Wer hält das aus?“ (Abg. Scheibner: Das haben wir schon alles gelesen! Ersparen Sie sich die Redezeit!):
Abg. Scheibner: Reden Sie doch über die Dringliche! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reiben sich doch die Hände!
Das ist die Realität, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Neudeck: Sie müssen gar nicht!) Wir haben es bis zum Überdruss satt, einen Tag auf den anderen jede Wendung und Irrung der Freiheitlichen Partei pausenlos aus dem Fernseher, aus dem Radio, aus den Zeitungen quellen sehen oder hören zu müssen. (Abg. Scheibner: Reden Sie doch über die Dringliche! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie reiben sich doch die Hände!)
Abg. Scheibner: Das war nicht das Parlament, sondern der Senat! – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Aber nein! Das war ein Verschwörer, ein hinterhältiger!
Herr Bundeskanzler! Vor zirka 2 000 Jahren hat es einen Redner im römischen Parlament gegeben, der gesagt hat: Wie lange noch willst du unsere Geduld missbrauchen, Catilina? – Das war der Cicero. (Abg. Scheibner: Das war nicht das Parlament, sondern der Senat! – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Aber nein! Das war ein Verschwörer, ein hinterhältiger!) – Ah, das war ein Verschwörer, ein hinterhältiger! Solche haben Sie auch genug in Ihrer Regierung, Herr Bundeskanzler! Da schauen wir gerne zu, wer der Nächste sein wird. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie der SPÖ. – Abg. Neudeck: Dass man mit so einer seichten Rede schwimmen kann, ist ein Wunder!)
Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Na das ist eine Rede!
neuen Partei? Haben wir etwas versäumt? Oder steht uns das noch bevor, Herr Kollege Schweitzer? (Staatssekretär Mag. Schweitzer – sein orangenes Armband abnehmend und es dem Redner reichend –: Das ist die Österreichische Sporthilfe!) – Das ist die Österreichische Sporthilfe? Na gut, ich nehme es zur Kenntnis, Herr Kollege Schweitzer! (Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Na das ist eine Rede!) Vielleicht ist es auch eine Hilfe für die Freiheitliche Partei. (Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Der Redner dreht sich zur Regierungsbank um und übergibt das orangene Armband wieder Staatssekretär Mag. Schweitzer.)
Abg. Scheibner: Das ist aber bei Ihnen mehr der Fall!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich zweifle sehr daran, dass Sie dieses Thema sehr ernst nehmen. (Abg. Scheibner: Das ist aber bei Ihnen mehr der Fall!) Das hat sich schon heute am Vormittag gezeigt, Herr Präsident, als Sie lächelnd den Betreff der Dringlichen vorgelesen haben. Ich weiß nicht, ob Sie wegen des Ausdrucks „speed kills“ gelächelt haben, den Sie selber sehr oft in früheren Zeiten verwendet haben, oder ob Sie über das Thema an sich gelächelt haben. Beides befremdet mich etwas, denn, wie wir heute schon gehört haben, ist das ein sehr ernstes Thema, und diese Regierung befindet sich tatsächlich in einer Krise. Es ist nicht das Gegenteil der Fall, wie Sie behaupten. (Beifall bei der SPÖ.) Alle Redebeiträge, sogar jene von der Regierungsbank, haben mir das belegt.
Abg. Scheibner: Welche Steuern sind erhöht worden?
Längst wissen Sie, meine Damen und Herren von ÖVP und FPÖ, dass Ihre Mini-Mini-Steuergeschenke an die Bevölkerung nicht das wettmachen, was Sie Jahre zuvor abkassiert haben. Sie haben Selbstbehalte erhöht und solche eingeführt, wo sie noch nicht da waren, Sie haben Steuern erhöht (Abg. Scheibner: Welche Steuern sind erhöht worden?), Sie haben neue Beiträge eingeführt, und das Geld, das Sie jetzt kleinweise zurückschenken, ist ja längst hereingekommen.
Abg. Scheibner: Er hat ja noch immer nichts gesagt!
Das war Wertschätzung gegenüber der Lebenssituation von Frauen: Verbesserung der Arbeitsmarktsituation, Verbesserung der gesellschaftlichen Position von Frauen. – Welche Töne hören wir denn jetzt, Herr Kollege Mainoni? (Abg. Scheibner: Er hat ja noch immer nichts gesagt!) Sind Sie auch der Auffassung, dass Schwangerschaftsabbruch vielleicht wieder verboten gehört? Sind Sie auch der Auffassung, Herr Kollege (Heiterkeit des Staatssekretärs Mag. Mainoni), weil Sie sich so echauffieren (Staatssekretär Mag. Mainoni – erneut verwundert den Kopf schüttelnd –: Sie müssen die falsche Rede haben!), sind Sie vielleicht auch der Auffassung, dass eingetragene Partnerschaften für schwule und lesbische Paare nicht Recht werden sollten, wie es leider Frau Miklautsch jetzt wieder einmal erwähnt hat? Sind Sie der Meinung, dass diese Menschen nicht zu ihrem Recht kommen sollten? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Was ist „ihr Recht“?) Dann sind das Töne, die mir allzu bekannt vorkommen und die ich mir „weggewünscht“ hätte aus dieser Diskussion. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ein Stillstand kann keine Steigerung ...!
Sie haben genug Helferinnen und Helfer in der Bundesregierung; die Zeit lässt nicht zu, dass ich auf alle einzeln eingehe. Aber ich kann Ihnen zum Abschluss sagen: Dieser Stillstand, der jetzt herrscht, kennt noch eine Steigerung, Kollege Scheibner, und die heißt Rückschritt. (Abg. Scheibner: Ein Stillstand kann keine Steigerung ...!) Für Österreichs Männer und Frauen, für die meisten Menschen in Österreich ist es eine triste, eine schwarze, eine lustlose Politik – und die ist besonders negativ spürbar für die Frauen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie sind überhaupt nicht lustvoll!)
Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh, wenn man jemanden zum Lachen bringen kann!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde, das war jetzt wirklich nett vom Kollegen Scheuch. Das war der Versuch, ein eigenes Bild zu produzieren, Herr Abgeordneter, worüber Sie selbst haben lachen müssen, weil es Ihnen nicht gelungen ist, diese einheitliche Freiheitliche Partei glaubhaft darzustellen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, weil ich ein freundlicher Mensch bin!) Das war ein wirklich netter Versuch. (Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh, wenn man jemanden zum Lachen bringen kann!) Ja, es war erheiternd und entspannend, das muss man wirklich sagen.
Abg. Scheibner: Stimmt auch!
Wer, wenn nicht Sie, hat behauptet, dass Ihr Regierungspartner, die Freiheitliche Partei, ein verlässlicher, solider und kompetenter Partner ist (Abg. Scheibner: Stimmt auch!), und wer hat dann verfrüht wählen lassen und dasselbe noch einmal behauptet? – Das waren Sie! Wer hat teure französische Weine auf den Bestand Ihrer
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben schon merkwürdige Gedanken, Herr Kollege!
Wenn wir zuschauen müssen, relativ ohnmächtig, welche sadomasochistischen Transformationsübungen die Freiheitliche Partei betreibt, dann, muss ich sagen, ist der damit verbundene Lustgewinn nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zugänglich, und das sollte auch nicht sein. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben schon merkwürdige Gedanken, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Wie viel soll er noch abgeben?
Wichtig wäre aber vor allem dann für den Bundeskanzler, der immer schweigt und wieder nicht da ist, und für den Finanzminister, sich dort zu engagieren, wo für die Republik Gefahr im Verzug ist, etwa beim Tohuwabohu um den Stadionbau in Klagenfurt. Heute hat der Bundeskanzler zum ersten Mal nach drei Jahren hier drei Statements zum Stadionbau abgegeben, die nebenbei inkompetent und nicht aktuell waren. (Abg. Scheibner: Wie viel soll er noch abgeben?)
Sitzung Nr. 101
Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt ja nicht! – Abg. Scheibner: Aber nur bei Ihnen in der Sektion!
Herr Bundeskanzler, Sie haben gestern wortreich darauf hingewiesen, was denn die Bundesregierung so alles unternimmt. Dabei habe ich mir die Frage gestellt: Wie ist es möglich, dass zwei so unterschiedliche Realitäten in den Ausführungen zum Vorschein kommen? – Dass Sie im Wesentlichen den Eindruck erwecken, es wäre alles in Ordnung, es werde ohnehin alles besser und das Menschenmögliche getan, dass aber auf der anderen Seite die österreichische Bevölkerung einen ganz anderen Eindruck hat? (Abg. Dr. Stummvoll: Das stimmt ja nicht! – Abg. Scheibner: Aber nur bei Ihnen in der Sektion!)
Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie mit dem Ederer-Tausender!
Ein drittes Beispiel: Sie sprachen von der „größten Steuerreform aller Zeiten“. Ich erinnere Sie daran: Eine Woche vor der letzten Nationalratswahl haben Sie den Menschen versprochen – gemeinsam mit dem Finanzminister! –, dass es ab dem Jahr 2005 für jeden Österreicher/jede Österreicherin eine Steuerentlastung von 1 000 € geben wird. Was ist die Realität? (Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie mit dem Ederer-Tausender!) Nein! Die durchschnittliche ... (Abg. Scheibner: Mit den Tausendern haben Sie ein Problem! Wir halten unsere Versprechen!)
Abg. Scheibner: Mit den Tausendern haben Sie ein Problem! Wir halten unsere Versprechen!
Ein drittes Beispiel: Sie sprachen von der „größten Steuerreform aller Zeiten“. Ich erinnere Sie daran: Eine Woche vor der letzten Nationalratswahl haben Sie den Menschen versprochen – gemeinsam mit dem Finanzminister! –, dass es ab dem Jahr 2005 für jeden Österreicher/jede Österreicherin eine Steuerentlastung von 1 000 € geben wird. Was ist die Realität? (Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie mit dem Ederer-Tausender!) Nein! Die durchschnittliche ... (Abg. Scheibner: Mit den Tausendern haben Sie ein Problem! Wir halten unsere Versprechen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie haben das Kindergeld eingeführt, das führt eine kurzfristige Verbesserung der Situation der Frau und eine gewisse Armutsabsicherung während der Zeit des Daheimbleibens herbei. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ja, das ist so. Doch nachher, Herr Kollege Scheibner, was ist nachher? Das ist Ihnen Wurscht? (Abg. Scheibner: Nein! Sie tun das alles so ab!) Das sind Milliarden an Volksvermögen, die hier jährlich verpulvert werden. Wir brauchen diese Betreuung im Vorschulalter und während der Schulzeit – doch die Bundesregierung schläft! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein! Sie tun das alles so ab!
Sie haben das Kindergeld eingeführt, das führt eine kurzfristige Verbesserung der Situation der Frau und eine gewisse Armutsabsicherung während der Zeit des Daheimbleibens herbei. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ja, das ist so. Doch nachher, Herr Kollege Scheibner, was ist nachher? Das ist Ihnen Wurscht? (Abg. Scheibner: Nein! Sie tun das alles so ab!) Das sind Milliarden an Volksvermögen, die hier jährlich verpulvert werden. Wir brauchen diese Betreuung im Vorschulalter und während der Schulzeit – doch die Bundesregierung schläft! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na, deshalb waren Sie nicht da!
Verantwortlich dafür ist Bundesministerin Gehrer, Bundesminister Grasser und ... Ich habe gestern Abend, als ich mich mit dieser Rede beschäftigt habe, lange nachdenken müssen, wer eigentlich Frauenministerin in dieser Regierung ist. (Abg. Scheibner: Na, deshalb waren Sie nicht da!) Dann ist mir nur Minister Haupt eingefallen, und ich habe mir gedacht: Das kann nicht sein, Herr Kollege Haupt ist ja nicht mehr Minister! Es ist Ministerin Rauch-Kallat, habe ich mich aufklären lassen. (Abg. Riepl: Und der Bundeskanzler ist verantwortlich!) – Der Bundeskanzler ohnehin, natürlich! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Danke für den Hinweis, verehrte Kollegen! (Abg. Mag. Molterer: Der Bundeskanzler-Fanclub!)
Abg. Scheibner: Schon wieder das! Ich glaube, Sie haben gestern ...!
Was die Bundesregierung macht, Herr Kollege Stummvoll, ist (Abg. Dr. Stummvoll: Schuld ist immer der Bundeskanzler!): Bremsen beim Kyoto-Protokoll, verhindern, dass anspruchsvolle Ziele, von Maßnahmen ganz zu schweigen, in der Fortsetzung des Kyoto-Protokolls auf EU-Ebene festgelegt werden. Was die Bundesregierung macht, ist eine „Mickey-Mouse-ierung“ der Umweltverträglichkeitsprüfung. (Abg. Scheibner: Schon wieder das! Ich glaube, Sie haben gestern ...!) Das bringen Sie zustande. Sie bringen eine Verminderung der Förderung bei den erneuerbaren Energien zustande. Sie bringen es zustande, bei der Feinstaubvermeidung einfach Augen und Ohren zu schließen, die Nasen und die Lungen zu schließen. Bei der Bevölkerung bringen Sie allerdings nichts zustande. Das ist das Problem! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Was heißt: Die Nase und Lunge schließen? Was ist das? Wie wollen Sie die Nase und die Lunge schließen?)
Abg. Scheibner: Reden Sie nur weiter! Wir haben eh nichts anderes zu tun!
Wenn die Uhr stimmt, Herr Präsident, dann werde ich meine Redezeit gnadenlos ausnützen und noch einige Worte über Folgendes verlieren (Abg. Scheibner: Reden Sie nur weiter! Wir haben eh nichts anderes zu tun!): Die Zeit dieser Bundesregierung läuft unwiderruflich ab. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ihre Redezeit Gott sei Dank auch!) Ob das der Juni 2005 oder der Oktober 2005 oder ein anderes Datum ist: Die Dämmerung dieser Bundesregierung ist unwiderruflich eingetreten. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Potemkinsch seid ihr! Da ist nämlich keiner mehr da!
Die FPÖ ist nicht mein Thema. Die FPÖ ist nur als Regierungspartner der ÖVP mein Thema. Das ist es, was mich interessiert! Unterwerfen, auflösen, der Nationalratsklub aber muss sozusagen als potemkinsches Dorf weiter existieren (Abg. Scheibner: Potemkinsch seid ihr! Da ist nämlich keiner mehr da!) und als der formal juristische Träger der Regierung im Nationalrat der Regierung die Stange halten. Was nachher passiert, ist nicht die Sorge der ÖVP. Ich bin der ÖVP in gewisser Weise dankbar dafür, dass sie uns das so klar vor Augen führt. Ich habe kein Mitleid mit der FPÖ,
Abg. Scheibner: Schon wieder Mickey Mouse! – Abg. Neudeck: Was Sie alles analysieren! Seit wann redet der Goofy so viel über Mickey Mouse?
Zum Thema „Stabilität“ möchte ich Folgendes sagen: Wie oft haben wir gehört, dass diese Bundesregierung stabil ist? Jetzt hören wir: Okay, CSU-Modell ist möglich, Spaltung in FPÖ-alt und FPÖ-neu ist möglich, zwei oder zwölf Parteien werden vielleicht entstehen. – Herr Stadler als einer der Proponenten einer neuen oder alten Partei – ich kenne mich da nicht so genau aus – sitzt heute auf der Regierungsbank. (Abg. Großruck: Sprechen Sie zum Budget?) Das ist nach Ansicht der ÖVP alles egal, da gibt es Dutzende von Stellungnahmen. Es stimmt, es ist Ihnen völlig Wurscht, solange sich der Nationalratsklub nicht auflöst, solange nur Frau Rosenkranz eine Kandidatin sein könnte oder der Dritte Nationalratspräsident Prinzhorn, der bei der letzten Sitzung auch gegen Haubner gestimmt hat. Solange nur zwei Stimmen fehlen, macht das nichts. Das sind Mickey-Mouse-Probleme. (Abg. Scheibner: Schon wieder Mickey Mouse! – Abg. Neudeck: Was Sie alles analysieren! Seit wann redet der Goofy so viel über Mickey Mouse?)
Abg. Scheibner: Peinlich!
An dieser Stelle könnten Sie sich überhaupt das Humoristische abschminken, denn diese Leute zahlen nämlich die Mehreinnahmen im Bereich der Umsatzsteuer, die in diesem Budget ausgewiesen ist. (Abg. Scheibner: Peinlich!) Das sind jene Menschen, die von den Gebührenerhöhungen außerhalb der Maastricht-Rechnung betroffen sind, von den Kürzungen im Bereich der Kostenerstattung durch die Sozialversicherung, denen kein Heizkostenzuschuss ausbezahlt wurde, die also von Ihrer Politik voll getroffen werden und denen Sie 2003 die Pensionen gekürzt haben. Und heute sagt der Herr Bundeskanzler: 2005 haben wir eine kleine Entlastung.
Abg. Scheibner: Sie sind ja nicht die SPÖ!
Da jetzt in den Regierungsfraktionen wieder Ruhe eingekehrt ist, komme ich wieder zum Gegenstand unserer Verhandlungen, zum Budget 2006. Offensichtlich ist im Budget zu wenig enthalten, sodass man sich damit beschäftigt, ob ich irgendwelche Steuererhöhungen verlangt habe. – Habe ich nie! Das ist einfach ein Blödsinn, Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Sie sind ja nicht die SPÖ!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bitte noch ein paar so Redner!
Letzter Punkt: Ein Budget, das keine Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit setzt, ein Budget, das bei den Infrastrukturinvestitionen entgegen der Behauptung des Kollegen Molterer einen Rückgang bedeutet, ein Budget, das keinerlei Zukunftsinvestitionen erweitert, ein Budget, das keinerlei Maßnahmen setzt, ist kein Budget einer Morgendämmerung, sondern einer dem Ende zugehenden Regierung. Schauen Sie, dass das Land eine bessere Regierung bekommt! Das gilt für Sie als Wählerinnen und Wähler. Schauen Sie darauf, dieses Land hat eine bessere Regierung verdient, die wieder Maßnahmen setzt, damit die Arbeitslosigkeit sinkt, das Land wieder stärker wächst und die Realeinkommen der Menschen wirklich steigen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bitte noch ein paar so Redner!)
Abg. Scheibner: Wir können gerne einmal auf ein Glaserl gehen, aber erst nach der Sitzung!
Trotzdem darf man dem Appell des Kanzlers in einem Punkt vielleicht folgen wollen, nämlich sich an der Sinnhaftigkeit einer Budgetdebatte orientieren zu wollen. Da muss man sich wahrscheinlich mit mehr beschäftigen. Kollege Scheibner! Es wäre gut, wenn auch Sie Ihre Reden nach 18 Uhr vorbereiten würden. (Abg. Scheibner: Wir können gerne einmal auf ein Glaserl gehen, aber erst nach der Sitzung!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie sollten Ihre Reden auch besser vorbereiten, lieber Kollege – egal, ob vor oder nach 18 Uhr! Alles falsch!
Wenn Sie schon Gerechtigkeitsindikatoren bemühen, meine ich, dann darf hier wohl die Entwicklung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern auch als Indikator dienen. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie sollten Ihre Reden auch besser vorbereiten, lieber Kollege – egal, ob vor oder nach 18 Uhr! Alles falsch!)
Abg. Scheibner: Zeitung lesen ist auch nicht besser!
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege von Einem, ob ich Ihnen das, was Sie sich erhoffen, bieten kann, weiß ich nicht. (Abg. Scheibner: Zeitung lesen ist auch nicht besser!) – Das glaube ich auch.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
„Fit und aktiv im Alter“, „Rund um die Familie“, „Pensionsharmonisierung“. (Abg. Dr. Fekter: Information an die Bürger!) Von Kompetenz keine Spur bei Frau Haubner, Herr Kollege Scheibner, aber für Inserate haben Sie das Geld! Das ist unmöglich. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Haben Sie Ihre gestrige Dringliche gelesen mit den Rechtschreibfehlern?
Aber bleiben wir bei der Kompetenz, wenn Sie schon unqualifiziert dazwischenrufen: Da schließt sie einer Studie einen Begleitbrief an, und siehe da, es finden sich zwei katastrophale Rechtschreibfehler darin. (Der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe.) Also, meine Damen und Herren, für so viele Inserate Geld ausgeben, aber nicht einmal rechtschreiben können, das ist schon ein starkes Stück! (Abg. Scheibner: Haben Sie Ihre gestrige Dringliche gelesen mit den Rechtschreibfehlern?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Na geh! – Abg. Scheibner: Das ist nicht zulässig!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Volksanwälte! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Damen und Herren hier im Hohen Haus! Wie lautete jetzt der Schlusssatz von Ihnen, Herr Kollege Lopatka: Wir sind der Anwalt der kleinen Leute?! Also, das ist mir das Neueste! Das zeigt ganz genau eine Entwicklung, die wir immer schon behauptet haben, nämlich, dass Sie völlig verhaidern. Die Verhaiderung der ÖVP zeigt sich in Ihrer Rede. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Stummvoll: Na geh! – Abg. Scheibner: Das ist nicht zulässig!)
Abg. Scheibner: Nennen Sie einmal die absoluten Beträge!
Außerdem hat Kollege Kräuter dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass derselbe Herr Vizekanzler, der äußerst großzügig mit Spesen umgeht, der Budgets um 100 Prozent überschreitet – generös, um 100 Prozent, mehr kann es auch noch sein (Abg. Scheibner: Nennen Sie einmal die absoluten Beträge!) –, fährt fleißig ins Ausland, seine Reisetätigkeit ist ja schon Legende. Aber er bedient sich nicht irgendeines Reisebüros – meiner Meinung nach kosten ja die Reisen schon viel zu viel –, nein, es wird extra etwas dafür gegründet, nämlich ein Bundesinstitut für internationalen Bildungs- und Technologietransfer, dessen Homepage under construction ist. (Abg. Scheibner: Sie wissen überhaupt nicht, worum es da geht!)
Abg. Scheibner: Sie wissen überhaupt nicht, worum es da geht!
Außerdem hat Kollege Kräuter dankenswerterweise darauf hingewiesen, dass derselbe Herr Vizekanzler, der äußerst großzügig mit Spesen umgeht, der Budgets um 100 Prozent überschreitet – generös, um 100 Prozent, mehr kann es auch noch sein (Abg. Scheibner: Nennen Sie einmal die absoluten Beträge!) –, fährt fleißig ins Ausland, seine Reisetätigkeit ist ja schon Legende. Aber er bedient sich nicht irgendeines Reisebüros – meiner Meinung nach kosten ja die Reisen schon viel zu viel –, nein, es wird extra etwas dafür gegründet, nämlich ein Bundesinstitut für internationalen Bildungs- und Technologietransfer, dessen Homepage under construction ist. (Abg. Scheibner: Sie wissen überhaupt nicht, worum es da geht!)
Abg. Scheibner: Das ist alles falsch, was Sie da sagen!
Da geht es um Steuergelder! Herr Rechnungshofpräsident, ich werde Ihnen anschließend das als konkreten Hinweis, wo Ihre Tätigkeit sich fokussieren kann, mitgeben. Bitte, so steht es auch ums Steuergeld! (Abg. Scheibner: Das ist alles falsch, was Sie da sagen!) Bitte, widerlegen Sie es, ich habe ja nur den Beleg! (Abg. Scheibner: Es
Abg. Scheibner: Was soll mit diesen Leuten jetzt passieren? Was wollen Sie mit diesen Leuten machen? Legen Sie da eine schwarze Liste an?
Gilbert Trattner, ehemaliger FPÖ-Finanzreferent, jetzt Finanzchef bei der SCHIG, noch dazu Finanzchef bei der ÖBB-Infrastruktur-Bau AG. (Abg. Scheibner: Was soll mit diesen Leuten jetzt passieren? Was wollen Sie mit diesen Leuten machen? Legen Sie da eine schwarze Liste an?)
Abg. Scheibner: Sollen die jetzt ein Berufsverbot bekommen oder aus dem Land gewiesen werden?
Elke Nebenführ. (Abg. Scheibner: Sollen die jetzt ein Berufsverbot bekommen oder aus dem Land gewiesen werden?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie, was soll mit diesen Leuten passieren?
Frau Exbundesministerin Forstinger hat auch noch Aufträge von den ÖBB. (Abg. Scheibner: Sagen Sie, was soll mit diesen Leuten passieren?)
Abg. Scheibner: Ihre schwarze Liste können Sie behalten!
Es geht immer um Postenbesetzungen, die mit Steuergeldern finanziert werden. (Abg. Scheibner: Ihre schwarze Liste können Sie behalten!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Martin Santer; der hat gestern den Dienst angetreten; völlig überflüssig, eine Zweitbesetzung im SCHIG-Bereich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Allerdings hat die Frau Bildungsministerin – auch im Zusammenhang mit den Finanzausgleichsverhandlungen – einen sehr richtigen Voranschlag getroffen: Es wurde nicht um diese Summe, also um 43 Millionen reduziert, sondern, ganz im Gegenteil, im Finanzausgleich, der bekanntlich unter jenen Parteien, die in den Bundesländern Hauptverantwortung tragen, also Sozialdemokraten, Vertreter der Volkspartei und der Freiheitlichen Partei, ausverhandelt wurde, vereinbart, dass entgegen diesem angesprochenen Rechenmodell doch um 12 Millionen € mehr zur Verfügung gestellt werden, um eben einerseits die Schulen im ländlichen Raum entsprechend zu unterstützen – da geht es uns darum, Klein- und Kleinstschulen ausdrücklich zu erhalten, weil wir nicht wollen, dass Kinder schon allzu früh zu Pendlern gemacht werden – und andererseits auch andere notwendige Fördermaßnahmen zu ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Was mir wehtut, ist, wenn ich von Seiten der FPÖ immer höre: Reformen müssen wehtun. Ich weiß schon, Sie können sich vom Schmerz nicht mehr lösen. Sie sind Schmerz gewohnt, Sie geißeln sich selbst. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) Aber deswegen müssen Reformen nicht wehtun. Andere sagen dann wieder: Wenn die Unis mehr Geld haben, dann entwickeln sie Kreativität und Phantasie, dann geht es erst richtig los.
Abg. Scheibner: Aber ihr seid ja auch gegen das Bundesheer!
sperrt (Abg. Scheibner: Aber ihr seid ja auch gegen das Bundesheer!), wie wichtig es ist, dass man die Strafen erhöht: Was soll die Bevölkerung davon halten, wenn Sie auf der einen Seite vorgaukeln, Sie würden etwas für die Sicherheit tun wollen, auf der anderen Seite aber diese wichtigsten Ministerien, das Innen- und das Justizministerium, aushungern. Erklären Sie das, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie für eine Erhöhung des Verteidigungsbudgets? – Abg. Mag. Posch: Das kann man nicht erklären!) – Man kann es nicht erklären, Walter, du sagst es richtig.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie für eine Erhöhung des Verteidigungsbudgets? – Abg. Mag. Posch: Das kann man nicht erklären!
sperrt (Abg. Scheibner: Aber ihr seid ja auch gegen das Bundesheer!), wie wichtig es ist, dass man die Strafen erhöht: Was soll die Bevölkerung davon halten, wenn Sie auf der einen Seite vorgaukeln, Sie würden etwas für die Sicherheit tun wollen, auf der anderen Seite aber diese wichtigsten Ministerien, das Innen- und das Justizministerium, aushungern. Erklären Sie das, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie für eine Erhöhung des Verteidigungsbudgets? – Abg. Mag. Posch: Das kann man nicht erklären!) – Man kann es nicht erklären, Walter, du sagst es richtig.
Abg. Scheibner: Jetzt haben wir schon geglaubt ...!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (fortsetzend): Alle, die gehofft haben, es wäre Sprachlosigkeit, muss ich enttäuschen, auch alle, die meinen, ich würde den Nobelpreisträger Heinrich Böll aus seiner Kurzgeschichte „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ zitieren, muss ich enttäuschen, obwohl Murks gut zu diesem Budget passen würde. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir schon geglaubt ...!) Ich habe mich lediglich bemüht, in der nötigen Kürze, gleichzeitig aber mit der notwendigen Ausführlichkeit ... (Abg. Dr. Fekter: Ein schlechter Scherz! – Abg. Dr. Stummvoll: Ein „substantieller“ Beitrag!) ... mit der notwendigen Ausführlichkeit die unsägliche Arbeit dieser schwarz-blauen Koalition zu beschreiben. Und das kann man am besten durch Stillstand. Mehr haben Sie leider nicht zu bieten – und mehr kann auch ich nicht dazu bieten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht umfallen in Kärnten!)
Sitzung Nr. 102
Abg. Scheibner: Das kann Ihnen völlig egal sein!
Es stellt sich überhaupt die Frage: Welcher politische Konsens steht nun hinter diesem Budget? – Ist es ein Budget, das, so nehme ich an, von der ÖVP getragen ist? Wird es von der BZÖ getragen? Wird es von der FPÖ getragen? Handelt es sich um ein Budget einer Zwei-Parteien-Koalition oder handelt es sich um ein Budget einer Drei-Parteien-Koalition? (Abg. Dr. Fekter: Von den Abgeordneten wird es getragen!) Mit wem haben wir es hier überhaupt zu tun? Bis jetzt haben sich die Abgeordneten hier im Hohen Haus nicht deklariert: Gehören sie nun zur FPÖ oder gehören sie zur BZÖ? Was ist eigentlich das Gegenüber, mit dem wir es heute zu tun haben? (Abg. Scheibner: Das kann Ihnen völlig egal sein!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Eine weitere Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist doch die: Wir haben in wenigen Wochen eine Abstimmung über die Frage der Europäischen Verfassung. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Gestern hat Jörg Haider bei der Präsentation dieses BZÖ gesagt: Diese Partei steht loyal zur Regierung, nur, sie wird EU-kritischer sein als die bisherige FPÖ. Sie wird also noch EU-kritischer sein als die bisherige FPÖ. Was heißt das also, meine sehr verehrten Damen und Herren? (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) – Wird dieser neue Verein „BZÖ“ zur Europäischen Verfassung stehen: ja oder nein? (Abg. Scheibner: Sie hören wie immer falsch zu!) Kann sich irgendjemand vorstellen, dass mit einem BZÖ, das EU-kritischer ist als die alte FPÖ, die österreichische EU-Präsidentschaft im nächsten Jahr zu machen ist?
Abg. Scheibner: Sie hören wie immer falsch zu!
Eine weitere Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist doch die: Wir haben in wenigen Wochen eine Abstimmung über die Frage der Europäischen Verfassung. (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Gestern hat Jörg Haider bei der Präsentation dieses BZÖ gesagt: Diese Partei steht loyal zur Regierung, nur, sie wird EU-kritischer sein als die bisherige FPÖ. Sie wird also noch EU-kritischer sein als die bisherige FPÖ. Was heißt das also, meine sehr verehrten Damen und Herren? (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) – Wird dieser neue Verein „BZÖ“ zur Europäischen Verfassung stehen: ja oder nein? (Abg. Scheibner: Sie hören wie immer falsch zu!) Kann sich irgendjemand vorstellen, dass mit einem BZÖ, das EU-kritischer ist als die alte FPÖ, die österreichische EU-Präsidentschaft im nächsten Jahr zu machen ist?
Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie doch! – Abg. Scheibner: Mit uns! Sie sind hier im Parlament! – Abg. Neudeck: Wir sind alle gewählt!
Die Menschen in Österreich haben eine Menge Sorgen, die sich auf die Fragen der Wirtschaftspolitik, der Arbeitsmarktpolitik beziehen, und über all diese Themen kann heute nicht geredet werden, weil völlig unklar ist, mit wem wir es hier zu tun haben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Reden Sie doch! – Abg. Scheibner: Mit uns! Sie sind hier im Parlament! – Abg. Neudeck: Wir sind alle gewählt!) – Warten Sie einmal ein bisschen! Ich kann einmal die Stenographin oder den Herrn Stenographen fragen, was sie eigentlich notieren, wenn Zwischenrufe kommen: Zwischenrufe von dem BZÖ oder von der F? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Von der Partik-Pablé!) Das ist eine wichtige Frage, nicht? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf! Bei Zwischenrufen steht nur der Name ohne Partei!)
Abg. Scheibner: Habe ich nicht gesagt! Ohne Gegenstimmen habe ich gesagt!
Klubobmann Scheibner hat in seinem Bericht gesagt, es hätte im FP-Klub einen einstimmigen Beschluss für dieses Regierungsübereinkommen gegeben. (Abg. Scheibner: Habe ich nicht gesagt! Ohne Gegenstimmen habe ich gesagt!) Jetzt sehe ich gerade in der APA: Das ist nicht so. Barbara Rosenkranz und Bundesrat John Gudenus stehen nicht hinter diesem Regierungsübereinkommen. (Aha-Rufe bei der SPÖ.) Das heißt, wir haben eine Spaltung im schon gespaltenen Klub. Und wie wird die Spaltung weitergehen? – Das wird ein permanentes Spalten sein. Irgendwann werden Sie dann nur noch Wände dazwischen haben, weil keiner mehr mit dem anderen redet in dem Klub da drüben. Aber eine Pressekonferenz wird es demnächst geben mit den Landesparteivorsitzenden der FPÖ: Strache, Hauser aus Tirol, Rosenkranz – Niederösterreich, Schnell – Salzburg, Tschürtz – Burgenland. Das ist ja keine Kleinigkeit, das sind fünf Landesparteivorsitzende!
Abg. Scheibner: Das liegt ja nur an Ihnen!
Ich beginne mit der politischen Modefarbe dieser Tage: orange – „dieser Tage“ sage ich, denn „dieser Wochen“ würde ich mich eher nicht zu prophezeien trauen. Eigentlich sollte dieses Orange im Mittelpunkt dieser Debatten stehen (die Rednerin zeigt ein Budgetheft mit orangem Deckblatt), nämlich ein Budget, über das man seriös und ernsthaft diskutieren kann. De facto haben Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP und vom freiheitlichen Klub, dieses Orange, dieses Budget jedoch zum Statisten der politischen Diskussion dieser Tage gemacht. Dafür tragen Sie die Verantwortung! (Abg. Scheibner: Das liegt ja nur an Ihnen!)
Abg. Scheibner: Es hört sich aber fast so an!
Dass ich mit der öffentlich zelebrierten Selbstzerstörung der FPÖ – ehemals FPÖ/jetzt BZÖ, mit auch nicht größeren Erfolgschancen – nicht unbedingt Mitleid habe, ist klar. (Abg. Scheibner: Es hört sich aber fast so an!) Ich werde die Letzte sein, die Sie an dieser Selbstzerstörung hindert.
Abg. Scheibner: Damit man sie besser verhandeln kann!
Aber das ist offensichtlich die Politik, die in diesem Hause überhaupt betrieben wird: Anträge von der Opposition werden vertagt – sogar Petitionen, die von Ihren eigenen Abgeordneten eingebracht werden, Herr Kollege Scheibner, werden vertagt (Abg. Scheibner: Damit man sie besser verhandeln kann!), und zwar x-mal vertagt, weil Sie die öffentliche Diskussion hier im Plenarsaal meiden wollen. Sie wollen sich der Diskussion nicht stellen! (Abg. Scheibner: Weil Sie nicht bereit sind, sachlich zu diskutieren!) Das ist genau der Punkt, und das hat sich die Öffentlichkeit in Österreich nicht verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Weil Sie nicht bereit sind, sachlich zu diskutieren!
Aber das ist offensichtlich die Politik, die in diesem Hause überhaupt betrieben wird: Anträge von der Opposition werden vertagt – sogar Petitionen, die von Ihren eigenen Abgeordneten eingebracht werden, Herr Kollege Scheibner, werden vertagt (Abg. Scheibner: Damit man sie besser verhandeln kann!), und zwar x-mal vertagt, weil Sie die öffentliche Diskussion hier im Plenarsaal meiden wollen. Sie wollen sich der Diskussion nicht stellen! (Abg. Scheibner: Weil Sie nicht bereit sind, sachlich zu diskutieren!) Das ist genau der Punkt, und das hat sich die Öffentlichkeit in Österreich nicht verdient, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das stimmt, denn ihr habt nicht zur Wirtschaft gesprochen! Das stimmt tatsächlich!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Es war dies heute meiner Ansicht nach ein sehr bedenklicher Beginn der Wirtschaftsdebatte (Abg. Scheibner: Das stimmt, denn ihr habt nicht zur Wirtschaft gesprochen! Das stimmt tatsächlich!), und zwar war es bedenklich nicht allein aus der Situation heraus, die seit gestern allen in Österreich bekannt ist, sondern auch aus einem anderen Grund, nämlich auf Grund einer Aussage von Herrn ÖVP-Klubobmann Molterer, der in seinem Diskussionsbeitrag zur Geschäftsordnung gemeint hat, es gebe eine stabile Regierung. – Ja, wenn es eine stabile Regierung gibt, dann braucht man das nicht extra zu betonen! (Abg. Scheibner: Man darf euch doch wohl noch antworten!) Entweder eine Regierung ist stabil, dann ist sie stabil – oder man muss herbeisehnen, dass sie stabil ist. Ich glaube aber eher, dass er sich das herbeigesehnt hat. – Das einmal zum Ersten. (Abg. Scheibner: Es gibt eine intelligente Opposition!)
Abg. Scheibner: Man darf euch doch wohl noch antworten!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Es war dies heute meiner Ansicht nach ein sehr bedenklicher Beginn der Wirtschaftsdebatte (Abg. Scheibner: Das stimmt, denn ihr habt nicht zur Wirtschaft gesprochen! Das stimmt tatsächlich!), und zwar war es bedenklich nicht allein aus der Situation heraus, die seit gestern allen in Österreich bekannt ist, sondern auch aus einem anderen Grund, nämlich auf Grund einer Aussage von Herrn ÖVP-Klubobmann Molterer, der in seinem Diskussionsbeitrag zur Geschäftsordnung gemeint hat, es gebe eine stabile Regierung. – Ja, wenn es eine stabile Regierung gibt, dann braucht man das nicht extra zu betonen! (Abg. Scheibner: Man darf euch doch wohl noch antworten!) Entweder eine Regierung ist stabil, dann ist sie stabil – oder man muss herbeisehnen, dass sie stabil ist. Ich glaube aber eher, dass er sich das herbeigesehnt hat. – Das einmal zum Ersten. (Abg. Scheibner: Es gibt eine intelligente Opposition!)
Abg. Scheibner: Es gibt eine intelligente Opposition!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Es war dies heute meiner Ansicht nach ein sehr bedenklicher Beginn der Wirtschaftsdebatte (Abg. Scheibner: Das stimmt, denn ihr habt nicht zur Wirtschaft gesprochen! Das stimmt tatsächlich!), und zwar war es bedenklich nicht allein aus der Situation heraus, die seit gestern allen in Österreich bekannt ist, sondern auch aus einem anderen Grund, nämlich auf Grund einer Aussage von Herrn ÖVP-Klubobmann Molterer, der in seinem Diskussionsbeitrag zur Geschäftsordnung gemeint hat, es gebe eine stabile Regierung. – Ja, wenn es eine stabile Regierung gibt, dann braucht man das nicht extra zu betonen! (Abg. Scheibner: Man darf euch doch wohl noch antworten!) Entweder eine Regierung ist stabil, dann ist sie stabil – oder man muss herbeisehnen, dass sie stabil ist. Ich glaube aber eher, dass er sich das herbeigesehnt hat. – Das einmal zum Ersten. (Abg. Scheibner: Es gibt eine intelligente Opposition!)
Abg. Scheibner: Die vorher dorthin übersiedelt sind, weil sie sich die Wohnung in Wien nicht mehr leisten konnten!
Zum Zweiten: Kollege Glaser, Sie sind an und für sich ein von mir sehr beachteter Abgeordneter, der immer sehr ruhige Debattenbeiträge bringt, und wenn Sie meinen: Fragen wir einmal nach den Arbeitslosenzahlen in Wien!, dann ist das legitim, aber dann muss man auch dazusagen, dass Wien – und das muss man wissen – auch rund 250 000 Menschen aus Niederösterreich, aus dem Burgenland und aus der Steiermark mitbeschäftigt. (Abg. Scheibner: Die vorher dorthin übersiedelt sind, weil sie sich die Wohnung in Wien nicht mehr leisten konnten!) Ich frage mich: Wenn die Bundesländer, die von Ihnen zitiert wurden, so gut wären, warum pendeln dann alle diese Menschen nach Wien? Würden sie nämlich nicht nach Wien pendeln, dann hätten wir in Wien gleich eine ganz andere Beschäftigungssituation. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wo kriegen Sie den Stahl her?
So bietet sich ein Projekt von fünf Staaten – von Bulgarien, Rumänien, Ungarn, der Slowakei und Österreich – an, nämlich das Projekt „Nabucco“, wonach eine Gas-Pipeline errichtet werden soll, die über 3 500 Kilometer lang wäre. Dieser Bau, bei welchem 250 000 Stahlrohre mit einer Dimension von 800 Millimeter notwendig wären (Abg. Scheibner: Wo kriegen Sie den Stahl her?), würde bedeutet, dass Hunderte, wenn nicht Tausende Elektronikgeräte und so weiter eingebracht werden müssten. Ich bin sehr dankbar, dass uns in diesem Fall der Herr Bundesminister mit seinen Beamten äußerst positiv und gut in Brüssel vertritt, sodass es möglich ist, diese Pipeline zu bauen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sehr verehrte Damen und Herren! Der Ring Freiheitlicher Jugend – das ist ganz interessant und sollte man auch kurz erwähnen – hat in einer Presseaussendung von „völliger Willfährigkeit“ der Abtrünnigen „gegenüber der ÖVP“ gesprochen. Das ist sehr interessant, Herr Scheibner! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Darin wird davon gesprochen, dass „alle unsere Werte über Bord geworfen“ wurden und Ähnliches mehr. (Abg. Scheibner: Wissen Sie, von welchen Werten Sie sprechen?) Ich orte also: Sie haben nicht nur in der Partei, sondern auch zu Ihrer Jugend ein sehr gestörtes Verhältnis. Es wird spannend sein, wie das weitergeht.
Abg. Scheibner: Wissen Sie, von welchen Werten Sie sprechen?
Sehr verehrte Damen und Herren! Der Ring Freiheitlicher Jugend – das ist ganz interessant und sollte man auch kurz erwähnen – hat in einer Presseaussendung von „völliger Willfährigkeit“ der Abtrünnigen „gegenüber der ÖVP“ gesprochen. Das ist sehr interessant, Herr Scheibner! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Darin wird davon gesprochen, dass „alle unsere Werte über Bord geworfen“ wurden und Ähnliches mehr. (Abg. Scheibner: Wissen Sie, von welchen Werten Sie sprechen?) Ich orte also: Sie haben nicht nur in der Partei, sondern auch zu Ihrer Jugend ein sehr gestörtes Verhältnis. Es wird spannend sein, wie das weitergeht.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den Gefallen machen wir Ihnen nicht!
Es wäre schön, würden Sie sich in die Opposition zurückziehen, Ihre Streitereien dort austragen und damit nicht Österreich schaden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den Gefallen machen wir Ihnen nicht!)
Abg. Scheibner: Was ist denn daran beschämend?
Herr Minister, die berechtigten Personalforderungen des AMS sind bekannt. Diskutieren Sie endlich diese Problematik, reagieren Sie endlich rasch! Meine Damen und Herren! Meine Kollege Keck hat es schon erwähnt: Die Alibi-Aktion von Bundeskanzler Schüssel, am 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, einen Arbeitslosigkeitsgipfel abzuhalten, ist wohl beschämend und ein Affront gegen die ArbeitnehmerInnen. (Abg. Scheibner: Was ist denn daran beschämend?) Es zeigt aber die Hilflosigkeit und Ignoranz dieser Bundesregierung in allen wichtigen Themen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Darf man denn am „Tag der Arbeit“ nichts arbeiten? Nur marschieren vielleicht?! Das ist doch absurd! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Darf man denn am „Tag der Arbeit“ nichts arbeiten? Nur marschieren vielleicht?! Das ist doch absurd! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Herr Minister, die berechtigten Personalforderungen des AMS sind bekannt. Diskutieren Sie endlich diese Problematik, reagieren Sie endlich rasch! Meine Damen und Herren! Meine Kollege Keck hat es schon erwähnt: Die Alibi-Aktion von Bundeskanzler Schüssel, am 1. Mai, dem „Tag der Arbeit“, einen Arbeitslosigkeitsgipfel abzuhalten, ist wohl beschämend und ein Affront gegen die ArbeitnehmerInnen. (Abg. Scheibner: Was ist denn daran beschämend?) Es zeigt aber die Hilflosigkeit und Ignoranz dieser Bundesregierung in allen wichtigen Themen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Darf man denn am „Tag der Arbeit“ nichts arbeiten? Nur marschieren vielleicht?! Das ist doch absurd! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Vorsicht!
Ich frage mich, ob es nicht langsam auch gesundheitspolitische Konsequenzen hat, wenn man sieht, wie ein Kanzler unbeirrbar an fixen Ideen hängt? Irgendwann bekommt das einen Krankheitswert. (Abg. Scheibner: Vorsicht!) Das darf nicht sein. Man muss selbst reflektieren können. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt das, Herr Kollege? Was wollen Sie damit sagen?) – Was ich damit sagen will: Dass man keine fixen Ideen so lange vor sich herträgt, bis sie im Grab landen! Die müssen irgendwie umsetzbar sein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Seien Sie vorsichtig! Ganz vorsichtig!)
Abg. Scheibner: Ihr habt zu viel Winnetou gelesen!
Ich frage mich: Wie kann man mit einer Partei Bruderschaft schließen, wenn die Blutgruppen nicht kompatibel sind? Da kommt es zu schwersten allergischen, fast lebensbedrohlichen Störungen. Wenn zwei Regierungsparteien Bruderschaft schließen, dann muss auch die Blutgruppe passen. (Abg. Scheibner: Ihr habt zu viel Winnetou gelesen!) Da frage ich mich: Ist jetzt Haider verschüsselt oder Schüssel verhaidert worden? – Auch zu dieser Diagnose haben Sie sich nicht geäußert.
Abg. Scheibner: Sie waren nicht in der Präsidiale, leider!
Für diese Version spricht einiges, ich gebe es zu. Für diese Version spricht zum Beispiel, dass bis jetzt keine Meldung nach § 7 der Geschäftsordnung erfolgt ist. (Abg. Scheibner: Sie waren nicht in der Präsidiale, leider!) Haben Sie das Dokument schon vorgelegt, in dem Sie Ihren Klub umbenennen, die Namensnennung ändern und alles? Haben Sie erklärt, wie sich die Klubfinanzierung ändert? (Abg. Scheibner: Schreiben Sie mir das vor? Das geht aber nur mich etwas an!) – Okay. Heute habe ich jedenfalls festgestellt, dass ein Versprecher dem anderen folgte: FPÖ-Klub, BZÖ-Klub, irgendein anderer Klub – von Ihrer Fraktion!
Abg. Scheibner: Schreiben Sie mir das vor? Das geht aber nur mich etwas an!
Für diese Version spricht einiges, ich gebe es zu. Für diese Version spricht zum Beispiel, dass bis jetzt keine Meldung nach § 7 der Geschäftsordnung erfolgt ist. (Abg. Scheibner: Sie waren nicht in der Präsidiale, leider!) Haben Sie das Dokument schon vorgelegt, in dem Sie Ihren Klub umbenennen, die Namensnennung ändern und alles? Haben Sie erklärt, wie sich die Klubfinanzierung ändert? (Abg. Scheibner: Schreiben Sie mir das vor? Das geht aber nur mich etwas an!) – Okay. Heute habe ich jedenfalls festgestellt, dass ein Versprecher dem anderen folgte: FPÖ-Klub, BZÖ-Klub, irgendein anderer Klub – von Ihrer Fraktion!
Abg. Scheibner: Das wird auch so bleiben!
Dass Sie bei einer Nationalratswahl auch nur ein einziges Mandat gewinnen werden, müssen Sie, verehrte Kolleginnen und Kollegen dieses neuen Klubs, erst zeigen und beweisen. (Abg. Großruck: Haben Sie beim Liberalen Forum auch so gesprochen?) Bis jetzt haben Sie die 18 Mandate der früheren FPÖ einfach usurpiert, um diesen Ausdruck zu verwenden. (Abg. Großruck: Eine Scheinheiligkeit ist das! Beim Liberalen Forum, da hat er Beifall geklatscht!) Die FPÖ hat im Jahr 2002 – nicht zu unserer Freude, aber ehrlich – 18 Mandate gewonnen, zu unserem Verdruss um eines mehr als die Grünen. (Abg. Scheibner: Das wird auch so bleiben!) Sie haben sie ehrlich gewonnen! Das muss man sagen. Sie dagegen machen sich auf einem Sofa breit, das die alte FPÖ bereitgestellt hat und nicht ein irgendwie definiertes BZÖ mit oder ohne Jörg Haider. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Riepl: Scheibner ist feig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Haben Sie diesen Zwischenruf gehört?
Haider, der jetzt loyal zum Regierungsprogramm steht, verspricht buchstäblich, das Regierungsprogramm und was nicht noch alles zu erfüllen, was die ÖVP vorschlägt, etwa dass die EU-Präsidentschaft reibungslos vonstatten geht und so weiter. Ist Haider denn loyal zu irgendwas? (Abg. Riepl: Scheibner ist feig! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Herr Präsident! Haben Sie diesen Zwischenruf gehört?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Irgendjemand hat gesagt, Scheibner ist feig!
Haider ist nur zu Haider loyal, und das ist alles, wenn überhaupt ... (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Ich weiß nicht, worum die Aufregung geht, denn ich habe die Zwischenrufe nicht verstanden. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Irgendjemand hat gesagt, Scheibner ist feig!) Tut mir Leid, dass ich zur Aufklärung dieses Beitrages nichts beitragen kann. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Bedauern Sie das?
Die ehemalige Parteivorsitzende Haubner hat uns mit erfreulicher Offenheit darüber nicht im Unklaren gelassen. In gewisser Weise bin ich ihr dafür dankbar: Sie hat anlässlich des Ausschlusses, des versuchten Ausschlusses beziehungsweise des Nichtausschlusses von Mölzer – man wird ja sehen, wie die alte oder neue FPÖ mit dem Problem umgeht! – klargemacht, dass es nicht um inhaltliche Fragen gegangen ist – nein! –, sondern dass man den Meckerer Mölzer loswerden wollte. (Abg. Scheibner: Bedauern Sie das?) – Als ob nicht Haider der größte Meckerer und Kritikaster seiner eigenen Partei gewesen wäre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das werden Sie als Juristin ja wohl noch verstehen!
Sie haben gestern eine Partei vorgestellt – eine Partei?; ich weiß eigentlich nicht, was es ist, aber offensichtlich gibt es Statuten, die beim Innenministerium hinterlegt worden sind –, die etwas anderes ist als die FPÖ. Der freiheitliche Klubobmann hat heute einen Brief an den Präsidenten des Nationalrates geschrieben, in dem er mitteilt, sich unabhängig von den derzeitigen politischen Vorgängen in der Freiheitlichen Partei Österreichs – als ob uns das alles nichts anginge; es geht uns auch nichts an, abgesehen davon, dass Sie in der Regierung sind – zu erlauben, mitzuteilen, dass sich aus seiner Sicht an der Rechtsperson des Parlamentsklubs der Freiheitlichen nichts verändert hat. (Abg. Scheibner: Das werden Sie als Juristin ja wohl noch verstehen!)
Abg. Scheibner: Die Redezeit ist aus! Herr Präsident, das geht nicht!
Daher bringe ich folgenden Antrag ein (Abg. Scheibner: Die Redezeit ist aus! Herr Präsident, das geht nicht!):
Abg. Scheibner: Bei euch!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn man die anschwellende Lautstärke bei den Tiraden des Herrn Klubobmannes Molterer gehört hat (Abg. Scheibner: Bei euch!) und diese in einen Zusammenhang mit der Gefühlssituation des Kollegen Molterer bringt, dann muss man sagen: Sie können einem Leid tun, Herr Kollege Molterer, wenn Sie zu solchen Tiraden schreiten müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Zu welchen „Tiraden“?)
Abg. Scheibner: Da seid ihr noch demonstrieren gegangen!
Wir alle haben doch noch das Bild vor Augen: Februar 2000, ein Porsche, zwei Personen, Haider und Schüssel. (Abg. Scheibner: Da seid ihr noch demonstrieren gegangen!) Es gibt einen Neuwagen, einen glänzenden Porsche, und Herr Haider, damals noch stolzer Neuwagenbesitzer, lädt Herrn Schüssel ein. Schöne Fahrt. Haider vertschüsst sich – bin schon weg, bin schon wieder da. Es gibt andere Fahrer. Und im September 2002 lösen Herr Haider und einige andere den Schleudersitz zum ersten Mal aus.
Abg. Scheibner: Wieso regen Sie sich dann darüber auf?
Und das richtet sich selbst, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist nicht ernst zu nehmen, im Gegenteil, das ist eine Bösartigkeit, die Sie jetzt nicht gegenüber der Sozialdemokratie, die wird damit fertig werden, gegenüber der Gewerkschaft machen, sondern die Sie gegenüber den Österreicherinnen und Österreichern genauso probieren wie mit der Umfärbung dieser Hundehütte, die vorher freiheitlich geheißen hat und jetzt irgendwie demokratisch oder wie auch immer heißen soll. Es schauen die gleichen Personen heraus. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Entschuldigung, ja, ich sage nicht Hundehütte, sondern ich sage Haus dazu. Ein Haus, das vorher blau angestrichen war, wird jetzt orange angestrichen. (Abg. Scheibner: Wieso regen Sie sich dann darüber auf?) Aus den Fenstern schauen dieselben Personen heraus,
Abg. Scheibner: Na sicher! Das tun wir!
Das ist richtig, wir kommen aus dem Wundern nicht heraus. Nur: Die Österreicherinnen und Österreicher werden langsam die Nase voll haben von dem, was hier passiert, denn die wollen, dass wirklich gearbeitet wird (Abg. Scheibner: Na sicher! Das tun wir!), und nicht nur die Selbstbeschwörungsformel: Lasst uns endlich arbeiten! hören.
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Es wird heute nicht mehr so lange dauern!
Das ist das Wichtigste all derer, die hinter diesem Projekt stehen. Da sage ich: Es stimmt wirklich, dass das eine Zweckgemeinschaft der Sesselkleber ist! (Ironische Heiterkeit des Vizekanzlers Gorbach.) Jetzt lacht er da hinten. – Es wird eines Tages die Plenardebatte zu Ende sein, und Sie werden noch immer sitzen. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Es wird heute nicht mehr so lange dauern!) Sie werden nicht mehr aufstehen können, weil Sie so an Ihren Sesseln kleben. Da sind wir schon längst zu Hause. (Abg. Mag. Molterer: Ihr geht immer früher heim! Das stimmt!) So sind Sie fixiert auf diese Ämter!
Abg. Scheibner: § 7 Geschäftsordnung!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung, von allen Fraktionen entsandt! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe den verfassungsrechtlichen Exkurs von Kollegin Partik-Pablé sehr interessant gefunden (Abg. Scheibner: § 7 Geschäftsordnung!); dieser besagt einfach, dass Sie auf der politischen Ebene offensichtlich schon abgedankt haben und sich nur mehr auf eine rein formal-rechtliche Ebene begeben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist aber wichtig!) Dass Sie formal im Recht sind und dass Sie, solange es eine Mehrheit gibt, selbstverständlich auch hier regieren können, nämlich dass die Regierung regieren kann, mit Unterstützung des Parlaments, das steht überhaupt nicht zur Debatte. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das ist ja schon etwas! – Abg. Neudeck: Ist ja fast schon ein Wunder, dass Sie das anerkennen!)
Abg. Scheibner: ... ist aber niemand ausgetreten! – Abg. Neudeck: Der hat Ihnen gepasst!
Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die Frage des LIF zurückkommen. Das ist nämlich doch, finde ich, ganz interessant, und es ist heute auch schon zwei, drei Mal erwähnt worden. Diesem gegenüber gibt es aber einen wesentlichen Unterschied: Die Abgeordneten, die damals aus der freiheitlichen Fraktion sozusagen ausgetreten sind und das LIF gegründet haben, sind aus einem ganz bestimmten Grund ausgetreten, den sie auch genannt haben. (Abg. Scheibner: ... ist aber niemand ausgetreten! – Abg. Neudeck: Der hat Ihnen gepasst!) – Nein! Moment!
Zwischenrufe der Abgeordneten Wittauer und Scheibner.
Sie haben gesagt, sie wollten mit den Freiheitlichen nichts mehr zu tun haben, und sie haben ganz klar deklariert, was sie wollen. Sie haben gesagt: Wir sind jemand anderer, wir wollen mit den Freiheitlichen nichts mehr zu tun haben! (Zwischenrufe der Abgeordneten Wittauer und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Dann haben Sie ein ... Problem!
Das ist genau das Problem, das wir heute schon den ganzen Tag mit Ihnen haben (Abg. Scheibner: Dann haben Sie ein ... Problem!), dass Sie nämlich sagen, Sie seien einerseits der freiheitliche Klub, andererseits seien alle Abgeordneten des freiheitlichen Klubs nicht mehr Freiheitliche, sondern BZÖ. (Bundesminister Gorbach: Beides möglich!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ja eine merkwürdige Logik bei Ihnen!
Wenn Sie so tun, als ob das so einfach durchgehen würde, dass Sie behaupten, Sie seien zugleich der freiheitliche Klub und das BZÖ, und die ÖVP behauptet (Abg. Großruck: ... Fundis und Realos! Das haben Sie auch immer gehabt!), sie habe mit einem doppelten Klub überhaupt kein Problem, nämlich damit, dass dieser ein freiheitlicher Klub ist und ein BZÖ – von dem sie allerdings nicht weiß, wer das ist –, dann, finde ich, haben wir demokratiepolitisch ein Problem. Und darüber sollte in diesem Parlament diskutiert werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist ja eine merkwürdige Logik bei Ihnen!)
Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Merkwürdigkeit bei uns kann Ihnen ganz egal sein!
Die Merkwürdigkeit liegt absolut bei Ihnen, Herr Kollege Scheibner! Die Merkwürdigkeit liegt absolut bei Ihnen und nicht bei denen, die sich hier Klarheit verschaffen wollen. (Neuerlicher Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die Merkwürdigkeit bei uns kann Ihnen ganz egal sein!)
Abg. Scheibner: Grün, nicht freiheitlich! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gemeldet ist als Nächste Frau Abgeordnete Mandak. 3 Minuten Restredezeit für den freiheitlichen Klub. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Grün, nicht freiheitlich! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Werden Sie jetzt Mitglied in der FPÖ Vorarlberg?
Ich schließe mich dieser Meinung an. Aus diesem Grund gibt es auch diesen Misstrauensantrag von unserer Seite. (Abg. Scheibner: Werden Sie jetzt Mitglied in der FPÖ Vorarlberg?) Wie gerechtfertigt der ist, sagen Ihnen Ihre eigenen Parteimitglieder! – Danke. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Sitzung Nr. 103
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Kummerer –: 3 Minuten als Erstredner?
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Kummerer. Seine Wunschredezeit beträgt 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Kummerer –: 3 Minuten als Erstredner?)
Ein Klubmitarbeiter der Grünen stellt eine Tafel auf das Rednerpult. – Abg. Mag. Molterer: Da sieht man die Rednerin nicht! – Abg. Dr. Glawischnig: Ich bin groß genug, Herr Kollege Molterer! – Abg. Scheibner: Das ist zu groß!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. Wunschredezeit: 8 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Ein Klubmitarbeiter der Grünen stellt eine Tafel auf das Rednerpult. – Abg. Mag. Molterer: Da sieht man die Rednerin nicht! – Abg. Dr. Glawischnig: Ich bin groß genug, Herr Kollege Molterer! – Abg. Scheibner: Das ist zu groß!)
Abg. Scheibner: Ich möchte etwas über Feinstaub hören und über die Landwirtschaft!
Es ist tatsächlich jetzt fast unmöglich, sich mit diesem Budget im Detail auseinander zu setzen, aber es bleibt Ihnen auch nicht erspart, sich tatsächlich noch zwei, drei internationale Pressestimmen zur Situation in Österreich anzuhören. Ich weiß, Kollege Scheibner hält es nicht aus, wenn ich jetzt schon wieder etwas vorlese (Abg. Scheibner: Ich möchte etwas über Feinstaub hören und über die Landwirtschaft!), aber Bundeskanzler Schüssel liest auch so gerne aus der „NZZ“ vor (Abg. Scheibner: Das mag ich auch nicht!), daher darf ich das auch einmal machen.
Abg. Scheibner: Das mag ich auch nicht!
Es ist tatsächlich jetzt fast unmöglich, sich mit diesem Budget im Detail auseinander zu setzen, aber es bleibt Ihnen auch nicht erspart, sich tatsächlich noch zwei, drei internationale Pressestimmen zur Situation in Österreich anzuhören. Ich weiß, Kollege Scheibner hält es nicht aus, wenn ich jetzt schon wieder etwas vorlese (Abg. Scheibner: Ich möchte etwas über Feinstaub hören und über die Landwirtschaft!), aber Bundeskanzler Schüssel liest auch so gerne aus der „NZZ“ vor (Abg. Scheibner: Das mag ich auch nicht!), daher darf ich das auch einmal machen.
Abg. Scheibner: Bitte!
Okay, diskutieren wir trotzdem das Budget (Abg. Scheibner: Bitte!), obwohl jederzeit der Absturz ins Chaos droht. Ich möchte mich, weil jederzeit die Einsicht bei Ihnen durchsickern kann, dass dieses Projekt keine Zukunft mehr hat, auf aktuelle Probleme beschränken, die tatsächlich dringend nach Maßnahmen, nach Aktivität und nach Politik schreien und nicht nach Streiten, Schönreden, verzweifeltem Umfärben und Ummalen von alt gewordenen Parteien und alt gewordenen Programmen.
Abg. Scheibner: Wenn Sie wollen!
Zweiter Bereich: Tank-Tourismus. In Österreich sind Benzin und Diesel zum Teil erheblich billiger als in unseren Nachbarländern, und anders als vor 10 oder 15 Jahren, als viele Österreicherinnen und Österreicher noch im Ausland getankt haben, tanken jetzt viele Menschen bei uns. (Abg. Wittauer: Das habe ich schon vor einem Jahr gesagt! Unglaublich!) Sie haben eine Studie in Auftrag gegeben, um zu schauen, wie viel das eigentlich ist. Und siehe da: Über 1 Milliarde € spült der Tanktourismus in die Kassen des Finanzministers. Klubobmann Scheibner bekommt schon leuchtende Augen, der rechnet das vielleicht gerade in Abfangjäger um, das weiß ich nicht (Abg. Scheibner: Wenn Sie wollen!), aber über 1 Milliarde € pro Jahr nehmen wir dadurch ein. Des einen Freud, des anderen Leid: Natürlich werden Österreich auch die CO2-Emissionen von diesem Treibstoff angerechnet, das sind zirka 7 Millionen Tonnen, in Euro ausgedrückt zirka 42 Millionen. Das heißt, noch immer ein Bombengeschäft für Österreich, mehr als 95 Prozent Gewinn, mehr als 950 Millionen € jedes Jahr Plus. Jeder hätte sich an und für sich erwartet, dass sich der Minister jetzt in die Himmelpfortgasse bewegt, zum Finanzminister geht und sagt, er brauche mehr Geld für Klimaziele, er brauche mehr Geld fürs Umweltbudget. Und er hätte ja eine gute Argumentation gehabt, die Tanktourismusstudie stärkt ihm ja den Rücken in dieser Frage. Doch was macht er? – Er legt wieder den Rückwärtsgang ein und fährt weg vom Finanzministerium und landet wieder in Brüssel, wo er wieder gegen eine Mauer fährt und wieder sein eigenes Image ramponiert, was mir jetzt nicht so wichtig ist, aber auch das Image Österreichs ramponiert. Oder glauben Sie wirklich, dass Sie sich mit dieser Rosinenpickerei in Brüssel einen schlanken Fuß holen? (Abg. Scheibner: Also bitte, schön sprechen!) – Ganz und gar nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Also bitte, schön sprechen!
Zweiter Bereich: Tank-Tourismus. In Österreich sind Benzin und Diesel zum Teil erheblich billiger als in unseren Nachbarländern, und anders als vor 10 oder 15 Jahren, als viele Österreicherinnen und Österreicher noch im Ausland getankt haben, tanken jetzt viele Menschen bei uns. (Abg. Wittauer: Das habe ich schon vor einem Jahr gesagt! Unglaublich!) Sie haben eine Studie in Auftrag gegeben, um zu schauen, wie viel das eigentlich ist. Und siehe da: Über 1 Milliarde € spült der Tanktourismus in die Kassen des Finanzministers. Klubobmann Scheibner bekommt schon leuchtende Augen, der rechnet das vielleicht gerade in Abfangjäger um, das weiß ich nicht (Abg. Scheibner: Wenn Sie wollen!), aber über 1 Milliarde € pro Jahr nehmen wir dadurch ein. Des einen Freud, des anderen Leid: Natürlich werden Österreich auch die CO2-Emissionen von diesem Treibstoff angerechnet, das sind zirka 7 Millionen Tonnen, in Euro ausgedrückt zirka 42 Millionen. Das heißt, noch immer ein Bombengeschäft für Österreich, mehr als 95 Prozent Gewinn, mehr als 950 Millionen € jedes Jahr Plus. Jeder hätte sich an und für sich erwartet, dass sich der Minister jetzt in die Himmelpfortgasse bewegt, zum Finanzminister geht und sagt, er brauche mehr Geld für Klimaziele, er brauche mehr Geld fürs Umweltbudget. Und er hätte ja eine gute Argumentation gehabt, die Tanktourismusstudie stärkt ihm ja den Rücken in dieser Frage. Doch was macht er? – Er legt wieder den Rückwärtsgang ein und fährt weg vom Finanzministerium und landet wieder in Brüssel, wo er wieder gegen eine Mauer fährt und wieder sein eigenes Image ramponiert, was mir jetzt nicht so wichtig ist, aber auch das Image Österreichs ramponiert. Oder glauben Sie wirklich, dass Sie sich mit dieser Rosinenpickerei in Brüssel einen schlanken Fuß holen? (Abg. Scheibner: Also bitte, schön sprechen!) – Ganz und gar nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Reiter-Ferien!
Abschließend darf ich noch kurz auf eine der größten Landwirtschaftsveranstaltungen im heurigen Jahr verweisen: Ende Mai findet die Haflinger Weltausstellung in Österreich statt. Über tausend Pferde aus zwanzig Nationen kommen für fünf Tage nach Österreich; mit 50 000 Besuchern sicher eine der größten landwirtschaftlichen Veranstaltungen. Sie wird in Ebbs in Tirol stattfinden, und ich darf Sie alle recht herzlich dazu einladen; vielleicht einmal eine Gelegenheit, Landwirtschaft in Kombination Pferd und Urlaub, Tourismus und internationales Erfolgsprodukt zu genießen. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Reiter-Ferien!)
Abg. Mag. Regler: Was? – Abg. Scheibner: Sie sind sich ja selbst nicht einig in der Fraktion! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Weiters sagen Sie dann: Im Rahmen der Budgetdebatte machen wir einen Entschließungsantrag, in den wir all das und zusätzlich noch hineinpacken, dass alle, die bisher Verantwortung getragen haben, der Verantwortung enthoben werden. Das heißt: Man braucht nie wieder darüber zu diskutieren, warum so viele Millionen in einem Loch – im „Waltraud-Stollen“ – versickert sind und nichts damit geschehen ist. – Das wollen Sie auch noch mitmachen? Dann wollen Sie noch namentlich abstimmen, um zu beweisen, bei all diesen Schweinereien ... (Abg. Mag. Regler: Was? – Abg. Scheibner: Sie sind sich ja selbst nicht einig in der Fraktion! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da schreit überhaupt niemand!
Fangen Sie nicht gleich wieder an zu schreien (Abg. Scheibner: Da schreit überhaupt niemand!) – ich sage das hier jetzt prophylaktisch; das letzte Mal haben Sie das genau an dieser Stelle gemacht! –, dass ich die Unabhängigkeit der Justiz in Frage stellen würde. (Abg. Neudeck: Sie sagen immer dasselbe!) Dieses Argument wiederhole ich gerne, weil es bei Ihnen ja einen Sickerprozess braucht!
Sitzung Nr. 104
Abg. Scheibner – auf leere Sitzreihen in der SPÖ weisend –: Bei Ihnen weiß man nicht, wo Ihre Leute sind!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es wundert mich nicht besonders, dass der Lärmpegel hier im Saal schon in der Früh relativ hoch ist. Ist es nicht verwunderlich, wenn die Freiheitlichen – oder der freiheitliche Klub ist, glaube ich, jetzt die korrekte Ansprache; man weiß ja nicht, wer von Ihnen noch freiheitlich ist und wer nur mehr beim Klub dabei ist (Abg. Scheibner – auf leere Sitzreihen in der SPÖ weisend –: Bei Ihnen weiß man nicht, wo Ihre Leute sind!) – eine Dringliche Anfrage zum Thema Senkung der Verkehrsunfälle und der Zahl der Verkehrstoten einbringt? (Abg. Scheibner: Ist das nicht wichtig?) – Das Thema ist zweifelsohne wichtig, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, Herr Kollege Scheibner! Aber ich glaube, die Dringlichkeit ergibt sich eher daraus, dass Sie versuchen, Ihre eigene politische Situation damit zu übertünchen – und nicht mit der momentanen tatsächlichen Situation in diesem Bereich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Ist das nicht wichtig?
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es wundert mich nicht besonders, dass der Lärmpegel hier im Saal schon in der Früh relativ hoch ist. Ist es nicht verwunderlich, wenn die Freiheitlichen – oder der freiheitliche Klub ist, glaube ich, jetzt die korrekte Ansprache; man weiß ja nicht, wer von Ihnen noch freiheitlich ist und wer nur mehr beim Klub dabei ist (Abg. Scheibner – auf leere Sitzreihen in der SPÖ weisend –: Bei Ihnen weiß man nicht, wo Ihre Leute sind!) – eine Dringliche Anfrage zum Thema Senkung der Verkehrsunfälle und der Zahl der Verkehrstoten einbringt? (Abg. Scheibner: Ist das nicht wichtig?) – Das Thema ist zweifelsohne wichtig, da gebe ich Ihnen vollkommen Recht, Herr Kollege Scheibner! Aber ich glaube, die Dringlichkeit ergibt sich eher daraus, dass Sie versuchen, Ihre eigene politische Situation damit zu übertünchen – und nicht mit der momentanen tatsächlichen Situation in diesem Bereich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Skandal!
Aber es ist richtig: Wenn man politisch einen Crashkurs fährt, dann muss man schauen, wie man Vorsichtsmaßnahmen ergreift. (Abg. Scheibner: Skandal!) Ich denke mir, das ist eben das Thema, das Sie heute unbedingt machen wollen. (Abg. Scheibner: Sie verharmlosen die Verkehrstoten!) – Herr Kollege Scheibner, ich verharmlose nichts! (Abg. Scheibner: Dürfen das nur Sie machen, ein Recht auf Dringliche?) Verharmlosen, das machen Sie mit dem Budget, das wir heute beraten.
Abg. Scheibner: Sie verharmlosen die Verkehrstoten!
Aber es ist richtig: Wenn man politisch einen Crashkurs fährt, dann muss man schauen, wie man Vorsichtsmaßnahmen ergreift. (Abg. Scheibner: Skandal!) Ich denke mir, das ist eben das Thema, das Sie heute unbedingt machen wollen. (Abg. Scheibner: Sie verharmlosen die Verkehrstoten!) – Herr Kollege Scheibner, ich verharmlose nichts! (Abg. Scheibner: Dürfen das nur Sie machen, ein Recht auf Dringliche?) Verharmlosen, das machen Sie mit dem Budget, das wir heute beraten.
Abg. Scheibner: Dürfen das nur Sie machen, ein Recht auf Dringliche?
Aber es ist richtig: Wenn man politisch einen Crashkurs fährt, dann muss man schauen, wie man Vorsichtsmaßnahmen ergreift. (Abg. Scheibner: Skandal!) Ich denke mir, das ist eben das Thema, das Sie heute unbedingt machen wollen. (Abg. Scheibner: Sie verharmlosen die Verkehrstoten!) – Herr Kollege Scheibner, ich verharmlose nichts! (Abg. Scheibner: Dürfen das nur Sie machen, ein Recht auf Dringliche?) Verharmlosen, das machen Sie mit dem Budget, das wir heute beraten.
Abg. Scheibner: Mich interessiert alles, was Sie sagen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hängt an Ihren Lippen!
Wir haben Ihnen schon mehrfach nachgewiesen, dass die Zahlen darin nicht stimmen. Ich nenne Ihnen dazu ein Beispiel aus einer Anfragebeantwortung der Frau Bundesminister, Herr Kollege Scheibner! Vielleicht wird Sie das interessieren? (Abg. Scheibner: Mich interessiert alles, was Sie sagen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Er hängt an Ihren Lippen!)
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer.
Ich frage mich, wie Sie mit dieser Politik in dieser Regierung überhaupt arbeiten können? Die Prognosen sind nicht aktuell, die Zahlen stimmen nicht. Alles ist gleichsam ein Luftblasenwerk, alles ein Phantasiegebilde. Und dann wollen Sie auch noch ernsthaft eine Debatte darüber führen! Aber Sie wollen diese Debatte ohnedies nicht ernsthaft führen, sonst würden Sie nicht eine Dringliche Anfrage einbringen. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer.) – Sie haben offensichtlich kein Interesse daran, hier ernstlich zu debattieren. (Abg. Scheibner: Überlegen Sie einmal, was Sie da sagen!) Sie haben auch nicht die Absicht, ernst zu arbeiten, Herr Kollege Scheibner! Ich habe Ihnen das schon in der letzten Debatte gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt fangen Sie einmal an mit der Debatte!)
Abg. Scheibner: Überlegen Sie einmal, was Sie da sagen!
Ich frage mich, wie Sie mit dieser Politik in dieser Regierung überhaupt arbeiten können? Die Prognosen sind nicht aktuell, die Zahlen stimmen nicht. Alles ist gleichsam ein Luftblasenwerk, alles ein Phantasiegebilde. Und dann wollen Sie auch noch ernsthaft eine Debatte darüber führen! Aber Sie wollen diese Debatte ohnedies nicht ernsthaft führen, sonst würden Sie nicht eine Dringliche Anfrage einbringen. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer.) – Sie haben offensichtlich kein Interesse daran, hier ernstlich zu debattieren. (Abg. Scheibner: Überlegen Sie einmal, was Sie da sagen!) Sie haben auch nicht die Absicht, ernst zu arbeiten, Herr Kollege Scheibner! Ich habe Ihnen das schon in der letzten Debatte gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt fangen Sie einmal an mit der Debatte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt fangen Sie einmal an mit der Debatte!
Ich frage mich, wie Sie mit dieser Politik in dieser Regierung überhaupt arbeiten können? Die Prognosen sind nicht aktuell, die Zahlen stimmen nicht. Alles ist gleichsam ein Luftblasenwerk, alles ein Phantasiegebilde. Und dann wollen Sie auch noch ernsthaft eine Debatte darüber führen! Aber Sie wollen diese Debatte ohnedies nicht ernsthaft führen, sonst würden Sie nicht eine Dringliche Anfrage einbringen. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer.) – Sie haben offensichtlich kein Interesse daran, hier ernstlich zu debattieren. (Abg. Scheibner: Überlegen Sie einmal, was Sie da sagen!) Sie haben auch nicht die Absicht, ernst zu arbeiten, Herr Kollege Scheibner! Ich habe Ihnen das schon in der letzten Debatte gesagt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt fangen Sie einmal an mit der Debatte!)
Abg. Scheibner: Waren Sie vorgestern nicht da?
Sie wollen keine Ausschussdebatten. Sie wollen keine Dringlichen Anfragen hier im Hohen Haus, die von der Opposition kommen, sondern Sie stellen sie selbst, damit Sie andere „abstechen“. Ja, das ist eh Ihr Recht! Okay! Machen Sie es! (Abg. Scheibner: Waren Sie vorgestern nicht da?) – Oh ja, ich war da, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Also, was war vorgestern?) Aber Sie wollen genau diese Debatte nicht weiterführen, obwohl sie noch nicht beendet ist und das ein wirklich aktuelles Thema ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Also, was war vorgestern?
Sie wollen keine Ausschussdebatten. Sie wollen keine Dringlichen Anfragen hier im Hohen Haus, die von der Opposition kommen, sondern Sie stellen sie selbst, damit Sie andere „abstechen“. Ja, das ist eh Ihr Recht! Okay! Machen Sie es! (Abg. Scheibner: Waren Sie vorgestern nicht da?) – Oh ja, ich war da, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Also, was war vorgestern?) Aber Sie wollen genau diese Debatte nicht weiterführen, obwohl sie noch nicht beendet ist und das ein wirklich aktuelles Thema ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie wollen keine Ausschussdebatten. Sie wollen keine Dringlichen Anfragen hier im Hohen Haus, die von der Opposition kommen, sondern Sie stellen sie selbst, damit Sie andere „abstechen“. Ja, das ist eh Ihr Recht! Okay! Machen Sie es! (Abg. Scheibner: Waren Sie vorgestern nicht da?) – Oh ja, ich war da, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Also, was war vorgestern?) Aber Sie wollen genau diese Debatte nicht weiterführen, obwohl sie noch nicht beendet ist und das ein wirklich aktuelles Thema ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Das geht Sie überhaupt nichts an!
Scheibner: Das ist überhaupt nicht ... Thema!) Wissen Sie, wie viele Leute das draußen auf der Straße interessiert? Aber Sie wollen diese Diskussion verhindern, deswegen die heutige Dringliche von Ihnen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Öllinger. – Abg. Scheibner: Das geht Sie überhaupt nichts an!)
Abg. Scheibner: Jetzt lesen Sie wieder vor! Kommen Sie einmal zum Thema!
Aber Sie wollen auch andere Themen verhindern. Ich lese in der heutigen Ausgabe des „Kurier“ – ich zitiere –: „Reich und reich gesellt sich gern.“ – Frau Bundesministerin! (Abg. Scheibner: Jetzt lesen Sie wieder vor! Kommen Sie einmal zum Thema!) – Das ist das Thema, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner – auf das leuchtende Lämpchen am Rednerpult weisend –: Ihre Redezeit ist fast schon aus, und Sie haben überhaupt nichts gesagt!)
Abg. Scheibner – auf das leuchtende Lämpchen am Rednerpult weisend –: Ihre Redezeit ist fast schon aus, und Sie haben überhaupt nichts gesagt!
Aber Sie wollen auch andere Themen verhindern. Ich lese in der heutigen Ausgabe des „Kurier“ – ich zitiere –: „Reich und reich gesellt sich gern.“ – Frau Bundesministerin! (Abg. Scheibner: Jetzt lesen Sie wieder vor! Kommen Sie einmal zum Thema!) – Das ist das Thema, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner – auf das leuchtende Lämpchen am Rednerpult weisend –: Ihre Redezeit ist fast schon aus, und Sie haben überhaupt nichts gesagt!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das war alles? Haben Sie nicht mehr Redezeit bekommen?
Das ist eine Politik, die wir ablehnen – und damit lehnen wir auch Ihr Budget ab. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Das war alles? Haben Sie nicht mehr Redezeit bekommen?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie ja oder nein!
Ich verlange nicht nur einfach eine emotionale Antwort, sondern Sie, Frau Sozialministerin, verfügen über die Fakten. Sie können ihm etwas sagen. (Abg. Neudeck: Haben Sie eine Anfrage gestellt? – Abg. Dr. Jarolim: Ist das nicht ein sozialer Trümmerhaufen?) – Wissen Sie das? Schauen Sie nach bei Invaliditätspensionen! (Abg. Dr. Stummvoll: Das ist eine Fangfrage!) Schauen Sie nach, bevor Sie irgendwelche absurde Zwischenfragen stellen, ob ich Anfragen über Invaliditätspensionen gestellt habe. (Abg. Neudeck: Sagen Sie ja oder nein!) Ja, so ist es, Herr Kollege Neudeck! Es geht nicht an, dass Sie einfach nur den Mund aufmachen und dazwischen reden. (Abg. Scheibner: Sagen Sie ja oder nein!) Es sollte schon etwas Inhalt dahinter stehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Sagen Sie ja oder nein!)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Jarolim und Scheibner.
Seien Sie nicht so echauffiert, Frau Kollegin Silhavy! Arbeiten Sie in aller Ruhe am Sozialstaat Österreich mit! (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Dr. Jarolim und Scheibner.) Wir haben gestern eine sehr gute Diskussion über den Sozialbereich gehabt. Wir konnten sehr vieles gemeinsam zusammenführen und auch mit entsprechenden Verfassungsänderungen absegnen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn Sie sagen, es gibt keine Steigerung der Geburtenrate, so kann ich nur berichtigen, dass das Kinderbetreuungsgeld greift, denn die Geburtenrate ist seit 2002 gestiegen, und zwar um beachtliche 8 Prozent. Das ist noch immer zu wenig, aber doch schon ein ganz wichtiger Schritt und ein gutes Ergebnis. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Weiters: Für die Familienbeihilfen wurden 1999 2,5 Milliarden € aufgewendet, 2006 werden es 3 Milliarden € sein. Ich frage Sie nun, werte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition: Haben wir etwas erreicht für Familien – ja oder nein? (Abg. Dr. Stummvoll: Ja! – Abg. Öllinger: Nein!) – Wenn Sie ehrlich sind, dann können Sie laut ja sagen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Was?
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte in meinem Debattenbeitrag sehr wohl beim Thema Familie bleiben und habe mir das Thema gestellt: „Familienpolitische Herausforderungen des 21. Jahrhunderts am Beispiel des Freiheitlichen Parlamentsklubs“. Das bietet sich derzeit einfach direkt an (Abg. Scheibner: Was?), weil es eine ganze Reihe von Parallelen zu Problemen und Schwierigkeiten, die wir derzeit im familienpolitischen Bereich haben, gibt.
Abg. Scheibner: Das ist aber schon begriffsimmanent!
diese Lebensabschnittspartnerschaften nicht mehr über jene Dauer bestehen, die man eigentlich annehmen würde: Sie zerfallen, sie zerbröseln. (Abg. Scheibner: Das ist aber schon begriffsimmanent!) Es entstehen neue Familienformen, und diesen Herausforderungen haben wir uns zu stellen! (Beifall und Bravoruf bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Und manche halten dann sogar eine kindische Rede!
Die Schwierigkeit, vor der wir jetzt stehen, ist (Abg. Neudeck: Ich glaube, Sie wollen adoptiert werden!) – ja, das ist wirklich eine sehr komplexe Materie! –, dass manche Kinder noch gar nicht wissen, wo sie eigentlich hingehören. Und da wird es jetzt schwierig (Abg. Scheibner: Und manche halten dann sogar eine kindische Rede!), denn in dem Moment, in dem sie in der Wiener Wohnung sind, gehören sie zu diesen freiheitlichen Klub-Kindern, in dem Moment, in dem sie in die Wohnung in der Steiermark kommen, zum Papa, gehören sie wieder zu den FPÖ-Kindern. (Abg. Neudeck: Ich hab geglaubt, der Papa ist in Kärnten!) Andere Kinder sind irgendwie völlig heimatlos. Die, die jetzt am Wochenende nach Vorarlberg reisen, wissen eigentlich überhaupt nicht, wohin sie gehören. Und da haben wir das Problem der Orientierungslosigkeit! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: Also wir wissen, dass wir nicht zu den Grünen gehören!)
Abg. Scheibner: Das Soziale muss Ihnen ja ein großes Anliegen sein!
Aber wir haben noch weitere Probleme in dieser Familienkonstellation, wie sie so oft in Familien vorkommen. Die Familienfinanzen sind nämlich auch eine sehr ungeklärte Frage. (Abg. Scheibner: Das Soziale muss Ihnen ja ein großes Anliegen sein!) Es bestehen in der jetzigen Familienkonstellation Schulden aus früheren Beziehungen, und mit denen stehen jetzt Familienmitglieder da, die sie zum Teil gar nicht selbst gemacht haben. Da haben wir das Problem, dass Familienmitglieder manchmal für Kredite bürgen, die andere übernehmen, die sich dann aus dem Staub machen, und
Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt unschlüssig!
Wir haben auch die Frage des Kinderbetreuungsgeldes zu klären. Es geht um die Frage, ob es in Anspruch genommen werden kann oder nicht. Wir haben nämlich in dieser Familie einen Vater, der sich mittlerweile aus der Familie verabschiedet hat, wieder zurückkommen will, aber nicht im Familienverband lebt. (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt unschlüssig!) Er kümmert sich um einen Teil der Kinder sehr intensiv, sagt ihnen auch, was sie zu tun haben, und will jetzt natürlich für diese Betreuungspflicht noch Kinderbetreuungsgeld haben. Das geht aber nicht, weil er nicht im Familienverband wohnt! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Richtig ist, dass in etwa drei Viertel der Beiträge (Abg. Mag. Kogler: Was heißt „in etwa“?) zum Familienlastenausgleichsfonds von den österreichischen Unternehmern und Unternehmerinnen gezahlt werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sie können eh länger reden!
Die zweite Strategie muss darin bestehen, ein komplexes, vernetztes Unterstützungsangebot von professionellen und informellen Pflegenden, also Angehörigen, ehrenamtlichen Mitarbeitern und so weiter, aufzubauen. Ganz neue Programme und Strategien, entwickelt auf wissenschaftlicher Basis, sind zu konzipieren, um diese gesellschaftliche Problematik zu entschärfen. (Das Licht am Rednerpult leuchtet auf.) – Ich weiß nicht, wie lange die Lampe schon leuchtet. (Abg. Scheibner: Sie können eh länger reden!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Sie wissen es, Herr Bundesminister: Der Rechnungshof hat wiederholt in seinen Berichten schwerwiegende Fehler bei der Planung und Durchführung von Rüstungsbeschaffungen aufgezeigt. Insbesondere kritisierte er die hohe Vorbelastung bei Sachausgaben. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Das Sicherste auf dieser Welt: der „rote“ Ruf nach noch mehr Geld. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Aha-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Schau, schau!
Tempo 160 auf der Autobahn ausgesprochen hat, und dann kommt ein Antrag der Freiheitlichen, dass die Regierungsmitglieder mit gutem Beispiel vorangehen und einen Fahrtenschreiber in Ihre Dienstfahrzeuge einbauen sollen, und Ihr grüner Landesrat Anschober stimmt dagegen. Was würden Sie dazu sagen? (Aha-Rufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Schau, schau!) Anscheinend hat er ein schlechtes Gewissen und will nicht nachweisen müssen, dass er mit unter 160 km/h unterwegs ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Sie sind den ganzen Tag nicht herinnen! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Verhöhnung des Parlaments! – Abg. Reheis: Der Minister geht! Das interessiert ihn nicht! – Eine Show machen Sie! Das ist nur Ablenkung von Ihren Problemen!
Abgeordneter Werner Miedl (fortsetzend): Wissen Sie, was unerhört ist, Herr Kollege Gusenbauer? Wissen Sie, was unerhört ist? (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Dass wir hier herinnen eine Diskussion zum Thema Verkehrssicherheit abführen, also eine hoch seriöse Diskussion ... (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Gusenbauer –: Sie sind den ganzen Tag nicht herinnen! – Abg. Dr. Gusenbauer: Das ist eine Verhöhnung des Parlaments! – Abg. Reheis: Der Minister geht! Das interessiert ihn nicht! – Eine Show machen Sie! Das ist nur Ablenkung von Ihren Problemen!)
Abg. Scheibner: War er für oder gegen den Fahrtenschreiber? Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Zweitens: Sollten Sie damit gemeint haben, dass alle Regierungsparteien in Oberösterreich einen FPÖ-Antrag abgelehnt haben, in sämtlichen Dienstwagen des Landes Oberösterreich einen Fahrtenschreiber zu installieren, dann stimmt das. (Abg. Scheibner: War er für oder gegen den Fahrtenschreiber? Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Es wurde abgelehnt mit der Begründung, dass sich die Fahrer – möglicherweise auch die Fahrerinnen –, die dort beschäftigt sind, selbstverständlich an die Straßenverkehrsordnung halten und daher keinen Fahrtenschreiber benötigen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Bestätigung, Herr Präsident! Das ist ein Debattenbeitrag, keine Berichtigung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Bestätigung, Herr Präsident! Das ist ein Debattenbeitrag, keine Berichtigung!
Zweitens: Sollten Sie damit gemeint haben, dass alle Regierungsparteien in Oberösterreich einen FPÖ-Antrag abgelehnt haben, in sämtlichen Dienstwagen des Landes Oberösterreich einen Fahrtenschreiber zu installieren, dann stimmt das. (Abg. Scheibner: War er für oder gegen den Fahrtenschreiber? Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Es wurde abgelehnt mit der Begründung, dass sich die Fahrer – möglicherweise auch die Fahrerinnen –, die dort beschäftigt sind, selbstverständlich an die Straßenverkehrsordnung halten und daher keinen Fahrtenschreiber benötigen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine Bestätigung, Herr Präsident! Das ist ein Debattenbeitrag, keine Berichtigung!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das werden wir uns merken für die Zukunft!
Mitschreiben und ausrichten!, kann ich heute nur sagen, weil Sie bloß der Staatssekretär sind – was auch in Ordnung ist, aber die politische Symbolik ist unerträglich! Es kann nicht eine Dringliche Anfrage/ein Dringlicher Antrag an einen Minister gerichtet werden, der dann die Regierungsbank verlässt! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Das werden wir uns merken für die Zukunft!)
Abg. Scheibner: Das kennen wir schon!
Diejenigen, die hier herunten lachen, haben möglicherweise auch wirklich Grund zum Lachen – sie werden trotz Niederlage wieder hier sitzen! (Abg. Ing. Kapeller: Darum bin ich ja nach vorne gegangen!) Aber Sie dort oben sollten sich mit denen hier herunten ein bisschen beschäftigen oder vielleicht ein Rotationssystem einführen, damit Sie wirklich etwas zu lachen haben (Abg. Scheibner: Das kennen wir schon!), denn Sie werden nicht mehr hier herinnen sitzen – Sie vielleicht auch nicht mehr. Sie stehen schon, Sie haben es schon aufgegeben! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Neudeck: Herr Kollege Cap, bei Ihnen sind die vorderen Reihen dann leer!)
Abg. Scheibner: Dann bringen Sie einen Antrag ein! Das steht Ihnen wieder frei! Das ist kein Tagesordnungspunkt!
Sie aber sind jetzt nur noch eine Gruppe von Menschen in Österreich, die ausschließlich an sich selbst interessiert ist: an ihren Ämtern, an ihren Funktionen, an ihren Mandaten, an ihren Gehältern. Das ist alles, was Sie interessiert! (Abg. Wittauer: Es langweilt langsam!) Ich denke, die österreichische Bevölkerung und die Opposition haben das Recht, zu sagen: Wir verlangen Neuwahlen! (Abg. Scheibner: Dann bringen Sie einen Antrag ein! Das steht Ihnen wieder frei! Das ist kein Tagesordnungspunkt!)
Abg. Parnigoni: Ist der Rosenstingl Mitglied bei Ihnen, beim BZÖ? – Abg. Scheibner: Lass dich nicht ablenken!
Wenn man nun den Soll- und Ist-Vergleich über diesen Zeitraum betrachtet, so sind im Wesentlichen zwei Punkte feststellbar: Erstens, dass es durch dieses Programm einen kontinuierlichen, abnehmenden Verlauf gibt, was durchaus positiv zu werten ist, und zweitens, dass wir mit dem Ist-Wert leider konstant über dem Soll-Wert liegen. (Abg. Parnigoni: Ist der Rosenstingl Mitglied bei Ihnen, beim BZÖ? – Abg. Scheibner: Lass dich nicht ablenken!) – Wie, bitte? Herr Kollege, ich verstehe nicht, wieso Sie sich Sorgen um unsere freiheitliche Fraktion machen. (Abg. Dr. Jarolim: Aus Solidarität! –Abg. Dr. Puswald: Das ist der Mitleidseffekt!) – Wieso sind Sie denn so aufgeregt? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Da gerade Herr Staatssekretär Mainoni als kompetenter Auskunftsgeber hier ist, würde mich Folgendes interessieren: Haben Sie einen Fahrtenschreiber in Ihrem Fahrzeug? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Die Regierungsmitglieder haben keine Fahrtenschreiber in den Fahrzeugen, aber es wäre wahrscheinlich gut, solche zu haben, da der zukünftige Koalitionspartner Haider auch in Sachen Verkehr ein Hochsicherheitsrisiko darstellt. (Abg. Neudeck: Das Telefonieren unter dem Fahren ist verboten, daher wird er nicht schreiben!) Es ist verbürgt, dass die Exekutive Begleitschutz für Dr. Haider abgelehnt hat, weil er zu schnell unterwegs war und sie ihm nicht nachgekommen ist. (Heiterkeit bei den Grünen.)
Abg. Scheibner – auf die Reihen der Freiheitlichen und der ÖVP zeigend –: Schauen Sie her!
Meine Damen und Herren! Um erfolgreich Politik zu machen, braucht es in diesem Land auch stabile Mehrheiten – und die, Herr Kollege Scheibner, kann ich beim besten Willen nicht erkennen (Abg. Scheibner – auf die Reihen der Freiheitlichen und der ÖVP zeigend –: Schauen Sie her!), gerade nicht bei diesen Zerfallserscheinungen der „F“ und damit natürlich der gesamten Regierung. (Abg. Scheibner: Es sind bei Ihnen weniger da!) Wie gesagt, man kennt sich da gar nicht mehr aus: „F“, BZÖ; jeden Tag werden wir geradezu überrollt von neuen Meldungen. (Abg. Neudeck: Sie sind ahnungslos!)
Abg. Scheibner: Es sind bei Ihnen weniger da!
Meine Damen und Herren! Um erfolgreich Politik zu machen, braucht es in diesem Land auch stabile Mehrheiten – und die, Herr Kollege Scheibner, kann ich beim besten Willen nicht erkennen (Abg. Scheibner – auf die Reihen der Freiheitlichen und der ÖVP zeigend –: Schauen Sie her!), gerade nicht bei diesen Zerfallserscheinungen der „F“ und damit natürlich der gesamten Regierung. (Abg. Scheibner: Es sind bei Ihnen weniger da!) Wie gesagt, man kennt sich da gar nicht mehr aus: „F“, BZÖ; jeden Tag werden wir geradezu überrollt von neuen Meldungen. (Abg. Neudeck: Sie sind ahnungslos!)
Abg. Scheibner: Das wird schon! Das eine ist Gegenwart, das andere Zukunft!
Nachdem sich Egger vom ersten Schock erholt hatte, hat er gesagt, er werde eine eigenständige Sache machen, allerdings wie die Struktur der FPÖ in Vorarlberg aussehen wird, hat Egger offen gelassen. – Das ist schon erstaunlich, denn immerhin ist Egger der Vorarlberger FPÖ-Landesparteiobmann, und er weiß nicht einmal, wie die Struktur seiner Partei ausschaut! Also das ist schon sehr „lustig“ und „witzig“. (Abg. Scheibner: Das wird schon! Das eine ist Gegenwart, das andere Zukunft!)
Abg. Scheibner: „Winkelzüge“?
Empörung wäre auf unserer Seite angebracht und berechtigt, denn nicht nur dass Sie infolge der Eskapaden der letzten Tage die demokratische Legitimation durch die Wählerinnen und Wähler verloren haben, versuchen Sie, durch Winkelzüge, die Sie hier an den Tag legen, eine demokratische Diskussion über diese eigenartige Entwicklung abzuwürgen. (Abg. Scheibner: „Winkelzüge“?)
Abg. Scheibner: Das haben Sie aber nicht zu beurteilen!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, Sie haben Recht, Herr Kollege Scheibner, es kann auch Dringliche einer Regierungspartei geben, die tatsächlich einen Sinn machen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie aber nicht zu beurteilen!) Es steht uns nicht zu, das zu bewerten, aber wenn es so offensichtlich ist wie heute! – Und das Thema Verkehrssicherheit eignet sich nicht als Pausenfüller oder als Verdränger einer tatsächlich wichtigen Dringlichen. Dazu ist uns nämlich die Verkehrssicherheit zu wichtig, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann hätten Sie über Verkehrssicherheit diskutiert, Herr Öllinger!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann hätten Sie über Verkehrssicherheit diskutiert, Herr Öllinger!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, Sie haben Recht, Herr Kollege Scheibner, es kann auch Dringliche einer Regierungspartei geben, die tatsächlich einen Sinn machen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie aber nicht zu beurteilen!) Es steht uns nicht zu, das zu bewerten, aber wenn es so offensichtlich ist wie heute! – Und das Thema Verkehrssicherheit eignet sich nicht als Pausenfüller oder als Verdränger einer tatsächlich wichtigen Dringlichen. Dazu ist uns nämlich die Verkehrssicherheit zu wichtig, Herr Kollege Scheibner. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann hätten Sie über Verkehrssicherheit diskutiert, Herr Öllinger!)
Abg. Scheibner: Sie waren nie so schnell!
Tempo 160. – Wer ist auf diese unsägliche Idee gekommen? Das waren nicht wir! (Abg. Scheibner: Sie waren nie so schnell!) Wir haben hinreichend Widerstand geleistet. Heute noch – das muss man sich ja auf der Zunge zergehen lassen – fällt es dem Kollegen Miedl ein, zu behaupten, zwischen 80 und 120 km/h fänden die meisten Verkehrsunfälle statt. (Ruf bei der ÖVP: Ja!) Das heißt, man muss entweder langsamer oder noch schneller fahren, damit man Verkehrsunfälle vermeidet. Eine derart skurrile Logik im Rahmen einer Debatte über Verkehrssicherheit bringen wirklich nur Sie zustande. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Den Antrag kennen wir nicht einmal!
Dann schauen wir uns an, was dabei herauskommt. (Abg. Scheibner: Den Antrag kennen wir nicht einmal!)
Abg. Scheibner: Wen wollen Sie denn bespitzeln und überwachen? – weitere Zwischenrufe
Wir würden uns auch eine Section Control im politischen Bereich wünschen, phasenbezogene Verkehrsüberwachung. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Phasenbezogene Verkehrsüberwachung (Abg. Scheibner: Wen wollen Sie denn bespitzeln und überwachen? – weitere Zwischenrufe) – ja, auch im politischen Bereich, Herr Kollege Grillitsch, wäre das nützlich. Eine Parteiführung, die sich nicht traut, sich der Wahl durch die eigenen Parteimitglieder zu stellen, eine FPÖ, die sich nicht traut, ihre Fragen hier im Parlament diskutieren zu lassen, Regierungsparteien ÖVP und FPÖ, die sich nicht trauen, sich dem Wähler zu stellen, die haben wahrlich eine Section Control durch den Wähler verdient. (Abg. Scheibner: Welche Politik wollen Sie überprüfen lassen, Herr Kollege Öllinger?)
Abg. Scheibner: Welche Politik wollen Sie überprüfen lassen, Herr Kollege Öllinger?
Wir würden uns auch eine Section Control im politischen Bereich wünschen, phasenbezogene Verkehrsüberwachung. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Phasenbezogene Verkehrsüberwachung (Abg. Scheibner: Wen wollen Sie denn bespitzeln und überwachen? – weitere Zwischenrufe) – ja, auch im politischen Bereich, Herr Kollege Grillitsch, wäre das nützlich. Eine Parteiführung, die sich nicht traut, sich der Wahl durch die eigenen Parteimitglieder zu stellen, eine FPÖ, die sich nicht traut, ihre Fragen hier im Parlament diskutieren zu lassen, Regierungsparteien ÖVP und FPÖ, die sich nicht trauen, sich dem Wähler zu stellen, die haben wahrlich eine Section Control durch den Wähler verdient. (Abg. Scheibner: Welche Politik wollen Sie überprüfen lassen, Herr Kollege Öllinger?)
Abg. Scheibner: Das ist keine Berichtigung!
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Herr Klubobmann Scheibner hat behauptet, ich hätte mit meinem Wortbeitrag versucht, die demokratischen Rechte der FPÖ einzuschränken. – Das ist unrichtig! (Abg. Scheibner: Das ist keine Berichtigung!)
Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sind wir denn jetzt, Herr Scheibner?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit und damit abgelehnt. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wo sind wir denn jetzt, Herr Scheibner?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wer soll es machen? – Abg. Dr. Matznetter: Kollege Scheibner hat gesagt: „Wer soll es machen?“! Wir! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abgeordneten Dr. Matznetter –: Das wäre lustig!
drüberretten. Tun Sie sich selbst etwas Gutes und (Abg. Dr. Matznetter: Machen Sie ein ordentliches Budget!) stimmen Sie unserem Rückverweisungsantrag zu! Geben Sie endlich den Weg frei, dass ein vernünftiges, neues Budget verhandelt werden kann, damit sich niemand mit der Novelle dieses Salates herumschlagen muss! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wer soll es machen? – Abg. Dr. Matznetter: Kollege Scheibner hat gesagt: „Wer soll es machen?“! Wir! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abgeordneten Dr. Matznetter –: Das wäre lustig!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Lassen Sie mich zusammenfassen, was in Klagenfurt passiert ist: Ein Bauunternehmer namens Hans Peter Haselsteiner versucht, sich politisch einen Auftrag zu kaufen, und gibt der Freiheitlichen Partei und ihrem Kärntner Parteichef und Kärntner Landeshauptmann Geld – Geld in eine Stiftung, Geld für den Wahlkampf, Geld für Inserate. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) Haselsteiner kauft Haider. Haider lässt nichts unversucht, um im Gegenzug Haselsteiner das Geschäft Stadion zu verschaffen. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Scheibner: Was wird da behauptet? – Abg. Neudeck: Das ist da kein Untersuchungsausschuss!
sehr verpflichtet ist. Damit beide, der Kanzler und der Landeshauptmann, an ihren Sesseln kleben bleiben können, wird die Affäre in Klagenfurt systematisch vertuscht. An diesem Punkt sind wir jetzt angelangt. (Abg. Scheibner: Was wird da behauptet? – Abg. Neudeck: Das ist da kein Untersuchungsausschuss!)
Abg. Scheibner: Ein übles Schauspiel, das Sie hier bieten!
Jetzt ist die Europameisterschaft akut gefährdet, und jetzt besteht zum ersten Mal die Möglichkeit, dass Klagenfurt nicht rechtzeitig fertig wird, und dann wird es zu Klagen sowohl der Schweizer Bauherren als auch der UEFA gegen die Republik Österreich kommen. Und das ist das Unglaubliche, meine Damen und Herren von der ÖVP und von der Partei, von der wir jeden Tag irgendeinen anderen Namen hören, das ist das Ungeheuerliche an dieser Affäre: dass Sie bereit sind, die Europameisterschaft 2008 aufs Spiel zu setzen, nur damit Jörg Haider seine letzten Reste der FPÖ zur Stützung der Regierung Schüssel zur Verfügung stellt! (Abg. Scheibner: Ein übles Schauspiel, das Sie hier bieten!) Das ist ungeheuerlich, und das hat es in dieser Art und Weise in Österreich noch nicht gegeben! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, was Sie da behaupten!
Es geht weiter mit diesem Rest, mit diesem belasteten Rest, der mit Jörg Haider im Zentrum der politischen Korruption Österreichs steht und demnächst ein Fall für die Gerichte sein wird. (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich, was Sie da behaupten!) Die Verfahren sind bereits gerichtsanhängig. Es wird bereits vom Büro für interne Angelegenheiten, von der Staatsanwaltschaft Wien, vom Bundeskriminalamt ermittelt, die ganzen einschlägigen Verfahren sind bereits eingeleitet. Und das Bundeskanzleramt hat – ich vermute, ohne Wissen des Bundeskanzlers – bereits ein Ausschlussverfahren gegen die Firma STRABAG von Hans Peter Haselsteiner eingeleitet. – Das sollte Jörg Haider nur wissen, was da auch unter dem Mantel von Wolfgang Schüssel passiert.
Abg. Scheibner: Nein, das haben Sie nicht! Dieses Recht, Abgeordnete zu verunglimpfen und die Unwahrheit zu sagen, haben Sie nicht!
Am Ende einer Budgetdebatte haben wir das Recht, auch das zu sagen (Abg. Scheibner: Nein, das haben Sie nicht! Dieses Recht, Abgeordnete zu verunglimpfen und die Unwahrheit zu sagen, haben Sie nicht!), auch wenn Sie, Herr Klubobmann Scheibner, schon gern woanders hingehen wollen und sich diese Debatte ersparen wollen.
Abg. Scheibner: Ja, das stimmt! Das ist der erste wahre Satz, den Sie sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir werden diese Debatte über den Zustand der Bundesregierung auch über dieses Budget hinaus weiterführen. Sie werden dem Herrn Dr. Schüssel jetzt ein Budget beschaffen, aber das wird das letzte Budget dieser Bundesregierung sein. (Abg. Scheibner: Ja, das stimmt! Das ist der erste wahre Satz, den Sie sagen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Aber man kann trotzdem darauf hinweisen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Aber, Herr Abgeordneter Neudeck, der Herr Abgeordnete Dr. Pilz hat einen Ordnungsruf erhalten! Und bitte seien Sie sorgsam in Ihrer Wortwahl, sonst muss ich auch Ihnen einen Ordnungsruf erteilen. – Bitte. (Abg. Scheibner: Aber man kann trotzdem darauf hinweisen!)
Abg. Scheibner: Wo sind Gusenbauer und Cap?
Damit kommen wir zu den Abstimmungen. (Abg. Scheibner: Wo sind Gusenbauer und Cap?)
Abg. Scheibner: Es ist Budgetabstimmung, und der SPÖ-Vorsitzende ist nicht da!
Zunächst ist über den Rückverweisungsantrag, den die Abgeordneten Mag. Kogler, Dr. Matznetter, Kolleginnen und Kollegen zum Gesetzentwurf betreffend das Bundesfinanzgesetz 2006 samt Anlagen gestellt haben, abzustimmen. (Abg. Scheibner: Es ist Budgetabstimmung, und der SPÖ-Vorsitzende ist nicht da!)
Sitzung Nr. 105
Abg. Scheibner: Vom Jarolim!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Bei der Wortmeldung des Kollegen Scheibner ist ein Zwischenruf gefallen. (Abg. Scheibner: Vom Jarolim!) Ich habe vom Kollegen Jarolim das Wort „hinterfotzig“ gehört. Ich ersuche, dafür einen Ordnungsruf zu geben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Sie waren nicht angesprochen! – Abg. Mag. Molterer: Sind Sie der Pflichtverteidiger der SPÖ? Das ist aber sehr komisch: Sie hier als Pflichtverteidiger! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Molterer: Fühlen Sie sich angesprochen?
Ich würde glauben, Herr Kollege Scheibner, wenn wir das nächste Mal so ein Zeitproblem haben ... (Abg. Scheibner: Sie waren nicht angesprochen! – Abg. Mag. Molterer: Sind Sie der Pflichtverteidiger der SPÖ? Das ist aber sehr komisch: Sie hier als Pflichtverteidiger! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen. – Abg. Mag. Molterer: Fühlen Sie sich angesprochen?) Nein, ich bin ja hier.– Wenn wir das nächste Mal so ein Zeitproblem haben, Herr Kollege Molterer und meine anderen
Sitzung Nr. 106
Abg. Scheibner: ... derselbe Zettel wie am Sonntag!
Das Einzige, das Ihnen eingefallen ist, war, im Budget die Mittel für den Ausbau der Infrastruktur um über 200 Millionen € zu reduzieren. Beim Semmering-Basistunnel geht nichts weiter. (Abg. Scheibner: ... derselbe Zettel wie am Sonntag!) Das Red-Bull-Projekt in Spielberg ist gescheitert – 700 Millionen in den Sand gesetzt. Dafür müssen stellvertretend Steuergelder eingesetzt werden, das soll man nicht vergessen!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem Ambrozy!
Zum nächsten Punkt in diesem Vertrag: Ihr BZÖ-Vorsitzender Jörg Haider – man sollte ja Neuwahlen in Kärnten machen, damit sich die politische Landschaft dort endlich auch anders ordnet. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem Ambrozy!)
Abg. Scheibner: Das werden Sie ja noch aushalten!
Sie den Kassenbericht legen! (Heiterkeit bei der SPÖ.) Tun Sie doch da nicht ständig mit Zwischenrufen herum! (Abg. Scheibner: Das werden Sie ja noch aushalten!)
Abg. Scheibner: Die Redezeit ist gleich ...!
Schauen Sie, ich habe diese Finanzierungen auch deshalb angesprochen, weil es da um politische Abhängigkeiten geht. Da geht es um die Frage, wann der Wahltermin ist – das ist auch eine politische Abhängigkeit. Da geht es um die Frage der Banken: Welche Banken sind so nett und lassen all das zu? Da geht es um die Frage der Parteiförderung, die der Herr Bundeskanzler mitzuentscheiden hat. – Lauter Dinge, die wichtig sind! (Abg. Scheibner: Die Redezeit ist gleich ...!)
Abg. Scheibner: Den Schmäh kennen wir schon! – Die Redezeit ist aus!
Was ich einfach nicht verstehen kann, ist, wieso Sie da in den mittleren und auch in den letzten Reihen dem immer noch (Abg. Scheibner: Den Schmäh kennen wir schon! – Die Redezeit ist aus!) mit Ihren Zwischenrufen beipflichten. Ich kann das beim besten Willen nicht verstehen! (Abg. Scheibner: Den Schmäh kennen wir auch schon!) Werden Sie in Ihren Wahlkreisen nicht von den Menschen angesprochen, die sagen: Wann ist endlich Schluss mit diesem Theater? – Und Recht haben sie! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Den Schmäh kennen wir auch schon!
Was ich einfach nicht verstehen kann, ist, wieso Sie da in den mittleren und auch in den letzten Reihen dem immer noch (Abg. Scheibner: Den Schmäh kennen wir schon! – Die Redezeit ist aus!) mit Ihren Zwischenrufen beipflichten. Ich kann das beim besten Willen nicht verstehen! (Abg. Scheibner: Den Schmäh kennen wir auch schon!) Werden Sie in Ihren Wahlkreisen nicht von den Menschen angesprochen, die sagen: Wann ist endlich Schluss mit diesem Theater? – Und Recht haben sie! (Anhaltender Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei den Grünen.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Puswald: Scheibner, go home!
Ich glaube, ihr nehmt das ja auch selber nicht ernst. Die Wahrheit ist nämlich ganz anders, als sie hier dargestellt worden ist. (Abg. Dr. Kräuter: Sagen Sie einmal die Wahrheit!) – Ja, natürlich, selbstverständlich werde ich dir die Wahrheit erzählen. (Abg. Dr. Puswald: Einmal die Wahrheit!) Ihr wisst das vielleicht nicht, aber eure betroffenen Gesichter sehen wir ja bei jeder Dringlichen Anfrage eurer Klubführung, weil ihr selber nicht glauben könnt, was da fabriziert wird. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Puswald: Scheibner, go home!)
Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!
Wir möchten auch wissen, warum man die Wirtschaftsaktivitäten von Frank Stronach nicht weiter kritisieren soll, warum auch der Eurofighter-Kauf nicht weiter thematisiert werden soll. (Abg. Scheibner: Das sagt ja niemand!) Was weiß Herr Strache über diesen Kauf und über diesen Deal, das die Öffentlichkeit vielleicht auch gerne wissen möchte? Warum steht das hier in diesem Protokoll in Zusammenhang mit Parteifinanzierung? Das sind alles Fragen, bezüglich derer sich, glaube ich, die österreichische Bevölkerung Aufklärung verdient. Es geht um Steuergelder! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.)
Abg. Scheibner: Aber nur auf fünf Jahre!
Sie haben offensichtlich den Wunsch, Ihre Legislaturperiode überhaupt auf die Lebenszeit von Bundeskanzler Schüssel zu verlängern. Im Österreich-Konvent ist von der ÖVP auch tatsächlich die Forderung erhoben worden, die Legislaturperiode zu verlängern. (Abg. Scheibner: Aber nur auf fünf Jahre!) Ich finde das vor diesem Hintergrund, vor dem Sie jetzt im Moment regieren, extrem problematisch. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber nicht in der Demokratie, Herr Kollege!
Da Sie, Herr Abgeordneter Scheibner, die Schiedsrichterfunktion angesprochen haben: Herr Abgeordneter Scheibner, Sie wissen wahrscheinlich besser als ich, dass Schiedsrichterentscheidungen auf dem Spielfeld während des Spiels und nicht erst am Ende gefällt werden. (Abg. Scheibner: Aber nicht in der Demokratie, Herr Kollege!) Geben Sie daher der Bevölkerung in diesem Lande die Möglichkeit! (Lebhafter Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ja, Herr Fernsehsprecher!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Werte Zuschauerinnen und Zuschauer! Herr Bundeskanzler! (Abg. Scheibner: Ja, Herr Fernsehsprecher!) Haben Sie nicht vor wenigen Monaten für dieses Jahr die Zeit der Ernte ausgerufen? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sollten wieder mit dem Schlüssel läuten, das ist das Einzige, was Sie können! Schlüsselläuten nicht vergessen!) Schaut so die Ernte aus? – Dieses Geholpere und Gestolpere von einem Maulwurfsloch zum nächsten, das Ihnen Herr Haider gräbt?! Das soll die Zeit der Ernte sein?! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das haben Sie eh schon vorige Woche gesagt!
Soll ich Ihnen vorlesen, meine sehr geehrten Damen und Herren, was dieser Herr Haider noch vor einem Monat zu Ihnen gesagt hat? Soll ich Ihnen das noch vorlesen? (Abg. Scheibner: Das haben Sie eh schon vorige Woche gesagt!) „Schüssel hat sich in diesen fünf Jahren Österreich untertan gemacht. Gegen diesen schwarzen Putsch in den Führungsetagen war die damalige SPÖ von geradezu vornehmer Zurückhaltung.“
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Präsident Khol, wenn Sie die Reise nach Rom antreten, um sich vom Heiligen Vater, vom Papst, zu verabschieden, dann, denke ich mir, ist es nur würdig und recht, dass Dr. Gusenbauer am Requiem im Wiener Stephansdom teilnimmt! Das wollte ich eingangs hier noch festhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.)
Abg. Scheibner: Dieses Buch könnten Sie schreiben!
Wenn sich viele mit der Psychologie und der Persönlichkeit von Dr. Haider auseinander gesetzt haben, ganze Bücher gibt es darüber, denke ich mir, wäre es auch einmal wert, sich auch mit der Persönlichkeit des Herrn Dr. Wolfgang Schüssel zu befassen. (Abg. Scheibner: Dieses Buch könnten Sie schreiben!) Wolfgang Schüssel ist nämlich einer, der nie an der Lösung von Problemen teilgenommen hat, sondern er ist immer der Verursacher von Problemen. Das ist nicht nur in der Regierung so, sondern auch das pflastert seinen Weg. Wolfgang Schüssel ist der Verursacher von Problemen – vielleicht teilen Sie diese Meinung auch mit mir, Herr Scheibner, Sie hätten guten Grund dazu –, und das nicht nur seit heute, sondern bereits seit 1995, wo wir nach einem Jahr durch Wolfgang Schüssel in überraschende Neuwahlen gegangen sind. 2000 ließ er sich auf ein politisches Abenteuer ein, vor dem ihn alle gewarnt haben und das nach zwei Jahren wieder zu Neuwahlen geführt hat, worauf er ein zweites Mal dieses politische Abenteuer eingegangen ist. Wolfgang Schüssel ist eine Persönlichkeit, die für Konflikt, Spannung und Spaltung steht. Das kennzeichnet seinen Weg. Insofern ist Wolfgang Schüssel eine konstruktive Persönlichkeit wie Jörg Haider. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir haben keine Aggression!
All Ihre Vorwürfe, Ihre Aggressionen gegen die österreichische Sozialdemokratie (Abg. Scheibner: Wir haben keine Aggression!), Ihre Polemik in der Schuldenfrage gehen ins Leere. Dieser Bundeskanzler hat überhaupt keine moralische Eignung, diese Vorwürfe zu machen. Er ist der Großmeister der Schulden in diesem Land. Er war das vorher schon, er war das als Außenminister, er war das als Wirtschaftsminister, und er ist Schuldenmeister als Bundeskanzler. Das ist die Realität. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Edlinger!
Wir hatten sozialdemokratische Finanzminister wie Hannes Androsch mit hoher wirtschaftspolitischer Kompetenz, wie Ferdinand Lacina, der von einer angesehenen internationalen Finanzzeitung zum Finanzminister des Jahres gewählt wurde, über den diese Zeitung bereits im Jahr 1993 geschrieben hat, dass er jener Mann aus der Wiener Himmelpfortgasse ist, der das Ziel der Budgetsanierung verfolgt hat und einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet hat, dass Österreich einen stabilen Haushalt hat. So sieht sozialdemokratische Finanzpolitik aus! (Abg. Scheibner: Edlinger!) Rudolf Edlinger hat das fortgesetzt und davon gesprochen, dass die ÖVP und Wolfgang Schüssel an das Budget immer Wünsche stellen. (Abg. Scheibner: Staribacher nicht vergessen!) Er hat gewarnt, und er hat 1999 einen Hilferuf gemacht an die ÖVP, an den Herrn Molterer, die Budgetkonsolidierung nicht zu stören, nicht unmäßige Ausgabenwünsche an das Budget zu haben. Wolfgang Schüssel ist der Schuldenmeister, Wolfgang Schüssel ist der Verursacher des Chaos!
Abg. Scheibner: Staribacher nicht vergessen!
Wir hatten sozialdemokratische Finanzminister wie Hannes Androsch mit hoher wirtschaftspolitischer Kompetenz, wie Ferdinand Lacina, der von einer angesehenen internationalen Finanzzeitung zum Finanzminister des Jahres gewählt wurde, über den diese Zeitung bereits im Jahr 1993 geschrieben hat, dass er jener Mann aus der Wiener Himmelpfortgasse ist, der das Ziel der Budgetsanierung verfolgt hat und einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet hat, dass Österreich einen stabilen Haushalt hat. So sieht sozialdemokratische Finanzpolitik aus! (Abg. Scheibner: Edlinger!) Rudolf Edlinger hat das fortgesetzt und davon gesprochen, dass die ÖVP und Wolfgang Schüssel an das Budget immer Wünsche stellen. (Abg. Scheibner: Staribacher nicht vergessen!) Er hat gewarnt, und er hat 1999 einen Hilferuf gemacht an die ÖVP, an den Herrn Molterer, die Budgetkonsolidierung nicht zu stören, nicht unmäßige Ausgabenwünsche an das Budget zu haben. Wolfgang Schüssel ist der Schuldenmeister, Wolfgang Schüssel ist der Verursacher des Chaos!
Abg. Scheibner: Er ist schon weggestartet!
Abgeordneter Dr. Reinhard Eugen Bösch (Freiheitliche): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Dass Herr Kollege Gusenbauer „startklar“ ist, das wissen die Österreicherinnen und Österreicher schon seit langem (Abg. Scheibner: Er ist schon weggestartet!), und dass seine einzige Sorge ist, dass er im heißen Asphalt der Startbahn stecken bleibt, weiß man auch. Deshalb ist für mich auch verständlich, warum Sie heute hier diese Sondersitzung veranstalten, warum Sie sich heute hier mit diesem Thema auseinander setzen.
Abg. Scheibner: Das können Sie nicht verstehen: ohne Partei!
losen“ hier dasitzt, ohne Landespartei, ohne Landesorganisation, mit einer rein folkloristischen oder mit einer rein modistischen Kreierung eines orangen Vereins. (Abg. Scheibner: Das können Sie nicht verstehen: ohne Partei!)
Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Berichtigen Sie zuerst die Kollegin Rosenkranz!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Klubobmann Scheibner zu Wort gemeldet. Herr Klubobmann, Sie kennen die GO-Bestimmungen: 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Berichtigen Sie zuerst die Kollegin Rosenkranz!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die schrecken vor nichts zurück!
Schauen wir doch: Mit wem wollen Sie es machen? Wollen Sie mit den Grünen die großen Probleme lösen? Genügt es Ihnen nicht, wenn Sie in die Bundesrepublik Deutschland schauen, um zu sehen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Zum Erschrecken!), dass diese Konstellation nicht geeignet ist, große Probleme zu lösen? Wollen Sie den Österreichern das antun: eine grün-rote Koalition? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Wir wollen das wirklich nicht haben, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Die schrecken vor nichts zurück!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Scheibner: Was ist das?
Bessere Schulen? – Kein Geld im Budget! Bessere Forschung und Entwicklung? – Nicht mehr Geld im Budget! Kampf gegen die Arbeitslosigkeit? – Nicht mehr Geld im Budget! Bei allen wesentlichen Fragen der österreichischen Bevölkerung sagt die Bundesregierung: Dafür haben wir nicht genügend Geld. Für die Abfangjäger aber gibt es 5,63 Milliarden €! (Abg. Scheibner: Was ist das?)
Abg. Scheibner: Wie macht man eine Luftaufklärung, Herr Kollege? Wie macht man sie?
Dazu stellt der Rechnungshof in seinem Bericht fest, eine durchgehende Einsatzbereitschaft der Luftüberwachung sei nicht sichergestellt, es werde die Luftaufklärung derzeit nicht wahrgenommen. (Abg. Scheibner: Wie macht man eine Luftaufklärung, Herr Kollege? Wie macht man sie?)
Abg. Scheibner: Wollen Sie das?
Herr Bundeskanzler! Sie haben hier im Hohen Haus erklärt, die Anschaffung dieser Eurofighter sei nicht nur aus Gründen der Luftraumüberwachung notwendig, sondern auch deswegen, weil Österreich an internationalen Einsätzen teilnehmen solle. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt – auch nach dem Bericht des Rechnungshofes, aber schon davor –, dass nicht einmal theoretisch mit diesen Eurofightern eine Teilnahmemöglichkeit an internationalen Einsätzen gegeben ist. (Abg. Scheibner: Wollen Sie das?) Man kann immer darüber reden, ob sie sinnvoll sind oder nicht, aber Sie haben gesagt: Wir brauchen diese Eurofighter, damit wir teilnehmen können! (Abg. Scheibner: Wollen Sie das? Was meinen Sie?) – Wahr ist, es besteht nicht einmal die theoretische Möglichkeit zur Teilnahme – und das für 5,63 Milliarden €!
Abg. Scheibner: Wollen Sie das? Was meinen Sie?
Herr Bundeskanzler! Sie haben hier im Hohen Haus erklärt, die Anschaffung dieser Eurofighter sei nicht nur aus Gründen der Luftraumüberwachung notwendig, sondern auch deswegen, weil Österreich an internationalen Einsätzen teilnehmen solle. In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt – auch nach dem Bericht des Rechnungshofes, aber schon davor –, dass nicht einmal theoretisch mit diesen Eurofightern eine Teilnahmemöglichkeit an internationalen Einsätzen gegeben ist. (Abg. Scheibner: Wollen Sie das?) Man kann immer darüber reden, ob sie sinnvoll sind oder nicht, aber Sie haben gesagt: Wir brauchen diese Eurofighter, damit wir teilnehmen können! (Abg. Scheibner: Wollen Sie das? Was meinen Sie?) – Wahr ist, es besteht nicht einmal die theoretische Möglichkeit zur Teilnahme – und das für 5,63 Milliarden €!
Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Neudeck: Aber trotzdem besser als Sie, wenn Sie vorbereitet sind!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Bundeskanzler! Heute waren Sie nicht sehr professionell vorbereitet, das muss ich Ihnen sagen! (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Neudeck: Aber trotzdem besser als Sie, wenn Sie vorbereitet sind!)
Abg. Scheibner: ... Koalition Cap-Strache! C-S!
Daher kann ich Ihnen nur sagen: Stimmen Sie diesem Untersuchungsausschuss zu! Herr H. C. Strache hat einen interessanten Satz gesagt, er hat gesagt (Abg. Dr. Bleckmann: Müssen Sie schon den H. C. Strache zitieren?): Wenn man ein gutes Gewissen hat, dann kann man dem Untersuchungsausschuss zustimmen! – Das heißt, Sie haben ein schlechtes Gewissen?! Es ist die Koalition des schlechten Gewissens, die das heute möglicherweise ablehnen wird?! (Abg. Scheibner: ... Koalition Cap-Strache! C-S!) Überlegen Sie sich das noch! Noch haben Sie Zeit! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Setzen Sie diesen Untersuchungsausschuss ein!
Abg. Scheibner: Schön wäre es, wenn es so wäre!
Jetzt komme ich einmal am heutigen Tag zu Zahlen. Klubobmann Scheibner hat einen vernünftigen Einwand gemacht: Man könne nicht auf 30 Jahre etwas zusammenrechnen und so darstellen, als wäre das alles heute auszugeben und zu finanzieren. – Sinnvollerweise müssen wir einen Zeitraum von zehn Jahren betrachten, weil in diesen zehn Jahren einerseits die kompletten Investitionszahlungen für den Eurofighter zu leisten sind und zweitens die kompletten Zahlungen für die Bundesheerreform zu leisten sind. Wenn Sie das zusammenzählen, dann kommen Sie zu folgendem Schluss: Sie haben sich als Bundesregierung verpflichtet, zusätzlich zum Verteidigungsbudget in den nächsten zehn Jahren 5,5 Milliarden € für militärische Landesverteidigung auszugeben. (Abg. Scheibner: Schön wäre es, wenn es so wäre!) Das ist jedes Jahr in diesen zehn Jahren eine Steigerung des Verteidigungsbudgets um exakt 30 Prozent. Null Steigerung bei Bildung, null Steigerung bei Forschung (Abg. Dr. Brinek: Das ist nicht wahr! Das ist falsch! Das stimmt doch nicht!), null Steigerung bei sozialer Sicherheit, null Steigerung beim Wohnbau, null Steigerung überall dort, wo es von Umwelt bis Forschung um unsere Zukunft geht – aber 30 Prozent zusätzlich für die militärische Landesverteidigung! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Und das alles gleichzeitig?!
Mit diesen 5,5 Milliarden zusätzlich in zehn Jahren – das sind mehr als 500 Millionen pro Jahr – könnten Sie die Ausgaben für Universitäten um 27 Prozent steigern, die Ausgaben für das Kapitel Umwelt, Herr Klubobmann Molterer, um 103 Prozent steigern und die Ausgaben für Kunst um 240 Prozent steigern. (Abg. Scheibner: Und das alles gleichzeitig?!) Über solche Summen reden Sie, aber Sie entscheiden sich gegen Umwelt, Sie entscheiden sich gegen Universitäten, Sie entscheiden sich gegen Kunst, und Sie entscheiden sich für militärische Verschwendung in einem Ausmaß, dass sich sogar die Spitzen des österreichischen Generalstabs wundern.
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!
Meine Damen und Herren von der Opposition, ich danke Ihnen für die Sorge in Bezug auf das Bundesheer, für die Sorge in Bezug auf die Luftraumüberwachung und stelle fest, dass SPÖ und Grüne eigentlich dafür sind, dass wir 24 Abfangjäger kaufen, und dafür sind (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich!), dass wir alle technischen Mittel, die zur Ausrüstung dieser Luftraumüberwachungsflugzeuge notwendig sind, beschaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Sie Scherzbold!)
Abg. Scheibner: Warum machen wir es nicht nächste Woche?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler hat eingangs moniert, dass diese Sondersitzung ausgerechnet am Tag der Republiksfeier stattfindet. Na ja, es waren auch die Vertreter Ihrer Partei, die für diesen Termin gestimmt haben. Wir Grüne hätten einen anderen gewollt. – So viel nur zur Seriosität Ihrer Anfragebeantwortung schlechthin. (Abg. Scheibner: Warum machen wir es nicht nächste Woche?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich sage Ihnen gleich, wie das geht. Die ganze Kostenkonfiguration ist nämlich mit Absicht verschoben worden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Damit so getan wird, dass kein Bietersturz zustande kommt, haben Sie künstlich den Stückpreis (Ruf bei der ÖVP: Das ist unerhört!) – das ist nicht unerhört, Sie sollten das hören und ruhig sein – niedrig gehalten, um den Preis, dass die Systemkosten steigen, um den Preis, dass die Betriebskosten unkalkulierbar hoch werden. Aber wenn wir nachrechnen – da brauchen wir nicht von 30 Jahren zu reden –, dann kommen wir drauf, dass wir bis zu 100 Millionen € Betriebskosten auf Grund dieser unseriösen Vorgangsweise haben werden. (Ruf bei der ÖVP: Das stimmt ja nicht!) Und Sie werden das bei nächster Gelegenheit wieder eingestehen müssen. Deshalb sollten Sie nun gleich rechtzeitig den Weg für den Untersuchungsausschuss freimachen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Also bleiben Sie sachlich, Frau Kollegin!
Ein Wort zu Klubobmann Scheibner. Er meinte etwas süffisant zum Thema (Abg. Scheibner: Also bleiben Sie sachlich, Frau Kollegin!): Die SPÖ fühlt sich durch den Rechnungshof bestätigt. – Selbstverständlich fühlen wir uns bestätigt, nur: Es geht nicht darum, dass wir mehr Eurofighter haben wollen, und es geht auch nicht darum, dass wir mehr Bewaffnung haben wollen. Wir kritisieren, dass jetzt das Konzept und die Argumentationsbasis für die Eurofighter einfach nicht mehr stimmen. Sie haben da irgendetwas nicht richtig verstanden. (Abg. Scheibner: O ja, ich glaube schon!)
Abg. Scheibner: O ja, ich glaube schon!
Ein Wort zu Klubobmann Scheibner. Er meinte etwas süffisant zum Thema (Abg. Scheibner: Also bleiben Sie sachlich, Frau Kollegin!): Die SPÖ fühlt sich durch den Rechnungshof bestätigt. – Selbstverständlich fühlen wir uns bestätigt, nur: Es geht nicht darum, dass wir mehr Eurofighter haben wollen, und es geht auch nicht darum, dass wir mehr Bewaffnung haben wollen. Wir kritisieren, dass jetzt das Konzept und die Argumentationsbasis für die Eurofighter einfach nicht mehr stimmen. Sie haben da irgendetwas nicht richtig verstanden. (Abg. Scheibner: O ja, ich glaube schon!)
Abg. Scheibner: Zusätzlich!
Nun können wir aber bei den Szenarien drei und vier – Großveranstaltungen in Österreich oder im nahen Ausland – lesen, dass da auch andere Luftfahrzeuge des Bundesheers zum Einsatz kommen sollen, etwa die PC 7 (Abg. Scheibner: Zusätzlich!), die Saab 105 oder auch bewaffnete Hubschrauber. Damit könnten nämlich auch langsamere Luftfahrzeuge überwacht und abgedrängt werden. (Die Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer: Zusätzlich!) Ja, zusätzlich. Klar ausgesprochen heißt das: Die Eurofighter allein können das nicht! Ich finde es gut, wenn auch das einmal so klar ausgesprochen wird. (Abg. Mag. Molterer: Hat auch keiner behauptet!)
Die Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer: Zusätzlich!
Nun können wir aber bei den Szenarien drei und vier – Großveranstaltungen in Österreich oder im nahen Ausland – lesen, dass da auch andere Luftfahrzeuge des Bundesheers zum Einsatz kommen sollen, etwa die PC 7 (Abg. Scheibner: Zusätzlich!), die Saab 105 oder auch bewaffnete Hubschrauber. Damit könnten nämlich auch langsamere Luftfahrzeuge überwacht und abgedrängt werden. (Die Abgeordneten Scheibner und Mag. Molterer: Zusätzlich!) Ja, zusätzlich. Klar ausgesprochen heißt das: Die Eurofighter allein können das nicht! Ich finde es gut, wenn auch das einmal so klar ausgesprochen wird. (Abg. Mag. Molterer: Hat auch keiner behauptet!)
Abg. Scheibner: Jetzt kommt gleich der Neuwahlantrag!
Auf Grund der bisher gehörten Diskussionsbeiträge kann ich nur einen Schluss ziehen: Es liegt die Vermutung schon ziemlich nahe, dass bereits so viel Geld geflossen ist – in welche Kassen auch immer –, dass es für die handelnden Personen einfach überhaupt kein Zurück mehr gibt. Und der Eurofighter-Deal ist der absolut letzte Kitt, der diese zerbröselnde Regierung noch zusammenhält. (Abg. Scheibner: Jetzt kommt gleich der Neuwahlantrag!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sondersitzung! – Abg. Scheibner: Nächste Woche eine Sondersitzung! – Abg. Neudeck: Ihre Sorgen möchte ich haben!
Sie, Herr Klubobmann Scheibner, sollten uns sagen: Für wie viele Abgeordnete sprechen Sie hier eigentlich noch? Wird außer dem Abgeordneten Böhmdorfer noch wer herauskommen? Spricht er auch für Partik-Pablé und für Bösch? Spricht er auch für einige andere, für Prinzhorn? Sind das die fünf Detlev Neudeck, die dann einen eigenen Klub gründen wollen? Also wie ist hier die Situation? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sondersitzung! – Abg. Scheibner: Nächste Woche eine Sondersitzung! – Abg. Neudeck: Ihre Sorgen möchte ich haben!)
Abg. Dr. Fekter: Seither ist ja einiges geschehen! – Abg. Scheibner: Es ist ja was passiert, oder? Es ist ja was passiert!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! – Herr Kollege Haupt! Sie haben gesagt, wir werden bald tätig werden. Bitte, das „bald tätig werden“ hören wir bereits seit dem Jahr 1999. (Abg. Dr. Fekter: Seither ist ja einiges geschehen! – Abg. Scheibner: Es ist ja was passiert, oder? Es ist ja was passiert!) Seit dem Jahr 1999! Frau Kollegin Fekter, mit Ihnen hat meine Kollegin seit dem Jahr 1999 wiederholt formelle und informelle Gespräche geführt mit dem Ziel, dass endlich rechtmäßige Zustände von Gesetzes wegen herbeigeführt werden und nicht weiterhin Amnestiegnadenakte existieren. Um diesen Punkt geht es. (Abg. Dr. Fekter: Es ist ja was geschehen seither! Haben Sie das verschlafen? Es gibt zwei Gesetze! Lassen Sie sich das von der Kollegin Stoisits erklären!)
Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit 20. April?
Ich frage mich: Wenn jetzt nicht Zeit ist, wann soll denn Zeit sein? – Bitte, wir haben jetzt den 20. April (Abg. Neudeck: Wir haben den 27. April!), wir haben in Kürze den 8. Mai (Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit 20. April?), und wir haben bis jetzt in diesem Nationalrat noch keinerlei gesetzliches Zeichen gesetzt, noch keinerlei gesetzlichen Beschluss verabschiedet, der sich in irgendeiner Weise auf das Unrechtsregime, den Unrechtskrieg zwischen 1939 und 1945 bezieht. Es gab kein legistisches Zeichen bis jetzt in diesem ersten halben Jahr der Republikfeierlichkeiten, es gab kein Zeichen des Nationalrates in diese Richtung. Und heute verweigern Sie wieder ein kleines Zeichen: die Zustimmung zu einer Fristsetzung. Und das ist für mich der Skandal! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ich möchte nur wissen, was Sie am 20. April feiern?!
Ich möchte Ihnen nur zum Abschluss noch ganz deutlich eines der Unrechtsurteile zitieren (Abg. Scheibner: Ich möchte nur wissen, was Sie am 20. April feiern?!), das leider auf Grund Ihrer Haltung – Herr Kollege Scheibner, zum Beispiel auf Grund Ihrer Haltung – nach wie vor Rechtsgültigkeit besitzt. Ich lese es Ihnen vor. Am 3. März 1945 wurde der 20-jährige Kärntner Knecht Hubert D. vom Militärgerichtshof verurteilt, und zwar mit der Begründung:
Sitzung Nr. 109
Abg. Scheibner: Bitte nicht!
Soll ich Ihnen erklären, warum? (Abg. Scheibner: Bitte nicht!) Soll ich Ihnen das wirklich erklären? Muss ich Ihnen das sagen? Die Kollegen vom Wirtschaftsbund wissen das, weil Sie uns das natürlich immer bei jeder Gelegenheit auch mitteilen wollen. Die Sozialquote in Österreich ist gestiegen, weil die Arbeitslosigkeit so rapide gestiegen ist. Das ist die Realität, Frau Kollegin Fekter! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: In Wien!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Also diese Unwissenheit ist beklemmend! – Abg. Scheibner: Und diese Selbsterkenntnis ist erfrischend!
Es ist noch viel zu tun. Daher an die Adresse der Opposition: Zustimmen zu positiven Dingen und nicht immer nur polemisieren! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dr. Jarolim: Also diese Unwissenheit ist beklemmend! – Abg. Scheibner: Und diese Selbsterkenntnis ist erfrischend!)
Abg. Scheibner: Kann aber auch immer nur das Parlament! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Das europäische Institutionensystem – es gibt gute Gründe dafür, dass es so ist – teilt eben Verantwortung so breit auf, dass das normale Wechselspiel der Demokratie auf europäischer Ebene nicht möglich ist. Ich glaube, wenn man möchte, dass es auf europäischer Ebene eine stärkere Identifikation des Einzelnen und der Einzelnen mit dem europäischen Projekt gibt, dann müssen wir auch irgendwann zu einer europäischen Demokratie kommen, die so funktioniert wie auf nationaler Ebene, dass nämlich der einzelne Bürger die Möglichkeit hat, eine Regierung abzuwählen oder zu bestätigen. (Abg. Scheibner: Kann aber auch immer nur das Parlament! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Scheibner: Wir haben einen eigenen Antrag eingebracht!
Wir haben aber auch im Hauptausschuss einen Antrag gestellt, dass sich die Bundesregierung im Rahmen einer Regierungskonferenz 2003 für die Verankerung des Instruments einer EU-weiten Volksabstimmung einsetzen möge. Das hat damals nicht die Zustimmung der FPÖ und der ÖVP gefunden, was mir heute noch schleierhaft ist. Man beschwört in Sonntagsreden die Wichtigkeit einer europäischen Volksabstimmung, aber als wir vor zwei Jahren einen entsprechenden Antrag stellten, stimmten die Regierungsparteien nicht zu. Also, ich verstehe diese Vorgangsweise nicht! (Abg. Scheibner: Wir haben einen eigenen Antrag eingebracht!)
Abg. Scheibner: Wir wollen jetzt über die Verfassung reden mit Ihnen!
Wie wird es sein, wenn der „Westentaschen-Napoleon“ – laut Haider – dann als Gast nach Wien kommt, wenn die Gäste kommen, die Haider nicht mag oder wieder mag oder schon mag, oder die BZÖ mag, oder die FPÖ damals nicht gemocht hat und jetzt die BZÖ doch mag, nachdem sie umfrisiert und umgeföhnt wurde, und jetzt plötzlich ein neues Bild abgeben soll? Wie soll diese Ratspräsidentschaft aussehen, wo Österreich Gastgeberland ist, wo zig Fernsehstationen ihr Auge auf Sie richten – zum Beispiel auf Sie vom BZÖ, wie Sie sich immer die Treue halten? Wie soll das vor sich gehen, Herr Bundeskanzler? (Abg. Scheibner: Wir wollen jetzt über die Verfassung reden mit Ihnen!) Das kann man nicht immer nur mit Aussitzen und gelassen hin und gelassen her bewältigen, wenn dann Jörg Haider mit einem Transparent vor der Versammlung steht und dagegen protestiert. Das ist eine Frage, die sich sehr wohl stellt. (Abg. Scheibner: Wir wollen über die Verfassung reden! – Abg. Neudeck: Das ist Ihr Problem, dass Sie die Verfassung nicht kennen!)
Abg. Scheibner: Wir wollen über die Verfassung reden! – Abg. Neudeck: Das ist Ihr Problem, dass Sie die Verfassung nicht kennen!
Wie wird es sein, wenn der „Westentaschen-Napoleon“ – laut Haider – dann als Gast nach Wien kommt, wenn die Gäste kommen, die Haider nicht mag oder wieder mag oder schon mag, oder die BZÖ mag, oder die FPÖ damals nicht gemocht hat und jetzt die BZÖ doch mag, nachdem sie umfrisiert und umgeföhnt wurde, und jetzt plötzlich ein neues Bild abgeben soll? Wie soll diese Ratspräsidentschaft aussehen, wo Österreich Gastgeberland ist, wo zig Fernsehstationen ihr Auge auf Sie richten – zum Beispiel auf Sie vom BZÖ, wie Sie sich immer die Treue halten? Wie soll das vor sich gehen, Herr Bundeskanzler? (Abg. Scheibner: Wir wollen jetzt über die Verfassung reden mit Ihnen!) Das kann man nicht immer nur mit Aussitzen und gelassen hin und gelassen her bewältigen, wenn dann Jörg Haider mit einem Transparent vor der Versammlung steht und dagegen protestiert. Das ist eine Frage, die sich sehr wohl stellt. (Abg. Scheibner: Wir wollen über die Verfassung reden! – Abg. Neudeck: Das ist Ihr Problem, dass Sie die Verfassung nicht kennen!)
Abg. Neudeck: Viel zu lang! – Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf wird nicht angerechnet!
Am 2. März wurde das verabsäumt, heute ist der 11. Mai. (Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich verstehe schon, dass Sie aufgeregt sind, aber machen Sie sich das mit Haider aus, wenn er gerade wieder da ist. Stehlen Sie mir aber bitte nicht mit Zwischenrufen meine kurze Redezeit! (Abg. Neudeck: Viel zu lang! – Abg. Scheibner: Ein Zwischenruf wird nicht angerechnet!)
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das ganze andere Gebilde, nämlich die Grundrechte, hat gefehlt, und die Situation der europäischen Verfassung war bis jetzt die, dass sie ein Torso war, dass nur eine einzige Seite existiert hat und die andere nicht. Deswegen ist es so wichtig, dass in diesem europäischen Verfassungsvertrag jetzt erstmals ein Grundrechtekatalog festgeschrieben wird, erstmals das fehlende zweite Glied zu diesen Grundfreiheiten festgelegt wird. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ und der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wo waren denn Sie die drei Jahre?
Lassen Sie mich dann noch ein Weiteres sagen! Es hat um 10.53 Uhr der Klubobmann der Freiheitlichen hier erklärt: Wir sind dafür, dass alle Vor- und Nachteile dieser Verfassung öffentlich diskutiert werden! – Glückwunsch, Herr Scheibner! Das finde ich wunderbar, dass Sie heute, zwei, drei Stunden, bevor das beschlossen wird, so eine Erklärung abgeben. (Abg. Scheibner: Wo waren denn Sie die drei Jahre?) Die Frage ist die: Wo hat es sie denn gegeben, diese öffentliche Debatte? Gestern ist als Postwurfsendung eine Broschüre der Bundesregierung gekommen. Welche Chance für die Bevölkerung hat es denn da gegeben, wenn Sie schon so stolz darauf sind?
Abg. Scheibner: Und auch immer gesagt!
Hinsichtlich der Debatte über einen Angriff auf den Kern der österreichischen Verfassung muss man wirklich der Realität ins Auge schauen: Wir sind vor zehn Jahren der EU beigetreten und haben uns, wenn wir uns dafür interessiert haben, darüber informiert und haben gewusst, was auf uns zukommt. (Abg. Scheibner: Und auch immer gesagt!) Das muss man wirklich betonen! Wer es wissen wollte, hat es erfahren. Die Propaganda war relativ primitiv, das stimmt, man konnte sich jedoch auch zu anderen Informationen Zutritt verschaffen.
Abg. Scheibner: Ihre Rede ist ein Schritt in die falsche Richtung!
Es ist schade, dass diese europäische Diskussion auf dieses Niveau heruntergefallen ist. Aber letztendlich, so meine ich, ist diese Verfassung ein Schritt in die richtige Richtung, eine Weiterentwicklung der bisherigen Vertragswerke. (Abg. Scheibner: Ihre Rede ist ein Schritt in die falsche Richtung!) Es wäre schade, wenn ein Referendum in einem der Länder schief ginge, denn dann würde man auf einen unbefriedigenden Vertragszustand zurückfallen, mit dem man eine Union der 25 wahrscheinlich nicht mehr effizient führen könnte.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Warten Sie’s ab, Herr Kollege!
Umgekehrt frage ich mich natürlich dann schon: Wir bringen auch einen Antrag ein beziehungsweise haben wir ihn vor Ihnen eingebracht, einen Entschließungsantrag Van der Bellen, Lunacek, Sburny und KollegInnen, in dem es heißt, die Bundesregierung wird ersucht, auf europäischer Ebene und so weiter eben diese europäischen Volksabstimmungen zu unterstützen, zu fördern et cetera. Nicht einmal im Vortext findet sich hier irgendeine Bemerkung oder auch nur die leiseste Andeutung einer Kritik an der Bundesregierung oder an ÖVP/FPÖ. Sie können sich hier durch nichts provoziert fühlen. Werden Sie diesem Antrag auch zustimmen (Abg. Mag. Molterer: Warten Sie’s ab!), oder werden Sie es so wie im – wann war das? – November 2004 machen? – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Warten Sie’s ab, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Wer hat denn das geschrieben, Frau Kollegin?
getragen werden müssen, ist es geradezu kontraproduktiv, die Zustimmung zur Einsetzung eines wichtigen parlamentarischen Kontrollinstruments von der Zustimmung ebendieser Mehrheit abhängig zu machen. (Abg. Scheibner: Wer hat denn das geschrieben, Frau Kollegin?)
Abg. Scheibner: Heute noch nicht! – Abg. Neudeck: Das war noch beim Fiedler!
Präsident des Rechnungshofes Dr. Josef Moser: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Ich möchte mich herzlich für das Lob bedanken, das Sie alle unisono der Arbeit des Rechnungshofes ausgesprochen haben. Ich glaube, auch Klubobmann Scheibner hat das in einem seiner Debattenbeiträge getan. (Abg. Scheibner: Heute noch nicht! – Abg. Neudeck: Das war noch beim Fiedler!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Alfred Finz: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Was war die Situation im Jahre 2000? – Wir hatten 30 Jahre langes Schuldenmachen zu beenden gehabt, Schuldenmachen im Ausmaß von bis zu 5 Prozent Defizit pro Jahr. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Was heißt das, wenn man so viele Schulden macht? – Bei einem 60-Milliarden €-Budget bedeutet das einen jährlichen Zinsendienst zwischen 6 und 7 Milliarden €. Die Jugend muss für alte Schulden Zinsenzahlungen von 6 bis 7 Milliarden € leisten. Das Geld fehlt dann für die Universitäten, das fehlt für Sozialtransfers und für vieles andere mehr. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Geh, geh, geh, geh!
Nächster Punkt: Die Einkommensentwicklung ist ja klar ersichtlich in diesem Bericht. Man muss hinzufügen, dass er kaum an irgendwelchen Stellen sozusagen inflationsbereinigt ist. Das ist aber nicht die Schwäche des Berichtes, denn das lässt man einmal drüberlaufen. Wir haben das gemacht, und man kommt zu dem Ergebnis, dass das sogar bei den Bruttobezügen so ist, nicht einmal nur bei den Nettobezügen, denn da hat ja diese Bundesregierung auch jahrelang nichts getan, und die Bezieher der untersten Einkommen haben nichts bekommen – mit Ausnahme der Belastungen. Das ist ja bis zum Schluss so geblieben, bitte! (Abg. Scheibner: Geh, geh, geh, geh!)
Abg. Scheibner: Du schaust aber sehr müde aus!
Die 2 bis 2,5 Millionen Menschen, die am wenigsten verdienen – seien es Pensionisten, seien es sogar ArbeitnehmerInnen, viele Frauen – bekommen von Ihrer sogenannten „Entlastung für alle“ exakt null. Sie haben nur Belastungen! Und deshalb werden wir nicht müde werden, immer wieder auf diese – ordnungsrufverdächtiges Wort – Fehlinformation hinzuweisen. (Abg. Scheibner: Du schaust aber sehr müde aus!) Das lassen wir uns einfach nicht bieten, denn die reale Situation ist dramatisch genug! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ich habe Ihnen das im Ausschuss erklärt!
Wir vertreten die Auffassung, dass die Frage der Vorrechte und Immunitäten der Bediensteten der Agentur gemeinsam mit der Grundsatzentscheidung über die Beteiligung Österreichs diskutiert werden müsste. Dazu waren die ÖVP und die Freiheitlichen nicht bereit. (Abg. Scheibner: Ich habe Ihnen das im Ausschuss erklärt!) Aus diesem Grund stimmen wir dieser Regierungsvorlage auch nicht zu, Herr Abgeordneter Scheibner. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist nicht meine Schuld!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Es kommt nicht oft vor, dass ich dem Klubobmann Scheibner voll zustimme in dem, was er sagt, aber in diesem Fall ... (Abg. Scheibner: Das ist nicht meine Schuld!) Na schon, würde ich sagen. Ich meine, dass das manchmal durchaus Ihre Schuld ist. Aber in diesem Fall kann ich Ihnen voll und ganz zustimmen.
Sitzung Nr. 110
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da hätten Sie schon früher etwas tun müssen!
Ich wünsche mir eine Schule in Österreich, wo die Kinder in die Volksschule kommen und über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen, sodass tatsächlich ein sinnvoller Unterricht für alle möglich ist und nicht ein immer größerer Teil von Kindern die Herkunftsunterschiede als Nachteile über das gesamte Bildungsleben mitnimmt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da hätten Sie schon früher etwas tun müssen!)
Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?
Meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Schluss meiner Rede noch zu einer anderen aktuellen Angelegenheit Stellung nehmen. Es geht um eine der wichtigsten Institutionen für die Demokratie in unserem Land: nämlich den ORF, der für kommenden Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik geplant hat, eine Fernsehrede des Bundeskanzlers im Anschluss an die „ZiB“ in ORF 1 und ORF 2 gleichzeitig zu übertragen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein Format, das bisher ausschließlich dem Bundespräsidenten vorbehalten war. (Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?) Die Bekanntgabe dieses Vorhabens hat gestern zu einem Hilferuf des ORF-Redakteurrats geführt (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), mit dem Titel: Der ORF ist kein Staatsrundfunk, und man soll den ORF in seiner Unabhängigkeit nicht gefährden. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!)
Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Aus gegebenem Anlass möchte ich zum Schluss meiner Rede noch zu einer anderen aktuellen Angelegenheit Stellung nehmen. Es geht um eine der wichtigsten Institutionen für die Demokratie in unserem Land: nämlich den ORF, der für kommenden Samstag zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik geplant hat, eine Fernsehrede des Bundeskanzlers im Anschluss an die „ZiB“ in ORF 1 und ORF 2 gleichzeitig zu übertragen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Das ist ein Format, das bisher ausschließlich dem Bundespräsidenten vorbehalten war. (Abg. Scheibner: Hat das was mit der Schule zu tun?) Die Bekanntgabe dieses Vorhabens hat gestern zu einem Hilferuf des ORF-Redakteurrats geführt (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), mit dem Titel: Der ORF ist kein Staatsrundfunk, und man soll den ORF in seiner Unabhängigkeit nicht gefährden. (Präsident Dr. Khol gibt neuerlich das Glockenzeichen. – Abg. Scheibner: Redezeit, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Das ist schon wieder sehr unpassend, Herr Kollege!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wir leben schon in etwas eigenartigen Zeiten. Viele Menschen sehnen sich an und für sich nach Harmonie und Frieden. Aber welches Wort auf den Titelseiten fasziniert am meisten? – Es ist die Schlagzeile Krieg. Und daher musste es wohl auch Krieg geben zwischen Opposition und Regierung, es musste Krieg geben zwischen Gusenbauer und Gehrer (Abg. Scheibner: Das ist schon wieder sehr unpassend, Herr Kollege!), es musste eine Zeit lang Krieg geben zwischen Amon und Niederwieser. Wir, die politischen Akteure – und ich bitte Sie, horchen Sie mir bis zum Ende zu! – spielen einerseits bei diesem Spiel mit, sind aber andererseits die Getriebenen.
Abg. Scheibner: Den Wittmann müssen Sie rügen! Das ist ja ungeheuerlich, was da geredet wird! Wir sind entsetzt!
Am Wort ist jetzt Frau Abgeordnete Mandak! (Abg. Scheibner: Den Wittmann müssen Sie rügen! Das ist ja ungeheuerlich, was da geredet wird! Wir sind entsetzt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Dann werden wir auch über die Schulorganisation Gespräche führen. Es gibt ja schon zahlreiche Versuche in der Autonomie. Es gibt die kooperative Mittelschule in Wien. Tun Sie also nicht so, als ob es da nichts gäbe! Die guten Gymnasien, die guten Hauptschulen und unsere guten berufsbildenden Schulen brauchen eine gewisse Sicherheit. Wir schaffen jetzt die Sicherheit, und wir eröffnen die Chance, in allen Schulgliederungen Weiterentwicklungen herbeizuführen. Und das ist gut so. (Abg. Mandak: Das ist Ihre Sicht der Dinge!) Das ist gut für unsere Schulen, das ist gut für die Kinder, das ist gut für die Lehrerinnen und Lehrer. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist auch keine Belangsendung, sondern eine Rede! – Abg. Neudeck: Bei Ihnen war jede Moderation eine SPÖ-Werbung!
aber ein Rest von Pflichttreue meinem früheren Arbeitgeber gegenüber lässt mich hier lieber schweigen. Nur so viel: Ich war 27 Jahre lang Moderator, aber ich hatte nie eine Belangsendung des Bundeskanzlers anzusagen. Das weiß ich noch. – So. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist auch keine Belangsendung, sondern eine Rede! – Abg. Neudeck: Bei Ihnen war jede Moderation eine SPÖ-Werbung!)
Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Bei uns haben Sie das Mikrophon sofort abgedreht! – Abg. Neudeck: Jeder SPÖ-Redner redet eine halbe Minute länger!
Ich aber bin stolz darauf, als einer von 183 Abgeordneten heute dieses historische Gesetz mitbeschließen zu können. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Bei uns haben Sie das Mikrophon sofort abgedreht! – Abg. Neudeck: Jeder SPÖ-Redner redet eine halbe Minute länger!) – Ihre Aufregung in Ehren: Ich bin schon fertig! – Danke fürs Zuhören. Auf Wiedersehen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Es hat aber der gesamte Bundesrat damals zugestimmt!
Meine Damen und Herren! Da geht es um Grundwerte der Demokratie und um Grundwerte des Verständnisses von Freiheit und Demokratie. Und da ist es wirklich nicht verfehlt, zu sagen: Wer zu solchen Aussagen schweigt, der stimmt zu! Das ist kein Sprichwort, sondern eine Tatsache: Wer schweigt, der stimmt zu! (Abg. Scheibner: Es hat aber der gesamte Bundesrat damals zugestimmt!) Diese Gelegenheit nimmt Bundeskanzler Schüssel heute nicht wahr! (Abg. Scheibner: Es stimmte der gesamte Bundesrat diesen Aussagen zu!)
Abg. Scheibner: Es stimmte der gesamte Bundesrat diesen Aussagen zu!
Meine Damen und Herren! Da geht es um Grundwerte der Demokratie und um Grundwerte des Verständnisses von Freiheit und Demokratie. Und da ist es wirklich nicht verfehlt, zu sagen: Wer zu solchen Aussagen schweigt, der stimmt zu! Das ist kein Sprichwort, sondern eine Tatsache: Wer schweigt, der stimmt zu! (Abg. Scheibner: Es hat aber der gesamte Bundesrat damals zugestimmt!) Diese Gelegenheit nimmt Bundeskanzler Schüssel heute nicht wahr! (Abg. Scheibner: Es stimmte der gesamte Bundesrat diesen Aussagen zu!)
Abg. Scheibner: Da haben Sie dem Herrn Staatssekretär nicht zugehört!
Bis heute wird ihnen nur Amnestie geboten. Amnestie ist nicht Anerkennung, Amnestie ist die Vergebung eines Verbrechens. (Abg. Scheibner: Da haben Sie dem Herrn Staatssekretär nicht zugehört!) Die Republik Österreich signalisiert mit dem Wort „Amnestiegesetz“ nach wie vor an die Deserteure und an viele andere: Wir vergeben euch eure Schuld (Staatssekretär Morak: Das stimmt nicht! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter), aber nicht: Wir erkennen an, dass ihr einen Beitrag zur Schwächung der verbrecherischen Wehrmacht und des verbrecherischen Nazi-Regimes geleistet habt! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Von was reden Sie überhaupt, Herr Kollege?
Meine Damen und Herren! Es ist höchste Zeit für einen Vier-Parteien-Antrag in dieser Sache. Wenn eine dieser vier Parteien – eigentlich müsste man jetzt sagen: vier Klubs; Parteien sind es ja wahrscheinlich mehr –, wenn einer dieser Klubs aus welchen Gründen auch immer nicht wollte, dann ist die Sache zu ernst, als dass darauf Rücksicht genommen werden könnte. (Abg. Scheibner: Von was reden Sie überhaupt, Herr Kollege?)
Abg. Scheibner: Wenn etwas schon getan ist, ist es gar nicht möglich, es noch einmal zu tun!
Es gibt auch Argumente, etwas nicht zu tun, die langsam ermüdend sind, die teilweise fadenscheinig sind und auch nicht sehr glaubwürdig sind. (Abg. Scheibner: Wenn etwas schon getan ist, ist es gar nicht möglich, es noch einmal zu tun!) Ich möchte jetzt auch nicht den Herrn Staatssekretär angreifen, das wäre kein Zeichen besonderen Mutes, aber was schon etwas nervt, ist, wenn man meint, man könne jetzt Moral in
Abg. Scheibner: Da muss man aber selbst diese Entscheidung treffen!
Nochmals: Vermeiden Sie dieses wirklich unsägliche Wort „Feigling“. Ich glaube, dass damals alle Angst gehabt haben. Das Wort „Held“ ist auch so ein zweischneidiges. Ich glaube, als Helden sollte man jene bezeichnen, die sich irgendwo für eine gute Sache aufgeopfert haben. Die anderen mögen tapfer, sehr tapfer gewesen sein, aber Helden? Seien Sie damit vorsichtig! Die einen hatten Angst vor dem so genannten Feind, die anderen vor der Feldgendarmerie und der Nazijustiz dann. Wenn ich irgendwo draußen liege, weiß ich, da gibt es niemanden von dem so genannten Feind, der aufgeschrieben hat, ich muss jetzt dem Kurt Grünewald das Bajonett ins Herz stoßen oder ihn erschießen, die Justiz aber hat den Namen des Deserteurs gehabt, und da – da hat Schieder völlig Recht – muss man vielleicht sogar mutig sein, zu sagen: Nein, da kämpfe ich nicht mit! – Erkennen Sie das einfach an! Das wäre gut. (Abg. Scheibner: Da muss man aber selbst diese Entscheidung treffen!)
Abg. Scheibner: In der Historie ist das immer leichter!
Man muss selber Entscheidungen treffen. Zu denen sind sie gestanden, und sie haben den Tod riskiert. (Abg. Scheibner: In der Historie ist das immer leichter!)
Abg. Scheibner: Haben Sie nicht zugehört heute? Hören Sie irgendwann einmal zu, wenn wer anderer etwas sagt!
Mut, sich von jenen zu distanzieren, die Ihnen sagen, Sie sind ein Deserteur, wenn Sie mit uns stimmen, die Ihnen sagen, Sie haben die Ideologie verraten? Trauen Sie sich das doch endlich! (Abg. Scheibner: Haben Sie nicht zugehört heute? Hören Sie irgendwann einmal zu, wenn wer anderer etwas sagt!)
Abg. Scheibner: Meinen Sie den Peter Ambrozy? Sagen Sie das dem Landeshauptmann-Stellvertreter!
ner Geschichte endlich aufzuarbeiten. (Abg. Scheibner: Meinen Sie den Peter Ambrozy? Sagen Sie das dem Landeshauptmann-Stellvertreter!) Diese historische Schuld, Kollegen aller Parteien, trifft in Kärnten Repräsentanten und Repräsentantinnen aller Parteien – mit Ausnahme der Grünen, die Gott sei Dank einfach noch zu jung sind.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Oder ich denke daran, dass derselbe Landeshauptmann dort gesagt hat: Schließlich sei Khol – der da oben (Abg. Dr. Khol – von seinem Abgeordnetenplatz aus –: Hier!); ach, jetzt ist er nicht mehr da oben, sondern da unten – in dieser Frage sehr nützlich, weil er aufzeige, wer für die friedliche Entwicklung der Minderheitenpolitik in Kärnten sei, und wer hier dauernd zündelt. – Der „Zündler“ Khol, der die Sache des Verfassungsgerichtshofes ins Gespräch gebracht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Haider, der Herr Landeshauptmann hat Professor Khol als „Zündler“ bezeichnet, weil dieser damals in der Sache des VfGH-Erkenntnisses die Initiative ergriffen hat. (Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!
Oder ich denke daran, dass derselbe Landeshauptmann dort gesagt hat: Schließlich sei Khol – der da oben (Abg. Dr. Khol – von seinem Abgeordnetenplatz aus –: Hier!); ach, jetzt ist er nicht mehr da oben, sondern da unten – in dieser Frage sehr nützlich, weil er aufzeige, wer für die friedliche Entwicklung der Minderheitenpolitik in Kärnten sei, und wer hier dauernd zündelt. – Der „Zündler“ Khol, der die Sache des Verfassungsgerichtshofes ins Gespräch gebracht hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Haider, der Herr Landeshauptmann hat Professor Khol als „Zündler“ bezeichnet, weil dieser damals in der Sache des VfGH-Erkenntnisses die Initiative ergriffen hat. (Abg. Scheibner: Wieder einmal nicht zugehört!)
Abg. Scheibner: Na und?
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!
Auch die ständigen Pressionen mit geheimer Minderheitenfeststellung zum Beispiel, unausgesprochen vor drei, vier Wochen vom Landeshauptmann: Solange ich Landeshauptmann bin, wird es keine zweisprachigen Ortstafeln geben!, denn eine vernünftige Volksgruppenpolitik habe nichts mit Ortstafeln zu tun. – So Haider. (Abg. Scheibner: Na und?) Da darf man sich nicht wundern, wenn ihn die eigene Gefolgschaft nicht mehr versteht (Abg. Scheibner: War ja auch nicht wirklich gescheit, diese Geschichte!) und wenn der jetzige FPÖ-Obmann von Kärnten, Karlheinz Klement, Haider in der Frage der Ortstafeln Verrat an Kärnten vorwirft. (Abg. Scheibner: Da müssten Sie den Haider einmal in Schutz nehmen!) Da muss man sich schon wundern in der ganzen Sache, denn das klärt einiges auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit dem Peter Ambrozy?)
Abg. Scheibner: Der Ambrozy hat gesagt, wenn der Abwehrkämpferbund nicht zustimmt, kann er auch nicht zustimmen! Ihr Landeshauptmann-Stellvertreter Ambrozy! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Fragen Sie lieber Ihre SPÖ-Bundesrätin, warum sie den Gudenus geküsst hat!
Auch wenn eine geheime Minderheitenfeststellung, wie sie der Herr Landeshauptmann, wie gesagt, angekündigt hat, ex lege gar nicht mehr möglich ist und durch das Volkszählungsgesetz 1980 schon beseitigt ist, aber für die Drohung reicht es allemal. (Abg. Scheibner: Der Ambrozy hat gesagt, wenn der Abwehrkämpferbund nicht zustimmt, kann er auch nicht zustimmen! Ihr Landeshauptmann-Stellvertreter Ambrozy! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Fragen Sie lieber Ihre SPÖ-Bundesrätin, warum sie den Gudenus geküsst hat!)
Abg. Scheibner: Das sind eure Bürgermeister!
Jenes „ältere Modell“ Franz Klammer sagt also: „Ich verstehe das auch nicht ganz, dass es nicht möglich sein soll, zweisprachige Ortstafeln dort aufzustellen, wo es vorgesehen ist. Es wundert mich, dass es in der heutigen Zeit noch Leute gibt, die nicht in der Lage sind, zu akzeptieren, dass zwei Sprachen gesprochen werden.“ (Abg. Scheibner: Das sind eure Bürgermeister!) – Und dass es Leute gibt, die von Menschen über 50 Jahren als „ältere Modelle“ sprechen. Posch! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die SPÖ-Bürgermeister sind das!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die SPÖ-Bürgermeister sind das!
Jenes „ältere Modell“ Franz Klammer sagt also: „Ich verstehe das auch nicht ganz, dass es nicht möglich sein soll, zweisprachige Ortstafeln dort aufzustellen, wo es vorgesehen ist. Es wundert mich, dass es in der heutigen Zeit noch Leute gibt, die nicht in der Lage sind, zu akzeptieren, dass zwei Sprachen gesprochen werden.“ (Abg. Scheibner: Das sind eure Bürgermeister!) – Und dass es Leute gibt, die von Menschen über 50 Jahren als „ältere Modelle“ sprechen. Posch! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die SPÖ-Bürgermeister sind das!)
Abg. Scheibner: Eine Minute ist nicht länger!
Die Feststellung, dass die alten Gesetze etwas erreicht haben sollen, was sie nicht erreichen, die nützt nichts. Es gibt hier ganz konkret 50 weitere Gesetze und Rechtsvorschriften, die nicht unter diese Bestimmung fallen. Ich lade Sie wirklich ein, lesen Sie das durch. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Wir sollten das weitestgehend – die Redezeit ist vorbei (Abg. Scheibner: Eine Minute ist nicht länger!) – durchlesen und hier gemeinsam eine verantwortungsvolle Lösung suchen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!
Herr Klubobmann, vor allem in der Frage der Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz gibt es auch andere Meinungen von hochrangigen Verfassungsjuristen. (Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!) Einer davon schreibt: Alle Urteile wurden aufgehoben, allerdings per Amnestie unmittelbar nach Kriegsende. Das ist ein Gnadenakt und setzt Schuld beziehungsweise rechtmäßige Verurteilung voraus. Ergebnis richtig, Begründung falsch. Dies muss man ändern. Die Urteile sind als Urteile der nationalsozialistischen Verbrecherjustiz von Anfang an nichtig. (Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?) – Das schreibt Herr Universitätsprofessor Dr. Andreas Khol – und das ist genau das Gegenteil dessen, was Sie in Ihrem Gesetzesantrag tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?
Herr Klubobmann, vor allem in der Frage der Rehabilitierung der Opfer der NS-Militärjustiz gibt es auch andere Meinungen von hochrangigen Verfassungsjuristen. (Abg. Scheibner: Dann diskutieren wir sie im Ausschuss! Böhmdorfer hat es Ihnen doch erklärt!) Einer davon schreibt: Alle Urteile wurden aufgehoben, allerdings per Amnestie unmittelbar nach Kriegsende. Das ist ein Gnadenakt und setzt Schuld beziehungsweise rechtmäßige Verurteilung voraus. Ergebnis richtig, Begründung falsch. Dies muss man ändern. Die Urteile sind als Urteile der nationalsozialistischen Verbrecherjustiz von Anfang an nichtig. (Abg. Scheibner: Haben Sie Böhmdorfer nicht zugehört?) – Das schreibt Herr Universitätsprofessor Dr. Andreas Khol – und das ist genau das Gegenteil dessen, was Sie in Ihrem Gesetzesantrag tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie werden nie zufrieden sein!
Wissen Sie, was das heißt? – Angehörige der Waffen-SS bekommen Ersatzzeiten für die Pension angerechnet, Opfer der NS-Militärjustiz nicht! Und das fehlt ihn Ihrem Antrag. Herr Klubobmann! Ich sage das jetzt zwar empört, aber immer in der Hoffnung, dass Sie das als Anregung verstehen, dass das mit aufgenommen wird. (Abg. Scheibner: Sie werden nie zufrieden sein!) Der jetzt schon vielfach zitierte Universitätsprofessor Dr. Khol schreibt nämlich in einem Brief, die Zeit der Desertion sei in der Sozialversicherung wie Wehrdienst anzurechnen. Dazu bedarf es eines Gesetzes. – Dem ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Khol: Das ist ja eine Rede! – Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag!
Erstens hat es sofort dazu nicht nur im Bundesrat, sondern auch in der APA am 20. April eine Erklärung unseres Fraktionsführers Stefan Schennach gegeben, in der es heißt, dass Kampl als Bundesrat und als Politiker untragbar ist. Das ist jederzeit nachzulesen. Eine derartige Erklärung steht vom Bundeskanzler nach wie vor aus. (Abg. Dr. Khol: Das ist ja eine Rede! – Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Evaluierung finde ich gut, hat sich offensichtlich bewährt. Vielleicht sollten wir aber auch einmal evaluieren, was tatsächlich an Beiträgen hier herauskommen wird. Es ist nämlich, wie es Kollege Riepl schon angesprochen hat, bei weitem nicht das, was bei den Verhandlungen versprochen wurde oder auch geplant war, nämlich dass nach einem langen Arbeitsleben so etwas wie das Verdienst von einem Jahr als Abfertigung herauskommen soll. Davon sind wir weit entfernt, und das liegt daran, dass die Verzinsung viel zu hoch angesetzt war, was damals eigentlich schon alle gewusst haben, einschließlich des Herrn Finanzministers, der das damals behauptet hat, aber Sie haben es trotzdem so beschlossen. Also es wird gut sein, wenn man sich das tatsächlich einmal anschaut, und ich sehe das durchaus so wie Kollege Riepl, dass man wahrscheinlich über eine Beitragserhöhung irgendwann einmal wird sprechen müssen. Trotzdem finden wir jetzt einmal diese Maßnahme gut und werden ihr zustimmen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dobnigg: So ist es aber! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Ein Skandal! – Abg. Silhavy: Ein Skandal ist das, was Sie sagen, Kollege Donabauer!
Sie brauchen nur eines zu tun: Lesen Sie bitte diesen Antrag durch! Es geht darum, dass bei Wechsel des Wohnsitzes oder bei Wechsel der Zuständigkeit ein eigenes Begutachtungsverfahren stattzufinden hat. Dazu gibt es auch obergerichtliche Entscheidungen. Und Sie können nicht hier herausgehen und die Bundesregierung beschuldigen, dass sie unbarmherzig gegenüber denen ist, die Pflegegeld beziehen. Das ist nicht in Ordnung! Das muss Ihnen einmal gesagt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dobnigg: So ist es aber! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich! – Abg. Scheibner: Ein Skandal! – Abg. Silhavy: Ein Skandal ist das, was Sie sagen, Kollege Donabauer!)
Abg. Scheibner: Den Donabauer auf dem linken Fuß erwischen, das ist auch nicht schlecht!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Donabauer, ich weiß nicht, warum Sie sich so furchtbar aufregen. (Heiterkeit bei den Grünen und der SPÖ. – Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Das muss ein riesiges schlechtes Gewissen sein. Da habe ich Sie wahrscheinlich auf dem richtigen Fuß erwischt. (Abg. Scheibner: Den Donabauer auf dem linken Fuß erwischen, das ist auch nicht schlecht!)
Abg. Scheibner: Was hat das gekostet?
Zweite Bemerkung: Die Forderung nach einer nachhaltigen Fußball-Europameisterschaft 2008 wird von uns natürlich erfüllt. Und jetzt kommt die positive Nachricht für die Grünen: Wir arbeiten da zusammen mit den Brainbows – das dürfte Ihnen sehr gut bekannt sein. Kollegin Langthaler und Christian Nohel haben da ein hervorragendes Konzept vorgelegt, das wir gemeinsam mit dem Umweltministerium umsetzen werden. (Abg. Scheibner: Was hat das gekostet?) Wir werden eine vorbildlich nachhaltige Europameisterschaft organisieren.
Abg. Scheibner: Das behaupten ja Sie die ganze Zeit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Josef Broukal (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Herr Abgeordneter Donnerbauer, gerade wenn wir wollen, dass der ORF das bleibt, was er ist (Zwischenrufe bei der ÖVP), ist es, wie ich meine, zu billig, zu unterstellen, dass alle Mitarbeiter des ORF oder einige von ihnen ihre Arbeit dort nicht objektiv und nach bestem Wissen und Gewissen erledigen. (Abg. Scheibner: Das behaupten ja Sie die ganze Zeit! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Nein, Gradwohl! – Abg. Scheibner: Bitte, Gradwohl hat sich gemeldet! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Geschäftsbehandlung hat sich Herr Abgeordneter Cap zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Neudeck: Nein, Gradwohl! – Abg. Scheibner: Bitte, Gradwohl hat sich gemeldet! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Im Austeilen seid ihr nicht so wehleidig!
Herr Klubobmann Scheibner, ein Präsident, der in seiner Vorsitzführung so streng ist, dass nicht einmal das Wort „Arroganz“ ohne Ordnungsruf durchgeht, sollte sich selbst engere Spielregeln vorlegen. Das hat nichts damit zu tun, was Sie hier an Zwischenrufen oder Wortmeldungen abgeben. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Im Austeilen seid ihr nicht so wehleidig!)
Sitzung Nr. 112
Abg. Scheibner: Was heißt „länger dienen müssen“?
Wir wollen für die jungen Menschen Rechtssicherheit, Herr Bundesminister, sodass sie sich darauf verlassen können, dass sechs Monate auch tatsächlich sechs Monate bleiben. Aber diese Rechtssicherheit ist hier nicht gegeben. Die jungen Österreicher, die nunmehr Wehrdienst leisten, sind der Laune der Politik, des jeweiligen Ministers, der jeweiligen Partei ausgeliefert und müssen damit rechnen, dass sie gegebenenfalls noch bis 2008 länger dienen müssen, nur weil sich die Regierungsparteien nicht einigen konnten. (Abg. Scheibner: Was heißt „länger dienen müssen“?)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: ... eigenen Bericht lesen!
Wir haben immer wieder betont: Sicherheitspolitik eignet sich nicht für Parteipolitik! Und für einen Parteienstreit, lieber Kollege Scheibner, ist sie völlig ungeeignet. Daher ist es für mich unverständlich, dass junge Präsenzdienstleistende für die koalitionäre Uneinigkeit büßen müssen. Dazu sagen wir nein! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: ... eigenen Bericht lesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihr wollt es doch ganz abschaffen! Bundesheer light!
Dennoch – insgesamt ein Ja zu dieser Uraltforderung der SPÖ; lieber Herbert Scheibner, sechs Monate sind genug! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihr wollt es doch ganz abschaffen! Bundesheer light!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glauben nicht einmal die eigenen ...!
Gleiches, meine Damen und Herren, gilt auch für die Anpassung des Heeresumfanges an die neuen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen. Als wir nämlich 1999 diesen wichtigen Schritt, also die Reduzierung, die Anpassung des Heeresumfanges forderten, gab es reflexartiges ÖVP-Kampfgetöse, insbesondere in Niederösterreich. Kollege Fasslabend – Werner, du lachst hier wissend –, als wir damals von 60 000 Mann sprachen, hieß es in den Kasernen, die SPÖ sei für die Halbierung des Bundesheeres, vernichte Tausende von Arbeitsplätzen. Heute, meine Damen und Herren, sechs Jahre später, können wir feststellen, dass sich unsere konstruktiven, vorausschauenden Argumente durchgesetzt haben, was mich besonders freut. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das glauben nicht einmal die eigenen ...!)
Abg. Scheibner: Er kriegt ja auch etwas!
Besondere Schwierigkeiten erwarten wir uns diesbezüglich im Bereich der Einjährig-Freiwilligen-Ausbildung, da diese Ausbildung nur mehr auf Basis dieses neuen Ausbildungsdienstes erfolgen kann. Wenn nun der junge Soldat im Laufe der Einjährig-Freiwilligen-Ausbildung ausscheidet, hat er, außer wegen Krankheit, ebenfalls diese enormen Rückzahlungen zu leisten. Diese negative Begleiterscheinung, meine Damen und Herren, ist für mich unverständlich. (Abg. Scheibner: Er kriegt ja auch etwas!) Ein schlechtes Testergebnis – und der junge engagierte Soldat muss gehen; und als Strafe ist er auch noch mit einer hohen Rückzahlungsforderung konfrontiert.
Abg. Scheibner: Das musste ja noch kommen zum Schluss!
Herr Bundesminister, zum Schluss sei noch Folgendes gesagt: Überdenken Sie diese teuerste Fehlentscheidung der Zweiten Republik, nämlich den Kauf der Eurofighter! (Abg. Scheibner: Das musste ja noch kommen zum Schluss!) Nützen Sie die Ausstiegsklausel, denn nur so können Sie verhindern, dass diese Reform nicht zu einem reinen Sparprogramm wird, das auf Kosten der Sicherheit unseres Landes geht! Und das findet nicht unsere Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wir haben in der heutigen Aktuellen Stunde über Europa gesprochen, und ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass dieses Europa-Projekt, in dem wir ein gleichberechtigtes, mit gleicher Verantwortung ausgestattetes Mitglied sind, ein europäisches Friedensprojekt ist, ein erfolgreiches Projekt, das es in der Vergangenheit noch nie gegeben hat. Und auf diesem Weg sollten wir nicht umdrehen, sondern weitergehen. Das ist die zentrale Botschaft in Sachen Sicherheit! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich garantiere hier und heute, dass wir für Inlandsaufgaben mindestens 10 000 Soldatinnen und Soldaten, unabhängig vom Grenzeinsatz, unabhängig von Auslandsaktivitäten, zur Verfügung stellen werden, damit wir der Bevölkerung Schutz und Hilfe geben, damit wir den sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz durchführen können. Meine Damen und Herren, selbstverständlich gibt es auch eine aktive Luftraumüberwachung. Wir stehen weiterhin für Katastropheneinsätze zur Verfügung, wie das auch in der Vergangenheit der Fall war. Die Bevölkerung legt größten Wert darauf, dass das geleistet wird. – Ich garantiere das! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bösch.
Gerade was das Sicherheitspaket betrifft, das ich mit den Ländern abgeschlossen habe, bedeutet dies, dass kein einziger Soldat in den Bundesländern weniger sein wird. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bösch.)
Abg. Scheibner: Ich sage es Ihnen dann!
Meine Damen und Herren! Trotzdem sollte man aber feststellen, dass das aus den Mündern verschiedener Politiker anders unter die Menschen gebracht wird. Der Herr Bundeskanzler hat ja auch schon einmal gesagt: Es wird so und so beschlossen werden – und heute beschließen wir etwas anderes. Wir sollten hier nachdenken, warum das so ist. Niemand konnte uns sagen, warum das erst 2008 möglich sein wird. (Abg. Scheibner: Ich sage es Ihnen dann!) – Herr Kollege Scheibner, ich glaube ja wohl nicht, dass Sie hoffen, bis dahin nicht mehr in der Regierung zu sein und nicht dafür verantwortlich sein zu müssen. Das nehme ich nicht an. Ich glaube, diesbezüglich sollte man tiefer gehen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Da werden Sie sich noch wundern!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Da werden Sie sich noch wundern!
Meine Damen und Herren! Trotzdem sollte man aber feststellen, dass das aus den Mündern verschiedener Politiker anders unter die Menschen gebracht wird. Der Herr Bundeskanzler hat ja auch schon einmal gesagt: Es wird so und so beschlossen werden – und heute beschließen wir etwas anderes. Wir sollten hier nachdenken, warum das so ist. Niemand konnte uns sagen, warum das erst 2008 möglich sein wird. (Abg. Scheibner: Ich sage es Ihnen dann!) – Herr Kollege Scheibner, ich glaube ja wohl nicht, dass Sie hoffen, bis dahin nicht mehr in der Regierung zu sein und nicht dafür verantwortlich sein zu müssen. Das nehme ich nicht an. Ich glaube, diesbezüglich sollte man tiefer gehen. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni. – Abg. Scheibner: Da werden Sie sich noch wundern!)
Abg. Scheibner: Das war kein Streit!
Meine Damen und Herren, dies ist nicht der erste Ansatz eines innerparteilichen und koalitionsinternen Streites, bei dem Sie keine Einigkeit erzielen können. (Abg. Scheibner: Das war kein Streit!) Es geht jetzt darum, das Gesicht zu wahren. Das verstehen wir auch. Aber das Gesicht quasi auf dem Rücken der jungen Menschen zu wahren, wenn man den politischen Mut nicht hat, halte ich für bedenklich und für den falschen Weg! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir machen jedenfalls nicht auf dem Rücken der Sicherheitspolitik Parteipolitik!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir machen jedenfalls nicht auf dem Rücken der Sicherheitspolitik Parteipolitik!
Meine Damen und Herren, dies ist nicht der erste Ansatz eines innerparteilichen und koalitionsinternen Streites, bei dem Sie keine Einigkeit erzielen können. (Abg. Scheibner: Das war kein Streit!) Es geht jetzt darum, das Gesicht zu wahren. Das verstehen wir auch. Aber das Gesicht quasi auf dem Rücken der jungen Menschen zu wahren, wenn man den politischen Mut nicht hat, halte ich für bedenklich und für den falschen Weg! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir machen jedenfalls nicht auf dem Rücken der Sicherheitspolitik Parteipolitik!)
Abg. Scheibner: Wir sind Politiker mit Verantwortung!
Herr Kollege Scheibner, ich wundere mich und bewundere das auch: Ihren Selbstzerstörungstrieb. 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wollen, dass gesetzlich festgehalten wird, dass der Wehrdienst ab 1. Jänner nächsten Jahres nur mehr sechs Monate dauern soll. (Abg. Scheibner: Wir sind Politiker mit Verantwortung!) Ich bewundere Ihren Selbstzerstörungstrieb. Ich halte ihn für unglaublich mutig, aber ich darf Ihnen sagen: Wir gehen einen anderen Weg (Abg. Scheibner: Sie gehen den Weg des Populismus! Der ist gefährlich in der Sicherheitspolitik!), wir wollen mit der Öffentlichkeit Verteidigungspolitik betreiben. Wir stehen dazu!
Abg. Scheibner: Sie gehen den Weg des Populismus! Der ist gefährlich in der Sicherheitspolitik!
Herr Kollege Scheibner, ich wundere mich und bewundere das auch: Ihren Selbstzerstörungstrieb. 70 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher wollen, dass gesetzlich festgehalten wird, dass der Wehrdienst ab 1. Jänner nächsten Jahres nur mehr sechs Monate dauern soll. (Abg. Scheibner: Wir sind Politiker mit Verantwortung!) Ich bewundere Ihren Selbstzerstörungstrieb. Ich halte ihn für unglaublich mutig, aber ich darf Ihnen sagen: Wir gehen einen anderen Weg (Abg. Scheibner: Sie gehen den Weg des Populismus! Der ist gefährlich in der Sicherheitspolitik!), wir wollen mit der Öffentlichkeit Verteidigungspolitik betreiben. Wir stehen dazu!
Abg. Scheibner: Eben! Sagen Sie es einmal!
Es stellt sich überhaupt die Frage, was die aktuellen Bedrohungen sind, denen man sich tatsächlich stellen muss. (Abg. Scheibner: Eben! Sagen Sie es einmal!) Die sind sicher nicht solche, dass wir ihnen mit einem Kampfflugzeug, das in den achtziger Jahren konzipiert wurde, begegnen müssen. Selbst wenn es um die internationalen Einsätze geht – ja, glauben Sie, es wird irgendjemand darauf warten, dass sich österreichische Piloten mit österreichischen Flugzeugen, die, Gott sei Dank, ohnehin nicht mit diesen Bewaffnungen ausgerüstet sind, an diesen Einsätzen beteiligen? Das ist doch das völlig falsche Konzept, das Sie hier anvisieren, das völlig falsche Konzept!
Abg. Scheibner: Luftraumüberwachung!
(Abg. Scheibner: Luftraumüberwachung!) – Ja, für die Luftraumüberwachung hätten es ganz andere Flugzeuge auch getan. Das wissen Sie ganz genau. (Abg. Fauland: Welche denn?) Es hängt hinten und vorne, finanzieren können Sie es auch nicht! Das stimmt nicht zusammen.
Abg. Scheibner: Welche?
Österreich hat eben andere Aufgaben, auch in der Zukunft und auch in der neuen europäischen „Friedensarchitektur“, wenn ich das hochtrabende Wort übernehmen darf. (Abg. Scheibner: Welche?) – Na das sind sicher welche, die noch lange Zeit mit unserer Rolle als neutralem Staat zu tun haben. (Abg. Scheibner: Sagen Sie es! Welche?) Das sind sicher nicht welche, die ad hoc so viel Geld kosten wie die Beschaffung der Eurofighter. Das ist ganz klar. (Abg. Scheibner: Welche?) – Schauen Sie, Sie wissen es: Es ist die Beteiligung an den niedrigen oder unteren Petersberger Aufgaben. (Abg. Scheibner: Was sind „niedrige Petersberger Aufgaben“? Sie wissen ganz genau, dass ...!) – Natürlich, selbstverständlich! Die sind mit der Anschaffung von Kampfflugzeugen nicht zu bewältigen. Dazu brauchen wir auch die Wehrdienstzeit in dieser Form nicht, wie sie geplant ist. Das stimmt hinten und vorne nicht zusammen.
Abg. Scheibner: Sagen Sie es! Welche?
Österreich hat eben andere Aufgaben, auch in der Zukunft und auch in der neuen europäischen „Friedensarchitektur“, wenn ich das hochtrabende Wort übernehmen darf. (Abg. Scheibner: Welche?) – Na das sind sicher welche, die noch lange Zeit mit unserer Rolle als neutralem Staat zu tun haben. (Abg. Scheibner: Sagen Sie es! Welche?) Das sind sicher nicht welche, die ad hoc so viel Geld kosten wie die Beschaffung der Eurofighter. Das ist ganz klar. (Abg. Scheibner: Welche?) – Schauen Sie, Sie wissen es: Es ist die Beteiligung an den niedrigen oder unteren Petersberger Aufgaben. (Abg. Scheibner: Was sind „niedrige Petersberger Aufgaben“? Sie wissen ganz genau, dass ...!) – Natürlich, selbstverständlich! Die sind mit der Anschaffung von Kampfflugzeugen nicht zu bewältigen. Dazu brauchen wir auch die Wehrdienstzeit in dieser Form nicht, wie sie geplant ist. Das stimmt hinten und vorne nicht zusammen.
Abg. Scheibner: Welche?
Österreich hat eben andere Aufgaben, auch in der Zukunft und auch in der neuen europäischen „Friedensarchitektur“, wenn ich das hochtrabende Wort übernehmen darf. (Abg. Scheibner: Welche?) – Na das sind sicher welche, die noch lange Zeit mit unserer Rolle als neutralem Staat zu tun haben. (Abg. Scheibner: Sagen Sie es! Welche?) Das sind sicher nicht welche, die ad hoc so viel Geld kosten wie die Beschaffung der Eurofighter. Das ist ganz klar. (Abg. Scheibner: Welche?) – Schauen Sie, Sie wissen es: Es ist die Beteiligung an den niedrigen oder unteren Petersberger Aufgaben. (Abg. Scheibner: Was sind „niedrige Petersberger Aufgaben“? Sie wissen ganz genau, dass ...!) – Natürlich, selbstverständlich! Die sind mit der Anschaffung von Kampfflugzeugen nicht zu bewältigen. Dazu brauchen wir auch die Wehrdienstzeit in dieser Form nicht, wie sie geplant ist. Das stimmt hinten und vorne nicht zusammen.
Abg. Scheibner: Was sind „niedrige Petersberger Aufgaben“? Sie wissen ganz genau, dass ...!
Österreich hat eben andere Aufgaben, auch in der Zukunft und auch in der neuen europäischen „Friedensarchitektur“, wenn ich das hochtrabende Wort übernehmen darf. (Abg. Scheibner: Welche?) – Na das sind sicher welche, die noch lange Zeit mit unserer Rolle als neutralem Staat zu tun haben. (Abg. Scheibner: Sagen Sie es! Welche?) Das sind sicher nicht welche, die ad hoc so viel Geld kosten wie die Beschaffung der Eurofighter. Das ist ganz klar. (Abg. Scheibner: Welche?) – Schauen Sie, Sie wissen es: Es ist die Beteiligung an den niedrigen oder unteren Petersberger Aufgaben. (Abg. Scheibner: Was sind „niedrige Petersberger Aufgaben“? Sie wissen ganz genau, dass ...!) – Natürlich, selbstverständlich! Die sind mit der Anschaffung von Kampfflugzeugen nicht zu bewältigen. Dazu brauchen wir auch die Wehrdienstzeit in dieser Form nicht, wie sie geplant ist. Das stimmt hinten und vorne nicht zusammen.
Abg. Scheibner: Was sonst?
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Kollege Scheibner, zum Thema Eurofighter: Luftraumüberwachung ja, dazu bekennen wir uns, aber dazu brauchen wir nicht sündteure Kampfbomber. (Abg. Scheibner: Was sonst?) Das Gerät, das Sie anschaffen wollen, dient dem Luftkampf und nicht der Luftraumüberwachung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Was heißt „Hefterl“? Das ist der Bericht der Bundesheerreformkommission – und kein „Hefterl“!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, zu dieser heutigen Diskussion, speziell auch jetzt zu den letzten Rednern – der Herr Minister hat ebenfalls dazu gesprochen –, wonach ab 1. Jänner 2006 sechs Monate Wehrdienst und nicht mehr fixiert seien. Dann kommt Herr Scheibner hier heraus und sagt: Das kommt überhaupt nicht in Frage für uns, frühestens ab 2008! Und dann hat er ein Hefterl in die Höhe gehalten. (Abg. Scheibner – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Was heißt „Hefterl“? Das ist der Bericht der Bundesheerreformkommission – und kein „Hefterl“!)
Abg. Scheibner: Da müssen Sie sich aber das Stenographische Protokoll genau anschauen!
Da frage ich mich schon, meine sehr geehrten Damen und Herren, was Sie heute eigentlich beschließen wollen: Wollen Sie sechs Monate beschließen – oder doch acht Monate? (Abg. Scheibner: Da müssen Sie sich aber das Stenographische Protokoll genau anschauen!) Meine sehr geehrten Damen und Herren, Sie wissen es nicht. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nur bei Verwaltung und Bürokratie!
Kollege Scheibner, du hast hier den Personalabbau beklagt. – Dazu nur: Es war deine Idee, mit der ReOrg 2002 einen nie gesehenen Personalabbau beim Bundesheer durchzuführen. (Abg. Scheibner: Nur bei Verwaltung und Bürokratie!)
Abg. Gaál: War das nicht der Scheibner?
Bundesministerin Prammer hat Verbesserungen für Frauen im Heer angekündigt. – Bundesminister Platter setzt diese um! (Abg. Gaál: War das nicht der Scheibner?) Das ist der feine Unterschied: Die SPÖ – Meister im Ankündigen, die ÖVP – Meister in der Umsetzung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist eh klar!
Abgeordnete Katharina Pfeffer (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Lieber Kollege Pilz – er ist leider nicht im Haus (Abg. Scheibner: Das ist eh klar!) –, ich unterstreiche, dass es beim Bundesheer wichtige Dinge gibt, über die man diskutieren muss und soll. Aber auch die Blasmusik ist ein wichtiger Bestandteil des österreichischen Bundesheeres, und sie ist auch ein Zeichen der Identität mit der österreichischen Bevölkerung. Ich stehe zu meinen diesbezüglichen Aussagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir drohen nicht!
Bei den steirischen Bezirksgerichten sieht das dann so aus: Im Jahr 2000 verkünden Sie, dass zehn Bezirksgerichte in der Steiermark geschlossen werden sollen, und im Jahr 2001 droht man plötzlich, dass man 29 von 38 Bezirksgerichten schließen wird. (Abg. Scheibner: Wir drohen nicht!) Es kommt zur Bürgerprotesten, Unterschriftenaktionen und ähnlichen Aktionen. Am Ende klopft sich der Herr Landesrat Schützenhöfer von der ÖVP ganz zufrieden auf die Schulter und verkündet, dass er nach der offiziellen Liste nur noch zwölf Bezirksgerichte zu schließen hat. (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Wunderbar!) Den Bürgerinnen und Bürgern wird suggeriert, dass der Kompromiss eigentlich in ihrem Interesse war und dass man sich wirklich sehr gut für sie eingesetzt hat.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Den Schlusssatz hätten Sie nicht sagen müssen!
Abgeordnete Anita Fleckl (fortsetzend): Ich danke Ihnen. – Das ist keine Heimatpolitik für die Menschen in der Steiermark, und die Steirerinnen und Steirer werden im Herbst ihr Votum abgeben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Den Schlusssatz hätten Sie nicht sagen müssen!)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Zehn Minuten! Josef, zehn! – Abg. Scheibner: Sonst essen wir dir die Schnitten weg!
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich erteile nunmehr dem Erstantragsteller, Herrn Abgeordnetem Dr. Cap, das Wort. Seine Redezeit beträgt 20 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Zehn Minuten! Josef, zehn! – Abg. Scheibner: Sonst essen wir dir die Schnitten weg!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenn Wien heute nicht nur auf dem musikalischen Sektor, sondern auch auf dem musealen Sektor Weltgeltung hat, wenn sich hier in den letzten eineinhalb Jahrzehnten eine Entwicklung abgezeichnet hat, die wirklich einen Meilenstein darstellt, dann ist das nicht zuletzt eben ein Verdienst von Generaldirektor Wilfried Seipel. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: „Gut waren sie“, hat sie gesagt!
Wenn Sie von einem hervorragenden Museumsdirektor sprechen, dann schauen wir uns das doch wirklich einmal an. Auch diese Qualität können wir nämlich in Frage stellen. Schauen wir uns einmal an, was in diesem Jahr an Ausstellungen passiert ist. Drei Ausstellungen sind es: Rubens, das sind die eigenen Bestände, die da vorgezeigt werden; dann haben wir Canaletto ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Gut waren sie, die Ausstellungen! Das muss man schon zugeben!) – Was heißt, ich muss vorsichtig sein? Ich sage Ihnen, was Sache ist. (Abg. Scheibner: „Gut waren sie“, hat sie gesagt!) – Dann haben wir noch den Habsburger-Besitz, auch die eigenen Bestände.
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Nun auch eine Bemerkung an die Adresse der SPÖ: Ich glaube die Aussage, Kultur sei eine Zumutung, richtet sich wirklich von selbst! – Danke. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Unsere Aufgabe wird es sein – und da gibt es, so hoffe ich, Eistimmigkeit bei dieser Abstimmung –, dass wir diesen erfolgreichen Weg dieser beiden Länder auch in den nächsten Jahren fortschreiten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 113
Abg. Steibl: Na bravo! – Abg. Scheibner: Und was ist dann bei der dritten Lesung, Frau Kollegin?
Wir stehen auch nicht an, den geplanten Verbesserungen für Schwerversehrte im BSVG hinsichtlich der sozialen Komponente einen Gewinn abzuringen. – Ich möchte gleich hinzufügen, dass wir, um diese unsere Haltung zu dokumentieren, in der zweiten Lesung diese Punkte auch befürworten werden (Abg. Steibl: Na bravo! – Abg. Scheibner: Und was ist dann bei der dritten Lesung, Frau Kollegin?), damit klar und deutlich wird, welche Position wir in diesen Fragen einnehmen, Frau Ministerin.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Fragen Sie, bitte, die von Ihrer Fraktion geführten Krankenversicherungen, ob sie sich das leisten können! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir erwarten auch, dass jeder Mandatar sowohl im Bundesrat als auch im Nationalrat persönliche Verantwortung hat, und diese persönliche Verantwortung auch wahrnimmt. Das gilt ausdrücklich für den Nationalrat und für den Bundesrat und ist in keiner Weise einzuschränken. Daher haben wir die politische Forderung aufgestellt und bleiben auch dabei, dass die beiden Mandatare zurücktreten sollen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ, der ÖVP, den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Wenn er gesagt hat, es habe damals eine brutale Naziverfolgung gegeben, sollte man hier auch in aller Deutlichkeit feststellen: Es war richtig, dass nationalsozialistische Verbrecher vor ein Gericht gestellt wurden, und ebenso, wenn erwiesen war, dass sie diese Verbrechen begangen haben, dass sie auch verurteilt wurden. Das muss man hier einmal ganz deutlich sagen. Es war richtig! (Beifall bei der SPÖ, der ÖVP, den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Der Landtag entsendet, Herr Kollege!
Freies Mandat. – Ja, Kampl und Gudenus sind Bundesräte, solange sie ihr Mandat nicht freiwillig zurücklegen, bleiben sie das auch bis zur nächsten Landtagswahl in Wien beziehungsweise in Kärnten. Dazu stehe ich auch, das müssen wir aushalten. Aber: Sind sie irgendwie vom Himmel dorthin gefallen? Es hat sie schon jemand dorthin entsandt, Herr Scheibner! Es ist schwer vorstellbar, dass es der FPÖ-Wien, die Gudenus entsandt hat, beziehungsweise der FPÖ-Kärnten, die Kampl entsandt hat, vollkommen unbekannt war, welches Geschichtsverständnis, welche Geisteshaltung hier vorherrscht. (Abg. Scheibner: Der Landtag entsendet, Herr Kollege!) Der Landtag entsendet auf Vorschlag der betreffenden Fraktion.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sollen wir uns aus dem Parlament hinaus begeben, wenn es eine solche Garantie ...?
Sollen wir jedes Mal eine Verfassungsänderung machen, wenn das wieder irgendwo vorkommt? Diese Garantieerklärung können Sie nicht abgeben, und das ist der Preis, den dieses Parlament für diese Koalition zu zahlen hat. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sollen wir uns aus dem Parlament hinaus begeben, wenn es eine solche Garantie ...?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat aber der Böhmdorfer das letzte Mal erklärt, Frau Kollegin!
Nur kurz zur Erklärung: Auch die jetzige Debatte zeigt, dass manchen immer noch nicht klar ist, dass Amnestie nicht gleichzusetzen ist mit Rehabilitierung. Das hat etwas mit politischer Kultur zu tun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat aber der Böhmdorfer das letzte Mal erklärt, Frau Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Das hat aber jetzt keiner verstanden! – Abg. Scheibner: Bis jetzt war es eine gute Debatte! Aber nur bis jetzt!
Es ist immer noch nicht klar, was der Bundeskanzler unter dem freien Mandat versteht. Ich erinnere in aller Kürze: BZÖ, FPÖ, Regierungsabkommen, Unterschriftenaffäre, einfordern, nicht bekommen und dergleichen. – So viel zum freien Mandat nach dem Verständnis von Bundeskanzler und ÖVP. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Das hat aber jetzt keiner verstanden! – Abg. Scheibner: Bis jetzt war es eine gute Debatte! Aber nur bis jetzt!)
Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!
Das ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, und ein Bundeskanzler, der diese Geister gerufen hat, denke ich, hätte Anlass dazu, diese Geister wieder loszuwerden. Aber ich frage mich: Will er das wirklich? Wie viel Haltungslosigkeit, wie viele Geschichtsverfälschungen muss Österreich noch ertragen, bis dieser Bundeskanzler Österreich von dieser Koalition befreit? (Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!) All das wissend geht der Herr Bundeskanzler in eine hoch riskante EU-Präsidentschaft (Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?), geschätzte oder teilweise geschätzte Kollegen und Kolleginnen. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Aber gegen Haltungslosigkeit ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?
Das ist die Verantwortung des Bundeskanzlers, und ein Bundeskanzler, der diese Geister gerufen hat, denke ich, hätte Anlass dazu, diese Geister wieder loszuwerden. Aber ich frage mich: Will er das wirklich? Wie viel Haltungslosigkeit, wie viele Geschichtsverfälschungen muss Österreich noch ertragen, bis dieser Bundeskanzler Österreich von dieser Koalition befreit? (Abg. Scheibner: Das ist ziemlich übel, was Sie da sagen!) All das wissend geht der Herr Bundeskanzler in eine hoch riskante EU-Präsidentschaft (Abg. Scheibner: Wie lange haben Sie geübt für diese Rede?), geschätzte oder teilweise geschätzte Kollegen und Kolleginnen. (Heftige Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Wer sind die nicht geschätzten Kollegen? – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.) Aber gegen Haltungslosigkeit ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Lopatka.)
Abg. Scheibner: Legen Sie einmal Ihre Scheuklappen ab! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es stellt sich nämlich heraus, dass vor allem Frauen, die Absolventinnen berufsbildender mittlerer Schulen sind, eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass das Bildungssystem im Bereich berufsbildender mittlerer Schulen offensichtlich eine Sackgasse ist. Wir wissen ja auch, wo die Sackgassen sind und wie sie zu benennen sind. Warum diskutieren wir nicht darüber? – Mit Ihnen können wir das offensichtlich nicht diskutieren, weil uns dann die Kollegin Marek und die Kollegin Achleitner mit dem Weihrauchfass erzählen: Alles in Ordnung, super, es geht aufwärts, bestens! (Abg. Scheibner: Legen Sie einmal Ihre Scheuklappen ab! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Sitzung Nr. 115
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich sage Ihnen: Es gibt eine Reihe von Beobachtern, die heute schon davon sprechen, dass angesichts der Prosperität Bratislavas, des boomenden Trends in Bratislava Wien zur Schlafstadt von Bratislava werden kann. (Abg. Parnigoni: Machen Sie sich nicht lächerlich!) Das ist aber dann Ihre Verantwortung, meine sehr geehrten Damen und Herren der Sozialdemokratie und insbesondere der Wiener Sozialdemokratie. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist bei Ihnen nichts Neues!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Ich bin einigermaßen verwundert über die Debattenbeiträge (Abg. Scheibner: Das ist bei Ihnen nichts Neues!), die hier zum Teil abgeliefert wurden. Das Thema dieser „Aktuellen Stunde“, eingebracht von der ÖVP, heißt – ich habe es mir extra noch einmal herausgesucht –: „Wirtschaftspolitik für Österreichs Regionen“. (Bundesminister Dr. Bartenstein: Genau!)
Abg. Scheibner: Sie haben sich über Überfremdung aufgeregt?
Bemerkenswert finde ich auch, dass österreichische Firmen in diesen EU-10 absolut willkommen sind. Das sollte für uns auch ein Beispiel sein. Was haben wir uns nicht immer aufgeregt über Überfremdung, fremdes Kapital und so weiter (Abg. Scheibner: Sie haben sich über Überfremdung aufgeregt?), ohne zu fragen, ob der eine oder andere Einwanderer auf Firmenebene nicht vielleicht in Österreich willkommen sein sollte.
Abg. Scheibner: Aber das eine geht halt nicht ohne das andere!
Die EU-Erweiterung ist eine beispiellose Erfolgsstory – auch die kommende EU-Erweiterung um Bulgarien, Rumänien, Kroatien. Hier sollten wir nicht kleinlich sein, hier sollten wir auf Tempo drücken, insbesondere was Kroatien betrifft. Österreichische Firmen sind in diesen Ländern schon hervorragend vertreten, aber sie gehen ein Risiko ein: Sie haben natürlich darauf gebaut, dass diese Länder nicht früher oder später, sondern sehr bald Mitglied der Europäischen Union sein werden. Und das betrifft auch die noch ausständigen Länder des so genannten Westbalkans. Giuliano Amato, der Vorsitzende der internationalen Balkankommission, hat kürzlich gesagt, die Bürger wissen gar nicht, wie viele Soldaten wir auf dem Balkan stationieren müssen – betroffen ist natürlich in erster Linie Bosnien – und wie viel wir für die dortigen Friedensmissionen bezahlen; vernünftiger wäre es, dieses Geld in Wirtschaftsentwicklung und eine EU-Integration Südosteuropas zu investieren. – Vollkommen richtig! Es kostet ein „Schweinegeld“, dort die Truppen zu stationieren, die mit Mühe und Not den Frieden aufrechterhalten, und es wäre viel besser, dieses Geld für die Integration dieser Länder – wenn sie es wollen – in die Europäische Union zu investieren. (Abg. Scheibner: Aber das eine geht halt nicht ohne das andere!)
Abg. Scheibner: Na sicher!
Die Finanzfrage. – Also ich finde es schon etwas eigenartig, Herr Spindelegger: Zuerst wettern Sie über die SPÖ – da konnte ich Ihnen ja innerlich zustimmen, was Ihre Kritik an der Kleinkrämerei hinsichtlich der österreichischen Beiträge betrifft –, und dann bringen Sie einen Antrag ein, der haargenau das Gleiche macht! Was soll das? In Ihrem ersten Punkt verlangen Sie von der Bundesregierung, weiterhin nachdrücklich für die Interessen Österreichs als Nettozahler einzutreten (Abg. Scheibner: Na sicher!), insbesondere 1 Prozent und so weiter.
Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt ...!
Wissen Sie, was meine Meinung dazu ist? – Hören wir auf mit dieser Kleinkrämerei! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.) Seien wir doch stolz darauf, dass Österreich in einer Nettozahlerposition ist, Kruzitürken! (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt ...!) Wäre Ihnen vielleicht lieber, dass Österreich in einer Nettoempfängerposition wäre, weil die wirtschaftliche Situation Österreichs so miserabel ist? Nein, wir sind ein wohlhabendes Land, wir sind stolz darauf, viele von uns haben dafür etwas geleistet, und deswegen werden wir auch bereit sein, etwas zu zahlen!
Abg. Scheibner: Natürlich!
Ich möchte einmal beim Bereich der Barrierefreiheit anfangen. Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für Menschen mit Behinderungen, damit sie sich im öffentlichen Raum bewegen können. Aber was Barrierefreiheit sein muss, meine sehr geehrten Damen und Herren, das haben Sie verweigert, hier in dieses Gesetz hineinzuschreiben, denn Barrierefreiheit heißt: nach dem letzten Stand der Technik. Das wäre maßgeblich. Das steht aber in diesem Gesetz nicht drinnen. Herr Scheibner! Ich weiß nicht, ob Sie es kennen. (Abg. Scheibner: Natürlich!) Schauen Sie es sich an! Diskutieren wir nicht! Sie brauchen nur nachzuschauen.
Abg. Scheibner: Da ist ja alles gemeint! Das kann man doch nicht alles einzeln aufzählen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zur Gleichstellung behinderter Menschen gehört, dass sie in allen Bereichen des Lebens gleichgestellt werden – vom Kindergarten bis ins hohe Alter, ja sagen wir, bis zum Sterben. Dazu finden Sie hier drinnen nichts. Es ist der Kindergarten nicht erwähnt, es ist die Schule nicht erwähnt. Nichts finden Sie hier! Das nennen Sie einklagbare Rechte für Menschen mit Behinderungen, wenn im Gesetz gar nichts darüber steht? (Abg. Scheibner: Da ist ja alles gemeint! Das kann man doch nicht alles einzeln aufzählen!)
Abg. Scheibner: Das ist nur der Versuch, nicht zustimmen zu müssen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es gibt keine Beweislastumkehr. Wesentliche Punkte, die behinderte Menschen brauchen, um auch klagen zu können, gibt es nicht. Wir behinderte Menschen müssen uns, wenn wir klagen wollen, um eine Sammelklage machen zu können, das mehr oder weniger vom Bundesbehindertenbeirat legitimieren lassen, dass wir eine Klage einbringen dürfen. Welches andere Gesetz in Österreich gibt es noch, das vorsieht, dass bei einer Sammelklage eine vorgeordnete Institution entscheidet, ob eine Klage eingebracht werden darf oder nicht? Nirgends! Das hat man nur bei uns gemacht, um eben zu verhindern, dass es überhaupt zu Klagen kommen kann. (Abg. Scheibner: Das ist nur der Versuch, nicht zustimmen zu müssen!)
Abg. Scheibner: Na, geh, geh, geh!
Ohne diesen Abänderungsantrag, meine Damen und Herren, hat das Gesetz diese Zähne nicht, und dann würden wir auch nicht zustimmen, weil wir nicht zu denen gehören, die den behinderten Menschen etwas vormachen (Abg. Scheibner: Na, geh, geh, geh!), ihnen sagen, was sie in Zukunft nicht alles für Rechte haben, wenn dann unter dem Strich nichts herausschaut. Das machen wir nicht. Das haben wir nie gemacht, das werden wir auch nicht machen, sondern wir werden unseren behinderten Menschen immer reinen Wein einschenken, und wir müssen es auch heute tun.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
für eine unterschiedliche Behandlung ausschlaggebend gewesen seien. Wo man hier behinderten Menschen entgegenkommt, konnte im Ausschuss auch von den PflichtverteidigerInnen dieses Gesetzes jedenfalls nicht erklärt werden, und auch die Frau Ministerin ist heute leider die Antwort schuldig geblieben. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht, was Sie da sagen! Das ist falsch!
Was, meine sehr geehrten Damen und Herren, wollen Sie denn feiern? Wollen Sie feiern, dass die Probleme, die Frau Partik-Pablé aufgezeigt hat und die ich auch tagtäglich erlebe, und diese Diskriminierungen jetzt weiterhin bestehen bleiben? Wollen Sie es abfeiern, dass Sie es geschafft haben, dass es diese Diskriminierungen weiter gibt? Denn sie werden nicht beseitigt, sie bleiben bestehen! Es gibt keine Unterlassung und Beseitigung von Barrieren. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht, was Sie da sagen! Das ist falsch!) Sie wissen es, meine sehr geehrten Damen und Herren. Sie wollen es nur nicht zur Kenntnis nehmen. Sie wollen behinderten Menschen Sand in die Augen streuen. Das tut man nicht. Hier geht es um Menschenrechte, und da ist so etwas wirklich nicht angebracht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber das war ja eh verkehrt, weil das auch eine halbe Lösung war!
Meine Damen und Herren! Hat hier der Bundeskanzler übersehen, dass die Draken zu einer Zeit des Kalten Krieges angeschafft wurden? (Abg. Scheibner: Aber das war ja eh verkehrt, weil das auch eine halbe Lösung war!) Und glauben Sie wirklich, Kollege Scheibner, dass Kreisky oder Vranitzky den Luftraum Österreichs, eines Landes, das von EU-Staaten umgeben ist, mit hochgerüsteten Kampfjets malträtieren wollen? (Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen das erklären! – Abg. Neudeck: Das ist eine martialische Ausdrucksweise!)
Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen das erklären! – Abg. Neudeck: Das ist eine martialische Ausdrucksweise!
Meine Damen und Herren! Hat hier der Bundeskanzler übersehen, dass die Draken zu einer Zeit des Kalten Krieges angeschafft wurden? (Abg. Scheibner: Aber das war ja eh verkehrt, weil das auch eine halbe Lösung war!) Und glauben Sie wirklich, Kollege Scheibner, dass Kreisky oder Vranitzky den Luftraum Österreichs, eines Landes, das von EU-Staaten umgeben ist, mit hochgerüsteten Kampfjets malträtieren wollen? (Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen das erklären! – Abg. Neudeck: Das ist eine martialische Ausdrucksweise!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Abschließend sei noch erwähnt, was Herr Dr. Haider zum Eurofighter-Ankauf zu sagen hat. Auf die Frage, ob er einen Verdacht hat, dass es hier zu strafrechtlich verfolgbaren Tatbeständen gekommen ist, sagt er: „Absolut“, „absolut“! – Und er sagt: Mir fehlen die Beweise, aber irgendwer hat Vorteile gezogen. Lohnt sich Verrat? (Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal was Neues!
Also wenn Sie, meine Damen und Herren, hier heute das einfach beerdigen wollen, die Diskussion um die Eurofighter begraben wollen (Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal was Neues!), dann befolgen Sie offensichtlich eine Weisung des Kärntner Landeshauptmannes, hier alles zu vertuschen (Abg. Scheibner: Ein neues Argument!), und damit ist Haider nicht nur im Bereich Spesen massiv zu kritisieren, sondern auch was die Vertuschung der ganzen Eurofighter-Angelegenheit betrifft. (Abg. Scheibner: Ein neues Argument wollen wir hören!)
Abg. Scheibner: Ein neues Argument!
Also wenn Sie, meine Damen und Herren, hier heute das einfach beerdigen wollen, die Diskussion um die Eurofighter begraben wollen (Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal was Neues!), dann befolgen Sie offensichtlich eine Weisung des Kärntner Landeshauptmannes, hier alles zu vertuschen (Abg. Scheibner: Ein neues Argument!), und damit ist Haider nicht nur im Bereich Spesen massiv zu kritisieren, sondern auch was die Vertuschung der ganzen Eurofighter-Angelegenheit betrifft. (Abg. Scheibner: Ein neues Argument wollen wir hören!)
Abg. Scheibner: Ein neues Argument wollen wir hören!
Also wenn Sie, meine Damen und Herren, hier heute das einfach beerdigen wollen, die Diskussion um die Eurofighter begraben wollen (Abg. Scheibner: Sagen Sie einmal was Neues!), dann befolgen Sie offensichtlich eine Weisung des Kärntner Landeshauptmannes, hier alles zu vertuschen (Abg. Scheibner: Ein neues Argument!), und damit ist Haider nicht nur im Bereich Spesen massiv zu kritisieren, sondern auch was die Vertuschung der ganzen Eurofighter-Angelegenheit betrifft. (Abg. Scheibner: Ein neues Argument wollen wir hören!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein neues Argument!
Aber seien Sie sich sicher: Dieser Vertrag wird eines Tages das Licht des Parlaments und das Licht der Öffentlichkeit erblicken! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kein neues Argument!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich mit einer Unterlagenmappe zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Die Argumente kennst du eh auswendig! Es sind eh immer dieselben!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. Wunschredezeit: 8 Minuten. – Ich stelle Ihnen die Uhr entsprechend ein, Herr Kollege. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich mit einer Unterlagenmappe zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Kogler –: Die Argumente kennst du eh auswendig! Es sind eh immer dieselben!)
Abg. Scheibner: Das sind keine Zeugen im Rechnungshofausschuss! – Abg. Neudeck: Das sind Auskunftspersonen!
Auf welche Vorgänge bezieht sich das? – Zum Beispiel auf die Weigerung, die Zeugen zu laden! Das ist der Punkt. (Abg. Scheibner: Das sind keine Zeugen im Rechnungshofausschuss! – Abg. Neudeck: Das sind Auskunftspersonen!) Wir haben Ihnen nämlich noch einmal die Gelegenheit gegeben, etwa den Chef der Beschaffung oder den
Abg. Scheibner: ... schon fünf Mal erklärt!
Generaltruppeninspektor und andere zu laden, die damals in einem Aktenvermerk geschrieben haben, sie seien gegen diese Entscheidung und gegen die Beschaffung dieses Produkts, und zwar wegen einer Reihe von Gründen. (Abg. Scheibner: ... schon fünf Mal erklärt!) Genau das wäre dann dort zu diskutieren gewesen.
Abg. Scheibner: Nein!
Die Reduktion von 24 auf 18 ist – nicht, dass man das besonders betrauern müsste! –vergaberechtlich natürlich keine Kleinigkeit. Sie von den Regierungsparteien haben ja im Sommer 2002 behauptet, das Ganze sei auf Grund der so genannten Hochwasserkatastrophe erfolgt. (Abg. Scheibner: Nein!) Ich habe hier ein Dokument der Finanzprokuratur vom 1. Juli 2002 vorliegen, in dem schon damals angefragt wurde, welche Möglichkeiten bestünden, von 24 auf 18 Stück zu reduzieren, ohne die Ausschreibung zu wiederholen. So haben Sie gefuhrwerkt! Das ist doch der Punkt!
Abg. Scheibner: Stimmt ja gar nicht! Wer hat das gesagt, dass das für Hochwasser...? Völlig falsch!
Außerdem hat die Finanzprokuratur in ihrer ersten Stellungnahme rückgemeldet, dass das ohne Neuausschreibung gar nicht geht. Das haben Sie jedoch vom Tisch gewischt, anschließend hat das Hochwasser herhalten müssen. (Abg. Scheibner: Stimmt ja gar nicht! Wer hat das gesagt, dass das für Hochwasser...? Völlig falsch!) Ich behaupte nach wie vor, dass es sich um einen Missbrauch der Hochwasser-Opfer gehandelt hat, als so getan wurde, als ob deshalb irgendein Euro eingespart werden konnte. Und auch das ist beweisbar! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dr. Khol –: Darf er das so sagen? – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Das ist ja noch eine Auszeichnung!
Rednerpult steht, abspielt. Bei Kollegem Kräuter sieht man ganz klar: Er muss, was die Sicherheitspolitik betrifft, seinen Blick noch massiv schärfen, denn was da abgelaufen ist, ist eher Löwinger-Bühnen-Niveau. (Abg. Dr. Kräuter – in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Dr. Khol –: Darf er das so sagen? – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Das ist ja noch eine Auszeichnung!)
Abg. Scheibner: Wir sind die Einzigen, die eine gerade Linie haben!
Gehen wir weiter: In den Jahren 1996 und 1997 wurde unter der rot-schwarzen Koalition der Grundsatzbeschluss gefasst, die Planungen für das neue Luftraumüberwachungsflugzeug vorzunehmen. (Abg. Scheibner: Wir sind die Einzigen, die eine gerade Linie haben!)
Abg. Scheibner: Was ist wehrtechnisch, Herr Kollege?
Nach einem finanz- und wirtschaftspolitischen und wehrtechnischen Desaster ist diese Abfangjägerbeschaffung zum demokratiepolitischen Skandal dieser Zweiten Republik schlechthin geworden. (Abg. Scheibner: Was ist wehrtechnisch, Herr Kollege?)
Abg. Scheibner: Das wissen Sie ja nicht, wenn Sie den Vertrag nicht kennen!
Sie berufen sich auf eine Amtsverschwiegenheit, die nur in einem Teil und zu Recht dort besteht, wo es um die militärischen Belange geht. Ja, aber die sind nicht tangiert! (Abg. Scheibner: Das wissen Sie ja nicht, wenn Sie den Vertrag nicht kennen!) Artikel 20 Abs. 3 B-VG sagt nämlich: „Die Amtsverschwiegenheit besteht für die von einem allgemeinen Vertretungskörper bestellten Funktionäre nicht gegenüber diesem Vertretungskörper, wenn er derartige Auskünfte ausdrücklich verlangt.“
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
In diesem einen Punkt, Herr Bundesminister, kann ich meinem Kollegen Werner Kogler ausnahmsweise nicht ganz Recht geben. Es war schon in der Vergangenheit nicht einfach, die Regierungsmehrheit in diesem Haus zur Kontrolle zu bewegen, aber es war ein bisschen besser. Aber so weit sind die Regierungsparteien nicht einmal in Zeiten der großen Koalition gegangen, dass sie die Ladung von Auskunftspersonen verweigert haben (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!), dass geladene Auskunftspersonen unter Hinweis auf die Amtsverschwiegenheit Auskünfte verweigert haben, so wie Sie es hier jetzt getan haben, Herr Bundesminister. So weit sind sie nicht gegangen.
Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Präsident des Rechnungshofes! Sehr geehrte Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Murauer sagte, die SPÖ hat den Puswald abgestellt als obersten Prüfer. – Diese Tatsachenbehauptung ist unwahr! (Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Welche F-16 meinen Sie? Welche meinen Sie?
Warum zum Beispiel wurde – und diese Frage ist bis heute nicht wirklich beantwortet, und wir werden sie noch öfters stellen, bis eine Antwort kommt – das erfolgreichste und am besten erprobte Abfangjägerflugzeug der Welt, die F-16, ausgeschieden? (Abg. Fauland: Weil sie 25 Minuten ... braucht!) Warum ist die F-16 zu schlecht für Österreich, wenn dieser Flieger in mehreren europäischen Staaten erfolgreich im Einsatz ist und dies noch mindestens 20 Jahre sein wird? – Das ist die Auskunft hochrangiger Militärs. – Warum wurde die sehr interessante und kostengünstige Leasingvariante dieser F-16 abgelehnt? (Abg. Scheibner: Welche F-16 meinen Sie? Welche meinen Sie?)
Abg. Scheibner: Herr Kollege! Welche F-16 meinen Sie?
Warum haben Sie, Herr Minister, zum Beispiel nicht auf die von EADS vertraglich zugesagte Flugerprobung noch vor Vertragsabschluss gedrängt? Warum kaufen Sie teure Geräte, ohne zu wissen, ob sie überhaupt funktionieren? (Abg. Scheibner: Herr Kollege! Welche F-16 meinen Sie?)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gehört? – Abg. Fauland: Der war zu alt!
Wir haben weiters vom damaligen Verteidigungsminister Scheibner gehört, der Gripen wäre auserkoren, er wäre das geeignete Flugzeug. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gehört? – Abg. Fauland: Der war zu alt!) – Das war nachzulesen, kein Problem. Wir haben gleichzeitig vom Finanzminister gehört, solche Flugzeuge seien Kriegsspielzeug, das bräuchten wir nicht. – Das Ergebnis dieser Symbiose war dann der Eurofighter. Unser Problem ist folgendes: Wir sind nicht in der Lage, zu durchblicken, wie es so kurzfristig zu diesem Sinneswandel kommen konnte.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir werden es ihm ausrichten! Der wird sich freuen!
Meine Damen und Herren! Wir machen uns Sorgen um Ihren Koalitionspartner, um sein Wohlergehen, und Sie verwehren uns letztendlich die Einsicht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wir werden es ihm ausrichten! Der wird sich freuen!) – Das freut mich auch, dass Sie das so feststellen, Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Das ist ein kleiner Unterschied!
Abgeordneter Christian Faul (SPÖ): Sehr verehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Bundesminister! Ich hätte eigentlich gerne den Herrn Finanzminister etwas ganz Persönliches gefragt. Ich hätte ihn gerne gefragt, was er seinerzeit als leitender Angestellter der Firma Magna mit einem Mitarbeiter gemacht hätte, Herr Kollege Scheibner, den er beauftragt hätte, ein Bestbieterangebot für ein Firmenauto zu erstellen (Abg. Scheibner: Das ist ein kleiner Unterschied!), und der
Abg. Scheibner: Aber es lacht keiner!
Und zu den Gegengeschäften: Herr Minister Bartenstein, das ist ja wirklich das größte Märchenbuch! Das gehört zu einer Faschingszeitung umgewandelt, was Sie uns hier immer präsentieren und was Gegengeschäfte gewesen sein sollen. Das waren nahezu alles angebahnte Geschäfte! Auf die Geschäfte mit den Universitäten und den Lehrstunden, die Sie uns darbieten, möchte ich gar nicht eingehen, das ist wirklich mehr als lachhaft. (Abg. Scheibner: Aber es lacht keiner!)
Abg. Scheibner: Sie sollten beim Vergleich mit dem Auto bleiben!
tag bei 28 000 € pro Flugstunde wahrscheinlich nicht leisten können. (Abg. Scheibner: Sie sollten beim Vergleich mit dem Auto bleiben!)
Abg. Murauer: Walter glauben wir nicht, gell! – Abg. Schopf: Vorher abgeschlossen war das! – Abg. Scheibner: Nicht einmal sich selber glaubt er!
Aber noch einmal: Airbus A 380, das klang schon ganz gut, etwa 700 Millionen € war das Vertragsvolumen. Als dann vor einigen Monaten noch MAN-Militärtrucks für die British Army dazukamen, auch auf der Basis von Gegengeschäften, ein Volumen, das nominal noch höher liegt, aber ... (Abg. Dr. Kräuter: Wenn wir im Ausland ...!) War auch schon früher? – Was Sie nicht alles wissen, sehr geehrter Herr Abgeordneter. (Abg. Murauer: Walter glauben wir nicht, gell! – Abg. Schopf: Vorher abgeschlossen war das! – Abg. Scheibner: Nicht einmal sich selber glaubt er!)
Abg. Scheibner: Moment! Formulieren Sie ein bissl gemäßigter!
Abgeordneter Neudeck hat gemeint, es reiche, wenn der Rechnungshof prüft. Wir schätzen die Aufgabe und die Arbeit des Rechnungshofes sehr, aber wenn das alleine reichen soll, dann haben wir schon die Frage nach der parlamentarischen Kontrolle zu stellen. Wenn Sie, Herr Neudeck, Steigbügelhalter für diese Vertuschung sein wollen, dann können Sie das sein, aber wir wollen Aufklärung. (Abg. Scheibner: Moment! Formulieren Sie ein bissl gemäßigter!)
Abg. Scheibner: Sie müssen wissen, was Luftraumverteidigung heißt!
Seither gibt es – das hat auch der Rechnungshof festgestellt – kein anderes Konzept. Das heißt für mich schlüssigerweise, dass mit 18 Maschinen unser Luftraum nicht sicher genug verteidigt werden kann. Ihr Konzept! Sie, Herr Scheibner, waren damals Verteidigungsminister. (Abg. Scheibner: Sie müssen wissen, was Luftraumverteidigung heißt!) Zeigen Sie uns dieses neue Konzept oder sagen Sie uns, wie Sie denn das mit diesen 18 machen wollen! Oder brauchen wir vielleicht ohnehin nur zwölf oder neun? Vielleicht genügen die, um die Olympiade zu schützen. (Abg. Scheibner: Ich habe Ihnen das erklärt! Sie hätten nur zuhören müssen!)
Abg. Scheibner: Ich habe Ihnen das erklärt! Sie hätten nur zuhören müssen!
Seither gibt es – das hat auch der Rechnungshof festgestellt – kein anderes Konzept. Das heißt für mich schlüssigerweise, dass mit 18 Maschinen unser Luftraum nicht sicher genug verteidigt werden kann. Ihr Konzept! Sie, Herr Scheibner, waren damals Verteidigungsminister. (Abg. Scheibner: Sie müssen wissen, was Luftraumverteidigung heißt!) Zeigen Sie uns dieses neue Konzept oder sagen Sie uns, wie Sie denn das mit diesen 18 machen wollen! Oder brauchen wir vielleicht ohnehin nur zwölf oder neun? Vielleicht genügen die, um die Olympiade zu schützen. (Abg. Scheibner: Ich habe Ihnen das erklärt! Sie hätten nur zuhören müssen!)
Abg. Neudeck: Von Ihnen ist das gesagt worden! – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?
Jetzt frage ich mich aber, was denn die folgende Aussage soll, die ich immer wieder von der Regierungsbank aus, vom Minister Plattner, vom Finanzminister und von anderen Regierungsmitgliedern, gehört habe – (Abg. Neudeck: Platter heißt der Herr Minister!) Platter; Entschuldigung, Herr Bundesminister! –: Wir haben diese Reduzierung deswegen vornehmen müssen, weil das Hochwasser gekommen ist und weil dadurch eben für die Hochwasseropfer so viel getan werden muss! (Abg. Neudeck: Von Ihnen ist das gesagt worden! – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Sie haben es da gesagt. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch gesagt!) Sie haben es hier gesagt. Platter hat es hier gesagt. Aber was stellen wir fest? – Es war gar nicht mehr möglich, 24 zu kaufen, sondern nur sechs. (Abg. Neudeck: Sechs? Sie sagen sechs? Wir kaufen 18!)
Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch gesagt!
Jetzt frage ich mich aber, was denn die folgende Aussage soll, die ich immer wieder von der Regierungsbank aus, vom Minister Plattner, vom Finanzminister und von anderen Regierungsmitgliedern, gehört habe – (Abg. Neudeck: Platter heißt der Herr Minister!) Platter; Entschuldigung, Herr Bundesminister! –: Wir haben diese Reduzierung deswegen vornehmen müssen, weil das Hochwasser gekommen ist und weil dadurch eben für die Hochwasseropfer so viel getan werden muss! (Abg. Neudeck: Von Ihnen ist das gesagt worden! – Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?) Sie haben es da gesagt. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch gesagt!) Sie haben es hier gesagt. Platter hat es hier gesagt. Aber was stellen wir fest? – Es war gar nicht mehr möglich, 24 zu kaufen, sondern nur sechs. (Abg. Neudeck: Sechs? Sie sagen sechs? Wir kaufen 18!)
Abg. Scheibner: Wieder nicht aufgepasst!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Einige abschließende Anmerkungen. Also Sportgroßveranstaltungen zu verknüpfen mit den Eurofightern, das ist tatsächlich blanker Unsinn. (Abg. Scheibner: Wieder nicht aufgepasst!) Vom fliegenden Gegenbeweis kann sich die Bevölkerung ja überzeugen. Es fliegen geleaste F15 im österreichischen Luftraum. Warum sollten ausgerechnet die Eurofighter notwendig sein zur Ausrichtung von Großveranstaltungen? Da können Sie zitieren, wen Sie wollen, der Beweis ist jederzeit einsehbar. (Abg. Neudeck: Eine Debatte mit Kräuter am Ende ist nicht auszuhalten!)
Abg. Scheibner: Vernünftigen Anregungen sind wir ja zugänglich!
Für das Wirtschaftstreuhandberufsgesetz gilt Ähnliches. Nachdem der Abänderungsantrag eingebracht wurde, den im Wesentlichen Kollege Matznetter formuliert hat – und er hat, das muss ich wirklich sagen, ein derart detailreiches Wissen, dass er offensichtlich sogar die Regierungsfraktionen überzeugt hat (Abg. Scheibner: Vernünftigen Anregungen sind wir ja zugänglich!) – und der wirklich sehr viel von dem behandelt und beinhaltet, was wir im Ausschuss auch diskutiert haben, glaube ich, dass es gut ist, auch dieses Gesetz gemeinsam zu beschließen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
In diesem Sinne darf ich Sie bitten: Sprechen Sie bei diesem Gesetz nicht von einer „Schande“, sondern helfen Sie mit, hier auch eine Regelung zu finden, die weniger Bürokratie für die Bauern bedeutet, wo die Bauern die Möglichkeit haben, ihren eigenen Wirtschaftsdünger einzusetzen, und nicht gezwungen werden, zusätzlich Handelsdünger zuzukaufen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 116
Abg. Scheibner: Das ist eine Grippewelle! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Als verhindert gemeldet sind heute die Abgeordneten Dr. Einem, Mag. Kuntzl, Mag. Muttonen, Mag. Posch, Rossmann, Wittauer und Mag. Trunk. (Abg. Scheibner: Das ist eine Grippewelle! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Nach Altersstufen gegliedert, bitte! – Heiterkeit der Abg. Lentsch.
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Vizekanzler! Die Bahntarife wurden seit dem Jahr 2000 sechs Mal erhöht. Wie haben sich im Lichte dieser Tatsache die Fahrgastzahlen der burgenländischen Pendlerinnen und Pendler entwickelt? (Abg. Scheibner: Nach Altersstufen gegliedert, bitte! – Heiterkeit der Abg. Lentsch.)
Abg. Scheibner: Danke für das Lob, Frau Kollegin!
Der bloße Gesetzestext, ohne Erläuterungen und ohne Kommentierungen, umfasst 118 Seiten. Das ist nicht irgendetwas, meine Damen und Herren, sondern das ist die umfassendste Reform, die es im Bereich des Fremdenrechts in den letzten Jahrzehnten gegeben hat. (Abg. Scheibner: Danke für das Lob, Frau Kollegin!) Das ist sozusagen der Schluss, den die zuerst schwarz-blaue und jetzt schwarz-orange Bundesregierung, die Schüssel-Haider-Regierung aus dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes: Bitte, korrigiert ein verfassungswidriges Asylgesetz!, gezogen hat, nämlich ein 118 Seiten dickes Fremdenrechtspaket, das nur so strotzt – ich sage es jetzt vorsichtig – vor bedenklichen Bestimmungen.
Abg. Scheibner: Warum ist das so?
Es wird hier eine Materie unter dem Titel „Asylmissbrauch“ geregelt. Ich möchte an dieser Stelle auch eine Begriffsklärung vornehmen. Was wird von dieser Regierung und leider auch von der SPÖ unter „Asylmissbrauch“ verstanden? – Die Tatsache, dass Menschen in Österreich einen Asylantrag stellen, jahrelang den Ausgang ihres Verfahrens hier in Österreich abwarten, und dann stellt sich am Ende dieses Verfahrens heraus, dass ihnen nicht Asyl zuerkannt wird. (Abg. Scheibner: Warum ist das so?) Denn die Anerkennungsquote jener, die bei uns einen Asylantrag stellen, beträgt nicht hundert Prozent. Und einer, der einen Asylantrag gestellt hat und bei dem sich dann herausstellt, dass bei ihm keine Fluchtgründe nach dem österreichischen Asylgesetz und nach der Genfer Flüchtlingskonvention vorliegen, weshalb er kein Asyl bekommt, hat dann das Asylrecht missbraucht. (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine verfahrensrechtliche Sache!
In der Regel sind der Radar und die Polizei Ihnen mit Ihren Argumenten immer voraus, und Sie werden die Strafe, die Ihnen auferlegt wurde, zahlen müssen. Niemand von Ihnen käme auf die Idee zu sagen: Ich bin ein Verfahrensrechtsmissbraucher, weil ich mir erlaube, einen Einspruch zu machen gegen eine Verwaltungsstrafe für einen Gesetzesverstoß, den ich begangen habe. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eine verfahrensrechtliche Sache!)
Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!
Menschen, die bis 1989 Auszeichnungen von der Republik bekommen haben, weil sie damals, als noch der Eiserne Vorhang bestanden hat, Fluchthelfer waren, macht dieses Gesetz heute zum Teil zu Schwerkriminellen, was den Strafrahmen betrifft. (Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!) Das ist der Geist, den diese Republik durch diese Bundesregierung verströmt (Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!) – leider mit Duldung der großen, angeblich antifaschistischen Oppositionspartei SPÖ! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!
Menschen, die bis 1989 Auszeichnungen von der Republik bekommen haben, weil sie damals, als noch der Eiserne Vorhang bestanden hat, Fluchthelfer waren, macht dieses Gesetz heute zum Teil zu Schwerkriminellen, was den Strafrahmen betrifft. (Abg. Scheibner: Das ist doch etwas ganz anderes, was Sie da vergleichen!) Das ist der Geist, den diese Republik durch diese Bundesregierung verströmt (Abg. Scheibner: So kann man die Wahrheit umdrehen!) – leider mit Duldung der großen, angeblich antifaschistischen Oppositionspartei SPÖ! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war ja auch nie bestritten!
Diese vier Prämissen waren die Verhandlungsgrundlage der SPÖ für dieses Gesetz, und wir haben keinen einzigen dieser vier Punkte verlassen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war ja auch nie bestritten!)
Abg. Scheibner: Das war auch gescheit!
Warum diskutieren wir diese Materie heute überhaupt? – Weil ÖVP-Minister Strasser ein Asylgesetz zu verantworten hatte, das vom Verfassungsgerichtshof in vielen sensiblen und wichtigen Punkten aufgehoben wurde, und weil der gleiche Minister sich entschlossen hatte, nicht die aufgehobenen Passagen zu reparieren, sondern ein neues Gesetz zu erarbeiten. (Abg. Scheibner: Das war auch gescheit!)
Abg. Scheibner: Das waren alles Sie?!
Das BKA, das Bundeskanzleramt, sein Verfassungsdienst, hat 50 Verfassungswidrigkeiten im Gesetz festgestellt oder zumindest Punkte, die verfassungsrechtlich bedenklich sind – jetzt sind sie draußen. (Abg. Scheibner: Das waren alles Sie?!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Abg. Scheibner: Das haben alles Sie herausverhandelt? Man muss Ihnen gratulieren!
Ich hätte nie einem Gesetz zugestimmt, das der Verfassung nicht entspricht. (Abg. Gaál: 50 Einwände!) Das ist kein Schielen sozusagen auf den Boulevard und die Meinungen der Menschen, aber ich fühle mich bestätigt, wenn 67 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sagen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen – Abg. Scheibner: Das haben alles Sie herausverhandelt? Man muss Ihnen gratulieren!), die Zustimmung der SPÖ zu diesem Bereich ist richtig. Wir haben guten Gewissens entschieden, wir stehen zu diesem Gesetz und stimmen daher auch zu. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Das haben wir ja weiter vor! – Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Der grüne Klub zeigt Ihnen jetzt deswegen noch einmal diese Bilder, weil sie ein ganz, ganz wichtiges Prinzip in Demokratien beschreiben, nämlich dass man Verfolgten Schutz gewährt – ein antifaschistisches Prinzip, übrigens das antifaschistische Prinzip. (Abg. Neudeck: Das haben wir ja weiter vor! – Zwischenrufe des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das stimmt ja nicht! Nicht einmal das stimmt! – Abg. Scheibner: Sie lesen das Gesetz nicht!
Frau Partik-Pablé, ein anderes Beispiel, das sich in diesem Gesetz findet. Ein anderes Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie sind eine bosnische Frau, Sie haben sexuelle Gewalt erlebt und müssen das in Österreich in erster Instanz alles nachweisen, alles vorbringen. Sie kommen in diesen Raum und wissen: Wenn ich es jetzt nicht sage, habe ich keine Chance mehr, Asyl zu bekommen. Sie sitzen drinnen, und Sie müssen dann einem Mann erklären, was Ihnen passiert ist. Sie haben kein Recht auf eine Frau als Dolmetscherin in Ihrer Sprache, die das übersetzt, was Ihnen passiert ist. Wie können Sie das vertreten? Können Sie sich in solche Frauen hineinversetzen? – Ich glaube nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber das stimmt ja nicht! Nicht einmal das stimmt! – Abg. Scheibner: Sie lesen das Gesetz nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal das Opfer von dem! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nehmen einen Vergewaltiger in Schutz!
Die Schutzklausel für Traumatisierte und Folteropfer. – Sie wissen, was mit diesen Menschen passiert, wenn sie in Schubhaft sind? Wie kann man jemanden, der Schreckliches erlebt hat, in eine Einzelzelle stecken, wenn er dann vielleicht in einen Hungerstreik tritt? Und das Beispiel, das Sie genannt haben, das Beispiel des Menschen, der sich mit einem Draht den Mund zunäht, wo Sie geradezu anklagend sagen: Wie kann jemand so etwas machen? Wie kann uns jemand so etwas antun, dass er den Rechtsstaat erpresst? Sie fragen sich nicht, warum ein Mensch sich selber so was antut, was einem solchen Menschen widerfahren sein muss, dass er zu solchen Mitteln greift, zu solchen verzweifelten Mitteln greift, dass er so etwas tut! Fragen Sie sich das nicht? Was haben Sie dort, wo andere Menschen Mitgefühl haben?! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal das Opfer von dem! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie nehmen einen Vergewaltiger in Schutz!)
Abg. Scheibner: Dass ihr das einmal merkt!
Hohes Haus! Wir haben verantwortungsbewusst gehandelt. Andere, Herr Professor Van der Bellen, vornehmlich die Grünen, haben sich von vornherein auf eine Rolle der Besserwisser und der unkonstruktiven Kritiker festgelegt. (Abg. Scheibner: Dass ihr das einmal merkt!) Das ist die Rolle, die Sie selbst gewählt haben – und Ihre Taferldemonstration hat das ja eigentlich bewiesen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Weil Sie vergessen haben, wie das zugegangen ist!) Sie hätten lieber in Kauf genommen, meine Damen und Herren, dass alles so geblieben wäre, wie es in diesem Regierungsentwurf vorgeschlagen war: mit all den Verfassungswidrigkeiten und den Verschärfungen. Das war für uns keine Lösung! (Beifall bei der SPÖ.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt hat er so angenehm geredet – und jetzt so ein Ende!
wider besseres Wissen behaupten, es habe sich wenig geändert, damit Ihr zerbröckelnder, chamäleon-artiger Koalitionspartner sein Gesicht nicht verliert. (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt hat er so angenehm geredet – und jetzt so ein Ende!)
Abg. Scheibner: ... erst durch den Bürgermeister Häupl in den letzten zwei Tagen! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Die SPÖ hat es sich nicht leicht gemacht – da werden Sie mir zustimmen –, und das konnte man ja in den Medien in den letzten Tagen sehr deutlich nachvollziehen. (Abg. Scheibner: ... erst durch den Bürgermeister Häupl in den letzten zwei Tagen! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn verhandelt: der Häupl oder der Darabos? – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen
Meine Damen und Herren! Schöne und pietätvolle Worte (Abg. Scheibner: Wer hat denn verhandelt: der Häupl oder der Darabos? – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) sind natürlich immer sympathisch. Wir haben uns aber dazu entschlossen, mitzugestalten, weil für uns das Schicksal der betroffenen Menschen wichtig ist und weil wir im Interesse der Bevölkerung unseres Landes handeln. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Stoisits: Sie haben ... Vertreter ...! – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, könnten Sie nicht einmal für Ruhe sorgen?
Sie haben sehr anschaulich geschildert, den Fall von „Anton“ und „Ali“, nur haben Sie vergessen, zu erwähnen, dass „Ali“ nur dann wieder in seine Heimat zurückgeschoben werden kann, wenn er eine Straftat begangen hat (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Habe ich gesagt!) und zu einer unbedingte Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren verurteilt wurde. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist ein Österreicher! Der ist noch nie woanders gewesen!) – Das ist kein Österreicher! (Abg. Mag. Stoisits: Sie haben ... Vertreter ...! – Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, könnten Sie nicht einmal für Ruhe sorgen?)
Abg. Scheibner: „Schwarz-Rot“?
Leider gibt es aber Bereiche, wo Schwarz-Rot nicht bereit war, mit uns zu reden. (Abg. Scheibner: „Schwarz-Rot“?) Das trifft vor allem auf die Integrationsvereinbarung zu, die sogar noch verschärft wurde. Wir werden dieser Integrationsvereinbarung daher nicht zustimmen, da wir dieses Konzept für falsch halten. Wir stellen daher auch ein Verlangen auf getrennte Abstimmung zu diesen Paragraphen. Ich möchte diese Ablehnung kurz begründen.
Abg. Scheibner: Wie führt Wien das vor? Gar nicht!
Die SPÖ war immer schon gegen die bestehende Integrationsvereinbarung, weil wir nicht glauben, dass Zwang und Angstmache der richtige Weg zur Integration sind. Es ist für uns selbstverständlich, dass Migrantinnen und Migranten Deutsch lernen sollen; das haben wir auch immer betont. Aber es ist notwendig, dass das gemeinsam mit ihnen geschieht, und Wien führt in ausgezeichneter Weise vor, wie das geschehen soll. (Abg. Scheibner: Wie führt Wien das vor? Gar nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! – Abg. Miedl: So etwas von unwahr!
Wir haben das Problem, dass wir unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben. Was tut die Regierung mit diesen Minderjährigen, mit zum Teil Kindern? – Sie steckt sie in Schubhaft! Das ist die menschliche, die humane, die christlich-soziale Art, mit Kindern umzugehen, sie einzusperren wie in einem Gefängnis?! (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ellmauer: Völlig falsch! – Abg. Miedl: So etwas von unwahr!)
Abg. Scheibner: Und in Wien wird die Prostitution dann anerkannt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Für mich ist es nämlich nicht nachvollziehbar, wenn ich mir diesen Schlepperbericht des BMI ansehe (der Redner hält eine Broschüre mit dem Titel „Organisierte Schlepperkriminalität“ in die Höhe) und darin lese, was hier passiert und wie organisierte Kriminalität das Asylrecht in Österreich missbraucht, insbesondere im Bereich der Frauen, die aus Nigeria nach Österreich geschleppt werden und dann wiederum als Prostituierte am Straßenstrich in Graz und in Wien arbeiten. (Abg. Scheibner: Und in Wien wird die Prostitution dann anerkannt!)
Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!
Das trifft zu ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) – Hören Sie mir doch zu! Sie waren schon am Wort, warum lassen Sie jetzt nicht mich reden? (Abg. Scheibner: Unhöflich! Sehr unhöflich! Keine Manieren!) Sie können sich ja noch einmal zu Wort melden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Puswald.) Das trifft auf den ... (Abg. Dr. Puswald – nicht von seinem Sitzplatz aus –: ... Realitätsverweigerung!)
Abg. Dr. Wittmann: Vom Seipel kannst du noch etwas lernen! – Abg. Scheibner: Von dir nicht!
Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Präsident des Rechnungshofes! Zwischen dem Rechnungshofbericht und dem Jahresbericht des Museums spielt sich die Wirklichkeit ab. Ich möchte jetzt nicht in die große Verherrlichung des Generaldirektors Seipel einstimmen. Natürlich ist es ... (Abg. Dr. Wittmann: Vom Seipel kannst du noch etwas lernen! – Abg. Scheibner: Von dir nicht!) – Kollege Wittmann, ich beginne erst dann nachzudenken, wenn ich von dir etwas lernen kann. (Heiterkeit und Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Applaus, bitte! – Beifall bei der SPÖ.
Seipel ist als Generaldirektor nicht tragbar, so viel steht fest! (Abg. Scheibner: Applaus, bitte! – Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da sind Sie aber dann auch mitgefahren!
Ich sehe keine Erklärung dafür, wenn die Bundesregierung jemanden, der so wirtschaftet, und zwar mit Steuergeldern wirtschaftet, in dieser Spitzenposition belässt. Auf der Suche nach möglichen Gründen bin ich auf einen Eintrag im Gästebuch der „MS Mariandl“ gestoßen (Abg. Scheibner: Da sind Sie aber dann auch mitgefahren!) – die „MS Mariandl“ ist ein exklusives Schiff, das man für diverse Feierlichkeiten auf der Donau buchen kann. Eine solche Feierlichkeit war im vergangenen Jahr die Geburtstagsfeier von Herrn Generaldirektor Seipel. Sein Eintrag im Gästebuch lautet: Eine Geburtstagsfahrt mit lieben Freunden. – Eine „liebe Freundin“ war dabei: die für die Museen zuständige Bildungs- und Kulturministerin Elisabeth Gehrer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich sehe keine Erklärung dafür, wenn die Bundesregierung jemanden, der so wirtschaftet, und zwar mit Steuergeldern wirtschaftet, in dieser Spitzenposition belässt. Auf der Suche nach möglichen Gründen bin ich auf einen Eintrag im Gästebuch der „MS Mariandl“ gestoßen (Abg. Scheibner: Da sind Sie aber dann auch mitgefahren!) – die „MS Mariandl“ ist ein exklusives Schiff, das man für diverse Feierlichkeiten auf der Donau buchen kann. Eine solche Feierlichkeit war im vergangenen Jahr die Geburtstagsfeier von Herrn Generaldirektor Seipel. Sein Eintrag im Gästebuch lautet: Eine Geburtstagsfahrt mit lieben Freunden. – Eine „liebe Freundin“ war dabei: die für die Museen zuständige Bildungs- und Kulturministerin Elisabeth Gehrer! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Abg. Neudeck: Mit wem haben Sie gefeiert auf dem Schiff? – Abg. Scheibner: Vielleicht weiß das der Herr Präsident!
haben (Abg. Scheibner: Was haben Sie auf der „Mariandl“ gemacht? – Abg. Neudeck: Mit wem haben Sie gefeiert auf dem Schiff? – Abg. Scheibner: Vielleicht weiß das der Herr Präsident!), feiern Mitglieder der Bundesregierung mit dem Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums luxuriöse Feiern. So wurde auch Herr Staatssekretär Morak von Seipel im Oktober zu einem aufwendigen Geburtstagsfest eingeladen, bei dem ihm auch noch – gut aufgepasst! – ein Geschenk in der Höhe von 5 700 € überreicht wurde, finanziert aus Steuergeldern! Super, was? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wiener Neustadt!
Mit zwei Augen sieht er keinen Beleg, genauso gut sehen vier Augen keinen Beleg. Also, liebe Freunde, das ist doch eine unglaubliche Vorgangsweise und eine Misswirtschaft, die ihresgleichen sucht. (Abg. Scheibner: Wiener Neustadt!)
Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nicht staatsmännisch!
Ich muss schon sagen, ich halte das für unerträglich. Ich hätte mir gewünscht, dass wir hier eine staatsmännische, angemessene Lösung – gerade im Gedenkjahr – finden (Abg. Scheibner: Sie sind überhaupt nicht staatsmännisch!), aber nicht so eine scheinheilige, völlig verwaschene und letztlich die Deserteure, um die es eigentlich gegangen ist, auf die Seite schiebende Scheinlösung.
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Puswald –: Setz dich auf deinen Platz, sonst kriegst du gleich wieder einen Ordnungsruf! Wir können nichts dafür, dass du so weit hinten sitzt!
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, in denen das sozusagen ein Standard-Ordnungsruf in diesem Hause war – und das bei weniger belasteten Debatten (Abg. Dr. Puswald – auf einem Platz in der zweiten Bankreihe sitzend –: Das war vor Jörg Haider wahrscheinlich!) und bei Debatten, Herr Kollege, die im Thema fortgeführt worden sind. (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Dr. Puswald –: Setz dich auf deinen Platz, sonst kriegst du gleich wieder einen Ordnungsruf! Wir können nichts dafür, dass du so weit hinten sitzt!)
Abg. Scheibner: Aber sie hält sie nicht ein!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Stoisits zu Wort gemeldet. – Frau Abgeordnete, Sie kennen die Bestimmungen (Abg. Scheibner: Aber sie hält sie nicht ein!): 2 Minuten; zunächst den zu berichtigenden, dann den berichtigten Sachverhalt. – Bitte.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Das geht so nicht! – Ich habe gewusst, dass Sie die Bestimmungen zwar kennen, aber nicht einhalten!
heißt, widmet. (Abg. Steibl: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung, das ist ein Redebeitrag!) Und deshalb bitte ich Sie, die akademische Sorgfalt auch zu ehren! – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner – zu der auf ihren Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Mag. Stoisits –: Das geht so nicht! – Ich habe gewusst, dass Sie die Bestimmungen zwar kennen, aber nicht einhalten!)
Abg. Scheibner: Sie greifen ja heute ganz schön in die Demagogen-Kiste!
Ich nehme zur Kenntnis, dass Ministerin Miklautsch, seitdem sie ein neues Amt bei einer rechten Partei innehat, ihre Ansichten schön kleinweise verändert und das liberale Deckmäntelchen ziemlich bröckelt. (Abg. Scheibner: Sie greifen ja heute ganz schön in die Demagogen-Kiste!) Also: Warum nennen Sie diese Gruppe nicht einfach beim Namen?
Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?
Zum einen geht es Ihnen nicht um alle Frauen, die in der Zeit nach dem Krieg am Wiederaufbau gearbeitet haben, sondern es geht Ihnen nur um die Mütter. Das halte ich schon für sehr bedenklich, dass eine Frau in dieser Zeit ein Kind geboren haben muss. (Abg. Scheibner: Die besonders belastet war!) Eine Frau, die kein Kind haben wollte oder konnte und wahrscheinlich trotzdem mitgeholfen und mitgearbeitet hat (Abg. Dr. Partik-Pablé: Aber die haben schon Besonderes geleistet!), bekommt das nicht (Abg. Scheibner: Die besondere Belastung hatten sie!), sondern nur diejenigen, die ein Kind geboren haben. Dann hätten Sie es doch wenigstens das „Trümmermüttergesetz“ genannt. Das wäre eine Möglichkeit gewesen (Abg. Scheibner: Hätten Sie dann zugestimmt?), dass die anderen Tausenden von Frauen, die keine Kinder hatten, keine wollten oder keine bekommen konnten, oder deren Männer vielleicht noch in Kriegsgefangenschaft waren oder wie auch immer, diese Anerkennungszahlung auch hätten bekommen können.
Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung! Sie sind hinter dem letzten Stand!
„Als Anerkennung für ihre besonderen Leistungen beim Wiederaufbau der Republik Österreich kann“ – also wirklich: kann! – „Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind, vor dem 1. Jänner 1951 mindestens ein Kind in Österreich zur Welt gebracht oder ein vor diesem Zeitpunkt geborenes Kind in Österreich erzogen haben (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) und österreichische Staatsbürgerinnen sind (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung! Sie sind hinter dem letzten Stand!), nach Maßgabe der vorhandenen Mittel eine einmalige Zuwendung gewährt werden, wenn sie oder ihre Ehegatten eine Ausgleichszulage aus der gesetzlichen Sozialversicherung, eine einkommensabhängige Leistung nach dem Opferfürsorgegesetz ... oder dem Kriegsopferversorgungsgesetz ..., eine Dauerleistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach einem der Sozialhilfegesetze der Bundesländer ... beziehen.“ (Abg. Steibl: Was haben wir jetzt? Eine Lesestunde? Oder wie ist das?)
Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!
Meine Damen und Herren! Was heißt dieser § 1? – Er ist auf drei Kriterien aufgebaut (Abg. Scheibner: Sie haben die alte Fassung, Herr Kollege!): zwei Stichtagsregelungen und ein anderes Kriterium. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Stichtagsregelung eins: nur Frauen, die vor dem 1. Jänner 1931 geboren sind. (Abg. Steibl: Ist ja falsch!) Das ist die erste Stichtagsregelung, meine Damen und Herren, und diese Stichtagsregelung ... (Abg. Steibl: Haben Sie nicht zugehört?) – Hören Sie zu, Kollegin Steibl, dann werden Sie merken, worauf ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen!)
Abg. Scheibner: Deshalb gibt es einen Abänderungsantrag! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!
Diese Stichtagsregelung haben wir im Familienausschuss heftigst kritisiert und Ihnen erklärt, dass sehr, sehr viele Frauen auf Grund diese Stichtagsregelung diese Zuwendungen nicht bekommen werden. (Abg. Scheibner: Deshalb gibt es einen Abänderungsantrag! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!) Wir glauben, dass Sie diese Kritik, die wir im Familienausschuss eingebracht haben, zur Kenntnis genommen haben, diese Kritik aufgenommen und deshalb heute hier diesen Abänderungsantrag zu dieser ersten Stichtagsregelung gestellt haben. (Abg. Scheibner: Dafür brauchen Sie so lange?) Das ist gut so, Sie haben unsere Kritik angenommen.
Abg. Scheibner: Dafür brauchen Sie so lange?
Diese Stichtagsregelung haben wir im Familienausschuss heftigst kritisiert und Ihnen erklärt, dass sehr, sehr viele Frauen auf Grund diese Stichtagsregelung diese Zuwendungen nicht bekommen werden. (Abg. Scheibner: Deshalb gibt es einen Abänderungsantrag! – Ruf bei der SPÖ: Zuhören!) Wir glauben, dass Sie diese Kritik, die wir im Familienausschuss eingebracht haben, zur Kenntnis genommen haben, diese Kritik aufgenommen und deshalb heute hier diesen Abänderungsantrag zu dieser ersten Stichtagsregelung gestellt haben. (Abg. Scheibner: Dafür brauchen Sie so lange?) Das ist gut so, Sie haben unsere Kritik angenommen.
Abg. Scheibner: Genau!
Ich verstehe auch nicht, wieso Sie das jetzt alles so negativ darstellen, als Almosen-Politik hinstellen wollen. Sie hätten jahrelang unter der Leitung von SPÖ-Bundeskanzlern irgendetwas in diese Richtung tun können. Sie haben es nicht getan. (Abg. Scheibner: Genau!) 15 Millionen € zusätzlich für Frauen in dem Bereich – Sie haben nichts getan, und jetzt stellen Sie sich hierher und kritisieren unsere Arbeit. Ich verstehe das nicht ganz. Ich denke, dass wir hiemit eine ganz wichtige Maßnahme setzen.
Abg. Scheibner: Wer ist denn damals hier gesessen?
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Frau Präsidentin! Werte Ministerinnen! Meine Damen und Herren! Ja, Herr Kollege Prinz, Österreich hat viel geleistet, aber auch sehr viel Schuld auf sich geladen. Das dunkelste Kapitel in der Geschichte unseres Landes wurde nur zu oft verdrängt und mangelhaft aufgearbeitet. Besonders diejenigen, denen unser Land am meisten verdankt, sind in der Geschichtsbetrachtung nur zu oft im Schatten gestanden. (Abg. Scheibner: Wer ist denn damals hier gesessen?) Ich meine damit vor allem jene, Herr Kollege Scheibner, die sich aktiv gegen das Unrechtsregime des Nationalsozialismus gestellt und damit ihr Leben riskiert oder gar verloren haben.
Beifall des Abg. Scheibner.
Fünfter Punkt: Genehmigungsboom Ökostrom. Es ist eine Verlängerung der Frist für die verpflichtende erstmalige Einspeisung von Ökostrom aus bereits genehmigten Anlagen um eineinhalb Jahre auf den 31. Dezember 2007 vorgesehen – 3 000 zusätzliche Dauerarbeitsplätze. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien! Landessache, lieber Freund!
Abgeordneter Kurt Eder (fortsetzend): Daneben waren die Plakate „Einfach ehrlich, einfach Jörg“. An all das können wir uns noch gut erinnern. Fünf Jahre später: Mieten so hoch wie noch nie, Wohnungen fehlen, Energiepreise so hoch wie noch nie. (Abg. Bucher: Nein! Sonst wäre er ja nicht gewählt worden!) – Das sind Ihre Wahlversprechen, und die hat die Bevölkerung durchschaut. Es ist nichts übriggeblieben von dem, was Sie den Leuten versprochen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In Wien! Landessache, lieber Freund!)
Sitzung Nr. 117
Ruf bei der ÖVP: Bitte nicht! – Abg. Scheibner: Nicht nur, aber auch!
Ich sage dazu nur: Es wäre falsch, die Feinde des freien Hochschulzuganges nur beim Europäischen Gerichtshof zu suchen (Ruf bei der ÖVP: Bitte nicht! – Abg. Scheibner: Nicht nur, aber auch!), denn Sie als Regierungsparteien haben fünf Jahre lang unsere Universitäten zunächst einmal ausgehungert (Abg. Dr. Brinek: Geh bitte!), sodass sich zehn Studenten um einen Laborplatz und 100 um einen Platz in einem Hörsaal für 50 Leute raufen müssen. Sie haben rund 30 Millionen hinausgeschmissen, um die medizinischen Fakultäten zu eigenen Universitäten zu machen – ein reines Prestige-Projekt! –, Geld, das wir gerne für die Lehre eingesetzt hätten. Und der Bundeskanzler hat es verabsäumt, rechtzeitig, nämlich wirklich schon Jahre vorher, für Möglichkeiten vorzusorgen, hier eine politische Lösung zu finden.
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!
Wenn die Schüler ihre Schulzeit beendet haben, ist der Weg nach der Matura dann frei für die Universität, und ich gehe hier schon auch auf die aktuelle Diskussion ein, wenn wir über die Universitäten sprechen. Der Grund, warum wir heute und hier auch darüber reden müssen, ist ja, dass die EU ein Urteil abgegeben hat, das eben besagt (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!), dass das Gesetz, so wie es derzeit ist, wo für ausländische, vor allem deutsche Studierende andere Anforderungen gelten, aufgehoben ist. Niemand von uns wünscht sich einen Numerus clausus in Österreich, niemand von uns wünscht sich Zugangsbeschränkungen wie in Deutschland! Deshalb liegt es jetzt an uns, hier ein Gesetz zu beschließen, das es ermöglicht, den freien Hochschulzugang weiterhin aufrechtzuerhalten (Abg. Dr. Van der Bellen: Das tun Sie aber nicht!), das es ermöglicht, den Ansturm der ausländischen Studierenden bei uns in Österreich zu beschränken. Darum geht es ja: dass wir in diesem Spannungsfeld eine gute Lösung finden. (Beifall bei den Freiheitlichen sowie des Abg. Prinz.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ja was ist denn da los? Wovor fürchten Sie sich denn?
Grotesk ist – und das lassen Sie mich hier bitte auch sagen –, dass die SPÖ ihr Abstimmungsverhalten nach dem Abstimmungsverhalten der Grünen ausrichtet! Das ist für mich ja ganz unfassbar, dass eine Fraktion nicht selbst entscheiden kann: Stimme ich zu oder nicht?, sondern sagt: Ich stimme nur zu, wenn die Grünen zustimmen! (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ja was ist denn da los? Wovor fürchten Sie sich denn?) – Sie sind hier in einer Oppositionskoalition und übersehen, dass es hier keine Einstimmigkeit braucht. Die Einstimmigkeit braucht es auf der Regierungsbank in einer Koalition – aber nicht in einer Oppositionskoalition, in der Sie sich anscheinend befinden. Ihr Verhandlungsführer, Kollege Broukal, sagt, es wird nur zugestimmt, wenn es zu einem gemeinsamen Beschluss mit den Grünen kommt (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sind Sie keine eigenständige Partei, oder was? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Am Gängelband der Grünen!), und das ist in meinen Augen ein Abgeben Ihrer Verantwortung in diesem Bereich. Gute Nacht, Universität! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sind Sie keine eigenständige Partei, oder was? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Am Gängelband der Grünen!
Grotesk ist – und das lassen Sie mich hier bitte auch sagen –, dass die SPÖ ihr Abstimmungsverhalten nach dem Abstimmungsverhalten der Grünen ausrichtet! Das ist für mich ja ganz unfassbar, dass eine Fraktion nicht selbst entscheiden kann: Stimme ich zu oder nicht?, sondern sagt: Ich stimme nur zu, wenn die Grünen zustimmen! (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Ja was ist denn da los? Wovor fürchten Sie sich denn?) – Sie sind hier in einer Oppositionskoalition und übersehen, dass es hier keine Einstimmigkeit braucht. Die Einstimmigkeit braucht es auf der Regierungsbank in einer Koalition – aber nicht in einer Oppositionskoalition, in der Sie sich anscheinend befinden. Ihr Verhandlungsführer, Kollege Broukal, sagt, es wird nur zugestimmt, wenn es zu einem gemeinsamen Beschluss mit den Grünen kommt (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sind Sie keine eigenständige Partei, oder was? – Abg. Dr. Partik-Pablé: Am Gängelband der Grünen!), und das ist in meinen Augen ein Abgeben Ihrer Verantwortung in diesem Bereich. Gute Nacht, Universität! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber, Herr Präsident, wenn einer anfängt, können die anderen replizieren!
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Es ist genau das eingetreten, was eigentlich nicht vorgesehen ist: Wir diskutieren jetzt nicht das Schulpaket, sondern wir diskutieren den nächsten Tagesordnungspunkt. (Abg. Scheibner: Aber, Herr Präsident, wenn einer anfängt, können die anderen replizieren!) – Ich habe es beim Abge-
Abg. Scheibner: Eben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Präsident, aber es war ja nicht sehr wesentlich!
ordneten Niederwieser zugelassen – okay, so ist es. (Abg. Scheibner: Eben! – Abg. Dr. Jarolim: Herr Präsident, aber es war ja nicht sehr wesentlich!)
Abg. Scheibner: Den Lehrern oder den Schülern?
Heute ist auch in den westlichen Bundesländern der letzte Schultag. 750 000 Schüler und Schülerinnen treten ihre wohlverdienten Ferien an. Insgesamt haben jetzt 1,2 Millionen Schüler und Schülerinnen Ferien. Ich wünsche ihnen eine gute Erholung (Abg. Scheibner: Den Lehrern oder den Schülern?) und freue mich, dass es heuer weniger Repetenten gibt als im letzten Jahr. – Ich wünsche auch den Schülern eine gute Erholung. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Also bitte, fangen Sie nicht mit dem schon wieder an!
Sie hätten die Möglichkeit, eine gute Tagesbetreuung auf die Füße zu stellen. Sagen Sie nicht, Sie hätten nicht das Geld dafür! Sie haben das Geld für – ich will Sie nicht schon wieder zitieren, aber – diese wirklich nutzlosen Abfangjäger! (Abg. Scheibner: Also bitte, fangen Sie nicht mit dem schon wieder an!) Sie haben das Geld für eine Steuerreform gehabt, die massiv den großen Unternehmen zugute gekommen ist. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Bitte!
Abgeordnete Michaela Sburny (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär Schweitzer! Ich bin ja nicht ganz sicher, ob es bei Ihrem Verständnis von Schule und Bildung überhaupt Sinn macht, darüber zu diskutieren. (Abg. Scheibner: Bitte!) Aber ich versuche es noch einmal. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Skandalös! – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Also bitte! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Wo denn?
In diesem Zusammenhang wäre es auch interessant, zu sehen, wofür Sie Geld ausgeben. Ihnen ist das wahrscheinlich bekannt, Herr Staatssekretär, den anderen vielleicht nicht so. (Die Rednerin hält ein Schriftstück in die Höhe.) Das ist nämlich keine BZÖ-Werbung, wie man annehmen könnte, sondern eine Werbung des Herrn Staatssekretärs Schweitzer (Staatssekretär Mag. Schweitzer: Kommen Sie hin, am Montag!): „Zukunft Bewegtes Österreich“ mit BZÖ-Aufmachung. (Abg. Scheibner: Also bitte! – Staatssekretär Mag. Schweitzer: Wo denn?)
Abg. Scheibner: Fragen Sie das in der Bank, weil die Redezeit ist aus!
Dazu kommt noch ein Spezifikum, das man nicht unerwähnt lassen soll und das die Frau Ministerin zugegeben hat: Dass nämlich dort, wo sich Gemeinden und Schulen darum bemüht haben, diese Nachmittagsbetreuung bisher schon zur Verfügung zu stellen – wie das zum Beispiel in meiner Gemeinde Langenlois nach langjährigem Kampf (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) geschehen ist –, von Bundesseite nichts bezahlt wird. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Es wird nur dann bezahlt, wenn die Nachmittagsbetreuung neu eingeführt wird. Ich frage Sie (Abg. Scheibner: Fragen Sie das in der Bank, weil die Redezeit ist aus!): Soll man das dort wieder auflösen, damit man dann neu beginnen kann und das finanziert wird? (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner – auf die Tafel am Boden weisend –: Jetzt ist es umgefallen!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! (Abg. Scheibner – auf die Tafel am Boden weisend –: Jetzt ist es umgefallen!) – Mein Taferl ist umgefallen? – Danke schön. (Abg. Scheibner: Man hätte vielleicht dem Kollegen Neugebauer mehr Redezeit geben sollen!)
Abg. Scheibner: Man hätte vielleicht dem Kollegen Neugebauer mehr Redezeit geben sollen!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! (Abg. Scheibner – auf die Tafel am Boden weisend –: Jetzt ist es umgefallen!) – Mein Taferl ist umgefallen? – Danke schön. (Abg. Scheibner: Man hätte vielleicht dem Kollegen Neugebauer mehr Redezeit geben sollen!)
Abg. Scheibner: Wer war das jetzt? Das wollen wir schon wissen!
Herr Kollege Werner Amon von der ÖVP! Sie haben gemeint, Sie hätten das Wort nicht erwähnt – das stimmt. Das waren nicht Sie, aber Rednerinnen und Redner von der Regierungskoalition waren es. Sie haben gemeint, es sei alles okay. (Abg. Scheibner: Wer war das jetzt? Das wollen wir schon wissen!) Es gibt zwar diese komische PISA-Studie, aber das sei nur eine aktuelle Momentaufnahme, die sich nur auf einen einzigen Tag beziehe, das müsse man nicht – sinngemäß gemeint – weiter ernst nehmen.
Abg. Scheibner: Im Zweifelsfall Sie!
Das Problem mit der Betreuung von Schulkindern gibt es nicht nur jetzt in den Ferien, das gibt es im ganzen Land immer wieder am Nachmittag. Daher ist diese von Ihnen so genannte Tagesbetreuung – ich nenne es die Nachmittagsbetreuung – heute auch ein Thema. Sie haben in diesem Zusammenhang einen ganz merkwürdigen Begriff verwendet und einen Unterschied zwischen freiwilliger und verpflichtender Betreuung gemacht. Sie sind für eine freiwillige Nachmittagsbetreuung im Unterschied zur verpflichtenden. Ich weiß nicht, ob Sie etwas falsch verstanden haben oder ich. (Abg. Scheibner: Im Zweifelsfall Sie!) Ich meine jedenfalls nicht, dass die Gemeinden freiwillig eine Nachmittagsbetreuung anbieten sollen, sondern ich bin der Meinung, dass die Gemeinden und die Schulen verpflichtend, und zwar mit einem Rechtsanspruch für die Eltern, eine Nachmittagsbetreuung offerieren sollen und dass Sie sie seitens des Bundes entsprechend zu unterstützen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das geht nicht! Das muss ganz exakt sein!
Fest steht für uns Frau Bundesministerin – ich komme zum Schluss –: Die Schule ist dem Diktat des Geldes und dem Diktat unseres Finanzministers unterworfen. (Abg. Scheibner: Das geht nicht! Das muss ganz exakt sein!)
Abg. Scheibner: „Verleumderisch“, bitte, das ist ungeheuerlich! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Amon hat in seinen einleitenden Bemerkungen zur Unterrichtsdebatte gegenüber einigen Abgeordneten der SPÖ von den „kranken Abgeordneten der SPÖ“ in verleumderischer (Abg. Scheibner: „Verleumderisch“, bitte, das ist ungeheuerlich! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), in verleumderischer und unrichtiger (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen) und tatsachenwidriger Weise ...
Abg. Scheibner: Für „verleumderisch“ einen Ordnungsruf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Sie haben mit einem zu berichtigenden Sachverhalt zu beginnen! Keine Interpretation! (Abg. Scheibner: Für „verleumderisch“ einen Ordnungsruf!) Und dann haben Sie den berichtigten Sachverhalt zu bringen. – Bitte.
Abg. Scheibner: Da muss doch ein Ordnungsruf her! – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich berichtige daher tatsächlich: Diese Behauptung ist unwahr! Die von Herrn Abgeordnetem Amon in denunzierender Weise apostrophierten Abgeordneten ... (Abg. Scheibner: Da muss doch ein Ordnungsruf her! – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ah so? Weil Sie im MuseumsQuartier waren? – Abg. Mag. Molterer: Das war jetzt „professionell“! Schlechtes Gewissen, im Protokoll niedergeschrieben!
Abgeordneter Mag. Walter Posch (fortsetzend): Die solcherart bezeichneten Abgeordneten der SPÖ waren nicht krank, sondern waren völlig korrekt gemäß den Bestimmungen der Geschäftsordnung als verhindert gemeldet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ah so? Weil Sie im MuseumsQuartier waren? – Abg. Mag. Molterer: Das war jetzt „professionell“! Schlechtes Gewissen, im Protokoll niedergeschrieben!)
Abg. Scheibner: Das können Sie jetzt nicht sagen, wie viele das sein werden!
Ein Rektorat, das sich an diese Bestimmungen hält und sagt: Okay, bisher haben wir 1 000 gehabt, wir haben auch nach dem Kommen der bundesdeutschen Studierenden 1 000, erfüllt diesen Auftrag. (Abg. Mag. Donnerbauer: Mindestens!) Sie haben jetzt mindestens 1 000, und sie haben dann auch 1 000. Und wo sind jetzt die Kollegen aus Deutschland? Die sind null, oder wie? (Abg. Scheibner: Das können Sie jetzt nicht sagen, wie viele das sein werden!) Sie rechnen ja damit! Wir alle müssen damit rechnen, dass es mehr sein werden als null. Von den 1 000 sind es dann eben 900 Österreicher – Hausnummer – und 100 Bundesdeutsche. Hätten Sie das verhindern können? Sicher hätten Sie das verhindern können, wenn Sie gewollt hätten! Dass das mehr Geld kostet, das muss einem klar sein. Das haben Sie sich jedoch geweigert zu tun. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber Sie regen sich immer auf, dass die Staatssekretäre nichts zu tun haben!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär – danke für Ihre Anwesenheit! Dass Sie wieder einmal den Minister vertreten, ist ja schon die Norm und nicht die Ausnahme. (Abg. Scheibner: Aber Sie regen sich immer auf, dass die Staatssekretäre nichts zu tun haben!) – Ja, das steht in der Verfassung (Abg. Scheibner: Sie sagen immer, die Staatssekretäre tun nichts!), aber es hat ja auch einen gewissen politischen Signalcharakter, wenn Herr Minister Gorbach maximal zu den Fragestunden im Parlament erscheint, als Vizekanzler ab und zu auf der Regierungsbank sitzt, sonst aber im Ausschuss durch Abwesenheit glänzt, bei den Spezialdebatten durch Abwesenheit glänzt (Beifall bei den Grünen – Abg. Lentsch: Wo ist der Van der Bellen?) und seine Zeit wahrscheinlich im Ausland verbringt oder das Management des BZÖ in Gang zu setzen versucht – ich weiß es nicht. (Abg. Neudeck: Frau Kollegin, haben Sie zum Thema auch was zu sagen? – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist zuständig für diesen Bereich!)
Abg. Scheibner: Sie sagen immer, die Staatssekretäre tun nichts!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär – danke für Ihre Anwesenheit! Dass Sie wieder einmal den Minister vertreten, ist ja schon die Norm und nicht die Ausnahme. (Abg. Scheibner: Aber Sie regen sich immer auf, dass die Staatssekretäre nichts zu tun haben!) – Ja, das steht in der Verfassung (Abg. Scheibner: Sie sagen immer, die Staatssekretäre tun nichts!), aber es hat ja auch einen gewissen politischen Signalcharakter, wenn Herr Minister Gorbach maximal zu den Fragestunden im Parlament erscheint, als Vizekanzler ab und zu auf der Regierungsbank sitzt, sonst aber im Ausschuss durch Abwesenheit glänzt, bei den Spezialdebatten durch Abwesenheit glänzt (Beifall bei den Grünen – Abg. Lentsch: Wo ist der Van der Bellen?) und seine Zeit wahrscheinlich im Ausland verbringt oder das Management des BZÖ in Gang zu setzen versucht – ich weiß es nicht. (Abg. Neudeck: Frau Kollegin, haben Sie zum Thema auch was zu sagen? – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist zuständig für diesen Bereich!)
Abg. Neudeck: Frau Kollegin, haben Sie zum Thema auch was zu sagen? – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist zuständig für diesen Bereich!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär – danke für Ihre Anwesenheit! Dass Sie wieder einmal den Minister vertreten, ist ja schon die Norm und nicht die Ausnahme. (Abg. Scheibner: Aber Sie regen sich immer auf, dass die Staatssekretäre nichts zu tun haben!) – Ja, das steht in der Verfassung (Abg. Scheibner: Sie sagen immer, die Staatssekretäre tun nichts!), aber es hat ja auch einen gewissen politischen Signalcharakter, wenn Herr Minister Gorbach maximal zu den Fragestunden im Parlament erscheint, als Vizekanzler ab und zu auf der Regierungsbank sitzt, sonst aber im Ausschuss durch Abwesenheit glänzt, bei den Spezialdebatten durch Abwesenheit glänzt (Beifall bei den Grünen – Abg. Lentsch: Wo ist der Van der Bellen?) und seine Zeit wahrscheinlich im Ausland verbringt oder das Management des BZÖ in Gang zu setzen versucht – ich weiß es nicht. (Abg. Neudeck: Frau Kollegin, haben Sie zum Thema auch was zu sagen? – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist zuständig für diesen Bereich!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Kollege! Nach Scheifling in Richtung Süden gibt es aber nur eine Landesstraße B, und das noch dazu bei einem Nadelöhr über den Perchauer Sattel. Danach geht es in Kärnten wieder etwas besser ausgebaut ab Dürnstein beziehungsweise Friesach weiter bis Klagenfurt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Die Familienzusammenführung!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir werden diesem Antrag der Kollegin Bleckmann und des Kollegen Grillitsch zustimmen, weil es uns wirklich darum geht, für die Bevölkerung etwas zu erreichen. Nur: Mit einem bisschen ... (Abg. Scheibner: Die Familienzusammenführung!) Auch das, Kollege Scheibner! Wir sind da wirklich offen, weil wir es genau in diesem Bereich, lieber Kollege Grillitsch, nicht mehr ertragen, dass wir ein Nadelöhr in Scheifling haben und dass diese Strecke als Ausweichstrecke für
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich darf aber nicht unerwähnt lassen, dass diese Strecke ein Referenzmodell ist. Das heißt, dass die Erfahrungen, die man nun erstmals mit dieser umweltstrategischen Verkehrsprüfung macht, Auswirkungen auf die weitere Anwendungsweise der strategischen Verkehrsprüfung haben werden. So gesehen hoffe ich, dass in Zukunft besonderes Augenmerk auf diese Strecke gelegt wird, damit wir als die unter anderem Betroffenen auf einer sichereren Strecke fahren können. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner – hinter seinem Platz stehend –: Darf man nicht mehr stehen?
Bevor ich dem ersten Redner das Wort erteile, bitte ich die Abgeordneten, die Sicht auf das Plenum freizumachen. Das betrifft auch Zweite Präsidentinnen, Klubobleute, stellvertretende Klubobleute. (Abg. Mag. Prammer begibt sich zu ihrem Sitzplatz.) Herr Kollege Öllinger! (Abg. Öllinger begibt sich ebenfalls zu seinem Platz.) – Können wir ein Raumklima herstellen? (Abg. Öllinger: Ja, aber ein angenehmes!) Bitte die Herrschaften, Platz zu nehmen – und Herrn Stummvoll, uns nicht den Rücken zuzuwenden! (Abg. Scheibner – hinter seinem Platz stehend –: Darf man nicht mehr stehen?) – Nein, ich warte so lange, bis es ruhig ist im Plenum. (Ruf bei den Freiheitlichen: Sitz!)
Sitzung Nr. 119
Abg. Scheibner: Die Zahlen von 2005 können Sie noch gar nicht haben!
Herr Molterer hat gerade gesagt: Jetzt ist es heraußen, mehr Steuern! (Abg. Mag. Molterer: Genau!) Eine ganz klare Antwort darauf, Herr Molterer: Sie sind der größte Steuererhöher in der Geschichte unseres Landes. (Abg. Mag. Molterer: Ich?) Faktum ist – Sie persönlich, denn Sie mit Ihrer Mehrheit haben das hier beschlossen –: Seit dem Jahre 2000 ist die Lohnsumme der Bruttogehälter aller Erwerbstätigen in Österreich nominell um 17 Prozent gestiegen, die Einnahmen aus der Lohnsteuer sind um 22 Prozent gestiegen. (Abg. Mag. Molterer: Daher Steuerreform!) Das heißt, unter Einrechnung der Steuerreform zahlen die österreichischen Lohnsteuerempfänger bedeutend mehr als im Jahr 2000. (Abg. Scheibner: Die Zahlen von 2005 können Sie noch gar nicht haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war ein Steuererhöhungspapier!
kung der Arbeitslosigkeit und zur Ankurbelung der Wirtschaft. (Abg. Mag. Molterer: Meinen Sie das SPÖ-Wirtschaftsprogramm? Das Matznetter-Papier?) – Ich weiß, Sie lesen nur Ihre eigenen Propagandaschriften, Herr Molterer. Mit dieser Art der Lektüre werden Sie aber leider nicht zum notwendigen Umdenken kommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das war ein Steuererhöhungspapier!)
Abg. Scheibner: Erhöhung der Gas-Preise in Wien!
Wenn die Nachfrage tatsächlich nachhinkt, dann müssen wir die Nachfrage fördern. Wenn die Kaufkraft in Österreich schwächer geworden ist, dann müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass zwischen dem Jahr 2000 und 2005 den ArbeitnehmerInnen auf Grund der Maßnahmen dieser Bundesregierung um 2,3 Milliarden weniger Geld zur Verfügung stand. Das dürfen wir nicht vergessen! Denken Sie nur an all die Belastungen, die es gegeben hat, die Autobahnvignette, die Passgebühren und, und, und! (Abg. Scheibner: Erhöhung der Gas-Preise in Wien!) Den Arbeitgebern, den Unternehmern wurden hingegen rund 700 Millionen zuerkannt. In diesem Zusammenhang Nachfrage zu fördern, heißt, die Negativsteuer zu erhöhen.
Abg. Scheibner: Der Gegenwart! Machen wir jetzt!
Ich sage ja nicht, dass nichts geschehen ist, aber das ist ein Programm für die Zukunft. (Abg. Scheibner: Der Gegenwart! Machen wir jetzt!) Reden wir doch nicht über die Vergangenheit und darüber, ob die Maßnahmen der Bundesregierung dazu beigetragen haben, dass 50 000 Arbeitslose entstanden sind oder nicht entstanden sind (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein wesentlicher Unterschied!), sondern reden wir über die Zukunft.
Abg. Scheibner: Nein: Die Vorschläge, die Sie eingebracht haben!
eine Sondersitzung des Nationalrates nicht rechtfertigen. (Abg. Scheibner: Nein: Die Vorschläge, die Sie eingebracht haben!) Ich glaube, das ist nicht der richtige Umgang mit diesem Thema. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 120
Abg. Scheibner: Das würden Sie sicher nicht sagen!
Wenn Österreich Finnland wäre, wenn wir der Klassensieger wären bei diesen Tests, dann würde ich sagen: Das ist ungefähr vertretbar. (Abg. Scheibner: Das würden Sie sicher nicht sagen!) Aber wir befinden uns im unteren Drittel und sagen: Es ist eh alles in Ordnung! – Die Realität sieht anders aus, wie auch alle Insider wissen – reden Sie einmal mit den Lehrerinnen und Lehrern, Herr Kollege Scheibner –, und angesichts dieser Tatsache wird angepasst!
Abg. Scheibner: Da schau her!
anders die von uns und auch, so nehme ich an, von der SPÖ angestrebte individuelle Förderung der Kinder in der Schule, in der Klasse gar nicht möglich ist. Das ist sehr lobenswert von der Gewerkschaft öffentlicher Dienst. Ich könnte praktisch jeden Absatz, der da steht, unterschreiben. (Abg. Scheibner: Da schau her!) „Da schau her!“, sagt Herr Scheibner.
Abg. Scheibner: Warum ist das so?
Gehen Sie in eine Volksschule in Wien, von denen es nicht wenige gibt, mit 50, 80, 90 Prozent fremdsprachigen Kindern, ungeachtet der Staatsbürgerschaft (Abg. Scheibner: Warum ist das so?), und machen Sie in denen klar, wie man mit weniger Lehrerposten, rückläufigen Förderstunden, rückläufigem muttersprachlichen Zusatzunterricht und so weiter über die Runden kommen soll. Das ist Ihre „seriöse“ Bildungspolitik, bei der man im Grunde genommen nur nach Luft schnappen kann. (Abg. Großruck: Mehr Seriosität, Herr Professor! – Abg. Neudeck: Das ist besser als reden!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wie der Anschober in Oberösterreich!
Es geht um eine Änderung der budgetären Prioritäten, nicht um eine „Plakat“-Wende wie jetzt, wo die „Neue Schule“, die nicht existiert, plakatiert wird, und das um 800 000 €! Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Um 800 000 € etwas zu bewerben, das es in der Realität gar nicht gibt. Dafür haben Sie 800 000 €, meine Damen und Herren von der ÖVP, aber für die Schulen, für die Universitäten haben Sie kein Geld. Das ist wirklich traurig! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wie der Anschober in Oberösterreich!)
Abg. Scheibner: Schon auch! Auch!
Was ich sagen will, ist: Das ist eine gesellschaftliche Aufgabe! Es ist nicht die Aufgabe eines einzelnen Lehrers, eines Schulstandortes (Abg. Scheibner: Schon auch! Auch!) oder der Schulpsychologie im Bildungsministerium. Das ist eine allgemeine gesellschaftliche Verantwortung, meine Damen und Herren, die wir jedenfalls auch wahrnehmen sollen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Rädler: Das war die Wahrheit!
Reden wir insgesamt das Bildungssystem nicht schlecht! Ich glaube, wir erweisen dem Bildungssystem, den österreichischen Universitäten, aber auch der guten dualen Berufsausbildung keinen guten Dienst, wenn wir ständig nur von der Akademisierung reden. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Herr Präsident, ich komme zum Schlusssatz. – Wenn Sie sich nämlich heute jene Länder, die in der PISA-Studie vor uns liegen, wie Finnland, wie Korea, wie Taiwan ansehen, dann werden Sie feststellen, dass diese heute davon reden, ein berufsbildendes Schulwesen einzuführen, weil sie nicht mehr wissen, wohin mit den vielen Akademikern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Rädler: Das war die Wahrheit!)
Abg. Scheibner: Die Erste eigentlich!
Staatssekretär im Bundeskanzleramt Mag. Karl Schweitzer: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin Kollegin Bleckmann sehr dankbar dafür, dass sie zur Sachlichkeit zurückgekehrt ist und auch einige Vorschläge eingebracht hat, wie man einiges verbessern kann. (Abg. Scheibner: Die Erste eigentlich!)
Abg. Schieder: Das ist eines Regierungsmitgliedes unwürdig, diese Polemik! – Abg. Scheibner: Das ist keine Polemik!
Bildungspolitik, weil mit der Zweidrittelmehrheit, die damals notwendig war, nichts weitergegangen ist. (Abg. Schieder: Das ist eines Regierungsmitgliedes unwürdig, diese Polemik! – Abg. Scheibner: Das ist keine Polemik!)
Abg. Schieder: ... polemisch! – Abg. Scheibner: Den Scholten darf man wohl noch kritisieren, auch von der Regierung her!
Herr Kollege Schieder, diese Bundesregierung hat folgende Erfolge vorzuweisen (Abg. Schieder: ... polemisch! – Abg. Scheibner: Den Scholten darf man wohl noch kritisieren, auch von der Regierung her!): Das Jahrhundertwerk der Universitätsreform, das Jahresarbeitszeitmodell für Pflichtschullehrer, die Abschaffung der Zweidrittelmehrheit (Abg. Schieder: So eine Polemik gehört sich nicht!), Herr Kollege Schieder, und jetzt, vor kurzem das Schulpaket I; nun geht auch das Schulpaket II in die Umsetzungsphase – großartige Reformen, die innerhalb kürzester Zeit von dieser Bundesregierung gemacht wurden, die dringend notwendig waren und unser System qualitätsmäßig sehr verbessert haben. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 122
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das sind die Fakten! Und wenn Sie sagen: Briefe schreiben!, dann sehen Sie, dass Briefeschreiben etwas bewirkt, nämlich ein klares Statement des Umweltministers von Slowenien, dass es keine konkreten Ausbaupläne um das Kraftwerk Krško gibt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Sie tun noch ein Weiteres: Sie machen Österreich ständig schlecht. – Das hat dieses Land, verdammt noch einmal, nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.) Wir haben den höchsten Wasserkraftanteil bei der Stromerzeugung. Wir haben ein Vorzeigemodell eines Ökostromgesetzes, das sich international sehen lassen kann (Abg. Mag. Kogler: ... Stromwirtschaft!), und wir haben unzählige Anti-Atominitiativen in Europa gestartet, die auch zu Erfolgen, jedenfalls Teilerfolgen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... erfolglos!), geführt haben.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Sie sollten sich einmal in den Spiegel schauen und einmal darüber nachdenken, ob das, was Sie sagen, auch mit Ihren Handlungen wirklich übereinstimmt. (Abg. Sburny: Sagt wer?) Ich meine, es stimmt nicht überein! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen – Abg. Scheibner: Na, na, na! Was ist da los?
Ich sage Ihnen Folgendes: Es geht tatsächlich um die Rolle der ÖVP in der Bundesregierung, was diese ganzen Versäumnisse betrifft, und wir werden gleich darauf eingehen, was das etwa im Fall von Krško bedeutet. Nur so viel vorweg zu Ihrer Haltung: Ganz offensichtlich sind ja hier jetzt schon die Agenten der Stromwirtschaft auf die Abgeordnetenbänke eingeschleust worden (Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen – Abg. Scheibner: Na, na, na! Was ist da los?) – das hat ja jeder sehen und hören können. Aber was den Herrn Bundesminister für Umwelt betrifft, so kann ich nur sagen: Ein mäßig begabter Verkleidungskünstler! Das hat mit „Umweltministerium“ nichts mehr zu tun, was Sie da heute und in der letzten Zeit abgeliefert haben! Respektive ist die Linie der Regierung Schüssel eine des Herrn Ministers Bartenstein. Es ist ja kein Zufall, dass Herr Schüssel die Atomlobbyisten in Deutschland im Wahlkampf unterstützt und hier schwänzt. So ist es ja doch! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Daran wird es nicht gescheitert sein!
Es gibt ein paar Projektlein, also kleine Projekte. Ich kann mich noch erinnern: Ich bin mit Ihnen bei den schwarz-grünen Gesprächen gesessen, und wir wollten, dass das Geld, das für Hochwasserschutzbauten zur Verfügung gestellt ist, das also vorhanden ist, für ökologischen Hochwasserschutz sozusagen geöffnet wird. Sie haben gesagt: Nein! Leider. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. (Abg. Scheibner: Daran wird es nicht gescheitert sein!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, es wurde heute sehr viel von Dank für die Einsatzkräfte gesprochen. Aber – Kollegin Glawischnig hat es heute schon mit dem Stichwort Karenzierung angesprochen – die Bedeutung der ehrenamtlichen Katastrophenhelfer findet im Arbeits- und Dienstrecht leider keine Entsprechung. Wir sollten gemeinsam etwas unternehmen, damit das verbessert wird. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Wir Sozialdemokraten – und ich ganz besonders – werden uns darum bemühen, dass wir hier einen gemeinsamen, vielleicht einen Vier-Parteien-Antrag in diese Richtung erarbeiten können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sie waren gegen den Hubschrauberankauf!
Meine Damen und Herren, zeigen Sie mir einmal, auf welcher Alm ein Eurofighter landen kann! (Heiterkeit bei der SPÖ.) Das wird nicht passieren. Wir könnten uns um dieses Geld viele Hubschrauber leisten, die den Menschen in Katastrophenfällen zu Hilfe kommen können. (Abg. Scheibner: Sie waren gegen den Hubschrauberankauf!) Sie wären bei weitem wichtiger als Ihre sündteuren Eurofighter. Denken Sie darüber nach, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Scheibner hat ganz kurz von den Fliegern gesprochen. Damals, 2002, haben Sie gesagt: sechs Flieger weniger – Geld für die Hochwasseropfer. Die Hochwasseropfer haben von diesem Geld allerdings nie etwas gesehen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Was ich schon etwas ironisch finde, ist, dass Frau Kollegin Hakl die Oppositionsparteien um Unterstützung bittet. Bei einem der drei Gesetze gab es ja vom Koalitionspartner BZÖ beim Ministerrat vor zwei, drei Wochen eine eindeutige Blockade. Da wurde nämlich die Aufstockung der IDA-Kredite für die Internationale Entwicklungsorganisation von den Damen und Herren des BZÖ – wer es genau war, weiß ich nicht – im Ministerrat mit dem Argument blockiert (Abg. Scheibner: Das ist falsch!), zuerst etwas für die Pendler und Pendlerinnen tun zu wollen, bevor etwas für die Armen in anderen Ländern getan werden soll. – Das fand ich schon äußerst eigenartig. Also: Die Unterstützung, liebe Frau Kollegin Hakl, sucht euch zuerst einmal beim Regierungspartner (Abg. Jakob Auer: Die haben wir schon!), von unserer Seite habt ihr sie zu diesen Punkten sowieso. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wie kommen Sie auf den Blödsinn, den Sie da sagen?
Ich hoffe, dass es dabei bleibt, und ich freue mich auch, dass sich die Meinung von BZÖ-Chef Haider und Klubobmann Scheibner nicht durchgesetzt hat, so lange jede Anhebung des Entwicklungshilfebudgets blockieren zu wollen, bis es eine – im Prinzip berechtigte – Entlastung der Autofahrer gebe. (Abg. Scheibner: Wie kommen Sie auf den Blödsinn, den Sie da sagen?)
Abg. Scheibner: Sie glauben auch alles, was das Finanzministerium behauptet!
Dass sich diese Form der Junktimierung nicht durchgesetzt hat, ist positiv, denn das hätte einen beträchtlichen Imageschaden verursacht, und es wäre auch für die österreichische Wirtschaft ein großer Schaden entstanden. (Abg. Scheibner: Sie glauben auch alles, was das Finanzministerium behauptet!) Insofern ist es sicher gut, dass Sie sich innerhalb der Regierungskoalition diesbezüglich nicht durchsetzen konnten.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre oberlehrerhaften Geschichten ...! Sie sind ein Spaßvogel!
Es verrät natürlich schon einiges über Ihre Grundeinstellung zur Entwicklungshilfepolitik und zur Entwicklungszusammenarbeit, aber da Sie selbst auch schon sehr entwicklungsbedürftig sind, ist diese Haltung auch einigermaßen verständlich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Ihre oberlehrerhaften Geschichten ...! Sie sind ein Spaßvogel!)
Abg. Scheibner: Das täte dir so passen!
Die 24 Eurofighter waren natürlich splitterfasernackte Eurofighter – fast unanständig, so nackt waren die. (Abg. Scheibner: Das täte dir so passen!) Die haben Sie damals der Öffentlichkeit vorgestellt, gerade dass sie noch Flügel hatten. Das waren Ihre 24 Eurofighter.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Scheibner ist gegen Wien! Der Scheibner hat ein Problem mit Wien!
Einer hat Akteneinsicht gehabt, nämlich der Rechnungshof, und zwar in alle Unterlagen. Aber dem vertrauen Sie anscheinend nicht, nämlich so wenig, dass Sie nicht einmal bei den Sitzungen des Rechnungshofausschusses dabei sind, wo genau diese Frage debattiert worden ist. Dort hätten Sie ja die Details abfragen und Ihre Kritik äußern können, aber diese Sitzungen haben Sie „geschwänzt“. Ich weiß schon, es war die Sitzung wieder am Abend, vielleicht waren Sie da in einer SPÖ-Sektion in Hernals und haben dort wieder den Vergleich mit dem Autohändler gebracht. Das mag vielleicht populistisch angenehmer sein, aber Seriosität, die in dieser Frage angebracht wäre, ist das sicherlich nicht. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Gusenbauer: Der Scheibner ist gegen Wien! Der Scheibner hat ein Problem mit Wien!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Heute war Scheibner exzellent!
Da muss man manchmal das Unangenehme, aber Notwendige entscheiden. Das ist so bei der Luftraumüberwachung! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Jakob Auer: Heute war Scheibner exzellent!)
Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts ausgemacht!
Glauben Sie, dass etwas, was man in diesem Hohen Haus selbstverständlich nicht als Schiebung bezeichnen darf, aber für das man keinen anderen Begriff findet, rechtfertigt, Gesetze serienweise zu brechen, sich über die Rechte des Nationalrates hinwegzusetzen und zu sagen: Ich bin’s, der Herbert Scheibner, und ich habe das mit den Herren aus München ausgemacht? – Das reicht nicht! (Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts ausgemacht!) Entschuldigung! – Herbert Scheibner war die Vorgeschichte. Günther Platter hat das unterschrieben, hat das unterschriftsmäßig ausgebadet, was Herbert Scheibner auf Veranlassung des Finanzministers einlassen musste. (Abg. Scheibner: Völlig falsch!)
Abg. Scheibner: Völlig falsch!
Glauben Sie, dass etwas, was man in diesem Hohen Haus selbstverständlich nicht als Schiebung bezeichnen darf, aber für das man keinen anderen Begriff findet, rechtfertigt, Gesetze serienweise zu brechen, sich über die Rechte des Nationalrates hinwegzusetzen und zu sagen: Ich bin’s, der Herbert Scheibner, und ich habe das mit den Herren aus München ausgemacht? – Das reicht nicht! (Abg. Scheibner: Ich habe gar nichts ausgemacht!) Entschuldigung! – Herbert Scheibner war die Vorgeschichte. Günther Platter hat das unterschrieben, hat das unterschriftsmäßig ausgebadet, was Herbert Scheibner auf Veranlassung des Finanzministers einlassen musste. (Abg. Scheibner: Völlig falsch!)
Abg. Scheibner: Die Kommission war dafür!
Wir haben von Anfang an gesagt, dass sich die Eurofighter-Beschaffung als Fass ohne Boden erweisen wird und ein Beschaffungsstopp vorzunehmen ist. Und im Ressort haben sich – noch unter deiner Amtsführung, Kollege Scheibner – sämtliche verantwortliche Generäle, höchste Beamte und Experten, gegen die Beschaffung des Eurofighters ausgesprochen. (Abg. Scheibner: Die Kommission war dafür!) Wir haben gemeinsam den Schlussakt gesehen, in dem alles gestanden ist, nur nicht der Kauf von Eurofightern. Das hat uns natürlich alle überrascht. (Abg. Mag. Kogler: Die sind alle pensioniert worden!)
Abg. Scheibner: Was heißt „Zeugen“, Herr Kollege? Das ist ja kein Untersuchungsausschuss!
Es gab viele Sitzungen des Rechnungshofausschusses, wo Auskunftsverweigerung geherrscht hat. Die wichtigsten Zeugen sollten mit Mehrheit sozusagen am Aussagen im Parlament gehindert werden. (Abg. Scheibner: Was heißt „Zeugen“, Herr Kollege? Das ist ja kein Untersuchungsausschuss!) Die Ladung ranghöchster Militärs, die sich alle aus eben diesen Gründen, die heute zutage treten, gegen diese Beschaffung ausgesprochen haben, haben Sie verhindert. Sie haben auch ganz andere Aufklärungsschritte verhindert. Anstatt uns Dokumente zu übermitteln, haben Sie irgendeinen Briefwechsel vorgelesen, der die Abgeordneten kalmieren sollte, weil eben jene Beamte nicht mehr aussagen durften.
Abg. Scheibner: Das ist mir jetzt zu kompliziert!
Wenn aber dieser Passus tatsächlich darin enthalten ist, ist das umso bemerkenswerter, da beim Vertragsabschluss im Jahr 2003 anscheinend schon davon ausgegangen wurde, dass die Lieferung nicht eingehalten werden kann (Abg. Scheibner: Das ist mir jetzt zu kompliziert!) – und das nenne ich grob fahrlässig. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich danke unseren beiden Herren Staatssekretären, dass sie diese Verkehrssicherheitsmaßnahme ausgearbeitet und vorgelegt haben. Und ich freue mich, dass trotz einiger oder anfänglicher Skepsis alle Abgeordneten diesem Verkehrssicherheitsgesetz zustimmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist eine politische Berichtigung! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich stelle richtig: Das ist nicht der Fall! (Abg. Scheibner: Das ist eine politische Berichtigung! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na sehen Sie, weil wir so offen sind, Frau Kollegin!
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Die Initiative zur Stärkung der Opferrechte geht eindeutig von der SPÖ aus. (Abg. Donabauer: Ja, freilich! Selbstverständlich!) Wir haben, noch bevor überhaupt der Unterausschuss zur Strafprozessordnung zu tagen begonnen hat, bereits eine fraktionelle Enquete abgehalten, auf der verschiedene Beispiele dafür gebracht wurden, was geändert werden muss. (Abg. Dr. Fekter: 30 Jahre hättet ihr Zeit dafür gehabt!) Im Unterausschuss war es federführend die SPÖ, die gemeinsam mit den NGOs auf die Stärkung der Opferrechte gedrängt hat. Dass die Opferrechte jetzt auch vorgezogen werden, diese gemeinsame Initiative, die ich sehr begrüße, geht ebenfalls auf eine Forderung der SPÖ zurück, und im Ausschuss vorige Woche ist es sogar noch gelungen, Verbesserungen einzubringen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na sehen Sie, weil wir so offen sind, Frau Kollegin!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Streitet euch ein bisserl!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Ich habe eigentlich den Worten der Kollegin Stadlbauer überhaupt nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, dass ich mir gewünscht hätte, dass sie dort, wo sie meinte, dass es „die SPÖ“ gewesen wäre, die das verlangt hat, korrekterweise hätte sagen sollen, dass es die Opposition war, denn mindestens so intensiv wie sich die SPÖ-Kolleginnen und -Kollegen dafür eingesetzt haben, haben wir dies auch getan. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Streitet euch ein bisserl!)
Abg. Scheibner: Ihr seid mit nichts zufrieden!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Werte Ministerinnen! Meine Damen und Herren! Der vorliegende Entwurf enthält sicher wesentliche Verbesserungen im Bereich der Opferrechte, allerdings sind diese Verbesserungen nach wie vor verbesserungswürdig. (Abg. Scheibner: Ihr seid mit nichts zufrieden!) Aber es ist schon ein sehr gutes Zeichen, wenn auch ein sehr seltenes, dass das Begutachtungsverfahren diesmal nicht völlig spurlos an den Regierungsfraktionen vorübergegangen ist und dass doch die eine oder andere Anregung der Opposition eingearbeitet wurde.
Abg. Scheibner: Das stimmt sicher nicht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
In welchem Jahrhundert leben wir? Ich lese weiter nicht mehr im Detail vor, sondern weise noch darauf hin, dass der Ratgeber zu den Männern immerhin auch etwas sagt – es ist ja ein Männerratgeber –, nämlich, dass die „universelle Verbreitung von kämpferischen und kooperativen Männergemeinschaften in allen Kulturen“ ein Beleg dafür sei, dass der „genetisch-hormonelle Trieb zu Dominanz und Einordnung, zu Führung und Kumpanei Männern stärker zu eigen ist als Frauen“. (Abg. Scheibner: Das stimmt sicher nicht! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Zur Sache!
Die Karenzzeit seiner Frau ist abgelaufen, und daher hat er sich erkundigt, ob es eine Beihilfe gibt. Die Familie Heufler hat drei Kinder im Alter von sieben, vier und zweieinhalb Jahren. (Abg. Scheibner: Zur Sache!)
Scheibner und Platter
Involvierung und Verantwortung von Bundeskanzler Dr. Schüssel, VizekanzlerIn (Riess-Passer und Haupt), den Bundesministern für Finanzen (Grasser), Wirtschaft (Bartenstein) und Landesverteidigung (Scheibner und Platter), deren Kabinetten und der von ihnen geleiteten Ministerien im Zuge des gesamten Beschaffungsvorganges zur Anschaffung der Kampfflugzeuge;
Sitzung Nr. 124
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Lassen Sie mich einen fünften und letzten Punkt festhalten: Ich glaube, dass die zukünftige Aufgabe der Union in Wirtschaft, Wachstum und Arbeitsplätzen viel mehr darin liegt, nach außen stärker aufzutreten. Es ist viel mehr notwendig, dass Europa mit einem Selbstbewusstsein am Weltmarkt uns auch in der WTO und allen anderen Organisationen davor schützt, dass die negativen Folgen der Globalisierung auch Europa fokussiert treffen, dass wir miteinander dazu beitragen – auch mit Stolz! –, dass wir in Europa ein hohes Wohlstandsniveau auf breiter Basis haben und dieses auch halten wollen und uns nicht von anderen ständig einreden lassen, dass wir hier reduzieren müssen. Ich glaube daher, die zukünftige Aufgabe der Union in Richtung Wirtschaft liegt nicht im Inneren, sondern im Äußeren, und dazu können wir alle auch einen großen Beitrag leisten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das heißt, buchhalterisch sind wir sehr wohl Nettozahler, ökonomisch aber ein unglaublicher Nettogewinner, weil der Gewinn zehn Mal so hoch ist als das, was wir als Nettozahler einzahlen. Gott sei Dank sind wir Mitglied der Europäischen Union! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Als wir heute in der Früh darüber geredet haben, haben Sie gesagt, es soll „zur Sache“ gesprochen werden!
Es wäre aber auch durchaus interessant gewesen im Hinblick auf die Frage eines Türkei-Beitrittes. Das Europäische Parlament hat gestern einen Beschluss zum Türkei-Beitritt gefasst, und zwar einen positiven Beschluss mit dem Ziel eines Vollbeitrittes der Türkei. Es wäre interessant gewesen zu diskutieren, wie hier die Position Österreichs ist. (Abg. Scheibner: Als wir heute in der Früh darüber geredet haben, haben Sie gesagt, es soll „zur Sache“ gesprochen werden!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist eigentlich ein bisschen schade, dass heute teilweise bei der Diskussion um die Dienstleistungsrichtlinie in erster Linie das Angstmachen im Vordergrund steht. Ich halte das nicht für gut. Ich glaube, Aufgabe der Politik wäre es (Zwischenruf der Abgeordneten Mag. Lapp und Mag. Gaßner), gerade im europäischen Konnex Angst zu nehmen. Ich halte das für den richtigen Ansatz – und nicht, den Menschen Angst zu machen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich halte auch nichts davon, dass man so subkutan, ein bisschen unterschwellig zu sagen versucht: Na ja, eigentlich hat die Unternehmerschaft oder die Industrie in Österreich ein Interesse daran, Mitarbeiter unter dem Kollektivvertrag zu bezahlen. – Es gibt überall schwarze Schafe, selbstverständlich, in jedem Bereich, aber wir sind uns einig darin, dass wir eine derartige Vorgangsweise kategorisch ablehnen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Khol und Scheibner
Nein, nicht die Richtlinie! Kollegin! Wenn ich als Wiener in Tirol ... – Nein, in Tirol wird es nicht gehen, Herr Präsident (Heiterkeit der Abgeordneten Dr. Khol und Scheibner), aber: Wenn ich als Wiener in Oberösterreich ein Haus baue, dann darf ich das – aber nicht nach der Wiener Bauordnung, sondern nach der oberösterreichischen Bauordnung. Die Tiroler sind da ein bisschen heikler.
Abg. Scheibner: Einmal eine seriöse Rede von Pilz! – Abg. Gahr: Märchenstunde!
Ein dritter Punkt, der zumindest den Zuseherinnen und Zusehern heute erspart geblieben ist, der aber in den Sicherheitsausschüssen immer wieder vorgebracht wird, ist die Notwendigkeit der Abfangjäger zum Kampf gegen den Terrorismus. Und das wird, wie folgt, immer wieder argumentiert (Abg. Murauer: Herr Dr. Pilz! Bitte, das sagen nur mehr Sie!): Europäische Fußballorganisationen verlangen von Österreich, mit Abfangjägern die Fußballspiele zu sichern. Österreich könnte nicht mehr gegen andere, etwa genauso gute internationale Fußballmannschaften spielen und bestehen, wenn nicht Eurofighter über dem Spielfeld kreisen. (Abg. Scheibner: Einmal eine seriöse Rede von Pilz! – Abg. Gahr: Märchenstunde!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!
Zur Bekämpfung des Terrorismus ist das alles nicht notwendig (Abg. Murauer: Sondern?), weil die Einzigen, die ihre Fingerabdrücke bei europäischen Behörden nicht abgeben müssen, die Terroristen selbst sind, weil die nämlich nicht Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Völlig falsch!
Sie können 300 Millionen Fingerabdrücke von unverdächtigen Menschen nehmen, nur haben Sie keine Vergleichsfingerabdrücke von Terroristen. Und die entscheidende Frage: Wie kommen Sie zu diesem Vergleich?, diese Frage haben Sie bis heute nicht beantwortet. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Völlig falsch!)
Abg. Scheibner: Und was machen wir jetzt?
Abschließend noch etwas zur Frage, was das bei einem deutschen, einem bayrischen AKW bedeuten würde. Selbst wenn nur der äußere Teil eines AKWs, wo die Notstromaggregate, die Kühlaggregate sind, beschädigt wird, kann das unter Umständen schon innerhalb von einer Stunde zu einem so genannten größten anzunehmenden Unfall, sprich: GAU, führen. Das hätte nach den Erfahrungen und den Berechnungen, die wir in diesem Bereich haben, die Verseuchung von über 100 000 Quadratkilometern bewohntem Land im dichtest besiedelten Westeuropa zur Folge. (Abg. Scheibner: Und was machen wir jetzt?)
Abg. Scheibner: Ihre Reden zeugen von Unwissenheit!
Ich kann Aussagen, die heute hier gekommen sind, wie: Wir brauchen die allgemeine Wehrpflicht und die Präsenzdiener, um Wiener U-Bahnen zu schützen!, einfach nicht ernst nehmen, denn Vorschläge oder Gedanken dieser Art haben eine enorme Unernsthaftigkeit und Unangemessenheit gegenüber den möglicherweise Betroffenen (Abg. Scheibner: Ihre Reden zeugen von Unwissenheit!), dass das unsere heutige Diskussion ad absurdum führt.
Abg. Scheibner: Das allein reicht nicht aus!
Daher ist dieser Kampf gegen den Terrorismus (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen) – das ist mein Schlusssatz, Herr Präsident – ein Kampf, der nicht mit kriegerischen Mitteln, sondern mit zivilgesellschaftlichen und mit polizeilichen Mitteln zu führen ist. (Abg. Scheibner: Das allein reicht nicht aus!) Und dazu werden wir alle unsere Unterstützung leisten. – Danke. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na vielleicht!
Herr Abgeordneter Pilz hat in gewohnter Manier Angst erzeugt, aber nicht Angst vor Terrorismus. Im Gegensatz zu allen anderen Österreichern, die Angst vor Terrorismus haben, fürchtet sich Herr Pilz offensichtlich nicht vor Terrorismus, sondern er hat Angst gemacht vor den staatlichen Maßnahmen gegen den Terrorismus. Herr Abgeordneter Pilz hat beispielsweise angeführt, dass er und seine Fraktion dagegen sind, dass die Gesprächsdaten, und zwar nicht die Gespräche selbst, sondern nur die Nummern von Anschlüssen, längere Zeit aufbewahrt werden und dass auf Ausweisen Fingerprints drauf sein sollen. Er hat das lächerlich gemacht. Er hat gesagt: Unter den armen Burgenländern oder armen Österreichern, wie auch immer, werden ja keine Terroristen sein! – Herr Pilz tut so, als wüsste er, wer die Terroristen sind oder wo man sie finden kann. (Abg. Scheibner: Na vielleicht!) Wir wissen es nicht, und deshalb muss man eben flächendeckend solche Maßnahmen wie Fingerprints oder das Aufbewahren von Gesprächsdaten setzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ein bisschen ein Unterschied muss ja sein! – Abg. Dr. Brinek: ... richtig stellen!
schränkungen zu den Universitäten die Rede. Uneingeschränkt dazu bekannt hat sich von den Regierungsparteien Frau Abgeordnete Achleitner. Nicht mehr so uneingeschränkt war das von Ihnen zu hören, Frau Abgeordnete Brinek. (Abg. Scheibner: Ein bisschen ein Unterschied muss ja sein! – Abg. Dr. Brinek: ... richtig stellen!) Sie haben den Vizerektor der Universität Graz zitiert, und das hat fast ein bisschen begeistert geklungen. Ich hoffe, Sie haben das nicht so gemeint und sind nach wie vor für den freien Hochschulzugang in Österreich.
Sitzung Nr. 125
Abg. Neudeck: Wenn es sogar der Kollege Öllinger riechen kann! – Abg. Scheibner: Wo Sie überall Weihrauch haben ...!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank, im Hohen Haus, auf der Galerie und auch vor dem Fernsehschirm! Man spürt noch richtig den Weihrauch, mit dem da alles eingenebelt wurde vom Kollegen Walch und von Kollegin Ingrid Turkovic-Wendl. (Abg. Neudeck: Wenn es sogar der Kollege Öllinger riechen kann! – Abg. Scheibner: Wo Sie überall Weihrauch haben ...!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal etwas anderes vor! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Es gibt keine „orangen Schäfchen“! Es gibt nur weiße und schwarze Schafe!
Eine Kandidatin der ÖVP-Wien ist eine radikale Abtreibungsgegnerin und rät den Familien, zu beten. Davon haben die österreichischen Familien und die Wiener Familien nichts. Die Ministerin gründet eine GesmbH, um ihre orangen Schäfchen ins Trockene zu bringen. (Abg. Scheibner: Lesen Sie einmal etwas anderes vor! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja ungeheuerlich! Es gibt keine „orangen Schäfchen“! Es gibt nur weiße und schwarze Schafe!) Es werden Versorgungsposten für Regierungs-
Abg. Eder – in Richtung des Abg. Scheibner –: Das war ja eine Wahlkampfrede, oder?
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Herr Klubobmann Scheibner vom freiheitlichen Klub, Sie haben eine gute Empfehlung an den Anfang Ihrer Rede gestellt. Einmal abgesehen davon, dass ich niemandem in diesem Haus unterstellen würde, dass er oder sie mit fertigen Konzepten, verteilt vom Klubobmann, hier herkommt – ich weiß ja nicht, wie das bei Ihnen ist (Abg. Eder: Ja! Anscheinend!) –, aber vielleicht halten Sie sich selbst an den guten Rat und packen Ihre Wahlkampfrede (Abg. Eder – in Richtung des Abg. Scheibner –: Das war ja eine Wahlkampfrede, oder?) – wo immer sie stattgefunden hat, wo immer das BZÖ noch existiert – wieder ein und widmen sich der parlamentarischen Debatte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: ... Ausgleichszulage!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (fortsetzend): Nur ein Detail an den freiheitlichen Klubobmann, Herrn Scheibner, der gerade behauptet hat, es würden die Pensionen in Zukunft um 690 € mehr ausmachen. – Wo leben Sie denn? Um etwa 20 € pro Monat bekommen die Pensionistinnen und Pensionisten mehr (Abg. Scheibner: ... Ausgleichszulage!), und wie viel davon die Inflation aufgefressen hat und wie viel davon die Belastungspolitik Ihrer Regierung aufgefressen hat, habe ich dabei noch gar nicht ausgerechnet – denn unter dem Strich kommt ein Minus heraus. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Lapp. – Abg. Neudeck: Das haben Sie nicht ausgerechnet, haben Sie gesagt!)
Abg. Scheibner: Jetzt tut sie auch noch die BAWAG verteidigen! Das ist ja besonders ...!
Noch ein letztes Wort zum so genannten Spekulationskapitalismus, den Herr Abgeordneter Tancsits von der ÖVP beklagt hat. Ich meine, es ist ja nicht unlustig, wenn ausgerechnet die ÖVP darüber klagt, dass eine Bank Kredite vergibt und damit auch einmal ein Risiko eingeht (Abg. Scheibner: Jetzt tut sie auch noch die BAWAG verteidigen! Das ist ja besonders ...!) – jene ÖVP, die in Niederösterreich Steuergelder in die Hand nimmt – Ihre ÖVP in Niederösterreich nimmt Steuergelder aus dem Landesbudget! – und damit auf den internationalen Finanzmarkt geht und damit spekuliert! Und was Ihr Finanzlandesrat von der ÖVP dort eingefahren hat, waren satte Verluste! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In diesem Zusammenhang darf ich ein weiteres Mal feststellen: Die FPÖ ist wieder einmal im Liegen umgefallen. Also die so genannte Partei des kleinen Mannes denkt wieder nicht an die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen dieses Landes. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sie sind immer nervös!
Es ist unfair und es ist unseriös, die Bevölkerung so im Unklaren zu lassen. Aber die hat das ohnehin schon längst erkannt. Sie sind längst am absteigenden Ast. Das haben Sie selbst auch erkannt, und jetzt werden Sie hoch nervös. (Abg. Scheibner: Sie sind immer nervös!) Das sieht man am Thema der Aktuellen Stunde: Sie wollen etwas herbeireden, was längst nicht mehr der Fall ist.
Abg. Scheibner: Am Zahltag?!
Die Politik, die Sie seit fünf Jahren betreiben, ist eine Politik der Unfairness und der sozialen Kälte. Es ist wirklich nicht angebracht, den Menschen etwas vorzugaukeln, was nicht den Tatsachen entspricht! Aber die haben es ohnehin längst erkannt. Von diesen werden Sie dann schon am Zahltag die Rechnung dafür präsentiert bekommen. (Abg. Scheibner: Am Zahltag?!) Am Wahltag! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was sagt dazu die Frau Abgeordnete Csörgits?
Ich möchte in diesem Zusammenhang Folgendes bemerken: Warum haben seit 1991 die Sozialversicherungsanstalten die bestehende gesetzliche Bestimmung eigentlich nicht vollzogen? Das Interessante dabei ist, dass vor allem auch das Hanusch-Krankenhaus keine Beiträge bezahlt hat, wo man praktisch von der linken Hand in die rechte etwas gibt, da der eigene Träger die Wiener Gebietskrankenkasse ist. (Abg. Scheibner: Was sagt dazu die Frau Abgeordnete Csörgits?)
Abg. Scheibner: Die Frau Silhavy wird es ihm ausrichten!
Herr Kollege Riepl hat ein Problem angesprochen, und das betrifft das thailändische Personal einer Firma in der Steiermark. – Herr Kollege Riepl ist jetzt, soweit ich sehe, nicht im Saal, ich hoffe, er hört mich irgendwo (Abg. Scheibner: Die Frau Silhavy wird es ihm ausrichten!), ansonsten bitte ich Sie, ihn darüber zu informieren. – Es handelt sich dabei um Arbeitnehmer, die zum Stammpersonal einer italienischen Firma gehören, also innerhalb der EU ansässig sind; das AMS hat dies auch durch Rückfrage bei den italienischen Behörden überprüft. Sie haben eine Beschäftigungsbewilligung entsprechend der Ausländerbeschäftigung, und das entspricht dem Prinzip der EU-Entsenderichtlinie. Aber auf Wunsch von Bundesminister Bartenstein wird das jetzt, wie mir berichtet wurde, noch einmal genau geprüft. Das kann ich darüber zur Kenntnis bringen.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Sie sehen also: Nicht alles ist so einfach, wie es sich in einem Gesetzestext vielleicht anhört. (Abg. Öllinger: Aber jetzt erst einbringen! In letzter Sekunde einbringen!) Nach der Evaluierung werden wir sehen und die richtigen Schritte für die Zukunft setzen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Die werden es schon wissen!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Kolleginnen und Kollegen! Gleich anschließend an die Ausführungen meiner Vorrednerin stelle ich Ihnen die Frage: Sitzen im AMS – das betrifft vor allem die Geschäftsführer und Mitarbeiter des Jahres 1994 – nur Günstlinge der SPÖ? (Abg. Scheibner: Die werden es schon wissen!) – Ja, Sie werden es wissen, denn Sie als SPÖ haben damals das AMS ausgegliedert und dort sicher auch nur Ihre Günstlinge eingesetzt, denn Sie denken ja, dass eine Regierung so handelt. Sie haben da wahrscheinlich Ihre Günstlinge eingesetzt. (Abg. Silhavy: Dort gelten ganz andere Verwaltungsprinzipien, Frau Kollegin!) – Ja, das AMS ist ausgegliedert worden, liebe Frau Kollegin, und das ist genau das, was Sie uns jetzt ankreiden, dass hier ausgegliedert wird.
Abg. Scheibner: Also, eine derartige Ausdrucksweise! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Vermantschkern“ und „vernudeln“!
Meine Bitte, letztmalig ausgesprochen: Können Sie von den Regierungsparteien Gesetzesmaterien nicht so aufarbeiten, dass man ganze Blöcke nicht mit anderen Blöcken und einer kaum verwandten Materie über §-27-Anträge auch noch dermaßen „vernudelt“, dass eigentlich nicht mehr erkennbar ist, wo das Positive beziehungsweise wo etwas „vermantschkert“ ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Da kann man durchaus sagen „vernudelt“! (Abg. Scheibner: Also, eine derartige Ausdrucksweise! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Vermantschkern“ und „vernudeln“!) In diesem Zusammenhang ist das Wort „Nudel“ durchaus angebracht, sage ich sogar. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Das ist so wie dem Pirklhuber sein Entschließungsantrag!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir sind daher dafür, dass wir in dieser Frage unsere Rechtsmittel schärfen, damit die, die etwas angestellt haben, ordentlich „eingetunkt“ werden, damit die anderen, die Redlichen, vor diesen geschützt werden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Er ist schon heimgegangen!
Wenn man die gestrigen „Salzburger Nachrichten“ liest, wo Herr Klubobmann Cap sagt, er werde den Postbörsegang verhindern, dann merkt man letztendlich, dass er die ganze Diskussion nicht behirnt hat und eigentlich nicht weiß, worum es heute geht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Er ist schon heimgegangen!)
Abg. Scheibner verneint.
Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, meine Damen und Herren, Herr Kollege Scheibner: Wir diskutieren hier ein Gesetz, vielleicht verlangen Sie eine Sitzungsunterbrechung, dass Sie Ihre Beratungen durchführen können. (Abg. Scheibner verneint.) – Nicht der Fall; gut.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich glaube, die Skandalisierungsversuche, und zwar auch jene des Kollegen Kräuter, sind erfolglos. Er sollte endlich einmal erkennen, dass diese ohne Erfolg sind. Da er die Kontrolle dauernd im Mund führt, würde ich ihm empfehlen, sich einmal anderen Themen, die ganz, ganz wichtig sind, zu widmen, wie zum Beispiel der BAWAG (Abg. Faul: Das hat mit dem Rechnungshof nichts zu tun!), wo sich mehrere hundert Millionen Euro einfach von einem Tag auf den nächsten in Luft auflösen und wo es wirklich auch darum ginge, Schaden von Österreich und auch von den Gewerkschaftsmitgliedern abzuwenden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: In einer „robusteren Form“ ist gut! Aber Sie nehmen es mit der Geschäftsordnung auch nicht so genau!
Da war es eigentlich gar kein großes Problem, dass Sie wieder serienweise Auskunftspersonen mit Ihrer Mehrheit verhindert haben – auch das fügt sich ins Bild. Was aber neu ist, das ist der Umstand, dass der Kollege Kräuter sozusagen in einer etwas robusteren Form Unterlagen an die Öffentlichkeit gegeben hat. Das ist richtig! Ich sage Ihnen nur: Bevor Sie allzu schnell urteilen ... (Abg. Scheibner: In einer „robusteren Form“ ist gut! Aber Sie nehmen es mit der Geschäftsordnung auch nicht so genau!) Ich habe erwartet, dass da einer aus der ersten Reihe hineinkeppelt. Passen Sie auf, was Sache ist! (Abg. Scheibner: Ich höre!)
Abg. Scheibner: Ich höre!
Da war es eigentlich gar kein großes Problem, dass Sie wieder serienweise Auskunftspersonen mit Ihrer Mehrheit verhindert haben – auch das fügt sich ins Bild. Was aber neu ist, das ist der Umstand, dass der Kollege Kräuter sozusagen in einer etwas robusteren Form Unterlagen an die Öffentlichkeit gegeben hat. Das ist richtig! Ich sage Ihnen nur: Bevor Sie allzu schnell urteilen ... (Abg. Scheibner: In einer „robusteren Form“ ist gut! Aber Sie nehmen es mit der Geschäftsordnung auch nicht so genau!) Ich habe erwartet, dass da einer aus der ersten Reihe hineinkeppelt. Passen Sie auf, was Sache ist! (Abg. Scheibner: Ich höre!)
Abg. Scheibner: Da haben Sie eh einen schönen Gefährten mit dem Herrn Strache!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Der Beitrag des Herrn Kollegen Neudeck war schon als Abschiedsgesang zu werten. Wenn man weiß, dass die ehemalige FPÖ, namentlich Herr Kollege Strache, die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat (Abg. Scheibner: Da haben Sie eh einen schönen Gefährten mit dem Herrn Strache!), weil eben die Werbung des BZÖ-Orange der Frau Familienministerin nahezu danach verlangt, untersucht zu werden, dann kann man sich vorstellen, dass das sozusagen sehr diffuse Vorgaben sind. So war auch Ihr Redebeitrag, Herr Kollege Neudeck.
Abg. Scheibner: Wir sitzen ja noch länger da, Herr Präsident!
Ich möchte mich trotz der späten Stunde noch einmal bei Ihnen für die aktive Unterstützung bei der Arbeit bedanken. (Abg. Scheibner: Wir sitzen ja noch länger da, Herr Präsident!) – Ich weiß, dass das so ist, ich kenne das aus der Vergangenheit.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Der Teufel steckt da, wo in diesem System die Zuwanderung von Erwerbstätigen im Rahmen von Quoten so gering wie nur möglich gehalten wird und die Hintertürln, die es sonst noch gibt, so weit aufgemacht werden, wie es geht. – Das dazu, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich und der gesamte Klub der Grünen werden diese Novelle selbstverständlich aus tiefster Überzeugung ablehnen, und zwar mit jenen Argumenten, die wir im Juli schon vorgebracht haben. Lesen Sie sie nach! Das waren nicht nur unsere, sondern auch die Argumente, die im Begutachtungsverfahren eingebracht wurden und die der SPÖ damals Wurscht waren. – Das ist das Erste. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Natürlich, dass wir das Unrecht verhindern wollen!
Mein – fast gegen meine Natur – übergroßzügiges Angebot: Lösen wir es doch, wenn es schon nicht im Gesetz geht, über Ausschussfeststellungen, sodass der Wille des Gesetzgebers in einer Ausschussfeststellung festgelegt wird. Wir meinen nicht Caritas-Mitarbeiter, Mitarbeiter des Evangelischen Flüchtlingsdienstes. Diese wollen wir nicht kriminalisieren. – Auf das sind Sie aber nicht eingegangen! Sie sind darauf nicht eingegangen – und damit zeigen Sie Ihre wahren Absichten! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Natürlich, dass wir das Unrecht verhindern wollen!)
Abg. Scheibner: Das hat es immer wieder gegeben! – Gegenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Kollege Fauland hat ja bereits das Stichwort geliefert, und ich wundere mich wirklich, dass das BZÖ beziehungsweise die FPÖ diesem „Abänderungsgesetz“, möchte ich fast sagen, zustimmen kann. Es ist sehr selten in der parlamentarischen Geschichte Österreichs, dass ein Gesetz, noch bevor es in Kraft tritt, abgeändert wird. (Abg. Scheibner: Das hat es immer wieder gegeben! – Gegenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Was heißt: in unseren Augen?
Und ein letzter Punkt ist die wirklich blamable Regelung, die Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen und auch Beratungsinstitutionen für Flüchtlinge eine Strafe androht, wenn sie zur Verlängerung eines in Ihren Augen illegalen Aufenthalts beitragen. (Abg. Scheibner: Was heißt: in unseren Augen?) Das halte ich wirklich für eine blamable Regelung in einem Rechtsstaat – und nicht nur ich. Da haben Sie Schreiben von der Rechtsanwaltskammer vermutlich genauso bekommen wie wir, in denen heftig dagegen protestiert wird. (Abg. Scheibner: Das wird jetzt geändert!)
Abg. Scheibner: Das wird jetzt geändert!
Und ein letzter Punkt ist die wirklich blamable Regelung, die Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen und auch Beratungsinstitutionen für Flüchtlinge eine Strafe androht, wenn sie zur Verlängerung eines in Ihren Augen illegalen Aufenthalts beitragen. (Abg. Scheibner: Was heißt: in unseren Augen?) Das halte ich wirklich für eine blamable Regelung in einem Rechtsstaat – und nicht nur ich. Da haben Sie Schreiben von der Rechtsanwaltskammer vermutlich genauso bekommen wie wir, in denen heftig dagegen protestiert wird. (Abg. Scheibner: Das wird jetzt geändert!)
Abg. Scheibner: Endlich einmal wer, der sich auskennt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächste Rednerin zu Wort kommt Frau Abgeordnete Pfeffer. Wunschredezeit: 3 Minuten. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Scheibner: Endlich einmal wer, der sich auskennt!)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie diskutieren?
Ich kann meiner Vorrednerin nur rundherum Recht geben. Es geht dabei nicht ... (Heiterkeit bei der ÖVP. – Ruf: „Rundherum“?) – ... zu ihren Aussagen; über das andere diskutieren wir ein anderes Mal. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie diskutieren?) – Jedenfalls geht es bei dem „Aus für die dreckige Kohle“ nicht bloß um die Kohle allein, sondern insgesamt darum, dass wir fossile Brennstoffe in der heutigen Zeit auf Grund des Umweltgedankens und der Umweltkatastrophen, die wir alle derzeit in den Medien nachvollziehen können, an und für sich nicht mehr brauchen. Es geht hin zu Energieträgern, die umweltfreundlich und weiterverwendbar sind und die wieder nachwachsen, ob das Biomasse, Wind oder Solarenergie ist!
Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden! – Weitere Zwischenrufe.
Bei der Versöhnungsfonds-Kuratoriumssitzung im Dezember 2004 wurde vor internationalen Vertreterinnen und Vertretern der Partnerorganisationen und der Staaten von Herrn Bundeskanzler Schüssel in eindringlichen Beschwörungen darauf hingewiesen, dass eine Vier-Parteien-Einigung im Parlament erzielt werden soll. Trotz zahlreicher Bemühungen von Seiten der grünen Fraktion und von Seiten unserer Fraktion – so wurde auch von Frau Präsidentin Prammer sehr intensiv verhandelt – wurde keine Einigung erzielt. Schade! Herr Bundeskanzler Schüssel, die ÖVP und FPÖ/BZÖ haben international das Gesicht verloren. (Abg. Scheibner: Was Sie da daherreden! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen können wir auch sprechen und nicht nur lesen!
Die Arbeit in den Fonds passiert abseits des Parlaments, ohne Transparenz. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Daherlesen!) – Meine sehr geehrten Damen und Herren, es freut mich, dass Sie zu dieser Zeit noch ein bisschen in Bewegung kommen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Lesen Sie ...!) Aber es muss gesagt werden, was in diesen Fonds passiert. (Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen können wir auch sprechen und nicht nur lesen!) Das Geld wird in den Ministerien zur Seite geschafft (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen), die parlamentarische Beschickung ist nicht gegeben. Das werden Sie nicht ... (Abg. Neudeck: Sagen Sie, lesen Sie das, bevor Sie es da vorlesen? –
Abg. Scheibner: ... gleich hineinsetzen! – Abg. Schöls: So was Präpotentes! – Weitere Zwischenrufe.
In diesen beiden Fonds sind keinerlei VertreterInnen von Seiten des Parlaments vorgesehen, somit ist keine Transparenz gegeben. (Abg. Scheibner: ... gleich hineinsetzen! – Abg. Schöls: So was Präpotentes! – Weitere Zwischenrufe.) Herr Bundeskanzler Schüssel und die Regierungsfraktionen haben somit ein wichtiges Kapitel der österreichischen Geschichte zu einem unrühmlichen Ende gebracht. (Abg. Neudeck: Sie werden sich ...!) Botschafter Steiner und Botschafter Wotava haben sich das für ihre Arbeit nicht verdient. (Abg. Dr. Fekter: Schämen Sie sich! Das ist unwürdig! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Schämen Sie sich!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine Gespensterrede ist das! Unwürdig!
Ihre Beiträge, die Sie jetzt in Zwischenrufen zur Geisterstunde von sich geben (Abg. Neudeck: Der Geist sind aber Sie! – weitere Zwischenrufe), erinnern eher an Halloween als an dieses Thema. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Eine Gespensterrede ist das! Unwürdig!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie das der Rednerin! – Weitere Zwischenrufe.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich ersuche auch bei diesem Tagesordnungspunkt einigermaßen um Disziplin auf allen Seiten! (Abg. Scheibner: Sagen Sie das der Rednerin! – Weitere Zwischenrufe.) Ich bewerte jetzt die Vorkommnisse nicht, auch nicht die Zwischenrufe. Ich ersuche Sie, die Debatte zu diesem Thema, das der Seriosität bedarf, entsprechend würdig durchzuführen.
Abg. Scheibner: Sie wissen auch warum! Es hat keine Zweidrittelmehrheit gegeben!
Es sind drei Punkte, die ich hier zusammenfassend erklären möchte. Unsere Fraktion und auch die sozialdemokratische Fraktion bedrückt am meisten die Tatsache, dass Parlamentarierinnen und Parlamentarier, sprich: das Parlament, erstmals völlig aus den Gremien ausgesperrt sind, die diese beiden Fonds jetzt kontrollieren. (Abg. Scheibner: Sie wissen auch warum! Es hat keine Zweidrittelmehrheit gegeben!)
Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugestimmt und so die Zweidrittelmehrheit verhindert!
Das Zweite, was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist, dass Sie den Nationalrat aus diesen Gremien eliminieren. (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugestimmt und so die Zweidrittelmehrheit verhindert!) Das ist nicht verfassungsrechtlich notwendig, das ist es nicht! (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Die verfassungsrechtlichen Bestimmungen wären nur notwendig gewesen, wenn die Nationalräte durch den Hauptausschuss zu wählen oder zu entsenden oder durch den Präsidenten zu bestimmen gewesen wären, was in den Entwürfen drinnen war. Warum? Weil die Agenden des Präsidenten des Nationalrates dezidiert in der Verfassung angeführt sind. Auch die Agenden des Hauptausschusses sind dezidiert in der Verfassung angeführt. Eine Veränderung dieser Agenden hätte daher einer Verfassungsbestimmung bedurft. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Das Zweite, was ich überhaupt nicht verstehen kann, ist, dass Sie den Nationalrat aus diesen Gremien eliminieren. (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugestimmt und so die Zweidrittelmehrheit verhindert!) Das ist nicht verfassungsrechtlich notwendig, das ist es nicht! (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Die verfassungsrechtlichen Bestimmungen wären nur notwendig gewesen, wenn die Nationalräte durch den Hauptausschuss zu wählen oder zu entsenden oder durch den Präsidenten zu bestimmen gewesen wären, was in den Entwürfen drinnen war. Warum? Weil die Agenden des Präsidenten des Nationalrates dezidiert in der Verfassung angeführt sind. Auch die Agenden des Hauptausschusses sind dezidiert in der Verfassung angeführt. Eine Veränderung dieser Agenden hätte daher einer Verfassungsbestimmung bedurft. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Aber ein Entsendungsrecht in eine Stiftung sui generis, das machen wir des Öfteren. Ein Entsendungsrecht der Parteien, das vorsieht, die Nationalräte hinzuschicken, wäre auch einfachgesetzlich möglich gewesen (Abg. Scheibner: Das ist falsch!), und ich verstehe nicht, warum die Abgeordneten der ÖVP, des BZÖ oder der FPÖ hier dagegen sind (Abg. Scheibner: Weil das falsch ist!), den Nationalrat weiterhin in die Entscheidungsfindung, was mit diesen Geldern zu passieren hat, zu integrieren, sich selbst eliminieren (Abg. Mag. Stoisits: Weil sie kein Selbstbewusstsein haben!) und es zu einem Selbstbedienungsladen des Bundeskanzlers, der Außenministerin und im
Abg. Scheibner: Weil das falsch ist!
Aber ein Entsendungsrecht in eine Stiftung sui generis, das machen wir des Öfteren. Ein Entsendungsrecht der Parteien, das vorsieht, die Nationalräte hinzuschicken, wäre auch einfachgesetzlich möglich gewesen (Abg. Scheibner: Das ist falsch!), und ich verstehe nicht, warum die Abgeordneten der ÖVP, des BZÖ oder der FPÖ hier dagegen sind (Abg. Scheibner: Weil das falsch ist!), den Nationalrat weiterhin in die Entscheidungsfindung, was mit diesen Geldern zu passieren hat, zu integrieren, sich selbst eliminieren (Abg. Mag. Stoisits: Weil sie kein Selbstbewusstsein haben!) und es zu einem Selbstbedienungsladen des Bundeskanzlers, der Außenministerin und im
Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Miedl: Das ist doch unerhört! – Abg. Scheibner: Ganz übel ist das! Unwürdig und übel ist das! Schämen Sie sich!
anderen Fall der Unterrichtsministerin machen. (Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Miedl: Das ist doch unerhört! – Abg. Scheibner: Ganz übel ist das! Unwürdig und übel ist das! Schämen Sie sich!)
Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Was heißt „Schmäh“? Das ist unerhört! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nehmen Sie das zurück als Vorsitzender! – Abg. Scheibner: Unwürdig und übel ist das! – Abg. Murauer: Peinlich! Absolut peinlich!
Aber es ist ja immer derselbe Schmäh, mit dem man in den Verfassungsausschuss geht. (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Was heißt „Schmäh“? Das ist unerhört! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nehmen Sie das zurück als Vorsitzender! – Abg. Scheibner: Unwürdig und übel ist das! – Abg. Murauer: Peinlich! Absolut peinlich!) Man versucht immer vorzumachen, dass man einen Konsens sucht, in Wirklichkeit rückt man keinen Zentimeter von dem ab, was man selbst im Sinne hat. Man führt nur die Verhandlungen, bei denen dann sowieso das herauskommt, was von Anfang an herauskommen sollte.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind für uns kein Ausschussvorsitzender mehr! Das ist unwürdig und peinlich! Das ist wirklich vorbei!
Das ist Ihre Verantwortung, und das macht nach außen einfach kein gutes Bild. (Abg. Steibl: Traurig ist das! Sehr traurig!) Die internationale Community wird das sehr wohl sehr, sehr skeptisch beäugen, was Sie da hier heute für ein Gesetz verabschieden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind für uns kein Ausschussvorsitzender mehr! Das ist unwürdig und peinlich! Das ist wirklich vorbei!)
Abg. Scheibner: Aber ist das eine Verharmlosung, Herr Kollege?
Es geht nicht um das Horthy-Regime, wie Kollege Scheibner das gesagt hat. (Abg. Scheibner: Aber ist das eine Verharmlosung, Herr Kollege?) Es geht eben nicht um das Horthy-Regime (Abg. Scheibner: Warum nicht?), es geht nicht um die Erforschung von Gräueln, von Unrecht im Zusammenhang mit Ex-Jugoslawien, wie Sie es im Ausschuss gesagt haben. (Abg. Scheibner: Das sagen Sie!) Man kann durchaus auch über die Gräuel zur Zeit des Stalinismus, zur Zeit Ex-Jugoslawiens, über das Horthy-Regime diskutieren. Man kann über all das diskutieren, aber der Zweck dieses Gesetzes war von Anfang an immer nur einer, nämlich die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und damit ein Teil österreichischer Vergangenheitsbewältigung. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Diese Passage mit der „Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft“ ist – Frau Abgeordnete Partik-Pablé ist leider nicht hier, sie hat das im Ausschuss ausdrücklich moniert – hineingekommen (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!), und das ist das, was Revisionismus ist. Genau das haben wir damit gemeint. Das war die Konzession, die die ÖVP, die der Herr Bundeskanzler an Sie gemacht hat, dem hat die ÖVP leider nachgegeben. – Das ist der eine Punkt, warum wir in der ganzen Sache nicht zugestimmt haben.
Abg. Scheibner: Warum nicht?
Es geht nicht um das Horthy-Regime, wie Kollege Scheibner das gesagt hat. (Abg. Scheibner: Aber ist das eine Verharmlosung, Herr Kollege?) Es geht eben nicht um das Horthy-Regime (Abg. Scheibner: Warum nicht?), es geht nicht um die Erforschung von Gräueln, von Unrecht im Zusammenhang mit Ex-Jugoslawien, wie Sie es im Ausschuss gesagt haben. (Abg. Scheibner: Das sagen Sie!) Man kann durchaus auch über die Gräuel zur Zeit des Stalinismus, zur Zeit Ex-Jugoslawiens, über das Horthy-Regime diskutieren. Man kann über all das diskutieren, aber der Zweck dieses Gesetzes war von Anfang an immer nur einer, nämlich die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und damit ein Teil österreichischer Vergangenheitsbewältigung. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Diese Passage mit der „Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft“ ist – Frau Abgeordnete Partik-Pablé ist leider nicht hier, sie hat das im Ausschuss ausdrücklich moniert – hineingekommen (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!), und das ist das, was Revisionismus ist. Genau das haben wir damit gemeint. Das war die Konzession, die die ÖVP, die der Herr Bundeskanzler an Sie gemacht hat, dem hat die ÖVP leider nachgegeben. – Das ist der eine Punkt, warum wir in der ganzen Sache nicht zugestimmt haben.
Abg. Scheibner: Das sagen Sie!
Es geht nicht um das Horthy-Regime, wie Kollege Scheibner das gesagt hat. (Abg. Scheibner: Aber ist das eine Verharmlosung, Herr Kollege?) Es geht eben nicht um das Horthy-Regime (Abg. Scheibner: Warum nicht?), es geht nicht um die Erforschung von Gräueln, von Unrecht im Zusammenhang mit Ex-Jugoslawien, wie Sie es im Ausschuss gesagt haben. (Abg. Scheibner: Das sagen Sie!) Man kann durchaus auch über die Gräuel zur Zeit des Stalinismus, zur Zeit Ex-Jugoslawiens, über das Horthy-Regime diskutieren. Man kann über all das diskutieren, aber der Zweck dieses Gesetzes war von Anfang an immer nur einer, nämlich die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und damit ein Teil österreichischer Vergangenheitsbewältigung. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Diese Passage mit der „Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft“ ist – Frau Abgeordnete Partik-Pablé ist leider nicht hier, sie hat das im Ausschuss ausdrücklich moniert – hineingekommen (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!), und das ist das, was Revisionismus ist. Genau das haben wir damit gemeint. Das war die Konzession, die die ÖVP, die der Herr Bundeskanzler an Sie gemacht hat, dem hat die ÖVP leider nachgegeben. – Das ist der eine Punkt, warum wir in der ganzen Sache nicht zugestimmt haben.
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Es geht nicht um das Horthy-Regime, wie Kollege Scheibner das gesagt hat. (Abg. Scheibner: Aber ist das eine Verharmlosung, Herr Kollege?) Es geht eben nicht um das Horthy-Regime (Abg. Scheibner: Warum nicht?), es geht nicht um die Erforschung von Gräueln, von Unrecht im Zusammenhang mit Ex-Jugoslawien, wie Sie es im Ausschuss gesagt haben. (Abg. Scheibner: Das sagen Sie!) Man kann durchaus auch über die Gräuel zur Zeit des Stalinismus, zur Zeit Ex-Jugoslawiens, über das Horthy-Regime diskutieren. Man kann über all das diskutieren, aber der Zweck dieses Gesetzes war von Anfang an immer nur einer, nämlich die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und damit ein Teil österreichischer Vergangenheitsbewältigung. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Diese Passage mit der „Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft“ ist – Frau Abgeordnete Partik-Pablé ist leider nicht hier, sie hat das im Ausschuss ausdrücklich moniert – hineingekommen (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!), und das ist das, was Revisionismus ist. Genau das haben wir damit gemeint. Das war die Konzession, die die ÖVP, die der Herr Bundeskanzler an Sie gemacht hat, dem hat die ÖVP leider nachgegeben. – Das ist der eine Punkt, warum wir in der ganzen Sache nicht zugestimmt haben.
Abg. Scheibner: Gott sei Dank!
Es geht nicht um das Horthy-Regime, wie Kollege Scheibner das gesagt hat. (Abg. Scheibner: Aber ist das eine Verharmlosung, Herr Kollege?) Es geht eben nicht um das Horthy-Regime (Abg. Scheibner: Warum nicht?), es geht nicht um die Erforschung von Gräueln, von Unrecht im Zusammenhang mit Ex-Jugoslawien, wie Sie es im Ausschuss gesagt haben. (Abg. Scheibner: Das sagen Sie!) Man kann durchaus auch über die Gräuel zur Zeit des Stalinismus, zur Zeit Ex-Jugoslawiens, über das Horthy-Regime diskutieren. Man kann über all das diskutieren, aber der Zweck dieses Gesetzes war von Anfang an immer nur einer, nämlich die Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts und damit ein Teil österreichischer Vergangenheitsbewältigung. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Diese Passage mit der „Erinnerung an die Bedrohung durch totalitäre Systeme und Gewaltherrschaft“ ist – Frau Abgeordnete Partik-Pablé ist leider nicht hier, sie hat das im Ausschuss ausdrücklich moniert – hineingekommen (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!), und das ist das, was Revisionismus ist. Genau das haben wir damit gemeint. Das war die Konzession, die die ÖVP, die der Herr Bundeskanzler an Sie gemacht hat, dem hat die ÖVP leider nachgegeben. – Das ist der eine Punkt, warum wir in der ganzen Sache nicht zugestimmt haben.
Abg. Scheibner: Ihr habt 30 Jahre ein solches Gesetz nicht zustande gebracht! Jetzt macht ihr euch wichtig da!
Der zweite Punkt ist folgender: Abgesehen von der etwas kitschigen Formulierung „Botschafter der Versöhnung“, die da besser entfallen wäre, wäre es, wenn man dieses Anliegen teilt, sowieso besser gewesen, wenn man eine kritische Betrachtung, eine selbstreflexive Betrachtung der Geschichte des nationalsozialistischen Unrechtsregimes in der Republik Österreich, auch in der Zweiten Republik, und des Fortlebens des Nationalsozialismus in geistiger Hinsicht in der Zweiten Republik vorgenommen hätte, anstatt die Leistungen Österreichs, so wie Kollegin Fekter es getan hat, permanent zu berühmen als eine großartige patriotische Leistung. (Abg. Scheibner: Ihr habt 30 Jahre ein solches Gesetz nicht zustande gebracht! Jetzt macht ihr euch wichtig da!) Wir haben es ohnehin zu viert gemacht, aber ein bisschen Selbstkritik, ein bisschen Selbstreflexion tut ganz gut, anstatt nur Selbstberühmung zu betreiben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was heißt „Selbstberühmung“?) in Bezug auf etwas, was in Wahrheit auch auf Druck der Vereinigten Staaten entstanden ist – damit hier ein bisschen die historische Wahrheit einkehrt. (Abg. Scheibner: Ihr habt gar nichts zusammengebracht!) Das wollte ich einmal sagen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reden Sie jetzt fünf Minuten, um sich selbst zu berühmen? Ist das jetzt keine Selbstberühmung?)
Abg. Scheibner: Ihr habt gar nichts zusammengebracht!
Der zweite Punkt ist folgender: Abgesehen von der etwas kitschigen Formulierung „Botschafter der Versöhnung“, die da besser entfallen wäre, wäre es, wenn man dieses Anliegen teilt, sowieso besser gewesen, wenn man eine kritische Betrachtung, eine selbstreflexive Betrachtung der Geschichte des nationalsozialistischen Unrechtsregimes in der Republik Österreich, auch in der Zweiten Republik, und des Fortlebens des Nationalsozialismus in geistiger Hinsicht in der Zweiten Republik vorgenommen hätte, anstatt die Leistungen Österreichs, so wie Kollegin Fekter es getan hat, permanent zu berühmen als eine großartige patriotische Leistung. (Abg. Scheibner: Ihr habt 30 Jahre ein solches Gesetz nicht zustande gebracht! Jetzt macht ihr euch wichtig da!) Wir haben es ohnehin zu viert gemacht, aber ein bisschen Selbstkritik, ein bisschen Selbstreflexion tut ganz gut, anstatt nur Selbstberühmung zu betreiben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was heißt „Selbstberühmung“?) in Bezug auf etwas, was in Wahrheit auch auf Druck der Vereinigten Staaten entstanden ist – damit hier ein bisschen die historische Wahrheit einkehrt. (Abg. Scheibner: Ihr habt gar nichts zusammengebracht!) Das wollte ich einmal sagen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reden Sie jetzt fünf Minuten, um sich selbst zu berühmen? Ist das jetzt keine Selbstberühmung?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist das Niveau der SPÖ!
Es war diese Regierung, die dieses schwierige und sensible Thema in Angriff genommen hat und so gelöst hat, dass es international anerkannt worden ist, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Einem: ... mit einem Heiligenschein!) – Kein Heiligenschein! Machen Sie sich über diese Frage nicht lustig! Sie haben ja vieles jahrzehntelang versäumt. – Wir haben es in Angriff genommen, Kollege Einem! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist das Niveau der SPÖ!)
Abg. Scheibner: Das ist alles ewiggestrig, wenn man das sagt!
Es sind nicht alle ums Leben gekommen. Es gibt Gott sei Dank einige, die flüchten konnten und die heute noch bei uns in Osttirol leben. (Abg. Scheibner: Das ist alles ewiggestrig, wenn man das sagt!) – Das ist 1945 passiert, das ist nicht ewiggestrig. (Abg. Scheibner: Das darf man alles nicht sagen! Der Wittmann wird das alles beurteilen! ... Oberinquisitor Wittmann!)
Abg. Scheibner: Das darf man alles nicht sagen! Der Wittmann wird das alles beurteilen! ... Oberinquisitor Wittmann!
Es sind nicht alle ums Leben gekommen. Es gibt Gott sei Dank einige, die flüchten konnten und die heute noch bei uns in Osttirol leben. (Abg. Scheibner: Das ist alles ewiggestrig, wenn man das sagt!) – Das ist 1945 passiert, das ist nicht ewiggestrig. (Abg. Scheibner: Das darf man alles nicht sagen! Der Wittmann wird das alles beurteilen! ... Oberinquisitor Wittmann!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nicht Manns genug, sich zu entschuldigen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Man erweitert dann dieses Feld immer mehr, aber es geht hier um die Aufarbeitung des Nationalsozialismus, und man sollte das Thema auch dort lassen, wo es ist. Es ist schade, dass Sie nicht Manns genug sind, die Abgeordneten selbst heranzuziehen und auch weiterhin dorthin zu entsenden. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nicht Manns genug, sich zu entschuldigen! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da sind wir auf einmal empfindlich!
Wenn heute hier gesagt wird, dass das mieselsüchtige Schimpftiraden waren, die ich in meiner Rede gegenüber Herrn Botschafter Steiner, Herrn Botschafter Votava, Frau Präsidentin Schaumayer und dem verstorbenen Botschafter Sucharipa geäußert habe, dann überlasse ich es Ihnen, weil Sie am nächsten bei dieser Sache dabei waren. (Abg. Scheibner: Da sind wir auf einmal empfindlich!) Von den Parlamentariern involviert waren Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer, Frau Kollegin Lapp und das ehemalige Mitglied des Hohen Hauses Michael Krüger, der die freiheitlichen – oder das BZÖ oder wen auch immer – in diesem Fonds vertreten hat.
Abg. Großruck: Das stimmt überhaupt nicht! Das ist falsch! – Abg. Scheibner: In der Abstimmung war das einstimmig! Ihr müsst schneller machen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der Antrag ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Großruck: Das stimmt überhaupt nicht! Das ist falsch! – Abg. Scheibner: In der Abstimmung war das einstimmig! Ihr müsst schneller machen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe. – Beifall des Abg. Scheibner.
Präsident Dr. Andreas Khol: Letzte Rednerin zu diesem Punkt: Frau Abgeordnete Mandak. Auch Sie sprechen 1 Minute, Frau Kollegin? (Abg. Mandak – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das weiß ich noch nicht!) – Restredezeit Ihrer Fraktion: 14 Minuten. (Zwischenrufe. – Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Nein, es gibt einen Ausschuss! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich würde mich jetzt natürlich besonders „beliebt“ machen, wenn ich die Gesamtrestredezeit von 13 Minuten ausschöpfte. (Zwischenrufe.) Keine Sorge, ich werde das nicht tun! Ich weiß ganz genau, dass Sie heftigst darauf gewartet haben, dass der letzte Tagesordnungspunkt endlich an die Reihe kommt – leider nicht wegen des Inhaltes, sondern deshalb, um endlich nach Hause gehen zu können. (Abg. Scheibner: Nein, es gibt einen Ausschuss! – Weitere Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 127
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir sind uns darin einig, dass die Arbeitslosigkeit ein europäisches Phänomen ist, dass es daher zweifelsohne auch europäischer Anstrengungen bedarf, um dagegen vorzugehen. Gerade deshalb, weil Arbeitslosigkeit ein europäisches Phänomen ist, ist auch der internationale Vergleich zulässig. Alle internationalen Vergleiche zeigen, dass die österreichische Bundesregierung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, insbesondere im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit, höchst erfolgreich ist, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Wir kämpfen für jeden der Jugendlichen, damit er/sie einen Arbeitsplatz bekommt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Weiters sprachen Sie davon, Herr Dr. Gusenbauer, dass wir bei den Lehrerposten im Bereich der Migrationsunterstützung, im Bereich der Sprachförderung und bei Ähnlichem Kürzungen vorgenommen hätten. Dazu darf ich Ihnen sagen: Wir haben in Österreich 2 305 Lehrerinnen und Lehrer, die ausdrücklich dafür eingesetzt werden, sich in diesem Bereich zu engagieren und sich Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache zu widmen. Von diesen 2 305 Lehrerinnen und Lehrern sind alleine 1 300 in Wien. Also mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer, die in diesem Bereich eingesetzt sind, sind in Wien. Andere Bundesländer wären froh, würden sie auch so viele haben. Aber wer 700 Lehrerposten in diesem Bereich gestrichen hat, das war Ihr Wiener Stadtschulrat. Es war Ihre Stadtgemeinde in Wien, die diese Lehrerposten gestrichen hat (Oh-Rufe bei der ÖVP), und nicht das Bildungsministerium. – Das ist die Wahrheit, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
schaft vorenthalten, während auf der anderen Seite Sie, nämlich Ihre Parteien, beim muttersprachlichen Unterricht für diese Jugendlichen Kürzungen, und zwar radikale Kürzungen vornehmen. Das ist eine Realität! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Erklären Sie uns das! Was meinen Sie damit? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wenn ich mir das so angehört habe, dann habe ich den Eindruck, die Drogen sind schon freigegeben, denn zu solchen Äußerungen ... (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Erklären Sie uns das! Was meinen Sie damit? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Beruhigen Sie sich ein wenig!
Abg. Scheibner: Die können nicht sprechen, denn dann würden Sie keine Redezeit mehr haben!
Es tut mir auch sehr Leid, dass Sie, Herr Minister Bartenstein, der einzige Minister sind, der heute bei diesem Thema hier anwesend ist. Es fehlen Ministerin Gehrer und Ministerin Prokop (Beifall bei den Grünen), die beide sehr essentiell bei diesen Fragen von Bildung, Beschäftigung und Chancen mitzusprechen hätten. (Abg. Scheibner: Die können nicht sprechen, denn dann würden Sie keine Redezeit mehr haben!) Es ist sehr schade.
Abg. Scheibner: Wir sind überhaupt nicht beleidigt! Das waren unflätige Aussagen von Ihrem Abgeordneten Wittmann! Eine Frechheit!
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, der Widerstand von unserer Seite wurde wohl von Ihrer Seite provoziert, nachdem Sie von einer ursprünglich konsensualen Formulierung eigenmächtig abgegangen sind. Also spielen Sie bitte nicht den Beleidigten! (Abg. Scheibner: Wir sind überhaupt nicht beleidigt! Das waren unflätige Aussagen von Ihrem Abgeordneten Wittmann! Eine Frechheit!) Es hat gute Gründe, warum wir hier Widerstand leisten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Salzburg ist ein schönes Land. (Abg. Neudeck: Aber nicht erst seit der letzten Wahl!) Die Stadt Salzburg gehört zu den schönsten Städten der Welt. (Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!) Ich glaube, dass unsere Region prädestiniert ist für die Ausrichtung großer Events (Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!) und auch prädestiniert ist für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014.
Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Salzburg ist ein schönes Land. (Abg. Neudeck: Aber nicht erst seit der letzten Wahl!) Die Stadt Salzburg gehört zu den schönsten Städten der Welt. (Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal!) Ich glaube, dass unsere Region prädestiniert ist für die Ausrichtung großer Events (Abg. Scheibner: Was ein Landeshauptmannwechsel alles ausmacht!) und auch prädestiniert ist für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Bundesminister! Mein Vorredner hat jetzt eine ganz besondere Chuzpe an den Tag gelegt. Sie sitzen mit einer Partei in der Bundesregierung, die seit Jahren für Tempo 160 in Österreich vorprescht, der die Gesundheit der Kinder völlig egal ist (Zwischenruf des Abg. Scheibner), die offenbar meint, dass Tempo 160 auf Autobahnen super ist und die Gefährdungslage völlig ignoriert. Sie wissen, dass wir, die Grünen, seit Jahren massiv dagegen opponieren, dass diese Maßnahme umgesetzt wird. Sie sollten vor Ihrer eigenen Tür kehren, bevor Sie da heruntergehen und ein Bild erzeugen, dass völlig jenseitig ist. Das ist ja unglaublich! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Heute wären aber wir dran, Frau Kollegin!
zu Ihrer – nicht sehr erfolgreichen – Wirtschaftspolitik befragt und haben somit verhindert, dass wir dringlich über Frauenpolitik reden. (Abg. Scheibner: Heute wären aber wir dran, Frau Kollegin!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Eine Anmerkung noch zur Europäischen Union: Sie ist wahrscheinlich das größte Nachhaltigkeitsprojekt, das es in der Geschichte je gegeben hat. Die Starken, die Nettozahler, helfen den Schwachen. Trotz aller Probleme, die es in der EU gibt, kann man sagen: Dieser Weg ist genau der richtige, nämlich gleichberechtigte Staaten in einem Miteinander! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Deshalb muss es ja nicht stimmen!
Es wurden heute von meinen Vorrednern bereits gewisse Dinge und Namen genannt, und dem ist nichts hinzuzufügen. (Abg. Scheibner: Deshalb muss es ja nicht stimmen!) Was mir aber im Zusammenhang mit den letzten Ausschussgesprächen immer noch fehlt, ist die Beantwortung der Frage, wie weit das auf Töchter aufgeteilt ist und sonstiges. Was passiert jetzt tatsächlich mit all diesen Liegenschaften (Abg. Neudeck:
Abg. Scheibner: Sie wollen doch selbst die Kasernen verkaufen!
Herr Minister, Sie könnten das heute noch rechtzeitig richtig stellen. Im Ausschuss hieß es, das seien Dinge, die im Bereich der Republik bleiben – unveräußerliche Dinge. Was aber haben wir gestern in den Medien gehört? – Diese Kasernen werden verkauft, und zwar an Bestbieter. (Abg. Scheibner: Sie wollen doch selbst die Kasernen verkaufen!) Was ist wirklich die politische Absicht des Herrn Bundesministers? (Abg. Neudeck: Sollen sie es der „Sozialbau“ verkaufen – oder was haben Sie sich vorgestellt?) Was wird mit all dem geschehen? Es heißt auch in diesen Gesetzesvorlagen, dass es große Wertschöpfung für die Regionen geben werde. – Derzeit bemerke ich nichts davon, dass es nach Kasernenschließungen eine höhere Wertschöpfung in den betroffenen Gebieten gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Da klatschen nicht einmal die eigenen Leute!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kommen Sie zufällig aus der Steiermark? Wenn nicht, schauen Sie sich das einmal an, die Umfärbungen!
Ich möchte noch zu einem weiteren Aspekt kommen – neben den vielen anderen Bereichen wie Verbandsklage und Beweislastumkehr –, nämlich zum Behindertenanwalt. Da wird eine neue Stelle geschaffen, und der Behindertenanwalt soll dann auch tätig werden. Da Ex-Minister Herbert Haupt immer wieder als Behindertenanwalt vorgeschlagen wird, erhebt sich schon folgende Frage: Wenn Ex-Minister Herbert Haupt ohne Ausschreibung Behindertenanwalt wird, dann ist das wieder ein Zeichen dafür, dass die Regierungsfraktionen von ÖVP, FPÖ und BZÖ nur ihre Schäfchen ins Trockene bringen, behinderte Menschen in diesem Bereich aber im Regen stehen lassen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Kommen Sie zufällig aus der Steiermark? Wenn nicht, schauen Sie sich das einmal an, die Umfärbungen!)
Abg. Scheibner: Die Fakten!
Aber es ist doch noch überhaupt nicht entschieden worden, wer was wird, und ich bin überzeugt davon, dass eine ordnungsgemäße Ausschreibung stattfinden wird. Konzentrieren Sie sich doch einmal auf das, was beschlossen ist (Abg. Scheibner: Die Fakten!), aber lesen Sie nicht Kaffeesud und kritisieren Sie keine Dinge, die überhaupt noch nicht existent sind! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!
Ich weiß schon, dass viele von Ihnen nichts davon hören wollen, obwohl sie wahrscheinlich in ihrem Umfeld, in ihrem familiären Umfeld, in ihrem Freundes- beziehungsweise FreundInnenkreis oder Bekanntenkreis genügend – oder zumindest ein paar – Menschen haben (Abg. Öllinger: „Gott bewahre!“), die lesbisch oder schwul leben und die ihnen wahrscheinlich auch sagen, wo die Schwierigkeiten liegen, wo überall sie keine gleichen Rechte haben, obwohl sie die Pflichten, die sie füreinander übernehmen, schon wahrnehmen – aber die Rechte fehlen: im Mietrecht, im Erbrecht, in vielen anderen Punkten. (Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!) Aber zu all dem heißt es von Seiten der Regierungsfraktionen: Ohren zu, nichts hören, nichts sehen wollen, wir wollen das nicht! (Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!)
Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!
Ich weiß schon, dass viele von Ihnen nichts davon hören wollen, obwohl sie wahrscheinlich in ihrem Umfeld, in ihrem familiären Umfeld, in ihrem Freundes- beziehungsweise FreundInnenkreis oder Bekanntenkreis genügend – oder zumindest ein paar – Menschen haben (Abg. Öllinger: „Gott bewahre!“), die lesbisch oder schwul leben und die ihnen wahrscheinlich auch sagen, wo die Schwierigkeiten liegen, wo überall sie keine gleichen Rechte haben, obwohl sie die Pflichten, die sie füreinander übernehmen, schon wahrnehmen – aber die Rechte fehlen: im Mietrecht, im Erbrecht, in vielen anderen Punkten. (Abg. Scheibner: Über all das können wir ja reden!) Aber zu all dem heißt es von Seiten der Regierungsfraktionen: Ohren zu, nichts hören, nichts sehen wollen, wir wollen das nicht! (Abg. Scheibner: Über all das können wir reden!)
Abg. Scheibner: Was ist ein „antiquiertes Familienbild“?
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Antrag von Kollegin Lunacek und FreundInnen ist angesichts des Urteils des Verfassungsgerichtshofes brandaktuell, und er ist von der Stoßrichtung her sehr begrüßenswert. Die Frage ist, was mit diesem Antrag letztendlich geschehen wird (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Lunacek und Sburny): ob er, wie zu erwarten ist, weiter auf die lange Bank geschoben werden wird, ob die Regierungsparteien weiter mauern werden, um ihr antiquiertes Familienbild auch weiterhin aufrechtzuerhalten. (Abg. Öllinger: Ja, leider!) Das wird sich zeigen. (Abg. Scheibner: Was ist ein „antiquiertes Familienbild“?)
Abg. Scheibner: Sie haben ja den Antrag auch erst heute eingebracht!
Können Sie uns verraten, warum die Außenministerin uns das nicht bereits letzte Woche im Ausschuss gesagt hat? (Abg. Scheibner: Sie haben ja den Antrag auch erst heute eingebracht!) – Der Kollege Scheibner sagt jetzt, deswegen, weil ich den Antrag jetzt erst eingebracht habe, hat die Außenministerin das Recht, uns das erst heute zu sagen und nicht schon vor einer Woche, das, was sie angeblich schon seit 27. September weiß. Herr Kollege Scheibner, das ist wirklich eine Chuzpe! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Weil Sie nicht gefragt haben!
Wenn die Ministerin das vor einer Woche oder vor einem Monat im Auswärtigen Rat auch schon gewusst hat, dass sie oder sonst jemand in ihrem Haus am 27. September das angeordnet hat, warum sagt sie uns das dann erst heute? (Abg. Scheibner: Weil Sie nicht gefragt haben!) Das erfordert einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss und die Klärung der politischen Verantwortung dafür.
Abg. Scheibner: Na also!
Ich glaube der Frau Ministerin, dass sie persönlich für die lückenlose Aufklärung und Abstellung der Missbräuche ist. (Abg. Scheibner: Na also!) Es ist sicher auch klug, eine Expertenkommission einzuberufen, gar keine Frage. Es geht auch nicht darum, irgendeinen Generalverdacht gegen das Außenamt zu äußern, wie Sie das im Ausschuss getan haben, aber für eines müssen Sie sich jetzt einmal entscheiden: Ist das ein Einzelfall, oder ist das etwas Strukturelles? Wenn das jetzt ein krimineller Einzelfall ist, frage ich: Wofür braucht man dann eine Expertenkommission? Das ist ein entscheidender Punkt. Es kann einen kriminellen Einzelfall geben. Okay, dann sollen die Justizbehörden ermitteln, und die Sache ist abgehakt. Aber wozu braucht man dann eine Expertenkommission? Das ist die Frage!
Abg. Scheibner: Da können Sie einen Untersuchungsausschuss auch nicht machen, wenn ...!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was ich aus der Debatte bisher mitnehme, ist: Das Einzige, was funktioniert hat, das Einzige, was bisher gearbeitet hat, ist die Skartierungsmaschine. Die hat funktioniert, die hat gearbeitet, zumindest bis Ende 2004. Nachdem die Affäre – nach Unterlagen der Justiz – schon vor sieben Jahren begonnen hat und nachdem die Akten bis 2004 – streiten wir nicht darüber, ob September oder November 2004 – in den Reißwolf gesteckt worden sind, können Sie ziemlich sicher sein, dass die meisten Unterlagen schon durch Zeitablauf erledigt sind. – Nein, sagt Herr Klubobmann Scheibner, wird schon nicht sein. Irgendwo wird man vielleicht schon noch ein paar Zettel finden, es könnten ja welche auf dem Weg zum Reißwolf verloren gegangen sein. (Abg. Scheibner: Da können Sie einen Untersuchungsausschuss auch nicht machen, wenn ...!) – Herr Kollege Scheibner! Ja, diese Hoffnung gibt es noch, dass ein paar Zettel übrig geblieben sind.
Abg. Scheibner: Sie können die Zettel auch nicht herzaubern!
Die Dimension, die Sie hier so ganz selbstverständlich predigen, dass diese Akten natürlich nach einem Jahr sofort in den Reißwolf kommen, muss man sich einmal vorstellen! (Abg. Scheibner: Sie können die Zettel auch nicht herzaubern!) Und uns wollen Sie bei anderer Gelegenheit – siehe Sicherheitspolizeigesetz und Ähnliches – klarmachen, dass Rufdaten von Bürgern natürlich mindestens ein Jahr, aber besser wären noch zwei Jahre, gespeichert werden müssen. Das ist ganz klar. Die Finanz- und Steuerdaten müssen sogar sieben Jahre lang gelagert werden. Nur dort, wo eine Behörde zur Verantwortung gezogen werden könnte, ist nach einem Jahr Schluss. Nein, bitte, nicht mehr!
Abg. Scheibner: Sehr unschlüssige Argumentation!
Das ist etwas, was ich aus dieser Debatte mitnehme und was Sie noch mit Ihrer Haltung verteidigen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Sehr unschlüssige Argumentation!) Da stellen Sie die Relationen zwischen den Rechten der Bürger her, auch zwischen jenen, die in Belgrad oder in Budapest oder in Bukarest auf ordentlichem Wege um Visa ersucht und diese nicht erhalten haben, weil sie kein Schmiergeld zahlen konnten, weil sie den Beamten nicht bestechen konnten.
Abg. Scheibner: Nicht von uns!
Aber selbstverständlich soll das Möglichste getan werden, damit nichts ans Licht kommt, Herr Kollege Scheibner. Und dass dem so ist, das sollte ausgerechnet Ihre Fraktion ziemlich beunruhigen. Im Jahr 2002 hat eine Mitarbeiterin an der Botschaft in Belgrad schon gemeldet, dass es da Probleme gibt. Herr Edelmayr, Landtagsabgeordneter aus Oberösterreich, war im Jahr 2001 bei der Ministerin. (Abg. Scheibner: Nicht von uns!) Im Jahr 2002 meldet eine Mitarbeiterin der Konsularbehörde, dass es Probleme gibt. Was passiert mit der Mitarbeiterin? – Weg mit ihr! Versetzen, dorthin, wo sie diese Vorfälle sicher nicht mehr melden kann, am besten nach Helsinki oder sonst wohin. Das sind Realitäten, denen Sie sich stellen müssen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Sitzung Nr. 128
Abg. Scheibner: Aber er war es nicht lang!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Klubobmann Molterer, ich bin im Jahre 1990 Abgeordnete zum Nationalrat geworden. Wenn ich mich recht erinnere, waren Sie damals Minister. (Abg. Mag. Molterer: Nein!) Nein? (Abg. Mag. Molterer: Ich bin mit Ihnen Abgeordneter geworden!) Abgeordneter, okay. (Abg. Scheibner: Aber er war es nicht lang!) Sehen Sie, Sie sind mir damals, 1990, nicht so aufgefallen, dass ich das noch in Erinnerung hätte. Ich habe gedacht, Sie waren Minister. (Beifall
Abg. Jakob Auer: So ist das, ja! – Abg. Scheibner: Geh, redet euch das nachher aus! – Weitere Zwischenrufe.
Ich weiß aber jetzt nicht, Herr Minister außer Dienst und Klubobmann Molterer, ob Sie vor 1990 Abgeordneter hier im Nationalrat waren. (Abg. Jakob Auer: So ist das, ja! – Abg. Scheibner: Geh, redet euch das nachher aus! – Weitere Zwischenrufe.) – Nein, ich frage Sie, ob Sie vor 1990 schon Abgeordneter zum Nationalrat waren, weil ich mich nicht erinnere. Herr Klubobmann Molterer, ich weiß nicht alles. (Unruhe im Saal. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Aber zugegeben, in manchen Gebieten, mit denen ich mich seit 15 Jahren beschäftige (Abg. Neudeck: Ist das eine persönliche oder eine Dringliche Anfrage?), weiß ich sehr viel – ich habe das Gefühl, viel mehr als Sie, und dieses Gefühl täuscht mich nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie endlich einmal etwas zum Thema!
Ich weiß jetzt nicht, ob das Zustimmungserklärungen für Klubobmann Molterer sind oder ob dieser Aufruhr Frau Präsidentin Prammer gilt. (Abg. Scheibner: Jetzt sagen Sie endlich einmal etwas zum Thema!) Frau Präsidentin, sie haben sich schon wieder beruhigt.
Abg. Scheibner: Ist ja Inländerrecht!
Jetzt muss ich noch einmal in die Geschichte ausholen. Es hat in den 15 Jahren, seit ich im Innenausschuss mitarbeite (Zwischenrufe bei der ÖVP), ziemlich viele neue Gesetze, Novellen von alten Gesetzen, Novellen von neuen Gesetzen, die dann noch neuer wurden, im Bereich des so genannten Ausländerrechts in Österreich gegeben. Ich erlaube mir jetzt, das Staatsbürgerschaftsgesetz auch zum so genannten Ausländerrecht zu zählen. (Abg. Scheibner: Ist ja Inländerrecht!) Diese Rechtsmaterie betrifft kaum österreichische Staatsangehörige, sondern sie betrifft in der Regel Menschen, die schon viele Jahre in Österreich sind. Früher einmal hat es auch welche gegeben, die ganz kurz hier gelebt haben und trotzdem sozusagen dem Staatsbürgerschaftsgesetz unterworfen wurden, durch Einbürgerung in relativ raschem Ausmaß.
Abg. Scheibner: Ist ja eine Geschichtsvorlesung!
Diese Novelle von 1998 – ich erinnere Sie: große Koalition von Rot-Schwarz – enthielt Bestimmungen, die den Grünen nicht gefallen haben, und wir haben sie abgelehnt, nicht nur in dem Hearing, das es damals im Ausschuss gab. Es war nicht eine Ausschusssitzung, es waren mehrere, nicht nur in parlamentarischen Veranstaltungen, die wir und auch andere Fraktionen durchgeführt haben. Ich erinnere mich sehr gut daran (Abg. Dr. Mitterlehner: Wieso erzählen Sie uns das?), wie der seinerzeitige Klubobmann Professor Dr. Khol bei einer Veranstaltung der Grünen – sie fand im Abgeordneten-Sprechzimmer statt (Abg. Scheibner: Ist ja eine Geschichtsvorlesung!) – den Standpunkt der einen Regierungspartei vertrat. (Abg. Dr. Mitterlehner: Was wollen Sie uns sagen?)
Abg. Scheibner: Ist die Uhr eingestellt, Frau Präsidentin?
Jetzt hat sich diese orange-blau-schwarze Regierung als Abschluss des so genannten Fremdenrechtspakets auch eine Novelle zum Staatsbürgerschaftsgesetz überlegt, und jetzt würde ich Sie bitten, geschätzte KollegInnen, diese Beurteilung selbst vorzunehmen (Abg. Scheibner: Ist die Uhr eingestellt, Frau Präsidentin?), indem Sie einen Blick in das Staatsbürgerschaftsgesetz werfen, eine Novelle, die keinen einzigen Punkt enthält – und das ist nicht meine persönliche Einschätzung, sondern das hat sich durch dieses Begutachtungsverfahren ergeben –, die also keinen einzigen Punkt enthält, von dem man sagen könnte: Das sind jetzt Präzisierungen, das sind Erleichterungen in der Praxis, hier werden sich die Länder freuen, weil sie eher wissen, was der Gesetzgeber bei der Anwendung will, hier gibt es auch einen gewissen europäischen Zug.
Abg. Scheibner: Sind Sie jetzt für oder gegen die Fristsetzung?
Das geltende Staatsbürgerschaftsgesetz kann man vom Niveau her durchaus nicht europäisch nennen, weil die Fristen, die in Österreich gelten, im absolut untersten Drittel sind. Aber das wundert mich nicht, weil es ja in den letzten Jahren sozusagen Standard geworden ist, dass sich da niemand Sorgen macht. (Abg. Scheibner: Sind Sie jetzt für oder gegen die Fristsetzung?) Nicht ein einziger Punkt ist in dieser Novelle enthalten, Herr Klubobmann Molterer, der Sinn machen würde! Diese Novelle, die hier eingebracht wurde, ist ziemlich dick, und wird jetzt via Frist dem Nationalrat zur Behandlung bis 5. Dezember zugewiesen. (Abg. Dr. Mitterlehner: In dem Gesetz steht mehr drin!)
Abg. Scheibner: Was ist mit der Glocke?
Ich meine – und so habe ich Sie als Minister für Landwirtschaft und Umwelt und einiges mehr kennen gelernt, auch als Mediensprecher der ÖVP (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen) –, dass Sie bis jetzt immer nachgedacht haben, aber diesmal nicht! Was heute passiert, ist die größte Farce, die ich in den letzten 15 Jahren, seit ich Mitglied des Hohen Hauses bin, erlebt habe. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Sie brechen alle Regeln, die es bisher gegeben hat! (Abg. Scheibner: Was ist mit der Glocke?) Und das werde ich Ihnen so schnell nicht vergessen, auch wenn ich noch ... (Oh-Rufe bei der ÖVP. – Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Bundesrat!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Molterer! Wir haben verstanden: Mehrheit ist Mehrheit! Das ist Ihre Philosophie, die Sie hier dargestellt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber ich sage Ihnen etwas: Es geht auch noch um andere Werte als um die arithmetische Richtigkeit, dass eine Mehrheit eine Mehrheit ist. (Abg. Mag. Molterer: Wie ist das im Bundesrat?) Ja, und das ist die Art und Weise, wie man hier in diesem Haus miteinander umgeht. Immer, wenn hier Sonntagsreden entwickelt werden, dann wird über die Umgangsformen philosophiert. (Abg. Scheibner: Bundesrat!)
Abg. Scheibner: Gerne!
Ich sage Ihnen etwas: Es ist heute nicht der Moment, um darüber eine substanzielle Debatte zu führen. Aber lassen Sie mich trotzdem zwei Gedanken vorbringen. Selten hat ein Gesetz so negative Begutachtungsergebnisse gefunden! Eigentlich dürfte dieses Gesetz hier überhaupt nicht beschlossen werden. Das ist nämlich die Wahrheit. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.) Das müssen Sie dann den Österreichern und Österreicherinnen weismachen, was Sie hier beschließen. Es ist dann Ihre Sache. (Abg. Scheibner: Gerne!) – Ja, gerne.
Abg. Scheibner: Jetzt reden Sie sich in einen Wirbel hinein!
Das ist überhaupt der größte Skandal. Ja, ich sage „Sie“, weil das in diesem Mischmasch zwischen Freiheitlichen und BZÖ-lern in dem Sektor irgendwie drinnen ist. Herr Scheuch vielleicht nicht, aber alle anderen, es ist in dem Sektor drinnen. Das muss hie und da kritisch aufgearbeitet werden, wenn das auch noch als Begründung eingebracht wird, dass man hier mit einer Fristsetzung vorzugehen hat. (Abg. Scheibner: Jetzt reden Sie sich in einen Wirbel hinein!) Es ist dies also keine saubere Vorgangsweise! (Abg. Neudeck: Wieso? Werdet ihr erst um zehn munter?)
Abg. Scheibner: Uns hat man damals in der Opposition gar nicht gefragt!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Stoisits hat Betrachtungen darüber angestellt, wer mehr weiß, weil er länger im Parlament ist. Ich möchte sagen, von dem Standpunkt aus gesehen weiß ich mehr und habe mehr Erfahrung, weil ich schon 23 Jahre im Parlament bin, Frau Abgeordnete Stoisits. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.) Aber so etwas habe ich eigentlich noch selten erlebt, dass es nicht gelingt, einen Termin für einen Innenausschuss, der ungemein wichtig ist, zustande zu bringen. (Abg. Scheibner: Uns hat man damals in der Opposition gar nicht gefragt!)
Abg. Scheibner: Das haben Vorschläge so an sich!
Wir haben in der Präsidiale einen Vorschlag der Klubdirektoren diskutiert, der zumindest in dieser Periode einzigartig war, wo nämlich ein Terminvorschlag für die Sitzungen des Innenausschusses ohne Akkordierung mit einem der Parlamentsklubs zustande gekommen ist. Ohne Akkordierung! Das ist eine völlig unübliche Vorgangsweise, und normalerweise werden Termine der Ausschüsse in einem Rundlauf akkordiert. (Abg. Scheibner: Das haben Vorschläge so an sich!) Sie haben genau gewusst, dass es keinen Akkordierungsversuch mit dem grünen Klub gegeben hat. – Punkt eins.
Sitzung Nr. 129
Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!
Ich finde es verwerflich und unverfroren, die geopolitische Lage dafür verantwortlich zu machen. Das hätte man vor 10, 15 Jahren machen können, nämlich auf Grund der Ostöffnung im Jahr 1989. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Eben da haben Sie es nicht gemacht!) In den Jahren 1999 und 2000 hat sich geopolitisch nichts geändert. Es hat sich aber innenpolitisch etwas geändert, nämlich die Politik in Österreich, der Zugang zur Sicherheitspolitik in Österreich. (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!) Dieser war
Abg. Scheibner: So ein Blödsinn! So ein Unsinn!
Wollen Sie, dass Ihre Arztdaten, Informationen über Erbkrankheiten, Finanzamtsdaten personenbezogen im Innenministerium zusammenlaufen? – Ich glaube, das ist nicht das, was wir wollen. (Abg. Scheibner: So ein Blödsinn! So ein Unsinn!) Die Vorgangsweise ist gerechtfertigt, weil Sie keine dieser Einwendungen im Ausschuss gelten haben lassen. Sie wollen auf diese Weise Daten sammeln, wogegen wir uns entsprechend zur Wehr setzen. Daher ist ein eigener Tagesordnungspunkt für dieses weit greifende, in persönliche Rechte eingreifende Gesetz notwendig. Es muss ein eigener Tagesordnungspunkt werden, weil sonst die Diskussion darüber eine Farce wird, vor allem wenn sie versteckt wird hinter anderen verfassungsrechtlich relevanten Gesetzen, die im Einklang zu verhandeln sind.
Abg. Scheibner: Was war denn das jetzt?
Der vorliegende Gesetzentwurf bietet keine Verbesserung in puncto Integration. Nicht weniger, sondern mehr Integration ist nicht die Schüssel, sondern der Schlüssel zu einer friedlichen Gesellschaft. (Abg. Scheibner: Was war denn das jetzt?) Sie aber, meine Damen und Herren, holen Scheinselbständige ins Land und ruinieren damit die Löhne der österreichischen ArbeitnehmerInnen. Mit Ihrem Visa-Schleichhandel öffnen Sie Tür und Tor auch für Kriminelle, aber den Menschen, die seit Jahren hier leben und arbeiten, erschweren Sie mit aller Kraft den Zugang zur Staatsbürgerschaft. – Das ist der falsche Weg, und das tragen wir nicht mit! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na sicher!
Ich sage nur: Stichwort Visa-Affäre. Es wird mit Visa gehandelt, man kann alles kaufen, die Korruption blüht wie sonst nichts in diesem Land. Und dann unterstützen Sie noch die Korruption in diesen Ländern, indem Sie von Staatsbürgerschaftswerbern die Entlassung aus der Staatsbürgerschaft fordern (Abg. Scheibner: Na sicher!) und damit diese kriminellen Zustände – denn Korruption ist Kriminalität – unterstützen (Abg. Scheibner: Also bitte, die Staatsbürgerschaft ist ein wichtiges Gut!), indem Sie die Neoösterreicher noch schröpfen und Hunderte und Tausende von Euro kassieren, die das kostet.
Abg. Scheibner: Also bitte, die Staatsbürgerschaft ist ein wichtiges Gut!
Ich sage nur: Stichwort Visa-Affäre. Es wird mit Visa gehandelt, man kann alles kaufen, die Korruption blüht wie sonst nichts in diesem Land. Und dann unterstützen Sie noch die Korruption in diesen Ländern, indem Sie von Staatsbürgerschaftswerbern die Entlassung aus der Staatsbürgerschaft fordern (Abg. Scheibner: Na sicher!) und damit diese kriminellen Zustände – denn Korruption ist Kriminalität – unterstützen (Abg. Scheibner: Also bitte, die Staatsbürgerschaft ist ein wichtiges Gut!), indem Sie die Neoösterreicher noch schröpfen und Hunderte und Tausende von Euro kassieren, die das kostet.
Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch, denn ...!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerinnen! Da Sie von den Koalitionsparteien immer wieder betonen, dass die Staatsbürgerschaft der Abschluss einer erfolgreichen Integration sein soll, erlauben Sie mir, darauf hinzuweisen, dass diese Gesetzesvorlage – das war auch den Ausführungen der Frau Justizministerin zu entnehmen – keine erfolgreiche Integration zulässt. Das stimmt mich sehr traurig, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch, denn ...!)
Abg. Scheibner: In Favoriten redest du immer anders!
Dieser Ihr Fristsetzungsantrag hier im Plenum hat wieder einmal gezeigt, dass Sie mit aller Härte und Schärfe, ohne Wenn und Aber, ohne Rücksicht auf Verluste, dieses Gesetz durchpeitschen wollen. Aber, Frau Justizministerin und Frau Innenministerin, in Österreich haben wir keinen Staatsnotstand! Nirgendwo ist Gefahr im Verzug! Worin liegt daher die Dringlichkeit, dieses Gesetz jetzt durchzupeitschen?! Es gibt keinen Grund für eine solche Vorgangsweise! (Abg. Scheibner: In Favoriten redest du immer anders!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Mehr Redezeit hast du nicht von deinem Klub bekommen? Das ist ja gar nichts!
Es gibt wesentliche Verschärfungen, mehr Hindernisse als in der Vergangenheit. Alles wurde erschwert und verschärft. Diese Staatsbürgerschaftsrechts-Novelle ist nicht erforderlich, meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien – und sie findet auch nicht unsere Zustimmung! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Mehr Redezeit hast du nicht von deinem Klub bekommen? Das ist ja gar nichts!)
Abg. Scheibner: Ist das Ihre Forderung?
Sie machen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen denen, die das Geld haben, denen, die Ihnen in den Kram passen (Abg. Scheibner: Ist das Ihre Forderung?), und wenn jemand aus dem falschen Land kommt, wird es mit den Kriterien anders ausgehen. Ich schaue mir an, wie Sie in Zukunft den Fußballlegionär behandeln, dessen Deutschkenntnisse rudimentär sind, der vielleicht gerade kein Engagement hat und ein Geschwindigkeitsvergehen begangen hat, ob der dann die Staatsbürgerschaft nicht bekommt (Abg. Scheibner: Das sollte nicht sein!), während die türkische Frau
Abg. Scheibner: Das sollte nicht sein!
Sie machen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen denen, die das Geld haben, denen, die Ihnen in den Kram passen (Abg. Scheibner: Ist das Ihre Forderung?), und wenn jemand aus dem falschen Land kommt, wird es mit den Kriterien anders ausgehen. Ich schaue mir an, wie Sie in Zukunft den Fußballlegionär behandeln, dessen Deutschkenntnisse rudimentär sind, der vielleicht gerade kein Engagement hat und ein Geschwindigkeitsvergehen begangen hat, ob der dann die Staatsbürgerschaft nicht bekommt (Abg. Scheibner: Das sollte nicht sein!), während die türkische Frau
Abg. Scheibner: Da haben Sie Recht! Der sollte sie auch nicht bekommen!
vielleicht gezwungen wird, bei einem prügelnden Mann zu bleiben. (Abg. Scheibner: Da haben Sie Recht! Der sollte sie auch nicht bekommen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine geschätzten Damen und Herren! Staatsbürger von Österreich sein zu dürfen, ist sicherlich ein besonderes Privileg, mit dem man nicht leichtfertig umgehen darf, und ich bitte Sie daher, diesem Entwurf die Zustimmung zu geben. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Mit Scheuklappen werden Ressentiments geschürt!
Ich möchte aber schon auch anmerken, dass ich es sehr schade finde, dass immer, wenn in diesem Hohen Haus über Sicherheit diskutiert wird, sofort immer auch die Ausländerproblematik in den Mittelpunkt der Diskussion gerät, und so diese Sicherheitsthematik und die Ausländerthematik immer wieder – so empfinde ich es – in einem sehr unguten Licht gemeinsam beleuchtet und meiner Meinung nach dadurch Ressentiments geschürt werden, die sehr wohl gefährlich sind, Frau Kollegin Partik-Pablé. (Abg. Scheibner: Mit Scheuklappen werden Ressentiments geschürt!) Ich würde mir wirklich wünschen, dass diese Debatten hier in diesem Hohen Haus anders geführt werden könnten.
Abg. Scheibner: Ein Unsinn!
Ich kann mich noch an das Jahr 1999 erinnern, in dem ein Kärntner Landeshauptmann seine Vorstellungen vom Kinderscheck – so hat das Kinderbetreuungsgeld damals geheißen – kundgetan und gesagt hat: Wir wollen das deshalb machen, damit der Arbeitsmarkt von den Frauen geräumt wird. (Abg. Scheibner: Ein Unsinn!) Ja, das war wortwörtlich die Erklärung des Kärntner Landeshauptmannes: damit die Frauen den Arbeitsmarkt räumen, damit der Arbeitsmarkt nur für die Männer offen ist. Das war seine Begründung für das Modell Kinderscheck.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Andererseits ist die Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2001 gestiegen. Das ist aber, bitte, kein österreichisches Phänomen, sondern das ist im gesamten europäischen Vergleich genauso! 4,8 Prozent im Jahr 2004 – damit sind wir innerhalb der Europäischen Union immerhin das Land mit der viertniedrigsten Arbeitslosenquote! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist ganz klar!
Wir leben – Gott sei Dank, kann ich da nur sagen – in einer Republik, wo auch für Landeshauptleute die Gesetze gelten, also auch für einen Landeshauptmann, der der ehemals Freiheitlichen, jetzt orangen Partei oder der freiheitlich-orangen Partei Kärntens angehört. Aber es ist überhaupt nicht klar (Abg. Scheibner: Das ist ganz klar!), welche Partei das ist, ob es die Freiheitlichen Kärntens sind, die eigentlich keine Freiheitlichen mehr sind, sondern Orange. Diese Wortspielerei zeigt doch, dass das alles, was da betrieben wird, Camouflage ist. (Abg. Neudeck: Bei den Grünen ist es auch nicht mehr so leicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie kennen aber schon die Geschäftsordnung, Frau Kollegin!? Geschäftsordnung lesen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie die Geschäftsordnung!
Abgeordnete Mag. Melitta Trunk (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Frau Kollegin Gabitzer, Sie haben Recht, wenn Sie sagen, es handle sich dabei um ein sensibles und wichtiges Thema. (Abg. Neudeck: Warum reden Sie dann dazu?) Mit Bedauern muss ich allerdings feststellen – und das zeigt die leere Regierungsbank –, wie wenig wichtig dieser Bundesregierung diese sehr wichtige und seit 50 Jahren anstehende Frage für Kärnten und letztlich auch für Österreich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie kennen aber schon die Geschäftsordnung, Frau Kollegin!? Geschäftsordnung lesen! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Lesen Sie die Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Wissen Sie, was Ihr Ambrozy in dieser Konferenz gesagt hat? Ich hoffe, Sie wissen es!
geben! – Damals, als das in Kärnten passiert ist, bin ich hier gestanden und habe gesagt: Diese Enthüllung ist ein unwürdiges Spiel!, und der dortige Bürgermeister hat gebeten, kein Aufheben davon zu machen, weil es bei der Enthüllung einer Ortstafel nichts zu feiern gebe. (Abg. Scheibner: Wissen Sie, was Ihr Ambrozy in dieser Konferenz gesagt hat? Ich hoffe, Sie wissen es!)
Abg. Scheibner: Sie haben das in dieser Konsens-Konferenz blockiert! Ihr Vertreter!
Es ist unerträglich – und vor allem haben es die Menschen in Kärnten und in Österreich nicht verdient –, wie mit der Frage der Ortstafeln auch noch im Jahr 2005 Emotionen geschürt und Feindschaften aufgebaut werden, statt sich gemeinsam der Verantwortung zu stellen (Abg. Scheibner: Sie haben das in dieser Konsens-Konferenz blockiert! Ihr Vertreter!) und in Kärnten und auch in ganz Österreich das Bewusstsein zu schaffen, dass die Aufgabe, nämlich der Artikel 7 des Staatsvertrages von Wien, im Jahr 2005 zu erfüllen ist.
Abg. Scheibner: Das ist er nicht gewohnt, denn unter Anwälten geht unter einer Stunde nichts!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Dr. Puswald, und zwar 3 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: Das ist er nicht gewohnt, denn unter Anwälten geht unter einer Stunde nichts!)
Abg. Scheibner: Rechtsstaat, Frau Kollegin, Rechtsstaat!
Allein Sie haben uns ja nie Gelegenheit gegeben, darüber zu diskutieren, sondern mit Beginn des Gedenkjahres wurde von der FPÖ – damals gab es noch kein BZÖ; so ändern sich die Zeiten – verkündet: keine Amnestie im Gedenk- und Bedenkjahr. Was kümmern uns 60 Jahre Republik, was kümmert uns eine Tradition, die das Hohe Haus aufgebaut hat?! Jetzt ist Rechtspopulismus angesagt, und jetzt zeigen wir, wer im wahrsten Sinne des Wortes der Herr im Haus ist. (Abg. Scheibner: Rechtsstaat, Frau Kollegin, Rechtsstaat!)
Abg. Scheibner: Das ist das Subsidiaritätsprinzip!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär, grüß Gott! (Abg. Großruck: Warum halten Sie eigentlich nicht alle Reden auf einmal?) Herr Staatssekretär Morak, das Dienstrecht (die Rednerin lacht) – entschuldigen Sie, das hat nichts mit Ihnen zu tun, aber es erweckt eine gewisse Heiterkeit, weil ich mir vorstelle, wie ein Burgschauspieler und das Dienstrecht zusammengehen. Eigentlich habe ich erwartet, dass Herr Staatssekretär Finz kommt. (Abg. Scheibner: Das ist das Subsidiaritätsprinzip!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ein bisschen länger suchen!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist für uns nicht akzeptierbar. Ich frage Sie noch einmal und verweise dabei auf die Unterlage der Statistik Austria aus dem Jahre 2002, in der steht: klare und strenge Regeln für den Datenschutz: Wo sind diese klaren und strengen Regelungen für den Datenschutz? – Ich finde sie nicht, daher lehnen wir dieses Gesetz ab. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ein bisschen länger suchen!)
Abg. Scheibner: Welche Bedenken?
Ich will jetzt nicht wiederholen, was Kollege Maier gesagt hat. (Abg. Mag. Regler: Das Informationssicherheitsgesetz!) – Nein! Sie haben sich also jetzt nur auf das Informationssicherheitsgesetz bezogen. Mit dem Informationssicherheitsgesetz geht es mir detto. Ich habe es schon im Ausschuss zu erklären versucht: Konsequent wie wir sind, haben wir damals, als dieses Gesetz, das Stammgesetz beschlossen wurde, unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht. Diese Bedenken wurden auch nicht (Abg. Mag. Regler: Die haben sich nicht bewahrheitet!) – nein –, sie wurden seither nicht zerstreut. (Abg. Neudeck: Sie sind zerstreut genug!) – Nein, sie sind nicht zerstreut worden. Da diese Bedenken noch weiter berechtigt sind, können wir diesem Gesetz auch heute unsere Zustimmung nicht geben. (Abg. Scheibner: Welche Bedenken?) Aber ich möchte mich nun dem Registerzählungsgesetz widmen. (Abg. Neudeck: Das tut der Qualität des Gesetzes keinen Abbruch!)
Abg. Scheibner: Haben Sie ein Problem damit?
An selber Adresse meldet sich – angenommen, die erste Person war ein Mann – eine Frau an und gibt wahrheitsgetreu als Familienstand ledig an. Nun kann die erste Person, die verheiratet ist, ja nicht mit der zweiten Person, die ledig ist, verheiratet sein – denn sonst wäre ja die zweite Person nicht ledig. Das heißt, da wohnt vielleicht ein Mann mit einer Frau zusammen, und die beiden sind nicht miteinander verheiratet. (Abg. Scheibner: Haben Sie ein Problem damit?) – Ich frage Sie: Was geht das den Rest der Ortsbevölkerung an? (Abg. Donabauer: Das interessiert sie auch nicht! Das interessiert die Bevölkerung nicht!)
Abg. Scheibner: Den habt ihr verlassen!
Es geht in diesem Fonds um beträchtliche Mittel, und daher, weil diese Geschichte eine äußerst sensible ist und man auch in der Vergangenheit stets den Konsens mit allen politischen Parteien gesucht hat, wäre es nach meinem Dafürhalten notwendig gewesen – und das war auch das Paradigma der österreichischen Innenpolitik –, zu sagen: In diesem Punkt, wo es um nationalsozialistische Vergangenheitsbewältigung geht, suchen wir den Allparteienkonsens. (Abg. Scheibner: Den habt ihr verlassen!)
Abg. Scheibner: Ihr habt ihn verlassen!
Da sind Sie von dieser Linie abgewichen. (Abg. Scheibner: Ihr habt ihn verlassen!) Denn: Was den Zweck des Gesetzesantrages betrifft, Frau Baumgartner-Gabitzer, da konnten wir nicht mitgehen, weil nämlich der Zweck die Förderung von Projekten war, die dem Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes dienen sollten, und es heißt im § 1 Abs. 1 eindeutig, dass mit diesem Bundesgesetz „ein Fonds zur Förderung von Projekten zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes und zur Erforschung des Unrechts, das während des nationalsozialistischen Regimes auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich geschehen ist, sowie einer zukunftsorientierten Förderung von Toleranz und Nicht-Diskriminierung“ und so weiter errichtet wird. – Das ist der Punkt. (Abg. Scheibner: Eben! Das wollt ihr auch nicht!)
Abg. Scheibner: Eben! Das wollt ihr auch nicht!
Da sind Sie von dieser Linie abgewichen. (Abg. Scheibner: Ihr habt ihn verlassen!) Denn: Was den Zweck des Gesetzesantrages betrifft, Frau Baumgartner-Gabitzer, da konnten wir nicht mitgehen, weil nämlich der Zweck die Förderung von Projekten war, die dem Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes dienen sollten, und es heißt im § 1 Abs. 1 eindeutig, dass mit diesem Bundesgesetz „ein Fonds zur Förderung von Projekten zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes und zur Erforschung des Unrechts, das während des nationalsozialistischen Regimes auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich geschehen ist, sowie einer zukunftsorientierten Förderung von Toleranz und Nicht-Diskriminierung“ und so weiter errichtet wird. – Das ist der Punkt. (Abg. Scheibner: Eben! Das wollt ihr auch nicht!)
Abg. Scheibner: Ustascha-Regime! Horthy-Regime! Da geht’s um Zwangsarbeiter!
stalinistischen Regimes – die nicht geleugnet werden sollen. (Abg. Scheibner: Ustascha-Regime! Horthy-Regime! Da geht’s um Zwangsarbeiter!) Aber das ist nicht unsere Sache. Unsere Sache ist die Erforschung nationalsozialistischen Unrechts und dessen, was hier in Österreich passiert ist. Das war der Zweck des Fonds. – Das ist die eine Sache. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
stalinistischen Regimes – die nicht geleugnet werden sollen. (Abg. Scheibner: Ustascha-Regime! Horthy-Regime! Da geht’s um Zwangsarbeiter!) Aber das ist nicht unsere Sache. Unsere Sache ist die Erforschung nationalsozialistischen Unrechts und dessen, was hier in Österreich passiert ist. Das war der Zweck des Fonds. – Das ist die eine Sache. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie verweigert! – Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: ..., und nicht wir!
Die andere Sache ist: Wenn man eine kritische und selbstreflexive Betrachtung der Geschichte des nationalsozialistischen Unrechtsregimes in der Republik Österreich wollte und auch eine Aufarbeitung der Gedankenwelt des Nationalsozialismus in der Zweiten Republik, dann hätte man nach unserem Dafürhalten den bisherigen Weg fortsetzen müssen (Abg. Scheibner: Das haben Sie verweigert! – Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: ..., und nicht wir!) und alle gesellschaftlich relevanten Gruppen einbinden müssen – damit meine ich alle Parteien, und damit meine ich auch alle relevanten Gruppen außerhalb des Parlaments –, und nicht nur sich ein Kuratorium bestellen, das ausschließlich aus Vertretern besteht, die vom Bundeskanzler beziehungsweise der Außenministerin bestellt werden. Das ist typische Klientelpolitik und nicht Aufarbeitung.
Sitzung Nr. 131
Abg. Scheibner: Dort gibt es halb so viele Unfälle wie bei uns!
Da geht es nicht nur um die Unfallrisiken – auch, natürlich. Und den ersten schweren Unfall, womöglich mit Todesfolge – Gott behüte! –, wird sich der Vizekanzler zurechnen lassen müssen. (Abg. Hornek: Was ist mit den Grünen in Deutschland? Die fahren auch mit 180!) Das ist schlimm genug. Aber, meine Damen und Herren: Tempo 160 km/h, das ist auch eine europäische Frage. In ganz Europa, mit Ausnahme von Deutschland (Abg. Scheibner: Dort gibt es halb so viele Unfälle wie bei uns!), gibt es auf Landstraßen und Autobahnen Geschwindigkeitsbeschränkungen, die höchstens das Ausmaß von Österreich erreichen. (Abg. Hornek: Das ist eine Scheinheiligkeit!) In Deutschland gibt es auf bestimmten Autobahnabschnitten Ausnahmen, ja.
Abg. Scheibner: Wieso wissen Sie das jetzt schon?
Das wird die große Bruchlinie im nächsten halben Jahr in Österreich sein! (Abg. Scheibner: Wieso wissen Sie das jetzt schon?) – Weil es sich jetzt schon anzeigt, weil es sich jetzt schon in Details anzeigt. Ein Detail, wie da Kleinigkeiten verwendet werden. (Abg. Scheibner: Da sind wir sehr gespannt!) Gut, dass Sie mich erinnern, damit ich allen Zuhörerinnen und Zuhörern und auch Ihnen hiezu ein Beispiel gebe.
Abg. Scheibner: Da sind wir sehr gespannt!
Das wird die große Bruchlinie im nächsten halben Jahr in Österreich sein! (Abg. Scheibner: Wieso wissen Sie das jetzt schon?) – Weil es sich jetzt schon anzeigt, weil es sich jetzt schon in Details anzeigt. Ein Detail, wie da Kleinigkeiten verwendet werden. (Abg. Scheibner: Da sind wir sehr gespannt!) Gut, dass Sie mich erinnern, damit ich allen Zuhörerinnen und Zuhörern und auch Ihnen hiezu ein Beispiel gebe.
Abg. Scheibner: Da sind auch die Menschenrechte dabei, Frau Kollegin! Da werden Sie ja nicht dagegen sein?
Herr Minister Bartenstein hat ein sehr bezeichnendes Wort verwendet, das in der letzten Zeit von den Regierungsmitgliedern – und auch von Seiten der ÖVP – des Öfteren zu hören ist: Es ginge um das „europäische Lebensmodell“ (Bundesminister Dr. Bartenstein: Ja!), oder auch „europäisches Gesellschaftsmodell“ wird manchmal gesagt. – Ich finde es schon sehr interessant, dass nicht mehr die Rede vom europäischen Sozialmodell ist. (Abg. Mag. Molterer: Das gehört zum Lebensmodell dazu!) „Lebensmodell“ – das klingt sehr unverbindlich. (Abg. Mag. Molterer: Das ist mehr!) Das klingt nicht so, als ob man hergehen und sagen möchte (Abg. Scheibner: Da sind auch die Menschenrechte dabei, Frau Kollegin! Da werden Sie ja nicht dagegen sein?): Ja, es
Abg. Scheibner: Da sind auch die Frauenrechte dabei!
ist uns wichtig, dass die Kluft zwischen Arm und Reich so niedrig wie möglich bleibt! (Abg. Scheibner: Da sind auch die Frauenrechte dabei!) Ja, es ist uns wichtig, dass Menschen ein existenzsicherndes Einkommen haben und dass es ein soziales Netz gibt, das sie auffängt! (Abg. Scheibner: Da ist auch die Umwelt dabei!)
Abg. Scheibner: Da ist auch die Umwelt dabei!
ist uns wichtig, dass die Kluft zwischen Arm und Reich so niedrig wie möglich bleibt! (Abg. Scheibner: Da sind auch die Frauenrechte dabei!) Ja, es ist uns wichtig, dass Menschen ein existenzsicherndes Einkommen haben und dass es ein soziales Netz gibt, das sie auffängt! (Abg. Scheibner: Da ist auch die Umwelt dabei!)
Abg. Scheibner: Ihnen kann man es überhaupt nicht recht machen!
„Lebensmodell“, das klingt mir zu unverbindlich (Abg. Scheibner: Ihnen kann man es überhaupt nicht recht machen!), und ich sehe da eine Gefahr, dass diese neo-liberale Tendenz, die Sie haben, da hineinkommt. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist eine EU-Debatte! – Sind Sie nicht in der Lage, eine EU-Debatte zu führen? Ist das so schwer?
Da haben wir wieder dasselbe Problem: Wir haben wunderschöne Aktionspläne, nicht qualifizierbar, nicht quantifizierbar – und in Wahrheit steigt unter dieser Regierung die Armut in Österreich dramatisch an. (Abg. Scheibner: Das ist eine EU-Debatte! – Sind Sie nicht in der Lage, eine EU-Debatte zu führen? Ist das so schwer?) – Auch wieder genau das Gegenteil von dem, was Sie sagen, und von dem, was Lissabon verfolgt und was in diesem Legislativprogramm steht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: ... Armut im Geiste ...!)
Abg. Scheibner: Wir haben eine EU-Debatte, Frau Kollegin!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (fortsetzend): Unfallursache Nummer eins ist überhöhte Geschwindigkeit. (Abg. Scheibner: Wir haben eine EU-Debatte, Frau Kollegin!) Dahinter steht die Mentalität, dass Tempo, dass Geschwindigkeit etwas Positives ist. Mein Problem ist, Herr Vizekanzler, dass Sie mit Ihrem Vorhaben (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ganz richtig liegen!), Tempo 160 zu testen, eine Mentalität unterstützen, die lebensgefährlich ist. Darum geht es mir! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!
Mir geht es darum, darauf hinzuweisen, dass Sie mit Ihren Testversuchen (Abg. Scheibner: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!) dem europäischen Sicherheitsmodell in verschiedener Hinsicht völlig zuwiderhandeln.
Sitzung Nr. 132
Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!
Richtig ist vielmehr, dass sich nach der PISA-Studie 1 ergeben hat, dass es unterschiedliche Bewertungen in den verschiedenen Ländern gegeben hat. (Abg. Scheibner: Das ist keine tatsächliche Berichtigung!) – Das ist keine tatsächliche Berichtigung?
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Ich weiß nicht, vielleicht können Sie das im Protokoll nachlesen, dann können Sie ja schauen, was drinnen steht. Ich habe gesagt, dass es in öffentlichen Schulen keine Möglichkeit gibt, Klassen auszusuchen, dass man sein Kind in eine Montessori-Klasse geben kann, weil es davon abhängt, ob zufälligerweise die Lehrkraft eine entsprechende Ausbildung hat. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Das ist ein wesentlicher Unterschied! Es gibt im öffentlichen System keine Wahlmöglichkeit. Natürlich gibt es auch pädagogische Fortschritte. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sie sind wirklich die „Beste“!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Wenn ich meine Vorrednerin ernst nehme – und ich weiß schon, das ist nicht immer die klügste Strategie –, dann würde ich annehmen müssen, dass Sie alle (Abg. Scheibner: Sie sind wirklich die „Beste“!) genau Bescheid wissen ... (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir sind alle die Trotteln anscheinend bei Ihnen! Und nur Sie ...! – Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Das werden wir nicht Ihnen überlassen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.
Sie werden es mir selbst überlassen müssen, wen ich geruhe, ernst nehmen zu müssen und wen nicht. Und ich muss damit ja nicht Recht haben. Aber wenn ich ... (Abg. Scheibner: Das werden wir nicht Ihnen überlassen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) – Herr Klubobmann, Sie werden mir nicht vorschreiben, was ich zu denken habe! Okay? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie mit Ihrer überheblichen Art!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie mit Ihrer überheblichen Art!
Sie werden es mir selbst überlassen müssen, wen ich geruhe, ernst nehmen zu müssen und wen nicht. Und ich muss damit ja nicht Recht haben. Aber wenn ich ... (Abg. Scheibner: Das werden wir nicht Ihnen überlassen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé.) – Herr Klubobmann, Sie werden mir nicht vorschreiben, was ich zu denken habe! Okay? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie mit Ihrer überheblichen Art!)
Abg. Scheibner: Mäßigen Sie sich!
Wir haben auch noch Redefreiheit, insbesondere im Parlament, Herr Klubobmann, auch wenn es Ihnen vielleicht nicht passt! (Abg. Scheibner: Mäßigen Sie sich!) – Nein, Sie mäßigen sich jetzt, bitte, Herr Klubobmann! Wir haben Gedankenfreiheit und Redefreiheit und sind hier in einem frei gewählten Parlament! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie glauben, Sie können alles tun und sagen, nur weil Sie ...! Das ist wirklich eine Frechheit!)
Abg. Scheibner: Sie haben das alle gepachtet!
Nichtsdestotrotz musste man aus den Ausführungen meiner Vorrednerin, wenn man ihr zugehört hat, annehmen – Sie hat es zumindest behauptet –, dass Sie alle ohnehin ganz genau wissen, wie groß und ernst das Problem Menschenhandel ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ja, das wissen wir! Dazu brauchen wir nicht Sie!) Ich glaube Ihnen das jetzt auch gerne. Dann frage ich mich allerdings schon: Warum tun Sie denn dann nicht mehr dagegen, wenn Sie es wissen? (Abg. Scheibner: Sie haben das alle gepachtet!) Warum tun Sie dann nicht mehr dagegen, wenn Ihnen die Ernsthaftigkeit dieses Problems bewusst ist? (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wenn Sie das alles genau wissen, warum machen Sie dann nicht ein Konzept?)
Abg. Scheibner: Also das ist eine komische Logik! Ein Regierungsprogramm geht über vier Jahre!
Weise war, dass Frau Abgeordnete Steibl gesagt hat, dass das schon im Regierungsprogramm festgeschrieben ist – und damit selber bestätigt hat, wie lange das Vorhaben schon besteht. (Abg. Scheibner: Also das ist eine komische Logik! Ein Regierungsprogramm geht über vier Jahre!)
Abg. Mag. Molterer: Wie ist das mit den acht Fristsetzungsanträgen vom Kollegen Schennach? – Abg. Scheibner: Den kennt sie nicht!
Sie haben schon das letzte Mal für den Antrag betreffend diese GesmbH eine Fristsetzung beantragt, haben damit zeitlich irrsinnigen Druck ausgeübt, und es war für Sie schon damals absehbar, dass sich ein Termin für eine Familienausschusssitzung möglicherweise nicht ausgeht. (Abg. Mag. Molterer: Wie ist das mit den acht Fristsetzungsanträgen vom Kollegen Schennach? – Abg. Scheibner: Den kennt sie nicht!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Road-Pricing, Satellitennavigation, Bordcomputer, Flottenmanagement und das zunehmend wichtige Thema der Ladesicherung sind die täglichen Herausforderungen für unsere Frächter, die diese im Sinne der Verkehrssicherheit bewältigen. Sie nehmen die Herausforderung an und sorgen dafür, dass alles zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Wir unterstützen sie mit den richtigen Rahmenbedingungen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Kollege Posch geht schon! – Abg. Scheibner: Der erste Kärntner geht schon!
Ich glaube zweitens, dass es auch gut war, sich für den 31. Jänner als Stichtag zu entscheiden. Ich bin hier nicht ganz der Meinung des Kollegen Kogler. Eine Umgründung ist ein Vorgang, der für einen Betrieb nicht leicht ist. Denken wir nur an einen Gewerbebetrieb, der eine Inventur aufstellen muss für den Umgründungsstichtag und monatelang mit den Vorbereitungen beschäftigt ist! Da zu sagen: „Ätsch, jetzt machen wir es einen Monat früher!“, ist keine Methode, mit der ein Gesetzgeber agieren soll. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Kollege Posch geht schon! – Abg. Scheibner: Der erste Kärntner geht schon!)
Abg. Scheibner: Ihr müsst es ja nicht machen! – Abg. Mag. Stoisits: Machen Sie nicht mit!
Ich möchte zu den vorliegenden Gesetzentwürfen nichts mehr sagen, es ist schon alles gesagt worden, sondern ich möchte dort anschließen, wo Jakob Auer aufgehört hat, und über die Sinnhaftigkeit dieser kurzen Wortmeldungen debattieren. Diese Stricherllisten-Mentalität veranlasst mich, die Klubobmänner und das Präsidium aufzufordern, das nächste Mal jenen Redakteur, der die Stricherllisten im „News“ publiziert, sowie jenen Redakteur, der diese Statistiken in der „Ganzen Woche“ veröffentlicht, hierher einzuladen, um selbst vor Ort zu beurteilen, ob das sinnvoll ist, wenn alle zwei Minuten jemand anderer von uns hierher ans Rednerpult kommt und irgendetwas zum Besten gibt. (Abg. Scheibner: Ihr müsst es ja nicht machen! – Abg. Mag. Stoisits: Machen Sie nicht mit!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich denke, die burgenländische SPÖ hat durchaus schon gesehen, dass wir sinnvolle und gute Gesetze machen, und nützt sie. Es wird nicht sehr lange dauern, bis auch die SPÖ auf Bundesebene einsehen wird, dass das ein gutes Gesetz ist, das Arbeitsplätze sichert und Wertschöpfung schafft. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal ist er gut, der Präsident!
Ich nehme die Gelegenheit wahr, meine Damen und Herren, einerseits den Inhalt der Kritik des Rechnungshofes hier noch einmal zu diskutieren und zweitens auch dem abwesenden Herrn Finanzminister noch einmal auszurichten: Nehmen Sie diese ungerechtfertigte – ich sage es einmal so – herabwürdigende Äußerung gegenüber dem Rechnungshof zurück, Herr Grasser! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt auf einmal ist er gut, der Präsident!)
Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist ja nicht sein Platz! Da darf er nicht dazwischenrufen!
Meine Damen und Herren, dem Kollegen Matznetter möchte ich noch eines sagen, da er ja gerne Zahlen vergleicht, die gar nicht zusammengehören. (Abg. Parnigoni: Sie verscherbeln ...! – Abg. Riepl: Verscherbelt habt ihr ...! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.) Kollege, dann weißt du wieder nicht, was ich gesagt habe! Du kannst nicht reden und denken gleichzeitig, das geht nicht! Hör zu und sei ruhig! (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Kollege Matznetter – schau, jetzt habe ich geglaubt, das ist der Gusenbauer. (Auf dem Platz des Abg. Dr. Gusenbauer hat Abg. Parnigoni Platz genommen.) Entschuldigung, ihr schaut euch ein bisschen ähnlich. Das ist nicht einmal sein Platz. (Heiterkeit bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist ja nicht sein Platz! Da darf er nicht dazwischenrufen!)
Abg. Scheibner: Keine Kritik an der Präsidiale!
Ich hoffe aber auch, dass bei diesen Maßnahmen endlich auch das Parkplatzproblem in Angriff genommen und einer Lösung zugeführt wird. Gerade wir aus den Bundesländern haben sehr darunter zu leiden, wenn wir keine Stellfläche hier vorfinden. (Abg. Scheibner: Keine Kritik an der Präsidiale!)
Abg. Scheibner: Kennst du noch die Einem-Kampagne?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Am Nikolaustag haben Sie 170 000 € rein nach dem Listenpreis der Inserate, die wir kennen, für diese Kampagnen ausgegeben. – 170 000 € an einem Tag! (Abg. Scheibner: Kennst du noch die Einem-Kampagne?)
Sitzung Nr. 133
demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es gibt ein wichtiges Ressort in der Bundesregierung, dieses Ressort heißt Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner) – theoretisch. So heißt dieses wichtige Bundesministerium. – Tatsächlich sind wir der Meinung, dass der zuständige Minister – das ist Vizekanzler Gorbach – ein Minister der Peinlichkeiten und der Zumutungen für die österreichischen Steuerzahler und für die österreichischen Bürger im Allgemeinen ist. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich!)
Ein Handy in den Reihen der SPÖ-Abgeordneten läutet. – Abg. Scheibner: Ihr Telefon läutet!
Erstens: Die Zerschlagung der ÖBB in 21 Gesellschaften haben Sie zu verantworten. (Ein Handy in den Reihen der SPÖ-Abgeordneten läutet. – Abg. Scheibner: Ihr Telefon läutet!) – Meines ist ausgeschaltet! Ich habe es im Griff, Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Herr Verkehrsminister, ich denke, Ihre Bilanz ist absolut spärlich, sie ist kümmerlich! Außer Spesen nichts gewesen! Höher, schneller, weiter!, dürfte Ihr Motto sein – und betroffen sind die Menschen, die Verkehrssicherheit und die VerkehrsteilnehmerInnen (Abg. Scheibner: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?), Herr Kollege Scheibner. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt hat sie’s ihm „eineg’sagt“, dem Klubobmann! Jetzt zittert er!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Herbert, erfang dich wieder!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Auch er spricht 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Herbert, erfang dich wieder!)
Abg. Scheibner: Ich gebe Ihnen alle Maßnahmen!
Ja, Herr Minister, uns reicht es wirklich (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihnen!), denn Ihre Bilanz ist mehr als peinlich. Das hat allein Ihre Darlegung vorhin gezeigt. Auch das, was Herr Klubobmann Scheibner gesagt hat, hat das sehr gut gezeigt. Er kann ja inhaltlich nichts vorweisen! (Abg. Scheibner: Ich gebe Ihnen alle Maßnahmen!)
Abg. Scheibner: Lesen Sie etwas anderes vor!
Kollegin Hakl hat soeben gemeint hat, dass Reisen bildet – ich kann Ihnen nur sagen: Tun Sie das aus Ihrer Privattasche und hören Sie auf, Ihre Staatsfunktion für persönliche Reisetätigkeit zu verwenden! (Abg. Scheibner: Lesen Sie etwas anderes vor!)
Abg. Scheibner: Ja, warum denn?
Im Rechnungshofbericht wurde ausgeführt, dass die Personalkosten steigen, obwohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgebaut werden. Trotz weniger Personals steigen die Personalkosten. (Abg. Scheibner: Ja, warum denn?) So, wie Ihr Ansinnen ist, wenn Sie BewerberInnen einstellen wollen – da gibt es ein Casting –, merkt man, dass Sie auch bei den ÖBB überhaupt keine wirtschaftliche, politische Verantwortung zu tragen haben.
Abg. Scheibner: Die habt ihr alle schon gezählt, gell? Das glaub’ ich! Seid ihr probegesessen auch schon?
Ich habe gestern gesagt, dass Sie ein Minister für Prunk und Protz sind, Herr Bundesminister. Wissen Sie, wie viele Sitze hier auf dieser Regierungsbank zu vergeben sind? – 18 Sitze. (Ruf: 19!) – 19. Danke. (Abg. Scheibner: Die habt ihr alle schon gezählt, gell? Das glaub’ ich! Seid ihr probegesessen auch schon?) – Aber Sie
Abg. Scheibner: So gedämpft war das heute nicht!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Ich fürchte, ich werde jetzt etwas unspektakulär zwischen dem „Feuer frei!“ der Sozialdemokraten und dem gedämpften Weihrauch der Volkspartei durchzuschiffen versuchen. (Abg. Scheibner: So gedämpft war das heute nicht!)
Abg. Scheibner: Die „moralische Instanz“ der Grünen!
Leider, meine Damen und Herren, war ich gezwungen, diese Aussage zu klagen. Ich klage nicht gerne. Ich bin zwölf Jahre ohne das ausgekommen. Damals musste ich das klagen. Diese Person war natürlich immun beziehungsweise ist immun. Sie ist auch jetzt noch immun, aber das wird irgendwann einmal aufgehoben werden. Es handelt sich um eine jetzt nicht anwesende grüne Abgeordnete, die sich auch persönlich bei mir entschuldigt und gesagt hat, da ist ein Fehler passiert. Diese Entschuldigung ist aber nicht öffentlich passiert. Das ist auch eine besondere Vorgangsweise (Abg. Dr. Partik-Pablé: Typisch!), aber das gibt der Klage eine zweite Richtung (Abg. Scheibner: Die „moralische Instanz“ der Grünen!), nämlich in Richtung der Grünen in Vorarlberg. Diesbezüglich hat es schon eine erste Verhandlung gegeben. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Das kennen wir ja: Anpatzen und dann nicht entschuldigen!)
Abg. Scheibner: Wen zitieren Sie da?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Selbst gegen den Beschluss der Mehrheit der Ländervertreter im Bundesrat setzt diese Regierung die Ausdünnung der Infrastruktur des ländlichen Raumes und auch im Rest von Österreich fort. (Abg. Scheibner: Wen zitieren Sie da?) Ich frage mich, was der Resolutionsantrag gegen die Schließung von Postämtern des Niederösterreichischen Landtages vom 25. November 2004 noch wert ist, der auch mit den Stimmen der ÖVP beschlossen wurde.
Abg. Scheibner: Das ist ein Blödsinn!
Meine Damen und Herren! Herr Kollege Eßl hat es hier für notwendig befunden, Petra Bayr zu kritisieren und festzuhalten, ob sie im Ausschuss etwas sagt oder nicht. Wir wissen inzwischen, er ist gar nicht Mitglied dieses Ausschusses. Aber ich habe den Kollegen Eßl, der ja den Lungau in Salzburg vertritt, bei diesen Sitzungen auch nicht reden gehört, als es um 160 km/h auf den Autobahnen ging. Ich gehe davon aus, wenn man im Lungau wohnt, also in einem Bezirk, wo gesetzlich auf der Autobahn eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h festgelegt ist, und zwar zur Verringerung der Lärmbelastung und von Emissionen, dann ist man doch gefordert, Stellung zu nehmen. (Abg. Scheibner: Das ist ein Blödsinn!) Ich glaube, Herr Kollege Eßl, es wäre an der Zeit, darüber nachzudenken, ob man mit dieser 160-km/h-Debatte nicht eher Schluss machen sollte.
Abg. Scheibner: Wobei? Bei welchem Thema, Herr Kollege?
Ich verstehe das BZÖ und die FPÖ nicht. Sie hätten jetzt die Gelegenheit gehabt, sich wieder zu etablieren, zu verselbständigen, indem Sie Ihren Koalitionspartner auch einmal Nachdenkpausen hätten verordnen können. Sie hätten hier die Chance gehabt, auch ohne 160-km/h-Debatte die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen, dass Sie existieren, dass es Sie also noch gibt. – Sie haben das nicht getan. (Abg. Scheibner: Wobei? Bei welchem Thema, Herr Kollege?) Sie reden Ihrem Koalitionspartner das Wort, denken nicht nach und haben auch gemeinsam die Konsequenzen zu tragen.
Abg. Scheibner: Welches Thema meinen Sie?
Herr Kollege Scheibner! Sie wissen so gut wie ich – hören Sie Ihren eigenen Kollegen bei Debatten in den Gasthäusern und bei Veranstaltungen zu! –, nicht jeder ist willens, die gemeinsame Politik draußen zu vertreten. (Abg. Scheibner: Welches Thema meinen Sie?) Hier traut man es sich vielleicht nicht so deutlich zu sagen. Aber da ist Aufholbedarf gegeben. Sie haben die Chance vergeben. Die Wähler werden es beurteilen. Das ist Ihr Problem!
Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung!
Tatsache ist, er hat den Termin mit anderen Menschen versorgt, der Termin wurde ordnungsgemäß durchgeführt. (Abg. Scheibner: Das ist ja keine tatsächliche Berichtigung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ordnungsruf!
Herr Präsident, Ihre Rechtsansicht findet sich nicht im Gesetz; ist also gesetzwidrig! Ich erachte das deshalb als besonders verwerflich, weil Ihre Entscheidung nicht anfechtbar ist. Ich glaube, dass diese Vorgangsweise mit Ihrer Funktion als Präsident des Nationalrates nicht mehr vereinbar ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ordnungsruf!)
Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon einmal gehört!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Bundesministerin Haubner, ich gratuliere Ihnen auch zum Geburtstag! Das ändert aber trotzdem nichts daran – da schließe ich mich den Ausführungen des Kollegen Jarolim an –, dass, abgesehen vom Eintreten eines Geburtstages, alles an den Umständen, die zu diesem Gesetz geführt haben, äußerst ungewöhnlich ist. (Abg. Scheibner: Das haben wir heute schon einmal gehört!)
Abg. Scheibner: Darf man das nicht?
Ich zähle auf: Diese Gesetzesvorlage ist ohne Begutachtungsverfahren dem Parlament zugeleitet worden. Das Gesetz ist als Initiativantrag – von Abgeordneten sozusagen verkleidet – dem Parlament zugeleitet worden. (Abg. Scheibner: Darf man das nicht?) Ich sage deshalb „verkleidet“, weil es eine nicht unübliche, in diesem Falle aber ungewöhnliche Maßnahme ist, weil es dabei nicht um eine Notmaßnahme ging, sondern wo ausschließlich ministerielles Interesse dahinter gestanden ist. (Abg. Mag. Molterer: Initiativanträge sind Notmaßnahmen? – Abg. Scheibner: Wo steht das in der Verfassung?)
Abg. Mag. Molterer: Initiativanträge sind Notmaßnahmen? – Abg. Scheibner: Wo steht das in der Verfassung?
Ich zähle auf: Diese Gesetzesvorlage ist ohne Begutachtungsverfahren dem Parlament zugeleitet worden. Das Gesetz ist als Initiativantrag – von Abgeordneten sozusagen verkleidet – dem Parlament zugeleitet worden. (Abg. Scheibner: Darf man das nicht?) Ich sage deshalb „verkleidet“, weil es eine nicht unübliche, in diesem Falle aber ungewöhnliche Maßnahme ist, weil es dabei nicht um eine Notmaßnahme ging, sondern wo ausschließlich ministerielles Interesse dahinter gestanden ist. (Abg. Mag. Molterer: Initiativanträge sind Notmaßnahmen? – Abg. Scheibner: Wo steht das in der Verfassung?)
Sitzung Nr. 135
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Letztklassig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Behinderte Menschen brauchen kompetente Unterstützung – und sind nicht an Versorgungs- und Postenschachermethoden interessiert! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Letztklassig!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wissen Sie, was in der Verfassung steht?
Sehr geehrter Herr Behindertenanwalt Haupt, ich wünsche Ihnen alles Gute für Ihre Tätigkeit, aber die Verfassung gilt auch für Sie! An die Verfassung haben sich alle Menschen in Österreich zu halten. Dass das bis Kärnten nicht durchdringt, ist wirklich ein Skandal! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Wissen Sie, was in der Verfassung steht?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie aber auch dazu, dass er der bei weitem Bestgereihte war!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Das Behindertengleichstellungsgesetz ist die gesetzliche Voraussetzung dafür, dass wir jetzt einen Behindertenanwalt haben. Es gab zwölf BewerberInnen für diese Einrichtung, aber niemand wurde zu einem Hearing eingeladen. Letztendlich ist der ehemalige Minister Haupt Behindertenanwalt geworden. (Abg. Scheibner: Sagen Sie aber auch dazu, dass er der bei weitem Bestgereihte war!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, was Sie schon wieder behaupten!
Herr Klubobmann Scheibner, wenn Sie behaupten, es hätte darüber eine einstimmige Entscheidung gegeben, dann sage ich: Ja, Sie haben Recht! Aber die einzige Stimme, die entschieden hat, war die der Frau Sozialministerin Haubner, sonst keine. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich, was Sie schon wieder behaupten!)
Abg. Scheibner: Keine sinnlose Raserei!
Wobei es in der Begründung dieses Antrages interessanterweise so schön heißt: „Es soll“ durch diesen Antrag „sinnloser Raserei Einhalt geboten werden“. – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn ich Teststrecken mit 160 km/h per Verordnung durchsetzen will, frage ich mich: Ist das dann keine Raserei? (Abg. Scheibner: Keine sinnlose Raserei!) – Ah, das ist eine sinnvolle Raserei, Herr Klubobmann Scheibner?!
Abg. Scheibner: Wenn er nur 10 km/h schneller fährt, darf er nicht überholen!
Herr Kollege Wattaul, Sie wissen genau, dass LKW dort auch unterwegs sind. LKW fahren laut Vorschrift mit maximal Tempo 80. Was wird denn da passieren, denn das LKW-Überholen ist dort nicht verboten, sondern erlaubt? – Jetzt überholt ein 90 km/h fahrender LKW einen 80 km/h fahrenden – und hinten kommt ein PKW mit 160 km/h daher. Na das schaue ich mir an! Das schaue ich mir an! (Abg. Scheibner: Wenn er nur 10 km/h schneller fährt, darf er nicht überholen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Deshalb darf man zu schnell fahren im Ortsgebiet?
Das ist die Crux der Entwicklung in Kärnten, die wir auch am Beispiel der Ortstafeln nach wie vor verfolgen müssen, wo nach wie vor Rechtsstaat nicht Rechtsstaat ist. Wir aber wollen rechtsstaatliche Verhältnisse, wir wollen Verhältnisse haben, die voraussetzen, dass die Bevölkerung Vertrauen in staatliche Schutzaktionen haben kann, Verhältnisse, die den Schutz der Volks- und Minderheitenrechte und auch den Schutz der Menschenleben gewährleisten. Darum geht es uns insgesamt! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Deshalb darf man zu schnell fahren im Ortsgebiet?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir machen das zum erstmöglichen Zeitpunkt, abgestimmt mit der EU, auf eine europarechtlich zulässige Art und Weise, weil eines feststeht: Es wurde gesagt, dass diese Mauthöhe zulässig ist, wenn ein gewisser Anteil von bis zu 25 Prozent wirklich in die Schiene fließt. Für den ersten Abschnitt haben wir das jetzt schon umgesetzt. Das kann nicht europarechtswidrig sein, es ist abgestimmt und ist ein erfolgreiches Konzept. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zum Thema Kostenwahrheit möchte ich aber auch anmerken, dass es nicht nur darum geht, im terrestrischen Verkehr, also auf Schiene und Straße, Kostenpflichtigkeit wahrzunehmen, sondern dass das auch im Flugverkehr, im Schiffsverkehr, im transkontinentalen Verkehr notwendig wäre. Ich weise in diesem Zusammenhang ganz einfach auf den Vorschlag von Bundeskanzler Schüssel bei seiner Antrittsrede im Europäischen Parlament hin, dass es zu einer Besteuerung in diesem Bereich kommen sollte und dass wir intensiver dieses Thema diskutieren sollten. Dem, glaube ich, ist nichts hinzuzufügen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Der intensiven Arbeit unserer Regierungsmitglieder Staatssekretär Kukacka, Staatssekretär Mainoni und unserem Herrn Vizekanzler ist es zu verdanken, dass hier ein weiterer wichtiger Schritt gesetzt wurde, um speziell der Tiroler Bevölkerung entgegenzukommen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Jetzt kritisiert er schon wieder den Rechnungshof!
Der Rechnungshofausschuss ist nämlich nicht irgendein Gremium, das wissen Sie. Manchmal hat man den Eindruck, Sie verhalten sich so, also ob das irgendetwas nebenbei wäre (Abg. Scheibner: Jetzt kritisiert er schon wieder den Rechnungshof!), sage ich jetzt einmal ganz vorsichtig, aber es ist nicht irgendein Gremium, und genau solche Dinge könnten dort aufgeklärt werden.
Abg. Scheibner: Er kritisiert schon wieder den Rechnungshof!
Mein Eindruck ist, dass die bescheidenen und ohnehin nicht sehr stark ausgebauten Kontrollrechte, die wir haben oder wo es quasi noch eine gewisse Tradition gegeben hat, von Ihnen jetzt endgültig zu Grabe getragen werden. (Abg. Scheibner: Er kritisiert schon wieder den Rechnungshof!) Überlegen Sie sich das! Es wird nämlich auch das einmal als produktiver Beitrag sozusagen enttarnt werden in Ihrer Welt, dann nämlich, wenn man darauf kommt, was nach der Wahl alles aufzuräumen ist. Sie hätten vorderhand einen Beitrag leisten können. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Moser –: Die Kritik am Rechnungshof tät’ ich mir nicht gefallen lassen, Herr Präsident!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Neudeck. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Rechnungshofpräsidenten Dr. Moser –: Die Kritik am Rechnungshof tät’ ich mir nicht gefallen lassen, Herr Präsident!)
Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Scheibner: Der muss sich versteckt haben!
Herr Abgeordneter Moser, seines Zeichens Wirtschaftssprecher der SPÖ, sieht wie immer den Untergang des Abendlandes. Das ist ja nicht neu: Bei jeder Aktion sieht Abgeordneter Moser den Untergang des Abendlandes. Und dann kommt der SPÖ-Vorsitzende Dr. Alfred Gusenbauer ... (Rufe bei der ÖVP: Wo ist er?) Er ist hier, danke dafür! (Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? – Abg. Scheibner: Der muss sich versteckt haben!) Alfred Gusenbauer sagt, er brauche eine Nachdenkpause. Das ist ja die interessanteste aller Äußerungen: Dr. Alfred Gusenbauer braucht eine Nachdenkpause bis Juni!
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Die Wahrheit, meine Damen und Herren, ist ganz anders: Die Voest ist heute ein so erfolgreiches Unternehmen wie nie zuvor, schreibt jedes Quartal Gewinne, hat mehr Mitarbeiter als vor dem Börsegang, bildet dankenswerterweise tausend Lehrlinge aus. Die Aktien sind gestiegen, und in Oberösterreich, meinem Heimatbundesland, wird investiert. Die Führung und die Mitarbeiter des Unternehmens wissen, es war richtig. Wir sind auf der richtigen Seite gestanden, Sie auf der falschen, meine Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Arbeitsplätze in Österreich abgesichert über einen riesigen Erfolgsweg in unseren Nachbarländern! Dazu aber braucht man Geld, meine Damen und Herren, und das bekommt man über den Kapitalmarkt! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist doch positiv, Herr Kollege! – Bundesminister Mag. Grasser: Bei euch haben sie nie Dividenden bezahlt, weil sie nie Geld gehabt haben!
Was kommt dann zum Schluss? – Postraub zwei. Dieser Finanzminister hat in den letzten fünf Jahren aus der ÖIAG 570 Millionen € herausgeholt. (Abg. Scheibner: Das ist doch positiv, Herr Kollege! – Bundesminister Mag. Grasser: Bei euch haben sie nie Dividenden bezahlt, weil sie nie Geld gehabt haben!) – Wenn man dieses Geld drinnen lassen würde, hätte man ausreichend Geld, um die Expansion zu finanzieren.
Abg. Scheibner: Die Realität hat den Antrag schon längst überholt!
Vierter Punkt: Die österreichische Post soll für die Expansionsstrategie in Mittel- und Osteuropa den Kapitalmarkt in Anspruch nehmen (Abg. Scheibner: Die Realität hat den Antrag schon längst überholt!) – aber nicht als Post AG, sondern als neu zu gründende Gesellschaft, wie es zum Teil in der Raika, ein positives Beispiel, vorgelebt wird –, damit man zum einen die Versorgung in Österreich sicherstellen kann und zum anderen Kapital für die Wachstumsfinanzierung im Rahmen einer Tochtergesellschaft haben kann.
Abg. Scheibner: Wie ist Ihre Linie? Sie haben damals den Kompromiss verhindert!
Es geht hier um den Grundsatz der österreichischen Verfassung, der Qualität einer Demokratie, die vor allem aber auch daran gemessen wird, wie man und „frau“ mit Minderheiten in einer Demokratie umgeht. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) In einem Klima, in dem ein Landeshauptmann täglich provoziert, Öl ins Feuer gießt, Emotionen schürt, braucht es eine verantwortungsvolle Politik (Abg. Scheibner: Wie ist Ihre Linie? Sie haben damals den Kompromiss verhindert!), für die die SPÖ bereit ist. Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass wir dort um Vertrauen arbeiten und Bewusstsein schaffen für ein Miteinander, wo gegeneinander Öl ins Feuer gegossen wird und Feindbilder geschürt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass der schon Fast-Konsens von vor nicht so vielen Monaten in die Realität umgesetzt wird.
Abg. Scheibner: Nur nicht verallgemeinern!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Staatssekretär! Der Herr Präsident des Rechnungshofes hat wahrscheinlich durchaus den Geschmack des Plenums getroffen beziehungsweise jedenfalls auch meinen, wenn er drei Aspekte aus diesem umfassenden Bericht hervorgehoben hat. Es soll ja auch einmal etwas Gutes gesagt werden an dieser Stelle, sonst sagen Sie mir, ich schimpfe immer nur. (Abg. Scheibner: Nur nicht verallgemeinern!) Ich meine jetzt den Inhalt der Prüfung. Ja, die Sache mit dem Nationalfonds und mit den verwandten Fonds war eine hervorragende. Nicht nur, dass das politisch die richtige Geschichte war und ist, sondern wichtig ist auch, dass das außerordentlich korrekt abgewickelt wird. Auch das ist erfreulich, denn das ist ja der engere Gegenstand der Prüfung des Rechnungshofes.
Abg. Scheibner: Das ist ja nichts Außergewöhnliches! – Abg. Fauland: Das ist ja nicht verboten!
Ich kürze jetzt alles ab. Es ist ja Kollege Öllinger schon gelobt worden, dass er das bestens beschrieben hat. Ich komme nur zu einem Umstand von Kollegen Neudeck, weil Sie ihn gerade fragen, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Das ist ja nichts Außergewöhnliches! – Abg. Fauland: Das ist ja nicht verboten!) Ich komme nur mehr zu einem Unstand: wieder einmal zur Arbeitsweise im Rechnungshofausschuss. Die zuständige Frau Bundesministerin war da und auch einer der Chefs der Sozialversicherungsanstalt. Selbstverständlich.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich bin daher dafür, dass wir diesen Beitrittsvertrag auch bald ratifizieren. Ich halte das für notwendig, um ein richtiges Signal an die beiden Staaten zu senden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Scheibner –: Wird Ihre Fraktion zustimmen oder lediglich „mit großer Mehrheit“ zustimmen? – Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört hätten, ...! – Abg. Neudeck: Er hat ja eh alles gesagt!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig-Piesczek zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des Abg. Scheibner –: Wird Ihre Fraktion zustimmen oder lediglich „mit großer Mehrheit“ zustimmen? – Abg. Scheibner: Wenn Sie mir zugehört hätten, ...! – Abg. Neudeck: Er hat ja eh alles gesagt!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
können, und Wachsen muss Fortschritt bedeuten und darf nicht ein neues Risiko sein. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!
Stehen Sie zum Bundesheer, stehen Sie zu unseren Soldatinnen und Soldaten, und stehen Sie zu unserer Region! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Gott sei Dank!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Recht hat er gehabt, Ihr Vorsitzender, als er gemeint hat, Sie würden am liebsten jeden einzelnen Wehrdiener in der Früh persönlich liebevoll aufwecken. Sie haben uns heute bewiesen, dass Sie eine spezielle Beziehung zum Bundesheer haben (Abg. Scheibner: Gott sei Dank!) – das ist auch gut so –, aber dann hätten Sie sich ein bisschen mehr einsetzen sollen, als es um die Frage der Verteilung der Mittel im Bundesheer gegangen ist.
Abg. Scheibner: Wenigstens sind Sie wieder munter geworden!
selbst hat das nichts gebracht! (Abg. Scheibner: Wenigstens sind Sie wieder munter geworden!)
Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!
Sie können das ändern (in Richtung Freiheitliche weisend), vor allem Sie da. Sie können das ändern! Sie müssen ja nicht alles mitmachen, was die da drüben von der ÖVP vorschlagen. Seien Sie ein wenig selbständiger! Denken Sie einmal kurz darüber nach, ein paar, die sich noch an die Zeit erinnern können, als Sie hier im Plenum fast jedes Mal einen Untersuchungsausschuss gefordert haben, wenn irgendetwas war! (Abg. Neudeck: Haben Sie zugestimmt?) Können Sie sich noch erinnern? (Abg. Neudeck: Haben Sie einmal zugestimmt?) – Ja, wir haben sogar gemeinsam Untersuchungsausschüsse gemacht. Daran kann ich mich sehr gut erinnern. (Abg. Scheibner: Sie haben nie zugestimmt!) Zwei Untersuchungsausschüsse haben wir damals beschlossen. Ich kann mich gut erinnern. Das war über den Sommer. (Abg. Neudeck: Juli, August!) Ein Zeitl ist es her, aber das haben wir gemacht.
Abg. Mag. Molterer: Er ist ja nicht da! – Abg. Scheibner – Bezug nehmend darauf, dass Abg. Dr. Matznetter auf dem Platz des Abg. Dr. Gusenbauer steht –: Der Herr Gusenbauer hat sich aber stark verändert!
Präsident Dr. Andreas Khol: Wir kommen nun zur Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Dr. Alfred Gusenbauer (Abg. Mag. Molterer: Er ist aber nicht da!), Kolleginnen und Kollegen, dem Ausschuss für Arbeit und Soziales zur Berichterstattung über den Antrag 460/A (E) der Abgeordneten Dr. Gusenbauer, Kolleginnen und Kollegen betreffend Gewährung eines bundeseinheitlichen Heizkostenzuschusses eine Frist bis 28. Februar 2006 zu setzen. (Abg. Mag. Molterer: Er ist ja nicht da! – Abg. Scheibner – Bezug nehmend darauf, dass Abg. Dr. Matznetter auf dem Platz des Abg. Dr. Gusenbauer steht –: Der Herr Gusenbauer hat sich aber stark verändert!)
Sitzung Nr. 137
Abg. Scheibner: Erzähl uns noch einmal die Geschichte mit den Uschebtis!
Was den berühmten Mitsubishi, das Auto betrifft, so frage ich mich (Abg. Scheibner: Erzähl uns noch einmal die Geschichte mit den Uschebtis!): Warum muss das geleaste Auto, mit dem Herr Seipel spazieren fährt – plötzlich war es geleast!; ursprünglich hat es im Rechnungshof noch geheißen, er war der Eigentümer und hat es verkauft, aber plötzlich, das geht schnell: Leasing, Leasing, Leasing, brumm, brumm!, war es geleast –, warum muss dieses Auto ans Museum verkauft werden? Zu welchem Preis ist das übrigens verkauft worden? Warum? Wieso müssen die mit diesem Mitsubishi vom Seipel, mit dem Privat-Mitsubishi herumfahren? – Kein Mensch kann das in Wahrheit ausgiebig erklären, warum das so ist.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wünschen Sie sich, dass es teurer wird? Sie freuen sich ja darüber!
Sie, Frau Ministerin, haben dann von den Menschen, denen samt ihren Familien unsagbares Leid zugefügt wurde, sogar verlangt, Österreich einen Rabatt zu geben und die Bilder günstiger, zu so genannten Museumspreisen, zu verkaufen! – Ich frage mich, Frau Ministerin: Wie kommen Sie überhaupt auf so eine Idee?! Und: Warum sollten die Erben das tun, wo Sie doch Gesprächsverweigerung betrieben haben, wo Sie deren Briefe nicht beantwortet haben, auch wenn Sie jetzt etwas anderes sagen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wünschen Sie sich, dass es teurer wird? Sie freuen sich ja darüber!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich bin froh darüber, dass die „Saliera“ da ist, meine Damen und Herren! Und ich bin stolz auf die Arbeit, die die Sicherheitsbehörden in diesem Zusammenhang geleistet haben. Ich danke vollen Herzens namens der Volkspartei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sicherheitsexekutive für diese großartige Leistung! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, vielleicht ist Ihnen Herr Dr. Seipel nicht recht, weil er nicht in Ihr politisches Konzept passt, vielleicht auch deswegen, weil er nicht in die linke Kulturschickeria passt – ich spreche das sehr offen aus –, aber dann sagen Sie es, dass Sie politisch etwas gegen ihn haben! – Wir orientieren uns an der Qualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und an der großartigen Arbeit, die geleistet wird! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, Sie haben die Frage der Klimt-Bilder angesprochen. Ich gratuliere der Frau Bundesminister und der gesamten Bundesregierung zu ihrer heutigen Entscheidung, die Bilder einfach den Erben zurückzugeben. Das ist richtig, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Beifall und Jawohl-Rufe bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Ich gratuliere der Frau Bundesministerin zu ihrer sehr konsequenten Bildungspolitik, die sich gegen rot-grüne Experimente einfach ganz klar positioniert! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger – die Hände zusammenschlagend –: Das gibt es doch nicht!) Ich gratuliere ihr zu dieser Entscheidung, das Exzellenz-Institut in Österreich zu positionieren und damit Österreich als Forschungsstandort nach vorne zu bringen, meine Damen und Herren! (Neuerlicher Beifall und Jawohl-Rufe bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ein komischer Vergleich!
Im Gesetzestext, meine Damen und Herren, steht klipp und klar, dass der Museumsdirektor für den Schutz der Kunstwerke verantwortlich ist. – Die Kunstwerke waren aber nicht geschützt! Was ist jetzt, was machen wir jetzt? Nichts ist! In der Slowakei ist vor kurzem ein Minister zurückgetreten, weil ein Flugzeug abgestürzt ist, in Montenegro ist vor wenigen Tagen ein Minister zurückgetreten, weil eine Eisenbahn entgleist ist – und Sie, Frau Ministerin? (Abg. Scheibner: Ein komischer Vergleich!) Für Sie ist das lächerlich, Sie können sich sogar noch ruhig zurücklehnen. Bei Ihnen ist immer alles pipifein, es gibt nie einen Grund, zurückzutreten. (Abg. Mag. Molterer: Was heißt das? Sie vergleichen Menschenleben mit der „Saliera“!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Wieso lassen Sie die Frau Wurm nicht sprechen?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Gusenbauer –: Wieso lassen Sie die Frau Wurm nicht sprechen?)
Abg. Scheibner: Solange es nur „einigermaßen“ ist!
Ich finde es einigermaßen unverfroren – einigermaßen unverfroren! (Abg. Scheibner: Solange es nur „einigermaßen“ ist!) –, sich hierher zu stellen und zu sagen: Applaudiert doch alle dazu, dass die „Saliera“ wieder da ist, dass das Glück uns hold war und sie wieder zurückgekommen ist! (Abg. Hornek: Na sicher! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die „Saliera“ hätte nie gestohlen werden dürfen, wenn dieses Museum wirklich ein Bollwerk wäre, Herr Molterer, und kein Stollwerk, wo jeder hinein kann – das ist das Problem! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Sie standen auf der Seite des Unrechts, Frau Ministerin! Gestehen Sie das ein! (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das wäre ein Beitrag zur Aufarbeitung und zum Umgang mit den Opfern des Nationalsozialismus, mit jenen, die beraubt, enteignet wurden und die jetzt Recht und Anspruch darauf haben, dass sie das, was ihnen gehört, zurückbekommen.
Abg. Scheibner: Bei euch auf jeden Fall!
Ich muss Ihnen sagen: Der Begriff „Regierungsfähigkeit“ bekommt plötzlich einen neuen Charakter! (Abg. Scheibner: Bei euch auf jeden Fall!) Ursprünglich waren es ja die Hohenpriester der ÖVP, die das immer definiert haben: Die SPÖ ist nicht regierungsfähig, die Grünen sind es schon, dann wieder nicht. Wissen Sie, was „Regierungsfähigkeit“ heißt? – Man sieht nach sechs Jahren, wozu eine Regierung in diesem Zusammenhang fähig ist!
Sitzung Nr. 138
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Sburny: Was sagt Karas dazu?
Ich zitiere jetzt: Swoboda, SPÖ-Abgeordneter im Europäischen Parlament, freut sich über den erzielten Kompromiss. (Abg. Dr. Stummvoll: Ein guter Mann!) Die Gefahr des Lohn-Dumpings sei ausgeräumt. Nationale Regelungen im Kollektivvertrags- und Sozialversicherungsrecht würden nicht zerstört. Und Swoboda bedankt sich ausdrücklich für die Einbindung der Sozialpartner bei der Überarbeitung der Dienstleistungsrichtlinie. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Sburny: Was sagt Karas dazu?)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Interessant, Herr Kollege Scheuch! (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) Weniger der Applaus ist das Maßgebliche, sondern dass Sie verstanden haben, worum es geht.
Abg. Scheibner: Da seid ihr aber ganz still!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Auffällig ist tatsächlich, dass die blau/orange Abgeordnetenschar – es sind gar nicht mehr alle da, es ist ja ganz interessant, wer mittlerweile das Haus verlassen hat: der Kollege aus Vorarlberg ... (Abg. Scheibner: Da seid ihr aber ganz still!) – Nein, nein, ich interpretiere ja nur, weil nämlich genau niemand von Ihnen redet. – Aber Scheuch hat ja in der APA geredet und von einem Flop-Projekt gesprochen, das lückenlos aufgeklärt werden muss. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jawohl!) – Ihnen kann geholfen werden! Der Antrag ist evident. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Sitzung Nr. 139
Abg. Scheibner: Sie müssen ja nicht so lange nachdenken!
Frau Kollegin Csörgits hat es bereits angedeutet: Die von Ihnen ausgearbeitete Schwerarbeiterregelung ist eine Farce, und je länger man darüber nachdenkt, desto mehr wird einem klar, dass das Wort Farce dafür eigentlich ein verniedlichender Ausdruck ist! (Abg. Scheibner: Sie müssen ja nicht so lange nachdenken!) Es wird damit nicht vollständig ausgedrückt, welch respektloser und unwürdiger Umgang mit schwer arbeitenden Menschen in Österreich von Ihrer Regierung praktiziert wird und was sich dahinter verbirgt.
Abg. Scheibner: Mittlerweile schon! – Abg. Neudeck: Wenn ich Ihnen so zuhöre, bin ich fast sicher!
Nur zur Erinnerung: Diese Regierung hat als Erstes ein Frauenministerium abgeschafft, denn das brauchen wir ja nicht, und stattdessen eine Männerabteilung gegründet, denn die braucht man ja dringend (Abg. Scheibner: Mittlerweile schon! – Abg. Neudeck: Wenn ich Ihnen so zuhöre, bin ich fast sicher!), hat eine Pensionsreform beschlossen, die dazu führt, dass Frauen in der Pension noch stärker von Armut betroffen sind, noch weniger Pension bekommen, weil sie plötzlich 40 Jahre brauchen statt der besten 15, ist hergegangen und hat mit einem Kinderbetreuungsgeld ein Modell geschaffen, das die Frauen aus dem Erwerbsleben drängt und die Armut von Frauen vergrößert – und so weiter. – Und das nennen Sie „viel für die Frauen getan“? – Herzlichen Dank, das brauchen wir wirklich nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Es ist ja keine Opposition da!
Wir gelangen zur Abstimmung, die ich über jeden Ausschussantrag getrennt vornehme. (Abg. Scheibner: Es ist ja keine Opposition da!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sie staunen noch immer!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Frau Ministerin! Anschließend an die Rede des Kollegen Broukal habe ich viel Staunen in den Rängen der Kollegen der SPÖ gesehen. Sie haben wirklich sehr erstaunt geschaut! Ich weiß nicht, ob Sie ihm wirklich zugehört haben. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Sie staunen noch immer!) Sie staunen noch immer, und der Applaus für die Rede war auch relativ schmal, weil wahrscheinlich niemand verstanden hat, woher dieser Schwenk auf einmal kommt: Es wird ein gutes Ende finden. – Ich freue mich! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sie wollten uns einmal alle miteinander einsperren! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Das geht in Richtung Ihres ehemaligen Parteivorsitzenden Haider, der gemeint hat, wenn jemand im Ausland etwas Schlechtes über Österreich sagt, dann gehöre er eingesperrt. – Weit weg von dieser Meinung sind Sie ja nicht. (Abg. Scheibner: Sie wollten uns einmal alle miteinander einsperren! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) Ich weiß schon, dass er mit Ihnen nichts mehr zu tun hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich! Wenn Sie nichts zu reden haben, dann gehen Sie wieder hinein!)
Abg. Scheibner: Reden Sie einmal mit Ihrem Wissenschafter, damit Sie wissen, wo Sie dafür und wo Sie dagegen sind!
Es gibt natürlich schon einen guten Grund für diese Eile, dafür, das so schnell über die Bühne bringen zu wollen, und es gibt einen guten Grund, die Wissenschafter unter Druck zu setzen, wie das ja Herr Professor Zeilinger sehr klar zum Ausdruck gebracht hat, nämlich: Die Nationalratswahl steht bevor. (Abg. Scheibner: Reden Sie einmal mit Ihrem Wissenschafter, damit Sie wissen, wo Sie dafür und wo Sie dagegen sind!)
Abg. Scheibner: Das ist anscheinend das einzige Thema, das Sie interessiert!
Nicht nur bei der Wahl des Standortes Gugging und bei der Bestellung der entsprechenden Gremien für Gugging ist Eile geboten, wenn man das parteipolitisch besetzen will, so wie Sie das all die Jahre getan haben (Abg. Scheibner: Das ist anscheinend das einzige Thema, das Sie interessiert!), sondern auch bei den pädagogischen Hochschulen, wo ich das heute schon erlebt habe. (Bundesministerin Gehrer: Sieben Jahre!) Auch da muss das rasch geschehen, damit die entsprechenden Gremien noch schön schwarz und orange besetzt werden können.
Abg. Scheibner: Was für ein „Pflegenotstand“?
Wir werden spätestens im Jahre 2008 vor der Frage stehen – nicht, wer ersetzt die Arbeit der Präsenzdiener, denn die wird überflüssig, sondern –: Wer ersetzt die Arbeit der Zivildiener? Denn wenn der Präsenzdienst fällt, fällt damit ja auch der Zivildienst. Und Sie haben sich wieder nicht darauf vorbereitet. Der Zivildienst wird jedoch gemeinsam mit dem Präsenzdienst abgeschafft werden, werden müssen, und der Zivildienst ist derzeit nichts anderes als eine notdürftige Kaschierung eines längst existierenden Pflegenotstandes durch einen sozialen Zwangsdienst. Das ist das Problem. (Abg. Mag. Molterer: „Zwangsarbeit“ haben Sie vorhin gesagt!) Und wenn der soziale Zwangsdienst weg ist, dann haben wir von einem Tag auf den anderen einen akuten Pflegenotstand. (Abg. Scheibner: Was für ein „Pflegenotstand“?)
Abg. Scheibner: Sie wollen die Abschaffung! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herr Präsident! (Abg. Dr. Mitterlehner: Aber nicht dann nachher heimgehen, wenn Sie geredet haben! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Herr Kollege Scheibner, eines möchte ich mir von Ihnen als Pflegeexperte Ihrer Partei einmal erklären lassen: Wie sollen die hoch qualifizierten Pflegerinnen und Pfleger in den verschiedenen Einrichtungen dieser Republik ihre Arbeit versehen, wenn die Pflegehilfsdienste, die zu einem großen Teil von Zivildienern bestritten werden, plötzlich nicht mehr existieren? Wie sollen die Pflegerinnen und Pfleger in den Spitälern arbeiten? (Abg. Scheibner: Sie wollen die Abschaffung! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Abg. Scheibner: Sie verlangen die Abschaffung!
Wir reden gar nicht darüber, ob es dort heute genug Menschen gibt und ob sie gut genug bezahlt werden, das ist ein anderes Kapitel. (Abg. Scheibner: Sie verlangen die Abschaffung!) Es geht darum, wie diese Menschen arbeiten sollen, wenn die Blaulichtorganisationen, vor allem das Rote Kreuz, ihre Fahrten, ihre Fahrdienste nicht mehr aufrecht erhalten können und so weiter. Es gibt keine Pflege ohne Pflegehilfsdienste, das sollte sich auch schon bis zum Pflegesprecher Scheibner herumgesprochen haben. – Das ist das Erste. (Abg. Scheibner: Sie wollen aber den Zivildienst abschaffen!)
Abg. Scheibner: Sie wollen aber den Zivildienst abschaffen!
Wir reden gar nicht darüber, ob es dort heute genug Menschen gibt und ob sie gut genug bezahlt werden, das ist ein anderes Kapitel. (Abg. Scheibner: Sie verlangen die Abschaffung!) Es geht darum, wie diese Menschen arbeiten sollen, wenn die Blaulichtorganisationen, vor allem das Rote Kreuz, ihre Fahrten, ihre Fahrdienste nicht mehr aufrecht erhalten können und so weiter. Es gibt keine Pflege ohne Pflegehilfsdienste, das sollte sich auch schon bis zum Pflegesprecher Scheibner herumgesprochen haben. – Das ist das Erste. (Abg. Scheibner: Sie wollen aber den Zivildienst abschaffen!)
Abg. Scheibner: Das ist Verhöhnung der Soldaten unseres Bundesheeres!
Trotzdem sagen Sie weiter: Präsenzdiener. Brauchen wir diese für das Hochwasser, für ein Hochwasser, das alle paar Jahre stattfindet? Bilden wir junge Männer an Kampfpanzern dafür aus? (Abg. Fauland: Das ist unglaublich!) Bilden wir junge Männer an weit reichender Artillerie dafür aus? Bilden wir junge Männer im Jagdkampf dafür aus? Beschaffen wir dafür weiter Panzerkanonen, Sturmgewehre, um eventuell rechtzeitig Säcke im Falle eines Hochwassers von A nach B transportieren zu können? Das können Sie nicht billiger und sinnvoller organisieren? Das ist Ihr Konzept der Hochwasserbekämpfung? Wenn wir schon sonst nichts anderes zur Beschäftigung unserer Kampfpanzer haben, dann müssen das (Abg. Scheibner: Das ist Verhöhnung der Soldaten unseres Bundesheeres!) Jahrhunderthochwasser und die Jahrhundertlawine dafür herhalten? Das ist das Konzept? Das ist die Zukunft des Bundesheeres? (Abg. Scheibner: Abschaffen wollen Sie!)
Abg. Scheibner: Abschaffen wollen Sie!
Trotzdem sagen Sie weiter: Präsenzdiener. Brauchen wir diese für das Hochwasser, für ein Hochwasser, das alle paar Jahre stattfindet? Bilden wir junge Männer an Kampfpanzern dafür aus? (Abg. Fauland: Das ist unglaublich!) Bilden wir junge Männer an weit reichender Artillerie dafür aus? Bilden wir junge Männer im Jagdkampf dafür aus? Beschaffen wir dafür weiter Panzerkanonen, Sturmgewehre, um eventuell rechtzeitig Säcke im Falle eines Hochwassers von A nach B transportieren zu können? Das können Sie nicht billiger und sinnvoller organisieren? Das ist Ihr Konzept der Hochwasserbekämpfung? Wenn wir schon sonst nichts anderes zur Beschäftigung unserer Kampfpanzer haben, dann müssen das (Abg. Scheibner: Das ist Verhöhnung der Soldaten unseres Bundesheeres!) Jahrhunderthochwasser und die Jahrhundertlawine dafür herhalten? Das ist das Konzept? Das ist die Zukunft des Bundesheeres? (Abg. Scheibner: Abschaffen wollen Sie!)
Abg. Scheibner: Was ist dann?
Wir in der Bundesheerreformkommission – und wir haben einige Freiheitliche sogar davon überzeugt – haben etwas ganz anderes entwickelt, nämlich ein Konzept zur Beteiligung an internationalen Friedenskräften (Abg. Murauer: Auch!) mit hoch spezialisierten Männern und Frauen, die mit UN-Mandaten dort Hilfe leisten können, wo es des Einsatzes von Streitkräften bedarf. Da ist kein Platz – da sind wir einer Meinung – für Präsenzdiener, da hat der Präsenzdienst überhaupt keine Funktion wie im Übrigen auch nicht die Eurofighter. (Abg. Scheibner: Was ist dann?)
Abg. Mag. Molterer: Das ist Rot-Grün! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Denken Sie tatsächlich, dass Sie junge Männer und ihre Familien davon überzeugen können, ein halbes Jahr in eine Kaserne zu übersiedeln, obwohl sie weiter studieren wollen, einen Beruf lernen wollen, ins Berufleben einsteigen wollen, mit ihrer Karriere beginnen wollen, möglicherweise für ihre Familien sorgen wollen? (Abg. Mag. Molterer: Das ist Rot-Grün! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Da darf es auch keine Telefonabhöranlagen geben!
Und jetzt bin ich bei der Begründung, warum ich, so wie damals, als das Gesetz im Nationalrat schon einmal beschlossen wurde, und dann auch im Ausschuss, nach wie vor dieses Gesetz vehement ablehne, Herbert Scheibner: weil ich Beamte des Innenressorts, des Polizeiministeriums, überhaupt nicht in die Verlegenheit bringen möchte, dass die böse Unterstellung, dass sie missbrauchen, auf sie anwendbar ist. Ja wie kommen Österreichs Polizistinnen und Polizisten, Mitarbeiter des Innenressorts dazu, dass diese Phantasie, die zugegeben jetzt noch Fiktion ist, tatsächlich Realität sein könnte? (Abg. Scheibner: Da darf es auch keine Telefonabhöranlagen geben!) Wie kommen die dazu? Wie kommen die Beamten und Beamtinnen dazu, dass wir unglaublich aufwändige und unheimlich teure Volkszählungen, so wie die letzte im Jahr 2001 mit den Zetteln, der Eintragung des Haushaltsvorstandes und diesem ganzen Unfug, Gott sei Dank, sage ich, abschaffen – das ist ein Trend der Zeit – und eine Registerzählung durchführen, aber das gleich zum Anlass genommen wird, um eine mögliche Rasterfahndung mit – und das ist das Stichwort – den sensibelsten Daten über die österreichische Bevölkerung durchführen zu können (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das stimmt nicht, das wissen Sie genau!), wohl wissend, dass das keine guten Menschen sind, die das tun? (Abg. Scheibner: Da kann man dann aber gar nichts mehr machen!) Aber kannst du, Herbert Scheibner, mir garantieren, dass in diesem österreichischen Innenressort, von der Politik sozusagen überwacht, nur Gute sitzen? Ich kann es nicht garantieren. Ich kann dir nur sagen, ich möchte Beamte auch davor schützen, und das ist einer der Hauptgründe für meine Ablehnung, und das hat auch der Bundesrat mit den Möglichkeiten, die er hat, so definiert, auch im Einspruch: Was hat die Volkszählung mit der Polizei zu tun?
Abg. Scheibner: Da kann man dann aber gar nichts mehr machen!
Und jetzt bin ich bei der Begründung, warum ich, so wie damals, als das Gesetz im Nationalrat schon einmal beschlossen wurde, und dann auch im Ausschuss, nach wie vor dieses Gesetz vehement ablehne, Herbert Scheibner: weil ich Beamte des Innenressorts, des Polizeiministeriums, überhaupt nicht in die Verlegenheit bringen möchte, dass die böse Unterstellung, dass sie missbrauchen, auf sie anwendbar ist. Ja wie kommen Österreichs Polizistinnen und Polizisten, Mitarbeiter des Innenressorts dazu, dass diese Phantasie, die zugegeben jetzt noch Fiktion ist, tatsächlich Realität sein könnte? (Abg. Scheibner: Da darf es auch keine Telefonabhöranlagen geben!) Wie kommen die dazu? Wie kommen die Beamten und Beamtinnen dazu, dass wir unglaublich aufwändige und unheimlich teure Volkszählungen, so wie die letzte im Jahr 2001 mit den Zetteln, der Eintragung des Haushaltsvorstandes und diesem ganzen Unfug, Gott sei Dank, sage ich, abschaffen – das ist ein Trend der Zeit – und eine Registerzählung durchführen, aber das gleich zum Anlass genommen wird, um eine mögliche Rasterfahndung mit – und das ist das Stichwort – den sensibelsten Daten über die österreichische Bevölkerung durchführen zu können (Abg. Dr. Baumgartner-Gabitzer: Das stimmt nicht, das wissen Sie genau!), wohl wissend, dass das keine guten Menschen sind, die das tun? (Abg. Scheibner: Da kann man dann aber gar nichts mehr machen!) Aber kannst du, Herbert Scheibner, mir garantieren, dass in diesem österreichischen Innenressort, von der Politik sozusagen überwacht, nur Gute sitzen? Ich kann es nicht garantieren. Ich kann dir nur sagen, ich möchte Beamte auch davor schützen, und das ist einer der Hauptgründe für meine Ablehnung, und das hat auch der Bundesrat mit den Möglichkeiten, die er hat, so definiert, auch im Einspruch: Was hat die Volkszählung mit der Polizei zu tun?
Abg. Scheibner: Ich bringe Ihnen das nächste Mal eine Tagesordnung mit!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Ja, das ist mit dabei. (Abg. Scheibner: Ich bringe Ihnen das nächste Mal eine Tagesordnung mit!) Das lehne ich auch ab, denn das mit dem Fremdenrechtspaket ist ein Pfusch, Herr Klubobmann Molterer! Ich meine Pfusch jetzt nicht im legistischen Sinne – nicht nur im legistischen Sinne, sondern auch zutiefst inhaltlich. Der Pfusch bestand darin, dass man am selben Tag, an dem man das Gesetz beschloss, schon die Novelle zu diesem Gesetz einbrachte. Das war im Juli vorigen Jahres, noch vor der Sommerpause. Man sieht, dass Sie nicht einmal imstande sind, ein Fremdenrechtspaket so zu schüren (Abg. Mag. Molterer: Zu schnüren! – Abg. Scheibner: Schüren tun Sie!) – zu schnüren, dass es nicht schon novelliert werden muss, bevor es in Kraft tritt.
Abg. Mag. Molterer: Zu schnüren! – Abg. Scheibner: Schüren tun Sie!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Ja, das ist mit dabei. (Abg. Scheibner: Ich bringe Ihnen das nächste Mal eine Tagesordnung mit!) Das lehne ich auch ab, denn das mit dem Fremdenrechtspaket ist ein Pfusch, Herr Klubobmann Molterer! Ich meine Pfusch jetzt nicht im legistischen Sinne – nicht nur im legistischen Sinne, sondern auch zutiefst inhaltlich. Der Pfusch bestand darin, dass man am selben Tag, an dem man das Gesetz beschloss, schon die Novelle zu diesem Gesetz einbrachte. Das war im Juli vorigen Jahres, noch vor der Sommerpause. Man sieht, dass Sie nicht einmal imstande sind, ein Fremdenrechtspaket so zu schüren (Abg. Mag. Molterer: Zu schnüren! – Abg. Scheibner: Schüren tun Sie!) – zu schnüren, dass es nicht schon novelliert werden muss, bevor es in Kraft tritt.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrte Frau Volksanwältin! Sehr geehrte Herren Volksanwälte! Ich habe jetzt überlegt, nachdem Herbert Scheibner hier begründet hat, warum die BZÖ-Partei für die Beibehaltung von drei Volksanwälten ist ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ich bin ganz deiner Meinung!
Abg. Scheibner: Aber im Konvent haben Sie ihn im Regen stehen lassen, Ihre Partei!
Zu gratulieren ist insbesondere Volksanwalt Peter Kostelka zu den zahlreichen positiven Erledigungen von Beschwerden im Sinne der Betroffenen im Familienbereich insbesondere. (Abg. Neudeck: Alles andere hätte mich gewundert, Frau Kollegin!) Auch die anderen haben sich natürlich Lob verdient, aber ich möchte hier insbesondere den Familienbereich beleuchten. (Abg. Scheibner: Aber im Konvent haben Sie ihn im Regen stehen lassen, Ihre Partei!) So hat der Finanzminister 2003 eine anscheinend besonders lukrative Einnahmequelle entdeckt, nämlich die Rückforderung des Zuschusses zum Karenzgeld, was sehr viele, vorwiegend Väter, oft überraschend getroffen hat, zumal sie vom Zuschuss oft gar keine Kenntnis hatten. Als Reaktion darauf wurde zumindest die Information der Betroffenen ausgeweitet, sodass diese nicht aus allen Wolken fallen, wenn plötzlich die Rückzahlungsaufforderung ins Haus flattert.
Abg. Dr. Fekter: Sicher! – Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, dass jeder Konsens aufgehoben ist! Sie haben Ihre Vertreter im Regen stehen gelassen!
Wenn Kollege Bösch zum Beispiel meint, beim Österreich-Konvent wäre es vermehrt möglich gewesen, gestaltend mit einzuwirken, darf ich festhalten: Die Sozialdemokraten sind nicht dagegen, dass die Befugnisse der Volksanwaltschaft ausgeweitet werden sollen (Abg. Dr. Fekter: Sicher! – Abg. Scheibner: Sie haben gesagt, dass jeder Konsens aufgehoben ist! Sie haben Ihre Vertreter im Regen stehen gelassen!), die Frage ist nur, meine Damen und Herren, was der Effekt aus Ihren Vorhaben letztendlich ist. Wenn wir eine Behinderung der Volksanwaltschaft daraus erkennen, sind wir dafür nicht zu gewinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe gesagt, das ist euch egal, was der Kostelka verhandelt hat!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Dame, sehr geehrte Herren von der Volksanwaltschaft! Abgeordneter Scheibner hat in seiner Rede behauptet, die SPÖ hätte im Sonderausschuss, in dem die Konvents-Ergebnisse diskutiert werden, den Konsens verlassen. – Wir haben den Konsens selbstverständlich nicht verlassen (Abg. Neudeck: Den eigenen, den innerparteilichen!), sondern wir haben festgestellt, dass wir uns natürlich an alle Ergebnisse halten werden, aber dass das Ergebnis des Konvents nur dann ein Ergebnis ist, wenn über alle Themen ein Konsens erreicht wird und nicht über Einzelthemen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ich habe gesagt, das ist euch egal, was der Kostelka verhandelt hat!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber geh! – Abg. Scheibner: Mercedes-Fahrer!
Meine Damen und Herren! Von einem Test braucht hier gar keine Rede zu sein, denn man muss ja nicht testen, 160 km/h zu fahren. Es weiß jeder, was das im Bezug auf Lärm, Abgase, Gefahren et cetera bedeutet. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aber geh! – Abg. Scheibner: Mercedes-Fahrer!)
Abg. Scheibner: Das ist wie bei der Drogenpolitik, Frau Kollegin!
Es gibt einen afrikanischen Dialekt in Mali, nämlich Lamarali, in dem bedeutet Bildung und Erziehung „ein Beispiel setzen“. (Abg. Scheibner: Das ist wie bei der Drogenpolitik, Frau Kollegin!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ein Beispiel setzen, zum Beispiel bei der Drogenpolitik! Das ist wichtiger!
Wenn man mit Kindern 19, 20 Jahre lang zusammenlebt, ihnen von klein auf alles beizubringen versucht, und wenn die dann von irgendeinem Wahnsinnigen, der 180 km/h fährt, oder von irgendeinem Menschen, der alkoholisiert fährt, zusammengefahren werden, dann hört sich dieser Spaß auf und auch die ganze Heiterkeit, die ein Herr Kollege Wittauer bei diesem Thema immer an den Tag legt. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ein Beispiel setzen, zum Beispiel bei der Drogenpolitik! Das ist wichtiger!)
Sitzung Nr. 140
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Im Fernsehen hat voriges Jahr die Sendung „Bundesland heute“ im Durchschnitt fast eineinhalb Millionen Zuseher gehabt. „Zeit im Bild 2“ hat etwa rund eine halbe Million und „Zeit im Bild 1“ ungefähr 1,3 bis 1,4 Millionen. Das noch Interessantere ist, dass auch immer selektiver gesehen wird: Die Leute sitzen nicht jeden Abend vor dem elektronischen Altar, aber wenn etwas passiert, dann sind sie da. Sonst schaut man Unterhaltung auf welchem Kanal auch immer, aber wenn etwas los ist – das hat man beim Tsunami, beim Tod des Papstes, bei den Terroranschlägen in London oder bei den großartigen Dokumentationen von Hugo Portisch gemerkt –, dann steigt die Quote auf 1,5 bis 1,7 Millionen Zuseher. Ich glaube, wir können stolz sein auf den ORF und auch auf die Journalisten, die dort arbeiten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Okay, fangen Sie noch einmal von vorne an! Sie haben einen zweiten Versuch!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Neuerliche zahlreiche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn Sie sich beruhigt haben, können wir anfangen. (Abg. Scheibner: Okay, fangen Sie noch einmal von vorne an! Sie haben einen zweiten Versuch!) Okay, dann beginne ich folgendermaßen:
Abg. Scheibner: Deshalb braucht man Information!
Ich sage: Okay, man kann diesen Inseraten einen bestimmten beschränkten Informationswert nicht absprechen, aber was darin nicht enthalten ist, Herr Kollege Molterer, das ist beispielsweise die notwendige Information, wo die Leute ihr Geld bekommen. Das aber ist wesentlich; auch ein wesentlicher Grund dafür, dass der Dienstleistungsscheck nicht funktionieren wird, denn die Leute, die sich einen Dienstleistungsscheck einlösen, beziehungsweise diejenigen, die mit ihm beschäftigt werden, sind darauf angewiesen, dass sie das Geld sofort erhalten. (Abg. Scheibner: Deshalb braucht man Information!)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo haben Sie Ihre Schenkel, Herr Kollege?
Aber bevor wir dazu kommen, lassen Sie mich noch eine kurze Anmerkung zu den Darbietungen hier im Saale machen! Das Inserat über die olympische Disziplin „Schenkelklopfen und Johlen von desorientierten Abgeordneten“ ist ja nicht mehr weit – so haben Sie sich heute hier präsentiert. (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo haben Sie Ihre Schenkel, Herr Kollege?)
Abg. Scheibner: Das wird die Dringliche auch nicht mehr retten!
aus, insbesondere das Bundeskanzleramt. Aber was soll man einem Kanzler glauben, der als Dritter in Opposition gehen wollte, der Abfangjäger über eine Wirtschaftsplattform bezahlt und der in dieser Republik eigentlich noch kein Wort gehalten hat? (Abg. Scheibner: Das wird die Dringliche auch nicht mehr retten!)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem Apfel-Inserat?
Wir geben nicht klein bei, sondern wollen nun gemeinsam mit dem Agrarressort und den Landtagsfraktionen massive Barrieren im Einklang mit dem Europarecht in fünf konkreten Schritten errichten.“ (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Apfel-Inserat?)
Abg. Scheibner: Das ist viel zu viel Text für ein Inserat!
„Wir alle haben als Konsumentinnen und Konsumenten mit jedem Griff ins Regal eine ungeheure Macht, denn mit dem täglichen Einkauf von regionalen, biologischen und fair gehandelten Produkten entscheiden wir uns für Umweltschutz und Nachhaltigkeit.“ (Abg. Scheibner: Das ist viel zu viel Text für ein Inserat!)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem Apfel? Dem Anschober und dem Apfel?
Der Vergleich macht sicher: „Weniger Steuern – mehr für’s Leben!“ (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Apfel? Dem Anschober und dem Apfel?) „Sabine, 28, Angestellte: Entlastung pro Monat: 29 €. Albrecht, 69, Pensionist: Entlastung pro Monat: 21 €. Hermann, 28, Arbeiter: Entlastung pro Monat: 28 €.“ (Abg. Mag. Molterer: Richtig! Genau!) „Bundesministerium für Finanzen“. – Das ist Information?!
Abg. Scheibner: Der Kärntner Öllinger!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Kollege Scheuch! (Abg. Scheibner: Der Kärntner Öllinger!) Das ist jetzt vielleicht an die falsche Adresse gerichtet, aber wissen Sie, dass ich in dieser Situation für das eigentlich Traurige halte, dass Sie sagen: Mit dem Abgehen von der 25-Prozent-Lösung ist der Konsens verlassen worden. Das haben Sie so gesagt. Und ich meine, Sie stehen auch dazu, denn sonst hätten Sie hier nicht angeboten, dass wir ohnehin über alles zwischen 10 und 25 Prozent verhandeln könnten. Das steht aber nicht zur Verhandlung! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Doch!) Es handelt sich auch dann, wenn es Ihnen, und selbst dann, wenn es mir nicht passen würde, um einen Spruch des VfGH, der umzusetzen ist. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was steht denn da drinnen?) Es ist ein Staatsvertrag, der zwar keine konkrete Regelung beinhaltet, aber der VfGH hat sie richtigerweise interpretiert, und das ist umzusetzen – und nichts anderes, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das stimmt doch nicht!)
Abg. Scheibner: Wann fahren Sie wieder nach Braunau?
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Sehr verehrter Herr Präsident! Es gibt genügend Gespräche und genügend Verhandlungen in Braunau und in Ranshofen (Abg. Scheibner: Wann fahren Sie wieder nach Braunau?), es gibt Termine (Abg. Scheibner: Mit Ihnen? Sind Sie da dabei?) – ich bin anwesend, ich bin dabei, selbstverständlich –, trotzdem möchte ich dir, lieber Kollege Walch, Folgendes sagen:
Abg. Scheibner: Mit Ihnen? Sind Sie da dabei?
Abgeordneter Walter Schopf (SPÖ): Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Sehr verehrter Herr Präsident! Es gibt genügend Gespräche und genügend Verhandlungen in Braunau und in Ranshofen (Abg. Scheibner: Wann fahren Sie wieder nach Braunau?), es gibt Termine (Abg. Scheibner: Mit Ihnen? Sind Sie da dabei?) – ich bin anwesend, ich bin dabei, selbstverständlich –, trotzdem möchte ich dir, lieber Kollege Walch, Folgendes sagen:
Abg. Scheibner: Das ist ja ein Wahnsinn, was Sie da sagen! Sie geben es ja zu! Setzen Sie sich nieder! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
troffen haben, aus der letztendlich ganz klar ersichtlich ist, wer diese 20 Prozent innehat. (Abg. Mag. Molterer: Die Gewerkschaft bestimmt!) Die 20 Prozent hat die Stiftung inne und nicht die Mitarbeiter! (Abg. Scheibner: Das ist ja ein Wahnsinn, was Sie da sagen! Sie geben es ja zu! Setzen Sie sich nieder! – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Das ist mir jetzt zu kompliziert!
Die Justizministerin meint wieder, sollte das hiefür zuständige Bundesministerium für Inneres eine Änderung des Namensänderungsgesetzes vorschlagen, dann würde das Bundesministerium für Justiz keine grundsätzlichen Bedenken erheben. (Abg. Scheibner: Das ist mir jetzt zu kompliziert!) – Ja, es ist schon spät, und manche können nicht mehr folgen, aber Tatsache ist – und ich denke, diese Botschaft werden Sie verstehen –, das Innenministerium spielt den Ball zum Justizministerium und umgekehrt. (Ruf bei der ÖVP: Bei euch kann niemand mehr folgen! Es ist ja niemand mehr da!)
Sitzung Nr. 142
Abg. Scheibner: Die Wirtschaftsforscher schaffen Arbeitsplätze?
Ja, es wäre eine tolle Geschichte, wenn das etwas wäre, nur: Müssen Sie sich dafür überhaupt anstrengen, Herr Bundeskanzler? – Die Antwort ist: Nein, Sie müssen sich überhaupt nicht anstrengen! Das ist nämlich genau das, was die Wirtschaftsforscher prognostizieren. Sie haben sich Ihr Ziel genau dort festgelegt, wo es ohnedies eintritt, und sagen dann: Das war unser anspruchsvolles Ziel!, und wenn es dann eingelöst werden sollte, dann sagen Sie: Das waren wir! – Das waren überhaupt nicht Sie! Wenn es eingelöst wird, dann waren es die Wirtschaftsforscher, die richtig prognostiziert haben. Sie haben dazu wenig, um nicht zu sagen gar nichts beigetragen. (Abg. Scheibner: Die Wirtschaftsforscher schaffen Arbeitsplätze?)
Abg. Scheibner: Sehr dunkel war das!
Zweiter Punkt: Herr Dr. Einem, Sie waren doch selbst einmal Infrastrukturminister (Oje-Rufe bei der ÖVP), wenn ich mich dunkel erinnere (Abg. Scheibner: Sehr dunkel war das!), Sie kennen doch die Zahlen! Also, automatisch ist es nicht, dass wir in Österreich heute doppelt so viel in Schiene und Straße investieren als zu Ihrer Zeit! Automatisch ist das nicht, das ist Anstrengung (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen) – obwohl wir in dieser Zeit das Budget in Ordnung gehalten haben, obwohl wir in dieser Zeit die größte Entlastung gemacht haben.
Abg. Scheibner: Wieso seid ihr dann dagegen?
Die Rosen sind jetzt quasi nur ein Begriff, der zeigt, was unerwünscht ist: permanente Nachstellung, permanenter unerwünschter Kontakt, ob in Form von Rosen oder in anderer Form, wie etwa durch SMS, Telefonterror oder Terror, wie ihn Kollegin Riener geschildert hat, oder auch sozusagen durch das physische In-die-Nähe Kommen, das Vor-der-Tür-Stehen, das Abpassen bei der Straßenbahn oder das Sich-Bewegen am Arbeitsplatz oder irgendwo in der Nähe und in Sichtkontakt. Wenn diese permanente Nachstellung und dieser unerwünschte Kontakt da sind, dann ist das Stalking, meine Damen und Herren, ist gleich Psychoterror, und das sollte und wird in Österreich strafbar sein. (Abg. Scheibner: Wieso seid ihr dann dagegen?)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!
Genau der Punkt ist es, dass es keine Möglichkeit beziehungsweise Verpflichtung für sofortiges Einschreiten der Polizei gibt, die dazu führen würden, dass es den nötigen Schutz gibt und dass die strafrechtlichen Bestimmungen auch wirken. (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!) Das ist der Punkt!
Abg. Scheibner: Haben Sie das Gesetz auch gelesen?
Wenn dieses Verfahren so ist, dass man zuerst einmal eine Anzeige machen, zur Polizei gehen und das dort irgendwie erläutern, lang und breit erzählen muss und dann eine einstweilige Verfügung erwirken muss – man muss einmal den Richter beziehungsweise die Richterin überzeugen, dass das ein für die Gesundheit und das Wohlbefinden schädliches Verhalten ist –, dann wird das nicht zielführend sein. (Abg. Scheibner: Haben Sie das Gesetz auch gelesen?) Erst irgendwann einmal, wenn das alles ohnehin schon ein unglaublich langer Prozess ist, wo man ohnehin schon fast fix und fertig ist, kann vielleicht die Polizei zum Schutz der Opfer einschreiten.
Abg. Scheibner: Überraschend!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Die sachlichen Ausführungen des Herrn Kollegen Jarolim, die durchaus kritisch waren (Abg. Scheibner: Überraschend!) – es war überraschend, dass sie sachlich waren –, respektiere ich ja noch. Aber zu den Grünen muss ich schon sagen: Sie tun immer so, als ob Sie so wahnsinnig für die Frauen eintreten würden. Aber in diesem Fall, nur weil Ihnen einige Punkte dieses Gesetzes nicht passen, stimmen Sie ganz einfach nicht zu und wären eigentlich dafür, dass wir weiterhin ohne Anti-Stalking-Gesetz auskommen müssen. – Also das ist doch wirklich sehr widersprüchlich. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
In diesem Sinne werden wir dieser Gesetzesvorlage zustimmen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Mein Gott na! Das ist eine „grenzenlos intelligente“ ...! – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, das war nicht wirklich gut!
Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das ist unrichtig. Kollege Puswald wird sich zum Tagesordnungspunkt 24 zu Wort melden. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Mein Gott na! Das ist eine „grenzenlos intelligente“ ...! – Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zu seinem Sitzplatz begebenden Abg. Mag. Maier –: Jacky, das war nicht wirklich gut!)
Abg. Scheibner: Kabarettreif!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Über die BAWAG werden wir am Nachmittag diskutieren. (Abg. Scheibner: Kabarettreif!) Bundesminister Grasser muss seiner Verantwortlichkeit endlich nachkommen. Das ist ein Problem, das wir in Österreich zu lösen haben. Das können wir nicht über das Übernahmerecht lösen, das können wir über seinen freiwilligen Rücktritt lösen, den wir uns heute erwarten werden. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ebenfalls bestehen nicht zuletzt zum Schutz der Gläubiger, aber auch der Mitglieder entsprechende Rechnungslegungsvorschriften, nach denen vom Leitungsorgan zu gewährleisten ist, dass die Finanzlage des Vereins rechtzeitig und hinreichend erkennbar ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Meine Damen und Herren, das hat in einem Land der zahlreichen Vereine auch jeder kleine Verein kennen gelernt, und es ist hinreichend bekannt, dass man die Rechnungslegungsvorschriften entsprechend einzuhalten hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Abgeordneter Matznetter hat völlig ordnungsgemäß von seinem Platz politische Zwischenrufe getätigt. – Die Reaktion auf die Zwischenrufe war, dass ihm Staatssekretär Kukacka in äußerst ungezogener Form quasi den „Vogel“ gezeigt hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das können wir nicht akzeptieren! (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Wir fordern eine Entschuldigung durch Staatssekretär Kukacka! Wir fordern, dass der Ordnungsruf zurückgezogen wird! Eigentlich verdient Staatssekretär Kukacka einen Ordnungsruf, denn das ist nicht akzeptabel! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
könne, dass eine Gewerkschaftsbank BAWAG/P.S.K. den Eurofighter-Kauf vorfinanziert. Das muss man wissen! Die Gewerkschaftsbank beteiligt sich an einer Ausschreibung der Finanzierungsagentur über die Vorfinanzierung des Eurofighter-Kaufes. Mit Abstand das beste Angebot legt BAWAG/P.S.K. – Ihre Bank, meine Damen und Herren, finanziert den Eurofighter-Vorkauf. Das sind die SPÖ-Mitglieder, die hier herinnen und draußen gegen den Eurofighter-Kauf polemisieren! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) So weit haben Sie es gebracht: Geschäfte damit machen und dann hinausgehen und dagegen polemisieren!
Abg. Scheibner: Das zugesperrt ist!
Apropos Glaubwürdigkeit: Da lese ich in den Medien, dass der Gewerkschaftsbund, der rote ÖGB, nach wie vor eine Haftung von 120 Millionen € aufrecht hat. Aber wofür? – Für ein Casino in Jericho! Für ein Casino haften Sie, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das zugesperrt ist!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, man soll einen einrichten!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Herr Kollege Scheibner, Sie haben gesagt, einen Kindergarten wollen Sie hier nicht haben (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, man soll einen einrichten!), daher lassen wir einmal das politische Kleingeldwechseln und die Kindergartenfrage weg und kommen wir zum Kern der Sache! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Haben wir alle gesagt!
Erstens – und das hat der Herr Finanzminister verabsäumt, hier als Erstes festzustellen, wenn ihm schon der Finanzplatz wichtig ist –: Die BAWAG/P.S.K.-Gruppe ist heute eine grundsolide Bank mit 3,3 Milliarden € Eigenkapital. (Abg. Scheibner: Haben wir alle gesagt!) Es besteht für keinen einzigen Euro Anlegergeld Gefahr. Und es gibt auch keinen Anlass dafür, dass heute eine derartige Krise herbeigeredet wird. – Das muss man den Menschen, die ihre Sparbücher bei der BAWAG haben, und den 6 000 Beschäftigten dort auch sagen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das wird eh nicht übertragen! – Abg. Mag. Molterer: Hat Ihnen der Cap gesagt, dass das übertragen wird?
Meine Damen und Herren an den Bildschirmen: Herr Kollege Verzetnitsch hat mit seiner Garantieleistung durch den Streikfonds eines verhindert ... (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Es ist eine Wunschredezeit, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Das wird eh nicht übertragen! – Abg. Mag. Molterer: Hat Ihnen der Cap gesagt, dass das übertragen wird?) Ich weiß schon, dass es Ihnen unangenehm ist, Herr Kollege Molterer, ich komme nämlich jetzt zu Ihrem Verhalten.
Abg. Scheibner: Überhaupt nichts!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohe Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollegin Csörgits, Vizepräsidentin des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, ist nicht hier am Rednerpult: Wie viel wissen Sie von der ganzen Situation? (Abg. Scheibner: Überhaupt nichts!) Wieso melden Sie sich nicht? – Erzählen Sie mir nicht, Frau Kollegin, und einige andere, wie Kollege Katzian, dass ihr nicht darüber Bescheid wisst, was da passiert ist! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Bildet euch nicht ein, dass die Gewerkschafts-Mitgliedsbeiträge euer Eigentum sind! Das sind Mitgliedsbeiträge der Mitglieder, aber es ist nicht euer Eigentum, mit dem ihr tun könnt, was ihr wollt. Das verbitte ich mir!
Abg. Scheibner: Für „Lüge“ gibt es keinen Ordnungsruf?! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Parnigoni zu Wort gemeldet. 2 Minuten, Fakten gegen Fakten, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Für „Lüge“ gibt es keinen Ordnungsruf?! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihre Verteidigung hinkt auf jeden Fall auch!
Meine Damen und Herren, gestern hat der Finanzminister ungewöhnliche Worte gebraucht: gelogen, betrogen. Ich habe mir gedacht: Warum echauffiert sich eigentlich unser smarter Finanzminister so extraordinär? Und dann habe ich mir schon gedacht, na, vielleicht pfeift da jemand laut, der durch den Wald geht. Und dann stellt sich tatsächlich heraus, die Finanzmarktaufsicht hätte das Debakel verhindern können. Also so kann es nicht sein: Der Finanzminister erteilte gestern Zensuren, wer was gemacht hat, was falsch und was richtig war, aber heute schaut er selbst sehr alt aus. Ich bin ja dem Kollegen Scheibner nachgerade dankbar für seinen schönen Vergleich mit dem Dieb und der Polizei. Also wenn Grasser die Polizei ist, dann hat er zugeschaut, wie sich der Dieb bedient. Das ist die Situation. Ihr Vergleich hinkt, mein lieber Kollege Scheibner. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihre Verteidigung hinkt auf jeden Fall auch!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sehr gut! Sehr gut!
Und nach dieser kläglichen Vorstellung, die Sie heute geboten haben, hoffe ich, dass Sie diesem Antrag zustimmen werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sehr gut! Sehr gut!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie selbst gemacht!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Scheibner! Dem Herrn Finanzminister – er ist nicht mehr hier –, aber auch Herrn Abgeordnetem Amon möchte ich Folgendes sagen: Das waren natürlich alles Krokodilstränen, die Sie hier für den ÖGB und für die BAWAG vergossen haben. Ihnen geht es darum, dass die Arbeitnehmerseite in der Auseinandersetzung geschwächt wird. (Abg. Scheibner: Das haben Sie selbst gemacht!) Das ist es! Das waren Kritiker Ihrer Regierungspolitik, und die wollen Sie nachhaltig schwächen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Weiter beschäftigen!
Als zweiter Punkt ist festzustellen: Kommen Sie nicht her und tun so, als ob es hier auch nur einen Einzigen gäbe, der Verständnis für das Management der BAWAG hätte! (Abg. Scheibner: Weiter beschäftigen!) Kommen Sie nicht mit dem her! Man soll alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die Verantwortlichkeiten klarzustellen bis hin, dass sie Wiedergutmachung leisten müssen. Und unterstellen Sie hier
Abg. Scheibner: Der Elsner ist vorige Woche im Stiftungsrat gesessen!
Bei diesem Spiel sind dann alle dabei! Das ist keine Art und Weise, wie hier vorzugehen ist. (Abg. Scheibner: Der Elsner ist vorige Woche im Stiftungsrat gesessen!) Wenn man Wirtschaftskompetenz vortäuschen will, wenn man haben will, dass die Banken in Österreich vernünftig Geschäfte machen und auch wirklich existieren können, dann ist das unverantwortlich. Das sage ich Ihnen: Das zeugt nicht von Regierungsfähigkeit. Wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Bei euch nur Schweigen! – Abg. Rädler: Das ist ungeheuerlich!
Tolle Rollenverteilung: Grasser mit den dicksten Krokodilstränen, der über die Wirtschaft spricht und so weiter. Dann Lopatka, dann Scheibner, dann Amon. Diese Rollenverteilung hier war unanständig. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Unanständig! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Bei euch nur Schweigen! – Abg. Rädler: Das ist ungeheuerlich!) Das hören Sie ungern. Das müssen Sie sich jetzt alles einmal anhören.
Abg. Scheibner: Armselig ist das!
Ja, wenn Sie lachen über die Grasser-Homepage, über Gehrer, über all die Minister, die längst rücktrittsreif gewesen wären ... Ich weiß schon, politische Verantwortung bei Ihnen ist geteilt. (Abg. Scheibner: Armselig ist das!) Bei uns muss sie wahrgenommen werden, bei Ihnen können Sie das nicht einmal buchstabieren. Das ist genau das, wo die Trennung gegeben ist. Und das ist unsauber! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist er wieder Sozialdemokrat? – Abg. Scheibner: Wer ist ein Sozialdemokrat?
Zum Abschluss sage ich – der Finanzminister hat es selbst gesagt: der Sozialdemokrat Ewald Nowotny wirkt hier an der Aufklärung mit –: Nicht so tun, als ob die Sozialdemokraten nicht interessiert wären. So kann man das nicht bewältigen. Er wirkt hier mit; das sollten Sie zur Kenntnis nehmen und nicht alle in einen Topf werfen. Das ist nämlich wirklich ungehörig. (Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist er wieder Sozialdemokrat? – Abg. Scheibner: Wer ist ein Sozialdemokrat?)
Abg. Scheibner: Schlecht gemacht!
Sie stellen sich da her, fangen weinerlich an, die Ablöse von Seipel zu fordern, erzählen uns dann vom Putzen der Wachzimmer, von der Schwerarbeiterregelung und verschiedenes anderes, ohne aber ein wirkliches Substrat zu haben. – Oder wollen Sie mit Ihrer Anfrage eine Kulturdebatte entfachen? Möglicherweise sind es doch die Personalvertretungswahlen oder die BAWAG. (Abg. Scheibner: Schlecht gemacht!) Schlecht gemacht, ja!
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Aber immerhin: Bei dieser Beschlussfassung heute sind Sie dabei. Das stimmt uns zuversichtlich für weitere Beschlussfassungen für mehr Sicherheit in Österreich. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Seien Sie nicht so streng mit mir!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Klubobmann Scheibner hat heute wieder gesagt: die Elite-Universität in Gugging. Herr Kollege Scheibner, es handelt sich um keine Elite-Universität aus dem schlichten Grund, weil es sich um keine Universität handelt. Was dort gelehrt und geforscht wird, wissen wir bis heute nicht. Fest steht nur, umfassend wird es nicht sein. Deswegen kann es auch keine Elite-Universität sein. (Abg. Scheibner: Seien Sie nicht so streng mit mir!)
Abg. Scheibner: Wo ist das Croquis?
Die Abgeordneten Bayr, Kolleginnen und Kollegen ... (Abg. Scheibner: Wo ist das Croquis?) Bitte, es gibt kein Croquis für die Klubobleute? (Abg. Neudeck: Nur die Opposition hat eines bekommen! – Abg. Mag. Molterer: Nein!) Ist erledigt? Gibt es nun ein Croquis? (Abg. Mag. Molterer: Ja, danke! Erledigt!) Jetzt wollte ich gerade unterbrechen. – Gut.
Abg. Scheibner: Das sind ja nur Zwischenrufe!
Herr Abgeordneter Donabauer! Wir sind mitten in einem Abstimmungsvorgang, und da kann man nicht Wortmeldungen machen! (Abg. Scheibner: Das sind ja nur Zwischenrufe!)
Abg. Scheibner: Das ist schon schwer um diese Zeit!
Ich glaube, wir haben hier eine ganz andere Referenz zu begutachten, nämlich die klassische Grasser’sche Postenbesetzungs-Referenz, und die geht so – da muss man jetzt wirklich nachdenken (Abg. Scheibner: Das ist schon schwer um diese Zeit!), damit man alle Ingredienzien beisammen hat und wieder richtig so aneinander reiht, dass die Geschichte überhaupt nachvollziehbar wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ... morgen in der Früh!), weil sie an sich unfassbar ist. Die Geschichte geht so (Abg. Neudeck: Geh auf deinen Platz zurück – und dann nicht mehr hinaus!):
Abg. Scheibner: Ach geh?
Jetzt müssen wir die Beratungssituation einführen, nicht? – Das ist ja dieser Bundesregierung auf den Leib geschnitten! Herr Staatssekretär, ich weiß nicht, wo Sie gerade Ihren Berater kleben haben. Unter dem Sessel vielleicht? – Noch schaut er nicht hervor. – Jetzt kommt also der Berater ins Spiel, aber nicht so, wie es vielleicht gerade noch duldbar, allenfalls wünschenswert wäre, nämlich dass der Berater durch eine Ausschreibung herangezogen würde, weil er sich eben in einer Ausschreibung als bester Berater erweist, nein! – Solche hat es auch gegeben, nicht? Drei, vier Berater haben sich auf Grund irgendeines Rundrufs eben beworben, aber just zwei Beraterinstitutionen sind nachnominiert worden, wie es im Bericht so schön heißt. (Abg. Scheibner: Ach geh?)
Abg. Scheibner: Wie heißt denn der?
Ja, ja! Und von wem? – Von jenem Aufsichtsratsvorsitzenden (Abg. Scheibner: Wie heißt denn der?), der mittlerweile sowieso schon ein halbes Jahr oder ein Dreivierteljahr an dieser Stelle den besten Vorstand sucht!
Abg. Scheibner: Also wie heißt der?
Und jetzt hat er da eine Beraterfirma, die Folgendes vorschlägt: Weißt du was, Vorsitzender? (Abg. Scheibner: Also wie heißt der?) Das ist jetzt so: Wir haben da eigentlich lauter Deppen, und es gibt eigentlich nur einen wirklich guten Vorstand, und der bist du! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Danke!) – Und jetzt hat es sich wieder positiv gefügt, dass der, der ihm das erklärt, derjenige war, den er ausgesucht hat.
Abg. Scheibner: Das ist uns heute schon zu kompliziert!
Und das ist das System Postenbesetzung und Postenberufung à la Grasser! Dieses Prinzip ist 1 : 1 durchgezogen, und am Schluss ist wirklich das herausgekommen! (Abg. Scheibner: Das ist uns heute schon zu kompliziert!) Am Schluss – Kollege Neudeck amüsiert sich, der weiß das sowieso genau – ist es so gewesen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gibt’s da eine einfachere Variante?), dass der Aufsichtsratsvorsitzende, der jetzt mittlerweile schon ein Jahr lang gesucht hat, endlich einen gefunden hat – nämlich sich selbst! Der beste Vorstandsvorsitzende, den es geben kann, ist er selbst – ein Freund von Grasser!
Abg. Scheibner: ... hat vielleicht den besseren Wein!
Als Aufsichtsratsvorsitzender ist jetzt einer gekommen, der die meiste Zeit in Spanien Golf spielt. Aus diesem Grund sind auch die Aufwendungen für die Aufsichtsratssitzungen explodiert: weil sie den jetzt dauernd von Spanien einfliegen müssen – für die Aufsichtratssitzungen. (Abg. Scheibner: ... hat vielleicht den besseren Wein!) Und auch da ist nicht ganz klar, was jetzt wirklich die Kompetenzen und die Ausweise sind.
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, kann man da nicht einmal etwas machen?
Der Zusammenhang mit der Offenlegung der Eurofighter-Verträge ist Folgender: Dieses Konferenzzentrum, das ohne diese Manager offensichtlich nicht auskommt, ist eine reine Veranstaltung für Trockenschwimmen. (Abg. Neudeck: Das hat Liechtenstein auch schon einmal probiert!) Sie brauchen ein paar Flieger in der Luft, weil sonst die Bilanzen nicht mehr stimmen und niemand mehr zum Kongress kommt. Das haben Sie uns erklärt: Es kommt niemand zum Kongress, wenn wir nicht im Jahr 2007 – verspätet aber doch – diese Kampfflugzeuge namens Eurofighter bekommen. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, kann man da nicht einmal etwas machen?)
Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!
Jetzt frage ich Sie: Wenn all das so wichtig und so dramatisch ist, auch für das Konferenzzentrum, warum wird dann diesem Parlament jener Vertrag, der diesen Beweis der Wichtigkeit vielleicht unterstützen könnte, nicht offen gelegt. Es ist anders als in der Schweiz, anders als in Deutschland (Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!), vermutlich anders als in Albanien, jedenfalls aber anders als in Rumänien. Wir sind hier in der Gegenwart! Schönen Abend! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!
Jetzt frage ich Sie: Wenn all das so wichtig und so dramatisch ist, auch für das Konferenzzentrum, warum wird dann diesem Parlament jener Vertrag, der diesen Beweis der Wichtigkeit vielleicht unterstützen könnte, nicht offen gelegt. Es ist anders als in der Schweiz, anders als in Deutschland (Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!), vermutlich anders als in Albanien, jedenfalls aber anders als in Rumänien. Wir sind hier in der Gegenwart! Schönen Abend! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es geht nur um den Kongress!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das gehört zum nächsten Tagesordnungspunkt! – Abg. Scheibner: ARBÖ!
Was sagte zum Beispiel der ÖVP-Rechnungshofsprecher, Kollege Gahr, zu diesen Vorwürfen des Rechnungshofes? – Er sagte: Gute Manager kosten! Was sagte Kollege Neudeck dazu in einer Ausgabe des „Kurier“? – Er sagte: Ich stoße mich nicht daran, dass es mehr hoch bezahlte Manager und dafür immer weniger Beschäftigte gibt! – Das ist eine sehr bemerkenswerte Aussage eines Regierungspolitikers. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das gehört zum nächsten Tagesordnungspunkt! – Abg. Scheibner: ARBÖ!)
Abg. Scheibner: Aber nicht so viel wie beim ARBÖ!
Ich muss dir aber ausnahmsweise zu einer ebenfalls gegenüber dem „Kurier“ gemachten Aussage gratulieren. Darin sagt Kollege Neudeck, es sei ihm klar, dass man guten Managern Gehälter bieten muss, wie sie in gleichartigen Betrieben der Privatwirtschaft gezahlt werden (Abg. Scheibner: Aber nicht so viel wie beim ARBÖ!), denn sonst bekommt man nur Leute aus dem politischen Ausgedinge oder erfolglose Wirtschaftsleute. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Gut, dass die BAWAG-Manager solche Gehälter gehabt haben!) Na, bravo! Da schlägt die tiefe Erkenntnis und die reichhaltige Erfahrung aus Postenbesetzungen durch ÖVP und BZÖ während ihrer Regierungszeit durch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist der falsche Tagesordnungspunkt!)
Abg. Scheibner: Meinen Sie „ÖGB“ oder „ÖBB“? Haben Sie vielleicht das Falsche aufgeschrieben?
Für die Fahrgäste der ÖBB hat sich aus der neuen Strukturierung der ÖBB allerdings keine Verbesserung des Streckennetzes oder der Transportqualität ergeben. (Abg. Scheibner: Meinen Sie „ÖGB“ oder „ÖBB“? Haben Sie vielleicht das Falsche aufgeschrieben?)
Abg. Scheibner: Das hätten wir beim ÖGB auch gern gewusst!
Namen der Bezieher überhöhter Einkommen zu veröffentlichen, die man ohnehin sogar in den Zeitungen nachlesen kann. Konkrete Fälle müssen transparent und nachvollziehbar sein, sodass auch die Bürgerinnen und Bürger genau erfahren, was mit ihren Steuergeldern passiert. (Abg. Scheibner: Das hätten wir beim ÖGB auch gern gewusst!)
Sitzung Nr. 144
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht zufällig lassen Sie den Einzigen aus, der wirklich schon eine Präsidentschaft gehabt hat: Klima haben Sie vergessen! – Weitere Zwischenrufe des Abg. Mag. Molterer.
Meine Damen und Herren! Wir freuen uns, wenn wir über Europa reden, weil wir Europa von Anbeginn an als eine vernünftige, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Einheit gesehen haben und weil wir als Sozialdemokraten natürlich eine internationale Partei sind. Mit großer Beklemmung und mit Bedauern sehen wir eigentlich, was Sie, speziell der Herr Bundeskanzler, innerhalb dieser Präsidentschaft, dieser Möglichkeit, dieses Potentials wirklich gestalten und was Sie daraus machen – nämlich nichts! Ich würde mich fragen, was ein Kreisky, ein Vranitzky in der internationalen Gesellschaft für Österreich bewegt hätten, und nicht das, was der Herr Bundeskanzler macht ... (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nicht zufällig lassen Sie den Einzigen aus, der wirklich schon eine Präsidentschaft gehabt hat: Klima haben Sie vergessen! – Weitere Zwischenrufe des Abg. Mag. Molterer.) – Herr Molterer, Sie brauchen nicht so nervös zu sein, lassen Sie mich doch ausreden! Ich würde mir eine sachliche Diskussion wünschen. Wenn Sie da jetzt herumhüpfen und brüllen, dann wird das nichts nützen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber man kann darüber diskutieren, dass sich etwas verändert!
Zum Abschluss noch Folgendes, sehr geehrte Damen und Herren, Kollege Scheibner – Sie waren doch auch Mitglied des Europarates –: Was sich heute Abgeordneter Fauland hier geleistet hat, das ist mir nicht egal, das tut mir weh. Es kann doch nicht sein, dass hier einzelne Kollegen, Abgeordnete in Zweifel ziehen, dass die Europäische Menschenrechtskonvention weiterhin zu gelten hat. Wir müssen doch stolz darauf sein, dass sie im Verfassungsrang ist, dass das Europäische Menschenrecht in Österreich gilt und dass die Einhaltung der entsprechenden Bestimmungen anhand unserer Standards auch vorbildlich nachzuvollziehen ist. – Das ist etwas Wichtiges, und das sage ich auch Ihnen, Kollege Scheibner; Sie waren ja ein Mitglied des Europarates. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber man kann darüber diskutieren, dass sich etwas verändert!)
Abg. Scheibner: Na geh!
Ein letztes Wort noch zum Kollegen Scheibner und seiner erfreulichen Erwähnung, dass auch die Entwicklungszusammenarbeit und die Entwicklungspolitik für die Stabilisierung und Demokratisierung wichtig sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was wollen Sie noch schlechtreden?) Das Problem ist auch dabei: Große Worte, aber Taten gibt es nicht! (Abg. Scheibner: Na geh!) Österreich ist immer noch im unteren Feld dessen, was reale Leistungen für Entwicklungszusammenarbeit betrifft, es liegt fast ganz am Schluss der Rangliste.
Abg. Scheibner: Dass Sie immer auf mich losgehen! Ich fürchte mich ja schön langsam!
Sie haben gesagt, Herr Kollege Scheibner, dass das ein Faktor der Stabilisierung und der Demokratisierung von Staaten außerhalb Europas ist und dass das auch in unserem Interesse ist. – Das stimmt schon. Aber primär ist es im Interesse jener Menschen, die dort leben. (Abg. Scheibner: Dass Sie immer auf mich losgehen! Ich fürchte mich ja schön langsam!) Es ist ihr ureigenstes Recht, dass sie im eigenen Land Lebenschancen haben. Und das ist immer noch anders, als wenn man nur auf die eigenen Interessen pocht. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Obwohl es berechtigt ist!
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Nach der Mittagsunterbrechung ist es natürlich etwas schwer, in die Diskussion so einzusteigen, wie man sie verlassen hat. Es zeigen ja auch die leider nicht sehr vollen Reihen, dass doch noch einige in der Mittagspause sind. (Abg. Steibl: Aber nur bei der SPÖ! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Seien Sie doch nicht gleich immer so aufgeregt auf Seiten der SPÖ! Ich habe ja nicht gesagt, bei euch, sondern ich habe das generell gemeint, dass die Reihen leer sind. Die Kritik war nicht explizit auf die rote Reichshälfte bezogen. (Abg. Scheibner: Obwohl es berechtigt ist!) Nicht immer, wenn der Uwe Scheuch ans Rednerpult geht, geht es gleich gegen euch. Da herrscht bei euch offenbar eine grundsätzliche Angst vor.
Abg. Scheibner: Wir lassen uns von Ihnen nicht vorschreiben, worüber wir reden und worüber nicht!
Abgeordnete Doris Bures (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich bin froh, dass wir wieder zu einer sachlichen Diskussion gefunden haben, weil ich denke, dass 20 Millionen arbeitslose Menschen in Europa allemal Grund genug sind, uns verantwortungsbewusst mit diesem Thema zu beschäftigen und den Fokus auf dieses Thema zu richten. Dies auch deshalb, weil wir in Österreich – wie Sie wissen – die höchste Arbeitslosigkeit seit Bestehen der Zweiten Republik haben. (Abg. Scheibner: Wir lassen uns von Ihnen nicht vorschreiben, worüber wir reden und worüber nicht!)
Abg. Scheibner: Verstaatlichte, „Konsum“, BAWAG – so sieht die „Wirtschaftskompetenz“ der SPÖ aus!
Österreich hat die Ratspräsidentschaft inne, und daher beschäftigen wir uns auch mit diesem Thema. Ich denke, dass die Frage schon legitim ist, die sich wahrscheinlich viele in Europa stellen. Viele fragen sich, wie in Europa eigentlich mehr Jobs geschaffen werden können, wenn jetzt ein Bundeskanzler dafür verantwortlich ist, der in den letzten sechs Jahren dafür gesorgt hat, dass Österreich leider einen erfolgreichen Weg der Vollbeschäftigung verlassen hat und wir in Österreich Massenarbeitslosigkeit haben. (Abg. Scheibner: Verstaatlichte, „Konsum“, BAWAG – so sieht die „Wirtschaftskompetenz“ der SPÖ aus!) Er hat die Arbeitslosigkeit durch seine Politik in Österreich auf den Höchststand getrieben, und daher wird er das Problem in Europa leider nicht lösen können, obwohl es gelöst werden könnte.
Abg. Scheibner: In der Karibik!
Ich sage diesen jungen Menschen, sie sollen nicht daran verzweifeln, denn es wäre nicht notwendig. Wir sind ein reiches Land. Wir könnten das Geld nicht für Steuergeschenke für Großkonzerne einsetzen, sondern für Maßnahmen zur Jugendbeschäftigung. (Abg. Scheibner: In der Karibik!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Nein! Nein! Das ist ein Unsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Mehr wert als vorher!
eingehend, möchte ich sagen, dass Herr Abgeordneter Amon (Abg. Steibl: Eine gute Rede gehalten hat!) so herausstreicht, dass die ÖIAG schuldenfrei ist. Ich möchte Ihnen sagen, sie ist dadurch auch vermögensfrei geworden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Fekter: Nein! Nein! Das ist ein Unsinn! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Mehr wert als vorher!)
Abg. Scheibner: So geht es uns dauernd!
Ich halte das für ehrenrührig, was Sie da machen. Ich halte es wirklich für im äußersten Fall anmaßend, denn wegen dieses Zeitungsartikels, zu dem ich nicht einmal gefragt wurde, sind meine beiden Töchter, zwölf und fünfzehn Jahre alt, heute in der Schule angepöbelt worden. Ich halte diese ganze Vorgangsweise der Zeitungen (Zwischenruf der Abg. Rossmann) für eine ehrenrührige und ehrabschneiderische Vorgangsweise (Abg. Scheibner: So geht es uns dauernd!), und ich ersuche Sie, auch im Zeichen der Fairness: Nicht persönliche Untergriffe auf dieser Ebene in diesem Haus! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pilz.)
Sitzung Nr. 145
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (fortsetzend): Meine Damen und Herren, das zu sagen, ist das eine, aber man muss auch Alternativen anbieten. Deswegen setzen wir ganz konsequent in unserer Energiepolitik auf die Wasserkraft, die wir reichlich haben, auf den zusätzlich verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger wie Biomasse, Biogas und Ähnliches und – was leider immer wieder in der energiepolitischen Debatte zu kurz kommt – vor allem zukünftig verstärkt auch auf die Verbesserung der Energieeffizienz, was auch gleich eine Einsparung beim Energieverbrauch bedeutet. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
müssen dabei bleiben und bleiben auch dabei, danach zu trachten, dass wir längerfristig den Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie auch in jenen Ländern erreichen, die derzeit eine andere energiepolitische Grundsatzhaltung haben. Und wir müssen in der Zwischenzeit bei jenen Ländern, die sich derzeit keinen solchen Ausstieg vorstellen können, darauf drängen und mittels europäischer Politik durchsetzen, dass in diesen Ländern alles getan wird, um die Sicherheit der bestehenden und weiter betriebenen Kraftwerke zu erhöhen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das, was Sie tun, ist, das schreckliche Ereignis von Tschernobyl nur dazu zu benützen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um den Menschen in diesem Land Angst zu machen. Das ist keine verantwortungsvolle Politik, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Nur mit Taferln!
Wir handeln in diesem Sinne, Sie handeln gegensätzlich. (Abg. Scheibner: Nur mit Taferln!) Herr Minister, ich werde Ihnen das nachweisen. (Abg. Kopf: Was verstehen Sie unter „handeln“? Sie haben eine sonderbare Vorstellung von „handeln“!)
Abg. Scheibner: Guter Mann! Er ist Geschäftsführer in einer Finanzgesellschaft!
Zwei, drei Beispiele dazu. Das wird nicht jeder gelesen haben, daher erlaube ich es mir, zu zitieren. Gilbert Trattner: Ex-FP-Finanzreferent (Abg. Schöls: Flöttl!), Chef der ÖBB-Infrastruktur, Herr über Infrastrukturmilliarden der ÖBB, Aufsichtsrat in der Brenner-Eisenbahngesellschaft und in der ÖBB-Immobiliengesellschaft. Wo hat er denn all das gelernt? Als FP-Finanzreferent lernt man, mit Immobilien und Infrastrukturen umgehen? (Abg. Scheibner: Guter Mann! Er ist Geschäftsführer in einer Finanzgesellschaft!)
Abg. Scheibner: Den habt ihr bis jetzt vermurkst!
aber noch immer im Ministerium – Peter Westenthaler klopft schon die ganze Zeit an. (Abg. Neudeck: Was bei Ihnen?) Schiefer wurde Sektionschef und später Projektleiter für den Zentralbahnhof Wien. Das muss man sich vorstellen: Der Zentralbahnhof ist nicht irgendein Bahnhof, wo irgendwelche Hühner verladen werden. (Abg. Scheibner: Den habt ihr bis jetzt vermurkst!) Und es geht weiter: Aufsichtsrat ASFINAG, jetzt könnte er sogar Vorstand der ÖBB-Infrastrukturbau und -betrieb AG werden. Lauter Genies rennen da offensichtlich herum; jeder kann alles machen. (Abg. Hornek: Wie ist das mit den alten Parteisekretären bei Ihnen?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Begründung für diese notwendige Postenschacherei finden Sie im Rechnungshofbericht betreffend Kunsthistorisches Museum. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Es ist völlig egal, Kollege Neudeck (Abg. Neudeck: Ich habe gar nichts gesagt!), wer danach kommt, denn es gibt wirklich niemanden auf der Welt, der auf die Idee kommen würde, vor der Weltpresse die „Saliera“, zusammen mit Ministerin Gehrer, in einem Papierl sozusagen wie einen Leberkäse vorzuführen und mit dem Dreizack herumzufummeln! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!)
Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie!
Meine Damen und Herren, Sie erinnern sich sicherlich alle, dass es Direktor Seipel war, der dieses eine Auto gekauft und zugleich verkauft hat. Zwischen „dein“ und „mein“ kennt Herr Seipel offensichtlich nicht viele Unterschiede – und darum, Herr Staatssekretär Morak, ist es eben notwendig, diesen Posten zu schachern. (Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!
Ich habe Ihnen jetzt vorgelesen, was Herr Lauda gesagt hat. Der ist von Ihnen als Aufsichtsrat bestellt worden, weil Sie gewusst haben, er steht den Regierungsparteien nahe! (Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!) Er war ehrlich genug zu sagen: Nein, mit mir nicht! Das können sie nicht spielen!
Abg. Scheibner: Das darf nur der Rudas! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso ist er nicht bei MAGNA geblieben, wenn er so gut ist?
Landwirt zu sein ist mehr als nur ein paar Kücken zu bestellen (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und einen Traktor zu kaufen. Bürgermeister Reheis soll den Bauern einmal sagen, dass sie anscheinend keine unternehmerischen Fähigkeiten haben. (Abg. Dr. Kräuter: Ich rede ja nicht von den Hendln ...!) Sie reden von einem Landwirt, der auch Unternehmer ist. Sie reden von einem Minister, der gute Arbeit gemacht hat. Sie reden von einem Mann, der zwei Jahre bei Magna gearbeitet hat, der dort einen guten Job gemacht hat. Ist es nicht mehr erlaubt, dass Menschen in die Politik und dann wieder zurück in die Wirtschaft gehen? (Abg. Scheibner: Das darf nur der Rudas! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso ist er nicht bei MAGNA geblieben, wenn er so gut ist?)
Abg. Scheibner: Aber grundsätzlich ist es schon so bei euch, oder?
geht es primär nicht darum, dass jemand, der in die Politik geht, nachher nichts mehr werden darf oder dass jemand, der vorher schon etwas ist, wenn er in die Politik geht, danach nichts mehr werden darf. (Abg. Scheibner: Aber grundsätzlich ist es schon so bei euch, oder?) Da hat Klubobmann Molterer meines Erachtens auch Recht gehabt, obwohl er das in der Geschäftsordnungsdebatte inhaltlich abgesetzt hat.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist schon einmal etwas Gutes! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben Sie auch notwendig, dass Sie etwas lernen!
Sei’s drum, aber wir werden das in Zukunft zur Beurteilung dessen, was alles vom Interpellationsrecht erfasst ist, heranziehen, denn umgekehrt wissen Sie genau, was wir unter „Kontrollnotstand“ hier im Haus verstehen: dass man bei klaren Fragen, die sehr wohl etwas mit der Bundesvollziehung zu tun haben, immer wieder in die Ecke gedrängt wird, dass man zum Schluss keine Antwort bekommt. Und das Präsidium des Nationalrates muss sich da einmal für eine bestimmte Vorgangsweise entscheiden. Wir haben heute wieder sehr viel gelernt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist schon einmal etwas Gutes! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben Sie auch notwendig, dass Sie etwas lernen!) – Da lernen wir gerne dazu.
Abg. Scheibner: Aber positiv!
Staatssekretär Morak hat hier die Namen Androsch, Ederer, Ruttenstorfer, Scholten, Vranitzky et cetera genannt (Abg. Scheibner: Aber positiv!) und diese Personen als Beispiele von Besetzungen nach dem Ausscheiden aus ihrem Amt gebracht. – Dazu muss ich sagen: Da besteht doch ein wesentlicher Unterschied, und dieser wesentliche Unterschied heißt Qualifikation, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber wir sehen das nicht, Sie müssen das herzeigen!
Wer Qualifikation beziehungsweise Postenschacher heute sehr treffend dargestellt hat – das kann sonst niemand so schön und gut schreiben –, ist Pammesberger mit seiner Karikatur im heutigen „Kurier“: „Matthias Reichhold Bio-Hendl“, und ein Huhn sagt lächelnd: „Der Bauer wird Minister!“ Das zweite Huhn lacht schon stärker und sagt: „Jetzt wird er FPÖ-Chef!“ Sein Gegenüber lacht: „Haha!“ Dann sagen die beiden Hühner: „Und Spitzenmanager bei Magna!“ „Und ASFINAG!“, und krümmen sich vor Lachen. Und zum Schluss – die beiden Hühner liegen auf dem Rücken, sie können schon nicht mehr – heißt es: „Weil er so qualifiziert ist!!“ – Meine Damen und Herren, das spricht Bände! (Abg. Scheibner: Aber wir sehen das nicht, Sie müssen das herzeigen!) Darüber braucht man gar nicht mehr schreiben und großartig zitieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hat das auch der Pammesberger aufgeschrieben?
regiert!) – Nein, schlecht regiert. – Dazu fällt mir ein schwarzer Supertanker ein, gefüllt mit einigen Orangen in blauen Kisten, und dieser Tanker quert Österreich, belastet die Menschen und die Umwelt unseres schönen Landes, und durch unglaublichen personellen Verschleiß wird Ihr Schiff morsch und ist im Begriff zu sinken. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hat das auch der Pammesberger aufgeschrieben?)
Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?
Was passiert, wenn ein Schiff sinkt? – Es herrscht Chaos in der Mannschaft, der Kapitän schweigt und schaut vielleicht betroffen zu. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kennt ihr von der BAWAG und vom ÖGB!) Die kleinen grauen Tiere mit den langen Schwänzen verlassen das Schiff – volkstümlich heißt das: Die Ratten verlassen das Schiff! (Abg. Neudeck: Herr Präsident!) –, ein Strudel zieht alles mit sich, und die Menschen springen über Bord. Nur müssen die Günstlinge dieser Bundesregierung nicht übers Meer schwimmen, sondern bringen rechtzeitig ihr Scherflein ins Trockene (Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?) und werden von der schwarz-bunten Bundesregierung bestens versorgt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir haben eine Regierungsbeteiligung in Oberösterreich, aber es gibt keinerlei grünen Postenschacher, es gibt keinerlei grüne Besetzung dort, es wird klar nach Qualifikation ausgeschrieben, Herr Kollege Auer! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Die zeigen Sie uns einmal, die ÖVPler!
Es hat mir so mancher ÖVPler schon gesagt: So getrieben hat es in besten Zeiten der großen Koalition niemand von uns. Das ist eine neue Negativqualität. – Das sagten mir ÖVPler, bitte. (Abg. Scheibner: Die zeigen Sie uns einmal, die ÖVPler!) Und die haben sich auch bei mir gemeldet und gesagt: Bitte, stechen Sie doch hinein in diese Blase. Das ist wirklich verheerend, was dort passiert. (Abg. Scheibner: So eine Märchenstunde!)
Abg. Scheibner: So eine Märchenstunde!
Es hat mir so mancher ÖVPler schon gesagt: So getrieben hat es in besten Zeiten der großen Koalition niemand von uns. Das ist eine neue Negativqualität. – Das sagten mir ÖVPler, bitte. (Abg. Scheibner: Die zeigen Sie uns einmal, die ÖVPler!) Und die haben sich auch bei mir gemeldet und gesagt: Bitte, stechen Sie doch hinein in diese Blase. Das ist wirklich verheerend, was dort passiert. (Abg. Scheibner: So eine Märchenstunde!)
Abg. Scheibner: Das war toll!
Zuerst sagt Gorbach: Einsparen, dann heißt es: Versorgen. Entschuldigen Sie, da lachen ja die Hühner, selbst am Bauernhof des Herrn Ministers, sage ich Ihnen. (Abg. Scheibner: Das war toll!)
Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie alle Blauen aufgezählt!
Gerhild Hofer, bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Es geht nicht nur um Politiker, es geht um Versorgung. Es geht um Postenschacher und Versorgung von Menschen, die sich aufgrund dessen, dass Sie bald nicht mehr in der Regierung sitzen werden, neu orientieren müssen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie alle Blauen aufgezählt!)
Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?
Und dass Sie sie jetzt versorgen auf Kosten der SteuerzahlerInnen, alles auf Kosten der ÖsterreicherInnen, bitte, das ist für mich die neue Negativqualität. (Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?) Das ist die neue Negativqualität. Die Menschen sind ja fähig, sagen Sie. Bitte, dann sollen sie sich bewerben, wo immer sie wollen. (Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!) Nur, sie in irgendeine staatliche Funktion zu setzen, nur deshalb, weil sie vorher bei Ihnen, in einem Ministerbüro oder sonst wo gearbeitet haben, das ist für mich eine zu geringe Qualifikation. (Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!) Das ist wirklich Postenschacher, Postenorgie der übelsten Art.
Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!
Und dass Sie sie jetzt versorgen auf Kosten der SteuerzahlerInnen, alles auf Kosten der ÖsterreicherInnen, bitte, das ist für mich die neue Negativqualität. (Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?) Das ist die neue Negativqualität. Die Menschen sind ja fähig, sagen Sie. Bitte, dann sollen sie sich bewerben, wo immer sie wollen. (Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!) Nur, sie in irgendeine staatliche Funktion zu setzen, nur deshalb, weil sie vorher bei Ihnen, in einem Ministerbüro oder sonst wo gearbeitet haben, das ist für mich eine zu geringe Qualifikation. (Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!) Das ist wirklich Postenschacher, Postenorgie der übelsten Art.
Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!
Und dass Sie sie jetzt versorgen auf Kosten der SteuerzahlerInnen, alles auf Kosten der ÖsterreicherInnen, bitte, das ist für mich die neue Negativqualität. (Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?) Das ist die neue Negativqualität. Die Menschen sind ja fähig, sagen Sie. Bitte, dann sollen sie sich bewerben, wo immer sie wollen. (Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!) Nur, sie in irgendeine staatliche Funktion zu setzen, nur deshalb, weil sie vorher bei Ihnen, in einem Ministerbüro oder sonst wo gearbeitet haben, das ist für mich eine zu geringe Qualifikation. (Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!) Das ist wirklich Postenschacher, Postenorgie der übelsten Art.
Abg. Scheibner: Die können wir eh nicht verkaufen, die Kasernen!
jetzt zum Schluss auch bei den Kasernen, darum schaue ich Sie an, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Die können wir eh nicht verkaufen, die Kasernen!), sehr nützlich auch für private Zwecke nutzen. Das ist ein Insiderwissen, das er dort hat. Und das ist an sich eine klassische Unvereinbarkeit, dass man jemanden aus der Immobilienbranche mehr oder weniger in alle Aufsichtsratspositionen, die die Republik im Immobilienbereich besetzen kann, auch hineinsetzt. (Abg. Scheibner: Die Experten kommen halt aus dem Bereich!)
Abg. Scheibner: Die Experten kommen halt aus dem Bereich!
jetzt zum Schluss auch bei den Kasernen, darum schaue ich Sie an, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Die können wir eh nicht verkaufen, die Kasernen!), sehr nützlich auch für private Zwecke nutzen. Das ist ein Insiderwissen, das er dort hat. Und das ist an sich eine klassische Unvereinbarkeit, dass man jemanden aus der Immobilienbranche mehr oder weniger in alle Aufsichtsratspositionen, die die Republik im Immobilienbereich besetzen kann, auch hineinsetzt. (Abg. Scheibner: Die Experten kommen halt aus dem Bereich!)
Abg. Scheibner: Eben!
Da an dieser Funktion kritisiert worden ist, dass er nicht weisungsfrei sei, muss ich sagen, das stimmt nicht, denn es steht im Gleichstellungsgesetz drinnen, dass dieses Amt weisungsfrei ist. Natürlich hätte man es auch in den Verfassungsrang heben können, aber dazu bedarf es einer Mehrheit im Parlament, die jedoch beim Gleichstellungsgesetz bedauerlicherweise nicht gegeben war. (Abg. Scheibner: Eben!)
Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!
Okay, das ist ihre Entscheidung; da hat sich die Frau Ministerin zu rechtfertigen. Dafür ist sie zu kritisieren (Abg. Mag. Molterer: Oder nicht!) und wurde auch von unserer Seite kritisiert. Und wurde auch kritisiert! (Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!) – Was regen Sie sich auf? Das ist etwas, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, weil hier ganz klare Vorgaben, auch Versprechen gemacht wurden – auch in der Anfragebeantwortung wurde noch so getan –, als ob da ein Auswahlverfahren stattgefunden hätte. Und dieses hat es beim besten Willen nicht gegeben, ausgenommen eine Auswahl durch die Frau Ministerin, aber sicher nicht durch die angebliche Bewertungskommission. – Aber das ist nur der eine Punkt. (Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!)
Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!
Okay, das ist ihre Entscheidung; da hat sich die Frau Ministerin zu rechtfertigen. Dafür ist sie zu kritisieren (Abg. Mag. Molterer: Oder nicht!) und wurde auch von unserer Seite kritisiert. Und wurde auch kritisiert! (Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!) – Was regen Sie sich auf? Das ist etwas, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, weil hier ganz klare Vorgaben, auch Versprechen gemacht wurden – auch in der Anfragebeantwortung wurde noch so getan –, als ob da ein Auswahlverfahren stattgefunden hätte. Und dieses hat es beim besten Willen nicht gegeben, ausgenommen eine Auswahl durch die Frau Ministerin, aber sicher nicht durch die angebliche Bewertungskommission. – Aber das ist nur der eine Punkt. (Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!)
Abg. Scheibner: Gut, dass Sie uns das zugestehen!
Aber jetzt frage ich trotzdem weiter: Herbert Haupt war auch ein engagierter Politiker. Ja, für das BZÖ steht ihm – darin haben Sie völlig Recht, daran würde ich nicht rütteln – natürlich auch als Behindertenanwalt eine politische Meinung zu. Das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Scheibner: Gut, dass Sie uns das zugestehen!)
Abg. Scheibner: Das ist aber ein Unterschied!
Republik in einen gewissen Widerspruch geraten ist (Abg. Scheibner: Das ist aber ein Unterschied!), und zwar öffentlich, und sich darüber hinaus noch massiv parteipolitisch betätigt hat. Auch wenn das damals Ihre gemeinsame Partei war, Kollege Scheibner, ich akzeptiere, Sie waren anderer Meinung als er; trotzdem haben Sie ihn in der Öffentlichkeit verteidigt und haben gesagt, er habe das Beste gemacht. (Abg. Scheibner: Was habe ich gesagt?)
Abg. Scheibner: Was habe ich gesagt?
Republik in einen gewissen Widerspruch geraten ist (Abg. Scheibner: Das ist aber ein Unterschied!), und zwar öffentlich, und sich darüber hinaus noch massiv parteipolitisch betätigt hat. Auch wenn das damals Ihre gemeinsame Partei war, Kollege Scheibner, ich akzeptiere, Sie waren anderer Meinung als er; trotzdem haben Sie ihn in der Öffentlichkeit verteidigt und haben gesagt, er habe das Beste gemacht. (Abg. Scheibner: Was habe ich gesagt?)
Abg. Scheibner: Keine „Lex Stadler“!
Na selbstverständlich! Wir hatten hier eine Debatte, in der wir den Rücktritt von Stadler verlangt haben, und da waren Sie alle der Meinung: Nein, der Stadler ist super! (Abg. Scheibner: Keine „Lex Stadler“!)
Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!
In der so genannten 100-Tage-Pressekonferenz des Herrn Behindertenanwaltes Haupt hat er selbst über sein eigenes Gesetz geschimpft, über die zu langen Übergangsfristen, über die Nichteinklagbarkeit, darüber, dass es keine Beweislastumkehr gibt und, und, und. (Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!) All das ist in der APA-Aussendung nachzulesen.
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich finde es übrigens gut, dass Minister Haupt jetzt endlich kapiert hat, dass sein eigenes Gesetz, das er gewollt hat, ein schlechtes Gesetz ist. – Danke schön. (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: War das nicht vor Haupt?
Wenn Sie hier herausgehen und den Herrn Ex-Bundesminister und Behindertenanwalt Herbert Haupt glorifizieren, so ist das Ihr gutes Recht. Ich darf Sie aber doch daran erinnern, dass da auch Negativa stehen. Ich darf etwa daran erinnern: Die Ambulanzgebühr war ja nicht gerade ein Riesenerfolg. Die Hauptverbands-Reform war auch nicht ... (Abg. Scheibner: War das nicht vor Haupt?)
Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!
Kollege Scheibner, Sie müssen zuhören lernen! Wenn Sie Haupt glorifizieren, dann nennen wir eben auch ein paar Negativa. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!) Die Hauptverbands-Reform, Herr Kollege Scheibner, war nicht überparteilich. Das war einfach ein Reinfall und wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!) Na sicher, er war Sozialminister! (Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!)
Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!
Kollege Scheibner, Sie müssen zuhören lernen! Wenn Sie Haupt glorifizieren, dann nennen wir eben auch ein paar Negativa. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!) Die Hauptverbands-Reform, Herr Kollege Scheibner, war nicht überparteilich. Das war einfach ein Reinfall und wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!) Na sicher, er war Sozialminister! (Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!)
Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!
Kollege Scheibner, Sie müssen zuhören lernen! Wenn Sie Haupt glorifizieren, dann nennen wir eben auch ein paar Negativa. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!) Die Hauptverbands-Reform, Herr Kollege Scheibner, war nicht überparteilich. Das war einfach ein Reinfall und wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!) Na sicher, er war Sozialminister! (Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!)
Abg. Scheibner: Weder weinerlich noch bös’!
Herr Kollege Scheibner, wenn Sie heute bei der Dringlichen hier mit weinerlicher Stimme darüber geklagt haben, wie bös’ wir zu Ihnen sind, so darf ich Sie doch erinnern, dass ungefähr acht Jahre zurück, als Sie noch in der Opposition waren, vieles anders gewesen ist. (Abg. Scheibner: Weder weinerlich noch bös’!) – Weinerlich sind Sie herausgegangen, und dann haben Sie uns erklärt, wie bös’ wir doch sind. – Vor acht Jahren war das aber ganz anders, Herr Kollege Scheibner. Da sind Ihre Damen und Herren herausgegangen – Stadler, Haider und auch Sie – und haben alles, was von uns gekommen ist, heruntergezogen. Ich hatte manchmal das Gefühl – ich bin dort gesessen –, dass Sie, wenn Sie über Herren und Damen von uns gesprochen haben, meinten, dass diese bis vor kurzem noch Analphabeten waren. So haben Sie das damals offenbar verstanden.
Abg. Scheibner: Ich werde bei Ihnen noch in die Schule gehen!
Sie haben sehr viel gelernt vom Regierungspartner, der das zugegebenermaßen etwas subtiler macht. Sie waren da nicht immer ganz so erfolgreich, das muss man Ihnen zugestehen. Das haben Sie noch nicht so richtig perfekt beherrscht, das können Sie noch nicht. (Abg. Scheibner: Ich werde bei Ihnen noch in die Schule gehen!) Nein! Das müssen Sie nicht mehr, das ist eh vergebens, denn das nächste Mal sitzen Sie nicht mehr hier herinnen! Deswegen wäre das sinnlos! Es wäre eine totale Fehlinvestition, wenn ich Ihnen jetzt noch irgendwelche Ratschläge gebe! Was soll denn das? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beim Postenschacher kann man noch immer etwas von Ihnen lernen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beim Postenschacher kann man noch immer etwas von Ihnen lernen!
Sie haben sehr viel gelernt vom Regierungspartner, der das zugegebenermaßen etwas subtiler macht. Sie waren da nicht immer ganz so erfolgreich, das muss man Ihnen zugestehen. Das haben Sie noch nicht so richtig perfekt beherrscht, das können Sie noch nicht. (Abg. Scheibner: Ich werde bei Ihnen noch in die Schule gehen!) Nein! Das müssen Sie nicht mehr, das ist eh vergebens, denn das nächste Mal sitzen Sie nicht mehr hier herinnen! Deswegen wäre das sinnlos! Es wäre eine totale Fehlinvestition, wenn ich Ihnen jetzt noch irgendwelche Ratschläge gebe! Was soll denn das? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beim Postenschacher kann man noch immer etwas von Ihnen lernen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich habe nichts von einem Hearing gesagt! Ich habe gesagt, die Kommission hat entschieden!
Es gab keine Hearings! Es wurde außer Herbert Haupt niemand eingeladen; Frau Ministerin Haubner kennt alle anderen Bewerber nur von den Bewerbungen. Es hat kein Hearing gegeben, und alle elf anderen Bewerber wurden niemals eingeladen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich habe nichts von einem Hearing gesagt! Ich habe gesagt, die Kommission hat entschieden!)
Abg. Scheibner: Das haben wir schon gehört!
Zu den Einsparungen möchte ich ein konkretes Beispiel erwähnen. Die Bundespolizeidirektion Salzburg hat gemeinsam mit dem Evangelischen Hilfswerk ein Konzept für einen offenen Vollzug erarbeitet. (Abg. Scheibner: Das haben wir schon gehört!) Dieser offene Vollzug würde eine deutliche Verbesserung der Haftbedingungen für Schubhäftlinge bringen. Laut Rechnungshof wurde aber mangels ausreichender Budgetmittel dieser Vorschlag noch nicht umgesetzt und damit auch noch nicht
Abg. Scheibner: Kollege, der Kragen ist schief! Das macht sich nicht gut!
Oder: Wenn der Herr Staatssekretär Finz – besonders originell, wenn auch erst verspätet – über Zuruf (Abg. Dr. Jarolim: Hochpfiffigen Zuruf!) – hochpfiffigen Zuruf; Danke, Kollege Jarolim – der Kollegin Fekter endlich auch wieder auf die BAWAG zu sprechen kommt, dann muss man ihm sagen: Herr Staatssekretär, wenn Sie die Finanzmarktaufsicht so ins Kreuzfeuer der Kritik nehmen, dann muss ich Ihnen sagen: Unter Ihrem Herrn Finanzminister müsste sie eigentlich funktioniert haben, als er im Jahr 2000 der Finanzmarktaufsicht die Prüfungsgebarung für die BAWAG übertragen hat. Als er im April 2001 ... (Abg. Scheibner: Kollege, der Kragen ist schief! Das macht sich nicht gut!) – Danke schön, sehr freundlich, Herr Kollege Scheibner! – Als er dann den Bericht hatte, konnte er entweder nicht lesen oder er wollte ihn nicht verstehen.
Sitzung Nr. 146
Abg. Scheibner: Das ist ja eine Entscheidung des Parlaments!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (fortsetzend): Ja, Herr Präsident! – Frau Ministerin, sind Sie auf Grund dieser sich wirklich schrecklich ausweitenden Situation doch bereit, nun einen Untersuchungsausschuss zu befürworten? (Abg. Scheibner: Das ist ja eine Entscheidung des Parlaments!)
Abg. Scheibner: Alle vier Parteien haben das verlangt!
Lassen Sie mich nun kurz auf die Geschichte dieses Gesetzesantrages eingehen. Wie aus den Redebeiträgen meiner beiden Vorredner von den Regierungsfraktionen schon hervorgegangen ist, ist das eine Anlassgesetzgebung. Es gab vor und nach Weihnachten den Fall eines österreichischen Paares, einer Frau und eines Mann, die ... (Abg. Scheibner: Alle vier Parteien haben das verlangt!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!
In diesem Entschließungsantrag, den Sie sich dann gerne, wenn er Sie interessiert, einmal anschauen können, hätten wirklich pauschal alle Personen – etwa Personen, die mit einer Hilfsorganisation, zum Beispiel mit der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“, oder Personen, die aus familiären oder aus beruflichen Gründen, wie etwa Journalisten und Journalistinnen, im Ausland unterwegs sind, und vielleicht sogar Abgeordnete, die aus beruflichen Gründen im Ausland sind (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!) –, die sich im Ausland in eine Region begeben, für die eine Sicherheitswarnung besteht – Kolumbien ist zum Beispiel solch ein Fall; für ganz Kolumbien steht eine Sicherheitswarnung auf der Website des Außenministeriums –, zur Schadenersatzleis-
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!
tung herangezogen werden können. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja alles nicht, was Sie da sagen!
Es gibt viele Leute, die das betreffen würde. Meine Kollegin Sabine Mandak beispielsweise war letztes Jahr im Rahmen eines NGO-Besuchs mit vielen ehrenamtlichen Personen in einem durchaus gefährlichen Gebiet Kolumbiens. Nach der ursprünglichen Vorlage, die es von den beiden von mir genannten Kollegen gab, hätten diese ÖsterreicherInnen alle Gefahr laufen können, dass ihnen grob schuldhaftes Verhalten vorgeworfen worden wäre. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja alles nicht, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Zuerst in der Diskussion dafür sein, und dann dagegen sein! Immer dasselbe bei Ihnen!
Also dieser Antrag, meine beiden Kollegen, war wirklich unter jeder Kritik! So etwas darf sich, finde ich, ein Parlamentarier einfach nicht leisten. Entschuldigen Sie diesen Ausdruck! (Abg. Scheibner: Zuerst in der Diskussion dafür sein, und dann dagegen sein! Immer dasselbe bei Ihnen!)
Abg. Dr. Spindelegger: Das ist jetzt schon im Konsulargebührengesetz drinnen! – Abg. Scheibner: Wovon reden Sie schon wieder?
Ich würde schon sagen, dass das auch dazugehört. Aber davon steht kein Wort in diesem Antrag, sondern da geht es nur um die Abenteurer. Ist das auch ein Abenteurer, wenn er besoffen Auto fährt, um es einmal so auszudrücken, und dabei Leute umkommen? (Abg. Dr. Spindelegger: Das ist jetzt schon im Konsulargebührengesetz drinnen! – Abg. Scheibner: Wovon reden Sie schon wieder?)
Abg. Scheibner: Abenteuerlich ist die Argumentation, die Sie hier bringen!
Das sind Punkte, die noch unklar sind. Das ist nicht lächerlich! (Abg. Scheibner: Abenteuerlich ist die Argumentation, die Sie hier bringen!) Die Frage ist: Wird das dann nur gegen Menschen, die in jungen Jahren – und da sind wahrscheinlich auch einige von uns darunter – reisen, angewandt? Ich hätte wahrscheinlich auch dazu gehört, denn auch ich habe vor 25, 27 Jahren Reisen unternommen, wo man mir durchaus Abenteuerlust hätte zuschreiben können. Es ist mir damals zum Glück nichts passiert. Wo ist denn die Grenze zwischen dem Umstand, dass jemand neue Länder kennen lernen will, und dem Abenteuer? (Abg. Dr. Spindelegger: Das grobe Verschulden!)
Abg. Scheibner: Man kann doch Schutzvorkehrungen treffen!
Waren Sie nicht auch gerne unterwegs in Gegenden, wo es vielleicht gefährlich war und Sie das nicht einmal gewusst haben? Diese Dinge sind einfach unklar! (Abg. Scheibner: Man kann doch Schutzvorkehrungen treffen!)
Abg. Scheibner: Sie waren vorher dafür – und jetzt sind Sie wieder dagegen!
Herr Kollege Spindelegger, wenn Sie selbst sagen, dass das wahrscheinlich kaum jemanden betreffen wird, dass es nicht sehr viele Fälle sein werden, dann frage ich mich schon, wozu man dieses Gesetz überhaupt braucht. (Abg. Scheibner: Sie waren vorher dafür – und jetzt sind Sie wieder dagegen!)
Abg. Scheibner: Scheibner!
Herr Kollege Spindelegger, das stimmt nicht! Ich war nicht dafür! Ich habe gesagt, dass gewisse Dinge noch ... (Abg. Scheibner: Scheibner!) Entschuldigung! In diesem Fall agieren Sie wie siamesische Zwillinge. – Ich habe gesagt, dass gewisse Dinge noch geklärt gehören. Jene, die ich jetzt angeführt habe, sind noch nicht geklärt. Es tut mir Leid, aber die Zustimmung dafür gibt es nicht. (Abg. Scheibner: Machen Sie einen Vorschlag! Aber Sie haben sich im Ausschuss nur verabschiedet!)
Abg. Scheibner: Machen Sie einen Vorschlag! Aber Sie haben sich im Ausschuss nur verabschiedet!
Herr Kollege Spindelegger, das stimmt nicht! Ich war nicht dafür! Ich habe gesagt, dass gewisse Dinge noch ... (Abg. Scheibner: Scheibner!) Entschuldigung! In diesem Fall agieren Sie wie siamesische Zwillinge. – Ich habe gesagt, dass gewisse Dinge noch geklärt gehören. Jene, die ich jetzt angeführt habe, sind noch nicht geklärt. Es tut mir Leid, aber die Zustimmung dafür gibt es nicht. (Abg. Scheibner: Machen Sie einen Vorschlag! Aber Sie haben sich im Ausschuss nur verabschiedet!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schieder: Frau Kollegin, das stimmt nicht! Bertha von Suttner war Österreicherin! – Abg. Scheibner: Aber kein Mann! – Abg. Dr. Einem: Lernen Sie Geschichte, Frau Kollegin!
Wer, wenn nicht er, würde den Friedensnobelpreis verdienen? (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Schieder: Frau Kollegin, das stimmt nicht! Bertha von Suttner war Österreicherin! – Abg. Scheibner: Aber kein Mann! – Abg. Dr. Einem: Lernen Sie Geschichte, Frau Kollegin!)
Abg. Scheibner: Ihr wart auch dafür!
antrag einzubringen. (Abg. Scheibner: Ihr wart auch dafür!) – Ich wiederhole jetzt mit meinen Worten, was der Herr Staatssekretär gesagt hat.
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Dann kommt die Opposition und der Herr Staatssekretär, Herr Scheibner und Herr Spindelegger sagen, bezüglich dieses Gesetzes sollte es eigentlich in einem normalen Parlament keinen Widerspruch zwischen Regierung und Opposition geben, weil es ja etwas Vernünftiges ist. Jetzt frage ich mich, wenn etwas so wahnsinnig Vernünftiges, wozu es eigentlich seit Jahren Überlegungen gibt, ins Parlament gebracht wird: Wieso geht man nicht den üblichen Weg, macht einen Ministerialentwurf, schickt ihn in die öffentliche Begutachtung, zieht daraus nach der Begutachtung die Schlüsse, macht eine Regierungsvorlage, damit auch die Opposition in das Verfahren mit einbezogen ist und kommt dann vielleicht zum Schluss, es gibt doch keine Einigkeit? (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Wochenlang haben wir das diskutiert!
Der Vorwurf, das sei ein Anlassgesetz, ist jedenfalls aufrechtzuerhalten, weil man hier die Opposition nicht einbezogen hat (Abg. Gaál: Absicht!), ganz offenkundig mit der Absicht, so spät Informationen an die Öffentlichkeit zu bringen, um tun und lassen zu können, was man will. (Abg. Scheibner: Wochenlang haben wir das diskutiert!)
Abg. Scheibner: Das wolltet ihr ja haben!
Wenn man den ganzen Initiativantrag Dr. Spindelegger, Scheibner liest und die Abänderungsanträge dazu, dann wird es überhaupt erst interessant. Jetzt kommt es nämlich, in der Begründung steht: berufliche, humanitäre und familiäre Notwendigkeiten sind keinesfalls von diesem Selbstbehalt ... (Abg. Scheibner: Das wolltet ihr ja haben!) – Ja, wollten wir. (Abg. Scheibner: Na also!)
Abg. Scheibner: Na also!
Wenn man den ganzen Initiativantrag Dr. Spindelegger, Scheibner liest und die Abänderungsanträge dazu, dann wird es überhaupt erst interessant. Jetzt kommt es nämlich, in der Begründung steht: berufliche, humanitäre und familiäre Notwendigkeiten sind keinesfalls von diesem Selbstbehalt ... (Abg. Scheibner: Das wolltet ihr ja haben!) – Ja, wollten wir. (Abg. Scheibner: Na also!)
Abg. Scheibner: Das Lämpchen leuchtet schon lange!
Die Ausgaben sind sozusagen bereits getätigt. Sie haben richtigerweise gesagt, es ist eine hoheitliche Aufgabe, Österreicherinnen und Österreichern, die im Ausland in Not geraten, zur Seite zu stehen. Die hoheitliche Aufgabe unterscheidet nicht, ob einer vielleicht ein kleiner Gauner ist oder ob er sehr individuelle Vorstellungen von seinen Reiseplänen hat. Die hoheitliche Aufgabe stellt darauf ab: Ein Bürger dieses Landes ist in Not und deshalb stehe ich ihm – jetzt im übertragenen Sinne – zur Seite. Und die Frage ist, wie oft die österreichische Bundesregierung in den letzten drei Jahren 20 000 € eingefordert hätte. (Abg. Scheibner: Das Lämpchen leuchtet schon lange!)
Abg. Dr. Spindelegger: Das glaube ich nicht! Das bezweifle ich! – Abg. Scheibner: Wochenlang haben wir das mit euch diskutiert!
Es tut mir Leid. Ich hätte heute hier gerne mit Scheibner und Spindelegger einen Antrag beschlossen. (Abg. Dr. Spindelegger: Das glaube ich nicht! Das bezweifle ich! – Abg. Scheibner: Wochenlang haben wir das mit euch diskutiert!) Aber wenn man Anträge stellt, bezüglich derer Fragen offen bleiben, dann geht das nicht. Und deshalb bleiben wir bei der Nichtunterstützung dieses Antrages.
Abg. Scheibner: So geht es ja nicht!
Zu Wort gemeldet ist noch Herr Abgeordneter Öllinger. Es ist damit erteilt. – Herr Abgeordneter, 5 Minuten Redezeit. (Abg. Scheibner: So geht es ja nicht!)
Sitzung Nr. 148
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber die Regierung hat es nicht verwirtschaftet!
Heute liegt diesbezüglich ein Abänderungsantrag vor, und notfalls – wir alle hoffen, dass dieser Ernstfall nicht eintritt – wird der Bund mit 900 Millionen € an Steuergeld (Abg. Großruck: 12 Milliarden Schilling!) für die BAWAG haften – nicht etwa mit den Sparbüchern der Regierungsmitglieder, die sich letzte Woche bemüßigt gefühlt haben, am Bankschalter bei Generaldirektor Nowotny einzuzahlen, was eine hübsche politische Geste war, aber keine Haftung ist. Es ist immer noch das Geld der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen, das da auf dem Spiel steht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber die Regierung hat es nicht verwirtschaftet!)
Abg. Scheibner: Das ist von den Funktionären kaputtgemacht worden! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
wir jeden Tag leisten, nicht funktionieren. (Abg. Scheibner: Das ist von den Funktionären kaputtgemacht worden! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ich freue mich sehr darüber, wenn sich jetzt Menschen, die keine Gewerkschaftsmitglieder sind, aufschwingen und sich mit etwas brüsten und besorgt um die Zukunft der Gewerkschaftsbewegung sind. Darüber freue ich mich sehr. Ich hoffe auch sehr, dass Sie das, was Sie hier mit Zwischenrufen artikulieren, dann auch in Ihrer persönlichen Verantwortung, wenn es darum geht, entsprechende Schritte zu setzen, umsetzen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Ihr selbst habt keine Demokratie!
Aber – und ich sage das auch sehr offen – Gewerkschaften leben nicht nur vom Pragmatismus, hinter der Gewerkschaftsbewegung steckt eine Idee (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben diese Idee verraten!) – die Idee der Solidarität, die Idee der Demokratisierung aller Lebensbereiche, vor allem der Arbeitswelt, und die Idee der Gerechtigkeit. (Abg. Scheibner: Ihr selbst habt keine Demokratie!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das macht eh ihr! Sie machen das! Sie begraben die Idee! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich möchte Ihnen eindringlich sagen, meine Damen und Herren: Ja, es hat Verfehlungen von Personen gegeben, ich brauche das hier nicht schönzureden. Das ist so. Das stimmt, das entspricht den Tatsachen. Aber all jenen, die jetzt der Meinung sind, man könne das zum Anlass nehmen, um mit einem Rundumschlag gleich die Gewerkschaftsbewegung zu beseitigen oder zu zertrümmern, möchte ich sagen (Abg. Großruck: Ihr habt euch selbst in diese Situation gebracht!): Eine Idee können Sie nicht begraben, eine Idee können Sie nicht umbringen! Das ist nicht möglich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das macht eh ihr! Sie machen das! Sie begraben die Idee! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Kommen wir wieder zum Wesentlichen und zum Kern des hier vorliegenden Gesetzes. Kommen wir zu den verschiedenartigen und eingefärbten Chronologien, die hier schon je nach Standpunkt und Couleur dargeboten wurden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ein paar Ergänzungen fehlen aber noch, Herr Klubobmann Scheibner.
Abg. Scheibner: Nicht vom Letztbezug!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, Faktum ist aber nach wie vor, dass der ÖGB die einzige Interessenvertretung ist, die noch ein zusätzliches, eigenes Pensionssystem für Funktionäre hat. Faktum ist, dass der ÖGB bei den Pensionen für Spitzenfunktionäre – und es handelt sich ja zumeist um Zusatzpensionen – immer noch ein Pensionsprivileg insofern hat, als die Pension bereits nach 15 Jahren die Höhe von 40 Prozent des Letztbezuges und nach 35 Jahren die Höhe von 80 Prozent des Letztbezuges erreicht. Das muss, meine sehr geehrten Damen und Herren, für einen ASVG-Pensionisten oder für eine ASVG-Pensionistin völlig unverständlich sein, die 45 Jahre arbeiten muss, um 80 Prozent des Letztbezuges als Pension zu erhalten. (Abg. Scheibner: Nicht vom Letztbezug!)
Abg. Scheibner: Das haben sie ja bei der Pensionsreform nicht dürfen! – Abg. Dr. Fekter: ... kriminellen Machenschaften!
Herr Bundeskanzler, was Sie wollen, ist ein ÖGB, der zu Ihrer Politik, die Sie in der Regierung machen, möglichst streichelweich seine Zustimmung gibt. Das ist doch die Wahrheit! (Abg. Scheibner: Das haben sie ja bei der Pensionsreform nicht dürfen! – Abg. Dr. Fekter: ... kriminellen Machenschaften!)
Abg. Scheibner: Ja, weil Sie sie gezwungen haben!
Erzählen Sie uns doch nicht irgendeine andere Märchengeschichte dahin gehend, dass Sie einen starken ÖGB mit möglichst vielen Demonstrationen haben möchten – denn natürlich haben Sie es dem ÖGB nicht vergessen, dass er anlässlich der „Pensionskürzungsreform“ mit 200 000 Menschen demonstriert hat und das aufgezeigt hat! (Abg. Scheibner: Ja, weil Sie sie gezwungen haben!) Also, erzählen Sie uns doch nicht diese Geschichten! – Und mit „überparteilich“ meint Klubobmann Molterer natürlich das Gleiche, nur ist es anders formuliert. (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Problem mit der Überparteilichkeit bei der SPÖ, das glaube ich!)
Abg. Scheibner: Hätten wir es nicht machen sollen? – ... den Antrag zurückziehen! Wir wollen nicht, dass Sie einen Beweis für irgendwas haben! Wir ziehen ihn wieder zurück, wenn Sie wollen!
Heute wird das deutlich, da Sie einen Abänderungsantrag einbringen, der genau das bestätigt, was ich vorhin gesagt habe. Ich finde es richtig, dass es diesen Abänderungsantrag gibt, aber ich sage zugleich: Er ist der beste Beweis dafür, dass all das, was wir gesagt haben, eingetreten ist. (Abg. Scheibner: Hätten wir es nicht machen sollen? – ... den Antrag zurückziehen! Wir wollen nicht, dass Sie einen Beweis für irgendwas haben! Wir ziehen ihn wieder zurück, wenn Sie wollen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht genügend! Setzen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wirklich letztklassig!
Also bitte, was bleibt übrig: Sie wollen uns erzählen, dass Sie Wirtschaftskompetenz haben? So, wie Sie mit dieser Causa umgegangen sind? (Abg. Wattaul: Hast du auch schon ein Penthouse?) – Wissen Sie, was: Da können Sie von Franz Vranitzky und Hannes Androsch noch viel lernen! (Lebhafte ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Die waren erfolgreicher, und die haben solche Dinge ganz anders gelöst! (Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Aber so, wie Sie da sitzen, geht es Ihnen nur darum, dass es in Österreich diese schwarze ÖVP-Republik gibt. Das ist Ihr Ziel, und da deklariert sich der Bundeskanzler nicht als Bundeskanzler aller Österreicherinnen und Österreicher, sondern als simpler, einfacher, profaner ÖVP-Parteiobmann, das ist alles: Jedes Pöstchen, jede Struktur, alles so ändern, bis wir alle nur mehr schwarz sind. Das ist die Quintessenz aus all diesen Ereignissen. Und da muss ich sagen: Das ist eigentlich widerwärtig! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Stummvoll: Nicht genügend! Setzen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wirklich letztklassig!)
Abg. Scheibner: Ordnungsrufe gibt’s überhaupt keine mehr in diesem Haus! – Neuerliche Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf! Ordnungsruf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Walch zu Wort. (Abg. Scheibner: Ordnungsrufe gibt’s überhaupt keine mehr in diesem Haus! – Neuerliche Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf! Ordnungsruf!) – Bitte. (Abg. Scheibner: Keine Konsequenzen aus diesem Skandal!)
Abg. Scheibner: Keine Konsequenzen aus diesem Skandal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Walch zu Wort. (Abg. Scheibner: Ordnungsrufe gibt’s überhaupt keine mehr in diesem Haus! – Neuerliche Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf! Ordnungsruf!) – Bitte. (Abg. Scheibner: Keine Konsequenzen aus diesem Skandal!)
Abg. Scheibner: Es sind eh mehr!
Das heißt, das, was da passiert, ist ein Sittenbild des ÖGB, und man muss das einfach auch einmal so bezeichnen. Nur: Was Ihnen nicht gelingen wird – auch auf Seiten der Regierung –, ist, jetzt so zu tun, wie wenn man das an einer oder zwei Personen festmachen könnte. Wenn so etwas passiert wie diese BAWAG-Geschichte, über Jahre und Jahrzehnte (Abg. Scheibner: Es sind eh mehr!), dann hängen da sehr viel mehr Leute drinnen (Abg. Scheibner: Genau das sagen wir ja!), die vielleicht nicht unbedingt selbst etwas getan haben, die aber mitverantwortlich sind für diese Strukturen, für diese Intransparenz und für diese Schwäche in der Kontrolle. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Genau das sagen wir ja!
Das heißt, das, was da passiert, ist ein Sittenbild des ÖGB, und man muss das einfach auch einmal so bezeichnen. Nur: Was Ihnen nicht gelingen wird – auch auf Seiten der Regierung –, ist, jetzt so zu tun, wie wenn man das an einer oder zwei Personen festmachen könnte. Wenn so etwas passiert wie diese BAWAG-Geschichte, über Jahre und Jahrzehnte (Abg. Scheibner: Es sind eh mehr!), dann hängen da sehr viel mehr Leute drinnen (Abg. Scheibner: Genau das sagen wir ja!), die vielleicht nicht unbedingt selbst etwas getan haben, die aber mitverantwortlich sind für diese Strukturen, für diese Intransparenz und für diese Schwäche in der Kontrolle. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wir haben damals auch gehandelt! So wie jetzt! Sie haben nur geredet! – Weitere Zwischenrufe.
Ich sage Ihnen (Abg. Dr. Fekter: ... Sie waren nicht dabei!), ich komme aus einer Gegend, aus einer Region, in der wir 2002 das Hochwasser erlebt haben, ich komme aus dem Kamptal. Dort sind im Jahr 2002 Tausende Leute in ihrer Existenz bedroht gewesen (Zwischenrufe bei der ÖVP), und wenn Sie das Wort „Hochwasser“ auch nur in den Mund nehmen, dann bricht dort die ganze Erinnerung an die Gefahr, an die Verzweiflung, an diese Existenzbedrohung aus. (Abg. Scheibner: Wir haben damals auch gehandelt! So wie jetzt! Sie haben nur geredet! – Weitere Zwischenrufe.) Und Sie müssen sich nicht wundern ... (Abg. Scheibner: Sie haben damals wie heute geredet! Wir haben gehandelt!)
Abg. Scheibner: Sie haben damals wie heute geredet! Wir haben gehandelt!
Ich sage Ihnen (Abg. Dr. Fekter: ... Sie waren nicht dabei!), ich komme aus einer Gegend, aus einer Region, in der wir 2002 das Hochwasser erlebt haben, ich komme aus dem Kamptal. Dort sind im Jahr 2002 Tausende Leute in ihrer Existenz bedroht gewesen (Zwischenrufe bei der ÖVP), und wenn Sie das Wort „Hochwasser“ auch nur in den Mund nehmen, dann bricht dort die ganze Erinnerung an die Gefahr, an die Verzweiflung, an diese Existenzbedrohung aus. (Abg. Scheibner: Wir haben damals auch gehandelt! So wie jetzt! Sie haben nur geredet! – Weitere Zwischenrufe.) Und Sie müssen sich nicht wundern ... (Abg. Scheibner: Sie haben damals wie heute geredet! Wir haben gehandelt!)
Sitzung Nr. 149
Abg. Scheibner: 36!
Dass Sie das weiland nicht ganz ernst genommen haben, als Sie in diese Richtung der Beschaffung gegangen sind, hat ja bewiesen, dass Sie zuerst gesagt haben, nehmen wir halt 24 Flugzeuge. Dann haben Sie gesagt, 24, das schaut ein bisschen komisch aus vom Preis her, außerdem hat es eine Tageszeitung intensiv kritisch dargestellt, es genügen auch 18 Flugzeuge. Wie viel darf es denn sein? – 18, 12, 16? Herr Ex-Minister Scheibner, helfen Sie uns ein bisschen! Wie viele sind denn da notwendig? (Abg. Scheibner: 36!) – Wenn es nach Ihnen ginge, noch mehr. – Es hat diesbezüglich also nicht einmal ein Konzept gegeben.
Abg. Scheibner: So viel gestritten wie bei euch wird bei uns nicht!
Ich führe da zum Beispiel das Ressort von Bundesministerin Haubner an, ebenso das von Bundesminister Gorbach. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie können ja dann erzählen, wie es bei den ÖVP-Ressorts ist! – Da ist also eine enorme Aufgeblähtheit da, aber das alles ist Ihnen völlig gleichgültig! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Es tut mir Leid, Sie müssen sich das jetzt anhören, auch wenn Sie Kritik und Widerrede überhaupt nicht vertragen können; wahrscheinlich laufen bei Ihnen auch Klubsitzungen so einseitig ab. (Abg. Scheibner: So viel gestritten wie bei euch wird bei uns nicht!) Dann hören Sie sich doch Widerrede wenigstens hier im Plenum an! – Genau so läuft das aber letztendlich in der Causa Eurofighter ab.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Schieder: Sie wollten die Neutralität abschaffen! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Schieder –: Und ihr habt es gemacht!
Ich kann mir vorstellen, dass Herr Abgeordneter Cap und Herr Abgeordneter Gusenbauer sagen: Wir wollen den Luftraum mit einem Megaphon oder mit wildem Zuwinken schützen und vielleicht noch eine grimmige Miene machen. – Meine Damen und Herren, das unterscheidet uns von Ihnen! Uns unterscheidet es, dass wir die Sicherheit ernst nehmen, es unterscheidet uns, dass wir, diese Regierung, den Luftraum schützen wollen und dass wir dafür auch das geeignete und beste Gerät benötigen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Schieder: Sie wollten die Neutralität abschaffen! – Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Schieder –: Und ihr habt es gemacht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Dazu noch ein kleines rechtliches Argument. Herr Verteidigungsminister, auch Sie treffen ab und zu in Zeiten wie diesen noch einen rechtskundigen Menschen. Der könnte Ihnen sagen, dass es mit der Veröffentlichung dieses Vertrages im Internet und durch uns in Pressekonferenzen keine Amtsverschwiegenheit mehr gibt. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Die Verweigerung, dem Parlament den Vertrag vorzulegen, ist erstens laut Auskunft aller führenden Verfassungsrechtler verfassungswidrig und zweitens durch das Berufen auf einen nicht mehr existente Amtsverschwiegenheit gesetzeswidrig. (Abg. Mag. Molterer: Der Pilz redet von Verfassung – oje, oje!)
Abg. Scheibner: Was ist ein „Jagdbomber“?
Was steht im militärischen Teil, etwa unter Punkt 2.5? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das Ihr Tagebuch?) Dort steht, dass die Eurofighter Gmbh nicht in der Lage ist, das bestellte Flugzeug zu liefern – das lesen Sie auf Seite 12 dieses Teiles –, weil die österreichische Bundesregierung – und das steht hier drinnen! – einen Jagdbomber bestellt hat (Abg. Scheibner: Was ist ein „Jagdbomber“?) und kein Luftraumüberwachungsflugzeug und die Eurofighter GmbH den Jagdbomber aber nicht liefern kann. (Abg. Scheibner: Was ist ein „Jagdbomber“?)
Abg. Scheibner: Was ist ein „Jagdbomber“?
Was steht im militärischen Teil, etwa unter Punkt 2.5? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das Ihr Tagebuch?) Dort steht, dass die Eurofighter Gmbh nicht in der Lage ist, das bestellte Flugzeug zu liefern – das lesen Sie auf Seite 12 dieses Teiles –, weil die österreichische Bundesregierung – und das steht hier drinnen! – einen Jagdbomber bestellt hat (Abg. Scheibner: Was ist ein „Jagdbomber“?) und kein Luftraumüberwachungsflugzeug und die Eurofighter GmbH den Jagdbomber aber nicht liefern kann. (Abg. Scheibner: Was ist ein „Jagdbomber“?)
Abg. Scheibner – auf einen schwarzen Button mit einem orangefarbenen Quer- und Längsbalken am Revers des Abg. Dr. Kräuter weisend –: Ist das eine Sackgasse? Die Sackgasse Ihrer Politik?
Ich frage Sie, Herr Molterer: Wissen Sie eigentlich, was Herr Aloysius Rauen – der muss es ja wissen, er ist ja der Chef der Eurofighter GmbH – gesagt hat? – Er hat gesagt, nirgends (Abg. Scheibner – auf einen schwarzen Button mit einem orangefarbenen Quer- und Längsbalken am Revers des Abg. Dr. Kräuter weisend –: Ist das eine Sackgasse? Die Sackgasse Ihrer Politik?) – Herr Scheibner! – wird so viel gelogen wie auf Beerdigungen und bei Gegengeschäften.
Abg. Scheibner: Ihr Abzeichen ist passend!
Herr Minister Platter, Sie schreiben in Ihren Bundesheerblattln, der Eurofighter sei das wendigste und stärkste Kampfflugzeug der Gegenwart. – Die Bevölkerung fragt sich, wofür wir eigentlich in Österreich ein Kampfflugzeug brauchen. (Abg. Scheibner: Ihr Abzeichen ist passend!)
Abg. Scheibner: Stückzahl! – Abg. Neudeck: Das liegt an der Anzahl! So oft im Rechnungshofausschuss gehört und Sie verstehen es immer noch nicht!
Der Rechnungshof, den Sie so gerne ins Treffen führen, sagt, der Eurofighter sei nur eingeschränkt tauglich, nur bedingt tauglich. Herr Rechnungshofpräsident Dr. Moser sagte am 20. April 2005: Die Luftraumüberwachung wird mit dem Eurofighter nur eingeschränkt möglich sein. (Abg. Scheibner: Stückzahl! – Abg. Neudeck: Das liegt an der Anzahl! So oft im Rechnungshofausschuss gehört und Sie verstehen es immer noch nicht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So kann man sich auch durch eine Rede schwindeln!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich freue mich auch, dass wir so zahlreich hohe Militärs (in Richtung Galerie) begrüßen dürfen – ich darf das natürlich auch namens meiner Fraktion tun. Sie sind zwar nicht ganz freiwillig hier – wir wissen, beim Bundesheer haben Befehle ausgeführt zu werden –, wir freuen uns dennoch, Sie zu sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: So kann man sich auch durch eine Rede schwindeln!) Wir wissen, dass das Thema für Sie wichtig und bedeutungsvoll ist, weil es letztlich auch darum geht, diese verantwortungsvolle Arbeit zu erfüllen, und wir werden unseren Beitrag dazu leisten. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Vielleicht begrüßt du jeden extra, dann brauchst du nichts zur Sache reden!)
Abg. Scheibner: Weil das ein strafrechtliches Delikt ist, Frau Kollegin!
Sehr geehrte Damen und Herren! Ich finde es schon sehr bezeichnend, dass die Aufregung über die Veröffentlichung des Vertrages sehr viel größer ist als der Inhalt. (Abg. Scheibner: Weil das ein strafrechtliches Delikt ist, Frau Kollegin!) Die Angst muss sehr groß sein, dass auch der technische Teil publik wird, denn der kaufmännische Teil beweist zumindest, dass da eine Vereinbarung getroffen wurde zu Lasten der Republik, zu Lasten der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Der Gaál hat was anderes gesagt! Der hat gesagt, wir brauchen eine Luftraumüberwachung!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, glauben Sie wirklich, dass man für solche Einsätze Kampfjets braucht, dass man dazu Kriegsgerät braucht? Ist das wirklich Ihr Ernst? (Abg. Scheibner: Der Gaál hat was anderes gesagt! Der hat gesagt, wir brauchen eine Luftraumüberwachung!)
Abg. Fauland: Weil sie zu langsam ist! – Abg. Scheibner: Die SAAB holt ein Verkehrsflugzeug ein! Das sollten Sie wissen! – Lesen Sie die Protokolle aus den siebziger Jahren!
Da sich heute so viele darauf berufen haben, dass es ihnen ja um die Luftraumüberwachung geht: Wir haben gesehen, bei der EU-Präsidentschaft funktioniert es! Wozu brauchen wir also die Eurofighter, wenn es jetzt auch funktioniert? Nur deswegen, weil man mit den SAAB 105 nicht EU-tauglich schießen kann? Oder was ist der Grund? (Abg. Fauland: Weil sie zu langsam ist! – Abg. Scheibner: Die SAAB holt ein Verkehrsflugzeug ein! Das sollten Sie wissen! – Lesen Sie die Protokolle aus den siebziger Jahren!)
Abg. Scheibner: „Unsinn“!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Fauland, zum einen: Sie wissen, dass es Zwischenrufe nicht gibt, wenn sie nicht vom Platz aus gemacht werden. Und zum Zweiten: Ich gehe davon aus, dass Sie das Wort „Schwachsinn“ zurücknehmen. (Abg. Scheibner: „Unsinn“!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Die SPÖ und die grüne Fraktion sollten darüber nachdenken, wie sie mit der Sicherheit umgehen. Sie müssen zur Kenntnis nehmen, dass Kollege Pilz es ist, der in Zukunft die Aufsichtsfunktionen in diesem Hause übernehmen würde. – Ich hoffe, dass es nicht so weit kommt. Dafür werden wir bei den nächsten Wahlen sorgen! – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Aber nur, weil der Strache dagegen ist!
Aber jetzt, meine Damen und Herren, scheint mir eine neue Situation entstanden zu sein (Abg. Scheibner: Aber nur, weil der Strache dagegen ist!), nämlich durch die Veröffentlichung dieser Verträge. (Abg. Scheibner: Dass der Strache dagegen ist, ist der einzige Grund!) Die Veröffentlichung dieser Verträge macht eine neue politische Situation offen, nämlich den Vorwurf, dass zu Lasten der Republik verhandelt worden ist. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Dipl.-Ing. Scheuch.) – Da können Sie lachen, wie Sie wollen, liebe Kollegen vom BZÖ! – Ich wiederhole: dass zu Lasten der Republik verhandelt worden ist! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Scheibner: Dass der Strache dagegen ist, ist der einzige Grund!
Aber jetzt, meine Damen und Herren, scheint mir eine neue Situation entstanden zu sein (Abg. Scheibner: Aber nur, weil der Strache dagegen ist!), nämlich durch die Veröffentlichung dieser Verträge. (Abg. Scheibner: Dass der Strache dagegen ist, ist der einzige Grund!) Die Veröffentlichung dieser Verträge macht eine neue politische Situation offen, nämlich den Vorwurf, dass zu Lasten der Republik verhandelt worden ist. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Dipl.-Ing. Scheuch.) – Da können Sie lachen, wie Sie wollen, liebe Kollegen vom BZÖ! – Ich wiederhole: dass zu Lasten der Republik verhandelt worden ist! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja unglaublich!)
Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Dipl.-Ing. Scheuch.
Aber jetzt, meine Damen und Herren, scheint mir eine neue Situation entstanden zu sein (Abg. Scheibner: Aber nur, weil der Strache dagegen ist!), nämlich durch die Veröffentlichung dieser Verträge. (Abg. Scheibner: Dass der Strache dagegen ist, ist der einzige Grund!) Die Veröffentlichung dieser Verträge macht eine neue politische Situation offen, nämlich den Vorwurf, dass zu Lasten der Republik verhandelt worden ist. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Scheibner und Dipl.-Ing. Scheuch.) – Da können Sie lachen, wie Sie wollen, liebe Kollegen vom BZÖ! – Ich wiederhole: dass zu Lasten der Republik verhandelt worden ist! (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Scheibner: Stellen Sie sich vor, die BAWAG kracht – und wir zahlen nichts!
„Stellen Sie sich vor, das Bundesheer kauft sich sündteure Abfangjäger, ..., und keiner sagt, zu welchen Konditionen.“ (Abg. Scheibner: Stellen Sie sich vor, die BAWAG kracht – und wir zahlen nichts!) „Und stellen Sie sich vor, das ist kein schlechter Witz, sondern Realität. Was schließen wir daraus? – Wer immer brav zahlt, der braucht nicht alles zu wissen.“
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wenig hält Gaál davon, die Draken durch gebrauchte Flugzeuge zu ersetzen. Er rät daher zum Ankauf neuer Luftraumüberwachungsflugzeuge, die dann schließlich 30 Jahre einsetzbar wären, sagte Gaál. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.) – Ende des Zitats.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Vielleicht ist euch die Sicherheit von Arbeitsplätzen nur ein Lächeln wert. Es ist traurig, dass die Arbeiterpartei nur ein Lachen dafür übrig hat, Herr Kollege Gusenbauer. Aber, wie schon gesagt: Der Wahltag ist Zahltag! Und „startklar“ wird eine Bauchlandung in einer Sackgasse sein! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Falsch!
Zweitens: Die Regierung hatte ein weiteres Problem, nämlich einen Vorsitzenden des Landesverteidigungsausschusses, der gerade die Regierungslinie verlassen hat. Sie hat ihn, ohne ihn zu informieren, aus dem Ausschuss abgezogen und durch einen regierungstreuen Mann ersetzen lassen. (Abg. Scheibner: Falsch!) Er wurde erst durch unsere Klubmitarbeiter darüber informiert, dass er nicht mehr Mitglied des Landesverteidigungsausschusses ist, weil er bereit gewesen wäre, eine Debatte über den Eurofighter zuzulassen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Wahnsinn!)
Abg. Scheibner: Das ist für Sie ein Fremdwort!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Es hat jetzt offensichtlich übergegriffen: Sie von Seiten der Regierungsparteien stürzen sich so intensiv in das Mantra des Fünfmal-„Sicherheit“-in-einem-Satz-Sagens (Abg. Scheibner: Das ist für Sie ein Fremdwort!), dass Sie schon ganz verwirrt zurückbleiben. Was Sie jetzt darstellen wollten, was Sie als Opposition, dann mit der Regierung, nunmehr als BZÖ – und bald nicht mehr im Parlament – vertreten haben, ist nicht ganz nachvollziehbar gewesen. Die Strategie der ÖVP ist schon eher erkennbar: sich über alles drüberstellen, zur Debatte nichts beitragen, aber auch hundertmal „Sicherheit“ sagen. – So wird es aber nicht gehen.
Abg. Scheibner: Ist der jetzt bei eurer Fraktion?
Herr Abgeordneter Bösch hat offensichtlich tatsächlich nicht von Ihrer Fraktion, Kollege Scheibner, erfahren, in welchem Ausschuss er noch Mitglied ist und in welchem nicht. Sie haben Ihren Redebeitrag ja gestaltet wie eine tatsächliche Berichtigung. Deshalb lassen wir uns das nicht nehmen, das noch einmal darzustellen. (Abg. Scheibner: Ist der jetzt bei eurer Fraktion?) – Nein, er ist nicht bei unserer Fraktion. Mit dem Problem, einmal eine Identität zu finden, wer zu Ihrer Fraktion gehört und wer nicht, müssen Sie sich auseinander setzen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Sitzung Nr. 150
Abg. Scheibner: Die gehört aber zu uns!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Achleitner, nicht Sie sind auf einem guten Weg, sondern Frau Ministerin Gastinger ist auf einem guten Weg! (Abg. Scheibner: Die gehört aber zu uns!) Das ist ein großer Unterschied. Frau Ministerin Gastinger macht nämlich oder würde gerne im Bereich Ehe- und Familienrecht eine Politik machen, die leider nicht einmal von den
Abg. Scheibner: „Scheinheiligkeit“ – das geht nicht!
Abgeordnete Mag. Dr. Maria Theresia Fekter (ÖVP): Die Grünen sind nicht lernfähig, denn sonst müssten sie wissen, wie unser Familienbild ist (Oh-Rufe bei den Grünen): dass uns die Kinder nämlich besonders wichtig sind. Das haben wir durch unsere Politik bewiesen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Schasching: Eine Scheinheiligkeit ist das! – Rufe bei der ÖVP: Ordnungsruf!) Jetzt haben Sie sich disqualifiziert, Frau Kollegin. (Abg. Scheibner: „Scheinheiligkeit“ – das geht nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!
Sie haben vor einiger Zeit ein Gesetz beschlossen, das eine Zwangsbeglückung ist: dass man es sich eben nicht aussuchen kann, wie man sich die Obsorge aufteilt (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!), sondern dass man sich nach einer Scheidung gemeinsam um das Kind kümmern muss. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Das ist völliger Unsinn!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Das ist völliger Unsinn!
Sie haben vor einiger Zeit ein Gesetz beschlossen, das eine Zwangsbeglückung ist: dass man es sich eben nicht aussuchen kann, wie man sich die Obsorge aufteilt (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!), sondern dass man sich nach einer Scheidung gemeinsam um das Kind kümmern muss. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Wer hat Ihnen das aufgeschrieben? Das ist völliger Unsinn!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie verwechselt! Lesen Sie das noch einmal nach! Das stimmt nicht!
Ich denke, da sind wir uns alle einig: Der beste Zustand für das Kind ist, wenn sich auch nach einer Trennung beide Elternteile verantwortlich fühlen und beide Elternteile sich um das Kind kümmern. Das ist ja selbstverständlich! Aber viele Trennungen gehen eben nicht im Einvernehmen über die Bühne, sondern im Streit, und Ihre Regelung hat dazu geführt, dass der Streit in die Familien hineingetragen wird (Abg. Scheibner: Das haben Sie verwechselt! Lesen Sie das noch einmal nach! Das stimmt nicht!), dass bei Alltagsentscheidungen etwa Fragen betreffend Schule oder Feriengestaltung auf einmal zum Druckmittel im Scheidungsverfahren werden und auf die Frauen Druck ausgeübt wird, auf Ansprüche zu verzichten, mit der Drohung: Sonst werde ich dir immer einen Strich durch die Rechnung machen! Es wird nicht die Schule ausgesucht, die du dir für das Kind wünschst! Es wird nicht das Ferienlager geben, auf das sich das Kind freut! Verzichte auf die Ansprüche! (Abg. Scheibner: Das stimmt alles nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt alles nicht!
Ich denke, da sind wir uns alle einig: Der beste Zustand für das Kind ist, wenn sich auch nach einer Trennung beide Elternteile verantwortlich fühlen und beide Elternteile sich um das Kind kümmern. Das ist ja selbstverständlich! Aber viele Trennungen gehen eben nicht im Einvernehmen über die Bühne, sondern im Streit, und Ihre Regelung hat dazu geführt, dass der Streit in die Familien hineingetragen wird (Abg. Scheibner: Das haben Sie verwechselt! Lesen Sie das noch einmal nach! Das stimmt nicht!), dass bei Alltagsentscheidungen etwa Fragen betreffend Schule oder Feriengestaltung auf einmal zum Druckmittel im Scheidungsverfahren werden und auf die Frauen Druck ausgeübt wird, auf Ansprüche zu verzichten, mit der Drohung: Sonst werde ich dir immer einen Strich durch die Rechnung machen! Es wird nicht die Schule ausgesucht, die du dir für das Kind wünschst! Es wird nicht das Ferienlager geben, auf das sich das Kind freut! Verzichte auf die Ansprüche! (Abg. Scheibner: Das stimmt alles nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Gehen Sie hinein und lesen Sie das Gesetz noch einmal nach!
Doch Sie sagen, Sie kümmern sich um das Wohlbefinden der Kinder, aber in Wahrheit haben Sie eine Regelung beschlossen, wo Streit auf dem Rücken und zum Leidwesen der Kinder erst erzeugt und in die Familien hineingetragen wurde. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Gehen Sie hinein und lesen Sie das Gesetz noch einmal nach!)
Abg. Scheibner: 1,5 Milliarden € für Familien! Und Sie sind dagegen! Da gehört schon etwas dazu!
Jawohl, es ist eine Sackgasse, die Sie hier gebaut haben (Abg. Scheibner: 1,5 Milliarden € für Familien! Und Sie sind dagegen! Da gehört schon etwas dazu!), vor allem für die Frauen, und alles, was Sie hier an Erfolgsbilanzen präsentieren, ist tatsächlich ein schwerer Fall von politischer Selbsthypnose, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Traurig ist das, was Sie da bringen!
Der nächste Punkt, wo dringend Abhilfe notwendig wäre und Handlungsbedarf besteht, ist die Frage des Unterhaltes. Es ist unwürdig, dass viele dem Geld nachlaufen müssen, das den Kindern zusteht. Da wäre auch eine Regelung dringend notwendig, die sehr vielen Familien, sehr vielen Kindern materielle Not ersparen könnte. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Traurig ist das, was Sie da bringen!)
Abg. Scheibner: Das hat die Frau Kollegin Kuntzl leider nicht verstanden!
Bundesministerin für Justiz Mag. Karin Gastinger: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren des Hohen Hauses! Ich will einiges klarstellen, was offensichtlich missverstanden wurde, vor allem von den Abgeordneten der Opposition. Zu dem Modell der gemeinsamen Obsorge haben wir eine Studie veröffentlicht, und ich habe schon in meiner Eingangsrede erwähnt, dass ich diese Studie bereits an das Hohe Haus übermittelt habe. Das Ergebnis dieser Studie ist, dass die gemeinsame Obsorge ein Erfolgsmodell ist, und zwar auch deswegen – und gerade darauf bin ich so stolz –, weil dieses österreichische Modell auf Freiwilligkeit und Einvernehmen basiert. Das ist das Entscheidende! (Abg. Scheibner: Das hat die Frau Kollegin Kuntzl leider nicht verstanden!)
Abg. Scheibner: Das interessiert sie nicht!
Ich kann Ihnen diese Studie gerne zuschicken. Ich habe eine Zusammenfassung davon hier und würde sie Ihnen gerne dann im Anschluss an diese Debatte geben. (Abg. Scheibner: Das interessiert sie nicht!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Meinungsfreiheit gibt es schon noch in dem Land?
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (fortsetzend): Herr Präsident, die stören mich überhaupt nicht. Die stören mich gar nicht. Es stören mich eher die, die diese reaktionäre Ideologie hier verbreiten. Das stört und beeinträchtigt mich mehr. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Meinungsfreiheit gibt es schon noch in dem Land?)
Abg. Scheibner: ... er wird jetzt Bundeskanzler!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, lassen Sie mich zu den Ausführungen des in der Zwischenzeit leider von der Regierungsbank abgetretenen Vizekanzlers Gorbach ein Wort sagen. (Abg. Scheibner: ... er wird jetzt Bundeskanzler!)
Abg. Scheibner: Stimmt die SPÖ jetzt dagegen?
Herr Vizekanzler Gorbach hat – wider die Ausführungen des Kollegen Hofmann, der aber auch seiner Fraktion angehört – gesagt, das, was heute zu beschließen ist, sei kein Reparaturgesetz. (Abg. Scheibner: Stimmt die SPÖ jetzt dagegen?) Vizekanzler Gorbach hat weiters gesagt: Wer eine wirtschaftsfreundliche Politik betreibt, betreibt eine gute Politik!
Abg. Scheibner: Er wird jetzt Bundeskanzler!
Deswegen, geschätzte Damen und Herren, ist das heute wahrscheinlich eine der letzten Reden des Herrn Vizekanzlers Gorbach hier gewesen; vielleicht sogar die Abschiedsrede, denn (Abg. Scheibner: Er wird jetzt Bundeskanzler!), Herr Kollege Scheibner, für die KMUs war diese Politik schlecht. Laut Kreditschutzverband hat es noch nie so viele Insolvenzen gegeben, wie das eben jetzt der Fall ist; die KMUs sterben sozusagen weg wie die Fliegen. (Abg. Großruck: Das Sanierungspaket haben wir für die BAWAG machen müssen! – Weitere Zwischenrufe bei Abgeordneten der ÖVP sowie von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Marizzi: Herr Kollege Scheibner, die Flugzeuge kosten ...!
Zum Schluss: Es freut mich, dass der Herr Finanzminister heute hier ist. Ich erinnere noch daran – Sie werden das nicht so gerne hören –: Sie haben uns einmal vorgeworfen, warum wir etwa bei der Abfangjägerbeschaffung von 24 auf 18 zurückgegangen sind. Ich gebe zu, dass das keine leichte Entscheidung gewesen ist, aber es gab damals die Zusicherung des Finanzministers und die Garantie, dass zumindest ein Großteil des Ersparten für die Katastrophenhilfe zweckgebunden investiert wird. (Abg. Marizzi: Herr Kollege Scheibner, die Flugzeuge kosten ...!)
Abg. Scheibner: Wieso? Es geht um Katastrophen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Herr Klubobmann Kollege Scheibner, was alles in einem Tagesordnungspunkt Platz hat: Jetzt müssen wieder die Abfangjäger herhalten, weil Sie dem Entschließungsantrag der Sozialdemokraten nicht zustimmen wollen! (Abg. Scheibner: Wieso? Es geht um Katastrophen!) Das sind schon Pirouetten, die man um diese Tageszeit weniger gewohnt ist.
in Richtung des Abg. Scheibner
Es war doch völlig klar, dass man mit diesem Gewalt-Rodeo der Eurofighter-Beschaffung bei 24 Stück nie und nimmer auf einen Kaufpreis von 2 Milliarden € kommt! Das wissen allerdings Sie (in Richtung des Abg. Scheibner), damals noch Verteidigungsminister, eigentlich viel besser als ich – und deshalb schmunzeln Sie so. (Abg. Scheibner: Ich weiß genau, dass das nicht stimmt, was du sagst! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Wie dem auch sei, wie dem auch war – halten wir das auch noch fest!
Abg. Scheibner: Ich weiß genau, dass das nicht stimmt, was du sagst! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Es war doch völlig klar, dass man mit diesem Gewalt-Rodeo der Eurofighter-Beschaffung bei 24 Stück nie und nimmer auf einen Kaufpreis von 2 Milliarden € kommt! Das wissen allerdings Sie (in Richtung des Abg. Scheibner), damals noch Verteidigungsminister, eigentlich viel besser als ich – und deshalb schmunzeln Sie so. (Abg. Scheibner: Ich weiß genau, dass das nicht stimmt, was du sagst! – Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Wie dem auch sei, wie dem auch war – halten wir das auch noch fest!
Abg. Scheibner: Weil es schon beschlossen ist!
Zur Katastrophenhilfe als solcher beziehungsweise zur Fragestellung – denn das ist mittlerweile eigentlich der Diskussionsgegenstand geworden – der sozialen Absicherung jener, die freiwillig entsprechende Dienste leisten: Da kann ich wirklich keinen Grund erkennen, warum man den Anträgen der Sozialdemokratie nicht zustimmt. (Abg. Scheibner: Weil es schon beschlossen ist!) Dieser Teil der Pirouette ist nicht nachvollziehbar.
Abg. Scheibner: Das werden Sie alles noch kennen lernen!
Und jetzt machen Sie das Gleiche im Bereich der Pensionen. Da dürfen jetzt die Pensionen der Beamten, die auslaufenden Beamtenpensionen, von dieser Anstalt verwaltet werden. Da wundert mich nicht nur die Zustimmung des Herrn Finanzministers, der sagt: Ja, ist halt so!, sondern vor allem dieses Häufleins BZÖ/FPÖ, von dem man ja nicht weiß, was es jetzt ist. (Abg. Scheibner: Das werden Sie alles noch kennen lernen!) – Entschuldigung (Abg. Scheibner: Wenn Sie das nicht begreifen!), ein paar sind FPÖ, ein paar sind BZÖ, ein paar sind nirgendwo dabei, das sind ja kleine Grüppchen, Trümmerhäufchen.
Abg. Scheibner: Wenn Sie das nicht begreifen!
Und jetzt machen Sie das Gleiche im Bereich der Pensionen. Da dürfen jetzt die Pensionen der Beamten, die auslaufenden Beamtenpensionen, von dieser Anstalt verwaltet werden. Da wundert mich nicht nur die Zustimmung des Herrn Finanzministers, der sagt: Ja, ist halt so!, sondern vor allem dieses Häufleins BZÖ/FPÖ, von dem man ja nicht weiß, was es jetzt ist. (Abg. Scheibner: Das werden Sie alles noch kennen lernen!) – Entschuldigung (Abg. Scheibner: Wenn Sie das nicht begreifen!), ein paar sind FPÖ, ein paar sind BZÖ, ein paar sind nirgendwo dabei, das sind ja kleine Grüppchen, Trümmerhäufchen.
Abg. Scheibner: Sie sind ein Haufen!
Aber da wundert mich ... (Abg. Scheibner: Sie sind ein Haufen!) – Nein, nein. Häuflein ist etwas anderes als ein Haufen. Aber, Herr Kollege Scheibner, versuchen Sie nicht, abzulenken. Sie sind doch ausgezogen (Abg. Scheibner: Nein, wir sind hereingezogen!) mit dem Ansatz, dass alle Sozialversicherungsanstalten zusammengelegt werden sollen. Und jetzt kehren Sie zurück in die Wahlauseinandersetzung und sichern einer Anstalt sozusagen wieder Sonderrechte, mit denen sie auf Jahrzehnte weiterhin ihre besondere Stellung behaupten darf. – Das kann es nicht gewesen sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nein, wir sind hereingezogen!
Aber da wundert mich ... (Abg. Scheibner: Sie sind ein Haufen!) – Nein, nein. Häuflein ist etwas anderes als ein Haufen. Aber, Herr Kollege Scheibner, versuchen Sie nicht, abzulenken. Sie sind doch ausgezogen (Abg. Scheibner: Nein, wir sind hereingezogen!) mit dem Ansatz, dass alle Sozialversicherungsanstalten zusammengelegt werden sollen. Und jetzt kehren Sie zurück in die Wahlauseinandersetzung und sichern einer Anstalt sozusagen wieder Sonderrechte, mit denen sie auf Jahrzehnte weiterhin ihre besondere Stellung behaupten darf. – Das kann es nicht gewesen sein, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da seid ihr ja vorbildhaft!
Ein bisschen mehr gewerkschaftliche Vertretung hilft den von Ihnen Vertretenen. (Abg. Scheibner: Da seid ihr ja vorbildhaft!) Wir von der Wirtschaft brauchen einen starken Partner. Die Arbeitnehmer und Beamten brauchen eine starke Vertretung. Daher stimmen Sie dem zu, Herr Kollege! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Habt ihr das nicht in der Kommission gesagt?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Vertreterinnen und Vertreter der Regierungsparteien sollten mit Dankbarkeit zur Kenntnis nehmen, dass der „vorliegende“ Finanzminister zumindest noch unserem Abgeordneten Kogler abgeht. Ich hätte keine sachliche Begründung gefunden, ihn jetzt zu dieser Debatte unbedingt herbeischaffen zu lassen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Er ist eh da!), weil er uns wahrscheinlich zu dem entscheidenden Punkt keine Auskunft geben kann, nämlich zur Frage: Wie kommt der Verteidigungsminister auf die absurde Idee, er könnte für seine Liegenschaftsaltlasten 400 Millionen € erlösen? Wenn etwas völlig unmöglich ist, dann die Erreichung dieser Zahl. (Abg. Scheibner: Habt ihr das nicht in der Kommission gesagt?)
Abg. Scheibner: Ihr habt ja die Finanzierung besprochen!
Das Bundesministerium für Landesverteidigung weigert sich, die guten Stücke auf den Markt zu bringen – und hat, mit einer Ausnahme, ausschließlich Liegenschaftsladenhüter zum Kauf angeboten, behauptet aber, gegen jede Wahrscheinlichkeit, das Anbieten von Dutzenden Liegenschaftsladenhütern könnte die Bundesheer-Reform, die wir alle gemeinsam erarbeitet, unterstützt und auch mit beschlossen haben, finanzieren. (Abg. Scheibner: Ihr habt ja die Finanzierung besprochen!)
Abg. Scheibner: Das ist zusätzlich zum Budget!
Das heißt – und man sieht das auch beim Kasernenverkauf –: Wenn Eurofighter gekauft und finanziert werden, dann können nicht einmal die verbleibenden Kasernen modernisiert werden. (Abg. Scheibner: Das ist zusätzlich zum Budget!) Weil aber Güssing nicht modernisiert werden kann, müssen die Soldaten und Soldatinnen in baufälligen, längst schon zu schließenden Kasernen in Pinkafeld und in Oberwart bleiben. – Das ist schlicht und einfach Faktum.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich kann mich auch noch daran erinnern, wie die Menschen applaudiert haben, als der Draken damals, als es in Slowenien 14 Tage lang Kriegshandlungen gab, aufgestiegen ist. Vielleicht sollten Sie sich das auch einmal vor Augen führen und nicht ständig nur gegen den Eurofighter agitieren. Sie scheinen überhaupt nicht fähig zu sein, einmal politisch zu reflektieren, was die Vergangenheit schon an Widerlegungen gebracht hat. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Pilz wird noch immer eine Dringliche machen!
So, wie das Kapitel Draken damals emotional sehr aufgewühlt und politisch aufmunitioniert begonnen hat, sind wir auch jetzt wieder in einer solchen Situation – Kollege Pilz hat es ja soeben dargebracht –, was den neuen Abfangjäger betrifft. Ich bin sehr zuversichtlich, dass erst in 40 Jahren dann unsere Nachfolger hier herinnen darüber befinden werden, was mit den Teilen des Eurofighters passieren soll. (Abg. Scheibner: Pilz wird noch immer eine Dringliche machen!) Vielleicht ist Kollege Pilz ja dann der Einzige, der immer noch hier herinnen ist, und dann kann er den Nachfolger des Eurofighters in seiner gewohnten Art und Weise diskreditieren.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, es ist nicht der richtige Ort und dieses Gesetz nicht der richtige Anlass, aus bestimmten Befindlichkeiten zuzustimmen oder nicht zuzustimmen, wie ich das vom Kollegen Scheuch vernommen habe. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Ich denke, zusammenfassend kann gesagt werden, wir sollen gemeinsam die Energiepolitik betreiben. Natürlich sieht man das im Zeichen des beginnenden Wahlkampfes, dass die Grünen grüner sein wollen als alle im Parlament vertretenen Parteien. Ich denke, dass dieses Ökostromgesetz ein gutes ist. Es kann nicht immer die Vollendung sein, aber wir stimmen diesem Gesetz gerne zu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Etwas verwundert haben mich heute die Ausführungen des Herrn Professors Van der Bellen. Er hat uns mit Freude erzählt, dass er eine Fabrik besucht hat, die Photovoltaikzellen produziert. – Herr Professor, wir leben im Jahre 2006. Meine Heimatgemeinde hat den „Österreichischen Solarpreis“ im Jahr 1995 bekommen. In Bezug auf die Photovoltaik muss ich Ihnen leider sagen, dass bedauerlicherweise noch sehr viel Wasser durch die österreichischen Wasserkraftwerke laufen wird, bevor die Photovoltaik konkurrenzfähig ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Na bitte!
Er sagt auch ganz klar, was passieren wird, Herr Kollege Rasinger. Er wird im Bereich der Leistungen weitere Einschnitte vornehmen müssen, wenn diese unsoziale Politik dieser Bundesregierung in dieser Art und Weise fortgeführt wird, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Na bitte!) Herr Kollege, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie für mehr Selbstbehalt und Leistungskürzungen sind. Das ist in Ordnung, das werden wir den Menschen natürlich mitteilen. Das ist überhaupt kein Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben ja Sie verlangt! Können Sie sich vielleicht noch daran erinnern? Der Herr Gusenbauer hat das verlangt!) Warum sind Sie so nervös, Herr Kollege Scheibner? Stellen Sie sich schon darauf ein, dass Sie demnächst nicht mehr hier herinnen sitzen werden. Müssen Sie jetzt noch ein paar Ausführungen machen? (Abg. Scheibner: Es ist ärgerlich, wenn Sie die Unwahrheit sagen! Geben Sie doch zu, dass Sie das verlangt haben!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben ja Sie verlangt! Können Sie sich vielleicht noch daran erinnern? Der Herr Gusenbauer hat das verlangt!
Er sagt auch ganz klar, was passieren wird, Herr Kollege Rasinger. Er wird im Bereich der Leistungen weitere Einschnitte vornehmen müssen, wenn diese unsoziale Politik dieser Bundesregierung in dieser Art und Weise fortgeführt wird, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Na bitte!) Herr Kollege, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie für mehr Selbstbehalt und Leistungskürzungen sind. Das ist in Ordnung, das werden wir den Menschen natürlich mitteilen. Das ist überhaupt kein Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben ja Sie verlangt! Können Sie sich vielleicht noch daran erinnern? Der Herr Gusenbauer hat das verlangt!) Warum sind Sie so nervös, Herr Kollege Scheibner? Stellen Sie sich schon darauf ein, dass Sie demnächst nicht mehr hier herinnen sitzen werden. Müssen Sie jetzt noch ein paar Ausführungen machen? (Abg. Scheibner: Es ist ärgerlich, wenn Sie die Unwahrheit sagen! Geben Sie doch zu, dass Sie das verlangt haben!)
Abg. Scheibner: Es ist ärgerlich, wenn Sie die Unwahrheit sagen! Geben Sie doch zu, dass Sie das verlangt haben!
Er sagt auch ganz klar, was passieren wird, Herr Kollege Rasinger. Er wird im Bereich der Leistungen weitere Einschnitte vornehmen müssen, wenn diese unsoziale Politik dieser Bundesregierung in dieser Art und Weise fortgeführt wird, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Na bitte!) Herr Kollege, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie für mehr Selbstbehalt und Leistungskürzungen sind. Das ist in Ordnung, das werden wir den Menschen natürlich mitteilen. Das ist überhaupt kein Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das haben ja Sie verlangt! Können Sie sich vielleicht noch daran erinnern? Der Herr Gusenbauer hat das verlangt!) Warum sind Sie so nervös, Herr Kollege Scheibner? Stellen Sie sich schon darauf ein, dass Sie demnächst nicht mehr hier herinnen sitzen werden. Müssen Sie jetzt noch ein paar Ausführungen machen? (Abg. Scheibner: Es ist ärgerlich, wenn Sie die Unwahrheit sagen! Geben Sie doch zu, dass Sie das verlangt haben!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Scheibner: Mehr Belastungen, nicht wahr?
Abschließend, meine Damen und Herren: Sie sind mit Ihrer Gesundheitspolitik in einer Sackgasse der Belastungen gelandet! Wahrlich keine große Perspektive für kranke Menschen in unserem Lande! Es ist Zeit für einen Kurswechsel – gerade in der Gesundheitspolitik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Grünewald. – Abg. Scheibner: Mehr Belastungen, nicht wahr?)
Abg. Scheibner: So ist es!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren! Ich erinnere Sie daran: Zwischenrufe nur vom eigenen Sitzplatz aus! (Abg. Scheibner: So ist es!)
Abg. Scheibner: Schade!
Also kurzum: Dem kann ich nicht meine Zustimmung geben. (Abg. Scheibner: Schade!) Und ich kann auch nicht in 5 Minuten über solch einen Block reden – das ist der nächste Scherz. (Abg. Scheibner: Das ist aber ein Problem von Ihrem Klub!)
Abg. Scheibner: Das ist aber ein Problem von Ihrem Klub!
Also kurzum: Dem kann ich nicht meine Zustimmung geben. (Abg. Scheibner: Schade!) Und ich kann auch nicht in 5 Minuten über solch einen Block reden – das ist der nächste Scherz. (Abg. Scheibner: Das ist aber ein Problem von Ihrem Klub!)
Abg. Scheibner: Eine Schellack!
Abgeordneter Elmar Lichtenegger (Freiheitliche - BZÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Hohes Haus! Gesundheitspolitik heißt meiner Überzeugung nach in erster Linie Verantwortung übernehmen. Wenn man dem Kollegen Lackner zugehört hat, hat man, muss ich sagen, nicht viel von Verantwortungsbewusstsein gehört. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der sitzt auch in der Opposition!) Es ist keine CD, Herr Kollege Rasinger, die Herr Kollege Lackner hier abgespielt hat, sondern das ist schon eher eine Langspielplatte (Abg. Scheibner: Eine Schellack!) oder eine Schellack, so alt und verstaubt sind seine Argumente. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das zahlt sich nicht aus!
Ich will jetzt ganz kurz auf die Ausführungen meiner Vorrednerin eingehen (Abg. Scheibner: Das zahlt sich nicht aus!), die die Meinung der österreichischen Bevölkerung angesprochen hat. Also ich erlebe immer wieder, dass in der Bevölkerung sehr wohl erkannt wird, welch gutes Gesundheitssystem wir haben. Und es gibt immer wieder Leute – das habe ich schon einmal angeführt –, die im Ausland waren, also von anderen Erlebnissen berichten können und unser Gesundheitssystem immer wieder loben. Man braucht sich nur anzuschauen, was strukturell, hinsichtlich Qualitätssicherung et cetera gemacht worden ist. Das kann man, denke ich, nicht so einfach übergehen. Ich habe immer das Gefühl, wir leben da in zwei Welten. (Abg. Scharer: Das glaube ich auch!) Die einen sehen das oder wollen das sehen, aber ich denke, man
Abg. Scheibner: So hat er’s nicht gesagt!
Am Ende meines letzten Vorsitzes, und zwar um zirka 16 Uhr, hat Herr Abgeordneter Neudeck nach Aufstellen eines gelben Fasses mit der Aufschrift „NEIN zu diesem Umweltzerstörungsgesetz“ in Richtung Rednerpult gesagt: „Bei den Grünen sind wir sonst nur Flaschen gewohnt! Wieso ist da jetzt ein Fass?“ (Heiterkeit bei den Freiheitlichen – BZÖ.) – Ich finde das nicht so lustig! (Abg. Scheibner: So hat er’s nicht gesagt!) Ich habe hier bitte das Stenographische Protokoll!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Bravo! – Abg. Scheibner: Zick-Cap-Kurs!
Ich will gar nicht wiederholen, was meine Vorredner gesagt haben, aber es sind Vorredner von der Opposition mit Aussagen wie „Fata Morgana“ und „Schlaraffia – in der Wüste“ in dieser Debatte hier beim Rednerpult gestanden. Ich beende meinen Redebeitrag mit den Worten: „obligater Zickzackkurs der SPÖ, der Opposition“. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Broukal: Bravo! – Abg. Scheibner: Zick-Cap-Kurs!)
Abg. Scheibner: Eine gefährliche Äußerung! ...!
Ich darf aber, meine Damen und Herren, jetzt doch zur Tagesordnung, zum eigentlichen Thema kommen. (Abg. Scheibner: Eine gefährliche Äußerung! ...!) – Kollege Scheibner, das kann man durchaus sagen, denn bei Ihnen tut das zurzeit niemand, glaube ich. (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!) – Na gut, dann ist das in Ordnung.
Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!
Ich darf aber, meine Damen und Herren, jetzt doch zur Tagesordnung, zum eigentlichen Thema kommen. (Abg. Scheibner: Eine gefährliche Äußerung! ...!) – Kollege Scheibner, das kann man durchaus sagen, denn bei Ihnen tut das zurzeit niemand, glaube ich. (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!) – Na gut, dann ist das in Ordnung.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch. – Abg. Scheibner: Wo ist der Gusenbauer? Wo ist die halbe SPÖ?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Zur auch immer wieder gestellten Frage betreffend Verantwortung des Herrn Verkehrsministers gegenüber dem Parlament und gegenüber seiner Arbeit als Verkehrsminister nur so viel zur Information: Der Herr Verkehrsminister ist heute nicht deshalb nicht im Parlament, weil er andere staatstragende Aufgaben für die Republik Österreich erfüllt, sondern er sitzt in einem Fußballstadion und vergnügt sich dort. Und das, liebe Damen und Herren, ist, was seine Haltung zum österreichischen Parlament und seine Arbeitseinstellung betrifft, mehr als verwerflich. Das ist von allen Parlamentariern zurückzuweisen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch. – Abg. Scheibner: Wo ist der Gusenbauer? Wo ist die halbe SPÖ?)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Wir alle würden heute gerne im Fußballstadion sitzen. Aber der Herr Verkehrsminister brüskiert das Parlament, indem er sich ein Fußballspiel anschaut und die Verkehrspolitik in Österreich uns überlässt! (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Das ist unglaublich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ein Skandal!
Sehr geehrte Damen und Herren, es wurde heute öfters schon vom ÖBB-Schlamassel gesprochen. (Abg. Scheibner: Das ist unglaublich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ein Skandal!)
Abg. Scheibner: Wo ist Ihr Chef Gusenbauer?
Meine Damen und Herren! Ich meine, auf diese Weise wird dem Parlament und der wissenschaftlichen Zukunft unserer Jugend ein bisschen wenig Wertschätzung entgegengebracht! Ich glaube, das sollte man nicht hinnehmen! (Abg. Scheibner: Wo ist Ihr Chef Gusenbauer?) Wenn man im Glashaus sitzt, dann sollte man nicht mit Steinen werfen! Sie sind in der Regierung, schreiben Sie also der Opposition nicht vor, wo sie zu sein hat! Sie haben hier zu sitzen, und das haben Sie wahrscheinlich vergessen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.
darf ich um die Zustimmung ersuchen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.)
Sitzung Nr. 152
Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Löhne, Herr Kollege?
Wo sind diesbezügliche Initiativen der Bundesregierung? (Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Löhne, Herr Kollege?) Glauben Sie wirklich, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass man etwa als Zeitungszusteller für 40 Stunden Arbeit mit 670 € ausreichend bezahlt ist? (Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem ÖGB! Da ist aber wirklich der ÖGB zuständig!) – Zeigen Sie nicht auf andere, Sie haben es im Regierungsprogramm, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Sie wollen gesetzlich die Kollektivvertragslöhne ...?)
Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem ÖGB! Da ist aber wirklich der ÖGB zuständig!
Wo sind diesbezügliche Initiativen der Bundesregierung? (Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Löhne, Herr Kollege?) Glauben Sie wirklich, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass man etwa als Zeitungszusteller für 40 Stunden Arbeit mit 670 € ausreichend bezahlt ist? (Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem ÖGB! Da ist aber wirklich der ÖGB zuständig!) – Zeigen Sie nicht auf andere, Sie haben es im Regierungsprogramm, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Sie wollen gesetzlich die Kollektivvertragslöhne ...?)
Abg. Scheibner: Sie wollen gesetzlich die Kollektivvertragslöhne ...?
Wo sind diesbezügliche Initiativen der Bundesregierung? (Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Löhne, Herr Kollege?) Glauben Sie wirklich, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass man etwa als Zeitungszusteller für 40 Stunden Arbeit mit 670 € ausreichend bezahlt ist? (Abg. Scheibner: Sagen Sie das dem ÖGB! Da ist aber wirklich der ÖGB zuständig!) – Zeigen Sie nicht auf andere, Sie haben es im Regierungsprogramm, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Sie wollen gesetzlich die Kollektivvertragslöhne ...?)
Abg. Scheibner: Sollen wir die Löhne gesetzlich festlegen?
Ihre Regierung hat gesagt: Wir setzen uns für die 1 000 € ein! Sie können nicht die Verantwortung bei jemand anderem deponieren, das ist Ihr Regierungsprogramm. (Abg. Scheibner: Sollen wir die Löhne gesetzlich festlegen?) Und 670 € für 40 Stunden Arbeit sind eindeutig zu wenig! – Das spielt sich in Österreich ab. Da muss etwas geändert werden! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie haben natürlich die Weisheit gepachtet!
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Frau Ministerin Haubner hat gerade mit Ihrer Rede sehr eindrucksvoll demonstriert, woran das soziale Europa krankt: Es gibt schöne Worte, meistens leer. Ich frage nur: Was heißt es, wenn die Frau Minister sagt, man werde „Klarheit schaffen“? (Abg. Scheibner: Sie haben natürlich die Weisheit gepachtet!)
Abg. Scheibner: Der erste Satz ist schon eine Anschuldigung!
Herr Klubobmann Scheibner vom BZÖ, hören Sie mir zumindest einmal zu, damit Sie wissen, was ich sage (Abg. Scheibner: Der erste Satz ist schon eine Anschuldigung!), bevor Sie sich darüber aufregen, was der Inhalt sein könnte! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bei Ihnen nicht!
Herr Abgeordneter Scheuch schlägt vor, das sollen die Grünen in der nächsten Regierung machen. – Das werden wir sehr gerne tun, denn Sie werden nicht mehr dabei sein! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Bei Ihnen nicht!)
Abg. Scheibner: Nur in Österreich ist alles schlecht!
Herr Kollege Neugebauer, wenn Sie sagen, wir reden immer nur von Verteilung, dann sage ich Ihnen: Wir reden nicht nur von Verteilung, aber auch, und zwar aus unserer Sicht völlig zu Recht, denn: Erwirtschaftet wird viel! Es gibt Rekordgewinne bei den Unternehmen. Es gibt einen steigenden Wohlstand in der Europäischen Union, wohlgemerkt im Durchschnitt. (Abg. Scheibner: Nur in Österreich ist alles schlecht!) Nein, wir haben auch in Österreich steigenden Wohlstand zu verzeichnen, und das ist gut. (Beifall des Abg. Dr. Van der Bellen sowie demonstrativer Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Das Problem ist nur die Verteilung, und dort wollen Sie nicht hinschauen. Kollege Neugebauer hat gerade vorhin wieder gemeint: Wofür brauchen wir eine Verteilung? (Abg. Öllinger: Das ist ein Gewerkschafter!) Ja, er ist Gewerkschafter; ich weiß nicht, ob man das jetzt wirklich positiv hervorheben soll.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Mitterlehner von der ÖVP und der Wirtschaftskammer hat gesagt, dass die Globalisierung von den Menschen nicht als Chance begriffen wird, sondern nur als Problem gesehen wird, und hat das bedauert. – Das mag man bedauern, vor allem aus Ihrer Sicht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Bitte schön, Herr Kollege Scheibner! Jedenfalls dürfen Sie sich nicht wundern, dass es so ist. Sie dürfen sich aber deshalb nicht wundern, weil Sie selbst ja schon Opfer Ihrer eigenen Parolen werden. Sie sagten nämlich gleich anschließend: Sozial sei – und da braucht man wirklich den Konjunktiv, dass man das über die Lippen bringt (Abg. Mag. Regler: Was Arbeit schafft!) –, nicht nur was Arbeit schafft, sondern Sie versteigen sich jetzt schon dazu zu sagen, ausschließlich sei sozial, was Arbeit schafft. Und das ist einfach ein Unsinn in dieser Form. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Welche Gewerkschaft ist dafür zuständig?
Wenn der Herr Bundesminister Bartenstein immer wieder darauf hinweist, dass die Zahl der Beschäftigten erhöht worden ist (Abg. Mag. Regler: Rekordbeschäftigung!), dann muss ich sagen: Er vergisst dabei immer wieder hinzuzufügen, dass das einzig und allein darauf zurückzuführen ist, dass wir in Österreich mehr denn je atypisch beschäftigte Menschen haben. Wir haben in Österreich 1 Million Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die atypisch beschäftigt sind. (Zwischenruf des Abg. Mag. Regler.) Ja, ja, da kann man nichts machen, aber Sie verpassen es die ganze Zeit, diese Menschen auch in ein Sozialversicherungssystem einzubinden. Sie verpassen es auch, arbeitsrechtliche Schutzmechanismen einzuführen. (Abg. Scheibner: Welche Gewerkschaft ist dafür zuständig?) Sie sagen ganz einfach, dass Ihnen diese Leute egal sind. (Abg. Neudeck: So schlecht ist die Gewerkschaft? Das kann ich nicht glauben!)
Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer zahlt denn die 900 Millionen? Zahlen Sie die 900 Millionen?! Da gehört was dazu! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Abgeordneter Dr. Richard Leutner (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Wir waren jetzt gerade Zeuge einer weiteren Rede am heutigen Vormittag ohne jeglichen Bezug zur Europäischen Union und ihren sozialen Problemen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wenn Sie geschlafen haben, ist das Ihr Problem! Guten Morgen!) Lieber Herr Kollege Scheuch! Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wir kümmern uns um den ÖGB – und Sie kümmern sich um das Massengrab der Abfangjäger und der Hypo Alpe-Adria, Herr Scheuch! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Dann sind Sie nämlich genug beschäftigt. Gehen wir einmal so vor! (Anhaltende Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer zahlt denn die 900 Millionen? Zahlen Sie die 900 Millionen?! Da gehört was dazu! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Ein Trauerspiel ist das! – weitere Zwischenrufe
Frau Bundesministerin Haubner, lassen Sie mich doch jetzt auch zu den europäischen Themen kommen. Frau Bundesministerin, mir war diese Regierungserklärung in Sachen „Soziales Europa“ heute nicht ausreichend. Das war ein recht abstraktes Gemälde, das heute von den Regierungsfraktionen hier gemalt worden ist. Sie haben viel interpretiert, Sie haben Einzelpunkte angesprochen (Abg. Scheibner: Ein Trauerspiel ist das! – weitere Zwischenrufe), aber Sie haben nicht gesagt, was Sie in Europa ändern wollen, Frau Ministerin, und das wäre gerade jetzt so wichtig, denn Europa und Österreich müssen wieder sozialer werden, meine Damen und Herren. (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Gut angefangen, aber jetzt ist es wieder schlecht!
Was ich nicht verstehe, ist, wenn man sagt, man will, dass alle, die hier in Österreich leben, sich auch integrieren – das halte ich für richtig –, und andererseits schafft man dann eine Gruppe von Arbeitnehmern zweiter Klasse, nämlich die so genannten Saisonniers, bei denen es gar nicht gewünscht ist, dass sie sich integrieren, weil sie eigentlich nur für eine gewisse Zeit nach Österreich kommen sollen (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ) und hier billig ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen sollen (Abg. Scheibner: Gut angefangen, aber jetzt ist es wieder schlecht!), und man geht davon aus, dass sie dann das Land wieder verlassen – was sie meistens nicht tun –, um sie bei nächster Gelegenheit wieder hereinzuholen.
Abg. Scheibner: Demagogie!
Wir haben den Verteidigungsminister in einigen Ausschüssen gefragt: Brauchen wir für die innere Sicherheit der Republik Österreich Eurofighter? (Rufe bei der ÖVP: Ja!) Er hat geantwortet: Ja! (Abg. Murauer: Ja! Das ist richtig!) Wir haben gefragt: Für welchen Anlassfall? Er hat gesagt: Vor allem für einen Anlassfall: die Fußball-Europameisterschaft 2008. Unsere Fußballstadien müssen mit Eurofightern überwacht werden. (Abg. Scheibner: Demagogie!)
Abg. Scheibner: Da musst du nur nachschauen! Da gibt es genug!
Wo ist das offene und klare Wort der ÖVP- oder BZÖ-Sicherheitspolitik zu den Raketenstationierungsplänen der USA nahe der österreichischen Grenzen? Wo ist das klare und eindeutige Wort der ÖVP und des BZÖ zu ungeschützten und jedem terroristischen Anschlag preisgegebenen grenznahen Atomkraftwerken? Wo gibt es da irgendetwas? (Abg. Scheibner: Da musst du nur nachschauen! Da gibt es genug!)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht! Über Zuwanderungspolitik haben wir geredet! Familienzusammenführung!
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Frau Präsident! Frau Minister! Hohes Haus! Nur zwei Sätze zu meinen Vorrednern. Herr Kollege Scheibner, wenn Sie hier sagen, dass die sozialdemokratische Politik in der Ausländerpolitik Verfehlungen begangen hat, dann muss ich Ihnen eines ganz wertfrei entgegenhalten: Kriminalitätssteigerung in Österreich in den letzten sechs Jahren, unter Ihrer Regierungstätigkeit, so hoch wie noch nie! (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht! Über Zuwanderungspolitik haben wir geredet! Familienzusammenführung!) Ausländerzuzug in Österreich in den letzten sechs Jahren so hoch wie noch nie! – Das ganz wertfrei gesprochen. (Abg. Dr. Fekter: Lassen Sie sich die Statistik erklären! – Abg. Dr. Stummvoll: Alles ist schlecht! – Abg. Dr. Fekter: Es ist alles so grauslich!)
Abg. Scheibner: Die sind alle assimiliert worden! Das stimmt überhaupt nicht! Die sind alle assimiliert worden damals!
Ich sehe Bosnien und das ehemalige Jugoslawien immer noch als ein Nachbarland Österreichs, und nicht nur als Nachbarland, sondern es geht auch um die historischen Verbindungen, die Österreich mit Bosnien hatte. Gerade im Zusammenhang mit dieser Debatte, die es jetzt gibt, zur Frage der Integration von Musliminnen und Muslimen in Österreich ist dieser Aspekt ganz wesentlich, denn in Bezug auf die Integration von MuslimInnen in Österreich hat die Donaumonarchie Bedeutenderes geleistet als diese blau-schwarze oder blau-schwarz-orange Bundesregierung in den letzten fünf Jahren. (Abg. Scheibner: Die sind alle assimiliert worden! Das stimmt überhaupt nicht! Die sind alle assimiliert worden damals!)
Abg. Scheibner: Das ist ja nur die Begründung!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Zunächst möchte ich zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Spindelegger, Partik-Pablé Stellung nehmen. Dem würden wir gerne zustimmen, allerdings steht in der Begründung, dass die Maßnahmen, die da gewünscht werden, „auf der Grundlage dieser Studie“, die Frau Ministerin Prokop in Teilen vorgestellt hat, beruhen. (Abg. Scheibner: Das ist ja nur die Begründung!) Da wir diese Studie nicht kennen und auch keinerlei Bereitschaft bekundet wurde, dass wir diese Studie zur Verfügung gestellt bekommen, können wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Abg. Scheibner: Wir stimmen ja nicht über die Begründung ab! Das ist eine Ausrede!) Wir von der SPÖ werden selbst einen Entschließungsantrag zu dieser Sache einbringen.
Abg. Scheibner: Wir stimmen ja nicht über die Begründung ab! Das ist eine Ausrede!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Zunächst möchte ich zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Spindelegger, Partik-Pablé Stellung nehmen. Dem würden wir gerne zustimmen, allerdings steht in der Begründung, dass die Maßnahmen, die da gewünscht werden, „auf der Grundlage dieser Studie“, die Frau Ministerin Prokop in Teilen vorgestellt hat, beruhen. (Abg. Scheibner: Das ist ja nur die Begründung!) Da wir diese Studie nicht kennen und auch keinerlei Bereitschaft bekundet wurde, dass wir diese Studie zur Verfügung gestellt bekommen, können wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Abg. Scheibner: Wir stimmen ja nicht über die Begründung ab! Das ist eine Ausrede!) Wir von der SPÖ werden selbst einen Entschließungsantrag zu dieser Sache einbringen.
Abg. Scheibner: Euer Bürgermeister Schaden ...!
Da Herr Abgeordneter Murauer und Frau Abgeordnete Partik-Pablé die Eurofighter als ein wichtiges sicherheitspolitisches Instrument vor allem im Hinblick auf Fußballspiele dargestellt haben (Abg. Fauland: Sind sie auch!), möchte ich dazu Folgendes festhalten (Abg. Kößl: Dass du ebenfalls der gleichen Meinung bist!): Ich halte es für absolut abstrus, zu behaupten, dass Eurofighter (Abg. Scheibner: Euer Bürgermeister Schaden ...!) – möglicherweise sogar mit Raketenbestückung – notwendig sind, um die Sicherheit von Fußballspielen zu gewährleisten! Das ist doch wirklich eine abstruse Idee! Das braucht kein Mensch, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Keine Ahnung! – Abg. Scheibner: Wider besseres Wissen wird hier ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Keine Ahnung! – Abg. Scheibner: Wider besseres Wissen wird hier ...!
Da Herr Abgeordneter Murauer und Frau Abgeordnete Partik-Pablé die Eurofighter als ein wichtiges sicherheitspolitisches Instrument vor allem im Hinblick auf Fußballspiele dargestellt haben (Abg. Fauland: Sind sie auch!), möchte ich dazu Folgendes festhalten (Abg. Kößl: Dass du ebenfalls der gleichen Meinung bist!): Ich halte es für absolut abstrus, zu behaupten, dass Eurofighter (Abg. Scheibner: Euer Bürgermeister Schaden ...!) – möglicherweise sogar mit Raketenbestückung – notwendig sind, um die Sicherheit von Fußballspielen zu gewährleisten! Das ist doch wirklich eine abstruse Idee! Das braucht kein Mensch, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Wattaul: Keine Ahnung! – Abg. Scheibner: Wider besseres Wissen wird hier ...!)
Abg. Scheibner: Ja, aber wann sind denn die ins Land gekommen, Herr Kollege? Das darf doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht Ihr Ernst, oder? Das sind doch die Leute, die Sie zehn Jahre zuvor ins Land geholt haben! Die haben Sie zehn Jahre zuvor ins Land geholt! Das darf ja nicht wahr sein!
Faktum ist, dass die Zahl der Einbürgerungen von 1995 bis 1999 bei 91 000 lag und in der Zeit von 2000 bis 2004 bei 180 000. (Abg. Scheibner: Ja, aber wann sind denn die ins Land gekommen, Herr Kollege? Das darf doch nicht wahr sein! Das ist doch nicht Ihr Ernst, oder? Das sind doch die Leute, die Sie zehn Jahre zuvor ins Land geholt haben! Die haben Sie zehn Jahre zuvor ins Land geholt! Das darf ja nicht wahr sein!) Und das zeigt ganz genau, dass Ihre Argumentation völlig falsch ist und Sie in Wirklichkeit das Problem nicht in den Griff bekommen haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 153
Abg. Scheibner: Wer wird diskriminiert?
Ich tue mir jetzt als Erstrednerin ein bisschen schwer, weil mir ein Antrag zwar angekündigt wurde, dieser aber noch nicht hier eingebracht ist. Ich nehme aber trotzdem schon Bezug darauf, weil nach allen Verhandlungen anzunehmen ist, dass er von einem der nächsten Redner oder Rednerinnen der Regierungsfraktionen auch eingebracht wird. (Abg. Dr. Rasinger: Wer weiß!) Dieser Antrag sieht nun die Reparatur der Mitversicherung von LebensgefährtInnen vor, allerdings ist er wieder diskriminierend, nämlich die gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften betreffend, und ich bin wirklich sehr enttäuscht, dass Sie weiterhin diese Formen einer Lebensgemeinschaft diskriminieren wollen. (Abg. Scheibner: Wer wird diskriminiert?)
Abg. Scheibner: Ich habe sie mir angeschaut! Ich habe sie auch verhandelt! Es wird niemand diskriminiert!
Worum geht es da? – Das ist wahrscheinlich relativ schwer nachzuvollziehen, vor allem wenn man sich die Materie nicht angeschaut hat, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Ich habe sie mir angeschaut! Ich habe sie auch verhandelt! Es wird niemand diskriminiert!) – Ja, wissen Sie denn auch, worum es geht? (Abg. Scheibner bejaht.) – Das ist hervorragend! Dann nehme ich ja an, Sie werden zustimmen.
Abg. Scheibner bejaht.
Worum geht es da? – Das ist wahrscheinlich relativ schwer nachzuvollziehen, vor allem wenn man sich die Materie nicht angeschaut hat, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Ich habe sie mir angeschaut! Ich habe sie auch verhandelt! Es wird niemand diskriminiert!) – Ja, wissen Sie denn auch, worum es geht? (Abg. Scheibner bejaht.) – Das ist hervorragend! Dann nehme ich ja an, Sie werden zustimmen.
Abg. Scheibner: Wo?
Mit dieser Bestimmung im § 628 regeln Sie die Mitversicherung wieder nur für andersgeschlechtliche, aber nicht für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften. (Abg. Scheibner: Wo?) Damit schreiben Sie neuerlich genau jene Diskriminierung fort, die der Verfassungsgerichtshof als gleichheitswidrig aufgehoben hat. Und aus diesem Grund können wir der Regierungsvorlage in Form Ihres Abänderungsantrages nicht zustimmen.
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!
Was machen Sie? – Sie bringen jetzt einen Abänderungsantrag ein, in dem nichts mehr drinnen steht von Andersgeschlechtlichen oder Heterosexuellen oder Gleichgeschlechtlichen, sondern Sie bringen einen Abänderungsantrag ein, in dem auf das Kriterium des Vorhandenseins von Kindern abgestellt wird, und damit sagen Sie das, was die Bundesregierung gegenüber dem VfGH zum Ausdruck gebracht hat. Damit sind gleichgeschlechtliche Gemeinschaften ausgeschlossen, weil es laut Bundesregierung die Förderung von Familien mit Kindern in gleichgeschlechtlichen Gemeinschaften nicht geben kann. (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!)
Abg. Scheibner: Es können ja auch Frauen sein!
Kind betreut haben, die gibt es in der Vergangenheit nicht. Die hat es nicht gegeben. (Abg. Scheibner: Es können ja auch Frauen sein!) – Ja, das können Frauen auch sein. Selbstverständlich können es Frauen auch sein. (Abg. Scheibner: Ich verstehe nicht, wieso Sie da so grinsen!)
Abg. Scheibner: Ich verstehe nicht, wieso Sie da so grinsen!
Kind betreut haben, die gibt es in der Vergangenheit nicht. Die hat es nicht gegeben. (Abg. Scheibner: Es können ja auch Frauen sein!) – Ja, das können Frauen auch sein. Selbstverständlich können es Frauen auch sein. (Abg. Scheibner: Ich verstehe nicht, wieso Sie da so grinsen!)
Abg. Scheibner: Doch, selbstverständlich!
Aber der Punkt ist ganz eindeutig der – das gebe ich Ihnen sogar zu –, dass dieses Kriterium, das Sie jetzt anführen, de facto den Ausschluss von homosexuellen Partnerschaften von der Mitversicherung bedeutet, aber nicht so sehr den Ausschluss von lesbischen Partnerschaften. Nur, diskriminierungsfrei ist das mit Sicherheit nicht, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Doch, selbstverständlich!), das sei hier bei dieser Gelegenheit festgestellt. Und vor allem das Kriterium einer umfassenden Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften erfüllt auch diese vorgeschlagene Änderung mit Sicherheit nicht. (Abg. Scheibner: Sehr widersprüchlich, was Sie da sagen!) Es enthält Kriterien von versteckter Diskriminierung, die den Mitgliedern der Oppositionsparteien ganz eindeutig auch im Ausschuss zur Kenntnis gebracht wurden. Und das, Herr Kollege Scheibner, ... (Abg. Scheibner: Da hat es diese Regelung noch nicht gegeben!) – Es wurde in den Grundzügen angedeutet, wohin die Regelung gehen soll. Und das ist nicht sauber. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Sehr widersprüchlich, was Sie da sagen!
Aber der Punkt ist ganz eindeutig der – das gebe ich Ihnen sogar zu –, dass dieses Kriterium, das Sie jetzt anführen, de facto den Ausschluss von homosexuellen Partnerschaften von der Mitversicherung bedeutet, aber nicht so sehr den Ausschluss von lesbischen Partnerschaften. Nur, diskriminierungsfrei ist das mit Sicherheit nicht, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Doch, selbstverständlich!), das sei hier bei dieser Gelegenheit festgestellt. Und vor allem das Kriterium einer umfassenden Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften erfüllt auch diese vorgeschlagene Änderung mit Sicherheit nicht. (Abg. Scheibner: Sehr widersprüchlich, was Sie da sagen!) Es enthält Kriterien von versteckter Diskriminierung, die den Mitgliedern der Oppositionsparteien ganz eindeutig auch im Ausschuss zur Kenntnis gebracht wurden. Und das, Herr Kollege Scheibner, ... (Abg. Scheibner: Da hat es diese Regelung noch nicht gegeben!) – Es wurde in den Grundzügen angedeutet, wohin die Regelung gehen soll. Und das ist nicht sauber. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Da hat es diese Regelung noch nicht gegeben!
Aber der Punkt ist ganz eindeutig der – das gebe ich Ihnen sogar zu –, dass dieses Kriterium, das Sie jetzt anführen, de facto den Ausschluss von homosexuellen Partnerschaften von der Mitversicherung bedeutet, aber nicht so sehr den Ausschluss von lesbischen Partnerschaften. Nur, diskriminierungsfrei ist das mit Sicherheit nicht, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Doch, selbstverständlich!), das sei hier bei dieser Gelegenheit festgestellt. Und vor allem das Kriterium einer umfassenden Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Partnerschaften erfüllt auch diese vorgeschlagene Änderung mit Sicherheit nicht. (Abg. Scheibner: Sehr widersprüchlich, was Sie da sagen!) Es enthält Kriterien von versteckter Diskriminierung, die den Mitgliedern der Oppositionsparteien ganz eindeutig auch im Ausschuss zur Kenntnis gebracht wurden. Und das, Herr Kollege Scheibner, ... (Abg. Scheibner: Da hat es diese Regelung noch nicht gegeben!) – Es wurde in den Grundzügen angedeutet, wohin die Regelung gehen soll. Und das ist nicht sauber. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 154
Abg. Scheibner: Das auch noch! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Als Erster zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dr. Gusenbauer. Ihre Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Scheibner: Das auch noch! – Unruhe im Saal. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Also bitte!
Jetzt stellt sich die Frage: Welche Reformen hat es seit diesem Zeitpunkt gegeben? – Das eigentlich Erschütternde und viel Schlimmere als der PISA-Schock ist, dass diese Reformfreiheit im österreichischen Parlament in den letzten eineinhalb Jahren nicht genutzt wurde, weil die derzeitige Regierungsmehrheit zu grundsätzlichen Reformen im Bildungsbereich leider nicht bereit ist. Und das ist eine Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Also bitte!)
Abg. Scheibner: Das ist eine verkrampfte Wahlkampfrede!
Sich herzustellen und zu glauben, man müsse ein möglichst schlechtes Schulsystem haben, das sichere den Jugendlichen Arbeit, das kann doch nicht die Auffassung der ÖVP sein! (Abg. Scheibner: Das ist eine verkrampfte Wahlkampfrede!) Das ist Bildungs- und Arbeitsplatzpolitik aus dem letzten Jahrtausend – wirklich völlig daneben! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Rufe bei der SPÖ: Na, na!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Wir haben gerade ein Beispiel von Herrn Klubobmann Dr. Gusenbauer gehört, ein Beispiel mit dem Titel „Schlechtreden, schlechtmachen“. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Rufe bei der SPÖ: Na, na!)
Abg. Scheibner: Könnten Sie das noch einmal wiederholen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Ich habe in den letzten Monaten bei 20 Veranstaltungen in der Steiermark keine Lehrerin, keinen Lehrer getroffen, der gesagt hätte: Gebt Ruhe, die Schule ist in Ordnung! Ich habe keine Mutter getroffen, die gesagt hat: Gebt Ruhe, es gibt genug Stunden, es gibt genug Förderkurse, es gibt genug freiwillige Übungen! Ich treffe immer nur Menschen, die sagen: Vor zehn Jahren war die Welt noch in Ordnung, da gab es noch eine Schule, die sich um die schwachen Kinder gekümmert hat, die am Nachmittag ein kulturelles Angebot gehabt hat. Ich treffe LehrerInnen, die sagen: Der jüngste Lehrer an unserer Schule ist 47! – Und: Lehrer gibt es gar nicht, nur Lehrerinnen! Wir haben nicht einmal mehr einen Mann, sodass die Kinder lernen könnten, was es heißt, sich mit einem männlichen Menschen auseinander zu setzen. (Abg. Scheibner: Könnten Sie das noch einmal wiederholen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Bei Ihnen fragt erst gar keiner nach!
Sie sagen, 90 Prozent der Bevölkerung können nicht irren. – Das ist immer auch eine Frage, wie gefragt wird. Aber wenn Sie sich jetzt Ihre Bewertung anschauen, dann müsste Sie das eigentlich bedenklich stimmen. Sie haben interessanterweise über Jahre hinweg ziemlich gute Beliebtheitswerte gehabt – das sei Ihnen zugestanden –, Sie haben über Jahre hinweg Werte gehabt, die durchwegs im Durchschnitt der österreichischen Regierungsmitglieder lagen – und wo steht Ihre Bewertung jetzt? Wo sehen die Österreicherinnen und Österreicher Ihre Bildungspolitik? – Sie sind massiv abgerutscht! Es gibt eine massive Vertrauenskrise im Hinblick auf Ihre Bildungspolitik! (Abg. Scheibner: Bei Ihnen fragt erst gar keiner nach!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Und das Letzte: Sie wollen die duale Ausbildung abschaffen. Ich sage Ihnen: Ich werde es nicht zulassen (Beifall bei der ÖVP), dass die Kinder, die Jugendlichen nur mehr in Vollzeitschulen ausgebildet werden. Diese duale Ausbildungspartnerschaft hat sich als äußerst positiv erwiesen, und wir werden die Unternehmen weiterhin dabei unterstützen, dass sie die jungen Menschen in diesen wichtigen Bereichen ausbilden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das glaube ich auch!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Klubobmann, ich werde das genau prüfen. Ich darf nur darauf hinweisen, dass jeder alle Fragen in diesem Haus stellen kann (Abg. Scheibner: Das glaube ich auch!), der Minister kann aber zu Fragen, die nicht die Vollziehung betreffen, sagen, er beantwortet sie nicht. Ich habe kein Recht, weder den
Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört! – Heiterkeit bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Da sieht man wieder, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann. Vielleicht habe ich etwas überhört (Abg. Scheibner: Sie haben nicht zugehört! – Heiterkeit bei der ÖVP), aber ich habe den Kollegen Cap nicht so verstanden, dass er Ihr Interpellationsrecht in irgendeiner Weise beschränken will – wenn es so wäre, würde ich mich natürlich energisch dagegen aussprechen. Ich habe es aber nicht so gehört, lieber Herr Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Gar keinen kann man verhindern!
Ich möchte dazusagen: Es hat sich ja in den letzten Jahren gezeigt, wie wichtig es ist, dass Österreich weiterhin seine Neutralitätspolitik verfolgt. Es ist zwar richtig, dass man mit Neutralitätspolitik nicht jeden Krieg verhindern kann ... (Abg. Scheibner: Gar keinen kann man verhindern!) Man kann im Vorfeld manchmal sehr viel tun, aber man kann leider nicht jeden Krieg verhindern. Aber wenn es Kriege gibt, dann muss man sich als neutraler Staat nicht an jedem Krieg beteiligen. Und mir ist es in jedem Fall lieber, dass man sich, wenn ungerechte Kriege stattfinden (Abg. Scheibner: Gibt es einen „gerechten“ Krieg?), das heißt solche, die nicht die Legitimation des Weltsicherheitsrates haben (Abg. Scheibner: Das ist kein Krieg!) – das ist ein bewaffneter Einsatz –, an solch kriegerischen Auseinandersetzungen nicht beteiligt. Andere mögen das tun, für Österreich schließt die Neutralität eine Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen aus, und so soll es auch bleiben! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Abg. Scheibner: Gibt es einen „gerechten“ Krieg?
Ich möchte dazusagen: Es hat sich ja in den letzten Jahren gezeigt, wie wichtig es ist, dass Österreich weiterhin seine Neutralitätspolitik verfolgt. Es ist zwar richtig, dass man mit Neutralitätspolitik nicht jeden Krieg verhindern kann ... (Abg. Scheibner: Gar keinen kann man verhindern!) Man kann im Vorfeld manchmal sehr viel tun, aber man kann leider nicht jeden Krieg verhindern. Aber wenn es Kriege gibt, dann muss man sich als neutraler Staat nicht an jedem Krieg beteiligen. Und mir ist es in jedem Fall lieber, dass man sich, wenn ungerechte Kriege stattfinden (Abg. Scheibner: Gibt es einen „gerechten“ Krieg?), das heißt solche, die nicht die Legitimation des Weltsicherheitsrates haben (Abg. Scheibner: Das ist kein Krieg!) – das ist ein bewaffneter Einsatz –, an solch kriegerischen Auseinandersetzungen nicht beteiligt. Andere mögen das tun, für Österreich schließt die Neutralität eine Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen aus, und so soll es auch bleiben! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Abg. Scheibner: Das ist kein Krieg!
Ich möchte dazusagen: Es hat sich ja in den letzten Jahren gezeigt, wie wichtig es ist, dass Österreich weiterhin seine Neutralitätspolitik verfolgt. Es ist zwar richtig, dass man mit Neutralitätspolitik nicht jeden Krieg verhindern kann ... (Abg. Scheibner: Gar keinen kann man verhindern!) Man kann im Vorfeld manchmal sehr viel tun, aber man kann leider nicht jeden Krieg verhindern. Aber wenn es Kriege gibt, dann muss man sich als neutraler Staat nicht an jedem Krieg beteiligen. Und mir ist es in jedem Fall lieber, dass man sich, wenn ungerechte Kriege stattfinden (Abg. Scheibner: Gibt es einen „gerechten“ Krieg?), das heißt solche, die nicht die Legitimation des Weltsicherheitsrates haben (Abg. Scheibner: Das ist kein Krieg!) – das ist ein bewaffneter Einsatz –, an solch kriegerischen Auseinandersetzungen nicht beteiligt. Andere mögen das tun, für Österreich schließt die Neutralität eine Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen aus, und so soll es auch bleiben! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek. – Abg. Scheibner: Bitte ein bisschen mehr Seriosität in der Argumentation!
Wieso sage ich das? – Weil es wichtig ist, dass es sich, nachdem sich Österreich entschieden hatte, nicht daran teilzunehmen, weil es ein neutraler Staat ist, im Nachhinein als richtig herausgestellt hat. Und eigentlich müssten sich all jene, die die Neutralität schon längst in den Tabernakel der Geschichte verbannen wollten, heute herstellen und sagen: Seien wir froh, dass wir die Neutralität bewahrt haben, denn so müssen wir uns auf solch sinnlose, falsche Abenteuer nicht einlassen! – Das ist eine wesentliche Lehre! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Mag. Lunacek. – Abg. Scheibner: Bitte ein bisschen mehr Seriosität in der Argumentation!)
Abg. Scheibner: Ein bisschen mehr Seriosität in der Diskussion ist nicht verboten!
Aus Herrn Scheibner spricht immer noch der ehemalige Verteidigungsminister (Abg. Scheibner: Ein bisschen mehr Seriosität in der Diskussion ist nicht verboten!), auch sozusagen ein ganz glühender Anhänger der Nato. (Abg. Scheibner: So wie der Cap!) Da muss man dazusagen: Immer wieder ist gesagt worden, man brauche die Neutralität ohnehin nicht, da alle Europäer in die Nato gehen werden. – Gerade der Irak-Krieg hat aber auch die Uneinigkeit unter den Nato-Staaten gezeigt.
Abg. Scheibner: So wie der Cap!
Aus Herrn Scheibner spricht immer noch der ehemalige Verteidigungsminister (Abg. Scheibner: Ein bisschen mehr Seriosität in der Diskussion ist nicht verboten!), auch sozusagen ein ganz glühender Anhänger der Nato. (Abg. Scheibner: So wie der Cap!) Da muss man dazusagen: Immer wieder ist gesagt worden, man brauche die Neutralität ohnehin nicht, da alle Europäer in die Nato gehen werden. – Gerade der Irak-Krieg hat aber auch die Uneinigkeit unter den Nato-Staaten gezeigt.
Abg. Scheibner: Ich bin eh dafür!
In diesem Volksbegehren macht man sich angeblich Sorgen um die österreichische Neutralität. Es haben auch meine Vorrednerinnen und Vorredner gesagt, dass es diesbezüglich ja verfassungsmäßig eine Garantie gibt, nämlich das Verfassungsgesetz, das garantiert, dass diese Neutralität immer noch aufrecht ist. Auch nach der Verfassungsänderung 1998, der Hinzufügung von § 23f Bundes-Verfassungsgesetz, ist der Kern der Neutralität immer noch da: keine Stationierung fremder Truppen, keine Teilnahme an Kriegen, keine Teilnahme an Militärbündnissen. Wir Grünen waren damals die Einzigen, die nicht zugestimmt haben. Die Freiheitliche Partei hat damals diesem Gesetz zugestimmt, Herr Kollege Scheibner, wie Sie sich gut erinnern können; damals waren Sie nämlich auch noch in der Freiheitlichen Partei. (Abg. Scheibner: Ich bin eh dafür!) – Ja, ich weiß es, Sie sind eh dafür, aber damals haben die Freiheitlichen zugestimmt. Die Grünen waren die Einzigen, die 1998 dem nicht zugestimmt haben, und zwar unter anderem mit dem Argument, dass es ein verbindliches UNO-Mandat braucht.
Abg. Scheibner: Doch, aber es ist derzeit nicht möglich!
Noch einmal zum UNO-Mandat: Wenn wir jetzt darüber sprechen – und da habe ich Ihnen, Kollege Scheibner genau zugehört, und ich weiß, dass Sie ja nicht der Meinung sind, dass es das verpflichtende UNO-Mandat braucht ... (Abg. Scheibner: Doch, aber es ist derzeit nicht möglich!) Möglich! Man kann nicht deshalb, nur weil man findet, dass etwas vielleicht nicht möglich ist, das Völkerrecht nicht mehr beachten. Im Völkerrecht steht, nur mit UNO-Mandat sind Einsätze möglich. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Das stimmt überhaupt nicht!) Zumindest für uns Grüne sind militärische
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Das stimmt überhaupt nicht!
Noch einmal zum UNO-Mandat: Wenn wir jetzt darüber sprechen – und da habe ich Ihnen, Kollege Scheibner genau zugehört, und ich weiß, dass Sie ja nicht der Meinung sind, dass es das verpflichtende UNO-Mandat braucht ... (Abg. Scheibner: Doch, aber es ist derzeit nicht möglich!) Möglich! Man kann nicht deshalb, nur weil man findet, dass etwas vielleicht nicht möglich ist, das Völkerrecht nicht mehr beachten. Im Völkerrecht steht, nur mit UNO-Mandat sind Einsätze möglich. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Das stimmt überhaupt nicht!) Zumindest für uns Grüne sind militärische
Abg. Scheibner: Sie verschließen die Augen vor Menschenrechtsverletzungen!
Einsätze nur mit einem verpflichtenden UNO-Mandat möglich. (Abg. Scheibner: Sie verschließen die Augen vor Menschenrechtsverletzungen!) – Nein, wir verschließen nicht die Augen vor Menschenrechtsverletzungen. Aber von vornherein zu sagen: Das Völkerrecht gibt es zwar, aber wir gehen davon aus, dass wir es brechen!, das ist der falsche Ansatz. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
unberührt“ bleibt. Damit ist auch die österreichische Neutralität gemeint. Es ist also einer unserer Verhandlungserfolge, dass wir uns für unsere Neutralität und unsere Sicherheitspolitik freie Hand bewahren konnten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ich stehe dazu! – Weitere Zwischenrufe.
Kollege Scheibner schüttelt den Kopf – nein, er schüttelt nicht den Kopf, sondern er nickt. (Abg. Scheibner: Ich stehe dazu! – Weitere Zwischenrufe.) Er ist wahrscheinlich jetzt noch dafür. Diese „klare Haltung“ des BZÖ ist also wirklich nur zum Lachen und Lächerlich-Machen. Das ist leider die Ebene, auf der Sie hier im Hohen Haus agieren. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Bucher. – Bravoruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Aus diesem Grund gehen wir mit diesem Gesetz mit dem besten Beispiel voran. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Bucher. – Bravoruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Ist Scheibner aufgerufen worden? – Abg. Scheibner: Scheuch?
Abgeordneter Mag. Heribert Donnerbauer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, dass die Maßnahmen, die wir heute hier setzen, nämlich viele nicht mehr notwendige Gesetze und Verordnungen im Sinne dessen, was vorher schon gesagt wurde, aufzuheben – nach dem Grundsatz „Less and Better Regulations“ –, einen wichtigen Schritt darstellen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ist Scheibner aufgerufen worden? – Abg. Scheibner: Scheuch?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Was ich nicht ganz verstehe, ist ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Regen Sie sich nicht gleich vor der Zeit auf! Wenn all Ihre Argumente richtig wären – und viele von Orange, Blau und Schwarz sind richtig –, dann frage ich mich, warum Sie das letzte Mal einem Untersuchungsausschuss zu dieser Causa nicht zugestimmt haben. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Warum habt ihr keine einzige Dringliche zu dieser Causa gestellt?
Ich stelle fest, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Das soll uns aber nicht stören, denn möglicherweise ist das ja auch eine Weiterentwicklung der Geschäftsordnung durch die Praxis des Nationalrates. Damit wären wir schon sehr zufrieden! – Das dazu. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Warum habt ihr keine einzige Dringliche zu dieser Causa gestellt?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
dass seit heute Mittag Hausdurchsuchungen bei Verzetnitsch, Weninger, Elsner, Flöttl und weiteren im BAWAG-Skandal verstrickten Personen laufen. Die Hausdurchsuchungen laufen derzeit noch, Herr Kollege Matznetter. Das heißt, die Justiz hat durchaus einen Zahn zugelegt und wird mit dazu beitragen, diesen Skandal aufzuklären. Daher, Herr Kollege: Keine Kritik an der Justiz! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Oder: Hundstorfer. – Also ehrlich gestanden, viele Menschen wundern sich, warum Häupl jetzt dieses Signal aussendet, dass der Präsident des ÖGB der Spitzenkandidat der SPÖ in Wien sein soll. Es hat dies heute die Presse sehr gut kommentiert. An sich ist Häupl hier konsequent und ehrlich. Er steht dazu: ÖGB und SPÖ sind „siamesische Zwillinge“. Das ist immerhin ehrlich und konsequent von Häupl, meine Damen und Herren. Aber mich kann das nur wundern, ehrlich gestanden, denn einen, der nicht weiß, wann er einen Schuldenberg von 1,5 Milliarden € übernommen hat, der gar nicht weiß, ob er da zugestimmt hat oder worum es da gegangen ist, als Spitzenkandidaten einer politischen Partei aufzustellen, meine Damen und Herren, ist eigentlich ein Armutszeugnis. Das muss ich sagen – in aller Anerkennung der Funktion eines ÖGB-Präsidenten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
In Anbetracht dessen sagen Sie noch, es sei ein billiger Wahlkampfslogan unseres Generalsekretärs: Die Gusenbauer-SPÖ kann nicht wirtschaften!? Jetzt haben Sie es sogar vom Handelsgericht bestätigt bekommen, jawohl, auf Grund von Daten und Fakten, es ist die Wahrheit! Die Wahrheit ist: Die Gusenbauer-SPÖ kann nicht wirtschaften!, festgestellt vom Handelsgericht Wien, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Und was ist mit dem Darabos?
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren, ich habe inzwischen das vorläufige Stenographische Protokoll der Rede des Abgeordneten Neudeck erhalten. Herr Abgeordneter Jarolim hat, wie sich aus dem Protokoll ergibt, Herrn Abgeordneten Neudeck der „Lüge“ geziehen. Ich erteile dafür Herrn Abgeordnetem Jarolim einen Ordnungsruf. (Abg. Scheibner: Und was ist mit dem Darabos?)
Abg. Scheibner: Ihr!
Für uns ist eines klar gewesen: Alle kriminellen Machenschaften sind sofort zu ahnden, und die Schuldigen sind sofort hinter Schloss und Riegel zu bringen. Das stellen wir überhaupt nicht in Frage. (Beifall bei der SPÖ.) Aber was Sie heute hier aufführen, mit diesen Anträgen und auch schon vorher, bedeutet: Sie verunsichern wieder den Finanzplatz Wien. (Abg. Scheibner: Ihr!) Selbstverständlich, Sie stellen den Finanzplatz Wien schon wieder in Frage (Abg. Scheibner: Das ist aber nicht Ihr Ernst!), indem Sie das Thema ununterbrochen in einer Form thematisieren, die mit der Anfragestellung überhaupt nichts zu tun hat. (Abg. Großruck: Das ist der größte Skandal, den es gibt! Der größte Skandal der Zweiten Republik!) Sie verunsichern den Finanzplatz Wien, und das ist schlecht für Österreich!
Abg. Scheibner: Das ist aber nicht Ihr Ernst!
Für uns ist eines klar gewesen: Alle kriminellen Machenschaften sind sofort zu ahnden, und die Schuldigen sind sofort hinter Schloss und Riegel zu bringen. Das stellen wir überhaupt nicht in Frage. (Beifall bei der SPÖ.) Aber was Sie heute hier aufführen, mit diesen Anträgen und auch schon vorher, bedeutet: Sie verunsichern wieder den Finanzplatz Wien. (Abg. Scheibner: Ihr!) Selbstverständlich, Sie stellen den Finanzplatz Wien schon wieder in Frage (Abg. Scheibner: Das ist aber nicht Ihr Ernst!), indem Sie das Thema ununterbrochen in einer Form thematisieren, die mit der Anfragestellung überhaupt nichts zu tun hat. (Abg. Großruck: Das ist der größte Skandal, den es gibt! Der größte Skandal der Zweiten Republik!) Sie verunsichern den Finanzplatz Wien, und das ist schlecht für Österreich!
Abg. Scheibner: Nachher haben wir lesen können, dass es „Erpressung“ war!
Ich frage Sie noch etwas, Herr Scheibner: Wir haben dieses Gesetz mit 900 Millionen beschlossen. (Abg. Scheibner: Nachher haben wir lesen können, dass es „Erpressung“ war!) Jetzt wollen Sie wissen, was damit passieren kann. Da würde ich Ihnen einen Tipp geben (Abg. Scheibner: Sie brauchen mir gar keine Tipps zu geben!): Fragen Sie Ihren Präsidenten! (Abg. Scheibner: Ich gebe Ihnen einen Tipp: Schauen Sie, dass Sie ...!)
Abg. Scheibner: Sie brauchen mir gar keine Tipps zu geben!
Ich frage Sie noch etwas, Herr Scheibner: Wir haben dieses Gesetz mit 900 Millionen beschlossen. (Abg. Scheibner: Nachher haben wir lesen können, dass es „Erpressung“ war!) Jetzt wollen Sie wissen, was damit passieren kann. Da würde ich Ihnen einen Tipp geben (Abg. Scheibner: Sie brauchen mir gar keine Tipps zu geben!): Fragen Sie Ihren Präsidenten! (Abg. Scheibner: Ich gebe Ihnen einen Tipp: Schauen Sie, dass Sie ...!)
Abg. Scheibner: Ich gebe Ihnen einen Tipp: Schauen Sie, dass Sie ...!
Ich frage Sie noch etwas, Herr Scheibner: Wir haben dieses Gesetz mit 900 Millionen beschlossen. (Abg. Scheibner: Nachher haben wir lesen können, dass es „Erpressung“ war!) Jetzt wollen Sie wissen, was damit passieren kann. Da würde ich Ihnen einen Tipp geben (Abg. Scheibner: Sie brauchen mir gar keine Tipps zu geben!): Fragen Sie Ihren Präsidenten! (Abg. Scheibner: Ich gebe Ihnen einen Tipp: Schauen Sie, dass Sie ...!)
Abg. Scheibner: Was hat das mit den ... zu tun?
Fragen Sie Ihren Präsidenten Prinzhorn, er kann Ihnen sehr genau Auskunft über seine Ungarn-Geschäfte geben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir brauchen keine Tipps! – Abg. Großruck: Lenken Sie nicht ab!) Er würde nämlich gar nicht mehr existieren, wenn er damals nicht Haftungen in Anspruch genommen hätte. Fragen Sie ihn, was das damals den Steuerzahler gekostet hat. (Abg. Großruck: ... und lenken Sie nicht ab!) Fragen Sie, welche Haftungen in Anspruch genommen wurden. (Abg. Scheibner: Was hat das mit den ... zu tun?) Sie wollen doch wissen, wie das geht. Ihr Präsident kann Ihnen das aus persönlicher Erfahrung erzählen, das ist klar. (Abg. Scheibner: Das vergleichen Sie mit einem Kriminalfall dieser Dimension?)
Abg. Scheibner: Das vergleichen Sie mit einem Kriminalfall dieser Dimension?
Fragen Sie Ihren Präsidenten Prinzhorn, er kann Ihnen sehr genau Auskunft über seine Ungarn-Geschäfte geben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir brauchen keine Tipps! – Abg. Großruck: Lenken Sie nicht ab!) Er würde nämlich gar nicht mehr existieren, wenn er damals nicht Haftungen in Anspruch genommen hätte. Fragen Sie ihn, was das damals den Steuerzahler gekostet hat. (Abg. Großruck: ... und lenken Sie nicht ab!) Fragen Sie, welche Haftungen in Anspruch genommen wurden. (Abg. Scheibner: Was hat das mit den ... zu tun?) Sie wollen doch wissen, wie das geht. Ihr Präsident kann Ihnen das aus persönlicher Erfahrung erzählen, das ist klar. (Abg. Scheibner: Das vergleichen Sie mit einem Kriminalfall dieser Dimension?)
Abg. Scheibner: Sie haben leider Recht gehabt!
Aber es gibt eine zweite wichtige Frage. Die Frage ist: Wie hoch wäre denn der Verlust der BAWAG, wenn der Bundeskanzler, der Finanzminister und der Wirtschaftsminister ihre Äußerungen nicht gemacht hätten – eine „Spitze des Eisbergs“ –, was dazu geführt hat, dass ein Fünftel des Geschäftsvolumens verloren ging? (Abg. Scheibner: Sie haben leider Recht gehabt!) – Sie haben also ein Fünftel indirekt mit verursacht. (Abg. Scheibner: Damals waren wir noch bei 1,5 Milliarden!)
Abg. Scheibner: Damals waren wir noch bei 1,5 Milliarden!
Aber es gibt eine zweite wichtige Frage. Die Frage ist: Wie hoch wäre denn der Verlust der BAWAG, wenn der Bundeskanzler, der Finanzminister und der Wirtschaftsminister ihre Äußerungen nicht gemacht hätten – eine „Spitze des Eisbergs“ –, was dazu geführt hat, dass ein Fünftel des Geschäftsvolumens verloren ging? (Abg. Scheibner: Sie haben leider Recht gehabt!) – Sie haben also ein Fünftel indirekt mit verursacht. (Abg. Scheibner: Damals waren wir noch bei 1,5 Milliarden!)
Abg. Neudeck: Ah geh! – Abg. Scheibner: Dann haben Sie mir nicht zugehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.
Hätte sich das BZÖ ein bisschen besser auf die heutige Sitzung vorbereitet, dann hätte sogar das BZÖ erkennen müssen, dass das, was in der Dringlichen Anfrage drinnen ist, zu einem hohen Prozentsatz bereits erledigt ist. (Abg. Neudeck: Ah geh! – Abg. Scheibner: Dann haben Sie mir nicht zugehört! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Ihre Machenschaften haben das getan! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Wer vorhat, dem ÖGB zu schaden, der schadet damit auch dem Wirtschaftsstandort Österreich. (Abg. Scheibner: Ihre Machenschaften haben das getan! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Er bringt damit die Sozialpartnerschaft in Gefahr, und, was am schlimmsten ist, er nimmt den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die wichtige Stimme, nämlich die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu vertreten, sehr geschätzte Damen und Herren. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Denn was sind denn die Aufgaben des ÖGB? – Zum Beispiel, jedes Jahr die Kollektivverträge zu verhandeln! Und bei dieser Gelegenheit, Herr Klubobmann Scheibner, darf ich Sie daran erinnern, dass zum Beispiel das 13. und 14. Monatsgehalt eine Angelegenheit der Kollektivvertragsverhandlungen ist und in Kollektivverträgen verankert ist. Wollen Sie den Leuten das 13. und 14. Gehalt nicht mehr geben? (Abg. Scheibner: Was behaupten Sie da?)
Abg. Scheibner: Was behaupten Sie da?
Wer vorhat, dem ÖGB zu schaden, der schadet damit auch dem Wirtschaftsstandort Österreich. (Abg. Scheibner: Ihre Machenschaften haben das getan! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Er bringt damit die Sozialpartnerschaft in Gefahr, und, was am schlimmsten ist, er nimmt den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen die wichtige Stimme, nämlich die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu vertreten, sehr geschätzte Damen und Herren. (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Denn was sind denn die Aufgaben des ÖGB? – Zum Beispiel, jedes Jahr die Kollektivverträge zu verhandeln! Und bei dieser Gelegenheit, Herr Klubobmann Scheibner, darf ich Sie daran erinnern, dass zum Beispiel das 13. und 14. Monatsgehalt eine Angelegenheit der Kollektivvertragsverhandlungen ist und in Kollektivverträgen verankert ist. Wollen Sie den Leuten das 13. und 14. Gehalt nicht mehr geben? (Abg. Scheibner: Was behaupten Sie da?)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir sind ja hier kein Mädchenpensionat! – Abg. Scheibner: Das ist ja hier kein Kindergarten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Scheuch, nehmen Sie das Wort „Frechheit“ zurück, denn sonst muss ich Ihnen ein Ordnungsruf erteilen? – Sie nehmen es nicht zurück, dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wir sind ja hier kein Mädchenpensionat! – Abg. Scheibner: Das ist ja hier kein Kindergarten!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.
betreibt – nachhaltig in dem Sinne, dass wir unsere Familienpolitik auf vier Säulen stellen. Diese Säulen sind: die diversen finanziellen Zuwendungen an die Familien, die Familienbeihilfen, die Sachleistungen und natürlich auch das Kinderbetreuungsgeld. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Neudeck.)
Abg. Scheibner: Aber nur mit Rossmann!
Abgeordnete Mares Rossmann (Freiheitliche - BZÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Das Zukunftsteam Amon und Gehrer war noch immer besser als Jarolim und Niederwieser! (Abg. Scheibner: Aber nur mit Rossmann!) – Aber nur mit Rossmann, genau! (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Sitzung Nr. 155
Abg. Scheibner: Ja, tu ein bissel verteidigen!
Ich darf die Frage daran knüpfen, ob jetzt der Fragesteller fehlgegangen ist in seiner Annahme, denn er hat von einem Gesamtschuldenstand gesprochen, nicht einmal differenziert zwischen BAWAG und ÖGB. (Abg. Scheibner: Ja, tu ein bissel verteidigen!) Nein, ich tu gar nicht verteidigen! Vielleicht könnten Sie einmal aufschlüsseln, wie die Positionen hier sind, weil nämlich offensichtlich in den Reihen der Regierungsparteien da alles durcheinander kommt vor lauter Lust auf Agitation. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der hat das verwechselt! Der hat die Deutschen gemeint!
Bundesministerin für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Ursula Haubner: Frau Präsidentin! Ich möchte mich, gerade was die Ausführungen des Vorredners betrifft, zu Wort melden, denn ich kann es als zuständige Ministerin nicht so im Raum stehen lassen, dass wir eine inhumane und unsoziale Politik für die Pensionisten machen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP. – Abg. Scheibner: Der hat das verwechselt! Der hat die Deutschen gemeint!)
Abg. Scheibner: Das ist ja schon beschlossen!
Es wäre auch ein Gebot der Stunde, Herr Kollege Scheibner, dass Sie unserem Antrag, der ja viel weiter gehend ist, der ja wirklich schon konkrete Aspekte enthält (Abg. Scheibner: Das ist ja schon beschlossen!), zustimmen und nicht diesem sehr vagen Antrag der Regierungsparteien, weil dieser meiner Meinung nach wirklich nur bedeutet: Machen wir vielleicht doch irgendwann ein bisschen etwas! (Abg. Dr. Einem: Das ist die Regierungslinie, dieses „irgendwann einmal irgendetwas“ zu machen!)
Abg. Scheibner: Was wollen Sie damit sagen? Keine Andeutungen! Was wollen Sie damit sagen? Woher wollen Sie das wissen?
Abgeordneter Ing. Kurt Gartlehner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Kollege Maier ist glücklich, er ist im Raiffeisen-Konzern tätig, und da gibt es natürlich so etwas nicht, wie wir wissen. Und außerdem, Kollege Maier, habe ich wirklich den Verdacht, Ihnen ist unter der alten Ingenieur-Regelung der Titel einmal nicht anerkannt worden, um den Sie angesucht haben, denn das war wirklich ein sehr mühsames Verfahren, teilweise ein sehr eigenartiges Verfahren. Mit Ausnahme von Peter Westenthaler, der damals schon den Ingenieur-Titel für seine Arbeit im FPÖ-Klub zugesagt bekommen oder erhalten hat, haben viele andere, die wirklich technisch versiert gearbeitet haben, keine ingenieurmäßige Tätigkeit anerkannt bekommen. Das nur dazu. (Abg. Scheibner: Was wollen Sie damit sagen? Keine Andeutungen! Was wollen Sie damit sagen? Woher wollen Sie das wissen?)
Abg. Scheibner: Das ist ein harter Vorwurf, den Sie da bringen!
Das war keine ingenieurmäßige Tätigkeit im FPÖ-Klub! Die ingenieurmäßige Tätigkeit im FPÖ-Klub ist, glaube ich, sehr eingeschränkt, und viele ... (Abg. Neudeck: Das ist eine Behauptung – und sonst nichts!) Schau, ich tu das gar nicht kommentieren, ihr könnt ja dann das noch selber erläutern, aber so war es jedenfalls. (Abg. Scheibner: Das ist ein harter Vorwurf, den Sie da bringen!) Offensichtlich ärgert es euch, und daher dürfte etwas Wahres dran sein, dass das damals nicht ganz sauber gewesen ist. Darum ist es gut, dass wir das jetzt ändern, damit auch andere die Chance haben, einen Ingenieur-Titel zu erhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Frechheit! Das ist ungeheuerlich! Halten Sie sich ein bisschen zurück!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Frechheit! Das ist ungeheuerlich! Halten Sie sich ein bisschen zurück!
Das war keine ingenieurmäßige Tätigkeit im FPÖ-Klub! Die ingenieurmäßige Tätigkeit im FPÖ-Klub ist, glaube ich, sehr eingeschränkt, und viele ... (Abg. Neudeck: Das ist eine Behauptung – und sonst nichts!) Schau, ich tu das gar nicht kommentieren, ihr könnt ja dann das noch selber erläutern, aber so war es jedenfalls. (Abg. Scheibner: Das ist ein harter Vorwurf, den Sie da bringen!) Offensichtlich ärgert es euch, und daher dürfte etwas Wahres dran sein, dass das damals nicht ganz sauber gewesen ist. Darum ist es gut, dass wir das jetzt ändern, damit auch andere die Chance haben, einen Ingenieur-Titel zu erhalten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Frechheit! Das ist ungeheuerlich! Halten Sie sich ein bisschen zurück!)
Abg. Scheibner: Es gibt keine „unteren Funktionen“!
Es freut mich, dass es scheinbar in letzter Minute gelungen ist, die Bestimmungen über die Verleihung der Milizmedaille zu ändern. Ursprünglich wäre nämlich nach Rängen unterschieden worden, das heißt, Personen, die in Offiziersfunktionen tätig gewesen sind, hätten Gold erhalten, Personen in Unteroffiziersfunktionen Silber und in den übrigen Funktionen Bronze. Das heißt, jemand in den unteren Funktionen hätte nie die Chance gehabt, eine Goldene zu erhalten. (Abg. Scheibner: Es gibt keine „unteren Funktionen“!) Das heißt, der Grundsatz, jeder und jede hat dieselbe Chance und Leistung zählt, hätte nicht gegolten.
Abg. Scheibner: Das ist unlogisch, Herr Kollege!
Bundeskanzler Schüssel hat dazu – wie üblich – geschwiegen. Er hat nur gesagt, dass er beim gemeinsamen Frühstück mit Herrn Westenthaler diese Pläne ganz sicher nicht besprochen habe. (Abg. Scheibner: Das ist unlogisch, Herr Kollege!) Ich nehme Westenthaler ernst, Herr Kollege Scheibner, Sie vielleicht nicht! Ich möchte Peter Westenthaler beim Wort nehmen.
Abg. Scheibner: Diese Vergleiche sind wirklich ungeheuerlich, Herr Kollege! Ungeheuerlich diese Vergleiche!
Ich finde, wir haben das schon einmal erlebt, wenn man das ernst nimmt. (Abg. Scheibner: Diese Vergleiche sind wirklich ungeheuerlich, Herr Kollege! Ungeheuerlich diese Vergleiche!) Der Vergleich ist ungeheuerlich, aber der Vorschlag von Herrn Westenthaler ist Ihrer Meinung nach nicht ungeheuerlich?! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: ... vergleichen Sie mit Deportationen im Nationalsozialismus! Letztklassig ist das!) Wer hat denn diesen Vorschlag gemacht: ich oder Herr Westenthaler?
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: ... vergleichen Sie mit Deportationen im Nationalsozialismus! Letztklassig ist das!
Ich finde, wir haben das schon einmal erlebt, wenn man das ernst nimmt. (Abg. Scheibner: Diese Vergleiche sind wirklich ungeheuerlich, Herr Kollege! Ungeheuerlich diese Vergleiche!) Der Vergleich ist ungeheuerlich, aber der Vorschlag von Herrn Westenthaler ist Ihrer Meinung nach nicht ungeheuerlich?! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: ... vergleichen Sie mit Deportationen im Nationalsozialismus! Letztklassig ist das!) Wer hat denn diesen Vorschlag gemacht: ich oder Herr Westenthaler?
Abg. Scheibner: Sie sagen immer, dass man mit der Sprache aufpassen muss, mit solchen Äußerungen!
Das ist ein Programm der ethnischen Säuberung, wenn man Peter Westenthaler beim Wort nimmt. (Abg. Scheibner: Sie sagen immer, dass man mit der Sprache aufpassen muss, mit solchen Äußerungen!) Und Peter Westenthaler ist nicht irgendjemand: Peter Westenthaler ist der Vizekanzler in spe der ÖVP-Regierung in diesem Land, das ist der Vizekanzler in spe von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. – Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich hoffe, die Dringliche Anfrage hiemit beantwortet zu haben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Muss sich eine Ministerin immer wohl fühlen?
Ich kenne Sie, Frau Bundesministerin Prokop, noch nicht sehr lange, denn Sie sind ja erst seit eineinhalb Jahren Ressortleiterin, aber ich habe das Gefühl, dass Sie sich nicht wohl in Ihrer Haut fühlen – und das spricht für Sie. Das spricht wirklich für Sie! (Abg. Scheibner: Muss sich eine Ministerin immer wohl fühlen?) Ich kann jetzt nicht sagen, ich freue mich darüber, denn das wäre ja geradezu grotesk, aber das lässt mich vermuten, dass die Konsequenzen des von Ihnen dem Nationalrat vorgelegten Fremdenrechtspaketes, die sich jetzt – es gilt seit 1. Jänner 2005 – zeigen, Ihnen in all ihren Dimensionen zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst waren.
Abg. Scheibner: Bist du nicht dieser Meinung? Arbeitest du nicht viel im Ausschuss?
Ich gestehe: MinisterInnen können nicht jedes Detail eines Gesetzes kennen und überblicken, aber ich sage Ihnen, Frau Ministerin: Die Herren, die da hinter Ihnen sitzen, nämlich die, die diese Vorlagen erarbeitet haben, und die Damen und Herren, die hier drinnen sitzen und die angeblich in den Ausschüssen so wahnsinnig viel arbeiten (Abg. Scheibner: Bist du nicht dieser Meinung? Arbeitest du nicht viel im Ausschuss?) – der Herr Präsident hat uns ja via „Kurier“ ausrichten lassen, dass sie diese Arbeit in schriftlichen Redebeiträgen deponieren sollen –, sollten wissen, was sie beschließen und welche Auswirkungen das hat, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: So würdet ihr es machen!
Es ist ja nur konsistent, dass Sie einen Untersuchungsausschuss ablehnen. Wir hatten diese Abstimmung, und Sie haben dagegen gestimmt. Aber vielleicht – legen Sie Ihre Pläne offen! – machen wir es ja so: Oh Wunder, es ist der 17. Juli, plötzlich bricht wieder ein Thema über uns herein, die nächste BAWAG-Facette. (Abg. Scheibner: So würdet ihr es machen!) Jetzt brauchen wir vielleicht doch einen Untersuchungsausschuss. Die Kooperation mit der „Kronen Zeitung“ funktioniert in dem Punkt ja blendend. Das soll das Parlament freuen. Oder, Herr Vorsitzender, erklären wir vielleicht den Unterausschuss permanent über den Sommer? – Lauter Fragen, die nicht beantwortet werden. Das wird nicht elegant sein, wenn Sie mit Ihrer Mehrheit dann einfach irgendetwas dekretieren.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir haben mit der e-card ein tolles Produkt zur Verfügung, das eine Amortisationszeit hat, von der man in der Wirtschaft nur träumen kann – nicht einmal drei Jahre! –, ein hochwertiges Produkt, das weltweit ein Vorbild ist und das in hohem Maße nachgefragt ist. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unsere Prüfungen haben ergeben, dass das Gesundheitssystem auch finanztechnisch noch nie so gesund war wie jetzt – und kein Geld ist davon „stiften gegangen“! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Was wir wirklich brauchen, das ist eine behutsame Reform, um die Bevölkerung nicht zu verunsichern. Und diese behutsame Reform macht unsere Bundesministerin beziehungsweise Gesundheitsministerin, und der Erfolg gibt ihr Recht! Daher kann man ihr dazu nur gratulieren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist ja äußerst seltsam, dass Kollege Kogler heute hier wieder einmal sein Lied auf die parlamentarische Kontrolle wiedergegeben hat. Als Rechnungshofsprecher erlebe ich in letzter Zeit, dass die Rundläufe meistens im Grünen Klub hängen bleiben und eigentlich die Grünen diejenigen sind, die in letzter Zeit die meisten Rechnungshofausschuss-Termine blockiert haben. Es ist ja auch seltsam, dass Kollege Kogler nach seiner Rede das Plenum verlässt (Abg. Steibl: So ist es!), hier nur die Kritik im Raum stehen lässt, aber selbst seiner demokratischen Pflicht hier nicht nachkommt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir stehen aus Gründen der Sparsamkeit und aus Verantwortung für den Bürger und für die Patientinnen und Patienten zur Medikamentenversorgung, wie sie derzeit funktioniert. Man kann vieles verbessern und wird noch manches verbessern, aber ich glaube, Österreich steht in diesem Bereich europaweit an vorderster Stelle, und in dieser Richtung wollen wir weiterarbeiten – und nicht mit Kritik ein System schlecht machen, das funktioniert. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Herr Präsident! Da fragen Sie nicht, ob das ernst gemeint ist!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Frau Abgeordnete Mag. Weinzinger. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Scheibner: Herr Präsident! Da fragen Sie nicht, ob das ernst gemeint ist!)
Abg. Scheibner: Ihr werdet eh wieder dagegen sein!
Wie so oft hat er hier etwas versprochen, was er nicht halten konnte. Er hat Staatssekretär Finz vorgeschickt. Der arme Kerl musste den Kopf hinhalten, weil der Bundeskanzler nicht in der Lage ist, dieses Gesetz hier vorzulegen. (Abg. Schöls: Üben Sie sich in Geduld!) Ich warte nach wie vor auf eine Verständigung, wie dieses Gesetz ausschauen könnte, denn immerhin sind da Verfassungsbestimmungen drinnen. Mit uns wurden keine Verhandlungen aufgenommen. (Abg. Scheibner: Ihr werdet eh wieder dagegen sein!) Ich gehe daher davon aus, dass dieses Bundesmitarbeitergesetz innerhalb der Koalition gescheitert ist und dass die ÖVP nicht in der Lage ist, ein derartiges Gesetz vorzulegen. (Abg. Schöls: Das ist eine falsche Annahme!) Ich würde mich wundern, wenn das noch bis Ende der Legislaturperiode stattfinden könnte.
Sitzung Nr. 157
Abg. Scheibner: Das schaut aber sehr danach aus!
Was ist das? (Abg. Mag. Molterer: Das ist ein Taferl!) Ist das nicht ein technisches Gerät, ein Monitor? (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein! – Weitere Nein-Rufe.) Aha, dann entschuldigen Sie. Sie sind am Wort! (Abg. Scheibner: Das schaut aber sehr danach aus!)
Abg. Scheibner: Sie sind ja jetzt schon ...! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – auf die Tafel vor dem Redner deutend –: Ist das ein Koalitionsbild, für die künftige? – Abg. Scheibner: ... plakatieren, was die ÖVP sagt? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das die Koalition, die künftige?
Da gibt es nichts zu lachen, Herr Kollege Molterer. Ich bin davon überzeugt, dass es im ORF, das heißt im Fernsehen genauso wie im Radio, eine Fülle von Menschen, von Redakteurinnen und Redakteuren gibt, die mit Engagement bei der Sache sind, die kreativ bei der Sache sind, die vor allem auch im Informationsbereich parteipolitisch unabhängig und mit Begeisterung bei ihrer Sache sind (Beifall bei den Grünen, der ÖVP und der SPÖ) – vorausgesetzt, dass man sie lässt, und vorausgesetzt, dass sie ein Klima vorfinden, in dem das möglich ist (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das eine Vorleistung für eine Koalition mit den Grünen?), und vorausgesetzt, sie finden ein offenes Redaktionsklima vor, das Kreativität fördert und nicht erstickt. (Abg. Scheibner: Sie sind ja jetzt schon ...! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – auf die Tafel vor dem Redner deutend –: Ist das ein Koalitionsbild, für die künftige? – Abg. Scheibner: ... plakatieren, was die ÖVP sagt? – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ist das die Koalition, die künftige?)
Abg. Scheibner: Wir warten ja ...!
Meine Kollegen vom BZÖ (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Van der Bellen und ÖVP Hand in Hand?), ich würde es vorziehen, wenn Sie mir wenigstens eine Zeit lang zuhören! Wenn Sie jedoch dazu nicht in der Lage oder nicht willens sind, dann kann ich das nicht ändern (Abg. Scheibner: Wir warten ja ...!), dann muss ich meine Worte eben an die Allgemeinheit auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen zu Hause richten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Die ersten tausend Seher haben schon abgeschaltet!
öffentlich-rechtlichen Senders. Wenn er da verwechselbar wird mit beliebigen Privatsendern aus dem deutschen oder sonstigen europäischen Raum (Abg. Scheibner: Die ersten tausend Seher haben schon abgeschaltet!), dann wird es bald zu Ende sein mit dem ORF, wie wir ihn kennen. Da verliert er Vertrauen – Vertrauen in die Objektivität und annähernde Vollständigkeit der Information durch den ORF. Er wird verwechselbar mit Privatsendern, auch im Programmbereich. Die Folge sind sinkende Marktanteile, sinkende Seher- und Seherinnenanteile, und die Konsequenz daraus sind natürlich sinkende Werbeeinnahmen.
Abg. Scheibner: Sie kommen eh immer vor!
Das finde auch: Bei uns ist das Radio – verglichen mit dem Fernsehen – ein Lichtblick. Das sage ich aber nicht, weil ich irgendwelche Sekunden gezählt habe, wie oft ich oder Herr Kollege Molterer, Herr Kollege Scheibner oder sonst jemand in diesem Medium vorkommt (Abg. Scheibner: Sie kommen eh immer vor!), und ich glaube auch nicht, dass Landeshauptmann Pröll diese Sekunden gezählt hat. Es geht ja auch nicht, wie ich meine, darum, dass das ORF-Radio besser als das ORF-Fernsehen gegen Interventionen abgeschottet ist und dass diese Tatsache die ÖVP zu ärgern beginnt.
Abg. Scheibner: Sie ist eine gute Expertin!
Nicht besser ist Herr Roland Schmidl vom ORF-Zentralbetriebsrat – Fiedler und Schmidl sind übrigens Stiftungsräte im ORF und dürfen bei der Wahl des Generaldirektors/der Generaldirektorin mitstimmen –, der Mitglieder des Stiftungsrates wüst beschimpft – egal, von welcher Fraktion sie sind beziehungsweise welchen Hintergrund sie haben –, und zwar als, ich zitiere, „Marodierende“ und als „linke Provokateure“! Unter diesen „Marodierenden“ und „linken Provokateuren“ befindet sich übrigens auch Frau Dr. Huberta Gheneff-Fürst, eine bedeutende Rechtsanwältin. Ich weiß das, weil wir oft genug gegen sie prozessiert haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie haben aber meistens verloren!) Frau Dr. Gheneff-Fürst ist eine sehr gute Anwältin, eine BZÖ-Vertreterin. Sie soll eine „linke Marodeurin“ sein, Herr Kollege Scheibner? (Abg. Scheibner: Sie ist eine gute Expertin!)
Abg. Mag. Molterer: Das haben Sie das erste Mal gelesen? – Abg. Scheibner: Haben Sie nichts Besseres zu tun?
Abschließend, meine Damen und Herren: Mit größtem Erstaunen habe ich neulich während der Nacht im ORF-Gesetz geschmökert. Das ORF-Gesetz in seinem Programmauftrag ist gar nicht so schlecht. (Abg. Mag. Molterer: Das haben Sie das erste Mal gelesen? – Abg. Scheibner: Haben Sie nichts Besseres zu tun?) – Nicht das erste Mal, aber ich hatte auf Grund der ÖVP-Politik vergessen, was da drinnen steht.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Brosz: Sie haben falsch umgeblättert!
Sie sehen also, meine Damen und Herren, dass die Dominanz dieser Partei, von der Sie in Ihrem Dringlichen Antrag gesprochen haben, nicht wahr ist und nicht zur Rede steht. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Brosz: Sie haben falsch umgeblättert!)
Abg. Scheibner: Verzetnitsch!
Unter den ersten zehn Politikern liegen vier Sozialdemokraten und natürlich Sie, Herr Professor Van der Bellen. (Abg. Scheibner: Verzetnitsch!) Also auch hier ist kein Übergewicht der Regierung feststellbar.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich appelliere daher nochmals an die Damen und Herren des Hohen Hauses und an die Opposition: Tragen Sie dem verfassungsmäßig gewährten Schutz der journalistischen Freiheit in diesem Land Rechnung! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Da brauchen wir Antworten, da sollten wir Antworten geben und Rahmenbedingungen schaffen, die durch die Politik gestaltet werden. Wir von der Regierung sind diesen Weg, meine Damen und Herren, die letzten Jahre konsequent gegangen. Nach jahrzehntelangen Versäumnissen der Medienpolitik unter Vranitzky und Klima hat sich diese Bundesregierung der Liberalisierung und Modernisierung der österreichischen Medienlandschaft gewidmet. (Abg. Dr. Wittmann: Wer hat diese Rede geschrieben?) Mit den Reformen der letzten Jahre – dem ORF-Gesetz, dem Privatfernsehgesetz, dem Privatradiogesetz, der Schaffung einer kompetenten Regulierungsbehörde und vielen weiteren Initiativen – konnte Österreich an den internationalen Standard in medienpolitischen Fragen anschließen. Die Zielsetzung des ORF-Gesetzes ist klar: Wir wollen einen starken, in seiner Existenz abgesicherten ORF. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
Natürlich sind auch die Stiftungsräte für ihr Stimmverhalten bei der Wahl des Generaldirektors verantwortlich. Genau das ist nämlich einer der Garanten der Unabhängigkeit des ORF. (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Na, na, diese künstliche Aufregung!
Wir hätten uns auch, Herr Staatssekretär, etwas mehr Ernsthaftigkeit von Ihrer Seite gewünscht, und ich versuche, das ganz simpel zu erklären. Wenn Sie hier den Bediensteten im ORF ihr Wahlverhalten bei den Arbeiterkammer-Wahlen vorhalten (Zwischenrufe bei der ÖVP) und damit für uns sozusagen als Beweis demonstrieren wollen, wie rot der ORF ist, Herr Staatssekretär, dann muss ich schon sagen: Weit sind Sie gekommen in der ÖVP! Vielleicht fällt Ihnen demnächst auch noch ein – oder vielleicht tun Sie es auch schon –, dass Sie die Landtagswahlergebnisse oder die Nationalratswahlergebnisse der ORF-Bediensteten interpretieren. Ja wohin sind wir denn gekommen?! (Abg. Scheibner: Na, na, diese künstliche Aufregung!)
Abg. Scheibner: Was habt ihr durchgesetzt?
Ich weiß nicht, ob Sie das sagen wollten, Herr Molterer, aber ich erinnere mich sehr gut daran, ich war nämlich der andere in dem Beitrag. Und ich kann Ihnen nur sagen: Wir haben gekämpft – und ich sage Ihnen auch ein zweites Beispiel –, dass es diesen Beitrag gibt. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben Sie interveniert beim ORF?) Ich habe nicht gewusst, dass geplant war, den Jan Klima herauszuschneiden oder hinein zu nehmen, aber wir haben uns sehr wohl, als wir das erfahren haben, sofort aufgeregt. Wir haben die Causa „Euroteam“ damals durchgesetzt und auch eine Öffentlichkeit dafür erhalten; das ist richtig. (Abg. Scheibner: Was habt ihr durchgesetzt?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich habe Ihren Redebeiträgen außerordentlich genau zugehört, ganz besonders dem Herrn Kollegen Cap und der Frau Kollegin Stoisits. Hier handelt es sich um eine unglaubliche Heuchelei. Ich habe so etwas noch nie erlebt! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Was macht denn der jetzt, der Kalina? – Abg. Mag. Molterer: Was macht er jetzt?
Herr Abgeordneter Cap hat in seiner Rede gemeint, dass es einen Eingriff in den ORF in diesem Ausmaß noch nie gegeben hat. Diesen haben angeblich die ÖVP und Klubobmann Molterer getätigt. – Tatsächlich hat es jedoch vor einigen Jahren einen Eingriff in den ORF gegeben, wie er in der Geschichte der Zweiten Republik wohl einzigartig ist: Es war Herr Kalina – wenn ich Ihnen das in Erinnerung rufen darf –, der damals tatsächlich in den Schneideraum des ORF eingegriffen hat und acht Sekunden einer Aufnahme rausschneiden hat lassen, als diese Affäre ... (Abg. Scheibner: Was macht denn der jetzt, der Kalina? – Abg. Mag. Molterer: Was macht er jetzt?) – Der Herr Kalina ist derzeit der Pressesprecher beziehungsweise der Zuständige für die Pressearbeit der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Fekter: Wahlkampfleiter! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Blödsinnigkeiten!)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bisschen was Kritisches, nur ein bisschen was!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Auch seine Redezeit beträgt 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bisschen was Kritisches, nur ein bisschen was!)
Abg. Scheibner: Nein! Nein!
Wo waren Sie, als wir die Debatte über die Privatisierung des Fernsehens geführt haben? Ohne die ÖVP hätte es nie Privatfernsehen in diesem Land gegeben. (Abg. Scheibner: Nein! Nein!) Dank deiner Unterstützung, der Unterstützung des BZÖ (anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ), aber die Initiative ist schon Jahre vorher von der ÖVP ausgegangen. Und das gilt genauso für das Privatradio, das wir seit 1993 in Österreich haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Was spielen Sie uns da heute vor?
Herablassend waren Aussagen wie: Sind Sie so naiv, oder tun Sie nur so? (Abg. Scheibner: Was spielen Sie uns da heute vor?) – Aber das ist ja noch harmlos im Gegensatz zu dem, was er noch alles gesagt hat. „Ich kann Sie jederzeit“ – zwischen Klammern: beruflich – „umbringen“, „profil“, 29. Mai 2006.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Oder: „30 Prozent meines Bezuges ist Schmerzensgeld.“ – Wofür Schmerzensgeld, frage ich mich. (Abg. Wattaul: Das war beim Verzetnitsch auch!) Dafür, dass er mit bestqualifizierten Menschen arbeitet, will er Schmerzensgeld kassieren? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist wirklich arrogant! – Das geht bis zu Sexismus; ich möchte das ganze Zitat hier gar nicht bringen, aber der Anblick einer Mitarbeiterin nach der Babypause sei eine Beleidigung für den Zuseher, war noch harmlos. Was dann noch gefolgt ist, werde ich hier gar nicht sagen. (Abg. Parnigoni: Der ist rücktrittsreif!)
Abg. Scheibner: Das weißt du noch aus deiner Zeit!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, der, der Ihnen die Rede geschrieben hat, mag Sie nicht sehr. (Abg. Scheibner: Das weißt du noch aus deiner Zeit!) – Sie sollten sich überlegen, ob der Betreffende nicht Ihren Job will, denn diese Rede, Herr Staatssekretär, war eigentlich ein Jammertal, und zwar von Anfang bis Ende. Diese Rede hatte nichts zu tun mit den Tatsachen, die hier diskutiert werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie von der ÖVP wollen sichergehen, dass dieses Durchgriffssystem aufrecht und weiterhin gewährleistet bleibt. Ich frage mich, warum auch Sie vom BZÖ das wollen. Ich frage mich, warum Sie auch da der ÖVP die Mauer machen! Wie lange noch? – Bis es das BZÖ nicht mehr gibt beziehungsweise bis die ÖVP Sie vom BZÖ aufgerieben hat? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: So wie in Wien, nur eine andere Form!
Ich frage mich: Was wollen Sie damit erreichen? Das geht nur dann, wenn auch der Generaldirektor beziehungsweise die Generaldirektorin mitspielt. Einen derartigen Durchgriff kann man nur dann machen, wenn man von oben gedeckt wird. Frau Generaldirektorin Lindner hat ja ihre Lektion gelernt, nämlich bei Erwin Pröll. Wenn Sie sich den ORF-Niederösterreich anschauen, dann wissen Sie, was „Wildwuchs“ ist. Das ist wirklich Wildwuchs. Da gibt es nur mehr Pröll – andere kommen gar nicht mehr vor. (Abg. Scheibner: So wie in Wien, nur eine andere Form!)
Abg. Scheibner: Das ist nur in der FPÖ so!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (Freiheitliche - BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Wir von der FPÖ befürworten diesen Dringlichen Antrag, da es mittlerweile schon so ist, dass bei Abstimmungen besser auf ein geheimes Abstimmungsrecht Wert gelegt werden sollte, da die politische Einflussnahme und der Druck – auch nach den Angaben derer, die im ORF diesem Druck ausgesetzt sind – mittlerweile so groß sind, dass ein Ergebnis eigentlich nur mehr als gefälscht erscheinen kann, wenn manche meinen, dass einem sozusagen nichts anderes übrig bleibe, als sich eben in eine ganz bestimmte Richtung zu bekennen. (Abg. Scheibner: Das ist nur in der FPÖ so!)
Sitzung Nr. 158
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Scheibner: Darabos ist jetzt besonders nervös!
Zum Mittelstand – Fritz Neugebauer hat das ja auch erwähnt –, und zwar zum Mittelstandspaket. Ganz wichtig ist es, den Österreicherinnen und Österreichern auch in dieser Phase zu sagen, wie in den letzten Jahren massiv entlastet wurde: die Unternehmungen, die Bürger, die Familien, aber insbesondere der Mittelstand. (Zwischenruf des Abg. Mag. Darabos.) – Jetzt meldet sich auch Herr Darabos zu Wort. Was wollten Sie sagen? Sie wollten nachträglich zustimmen! Gut so, meine sehr verehrten Damen und Herren von der SPÖ. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ. – Abg. Scheibner: Darabos ist jetzt besonders nervös!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Aber lassen Sie mich Folgendes auch sagen: Die Wirtschaftspolitik dieser Bundesregierung, die Politik für Wachstum und Beschäftigung ist so stark, dass wir auch den BAWAG-Skandal wirtschaftlich verkraften werden, denn die BAWAG ist nicht unsere Wirtschaft. (Abg. Eder: Sehr primitiv ...!) Unsere Wirtschaft sind die zahlreichen Klein- und Mittelbetriebe, und unsere Aufgabe wird es sein, dafür zu sorgen, dass sie nicht die Zeche für diesen BAWAG-Skandal werden zahlen müssen. Dafür werden wir geradestehen, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Herr Matznetter, was kann man mit 4 Milliarden € alles finanzieren?
Klar lacht das Herz, denn es gibt mehr Wohlstand, aber das Mehr an Wohlstand gibt es für die internationalen Konzerne und für das internationale Kapital – Stichwort: Hedge-Fonds, Investmentfonds –, für die, die dieses Kapital besitzen. (Abg. Großruck: Trotzdem ist die BAWAG Pleite gegangen! – Abg. Neudeck: Das haben wir bei der BAWAG gesehen! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: 4 Milliarden €!) Für diese wurde Politik gemacht! Aber die Menschen, die arbeiten, haben von diesem Mehr an Wohlstand nichts bekommen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Herr Matznetter, was kann man mit 4 Milliarden € alles finanzieren?)
Abg. Scheibner: Da verwechseln Sie jetzt etwas! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ.
Die Realeinkommen sind seit dem Jahr 2000 um 1,3 Prozent gestiegen, und das reale BIP ist um 7,6 Prozent gestiegen. Wer hat denn die Differenz bekommen? (Zwischenruf des Abg. Neudeck.) Die Antwort darauf ist: Mit Ihrer Politik wurde sie in die Tasche der internationalen Spekulation geschaufelt! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Sie haben sich benommen wie ein Kellner mit dem Bestellhefterl: Was darf es denn sein? (Abg. Scheibner: Da verwechseln Sie jetzt etwas! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Meinen Sie den Flöttl?
Aber es waren nicht die Wählerin und der Wähler, deren Bestellungen Sie aufgenommen haben, nein, Sie haben mit der höchsten Reduktion der Ertragssteuern für das Großkapital dafür gesorgt, dass dort Ihre Bestellung angekommen ist. (Abg. Scheibner: Meinen Sie den Flöttl?) Und da lacht der Herr Wirtschaftsminister! Er kommt doch selbst aus diesem Bereich.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie es ihm aber hineingesagt! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Es ist vielleicht auch nicht überraschend, dass Ihre Wertschätzung für dieses Hohe Haus, insbesondere für Abgeordnete der Opposition nicht besonders groß ist, aber dass Sie von Ihrer Regierungsbank aus einem frei gewählten Abgeordneten dieses Hauses herablassend erklären: „Lassen Sie daher Ihre Zwischenrufe, denn diese sind unwichtig, wie immer!“, spricht nicht für Sie! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie es ihm aber hineingesagt! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sagt das auch der Gusenbauer?
Aber das war leider zu erwarten: Eine Regierung, die im eigenen Land den neoliberalen Kurs einschlägt, wird ihm nicht auf europäischer Ebene gegensteuern. (Abg. Scheibner: Sagt das auch der Gusenbauer?) Da setzt der Kurswechsel für eine europäische Politik schon einen Kurswechsel im eigenen Land voraus. Aber dazu ist ja in Österreich im Herbst Gelegenheit. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Neudeck: Der Anfang war ja gut!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
gewesen sein – und das war er auch! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.) Das war ein exzellenter Vorsitz in diesen sechs Monaten.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! So viel Inhalt wie in diesen sechs Monaten gab es kaum unter einem Vorsitz – und das kann uns durchaus stolz machen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.) Das ist vor allem unter folgendem Gesichtspunkt zu betrachten: Was bleibt von einem Vorsitz?
Abg. Scheibner: Das geht nicht! Wir müssen das genau einhalten! Der Letzte fällt sonst wieder heraus!
Frau Präsidentin! Mein Schlusssatz (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen): Ich denke, es ist durchaus anzuerkennen (Abg. Scheibner: Das geht nicht! Wir müssen das genau einhalten! Der Letzte fällt sonst wieder heraus!), dass von vielen hier sehr gute Arbeit geleistet worden ist (Abg. Mag. Molterer: Der Letzte fällt wieder heraus! – Abg. Scheibner: Das ist unmöglich!), und wir denken, dass insbesondere der Herr Staatssekretär im Außenministerium, aber auch die Justizministerin dafür Dank verdient haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Molterer: Der Letzte fällt wieder heraus! – Abg. Scheibner: Das ist unmöglich!
Frau Präsidentin! Mein Schlusssatz (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen): Ich denke, es ist durchaus anzuerkennen (Abg. Scheibner: Das geht nicht! Wir müssen das genau einhalten! Der Letzte fällt sonst wieder heraus!), dass von vielen hier sehr gute Arbeit geleistet worden ist (Abg. Mag. Molterer: Der Letzte fällt wieder heraus! – Abg. Scheibner: Das ist unmöglich!), und wir denken, dass insbesondere der Herr Staatssekretär im Außenministerium, aber auch die Justizministerin dafür Dank verdient haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Und das wollen Sie jetzt alles wieder haben! Das ist der Hintergrund! Ihr wollt das wieder haben!
Der nächste Schritt in dieser Leidensgeschichte war – und das möchte ich heute deshalb in Erinnerung rufen, weil es einmal in diesem Land so etwas wie einen physischen Ortstafelsturm gab –, dass einsprachige Kärntner unter Duldung der –damals noch – Gendarmerie zweisprachige Ortstafeln abmontiert haben, sie aus der Verankerung gerissen haben, um ihr Land rein Deutsch zu halten. – Das war nicht etwa in den vierziger Jahren, meine Damen und Herren, das war 1972, das war der so genannte Ortstafelsturm in Kärnten. (Abg. Scheibner: Und das wollen Sie jetzt alles wieder haben! Das ist der Hintergrund! Ihr wollt das wieder haben!)
Abg. Scheibner: Na also! – Abg. Mag. Molterer: Genau!
Das ist ein Beispiel jener Art symbolischer Politik, die diese Bundesregierung in den letzten Jahren sehr gerne und sehr häufig bemüht hat. Ich erinnere Sie alle an das Jahr 2000, als wir alle hier, in Eintracht, auch mit Zustimmung der Grünen, den Artikel 8 der österreichischen Bundesverfassung geändert haben, die so genannte Staatszielbestimmung, die die Vielfalt der Sprachen und Kulturen in diesem Land garantiert. (Abg. Scheibner: Na also! – Abg. Mag. Molterer: Genau!) Ja Verfassungsbestimmungen, Verfassungsgesetze, Gesetze in diesem Land sind wahnsinnig geduldig.
Abg. Scheibner: Einer, der absichtlich schnell fährt im Ortsgebiet, das ist ein Held?
Ich erinnere Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nur an das Ortstafel-Verrücken von Landeshauptmann Haider. Ich erinnere Sie an die Verhöhnung höchster Repräsentanten durch Landeshauptmann Haider immer im Zusammenhang mit der Frage der Ortstafeln. Ich erinnere Sie nur daran, wie Minderheitenangehörige, die das Recht wahrnehmen, das jeder Bürger und jede Bürgerin dieses Landes haben, nämlich sich an die Gerichte zu wenden, wie etwa Rudi Vouk, ein Kärntner Slowene (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Raser!), der dieses Recht in Anspruch genommen hat, verhöhnt, desavouiert, von Bürgern und Bürgerinnen dieses Landes bedroht wurden. (Abg. Scheibner: Einer, der absichtlich schnell fährt im Ortsgebiet, das ist ein Held?) Im Fall Rudi Vouk wurde sogar seine Existenz als Rechtsanwalt in Frage gestellt. (Abg. Scheibner: Einen Schnellfahrer unterstützen Sie?) – Das alles ist passiert in diesen Jahren und das alles ist unter dem Schutzmantel der Staatszielbestimmung von Bundeskanzler Schüssel in diesem Land passiert.
Abg. Scheibner: Einen Schnellfahrer unterstützen Sie?
Ich erinnere Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, nur an das Ortstafel-Verrücken von Landeshauptmann Haider. Ich erinnere Sie an die Verhöhnung höchster Repräsentanten durch Landeshauptmann Haider immer im Zusammenhang mit der Frage der Ortstafeln. Ich erinnere Sie nur daran, wie Minderheitenangehörige, die das Recht wahrnehmen, das jeder Bürger und jede Bürgerin dieses Landes haben, nämlich sich an die Gerichte zu wenden, wie etwa Rudi Vouk, ein Kärntner Slowene (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ein Raser!), der dieses Recht in Anspruch genommen hat, verhöhnt, desavouiert, von Bürgern und Bürgerinnen dieses Landes bedroht wurden. (Abg. Scheibner: Einer, der absichtlich schnell fährt im Ortsgebiet, das ist ein Held?) Im Fall Rudi Vouk wurde sogar seine Existenz als Rechtsanwalt in Frage gestellt. (Abg. Scheibner: Einen Schnellfahrer unterstützen Sie?) – Das alles ist passiert in diesen Jahren und das alles ist unter dem Schutzmantel der Staatszielbestimmung von Bundeskanzler Schüssel in diesem Land passiert.
Abg. Scheibner: Sie wollten ja nicht!
Was uns Grüne betrifft, die wir von Anfang an Argumente in diese Diskussion einzubringen versucht haben, so hat es ja diesbezüglich nicht einmal den Versuch einer Diskussion mit uns gegeben. (Abg. Scheibner: Sie wollten ja nicht!) Oft gibt es Telefonate zwischen höchsten Repräsentanten der Regierung und der Opposition – in dieser Frage jedoch ist nie ein Vertreter/eine Vertreterin der Grünen in eines dieser stillen Kämmerlein, in denen so viel verhandelt wurde, eingeladen worden! Wir wurden niemals um unsere Ansicht in dieser Angelegenheit gefragt! (Abg. Scheibner: Weil Sie nicht wollten!) Wir haben jedoch von Anfang an die Meinung vertreten, dass man nicht mit Zweidrittelmehrheit über Minderheitenrechte drüberfahren kann. Im Jahre 2006 darf die Mehrheit nicht einfach über verbriefte Rechte, die auf das Jahr 1955, ja bis auf den Staatsvertrag von Saint-Germain 1919 zurückgehen, drüberfahren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Weil Sie nicht wollten!
Was uns Grüne betrifft, die wir von Anfang an Argumente in diese Diskussion einzubringen versucht haben, so hat es ja diesbezüglich nicht einmal den Versuch einer Diskussion mit uns gegeben. (Abg. Scheibner: Sie wollten ja nicht!) Oft gibt es Telefonate zwischen höchsten Repräsentanten der Regierung und der Opposition – in dieser Frage jedoch ist nie ein Vertreter/eine Vertreterin der Grünen in eines dieser stillen Kämmerlein, in denen so viel verhandelt wurde, eingeladen worden! Wir wurden niemals um unsere Ansicht in dieser Angelegenheit gefragt! (Abg. Scheibner: Weil Sie nicht wollten!) Wir haben jedoch von Anfang an die Meinung vertreten, dass man nicht mit Zweidrittelmehrheit über Minderheitenrechte drüberfahren kann. Im Jahre 2006 darf die Mehrheit nicht einfach über verbriefte Rechte, die auf das Jahr 1955, ja bis auf den Staatsvertrag von Saint-Germain 1919 zurückgehen, drüberfahren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Der Zweck heiligt die Mittel!
Nehmen wir einmal Herrn Rechtsanwalt Vouk. Sie sagen, Sie halten es nicht für richtig (Abg. Dr. Mitterlehner: Das ist ein Detail!), durch Geschwindigkeitsüberschreitungen den Rechtsweg bis zum VfGH, dem Verfassungsgerichtshof, zu erlangen, Ihr Weg sei der Konsens. – Ich darf aber schon darauf hinweisen, dass Rudi Vouk oder ähnlichen Personen – es ist ja ganz gleich, wer das ist – nur dieser Weg übrig geblieben ist, um die leidige Frage der zweisprachigen Ortstafeln in Kärnten auf den Rechtsweg zu bringen. (Abg. Scheibner: Der Zweck heiligt die Mittel!) Und die Fama sagt, dass niemand anderer als unser Präsident Khol diese Idee ursprünglich geäußert hat. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich habe das nie überprüft, aber wenn es wahr ist, haben Sie, Herr Präsident Khol, ein Verdienst.
Abg. Scheibner: Wie weit würde Herr Vouk noch gehen?
Es ist ja traurig genug, dass jemand durch solche Methoden, nämlich die Geschwindigkeitsüberschreitungen, überhaupt den Weg zum VfGH finden muss. (Abg. Scheibner: Wie weit würde Herr Vouk noch gehen?) Das Entlarvende war doch im Nachhinein, nach dem Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes im Dezember 2001 und in der Folge – zuerst noch unter Adamovich, später unter Präsident Korinek –: Wie hat sich denn der Landeshauptmann von Kärnten in dieser Frage verhalten? Haben Sie dazu heute ein Wort verloren, Herr Bundeskanzler? – Ich verstehe schon, das ist Ihr Koalitionspartner, das ist Ihr Verhandlungspartner, aber er, der Landeshauptmann von Kärnten, hat hier Grenzen überschritten (Abg. Dr. Partik-Pablé: Ununterbrochen nur abrechnen!), die unter gar keinen Umständen hätten überschritten werden dürfen, nämlich die Grenzen des Rechtsstaates in einer Demokratie, meine verehrten Kollegen vom BZÖ! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sie tun immer nur mit dem Zeigefinger mit jemandem abrechnen!)
Abg. Scheibner: Hat die SPÖ im Landtag dagegen gestimmt?
Daher ist unsere Position eine richtige gewesen, als wir gesagt haben: Wiewohl wir in vielen Punkten zu einem wirklichen Konsens gekommen sind, das muss man da auch in aller Offenheit sagen, in vielen Punkten, immer in Rücksprache mit den namhaften Vertretern der slowenischen Organisationen, war das aber für uns ein ganz wesentlicher Punkt. Und es war deswegen ein wesentlicher Punkt, weil ich auch behaupte, dass Landeshauptmann Haider diese Verhandlungen auf eine ganz eigene, spezielle Art begleitet hat. Immer wenn es besonders diffizil wurde, immer wenn wir in vielen Fragen eine sehr konstruktive Gesprächsbasis hatten, auch mit den Vertretern der Slowenen, kam Haider und hat polarisiert. (Abg. Scheibner: Hat die SPÖ im Landtag dagegen gestimmt?) Ich verweise auf den Landesregierungsbeschluss, den BZÖ und ÖVP gemeinsam gefasst haben, wo das berühmte Vetorecht drinnen war. (Abg. Scheibner: In der Landesregierung haben Sie dagegen gestimmt!) Wir haben dagegen gestimmt, die SPÖ hat dagegen gestimmt ... (Abg. Scheibner: Haben Sie dagegen gestimmt in der Landesregierung?)
Abg. Scheibner: In der Landesregierung haben Sie dagegen gestimmt!
Daher ist unsere Position eine richtige gewesen, als wir gesagt haben: Wiewohl wir in vielen Punkten zu einem wirklichen Konsens gekommen sind, das muss man da auch in aller Offenheit sagen, in vielen Punkten, immer in Rücksprache mit den namhaften Vertretern der slowenischen Organisationen, war das aber für uns ein ganz wesentlicher Punkt. Und es war deswegen ein wesentlicher Punkt, weil ich auch behaupte, dass Landeshauptmann Haider diese Verhandlungen auf eine ganz eigene, spezielle Art begleitet hat. Immer wenn es besonders diffizil wurde, immer wenn wir in vielen Fragen eine sehr konstruktive Gesprächsbasis hatten, auch mit den Vertretern der Slowenen, kam Haider und hat polarisiert. (Abg. Scheibner: Hat die SPÖ im Landtag dagegen gestimmt?) Ich verweise auf den Landesregierungsbeschluss, den BZÖ und ÖVP gemeinsam gefasst haben, wo das berühmte Vetorecht drinnen war. (Abg. Scheibner: In der Landesregierung haben Sie dagegen gestimmt!) Wir haben dagegen gestimmt, die SPÖ hat dagegen gestimmt ... (Abg. Scheibner: Haben Sie dagegen gestimmt in der Landesregierung?)
Abg. Scheibner: Haben Sie dagegen gestimmt in der Landesregierung?
Daher ist unsere Position eine richtige gewesen, als wir gesagt haben: Wiewohl wir in vielen Punkten zu einem wirklichen Konsens gekommen sind, das muss man da auch in aller Offenheit sagen, in vielen Punkten, immer in Rücksprache mit den namhaften Vertretern der slowenischen Organisationen, war das aber für uns ein ganz wesentlicher Punkt. Und es war deswegen ein wesentlicher Punkt, weil ich auch behaupte, dass Landeshauptmann Haider diese Verhandlungen auf eine ganz eigene, spezielle Art begleitet hat. Immer wenn es besonders diffizil wurde, immer wenn wir in vielen Fragen eine sehr konstruktive Gesprächsbasis hatten, auch mit den Vertretern der Slowenen, kam Haider und hat polarisiert. (Abg. Scheibner: Hat die SPÖ im Landtag dagegen gestimmt?) Ich verweise auf den Landesregierungsbeschluss, den BZÖ und ÖVP gemeinsam gefasst haben, wo das berühmte Vetorecht drinnen war. (Abg. Scheibner: In der Landesregierung haben Sie dagegen gestimmt!) Wir haben dagegen gestimmt, die SPÖ hat dagegen gestimmt ... (Abg. Scheibner: Haben Sie dagegen gestimmt in der Landesregierung?)
Abg. Scheibner: Das ist eine gute Allianz! – Abg. Mag. Molterer: Seien Sie stolz darauf!
Ein Beispiel: Herr Bundeskanzler: Sie haben behauptet, im Kärntner Landtag wäre dieser Gesetzesvorschlag einstimmig akzeptiert worden. – Das stimmt einfach nicht! Die Grünen waren dagegen – und auch die Freiheitlichen. (Abg. Scheibner: Das ist eine gute Allianz! – Abg. Mag. Molterer: Seien Sie stolz darauf!) Also bitte, wenn Sie schon Landtagsergebnisse zitieren, dann auch wahrheitsgemäß und nicht Unwahrheiten und Halbwahrheiten. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das war ja der Vorschlag von Sturm!
Herr Kollege Molterer, Sie sagen jetzt: Für die Öffnungsklausel waren auch die Slowenenorganisationen! – Haben Sie Herrn Sturm gestern in der „ZiB 2“ oder heute im „Morgenjournal“ gehört, wo er dezidiert gesagt hat: Ja, ursprünglich schon, aber Sie haben sie wieder abgeändert. Sie haben auf einmal diesen Konsensausschuss wieder hineingebracht, dass sozusagen der Landeshauptmann oder irgendein Bürgermeister, dem das nicht passt, dann sagen kann: Nein, das machen wir nicht! – Dazu können die Slowenenorganisationen gar nicht ja sagen, das geht einfach nicht! Die können sich doch nicht selbst das, was vereinbart war, wieder von vornherein aushebeln! (Abg. Scheibner: Das war ja der Vorschlag von Sturm!) Also sagen Sie hier nicht die Unwahrheit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Aber bei 160 haben Sie etwas anderes gesagt!
Noch etwas: Ich finde es schon sehr interessant, wenn der Anwalt Rudi Vouk jetzt auf einmal zum Gesetzesbrecher stilisiert wird, nur deshalb ... (Abg. Scheibner: Aber bei 160 haben Sie etwas anderes gesagt!) – Na, wer von Ihnen ist nicht schon einmal schnell gefahren? – Aber nicht aus dem Grund, um ein Minderheitenrecht durchzusetzen, sondern weil Sie einfach zu schnell unterwegs waren! Aber ein Gesetzesbrecher ... – Ich möchte Sie noch einmal daran erinnern: Der Rat dafür kam vom Herrn
Abg. Scheibner: Unter den alten Koalitionspartnern ist gar nichts gegangen!
Das einzige Problem ist wohl tatsächlich Ihr Koalitionspartner, Herr Bundeskanzler. Was sollte es sonst sein? (Abg. Scheibner: Unter den alten Koalitionspartnern ist gar nichts gegangen!) Nur deshalb, weil Herr Landeshauptmann Haider damit ein Problem hat und einige seiner Leute und ein paar andere auch noch in Kärnten, versucht man solche Wege, rechtlich so und wieder ein bisschen anders herum und hinten herum und so weiter – Regelungen, die einfach dem Staatsvertrag von 1955 nicht gerecht werden. Das ist europäisch erbärmlich! Europäisch erbärmlich!
Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh, dass sich das entwickelt!
Seit dem Ende Jugoslawiens fiel mir in Kärnten etwas sehr Interessantes auf: Auf einmal gab es in Klagenfurt und anderswo vor Geschäften, vor Gasthäusern Tafeln, die auf Slowenisch angekündigt haben, was es dort zu kaufen gibt oder zu essen gibt oder zu trinken gibt. (Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh, dass sich das entwickelt!) – Ja eben! (Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf mit Ihrer Polarisierung! Sie sind in Wahrheit von vorgestern mit Ihrer Meinung! Die Leute interessiert das überhaupt nicht mehr, was Sie da bringen!) Warum dann, bitte, nicht auf den Ortstafeln, wenn es auf den Geschäftstafeln möglich ist? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf mit Ihrer Polarisierung! Sie sind in Wahrheit von vorgestern mit Ihrer Meinung! Die Leute interessiert das überhaupt nicht mehr, was Sie da bringen!
Seit dem Ende Jugoslawiens fiel mir in Kärnten etwas sehr Interessantes auf: Auf einmal gab es in Klagenfurt und anderswo vor Geschäften, vor Gasthäusern Tafeln, die auf Slowenisch angekündigt haben, was es dort zu kaufen gibt oder zu essen gibt oder zu trinken gibt. (Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh, dass sich das entwickelt!) – Ja eben! (Abg. Scheibner: Hören Sie doch auf mit Ihrer Polarisierung! Sie sind in Wahrheit von vorgestern mit Ihrer Meinung! Die Leute interessiert das überhaupt nicht mehr, was Sie da bringen!) Warum dann, bitte, nicht auf den Ortstafeln, wenn es auf den Geschäftstafeln möglich ist? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Fragen Sie Kollegen Cap! Der weiß es besser!
Ich sage das deshalb, weil das nicht der Variante entspricht, die Herr Klubobmann Molterer hier präsentiert hat. (Abg. Scheibner: Fragen Sie Kollegen Cap! Der weiß es besser!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Völlig falsch!
Zukunft weitere Ortstafeln verhindern. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Völlig falsch!)
Abg. Scheibner: Schauen Sie sich die Aussendung vom Zentralverband an!
Diesbezüglich haben wir eben unsere Zweifel. Wenn ich mir die Lösung der Kärntner Ortstafelfrage laut Infodienst des Kärntner Landeshauptmannes anschaue und mir die darin verwendete Sprache vergegenwärtige, dann stelle ich einmal in Abrede (Abg. Scheibner: Schauen Sie sich die Aussendung vom Zentralverband an!), dass von dieser Seite – und das unterstelle ich jetzt nicht Ihnen, Herr Bundeskanzler – überhaupt von vornherein eine solche Lösung angestrebt wurde, denn da heißt es:
Abg. Scheibner: Zitieren Sie einmal die andere Seite: Ortstafeln für ganz Kärnten!
Das ist der Geist, der da dahinter steckt, damit man weiß, wer die Verhandlungspartner waren (Abg. Scheibner: Zitieren Sie einmal die andere Seite: Ortstafeln für ganz Kärnten!), wie in Wirklichkeit die Beschlusslage in Kärnten ist, wie dieser so genannte Kompromiss wirklich ausgeschaut hat und was die Intentionen waren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt verstehe ich, warum Frau Schaunig Sie nicht mehr aufstellt!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was heißt das? Was sollen solche Vergleiche? – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Es geht um zusätzliche Ortstafeln, nicht um Auslöschung! – Abg. Scheibner: Das ist unerträglich! – Abg. Neugebauer: Diesen Vergleich hätten Sie lieber nicht gebracht!
Wenn der Name nichts mehr wert ist, wenn der Name entwertet wird, wenn die Identität entwertet wird, dann steht am Ende immer nur die Nummer. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Was heißt das? Was sollen solche Vergleiche? – Bundeskanzler Dr. Schüssel: Es geht um zusätzliche Ortstafeln, nicht um Auslöschung! – Abg. Scheibner: Das ist unerträglich! – Abg. Neugebauer: Diesen Vergleich hätten Sie lieber nicht gebracht!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Ist ja nicht wahr! – Abg. Scheibner: Falsch!
Es ist nicht die Frage, ob die SPÖ einen Kompromiss ermöglicht oder nicht. Wir sind konsensbereit, wenn wir uns auf der Ebene des Staatsvertrages, auf der Ebene der Verfassung befinden. Es ist der Regierung passiert, dass der ausverhandelte Konsens nicht eingehalten wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Ist ja nicht wahr! – Abg. Scheibner: Falsch!)
Abg. Scheibner: Ihnen ist jede Ausrede recht, damit Sie nicht zustimmen müssen!
Was ist in erster Linie dafür verantwortlich? – Ich habe es letzte Woche in Kärnten gehört: der Beschluss in der Kärntner Landesregierung am Dienstag der vorigen Woche mit den Stimmen zweier Parteien – BZÖ und ÖVP. (Abg. Scheibner: Ihnen ist jede Ausrede recht, damit Sie nicht zustimmen müssen!) Es hat mir sehr Leid um den Kollegen Martinz getan, der diese Vetoklausel eingebaut hat. (Zwischenbemerkung von Bundeskanzler Dr. Schüssel.)
Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Dieser Konsens ist deswegen gescheitert, weil man – und das muss man der Regierung und auch der ÖVP vorwerfen – von der ursprünglichen Konsenslösung abgewichen ist (Abg. Scheibner: Stimmt nicht!), und zwar deswegen – und da wird die Begleitmusik wieder interessant –, weil in Kärnten eine Regelung geschaffen beziehungsweise ein Regierungsbeschluss gefällt wurde, in dem man gesagt hat, es muss von der Zustimmung des Landes und von der Gemeinde abhängig gemacht werden, ob zusätzliche Ortstafeln über diesen Kompromiss, der jetzt gefunden wurde, aufgestellt werden können. (Abg. Scheibner: Etwas Falsches wird nicht wahrer, wenn man es auch noch so oft wiederholt!)
Abg. Scheibner: Etwas Falsches wird nicht wahrer, wenn man es auch noch so oft wiederholt!
Dieser Konsens ist deswegen gescheitert, weil man – und das muss man der Regierung und auch der ÖVP vorwerfen – von der ursprünglichen Konsenslösung abgewichen ist (Abg. Scheibner: Stimmt nicht!), und zwar deswegen – und da wird die Begleitmusik wieder interessant –, weil in Kärnten eine Regelung geschaffen beziehungsweise ein Regierungsbeschluss gefällt wurde, in dem man gesagt hat, es muss von der Zustimmung des Landes und von der Gemeinde abhängig gemacht werden, ob zusätzliche Ortstafeln über diesen Kompromiss, der jetzt gefunden wurde, aufgestellt werden können. (Abg. Scheibner: Etwas Falsches wird nicht wahrer, wenn man es auch noch so oft wiederholt!)
Abg. Scheibner: Sie erklären uns das jetzt alles!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Und da richte ich mich gleich am Anfang auch an die Kolleginnen und Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion: Ich glaube, es ist nicht ausreichend klar – insbesondere an der Spitze der SPÖ nicht ausreichend klar –, was der Bundeskanzler von Ihnen will. Der Plan des Bundeskanzlers ist ein doppelter: erstens vom offenen Verfassungsbruch überzugehen zur verfassungsmäßigen Außerkraftsetzung von Teilen des Staatsvertrages. (Abg. Scheibner: Sie erklären uns das jetzt alles!)
Abg. Scheibner: Der Wunsch der Slowenen!
Ich frage Sie, ob Sie das wirklich wollen, denn würde all das, was Ihnen der Bundeskanzler da anbietet, dem Staatsvertrag entsprechen, wäre es nicht nötig, den Verfassungsgerichtshof als Kontrollinstrument auszuschalten. (Abg. Großruck: Pilz erkennt die Wahrheit! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Sehr schwach!) Warum wollen Sie da mitmachen? Nur um dabei zu sein? Nur um wichtig zu sein? (Abg. Scheibner: Der Wunsch der Slowenen!) – Sie gehen damit dem Bundeskanzler durchaus in eine politische Falle. (Abg. Schieder: Wieso setzt man ihn außer Kraft, den Staatsvertrag?)
Abg. Auer: Denken Sie an den ÖGB! – Abg. Scheibner: Denken Sie lieber an den ÖGB! Da sind Sie Mitglied!
Jetzt möchte ich einmal in Erinnerung rufen, wie es denn eigentlich überhaupt dazu gekommen ist, dass wir in diesem Land eine Schwerarbeiterregelung brauchen. Ich darf Ihnen in Erinnerung rufen, sehr geschätzte Damen und Herren, dass diese Bundesregierung mit der Pensionssicherungsreform 2003, wie sie sie genannt hat, erstens einmal die Frühpension wegen langer Arbeitslosigkeit überfallsartig abgeschafft hat (Abg. Auer: Denken Sie an den ÖGB! – Abg. Scheibner: Denken Sie lieber an den ÖGB! Da sind Sie Mitglied!) und zweitens die Frühpensionen wegen langer Versicherungsdauer, die bisher den Männern den Pensionsantritt mit 61,5 Jahren und den Frauen mit 56,5 Jahren ermöglicht hat, schrittweise zum Auslaufen gebracht hat.
Abg. Scheibner: Na eben!
Wir waren nicht dagegen, dass es geregelt wird (Abg. Scheibner: Na eben!), wir waren gegen das Handwerkliche des Regelns. Wir waren dagegen, dass eine gute Absicht falsch und schlecht geregelt wird. Statt dass eine vernünftige Debatte im Ausschuss, im Haus, mit dem Außenamt, das ich sonst sehr schätze auf dieser Ebene, darüber stattfindet, ob die Einwände stimmen, dass dies handwerklich schlecht oder gut geregelt ist, werfen Sie uns wegen unserer Kritik, es sei handwerklich schlecht, vor, wir wollen das Ganze nicht. Da heißt es dann: Warum wollen Sie nicht, dass ersetzt wird?, et cetera.
Abg. Scheibner: Da haben Sie gesagt: Ja!
Ich möchte jetzt einmal klarstellen, wie der Anlassfall verlaufen ist: In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr kam an einem Tag etwa zwischen 10.30 Uhr und 11 Uhr ein Anruf von der Redaktion des ORF-„Mittagsjournals“: Was meinen Sie zum Vorschlag der ÖVP, dass man von Menschen, die sich in Gefahr begeben – in diesem Fall ging es um die Geiseln im Jemen –, einen Kostenersatz verlangt? (Abg. Scheibner: Da haben Sie gesagt: Ja!) Viel Zeit zum Überlegen war nicht, und da habe ich im ersten Moment gesagt: Man muss sich überlegen, ob das einen Sinn macht und in welcher Form man das tun kann. – Dass Sie das als Zustimmung zu jeglicher Form, die Sie dann vorschlagen, werten und uns jetzt vorwerfen, wir hätten die Meinung geändert, halte ich für einigermaßen übertrieben, um das hier klarzustellen: So war es nicht!
Abg. Scheibner: Das auch noch!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Frau Abgeordnete Mag. Wurm zu Wort gemeldet. (Abg. Scheibner: Das auch noch!)
Nach den Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen – BZÖ, die ihre Zustimmung erteilt haben, erheben sich nunmehr auch Abgeordnete der SPÖ von ihren Sitzen. – Abg. Scheibner – auf die SPÖ-Fraktion weisend –: Das ist eine Konfusion, bitte!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Es ist dies mit Mehrheit angenommen. (Nach den Abgeordneten von ÖVP und Freiheitlichen – BZÖ, die ihre Zustimmung erteilt haben, erheben sich nunmehr auch Abgeordnete der SPÖ von ihren Sitzen. – Abg. Scheibner – auf die SPÖ-Fraktion weisend –: Das ist eine Konfusion, bitte!)
Abg. Scheibner: Aber doch nicht wirklich!
Und ich möchte nur darauf hinweisen: Ihr habt ja sogar die ehemaligen Zollwachebeamten vergessen, die ihr ins Innenressort hinübergenommen habt, weil ihr es auf das Sicherheitspolizeigesetz abgestellt habt! (Abg. Scheibner: Aber doch nicht wirklich!) Und das kann man nicht schönreden. Die Justizwache habt ihr auch vergessen! Die Frau Ministerin – schade, sie ist schon gegangen – hat es probiert im Ministerrat und hat sich dort nicht durchgesetzt. Und da sagt ihr, es ist alles paletti!
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Ich denke, es ist ein Weg in die richtige Richtung, und auf dieser legislativen Grundlage werden wir die Schwerarbeitspension in den nächsten Jahren weiterentwickeln können. – Danke. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Haben Sie schon einmal ORF-Wien gesehen?
Dritter Beitrag: In Niederösterreich spielt man Straßenball, Streetball – tap, tap, tap, tap, tap. Die Kamera fährt mit dem Spieler mit, dann geht die Kamera hoch, und da steht zufällig die zuständige Landesrätin der ÖVP: tap, tap, tap, tap, tap. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Haben Sie schon einmal ORF-Wien gesehen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nicht früher?
Nehmen Sie endlich die Verantwortung wahr und stellen Sie sich dieser Auseinandersetzung und Diskussion – und flüchten Sie nicht davor! Wir werden dafür sorgen, dass Sie noch eines Tages aufwachen; vielleicht schon im August. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Nicht früher?)
Sitzung Nr. 160
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Erzählen Sie uns über die Stiftungen!
Die Kritik der Bundesländer haben Sie nicht zur Kenntnis genommen. Sie haben schlicht und ergreifend dieses Gesetz hinter dem Rücken der Sozialversicherung und der Bundesländer gemacht. Es soll einzig und allein dazu dienen, Ihr Machtpotential auszubauen. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Aber dafür werden Sie sicherlich demnächst die Rechnung präsentiert bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Erzählen Sie uns über die Stiftungen!)
Abg. Scheibner: Das brauchst du uns aber nicht zu erklären, das wissen wir selbst auch!
Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie Mag. Helmut Kukacka: Kollege Wittauer, es ist parlamentarischer Usus, dass das Regierungsmitglied vor dem letzten Debattenredner spricht! (Abg. Scheibner: Das brauchst du uns aber nicht zu erklären, das wissen wir selbst auch!) Ja, aber ich weise darauf hin, weil mich Kollege Wittauer diesbezüglich kritisiert hat, dass ich das Wort ergreife. Aber, Herr Klubobmann, Sie wissen doch, was parlamentarischer Usus ist. (Abg. Neudeck: Also wir werden jetzt keinen Schiedsrichter brauchen!) Ich würde gerne immer als Letzter reden! Ich habe überhaupt kein Problem damit.
Abg. Scheibner: Er hat es ja zurückgenommen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Wittauer, für den Ausdruck „Schwachsinn“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Scheibner: Er hat es ja zurückgenommen!) – Das kommt zu spät! Ich habe auch gestern für dieselben Worte Ordnungsrufe erteilt.
Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Wenn es nur im Bereich der direkten Steuern gewesen wäre! Aber nein! Gleichzeitig ist es so, dass im Bereich der indirekten Steuern ... (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.) – Ich weiß schon, dass es für Sie extrem unangenehm ist, das hören zu müssen. Ich lese Ihnen nur die Daten aus den eigenen Budgetberichten des Herrn Finanzministers vor. (Abg. Amon: Der Gusenbauer ist schon gegangen! Der hält Ihre Rede nicht aus! – Abg. Dr. Stummvoll: Wirtschaftsaufschwung!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Wir sehen ja die Konsequenzen dieser Entwicklung. Nicht nur dass wir im untersten Drittel beim Wachstum liegen – ein paar Unternehmen profitieren überproportional. Nehmen wir allein die Veränderung in den Jahren 2004/2005! Bei den 20 größten Konzernen im ATX – bei allen 20! – ist in einem Jahr der Gewinn um 53 Prozent auf 8,3 Milliarden € gestiegen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nur für euch sind die Gewinne gestiegen!
Ja, jetzt applaudiert er auch gleich zur zweiten Zahl. Und das, weil der Lohnaufwand nur um ein Prozent gestiegen ist! Das gefällt dem Herrn Scheibner: die Gewinne 53 Prozent und für die Arbeitnehmer ein Prozent. Es ist bezeichnend, wo Sie angekommen sind, Herr Kollege Scheibner. Wir halten das für einen Skandal. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nur für euch sind die Gewinne gestiegen!)
Ruf bei der SPÖ: Die Fragen beantworten! Nicht ...! – Abg. Bures: Haben Sie die Pendlerpauschale eingeführt, Herr Minister? – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Bures –: Nicht nervös werden, ...!
Erstens möchte ich daher anführen: Mineralölsteuer. – Meine Damen und Herren! Wir wissen alle, und ich bin froh, dass ich das ... (Ruf bei der SPÖ: Die Fragen beantworten! Nicht ...! – Abg. Bures: Haben Sie die Pendlerpauschale eingeführt, Herr Minister? – Abg. Scheibner – in Richtung der Abg. Bures –: Nicht nervös werden, ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... die Gewerkschaft!
Herr Bundesminister – jetzt gehe ich konkret auf Ihre Punkte ein –, Sie reden davon, dass es Beschäftigungswachstum in Österreich gegeben hat, seit Sie an der Regierung sind. Was ist denn die Realität? – Wir haben die höchste Arbeitslosigkeit! Wir haben Zigtausende Menschen in Österreich, die keinen Job haben! Und wir haben 85 000 Vollzeitarbeitsplätze weniger! (Abg. Kößl: Sie reden von einem anderen Land, nicht von Österreich!) Wovon wir mehr haben, das sind geringfügige Beschäftigung und Teilzeitarbeit, und das ist Arbeit, bei der die Menschen schwer und hart arbeiten. Aber wissen Sie, was: Sie können davon nicht leben! – Und Vollzeitarbeitsplätze sind auf Grund Ihrer Politik abgebaut worden! Nicht ein einziger kam dazu. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... die Gewerkschaft!)
Abg. Scheibner: Weil die Gewerkschaften nichts mehr tun! Das ist die Aufgabe der Gewerkschaften!
Wir haben Working poor: Wir haben Menschen, die 38,5 Stunden hart arbeiten und ein Einkommen haben, von dem sie nicht leben können! Das ist ein Phänomen (Abg. Scheibner: Weil die Gewerkschaften nichts mehr tun! Das ist die Aufgabe der Gewerkschaften!), das es erst gibt, seit Sie in der Regierung sind: Working poor – hart arbeiten, aber davon nicht leben können, weil das Einkommen so gering ist! – Das sind die Probleme, die die Menschen in Österreich haben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Großruck: Was hat der ARBÖ-Generalsekretär verdient?)
Abg. Scheibner: ... in Frankreich Golf spielen!
Herr Bundesminister, richten Sie den 500 000 Menschen, die in akuter Armut leben, aus, wie toll Sie nicht alles gemacht haben, wie super es ist, wie man jetzt nach Griechenland fahren kann, nach Italien fahren kann, nach Spanien fahren kann? – Sie können dort in der Badehose herumrennen, aber die Menschen, die können dort nicht herumfahren! (Abg. Scheibner: ... in Frankreich Golf spielen!) Das ist das Problem, das die Menschen haben, weil sie arm sind auf Grund Ihrer Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Warum sind Sie so unhöflich, sagen Sie?)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie denn da eine Umfrage gemacht? Im Karl-Marx-Hof?
Ich sage Ihnen: 68 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sagen, durch Ihre Politik ist die Kluft zwischen Arm und Reich leider größer geworden. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie denn da eine Umfrage gemacht? Im Karl-Marx-Hof?) Und ich denke mir, dass es mit unserem Programm gelingen wird, Österreich ein gutes Stück sozialer, gerechter und fairer zu machen. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Der „arme“ Herr Elsner!) Das ist etwas, was sich die Österreicherinnen und Österreicher wünschen. – Wir werden dafür sorgen, und die Österreicherinnen und Österreicher haben es sich auch verdient! Sie haben sich etwas Besseres verdient als Ihre Politik und als diese soziale Schieflage, die Sie zu verantworten haben! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die Arbeitsplätze ...!
Ich glaube, jeder weiß, wie er das einzuschätzen hat. Dem ist nichts hinzuzufügen. (Abg. Scheibner: Die Arbeitsplätze ...!) Und unter uns gesagt: Bei den Umfrageergebnissen hinsichtlich Ihrer Partei würde ich mich hüten, hier an den Wähler zu appellieren. (Abg. Scheibner: Im ÖGB werden die Arbeitsplätze ...!) Sie werden die Rechnung für das, was Sie getan haben, sowieso präsentiert bekommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt vernichten Sie sogar die eigenen Arbeitsplätze ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Im ÖGB werden die Arbeitsplätze ...!
Ich glaube, jeder weiß, wie er das einzuschätzen hat. Dem ist nichts hinzuzufügen. (Abg. Scheibner: Die Arbeitsplätze ...!) Und unter uns gesagt: Bei den Umfrageergebnissen hinsichtlich Ihrer Partei würde ich mich hüten, hier an den Wähler zu appellieren. (Abg. Scheibner: Im ÖGB werden die Arbeitsplätze ...!) Sie werden die Rechnung für das, was Sie getan haben, sowieso präsentiert bekommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt vernichten Sie sogar die eigenen Arbeitsplätze ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt vernichten Sie sogar die eigenen Arbeitsplätze ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.
Ich glaube, jeder weiß, wie er das einzuschätzen hat. Dem ist nichts hinzuzufügen. (Abg. Scheibner: Die Arbeitsplätze ...!) Und unter uns gesagt: Bei den Umfrageergebnissen hinsichtlich Ihrer Partei würde ich mich hüten, hier an den Wähler zu appellieren. (Abg. Scheibner: Im ÖGB werden die Arbeitsplätze ...!) Sie werden die Rechnung für das, was Sie getan haben, sowieso präsentiert bekommen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Jetzt vernichten Sie sogar die eigenen Arbeitsplätze ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.)
Abg. Scheibner: Sind Sie dann im November noch hier?
Meine Damen und Herren! Der Herr Finanzminister hat erklärt (Abg. Scheibner: Sind Sie dann im November noch hier?): Liebe Leute in Österreich, fühlen Sie sich entlastet! – Die Menschen haben kurz innegehalten, sie haben gemerkt, dass sie irgendwie nicht entlastet sind, und weil sie sich nicht ausreichend entlastet fühlen, bekommen wir hier Länge mal Breite Zahlenfriedhöfe vorgelegt. Diese Zahlenfriedhöfe ... (Abg. Scheibner: Ist das Ihre Abschiedsrede?)
Abg. Scheibner: Ist das Ihre Abschiedsrede?
Meine Damen und Herren! Der Herr Finanzminister hat erklärt (Abg. Scheibner: Sind Sie dann im November noch hier?): Liebe Leute in Österreich, fühlen Sie sich entlastet! – Die Menschen haben kurz innegehalten, sie haben gemerkt, dass sie irgendwie nicht entlastet sind, und weil sie sich nicht ausreichend entlastet fühlen, bekommen wir hier Länge mal Breite Zahlenfriedhöfe vorgelegt. Diese Zahlenfriedhöfe ... (Abg. Scheibner: Ist das Ihre Abschiedsrede?)
Abg. Scheibner: Ich frage Sie!
Oh, das würde ich aber nicht tun, Herr Abgeordneter Scheibner! Wenn Sie mir sagen, dass das meine Abschiedsrede ist (Abg. Scheibner: Ich frage Sie!), dann würde ich einmal nachschauen, wie die Umfrageergebnisse hinsichtlich Ihrer Partei sind, und würde dann die Frage stellen, wer hier eine Abschiedsrede zu halten hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Löhne?
Nun zur Entwicklung der Realeinkommen: Lieber Herr Scheibner, Sie haben zuvor in Ihrem Diskussionsbeitrag natürlich auch deutlich gemacht, dass Sie von Kollektivvertragspolitik nicht sehr viel verstehen. Ich möchte daher versuchen, einen kurzen Abriss darüber zu geben, wie das funktioniert. (Abg. Scheibner: Wer verhandelt denn die Löhne?)
Abg. Scheibner: Aber Frau Kollegin Bures sagt, das ist alles zu niedrig!
Meine Damen und Herren! Faktum ist, dass die österreichischen Gewerkschaften und die Wirtschaftskammer sowohl im Herbst des vergangenen Jahres als auch im Frühjahr dieses Jahres eine sehr erfolgreiche Kollektivvertragspolitik durchgeführt haben (Abg. Scheibner: Aber Frau Kollegin Bures sagt, das ist alles zu niedrig!), eine erfolgreiche Kollektivvertragspolitik mit Abschlüssen über der Inflationsrate. (Abg. Scheibner: Dann sagen Sie das der Frau Kollegin Bures! – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Scheibner: Dann sagen Sie das der Frau Kollegin Bures! – Zwischenruf des Abg. Murauer.
Meine Damen und Herren! Faktum ist, dass die österreichischen Gewerkschaften und die Wirtschaftskammer sowohl im Herbst des vergangenen Jahres als auch im Frühjahr dieses Jahres eine sehr erfolgreiche Kollektivvertragspolitik durchgeführt haben (Abg. Scheibner: Aber Frau Kollegin Bures sagt, das ist alles zu niedrig!), eine erfolgreiche Kollektivvertragspolitik mit Abschlüssen über der Inflationsrate. (Abg. Scheibner: Dann sagen Sie das der Frau Kollegin Bures! – Zwischenruf des Abg. Murauer.)
Abg. Scheibner: Niedrige Löhne ...!
Wenn daher trotz erfolgreicher Lohnabschlüsse und Gehaltsabschlüsse die realen Einkommen stagnieren, dann hat das zwei Gründe. (Abg. Scheibner: Niedrige Löhne ...!) Der eine Grund ist, dass es weniger Vollzeitbeschäftigung und mehr prekäre und Teilzeit-Dienstverhältnisse gibt. Der zweite Grund ist, dass es eine Steuer- und Abgabenpolitik gibt, die den Menschen ein Vielfaches von dem, was Sie draufbekommen, wieder wegnimmt. Das ist eine Tatsache. Die Körperschaftsteuer sinkt, die Lohnsteuer steigt (Abg. Scheibner: Nein, das war nicht die Behauptung von Frau Kollegin Bures!), und die Arbeitnehmer zahlen einen großen Teil der Erhöhung, die wir für sie herausverhandeln, wieder an den Staat zurück.
Abg. Scheibner: Nein, das war nicht die Behauptung von Frau Kollegin Bures!
Wenn daher trotz erfolgreicher Lohnabschlüsse und Gehaltsabschlüsse die realen Einkommen stagnieren, dann hat das zwei Gründe. (Abg. Scheibner: Niedrige Löhne ...!) Der eine Grund ist, dass es weniger Vollzeitbeschäftigung und mehr prekäre und Teilzeit-Dienstverhältnisse gibt. Der zweite Grund ist, dass es eine Steuer- und Abgabenpolitik gibt, die den Menschen ein Vielfaches von dem, was Sie draufbekommen, wieder wegnimmt. Das ist eine Tatsache. Die Körperschaftsteuer sinkt, die Lohnsteuer steigt (Abg. Scheibner: Nein, das war nicht die Behauptung von Frau Kollegin Bures!), und die Arbeitnehmer zahlen einen großen Teil der Erhöhung, die wir für sie herausverhandeln, wieder an den Staat zurück.
Abg. Scheibner: Wo denn?
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich finde die Debatte teilweise absurd. Da stellt sich der Herr Maier heraus und kritisiert die SPÖ als Steuererhöhungspartei. Mag sein! Aber das, was die SPÖ hier vorgeschlagen hat, war ein massives Steuersenkungsprogramm (Abg. Scheibner: Wo denn?), ein massives Steuersenkungsprogramm, zu dem wir Grüne sagen: Na halt! Aufpassen! Wenn wir öffentliche Ausgaben finanzieren wollen, dann werden wir auch diese Einnahmen und Steuermittel brauchen. (Beifall bei den Grünen.) So einfach, dass wir uns gegenseitig nach unten konkurrieren und derjenige der Gewinner ist, der den niedrigsten Steuer- und Abgabensatz ausruft, wird es nicht gehen, auch wenn das der Herr Stummvoll selbst in einem seiner wunderbaren Lehrsätze so darzustellen versucht hat. Er hat nämlich ganz simpel behauptet: Je niedriger die Steuern, desto höher der Aufschwung.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst waren Sie dagegen!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Präsident Dr. Moser, Respekt! Ich hätte Ihnen am Beginn Ihrer Amtszeit nicht zugetraut, dass Sie mit solcher Selbstverständlichkeit Probleme beim Schopf nehmen und nennen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst waren Sie dagegen!) Man kann auch einmal ein bisschen Lob ausstreuen, wenn man vielleicht Kritik erwartet. Noch einmal: Respekt! (Abg. Scheibner: Wir haben euch das gleich gesagt!)
Abg. Scheibner: Wir haben euch das gleich gesagt!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Herr Präsident Dr. Moser, Respekt! Ich hätte Ihnen am Beginn Ihrer Amtszeit nicht zugetraut, dass Sie mit solcher Selbstverständlichkeit Probleme beim Schopf nehmen und nennen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Zuerst waren Sie dagegen!) Man kann auch einmal ein bisschen Lob ausstreuen, wenn man vielleicht Kritik erwartet. Noch einmal: Respekt! (Abg. Scheibner: Wir haben euch das gleich gesagt!)
Abg. Scheibner: Habt ihr das nicht?
Wenn ich weiß, dass Vorstände dort zusammen Millionen € verdienen, wenn ich gleichzeitig erfahre, dass man für Coaching, um das Auftreten vor den eigenen Mitarbeitern zu erleichtern, Millionen ausgibt (Abg. Scheibner: Habt ihr das nicht?), dann habe ich ein Problem, meine Damen und Herren. Ich würde kein Problem damit haben, einen jungen Abteilungsleiter oder eine Abteilungsleiterin in eine Schulung zu schicken, damit er/sie das lernt. Für jemanden, der an der Spitze der Eisenbahn ist, Millionen auszugeben, um ihn zu schulen, wie er vor seinen Mitarbeitern aufzutreten hat, ist etwas, wofür ich kein Verständnis habe, denn da frage ich mich: Wer hat denn bei diesen Managern das Hearing gemacht? (Abg. Scheibner: Ihr braucht auch ein Coaching! Da braucht ihr auch Millionen!)
Abg. Scheibner: Ihr braucht auch ein Coaching! Da braucht ihr auch Millionen!
Wenn ich weiß, dass Vorstände dort zusammen Millionen € verdienen, wenn ich gleichzeitig erfahre, dass man für Coaching, um das Auftreten vor den eigenen Mitarbeitern zu erleichtern, Millionen ausgibt (Abg. Scheibner: Habt ihr das nicht?), dann habe ich ein Problem, meine Damen und Herren. Ich würde kein Problem damit haben, einen jungen Abteilungsleiter oder eine Abteilungsleiterin in eine Schulung zu schicken, damit er/sie das lernt. Für jemanden, der an der Spitze der Eisenbahn ist, Millionen auszugeben, um ihn zu schulen, wie er vor seinen Mitarbeitern aufzutreten hat, ist etwas, wofür ich kein Verständnis habe, denn da frage ich mich: Wer hat denn bei diesen Managern das Hearing gemacht? (Abg. Scheibner: Ihr braucht auch ein Coaching! Da braucht ihr auch Millionen!)
Sitzung Nr. 161
Abg. Scheibner: So weit sind Sie gar nicht gekommen!
Also haben wir gesagt, dass wir eine Sicherheit haben wollen. Das wollten Sie nicht, Sie wollten es nicht. Das war bis um halb eins, bis 1 Uhr in der Früh für uns ein ganz wichtiger Punkt. (Abg. Scheibner: So weit sind Sie gar nicht gekommen!) Ich sage zum Verständnis dessen, was die Slowenenvertreter gemeint haben, Folgendes: Sie haben mit dem Herrn Bundeskanzler vor Wochen einen Kompromiss, einen Konsens erzielt; und der wurde verlassen – das muss man auch sagen. Dieser Konsens wurde verlassen. Das haben die Slowenenvertreter auch artikuliert. Sie haben nichts anderes gesagt, als dass sie wollen, dass der Kompromiss, den sie mit dem Bundeskanzler erzielt haben, auch heute gilt.
Abg. Scheibner: Den haben wir erst beschlossen, Herr Kollege!
Es gibt die Staatszielbestimmung nach Artikel 8 des Bundes-Verfassungsgesetzes, und es gibt die einschlägigen Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes. Allein wenn Sie schon den Artikel 8 der Bundesverfassung ernst nehmen würden, meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen (Abg. Scheibner: Den haben wir erst beschlossen, Herr Kollege!), müsste Ihnen klar sein, dass Sie eine Verfassungsbestimmung für das, was Sie vorhaben, gar nicht brauchen, daher keine Zweidrittelmehrheit hier im Haus brauchen und daher auch nicht die Zustimmung der Bundes-SPÖ brauchen. Sie sind entweder zu feig, das mit einem einfachen Gesetz zu beschließen, oder Sie wollen eben genau das, was ich Ihnen unterstelle: durch eine Verfassungsbestimmung die Kontrolle des Verfassungsgerichtshofes aushebeln. Das ist es. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wann ist das beschlossen worden, Herr Kollege?
Bestand und Erhaltung dieser Volksgruppen sind zu achten, zu sichern und zu fördern.“ (Abg. Scheibner: Wann ist das beschlossen worden, Herr Kollege?)
Abg. Scheibner: Aber das ist besser als nichts!
Dass Sie sich darauf berufen, dass die Kärntner SPÖ diesen Kompromiss unterstützt, ist doch geradezu ein Beleg für das Misstrauen, das ich habe, dass Sie eine Verfassungsbestimmung nur deswegen brauchen, um die Bestimmungen des Staatsvertrages zu unterlaufen und Ihr Pseudogesetz vor der Kontrolle durch den Verfassungsgerichtshof zu schützen. (Abg. Scheibner: Aber das ist besser als nichts!)
Abg. Scheibner: Lächerlich sind nur Sie!
Und warum ist dieses Misstrauen entstanden? – Durch dieses lächerliche Schauspiel des Kärntner Landeshauptmannes, Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes nicht zu vollziehen: mit dem Ortstafelverrücken, das in ganz Europa Österreich der Lächerlichkeit preisgegeben hat! (Abg. Scheibner: Lächerlich sind nur Sie!) So ist es entstanden! – Der Kärntner Landeshauptmann wollte und will keine Lösung! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und die Regierung hat die BAWAG in den Konkurs geführt – das müssen Sie noch dazusagen!)
Abg. Scheibner: ... verhandeln! – Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie reden!
Herr Bundeskanzler, ich will Ihnen die Bemühungen zum Konsens nicht absprechen, und es wurde ursprünglich ein Konsens gefunden. In derselben Nacht beziehungsweise am nächsten Tag, als dieser Konsens gefunden war, hat die Kärntner Landesregierung mit Stimmen der ÖVP und der FPÖ aus der Öffnungsklausel ein Zustimmungsrecht der Kärntner Landesregierung und der Gemeinden gemacht (Ruf bei der SPÖ: So ist es!) – was bedeutet hätte, dass nie wieder neue Ortstafeln dazugekommen wären! (Abg. Scheibner: ... verhandeln! – Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie reden!)
Abg. Scheibner: Und bis ... keine einzige Ortstafel!
Es gab in dieser Region Südkärntens, aber auch in den Regionen des Burgenlandes, die zweisprachige Gebiete sind, Zeiten, da waren es 90 Prozent zweisprachige Menschen, 70 Prozent zweisprachige Menschen. Der Heimatort von Norbert Darabos, Kroatisch Minihof/Mjenovo, hat heute noch einen Anteil von 92 Prozent zweisprachiger Bevölkerung. (Abg. Scheibner: Und bis ... keine einzige Ortstafel!)
Abg. Scheibner: Das sind alles Ausreden!
Sie erinnern sich sicher an diesen Herrn, der einmal da ist, einmal weg, einmal da, einmal weg, der für zweisprachige Ortstafeln ist, sie ausgräbt, wieder eingräbt und dann wieder dafür ist oder vielleicht auch nicht. Wer kann das noch in einem Land verstehen, in dem das wirklich eine sensible Frage ist? Wer fühlt sich da nicht gepflanzt, und zwar in ganz Österreich? Vor allem: Wer kann den Aussagen eines solchen Landeshauptmannes überhaupt noch Glauben schenken? Das ist ein Landeshauptmann, der seine Meinung ständig wechselt, ein Landeshauptmann, der schon vor einer Einigung, vor einer Regelung ankündigt, dass es ihm sowieso egal ist, wie „die da draußen“ – da sind auch Sie gemeint (Abg. Scheibner: Das sind alles Ausreden!) –, wie die in Wien arbeiten und was auch immer „die da draußen“ beschließen werden.
Abg. Scheibner: Der ist immer entschuldigt!
Ich zitiere hier jetzt aus einem Protokoll des Beirates für die kroatische Volksgruppe aus dem Jahre 1993. Bei dieser Sitzung war zwar Kollege Prior anwesend, aber Kollege Darabos war interessanterweise entschuldigt (Abg. Scheibner: Der ist immer entschuldigt!), wie auch dann noch bei einer Sitzung im Jahre 1995. Immer entschuldigt. (Abg. Öllinger: Sagen Sie bitte etwas Substanzielles!)
Abg. Scheibner: In welcher Geiselhaft sind Sie denn?
Es geht auch darum, dass sich Bundeskanzler Schüssel mit dieser Regierung immer noch in Geiselhaft des Kärntner Landeshauptmannes Haider befindet. (Abg. Scheibner: In welcher Geiselhaft sind Sie denn?) Das sei all jenen gesagt, die immer noch meinen, dass es dem Bundeskanzler gelungen sei, den Einfluss von Herrn Landeshauptmann Haider in dieser Regierung gering und in Österreich klein zu machen. Das sei all diesen Leuten gesagt!
Abg. Scheibner: Der Schnellfahrer Vouk! Das ist Ihr Mann!
Denn: Wer hält sich nicht an die österreichische Verfassung und an den Artikel 7 des Staatsvertrages? (Abg. Scheibner: Der Schnellfahrer Vouk! Das ist Ihr Mann!) Wer schafft es nicht, ein Verfassungsgerichtshoferkenntnis eins zu eins umzusetzen, sondern verrückt die Ortstafeln, damit alles von vorne beginnt? Wer ist das? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Haben Sie eine eigene Meinung auch?) – Der Herr Landeshauptmann Haider, Ihr Koalitionspartner! Das ist der Grund, warum wir das heute überhaupt diskutieren müssen.
Abg. Scheibner: Schnellfahren durch ein Ortsgebiet ist eine Gefährdung der Menschen! Politische Agitation!
Da immer wieder Kritik an Herrn Rechtsanwalt Rudi Vouk geübt wird, der den Stein ins Rollen gebracht hat, damit überhaupt etwas weitergeht, damit es überhaupt Vorschläge gibt, der zu schnell durch die Ortschaft gefahren ist (Abg. Scheibner: Schnellfahren durch ein Ortsgebiet ist eine Gefährdung der Menschen! Politische Agitation!), darf ich Sie daran erinnern, Herr Kollege Scheibner, wer dem Herrn Vouk diesen Vorschlag vor ein paar Jahren gemacht hat. (Abg. Scheibner: Ich nicht!) Nein, Sie waren es nicht. Es war der Herr Nationalratspräsident Khol im zweisprachigen Begegnungszentrum Tainach/Tinje in Südkärnten. Da gab es eine Diskussion darüber, warum denn da alles stockt und überhaupt nichts weitergeht.
Abg. Scheibner: Ich nicht!
Da immer wieder Kritik an Herrn Rechtsanwalt Rudi Vouk geübt wird, der den Stein ins Rollen gebracht hat, damit überhaupt etwas weitergeht, damit es überhaupt Vorschläge gibt, der zu schnell durch die Ortschaft gefahren ist (Abg. Scheibner: Schnellfahren durch ein Ortsgebiet ist eine Gefährdung der Menschen! Politische Agitation!), darf ich Sie daran erinnern, Herr Kollege Scheibner, wer dem Herrn Vouk diesen Vorschlag vor ein paar Jahren gemacht hat. (Abg. Scheibner: Ich nicht!) Nein, Sie waren es nicht. Es war der Herr Nationalratspräsident Khol im zweisprachigen Begegnungszentrum Tainach/Tinje in Südkärnten. Da gab es eine Diskussion darüber, warum denn da alles stockt und überhaupt nichts weitergeht.
Abg. Scheibner: Das ist trotzdem eine unmögliche Vorgangsweise!
Herr Nationalratspräsident Khol von der Regierungspartei ÖVP hat den Kärntner Slowenen den Vorschlag gemacht, dass schließlich Geschwindigkeitsbeschränkungen das Ortsterritorium markieren und dass das eine Möglichkeit wäre, hier das alles wieder in Gang zu bringen. (Abg. Scheibner: Das ist trotzdem eine unmögliche Vorgangsweise!) Also regen Sie sich nicht bei uns auf, sondern bei Ihrem Nationalratspräsidenten Khol! (Abg. Scheibner: Ich rege mich bei Ihnen auch auf!) Kritisieren Sie nicht den Herrn Anwalt Vouk, der das Richtige gemacht hat! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ich rege mich bei Ihnen auch auf!
Herr Nationalratspräsident Khol von der Regierungspartei ÖVP hat den Kärntner Slowenen den Vorschlag gemacht, dass schließlich Geschwindigkeitsbeschränkungen das Ortsterritorium markieren und dass das eine Möglichkeit wäre, hier das alles wieder in Gang zu bringen. (Abg. Scheibner: Das ist trotzdem eine unmögliche Vorgangsweise!) Also regen Sie sich nicht bei uns auf, sondern bei Ihrem Nationalratspräsidenten Khol! (Abg. Scheibner: Ich rege mich bei Ihnen auch auf!) Kritisieren Sie nicht den Herrn Anwalt Vouk, der das Richtige gemacht hat! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Heinzl: Dem Scheibner seine Abschiedsrede!
Herr Kollege Gusenbauer, Sie haben Recht: Österreich hat sich Besseres verdient (Zwischenruf des Abg. Schieder), vor allem etwas Besseres als solche Wahlkampfreden, die wir heute hier von Ihnen gehört haben. Deshalb ist es auch gut, dass wir uns mit 1. Oktober für einen frühen Wahltermin entschieden haben (Abg. Heinzl: Dem Scheibner seine Abschiedsrede!), damit wir dem Land einen permanenten Wahlkampf, eine Verunsicherung, eine Polarisierung, so wie Sie es jetzt hier auch angedeutet haben, ersparen. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Wir müssen dafür sorgen, dass wir rasch wieder zu einem neuen Nationalrat kommen und zu einer neuen Regierung, die für Österreich arbeitet und nicht nur Parolen von sich gibt.
Abg. Broukal: Da können wir von Ihnen lernen, Herr Scheibner! Diese Unverschämtheit hat die SPÖ nie aufgebracht!
Da könnte man noch einiges ansprechen: den neuen Generationenvertrag, die Frage der Grundrechte auch im Verfassungskonvent. – Sie haben nur dumme Zwischenrufe, weil Sie wissen, dass ich Recht habe. – Und ich weiß leider, dass mit Ihnen das alles nicht umzusetzen sein wird. Sie haben einen Drang: möglichst wieder zu der Schlafwagenpolitik zurückzukommen, wo Sie sich die Posten aufgeteilt haben, wo in erster Linie das Parteibuch wichtig war (Abg. Broukal: Da können wir von Ihnen lernen, Herr Scheibner! Diese Unverschämtheit hat die SPÖ nie aufgebracht!) und die Politik für die Menschen völlig unwichtig war. Das war die große Koalition bis zum Jahr 2000.
Abg. Scheibner: Immer wieder!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Meine Damen und Herren! Klubobmann Molterer hat heute in seiner Rede gesagt, es wird auf Wunsch der Opposition vorzeitig gewählt. – Ich wusste bisher gar nicht (Abg. Dr. Jarolim: ... Erklärungsbedarf! – Abg. Dr. Brinek: Weiß der Jarolim ...?), dass sich die Opposition hier im Hohen Haus erfolgreich etwas wünschen darf. Diesmal war es der Fall. (Abg. Scheibner: Immer wieder!) Das dürfte ungefähr der einzige Wunsch in der ganzen Legislaturperiode gewesen sein (Abg. Dr. Fekter: Nein, nein!), mit dem wir nicht auf verschlossene Ohren gestoßen sind.
Abg. Scheibner: Illegale! – Abg. Wattaul: Ein Kilo Ausländer?
Strache hat im Wiener Wahlkampf gezeigt, welche Linie er einzuschlagen gedenkt. Er wird das zweifellos im Nationalratswahlkampf wiederholen. Westenthaler hat gesehen: aha, das Thema könnte ziehen!, und legt noch eins drauf. Was heißt eins – er legt noch ein Kilo drauf! Strache hat gesagt: Stopp der Zuwanderung; Westenthaler will gleich 400 000 Leute ausweisen. (Abg. Scheibner: Illegale! – Abg. Wattaul: Ein Kilo Ausländer?) 400 000 Illegale? In diesem Land? (Abg. Scheibner: 300 000 sind ...!) – Nie im Leben, das ist doch lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Gaál: Ein Unsinn! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: 300 000 sind ...!
Strache hat im Wiener Wahlkampf gezeigt, welche Linie er einzuschlagen gedenkt. Er wird das zweifellos im Nationalratswahlkampf wiederholen. Westenthaler hat gesehen: aha, das Thema könnte ziehen!, und legt noch eins drauf. Was heißt eins – er legt noch ein Kilo drauf! Strache hat gesagt: Stopp der Zuwanderung; Westenthaler will gleich 400 000 Leute ausweisen. (Abg. Scheibner: Illegale! – Abg. Wattaul: Ein Kilo Ausländer?) 400 000 Illegale? In diesem Land? (Abg. Scheibner: 300 000 sind ...!) – Nie im Leben, das ist doch lächerlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Gaál: Ein Unsinn! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Ihr Modell scheitert in Berlin! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Die zweite Maßnahme, die Westenthaler vorgeschlagen hat – Kinder nur dann die Schule besuchen zu lassen, wenn ihre Eltern einen legalen Aufenthaltsstatus haben –, das ist die Förderung des Analphabetismus in diesem Lande. Wie man so etwas im Ernst vorschlagen kann, ist nun wirklich ein Rätsel. Und die ÖVP schweigt dazu! (Abg. Scheibner: Ihr Modell scheitert in Berlin! – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) – Ich habe Ihren Zwischenruf jetzt nicht verstanden.
Abg. Scheibner: Die Zeit vergeht und vergeht nicht!
Ich schaue nun ein bisschen auf die Uhr. (Abg. Scheibner: Die Zeit vergeht und vergeht nicht!) Ein paar Sätze zur BAWAG, zum ÖGB, zur SPÖ und zur ÖVP in diesem Zusammenhang. (Abg. Dr. Cap: Danke!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie kandidieren ...!
Der ÖGB als wichtige Institution sieht sich selbst gerne als parteiübergreifend und unabhängig. Dann muss er das aber auch in seinem Auftreten glaubhaft machen! Das heißt, kein Spitzenfunktionär – und ich sage: Spitzenfunktionär, nämlich der Präsident und die Präsidenten der jeweiligen Einzelgewerkschaften – sollte deswegen im Klub der SPÖ, im Klub der ÖVP oder in einem anderen Klub einer politischen Partei im Nationalrat vertreten sein. Insofern hat meines Erachtens Dr. Gusenbauer in diesem Punkt vollkommen Recht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie kandidieren ...!)
Abg. Scheibner: Hallo, was ist das schon wieder? Diese Worte!
Abschließend: Herr Bundeskanzler Schüssel, Sie sind nach mir dran, und Sie würden mir einen großen Gefallen tun, wenn Sie heute ausschließen könnten, mit diesem Herrn Ausländer-Deportierer Westenthaler (Abg. Scheibner: Hallo, was ist das schon wieder? Diese Worte!) oder mit Herrn Strache, einem Justizminister Stadler – wenn Sie diese beiden Optionen ausschließen könnten. (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuer-
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Daher haben wir gesagt, wir wollen Gerechtigkeit, wir wollen Gerechtigkeit in der Aufteilung der Mittel. Es ist gelungen, dass wir gemeinsam mit unserem Bundeskanzler 80 Millionen € mehr für diese Gemeinden zur Verfügung stellen können. – Auch ein großartiger Erfolg dieser Bundesregierung unter Wolfgang Schüssel! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Fekter: Nein, das ist bei Ihnen mit dem ÖGB! – Abg. Scheibner: Oder mit der BAWAG!
Manchmal ist Ihnen das Wasser bis zum Hals gestanden (Abg. Dr. Fekter: Nein, das ist bei Ihnen mit dem ÖGB! – Abg. Scheibner: Oder mit der BAWAG!), aber wir haben im Interesse Österreichs, wenn es möglich war, auch einen Konsens gesucht, weil für uns Österreich wichtiger ist, nicht die ÖVP, die Ihnen wichtiger ist als Österreich, sondern weil uns Österreich wichtiger ist.
Abg. Scheibner: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?
Abgeordnete Mag. Brigid Weinzinger (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Jubelreden der ÖVP sind jetzt ein bisschen abgeflaut, vor allem ist diese Inszenierung weg: diese rot-weiß-roten Taferln, ganz zufällig passend zur rot-weiß-roten Krawatte des Kanzlers und zur rot-weiß-roten Krawatte des Nationalratspräsidenten. Ich finde es schon beachtlich, wie Sie hier versuchen, uns zu erklären, Österreich ist „ÖVP-tanien“. – Das ist es nicht, das wird es auch nicht werden. (Abg. Scheibner: Wer hat Ihnen das aufgeschrieben?) Jegliche Kritik an der ÖVP ist mehr als zulässig. Sie ist dringend notwendig und sicher keine Kritik an Österreich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Seien Sie vorsichtig!
Ich darf das also ein wenig vergleichen. Die sieben Todsünden sind erstens – ob man Ihnen das vorwerfen kann?, das ist vielleicht ein bisschen gewagt –: Die Koalition mit Haider als Unkeuschheit einzuordnen – im übertragenen politischen Sinne –, darüber mögen die Gelehrten streiten. (Abg. Dr. Mitterlehner: Ein bisschen weit weg!) Ich finde, ein bisschen etwas Unsauberes hat es allemal gehabt. (Abg. Scheibner: Seien Sie vorsichtig!)
Abg. Scheibner: Das ist genau diese Panikmache! – Panikmache!
Und der dritte Punkt, für den Sie verantwortlich sind, ist, dass die Pensionen sechs Mal gekürzt wurden (Abg. Dr. Regler: Wie? Sechs Mal?!), dass die zukünftigen Pensionisten 30 Prozent Pensionsverlust hinzunehmen haben werden (Abg. Scheibner: Das ist genau diese Panikmache! – Panikmache!), dass – Dr. Gusenbauer hat es
Abg. Scheibner: ... Parteichef?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Darf ich Sie ganz kurz bitten, sich gemeinsam mit mir ein paar Jahre zurückzuerinnern (Abg. Dr. Partik-Pablé: Mit Ihnen will ich gar nichts gemeinsam haben! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja: Mit Ihnen wollen wir nichts gemeinsam haben!), und zwar ins Jahr 2002. Da gab es einen Bundeskanzler Schüssel in einer ähnlichen Situation wie jetzt – vor der Wahl –, der sagte: Abfangjäger, die finanzieren wir mit einer Wirtschaftsplattform; das kostet die Steuerzahler keinen einzigen Cent! – Damals gab es auch einen Parteichef Jörg Haider, der plakatieren ließ: Abfangjäger? Mit uns nicht! (Abg. Scheibner: ... Parteichef?) – Wie versprochen, so gebrochen!, kann man dazu nur sagen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da waren schon noch ein paar dabei!
Zweiter Punkt: Bleiben wir ganz kurz im Jahr 2002. Die Absurdität dieser Situation muss man sich noch einmal vergegenwärtigen: Da gab es einen Jörg Haider, einfaches Parteimitglied, der hat in dem Fall nicht auf den Knopf für seinen Schleudersitz im Porsche gedrückt, sondern der hat auf den Knopf gedrückt und gleich die ganze Regierung gesprengt! Ja, Jörg Haider war es, und sonst niemand anderer – gemeinsam mit dem Bundeskanzler, könnte man höchstens sagen –, der diese Regierung gesprengt hat. (Abg. Scheibner: Da waren schon noch ein paar dabei!) Da waren schon noch ein paar dabei, Sie haben völlig Recht. (Abg. Scheibner: Da waren andere auch dabei!) Und es hat ein paar gegeben, die haben gesagt: Mit diesem Jörg Haider nie wieder! – Das waren Riess-Passer, Grasser, Westenthaler.
Abg. Scheibner: Da waren andere auch dabei!
Zweiter Punkt: Bleiben wir ganz kurz im Jahr 2002. Die Absurdität dieser Situation muss man sich noch einmal vergegenwärtigen: Da gab es einen Jörg Haider, einfaches Parteimitglied, der hat in dem Fall nicht auf den Knopf für seinen Schleudersitz im Porsche gedrückt, sondern der hat auf den Knopf gedrückt und gleich die ganze Regierung gesprengt! Ja, Jörg Haider war es, und sonst niemand anderer – gemeinsam mit dem Bundeskanzler, könnte man höchstens sagen –, der diese Regierung gesprengt hat. (Abg. Scheibner: Da waren schon noch ein paar dabei!) Da waren schon noch ein paar dabei, Sie haben völlig Recht. (Abg. Scheibner: Da waren andere auch dabei!) Und es hat ein paar gegeben, die haben gesagt: Mit diesem Jörg Haider nie wieder! – Das waren Riess-Passer, Grasser, Westenthaler.
Abg. Scheibner: Ist doch schön! Das ist doch schön, wenn man sich wieder versteht!
Jetzt, im Jahr 2006, wer findet sich vereint, versöhnt wieder? (Abg. Scheibner: Ist doch schön! Das ist doch schön, wenn man sich wieder versteht!) Es hat „nichts“ gegeben, „nur“: eine Regierung ist gesprengt worden und politische Feindschaft ist begründet worden, aber man findet sich eben wieder (demonstrativer Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh!), denn es geht in all den Jahren nur um eines: um ein paar Sitze (Abg. Neudeck: Haben Sie Inhalte auch?), um ein paar Posten mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.)
demonstrativer Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh!
Jetzt, im Jahr 2006, wer findet sich vereint, versöhnt wieder? (Abg. Scheibner: Ist doch schön! Das ist doch schön, wenn man sich wieder versteht!) Es hat „nichts“ gegeben, „nur“: eine Regierung ist gesprengt worden und politische Feindschaft ist begründet worden, aber man findet sich eben wieder (demonstrativer Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – Abg. Scheibner: Seien Sie doch froh!), denn es geht in all den Jahren nur um eines: um ein paar Sitze (Abg. Neudeck: Haben Sie Inhalte auch?), um ein paar Posten mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Eder.)
Abg. Scheibner: Ihr Sitz wackelt schon ganz bedenklich!
Die haben Sie zusammengehalten! (Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Ihre Hasspolitik!) Die haben Sie an die Sessel geklebt (Abg. Scheibner: Ihr Sitz wackelt schon ganz bedenklich!) – und nichts anderes war dafür verantwortlich, dass Sie nach wie vor in dieser Regierung sitzen. Und dafür ist auch der Herr Haider bereit, mit dem Herrn Westenthaler, mit dem Herrn Grasser (Abg. Neudeck: Früher haben die Grünen Inhalte auch gehabt!) – derentwegen er sich zerstritten hat – wieder eine gemeinsame Regierung zu bilden. Und, was noch das Schärfste ist – das packt ja niemand mehr in diesem Land (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Öllinger allein zu Haus’!) –: So zu tun, als ob er der Staatstragende und das BZÖ und seine Mannen (Abg. Neudeck: Frauen!) die Staatstragenden in den Republik wären. (Weitere Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: Frauen! – Abg. Scheibner: Gendern, bitte!) Das glaubt Ihnen, mit Verlaub, wirklich niemand, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Weitere Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: Frauen! – Abg. Scheibner: Gendern, bitte!
Die haben Sie zusammengehalten! (Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Ihre Hasspolitik!) Die haben Sie an die Sessel geklebt (Abg. Scheibner: Ihr Sitz wackelt schon ganz bedenklich!) – und nichts anderes war dafür verantwortlich, dass Sie nach wie vor in dieser Regierung sitzen. Und dafür ist auch der Herr Haider bereit, mit dem Herrn Westenthaler, mit dem Herrn Grasser (Abg. Neudeck: Früher haben die Grünen Inhalte auch gehabt!) – derentwegen er sich zerstritten hat – wieder eine gemeinsame Regierung zu bilden. Und, was noch das Schärfste ist – das packt ja niemand mehr in diesem Land (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Öllinger allein zu Haus’!) –: So zu tun, als ob er der Staatstragende und das BZÖ und seine Mannen (Abg. Neudeck: Frauen!) die Staatstragenden in den Republik wären. (Weitere Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: Frauen! – Abg. Scheibner: Gendern, bitte!) Das glaubt Ihnen, mit Verlaub, wirklich niemand, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wo denn?
Es ist die Nachricht: ab Februar 2007 zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer dort, wo sie besonders gebraucht werden. (Abg. Neudeck: Ihre Nachrichten haben Sie im Fernsehen ...!) Es ist ein Skandal, dass es derzeit etwa in Linz in der Pöstlingberg-Schule, in der es null Ausländer gibt, 18 Schüler pro Klasse gibt, dass aber in einer Schule, in der es 80 Prozent Ausländerkinder gibt, 20 Kinder pro Klasse sind. (Zwischenruf der Abg. Felzmann.) Das werden wir ändern! (Abg. Scheibner: Wo denn?) Ich rede von Linz, von Oberösterreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: ... „Anhängsel“?
Meine Damen und Herren, das wird umso notwendiger sein, als diese Bundesregierung in zwei entscheidenden Fragen versagt hat. (Abg. Scheibner: ... „Anhängsel“?) Deshalb bin ich auch froh darüber, dass in der Bundesregierung derzeit kein Freiheitlicher mehr sitzt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen – BZÖ.) Die beiden Themen, in denen diese Regierung versagt hat, sind die Zuwanderungsfrage sowie die Frage der Akzeptanz und der Bürgernähe im Rahmen der Europäischen Union und ihrer Entwicklung.
Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!
Meine Damen und Herren! In der Zuwanderungsfrage haben wir einen Zuwachs zu verzeichnen vom Jahre 2000, in welchem wir noch ungefähr 21 000 Zuwanderer hatten (Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!), auf zirka 60 000 Zuwanderer im Jahre 2005, Herr Kollege Scheibner. Unsere Versuche, da einzugreifen und etwas zu verbessern, sind leider Gottes fehlgeschlagen. Deshalb, lieber Herbert Scheibner, bin ich froh darüber (Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!), dass ich hier nicht mehr die Verantwortung mit übernehmen muss. (Abg. Scheibner: Für alles mitgestimmt! – Abg. Neudeck: Aber im nächsten Nationalrat hast du auch keine Stimme!)
Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!
Meine Damen und Herren! In der Zuwanderungsfrage haben wir einen Zuwachs zu verzeichnen vom Jahre 2000, in welchem wir noch ungefähr 21 000 Zuwanderer hatten (Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!), auf zirka 60 000 Zuwanderer im Jahre 2005, Herr Kollege Scheibner. Unsere Versuche, da einzugreifen und etwas zu verbessern, sind leider Gottes fehlgeschlagen. Deshalb, lieber Herbert Scheibner, bin ich froh darüber (Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!), dass ich hier nicht mehr die Verantwortung mit übernehmen muss. (Abg. Scheibner: Für alles mitgestimmt! – Abg. Neudeck: Aber im nächsten Nationalrat hast du auch keine Stimme!)
Abg. Scheibner: Für alles mitgestimmt! – Abg. Neudeck: Aber im nächsten Nationalrat hast du auch keine Stimme!
Meine Damen und Herren! In der Zuwanderungsfrage haben wir einen Zuwachs zu verzeichnen vom Jahre 2000, in welchem wir noch ungefähr 21 000 Zuwanderer hatten (Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!), auf zirka 60 000 Zuwanderer im Jahre 2005, Herr Kollege Scheibner. Unsere Versuche, da einzugreifen und etwas zu verbessern, sind leider Gottes fehlgeschlagen. Deshalb, lieber Herbert Scheibner, bin ich froh darüber (Abg. Scheibner: Drei Jahre mit Bösch!), dass ich hier nicht mehr die Verantwortung mit übernehmen muss. (Abg. Scheibner: Für alles mitgestimmt! – Abg. Neudeck: Aber im nächsten Nationalrat hast du auch keine Stimme!)
Abg. Scheibner: Das ist die Unterschrift eines Offiziers wert!
Der zweite Punkt, Herr Bundeskanzler (Abg. Neudeck: Das muss Stadler aufgeschrieben haben!): Es wäre wichtig gewesen, dass Sie für Österreich im Rahmen der sechsmonatigen Präsidentschaft endlich klarmachen (Abg. Scheibner: Das ist die Unterschrift eines Offiziers wert!), dass es keine weitere grenzenlose Erweiterung der Europäischen Union geben wird. Das hätten Sie im Zusammenhang mit den
Beifall der Abg. Rosenkranz. – Abg. Scheibner: Aber ohne dich! – Abg. Neudeck: Aber ohne Bösch! – Abg. Dr. Wittmann: Der beste Redner vom BZÖ bisher! – Ruf: Das war Böschs Abschiedsrede!
Das sind Versäumnisse, Herr Bundeskanzler! Deshalb bin ich froh, dass wir im Herbst hier wieder eine eigenständige, konsequente freiheitliche Politik machen werden. (Beifall der Abg. Rosenkranz. – Abg. Scheibner: Aber ohne dich! – Abg. Neudeck: Aber ohne Bösch! – Abg. Dr. Wittmann: Der beste Redner vom BZÖ bisher! – Ruf: Das war Böschs Abschiedsrede!)
Abg. Scheibner: Was ist mit den anderen?
Viertens: Selbstverständlich muss man akzeptieren, dass man sich mit seiner Meinung nicht immer durchsetzt, wenngleich dies viele KollegInnen ähnlich gesehen haben, weil es im SPÖ-Klub – und da bin ich stolz darauf – viele grundrechtsorientierte Menschen gibt, Menschen, die engagiert sind, die sich dafür einsetzen, die diese Meinung teilen, auch wenn die Meinungsfindung manchmal zu einem anderen Ergebnis führen kann und es auch vorkommen kann, dass dann das Abstimmungsergebnis ein anderes ist. Aber es gibt viele engagierte junge und ältere Leute, von denen ich weiß, dass für sie Ethos und Moral nichts Sinnloses sind, sondern dass Sie darauf achten. (Abg. Scheibner: Was ist mit den anderen?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Na, na! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren, das war wirklich ein starkes Stück, was Sie hier jetzt geliefert haben. Etwas auf diesem Niveau hat eigentlich in diesem Hause nichts verloren, Herr Kollege. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Scheibner: Na, na! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Dafür kriegt man normalerweise einen Ordnungsruf!
Es ist sehr traurig, dass Herr Präsident Khol da nicht aktiver ist, dass er hier eine sehr parteipolitisch gefärbte Vorsitzführung pflegt. (Abg. Scheibner: Dafür kriegt man normalerweise einen Ordnungsruf!)
Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht! Was reden Sie da für einen Unsinn?!
Auf Bundesebene aber, wo besonders jugendrelevante Materien beschlossen werden, wie etwa die Grundsätze der Bildungspolitik und der Arbeitsmarktpolitik, meinen die derzeitigen Regierungsfraktionen, dass die Jugend dafür noch nicht reif genug ist. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Wer hat Ihnen denn diese Rede aufgesetzt, dass Sie sie herunterlesen müssen?) Dabei treffen Jugendliche schon vor ihrem 16. Lebensjahr Entscheidungen von erheblicher Tragweite für ihr weiteres Leben. Man denke etwa an die Wahl des Ausbildungs- oder Berufsweges. Sogar heiraten kann man schon mit 16 Jahren. Jugendliche sind mit 14 Jahren bereits strafmündig, was ausgerechnet jene – und da schaue ich in Ihre Richtung, Herr Kollege Scheibner –, die sich vehement gegen eine Senkung des Wahlalters aussprechen, jetzt sogar um ein Jahr auf 13 herabsetzen wollen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht! Was reden Sie da für einen Unsinn?!) Warten Sie meine Rede ab! Wir werden schon sehen, wie Sie dann abstimmen werden. (Abg. Partik-Pablé: Lesen Sie weiter!)
Abg. Scheibner: Für die jetzigen? Wie soll sich das ausgehen? Wie geht denn das?
Die Bundesregierung wird ersucht, dem Nationalrat umgehend eine Gesetzesvorlage zuzuleiten, wonach das aktive Wahlalter bei der Nationalratswahl auf 16 Jahre gesenkt wird. Dieses Wahlalter soll bereits für die nächste Nationalratswahl gelten. (Abg. Scheibner: Für die jetzigen? Wie soll sich das ausgehen? Wie geht denn das?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Für die kommenden Wahlen?
Jetzt ist wirklich die letzte Gelegenheit, jungen Menschen endlich das Wahlrecht zu geben. Springen Sie endlich über Ihren Schatten und nützen wir gemeinsam diese Chance! (Rufe bei den Freiheitlichen – BZÖ: ... im Gesetz, bitte!) Jetzt können Sie endlich die Gelegenheit dazu ergreifen. Jetzt können Sie das in die Tat umsetzen, was Sie, Herr Kollege Scheibner, und Ihre Kolleginnen und Kollegen hier angekündigt haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Für die kommenden Wahlen?)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber den Grünen auch nicht!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Molterer, Österreich ist ein schönes Land, aber es gehört trotzdem nicht der ÖVP, auch wenn Sie das möchten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber den Grünen auch nicht!)
Sitzung Nr. 162
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Riskieren Sie doch einen Blick in den neuen World Competitiveness Report, ins World Competitiveness Yearbook 2006! Da stellen Sie fest, welche Plätze Österreich in unterschiedlichen Bereichen einnimmt. In der Infrastrukturentwicklung: Platz eins; bei der Frage nach qualifizierten Arbeitsplätzen: Platz eins; bei der Positionierung der kleinen und mittleren Unternehmen im internationalen Wettbewerb: Platz zwei; bei der Motivation der Arbeitskräfte: Platz drei; beim wirtschaftsnahen Bildungssystem: Platz drei, meine Damen und Herren. – Das sind die Fakten, und die wollen Sie nicht wahrhaben, denn das passt nicht in Ihre Wahlkampfstrategie. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ein Held, hat es geheißen!
Der Kollege Verzetnitsch ist vor vier Monaten noch hier in Ihren Reihen gesessen, ist oft vorne neben dem Parteivorsitzenden Gusenbauer gesessen und war ein beliebter Kollege. (Abg. Scheibner: Ein Held, hat es geheißen!) Er war ein beliebter Kollege und wurde auch als Spitzenkandidat für diese Nationalratswahl gehandelt. Das haben Sie, glaube ich, auch schon wieder vergessen.
Abg. Scheibner: Ich habe gedacht, Seriosität ist gefragt? – Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie in der SPÖ-Werbeabteilung! Fühlen Sie sich wohl dort?
Genauso hören wir es heute: Jeder Jugendliche erhält einen Lehrplatz, die Klassenschülerhöchstzahlen werden gesenkt. – „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht ...!“ Und das ist, glaube ich, insbesondere ein Problem vom Bundeskanzler, der es nicht der Mühe wert findet, bei einer Bildungsdiskussion, wo es um das Schicksal von tausenden Jugendlichen geht, anwesend zu sein. (Abg. Scheibner: Ich habe gedacht, Seriosität ist gefragt? – Abg. Mag. Molterer: Jetzt sind Sie in der SPÖ-Werbeabteilung! Fühlen Sie sich wohl dort?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös! – Abg. Amon: Typisch Wahlkampf!
Das sind Ihre Prioritäten, die Sie setzen. Und ich glaube, man kann den Österreicherinnen und Österreichern nicht verübeln, dass sie sagen: Von dieser Prioritätensetzung haben wir tatsächlich die Nase voll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist aber nicht seriös! – Abg. Amon: Typisch Wahlkampf!) – Typisch Wahlkampf? – Herr Kollege Amon, ich glaube, das Taferl mit der Aufschrift „Typisch Wahlkampf“ können Sie sich selber vors Gesicht halten. Sie erzählen Märchen – nachweislich! –, Sie erzählen Märchen, wie es auch 2002 war. Und heute ist es wieder so. Die Menschen haben sich das gemerkt. Fragen Sie sie einfach! Fragen Sie einfach irgendjemanden auf der Straße, ob er das Gefühl hat, dass Bildungsministerin Gehrer engagiert ist, was das Schicksal von jungen Leuten betrifft, dass sie da etwas bewegen will! – Im Gegenteil: Das typische Bild, das man von ihr hat, ist: Bitte lasst mich in Ruhe, mir ist das alles wurscht, es ist eh alles super, reden wir von etwas anderem! – Das ist das Bild der ÖVP-Bildungspolitik, und nicht diese Taferl-Geschichte! (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Abg. Dr. Partik-Pablé: Dasselbe Gewäsch wie am Sonntag! Noch schwächer!)
Abg. Scheibner: Und Sie wollen nicht einmal jetzt mitstimmen!
Sie haben kalte Füße bekommen! Jahrelang hat das BZÖ sozusagen als Ministrant bei der Sparpolitik an Österreichs Schulen mitgearbeitet. Österreichs Schulen wurden auch mit Ihrer Hilfe kaputtgespart! Und jetzt auf einmal tun Sie so, als ob etwas geändert werden sollte. (Abg. Scheibner: Und Sie wollen nicht einmal jetzt mitstimmen!)
Abg. Scheibner: Und Sie stimmen dagegen!
Jahrelang haben Sie die Kosten an den Schulen durch Ihre Politik erhöht, aber die Schülerbeihilfe wurde die ganzen langen Jahre, seitdem Sie im Amt sind, nicht angepasst, nicht erhöht! Anträge der SPÖ sind nicht behandelt worden. Das haben Sie nicht der Mühe wert gefunden. Erst jetzt haben Sie kalte Füße bekommen und Ihr Schulstartgeld als kleines Trostpflaster in Diskussion gebracht. (Abg. Scheibner: Und Sie stimmen dagegen!)
Abg. Scheibner: Sie können ja nicht einmal lesen, Frau Kollegin!
Zu den Kosten, sehr geehrte Damen und Herren: Warum sind die Eltern so unzufrieden? – Die Situation an den Schulen ist in den letzten Jahren leider immer schlechter geworden, aber die Kosten sind deutlich angestiegen. Die Eltern geben für ein Schulkind im Jahr bereits 1 800 € aus (Abg. Scheibner: Sie können ja nicht einmal lesen, Frau Kollegin!), und der größte Brocken davon betrifft die Nachhilfekosten.
Abg. Scheibner: Ihre Zuwanderungspolitik!
Zurück zu den Nachhilfekosten: Die erschütternste Zahl, die die ich in der letzten Zeit gelesen habe, ist, dass schon die Volksschüler in hohem Ausmaß Nachhilfe brauchen! Nahezu jedes zehnte Volksschulkind braucht bereits Nachhilfe. Das ist die erschütterndste Zahl, die ich seit den PISA-Ergebnissen gehört habe. Jedes zehnte Volksschulkind! (Abg. Scheibner: Ihre Zuwanderungspolitik!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Silvia Fuhrmann (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Sehr geehrte Regierungsbank! Herr Dr. Niederwieser, ich hoffe Sie haben vorhin gut zugehört! Frau Kuntzl, ihre Kollegin, hat nämlich gesagt beziehungsweise sich beschwert, dass im Bildungsbereich wenig weitergegangen wäre. Wie Sie und ich und alle anderen hier wissen, war es die SPÖ, die uns immer vor die Herausforderung gestellt hat, ob es eine Zweidrittelmehrheit im Bildungsbereich geben wird oder nicht. Ich hoffe, Sie haben sich diesen Vorwurf, der ihnen ins Stammbuch geschrieben sei, zu Herzen genommen! Wir haben ja gemerkt, dass seit der Abschaffung der Zweidrittelmehrheit wesentlich mehr weitergegangen ist und die Reform tatkräftig vollzogen werden konnte. Also: Dieser Vorwurf ist an Sie gerichtet! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Weitere Zwischenrufe. – Abg. Scheibner: Kann man das einmal klären?
Als Erster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Cap zu Wort. (Weitere Zwischenrufe. – Abg. Scheibner: Kann man das einmal klären?)
Abg. Scheibner: ... 2 Minuten für den Kollegen Cap, dann passt es schon!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Das ist zwar alles absprachenwidrig, ... (Ruf: ... 46!) 46? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.) Also wie lange ist das jetzt? Kann man das klären? (Abg. Scheibner: ... 2 Minuten für den Kollegen Cap, dann passt es schon!)
Abg. Scheibner: Stimmen Sie doch wenigstens zu! Zustimmen!
Der ganze Entschließungsantrag ist eine Lächerlichkeit! Zuerst kommt unterbrochen Weihrauch heraus – „den eingeschlagenen erfolgreichen Weg fortsetzen“ –, und dann kommt plötzlich mit dem Schulstartgeld die Forderung des BZÖ. (Abg. Scheibner: Stimmen Sie doch wenigstens zu! Zustimmen!) Ich frage mich: Haben Sie das nicht schon seit Jahren gewusst, dass sich auf Grund Ihrer Sozial- und Wirtschaftspolitik die Einkommen der Familien verschlechtert haben? Jetzt, 5 vor 12, am Abend, wo der Faule fleißig wird, kommen Sie daher (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Mit einer Sondersitzung! – Ruf bei den Freiheitlichen – BZÖ: Wer hat denn die Sondersitzung einberufen?) mit all diesen Forderungen! Einfach lächerlich! Und genauso bei den Klassenschülerhöchstzahlen: Viel zu spät! Alles nur 5 Minuten vor 12! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Aber den Marx müssen wir auch nicht auswendig können!
Sie von der ÖVP hätten doch am liebsten immer noch die Klosterschule, eine Schule wie im 13. und 14. Jahrhundert, in der man mit der Entenfeder auf Pergament kratzt und die Bibel abschreibt! Das kann doch kein Bildungsmodell sein! (Abg. Scheibner: Aber den Marx müssen wir auch nicht auswendig können!) Ich weiß eh, warum Sie es nicht wollen, wenn Günter Haider sagt: Kein Sitzenbleiben, Wegfall des Wiederholens einer Klasse, jeder Schüler soll nur den Kurs wiederholen, in dem er negativ war! – Da sagen Sie von der ÖVP, das sei „linksradikale Leistungsfeindlichkeit“! – Günter Haider hat das als einen von zwölf Punkten präsentiert.
Abg. Scheibner: In Wien nicht!
Aber gut. – Schauen wir uns zum Thema Bildungspolitik unseren Antrag an! Unser Antrag ist, glaube ich, gut: Wir werden die Klassenschülerhöchstzahl auf 25 senken. Wir werden ein Schulstartgeld einführen nach dem Kärntner Modell, wo wahnsinnig viele Eltern, die es brauchen – und da haben Sie Recht: es gibt Familien, die das Geld brauchen! –, dieses Schulstartgeld bekommen. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) In Kärnten haben wir es eingeführt! (Abg. Scheibner: In Wien nicht!) Und, lieber Heinz (in Richtung des Abg. Gradwohl), in Kärnten ist es schon ausgezahlt! Und weißt du beziehungsweise wissen Sie alle, wer in Kärnten gegen das Schulstartgeld gestimmt hat? – Die SPÖ, die Frau Kollegin Schaunig-Kandut hat gegen das Schulstartgeld in Kärnten gestimmt! (Ah-Rufe bei Abgeordneten von Freiheitlichen – BZÖ und der ÖVP.) Hätte sie mitgestimmt, wäre das alles in Ordnung. (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Das ist kein Blödsinn (Abg. Parnigoni: O ja!), das ist wahr! Die Wahrheit muss man vertragen können.
Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Wissen Sie, was das heißen wird? – Da werden Sechsjährige in Busse gesetzt und durch die Stadt transportiert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Na selbstverständlich, sie werden durch die Stadt transportiert (Abg. Dr. Brinek: Nein!), damit Sie endlich Herrn Dr. Haider und seiner Fraktion Recht geben, die Ihnen eine integrationsfeindliche und ausländerfeindliche Politik vorgeschlagen haben. (Abg. Scheibner: Was ist Ihre Alternative dazu? – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Ich bin entsetzt, ich bin wirklich entsetzt! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 163
Abg. Scheibner: Na, was sagen denn die?
Wissen Sie, wir reden mit den Arbeiterinnen in den Betrieben. (Abg. Dr. Fekter: Wir sind nicht so frustriert!) Wir reden mit den Lehrerinnen in den Schulen. Wir reden mit Unternehmerinnen. Wir reden mit Frauen, die im Pflegebereich tätig sind, wir reden mit Ärztinnen. Wir wissen, was diese Frauen brauchen. Wir haben auch die Programme dazu. (Abg. Steibl: Na so etwas! Ihr jammert ja nur!) – Kollegin Steibl, je lauter Sie sind, desto nervöser sind Sie. Ich kenne Sie schon! (Abg. Dr. Brinek: Keine Ahnung!) Wir reden mit Künstlerinnen, wir reden mit allen Gruppen aus der Bevölkerung. (Abg. Scheibner: Na, was sagen denn die?) Wir reden in Augenhöhe mit den Leuten. Wir wollen niemanden flach auf dem Boden liegen sehen. Mit einem sozialdemokratischen Bundeskanzler kann man das nämlich auf gleicher Höhe diskutieren! Merken Sie sich das! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na, ganz allein hat er das nicht gemacht!
Ich gebe Ihnen Recht, wenn Sie sagen, dass Arbeitsmarktpolitik für Frauen nicht zwangsläufig etwas mit links oder rechts zu tun hat. Ich gebe Ihnen aber nicht Recht, wenn Sie nicht sehen, dass Arbeitsmarktpolitik sehr eng mit Wirtschaftspolitik verknüpft ist und Wirtschaftspolitik sehr wohl etwas mit links oder rechts zu tun hat. (Abg. Sburny: Wo leben Sie denn?) Wenn ich mir anschaue, wie Deutschland nach sieben Jahren rot-grüner Regierung – links-links – dasteht – 4 Millionen Arbeitslose, ein blühendes Land sozusagen zum Abstieg gebracht – und wie Österreich nach sieben Jahren Bundeskanzler Schüssel aufgeblüht ist und eine gute Situation weltweit hat (Abg. Scheibner: Na, ganz allein hat er das nicht gemacht!), dann kann ich Ihnen nur sagen, den Unterschied möchte ich schon sehen: linke Wirtschaftspolitik gegen bürgerliche Wirtschaftspolitik. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Heinisch-Hosek: Ja, ja!
Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek, Sie haben gesagt: Wir reden mit den Beschäftigten, mit den Bürgern, mit den Bäuerinnen – die haben Sie übrigens nicht erwähnt! –, wir reden mit den Künstlerinnen, wir reden mit den Frauen. – Ja, glauben Sie, wir tun das nicht?! (Abg. Heinisch-Hosek: Ja, das glaube ich!) Wir haben 60 000 ÖVP-Frauen in ganz Österreich in mehr als 2 000 Ortsgruppen, die sehr wohl nicht nur in Wahlzeiten, sondern auch in allen Zeiten dazwischen mit den Frauen reden und tatsächlich das erheben, was die Frauen wirklich brauchen und was sie sich wünschen. Und der Unterschied zu Ihnen ist, wir reden nicht nur, wir handeln, Frau Abgeordnete. Das ist der Unterschied. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Heinisch-Hosek: Ja, ja!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
fassungsrecht ist sehr diffizil. Ich möchte mich daher ausdrücklich für deren Mitwirken bedanken, auch wenn am Ende keine neue Verfassung steht. Aber es steht ein interessanter Bericht am Ende. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal Ihren Klubobmann!
sie die Hüter der Neutralität sind, was unverständlich ist, denn sie waren die Ersten, die die Neutralität aufgeben wollten, die gesagt haben: Wir wollen in die NATO hinein! (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal Ihren Klubobmann!) Das gilt auch für das BZÖ. Ich glaube, dass es gut war, da nicht gleich marktschreierisch nachzugeben, sondern diesen Wert auch weiterhin in die Diskussion einzubringen.
Abg. Scheibner: Und wieso haben Sie 50 Jahre dazu gebraucht?
Das passt ins Bild: Haiders Umgang mit den Ortstafeln, Mainonis Umgang mit der zeitgeschichtlichen Aufarbeitung, mit der Wiedergutmachung. – Mit dieser Aussage hat er einer zeitgeschichtlichen Aufarbeitung eines der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte jede moralische Grundlage entzogen! (Abg. Scheibner: Und wieso haben Sie 50 Jahre dazu gebraucht?) Er hat mit einer derartigen Aussage in der Öffentlichkeit, in der internationalen Öffentlichkeit Österreich geschadet, und er hat diese NS-Opfer noch einmal zu Opfern gemacht, weil diese Vorgangsweise offensichtlich nur zynisches machtpolitisches Kalkül war – und nicht eine ehrliche Aufarbeitung der Geschichte. Und das ist ja eine Darstellung, die Europa nicht akzeptieren kann! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Kümmern Sie sich um Ihre eigenen Sitten!
Ich glaube, dass das ein Sittenbild dieser Regierung war (Abg. Scheibner: Kümmern Sie sich um Ihre eigenen Sitten!), denn es passt natürlich auch die Aussage des Kanzlers dazu: Wäre ich ein Linker, würde die Emanzentruppe vor mir liegen! – Das ist doch dieselbe Sprache, derselbe machtpolitische Zynismus, der aus diesem Zitat spricht, wie bei Mainonis Zitat! Das ist eben diese zynische Machtpolitik, diese Überheblichkeit, die in dieser Regierung stattgefunden hat (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ), und ich glaube, dagegen kann man sich nur verwahren. Und die verfassungsrechtliche Diskussion sollte von solche Argumenten frei bleiben!
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!
Ein Wort zur Staatsanwaltschaft. – Meine Damen und Herren! Die Instrumentalisierung der Staatsanwaltschaft (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich!) zu Wahlkampfzwe-
Abg. Scheibner – auf den Redner weisend –: Skandalös! Ungeheuerlich!
cken durch die Ministerin (Abg. Scheibner – auf den Redner weisend –: Skandalös! Ungeheuerlich!) ist unfassbar, unerträglich und im Tiefsten abzulehnen! Deswegen haben wir als SPÖ einen Antrag gestellt beziehungsweise einen Vorschlag eingebracht, nämlich einen weisungsungebundenen Bundesstaatsanwalt einzuführen. (Abg. Dr. Fekter: ...! Vertuschen wollt ihr!) Dieser ist notwendiger denn je, wenn man diese Vorgangsweise, diese Instrumentalisierung der Staatsanwaltschaft durch die Ministerin (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! Ungeheuerlich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja eine Farce!), insbesondere des Leiters der Gruppe Wirtschaft bei der Staatsanwaltschaft Wien, sieht. Genau Staatsanwalt Schön ist jemand, dem ein besonderes Naheverhältnis zum Kabinett der Frau Minister nachgesagt wird. Dieser Staatsanwalt hat schon bei der letzten Wahl ein Verfahren über die Wahl gezogen, unnötigerweise über die Wahl gezogen – kurz nach der Wahl, 14 Tage später, wurde es eingestellt, weil es völlig haltlos war. Jetzt macht er genau das Gegenteil: Wieder wird er instrumentalisiert, wieder dieser Mann! (Ruf bei der SPÖ: Unerhört! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unerhörtes Gerede, ja!)
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! Ungeheuerlich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja eine Farce!
cken durch die Ministerin (Abg. Scheibner – auf den Redner weisend –: Skandalös! Ungeheuerlich!) ist unfassbar, unerträglich und im Tiefsten abzulehnen! Deswegen haben wir als SPÖ einen Antrag gestellt beziehungsweise einen Vorschlag eingebracht, nämlich einen weisungsungebundenen Bundesstaatsanwalt einzuführen. (Abg. Dr. Fekter: ...! Vertuschen wollt ihr!) Dieser ist notwendiger denn je, wenn man diese Vorgangsweise, diese Instrumentalisierung der Staatsanwaltschaft durch die Ministerin (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! Ungeheuerlich! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ja eine Farce!), insbesondere des Leiters der Gruppe Wirtschaft bei der Staatsanwaltschaft Wien, sieht. Genau Staatsanwalt Schön ist jemand, dem ein besonderes Naheverhältnis zum Kabinett der Frau Minister nachgesagt wird. Dieser Staatsanwalt hat schon bei der letzten Wahl ein Verfahren über die Wahl gezogen, unnötigerweise über die Wahl gezogen – kurz nach der Wahl, 14 Tage später, wurde es eingestellt, weil es völlig haltlos war. Jetzt macht er genau das Gegenteil: Wieder wird er instrumentalisiert, wieder dieser Mann! (Ruf bei der SPÖ: Unerhört! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Unerhörtes Gerede, ja!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Man sieht die Tatsache, dass wir uns von den Ergebnissen des Konvents durch die parlamentarische Behandlung entfernt haben, ja auch an dem Entschließungsantrag, den die beiden Noch-Regierungsparteien heute eingebracht haben. Wer hat ihn eingebracht? – Frau Dr. Baumgartner-Gabitzer und Herr Kollege Scheibner. Ich kann dazu nur fragen: Wer hier im Saal wird wohl dagegen sein, dass wir einen umfassenden und zeitgemäßen Grundrechtskatalog, der auch soziale Grundrechte einschließt, bekommen sollten? – Niemand, Herr Kollege Scheibner, ist dagegen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Alle anderen Punkte wie weisungsfreier Bundesstaatsanwalt und Bestellungsmodus sind Diskussionspunkte, die bereits andiskutiert wurden, aber aus grüner Sicht sage ich, es besteht noch keine Zustimmungsmöglichkeit, da ich das keineswegs für entscheidungsreif halte. Ich möchte mich auch deshalb jetzt nicht von den inhaltlichen Fragen distanzieren, aber die Art und Weise, wie das im Zusammenhang mit der so genannten Causa BAWAG hier eingebracht wird, zurückweisen, weil die Sache als solche zu wichtig ist und nicht der Tagespolitik und den Wahlkampfemotionen ausgesetzt sein soll. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Nicht so, wie Sie es wollten!
Da aber in dem Entwurf, den Sie vorgelegt haben, keine Rechtsdurchsetzungsgarantie vorhanden war und Sie sich auch geweigert haben, diese Garantie zu geben, konnten wir hier nicht zustimmen. (Abg. Scheibner: Nicht so, wie Sie es wollten!) Nein, wir erleben das ja jetzt. So wie der Landeshauptmann von Kärnten nicht bereit ist, ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes umzusetzen, so wäre er wohl auch nicht bereit gewesen, diesen Kompromiss durchzusetzen. (Abg. Scheibner: Sie haben den Kompromiss verhindert!)
Abg. Scheibner: Sie haben den Kompromiss verhindert!
Da aber in dem Entwurf, den Sie vorgelegt haben, keine Rechtsdurchsetzungsgarantie vorhanden war und Sie sich auch geweigert haben, diese Garantie zu geben, konnten wir hier nicht zustimmen. (Abg. Scheibner: Nicht so, wie Sie es wollten!) Nein, wir erleben das ja jetzt. So wie der Landeshauptmann von Kärnten nicht bereit ist, ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes umzusetzen, so wäre er wohl auch nicht bereit gewesen, diesen Kompromiss durchzusetzen. (Abg. Scheibner: Sie haben den Kompromiss verhindert!)
Abg. Scheibner: Sie ganz allein haben den Konsens verhindert! Das war nur Ihre Partei!
Und dann gibt es keine Möglichkeit mehr, irgendetwas dagegen zu unternehmen. Und daher war es sicher richtig, dass wir nicht zugestimmt haben. (Abg. Scheibner: Sie ganz allein haben den Konsens verhindert! Das war nur Ihre Partei!) Und es ist ganz eindeutig, dass der Landeshauptmann von Kärnten die Rechte dieser Volksgruppe nicht sichert, und das ist eine sehr betrübliche Tatsache. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Betrüblich ist, dass ihr immer dagegen seid!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Betrüblich ist, dass ihr immer dagegen seid!
Und dann gibt es keine Möglichkeit mehr, irgendetwas dagegen zu unternehmen. Und daher war es sicher richtig, dass wir nicht zugestimmt haben. (Abg. Scheibner: Sie ganz allein haben den Konsens verhindert! Das war nur Ihre Partei!) Und es ist ganz eindeutig, dass der Landeshauptmann von Kärnten die Rechte dieser Volksgruppe nicht sichert, und das ist eine sehr betrübliche Tatsache. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Scheibner: Betrüblich ist, dass ihr immer dagegen seid!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ – Abg. Scheibner: Haben wir!
Kollege Walch, warum wird da jetzt ein Entschließungsantrag in letzter Sekunde vorgelesen? Ich hätte mir gewünscht, dass der Herr Staatssekretär in dieser mehrere Monate dauernden Debatte um illegale Pflege in Österreich ein Wort zugunsten der Angehörigen von zu pflegenden Personen oder Pflegepersonen gesagt hätte. Diesbezüglich hätten wir uns etwas erwartet (Beifall bei den Grünen und der SPÖ – Abg. Scheibner: Haben wir!) – und nicht, dass Ihnen erst am Abend der Legislaturperiode noch einfällt: Jessas na, zum Pflegethema müssen wir auch etwas sagen! (Abg. Scheibner: Also bringt ihr heute keine Anträge mehr ein, wenn es schon zu spät ist?)
Abg. Scheibner: Also bringt ihr heute keine Anträge mehr ein, wenn es schon zu spät ist?
Kollege Walch, warum wird da jetzt ein Entschließungsantrag in letzter Sekunde vorgelesen? Ich hätte mir gewünscht, dass der Herr Staatssekretär in dieser mehrere Monate dauernden Debatte um illegale Pflege in Österreich ein Wort zugunsten der Angehörigen von zu pflegenden Personen oder Pflegepersonen gesagt hätte. Diesbezüglich hätten wir uns etwas erwartet (Beifall bei den Grünen und der SPÖ – Abg. Scheibner: Haben wir!) – und nicht, dass Ihnen erst am Abend der Legislaturperiode noch einfällt: Jessas na, zum Pflegethema müssen wir auch etwas sagen! (Abg. Scheibner: Also bringt ihr heute keine Anträge mehr ein, wenn es schon zu spät ist?)
Abg. Scheibner: Sind wir immer dafür, die auszuweiten! Da waren Sie anscheinend noch nicht da!
Ich habe jetzt schon mehrere Perioden erlebt, aber es war noch nie so schlimm wie in den letzten Jahren, was die Kontrollrechte des Parlaments betrifft, noch nie so schlimm. (Abg. Scheibner: Sind wir immer dafür, die auszuweiten! Da waren Sie anscheinend noch nicht da!) Was Sie in all den Jahren betrieben haben, war Kontrollverweigerung. Ich kann Ihnen da dutzende Beispiele bringen von Anfragebeantwortungen gerade – das muss man dazusagen –, nicht nur, aber gerade durch Minister/Ministerinnen Ihrer Couleur.
Abg. Scheibner: Das wissen Sie ganz genau, dass das automatisch so ist! Nicht schon wieder etwas unterstellen! Das ist ungeheuerlich!
Reden wir vielleicht weiter – nur ein kleiner Exkurs –: Wie war denn das mit der Spitzelaffäre? War das nicht so, dass da am Beginn der Amtsperiode der Frau Ministerin Gastinger zwar nicht eine Weisung erteilt wurde, aber das Ganze ein berichtspflichtiges Verfahren war, wo man sich dann im berichtspflichtigen Verfahren natürlich darauf einigt, die Sache einzustellen? (Abg. Scheibner: Das wissen Sie ganz genau, dass das automatisch so ist! Nicht schon wieder etwas unterstellen! Das ist ungeheuerlich!)
Abg. Scheibner: Diese Wortwahl!
Da sind Millionen Gelder ausgegeben worden. Sie selbst waren unfähig, das zu prüfen. Sie haben sich einzelne Förderfälle von Frauenvereinen herausgegriffen und einen Krieg gegen Frauenvereine aus Ihrem Untersuchungsauftrag gemacht. (Abg. Scheibner: Diese Wortwahl!) Das ist die Realität! Das ging bis hin zu Äußerungen von Herrn Staatssekretär Kukacka, der sich dazu verstiegen hat, zu sagen, Frauenvereine seien
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war doch kein Untersuchungsausschuss! Wovon reden Sie überhaupt?
sowieso nicht förderungswürdig, denn das widerspräche sozusagen der Gleichberechtigung, man müsse ja die Männer fördern, und er meinte: Warum gibt es in Frauenzeitungen keine Männerredakteure? – Das waren Äußerungen, die damals gefallen sind. So verbringen Sie Ihre Zeit in Untersuchungsausschüssen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das war doch kein Untersuchungsausschuss! Wovon reden Sie überhaupt?)
Abg. Scheibner: Von welchem Untersuchungsausschuss reden Sie die ganze Zeit?
Und jetzt passiert das Gleiche beim Untersuchungsausschuss betreffend die BAWAG wieder. Es ist doch interessant, dass unsere Leute im Untersuchungsausschuss vor Monaten gefordert haben: Bitte, wir wollen Herrn Taus, Herrn Cordt, Herrn Schlaff im Untersuchungsausschuss! (Abg. Scheibner: Von welchem Untersuchungsausschuss reden Sie die ganze Zeit?)
Abg. Scheibner: Von euch!
Meine Damen und Herren! Ich war in diesem Ausschuss auch mit dem Ansinnen, etwas für die Verfassung bewegen zu können, vertreten, habe aber feststellen müssen, dass eine Grundstimmung vorgeherrscht hat, die letztendlich von vornherein jegliches gemeinsame Ergebnis verhindert hat. (Abg. Scheibner: Von euch!)
Abg. Scheibner: Da sind Sie ja genau der Richtige!
Es wird wenig überraschen, dass ich mich mit dem Kapitel „Kontrolle“ beschäftige. Wie schaut es aus mit der parlamentarischen Kontrolle in dieser Legislaturperiode? Ist da eine Reform erforderlich? (Abg. Scheibner: Da sind Sie ja genau der Richtige!) Schriftliche Anfragen zum Beispiel, Herr Kollege Scheibner, bleiben ja unbeantwortet, nicht wahr? Beispiel Bundeskanzler Schüssel: Er sagte zwar vor der Wahl, eine Wirtschaftsplattform werde die Eurofighter finanzieren, wenn man ihn aber danach hier im Parlament schriftlich fragt – wie uns das die Verfassung ermöglicht –, dann heißt es: Das geht mich nichts an, das ist kein Akt der Vollziehung! (Abg. Amon: Das hat er nicht gesagt!)
Abg. Scheibner: Er soll sich weiter nach vor setzen, man versteht ihn so schlecht!
einmal nicht mehr weiter wissen. (Abg. Scheibner: Er soll sich weiter nach vor setzen, man versteht ihn so schlecht!)
Abg. Scheibner: Aber Sie wollen ja Verbandsklagen haben!
Wir alle wissen, dass eine Verfassung noch keine Garantie für eine richtige Politik ist. Aber sie ist ein Kompass. Deshalb trete ich auch heute wieder besonders für die Verankerung von sozialen Grundrechten in unserer Verfassung ein – nur mit einem wichtigen qualitativen Aspekt: Ich bin davon überzeugt, dass Grundrechte nur dann echte Grundrechte sind, wenn sie auch individuelle Durchsetzungschancen für die Bürgerinnen und Bürger in dem Land bedeuten. (Abg. Scheibner: Aber Sie wollen ja Verbandsklagen haben!) Wenn diese nicht gegeben sind, dann sind wir nur auf der Ebene von Staatszielen (Abg. Scheibner: Sie wollen nur, dass Ihre Organisation ...!), und Grundrechte unterscheiden sich von Staatszielen, von denen Bürgerinnen und Bürger unmittelbar ja gar nichts haben.
Abg. Scheibner: Sie wollen nur, dass Ihre Organisation ...!
Wir alle wissen, dass eine Verfassung noch keine Garantie für eine richtige Politik ist. Aber sie ist ein Kompass. Deshalb trete ich auch heute wieder besonders für die Verankerung von sozialen Grundrechten in unserer Verfassung ein – nur mit einem wichtigen qualitativen Aspekt: Ich bin davon überzeugt, dass Grundrechte nur dann echte Grundrechte sind, wenn sie auch individuelle Durchsetzungschancen für die Bürgerinnen und Bürger in dem Land bedeuten. (Abg. Scheibner: Aber Sie wollen ja Verbandsklagen haben!) Wenn diese nicht gegeben sind, dann sind wir nur auf der Ebene von Staatszielen (Abg. Scheibner: Sie wollen nur, dass Ihre Organisation ...!), und Grundrechte unterscheiden sich von Staatszielen, von denen Bürgerinnen und Bürger unmittelbar ja gar nichts haben.
Abg. Scheibner: Typisch SPÖ!
Es ist auch noch nicht gesichert, dass unsere Fraktion diesen Entschließungsantrag bekommen hat, höre ich gerade; das könnten wir also in der nächsten Gesetzgebungsperiode auch gleich besser machen. (Abg. Scheibner: Typisch SPÖ!) Das ist genau mein Motiv, hier etwas zu sagen, was uns in der nächsten Periode tatsächlich noch beschäftigen wird.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Es gibt eine Geschichte, die überhaupt noch nicht richtig beleuchtet wurde. Die Steiermärkische Sparkasse ist auch als Financier, als Kreditgeber – bleiben wir an dieser Stelle vorsichtig – der Sozialdemokraten erwähnt worden. So weit, so gut; es ist aber nicht klar, welche Konditionen dort geherrscht haben. Warum ist die Frage so interessant? – Weil sage und schreibe, das muss man wirklich einmal zusammenbringen, zehn Jahre lang ein Vorstand jener Bank, der Steiermärkischen, gleichzeitig Parteikassier der Sozialdemokraten in der Steiermark gewesen ist! Ich finde, das ist einfach nicht hinzunehmen. Es tut mir Leid, es ist einfach nicht hinzunehmen, dass in diesem Licht nicht offengelegt wird! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das haben wir in der Präsidiale einstimmig beschlossen!
Aber die Frage ist tatsächlich, warum heute, kurz vor der Wahl, dieser Antrag auf der Tagesordnung ist. Die Schutzfunktion ist, wie ich schon gesagt habe, in der Europäischen Union unserer Meinung nach überholt. (Abg. Scheibner: Das haben wir in der Präsidiale einstimmig beschlossen!)
Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät!
Warum jetzt? Warum nicht 1992, als es die Streitbeilegung gab? Das wäre doch eine Möglichkeit gewesen, das in einer Verfassungsreform einzubringen. Warum nicht, als Österreich der EU beigetreten ist? Da hätte es auch die Möglichkeit gegeben, das als Verfassungsänderung hinzuzufügen. Nichts haben Sie getan. Also warum jetzt? (Abg. Scheibner: Es ist nie zu spät!) Weil es eine Petition der Schützenkompanien und zahlreicher Bürgermeister gegeben hat, die dem Petitionsausschuss zugewiesen wurde?
Abg. Scheibner: Richtig! Richtig!
Ich möchte, Herr Präsident Khol, hier nicht noch einmal die ganze Ortstafel-Causa aufrollen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sehr gut!), aber es ist ja eigentlich wirklich zum Heulen, wenn man daran denkt (Abg. Scheibner: Richtig! Richtig!), wie in Österreich der Rechtsstaat mit Füßen getreten wird (Abg. Scheibner: Nein!) – jetzt nicht einmal bildlich, sondern wörtlich gesprochen –, und zwar vom Landeshauptmann von Kärnten (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hören Sie auf damit! Das ist ja ein Skandal, permanent dieses Thema zu diskutieren!), der sich überhaupt nicht darum kümmert, welche verfassungsrechtlichen Rechte die Kärntner Slowenen in Österreich haben, wie der Verfassungsgerichtshof judiziert und ob Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes negiert werden! Und dem steht dieses Parlament letztendlich hilflos gegenüber, und es wird dann immer nur mit Kniffen und Tricks versucht – das, Herr Präsident, möchte ich erwähnen, weil wir ja vorher bei der Diskussion um den Österreich-Konvent davon gesprochen haben, wie gut das alles funktioniert –, die Dinge auszubügeln. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frau Kollegin Stoisits, das stimmt doch nicht!) – Geh, Uwe Scheuch, stör mich jetzt nicht! Das ist hier nicht dein Wahlkreis, der ist in Kärnten! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist auch nicht dein Wahlkreis!)
Abg. Scheibner: Nein!
Ich möchte, Herr Präsident Khol, hier nicht noch einmal die ganze Ortstafel-Causa aufrollen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sehr gut!), aber es ist ja eigentlich wirklich zum Heulen, wenn man daran denkt (Abg. Scheibner: Richtig! Richtig!), wie in Österreich der Rechtsstaat mit Füßen getreten wird (Abg. Scheibner: Nein!) – jetzt nicht einmal bildlich, sondern wörtlich gesprochen –, und zwar vom Landeshauptmann von Kärnten (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hören Sie auf damit! Das ist ja ein Skandal, permanent dieses Thema zu diskutieren!), der sich überhaupt nicht darum kümmert, welche verfassungsrechtlichen Rechte die Kärntner Slowenen in Österreich haben, wie der Verfassungsgerichtshof judiziert und ob Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes negiert werden! Und dem steht dieses Parlament letztendlich hilflos gegenüber, und es wird dann immer nur mit Kniffen und Tricks versucht – das, Herr Präsident, möchte ich erwähnen, weil wir ja vorher bei der Diskussion um den Österreich-Konvent davon gesprochen haben, wie gut das alles funktioniert –, die Dinge auszubügeln. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Frau Kollegin Stoisits, das stimmt doch nicht!) – Geh, Uwe Scheuch, stör mich jetzt nicht! Das ist hier nicht dein Wahlkreis, der ist in Kärnten! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist auch nicht dein Wahlkreis!)
Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.
kommen und Vermögen und damit ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den wir umsetzen wollen, weil wir sagen: Entlastung ist ein wichtiger Weg, gerade auch für eine Erbengeneration, und dann, wenn es die kleinen, mittleren Vermögen trifft, eine richtige, eine gute Entlastung! (Beifall bei der ÖVP und des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Schieder: Sie haben überhaupt keine gehabt! Überhaupt keine!
Meine Damen und Herren, ich erinnere mich noch sehr gut – der Herr Cap wird dann das Wort nehmen –, wie Sie sich da herausgestellt und Beratungsleistungen der österreichischen Bundesregierung kritisiert haben. Ich darf Ihnen eines versichern: Wir haben für keine Beratungsleistung, die aus ein-, zweimal Zusammensitzen und ein paar Telefonaten bestand, 1 Million Schilling gezahlt. (Abg. Dr. Matznetter: Viel mehr!) Wir haben für jede Beratungsleistung eine Gegenleistung bekommen, und wir haben für jede Beratungsleistung Geld für die Steuerzahler eingespart. Wir haben das Geld besser verwendet, sparsam verwendet, zweckmäßig verwendet. – Das hat es in dieser Bundesregierung nicht gegeben! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Schieder: Sie haben überhaupt keine gehabt! Überhaupt keine!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Da darf ich Ihnen die Prozesse anführen, die die Sozialdemokratie verloren hat – nicht einen, sondern viele, denn Ihre Politik ist Dirty Campaigning. Wir machen Politik für Beschäftigung in Österreich und für die Entlastung, Herr Abgeordneter! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir haben uns bei der Steuerreform sehr genau angeschaut – weil Sie ganz gerne die soziale Kälte ausrufen, diesen täglichen Wetterbericht geben, der wohl aus Ihrem Innersten kommen muss –: Wo liegt die größte Armutsgefährdung? Die größte Armutsgefährdung liegt zweifelsohne bei den Mehrkinderfamilien und bei den Alleinerziehern. Und genau dort hat unsere Steuerreform angesetzt, meine Damen und Herren. Wir haben den Absetzbetrag für Alleinerzieher, etwa bei zwei Kindern, fast verdoppelt. Das ist soziale Politik, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Anschüttungen sind das! – Abg. Scheibner: Das ist eine Unterstellung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Das hätte ich mir erwartet bei dieser Dringlichen: dass der Herr Finanzminister ein bisschen etwas aus dem Wissen der Finanzmarktaufsicht gesagt hätte. (Abg. Mag. Molterer: Über die SPÖ! Über die BAWAG!) Denn die BAWAG-Geschichte hat er schon lange gewusst. Der Herr Bundeskanzler muss von den Problemen der BAWAG seit einem Jahr gewusst haben! (Abg. Mag. Molterer: Aber über die SPÖ nicht!) Dass aber ein Jahr lang Zeit ist – und nur wenige Tage vor dem Wahlkampf plötzlich Verhaftungen erfolgen, ein Staatsanwalt plötzlich mit Herrn Flöttl junior plaudert, wobei über Parteienfinanzierung gesprochen wird, dieser Staatsanwalt von der Staatsanwaltschaft kritisiert wird, die Staatsanwaltschaft jetzt sogar Untersuchungen durchführen muss (Abg. Dr. Fekter: ...! Das war beim AKH-Skandal so, bei „Lucona“ so, bei Noricum so! – Ein ... Muster!), weil hier aus laufenden Verfahren Informationen an die Öffentlichkeit gehen, der Vorwurf der SPÖ bestätigt wird, dass die Staatsanwaltschaft anscheinend – oder sagen wir so: das Ministerium Gastinger; oder vielleicht sagen wir überhaupt: Gastinger – hier mit beteiligt ist an diesem Wahlkampfdrehbuch. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Anschüttungen sind das! – Abg. Scheibner: Das ist eine Unterstellung! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Scheibner: Aber es war sehr interessant! – Abg. Dr. Fekter: Aber er war brillant in der Beantwortung!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Ich habe wirklich die Absicht, mich kurz zu fassen, denn anfangs, als ich die Anfrage gesehen habe, habe ich gedacht: Es ist eigentlich eine persönliche Kränkung des Finanzministers, dass er sich wegen so etwas ins Parlament begeben soll, um hier Rechenkunststücke durchzuführen. (Abg. Scheibner: Aber es war sehr interessant! – Abg. Dr. Fekter: Aber er war brillant in der Beantwortung!) – Wir kommen noch darauf zu sprechen. (Abg. Neudeck: Aber, wenn es geht, noch vor dem 1. Oktober, Herr Professor!) – Als ich dann die Antworten von Finanzminister Grasser gehört habe, habe ich gedacht: Mein Mitleid war wieder einmal fehl am Platz.
Abg. Scheibner: Da verwechseln Sie ein bisschen etwas!
schaft? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen – BZÖ.) Na ja, Herr Neudeck, ich muss Ihnen ehrlich sagen, ein finsterer Genosse ist Herr Peter Rabl einmal auf keinen Fall. (Abg. Scheibner: Da verwechseln Sie ein bisschen etwas!)
Abg. Scheibner – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Moser –: Welche Messungen hat es in Oberösterreich gegeben, Frau Kollegin?
Präsident Dr. Andreas Khol: Letzte Rednerin hiezu: Frau Abgeordnete Dr. Moser. Auch sie spricht 5 Minuten. (Abg. Scheibner – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Moser –: Welche Messungen hat es in Oberösterreich gegeben, Frau Kollegin?)
Abg. Scheibner: Oder hat es überhaupt keine Messungen gegeben?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Unseriöse Messungen – ich weiß nicht (Abg. Scheibner: Oder hat es überhaupt keine Messungen gegeben?): Messgeräte sind geeicht, und die Messungen 2003 erfolgten unter einer rot-schwarzen Landesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) 2003 war die Landesregierung in Oberösterreich rot-schwarz! Ich glaube, da gab es sogar einen blauen Landesrat, nämlich von der FPÖ. (Abg. Scheibner: Der hat gemessen?) – Dies nur zu den Rahmenbedingungen, den politischen Rahmenbedingungen der so genannten unseriösen Messungen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Nachtigall, ich hör’ dir trapsen“!)
Abg. Scheibner: Der hat gemessen?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren! Unseriöse Messungen – ich weiß nicht (Abg. Scheibner: Oder hat es überhaupt keine Messungen gegeben?): Messgeräte sind geeicht, und die Messungen 2003 erfolgten unter einer rot-schwarzen Landesregierung. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) 2003 war die Landesregierung in Oberösterreich rot-schwarz! Ich glaube, da gab es sogar einen blauen Landesrat, nämlich von der FPÖ. (Abg. Scheibner: Der hat gemessen?) – Dies nur zu den Rahmenbedingungen, den politischen Rahmenbedingungen der so genannten unseriösen Messungen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Nachtigall, ich hör’ dir trapsen“!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich hoffe daher, dass wir in der EU diesen Vertrag unterzeichnen können. Das sind wir unserer wunderschönen Alpenregion schuldig. Und ich denke, dass unser Bundesminister Pröll dazu auch noch in den nächsten Monaten und Jahren genug Gelegenheit haben wird. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wie immer! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Böse!
Für uns in Tirol, besonders für meinen Wahlkreis Bezirk Innsbruck Land ist der Brenner-Basistunnel von großer Bedeutung und auch sehr wichtig. Der vorzeitige Bau des Probestollens wurde ja bei uns im Landtag bereits am 12. Oktober 2005 beschlossen. Damals haben die Grünen bei uns in Tirol nicht mitgestimmt. (Abg. Scheibner: Wie immer! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Böse!)
Abg. Scheibner: Ein bisschen was hat der Vizekanzler auch gemacht!
Einigkeit herrscht darüber, dass das Land Tirol rund 50 Millionen € in die Hand nimmt, damit dieser Probestollen gemacht werden kann. Die Überzeugungsarbeit unseres Landeshauptmanns und auch der Landesregierung, die sie in den letzten Jahren und Monaten für den Brenner-Basistunnel und den Ausbau der gesamten Strecke von München bis Verona unternommen haben, trägt nunmehr Früchte. (Abg. Scheibner: Ein bisschen was hat der Vizekanzler auch gemacht!) Stimmt, Ihr Vizekanzler hat hier auch sehr viel mitgewirkt.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Im Übrigen gibt es in Österreich bereits eine positive Trendwende. Wenn wir die Rollende Landstraße betrachten, so gibt es auf der Brenner-Route seit November 2005 wieder deutliche Aufwärtstrends. Allein in den ersten vier Monaten 2006 – die habe ich verglichen – gab es einen Anstieg um 120 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es fuhren von Jänner bis April 2005 14 700 Lastkraftwagen auf der Rollenden Landstraße, und heuer sind es von Jänner bis April bereits 32 100 gewesen. Die Frage der Brenner-Basistunnel-Gegner wird in wenigen Jahren nicht lauten, ob wir den Brenner-Basistunnel bauen, sondern, wann er endlich fertig wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In dem Programm sind auch die Steuererhöhungen drinnen!
Die SPÖ will, dass Umweltpolitik wieder den Stellenwert bekommt, der ihr zusteht, denn Umweltschutz ist Lebensqualität. In einem 12-Punkte-Programm hat sich das SPÖ-Kompetenzteam in Sachen Umwelt viele Gedanken gemacht, und dieses Programm, meine Damen und Herren, wartet darauf, nach dem 1. Oktober umgesetzt zu werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: In dem Programm sind auch die Steuererhöhungen drinnen!)
Abg. Scheibner: Da sitzt noch jemand!
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das Zeichen erfolgt einstimmig. Der Antrag ist daher angenommen. (Abg. Scheibner: Da sitzt noch jemand!) – Der Herr Abgeordnete Scheuch hat sein Zeichen mit der Hand gegeben. Ich habe das akzeptiert, weil ich es auf seine allgemeine Ermüdung zurückgeführt habe. (Heiterkeit. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ich bin auch schon lange im Wahlkampf!)
Gesetzgebungsperiode 23
Sitzung Nr. 1
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz. – Der scheidende Präsident Dr. Andreas Khol verlässt das Präsidium, verabschiedet sich mit einem Handschlag bei den Abgeordneten Dr. Schüssel, Mag. Molterer, Dr. Spindelegger, Dr. Gusenbauer, Dr. Cap, Dr. Van der Bellen, Strache, Ing. Westenthaler und Scheibner und verlässt den Sitzungssaal.
Ich bitte die neu gewählte Präsidentin, den Vorsitz zu übernehmen. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz. – Der scheidende Präsident Dr. Andreas Khol verlässt das Präsidium, verabschiedet sich mit einem Handschlag bei den Abgeordneten Dr. Schüssel, Mag. Molterer, Dr. Spindelegger, Dr. Gusenbauer, Dr. Cap, Dr. Van der Bellen, Strache, Ing. Westenthaler und Scheibner und verlässt den Sitzungssaal.)
Abg. Scheibner: Ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dasselbe!
Damit ich jetzt einmal variiere, denn ich habe dazu auch schon einige Male gesprochen ... (Abg. Scheibner: Ja! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dasselbe!) – Das ist für Ihre Lebensqualität, Herr Abgeordneter Scheibner. Sie sollen doch etwas davon haben, Sie sollen es spannend finden. Sie als ehemaliger Verteidigungsminister werden diese Causa, glaube ich, noch spannend finden; aber man wird sehen, ob dem so ist.
Abg. Scheibner: Das ist nichts Neues!
Der Eurofighter hat eine für Out-of-area-Einsätze notwendige Logistik. – Meine These ist übrigens: Das ist alles andere als ein Abfangjäger. Finanzminister Grasser hat damals selbst von einem „Kriegsgerät“ gesprochen. (Abg. Scheibner: Das ist nichts Neues!) Es war der Regierung sehr peinlich, dass er solch offene Worte gefunden hat, aber er hat sie gefunden, weil es ja gestimmt hat.
Abg. Scheibner: Ist das schlecht?
Wenn ich hier kurz zitieren darf: eine weit reichende Sensorik zur Erfassung, Identifizierung, Verfolgung und Bekämpfung von Luftzielen; ein Feuerleitsystem zur Mehrfachzielbekämpfung; eine Mischbewaffnung von leistungsfähigen Luft-Luft-Lenkflugkörpern kurzer und mittlerer Reichweite sowie Bordkanone; ein bedrohungsgerechtes und anpassungsfähiges Selbstschutzsystem zur Steigerung der Einsatzwirksamkeit, der Durchsetzung, der Überlebensfähigkeit; die Möglichkeit zu einer flexiblen, hohen Waffenzuladung und funktionell angepassten Waffenstationen. (Abg. Scheibner: Ist das schlecht?) – Für Sie habe ich auch etwas.
Abg. Scheibner: Ohrstöpsel raus!
Sie haben auch noch nicht die Frage beantwortet, wie das mit Tranche 1 und Tranche 2 ist. Wenn man Tranche 1 und nicht Tranche 2 bekommt, Tranche 1 dann auf Tranche 2 aufrüsten will: Wie hoch sind dann die Zusatzkosten? – All das sind Dinge, die wirklich interessant wären. (Abg. Scheibner: Ohrstöpsel raus!)
Abg. Scheibner: Danke!
Herr Verteidigungsminister Scheibner (Abg. Scheibner: Danke!): Warum dieser komplizierte Weg? Warum haben Sie diese Leiden auf sich genommen? – Es wäre doch einfacher gewesen, wenn Sie – nach Ihrer Diktion – gesagt hätten: Was braucht Österreich? – Ein redimensioniertes Profil, nämlich redimensioniert im Verhältnis zu dem, was der Eurofighter jetzt ist. Das hätten Sie vor der Öffentlichkeit vertreten können.
Abg. Scheibner: Falsch gelesen!
Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren: Wurden da auch die Betriebskosten verglichen? Hat es auch eine Abschätzung der Instandhaltungskosten gegeben? (Abg. Scheibner: Falsch gelesen!) – Das ist nicht wurscht, sondern wichtig. (Abg. Scheibner: Falsch gelesen!) – Nein. Wenn Sie das alles auf sich nehmen und sagen: Ich bin zu solch einem gigantischen Kaufpreis bereit, ich bin bereit, dass ich letztlich auch diese Instandhaltungskosten, diese Kosten für eine Flugstunde in Kauf nehme, nur unter dem Titel „Abfangjäger“, „Fotoflugzeug“ und nicht unter dem Titel „das kann mehr“ – das kann auch Out-of-area-Einsätze leisten –, dann frage ich mich: Warum? Warum das alles?
Abg. Scheibner: Falsch gelesen!
Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren: Wurden da auch die Betriebskosten verglichen? Hat es auch eine Abschätzung der Instandhaltungskosten gegeben? (Abg. Scheibner: Falsch gelesen!) – Das ist nicht wurscht, sondern wichtig. (Abg. Scheibner: Falsch gelesen!) – Nein. Wenn Sie das alles auf sich nehmen und sagen: Ich bin zu solch einem gigantischen Kaufpreis bereit, ich bin bereit, dass ich letztlich auch diese Instandhaltungskosten, diese Kosten für eine Flugstunde in Kauf nehme, nur unter dem Titel „Abfangjäger“, „Fotoflugzeug“ und nicht unter dem Titel „das kann mehr“ – das kann auch Out-of-area-Einsätze leisten –, dann frage ich mich: Warum? Warum das alles?
Abg. Scheibner: Der Cap schon! – Abg. Dr. Fekter: Der Cap will schon zur NATO!
Darüber hinaus, meine Damen und Herren: Wer Ja zur Sicherheit in der Republik Österreich sagt, sagt auch Ja zur Sicherheit am Boden und in der Luft. Ein neutraler Staat kann es sich niemals leisten, dass andere für ihn diese Luftraumüberwachung durchführen. Da müsste man vielleicht der NATO beitreten. – Das wollen wir aber alle nicht, und das würde auch sehr viel Geld kosten. (Abg. Scheibner: Der Cap schon! – Abg. Dr. Fekter: Der Cap will schon zur NATO!)
Abg. Scheibner: Zum Beispiel welches?
Genau darum geht es: Wir brauchen ein Produkt, das nur in diesem kleinen Raum Österreich für die Luftsicherheit Sorge zu tragen hat! (Abg. Scheibner: Zum Beispiel welches?) Wir brauchen keinen Eurofighter, der in 2 oder in 5 Sekunden an der Grenze ist und dann gleich in ein anderes Land fliegen könnte bei der Geschwindigkeit, die er zustande bringt. Wir brauchen keinen „Ferrari in der Luft“! (Abg. Scheibner: Sondern?) Wir brauchen keinen „Ferrari in der Luft“; es reicht der Mercedes und der BMW genauso. Wozu einen „Ferrari in der Luft“? – Ja, weil vielleicht ein paar daran Interesse gehabt haben, an der Provision mitzunaschen. Das kann ich mir durchaus denken, das könnte ein Hintergrund sein. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Molterer – in Richtung Grüne –: Das ist ein echter Profi! Öllinger, ein echter Profi als Partner!)
Abg. Scheibner: Sondern?
Genau darum geht es: Wir brauchen ein Produkt, das nur in diesem kleinen Raum Österreich für die Luftsicherheit Sorge zu tragen hat! (Abg. Scheibner: Zum Beispiel welches?) Wir brauchen keinen Eurofighter, der in 2 oder in 5 Sekunden an der Grenze ist und dann gleich in ein anderes Land fliegen könnte bei der Geschwindigkeit, die er zustande bringt. Wir brauchen keinen „Ferrari in der Luft“! (Abg. Scheibner: Sondern?) Wir brauchen keinen „Ferrari in der Luft“; es reicht der Mercedes und der BMW genauso. Wozu einen „Ferrari in der Luft“? – Ja, weil vielleicht ein paar daran Interesse gehabt haben, an der Provision mitzunaschen. Das kann ich mir durchaus denken, das könnte ein Hintergrund sein. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Molterer – in Richtung Grüne –: Das ist ein echter Profi! Öllinger, ein echter Profi als Partner!)
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, können Sie uns das erklären? Das haben wir nicht verstanden!
Aber es gibt noch weitere Punkte, die die Rechnungshofberichte in Bezug auf die Beschaffung der Eurofighter aufgelistet haben: Zum Beispiel, dass die Lebenszykluskosten der Eurofighter nicht die Betriebskosten darstellen (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, können Sie uns das erklären? Das haben wir nicht verstanden!), dass es unterschiedliche Rücktrittsfristen gibt, und dass für die Vertragserstellung der Gegengeschäfte ... (Abg. Scheibner: Können Sie uns das erklären?)
Abg. Scheibner: Können Sie uns das erklären?
Aber es gibt noch weitere Punkte, die die Rechnungshofberichte in Bezug auf die Beschaffung der Eurofighter aufgelistet haben: Zum Beispiel, dass die Lebenszykluskosten der Eurofighter nicht die Betriebskosten darstellen (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, können Sie uns das erklären? Das haben wir nicht verstanden!), dass es unterschiedliche Rücktrittsfristen gibt, und dass für die Vertragserstellung der Gegengeschäfte ... (Abg. Scheibner: Können Sie uns das erklären?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Erklären Sie uns den Unterschied!
Sehr geehrter Herr ehemaliger Verteidigungsminister Scheibner, Sie sprechen immer davon, dass alles transparent sei. – Ich zitiere hier aus den Rechnungshofberichten, wo es zum Beispiel heißt, dass es unterschiedliche Rücktrittsfristen gibt oder dass die Lebenszykluskosten nicht die Betriebskosten sind. Der allgemeine Hausverstand jedes Menschen hier in diesem Saal genügt, um den Unterschied zu erkennen: Es wurde hier keine Kostensperre eingebaut, sondern es wurde finanziert und finanziert auf Kosten der SteuerzahlerInnen. Und da wollen wir Aufklärung, und deswegen ist ein Untersuchungsausschuss dringend notwendig. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Erklären Sie uns den Unterschied!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
sind jetzt mehr als 200 Firmen beteiligt. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Nein, das habe ich nicht gesagt! – Ruf bei der ÖVP: Wahrscheinlich nicht!
Zweitens: Herr Abgeordneter Scheibner hat mich gefragt, ob ich mich in meiner Fraktion wohl fühle. (Abg. Scheibner: Nein, das habe ich nicht gesagt! – Ruf bei der ÖVP: Wahrscheinlich nicht!) Antwort: Ich fühle mich sehr wohl, weil ich nicht zur Haidertruppe gehört habe, die ihr Argumentationsfeld einmal links und einmal rechts gefunden hat – aufgeklebt mit teuren Plakaten: Ausstieg aus dem Eurofighter, morgen wieder drin im Eurofighter. In dieser neu konstituierten freiheitlichen Parlamentsfraktion fühle ich mich sehr wohl. Ich habe meinen Kampfanzug seit dem 1. Oktober 1965 immer getragen, gebe aber zu, dass mein Paradeanzug vielleicht schöner aussieht als deiner, weil ich Brigadier bin, aber auch das ist mir eine Freude. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Ich bin stolz auf meinen!)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Ich bin stolz auf meinen!
Zweitens: Herr Abgeordneter Scheibner hat mich gefragt, ob ich mich in meiner Fraktion wohl fühle. (Abg. Scheibner: Nein, das habe ich nicht gesagt! – Ruf bei der ÖVP: Wahrscheinlich nicht!) Antwort: Ich fühle mich sehr wohl, weil ich nicht zur Haidertruppe gehört habe, die ihr Argumentationsfeld einmal links und einmal rechts gefunden hat – aufgeklebt mit teuren Plakaten: Ausstieg aus dem Eurofighter, morgen wieder drin im Eurofighter. In dieser neu konstituierten freiheitlichen Parlamentsfraktion fühle ich mich sehr wohl. Ich habe meinen Kampfanzug seit dem 1. Oktober 1965 immer getragen, gebe aber zu, dass mein Paradeanzug vielleicht schöner aussieht als deiner, weil ich Brigadier bin, aber auch das ist mir eine Freude. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Ich bin stolz auf meinen!)
Abg. Scheibner: Dann kaufen wir 24! Wir waren immer dafür!
Dann kam es, in diesem Zusammenhang auch vom Rechnungshof beanstandet, zur Reduktion der Geräte von 24 auf 18 Stück. Sie erinnern sich noch an das Hochwasser 2002? Ich will mich darüber nicht länger auslassen. Es hat mir allerdings noch kein einziges Hochwasseropfer gesagt, dass es von dieser Maßnahme etwas gehabt hätte. Aber auch der Rechnungshof hat festgehalten, dass für eine Reduktion der Stückzahl keine militärischen Erwägungen zugrunde lagen. Also warum sollten wir das nicht auch prüfen dürfen, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Abg. Scheibner: Dann kaufen wir 24! Wir waren immer dafür!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ja, natürlich geht es auch um den BAWAG-Skandal ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Bleiben wir jetzt einmal dabei! – Bei uns geht es aber auch um die Hypo Alpe-Adria sowie um andere Finanzdienstleister. Auf die Fragestellung betreffend Raiffeisen-Konzern muss ich offensichtlich noch kurz extra eingehen. Aber im Zentrum steht das Funktionieren oder das mangelhafte Funktionieren – es sagt ja niemand, dass gar nichts funktioniert – der Finanzmarktaufsicht respektive der Bankenaufsicht respektive des Finanzministeriums, das ja für diese ganze Angelegenheit das zuständige Ministerium ist.
Sitzung Nr. 2
Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das von 1997! Wie viel haben Sie erhöht? – Abg. Scheibner: Was war 1997?
Jahr 2000: Inflationsrate 2 Prozent, Pensionsanpassung 0,6 Prozent. Jahr 2001: Inflationsrate 2,3 Prozent, Pensionsanpassung 0,8 Prozent. Und das geht so weiter. Jahr 2003: Inflationsrate 1,3 Prozent, Pensionsanpassung 0,5 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Lesen Sie das von 1997! Wie viel haben Sie erhöht? – Abg. Scheibner: Was war 1997?) – Die sozialdemokratischen Regierungen haben für die Pensionistinnen und Pensionisten in Österreich genug getan, Herr Kollege Scheibner, davon kön-
Sitzung Nr. 4
Abg. Scheibner: Und bei der Ladung von Zeugen!
Das fängt schon bei Auskünften und Informationen an. (Abg. Scheibner: Und bei der Ladung von Zeugen!) Es müssen Vorlagen den Oppositionsparteien rechtzeitig bekannt sein, damit sie die Möglichkeit haben, sich, wenn die beiden Regierungsparteien Vorhaben umsetzen wollen, darauf vorzubereiten und kritisch damit auseinandersetzen zu können. Es muss ein neuer Umgang mit diesem Parlament auch seitens der Regierung gepflogen werden. Dafür werden wir uns einsetzen! (Abg. Ing. Westenthaler: „Ein neuer Umgang!“)
Abg. Scheibner: Oh, armes Österreich!
Der Herr Bundeskanzler hat darauf hingewiesen, dass es natürlich eine Grenze des Kontrollrechtes des Parlamentes gibt – keine Frage. Aber interessant war, wen er außerhalb der Kontrolle stellen wollte: die Finanzmarktaufsicht! (Abg. Scheibner: Oh, armes Österreich!) Und er vergleicht sie mit unabhängigen Gerichten.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ein Beispiel: Zu den Gegengeschäften sagte der Wirtschaftsminister im Jahr 2003: „Im Einzelfall“ ist „der ursächliche Zusammenhang zwischen einem Gegengeschäft und dem Ankauf von Abfangjägern darzustellen“. – Was sagt der Rechnungshof in seinem aktuellen Bericht? – Der Vertrag sieht auch eine Anrechnung von Geschäften vor, die mit dem Grundgeschäft nicht in Beziehung stehen müssen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Waren Sie auch in Moskau?
Herr Westenthaler, schauen wir, wie wir gemeinsam aus diesem Vertrag herauskommen, sodass wir diese sündteuren, unnötigen Kampfflugzeuge letztlich nicht bekommen! Das wäre ganz, ganz wichtig, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Waren Sie auch in Moskau?) Dieses Geld sollten wir, Herr Kollege Scheibner, sinnvoller einsetzen und nicht für überflüssige Abfangjäger. Machen wir mit diesem Geld doch etwas für die Jugend, für die Werktätigen, für die ältere Generation! (Abg. Scheibner: Waren Sie auch in Moskau? – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Abg. Scheibner: Waren Sie auch in Moskau? – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.
Herr Westenthaler, schauen wir, wie wir gemeinsam aus diesem Vertrag herauskommen, sodass wir diese sündteuren, unnötigen Kampfflugzeuge letztlich nicht bekommen! Das wäre ganz, ganz wichtig, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Waren Sie auch in Moskau?) Dieses Geld sollten wir, Herr Kollege Scheibner, sinnvoller einsetzen und nicht für überflüssige Abfangjäger. Machen wir mit diesem Geld doch etwas für die Jugend, für die Werktätigen, für die ältere Generation! (Abg. Scheibner: Waren Sie auch in Moskau? – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Lesen Sie die Rechnungshofberichte! Sie werden Ihre Verdächtigungen nicht untermauert bekommen, sondern ganz im Gegenteil: Er hat sie in allen Punkten entkräftet. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!
†Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Da Sie, Herr Abgeordneter Scheibner, beklagt haben, dass jetzt so kurzfristig nachbesetzt werden muss, und zwar nur für sieben Monate, dann frage ich mich schon, warum Sie innerhalb der letzten sechseinhalb Jahre, wo Sie die Möglichkeit gehabt hätten, eine Änderung der Verfassung, des Artikels 148g, vorzunehmen ... (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!) – Ich habe keinen diesbezüglichen Gesetzesantrag hier herinnen gesehen! (Abg. Scheibner: Im Verfassungs-Konvent! Aber Sie haben es abgelehnt!) Im Verfassungs-Konvent – aber es ist kein Gesetzesantrag hier im Haus von Ihnen eingelangt. Das ist Faktum! Und andererseits beklagen Sie jetzt, dass für eine kurze Zeit nachbesetzt werden muss.
Abg. Scheibner: Im Verfassungs-Konvent! Aber Sie haben es abgelehnt!
†Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Da Sie, Herr Abgeordneter Scheibner, beklagt haben, dass jetzt so kurzfristig nachbesetzt werden muss, und zwar nur für sieben Monate, dann frage ich mich schon, warum Sie innerhalb der letzten sechseinhalb Jahre, wo Sie die Möglichkeit gehabt hätten, eine Änderung der Verfassung, des Artikels 148g, vorzunehmen ... (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!) – Ich habe keinen diesbezüglichen Gesetzesantrag hier herinnen gesehen! (Abg. Scheibner: Im Verfassungs-Konvent! Aber Sie haben es abgelehnt!) Im Verfassungs-Konvent – aber es ist kein Gesetzesantrag hier im Haus von Ihnen eingelangt. Das ist Faktum! Und andererseits beklagen Sie jetzt, dass für eine kurze Zeit nachbesetzt werden muss.
Abg. Scheibner: Habe ich nicht gesagt!
Es ist auch keine sachliche Begründung, zu sagen, ein Politiker darf nicht Volksanwalt werden, denn er könnte am Schluss wieder in die Politik zurückkehren, Herr Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Habe ich nicht gesagt!) – Der böse Ewald Stadler, der wahlgekämpft hat! (Ruf bei der ÖVP: Da hat er Recht!) – Da hat er eben nicht Recht! Gerade auf der ÖVP-Seite würde ich da vorsichtig sein, denn das Modell, das die wahlkämpfende Volksanwältin dargestellt hat, war die Ingrid Korosec aus der ÖVP Wien. Haben Sie das vergessen? Das war die erste Volksanwältin, die wahlkämpfend unterwegs war.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich darf Sie alle, meine Damen und Herren, um Zustimmung zu dieser Vorlage bitten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sind Sie jetzt dafür oder sind Sie dagegen?
Ihre eigene Studie, Frau Bundesministerin Haubner, sagt, die Männer beteiligen sich am finanziellen Bezug des Kinderbetreuungsgeldes, ohne sich verstärkt in die innerhäusliche Arbeit oder in die Kinderbetreuung einzubringen. Das bedeutet: eine sehr, sehr teure Maßnahme, ohne einen politisch sinnvollen Effekt zu erzielen. (Abg. Scheibner: Sind Sie jetzt dafür oder sind Sie dagegen?) Deswegen denke ich, das hieße, das Kind mit dem Bade ausschütten.
Sitzung Nr. 6
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner
Wenn man jetzt bei den Betrieben sagt, die Gewinne gehören neu verteilt, dann erwidere ich: Damit schränken Sie möglicherweise die Investitionen ein! Es fahren ja nicht alle mit den Gewinnen in die Karibik, um sie dort irgendwo zu veranlagen, auch wenn es nur fiktive Gewinne sind (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner), sondern die Betriebe verwenden die Gewinne für Investitionen!
Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Gewerkschaftsmitglieder! – Abg. Scheibner: Die Gewerkschaftsmitglieder sind sehr sensibel!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Sehr geschätzte Damen und Herren! Gerade die Rede des Herrn Abgeordneten Westenthaler hat gezeigt, dass die Bevölkerung in Österreich, die Arbeiter, die Angestellten, die Beamten, wesentlich sensibler sind und sehen, was in den letzten Jahren nicht zu ihrem Vorteil geschehen ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Vor allem die Gewerkschaftsmitglieder! – Abg. Scheibner: Die Gewerkschaftsmitglieder sind sehr sensibel!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn Sie davon reden, dass diese Frauen Nachteile haben, weil sie Kinder erzogen haben, muss ich Ihnen sagen: Leider ja – aber das gehört nicht nur der Vergangenheit an! Sie brauchen die Pensionsreform und die Anrechnung der Kindererziehungszeiten hier nicht so hochzuloben. Schauen Sie sich vielmehr an, wie sehr die Frauen heute noch auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind! Schauen Sie sich an, wie die Wirtschaft sich Frauen gegenüber verhält! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schauen Sie sich an, wie Sie sich zum Beispiel selber und persönlich, Herr Kollege Scheibner, beim Frauen-Volksbegehren verhalten haben! Da haben Sie deutlich gezeigt, was Sie von den Frauen halten!
Abg. Scheibner: Sie reden 10 Minuten, das ist gegen die Vereinbarung!
Zweitens: Es gibt erstmalig Förderungen für den integrierten Rübenanbau. Das war ein Bereich, der bisher keine Umweltförderungen bekommen hat, keine Gelder aus dem Agrarumweltprogramm bekommen hat. Plötzlich bekommen die Rübenbauern 150 € pro Hektar Förderung. Oder: die bodennahe Gülleausbringung wird plötzlich mit 1 € pro Kubikmeter gefördert. (Abg. Scheibner: Sie reden 10 Minuten, das ist gegen die Vereinbarung!) Kollege Scheibner, das ist nicht zum Schmunzeln und auch nicht zum Lachen, sondern das ist eine höchst brisante Angelegenheit.
Abg. Scheibner: Das geht nicht! Man muss einen Antrag stellen! Das geht nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber wirklich nicht, dass man sich jetzt aus der Bank meldet zur Geschäftsordnung als Replik auf einen Redebeitrag!
in dieser Debatte nicht melden kann. Deswegen gehe ich geschäftsordnungsmäßig auf die Aussage von Herrn Scheibner ein, der ja ... (Abg. Scheibner: Das geht nicht! Man muss einen Antrag stellen! Das geht nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Das geht aber wirklich nicht, dass man sich jetzt aus der Bank meldet zur Geschäftsordnung als Replik auf einen Redebeitrag!)
Abg. Scheibner: Bei mir in Wien ...!
Das Nichthandeln von Minister Pröll hatte zur Folge, dass sich die Feinstaubelastung enorm erhöht hat. Schauen Sie sich die Daten an! In jedem der Bundesländer, wie Sie hier sitzen, gibt es Regionen, wo die Werte sozusagen explodieren. Auch bei Ihnen, Herr Scheibner! (Abg. Scheibner: Bei mir in Wien ...!)
Abg. Scheibner: Wir sind es! Wir kennen euch schon zu lange!
Wenn Sie es geschickt machen und eine gute Idee haben oder eine gute Initiative starten wollen, dann bringen Sie sie nicht nur für das Publikum und für die Galerie ein, sondern rechtzeitig. Ich schaue jetzt die Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP an: Vielleicht können wir das, sollte es zu dieser Regierung kommen, dann einfließen lassen. Wenn gute Ideen von diesen drei Oppositionsparteien kommen, kann man sie einfließen lassen. (Abg. Scheibner: Wir sind es! Wir kennen euch schon zu lange!)
Abg. Dr. Fekter: Freilich! Die haben mehr Redezeit! – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung lesen!
Frau Abgeordnete Fekter! Sie haben leider vergessen zu erwähnen, dass es dieses Rederecht für einzelne Abgeordnete nur dann gibt (Abg. Dr. Fekter: Wenn genug Redezeit da ist!), wenn es ihnen von der Fraktion zugeteilt wird, denn für einen fraktionslosen Abgeordneten schaut es mit dem Rederecht nicht so gut aus, das wissen wir. (Abg. Dr. Fekter: Freilich! Die haben mehr Redezeit! – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung lesen!) Da muss er sich eine Mehrheit – oder zumindest eine Fraktion – suchen, dann darf er reden.
Sitzung Nr. 8
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich möchte als Prämisse festhalten, dass die Absicherung des Lebensstandards mittels eigener Erwerbsarbeit Vorrang vor der Inanspruchnahme sozialer Leistungen haben muss! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Seit wann sind Sie in der Politik?
Dass Sie nachher sagen, Frau Bundesministerin: Ja, da sind wir auch dabei!, ist schön, aber dafür sind Sie nicht Sozialministerin. – Das ist der Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Von einer Bundesministerin für soziale Angelegenheiten erwarten wir uns auch, dass sie in Sozialfragen für die, die in der Gesellschaft schwach sind, vorprescht und sich in die Bresche wirft für sie, und nicht hinterher sagt: Ja, da sind wir auch dabei! – Das ist zu wenig! (Abg. Scheibner: Seit wann sind Sie in der Politik?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Frau Kollegin Bures, wenn die Politik der letzten Jahre so schlecht war, dann frage ich Sie: Wieso können wir uns dann per 1. Jänner diesen großartigen Meilenstein der Sozialpolitik leisten, der insgesamt 600 Millionen € kostet? (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.) – Das können wir nur, weil wir eine erfolgreiche Finanz- und Wirtschaftspolitik gemacht haben, worum uns viele andere Länder beneiden!
Abg. Scheibner: Die keines erhalten haben, Herr Kollege! Nicht: „kein volles“! – Abg. Ing. Westenthaler: Die abgelehnt worden sind!
Die zweite wichtige Neuregelung – und hier geht es um sehr viele Fälle von Kindern und Müttern – ist, dass der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert wird, nämlich auf einen Teil – nicht auf alle, aber auf einen Teil – der so genannten subsidiär Schutzbedürftigen in Österreich. Das sind, kurz gesagt, Menschen, die kein volles Asyl erhalten haben (Abg. Scheibner: Die keines erhalten haben, Herr Kollege! Nicht: „kein volles“! – Abg. Ing. Westenthaler: Die abgelehnt worden sind!), aber auch in ihr Heimatland aus bestimmten Gründen nicht abgeschoben werden können, weil sie von
Abg. Scheibner: Weil das falsch ist, was Sie sagen, Herr Kollege!
Folter, von Tod oder Sonstigem bedroht sind. Das sind subsidiär Schutzbedürftige nach § 8 des Asylgesetzes. Auch das ist eine wichtige Änderung in dieser Novelle, die heute hier beschlossen wird. – Offensichtlich ist das BZÖ auch bis zur Stunde gegen diese Ausweitung des Kreises der Betroffenen. (Abg. Scheibner: Weil das falsch ist, was Sie sagen, Herr Kollege!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nennen Sie einen Fall! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen einzigen Fall!
Meine Damen und Herren, wird das heute beschlossen, weil Weihnachten vor der Tür steht? – Sicher nicht. Die Ironie der Geschichte will es, dass ausgerechnet Sozialministerin Haubner, die ja gegen die heutige Novellierung ist, mit ihrem berühmt-berüchtigten Erlass vom August dieses Jahres die Novellierung geradezu provoziert und erzwungen hat, wenn man so will, nämlich durch den Druck der Öffentlichkeit, der über die Wochen dann langsam entstanden ist. Mein ausdrücklicher Dank gilt hier den Medien, den Zeitungen und anderen Medien, die Woche für Woche Fälle berichtet haben, die auf Grund des Haubner-Erlasses und des Fremdenrechtspaketes in Österreich entstanden sind (Abg. Ing. Westenthaler: Alle falsch! Alle falsch! Genau wie Ihr Fall!) und existieren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Nennen Sie einen Fall! – Abg. Ing. Westenthaler: Einen einzigen Fall!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Die Öffentlichkeit hat von Ihnen erwartet, rasch zu handeln. Sie haben es nicht getan. Sie sind aufgefordert worden, umgehend diesen unmenschlichen Erlass zurückzuziehen. Sie sind leider starrköpfig und sehr hartherzig geblieben, Frau Bundesministerin. Und wissen Sie, was viele besonders empört hat? – Dass Sie, Frau Bundesministerin, Sie persönlich und Ihre Politik, die Sie in den letzten Jahren gemacht haben, vor vielen Wochen von den österreichischen Wählern und Wählerinnen abgewählt worden sind. Sie sind vom Bundespräsidenten nur mehr beauftragt, provisorisch die Geschäfte zu führen, aber Sie haben nicht mehr derart schwerwiegende Entscheidungen zu treffen! (Abg. Scheibner: Wer sagt das?) Sie haben das nicht mehr zu machen!
Abg. Scheibner: Wie viele Mandate haben Sie dazu gewonnen?
Ich verstehe, dass Ihnen die grüne Fraktion das Misstrauen ausspricht. Ich spreche Ihnen auch aus ganzem Herzen das politische Misstrauen aus, aber wir werden dem Antrag der grünen Fraktion nicht zustimmen. Die Wähler und Wählerinnen haben Ihnen bereits das Misstrauen ausgesprochen. Sie sind für eine derartige Politik abgewählt! (Abg. Scheibner: Wie viele Mandate haben Sie dazu gewonnen?) Und wenn wir hier nicht zustimmen, heißt das wirklich nicht, Frau Bundesministerin, dass wir Ihnen das Vertrauen aussprechen, sondern dass wir der festen Überzeugung sind, dass das Misstrauen, das Ihnen die Wähler und Wählerinnen ausgesprochen haben, schwer genug wiegt.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Ich finde die Debatte, die wir heute hier geführt haben oder die wir mit anhören mussten, wirklich sehr abenteuerlich. Wenn man den Kollegen der Freiheitlichen und des BZÖ (Zwischenruf des Abg. Scheibner), Herr Kollege Scheibner, zugehört hat, dann hat man den Eindruck – und ich sage das einfach so, weil es mir wirklich so vorgekommen ist –, es geht dabei nicht, wie Sie gesagt haben, um eine Kampagne gegen die Frau Ministerin, sondern es geht dabei um eine Kampagne, wer von Ihnen beiden die bessere Anti-Ausländerpartei ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich finde die Debatte, die wir heute hier geführt haben oder die wir mit anhören mussten, wirklich sehr abenteuerlich. Wenn man den Kollegen der Freiheitlichen und des BZÖ (Zwischenruf des Abg. Scheibner), Herr Kollege Scheibner, zugehört hat, dann hat man den Eindruck – und ich sage das einfach so, weil es mir wirklich so vorgekommen ist –, es geht dabei nicht, wie Sie gesagt haben, um eine Kampagne gegen die Frau Ministerin, sondern es geht dabei um eine Kampagne, wer von Ihnen beiden die bessere Anti-Ausländerpartei ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das Problem werden Sie nie haben!
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Poštovane dame i gospodo! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Frau Bundesministerin Haubner, fühlen Sie sich nicht ein bisschen einsam auf der Regierungsbank? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wissen seit einigen Tagen, dass es heute hier im Parlament eine Diskussion geben wird, bei der es darum geht, dass eine Fraktion des Nationalrates Ihnen mit gut begründeten Argumenten das Misstrauen ausspricht. Ich frage Sie: Ist es ein großer Vertrauensbeweis, wenn Ihnen nicht einmal Ihre Regierungskollegen vom BZÖ heute beiseite stehen? Ich rede ja gar nicht davon, dass die ÖVP abwesend ist. Mir wäre ein bisschen mulmig zumute, müsste ich heute als Ministerin hier alleine sitzen. (Abg. Scheibner: Das Problem werden Sie nie haben!)
Abg. Scheibner: Nur „scheinbar“! Da hast du Recht!
Leider hat die derzeitige Sozialministerin in Wirklichkeit hier diese Besonnenheit vermissen lassen und hat eher den Weg des Populismus gewählt. Warum wohl? – Weil natürlich das BZÖ ums Überleben kämpft. Scheinbar (Abg. Scheibner: Nur „scheinbar“! Da hast du Recht!) klammert sich das BZÖ, Kollege Scheibner, wieder vermehrt an diese vermeintliche Trumpfkarte des Ausländerressentiments. Das scheint ja so zu sein.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Indem Sie die Angriffe auf die Sozialministerin ...!
Zu den Ausführungen, die wir von FPÖ und BZÖ heute hier gehört haben, kann man eigentlich nur sagen: Wenn Sie nicht gerade in Wortgefechte untereinander verstrickt sind – was Sie ja ohnehin gerne tun – oder sonstige Fechtereien betreiben, ist offensichtlich Ihre Lieblingssportart die Spiegelfechterei. Sie malen sich ein fürchterliches, großes Schreckgespenst, das Sie frei erfinden, auf einen Spiegel und bekämpfen es heftig. Viel Spaß weiter dabei, aber lassen Sie uns damit verschont! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Indem Sie die Angriffe auf die Sozialministerin ...!)
Abg. Scheibner: Bis vor einem halben Jahr waren Sie auch dabei!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, muss man schon fast sagen, wenn die Damen und Herren vom BZÖ jetzt ihr soziales Gewissen entdecken, etwas in Form einer Forderung nach einem Heizkostenzuschuss. (Abg. Scheibner: Bis vor einem halben Jahr waren Sie auch dabei!) Von den Freunden von der ÖVP, auf deren Schoß sie sozusagen bis jetzt gesessen sind, werden sie jetzt schön langsam abgeworfen, und da verstehe ich schon, dass das weh tut, zumal Sie als etwas ganz, ganz anderes in die Annalen dieser Zweiten Republik eingehen werden.
Abg. Scheibner: Wie oft haben Sie das Pflegegeld angehoben?
Sie haben heute von einer Pflegemisere gesprochen: Dafür ist doch zuallererst Ihre BZÖ-Sozialministerin zuständig. Sie vom BZÖ, vormals FPÖ, sind verantwortlich für die Zunahme der Armut, Sie sind verantwortlich für die Zunahme der Zahl an Schicksalen von Menschen, die nicht ein und aus wissen – egal, ob das jetzt im Pflegebereich ist oder in anderen Bereichen. (Abg. Scheibner: Wie oft haben Sie das Pflegegeld angehoben?)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Ich bitte daher, beim kommenden Budget darüber nachzudenken, ob hier nicht zumindest eine deutliche Verbesserung eintreten könnte. Ich rede nicht vom Beispiel Deutschland, dass wir die gleichen Chancen, die gleichen Möglichkeit erhalten, aber eine deutliche Verbesserung müsste denkbar sein. Ich bitte daher vor allem die Klubverantwortlichen, aber auch das Präsidium das Parlaments zu Gunsten der Parlamentarier nachzudenken, damit auch hier eine kleine Verbesserung erreichbar ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 9
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Na ja, aber das Lachen wird Ihnen gleich etwas im Hals stecken bleiben, Herr Klubobmann Westenthaler. Die drei Oppositionsparteien hätten ja die Möglichkeit gehabt, dass es anders wird – das muss man schon sagen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das hab’ ich gar nicht gewusst!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Sehr geschätzte Damen und Herren der Bundesregierung! Ich bin der Auffassung, dass die Optik auf der Regierungsbank aus mehreren Gründen eine gute Optik ist: Erstens einmal ist es eine gute Mischung eines dynamischen Teams von erfahrenen und neuen Persönlichkeiten unter der Leitung eines sozialdemokratischen Bundeskanzlers Alfred Gusenbauer. (Abg. Scheibner: Das hab’ ich gar nicht gewusst!) Und was mich ganz besonders freut: Es sind sehr viele dynamische, tolle Frauen in dieser Bundesregierung, die diese Politik nachhaltig beeinflussen werden. Darauf bin ich sehr, sehr stolz! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das lobt ihr ja in eurem Regierungsprogramm! – Die „beste Pensionsreform“, haben Sie geschrieben!
weisen, das ein Unterschied besteht, was einerseits die Situation jetzt und andererseits die Situation im Jahr 1999 betrifft: Damals waren Sie als Vizekanzler mit Ihrer Partei ebenfalls ganz entscheidend in Mitverantwortung. Das hingegen, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist einzig und allein auf die Politik von ÖVP, BZÖ und Freiheitlichen der letzten sieben Jahre zurückzuführen. – Das nur zur Erinnerung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das lobt ihr ja in eurem Regierungsprogramm! – Die „beste Pensionsreform“, haben Sie geschrieben!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zum Kündigungsschutz!
Was mir in diesem Zusammenhang auch noch sehr wichtig ist – und ich bedauere, dass Herr Westenthaler nicht im Saal ist (Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zum Kündigungsschutz!) –: Es ist ganz, ganz wichtig, den Bereich des Kündigungsschutzes, Herr Kollege, nicht alleine zu sehen. Natürlich ist es eine berechtigte Kritik der Jugendorganisationen, wenn hier ein Kündigungsschutz vorhanden ist und eingeführt wird. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Aber – und ich möchte das ganz deutlich hervorheben –: Es ist ein ganz, ganz wichtiger zweiter Bereich, dass es zu einer Bildungs- und zu einer Beschäftigungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr gekommen ist – das ist in Ihrer Wahrnehmung irgendwo unter den Tisch gefallen. Entweder haben junge Menschen die Möglichkeit, als Lehrling in einem Betrieb tätig zu sein, oder aber auch in einer Lehrwerkstätte, oder aber auch die Möglichkeit einer schulischen Ausbildung. Das muss in Kombination gesehen werden, und hier liegt meiner Meinung nach der Schwerpunkt in erster Linie an der Bildungsgarantie bis zum 8. Lebensjahr. (Ruf: 18!) – 18. Lebensjahr. Entschuldigung, ich wollte hier nicht die Kinderarbeit einführen. Das würde man mir als Gewerkschafterin überhaupt nicht abnehmen.
Abg. Scheibner: Nicht nur!
Was mir in diesem Zusammenhang auch noch sehr wichtig ist – und ich bedauere, dass Herr Westenthaler nicht im Saal ist (Abg. Scheibner: Sagen Sie etwas zum Kündigungsschutz!) –: Es ist ganz, ganz wichtig, den Bereich des Kündigungsschutzes, Herr Kollege, nicht alleine zu sehen. Natürlich ist es eine berechtigte Kritik der Jugendorganisationen, wenn hier ein Kündigungsschutz vorhanden ist und eingeführt wird. (Abg. Scheibner: Nicht nur!) Aber – und ich möchte das ganz deutlich hervorheben –: Es ist ein ganz, ganz wichtiger zweiter Bereich, dass es zu einer Bildungs- und zu einer Beschäftigungsgarantie bis zum 18. Lebensjahr gekommen ist – das ist in Ihrer Wahrnehmung irgendwo unter den Tisch gefallen. Entweder haben junge Menschen die Möglichkeit, als Lehrling in einem Betrieb tätig zu sein, oder aber auch in einer Lehrwerkstätte, oder aber auch die Möglichkeit einer schulischen Ausbildung. Das muss in Kombination gesehen werden, und hier liegt meiner Meinung nach der Schwerpunkt in erster Linie an der Bildungsgarantie bis zum 8. Lebensjahr. (Ruf: 18!) – 18. Lebensjahr. Entschuldigung, ich wollte hier nicht die Kinderarbeit einführen. Das würde man mir als Gewerkschafterin überhaupt nicht abnehmen.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.
Die Bundesheer-Reformkommission, die im Jahr 2004 mit ihren Vorschlägen ihre Arbeit beendet hat, hat dieser Entwicklung Rechnung getragen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die daran mitgewirkt haben, an der Spitze bei Dr. Helmut Zilk, meinem Amtsvorgänger Günther Platter und meinem freundschaftlichen Berater Toni Gaál. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist ja schon umgesetzt worden, Herr Minister! Das gilt ja schon! Lesen Sie das Gesetz!
Eine wichtige Maßnahme meiner ersten Tage in der Amtszeit als Minister wird eine Maßnahme zur Attraktivierung des Wehrdienstes sein. Sie wissen, dass wir im Regierungsübereinkommen vereinbart haben, gesetzlich die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate festzulegen. (Abg. Scheibner: Das ist ja schon umgesetzt worden, Herr Minister! Das gilt ja schon! Lesen Sie das Gesetz!) Bislang lag es im Ermessen des Ministers, den Wehrdienst allenfalls auf diese Dauer zu verkürzen. (Abg. Scheibner: Mit 1.1.2008 ist das in Kraft!) Bisher war es auf Weisung des Ministers möglich, den Wehrdienst zu verkürzen. Wir werden eine gesetzliche Reduzierung der Dauer des Wehrdienstes auf sechs Monate durchsetzen. Das wird eine meiner ersten Amtshandlungen sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ahnungsloser mehr auf der Regierungsbank!)
Abg. Scheibner: Mit 1.1.2008 ist das in Kraft!
Eine wichtige Maßnahme meiner ersten Tage in der Amtszeit als Minister wird eine Maßnahme zur Attraktivierung des Wehrdienstes sein. Sie wissen, dass wir im Regierungsübereinkommen vereinbart haben, gesetzlich die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate festzulegen. (Abg. Scheibner: Das ist ja schon umgesetzt worden, Herr Minister! Das gilt ja schon! Lesen Sie das Gesetz!) Bislang lag es im Ermessen des Ministers, den Wehrdienst allenfalls auf diese Dauer zu verkürzen. (Abg. Scheibner: Mit 1.1.2008 ist das in Kraft!) Bisher war es auf Weisung des Ministers möglich, den Wehrdienst zu verkürzen. Wir werden eine gesetzliche Reduzierung der Dauer des Wehrdienstes auf sechs Monate durchsetzen. Das wird eine meiner ersten Amtshandlungen sein. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Ein Ahnungsloser mehr auf der Regierungsbank!)
Abg. Scheibner: Aber die EU ist nicht neutral!
Lassen Sie mich vielleicht noch zwei kurze Worte zum Thema Sicherheits- und Verteidigungspolitik sagen. Zunächst zu dem Punkt, der von den Oppositionsparteien angesprochen worden ist, zur Sorge, dass die europäische Verteidigungspolitik, die es anzustreben gilt, mit der immerwährenden Neutralität in Widerspruch stehen könnte. Ich denke, das ist ein Problem, das Sie deutlicher sehen als wir, und zwar einfach deshalb, weil Sie nicht verstehen können, dass die Europäische Union auch wir sind und dass die Verteidigung der Europäischen Union etwas ist, was durchaus genau so gesehen werden könnte wie der Verteidigungsfall Österreichs, denn wenn Österreich den Verteidigungsfall hat, dann ist die Europäische Union angegriffen. (Abg. Scheibner: Aber die EU ist nicht neutral!)
Abg. Scheibner: Welche zum Beispiel? Sagen Sie einmal, welche!
Ich glaube, es ist evident, dass gerade das BZÖ in der Vergangenheit immer wieder jede Menge Verbesserungs- und Initiativvorschläge der Opposition verhindert, in den Ausschüssen vertagt und somit ad absurdum geführt hat und somit sehr wesentlich soziale Verbesserungen gerade im sozialpolitischen Bereich verhindert hat. (Abg. Scheibner: Welche zum Beispiel? Sagen Sie einmal, welche!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es tut natürlich weh, wenn man das anspricht, ich spreche es aber dennoch an, weil es letztlich richtig ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Ruf beim BZÖ: Der kennt sich so gut aus, dass er ... – Abg. Scheibner: Das beste Pensionssystem Europas!
Sehr geehrter Herr Kollege Dolinschek, unserem Herrn Sozialminister Buchinger müssen Sie nichts erklären. Der kennt sich aus, und der wird etwas weiterbringen. (Ruf beim BZÖ: Der kennt sich so gut aus, dass er ... – Abg. Scheibner: Das beste Pensionssystem Europas!)
Abg. Scheibner: Herr Bundeskanzler, habt ihr keine andere ...?
Der Bereich der Pflege ist ein sehr essentieller. Wir wollen 24 Stunden Pflege und Betreuung initiieren, wir stehen für mehr mobile Dienste (Abg. Scheibner: Herr Bundeskanzler, habt ihr keine andere ...?), wir sind für eine bessere Abstimmung zwischen den Anbietern und den Verantwortlichen. – Ich weiß, dass Sie das nicht interessiert (Abg. Scheibner: Ja, schon, aber wenn es wenigstens frei vorgetragen ...!), das haben wir an der Regierungspolitik der vergangenen Jahre gesehen. Aber wir wollen wirklich mit Ernsthaftigkeit daran arbeiten! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt! – Eine Parlamentsrede soll frei gehalten sein!) Es gibt zahlreiche konkrete Überlegungen. Sie hingegen haben in Kärnten und in der Steiermark nur Schecks verteilt, sich sonst aber keinen Deut um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen Gedanken gemacht.
Abg. Scheibner: Ja, schon, aber wenn es wenigstens frei vorgetragen ...!
Der Bereich der Pflege ist ein sehr essentieller. Wir wollen 24 Stunden Pflege und Betreuung initiieren, wir stehen für mehr mobile Dienste (Abg. Scheibner: Herr Bundeskanzler, habt ihr keine andere ...?), wir sind für eine bessere Abstimmung zwischen den Anbietern und den Verantwortlichen. – Ich weiß, dass Sie das nicht interessiert (Abg. Scheibner: Ja, schon, aber wenn es wenigstens frei vorgetragen ...!), das haben wir an der Regierungspolitik der vergangenen Jahre gesehen. Aber wir wollen wirklich mit Ernsthaftigkeit daran arbeiten! (Abg. Ing. Westenthaler: Ein peinlicher Auftritt! – Eine Parlamentsrede soll frei gehalten sein!) Es gibt zahlreiche konkrete Überlegungen. Sie hingegen haben in Kärnten und in der Steiermark nur Schecks verteilt, sich sonst aber keinen Deut um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen Gedanken gemacht.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das sollte man, meine ich, erwähnen. Und der Gratulation möchte ich einen Dank anschließen, natürlich an das BZÖ, denn die haben dem Sozialminister das ja ermöglicht, sonst wäre die Möglichkeit nicht gegeben gewesen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Mittlerweile zeigt ja die Diskussion, Herr Abgeordneter Scheibner, dass die ganze Geschichte ein bisschen ein Rohrkrepierer geworden ist. (Abg. Ing. Westen-
Abg. Scheibner: Ach ja!
Wenn man sich die Dringliche Anfrage durchliest, etwa den ersten Satz, wo von Vertrauensbruch in der Sozialpolitik gesprochen wird, dann muss man sagen: Man sollte noch einmal darüber nachdenken, welche Partei denn die Sozialminister der letzten Jahre gestellt hat. Es war das BZÖ, vorher die Freiheitlichen: Die waren beim Sozialabbau dabei, die waren bei der Pensionskürzung dabei, die waren beim Zuschauen dabei, wie der Familienlastenausgleichsfonds in das Defizit schlitterte, die waren beim Zuschauen dabei, wie die Staatsschulden gestiegen sind. Heute hören wir: Die beste Situation war da! Aber die Staatsschulden sind gestiegen. (Abg. Scheibner: Ach ja!) Sie hören mich, glaube ich, schlecht. (Abg. Scheibner: Ich glaube nicht, was ich da höre!) – Sie glauben es nicht. Dann sollten Sie schauen, wie es wirklich ist, denn wir haben heute um viele Milliarden Schulden mehr als im Jahr 2000. Das alles sollte man nicht vergessen. (Abg. Scheibner: Und das Defizit?) Sie, die Damen und Herren vom BZÖ, waren auch beim Zuschauen dabei, als sich die Arbeitslosigkeit, insbesondere bei der Jugend, verdoppelt hat.
Abg. Scheibner: Ich glaube nicht, was ich da höre!
Wenn man sich die Dringliche Anfrage durchliest, etwa den ersten Satz, wo von Vertrauensbruch in der Sozialpolitik gesprochen wird, dann muss man sagen: Man sollte noch einmal darüber nachdenken, welche Partei denn die Sozialminister der letzten Jahre gestellt hat. Es war das BZÖ, vorher die Freiheitlichen: Die waren beim Sozialabbau dabei, die waren bei der Pensionskürzung dabei, die waren beim Zuschauen dabei, wie der Familienlastenausgleichsfonds in das Defizit schlitterte, die waren beim Zuschauen dabei, wie die Staatsschulden gestiegen sind. Heute hören wir: Die beste Situation war da! Aber die Staatsschulden sind gestiegen. (Abg. Scheibner: Ach ja!) Sie hören mich, glaube ich, schlecht. (Abg. Scheibner: Ich glaube nicht, was ich da höre!) – Sie glauben es nicht. Dann sollten Sie schauen, wie es wirklich ist, denn wir haben heute um viele Milliarden Schulden mehr als im Jahr 2000. Das alles sollte man nicht vergessen. (Abg. Scheibner: Und das Defizit?) Sie, die Damen und Herren vom BZÖ, waren auch beim Zuschauen dabei, als sich die Arbeitslosigkeit, insbesondere bei der Jugend, verdoppelt hat.
Abg. Scheibner: Und das Defizit?
Wenn man sich die Dringliche Anfrage durchliest, etwa den ersten Satz, wo von Vertrauensbruch in der Sozialpolitik gesprochen wird, dann muss man sagen: Man sollte noch einmal darüber nachdenken, welche Partei denn die Sozialminister der letzten Jahre gestellt hat. Es war das BZÖ, vorher die Freiheitlichen: Die waren beim Sozialabbau dabei, die waren bei der Pensionskürzung dabei, die waren beim Zuschauen dabei, wie der Familienlastenausgleichsfonds in das Defizit schlitterte, die waren beim Zuschauen dabei, wie die Staatsschulden gestiegen sind. Heute hören wir: Die beste Situation war da! Aber die Staatsschulden sind gestiegen. (Abg. Scheibner: Ach ja!) Sie hören mich, glaube ich, schlecht. (Abg. Scheibner: Ich glaube nicht, was ich da höre!) – Sie glauben es nicht. Dann sollten Sie schauen, wie es wirklich ist, denn wir haben heute um viele Milliarden Schulden mehr als im Jahr 2000. Das alles sollte man nicht vergessen. (Abg. Scheibner: Und das Defizit?) Sie, die Damen und Herren vom BZÖ, waren auch beim Zuschauen dabei, als sich die Arbeitslosigkeit, insbesondere bei der Jugend, verdoppelt hat.
Abg. Scheibner: Sie reden vom Jahr 1999!
Nun auch ein paar Worte zum Budgetbereich, zum Finanzbereich. Es hat Finanzminister Grasser bei der Amtsübergabe zwei Sparschweine überreicht: ein großes für den neuen Finanzminister und ein etwas kleineres für den Staatssekretär. Die beiden Sparschweine waren natürlich ganz leer – genauso leer wie auch die Staatskassen, die er hinterlassen hat, und genauso leer, wie das Versprechen, dass es ein Nulldefizit geben wird, und genauso leer wie andere Versprechungen, die es noch gegeben hat. (Abg. Scheibner: Sie reden vom Jahr 1999!)
Abg. Scheibner: Nein!
Frau Ministerin Haubner! Sie sind Opfer oder Täterin, wie auch immer Sie es jetzt sehen, dieses Systems. (Abg. Scheibner: Nein!) Sie haben 2 000 Pflegeschecks, Beratungsschecks ausgeschickt, mit dem Ergebnis, dass zehn von 2 000 das in Anspruch genommen haben. Das brauchen wir nicht, man kann ein Angebot schaffen, aber niemanden zwangsverpflichten. Und wir werden in Zukunft für gewisse Leistungen zwangsverpflichtet.
Abg. Scheibner: Die brauchen Sie nicht im Regierungsprogramm, wenn ...!
Es gäbe noch viel zu sagen, was in diesem Kapitel Pflegebetreuung, Menschen mit Behinderungen danebenläuft. Aber eines ist mir schon aufgefallen – Herr Darabos ist nicht mehr da –: Im Regierungsprogramm kommen Zivildiener nicht mehr vor. (Abg. Scheibner: Die brauchen Sie nicht im Regierungsprogramm, wenn ...!) Ich habe nichts gefunden. Die Ankündigung, dass der Zivildienst auf sechs Monate verkürzt wird – Aussage von Herrn Darabos in der Zivildienst-Reformkommission –, findet sich im Regierungsprogramm nicht mehr. Es findet sich gar kein Zivildienst mehr. (Abg. Scheibner: Das ist der SPÖ unangenehm!) Und das ist für mich auch ein Zeichen, wie schnell man sich als Zivildiener von seinen Zivildienern verabschieden kann. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Stadler und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist der SPÖ unangenehm!
Es gäbe noch viel zu sagen, was in diesem Kapitel Pflegebetreuung, Menschen mit Behinderungen danebenläuft. Aber eines ist mir schon aufgefallen – Herr Darabos ist nicht mehr da –: Im Regierungsprogramm kommen Zivildiener nicht mehr vor. (Abg. Scheibner: Die brauchen Sie nicht im Regierungsprogramm, wenn ...!) Ich habe nichts gefunden. Die Ankündigung, dass der Zivildienst auf sechs Monate verkürzt wird – Aussage von Herrn Darabos in der Zivildienst-Reformkommission –, findet sich im Regierungsprogramm nicht mehr. Es findet sich gar kein Zivildienst mehr. (Abg. Scheibner: Das ist der SPÖ unangenehm!) Und das ist für mich auch ein Zeichen, wie schnell man sich als Zivildiener von seinen Zivildienern verabschieden kann. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Stadler und Scheibner.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Stadler und Scheibner.
Es gäbe noch viel zu sagen, was in diesem Kapitel Pflegebetreuung, Menschen mit Behinderungen danebenläuft. Aber eines ist mir schon aufgefallen – Herr Darabos ist nicht mehr da –: Im Regierungsprogramm kommen Zivildiener nicht mehr vor. (Abg. Scheibner: Die brauchen Sie nicht im Regierungsprogramm, wenn ...!) Ich habe nichts gefunden. Die Ankündigung, dass der Zivildienst auf sechs Monate verkürzt wird – Aussage von Herrn Darabos in der Zivildienst-Reformkommission –, findet sich im Regierungsprogramm nicht mehr. Es findet sich gar kein Zivildienst mehr. (Abg. Scheibner: Das ist der SPÖ unangenehm!) Und das ist für mich auch ein Zeichen, wie schnell man sich als Zivildiener von seinen Zivildienern verabschieden kann. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Mag. Stadler und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Auf Sie haben wir gewartet!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ich glaube, es ist Zeit, dass wieder einmal ein frauenpolitischer Input ins Hohe Haus kommt. Es ist Zeit, dass wir gemeinsam diskutieren, worum es geht. Es ist Zeit, dass wir wieder einmal sagen, dass jetzt eine neue Ära der Frauenpolitik anbricht. Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass mit diesem Regierungsprogramm wieder etwas weitergeht, was die Situation der Frauen angeht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Auf Sie haben wir gewartet!)
Abg. Scheibner: Das wissen wir schon!
Kollege Scheibner, wenn Sie nicht wissen, worum es geht, dann sage ich es Ihnen (Abg. Scheibner: Das wissen wir schon!): Es geht um die faire Umverteilung der Arbeit, Herr Kollege. Es geht um bezahlte und unbezahlte Arbeit zwischen Männern und Frauen. Es ist absolut nicht einzusehen, wenn beide Partner, der Partner, die Partnerin, arbeiten, dass man sich die Arbeit zu Hause nicht auch teilt. (Abg. Scheibner: Ihre Reden kennen wir schon!)
Abg. Scheibner: Ihre Reden kennen wir schon!
Kollege Scheibner, wenn Sie nicht wissen, worum es geht, dann sage ich es Ihnen (Abg. Scheibner: Das wissen wir schon!): Es geht um die faire Umverteilung der Arbeit, Herr Kollege. Es geht um bezahlte und unbezahlte Arbeit zwischen Männern und Frauen. Es ist absolut nicht einzusehen, wenn beide Partner, der Partner, die Partnerin, arbeiten, dass man sich die Arbeit zu Hause nicht auch teilt. (Abg. Scheibner: Ihre Reden kennen wir schon!)
Abg. Scheibner: Sie geben Ihrer Ministerin ja einen Rucksack mit! Ich glaube, das ist ihr nicht recht!
Es geht um faire Verteilung von Einkommen, Herr Kollege Scheibner. Einkommensunterschiede ausgleichen ist ein großes Ziel dieser Bundesregierung. Und wir werden es in dieser Legislaturperiode erreichen, dass wir die Einkommensschere verringern – das garantiere ich Ihnen, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Sie geben Ihrer Ministerin ja einen Rucksack mit! Ich glaube, das ist ihr nicht recht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist ja schon beschlossen, Frau Kollegin!
Die letzten Jahre waren gekennzeichnet von vielen Maßnahmen, die für junge Menschen Fortschritte gebracht haben. Ich erinnere an die Verkürzung des Zivildienstes, an die Verbesserungen, was das Verpflegungsentgelt betrifft. Ich erinnere an die Verkürzung des Präsenzdienstes und möchte auch hervorstreichen, dass in diesem Regierungsprogramm die Verkürzung des Präsenzdienstes gesetzlich festgeschrieben wird und in Zukunft nicht nur mehr eine Weisung des Ministers sein wird. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist ja schon beschlossen, Frau Kollegin!) Das ist jetzt gesetzlich festgeschrieben.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Mit dir wären wir mitgegangen, Toni!
Meine Damen und Herren! Diesen Weg wollen wir gemeinsam gehen. Es geht um eine effiziente, glaubwürdige Sicherheitspolitik! (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! Das wäre ein Verteidigungsminister!) In den nächsten Jahren werden große Herausforderungen auf das österreichische Bundesheer zukommen, und die im Regierungsprogramm festgelegten Schritte bieten eine solide Grundlage dafür, dass wir die Herausforderungen im Interesse und zum Wohle der Sicherheit Österreichs auch bewältigen können. Gehen Sie mit uns diesen gemeinsamen Weg! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Mit dir wären wir mitgegangen, Toni!)
Sitzung Nr. 11
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin!
Wir kommen sogleich zur Abstimmung. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin!)
Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Vorschlag zustimmen ... (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Das gibt es jetzt schon!
Es hat sich jetzt sehr vieles geändert: Wir sind zum Beispiel sehr sensibel, was die Frage der Vertretung betrifft. Wir legen großen Wert darauf, dass das angesprochene Regierungsmitglied größtenteils hier präsent ist, wenn es eine parlamentarische Aktion gibt. Es kann natürlich eine Situation geben – zum Beispiel aufgrund der Mitgliedschaft in der Europäischen Union et cetera –, wo dann eine Vertretung notwendig ist. (Abg. Scheibner: Das gibt es jetzt schon!) Das weiß ich. (Abg. Scheibner: Da kann man nichts ändern!) Aber wir legen jetzt schon größten Wert darauf, dass diese Vertretung hier im Endeffekt garantiert ist.
Abg. Scheibner: Da kann man nichts ändern!
Es hat sich jetzt sehr vieles geändert: Wir sind zum Beispiel sehr sensibel, was die Frage der Vertretung betrifft. Wir legen großen Wert darauf, dass das angesprochene Regierungsmitglied größtenteils hier präsent ist, wenn es eine parlamentarische Aktion gibt. Es kann natürlich eine Situation geben – zum Beispiel aufgrund der Mitgliedschaft in der Europäischen Union et cetera –, wo dann eine Vertretung notwendig ist. (Abg. Scheibner: Das gibt es jetzt schon!) Das weiß ich. (Abg. Scheibner: Da kann man nichts ändern!) Aber wir legen jetzt schon größten Wert darauf, dass diese Vertretung hier im Endeffekt garantiert ist.
Abg. Scheibner: Das kennen wir schon aus den neunziger Jahren!
beschließt, ein Verfassungsmissbrauch ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Das stimmt, aber die schon!) Mein Verständnis ist, dass Verfassungsrechte im Parlament auf Basis einer breiten Mehrheit, die dafür erforderlich ist, verändert werden können (Abg. Scheibner: Das kennen wir schon aus den neunziger Jahren!), und eine Verfassungsänderung (Abg. Ing. Westenthaler: Koalitionsmissbrauch!) als Verfassungsmissbrauch zu bezeichnen, halte ich einmal nicht a priori für angebracht.
Abg. Öllinger: Genauso ist es! – Abg. Scheibner: Die aufeinander aufpassen!
tern, die schauen schon aufeinander –, funktioniert. (Abg. Öllinger: Genauso ist es! – Abg. Scheibner: Die aufeinander aufpassen!) – Sie brauchen keine Angst zu haben, dass Dinge geschehen, die nicht in unserem Sinne sind! Glauben Sie mir das! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Gibt es da auch wieder ein Geheimpapier?
Ich sage Ihnen, wie das geschehen kann: Arbeitsmarktpolitik ist das Herzstück dieser Bundesregierung, weil das für die Frauen und Männer in diesem Land eklatant wichtig ist, und da baue ich auch auf die Frau Staatssekretärin Marek, Ihre Parteigenossin, die genau für diesen Bereich zuständig sein wird, dass sie hier auch Schritte setzt. (Abg. Scheibner: Gibt es da auch wieder ein Geheimpapier?)
Abg. Ing. Westenthaler: Nur habt ihr es verhindert voriges Jahr! Ihr habt die Einigung mutwillig zerstört! – Abg. Scheibner: Parteipolitik vor Staatspolitik, das ist bei euch die Devise!
Man sollte nicht immer so mit einem Augenzwinkern – man meint es ja nicht so – diese Formulierungen und diese Floskeln so dahinsagen. Ich glaube, das ist der falsche Weg. Wir haben da Vorbildwirkung, und wir sollten alle zu einer gemeinsamen Lösung beitragen und nicht die einen als Gäste bezeichnen, denen man jederzeit das Gastrecht entziehen kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur habt ihr es verhindert voriges Jahr! Ihr habt die Einigung mutwillig zerstört! – Abg. Scheibner: Parteipolitik vor Staatspolitik, das ist bei euch die Devise!)
Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie einmal Ihre Bürgermeister in Kärnten, was die dazu sagen! – Abg. Scheibner: Zweimal habt ihr die Einigung verhindert!
1955 haben unsere Vorgänger hier den Staatsvertrag verabschiedet, an den Sie noch immer gebunden sind, meine Damen und Herren, und auf den Sie angelobt wurden. Das, was Sie in Ihrer Diktion machen, ist, Öl ins Feuer zu gießen, ist, keine Lösung zuzulassen, damit Sie auch immer wieder einen Punkt haben, mit dem man in Kärnten auf Landesebene regional ein bisschen punkten kann. (Abg. Ing. Westenthaler: Fragen Sie einmal Ihre Bürgermeister in Kärnten, was die dazu sagen! – Abg. Scheibner: Zweimal habt ihr die Einigung verhindert!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na hallo, was ist denn das?! Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Ich finde es jenseitig, dass der Herr Westenthaler nach der Rede des Herrn Wittmann sagt, das werden wir euren sozialdemokratischen Bürgermeistern brühwarm eins zu eins mitteilen, was ihr da im Parlament sagt. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit einem schönen Schleifchen drauf!) Damit wird versucht. wieder zu schüren. Für diese Politik des Schürens stehen Sie genauso wie der Herr Strache. Da können Sie sich an der Nase nehmen, da unterscheiden Sie sich überhaupt nicht: Haider, Westenthaler, Strache – ein und die dieselbe Mischpoche. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Na hallo, was ist denn das?! Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Kollege, die jetzige Koalition, das wurde heute schon gesagt, hat eine Teamstruktur gewählt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Herr Kollege Scheibner, natürlich gibt
Abg. Scheibner: Aber wo?
Sie haben gesagt, Sie ihm sogar geglaubt, dass er das alles ernst meint, was er sagt. Ich darf Ihnen sagen: Er hat es ernst gemeint. (Abg. Scheibner: Aber wo?) Ich habe Sie von hier aus in den letzten Debattenbeiträgen vor der letzten Wahl mehrmals eingeladen, als Mitglied dieses Hauses für die Stärkung der Oppositionsrechte zu sorgen, sich daran zu beteiligen, schon mit dem zarten Hinweis darauf, mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit werden Sie wahrscheinlich das nächste Mal der Regierung nicht mehr angehören.
Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Scheibner
Wenn ein Herr Westenthaler gemeint hat, dass ihn diese Bilder an Gewalt erinnern, dann muss ich sagen: Der Einzige, der jemals irgendwie im Zusammenhang mit Gewalt aufgedeckt worden ist, war der Herr Westenthaler im Wahlkampf am Wahlabend (Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Scheibner), wo er offenbar mit irgendwelchen aufrufenden Worten dazu beigetragen hat, dass jemand tätlich geworden ist, nämlich gewalttätig geworden ist, worauf es ja dann auch zur Anzeige kam. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist aber kein Vergleich!
Kritik hat es daran gegeben, die Pädaks quasi in das Unterrichtsministerium zu geben. Den Umstand der engen Verknüpfung der Materien erkenne ich zum Beispiel im militärischen Bereich durch die Zugehörigkeit der Militärakademie zum Bundesministerium für Landesverteidigung und mit der Einrichtung der Sicherheitsakademie beim Innenressort. Auf Grund dieser Tatsache ist die Ansiedelung der Pädaks im Unterrichtsministerium in keiner Weise als Abwertung gegenüber der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung an Universitäten zu sehen. Hier geht es primär um die Vernetzung vor Ort. (Abg. Scheibner: Das ist aber kein Vergleich!) Mit dieser Zusammenlegung werden automatisch bürokratische Hürden umgangen.
Abg. Scheibner: Nein, nein, nein, ...!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Im Wahlkampf zumindest hat zunächst die ÖVP vorgeschlagen (Abg. Scheibner: Nein, nein, nein, ...!), die Erbschafts- und Schenkungssteuer zu streichen. Das war einer der ganz wenigen Vorschläge, die es überhaupt von der ÖVP gegeben hat. (Abg. Lentsch: Bitte! Nicht schon wieder!) Ich glaube, wenn Sie heute auf der Straße jemanden fragen, ist es überhaupt der einzige, an den sich jemand erinnert. (Abg. Lentsch: Wir sind in einer Koalition! Steig oba!) – Das BZÖ hat noch andere Ideen gehabt, abgesehen davon, aber die gehören nicht hierher.
Abg. Scheibner: Das stimmt ja auch nicht, ...!
Das, was mir einfach nur auffällt, ist, dass das anscheinend so ein typischer Versuch ist, auf die politische Vergesslichkeit zu spekulieren, denn jene Parteien, die im Wahlkampf jetzt gefordert haben, die Erbschafts- und Schenkungssteuer abzuschaffen, sind genau jene Parteien, die 2001 durch die Veränderung der Einheitswerte beim Erben und beim Schenken für eine Verdreifachung dieser Steuer gesorgt haben! (Abg. Scheibner: Das stimmt ja auch nicht, ...!) – Sie waren damals Regierungsmitglied, also werden Sie dem im Ministerrat ja zugestimmt haben, Herr Scheibner!
Abg. Scheibner: ... nachrechnen! ... Ihre eigenen Zahlen!
Das ist genau das, was Sie 2001 gemacht haben. Und das ist schon ein bisschen erklärungsbedürftig, dass Sie vor sechs Jahren die Verdreifachung wollten (Abg. Scheibner: ... nachrechnen! ... Ihre eigenen Zahlen!), es verdreifacht haben – und heute wollen Sie es abschaffen! Sie haben noch überhaupt nicht plausibel darlegen können, wie es zu diesem Sinneswandel kommt! Die einzige Darlegung, die ich bis jetzt kenne (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das her? Hat Ihnen das der Herr Matznetter gesagt?), ist gerüchtehalber überliefert – den Wahrheitsgehalt kann ich nicht überprüfen, glaubwürdig klingt es allemal –, nämlich dass der ehemalige Finanzminister mit seinem ehemaligen Kabinettchef auf einen Kaffee im Hotel Sacher war und sie ein bisschen so die Ereignisse der letzten Monate Revue passieren haben lassen, übers Heiraten, und sie haben halt dann ein bisschen (Abg. Lentsch: Waren Sie dabei? Haben Sie das gesehen, oder behaupten Sie das nur?) – Sie können ja im Protokoll genau nachlesen, was ich diesbezüglich eingangs ausdrücklich gesagt habe – auch über die Zukunft sinniert. Und da ist ihnen aufgefallen: Um Gottes willen, es könnte sein, dass irgendwann einmal – hoffentlich ganz, ganz spät – Erbschaftssteuer fällig wäre!, und das wollen sie vielleicht doch nicht. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Hornek und Mag. Donnerbauer.)
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das her? Hat Ihnen das der Herr Matznetter gesagt?
Das ist genau das, was Sie 2001 gemacht haben. Und das ist schon ein bisschen erklärungsbedürftig, dass Sie vor sechs Jahren die Verdreifachung wollten (Abg. Scheibner: ... nachrechnen! ... Ihre eigenen Zahlen!), es verdreifacht haben – und heute wollen Sie es abschaffen! Sie haben noch überhaupt nicht plausibel darlegen können, wie es zu diesem Sinneswandel kommt! Die einzige Darlegung, die ich bis jetzt kenne (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das her? Hat Ihnen das der Herr Matznetter gesagt?), ist gerüchtehalber überliefert – den Wahrheitsgehalt kann ich nicht überprüfen, glaubwürdig klingt es allemal –, nämlich dass der ehemalige Finanzminister mit seinem ehemaligen Kabinettchef auf einen Kaffee im Hotel Sacher war und sie ein bisschen so die Ereignisse der letzten Monate Revue passieren haben lassen, übers Heiraten, und sie haben halt dann ein bisschen (Abg. Lentsch: Waren Sie dabei? Haben Sie das gesehen, oder behaupten Sie das nur?) – Sie können ja im Protokoll genau nachlesen, was ich diesbezüglich eingangs ausdrücklich gesagt habe – auch über die Zukunft sinniert. Und da ist ihnen aufgefallen: Um Gottes willen, es könnte sein, dass irgendwann einmal – hoffentlich ganz, ganz spät – Erbschaftssteuer fällig wäre!, und das wollen sie vielleicht doch nicht. (Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Hornek und Mag. Donnerbauer.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Und – rums! – ändern wir einfach die politische Einstellung: Gestern haben wir es verdreifacht – heute wollen wir es abschaffen, damit wir morgen steuerfrei erben! – Das ist die Politik, die anscheinend hier verfolgt wird. Die ÖVP hat anscheinend in Ermangelung eigener Ideen – wie gesagt, an andere kann sich kaum jemand erinnern – diese Idee aufgegriffen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: 50 Prozent – das ist Enteignung! Enteignung ist das!
Unsere Position ist hier sehr einfach: Wir von der SPÖ sind der Meinung, dass für eine durchschnittliche oder auch für eine etwas überdurchschnittliche Erbschaft keine oder kaum eine Erbschaftssteuer anfallen soll. Wir sind auch der Meinung, dass Betriebsübergaben oder Hofübergaben nicht an Regelungen der Erbschafts- und Schenkungssteuer scheitern sollten. Über entsprechende Anpassungen zu reden sind wir gerne bereit, aber wir sind der Meinung, dass jemand, der quasi das Glück hatte, in eine sehr vermögende Familie hineingeboren zu werden oder in eine vermögende Familie hineinzuheiraten (Abg. Mag. Donnerbauer: „Dem soll man es wegnehmen!“), einen kleinen Teil dieses großen Glücks auch mit der Gesellschaft teilen kann, und das eben auch in Form der Erbschafts- oder Schenkungssteuer. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: 50 Prozent – das ist Enteignung! Enteignung ist das!)
Abg. Scheibner: Stimmt ja auch!
Nun zum Antrag des BZÖ: Herr Scheibner, Sie haben damit argumentiert, dass diese Steuer nicht erklärbar ist und haben das Argument der Doppelbelastung verwendet (Abg. Scheibner: Stimmt ja auch!), das im Übrigen auch jetzt von der Abgeordneten Lentsch noch einmal verwendet wurde. Ich hätte mir gedacht, dass dieses Argument seit der Einführung der Kapitalertragsteuer überwunden ist, denn damals, zu Kreiskys Zeiten, war die Diskussion um die Einführung der Zinsertragsteuer, und damals wurde schon argumentiert: Hier besteuern wir ja Versteuertes noch einmal! (Abg. Scheibner: Das sind ja nur die Zinsen, der Zuwachs!)
Abg. Scheibner: Das sind ja nur die Zinsen, der Zuwachs!
Nun zum Antrag des BZÖ: Herr Scheibner, Sie haben damit argumentiert, dass diese Steuer nicht erklärbar ist und haben das Argument der Doppelbelastung verwendet (Abg. Scheibner: Stimmt ja auch!), das im Übrigen auch jetzt von der Abgeordneten Lentsch noch einmal verwendet wurde. Ich hätte mir gedacht, dass dieses Argument seit der Einführung der Kapitalertragsteuer überwunden ist, denn damals, zu Kreiskys Zeiten, war die Diskussion um die Einführung der Zinsertragsteuer, und damals wurde schon argumentiert: Hier besteuern wir ja Versteuertes noch einmal! (Abg. Scheibner: Das sind ja nur die Zinsen, der Zuwachs!)
Abg. Scheibner: Genau!
Herr Kollege Scheibner! Sie sprechen von einem fairen und gerechten Steuersystem. (Abg. Scheibner: Genau!) Erklären Sie mir einmal, wie ein Steuersystem fair und gerecht sein kann, das die Vermögenden in unserem Lande zunehmend weniger besteuert! (Abg. Scheibner: Das ist doch Ihr Gesetz!) Es sind in der Vergangenheit schon viele Vermögensteuern abgeschafft worden – von der Vermögensteuer bis hin zur Börsenumsatzsteuer. Von den Privatstiftungen, die sozusagen eine Mezzie für die Reichen und Superreichen im Land sind, wollen wir ja gar nicht sprechen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt! Sie haben die Stiftungen eingeführt!) Und wenn, wie die Grünen, jemand der Meinung ist, dass wir eine Vermögenskonzentration, eine weitere Vermögenskonzentration im Lande verhindern wollen, ein Steuersystem mit einer ausgewogenen Steuerstruktur haben wollen – Stichwort: Entlastung des Faktors Arbeit –, dann muss man wohl ein klares Bekenntnis zur Erbschaftssteuer ablegen! (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist doch Ihr Gesetz!
Herr Kollege Scheibner! Sie sprechen von einem fairen und gerechten Steuersystem. (Abg. Scheibner: Genau!) Erklären Sie mir einmal, wie ein Steuersystem fair und gerecht sein kann, das die Vermögenden in unserem Lande zunehmend weniger besteuert! (Abg. Scheibner: Das ist doch Ihr Gesetz!) Es sind in der Vergangenheit schon viele Vermögensteuern abgeschafft worden – von der Vermögensteuer bis hin zur Börsenumsatzsteuer. Von den Privatstiftungen, die sozusagen eine Mezzie für die Reichen und Superreichen im Land sind, wollen wir ja gar nicht sprechen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt! Sie haben die Stiftungen eingeführt!) Und wenn, wie die Grünen, jemand der Meinung ist, dass wir eine Vermögenskonzentration, eine weitere Vermögenskonzentration im Lande verhindern wollen, ein Steuersystem mit einer ausgewogenen Steuerstruktur haben wollen – Stichwort: Entlastung des Faktors Arbeit –, dann muss man wohl ein klares Bekenntnis zur Erbschaftssteuer ablegen! (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt! Sie haben die Stiftungen eingeführt!
Herr Kollege Scheibner! Sie sprechen von einem fairen und gerechten Steuersystem. (Abg. Scheibner: Genau!) Erklären Sie mir einmal, wie ein Steuersystem fair und gerecht sein kann, das die Vermögenden in unserem Lande zunehmend weniger besteuert! (Abg. Scheibner: Das ist doch Ihr Gesetz!) Es sind in der Vergangenheit schon viele Vermögensteuern abgeschafft worden – von der Vermögensteuer bis hin zur Börsenumsatzsteuer. Von den Privatstiftungen, die sozusagen eine Mezzie für die Reichen und Superreichen im Land sind, wollen wir ja gar nicht sprechen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt! Sie haben die Stiftungen eingeführt!) Und wenn, wie die Grünen, jemand der Meinung ist, dass wir eine Vermögenskonzentration, eine weitere Vermögenskonzentration im Lande verhindern wollen, ein Steuersystem mit einer ausgewogenen Steuerstruktur haben wollen – Stichwort: Entlastung des Faktors Arbeit –, dann muss man wohl ein klares Bekenntnis zur Erbschaftssteuer ablegen! (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Herr Kollege Scheibner! Sie sprechen von einem fairen und gerechten Steuersystem. (Abg. Scheibner: Genau!) Erklären Sie mir einmal, wie ein Steuersystem fair und gerecht sein kann, das die Vermögenden in unserem Lande zunehmend weniger besteuert! (Abg. Scheibner: Das ist doch Ihr Gesetz!) Es sind in der Vergangenheit schon viele Vermögensteuern abgeschafft worden – von der Vermögensteuer bis hin zur Börsenumsatzsteuer. Von den Privatstiftungen, die sozusagen eine Mezzie für die Reichen und Superreichen im Land sind, wollen wir ja gar nicht sprechen. (Abg. Scheibner: Das haben Sie eingeführt! Sie haben die Stiftungen eingeführt!) Und wenn, wie die Grünen, jemand der Meinung ist, dass wir eine Vermögenskonzentration, eine weitere Vermögenskonzentration im Lande verhindern wollen, ein Steuersystem mit einer ausgewogenen Steuerstruktur haben wollen – Stichwort: Entlastung des Faktors Arbeit –, dann muss man wohl ein klares Bekenntnis zur Erbschaftssteuer ablegen! (Ironische Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 13
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch in Österreich so!
Seit gestern liegen die neuen Ergebnisse des „Eurobarometer“ vor, das die Frage, wie denkt ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist auch in Österreich so!) – Nein! In Österreich sind 100 Prozent der österreichischen Bevölkerung und 100 Prozent der Mitglieder der Bundesregierung – und ich hoffe, auch des Parlaments – der Meinung, dass wir die friedliche Nutzung der Kernenergie in Österreich ablehnen, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Keine Fernreisen!
Meine Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir brauchen auf diese Herausforderungen klare Antworten – klare Antworten in der Energiepolitik, klare Antworten in internationalen Handelsfragen, aber auch klare Antworten auf den Klimawandel. (Abg. Scheibner: Keine Fernreisen!) Wir brauchen aber auch eine stärkere – Herr Kollege Scheibner, ich glaube, da sind wir uns einig – Identifikation der Bürger mit Europa. Wir brauchen den Ausbau der Vielfalt in den Regionen, und wir brauchen auch den Abbau unnötiger Bürokratie und die Sicherung eines hohen Verbraucherschutz-Niveaus, aber auch die Sicherheit der Versorgung mit Energie.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Können Sie das auf ein Taferl schreiben?
Ich könnte Ihnen noch weitere Zahlen nenne. Ich könnte Ihnen sagen, dass diese falsche Subventionierung der Verkehrspolitik – auch nach neuesten Zahlen – im Jahr das Leben um 4 Millionen Lebensjahre verkürzt: 4 Millionen Lebensjahre – die Zahlen habe ich hier von einer Agentur – europaweit weniger! Umgerechnet auf Österreich heißt das, dass die Hälfte der österreichischen Bevölkerung ein Jahr kürzer lebt, weil die Emissionen aus dem Verkehrsbereich gesundheitsschädlich sind. Das ist die falsche Politik der EU, die wir dringend umkehren müssen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Können Sie das auf ein Taferl schreiben?)
Sitzung Nr. 14
Abg. Scheibner: Das stimmt ja leider nicht!
Was wir heute darüber wissen, verheißt nichts Gutes. (Abg. Großruck: Fangen Sie nicht zu weinen an!) Es ist deutlich erkennbar, dass der Sparkurs von Schwarz-Blau-Orange fortgesetzt werden soll. Wir müssen zwar noch die Details dieses Schüssel/Grasser-Kurses abwarten, aber es ist zu befürchten, dass zu wenig Geld in die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und Entwicklung und in den Klimaschutz fließen wird und dass zu wenig Mittel für die Grundsicherung, für die Pflege und für Frauen zur Verfügung stehen werden. Die Verlängerung der Misere an Schulen, Universitäten und in der Pflege zeichnet sich ab. Aber für die Landesverteidigung, so hört und liest man, soll es 2007 ganze 100 Millionen € mehr geben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja leider nicht!) Das soll zukunftsgerecht sein? (Abg. Scheibner: Es stimmt leider nicht!) – Wir werden uns das sehr genau anschauen, Kollege Scheibner, wenn das Budget vorliegen wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Abg. Scheibner: Es stimmt leider nicht!
Was wir heute darüber wissen, verheißt nichts Gutes. (Abg. Großruck: Fangen Sie nicht zu weinen an!) Es ist deutlich erkennbar, dass der Sparkurs von Schwarz-Blau-Orange fortgesetzt werden soll. Wir müssen zwar noch die Details dieses Schüssel/Grasser-Kurses abwarten, aber es ist zu befürchten, dass zu wenig Geld in die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und Entwicklung und in den Klimaschutz fließen wird und dass zu wenig Mittel für die Grundsicherung, für die Pflege und für Frauen zur Verfügung stehen werden. Die Verlängerung der Misere an Schulen, Universitäten und in der Pflege zeichnet sich ab. Aber für die Landesverteidigung, so hört und liest man, soll es 2007 ganze 100 Millionen € mehr geben. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja leider nicht!) Das soll zukunftsgerecht sein? (Abg. Scheibner: Es stimmt leider nicht!) – Wir werden uns das sehr genau anschauen, Kollege Scheibner, wenn das Budget vorliegen wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Abg. Scheibner: Klassenkampf!
Es kann nicht sein, dass wir das einzige Land in Europa sind, das sagt: Schnöde Erbschaftssteuer! Das ist für die kleinen Familien oder sonst wen! – Das kann man schon so machen, das ist auch unser Vorschlag, nämlich bei den Kleinen großzügigere Freibeträge, bis zu den mittleren Vermögen, die übertragen werden, sei es durch Erbschaft oder sei es auch, wenn man auf den Grundbesitz geht, aber ab einer bestimmten Höhe muss das stärker greifen als jetzt. (Abg. Scheibner: Klassenkampf!) – Da gibt es andere, die das auch fordern, das stimmt, wenn auch nicht Sie.
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Daher halte ich es für unbedingt notwendig, hier wirklich zusätzliches Geld zur Verfügung zu stellen und vor allem Maßnahmen zu setzen, die die Arbeit der Freiwilligen ermöglichen. Letztlich ist es die Verantwortung von uns allen, versicherungsmäßig und aufgabenmäßig den Bereich so zu ordnen, dass wir sicher sein können, dass diese Menschen auch ihre Leistung erbringen können, wo und wann sie benötigt wird! (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) Das ist eine wesentliche Voraussetzung.
Abg. Scheibner: ... aber nicht die Realität!
Jetzt versetzen Sie sich einmal in die Situation einer solchen Frau! Sie hat nur gearbeitet, um genau das zu erreichen; ihre männlichen Kollegen verdienen mehr, deutlich mehr! Die männlichen Kollegen haben – wahrscheinlich fast alle – eine Familie und haben auch jemanden zu Hause, der ihnen den Alltag organisiert, die Kinder betreut und die Hausarbeit macht. Ist das nicht extrem ungerecht? (Abg. Scheibner: ... aber nicht die Realität!) Schreit das nicht auch nach gesetzlichen Vorgaben in der Wirtschaft? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das sieht man jetzt ganz anders!
Der vierte und letzte Bereich ist die Familienpolitik. Frau Steibl, da werden Sie in der Debatte sicher noch einiges beizutragen haben. (Abg. Steibl: Wir haben auch viel dazu beigetragen ...!) Sie haben viel dazu beigetragen, sagen Sie gerade. Ich zitiere jetzt nur Ihren Regierungspartner, der noch vor wenigen Wochen in Opposition war: Es fehlen 100 000 Kinderbetreuungsplätze, und es fehlen 180 000 ganztägige Schulplätze für Schülerinnen und Schüler in Österreich. (Abg. Scheibner: Das sieht man jetzt ganz anders!) Bei den Unter-Dreijährigen ist es, glaube ich, aktenkundig, da haben wir eine Betreuungsquote von 12 Prozent und einen Aufholbedarf bis zum Jahr 2010, EU-Vorgabe, auf 30 Prozent.
Abg. Scheibner: Das war halt noch ein Staatssekretär! Der hat sich noch etwas getraut! – Heiterkeit.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Weinzinger. 5 Minuten Redezeit. – Bitte sehr. (Abg. Scheibner: Das war halt noch ein Staatssekretär! Der hat sich noch etwas getraut! – Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
keit, über eine Änderung des Hochschülerschaftsgesetzes zu sprechen, wenn nämlich dann ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Legen Sie nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage, sie verdienen es oft gar nicht. (Heiterkeit.)
Abg. Scheibner: Was kostet denn das Flugticket?
Was bedeutet das? – Dass Personen, die zum Beispiel Verwandte in Österreich besuchen wollen – das betrifft vor allem oder sehr stark Personen aus der Türkei, denn 20 Prozent aller in Österreich lebenden Ausländerinnen und Ausländer sind Menschen aus der Türkei –, für den Besuch bei Verwandten in Österreich 60 € zahlen müssen, wenn sie das Visum überhaupt bekommen. Stellen Sie sich einmal vor, wie viel das ist! Stellen Sie sich vor, Sie sind finanziell nicht gut gestellt und haben nicht genügend Geld! (Abg. Scheibner: Was kostet denn das Flugticket?)
Abg. Scheibner: Wegen 30 € kommen jetzt keine Ausländer? – Geh bitte!
Ich denke, das ist eine Variante, wie die damalige Bundesregierung – und mit der jetzigen Entscheidung die derzeitige Bundesregierung – sagt – und FPÖ und BZÖ werden dem sicher gerne zustimmen –, man wolle so wenig Ausländerinnen und Ausländer in Österreich haben wie möglich, und wenn, dann sollen sie noch teuer dafür zahlen – wenn sie es dann überhaupt schaffen, denn auch die Situation in den Konsulaten und den Botschaften, wo das Visum zu bekommen ist, ist alles andere als einfach. (Abg. Scheibner: Wegen 30 € kommen jetzt keine Ausländer? – Geh bitte!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist dann gelungen, dass die jetzt nicht dabei sind – wie gesagt, bis Jahresende müssen sie nur diese 35 € zahlen –, aber auch die 35 € sind für Menschen, für arme Personen gerade aus diesen Gebieten etwas, das ganz schwer zu leisten ist. Noch dazu sind Umstände – wie zuerst schon gesagt – wie lange Wartezeiten, immer wieder hinfahren zu müssen und nicht zu wissen, ob man das Visum bekommt, nicht gerade etwas, das dazu beiträgt, dass man seine Verwandten oder Bekannten tatsächlich in Österreich besuchen kann. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Und das nur wegen der Visagebühren!?
Und warum? – Gerade unter den jungen Leuten gibt es viele, bei denen einfach die Gefahr vorhanden ist, dass sie sich in der Stimmung, die es in diesen Ländern gibt, nationalistischen Bewegungen anschließen – nicht etwas, was wir als Europäische Union tatsächlich fördern sollten. (Abg. Scheibner: Und das nur wegen der Visagebühren!?)
Abg. Scheibner: Leider, leider!
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Lunacek, Sie haben nichts Neues gebracht, was Sie nicht auch im Ausschuss schon gesagt hätten, und Sie gehen einfach auf die Argumente, die gebracht wurden, überhaupt nicht ein. Sie ignorieren diese. (Abg. Scheibner: Leider, leider!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Einen Vierzeiler, den hätte ich – der Respekt vor dem Vorsitz hindert mich. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 16
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Wenn wir über Kriminalitätsentwicklung, über die Kriminalität reden, dann kann man das nicht nur so kurzfristig betrachten, wie das Kollege Westenthaler getan hat, sondern muss, wie Kollege Cap auch gemeint hat, einen Blick auch zurück werfen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Nicht nur dass sich die Deliktszahlen seit 1999 massiv erhöht haben, sondern auch die Aufklärung ist in dieser Zeit massiv zurückgegangen, etwa 1999: 500 000 Delikte, 2006: 600 000 Delikte; Aufklärung 1999: 51,4, Aufklärung 2006: 38,9. Das sei einfach ganz sachlich festgestellt, ohne jeglichen polemischen Hintergrund.
Abg. Scheibner: Jetzt ist alles in Ordnung!
Ich habe während der sieben Jahre der FPÖ-BZÖ-ÖVP-Regierungen immer auf diese Problematik hingewiesen. Seit 2000 wurden etwa 3 000 Planstellen im Innenministerium eingespart. Das ist ein Faktum. (Abg. Scheibner: Jetzt ist alles in Ordnung!), und zwar, lieber Kollege Scheibner, unter tatkräftiger Mithilfe des BZÖ und der FPÖ. (Abg. Scheibner: 2 000 mehr!) Sie selbst waren in der Regierung, auch Kollegin Haubner war in der Regierung. Beide haben Sie allerdings nicht verhindert, dass die Zahl der Planstellen im Innenministerium abgebaut worden ist. Nehmen Sie das doch einmal zur Kenntnis! Sie können sich da nicht abputzen.
Abg. Scheibner: 2 000 mehr!
Ich habe während der sieben Jahre der FPÖ-BZÖ-ÖVP-Regierungen immer auf diese Problematik hingewiesen. Seit 2000 wurden etwa 3 000 Planstellen im Innenministerium eingespart. Das ist ein Faktum. (Abg. Scheibner: Jetzt ist alles in Ordnung!), und zwar, lieber Kollege Scheibner, unter tatkräftiger Mithilfe des BZÖ und der FPÖ. (Abg. Scheibner: 2 000 mehr!) Sie selbst waren in der Regierung, auch Kollegin Haubner war in der Regierung. Beide haben Sie allerdings nicht verhindert, dass die Zahl der Planstellen im Innenministerium abgebaut worden ist. Nehmen Sie das doch einmal zur Kenntnis! Sie können sich da nicht abputzen.
Abg. Scheibner: 2008?
Meine Damen und Herren! Diese neue Regierung hat im Stellenplan 2007 keine Kürzungen vorgenommen. (Abg. Scheibner: 2008?) Daher, wie Minister Platter schon richtig ausgeführt hat, wird es Neuaufnahmen geben. Das wird noch immer nicht die Problematik lösen, aber wir werden uns entsprechend dafür einsetzen, wie es die Sozialdemokratie immer gehalten hat, dass Sicherheit der Menschen ein Grundrecht ist, und dafür werden wir uns mit aller Kraft einsetzen. Das werden wir gemeinsam tun,
Abg. Scheibner: Was macht denn ihr? Ihr macht es nicht schlecht?!
Abgeordneter Anton Gaál (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geschätzten Damen und Herren der Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Es geht um eine effiziente, glaubwürdige Sicherheitspolitik, die weit über den militärischen Bereich hinausgeht. Wir wissen, die klassische Landesverteidigung hat nicht mehr den Stellenwert der Vergangenheit. Im Vordergrund stehen die internationalen Herausforderungen, internationale Aufgaben, humanitäre Aktivitäten, ziviles, militärisches Krisenmanagement. Tausende von Soldatinnen und Soldaten sind seit Jahrzehnten im Dienste des Friedens weltweit unterwegs. Und daher kann ich nur davor warnen, das Bundesheer schlechtzureden, nur weil Sie vom BZÖ nicht mehr in der Bundesregierung sind. (Abg. Scheibner: Was macht denn ihr? Ihr macht es nicht schlecht?!) Ich warne vor Panikmache, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
unerträglich gewordene System zu verbessern, aber ich bestreite das Recht, heute hier diese Leute zu verhöhnen und sie als politisches Kleingeld zu betrachten. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 17
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Hier gilt es, „geschickte“ Einrichtungen auch seitens des Bundes und der Länder zu unterstützen und Innovationen aufzugreifen, dass wir einerseits diese höchste Pro-Kopf-Quote an Einnahmen für Tourismus in Europa sichern und andererseits nicht glauben, mit aller Gewalt hier Tür und Tor für Massen öffnen zu müssen, denn Massentourismus steht nicht für Qualitätstourismus. Hier ist weniger durchaus mehr, auch mit Rücksicht auf unsere Natur. Das ist, glaube ich, mit den gästefreundlichen MitarbeiterInnen, der Landschaft und der Kulturlandschaft in diesem Land einer der höchsten Schätze, die wir in Österreich haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Die Geschäftsordnung! Die Spielregel!
Tatsache ist, dass wir eine Situation haben, die entsprechend alle Möglichkeiten ausnutzt, um unsere Situation hier ... (Abg. Scheibner: Die Geschäftsordnung! Die Spielregel!)
Abg. Scheibner: Wo soll es sonst bezahlt werden?
2010, nach der neuen Berechnung, nach den neuen Zahlen. Und genauso wie Gorbach bleiben Sie uns ja völlig schuldig die Antwort auf die Frage, wie wird das bedeckt, wie wird das bezahlt, außer aus dem Budget. (Abg. Scheibner: Wo soll es sonst bezahlt werden?) Sprich: Die Schuldenpolitik der Jahre 2010/11/12 wird mehr oder weniger herangezogen werden müssen, um das alles zu finanzieren, was Sie uns jetzt sozusagen in Aussicht stellen.
Abg. Scheibner: Na, na, na!
Geschätzte Abgeordnete des BZÖ, Sie sollten dazu in dieser Debatte eher zurückhaltend sein und an der Lösung des Problems mitarbeiten – Fristsetzungsanträge können Sie sich in diesem Zusammenhang gerne sparen. (Abg. Scheibner: Na, na, na!) Wir werden jedenfalls nicht den Bock zum Gärtner machen! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Sie brauchen das nicht zu erklären!
Aber ich muss jetzt trotzdem den Damen und Herren Abgeordneten erklären, warum die Grünen diesem Abkommen nicht zustimmen. (Abg. Scheibner: Sie brauchen das nicht zu erklären!)
Sitzung Nr. 18
Abg. Scheibner: Eine bessere Oppositionsrede wie Sie bringen wir nicht zusammen!
Vieles war gemeinsam, das war besonders gemeinsam. Und alles, was von 2000 bis 2006 passiert ist – inklusive die schlauen Ausgliederungen, damit man da die Schulden nicht sieht –, hat dann der Kollege Westenthaler und die BZÖ-Truppe zu tragen. Die kann sich dann dazu äußern, wenn sie hier versucht, eine oppositionelle Rede einzubringen, was ihr nicht gelingen wird (Abg. Scheibner: Eine bessere Oppositionsrede wie Sie bringen wir nicht zusammen!), denn Sie sind für alles verantwortlich, was ab dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2007 war – außer der Kollege Westenthaler, als er kurz auf Urlaub in der Privatwirtschaft war. Das BZÖ selbst war bitte dafür verantwortlich. Das wollen wir nicht vergessen.
Abg. Scheibner: Wir sind die Opposition!
Kollege Cap, weil Sie so skeptisch schauen: Wem dieser Vergleich noch nicht genügt, ein anderer Vergleich: Da haben zwei privatisierte Unternehmen (Abg. Scheibner: Wir sind die Opposition!) eine österreichische starke Lösung zusammengebracht, während die Gegner der Privatisierung froh waren, dass sie ihre Gewerkschaftsbank an einen ausländischen Investor verkaufen konnten – und damals sprach niemand von einer Katastrophe! Das ist ja fast eine Ironie der neueren Wirtschaftsgeschichte, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber nur bei den Stimmen!
Die zweite positive Anmerkung: Die SPÖ ist vor den Wahlen eigentlich von einem sehr niedrigen Niveau aus in den Wahlkampf gestartet, hat sich dann hinaufgearbeitet zum großen Wahlerfolg (Abg. Scheibner: Aber nur bei den Stimmen!) und ist jetzt wieder auf einem Tiefpunkt. Die positive Anmerkung, meine Damen und Herren von der SPÖ, ist: Sie sind über den Berg! Es geht wieder bergauf! (Ruf bei der SPÖ: Da habt ihr vom BZÖ reiche Erfahrung!)
Vizekanzler Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Welchen Predigtteil nimmst du?
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Ebenfalls 6 Minuten Redezeit. – Bitte, Sie sind am Wort. (Vizekanzler Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Welchen Predigtteil nimmst du?)
Abg. Scheibner: Das machen Sie jetzt genau!
Eine weitere Sache, die der SPÖ in langen, zähen Verhandlungen gelungen ist, in den letzten Wochen abzuwenden, war, wie in der alten Regierung so üblich, eine Belastung der Patientinnen und Patienten. (Abg. Scheibner: Das machen Sie jetzt genau!)
Abg. Scheibner: Sie heben die Beiträge an!
Es war vorgesehen, dass die Österreicherinnen und Österreicher oder die Sozialversicherungen mit dem so genannten Vigilanz-Cent mit 3 Millionen € hätten belastet werden sollen. Wir haben gezeigt, dass diese Form der Belastung mit der SPÖ nicht geht, und haben uns genau dort hingewendet (Abg. Scheibner: Sie heben die Beiträge an!), wo wir gesagt haben, dass wir glauben, dass das Geld auch ist, nämlich bei der Pharmaindustrie. Wir haben gesagt, wenn dieses Geld für Medikamentensicherheit, was wir durchaus glauben, notwendig ist, dann möge man das Geld dort holen. Dieser Schritt ist uns zumindest jetzt in den Verhandlungen gelungen.
Sitzung Nr. 20
Abg. Parnigoni: Wir werden Ihre Politik nicht fortsetzen, Herr Kollege Scheibner!
In diesem Sinne bringe ich den Entschließungsantrag der Abgeordneten Josef Bucher und Kollegen ... (Abg. Parnigoni: Wir werden Ihre Politik nicht fortsetzen, Herr Kollege Scheibner!) – Ja, das ist ja das Problem, lieber Kollege Parnigoni, dass ihr dieses System nicht umsetzt, sondern ihr geht wieder den ideologischen Schritt in die Vergangenheit zurück, wo man sagt, man muss den Leuten das Geld wieder wegnehmen und es dann umverteilen (Beifall beim BZÖ), und wo der Staat und vor allem die Partei dann darüber entscheiden, wer welche Geldmittel bekommt, damit man die Menschen wieder in die Abhängigkeit bringt. Danke für den Zwischenruf, Kollege Parnigoni! (Abg. Parnigoni: Wir wollen nicht, dass die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer!)
Abg. Scheibner: Wegen Ihnen stehen wir nicht auf, Herr Kollege!
Da alle sitzen bleiben, frage ich ... (Abg. Scheibner: Wegen Ihnen stehen wir nicht auf, Herr Kollege!) Sie brauchen wegen mir nicht aufzustehen (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlt sich nicht aus!), Sie brauchen sich aber auch nicht niederzulegen. – Daher frage ich mich: Wie sollen solche Debatten stattfinden?
Abg. Dr. Van der Bellen: Für einen Untersuchungsausschuss gelten andere Regeln, das wissen Sie doch, Herr Scheibner!
Herr Kollege Van der Bellen, da gibt es einen Abs. 2: „Ebenso ist zu bestrafen, wer als Mitglied eines Ausschusses gemäß Art. 53 B-VG“ – das ist der Untersuchungsausschuss – ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Für einen Untersuchungsausschuss gelten andere Regeln, das wissen Sie doch, Herr Scheibner!) Das weiß ich. – Ich wiederhole Abs. 2:
Ruf bei der ÖVP: ... Androsch! – Abg. Scheibner: Ja, wirklich, aber wie oft der interveniert hat, möchten wir nicht wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie oft der interveniert hat?
Das Paradegegengeschäft mit FACC, wo ja selbst EADS von Beginn an schon gesagt hat, das ist schon vierzig Tage vor dem Stichtag erledigt gewesen, ist ja inzwischen auch zerbröselt, denn niemand anderer als der Co-Eigentümer ... (Ruf bei der ÖVP: ... Androsch! – Abg. Scheibner: Ja, wirklich, aber wie oft der interveniert hat, möchten wir nicht wissen! – Abg. Ing. Westenthaler: Wissen Sie, wie oft der interveniert hat?)
Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal den Herrn Androsch unter Wahrheitspflicht!
Androsch: „Mit uns sind ja Gegengeschäfte nicht vereinbart worden. Das waren ganz normale bilaterale Geschäfte.“ (Abg. Scheibner: Fragen Sie einmal den Herrn Androsch unter Wahrheitspflicht!)
Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Zivi-Minister!) Herr Kollege Westenthaler, ich werde versuchen, die Emotion herauszunehmen. Mein Vorvorgänger ist sehr emotional, das verstehe ich, da er dann in der letzten Regierung diese Funktion nicht mehr ausüben durfte, die er so gerne ausgeübt hat. Ich sage in aller Kürze ... (Abg. Scheibner: Im Gegensatz zu Ihnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat seinen Wehrdienst abgeleistet – im Gegensatz zu Ihnen!)
Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!
Es gibt eine Menge anderer Initiativen meiner Amtsführung, beispielsweise: Sechs Monate Wehrdienst sind genug! (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Murauer: Das haben wir schon!) Dazu stehen wir, auch wenn die ÖVP lacht. Ich hoffe, sie wird es hier im Parlament mitbeschließen. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat einfach keine Ahnung!) Das ist ebenfalls im Regierungsübereinkommen schriftlich festgelegt, und zwar so festgelegt, dass es eine gesetzliche Initiative gibt, Herr Kollege Murauer. Ich nehme an, Sie werden das auch mit beschließen.
Abg. Scheibner: Das gibt es schon!
Ich stehe zur Umsetzung der ÖBH-Reform 2010. (Abg. Scheibner: Das gibt es schon!) Das gibt es nicht gesetzlich, Herr Kollege Scheibner, das wissen Sie ganz genau. (Abg. Amon: Das ist nicht wahr!) Ich stehe zur Umsetzung der Bundesheerreform 2010, die mit den Stimmen aller im Parlament vertretenen Parteien beschlossen wurde. Wir werden diese Reform vorantreiben. Sie wurde in den letzten Monaten, auch auf Grund des Wahlkampfes, nicht in der Intensität vorangetrieben, wie sie vorangetrieben werden muss.
Abg. Scheibner: März!
wenige Tage nach meinem Amtsantritt vom BZÖ an mich gerichtet worden, und ich habe nach bestem Wissen und Gewissen rasch geantwortet, soweit das den politischen Intentionen und Kriterien auch gerecht werden kann. (Abg. Scheibner: März!)
Abg. Scheibner: Wie war das in der Nacht?
Wir haben einige große Events in Österreich gehabt, beispielsweise die Überwachung des Lateinamerika-Forums oder auch – nicht in Österreich direkt, aber in Davos – das Weltwirtschaftsforum, für das wir natürlich in Vorarlberg und Tirol auch dafür sorgen mussten, dass der Luftraum dort überwacht wird, und das haben diese zwölf, Herr Kollege Scheibner – ich betone das Wort „zwölf“ –, F-5-Flieger hervorragend für Österreich gewährleistet. (Abg. Scheibner: Wie war das in der Nacht?)
Abg. Scheibner: Eine parlamentarische Anfrage ist eine Einschüchterung! – Abg. Mag. Donnerbauer: Wenn das schon Druck ist!
Ich werde in den nächsten Wochen darum kämpfen, dass die österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler eine Verbilligung dieses Vertrags auch sichtbar vor Augen geführt bekommen werden, egal, unter welchen Druck Sie mich parlamentarisch setzen wollen, unter welchen Druck mich Eurofighter und EADS setzen möchten. (Abg. Scheibner: Eine parlamentarische Anfrage ist eine Einschüchterung! – Abg. Mag. Donnerbauer: Wenn das schon Druck ist!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Herr Bundesminister, Sie sind für die Sicherheit Österreichs zuständig – und das erwarten wir von Ihnen! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 21
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich finde, eine solche Budgetdebatte, die ja die Möglichkeit gibt, über vieles zu diskutieren und viele Vergleiche anzustellen, könnte im heurigen Jahr durchaus eine kreative Debatte werden. Denn: Wenn ein Land wirtschaftlich relativ wenig aktuelle Sorgen hat, dann sollte das eigentlich eine gute Situation sein, darüber nachzudenken und unterschiedliche Ideen dahingehend auszutauschen, wie wir diesen Wirtschaftsstandort noch besser entwickeln können. Ich verstehe, dass oppositionelles Geschäft natürlich auch erledigt werden muss, das gehört dazu, aber ich würde sagen, wir haben keine Veranlassung ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Sie meinen, ich habe es früher besser gemacht als Sie. Das mag sein. Aber diesen Vergleich wollte ich nicht anstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das war nichts mit der Anfragebesprechung. – Herr Dr. Pilz, ich glaube, Sie stehen auf der Rednerliste. Ich würde mich freuen, wenn Sie ans Rednerpult treten und hier heute Ihren Rücktritt erklären würden und dann in die nächste Instanz mit Ihrem Verfahren gehen – möglicherweise müssen Sie ja dann das Mandat auch noch abgeben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das weißt du ganz genau!
Wenn es Bedrohungen in der heutigen Zeit gibt, so sind sie terroristischer Natur. Diesbezüglich sind das Bundesheer und die Exekutive wirklich sehr gut vorbereitet, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das weißt du ganz genau!)
Abg. Scheibner: Das ist alles in Ordnung!
Zusammenfassend stelle ich fest, dass die Aussage der Umsetzung der Ziele des „ÖBH 2010“ politisch nicht aufrechtzuerhalten ist, weil sie aus dem Budget keineswegs ableitbar ist. Ich stelle ferner fest, dass es geboten wäre, die Realisierung des „ÖBH 2010“ beziehungsweise die Umsetzung der Forderungen der Bundesheerreformkommission zu evaluieren (Abg. Scheibner: Das ist alles in Ordnung!) und erhebe hiemit namens der Freiheitlichen Partei die politische Forderung auf Neueinsetzung und Neuinstallierung der Bundesheerreformkommission – tunlichst unter dem vormaligen Vorsitzenden, soweit es seine Gesundheit erlaubt –, um deren Umsetzungsschritte zu evaluieren. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Wie?
Meine Damen und Herren, zum Entschließungsantrag, der vom BZÖ eingebracht wurde, nur einige Punkte: Es ist klargestellt, dass bis zum 30. Juni 2008 die F-5 unseren Luftraum überwachen werden, und wir werden auf alle Fälle die entsprechende Luftraumüberwachung auch danach sicherstellen. (Abg. Scheibner: Wie?) Da brauchen Sie keine Sorge zu haben.
Abg. Scheibner: 109!
Wenn Sie in Ihrem Entschließungsantrag zur M-106, Panzer-Bataillonsgeschütz (Abg. Scheibner: 109!) – M-109, danke! –, Stellung nehmen, dann darf ich Sie schon daran erinnern, lieber Kollege Scheibner, dass die Umrüstsätze, die von Ihnen um viele Millionen Euro beschafft worden sind und heute auf der Halde liegen, nicht notwendig waren. Die Beschaffung ist aber in Ihrer Zeit erfolgt, das kann man Minister Darabos wirklich nicht anhängen. Das muss man entschieden zurückweisen!
Abg. Scheibner: Jetzt rühmt ihr euch für das Eurofighter-Budget!
Zur Frage Budget sei auch deutlich gesagt: Immerhin haben wir, wenn man den Gesamtrahmen betrachtet, gemessen am Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2007 im Budget 0,92 Prozent, im Jahr 2008 werden es 0,81 Prozent sein. Im Jahr 2006 etwa waren es nur 0,71 Prozent, und in Ihrer Zeit war es immer unter 0,7 Prozent. (Abg. Scheibner: Jetzt rühmt ihr euch für das Eurofighter-Budget!)
Abg. Scheibner: Der macht das gut!
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, ich mache Ihnen jetzt einmal einen konstruktiven Vorschlag: Vielleicht könnten Sie morgen Vormittag eine Misstrauensantrag einbringen, nämlich gegen den Minister für Wirtschaft und Arbeit. Das würde sozusagen dem täglichen Arbeitsrhythmus Ihrer Fraktion entsprechen. (Abg. Scheibner: Der macht das gut!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie können ihn ja machen!
Dieser Misstrauensantrag hätte unseres Erachtens vielleicht ein bisschen mehr Diskussionswürdigkeit als derjenige, den Sie heute stellen. – Das nur eingangs. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie können ihn ja machen!)
Abg. Scheibner: Das tut wirklich weh, Frau Kollegin!
Deswegen denke ich, wenn ich mir das Budget genauer anschaue – ich habe inzwischen verschiedenste Ausschüsse kennengelernt, der Verteidigungsausschuss ist jetzt in meiner Allgemeinbildung im Parlament der letzte, ich kenne schon alle –, ist es wirklich interessant, vor allem wenn man sich anschaut, was die „F-5 Tiger“-Leasinggeräte aus der Schweiz kosten. Da waren für 2006 17,5 Millionen € budgetiert. Die Lufthoheit, die Sicherheit Österreichs war ja gewährleistet angesichts dessen, dass wir 17,5 Millionen € für die Sicherung des Luftraumes aufgewendet haben. (Abg. Scheibner: Das tut wirklich weh, Frau Kollegin!) – Meine Güte, so ist es ja. Die SAAB sind ja auch noch immer unterwegs. Sie haben schon Recht, die sind alt, die müssen ergänzt werden oder irgendwie ersetzt werden oder es muss eine andere Lösung gefunden werden.
Abg. Scheibner: Notlösung!
Nur ich sage de facto, das war Ihre Regierung noch, Herr Kollege Scheibner, als Sie in der Regierungsfraktion gesessen sind, die das Auslangen mit 17,5 Millionen für die F-5 gefunden hat. (Abg. Scheibner: Notlösung!) – Ja, ist ja gegangen.
Abg. Scheibner: Magen!
Was mich aber bei den Überlegungen dann doch stutzig macht: War es denn nicht vielleicht Frust, Herr Alt-Verteidigungsminister Scheibner, dass Sie auf Grund der Arbeit des Untersuchungsausschusses feststellen mussten, dass in Zeiten, als Sie Minister waren, als die Flieger zu beschaffen waren, Ihr eigener Parteikollege, Ihr eigener Finanzminister, der nicht einmal Zivildiener war – meines Wissens hat er Plattfüße angeführt, um nicht zum Bundesheer zu müssen (Abg. Scheibner: Magen!), oder Magen, das ist genauso tragisch; ich will aber nicht unterstellen, dass es damals nicht wirklich so war –, ohne Ihr Wissen – Sie haben das selber auch zugegeben! –
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Minister, würden Sie einen russischen Kühlschrank kaufen?, haben Sie gesagt: Na gut, dann müssen wir eben etwas Besseres kaufen! – So fängt es an. Das war dubios genug. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihre Rede!
Herr Bundesminister außer Dienst Scheibner, zu Ihren Aussagen betreffend – dubiose – Fliegerzahlen und Flugstundenzahlen: Sie haben uns damals weismachen wollen, dass wir bei dem neuen Bedrohungsszenario in Europa 365 Tage 24 Stunden in der Luft sein müssen, und danach haben Sie die Flugstunden berechnet! – Na, wenn das nicht dubios ist, was dann? (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihre Rede!)
Abg. Scheibner: Sie sind ja ein richtiger „Experte“! – Vielleicht könnten Sie den Minister machen?
Herr Bundesminister außer Dienst, ich denke an die dubiose Ausschreibung und vor allem an dieses Nachbieterspiel: In dem Moment, wo Entscheidungen schon getroffen waren, sind noch Richtlinien festgelegt worden, die zu dieser Entscheidung geführt haben. (Abg. Scheibner: Sie sind ja ein richtiger „Experte“! – Vielleicht könnten Sie den Minister machen?)
Abg. Scheibner: Es ist ja nicht „billiger geworden“, ... war Bestbieter!
Herr Bundesminister außer Dienst Scheibner: Richtlinien in der Bestbieterermittlung: Haben Sie im normalen Geschäftsleben schon einmal erlebt, dass ein Objekt gegenüber einem anderen Objekt zwar im Ankauf teurer ist, aber nach neun Jahren oder bei 18-Halbjahresraten-Kreditfinanzierung dann plötzlich billiger wird? – Und als ich den Bundeskanzler gefragt habe, wie es das geben kann, hat er gesagt: Ich verstehe es zwar auch nicht, aber der Computer hat es so ausgeworfen! (Abg. Scheibner: Es ist ja nicht „billiger geworden“, ... war Bestbieter!) – Na, das ist dubios, lieber Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es ist ja nicht „billiger geworden“!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es ist ja nicht „billiger geworden“!
Herr Bundesminister außer Dienst Scheibner: Richtlinien in der Bestbieterermittlung: Haben Sie im normalen Geschäftsleben schon einmal erlebt, dass ein Objekt gegenüber einem anderen Objekt zwar im Ankauf teurer ist, aber nach neun Jahren oder bei 18-Halbjahresraten-Kreditfinanzierung dann plötzlich billiger wird? – Und als ich den Bundeskanzler gefragt habe, wie es das geben kann, hat er gesagt: Ich verstehe es zwar auch nicht, aber der Computer hat es so ausgeworfen! (Abg. Scheibner: Es ist ja nicht „billiger geworden“, ... war Bestbieter!) – Na, das ist dubios, lieber Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Es ist ja nicht „billiger geworden“!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Jetzt möchte ich Sie noch an die dubioseste aller Entscheidungen erinnern: Sie gehen mit einem fertigen Gripen-Antrag hinein zum Frühstück, dann gibt es das Semmerl und der Kaffee war ein bisschen heiß – und kommen heraus mit dem Eurofighter! – War das nicht auch dubios, Herr Bundesminister außer Dienst? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Der BAWAG nicht!
Weiters denke ich noch an die Kreditaufnahme: Herr Scheibner, würden Sie in Ihrem Privatleben, wenn Sie für sich oder für Ihre Frau ein Auto kaufen, die Kreditvermittlung demjenigen überlassen, der Ihnen das Auto anbietet? (Abg. Scheibner: Der BAWAG nicht!) – Da denke ich mir schon: Da hätten Sie sich selbst darum gekümmert! (Abg. Scheibner: Da haben Sie schon Recht: Der BAWAG nicht!)
Abg. Scheibner: Da haben Sie schon Recht: Der BAWAG nicht!
Weiters denke ich noch an die Kreditaufnahme: Herr Scheibner, würden Sie in Ihrem Privatleben, wenn Sie für sich oder für Ihre Frau ein Auto kaufen, die Kreditvermittlung demjenigen überlassen, der Ihnen das Auto anbietet? (Abg. Scheibner: Der BAWAG nicht!) – Da denke ich mir schon: Da hätten Sie sich selbst darum gekümmert! (Abg. Scheibner: Da haben Sie schon Recht: Der BAWAG nicht!)
Abg. Scheibner: Wieso ist das eine schwierige politische Konstellation?
Meine Damen und Herren! Das Budget ist ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, denn trotz schwieriger politischer Konstellationen haben wir es geschafft, die soziale Wende in Österreich einzuläuten! (Abg. Scheibner: Wieso ist das eine schwierige politische Konstellation?) Und mit ein bisschen mehr Mut und ein bisschen mehr Willen können wir noch sehr viel mehr erreichen, nämlich durch eine gerechte und für die wirklichen „Hackler“ akzeptable „Hackler-Regelung“.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Endlich haben wir einen Minister, der rechnen kann, der weiß, dass höhere Beschäftigung, höhere Kaufkraft, mehr Geld im Umlauf und niedrigere Arbeitslosigkeit auch zu sicheren Pensionen führen. Und damit geben Sie, Herr Minister, nicht nur meiner Generation Vertrauen, höhere Sicherheit und Vertrauen in den Staat, sondern Sie machen auch endlich mit diesem Neoliberalismus Schluss oder zumindest mit der versuchten Neoliberalismuskampagne. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Du musst doch jammern!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich ist es recht erfreulich, als Bauernvertreter hier zu stehen und zu sehen (Abg. Scheibner: Du musst doch jammern!), dass Sie sich wohl fühlen, dass Sie gesund sind und dass dafür die Bauern einen wesentlichen Beitrag leisten (Beifall bei der ÖVP), nämlich dass Sie täglich mit sicheren Lebensmitteln versorgt werden, dass Sie in einem Österreich leben, wo es schön ist, wo Sie sich wohl fühlen. Daher glaube ich auch, sagen zu dürfen: Das sind auch wir, die dafür die Grundlage schaffen – mit den Rahmenbedingungen, mit dem Budget, mit einem Budget der Nachhaltigkeit für zwei Jahre wiederum, für 2007 und 2008, womit sichergestellt ist, dass Sie, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, und vor allem die Österreicherinnen und Österreicher das auch weiterhin genießen können.
Abg. Scheibner: Wo sind die alle?
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Lieber Kollege Dolinschek, lieber Herr Staatsekretär a.D., Sozial-Staatssekretär, Landwirtschaft war bisher nicht dein Spezialgebiet, das konntest du jetzt bei deiner Rede auch nicht ganz verbergen. (Zwischenrufe bei der SPÖ, den Grünen und beim BZÖ.) Ich gebe zu, es ist auch nicht mein Spezialgebiet, aber wir haben – Gott sei Dank – bei uns im Klub eine Vielzahl solcher Experten, die dazu auch Stellung nehmen werden. (Abg. Scheibner: Wo sind die alle?) Kollege Grillitsch hat es bereits getan.
Abg. Scheibner: Der eigene Koalitionspartner sagt das!
Aber ich kann lesen. Wenn ich mir die Budgetzahlen anschaue, dann weiß ich nicht, wo du ein Sinken des Agrarbudgets ablesen kannst. (Abg. Scheibner: Der eigene Koalitionspartner sagt das!) Wenn ich mir meine Zahlen oder die aus den gedruckten Budgetvoranschlägen ansehe, dann, kann ich sagen, hatten wir von 2006 auf 2007 im Landwirtschaftsbereich sogar eine Steigerung um 10 Prozent und auf 2008 noch einmal eine Steigerung um 9 Prozent. Ich bitte dich, bei den Fakten zu bleiben, wenn du hier Budgetzahlen vorträgst und sie dann auch noch kommentierst, vor allem negativ kommentierst. (Ruf beim BZÖ: Das musst du der SPÖ sagen!) Du hast es getan, ich bin nicht beim Kollegen Gaßner. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Jetzt hören Sie auf zu streiten! Wir sind die Opposition!
Geschätzte Kollegin Schönpass! Die einzige Erinnerung, die ich an den Bundesminister Haiden habe, ist die, dass ich mit Tausenden Berufskollegen damals als junger Bursch auf der Straße gewesen bin und gegen ungerechte, unsoziale Regelungen von Minister Haiden gekämpft habe. Es war damals auch ein Erfolg des Bauernbundes, dass er diese ungerechten Regelungen verhindert hat. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Jetzt hören Sie auf zu streiten! Wir sind die Opposition!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hört auf zu streiten, arbeitet was!
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Ich hätte zunächst gerne auf meinen Vorarlberger Jungbauern-Kollegen reagiert, und zwar zum Thema Haiden, und vor allem auch erwähnt, was Bruno Kreisky für die Bauern als Erster gemacht hat: Ich denke nur an den Bereich Bauernpensionen et cetera. Das wäre ein eigenes langes Thema. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hört auf zu streiten, arbeitet was!)
Zwischenruf des Abg. Zweytick. – Abg. Scheibner: Jetzt hört einmal zu streiten auf!
Abgeordneter Ing. Mag. Hubert Kuzdas (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Zunächst einmal zum Kollegen Zweytick: Der ARBÖ ist eine selbständige Organisation. Er darf sagen, was er will. (Zwischenruf des Abg. Zweytick. – Abg. Scheibner: Jetzt hört einmal zu streiten auf!)
Sitzung Nr. 24
Abg. Scheibner: Sind Sie sich da einig? Kommt das überhaupt?
Sie, meine geschätzten Damen und Herren, haben heute und morgen hier im Hohen Haus Gelegenheit, als ein Aufgreifen dieser Sorgen der Menschen um die Zukunftsfähigkeit des Sozialstaates eine Reihe von bedeutenden sozialpolitischen Verbesserungen, etwa Milderungen der Härten der letzten Pensionsgesetze, aber auch Verbesserungen für pflegende Angehörige (Abg. Strache: Keine Indexanpassung!), Hausbetreuungsgesetz, Bundespflegegesetz zu beschließen, um die große Bedeutung der Sozialpolitik für diese neue österreichische Bundesregierung (Abg. Scheibner: Sind Sie sich da einig? Kommt das überhaupt?) auch hier im Hohen Haus durch entsprechende Änderungen zu dokumentieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Strache: Der Kickl saß nicht da, Sie, Herr Scheibner! Der Kickl saß nicht in der Regierung!
Kollege Kickl, wenn Sie uns, dem BZÖ, vorwerfen, dass wir für Rekordzuwanderung gesorgt haben in einer Zeit, in der auch Sie in der Regierung waren (Abg. Strache: Der Kickl saß nicht da, Sie, Herr Scheibner! Der Kickl saß nicht in der Regierung!), denn das vergessen Sie immer, dass von den sieben Jahren fünfeinhalb Jahre Sie auch in der Regierung gewesen sind (Beifall beim BZÖ), aber leider dann, wenn es darum gegangen ist, wirklich Maßnahmen zu setzen, die die Probleme bewältigen, etwa im Asylrecht den Missbrauch zu verhindern, wo wir 40 Prozent weniger Asylanträge haben (neuerliche Zwischenrufe des Abg. Strache) – ja, da sind Sie jetzt aufgeregt, das ist klar, denn auch Ihre Wähler verlangen nicht nur Propaganda, nicht nur Ideologie, sondern Lösungsansätze, und die fehlen halt bei Ihnen. (Beifall beim BZÖ.) – Aber ich will mich gar nicht weiter mit Ihnen beschäftigen, ich habe sonst auch noch etwas zu tun.
Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt auch nicht!
sungsmäßig garantierten geheimen Wahlrechts! Und es stellt sich schon die Frage, wie das dann am Land draußen in den kleinen Gemeinden aussehen wird, welcher Funktionär von welcher Partei auch immer dann dem Wähler über die Schulter schauen kann, wenn nur mehr eine eidesstattliche Erklärung notwendig und der Vorgang letztlich nicht mehr beim Notar festzumachen ist. Das ist genau der Punkt! (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt auch nicht!) – Na bis jetzt war es beim Notar (Abg. Scheibner: Nein!), beziehungsweise in dem Fall gar nicht, außer bei den Auslandsstimmen.
Abg. Scheibner: Nein!
sungsmäßig garantierten geheimen Wahlrechts! Und es stellt sich schon die Frage, wie das dann am Land draußen in den kleinen Gemeinden aussehen wird, welcher Funktionär von welcher Partei auch immer dann dem Wähler über die Schulter schauen kann, wenn nur mehr eine eidesstattliche Erklärung notwendig und der Vorgang letztlich nicht mehr beim Notar festzumachen ist. Das ist genau der Punkt! (Abg. Scheibner: Das ist aber jetzt auch nicht!) – Na bis jetzt war es beim Notar (Abg. Scheibner: Nein!), beziehungsweise in dem Fall gar nicht, außer bei den Auslandsstimmen.
Abg. Scheibner: Warum sind Sie nicht Volksanwältin geworden?
Abgeordnete Mag. Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Sehr geehrter Herr Minister! Übergangszeit, Herr Kollege Eder, das dauert lange – das wissen wir schon lange. Unser Problem ist – auch angesichts des heutigen Weltumwelttages und angesichts dessen, dass alle sich dazu bekennen, etwas gegen den Klimawandel zu tun und auch tun zu wollen –, dass wir jetzt wirklich einmal zu den Umsetzungsschritten kommen. (Abg. Scheibner: Warum sind Sie nicht Volksanwältin geworden?) Herr Minister, mit Ihrer Präsentation und Anpreisung und marketingmäßigen Werbeaktion in Sachen Umweltfonds täuschen Sie uns teilweise darüber hinweg, dass eigentlich dezidierte Maßnahmen jetzt und heute schon jenseits des Klimafonds gesetzt werden müssen und erfolgreicher sein werden als die Klimafonds-Politik, die Sie uns jetzt in den rosigsten Farben geschildert haben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Na bravo!
Wir wissen, welche Chancen wir haben mit jenen Potentialen, und ich bin sehr froh – Frau Kollegin Moser, ich war noch nie so sehr in Einklang mit Ihnen wie heute (Abg. Scheibner: Na bravo!) –, dass wir jene Potentiale, die uns vor Ort buchstäblich beim Fenster hereinwachsen, sei es Biomasse, Biogas oder Solarenergie, auch entsprechend nutzen können, um die Unabhängigkeit zu stärken. Und da bin ich nicht der Meinung des Kollegen Eder, denn seit dem 1.1.2006 wissen wir, wie wichtig es ist, dass wir unsere Energieversorgung immer unabhängiger gestalten, immer versorgungssicherer machen. Das müssen wir tun, denn wir sind draufgekommen, dass es sehr gefährlich sein kann, wenn einer entscheiden kann, ob uns kalt oder warm ist.
Abg. Brosz nimmt ein Schriftstück vom Rednerpult. – Abg. Scheibner: Er hat Ihnen den Antrag gerade weggenommen! Haben Sie das bemerkt, Frau Kollegin? Der Antrag wurde Ihnen weggenommen!
(Abg. Brosz nimmt ein Schriftstück vom Rednerpult. – Abg. Scheibner: Er hat Ihnen den Antrag gerade weggenommen! Haben Sie das bemerkt, Frau Kollegin? Der Antrag wurde Ihnen weggenommen!)
Abg. Scheibner: Sie wissen aber eh, wie spät es ist?
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Dr. Christoph Matznetter: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Eigentlich wollte ich mich nicht mehr zu Wort melden, allerdings zwingen mich die Ausführungen des Kollegen Rossmann dazu, zum dritten Mal etwas zu sagen. Ich bitte um Entschuldigung und werde es möglichst kurz halten. (Abg. Scheibner: Sie wissen aber eh, wie spät es ist?)
Sitzung Nr. 25
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Das ist eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie überrascht über diese Frage? – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so überrascht!) – Nein, ich bin nicht überrascht über die Frage (allgemeine Heiterkeit), das ist auch nicht das Problem, um es ganz offen zu sagen, das Problem besteht eher darin, dass es schwierig ist, eine Prognose zu treffen. Ich kann mich daher darauf beziehen, wovon ich glaube, dass es derzeit absehbar ist.
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie überrascht über diese Frage? – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so überrascht!
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Das ist eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Bitte? (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie überrascht über diese Frage? – Abg. Scheibner: Tun Sie nicht so überrascht!) – Nein, ich bin nicht überrascht über die Frage (allgemeine Heiterkeit), das ist auch nicht das Problem, um es ganz offen zu sagen, das Problem besteht eher darin, dass es schwierig ist, eine Prognose zu treffen. Ich kann mich daher darauf beziehen, wovon ich glaube, dass es derzeit absehbar ist.
Abg. Scheibner: Das sind ja Vorträge! – Abg. Steibl: Das ist ungerecht! Die Grünen dürfen das!
Herr Bundeskanzler! Ein großes menschenrechtliches und Umweltproblem wird der von Österreich unterschriebene, von Ihrem Finanzminister akzeptierte Bau des Ilisu-Staudammes in der Türkei sein. (Abg. Scheibner: Das sind ja Vorträge! – Abg. Steibl: Das ist ungerecht! Die Grünen dürfen das!) Was werden Sie tun, Herr Bundeskanzler, um den mit österreichischer Exportgarantie geplanten Bau des Ilisu-Staudammes, wo Menschenrechte und EU-Umweltrechte verletzt werden, zu verhindern?
Abg. Scheibner: Wie reden Sie über Ihren Regierungspartner?
Was mich schon wundert: Wenn man sich im Ministerrat, im Sozialausschuss einig ist darüber, die heute vorliegenden Maßnahmen zur Rund-um-die-Uhr-Betreuung gemeinsam zu beschließen, dann war das für mich klar – aber auch nur klar bis zum montägigen Schauspiel des Herrn Bundesministers Bartenstein, der sich heute selbst zum Sozialexperten ernannt hat, als er uns mitgeteilt hat, was er schon wieder alles anders machen würde. (Abg. Scheibner: Wie reden Sie über Ihren Regierungspartner?) Da frage ich mich wirklich, was das ganze Schauspiel soll! Wenn Herr Minister Bartenstein will, dass die Pflegekräfte, die jetzt auch Menschen ab der Pflegestufe 3 pflegen, einen Zuschuss bekommen, dann sage ich: Warum nicht?
Abg. Scheibner: Findet das Parlament nicht! Herr Minister! Wir können einen Herbeiholungsbeschluss fassen, wenn Sie wollen!
Das, was über Jahre und Jahrzehnte in verschiedenen Ressorts zersplittert war, wird in diesen Gesellschaften zusammengeführt. Zum Teil ist der One-Stop-Shop verwirklicht. Dass jetzt die Aufsichtsräte die Zuständigkeiten der Ressorts abbilden ist absolut normal und nachvollziehbar. So gesehen meine ich auch im Namen des BMVIT, dessen Vertreter heute leider offensichtlich nicht zur Regierungsbank finden konnte, dass das eine gute Sache ist. (Abg. Scheibner: Findet das Parlament nicht! Herr Minister! Wir können einen Herbeiholungsbeschluss fassen, wenn Sie wollen!)
Abg. Scheibner: Das ist euer Koalitionspartner!
lange in der Kantine gesessen, vermute ich einmal. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Bitte, manche Zwischenrufe haben tatsächlich ein Niveau, dass man nicht wirklich ernst darauf antworten kann. (Abg. Scheibner: Das ist euer Koalitionspartner!) – Das ist mein Koalitionspartner. Ehrlich gestanden, er wurde mir ausgesucht, ich habe ihn mir nicht ausgesucht. Schauen Sie, so hat jeder seine Erzählungen.
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie ihn aufgeweckt! Das war doch nicht notwendig!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich Herr Bundesminister Dr. Hahn. Ihre Redezeit soll 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte, Herr Bundesminister! (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie ihn aufgeweckt! Das war doch nicht notwendig!)
Sitzung Nr. 27
Abg. Scheibner: Sie haben es versprochen!
Was die Steuerreform angeht, so ist es immer auch eine Frage, wann man die macht. (Abg. Scheibner: Sie haben es versprochen!) Und es wäre absolut verrückt, in einer Hochkonjunktur eine Steuerreform zu machen! Das macht man zu einem Zeitpunkt, zu dem es mit der Wirtschaft bergab geht, um Impulse zu geben. Das werden wir auch machen, und das bereiten wir auch vor. (Abg. Dr. Graf: Unter dieser Regierung geht es bergab?) Und es wird wesentlich sein, welche Inhalte diese Steuerreform hat. Und die Diskussion, die es im Moment gibt – im Regierungsprogramm ist das auch klar determiniert –: Es sollen die kleinen und mittleren Einkommen entlastet werden, genau jene Einkommen, die von der letzten – von Ihrer – Steuerreform nichts hatten. Und genau dort soll der Schwerpunkt sein.
Abg. Scheibner: Weil Sie alles Mögliche andere untersucht haben!
Kollege Westenthaler hat vergessen, dass er selbst einen Antrag auf Untersuchung der BAWAG-Missstände eingebracht hat – und wir sind nicht fertig, Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Scheibner: Weil Sie alles Mögliche andere untersucht haben!) Da können Sie hier reden, wie Sie wollen, Sie sind genauso mit an Bord!
Abg. Scheibner: Könnten Sie uns das näher beschreiben?
Wir wollen eine Gleichstellung, und wir wollen sie offensiver als Sie auch in diesem Punkt (Abg. Scheibner: Könnten Sie uns das näher beschreiben?): Wir fordern einen 50-prozentigen Zuschlag auch für Teilzeitbeschäftigte, und wir wollen keinen Durchrechnungszeitraum von drei Monaten, der letzten Endes dazu führt, dass man den Zuschlag nie konkret monetär spüren wird. Wir wollen einen Durchrechnungszeitraum von einem Monat. Am Ende des Monats soll klar und deutlich abgerechnet werden. Das schiene uns eine faire Lösung zu sein.
Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Mag. Kogler als Antragsteller zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Aber nicht wieder die gleiche Rede wie vorher!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. 3 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Aber nicht wieder die gleiche Rede wie vorher!)
Sitzung Nr. 28
Abg. Scheibner: Sie sinkt aber nicht wegen Ihnen! Das ist nicht Ihr Erfolg!
Aber das beste Instrument zur Bekämpfung der Armut ist, für Beschäftigung zu sorgen und nicht wegzusehen, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, sondern Maßnahmen zu treffen. (Abg. Steibl: Aber momentan sinkt die Arbeitslosigkeit! Sie sind am falschen !) Auch da haben wir eine positive Entwicklung: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Frauenarbeitslosigkeit sinkt und wir investieren wieder. (Abg. Scheibner: Sie sinkt aber nicht wegen Ihnen! Das ist nicht Ihr Erfolg!) Wir investieren in die Wirtschaft, wir investieren in die Infrastruktur. Ich glaube, es zeigt sich an den Parametern, dass das der richtige Weg ist, den die neue Bundesregierung eingeschlagen hat. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die Arbeitslosigkeit sinkt trotz Ihnen!)
Abg. Scheibner: Das habe ich Ihnen schon erklärt!
Wo bei der österreichischen Luftraumüberwachung geht es um einen Luftangriff? (Abg. Scheibner: Das habe ich Ihnen schon erklärt!) Wo bei der österreichischen Luftraumüberwachung geht es um die Aufgabe, flächendeckend – und ich zitiere aus den Akten – bombardieren zu können? – Da ist die militärische Großmannsucht von Personen aus dem Kommando der Luftstreitkräfte in die Politik übergeflossen und hat die Unterstützung vom damaligen Verteidigungsminister Scheibner und vom damaligen Bundeskanzler Schüssel gefunden. (Abg. Scheibner: Zu Recht!) – Das war die erste wesentliche Erkenntnis!
Abg. Scheibner: Zu Recht!
Wo bei der österreichischen Luftraumüberwachung geht es um einen Luftangriff? (Abg. Scheibner: Das habe ich Ihnen schon erklärt!) Wo bei der österreichischen Luftraumüberwachung geht es um die Aufgabe, flächendeckend – und ich zitiere aus den Akten – bombardieren zu können? – Da ist die militärische Großmannsucht von Personen aus dem Kommando der Luftstreitkräfte in die Politik übergeflossen und hat die Unterstützung vom damaligen Verteidigungsminister Scheibner und vom damaligen Bundeskanzler Schüssel gefunden. (Abg. Scheibner: Zu Recht!) – Das war die erste wesentliche Erkenntnis!
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Damals ist es passiert. Wir wissen heute auf Grund der Ersatzlösungen, dass eine komplette österreichische Luftraumüberwachung um etwa 16 Millionen € pro Jahr zu haben ist. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!) Dass diese in Zukunft mindestens 200 Millionen € pro Jahr kosten wird, ist nicht nur dem Ungeschick, der Nachlässigkeit und der Fahrlässigkeit des amtierenden Verteidigungsministers, sondern vor allem den politischen Weichenstellungen von Alt-Bundeskanzler Schüssel und Alt-Verteidigungsminister Scheibner zu verdanken. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Wer war das, der dieses Argument gebracht hat?
Wie sich das Ganze abgespielt hat, ist ganz kurz vor Ende des Untersuchungsausschusses noch bekannt geworden aus einem Papier, wo es heißt: Die wahren Kosten der Gesamtbeschaffung werden vor der Bevölkerung verschleiert! – Das ist der zweite Vorwurf! (Abg. Scheibner: Wer war das, der dieses Argument gebracht hat?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Kößl: Dass man so ... die Unwahrheit sagen kann!
ausverhandelt hat. Das wäre das Schlimmste gewesen! Vielleicht hätten Sie sogar mit dieser Klage ein Preisreduktion für die gleiche Qualität – von 18 nicht gebrauchten, sondern neuen Eurofightern – erhalten? (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Kößl: Dass man so ... die Unwahrheit sagen kann!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Aber für diese Einsparung darauf zu verzichten, dass wir auch in Zukunft, wie schon beim Draken, wie schon jetzt bei der schweizerischen F-5, keine Möglichkeit haben, unseren Luftraum in der Nacht zu überwachen – und das noch dazu, obwohl nächstes Jahr die EURO 2008 bei uns stattfinden wird, wo auch Abendspiele ausgetragen werden (Abg. Mag. Kogler: Da gibt es eh ein Flutlicht!), und wo Sie schon im Ausschuss behauptet haben, wir können diese Probleme auch vom Boden aus regeln –, da sage ich: Gute Nacht, Österreich! Das habe ich heute schon ein paar Mal gehört, aber das stimmt wirklich. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Draken? – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Nassauer vom Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit sagte in den „Salzburger Nachrichten“, es hätte der schwedische Draken auch gereicht. (Abg. Scheibner: Draken? – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Dieser Meinung war Herr Scheibner damals auch bis zu dem Kanzlerfrühstück. Sie waren ja ursprünglich für den Gripen! (Abg. Scheibner: ... Kampfbomber!) Das Landesverteidigungsministerium hat damals auch Gripen gesagt, und herausgekommen ist der Eurofighter!
Abg. Scheibner: ... Kampfbomber!
Nassauer vom Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit sagte in den „Salzburger Nachrichten“, es hätte der schwedische Draken auch gereicht. (Abg. Scheibner: Draken? – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Dieser Meinung war Herr Scheibner damals auch bis zu dem Kanzlerfrühstück. Sie waren ja ursprünglich für den Gripen! (Abg. Scheibner: ... Kampfbomber!) Das Landesverteidigungsministerium hat damals auch Gripen gesagt, und herausgekommen ist der Eurofighter!
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Josef Cap hat gesagt, der Untersuchungsausschuss hat gute Arbeit geleistet. – Ja, das stimmt, denn dieser Beschaffungsvorgang ist jetzt viermal vom Rechnungshof und auch vom Untersuchungsausschuss mehrfach geprüft worden durch fünf Jahre hindurch, acht Monate davon vom Untersuchungsausschuss, und es ist heute klar: Es ist eine transparente Entscheidung gewesen, gut dokumentiert, das beweisen schon die unzähligen Akten im Ausschuss (ironische Heiterkeit bei den Grünen), und eine absolut nachvollziehbare Lösung, zu der ich auch heute vollinhaltlich ja sagen kann. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren! Wir wollten eine europäische Lösung. Wir wollten im Verbund mit anderen europäischen Ländern (Abg. Strache: Eine NATO-kompatible Lösung!) – nein, mit der EU – endlich eine kommunikativ erstklassige Lösung haben und eine gute Türöffnung für die heimische, für die österreichische Industrie. Und es ist gelungen: Im Sektor Hochtechnologie im Flugzeug-Produktionsbereich haben sich in den letzten drei Jahren die Umsätze verdreifacht (Abg. Mag. Kogler: So ein Schmäh!), und darauf können wir stolz sein, auch im Interesse unserer Arbeitsplätze. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Hätten Sie es gezahlt? Die Kosten, hätten Sie sie gezahlt?
der geringeren System- und Betriebskosten SAAB Gripen der Vorzug gegeben“ (Abg. Scheibner: Hätten Sie es gezahlt? Die Kosten, hätten Sie sie gezahlt?), dann muss ich schon sagen, wenn man hier durch die gemeinsamen Empfehlungen präzisiert, dass die Vergabebestimmungen verschärft werden und dass es dann auch ganz klare Auseinandersetzungen mit Soll- und Muss-Werten gibt, dann finde ich das richtig, und es ist dies eine Konsequenz im Sinne der Republik Österreich.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist kein Wahlversprechen, sondern das ist ein Versprechen, das ich unterzeichnet habe, und dazu stehe ich. Es ist die Tranche 1, Block 5, die für die österreichische Luftraumüberwachung genügt. Wir brauchen kein Flugzeug, um Bodenziele anzugreifen, wir brauchen ein Flugzeug zur Luftraumüberwachung. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Sie machen das Bundesheer kaputt!
Drittens: Wir haben tatsächlich einige Dinge abbestellt, Dinge, die auch die deutsche Bundeswehr nicht bestellt hat – die Bundeswehr von Deutschland, einem NATO-Staat, der in Afghanistan und in anderen Ländern im Einsatz ist. Diese Dinge haben wir abbestellt. (Abg. Scheibner: Sie machen das Bundesheer kaputt!) Die haben Sie bestellt, völlig unnötigerweise. Ich weiß nicht, warum, das ist auch nicht mehr in meinem Kompetenzbereich gelegen. Diese Dinge haben Sie bestellt. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Sie werden mir nicht sagen, was ich zu sagen habe!
sigkeitsüberprüfung von Personen ansprechen. Es haben sich Mitarbeiter der Landesverteidigung und Offiziere am Vergabeverfahren beteiligt, die verwandt, befreundet oder eng bekannt mit Lobbyisten des Rüstungskonzerns waren. (Abg. Scheibner: Sie werden mir nicht sagen, was ich zu sagen habe!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat er aber nicht gesagt! Das wäre ihm selbst nicht eingefallen!
Dank gebührt aber unserem Bundesminister Norbert Darabos. Ihm ist es in harten Verhandlungen gelungen, für den österreichischen Steuerzahler 400 Millionen € – 6 Milliarden Schilling – einzusparen. (Abg. Steibl: Der Herr Bundesminister hat gesagt 300! Wer sagt jetzt die Wahrheit?) Dieser Betrag soll für wichtige Vorhaben verwendet werden, meiner Meinung nach auch ein Teil für das österreichische Bundesheer. Die Anzahl der Eurofighter wird von 18 auf 15 reduziert, die völlig ausreichen, um die österreichische Luftraumüberwachung durchzuführen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das hat er aber nicht gesagt! Das wäre ihm selbst nicht eingefallen!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Haimbuchner.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Herr Dr. Haimbuchner hat hier herunten gemeint: Was wird sich denn der einfache Bürger denken? – Wobei ich die Frage habe, was ein einfacher Bürger ist, Bürger sind wir alle. Aber was wird sich der Bürger denken? Wissen Sie, was er sich denkt? – Gott sei Dank hat Darabos 400 Millionen € aus dem ganzen Schlamassel gerettet. Gott sei Dank! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Haimbuchner.)
Abg. Scheibner: ... überall eine 100er-Beschränkung machen!
Herr Bundesminister, eines möchte ich auch sagen: Angenehm finde ich heute, dass wir nach langer Zeit das erste Mal nicht darüber diskutieren, ob wir nicht 160 auf den Autobahnen fahren sollten. (Abg. Scheibner: ... überall eine 100er-Beschränkung machen!) Ich glaube, 130 sind genug. Sorgen wir dafür, dass wir diese Geschwindigkeit auch fahren können, dann haben wir auf unseren Straßen ein gutes Fortkommen! – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schauen Sie auf das Licht! Das Licht leuchtet!
Da, Herr Minister Faymann, stehen Sie unter Handlungszwang! (Abg. Scheibner: Schauen Sie auf das Licht! Das Licht leuchtet!) Und mein Antrag ist ein Hinweis, in welche Richtung Sie handeln sollten, damit das Gesamtunternehmen ÖBB effizienter wird. – Danke schön. (Ruf bei der ÖVP: Redezeit ist aus!) – Ich rede dann beim nächsten Tagesordnungspunkt kaum mehr. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 30
Abg. Scheibner: ... aber nicht fertig geworden!
Herr Kollege Westenthaler ist nicht hier, er ist wahrscheinlich schon in den Urlaub gefahren, aber vielleicht richtet es ihm der wahre Klubobmann, Kollege Scheibner, aus. Wenn Kollege Westenthaler hier sagt, dass wir 18 Untersuchungsgegenstände gehabt haben und dass wir nur BAWAG untersuchen hätten sollen, dann frage ich (Abg. Scheibner: ... aber nicht fertig geworden!): Zehn der Untersuchungsgegenstände sind in direktem Zusammenhang mit der BAWAG gestanden – zehn! – Wir sind leider nicht fertig geworden. – Oder will er behaupten, dass BAWAG, MobilTel und so weiter keinen Zusammenhang mit der BAWAG haben? Will er behaupten, dass die Casino-Jericho-Geschichte, wo die BAWAG beteiligt ist und letztlich finanziert hat, keinen Zusammenhang mit der BAWAG hat? – Warum sollen wir es dann nicht untersuchen?
Abg. Scheibner: Was steht drüber?
Das, was wir hier ausgeführt haben, ist der große Block am Beispiel BAWAG (Abg. Scheibner: Was steht drüber?), aber wir wollten schon im Antrag mit Mehrheit festschreiben, dass man in diesem Zusammenhang jedenfalls nachstehende BAWAG-Materien mit betrachten soll, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es hätte nämlich passieren können, dass man, wenn man diese Fälle nicht aufzählt, versucht, diese Fälle nicht zu untersuchen. Jetzt haben wir sie aufgezählt – und jetzt untersuchen wir sie trotzdem nicht! (Abg. Scheibner: Sehen Sie! Na eben!) Weil zwei, drei, vier Kilometer vor dem Schluss die Luft ausgegangen ist, aber nicht, weil es am Untersuchungswillen gemangelt hat, sondern weil es plötzlich ein Regierungsübereinkommen gibt, das sagt, Ausschüsse haben beendet zu werden, koste es, was es wolle. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Sehen Sie! Na eben!
Das, was wir hier ausgeführt haben, ist der große Block am Beispiel BAWAG (Abg. Scheibner: Was steht drüber?), aber wir wollten schon im Antrag mit Mehrheit festschreiben, dass man in diesem Zusammenhang jedenfalls nachstehende BAWAG-Materien mit betrachten soll, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es hätte nämlich passieren können, dass man, wenn man diese Fälle nicht aufzählt, versucht, diese Fälle nicht zu untersuchen. Jetzt haben wir sie aufgezählt – und jetzt untersuchen wir sie trotzdem nicht! (Abg. Scheibner: Sehen Sie! Na eben!) Weil zwei, drei, vier Kilometer vor dem Schluss die Luft ausgegangen ist, aber nicht, weil es am Untersuchungswillen gemangelt hat, sondern weil es plötzlich ein Regierungsübereinkommen gibt, das sagt, Ausschüsse haben beendet zu werden, koste es, was es wolle. (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Der jetzige Bundeskanzler auch! Das haben Sie vergessen!
Nicht so in Österreich. In Österreich wird diese Person hofiert von höchsten Regierungsstellen. Das Innenministerium, auch Außenministerin Ferrero-Waldner hat persönlich in der Visa-Frage interveniert, obwohl die eigenen Beamten Bedenken dazu geäußert haben. Auch der frühere Bundeskanzler war mit Schlaff unterwegs auf Interventionstour (Abg. Scheibner: Der jetzige Bundeskanzler auch! Das haben Sie vergessen!), und der frühere Minister Gorbach bestätigt, dass er Türöffner für Schlaff bei serbischen Regierungsstellen war.
Abg. Scheibner: Was macht Herr Gusenbauer ... Herrn Schlaff?
Aber das Ganze ist keine Einbahn, es gibt natürlich im Gegenzug Hilfe von Herrn Schlaff an Einzelpersonen, wenn sie Hilfe brauchen. (Abg. Scheibner: Was macht Herr Gusenbauer ... Herrn Schlaff?) Es gab auch Hilfe für die schwarz-blaue Regierung, als Israel aus Protest gegen die blau-schwarze Regierung seinen Botschafter abzog, da war es wieder Schlaff, der mit dem Geldkoffer zu Sharon reiste und den Botschafter zurückholte.
Abg. Scheibner: Sie halten uns die Sekretärinnen vor, Sie aber ...!
sich die Freiheitlichen in den sechs Jahren ihrer Regierungsbeteiligung nur mit Postenschacher beschäftigt haben; ich kann Ihnen seitenweise die Namen Ihrer Günstlinge vortragen (Abg. Scheibner: Sie halten uns die Sekretärinnen vor, Sie aber ...!); auch der Name Graf steht auf der Günstlingsliste.
Abg. Scheibner: Das wäre Postenschacher!
Ich sage jetzt schon dazu, dass kolportiert wird, dass der ehemalige Abgeordnete des Nationalrates, der jetzige Vorstandsvorsitzende der BAWAG, Herr Dr. Nowotny, zum neuen Notenbankgeneral bestellt wird. (Abg. Scheibner: Das wäre Postenschacher!) – Das ist dann wieder kein Postenschacher, wie wir heute schon vernehmen durften, das ist eine ordnungsgemäße Bestellung. (Abg. Broukal: Wollen Sie bezweifeln, dass No-
Abg. Scheibner: Ein bisschen Realitätsverlust!
Ich bin der Meinung, eine Lösung wird es dann geben, wenn es im Parlament dazu eine Zweidrittelmehrheit gibt. Ich bin der Meinung, dass die große Mehrheit der Kärntner Bevölkerung heute bereit ist, eine gemeinsame Lösung zu tragen, und die Menschen sich wieder neuen Herausforderungen zuwenden wollen. (Abg. Dolinschek: Selbstverständlich! Aber nicht so willkürlich, wie Sie es vorschlagen!) Diejenigen, die es bisher behindern – dort, wo sie einen Beitrag leisten können –, sind das BZÖ und Landeshauptmann Haider. (Abg. Scheibner: Ein bisschen Realitätsverlust!) Daran sieht man auch, wie es aussieht, wenn das BZÖ irgendwo Verantwortung trägt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Die stärkste Partei in Kärnten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Also doch! – Abg. Scheibner: Also doch!
Die beiden neuen Aufsichtsräte, Dr. Bohmann und Christian Pöttler, führen seit Jahren erfolgreich Zeitungs- und Zeitschriftenverlage und wurden aufgrund ihres Know-hows ausgesucht. Andere Gründe – insbesondere der von Ihnen unterstellte Nepotismus – waren nicht Basis der von mir getroffenen Entscheidung. Die beiden neu bestellten Aufsichtsräte ersetzen im Aufsichtsrat der „Wiener Zeitung“ übrigens zwei Pressesprecher der früheren Regierung – nur damit wir wissen, was die Frage der Qualifikation und der Parteinähe betrifft. (Abg. Ing. Westenthaler: Also doch! – Abg. Scheibner: Also doch!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner ahmt die Handbewegungen des Redners nach.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich gebe Ihnen nur ein Beispiel: Bezüge. Sie vergießen heute Krokodilstränen darüber, dass der Bundeskanzler erstmals über 20 000 € verdient. Ich darf Sie daran erinnern, dass ein Antrag der FPÖ auf eine Nulllohnrunde in der 1. Sitzung des Nationalrates dieser Gesetzgebungsperiode eingebracht wurde und Sie alle – Rot, Schwarz, Grün und auch Orange – dagegen gestimmt haben. Das heißt, wenn Sie heute hier dagegen polemisieren, dann unterlassen Sie das doch bitte! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner ahmt die Handbewegungen des Redners nach.) – Der Herr abgewählte Verteidigungsminister Scheibner ist ein bisschen nervös und zuckt; soll ihm unbenommen sein.
Abg. Scheibner: Nicht das BZÖ! Da warst du noch FPÖ-Pressesekretär!
Man muss auch ein bisschen zurückgehen und schauen, wie es eigentlich war, als dieses tolle BZÖ in der Regierung gesessen ist. Es war in den Anfängen des Jahres 2000. (Abg. Scheibner: Nicht das BZÖ! Da warst du noch FPÖ-Pressesekretär!) Ich kann heute nur sagen: Wir genieren uns dafür, dass Sie einmal in unseren Reihen waren.
Abg. Scheibner: Nur für euch!
Es gibt da genug Punkte, zum Beispiel, dass der Herr Westenthaler, der Herr Scheibner und alle anderen die Architekten der Rekordzuwanderung von damals waren. Es waren doppelt so viele Zuwanderer, die nach Österreich geholt wurden, als unter einem SPÖ-Kanzler. Das ist rekordverdächtig! Und weiters war es so, dass die Kriminalität explodiert ist. (Abg. Scheibner: Nur für euch!) – Hören Sie zu, oder kommen Sie nachher heraus!
Abg. Strache: Scheibner, Westenthaler und Co!
Da wird heute von einer Belastung geredet. Schauen wir uns einmal an, was da tatsächlich der Fall war! (Abg. Ing. Westenthaler – die Handbewegungen des Redners nachahmend –: Der sollte Dirigent werden!) Pensionskürzungen, Unfallrentenbesteuerung, Ambulanzgebühren, Kürzungen beim Arbeitslosengeld, bei der Notstandshilfe, Halbierung des steuerlichen Arbeitnehmerabsetzbetrages, höhere Besteuerung der Urlaubs- und Kündigungsentschädigungen, Erhöhung der Kfz-Steuer, Energieabgabe und so weiter und so fort. Im Jahr 2001 war die summarische Belastung 34 Milliarden Schilling. Im Jahr 2003, kurz danach, als Herr Westenthaler den Hut genommen und sich irgendwo an den warmen Ofen des Herrn Stronach geflüchtet hat, war die Belastung bereits in einem Ausmaß von 43 Milliarden Schilling. (Abg. Strache: Scheibner, Westenthaler und Co!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Oppositionspolitiker, der sagt, die Dringliche ist ein Missbrauch!
Das wird der Sache politisch auch durchaus gerecht. Lassen wir das jetzt aber beiseite. Die Probleme sind ernst genug. Faktum ist: Das, was das BZÖ heute produziert, ist nichts anderes als ein Missbrauch des Parlamentes, eine Verhöhnung von allen Wählern. (Abg. Scheibner: Das ist ein Oppositionspolitiker, der sagt, die Dringliche ist ein Missbrauch!)
Abg. Scheibner: Jetzt kommt eine Selbstkritik!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretärin! Ich glaube, ich bin nicht alleine: Viele von uns hätten sich diese letzte Sitzung anders vorgestellt. Die Grünen orten „Schizo-Punk“-Tendenzen bei der ÖVP. Die FPÖ bringt Verschwörungstheorien wie so oft. Und der Psychostress des BZÖ ist offensichtlich. (Abg. Scheibner: Jetzt kommt eine Selbstkritik!) Keine Ahnung, woher er rührt. Vielleicht gibt es Umfragen, Herr Westenthaler – Ingenieur sind Sie ja, das stimmt ja (Abg. Dr. Sonnberger: Aber ohne Praxis! – Entschuldigung! Das nehme ich zurück!) –, die Ihnen wahrscheinlich einen Absturz in die Bedeutungslosigkeit prognostiziert haben, denn warum sonst hätten Sie uns allen heute diese Art der Anfrage zugemutet? – Das muss ich schon sagen.
Abg. Scheibner: Da haben wir Sie gebraucht, für diese Diagnose!
Das, was Sie heute liefern, ist eine höchst unprofessionelle Mischung von Wahlkampfthemen, die Sie auf den Tisch legen, von tagespolitischen Themen, von Nonsensfragen wie die Manschettengeschichte. Das ist wirklich ein Spiegelbild Ihres offensichtlich politisch verwirrten Zustandes. (Abg. Scheibner: Da haben wir Sie gebraucht, für diese Diagnose!)
Abg. Scheibner: Die war besser!
Was ich bei aller Kritik aber auch sagen möchte, ist, dass diese Regierung auch sehr viel von der vorhergehenden Regierung ausbaden muss. (Abg. Scheibner: Die war besser!) Insofern ist es unheimlich spannend, dass gerade das BZÖ diese Anfrage eingebracht hat, denn eines muss man schon dazusagen: Die vorherige Regierung – und damit ist die ÖVP die einzige Partei, die über die vielen Jahre hinweg für alles die Verantwortung hat – hat der jetzigen Regierung auch ganz schön etwas eingebrockt, und daran waren Sie ja doch wesentlich beteiligt.
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!
Ich möchte auch festhalten, dass in den Jahren von 2000 bis 2005 alle für diese negativen Entwicklungen verantwortlichen Politiker in der Bundesregierung oder auch in diesem Hohen Haus jene waren, die heute beim BZÖ sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) Da sitzt der Herr Scheibner, da sitzt der Herr Westenthaler, das sitzt die Frau Haubner und ich weiß nicht, wie sie alle noch heißen. Ich beschäftige mich damit auch nicht mehr. Aber wenn man diese Verantwortung zu tragen hat, dann sollte man selbst einmal leisertreten (Abg. Scheibner: Bei der Wahrheit soll man bleiben!) und die Glaubwürdigkeit mehr in den Vordergrund rücken. Ich glaube, auch das einmal festzuhalten, ist wichtig.
Abg. Scheibner: Bei der Wahrheit soll man bleiben!
Ich möchte auch festhalten, dass in den Jahren von 2000 bis 2005 alle für diese negativen Entwicklungen verantwortlichen Politiker in der Bundesregierung oder auch in diesem Hohen Haus jene waren, die heute beim BZÖ sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht!) Da sitzt der Herr Scheibner, da sitzt der Herr Westenthaler, das sitzt die Frau Haubner und ich weiß nicht, wie sie alle noch heißen. Ich beschäftige mich damit auch nicht mehr. Aber wenn man diese Verantwortung zu tragen hat, dann sollte man selbst einmal leisertreten (Abg. Scheibner: Bei der Wahrheit soll man bleiben!) und die Glaubwürdigkeit mehr in den Vordergrund rücken. Ich glaube, auch das einmal festzuhalten, ist wichtig.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das waren Investitionen!) Das heißt, an Ihnen kann man sich überhaupt nicht orientieren. Sachpolitische Kenntnis ist beim BZÖ kein Markenzeichen, sondern ganz im Gegenteil: Sie vertreten ja noch immer, obwohl Sie jetzt schon so viele Jahre tätig sind, ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 31
Abg. Scheibner: Aber Sie haben ja gesagt, Sie machen alles besser! Was machen Sie besser? – Gar nichts!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Diese heutige Debatte ist für mich eine Debatte mit Niveau, nur Herrn Kollegem Westenthaler möchte ich Folgendes sagen: Ich denke, Sie sollten Ihre Gedächtnislücken füllen und sich daran erinnern, dass es seinerzeit Haupt und Haubner waren, die veranlasst haben, dass es so ist, wie es heute ist. Mich macht das auch nicht zufrieden! (Abg. Scheibner: Aber Sie haben ja gesagt, Sie machen alles besser! Was machen Sie besser? – Gar nichts!) – Hören Sie mir zu: Mich macht das auch nicht zufrieden!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
ellen Stunde. – Ja, auch die ÖVP will den Frauen mehr widmen – mehr Aufmerksamkeit, mehr Einkommen, mehr Gerechtigkeit, mehr von Mehr. Sie kann bei diesen zukünftigen Arbeiten auf ein Mehr der vergangenen Bundesregierung unter Kanzler Schüssel aufbauen. Vieles ist erreicht worden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Frau Heinisch-Hosek, wenn Sie sagen, man soll es machen, dann bieten Sie es an! Es gibt viel zu wenige Tagesmütter. Sie sitzen in der Regierung, Sie sitzen in den Landesregierungen. Und genau da, wo Sie sitzen, passiert das überhaupt nicht. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Am Beispiel Wien sehen wir: Tagesmütter werden überhaupt nicht gefördert, werden nicht forciert. Es werden nur die Krippenplätze forciert. Das ist der falsche Weg, weil das nicht dem Wunsch der Frauen und Mütter entspricht.
Abg. Scheibner: Jetzt kommt der Buchinger!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen Bundesministerinnen! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! (Abg. Scheibner: Jetzt kommt der Buchinger!) Ja, Frauen verdienen auf jeden Fall nicht nur mehr, sondern vor allem gleiche Chancen. Dieser Herausforderung wollen sich angeblich alle annehmen. Nur: Von einer Regierung, einer amtierenden, erwartet man sich ein bisschen mehr.
Beifall bei der ÖVP sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Das ist gut und richtig so, meine Damen und Herren, denn nur so kann eben auf die jeweilige Schadstoffbelastung eingegangen werden, und die derzeit verhängten Dauersenkungen bei den Tempolimits nach IG-Luft, so wie sie jetzt verhängt sind und bei denen es in Wirklichkeit überhaupt keinen konkreten Bezug auf die gerade vorherrschende Schadstoffbelastung gibt, können dadurch verhindert werden. Das ist gut so, denn selbstverständlich haben die Autofahrer überhaupt kein Verständnis dafür, dass auf breitspurigen Autobahnen Tempolimits verhängt werden, obwohl die Schadstoffgrenzen gar nicht überschritten werden! (Beifall bei der ÖVP sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Skandalös! Schuld ist der Pühringer!
Auf der anderen Seite wurden aber wegen der Überschreitung des Tempolimits über 20 000 Autofahrer angezeigt. (Abg. Scheibner: Skandalös! Schuld ist der Pühringer!) Dass es dafür kein Verständnis gibt, das liegt auf der Hand, meine Damen und Herren! Insofern ist die heutige Regelung eine wichtige, eine richtige Entscheidung, auch um die Akzeptanz von Beschränkungen durch den Autofahrer zu erhöhen, wenn es die umweltpolitische Situation tatsächlich verlangt.
Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst nichts ein zu diesem Thema?
Das Einzige, wo ich den Kritikpunkten zustimme, ist, dass die Integrationspolitik dieses Ministers und seiner Vorgänger völlig gescheitert ist, nämlich weil sie erst gar nicht betrieben wurde – wenn ich einen Innenminister habe, dem zum Thema Integration gerade noch einmal einfällt: „scheinintegriert“, wenn ich mir seine Parteikolleginnen und -kollegen anhöre, die unter „Menschlichkeit“ verstehen, dass tagtäglich integrierte Familien, Frauen und Kinder abgeschoben werden! (Abg. Scheibner: Fällt Ihnen sonst nichts ein zu diesem Thema?) So wie gestern: Steirische Familie mit acht Kindern abgeschoben! (Abg. Strache: Dann haben sie halt die Gesetze wahrscheinlich nicht eingehalten! Es gibt Gesetze, und die muss man halt einhalten!) – Ich könnte jede Menge Beispiele bringen. Und Ihnen fällt ein: „scheinintegriert“, und: Es ist gut, dass immer weniger Leute hier leben.
Abg. Scheibner: Das haben wir schon abgeklärt, dass das nicht stimmt!
Schlusssatz: Wenn angemerkt wird, dass es zu wenige Exekutivbeamte gibt, muss ich festhalten, dass die Regierungen Schüssel I und II unter tatkräftiger Mithilfe – zuerst von Blau und dann in besonderer Form von Orange – dazu beigetragen haben, dass wir 3 000 Planstellen weniger zur Verfügung haben. Das hat natürlich zu erhöhter Kriminalität geführt, das hat natürlich zu sinkender Aufklärung geführt, aber ich sage voll Stolz, dass diese neue Regierung – Kollege Kößl, bevor du dich aufregst! – eine Trendumkehr bewirkt hat. Wir haben im Jahr 2007 um 150 Planstellen mehr (Abg. Scheibner: Das haben wir schon abgeklärt, dass das nicht stimmt!), und im Jahre 2008 werden wir die Chance haben, jene Planstellen, die an der Schengen-Grenze heute auch dazu verwendet werden, Zollaufgaben zu erledigen, in Zukunft für die Bekämpfung der Kriminalität und zur Stärkung der Sicherheit in diesem Land zur Verfügung zu haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Zu spät!
Selbstverständlich sind wir Sozialdemokraten und -demokratinnen dagegen, dass in Österreich Zwangsehen geschlossen werden können, und selbstverständlich wird das durch unsere Rechtsordnung geahndet, und selbstverständlich kommt es dann zu Rechtsfolgen! (Abg. Scheibner: Zu spät!)
Abg. Scheibner: Schlepperei gehört, glaube ich, schon zu dem Tagesordnungspunkt! Ich weiß, das tut Ihnen weh!
Abgeordneter Ing. Norbert Kapeller (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Geschätzte Kollegen im Hohen Haus! Herr Kollege Haimbuchner, bei aller Wertschätzung: Ich denke, in Ihrem Redebeitrag wurde einiges verquickt, das nicht unbedingt direkt zum Tagesordnungspunkt gehört hat. (Abg. Scheibner: Schlepperei gehört, glaube ich, schon zu dem Tagesordnungspunkt! Ich weiß, das tut Ihnen weh!) Ich bitte doch darum, dass man politisches Kleingeld nicht hier und nicht auf diese Weise wechselt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wir waren bei der Wahl schon für ihn! Das ist bei Ihnen nicht so!
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident des Nationalrates! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich eingangs bei den Damen und Herren vom Rechnungshof und beim Herrn Präsidenten Moser bedanken – das werden bestimmt auch alle anderen Fraktionen tun – für die intensive Arbeit, die mit den drei Berichten verbunden ist, die heute ins Haus kommen. (Abg. Scheibner: Wir waren bei der Wahl schon für ihn! Das ist bei Ihnen nicht so!)
Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!
Jetzt sage ich Ihnen noch einen Punkt, und dann schließe ich: Eines der Probleme der schwarz-blau-orangen Regierung war, vor allem in bestimmten Ressorts, in den blau-orangen Ressorts, die unermessliche Ausweitung der Zahl von KabinettsmitarbeiterInnen. Ressorts, die vorher zehn MitarbeiterInnen hatten, hatten dann unter Schwarz-Blau, also unter blau-orangen Ressortführungen, 20 bis 30 MitarbeiterInnen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!) – Na selbstverständlich! Ich kann es ja lesen. (Abg. Scheibner: Einen habe ich gehabt!)
Abg. Scheibner: Einen habe ich gehabt!
Jetzt sage ich Ihnen noch einen Punkt, und dann schließe ich: Eines der Probleme der schwarz-blau-orangen Regierung war, vor allem in bestimmten Ressorts, in den blau-orangen Ressorts, die unermessliche Ausweitung der Zahl von KabinettsmitarbeiterInnen. Ressorts, die vorher zehn MitarbeiterInnen hatten, hatten dann unter Schwarz-Blau, also unter blau-orangen Ressortführungen, 20 bis 30 MitarbeiterInnen. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!) – Na selbstverständlich! Ich kann es ja lesen. (Abg. Scheibner: Einen habe ich gehabt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das wird aber nicht gehen!
Fast 2,8 Millionen Steuerpflichtige haben ab dem 1. Jänner 2005 keine Lohn- und Einkommenssteuer bezahlen müssen. Heute kann man sagen, dass diese Maßnahmen genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen sind und die Grundlage dafür bilden, dass Österreich heute im internationalen Vergleich so hervorragend dasteht. Lassen Sie uns diesen erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das wird aber nicht gehen!)
Abg. Scheibner: Aber alleine war er nicht!
Da hier gesagt wurde – das ist richtig; das unterstreiche ich –: Bilanz der politischen Arbeit, das ist der Rechnungsabschluss. Ja, selbstverständlich. Wir sind stolz, dass es diesen Rechnungsabschluss gibt, denn das ist die Bilanz der Regierung Schüssel, die sich sehen lassen kann. Was glauben Sie denn, meine Damen und Herren hier im Hohen Haus, warum jetzt Bundeskanzler Gusenbauer durch die Welt gondeln und über die wunderbaren Wirtschaftsdaten in Österreich reden kann?! (Abg. Scheibner: Aber alleine war er nicht!) Ja, was glauben Sie denn, warum er überall erzählen kann, wie sehr unsere Wirtschaft floriert und dass wir in Österreich eines der besten Bildungssysteme und Sozialsysteme haben?!
Sitzung Nr. 33
Abg. Scheibner: Ist das ein Asylgrund? – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist kein Asylgrund!
Kosovo ist? – 70 Prozent! (Abg. Scheibner: Ist das ein Asylgrund? – Abg. Dr. Stummvoll: Das ist kein Asylgrund!)
Abg. Scheibner: Waren Sie schon dort?
Es ist ja wahrscheinlich zu viel verlangt, dass Sie Berichte über den Kosovo lesen, aber wenn jemand von Ihnen Interesse hätte – ich gehe ja dann zu meinem Platz zurück –: Kommen Sie zu mir; ich mache mir dann eine Liste. Es gibt da beispielsweise einen sehr interessanten Artikel einer Stiftung, der European Stability Initiative, über den Kosovo, datiert vom September 2006. Wie die Situation dort ist, das können Sie sich gar nicht vorstellen – aber eiskalt wird dorthin abgeschoben! (Abg. Scheibner: Waren Sie schon dort?) – Ob ich dort war, Herr Kollege, ist völlig irrelevant! Die Kinder, die dorthin abgeschoben werden, die dort in den Ruinen leben müssen ... (Abg. Strache: Sie reden über etwas, bei dem Sie sich gar nicht auskennen! – Abg. Scheibner: Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!)
Abg. Strache: Sie reden über etwas, bei dem Sie sich gar nicht auskennen! – Abg. Scheibner: Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!
Es ist ja wahrscheinlich zu viel verlangt, dass Sie Berichte über den Kosovo lesen, aber wenn jemand von Ihnen Interesse hätte – ich gehe ja dann zu meinem Platz zurück –: Kommen Sie zu mir; ich mache mir dann eine Liste. Es gibt da beispielsweise einen sehr interessanten Artikel einer Stiftung, der European Stability Initiative, über den Kosovo, datiert vom September 2006. Wie die Situation dort ist, das können Sie sich gar nicht vorstellen – aber eiskalt wird dorthin abgeschoben! (Abg. Scheibner: Waren Sie schon dort?) – Ob ich dort war, Herr Kollege, ist völlig irrelevant! Die Kinder, die dorthin abgeschoben werden, die dort in den Ruinen leben müssen ... (Abg. Strache: Sie reden über etwas, bei dem Sie sich gar nicht auskennen! – Abg. Scheibner: Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden!)
Abg. Scheibner: Das kann man eben nicht vom Professorenpult regeln!
Mein Gott, es ist ja geradezu sinnlos, mit den Leuten von den Freiheitlichen oder vom BZÖ zu reden (Abg. Scheibner: Das kann man eben nicht vom Professorenpult regeln!), aber an Sie, meine Damen und Herren von der SPÖ, appelliere ich noch einmal: Sie stehen hier an einem Scheideweg, und Sie stehen auch unter dem Risiko, Ihrer Reputation verlustig zu werden. Wir sind als Abgeordnete, wir sind als Politiker nicht nur dafür da, die Leute mit österreichischer Staatsbürgerschaft bestmöglich sozialpolitisch zu schützen, sondern wir sind auch für andere da. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und das ist auch ein Verfassungsgebot, meine Damen und Herren von der SPÖ, da in Österreich die Menschenrechtskonvention in Verfassungsrang steht. Tun wir doch etwas dafür, dass das nicht nur Papier bleibt, sondern in der Praxis tatsächlich umgesetzt wird! Das ist nämlich derzeit nicht der Fall.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
schen wecken – wie das tagtäglich von manchen, insbesondere von den Grünen, gemacht wird. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Mandak: Das hat mit dem Bleiberecht überhaupt nichts zu tun, Herr Minister!
Wenn wir jetzt eine Zwischenbilanz ziehen, dann müssen wir sagen, dass uns die Beschlussfassung dieses Fremdenrechtspakets recht gibt. Es geht in die Richtung, wie wir uns das vorgestellt haben: Wir hatten im ersten Jahr des Vollzugs dieses Fremdenrechtspakets bei den Asylwerbern einen Rückgang von 40,6 Prozent. Im Jahre 2005 hatten wir 22 000 Asylwerber, im Jahre 2006 hatten wir 13 350 Asylwerber, und in diesem Jahr haben wir einen weiteren Rückgang von 10 Prozent. Ich bin der Meinung, das ist gut so. Denn: Innerhalb von 20 Monaten – es ist ein junges Gesetz – können wir feststellen, dass dieses Gesetz genau in die Richtung geht, wie wir uns das vorgestellt haben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Mandak: Das hat mit dem Bleiberecht überhaupt nichts zu tun, Herr Minister!)
Abg. Scheibner: Wann sind die gekommen: Während des Krieges oder nachher?
Kommen wir zum Fall der Familie Zogaj, die, wenn man den medialen Berichten, den Aussagen vieler Menschen Glauben schenken kann, auch Ihnen ein Anliegen ist. (Abg. Scheibner: Wann sind die gekommen: Während des Krieges oder nachher?) Ich erin-
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die sollen sich um die dort unten kümmern, das ist wichtiger!
Zum Glück gibt es ja Menschen in Österreich, denen Menschlichkeit, Hilfe und Solidarität ein echter Auftrag sind. Ich freue mich, dass einige von ihnen heute hier sind, und darf sie stellvertretend für viele, die sich für Familien, die aus ihrer Mitte gerissen werden sollten, eingesetzt haben, begrüßen, mich bedanken und mich vor ihnen verbeugen; vor der Zivilcourage, die sie beweisen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Die sollen sich um die dort unten kümmern, das ist wichtiger!)
Abg. Scheibner: Wer war 1997 Innenminister?
Ich habe vorgeschlagen, man soll sich im Innenministerium einmal ansehen, ob hier noch mehr Fälle anstehen, wo man zu einer allfälligen humanitären Entscheidung zu kommen hat. Es wäre vielleicht nicht schlecht, dass das Innenministerium dann auf diese Fälle vorbereitet ist und sich das auch genauer ansieht. (Abg. Scheibner: Wer war 1997 Innenminister?)
Abg. Scheibner: Da sind Sie gerade der Richtige!
Bundesminister für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos: Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Ich glaube, dass die Debatte in den letzten Minuten, würde ich einmal sagen, an Emotionalität zugenommen hat, und ich würde für eine Versachlichung der Debatte plädieren. (Abg. Scheibner: Da sind Sie gerade der Richtige!) Wenn ich auf der einen Seite vom Klubobmann der Grünen höre, dass es eigentlich auch darum gehen soll, Wirtschaftsflüchtlinge in Österreich aufzunehmen, so ist das nicht unsere Position. Wenn ich auf der anderen Seite vom Klubobmann des BZÖ höre, dass alle Asylwerber offensichtlich Kriminelle seien, so ist das auch nicht unsere Position. (Ruf: ... nicht gesagt!) Und das bestärkt mich darin, dass unsere Position die richtige ist, nämlich Rechtsstaatlichkeit und Menschlichkeit zu vermitteln – und das ist eigentlich die zentrale Frage in der Asylpolitik. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Das ist ja falsch! Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Scheibner: Sie haben Ihrem Minister nicht zugehört!
Es ist so, dass der Fall Zogaj erst dadurch sozusagen diese Prominenz erhalten hat, dass man diese Asylwerber über Jahre – das ist kein Vorwurf an die Politik im Allgemeinen, aber doch an die politische Praxis in den letzten Jahren – im Ungewissen gelassen hat, was ihre Asylansuchen betrifft. (Abg. Rosenkranz: Das ist ja falsch! Das stimmt ja gar nicht! – Abg. Scheibner: Sie haben Ihrem Minister nicht zugehört!) Aus meiner Sicht liegt hier der Schlüssel zur Problemlösung: rasche, sehr rasche Asylverfahren schaffen Sicherheit – Sicherheit für die Betroffenen, Sicherheit aber auch für den Staat. (Abg. Dr. Bösch: Er hat nicht zugehört bei der Debatte vorher! Sind Sie überhaupt in der gleichen Regierung? – Das stimmt ja nicht, was er sagt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das ist möglich im Kosovo, wenn die Menschen zurückgehen. Es ist Wiederaufbau im Kosovo möglich, und man braucht dort die Hände und die hellen Köpfe der Kosovaren, damit gemeinsam mit uns dieses Land, das für Europa ein sehr wichtiges Land ist, wieder neu entsteht. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Da bin ich mir nicht so sicher!
Da kann man, bitte, überhaupt nicht zustimmen! Unsere Fraktion wird es sowieso nicht tun, und unser Koalitionspartner sicherlich auch nicht. (Abg. Scheibner: Da bin ich mir nicht so sicher!) Aber jeder normal denkende Mensch wird sich hier denken: Das gibt es doch nicht – wenn Gesetze gemacht sind, wenn Gesetze beschlossen sind, dann müssen sie auch eingehalten werden! Das ist ganz klar, und da müssen auch Sie zustimmen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nein, nein! – Abg. Steibl: Sie haben falsch vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.
Meine Damen und Herren, Sie waren wenig aufmerksam. (Abg. Scheibner: Nein, nein! – Abg. Steibl: Sie haben falsch vorgelesen! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Sitzung Nr. 35
Abg. Scheibner: Bis voriges Jahr!
Ich glaube, dass diese Balance der Zielsetzung, die Sie hier gemacht haben, nicht mehr stimmt. (Beifall beim BZÖ.) Österreich geht es gut – überhaupt keine Frage. (Abg. Scheibner: Bis voriges Jahr!) Sagen Sie aber bitte auch dazu, warum es Österreich gut geht: Weil wir seit dem Jahr 2000 eine verantwortungsvolle Wirtschafts-, Steuer- und Finanzpolitik gemacht haben (Beifall beim BZÖ), die dafür gesorgt hat ... (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter.) – Herr Kollege Matznetter, Sie sind hier heraußen gestanden und haben die Gruppenbesteuerung verteufelt, Sie haben sie schlechtgeredet, Sie haben die Wirtschaftspolitik schlechtgeredet, und heute hören und lesen wir bei jeder Gelegenheit, dass Herr Bundeskanzler Gusenbauer im Ausland dieses Land als einen Musterschüler der Europäischen Union darstellt – dank einer vernünftigen Steuerreform, die gemacht wurde, dank einer tollen Wirtschafts- und Strukturreform, die gemacht wurde. Das ist die Wahrheit, stehen Sie doch dazu! (Beifall beim BZÖ. – Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Matznetter.)
Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!
Was uns ganz besonders an dieser Novelle ärgert, ist, dass Sie diese leidige Zuverdienstgrenze beibehalten haben. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, was der Gipfel des Ganzen ist: wenn Klubobmann Westenthaler am Rednerpult steht und eine Brandrede über die Zuverdienstgrenze hält! Ihre Kolleginnen und Kollegen – schauen Sie einmal herum! – haben dieses Kinderbetreuungsgeld beschlossen! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben es nicht exekutiert!) Die Frau Kollegin Haubner war damals Staatssekretärin! (Abg. Scheibner: Sie waren dagegen!) – Und der Kollege Scheibner genauso, Herr Kollege Scheibner! Sie haben es selbst beschlossen, und heute stehen Sie so da! Und so machen Sie Politik! Das kennen wir. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn es nach Ihnen geht, gibt es überhaupt kein Kindergeld! Asylanten-Kindergeld gäbe es dann!)
Abg. Scheibner: Jetzt seid ihr beide unzufrieden!
Abgeordnete Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerinnen! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich möchte für die Zuseherinnen und Zuseher zu Hause zu Beginn meiner Ausführungen eines klarstellen: Kollegin Steibl, Sie waren dabei, als wir seinerzeit in den Regierungsverhandlungen versucht haben – wir, die SPÖ, meine ich jetzt –, eine Flexibilisierung des Kindergeldes überhaupt hineinzuverhandeln. (Abg. Steibl: Ich war dabei! Sie haben nie etwas vom Modell ... gesagt! Wir waren es!) Laut ÖVP, Frau Kollegin, war alles gut, wie es war. Sie wollten keine Veränderung. Ich will das nur noch einmal darlegen, damit hier keine Missverständnisse aufkommen. Es ist Tatsache gewesen, dass Sie zufrieden waren mit dem, wie es war, und wir nicht. (Abg. Scheibner: Jetzt seid ihr beide unzufrieden!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso kritisieren Sie es dann?
Ich stehe auch dazu, Frau Kollegin, wir beide haben das ausverhandelt, und das ist auch so in Ordnung – für den Moment, aber nicht für alle Zukunft! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wieso kritisieren Sie es dann?) – Erster Punkt.
Abg. Scheibner: Das macht ihr jetzt! – Abg. Öllinger: Wir haben etwas anderes gehört!
Das seinerzeitige Modell war zu starr, es hat zu wenig Spielraum geboten, es hat nicht wirklich Wahlfreiheit in Aussicht gestellt; das ist keine Frage. Und es hat schwierige Verhandlungen, aber erfolgreiche Verhandlungen insofern gegeben, als es gelungen ist, doch aus den über 50 Stellungnahmen, verschiedensten Stellungnahmen, einen Entwurf zustande zu bringen. In einigen Punkten, muss ich Ihnen, Frau Bundesministerin Kdolsky, sagen, ist es gelungen, auch Ihre Zustimmung zu bekommen, denn Sie standen vorher sehr hinter Ihrem Entwurf. Frauenministerin Bures hat mit Ihnen noch lange verhandelt – gestritten hat überhaupt niemand; das will ich jetzt so nicht im Raum stehen lassen. (Abg. Scheibner: Das macht ihr jetzt! – Abg. Öllinger: Wir haben etwas anderes gehört!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie waren gegen das Kinderbetreuungsgeld! Sie schmücken sich mit fremden Federn!
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Haubner, Sie heben sich positiv ab, weil ich sonst vom BZÖ so viel Selbstkritik an eigenen gesetzlichen Regelungen ja gar nicht gewöhnt bin. Aber es zeigt doch, dass dieses Kindergeldalter einer Reform bedarf, und ich bin sehr froh darüber, dass wir die auch heute hier gemeinsam präsentieren werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie waren gegen das Kinderbetreuungsgeld! Sie schmücken sich mit fremden Federn!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Ich möchte mich bedanken dafür, dass Sie das an mich weitergeleitet haben. Sozialdemokratische Abgeordnete bringen manchmal auch etwas zusammen – und gemeinsam bringen wir vielleicht noch mehr zusammen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Wo hat er das gesagt?
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich kann mich in der Debatte um das Kinderbetreuungsgeld noch an jene Äußerung des Landeshauptmannes Jörg Haider erinnern, die da gelautet hat: Wir führen das Kinderbetreuungsgeld ein, weil wir so die Frauen vom Arbeitsmarkt auskaufen können! Dann gibt es den Arbeitsmarkt nur mehr für die Männer, und die Frauen bleiben zu Hause! (Abg. Scheibner: Wo hat er das gesagt?)
Abg. Scheibner: Wir wollen das beseitigen!
Auch der Pfusch mit der Zuverdienstgrenze, den ÖVP und BZÖ/FPÖ damals zu verantworten hatten, ist ein Resultat von diesem grundlegenden Problem, das Sie nicht gelöst haben, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Wir wollen das beseitigen!)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Scheibner: Ihr habt gesagt, der Scheck ist nicht gedeckt! – Abg. Dr. Haimbuchner: Homo-Ehe!
Und: Eines hat sich heute wieder einmal klar herausgestellt: Die ÖVP ist und bleibt die einzige Familienpartei in Österreich! (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Scheibner: Ihr habt gesagt, der Scheck ist nicht gedeckt! – Abg. Dr. Haimbuchner: Homo-Ehe!)
Abg. Scheibner: Da ist doch nicht das Gebäude geschlossen worden!
Auch im Hinblick auf zusätzliche Haftkapazitäten darf ich darauf hinweisen, dass in Wien Haftanstalten geschlossen wurden und wir jetzt mit leider einiger zeitlicher Verzögerung, weil Neubau notwendig ist, erst wieder einen Jugendgerichtshof mit einer Jugendvollzugsanstalt bauen können. (Abg. Scheibner: Da ist doch nicht das Gebäude geschlossen worden!) Wir werden dort zusätzliche Haftplätze für Jugendliche schaffen, wir werden für Frauen zusätzliche Haftplätze schaffen. Wir werden somit erstmals wieder für 450 zusätzliche Haftplätze sorgen.
Abg. Scheibner: Man kann nicht nach der Hälfte freilassen! Das ist doch unglaublich!
Die Problematik des Überbelages unserer Haftanstalten ist auch auf eine hohe Anzahl nicht aufenthaltsverfestigter ausländischer Straftäter zurückzuführen. In diesem Bereich können spezialpräventive Erwägungen nicht wirksam werden, weil ohnedies mit Abschiebung vorgegangen werden müsste beziehungsweise ein Aufenthaltsverbot für Österreich besteht. In dieser Situation soll daher die vorzeitige Entlassung unter Androhung des sofortigen Vollzugs der Reststrafe möglich sein, wenn der Betroffene seiner Verpflichtung zum Verlassen des Bundesgebiets nicht nachkommt oder wieder zurückkehrt. (Abg. Scheibner: Man kann nicht nach der Hälfte freilassen! Das ist doch unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist naiv und gefährlich, zu glauben, dass mehr Haft mehr Sicherheit bringt. Wir haben Rekordhäftlingszahlen, derzeit über 9 000, wir haben wenige bedingte Haftentlassungen im europäischen Vergleich – und trotzdem haben wir in Österreich eine steigende Kriminalität. (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner.) Das sind ja Zahlen, die selbst das BZÖ in seiner heutigen Dringlichen anführt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo waren Sie in dieser Zeit?
Interessant – und das ist ja schon angeschnitten worden – finde ich die Zeit von 2000 bis 2006. Damals wurden Planstellen abgebaut. Und wir wissen, wer damals in der Regierung war: Es waren die orangen Blauen. Wir wissen, wer den Justizminister gestellt hat: Es waren die orangen Blauen. Und wir wissen, wer zumindest zeitweise Klubobmann war: Das war Herr Peter Westenthaler. Sie, Ihre Partei trägt die Hauptverantwortung dafür, dass der Strafvollzug heute in der Krise ist! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wo waren Sie in dieser Zeit?)
Abg. Scheibner: Von Ihnen werden wir noch eine ganze Menge lernen! Das sehe ich schon!
Insofern ist es ja geradezu keck, wenn man jetzt die Erhöhung der Anzahl der Planstellen für Strafvollzugsbeamte fordert! – Aber vielleicht lernen Sie aus den eigenen Fehlern. Das wäre ja zumindest einmal ein positiver Beitrag. (Abg. Scheibner: Von Ihnen werden wir noch eine ganze Menge lernen! Das sehe ich schon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, nur einer von hundert! – Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass wir drei Maßnahmen brauchen: Wir brauchen eine umfassende Tätertherapie. Das hat nichts mit Gnade zu tun, sondern das ist aktiver Schutz für potenzielle künftige Opfer. Und auch hier muss man festhalten: Die Rückfallquote ist bei therapierten Sexualstraftätern deutlich geringer. Ohne Therapie haben wir eine Rückfallquote von 10 bis 25 Prozent, mit Therapie unter 10 Prozent. (Abg. Ing. Westenthaler: Ich habe geglaubt, nur einer von hundert! – Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: „Natürlich“!
Zu Punkt zwei, dass die Opferanliegen unter Ihrer Ministerschaft in den Strafprozess gekommen sind, muss ich sagen: Das mag zwar formell stimmen, aber ich war damals Mitglied in diesem Unterausschuss. Wenn es nach Ihrem Minister Böhmdorfer gegangen wäre, wäre überhaupt nichts passiert, was zur Verbesserung der Opferrechte beigetragen hätte, ganz im Gegenteil: Das ist nur deswegen gelungen, weil die NGOs dementsprechenden Druck gemacht haben und wir in der Opposition – damals die Grünen und die SPÖ – das unterstützt haben. (Abg. Scheibner: „Natürlich“!) – Natürlich! Das weiß ich, denn da war ich dabei: So war das. (Abg. Öllinger: Ja! Sehr richtig!)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Scheibner: Damals hatte die Opposition ...!
Es ist wirklich ein Witz, zu sagen, das haben Böhmdorfer und Gastinger gemacht! Das muss einmal zurechtgerückt werden. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Scheibner: Damals hatte die Opposition ...!)
Abg. Scheibner: Das sind Sie!
Ich denke, da sind jetzt die Experten dran. (Abg. Scheibner: Das sind Sie!) Die Frage ist ja: Wer unterscheidet dann zwischen schwarz und weiß, zwischen den guten Straftätern – ich nehme an, das sind die gestrauchelten Bürger – und den schlechten Straftätern? Ich nehme an, Sie bezeichnen die Berufskriminellen so. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Experten! – Abg. Scheibner: Aber Sie unterscheiden ja auch zwischen Ersttätern ...!) Sie vielleicht? Sie vom BZÖ? (Abg. Scheibner: Das Strafrecht, Frau Kollegin!) Ich denke, das wäre ein ziemlich gefährlicher Weg.
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Experten! – Abg. Scheibner: Aber Sie unterscheiden ja auch zwischen Ersttätern ...!
Ich denke, da sind jetzt die Experten dran. (Abg. Scheibner: Das sind Sie!) Die Frage ist ja: Wer unterscheidet dann zwischen schwarz und weiß, zwischen den guten Straftätern – ich nehme an, das sind die gestrauchelten Bürger – und den schlechten Straftätern? Ich nehme an, Sie bezeichnen die Berufskriminellen so. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Experten! – Abg. Scheibner: Aber Sie unterscheiden ja auch zwischen Ersttätern ...!) Sie vielleicht? Sie vom BZÖ? (Abg. Scheibner: Das Strafrecht, Frau Kollegin!) Ich denke, das wäre ein ziemlich gefährlicher Weg.
Abg. Scheibner: Das Strafrecht, Frau Kollegin!
Ich denke, da sind jetzt die Experten dran. (Abg. Scheibner: Das sind Sie!) Die Frage ist ja: Wer unterscheidet dann zwischen schwarz und weiß, zwischen den guten Straftätern – ich nehme an, das sind die gestrauchelten Bürger – und den schlechten Straftätern? Ich nehme an, Sie bezeichnen die Berufskriminellen so. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind Experten! – Abg. Scheibner: Aber Sie unterscheiden ja auch zwischen Ersttätern ...!) Sie vielleicht? Sie vom BZÖ? (Abg. Scheibner: Das Strafrecht, Frau Kollegin!) Ich denke, das wäre ein ziemlich gefährlicher Weg.
Abg. Scheibner: Es gibt Ersttäter!
Ich glaube, dass man das Ganze viel differenzierter anschauen muss. Und ich denke, dass versucht werden muss, grundsätzlich alle Straftäter zu resozialisieren. Im Übrigen ist das ohnehin der Auftrag des Strafvollzugs. Wir dürfen also nicht von Haus aus – so, wie Sie das wollen! – eine bestimmte Gruppe ausschließen. Das, was Sie da fordern, ist schlicht und einfach ein Sicherheitsrisiko. Das kann man so nicht durchgehen lassen. (Abg. Scheibner: Es gibt Ersttäter!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Sie fordern von Frauen, dass sie zuhause bleiben bei ihren Kindern, dass Eltern die Verantwortung für ihre Kinder ständig übernehmen, dass sie sich gleichzeitig ihre Pensionsansprüche erarbeiten. Sie sind nicht bereit, etwas gegen Armut zu tun, Sie sind nicht bereit, etwas dafür zu tun, dass Menschen sich hier besser integrieren können, dass Menschen weniger dazu verleitet sind, Diebstähle zu begehen, um sich auch nicht nur zu betätigen, weil sie es einfach nicht mehr aushalten, dass sie nichts tun dürfen, sondern weil sie auch das Geld brauchen. Sie sind diejenigen, die mit Ihrem Verhalten sehr stark fördern, dass die Bedingungen so sind, dass Kriminalität in gewissen Bereichen automatisch steigen muss (Zwischenruf des Abg. Scheibner), wiewohl ich gleich dazu sagen darf: Je nachdem, welche Periode man sich ansieht, ist das Strafausmaß, sind die Kriminalfälle in der Zwischenzeit entweder gestiegen oder sogar gesunken. Es kommt immer darauf an, wie man sich das von den Jahresetappen her ansieht. Das ist an sich ein schwankender Bereich, wo es niemals die gleiche Zahl im nächsten Jahr geben wird.
Abg. Scheibner: Ihre Vertreter haben gefordert, dass wir eingesperrt werden!
Wir sind hingegen dafür, dass es einen Sinn macht, gerade in diesem Bereich viel mit gemeinnütziger Arbeit zu machen, Jugendliche dazu zu bringen, ihre Taten, die sie begangen haben, einzusehen und sie auch durch den Strafausgleich wieder gutzumachen. Sie aber wollen unbedingt, dass alle eingesperrt werden, dass Mauern gebaut werden – möglichst hoch – und dass ja niemand jemals wieder herauskommt. (Abg. Scheibner: Ihre Vertreter haben gefordert, dass wir eingesperrt werden!) Was haben wir denn davon, wenn Leute, die ihre Strafe nicht bezahlen können, eine Ersatzstrafe im Gefängnis absitzen müssen? – Wir haben gar nichts davon. Hier kann es doch nur sinnvoll sein, wenn stattdessen gemeinnützige Arbeit geleistet wird; dann würden vielleicht andere einmal etwas arbeiten und weniger Zivildiener ausgenützt werden. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Die Kinder werden aber sehr froh sein, dass Sie jetzt im Nationalrat sind!
Aber jetzt weiter zum Schutz für die Kinder. – Frau Abgeordnete Haubner hat gemeint, es wurde einfach zu wenig überlegt, was man jetzt in den Schulen tun könnte, weil wir diesen Fall gehabt haben, den Sie ja sicherlich alle kennen. – Ich als ehemalige Lehrerin kann den Vorschlag (Abg. Scheibner: Die Kinder werden aber sehr froh sein, dass Sie jetzt im Nationalrat sind!), die Schulen jetzt zuzumachen, alles nur mehr mit Sicherheitstor, nicht begrüßen, weil ein Weg ist, die Schulen aufzumachen, viele Menschen dort zu haben. Die meisten Fälle passieren, wie gesagt, nicht in den Schulen, sondern in den Familien. Und man wird niemals irgendwelche Gesetze schaffen können, die vor jedem Fall und vor jeder Möglichkeit schützen. Das wissen Sie genauso gut wie wir, und da hilft die ganze Polemik nichts.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Kollege Westenthaler, Sie wollen durch Ihre Anfrage reine Parteipolitik betreiben und schwingen die populistische Keule. Es ist zwar lieb und nett, dass Frau Haubner versucht, das aufzuklären und dem entgegenzutreten, das ist aber nun einmal so! – Wir meinen, Leben und seelische Gesundheit von Kindern sind zu wertvoll für parteipolitische Reibereien. Hier müssen wir an einem Strang ziehen, zum Wohl unserer Kinder und zum Schutz vor Verbrechen! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Kollege Westenthaler ist jetzt nicht mehr da, das ist also seine „Dringlichkeit“. – Ah, da ist er ja! – Ich frage mich, Herr Westenthaler, was Sie meinen, wenn Sie schreiben, dass die Straferleichterung für ausländische Berufsverbrecher nicht kommen soll. Wieso soll das nur ausländische Berufsverbrecher betreffen? Meinen Sie, dass es für inländische Berufsverbrecher sehr wohl Straferleichterungen geben sollen? Das wäre doch gegen den Gleichheitsgrundsatz! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich glaube nicht, dass Sie das meinen, aber Sie verdoppeln damit wiederum einmal die Ängste!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Eigenartig ist auch, dass Sie immer wieder von bereits verurteilten ausländischen Straftätern sprechen. Offenbar sind nur diese immer die Bösen. Hingegen haben ich noch nie Kritik von irgendjemandem von Ihrer Seite an den Urteilen betreffend jene vier Folterpolizisten gehört. Ich kann Ihnen nur sagen: Das war ein ganz schwerwiegender Folterfall hier in Österreich, und die Urteile mit acht, drei und sechs Monaten bedingt für diese Polizisten erstaunt uns wirklich sehr! Darüber habe ich aber noch nie etwas von Ihrer Seite gehört! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wer war das?
Aber es gibt auch einen durchaus seilbahntauglichen Vorschlag für Niederösterreich von einem Abgeordneten dieses Hauses, der bei der letzten Wahl vorgeschlagen hat, im Wiener Becken, am Steinfeld, einen Berg mit jenem Material zu errichten, das wir aus dem Semmering-Basistunnel, wenn er kommt, herausgraben. (Abg. Scheibner: Wer war das?) – Der Herr Abgeordnete Peter Wittmann!
Abg. Scheibner: Hallo! Was ist denn das? Sie sind den ganzen Tag hier gesessen und fangen jetzt zu schimpfen an! Das ist ungeheuerlich! Sie sollten sich da mehr zurückhalten!
Man versteht ja fast nicht, warum man sich dieser Einsicht verweigern will. Die wenigen Ergebnisse, die es gibt, sind dramatisch. Es war, glaube ich, der Minister Haupt, der in einem luziden Moment den Auftrag gegeben hat (Abg. Scheibner: Hallo! Was ist denn das? Sie sind den ganzen Tag hier gesessen und fangen jetzt zu schimpfen an! Das ist ungeheuerlich! Sie sollten sich da mehr zurückhalten!), dass unter Anwendung bestimmter wissenschaftlicher Methoden von einer bestimmten wissenschaftlich arbeitenden Gruppe so etwas wie eine Grobschätzung über die Vermögensverteilung durchge-
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, da kann man doch einen Ordnungsruf geben!
führt werden soll. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, da kann man doch einen Ordnungsruf geben!)
Abg. Scheibner: Was war das Ergebnis davon?
Das ist der erste Punkt, und der zweite, zumindest gleich gravierende Punkt ist: Der Untersuchungsausschuss zur Untersuchung der Bankentätigkeit – BAWAG und so weiter – und Finanzmarktaufsicht war mit Mehrheit der Meinung, dass die Aussagen des Abgeordneten Westenthaler ein Fall für die Staatsanwaltschaft und für die Strafgerichtsbehörden sind, und hat deshalb eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht: SPÖ, Grüne und FPÖ. (Abg. Scheibner: Was war das Ergebnis davon?)
Sitzung Nr. 38
Abg. Scheibner: Das wäre aber sehr interessant, Herr Bundeskanzler!
Bundeskanzler Dr. Alfred Gusenbauer: Herr Abgeordneter, Sie haben recht: Die Verwaltungseinsparung ist ein zähes Thema, das muss man ganz unumwunden zugeben. Ich sage Ihnen auch, ohne jetzt zu sehr aus dem Nähkästchen der Bundesregierung plaudern zu wollen (Abg. Scheibner: Das wäre aber sehr interessant, Herr Bundeskanzler!) – ich sage ja auch etwas dazu, Herr Abgeordneter Scheibner –, dass das natürlich auch die spannendsten Ministerratssitzungen der Bundesregierung sind, wenn wir darauf hinweisen, dass die einzelnen Bundesminister die selbst gestellten Zielsetzungen, die wir mit ihnen vereinbart haben, auch entsprechend zu erfüllen haben. Da wird es dann meistens sehr ruhig. Daher weiß jeder, wie zäh diese Diskussionen sind. Aber sowohl der Vizekanzler als auch ich sind in dieser Frage sehr konsequent und bestimmt, weil wir der Meinung sind, dass wir die Effizienz unserer Verwaltung, und zwar auch auf Basis der bestehenden Gesetzeslage, weiter verbessern können.
Abg. Scheibner: Das haben aber nicht Sie gemacht!
Zu glauben, ein Land wie Österreich könne die Globalisierung allein menschlich gestalten, ist eine schwere Illusion. Das werden wir, wenn überhaupt, nur in gemeinsamem europäischen Wirken zustande bringen. Und daher plädiere ich dafür, dass wir diesen gemeinsamen europäischen Weg gehen, der im Übrigen eine Reihe von Erfolgen gebracht hat. Wenn wir uns in Österreich heuer darüber freuen können, dass wir die Arbeitslosenrate von 5 Prozent auf 4,2 Prozent gesenkt haben, dann ist das ein schöner Erfolg! (Abg. Scheibner: Das haben aber nicht Sie gemacht!)
Abg. Scheibner: Aber wo ist denn das?
Die bisherigen Funktionen des Hohen Vertreters für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik und die des EU-Kommissars für auswärtige Beziehungen werden zusammengelegt. Das auswärtige Handeln der Union wird gestrafft. Ein einheitliches, glaubwürdiges Auftreten der Union nach außen ist ja ein ganz besonderes Anliegen der Bürger (Abg. Scheibner: Aber wo ist denn das?), das zeigen alle Meinungsumfragen. Das gemeinsame Handeln nach außen liegt an der Spitze der Erwartungen, und das durchaus mit einem optimistischen Unterton: Laut letztem Eurobarometer ist eine solide Mehrheit der EU-Bürger zuversichtlich, dass die Union zu einer führenden diplomatischen Kraft, einer wahren Friedensmacht in der Welt wird. Es besteht also eine deutliche Nachfrage nach europäischer Außenpolitik in Europa selbst und in der Welt.
Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!
Sie tragen dazu bei, durchaus vernünftig regelbare ... (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!) – Ja, Herr Ex-Minister Scheibner, Sie kennen das schon. (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!) – Ich warte trotzdem noch auf Ihre Einsicht. Und da warte ich vermutlich noch lange. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!
Sie tragen dazu bei, durchaus vernünftig regelbare ... (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon! – Abg. Ing. Westenthaler: Die alte Leier!) – Ja, Herr Ex-Minister Scheibner, Sie kennen das schon. (Abg. Scheibner: Das kennen wir jetzt schon seit 15 Jahren!) – Ich warte trotzdem noch auf Ihre Einsicht. Und da warte ich vermutlich noch lange. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Ärgern tut es mich noch immer!
Ich halte es trotzdem, auch wenn es den Herrn Scheibner langweilt (Abg. Scheibner: Ärgern tut es mich noch immer!) – was glauben Sie, wie es mir manchmal geht, wenn ich Ihnen zuhöre! –, für nicht legitim, dass Sie politische Konflikte auch noch zusätzlich aufheizen, und ich verweise nur auf das, was sich rund um die Demonstration gegen eine geplante Moschee in Wien abgespielt hat – unter federführender Beteiligung von FPÖ-Funktionären und -Funktionärinnen. (Abg. Dr. Graf: Die ÖVP war auch dabei!)
Abg. Scheibner: Aber das kann ja nicht uns interessieren!
Entscheidend ist natürlich auch, wie sich die Situation zum Beispiel im Nordirak entwickeln wird. (Abg. Scheibner: Aber das kann ja nicht uns interessieren!)
Abg. Scheibner: Wer soll denn das machen?
Es ist aus Ihrer Sicht nichts gekommen, was die Kurden-Problematik vor Ort auch nur ein bisschen entspannen könnte. Es ist ja klar, dass man da nichts tut: Die Türkei soll in die Europäische Union geholt werden, daher macht man eben den Kniefall vor der Türkei und verschweigt sich hier. (Abg. Scheibner: Wer soll denn das machen?)
Abg. Scheibner: Na geh!
Für mich bleibt nur mehr die Frage: Wem nützt eine Verlängerung der Amnestieregelung? – Sie nützt jenen, die sich durch die Vermittlung von BetreuerInnen bereichern. Sie nützt jenen, die hilfsbedürftige Menschen weiterhin verunsichern wollen. Und sie nützt jenen, die keine Qualitätssicherung in der Betreuung wollen, und vor allem auch jenen Menschen, die der Sozialversicherung Geld entziehen, indem sie BetreuerInnen nicht anmelden. Und all diesen Menschen will die ÖVP offensichtlich unter Adjutanz des BZÖ Vorschub leisten. (Abg. Scheibner: Na geh!) Dies sicherlich nicht mit Zustimmung der SPÖ! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Oh! Die NATO? – Welch ein Unding! Die NATO!
Durch diese Trägerrakete ist der ESA ein autonomer Zugang zum All gegeben, das heißt, hier können unabhängig von den Großmächten Satelliten in Umlauf gebracht werden – ein interessantes Projekt, an dem wir beteiligt sind. Ich selbst, meine Damen und Herren, hatte 2003 die Chance, im Zuge der NATO-Konferenz in Florida die Raketenbasis Cape Canaveral zu besuchen. (Abg. Scheibner: Oh! Die NATO? – Welch ein Unding! Die NATO!) Dort waren natürlich größere Kaliber, nämlich die Apollo-Raketen und andere, zu besichtigen. Gabi Moser war auch mit dabei. (Abg. Scheibner: Bei der NATO? Bei der NATO war sie dabei?)
Abg. Scheibner: Bei der NATO? Bei der NATO war sie dabei?
Durch diese Trägerrakete ist der ESA ein autonomer Zugang zum All gegeben, das heißt, hier können unabhängig von den Großmächten Satelliten in Umlauf gebracht werden – ein interessantes Projekt, an dem wir beteiligt sind. Ich selbst, meine Damen und Herren, hatte 2003 die Chance, im Zuge der NATO-Konferenz in Florida die Raketenbasis Cape Canaveral zu besuchen. (Abg. Scheibner: Oh! Die NATO? – Welch ein Unding! Die NATO!) Dort waren natürlich größere Kaliber, nämlich die Apollo-Raketen und andere, zu besichtigen. Gabi Moser war auch mit dabei. (Abg. Scheibner: Bei der NATO? Bei der NATO war sie dabei?)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Klubobmann hat etwas anderes gesagt!
Die Regelung, lieber Herbert Scheibner, dass nur ein Gesetz, das wir hier mit der ausreichenden Mehrheit beschließen, einer Volksabstimmung unterzogen werden kann, ist eine Selbstverständlichkeit. So war auch der freiheitliche Antrag heute Vormittag formuliert. Dieser Zusatz, den wir mit dem Artikel 43a haben wollen, soll dieses Verlangen bekräftigen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Scheibner: Der Klubobmann hat etwas anderes gesagt!)
Sitzung Nr. 40
Abg. Scheibner: Und wie ist das jetzt?
Ich bin dagegen, dass man heute hier von irgendeinem Mythosgebilde EU spricht. – Die EU ist im Wesentlichen die Summe der Beschlüsse der national Regierenden und nationalen Parlamente, die einfließt in die Arbeit der Kommission, in die Beschlüsse des Rates und in das Europaparlament. Das ist die Wahrheit! Und deswegen haben wir uns damals sehr oft und kritisch auseinandergesetzt mit der Regierung des Bundeskanzlers Schüssel – mit dem BZÖ und am Anfang mit der FPÖ –, weil wir gesagt haben, dass die Regierung eigentlich teilweise eine Politik in der Europäischen Union mitträgt oder bestimmt, die wir nicht wollen (Abg. Scheibner: Und wie ist das jetzt?), die auf Kosten von Beschäftigung oder Arbeitsplätzen geht, zu wenig für Wachstum macht und zu wenige Initiativen setzt. Das war es. (Abg. Strache: Deshalb opfern Sie unseren Sozial- und Gesundheitsstaat, unser System!)
Abg. Strache: Herr Scheibner, das ist ja ein Unsinn, den Sie da zelebrieren!
Sie verlangen hier etwas – ich habe Sie gefragt, und Sie haben gesagt: Über den Reformvertrag soll man abstimmen!; vielleicht wissen Sie es nicht, aber ich habe es Ihnen das letzte Mal gesagt, dass in der österreichischen Bundesverfassung eine Volksabstimmung über völkerrechtliche Verträge gar nicht vorgesehen ist –, Sie verlangen also etwas, von dem Sie wissen sollten, dass es das gar nicht gibt. Wenn Sie das ändern wollen, dann reicht es nicht aus, nur zu schreien, nur dagegen zu sein, Herr Kollege Strache! Das ist zu wenig. (Abg. Strache: Herr Scheibner, das ist ja ein Unsinn, den Sie da zelebrieren!) Herr Kollege Strache, wir haben in der letzten Sitzung des Verfassungsausschusses einen Antrag eingebracht, die österreichische Bundesverfassung zu ändern, damit in Zukunft Volksabstimmungen über völkerrechtliche Verträge möglich sind. Wir werden das noch einmal einbringen. Stimmen Sie zu, dann haben wir in Zukunft diese Möglichkeit. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das steht aber nicht drinnen!
Alle habt ihr hineingeschrieben, eh klar!) Ohne Zweifel darf sich etwa auch die Landarbeiterkammer zu dieser Sozialpartnerschaft zählen (Abg. Scheibner: Das steht aber nicht drinnen!), und das halte ich für einen ganz wichtigen, essentiellen Punkt. (Ruf beim BZÖ: Die Sozialpartnerschaft ...!) – Die Sozialpartnerschaft ist im § 120a Abs. 2 B-VG im Zusammenhang mit den Selbstverwaltungskörpern erwähnt, und diese Sozialpartnerschaft wollen wir festschreiben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, aber die Kammern stehen nicht drinnen, die Sie dazugesagt haben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, aber die Kammern stehen nicht drinnen, die Sie dazugesagt haben!
Alle habt ihr hineingeschrieben, eh klar!) Ohne Zweifel darf sich etwa auch die Landarbeiterkammer zu dieser Sozialpartnerschaft zählen (Abg. Scheibner: Das steht aber nicht drinnen!), und das halte ich für einen ganz wichtigen, essentiellen Punkt. (Ruf beim BZÖ: Die Sozialpartnerschaft ...!) – Die Sozialpartnerschaft ist im § 120a Abs. 2 B-VG im Zusammenhang mit den Selbstverwaltungskörpern erwähnt, und diese Sozialpartnerschaft wollen wir festschreiben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ja, aber die Kammern stehen nicht drinnen, die Sie dazugesagt haben!)
Abg. Scheibner: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, reden wir noch einmal darüber! Reden wir noch einmal darüber!
Zum Zweiten: Für diejenigen, die die große Koalition nicht leiden können, möchte ich nur eines sagen: Kein Mensch denkt daran, das in die Verfassung zu geben! Ich bin der Allerletzte, der das will. – Sie hätten übrigens aber die Chance gehabt, in den letzten Monaten, als darüber diskutiert wurde, eine Minderheitsregierung einzurichten, bei einem entsprechendem Entgegenkommen, eine Minderheitsregierung zu unterstützen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Ing. Westenthaler.) – Sie wollten das nicht! Vor allem die Grünen wollten das damals nicht. Damit hätten Sie verhindern können, dass es eine große Koalition gibt! (Abg. Scheibner: Aha! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef, reden wir noch einmal darüber! Reden wir noch einmal darüber!)
Abg. Scheibner schüttelt den Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten die große Koalition verhindern!
Aber die Verantwortung nicht anzunehmen, zu sagen: Ich ziehe mich zurück, ich trage keine Verantwortung!, und dann zu sagen: Oje, jetzt gibt es die große Koalition!? – Das muss man einmal der österreichischen Bevölkerung mitteilen, dass Sie das mit befördert haben! Sie haben gesagt: Ich fühle mich wohler in der Opposition, da brauche ich keine Verantwortung zu tragen, und die zwei Großen sollen die Koalition machen! – Das ist das, was Sie damals gesagt haben. (Abg. Scheibner schüttelt den Kopf. – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollten die große Koalition verhindern!) Das haben wir dann auch gemacht. Und jetzt müssen Sie damit leben! Also nicht, dass Sie jetzt aus dieser Verantwortung flüchten.
Abg. Scheibner: Aber wer ist das?
Und weil Sie sagen: Sozialpartnerschaft in der Verfassung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was ist jetzt mit dem Sicherheitspolizeigesetz? Reden Sie zum Sicherheitspolizeigesetz!) – Die Sozialpartnerschaft hat durch über 50 Jahre hindurch für Österreich ganz Tolles geleistet! Es ist eine Art Realverfassung. (Abg. Scheibner: Aber wer ist das?) Und vielleicht ist es sogar anständiger, wenn man daher aus der Realverfassung eine Formalverfassung macht. (Abg. Scheibner: Aber wer ist das?) – Mehr steht gar nicht drinnen.
Abg. Scheibner: Aber wer ist das?
Und weil Sie sagen: Sozialpartnerschaft in der Verfassung. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was ist jetzt mit dem Sicherheitspolizeigesetz? Reden Sie zum Sicherheitspolizeigesetz!) – Die Sozialpartnerschaft hat durch über 50 Jahre hindurch für Österreich ganz Tolles geleistet! Es ist eine Art Realverfassung. (Abg. Scheibner: Aber wer ist das?) Und vielleicht ist es sogar anständiger, wenn man daher aus der Realverfassung eine Formalverfassung macht. (Abg. Scheibner: Aber wer ist das?) – Mehr steht gar nicht drinnen.
Abg. Scheibner: Das nützt aber sehr wenig!
Sie können mich weiter beim Wort nehmen: Dort, wo es mir möglich ist (Abg. Scheibner: Das nützt aber sehr wenig!), dort, wo ich mich durchsetze, dort, wo sich die sozialdemokratische Parlamentsfraktion durchsetzt, wird es diese Form des Parlamentarismus geben, wo die Oppositionsparteien selbstverständlich die Möglichkeit haben, sich hier ausgiebig und ausführlich zu äußern. (Abg. Ing. Westenthaler: Auch bei den Minderheitsrechten? Was ist bei den Minderheitsrechten?)
Abg. Scheibner: Ah so? Das ist allerhand!
Im Übrigen ist auch der Inhalt des Briefes zu kritisieren. Herr Dr. Gusenbauer kritisiert die alte Bundesregierung, um dann im ersten Absatz mit dem Satz zu enden: „Das ist nicht anständig.“ (Abg. Scheibner: Ah so? Das ist allerhand!) Es ist ganz interessant, wenn er dann im dritten Absatz schreibt:
Abg. Scheibner: Da können Sie nichts dafür! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ
In den ersten Monaten unserer Regierungstätigkeit konnten diese Ziele in hervorragender Art und Weise erreicht werden. Das Wirtschaftswachstum wird im heurigen Jahr bei etwa 3,4 Prozent liegen. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber nicht wegen Ihnen!) Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Jugendarbeitslosigkeit geht besonders stark zurück (Abg. Scheibner: Da können Sie nichts dafür! – weitere Zwischenrufe beim BZÖ), und die Löhne und Gehälter steigen erstmals seit Jahren wieder in einem angemessenen Ausmaß, und zwar zwischen 3 und 4 Prozent. (Abg. Steibl: Das ist die Arbeit von Bundesminister Bartenstein ...!)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Scheibner.
Herr Bundesminister, Sie haben recht, wenn Sie sagen, dass die vergangene Regierung nicht alles erledigen konnte. Nein. Aber sie verdient auch keinen Tadel. Kritik kann man vielleicht üben. Es haben auch die Regierungen vorher nicht alles erledigen können, weil es eben einfach nicht geht. Wir haben aber insgesamt eine herzeigbare Regierungsarbeit gemacht. Darum können wir uns auch das alles leisten, weil wir Erträge und Beschäftigung haben. Das ist positiv. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Steuersenkung!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Herr Minister! Ich bekenne mich zu den Pensionsanpassungen und auch zur Rezeptgebührendeckelung, halte diese Maßnahmen auch für richtig und wichtig, sage aber schon dazu, dass diese Pensionsanpassung rund 700 Millionen € kostet. Es wird da viel Geld in die Hand genommen. Ich würde mir schon vor allem für die nahe Zukunft wünschen, dass wir die Diskussion ausdehnen und genauso für die junge Generation führen, nämlich im Sinne der Unterstützung von Jungfamilien und überhaupt der jungen Generation. Ich halte es für notwendig, dass wir uns auch darüber Gedanken machen, wie wir die finanzielle Situation vor allem der jüngeren Menschen verbessern können. (Abg. Scheibner: Steuersenkung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sind diese Kräfte?
Tatsache ist – das wissen wir alle –, dass das österreichische Gesundheitssystem eines der besten weltweit ist und im internationalen Vergleich wirklich hervorragend dasteht. Umso mehr verwundert es mich und bereitet mir auch einige Sorgen, dass es in unserem Land Kräfte gibt, die versuchen, dieses Gesundheitssystem krankzureden, auch mit dem Hinweis, dass die medizinische Versorgung in unserem Land zusammenbricht. Ich hoffe, dass hier nicht die Strategie dahinter steht, dieses System zu gefährden, umzustellen. Ich hoffe, dass es keine Strategie gibt mit dem Ziel, weg von der Selbstverwaltung hin zu einer privaten Krankenversicherung, die sich ihre Patientinnen und Patienten selbst aussuchen kann, nach Prämien, nach Geschlecht, Alter, Beruf, Gesundheitszustand einstufen kann. Das ist nicht das, was wir wollen, das brauchen wir nicht. Daher auch ein klares Bekenntnis und ein klares Entgegnen all jenen Kräften, die das in unserem Land forcieren und umzusetzen versuchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sind diese Kräfte?)
Abg. Scheibner: Deswegen werden ja Sie gefragt! – Weitere Zwischenrufe.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, zur innerösterreichischen Situation: Präsidentin Glawischnig, auch Umweltsprecherin der Grünen, hat hier einiges gefragt, aber keine einzige Antwort gegeben. Ich kann nur bei Karlheinz Kopf anschließen: keine einzige Antwort (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das war eine Dringliche Anfrage!), kein einziges Zukunftsmodell, nicht einmal andiskutiert. (Abg. Scheibner: Deswegen werden ja Sie gefragt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Das war damals noch eine gute Regierung!
Damals hatten wir 5 Prozent der Neuwagen mit Dieselpartikelfilter; heute, zwei Jahre später, haben mit diesem Bonus-Malus-System 80 Prozent der neu zugelassenen Diesel-Pkw-Dieselpartikelfilter! (Abg. Scheibner: Das war damals noch eine gute Regierung!) Es ist doch klug, das zu machen; und nichts anderes machen wir mit der NoVA. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.) Auch sie wird wirken und die Flotte sukzessive in die Richtung alternativer Energie umstellen.
Abg. Scheibner: Die Staatssekretärin sieht sehr ambitioniert aus, Ihre Fragen zu beantworten!
Ich halte es auch für einen Affront, dass Sie einfach gehen. Es geht nämlich darum, die Debatte ganz konkret auch zu einem Punkt zu führen, den Sie angesprochen haben, nämlich die Agrotreibstoffe. Minister Pröll ist nicht da, interessiert sich nicht für die Argumente der Grünen. Wir werden uns das auf jeden Fall merken. (Abg. Scheibner: Die Staatssekretärin sieht sehr ambitioniert aus, Ihre Fragen zu beantworten!)
Abg. Scheibner: Die das verursachen, seid doch ihr selbst!
Ich möchte hier an dieser Stelle doch auch nochmals bemerken, dass es nicht angehen kann, für einen so wichtigen Ausschuss wie den Rechnungshofausschuss, der heute immerhin vier Berichte zu debattieren hätte, zu Mitternacht die Debatte zu führen und dann zu erwarten, dass man inhaltlich in die Tiefe gehen kann. Das Referat des Herrn Präsidenten Moser, das hörenswert wäre, sollte vom Hohen Haus auch mehr Aufmerksamkeit gewährt bekommen. Ich denke, wir sollten nicht akzeptieren, dass die Berichte des Rechnungshofes um Mitternacht zur Diskussion gelangen. (Abg. Scheibner: Die das verursachen, seid doch ihr selbst!) Das verdienen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – ich habe eine Viertelstunde Zeit, Herr Kollege – des Rechnungshofes nicht.
Sitzung Nr. 41
Abg. Scheibner: Geburtstagswünsche!
Da heute schon der Ministerrat strapaziert wurde: Wir haben bedeutende Beschlussfassungen durchgeführt, zum Beispiel die Niederlassungsverordnung, wo wir die Antwort geben. (Abg. Scheibner: Geburtstagswünsche!) Wir werden im Bereich der qualifizierten Arbeitsplätze mehr Zuwanderung ermöglichen, denn das ist gut für den Arbeitsmarkt, das ist letztlich auch gut für Österreich. Aber diese Möglichkeit muss eine nationale Entscheidung sein und keine Entscheidung innerhalb der Europäischen Union. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Fichtenbauer.
Geschätzte Damen und Herren, ich muss auch Folgendes sagen: Mir bereitet es tatsächlich Sorge, dass ein Teil der Asylwerber das Asyl als Deckmantel benützt und sogar gerichtlich strafbare Handlungen in Österreich begeht. Das hat nichts damit zu tun, dass alle Asylwerber kriminalisiert werden, nein – es gibt viele Asylwerber, die sich entsprechend unserer Rechtsordnung verhalten –, aber wenn ich mir die Entwicklung der letzten Jahre anschaue, so bereitet mir diese große Sorge. Und da darf es keine Toleranz geben, hier müssen wir effizient arbeiten. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Fichtenbauer.)
Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!
Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen. Es ist bereits gesagt worden, dass mit dieser Novelle die Sozialpartner in den Verfassungsrang gehoben werden beziehungsweise Berücksichtigung finden. Hier möchte ich Kollegem Scheibner, der jetzt nicht anwesend ist ... (Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!) – Entschuldigung! Ich konnte ja nicht wissen, dass sich hier eine neue Koalition bildet (Abg. Scheibner: Das ist die alte!), oder die alte, ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!)
Abg. Scheibner: Das ist die alte!
Meine Damen und Herren, ich möchte noch auf einen zweiten Punkt eingehen. Es ist bereits gesagt worden, dass mit dieser Novelle die Sozialpartner in den Verfassungsrang gehoben werden beziehungsweise Berücksichtigung finden. Hier möchte ich Kollegem Scheibner, der jetzt nicht anwesend ist ... (Abg. Scheibner – in den Reihen der ÖVP sitzend –: Oja!) – Entschuldigung! Ich konnte ja nicht wissen, dass sich hier eine neue Koalition bildet (Abg. Scheibner: Das ist die alte!), oder die alte, ja. (Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr nervös?!)
Abg. Scheibner: Nein, mit mir nicht!
Kollege Scheibner, genau diese alte Koalition hat es nämlich, weil wir von „Mehrheit ist Mehrheit“ reden, ... (Abg. Scheibner: Nein, mit mir nicht!) – Moment! Darf ich es erklären? Diese alte Koalition hat es so weit gebracht, dass sie mit der Mehrheit, die sie gehabt hat, zumindest 66 Sozialbestimmungen für die Menschen in diesem Land massiv verschlechtert hat. Das müssen Sie schon zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber der Verfassungsgerichtshof konnte kontrollieren!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber der Verfassungsgerichtshof konnte kontrollieren!
Kollege Scheibner, genau diese alte Koalition hat es nämlich, weil wir von „Mehrheit ist Mehrheit“ reden, ... (Abg. Scheibner: Nein, mit mir nicht!) – Moment! Darf ich es erklären? Diese alte Koalition hat es so weit gebracht, dass sie mit der Mehrheit, die sie gehabt hat, zumindest 66 Sozialbestimmungen für die Menschen in diesem Land massiv verschlechtert hat. Das müssen Sie schon zur Kenntnis nehmen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber der Verfassungsgerichtshof konnte kontrollieren!)
Abg. Scheibner: Sehr spät, ja!
Ich möchte jedoch auch dem SPÖ-Abgeordneten und Kollegen Dr. Wittmann zu der späten, aber richtigen Erkenntnis gratulieren (Abg. Scheibner: Sehr spät, ja!), dass es, wie er gesagt hat, viele Asylwerber gibt, die Asylmissbrauch im Sinn haben. Ja, das sagen wir schon lange, das sehen wir in Österreich schon lange – interessant, dass jetzt im Zuge der Debatte um den Asylgerichtshof auch die SPÖ draufgekommen ist.
Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?
Schauen wir uns die Fremdenrechtsfälle an, die in den Medien waren. Ich darf Sie zum Beispiel an die Familie Sharifi aus Leoben erinnern, für die sich auch ein Abgeordneter Missethon oder auch ein Abgeordneter Westenthaler eingesetzt hat. Das ist eine Familie, die, wenn es den Instanzenzug nicht gegeben hätte, heute nicht mehr in Österreich wäre. Die haben nämlich einen Instanzenzug gebraucht. Die haben ihn gebraucht, weil die Erstentscheidung einfach nicht richtig war. (Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?)
Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?
Was bedeutet das? Hat sich die erste Instanz geirrt, oder haben wir uns das einfach anders überlegt? (Abg. Scheibner: War das der Verwaltungsgerichtshof?) Waren die vorangegangenen Entscheidungen falsch, oder gibt es vielleicht doch auch eine Berechtigung in einem Rechtsstaat, Entscheidungen auch zu prüfen?
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist auch falsch!
Wenn es so unwichtig wäre, diese dritte Instanz, wie kann es denn dann sein, dass im Hearing die Fachleute davon reden, dass über 20 Prozent der Verfahren nicht ordnungsgemäß waren? (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! Das ist auch falsch!) Dass diese 20 Prozent unnotwendig sind, das können Sie doch nicht ernsthaft glauben!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Wenn man so mit der Verfassung umgeht, einen derart schludrigen Umgang damit hat und nur mehr persönliche Interessen, parteipolitische Interessen hineinschreibt (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen), wenn man die Parteien, die Kammern, den Proporzstaat mit Zweidrittelmehrheit in der Verfassung festschreibt, dann hat man damit keine Verfassung geändert, sondern dann hat man sich um 70 Jahre zurückkatapultiert, in eine Zeit, die wir alle nicht mehr erleben wollen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Graf: Sind wir überhaupt genug? – Abg. Scheibner: Da gibt es gewisse Zerfallserscheinungen!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Dr. Graf: Sind wir überhaupt genug? – Abg. Scheibner: Da gibt es gewisse Zerfallserscheinungen!) – Das ist mit Mehrheit angenommen.
Abg. Scheibner: Die anderen aber auch!
Abgeordneter Mag. Helmut Kukacka (ÖVP): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner! So einfach ist das leider nicht, denn wir haben natürlich auch die Verpflichtung, das umzusetzen, was hier auf EU-Ebene beschlossen wurde. (Abg. Scheibner: Die anderen aber auch!) Und das ist nun einmal ein wichtiger Schritt. Natürlich alle anderen Staaten selbstverständlich auch, aber davon gehen wir aus,
Abg. Scheibner: In einen Intensivkurs!
Ich möchte wissen, was Sie mit einem Kind tun, das erst nach seinem Schuleintritt nach Österreich kommt, das während der Schulzeit kommt, das in die zweite Klasse kommt und dessen Eltern nicht oder nicht gut Deutsch können. Was tun Sie mit diesen Kindern? Was wird dann passieren? (Abg. Scheibner: In einen Intensivkurs!) – Herr Kollege Scheibner, es gibt kaum Angebote für Deutsch-Kurse für Kinder. Wer wird diese Deutsch-Kurse bezahlen, frage ich Sie? (Abg. Dr. Brinek: In Schweden heißt das „Vorbereitungsschule“!) So, wie das jetzt definiert ist, haben die Eltern dafür die Verantwortung. Da wird es dann heißen: Der Förderunterricht ist Ihre Verantwortung. Zahlen, damit Ihr Kind überhaupt den Förderunterricht besuchen kann!
Abg. Dr. Jarolim: Hat das eine Bedeutung, dass die Kollegin Brinek zu diesem Tagesordnungspunkt nicht spricht? – Abg. Scheibner: Das müsst ja ihr wissen in der Koalition!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Kurzmann ist der Nächste. Gewünschte Redezeit: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Hat das eine Bedeutung, dass die Kollegin Brinek zu diesem Tagesordnungspunkt nicht spricht? – Abg. Scheibner: Das müsst ja ihr wissen in der Koalition!)
Abg. Scheibner: Das ist wichtig!
Warum müssen wir das einbringen und warum zu diesem Tagesordnungspunkt? – Der Grund ist ganz einfach. Wie sollen wir das Wehrgesetz 2001, wie sollen wir das Heeresdisziplinargesetz 2002, wie sollen wir das Heeresgebührengesetz 2001 und das Militärauszeichnungsgesetz 2002 diskutieren (Abg. Scheibner: Das ist wichtig!), wenn wir nicht wissen, ob das alles überhaupt finanzierbar ist? – Wir wissen erst dann, ob das finanzierbar ist, wenn wir wissen, was die Eurofighter-Beschaffung wirklich kostet. Es gibt viele Parteien in diesem Haus, die das wissen wollen. Es war an und für sich bis vor kurzer Zeit nur die Österreichische Volkspartei, die nicht wissen wollte, was die Eurofighter-Beschaffung wirklich kostet und was sich das österreichische Bundesheer an Reformen und an Auslandseinsätzen überhaupt noch leisten kann.
Abg. Scheibner: Das war aber vorher!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Der Entschließungsantrag von den Sozialdemokraten hat damals seine Richtigkeit gehabt und war notwendig. Der jetzige, eingebracht von den Grünen (Abg. Brosz: Von den Sozialdemokraten!), ist in der Form nicht notwendig, da wir der Meinung waren, letztendlich der Bitte des Ministers für Landesverteidigung nachzukommen, das Parlament zu informieren. Es ging letztlich aber darum, einen Weg zu finden, um nicht die Verschwiegenheit auf eine Art und Weise zu verletzen, dass nicht der Republik Kosten entstanden wären (Abg. Scheibner: Das war aber vorher!), die dann allein auf dem Haupt des Ministers auszutragen gewesen wären bis hin zu einer persönlichen Haftung mit Gefängnis bis zu drei Jahren.
Sitzung Nr. 42
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Finanzausgleichsverhandlungen – Herr Kollege Westenthaler, Sie geben mir sicher recht – zählen zu den wichtigsten Verhandlungen in der Politik; normalerweise alle vier Jahre, jetzt vorgezogen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Große Projekte stehen an, große Projekte, die im Sinne der Menschen positiv erledigt und bewältigt werden sollen.
Abg. Scheibner: Sind es jetzt vier Jahre oder sechs Jahre?
Das sind Projekte vor allem im Bereich der Bildung – ich hoffe, die Bildung ist Ihnen auch so ein Anliegen wie uns, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Sind es jetzt vier Jahre oder sechs Jahre?) – und der Betreuung unserer Kleinsten und der Schulkinder und Jugendlichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Oder fünf Jahre?) Es sind wichtige Projekte im Bereich der Gesundheit (Abg. Scheibner: Wie lange dauert jetzt der Finanzausgleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Jahre oder sechs Jahre?), im Bereich des Sozialwesens, im Bereich der Pflege, im Bereich der Verwaltung, des Klimaschutzes, aber auch der Stärkung des ländlichen Raumes.
Abg. Scheibner: Wie lange dauert jetzt der Finanzausgleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Jahre oder sechs Jahre?
Das sind Projekte vor allem im Bereich der Bildung – ich hoffe, die Bildung ist Ihnen auch so ein Anliegen wie uns, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Sind es jetzt vier Jahre oder sechs Jahre?) – und der Betreuung unserer Kleinsten und der Schulkinder und Jugendlichen. (Abg. Ing. Westenthaler: Oder fünf Jahre?) Es sind wichtige Projekte im Bereich der Gesundheit (Abg. Scheibner: Wie lange dauert jetzt der Finanzausgleich? – Abg. Ing. Westenthaler: Vier Jahre oder sechs Jahre?), im Bereich des Sozialwesens, im Bereich der Pflege, im Bereich der Verwaltung, des Klimaschutzes, aber auch der Stärkung des ländlichen Raumes.
Abg. Scheibner: Sie wissen nicht einmal, wie lang der Finanzausgleich dauert!
Und es wird Sie sicherlich nicht überraschen, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie wissen nicht einmal, wie lang der Finanzausgleich dauert!), dass ich sehr, sehr stolz sagen kann, dass viele sozialdemokratische Forderungen und Anliegen damit auch verwirklicht werden können (Abg. Scheibner: Aber Sie kennen nicht den Finanzausgleich!) – Schritt für Schritt, das ist mir bewusst, denn das Märchen vom „Tischlein, deck dich – Esel, streck dich!“ kennen wir alle (Abg. Scheibner: Aber nicht den Finanzausgleich!), aber so ist es in der Realität nicht. Daher müssen wir wirklich mit Zielbewusstsein und Augenmaß darauf schauen, dass das Geld in den Ländern, Gemeinden und Städten gut verteilt wird. (Abg. Strache: Und die Bürger dann noch im Wohnzimmer belästigen!)
Abg. Scheibner: Aber Sie kennen nicht den Finanzausgleich!
Und es wird Sie sicherlich nicht überraschen, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie wissen nicht einmal, wie lang der Finanzausgleich dauert!), dass ich sehr, sehr stolz sagen kann, dass viele sozialdemokratische Forderungen und Anliegen damit auch verwirklicht werden können (Abg. Scheibner: Aber Sie kennen nicht den Finanzausgleich!) – Schritt für Schritt, das ist mir bewusst, denn das Märchen vom „Tischlein, deck dich – Esel, streck dich!“ kennen wir alle (Abg. Scheibner: Aber nicht den Finanzausgleich!), aber so ist es in der Realität nicht. Daher müssen wir wirklich mit Zielbewusstsein und Augenmaß darauf schauen, dass das Geld in den Ländern, Gemeinden und Städten gut verteilt wird. (Abg. Strache: Und die Bürger dann noch im Wohnzimmer belästigen!)
Abg. Scheibner: Aber nicht den Finanzausgleich!
Und es wird Sie sicherlich nicht überraschen, liebe Kolleginnen und Kollegen (Abg. Scheibner: Sie wissen nicht einmal, wie lang der Finanzausgleich dauert!), dass ich sehr, sehr stolz sagen kann, dass viele sozialdemokratische Forderungen und Anliegen damit auch verwirklicht werden können (Abg. Scheibner: Aber Sie kennen nicht den Finanzausgleich!) – Schritt für Schritt, das ist mir bewusst, denn das Märchen vom „Tischlein, deck dich – Esel, streck dich!“ kennen wir alle (Abg. Scheibner: Aber nicht den Finanzausgleich!), aber so ist es in der Realität nicht. Daher müssen wir wirklich mit Zielbewusstsein und Augenmaß darauf schauen, dass das Geld in den Ländern, Gemeinden und Städten gut verteilt wird. (Abg. Strache: Und die Bürger dann noch im Wohnzimmer belästigen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dolinschek.
Es ist genauso wichtig, dass wir uns mit dem Thema befassen: Wie wirken sich dieses Budget und vor allem die nächsten Budgets auf die Situation von Männern und Frauen in diesem Land aus? – Wir hatten ein ExpertInnen-Hearing, wir haben Expertinnen und Experten eingeladen. Einige von uns haben noch gar nicht wirklich gewusst, was „Gender Budgeting“ eigentlich ist. Das ist eine Methode, das ist ein Weg, um zu dem Ziel zu kommen, dass es in Zukunft nicht mehr egal ist, ob mehr Geld für einen Golfplatz oder auch Geld für ein Frauenhaus ausgegeben wird, Herr Kollege Scheibner, denn ein Frauenhaus ist ein Ort, wohin Frauen flüchten können, wenn sie von Gewalt betroffen sind. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dolinschek.)
Abg. Scheibner: Wann kommt denn die Steuerreform?
Geschätzte Damen und Herren! Mit dem Finanzausgleich wurde auch gleichzeitig sowohl mit den Ländern als auch mit den Gemeinden ein Stabilitätspakt geschlossen, denn wir wollen ja 2010 wieder ein ausgeglichenes Budget erreichen (Staatssekretär Dr. Matznetter: Einen Überschuss!), wir wollen 2010 ... Bitte? (Staatssekretär Dr. Matznetter: Einen Überschuss!) – Einen Überschuss sogar, ich korrigiere mich (Abg. Scheibner: Wann kommt denn die Steuerreform?), denn es gibt ja in Wahrheit keine Alternative dazu. (Abg. Dr. Graf: Eine Steuerreform! Und eine neue Regierung!) Das ist eine Tatsache, die uns allen bewusst ist, denn erstens müssen wir die Stabilitätskriterien der EU erfüllen, zweitens hilft uns jetzt die gute Konjunktur. Und es ist immer leichter dann zu sparen, wenn es einem gut geht, wenn es viele Arbeitsplätze gibt und wenn die Wirtschaft boomt, was jetzt der Fall ist, geschätzte Damen und Herren.
Abg. Scheibner: Wann kommt die?
Drittens haben wir allen Österreicherinnen und Österreichern eine große Steuerreform versprochen. (Abg. Scheibner: Wann kommt die?) Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir all diese Ziele auch erreichen werden, denn wir haben einen Finanzminister, der Wort hält, wir haben einen Finanzminister, der auf Kurs bleibt, und wir haben einen Staatssekretär, der ihn dabei unterstützt. (Abg. Heinisch-Hosek: Super!) – Jetzt habe ich Ihnen das Wort aus dem Mund genommen.
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Scheibner: Warum? Jetzt wegen dem Antrag? Ist das Ihr Ernst? Eine Dringliche Anfrage ist Populismus? Waren Sie in der letzten Periode schon da? Wissen Sie, wie viele Dringliche Anfragen Ihre Fraktion gemacht hat?
Was das BZÖ hier macht – und das unterstelle ich Ihnen – ist billiger Populismus mit dem Schicksal von Kindern. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Scheibner: Warum? Jetzt wegen dem Antrag? Ist das Ihr Ernst? Eine Dringliche Anfrage ist Populismus? Waren Sie in der letzten Periode schon da? Wissen Sie, wie viele Dringliche Anfragen Ihre Fraktion gemacht hat?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ja nicht wahr sein! Eine Dringliche Anfrage ist Gewalt?
Sie entlarven sich nämlich ganz einfach selber, wenn es Ihnen um eine seriöse Aufarbeitung des Themas geht. Wissen Sie, wo Gewalt beginnt? – Gewalt beginnt mit Worten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ja nicht wahr sein! Eine Dringliche Anfrage ist Gewalt?) – Nein. Wenn Sie mich ausreden lassen, würden Sie es vielleicht hören. (Abg. Scheibner: Eine Dringliche Anfrage im Parlament, eine Dringliche Anfrage an die Justizministerin ist Gewalt? Wissen Sie, was Sie sagen? Eine Dringliche Anfrage ist Populismus?)
Abg. Scheibner: Eine Dringliche Anfrage im Parlament, eine Dringliche Anfrage an die Justizministerin ist Gewalt? Wissen Sie, was Sie sagen? Eine Dringliche Anfrage ist Populismus?
Sie entlarven sich nämlich ganz einfach selber, wenn es Ihnen um eine seriöse Aufarbeitung des Themas geht. Wissen Sie, wo Gewalt beginnt? – Gewalt beginnt mit Worten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das darf ja nicht wahr sein! Eine Dringliche Anfrage ist Gewalt?) – Nein. Wenn Sie mich ausreden lassen, würden Sie es vielleicht hören. (Abg. Scheibner: Eine Dringliche Anfrage im Parlament, eine Dringliche Anfrage an die Justizministerin ist Gewalt? Wissen Sie, was Sie sagen? Eine Dringliche Anfrage ist Populismus?)
Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! Wir brauchen Sie nicht als Oberlehrerin!
Sie entlarven sich und den Sinn Ihrer Anfrage – vor allem nach der gestrigen sehr seriösen Diskussion – einzig und allein durch die letzte Frage, die Sie an diese Anfrage, die sich mit dem Wohl des Kindes beschäftigt, drangehängt haben. (Abg. Scheibner: Das ist ungeheuerlich! Wir brauchen Sie nicht als Oberlehrerin!) Wenn man sich die letzte Frage ansieht, dann ist erkennbar, dass Sie die Anfrage in eine andere Richtung hätten stellen müssen. Benützen Sie nicht die Schicksale von Kindern, um derartige Fragen anzuhängen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Ihre Rede war nicht sehr gut! Die Antwort schon, aber Ihre Rede war nicht seriös!
Was wir fordern – und ich glaube mich da im Einklang mit den meisten hier im Hohen Haus –, ist ein wirklich seriöser Umgang mit diesem Thema. (Abg. Großruck: Das fordern doch alle!) Gestern gab es den ersten Schritt mit einer seriösen Auseinandersetzung, und auch an Hand des Dankes, den mein Vorredner an den Minister Buchinger gerichtet hat, sehen Sie, dass die Antwort auf Ihre Fragen eine seriöse und eine sehr gute war. (Abg. Scheibner: Ihre Rede war nicht sehr gut! Die Antwort schon, aber Ihre Rede war nicht seriös!)
Abg. Scheibner: Fangen Sie einmal an damit!
Zivilcourage von jedem, den unbequemen Weg zu gehen, sich mit Behörden auseinanderzusetzen, sich mit den Eltern auseinanderzusetzen, das ist das, was wir fordern. (Abg. Scheibner: Fangen Sie einmal an damit!) Wir fordern Zivilcourage und auch ein Amtsverständnis von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern und von der Jugendwohlfahrt, dass diese Fälle auch zur Anzeige gebracht werden.
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie einmal Ihre parteipolitische Brille ab!
Und wir fordern natürlich Ärztinnen und Ärzte auf, das Netzwerk auszubauen. (Abg. Ing. Westenthaler: Warum machen Sie das nicht jetzt?... Sie können es umsetzen!) – Sie waren sieben Jahre lang in einer Regierung. Auch Sie hätten einige Dinge umsetzen können. Die derzeit geltende Rechtslage, die Sie jetzt ganz lautstark kritisieren, geht auf sieben Jahre Regierungszeit, in denen Sie stiller Teilhaber waren, zurück. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Nehmen Sie einmal Ihre parteipolitische Brille ab!)
Abg. Scheibner: Wieso fordern? Sie können es umsetzen!
Wir fordern Vernetzung und Kommunikation. (Abg. Scheibner: Wieso fordern? Sie können es umsetzen!) Polemisierung alleine bringt uns nichts. Es muss ein Netzwerk geknüpft werden, und zwar von Beginn an: von den Nachbarn, von den Verwandten, von Ärztinnen und Ärzten, von SozialarbeiterInnen, von LehrerInnen und auch von Gerichten. (Abg. Riener: Auch in den Krankenhäusern!)
Abg. Scheibner: Aber das haben Sie ...! Setzen Sie es um!
Wenn wir den Weg, den unsere Ministerin hier gestern angedacht hat, zu Ende denken, dann müssen wir uns sicher sein, dass einiges in diesen Strukturen umgebaut werden muss. (Abg. Scheibner: Aber das haben Sie ...! Setzen Sie es um!) Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass uns das Wohl unserer Kinder, nämlich Nachdenken und ordentliche Gesetze, wichtiger ist als Polemik. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen nicht, das haben wir heute gesehen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen nicht, das haben wir heute gesehen!
Wenn wir den Weg, den unsere Ministerin hier gestern angedacht hat, zu Ende denken, dann müssen wir uns sicher sein, dass einiges in diesen Strukturen umgebaut werden muss. (Abg. Scheibner: Aber das haben Sie ...! Setzen Sie es um!) Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass uns das Wohl unserer Kinder, nämlich Nachdenken und ordentliche Gesetze, wichtiger ist als Polemik. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ihnen nicht, das haben wir heute gesehen!)
Abg. Scheibner: Wir haben auch damals gewettert!
Sie sind gegen Freigänge. Gestern wurde wieder dagegen gewettert. Als Sie das Justizministerium hatten, als Sie die Ministerin oder den Minister stellten, hat sich die Zahl der Freigänge von 2002 bis 2006 verdoppelt, nämlich von 5 500 auf 11 000. (Rufe bei den Grünen: Hört, hört!) Sie wettern hier gegen bedingte Entlassungen. (Abg. Scheibner: Wir haben auch damals gewettert!) In den Jahren 2000 bis 2007 hat sich diese Zahl um 30 Prozent von 1 300 auf 1 700 erhöht. – So schauen die Zahlen aus!
Abg. Scheibner: Wissen Sie zum Thema auch etwas?
Oder sagen wir es anders, und das zum Thema Populismus, angesprochen von Kollegin Oberhauser (Abg. Scheibner: Wissen Sie zum Thema auch etwas?): Sie sind offensichtlich selbst nicht von Ihren Forderungen überzeugt, sonst hätten Sie das umgesetzt. Das sind höchstens irgendwelche Forderungen, die Sie leichtfertig in der Opposition aufstellen, aber an die Sie selbst nicht glauben.
Abg. Scheibner: Das haben wir gesagt!
Wir haben hier ein weites Feld von Problemen in der Gesellschaft vor uns, angefangen vom Zuhause bis hin zu den Betreuungseinrichtungen – und als letztes Glied der Kette steht das Strafrecht. (Abg. Scheibner: Das haben wir gesagt!) Ich habe das ja nur gesagt, jetzt ist das wenigstens ein bissel in die richtige Richtung diskutiert worden. Und ich glaube, so sollte man es auch sehen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Was haben wir in den letzten Tagen hier nicht alles gehört! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist schon schön, Kollege Scheibner. Ich kenne die Diskussion, wo es seit Jahren heißt, dass wir überall zu viele Beamte haben. Das ist sogar im FAG enthalten: Die Länder, die Gemeinden, alle Verwaltungseinheiten sollen Beamte einsparen. Immer wieder heißt es: Die Verwaltung muss Personal einsparen, wir brauchen eine schlanke Verwaltung! Wir kennen diese Forderungen seit Jahren.
Abg. Scheibner: Das ist Polemik, hat Ihre Kollegin gesagt!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner, Sie haben vorher gesagt, man kann nicht oft genug über Kinderrechte und den Schutz von Kindern reden. Gut, reden wir darüber. (Abg. Scheibner: Das ist Polemik, hat Ihre Kollegin gesagt!) – Also ich habe jetzt einen Satz gesagt, und Sie werfen mir vor, polemisch zu sein? Das halte ich für eine ziemliche Unterstellung. (Abg. Scheibner: Nicht Sie als Person! Ihre Kollegin macht nur Polemik! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Fraktion gemeint! – Abg. Dr. Graf: Er meint die Rede von gestern!) Wenn Sie mich bitte reden lassen würden, Sie können es ja zum Schluss dann vielleicht sagen.
Abg. Scheibner: Nicht Sie als Person! Ihre Kollegin macht nur Polemik! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Fraktion gemeint! – Abg. Dr. Graf: Er meint die Rede von gestern!
Abgeordnete Sabine Mandak (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Scheibner, Sie haben vorher gesagt, man kann nicht oft genug über Kinderrechte und den Schutz von Kindern reden. Gut, reden wir darüber. (Abg. Scheibner: Das ist Polemik, hat Ihre Kollegin gesagt!) – Also ich habe jetzt einen Satz gesagt, und Sie werfen mir vor, polemisch zu sein? Das halte ich für eine ziemliche Unterstellung. (Abg. Scheibner: Nicht Sie als Person! Ihre Kollegin macht nur Polemik! – Abg. Ing. Westenthaler: Er hat die Fraktion gemeint! – Abg. Dr. Graf: Er meint die Rede von gestern!) Wenn Sie mich bitte reden lassen würden, Sie können es ja zum Schluss dann vielleicht sagen.
Abg. Scheibner: Das spekuliert ja auf den Täter!
Deswegen werden wir Ihrem zweiten Antrag nicht zustimmen, obwohl er Passagen enthält, die wir durchaus unterstützen, weil er die generelle Anzeigepflicht enthält. (Abg. Dr. Graf: Aber irgendwann wird es ja EU-Richtlinien geben!) Das klingt irrsinnig gut, es geht aber oft einmal am Interesse der Opfer vorbei (Abg. Scheibner: Das spekuliert ja auf den Täter!), das hat meine Vorrednerin bereits ausgeführt. Es ist unter Expertinnen und Experten nicht unumstritten, deswegen ist derzeit die Regelung eine andere. Da hat man hauptsächlich die Opfer im Blickfeld gehabt, die sich vielleicht an die Lehrerin, den Lehrer wenden, zu denen sie Gott sei Dank Vertrauen haben und die dann per Gesetz und unter Strafe verpflichtet wären, sofort Anzeige zu erstatten. Was das für ein Kind heißt, das gerade Vertrauen geschöpft hat, auf die Art und Weise enttäuscht zu werden, diese Überlegungen muss man auch mit hineinnehmen, wenn man solche Forderungen stellt.
Abg. Scheibner: Haben wir auch!
Abgeordneter Karl Dobnigg (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Werte Kolleginnen! Werte Kollegen! Hohes Haus! Herr Westenthaler! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen vom BZÖ, es ist schon sehr interessant: Sie waren doch sieben Jahre lang in den Vorgängerregierungen und hätten während dieser Zeit sehr, sehr viel für die Menschen tun können, denen es finanziell nicht sehr gut gegangen ist. (Abg. Scheibner: Haben wir auch!)
Abg. Scheibner: ... das ist weniger!
Gerade vor zwei Tagen – jetzt komme ich wirklich dazu, jetzt passt es ja – wurde eine sehr erfreuliche und großzügige Pensionserhöhung für unsere ältere Generation beschlossen. (Abg. Scheibner: ... das ist weniger!) Damit wird die Kaufkraft nicht nur gesichert, sondern sie wird steigen. Und was mir besonders wichtig ist, ist, dass damit auch Nachhaltigkeit erreicht wird, was bei den Einmalzahlungen zu Ihrer Zeit nicht der Fall war. (Abg. Ing. Westenthaler: Was hat das mit den Heizkosten zu tun?!)
Abg. Scheibner: Aber wir haben schon einen Bundeszuschuss auch gegeben!
Der Punkt dabei ist nur: Pensionen sind Bundessache, und dort, wo man zuständig ist, wurde und wird auch sozial gehandelt (Abg. Scheibner: Aber wir haben schon einen Bundeszuschuss auch gegeben!), der Heizkostenzuschuss aber ist Ländersache, wie Sie wissen – ich hoffe, Sie wissen es! –, und es wäre natürlich sehr schön, wenn alle Länder diesen in entsprechender Höhe gewähren würden, da sind wir uns einig.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Wir haben deshalb getrennte Abstimmung verlangt und werden § 1 Abs. 1, wie ihn die Regierungsparteien vorschlagen, nicht zustimmen, dem Rest des Gesetzes aber schon. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 44
Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner: Fragen nicht vergessen!
Einige Bemerkungen nun zur Entwicklung auf dem österreichischen Arbeitsmarkt, weil ich der Meinung bin, dass das von ganz zentraler Bedeutung ist. (Die Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner: Fragen nicht vergessen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben nämlich zehn Fragen gestellt! – Abg. Scheibner: 20 Minuten sind gleich um!
keit hingewiesen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wir haben nämlich zehn Fragen gestellt! – Abg. Scheibner: 20 Minuten sind gleich um!) – Eines soll dabei auch nicht unter den Teppich gekehrt werden: Wir werden im heurigen Jahr mit der Einlösung der Ausbildungsgarantie eine ganz wichtige Situation neu regeln.
Abg. Parnigoni: Sie spielen derzeit im Sandkasten, Herr Scheibner!
Meine Damen und Herren! Steuerfreiheit für die kleinen Sparer – das wären interessante Dinge! –, etwa bei der Kapitalertragssteuer, und vor allem gerechte Pensionen. (Abg. Parnigoni: Sie spielen derzeit im Sandkasten, Herr Scheibner!)
Abg. Scheibner: Fangt einmal damit an!
Ich möchte ein Wort aufgreifen, das Sie ausgesprochen haben: die Visionen. Genau das wäre jetzt das Entscheidende, dass wir alle unsere Kräfte zusammentun – die Bundesregierung, die konstruktiven Kräfte in den Oppositionsparteien – und einmal darüber nachdenken, inwieweit Österreich international selbstbewusst und wettbewerbsfähig auftreten kann (Abg. Scheibner: Fangt einmal damit an!) und wieder Markierungen setzt: im Forschungsbereich, im Wissenschaftsbereich, im Kulturbereich, im Sportbereich, wo es uns allen so ein Anliegen ist. Im Bildungsbereich, für die Zukunft unserer Kinder, damit sie auf den nationalen und internationalen Arbeitsmärkten wirklich konkurrenzfähig sein können. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das habt ihr gemacht!
Das sind die großen Themen: unsere österreichische Erfolgsgeschichte einmal europaweit einzubringen, unser Sozialmodell in der jeweiligen modernisierten und reformierten Form einzubringen, unsere Sozialstaatstraditionen einzubringen. Das ist es: ein Modell der Gesellschaft des friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Ethnien, der verschiedenen Religionen, der verschiedenen Kulturen, aber nicht lauter apokalyptische Oppositionsbilder, lauter Angstbilder, lauter Feindbilder. Das ist doch absurd, so kann man die Zukunft nicht bewältigen! (Abg. Scheibner: Das habt ihr gemacht!)
Abg. Scheibner: Was hätten Sie schon Besseres zu tun?
Hören Sie, wenn man es sich aussuchen kann, weiß ich auch etwas Besseres zu tun, als mir Ihre Rede anzuhören, Herr Scheibner. Aber es ist nun einmal so, dass ich hier Abgeordneter zum Nationalrat bin und dass ich mir das anhöre, weil das zur demokratischen Kultur gehört. (Beifall bei der SPÖ.) Daher bitte ich, hier nicht so zu tun (Abg. Scheibner: Was hätten Sie schon Besseres zu tun?), als würde das in Wirklichkeit nicht aus Respekt gegenüber dem Parlament geschehen.
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Wir werden das Parlament ernst nehmen! Wir werden schauen, dass auch die Opposition zu ihren Rechten kommt! Natürlich werden die Vorschläge der Opposition aufgenommen! – All das und noch mehr hast du gesagt. Aber was ist jetzt? – Genau das Gleiche wie vorher, nur mit dem Unterschied, dass ihr außerdem noch die Zweidrittelmehrheit habt, und das macht euch, diese Art von Regierung, in gewisser Weise gefährlicher als die alte blau-schwarze oder schwarz-orange. Das möchte ich schon einmal festhalten. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) – Danke, Herr Scheibner, für den Applaus. Es ist immer schön, wenn im Protokoll festgehalten wird, dass auch von anderen Fraktionen Applaus kommt.
Abg. Scheibner: Wo haben Sie das denn wieder her?
Zu diesem Punkt, Herr Westenthaler: Eines hat mich ja schon mit Zufriedenheit erfüllt, mit Einschränkung, aber immerhin. (Abg. Ing. Westenthaler: Nur nicht zu dick auftragen!) In Ihrer Anfrage kommt mit keinem Wort vor, dass wir es bei diesen sogenannten Amnestieregelungen, oder wie sie alle heißen mögen, mit ausländischen Pflegekräften, Betreuungskräften zu tun haben, im Wesentlichen slowakische, tschechische, rumänische und ungarische. (Abg. Scheibner: Wo haben Sie das denn wieder her?) Ich erinnere nur daran, dass Sie noch im Wahlkampf 2006 300 000 Ausländer aus Österreich ausweisen wollten. (Abg. Ing. Westenthaler: Natürlich! Wenn sie sich hier illegal aufhalten!)
Abg. Scheibner: Das sind EU-Ausländer!
Es gab schon damals eine Diskussion über den Pflegenotstand in Österreich, den Bundeskanzler Schüssel damals jedoch bestritten hat, was nicht unwesentlich zur Wahlniederlage der ÖVP im Jahr 2006 beigetragen hat. Und auf die ausdrückliche Frage an Sie, ob Sie auch die damals von den Medien kolportierte, und wie ich glaube, im Großen und Ganzen auch richtige Zahl von 40 000 Betreuungs- und Pflegekräften, die AusländerInnen sind, aus Österreich ausweisen wollen, Herr Westenthaler, haben Sie gesagt: Ja, natürlich! Klar! Illegale raus! – Das haben Sie gesagt. Ich hoffe, Sie haben inzwischen dazugelernt, dass es da um einen wesentlichen Sektor im Gesundheitsbereich geht (Beifall bei den Grünen), dessen Problematik mit solchen Parolen eben nicht gelöst werden kann. (Abg. Scheibner: Das sind EU-Ausländer!)
Abg. Scheibner: Und ihr wart da nicht dabei?
großartige Leistungen die Bundesregierung im letzten Jahr gebracht hat. – Das ist genau der Punkt! Und natürlich wird die Bevölkerung auch nicht jenen auf den Leim gehen, die schon einmal die Chance gehabt haben, es in der Regierungsverantwortung besser zu machen, die schon einmal die Chance gehabt haben, das, was heute von Seiten des BZÖ alles an Forderungen eingebracht worden ist, umzusetzen. (Abg. Scheibner: Und ihr wart da nicht dabei?) Da fragt man sich schon, warum die Herrschaften des BZÖ das in dieser Phase denn dann nicht umgesetzt haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Viele erinnern sich zurück!) Deswegen gab es dann auch die Enttäuschung. Warum wurde diese Regierung dann auch am 1. Oktober 2006 abgewählt? – Weil man mit Kanzler Schüssel und der Regierung damals unzufrieden war, weil es soziale Kälte gegeben hat.
Abg. Scheibner: Na Hauptsache, Sie bleiben!
Abgeordnete Mag. Christine Lapp (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Bundesregierung! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Zum Kollegen Bucher kann man nur sagen, er schläft anscheinend in Kärnten seinen Winterschlaf, und dem BZÖ kann man sagen: Adieu BZÖ! Ich kann Ihnen genau vorhersagen, dass Sie in dieser Legislaturperiode noch an genau zwei Sondersitzungen teilnehmen werden – und dann ist es vorbei mit Ihnen. (Abg. Scheibner: Na Hauptsache, Sie bleiben!)
Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?!
Zum Thema Heizkostenzuschuss haben Sie damals in der Regierung gesagt: Die Leute haben ohnehin genug zum Heizen und die Temperaturen sind sowieso nicht so niedrig; die Leute sollen schauen, wo sie bleiben. (Abg. Scheibner: Wer hat das gesagt?!)
Abg. Scheibner: Da waren auch Sie dagegen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei Ihnen war es der Pensionsraub, bei uns hingegen gibt es die Verlängerung der Langzeitversicherungsregelung und dass die Krankenstandstage dazu auch mitberechnet werden. (Abg. Scheibner: Da waren auch Sie dagegen!) Das ist ein weiterer sehr großer sozialpolitischer Schritt, das heißt, die Menschen stehen bei uns im Mittelpunkt. Sozial, gerecht und sicher – auch in der Pensionsfrage – machen wir weiter.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Damen und Herren von der Regierung (die Rednerin dreht sich kurz zur Regierungsbank um) sind heute hier so einig erschienen, aber mittlerweile zerbröselt diese Einigkeit wieder. Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Ich finde, Sie wären gut beraten, über das Streiten in dieser Regierung nachzudenken und die Vorschläge, die von gut einem Viertel der Abgeordneten hier im Hause kommen, hie und da etwas ernster zu nehmen und auch ein bisschen ernster zu diskutieren. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: ... werden Sie abgewählt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt schon noch!
Tatsächlich ist es nämlich so, dass, wenn es richtig ist, dass die letzte Regierung unter anderem wegen mangelnder Erfolge in der Sozialpolitik Schwierigkeiten hatte, dann vor allem Sie, meine Damen und Herren vom BZÖ, abgewählt worden sind, denn Sie haben das Sozialministerium in diesen letzten Jahren ja geleitet. (Abg. Scheibner: ... werden Sie abgewählt! – Abg. Ing. Westenthaler: Das kommt schon noch!)
Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.
Im Bereich der Pensionen, meine sehr geschätzten Damen und Herren, macht Sie der Vergleich wohl vollends sicher, denn in den Jahren 2001 bis 2005, als die Damen und Herren vom BZÖ für die Pensionspolitik verantwortlich waren, sind die Bruttopensionen in Österreich im Durchschnitt um 5,4 Prozent gesunken. Wären diese Pensionen entsprechend der Inflationsrate angepasst worden, dann wäre diesen Menschen über diese Jahre kumuliert ein Betrag von 2,5 Milliarden € mehr an Pensionsleistungen zur Verfügung gestanden. (Ruf beim BZÖ: Stimmt nicht!) Sie, meine Damen und Herren vom BZÖ, haben den Pensionisten und Pensionistinnen zwischen 2001 und 2005 2,5 Milliarden € vorenthalten. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.)
Abg. Scheibner: Nein, im Gegenteil! Wir wollen das in Erinnerung rufen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Werte Bundesregierung! Meine Damen und Herren! Die heutige Diskussion ist wirklich spannend, weil das BZÖ hier so tut, als ob es irgendwie vergessen hätte, was in den letzten Jahren gewesen ist. (Abg. Scheibner: Nein, im Gegenteil! Wir wollen das in Erinnerung rufen!) Wenn vonseiten des BZÖ hier von sozialer Kälte gesprochen wird, dann muss man sich anschauen, wie die Politik der Vorgänger-Bundesregierung war und wie die Politik heute aussieht (Abg. Dolinschek: Der Leikam hat gesagt, der Herr Bundeskanzler ist ein „wandelnder Kühlschrank“!):
Sitzung Nr. 46
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
bei der ÖVP war man soziale Eiskastenpolitik gewohnt, mit Unterstützung des BZÖ. Deshalb ist es durchaus skurril, dass heute genau jene, die damals bei den Verteuerungswellen dabei waren und damals auch begeistert für den Abfangjägerdeal gestimmt haben, hier eigentlich für Unglaubwürdigkeit im Land stehen. Ich darf nur daran erinnern, wir mussten damals dieses Plakat von Herrn Haider lesen (der Redner hält eine Tafel mit der Aufschrift „Für Österreich geschafft. Jörg Haider stoppt Abfangjäger“ in die Höhe), einem Vertreter des BZÖ, der großartig verkündet hat, den Abfangjäger gestoppt zu haben. – Das Gegenteil war der Fall! Das war ja genau der Grund. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!
Abgeordnete Barbara Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Hohes Haus! Eines der markanten Kennzeichen der letzten Jahrzehnte ist eigentlich, dass sich die Anschauung der Politiker immer mehr von der Lebenswirklichkeit der Bürger entfernt. Schlimm ist es, Herr Klubobmann Westenthaler, wenn ein Teil der Opposition da auch gleich mitläuft und die Wahrnehmung etwas verschoben wird. Wenn Sie sich hier als der Retter vor einer Neuauflage der EU-Verfassung präsentieren wollen, dann sage ich: Würden Sie sich vielleicht einmal umdrehen und Ihre Fraktion anschauen? Soweit ich mich erinnern kann, haben Sie alle damals zugestimmt. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid umgefallen!) Ich wollte damals auch einen Antrag auf Volksabstimmung einbringen. Dazu braucht man bekanntlich fünf Unterschriften. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie dem Herrn Bösch auch mitteilen!) Die haben Sie mir – wo Sie jetzt so darauf Wert legen, dass Sie diejenigen sind, die die Bevölkerung beteiligen wollen! – damals nicht gegeben. Sie hätten es doch machen können! (Beifall bei der FPÖ.) Wenn ich es richtig im Kopf habe, war ich damals da hinten die Einzige, die sitzen geblieben ist! So kann ich mich erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber Sie haben mit verhandelt!)
Abg. Scheibner: Ihre Ausschussvorsitzenden haben die Sitzung unterbrochen, wenn ... nicht gepasst hat!
Sie, Herr Klubobmann Westenthaler, berufen sich implizit darauf, dass es bisher Usus war – und es war ein guter Usus, und auch diese Konvention setzen Sie jetzt aufs Spiel, Sie! (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt schon Sitzungen lahmgelegt! Erinnert euch!) –, dass ein Ausschuss nur dann einberufen wird, wenn es Konsens zwischen den Regierungsfraktionen und den Oppositionsparteien gibt (Abg. Scheibner: Ihre Ausschussvorsitzenden haben die Sitzung unterbrochen, wenn ... nicht gepasst hat!), dass der Vorsitzende des Ausschusses das nicht willkürlich macht. Sie zwingen uns, von dieser Konvention abzugehen, denn das, was Sie machen, heißt: Solange das BZÖ mit der Einberufung des Verfassungsausschusses zur Aufnahme der Diskussion des Reformvertrages nicht einverstanden ist, findet eben kein Ausschuss statt! – Und wenn Sie in drei Jahren immer noch der Meinung sind, dass darüber nicht diskutiert wird, dann sitzen wir in drei Jahren immer noch da und dürfen immer noch nicht diskutieren!
Abg. Ing. Westenthaler: Ah so? Das ist euch völlig wurscht, was die Menschen sagen!? Das ist euch egal!? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie können selbstverständlich Ihren Antrag auf Volksbefragung einbringen. Man wird auch darüber abstimmen, man wir auch darüber diskutieren. Aber es hat doch keinen Sinn, die Arbeit des Ausschusses zu behindern, nur deshalb, weil Sie mit Ihrer Forderung wahrscheinlich bei der Mehrheit der Ausschussmitglieder nicht durchkommen werden – oder die Arbeit hier zu behindern, weil Sie abwarten wollen, was in Kärnten passiert. Das geht nicht! Wir können hier nicht Rücksicht nehmen auf eine Kärntner Volksbefragung. (Abg. Ing. Westenthaler: Ah so? Das ist euch völlig wurscht, was die Menschen sagen!? Das ist euch egal!? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das
Abg. Scheibner: Die Meinung der Bevölkerung interessiert den Herrn Ausschussvorsitzenden nur „peripher“!
Meine Damen und Herren, wir befinden uns hier im Hohen Haus. Hier haben wir uns selbst Spielregeln zu geben. Hier haben wir alle Anträge zu behandeln – und letztendlich auch abzuarbeiten. Wir haben fünf Termine angeboten, die dann den Konsens, die Zustimmung beim Großteil der hier vertretenen Fraktionen gefunden haben, und letztendlich sollten wir diesen Fahrplan einhalten. (Abg. Scheibner: Die Meinung der Bevölkerung interessiert den Herrn Ausschussvorsitzenden nur „peripher“!)
Abg. Scheibner: Ja, wenn es gescheit ist, schon!
Ja, glauben Sie wirklich, dass wir tolerieren können, auch als Demokraten, dass hier eine Minderheit von sieben Abgeordneten die Arbeit des Parlaments blockiert?! Das kann es doch nicht sein, Herr Kollege Scheibner! Sie waren auch einmal Klubobmann: Hätten Sie damals als Klubobmann einer Regierungspartei das vertreten (Abg. Scheibner: Ja, wenn es gescheit ist, schon!), dass sieben Abgeordnete die Arbeit der Parlamentsmehrheit, der überwiegenden Mehrheit, blockieren? – Das kann es doch nicht sein!
Abg. Scheibner: Da müssen Sie mir zuhören! Wenn Sie mir zugehört haben, werden Sie das wissen!
Herr Kollege Bösch, Herr Kollege Scheibner, alle, die damals diese Verfassung für gut befunden haben, ich halte Sie nicht für so unredlich, dass Sie ausschließlich, weil Ihnen der Kärntner Landeshauptmann irgendetwas diktiert, Überzeugungen oder sachliche Bewertungen einfach von einem Tag auf den anderen über Bord werfen. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie mir zuhören! Wenn Sie mir zugehört haben, werden Sie das wissen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Idee zur Ökologisierung der Normverbrauchsabgabe, die Gegenstand des Ökologisierungsgesetzes ist, ist prinzipiell eine gute Idee. Sie wurde ja von den Grünen bereits in den Regierungsverhandlungen 2003 eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Immerhin hat es jetzt, Herr Kollege Scheibner, fünf Jahre gedauert, bis die Regierung diese Idee aufgegriffen hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Wann habt ihr eine Regierung gehabt? – Das ist der Treppenwitz der Geschichte!) Aber schauen wir uns einmal an, Herr Kollege Westenthaler, was die Bundesregierung aus dieser Idee der Ökologisierung der NoVA gemacht hat!
Abg. Scheibner: Immer gegen die Autofahrer!
halten, dass ja nur ein sehr kleiner Teil des Pkw-Bestandes von diesem CO2-Ausstoß, von dieser Malusschwelle erfasst wird. (Abg. Scheibner: Immer gegen die Autofahrer!)
Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!
Es wird behauptet, es wäre dies eine humanitäre Mission. Herr Bundesminister, meine Damen und Herren: Eine humanitäre Mission ist das Ausrücken zum Zwecke des Katastrophenschutzes, wie wir es schon hatten, bei Erdbeben und dergleichen. (Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!) Dies ist aber keine humanitäre Mission, sondern eine Verteidigungsmission von humanitär tätigen Kräften. Das ergibt sich aus der Ableitung des Auftrages. Es ist eine Sicherung. Sicherung ist eine militärische Aktionsart. Da geht es um Sicherung von Bewegungsrouten und Flüchtlingslagern. Das ist nach militärischen Grundsätzen einzurichten. – Wer das Gegenteil sagt, weiß nicht, wovon er spricht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist ein Faktum. (Beifall bei der FPÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es wird behauptet, es wäre dies eine humanitäre Mission. Herr Bundesminister, meine Damen und Herren: Eine humanitäre Mission ist das Ausrücken zum Zwecke des Katastrophenschutzes, wie wir es schon hatten, bei Erdbeben und dergleichen. (Abg. Scheibner: Nein, nicht nur!) Dies ist aber keine humanitäre Mission, sondern eine Verteidigungsmission von humanitär tätigen Kräften. Das ergibt sich aus der Ableitung des Auftrages. Es ist eine Sicherung. Sicherung ist eine militärische Aktionsart. Da geht es um Sicherung von Bewegungsrouten und Flüchtlingslagern. Das ist nach militärischen Grundsätzen einzurichten. – Wer das Gegenteil sagt, weiß nicht, wovon er spricht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist ein Faktum. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Vorher!
Ich möchte Ihnen auch ganz kurz sagen, Herr Kollege Fichtenbauer: Am 17. Jänner 2002 (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Ja, Sie hören richtig, am 17. Jänner 2002 hat der Hauptausschuss des Nationalrates – damals war Herr Kollege Scheibner Verteidigungsminister –, auch mit den Stimmen der FPÖ und der Grünen, einstimmig den Einsatz in Afghanistan beschlossen, mit einer viel geringeren Vorbereitungszeit als (Abg. Scheibner: Vorher!) – Sie können davon ausgehen, dass es am 17. Jänner 2002 war.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich möchte hier im Hohen Haus die Gelegenheit noch einmal dazu nutzen, den Soldatinnen und Soldaten, die sich für diesen Tschad-Einsatz gemeldet haben – es waren weit mehr als die 160, die wir jetzt verabschiedet haben, es waren an die 700; dann mussten wir eine Sperre einrichten, weil sich noch viel mehr gemeldet hätten –, meinen persönlichen Dank, meinen Respekt und meine Anerkennung auszusprechen. Und das sollten eigentlich alle in diesem Hause tun. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber das Budget hätten Sie auch dafür verlangen müssen! Geld!
Wir folgen da auch einem Hilferuf der Hilfsorganisationen, nicht nur im Tschad, sondern vor allem der UNO. Auch die EUFOR-Truppe wird zeigen, dass sie die Leistungen, die von ihr eingefordert werden, erbringen kann. Dazu stehe ich persönlich als Verteidigungsminister, das habe ich oft genug gesagt, darauf können Sie auch zählen, und dazu steht die gesamte Bundesregierung, die zu 100 Prozent hinter diesem Einsatz steht. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber das Budget hätten Sie auch dafür verlangen müssen! Geld!)
Abg. Scheibner: Wieso, ich sage das eh immer!
Ich weiß auch nicht, was sich ein Bundesminister außer Dienst Scheibner bei dieser Angelegenheit denken wird; ich bin da ein bisschen ratlos. (Abg. Scheibner: Wieso, ich sage das eh immer!) Ein Bundesminister, der für das Auftreten, für die Ausbildung des Bundesheeres mit verantwortlich war, muss aus Parteiräson heute sagen, dass das Bundesheer für diese Einsätze nicht gerüstet sei. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Abg. Scheibner: Wer sagt das?
Ich weiß auch nicht, was sich ein Bundesminister außer Dienst Scheibner bei dieser Angelegenheit denken wird; ich bin da ein bisschen ratlos. (Abg. Scheibner: Wieso, ich sage das eh immer!) Ein Bundesminister, der für das Auftreten, für die Ausbildung des Bundesheeres mit verantwortlich war, muss aus Parteiräson heute sagen, dass das Bundesheer für diese Einsätze nicht gerüstet sei. (Abg. Scheibner: Wer sagt das?)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem Budget?
Wir werden jetzt sehen, wie sich die Dinge, die Lage im Tschad entwickeln wird. Wir werden auch dafür sorgen, dass entsprechende Informationen ans Parlament herangebracht werden. Ich gehe davon aus, meine Damen und Herren, dass, wenn die ersten Aktivitäten gesetzt wurden, wenn die ersten positiven Meldungen kommen, auch das Parlament zu einer gemeinsamen Linie für spätere Missionen zurückfinden wird. Und gerade in Sicherheitsfragen sollten wir, wenn es geht, an einem Strang ziehen. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Budget?)
Abg. Scheibner: Wie würden Sie das machen? Ein Vorschlag!
Was Darfur betrifft: Dort liegt die Ursache des gesamten Übels. Wo gibt es von Seiten dieser Bundesregierung, auch von Ihnen, Herr Minister Darabos, und der Außenministerin, des Bundeskanzlers, der Europäischen Union eine politische Initiative, um klarzustellen, dass der Konflikt in Darfur beseitigt gehört, dass das Regime in Khartum so geächtet gehört, dass sie nicht mehr die Janjaweed-Milizen dorthin schicken können, dass die Waffenlieferungen an diese eingestellt werden? Wo sind diesbezüglich die politischen Initiativen? Die gehören her, damit dieser Konflikt an der Wurzel eingedämmt wird und nicht – gut gemeint, aber leider schlecht gemacht – vorgetäuscht wird, der Zivilbevölkerung zu helfen, der Bevölkerung, die in den Lagern ist. (Abg. Scheibner: Wie würden Sie das machen? Ein Vorschlag!) Darum geht es uns. Wir wollen, dass diese Ursache an der Wurzel angepackt wird. (Abg. Scheibner: Aber diese politischen Maßnahmen, was soll das sein? Was könnte das sein?)
Abg. Scheibner: Aber diese politischen Maßnahmen, was soll das sein? Was könnte das sein?
Was Darfur betrifft: Dort liegt die Ursache des gesamten Übels. Wo gibt es von Seiten dieser Bundesregierung, auch von Ihnen, Herr Minister Darabos, und der Außenministerin, des Bundeskanzlers, der Europäischen Union eine politische Initiative, um klarzustellen, dass der Konflikt in Darfur beseitigt gehört, dass das Regime in Khartum so geächtet gehört, dass sie nicht mehr die Janjaweed-Milizen dorthin schicken können, dass die Waffenlieferungen an diese eingestellt werden? Wo sind diesbezüglich die politischen Initiativen? Die gehören her, damit dieser Konflikt an der Wurzel eingedämmt wird und nicht – gut gemeint, aber leider schlecht gemacht – vorgetäuscht wird, der Zivilbevölkerung zu helfen, der Bevölkerung, die in den Lagern ist. (Abg. Scheibner: Wie würden Sie das machen? Ein Vorschlag!) Darum geht es uns. Wir wollen, dass diese Ursache an der Wurzel angepackt wird. (Abg. Scheibner: Aber diese politischen Maßnahmen, was soll das sein? Was könnte das sein?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: ..., dass das so schnell geht! – Das versteh’ ich nicht!
Herr Klubobmann Schüssel hat es gesagt: Der Vertrag von Lissabon ist nicht zuletzt deswegen zustande gekommen, weil unter österreichischem Vorsitz in Klosterneuburg die wichtigen Eckpunkte, und zwar sowohl was den Fahrplan als auch was den Inhalt betrifft, festgelegt wurden. Ich kann Ihnen mitteilen, dass vor zwei Tagen beim Treffen der Europaminister in Brüssel alle Staaten berichtet haben, dass sie in der Zwischenzeit mit dem Ratifikationsprozess begonnen haben, und dass 22 Staaten ihre Absicht zum Ausdruck gebracht haben, noch vor dem Sommer das Ratifikationsverfahren zu beenden (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: ..., dass das so schnell geht! – Das versteh’ ich nicht!), darunter auch drei große Staaten, und dass es nunmehr auch feststeht, dass nur in einem einzigen Staat eine Volksabstimmung stattfinden wird.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich würde Ihnen gerne noch mehr berichten, aber die Zeit ist leider zu kurz. Es wird aber noch öfter Gelegenheit geben, Ihnen hier im Parlament über unsere Tätigkeit im Europarat zu berichten. Es ist eine interessante Aufgabe. Österreich hat in dieser Institution immer schon einen wichtigen Beitrag geleistet. Wir tun unser Bestes. Sie haben uns dorthin gewählt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wenn es ein Linker ist, ist alles in Ordnung!
Die Begründung, dass die Mongolei eine nette Oase ist, die Frau Gehrer sehr gut gefallen hat, mag ja liebenswert sein, aber ich weiß auch, dass der dortige Regierungschef – ich bin mir nicht sicher, ob er demokratisch gewählt wurde, ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren; manche sagen, es sei dort sehr heikel – „Don Giovanni“ liebt. Dass dann alle aus Österreich zur „Don Giovanni“-Aufführung in die Mongolei fahren, mag nett und hübsch sein, nur hätte ich es gerne, dass diese Verträge, wenn man sie macht, einmal evaluiert werden. (Abg. Scheibner: Wenn es ein Linker ist, ist alles in Ordnung!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
wegen haben wir ein demokratisches System, darum geht es mir und darum bitte ich Sie. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 47
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Es gab eine Reihe von sehr unterschiedlichen Projekten, die der medizinischen Versorgung der Bevölkerung im Ankauf von Schiffen und Booten, der Wiederinstandsetzung von Gebäuden und medizinischen Unterstützungsmöglichkeiten gedient haben. Dafür haben wir in etwa 2 Millionen € ausgegeben, die nicht aus dem Auslandskatastrophenfonds refundiert worden sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Bayr und Scheibner.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Herr Abgeordneter, ich danke Ihnen für die Möglichkeit, endlich etwas klarzustellen, das ist mir schon seit langem ein Bedürfnis: Ich habe nicht „verlauten lassen“, sondern dieses angebliche Zitat ist ein offenbar vorsätzlich falsches Zitat! Weder ich noch einer meiner Sprecher oder Mitarbeiter haben je eine derart unsinnige – ersparen Sie mir die Qualifikation in der Eskalationsskala – Aussage getätigt. Sie ist inhaltlich falsch und in aller Schärfe zurückzuweisen! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Bayr und Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Schieder und Scheibner.
Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Dr. Ursula Plassnik: Herr Abgeordneter, ich schulde Ihnen noch eine Ergänzung zu meiner Antwort auf Ihre vorige Frage, ob die österreichische Kandidatur für den Sicherheitsrat ein entscheidendes oder beeinflussendes Element gewesen sein könnte: Nein, das war es nicht und das wird es auch nicht sein. Österreich hat es nicht notwendig, hier irgendeinen Nachweis zu erbringen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Schieder und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ja, aber Sie sind in der Regierung!
Das Thema der steuerlichen Absetzbarkeit ist eines, das regelmäßig auf der politischen Agenda auftaucht, und ich bitte, das ganz einfach mit den zuständigen Ressortministern (Abg. Scheibner: Ja, aber Sie sind in der Regierung!), sprich: dem Bundeskanzler und dem Finanzminister, in Zukunft zu diskutieren. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Den interessieren die Bauern nicht!
Ich nehme heute diese Gelegenheit wahr, eine Aussage aus der SPÖ hier anzusprechen, weil es die Bauern nicht verdient haben, in ein Eck gestellt zu werden in Zusammenhang mit einer Zeit, wo Bürgerkrieg in diesem Lande vorgeherrscht hat. Herr Dr. Cap, leider ist der Bundeskanzler nicht hier (Abg. Scheibner: Den interessieren die Bauern nicht!), aber Sie können es ihm ausrichten: Ich vermisse auch den politischen und persönlichen Anstand von ihm, nämlich sich bei den Bauern zu entschuldigen für die Aussage des Bundesgeschäftsführers Kalina, die Bauernvertreter wären Ständestaatsvertreter. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Ing. Westenthaler. – Ruf bei der ÖVP: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Herrn Grillitsch? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich bei den Bauern!
Bei den öffentlichen Geldern wirkte sich laut Bericht besonders die Bioförderung des ÖPUL positiv aus. (Abg. Scheibner: Was sagen Sie zu dem Vorwurf von Herrn Grillitsch? – Abg. Ing. Westenthaler: Entschuldigen Sie sich bei den Bauern!) Erstmals seit langem nahm der Anteil der öffentlichen Gelder am Einkommen im Durchschnitt aller Betriebe geringfügig von 81 Prozent auf 78 Prozent ab. Der Anteil der öffentlichen Gelder am Ertrag beträgt 24 Prozent. Grund dafür ist die gute Einkommenssituation.
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was? – Rufe bei ÖVP und BZÖ: Oje! Oje! – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!
Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Was? – Rufe bei ÖVP und BZÖ: Oje! Oje! – Abg. Scheibner: Das ist eine gefährliche Drohung!) Mit diesen Worten spricht der Bauernbund-Rebell Leo Steinbichler, ehemaliger ÖVP-Bundesrat und Bauernbundspitzenfunktionär (Abg. Grillitsch: Der tritt ja ständig für euch auf!), aus meinem Heimatbezirk Vöcklabruck vielen Landwirten,
Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: 5 Minuten!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Herr Kollege, wollen Sie eine Redezeit eingestellt bekommen? (Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: 5 Minuten!) 5 Minuten. – Bitte, Sie sind am Wort.
Abg. Scheibner: Weil es das nicht ist!
Die Debatte wäre ja eigentlich überhaupt sehr viel gewichtiger mit dem Innenminister und der ÖVP zu führen. Was die Freiheitlichen machen, das kennen wir zur Genüge: möglichst laut. Vielleicht wirkt es, wir werden es sehen. Das, was ich viel bedenklicher finde, ist, dass es ein ÖVP-Innenminister – noch dazu einer, der gerade versucht, sich mit dem Mäntelchen Integration zu verbrämen – partout nicht und nicht über die Lippen bringt zu sagen, ja, Österreich ist ein Einwanderungsland. (Abg. Scheibner: Weil es das nicht ist!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Aber ich möchte, bevor ich mich da in einzelne Fragen vertiefe, Kolleginnen und Kollegen der FPÖ, doch eines anmerken: Ihr seid immer für unser Bundesheer und für unsere Kolleginnen und Kollegen des Bundesheeres gestanden. Lieber Kollege Haimbuchner! Hier zu sagen, die machen so etwas wie eine „Zeltwachterei“ da unten im Burgenland (Zwischenruf des Abg. Dr. Haimbuchner), das haben sich unsere Soldatinnen und Soldaten nicht verdient, und dafür sollten Sie sich eigentlich entschuldigen! Ich sage Ihnen das von dieser Stelle aus. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: War eine gute Zeit!
Diese Dringliche Anfrage ist wirklich interessant. Und es ist nicht die Frage, Kollege Graf, ob jetzt Frau Kollegin A, B, C – wie auch immer – hier gesessen ist, Tatsache ist, dass die FPÖ in der Regierung war. Und jetzt könnt ihr selbst ausdiskutieren, wann das passiert ist und wie das passiert ist. Ich bin sehr froh und dankbar, dass auch klargestellt worden ist, zu welcher Zeit was passiert ist und welche Beschlüsse gefasst worden sind. (Abg. Scheibner: War eine gute Zeit!) Ich habe auch geschmunzelt, als du, Günter Kößl, klargestellt hast, welche Beschlüsse wann gefasst worden sind.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo!
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Verfassungsausschuss hat am Dienstag einstimmig beschlossen, dass wir für unsere parlamentarischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter etwas tun. Sie können den Betriebskindergarten des Bundes benutzen. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Schritt und eine Erleichterung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind stolz darauf, dass Frau Präsidentin Prammer und ihre Kolleginnen und Kollegen von der Präsidiale und auch die Präsidenten und die Präsidentinnen dieses Unterfangen unterstützen und geben dieser Gesetzesnovelle gerne unsere Zustimmung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Bei allem Respekt und bei allem Bekenntnis zu unseren Mitarbeitern: Ich glaube, wir sollten auch schauen, dass wir selbst am Puls der Zeit sind. – Alles Gute! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 49
Zwischenruf des – den Kommentar zur Geschäftsordnung in die Höhe haltenden – Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie die Geschäftsordnung noch lernen! Das ist das Entscheidende!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann, ich werde Ihnen heute keinen Ordnungsruf bezüglich des Angriffes gegen mich erteilen. Sie haben meine Ausführungen gehört. Ich entscheide hier sehr ruhig und besonnen, unter Einbindung der Mitglieder der Präsidialkonferenz. Breiter kann man das nicht machen. (Zwischenruf des – den Kommentar zur Geschäftsordnung in die Höhe haltenden – Abg. Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Da müssen Sie die Geschäftsordnung noch lernen! Das ist das Entscheidende!)
Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Eben! Entscheiden Sie sich!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Es ist Ihre Sache, in diesem Punkt die Geschäftsordnung zu interpretieren. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Eben! Entscheiden Sie sich!) Aus meiner Sicht spricht viel dafür, diese Anträge nicht zuzulassen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja selber einen angekündigt! – Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition seid ihr!), denn die Geschäftsordnung sieht nun einmal vor, dass ein Zusammenhang mit dem jeweiligen Tagesordnungspunkt gegeben sein muss. (Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition ist das!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja selber einen angekündigt! – Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition seid ihr!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Es ist Ihre Sache, in diesem Punkt die Geschäftsordnung zu interpretieren. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Eben! Entscheiden Sie sich!) Aus meiner Sicht spricht viel dafür, diese Anträge nicht zuzulassen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja selber einen angekündigt! – Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition seid ihr!), denn die Geschäftsordnung sieht nun einmal vor, dass ein Zusammenhang mit dem jeweiligen Tagesordnungspunkt gegeben sein muss. (Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition ist das!)
Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition ist das!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Es ist Ihre Sache, in diesem Punkt die Geschäftsordnung zu interpretieren. (Abg. Scheibner – in Richtung Präsidentin Mag. Prammer –: Eben! Entscheiden Sie sich!) Aus meiner Sicht spricht viel dafür, diese Anträge nicht zuzulassen (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr habt ja selber einen angekündigt! – Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition seid ihr!), denn die Geschäftsordnung sieht nun einmal vor, dass ein Zusammenhang mit dem jeweiligen Tagesordnungspunkt gegeben sein muss. (Abg. Scheibner: Eine schöne Opposition ist das!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Wir haben dazumal beim Fremdenrechtspaket, das wir im Jahre 2005 beschlossen haben, genau diesen Passus herausgenommen, damit solche Situationen nicht mehr eintreten. Das ist mit 1. Jänner 2006 in Kraft getreten. Auch aus diesem Grund ist dieses Fremdenrechtspaket ein ausgezeichnetes Paket. Ich erwähne auch darüber hinaus, dass wir eine Halbierung der Asylanträge haben. Ich erwähne, dass wir aufgrund dieses ausgezeichneten Fremdenrechtspaketes um über 60 Prozent weniger Zuwanderung gehabt haben. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das stimmt aber nicht!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das sind Vorwürfe, die uns als Parlamentariern doch zu denken geben sollten. Wir sollten alles daransetzen, dass der Untersuchungsausschuss als Kontrollinstrument in der Praxis wieder seiner eigentlichen Zielsetzung entsprechend praktiziert wird. Die ÖVP hat daher im Geschäftsordnungs-Unterkomitee auch eine Reihe von konkreten Vorschlägen vorgelegt, die darauf abzielen, die für Untersuchungsausschüsse geltende Verfahrensordnung zu verbessern, um ein effizienteres und objektiveres Verfahren zu garantieren. Leider sind wir diesbezüglich bei den anderen Fraktionen auf wenig Diskussionsbereitschaft gestoßen. (Abg. Scheibner: Das stimmt aber nicht!)
Sitzung Nr. 51
Abg. Scheibner: Wie heißt das? „Patschenheld“?! – Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Ich denke, heute Kinderbetreuung für eine Frauensache zu halten, verstößt gegen die soziale Norm und den guten Ton. Es muss in Zukunft heißen: Was, unser Kollege geht nicht in Karenz?!, anstelle von: Schau, so ein Patschenheld, der kümmert sich ein paar Monate oder ein paar Wochen lang ausschließlich um Kind und Familie! (Abg. Scheibner: Wie heißt das? „Patschenheld“?! – Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Im grünen Klub muss es zugehen!
Auf dem Arbeitsmarkt genau dasselbe: Wo sind denn die Bemühungen der letzten Regierung gewesen, auf dem Arbeitsmarkt Frauen zum Vorteil zu verhelfen? – Im Gegenteil: Mit dem Kinderbetreuungsgeld und Ihrer Arbeitsmarktpolitik haben Sie die Frauen wieder zum Gänseblümchenteekochen heimgeschickt. (Abg. Scheibner: Im grünen Klub muss es zugehen!)
Abg. Scheibner: Wo sind die jetzt?
Meine lieben Kollegen von der Freiheitlichen Partei, ich habe das unlängst erst gesagt: Macht euch das selber aus, wer da gerade in Regierungsverantwortung war! Es ist nicht unser Thema, ob das Blau oder Orange war. Tatsache ist, wir wissen, wo die Planstellen gekürzt worden sind. Und ich kann mich gut daran erinnern, als wir hier von diesem Rednerpult aus gesagt haben, 1 000 Leute fehlen uns, was da für ein Echo war. Heute stellt ihr euch her und fordert 3 000 Leute; das ist ja lustig. (Abg. Scheibner: Wo sind die jetzt?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass das keine gute Idee gewesen wäre. Aber ich glaube auch nicht, dass es so kommen wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber im Großen und Ganzen ist die Zusammenarbeit im Sport hervorragend, parteiübergreifend, und auch die Gesetzesinitiativen sind kaum parteiideologisch geprägt.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Es ist erfreulich, dass wir den Sportbericht heute im Plenum diskutieren können. Es geht offenbar auch so, dass man sich nicht immer vorher darauf einigen muss, welche Berichte ins Plenum kommen, es dürfen auch die Ausschüsse selbst darüber abstimmen, dass ein Bericht nicht enderledigt wird – auch ohne Zustimmung der Klubobleute. Das ist im Sportausschuss gelungen und wäre vielleicht auch für andere Ausschüsse ein gutes Beispiel. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Was hätten wir denn sonst heute gemacht, wenn wir nicht den Sportbericht diskutiert hätten? (Beifall bei den Grünen.) Der Antrag des Kollegen Wittmann war sehr erfreulich.
Abg. Scheibner: Wir haben genug gemacht!
Ich frage mich natürlich, ob man jetzt unbedingt sagen muss – man kann das schon machen, aber ob man es unbedingt muss –, in erster Linie interessieren uns diese Täterinnen. (Nein-Rufe bei FPÖ und BZÖ.) – Herr Kollege Scheibner, der Punkt ist der: Wenn Sie nein sagen, dann hätte ich aber auch gerne eine ernstere Sorge um die Opfer beziehungsweise um die Verfolgten des NS-Regimes vonseiten Ihrer Gesinnungsgemeinschaft über einen längeren Zeitraum gesehen. Das hätte mir wesentlich weitergeholfen. (Abg. Scheibner: Wir haben genug gemacht!) – Wir haben nicht genug gemacht, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Na sicher!)
Abg. Scheibner: Na sicher!
Ich frage mich natürlich, ob man jetzt unbedingt sagen muss – man kann das schon machen, aber ob man es unbedingt muss –, in erster Linie interessieren uns diese Täterinnen. (Nein-Rufe bei FPÖ und BZÖ.) – Herr Kollege Scheibner, der Punkt ist der: Wenn Sie nein sagen, dann hätte ich aber auch gerne eine ernstere Sorge um die Opfer beziehungsweise um die Verfolgten des NS-Regimes vonseiten Ihrer Gesinnungsgemeinschaft über einen längeren Zeitraum gesehen. Das hätte mir wesentlich weitergeholfen. (Abg. Scheibner: Wir haben genug gemacht!) – Wir haben nicht genug gemacht, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Na sicher!)
Abg. Scheibner: Jetzt tun wir einmal für die anderen auch etwas!
Wir sind uns hoffentlich darüber einig, dass wir für die Opfer und die Verfolgten des NS-Regimes in diesem Land nach wie vor nicht genug gemacht haben. (Abg. Scheibner: Jetzt tun wir einmal für die anderen auch etwas!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das machen Sie! Sie vermischen das immer!
Wenn wir uns darauf geeinigt haben, dass wir noch immer in Vorlage treten müssten, dann könnten wir auch darüber reden, die verschiedenen politischen Situationen und Problemlagen der „Trümmerfrauen“ auseinanderzuklauben, um auch zu einer wahrhafteren Würdigung ihrer Leistungen zu kommen. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das eine mit dem anderen zu vermengen halte ich jedoch wirklich für ein großes Problem. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das machen Sie! Sie vermischen das immer!)
Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, es ist so dringend!
Zum gegenständlichen Fristsetzungsantrag ist relativ einfach festzuhalten: Ich habe klar gesagt, was Partnerschaftsfähigkeit ist und was nicht. Die ÖVP ist noch nicht so weit. Teile der ÖVP sind zwar bereits so weit, aber die ÖVP als Ganzes noch nicht, hier diesem Vorschlag zu folgen und mit uns konkret zu sprechen, wie wir das angehen. Die ÖVP braucht dafür noch Zeit. Die werden wir ihr auch geben, solange noch Zeit ist. Ich sehe diesen Zeitdruck ... (Abg. Scheibner: Ich habe geglaubt, es ist so dringend!)
Abg. Scheibner: Wann ist das? Wann ist der letzte Zeitpunkt?
Entschuldigung, der 1. Jänner 2009 ist nicht in einer Woche. Wir sind jederzeit bereit, das auszuverhandeln. Es ist genug Zeit, wenn wir diese Frage in einem geeigneten Zeitraum behandeln. Wir wollen der ÖVP diesbezüglich Zeit geben. Aber es muss auch der ÖVP klar sein, dass es für uns in dieser Frage notwendig ist, Maßnahmen zu setzen. (Abg. Scheibner: Wann ist das? Wann ist der letzte Zeitpunkt?)
Abg. Scheibner: Länger als Sie!
Bitte, entschuldigen Sie! Wie lange sind Sie im Parlament? (Abg. Scheibner: Länger als Sie!) Wie lange sind Sie im Parlament? (Abg. Ing. Westenthaler: Viel länger als Sie!) – Na eben! Dann werden Sie wohl genau wissen, dass man das spätestens im Herbst beschließen muss, und dann können Sie rückrechnen, wann es dafür fertig sein muss. Und das ist relativ einfach.
Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Scheibner.
Aber bei dieser Gelegenheit möchte ich gleich etwas Zweites sagen: Wir werden hier auch einmal einen Selbständigen Antrag zwecks einer Änderung der Geschäftsordnung deponieren, und zwar dahin gehend, dass auch aus Untersuchungsausschüssen in Bild und Ton übertragen werden kann. (Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Scheibner.)
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: „Ja, aber!“ – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: „Ja, aber!“ – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 53
Abg. Scheibner: 1 Minute geben wir Ihnen! Das geht schon! – Anhaltende Unruhe.
Abgeordneter Elmar Mayer (fortsetzend): Ein Vorarlberger Kollege, der Kollege Stadler, muss eben, wenn er einmal da ist, zumindest hinten reden, wenn er sonst nicht die Möglichkeit bekommt. (Heiterkeit.) Ich bedaure das, aber vielleicht kann ihm seine Fraktion einmal die Möglichkeit geben, hier das Wort zu ergreifen. Dann wäre Ruhe in den hinteren Reihen. (Abg. Mag. Stadler: Lassen Sie sich nicht aufhalten! Eine spannende Rede! – Heiterkeit.) Ja? – Aber du hast mir jetzt leider eine Minute gekostet, ich muss also das kurze Zitat beiseite legen. (Abg. Scheibner: 1 Minute geben wir Ihnen! Das geht schon! – Anhaltende Unruhe.)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Schön sprechen!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner mit 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Schön sprechen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zu beidem nein zu sagen, das wird im bilateralen Kontakt zu keinem Erfolg führen. Das bitte ich zu bedenken. Deswegen ist dieses Abkommen ein wichtiger Meilenstein zu einer gemeinsamen weiteren Planung. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Hört endlich auf zu „sudern“! – Abg. Scheibner: Eine Steuersenkung wäre auch nicht schlecht!
Die großen Preistreiber – Kollege Schalle hat es auch schon angesprochen –, die auch uns Senioren so weh tun, sind Energiekosten, Strom- und Kommunalgebühren. So zum Beispiel hat die Gemeinde Wien in den Jahren 2001 bis 2007 die Kosten für Abwasser und für die Müllabfuhr um 43 Prozent erhöht. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Dr. Graf: Hört endlich auf zu „sudern“! – Abg. Scheibner: Eine Steuersenkung wäre auch nicht schlecht!)
Sitzung Nr. 55
Abg. Scheibner: Da braucht man nicht stolz sein darauf!
Der dritte Bereich – und der ist bei Gott nicht unwesentlich, sondern sehr wichtig – ist die Frage der Vermögenszuwachsbesteuerung. Es geht darum, dass es verschiedene Arten gibt, Einkommen in Österreich zu erzielen. Man kann arbeiten gehen, und wenn jemand 50 000 € im Jahr durch Arbeit verdient, wird das mit über 30 000 € über Steuern und Abgaben besteuert. (Abg. Scheibner: Da braucht man nicht stolz sein darauf!)
Abg. Scheibner: Da sollte man die Einkommensteuergrenzen ändern!
Wenn jemand 50 000 € Zinseinkünfte hat, sind es 12 500 €, mit denen das besteuert wird – schon deutlich weniger. (Abg. Scheibner: Da sollte man die Einkommensteuergrenzen ändern!)
Abg. Scheibner: Wo?
Und wenn das jemand durch Aktienspekulation verdient, sind das genau 0 €. Deswegen sagen wir – und das ist uns sehr wichtig –: Wir wollen die Steuern auf Arbeit senken – der erste Schritt geschieht am 1. Juli 2008 ... (Abg. Scheibner: Wo?) – Am 1. Juli 2008! Haben Sie nicht aufgepasst? (Abg. Scheibner: Wo senken Sie die Steuern? Erhöhen tun Sie es!) Dann kommen Sie bei der nächsten Plenarsitzung, da können Sie mitstimmen, wenn wir die Steuern und Abgaben bereits ab 1. Juli 2008 senken.
Abg. Scheibner: Wo senken Sie die Steuern? Erhöhen tun Sie es!
Und wenn das jemand durch Aktienspekulation verdient, sind das genau 0 €. Deswegen sagen wir – und das ist uns sehr wichtig –: Wir wollen die Steuern auf Arbeit senken – der erste Schritt geschieht am 1. Juli 2008 ... (Abg. Scheibner: Wo?) – Am 1. Juli 2008! Haben Sie nicht aufgepasst? (Abg. Scheibner: Wo senken Sie die Steuern? Erhöhen tun Sie es!) Dann kommen Sie bei der nächsten Plenarsitzung, da können Sie mitstimmen, wenn wir die Steuern und Abgaben bereits ab 1. Juli 2008 senken.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ein bisschen enteignen!
In einem der jüngsten Gesetze, dem Schenkungsmeldegesetz, sind sogar noch Ausweitungen für die steuerlichen Privilegien von Privatstiftungen vorgesehen. – Das ist ein Skandal! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ein bisschen enteignen!)
Abg. Scheibner: Ihr werdet immer mehr zu einer linken Partei!
Das Einzige, was Sie in den letzten Jahren gemacht haben, ist, Ihr Klientel zu bedienen. (Abg. Scheibner: Ihr werdet immer mehr zu einer linken Partei!) Durch die Senkung der KöSt, der Körperschaftsteuer, wurde genau Ihr Klientel bedient, denn die KöSt wurde von 34 Prozent auf 25 Prozent gesenkt, mit dem Ergebnis, dass heute die Großindustrie Milliardengewinne einfährt. (Vizekanzler Mag. Molterer: Und Arbeitsplätze schafft!) Selbstverständlich! Aber Sie wissen, dass 70 Prozent der Arbeitsplätze von Klein- und Mittelbetrieben geschaffen werden und auch der Hauptanteil der Lehrlingsausbildung den Klein- und Mittelbetrieben zugeschrieben wird.
Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch, warum! Weil Sie sie abgeschafft haben!
Fassen wir zusammen: Die Neutralität bleibt unberührt. Das hat selbst der Abgeordnete Scheibner hier bei der Podiumsdiskussion gesagt. (Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch, warum! Weil Sie sie abgeschafft haben!) Österreichs Souveränität bleibt erhalten. Die EU wird demokratischer. (Abg. Strache: Was ist da demokratisch, wenn wir Österreicher Rechte verlieren, ohne gefragt zu werden?!) Das Europäische Parlament wird gestärkt, und auch die nationalen Parlamente werden gestärkt. Es gibt das Bürgerbegehren als Möglichkeit der direktdemokratischen Mitbestimmung. Und es werden sogar Grundrechte, individuell einklagbare Grundrechte, inklusive sozialer Grundrechte geschaffen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das kommt noch! – Abg. Strache: Da haben Sie nicht zugehört!
Ja, ich bin der Meinung, dass in diesem Reformvertrag vieles fehlt. Ja, ich bin der Meinung, dass die Bundesregierung ihre Informations- und Kommunikationsarbeit zu diesem Reformvertrag besser machen hätte können. Aber mir ist jetzt in der Debatte aufgefallen: FPÖ und BZÖ haben nicht die fehlende Information zu diesem Reformvertrag kritisiert. (Abg. Scheibner: Das kommt noch! – Abg. Strache: Da haben Sie nicht zugehört!) Sie haben das nicht kritisiert! Im Gegenteil, das BZÖ hat über Monate die Arbeit im entsprechenden Ausschuss überhaupt eingestellt! Verweigert haben Sie die Diskussion über ein besseres Europa, und zwar dort, wo sie hätte stattfinden sollen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das galt dann aber auch bei den Abfangjägern!
Es herrscht hier jetzt große Aufregung. Zunächst möchte ich einmal zum Grundsätzlichen etwas sagen: Ich halte es ausdrücklich für eine wirklich gefährliche Argumentation, zu behaupten, dass die Mechanismen der repräsentativen Demokratie nicht demokratisch sind. Das muss ich als Verfassungssprecher an die Spitze meiner Ausführungen stellen, denn sie sind ebenso demokratisch wie jeder andere Weg, der in unserer Verfassung vorgezeichnet ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das galt dann aber auch bei den Abfangjägern!)
Abg. Scheibner: Na, woher sollen sie etwas wissen? Nur über Inserate?
Mich hat die Zahl derer erschüttert, die sagen, ich weiß eigentlich überhaupt nichts über diesen Vertrag von Lissabon; 80 Prozent der Österreicher meinen das. (Abg. Scheibner: Na, woher sollen sie etwas wissen? Nur über Inserate?) Gleichzeitig sagen 66 Prozent der Österreicher, wir wollen aber eine Volksabstimmung. Beides steht in einem Zusammenhang. (Abg. Strache: Wer ist schuld daran?) Diejenigen, die nicht wissen, was da drinnen steht, glauben eben, dass sie abstimmen wollen über das, was
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Damit bin ich beim ersten Kritikpunkt, den wir der Bundesregierung heute sicher noch einmal vor Augen führen müssen. Wer keinen Diskurs führt und wer nicht versucht, Überzeugungsarbeit für die Dinge zu leisten, von denen er überzeugt ist, der wird dann mit solchen emotionalen, demagogischen Kampagnen, wie wir hier sehen, konfrontiert und schafft keine Gegenöffentlichkeit. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Und weil gerade Klubobmann Scheibner hier gesagt hat, wir machen das nicht: Ich habe mich sehr gewundert, dass einzelne Personen – ich schaue jetzt den Herrn Kollegen Eugen Bösch von der FPÖ an –, die über Jahre hinweg im Europäischen Verfassungskonvent mitgearbeitet haben und 2005 noch hier ans Rednerpult gegangen sind und gesagt ha-
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Anders als das österreichische Verfassungsrecht enthält aber die europäische Grundrechtecharta sehr wohl soziale Grundrechte, wie zum Beispiel das Recht auf Kollektivverhandlungen und Kollektivmaßnahmen. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass künftig Kollektivverträge stärker geschützt und nicht abgeschafft werden! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: ... Neutralität sagen wir wenigstens die Wahrheit!
Der zweite Punkt – etwas, das auch bedenklich ist, nämlich aufseiten des BZÖ (Abg. Scheibner: ... Neutralität sagen wir wenigstens die Wahrheit!) –: Wir haben vier Sitzungen, Herr Kollege Scheibner, des Verfassungsausschusses gehabt, aber Sie haben dort die Diskussion verweigert. Sie hätten die Chance gehabt, sämtliche Argumente dort einzubringen, aber Sie haben das eben nicht gemacht. Der Reformvertrag, Herr Kollege Scheibner, ist darauf ausgelegt, das Zusammenleben von 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern mit 27 Mitgliedstaaten zu regeln. Und die EU-27 (Abg. Scheibner: Warum habt ihr nicht noch zwei Monate gewartet?) – Sie können nachher ans Rednerpult kommen – sind die größte und stärkste Volkswirtschaft der Welt. Und wir Österrei-
Abg. Scheibner: Warum habt ihr nicht noch zwei Monate gewartet?
Der zweite Punkt – etwas, das auch bedenklich ist, nämlich aufseiten des BZÖ (Abg. Scheibner: ... Neutralität sagen wir wenigstens die Wahrheit!) –: Wir haben vier Sitzungen, Herr Kollege Scheibner, des Verfassungsausschusses gehabt, aber Sie haben dort die Diskussion verweigert. Sie hätten die Chance gehabt, sämtliche Argumente dort einzubringen, aber Sie haben das eben nicht gemacht. Der Reformvertrag, Herr Kollege Scheibner, ist darauf ausgelegt, das Zusammenleben von 500 Millionen Bürgerinnen und Bürgern mit 27 Mitgliedstaaten zu regeln. Und die EU-27 (Abg. Scheibner: Warum habt ihr nicht noch zwei Monate gewartet?) – Sie können nachher ans Rednerpult kommen – sind die größte und stärkste Volkswirtschaft der Welt. Und wir Österrei-
Abg. Scheibner: Das ist der Erich Haider in Oberösterreich!
Ich respektiere die Demonstrationen, ich respektiere auch die Demonstranten, ich respektiere auch andere Meinungen. Aber wenn dann Meinungen geäußert werden wie zum Beispiel, das Wasser wird ausverkauft, die Neutralität ist am Ende, es gibt in Zukunft keine Kollektivverträge mehr (Abg. Scheibner: Das ist der Erich Haider in Oberösterreich!) – das ist schlicht und ergreifend falsch, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Scheibner: Das wollen wir nicht glauben!
Ein Wort noch am Schluss: Präsidentin Prammer hat mir im Vorfeld bereits mitgeteilt, dass sie zumindest bislang nicht beabsichtigte, diesen Antrag zuzulassen (Abg. Scheibner: Das wollen wir nicht glauben!), weil es keinen inhaltlichen Zusammenhang mit dem Verhandlungsgegenstand gäbe. – Ich kann das nicht glauben. Ich hoffe, Frau Präsidentin Prammer ist in den Beratungen mit der Parlamentsdirektion inzwischen zur Auffassung gelangt, dass ein unübersehbarer inhaltlicher Zusammenhang zwischen dem Beschluss auf Grundwerte im Reformvertrag und deren Umsetzung in baldiger Zukunft gegeben ist. Wenn das kein inhaltlicher Zusammenhang ist, dann weiß ich nicht!
Abg. Scheibner: Das ist ein 27-er-Antrag! Da geht es um ganz etwas anderes! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat mit Entschließungen nichts zu tun!
Dazu kommt, dass auch der zweite Kommentar von Czerny/Fischer darauf verweist, eine enge Auslegung nahezulegen, und zwar, um den Ausschussberatungen sozusagen nicht die Möglichkeit zu entziehen. (Abg. Scheibner: Das ist ein 27-er-Antrag! Da geht es um ganz etwas anderes! – Abg. Ing. Westenthaler: Das hat mit Entschließungen nichts zu tun!)
Abg. Scheibner: Sie haben gesagt „27“!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Bevor ich Herrn Abgeordnetem Dr. Stummvoll das Wort erteile, mache ich Sie auf Folgendes aufmerksam, Herr Abgeordneter Scheibner: Sie dürften sich die Anmerkung 6 zu § 55 nicht durchgelesen haben. (Abg. Scheibner: Sie haben gesagt „27“!) – Ja. Dort wird eindeutig der inhaltliche Zusammenhang noch einmal erläutert, indem auf den § 27 hingewiesen wird. Es ist leider so.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wir haben uns in letzter Zeit – und gerade beim BZÖ-Antrag – für eine eher strenge und rigide Auslegung und nicht für eine vage, lockere Auslegung entschieden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 56
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Alles in allem ist dieser Bericht einer, der vieles darstellt, aber die Perspektiven doch in nicht ausreichendem Maße berücksichtigt. Auf die Perspektiven sollte das nächste Mal stärker eingegangen werden. – Ich danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Kann man diesen Antrag haben?
Das sind die sogenannten KleinverdienerInnen unter den Selbständigen. (Abg. Scheibner: Kann man diesen Antrag haben?)
Abg. Scheibner: Jetzt funktioniert es nicht mehr! – Wo ist die Steuersenkung?
An dieser Stelle sei auch Folgendes in Richtung BZÖ gesagt, da Herr Abgeordneter Scheibner davon gesprochen hat, dass es noch eine gute Zeit war, als hier Steuern und Abgaben gesenkt wurden: Das stimmt! Solange das BZÖ unter den Fittichen der ÖVP ist, funktioniert das auch. (Abg. Scheibner: Jetzt funktioniert es nicht mehr! – Wo ist die Steuersenkung?) Im Bundesland Kärnten funktioniert das leider nicht. Die jüngste METIS-Studie hat gezeigt, dass zwischen den Jahren 2000 und 2005 Kärnten die höchste Erhöhung der Landesabgaben hatte. Das ist auch klar, denn es hat ein ganz enormes Abgaben- und Belastungspaket gegeben. (Abg. Dr. Graf: Weil es dort keine ÖVP gibt!) Wir haben leider auch die meisten Firmenpleiten. (Abg. Scheibner: Wie stark ist dort die ÖVP?) So haben in den letzten sieben Jahren rund 2 000 Beherbergungsbetriebe geschlossen, und damit hat man 500 000 Nächtigungen verloren. (Abg. Scheibner: Sie machen schon wieder Ihr Bundesland schlecht!) Das heißt also, Sozialpolitik ist das keine, vor allem nicht auf dem Rücken der Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Das werden wir Ihrer Bevölkerung sagen! Die Kärntner wollen das nicht, wenn man ihr Land schlechtmacht!)
Abg. Scheibner: Wie stark ist dort die ÖVP?
An dieser Stelle sei auch Folgendes in Richtung BZÖ gesagt, da Herr Abgeordneter Scheibner davon gesprochen hat, dass es noch eine gute Zeit war, als hier Steuern und Abgaben gesenkt wurden: Das stimmt! Solange das BZÖ unter den Fittichen der ÖVP ist, funktioniert das auch. (Abg. Scheibner: Jetzt funktioniert es nicht mehr! – Wo ist die Steuersenkung?) Im Bundesland Kärnten funktioniert das leider nicht. Die jüngste METIS-Studie hat gezeigt, dass zwischen den Jahren 2000 und 2005 Kärnten die höchste Erhöhung der Landesabgaben hatte. Das ist auch klar, denn es hat ein ganz enormes Abgaben- und Belastungspaket gegeben. (Abg. Dr. Graf: Weil es dort keine ÖVP gibt!) Wir haben leider auch die meisten Firmenpleiten. (Abg. Scheibner: Wie stark ist dort die ÖVP?) So haben in den letzten sieben Jahren rund 2 000 Beherbergungsbetriebe geschlossen, und damit hat man 500 000 Nächtigungen verloren. (Abg. Scheibner: Sie machen schon wieder Ihr Bundesland schlecht!) Das heißt also, Sozialpolitik ist das keine, vor allem nicht auf dem Rücken der Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Das werden wir Ihrer Bevölkerung sagen! Die Kärntner wollen das nicht, wenn man ihr Land schlechtmacht!)
Abg. Scheibner: Sie machen schon wieder Ihr Bundesland schlecht!
An dieser Stelle sei auch Folgendes in Richtung BZÖ gesagt, da Herr Abgeordneter Scheibner davon gesprochen hat, dass es noch eine gute Zeit war, als hier Steuern und Abgaben gesenkt wurden: Das stimmt! Solange das BZÖ unter den Fittichen der ÖVP ist, funktioniert das auch. (Abg. Scheibner: Jetzt funktioniert es nicht mehr! – Wo ist die Steuersenkung?) Im Bundesland Kärnten funktioniert das leider nicht. Die jüngste METIS-Studie hat gezeigt, dass zwischen den Jahren 2000 und 2005 Kärnten die höchste Erhöhung der Landesabgaben hatte. Das ist auch klar, denn es hat ein ganz enormes Abgaben- und Belastungspaket gegeben. (Abg. Dr. Graf: Weil es dort keine ÖVP gibt!) Wir haben leider auch die meisten Firmenpleiten. (Abg. Scheibner: Wie stark ist dort die ÖVP?) So haben in den letzten sieben Jahren rund 2 000 Beherbergungsbetriebe geschlossen, und damit hat man 500 000 Nächtigungen verloren. (Abg. Scheibner: Sie machen schon wieder Ihr Bundesland schlecht!) Das heißt also, Sozialpolitik ist das keine, vor allem nicht auf dem Rücken der Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Das werden wir Ihrer Bevölkerung sagen! Die Kärntner wollen das nicht, wenn man ihr Land schlechtmacht!)
Abg. Scheibner: Das werden wir Ihrer Bevölkerung sagen! Die Kärntner wollen das nicht, wenn man ihr Land schlechtmacht!
An dieser Stelle sei auch Folgendes in Richtung BZÖ gesagt, da Herr Abgeordneter Scheibner davon gesprochen hat, dass es noch eine gute Zeit war, als hier Steuern und Abgaben gesenkt wurden: Das stimmt! Solange das BZÖ unter den Fittichen der ÖVP ist, funktioniert das auch. (Abg. Scheibner: Jetzt funktioniert es nicht mehr! – Wo ist die Steuersenkung?) Im Bundesland Kärnten funktioniert das leider nicht. Die jüngste METIS-Studie hat gezeigt, dass zwischen den Jahren 2000 und 2005 Kärnten die höchste Erhöhung der Landesabgaben hatte. Das ist auch klar, denn es hat ein ganz enormes Abgaben- und Belastungspaket gegeben. (Abg. Dr. Graf: Weil es dort keine ÖVP gibt!) Wir haben leider auch die meisten Firmenpleiten. (Abg. Scheibner: Wie stark ist dort die ÖVP?) So haben in den letzten sieben Jahren rund 2 000 Beherbergungsbetriebe geschlossen, und damit hat man 500 000 Nächtigungen verloren. (Abg. Scheibner: Sie machen schon wieder Ihr Bundesland schlecht!) Das heißt also, Sozialpolitik ist das keine, vor allem nicht auf dem Rücken der Wirtschaft, meine Damen und Herren. (Abg. Scheibner: Das werden wir Ihrer Bevölkerung sagen! Die Kärntner wollen das nicht, wenn man ihr Land schlechtmacht!)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zweitens möchte ich ganz kurz auf die Ausführungen des Kollegen Weinzinger eingehen. Eine Aussage von ihm möchte ich als Abgeordneter so nicht stehen lassen: Wenn Sie, Herr Kollege Weinzinger, sagen, Abgeordneter zu sein, so viel Arbeit sei das nicht, so muss ich als jemand, der einer Halbtagsarbeit nachgeht und seine Tätigkeit als Abgeordneter sehr intensiv und nicht als Show betreibt, feststellen: Für mich ist es doch eine große Herausforderung! – So sehe ich das persönlich. Aus meiner Sicht bedeutet es eigentlich doch sehr, sehr viel Arbeit, Abgeordneter zu sein. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 58
Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber handeln!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen des Hauses! Geschätzte Zuhörerinnen auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen zu Hause! Auf besonders irrationale Verbrechen muss man besonders rational reagieren. – So hat ein Mitarbeiter des Justizministeriums ein großes Wort im Zusammenhang mit dem schrecklichen Verbrechen sehr gelassen ausgesprochen. Das bedeutet aber auch, dass vor allem PolitikerInnen rational handeln müssen, dass sie nicht in Rachegelüste einstimmen dürfen, sondern ernsthaft Lösungen suchen und nicht billigen Populismus betreiben dürfen. (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Aber handeln!)
Abg. Scheibner: Dazu brauchen wir Sie nicht!
Sicherheit schaffen Prävention und therapeutische Maßnahmen. Therapeutische Maßnahmen werden gerne so dargestellt, als sei das Milde oder Verständnis für den Täter. Sie haben es nicht verstanden (Abg. Scheibner: Dazu brauchen wir Sie nicht!) – es geht um Opferschutz! Es geht darum, mit Therapie weitere Opfer zu verhindern. Das ist das Ziel dieser Maßnahme! (Abg. Strache: Aber wir brauchen keinen Täterschutz! Sie machen Täterschutzprogramme, das ist ja absurd!)
Abg. Scheibner: ..., da muss man den Hintergrund kennen!
Herr Abgeordneter Schüssel hat heute von dieser Plakat-Kampagne „zu viel Liebe“, gesprochen. – Das ist völlig falsch. Es geht nicht um Liebe! Ich finde diese Kampagne auch falsch. Wenn man das unter dem Aspekt „zu viel Liebe“ diskutiert, kommt man nicht zu dem Punkt, um den es geht. Es geht um Gewalt, um Beherrschen-Wollen, um Erniedrigen-Wollen, das hat nichts mit Liebe zu tun. (Abg. Scheibner: ..., da muss man den Hintergrund kennen!) Nein, das hat nichts mit Liebe zu tun! Wir dürfen das nicht so nennen! (Beifall bei SPÖ und Grünen.) Es geht um Herrschen-Wollen und um Gewalt, sonst kommen wir nicht zum entsprechenden Punkt. Aber dass wir bei der Täterarbeit etwas tun müssen, ist enorm wichtig. (Zwischenruf des Abg. Amon.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Im Prinzip war es das eigentlich schon. Das ist die Sache, so wie wir sie handhaben. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Mit mir als Vorsitzenden im Rechnungshofausschuss sind Sie gar nicht einmal so unzufrieden. (Abg. Scheibner: Das ist etwas anderes!) – Das ist nichts anderes, sondern fast das gleiche. Sehen Sie, lassen Sie sich überzeugen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist etwas anderes!
Im Prinzip war es das eigentlich schon. Das ist die Sache, so wie wir sie handhaben. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Mit mir als Vorsitzenden im Rechnungshofausschuss sind Sie gar nicht einmal so unzufrieden. (Abg. Scheibner: Das ist etwas anderes!) – Das ist nichts anderes, sondern fast das gleiche. Sehen Sie, lassen Sie sich überzeugen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Uns!
Bleiben wir doch dabei! Warum immer alles schlechtreden? – Bei „Euroteam“ war es Ihnen noch recht! (Abg. Scheibner: Uns!) – Uns allen, ja. Da war der Parlamentarismus noch in Ordnung; das ist auch vollkommen richtig so.
Sitzung Nr. 59
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Deshalb wäre es gut, die ÖIAG so auszurichten, dass sie wieder einen strategi- schen wirtschaftspolitischen Auftrag bekommt, und zwar zugunsten des Wirtschaftsstandortes Österreich, von dem Sie immer reden. Das werden wir wohl noch miteinander zusammenbringen. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: „Flosse“ ist mehr in der Schifffahrt!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Man muss gleich vorweg sagen, dass die AUA natürlich nicht vor einem Schicksal, wie es die Swiss Air ereilt hat oder jetzt Alitalia ereilt, gefeit ist und dass wir daher gut beraten sind, alles daranzusetzen, die rot-weiß-rote Flosse in Österreich zu schützen (Abg. Scheibner: „Flosse“ ist mehr in der Schifffahrt!) – die Flosse, die Heckflosse, das
Abg. Scheibner: „Überbleiben“ tun wir sicher nicht!
Und deshalb hoffe ich, dass dieser Antrag sowohl – das ist schon ausgemacht – die Zustimmung der Regierungsparteien als auch der anderen beiden überbleibenden Parteien findet. (Abg. Scheibner: „Überbleiben“ tun wir sicher nicht!) – Na dann stimmen Sie zu! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das erste Mal, dass Sie sich freuen!
Visafreiheit für die Staaten und die Bürger und Bürgerinnen des Westbalkan zugestimmt hat. (Abg. Scheibner: Das erste Mal, dass Sie sich freuen!) – Hin und wieder kann ich mich auch darüber freuen, stellen Sie sich vor! (Abg. Strache: Ist das die neue Linie, Van der Bellen und Westenthaler?)
Sitzung Nr. 61
Abg. Scheibner: Da haben wir aber nichts davon! – Abg. Strache: Da können sich unsere Bürger nichts davon kaufen!
Eine Erhöhung des amtlichen Kilometergeldes um 12 Prozent, von 38 Cent auf 42 Cent: Das klingt nicht so ungeheuer viel, aber, Herr Klubobmann, das Kilometergeld in Österreich ist um Hausecken höher als in Deutschland (Abg. Scheibner: Da haben wir aber nichts davon! – Abg. Strache: Da können sich unsere Bürger nichts davon kaufen!) – 30 Cent gegenüber 42 Cent bei uns –, und es ist ja nicht so, dass dieses Kilometergeld ausschließlich für Sprit verwendet wird, sondern dass bisher und in der Vergangenheit rund 8 Cent von 38 Cent für Treibstoffkosten gedacht waren und wir mit dieser Erhöhung um 4 Cent eigentlich einer 50-prozentigen Preiserhöhung bei Diesel entsprechen.
Abg. Scheibner: Weil die Leute weniger ...!
Auch zur Umsatzsteuer, von Ihnen, Herr Strache, angesprochen, hat Frau Dr. Schratzenstaller klar gesagt, dass das Umsatzsteueraufkommen zurzeit nicht steigt. (Abg. Scheibner: Weil die Leute weniger ...!) Es mag schon sein, dass aus dem Titel Treibstoff mehr Umsatzsteuer hereinkommt, aber insgesamt hat der Finanzminister tendenziell eher mit stagnierenden Umsatzsteuer-Einnahmen zu rechnen und nicht mit steigenden. (Abg. Strache: Weil die Kaufkraft nicht mehr da ist! Sie sind ja nicht bereit, dem Bürger wieder Geld zu geben!)
Abg. Scheibner: Das waren aber nicht Sie!
Ich war jetzt tagelang, wochenlang in Tirol im Wahlkampf unterwegs. Herr Minister Bartenstein, von Ihren politischen Segnungen, von denen Sie heute gesprochen haben, spüren die Menschen nichts. Sie, Herr Minister, betreiben Realitätsverweigerung! Wissen Sie noch, wie ich vor einem Jahr bereits hier im Parlament an diesem Rednerpult darauf hingewiesen habe (Abg. Scheibner: Das waren aber nicht Sie!), dass die Menschen zu Recht jammern, dass jeder Zweite sagt, die Geldtaschen sind leer wie noch nie? Das wurde von den Medien bereits vor einem Jahr aufgezeigt (der Redner hält die Titelseite einer Ausgabe der „Kleinen Zeitung“ mit der Schlagzeile „Geldtaschen leer wie noch nie: ...“ in die Höhe), und das wurde auch von uns, von der FPÖ, angesprochen.
Abg. Scheibner: Das ist aber wenig, ...!
Geschätzte Damen und Herren von der Opposition, ja, ich gebe Ihnen recht, hier muss dringend gehandelt werden. Und es wird gehandelt! Ab 1. Juli wird gehandelt, und das bereits zum dritten Mal in dieser Legislaturperiode. (Abg. Scheibner: Das ist aber wenig, ...!) Ich würde mir wünschen, dass Sie dies auch einmal anerkennen würden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die sind eh alle weg!
Aber ich bin auch überzeugt davon, dass es mit dieser Maßnahme allein nicht getan ist. Der Herr Bundeskanzler, die Bundesregierung hat es bereits angekündigt (Abg. Scheibner: Die sind eh alle weg!): Auch auf EU-Ebene muss gehandelt werden! (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt ist der Minister auch schon weg!) Eine Steuer auf Spekulation mit Rohstoffen ist dazu ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wenn Sie ein bisschen weniger dazwischenrufen würden, Herr Ingenieur, dann hätten Sie vielleicht auch die letzten eineinhalb Jahre nicht verschlafen und wüssten, dass schon drei Mal für die Pendlerinnen und Pendler gehandelt wurde. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf: Das sind lauter Plattitüden, lauter Wortschalen!)
Abg. Scheibner: Sie fahren selber mit dem Auto!
Es geht nicht mehr weiter so, dass täglich allein beim Treibstoff 10 Millionen € an österreichischen Geldern in die Kassen der Scheichs oder auf die Konten der Konzerne fließen. Wir müssen hier einfach unsere Mobilität und auch unsere Heizsysteme ändern. (Abg. Scheibner: Sie fahren selber mit dem Auto!)
Abg. Scheibner: Sie camouflieren!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ich bitte in aller gentilen Höflichkeit, die mir hier zu Gebote steht, die Möglichkeit der heutigen Debatte nicht als Austausch von unfreundlich gemeinten Attacken zu verstehen, sondern als die Möglichkeit, sich mit den gewählten Volksvertretern über doch nicht ganz uninteressante Belange der Geldgebarung in Ministerien unterhalten zu können. (Abg. Scheibner: Sie camouflieren!)
Abg. Scheibner: Das sind ja Haubner-Festspiele!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Haubner. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Scheibner: Das sind ja Haubner-Festspiele!)
Abg. Scheibner: Aber Sie werden den Antrag wohl bestellt haben!
Für die Budgetjahre 2007 und 2008 habe ich die Budgetmittel angehoben. Keine Sorge, ich brauche keine Legitimierung für Kampagnen, denn Kampagnen werden im Rahmen der Budgetmittel des Ressorts entsprechend umgesetzt, und sie sind auch in entsprechender Art und Weise umgesetzt worden. Daher gehe ich davon aus, dass das nicht die Intention des Antrages war. Zumindest kann ist das daraus nicht lesen. (Abg. Scheibner: Aber Sie werden den Antrag wohl bestellt haben!) Ich glaube, das Wesentliche ist, hier die Inhalte zu transportieren und den Eltern auch diese Information zukommen zu lassen. Es geht um ein flächendeckendes Angebot, es geht um ein leistbares Angebot – und das wird manchmal auch vergessen –, und es geht vor allem darum, ein niederschwelliges Angebot anzubieten, denn es soll alle Väter und Mütter aller Bildungsschichten erreichen – und das ist auch ein wesentlicher Faktor.
Abg. Scheibner: Das ist aber gut!
Abgeordnete Mag. Dr. Beatrix Karl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Der hier vorliegende Antrag hat eigentlich mit einer Anlassgesetzgebung zu tun. Dass solche Anlassgesetzgebungen wenig zielführend sind, lässt sich an vielen Beispielen belegen. (Abg. Scheibner: Das ist aber gut!) Eines dieser Beispiele ist auch die Neugestaltung der Fragestunde, die ja bereits von meinem Vorredner angesprochen wurde.
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!
Wir von der ÖVP haben im Geschäftsordnungskomitee zur Belebung der Fragestunde einen konkreten Vorschlag eingebracht. Unser Vorschlag wurde zuerst von den anderen Parteien leider verworfen. Nunmehr wird er aber nicht nur inhaltlich aufgegriffen, und wir werden auch darin bestätigt, dass Änderungen der Geschäftsordnung hiefür ja gar nicht erforderlich sind, sondern dass vielmehr auch ein Präsidialbeschluss genügt. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!) Hätten wir im Geschäftsordnungskomitee dem Ad-hoc-Vorschlag einiger Abgeordneter zugestimmt und hätten wir gleich die Geschäftsordnung geändert, dann wäre die morgige Fragestunde in dieser Form
Abg. Scheibner: Das glauben Sie doch selber nicht!
Es freut mich sehr, dass wir dies verhindern konnten und dass wir morgen eine belebte Abhaltung der Fragestunde erleben werden. Ich hoffe, dass sich dieses neue Konzept der Fragestunde, wie es morgen erstmalig stattfinden wird, durchsetzt (Abg. Scheibner: Das glauben Sie doch selber nicht!) und dass es tatsächlich zu einer Belebung der Fragestunde kommt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 63
Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Großruck: Entschuldigen Sie sich für den Herrn Pilz!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Frau Präsidentin! (Abg. Scheibner: Entschuldigen Sie sich! – Abg. Großruck: Entschuldigen Sie sich für den Herrn Pilz!) Ich bedaure dieses Interview, das heute in „Österreich“ erschienen ist (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, FPÖ und BZÖ), denn es ist dazu geeignet, die Vorurteile, die über Abgeordnete dieses Hauses existieren, weiter zu bestätigen, nämlich, um es platt auszudrücken, dass Nationalratsabgeordnete dumm, faul und gefräßig sind.
Abg. Scheibner: Aber die Privaten ...!
Wenn aber beispielsweise für gemeinnützige Tätigkeit, für Forschung, für Soziales, für Kultursponsoring etwas an die Allgemeinheit zurückgegeben wird, dann werden wir doch sinnvollerweise auch im Rahmen der Steuerreform das steuerfrei stellen, weil ja die Allgemeinheit letztlich davon profitiert. (Abg. Scheibner: Aber die Privaten ...!)
Abg. Scheibner: Wie hoch war damals der Ölpreis?
Sie waren sieben Jahre in der Regierung. Schauen wir uns an, was die Regierungen in dieser Zeit im Bereich der Pendlerpauschale gemacht haben: Sie haben sie im Jahr um durchschnittlich 80 € angehoben. Was hat die jetzige Regierung gemacht, seit die SPÖ in der Regierung ist? (Abg. Scheibner: Wie hoch war damals der Ölpreis?) – Durchschnittlich um fast 500 € im Jahr. Das ist der Unterschied zwischen groß reden und großen Taten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Die Kaufkraft ist schlechter als vor 15 Jahren, Herr Krainer!)
Abg. Scheibner: Aber so stark wohl doch!
Und Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass die Benzinpreise erst seit eineinhalb Jahren steigen (Abg. Scheibner: Aber so stark wohl doch!) und vorher hundert Jahre ungefähr auf einer Ebene waren. Nein, die Preisexplosion bei den Energiekosten hat doch 2000, 2002 begonnen. Das ist auch nichts Hausgemachtes, sondern das ist ein internationales Phänomen. So zu tun, als setzte die Bundesregierung hier Preise fest, ist ja absolut lächerlich.
Abg. Scheibner: Aber sie erhöhen die Preise!
Es stimmt: Die Stadt Wien gibt keine Pendlerbeihilfe. Ja, das stimmt. Sie gibt keine direkte Pendlerbeihilfe (Abg. Scheibner: Aber sie erhöhen die Preise!), aber sie sorgt für das beste öffentliche Verkehrsnetz aller Millionenstädte in der Europäischen Union. Und das ist die beste Hilfe für die Bevölkerung (Beifall bei der SPÖ), wenn sie genauso schnell, pünktlich, zuverlässig, sauber und bequem zum Arbeitsplatz kommt und auch in der Freizeit mobil ist, wenn die Stadt die Mobilität sicherstellen kann. Das ist das Wesentliche. (Präsident Dr. Spindelegger übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: „Böse“ Kapitalisten!
Schauen wir uns jetzt Folgendes an: Wer sind die Stifter in diesem Land? Wie viele Arbeitsplätze werden denn dadurch geschaffen? – Ich habe hier eine Liste der Privatstiftungen. Da gibt es einen gewissen Herrn Flick; der ist aus dem Ausland nach Österreich gekommen, um Steuern zu sparen. Das ist richtig. Aber dann lese ich Ihnen ein paar Namen vor: Wlaschek, Swarovski, Prinzhorn, Dichand, Androsch, Haselsteiner, Essl, Bartenstein. (Abg. Scheibner: „Böse“ Kapitalisten!) Das sind ja keine Ausländer – oder täusche ich mich? (Abg. Neugebauer: Die Zahl der Arbeitsplätze rechts dazuschreiben!) Sind das nicht Unternehmen, die schon vorher existiert haben, Herr Vizekanzler? (Vizekanzler Mag. Molterer: Und die Arbeitsplätze?) – Ja, aber diese Arbeitsplätze haben ja um Himmels willen schon vorher bestanden, bevor die Unternehmen in die Stiftung eingebracht worden sind.
Abg. Scheibner: Auch so „böse“ Menschen!
Werfen wir einen Blick über den Teich in die USA! Dort gab es vor einigen Jahren auch eine Diskussion über die Reduktion der Erbschafts- und Schenkungssteuer. Und die Reichen und Reichsten dieses Landes – Bill Gates, Warren Buffett, und wie sie alle heißen mögen (Abg. Scheibner: Auch so „böse“ Menschen!) – haben dafür Sorge getragen, dass die Erbschafts- und Schenkungssteuer nicht zur Gänze abgeschafft, sondern nur reduziert wurde bis zum Jahre 2010. Dann wird dort weiterdiskutiert werden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Wenn ich eine Nebenbemerkung machen darf: Aus den Rängen von FPÖ und BZÖ, die sieben Jahre in der Regierung waren, wobei in den sieben Jahren die Erhöhung der Pendlerpauschale nicht einmal die Hälfte dessen war, was bei uns in 14 Monaten der Fall ist (Abg. Mag. Hauser: Sie sind ja in der Regierung!), brauchen Sie in diesem Fall keine Zwischenrufe zu machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Schauen Sie sich einmal die Kaufkraft an! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Benzinpreis war vor zwei Jahren noch ganz woanders! – Abg. Scheibner: Ich werde Ihnen dann schon eine Antwort geben! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!
Herr Abgeordneter Westenthaler! Sie selbst haben vorhin die Pensionserhöhungen kritisiert, die die mangelnde Kaufkraft der Pensionisten für den Einkauf von Benzin darstellen. (Abg. Scheibner: Dort drüben sind Sie gestanden, als Sie die Steuersenkung abgelehnt haben!) Darf ich an der Stelle darauf verweisen: In diesem Jahrzehnt gab es nur zwei Mal eine Erhöhung über der Inflationsrate, und dies war in den letzten beiden Jahren. In diesem Sinne brauchen Sie dieser Regierung, diesem Bundeskanzler und diesem Finanzminister keinen Vorwurf zu machen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie waren gegen jede Steuersenkung!) Im Gegenteil, applaudieren Sie Bundeskanzler Gusenbauer und Vizekanzler Molterer in dieser Frage! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!
Die Körperschaftsteuerreform wurde mit Hilfe der damaligen FPÖ – oder BZÖ – umgesetzt, trotz massiver Kritik damals noch von dieser Seite (Abg. Scheibner: Matznetter war dagegen!), vor allem auch von der SPÖ Oberösterreich. (Abg. Ing. Westenthaler: War eine sehr gute Maßnahme!) Man lag damals falsch, so wie heute diese Seite zu dem Stiftungsrecht falsch liegt. Die Wahrheit wird sich zeigen: dass es richtig war, das umzusetzen, so wie damals bei der Voest-Debatte und der Privatisierung die Vorgangsweise notwendig war und richtig war. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?
Zu unseren Laptops, als Ordner: Wir arbeiten hier, wir recherchieren, wir beantworten Interventionen und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?) Das ist unsere Aufgabe, das tun wir, beziehungsweise wir bearbeiten hier auch die Rednerliste in diesem Haus. Dass Sie sich damit profilieren, das ist Ihre Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
Zu unseren Laptops, als Ordner: Wir arbeiten hier, wir recherchieren, wir beantworten Interventionen und Ähnliches mehr. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Parteivorsitzenden sagen! – Abg. Scheibner: Was sagt der Bundeskanzler dazu?) Das ist unsere Aufgabe, das tun wir, beziehungsweise wir bearbeiten hier auch die Rednerliste in diesem Haus. Dass Sie sich damit profilieren, das ist Ihre Schande, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – „Gusenbauer!“-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.)
Abg. Dr. Moser: Herr Scheibner! Gehen Sie heim mit so einem Schmarrn! – Beifall bei den Grünen.
Es ist schon interessant, dass sich gerade auch die Grünen hier als Steuerexperten präsentieren, nämlich als Steuererhöhungsexperten. (Abg. Ing. Westenthaler: Stiftungsexperten! – Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann.) – Denn was hier an, ich will nicht sagen: Marxismus stattfindet – genau Sie meine ich auch, Herr Kollege –, wo jeder, der ein bisschen mehr als nichts hat, schon ein Kapitalist und einer ist, den man sofort enteignen muss, das ist ja auch eine interessante Geschichte bei den Grünen. Na, deuten Sie nicht so, Frau Kollegin Moser! Sie haben gestern eine so schöne Bastelei mitgebracht und heute nur eine Kopie einer Landkarte. Vielleicht betätigen Sie sich ja wieder beim Basteln?! – Das ist gescheiter! Behalten Sie Ihre linken Theorien bei sich zu Hause. (Abg. Dr. Moser: Herr Scheibner! Gehen Sie heim mit so einem Schmarrn! – Beifall bei den Grünen.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Ich möchte nur anregen – ich weiß nicht, ob der Herr Sport-Staatssekretär diese Frage beantworten kann; aber so kompetent, wie ich ihn einschätze, wird er das sicher können –, es wäre vielleicht sinnvoll, dass wir die Doppelbesteuerungsabkommen mit den Ländern, die wir immer wieder in unterschiedlichen Zeitabständen abschließen, vielleicht einmal kumuliert erledigen, anstatt in jeder Parlamentssitzung ein Doppelbesteuerungsabkommen zu besprechen. Man könnte dann unterstellen, dass die Regierungsparteien diesen Weg nur deshalb wählen, damit wir eine Tagesordnung für den Finanzausschuss zustande bringen. Das möchte ich Ihnen nicht vorwerfen wollen. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Ich glaube, es wäre gescheiter, die Doppelbesteuerungsabkommen zunächst einmal zu sammeln und sie dann in einem zu verabschieden. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, so geht man mit Bürgeranliegen nicht um, vor allem dann nicht, wenn sie von mehr als einer Viertelmillion Menschen unterstützt werden! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 65
Abg. Scheibner: Sie sind jetzt nicht mehr Parteisekretär, Sie sind jetzt Regierungsmitglied!
Die SPÖ wird selbstverständlich ihren Beitrag zu einer offenen und kritischen Debatte über die EU und ihre Politik und die Weiterentwicklung und Verbesserung der EU leisten. (Abg. Scheibner: Sie sind jetzt nicht mehr Parteisekretär, Sie sind jetzt Regierungsmitglied!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Da Sie vom BZÖ gerade vorhin so vollmundig die Aktuelle Stunde begründet haben: Sie waren doch sechs oder sieben Jahre lang in der Regierung; Sie haben doch in der Schüssel/Gorbach-Regierung, in der Schüssel-Regierung mit der damaligen FPÖ die gesamte Politik in der Europäischen Union mitgetragen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Sie sind hier gesessen und haben dem Verfassungsvertrag zugestimmt – und dann halten Sie uns hier Vorträge über mehr Demokratie!? Das ist doch lachhaft und so etwas von unglaubwürdig – und das richtet sich politisch von selbst!
Abg. Scheibner: Sie verstehen es leider nicht! Aber das ist kein Wunder!
Sie haben gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung hier vor wenigen Wochen gemeinsam agiert und gehandelt – mit tatkräftiger Unterstützung der Grünen, mit tatkräftiger Unterstützung des BZÖ. Das BZÖ hat ja auch alle sieben Anträge der Freiheitlichen Partei Österreichs für eine Volksabstimmung abgelehnt. Das ist durchaus interessant! Herr Scheibner und Herr Bucher haben noch gesagt, dieser EU-Verfassungsvertrag gehe ihnen viel zu wenig weit. Diesen müsse man eigentlich noch viel diktatorischer formulieren, wenn es nach dem BZÖ geht. (Abg. Scheibner: Sie verstehen es leider nicht! Aber das ist kein Wunder!) Aber auch Sie haben eine Volksabstimmung immer abgelehnt! Sie wollten immer nur eine nebulose Volksbefragung, die keine Rechtsverbindlichkeit hat.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Besser als Ihr Bambus! Besser als Ihr rückgratloser Bambus, Herr Scheibner!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Kollege Strache hat – zu uns blickend – gesagt, er ist aus einem anderen Holz geschnitzt. Kollege Strache, ich weiß nicht, welches Holz Sie meinen! (Abg. Dr. Schüssel: Eiche! – Abg. Dr. Stummvoll: Deutsche Eiche!) Vielleicht die Deutsche Eiche. Aber die ist etwas morsch geworden, Herr Strache! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Strache: Besser als Ihr Bambus! Besser als Ihr rückgratloser Bambus, Herr Scheibner!)
Abg. Strache: Sie meinen, Sie haben noch nie Ihren Verstand benutzt, Herr Scheibner?!
Es gibt, wie wir jetzt gesehen haben, viele Politiker, die in Wahlkämpfen den Verstand abschalten. Es gibt andere, die brauchen das nicht zu tun, weil sie vergessen haben, ihn nach den letzten Wahlen einzuschalten. (Abg. Strache: Sie meinen, Sie haben noch nie Ihren Verstand benutzt, Herr Scheibner?!)
Sitzung Nr. 67
Abg. Scheibner: Sie hätten sich anschauen sollen, was sich da abgespielt hat!
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Wir stimmen natürlich diesem Vertrag gerne zu, er wird zu einer weiteren Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen der Republik Kroatien und der Republik Österreich führen. Diese Zusammenarbeit hat sich ja bei der EURO schon bestens bewährt. 350 000 Kroaten waren in Österreich bei den Spielen. Die Zusammenarbeit mit der Exekutive hat hervorragend funktioniert. (Abg. Scheibner: Sie hätten sich anschauen sollen, was sich da abgespielt hat!) Dafür auch von unserer Seite ein herzliches Dankeschön.
Sitzung Nr. 68
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie wollten doch Nachhilfe geben! Wenn die so ausschaut, ist es aber traurig!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist kein Grund zur Aufregung, das sind ganz normale Grundrechnungsarten und ein Beispiel dafür, dass es eine starke europäische Währung auch zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger in Europa gibt. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie wollten doch Nachhilfe geben! Wenn die so ausschaut, ist es aber traurig!)
Abg. Scheibner: Kandidieren Sie nicht mehr?
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Noch-Kollege Westenthaler! (Abg. Scheibner: Kandidieren Sie nicht mehr?) Ich denke, Ihre Aufgeregtheit ist wohl eher auf den Umstand zurückzuführen, dass künftig vielleicht schon bald ein anderer Handlanger der Kärntner Regionalpolitik hier an Ihrer Stelle sein Unwesen treiben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Werden Sie nicht mehr aufgestellt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Werden Sie nicht mehr aufgestellt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Grossmann (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Werte Regierungsmitglieder! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Noch-Kollege Westenthaler! (Abg. Scheibner: Kandidieren Sie nicht mehr?) Ich denke, Ihre Aufgeregtheit ist wohl eher auf den Umstand zurückzuführen, dass künftig vielleicht schon bald ein anderer Handlanger der Kärntner Regionalpolitik hier an Ihrer Stelle sein Unwesen treiben wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Werden Sie nicht mehr aufgestellt? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Jetzt kommt wieder das!
Bei diesem EU-Gipfel wurde also wirklich eine große Chance vertan, vertrauensbildende Maßnahmen zu setzen, vertrauensbildende Maßnahmen, meine Damen und Herren, die zeigen, dass die Sorgen der Menschen ernst genommen werden. Aber wenn die Konservativen und Wirtschaftsliberalen und die Gesinnungsgenossen dieser ... (Abg. Scheibner: Jetzt kommt wieder das!) – Genau, Sie melden sich schon an der richtigen Stelle zu Wort. Das sind nämlich Ihre Gesinnungsfreunde vom mittleren Sektor, vom rechten Sektor dieses Hauses, die Konservativen und Wirtschaftsliberalen, die in den EU-Institutionen, im Rat, in der Kommission, im Parlament, nach wie vor die Mehrheit stellen.
Abg. Scheibner: Nein!
Ich möchte auch noch einen Punkt zur historischen Wahrheit sagen. Da Kollege Westenthaler Kollegen Cap dem Chinesischen Nationalcircus angedient hat, muss man die Dinge beim Namen nennen: Die 18 FPÖ-BZÖ-Abgeordneten aus der letzten Legislaturperiode können sich bei dieser Truppe zu 100 Prozent gleich anschließen. Sie haben nämlich dieselbe Kehrtwende gemacht. (Abg. Scheibner: Nein!) – Gerade Sie, Kollege Scheibner, Sie waren damals Klubobmann! Sie haben den alten EU-Vertrag begrüßt und zu 100 Prozent unterstützt.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich habe etwas anderes gesagt! Sie haben wieder nicht zugehört!
Im Verfassungsausschuss haben alle gegen die Prüfung gestimmt, sprich: dagegen, überhaupt zu schauen und Experten zu fragen, ob vielleicht eine Volksabstimmung zwingend notwendig ist. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.) Kollege Bösch als Person hat damals sogar zugestimmt. Ich glaube, das ist keine glaubwürdige Politik, sondern dieselbe Salto-mortale-Methode, die Sie Herrn Kollegen Cap vorwerfen – schlicht und ergreifend! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich habe etwas anderes gesagt! Sie haben wieder nicht zugehört!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Der jetzige ÖVP-Klubobmann Dr. Schüssel hat einmal gesagt, die Neutralität gehöre nicht in den „Tabernakel der Geschichte“. – Und ich sage: Die österreichische Neutralität ist wichtig (Zwischenruf des Abg. Scheibner) – und nicht mit „Lippizanern“ und „Mozartkugeln“ zu vergleichen. Natürlich gibt es in der Europäischen Union auch neutrale Staaten, und das ist gut so. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist nicht sichtbar in diesem Bereich! Er fehlt sogar heute auf der Regierungsbank! Genauso ist er dort unsichtbar! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Klubobmann Van der Bellen hat heute hier die Frage Alpen-Transit erwähnt. Österreich ist ein Transitland, und selbstverständlich wurde jahrelang, auch in den letzten Jahren, in denen Sie (in Richtung FPÖ und BZÖ) Teil der österreichischen Bundesregierung waren, über die Wegekostenrichtlinie in Europa gesprochen. Herr Minister Faymann ist es, der sich massiv dafür einsetzt (Zwischenruf beim BZÖ), dass die Maut für Lkws erhöht wird (Abg. Strache: Was macht er da?) und dass es Nachbesserungen in Bezug auf die Wegekostenrichtlinie geben muss. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Das ist nicht sichtbar in diesem Bereich! Er fehlt sogar heute auf der Regierungsbank! Genauso ist er dort unsichtbar! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 70
Beifall bei Grünen und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Also in der Sache bin ich bei Klubobmann Dr. Schüssel; unbestritten ist es Ihr Recht, Frau Präsidentin, den Termin festzusetzen, das ist völlig eindeutig, aber politisch gesehen ist das ein Paarlauf zwischen Rot und Blau. (Beifall bei Grünen und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Glauben Sie wirklich, meine Damen und Herren, dass es die Österreicher interessiert ... (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Also da frage ich mich, wo hier der ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Ich gebe bekannt – das ist jedoch auch den Fraktionen mitgeteilt worden; diese Informationen ergehen, wie immer, an alle Fraktionen –, dass sich der Herr Bundeskanzler offiziell im EU-Ausland befindet. (Rufe: Na da schau her!) In Vertretung des Herrn Bundeskanzlers ist Herr Staatssekretär Mag. Schieder hier anwesend. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 72
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die auseinanderklaffende Wohlstandsschere lässt den Mittelstand immer weiter schwinden. Die reichen Österreicher werden immer reicher, die armen Österreicher werden immer ärmer. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Daher wird es auch eine Rie-
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Scheibner: Sie haben jetzt Ihre eigene Fraktion geweckt!
senherausforderung sein, durch gezielte Infrastrukturinvestitionen einen erschwinglichen öffentlichen Verkehr zu schaffen. Sie haben schon recht, Herr Abgeordneter Scheibner, Sie sind mitverantwortlich dafür, dass der Wohlstand des Mittelstandes enorm geringer wird. Sie haben vollkommen recht. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Abg. Scheibner: Sie haben jetzt Ihre eigene Fraktion geweckt!)
Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!
Langfristige und nachhaltige Effekte sind notwendig, weil wir auch die Verantwortung dafür tragen, was nach uns kommt. – Dieses Gedankengut möchte ich Ihnen nicht unterstellen, Herr Abgeordneter. (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!)
Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung! Wer war jetzt die letzten zwei Jahre in der Regierung?
Wir werden in Zukunft auch mit einem Phänomen konfrontiert sein, welches eine Auswirkung Ihrer „erfolgreichen“ Politik, Herr Scheibner, ist: Die Pensionisten werden in Zukunft massiv an Kaufkraft verlieren. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung! Wer war jetzt die letzten zwei Jahre in der Regierung?) Und wenn dies geschieht, haben wir auch die Verantwortung, einen öffentlichen Verkehr zur Verfügung zu stellen, dessen Benützung leistbar ist, damit ein Mindestmaß an Mobilität für die ältere Bevölkerung gewährleistet ist. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung!)
Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung!
Wir werden in Zukunft auch mit einem Phänomen konfrontiert sein, welches eine Auswirkung Ihrer „erfolgreichen“ Politik, Herr Scheibner, ist: Die Pensionisten werden in Zukunft massiv an Kaufkraft verlieren. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung! Wer war jetzt die letzten zwei Jahre in der Regierung?) Und wenn dies geschieht, haben wir auch die Verantwortung, einen öffentlichen Verkehr zur Verfügung zu stellen, dessen Benützung leistbar ist, damit ein Mindestmaß an Mobilität für die ältere Bevölkerung gewährleistet ist. (Abg. Scheibner: Aber Sie waren in der Regierung!)
Abg. Scheibner – in Richtung Bundesminister Faymann –: Wird das jetzt auch so „feurig“?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer einleitenden Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Faymann zu Wort gemeldet. Die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Scheibner – in Richtung Bundesminister Faymann –: Wird das jetzt auch so „feurig“?)
Abg. Scheibner: Man hat aber immer geläutet und darauf hingewiesen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Meine Damen und Herren, ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit aller weiteren Rednerinnen und Redner laut § 97a Abs. 6 der Geschäftsordnung 5 Minuten beträgt. Weil es auch Zwischenrufe gab, nur zur Erinnerung: § 97a regelt auch, dass die Redezeit der Minister und Ministerinnen eine Sollredezeit ist. (Abg. Scheibner: Man hat aber immer geläutet und darauf hingewiesen!) – Das ist nur dann so gewesen, wenn eine Redeordnung vereinbart war, und das ist in diesem Fall nicht geschehen.
Abg. Scheibner: ... zum mitschreiben!
Was wären die Effekte einer Senkung der Umsatzsteuer, sofern diese heute beschlossen werden sollte? (Abg. Scheibner: ... zum mitschreiben!) – Sie können gerne mitschreiben, wenn ich spreche. Wenn Sie Stenographie können, noch besser für Sie. (Abg. Scheibner: Ich schreibe normal mit!) – Was wären die Konsequenzen?
Abg. Scheibner: Ich schreibe normal mit!
Was wären die Effekte einer Senkung der Umsatzsteuer, sofern diese heute beschlossen werden sollte? (Abg. Scheibner: ... zum mitschreiben!) – Sie können gerne mitschreiben, wenn ich spreche. Wenn Sie Stenographie können, noch besser für Sie. (Abg. Scheibner: Ich schreibe normal mit!) – Was wären die Konsequenzen?
Abg. Scheibner: Seien Sie froh, dass wir damals eine so gute Politik gemacht haben!
Ebenso notwendig und wichtig ist es – da haben wir gemeinsam sehr wichtige Schritte gesetzt –, für Jugendliche eine sogenannte Ausbildungsgarantie zu schaffen. Wenn Jugendliche nicht die Möglichkeit haben, einen Lehrberuf in einem Betrieb zu erlernen, dann haben sie die Möglichkeit, entweder in einer Lehrwerkstätte oder in einer schulischen Ausbildung ihre für die Zukunft wichtige Berufsausbildung genießen zu können. Auch das ist ein wichtiger Punkt. Ganz entscheidend ist es, dass es uns auch gelungen ist, die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Ich darf in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass, als Sie von Schwarz-Orange-Blau in der Bundesregierung waren, es einen sehr starken Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit gegeben hat. (Abg. Scheibner: Seien Sie froh, dass wir damals eine so gute Politik gemacht haben!)
Abg. Scheibner: Warum haben Sie es nicht gemacht?
Der erste Punkt betrifft das Anheben der Pensionen. – Die Kolleginnen und Kollegen, die Damen und Herren der älteren Generation haben sich eine faire und sichere Pension verdient. (Abg. Scheibner: Warum haben Sie es nicht gemacht?) – Es ist ganz einfach nicht erklärbar, dass, weil in Amerika bedauerlicherweise Spekulanten entsetzlich viel Kapital in den Sand gesetzt haben, die österreichischen Pensionistinnen und Pensionisten jetzt keinen Teuerungsausgleich bekommen sollen. (Abg. Tamandl: Wer sagt denn das? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist ganz einfach unsozial, sehr geschätzte Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Wenn ich mich richtig erinnere – und ich bin bekanntlich schon ein etwas älterer Knabe (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, so ist die ÖVP seit 1986 an der Regierung beteiligt und stellte die Finanzminister – oder es gab zumindest ihr sehr nahestehende Finanzminister, wenn wir an den berühmten Karl-Heinz denken, der zum Wunderwuzzi gemacht wurde. (Abg. Mag. Hakl: Der kam aber ursprünglich von euch!) – Er kam ursprünglich von uns und wurde uns abgeworben, ja, das gebe ich ja gerne zu, das ist uns tatsächlich bei einigen passiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.)
Abg. Scheibner: Probieren Sie es noch einmal!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Auch wenn es vielleicht sinnlos ist, das Herrn Kollegen Darmann jedes Mal zu erklären (Abg. Scheibner: Probieren Sie es noch einmal!): Der Kindergarten ist in Wien sozial gestaffelt. 40 Prozent zahlen nichts, weniger als ein Drittel zahlt reduziert und zirka ein Drittel zahlt den Vollpreis. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, es lebe die Vergangenheit!
Ja, Herr Finanzminister, es ist gut, dass die Österreicher das wissen. Diese wissen auch, dass christdemokratische Regierungen Mitte der 1980-er Jahre nicht nur Schulden hinterlassen haben, sondern auch Arbeitslose. Dabei ist Arbeitslosigkeit wesentlich teurer als alle anderen Fragen. Was Kreisky hier gemacht hat, war für Österreich in Wahrheit ein Segen; das weiß jeder, der diese Zeit erlebt hat und der aufgrund der Politik dieser Zeit die Möglichkeit hatte, an der Universität zu studieren oder eine höhere Schule zu besuchen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, es lebe die Vergangenheit!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Scheibner.
Wenn Sie vorwerfen, dass die SPÖ hier Wahlzuckerln verteilt, dann schauen Sie sich doch bitte an, was Sie machen! Wir verteilen keine Wahlzuckerln. Wir geben auch keine Wahlversprechen ab. Wir sagen, was wir vor der Wahl hier machen. Da kann heute jeder in Österreich zuschauen, wer dafür ist, dass die Lebensmittel billiger werden; wer dafür ist, dass die Studiengebühren abgeschafft werden; wer dafür ist, dass die Familienbeihilfe erhöht wird; und wer dafür ist, dass das Pflegegeld erhöht wird. Das sind alles Dinge, die Sie in Ihren sieben Jahren nie gemacht haben. Kein einziges Mal haben Sie diese Maßnahmen gesetzt! Es kann sich heute auch jeder anschauen, wer dafür ist, dass die Hacklerregelung verlängert wird, und wer dafür ist, dass die Pensionen erhöht werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zur Mehrwertsteuersenkung – damit komme ich zum Schlusssatz –: Ich bin sehr neugierig, wie sich das BZÖ verhält. Wenn Sie nicht dafür stimmen, fügen Sie nicht uns eine Niederlage zu, sondern Sie verhindern, dass Leuten, die jeden Euro umdrehen müssen, geholfen wird! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Murauer: Na Sie brauchen es ja nicht! – Abg. Scheibner: Was sind Sie für ein Verteidigungsminister?! – Abg. Hornek: Das ist eine Traumdeuterei, was Sie machen!
Liebe KollegInnen von ÖVP, FPÖ und BZÖ, Sie werden zwischen Oktober 2008 und März 2009 diese 250 Millionen cash am Konto finden. Und zeigen Sie mir bitte einen Minister – ich kenne keinen, ich bin Historiker – in der Zweiten Republik, der der Republik Österreich 250 Millionen € zurückgeholt hat, die cash auf das Konto des Finanzministers kommen! Wir sollten uns überlegen, was wir mit diesen 250 Millionen € cash machen. (Abg. Murauer: Na Sie brauchen es ja nicht! – Abg. Scheibner: Was sind Sie für ein Verteidigungsminister?! – Abg. Hornek: Das ist eine Traumdeuterei, was Sie machen!) Das ist keine Traumdeuterei, das ist im Vertrag so festgeschrieben! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ja, das passt Ihnen nicht, das ist mir schon klar, aber
Abg. Scheibner: Da steht er noch dazu!
Das unterscheidet uns auch von Ihnen, Herr Klubobmann Westenthaler, und den Vertretern des BZÖ. (Abg. Scheibner: Da steht er noch dazu!) Ja, wir wollen Arbeitnehmerinteressen vertreten! Wir wollen nicht neoliberale Politik betreiben. Wir wollen soziale Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft sicherstellen, und wir wollen nicht einseitig handeln und vorgehen, so wie Sie das heute vorhaben.
Abg. Scheibner: Aber die Arbeiterkammer schafft keine Arbeitsplätze!
Ich lade Sie ein: Fahren Sie einmal mit mir in die Betriebe! Ich war zehn Jahre lang am Bau beschäftigt, bin seit 16 Jahren Gewerkschaftssekretär, und ich nenne Ihnen jetzt drei Beispiele aus meinem Wahlkreis aus den letzten Wochen (Abg. Steibl: ... Wahlkampf gesponsert! Gesponsert von der Gewerkschaft!): Fahren Sie einmal mit zu einem Baucontainer, wo vom Bauleiter und vom Chef mitgeteilt wird, dass die Firma pleite ist! Fahren Sie einmal mit mir in einen Metallbetrieb, in dem mitgeteilt wird, dass mit Jahresende 50 Prozent der Beschäftigten abgebaut werden! (Abg. Scheibner: Aber die Arbeiterkammer schafft keine Arbeitsplätze!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was hat das mit der Arbeiterkammer zu tun?
Fahren Sie einmal mit mir in einen Fleischereibetrieb in Leibnitz, wo Arbeitnehmer, Familienväter und Alleinverdiener, seit drei Monaten auf ihr Geld warten! Fahren Sie dorthin einmal mit! Dann stellen Sie nämlich solche Anträge nicht mehr, und dann wird es auch nicht passieren, dass der Herr Arbeitsminister Inserate mit „Vollbeschäftigung“ und „sichere Arbeitsplätze“ schaltet. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was hat das mit der Arbeiterkammer zu tun?)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!
Daher bitte ich wirklich um eine ordnungsgemäße Einbringung. Das wird mit einer Umnummerierung durchaus machbar sein. Aber jedenfalls hat Öllinger vollkommen recht, das aufzuzeigen, und darüber braucht man nicht zu lachen. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Scheibner. – Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Mehr als bei euch!
Ich bin nur gespannt, ob es dann auch wirklich eine Mehrheit hier im Haus geben wird, wie die Herrschaften Stadler, Herr Klement – er ist nicht da – dann abstimmen werden. Sie werden noch viel Spaß haben im Klub des BZÖ, meine Damen und Herren (Abg. Scheibner: Mehr als bei euch!), denn ich zitiere Aussagen Stadlers über das BZÖ: warme Brüder, Freimaurer, Bagage, Bienenzüchterverein. – Das sind harte Worte, meine Damen und Herren!
Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!
Meine Frage an das BZÖ ist daher folgende: Was machen Sie, wenn Sie solche Prospekte schreiben oder solche Beschlüsse fassen? (Abg. Ing. Westenthaler: Wenn Sie es nicht wollen ... rückverweisen!) Erkundigen Sie sich nicht vorher? Rufen Sie nicht vorher schon bei der EU an? Rufen Sie erst bei der EU an, wenn Herr Molterer und Herr Schüssel sagen: Rufen Sie bei der EU an!? Ist dann der Zeitpunkt gegeben? Sind Sie wirklich nur ein Vorhof, ein Teppichvorleger der ÖVP? Ist das wirklich so? (Heiterkeit bei SPÖ und FPÖ.) – Dann sollten Sie das aber gleich bekennen! Dann sollten Sie hier herauskommen und es auch deutlich sagen. (Abg. Scheibner: Auf Ihrem Teppich ...!)
Abg. Scheibner: So ist es ja! – Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt ja!
„Die Studienbeiträge von 363 € pro Semester haben die Durchschnittsdauer um ein Jahr verkürzt. Daher gab es kaum noch Studierende, die keine Prüfung ablegen. Rund jeder dritte Studierende an Fachhochschulen und jeder fünfte Studierende an Universitäten bekommt durch eine Studienförderung die Studienbeiträge ersetzt. Was meinen Sie: Sollen die Studienbeiträge abgeschafft werden und der Steuerzahler“ – (Abg. Scheibner: So ist es ja! – Abg. Dr. Schüssel: Das stimmt ja!) für den Einnahmenausfall (150 Millionen € pro Jahr) – „aufkommen, oder sollen die Studienbeiträge erhalten bleiben, da sie ein moderater Beitrag zu den Kosten eines Studiums sind?“
Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch dazu, wie sie aussieht, die Staffelung! – Abg. Steibl: ... für einen Kinderbetreuungsplatz!
Wir haben das heute schon mehrfach berichtigt, ich berichtige es gerne noch einmal: In Wien sind die Kindergartentarife sozial gestaffelt. (Abg. Scheibner: Aber sagen Sie auch dazu, wie sie aussieht, die Staffelung! – Abg. Steibl: ... für einen Kinderbetreuungsplatz!) Ein Drittel zahlt überhaupt nichts – nämlich diejenigen, die wenig verdienen –, ein Drittel zahlt den ermäßigten Tarif, und ein Drittel zahlt den vollen Tarif. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ich bleibe lieber da, und Sie können hinfahren!
Das beste Beispiel ist Island. Dort passen 90 Prozent der Männer eine gewisse Zeit auf die Kinder auf. Nach Island sollten Sie einmal schauen, Herr Scheibner! Das ist ein sehr gutes Beispiel für die Beteiligung der Väter an der Erziehung ihrer Kinder. (Abg. Scheibner: Ich bleibe lieber da, und Sie können hinfahren!) Das ist wichtig, und die Kinder brauchen auch das männliche Element, wenn es um eine pädagogisch richtige Erziehung geht. (Abg. Scheibner – auf die Regierungsbank deutend –: Die lachen schon, die Damen, wegen Island!)
Abg. Scheibner – auf die Regierungsbank deutend –: Die lachen schon, die Damen, wegen Island!
Das beste Beispiel ist Island. Dort passen 90 Prozent der Männer eine gewisse Zeit auf die Kinder auf. Nach Island sollten Sie einmal schauen, Herr Scheibner! Das ist ein sehr gutes Beispiel für die Beteiligung der Väter an der Erziehung ihrer Kinder. (Abg. Scheibner: Ich bleibe lieber da, und Sie können hinfahren!) Das ist wichtig, und die Kinder brauchen auch das männliche Element, wenn es um eine pädagogisch richtige Erziehung geht. (Abg. Scheibner – auf die Regierungsbank deutend –: Die lachen schon, die Damen, wegen Island!)
Sitzung Nr. 75
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Es ist eine Chance für die Politik, denn es wurde Handlungsfähigkeit demonstriert, Handlungsfähigkeit auch auf europäischer Ebene. Ich gebe es schon zu: Ganz zu Beginn war das ein, sagen wir es jetzt sehr vornehm, verspäteter Start (Zwischenruf des Abg. Scheibner) – da gab es Schrecksekunden, die sehr lange gedauert haben –, aber am Schluss hat die EU ihre volle Handlungsfähigkeit demonstriert.
Abg. Riepl: Der Scheibner sagt jetzt was Neues!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. Maximale Redezeit: 6 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Riepl: Der Scheibner sagt jetzt was Neues!)
Gesetzgebungsperiode 24
Sitzung Nr. 1
Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist ein Irrtum!
Sehr wohl in Diskussion, Herr Kollege Graf, steht aber für mich, dass das Präsidentenamt mit einem Berufsverbot verhängt ist. (Abg. Scheibner: Das ist falsch! Das ist ein Irrtum!) Auf Ihrer Homepage finde ich unter Ihrem Lebenslauf, bis gestern Abend zumindest, dass Sie geschäftsführender Gesellschafter der GM Consulting KG sind. Sollte dies nicht mehr der Fall sein, ändern Sie bitte die Homepage! Bis jetzt ist dies noch als Beruf angeführt. Ich ersuche Sie, dass Sie diesen Beruf zurücklegen und dem Unvereinbarkeitsausschuss über die korrekte Vorgangsweise Mitteilung machen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 4
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Polemik von der Regierungsbank!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde, die Auflistung von Worthülsen gerade eben war ein eindrucksvolles Beispiel, das belegt, dass es gut ist, dass wir unsere Regierungsverhandlungen ohne die FPÖ abgeschlossen haben. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu! Polemik von der Regierungsbank!)
Abg. Scheibner: Viele Inserate haben Sie!
Sie haben also vor (Abg. Dr. Graf: Das „große Los“ hat Darabos gezogen, und das schon das zweite Mal!), wenn eine neue Regierung fünf Jahre als Legislaturperiode zur Verfügung hat, fünf Jahre lang Wahlkampf zu führen. Das war uns eigentlich ohnehin bewusst. Und ich sage Ihnen, ich weiß auch, warum Sie das vorhaben: Weil Sie zu konstruktiver Politik gar nicht in der Lage sind, das andere jedoch bis zur Hochleistung trainiert haben, an Worthülsen kaum überbietbar sind (Ruf bei der FPÖ: Sie wiederholen sich!) – nur die Vorschläge fehlen. Und die Vorschläge für unser Land sind zu einem Zeitpunkt, zu dem es in Europa eine Wirtschaftskrise gibt (Abg. Neubauer: Sagen Sie, was Sie geleistet haben!) – das sage ich Ihnen gerne, was wir in der Infrastruktur und in den anderen Bereichen geleistet haben (Abg. Scheibner: Viele Inserate haben Sie!) –, keine Worthülsen, sondern: Forschung, Entwicklung (Abg. Strache: Jetzt kommen die Worthülsen!), Wirtschaftspolitik, Straßen und Schienen! (Abg. Strache: Das sind genau Ihre Worthülsen!) Wir haben uns nicht darauf konzentriert, einfach irgendwelche Sprüche aus dem Wahlkampf aneinanderzureihen, sondern Leistungen in diesem Lande erbracht, Leistungen, die die Österreicherinnen und Österreicher kennen – genauso wie den Unterschied zwischen Worthülsen und Leistungen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Wittmann: Der Scheibner wäre der bessere Klubobmann! Ich glaube, der Scheibner wäre auch der bessere Redner! Sogar der Westenthaler war besser!
Dieser Sozialkapitalismus ist es ja, der uns so viele Sorgen bereitet, meine Damen und Herren, denn er bedeutet auch einen riesigen Rucksack an Schulden, der uns umgehängt wurde noch in jener Zeit, als Sie maßgeblich Verantwortung getragen haben in diesem Land. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Wittmann: Der Scheibner wäre der bessere Klubobmann! Ich glaube, der Scheibner wäre auch der bessere Redner! Sogar der Westenthaler war besser!)
Sitzung Nr. 6
Abg. Scheibner: Wir wollen den „Gusi“ wieder!
Insgesamt steht die österreichische Bundesregierung zu einer ambitionierten Klimapolitik, die zur Verringerung des Einsatzes von fossilen Energieträgern und somit auch zu geringeren Emissionen von Luftschadstoffen führt. (Abg. Scheibner: Wir wollen den „Gusi“ wieder!) Aus diesem Grund soll in einem Bundesklimaschutzgesetz eine Lastenverteilung mit den Ländern und den betroffenen Ministerien vorgenommen werden, die gesetzlich bindend ist. Darin sind einerseits die Klimaziele und andererseits die Verantwortlichkeiten festzulegen, um das Erreichen des EU-Reduktionszieles für das Jahr 2020 und für eine längere Perspektive zu sichern.
Abg. Scheibner: Es steht nichts Konkretes drinnen!
Das steht auch im Regierungsübereinkommen. Das hat auch der Bundeskanzler vorhin gesagt. Sie sollten das nicht negieren, denn das ist wichtig. Sie sollten nicht versuchen, Angst und Schrecken zu verbreiten (Abg. Strache: Das machen Sie schon besser!), sondern Sie sollten sich herstellen und das anerkennen, was wir wirklich drinnen steht. (Abg. Scheibner: Es steht nichts Konkretes drinnen!)
Abg. Scheibner: Das war schon früher, die Entscheidung!
Wir – SPÖ und ÖVP – haben uns erst vor Kurzem, am 23. November 2008 entschieden, ein gemeinsames Werk für Österreich anzugehen, nach fünf Wochen harter Verhandlung nun fünf Jahre an Arbeit gemeinsam aufzunehmen. (Abg. Scheibner: Das war schon früher, die Entscheidung!)
Abg. Scheibner: Das macht ihr nie, gell!
Das Ganze ist deswegen verwunderlich, weil wir gerade einen Untersuchungsausschuss Innenministerium hinter uns haben, in dem auch einige Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ aktiv mitgearbeitet haben. Ich möchte da ein paar Dinge in Erinnerung rufen: parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen im Innenministerium; das gesamte Vorgehen bei der Flüchtlingsfamilie Zogaj, wobei Polizeibeamte politisch motiviert Daten abgefragt und Journalisten zugespielt haben, um öffentlich Stimmung zu machen (Abg. Scheibner: Das macht ihr nie, gell!); politisch motivierte Ermittlungen im BAWAG-Fall, wo die Polizei im Wahlkampf bewusst auf den BAWAG-Fall angesetzt wurde, um politisches Kapital daraus zu schlagen.
Abg. Scheibner: Dass Sie etwas Rotes nicht verstehen?!
Vielleicht können Sie es ihm ausrichten – Mahlzeit an den Kollegen! –: Ich habe den roten Faden nicht verstanden. (Abg. Scheibner: Dass Sie etwas Rotes nicht verstehen?!) Er zeigt auf einen Kollegen, wie viel er verdient; es verdienen alle Abgeordneten gleich viel. Er überlegt sich, wo Minister zu Mittag essen. Das ist ja keine politisch inhaltliche Auseinandersetzung!
Abg. Scheibner: Dann fangen Sie einmal an!
Ich glaube, die Leute haben dieses Hickhack an sich einfach satt und wollen politisch inhaltliche Auseinandersetzungen. (Abg. Scheibner: Dann fangen Sie einmal an!) Dafür gibt es ja genügend Spielraum. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Es gibt im Regierungsprogramm genügend Spielraum für politische Auseinandersetzungen (Abg. Mag. Stadler: ... Häupl nennen!), es gibt hier genügend Spielraum. Aber wenn sich die Politik selbst nicht mehr ernst nimmt – und dieser Auftritt war mehr als sich selbst nicht ernst nehmend –, dann wird das auch niemand anderer mehr machen. Irgendwann kommt dann der Tag, an dem keiner mehr wählen geht. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie 2000 vergessen! Jetzt wird immerhin nicht gegen die Regierung demonstriert, und es gibt keine Sanktionen gegen Österreich!
Zum Thema Schonfrist: Das ist ja wirklich einzigartig. Das habe ich überhaupt noch nie erlebt, dass eine Bundesregierung, die noch gar nicht angelobt ist, schon im Vorfeld beschimpft wird. (Abg. Scheibner: Da haben Sie 2000 vergessen! Jetzt wird immerhin nicht gegen die Regierung demonstriert, und es gibt keine Sanktionen gegen Österreich!)
Sitzung Nr. 8
Abg. Scheibner: „Danke an ...!“ – Abg. Strache: „Danke an Bürgermeister Häupl!“ – Dem müssen Sie auch noch danken!
Es gehört wirklich Phantasie dazu, die vorliegende Dienstrechts-Novelle überwiegend negativ darzustellen, denn jetzt sage ich euch einmal ganz ehrlich (Abg. Scheibner: „Danke an ...!“ – Abg. Strache: „Danke an Bürgermeister Häupl!“ – Dem müssen Sie auch noch danken!) – hört mir nur bei diesem einen Satz zu, dann werdet ihr es gleich wissen! –: Wenn es so wäre, wie Sie es ausführen, dann hätten wir Anrufe und viele Beschwerden gehabt. Der Präsident hat gestern im Ausschuss gesagt (Abg. Strache: „Danke“!), und mir geht es genauso: Nicht einmal eine einzige habe ich gehabt! – Das zeigt mir, wie gut ... (Abg. Scheibner: Der Justizwache haben Sie noch nicht gedankt!)
Abg. Scheibner: Der Justizwache haben Sie noch nicht gedankt!
Es gehört wirklich Phantasie dazu, die vorliegende Dienstrechts-Novelle überwiegend negativ darzustellen, denn jetzt sage ich euch einmal ganz ehrlich (Abg. Scheibner: „Danke an ...!“ – Abg. Strache: „Danke an Bürgermeister Häupl!“ – Dem müssen Sie auch noch danken!) – hört mir nur bei diesem einen Satz zu, dann werdet ihr es gleich wissen! –: Wenn es so wäre, wie Sie es ausführen, dann hätten wir Anrufe und viele Beschwerden gehabt. Der Präsident hat gestern im Ausschuss gesagt (Abg. Strache: „Danke“!), und mir geht es genauso: Nicht einmal eine einzige habe ich gehabt! – Das zeigt mir, wie gut ... (Abg. Scheibner: Der Justizwache haben Sie noch nicht gedankt!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: „Dank an die Kolleginnen und Kollegen!“ – Abg. Scheibner: Wir bedanken uns für die Rede!
In Summe ist es eine gute, eine ausgezeichnete Regierungsvorlage, ein gutes Verhandlungsergebnis (Abg. Öllinger: Halleluja!), sowohl aus sozialpolitischer Sicht, was die Dienstrechtskomponenten betrifft, aber auch dort, wo es um den Gehaltsabschluss geht. (Abg. Strache: Und jetzt sagt er danke! – Abg. Dr. Haimbuchner: „Dank an die Kolleginnen und Kollegen!“) Ich glaube, dass es eine faire und gerechte Novelle ist, und lade Sie ein, dieser Novelle Ihre Zustimmung zu geben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: „Dank an die Kolleginnen und Kollegen!“ – Abg. Scheibner: Wir bedanken uns für die Rede!)
Abg. Scheibner: Das war jetzt eine merkwürdige Aussage! – Abg. Grosz: Nichts gegen Hausmeister! – Abg. Scheibner: Sauberkeit in der Politik !
Ich weiß schon, dass die Erschließung neuer Geschäftsfelder nicht einfach ist, aber wozu haben wir gut bezahlte Vorstandsdirektoren? Wenn alles so einfach wäre, könnten wir ja dort auch Hausmeister hinsetzen – meine Hochachtung vor Hausmeistern; die wären vielleicht noch kreativer. (Abg. Scheibner: Das war jetzt eine merkwürdige Aussage! – Abg. Grosz: Nichts gegen Hausmeister! – Abg. Scheibner: Sauberkeit in der Politik !) – Herr Scheibner, melden Sie sich zu Wort, dann haben Sie ein Mikrofon, und dann tun Sie sich leichter. Unsere Solidarität gilt heute den MitarbeiterInnen der Post und den Belegschaftsvertretern, die heute mit einem Warnstreik auf die prekäre Situation hinweisen.
Abg. Scheibner: Das ist aber richtig! – Abg. Großruck: Fragen Sie sich!
funktionieren soll. (Abg. Scheibner: Das ist aber richtig! – Abg. Großruck: Fragen Sie sich!)
Abg. Scheibner: Bei Ihnen schon!
Bundesministerin ohne Portefeuille Gabriele Heinisch-Hosek: Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wenngleich ich heute noch nicht formal zuständig bin, gestatten Sie mir doch einige wenige Worte zum öffentlichen Dienst, weil ich ja selber aus einer der betroffenen Berufsgruppen komme. Wenn ich in letzter Zeit irgendetwas von einer Bezirkshauptmannschaft gebraucht habe, habe ich bemerkt, wie serviceorientiert, schnell, effizient und sehr bürger- und bürgerinnenfreundlich man dort ist. (Abg. Scheibner: Bei Ihnen schon!) Ich denke daher, der öffentliche Dienst an sich ist ein zuverlässiger Partner, der dienstleistungsorientiert und serviceorientiert agiert, und die Menschen stehen im Vordergrund.
Abg. Scheibner macht sich durch Aufzeigen bemerkbar.
ihn gerade nicht. (Abg. Scheibner macht sich durch Aufzeigen bemerkbar.) – Entschuldigung! Herr Kollege, Sie haben gemeint, dass man den öffentlichen Dienst für die jungen Menschen attraktiver gestalten müsste. Ich bin für jede Erhöhung der Attraktivität im öffentlichen Dienst, aber wir führen gerade in Oberösterreich einen Polizeikurs, in dem 25 Planstellen ausgeschrieben sind, wofür es aber 600 Bewerber gibt. Ich denke, das spricht dafür, dass die Attraktivität des öffentlichen Dienstes für die jungen Menschen durchaus gegeben ist.
Abg. Scheibner: Glauben Sie, dass das etwas bringt?!
Alle Menschen müssen darauf vertrauen können, dass auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten auf ein leistbares Sozialsystem zurückgegriffen werden kann. Wir haben beziehungsweise, so möchte ich jetzt einmal sagen, diese Regierung hat eine staatspolitische Bewährungsprobe zu bestehen. (Abg. Scheibner: Glauben Sie, dass das etwas bringt?!) – Es geht darum, eine Balance zwischen der Bereitstellung der nötigen finanziellen Mittel zur Konjunkturbelebung und der notwendigen Absicherung eines geordneten Staatshaushaltes zu finden.
Abg. Scheibner: Erklären Sie bitte vorher die Abstimmung, ja? – Abg. Mag. Stadler: Immer dazusagen: „Aufstehen!“ oder „Setzen!“! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dazusagen: „Rot und Schwarz aufstehen!“ oder „setzen!“!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, damit kommen wir sogleich wieder zu Abstimmungen. (Abg. Scheibner: Erklären Sie bitte vorher die Abstimmung, ja? – Abg. Mag. Stadler: Immer dazusagen: „Aufstehen!“ oder „Setzen!“! – Abg. Ing. Westenthaler: Immer dazusagen: „Rot und Schwarz aufstehen!“ oder „setzen!“!)
Abg. Scheibner: Das ist doch ein Unsinn!
Zum zweiten Fall, zum Fall des Kollegen Westenthaler: Ich mache nur darauf aufmerksam, wenn wir diese Fälle, Kollege Stadler – und das wissen wir alle gemeinsam! –, jetzt in dieser Argumentationsschiene außer der politischen Vorverurteilung diskutieren, dann drehen wir auch die Novelle von 1979 um. Dann fährt jeder mit dem Auto zum Hohen Haus und sagt, wenn er aufgehalten wird: Ich bin am Weg zur Abstimmung! – Und das egal, ob er zu schnell fährt oder ob er etwas getrunken hat oder nicht. (Abg. Scheibner: Das ist doch ein Unsinn!) – Das ist kein Unsinn, lieber Kollege Scheibner! All diese Fragen brechen wieder auf. Es hat seinerzeit gute Gründe gegeben, warum man diesen Weg hier eingeschlagen hat.
Sitzung Nr. 10
der Redner hält ein T-Shirt in die Höhe – Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gekauft? – Zwischenruf des Abg. Mag. Haider
Wir haben ein T-Shirt kopiert (der Redner hält ein T-Shirt in die Höhe – Abg. Scheibner: Wo haben Sie das gekauft? – Zwischenruf des Abg. Mag. Haider), denn wir haben uns natürlich geweigert, diesem Versand weitere Profite zu bescheren. Wir haben ein T-Shirt kopiert, das ich Ihnen zeige – zunächst aus meiner Sicht Ihnen links und dann Ihnen rechts, den Sozialdemokraten (der Redner zeigt das T-Shirt entsprechend) –, das zunächst unbedeutend aussieht.
Abg. Ing. Westenthaler: Bitte keinen Wahlkampf! – Abg. Scheibner: Unterlassen Sie bitte Drohungen!
Meine Damen und Herren im Hohen Haus! Meine Damen und Herren auf der Galerie und vor den Fernsehschirmen! Die meisten von Ihnen werden es wohl mitverfolgt haben und wissen daher, dass ich seit wenigen Tagen eine neue Rolle im Rahmen der Politik habe. Als Spitzenkandidatin für die Europawahl werde ich mich in den nächsten Monaten noch mehr als bisher mit dem Thema der heutigen Erklärung des Herrn Außenministers und des Bundeskanzlers beschäftigen, noch mehr mit europäischen Fragen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bitte keinen Wahlkampf! – Abg. Scheibner: Unterlassen Sie bitte Drohungen!)
Abg. Scheibner: Das bestimmen Sie?!
Der Grund dafür, dass ich das hier erwähne, ist, dass ich mich auf sehr lebhafte Debatten freue; nicht immer auf alle Details, vor allem nicht auf solche, die nationalistischen Charakter haben und die dieses gemeinsame Europa leugnen. (Abg. Scheibner: Das bestimmen Sie?!) Aber als begeisterte Europäerin möchte ich auf jeden Fall dazu beitragen, dass sich in Österreich, in einem Land, in dem sich tatsächlich sowohl ökonomisch als auch im Sinne des Öffnens dieses Landes sehr viel getan hat – Insel der Seligen, das ist lange her, wenn es überhaupt jemals gestimmt hat –, in dem mit dem Beitritt zur EU sehr wohl auch ein Modernisieren, Europäisieren in den Köpfen der Leute stattgefunden hat, in dem in den letzten Jahren aber ein Stimmungswandel eingetreten ist, wo starke Ablehnung, Zweifel, Skepsis gegenüber der EU zu bemerken sind, das wieder ändert und wieder mehr Zustimmung, aber auch Begeisterung für das, was in Europa möglich ist, an den Tag gelegt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!
Gerade jetzt, in dieser Finanzkrise, sehen wir ja, dass zum Teil wieder mehr Zustimmung gegeben ist, da die Leute merken, dass wir Europa brauchen. (Abg. Scheibner: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!) Aber wir brauchen ein Europa (Abg. Ing. Westenthaler: Das hat der Voggenhuber auch gesagt!), das in dieser Finanz- und Wirtschaftskrise tatsächlich Maßnahmen setzt, Nägel mit Köpfen macht, so etwas wie eine europäische Finanzmarktaufsicht einführt, den viel zu freien Finanzmärkten Regeln setzt und Riegel vorschiebt und klar sagt, dass wir so etwas wie eine Finanztransaktionssteuer brauchen, das klarmacht, dass Spekulationen Grenzen haben müssen. Es geht nicht an, dass damit einige Personen Millionen verdienen, reich werden und andere immer weniger haben. Das darf in diesem Europa nicht sein. Und dazu braucht es zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine gemeinsame europäische Finanzmarktaufsicht, dazu braucht es vor allem aber auch ein Trockenlegen der Steueroasen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, das ist das, wo die EU handeln kann und muss und wo es wichtig ist, dass sie das bald tut. Denn es gibt eine gewisse „Gefahr“ – zwischen Anführungszeichen –: Mit der gestrigen Angelobung des US-Präsidenten Obama könnte es sein, dass die Europäische Union, wenn sie da nicht bald handelt, ins Hintertreffen gerät, auch im Klimaschutzbereich. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es gab ein ambitioniertes Programm der Europäischen Kommission – das hätte von den Grünen sein können – vom 26. November 2008, Mitteilung der Kommission, wo gefordert wurde, dass Investitionen in Energieeffizienz erfolgen, um Arbeitsplätze zu schaffen und Energie zu sparen, wo auch gefordert wurde, dass die Automobilindustrie für die Märkte von morgen fit gemacht werden muss. Und wissen Sie, was dann beim Rat geschehen ist, wo auch die österreichische Vertretung mitgestimmt hat? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Die Verschrottungsprämie für den Automobilsektor wurde eingeführt, was auch jetzt von den Regierungsparteien als „tolle Maßnahme“ für den Klimaschutz gesehen wird.
Abg. Scheibner: Passen Sie auf, dass Sie nicht dort bleiben – bei den Visabestimmungen!
Ich setze auch – jetzt unternehme ich wiederum einen Ausflug in die Vereinigten Staaten von Amerika (Abg. Scheibner: Passen Sie auf, dass Sie nicht dort bleiben – bei den Visabestimmungen!) – große, wenn auch keine übertriebenen Hoffnungen in den neuen Präsidenten, Barack Obama, dass sich auch im sogenannten Mekka des freien Marktes ein Umdenkprozess einstellt und auch dort der Staat verstärkt seine Verantwortung wahrnimmt und verstärkt regulierend eingreift (Abg. Ing. Westenthaler: Der Kreisky wird schon eifersüchtig!), damit es nicht noch einmal passiert, dass das System in solch eklatanter Weise aus den Angeln gehoben wird.
Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bedank dich für die Neujahrswünsche!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Bedank dich für die Neujahrswünsche!)
Abg. Scheibner: Aber das wollen Sie doch nicht!
Zu Gesprächen über eine Adaptierung bin ich jederzeit bereit. Ich bin für die jährliche Valorisierung, aber wir Grüne sind auch für die Verkürzung des Zivildienstes. Ein ganz klares Nein gibt es zur Öffnung des Zivildienstes für Frauen, weil ganz klar ist, wir leben in einer Gesellschaft, in der gerade Frauen noch immer die Pflichten von Haushalt, von Betreuung, von Pflege übernehmen müssen, noch immer müssen. (Abg. Scheibner: Aber das wollen Sie doch nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber das ist gerade das Rollenklischee!
Deshalb wäre die Öffnung des Zivildienstes für Frauen ganz, ganz kontraproduktiv für das Rollenklischee der Frau in unserer Gesellschaft. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Aber das ist gerade das Rollenklischee!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo sind sie denn nicht unter Aufsicht? Was reden Sie da? Solch ein Unsinn!
Wir treten dafür ein, dass die Leute, die nach Österreich kommen und hier um Asyl ansuchen, dorthin kommen, wo sie unter Aufsicht sind, und dass wir dafür die Verantwortung tragen, und das soll in einem Ausmaß geschehen, das das Land verträgt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo sind sie denn nicht unter Aufsicht? Was reden Sie da? Solch ein Unsinn!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
den Fahrplan. Und zwischendurch spart man immer wieder Züge ein oder ändert Züge, sodass das für den Kunden, der diese Verkehrsmittel benützen möchte, einfach unübersichtlich wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Daher grundsätzlich ja zum Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, aber im Detail wird man sich im Ausschuss darüber unterhalten müssen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 11
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Eine wirkliche Blamage! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Sie da beraten, Frau Präsidentin?
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Bevor ich zur Sache selbst komme, mein Appell an Sie, Frau Präsidentin: Ziehen Sie das Bauprogramm durch, sonst läuft das Parlament wirklich Gefahr, dauerhaft als nicht mehr ganz dicht zu gelten. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Eine wirkliche Blamage! – Abg. Ing. Westenthaler: Wer hat Sie da beraten, Frau Präsidentin?)
Abg. Scheibner: Dann machen Sie es!
Zweitens: Ich war es, die daran kontinuierlich gearbeitet hat, um den Grundsatzbeschluss 04 umzusetzen. (Abg. Scheibner: Dann machen Sie es!)
Es vergehen ca. 20 Sekunden, bis sich Abg. Dr. Hübner zum Rednerpult begibt. – Ruf bei der ÖVP: Da ist die Redezeit schon weg! – Abg. Scheibner: Das ist ein Auftritt!
Präsident Fritz Neugebauer: Der Nächste auf der Rednerliste ist Herr Abgeordneter Dr. Hübner. – Bitte. (Es vergehen ca. 20 Sekunden, bis sich Abg. Dr. Hübner zum Rednerpult begibt. – Ruf bei der ÖVP: Da ist die Redezeit schon weg! – Abg. Scheibner: Das ist ein Auftritt!)
Abg. Scheibner: Solche Sorgen habt ihr nicht! Ihr kommt ja laufend ...!
Diesbezüglich muss man schon dazusagen, dass sich aus unserer Sicht in den letzten zwei Jahren schon etwas verändert hat. Das BZÖ macht den Eindruck, Herr Westenthaler ist vor allem deshalb unglücklich, weil er bei Weitem nicht so oft vorkommt, wie er das gerne hätte, aber das kann ja kein Kriterium für eine Beurteilung sein. (Abg. Scheibner: Solche Sorgen habt ihr nicht! Ihr kommt ja laufend ...!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich möchte mit einem Test abschließen, den ich mit Ihnen durchführen möchte – wobei das keine Werbeunterbrechung ist. Es wurde ein Test mit Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren durchgeführt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Sie können gerne daran teilnehmen, Herr Kollege Scheibner! Ich kann Ihnen vorab erzählen: vier- bis sechsjährige Kindern schnitten bei diesem Test mit 75 Prozent ab – ich sage Ihnen danach, wie genau –, und zwölf- bis 13-jährige Kinder mit 15 Prozent. Ich ersuche Sie, so wie diese Kinder folgenden Werbejingle zu vervollständigen: Haribo (Ruf beim BZÖ: Macht Grüne froh!) – Macht Grüne froh? Macht Kinder froh. Ich danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Großartig!
Genau das haben wir auch mit diesem Antrag zur Änderung des Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetzes im Sinn. Eine erfreuliche Nachricht für alle Menschen, die auf menschenrechtliche Verfahren und auf das Grundrecht auf Familien- und Privatleben Wert legen: Es gibt ein neues Erkenntnis des Europäischen Gerichtshofes, das besagt, dass Familienangehörige von EU-Staatsbürgern oder von EWR-Staatsbürgern und -Staatsbürgerinnen Freizügigkeit in der gesamten EU genießen und dass diese den Antrag auf Familienzusammenführung, den Antrag auf ein Visum auch in der EU stellen dürfen und können. (Abg. Scheibner: Großartig!)
Sitzung Nr. 13
Abg. Dr. Cap ist ebenso wie Abg. Scheibner unterwegs zum Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nicht stimmen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gehen nun in die Debatte ein. (Abg. Dr. Cap ist ebenso wie Abg. Scheibner unterwegs zum Rednerpult. – Abg. Ing. Westenthaler: Das kann nicht stimmen!)
Abg. Scheibner: Die Polemik können Sie sich sparen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Also ehrlich gesagt, ich habe geglaubt, der Abgeordnete Scheibner will bei dem Tempo seiner eigenen Rede davonlaufen, was ich verstanden habe bei dem Inhalt, denn ich möchte Ihnen Folgendes sagen (Abg. Scheibner: Die Polemik können Sie sich sparen!): Die Themenwahl für Ihre heutige Sondersitzung unter dem Titel „Proporz, Postenschacher und Parteibuchwirtschaft“ ist für die BZÖ äußerst mutig. (Abg. Grosz: Das BZÖ! ... Analphabet!) Ich habe mir gedacht, das ist das Thema für Ihre Klubtagung zur Aufarbeitung Ihrer ehemaligen Regierungsbeteiligung. Ich hätte mir nämlich gedacht, dass Sie das dort präsentieren. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das Kanalnetz und die Straßenbahnen in Wien ...!
Wer war denn politisch verantwortlich, als 600 Millionen € „vergambelt“ wurden? War das nicht ein gewisser Herr Gorbach? Stichwort: „The world in Vorarlberg is too small.“ (Abg. Scheibner: Das Kanalnetz und die Straßenbahnen in Wien ...!) – Kollege Scheibner, da sind wir mitten in der „Orangerie“! Ich habe da ein Gedächtnis wie ein Elefant, ich kann Ihnen sagen: Das ging von Minister Schmid über Frau Forstinger und Herrn Reichhold bis hin zu Gorbach. Das war wie bei einer Drehtür, wo ein unfähiger Minister hineingegangen ist und ein unfähiger Minister herausgekommen ist. Diese Damen und Herren haben einen ungeheuer großen Schaden für die Republik Österreich verursacht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na klar!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Erlauben Sie mir, dass ich feststelle, dass ich bitter enttäuscht bin über die Diskussion, wie sie hier vom Antragsteller des BZÖ geführt wird. (Abg. Scheibner: Na klar!) Und wenn Herr Mag. Stadler hier behauptet, unser Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll wäre mit einem Flieger des Raiffeisenverbandes unterwegs gewesen (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, Privat-Jet hat er gesagt!), dann muss ich sagen: Das ist eine glatte Lüge, das ist eine Falschmeldung, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP), denn das alles ist über das Finanzministerium bezahlt worden. – Herr Abgeordneter Stadler, entschuldigen Sie sich dafür und nehmen Sie diese Lüge zurück! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Bucher: Der Steuerzahler hat es bezahlt!)
Abg. Scheibner: Wo?
Unsere Aufgabe ist es auch, darüber nachzudenken, wie wir Investitionen fördern können, damit die Kaufkraft erhalten bleibt und damit es auch in den ländlichen Regionen Beschäftigung gibt. (Abg. Scheibner: Wo?) Daran arbeiten wir – aber Sie reden nur davon, meine lieben Kolleginnen und Kollegen von den Oppositionsparteien! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von der Wirtschaftskrise gehört?
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren! Ich betrachte es auch so: Der Dringliche Antrag ist nur darauf zurückzuführen, dass wir in Kärnten Landtagswahlen haben. Das bedauere ich, dass Sie darunter zu leiden haben, dass das BZÖ hier diesen Antrag eingebracht hat. (Abg. Scheibner: Haben Sie schon etwas von der Wirtschaftskrise gehört?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Zu den Ausführungen meines Vorredners muss ich noch kurz sagen: Herr Kollege Huber, die Dinge, die Sie erwähnt haben, sind alle wichtig und notwendig. Dazu gibt es von den Grünen schon lange Anträge. Aber ich glaube, Sie haben die politische Brisanz der jetzigen Situation nicht verstanden und auch nicht das, was in 20 Tagen im Rat passieren wird. Um das geht es uns heute, und deswegen auch diese Anfragebesprechung. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner sowie Zwischenrufe bei der FPÖ.
Zu den Ausführungen des Herrn Kollegen Deimek von der FPÖ: Ich war schon etwas erstaunt, als Sie am Schluss dann uns Grüne dafür kritisierten, dass wir für den Lissabon-Vertrag eintreten. Ich glaube, Sie haben auch nicht verstanden, was in diesem Lissabon-Vertrag drinnen ist. (Zwischenruf des Abg. Scheibner sowie Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 14
Abg. Scheibner: Wie oft sind Sie schon im Immunitätsausschuss gewesen?
Deswegen richtet sich die Frage nach der Kriminalität auch an die freiheitliche Fraktion. (Abg. Strache: Das ist nur mehr peinlich!) Wenn Sie den Menschen signalisieren, dass Sie bestimmte Formen der Kriminalität unter Immunität stellen und mit politischen Ämtern verkleiden wollen, dann regen Sie sich bitte nicht über die Kriminalität derer auf, die nicht über Ihre Privilegien verfügen. (Abg. Scheibner: Wie oft sind Sie schon im Immunitätsausschuss gewesen?)
Abg. Scheibner: Wer macht das? – Sie!
Die Vorgehensweise – und im Gegensatz zu Ihnen sind wir nicht diejenigen, die Hass verbreiten und aufhetzen (Abg. Scheibner: Wer macht das? – Sie!), sondern wir versuchen, auch Maßnahmen dagegen zu ergreifen – und die Entscheidung der Frau Bundesministerin Schmied waren richtig, sie hat eine moralisch und juristisch richtige Entscheidung getroffen und diesem Lehrer die Unterrichtserlaubnis entzogen. Das war ein wichtiges Signal – und das alleine als Signal war nicht genug! Es wurde auch ein zusätzliches Maßnahmenpaket für den Religionsunterricht geschnürt, in dem ein klares Bekenntnis zu Demokratie und Menschenrechten eine Basis ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Nur ein Beispiel!
Wenn das Thema Sicherheit von der Opposition darauf aufgehängt wird, dass der Frau Ministerin die Handtasche abhanden gekommen ist (Abg. Scheibner: Nur ein Beispiel!) oder dass die Polizisten zu wenig warme Pullover für den Winter haben, dann, glaube ich, hat man wirklich den Ernst der Sache verkannt.
Abg. Scheibner: „Vermischen“ heißt das!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren auch auf der Galerie und vor den Fernsehbildschirmen! Es wäre natürlich nicht die FPÖ, wenn sie nicht lauter Dinge zusammenhauen würde, wie zum Beispiel Kriminalität, Ausländer, Asylwerber, Moslems. (Abg. Scheibner: „Vermischen“ heißt das!) Das wird alles in einen Topf geschmissen – Herr Kollege, ich kann Deutsch, danke! –, und rauskommen soll dann das absolut Böse, das immer abzulehnen ist (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Das ist leider die Wahrheit!), egal, ob das jetzt völlig undifferenziert Ausländer und Ausländerinnen sind, unter die – es wurde schon angemerkt – übrigens auch bundesdeutsche Staatsbürger und Staatsbürgerinnen und andere EU-Angehörige fallen, ob das Asylwerber, Asylwerberinnen sind, völlig ohne Differenzierung, ob die straffällig geworden sind oder nicht, ob das die 400 Muslime und Musliminnen sind, die in unserem Land leben (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: 400?), die mehrfach österreichische Staatsangehörige sind (Abg. Strache: 400? 400 000! Sie kennen sich bei Zahlen überhaupt
Abg. Scheibner: Solche Schönfärber brauchen wir auch nicht! – Abg. Strache: Aufdecker brauchen wir!
Das ist Sündenbockpolitik, alle in einen Topf zu hauen und alle gleichzeitig mit Kriminellen gleichzusetzen. Und das ist Angstmacherei, und wir brauchen in unserem Land und in unserer Politik ganz sicher keine Angstmacher und Angstmacherinnen. (Abg. Scheibner: Solche Schönfärber brauchen wir auch nicht! – Abg. Strache: Aufdecker brauchen wir!) Wir brauchen Problemlöser und Problemlöserinnen, denn wir haben – ja – auch Probleme hinsichtlich der Kriminalität in unserem Land. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: Aufdecker der Realität sind wir!)
Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen von den Freiheitlichen und vom BZÖ, geben Sie es zu: Sie haben keine Ahnung vom Rechtsstaat! Das ist das Problem! (Ironische Heiterkeit bei FPÖ und BZÖ. – Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: ... in der Mitte der Tagesordnung?
Da vorhin davon die Rede war, wer die Verantwortung trägt: Entschuldigung, Herr Klubobmann Bucher, Sie sind ja Unternehmer (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist der Gegensatz zu Ihnen! ...!), Sie denken ja über den Tellerrand, nehme ich einmal an, hinaus; denn würden Sie das nicht tun, könnten Sie Ihr Unternehmen nicht führen. Es ist ein erfolgreiches Unternehmen, das Sie führen, daher nehme ich an, dass Sie über den Tellerrand hinaus denken. Sie wissen doch ganz genau, wodurch unter anderem die Situation bei Fluglinien – global, aber auch bei den Austrian Airlines – entstanden ist (Abg. Dr. Moser – einen Rechnungshofbericht in die Höhe haltend –: Das steht genau drinnen!): jahrelang hohe Kerosinpreise, die natürlich ihre Auswirkungen haben! Das kann man doch nicht einfach wegeskamotieren! Oder: eine Konkurrenzsituation, eine Wettbewerbssituation, die ebenfalls ihre Auswirkungen gehabt hat. (Abg. Scheibner: ... in der Mitte der Tagesordnung?)
Abg. Scheibner: Mein Gott na! – Ruf beim BZÖ: Das ist sogar unter Ihrem Niveau!
Jetzt komme ich zu einem weiteren Punkt: Das ist eine ganz neue Debatte, die wir heute hier führen, denn bis jetzt sind Einwendungsdebatten vor allem geführt worden über die Frage, ob etwas überhaupt auf der Tagesordnung ist. (Abg. Mag. Kogler: Gehört eh! – Wer hat das abgestellt?) Das ist heute auf der Tagesordnung. Wenn ich das, was Sie sagen, zu Ende denke, dann manchen wir statt eines Plenartages gleich sieben, und nur mehr einen ersten Tagesordnungspunkt und keinen zweiten und keinen dritten mehr (Abg. Scheibner: Mein Gott na! – Ruf beim BZÖ: Das ist sogar unter Ihrem Niveau!), denn: Diese Abwertungsdiskussion, dass alles, was am zweiten, dritten, vierten, fünften Platz ist, nichts mehr wert ist, entwertet ja letztlich auch unsere Arbeit! – Sie tun ja so, wie wenn das um 2 Uhr in der Früh auf der Tagesordnung wäre. Das ist ja absurd! Das ist auf der Tagesordnung, das wird diskutiert, das wird die Medien interessieren. Das wird auch uns selbstverständlich zu interessieren haben, und wir werden das selbstverständlich auch zu diskutieren haben.
Abg. Scheibner: Vielleicht könnten wir für die AUA-Debatte auch eine Fernsehübertragung bekommen!
Nachher kann man ständig darüber streiten. Kollege Cap hat es ohnehin schon gesagt. Diese Streitigkeit über Wertigkeiten – was ist jetzt wichtiger: das Kinderbetreuungs- geld, der Schutzbetrag bei den Witwenpensionen oder Sonstiges? –, die führt doch zu nichts! (Abg. Scheibner: Vielleicht könnten wir für die AUA-Debatte auch eine Fernsehübertragung bekommen!) Wir haben keine Fernsehübertragung, insofern ist diese Diskussion sowieso müßig, Herr Kollege Scheibner. Diese Diskussion, meine Damen und Herren, führt uns doch nicht weiter. Der Inhalt wird schon noch diskutiert werden beim entsprechenden Tagesordnungspunkt, lieber Freund.
Abg. Mag. Lapp: Warum erzählen Sie das nicht Scheibner und Grasser?
Sie haben hier zum Nachteil der Österreicher gehandelt, nur um ein Wahlversprechen der Sozialdemokraten einzulösen. (Abg. Mag. Lapp: Warum erzählen Sie das nicht Scheibner und Grasser?) Das ist ein echter Schuss ins Knie, ein echter Selbstschuss ins Knie des Verteidigungsministers!
Abg. Dr. Jarolim: Aber der Scheibner ist sicher besser als der Westenthaler! – Abg. Grosz: Dem Herrn Minister Darabos seine Bilder hängen sie in den Kasernen mittlerweile schon ab, weil sie sich so ...!
Präsident Fritz Neugebauer: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Windbüchler-Souschill. 7 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte, Frau Kollegin. (Abg. Dr. Jarolim: Aber der Scheibner ist sicher besser als der Westenthaler! – Abg. Grosz: Dem Herrn Minister Darabos seine Bilder hängen sie in den Kasernen mittlerweile schon ab, weil sie sich so ...!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Im Übrigen möchte ich auch die Gelegenheit dazu nutzen – wenn Sie mich schon so provozieren –, zu sagen, dass sich jedes Argument, das Sie in den letzten Monaten gegen den Tschad-Einsatz vorgebracht haben, als falsch erwiesen hat, unter anderem die Nichtneutralität dieser ganzen Mission. Diese Mission ist für das österreichische Bundesheer eine Vorzeigemission. Nicht zuletzt deshalb wurden wir auch mit der Führung der Spezialeinsatzkräfte betraut – eine Ehre, die das österreichische Bundesheer auszeichnet und die auch die internationale Reputation Österreichs steigert. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Das erwarte ich mir von Ihnen, Herr Minister, und das ist auch mein Auftrag an Sie. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wieso können Sie das bestätigen?
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! (Abg. Ing. Westenthaler: Der Vorgänger von Haupt!) Kurz zu den Ausführungen des Kollegen List. Wenn Herr Bundesminister Darabos bei Franz Posch in der Fernsehsendung ist, dann heißt das noch lange nicht, dass das auch eine Live-Schaltung ist, sondern diese Aufzeichnungen wurden bereits vor Wochen gemacht. (Abg. Mag. Darmann: Umso schlimmer!) Zum fraglichen Zeitpunkt – das kann ich bestätigen – war Herr Bundesminister Darabos in Kärnten auf Truppenbesuch und auch in Tirol. (Abg. Scheibner: Wieso können Sie das bestätigen?) Dieser Truppenbesuch ist nicht nur bei der Bevölkerung sehr gut angekommen, sondern auch bei den Soldaten. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht der Noch-Bürgermeister!)
Abg. Scheibner: Das hat jetzt aber niemand verstanden! – Abg. Mag. Darmann: Mathematik ist aber nicht Ihre Stärke!
Aber zurück zum Kollegen Scheibner – Kollege Grosz, hör auf zu schreien! Doktor Fichtenbauer hat Folgendes gesagt: Diese Eurofighter-Vereinbarungen sind die Ursache dafür gewesen, dass das Budget heute noch leidet, Herr „Minister“ Scheibner. Und Lutz Weinzinger hat es heute noch einmal auf den Punkt gebracht, als er Folgendes gesagt hat: Auch wenn man meint, man hätte die 250 Millionen zugeführt, in Wirklichkeit hat das Budget und das Geld dort kein Mascherl. Herr Bundesminister Scheibner – Bundesminister a.D., jetzt hätte ich beinahe etwas Falsches gesagt –, heute ist festgestellt worden, dass genau das Geld gefehlt hat, das Sie ausgegeben haben. (Abg. Scheibner: Das hat jetzt aber niemand verstanden! – Abg. Mag. Darmann: Mathematik ist aber nicht Ihre Stärke!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Unter Grasser habt Ihr Euch auf eine Finanzierungsvariante 18 Jahre und Halbjahresraten einlassen müssen, die uns heute noch beglückt und die uns heute noch viele Schmerzen verursacht, denn damals ist euer gesamter Plan zur Barfinanzierung – die Plattform – den Bach hinuntergegangen, „Minister“ Scheibner. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Du hast aber auch alle anderen Angebote – die Connections in die Schweiz mit den MiG, die uns nichts gekostet hätten – ausgeschlagen, weil Prestigeminister Scheibner sich durchsetzen musste – wahrscheinlich auch aus einem bestimmten Grund. (Abg. Grosz: Anstoßen nicht vergessen mit dem Glas!)
Abg. Scheibner: Er weiß das sicher besser!
Da möchte ich schon eines sagen, weil Abgeordneter Stadler hier gemeint hat, es sei falsch, da mit dem Aktiengesetz zu kommen. (Abg. Scheibner: Er weiß das sicher besser!) Betreffend ÖIAG-Gesetz darf ich Ihnen den entscheidenden § 7 kurz vorlesen, damit es hier nicht zu einer Legendenbildung kommt.
Abg. Scheibner – auf die Bankreihen der Grünen zeigend –: Aber von euch ..., und die, die da sind, schlafen auch schon!
Ich halte die erste Lesung für ein sehr sinnvolles Instrument, weil es möglich ist, ohne den Zwang, hier gleich entscheiden und abstimmen zu müssen, Meinungen auszutauschen, und das ist sehr wichtig. Und wenn wir uns diese Instrumente – dieses Instrument und die anderen – dadurch kaputt machen, dass wir uns nicht einmal mehr die Zeit dafür nehmen, dann geben wir ein Stück Parlamentarismus auf, dann ist Schluss damit! Sagen wir doch gleich: Streichen wir die ersten Lesungen und schauen wir, dass wir nach Hause kommen!, denn so miteinander zu diskutieren ist nicht möglich und nicht sinnvoll. (Abg. Scheibner – auf die Bankreihen der Grünen zeigend –: Aber von euch ..., und die, die da sind, schlafen auch schon!)
Abg. Dr. Jarolim: Das war eine erschütternde Rede, Kollege Stadler! – Abg. Scheibner: Kollege Jarolim ist aufgewacht! – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Zu Wort gemeldet ist als Erster der Antragsteller. – Bitte, Herr Abgeordneter Dr. Haimbuchner. (Abg. Dr. Jarolim: Das war eine erschütternde Rede, Kollege Stadler! – Abg. Scheibner: Kollege Jarolim ist aufgewacht! – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Scheibner: Wer sind Sie noch einmal? Könnten Sie noch einmal Ihren Namen sagen?
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Hohes Haus! Das Beste an dem Antrag, Frau Kollegin Haubner, ist, dass das BZÖ endlich aufgewacht ist und sich auch in die bildungspolitische Diskussion eingeschaltet hat (Abg. Scheibner: Wer sind Sie noch einmal? Könnten Sie noch einmal Ihren Namen sagen?); das ist aber wirklich das Einzige! Alles andere daran ist Unsinn – und ich würde Ihnen empfehlen, diesen Antrag vielleicht Ihrem „Sprach-Magier“, Herrn Kollegen Stadler, zuerst vorzulegen, dann würde vielleicht ein bisschen weniger Unsinn darin stehen.
Abg. Scheibner: Wenn Sie schlafen gehen wollen, wir halten Sie nicht auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Normalerweise stellt man sich vor!
Denn: Sie schreiben allen Ernstes, dass Ihr Modell dazu dienen soll, die Konjunktur zu retten, weil Sie ihr mit diesem Modell bis zu 180 Millionen € zuführen, haben aber nicht gesehen, dass Sie dieselben 180 Millionen € zuerst woanders wegnehmen. – Also, wenn das die Wirtschaftskompetenz des BZÖ ist, dann Gute Nacht! (Abg. Scheibner: Wenn Sie schlafen gehen wollen, wir halten Sie nicht auf! – Abg. Ing. Westenthaler: Normalerweise stellt man sich vor!)
Abg. Scheibner: Sagen Sie, wer das war! Wer ist das? Sagen Sie den Namen! – Abg. Mag. Stadler: Wer ist das?
Ich sage Ihnen, was gemeldet wurde: Im Jahr 2005 ist der erste Betrag durch diesen Menschen in der Buchhaltungsagentur, der an einer verantwortlichen Stelle geses- sen ist, an die Firma Venetia überwiesen worden. Niemand hat das bemerkt. (Abg. Scheibner: Sagen Sie, wer das war! Wer ist das? Sagen Sie den Namen! – Abg. Mag. Stadler: Wer ist das?) – Darüber können wir auch reden, aber ich brauche es Ihnen jetzt nicht im Detail zu sagen: Klar, Herr Wiplinger ist ein Parteigänger der SPÖ gewesen, ja! (Abg. Mag. Stadler: Hochrangiger!) – Nein, hochrangig war er nicht. (Abg. Mag. Stadler: Abgeordneter!) – Die Partei spielt zunächst einmal überhaupt keine Rolle, ich gehe offen an die Sache heran.
Abg. Scheibner: Es geht um die Reihenfolge!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Glauben Sie wirklich, dass es hier keine strafrechtliche Relevanz geben wird? (Abg. Kopf: Das hat niemand gesagt!) Und glauben Sie wirklich, dass man die politische Verantwortung davon trennen kann? – Ich glaube es nicht. Es ist eben Aufgabe des Untersuchungsausschusses, zu prüfen, inwieweit es politische Verantwortung gibt. (Abg. Scheibner: Es geht um die Reihenfolge!)
Abg. Scheibner: Wer wollte das?
Das heißt, er hat eine Mitarbeiterin dazu überredet, einen Rechtsbruch zu begehen, weil es politisch gewollt ist; nach seinen eigenen Aussagen. Und das ist der Punkt, auf den ich hinaus will. (Abg. Scheibner: Wer wollte das?) Genau. Das ist der Punkt.
Sitzung Nr. 15
Abg. Krainer: Aber Kollege Scheibner konnte nicht beantworten, wo der Antragsteller Petzner ist! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mag. Musiol. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Krainer: Aber Kollege Scheibner konnte nicht beantworten, wo der Antragsteller Petzner ist! – Weitere Zwischenrufe. – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Ihr habt doch eine Dringliche Anfrage gestellt! Was ist mit der? – Abg. Mag. Stadler: Das bestimmen schon noch wir, ob wir eine Behandlung für ausreichend halten! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.
Es ist ein völlig ungewöhnlicher Vorgang, meine Damen und Herren vom BZÖ, dass man in einer zweiten Sitzung (Abg. Mag. Stadler: Das ist normal, mein Lieber! – Rufe bei der ÖVP: Nein! Überhaupt nicht! – Abg. Mag. Stadler: Aber selbstverständlich!), die zum Zwecke einer Ersten Lesung stattgefunden hat, auch noch eine Dringliche Anfrage einbringt – und da rede ich gar nicht von der Uhrzeit, sondern davon, dass das generell ein ungewöhnlicher Vorgang ist. Sie hatten schon in der vorigen Sitzung Gelegenheit, dass bei der Anfragebeantwortung genau dasselbe Thema, das Sie jetzt noch einmal als dringlich bezeichnen, behandelt wird. (Abg. Scheibner: Ihr habt doch eine Dringliche Anfrage gestellt! Was ist mit der? – Abg. Mag. Stadler: Das bestimmen schon noch wir, ob wir eine Behandlung für ausreichend halten! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.)
Sitzung Nr. 16
Ruf beim BZÖ: Ein Skandal ist das! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!
Ich habe mir angeschaut, was die Lehrer derzeit an den Schulen verteilen. – Ich sage jetzt nicht dazu, in welchen Schulen das passiert; ich muss die Kinder schützen! Heute in der Früh hat man ja im Radio gehört, dass Lehrer schon wieder über die Kinder Politik betreiben, Standespolitik in ihrem eigenen Interesse. Wir haben auch empörte Anrufe bekommen. – Da gibt es Lehrer, die sagen den Schülern in der Klasse: Wenn das kommt, was die Regierung will, dann müsst ihr zwei Stunden länger in der Schule bleiben! (Ruf beim BZÖ: Ein Skandal ist das! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich!) Das ist eine derartig unverschämte Unwahrheit, dass ich allen Eltern sagen möchte: Lassen Sie es nicht zu, dass Ihre Kinder aufgehetzt werden, meine Damen und Herren! Sagen Sie uns das, wir gehen jedem einzelnen Fall nach. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Moser spricht mit Abg. Scheibner.
Wir werden Ihnen heute im Rahmen der Debatte, die am Nachmittag zu diesem Thema stattfinden wird, einen 31 Punkte umfassenden Katalog von Maßnahmen vorlegen, Frau Bundesminister! Eine der wesentlichsten Maßnahmen ist, dass der Lehrer in der Schule einen Arbeitsplatz haben soll. (Abg. Dr. Moser spricht mit Abg. Scheibner.) – Frau Kollegin Dr. Moser von den Grünen, Ihr grüner Schal hält Sie ... (Abg. Dr. Moser: Nein!) Sie machen Standespolitik in den Bankreihen! Sie sollten sich nicht so echauffieren! (Abg. Dr. Moser: Nein, Herr Kollege! Kommen Sie an die Schulen! Kommen Sie mit einem Quadratmeter Platz aus, ...?) Sie machen Standespolitik in den Bankreihen!
Abg. Scheibner: Wann fangen Sie damit an?
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Ich bin Politikerin geworden, ich bin Ministerin geworden – und habe mich dazu entschlossen, weil ich etwas gestalten will. Ich möchte die Bildung in diesem Land für die Kinder, für die Enkelkinder, aber natürlich auch im Interesse der Eltern, der Großeltern, der Lehrer und Lehrerinnen besser gestalten. (Abg. Scheibner: Wann fangen Sie damit an?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Meinen Sie den Androsch? – Abg. Mag. Kogler: Sinnerfassend lesen, dann sprechen!
Von diesen tendenziösen, um nicht zu sagen unwahren Berichten geht eine Gefahr für die Bonität unseres Landes aus. Damit gehen eindeutig erhöhte Finanzierungskosten für unsere Schulden, die wir leider haben, einher und das verschärft ja leider noch das bestehende Problem. Was wir brauchen, meine Damen und Herren, auch Herr Kogler, sind nicht solche lancierten Berichte. Was wir brauchen, das ist eine realistische Betrachtung der österreichischen Situation. Und da steht Österreich um vieles besser da als andere Länder. Wir brauchen nicht solche tendenziösen Berichte, die uns im Ausland nur schaden und letzten Endes Auswirkungen auf das eigene Land haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Meinen Sie den Androsch? – Abg. Mag. Kogler: Sinnerfassend lesen, dann sprechen!)
Abg. Scheibner: Das wissen wir seit 20 Jahren, wie ...!
Ich sage Ihnen gleich noch etwas: Wenn Sie ernst genommen werden wollen, dann ist es einfach zu wenig, wenn Sie sich hier herausstellen und sozusagen Kritik als Politikersatz zelebrieren. (Abg. Scheibner: Das wissen wir seit 20 Jahren, wie ...!) Das hilft
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Abfertigung neu, Kinderbetreuungsgeld!
Bitte erinnern Sie die Österreicherinnen und Österreicher nicht daran! Das war eine schreckliche Zeit. (Abg. Ursula Haubner: Geh, geh!) Sie haben jedenfalls massiv dafür die Verantwortung zu tragen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Abfertigung neu, Kinderbetreuungsgeld!) – Ja klar, das können Sie auch mit Zwischenrufen nicht wegreden.
Abg. Scheibner: Wo denn?
Aber auch die Investitionen, die die Wirtschaft ankurbeln sollen – wie etwa die Mittelstandsmilliarde zur Unterstützung von Klein- und Mittelbetrieben – sind zentral. Ich sage Ihnen noch etwas zu den Banken: Natürlich ist damit die Auflage verbunden, dass dann, wenn die Klein- und Mittelbetriebe beispielsweise – aber nicht nur sie – um Kredite ansuchen, die Banken auch verpflichtet sind, diese zu gewähren, wenn dann öffentliches Geld kommt. (Abg. Scheibner: Wo denn?) Und dieses öffentliche Geld wird auch von der Finanzmarktaufsicht und von der Nationalbank kontrolliert. Also das ist nicht so, wie Sie dauernd tun, dass da irgendjemand 100 Milliarden € geschenkt bekommt. (Abg. Strache: Wo war die Finanzmarktaufsicht? Die hat geschlafen!)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht! Negativsteuer!
Wir fangen bei den kleinen Einkommen an, das heißt bei Menschen, die so wenig verdienen, dass sie keine Lohn- und Einkommensteuer zahlen. – Das heißt nicht, dass sie keine Steuern zahlen, denn sie zahlen natürlich Abgaben und jede Menge anderer Steuern. Schauen wir uns an, was da 2004, 2005 war. – Null! Null Euro! (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht! Negativsteuer!)
Abg. Scheibner: Wo leben Sie überhaupt?!
Zum Bejammern sogenannter Kreditklemmen, das hier immer wieder mit dem Banken-Paket in Verbindung gebracht wird: Meine Damen und Herren, ich könnte Ihnen manche Bank sagen, die im letzten Jahr eine Finanzierungsausweitung von über 30 Prozent aufzuweisen hat! Jene Firmen, jene Betriebe, die in den guten Jahren ordnungsgemäße Bilanzen gelegt haben und auch jetzt in der Lage sind, Bilanzen zu legen, Fakten zu liefern, haben keine „Kreditklemme“. (Abg. Scheibner: Wo leben Sie überhaupt?!) Aber jene, die „umhergeturtelt“ haben, nicht wussten, Herr Kollege Scheibner, was eine Hausbankfinanzierung und eine entsprechende Hausbankbeziehung bedeutet, denen das egal war und die sich nur die Rosinen geholt haben, haben jetzt Probleme. Da gebe ich Ihnen recht, die haben jetzt Probleme. Das ist gar keine Frage. (Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt keine Ahnung, was jetzt wirklich los ist!)
Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt keine Ahnung, was jetzt wirklich los ist!
Zum Bejammern sogenannter Kreditklemmen, das hier immer wieder mit dem Banken-Paket in Verbindung gebracht wird: Meine Damen und Herren, ich könnte Ihnen manche Bank sagen, die im letzten Jahr eine Finanzierungsausweitung von über 30 Prozent aufzuweisen hat! Jene Firmen, jene Betriebe, die in den guten Jahren ordnungsgemäße Bilanzen gelegt haben und auch jetzt in der Lage sind, Bilanzen zu legen, Fakten zu liefern, haben keine „Kreditklemme“. (Abg. Scheibner: Wo leben Sie überhaupt?!) Aber jene, die „umhergeturtelt“ haben, nicht wussten, Herr Kollege Scheibner, was eine Hausbankfinanzierung und eine entsprechende Hausbankbeziehung bedeutet, denen das egal war und die sich nur die Rosinen geholt haben, haben jetzt Probleme. Da gebe ich Ihnen recht, die haben jetzt Probleme. Das ist gar keine Frage. (Abg. Scheibner: Sie haben überhaupt keine Ahnung, was jetzt wirklich los ist!)
Abg. Scheibner: Wieder Raiffeisen!
Aber Sie sagen doch selbst immer, Herr Kollege Scheibner, man sollte solide finanzieren. Oder wollen Sie jene Betriebe, die kaputt sind, weiter zu Tode finanzieren? (Abg. Scheibner: Wieder Raiffeisen!) Möchten Sie das? – Das bezweifle ich, meine Damen und Herren. Das wäre unverantwortlich! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Warum sind Sie dann gegen das Einsperren?
Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass einige Männer den Täterstrategien – wie wir es in der sozialen Arbeit in den Gewaltschutzzentren auch nennen – auf den Leim gehen, nämlich ihnen mit ihren Strategien zu erklären, dass sie die Unschuldigen sind. Solange die Täter keine Verantwortung übernehmen, solange sie nicht die Konsequenzen zu spüren bekommen, ist der Kampf gegen Gewalt in der Familie noch lange nicht vorbei. (Abg. Scheibner: Warum sind Sie dann gegen das Einsperren?)
Abg. Scheibner: Die redet eine Stunde!
Bei Verurteilungen wegen einer Reihe von Sexualdelikten wurden die Strafen massiv verschärft – das hat die Justizministerin bereits ausgeführt – und die Tilgungsfristen auch verlängert. (Abg. Scheibner: Die redet eine Stunde!) Ich halte das für gerechtfertigt, weil wir es bei Sexualtätern doch sehr häufig mit Wiederholungstätern zu tun haben. (Abg. Petzner: Ihre Mitarbeiter sind Wiederholungstäter!) Dass die Strafen erhöht wurden, entspricht einer langen Forderung auch der ÖVP.
Abg. Scheibner: Wieso ist das totes Recht?
Wie gesagt, wir glauben, dass diese Änderungen praxisgerechter wären, und würden uns freuen, wenn man sie noch einfließen lassen könnte, damit wir hier nicht totes Recht schaffen (Abg. Scheibner: Wieso ist das totes Recht?), damit es praxisgerecht wird und in der Praxis durchgeführt werden kann. (Abg. Scheibner: Warum kann das sonst nicht durchgeführt werden?)
Abg. Scheibner: Warum kann das sonst nicht durchgeführt werden?
Wie gesagt, wir glauben, dass diese Änderungen praxisgerechter wären, und würden uns freuen, wenn man sie noch einfließen lassen könnte, damit wir hier nicht totes Recht schaffen (Abg. Scheibner: Wieso ist das totes Recht?), damit es praxisgerecht wird und in der Praxis durchgeführt werden kann. (Abg. Scheibner: Warum kann das sonst nicht durchgeführt werden?)
Sitzung Nr. 17
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.
Nun, dann sagt doch mit anderen Worten, ihr wollt den Verfassungsgerichtshof kritisieren, oder ihr kritisiert den Artikel 8 EMRK! Sagt es doch! (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.)
Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.
Wir versuchen, auf dem Boden der Verfassung und ganz einfach auf dem Boden der Rechtsstaatlichkeit eine Lösung herbeizuführen. Und das wollt ihr nicht! (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Ing. Westenthaler und Grosz.)
Abg. Scheibner: Der kriegt ja Asyl!
Stellen Sie sich vor, Sie wären in Georgien geboren, Sie wären georgischer Staatsbürger, Sie würden sich politisch engagieren, Sie würden es wagen, die Regierungspartei zu kritisieren (Abg. Scheibner: Der kriegt ja Asyl!), Sie würden willkürlich festgenommen, bedroht, körperlich verletzt werden, Sie würden flüchten in ein anderes Land, beispielsweise nach Österreich! (Abg. Strache: Warum nicht nach Russland? Warum nach Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist übrigens ein ganz konkreter Fall einer Familie in Salzburg, die im Jahr 2002 eingereist ist – ich betone: im Jahr 2002 (Abg. Großruck: Das ist eine falsche Aussage! – Abg. Scheibner: Da kann man gar nicht mehr zuhören!), vor sieben Jahren –, inzwischen zum dritten Mal einvernommen wurde, weil ihr Asylantrag mit fadenscheinigen Argumenten zwei Mal abgelehnt wurde, ihrer Berufung vom Unabhängigen Bundesasylsenat zwei Mal stattgegeben wurde, wobei der Bundesasylsenat gesagt hat, es war nicht richtig, dass ihr Asylantrag abgelehnt wurde, wobei ihnen Recht gegeben wurde. Und nach sieben Jahren – nach fast sieben Jahren legaler Beschäftigung und Steuerzahlens – steht diese Familie noch immer in der Warteschleife und weiß nicht, ob sie nächstes Jahr noch in Österreich sein darf. – Deshalb diskutieren wir heute im Hohen Haus über das Bleiberecht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: ... zu Hause eine Zukunft aufbauen! ... in ihrer Heimat eine Zukunft aufbauen!)
Abg. Großruck: Das ist eine falsche Aussage! – Abg. Scheibner: Da kann man gar nicht mehr zuhören!
Stellen Sie sich vor, Sie wären in Georgien geboren, Sie wären georgischer Staatsbürger, Sie würden sich politisch engagieren, Sie würden es wagen, die Regierungspartei zu kritisieren (Abg. Scheibner: Der kriegt ja Asyl!), Sie würden willkürlich festgenommen, bedroht, körperlich verletzt werden, Sie würden flüchten in ein anderes Land, beispielsweise nach Österreich! (Abg. Strache: Warum nicht nach Russland? Warum nach Österreich? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das ist übrigens ein ganz konkreter Fall einer Familie in Salzburg, die im Jahr 2002 eingereist ist – ich betone: im Jahr 2002 (Abg. Großruck: Das ist eine falsche Aussage! – Abg. Scheibner: Da kann man gar nicht mehr zuhören!), vor sieben Jahren –, inzwischen zum dritten Mal einvernommen wurde, weil ihr Asylantrag mit fadenscheinigen Argumenten zwei Mal abgelehnt wurde, ihrer Berufung vom Unabhängigen Bundesasylsenat zwei Mal stattgegeben wurde, wobei der Bundesasylsenat gesagt hat, es war nicht richtig, dass ihr Asylantrag abgelehnt wurde, wobei ihnen Recht gegeben wurde. Und nach sieben Jahren – nach fast sieben Jahren legaler Beschäftigung und Steuerzahlens – steht diese Familie noch immer in der Warteschleife und weiß nicht, ob sie nächstes Jahr noch in Österreich sein darf. – Deshalb diskutieren wir heute im Hohen Haus über das Bleiberecht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strache: ... zu Hause eine Zukunft aufbauen! ... in ihrer Heimat eine Zukunft aufbauen!)
Abg. Scheibner: Hallo, hallo! Das geht so nicht!
Zum Herrn Abgeordneten Hojac – oder Westenthaler, wie er jetzt heißt. (Abg. Scheibner: Hallo, hallo! Das geht so nicht!) Wenn ich so in die Reihen schaue, haben wir Namen wie Vilimsky, wir haben Namen wie Dolinschek. (Abg. Vilimsky: Das ist doch ungeheuerlich! Warum darf diese Dame da jeden Unsinn reden?! – Abg. Scheibner: Überlegen Sie sich, was Sie sagen!) Und was zeigt uns das, sehr geehrte Damen und Herren? (Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Das zeigt uns nur, dass wir Österreicher ein Schmelztiegel von Nationen sind. Wir brauchen uns nur ein paar Meter weiter zu bewegen, und wir wissen, dass in diesem ... (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Darf ich weitersprechen?!
Abg. Vilimsky: Das ist doch ungeheuerlich! Warum darf diese Dame da jeden Unsinn reden?! – Abg. Scheibner: Überlegen Sie sich, was Sie sagen!
Zum Herrn Abgeordneten Hojac – oder Westenthaler, wie er jetzt heißt. (Abg. Scheibner: Hallo, hallo! Das geht so nicht!) Wenn ich so in die Reihen schaue, haben wir Namen wie Vilimsky, wir haben Namen wie Dolinschek. (Abg. Vilimsky: Das ist doch ungeheuerlich! Warum darf diese Dame da jeden Unsinn reden?! – Abg. Scheibner: Überlegen Sie sich, was Sie sagen!) Und was zeigt uns das, sehr geehrte Damen und Herren? (Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Das zeigt uns nur, dass wir Österreicher ein Schmelztiegel von Nationen sind. Wir brauchen uns nur ein paar Meter weiter zu bewegen, und wir wissen, dass in diesem ... (Weitere lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Darf ich weitersprechen?!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wissen Sie überhaupt, wovon wir hier reden?!
Zigtausende Ungarn sind nach Österreich gekommen, und viele von ihnen sind geblieben; sie alle sind sehr, sehr gute, toll integrierte Bürger geworden. (Abg. Strache: Das hat Vilimsky ja gesagt!) Man merkt es überhaupt nur mehr an den Namen, dass wir ein Schmelztiegel sind. Ich finde es wirklich unerträglich, dass Sie auf diesem Gebiet eine solche Polarisierung betreiben! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wissen Sie überhaupt, wovon wir hier reden?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Setzen Sie sich besser wieder nieder! – Abg. Scheibner: Das mit dem Namen war doch völlig unmöglich!
Österreich auch sehr, sehr viel Arbeit, haben viele Betriebe, die Fachkräfte suchen. Es gibt eine Vorschau auf das Jahr 2020: Österreich braucht bis dahin 600 000 Fachkräfte. (Abg. Ing. Westenthaler: Setzen Sie sich besser wieder nieder! – Abg. Scheibner: Das mit dem Namen war doch völlig unmöglich!)
Abg. Scheibner: Was meinen Sie damit?
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte BesucherInnen auf den Galerien! Sehr geehrte ZuseherInnen vor den Fernsehschirmen! Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht! – Bertolt Brecht. (Abg. Scheibner: Was meinen Sie damit?)
Abg. Scheibner: Meinen Sie damit etwa die DemonstrantInnen von vorhin? Sind Sie etwa dafür?
Frau Ministerin, es überrascht nicht, dass Bürgerinnen und Bürger, NGOs und Initiativen, die tagtäglich mit Betroffenen arbeiten, die tagtäglich mit den Härtefällen, die unsere Gesetze produzieren, zu tun haben, hier zu anderen Mitteln greifen müssen. (Abg. Scheibner: Meinen Sie damit etwa die DemonstrantInnen von vorhin? Sind Sie etwa dafür?)
Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das ist ein Skandal!
Wie Sie mit den ExpertInnen im Hearing umgegangen sind, wie wenig Sie die Rückmeldungen dieser ExpertInnen berücksichtigt haben, ist beschämend. Ich hoffe, dass auch diese Aktion hier Sie zu einem Umdenken bewegen wird. (Abg. Scheibner: Das ist ja ungeheuerlich! Das ist ein Skandal!)
Abg. Scheibner: Wie war denn die Zeit unserer Regierung? Es war eine gute Zeit!
Im humanitären Aufenthaltsrecht sprechen wir von „Altfällen“ – das sind jene Menschen, die mindestens seit dem 1. Mai 2004 durchgängig in Österreich aufhältig sind. Meine Damen und Herren Abgeordneten von BZÖ und FPÖ, haben Sie Ihre Zeit der Regierungsbeteiligung verdrängt?! Wollen Sie tatsächlich über den Zeitraum 2000 bis 2006, über die Zeit Ihrer Regierungsverantwortung nicht mehr sprechen? (Abg. Scheibner: Wie war denn die Zeit unserer Regierung? Es war eine gute Zeit!) Gerade diese Fälle fallen doch in den Zeitraum Ihrer Regierungsbeteiligung! Damals haben Sie es nicht geschafft, eine verfassungskonforme Lösung zustande zu bringen, heute wird dieser Mangel behoben.
Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Na ja, einmal eine gescheite Rede, das wäre gut!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Dr. Cap – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Na ja, einmal eine gescheite Rede, das wäre gut!)
Abg. Scheibner: Die Theoretikerin!
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte mit Anmerkungen zu meinen beiden Vorrednern beginnen. (Abg. Scheibner: Die Theoretikerin!) Sie beide haben gesagt, Sie unterstützen das Abkommen und Sie werden ihm zustimmen. – Das war bereits im Ausschuss so, und das finde ich auch erfreulich, aber ich möchte schon an die Entstehungsgeschichte dieses Abkommens beziehungsweise dieser Konvention in Österreich erinnern. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte mit Anmerkungen zu meinen beiden Vorrednern beginnen. (Abg. Scheibner: Die Theoretikerin!) Sie beide haben gesagt, Sie unterstützen das Abkommen und Sie werden ihm zustimmen. – Das war bereits im Ausschuss so, und das finde ich auch erfreulich, aber ich möchte schon an die Entstehungsgeschichte dieses Abkommens beziehungsweise dieser Konvention in Österreich erinnern. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: O je!
Deswegen ist aber auch jede Generation verantwortlich für die Lebenskraft der Sprache. Die Sprache ist, wie mein Kollege Kurzmann schon sagte, die Trägerin des kulturellen Ausdrucks. Und die Sprache ist es, in der man denkt, in der man fühlt, in der man träumt. (Abg. Scheibner: O je!) – Nicht „o je!“ So ist das eben. Bewahren der Sprache, Schutz der Sprache ist daher für uns Freiheitliche ein ganz zentrales Anliegen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Petzner: Beherrschen Sie sie auch?)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich komme noch kurz auf die Themen Märchen, Mythen und Volkslieder zu sprechen, und ganz wichtig ist auch: Erzählen, Vorlesen, Singen sollte schon in frühester Kindheit von Bedeutung sein. Der Zugang auch zu unseren Dichtern, zu unseren Denkern ist wichtig. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Herr Kollege Scheibner, ich bin überzeugt davon, dass auch du Volkslieder singst, vielleicht manchmal unter den Linden, am Abend. Ich nehme es halt an. (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Da brauchen Sie nicht so weit gehen!
Allerdings möchte ich das Thema sehr wohl ernsthaft behandelt wissen. Man kann natürlich darüber reden, was Schulsprache sein soll und ob es so etwas geben soll. Es gibt auch wirklich ernsthafte Versuche dazu in Deutschland, etwa in Berlin an der Herbert Hoover-Realschule, die einen MigrantInnenanteil von über 90 Prozent hat. (Abg. Scheibner: Da brauchen Sie nicht so weit gehen!) Dort wurde Deutsch als Schulsprache eingeführt, aber auf freiwilliger Basis. Das ist ein wesentlicher Punkt, und das unterscheidet sich natürlich sehr deutlich von dem, was Sie wollen. Und vor allem widerspricht es dem Geist, der bei Ihnen zu spüren ist.
Sitzung Nr. 18
Abg. Scheibner: Machen! Machen!
Wenn unter dem Titel „Rundfunkgebühren“ 650 Millionen € abkassiert werden und 450 Millionen davon der ORF bekommt, dann muss man das nur sehen. Mehr sage ich dazu nicht. (Abg. Scheibner: Machen! Machen!)
Abg. Scheibner: Sie regieren ja! Sie sollen was tun!
Ich beziehe mich da unter anderem auch auf Ihre Anträge. Sie, Herr Kollege Petzner, haben sich gerade über den Entschließungsantrag der Regierungsparteien etwas lustig gemacht beziehungsweise haben ihn inhaltlich kritisiert. Ich hoffe, dass Sie jedes Wort auf die Waagschale legen und mit Bedacht wählen, wenn Sie Ihre Dringlichen Anfragen formulieren. (Abg. Scheibner: Sie regieren ja! Sie sollen was tun!) Oder wenn Sie sie „hinnudeln“, wäre das auch sozusagen erhellend.
Sitzung Nr. 19
Abg. Scheibner: Wer ist das? Voves?
Dieser Vorgang, so denke ich, muss uns eine Warnung sein! Niemand, schon gar nicht die Politik darf versuchen, Risiko auszuschalten. Genau das führt nämlich zu verantwortungslosem Handeln. Das sollten sich auch all jene Politiker ins Stammbuch schreiben, die jetzt ankündigen, dass der Staat alle Risiken für die Bürgerinnen und Bürger abfangen soll. (Abg. Scheibner: Wer ist das? Voves?) Genau das wäre der Weg, der uns wie das Amen im Gebet in die nächste Krise führt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Schon wieder?!
Außerdem würde diese einseitige Steuererhöhungsdebatte auch zu einem Faktum führen, das da heißt, Strukturreformen in Österreich können vermieden oder verschoben werden. Wir sind es den Bürgerinnen und Bürgern aber schuldig, dass ihre jahrelangen Erwartungen in eine Strukturreform der Verwaltung, die echte Einsparungen bei den Ausgaben bringt, nicht noch einmal enttäuscht werden. Wann, wenn nicht jetzt, ist der Zeitpunkt für eine echte, tief greifende Verwaltungsreform? (Abg. Scheibner: Schon wieder?!) – Wir werden daher schon jetzt beginnen, die Weichen für diese Verwaltungsreform zu stellen, die ohnehin nur langfristig größere Einsparungen bringen kann. (Abg. Grosz: Fangt bei euren Repräsentationskosten an!)
Abg. Scheibner: Wo waren Sie die letzten acht Wochen? Er ist ja auch einer! Sie sind ja auch so ein Lehrer!
Lehrer sollten gefälligst mehr arbeiten. (Abg. Scheibner: Wo waren Sie die letzten acht Wochen? Er ist ja auch einer! Sie sind ja auch so ein Lehrer!) Das ist typisch für das, was im BZÖ – mit einer Ausnahme – an Bildungskompetenz vorhanden ist. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie haben auch Ihre Pfründe gesichert!)
Abg. Scheibner: Weil Sie der Bundeskanzler im Stich gelassen hat! Das war der Grund!
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Herr Abgeordneter Stadler, zur aktuellen Debatte, obwohl ich dann schon bald froh bin, wieder zu inhaltlichen Themen zu kommen, denn es war in der Tat, wie Sie es ja auch stellenweise beschrieben haben, auch für mich ernüchternd und ermüdend, acht Wochen lang hier zu diskutieren (Abg. Scheibner: Weil Sie der Bundeskanzler im Stich gelassen hat! Das war der Grund!) und von einem Punkt auszugehen, den ich in einem Interview genannt habe, was später aber etwas verzerrt wiedergegeben wurde; aber ich möchte da jetzt gar nicht mehr lange darüber reden.
Abg. Scheibner: Aber der Steuerzahler darf die Rechnung zahlen! – Abg. Dr. Strutz verweist auf einen Artikel im „Standard“
Warum stehe ich hier und verteidige dieses Budget und den Beschluss? – Die Antwort ist sehr einfach: Für 2009 und 2010 sind die bildungspolitischen Projekte gesichert (Abg. Scheibner: Aber der Steuerzahler darf die Rechnung zahlen! – Abg. Dr. Strutz verweist auf einen Artikel im „Standard“), ist der bildungspolitische Kurs gesichert. Ich möchte jetzt schon betonen – ich weiß, Sie werden wieder Kritikpunkte daran finden –, dass wir jetzt ein Maßnahmenpaket haben – und das sage ich jetzt mit Zustimmung der Gewerkschaft, Sie kennen sie und ich auch –, wozu die Lehrerinnen und Lehrer 190 Millionen € dadurch beitragen, dass eine lange Liste von Zulagen gekürzt, gestrichen wird. Die Lehrerinnen und Lehrer leisten jetzt wirklich einen Beitrag, den wir auch anerkennen und wertschätzen sollten. Das ist mir wichtig zu betonen.
Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es ja nicht! Es gibt ja noch eine Wortmeldung, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Präsident Fritz Neugebauer: Ich schließe die Debatte. (Abg. Ing. Westenthaler: Das gibt es ja nicht! Es gibt ja noch eine Wortmeldung, Herr Präsident! – Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Beifall des Abg. Scheibner.
Ich will mich nicht näher mit den Heilmitteln beschäftigen und komme daher zum Schluss: Wenn der Herr Bundesminister anführt, dass im Budgetbegleitgesetz bereits Maßnahmen vorgesehen sind, dann meine ich, dass diese Maßnahmen sicherlich nicht ausreichen werden, um die Kassen zu sanieren und die Versorgung zu sichern. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: „Zufällig“!
Wir wissen alle, dass es mehrere, sicher einige hundert Fälle von binationalen Ehen gibt, wo die Leute nicht vor und nicht zurück können, weil die ausländischen Drittstaatsangehörigen, Familienangehörigen von Österreichern und Österreicherinnen hier sozusagen gelandet sind (Abg. Scheibner: „Zufällig“!), oft auch nicht ausreisen können, weil sie ehemalige Asylwerber sind, hier aber in den meisten Fällen gar nicht den Antrag auf Familienzusammenführung einbringen durften und so durch österreichische Gesetze illegalisiert wurden.
Abg. Scheibner: Können wir den Kollegen Vock noch einmal hören?
Abgeordneter Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ): Frau Präsident! Frau Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Freiheitliche Partei wird, wie meine Vorredner Hübner und Vock bereits begründet und ausgeführt haben (Abg. Scheibner: Können wir den Kollegen Vock noch einmal hören?), diesen Anträgen nicht zustimmen. Ich möchte deshalb aber einige allgemeine Bemerkungen zur Asyldebatte machen.
Sitzung Nr. 20
Abg. Scheibner: Der ist schon weg! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faymann ist schon weg!
Ich bedanke mich sehr herzlich. Dieses Budget zeigt ganz einfach die sozialpolitische Handschrift dieser Bundesregierung unter Herrn Bundeskanzler Faymann (Abg. Scheibner: Der ist schon weg! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faymann ist schon weg!) und Herrn Sozialminister Hundstorfer. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!
Das Bundesfinanzgesetz beinhaltet ja alle Kapitel und alle Ressorts, und ich denke, dass die Minister und Staatssekretäre in ausreichender Zahl vorhanden sind, um zu den Fragen und Bemerkungen der Abgeordneten Stellung zu nehmen. Es hat sich ja auch schon eine ganze Reihe von Ministern nach dem Bundeskanzler und dem Finanzminister zu Wort gemeldet, und ich denke, dass das eigentlich ausreichend sein sollte. (Abg. Scheibner: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Aber das ist eine Finanzvorlage!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich bin ein bisschen verwundert über die ganze Diskussion, denn es sitzen jetzt fünf Regierungsmitglieder auf der Regierungsbank. (Abg. Scheibner: Aber das ist eine Finanzvorlage!) – Nein, nein, das Budget wird als Gesamtes in den Ministerrat eingebracht. Es ist so, dass es dann dort einstimmig beschlossen wird und danach hier im Parlament Eingang findet. Es wird hier beraten. (Abg. Öllinger: Nein, ein Verzögerungsschmäh!)
Abg. Scheibner: Das ist eine Missachtung ...!
Es ist so, dass wir gestern, also zu Beginn, eine Rede des Finanzministers hatten, in der er zum gesamten Budget Stellung genommen hat. Im Rahmen der heutigen Diskussion haben in der Früh der Bundeskanzler, der Vizekanzler und Finanzminister dazu Stellung genommen und dann noch vier Regierungsmitglieder. (Abg. Scheibner: Das ist eine Missachtung ...!) Was sollen wir jetzt noch machen, Herr Kollege Westenthaler? Sollen wir wegen Ihnen noch eine Trompetengruppe oder ein Orchester aufmarschieren lassen, oder was brauchen Sie noch?
Ruf beim BZÖ: Staatssekretäre! Er hat zwei Staatssekretäre! – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu, das zu interpretieren!
für Finanzen bei der ersten Lesung des Bundesfinanzgesetzes anwesend ist. Ich verstehe aber auch den legitimen Wunsch, dass der Herr Bundesminister für Finanzen bei einer 10 bis 14 Stunden andauernden Debatte auch einmal eine Pause macht. (Ruf beim BZÖ: Staatssekretäre! Er hat zwei Staatssekretäre! – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen nicht zu, das zu interpretieren!)
Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!
Alle, die diesem Antrag nähertreten, ersuche ich um ein Zeichen durch Aufstehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Bleibt’s ruhig sitzen, wir stellen ihn gleich noch einmal! Das können wir jetzt so weiterspielen! Wo sind die Staatssekretäre? – Anhaltende Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Wenn der Herr Finanzminister eine Pause braucht, weil er zu schwach ist, hätten wir zumindest gerne die Staatssekretäre! – Ruf: Es werden immer weniger!) – Der Antrag hat nicht die Mehrheit. Es sind 80 zu 52 Stimmen. Der Antrag ist damit gefallen. (Abg. Scheibner: Zur Geschäftsordnung!)
Abg. Scheibner: Nein, du nimmst die 4 Minuten! – Lasst den Bernhard reden!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Vock zu Wort. Herr Abgeordneter, ich stelle die Uhr wunschgemäß auf 3 Minuten, mache aber darauf aufmerksam, dass die Gesamtrestredezeit Ihrer Fraktion 4 Minuten beträgt. (Abg. Vock – auf dem Weg zum Rednerpult –: 2 Minuten!) – Ich soll auf 2 Minuten einstellen? – Bitte. (Abg. Scheibner: Nein, du nimmst die 4 Minuten! – Lasst den Bernhard reden!)
Beifall bei der FPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Sie verlangen von der Opposition immer, hier Beispiele aufzuzeigen, wo man Geld machen kann. Hätten Sie das Geld in die Bauwirtschaft gesteckt, so könnte man dadurch Arbeitsplätze sichern und Mehreinnahmen für das Budget retten. (Beifall bei der FPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Allgemeiner Beifall. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Frau Präsident! Frau Minister! Frau Staatssekretär! 2 Minuten – nur ein paar Worte. Zunächst: Kollege Pendl kann heute nicht mehr reden, weil er schon gesprochen hat. (Heiterkeit.) Ich möchte daher die Beamtinnen und Beamten in seinem Namen herzlich grüßen lassen. – Das ist das eine. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) Und ich darf auf diesem Wege auch um einen Applaus für die Beamten ersuchen. Vielleicht könnte man das noch tun. (Allgemeiner Beifall. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Es gibt viele Beispiele dafür, worüber der „kleine“ Pensionist nachdenken kann, etwa über die gestiegenen Preise für die Grundnahrungsmittel, die an der Weltbörse verzockt werden, aber auch in Österreich in die Höhe getrieben werden, oder über die gestiegenen Preise an der Börse für Energie, die er mittragen muss. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Grosz.)
Sitzung Nr. 21
Abg. Scheibner: Sie sind selbst für die Reichensteuer!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte vor der Öffentlichkeit auch mit einer Neiddebatte aufräumen, die da heißt, es gäbe keine Steuergerechtigkeit für Stiftungen. (Abg. Scheibner: Sie sind selbst für die Reichensteuer!) Sie wissen ganz genau, dass die Gewinne der Stiftung einer Körperschaftsteuer von 25 Prozent unterliegen. Lediglich die Erträge aus Kapitalvermögen werden begünstigt mit 12,5 Prozent besteuert. Werden Erträge ausgeschüttet – und auch das müssen Sie dazusagen –, werden nochmals 25 Prozent Kapitalertragsteuer entsprechend fällig. (Abg. Krainer: Nicht nochmals! – Abg. Strache: Nochmals stimmt nicht! Die 12,5 werden abgezogen! Wollen wir doch bei der Wahrheit bleiben!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, deshalb haben wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten auch eine Strategiegruppe eingesetzt. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Wir brauchen keine Fleckerlteppiche, und wir brauchen keine Schnellschüsse. Ich glaube, wir müssen ein bisschen die Emotionen aus der Diskussion herausnehmen (Ruf beim BZÖ: Super Strategie! Ist das Ihre Jungfernrede?) und die gerechte Verteilung pragmatisch und rational besprechen, denn zwei Dinge sind (Rufe beim BZÖ: Wo ist der Kollege Kräuter? Kräuter zum Rednerpult!) – alles in Ordnung, haben die Herren sich beruhigt, oder? –, denn zwei Dinge sind bei der Diskussion wesentlich: Das Erste ist, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht betroffen sein dürfen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Der Mittelstand darf nicht schon wieder zur Kasse gebeten werden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Senken Sie die Steuern! – Abg. Scheibner: Steuern senken!
Die Frage ist: Was ist so schlimm daran, dass unser Steuersystem jemanden, der arbeiten geht für sein Geld, bestrafen muss im Gegensatz zu jemanden, der nicht arbeitet für sein Geld, sondern von Zinsen, Dividenden oder Aktienspekulationen lebt? Das ist die Frage, um die es da geht! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Senken Sie die Steuern! – Abg. Scheibner: Steuern senken!)
Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Steuern senken!
Es ist in Ordnung, wenn Sie der Meinung sind, dass wir die schützen müssen, die nicht arbeiten für ihr Geld. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Steuern senken!) Ich sage Ihnen eines: Die Steuern auf Arbeit müssen runter! Die Menschen, die von Nicht-Arbeit leben, müssen einen gerechten Beitrag leisten. (Beifall bei der SPÖ. – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Sind Sie ein Wiener? Die Wiener werden sich bei Ihnen „bedanken“!
Wenn ich sage, dass wir auch nach der Krise für mehr Chancengerechtigkeit, für mehr Chancen sorgen müssen, dann meine ich, dass das essentiell auch etwas mit dem Bildungssystem zu tun hat. Ich bin der Auffassung, dass die Gesamtschule nicht vier Jahre wie bisher dauern kann, sondern wir müssen in Österreich zu einer Gesamtschule kommen, die acht Jahre dauert. (Abg. Scheibner: Sind Sie ein Wiener? Die Wiener werden sich bei Ihnen „bedanken“!) Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Schule effizienter wird. Wir gehören zu den Ländern, die am meisten Geld für die Bildung ausgeben, erzielen dabei aber nur mittelmäßige Ergebnisse. Wir müssen dafür sorgen, dass wir weiterhin am meisten für die Bildung ausgeben, aber dabei zu Top-Ergebnissen kommen. Das wäre ein wesentlicher Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit.
die Abgeordneten Petzner und Scheibner – auf Abg. Mag. Prammer weisend –: Die Präsidentin findet das lustig!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nach Einsicht in das Protokoll betreffend die Rede des Herrn Abgeordneten Faul (Ruf beim BZÖ: Wo ist er denn?) erteile ich ihm für die Anwürfe in Richtung des Herrn Abgeordneten Grosz – ich zitiere –: „Du bist genau um den Schädel zu klein, wo das Hirn drinnen sein müsste,“ (lebhafte Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) – ich bitte um etwas Ruhe – „und darum sollst du still sein“, sowie: „Sie sind für mich im Sternzeichen ein Krokodil: eine große ,Papp’n‘ und ein kleines Hirn“ (neuerliche Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP), sowie zuletzt auch: „Mit Ihrem Intelligenzgrad haben Sie ja gar keine Berechtigung, dass Sie da auftreten“ (die Abgeordneten Petzner und Scheibner – auf Abg. Mag. Prammer weisend –: Die Präsidentin findet das lustig!) einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Skandal, dass die Präsidentin das lustig findet! – Abg. Scheibner: Ist das die Würde des Parlaments?)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Skandal, dass die Präsidentin das lustig findet! – Abg. Scheibner: Ist das die Würde des Parlaments?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nach Einsicht in das Protokoll betreffend die Rede des Herrn Abgeordneten Faul (Ruf beim BZÖ: Wo ist er denn?) erteile ich ihm für die Anwürfe in Richtung des Herrn Abgeordneten Grosz – ich zitiere –: „Du bist genau um den Schädel zu klein, wo das Hirn drinnen sein müsste,“ (lebhafte Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen) – ich bitte um etwas Ruhe – „und darum sollst du still sein“, sowie: „Sie sind für mich im Sternzeichen ein Krokodil: eine große ,Papp’n‘ und ein kleines Hirn“ (neuerliche Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP), sowie zuletzt auch: „Mit Ihrem Intelligenzgrad haben Sie ja gar keine Berechtigung, dass Sie da auftreten“ (die Abgeordneten Petzner und Scheibner – auf Abg. Mag. Prammer weisend –: Die Präsidentin findet das lustig!) einen Ordnungsruf. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eigentlich ein Skandal, dass die Präsidentin das lustig findet! – Abg. Scheibner: Ist das die Würde des Parlaments?)
Sitzung Nr. 23
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Scheibner: Wo wird darüber diskutiert? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja wichtig!
Meine Damen und Herren, ein Hinweis: Europa und vielleicht auch wir in Österreich sollten nicht alles, was aus Amerika kommt, kritiklos übernehmen. Es war ja interessant: Was uns in Europa Ratingagenturen und amerikanische Finanzwissenschaftler mit Basel II sozusagen aufs Auge gedrückt haben, ist ja bemerkenswert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Scheibner: Wo wird darüber diskutiert? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja wichtig!) Die Amerikaner erfinden die Regeln, und sie halten sie selber nicht ein. Basel II ist nämlich tatsächlich falsch angelegt.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind eure Polizisten? – Abg. Strache: So wenige Polizisten wie heute hat es überhaupt noch nie gegeben! Rekordminus zurzeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faul allein braucht schon drei Polizisten!
Das ist halt der Unterschied, ob Schwarz/Blau in einer Regierung ist oder Rot: Die einen schaffen die Polizei ab, die anderen, nämlich die Roten, sorgen dafür, dass es wieder mehr Polizei gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind eure Polizisten? – Abg. Strache: So wenige Polizisten wie heute hat es überhaupt noch nie gegeben! Rekordminus zurzeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Der Faul allein braucht schon drei Polizisten!)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!
Das war eine Politik, die genau jene stärken wollte, die Spekulationen auf den Märkten betreiben, anstatt reale Investitionen zu tätigen. Das war zu Ihrer Zeit sichtbar in Ihrer Steuerpolitik. (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!) Sie haben die Investitionsbegünstigungen abgeschafft, wenn im Inland in österreichische Betriebe investiert wird, und Sie haben mit der Gruppenbesteuerung und anderen Methoden genau die Stimmung Richtung Mergers und Acquisitions aufgeheizt. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ihr wollt die Häuslbauer schröpfen!
Schauen wir uns das an, und wir werden so wie bei der Diskussion über die Steuerpolitik gemeinsam eine entsprechende Politik finden. (Abg. Scheibner: Ihr wollt die Häuslbauer schröpfen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das Grasser-Trauma wirkt lang! – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine hervorragende Rede!
Ich glaube, dass wir die letzten zwei Jahre gemeinsam eine gute Politik gemacht haben. Ich glaube, dass wir ein gutes Budget und eine gute Steuerreform haben und dass der Weg genau richtig ist. Die jetzige Performance zeigt uns schon: Wir sind im Vergleich mit den anderen Ländern deutlich besser als in den Jahren davor. Und ich glaube, dass die ÖVP gut beraten ist, sich zu loben, jetzt, da sie selbst den Finanzminister mit einer besseren Politik stellt, anstatt diese Aufgaben anderen Parteien wie der FPÖ oder dem BZÖ zu überlassen, wo dann das herauskommt, was wir unter Karl-Heinz Grasser erlebt haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das Grasser-Trauma wirkt lang! – Abg. Dr. Jarolim: Das war eine hervorragende Rede!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Scheibner.
Herr Kollege Stadler, man kann sich über alles lustig machen. Man kann sich über dieses Haus lustig machen, man kann sich über die Volksanwaltschaft lustig machen, man kann sich auch über Funktionsträger lustig machen. Die Frage ist nur, wie ernst man seine eigene Tätigkeit in diesem Zusammenhang nimmt. In diesem Zusammenhang darf ich darauf hinweisen, dass Sie in einer Wahlkampagne mit der Formulierung werben: „Unser Volksanwalt in Brüssel, Mag. Ewald Stadler“. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Stadler und Scheibner.)
Oh-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner. – Abg. Scheibner: keine Volksanwältin? – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie keine Anwältin des Volkes?
Abgeordnete Mag. Ulrike Lunacek (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren! Ich muss zuerst noch etwas zum Ende der Debatte über den letzten Tagesordnungspunkt hinzufügen. Ich finde es schon sehr erstaunlich, dass das BZÖ, das früher sehr oft kritisiert hat, in welchem Ausmaß SPÖ und ÖVP öffentliche Ämter, die sie innegehabt haben, für Parteizwecke instrumentalisiert haben – diese Kritik hat es von den Grünen auch gegeben –, und jetzt genau dasselbe macht – noch dazu, wo Herr Stadler dieses Amt nicht einmal mehr innehat. – Das ist wohl ein Wandel gewesen, den das BZÖ da durchlaufen hat. Da hat man Ämter, und nachher hat man sie einfach nicht mehr, und man missbraucht sie nachher auch noch für die Partei und nicht für das Interesse des Volkes. (Oh-Rufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner. – Abg. Scheibner: keine Volksanwältin? – Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie keine Anwältin des Volkes?)
Abg. Scheibner: Kein Interesse!
Wir werden natürlich auch eine Modernisierung und Neuaufstellung unserer Vertretungsbehörden vornehmen, und zwar in einem nach objektiven Kriterien nachvollziehbaren Sinn. Darum darf ich das auch gleich beantworten, Herr Abgeordneter Scheibner: Warum haben wir die Botschaft in Maskat ins „Visier“ genommen? – Einfach aus dem Grund, weil die drei objektiven Kriterien – wie viele Auslandsösterreicher gibt es in diesem Land, wie viele Konsularfälle haben wir in diesem Land zu bearbeiten und welches außenpolitische Interesse haben wir – klar dazu geführt haben, dass gerade die Botschaft in Maskat der erste Schließungskandidat ist. (Abg. Scheibner: Kein Interesse!)
Abg. Scheibner: Aber nicht das, was ich gefragt habe!
Es wurde hier angesprochen, dass eine Anfrage nicht beantwortet worden sei. – Dazu möchte ich auch klar Stellung beziehen. Bei den Beratungen im Budgetausschuss gibt es die Möglichkeit, dass Fragen schriftlich übermittelt werden, die innerhalb von vier Tagen zu beantworten sind. Selbstverständlich wurde auch die Frage des Herrn Abgeordneten Scheibner innerhalb von vier Tagen beantwortet (Abg. Scheibner: Aber nicht das, was ich gefragt habe!), aber, meine Damen und Herren, wenn man uns fragt, wie hoch der Personalstand an jeder Botschaft, in jeder konsularischen Vertretung in den Jahren 2007 und 2008 ist, was das genaue Budget in diesen Jahren ist, so kann man das nicht innerhalb von vier Tagen beantworten. Ich bitte um Verständnis: Man kann nicht einen Verwaltungsaufwand treiben, der so enorm ist.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Den Durchschnitt kann man ausrechnen, nur die einzelnen Zahlen nicht?!
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie haben von uns eine Antwort bekommen, die klar besagt, wie die Durchschnittsätze sind, was Personal betrifft, was die Kosten anlangt, und diese Antwort ist Ihnen innerhalb von vier Tagen auch zugegangen. Aber ich bitte auch um Verständnis, dass man hier nicht übertreiben darf. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Den Durchschnitt kann man ausrechnen, nur die einzelnen Zahlen nicht?!)
Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Grosz gesagt hat, Kopf soll ins Mikrophon reden?! – Abg. Scheibner: Vergeben Sie Ordnungsrufe!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, es steht Ihnen natürlich gemäß § 103 GOG frei, einen derartigen Wunsch zu äußern. Ich werde dem jedoch nicht nachkommen, denn ich müsste beiden einen Ordnungsruf erteilen (Abg. Ing. Westenthaler: Weil der Herr Grosz gesagt hat, Kopf soll ins Mikrophon reden?! – Abg. Scheibner: Vergeben Sie Ordnungsrufe!), weil ich natürlich auch Zwischenrufe wahrnehme. Daher unterlasse ich beide Ordnungsrufe. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Es ist letztendlich meine Entscheidung, wie ich hier vorgehe. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler – die Scheibenwischerbewegung machend –: Das ist erlaubt? Das ist erlaubt künftig? Das ist ein Präjudiz!)
Abg. Scheibner: Du bist eine gute Feuerwehr!
Wir haben als Feuerwehr die richtige Menge Löschfahrzeuge hingeführt (Abg. Scheibner: Du bist eine gute Feuerwehr!), die richtige Menge an Löschwasser eingesetzt, und dieser Teil funktioniert. Daher haben wir auch weniger Probleme und weniger Schrumpfung als die Bundesrepublik Deutschland. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Klassenkampf mit der „Reichensteuer“!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Klassenkampf mit der „Reichensteuer“!
Wir haben als Feuerwehr die richtige Menge Löschfahrzeuge hingeführt (Abg. Scheibner: Du bist eine gute Feuerwehr!), die richtige Menge an Löschwasser eingesetzt, und dieser Teil funktioniert. Daher haben wir auch weniger Probleme und weniger Schrumpfung als die Bundesrepublik Deutschland. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Klassenkampf mit der „Reichensteuer“!)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Scheibner.
wir künftighin diskutieren werden. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wieso? Wo waren Sie da?
Um eine Bahnlinie zu bauen, braucht es viele Jahre, und sie muss sich jahrzehntelang bewähren. Daher ist Verkehrspolitik auch eine langfristige Politik. Vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2006 – unter Schwarz-Orange/Blau – war das Verkehrsministerium ein politisches Durchhaus ohne verkehrspolitische Ambitionen und Visionen. (Abg. Scheibner: Wieso? Wo waren Sie da?) Diese Situation hat sich erst verbessert, seit Werner Faymann und Doris Bures diese Funktion eines Verkehrsunternehmens übernommen haben. (Abg. Scheibner: ... nur geträumt! Das haben Sie irgendwo gelesen! In der Sektionszeitung!) – Nein, das habe ich aus eigener Erfahrung erlebt!
Abg. Scheibner: ... nur geträumt! Das haben Sie irgendwo gelesen! In der Sektionszeitung!
Um eine Bahnlinie zu bauen, braucht es viele Jahre, und sie muss sich jahrzehntelang bewähren. Daher ist Verkehrspolitik auch eine langfristige Politik. Vom Jahr 2000 bis zum Jahr 2006 – unter Schwarz-Orange/Blau – war das Verkehrsministerium ein politisches Durchhaus ohne verkehrspolitische Ambitionen und Visionen. (Abg. Scheibner: Wieso? Wo waren Sie da?) Diese Situation hat sich erst verbessert, seit Werner Faymann und Doris Bures diese Funktion eines Verkehrsunternehmens übernommen haben. (Abg. Scheibner: ... nur geträumt! Das haben Sie irgendwo gelesen! In der Sektionszeitung!) – Nein, das habe ich aus eigener Erfahrung erlebt!
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
eingesperrt und weggesperrt, aber auch zugesperrt, so zum Beispiel Postämter et cetera. Das hatten Sie zu verantworten. (Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Das hatten Sie zu verantworten! Einsperren, Wegsperren, Zusperren – das war damals die Devise. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner – Abg. Ursula Haubner: Nicht so bösartig!
50 Millionen € mehr im Justizbudget 2009 – und das in Zeiten von Sparbudgets; das muss man auch sagen – stehen für Leistungen wie Sachwalterschaft, Opferschutzhilfe (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner – Abg. Ursula Haubner: Nicht so bösartig!), Opferschutzeinrichtungen oder Sachverständigengutachten sowie Erhöhungen für BIG-Mieten zur Verfügung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Jetzt werden Sie nervös, Herr Klubobmann Scheibner! – pardon: sind Sie ja gar nicht mehr. (Abg. Scheibner: Ich bin nicht nervös! Ich hätte Ihnen eine bessere Rede geschrieben!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
50 Millionen € mehr im Justizbudget 2009 – und das in Zeiten von Sparbudgets; das muss man auch sagen – stehen für Leistungen wie Sachwalterschaft, Opferschutzhilfe (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner – Abg. Ursula Haubner: Nicht so bösartig!), Opferschutzeinrichtungen oder Sachverständigengutachten sowie Erhöhungen für BIG-Mieten zur Verfügung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Jetzt werden Sie nervös, Herr Klubobmann Scheibner! – pardon: sind Sie ja gar nicht mehr. (Abg. Scheibner: Ich bin nicht nervös! Ich hätte Ihnen eine bessere Rede geschrieben!)
Abg. Scheibner: Ich bin nicht nervös! Ich hätte Ihnen eine bessere Rede geschrieben!
50 Millionen € mehr im Justizbudget 2009 – und das in Zeiten von Sparbudgets; das muss man auch sagen – stehen für Leistungen wie Sachwalterschaft, Opferschutzhilfe (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner – Abg. Ursula Haubner: Nicht so bösartig!), Opferschutzeinrichtungen oder Sachverständigengutachten sowie Erhöhungen für BIG-Mieten zur Verfügung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Jetzt werden Sie nervös, Herr Klubobmann Scheibner! – pardon: sind Sie ja gar nicht mehr. (Abg. Scheibner: Ich bin nicht nervös! Ich hätte Ihnen eine bessere Rede geschrieben!)
Abg. Scheibner: Das alles gibt es jetzt nicht mehr? Interessant!
Die Kriterien, die den Erfolg ausgemacht haben, waren unter anderem eine extrem geringe Rückfallsquote durch einen entwicklungsbedingten Umgang mit den Jugendlichen, eine Vorbereitung auch auf das berufliche Leben und eine Rückführung und Vorbereitung auf ein gewaltfreies Leben. (Abg. Scheibner: Das alles gibt es jetzt nicht mehr? Interessant!)
Abg. Scheibner: Kommt das überhaupt? Wird das finanziert? Haben Sie das Budget auch dazu?
(Abg. Scheibner: Kommt das überhaupt? Wird das finanziert? Haben Sie das Budget auch dazu?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind in der Regierung, Frau Kollegin!
Wir sind aufgerufen, Lösungen zu finden. Somit möchte ich abschließend noch einmal meine Forderung aufstellen: Wir brauchen in Wien dringend 1 000 Polizistinnen und Polizisten mehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie sind in der Regierung, Frau Kollegin!)
Rufe beim BZÖ: Na super, das gibt es ja nicht! – Abg. Scheibner: Dann soll er sein Mandat zurücklegen!
Ich stelle noch einmal fest: Es war absolut keine böse Absicht! Es hat absolut nichts damit zu tun, dass ich eine Wahl verfälschen wollte oder Ähnliches, sondern ich habe eine Gefälligkeit getan. (Rufe beim BZÖ: Na super, das gibt es ja nicht! – Abg. Scheibner: Dann soll er sein Mandat zurücklegen!)
Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist nur peinlich! – Abg. Scheibner: Das ist ja keine Parteisitzung in Simmering oder was! Wir sind hier im Parlament!
Ich möchte aber Folgendes klarstellen: Ich darf mich beim Präsidium, bei den Mitarbeitern, bei allen Mandataren entschuldigen. Hintergrund ist keine böse Absicht gewesen. Mir tut einfach die linke Zehe sehr, sehr weh, und ich war heute sehr viel (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grünen. – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Das ist nur peinlich! – Abg. Scheibner: Das ist ja keine Parteisitzung in Simmering oder was! Wir sind hier im Parlament!) – Ihr könnt lachen, was ihr wollt! Ich habe (Abg. Ing. Westenthaler: Die linke Zehe!)
Sitzung Nr. 26
Abg. Scheibner: Ja, wo ist denn die?
Ich fordere daher alle Bildungsinteressierten, nein, ich fordere alle Abgeordneten auf: Tragen Sie die offensive Bildungsreform von Claudia Schmied (Abg. Scheibner: Ja, wo ist denn die?) zum Wohle der kommenden Generationen, zum Wohle unserer Kinder und Kindeskinder und damit zur Sicherung des Wohlstandes für alle in unserer Gesellschaft mit! (Abg. Scheibner: Da bricht ja ... schon ganz zu Beginn ein!)
Abg. Scheibner: Da bricht ja ... schon ganz zu Beginn ein!
Ich fordere daher alle Bildungsinteressierten, nein, ich fordere alle Abgeordneten auf: Tragen Sie die offensive Bildungsreform von Claudia Schmied (Abg. Scheibner: Ja, wo ist denn die?) zum Wohle der kommenden Generationen, zum Wohle unserer Kinder und Kindeskinder und damit zur Sicherung des Wohlstandes für alle in unserer Gesellschaft mit! (Abg. Scheibner: Da bricht ja ... schon ganz zu Beginn ein!)
Abg. Scheibner: Was ist übrig geblieben von Ihrer Reform? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den zwei Stunden mehr?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Für eine einleitende Stellungnahme hat sich nun die Frau Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur zu Wort gemeldet. Ich erteile ihr das Wort. – Frau Ministerin, die Redezeit soll 10 Minuten nicht übersteigen. Bitte sehr. (Abg. Scheibner: Was ist übrig geblieben von Ihrer Reform? – Abg. Ing. Westenthaler: Was ist mit den zwei Stunden mehr?)
Sitzung Nr. 27
Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!
Herr Präsident, ich bitte, meine Redezeit unterbrechen zu dürfen, denn das ist wirklich ungeheuerlich! Ich trage der Frau Bundesminister Unterlagen vor, und sie führt dort drüben Small Talk! Was soll das?! (Beifall beim BZÖ. – Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Was haben Sie für ein Rechtsverständnis? Das ist unglaublich!
„Im Bereich der LKW-Maut wird je SKD-Mitarbeiter pro Monat Ersatzmauterlöse von mindestens € 4.000,-- erwartet um die Unternehmensziele in diesem Bereich erreichen zu können. Ebenfalls € 4.000,-- je SKD-Mitarbeiter pro Monat werden im Bereich der Vignette (inkl. Zahlscheine) erwartet. Näheres entnehmen Sie bitte der Beilage Planwerte SKD 2005.“ (Abg. Grosz: Wahnsinn! Vorgaben bei Strafen!) – Bei Strafen, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Bures –: Was haben Sie für ein Rechtsverständnis? Das ist unglaublich!)
Abg. Scheibner: Na also!
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Stadler, bei Ihrer Vorlesung, die Sie eben gehalten haben, habe ich einmal „2005“ gehört. Im Jahr 2005 ist meiner Erinnerung nach Frau Bundesministerin Bures nicht Ministerin gewesen. (Abg. Mag. Stadler: Das dauert bis jetzt an! Das dauert an!) Da, glaube ich, war ein Minister, der Ihnen eher ... – Na damals ist er Ihnen auch nicht nahe gestanden, oder? (Abg. Scheibner: Na also!) – Gut. (Heiterkeit bei der SPÖ und ironische Heiterkeit beim BZÖ.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Neu ist für mich, Herr Kollege Cap – und ich weiß nicht: geht man hier von Usancen ab? –, dass man von der Usance, dass ein Abgeordneter, der Betroffener ist, im Ausschuss nicht in seiner eigenen Sache mitstimmt, abgegangen ist. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 29
Abg. Scheibner: Das war ja noch ein anderer Finanzminister! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen den Finanzminister Molterer zurück!
Die Banken fordern, und kein Mensch weiß, wie viel sie an ihre Manager zahlen, wie viel sie für ihr Missmanagement für Bonuszahlungen ausgeben und Ähnliches mehr. (Abg. Scheibner: Das war ja noch ein anderer Finanzminister! – Abg. Ing. Westenthaler: Wir wollen den Finanzminister Molterer zurück!)
Abg. Scheibner: Wir ändern nichts!
Das gebe ich zu. Die Kritik nehmen wir an. Das ist richtig, und wir wollen versuchen, in Zukunft hier dem entgegenzukommen und nicht wieder Raum zu geben. (Abg. Scheibner: Wir ändern nichts!) Aber manchmal dauern Verhandlungen länger, und dann können die Fristen der Information gegenüber den Oppositionsparteien nicht eingehalten werden. Diese Kritik akzeptieren wir. (Abg. Ursula Haubner: Das ist oft so! – Abg. Dr. Pirklhuber: Drei Jahre nichts getan! ... im falschen Ausschuss!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich erinnere an „speed kills“. Da waren Sie in der Regierung. Da haben Sie geschaut, dass es keinen Untersuchungsausschuss zu den Eurofightern gibt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Sie waren auch nicht gerade der Erfinder von Transparenz. Wirklich nicht! Jetzt sollten Sie einmal eine Pause mit den Zwischenrufen machen und ein bisschen andächtig und selbstkritisch über Ihre eigene Zeit in der Regierung nachdenken, bevor Sie weitere Zwischenrufe machen! (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Warum vertagen Sie dann alle Anträge von der Opposition?
Also, bitte, tun Sie das nicht! Wir wollten – da haben wir damals aus der Erfahrung der Oppositionszeit, die wir hatten, den Schluss gezogen –, wenn wir wieder in der Regierung sind, einen vernünftigen Umgang miteinander haben. (Abg. Scheibner: Warum vertagen Sie dann alle Anträge von der Opposition?) Nicht Streit soll es geben, sondern konstruktive Zusammenarbeit und Transparenz und dass Sie hier eingebunden sind. Das wollen wir versuchen. (Abg. Strache: Warum wird das ... so nicht gelebt?)
Abg. Scheibner: So werden Sie weiter verlieren!
Wenn das zum Nutzen von Österreich eingesetzt und angewendet werden kann, dann werden wir das aufgreifen. Eine Ausschussarbeit hier im Haus hat den Sinn, dass man hier wirklich all diese guten Ideen dabei einfließen lässt. (Abg. Scheibner: So werden Sie weiter verlieren!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung – wissen Sie, was das ist?
All das, was in den letzten Minuten gesagt wurde, hätte eigentlich zu diesem Thema passen sollen. Unsere Zuseher werden sich zu Hause wahrscheinlich fragen, worum es wirklich geht. (Abg. Neubauer: Sie haben’s nicht begriffen! – Abg. Ing. Hofer: Sie haben nicht zugehört!) Uns geht es darum, zu begründen, warum wir das heute diskutieren wollen. Wir wollen heute über dieses Thema reden, weil es ein wichtiges Thema ist, das zur richtigen Zeit behandelt werden soll. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Geschäftsordnung – wissen Sie, was das ist?)
Abg. Scheibner: Wie lange wollen Sie noch schauen?
Wir haben hier im Hohen Haus erreicht – das war in der Regierungsvorlage noch nicht enthalten –, dass auch die Bedingung aufgenommen wurde, dass genügend Kredit gegeben wird. Damals haben alle zugestimmt, und wir haben gesagt: Wir schauen uns das ganz genau an! (Abg. Scheibner: Wie lange wollen Sie noch schauen?) Auch der Präsident der Wirtschaftskammer Leitl hat damals gesagt: Wir werden ein Monitoring machen und schauen uns das an!
Abg. Scheibner: Warum tun Sie dann nichts?
Was die Basel-II-Sache betrifft, haben Sie recht, dass wir das angehen müssen; Herr Kollege Stummvoll hat ja schon darauf hingewiesen. Wir müssen Basel II die Zähne ziehen. (Abg. Scheibner: Warum tun Sie dann nichts?) Wir tun das! (Abg. Scheibner: Ja wann denn?) Ich bin auch nicht der Glücklichste, wenn der Finanzminister nicht gleich handelt. Aber wir sind auf einem guten Weg mit diesem Gesetz, alles zu machen, damit die Unternehmen überleben. Das ist ein guter Weg, den wir da gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Ja wann denn?
Was die Basel-II-Sache betrifft, haben Sie recht, dass wir das angehen müssen; Herr Kollege Stummvoll hat ja schon darauf hingewiesen. Wir müssen Basel II die Zähne ziehen. (Abg. Scheibner: Warum tun Sie dann nichts?) Wir tun das! (Abg. Scheibner: Ja wann denn?) Ich bin auch nicht der Glücklichste, wenn der Finanzminister nicht gleich handelt. Aber wir sind auf einem guten Weg mit diesem Gesetz, alles zu machen, damit die Unternehmen überleben. Das ist ein guter Weg, den wir da gehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Na, na! Oberwitzbold! Sie diskriminieren!
Ich darf Sie, Frau Präsidentin, darauf hinweisen, dass es in diesem Haus bestimmte Regeln gibt bei Reden. (In den Reihen der ÖVP stehen mehrere Abgeordnete mit dem Rücken zum Redner gewandt.) – Ich darf Sie darauf hinweisen, dass der Rücken dieser Herren vielleicht den Herrn Petzner entzückt (Abg. Scheibner: Na, na! Oberwitzbold! Sie diskriminieren!), wie er das letzte Mal gesagt hat, mich nicht. Ich würde meinen, Sie sollten bei dieser Debatte zuhören, denn es betrifft vor allem Sie, meine Damen und Herren, vor allem meine Herren von der ÖVP in diesem Fall. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: ... 200 Jahre ... Gesetz! – Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.
Abgeordnete Anna Franz (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren! Wenn man auf unser überholtes Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch, stammend aus dem Jahr 1811 – wir haben schon davon gehört –, schaut, als der Mann noch das absolute Oberhaupt der Familie war, die Frau ihrem Mann untergeordnet und ihm zum Beistand verpflichtet war, er über den gemeinsamen Wohnsitz, den Beruf seiner ehelichen Kinder und den Familiennamen bestimmte, dann kann man den großen gesellschaftlichen Wandel erkennen. (Abg. Scheibner: ... 200 Jahre ... Gesetz! – Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.)
Abg. Scheibner: Es kann aber sein ...!
Frau Ministerin Bandion-Ortner, wenn Sie sagen, dass das Familienrecht nicht etwas Statisches, sondern etwas Bewegliches ist, dann fällt mir dazu das Bild von einem Dreirad ein. Das ist nämlich das Tempo, in dem Sie das Familienrecht vorantreiben. (Abg. Mag. Stefan: Kann nicht umfallen! Sehr stabil!) Demgegenüber gleicht die Entwicklung von Familien dem Tempo eines – wollen wir ökologisch bleiben – schnellen Rennrades, eines Downhill-Rennrades. (Abg. Scheibner: Es kann aber sein ...!) Sie mögen hier wirklich Schritte setzen, aber diese Schritte sind viel zu langsam. Wenn man zum Beispiel bedenkt, dass in der Schweiz seit 1976 eine Regelung für Patchwork-Familien vorliegt, dann kann man sich ausrechnen – wenn man der Mathematik mächtig ist –, wie viele Jahre wir hinterherhinken.
Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Dr. Fekter, die mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Amon spricht –: Zuhören, Frau Minister!
Es geht mir jetzt nicht darum, Skandal zu rufen, sondern ich sage, dass dieses Ministerium offensichtlich in Kumpanei – das ist nicht neu – mit der Staatsanwaltschaft – auch das ist nicht neu –, offensichtlich sogar genehmigt von einem Richter – auch das wäre nicht neu –, keinen Genierer hat, die Rufdatenerfassung eines Abgeordneten dieses Hauses, weil Oppositionsabgeordneter, sanktionslos vorzunehmen, ohne dass eine entsprechende Auslieferung, ohne dass eine entsprechende Aufhebung der Immunität vorliegt. (Abg. Scheibner – in Richtung von Bundesministerin Dr. Fekter, die mit dem an der Regierungsbank stehenden Abg. Amon spricht –: Zuhören, Frau Minister!)
Zwischenrufe beim BZÖ, darunter Abg. Scheibner: Wo sind Sie denn hergekommen?
Zu dem, was Kollege Westenthaler soeben gesagt hat – Frau Bundesministerin Fekter hat ja kurz darauf geantwortet –, möchte ich einfach nur sagen: Ich selbst bin, wie gesagt, seit drei Jahren Abgeordneter, und etwas war für mich immer ganz klar: dass sich mein Leben und all das, was mit dem Mandat eines Abgeordneten zusammenhängt, im Schaufenster abspielen und jeder von mir wissen kann, was ich tue, wo ich bin oder was ich rede. (Zwischenrufe beim BZÖ, darunter Abg. Scheibner: Wo sind Sie denn hergekommen?)
Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was Sie wollen! Eine Frechheit ist das! Ungeheuerlich!
Weshalb mich das gerade vonseiten des Herrn Westenthaler so sehr verwundert, dazu möchte ich nur Folgendes sagen (neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ): Seine Partei war eigentlich immer diejenige, die gesagt hat: Jeder Abgeordnete muss gläsern sein, die Partei muss gläsern sein, man sollte alles sehen. (Abg. Strache: Ein Spitzelstaat! Einen Spitzelstaat wollen Sie!) Das heißt aber nicht, dass diese Sache ... (Abg. Strache: Einen Spitzelstaat wollen Sie! Was ist das denn für eine Ansage? Das ist unglaublich! Das hat ja mit einer Demokratie nichts zu tun, was Sie zum Besten geben!) Ich habe nicht gesagt, dass ich das gutheiße. Das habe ich nicht gesagt! (Abg. Scheibner: Das interessiert uns nicht, was Sie wollen! Eine Frechheit ist das! Ungeheuerlich!) – Das habe ich ja nicht gutgeheißen! (Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber von uns allen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich werde mir erlauben, diesen Dank und die Anerkennung an die Beschäftigten des Hauses auch schriftlich weiterzuleiten. (Abg. Scheibner: Aber von uns allen!) – Natürlich, das hat Herr Abgeordneter Pendl ja auch gesagt: im Namen des gesamten Hauses.
Sitzung Nr. 31
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Machen wir einen Ausschuss!
Ich bitte, bei dieser Frage nach dieser ganz klaren Vorlage vorzugehen und das auch künftig bei Abstimmungen über Berichte von Ausschüssen so zu halten. – Danke vielmals. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Machen wir einen Ausschuss!)
Abg. Scheibner: Auch eine Reform kann Stillstand sein!
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich darf wieder zur Tagesordnung zurückkehren. Wir reden nämlich gerade über eine Reform – nicht über Stillstand, sondern über die Weiterentwicklung der Universitäten. (Abg. Scheibner: Auch eine Reform kann Stillstand sein!)
Abg. Scheibner: Das ist wunderbar, Herr Kollege! Sie haben das jetzt sehr breit ausgeführt!
Nun, es war anders: Die Eltern haben sich nicht entmutigen lassen, sondern dieses Ziel wurde weiterverfolgt. 72 Schüler sind jetzt eingetragen. Und wenn alles klappt, wird diese bilinguale, österreichisch-ungarische katholische Privatschule hoffentlich mit September auf Basis des Konkordats zu funktionieren beginnen. (Abg. Scheibner: Das ist wunderbar, Herr Kollege! Sie haben das jetzt sehr breit ausgeführt!) Das ist in meinen Augen eine gute Sache auch seitens des Konkordats. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, bei einer Staatsschuldenquote von an die 80 Prozent, wie es im Finanzrahmenplan 2013 budgetiert ist, ist es notwendig, zur rechten Zeit auch über den Abbau der Schulden nachzudenken – und in diesem Zusammenhang fällt uns immer wieder die Bundesstaatsreform ein, die alle Gebietskörperschaften betrifft, eine Verwaltungsreform, mit der die Kompetenzen neu zu verteilen und bei der alle Effizienzpotentiale zu heben sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ja, eh.
Sitzung Nr. 32
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin!
Wir gehen in die Tagesordnung ein. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin!) – Herr Abgeordneter Scheibner zur Geschäftsbehandlung. – Bitte.
Abg. Scheibner: Was soll denn das?
Wenn Sie hier das Haus verlassen und nachher in die Sauna, schwimmen oder schlafen gehen, dann ist das Ihre Sache. Aber hier sitzen Abgeordnete, die den Bürgerkontakt suchen, die in dieser Zeit in Wirklichkeit im Wahlkreis arbeiten. (Abg. Scheibner: Was soll denn das?) – Weil mir das langsam wirklich ... Ich glaube, dass Sie hier dem Parlament Schaden zufügen (Abg. Grosz: Ihr Herr Faul ist das beste Beispiel! Nomen est omen!), indem durch Sie der Eindruck erweckt wird, dass außerhalb dieses Hohen Hauses nicht gearbeitet wird! (Anhaltender Beifall bei SPÖ, ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Grosz: Ihr Herr Faul ist das beste Beispiel! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Generalleutnant Commenda hat das hervorragend gemacht. Ich kenne ihn, er war mein Lehrer, Taktiklehrer, 1991; er weiß, wie das geht. Aber dass Sie, Herr Bundesminister Darabos, zwischenzeitlich auch schon wissen, was Tarnen und Täuschen ist und eine perfekte Tarnung vollzogen haben, das ist so, das stimmt so. (Beifall des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: „Wiener Zirkeln“!
Ich möchte dazusagen – weil diese Diskussion auch zum Teil in den Ausschüssen geführt wurde –: Wir können jederzeit 10 000 Soldatinnen und Soldaten für Katastrophenschutz aufbieten. Daneben haben wir noch 800 Soldatinnen und Soldaten im Assistenzeinsatz an der Ostgrenze. – Auch da ein offenes Wort – das wird in gewissen Wiener Zirkeln nicht so gerne gehört (Abg. Scheibner: „Wiener Zirkeln“!) –, auch da haben wir die Bevölkerung hinter uns, in der Ostregion, in Niederösterreich und dem Burgenland, die stehen dazu.
Abg. Faul: ... Eurofighter hinausgeschmissen, Herr Scheibner!
Sie brauchen einen Minister, der auch dann etwas sagt, wenn es darum geht, mehr Geld zu bekommen; der für die Soldaten und die Notwendigkeiten kämpft und nicht sagt: Ich bin ja froh, dass ich jetzt das Sportressort habe, jetzt darf ich wieder ein paar Pokale verteilen, das ist alles, was wichtig ist, und ansonsten möchte ich mich mit den Problemen nicht befassen! Darum geht es, meine Damen und Herren! (Abg. Faul: ... Eurofighter hinausgeschmissen, Herr Scheibner!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Faul: Sie haben es ruiniert, Herr Scheibner! Sie haben das Heer ruiniert mit sinnlosen Einkäufen!
Sie haben gesagt, dass jetzt 1 200 Soldaten im Einsatz waren und dass alles in Ordnung ist. Sie wissen ganz genau, dass das Hochwasser 2002 12 000 Soldaten erfordert hat, die wir heute nicht mehr hätten. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Faul: Sie haben es ruiniert, Herr Scheibner! Sie haben das Heer ruiniert mit sinnlosen Einkäufen!) Darüber müssen wir diskutieren, meine Damen und Herren, denn Sie können nicht garantieren, dass ein derartiges Hochwasser nicht nächstes Jahr oder schon in wenigen Wochen wieder kommt.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Faul: Hoffentlich kommen nie mehr Leute wie Scheibner, nie mehr!
Wenn wir schon über die Flugzeuge reden, meine Damen und Herren, dann lassen Sie mich dazu sagen: Sie sind – aus parteipolitischen Gründen – zu Lasten der Sicherheit und zu Lasten des Bundesheeres einen schlechten Kompromiss eingegangen. Allein die Stornogebühren wären schon ein so hoher Betrag gewesen wie der, um den Sie jetzt reduziert haben; und nicht einmal das reduzierte Geld haben Sie für das Bundesheer eingefordert, aber das würde man sich von einem aktiven Verteidigungsminister erwarten. Wir hoffen, dass bald einmal Leute kommen werden – so wie es Toni Gaál gewesen ist –, die wirklich mit dem Herzen und mit dem Verstand hinter dem Bundesheer stehen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Faul: Hoffentlich kommen nie mehr Leute wie Scheibner, nie mehr!)
Abg. Scheibner: Wer sagt das? Der Bundesminister?
Abgeordneter Gerhard Köfer (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Herr Kollege Scheibner, in Ihrer Zeit als Verteidigungsminister hatten Sie maximal 12 000 Soldaten im Einsatz. Bei diesem Hochwassereinsatz sind 14 000 Soldaten zur Verfügung gestanden. – So viel zur Richtigstellung. (Abg. Scheibner: Wer sagt das? Der Bundesminister?) – Nehmen Sie es so hin, wie es ist!
Abg. Scheibner: Das stimmt aber nicht! Das ist nicht richtig!
Wir werden das sowohl auf nationaler Ebene brauchen – ich halte es immer für sinnvoll, Treibhausgasemissionen vor allem im Inland zu senken, denn das bringt Wertschöpfung, das generiert Arbeitsplätze und das macht Sinn, weil es unsere CO2-Basis hier senkt –, aber wir werden andererseits spätestens im Dezember dieses Jahres bei den Verhandlungen in Kopenhagen klarerweise auch Solidarität demonstrieren müssen und auch aufgefordert sein, für jene armen Länder der Welt, die am meisten unter dem Klimawandel leiden, ihn aber nicht verursacht haben – denn verursacht haben ihn zu nahezu 100 Prozent nur die reichen Länder (Abg. Scheibner: Das stimmt aber nicht! Das ist nicht richtig!) –, Töpfe zu dotieren, Ausgleichsfinanzierungen zu finden und Geld zur Verfügung zu stellen.
Abg. Scheibner: Und vor allem steuerfrei! Steuerfrei!
Etwas gewundert hat mich letztens, was in den Medien über die ÖBB zu lesen war, und zwar stand da am 3. Juli sinngemäß Folgendes: Gratistickets – Steuer in Millionenhöhe nachzuzahlen von den ÖBB. – Diesbezüglich wundert es mich, dass nicht darauf Bedacht genommen worden ist, diese Steuergeschichten zu regeln. Ich wundere mich aber auch, dass die ÖBB-Mitarbeiter nach wie vor gratis mit dem Zug unterwegs sein können – ich glaube, es gibt keinen anderen staatlichen Betrieb, wo noch solche Vergünstigungen an die Mitarbeiter ausgegeben werden. (Abg. Scheibner: Und vor allem steuerfrei! Steuerfrei!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Jury.
Wir sind jetzt daher sehr gespannt, wie die Bürgermeister hier im Hohen Haus und die Unternehmer der Regierungsparteien auf die Empfehlungen ihrer Interessenvertretungen agieren. – Oder brauchen wir keine Begutachtungen mehr? (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Jury.)
Abg. Dr. Matznetter: Na geh! Was sagt der Scheibner jetzt?
Wenn Sie ehrlich gewesen wären, hätten Sie nämlich sagen müssen: Schaffen wir das Neutralitätsgesetz ab, dann brauchen wir keine Abfangjäger! Wenn die SPÖ und die Grünen sagen: Wir sind neutral!, dann brauchen wir auch eine Luftraumüberwachung. Ich sage Ihnen, mit roten und grünen Luftballons wird das nicht gelingen. Das heißt, in dieser Debatte fehlen mir die Ehrlichkeit und die Konsequenz (Abg. Dr. Matznetter: Na geh! Was sagt der Scheibner jetzt?), Herr Kollege Matznetter, zur Landesverteidigung und auch zur Luftraumüberwachung zu stehen und dafür auch konkrete, faire und richtige Wege aufzuzeigen. Das haben Sie verabsäumt! (Abg. Dr. Matznetter: Der Scheibner ... 24 Stück! – Abg. Scheibner: 36! Ich wollte 36! Immer 36!) – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Der Scheibner ... 24 Stück! – Abg. Scheibner: 36! Ich wollte 36! Immer 36!
Wenn Sie ehrlich gewesen wären, hätten Sie nämlich sagen müssen: Schaffen wir das Neutralitätsgesetz ab, dann brauchen wir keine Abfangjäger! Wenn die SPÖ und die Grünen sagen: Wir sind neutral!, dann brauchen wir auch eine Luftraumüberwachung. Ich sage Ihnen, mit roten und grünen Luftballons wird das nicht gelingen. Das heißt, in dieser Debatte fehlen mir die Ehrlichkeit und die Konsequenz (Abg. Dr. Matznetter: Na geh! Was sagt der Scheibner jetzt?), Herr Kollege Matznetter, zur Landesverteidigung und auch zur Luftraumüberwachung zu stehen und dafür auch konkrete, faire und richtige Wege aufzuzeigen. Das haben Sie verabsäumt! (Abg. Dr. Matznetter: Der Scheibner ... 24 Stück! – Abg. Scheibner: 36! Ich wollte 36! Immer 36!) – Danke schön. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das mit den Einladungen ist wirklich interessant! Wir werden nicht überall eingeladen!
Außerdem – wie schon gesagt – arbeiten wir ja weiter. Ich habe vorhin meinen Kalender angesehen und kann nur sagen: Es geht weiter! Es geht in der Bezirksarbeit weiter, denn es gibt viele, die wünschen, dass wir an Festen und sonstigen Veranstaltungen teilnehmen. Vielleicht werden Sie (in Richtung BZÖ) nicht überall hin eingeladen – bei uns ist die Arbeit genug. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das mit den Einladungen ist wirklich interessant! Wir werden nicht überall eingeladen!)
Sitzung Nr. 33
Abg. Scheibner: Was heißt „eingeschwenkt“?
Aber auch ein zweiter Bereich, meine Damen und Herren, spielt dabei eine Rolle, der meiner Ansicht nach auch für die Zukunft dieses Hauses sehr spannend sein wird. Ich glaube, dass die Gespräche über dieses Gesetz ein Beitrag zu mehr politischer Kultur in diesem Hohen Haus waren. Natürlich war es für die Opposition verlockend, zu sagen: Jetzt haben wir euch, ihr beiden Regierungsparteien, jetzt braucht ihr uns, und jetzt können wir euch erpressen. – Die Regierung hat sich nicht erpressen lassen, und die Opposition ist letztlich auf sehr konstruktive Gespräche eingeschwenkt. (Abg. Scheibner: Was heißt „eingeschwenkt“?)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn von Skylink die Rede ist, dann sage ich Ihnen, wir haben in der letzten Sitzung vor der Sommerpause hier im Parlament einen Antrag eingebracht, Skylink prüfen zu lassen, aber weder die SPÖ noch die ÖVP waren bereit, hier mitzugehen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Jetzt tun Sie so, als ob Sie furchtbar einlenken würden und dass alles in Zukunft wesentlich besser würde, nur damit das BZÖ und die Grünen bei dem Unfug mitmachen, den Sie hier betreiben.
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Grosz: Die kommen gleich!
Meine Damen und Herren, ich bedanke mich vor allem beim Kollegen Scheibner, der heute hier Raiffeisen rehabilitiert hat. Ich kann mich erinnern, dass einige Male hier durchaus auch sehr kritische Töne von eurer Fraktion gekommen sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Grosz: Die kommen gleich!)
Abg. Scheibner: Nabucco!
Die OMV investiert morgen, übermorgen Hunderte Millionen Euro in iranische Gasfelder und in irakische Ölfelder (Abg. Scheibner: Nabucco!), und die österreichischen Solarenergieunternehmen, die technologisch Weltspitze sind, kämpfen um jeden Steuereuro, weil die inländische Nachfrage von der Bundesregierung und vom Finanzminister abgewürgt wird.
Abg. Scheibner: Das wäre schön!
nützt es Österreich, was nützt es den Menschen in unserem Land? (Abg. Scheibner: Das wäre schön!) – So etwas Ähnliches ist heute beim Amtshilfe-Durchführungsgesetz passiert (Abg. Kickl: „So etwas Ähnliches“!), und ich glaube, darauf können wir zu Recht stolz sein – mit einer Ausnahme, und das ist die FPÖ. (Abg. Kickl: Wir sind näher dran an den Interessen der Österreicher als Sie!)
Sitzung Nr. 35
Abg. Scheibner: Wenn Sie das sagen!
Die Frage ist aber vielmehr, ob der Herr Bundeskanzler bloß „dahinphilosophiert“ hat (Abg. Scheibner: Wenn Sie das sagen!) oder ob er sich bemüht hat, eine politische Gesamtsicht darzustellen, nämlich, dass es nicht ausschließlich darum geht, den Fokus auf einen bestimmten Zweig erneuerbarer Energien zu lenken, sondern auch darum, die Mittel, die wir zur Verfügung stellen, dort einzusetzen, wo die beste Wirkung erzielt wird.
Sitzung Nr. 37
Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das geht ja seit Jahren!
Wir geben sehr viel Steuergeld dafür aus, dass wir menschenrechtskonform, verfassungskonform und human Verfolgte schützen. Aber ich habe kein Verständnis dafür, wenn viele dieses System missbrauchen und sich mit falschen Angaben in unser System hineinschwindeln. Das neue Gesetz wird das unterbinden. Es hat gezeigt, dass wir effizienter werden, wenn es darum geht, jemanden in das Herkunftsland zurückzuführen. Jene beispielweise, die erst vorige Woche versucht haben, sich wieder in das 117. Verfahren hineinzukatapultieren, waren zwei Tage später wieder zurück im Kosovo. (Anhaltender Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das geht ja seit Jahren!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie dagegen, dass man das aufklärt?
Zweiter Punkt. Die Rede der Frau Innenministerin war (Ruf bei der ÖVP: Ausgezeichnet!) sehr typisch, nämlich Einwanderung wieder einmal als Sicherheitsthema. Hier geht es um Wohnungseinbrüche, hier geht es um Kriminalität. Und was nennt die Innenministerin wieder einmal? – Asylwerber als pauschal verdächtigte Gruppe, Asylwerber angeblich als pauschal kriminelle Gruppe. Sie redet von DNA-Tests und von Altersfeststellungen, von falschen Angaben bei den Asylbehörden. (Abg. Scheibner: Was haben Sie dagegen, dass man das aufklärt?)
Abg. Hörl: Gut zugehört! – Abg. Mag. Gaßner: Das kann auch an der Arbeit des Präsidenten liegen! – Abg. Mag. Scheibner: Dafür seid ihr beim Ökostrom umgefallen!
schon interessant gewesen, wie der Herr Klubobmann Cap heute den Rechnungshof und auch den Präsidenten gelobt hat. Manchmal darf man ja auch im Nachhinein gescheiter werden, und das ist durchaus eine Bestätigung dafür, dass das auch möglich sein kann. Das hat er heute bewiesen, der Herr Klubobmann Cap. (Abg. Hörl: Gut zugehört! – Abg. Mag. Gaßner: Das kann auch an der Arbeit des Präsidenten liegen! – Abg. Mag. Scheibner: Dafür seid ihr beim Ökostrom umgefallen!)
Abg. Scheibner: Die, die hier nicht Steuer zahlen wollen, ...!
Auch zu den sonstigen Rechtfertigungen, dass jetzt in Finanzstrafverfahren Auskunft erteilt werden könne, ist zu sagen: Auch das war bis jetzt bereits Gesetzeslage. (Abg. Scheibner: Die, die hier nicht Steuer zahlen wollen, ...!) Dafür hätte es keine Aufweichung des Bankgeheimnisses geben müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Für die Ausländer das Bankgeheimnis!
Ja, das ist eben der Kompromiss, dem Sie so leichtfertig nachgegeben haben. Das sage ich ja. Ich bin froh, dass ich nicht dabei war, das Bankgeheimnis dafür zu opfern, dass man jetzt eine „Lex Skylink“ macht, die sowieso gekommen wäre. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Für die Ausländer das Bankgeheimnis!) – Herr Kollege Scheibner! Das haben Sie wieder nicht verstanden. Die Ausländer, die in Österreich leben, sind jetzt genauso geschützt oder eben nicht geschützt wie bisher. (Abg. Grosz: Für die Russenmafia! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Seid ihr jetzt dafür oder dagegen?
Aus meiner Sicht ist das eine Selbstverständlichkeit! Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, dass man da in einem Gegengeschäft – man sagt auch „Kuhhandel“ dazu – Rechnungshofprüfung gegen Verlust des Bankgeheimnisses getauscht hat. Das verstehe ich nicht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Seid ihr jetzt dafür oder dagegen?)
Beifall der Abgeordneten Hagen und Scheibner.
Eines muss schon klar sein: Der Bürger ist der Hafter, und der Hafter ist somit der Zahler. Die abgehobenen Banken werden letztendlich vom Hafter, dem Bürger, bezahlt. Und niemand versteht diese Entscheidungen der Politik. (Beifall der Abgeordneten Hagen und Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Warum wehren Sie sich dann gegen die Kontrolle? Kontrolle ist ja etwas Gutes!
Ich glaube, es geht einfach darum, dass wir unsere Gemeinden, die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Basis für die Entwicklung unseres Landes sind, auf einen guten und gemeinsamen Weg mitnehmen und dass wir nicht öffentlich die Gemeinden schlechtmachen, denn es sind immerhin Menschen, die da im Ehrenamt und mit viel Verantwortung arbeiten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Warum wehren Sie sich dann gegen die Kontrolle? Kontrolle ist ja etwas Gutes!) – Kollege Scheibner, wir bekennen uns zur Kontrolle, gemeinsam mit Beratung.
Abg. Scheibner: Wenn der Bericht veröffentlicht wird?!
Wie gesagt, ich habe das in meiner Heimatgemeinde auch nicht als Mehrarbeit, sondern das Prüfungsorgan als eine Ergänzung gesehen. Und wenn man es so sieht, dass es genau dort eine Ergänzung ist, weil der Rechnungshof dort beginnt, wo der Prüfungsausschuss mit seiner Tätigkeit aufhört, dann muss man sagen: Das ist ein Vorteil! Auch in der Privatwirtschaft würde kein Unternehmen ein kostenloses Controlling, das es zusätzlich bekommen könnte – sprich: eine Kontrolleinheit, die gratis ins Unternehmen kommt und dieses prüft –, ablehnen. Nur die Bürgermeister diskutieren darüber, ob man es ablehnt oder nicht. (Abg. Scheibner: Wenn der Bericht veröffentlicht wird?!)
Abg. Scheibner: Ist ja auch nicht notwendig! Ist ein Geschäftsordnungsantrag!
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Vorweg ein paar Bemerkungen zum Antrag: Ich habe noch nie einen Misstrauensantrag mit solch einer Leere gesehen – darin stimme ich mit Ihnen überein, Herr Strutz (Zwischenruf des Abg. Bucher) –, nämlich nicht ein Wort der Begründung des Misstrauens in diesem Antrag! (Abg. Scheibner: Ist ja auch nicht notwendig! Ist ein Geschäftsordnungsantrag!) Es wäre schön, wenn Sie ihn wenigstens begründen könnten – aber vielleicht können Sie das auch gar nicht.
Abg. Scheibner: Das ist natürlich Aufgabe des Ministers! Was denn sonst?!
Ich möchte aber nun etwas näher darauf eingehen. Was hat die Schweinegrippe, was hat die AGES, was hat die e-Medikation, was haben Medikamentenpreise, was hat das Hauptverbandpapier, was hat ein Unvermögen, etwas zu durchschauen, was haben die Kapitalerträge mit einer umfassenden Gesundheitsreform zu tun? – Leider: Nicht genügend, setzen! (Abg. Scheibner: Das ist natürlich Aufgabe des Ministers! Was denn sonst?!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Warum bringen Sie keinen ein?
Nun zum eigentlichen Thema. – Wir haben heute hier eine Dringliche Anfrage zum Thema Gesundheit, wo auch der Herr Bundesminister bezüglich vielem, was er tut oder was er eben nicht getan hat, kritisiert wird. Vieles kann man unterstreichen. Ja, es ist also nicht der Überschwang, den der Herr Bundesminister für Gesundheit hier gemacht hat – das kann man allerdings für die gesamte Regierung sagen. Mir ist nicht ganz klar, warum es hier einen Misstrauensantrag gegen den Bundesminister für Gesundheit gibt, denn genauso gut könnte man hier gegen jeden anderen Bundesminister einen Misstrauensantrag stellen. Sie haben es wahrscheinlich selbst nicht gewusst, deshalb haben Sie es auch nicht kritisiert und nicht begründet. Wenn es einen Misstrauensantrag gibt, dann, bitte schön, gegen Herrn Bundeskanzler Faymann, denn dieser ist nämlich der wirklich Verantwortliche. Er ist der Chef dieser Regierung, die hier überhaupt nichts zustande bringt! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Warum bringen Sie keinen ein?)
Abg. Ursula Haubner: Was hat das mit Misstrauen zu tun? – Abg. Scheibner: Das ist kein Amt für einen Beamten!
Sehr geehrte Damen und Herren vom BZÖ, gerade Ihre Fraktion hat es notwendig, einem Minister, der seit zehn Monaten im Amt ist und ordentlich seine Arbeit macht, das Misstrauen auszusprechen. (Abg. Ursula Haubner: Was hat das mit Misstrauen zu tun? – Abg. Scheibner: Das ist kein Amt für einen Beamten!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Petzner.
Der Herr Westenthaler, ein verurteilter Sicherheitssprecher im Nationalrat; Herr Strutz, der seine Unterhaltungszahlungen nicht leistet (Abg. Ursula Haubner: Was hat das mit Gesundheit zu tun?), und Herr Stadler, der Parallelen zwischen der Fristenregelung und den NS-Vernichtungslagern zieht – das sind wirklich „absolut vertrauenswürdige“ Politiker des BZÖ, die wir hier sitzen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Petzner.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: War das so selbstverständlich, dass du bei der FPÖ bleibst?
Also ein wahres Wort: Ihr habt in euren Reihen jemanden sitzen, nämlich den Ewald Stadler, der immer recht hat. Der Ewald hat immer recht. Er hat einmal gesagt, ihr seid ein Haufen von Freimaurern und warmen Brüdern. Das ist eure Gesinnung, meine Damen und Herren, dass ihr so beliebig seid: Einmal auf dieser Seite, dann auf der anderen Seite, dann dafür, dann dagegen. Das macht euch wirklich unglaubwürdig. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: War das so selbstverständlich, dass du bei der FPÖ bleibst?) – Herbert, bitte. Aber der Wähler hat euch die Antwort gegeben: 1,2 Prozent – aus meiner Sicht zu viel, aber das habt ihr verdient.
Abg. Scheibner: Dann wären wir auch in der gleichen Partei!
Herr Scheibner, ich bin nicht Ihrer Meinung, wenn Sie sagen, es ist kein guter Tag für die Ökostromanlagen. Ich meine, es ist ein guter Tag für die zukünftigen Ökostrombetreiber. (Abg. Scheibner: Dann wären wir auch in der gleichen Partei!) – Das ist klar! Sie haben aber auch gute Vorschläge gemacht, die in ein neues Ökostromgesetz einfließen sollen. Da erwarten wir spannende Diskussionen in der Zukunft.
Abg. Dr. Jarolim: Aber das interessiert doch keinen Menschen mehr! – Abg. Scheibner: Das glaube ich schon, dass Sie das nicht interessiert ...!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Prähauser. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Aber das interessiert doch keinen Menschen mehr! – Abg. Scheibner: Das glaube ich schon, dass Sie das nicht interessiert ...!)
Sitzung Nr. 39
Abg. Scheibner: Wer hat denn das wieder aufgeschrieben?
Was hat die FPÖ in diesen fünf Jahren für die Arbeitslosen getan? (Abg. Riepl: Überhaupt nix!) Wir hatten in den Jahren 2004 und 2005 360 000 arbeitslose Menschen, so viele wie noch nie (Abg. Mag. Stadler: Dank SPÖ! Dank der Sozialdemokratie!), so viele, wie wir wahrscheinlich nie mehr erreichen werden. Was haben Sie getan? – Nichts! Wir in dieser Bundesregierung haben die Antwort heuer gegeben mit einem Rekordbudget von 1,4 Milliarden €. Wir konnten bereits 455 000 Menschen neue Jobs vermitteln (Abg. Scheibner: Wer hat denn das wieder aufgeschrieben?) und durch unsere Arbeitsmarkt- und Konjunkturpakete 100 000 Jobs retten. Das sind Leistungen in der größten Finanzkrise. (Beifall bei der SPÖ sowie Bravoruf des Abg. Riepl.)
Abg. Strache: Das ist Landeshauptmannkompetenz! Ihr Bürgermeister Häupl hat die Landeshauptmannkompetenz! – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich! Bleiben Sie bei der Wahrheit! Das war Ihr Gesetz, das wir dann geändert haben!
Sie kritisieren überproportionale Einbürgerungen. Derzeit – beziehungsweise im Jahr 2008 – haben wir 10 200, während Ihrer Regierungsbeteiligung waren es 34 876. (Abg. Strache: Das ist Landeshauptmannkompetenz! Ihr Bürgermeister Häupl hat die Landeshauptmannkompetenz! – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich! Bleiben Sie bei der Wahrheit! Das war Ihr Gesetz, das wir dann geändert haben!)
Abg. Scheibner: Haben Sie die Transferleistungen auch gerechnet?
Im Jahr 2008 haben die Sozialversicherungsbeiträge aller ausländischen unselbständig Beschäftigten 2,2 Milliarden € an Einnahmen gebracht, die Ausgaben für die gleiche Personengruppe betrugen 1 Milliarde €. (Abg. Weinzinger: Das „glaube“ ich Ihnen! – Abg. Strache: Dann sollte das Budget gefüllt sein!) Sie können das alles nachrechnen; kein Problem! Für alle anderen monetären Sozialleistungen haben ausländische Arbeitnehmer im Jahr 2008 rund 2 Milliarden € eingezahlt, die Leistungen, die sie für diese Sozialleistungen bezogen haben, haben 1,7 Milliarden ausgemacht. – Nach Adam Riese: ein Zahlungsplus von 1,5 Milliarden, und diese 1,5 Milliarden landen in den diversen Sozialversicherungen. (Abg. Scheibner: Haben Sie die Transferleistungen auch gerechnet?) Ginge es nach Ihren Plänen, müssten die Österreicherinnen und Österreicher um 1,5 Milliarden mehr einzahlen, damit das gleiche Leistungsniveau aufrechterhalten werden kann.
Abg. Scheibner: Die FPÖ ist eigentlich daran interessiert, dass ...!
Aber diese Sitzung bietet uns auch die Gelegenheit dazu, den Unterschied herauszuarbeiten, wie auf der einen Seite die Regierungsparteien dieses Thema angehen und wie auf der anderen Seite die Opposition, insbesondere die FPÖ, mit diesem Thema umgeht. (Abg. Scheibner: Die FPÖ ist eigentlich daran interessiert, dass ...!)
ironische Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Scheibner: Peinlich!
Ich berichtige hiermit: Ich habe am Beginn, vor der Rede des Vizekanzlers, höflicherweise geklatscht (ironische Heiterkeit beim BZÖ – Abg. Scheibner: Peinlich!), als alle – dort ist auch mein Kollege Kogler gesessen – am Beginn der Rede, im Rahmen der Begrüßung geklatscht haben. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Während der gesamten restlichen Rede habe ich kein einziges Mal mehr geklatscht, genauso wie der Herr Kollege Kogler, der auch nicht mehr geklatscht hat.
Sitzung Nr. 40
Abg. Ing. Westenthaler: So etwas von Überheblichkeit! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Jetzt ist es auch so, da es immer davon abhängt, wann das Fernsehen dabei ist, dass wir so fair sind und während der Fernsehzeit sogar alle fünf Parteien dieselbe Redezeit bekommen. Das ist abweichend von der Geschäftsordnung ein Entgegenkommen der größeren Parteien gegenüber den kleineren. (Abg. Ing. Westenthaler: So etwas von Überheblichkeit! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das muss man schon einmal festhalten! (Abg. Dr. Graf: Das ist ein Gesetz! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Überheblichkeit ...!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Setzen Sie sich nieder! – Abg. Dr. Graf: Das ist unerhört! Da geht es darum, wann etwas besprochen wird! Das stimmt überhaupt nicht, was Sie da sagen!
Abgeordnete Mag. Alev Korun (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Gäste auf der Galerie und vor den Bildschirmen! Was das BZÖ und die FPÖ mit dieser Einwendungsdebatte vorhaben, ist mehr als durchsichtig: Sie wollen – entgegen den Vereinbarungen, die auch von Ihren Fraktionen unterschrieben wurden – Ihr Gift in der Fernsehsendezeit aussprühen, damit die Gesellschaft mehr gespaltet wird, damit sie noch mehr, als Sie das jetzt schon tun, auf der Menschenwürde von einer Gruppe von Menschen herumtrampeln können. Das ist Ihr einziges Ziel! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Setzen Sie sich nieder! – Abg. Dr. Graf: Das ist unerhört! Da geht es darum, wann etwas besprochen wird! Das stimmt überhaupt nicht, was Sie da sagen!)
Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder falsch verstanden! Sie sollten einmal zuhören!
Sie sind unfähig (Abg. Scheibner: Das haben Sie schon wieder falsch verstanden! Sie sollten einmal zuhören!), sich an die Vereinbarungen in diesem Hohen Haus zu halten.
Abg. Scheibner: Sie sollten zuhören!
Die Papiere, die Sie als Fraktionen unterschrieben haben, gelten für Sie offensichtlich nichts. (Abg. Scheibner: Sie sollten zuhören!) Und über den Anlassfall haben wir genug gehört.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie verwechseln jetzt Missbrauch!
Die Europäische Menschenrechtskonvention steht im Verfassungsrang in unserem Lande – und das ist gut so. Das heißt, wir haben uns als Republik verpflichtet, Menschen, die Schutz suchen, Schutz zu gewähren und Menschenrechte nicht mit den Füßen zu treten, sondern Menschenrechte zu beachten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie verwechseln jetzt Missbrauch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben die zu verantworten, die wir jetzt haben!
Geben Sie sich einen Ruck und lassen Sie nicht zu, dass Asylwerber ihrer Rechte beraubt werden und dass Integration weiterhin verunmöglicht wird – sonst haben Sie die Probleme zu verantworten, die unser Land in den nächsten Jahren ganz massiv haben wird! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie haben die zu verantworten, die wir jetzt haben!)
Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da schon wieder? Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Wollen Sie das Parlament in Schubhaft nehmen? Das hat der Herr Dollfuß das letzte Mal gemacht! – Weitere heftige Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.
Wenn wir heute das Schubhaftzentrum hier hätten – das würde einem vielleicht gut tun, einmal da drinnen zu sein –, wenn wir da nach Schwechat fahren, wären wir länger unterwegs, denn wenn wir im Stau sind, brauchen wir wesentlich länger. (Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da schon wieder? Das ist ja unglaublich! – Abg. Grosz: Wollen Sie das Parlament in Schubhaft nehmen? Das hat der Herr Dollfuß das letzte Mal gemacht! – Weitere heftige Zwischenrufe bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen! Auch der Präsident sollte zuhören, wenn einer vom Rednerpult aus redet!
Präsident Fritz Neugebauer: Da das Stenographische Protokoll üblicherweise auch Zwischenrufe aufnimmt, werden wir beide Seiten beleuchten können. (Abg. Scheibner: Sie hätten zuhören sollen! Auch der Präsident sollte zuhören, wenn einer vom Rednerpult aus redet!)
Abg. Scheibner: Allgemein in den Raum gesprochen!
Herr Kollege Scheibner, war das an mich gerichtet? (Abg. Scheibner: Allgemein in den Raum gesprochen!)
Abg. Scheibner: Oberlehrer!
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Ich bin überrascht, wie sensibel Herr Kollege Grosz reagiert, wenn ihm jemand – ob es nun gesagt wurde oder nicht – Schubhaft wünscht. Sie stehen ständig draußen und wünschen irgendwelchen Menschen Schubhaft, die sich nichts zuschulden kommen haben lassen! (Abg. Ing. Westenthaler: Kriminelle!) Nein, nicht nur Kriminelle, sondern generell. Sie wollen die Ausweitung der Schubhaftgründe für Unbescholtene. Da sind Sie vollkommen unsensibel. Aber wenn es Sie trifft, dann werden Sie sensibel, denn Sie sind Abgeordneter dieser Republik. (Abg. Scheibner: Oberlehrer!)
Abg. Scheibner: Es sind ja nur 86 Prozent ...!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frauen Ministerinnen! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Hohen Hauses! Auch wir sind der Meinung, dass Straffälligkeit zu ahnden ist – das gilt für Inländer und für Ausländer. Auch wir sind der Meinung, dass unrechtmäßig gestellte Asylanträge abgelehnt werden sollen – auch da sind wir sicher einer Meinung –; wir sind aber mit manchen Rednerinnen und Rednern nicht derselben Meinung, dass alle AsylwerberInnen generell kriminell sind (Abg. Scheibner: Es sind ja nur 86 Prozent ...!), und wir stehen, Herr Kollege Scheibner, für faire Verfahren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Kickl: Polemisch sind immer die anderen! – Abg. Grosz: Und bei den Blauen gibt es keinen, ...? – Abg. Scheibner: ..., wenn ich polemisch werde!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Gewalt ist Gewalt, eine strafbare Handlung ist immer eine strafbare Handlung und soll auch strafrechtlich verfolgt werden und Polemik ist immer Polemik. – Das zu Herrn Kapeller, zu Herrn Grosz und auch zu Herrn Scheibner (Abg. Kickl: Polemisch sind immer die anderen! – Abg. Grosz: Und bei den Blauen gibt es keinen, ...? – Abg. Scheibner: ..., wenn ich polemisch werde!), denn: Wenn ein negativer Bescheid ausgestellt wird, heißt das doch noch lange nicht, dass das zuständige Recht missbräuchlich verwendet wurde, sondern dass ein Antrag, der mit bestem Wissen und Gewissen gestellt wurde, negativ beschieden wurde. Das kann im Baurecht genauso sein und in anderen Rechtsbereichen auch. Sie sagen, ein negativer Bescheid bedeutet automatisch Missbrauch. Wir sagen dazu ganz klar: Nein, das ist es nicht! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Kapeller: Die Quote bedeutet „in letzter Instanz!“)
Abg. Scheibner: Wieso wolltet ihr dann keine Einigung?
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Bundesminister! Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es war und ist kein Lippenbekenntnis zum Jubiläumsjahr. (Abg. Scheibner: Wieso wolltet ihr dann keine Einigung?) Wir wissen ganz genau, dass wir weiterhin die Geschichte erforschen müssen, aufklärend tätig sein müssen, und ich bedanke mich recht herzlich bei jenen, die die Ausstellung „Was damals Recht war ...“ organisiert und auch durchgeführt haben.
Abg. Scheibner: Kollege, die sind aber schon aufgehoben!
Oder die Urteile der Erbgerichtshöfe? Die Anordnungen von Zwangssterilisierungen? (Abg. Scheibner: Kollege, die sind aber schon aufgehoben!) – Auch die werden jetzt erfasst, Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Nein, die sind schon aufgehoben!) – Nein.
Abg. Scheibner: Nein, die sind schon aufgehoben!
Oder die Urteile der Erbgerichtshöfe? Die Anordnungen von Zwangssterilisierungen? (Abg. Scheibner: Kollege, die sind aber schon aufgehoben!) – Auch die werden jetzt erfasst, Kollege Scheibner. (Abg. Scheibner: Nein, die sind schon aufgehoben!) – Nein.
Abg. Scheibner: Dazu würden wir das Gesetz nicht brauchen!
FPÖ und BZÖ könnten sich auch noch in den letzten Minuten einen Ruck geben mitzustimmen, und dazu könnte vielleicht beitragen, dass ich darauf hinweise, dass sowohl Kollege Weinzinger als auch Kollege Wittmann in ihren Reden insofern einem Denkfehler unterlagen, als sie meinten, wir würden jetzt die Urteile wegen Desertion aufheben. Liebe Kollegen! Das ist bereits im Jahr 1945 geschehen. (Abg. Scheibner: Dazu würden wir das Gesetz nicht brauchen!) Sämtliche Urteile wegen Desertion und alle zugehörigen Mischurteile wurden bereits 1945 aufgehoben. Das Einzige, was übrig bleibt oder blieb, war, dass diese Urteile auch im Nachhinein noch einmal einer möglichen Überprüfung unterlagen. Jetzt kommt hier eine generelle Rehabilitierung zum Tragen.
Sitzung Nr. 41
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Gradauer –: Der Herr Strache könnte Ihnen das sagen!
Ich halte es für von ganz entscheidender Bedeutung für das Projekt Österreich, an diesem Wendepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise die Dinge offen anzusprechen – dort, wo Dinge aus dem Ruder laufen, zu korrigieren, dort, wo richtige Maßnahmen da sind, diese zu unterstützen. (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Gradauer –: Der Herr Strache könnte Ihnen das sagen!) Das hat eine große Bandbreite, geht über die Frage eines künftigen effizienten öffentlichen Mitarbeiters der Republik bis hin zur Frage, wie das Pensionssystem der Zukunft denn ausschaut. Da haben wir viele Themen auf dem Tisch liegen.
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, der Herr Minister möchte die Frage noch beantworten! Sie haben ihn unterbrochen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen nun zur Anfrage 42/M. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, der Herr Minister möchte die Frage noch beantworten! Sie haben ihn unterbrochen!) – Herr Vizekanzler, habe ich Sie wirklich unterbrochen? (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Ich kann gerne noch etwas sagen, wenn Sie das wünschen!) – Nein, ich habe ihn nicht unterbrochen.
Sitzung Nr. 45
Abg. Scheibner: Haben Sie nichts selber zum Sagen, müssen Sie da jetzt vorlesen?
(Abg. Scheibner: Haben Sie nichts selber zum Sagen, müssen Sie da jetzt vorlesen?)
Abg. Scheibner: Hauptsache Sie!
Ich bin Ihnen wirklich dankbar für diese unglaubliche Vorführung, wie wenig ernst Sie zum Ersten junge Menschen nehmen (Abg. Scheibner: Hauptsache Sie!), wie wenig ernst Sie wirklich Inhalte nehmen. Es geht Ihnen nicht um Inhalte, Sie haben überhaupt keine Inhalte, es geht Ihnen immer nur rein um Populismus. Dieses peinliche Schauspiel entlarvt Sie, das ist wunderbar. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da müssen Sie bessere Redner runterschicken! Die Menschen sind nach der Rede von Frau Abgeordneter Bayr aus dem Saal geflohen!
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wenn ich mir anschaue, wie wenig Leute auf der Galerie Platz genommen haben, muss ich sagen, das ist eigentlich traurig und ein Spiegelbild dessen, dass das Thema Klimaschutz relativ wenig Interesse hervorruft. (Abg. Scheibner: Da müssen Sie bessere Redner runterschicken! Die Menschen sind nach der Rede von Frau Abgeordneter Bayr aus dem Saal geflohen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie gegen den Beitritt Kroatiens?
Mit Tschechien ist es ja noch nicht erledigt, meine Damen und Herren, als Nächstes wird Kroatien kommen, und dann wird das Gleiche wieder neu losgehen mit den AVNOJ-Dekreten. Und da bin ich neugierig, ob Sie dann für die österreichische Bevölkerung etwas tun werden oder ob Sie sich dann wieder hinlegen und sagen, ich kann nichts tun. Dann biete ich Ihnen an: Lassen Sie das Volk entscheiden! Stehen Sie zu Ihrer Entscheidung, einen Volksentscheid herbeizuführen, eine Volksbefragung zu machen! Dann werden Sie sehen, wie die Bevölkerung entscheidet und wie sehr unsere Heimatvertriebenen unter dieser Regierung verraten und verloren sind. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Sind Sie gegen den Beitritt Kroatiens?)
Heiterkeit des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Das ist gut: „Totgesagte leben länger“! – Das haben wir noch gar nicht gewusst, dass Sie schon totgesagt sind!
Dass Sie sich um die SPÖ so große Sorgen machen – das brauchen Sie nicht. Unsere Probleme regeln wir uns selbst, und Totgesagte leben länger! Keine Sorge! Wir machen uns wirklich keine Sorgen um unsere Befindlichkeiten. (Heiterkeit des Abg. Scheibner. – Abg. Scheibner: Das ist gut: „Totgesagte leben länger“! – Das haben wir noch gar nicht gewusst, dass Sie schon totgesagt sind!)
Abg. Scheibner: Na Moment! Das war ernsthaft! – Abg. Grosz: Er kennt sich aus!
Nun aber zur ernsthaften Thematik (Abg. Scheibner: Na Moment! Das war ernsthaft! – Abg. Grosz: Er kennt sich aus!), den zwei Anträgen betreffend den Mutter-Kind-Pass der Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein: Der Mutter-Kind-Pass mit den vorgesehenen Untersuchungen ist ein wichtiger Teil unseres Systems, daran kann nicht gerüttelt werden, und er ist auch ein wichtiger Teil in Richtung Vorsorge.
Abg. Scheibner: Was ist mit der Kapitalgarantie?
Den Punkt, der hier angesprochen worden ist, nämlich die Möglichkeit zu wechseln, halte ich persönlich auch für sehr, sehr wichtig, denn um überhaupt einen funktionierenden Wettbewerb, einen funktionierenden Markt entstehen zu lassen, muss es eine Wechselmöglichkeit geben. Die jetzige Situation ... (Abg. Scheibner: Was ist mit der Kapitalgarantie?)
Abg. Scheibner: Aber ich frage Sie!
Kapitalgarantie bei Pensionskassen? – Bitte um Entschuldigung, wenn ich Sie daran erinnern darf, Sie waren hier, glaube ich, Klubobmann, als die Mindestertragsgarantie gestrichen wurde für Pensionskassen. (Abg. Scheibner: Aber ich frage Sie!) Das müssen Sie jetzt mit sich selbst und mit Ihrem eigenen Gewissen ausmachen, wieso Sie damals die Mindestertragsgarantie gestrichen haben. Die wäre nämlich noch mehr gewesen als eine Kapitalgarantie. Da waren Sie hier Klubobmann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann führt sie wieder ein! Mein lieber Freund, Sie reden alle nur obergescheit daher!) Geh, bitte!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann führt sie wieder ein! Mein lieber Freund, Sie reden alle nur obergescheit daher!
Kapitalgarantie bei Pensionskassen? – Bitte um Entschuldigung, wenn ich Sie daran erinnern darf, Sie waren hier, glaube ich, Klubobmann, als die Mindestertragsgarantie gestrichen wurde für Pensionskassen. (Abg. Scheibner: Aber ich frage Sie!) Das müssen Sie jetzt mit sich selbst und mit Ihrem eigenen Gewissen ausmachen, wieso Sie damals die Mindestertragsgarantie gestrichen haben. Die wäre nämlich noch mehr gewesen als eine Kapitalgarantie. Da waren Sie hier Klubobmann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann führt sie wieder ein! Mein lieber Freund, Sie reden alle nur obergescheit daher!) Geh, bitte!
Abg. Dr. Jarolim: Das muss man dem Herrn Scheibner erklären!
wird nicht funktionieren aufgrund der demographischen Entwicklung und aufgrund der Entwicklungen, die absehbar sind. (Abg. Dr. Jarolim: Das muss man dem Herrn Scheibner erklären!)
Abg. Scheibner: Was haben Sie gemacht, Herr Staatssekretär?
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Herr Präsident! Wenn der damalige Herr Klubobmann sich ans Rednerpult stellt und sagt, er könne sich nicht erinnern, dann gestehe ich eine Entschuldigung nicht zu. Sie sollten wissen, was Sie tun! (Abg. Scheibner: Was haben Sie gemacht, Herr Staatssekretär?)
Abg. Scheibner: Haben Sie es geändert?
Vor der zweiten Lesung, 2 Minuten vor Schluss, herzugehen und 350 000 Menschen, die eingezahlt haben, die Garantie für ihr Geld ihrer Pension wegzunehmen, was bedeutet hat, dass von ihrem angesparten Vermögen im Schnitt 17 Prozent mit einem Federstrich beseitigt wurden (Abg. Scheibner: Haben Sie es geändert?), und dann zu sagen: Ich entschuldige mich!, und gleich zu fragen: Warum haben Sie das hinter uns nicht gleich wieder ausgeputzt, als Sie an die Regierung gekommen sind?, ist keine Art!
Abg. Scheibner: Gar nichts haben Sie gemacht!
Ich sage Ihnen eines, Herr Kollege Scheibner: Wir haben in unserem Regierungsprogramm als einen der ersten Punkte hineingeschrieben, dass wir versuchen werden, in diesem Bereich das auszubessern. (Abg. Scheibner: Gar nichts haben Sie gemacht!) Wir haben jetzt eine Korrektur in Vorlage und Vorbereitung. Es ist nur nicht so einfach, dies zu korrigieren! Sie haben etwas gemacht, was wir jetzt nicht einfach ausbügeln können. (Zwischenruf der Abg. Haubner.) Und so haben Sie regiert: Sie haben nicht nachgedacht, was morgen passiert!
Sitzung Nr. 46
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, jetzt haben Sie ihn aus dem Konzept gebracht! – Abg. Grosz: Jetzt ist alles im Eimer!
Wir haben derzeit ein Pyrotechnikgesetz aus dem Jahre 1974, und es soll an und für sich dieses Gesetz neu ausgerichtet und an die EU-Vorgaben angepasst werden. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, jetzt haben Sie ihn aus dem Konzept gebracht! – Abg. Grosz: Jetzt ist alles im Eimer!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Und was wollen Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Werbung!
Nun zum Antrag des BZÖ betreffend Abstandnahme vom Projekt eines Schubhaftzentrums in Leoben. Diesen Antrag haben wir dreimal im Innenausschuss behandelt. In einem Punkt schließe ich mich der Rede des Kollegen Kößl an, und zwar, dass es eigentlich sehr widersprüchlich ist, auf der einen Seite Massenabschiebungen zu fordern, und dann, wenn von der Innenministerin ein Schubhaftzentrum in Angriff genommen wird – dazu mag man stehen, wie man will –, zu sagen: Hier nicht und dort nicht, und hier nicht und dort nicht, und es darf nicht sein. Sie sind diejenigen, sehr geehrte Damen und Herren vom BZÖ und auch von der FPÖ, die Massenabschiebungen fordern! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Und was wollen Sie? – Abg. Ing. Westenthaler: Danke für die Werbung!)
Abg. Weinzinger: Das hätte schon vor neun Jahren passieren sollen! Das wissen Sie ganz genau! Ungeheuerlich, was Sie da verzapfen! – Abg. Scheibner: Das ist der Skandal, dass es so lange dauert, dass die Verfahren so lange dauern! Da haben Sie vollkommen recht! Man hätte gleich abschieben müssen!
Was mit dieser Familie jetzt passieren soll, ist, dass an ihr offensichtlich ein Exempel statuiert werden soll, weil es offensichtlich nicht nur um diese Familie geht, sondern um viele Familien, die seit sechs, sieben, acht, neun Jahren im Asylverfahren sind, großteils ... (Abg. Weinzinger: Das hätte schon vor neun Jahren passieren sollen! Das wissen Sie ganz genau! Ungeheuerlich, was Sie da verzapfen! – Abg. Scheibner: Das ist der Skandal, dass es so lange dauert, dass die Verfahren so lange dauern! Da haben Sie vollkommen recht! Man hätte gleich abschieben müssen!) Es ist teilweise ein menschenrechtlicher Skandal, dass es so weit gekommen ist, da gebe ich Ihnen recht.
Abg. Scheibner: Auch das ist ein Skandal!
Ich bringe Ihnen ein konkretes Beispiel. Ich habe letzte Woche mit einem jungen Asylwerber aus Afghanistan gesprochen, der seit sechs Jahren da ist. Dieser Mann wurde von einer österreichischen Familie adoptiert und lebt mit ihr zusammen. Ein Bekannter von ihm, der mit ihm gemeinsam aus Afghanistan gekommen ist und einen Asylantrag gestellt hat, wartet seit sechs Jahren auf seine erste Einvernahme durch das Bundesasylamt. (Abg. Scheibner: Auch das ist ein Skandal!) Auch das gibt es, meine sehr geehrte Damen und Herren.
Abg. Scheibner: Aber nicht fünf Mal berufen, damit es möglichst lange dauert!
müssen warten, bis ein Bescheid kommt –, so ist das eigentlich Rechtsverweigerung. (Abg. Scheibner: Aber nicht fünf Mal berufen, damit es möglichst lange dauert!)
Abg. Scheibner: „Super“ integriert!
Ich frage mich: Wer in unserem Land soll etwas davon haben, wenn eine mustergültig integrierte Familie (Abg. Scheibner: „Super“ integriert!), wenn ein 17-jähriges Mädchen und zwei andere minderjährige Kinder, die keine andere Heimat als Österreich kennen (Abg. Weinzinger: Wo das alle machen!), die den Großteil ihres Lebens hier verbracht haben, wenn diese Leute um jeden Preis aus diesem Land rausgerissen und um jeden Preis abgeschoben werden sollen? (Rufe beim BZÖ: Unerträglich!) Wem bringt das etwas, außer vielleicht der Frau Innenministerin, die sich offensichtlich mit diesem Fall zu profilieren versucht, die versucht zu zeigen, dass sie genauso hart sein kann wie die FPÖ und das BZÖ? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Das ist doch eine Frechheit, was Sie da bringen!
(Abg. Scheibner: Das ist doch eine Frechheit, was Sie da bringen!)
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Das ist eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen! Da muss man eingreifen!
„Sind wir heute in unserem Staat schon wieder in einer ähnlichen Situation?“ (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Das ist eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen! Da muss man eingreifen!) „Sie handeln – wie Sie sagen – dem Gesetz entsprechend. Kennen wir nicht alle die Sätze: ,Ich habe nur meine Pflicht getan‘ oder ,Wir haben ein Gesetz und nach dem muß er sterben‘ zur Genüge?“ (Abg. Mag. Stadler: Das braucht sich die Frau Ministerin nicht gefallen zu lassen! Das ist degoutant!) „Steht das Gesetz wirklich über der Menschlichkeit? Ist die Selbstmorddrohung des Mädchens wirklich ein Erpressungsversuch“ (anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ) „oder eine Verzweiflungsäußerung? Stellen Sie sich bitte Ihr weiteres Leben nach Ihrem kurzen Ministerdasein mit der Belastung vor, wenn das Mädchen diese Drohung in die Tat umsetzt!“ (Abg. Rädler: Erpressung!) „Immer noch hat eine Entscheidung gegen die Menschlichkeit – auch wenn sie gesetzeskonform war – eine nachhaltige Rückwirkung auf den Entscheidungsträger gehabt – so dieser ein Gewissen hat.“ (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Schauen Sie sich die Zustände an!
Lassen Sie mich auch als regionaler Abgeordneter aus dem Bezirk Baden Folgendes sagen: Seit 1956 trägt unser Bezirk die größte Last in dieser Republik, aber eines schreiben Sie sich ins Stammbuch, Herr Kollege Westenthaler: Bis heute sind wir sachlich geblieben. Wir haben sachlich um Lösungen gekämpft, wir haben ehrlich um Verständnis geworben, aber die Leute haben wir nicht hysterisch gemacht. Das Einzige, das ihr zusammenbringt, ist, Ängste zu schüren! (Abg. Scheibner: Schauen Sie sich die Zustände an!)
Abg. Scheibner: Wo ist eure Klubobfrau?! Die ist überhaupt nie da! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Eines muss man schon sagen: Wir Abgeordnete verdienen mehr als 8 000 €, und unsere Pflicht neben der politischen Arbeit ist – das ist in der Geschäftsordnung klar definiert – die Anwesenheitspflicht. (Abg. Scheibner: Wo ist eure Klubobfrau?! Die ist überhaupt nie da! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: So eine Scheinheiligkeit! So etwas Scheinheiliges!
Kein Wähler, kein Bürger versteht (Abg. Scheibner: So eine Scheinheiligkeit! So etwas Scheinheiliges!), dass Sie den Fußball Ihrer politischen Arbeit vorziehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Das darf doch nicht wahr sein!
Aber nun zu meinem Vorredner, Herrn Scheibner. – Es ist richtig, wir reden über die Sicherheit, und es ist richtig, wir arbeiten dafür, dass Österreich sicherer wird, dass die Bürgerinnen und Bürger sicher leben können. Aber, bitte, wo ist Ihre Mitarbeit? (Abg. Scheibner: Das darf doch nicht wahr sein!) Wo ist sie? – Das Einzige, was Sie können, ist Anpatzen, unentwegt! (Abg. Weinzinger: ... gehört zur Opposition, aber nicht zur Regierung!) Das ist im Innenausschuss so – Herr Grosz ist ein Spezialist dafür, und auch Herr Westenthaler.
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Ich halte es für sehr wesentlich, dass wir dieses Dialogangebot ernst nehmen, dass wir der Bevölkerung die Möglichkeit bieten, auch mit Regierungsmitgliedern in Kontakt zu treten und Fragen zu stellen oder Anmerkungen zu machen, damit dieses Hoch von jetzt auch ein dauerhaftes Hoch in der Frage der Einstellung zur Europäischen Union bleibt. – Danke vielmals. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Herr Kollege, das ist eine Fristsetzung! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Scheibner –: Nein, das hat er schriftlich! Das liest er nur vor!
Der Nationalrat wolle beschließen: Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem Nationalrat in den kommenden sechs Monaten eine Regierungsvorlage vorzulegen, die eine eigene Bankenkonkursordnung vorsieht. (Abg. Scheibner: Herr Kollege, das ist eine Fristsetzung! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Scheibner –: Nein, das hat er schriftlich! Das liest er nur vor!) Eine solche Konkursordnung für Banken – das ist die Frist – soll im Ernstfall eine geregelte Konkursabwicklung des betroffenen Bankinstitutes ohne Bedrohung des übrigen österreichischen Bankensektors sowie der österreichischen Wirtschaft sicherstellen und gleichzeitig die Guthaben der Bankkunden in unbegrenzter Höhe sichern. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Scheibner: Der Antrag, Kollege! Das ist ja ein Fristsetzungsantrag!
Ehrlich gestanden, ich verstehe die Hektik nicht, ich verstehe auch den Widerspruch nicht. Ich habe es verstanden, dass man im Oktober gesagt hat, die Bundesregierung soll in einem halben Jahr etwas Solides vorlegen. Aber heute zu kommen und zu sagen: Und das muss am 9. Dezember schon im Finanzausschuss behandelt werden!, also, ehrlich gestanden, mit dieser Hektik fange ich nichts an. (Abg. Scheibner: Der Antrag, Kollege! Das ist ja ein Fristsetzungsantrag!) Und die Entschließung ist vom Kollegen Lutz Weinzinger schon vor ungefähr einem Monat eingebracht worden.
Abg. Scheibner: Der Ostermayer ist nur da, wenn der Bundeskanzler da ist!
In diesem Zusammenhang möchte ich die Gelegenheit auch dazu nützen, Ihnen, Frau Bundesminister Schmied, sowie Herrn Staatssekretär Ostermayer – er ist schon weg (Abg. Scheibner: Der Ostermayer ist nur da, wenn der Bundeskanzler da ist!) – und unserem Klubobmann Kopf, der derzeit auch nicht zugegen ist, sehr herzlich zu danken und dazu zu gratulieren, was im Sinne des Kulturauftrages bei den ORF-Verhandlungen gelungen ist.
Sitzung Nr. 48
Abg. Scheibner: Ist von der Regierung überhaupt noch wer da?
Der Vizekanzler und Bundesminister für Finanzen Dipl.-Ing. Josef Pröll wird durch die Bundesministerin für Inneres Dr. Maria Fekter, der Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Dr. Johannes Hahn wird durch den Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner und der Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos wird ab 17 Uhr durch den Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger vertreten. (Abg. Scheibner: Ist von der Regierung überhaupt noch wer da?)
Abg. Scheibner: ... Anfragen einbringen dürfen! Na danke schön!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich stehe heute hier Rede und Antwort und werde selbstverständlich die Regeln der Nationalratsgeschäftsordnung beachten. (Abg. Scheibner: ... Anfragen einbringen dürfen! Na danke schön!)
Abg. Scheibner: Nein!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Bucher, diese Rede hätten Sie oder ein Vertreter Ihrer Partei schon halten können, als Sie in der Regierung waren. Wir hätten schon längst ein Minderheitsrecht in Sachen Untersuchungsausschuss einführen können. Wir fordern das hier schon seit Jahren. (Abg. Scheibner: Nein!) Wenn wir es hätten, dann gäbe es dieses ganze Theater nicht, das wir hier jetzt haben. Wenn es eine Reform der Geschäftsordnung schon gegeben hätte und wenn der Untersuchungsausschuss anders ablaufen würde, dann hätten wir viele dieser Probleme nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Herr Klubobmann Bucher, diese Rede hätten Sie oder ein Vertreter Ihrer Partei schon halten können, als Sie in der Regierung waren. Wir hätten schon längst ein Minderheitsrecht in Sachen Untersuchungsausschuss einführen können. Wir fordern das hier schon seit Jahren. (Abg. Scheibner: Nein!) Wenn wir es hätten, dann gäbe es dieses ganze Theater nicht, das wir hier jetzt haben. Wenn es eine Reform der Geschäftsordnung schon gegeben hätte und wenn der Untersuchungsausschuss anders ablaufen würde, dann hätten wir viele dieser Probleme nicht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Nur wenn es zu weit geht!
Nein, nein, nein! Ganz ehrlich, wir haben in der Vergangenheit sehr viel gemeinsam gemacht (Abg. Mag. Kogler: Wenn es ernst wird, fällt ihr um! Das ist der Unterschied!), aber es muss auch möglich sein, dass wir hier herinnen auch einmal offen kritisch diskutieren. Wir müssen uns hier nicht immer anhören, dass wir die Schlechtesten von Schlechten, die Vertuscher und alles Mögliche sind. Das haben wir nicht notwendig! Jederzeit laden wir Minister ein – aber nicht, wenn erpresst wird, und nicht, wenn von Haus aus gesagt wird, dass das Lügner sind. (Abg. Scheibner: Nur wenn es zu weit geht!) Da sind wir nicht dabei, wenn Sie das machen! Das sei in diesem Zusammenhang einmal in aller Deutlichkeit gesagt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag!
Selbstverständlich stehe ich dazu – und auch dazu, dass wir darum ringen, dass es in Bezug auf die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses ein Minderheitsrecht geben soll. (Abg. Scheibner: Das ist ein Debattenbeitrag!)
Abg. Amon: Scheibner, ...!
Das ist ungeheuerlich! Ungeheuerlich, einen Untersuchungsausschuss einzurichten (Abg. Amon: Scheibner, ...!) – lieber Kollege Amon, hör lieber zu, du kommst zum Schluss auch noch einmal dran; das ist auch so symptomatisch dafür, wie hier der Umgang ist und wie es um die Republik bestellt ist –, es gab auch große Empörung vor einigen Monaten über die Zustände, die zu diesem Untersuchungsausschuss geführt haben. Tagelang, wochenlang hat das die mediale Berichterstattung bewegt, was hier alles los ist. Alle haben gesagt: Das muss aufgeklärt werden! Das ist wichtig, denn das ist einer der größten Skandale, die sich hier abspielen. Illegales Abhören von Abgeordneten, irgendwelche Informationsbeschaffungen, Unterstützung für Geheimdienste – ja wirklich alles Dinge, die untersucht gehören.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Selbst du, Kollege Scheibner, als besonnener und konstruktiver Kollege allemal bekannt, hast von einem illegalen Abhören von Abgeordneten gesprochen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Hör noch kurz zu! Wir wissen, und das ist eine der Erkenntnisse dieses Untersuchungsausschusses – und diesbezüglich habe ich Konsens aller Fraktionen geortet –, Peter Westenthaler, dass es überschießend war, dich, bevor du überhaupt nur als Zeuge einvernommen wurdest, in Sachen Rufdatenrückerfassung in die Ziehung zu nehmen. Man hätte dich jedenfalls vorher als Zeuge einvernehmen sollen. (Abg. Ing. Westenthaler: Also illegal!)
Sitzung Nr. 49
Abg. Ing. Westenthaler: Eine Null-Vision! – Abg. Scheibner: Sie haben aber eine Null-Vision!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Minister! Meine Damen und Herren! Kollege Bucher, „Vision Zero – zentrales Konzept der Verkehrspolitik für weniger Unfälle, weniger Tote und Verletzte im Straßenverkehr“ heißt nicht, keine Vision zu haben, sondern das heißt, die „Vision null“ zu haben (Abg. Ing. Westenthaler: Eine Null-Vision! – Abg. Scheibner: Sie haben aber eine Null-Vision!): null Unfälle, null Verletzte und null Tote im Straßenverkehr. Ich denke, das ist eine wirklich gute Vision, die sich diese Regierung als Aufgabe gestellt hat (Beifall bei der SPÖ), und mithilfe aller hier im Parlament vertretenen Parteien wäre das möglich.
Abg. Scheibner: Wie viele Verhandlungsrunden mit der Opposition?
Es gab dann zwei Verhandlungsrunden mit der ÖVP, in denen wir eine gemeinsame Vorlage, die wir heute zum Beschluss bringen möchten, ausgearbeitet haben. Ich möchte jetzt kurz auf den Ausschuss eingehen. (Abg. Scheibner: Wie viele Verhandlungsrunden mit der Opposition?) Seitens der Oppositionsparteien, vor allem seitens der Grünen, wurde im Ausschuss eingebracht, es fehle das Recht auf Bildung, das Recht auf Partizipation und das Recht auf Gesundheit.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ihr macht es aber!
Ich glaube, es war einfach ein längerer Lernprozess nötig, der dazu geführt hat, dass man diese Sache nüchterner und realistischer betrachtet und vielleicht auch eine gewisse Voreingenommenheit abgebaut hat. Aber an der grundsätzlichen Einstellung, dass eine gleichgeschlechtliche Beziehung niemals einer heterosexuellen Beziehung gleichgestellt werden kann, ändert das bei mir überhaupt nichts. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Ihr macht es aber!)
Abg. Scheibner: Haben Sie das Gesetz auch gelesen?!
Wir regeln mit diesem Gesetz das, was sinnvollerweise geregelt werden soll, nämlich dass es eine adäquate Rechtsstellung für gleichgeschlechtliche Paare gibt, dass die Rechte und Pflichten entsprechend festgehalten werden (Abg. Scheibner: Haben Sie das Gesetz auch gelesen?!) – selbstverständlich, Kollege Scheibner – und dass auch eine entsprechende sozialrechtliche Absicherung vorhanden ist.
Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Jarolim, der auf dem Weg zum Rednerpult kurz bei Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner stehen bleibt –: Die hat er schon verwirkt! – Abg. Silhavy: Falsche Richtung!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. Eingestellte Redezeit: 1 Minute. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des Abg. Jarolim, der auf dem Weg zum Rednerpult kurz bei Bundesministerin Mag. Bandion-Ortner stehen bleibt –: Die hat er schon verwirkt! – Abg. Silhavy: Falsche Richtung!)
Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich bin ja vorbereitet, Frau Präsidentin!
Damit gelangt Herr Abgeordneter Scheibner für 2 Minuten zu Wort. – Bitte sehr. (Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich bin ja vorbereitet, Frau Präsidentin!)
Abg. Scheibner: Kollege, bist du jetzt die Zukunftshoffnung der SPÖ? Jugendlicher Aufstieg?
Abgeordneter Anton Heinzl (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Der Tätigkeitsbericht 2008 der Schienen-Control Gesellschaft zeigt uns, dass das vergangene Jahr ein bewegtes, aber vor allem auch – das kann man durchaus behaupten – ein erfolgreiches Jahr für die Eisenbahn war (Abg. Scheibner: Kollege, bist du jetzt die Zukunftshoffnung der SPÖ? Jugendlicher Aufstieg?): Im Personenverkehr konnte die Zahl der Fahrgäste auf 233 Millionen gesteigert werden – das ist ein Plus von 11 Millionen gegenüber 2007 – und insgesamt wurden dabei 10,5 Milliarden Kilometer zurückgelegt. Ich meine, dass das auch ein wichtiger Beitrag für den Umweltschutz ist.
Abg. Scheibner – auf Zuseher, die die Galerie verlassen, zeigend –: Die gehen alle!
Es sind aber nicht nur Fernreisende, die mit der Bahn unterwegs sind, darum wird es in Österreich eine eigene Regelung für Hunderttausende Menschen geben, die tagtäglich mit den Zügen zur Arbeit pendeln: Auch sie werden zukünftig einen Anspruch auf Entschädigung haben! (Abg. Scheibner – auf Zuseher, die die Galerie verlassen, zeigend –: Die gehen alle!) Das entsprechende Gesetz wurde diese Woche im Ministerrat eingebracht: Zukünftig sollen Pendler 10 Prozent des Preises ihrer Monatskarte erstattet bekommen, wenn die Züge nicht zu 90 Prozent pünktlich sind. Im ÖBB-Regionalverkehr soll diese Regelung ab 2010 gültig sein.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bitte, das Danken macht der Herr Pendl! Das kann der Herr Pendl besser!
Sehr geehrte Damen und Herren, abschließend ist es auch angebracht, einen Dank an alle 42 000 Eisenbahnerinnen und Eisenbahner zu richten, die es ermöglicht haben, dass es solch einen positiven Kontrollbericht gibt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Bitte, das Danken macht der Herr Pendl! Das kann der Herr Pendl besser!)
Abg. Scheibner: Aber der Pendl wird es ihm ausrichten! – Abg. Ing. Westenthaler: Klubobmann Pendl wird das alles ...!
Kollege Cap ist jetzt leider nicht hier – er predigt ja immer diesen neuen Parlamentarismus, und dass wir herzlich eingeladen seien, mitzuarbeiten. (Abg. Scheibner: Aber der Pendl wird es ihm ausrichten! – Abg. Ing. Westenthaler: Klubobmann Pendl wird das alles ...!) Wir wollen mitarbeiten, nur im Verkehrsausschuss zumindest lassen uns das die Regierungsfraktionen nicht tun! (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Zur Kontrolle illegaler Tiertransporte an den alten Grenzübergängen: Der BZÖ-Antrag wäre grundsätzlich diskussionswürdig, und ich verstehe nicht, warum man diesen Antrag einfach abdrehen will, warum man einfach sagt, das gehe so nicht mit den Grenzübergängen. Ich glaube, die Intention des Antrages zu verstehen, ich meine, es bedarf einer strikteren Einhaltung des § 40 Tierschutzgesetz. Es gibt bereits die Möglichkeit, dass wir die Tiere aus Schmuggel beschlagnahmen, es gibt bereits die Möglichkeit, dass wir die Fahrzeuge in Beschlag nehmen, damit der Transporteur, der Lkw-Chauffeur oder vielleicht sogar der Eigentümer zu Fuß nach Hause gehen muss. (Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) Ich glaube, wenn das der Fall wäre, würde man rasch reagieren, und es würde sich vieles im Schmuggel ändern.
Abg. Dr. Wittmann: Herr Scheibner hat ...!
Das ist der zentrale Punkt, und um den sollten Sie sich kümmern! Es ist geradezu auffällig, dass ausgerechnet jener Teil aus der UN-Konvention ... (Abg. Dr. Wittmann: Herr Scheibner hat ...!) – Nicht auf den Herbert Scheibner ausreden! (Abg. Dr. Wittmann: Herbert Scheibner! Kennen Sie den?) Noch einmal: Als Vater von sechs Kindern brauche ich Ihre „Kinderrechtsverfassung“ nicht, damit ich weiß, wie ich sie erziehen muss! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Wittmann: Herbert Scheibner! Kennen Sie den?
Das ist der zentrale Punkt, und um den sollten Sie sich kümmern! Es ist geradezu auffällig, dass ausgerechnet jener Teil aus der UN-Konvention ... (Abg. Dr. Wittmann: Herr Scheibner hat ...!) – Nicht auf den Herbert Scheibner ausreden! (Abg. Dr. Wittmann: Herbert Scheibner! Kennen Sie den?) Noch einmal: Als Vater von sechs Kindern brauche ich Ihre „Kinderrechtsverfassung“ nicht, damit ich weiß, wie ich sie erziehen muss! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Setzen Sie sich wieder nieder! Wer hat denn den Konvent blockiert?
Ich kann Ihnen auch noch seitens der APA Folgendes bestätigen. Sie selbst, Frau Haubner, schreiben: Das ist ein „durchsichtiges Manöver der Regierung“! 17 Jahre hätten sie für das Projekt Zeit gehabt! – Da frage ich mich dann schon: Habe ich sieben Jahre verdrängt? Und waren Sie nicht vielleicht zufällig Familienministerin? (Abg. Scheibner: Setzen Sie sich wieder nieder! Wer hat denn den Konvent blockiert?) Was haben Sie getan für die Kinderrechte in die Verfassung? (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn den Konvent verhindert? Das waren Sie!
Der Familienbegriff – das ist der Einwand der FPÖ – ist meines Erachtens eindeutig enthalten, denn man kann nicht mehr hineinschreiben, als dass man den Kontakt zu beiden Elternteilen zum Wohlergehen des Kindes hineinschreibt. (Abg. Scheibner: Wer hat denn den Konvent verhindert? Das waren Sie!)
Abg. Scheibner: Sie haben blockiert!
Ich finde es nur wirklich schade, wenn die mediale Ankündigung kommt – und Sie diese auch heute hier verwenden –, dass grundsätzlich das Projekt ein gutes ist, man aber bei der entscheidenden Abstimmung im Plenum wegen der Blockade nicht zustimmen werde. (Abg. Scheibner: Sie haben blockiert!)
Abg. Scheibner: Das ist unglaublich, was Sie da sagen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich finde es eigentlich beschämend – um nicht zu sagen: sogar schäbig –, wie Sie als Opposition mit den Kinderrechten umgehen (Beifall bei der SPÖ), nämlich nicht für die Kinder, sondern auf dem Rücken der Kinder! (Abg. Scheibner: Das ist unglaublich, was Sie da sagen!) Die Verankerung der Kinderrechte wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Ich finde es schade, dass es so nicht stattfindet. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung! Jetzt wird es peinlich auch noch! – Abg. Scheibner: Verhindert habt ihr es! – Abg. Dr. Rosenkranz: ... tatsächliche Peinlichkeit in der Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ, FPÖ und Grünen.
Dazu gehört auch der Beschluss des Präsidiums, dem Sie angehört haben. Sie haben das genauso beschlossen wie Frau Mag. Glawischnig, inhaltlich und tatsächlich! Die Protokolle lügen nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, das ist eine tatsächliche Bestätigung! Jetzt wird es peinlich auch noch! – Abg. Scheibner: Verhindert habt ihr es! – Abg. Dr. Rosenkranz: ... tatsächliche Peinlichkeit in der Geschäftsordnung! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ, FPÖ und Grünen.)
Abg. Scheibner: Die Rede hat Ihnen ... Herr Schmuckenschlager ...!
Ja, eigentlich wäre es ein Tag, an dem man Geschichte schreiben könnte, wäre da nicht die Totalblockade der Opposition. (Abg. Scheibner: Die Rede hat Ihnen ... Herr Schmuckenschlager ...!) Ablehnen, auch wenn es überhaupt nichts mit der Sache, mit dem Inhalt zu tun hat. Jeder hat eben seinen kleinen Sandspielplatz: Gibst du mir dein Schauferl nicht, dann gebe ich dir meines nicht! (Beifall bei der SPÖ. – Rufe beim BZÖ: Das war der Gusenbauer!) – Auf Spielplätzen ist das vielleicht eine legitime Reaktion, aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, wir sind ja hier im Hohen Haus!
Abg. Scheibner: Der Fiedler war schuld!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung! Ich glaube, wir brauchen einen neuen Untersuchungsausschuss, um herauszufinden, warum, nachdem alle Parteien erklärt haben, sie wollten den Ergebnissen des Konvents zustimmen, die Resultate dieses Konvents nicht beschlossen werden konnten und seine Ergebnisse nicht Gesetze geworden sind. (Abg. Scheibner: Der Fiedler war schuld!) Die ÖVP war dafür, die SPÖ macht sogar eine tatsächliche Berichtigung und war auch dafür – alle waren dafür! Es hat eine 100-Prozent-Mehrheit gegeben, und irgendeine geheimnisvolle Macht in diesem Hause hat ein 100-Prozent-Verfassungsunternehmen zu Fall gebracht. (Die Abgeordneten Mag. Stadler und Ing. Westenthaler: Der Fiedler war schuld!)
Abg. Petzner: Reden Sie bitte nicht über Klimaschutz; Sie sind grandios gescheitert! – Abg. Scheibner: Fernreisen sollte man nicht machen, hat es einmal geheißen, Herr Kollege!
Abgeordneter Franz Glaser (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es trifft sich gut, dass wir heute hier das Internationale Tropenholz-Übereinkommen behandeln und gleichzeitig in Kopenhagen der Klimagipfel über die Bühne geht (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner), denn tatsächlich sind die Urwälder zu einem großen Ausmaß mitverantwortlich für unser Klima. (Abg. Petzner: Reden Sie bitte nicht über Klimaschutz; Sie sind grandios gescheitert! – Abg. Scheibner: Fernreisen sollte man nicht machen, hat es einmal geheißen, Herr Kollege!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das geht über die Türkei!
legt wurde. Die völlige Abhängigkeit von dieser Pipeline kann durch die „Nabucco“-Pipeline gemildert werden. Das schützt vor allem die KonsumentInnen in Österreich, und darauf kommt es an. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das geht über die Türkei!)
Abg. Grillitsch: Scheibner redet aber schon oft! – Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich würde dich auch ganz gern ab und zu hören! Du darfst nicht sprechen, gell?
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Grillitsch: Scheibner redet aber schon oft! – Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich würde dich auch ganz gern ab und zu hören! Du darfst nicht sprechen, gell?)
Sitzung Nr. 50
Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Sie hat ... nicht gewählt! – Abg. Scheibner: Wer hat Sie gewählt?
Wir sind gewählt, werte Kolleginnen und Kollegen, um Verbesserungen für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land weiterzubringen (Abg. Ing. Westenthaler: Ich glaube, Sie hat ... nicht gewählt! – Abg. Scheibner: Wer hat Sie gewählt?), und uns nicht damit zu beschäftigen, wer mit wem wann wie viel geredet hat. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie wo „ang’rennt“? Sind Sie über die Stiegen heruntergefallen, oder was? – Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da? Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident! Gehen Sie wieder hinein auf Ihren Platz! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Da mir Herr Kollege Westenthaler gerade einen Ruf zukommen lässt: Dass eine politische Partei, das BZÖ, offenbar so ein Rekrutierungsproblem hat, dass sie an wählbarer Stelle für die Nationalratswahlen Leute setzen muss, die mit Drogendelikten in Zusammenhang stehen, und es dann zu Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kommt, ist das eine Problem. (Abg. Ing. Westenthaler: Sind Sie wo „ang’rennt“? Sind Sie über die Stiegen heruntergefallen, oder was? – Abg. Scheibner: Was reden Sie denn da? Das ist ja ungeheuerlich, Herr Präsident! Gehen Sie wieder hinein auf Ihren Platz! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: So die Unwahrheit hier zu sagen, das ist ungeheuerlich! Schämen Sie sich dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unglaublich!
Das zweite Problem ist, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss (Abg. Scheibner: So die Unwahrheit hier zu sagen, das ist ungeheuerlich! Schämen Sie sich dafür! – Abg. Ing. Westenthaler: Nehmen Sie das zurück! Das ist ja unglaublich!) – ja, ich verstehe schon Ihre Unruhe –, dass die Staatsanwaltschaft ermitteln muss und man sich letztendlich schon die Frage stellen muss, meine sehr geehrten Damen und Herren, welches Instrument die Staatsanwaltschaft nach der Strafprozessreform zur Verfügung hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist ja ungeheurlich, was Sie sich da erlauben! – Abg. Grosz: So die Unwahrheit zu sagen, ist ja unglaublich! Jetzt muss man schon die dritte Liga der SPÖ da dulden! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Sie sind ja ein wirklicher Bankenexperte!
All die selbsternannten Demokratieerfinder (Abg. Dr. Strutz: Seien Sie vorsichtig mit der Rolle der SPÖ!), Untersuchungsausschuss-Spezialisten wie Stadler, Westenthaler, Scheibner, Strutz, wie sie alle heißen, wo sind Ihre Aussagen dahin gehend, Licht ins Dunkel bei Hypo Alpe-Adria zu bringen? Wo ist die politische Verflechtung? Welche Rolle hat Jörg Haider gespielt? Welche ist Ihre Rolle, Herr Kollege Strutz? Eigentlich müssen Sie nur noch auf zwei Anrufe warten, entweder von einem potenziellen Untersuchungsausschuss oder von der Staatsanwaltschaft, die endlich ermittelt. Da geht es möglicherweise um 1,5 Milliarden € an Einlagen. (Abg. Scheibner: Sie sind ja ein wirklicher Bankenexperte!) Da geht es möglicherweise um zig Milliarden Haftungsrahmen. (Abg. Grosz: Bankenexperte Cap spricht! Haben Sie von den BAWAG-Millionen auch etwas bekommen?) Wo ist das? Wo sind die mutigen BZÖ-Wortmeldungen? – Hören Sie doch auf da! Das, was Sie hier aufführen, ist ja unerträglich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Grosz: Seit 40 Jahren die gleiche Rede! Es kann Sie niemand mehr sehen, Herr Cap! Kein Zuseher mehr! Nicht einmal Ihre eigene Partei!)
Sitzung Nr. 51
Abg. Scheibner: Urlaub braucht er!
Ich fasse zusammen: Der Herr Minister braucht nicht mehr Kompetenzen. Er braucht kein stärkeres Ministerium. Er braucht letztlich überhaupt nichts. (Abg. Scheibner: Urlaub braucht er!) Warum? – Er sieht sich nämlich – wörtlich, ich habe das aufgeschrieben – als Motivator. (Abg. Grosz: Mauritius braucht er! – Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Wo hat er das gesagt?) – In der „Pressestunde“. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Schauen Sie gerne „Pressestunde“?) – Ja, sehr gerne. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Beifall und Oje-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Kopf und Abg. Amon: Klubobmann Bucher und Abgeordneter Scheibner waren nicht da!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich für den gegenständlichen Misstrauensantrag aussprechen, um ein Zeichen. – Der Antrag ist abgelehnt. (Beifall und Oje-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Kopf und Abg. Amon: Klubobmann Bucher und Abgeordneter Scheibner waren nicht da!)
Abg. Scheibner: Die Sandler hat er nicht eingeladen!
Es ist ja bereits im Regierungsprogramm verankert, dass es eines Gesamtkonzeptes zur Gestaltung des österreichischen Hochschulraumes bedarf. Die Diskussion hätte Anfang 2010 starten sollen, und, bedingt durch die Studentenproteste, hat nun Wissenschaftsminister Hahn einige Wochen früher zu einem Hochschuldialog eingeladen. Eingeladen wurden dazu auch die Vertreter der Österreichischen Hochschülerschaft sowie die Vertreter der Studierenden aus den besetzten Hörsälen, die sich nicht mehr durch die ÖH vertreten fühlen. (Abg. Scheibner: Die Sandler hat er nicht eingeladen!)
Sitzung Nr. 53
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sie brauchen nicht meine Ratschläge, Frau Kollegin, aber lassen Sie mich eines sagen: Verlassen Sie sich in Zukunft weniger auf Nobelpreisträger jenseits des Atlantiks, vertrauen Sie lieber diesem Finanzminister! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wer sind die Leute?
Ich habe manchmal den Eindruck, dass manche glauben, die Krise wäre vorbei, weil es an den Börsen wieder bergauf geht, weil es wieder ein Miniwachstum gibt (Abg. Scheibner: Wer sind die Leute?), und ich will schon klar sagen, dass für uns von der Sozialdemokratie die Krise erst dann vorbei ist, wenn die Arbeitslosigkeit sinkt, und nicht, solang sie steigt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Noch einmal! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Bucher verstieg sich zur Behauptung, Pröll würde von der Europäischen Union unter Kuratel gestellt werden. – Da hat er sich wohl noch nicht vorgestellt, der Herr Kollege Bucher, dass ihn der Kollege Scheuch eines Tages unter Kuratel stellen wird. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Noch einmal! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Noch einmal!
Was ist heute aus all dem geworden? – Es war ein Jahr der Fehlprognosen, die Opposition befand sich mit den Rating-Agenturen und diesem Herrn Krugman auf einer Ebene, nämlich auf der falschen. (Abg. Scheibner: Noch einmal!)
Abg. Scheibner: Hallo!
Leiten Sie eine Gesundheitsreform ein, damit wir unsere Jugend nicht auf den Straßen vorfinden – verlottert, als Alkoholiker, Rauschgiftsüchtige und psychisch Kranke. (Abg. Scheibner: Hallo!) Man braucht sich nur die gestrigen Aussagen unseres Gesundheitsministers zu Gemüte zu führen: Der sieht in dieser Untersuchung überhaupt kein Problem.
Abg. Scheibner: Eure Schulden!
Übrigens: Die Studiengebühren wurden in den ersten Jahren nach ihrer Einführung gar nicht für die Universitäten verwendet, sondern zum Stopfen von Budgetlöchern! Das muss ich noch dazu sagen – Sie alle werden sich noch erinnern können. (Abg. Scheibner: Eure Schulden!) Kollege Scheibner, Sie waren damals auch dabei. Sie sollten versuchen, sich ein bisschen zu erinnern.
Abg. Scheibner: Gute Vorsitzende im Ausschuss!
Im Vergleich zum Sammelbericht vom Juli 2009 sind, da die Abstände zwischen den Sitzungen verkürzt wurden, im vorliegenden Sammelbericht doppelt so viele Petitionen und Bürgerinitiativen, nämlich insgesamt 36, enthalten. (Abg. Scheibner: Gute Vorsitzende im Ausschuss!)
Abg. Scheibner: Das kann aber nicht das Interpellationsrecht aufheben!
Im Rahmen der Interessentensuche wurde mit allen Gemeinden Vertraulichkeit vereinbart. Diese Vertraulichkeit wurde für jene Gemeinden, die im Ergebnis nicht zum Zuge gekommen sind, über die Standortentscheidung hinaus gewünscht und daher auch vereinbart. (Abg. Scheibner: Das kann aber nicht das Interpellationsrecht aufheben!) Daher ist es dem Bundesministerium für Inneres nicht möglich, diese Gemeinden zu
Abg. Linder spricht mit Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Unbestreitbar ist, dass diese Vorlage Erleichterungen, Verbesserungen und Vereinfachungen bringt. (Abg. Linder spricht mit Abg. Scheibner.) – Wenn mir der Herr Kollege ein bisschen zuhören würde, dann könnte ich ja auch auf seine Ausführungen eingehen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Ich darf mich den Ausführungen des Kollegen Kräuter anschließen, der, wie ich meine, alles gesagt hat, was dazu zu sagen ist. Herr Kollege Wöginger, da Sie Oberösterreich angesprochen haben: Das Wahlgeheimnis ist natürlich ein sehr hohes Gut, aber leider Gottes bekommen wir dazu immer wieder – und da gerade aus Niederösterreich – von Beschwerden zu hören. In Niederösterreich gibt es da gewissermaßen einen demokratiepolitischen Nachholbedarf. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ihr habt aber immer gesagt, dass es eine schlechte Lösung ist!
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Der Antrag des Herrn Kollegen Stefan, der ja auf die Änderung des Volksabstimmungsgesetzes abzielt, da eine Gesamtänderung der Bundesverfassung ja auch durch Staatsvertrag erfolgen kann, ist schlicht und einfach unrichtig. Der Rechtsauffassung, die hier vertreten wird, können wir nicht folgen. Eine Gesamtänderung der Bundesverfassung kann im Sinne des Art. 44 Abs. 3 nur durch ein Bundesverfassungsgesetz erfolgen, und über dieses Bundesverfassungsgesetz kann beziehungsweise muss dann eine Volksabstimmung abgehalten werden. Das war bereits beim EU-Beitritt so, und daran hat sich auch durch die Novelle 2008 nichts geändert. (Abg. Scheibner: Ihr habt aber immer gesagt, dass es eine schlechte Lösung ist!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Zweitens: Ich halte es grundsätzlich nicht für richtig, dass immer dann, wenn sich jemand einer gewissen Verantwortung entzieht, der Bund subsidiär einspringen sollte. Der konkrete Weg ist, zu helfen, der historischen und der rechtlichen Verantwortung gerecht zu werden. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das kann man ja jetzt nicht aufrechnen!
Eine Anmerkung noch zur Frage Wien: Wenn man in den Raum stellt, dass Wien zu wenig getan hat, dann muss ich schlicht und einfach in Erinnerung rufen, welche Projekte – und ich kenne das auch aus meiner früheren Tätigkeit – Wien im Zusammenhang mit der Kultusgemeinde gefördert und unterstützt hat. (Abg. Scheibner: Das kann man ja jetzt nicht aufrechnen!) Da gehört einerseits dazu, dass Wohnheime und ähnliche Projekte finanziert wurden, bis hin zu HAKOAH. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ganz etwas anderes!) – Es ist etwas anderes, aber es ist eine Leistung, die die Stadt Wien erbracht hat. (Abg. Scheibner: Wie viel hat der Bund für die Entschuldung beigetragen? – Das kann man jetzt nicht umdrehen!) Und gleichzeitig haben wir jetzt eine Lösung gefunden, wo alle, inklusive der Kultusgemeinde, einverstanden sind.
Abg. Scheibner: Wie viel hat der Bund für die Entschuldung beigetragen? – Das kann man jetzt nicht umdrehen!
Eine Anmerkung noch zur Frage Wien: Wenn man in den Raum stellt, dass Wien zu wenig getan hat, dann muss ich schlicht und einfach in Erinnerung rufen, welche Projekte – und ich kenne das auch aus meiner früheren Tätigkeit – Wien im Zusammenhang mit der Kultusgemeinde gefördert und unterstützt hat. (Abg. Scheibner: Das kann man ja jetzt nicht aufrechnen!) Da gehört einerseits dazu, dass Wohnheime und ähnliche Projekte finanziert wurden, bis hin zu HAKOAH. (Abg. Ing. Westenthaler: Aber das ist ganz etwas anderes!) – Es ist etwas anderes, aber es ist eine Leistung, die die Stadt Wien erbracht hat. (Abg. Scheibner: Wie viel hat der Bund für die Entschuldung beigetragen? – Das kann man jetzt nicht umdrehen!) Und gleichzeitig haben wir jetzt eine Lösung gefunden, wo alle, inklusive der Kultusgemeinde, einverstanden sind.
Abg. Scheibner: Das ist aber auch eine Aufrechnung, die nicht in Ordnung ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine völlig undifferenzierte Verallgemeinerung! – Abg. Scheibner: Wenn Freiwillige sammeln, Herr Kollege, damit das finanziert wird!
(Abg. Scheibner: Das ist aber auch eine Aufrechnung, die nicht in Ordnung ist! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine völlig undifferenzierte Verallgemeinerung! – Abg. Scheibner: Wenn Freiwillige sammeln, Herr Kollege, damit das finanziert wird!)
Abg. Scheibner: Sie müssen immer etwas gegeneinander ausspielen! Das ist unverständlich!
Und damit sind wir beim zweiten Punkt, meine Damen und Herren: Wir haben im Jahre 1948 unter schwierigsten Bedingungen in diesem Hohen Haus ein Gesetz beschlossen, das Kriegsgräberfürsorgegesetz, mit dem sich die Republik verpflichtet hat, die Gräber nicht nur instand zu halten, sondern auch zu pflegen. Und das gelingt seither sehr gut. Und ich finde das auch in Ordnung, und ich finde das auch richtig. (Abg. Scheibner: Sie müssen immer etwas gegeneinander ausspielen! Das ist unverständlich!)
Abg. Scheibner: Hören Sie doch endlich auf, das auseinanderzudividieren!
Wir müssen aber daran denken, dass in diesen Gräbern nicht nur Soldaten liegen, die ihre „Pflicht getan haben“, wie das ein ehemaliger Bundespräsident einmal etwas unglücklich ausgedrückt hat (Abg. Scheibner: Hören Sie doch endlich auf, das auseinanderzudividieren!), sondern dass in diesen Gräbern auch Verbrecher liegen, Mitglieder der SS, Männer, die Kriegsverbrechen begangen haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Die kommen aber auch alle vors Jüngste Gericht! Die werden alle beim Jüngsten Gericht verurteilt!)
Abg. Scheibner: Jetzt wird es ja eh gemacht! Was jammern Sie jetzt noch herum? Sie müssen immer polarisieren!
Wenn die Republik in der Lage ist, Gräber zu pflegen, in denen Verbrecher liegen, dann ist es wohl nur recht und billig, wenn wir verlangen, dass das auch für die Opfer gelten muss. Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum wir im Jahr 2010 ein Gesetz beschließen, das den jüdischen Opfern, den Opfern nicht auch diese Gerechtigkeit widerfahren lässt, und es ist vor allem natürlich daran zu erinnern, dass die Gräber der Vorfahren dieser Opfer eben nicht mehr gepflegt werden können – Albert Steinhauser hat darauf hingewiesen. (Abg. Scheibner: Jetzt wird es ja eh gemacht! Was jammern Sie jetzt noch herum? Sie müssen immer polarisieren!)
Abg. Scheibner: Das haben wir schon gehört, bitte! – Der redet eine Viertelstunde immer dasselbe!
Also: Was für die Täter recht ist, muss für die Opfer billig sein. Wir werden an diesem Thema dranbleiben. Wir werden Sie in diesem Zusammenhang nicht in Ruhe lassen. Wir werden diesen Antrag wieder einbringen (Abg. Scheibner: Das haben wir schon gehört, bitte! – Der redet eine Viertelstunde immer dasselbe!), und wir werden weiter dafür kämpfen, dass man diese jüdischen Friedhöfe künftig auch so instand hält, wie sie es verdienen. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steier –: Diesmal bei der Abstimmung dabei? – Abg. Steier: Bestimmt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Steier zu Wort. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steier –: Diesmal bei der Abstimmung dabei? – Abg. Steier: Bestimmt!)
Abg. Scheibner: Wie immer!
Zum Herrn Kollegen Neubauer, der zuerst zwar für seine Fraktion die Ablehnung formuliert hat, jetzt aber nicht hier ist, möchte ich sagen: Eigentlich hat Herr Kollege Widmann von der BZÖ-Fraktion alles gesagt. (Abg. Scheibner: Wie immer!) Ich habe die Argumentation verstanden. Ich hoffe, wenn Sie das dem Herrn Neubauer sagen, versteht er es auch. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten des BZÖ.)
Sitzung Nr. 55
Abg. Scheibner: Na geh!
Dem zweiten Antrag des BZÖ können wir leider nicht zustimmen (Abg. Scheibner: Na geh!); darin geht es um den abgestuften Bevölkerungsschlüssel. Es ist, glaube ich, schon gut, wenn die größeren Gemeinden, die zentrale Aufgaben erfüllen, sozusagen mehr zugewiesen bekommen, weil ja viele Infrastrukturleistungen nur in den großen Gemeinden erbracht werden. Das ist ein altbekanntes Problem, und die Lösung liegt auf der Hand.
Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.
Allerdings muss auf Verlangen des Patienten oder seines Vertreters oder auch des Arztes eine zweite Aufnahmeuntersuchung durchgeführt werden. Also, Herr Scheibner, dem Vier-Augen-Prinzip ist Genüge getan, und ich glaube, das ist gut so. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.) Der Patient hat die Gewähr, dass bei Bedarf eine zweite Untersuchung durchgeführt wird. (Abg. Scheibner: Der Patient ist gar nicht in der Lage dazu!)
Abg. Scheibner: Der Patient ist gar nicht in der Lage dazu!
Allerdings muss auf Verlangen des Patienten oder seines Vertreters oder auch des Arztes eine zweite Aufnahmeuntersuchung durchgeführt werden. Also, Herr Scheibner, dem Vier-Augen-Prinzip ist Genüge getan, und ich glaube, das ist gut so. (Abg. Scheibner schüttelt verneinend den Kopf.) Der Patient hat die Gewähr, dass bei Bedarf eine zweite Untersuchung durchgeführt wird. (Abg. Scheibner: Der Patient ist gar nicht in der Lage dazu!)
Abg. Scheibner: Wir wollen weiterhin die doppelte Begutachtung!
Herr Kollege Scheibner, es ist mir auch heute nicht klar geworden – ich habe Sie schon im Ausschuss nicht verstanden –, wogegen sich eigentlich Ihre Ablehnung richtet. Sie haben Ihre Ablehnung damit begründet, dass es da um Rechte der Bürger geht. Es sind sowohl Bürger betroffen als auch ein Umfeld. Also ich würde hier um eine Klarstellung ersuchen. (Abg. Scheibner: Wir wollen weiterhin die doppelte Begutachtung!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
Kollege Scheibner, so sehr wir hinsichtlich der Kritik nahe beieinander liegen, teile ich Ihre Ansicht nicht, dass keine Verhältnismäßigkeitsprüfung erforderlich ist (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) – das haben Sie gesagt, vielleicht haben Sie es nicht so gemeint (Abg. Scheibner: ... ungenau!) –, denn genau das ist der wesentliche Punkt, der den hier vorliegenden Entwurf vom Ministerialentwurf unterscheidet, und ich halte das für eine wichtige Unterscheidung.
Abg. Scheibner: ... ungenau!
Kollege Scheibner, so sehr wir hinsichtlich der Kritik nahe beieinander liegen, teile ich Ihre Ansicht nicht, dass keine Verhältnismäßigkeitsprüfung erforderlich ist (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!) – das haben Sie gesagt, vielleicht haben Sie es nicht so gemeint (Abg. Scheibner: ... ungenau!) –, denn genau das ist der wesentliche Punkt, der den hier vorliegenden Entwurf vom Ministerialentwurf unterscheidet, und ich halte das für eine wichtige Unterscheidung.
Abg. Scheibner: Gott sei Dank! Da hab ich nichts dagegen!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Kollege Scheibner, Sie sind so unglaublich wienerisch. (Abg. Scheibner: Gott sei Dank! Da hab ich nichts dagegen!) Als Tirolerin ist es für mich immer wieder verwunderlich, wie fokussiert viele Abgeordnete hier im Haus ausschließlich auf die Verhältnisse in Wien sind. (Abg. Scheibner: Den Leuten, die eingeliefert werden in die Anstalten, denen ist es egal, ob in Innsbruck oder Wien! Das ist eine komische Argumentation!)
Abg. Scheibner: Den Leuten, die eingeliefert werden in die Anstalten, denen ist es egal, ob in Innsbruck oder Wien! Das ist eine komische Argumentation!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Kollege Scheibner, Sie sind so unglaublich wienerisch. (Abg. Scheibner: Gott sei Dank! Da hab ich nichts dagegen!) Als Tirolerin ist es für mich immer wieder verwunderlich, wie fokussiert viele Abgeordnete hier im Haus ausschließlich auf die Verhältnisse in Wien sind. (Abg. Scheibner: Den Leuten, die eingeliefert werden in die Anstalten, denen ist es egal, ob in Innsbruck oder Wien! Das ist eine komische Argumentation!)
Abg. Scheibner: Das sind nur zwei Punkte von vielen!
Zum Herrn Kollegen Scheibner noch, weil er sich etwas über die heutige Tagesordnung echauffiert hat: Ich möchte Sie nur daran erinnern, dass Sie die Kinderrechte und auch die Dienstleistungsrichtlinie blockieren, Herr Kollege. (Abg. Scheibner: Das sind nur zwei Punkte von vielen!) – Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Wir diskutieren immer sachlich!
anwesend sein können, wo sehr sachlich, sachorientiert und lösungsorientiert diskutiert wird (Abg. Scheibner: Wir diskutieren immer sachlich!) – das weiß ich, Herr Kollege Scheibner – und nicht, wie sonst immer so gern vermittelt wird, hier sehr viel gestritten und polemisiert wird. Sehr oft wird in diesem Haus sachlich und ordentlich diskutiert, und deswegen freut es mich, dass so viele, auch junge Gäste hier sind und das einmal live miterleben können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Alles ist abgeschwächt!
Zum Kontraredner Scheibner: Ich glaube, dass dem Patientenrechtsschutz Rechnung getragen wurde mit der Möglichkeit, auf Antrag ein zweites Gutachten zu erhalten, einen zweiten Arzt hinzuzuziehen. Und das Verhältnismäßigkeitsprinzip, das von Ihnen auch vermisst wurde, steht im § 32 des Unterbringungsgesetzes. Damit ist dieser Kritikpunkt zumindest abgeschwächt, glaube ich. (Abg. Scheibner: Alles ist abgeschwächt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können ja in die Tiefe gehen!
Den Pressespiegel haben wir auch. Da gibt es positive Dinge, da gibt es kritische Dinge, da gibt es negative Dinge. Aber dass man da mit dem Leuchtstift alles zusammenfasst und dann hier vorträgt, ist eigentlich aus meiner Sicht schade, weil die Gelegenheit bestünde, in diesem Haus viel intensiver über diese Fragen zu diskutieren, wenn man es konzentrierter machte, anstatt bei 36 Fragen quasi an der Oberfläche kreuz und quer über alle Bereiche drüber irgendwelche Überschriften aneinanderzureihen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie können ja in die Tiefe gehen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
vorletzten Jahr gab es ähnliche Zahlen. Und was haben wir in Österreich diesbezüglich? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Wir haben zwar in den Jahren bis 2006 etliche neue Arbeitsplätze geschaffen, bis zu 100 Anlagen pro Jahr, aber seither? – Ich habe es mir herausgesucht: Im Jahr 2007 nur noch zehn Anlagen, im Jahr 2008 sieben und letztes Jahr keine neue Anlage. Das ist Ihre Wirtschaftspolitik, das ist Ihre Antwort auf diese Krise, und da wäre es wirklich dringend notwendig, dass wir uns in eine neue Richtung entwickeln!
Abg. Scheibner: Jetzt reicht es aber einmal! Jetzt reicht es, Herr Minister! Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Das BZÖ versucht seit der Vorwoche im Chor mit der FPÖ, einen „Listerien-Skandal“ zu konstruieren. (Abg. Mag. Stadler: Den gibt es nicht?!) Sie missbrauchen bedauerliche Todesfälle für ein schäbiges politisches Hickhack (Beifall bei der SPÖ – Abg. Mag. Stadler: Halten Sie sich ein bisschen zurück! Das ist ja unglaublich!) – für ein schäbiges politisches Hickhack! (Abg. Scheibner: Jetzt reicht es aber einmal! Jetzt reicht es, Herr Minister! Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Das hat dieses Haus nicht verdient! Sie stellen das hervorragende heimische System der Lebensmittelkontrolle so dar, als hätte es versagt, dabei ist genau das Gegenteil der Fall. (Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Krainer: Wie man in den Wald hineinruft ...!) – Hören Sie zu, dann verstehen Sie das! (Abg. Mag. Stadler: ... sollten Sie sich schämen! Sieben Tote ...! – Abg. Dr. Oberhauser – in Richtung BZÖ –: ... sollten Sie sich mäßigen!) Das Gegenteil ist der Fall! Der einzige Skandal ist, dass Sie in den vergangenen Tagen und Wochen via Presseaussendungen und Pressekonferenzen Unwahrheiten verbreitet haben. (Abg. Mag. Stadler: Das ist ja wirklich ein ..., der Minister! Holt ihn herunter!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Grosz.
haben sich auf nichts geeinigt und viel geschrieben, denn die Dringliche Anfrage resultiert, wie wir alle aus diesem Text herauslesen können, daraus, dass man sich offensichtlich im BZÖ-Klub nicht darauf einigen konnte, an wen man die Fragen stellen soll. Denn: Sie haben die Fragen an den Herrn Bundeskanzler gestellt, und Herr Bundesminister Stöger hätte nicht darauf antworten müssen. Das heißt, wir baden heute hier das aus, dass man sich dort nicht einigen kann, ob man steirischen Wahlkampf auf Kosten eines Ministers mit äußerst untergriffigen und äußerst falschen Argumenten führt oder ob man diesen gemischten Satz an Anfragen an den Herrn Bundeskanzler stellt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Grosz.)
Abg. Scheibner: Das glaube ich!
Meine Damen und Herren vom BZÖ! Ich glaube, es braucht Sie nicht zu wundern: Wir stehen voll hinter unserem Gesundheitsminister (Abg. Scheibner: Das glaube ich!) und auch voll hinter unserem Bundeskanzler. Und die Behandlung solch „Gemischter-Satz-Anfragen“ ist reine Zeitverschwendung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, gut!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, gut!
Meine Damen und Herren vom BZÖ! Ich glaube, es braucht Sie nicht zu wundern: Wir stehen voll hinter unserem Gesundheitsminister (Abg. Scheibner: Das glaube ich!) und auch voll hinter unserem Bundeskanzler. Und die Behandlung solch „Gemischter-Satz-Anfragen“ ist reine Zeitverschwendung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, ja, gut!)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!
Nur ein Beispiel jetzt: die Bildungspolitik. Bei diesem Dialog der Hochschulen und Fachhochschulen hat das BZÖ de facto keine Anwesenheit gezeigt. Und ich frage mich: Wie will man hier mitgestalten? (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!) Das stimmt schon! Da war de facto fast niemand dabei, und auch die Wortmeldungen und Überlegungen waren nicht wahnsinnig gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Nur ein Beispiel jetzt: die Bildungspolitik. Bei diesem Dialog der Hochschulen und Fachhochschulen hat das BZÖ de facto keine Anwesenheit gezeigt. Und ich frage mich: Wie will man hier mitgestalten? (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!) Das stimmt schon! Da war de facto fast niemand dabei, und auch die Wortmeldungen und Überlegungen waren nicht wahnsinnig gut. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner – demonstrativ Beifall spendend –: Sehr gut! Bravo! Bravo!
Ich sehe gerade diesen Bericht als sehr anregend an und hoffe, dass unser Vorschlag zur Einführung eines Pönales auch wirklich zu einer Diskussion führen wird. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner – demonstrativ Beifall spendend –: Sehr gut! Bravo! Bravo!)
Sitzung Nr. 57
Abg. Scheibner: Wo? Wo sparen Sie ein?
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dipl.-Ing. Josef Pröll (fortsetzend): Meine sehr geehrten Damen und Herren, wir können auch stolz sein, denn Österreichs Wirtschaft hat in diesen Monaten gezeigt, dass sie besonders robust und stabil ist. Aber trotzdem haben wir Handlungsbedarf – das dürfen wir nicht vergessen –, denn allein die Zinsentwicklung für die Schulden, die wir eingehen mussten, um weiterzukommen, um die Banken sozusagen durchzutragen, um die Konjunkturpakete sowie die Steuersenkung zu finanzieren, würde sich, wenn wir in Bezug auf Staatsschulden nichts täten, von derzeit 6,7 Milliarden € auf über 10 Milliarden € im Jahr 2014 erhöhen, was deutlich mehr wäre, als wir in unserem Land für die Bildung ausgeben. Und da können wir nicht zuschauen, da haben wir Handlungsbedarf, nämlich das Defizit zu verringern und den Schuldenstand der Republik wieder abzubauen. (Abg. Scheibner: Wo? Wo sparen Sie ein?)
Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?
Unser Hauptaugenmerk gilt in dieser Frage natürlich der Stärkung dieses Wachstums auch mit Offensivmaßnahmen. (Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?) Jedes Zehntelprozent Wachstum bringt uns eine Entlastung beim Sparen oder auf der Einnahmenseite. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!) Deswegen liegt der Hauptfokus der Politik dieser Regierung auf der Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums für die nächsten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!)
Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!
Unser Hauptaugenmerk gilt in dieser Frage natürlich der Stärkung dieses Wachstums auch mit Offensivmaßnahmen. (Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?) Jedes Zehntelprozent Wachstum bringt uns eine Entlastung beim Sparen oder auf der Einnahmenseite. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!) Deswegen liegt der Hauptfokus der Politik dieser Regierung auf der Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums für die nächsten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!
Unser Hauptaugenmerk gilt in dieser Frage natürlich der Stärkung dieses Wachstums auch mit Offensivmaßnahmen. (Abg. Scheibner: Mit Steuererhöhungen wollen Sie das Wachstum fördern?) Jedes Zehntelprozent Wachstum bringt uns eine Entlastung beim Sparen oder auf der Einnahmenseite. (Abg. Scheibner: Aber doch nicht durch Steuererhöhungen!) Deswegen liegt der Hauptfokus der Politik dieser Regierung auf der Stärkung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums für die nächsten Jahre. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie haben ja keine Ahnung! Das glaubt nicht einmal die ÖVP!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Abgeordneter Scheibner, zu Ihnen und dem BZÖ sage ich noch: keine neuen Steuern! Das war mein Ziel, und dazu stehe ich auch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber in einer Koalition zählt nicht nur das eigene Ziel, sondern auch das, was gemeinsam mit dem Partner möglich ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Zwischenruf des Abg. Markowitz.
Herr Abgeordneter Scheibner, zu Ihnen und dem BZÖ sage ich noch: keine neuen Steuern! Das war mein Ziel, und dazu stehe ich auch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber in einer Koalition zählt nicht nur das eigene Ziel, sondern auch das, was gemeinsam mit dem Partner möglich ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Abg. Scheibner: Erläutern Sie das!
In der Frage des Konsenses lagen wir bei 60 Prozent: 60 Prozent Sparen und 40 Prozent neue Einnahmen. Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben ja einmal einer Regierung angehört. Ich habe mir das genau angeschaut: Wissen Sie, wo 2001 und 2002 das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen lag, das Sie mitgetragen haben? (Abg. Scheibner: Erläutern Sie das!) Ich will das gar nicht näher erläutern! Es lag weitab von 60 zu 40, damals betrug das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben 80 Prozent zu 20 Prozent! Das haben auch Sie mitgetragen, Herr Abgeordneter Scheibner, und es war auch klug und richtig, es zu tun! Wir profitieren heute noch davon. Auf Grund dieser Wirtschafts- und Finanzpolitik steht Österreich besser da als andere Länder der Europäischen Union. Das ist der Punkt, den man fair und offen miteinander ansprechen sollte! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In der Frage des Konsenses lagen wir bei 60 Prozent: 60 Prozent Sparen und 40 Prozent neue Einnahmen. Herr Abgeordneter Scheibner! Sie haben ja einmal einer Regierung angehört. Ich habe mir das genau angeschaut: Wissen Sie, wo 2001 und 2002 das Verhältnis zwischen Ausgaben und Einnahmen lag, das Sie mitgetragen haben? (Abg. Scheibner: Erläutern Sie das!) Ich will das gar nicht näher erläutern! Es lag weitab von 60 zu 40, damals betrug das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben 80 Prozent zu 20 Prozent! Das haben auch Sie mitgetragen, Herr Abgeordneter Scheibner, und es war auch klug und richtig, es zu tun! Wir profitieren heute noch davon. Auf Grund dieser Wirtschafts- und Finanzpolitik steht Österreich besser da als andere Länder der Europäischen Union. Das ist der Punkt, den man fair und offen miteinander ansprechen sollte! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema des BZÖ für die heutige Aktuelle Stunde ist die Frage: Wie finanzieren wir diese Krise? Wir sanieren wir den Haushalt? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wie können wir die Kosten dieser Krise finanzieren? Machen wir das einnahmenseitig? Machen wir das ausgabenseitig? (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Faymann hat etwas anderes gesagt!
Wir Sozialdemokraten haben immer gesagt, dass wir einnahmenseitig und ausgabenseitig einen vernünftigen Mix zustande bringen wollen. (Abg. Scheibner: Faymann hat etwas anderes gesagt!) Es zeigt sich auch, dass jene Länder, die in der Vergangenheit einen guten Mix hatten, am erfolgreichsten waren. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler hat etwas anderes gesagt!)
Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler hat etwas anderes gesagt!
Wir Sozialdemokraten haben immer gesagt, dass wir einnahmenseitig und ausgabenseitig einen vernünftigen Mix zustande bringen wollen. (Abg. Scheibner: Faymann hat etwas anderes gesagt!) Es zeigt sich auch, dass jene Länder, die in der Vergangenheit einen guten Mix hatten, am erfolgreichsten waren. (Abg. Scheibner: Der Bundeskanzler hat etwas anderes gesagt!)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!
Im Hinblick darauf ist es interessant, wenn das BZÖ jetzt bei dieser Themenstellung eine Anleihe bei Deutschland nimmt. Der Herr Finanzminister hat es schon erwähnt: Die Steuersenkung, über die sich die Deutschen jetzt gerade streiten und nicht einig werden, haben wir längst vorgenommen. (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht!) Vor allem aber macht uns jeder andere Vergleich mit Deutschland sicher, dass das, was wir hier getan haben, richtig war.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Steuern senken und nicht erhöhen!
Warum sollen wir uns dann, bitte, an den Deutschen in dieser Hinsicht ein Beispiel nehmen? – Da schaue ich lieber auf Österreich! Wir haben das Richtige bei uns bereits getan. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Steuern senken und nicht erhöhen!)
Abg. Scheibner: Was ist mit der Mineralölsteuer?
Noch ein Wort zu den Steuern, meine Damen und Herren: Wir wollen keine Steuererhöhungen, überhaupt keine Frage! Aber die Debatte um die Bankensteuer, zu der sich offensichtlich alle bekennen, ist eine erste Diskussion über eine Steuererhöhung. Da geht es um Finanztransaktionen, und keiner redet dagegen! Tun Sie also nicht so scheinheilig, als ob Ihnen jede Überlegung fernläge, Steuern korrigieren zu wollen, meine Damen und Herren! Steuern sollten jedoch Steuerungswirkung haben. (Abg. Scheibner: Was ist mit der Mineralölsteuer?)
Abg. Scheibner: Garantieren Sie, dass das nicht kommt?
Aber kommen wir zu den „bösen“ Steuern! (Ironische Heiterkeit.) Die „bösen“ Steuern sind jene Steuern, die schon wieder jene belasten, die keine Mitschuld an der Krise haben, die Opfer der Krise sind, nämlich die Massen und die Mittelschicht. Die Rede ist von jenen Steuern, die immer wieder neue Deckmäntel bekommen. Jetzt gerade ist es der Deckmantel des Umweltschutzes. Das sind jene Steuern, die das Tanken, das Heizen für jeden noch teurer machen, als es ohnehin schon ist. (Abg. Scheibner: Garantieren Sie, dass das nicht kommt?)
Abg. Scheibner: Wer stellt den Bundeskanzler?
Deshalb, liebe Kolleginnen und Kollegen: Ist es gerecht, dass allen Österreicherinnen und Österreichern ins Geldbörsel gegriffen wird, undifferenziert, nach dem Gießkannenprinzip? – Nein, das ist nicht gerecht! (Abg. Scheibner: Wer stellt den Bundeskanzler?)
Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!
Wir lassen uns durch diese Debatte unser Image als Steuersenkungspartei, lieber Kollege, nicht wegnehmen! Aber ich gebe zu, Herbert Scheibner, uns trennen zwei Dinge (Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!): Ich debattiere aufgrund von Daten und Fakten – du machst polemische Zwischenrufe. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!) Das ist der Unterschied, lieber Herbert Scheibner! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!
Wir lassen uns durch diese Debatte unser Image als Steuersenkungspartei, lieber Kollege, nicht wegnehmen! Aber ich gebe zu, Herbert Scheibner, uns trennen zwei Dinge (Zwischenruf des Abg. Riepl – Abg. Scheibner: Wir haben gekämpft um die Steuersenkung!): Ich debattiere aufgrund von Daten und Fakten – du machst polemische Zwischenrufe. (Abg. Scheibner: Das ist überhaupt nicht polemisch, das ist nur eine Richtigstellung!) Das ist der Unterschied, lieber Herbert Scheibner! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, für solche Sachen gehört eigentlich ein Ordnungsruf!
Meine Damen und Herren, eines ist schon richtig: Für uns ist die Stabilität des Staatshaushaltes ein wirtschaftlicher Grundwert, er ist auch die Basis für eine Strategie von Wachstum und Beschäftigung, gar keine Frage. (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin, für solche Sachen gehört eigentlich ein Ordnungsruf!) Es ist unbestritten, dass wir – wie alle Staaten dieser Welt – die Krise unter Inkaufnahme einer höheren Staatsverschuldung bekämpft haben. Gar keine Frage, es gab keine Alternative.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner
Hören wir auf mit einer polemischen Debatte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner), und kehren wir zurück zu Daten und Fakten, Herr Kollege Scheibner. Und weil Sie die Deutschen in Ihrer Rede so erwähnt haben (Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!): Haben Sie gelesen, was Helmut Schmidt, der frühere deutsche Bundeskanzler, vor drei Wochen in einem großen „Kurier“-Interview gesagt hat? – Er hat gefragt: Wisst ihr Österreicher überhaupt, wie gut es euch geht? (Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!)
Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!
Hören wir auf mit einer polemischen Debatte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner), und kehren wir zurück zu Daten und Fakten, Herr Kollege Scheibner. Und weil Sie die Deutschen in Ihrer Rede so erwähnt haben (Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!): Haben Sie gelesen, was Helmut Schmidt, der frühere deutsche Bundeskanzler, vor drei Wochen in einem großen „Kurier“-Interview gesagt hat? – Er hat gefragt: Wisst ihr Österreicher überhaupt, wie gut es euch geht? (Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!)
Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!
Hören wir auf mit einer polemischen Debatte (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek und Scheibner), und kehren wir zurück zu Daten und Fakten, Herr Kollege Scheibner. Und weil Sie die Deutschen in Ihrer Rede so erwähnt haben (Abg. Scheibner: Die Wahrheit sagen!): Haben Sie gelesen, was Helmut Schmidt, der frühere deutsche Bundeskanzler, vor drei Wochen in einem großen „Kurier“-Interview gesagt hat? – Er hat gefragt: Wisst ihr Österreicher überhaupt, wie gut es euch geht? (Abg. Scheibner: Aber nicht wegen Ihnen!)
Abg. Scheibner: Nein, das haben wir nicht gemacht!
Schon damals wurde über die Frage debattiert, warum es denn eigentlich nicht möglich ist – wenn schon die Regierung im Vorfeld von Wahlen offenbar nicht in der Lage war, zu einem Arbeitspensum zu kommen –, Oppositionsanträge zu behandeln. Es ist vorhin angesprochen worden – die erwähnte Zahl ist korrekt –: Es sind nach wie vor über 700 Materien, die hier im Haus liegen. Und die Frage ist, ob zu einem Parlamentarismus nicht auch das Behandeln von Oppositionsanträgen dazugehört. – Ich weiß nicht, Kollege Cap: „Neuer Parlamentarismus“? Das war ein Schlagwort von Josef Cap. Ich kann mich erinnern, 1999 bis 2006 hat Josef Cap einen anderen Parlamentarismus gefordert. Und passiert ist eigentlich genau das Gleiche, was vorher auch der Fall war: Die Oppositionsanträge sind vertagt worden, sind nicht behandelt worden, haben den Weg ins Plenum nicht gefunden. (Abg. Scheibner: Nein, das haben wir nicht gemacht!)
Abg. Scheibner: Sie können die Anträge ja ablehnen, nicht vertagen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Sehr geehrter Herr Vorredner! Selbstverständlich bemühen wir uns gerade jetzt, im Rahmen der Arbeit der Reform der Geschäftsordnung, die die Arbeit des Hauses regelt, auf die Bedürfnisse und Wünsche auch der Opposition einzugehen (Abg. Vilimsky: Aber sehr versteckt! Aber sehr versteckt!) und hier eine Verbreiterung der Möglichkeiten zu erreichen. Das, was Sie wollen, was jene, die jetzt gerade lachen, wollen, ist, dass hier herinnen nur die Opposition bestimmt, und die Mehrheit, die von der Mehrheit der Bevölkerung gewählt wurde, gar nichts zu bestimmen hat. (Abg. Scheibner: Sie können die Anträge ja ablehnen, nicht vertagen!) Das ist auch nicht demokratisch, seien Sie mir nicht böse, sondern das Entscheidende hier herinnen ist immer die Balance, ist der Ausgleich zwischen Opposition und den Parteien, die gemeinsam eine Regierung bilden.
Abg. Scheibner: Sie können es ja ablehnen; wir wollen es da behandeln!
Und bei gewissen Dingen, wo man nicht ganz der Meinung der Opposition ist, kommt es eben zu einer Vertagung und es wird darüber noch nachgedacht – und das kann man nicht einfach als negativ darstellen! Was Ihnen nicht gefällt ist Folgendes: Ihnen gefällt nicht, wenn wir es ablehnen, Ihnen gefällt es nicht, wenn wir es vertagen (Abg. Scheibner: Sie können es ja ablehnen; wir wollen es da behandeln!), Ihnen gefällt es nur, wenn wir immer für das sind, was Sie wollen. – Aber so geht es leider nicht, denn Sie sind die Opposition und wir sind gerade in der Regierung. Ich finde aber, wir gehen trotzdem aufeinander zu und versuchen, mit mehr Information, mit mehr Diskussion dieses Parlament neu zu entwickeln; aber Sie sollten doch versuchen, in dem Zusammenhang einen konstruktiven Beitrag zu leisten, weil ich denke, dass das sehr wichtig ist.
Abg. Scheibner: Welche, Frau Kollegin? Zählen Sie einmal ein bisschen auf!
Ich denke, die Arbeit der Bundesregierung und die Entscheidungen, die hier im Haus in den letzten Monaten getroffen worden sind, können sich schon sehen lassen. (Abg. Scheibner: Welche, Frau Kollegin? Zählen Sie einmal ein bisschen auf!) Wir haben fürwahr sehr wichtige Aufgaben, die wir miteinander bewältigen müssen. Und das ist die Erwartung, die die Wähler und Wählerinnen an uns stellen. (Abg. Scheibner: Welche Entscheidungen waren das?)
Abg. Scheibner: Welche Entscheidungen waren das?
Ich denke, die Arbeit der Bundesregierung und die Entscheidungen, die hier im Haus in den letzten Monaten getroffen worden sind, können sich schon sehen lassen. (Abg. Scheibner: Welche, Frau Kollegin? Zählen Sie einmal ein bisschen auf!) Wir haben fürwahr sehr wichtige Aufgaben, die wir miteinander bewältigen müssen. Und das ist die Erwartung, die die Wähler und Wählerinnen an uns stellen. (Abg. Scheibner: Welche Entscheidungen waren das?)
Abg. Scheibner: Wieso wollen Sie dann die Steuern erhöhen, jetzt schon?
Von uns wird erwartet, dass wir den Kampf gegen die Wirtschaftskrise und vor allem auch gegen die Auswirkungen der Wirtschaftskrise weiterführen. Diesbezüglich sind sehr wichtige Maßnahmen gesetzt worden. Denn aus unserer Warte ist die Wirtschaftskrise nicht zu Ende, und vor allem ist sie so lange nicht zu Ende, solange die Arbeitslosigkeit noch sehr hoch ist. (Abg. Scheibner: Wieso wollen Sie dann die Steuern erhöhen, jetzt schon?) Das heißt, es ist sehr wichtig – und das ist in den letzten Monaten auch passiert –, entsprechende Maßnahmen im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, im Speziellen auch gegen die Jugendarbeitslosigkeit zu setzen. Da sind wichtige Maßnahmen gesetzt worden.
Abg. Scheibner: Hast du keine Botschaften?
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Diese Diskussion im Rahmen einer Einwendungsdebatte zu führen, wo der eine einen ORF-Skandal wittert, der andere den Rücktritt des Bundesministers für Landesverteidigung fordert, dazu kann ich nur sagen, das hat alles nichts mit der Tagesordnung zu tun, hat nichts mit einer Einwendungsdebatte zu tun. Es geht hier nur um eines: Man will in der besten Fernsehzeit seine Botschaften schnell drüberbringen und ja keine Gelegenheit versäumen, im Fernsehen sein zu können. (Abg. Scheibner: Hast du keine Botschaften?) Ich glaube, diese Diskussion geht weit am Thema dieser Einwendungsdebatte vorbei.
Abg. Scheibner: Wie viele Anträge? Zwei!
Ich darf daran erinnern, dass es die Opposition ist, die es verweigert, Zustimmungen zu Zweidrittelmaterien zu geben. (Abg. Scheibner: Wie viele Anträge? Zwei!) Seit einem halben Jahr, wo die Opposition gefordert ist, Gesetzen zuzustimmen oder sie abzulehnen, verweigert sie aus prinzipiellen Gründen ihre Mitarbeit. Das heißt, Sie wollen eigentlich Gesetze nur blockieren. Insbesondere im Verfassungsausschuss verweigern Sie die Zweidrittelmehrheit. Und dann redet Kollege Grosz vom Kinderschutz! Ich erinnere: Als wir die Kinderrechte in der Verfassung verankern wollten, haben Sie das aus prinzipiellen Gründen abgelehnt. Mit den Grünen und mit den Freiheitlichen haben Sie das abgelehnt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Grosz: Da geht es um Kindesmissbrauch! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Budget zu tun!
Nein, das waren schon noch die Freiheitlichen! Da war der Herr Finanzminister noch Freiheitlicher, und der Herr Kollege Scheibner war auch noch Freiheitlicher! (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit dem Budget zu tun!) Also Sie waren das, und jetzt kommen Sie drauf, dass das, was wir gesagt haben, stimmt. Das ist aber Ihr Problem, dass Sie ein bisschen zu spät draufkommen, dass Sie immer ein bisschen zu spät dran sind und die wahre Situation zu spät erkennen.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Verwaltungsreform? Wo bleibt die Verwaltungsreform, Herr Kollege?
Alles Themen, wo sich die Opposition aktiv einbringen kann! Das macht sie aber nicht, weil sie einen prinzipiellen Beschluss gefasst hat, sich an verfassungsrechtlichen Materien nicht zu beteiligen. Dort wäre aber eine konstruktive Zusammenarbeit notwendig. Diese zu verweigern und dann zu sagen, es gibt keine Tagesordnung, das halte ich für sehr, sehr doppelbödig. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was ist mit der Verwaltungsreform? Wo bleibt die Verwaltungsreform, Herr Kollege?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was machst denn du für die Bauern?
Nein, da geht es nicht nur um die Bauern! Wenn Sie nicht erkennen, dass im ländlichen Raum durch die Bäuerinnen und Bauern sehr viele Arbeitsplätze gesichert werden, dann tut es mir leid! In Österreich sind es immerhin an die 500 000 Arbeitsplätze, die durch die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern gesichert werden. Wenn Sie diesen Wert nicht erkennen, meine Damen und Herren, dann haben Sie es auch nicht verstanden, was es heißt, politisch tätig zu sein. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Was machst denn du für die Bauern?)
Abg. Scheibner: Ich will jetzt von Ihnen wissen, was Sie für die Bauern machen! – Ich höre nichts!
Wenn Sie das nicht interessiert, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Ich will jetzt von Ihnen wissen, was Sie für die Bauern machen! – Ich höre nichts!), dass wir uns auch auf EU-Ebene damit auseinandersetzen müssen, wie die Menschen, wie die Weltbevölkerung in Zukunft versorgt werden kann, dass es den klaren Auftrag gibt, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, dann sagen Sie doch, dass Sie das nicht interessiert! (Abg. Scheibner: Nein, sagen Sie einmal etwas dazu, was Sie gegen die Konkurrenz der Lebensmittel aus Asien machen! Das will ich von Ihnen wissen!)
Abg. Scheibner: Nein, sagen Sie einmal etwas dazu, was Sie gegen die Konkurrenz der Lebensmittel aus Asien machen! Das will ich von Ihnen wissen!
Wenn Sie das nicht interessiert, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Ich will jetzt von Ihnen wissen, was Sie für die Bauern machen! – Ich höre nichts!), dass wir uns auch auf EU-Ebene damit auseinandersetzen müssen, wie die Menschen, wie die Weltbevölkerung in Zukunft versorgt werden kann, dass es den klaren Auftrag gibt, die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, dann sagen Sie doch, dass Sie das nicht interessiert! (Abg. Scheibner: Nein, sagen Sie einmal etwas dazu, was Sie gegen die Konkurrenz der Lebensmittel aus Asien machen! Das will ich von Ihnen wissen!)
Abg. Scheibner: Wo sind Ihre Ideen? Helfen Sie endlich der Landwirtschaft!
Unser aller Aufgabe ist es jetzt – so wie es Herr Finanzminister Pröll auch gemacht hat –, Programme zu entwickeln, Konjunkturpakete zu entwickeln, damit wir die Menschen in Beschäftigung halten. (Abg. Scheibner: Wo sind Ihre Ideen? Helfen Sie endlich der Landwirtschaft!) – Das machen wir permanent, Herr Kollege Scheibner (Abg.
Abg. Scheibner: Nichts haben Sie getan! Das Bauernsterben haben Sie zu verantworten!
Scheibner: Überhaupt nicht!), da haben Sie viel verschlafen. (Abg. Scheibner: Nichts haben Sie getan! Das Bauernsterben haben Sie zu verantworten!) Wir haben viel mehr erreicht in der EU, als ihr jemals wahrnehmen wolltet, mit der Agenda 2000. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, was machen Sie, der Bauernbund? Retten Sie endlich die Bäuerinnen und Bauern!
Wir haben in Österreich mehr Mittel bekommen als andere Länder. Ein großartiger Erfolg – noch von Wolfgang Schüssel und Josef Pröll, gemeinsam mit Willi Molterer. Haben Sie das alles vergessen, Herr Kollege Scheibner? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, was machen Sie, der Bauernbund? Retten Sie endlich die Bäuerinnen und Bauern!) Die Grundlage für diese gute Arbeit für die Bäuerinnen und Bauern wird im Bauernbund geschaffen, Herr Kollege Scheibner, nehmen Sie das endlich auch einmal zur Kenntnis! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, Sie machen nichts für die Bauern!)
Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, Sie machen nichts für die Bauern!
Wir haben in Österreich mehr Mittel bekommen als andere Länder. Ein großartiger Erfolg – noch von Wolfgang Schüssel und Josef Pröll, gemeinsam mit Willi Molterer. Haben Sie das alles vergessen, Herr Kollege Scheibner? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, was machen Sie, der Bauernbund? Retten Sie endlich die Bäuerinnen und Bauern!) Die Grundlage für diese gute Arbeit für die Bäuerinnen und Bauern wird im Bauernbund geschaffen, Herr Kollege Scheibner, nehmen Sie das endlich auch einmal zur Kenntnis! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Nein, Sie machen nichts für die Bauern!)
Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Josef Pröll im vergangenen Jahr wirklich einen sehr verantwortungsbewussten Weg gegangen ist, als er gesagt hat, es helfe nicht nur, zu sparen, sondern man müsse die Menschen in Beschäftigung halten. Jetzt haben wir die Aufgabe, das Budget zu sanieren. (Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!) Jetzt haben wir die Aufgabe, auch unser Steuersystem zu ändern, einen Lenkungseffekt zu schaffen – mit einer ökologischen Steuerreform, meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie sind eingeladen, falls Sie Ideen haben, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Grosz, dann sagen Sie es! (Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!) Wir sind neugierig, ob Sie überhaupt welche haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!
Meine Damen und Herren! Ich glaube, dass Josef Pröll im vergangenen Jahr wirklich einen sehr verantwortungsbewussten Weg gegangen ist, als er gesagt hat, es helfe nicht nur, zu sparen, sondern man müsse die Menschen in Beschäftigung halten. Jetzt haben wir die Aufgabe, das Budget zu sanieren. (Abg. Scheibner: Steuern wollen Sie erhöhen! – Abg. Grosz: Steuererhöhungen! Steuererhöhungen! Arbeitsplätze zerstören! Arbeitsplätze zerstören!) Jetzt haben wir die Aufgabe, auch unser Steuersystem zu ändern, einen Lenkungseffekt zu schaffen – mit einer ökologischen Steuerreform, meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie sind eingeladen, falls Sie Ideen haben, Herr Kollege Scheibner und Herr Kollege Grosz, dann sagen Sie es! (Abg. Scheibner: Nein, zu Steuererhöhungen haben wir keine Ideen!) Wir sind neugierig, ob Sie überhaupt welche haben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da geht’s um den Schutz der Bauern in Österreich! – Zwischenruf des Abg. Grosz.
Abgeordneter Ing. Peter Westenthaler (BZÖ): Lieber Kollege Grillitsch, bei einem Sprecher der Schulden- und Steuererhöhungspartei ÖVP ist es schon interessant, wenn er herausgeht, die Debatte kritisiert und sich dann selbst maßgeblich einbringt. – So schlecht kann es nicht gewesen sein. Wir haben über einige wesentliche Punkte diskutiert. Der Hauptgegenstand war nicht die Tagesordnung. Zum Beispiel wurde von Kollegem Grosz der Listerienskandal aufs Tapet gebracht, und ich habe schon erwartet, dass du zumindest einen Satz dazu verlierst in deiner Rede, oder zur Landwirtschaft. (Abg. Scheibner: Da geht’s um den Schutz der Bauern in Österreich! – Zwischenruf des Abg. Grosz.) Wir können gerne über jegliche Themen sprechen, und es wurde auch über Themen gesprochen, Herr Kollege Grillitsch.
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Lassen Sie mich noch ein paar Sätze zum Thema Naher Osten sagen! Ich habe selbst Ende Februar auf einer Reise von den Palästinenser-Gebieten über Israel, den Libanon und Syrien persönliche Eindrücke sammeln können und dort von den Gesprächspartnern gehört, dass es eine große Nachfrage nach stärkerem europäischem Engagement gibt. Ich glaube, dass wir dem gerecht werden müssen. Letztlich wurde gerade in der arabischen Welt die Erklärung der Außenminister der Europäischen Union vom 8. Dezember nicht nur begrüßt, sondern auch mit konkretem Leben erfüllt. Wir haben dort einen Stellenwert, wir haben derzeit eine Situation, in der die Kontakte gerade zwischen Israel und den USA belastet sind, und daher auch eine gewisse Chance, uns als Europäer stärker in diesem Raum zu engagieren, damit wir eines erreichen: nämlich einen Friedensprozess wieder in Gang zu setzen, der absolut notwendig ist. Der Nahe Osten ist insgesamt ein Hot Spot, der Gefahr nicht nur für unsere Region, sondern für die gesamte Welt bedeutet. Daher, so glaube ich, ist es notwendig, dass wir uns als Österreicher und als Europäer sehr stark in diesem Raum engagieren, um dazu beizutragen, dass eine neue Friedensinitiative auch konkrete Chancen hat. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Letzter Satz: Wenn schon, dann müssen wir uns an den Besten orientieren, und nicht am Langsamsten und am Schlechtesten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass die Europäische Union gefordert ist, in Zukunft noch stärkere Worte in diesem Zusammenhang zu finden, damit es endlich Frieden in dieser Region gibt! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Die ist nicht so imaginär!
Österreich hat nicht einmal 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an Militärausgaben. Das ist schon eine Provokation möglicher künftiger Gläubiger innerhalb der Europäischen Union. Dafür bin ich nicht bereit, österreichische Euros an Krediten herzugeben, damit die Griechen zusätzliche sinnlose U-Boote wegen einer imaginären Furcht vor ihrem türkischen Nachbarn kaufen können. (Abg. Scheibner: Die ist nicht so imaginär!) – Das ist das eine.
Abg. Scheibner: Haben Sie noch so ein paar Seminarbeispiele? – Heiterkeit des Redners.
Treu und Glauben, das ist Hoffnung und das ist teurer. (Abg. Scheibner: Haben Sie noch so ein paar Seminarbeispiele? – Heiterkeit des Redners.)
Abg. Scheibner: Minderwertigkeitskomplex – ein Blödsinn!
Ich komme jetzt kurz zu dem Antrag, den Kollege Stadler eingebracht hat. Der Kollege Stadler hat zwar einen tief sitzenden Strache-Minderwertigkeitskomplex (Abg. Scheibner: Minderwertigkeitskomplex – ein Blödsinn!) und kläfft wie ein pawlowscher Hund, wenn er das Wort „Strache“ hört – ja, das nehme ich gerne, den Ordnungsruf nehme ich gerne –, aber er hat manchmal auch durchaus vernünftige Ideen und Vorschläge. Was er hier zu Kerneuropa hervorgebracht hat, hat einige vernünftige Ansätze.
Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit dem Märchen!
Dazu sagt uns die Wissenschaft, dass die globale Erderwärmung maximal 2 Grad betragen darf, besser wäre noch 1,5 Grad. Davon wird das Reduktionsziel abgeleitet, und dieses lautet für die Industriestaaten minus 40 Prozent. (Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit dem Märchen!) – Das sind wissenschaftliche Fakten! Da können wir politisch nicht sehr viel diskutieren. Wir sollten darum unser politisches Handeln davon ableiten. (Abg. Scheibner: Es gibt auch Wissenschaftler, die das Gegenteil sagen!)
Abg. Scheibner: Es gibt auch Wissenschaftler, die das Gegenteil sagen!
Dazu sagt uns die Wissenschaft, dass die globale Erderwärmung maximal 2 Grad betragen darf, besser wäre noch 1,5 Grad. Davon wird das Reduktionsziel abgeleitet, und dieses lautet für die Industriestaaten minus 40 Prozent. (Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit dem Märchen!) – Das sind wissenschaftliche Fakten! Da können wir politisch nicht sehr viel diskutieren. Wir sollten darum unser politisches Handeln davon ableiten. (Abg. Scheibner: Es gibt auch Wissenschaftler, die das Gegenteil sagen!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Problempunkte kommen ja erst!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Herr Bundesminister! Herr Präsident! Angesichts der Diskussion, die wir, glaube ich, vor drei Stunden bei der Einwendungsdebatte geführt haben, denke ich mir, dass wir recht gehabt haben mit dieser Tagesordnung, weil so intensiv, wie über Europa jetzt diskutiert worden ist, in diesem Haus schon lange nicht mehr diskutiert worden ist. Ich danke dem Herrn Bundesminister für diese Erklärung, dass wir jetzt auch die Möglichkeit haben. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Problempunkte kommen ja erst!)
Abg. Scheibner: Zugegeben!
So viel zum Thema Objektivität des Österreichischen Rundfunks. Seit Jahr und Tag hat es keine derartige Szene hier im Haus gegeben. Der ORF hat auf Knopfdruck damals, über Intervention von Kalina im ORF, dafür gesorgt, dass darüber nicht berichtet wurde. (Abg. Scheibner: Zugegeben!) – Zugegeben sogar!
Abg. Scheibner: Da hoffen wir doch, dass Sie mit dem Fahrrad unterwegs waren!
gin bei Lkw-Kontrollen, und zwar beim fixen Kontrollpunkt der ASFINAG auf der West Autobahn bei Stadt Haag. (Abg. Scheibner: Da hoffen wir doch, dass Sie mit dem Fahrrad unterwegs waren!)
Sitzung Nr. 59
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Bringen Sie einmal gescheite Vergleiche ...!
Das sieht man, wie „ernst“ manche Parteien Arbeitsmarktpolitik nehmen und wie „ernst“ man es nimmt, dass wir in ganz Europa die zweitniedrigste Arbeitslosenquote haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Bringen Sie einmal gescheite Vergleiche ...!)
Abg. Scheibner: Das kann gar nicht stimmen! – Abg. Grosz: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, Herr Präsident!
Dieses Beispiel des Herrn Abgeordneten Bucher beziehungsweise des Herrn Abgeordneten Haubner ist leider völlig falsch. Ich berichtige daher tatsächlich – und Herr Abgeordneter Haubner weiß es mittlerweile genauso wie Herr Abgeordneter Bucher –: Die Person, die 800 € brutto verdient, erhält nach Zuerkennung aller Sozialleistungen des Landes Kärnten 799 € netto. Die Person, die 1 300 € brutto verdient, bekommt, da sie kaum Sozialleistungen erhält, 1 080 € netto. (Abg. Scheibner: Das kann gar nicht stimmen! – Abg. Grosz: Das ist keine tatsächliche Berichtigung, Herr Präsident!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Linder. – Abg. Scheibner: Aha!
Eine letzte Erklärung noch dazu: Es ist keine koalitionäre Zusammenarbeit, sehr geschätzte Damen und Herren von der ÖVP, Herr Bundesminister, wenn einfach ein Bewertungsgesetz in Begutachtung geschickt wird, ohne dass auch nur im Geringsten mit uns, mit dem Koalitionspartner Sozialdemokratie, darüber geredet würde und dann eine Aussendung gemacht wird, in der es schon heißt, dass beim Einheitswert ohnehin nichts passiert. – So macht man nicht Koalitionsarbeit! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Linder. – Abg. Scheibner: Aha!)
Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!
Die Sicherheitsdoktrin ist ein nächster wichtiger Kritikpunkt an Bundesminister Darabos, denn in der Sicherheitsdoktrin bestehen Tendenzen in Richtung NATO. (Abg. Scheibner: Das ist ein Schwachsinn!) Und wenn nur eine Sekunde – eine Sekunde! – daran gedacht wird, die Neutralität aufzuheben, ist dieser Misstrauensantrag alleine schon berechtigt. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Amon: Applaus von der falschen Seite! – Abg. Mag. Stadler: Fürs Protokoll: Der Beifall ...!) – Wir haben nie verleugnet, dass die Grünen in den meisten Punkten bei diesem Entschließungsantrag der Freiheitlichen Partei mitgehen können. Es gibt aber einige Punkte, wo das ein bisschen schwieriger ist. Das wurde klar und deutlich gesagt.
Zwischenrufe bei der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Zwischenrufe bei der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 60
Abg. Scheibner: Das steht aber nicht drin!
Außerdem soll eine Zeit lang eine Art Schutzschild über das Unternehmen, das saniert werden soll, gestülpt werden. Es soll eine gewisse Zeit lang, maximal sechs Monate, nicht zur ordentlichen Kündigung von Verträgen kommen. Das bezieht sich vor allem auf Verträge, die für dieses Unternehmen lebensnotwendig sind, die sozusagen die Infrastruktur betreffen, zum Beispiel Stromlieferverträge, Leasingverträge Fahrzeuge betreffend, Telefonverträge oder etwa, wenn Sie wollen, Bierbezugsverträge. (Abg. Scheibner: Das steht aber nicht drin!)
Abg. Scheibner: Nein! Das wird nicht missverstanden! Das ist eine Tatsache!
Das, was von einem meiner Vorredner als Privileg der Banken gesehen und auch schon im Justizausschuss diskutiert wurde, wird offensichtlich – ich würde sagen, sogar bewusst – missverstanden. (Abg. Scheibner: Nein! Das wird nicht missverstanden! Das ist eine Tatsache!) Es geht nicht um ein Privileg für Banken, sondern es ist zu sehen, dass – es geht ja darum, dass Kreditmittel nach der Insolvenzverfahrenseröffnung nicht mehr ausgezahlt werden müssen – realistischerweise im Normalfall die Kreditauszahlung der Kreditgewährung sehr nahe ist.
Abg. Scheibner: Ja, aber der kleine Zulieferer muss weiter leisten!
Wann ist das nicht der Fall? – Schon in der Sanierungsphase, wenn ein Unternehmen schon in Schwierigkeiten ist. (Abg. Scheibner: Ja, aber der kleine Zulieferer muss weiter leisten!) Würde man diese Bestimmung nicht vorsehen, wäre das für die Banken nicht negativ. Im Gegenteil: Dann würde ein Unternehmen, das vielleicht schon in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist, keine Kreditmittel mehr gewährt bekommen. Und das wäre auch negativ. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Donnerbauer – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben es nicht verstanden, aber ich erkläre es Ihnen noch! – Abg. Scheibner: Sie haben es schlecht erklärt! – Abg. Mag. Hakl: Ich werde das jetzt versuchen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Hakl. – Bitte. (Abg. Mag. Donnerbauer – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben es nicht verstanden, aber ich erkläre es Ihnen noch! – Abg. Scheibner: Sie haben es schlecht erklärt! – Abg. Mag. Hakl: Ich werde das jetzt versuchen!)
Abg. Scheibner: Die sind euch alle nichts mehr wert!
Sie haben jetzt davon gesprochen, dass ein kleiner Gewerbetreibender (Abg. Scheibner: Die sind euch alle nichts mehr wert!) – Sie können mir glauben, als Wirtschaftsbundmitglied liegen uns die ganz besonders am Herzen (neuerlicher Beifall des Abg. Hörl) – weiter etwas zahlen muss und dafür haften muss, eine Bank aber nicht. (Abg. Scheibner: Die habt ihr alle schon vergessen!) – Herr Kollege, wenn die Fortführung eines Unternehmens nach diesem Verfahren gemacht wird, gibt es, wenn ein Vertrag fortgesetzt wird, eine Forderung gegen die Masse. (Abg. Scheibner: Na ja, und?) Das Wesen der Forderung gegen die Masse ist, dass im Fortführungsfall eben zu 100 Prozent bezahlt wird. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt scheitert sie!) Das heißt, gerade jene Forderung, wo die Zuhaltung des Vertrages einmal grundsätzlich angeordnet oder vereinbart wird (Abg. Mag. Stadler: Das Risiko des Scheiterns trägt der kleine Zulieferer!), ist es, bei der er zu 100 Prozent seine Forderung bekommt (Abg. Mag. Stadler: Jetzt scheitert es, was ist dann?); und umgekehrt, wenn es um Kreditvergaben vor und nach Einleitung eines Insolvenzverfahrens geht. (Abg. Mag. Stadler: Was ist, wenn es scheitert?)
Abg. Scheibner: Die habt ihr alle schon vergessen!
Sie haben jetzt davon gesprochen, dass ein kleiner Gewerbetreibender (Abg. Scheibner: Die sind euch alle nichts mehr wert!) – Sie können mir glauben, als Wirtschaftsbundmitglied liegen uns die ganz besonders am Herzen (neuerlicher Beifall des Abg. Hörl) – weiter etwas zahlen muss und dafür haften muss, eine Bank aber nicht. (Abg. Scheibner: Die habt ihr alle schon vergessen!) – Herr Kollege, wenn die Fortführung eines Unternehmens nach diesem Verfahren gemacht wird, gibt es, wenn ein Vertrag fortgesetzt wird, eine Forderung gegen die Masse. (Abg. Scheibner: Na ja, und?) Das Wesen der Forderung gegen die Masse ist, dass im Fortführungsfall eben zu 100 Prozent bezahlt wird. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt scheitert sie!) Das heißt, gerade jene Forderung, wo die Zuhaltung des Vertrages einmal grundsätzlich angeordnet oder vereinbart wird (Abg. Mag. Stadler: Das Risiko des Scheiterns trägt der kleine Zulieferer!), ist es, bei der er zu 100 Prozent seine Forderung bekommt (Abg. Mag. Stadler: Jetzt scheitert es, was ist dann?); und umgekehrt, wenn es um Kreditvergaben vor und nach Einleitung eines Insolvenzverfahrens geht. (Abg. Mag. Stadler: Was ist, wenn es scheitert?)
Abg. Scheibner: Na ja, und?
Sie haben jetzt davon gesprochen, dass ein kleiner Gewerbetreibender (Abg. Scheibner: Die sind euch alle nichts mehr wert!) – Sie können mir glauben, als Wirtschaftsbundmitglied liegen uns die ganz besonders am Herzen (neuerlicher Beifall des Abg. Hörl) – weiter etwas zahlen muss und dafür haften muss, eine Bank aber nicht. (Abg. Scheibner: Die habt ihr alle schon vergessen!) – Herr Kollege, wenn die Fortführung eines Unternehmens nach diesem Verfahren gemacht wird, gibt es, wenn ein Vertrag fortgesetzt wird, eine Forderung gegen die Masse. (Abg. Scheibner: Na ja, und?) Das Wesen der Forderung gegen die Masse ist, dass im Fortführungsfall eben zu 100 Prozent bezahlt wird. (Abg. Mag. Stadler: Jetzt scheitert sie!) Das heißt, gerade jene Forderung, wo die Zuhaltung des Vertrages einmal grundsätzlich angeordnet oder vereinbart wird (Abg. Mag. Stadler: Das Risiko des Scheiterns trägt der kleine Zulieferer!), ist es, bei der er zu 100 Prozent seine Forderung bekommt (Abg. Mag. Stadler: Jetzt scheitert es, was ist dann?); und umgekehrt, wenn es um Kreditvergaben vor und nach Einleitung eines Insolvenzverfahrens geht. (Abg. Mag. Stadler: Was ist, wenn es scheitert?)
Abg. Scheibner: Frau Oberjuristin, von der Wirtschaft null Ahnung!
Ich glaube, dieses Gesetz ist der sinnvolle Mittelweg. Denn es gab auch die Forderung der Banken, einen Fortführungskredit im ersten Rang bevorzugt zu behandeln. Es gab viele Experten, die das gefordert haben (Abg. Scheibner: Frau Oberjuristin, von der Wirtschaft null Ahnung!), da viele Unternehmensfortführungen aus Liquiditätsmangel
Abg. Scheibner: Wer trägt das Risiko des Scheiterns?
Dieses Gesetz ist ein exzellenter Mittelweg, und ich hoffe, dass vor allem auch die Abweisung des Konkurses mangels Masse (Abg. Scheibner: Wer trägt das Risiko des Scheiterns?) durch neue Vorschriften eingeschränkt wird. Dass in diesem Fall nicht nachgeschaut werden konnte, ob derjenige, der in Konkurs gegangen ist, eigentlich noch Geld hat (Abg. Scheibner: Ihr könnt nur mehr überheblich sein in der ÖVP, aber sonst gar nichts!), sind sehr viele kleine und mittelständische Unternehmen um ihr Geld wirklich zu Unrecht umgefallen. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Ihr könnt nur mehr überheblich sein in der ÖVP, aber sonst gar nichts!
Dieses Gesetz ist ein exzellenter Mittelweg, und ich hoffe, dass vor allem auch die Abweisung des Konkurses mangels Masse (Abg. Scheibner: Wer trägt das Risiko des Scheiterns?) durch neue Vorschriften eingeschränkt wird. Dass in diesem Fall nicht nachgeschaut werden konnte, ob derjenige, der in Konkurs gegangen ist, eigentlich noch Geld hat (Abg. Scheibner: Ihr könnt nur mehr überheblich sein in der ÖVP, aber sonst gar nichts!), sind sehr viele kleine und mittelständische Unternehmen um ihr Geld wirklich zu Unrecht umgefallen. – Ich danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Da steht ja, ob Sie dafür sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden ja eine Meinung auch noch haben!
Das derzeitige Gehaltsabkommen läuft bis 31. Dezember 2010. In der Vergangenheit wurde in der Regel im Oktober von der zuständigen Bundesministerin für öffentlichen Dienst über Aufforderung der Gewerkschaft öffentlicher Dienst zu Verhandlungen eingeladen. Ich kann daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur auf die bisher geübte Vorgangsweise und die Zuständigkeiten verweisen. (Abg. Scheibner: Da steht ja, ob Sie dafür sind! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie werden ja eine Meinung auch noch haben!)
Abg. Scheibner: Dann musst du einmal die Anfragebeantwortung beurteilen!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP): Meine sehr geehrten Damen und Herren! – Kollege Bucher ist jetzt leider nicht im Saal. – Ich habe ja Verständnis für politische Diskussionen in einer derartigen Situation, nur: Eine politische Diskussion erfordert ein Mindestmaß an Seriosität. Und im Gegensatz zu dem, wie ich den Kollegen Bucher an sich kenne, war das heute nicht der Fall. (Abg. Scheibner: Dann musst du einmal die Anfragebeantwortung beurteilen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das sind die Rahmen, und daher ist völlig logisch, dass in dieser Situation unsere Priorität, die Priorität dieser Bundesregierung darauf gerichtet sein muss, diese Schulden so rasch wie möglich wieder abzubauen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Schulden sind meiner Meinung nach das große Problem, und zwar nicht nur für die Zukunftsbewältigung, sondern auch für die aktuelle Konjunktursituation. Gestern konnte man im IMF-Bericht ganz klar lesen, dass das wirkliche Risiko für die Konjunkturentwicklung die Verschuldung der Staaten ist, und daher müssen wir alles tun, um die Verschuldung wieder zurückzuführen, meine Damen und Herren. – Wir haben sie aus gutem Grund verantwortet, aber jetzt haben wir, hat die Bundesregierung die Verantwortung, den schwierigeren Teil der Übung zu machen, nämlich die Schulden wieder zurückzuführen. Dazu gibt es keine Alternative!
Abg. Scheibner: Haben Sie schon einmal etwas von Verwaltungsreform gehört?
Ich hoffe schon, dass es unbestritten ist, dass wir das Budget konsolidieren, dass wir Reparaturarbeit leisten müssen, um die jungen Leute in unserem Land nicht mit Schulden in die Zukunft gehen zu lassen. (Abg. Scheibner: Haben Sie schon einmal etwas von Verwaltungsreform gehört?)
Abg. Scheibner: Machen! Machen!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich halte das für eine interessante Diskussion, die wir jetzt führen (Abg. Scheibner: Machen! Machen!), es liegen unterschiedlichste Vorschläge auf dem Tisch. Auch in der Regierung gibt es unterschiedliche Vorschläge. Der Bundeskanzler hat einen Echtheitstest verlangt, das halte ich für sinnvoll. Ich halte es auch für sinnvoll, dass sich die Opposition an der Diskussion beteiligt und Vorschläge macht (Abg. Ursula Haubner: Danke, dass wir diskutieren dürfen!) – ich habe keinen einzigen Vorschlag von Ihnen gehört – und wir uns dann gemeinsam auf etwas einigen. Nur dagegen sein, das ist in dieser Diskussion zu wenig. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Dagegen gestimmt haben sie im Ausschuss! – Abg. Kopf: Im Zusammenhang mit der Bankensteuer! War ganz klar! – Zwischenruf des Abg. Krainer.
Sie haben vor der Wirtschaftskammerwahl versprochen – das ist durch alle Medien gegangen –, Sie werden die 0,8 Prozent Kreditgebühr eliminieren, die würde auslaufen. Bis heute gibt es diese 0,8 Prozent Kreditgebühr. Wo ist die Erledigung? (Abg. Scheibner: Dagegen gestimmt haben sie im Ausschuss! – Abg. Kopf: Im Zusammenhang mit der Bankensteuer! War ganz klar! – Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Abg. Scheibner: Das ist eh vernünftig!
Die Länder mit den höchsten Abgabenquoten, nämlich die skandinavischen Länder, halten sich in der Krise relativ gut. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Sie haben teilweise 50 Prozent Steuer- und Abgabenquote. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sinnvolle Abgaben!) Dass die Schweiz eine niedrige Steuer- und Abgabenquote hat, ist historisch begründet, aber auch dadurch, dass neben dem Bund auch die Kantone und die Gemeinden sehr unterschiedlich hohe Steuern einheben (Abg. Dr. Lichtenecker: Die Slowakei hat auch eine niedrige!), die nicht in diese Steuerquote eingerechnet werden können, die für den Bund verlautet wird, weil sie eben sehr unterschiedlich sind. (Abg. Scheibner: Das ist eh vernünftig!)
Abg. Scheibner: Schön!
Wenn in der Schweiz intern diskutiert wird, Herr Abgeordneter Bartenstein – und ich lese die „Neue Zürcher Zeitung“ immer (Abg. Scheibner: Schön!) –, dann gibt es eine breite Debatte, in der die Schweizer zu der Erkenntnis kommen, dass ihre Steuer- und Abgabenquote, wenn man sie mit anderen Ländern wie beispielsweise Österreich vergleicht, annähernd gleich hoch wäre, wenn man alles hineinrechnen würde.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Das heißt, diese Frage spielt eine sehr untergeordnete Rolle. Und wir Freiheitlichen wollen die paar Firmen, die in diesem Geschäft tätig sind, nicht gegenüber der ausländischen Konkurrenz schädigen. Für eine Gesetzesänderung fehlen unserer Überzeugung nach die notwendigen Bedingungen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Mag. Stadler: Diese Vereinnahmung ist nicht wirklich gut! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner hat sich zu Wort gemeldet. – Bitte, Herr Bundesminister. (Abg. Mag. Stadler: Diese Vereinnahmung ist nicht wirklich gut! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 62
Abg. Scheibner: Wieso machen Sie es dann?
Die Wirtschaftsforscher haben ganz klar gesagt, 2 Prozent Wachstum sind so etwas wie eine Untergrenze, damit die Beschäftigung wieder steigt. Wir dürfen also das Wachstum nicht behindern, wir dürfen nicht zusehen, wenn die Kaufkraft sinkt. (Abg. Scheibner: Wieso machen Sie es dann?) Kaufkraftstärkung ist daher ein wichtiges Element unserer Politik.
Abg. Scheibner: Tun Sie nicht Ihre vorbereiteten ... vortragen! – Abg. Strache: Das ist ja ein Holler, wieder! 2 Milliarden hat es gegeben, und 5 Milliarden hätten ...! – Das ist ja absurd! Das ist völlig absurd!
Das Nächste, was wir hier beschlossen haben – leider nicht mehr einstimmig –, war die große Steuerreform, wo sehr, sehr viel Geld vor allem für die kleineren und mittleren Einkommen gekommen ist, zirka das 20-Fache der Steuerreform, die – weil Sie mit dem Kopf schütteln – die Orangen mitgemacht haben. (Abg. Scheibner: Tun Sie nicht Ihre vorbereiteten ... vortragen! – Abg. Strache: Das ist ja ein Holler, wieder! 2 Milliarden hat es gegeben, und 5 Milliarden hätten ...! – Das ist ja absurd! Das ist völlig absurd!) Es hat mehr Geld für Familien gegeben, und es sind bei dieser Steuerreform zum Beispiel auch Steuerprivilegien, die Sie gemeinsam, also Blau und Orange, eingeführt haben, gestrichen worden, nämlich die Steueroptionen für die Boni. Die haben wir gestrichen – etwas, was Sie eingeführt haben. Steuerprivilegien für Manager wurden auch gestrichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Möchten Sie damit sagen, dass es besser wäre, wenn wir nicht in der EU wären?
Sie haben gesagt, wir sollen uns lieber mit Norwegen und der Schweiz vergleichen. – Beide Länder sind nicht in der EU, ich weiß also nicht, warum wir uns mit diesen beiden Ländern vergleichen könnten, wenn wir doch in der EU und auch in der Währungszone sind. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Neubauer: Das war gut!) Das kann man überhaupt nicht miteinander vergleichen. (Abg. Scheibner: Möchten Sie damit sagen, dass es besser wäre, wenn wir nicht in der EU wären?)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn!
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Der vorliegende Antrag der Grünen, die ja möchten, dass die Tagesordnungen der Sitzungen der Bundesregierung sowie die Beschlussprotokolle samt Vorträgen veröffentlicht werden, schmälert meiner Ansicht nach ein wenig das Interpellationsrecht der Abgeordneten. (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) – Warten Sie ein bisschen, Herr Kollege! – So wie der Antrag ausgestaltet ist, würde dies die Amtsverschwiegenheit komplett verdrängen. (Abg. Brosz: Amtsverschwiegenheit?!)
Abg. Scheibner: Wer hat Ihnen das geschrieben?
Derzeit werden ... (Abg. Scheibner: Wer hat Ihnen das geschrieben?) – Hören Sie auf! – Derzeit werden die Gesetzesvorlagen, die ja eine nachfolgende Beschlussfassung durch den Nationalrat und Bundesrat erfordern, dem Nationalrat durch den Ministerrat übermittelt. Genaueres kann im Wege der parlamentarischen Interpellation abgefragt werden.
Abg. Scheibner: Die Bundes-Verfassung, Frau Kollegin!
Es kommen immer wieder Argumente im Sinne von: EU-rechtlich vielleicht schwierig, menschenrechtlich vielleicht schwierig. (Abg. Scheibner: Die Bundes-Verfassung, Frau Kollegin!) Das stimmt aber alles nicht. Auf europäischer Ebene gibt es diesbezüglich überhaupt kein Problem. Aus europarechtlicher Sicht ist es kein Problem, das Waffenverbot für Zivildiener abzuschaffen. Vielmehr wurde ja mit dem Inkrafttreten des neuen Lissabon-Vertrages neben der militärischen auch die zivile
Sitzung Nr. 64
Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Scheibner, wenn Sie fragen, was wir tun, um international gegen Spekulation und so weiter vorzugehen, kann ich sagen: Erstens war auch in Österreich die Sozialdemokratie die erste Partei, die ein klares Programm vorgestellt hat, gesagt hat, welche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen sind. Andreas Schieder hat im September letzten Jahres dieses Programm vorgestellt. (Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?) Und auf europäischer Ebene – genau zu dieser komme ich jetzt – ist die Sozialdemokratie bisher die einzige Partei, die ein klares Programm vorgelegt hat (Abg. Scheibner: Umsetzen!), unter dem Titel „Regulate Global Finance, now!“, mit Finanztransaktionssteuer als einer der Kernforderungen. Da haben alle sozialdemokratischen Parteien in Europa (Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!) ein Programm erarbeitet, unter dem Vorsitz von Andreas Schieder.
Abg. Scheibner: Umsetzen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Scheibner, wenn Sie fragen, was wir tun, um international gegen Spekulation und so weiter vorzugehen, kann ich sagen: Erstens war auch in Österreich die Sozialdemokratie die erste Partei, die ein klares Programm vorgestellt hat, gesagt hat, welche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen sind. Andreas Schieder hat im September letzten Jahres dieses Programm vorgestellt. (Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?) Und auf europäischer Ebene – genau zu dieser komme ich jetzt – ist die Sozialdemokratie bisher die einzige Partei, die ein klares Programm vorgelegt hat (Abg. Scheibner: Umsetzen!), unter dem Titel „Regulate Global Finance, now!“, mit Finanztransaktionssteuer als einer der Kernforderungen. Da haben alle sozialdemokratischen Parteien in Europa (Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!) ein Programm erarbeitet, unter dem Vorsitz von Andreas Schieder.
Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Kollege Scheibner, wenn Sie fragen, was wir tun, um international gegen Spekulation und so weiter vorzugehen, kann ich sagen: Erstens war auch in Österreich die Sozialdemokratie die erste Partei, die ein klares Programm vorgestellt hat, gesagt hat, welche Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen sind. Andreas Schieder hat im September letzten Jahres dieses Programm vorgestellt. (Abg. Scheibner: Wo? Auf der EU-Ebene haben Sie etwas gemacht?) Und auf europäischer Ebene – genau zu dieser komme ich jetzt – ist die Sozialdemokratie bisher die einzige Partei, die ein klares Programm vorgelegt hat (Abg. Scheibner: Umsetzen!), unter dem Titel „Regulate Global Finance, now!“, mit Finanztransaktionssteuer als einer der Kernforderungen. Da haben alle sozialdemokratischen Parteien in Europa (Abg. Scheibner: Bis Großbritannien hat sich das nicht herumgesprochen!) ein Programm erarbeitet, unter dem Vorsitz von Andreas Schieder.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Neubauer: Sind da die Stiftungen auch dabei?
Seit vier Wochen führt Andreas Schieder da sogar den Vorsitz, weil Österreich, vor allem die österreichische Sozialdemokratie, auch diesbezüglich Vorreiter war. Das ist etwas, das Ihnen vielleicht nicht auffällt (Abg. Ing. Hofer: Vor allem in der Steiermark!), weil Sie auf europäischer Ebene nicht vertreten sind, aber Sie können sich darauf verlassen, dass die Sozialdemokratie auf europäischer Ebene arbeitet und aktiv ist und die richtigen Forderungen einbringt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo sind die Ergebnisse? – Abg. Neubauer: Sind da die Stiftungen auch dabei?)
Sitzung Nr. 66
Abg. Grosz: ...! – Zur Geschäftsordnung! – Abg. Scheibner: Es ist präsidial festgehalten, dass es keine Ordnungsrufe gibt ...!
Zu Wort gemeldet ist Herr Vizekanzler und Finanzminister Dipl.-Ing. Pröll. (Abg. Grosz: ...! – Zur Geschäftsordnung! – Abg. Scheibner: Es ist präsidial festgehalten, dass es keine Ordnungsrufe gibt ...!)
Die Abgeordneten Scheibner und Ursula Haubner: Abschaffen!
schulinspektor, einen Inspektor für Sportunterricht und für Musikunterricht, einen Bezirksschulinspektor und einen Landesschulinspektor, und bei allen gibt es noch übergeordnete Gremien, die das Ganze kontrollieren. Ich meine: So kommen wir nicht weiter! Da versickert immens viel Geld im „Bildungssand“, das wir für pädagogische Aufgaben unbedingt bräuchten. Daher halte ich diese Maßnahme für ganz wichtig. (Die Abgeordneten Scheibner und Ursula Haubner: Abschaffen!)
Abg. Scheibner: Nicht fordern, sondern umsetzen! Machen!
Daher: Gehen wir weg von diesen sinnlosen mannigfachen Verwaltungsstrukturen, schaffen wir autonome Schulen! (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Walser.) Geben wir die Ressourcen dorthin, wo wir sie brauchen, nämlich direkt in die Schulen! (Abg. Scheibner: Nicht fordern, sondern umsetzen! Machen!) Die wissen am besten, was zu tun ist, wie die Ressourcen am effizientesten eingesetzt werden können. Die werden die Nagelprobe sicher bestehen.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wie lange waren Sie Minister?! – Abg. Scheibner – zu seinem Sitzplatz zurückkehrend –: Wir haben es auch gemacht!
Wenn das die Stimme der Regierung ist, dann wird, das sage ich Ihnen, der Bürger entscheiden müssen, ob das die Regierung ist, die er in Zukunft unterstützt – die zwar kreativ ist bei Steuererhöhungen, aber nichts dazu tut, um die Strukturen hier in Österreich zu modernisieren. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Mag. Gaßner: Wie lange waren Sie Minister?! – Abg. Scheibner – zu seinem Sitzplatz zurückkehrend –: Wir haben es auch gemacht!)
Sitzung Nr. 67
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na geh!
Bundesminister für Landesverteidigung und Sport Mag. Norbert Darabos: Herr Abgeordneter, das stimmt nicht! Es passt kein Blatt Papier zwischen den Herrn Generalstabchef und mich. (Ah-Rufe beim BZÖ.) – Das ist so, hundertprozentig! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Na geh!)
Abg. Scheibner: Herr Kollege, wer ist „wir“? – Abg. Mag. Stadler: Martin, wer ist „wir“? Wen meinst du mit „wir“?
Deshalb nehmen wir diesen Bericht nicht zur Kenntnis. Wir wollen ein Zeichen setzen, da nach wie vor keine Konsequenzen gezogen worden sind und auch Sie, Frau Staatssekretärin, dem Parlament nach einem Jahr noch immer nichts vorgelegt haben. (Abg. Scheibner: Herr Kollege, wer ist „wir“? – Abg. Mag. Stadler: Martin, wer ist „wir“? Wen meinst du mit „wir“?) Wir werden den Entschließungsantrag des BZÖ unterstützen und fordern eine gesetzliche Regelung dahin gehend, dass endlich eine exakte, transparente und nachvollziehbare Preisverrechnung gesetzlich festgeschrieben wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Nicht verdient haben es sich diese Beamtinnen und Beamten, und zwar eben nur deswegen, weil bald Landtagswahlen stattfinden, da auf einmal in irgendeine parteipolitische Richtung gedrängt zu werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kollege Scheibner, ich schätze dich wirklich, aber dass du da jetzt so mittust, wenn Herr Pilz sagt, Minister Darabos sei ein Eurofighter-Verschleierer, das halte ich für nicht richtig. Das sind doch geradezu Verschwörungstheorien hier herinnen – und das, obwohl in Wirklichkeit jeder die Position von Bundesminister Darabos kennt, ebenso die der gesamten SPÖ. Aber natürlich können Sie diese alten Hüte aufwärmen bis zum Gehtnichtmehr – und dennoch wird das nicht besser.
Abg. Scheibner: ... aber nur subjektive Sicherheit!
Piesczek: Natürlich!) Das ist eine Leistung. Objektive Sicherheit ist sowieso das Ziel des Bundesheeres, aber zugleich natürlich soll es damit, dass es objektive Sicherheit gibt, ein subjektives Sicherheitsgefühl vermitteln. (Abg. Scheibner: ... aber nur subjektive Sicherheit!)
Abg. Scheibner: Bei so einem Aufruf!
machen wir gemeinsam diese Studie! (Abg. Scheibner: Bei so einem Aufruf!) – Das war ein Aufruf, sehr geehrter Herr Abgeordneter (Abg. Großruck: Scheibner heißt er!), weil ich wollte diese Studie schon zwei Monate früher, als die Länder dann gesagt haben, wir machen es.
Abg. Großruck: Scheibner heißt er!
machen wir gemeinsam diese Studie! (Abg. Scheibner: Bei so einem Aufruf!) – Das war ein Aufruf, sehr geehrter Herr Abgeordneter (Abg. Großruck: Scheibner heißt er!), weil ich wollte diese Studie schon zwei Monate früher, als die Länder dann gesagt haben, wir machen es.
Abg. Scheibner: Wer ist das?
Da findet ein Treffen statt: internationales Parlamentarier-Fußballturnier. Es gibt Abgeordnete, denen ist das mindestens so wichtig wie eine Plenardebatte. Unterschätzen Sie das nicht! Kollege Krist von den Sozialdemokraten führt die Begrüßung durch. (Abg. Scheibner: Wer ist das?) Die Frau Präsidentin ist durch eine Beamtin vertreten, nicht durch den Dritten Präsidenten. Er übersieht den Dritten Präsidenten, der sogar da steht. Er wollte schon anfangen zu winken. Da hat man gesagt: Nein, lass das! Er wird dich schon noch bemerken! – Landeshauptmann Pühringer hat ihn dann am Schluss bemerkt.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Ich berichtige tatsächlich: Zum einen: Wir sind beim FC Nationalrat eine sportliche Vereinigung (Zwischenruf des Abg. Scheibner) und werden dort mit Sicherheit keine parteipolitischen Diskussionen ... (Ruf bei der FPÖ: Und du hast die Parteipolitik dort hineingebracht!) – Ich? Kollege Graf ...
Abg. Scheibner: Wo steht das in der Geschäftsordnung? – Abg. Strache: Wo ist das gedeckt? – Abg. Ing. Westenthaler: Steht das bei euch im Parteibuch? Steht das im sozialistischen Parteibuch? – Abg. Strache: Das ist von keiner Rechtsgrundlage gedeckt!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Da Herr Dr. Graf mich das, was er hier jetzt vorgebracht hat, auch in einer schriftlichen Anfrage bereits gefragt hat, wird das gesamte Plenum nachlesen können, dass es bisher immer Usance war, dass, wenn der amtierende Präsident nicht zu einer IPU-Versammlung fahren kann, aus derselben Fraktion der Delegationschef rekrutiert wird. (Abg. Scheibner: Wo steht das in der Geschäftsordnung? – Abg. Strache: Wo ist das gedeckt? – Abg. Ing. Westenthaler: Steht das bei euch im Parteibuch? Steht das im sozialistischen Parteibuch? – Abg. Strache: Das ist von keiner Rechtsgrundlage gedeckt!) Das ist noch nie anders entschieden worden, auch nicht in der Vergangenheit. Ich habe die Usancen dieses Hauses fortgesetzt. (Abg. Ing. Westenthaler: Steht das im SPÖ-Statut?)
Sitzung Nr. 69
Ruf bei der ÖVP: Geh, Scheibner!
Meine Damen und Herren, wir verlangen die Ergänzung der heutigen Tagesordnung um den Bericht des Finanzausschusses über das Stenographische Protokoll der parlamentarischen Enquete zum Thema „Verteilungs- und Leistungsgerechtigkeit in Österreich: Transparenz und Fairness“. Die Österreichische Volkspartei hat das auch schon einmal in die Diskussion eingebracht. Als wir dann diese vernünftige Forderung per Antrag hier eingebracht haben, haben Sie leider nicht mitgestimmt. Also Sie stimmen gegen Ihre eigenen Initiativen. (Ruf bei der ÖVP: Geh, Scheibner!)
Abg. Mag. Gaßner: Der Scheibner hat keine Ahnung von Gemeinden!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Klubobmann Dr. Cap gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Mag. Gaßner: Der Scheibner hat keine Ahnung von Gemeinden!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Kontrolle spart. Im Herbst wird es diesbezüglich ein Ergebnis geben, und dieses werden wir dann hier diskutieren und auch zur Abstimmung bringen. Ich bin neugierig, ob Sie dann auch den Mut haben, diesem Ergebnis zuzustimmen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: ... warten lieber auf die Landtagswahlen!
Ein Appell an die Opposition: Es wäre viel wichtiger, in Zeiten wie diesen, in Zeiten voller Herausforderungen den Menschen zu signalisieren, dass wir alle wirklich ernsthaft daran interessiert sind, Lösungen zu finden (Abg. Scheibner: ... warten lieber auf die Landtagswahlen!), nicht daran, die Bürgermeister anzupatzen, die täglich draußen im „Nahkampf“ mit den Bürgerinnen und Bürgern stehen, die großartige Arbeit leisten und hier durch Pauschalverdächtigungen von Ihnen beschimpft werden, Herr Kollege Scheibner! Das ist nicht in Ordnung! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie aber irgendetwas falsch verstanden!
Ich darf das am Beispiel der Ausländerpolitik festmachen: Während der FPÖ-Regierungsbeteiligung sagt die FPÖ ohne Wenn und Aber und mit Jubelgeschrei Ja zur EU-Erweiterung (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), heute macht sie den ÖsterreicherInnen Angst mit der angeblichen Überschwemmung durch Billigarbeitskräfte. (Abg. Scheibner: Da haben Sie aber irgendetwas falsch verstanden!)
Sitzung Nr. 70
Abg. Scheibner: Reden Sie so, dass die Leute Sie verstehen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Sehr geehrte Fernsehzuschauer! Es wäre eine wahrlich unrichtige Darstellung der Dinge, dass es so gewesen wäre, dass sich die Freiheitliche Partei die Abwägung, ob zugestimmt werden soll oder nicht, leicht gemacht hätte. Die Freiheitliche Partei hat historisch gewiss wenig Gründe, eine Freundschaftsbeziehung mit dem ORF als gelebte Realität zu erachten (Zwischenruf des Abg. Petzner), und es ist keineswegs so, dass die Zufriedenheit jetzt im Wege dieses Gesetzes Eingang finden würde als Vorausbetrachtung der neuen Dinge. (Abg. Scheibner: Reden Sie so, dass die Leute Sie verstehen!)
Beifall bei der FPÖ – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!
Es ist natürlich so, dass ich mich über kulturelle Belange, die als zentraler Tatbestand, so wie wir es sehen, vom ORF zu tragen und zu finanzieren sind, erhaben dünken kann, mich auch lächerlich machen kann – man kann verschiedene Zugänge zur Kultur haben –, aber den Zugang, den das BZÖ hat, den kann man sicher nicht haben (Beifall bei der FPÖ – Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!), sondern es ist ab und zu das historische Erfordernis gegeben, eigene und subjektiv empfundene Interessenbestände zurückzureihen und dem allgemein Besten den Vorzug zu geben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: Und der Wiener Gemeindebau jubelt!)
Abg. Scheibner: Mehrheitsbeschaffer! Umfaller!
Sie stellen nichts anderes dar als das von Jörg Haider eroberte Wählerpotenzial. Davon leben Sie! Ihre Sitze sind Haider-Sitze. Gehen Sie nach Hause! Das wäre das Allerfairste. Lösen Sie sich auf! Sie haben in der Republik keinen Wählerauftrag mehr. (Abg. Scheibner: Mehrheitsbeschaffer! Umfaller!) Sie haben einen Sesselkleberauftrag, den Sie sich selbst erfüllen. Sie sind von einer Nulldimension. (Anhaltende lebhafte Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Aber bei den Wählern nicht!
Es gibt ein Land, wo Sie besser aufgehoben wären, das ist dort in Tibet, wo man Om Mani Padme Hum beim Schwingen einer Gebetstrommel ruft. Da weiß man nicht, was es bedeutet, aber es wird das, was gesagt werden soll, in die Luft geblasen. (Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ.) Genauso wie Sie Om Mani Padme Hum rufen und Ihr Gerede jetzt in die Luft blasen, würde das zumindest mit einer spirituellen Unterstützung in Tibet Wohlgefallen auslösen. Hier ist es völlig uninteressant, was Sie zum Ausdruck bringen. (Abg. Scheibner: Aber bei den Wählern nicht!) Die Wähler lassen Sie unsere Sorge sein. Ihre Wähler sind Ihre Sorge, unsere Wähler sind unsere Sorge. Unsere Sorge werden wir selber bewirtschaften. (Abg. Ing. Westenthaler: Mit 160 Millionen €!) Da brauchen wir Ihre Gedankengänge nicht; sie sind schädlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Die FPÖ ist umgefallen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Scheibner.
Wenn man jetzt die Zwischenrufe vonseiten des BZÖ wahrnimmt und bei den Verhandlungen dabei war, bei denen heute in der Früh Kollege Petzner noch so getan hat, als wäre die Zustimmung des BZÖ fast schon gegeben gewesen (Ruf beim BZÖ: „Fast“!), dann kann man sich nur wundern. Vielleicht, Herr Kollege Westenthaler und Herr Kollege Scheibner, schauen Sie sich einmal den Abänderungsantrag an, wenn es um die 160 Millionen € geht. Dort geht es nämlich genau um die Rolle der Behörde in diesem Zusammenhang. Das heißt, Teile dieser 160 Millionen € sind im gemeinsamen Abänderungsantrag enthalten, den Sie, Herr Kollege Petzner, noch mitgetragen haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist gefährlich, solche Aussagen!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Kollege Jarolim, was Ihnen an Lieblichkeiten zu der Thematik einfallen mag, um Vermutungen, Diskurse, Auseinandersetzungen innerhalb der FPÖ zu unterstellen, ist zwar ein Zeugnis für Ihre lebhafte Phantasie, aber kein Zeugnis für die Realität. Wir stehen geschlossen hinter Martin Graf! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist gefährlich, solche Aussagen!)
Abg. Scheibner: ... Erfahrungen mit solchen Bekenntnissen!
Dieser Antrag, auch wenn es vielen nicht gefallen mag, hat mit dem nichts zu tun. Kollege Scheibner, das ist auch keine Grundlage, anderes zu vermuten. Historisch, Kollege Scheibner, warst du in vielfältigster Weise, weitaus mehr als ich in meinem Leben, in politische Mehrheitsbildungen, Diskurse, Dinge involviert als ich. Die Spitze der Legitimität wohnt nicht auf deiner Zunge, möchte ich in diesem Zusammenhang sagen. (Abg. Scheibner: ... Erfahrungen mit solchen Bekenntnissen!)
Abg. Scheibner: Aber die Erfahrung!
Die Weisheit des Alters ist noch nicht auf deiner Seite, mehr auf der meinen. (Abg. Scheibner: Aber die Erfahrung!) – Erfahrung ist etwas, was lebensbereichernd und weisheitsbereichernd wirken kann. Aber eigentlich läge mir daran, über den Verfassungsgerichtshof oder ein bisschen auch über den Verwaltungsgerichtshof zu sprechen.
Sitzung Nr. 72
Abg. Scheibner: Das ist euer Trauma!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Kollegin Haubner, das klingt ja sehr nett aus Ihrem Munde, dass bei den Familien nicht gespart werden soll. Aber darf ich Sie daran erinnern, wo Sie damals gespart haben, als Sie noch für die Freiheitliche Partei in der Regierung gesessen sind? (Abg. Scheibner: Das ist euer Trauma!) Da war eine der ersten Maß-
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sind die „wir Freiheitliche“?
Familie soll, glaube ich, schon Familie bleiben: Familie soll Vater, Mutter und Kinder beinhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Mag. Musiol.) Wir Freiheitliche, im Speziellen auch ich, stehen nicht dafür zur Verfügung, dass Lesben und Schwule die Retortenkinder unserer Gesellschaft aufziehen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Wer sind die „wir Freiheitliche“?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann legen Sie die Maßnahmen auf den Tisch, dann brauchen wir nicht zu diskutieren!
tungsvolles Budget. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dann legen Sie die Maßnahmen auf den Tisch, dann brauchen wir nicht zu diskutieren!)
Abg. Bucher: ... zwei Jahre! – Abg. Scheibner: Nicht aufhören – weiterlesen! – Abg. Petzner: Was haben Sie gemacht?
Herr Minister, Sie legen jetzt ein Budget vor. Das ist unverantwortlich in der Krise, viel zu früh. Wir müssen warten, Sie kennen die Daten nicht. (Abg. Bucher: ... zwei Jahre! – Abg. Scheibner: Nicht aufhören – weiterlesen! – Abg. Petzner: Was haben Sie gemacht?)
Abg. Scheibner: „Sehr“ gescheit! „Sehr“ intelligent! „Sehr“ hohes Niveau!
Das machen Sie so wie Pontius Pilatus: Einer von Ihren Klubsekretären hält dann die Wasserschüssel, und Sie waschen sich darin die Hände. – So einfach geht das nicht. (Abg. Scheibner: „Sehr“ gescheit! „Sehr“ intelligent! „Sehr“ hohes Niveau!)
Abg. Ursula Haubner: Schöne Farbe! – Abg. Scheibner: Das ist ja nicht „leider“!
Es geht um prozentuelle Angaben, es geht um den Grad einer Behinderung. Ich möchte Ihnen meinen Behindertenausweis zeigen. (Die Rednerin hält einen orangen Ausweis in die Höhe.) Sehen Sie den? Das ist mein Behindertenpass. Leider ist er orange – ich konnte mir dir Farbe nicht aussuchen. (Abg. Ursula Haubner: Schöne Farbe! – Abg. Scheibner: Das ist ja nicht „leider“!) In meinem Ausweis ist festgehalten: 80 Prozent. Die 80 Prozent Auswirkungen auf mein Leben – 80 steht hier – beinhalten nicht, dass ich einen Rechtsanspruch auf Gebärdensprachdolmetschung habe. Das heißt, ich muss nach wie vor einen Antrag stellen – und vielleicht bekomme ich einen Dolmetscher zur Verfügung gestellt, vielleicht aber auch nicht.
Sitzung Nr. 73
Abg. Scheibner: Wer ist zuständig für die Ortstafeln, Herr Staatssekretär?
Zum Kollegen Stadler möchte ich aber doch auch etwas sagen. Es ist nicht meine Aufgabe, den Herrn Bundespräsidenten zu interpretieren, aber aufgrund vieler Gespräche weiß ich natürlich, dass der Bundespräsident ein großer und genauer Kenner erstens der österreichischen Bundesverfassung und zweitens auch der Regeln hier im Nationalrat ist. (Abg. Scheibner: Wer ist zuständig für die Ortstafeln, Herr Staatssekretär?) – Ich bin mitten drin, das auszuführen. Haben Sie kurz Geduld! Ich werde darauf eingehen. Danke.
Abg. Mag. Stadler: Die gibt es nicht! – Abg. Scheibner: Wenn es keine Verordnung gibt, braucht er auch nichts umsetzen!
Dass es insgesamt aber auch eine Kompetenz der Landesregierung und der Behörden in Kärnten für die Umsetzung einer Topographieverordnung (Abg. Mag. Stadler: Die gibt es nicht! – Abg. Scheibner: Wenn es keine Verordnung gibt, braucht er auch nichts umsetzen!) und für die Umsetzung dessen gibt, was der Verfassungsgerichtshof in mehreren Entscheidungen – in der einen sehr richtungsweisenden, sehr gründlichen, sehr ausführlichen Entscheidung aus dem Jahr 2001, aber auch in allen Entscheidungen, die danach getroffen wurden – festgestellt hat, ist, so glaube ich, unstrittig.
Abg. Scheibner: Das steht aber in dem Antrag gar nicht drinnen, Frau Kollegin! Haben Sie ihn nicht gelesen?
definiert, nicht das Völkerrecht!) Die Neutralität bleibt daher von den Bestimmungen zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Vertrag von Lissabon unberührt, denn für die österreichische Neutralität ist es wesentlich, dass für alle europäischen Beschlüsse zur Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik weiterhin Einstimmigkeit vorgesehen ist. Über die Teilnahme an Aktivitäten im Rahmen des Krisenmanagements werden wir daher wie bisher souverän entscheiden können. – Wir können daher Ihrem Antrag keine Zustimmung geben. (Abg. Scheibner: Das steht aber in dem Antrag gar nicht drinnen, Frau Kollegin! Haben Sie ihn nicht gelesen?)
Abg. Scheibner: Aber das verlangt der andere Staat, Herr Kollege!
Warum können Hunderttausende von Auslandsösterreichern nicht die Doppelstaatsbürgerschaft haben? Sie haben zum Teil schwerwiegende Nachteile in Kauf zu nehmen, wo immer sie wohnen, und sei es auch nur, dass sie nicht am politischen Leben im engeren Sinn teilnehmen können – das heißt, nicht an Wahlen teilnehmen können –, ohne dass Österreich einen Vorteil davon hat, denn sie müssten ja, um die fremde Staatsbürgerschaft anzunehmen, in aller Regel die österreichische aufgeben. (Abg. Scheibner: Aber das verlangt der andere Staat, Herr Kollege!) – Nein, nein, das verlangen durchaus nicht alle Staaten, das stimmt überhaupt nicht. (Abg. Scheibner: ... kein Problem!) – Haben Sie eine Ahnung?!
Abg. Scheibner: ... kein Problem!
Warum können Hunderttausende von Auslandsösterreichern nicht die Doppelstaatsbürgerschaft haben? Sie haben zum Teil schwerwiegende Nachteile in Kauf zu nehmen, wo immer sie wohnen, und sei es auch nur, dass sie nicht am politischen Leben im engeren Sinn teilnehmen können – das heißt, nicht an Wahlen teilnehmen können –, ohne dass Österreich einen Vorteil davon hat, denn sie müssten ja, um die fremde Staatsbürgerschaft anzunehmen, in aller Regel die österreichische aufgeben. (Abg. Scheibner: Aber das verlangt der andere Staat, Herr Kollege!) – Nein, nein, das verlangen durchaus nicht alle Staaten, das stimmt überhaupt nicht. (Abg. Scheibner: ... kein Problem!) – Haben Sie eine Ahnung?!
Abg. Scheibner: Wann war denn das, Herr Kollege? Wann war das?
Ich weiß das von meiner eigenen näheren Verwandtschaft. Meine Schwägerin hat einen Briten geheiratet, hatte erhebliche Nachteile dadurch, dass er britischer Staatsbürger war – noch dazu britischer Offizier zu dieser Zeit (Abg. Scheibner: Wann war denn das, Herr Kollege? Wann war das?) – und sie die britische Staatsbürgerschaft nicht annehmen konnte, weil sie die österreichische ... (Abg. Scheibner: ... eine Novelle verschlafen?) – Entschuldigung, ja.
Abg. Scheibner: ... eine Novelle verschlafen?
Ich weiß das von meiner eigenen näheren Verwandtschaft. Meine Schwägerin hat einen Briten geheiratet, hatte erhebliche Nachteile dadurch, dass er britischer Staatsbürger war – noch dazu britischer Offizier zu dieser Zeit (Abg. Scheibner: Wann war denn das, Herr Kollege? Wann war das?) – und sie die britische Staatsbürgerschaft nicht annehmen konnte, weil sie die österreichische ... (Abg. Scheibner: ... eine Novelle verschlafen?) – Entschuldigung, ja.
Sitzung Nr. 74
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, wir machen uns wirklich Sorgen!
Abgeordneter Peter Stauber (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geschätzter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Kollege Grosz, würdest du ein bisschen mehr Zeit darauf verwenden, dieses Gesetz näher zu studieren, und dir weniger Sorgen machen, wie es der SPÖ in der Steiermark geht oder wie es dort weitergeht, dann würdest du nicht so einen Blödsinn daherreden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, wir machen uns wirklich Sorgen!)
Abg. Scheibner: Das Rednerpult ein bisschen höher! – Abg. Grosz: Das Rednerpult ein bisschen höher! Wir hören nichts! – Abg. Scheibner: Otto Pendl meint das auch!
Ich muss zwar nicht den Herrn Minister verteidigen, aber ich muss dir wirklich sagen, das, was du da jetzt gebracht hast – du hast ja nur von Pfusch und so weiter geredet –, geht wohl weit über das hinaus, was mit diesem Gesetz eigentlich gemeint ist. (Abg. Scheibner: Das Rednerpult ein bisschen höher! – Abg. Grosz: Das Rednerpult ein bisschen höher! Wir hören nichts! – Abg. Scheibner: Otto Pendl meint das auch!) – Das macht nichts. Du verstehst mich schon, wenn du willst und wenn du kannst.
Abg. Scheibner: Oja, bitte! Wir wollen ihn noch hören!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich gehe davon aus, dass Herr Kollege Vock diese Dreiviertelminute vor der Unterbrechung nicht mehr in Anspruch nimmt. (Abg. Scheibner: Oja, bitte! Wir wollen ihn noch hören!) – Gut, er will sie in Anspruch nehmen.
Abg. Scheibner: Mehr Feuer, Herr Kollege! – Abg. Grosz: Mehr Feuer, mehr Leidenschaft, Herr Kollege!
Weiters hat diese Fachabteilung dem Herrn Bürgermeister die Möglichkeit gegeben, diesen Bescheid aufzuheben und eine Äußerung abzugeben. (Abg. Scheibner: Mehr Feuer, Herr Kollege! – Abg. Grosz: Mehr Feuer, mehr Leidenschaft, Herr Kollege!) – Meine Damen und Herren vom BZÖ, das sind Fakten, die man werten kann!
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Was mir als Erstes auffällt, ist, dass nahezu alle Redner aus der Steiermark kommen, aber genau aus der Fraktion, die es geschafft hat, dieses Zentrum in unsere Region zu bringen, kommt genau diese Abgeordnete aus dem Bezirk Leoben, Frau Gessl-Ranftl, nichts ans Rednerpult. Nein, sie schickt den Herrn Pendl her. Der wird sich wahrscheinlich überall und bei jedem dafür bedanken, dass dieses Schubhaftzentrum bei uns gebaut wird. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den Otto Pendl lassen wir uns nicht herausschießen!
Aber eines garantiere ich Ihnen, liebe Freunde von der Sozialdemokratie: Die Wähler werden sich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie ihnen dieses Schubhaftzentrum hinstellen. (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Den Otto Pendl lassen wir uns nicht herausschießen!)
Abg. Scheibner: Wie viel jetzt?
15 Millionen €, 20 Millionen € Investitionsvolumen (Abg. Scheibner: Wie viel jetzt?) – wirklich ein stattlicher Betrag, aus dem man tatsächlich etwas machen könnte. Jährliche Wertschöpfung daraus: rund 10 Millionen € – das wird aber ohnehin von jedem angezweifelt. Faktum ist, man setzt 20 Millionen € ein und muss dann den gesamten laufenden Betrieb auch noch aus Steuermitteln aufbringen.
Beifall bei SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo, Otto!
Ich habe allerdings folgenden Eindruck – und das kann mir niemand wegdiskutieren: Ich lebe, seit ich auf der Welt bin, seit 1956 ... (Heiterkeit des Abg. Windholz. – Demonstrativer Beifall beim BZÖ.) – Bevor du lachst, hör mir zu! Seit 1956 haben wir neben uns Traiskirchen. Und daher kann ich euch sagen: Wer von euch den Unterschied zwischen einer Erstaufnahmestelle und einem Schubkompetenzzentrum nicht versteht, dem werden wir da nichts erklären können. Das sage ich euch auch in aller Klarheit! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo, Otto!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Berichtigung!
Abgeordneter Mag. Harald Stefan (FPÖ): Ich berichtige tatsächlich, dass ein Darlehen, das der Landesgruppe Kärnten gewährt wurde, wieder zurückgezahlt wurde. – Ende. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist eine falsche Berichtigung!)
Sitzung Nr. 75
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist Ihre Interpretation! – Abg. Scheibner: Sich selbst zitieren, ...! – Abg. Strache: Das ist ja fast wie beim Villacher Fasching!
„Dafür können Sie unter Umständen nichts, dass sich die Wirtschaftssituation in ihren Prognosen so rasant verändert, Sie könnten aber schon dafür Sorge tragen, dass wenigstens für das nächste Jahr die Zahlen genauer sind“ – sprich: Wir sollten warten, um zu einem möglichst späten Zeitpunkt, mit guter Datenlage, die Budgetvorschau zu erstellen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist Ihre Interpretation! – Abg. Scheibner: Sich selbst zitieren, ...! – Abg. Strache: Das ist ja fast wie beim Villacher Fasching!)
Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Interpellationsrecht ist ein verfassungsmäßig verankertes Recht – und es ist schon wichtig, dieses Thema hier am heutigen Tag zu diskutieren (Abg. Scheibner: Na Gott sei Dank!) – der Abgeordneten, der Bundesregierung Fragen zur Vollziehung durch die Bundesregierung zu stellen. Meiner Meinung nach ist dieses Interpellationsrecht natürlich auch im Zentrum der Politik als sehr wertvolles Gut zu sehen. (Abg. Ing. Westenthaler: Wisst ihr überhaupt, was die Verfassung ist? Verfassungsbrecher ...!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Kollege Scheibner, du warst heute hier verdächtig ehrlich, indem du meintest, der Zeitpunkt der Budgetrede sei egal, ob er im September oder im Oktober stattfindet. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Daher frage ich: Warum haben wir dann jetzt diese Sondersitzung, meine lieben Kolleginnen und Kollegen?! (Abg. Scheibner: Weil es immer noch keine Maßnahmen gibt! – Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Das war heute eine wirkliche Offenbarung, die gezeigt hat, worum es euch wirklich geht, nämlich um ein Polittheater heute hier in dieser Sondersitzung.
Abg. Scheibner: Weil es immer noch keine Maßnahmen gibt! – Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.
Kollege Scheibner, du warst heute hier verdächtig ehrlich, indem du meintest, der Zeitpunkt der Budgetrede sei egal, ob er im September oder im Oktober stattfindet. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Daher frage ich: Warum haben wir dann jetzt diese Sondersitzung, meine lieben Kolleginnen und Kollegen?! (Abg. Scheibner: Weil es immer noch keine Maßnahmen gibt! – Zwischenruf der Abg. Ursula Haubner.) – Das war heute eine wirkliche Offenbarung, die gezeigt hat, worum es euch wirklich geht, nämlich um ein Polittheater heute hier in dieser Sondersitzung.
Abg. Scheibner: Es gibt Hunderte Anträge!
Jetzt geht es darum, im Rahmen dieses Gesetzes ein Budget zu erarbeiten. Das braucht Zeit (Zwischenruf des Abg. Neubauer), da brauchen wir Geduld, da brauchen wir Verständnis. Und wenn Sie es besser wissen und wenn Sie bessere Maßnahmen hätten, dann präsentieren Sie es endlich! (Abg. Scheibner: Es gibt Hunderte Anträge!) – Sie haben keine, meine lieben Kolleginnen und Kollegen von der Opposition! (Abg. Grosz: Die Sozialversicherungen zusammenlegen!) Sie haben keine! Sie wissen nicht einmal, wovon Sie reden!
Sitzung Nr. 77
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Weiter zum Thema Wien: Es ist nicht selbstverständlich, dass das Hochquellwasser in Wien direkt aus der Wasserleitung kommt! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es ist nicht selbstverständlich, dass das Kanalsystem so funktioniert wie in Wien, und es ist auch nicht überall so selbstverständlich wie in Wien, dass die Stromversorgung immer funktioniert. (Abg. Strache: Kanal- und Abwassergebühren sind weit überhöht für die Wiener Bevölkerung! Da gibt es die Abzocke! Bei den ...!) Die Müllabfuhr transportiert in Wien Tausende von Tonnen Müll weg! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist lange her!
Es haben sich fast alle Parteien beteiligt. Wir jedenfalls auch – Sie wissen, dass wir da nicht faul sind –, und haben uns mit Ihnen und mit dem Herrn Vizekanzler darauf verständigt, wo wir im Schulbereich, im Gesundheitsbereich, in all diesen sensiblen Materien (Abg. Scheibner: Das ist lange her!) – ja, richtig, das ist schon lange her –, sparen können beziehungsweise mit gleicher Geldmenge noch mehr Leistung erzeugen können für Dienstleistungen für die BürgerInnen.
Abg. Scheibner: Du passt nicht auf!
Eines muss man natürlich schon auch sagen: Diese Philosophie – stecken wir wachstumsfördernde Beträge hinein, nämlich 6 Milliarden €: 3 Milliarden war der Umfang der großen Steuersenkung zur Kaufkraftstärkung, 3 Milliarden Wachstumspakete, also insgesamt 6 Milliarden, wobei wir das Geld zum Teil jetzt schon wieder durch höhere Steuereinnahmen aufgrund des Wachstums zurückbekommen (Abg. Scheibner: Du passt nicht auf!) – und diese beiden Grundsätze – erstens: mehr Steuern durch Wachstumspolitik und nicht durch neue und Steuererhöhungen; und zweitens: wer mehr spart, braucht weniger Steuern – sind goldrichtig! Das sind goldrichtige Regeln für die Finanzpolitik, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Bucher: Na, werden wir sehen! – Abg. Mag. Kogler: Und die Unis?) – Du weißt das selbst auch, lieber Kollege Bucher: Das ist wirklich intelligente Finanzpolitik! (Abg. Mag. Kogler: Ja, aber bei den Unis fällt die Decke herunter!)
Abg. Scheibner: Wir auch!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Damen und Herren Minister auf der Regierungsbank! Irgendwie bin ich schon von dieser heutigen Debatte enttäuscht (Abg. Scheibner: Wir auch!), weil ich doch angenommen hätte, es ändere sich seit der letzten Sondersitzung etwas. Leider ist das nicht der Fall. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Stillstand!)
Abg. Scheibner: Steuererhöhung!
Mirko Kovats hat diese Bilanzzahlen maßstabgetreu auf sein Unternehmen umgelegt und ist zu folgendem Schluss gekommen (Abg. Scheibner: Steuererhöhung!):
Abg. Scheibner: „Ordnungsgemäß“ können sie nicht sein!
Aufgabe der Volksanwaltschaft ist es auf der einen Seite – das ist in 10 bis 15 Prozent der Fälle tatsächlich notwendig –, Fehlentwicklungen in der Verwaltung oder, wie es die Bundesverfassung sagt, Missstände in der Verwaltung zu beheben, aber andererseits auch, wie Herr Abgeordneter Großruck vorhin gesagt hat, in den anderen Fällen zu erklären, dass die Gesetze so sind, wie sie sind, und dass diese ordnungsgemäß von den Beamten umgesetzt wurden. (Abg. Scheibner: „Ordnungsgemäß“ können sie nicht sein!) Auch das ist letztendlich ein sehr wichtiges Element, weil ein unzufriedener Bürger einer Verwaltung gegenübersteht, die nicht in der Lage ist, zu erklären, warum so zu entscheiden war – und eben nicht anders entschieden werden konnte.
Abg. Scheibner: Da haben wir etwas bewirkt, wenn wir ein gutes Gefühl haben!
Danke vielmals für die Bemerkungen im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung der Rechtsstellung der Volksanwaltschaft. Jedes Mal, wenn man im Hohen Haus ist, geht man hier mit dem Gefühl weg, dass sich jetzt doch etwas tun wird. (Abg. Scheibner: Da haben wir etwas bewirkt, wenn wir ein gutes Gefühl haben!) Ich hoffe, wir müssen nicht bis zum nächsten Mal warten. Ich bin davon überzeugt, dass in absehbarer Zeit im Zusammenhang mit dem OPCAT ein Begutachtungsverfahren durchgeführt wird, bei dem der Volksanwaltschaft die Aufgabe des Nationalen Präventionsmechanismus nach dem OPCAT übergeben werden soll.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Glawischnig-Piesczek. – Abg. Kopf: Einsager!
Vor allem dem Präsidenten muss man danken!) – Die Mitarbeiter haben es geleistet. – Danke dem Präsidenten und den Mitarbeitern! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner und Dr. Glawischnig-Piesczek. – Abg. Kopf: Einsager!)
Abg. Scheibner: Gestern war keine ...!
Nicht lockerlassen ist dennoch die Devise. Steuermittel sind sparsamst und effizientest einzusetzen. Es ist nicht einzusehen, dass es noch immer drei Bundesländer gibt – Wien, Kärnten und Salzburg, wie wir bereits gehört haben –, die in der Anpassung der Pensionssysteme an das ASVG-System säumig sind, wobei ich gestern vernommen habe – oder heute – in der Plenardebatte (Abg. Scheibner: Gestern war keine ...!), dass Kärnten dabei ist, heute die Entscheidung zu ändern und hier etwas zu verbessern.
Abg. Scheibner: Zufällig natürlich!
Verfahren gegen Politiker von ÖVP und SPÖ weisen ebenfalls eine lange Schreibtischverweildauer auf. Und da kann es dann schon vorkommen, dass unter den türmenden Aktenbergen die eine oder andere Sache verschwindet, wie wir das im Zuge des Spitzel-Untersuchungsausschusses ja bei einem ÖVP-Innenminister schon miterlebt haben. (Abg. Scheibner: Zufällig natürlich!) – Zufällig natürlich.
Sitzung Nr. 79
Abg. Scheibner: Da warten wir eh schon lange darauf!
Zweck der „Österreich-Gespräche“ ist, jene Materien, die insbesondere die Verfassungsmehrheit betreffen, voranzutreiben. Ich möchte aber nicht verhehlen, dass ich davon überzeugt bin, dass es zwischen den Klubs und den Abgeordneten sehr viele Gespräche gibt und diese nicht immer auf ein Österreich-Gespräch warten (Abg. Scheibner: Da warten wir eh schon lange darauf!), sondern auch abseits davon in vielen anderen Verhandlungen und Diskussionen Abklärungen vornehmen.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Sie wissen, was das bedeutet? – 3 000 Menschen, die durch einen islamistischen Anschlag zu Tode gekommen sind, werden durch Ihre Proponenten gefeiert. Das ist unwürdig, Herr Klubobmann Cap! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Die Abgeordneten Bucher, List, Petzner und Scheibner nehmen wieder ihre Plätze ein. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.
Ich stelle daher gemäß § 26 Abs. 5 der Geschäftsordnung die Unterstützungsfrage und bitte jene Damen und Herren, die diesen Antrag zusätzlich unterstützen wollen, dies also nicht bereits durch ihre Unterschrift zum Ausdruck gebracht haben, um ein entsprechendes Zeichen. (Die Abgeordneten des BZÖ erheben sich von ihren Plätzen.) – Moment! Diejenigen, die bereits unterschrieben haben, bleiben bitte sitzen! (Die Abgeordneten Bucher, List, Petzner und Scheibner nehmen wieder ihre Plätze ein. – Ironische Heiterkeit bei der FPÖ.) – Das sind noch sieben Abgeordnete, die wir auch namentlich festhalten: Das sind die Abgeordneten Westenthaler, Stadler, Dolinschek, Huber, Haubner ... (Rufe: Schenk), Schenk ... (Rufe: Spadiut!), Spadiut. Danke. Ich bin heute ein bisschen langsam, ich weiß.
Abg. Scheibner: Da werden sich die in Ottakring freuen!
Und der Kollege Vilimsky hat sich dann noch dazu verstiegen, zu sagen, ganze „Horden“ von Ausländern gefährden die Verwaltungsreformen in Österreich. – Hat er gesagt! Ganze Horden von Ausländern! Meine Damen und Herren, sind bei diesen „Horden“ von Ausländern auch eure neuen serbischen Freunde dabei (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ), vom neuen freiheitlich-serbischen Verein, wo euer Fraktionsmitglied Andreas F. Karlsbüca der Kassier ist? – Wobei: Das ist falsch. Richtig heißt es ja in Serbisch „Andrej Karlobükovic“. Das ist die richtige Bezeichnung, wenn man schon auf Serbisch macht, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Da werden sich die in Ottakring freuen!)
Abg. Mag. Stadler: Nein, das war ein Serbe! – Abg. Scheibner: Das war ein Zitat, bitte!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter, ich möchte nur darauf hinweisen, dass es keine Usance ist, Namen zu verballhornen. Ich habe Sie nicht unterbrochen, aber im konkreten Fall haben Sie das mit dem Namen des Abgeordneten Dr. Karlsböck getan. Ich bitte, sich daran zu halten, dass wir das nicht tun. (Abg. Mag. Stadler: Nein, das war ein Serbe! – Abg. Scheibner: Das war ein Zitat, bitte!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Scheibner: Wie war das mit der Verkürzung, Herr Kollege?
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte zuerst doch meiner Betroffenheit Ausdruck verleihen, und zwar meiner Betroffenheit als Milizoffizier dieses Bundesheeres. Das Heer ist – ich glaube, darüber sind wir uns einig – eine der wirklich wichtigen Institutionen dieses Staates. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Scheibner: Wie war das mit der Verkürzung, Herr Kollege?)
Abg. Scheibner: Wo lebst du, Herr Kollege?
Diese Betroffenheit möchte ich zum Ausdruck bringen, aber auch Folgendes an die Adresse von Kollegem Pilz richten: Er spricht immer von lauter zwangsverpflichteten jungen Männern. Ich selber habe 30 Jahre lang an Übungen teilgenommen, und ich habe das gerne gemacht. Ich habe mich damals freiwillig zur Offiziersausbildung gemeldet, und ich sage allen hier – dir, Peter Pilz, und allen Fernsehzusehern und -zuseherinnen –: Die Mehrheit der jungen Österreicher und jetzt auch Österreicherinnen machen diesen Dienst gerne und mit Engagement, weil sie für Österreich, für dieses Österreich einen Beitrag leisten wollen. (Abg. Scheibner: Wo lebst du, Herr Kollege?) Du, Peter Pilz, hast keine Übungen absolviert, ich hingegen habe das getan. – Gestehe mir daher diesbezüglich bitte Glaubwürdigkeit zu! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Scheibner: Warum stimmen Sie dann hier dagegen, wenn Sie so dafür sind?
Zum Thema Wehrpflicht: Ich begrüße sehr den Vorstoß des Wiener Bürgermeisters für eine Volksbefragung zur Wehrpflicht. (Abg. Scheibner: Warum stimmen Sie dann hier dagegen, wenn Sie so dafür sind?) Ja, das ist ein wichtiges Thema in der Lebensplanung von jungen Menschen, das ist keine Frage. (Abg. Scheibner: Dann stimmen Sie doch dafür!) Es ist auch nicht zufällig so, dass der Wiener Bürgermeister zu einem Thema, das jungen Menschen so wichtig ist, eine Volksbefragung vorschlägt.
Abg. Scheibner: Dann stimmen Sie doch dafür!
Zum Thema Wehrpflicht: Ich begrüße sehr den Vorstoß des Wiener Bürgermeisters für eine Volksbefragung zur Wehrpflicht. (Abg. Scheibner: Warum stimmen Sie dann hier dagegen, wenn Sie so dafür sind?) Ja, das ist ein wichtiges Thema in der Lebensplanung von jungen Menschen, das ist keine Frage. (Abg. Scheibner: Dann stimmen Sie doch dafür!) Es ist auch nicht zufällig so, dass der Wiener Bürgermeister zu einem Thema, das jungen Menschen so wichtig ist, eine Volksbefragung vorschlägt.
Abg. Scheibner: Na dann bereiten Sie einmal vor!
Der Wiener Bürgermeister selber hat heute im „Mittagsjournal“ gesagt, dass eine derartige Volksbefragung natürlich gut vorbereitet und ausdiskutiert werden soll. (Abg. Scheibner: Na dann bereiten Sie einmal vor!) Der Herr Bundeskanzler hat diese Vorgangsweise unterstützt, auch unser Klubobmann.
Abg. Scheibner: Ja dann stimmen Sie doch gleich mit!
Sie sehen also: Es ist uns sehr ernst mit diesem Vorhaben, hierüber eine Volksbefragung durchzuführen. (Abg. Scheibner: Ja dann stimmen Sie doch gleich mit!) Da, wie der Kollege vorhin richtig gesagt hat, das Bundesheer eine wichtige Institution in unserem Lande ist, müssen Experten erst einmal die Grundlagen vorbereiten, und dann werden wir einer entsprechenden Volksbefragung zustimmen, sie selber einbringen, aber heute, Herr Kollege Pilz, Ihrem Antrag noch nicht zustimmen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen, das ist schon ein Jammer!
Zum Schluss möchte ich noch die Aussage des Herrn Bundeskanzlers sehr begrüßen, einen nicht geplanten Steuerzuwachs in den nächsten Jahren gezielt für Bildung und Universitäten einzusetzen. Das ist eine sehr richtige Zukunftsentscheidung, Herr Bundeskanzler! Das sind wichtige Investitionen in die Zukunft des Landes. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen, das ist schon ein Jammer!)
Abg. Scheibner: Ist man ja nicht!
Wenn Herr Abgeordneter Van der Bellen und auch Herr Abgeordneter Pilz gesagt haben, meine Damen und Herren – und ich wiederhole das, denn das muss man wirklich noch einmal hören –, dass es eigentlich eine sinnlose Zeit ist für die Soldatinnen und Soldaten, beim Bundesheer zu dienen, eine sinnlose Zeit für die Rekruten, dann frage ich mich schon, ob es sinnlos ist, sich ausbilden zu lassen, um im Ernstfall, im Krisenfall auch wirklich einsatzfähig zu sein, wenn es um den Mannschutz geht, wenn es um den Schutz des Kameraden geht und auch um die Bevölkerung. (Abg. Scheibner: Ist man ja nicht!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich komme zum Ausbau der Schulautonomie: Auch hier kann das Land die Pflichtschulen den Bundesschulen gleichstellen. Bis heute haben Sie einen Warenkorb in Wien. Das heißt, meine Kolleginnen und Kollegen, wenn die Schule einen Fußball oder einen Volleyball braucht, dann bekommt sie keinen Fußball und keinen Volleyball, sondern sie bekommt stattdessen über den Warenkorb ein Küchenkästchen, obwohl sie das Küchenkästchen gar nicht brauchen kann. Das ist die Schulautonomie nach dem Verständnis der Gemeinde Wien. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 80
Abg. Scheibner: Viel Werbung wird da gemacht! Viele Inserate!
Natürlich macht Wasserkraft auch Sinn. Das haben wir unter Federführung von Rudi Anschober in Oberösterreich sehr gut gezeigt. Dort hat in der letzten Legislaturperiode ein imposantes Renovierungs-/Erneuerungsprogramm für die Kleinwasserkraft stattgefunden (Abg. Scheibner: Viel Werbung wird da gemacht! Viele Inserate!), nämlich für über 250 Kleinwasserkraftwerke, Herr Kollege Scheibner, mit einer Effizienzsteigerung von 77 GWh! Ja, Herr Kollege Scheibner, da schauen auch Sie! (Abg. Scheibner: Ich schaue immer!) Das ist mehr als die Leistung des Kraftwerks Lambach.
Abg. Scheibner: Ich schaue immer!
Natürlich macht Wasserkraft auch Sinn. Das haben wir unter Federführung von Rudi Anschober in Oberösterreich sehr gut gezeigt. Dort hat in der letzten Legislaturperiode ein imposantes Renovierungs-/Erneuerungsprogramm für die Kleinwasserkraft stattgefunden (Abg. Scheibner: Viel Werbung wird da gemacht! Viele Inserate!), nämlich für über 250 Kleinwasserkraftwerke, Herr Kollege Scheibner, mit einer Effizienzsteigerung von 77 GWh! Ja, Herr Kollege Scheibner, da schauen auch Sie! (Abg. Scheibner: Ich schaue immer!) Das ist mehr als die Leistung des Kraftwerks Lambach.
Sitzung Nr. 81
Abg. Scheibner: Aber unter anderen Voraussetzungen!
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Kollege Bucher, diese Frage ist in ihrer Pauschalität so, dass man dafür längere Zeit benötigen würde. Um einmal darauf hinzuweisen: Das Bankenpaket haben alle gemeinsam hier herinnen beschlossen. (Abg. Scheibner: Aber unter anderen Voraussetzungen!) Niemandem ist Geld nachgeworfen worden, sondern es wird klar verzinst und muss auch zurückgezahlt werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler.) Wollten Sie irgendeine Bank in Kärnten ansprechen? Nicht? (Abg. Petzner: Nein! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler.
Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend Dr. Reinhold Mitterlehner: Herr Kollege Bucher, diese Frage ist in ihrer Pauschalität so, dass man dafür längere Zeit benötigen würde. Um einmal darauf hinzuweisen: Das Bankenpaket haben alle gemeinsam hier herinnen beschlossen. (Abg. Scheibner: Aber unter anderen Voraussetzungen!) Niemandem ist Geld nachgeworfen worden, sondern es wird klar verzinst und muss auch zurückgezahlt werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler.) Wollten Sie irgendeine Bank in Kärnten ansprechen? Nicht? (Abg. Petzner: Nein! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Hypo Niederösterreich! – Abg. Petzner: Raiffeisen! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Pröll-Bank! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Zum Banken-Bereich: Bitte schauen Sie sich die Zahlen an, was bis jetzt herein- und hinausgegangen ist! Aber ein Bankenproblem ist da. Ich möchte Sie jetzt nicht in dieser Weise strapazieren. Sie kennen die Bank. (Abg. Scheibner: Hypo Niederösterreich! – Abg. Petzner: Raiffeisen! – Abg. Ing. Westenthaler: Eine Pröll-Bank! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist völlig unangebracht! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Hausbank des Herrn Pröll! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Bitte, Frau Abgeordnete Dr. Lichtenecker. (Abg. Scheibner: Das ist völlig unangebracht! – Abg. Ing. Westenthaler: Die Hausbank des Herrn Pröll! – Anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Scheibner: Über die Hypo reden wir noch!
Zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Lichtenecker mit ihrer Frage! (Abg. Scheibner: Über die Hypo reden wir noch!)
Abg. Scheibner: Das ist jetzt wirklich die Unwahrheit! Das ist jetzt wirklich die Unwahrheit!
Die Bestätigung, dass in einem Fall von öffentlichem Interesse ermittelt wird (Abg. Scheibner: Das ist jetzt wirklich die Unwahrheit! Das ist jetzt wirklich die Unwahrheit!), kann wohl nicht den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen. Ich frage mich, welche Vorwürfe erhoben worden wären, wenn die Justiz diesen Vorwürfen nicht nachgegangen wäre. (Abg. Scheibner: Das ist die Unwahrheit! Das ist jetzt falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist die Unwahrheit! Das ist jetzt falsch!
Die Bestätigung, dass in einem Fall von öffentlichem Interesse ermittelt wird (Abg. Scheibner: Das ist jetzt wirklich die Unwahrheit! Das ist jetzt wirklich die Unwahrheit!), kann wohl nicht den Tatbestand der üblen Nachrede erfüllen. Ich frage mich, welche Vorwürfe erhoben worden wären, wenn die Justiz diesen Vorwürfen nicht nachgegangen wäre. (Abg. Scheibner: Das ist die Unwahrheit! Das ist jetzt falsch!)
Abg. Scheibner: Die ist dann versetzt worden!
Eines noch an dieser Stelle: Diese Malversationen wurden im Übrigen von einer sehr jungen, couragierten Richterin aufgedeckt. (Abg. Scheibner: Die ist dann versetzt worden!)
Abg. Scheibner: „Begeisterung“ bei der SPÖ! – Ruf beim BZÖ: Ich glaube, dass die SPÖ ...!
Ich mache darauf aufmerksam, dass gemäß der Geschäftsordnung kein Redner länger als 10 Minuten sprechen darf, wobei jedem Klub eine Gesamtredezeit von 25 Minuten zukommt. (Abg. Scheibner: „Begeisterung“ bei der SPÖ! – Ruf beim BZÖ: Ich glaube, dass die SPÖ ...!)
Abg. Scheibner: Was ist mit der Blamage?
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete! Ich stimme mit dem Einleitungstext der Dringlichen Anfrage durchaus überein (Abg. Scheibner: Was ist mit der Blamage?):
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese Kraftwerke haben ein altes, schlechtes Design. Das Kraftwerk Landshut liegt, wie schon gesagt, in der Einflugschneise des Flughafens München. Wenn man dort vorbeifährt, sieht man auch, dass sich das Kraftwerk auch absolut in der Nähe zur Autobahn befindet. Wer ein bisschen mit Flugmodellen spielen will – ich habe mir das einmal von Kollegen Hofer erklären lassen –, wird feststellen, dass es ein Leichtes ist, ein bisschen etwas auf das Atomkraftwerk fallen zu lassen. Dann bekommt es einen Kratzer im Mantel, und schon haben wir den schönsten Strahlungsaustritt! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Richtig!
Abg. Scheibner: Frau Kollegin, haben Sie das Ihrem Bundeskanzler schon gesagt?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Von der Politik wird erwartet, dass es über die Grenzen hinweg eine saubere Energiegewinnung gibt. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, haben Sie das Ihrem Bundeskanzler schon gesagt?) Das heißt, dass wir alles unternehmen müssen, um die erneuerbaren Energien zu forcieren, denn unsere Zukunft liegt darin. (Abg. Scheibner: Dem Bundeskanzler sagen!)
Abg. Scheibner: Dem Bundeskanzler sagen!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Von der Politik wird erwartet, dass es über die Grenzen hinweg eine saubere Energiegewinnung gibt. (Abg. Scheibner: Frau Kollegin, haben Sie das Ihrem Bundeskanzler schon gesagt?) Das heißt, dass wir alles unternehmen müssen, um die erneuerbaren Energien zu forcieren, denn unsere Zukunft liegt darin. (Abg. Scheibner: Dem Bundeskanzler sagen!)
Abg. Scheibner: Der Herr Bundeskanzler könnte das vertreten!
Atomkraft als erneuerbare Energie zu bewerten, wie das in der EU immer wieder geschieht, ist für mich beinahe schon grotesk. (Abg. Scheibner: Der Herr Bundeskanzler könnte das vertreten!)
Abg. Scheibner: Nein, jetzt!
Wir haben uns in Österreich dafür entschieden, unsere Nachkommen vor Atommüll und Strahlung zu schützen und in erneuerbare Energien zu investieren. (Abg. Petzner: Ist das eine Vorlesung oder ...?) – Herr Petzner, wenn Sie etwas zu sagen haben, sagen Sie es mir bitte nachher. (Abg. Scheibner: Nein, jetzt!)
Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Was ist mit der Frau Lehrer dort hinten in der letzten Reihe? – Gegenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen!
Wer diesem Antrag die Zustimmung gibt, den bitte ich um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Was ist mit der Frau Lehrer dort hinten in der letzten Reihe? – Gegenruf der Abg. Mag. Wurm. – Abg. Scheibner: Dafür reden und dagegen stimmen!)
Sitzung Nr. 83
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wofür brauchen wir eine Superpraktikantin, die dann für die Familien in unserem Lande gar nicht zur Verfügung steht, meine sehr geehrten Damen und Herren? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das ist die Chaospolitik Marke Pröll! Es geht dabei nicht nur um den Schulden-Vize, denn Pröll steht für Schuldenmachen in unserem Land sowohl in Niederösterreich als auch auf Bundesebene, und ich frage mich, warum der Herr Finanzminister jetzt auch in Brüssel wieder in erster Linie Geld für marode Länder nachschießt, zum Beispiel für Irland, Portugal oder Spanien.
Abg. Hagen: Verwaltungsreform! – Abg. Scheibner: Unerträglich ist so etwas! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.
Jeder Politiker, jede Politikerin hier im Hohen Haus sollte darüber nachdenken, wie man mit den Ressourcen für unsere Zukunft verantwortungsbewusst umgeht. Aber genau das macht das BZÖ nicht – das sieht man an seinem Vorschlag! (Abg. Hagen: Verwaltungsreform! – Abg. Scheibner: Unerträglich ist so etwas! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich denke, dass es gerade auch im Sinne der Jungen, der Studierenden durch eine Vereinbarung zwischen Ministerin Karl und Finanzminister Pröll zu einer guten Lösung gekommen ist. (Ruf beim BZÖ: Das ist eine Jugendvertreterin?!) Dass die Bezieher der Studienbeihilfe nicht auf die Familienbeihilfe verzichten müssen, dass Mütter beziehungsweise Schwangere oder auch jene, die den Präsenzdienst oder Zivildienst geleistet haben, da Anerkennung erhalten, ist gut. Man wird noch darüber diskutieren müssen, wie es mit jenen Studien ausschaut, wo es strukturbedingt zu einer längeren Studiendauer kommt, wie zum Beispiel beim Medizinstudium. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Ich möchte auch darauf hinweisen, dass wir im Jahr 2009 im Rahmen der Steuerreform die Familien gerade erst um 500 Millionen € entlastet haben. Das heißt, all jene, die jetzt behaupten, die ÖVP würde sich von den Familien distanzieren, irren (Zwischenruf des Abg. Scheibner), denn wir haben ein flexibleres Kinderbetreuungsgeld eingeführt (Abg. Kickl: Verraten und verkauft, die Familien von Ihnen!), die
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Und weil Kollegin Fuhrmann kritisiert hat, dass nur draufsteht, wogegen wir sind: Frau Kollegin, Sie haben es nicht genau gelesen! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Graf: Das ist unfair, wenn wir keine Redezeit mehr haben! Das ist ein Novum, das hat es noch nie gegeben! – Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Es hat sich noch einmal Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner zu Wort gemeldet. Ich mache darauf aufmerksam, dass die Redezeit 5 Minuten nicht überschreiten darf. – Bitte. (Abg. Dr. Graf: Das ist unfair, wenn wir keine Redezeit mehr haben! Das ist ein Novum, das hat es noch nie gegeben! – Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich! – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Sitzung Nr. 85
Abg. Scheibner: Wer hat diese Frage bestellt?
Dieser Offensivkurs wird jetzt fortgesetzt. Bis 2013 wird es jährlich 80 Millionen € mehr an Finanzmitteln geben. Diese 80 Millionen an Offensivmitteln für den Hochschulbereich sind ein weiteres wichtiges Signal des Finanzministers im Bereich der Zukunftsthemen. (Abg. Scheibner: Wer hat diese Frage bestellt?)
Abg. Scheibner: Glauben Sie das selber, was Sie da vorlesen?
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Frau Bundesministerin! Seit 2005 ist die Zahl der Studierenden in Österreich um 26 Prozent gestiegen. Im selben Ausmaß ist seit 2005 auch das Budget gestiegen. (Abg. Scheibner: Glauben Sie das selber, was Sie da vorlesen?) Ich glaube, das ist der Bevölkerung oft zu wenig bewusst.
Abg. Scheibner: Das ist peinlich!
Wie beurteilen Sie, Frau Bundesministerin, vor dem Hintergrund wachsender Studierendenzahlen und begrenzter Budgetmittel aufgrund der Budgetkrise und der notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen die Entwicklung der österreichischen Universitäten und Forschungsorganisationen im Hinblick auf deren internationale Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit? (Abg. Scheibner: Das ist peinlich!) Was möchten Sie im Sinne der österreichischen Universitäten tun? Manches
Abg. Scheibner: Auf welcher Grundlage?
Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Mag. Dr. Beatrix Karl: Es geht dabei um keinen Kahlschlag, ein solcher war auch nie geplant, denn es handelt sich hier ja auch nicht um eine reine Budgetmaßnahme, sondern wirklich um eine Strukturreform im Bereich der außeruniversitären Forschung. Was ich möchte, ist eine wirklich zukunftsfähige Struktur im Bereich der außeruniversitären Forschung, und Sie können davon ausgehen, dass es die Institute, die wirklich exzellent sind, auch weiterhin geben wird. Das ist für mich ganz klar. (Abg. Scheibner: Auf welcher Grundlage?)
Abg. Scheibner: Aber wer entscheidet das? Entscheiden das Sie, wer exzellent ist?
Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Mag. Dr. Beatrix Karl: Da haben Sie etwas grundsätzlich missverstanden. Exzellenz hat nichts mit Größe von Forschungseinrichtungen zu tun. Ich habe von Exzellenz gesprochen, und exzellent können auch kleine Einrichtungen sein. (Abg. Scheibner: Aber wer entscheidet das? Entscheiden das Sie, wer exzellent ist?) Also nicht alles, was groß ist, ist zwangsläufig exzellent, es gibt auch exzellente kleine Einrichtungen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer entscheidet das? Das entscheiden Sie und Ihre Beamten! So viele kleine Institute werden darunter leiden!
Ich habe auch die dritte Säule angesprochen, konnte sie aufgrund der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit nicht näher ausführen, das tue ich jetzt. Da geht es eben um die derzeit geförderten Institutionen, die vor allem im Bereich der Archivierung und Dokumentation von zeitgeschichtlichem Material tätig sind. Diese Einrichtungen sollen zu einem Dokumentationsnetzwerk der politischen Ideengeschichte nach 1918 zusammengefasst werden, um hier die Infrastruktur für Forschung im Bereich Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zu verbessern. Das heißt, auch da werden Einrichtungen nicht geschlossen, schon gar nicht kleine. Also es geht nicht um Größe, es geht um Exzellenz, und das hat nichts mit Größe zu tun. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer entscheidet das? Das entscheiden Sie und Ihre Beamten! So viele kleine Institute werden darunter leiden!)
Abg. Scheibner: Türkei, Türkei!
Es gibt ähnliche Beispiele in Ägypten; wir finden in Nordkorea, einem kommunistischen Land – der letzten Bastion –, ähnliche Situationen. (Abg. Scheibner: Türkei, Türkei!) In Indien hat es in einigen Staaten Ausschreitungen gegen die dort lebenden Christen gegeben, bei denen mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sind. Selbst in der Türkei, immerhin ein Kandidat auf Mitgliedschaft bei der Europäischen Union – und es sind ja auch einige Kapitel diesem Thema der Grundfreiheiten, der Menschenrechte, der bürgerlichen Rechte gewidmet – finden wir folgende Situation vor: Gab es früher, vor 100 Jahren, 20 Prozent Christen, natürlich hauptsächlich orthodoxe Christen, die dort gelebt haben, gibt es heute nicht einmal 0,1 Prozent. Das kann und soll nicht verschwiegen werden und sollte daher thematisiert werden. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Strache und Kitzmüller.)
Abg. Scheibner: Bei Blair ...!
Dort hofft man jetzt natürlich, dass man bei diesen Aktivitäten in Bezug auf Irland, das natürlich zur Absicherung des Euro eine große und wichtige Rolle spielt, nicht in die Ziehung kommt. (Abg. Scheibner: Bei Blair ...!) Das kann ich mir nicht vorstellen, denn die britischen Banken sind daran interessiert. Sie müssen sich beteiligen und natürlich muss sich die britische Regierung auch daran beteiligen.
Abg. Großruck: Zuhören, das wird eine Lehrstunde! – Abg. Scheibner: Ja? Wofür?!
Präsident Fritz Neugebauer: Nun erteile ich Herrn Bundesminister Dr. Spindelegger das Wort. – Bitte. (Abg. Großruck: Zuhören, das wird eine Lehrstunde! – Abg. Scheibner: Ja? Wofür?!)
Abg. Scheibner: Sie? Sie persönlich, Herr Minister?!
Wir lassen es uns nicht bieten, dass wir nicht als ein Land gesehen werden, das auch in der Kulturarbeit viel geleistet hat. Das ist letztlich nicht richtig, und ich habe daraufhin auch die Initiative ergriffen. Ich habe den türkischen Botschafter erstens ins Außenamt zitiert, und wir haben ihm selbst unsere Meinung gesagt. (Abg. Scheibner: Sie? Sie persönlich, Herr Minister?!)
Abg. Strache: Dann soll der Botschafter abgezogen werden! – Abg. Scheibner: Was sind die Konsequenzen?!
Wir haben zum Zweiten an dem Tag, an dem das Interview erschienen ist, zweimal Kontakt zum türkischen Außenminister hergestellt. Ich habe von ihm gehört, dass das nicht die türkische Position gegenüber Österreich ist, sondern die Privatmeinung des Botschafters. (Abg. Strache: Dann soll der Botschafter abgezogen werden! – Abg. Scheibner: Was sind die Konsequenzen?!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen überhaupt nicht zu, diese Überheblichkeit!
Herr Abgeordneter Bucher, ich habe eines bemerkt – Sie haben mich aufgefordert, diese Interessen in Brüssel und Straßburg zu vertreten –: Ich war, da haben Sie recht, in meiner Amtszeit noch nie in Straßburg, weil weder der Rat noch der Europäische Rat dort tagen, die tagen in Brüssel und in Luxemburg, und ich ersehe daraus, dass Sie sich mit Fragen der europäischen Politik offenbar noch nicht so eingehend beschäftigt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das steht Ihnen überhaupt nicht zu, diese Überheblichkeit!)
Anhaltender Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Scheibner.
(Anhaltender Beifall beim BZÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Herr Präsident, es ist ja interessant, dass Sie bei Ihren eigenen Leuten ...! – Rufe bei der SPÖ: Auf Wiedersehen!
Kann dieser Antrag von einem anderen Kollegen Ihrer Fraktion noch eingebracht werden? (Abg. Scheibner: Herr Präsident, es ist ja interessant, dass Sie bei Ihren eigenen Leuten ...! – Rufe bei der SPÖ: Auf Wiedersehen!)
Abg. Scheibner: Eine „erfrischende Wortmeldung“!
Das ist schon ein starkes Stück! Das, was Sie betreiben, ist Hetze, ist Aufhetzung gegeneinander, und da muss ein klares Wort gesprochen werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Eine „erfrischende Wortmeldung“!) Wir sind nicht dafür, dass wir die Kreuzzüge des 13. oder 14. Jahrhunderts hier im Parlament wieder aufleben lassen. Das erwarte ich auch von Ihnen! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die EU oder maßgebliche, die EU bestimmende Kräfte meinten damals, das wäre nicht das, was man will, und deswegen gelte in diesem Fall die Demokratie nicht. Wahlergebnisse seien nicht zu beachten, sondern es sei ein „Cordon sanitaire“ über Österreich zu verhängen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Man durfte mit den Botschaftern nicht verkehren, die Minister nicht empfangen, das war alles tabu. Zum Beispiel durfte man den „faschistischen“ Minister Scheibner – wie ich mich noch gut erinnern kann an die belgische Diskussion – nicht empfangen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die EU oder maßgebliche, die EU bestimmende Kräfte meinten damals, das wäre nicht das, was man will, und deswegen gelte in diesem Fall die Demokratie nicht. Wahlergebnisse seien nicht zu beachten, sondern es sei ein „Cordon sanitaire“ über Österreich zu verhängen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Man durfte mit den Botschaftern nicht verkehren, die Minister nicht empfangen, das war alles tabu. Zum Beispiel durfte man den „faschistischen“ Minister Scheibner – wie ich mich noch gut erinnern kann an die belgische Diskussion – nicht empfangen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Aber da brauch’ ma auch nicht die Drei, um das zu beurteilen!
Also, Leute: Diese drei honorigen Menschen – ich erinnere mich genau – kamen nicht zuletzt mit dem Hintergrund hierher, irgendeinen Kompromiss aufgrund der damaligen Situation zwischen den EU-14 und Österreich zu finden, aber die Drei hatten hochoffizielle Termine, haben mit einer Reihe von Personen gesprochen und haben dann einen Bericht verfasst. Also mit Bespitzelung hatte das ja überhaupt nichts zu tun. Das interessanteste Detail des Berichts, soweit ich mich erinnern kann, betraf im Übrigen Justizminister Böhmdorfer und sein Verhalten bei einer Pressekonferenz von Jörg Haider. (Abg. Scheibner: Aber da brauch’ ma auch nicht die Drei, um das zu beurteilen!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ablinger. – Abg. Scheibner: Das ist aber Ihre Regierung!
Wenn ich so an die Ereignisse der letzten Monate hier in Österreich denke, an die Abschiebung von Arigona Zogaj und ihrer Familie, an die Abschiebung der Zwillinge Komani, an junge Mädchen und Buben, die untertauchen vor lauter Angst vor der Abschiebung, dann schäme ich mich für die Asyl- und Anti-Diskriminierungspolitik, die wir hier in Österreich haben. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Ablinger. – Abg. Scheibner: Das ist aber Ihre Regierung!)
Abg. Scheibner: Habe ich ja gesagt!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Kollege Scheibner, ich glaube, es dürfte bei all jenen, die beim Hearing dabei waren, außer Streit stehen, dass Professor Holoubek – vielleicht ist es subjektiv so empfunden worden, dass jemand anderer auch noch ähnlich gut ist – sicher eine absolute Topklasse darstellt. (Abg. Scheibner: Habe ich ja gesagt!) Daher würde ich darum ersuchen, das, was auch die Kolleginnen und Kollegen über ihn gesagt haben, hier nicht zu verpolitisieren.
Sitzung Nr. 86
Abg. Scheibner: Mir kommen gleich die Tränen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Jammerei, was Sie da machen!
Der Weg zum Budget war nicht einfach, die Wochen danach erst recht nicht. Seit die Bundesregierung in Loipersdorf ihren Budgetentwurf vorgelegt hat, hat es von vielen Seiten Kritik gegeben, Kritik, die in einzelnen Punkten durchaus nachvollziehbar war. (Abg. Scheibner: Mir kommen gleich die Tränen! – Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine einzige Jammerei, was Sie da machen!) Deswegen haben wir in einigen Punkten auch Anpassungen vorgenommen. Und es galt und gilt einmal mehr der Grundsatz: Es gibt einzelne Punkte, über die man diskutieren kann, aber es gibt keine Alternative zum Gesamtpaket!
Abg. Scheibner: Eine Bankrotterklärung ist das, eine außenpolitische! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
gabe zu erbringen, werden eine Straffung des österreichischen Vertretungsnetzes im Ausland auf der einen Seite und leider auch – wir haben es heute schon gesehen – eine Reduzierung der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit erforderlich sein. (Abg. Scheibner: Eine Bankrotterklärung ist das, eine außenpolitische! – Weitere Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.)
Abg. Scheibner: Wollen wir uns da vergleichen?
Herr Abgeordneter Westenthaler, schauen wir uns an, was in Griechenland, England, Irland und Portugal beschlossen wurde! (Abg. Scheibner: Wollen wir uns da vergleichen?) Und schauen wir uns auch an, was in Deutschland an Sparmaßnahmen auf dem Tisch liegt! Deutschland ist nicht das Sorgenkind, sondern der Konjunkturmotor Europas. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Das weiß auch der Herr Finanzminister nicht, darum macht er die Milchmädchenrechnung: Ausgaben für Universitäten – sagen wir 2 Milliarden € – dividiert durch Zahl der Studierenden, dann kommt eine Summe heraus, die lautet 10 000 oder 20 000 € pro Jahr und das legt er dem Bürger/der Bürgerin vor. – Das ist grotesk, sage ich Ihnen. Das ist grotesk, das hat mit den realen Kosten absolut nichts zu tun. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.) Das trauen Sie sich noch vorzulegen?! (Abg. Ing. Hofer: Das kann nicht wahr sein!)
Abg. Scheibner: Von wem war die Idee? – Abg. Ing. Westenthaler: Von wem war denn die Idee? War die nicht von der ÖVP?
Natürlich stand am Anfang die populistische Idee: Ich könnte am Stammtisch Punkte sammeln, wenn ich die sogenannten Sozialschmarotzer sozusagen an den Pranger stelle! (Abg. Scheibner: Von wem war die Idee? – Abg. Ing. Westenthaler: Von wem war denn die Idee? War die nicht von der ÖVP?) Faktisch ist es so, dass hier in Österreich manche Punkte weiter reformbedürftig, verbesserungsfähig sind. Ich glaube, die Sorgfalt jener öffentlichen Stellen, die heute darüber entscheiden, ob eine Sozialleistung ausbezahlt wird oder nicht, ist eher überbordend. Dass wir in Österreich einen Mangel an Bürokratie hätten, dass sich die öffentliche Verwaltung das zu wenig genau anschaut, bevor sie einen Bescheid ausstellt, diesen Vorwurf kann man nicht machen. Das funktioniert im Regelfall in unserem Land sehr gut. Daher war dieser Ansatz nicht der, aufgrund dessen sich dann die Bundesregierung zu diesem Projekt entschlossen hat und den wir heute hier im Parlament der Beschlussfassung zugrunde liegen haben.
Abg. Scheibner: Ihre Fraktion hat den Antrag abgelehnt!
Das heißt nichts anderes, als dass es zu einer massiven Abwertung der Landesgerichte kommen wird, damit verbunden natürlich auch ... (Abg. Scheibner: Ihre Fraktion hat den Antrag abgelehnt!) – Ja, Kollege Scheibner, wie wir wissen, war ich zu diesem Zeitpunkt noch freier Abgeordneter, habe auch keine Möglichkeit gehabt, im Ausschuss das zu tun. Deshalb verweise ich jetzt noch einmal darauf, dass wirklich eine versteckte Abwertung und Einsparung dieses Standortes damit auch beinhaltet ist.
Abg. Scheibner: Warum hat die ÖVP zugestimmt?
Das Gleiche gilt – und ich glaube, dass dies der Hintergrund dieses Absatzes ist (Abg. Scheibner: Warum hat die ÖVP zugestimmt?) – zum Beispiel für Frente Polisario in der Westsahara. Ich weiß nicht, ob irgendjemand aus den Reihen der SPÖ oder jemand, den Sie kennen, dort tätig ist oder Terrorcamps besucht hat.
Abg. Scheibner: Der Zweck heiligt die Mittel!
Uns war es wichtig, in der Ausschussfeststellung sicherzustellen, dass der initiierte Zweck erreicht wird und dass nicht über das Ziel hinausgeschossen wird. (Abg. Scheibner: Der Zweck heiligt die Mittel!)
Abg. Scheibner: Wie passt das jetzt wieder? Wer hat Ihnen das eingelernt?
Herr Kollege Grosz, auch wenn Sie da die ganze Zeit reden, zuerst sagen Sie, Sie sind da, dann sind Sie wieder weg, jetzt sind Sie wieder laut hörbar da. Was ist denn mit Ihnen los? (Abg. Scheibner: Wie passt das jetzt wieder? Wer hat Ihnen das eingelernt?) Es wäre besser, wenn Sie sich Ihre eigene Situation einmal überlegen würden.
Abg. Scheibner: Doch!
Herr Kollege Scheibner, das ist ein bisschen unfair in der Argumentation, weil Sie wissen, dass das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Doch!) – Nein, es stimmt nicht, was Sie gesagt haben. Es ist lediglich die Qualifikation als terroristisch mit diesen Paragraphen gemeint. Das heißt, die Grundtat bleibt weiterhin strafbar, aber sie wird nicht als terroristisch qualifiziert. Das heißt nicht, dass irgendjemand straffrei geht, wenn er einen Mord begeht oder ein Komplott oder eine Verschwörung dazu, sondern die Grundtat bleibt in derselben Strafhöhe strafbar, aber sie wird nicht als terroristisch qualifiziert. (Abg. Scheibner: Aber die Ausbildung!)
Abg. Scheibner: Aber die Ausbildung!
Herr Kollege Scheibner, das ist ein bisschen unfair in der Argumentation, weil Sie wissen, dass das nicht stimmt. (Abg. Scheibner: Doch!) – Nein, es stimmt nicht, was Sie gesagt haben. Es ist lediglich die Qualifikation als terroristisch mit diesen Paragraphen gemeint. Das heißt, die Grundtat bleibt weiterhin strafbar, aber sie wird nicht als terroristisch qualifiziert. Das heißt nicht, dass irgendjemand straffrei geht, wenn er einen Mord begeht oder ein Komplott oder eine Verschwörung dazu, sondern die Grundtat bleibt in derselben Strafhöhe strafbar, aber sie wird nicht als terroristisch qualifiziert. (Abg. Scheibner: Aber die Ausbildung!)
Abg. Scheibner: Überhaupt nicht!
Es bleibt der Grundtatbestand bestehen, wird auch bestraft in derselben Höhe, wie er hier bestraft werden kann, er wird nur nicht als terroristisch qualifiziert. (Abg. Scheibner: Überhaupt nicht!) Und das weißt du genau, in deiner Argumentation lässt du das aber weg. Das ist eigentlich eine unfaire Argumentation, weil da herauskommen würde, dass es einen Rechtfertigungstatbestand gäbe, den es nicht gibt. (Abg. Scheibner: Natürlich! Die Ausbildung!)
Abg. Scheibner: Natürlich! Die Ausbildung!
Es bleibt der Grundtatbestand bestehen, wird auch bestraft in derselben Höhe, wie er hier bestraft werden kann, er wird nur nicht als terroristisch qualifiziert. (Abg. Scheibner: Überhaupt nicht!) Und das weißt du genau, in deiner Argumentation lässt du das aber weg. Das ist eigentlich eine unfaire Argumentation, weil da herauskommen würde, dass es einen Rechtfertigungstatbestand gäbe, den es nicht gibt. (Abg. Scheibner: Natürlich! Die Ausbildung!)
Sitzung Nr. 88
Abg. Scheibner: Sie müsste nicht!
Das, meine Damen und Herren, ist wettbewerbsverzerrend, und es ist auch medienpolitisch unsauber. Ich habe dazu auch viele Meldungen aus der Bevölkerung bekommen, die das gar nicht versteht. Für dieses Geld – und es geht um relativ viel Geld, wir haben das recherchiert – könnte man ganz konkrete Impulse setzen. Ich denke da etwa an die Wissenschaftsministerin, die bedauerlicherweise für manche im Bereich gerade der außeruniversitären Forschung Streichungen vornehmen muss (Abg. Scheibner: Sie müsste nicht!), wo Geld nicht mehr zur Verfügung steht, das bisher vorhanden war.
Abg. Scheibner: Da gibt’s noch ein paar mehr, Frau Kollegin!
Ich biete uns allen nur zur Überlegung und zum Nachdenken an: Man könnte auf diese Art und Weise mit dem Geld, das hierfür verwendet wurde, etwa finanzieren: den jährlichen Basisbeitrag für das Kreisky Archiv, für das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, für das Institut der Regionen Europas, für das Friedenszentrum Schlaining, für das Konrad Lorenz Institut und das Österreichische Lateinamerika-Institut. (Abg. Scheibner: Da gibt’s noch ein paar mehr, Frau Kollegin!)
Abg. Scheibner: Man hört ihrer Rede zu und weiß nicht, was sie ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, wir in Österreich haben die Krise gut bewältigt. Wir haben die Krise gut bewältigt, Herr Kollege Stadler, weil der Sozialstaat gerade in der Krise ein wichtiger Stabilitätsfaktor war. Ja, wir haben die Krise gut bewältigt, weil wir die richtigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise gesetzt haben und diese auch hier beschlossen haben. Ja, wir haben die Krise auch deshalb gut bewältigt, weil der Tourismus ein stabiler wirtschaftlicher Faktor war, der Arbeitsplätze in dieser schwierigen Situation gesichert hat, und ein Arbeitgeber war, der auch für Sicherheit gesorgt hat. (Abg. Scheibner: Man hört ihrer Rede zu und weiß nicht, was sie ...! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Seit Jahren!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Manche Kommentatoren und Beobachter behaupten ja, die Politik habe ein Problem. Ich hingegen behaupte, die Politik ist das Problem. Dass das wirklich so ist, sieht man am Kollegen Cap. Kollege Cap stellt sich seit Monaten immer wieder hierher ans Rednerpult (Abg. Scheibner: Seit Jahren!) – oder auch seit Jahren – und behauptet, dass die Opposition keine Vorschläge vorbringt. (Abg. Riepl: Stimmt ja auch!)
Sitzung Nr. 90
Abg. Scheibner: Aber Sie setzen nichts um!
Wir haben so viele Vorschläge im Bildungs- und Gesundheitsbereich. (Abg. Scheibner: Aber Sie setzen nichts um!) Was tümpeln Sie vor sich hin? Machen Sie doch mit bei den Vorschlägen, die wir haben! Das ist doch wirklich sinnvoll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was setzen Sie um von den Vorschlägen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was setzen Sie um von den Vorschlägen?
Wir haben so viele Vorschläge im Bildungs- und Gesundheitsbereich. (Abg. Scheibner: Aber Sie setzen nichts um!) Was tümpeln Sie vor sich hin? Machen Sie doch mit bei den Vorschlägen, die wir haben! Das ist doch wirklich sinnvoll. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was setzen Sie um von den Vorschlägen?)
Abg. Scheibner: Wo? Wo sind die Reformen? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
der Konsequenz dazu führt, dass wir damit viele Kostensteigerungen im Gesundheitswesen abfedern und dass wir durch starke Reformen in den einzelnen Bereichen – von der Bildung bis zum Gesundheitswesen und der Pflege – für mehr Effizienz sorgen. (Abg. Scheibner: Wo? Wo sind die Reformen? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht! Ihre Utopie
Der Bundeskanzler hat heute auch wieder darauf hingewiesen: Es ist ganz wichtig, dass die Sparmaßnahmen, dass die zusätzlichen Einnahmen in einer sozial gerechten Art und Weise stattfinden. Diese Richtungsänderung, die der Bundeskanzler heute wieder erwähnt hat, nämlich dass diejenigen, die mehr beitragen können, künftig auch mehr beitragen sollen, ist ganz wichtig. Ich darf an frühere Budgets von Schwarz-Blau erinnern, die die Damen und Herren von den Freiheitlichen und vom BZÖ – damals noch in trauter Eintracht – beschlossen haben, die die Familien, die Arbeitnehmer, die Pensionisten hart getroffen haben mit 2,8 Milliarden € (Abg. Scheibner: Stimmt ja nicht! Ihre Utopie) und die Konzerne entlastet haben. Es wurden Sparmaßnahmen gesetzt für die, die viel hatten – die Konzerne und die Größtversicherungen. (Ruf beim
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!
Eine Oppositionsfraktion, meine sehr geehrten Damen und Herren – ich nenne den Namen des BZÖ jetzt nicht –, steht auf einem Fünfparteienantrag, also hat vor ein paar Tagen im Budgetausschuss einen Antrag für eine geringfügige Lohnerhöhung der parlamentarischen Assistenten gestellt. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht!) Ich war
Abg. Scheibner: Die Innenministerin hat aber ... gesagt!
Ich erinnere mich gut daran, wie es war – und das können wir diskutieren, so lange ihr wollt –, als wir den Asylgerichtshof eingeführt haben. Schaut euch die Redebeiträge an! Heute kann man sagen, er ist die größte Erfolgsgeschichte in diesem Segment der Politik: hervorragende Arbeit, alle Neufälle in kurzer Zeit bearbeitet ... (Abg. Grosz: Ihr seid wirklich die geborenen Versager! – Zwischenruf des Abg. Kößl.) – Sie kennen es nicht, und anschauen tun sie es nicht, das ist das Problem, Kollege Kößl! (Abg. Scheibner: Die Innenministerin hat aber ... gesagt!)
Abg. Scheibner: Wir haben noch immer keinen!
Ich schließe daher jetzt die Debatte. (Abg. Scheibner: Wir haben noch immer keinen!)
Abg. Scheibner: An uns wurde der Antrag nicht verteilt! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Wünscht einer der Berichterstatter ein Schlusswort? – (Abg. Scheibner: An uns wurde der Antrag nicht verteilt! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) Der ist verteilt worden. (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne. – Präsident Neugebauer reagiert nicht sofort auf die Beendigung der Stimmabgabe, weil Abg. Dr. Cap zu einer Unterredung mit ihm ans Präsidium getreten ist. – Abg. Strache: Der Abstimmungsvorgang ist eigentlich beendet! – Abg. Mag. Stadler: Der Abstimmungsvorgang ist zu Ende! – Abg. Buchner: Was ist jetzt, Herr Präsident? – Rufe bei FPÖ und BZÖ: Das geht nicht! Auszählen! – Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht in der Ukraine!
(Über Namensaufruf durch die Schriftführer Zanger und Jakob Auer werfen die Abgeordneten die Stimmzettel in die Urne. – Präsident Neugebauer reagiert nicht sofort auf die Beendigung der Stimmabgabe, weil Abg. Dr. Cap zu einer Unterredung mit ihm ans Präsidium getreten ist. – Abg. Strache: Der Abstimmungsvorgang ist eigentlich beendet! – Abg. Mag. Stadler: Der Abstimmungsvorgang ist zu Ende! – Abg. Buchner: Was ist jetzt, Herr Präsident? – Rufe bei FPÖ und BZÖ: Das geht nicht! Auszählen! – Abg. Scheibner: Wir sind ja nicht in der Ukraine!)
Sitzung Nr. 91
Abg. Mag. Stadler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Erinnere sie daran, dass in Nordkorea auch noch ein paar Häftlinge einsitzen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Scheibner –: Erinnere sie daran, dass in Nordkorea auch noch ein paar Häftlinge einsitzen!)
Abg. Scheibner: Sie reden 10 Minuten, aber sagen überhaupt nichts! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Jetzt habe ich leider einen Großteil meiner Redezeit dafür verwendet, meiner Bestürzung über die Art der Debatte Ausdruck zu verleihen. (Abg. Scheibner: Sie reden 10 Minuten, aber sagen überhaupt nichts! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Aber das ist vorbei!
Nützen wir diese Gelegenheit aber auch, um die Frage zu stellen: Wie sind wir überhaupt in diese Krise gekommen? Es ist Zeit, gerade jetzt, wo wir gemeinsam Aufräumarbeiten durchgeführt haben, all jenen – oft erstaunlicherweise durchaus wertkonservativen Menschen –, die in den letzten 20 Jahren von Deregulierung gesprochen haben, die gesagt haben, den Staat brauchen wir nicht mehr, Regeln brauchen wir nicht mehr, die Frage zu stellen: War das alles so richtig? War eine qualifizierte Regulierung, die dafür sorgt, dass ein Meisterbetrieb ein Meisterbetrieb ist, das Schlechteste? War ein gesichertes Arbeitsverhältnis, und nicht „hire and fire“, nicht eine Grundlage dafür, dass wir so tolle Erfolge haben, dass, wenn ein österreichisches Unternehmen ins Ausland ausrückt, dort die Aufträge den Österreichern gegeben werden, weil sie perfekt arbeiten? (Abg. Scheibner: Aber das ist vorbei!)
Abg. Scheibner: Die sind immer nur laut ...!
Und dass sie sich aus den hinteren Reihen der ÖVP so laut zu Wort melden, wusste ich auch nicht. (Abg. Scheibner: Die sind immer nur laut ...!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herr Kollege Bucher, beim AWS haben wir im nächsten Jahr einen Rückgang von 18,25 Millionen € auf 17,25 Millionen € und wir werden die Haftungsrahmen ein wenig zurückschrauben müssen, aber im Endeffekt wird das Niveau, die Finanzierungsfähigkeit für die Betriebe nicht kleiner werden. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Das wird nicht kleiner werden, daher ist die Wettbewerbsfähigkeit da gesichert.
Abg. Scheibner: Und was war mit eurer Zuckerl-Aktion?
Sie stellen sich hier her und sagen: Der Wähler, die Wählerin müssen bluten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wie viel kosten zwei Wurstsemmeln?) Oder ein anderer Sager, den ich gehört habe: Die Regierungsparteien würden sich an den Weihnachtstisch setzen und bei der Weihnachtsgans mitschneiden. – Ich weiß nicht, wer Ihnen solche Sager entwirft und aufschreibt. (Abg. Scheibner: Und was war mit eurer Zuckerl-Aktion?)
Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie weiter, es hält Sie niemand auf! – Abg. Scheibner: Wir sind im Parlament, Frau Präsidentin! Da werden wir nicht wie die Kaninchen warten, bis Sie wieder jemanden aufrufen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wenn sich die Damen und Herren wieder etwas beruhigt haben, werden wir mit der Sitzung fortsetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Machen Sie weiter, es hält Sie niemand auf! – Abg. Scheibner: Wir sind im Parlament, Frau Präsidentin! Da werden wir nicht wie die Kaninchen warten, bis Sie wieder jemanden aufrufen!) Trotzdem gebührt diesem Haus eine gewisse Ordnung. Ich werde Ihnen gerne die E-Mails auch nach diesen Sitzungen wieder zukommen lassen. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihre selber geschriebenen E-Mails können Sie sich behalten, Frau Präsidentin! Ihre Mails interessieren uns nicht! Die interessieren keinen Menschen!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ursula Haubner: Interpretiert! – Abg. Mag. Stadler: Solche Komplimente macht er nicht! – Abg. Scheibner: Sinnerfassend zuhören!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Werte Frau Staatssekretärin! Herr Kollege Scheibner hat vorher gesagt, dass wir in der ÖVP nur lauter Theoretiker seien. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Ursula Haubner: Interpretiert! – Abg. Mag. Stadler: Solche Komplimente macht er nicht! – Abg. Scheibner: Sinnerfassend zuhören!) – Sie haben das sehr wohl gesagt! Ich habe das gehört, ich bin da oben gesessen.
Abg. Scheibner: Sie haben das beschlossen?! – Wir haben das beschlossen!
Frau Kollegin Musiol, wenn Sie sagen, Herr Präsident Khol hätte gesagt, die Familienpolitik sei gescheitert, dann frage ich mich schon ... Wir sind dabei, die Familienpolitik weiterzuentwickeln. Wir haben das Kinderbetreuungsgeld, das wir 2002 beschlossen haben, weiterentwickelt. (Abg. Scheibner: Sie haben das beschlossen?! – Wir haben das beschlossen!) Es gibt mittlerweile fünf Varianten und sogar eine Pauschalvariante mit 1 000 €, und sogar Frauen, die vorher nichts verdient haben, können jetzt diese 1 000 € für 12 Monate – plus zwei Monate der Partner – bekommen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und demonstrativer Beifall bei den Grünen. – Ruf beim BZÖ: Na hallo! – Abg. Scheibner: In welcher Partei sind Sie denn eigentlich? Sind Sie nicht aus der sozialdemokratischen Fraktion? Stimmen Sie gegen das Budget heute? Das ist ungeheuerlich! Das schauen wir uns an, wie Sie heute beim Budget abstimmen!
Abgeordnete Elisabeth Hakel (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! – In einer Demokratie ist freie Meinungsäußerung absolut in Ordnung, und ich verstehe natürlich, dass sich die Jugend Sorgen macht, wie es hier mit der Politik weitergeht. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ und demonstrativer Beifall bei den Grünen. – Ruf beim BZÖ: Na hallo! – Abg. Scheibner: In welcher Partei sind Sie denn eigentlich? Sind Sie nicht aus der sozialdemokratischen Fraktion? Stimmen Sie gegen das Budget heute? Das ist ungeheuerlich! Das schauen wir uns an, wie Sie heute beim Budget abstimmen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben heute wirklich den Vogel abgeschossen mit dieser Rede!
Eine längerfristige Entwicklungsperspektive braucht eine längerfristige Förderungssicherheit. Und daher freut es mich auch ganz besonders, dass der Förderungsinitiative EVOLVE der Wirtschaftskammer und des Ministeriums nahezu wöchentlich mehr Budget zugesprochen wird. Spricht das Ministerium noch von veranschlagten 18 Millionen € bis 2013, gibt sich der Bundesminister via Pressemitteilung mit 25 Millionen € großzügig – und darüber freue ich mich sehr. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Sie haben heute wirklich den Vogel abgeschossen mit dieser Rede!)
Abg. Scheibner: Hier! Schauen, bitte!
Herr Scheibner – er ist wieder nicht im Haus (Abg. Scheibner: Hier! Schauen, bitte!) – und Herr Haider, ich sage Ihnen: Hier steht ein erfolgreicher Tiroler Unternehmer! Ich verantworte mit meinem Team über hundert Mitarbeiter, und ich setze mich ernsthaft mit den Problemen dieses Landes auseinander! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Als verantwortungsvoller Unternehmer weiß ich natürlich (Abg. Grosz: Nicht lesen, frei reden!), dass am Ende einer solchen Krise, gegen die wir über 6 Milliarden in Form von Konjunkturpaketen eingesetzt haben, von denen wir übrigens eineinhalb Milliarden in die Kärntner Bank gesteckt haben – das ist der halbe Haushalt des Bundeslandes Tirol, was wir nach Kärnten investiert haben (Abg. Grosz: Frei reden, nicht lesen!) –, dass am Ende einer solchen Krise gespart werden muss. Und dieses Budget ist natürlich (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Grosz.)
Abg. Scheibner spricht, nach hinten gewandt, mit Abg. Grosz.
Ich wollte nur darauf hinweisen, dass der lebendige Diskurs ... (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner spricht, nach hinten gewandt, mit Abg. Grosz.) Herr Kollege Scheibner, Sie wissen als langjähriger Parlamentarier, dass der Diskurs im Parlament auch von Zwischenrufen lebt, aber wenn sie nur dazu dienen, dass sie nicht einen Beitrag zur Rede, zum Inhalt leisten, sondern dass sie nur stören, dann goutiere ich das nicht! (Abg. Ing. Westenthaler: Er soll nicht vorlesen! – Abg. Grosz: Er soll nicht lesen!)
Sitzung Nr. 93
Abg. Scheibner: Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Lassen Sie mich zum Schluss als Kärntnerin eine Sache noch anmerken, die mir auch ganz wichtig ist. (Abg. Scheibner: Das kann man doch überhaupt nicht vergleichen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) In Kärnten wurde offenbar eine Landeshaftung in Höhe von 19 Milliarden € beschlossen. Dazu wurde der Landtag nicht einmal gefragt. Das wurde von der Landesregierung einfach gemacht. (Abg. Dr. Strutz: Aber der Herr Martinz hat zugestimmt! Der ist Vorsitzender der Holding!) Wo war da das große Interesse, Herr Kollege Strutz, an einer Volksabstimmung?
Hallo-Rufe beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Das sind keine Regierungsmitglieder! Es sind keine Regierungsmitglieder! Soll er einmal die Geschäftsordnung lesen!
Ich kann daher Ihr Vorpreschen oder Ihr Ansinnen in keinster Weise nachvollziehen, und jeder hier im Saal wird es wohl nur als eine sehr billige und unnötige Aktion gegenüber den beiden anwesenden Regierungsmitgliedern werten. (Hallo-Rufe beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Das sind keine Regierungsmitglieder! Es sind keine Regierungsmitglieder! Soll er einmal die Geschäftsordnung lesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Gerade der Herr Cap, der sich ... am meisten aufgeregt hat, sagt das! Das ist eine Heuchelei bis zum Gehtnichtmehr! – Abg. Scheibner: Bei Blau-Schwarz und Blau-Orange haben Sie aber ...!
Ich möchte aber noch etwas Grundsätzliches sagen, und zwar, dass ich es nicht für in Ordnung empfinde, dass hier immer so die Geringschätzung der Funktion der Staatssekretäre mitschwingt. Das finde ich nicht in Ordnung! (Abg. Ing. Westenthaler: Ach so! Gerade der Herr Cap, der sich ... am meisten aufgeregt hat, sagt das! Das ist eine Heuchelei bis zum Gehtnichtmehr! – Abg. Scheibner: Bei Blau-Schwarz und Blau-Orange haben Sie aber ...!)
Abg. Scheibner: Frankreich ist nicht gar so klein!
Die Neuverteilung der Mandate, die wir heute genehmigen werden, führt zu einer weiteren Stärkung des Europäischen Parlaments und ist daher auch in unserem Sinne. Wir sehen das absolut positiv. Österreich profitiert von dieser Änderung im Übrigen nicht nur durch zwei zusätzlich Mandate, sondern generell, denn hinter dieser Änderung steckt auch eine demokratiepolitische Überlegung. Die kleinen Staaten in Europa erhalten durch die Neuverteilung mehr Mandate als bisher und werden so in ihrer Position den großen Staaten gegenüber gestärkt. (Abg. Scheibner: Frankreich ist nicht gar so klein!) Das heißt, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger werden mehr Gehör finden.
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Eines ist noch zu erwähnen: Es handelt sich hiebei um den ersten Fall eines vollharmonisierten Verbraucherschutzes in der Europäischen Union. Ich möchte allerdings nur davor warnen, dass in Zukunft durch eine Vollharmonisierung unser Standard sinkt – das heißt, das werde ich auf alle Fälle verhindern. – Danke. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Geh, bitte!
Das ist ja auch der Grund, warum Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, der ganz genau um das Bescheid weiß, im Vergleich zur Parteispitze der SPÖ in dieser Frage sehr vorsichtig agiert und sich auch anders positioniert, weil es auch eine historische Erfahrung gibt, über die Sie am besten Bescheid wissen müssten: Es ist schon einmal ein Berufsheer auf das eigene Volk mit Waffen losgegangen, und es hat Tote gegeben, wie in Schattendorf. (Zwischenruf beim BZÖ.) Ja, auch das sollte man beleuchten, und auch das ist ein historisches Argument, warum eine Wehrpflicht und eben auch ein Milizsystem ein Regulativ darstellen, damit solche Fehlentwicklungen nie wieder in der Geschichte passieren können. (Abg. Scheibner: Geh, bitte!) Auch das sollte man mit aller Offenheit und Ehrlichkeit beleuchten, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: ... Abfangjäger!
Sie, Herr Verteidigungsminister Darabos, gehen her und sprechen von vielen Beispielen. Sie sprechen immer von unterschiedlichen Beispielen, aber alle sind NATO-Mitglieder. Ich sage: Nehmen wir doch das beste Beispiel her, und das ist das Beispiel Schweiz. (Abg. Scheibner: ... Abfangjäger!) Die Schweiz hat in vielen Bereichen vorbildhafte Positionierungen, auch im Bereich des Bundesheeres, auch im Bereich der Milizarmee. (Abg. Scheibner: ... Abfangjäger!) Niemand in der Schweiz würde heute ernsthaft die Abschaffung der Wehrpflicht verlangen. Niemand! Weil die Schweiz diese neutrale Tradition ernst nimmt. Nur dort, wo die Neutralität eben nicht vorhanden ist oder nicht ernsthaft fortgesetzt werden soll, gibt es andere Überlegungen. Genau das ist es, was Sie der Bevölkerung verschweigen. (Ruf beim BZÖ: Das gibt es in der Schweiz auch! – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Scheibner: ... Abfangjäger!
Sie, Herr Verteidigungsminister Darabos, gehen her und sprechen von vielen Beispielen. Sie sprechen immer von unterschiedlichen Beispielen, aber alle sind NATO-Mitglieder. Ich sage: Nehmen wir doch das beste Beispiel her, und das ist das Beispiel Schweiz. (Abg. Scheibner: ... Abfangjäger!) Die Schweiz hat in vielen Bereichen vorbildhafte Positionierungen, auch im Bereich des Bundesheeres, auch im Bereich der Milizarmee. (Abg. Scheibner: ... Abfangjäger!) Niemand in der Schweiz würde heute ernsthaft die Abschaffung der Wehrpflicht verlangen. Niemand! Weil die Schweiz diese neutrale Tradition ernst nimmt. Nur dort, wo die Neutralität eben nicht vorhanden ist oder nicht ernsthaft fortgesetzt werden soll, gibt es andere Überlegungen. Genau das ist es, was Sie der Bevölkerung verschweigen. (Ruf beim BZÖ: Das gibt es in der Schweiz auch! – Zwischenruf des Abg. Petzner.)
Abg. Strache: Seid ihr gar auf Rot-Grün-Kurs? Voll auf Rot-Grün-Kurs, der Herr Scheibner!
Herr Minister Darabos, das Problem ist ja leider, dass man Sie vor unsachlicher Kritik schützen muss, denn es gäbe ja viel sachliche Kritik hier anzusprechen. Sie wissen mittlerweile vielleicht schon, dass eine Sicherheitsfrage ... (Abg. Strache: Seid ihr gar auf Rot-Grün-Kurs? Voll auf Rot-Grün-Kurs, der Herr Scheibner!) – Hören Sie jetzt ein bisschen zu, vielleicht ist dann die Argumentation etwas sachlicher! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... dass der Scheibner nicht mehr Minister ist! Da wäre etwas los!
Dafür muss man auch das notwendige Geld zur Verfügung stellen (Abg. Strache: Also Panzer in die Garage, bis wir die Wehrpflicht wieder einführen!), aber eine parteipolitisch motivierte Diskussion von allen Fraktionen – denn die ÖVP, liebe Freunde, hat auch die Reduzierung des Grundwehrdienstes auf sechs Monate aus rein wahltaktischen Gründen gemacht, ohne jede sachliche Grundlage (Präsidentin Mag. Prammer gibt neuerlich das Glockenzeichen – Zwischenruf des Abg. Amon) – gefährdet die Sicherheit Österreichs und ist abzulehnen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: ... dass der Scheibner nicht mehr Minister ist! Da wäre etwas los!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Kollege Scheibner, ich „gratuliere“ dir dazu, dass du ein rot-grünes Modell befürwortest! – Du hast es weit gebracht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ich wollte nur ein anderes Modell!
werfen können (Zwischenruf des Abg. Dolinschek), dann hätten wir uns die Draken-Ersatzflieger, nämlich die Eurofighter, erspart. (Abg. Scheibner: Ich wollte nur ein anderes Modell!)
Abg. Scheibner: Bist du auch schon für die Neutralität?
Das ist jetzt natürlich eine polemische Unterstellung. Es gibt ein Bündnis, die NATO. Soll die SPÖ-Berufsarmee wirklich die Bündnisfreiheit und die Neutralität Österreichs in Frage stellen? (Abg. Scheibner: Bist du auch schon für die Neutralität?)
Abg. Scheibner: Ach so?!
Nun möchte ich aber ein paar Details anführen. – Das Freiwilligenheer ist, Herr Minister, in Wahrheit eine SPÖ-Berufsarmee, denn freiwillig geht man zur Polizei, geht man zur Justizwache, freiwillig wird man Lehrer, freiwillig ergreift man jeden Beruf. (Abg. Scheibner: Ach so?!) Dass im Bundesheer auf der anderen Seite Änderungsbedarf besteht, daran zweifelt in Wahrheit niemand, aber vor einem Jahr, als der Evaluierungsbeirat tagte, damit eben evaluiert wird, wie der Zilk’sche Reformprozess läuft, hat man uns gesagt – vor allem vonseiten Ihres Kabinetts –, dass alles gut läuft, dass alles auf Schiene ist, dass dieses Reformpapier nicht abgeändert werden muss. – Ja, heute ist wahrlich alles anders!
Abg. Scheibner: Wer hat den Wehrdienst von acht auf sechs Monate reduziert?
Herr Bundesminister, Sie haben in der „ZiB 2“ vom 17. Jänner auf die Frage des Herrn Wolf: Was hat sich seit der Zeit vor der Wiener Wahl und der Präsentation Ihrer Modelle geändert?, geantwortet: Es ist vieles anders geworden, und es gibt neue Herausforderungen für die europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Schweden und Deutschland sind auch von der Wehrpflicht abgegangen. (Abg. Scheibner: Wer hat den Wehrdienst von acht auf sechs Monate reduziert?)
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! – Abg. Petzner: Die sind doch nicht alle sozial ...!
Es gibt aber auch ein paar andere Ansätze, die noch zu durchleuchten sind. Es wird hier noch von 6 400 Sozialdienstleistenden gesprochen. Wenn man jedoch auf zwölf Monate umrechnet, brauchen wir 9 500. Es fehlen 3 000 Personen – Menschen, Jugendliche – für diesen Sozialdienst. (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! – Abg. Petzner: Die sind doch nicht alle sozial ...!) – Ja, Petzner, du kannst den Kopf schütteln. Es fehlen 3 000 Menschen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Scheibner.
Es wundert mich, meine Damen und Herren, dass gerade von der SPÖ dieses Modell vorgeschlagen wird. Ich würde mir erwarten, dass es hier auch vom ÖGB eine Stellungnahme gibt, denn das ist Lohndumping pur. (Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Scheibner.)
Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Linder –: Warum bist du nimmer Obmann? – Abg. Scheibner: Haben Sie dich nicht mehr wollen? – Abg. Grosz: Haben Sie dir die Sterne abgenommen?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Linder. – Bitte. (Abg. Grosz – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Linder –: Warum bist du nimmer Obmann? – Abg. Scheibner: Haben Sie dich nicht mehr wollen? – Abg. Grosz: Haben Sie dir die Sterne abgenommen?)
Sitzung Nr. 95
Abg. Scheibner: Cap für die NATO!
Ich könnte fast die Rede des Abgeordneten Schüssel gestalten – die Zeit dazu habe ich leider nicht –, in welcher er die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und die Umstellung des Heeres auf ein Berufsheer gefordert hat. Ein paar Zitate dazu: Schüssel für Umstellung auf Profiheer mit Milizkomponente. Oder: Schüssel: Abschaffung der Wehrpflicht – ein ganz wichtiger Satz! – schenkt Jugendlichen zusätzliches Jahr für Ausbildung und Studium. (Abg. Scheibner: Cap für die NATO!)
Der Beifall der FPÖ hält nach wie vor an, als Abg. Scheibner ans Rednerpult tritt. – Abg. Ing. Westenthaler: Antrittsapplaus! – Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Auftrittsapplaus!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Scheibner zu Wort. (Der Beifall der FPÖ hält nach wie vor an, als Abg. Scheibner ans Rednerpult tritt. – Abg. Ing. Westenthaler: Antrittsapplaus! – Beifall und Bravorufe beim BZÖ. – Ruf beim BZÖ: Auftrittsapplaus!)
Abg. Grosz – auf Abg. Scheibner weisend –: Der beste Verteidigungsminister aller Zeiten!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Ich bedanke mich bei den Fraktionen für den Auftrittsapplaus. (Abg. Grosz – auf Abg. Scheibner weisend –: Der beste Verteidigungsminister aller Zeiten!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
„Die Wehrpflicht ist die Voraussetzung für eine kontinuierliche Sicherstellung jenes Personals, das für die Abdeckung des gesamten Leistungsspektrums des Österreichischen Bundesheeres erforderlich ist.“ (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Aber mit deinen auch nicht! Mit Köchen und Schreibern kann man auch nicht schützen!
Herr Bundesminister, für mich als Sicherheitssprecher ist es natürlich ein ganz wichtiger Aspekt, dass man bei dieser gesamten Reform Folgendes nicht vergisst: Wir wissen ganz genau, dass die Polizei allein nicht in der Lage ist, sämtliche Herausforderungen im Sicherheitsbereich zu bewältigen. Wir haben bereits in der Vergangenheit sehr eng mit dem Bundesheer zusammengearbeitet, und es ist heute schon angesprochen worden: Wie sollen wir die gesamte strategische Infrastruktur bei Terrorbedrohungen in Zukunft tatsächlich schützen? Wie sollen wir diese Einrichtungen schützen, ob das Kraftwerke sind, ob das der Flughafen ist, ob das, wie gesagt, die ÖMV mit den Tanklagern ist? – Es ist unmöglich, diese Sicherheit mit den Modellen, die Sie vorgelegt haben, tatsächlich zu gewährleisten. (Abg. Scheibner: Aber mit deinen auch nicht! Mit Köchen und Schreibern kann man auch nicht schützen!)
Sitzung Nr. 96
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich war letzte Woche in China. Mein chinesischer Amtskollege Yang hat mir gesagt, dass China wirklich vom Engagement Österreichs im Sicherheitsrat in diesen zwei Jahren angetan war. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wir haben eine Reihe von anderen positiven Rückmeldungen bekommen. Der britische Außenminister Hague hat mir erst letzte Woche gesagt, dass das, was wir gemeinsam mit den Briten betreffend den Sudan in Richtung einer gemeinsamen Abstimmung über die Zukunft des Süd-Sudan begonnen haben, Früchte getragen hat und man sich auch dieses Engagements Österreichs bewusst ist. Meine mexikanische Amtskollegin, die mit mir im Sicherheitsrat war, hat Ähnliches zu unserem Engagement verlauten lassen.
Abg. Scheibner: Was soll man machen? Was soll man tun?
Das ist unserer Meinung nach eine heikle Geschichte: Wenn Gaddafi mithilfe seiner Luftwaffe nicht nur ausländische Söldner aus Afrika einfliegen lässt, sondern auch zivile Ziele bombardiert – mit den entsprechenden Verlusten bei der Zivilbevölkerung –, dann sollte das die Staatengemeinschaft nicht hinnehmen. (Abg. Scheibner: Was soll man machen? Was soll man tun?) Es ist natürlich eine heikle Sache, weil es ein drastischer Eingriff in die Souveränität eines Staates ist – keine Frage. Aber es gibt Präzedenzfälle, Herr Scheibner. (Abg. Scheibner: Ja, was soll man tun?) Ich darf Sie daran erinnern, dass in Bosnien seinerzeit ein Flugverbot durch Sicherheitsratsbeschluss errichtet wurde, das dann von der NATO gegenüber dem Milošević-Regime auch durchgesetzt wurde. (Abg. Scheibner: Das haben Sie aber schwer kritisiert damals!) Es gab auch im Irak 1991 so etwas, allerdings mit einem fragwürdigen völkerrechtlichen Mandat.
Abg. Scheibner: Ja, was soll man tun?
Das ist unserer Meinung nach eine heikle Geschichte: Wenn Gaddafi mithilfe seiner Luftwaffe nicht nur ausländische Söldner aus Afrika einfliegen lässt, sondern auch zivile Ziele bombardiert – mit den entsprechenden Verlusten bei der Zivilbevölkerung –, dann sollte das die Staatengemeinschaft nicht hinnehmen. (Abg. Scheibner: Was soll man machen? Was soll man tun?) Es ist natürlich eine heikle Sache, weil es ein drastischer Eingriff in die Souveränität eines Staates ist – keine Frage. Aber es gibt Präzedenzfälle, Herr Scheibner. (Abg. Scheibner: Ja, was soll man tun?) Ich darf Sie daran erinnern, dass in Bosnien seinerzeit ein Flugverbot durch Sicherheitsratsbeschluss errichtet wurde, das dann von der NATO gegenüber dem Milošević-Regime auch durchgesetzt wurde. (Abg. Scheibner: Das haben Sie aber schwer kritisiert damals!) Es gab auch im Irak 1991 so etwas, allerdings mit einem fragwürdigen völkerrechtlichen Mandat.
Abg. Scheibner: Das haben Sie aber schwer kritisiert damals!
Das ist unserer Meinung nach eine heikle Geschichte: Wenn Gaddafi mithilfe seiner Luftwaffe nicht nur ausländische Söldner aus Afrika einfliegen lässt, sondern auch zivile Ziele bombardiert – mit den entsprechenden Verlusten bei der Zivilbevölkerung –, dann sollte das die Staatengemeinschaft nicht hinnehmen. (Abg. Scheibner: Was soll man machen? Was soll man tun?) Es ist natürlich eine heikle Sache, weil es ein drastischer Eingriff in die Souveränität eines Staates ist – keine Frage. Aber es gibt Präzedenzfälle, Herr Scheibner. (Abg. Scheibner: Ja, was soll man tun?) Ich darf Sie daran erinnern, dass in Bosnien seinerzeit ein Flugverbot durch Sicherheitsratsbeschluss errichtet wurde, das dann von der NATO gegenüber dem Milošević-Regime auch durchgesetzt wurde. (Abg. Scheibner: Das haben Sie aber schwer kritisiert damals!) Es gab auch im Irak 1991 so etwas, allerdings mit einem fragwürdigen völkerrechtlichen Mandat.
Abg. Scheibner: Alles soll wer anderer machen!
Schade, dass wir den Antrag der grünen Fraktion, dort eine Flugverbotszone zu machen, so spät bekommen haben. Mit einigen Änderungen hätten wir dem ruhig beitreten können, aber wir sind natürlich für die Maßnahmen, die seitens der Vereinten Nationen, seitens der Europäischen Union getroffen werden. (Abg. Scheibner: Alles soll wer anderer machen!)
Abg. Scheibner: Ich bin extra wegen dir gekommen!
Abgeordneter Bernhard Vock (FPÖ): Hohes Haus! Als Mitglied des Petitionsausschusses freut es mich, dass wir heute erstmals während der Fernsehzeit mit der Debatte begonnen haben. Das zeigt eine kleine Aufwertung des Petitionsausschusses. Leider rutscht eben der Rest der Debatte in die Mittagspause vieler Abgeordneter, und wir haben dann wieder nicht die Präsenz, die wir uns wünschen. Wir sind jetzt eigentlich wieder soweit wie bei den Diskussionen um Mitternacht, denen kaum ein Abgeordneter zuhört. (Abg. Scheibner: Ich bin extra wegen dir gekommen!) Das heißt, man könnte sich noch wünschen, dass man diesen Ausschuss weiter aufwertet und weitere Dinge durchsetzt.
Abg. Scheibner: Aber nur in Ihren Kreisen hat man so gedacht! Bei uns hat man das nicht getan!
Ich kann mich noch sehr gut an diesen 26. April 1986 erinnern. Wolfgang Katzian und ich waren gemeinsam am Jugendgewerkschaftstag der GPA. Zwei Tage später hat meine schriftliche Matura begonnen, zwei Tage später habe ich meinen 18. Geburtstag gehabt. (Demonstrativer Beifall des Abg. Mag. Donnerbauer.) Viele junge Leute haben sich damals gefragt, ob es angesichts des zu erwartenden radioaktiven Fallouts und angesichts dessen, dass damals noch nicht klar war, was wirklich passieren wird, überhaupt noch Sinn macht, Matura zu machen. (Abg. Scheibner: Aber nur in Ihren Kreisen hat man so gedacht! Bei uns hat man das nicht getan!) Wie gesagt, die Sorgen sind berechtigt.
Sitzung Nr. 98
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!
Bei der Abstimmung über den Lissaboner Vertrag war die Freiheitliche Partei die einzige Partei in Österreich und hier im Hohen Haus, die dagegen gestimmt hat, während alle anderen Parteien hier im Hause (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!) gerade- zu mit Hurrageschrei für diesen Vertrag gestimmt haben. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Bei der Abstimmung über den Lissaboner Vertrag war die Freiheitliche Partei die einzige Partei in Österreich und hier im Hohen Haus, die dagegen gestimmt hat, während alle anderen Parteien hier im Hause (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht!) gerade- zu mit Hurrageschrei für diesen Vertrag gestimmt haben. (Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Abg. Scheibner: Sie vermischen zwei Fragen! Das war etwas ganz anderes!
Es ist daher schon als fadenscheinig zu bezeichnen, wenn Sie heute hier so tun, als wäre das nicht geschehen. (Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.) – Ich verstehe schon das aufgeregte Geschrei und Geschnattere der Abgeordneten, die dem damals zugestimmt haben. (Abg. Scheibner: Sie vermischen zwei Fragen! Das war etwas ganz anderes!)
Sitzung Nr. 99
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Umsetzung wäre ja gar nicht das Problem! Sie überschießen die Umsetzung! Um das geht es!
Herr Abgeordneter Scheibner, ich möchte Ihnen nur eines zu Ihren Ausführungen sagen: Als Sie in der Bundesregierung gesessen sind, mit der BZÖ-Justizministerin Gastinger, wurde das beschlossen, und deshalb haben wir heute leider kein Rechtsmittel, um gegen diese Richtlinie vorgehen zu können. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Die Umsetzung wäre ja gar nicht das Problem! Sie überschießen die Umsetzung! Um das geht es!)
Abg. Scheibner: Um das geht es ja gar nicht! Es geht um die Umsetzung! Eure Umsetzung ist das Problem!
Lassen Sie mich noch einen Hinweis zum Thema Vorratsdatenspeicherung geben! Kollege Scheibner, ich schätze dich wirklich sehr, aber es ist einfach schon einige Jahre her, und die BZÖ-Ministerin Karin Gastinger hat im Rahmen einer europäischen Ministerratsrunde Verträge unterzeichnet, die Österreich zur Vorratsdatenspeicherung verpflichten. – Das ist klar. (Abg. Scheibner: Um das geht es ja gar nicht! Es geht um die Umsetzung! Eure Umsetzung ist das Problem!) – Ich weiß schon, über die werden wir natürlich noch reden. (Abg. Mag. Stadler: Euer Gesetzentwurf ist überschießend! Wenn ihr das machen würdet, was die Gastinger vorgeschlagen hat, wäre das kein Problem!) Ich glaube, ihr habt nie an eine Umsetzung gedacht beziehungsweise habt ihr eine solche nie forciert. (Abg. Scheibner: Das Telekomgesetz ist eh okay, da stimmen wir ja zu! Die Strafprozessordnung ist das Problem!)
Abg. Scheibner: Das Telekomgesetz ist eh okay, da stimmen wir ja zu! Die Strafprozessordnung ist das Problem!
Lassen Sie mich noch einen Hinweis zum Thema Vorratsdatenspeicherung geben! Kollege Scheibner, ich schätze dich wirklich sehr, aber es ist einfach schon einige Jahre her, und die BZÖ-Ministerin Karin Gastinger hat im Rahmen einer europäischen Ministerratsrunde Verträge unterzeichnet, die Österreich zur Vorratsdatenspeicherung verpflichten. – Das ist klar. (Abg. Scheibner: Um das geht es ja gar nicht! Es geht um die Umsetzung! Eure Umsetzung ist das Problem!) – Ich weiß schon, über die werden wir natürlich noch reden. (Abg. Mag. Stadler: Euer Gesetzentwurf ist überschießend! Wenn ihr das machen würdet, was die Gastinger vorgeschlagen hat, wäre das kein Problem!) Ich glaube, ihr habt nie an eine Umsetzung gedacht beziehungsweise habt ihr eine solche nie forciert. (Abg. Scheibner: Das Telekomgesetz ist eh okay, da stimmen wir ja zu! Die Strafprozessordnung ist das Problem!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Du solltest dir von der Mitzi Fekter keine Redevorlage ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner: Erinnern an den Ausschuss! – Abg. Mag. Stadler: Du solltest dir von der Fekter keine Rede schreiben lassen!
Wir sind heute gezwungen, einen Mindeststandard umzusetzen, sonst gäbe es Strafen der Europäischen Union in Millionenhöhe, und die Ursache liegt in der Regierungspolitik, die damals praktiziert wurde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Du solltest dir von der Mitzi Fekter keine Redevorlage ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim. – Abg. Scheibner: Erinnern an den Ausschuss! – Abg. Mag. Stadler: Du solltest dir von der Fekter keine Rede schreiben lassen!)
Abg. Scheibner: Das ist eben etwas anderes, ...!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frauen Bundesministerinnen! Hohes Haus! Es ist richtig, dass im Bereich der unerbetenen Werbeanrufe eine ganz unglaubliche Abzocke stattgefunden hat. Es gibt allerdings auch Anrufe, die nicht unseriös erfolgen. Ich habe – es ist mittlerweile, glaube ich, 20 Jahre her – auf der Uni ein Gratis-Abo der „Presse“ für drei Monate bekommen, und als das abgelaufen war, rief mich jemand von der „Presse“ an und fragte mich, ob ich Interesse hätte, die „Presse“ in Zukunft zu abonnieren. – Das habe ich getan. (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Da ist man ja Kunde, das gilt nicht! – Abg. Öllinger: Was wollen Sie uns damit sagen?) Ich habe das Abo seit damals, und ich bin auch sehr zufrieden damit. (Abg. Scheibner: Das ist eben etwas anderes, ...!)
Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!
Gleichzeitig haben wir die Rücktrittsrechte so verändert, dass sich der Konsument jetzt endlich auch wehren kann. (Abg. Scheibner: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Scheibner: Wir wollten verhandeln!
zum Plenum. Enttäuschend war, dass sowohl die FPÖ als auch die Grünen schon im Ausschuss gesagt haben: Ganz egal, welche Änderungen kommen und was immer da gemacht wird, wir stimmen ohnehin nicht zu! (Abg. Mag. Korun: So etwas haben wir noch nie gesagt!) Anderenfalls hätte man den Ausschuss auch vertagt. (Abg. Scheibner: Wir wollten verhandeln!) Ich habe das sehr bedauert, aber es ist relativ sinnlos, bei einer so offensichtlich wenig konstruktiven Gesprächsbereitschaft Termine mit Ihnen auszumachen, wenn man weiß, dass eine konstruktive Beitragsleistung nicht zu erwarten ist. (Abg. Hörl: Bravo!)
Abg. Scheibner: Von wem aber ist das?
Wenn man sich die Aktionen und die Argumente, das Engagement vonseiten der SPÖ im Vorfeld anschaut, muss man sagen, dass ja gute Ansätze vorhanden waren. Aber das Ganze wurde dann von irgendwelchen anderen Mächten – sprich: irgendeiner Lobby (Abg. Scheibner: Von wem aber ist das?) – zu dem gemacht, was es jetzt ist: eine halbherzige Lösung. Ich schaue da in die Reihen der ÖVP! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gemacht!
Wenn das jemand nicht glaubt, möge er doch einmal in Asien nachfragen – in Malaysia, in Thailand, in Indonesien –, wie es diesen Ländern 1998 ergangen ist: Fundamental hervorragende Werte, Wachstumsraten nahe 10 Prozent, kaum eine Auslandsverschuldung – und dennoch waren sie in 48 bis 60 Stunden von der Spekulationswelle weggeräumt. Die Japaner konnten dagegenhalten, weil sie im Prinzip genau das Gleiche gemacht haben, was wir in Europa machen. Wir zeigen den Märkten: Wir steigen euch auf die Füße! – Deswegen ist es das Vernünftigste, dass wir das so machen. (Abg. Scheibner: Das haben wir nicht gemacht!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler, warum haben Sie den nicht in die Regierung genommen? Er ist so gescheit! – Abg. Scheibner: Warum ist Matznetter nicht mehr Staatssekretär?
Herr Bundeskanzler, in diesem Sinne: Eine richtige Entscheidung, vernünftige Maßnahmen gesetzt und die österreichischen Interessen gewahrt – ich glaube, das ist das, was Wählerinnen und Wähler von allen erwarten, übrigens auch vom BZÖ. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Herr Bundeskanzler, warum haben Sie den nicht in die Regierung genommen? Er ist so gescheit! – Abg. Scheibner: Warum ist Matznetter nicht mehr Staatssekretär?)
Abg. Ursula Haubner: Das haben alles wir eingeführt! – Abg. Scheibner: Da waren Sie dagegen!
Ich glaube, es zahlt sich auf jeden Fall aus, bei den Familienleistungen in Österreich in ein Buch zu schauen, nämlich in „Sozialleistungen im Überblick 2011“ – ein ganz, ganz dickes Buch von der Arbeiterkammer. Darin ist wirklich angeführt, was wir in unserem Land alles an Familienleistungen haben: Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld, Kindererziehungszeiten werden in der Pension angerechnet, Mitversicherung in der Krankenversicherung, ist schon gesagt worden, Familienzuschläge bei der Arbeitslosenversicherung, steuerliche Absetzbarkeit bei den Kinderbetreuungskosten, kostenloser Kindergarten, Schülerfreifahrt, Beihilfen, Schülerversicherung, Schulbücher, Pflegefreistellung und was es sonst noch alles gibt – eine riesige Zahl. (Abg. Ursula Haubner: Das haben alles wir eingeführt! – Abg. Scheibner: Da waren Sie dagegen!)
Abg. Scheibner: Sie waren immer für die Wahlfreiheit!
Deswegen haben wir von der SPÖ Bedenken, die Zuverdienstgrenze zur Gänze abzuschaffen. Damit würden etwa Väter formal das Kindergeld beziehen können, aber voll weiterarbeiten. Mit dem Geld würde entweder eine Betreuung zugekauft, oder die Mutter würde daheim beim Kind bleiben. Das kann nicht Ziel einer familienpolitischen Maßnahme sein! (Abg. Scheibner: Sie waren immer für die Wahlfreiheit!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wahlfreiheit war doch immer Ihre Linie!
Uns geht es um bestmögliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Männer und Frauen. Daher ist das Modell Arbeitszeitgrenze statt Zuverdienstgrenze ein verfolgenswerter Ansatz. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wahlfreiheit war doch immer Ihre Linie!)
Sitzung Nr. 100
Abg. Scheibner: Das ist ja eine Fragestunde an Sie! – Abg. Strache: Entlassung der schwachen Volkswirtschaften aus der Eurozone! – Sie hören ja nicht zu, Herr Bundeskanzler!
Die zweite Grenze ist: Ich habe die Fragen nicht nur des Volkes, sondern auch Ihre Fragen gestern beantwortet. (Abg. Bucher: Sie haben keine meiner Fragen beantwortet!) Da können Sie sagen, das ist Ihnen zu wenig, Sie hätten es anders beantwortet. Ich habe von Ihnen eigentlich noch nicht gehört, wie Sie die Zukunft Europas gestalten wollen, außer dass Sie ständig alles in Konkurs gehen lassen wollen. (Abg. Scheibner: Das ist ja eine Fragestunde an Sie! – Abg. Strache: Entlassung der schwachen Volkswirtschaften aus der Eurozone! – Sie hören ja nicht zu, Herr Bundeskanzler!)
Abg. Scheibner: Sie haben auf Fragen zu antworten, Herr Bundeskanzler, und keine Polemik zu betreiben!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Herr Abgeordneter Dr. Van der Bellen, bitte. (Abg. Scheibner: Sie haben auf Fragen zu antworten, Herr Bundeskanzler, und keine Polemik zu betreiben!)
Abg. Scheibner: Falsch!
Wir sollten schon eines auch berücksichtigen: Die wichtigsten Straftäter, die unter dem Schutz von Wolfgang Schüssel standen, hatten alle zur Tatzeit ein freiheitliches Parteibuch. (Abg. Scheibner: Falsch!) Karl-Heinz Grasser: freiheitlich. Uwe Scheuch: noch immer freiheitlich. Peter Westenthaler weiß es am allerbesten, wer die alle waren. Weiters: Walter Meischberger, FPÖ-Generalsekretär. (Abg. Strache: Der Herr Meischberger ist 1999 ausgeschlossen worden! Das wissen Sie ganz genau!) Herr Plech, der Finanzreferent der FPÖ. – Alles plötzlich keine Freiheitlichen mehr?
Sitzung Nr. 102
Abg. Scheibner: Na also!
Und nun kam von Ihnen das Argument, Verfassungsgerichtshöfe hätten die Vorratsdatenspeicherung aufgehoben beziehungsweise als nichtig erklärt. Man muss da klar und deutlich unterscheiden: Das Deutsche Bundesverfassungsgericht hat nicht die Vorratsdatenspeicherung an sich als nichtig erklärt, sondern nur die Umsetzung. (Abg. Scheibner: Na also!) Andere Oberste Gerichtshöfe haben sich auf Artikel 8 der Grundrechtecharta berufen.
Abg. Scheibner: Wer war glühend dafür? Bleiben wir bei den Fakten!
Erstens: Lieber Kollege Scheibner, der Datenschutzrat hat die damals in Diskussion befindlichen Richtlinien als Ganzes abgelehnt und kritisiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Maier stimmt heute zu!) Ich will es nicht wiederholen. Eines steht jedoch fest: Ihr wart glühend dafür. Aber lassen wir das, bleiben wir bei den Fakten! (Abg. Scheibner: Wer war glühend dafür? Bleiben wir bei den Fakten!) Ich selbst habe in der Sache das eine oder andere als verbesserungswürdig erachtet.
Abg. Scheibner: Warum macht ihr das dann nicht?
Aber, meine geschätzten Damen und Herren, erinnern wir uns, wer die StPO-Reform in diesem Hause beschlossen hat! Wir haben das alles damals aufgezeigt und kritisiert. Wir wollten, dass man den Untersuchungsrichter nicht abschafft, und wir wollten eindeutig im Hinblick auf die Grundrechte eine wesentliche Verbesserung im Rechtsschutzbereich. (Abg. Scheibner: Warum macht ihr das dann nicht?) Machen wir ja! Vielleicht hast du es nur nicht gelesen, lieber Freund!
Abg. Scheibner: Wo ist der Richter? – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!
Wir werden ein Vier-Augen-Prinzip bei der Staatsanwaltschaft einführen, und wir werden ein Vier-Augen-Prinzip auch bei den Polizeiorganen einführen. (Abg. Scheibner: Wo ist der Richter? – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!) Also wenn Sie in Anbetracht dessen sagen, das sei keine qualitative Verbesserung in Bezug auf die Grundrechte, dann muss ich daraus den Schluss ziehen, dass wir hier von grundverschiedenen Dingen reden, meine Damen und Herren von der Opposition. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist keine qualitative Verbesserung der Grundrechte!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist keine qualitative Verbesserung der Grundrechte!
Wir werden ein Vier-Augen-Prinzip bei der Staatsanwaltschaft einführen, und wir werden ein Vier-Augen-Prinzip auch bei den Polizeiorganen einführen. (Abg. Scheibner: Wo ist der Richter? – Abg. Ing. Westenthaler: Bravo!) Also wenn Sie in Anbetracht dessen sagen, das sei keine qualitative Verbesserung in Bezug auf die Grundrechte, dann muss ich daraus den Schluss ziehen, dass wir hier von grundverschiedenen Dingen reden, meine Damen und Herren von der Opposition. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist keine qualitative Verbesserung der Grundrechte!)
Abg. Scheibner: Na geh!
Ich habe von diesem Rednerpult aus mehrmals eingeladen, gemeinsam im Justizausschuss und auch im Innenausschuss diese Fragen zu debattieren. Außer dass man immer probiert, hier ordentlich zu punkten, ist kein einziger inhaltlicher Beitrag vonseiten der Opposition gekommen. (Abg. Scheibner: Na geh!)
Abg. Scheibner: Ja, hätten Sie es gemacht!
Ich habe viele Projekte wie zum Beispiel den österreichischen Hochschulplan, die Qualitätssicherung oder auch gemeinsam mit Regierungskollegen die FTI-Strategie auf den Weg gebracht und hätte diese Projekte auch gerne abgeschlossen. (Abg. Scheibner: Ja, hätten Sie es gemacht!) Aber ich weiß Wissenschaft und Forschung bei Karlheinz Töchterle in sehr guten Händen und wünsche ihm für diese Aufgabe alles Gute. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Stadler: Sind Sie nicht vor drei Wochen vom ... entmachtet worden?)
Abg. Scheibner: Die kommen nicht! Hauen einfach ab!
Zur Frage der Anwesenheit: Wir hatten heute die Möglichkeit, uns seit der Früh mit den einzelnen Erklärungen von Regierungsmitgliedern auseinanderzusetzen, und haben auch in der Folge noch die Möglichkeit, einzelne Erklärungen von Regierungsmitgliedern hier zu hören, und wir haben die Möglichkeit, dass wir darüber dann auch bei den Rednereinteilungen eine entsprechende Wortmeldungsrunde haben (Abg. Scheibner: Die kommen nicht! Hauen einfach ab!), wo wir uns dann auch mit den Inhalten dazu auseinandersetzen. (Abg. Ing. Westenthaler: Euch hätte ich mir angeschaut in der Opposition!)
Abg. Neugebauer: Ein Nostalgie-Fahrer! – Abg. Scheibner: Wie lange fährst du denn?!
Aber die absichtliche Strategie ist, manche Strecken so zu führen, dass man als Fahrgast ja schier aggressiv wird. Ich bin, so glaube ich, einer der wenigen Abgeordneten, der immer noch auf Nebenbahnen fährt. Wenigstens hin und wieder fahre ich von St. Johann in der Haide, also aus dem Bezirk Hartberg, hierher in die Arbeit. (Abg. Neugebauer: Ein Nostalgie-Fahrer! – Abg. Scheibner: Wie lange fährst du denn?!) – Das sollten Sie einmal mitmachen, bevor Sie blöd hereinschreien. Es ist wirklich abenteuerlich, was dort vorgeht. Man möchte zwischendurch am liebsten aussteigen und sich auf das Fahrrad schwingen, denn dann ist man auf ein paar Streckenabschnitten immer noch schneller. Manchmal überholen uns sogar die Jogger am Acker daneben. Das kann es ja nicht sein!
Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Petzner und Scheibner.
Ich erspare mir jetzt meine weiteren Ausführungen. Schönen Abend! (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Petzner und Scheibner.)
Sitzung Nr. 103
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dafür ist er abgesetzt worden!
Vor dem Kollegen Lopatka habe ich einen gewissen Respekt entwickelt, weil er in die Materie nicht als Finanzexperte eingestiegen ist, aber man gemerkt hat, worauf es in der Politik auch ankommt, nämlich, sich nicht nur mit der Materie auseinanderzusetzen, sondern sich auch mit bestimmten Fähigkeiten der Entscheidungskunst der Sache anzunähern. Und das hat er, glaube ich, ganz gut entwickelt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Dafür ist er abgesetzt worden!)
Abg. Petzner: Der Kurz ist da! – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist da!
Im Innenministerium haben wir jetzt die neue Innenministerin Mikl-Leitner (der Redner dreht sich zur Regierungsbank um) – halt, die ist auch schon wieder weggegangen. (Abg. Petzner: Der Kurz ist da! – Abg. Scheibner: Der Staatssekretär ist da!) Die hat uns erklärt, alles „pfeift“ im Innenministerium. Ich möchte es gar nicht kritisch hinterfragen, warum die alle pfeifen. Sie sollten jetzt endlich zur Kenntnis nehmen, dass die innerliche Kündigung dort massiv vorhanden ist. Die neue Innenministerin sollte Vertrauen geben, und sie sollte von der bisher geübten Praxis der Parteibuchwirtschaft endlich Abstand nehmen. Das ist das Kernübel. Ich habe mich nur gefreut, dass sie nicht sogar gesagt hat, der Strasser ist ein großes Vorbild. Vor einem halben Jahr hätte sie das vielleicht noch gesagt. Ich hoffe, dass die Innenministerin einen neuen Weg beschreitet (Abg. Dr. Bartenstein: Einen rot-weiß-roten!), jedenfalls einen anderen als die scheidende, die jetzt ins Finanzministerium gerückt ist.
Abg. Scheibner: Sie kann sich nur nicht durchsetzen! – Abg. Mag. Stadler: Da hast du recht! Der einzige Lichtblick in der Regierung! Sie setzt sich nur nicht gegen Amon durch!
Ich meine schon, dass Politik auch die Kunst des Möglichen ist. Das zeichnet unsere Bildungsministerin Schmied wohl aus. (Abg. Scheibner: Sie kann sich nur nicht durchsetzen! – Abg. Mag. Stadler: Da hast du recht! Der einzige Lichtblick in der Regierung! Sie setzt sich nur nicht gegen Amon durch!) Man kann jetzt all die Unterschiede, die unterschiedlichen Positionen auch innerhalb der Koalition aufzeigen. Aber dass mit so viel Engagement, mit so viel Einsatz das erreicht werden kann, was wir heute Nachmittag und in den kommenden Sitzungen im Bildungsbereich beschließen werden, zeigt, dass wir auf einem ganz guten Weg sind, der auch entsprechend unterstützt werden soll.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das ist die zentrale Herausforderung in allen Bereichen, aber ganz besonders im Bereich Bildung und Wissenschaft. Wenn wir diesen Weg gehen und jeder den besten Weg sucht, um die Steuermittel am besten einzusetzen, dann bin ich davon überzeugt, dass wir die entscheidenden Schritte setzen werden und die Mittel so effizient einsetzen, wie wir uns das alle wünschen. – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Oder wirtschaftliche Gründe!
Ich sage Ihnen ganz offen und ehrlich: Ein effizientes, reibungsloses Verfahren ist uns einfach wichtig. Und ich glaube, es ist im ureigensten Interesse des Betroffenen, dass das auch so schnell wie möglich geklärt wird. Versetzen Sie sich in die Situation eines Flüchtlings, der sein Land verlässt – aus den verschiedensten Gründen: seien es religiöse Gründe, ethische Gründe oder weil er vom Tod bedroht ist (Abg. Scheibner: Oder wirtschaftliche Gründe!) –, dann werden auch Sie der Meinung sein: Man wird sich gerne fünf bis sieben Tage zur Verfügung stellen, um all diese Fragen abzuklären, um dieses Verfahren eben rasch in Gang zu setzen und rasch abzuklären, ob Österreich für dieses Asylverfahren zuständig ist. Es ist diese Anwesenheitsverpflichtung nur im ureigensten Interesse des Betroffenen (Abg. Mag. Korun: Wenn ein Asylwerber in Freiheit ...!) und natürlich auch im Interesse der österreichischen Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Mayerhofer: NÖM hat das schon eingestellt!
Auch das ist wieder im ureigensten Interesse des Betroffenen: Es muss doch bitte jemand seinen Einkauf selbständig bewerkstelligten können (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Mayerhofer: NÖM hat das schon eingestellt!), zum Arzt gehen können, in die Schule gehen können, um sich über die Leistungen seines Kindes zu erkundigen! Wie sonst soll es wohl gehen, wenn jemand hier lebt und nicht Deutsch kann? Wenn er nicht Deutsch kann, kann er sich nicht integrieren und letztendlich auch keiner Arbeit nachgehen oder sich im gesellschaftlichen Leben wohl fühlen! (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Abg. Scheibner: Genau!
Ich erinnere beispielsweise nur daran, wie viele Österreicher nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen wurden, wie viele Ungarn nach den dramatischen Ereignissen, die es gegeben hat, in Österreich aufgenommen wurden, und ich erinnere auch an die Jugoslawien-Krise. Wir stehen dazu klar und deutlich. Wir müssen klar differenzieren zwischen Asyl und Zuwanderung. (Abg. Scheibner: Genau!) – Darauf, Herr Kollege Scheibner, lege ich ausdrücklich großen Wert.
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!
Die Kriminalität wird mehr; Kollege Westenthaler hat das ganz richtig gesagt. Da Sie nicht im 15. Bezirk wohnen, wo ich seit 30 Jahren als Polizist Dienst mache, lade ich Sie ein, einmal in meine Dienststelle zu kommen. Ich melde Sie bei unserem Oberst an, und dann fahren wir einmal eine Runde, und dann werden Sie sehen, was sich dort abspielt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Ruf bei der FPÖ: Das können Sie ja nicht mehr ! – Abg. Ing. Westenthaler: Es spricht ja keiner mehr Deutsch!) Sie haben keine Ahnung! Viele hier wissen es, nur sagen es nicht. Das ist das Problem! Deshalb wird seit Jahren eine Politik am Volk vorbei entwickelt! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, Sie nicht, aber ! – Abg. Mayerhofer: Sie wollen es nicht verstehen!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Herr Staatssekretär! Herr Kollege Mayerhofer, ich kann Ihnen nur empfehlen: Bleiben Sie in den Kammerln, wo Ihnen irgendwer irgendetwas deutet, denn das, was Sie hier sagen, versteht niemand! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Ja, Sie nicht, aber ! – Abg. Mayerhofer: Sie wollen es nicht verstehen!)
Abg. Scheibner: Das glaube ich schon, dass Sie das verdammt haben!
Zurück zum eigentlichen Thema! – Ich kenne dieses Gesetz, das jetzt hier vorliegt. In der Form, in der es ursprünglich vorgelegt wurde, sah es ganz anders aus. (Abg. Scheibner: Das glaube ich schon, dass Sie das verdammt haben!) Es bedurfte eines Hearings, eines zweiten Ausschusses, damit viele, viele Änderungen zustande kommen konnten, hinter denen wir sehr wohl gestanden sind. Ich möchte nur die Beispiele jetzt ganz kurz anfügen. Meine Kolleginnen und Kollegen werden das sicherlich noch ausführlicher machen.
Abg. Scheibner: Aber nicht „Lagerhaft“! Das ist ein wesentlicher Unterschied!
Kollege Pendl, Sie können das noch so sehr hinter sehr kreativen Wortschöpfungen wie Mitwirkungspflicht verstecken, Tatsache ist, und wir kennen die Geschichte dieser Bestimmung, die nach der Debatte um Eberau entstanden ist, dass es immer darum gegangen ist, die Asylwerber, weil sie irgendjemanden stören, von der Straße wegzubekommen. Wenn Sie der Begriff „Lagerhaft“ stört, den Kollegin Korun verwendet hat, dann empfehle ich Ihnen, nehmen Sie doch den Begriff des UN-Sonderberichterstatters über Folter, Herrn Nowak, der sagt: Das ist Freiheitsentzug. (Abg. Scheibner: Aber nicht „Lagerhaft“! Das ist ein wesentlicher Unterschied!) So ist es! Es geht da nicht um Mitwirkungspflicht, sondern es ist Freiheitsentzug. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir werden diese Bäume schon noch umschneiden!
Wir machen daher folgenden Vorschlag: Wir stellen heute einen Rückverweisungsantrag, denn mittlerweile gibt es auch schon in der SPÖ eine offene Rebellion. Der SPÖ-Vorsitzende von Oberösterreich empfiehlt seinen Abgeordneten, mit Nein zu stimmen. In Wien ist die SPÖ auf den Barrikaden. Stadträtin Frauenberger, die ich sehr schätze, ist überhaupt schon mehr in Opposition gegenüber der Bundesregierung als andere Oppositionsparteien. Gestern war sie gegen die Vorratsdatenspeicherung, heute ist sie gegen dieses Gesetz. Ich finde das gut. Es zeigt nur eines: Bei Rot-Grün färbt Grün ab, und das ist gut so. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Wir werden diese Bäume schon noch umschneiden!)
Abg. Scheibner: Sie wollten nicht einmal die sieben Jahre haben!
Im Zusammenhang mit den siebenjährigen Übergangsfristen tut die FPÖ heute geradezu so, als hätte sie von nichts gewusst. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) – Bitte, 2004 waren Sie auch dabei, und Sie haben diesen Übergangsfristen mit allen Konsequenzen zugestimmt. (Abg. Scheibner: Sie wollten nicht einmal die sieben Jahre haben!)
Abg. Scheibner: Sie können es ja wieder werden!
Ich könnte den Antrag des Kollegen Pilz, wenn ich noch Abgeordneter dieses Hauses wäre (Abg. Scheibner: Sie können es ja wieder werden!), hundertprozentig unterstützen, wenn das Wort „unverzüglich“ nicht drinstehen würde. Wir haben beschlossen, mit Ende des Jahres diesen Assistenzeinsatz, der, wie gesagt, über 21 Jahre gut gelaufen ist, zu beenden und die Agenden wieder an das Innenministerium rückzuführen. Es ist dies eine Erfolgsgeschichte des österreichischen Bundesheeres gewesen. Es hat sich auch gezeigt, dass über 90 Prozent der Bevölkerung der betroffenen Regionen in Niederösterreich – ich betone ganz besonders auch Niederösterreich – und Burgenland diesen Assistenzeinsatz goutiert haben. – Insofern noch einmal mein Dank an die Soldatinnen und Soldaten und an die Bevölkerung.
Sitzung Nr. 105
Abg. Scheibner: Bei euch kommt ja nichts heraus!
Ich gehe davon aus, Herr Bundesminister, bevor Sie das Angebot der Frau Klubobfrau Glawischnig annehmen, mit den Grünen zu verhandeln, dass wir zuerst einmal auf Koalitionsebene die entsprechenden Gespräche führen (Abg. Scheibner: Bei euch kommt ja nichts heraus!) und uns dann auch im Ausschuss mit diesem ganzen Themenbereich ausführlich auseinandersetzen.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, ja, wer die Energie beherrscht, beherrscht die Nationen. Das heißt für uns im Umkehrschluss: Wir müssen unsere Energiepolitik selbst steuern, wir müssen frei sein. Und das können wir nur dann, wenn wir energieautonom werden. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Diese langfristigen, auch freundschaftlichen Verbindungen sind insbesondere innerhalb der EU wichtig. Und Sie wissen genau, erstens, dass es die großen Flüchtlingsströme aus dem arabischen Raum, auch wenn 25 000 Menschen in Italien gelandet sind, derzeit erfreulicherweise in Europa nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Während Sie hier in Wien sitzen, bin ich als Innsbruckerin an der Grenze zu Italien zu Hause. Sie können mir glauben, dass die allerersten aus Italien in Tirol ankommen würden und müssten. Davon ist derzeit einmal überhaupt nichts auszumachen. (Abg. Scheibner: Wir schicken die alle zu Ihnen nach Tirol, damit Sie das auch einmal mitbekommen!)
Abg. Scheibner: Wir schicken die alle zu Ihnen nach Tirol, damit Sie das auch einmal mitbekommen!
Diese langfristigen, auch freundschaftlichen Verbindungen sind insbesondere innerhalb der EU wichtig. Und Sie wissen genau, erstens, dass es die großen Flüchtlingsströme aus dem arabischen Raum, auch wenn 25 000 Menschen in Italien gelandet sind, derzeit erfreulicherweise in Europa nicht gibt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Während Sie hier in Wien sitzen, bin ich als Innsbruckerin an der Grenze zu Italien zu Hause. Sie können mir glauben, dass die allerersten aus Italien in Tirol ankommen würden und müssten. Davon ist derzeit einmal überhaupt nichts auszumachen. (Abg. Scheibner: Wir schicken die alle zu Ihnen nach Tirol, damit Sie das auch einmal mitbekommen!)
Abg. Scheibner: Reden Sie doch einmal mit Leuten, die sich auskennen!
Die Polizei ist dauernd in den Zügen über den Brenner unterwegs, um die Grenzen in Form der Schleierfahndung zu überwachen. Es ist nicht auszumachen, dass ein erhöhtes Aufkommen an Ausländern aus Tunesien oder anderen arabischen Ländern in Tirol festgestellt worden wäre, auch nicht zur Durchreise. (Abg. Scheibner: Reden Sie doch einmal mit Leuten, die sich auskennen!) Schnelle und billige Schlagzeilen sind insbesondere in der Außenpolitik absolut kontraproduktiv.
Abg. Scheibner: Sie brauchen aber auch die Opposition dazu!
Daher, sehr geehrte Damen und Herren, finde ich, dass es nicht nur ein Wohlfühlpunkt oder Wohlfühlprogramm ist, so wie das Kollege Scheibner aus der dritten Reihe immer wieder bezeichnet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sitzen ganz links außen!) Morgen haben wir ja die Gelegenheit, dass wir Europa in der Aktuellen Stunde debattieren. Wir haben im Außenpolitischen Ausschuss die aktuelle Aussprache gehabt, wir haben den Südtirol-Ausschuss gehabt. Morgen werden wir Europa diskutieren. (Abg. Scheibner: Sie brauchen aber auch die Opposition dazu!)
Abg. Scheibner: Probiere, eine eigene Meinung zu haben!
Ich möchte noch zwei kurze Bemerkungen machen, die erste zum Kollegen Scheibner. Ich achte natürlich seine Ambition, in diesen Tagesordnungspunkt eine aktuelle außenpolitische Debatte hineinzubringen, aber die Formulierungen „gegen den Strom schwimmen“, etwas ausprobieren, sind sicher nicht der richtige Zugang in der internationalen Politik (Abg. Scheibner: Probiere, eine eigene Meinung zu haben!), die doch sensibel ist, wie du als ehemaliger Verteidigungsminister ganz genau weißt. Diese Aussagen sind sicher nicht als Grundlage für eine fundierte, langfristige österreichische Außenpolitik zu sehen.
Sitzung Nr. 107
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nur Schwarz-Weiß!
Österreich hat ungemein profitiert durch den Euro: 20 000 Arbeitsplätze mehr, und ein jährliches Wachstum von 0,9 Prozent – das ist ein Drittel unseres Wachstums – ist auf die gemeinsame Währung und den Binnenmarkt zurückzuführen. Wären wir so kleingeistig und würden wieder zurückkehren zum Schilling, würde das mit einer Armut für unsere Bevölkerung enden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nur Schwarz-Weiß!)
Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! – Abg. Scheibner: Gott sei Dank wissen wir, warum!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich habe heute im „Kurier“ gelesen, dass der Herr Bundeskanzler und der neue Vizekanzler ein Sprechverbot für Fachminister bei Regierungssitzungen ausgegeben haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Bravo! – Abg. Scheibner: Gott sei Dank wissen wir, warum!) Jetzt wissen wir, warum. Wenn man der Frau Finanzminister zuhört, dann kommt man schon wirklich in Versuchung, dem Herrn Treichl mit seiner Kritik an der Regierung und an der Regierungspolitik recht zu geben (Abg. Hornek: Ha, ha, ha!), wenn er sagt: zu blöd, ahnungslos in Wirtschaftsfragen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Hornek: Stadler!)
Abg. Scheibner: Den Herrn Hochschulbeauftragten haben wir gebraucht!
Das Tiefste war heute wirklich der Herr Stadler, das muss ich Ihnen sagen. (Abg. Scheibner: Den Herrn Hochschulbeauftragten haben wir gebraucht!) Der Herr Stadler stellt sich hier heraus und zitiert ungefähr zwölfmal Herrn Generaldirektor Treichl: „blöd“ und „ahnungslos“. (Abg. Mag. Stadler: Wo er recht hat, hat er recht!) Jeder, der Ihnen gerade ins Gesichtsfeld kommt, ist blöd und ahnungslos. (Abg. Mag. Stadler: Androsch unterstützt ...!) Ob das Herr Molterer ist oder sonst jemand, Sie wissen ganz genau, wen Herr Treichl gemeint hat. (Abg. Strache: Die ÖVP-Finanzminister hat er gemeint!) Sie wissen ganz genau, wen Herr Treichl nicht gemeint hat, und das ist Ihrer Meinung nach der Herr Stadler. Der Herr Stadler, der kann nicht blöd und ahnungslos sein, nein?! (Ruf beim BZÖ: Nein, überhaupt nicht!) Kehren Sie einmal vor Ihrer eigenen Tür und gebärden Sie sich hier nicht als Wirtschaftsfachmann! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Abg. Mag. Stadler: Wenn jemand uns ...! ... im geschützten Bereich!)
Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Fakt ist: Sie haben Schulden gemacht; Fakt ist: Sie haben Steuern erhöht; und Fakt ist: Sie verschenken unser Geld nach Griechenland. (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Kommen Sie heraus, erklären Sie die drei neuen Massensteuern Ihren Wählern, die Ihnen einfach davonlaufen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abg. Mag. Rudas.)
Sitzung Nr. 109
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sind Sie sicher, Frau Bundesminister? Garantieren Sie persönlich dafür? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Diese Troika hat sich in den letzten sechs Wochen in Griechenland aufgehalten und hat kontrolliert, ob die Auflagen, zu denen sich Griechenland für das geborgte Geld verpflichtet hat, auch eingehalten werden. Und diese Troika hat mit den Griechen jene Maßnahmen verhandelt, die unbedingt notwendig sind, damit diese Schuldentilgung auch nachhaltig gesichert ist. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Deimek.) Denn: Wir zahlen nach Griechenland nur dann Geld, wenn wir sicher sein können, dass wir dieses Geld, auch wenn es etwas länger dauert, wieder zurückbekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sind Sie sicher, Frau Bundesminister? Garantieren Sie persönlich dafür? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da sind „Experten“ am Wort! – Weiterer Ruf beim BZÖ: Peinlich!
Jedes Mal, wenn wir hier ein Doppelbesteuerungsabkommen beschließen, dass die ihre Steuern zu zahlen haben, stimmen Sie beide dagegen. Tun Sie doch nicht so! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da sind „Experten“ am Wort! – Weiterer Ruf beim BZÖ: Peinlich!)
Abg. Scheibner: Aber Sie sind in der Regierung!
Wir sind für eine Gesellschaft der Gerechtigkeit, wir sind für ein Wirtschaftssystem der Gerechtigkeit (Abg. Scheibner: Aber Sie sind in der Regierung!), und wir sind für soziale Gerechtigkeit.
Abg. Scheibner: Wo denn? Na wo? – Weitere Rufe beim BZÖ: Wo?
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie stellen sich her und sagen „Stillstand“. Sie selbst haben das Budgetbegleitgesetz mitdebattiert, wo das, was Sie hier verlangen, bereits umgesetzt ist. (Abg. Scheibner: Wo denn? Na wo? – Weitere Rufe beim BZÖ: Wo?) Lesen Sie das, was Sie hier beschließen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Das ist doch bereits umgesetzt!
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das, dass die Beamten jetzt auch 45 Dienstjahre brauchen? – Abg. Ing. Westenthaler: Die ältesten Studenten und die jüngsten Pensionisten!
Und die Langzeitversicherung für das, was Sie hier verlangen, ist bereits Geschichte! Lesen Sie doch wenigstens die Protokolle dieses Hauses, bevor Sie sich hier herstellen! Lesen Sie doch bitte einmal etwas! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Wo ist das, dass die Beamten jetzt auch 45 Dienstjahre brauchen? – Abg. Ing. Westenthaler: Die ältesten Studenten und die jüngsten Pensionisten!)
Abg. Scheibner: Die Wiener sollte man auch pflegen!
Das sind die positiven Tendenzen, die mehrfach angesprochen worden sind. Wir dürfen aber auch die Probleme nicht vergessen, nämlich dass wir beträchtliche Schwierigkeiten haben, die deutschen Gäste längerfristig zu binden. Der deutsche Gast kommt zwar, macht aber kürzer Urlaub hier in Österreich. Von den 124,7 Millionen Nächtigungen, die wir zu verbuchen haben, erfolgen 49 Millionen durch den deutschen Gast. Das ist beträchtlich viel. Wir müssen den deutschen Gast pflegen und versuchen, seine Nächtigungen wieder auf längere Aufenthalte auszuweiten. (Abg. Scheibner: Die Wiener sollte man auch pflegen!) – Ich komme gleich auf die inländischen Gäste zu sprechen.
Sitzung Nr. 110
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn dann der Bürger am Abend hundemüde, etwa nach einem Vierundzwanziger, wie man bei uns sagt, die Zeitung aufschlägt und dann liest, dass Hunderte Millionen € für Haftungen da sind ... (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Lieber Kollege Scheibner, auch der Polizist ist Bürger, auch er liest die Zeitung, wenn er hundemüde ist, und sieht, was die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ mit seinem Steuergeld machen. Das
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das Problem dabei ist, dass wir es seit 2008 bis heute nicht geschafft haben, den Widerstand zu brechen, ob dieser jetzt von den Briten oder anderen kommt, um eine Regulierung genau dieser Finanzmärkte zu machen. Was die Finanztransaktionssteuer betrifft, sind wir hier zum Glück, weil wir früher angefangen haben zu diskutieren, einer Meinung. Koni Steindl hat schon unterschrieben, ich habe die Petition hier liegen, fünf Abgeordnete haben sie bisher unterschrieben. Die Unterschriften werden jetzt gesammelt, damit 1 000 nationale Abgeordnete der Union vom Rat verlangen, dass er sich in dieser Frage bewegt. Aber das hilft uns nichts bei Griechenland! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hast du mir zugehört?
Was haben Sie wieder gemacht? Sie haben wieder eine Griechenlanddebatte geführt! (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! – Abg. Ing. Westenthaler: Hast du mir zugehört?) – Schon!
Abg. Scheibner: Das ist ja nicht der einzige Redner gewesen!
Kollege Stadler, Ihr letzter Redner, ist von Griechenland überhaupt nicht weggekommen! (Abg. Scheibner: Das ist ja nicht der einzige Redner gewesen!) Der ist nicht zum Steuernsenken gekommen, meine Damen und Herren, und daher sage ich Ihnen noch einmal, denn ich möchte mich schon mit dem Thema beschäftigen: Wie kommen wir dazu, dass wir Steuern senken können?
Abg. Scheibner: Jetzt redest du auch von Griechenland!
Aber zuerst auch noch ein klarer Satz zu Griechenland: Griechenland ist zurzeit eine enorme Herausforderung für die Europäische Union. Ich möchte schon etwas dazu sagen, aber wir haben noch ... (Abg. Scheibner: Jetzt redest du auch von Griechenland!) – Ja, ich rede zu Griechenland, weil ich dem nicht aus dem Weg gehen möchte, weil ich mir nicht den Vorwurf gefallen lassen möchte, den Stadler hier angebracht hat, dass wir seitens der Regierungsfraktionen uns zu diesem Thema verschweigen. (Abg. Scheibner: Na also, also uns nicht kritisieren!)
Abg. Scheibner: Na also, also uns nicht kritisieren!
Aber zuerst auch noch ein klarer Satz zu Griechenland: Griechenland ist zurzeit eine enorme Herausforderung für die Europäische Union. Ich möchte schon etwas dazu sagen, aber wir haben noch ... (Abg. Scheibner: Jetzt redest du auch von Griechenland!) – Ja, ich rede zu Griechenland, weil ich dem nicht aus dem Weg gehen möchte, weil ich mir nicht den Vorwurf gefallen lassen möchte, den Stadler hier angebracht hat, dass wir seitens der Regierungsfraktionen uns zu diesem Thema verschweigen. (Abg. Scheibner: Na also, also uns nicht kritisieren!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Erster Punkt: Wie konnte es überhaupt zu dem kommen, dass wir jetzt dieses große Problem mit Griechenland haben? – Hätte die Europäische Union ihre Spielregeln eingehalten, wären wir dort nie hingekommen. Es war nicht Griechenland, wo man zuerst zugesehen hat, als die Spielregeln verletzt worden sind. Es war Deutschland und es war Frankreich, daran darf ich schon erinnern. – Das war der erste Fehler. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich! Gräueltaten der Kommunisten werden in diesem Parlament verherrlicht!
Das waren zum großen Teil Kommunisten. Ich schätze den Beitrag, den Kommunisten zur Befreiung Österreichs geleistet haben, sehr hoch ein. Ich weiß überhaupt nicht und kenne überhaupt keinen Grund, warum man diesen Beitrag herabwürdigen sollte. Und gerade Marschall Tito hat in diesem Punkt also sehr, sehr große Verdienste, aber, wie gesagt, auch die Verbrechen sind klar. (Abg. Grosz: Das darf ja wohl nicht wahr sein!) Und auch über diese Dinge muss geredet werden. Dass das überhaupt möglich ist, geht auf eine Initiative der Grünen zurück, denn dieses Gesetz aus dem Jahr 2001 ist aufgrund einer grünen Initiative zustande gekommen. (Abg. Scheibner: Das ist ja unglaublich! Gräueltaten der Kommunisten werden in diesem Parlament verherrlicht!)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Walser –: Entschuldige dich!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter Dr. Walser hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Walser –: Entschuldige dich!)
Sitzung Nr. 112
Abg. Scheibner: Wo sind die? – Abg. Petzner: Wo?
Nur ganz kurz repliziert: In Anbetracht dessen, dass ihr 3 000 Polizistinnen und Polizisten planstellenmäßig eingespart habt, finde ich es sinnlos, dass ihr jetzt bei jeder Gelegenheit hergeht und sagt: Wir brauchen mehr Leute! Diese Bundesregierung war es, die tausend zusätzliche Planstellen allein für die Exekutive geschaffen hat. (Abg. Scheibner: Wo sind die? – Abg. Petzner: Wo?) Die muss man ja aufnehmen und ausbilden, das wisst ihr ganz genau! Eines steht fest: Nach dieser Legislaturperiode werden trotz Pensionsnachbesetzungen tausend Kolleginnen und Kollegen mehr da sein. Das ist eine richtige Maßnahme, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Opposition, und die wurde von dieser Bundesregierung gesetzt! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Petzner: Gesehen haben wir noch nichts davon!)
Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! (Abg. Grosz: Danke!) – Bitte, Herr Kollege! Man darf ja noch freundlich sein, oder nicht? (Abg. Ing. Westenthaler: Eh, aber nicht so viel! – Abg. Scheibner: Aber nicht zu uns ... !) Wenn man sich die Diskussion anhört, dann gibt es, so meine ich, sicherlich in jedem Redebeitrag ein Segment, von dem man sagen kann, das ist richtig. Aber ich bitte, einmal darüber nachzudenken. Niemand hat etwas dagegen, Kollege Scheibner, wenn wir das freiwillig gemeinsam im politischen Bereich, gemeinsam im wirtschaftlichen Bereich und gemeinsam im hoheitlichen Bereich machen. Da wird jeder sagen: Das passt!
Abg. Scheibner: Können Sie lesen?
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Die Stärkung der Rechte von Gemeinden ist ein – ich glaube, da sind wir uns alle einig – wichtiger und richtiger weiterer Reformschritt. Ich komme jetzt aber zum BZÖ-Antrag, der eine Zwangszusammenlegung bei gleichzeitiger autonomer Entscheidung der Bevölkerung enthält. (Abg. Scheibner: Können Sie lesen?)
Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Auch zum Herrn Grosz möchte ich etwas sagen. Er hat die Situation im Grazer Gemeinderat angesprochen und von Stillstand gesprochen. Haben Sie nicht den „Report“ gestern gesehen und gemerkt, wo der wahre Stillstand herrscht? – Beim BZÖ! (Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.) Ist Ihnen das alles entgangen?
Weitere Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Ist der Kollege Stadler auf vorverlegter Wahlreise? (Weitere Ho-ho-ho-Rufe bei den Abgeordneten Scheibner und Grosz.) Aber ich glaube, dass Sie sich schon damit beschäftigt haben, denn Sie haben sich ja beruflich schon verändert mit der Eisenbahner-Uniform von Graz. Sie sind, glaube ich, jetzt bei der Straßenbahn engagiert. (Neuerliche Ho-ho-ho-Rufe des Abg. Grosz.)
Abg. Scheibner: Wir hören Sie gerne!
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Abgeordneter Westenthaler, ich werde mich bemühen, dass ich Ihre Ohren nicht zu sehr strapaziere. (Abg. Scheibner: Wir hören Sie gerne!)
Abg. Scheibner: ... eine Botschaft!
Zur Frage des Kirgisischen Übereinkommens in Bezug auf die Beglaubigung der Urkunden: Vorrednerin Cortolezis-Schlager hat schon ausgeführt (Ruf beim BZÖ: Wichtig!), dass wir diesen Einspruch machen werden, weil wir der Überzeugung sind – und auch die Botschaft in Astana hat uns dahin gehend informiert –, dass die Rechtsunsicherheit noch zu groß ist. (Abg. Scheibner: ... eine Botschaft!)
Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bartenstein
So, wie sie es anlegt, so, wie sie es bisher angelegt hat, kann man sagen, dass es sehr friedlich und sehr fortschrittlich ist, was hier geschieht. Ich wünsche der jungen Republik Kirgisien viel Erfolg (Beifall der Abgeordneten Scheibner und Dr. Bartenstein), und wenn es so weit ist, werden wir diesen Einspruch sicher wieder zurücknehmen können. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall des Abg. Scheibner.
Was in diesem Zusammenhang erstaunlich beziehungsweise interessant ist: Wo ist die außenpolitische Strategie bei Ablehnungen oder Nicht-Ablehnungen? (Beifall des Abg. Scheibner.) Ich kann Beispiele nennen wie Liberia, Venezuela oder zuletzt – im Jahr 2007 – Moldau, bei denen es jeweils einen Einspruch von Deutschland gegeben hat, aber von Österreich nicht. Also irgendwie ist keine Stringenz erkennbar, wann wir zustimmen und wann nicht.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
Ich würde unbedingt dafür plädieren, dass es nachvollziehbare Kriterien – die ich im Moment insgesamt als Problem in der österreichischen Außenpolitik orte – dafür gibt, warum es zu solchen Entschlüssen kommt und warum nicht. Aber wir begrüßen es natürlich, weil eben von Transparency International und auch insgesamt bekannt ist, dass die Urkundensicherheit nicht gegeben ist. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Großartig! – Abg. Grosz: Großartig! Toll! Epochal!
Der Antrag – ein wichtiger Antrag des Menschrechtsausschusses – wurde zur richtigen Zeit gestellt – zur richtigen Zeit deshalb, weil Österreich im Mai in den Menschrechtsausschuss der UNO gewählt wurde, und das ist ein sehr gutes Gremium, um in diesem Bereich Schritte nach vorne zu setzen. (Abg. Scheibner: Großartig! – Abg. Grosz: Großartig! Toll! Epochal!)
Sitzung Nr. 113
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Solidarität mit den Spekulanten, das leben Sie! – Abg. Scheibner: Aber die Brandstifter ...! – Abg. Strache: Solidarität mit den Brandstiftern!
Einer dieser Werte ist die Solidarität. Und, ja, ein Grund für dieses Griechenlandpaket ist natürlich auch Solidarität (Abg. Strache: Mit den Spekulanten! Solidarität mit den Spekulanten lebt der Herr Krainer!), weil man nicht zusieht: Wenn das Haus des Nachbarn brennt, schaut man nicht zu, sondern dann hilft man beim Löschen! Natürlich macht man das! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Strache: Solidarität mit den Spekulanten, das leben Sie! – Abg. Scheibner: Aber die Brandstifter ...! – Abg. Strache: Solidarität mit den Brandstiftern!)
Abg. Scheibner: Er darf nicht!
Und ich möchte in diesem Zusammenhang auch Herrn Hofer sehr, sehr positiv erwähnen. Wir haben leider nicht zusammengefunden, was die Beschlussfassung anlangt (Abg. Scheibner: Er darf nicht!), aber Abgeordneter Hofer war es, der uns da konzeptiv weitergebracht hat. So stammt beispielsweise der Vorschlag, degressiv mit den 10 Millionen € zu arbeiten und damit Marktdruck zu erzeugen, vom Kollegen Hofer. Daher ein Dankeschön für diese Zusammenarbeit. Wir haben ja noch mehrere Themen in diesem Bereich zu behandeln und zu erledigen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Normalerweise redest du gescheiter, Herr Kollege!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Zunächst einmal ein paar Worte zum BZÖ: Ab sofort könnt Ihr eure Buttons „Genug gezahlt!“ herunternehmen, denn Ihr tretet dafür ein, dass die Steuerzahler, Haushalte, Betriebe, KMUs wieder mehr Belastung auf sich nehmen müssen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Normalerweise redest du gescheiter, Herr Kollege!)
Abg. Scheibner: Wieso darf er nicht zustimmen?
dass diese Inhalte zu Papier gebracht wurden und jetzt im Gesetz geschrieben stehen. (Abg. Scheibner: Wieso darf er nicht zustimmen?) Danke, Herr Minister, das war sehr anständig von Ihnen! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Ja, eh! – Abg. Ing. Westenthaler: Das trägt zur Volkskunde bei!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege! Im Tagesordnungspunkt heißt es sehr konkret, dass wir über das Volkskunde- und Völkerkundemuseum reden. Sie beziehen sich auf Stübing, das ist ein völlig anderer Standort. (Abg. Scheibner: Ja, eh! – Abg. Ing. Westenthaler: Das trägt zur Volkskunde bei!) Nur bei großzügiger Auslegung, wenn wir über Museen insgesamt debattieren, würde ich diesen Antrag ausnahmsweise zulassen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war alles?!
Damit soll dem Risiko vorgebeugt werden, dass nicht sämtliche Planstellen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft fristgerecht besetzt werden können. Die Änderungen bieten darüber hinaus aber auch die Möglichkeit, die neuen Strukturen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft unter noch nicht vollständiger Auslastung aufzubauen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Das war alles?!)
Sitzung Nr. 114
Abg. Scheibner: ... Sie dafür verantwortlich?
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geschätzte Damen und Herren! Dank einer guten Sozial- und Gesundheitspolitik sind wir in Österreich in der glücklichen Situation, dass unsere Bevölkerung immer älter wird und erfreulicherweise immer älter und fitter ist. (Abg. Scheibner: ... Sie dafür verantwortlich?) Irgendwann einmal ist es dann aber meistens doch so, dass ältere Menschen der Pflege bedürfen, und da ist es wichtig, entscheidend und notwendig, dass sie eine hervorragende Pflege bekommen.
Abg. Scheibner: Wir sind nicht viele, Herr Präsident, aber doch!
Oh, Verzeihung! Das habe ich nicht gesehen. (Abg. Scheibner: Wir sind nicht viele, Herr Präsident, aber doch!) – Ich habe auf den Kollegen Dolinschek, der so eine halb stehende, halb sitzende Haltung eingenommen hat, geschaut (Heiterkeit) und entschuldige mich dafür, dass ich das für Einstimmigkeit gehalten habe.
Sitzung Nr. 118
Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte Sie – auch die Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP – um noch etwas bitten: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine echt zornige Generation bekommen. (Abg. Dr. Bartenstein: Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen!) Wir verwehren nämlich jungen Menschen die Rechte, die die ältere Generation hatte. Ich glaube, hier sitzen einige Kreisky-Kinder, also einige Personen, die wegen Kreisky studieren konnten. (Abg. Ing. Westenthaler: Wo? – Abg. Scheibner: Wer? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Matznetter: Scheibner!
Bitte, am Nachmittag sollen Sie tun und wollen, nämlich dann, wenn es um die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses geht (demonstrativer Beifall bei den Grünen), der unseres Erachtens aufgrund der Breite der Korruptionspalette in Österreich – bei Schwarz-Blau fünf Minister: Grasser, Reichhold, Gorbach und dann noch zwei, nämlich Strasser und (Abg. Dr. Matznetter: Scheibner!) Vielleicht habe ich sogar noch jemanden vergessen, ich kann ja nachschauen.
Abg. Dr. Matznetter:... beim Herrn Scheibner!
Frau Bundesministerin, Ihre Glaubwürdigkeit wird getestet werden am Fall der Beschuldigten Werner Faymann und Dr. Josef Ostermayer, denn – und da hat Kollege Kopf recht – dieser Auftritt in der „ZiB 2“ war ein einziges Geständnis! So kann man seine eigene Mittäterschaft auch eingestehen. (Abg. Dr. Matznetter:... beim Herrn Scheibner!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Was ist mit den Zahlungen an Scheibner?
Wir sind nicht die mächtigste Partei in diesem Lande, aber wir werden es uns nicht gefallen lassen, wenn Raiffeisen glaubt, uns zum Gegenstand der politischen Kalkül- und der politischen Strategieentscheidungen für die Österreichische Volkspartei zu machen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Was ist mit den Zahlungen an Scheibner?)
Sitzung Nr. 124
Abg. Scheibner: Ach so, jetzt wollt ihr eure Kritiker schon psychiatrieren lassen?
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (ÖVP): Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Frau Bundesminister! Hohes Haus! Während uns heute Herr Kollege Stadler – nicht zum allerersten Mal und doch auch immer irgendwie belustigend – als selbsternannter Spitzenjurist wieder eine Darstellung geboten hat, die zeigt, dass er – ich bin ja keine Psychologin, aber ich würde das gern einmal untersuchen lassen – ein tief gehendes, lang anhaltendes und immer wieder geäußertes Unwohlsein in Gegenwart von und mit Frauen hat (Abg. Scheibner: Ach so, jetzt wollt ihr eure Kritiker schon psychiatrieren lassen?), die etwas anderes tun (Abg. Mag. Stadler: Jetzt gebt ihr den Rest ...!), als Mütter zu sein oder ihn zu bekochen (Zwischenrufe beim BZÖ) – das schlägt nämlich in Ihren Redebeiträgen, Herr Kollege, sehr, sehr häufig und auffallend oft durch. (Abg. Mag. Stadler: ... eine totalitäre Gesinnung!) Aber es sind ja auch noch andere Teile der heutigen Debatte einigermaßen bemerkenswert. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Plus Dringliche!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Bevor ich in die Sache eingehe, muss ich Ihnen sagen: Die Metaller haben dann letztlich nicht gestreikt, aber ich fühle mich absolut in Streiklaune. Ich finde diese Tagesordnung – 70 Tagesordnungspunkte plus zwei Stunden Fekter plus, plus, plus, was eben noch alles anfällt (Abg. Scheibner: Plus Dringliche!) – unzumutbar! Das muss ich Ihnen ehrlich sagen. (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Scheibner: Sicher!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hand aufs Herz, Herr Kollege Scheibner: Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie noch einen Vertreter im Bundesrat gehabt hätten? (Abg. Scheibner: Sicher!) Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie einen Vertreter in der Landesregierung hätten? (Abg. Scheibner: Haben wir schon seit 15 Jahren!) Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie in acht Bundesländern vielleicht einen Landtagsabgeordneten gehabt hätten? (Zwischenrufe beim BZÖ.) Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie jetzt auch in Kärnten nämlich gar keinen eigenen BZÖ-Abgeordneten mehr haben, sondern FPK oder FP, oder ich weiß nicht, wie Sie jetzt gerade heißen? (Abg. Petzner: Kehr du vor der eigenen Tür! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Scheibner: Haben wir schon seit 15 Jahren!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hand aufs Herz, Herr Kollege Scheibner: Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie noch einen Vertreter im Bundesrat gehabt hätten? (Abg. Scheibner: Sicher!) Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie einen Vertreter in der Landesregierung hätten? (Abg. Scheibner: Haben wir schon seit 15 Jahren!) Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie in acht Bundesländern vielleicht einen Landtagsabgeordneten gehabt hätten? (Zwischenrufe beim BZÖ.) Hätten Sie den Antrag eingebracht, wenn Sie jetzt auch in Kärnten nämlich gar keinen eigenen BZÖ-Abgeordneten mehr haben, sondern FPK oder FP, oder ich weiß nicht, wie Sie jetzt gerade heißen? (Abg. Petzner: Kehr du vor der eigenen Tür! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Er war ja schon im Ausschuss!
Wir werden diesen Antrag im Verfassungsausschuss gerne diskutieren, aber er ist wenig durchdacht. Und es ist naheliegend, dass wir ihn ablehnen werden. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Er war ja schon im Ausschuss!)
Sitzung Nr. 126
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es gibt im europäischen Vergleich kein Land, das mehr für Pflege ausgibt und mehr Gesundheitsleistungen erbringt als wir. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner – auf das Budget 2012 zeigend –: Da steht nichts davon drinnen!
Nur ein gesundes Budget, wie es die Frau Bundesministerin vorgestellt hat, in dem die Bonität Österreichs, Sparen und die Haushaltskonsolidierung Vorrang haben, schützt uns vor neuen Belastungen und neuen Steuern. Daher sage ich auch, wir brauchen ein neues Steuersystem. Ja, Maria Fekter arbeitet an einem Steuersystem, das sich durch die Aspekte weniger, einfacher, leistungsgerechter und ökologischer auszeichnet. (Abg. Scheibner – auf das Budget 2012 zeigend –: Da steht nichts davon drinnen!) Das ist ein richtiges System, das ist ein Zukunftssystem, wo man nicht ständig darüber nachdenkt, neue Eigentumssteuern zu schaffen, die Menschen zu belasten, sondern unsere Devise lautet, die Menschen zur richtigen Zeit zu entlasten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Wo wohnen Sie? In welchem Bezirk?
Oder zum Beispiel gestern am Abend. Wir sind ja spät nach Hause gegangen, aber ich habe überhaupt kein Problem gehabt, zu Fuß in meine Wohnung hier in Wien zu gehen. Ich habe null Angst gehabt. (Abg. Scheibner: Wo wohnen Sie? In welchem Bezirk?) Auch das ist ein wichtiger Faktor, die Sicherheit hier in unserem Land, die Sicherheit in dieser Stadt zu erleben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Weil sich die Situation nicht ändert!
Das zieht sich auch durch Ihre Redebeiträge, die ja doch einen gewissen wiederholenden Charakter in der Analyse aufweisen. (Abg. Scheibner: Weil sich die Situation nicht ändert!) – „Weil sich die Situation nicht ändert!“, sagen Sie. – Das kommt mir vor wie ein Arzt, der eine Diagnose, ein Röntgenbild hat und zum Patienten sagt: Na ja, da ist einiges, aus dem könnte Schreckliches werden! Dann legt er es wieder weg, geht nachhause, kommt das nächste Mal wieder, sagt das wieder und geht wieder nachhause. (Abg. Scheibner: Falsche Therapie!)
Abg. Scheibner: Falsche Therapie!
Das zieht sich auch durch Ihre Redebeiträge, die ja doch einen gewissen wiederholenden Charakter in der Analyse aufweisen. (Abg. Scheibner: Weil sich die Situation nicht ändert!) – „Weil sich die Situation nicht ändert!“, sagen Sie. – Das kommt mir vor wie ein Arzt, der eine Diagnose, ein Röntgenbild hat und zum Patienten sagt: Na ja, da ist einiges, aus dem könnte Schreckliches werden! Dann legt er es wieder weg, geht nachhause, kommt das nächste Mal wieder, sagt das wieder und geht wieder nachhause. (Abg. Scheibner: Falsche Therapie!)
Abg. Scheibner: Also keine Linie! – Abg. Dr. Hübner: Selbst einen Vorschlag machen!
Umgekehrt: Die Vorbereitungsprozesse des Europäischen Rates, wo jeder in seinem Land, auf die innenpolitischen Diskussionen Rücksicht nehmend, sehr viel auszureden und auszudiskutieren hat, führen dazu, dass wir so knapp vor einem ECOFIN und dann vor dem Europäischen Rat noch gar kein fertiges Papier mit einem Vorschlag haben. Diese Prozesse, die im Vorlauf in den jeweiligen Parlamenten gestaltet werden, führen aus innenpolitischem, manches Mal aus sehr durchsichtigem, oberflächlichen Interesse oft dazu, dass wir das gar nicht haben, wo Sie sagen, dass da Deutschland, Frankreich schon etwas hätten und das durchziehen würden. (Abg. Scheibner: Also keine Linie! – Abg. Dr. Hübner: Selbst einen Vorschlag machen!)
Abg. Scheibner: Aber eine eigene Meinung ist nicht verboten! – Abg. Bucher: Aber es geht um unser Geld!
Zwei Bemerkungen zum Thema Führungsrolle Deutschlands und Frankreichs – als einer der überzeugteren und überzeugtesten Europäer in diesem Raum: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Es ist der Europäischen Union immer dann gut gegangen, wenn Deutschland und Frankreich ihre Führungsverantwortung in Europa wahrgenommen haben – von Anfang an –, und das gilt heute auch noch. Es geht halt selten gut, wenn 27 Akteure versuchen, sich bei solchen Themen zu einigen. Da braucht es schon Führungskräfte, da braucht es schon die deutsche Bundeskanzlerin, den französischen Präsidenten (Abg. Scheibner: Aber eine eigene Meinung ist nicht verboten! – Abg. Bucher: Aber es geht um unser Geld!) – natürlich auch Van Rompuy, Barroso. Take the Lead, Leadership ist hier gefragt.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Aber was hat er denn noch gesagt? Und das hat bei mir für Irritationen gesorgt. Er hat auch gleichzeitig gesagt, für die Reichensteuer seien er und sein BZÖ nicht zu haben, denn die 300 Millionen, die man sich da einspart, stopfen kein Budgetloch. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 128
Abg. Bucher: 28 Milliarden €! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Nur diese Frage sollte uns hier wirklich lenken. Ich sage Ihnen, da kann man nicht so leichtfertig und indirekt vorschlagen, aus der Euro-Zone auszutreten. (Abg. Bucher: 28 Milliarden €! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ich habe mir Ihre Dringliche sehr genau angesehen, also wenn Sie täglich oder jede Woche eine Volksabstimmung zu allen möglichen Themen durchführen wollen, dann hat das eine Blockadewirkung. Ich bin auch dafür, bei wesentlichen, ganz wesentlichen Änderungen der Verträge eine Volksabstimmung durchzuführen. (Abg. Strache: Das Versprechen des Kanzlers, das er gebrochen hat!) Das, was Sie hier sagen, ist indirekt ein Vorschlag, aus der EU und aus der Euro-Zone auszutreten. Das ist wirklich so. Das kann man da herauslesen. (Zwischenruf des Abg. Kickl. – Abg. Strache: Zitieren Sie doch einmal korrekt!)
Abg. Scheibner: Nicht unsachlich werden, Herr Kollege!
Ich glaube, das kann man erst dann beurteilen, wenn eine Lösung auf dem Tisch liegt. Die liegt im Übrigen – wenn man den Schlussfolgerungen Glauben schenken darf, Herr Bundeskanzler – erst im November/Dezember vor, dann, wenn das im Detail organisiert wird. Ich verstehe überhaupt nicht, wie man jetzt einfach den Text übernehmen und sagen kann: Die werden da um hundert Milliarden einen Beitrag leisten! (Abg. Scheibner: Nicht unsachlich werden, Herr Kollege!) – Das ist nicht erkennbar! Das Einzige, was erkennbar ist, ist, dass die öffentliche Hand an der Stelle dazuzahlen soll, und das allein wird zu wenig sein.
Sitzung Nr. 130
Abg. Scheibner: Zentralisieren!
Drittes Beispiel: Es gibt noch immer keine ausreichende Bundesrahmenregelung für klare Handlungsanordnungen (Abg. Scheibner: Zentralisieren!), wenn es zur Gefährdung des Kindeswohls kommt. Seit 2008 warten wir auf ein verbessertes Frühwarnsystem, auf ein verbessertes Bundesjugendhilfegesetz. Es gibt bisher keine Einigung. Der Herr Minister redet sich auf die Länder aus, dass die Länder blockieren. (Abg. Mag. Stadler: Das ist dem Mitterlehner wurscht! Solange die Wirtschaft gut dasteht, ist das dem Mitterlehner wurscht!) – Letztendlich geht es ums Geld. Ich habe absolut kein Verständnis, wenn Milliarden zum Beispiel nach Griechenland fließen, aber wenige Millionen für die Sicherheit unserer Kinder nicht da sind. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Scheibner: Aber wir machen seit Jahren nichts!
Darauf, meine Damen und Herren, sollten wir in Zukunft unser Augenmerk legen: auf diese Art von Diktat, dass Demokratien ferngesteuert werden von Finanzmärkten und Rating-Agenturen, wie wir es in Griechenland erlebt haben, wie wir es teilweise in der ganzen Union sehen. (Abg. Scheibner: Aber wir machen seit Jahren nichts!) Da ist entscheidender Widerstand angesagt.
Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Scheibner.
Wenn wir schon über Rücktritte reden: Wenn ein General in der alten österreichischen Armee eine andere Meinung hatte als die Führungsmeinung, dann hat der General Abschied genommen. Da hat man sich nicht vor einer unabhängigen Kommission oder sonst wo getroffen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Grosz und Scheibner.) – Ich respektiere die österreichischen Gesetze, selbstverständlich.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: 2 000 €!
Für die Bezeichnung „miese Kreatur“ in Richtung des Herrn Abgeordneten Grosz erteile ich Herrn Abgeordnetem Kopf einen Ordnungsruf. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: 2 000 €!)
Sitzung Nr. 132
Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit des Abg. Scheibner.
Für Faymann gilt die Volksschulmathematik nicht! Die Schuldenreduktion geht offensichtlich nicht über die Einnahmenseite. – Das ist der Text der ÖVP, das war ja das Problem. Ich unterstelle Faymann nicht, dass er wirklich so dumm ist, aber ungeschickt genug ist er allemal. Er redet nämlich weiter, er hört ja gar nicht auf. (Beifall bei den Grünen. – Heiterkeit des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Den Zeitpunkt!
Herr Kollege Scheibner, es ist wirklich mehr als billig, die Auslandsreise des Vizekanzlers zu kritisieren (Abg. Scheibner: Den Zeitpunkt!), der gemeinsam mit einer großen Handelsdelegation darum bemüht ist, dass die heimische Wirtschaft floriert, dass die heimische Wirtschaft Aufträge erhält. Das ist wichtiger, als Ihren seichten Reden zu folgen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Besser eine ehrliche Lautstärke ...!
Abgeordnete Dorothea Schittenhelm (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Die Lautstärke ist nicht immer das, was dann eigentlich auch zum Inhalt passt, wenn man hier von Tatsachen spricht. (Abg. Scheibner: Besser eine ehrliche Lautstärke ...!) Ich frage Sie schon, Herr Kollege Westenthaler: Was machen Sie hier in diesem Haus, im österreichischen Parlament, als Vertreter der Bevölkerung?
Abg. Scheibner: Sehr schwach! Sehr schwach!
Sie sind rechtskräftig verurteilt, stellen sich hierher (Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin Abgeordneter, genauso wie Sie!) und schütten die Damen und Herren der Bundesregierung an. (Abg. Scheibner: Sehr schwach! Sehr schwach!) Sie schlagen hier vor ... (Zwischenrufe beim BZÖ.) Sie reden hier von Kanalgebühren, die die Gemeinden verordnen. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind das Allerletzte da herinnen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Rufe beim BZÖ: Wie machen Sie denn das? – Abg. Scheibner: Genau das passiert!
Einen Punkt möchte ich noch anschneiden, weil er mir für die Entwicklung der Länder im arabischen Raum besonders wichtig zu sein scheint. Es geht um die Stärkung der Frauen in diesen Ländern. Die Frauen haben im Rahmen des Arabischen Frühlings unwahrscheinlich viel Initiative, Engagement und Mut gezeigt, um ihre Länder zu befreien und auf den Weg in eine Demokratie zu führen. Hier müssen wir achtgeben und Alarm schlagen, sollte es Anzeichen geben, dass die Frauen von diesem Aufbau ihrer Länder ausgeschlossen werden. (Rufe beim BZÖ: Wie machen Sie denn das? – Abg. Scheibner: Genau das passiert!) Sie müssen die gleichen Chancen bekommen – sei es in der Ausbildung, in der Politik oder in der Zivilgesellschaft. Unterstützung und Förderung von österreichischer beziehungsweise von EU-Seite soll und muss an solche Bedingungen geknüpft sein.
Abg. Scheibner: Bürokratisch!
Grundlage für die Auswahl dieser Standorte war ein Katalog objektiver Kriterien (Abg. Scheibner: Bürokratisch!) wie etwa die Intensität des politischen Besuchsaustausches, die Höhe des Handelsvolumens und der österreichischen Direktinvestitionen, die Anzahl der Visaanträge und der konsularischen Serviceleistungen für Auslandsösterreicher und Touristen sowie die Anzahl der durch diese Vertretungsbehörden jeweils mitbetreuten Länder.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Karlsböck und Scheibner.
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Um bei meinem Vorredner kurz anzuschließen: Wenn es Österreich gelingen würde, 170 Millionen € – sei es jetzt an „Zwangsbeiträgen“, wie Sie es nennen oder auch nicht – zu zahlen und damit den Weltfrieden herzustellen, würde ich sagen: Super, verachtfachen wir diesen Betrag! Wenn wir es damit schaffen, den Weltfrieden herzustellen, dann wäre das ein wunderbares Konzept, und ich glaube, wir würden uns sehr schnell finden, in diese Richtung weiterzugehen. Aber ganz so einfach ist diese Welt nicht gestrickt, aber das geht an den Freiheitlichen leider nach wie vor ziemlich vorbei – aber soll sein. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Karlsböck und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Da gibt es schon noch andere!
Meine Generation gehört der sogenannten Täterenkel-Generation oder auch Opferenkel-Generation an. Das heißt, die Großeltern meiner Generation waren entweder Widerstandskämpfer – oder Teil des Regimes im Sinne der Opferenkel- und Täterenkel-Generationstheorie. (Abg. Scheibner: Da gibt es schon noch andere!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Es ist unsere Aufgabe, niemals zu vergessen. Die paar zehntausend Euro sollte eigentlich das Außenministerium zur Verfügung stellen, um den Gedenkdienst aufrechtzuerhalten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Es ist einfach falsch, das Ansehen in Österreich nicht verbessern zu wollen. Wir alle haben allen Opfern des Nationalsozialismus zu gedenken – egal, ob es in den Parteien passiert, egal, ob es draußen passiert, ob es in der Familie passiert, et cetera. „Niemals vergessen“ ist da die Devise.
Abg. Scheibner: Aus dem Rahmen! – Ruf bei der ÖVP: Lot!
Das ist das Problem, das wir mit dieser Evaluierung aufzuarbeiten versuchen. Wir wollen natürlich auch wissen, wohin das Geld geht. Wir wollen natürlich wissen, ob irgendwo etwas aus den Fugen geraten ist, ob etwas aus – ja, aus den Fugen. (Abg. Scheibner: Aus dem Rahmen! – Ruf bei der ÖVP: Lot!) – Danke.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Diese Arbeit hat auch dazu geführt, dass wir heuer den EDEN-Award gewonnen haben; das ist der höchste europäische Tourismuspreis. (Abg. Dr. Zinggl: Ein Wahnsinn!) EDEN steht für European Destinations of Excellence. – Herr Abgeordneter Zinggl, Sie sagen, es ist „ein Wahnsinn“. Ein Wahnsinn ist Ihre weinerliche Vorstellung und Beurteilung der Kultur- und Kunstpolitik in Österreich! Da wird man depressiv, wenn man so etwas hört von Ihnen. Das ist der eigentliche Wahnsinn der links-linken Rabauken hier im Plenarsaal. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 135
Abg. Scheibner: Werden Sie sich einig mit dem Koalitionspartner!
Man kann Oppositionspolitik natürlich auch so betreiben. Sie können die Regierung kritisieren, so viel Sie wollen, das können Sie tun, aber in einer solchen Stunde müssen Sie Verantwortung für das Land wahrnehmen. (Abg. Scheibner: Werden Sie sich einig mit dem Koalitionspartner!) Doch Sie schaden dem Land und nicht der Regierung, Herr Kollege Bucher, das ist das Problem! Und Sie verbauen damit unseren Kindern die Zukunft. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Viel lieber, meine Damen und Herren, wäre mir natürlich – aber das können wir national hier nicht beschließen – eine Spekulationsbremse. (Abg. Mag. Stadler: Fragen Sie zuerst Ihre Partei!) Das wäre überfällig. Auch eine Finanztransaktionssteuer, die regulierend wirken und eine Milliarde für Österreich bringen würde, das Verbot von Leerkäufen mit Terminwetten sowie die Trennung von normalen Geschäftsbanken und spekulativen Investmentbanken. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ja, das ist eine internationale Frage, Herr Scheibner. Das werden Sie wohl wissen, um Gottes willen! (Abg. Scheibner: „Um Gottes willen“, was haben Sie gemacht, das umzusetzen?!) Das kann der Nationalrat nicht leisten, das geht nur EU-weit oder auch global. Das geht mit einem Land nicht. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind eh so gescheit! – Abg. Scheibner: Sie brauchen wir dazu!) Ich glaube, der Herr Strache oder Sie, Herr Scheibner, haben noch gar nicht überzuckert, unter welchen Bedingungen eine Spekulationsbremse möglich ist.
Abg. Scheibner: „Um Gottes willen“, was haben Sie gemacht, das umzusetzen?!
Viel lieber, meine Damen und Herren, wäre mir natürlich – aber das können wir national hier nicht beschließen – eine Spekulationsbremse. (Abg. Mag. Stadler: Fragen Sie zuerst Ihre Partei!) Das wäre überfällig. Auch eine Finanztransaktionssteuer, die regulierend wirken und eine Milliarde für Österreich bringen würde, das Verbot von Leerkäufen mit Terminwetten sowie die Trennung von normalen Geschäftsbanken und spekulativen Investmentbanken. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ja, das ist eine internationale Frage, Herr Scheibner. Das werden Sie wohl wissen, um Gottes willen! (Abg. Scheibner: „Um Gottes willen“, was haben Sie gemacht, das umzusetzen?!) Das kann der Nationalrat nicht leisten, das geht nur EU-weit oder auch global. Das geht mit einem Land nicht. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind eh so gescheit! – Abg. Scheibner: Sie brauchen wir dazu!) Ich glaube, der Herr Strache oder Sie, Herr Scheibner, haben noch gar nicht überzuckert, unter welchen Bedingungen eine Spekulationsbremse möglich ist.
Abg. Mag. Stadler: Sie sind eh so gescheit! – Abg. Scheibner: Sie brauchen wir dazu!
Viel lieber, meine Damen und Herren, wäre mir natürlich – aber das können wir national hier nicht beschließen – eine Spekulationsbremse. (Abg. Mag. Stadler: Fragen Sie zuerst Ihre Partei!) Das wäre überfällig. Auch eine Finanztransaktionssteuer, die regulierend wirken und eine Milliarde für Österreich bringen würde, das Verbot von Leerkäufen mit Terminwetten sowie die Trennung von normalen Geschäftsbanken und spekulativen Investmentbanken. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Ja, das ist eine internationale Frage, Herr Scheibner. Das werden Sie wohl wissen, um Gottes willen! (Abg. Scheibner: „Um Gottes willen“, was haben Sie gemacht, das umzusetzen?!) Das kann der Nationalrat nicht leisten, das geht nur EU-weit oder auch global. Das geht mit einem Land nicht. (Abg. Mag. Stadler: Sie sind eh so gescheit! – Abg. Scheibner: Sie brauchen wir dazu!) Ich glaube, der Herr Strache oder Sie, Herr Scheibner, haben noch gar nicht überzuckert, unter welchen Bedingungen eine Spekulationsbremse möglich ist.
Abg. Scheibner: Wieso zitieren Sie nicht Faymann?
Ich empfehle auch das Buch von Hugo Portisch, „Was jetzt“, der vom Marshall-Plan bis in die Gegenwart den Gemeinschaftssinn beschwört und vor dem nationalen Irrweg warnt. (Abg. Scheibner: Wieso zitieren Sie nicht Faymann?)
Abg. Scheibner: Geh bitte!
Die Bevölkerung hat das längst erkannt: Da geht es nicht um Schrebergärten, Häuslbesitzer, den Blick ins Nachtkastl. Es geht um die Privatschätze. Es geht um die Jachten, um den Großgrundbesitz. (Ironische Heiterkeit des Abg. Mag. Stadler.) Es geht um die 300 Leute, die mehr als 100 Millionen € besitzen. (Abg. Scheibner: Geh bitte!) Das, meine Damen und Herren, sind diejenigen, die mehr beitragen müssen, das ist ja ganz selbstverständlich. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Scheibner: Singen Sie, was Sie wollen, aber lassen Sie uns in Ruhe!
Wenn ich kurz veröffentlichen darf – eine kurze Diskussion, die sich hier in den Bankreihen vor nicht einmal einer Minute abgespielt hat –: Herr Kollege Westenthaler, wenn Sie der Meinung sind, dass das zu kompliziert ist, dann drehen wir es einfach um: Jetzt hatten wir jahrzehntelang nur die Söhne, machen wir jetzt jahrzehntelang nur die Töchter! Das haben Sie, Herr Kollege, völlig absurd gefunden. (Abg. Scheibner: Singen Sie, was Sie wollen, aber lassen Sie uns in Ruhe!)
Abg. Scheibner: Sie können singen, was Sie wollen, wann Sie wollen und wo Sie wollen!
Absurd ist aber auch, dass Sie, Frau Kollegin Unterreiner, hier sagen: Hymne ist Identität. (Abg. Scheibner: Sie können singen, was Sie wollen, wann Sie wollen und wo Sie wollen!) Da kann ich jetzt anschließen an das, was meine Kollegin Schwentner gesagt hat: Wenn Hymne Ihre Identität ist, und diese Hymne ist männlich, dann heißt
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Und wenn ich jetzt die Krokodilstränen aus orange-blauen Kreisen höre über diese „Verhunzung“ – der Kollege Scheibner war ja ganz gerührt darüber, wo Frauen in unserem Land überall noch nicht anerkannt sind und noch nicht gleichberechtigt sind (Zwischenruf des Abg. Scheibner); ja, es mag ein anderer aus Ihrer Runde gewesen sein, Herr Kollege; wenn Sie nicht dafür sind, dass Frauen gleichberechtigt werden, nehmen wir das auch zur Kenntnis –: Natürlich brauchen wir in Richtung Kinderbetreuung, natürlich brauchen wir in Richtung Sozialversicherung Mehrwerte, aber denken Sie, die ja immer wieder sagen, sie sprechen für die Kriegsgeneration, bitte daran, wie viele Frauen nach 1945 am Aufbau dieses Österreich mitgearbeitet haben, keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben und heute schandbare Pensionen bekommen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie waren gegen !)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie waren gegen !
Und wenn ich jetzt die Krokodilstränen aus orange-blauen Kreisen höre über diese „Verhunzung“ – der Kollege Scheibner war ja ganz gerührt darüber, wo Frauen in unserem Land überall noch nicht anerkannt sind und noch nicht gleichberechtigt sind (Zwischenruf des Abg. Scheibner); ja, es mag ein anderer aus Ihrer Runde gewesen sein, Herr Kollege; wenn Sie nicht dafür sind, dass Frauen gleichberechtigt werden, nehmen wir das auch zur Kenntnis –: Natürlich brauchen wir in Richtung Kinderbetreuung, natürlich brauchen wir in Richtung Sozialversicherung Mehrwerte, aber denken Sie, die ja immer wieder sagen, sie sprechen für die Kriegsgeneration, bitte daran, wie viele Frauen nach 1945 am Aufbau dieses Österreich mitgearbeitet haben, keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt haben und heute schandbare Pensionen bekommen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Sie waren gegen !)
Abg. Scheibner: Und das ist nicht populistisch, was Sie jetzt machen?
Wir alle wissen, ein höheres Strafausmaß, ein Strafausmaß überhaupt hält potenzielle Täter nicht davon ab, eine Tat zu begehen! (Abg. Markowitz: ... soll man machen?) Oder – Kollege Westenthaler ist leider nicht hier – werden Menschen in Kenntnis des Strafausmaßes für falsche Zeugenaussage – und wir haben hier im Haus Menschen, die rechtskräftig verurteilt sind, Kollege Westenthaler ist einer davon (Abg. Scheibner: Und das ist nicht populistisch, was Sie jetzt machen?) – dann wirklich davon abgehalten, diese Straftat zu begehen, nur weil sie das Strafausmaß kennen? (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Wir wissen ganz genau, dass das nicht so ist. (Abg. Scheibner: ... Kinderrechte mit Ihrem Parteipopulismus!)
Abg. Scheibner: ... Kinderrechte mit Ihrem Parteipopulismus!
Wir alle wissen, ein höheres Strafausmaß, ein Strafausmaß überhaupt hält potenzielle Täter nicht davon ab, eine Tat zu begehen! (Abg. Markowitz: ... soll man machen?) Oder – Kollege Westenthaler ist leider nicht hier – werden Menschen in Kenntnis des Strafausmaßes für falsche Zeugenaussage – und wir haben hier im Haus Menschen, die rechtskräftig verurteilt sind, Kollege Westenthaler ist einer davon (Abg. Scheibner: Und das ist nicht populistisch, was Sie jetzt machen?) – dann wirklich davon abgehalten, diese Straftat zu begehen, nur weil sie das Strafausmaß kennen? (Zwischenrufe beim BZÖ.) – Wir wissen ganz genau, dass das nicht so ist. (Abg. Scheibner: ... Kinderrechte mit Ihrem Parteipopulismus!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Endlich!
Ich bedanke mich schließlich auch dafür, dass wir diesen Schritt in die richtige Richtung mit breitem Konsens hier machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Endlich!)
Abg. Scheibner: ... schon länger!
Mein alter Freund Roland Girtler, ein hervorragender Mann der Soziologie, hat jetzt ein Buch herausgebracht: „Rotwelsch: Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden“. Ich habe mir gedacht, ich verehre es Ihnen. (Abg. Scheibner: ... schon länger!) – Das ist recht neu, im Böhlau Verlag erschienen; das gab es schon einmal, aber das ist eine Neuauflage. „Zaster“ und „Marie“ kommen auf den Seiten 23, 24 und 172 vor. Es hat übrigens auch ein hervorragendes Stichwortverzeichnis, mit dem es möglichen Mitgliedern der Bundesregierung Ihrer Fraktion durchaus gelingen könnte, neue, griffige Wortverbindungen auszuschöpfen.
Abg. Scheibner: Entschuldigung! Ich war schon im Ausschuss dafür!
Ich möchte darauf hinweisen, dass seit der Tagung des Europäischen Rates in Tampere der Ausbau der justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen innerhalb der Europäischen Union nach dem Grundsatz der gegenseitigen Anerkennung und Vollstreckung gerichtlicher Entscheidungen erfolgt. Ich bin froh, dass die Freiheitliche Partei und das BZÖ zur Einsicht gekommen sind (Abg. Scheibner: Entschuldigung! Ich war schon im Ausschuss dafür!) – okay, die Freiheitliche Partei zur Einsicht gekommen ist (Zwischenruf bei der FPÖ) –, dieser Vorlage zuzustimmen.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Schon bisher war es ja so, dass über einen Pauschalbetrag für sozialversicherungsrechtliche Verfahren die Sozialversicherungsträger etwas überwiesen haben. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wenn ich das richtig verstanden habe, wird das jetzt auf ein kostendeckendes Niveau angehoben, was an sich auch sinnvoll ist, weil – und das ist der Hintergrund – diese Verfahren ja gebührenfrei sind. Wenn die Justiz das nicht ersetzt bekommt, dann besteht die eminente Gefahr, dass in Zukunft die Parteien diese Gebühren – nämlich für Sachverständige und Zeugen – zahlen müssen. (Abg. Scheibner: Aber jetzt wird nicht mehr pauschaliert!)
Abg. Scheibner: Aber jetzt wird nicht mehr pauschaliert!
Schon bisher war es ja so, dass über einen Pauschalbetrag für sozialversicherungsrechtliche Verfahren die Sozialversicherungsträger etwas überwiesen haben. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wenn ich das richtig verstanden habe, wird das jetzt auf ein kostendeckendes Niveau angehoben, was an sich auch sinnvoll ist, weil – und das ist der Hintergrund – diese Verfahren ja gebührenfrei sind. Wenn die Justiz das nicht ersetzt bekommt, dann besteht die eminente Gefahr, dass in Zukunft die Parteien diese Gebühren – nämlich für Sachverständige und Zeugen – zahlen müssen. (Abg. Scheibner: Aber jetzt wird nicht mehr pauschaliert!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Das hielte ich für problematisch, und ich finde es auch richtig, dass die Sozialversicherungsträger das ersetzen (Zwischenruf des Abg. Scheibner), denn in einem anderen Bereich subventioniert die Justiz das Gesundheitssystem, nämlich beim Maßnahmenvollzug, durch den die Länder die Spitalskosten auf Privatpatiententarifniveau abgegolten bekommen haben – und das ist nicht korrekt, sich seitens der Länder auf Kosten des Justizbudgets etwas dazuzuverdienen. Daher halte ich es für richtig, dass der Beitrag der Sozialversicherungsträger gesteigert wird.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich weiß schon, dass die Justiz knappe Budgets hat, und ein von mir sehr geschätzter Beamter hat mir sozusagen ausrichten lassen – ich nehme das ein bisschen als Fluch –, er wünscht uns in die Regierung, weil wir das ständig thematisieren, dann sollen wir die Finanzierungsprobleme der Justiz lösen. Diesen Fluch nehme ich auf. Möge der Wähler so entscheiden! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: ... gar nicht wissen!
Noch zwei Sätze zu den anderen Gesetzen: Kollege Scheibner, bei der Frage des Entfalls des Gerichtstages geht es natürlich immer um die Fragen Service und Bürgernähe. Ich glaube nur, dass das in diesem Fall vertretbar ist, weil die Praxis bei den Gerichtstagen so ist, dass kaum Rechtsschutzsuchende kommen (Abg. Scheibner: ... gar nicht wissen!) und die betroffenen Richterinnen und Richter in der Regel umsonst in einem Gebäude sitzen, das nicht die Infrastruktur hat, dass sie eine andere Arbeit erledigen können. Das heißt, sie haben einen Anreiseweg, sie sitzen dort, es kommt niemand, und sie fahren wieder nach Hause. Das ist ein Einsparungsvolumen.
Abg. Scheibner: Das heißt, Sie verzichten auf 12 Millionen €!
Warum erst im Jahr 2013? – Die Erklärung ist darin zu sehen, dass andernfalls das Bundesfinanzrahmengesetz hätte geändert werden müssen, und um das Bundesfinanzrahmengesetz eben nicht ändern zu müssen, tritt diese Regelung erst 2013 in Kraft. Erst dann kommt es zur Ersetzung der tatsächlichen Kosten. (Abg. Scheibner: Das heißt, Sie verzichten auf 12 Millionen €!) Es hätte eben das Bundesfinanzrahmengesetz geändert werden müssen. Wir konnten uns darauf einigen, dass diese neue Berechnungsmethode, diese neue Zahlungsmethode ab 2013 erfolgen wird. Aber das war, wie gesagt, schon im Justizausschuss so, es wurde jetzt nur klarer und deutlicher gefasst.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
wird. – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jury: Das stimmt nicht! – Abg. Scheibner: Das ist falsch!
Diese unvorstellbare Zahlungslast wäre gewiss dem Bund überantwortet worden, und das galt es zu verhindern. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Jury: Das stimmt nicht! – Abg. Scheibner: Das ist falsch!)
Sitzung Nr. 137
Abg. Scheibner: Ach so? Du?
Meine Damen und Herren, betreffend die Schalmeientöne der Opposition, die da gelautet haben, sie hatte keine ernsthaften Gespräche mit dem Herrn Bundeskanzler: Wer ist denn der Vertreter des Souveräns in unserem Lande? (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wie viel Prozent haben Sie denn in Wien?) Das sind doch wir, meine Damen und Herren, als Mandatare! Wir beschließen Verfassungsgesetze, wir beschließen einfache Gesetze (Abg. Scheibner: Ach so? Du?), und nicht die Bundesregierung.
Abg. Scheibner: Unverantwortlich ist, dass Sie nicht verhandeln wollen!
Ich verstehe daher dieses Zieren nicht, hier eine vertrauensbildende Maßnahme zu setzen, die dann auseinanderfällt in jene Maßnahmen, die wir in Budgetbegleitgesetzen zu beschließen haben, nämlich jene konkreten Sparmaßnahmen dann hier zur Bedingung zu machen für eine Maßnahme, die eigentlich nur zum Vorteil Österreichs wäre. Wenn man sich aus dieser Verantwortung stiehlt, weil man in der Kleinkariertheit verharrt und hier nur seine persönlichen Vorteile haben will als Partei, insbesondere das BZÖ, weil man möglichst lange im Gespräch sein will, um dann doch Nein zu sagen, um vielleicht die Medien etwas zu füllen, dann halte ich das für unverantwortlich. Ich halte diese Vorgangsweise für unverantwortlich. (Abg. Scheibner: Unverantwortlich ist, dass Sie nicht verhandeln wollen!)
Abg. Scheibner: Ein großer Unsinn ist das!
Ein zweiter Bereich, den ich noch ganz kurz ansprechen möchte – schade, es gibt bis jetzt auch dazu keinen Redebeitrag –: unser Antrag, die Personalvertretung auch Milizsoldaten zugänglich zu machen. Ich denke, das wäre auch ein richtiger, wichtiger Schritt gewesen (Abg. Scheibner: Ein großer Unsinn ist das!), um auch unseren Milizsoldaten die Möglichkeit zu geben, bei Übungen, aber auch bei Katastropheneinsätzen eine entsprechende Vertretung zu haben. (Abg. Scheibner: Die brauchen keine Personalvertreter!)
Abg. Scheibner: Die brauchen keine Personalvertreter!
Ein zweiter Bereich, den ich noch ganz kurz ansprechen möchte – schade, es gibt bis jetzt auch dazu keinen Redebeitrag –: unser Antrag, die Personalvertretung auch Milizsoldaten zugänglich zu machen. Ich denke, das wäre auch ein richtiger, wichtiger Schritt gewesen (Abg. Scheibner: Ein großer Unsinn ist das!), um auch unseren Milizsoldaten die Möglichkeit zu geben, bei Übungen, aber auch bei Katastropheneinsätzen eine entsprechende Vertretung zu haben. (Abg. Scheibner: Die brauchen keine Personalvertreter!)
Abg. Scheibner: Die haben andere Probleme, nicht die Personalvertretung!
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie als ehemaliger Verteidigungsminister wissen auch, dass die Miliz noch immer einen Großteil des Rückgrats des Bundesheeres darstellt, und daher sollten auch diese Personen eine entsprechende Vertretung haben. (Abg. Scheibner: Die haben andere Probleme, nicht die Personalvertretung!)
Sitzung Nr. 139
Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Scheibner: Dann werden Sie stärker!
Ich möchte auch nicht verhehlen, dass die Art und Weise, wie Gipfel vorbereitet wurden, nicht meine Zustimmung findet. Dass uns zwei immer vorgeben, was zu geschehen hat, kann auch nicht im Interesse eines starken Europas sein. Es ist nicht angebracht, ein Direktorium anzudenken, sondern es ist angebracht, dass wir wieder alle miteinander einen Gipfel vorbereiten. (Zwischenruf des Abg. Neubauer. – Abg. Scheibner: Dann werden Sie stärker!) Ich habe diese Kritik auch an der richtigen Stelle angebracht, und ich hoffe, dass auch andere Signale zukünftig gesendet werden. (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) Auch kleine und mittlere Länder in der Europäischen Union haben ihren Stellenwert, und den müssen wir zukünftig stärker betonen, als das heute der Fall ist. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Einigen Sie sich mit Ihrem Koalitionspartner!
Daher: Eine offene Diskussion mit Ihnen, gehen Sie mit, gehen Sie mit uns diesen Weg: eine verfassungsmäßige Verankerung der Schuldenbremse, kein Junktim, kein Agieren, kein Politisches-Kleingeld-Wechseln auf dem Rücken der Österreicher, damit die einen ihre Steuervorschläge gegen die anderen durchbekommen! (Abg. Scheibner: Einigen Sie sich mit Ihrem Koalitionspartner!)
Abg. Scheibner: Er hört eh nicht zu!
Jetzt haben wir vier wesentliche Faktoren, die alle in die gleiche Richtung dazu führen werden, dass wir schnurstracks nicht nur an sich schon auf eine Rezession zusteuern, sondern dass die europäische Politik, wenn sie sonst nichts tut als das, was da am Gipfel beschlossen wurde, was Sie so gelobt haben, Herr Vizekanzler, genau diese Krise verschärft. (Abg. Scheibner: Er hört eh nicht zu!)
Abg. Scheibner: Was machen Sie denn dagegen?
Zum Hauptproblem, mit dem dieses Europa heute zu kämpfen hat, und beim letzten Gipfel hat ja das wiederum der britische Premierminister bewiesen: Wir wären so viel weiter, wenn nicht aus purem nationalen Egoismus gehandelt werden würde, in diesem Fall für die City of London und für die Spekulanten. (Abg. Strache: Ist ein echtes Zugpferd, der Matznetter!) Da glaubt ein Regierungschef, er kann hier die anderen, die bereit sind, auch in der Krise gemeinsam Lösungen anzustreben, torpedieren. (Abg. Scheibner: Was machen Sie denn dagegen?) Aber wir haben nicht nur in Großbritannien solche Leute, wir haben sie in jedem einzelnen Land sitzen.
Sitzung Nr. 140
Abg. Scheibner: Das war aber sehr sinnvoll! Das war aber was Sinnvolles!
Angedeutet wird dafür, dass der Außenminister im Jahr 2010 sieben Mal mit dem Außenminister des Sudans zusammengetroffen ist. Ob das so wichtig ist für Österreich? Ob das unser Schwerpunkt ist? Ob da unsere Interessen gewahrt sind? (Abg. Scheibner: Das war aber sehr sinnvoll! Das war aber was Sinnvolles!) Das Buch verwendet das schöne Wort, es würde dadurch die Visibilität Österreichs gesteigert. Und laut Ansicht des Außenministers grenzt der Sudan an Gramatneusiedl oder befindet sich in der Nähe, weil er meint, durch die Kritik am siebenmaligen Treffen des Außenministers würde man die Außenpolitik auf Gramatneusiedl beschränken. Auch interessant.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Scheibner.
Es ist aber wichtig, das zu befördern, weil das eine Überlebensfrage für den großen europäischen Wirtschafts- und Kulturraum ist. Und es ist wichtig, dass wir mit unserer Tradition und Erfahrung vielleicht sogar noch mehr einbringen können. Das heißt: Eine Zukunft Europas ist ohne Ausbau der Demokratie und Berücksichtigung der nationalen Identitäten und Eigenheiten nicht möglich. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Scheibner.)
Abg. Scheibner: Ist ja nichts Neues!
Frau Kollegin Schenk! Wenn Sie vorher gemeint haben, dass es in der letzten Ausschusssitzung bei der Abstimmung Unstimmigkeiten innerhalb der Regierungskoalition gegeben hat (Abg. Scheibner: Ist ja nichts Neues!), dann kann ich Ihnen sagen: Das ist nur deshalb passiert, weil die Vorsitzende den Antrag nicht so klar formuliert hat. Deswegen ist es zu Unstimmigkeiten gekommen, aber nicht, was das Inhaltliche betrifft. Bleiben wir da bei der Wahrheit! (Abg. Scheibner: Das ist vielleicht deine Wahrheit, aber nicht die Wirklichkeit!)
Abg. Scheibner: Das ist vielleicht deine Wahrheit, aber nicht die Wirklichkeit!
Frau Kollegin Schenk! Wenn Sie vorher gemeint haben, dass es in der letzten Ausschusssitzung bei der Abstimmung Unstimmigkeiten innerhalb der Regierungskoalition gegeben hat (Abg. Scheibner: Ist ja nichts Neues!), dann kann ich Ihnen sagen: Das ist nur deshalb passiert, weil die Vorsitzende den Antrag nicht so klar formuliert hat. Deswegen ist es zu Unstimmigkeiten gekommen, aber nicht, was das Inhaltliche betrifft. Bleiben wir da bei der Wahrheit! (Abg. Scheibner: Das ist vielleicht deine Wahrheit, aber nicht die Wirklichkeit!)
Sitzung Nr. 141
Abg. Scheibner: Na hätten Sie es lieber, wenn es der Steuerzahler bezahlt?
Damit wird ausgerechnet Saudi-Arabien, wo der Wahhabismus, der ja eine extrem fundamentalistische, extrem rigide und unterdrückerische Interpretation der Religion Islam ist, ausgerechnet dieses Land, ausgerechnet dieses Regime wird zum angeblichen Vertreter von 1,5 Milliarden Muslimen und Musliminnen weltweit auserkoren. Dieses Regime wird mindestens einen der angeblichen Vertreter von Muslimen und Musliminnen weltweit ernennen. Dieses Regime hat einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro investiert, um ein Ringstraßenpalais zu kaufen, wo das Zentrum seinen Sitz haben wird. (Abg. Scheibner: Na hätten Sie es lieber, wenn es der Steuerzahler bezahlt?) Nein, nein! (Abg. Scheibner: Na also! Seien wir doch froh, dass es wer bezahlt!)
Abg. Scheibner: Na also! Seien wir doch froh, dass es wer bezahlt!
Damit wird ausgerechnet Saudi-Arabien, wo der Wahhabismus, der ja eine extrem fundamentalistische, extrem rigide und unterdrückerische Interpretation der Religion Islam ist, ausgerechnet dieses Land, ausgerechnet dieses Regime wird zum angeblichen Vertreter von 1,5 Milliarden Muslimen und Musliminnen weltweit auserkoren. Dieses Regime wird mindestens einen der angeblichen Vertreter von Muslimen und Musliminnen weltweit ernennen. Dieses Regime hat einen zweistelligen Millionenbetrag in Euro investiert, um ein Ringstraßenpalais zu kaufen, wo das Zentrum seinen Sitz haben wird. (Abg. Scheibner: Na hätten Sie es lieber, wenn es der Steuerzahler bezahlt?) Nein, nein! (Abg. Scheibner: Na also! Seien wir doch froh, dass es wer bezahlt!)
Abg. Scheibner: Seid doch froh, dass es einmal nicht so ist!
Ich könnte das jetzt fortsetzen. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Bitte nicht!) – Das wundert mich bei der FPÖ, muss ich übrigens sagen, dass es da von der FPÖ, die ja bei jeder Gelegenheit, sobald das Wort „Islam“ fällt, von Fundamentalismus und Terror und so weiter redet und sagt, dass die Muslime alle so undemokratisch seien, dass es da keine Reaktion von der FPÖ gibt. (Abg. Scheibner: Seid doch froh, dass es einmal nicht so ist!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es hätte ja auch der Herr Erdogan diese 20 Millionen bezahlen können! Warum hat er das nicht?
Es ist offensichtlich überhaupt kein Problem für die FPÖ, dass der Wahhabismus in Wien eine Bühne bekommt, dass Saudi-Arabien im Namen von 1,5 Milliarden Moslems sprechen darf. Ich nehme an, das ist sogar im Interesse der FPÖ, damit sie alle Muslime in Bausch und Bogen der Zurückgebliebenheit und der Radikalität und des Terrors bezichtigen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Es hätte ja auch der Herr Erdogan diese 20 Millionen bezahlen können! Warum hat er das nicht?)
Sitzung Nr. 143
Abg. Scheibner: 6 Prozent Erhöhung ...!
Da bin ich schon beim ganz wichtigen Thema Pensionen, und da bin ich schon etwas irritiert, dass Herr Abgeordneter Westenthaler hier gemeint hat, es kommt zu einem Pensionsraub. Ich kann mich daran erinnern, dass der einzige Pensionsraub, den es in diesem Lande gegeben hat, unter einem blauen Sozialminister durchgeführt worden ist. (Zwischenrufe beim BZÖ.) Hätte es damals nicht die ganz aktiven Maßnahmen der ArbeitnehmerInnenorganisationen gegeben (Abg. Scheibner: 6 Prozent Erhöhung ...!), so hätte dieser Pensionsraub noch wesentlich schlimmer ausgesehen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Tamandl.)
Sitzung Nr. 144
Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Schauen Sie sich die Zahlen an!
Das Zweite ist aber schon: Wenn Sie sagen, dass die ÖBB überschuldet und quasi an die Wand gefahren werden, dann frage ich Sie nach den Namen der Totengräber. (Abg. Bucher: Warum mussten Sie gehen von der ÖBB?) Die haben nämlich einen Namen, die heißen Gorbach und Kukacka. Das sind die Totengräber der ÖBB. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.) Und Gorbach ist ein Parteikollege aus Ihren Reihen. Dann sollen wir das auch einmal erwähnen. Das war in Wirklichkeit das unglückselige Bundesbahnstrukturgesetz. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Schauen Sie sich die Zahlen an!)
Abg. Scheibner: Warum mussten Sie gehen, Herr Haberzettl?
Eigentlich wollen wir aber in Wirklichkeit die Infrastrukturinvestitionen abarbeiten. (Abg. Scheibner: Warum mussten Sie gehen, Herr Haberzettl?) Wir haben unter der Federführung der Frau Bundesminister, glaube ich, wirklich etwas geschafft, nämlich bei der Infrastruktur im hohen Investitionsrahmen doch vernünftige Einsparungen vorzunehmen, die auch kritisch im Zusammenhang mit der Arbeitsmarktentwicklung zu sehen sind: So werden am Brenner 450 Millionen € eingespart werden, ohne dass das Projekt wirklich in Gefahr gerät. – Ich erinnere nur daran: Die Ersten, die gegen Einsparungen bei der Infrastruktur waren, waren auch die Landeshauptleute, insbesondere der Tiroler!
Abg. Scheibner: Der Verkehr, nicht „die Verkehre“!
Und wir sparen – ich sage es noch einmal – bei der Straße dreimal so viel im Vergleich zur Schiene, nämlich 2,8 Milliarden €, in den nächsten fünf Jahren. Da geht es nicht um Verschiebungen, da geht es darum, dass nicht alles als Autobahn gebaut werden muss, dass wir gute Verkehrslösungen für die Menschen in unserem Land auch erreichen können, indem wir Ortsumfahrungen schnell und kostengünstiger als Landesstraßen bauen. Ich bin sehr dankbar – auch nach vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen in den Ländern –, dass es uns gelingt, so zu bauen, dass wir die Verkehre auch menschenfreundlich und umweltfreundlich organisieren. (Abg. Scheibner: Der Verkehr, nicht „die Verkehre“!)
Abg. Scheibner: Das katastrophal war, das wissen Sie!
Ich glaube, auch an die Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen, mit diesem Europäische-Bürgerinitiative-Gesetz schaffen wir es, auch ein besonderes Beispiel des Parlamentarismus zu zeigen. Wir haben dieses Gesetz mittels eines Initiativantrages im vergangenen Herbst eingebracht. Wir haben zu diesem Gesetz auch ein Hearing hier im Hause durchgeführt (Abg. Scheibner: Das katastrophal war, das wissen Sie!), wir haben es intensivst diskutiert. Wir haben das mit den Grünen sehr intensiv diskutiert. Sie vom BZÖ haben sich nicht besonders daran beteiligt, Sie haben nur im Ausschuss ein paar Meldungen abgegeben. (Abg. Scheibner: Alle Experten haben das Gesetz zerrissen! Seien Sie doch nicht so überheblich!) Wir haben danach auch intensiv über einen Entschließungsantrag gesprochen, der die Schwächen in diesem Bereich beheben soll.
Abg. Scheibner: Alle Experten haben das Gesetz zerrissen! Seien Sie doch nicht so überheblich!
Ich glaube, auch an die Damen und Herren zu Hause vor den Bildschirmen, mit diesem Europäische-Bürgerinitiative-Gesetz schaffen wir es, auch ein besonderes Beispiel des Parlamentarismus zu zeigen. Wir haben dieses Gesetz mittels eines Initiativantrages im vergangenen Herbst eingebracht. Wir haben zu diesem Gesetz auch ein Hearing hier im Hause durchgeführt (Abg. Scheibner: Das katastrophal war, das wissen Sie!), wir haben es intensivst diskutiert. Wir haben das mit den Grünen sehr intensiv diskutiert. Sie vom BZÖ haben sich nicht besonders daran beteiligt, Sie haben nur im Ausschuss ein paar Meldungen abgegeben. (Abg. Scheibner: Alle Experten haben das Gesetz zerrissen! Seien Sie doch nicht so überheblich!) Wir haben danach auch intensiv über einen Entschließungsantrag gesprochen, der die Schwächen in diesem Bereich beheben soll.
Abg. Scheibner: Aber nur denen mit Reisepass!
Im Vergleich dazu möchte ich ganz besonders auch die Freiheitliche Partei ansprechen, denn die verhält sich hier wenigstens kongruent im Unterschied zu Ihnen vom BZÖ. Sie hat die direkte Demokratie gefordert und stimmt heute dieser Vorlage auch zu, weil sie verstärkt für direkte Demokratie eintritt. Das ist das, was vielleicht auch der Prozess im Rahmen des Ausschusses ausgemacht hat: dass wir nun eine Vier-Parteien-Lösung zustande bringen, um den europäischen Bürgerinnen und Bürgern und den Österreicherinnen und Österreichern Europa näherzubringen. (Abg. Scheibner: Aber nur denen mit Reisepass!) Mehr Bürgernähe für Europa, mehr direkte Demokratie in Europa – das gehört gefeiert und nicht kritisiert, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Aber man bewirkt ja nichts damit! Haben Sie gelesen, was man damit bewirkt? Gar nichts!
Das bedeutet eine Stärkung der Partizipation und ermöglicht Österreich schon durch eine geringe Anzahl von Unterschriften – Sie haben gesagt 1 Million; ich muss das für die Zuhörerinnen und Zuhörer verdeutlichen, denn in Österreich braucht es 14 250 Stimmen; das wäre Ihnen bei jedem einzelnen Volksbegehren sicher zu wenig, wenn sie nur 14 250 erreichten – daran teilzuhaben, dass eine Initiative an die Europäische Kommission zustande kommt, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Aber man bewirkt ja nichts damit! Haben Sie gelesen, was man damit bewirkt? Gar nichts!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Wir beschließen heute das erste direktdemokratische Instrument auf europäischer Ebene. Sie haben mir vorhin Euphorie unterstellt, Herr Kollege Scheibner (Zwischenruf des Abg. Scheibner) – Sie haben das dann eh wieder zurückgenommen –, Euphorie im Verfassungsausschuss.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Euphorisch bin ich bei anderen Angelegenheiten, in diesem Fall nicht, aber ich freue mich schon. Ich freue mich, weil es gelungen ist – und vor allem: unter federführender Mitarbeit der Grünen auf europäischer und auch auf nationaler Ebene gelungen ist (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, diese Europäische BürgerInneninitiative in dieses Stadium zu bringen, in dem sie jetzt ist.
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.
Ich kann gerne das Bild vom zarten Pflänzchen aufgreifen: Ja, auch wir sehen das als zartes Pflänzchen, auch wir hätten uns mehr gewünscht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.) Wir hätten uns eine Verbindlichkeit gewünscht, wir hätten uns Volksabstimmungen auf europäischer Ebene gewünscht und vieles mehr.
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.
Aber: Wir Grüne haben einen anderen Umgang mit zarten Pflänzchen, wie Sie wissen, wir steigen nicht drauf, sondern wir schauen, dass diese zarten Pflänzchen weiterwachsen. (Beifall bei den Grünen.) Und das haben wir in den letzten Wochen auch getan: Wir sind in ernsthafte Verhandlungen gegangen – im Gegensatz zu den anderen beiden Oppositionsparteien sind wir nicht in Frontalopposition gegangen – und haben genau die Punkte angesprochen, die Sie heute auch angesprochen haben, die wir auf das Schärfste kritisiert haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner.
Punkt 1: der Identitätsnachweis. Man kann lange darüber diskutieren, ob überhaupt ein Identitätsnachweis erforderlich ist oder nicht. Was wir aber sehr wohl kritisiert haben, ist, dass Reisepass und Personalausweis als Ausweise, die hier ausschließlich Gültigkeit haben, sicher zu wenig sind. Es gibt sehr viele Menschen, die weder den einen noch den anderen Ausweis besitzen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner.) Ich habe aktuell eine Anfrage an die Innenministerin gestellt, und wir werden sehen, wie viele Menschen das sind.
neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann
Sie wissen ganz genau, dass Österreich jetzt nicht anders hätte handeln können, weil das nämlich in der Verordnung drinnen steht (neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann), so wie es in Deutschland nicht in der Verordnung steht. (Beifall bei den Grünen.) Es ist eben in jedem Land anders geregelt, und wir können nicht einfach eine Regelung anders machen, als es in der Verordnung steht. Aber was wir machen können – und da sind wir halt pragmatisch und sagen, diesen Weg gehen wir –, ist, dass die Regierung in Verhandlungen geht (Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!) und sich im Rahmen der Evaluierung auch anschaut, welche Bedeutung diese Hürde für die Durchführung von Europäischen BürgerInneninitiativen hat.
Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!
Sie wissen ganz genau, dass Österreich jetzt nicht anders hätte handeln können, weil das nämlich in der Verordnung drinnen steht (neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann), so wie es in Deutschland nicht in der Verordnung steht. (Beifall bei den Grünen.) Es ist eben in jedem Land anders geregelt, und wir können nicht einfach eine Regelung anders machen, als es in der Verordnung steht. Aber was wir machen können – und da sind wir halt pragmatisch und sagen, diesen Weg gehen wir –, ist, dass die Regierung in Verhandlungen geht (Abg. Scheibner: Ja, aber die deutsche Regelung hätten wir schon ...!) und sich im Rahmen der Evaluierung auch anschaut, welche Bedeutung diese Hürde für die Durchführung von Europäischen BürgerInneninitiativen hat.
Abg. Scheibner: Ja, das hätten Sie durchsetzen können! Hätten Sie halt Nein gesagt!
Aber so zu tun, als wäre hier nicht einiges erledigt worden, und so zu tun, als würde hier nicht ein Bewusstsein bestehen, dass der Identitätsnachweis ein Problem ist (Abg. Scheibner: Ja, das hätten Sie durchsetzen können! Hätten Sie halt Nein gesagt!), dass die Kosten für das Onlinesammelsystem ein Problem sind, das ist leider wirklich Realitätsverweigerung.
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner
Und es ist auch so, Herr Kollege Widmann, wenn Sie die aktuellen nationalen Volksbegehren zum Vergleich heranziehen, dass man da schon unterscheiden muss: Bei der Europäischen Bürgerinitiative handelt es sich um eine – unter Anführungszeichen – „private“ Sammlung durch Initiativen auf der Straße oder online. Bei den Volksbegehren, die wir hier in Österreich jetzt haben, handelt es sich noch immer um eine amtliche Sammlung, das heißt, man muss zu einem Magistrat, auf die Gemeinde gehen und dort auch einen Ausweis vorweisen. Es ist ja nicht so, dass man in Österreich keinen Ausweis vorweisen muss (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Widmann und Scheibner), nicht den Reisepass, da gebe ich Ihnen ja vollkommen recht; das haben wir auch hier mit hineingenommen und verändert.
Abg. Scheibner: Aber das geht ja wohl mit einem Führerschein auch, oder? – Amtlicher Lichtbildausweis!
Ich halte es im Gegensatz zum Kollegen Scheibner für durchaus angebracht, den Pass oder Personalausweis als Identifikationsmerkmal heranzuziehen, weil es möglich sein muss, doppelte Unterschriften auszusortieren (Abg. Scheibner: Aber das geht ja wohl mit einem Führerschein auch, oder? – Amtlicher Lichtbildausweis!), weil es möglich sein muss, zu verhindern, dass jemand das Telefonbuch abschreibt und viele Leute nicht wissen, dass ihr Name dazu missbraucht wird, um eine Initiative zu unterstützen, die sie vielleicht gar nicht unterstützen wollen. Um das zu verhindern, halte ich als Identifikationsnachweis den Pass oder den Personalausweis für richtig, gestehe aber zu, wenn wir andere Systeme, andere Ausweise so weit bringen, dass sie überprüfbar sind, muss man natürlich darüber nachdenken, auch das zu ermöglichen.
Abg. Scheibner: Hättet ihr etwas Gescheites vorgelegt!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Ich bin eigentlich überrascht, dass wir heute hier zu keiner Fünf-Parteien-Einigung kommen. Ich bedauere das. (Abg. Scheibner: Hättet ihr etwas Gescheites vorgelegt!) Zu Recht wird immer wieder kritisiert, dass die Europäische Union ein Defizit hat, was Bürgernähe und Bürgerbeteiligung betrifft. Und wenn dann einmal ein Ansatz da ist – da bin ich ganz beim Klubobmann Strache –, ein zartes Pflänzchen, ein Beginn, dann wird das vom BZÖ wieder nicht unterstützt.
Abg. Scheibner: Langsamer sprechen! – Der Redner spricht weiterhin sehr schnell.
Und noch etwas: Ich als Abgeordneter in diesem Hause möchte Aufklärung in allen Punkten haben. Unterstellen Sie mir bitte nicht, dass ich gegen Aufklärung bin. – Das zu diesem Punkt. (Abg. Scheibner: Langsamer sprechen! – Der Redner spricht weiterhin sehr schnell.)
Der Redner hält am Tempo seines Vortrages fest. – Abg. Strache: Das ist eine Pflanzerei! – Abg. Scheibner – in Richtung Präsidium –: Herr Präsident, bitte!
(Der Redner hält am Tempo seines Vortrages fest. – Abg. Strache: Das ist eine Pflanzerei! – Abg. Scheibner – in Richtung Präsidium –: Herr Präsident, bitte!)
Abg. Scheibner: Das hat ja überhaupt niemand gesagt! Wo warst du denn die ganze Zeit? Das hat kein Mensch gesagt!
Es ist nicht so, wie das BZÖ sagt, dass wir da Vorreiter seien und es bei uns schon vor 25 Jahren so gewesen sei. (Abg. Scheibner: Das hat ja überhaupt niemand gesagt! Wo warst du denn die ganze Zeit? Das hat kein Mensch gesagt!) Ja wer hat denn vor 25 Jahren dafür gesorgt, dass die Bürgerinitiative in Österreich auch im Parlament eingebracht werden kann? – Die Grünen! 1986 sind wir in den Nationalrat eingezogen. Das war eine unserer zentralen Forderungen, dass es auch im Parlament direkte Instrumente gibt. (Abg. Scheibner: haben sie den Fux hinausgeschmissen! den Herbert Fux gehabt!)
Abg. Scheibner: haben sie den Fux hinausgeschmissen! den Herbert Fux gehabt!
Es ist nicht so, wie das BZÖ sagt, dass wir da Vorreiter seien und es bei uns schon vor 25 Jahren so gewesen sei. (Abg. Scheibner: Das hat ja überhaupt niemand gesagt! Wo warst du denn die ganze Zeit? Das hat kein Mensch gesagt!) Ja wer hat denn vor 25 Jahren dafür gesorgt, dass die Bürgerinitiative in Österreich auch im Parlament eingebracht werden kann? – Die Grünen! 1986 sind wir in den Nationalrat eingezogen. Das war eine unserer zentralen Forderungen, dass es auch im Parlament direkte Instrumente gibt. (Abg. Scheibner: haben sie den Fux hinausgeschmissen! den Herbert Fux gehabt!)
Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!
Also wenn wir hier – und das sei in Richtung BZÖ gesagt – kritisieren, dass diese Europäische Bürgerinitiative als Instrument noch zu schwach und nicht ausreichend ist: Ja, sehr wohl, Kollege Scheibner, auch wir haben die Kritik formuliert. (Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!) Aber die Kritik, dass die Personalausweis- oder Reisepassnummer anzugeben ist, diese Kritik ist an die Bundesregierung zu richten (Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!) – zu Recht an die Bundesregierung! Wir werden doch nicht hier im Parlament gegen ein europäisches Instrument kämpfen und eintreten, nur weil die Bundesregierung im Annex etwas Falsches verhandelt hat. (Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!)
Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!
Also wenn wir hier – und das sei in Richtung BZÖ gesagt – kritisieren, dass diese Europäische Bürgerinitiative als Instrument noch zu schwach und nicht ausreichend ist: Ja, sehr wohl, Kollege Scheibner, auch wir haben die Kritik formuliert. (Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!) Aber die Kritik, dass die Personalausweis- oder Reisepassnummer anzugeben ist, diese Kritik ist an die Bundesregierung zu richten (Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!) – zu Recht an die Bundesregierung! Wir werden doch nicht hier im Parlament gegen ein europäisches Instrument kämpfen und eintreten, nur weil die Bundesregierung im Annex etwas Falsches verhandelt hat. (Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!)
Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!
Also wenn wir hier – und das sei in Richtung BZÖ gesagt – kritisieren, dass diese Europäische Bürgerinitiative als Instrument noch zu schwach und nicht ausreichend ist: Ja, sehr wohl, Kollege Scheibner, auch wir haben die Kritik formuliert. (Abg. Scheibner: Aber ihr habt euch nicht durchgesetzt!) Aber die Kritik, dass die Personalausweis- oder Reisepassnummer anzugeben ist, diese Kritik ist an die Bundesregierung zu richten (Abg. Scheibner: Ja, eh! Ihr hättet es in der Hand gehabt!) – zu Recht an die Bundesregierung! Wir werden doch nicht hier im Parlament gegen ein europäisches Instrument kämpfen und eintreten, nur weil die Bundesregierung im Annex etwas Falsches verhandelt hat. (Abg. Scheibner: Aber wir reden ja heute über ein Bundesgesetz!)
Abg. Scheibner: Ja, bei einem Antrag gibt es keine Fragen! – Abg. Dolinschek: Das ist ein Antrag, keine Anfrage!
Dass Sie da irgendwie die Kompetenzlage nicht ganz durchblickt haben, lässt sich daraus schließen, dass ich glaube gehört zu haben, dass Sie zu mir „Herr Finanzminister“ gesagt haben. Es gibt unehrenhaftere Vergleiche, aber da merkt man schon, dass der Inhalt doch irgendwie etwas dünn ausgestaltet ist, genau – zum Zweiten – auch deswegen, weil keine einzige Frage darin enthalten ist. (Abg. Scheibner: Ja, bei einem Antrag gibt es keine Fragen! – Abg. Dolinschek: Das ist ein Antrag, keine Anfrage!)
Abg. Scheibner: Weil wir sie eh schon haben!
Punkt 1: Rücknahme der Steuererhöhung? – Ehrlich gesagt haben wir im Unterschied zu anderen Ländern jetzt keine Steuererhöhung machen müssen beim Sparpaket. Das ist nicht vorgesehen. (Abg. Scheibner: Weil wir sie eh schon haben!) Ich habe Ihnen schon dargelegt, dass wir seit 2007 die Mineralölsteuer nicht angehoben haben. Wir haben das marginal gemacht. (Abg. Bucher: Was haben Sie?) Ich muss Ihnen auf der anderen Seite aber auch sagen, nach der Krise (Abg. Bucher: 2011 haben Sie sie das letzte Mal angehoben!) – um 5 Cent und 4 Cent – oder auch in der Krise haben Sie sich auch keine Sorgen gemacht, dass die Mehrwertsteuereinnahmen nicht wie budgetiert festzuschreiben waren, sondern zurückgegangen sind. Genau das Gleiche gilt für die Mineralölsteuer. Der Verbrauch war niedriger – die Mineralölsteuer ist verbrauchsbezogen –, daher war auch die Entwicklung niedriger. Sie haben da auch
Abg. Bucher: Das ist ja unfassbar! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ
Meine Damen und Herren! Was ist der Iran? – Der Iran ist ein Terrorregime, ein Regime, das die Völker des Iran unterdrückt, wo es die Scharia gibt und wo derzeit an einer Atombombe gebastelt wird. Und jetzt geht das BZÖ her – das ist sehr wichtig für die Fernsehzuschauer –, aber ich würde mir eines wünschen: Nehmen Sie das Wort „Menschenrechte“ nie mehr in den Mund (Abg. Bucher: Das ist ja unfassbar! – Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – anhaltende Zwischenrufe beim BZÖ), wenn Sie meinen, dass aus wirtschaftlichen Überlegungen die Europäische Union Maßnahmen gegen den Iran nicht ergreifen soll! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Bucher: eine Moral! Ungeheuerlich!) – Zur Moral kommen wir noch, Herr Kollege Bucher! (Abg. Bucher: Sie sind die größte Verbrecherpartei, die es überhaupt gibt! – Abg. Grosz: Woher haben Sie das Toupet?)
Abg. Scheibner: Na, dich brauchen wir mit deinen Belehrungen!
seite der Bundeswettbewerbsbehörde nachzuschauen, insbesondere was die Untersuchungen betrifft, die bereits durchgeführt worden sind. (Abg. Scheibner: Na, dich brauchen wir mit deinen Belehrungen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was war in der Regierung?
Was mich betrifft, zu den Zwischenrufern: Ich beschäftige mich seit dem Jahre 2007 mit Acta, habe als einziger Abgeordneter parlamentarische Anfragen eingebracht. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Und ich frage mich: Haben all jene, die jetzt Acta ablehnen, damals geschlafen? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Was war in der Regierung?)
Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, was ist jetzt mit dem Kollegen Westenthaler? Ihr Vorredner war der Kollege Scheibner und nicht der Kollege Westenthaler! – Zwischenruf des Abg. Markowitz.
Herr Westenthaler! All diese 13 500 jungen Männer, die sich allein im Jahr 2010 dafür entschieden haben, neun Monate Dienst an ihren Mitmenschen zu leisten, haben für die österreichische Gesellschaft sicher schon weit mehr beigetragen, als Sie das jemals gemacht haben und jemals in der Lage sein werden beizutragen, wenn ich Ihnen, Herr Westenthaler, das einmal sagen darf. (Abg. Grosz: Herr Kollege Heinzl, was ist jetzt mit dem Kollegen Westenthaler? Ihr Vorredner war der Kollege Scheibner und nicht der Kollege Westenthaler! – Zwischenruf des Abg. Markowitz.)
Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten!
öffentlich gemacht werden, hergeht und sagt: Moment, da gibt es einen Politiker, der deckt Dinge über mich auf. (Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!
Es gibt zwei Varianten: entweder ist der bei mir eingedrungen, hat sich bei mir die Daten selbst geholt, hat sich die Informationen gefladert (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!) oder – das ist die zweite Variante, auch die hatten wir schon, ich erinnere an die Frage des Laptop (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Ich weiß nicht, warum Sie so schreien, der Stadler war da anderer Meinung bei der Frage des Laptops von Pilz beispielsweise.
Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.
Es gibt zwei Varianten: entweder ist der bei mir eingedrungen, hat sich bei mir die Daten selbst geholt, hat sich die Informationen gefladert (Abg. Ing. Westenthaler: Vernaderung macht ihr ja nie! – Abg. Scheibner: Ihr lebt doch von solchen Geschichten bei anderen Parteien!) oder – das ist die zweite Variante, auch die hatten wir schon, ich erinnere an die Frage des Laptop (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner.) – Ich weiß nicht, warum Sie so schreien, der Stadler war da anderer Meinung bei der Frage des Laptops von Pilz beispielsweise.
Sitzung Nr. 146
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber von allen anderen auch!
Erstes Beispiel: Die Streichung der Spekulationsfrist beim Verkauf von Nebenwohnsitzen bringt bis zu 750 Millionen € pro Jahr. Wenn man weiß, dass das reichste Zehntel der Österreicher 85 Prozent aller Nebenimmobilien besitzt, dann sieht man, dass genau diese Steuer von dem reichsten Zehntel Österreichs beigesteuert werden wird. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Aber von allen anderen auch!)
Abg. Petzner: Wo sollen wir denn einsparen? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir bringen deshalb heute auch einen Entschließungsantrag ein, wo wir um den Erhalt dieser Bezirksgerichte in Kärnten kämpfen, weil wir bereits 1977 eine Reduktion durchgeführt und unseren Beitrag für die Republik auch geleistet haben. (Abg. Petzner: Wo sollen wir denn einsparen? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Wir wollen von der Justizministerin, dass sie diese geplante Schließung zurücknimmt, weil es einen Anschlag auf den ländlichen Raum und auf die ländliche Bevölkerung bedeutet. (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 148
Abg. Scheibner: Sie hat es ja nicht gelesen!
Außerdem enthält das Paket Punkte, Frau Finanzministerin, wo ich mich frage, ob Sie das mit einem geordneten und ruhigen Gewissen überhaupt noch vertreten können (Abg. Scheibner: Sie hat es ja nicht gelesen!), wie die Finanztransaktionssteuer, 1,5 Milliarden €, wozu Ihnen Ihr Kollege aus der Bundesrepublik Deutschland schon mitgeteilt hat, dass sie nicht möglich sein wird, dass sie auf europäischer Ebene nicht einführbar ist. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Sie haben 1,5 Milliarden € hineingestellt. (Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Hör auf!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herr Klubobmann Bucher, wenn etwas schändlich ist, dann ist das die Art und Weise, wie Sie in einer seit mittlerweile 18 Monaten extrem kritischen Situation in ganz Europa, in dieser schwierigen Situation der Republik versuchen, parteipolitisches Kleingeld hier zu wechseln. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Hör auf!) Diese Regierung handelt verantwortungsvoll in dieser Situation.
Abg. Scheibner: Das werden Sie in 29 Jahren noch bringen! – Gegenruf des Abg. Mag. Gaßner.
Was hat anno dazumal Schwarz-Blau dazu beigetragen? (Abg. Scheibner: Das werden Sie in 29 Jahren noch bringen! – Gegenruf des Abg. Mag. Gaßner.) Die Staatseinnahmen sind gesunken, weil zwar die ArbeitnehmerInnen immer mehr Abgaben zu zahlen haben, aber im Gegensatz dazu die Unternehmer und Unternehmerinnen mit Steuergeschenken – anno dazumal noch von Karl-Heinz Grasser mit Senkung der Körperschaftsteuer oder mit Einführung der Gruppenbesteuerung (Zwischenruf bei der ÖVP) – belohnt werden. Daraus alleine – das lassen Sie sich auf der Zunge zergehen – fehlen uns 4,66 Milliarden € an Einnahmen, die wir zusätzlich hereinbringen müssen, und die können nicht über soziale Einsparungen eingehoben werden.
Abg. Scheibner: Das ist ja ein Widerspruch, oder?
Dabei ist eine wichtige Maßnahme, ganz einfach sicherzustellen, dass die Verursacher dieser Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Beitrag dazu leisten, und ihn zu sichern, denn hochriskante Finanztransaktionen werden damit unattraktiv. (Abg. Dr. Strutz: Das stimmt ja nicht!) Es ist nicht so, dass es innerhalb der EU nicht auch schon die Möglichkeit gibt, denn selbst die EU-Kommission – vielleicht hören Sie mir jetzt genau zu – hat die Finanztransaktionssteuer in ihrem Budgetvoranschlag 2014–2020 festgeschrieben. (Abg. Scheibner: Das ist ja ein Widerspruch, oder?)
Abg. Scheibner: Das stimmt beides!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Ich bin schon ein wenig überrascht von den Einwendungen, die da heute kommen. (Abg. Öllinger: Ich auch!) – Sie werden aber nicht überrascht sein, Herr Kollege Öllinger, dass wir den Einwendungen nicht beitreten. Irgendwie ist es schon eigenartig, dass die Opposition das eine Mal sagt, es gehe nichts weiter, es sei alles zu langsam – das übliche Lamento. Jetzt geht wieder alles zu schnell, das Tempo ist zu hoch, man konnte sich nicht in der Tiefe überzeugen, ob das wohl alles sinnvolle Maßnahme sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt beides!) Also irgendwie muss sich die vereinigte Opposition einmal überlegen, was sie will. Diese Regierung handelt, diese Regierung versucht, die Staatsfinanzen wieder auf gesunde Beine zu stellen – und darum geht es, meine Damen und Herren! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wir fahren eh mit! Auf nach Brüssel!
Aber es muss keine Automatik geben, dass die Opposition verantwortungslos argumentiert, das muss es nicht geben. Woran wir hier immer wieder appellieren, ist, anhand von konkreten Beispielen sich da zusammenzufinden und gemeinsam für Österreich zu arbeiten! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wir fahren eh mit! Auf nach Brüssel!)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem Bausparen, Herr Kollege?
Bei diesem Paket von 98 Gesetzesänderungen, von hunderten Maßnahmen ist mir völlig klar, dass nicht jeder von uns mit allen Einzelheiten zufrieden ist. Gar keine Frage! (Abg. Scheibner: Was ist mit dem Bausparen, Herr Kollege?) Aber es ist ganz beachtlich, dass zwei Parteien mit zum Teil derartig unterschiedlichen ordnungspolitischen, gesellschaftspolitischen, wirtschaftspolitischen Grundpositionen ein so ausgewogenes Paket zustande gebracht haben: keine Massensteuern, keine Schädigung des Wirtschaftsstandortes, Offensivmaßnahmen für Wachstum und Beschäftigung.
Abg. Scheibner: Spekulanten?!
Und während sich andere für den Abbau des Sozialstaates entschieden haben, haben wir uns entschieden, auch auf die Erhöhung der Bankenabgabe, auf die Immobiliensteuer, auf die Solidarabgabe zu setzen. (Abg. Scheibner: Spekulanten?!) Das ist auch ein Beitrag für Gerechtigkeit in einem Land, wo wir zu Recht daran gemessen werden, ob wir dieses Ziel, die Finanztransaktionssteuer, auch auf europäischer Ebene mit vollem Einsatz verfolgen.
Abg. Scheibner: Dass die Spekulanten begünstigt werden!?
Ich kann Ihnen das auch aufzeigen: Von der Immobiliensteuer sind gewisse Immobilien betroffen. Und wir haben uns natürlich genau angesehen: Wem gehören diese Immobilien heute? Ich kann Ihnen sagen, 88 Prozent dieser Immobilien gehören den obersten, den reichsten 10 Prozent. Das heißt, dass auch 88 oder 90 Prozent dieser Steuer von den obersten 10 Prozent gezahlt werden. Ja, das halte ich für sozial ausgewogen und für sozial gerecht! (Abg. Scheibner: Dass die Spekulanten begünstigt werden!?)
Abg. Scheibner: Das ist ein Signal!
Auch ich sage: 98 Maßnahmen sind ein umfassendes Paket. Ich würde mich auch freuen, wenn die Bausparprämie bleiben würde, aber so zu übertreiben, als ob die Bausparprämie mit 18 € pro Jahr der Konjunkturturbo wäre, ist nicht gerechtfertigt. (Abg. Scheibner: Das ist ein Signal!) Ich meine, auch da sollte man die Kirche im Dorf lassen.
Abg. Scheibner: Wo sind die?
Was mittlerweile hoffentlich allen klar ist, ist der Umstand, dass das Reformpaket, das wir heute beschließen, nur ein erster Schritt sein kann. Wir müssen die Reformagenda bei den Pensionen, bei der Gesundheit und bei der Verwaltung auch weiter im Auge behalten, denn Staatsschulden durch großzügige Sozialromantik und mit einer Schieflage in der Umverteilungspolitik, die wir jahrzehntelang aufgebaut haben, können wir nur mit umfassenden Strukturreform in den Griff bekommen. (Abg. Scheibner: Wo sind die?) – Ich habe es schon betont: Ein erster Schritt ist eingeleitet, und wir müssen die Reformagenda weiter im Auge behalten, Herr Kollege! (Abg. Scheibner: Wo ist das?)
Abg. Scheibner: Wo ist das?
Was mittlerweile hoffentlich allen klar ist, ist der Umstand, dass das Reformpaket, das wir heute beschließen, nur ein erster Schritt sein kann. Wir müssen die Reformagenda bei den Pensionen, bei der Gesundheit und bei der Verwaltung auch weiter im Auge behalten, denn Staatsschulden durch großzügige Sozialromantik und mit einer Schieflage in der Umverteilungspolitik, die wir jahrzehntelang aufgebaut haben, können wir nur mit umfassenden Strukturreform in den Griff bekommen. (Abg. Scheibner: Wo sind die?) – Ich habe es schon betont: Ein erster Schritt ist eingeleitet, und wir müssen die Reformagenda weiter im Auge behalten, Herr Kollege! (Abg. Scheibner: Wo ist das?)
Abg. Scheibner: Wer ist das?
Meine Damen und Herren, ich betone da besonders: Dieses Modell gehört gefördert –und nicht wieder an den Pranger gestellt! Es gibt nämlich einige, die sich neue Lehrstellen und Arbeitsplätze in der Wirtschaft wünschen, aber die Unternehmer, die dazu notwendig sind, wollen sie nicht. Wer ein Modell präsentiert, bei dem Unternehmer Strafe zahlen sollen, wenn sie weniger Lehrlinge ausbilden, der erkennt die Realität nicht, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Wer ist das?) Dem gilt es entge-
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer macht das?
Unser duales Ausbildungssystem ist europaweit angesehen, wir haben das erst unlängst erlebt. Angefangen bei Kommissionspräsident Barroso schauen sich verschiedene Leute dieses Vorzeigemodell nun an. Ich meine, wir sollten gemeinsam daran arbeiten, dass wir das Image der Lehre weiter steigern können. Mit Vernaderung von Unternehmen können wir da nichts anfangen, das ist ganz klar! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wer macht das?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo?
Die Wirtschaft ist in einer guten Verfassung. Wenn man sich das genau anschaut, dann sieht man, dass die Wirtschaftsaussichten in Österreich deutlich besser sind, als befürchtet wird. Zwei Drittel der Unternehmerinnen und Unternehmer sehen die wirtschaftliche Entwicklung in ihren Unternehmen durchaus positiv, schenkt man einer „WirtschaftsBlatt“-Umfrage Glauben, und auf die Frage, ob das Sparpaket dem Wirtschaftsstandort Österreich schaden wird, sagen 65 Prozent der Befragten Nein. Das heißt, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass wir mit diesem Paket die richtigen Maßnahmen gesetzt haben, um Investitionen zu ermöglichen, um den Wirtschaftsstandort zu sichern und den Unternehmen das Unternehmen zu ermöglichen, was, wie ich meine, ein ganz wichtiger Punkt ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Wo?)
Abg. Dr. Matznetter: Lesen, Herr Scheibner!
Ich kann mich nicht erinnern, dass Folgendes ausgeschickt worden ist: ein Abänderungsantrag (Abg. Dr. Matznetter: Lesen, Herr Scheibner!) Ja, ich lese Ihnen das vor, Herr Kollege Matznetter! Ich glaube, nicht einmal Sie wissen, was da ausgeschickt worden ist und was nämlich eingebracht worden ist.
Abg. Grosz: Na gut, das war 1920! – Abg. Scheibner: Wir sind aber nicht im Jahr 1920!
Es ist das nicht verboten, das wissen Sie. Es ist rechtlich durchaus erlaubt. Ich habe mir einmal das Originaldokument der Österreichischen Bundesverfassung 1920, wie abgestimmt wurde, angeschaut. Da gibt es nur handschriftliche Änderungen. (Abg. Grosz: Na gut, das war 1920! – Abg. Scheibner: Wir sind aber nicht im Jahr 1920!) Alles andere war in Druckschrift. Ich sage es nur.
Abg. Scheibner: Wann soll man denn das machen? – Abg. Grosz: Soll man das schon mit 15 machen?
Kurzem eine Pressekonferenz in Graz, wo sie angeregt haben – es ist noch immer nicht beschlossen, aber sie haben es angeregt –, dass man einmal über ein verpflichtendes Sozialjahr nachdenken soll, aber nur dann, wenn jemand keinen Wehrdienst oder keinen Zivildienst macht oder wenn Frauen eben keine Kindererziehungszeiten haben, weil das auch ein guter Grundstock für viele andere Bereiche wäre. (Abg. Scheibner: Wann soll man denn das machen? – Abg. Grosz: Soll man das schon mit 15 machen?)
Beifall bei der FPÖ – Abg. Dr. Cap – in Richtung des Abg. Scheibner –: Das ist nur in der Klammer! Gibt es die Klammer in der Geschäftsordnung?
Das Amtliche Protokoll ist meines Erachtens korrekt (Beifall bei der FPÖ – Abg. Dr. Cap – in Richtung des Abg. Scheibner –: Das ist nur in der Klammer! Gibt es die Klammer in der Geschäftsordnung?) und gibt den Sitzungsverlauf wieder.
Sitzung Nr. 150
Abg. Scheibner: Vor zwei Jahren! – Abg. Dr. Walser: Zwei Jahre ist das her!
Und ein letzter Punkt zum Thema Schulverwaltung: Meine Position dazu kennen Sie, ich habe sie im Unterausschuss des Verfassungsausschusses klar dargelegt. (Abg. Scheibner: Vor zwei Jahren! – Abg. Dr. Walser: Zwei Jahre ist das her!) Die Bundesposition ist – Sie verfolgen die Debatte – nicht umsetzbar. (Abg. Scheibner: Da gibt’s eine Mehrheit dafür! – Abg. Dr. Walser: Alle Oppositionsparteien dafür!) Ich bin jedenfalls für eine Verländerung nicht zu haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da gibt’s eine Mehrheit dafür! – Abg. Dr. Walser: Alle Oppositionsparteien dafür!
Und ein letzter Punkt zum Thema Schulverwaltung: Meine Position dazu kennen Sie, ich habe sie im Unterausschuss des Verfassungsausschusses klar dargelegt. (Abg. Scheibner: Vor zwei Jahren! – Abg. Dr. Walser: Zwei Jahre ist das her!) Die Bundesposition ist – Sie verfolgen die Debatte – nicht umsetzbar. (Abg. Scheibner: Da gibt’s eine Mehrheit dafür! – Abg. Dr. Walser: Alle Oppositionsparteien dafür!) Ich bin jedenfalls für eine Verländerung nicht zu haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Durchsetzen, Frau Bundesminister! Durchsetzen in der Regierung!
Wir werden dieses Thema, so nehme ich an, auch im Sonderausschuss zum Bildungsvolksbegehren behandeln, da ja zu dieser Frage auch das Bildungsvolksbegehren, und an der Spitze Dr. Hannes Androsch, eine klare Sprache spricht. Vielleicht schaffen wir es dann. Ich wäre dabei. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Durchsetzen, Frau Bundesminister! Durchsetzen in der Regierung!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Kollege Scheibner, nur eines noch zu Syrien. Naja, das mag schon sein, dass die weitgehende Religionsfreiheit haben in Syrien, aber sonst haben die an Freiheit fast nichts. Leider ist das Regime Assad in der ganzen Region eines der repressivsten und korruptesten, das müssen wir sehen. Und die Behauptung, dass die Mehrheit hinter Assad steht, also die habe ich noch nie gehört – außer vom Regime und von Ihnen, Kollege Scheibner. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das gehört abgeschafft!
Die Gemeindeaufsicht wurde auch von Ihnen wieder hier genannt, das ist ja mittlerweile seit zwei, drei Jahren ein beliebtes Thema, die Gemeindeprüfkompetenz durch den Rechnungshof. Die Verweigerung beider Regierungsfraktionen, aber angetrieben vor allem durch die ÖVP, dass der Bundesrechnungshof die Gemeinden prüfen kann, hat ja dazu geführt, so zu tun und zu sagen, dass wir die Verfassung so ändern, dass die Landesrechnungshöfe wenigstens die Gemeinden prüfen könnten, aller Größe, auch jene unter 10 000 Einwohner. Da brauchen wir in der Regel den Landesverfassungsgesetzgeber dazu. Wissen Sie, wie viele Landesverfassungsgesetzgeber sich jetzt von den ach so reformbereiten Ländern dazu aufgeschwungen haben (Abg. Scheibner: Das gehört abgeschafft!), den Landesrechnungshöfen, die im Übrigen bei Weitem nicht das Gewicht auf die Waage bringen wie der Bundesrechnungshof (Abg. Rädler: Geh, geh, geh!), dieses Recht einzuräumen? – Acht haben es nicht zusammengebracht, beim neunten muss man schauen, wie es zu verstehen ist, was man da vorhat.
Sitzung Nr. 153
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Meine Damen und Herren, man sieht auch, wie sehr dieser Verhandlungserfolg sofort anerkannt wurde. Vorgestern hat uns eine dieser drei Rating-Agenturen, nämlich Fitch, das Triple A wiedergegeben. Was heißt das? – Das heißt, dass das Vertrauen in die Stabilitätspolitik dieser Regierung und dieser Finanzministerin international gegeben ist. Triple A – Gratulation, Frau Finanzministerin! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Strache.
Auch betreffend die Finanzmärkte: Ich kann mich noch daran erinnern, als es vor ein paar Monaten die Unheilsprophezeiungen der Opposition gab, Herr Kollege Bucher: Na ja jetzt, wo uns eine Rating-Agentur das Triple A entzogen hat, jetzt werden die Zinsen für die Staatsschulden explodieren! – Wie hat die Wirklichkeit ausgesehen? – Die Wirklichkeit war, dass wir so wenig Zinsen für die Staatsschulden bezahlen müssen wie noch nie. (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) 2,8 Prozent! Ein Rekord, der auf die Stabilitätspolitik dieser Bundesregierung zurückzuführen ist, meine Damen und Herren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Strache.)
Abg. Scheibner: Weil Sie den Steuerzahler geschröpft haben! – Abg. Bucher: Wenn man den Steuerzahler schröpft, ist das kein Wunder!
Aber ehrlich gestanden, wir sind es ja gewöhnt: Wir sind es gewöhnt, dass die Opposition hier ständig mit Unheilsprophezeiungen argumentiert. Bei jedem Budget. Herr Kollege Bucher, wie war das beim vorigen Budget, beim Budget 2011? – Wir hatten ein Defizit von 3,1 Prozent budgetiert. Die Opposition hat gesagt, das wird nie zu halten sein, das Defizit wird viel größer sein. – Was war das Ergebnis? Nicht 3,1 Prozent, sondern nur 2,6 Prozent Defizit (Abg. Bucher: Ja, den Steuerzahler haben Sie geschröpft!) – besser, als wir selbst geglaubt haben, Herr Kollege Bucher. (Abg. Scheibner: Weil Sie den Steuerzahler geschröpft haben! – Abg. Bucher: Wenn man den Steuerzahler schröpft, ist das kein Wunder!) Also bitte nehmen Sie Abschied von Ihren Unheilsprophezeiungen! Nehmen Sie Abschied davon, und haben Sie Vertrauen zu dieser Bundesregierung! Vertrauen Sie der politischen Power der Frau Finanzministerin! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Weil die Österreicher genügsam sind!
Damit hat die positive Arbeit dieser Bundesregierung mit dem Reformpaket, mit der konsequenten Arbeit an der Beschäftigung, am Wachstum, an der Senkung der Inflation Früchte getragen. Im internationalen Kontext werden wir darum beneidet. Ich werde immer gefragt: Wie bringt man ein Milliarden-Sparpaket ohne soziale Spannungen auf den Weg? (Abg. Scheibner: Weil die Österreicher genügsam sind!) – Das ist uns gelungen, und wir sollten uns einmal auch über unsere Erfolge freuen! – Danke. (Anhaltender Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Krainer. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Moser.
(Beifall bei der SPÖ für den das Rednerpult verlassenden Abg. Krainer. – Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Dr. Moser.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo! Bravo! Immerhin!
Gratulation! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: Bravo! Bravo! Immerhin!) – Großartige Erkenntnis, und vor allem so zeitnahe, Herr Bundesminister! (Abg. Ing. Westenthaler: Fast ein Prophet!) Eine so zeitnahe Erkenntnis, gerade vor wenigen Tagen erst zu bemerken, dass die Treibstoffpreise relativ hoch sind! – Sie haben eine äußerst, äußerst vorherseherische Fähigkeit, muss man Ihnen konzedieren.
Abg. Strache: Jetzt kennen wir uns nicht aus! – Abg. Scheibner: Mitterlehner sagt, !
Jetzt hört sich das etwas anders an, Herr Kollege Bartenstein (Abg. Strache: Jetzt kennen wir uns nicht aus! – Abg. Scheibner: Mitterlehner sagt, !) – nachzulesen in den „Salzburger Nachrichten“ vom 16. April –:
Abg. Scheibner: Das ist aber nicht sehr freundlich gewesen!
So weit Mitterlehner. (Abg. Scheibner: Das ist aber nicht sehr freundlich gewesen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Wie wäre es, wenn der Bucher gleich Minister wird? – Abg. Scheibner: Ein Honorar verlangen für die Beratung!
Ein Bucher in anderen Worten, würde ich sagen, Herr Minister! (Abg. Ing. Westenthaler: Wie wäre es, wenn der Bucher gleich Minister wird? – Abg. Scheibner: Ein Honorar verlangen für die Beratung!)
Abg. Scheibner: Hinauf!
Denn es ist so – für jeden, der zu einer Tankstelle gefahren ist in den letzten Wochen und Monaten, vor allem entlang der Autobahn, war das ersichtlich –: überall der gleiche Preis, und wenn es eine Änderung gegeben hat, dann immer zum selben Zeitpunkt. (Abg. Scheibner: Hinauf!) Das heißt, es ist naheliegendst, dass es Preisabsprachen gibt und dass sich die Ölkonzerne untereinander absprechen. Das können Sie mittlerweile selber nicht mehr leugnen, deshalb bin ich froh darüber, dass Sie ein gewisses Einsehen haben.
Abg. Scheibner: Das ist ein starkes Stück!
Die Geschichte betreffend Widersprüchlichkeiten könnte ich mit einer ganzen Reihe fortsetzen. (Abg. Scheibner: Das ist ein starkes Stück!) Der eine wähnt sich als Erfinder der „Abfertigung neu“ – gleich dahinter. Auch da sprechen die Fakten dagegen. Das ist eine interessante Angelegenheit, geht aber irgendwo in einen anderen Bereich hinein.
Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das Nächste in der österreichischen Agrarpolitik, das zu einem Mega-Grab wird, ist dieses E10, das von Herrn Bundesminister Berlakovich massiv gefordert wird. Nur um Raiffeisen zu fördern, wird E10 favorisiert. E10 ist ein purer Wahnsinn. Wie wir aus Deutschland wissen, sind nicht einmal die Autos dafür geeignet. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.) Das verteuert die Lebensmittel massiv.
Abg. Scheibner: Bitte, für einen Landwirt ist das aber ! – Ruf bei der ÖVP: Kollege Scheibner, er hat ja von den Kühen geredet!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Huber, auch wenn wir gerade Landwirtschaftsthemen diskutieren, bleibt das Wort „Sauerei“ auf der „Schwarzen Liste“, weswegen ich Sie ermahne. (Abg. Scheibner: Bitte, für einen Landwirt ist das aber ! – Ruf bei der ÖVP: Kollege Scheibner, er hat ja von den Kühen geredet!)
Sitzung Nr. 155
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wie Sie wissen, kann ich mir darüber hinaus auch eine Reihe anderer Themen vorstellen, weil ich es durchaus für sinnvoll erachte. Aber: Wir haben zum Beispiel den Beitritt zur Europäischen Union beschlossen, und ein Grundkonzept der Europäischen Union ist das Ziel einer gemeinsamen Währung. Wenn man dann viele Jahre später, nachdem die Vorteile der gemeinsamen Währung ausgekostet wurden – durch gute Exportzahlen, durch Wirtschaftswachstum, für viele Länder durch günstige Zinsen für ihre Staatsschulden –, auch gemeinsam einstehen muss für die Nachteile einer gemeinsamen Währungszone und dann die Leute jedes Mal fragt, ob sie jetzt auch den Nachteil wollen oder nicht, das ist nicht seriös. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mayerhofer und Scheibner.
Das ist für mich ein Weg, der schwierig ist. Natürlich muss man sich diesen Fragen stellen – aber seriös stellen, und nicht eine Bevölkerungsgruppe gegen die andere ausspielen, nicht versuchen, da politisches Kleingeld mit Verfassungsfragen zu wechseln. Das ist eine sehr, sehr gefährliche Angelegenheit. Wir sind da nicht in der Tagespolitik, es geht um verantwortungsvolle Machtverteilungsfragen, die umso schwieriger werden, je mehr wir in einen größeren Verbund, nämlich in die Europäische Union, eingebettet sind. (Ruf: Schaffen wir die Demokratie …!) Dass Sie die Europäische Union ablehnen und damit dieses Instrument auch verwenden wollen, um hier Schwierigkeiten zu machen, hat der Herr Bundeskanzler schon ausgeführt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mayerhofer und Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Sebastian Kurz hat die Frage Volksbegehren versus Volksabstimmung hier dargelegt (anhaltende Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), wobei ich auch sehr dafür bin – sachliche Diskussionen sind dann gerne willkommen –, dass die Frage der effizienteren Gestaltung der europäischen Bürgerbeteiligung im Hinblick auf eine tatsächliche Gesetzesinitiative mit im Fokus behalten wird. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Grosz.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn die Überschrift heißt, Bürgerbeteiligung ist in Hinkunft nicht die Ausnahme, sondern die Regel, dann könnten wir eigentlich unter dieser Prämisse gemeinsame Vorgangsweisen finden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Grosz.) Wir können da auch – das wurde schon kurz angesprochen – die Frage Internet mit hereinbringen, nämlich dass das Internet hinsichtlich der parlamentarischen Arbeit und Tätigkeit – auch der Behörden – mit hereinspielt. E-Government hat da ja einen ersten guten Ansatz gebracht.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich glaube, dass wir bei noch intensiverem gemeinsamem Wollen sicher in der Lage wären, auch viele andere Gesetze gemeinsam zu verabschieden. Kollege Klikovits, ich glaube, man sollte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auch für unsere neue Sicherheitsstrategie nutzen, die wir uns ja auch zur Aufgabe gesetzt haben. Wir sollten einmal versuchen, der Opposition unsere Vorstellungen zu präsentieren, und dann vielleicht so zu argumentieren beginnen, dass wir auch das einstimmig beschließen können, denn wenn es um die Sicherheit des Staates geht, dann kann man auch nur von einer großen breiten Mehrheit erwarten, dass alles gemeinsam getragen wird. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten des BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Jarolim – auf den unbesetzten Sitzplatz des Abg. Kickl weisend –: Dem Kollegen Kickl ist das kein Anliegen! – Abg. Scheibner: Da fehlt aber auch einer bei dir! – Abg. Vilimsky: Der Herr Oberregierungsrat Kräuter! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür ihre Zustimmung erteilen, um ein Zeichen. – Auch das ist einstimmig angenommen. (Abg. Dr. Jarolim – auf den unbesetzten Sitzplatz des Abg. Kickl weisend –: Dem Kollegen Kickl ist das kein Anliegen! – Abg. Scheibner: Da fehlt aber auch einer bei dir! – Abg. Vilimsky: Der Herr Oberregierungsrat Kräuter! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Scheibner: ... eine Koalitionskrise ausgelöst!
Herr Kollege Scheibner, du weißt es, du warst Klubobmann. (Abg. Scheibner: ... eine Koalitionskrise ausgelöst!) Der Kollege Walch hat leider nicht begriffen, dass bei dieser Regelung nur reine Beitragszeiten gezählt haben. (Abg. Grosz: Und du warst am Häusl!)
Abg. Scheibner: Einheitlich!
Aber mir geht es um das Thema. Mir ist bis jetzt viel zu viel die Diskussion um den Schutz der Jungen – und nicht nur um die Kompetenz – abgegangen. Es geht ja um das Jugendschutzgesetz, das heißt Schutz des Jugendlichen, der Jugendlichen. (Abg. Scheibner: Einheitlich!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Weitere Länder werden auch folgen, wenn dementsprechender Druck kommt. Man braucht die Kompetenzdebatte in diesem Fall nicht aufzumachen, weil Österreich so organisiert ist, dass der Westen ein bisschen strengere Regeln hat als der Osten. Es ist auch legitim in einer föderalistischen Demokratie (Ruf beim BZÖ: Nein! Warum?), dass man darüber diskutiert, wie man den besten Kompromiss zwischen Ost und West findet. Man muss auch bedenken, dass an Vorarlberg auch die Schweiz und Deutschland grenzen, und dass dort dann wieder strengere Regeln gelten. Also auch dort gibt es dann diese Standortprobleme mit den Jungen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Und wenn sie sich nicht einigen?
Also wir sind der Meinung, dass alle Bestrebungen zu einer Harmonisierung sinnvoll sind, dass letztendlich aber im Vordergrund stehen muss, dass sich die neun Bundesländer einigen. Erst wenn die Einigung da ist, können wir überlegen – oder dann erst macht es natürlich Sinn –, den Jugendschutz unter Bundeshoheit zu geben. Aber derzeit steht einmal die Einigung der neun Bundesländer im Vordergrund, und das ist ein ganz entscheidender Faktor. (Abg. Scheibner: Und wenn sie sich nicht einigen?) – Wenn Sie sich nicht einigen, Kollege Scheibner, dann wissen wir, dass wir auch nichts tun können, es nützt ja nichts. Man kann nicht einfach drüberfahren, ohne eine Einigung der Bundesländer herbeizuführen.
Sitzung Nr. 157
Abg. Scheibner: Das ist ja noch keine Parteipolitik! – Ruf: ... seine Meinung!
Umso bedauerlicher finde ich, dass Herr Klubobmann Bucher solche Worte verwendet wie „krankes System“, „Selbstlähmung des Systems“, „Föderalismus, der Sargnagel des Systems“. – Da widersprechen Sie sich selbst, meine Damen und Herren vom BZÖ. Bleiben wir sozusagen bei der ruhigen Abhandlung des Themas! (Abg. Scheibner: Das ist ja noch keine Parteipolitik! – Ruf: ... seine Meinung!)
Abg. Scheibner: Die Vorstufe!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Die Herren Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Damen und Herren! Der Kollege Scheibner hat den Wettbewerb der Ideen ausgerufen. (Abg. Scheibner: Die Vorstufe!)
Abg. Scheibner: Lesen!
jetzt nur den Landeshauptmann übrig zu lassen, über den ich schimpfe, und diesen dann noch direkt zu wählen, aber ihm die Kontrollorgane wegzunehmen – die Idee brauchen wir nicht! (Abg. Scheibner: Lesen!) Denn auch ein Landeshauptmann gehört kontrolliert. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.) Das ist das Wesen unseres Demokratieaufbaus (Abg. Petzner: Das war der Applaus der niederösterreichischen ÖVP-Abgeordneten!), und das ist eigentlich das Wesen eines föderalistischen Staates, dass es sowohl eine Gesetzgebung als auch eine Landesregierung gibt.
Abg. Scheibner: Die Vertretungsfrage ist ! Die Aufgabenerfüllung ist die gleiche!
Die Landtage und die Landesregierungen abschaffen: Das ist nicht nur ein konkreter Anschlag (Abg. Scheibner: Die Vertretungsfrage ist ! Die Aufgabenerfüllung ist die gleiche!) – Ja, Vertretung ist das eine, aber der Status quo und das übliche Tagesgeschäft etwas anderes.
Abg. Scheibner: Das sind direkt gewählte Repräsentanten!
Landtage und Landesregierungen sollen abgeschafft werden. – Naja, das ist, wie Peter Wittmann gesagt hat, schon ein Stück weit die Abschaffung der Länder und des Föderalismus. Und stattdessen will man Senatoren etablieren? – Also, an wen denken wir denn, wenn wir an Senatoren denken? Das sind oft ältere, ja sehr viel ältere Herren aus den USA, die da zu uns kommen. (Abg. Scheibner: Das sind direkt gewählte Repräsentanten!) Gender Mainstreaming gab es dort bis jetzt ja noch nicht. In der Steiermark wären das, habe ich nachgerechnet, bei vier Wahlkreisen dann acht Senatoren statt 48 Landtagsabgeordneten. Also, die Senatoren dann bei Feuerwehrfesten und Kameradschaftsbundtreffen und Ähnlichem – das kann ich mir nicht wirklich gut vorstellen. (Abg. Scheibner: Das ist ja die Frage, ob das notwendig ist, das Feuerwehrfest!)
Abg. Scheibner: Das ist ja die Frage, ob das notwendig ist, das Feuerwehrfest!
Landtage und Landesregierungen sollen abgeschafft werden. – Naja, das ist, wie Peter Wittmann gesagt hat, schon ein Stück weit die Abschaffung der Länder und des Föderalismus. Und stattdessen will man Senatoren etablieren? – Also, an wen denken wir denn, wenn wir an Senatoren denken? Das sind oft ältere, ja sehr viel ältere Herren aus den USA, die da zu uns kommen. (Abg. Scheibner: Das sind direkt gewählte Repräsentanten!) Gender Mainstreaming gab es dort bis jetzt ja noch nicht. In der Steiermark wären das, habe ich nachgerechnet, bei vier Wahlkreisen dann acht Senatoren statt 48 Landtagsabgeordneten. Also, die Senatoren dann bei Feuerwehrfesten und Kameradschaftsbundtreffen und Ähnlichem – das kann ich mir nicht wirklich gut vorstellen. (Abg. Scheibner: Das ist ja die Frage, ob das notwendig ist, das Feuerwehrfest!)
Abg. Scheibner: Also beim Feuerwehrfest muss ein Landtagsabgeordneter in der ersten Reihe sitzen?!
Das passt nicht zusammen mit eurer Anforderung, lieber Herbert Scheibner, heimatverbunden zu sein. Entweder sagen wir, wir wollen das Heimatgefühl und die Heimat stärken (Abg. Scheibner: Also beim Feuerwehrfest muss ein Landtagsabgeordneter in der ersten Reihe sitzen?!), oder wir wollen die Landtagsabgeordneten und die Landtage abschaffen.
Abg. Scheibner: Das hast du nicht verstanden, Kollege! Das ist Interpretation!
Landtag. – Das wäre doch ein Rückfall in die Monarchie, in die Zeit des Statthalters. Das ist ganz klar der Statthalter, den zwar der Kaiser als Souverän eingesetzt hat – und dann setzt ihn halt der andere Souverän ein, nämlich das Volk. Aber das ist ganz klar der Fall des Statthalters, der die Verwaltung macht. (Abg. Scheibner: Das hast du nicht verstanden, Kollege! Das ist Interpretation!) – Man kann nur das verstehen, was hier steht. Dann muss man halt auch das, was sozusagen im Hirn drinnen ist, gleichfalls zu Papier bringen (Beifall bei der FPÖ), aber nicht immer sozusagen zwischen den Zeilen lesen und sagen: Da steht doch etwas ganz anderes drin.
Abg. Scheibner: Mit Zweidrittelmehrheit auflösen!
Frage daher: Was machen wir dann in einem solchen Fall? (Abg. Scheibner: Mit Zweidrittelmehrheit auflösen!) – Mit einer Zweidrittelmehrheit kann man den Nationalrat auflösen, aber dann ist immer ein Wahltermin. Was passiert, wenn dann zum Beispiel aufgrund eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes eine von diesen zusammengelegten Wahlen – Nationalrat, Landessenat, Landeshauptmann, Bürgermeister, Gemeinderat – wiederholt werden muss? (Abg. Dr. Bartenstein: Für die Restperiode wählen!) Dann ist die immer dazwischen – oder sozusagen für eine Restperiode? Das muss man sich schon im Detail anschauen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Der hat mitgeschrieben!
Daher: Das ist zu wenig, um sich auszukennen, es ist zu unpräzise – und im Übrigen glaube ich, Kollege Ewald Stadler hätte das eindeutig besser gemacht. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Der hat mitgeschrieben!)
Sitzung Nr. 159
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wie ist es denn beispielsweise mit den ORF-Moderatoren, mit einem Herrn Armin Wolf, der laut Bericht der Presse zwischen 140 000 € und 150 000 € im Jahr an Gehalt aus öffentlich-rechtlich eingehobenen Gebühren erhält? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Und dann sind wir im großen Graubereich, wenn es um Coachings geht, wenn es um Schulungen geht, wenn es um externe Moderationen der Herren ORF-Moderatoren geht, wo man für eineinhalb Stunden eines ORF-Moderators zwischen 5 000 € und 10 000 € zahlt. – Und das sind dann diejenigen, die jeden Tag bei uns Transparenz einfordern?
Sitzung Nr. 161
Abg. Scheibner: Ach so? Was ist das?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich gebe bekannt, dass die Abgeordneten Dr. Peter Wittmann, Dkfm. Dr. Günter Stummvoll, Dr. Alexander Van der Bellen, Kolleginnen und Kollegen im Sinne des § 49 Abs. 5 der Geschäftsordnung schriftlich beantragt haben, den Antrag 1986/A der Abgeordneten Dr. Peter Wittmann, Dkfm. Dr. Günter Stummvoll, Dr. Alexander Van der Bellen, Kolleginnen und Kollegen betreffend ein Bundesgesetz, mit dem das Bundesgesetz über die Geschäftsordnung des Nationalrates (Geschäftsordnungsgesetz 1975) geändert wird, als Tagesordnungspunkt 4 in Verhandlung zu nehmen und gemäß § 108 der Geschäftsordnung die erste Lesung durchzuführen. (Abg. Scheibner: Ach so? Was ist das?!)
Abg. Bucher: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das geht nicht! Was ist denn das für eine Praxis? – Abg. Scheibner: So etwas hat es überhaupt noch nicht gegeben, und die Opposition spielt da mit!
Eine Ergänzung der Tagesordnung kann vor Eingang in dieselbe vorgenommen werden und erfordert eine Zweidrittelmehrheit. (Abg. Bucher: Zur Geschäftsordnung! – Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das geht nicht! Was ist denn das für eine Praxis? – Abg. Scheibner: So etwas hat es überhaupt noch nicht gegeben, und die Opposition spielt da mit!)
Abg. Scheibner: Einen Antrag soll er stellen! – Abg. Bucher: Ich habe einen Antrag gestellt!
Bitte, Herr Klubobmann. (Abg. Scheibner: Einen Antrag soll er stellen! – Abg. Bucher: Ich habe einen Antrag gestellt!)
Abg. Scheibner: Welche Zeit?
Das heißt also, es geht darum, dass wir so rasch wie möglich, so intensiv wie möglich genau diesen demokratischen Mitwirkungsbereich hier debattieren wollen. Und dafür haben wir dann hier viel Zeit, können das ausgiebig diskutieren, und wir laden Sie auch ein, mitzutun. (Abg. Scheibner: Welche Zeit?) Warum wollen Sie eigentlich nicht mitmachen? Was haben Sie da für eine negativistische Einstellung?
Abg. Scheibner: So ein Unsinn!
Dieser Ermächtigungsvorbehalt, der in der Verfassung festgeschrieben werden soll, betrifft im Wesentlichen vier Bereiche. Der erste Bereich ist die grundsätzliche Gewährung von Finanzhilfen, der zweite Bereich ist die Erhöhung des Kapitals. Alles, was Sie angreifen, würde dann nicht hier behandelt werden. Ich verstehe Ihre Aufregung ganz einfach nicht. (Abg. Scheibner: So ein Unsinn!) Und die Änderung der Liste der Finanzhilfe-Instrumente sowie die Kapitalabrufe und ein Stellungnahmerecht des Nationalrates sind ebenfalls geregelt.
Abg. Scheibner: Das macht eh die Frau Finanzminister! – Abg. Petzner: Das macht eh die Fekter! Die plaudert eh alles aus!
kann, dass Staatsobligationen durch den ESM gekauft werden müssen, um dieses Instrument zu ermöglichen. Würde das hier im Plenum verhandelt werden, dann könnten Sie es gleich aufhängen oder in der „New York Times“ für die Spekulanten eine Einladung veröffentlichen, Geheimnisse dazu zu verwenden, um Spekulationsgewinne zu erzielen. (Abg. Scheibner: Das macht eh die Frau Finanzminister! – Abg. Petzner: Das macht eh die Fekter! Die plaudert eh alles aus!) Daher muss man gewisse Dinge in einem kleinen Gremium behandeln, um Spekulationsgewinne nicht zu ermöglichen. Das ist der einzige Grund, da gibt es keine Geheimnisse.
Abg. Scheibner: Wer ist das Parlament?
Der zweite Punkt ist die Änderung des Stammkapitals. Der dritte Punkt ist, wenn es darum geht, die Finanzhilfe-Instrumente zu verändern. Und der vierte Punkt ist, wenn es zur Abrufung von Kapital kommt. Also: In all diesen Dingen ist das Parlament enorm gestärkt. Das Parlament muss „grünes Licht“ geben, sonst kann die Finanzministerin im Gouverneursrat gar nicht agieren. (Abg. Scheibner: Wer ist das Parlament?)
Abg. Scheibner: Wer ist das Parlament? Sind Sie das Parlament?
Ich bedanke mich nochmals bei allen Experten, vor allem beim Legislativdienst und sage noch einmal: Ich bin schon lange im Parlament, aber es gibt ganz selten Gesetze, die wirklich von Beginn an bis zum Ende im Parlament erarbeitet werden. (Abg. Scheibner: Wer ist das Parlament? Sind Sie das Parlament?) Das war eine tolle Leistung aller Experten, und ich bedanke mich dafür. Herr Van der Bellen hat auch sehr konstruktiv mitgearbeitet. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Entscheidung betrifft. Das muss man sehr sensibel angehen. Und wir haben ja jetzt ein paar Wochen Zeit, darüber zu diskutieren, ob das, was wir hier in der Form des Antrages Wittmann, Stummvoll und Van der Bellen vorlegen, noch Lücken hat, ob das gut ist oder nicht. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Von welchen Wochen reden Sie? – Abg. Strache: Von den zwei Wochen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Drei dieser vier Materien sind Zweidrittelmaterien. (Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.) Nur der erste, der ESM-Vertrag, kann theoretisch oder faktisch mit der Mehrheit von ÖVP und SPÖ durch das Parlament gebracht werden, die anderen drei Materien nicht. Wir haben jetzt noch einige Wochen Zeit, um uns darüber zu unterhalten (Abg. Scheibner: Von welchen Wochen reden Sie? – Abg. Strache: Von den zwei Wochen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.) – Entschuldigung, Sie sind in zwei Wochen nicht imstande, 33 Seiten, die Sie vorhin zitiert haben, zu lesen? Das B-VG hat drei Seiten. Was machen Sie den ganzen Tag? Das ist doch lächerlich! (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Abg. Strache: Das nennen Sie bitte ?!)
Abg. Scheibner: Sie sind gekauft worden! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben sich kaufen lassen!
Wir haben schon viel komplexere Materien in viel kürzerer Zeit behandelt. Da wird das ja wohl reichen. Wenn Sie in diesen drei Wochen die Zeit nicht finden, dann lassen Sie es bleiben, dann stimmen Sie halt dagegen! Das reicht mir jetzt langsam! (Abg. Scheibner: Sie sind gekauft worden! – Abg. Ing. Westenthaler: Haben sich kaufen lassen!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: ... Zweidrittelmehrheit!
Das ist ja nur ein Verstecken, diese Zuweisung – das ist auch schon gesagt worden – an den Ausschuss, der im dringenden Fall, glaube ich, sieben Personen umfassen wird. Die Zuweisung von Fragen von so existenzieller Bedeutung, wie zum Beispiel eine Verdopplung des Umfanges des ESM, eine Verdopplung des Umfangs etwa von 700 auf 1,4 Milliarden (Ruf beim BZÖ: Billionen!), könnte im dringenden Fall über einen Sieben-Personen-Ausschuss unseres Nationalrates geheim abgewickelt werden! (Abg. Strache: Das ist ja verfassungsrechtlich nicht haltbar!) Das kann doch nicht wahr sein, dass uns das ernstlich als Demokratiepaket oder als Einbindung der Bevölkerung oder als Mitwirkung verkauft wird! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: ... Zweidrittelmehrheit!)
Abg. Strache: Sie beleidigen damit diese wertvollen Begriffe! – Zwischenruf des Abg. Scheibner
Der zweite Punkt ist, dass Sie dann einfach ausziehen. Das ist jedem unbenommen, gehen Sie ruhig. Aber ob dieses Verhalten so demokratisch ist, Herr Kollege Bucher, das ist hier wirklich zu diskutieren. Wenn Sie dann mir als grüner Abgeordneter verbieten wollen, dass ich die Worte Demokratie und Transparenz in den Mund nehme, weil ich mich an einen Verhandlungstisch gesetzt habe (Abg. Strache: Sie beleidigen damit diese wertvollen Begriffe! – Zwischenruf des Abg. Scheibner) und meine Interessen und die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher vertreten habe und dann auch den entsprechenden formalen Beschlüssen hier im Parlament zustimmen werde, dann sind Sie wieder auf dem falschen Dampfer.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Strache: Das ist euch vom Finanzministerium aufs Aug’ gedrückt worden!
Wenn Sie dann kritisieren, dass der Legislativ- und Rechtsdienst tätig war – ich glaube, Kollege Fichtenbauer war es –, dann sage ich: Das ist doch eine unserer Grundforderungen im Parlament, dass wir einen starken Legislativdienst brauchen, damit eben aus dem Parlament Initiativen entstehen können und wir nicht immer nur darauf warten müssen, dass von der Regierung etwas daherkommt. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Strache: Das ist euch vom Finanzministerium aufs Aug’ gedrückt worden!)
Abg. Silhavy: Herr Scheibner, wenn das so wichtig ist, warum ist Herr Grosz dann ?
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter Scheibner hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Silhavy: Herr Scheibner, wenn das so wichtig ist, warum ist Herr Grosz dann ?)
Sitzung Nr. 163
Abg. Scheibner: Sehr gut gemacht!
Berichterstatterin Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher: Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich bringe folgende Druckfehlerberichtigung zu Tagesordnungspunkt 5: Bericht des Justizausschusses in 1832 der Beilagen, vor: In jenem nicht vom Beschluss umfassten Teil des Ausschussberichtes hat auf Seite 4 im zweiten Absatz der Hinweis auf das Abstimmungsverhalten der Klubs nicht „(dafür: S, V, dagegen: F, G, B)“, sondern richtig: „(dafür: S, V, F, dagegen: G, B)“ zu lauten. (Abg. Scheibner: Sehr gut gemacht!)
Abg. Strache: 700.000 € für Scheibner! 300.000 € für Westenthaler! Das sind genau die, die !
Sehr geehrte Damen und Herren von den Freiheitlichen! Sehr geehrte Damen und Herren von den Grünen! Es ist schändlich, am Höhepunkt einer Wirtschaftskrise, wenige Monate nach dem Stabilitätsgesetz 2012, wenige Monate nach der Abschaffung der Bausparkassenerleichterungen, wenige Monate nach der Erhöhung der Zugangsbeschränkungen zum Pflegegeld, wenige Monate nach dem größten Sparpaket der Republik, selbst als Politik in die Tasche zu greifen und sich die Parteienförderungen zu erhöhen. Das ist schändlich, sehr geehrte Damen und Herren! (Abg. Strache: 700.000 € für Scheibner! 300.000 € für Westenthaler! Das sind genau die, die !)
Sitzung Nr. 164
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Wir haben am vorigen Donnerstag eine mehr als zehnstündige Sitzung (Zwischenruf des Abg. Scheibner) mit 20 Experten über den ESM und über den Fiskalpakt gehabt. (Abg. Strache: Da haben die Experten gewarnt davor!) 10 Stunden Diskussion! (Ruf bei der FPÖ: Was haben die Experten gesagt?)
Abg. Scheibner: Das glaubt ja keiner, aber ihr macht !
Ich denke auch, dass diese Mechanismen, wenn man sie sich selbst überlässt, so verstärkt werden, dass das unbeherrschbar wird. Und es ist doch nicht möglich, dass Sie glauben, dass dann, wenn Europa auseinanderbricht, Österreich allein das bewältigen kann. Das kann doch nicht wirklich Ihr Ansinnen sein! (Abg. Scheibner: Das glaubt ja keiner, aber ihr macht !) Sie müssen sich doch in die Diskussion einbringen mit Alternativen, mit Mechanismen, wie man das behandeln kann. Das tun Sie nicht! Es sind auch abenteuerliche Zahlen, die Sie hier nennen. (Zwischenruf des Abg. Bucher.)
Abg. Scheibner: Wo ist der Herr Edlinger?
Lüge! Lüge! Lüge hier in diesem Haus von einem sozialdemokratischen Finanzminister. (Abg. Scheibner: Wo ist der Herr Edlinger?)
Abg. Scheibner: Wo ist der Edlinger?
Lüge! Wieder eine Lüge hier im Hohen Haus, und das ist das Problem, das wir haben. Sie schwindeln die Österreicher von oben bis unten an, nehmen sie in Haftung, und das bei steigender Arbeitslosigkeit, bei steigender Armut, bei höheren Steuern und bei höherer Inflation. (Abg. Scheibner: Wo ist der Edlinger?) Dafür sollten Sie sich genieren, denn das ist keine redliche Politik, Herr Klubobmann Cap! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben wir nicht gemacht!
Ich erinnere nur an die letzte Sitzung, bei der Sie eine Einwendungsdebatte gemacht haben (Abg. Scheibner: Haben wir nicht gemacht!) und damit das, was Sie jetzt gerade herausrufen, nämlich Volksabstimmung, direkte Demokratie, nach hinten verschieben wollten. (Abg. Scheibner: Die haben Sie abgewürgt, die Einwendungsdebatte!)
Abg. Scheibner: Die haben Sie abgewürgt, die Einwendungsdebatte!
Ich erinnere nur an die letzte Sitzung, bei der Sie eine Einwendungsdebatte gemacht haben (Abg. Scheibner: Haben wir nicht gemacht!) und damit das, was Sie jetzt gerade herausrufen, nämlich Volksabstimmung, direkte Demokratie, nach hinten verschieben wollten. (Abg. Scheibner: Die haben Sie abgewürgt, die Einwendungsdebatte!)
Abg. Scheibner: Bitte, Herr Präsident, was ist denn das!?
Sie haben sich dieser Diskussion absolut entzogen, und jetzt zicken Sie herum. (Abg. Scheibner: Bitte, Herr Präsident, was ist denn das!?) Verzeihen Sie mir den Ausdruck, aber anders kann man das, was Sie hier erledigen, nicht bezeichnen. – Große Buttons aufkleben, aber nichts Essentielles beitragen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Wo ist die Finanztransaktionssteuer? Alles verraten und verkauft!
Wir haben nicht nur die ESM-Mitwirkungsrechte ganz klar verhandelt und mit den Regierungsparteien auch zu einem Abschluss gebracht, sondern auch inhaltlich viel weitergebracht: Finanztransaktionssteuer, Europa-Konvent. All diese Punkte sind wichtige Punkte, die es ohne diese Verhandlungen nicht gegeben hätte. Sie können weiter in Europafragen die Politik vertreten: Populismus, Redeverweigerung, Polarisierung. Aber Sie wissen ganz genau, dass uns das nicht weiterbringt. Das bringt Ihnen vielleicht viel mehr Stimmen und vielleicht weitere Abgeordnete, die dann die Kompendien von 60 Seiten trotzdem nicht lesen, aber es bringt Europa nichts und es bringt Österreich nichts. (Abg. Scheibner: So ein Unsinn! Wo ist die Finanztransaktionssteuer? Alles verraten und verkauft!)
Abg. Scheibner: Sie brauchen es eh nicht glauben! – Null Profil, aber groß reden!
Ich möchte daher dorthin zurückkehren, wo konstruktive Auseinandersetzung stattfindet, wo wir durchaus auch jenen Sicherheit geben, die sich Sorgen machen um ihr eigenes Geld, um die Zukunft Österreichs und auch um die Zukunft Europas. Und es sind Schalmeientöne, wenn Herr Bucher uns erklärt, er sei ja der größte Europäer überhaupt. (Heiterkeit des Abg. Dr. Stummvoll.) Meine Damen und Herren, wer soll denn das glauben? (Abg. Scheibner: Sie brauchen es eh nicht glauben! – Null Profil, aber groß reden!) Jemand, der, wie das BZÖ, das auf seine Fahnen schreibt und andererseits mit Aktionismus hier versucht, Österreicher mit populistischen Argumenten zu überzeugen, der kann nicht sagen, er ist ein guter Europäer. Das ist wirklich nicht der Fall. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber wer hat es beschlossen?
die Europäische Zentralbank, die völlig unabhängig ist, was Sie selber hier immer lobend erwähnen. (Abg. Scheibner: Aber wer hat es beschlossen?)
Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Du hast es nicht verstanden!
Wenn ich den Freiheitlichen und dem BZÖ zugehört habe, dann habe ich vernommen: Die wollen zurück! Die wollen mehr Nationalstaatlichkeit. (Die Abgeordneten Scheibner und Petzner: Du hast es nicht verstanden!) In dieser Krisenzeit sind wir hier am Scheideweg. Wir glauben, dass wir ein Mehr an Europa brauchen, weil wir gemeinsam stärker sind als in einer Situation, wo jeder glaubt, allein das Heil zu finden, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Geschäftsordnungsmeldung! – Abg. Scheibner: Das war aber kein Antrag!
Herr Präsident, ich würde Sie bitten, das zu kommentieren und nicht unkommentiert zu lassen! – Danke. (Beifall bei Grünen und SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das war keine Geschäftsordnungsmeldung! – Abg. Scheibner: Das war aber kein Antrag!)
Abg. Scheibner: Das ist euer Glück! Mit dem spielt ihr ja!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Herr Präsident! Frau Finanzministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Ich glaube, allein die Präsenz hier im Plenarsaal zeigt, wie intensiv wir in den letzten Wochen das Thema ESM und Fiskalpakt diskutiert haben. Allmählich sind wirklich alle Argumente ausgetauscht, meine Damen und Herren. Es fallen ja überhaupt keine neuen Argumente mehr! Nur die Stimme vom Herrn Klubobmann Strache und Herrn Klubobmann Bucher wird manchmal ein bisschen lauter, aber neue Argumente fallen ja überhaupt nicht mehr. (Abg. Krainer: Eure sind auch nicht gut!) Ich gebe aber gerne zu, die Thematik ist schon sehr komplex und für den normalen Staatsbürger wirklich schwer durchschaubar. (Abg. Scheibner: Das ist euer Glück! Mit dem spielt ihr ja!) Er hört einmal „EFSF“, dann hört er „ESM“, dann hört er „Fiskalpakt“, „Fiskalunion“, obwohl der Grundsachverhalt eigentlich sehr einfach ist.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Exportquote, lieber Freund, war vor Einführung des Euro ungefähr 52 Prozent bei Waren und Dienstleistungen, heute liegt sie bei fast 60 Prozent. Warum? Kannst du dich noch daran erinnern, wie die Exportwirtschaft darunter gelitten hat, als über Nacht die Lira um 30 Prozent abgewertet wurde? (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Unsere Exportwirtschaft – und 60 Prozent unseres Wohlstandes hängen vom Export ab – braucht verlässliche und stabile Rahmenbedingungen. Und die wollen wir erhalten. (Abg. Bucher: Ja, aber um welchen Preis?)
Abg. Scheibner: Das wird passieren!
Ich würde es aber für sehr schlecht halten, wenn ohne besondere Konditionen und Prüfungen direkt Banken bedient werden. Ich sage Ihnen das ganz offen, Frau Ministerin. Das wird eine harte Auseinandersetzung. (Abg. Scheibner: Das wird passieren!) Ja, das kann passieren. Über das können wir gleich reden. Es muss mindestens die Bedingung erfüllt werden, dass wir auf diesem Wege vorher eine europaweite Bankenaufsicht bekommen, die auch, wo auch immer angesiedelt, ernste Durchgriffsrechte bekommt. Ansonsten halte ich das insofern wieder für zweischneidig, als man dann ja jedenfalls nach dem Einzelfall unterscheiden muss.
Abg. Scheibner: Überbrückungshilfe?! Wofür?
Wenn es aber darum geht, Investmentbanken, wo man vorher lange zugeschaut hat, wie die Eigentümer das Geld vielleicht noch rechtzeitig auf die Seite räumen, wie die Gläubigerhaftung außer Acht gelassen wird, auch noch zu rekapitalisieren, das werden Sie politisch nicht aushalten und das deshalb nicht tun, und wenn, dann wird es einen anständigen Crash geben, und wenn auch nur einen politischen. Ich halte das für ganz wesentlich, aber ich sage, auch diese Gefahr ist unterm Strich kein Grund, den ESM abzulehnen, weil er richtig angewendet eine vernünftige Überbrückungshilfe für die- se durchaus schwierige Situation in einigen europäischen Ländern sein kann. (Abg. Scheibner: Überbrückungshilfe?! Wofür?)
Abg. Scheibner: Ja, ihr macht aber das Gegenteil!
Noch einmal: Das war der Grund, warum wir hier nicht für diese Art von Griechenlandhilfe gestimmt haben; und wir sind auch nach wie vor der Meinung, dass Griechenland pleite ist und dass das anders abgewickelt gehört. (Abg. Scheibner: Ja, ihr macht aber das Gegenteil!) Das ist einfach richtig, hat aber mit dem ESM hier gar nichts zu tun. Das ist ja für die Zukunft! Das ist für die Zukunft eine wesentliche Frage, und das sieht auch der Vertrag im Übrigen vor, nämlich diese Unterscheidung vorzunehmen und je nachdem die Instrumente zu schmieden.
Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!
Dieser Europäische Stabilitätsmechanismus ist eine internationale Finanzinstitution, so wie es der Internationale Währungsfonds ist, so wie es die Weltbank ist, so wie es beispielsweise auch die Europäische Entwicklungsbank ist, die Asiatische Entwicklungsbank ist oder die Investitionsbank ist. Auch dort sind wir überall Anteilseigner, und wir werden dann auch beim ESM Anteilseigner sein. (Abg. Scheibner: Das ist unglaublich!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber. – Abg. Scheibner: Hast du etwas anderes auch zu reden? Polemiker!
Ich sage auch immer dazu, wenn es ein roter Finanzminister gewesen wäre, lege ich nicht die Hand ins Feuer, dass er nicht dasselbe gemacht hätte wie der blaue, aber Sie sollten sich nicht von Ihrer eigenen Verantwortung permanent distanzieren, wie Sie das auch bei der Hypo und bei Kärnten die ganze Zeit machen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Huber. – Abg. Scheibner: Hast du etwas anderes auch zu reden? Polemiker!) – Das ist beschämend, wie Sie hier agieren und nicht die Verantwortung für Ihre eigenen Taten übernehmen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Haben Sie wieder nicht zugehört?
Der Herr Bundeskanzler hat es gesagt: Das ist noch nicht sicher, dass das jetzt das Ende aller Tage ist. Es kann sein, dass aufgestockt werden muss, es kann sein, dass die Sicherungsmaßnahmen nicht reichen. Das, was Kollege Scheibner sagt, dass immer gesagt wird, jetzt ist aber eh alles geregelt, jetzt ist eh alles erledigt, das ist heute gar nicht gesagt worden. (Abg. Scheibner: Haben Sie wieder nicht zugehört?) – Es ist heute ausdrücklich gesagt worden, das ist ein wichtiger Schritt, und es kann keiner sagen, ob in den nächsten sechs Monaten nicht zusätzliche Schritte notwendig sein werden. (Abg. Huber: Für die Pflege haben wir kein Geld!)
Abg. Scheibner: Bei der BAWAG habt’s das aber anders gesehen!
Volksabstimmung durchgeführt, ob Kärnten bei 15 Milliarden € Bruttoinlandsprodukt mehr als 20 Milliarden € Haftungen eingehen darf? – Nein! Haben Sie nicht! (Abg. Scheibner: Bei der BAWAG habt’s das aber anders gesehen!)
Zwischenrufe des Abg. Scheibner.
Ein Chefredakteur heute in einer Zeitung. Sie können es nachlesen. Sie werden sich sicherlich darüber Ihre Gedanken machen. (Zwischenrufe des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich glaube auch nicht, dass der ESM alternativlos ist. Ich hätte ja gerne mit Ihnen über Alternativen debattiert, nur haben Sie uns heute keine Alternativen präsentiert, über die wir hätten diskutieren können. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Kommen Sie mir nicht mit dem „Nord-“ und „Süd-Euro“! Sie wissen, dass ein „Nord-“ oder „Süd-Euro“ die Probleme von Spanien nicht löst. Das ist ein Zukunftsmodell – ich sagen Ihnen gleich: ein untaugliches –, gut, das kann man debattieren, aber Sie haben kein einziges Szenario als Alternative zum ESM gebracht, wie Sie die Probleme der Wirtschaftskrise, die jetzt schlagend sind, lösen wollen.
Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!
Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen Mag. Andreas Schieder: Herr Präsident! Frau Ministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vielleicht gleich zum Kollegen Scheibner, weil er mir ein Kopfschütteln schenkt – ich kann Ihnen das erklären –: Der Zinssatz von Eurobonds oder gemeinschaftlichen europäischen Anleihen ist ja kein Mischsatz, wie Sie sagen würden, kein Durchschnittssatz, wie es mathematisch heißt – das mathematisch gewichtete Mittel –, aus den nationalen Zinssätzen, sondern das ist ja ein neues Angebot an den Markt und damit auch abhängig davon, wer dieses Angebot legt, und die Größe des Angebotlegers determiniert den Zinssatz. Und da dieser Angebotleger dann bei den Größten der Welt ist, gibt es auch eine starke Evidenz in der Literatur, dass damit der Zinssatz für alle Beteiligten, auch wenn dann die Tendenz nach unten geht, durchaus nicht so stark nach oben geht. (Abg. Scheibner: Das werden wir uns dann anschauen!)
Abg. Scheibner: Aber das System geht nicht in die Richtung!
Abgeordneter Dr. Alexander Van der Bellen (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Kollege Scheibner, ja, mehrere Geschwindigkeiten haben wir ohnehin in der Union, und wir hätten auch die Instrumente dafür, die verstärkte Zusammenarbeit zum Beispiel. (Abg. Scheibner: Aber das System geht nicht in die Richtung!) Es geht oft nicht in die Richtung, selbst da nicht, wo man es machen könnte, da bin ich schon bei Ihnen.
Abg. Grosz: Das ist interessant! Nicht einmal die eigenen Abgeordneten sind da! – Zwischenruf des Abg. Scheibner
fensichtlich für viele NGOs die Umwelt die Ultima Ratio ist. Es ist nicht nur für die NGOs so, sondern es ist natürlich auch für die Grünen so, weil es eine klare Analyse gibt, nämlich eine Analyse (anhaltende Unruhe im Saal), dass wir nur einen Planeten zur Verfügung haben, dass unsere Ressourcen endlich sind (Abg. Grosz: Das ist interessant! Nicht einmal die eigenen Abgeordneten sind da! – Zwischenruf des Abg. Scheibner), und dass, wenn die Umwelt zerstört ist, auch keine Wirtschaft mehr möglich ist und die Bürgerinnen und Bürger und alle darunter leiden werden. Das ist ein Faktum, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 166
Abg. Scheibner: Wer ist in der Regierung?
Dann kommt die nächste Legislaturperiode. Dann ist wieder alles neu. Dann werden die Karten wieder neu gemischt. Sie werden höchstwahrscheinlich, zum Glück, nicht mehr in Regierung sein. Ich hoffe, es kommt eine Reformregierung (Abg. Scheibner: Wer ist in der Regierung?), die dann auch willens ist, gefasste Beschlüsse, gefasste Gesetze nicht nach drei Jahren zurückzunehmen, sondern auch wirklich umzusetzen, und zwar im Interesse der Schülerinnen und Schüler und im Interesse eines modernen, überschaubaren Schulsystems, das in die Zukunft weist und nicht wie Ihre bildungspolitischen Vorstellungen ins 19. Jahrhundert. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Geh bitte! – Abg. Dr. Bartenstein: Eine grüne Minderheitsregierung!)
Abg. Scheibner: Das glaube ich! Der regt uns auch immer auf!
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich glaube ja, dass ich immer sehr gefasst und ruhig bin, aber Sie, Herr Abgeordneter Walser, schaffen es, dass ich mich jetzt zum Schluss noch einmal zu Wort melde, denn das, was Sie hier sagen, stimmt einfach nicht! (Abg. Scheibner: Das glaube ich! Der regt uns auch immer auf!)
Abg. Scheibner: Das war nur eine Feststellung!
Abgeordnete Mag. Laura Rudas (SPÖ): Herr Westenthaler wieder mit seinen Zwischenrufen! (Abg. Scheibner: Das war nur eine Feststellung!) – Frau Ministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Das Gesetz zur Sprachförderung ist erfreulicherweise unumstritten. Eine Evaluierung des BIFIE und der Universität Wien hat ja gezeigt, dass die Sprachförderkurse sehr positiv beurteilt werden. Einerseits vermitteln sie die nötige unterrichtssprachliche Kompetenz, andererseits tragen sie aber auch viel zur sozialen Integration der betroffenen Schülerinnen und Schüler bei.
Abg. Scheibner: Aber bei der Schulverwaltung haben Sie sie allein gelassen! Da haben Sie ihr nicht geholfen!
Das muss auch im Interesse des Standortes Österreich sein, denn wir wissen: Je höher die Bildung der Menschen, desto niedriger das Risiko, dass sie arbeitslos sind, aber – und das ist mir gerade nach dem letzten Punkt wichtig, zu betonen – wenn wir uns anschauen, was Unterrichtsministerin Claudia Schmied in den letzten Jahren alles gemacht hat und erreichen konnte, so sehen wir, das ist nur ein kleiner Baustein von sehr vielen Reformen, die stattgefunden haben und stattfinden werden, von der „Neuen Mittelschule“ über die Zentralmatura, über die wir vorhin diskutiert haben, bis hin zum Ausbau von Ganztagsschulen. Ich glaube, wir können behaupten, dass in den letzten Jahren so viel geschehen ist wie niemals davor, und dazu können wir unserer Unterrichtsministerin Claudia Schmied nur gratulieren. (Abg. Scheibner: Aber bei der Schulverwaltung haben Sie sie allein gelassen! Da haben Sie ihr nicht geholfen!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich würde auch meinen, dass manche provokant dahingestellte Empfehlungen des Rechnungshofes nicht ganz gerechtfertigt waren, zum Beispiel der Vorwurf des Rechnungshofpräsidenten, dass die Salzburger Festspiele nicht einmal so gut wirtschaften könnten, wie das ein einfacher Verein tun müsste. – Das ist völlig falsch, weil beispielsweise die Festspiele nie verpflichtet waren, doppelte Buchhaltung zu führen. Sie haben nach dem System der Kameralistik gewirtschaftet. So haben wir lange einen Staatshaushalt beschlossen. Das wird jetzt alles umgestellt. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Josef Jury (FPÖ): Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Zinggl zündelt wieder, dieses Mal gegen die Salzburger Festspiele, das Flaggschiff der österreichischen Kultur und Kunst. Ich kann eigentlich nur den Kopf schütteln (Rufe bei den Grünen: Tun Sie das! Es ehrt uns!) über diese politischen Ergüsse der Grünen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Aber keine Anglizismen verwenden! – Abg. Mag. Unterreiner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich fange mit dem Heroon von Trysa an, lieber Kollege!
Als Erste gelangt Frau Abgeordnete Mag. Unterreiner zu Wort. – Bitte. (Abg. Scheibner: Aber keine Anglizismen verwenden! – Abg. Mag. Unterreiner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich fange mit dem Heroon von Trysa an, lieber Kollege!)
Zwischenruf bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner
gekämpft hat – vielleicht haben sich einige hier im Raum damit beschäftigt oder können sich noch an ihre Schulbildung erinnern (Zwischenruf bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner) – und das zur selben Zeit Troja zu Hilfe geeilt ist. Mit den Zeugen ihrer Vergangenheit und vor allem mit ihren prachtvollen Grabdenkmälern sind die Lykier für diesen Kulturraum prägend.
Abg. Scheibner: Fernsprecher!
Oder wie sagt man in Zukunft zum Laptop? Kleiner tragbarer Klapprechner? Wie stellen Sie sich das vor? (Abg. Öllinger: Smartphone!) – Genau, in Zukunft sagen wir „Handtelefon“, oder „I-Handtelefon“ zum iPhone. (Abg. Scheibner: Fernsprecher!) Das sind Punkte, die sind ja eigentlich nur lächerlich, und da kann man nur darüber lachen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 167
Ruf bei der ÖVP: Um was geht’s jetzt? – Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
(Ruf bei der ÖVP: Um was geht’s jetzt? – Demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.) – Hört einmal zu, dann wisst ihr, worum es geht! (Zwischenruf des Abg. Petzner. – Weitere Zwischenrufe.) – Jetzt wartet einmal, hört einmal kurz zu, dann werdet ihr ein bisschen etwas wissen! (Ruf beim BZÖ: Es kennt sich nämlich keiner mehr aus!) Jetzt hört einmal kurz zu!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber du meinst jetzt den Konsul !
Es sind zwar Schritte der Staatsanwaltschaft angekündigt worden, geschehen ist nichts – und da hätten wir gerne eine Antwort der Frau Ministerin. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber du meinst jetzt den Konsul !)
Abg. Scheibner: Ochsenkarren!
Ich sehe noch ein, wenn es am Land anders ist, aber am Stadtrand von Wien ein riesiges Theater zu machen, wenn aus zwei Bezirksgerichten eines wird, ist völlig unverständlich. Davon abgesehen: 0,4 Mal im Leben besucht ein Bundesbürger ein Bezirksgericht. Ich habe es schon in einer früheren Rede vor Monaten und auch schon vor Jahren gesagt: Maria Theresia hat die Distanzen der Bezirksgerichte bei deren Einrichtung so gewählt, dass ein Bezirksgericht mit einem Pferdefuhrwerk in einer Tagesreise jeweils für jeden Bürger des damals großen Österreich zu erreichen war. (Abg. Scheibner: Ochsenkarren!) Diese Zeiten liegen lange hinter uns, und die Struktur der Bezirksgerichte ist immer noch die gleiche.
Abg. Scheibner: Da wart ihr dagegen!
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Im Gegensatz zu meinem Vorredner bin ich schon der Meinung, dass es etwas bringt, wenn man miteinander spricht. Ich darf Sie nur daran erinnern, dass es unter dem FPÖ-Justizminister Böhmdorfer den weitestgehenden Plan gab, Bezirksgerichte zu schließen. (Abg. Scheibner: Da wart ihr dagegen!) Ich glaube, dass das halt (Abg. Grosz: Aber jetzt geht es!) – Es geht deshalb (Abg. Grosz: Jetzt geht es! – Abg. Strache: Das habt ihr damals abgelehnt!) – Ich glaube, dass es deshalb sinnvoll ist – das hat meine Vorrednerin, Kollegin Hakl ja genau erklärt –, weil es sehr nahe beisammen ist und weil vor allem auch die Bürgermeister immer befragt werden. Es ist ja im Einvernehmen mit den Betroffenen. Die Bürgermeister müssen zustimmen, die Landesregierung muss zustimmen, sonst ist es nicht möglich. Und das ist geschehen.
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eh ein Blödsinn!
Damit ich Frau Kollegin Korun eine Freude mache, sage ich natürlich nicht „Hearing“, sondern Anhörung. (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Das ist eh ein Blödsinn!) – Kollegin Korun freut sich und lacht schon. – Deshalb scheint es mir jetzt
Sitzung Nr. 169
Abg. Scheibner: Einen grünen Hut!
Wenn man sich umdreht und in die Gesichter der Regierungsvertreter blickt, dann sieht man, mit welcher Bitterkeit, mit welcher Verbohrtheit hier an einem völlig falschen Kurs festgehalten wird. (Abg. Scheibner: Einen grünen Hut!) – Ich werde den Zusammenhang erklären, Kollege Scheibner.
Abg. Scheibner: Eine kurze Hose noch dazu!
(Abg. Scheibner: Eine kurze Hose noch dazu!), sind gleichzeitig, Kollege Scheibner, in diesen Minuten Tausende Menschen in Europa unterwegs, und zwar im Rahmen des Good Food March, und machen eine positive Politik für mehr Demokratie im Bereich der Agrarpolitik, der Lebensmittelpolitik.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Gleichzeitig mit unserer Diskussion werden heute um 15 Uhr vor dem Europäischen Parlament 180 zivilgesellschaftliche Organisationen, angefangen von Global 2000 bis hin zu „Grüne Bäuerinnen und Bauern“, von FIAN bis zu entwicklungspolitischen Organisationen – Kollege Scheibner, grinsen Sie ruhig (Zwischenruf des Abg. Scheibner) –, mit dem Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz und mit Kommissar Cioloş sprechen.
Sitzung Nr. 171
Abg. Scheibner: Aber den wollen Sie ja selber senken!
Herr Kollege Bucher, Sie müssen schon mit bedenken: Die 10 Prozent Besserverdienenden in Österreich – 10 Prozent! – bringen mir als Finanzministerin die Hälfte, nämlich 11 Milliarden, an Einkommen- und Lohnsteuer, weil wir dort den Grenzsteuersatz von 50 Prozent haben. (Abg. Scheibner: Aber den wollen Sie ja selber senken!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Weiterentwicklung! – Zwischenruf des Abg. Scheibner
Die BZÖ-Broschüre zur Flat-Tax vom Sommer 2011 hat noch eine Flat-Tax von 44 Prozent beinhaltet; heute im Dringlichen Antrag wird von der „Fair Tax“ gesprochen, da sind es 39 Prozent. Ich weiß nicht, was der Grund für diese Veränderungen ist (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist eine Weiterentwicklung! – Zwischenruf des Abg. Scheibner), vielleicht will man ein bisschen mitbieten mit anderen Mitbewerbern, die jetzt auch auf den Plan getreten sind – soll sein.
Sitzung Nr. 173
Abg. Scheibner: Kollege Cap wird dann alles erklären!
Zur Sicherheit unseres Landes gehört die Wahrnehmung unserer außenpolitischen Interessen. Daher steht die Sicherstellung der außen- und sicherheitspolitischen sowie der europäischen Interessen Österreichs ebenso im Zentrum der Aktivitäten des Außenministeriums wie die Hilfestellung für in Not geratene Landsleute im Ausland. (Abg. Scheibner: Kollege Cap wird dann alles erklären!)
Weitere Rufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler: Das können Sie nicht!
Ich berichtige dies tatsächlich. (Abg. Ing. Westenthaler: Nein, das können Sie nicht!) Nein, das ist leicht festzustellen. (Weitere Rufe der Abgeordneten Scheibner, Petzner und Ing. Westenthaler: Das können Sie nicht!)
Abg. Scheibner: Gilt das für die NATO auch, wenn ?
Wenn man von der Ausgangslage ausgeht, dass von 27 Staaten 21 bereits auf ein Berufsheer umgestellt haben, dann kann man einmal grundsätzlich sagen: So schlecht kann das ja nicht sein! (Abg. Scheibner: Gilt das für die NATO auch, wenn ?) Wir sind nur mehr im „Verein“ – unter Anführungszeichen – mit Staaten wie Griechenland, Zypern – aus bestimmten Gründen: Angst vor der Türkei –, Malta (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, soviel ich weiß. Ich weiß nicht, ob Sie Nachhilfe brauchen in der EU-Geschichte, aber die Schweiz ist ein neutraler Staat, der mit der EU nichts zu tun hat.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn man von der Ausgangslage ausgeht, dass von 27 Staaten 21 bereits auf ein Berufsheer umgestellt haben, dann kann man einmal grundsätzlich sagen: So schlecht kann das ja nicht sein! (Abg. Scheibner: Gilt das für die NATO auch, wenn ?) Wir sind nur mehr im „Verein“ – unter Anführungszeichen – mit Staaten wie Griechenland, Zypern – aus bestimmten Gründen: Angst vor der Türkei –, Malta (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, soviel ich weiß. Ich weiß nicht, ob Sie Nachhilfe brauchen in der EU-Geschichte, aber die Schweiz ist ein neutraler Staat, der mit der EU nichts zu tun hat.
Abg. Scheibner: Ja, Wehrpflichtige!
Ich möchte gleich einen Zwischenruf hier beantworten: Wir haben in den letzten Monaten einige blutige Auseinandersetzungen gehabt, beispielsweise in Libyen und in Syrien. Wissen Sie, welche Armeen dort zum Einsatz gekommen sind? (Abg. Scheibner: Ja, Wehrpflichtige!) – Wehrpflichtigen-Armeen! (Abg. Scheibner: Deswegen ist das kein Argument!) Also das ist kein Argument gegen eine Berufsarmee. Die Syrer lassen Wehrpflichtige auf ihre eigene Bevölkerung schießen, und die Libyer haben das auch gemacht. Das möchte ich hier auch kurz ansprechen, um der Geschichte die Ehre zu erweisen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Deswegen ist das kein Argument!
Ich möchte gleich einen Zwischenruf hier beantworten: Wir haben in den letzten Monaten einige blutige Auseinandersetzungen gehabt, beispielsweise in Libyen und in Syrien. Wissen Sie, welche Armeen dort zum Einsatz gekommen sind? (Abg. Scheibner: Ja, Wehrpflichtige!) – Wehrpflichtigen-Armeen! (Abg. Scheibner: Deswegen ist das kein Argument!) Also das ist kein Argument gegen eine Berufsarmee. Die Syrer lassen Wehrpflichtige auf ihre eigene Bevölkerung schießen, und die Libyer haben das auch gemacht. Das möchte ich hier auch kurz ansprechen, um der Geschichte die Ehre zu erweisen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 175
Abg. Scheibner: Seit wann sind wir für das Gender Budgeting?
In einem Punkt muss ich dir allerdings recht geben, Kollegin Schwentner: Das Einzige, wo ich dir wirklich recht gebe, ist der Ansatz bei Medikamenten und bei Operationen von Frauen, weil Frauen und Männer gerade im medizinischen Bereich einen anderen Zugang haben. Da ist der Herr Minister sicher gefordert – aber dafür brauchen wir kein Gender Budgeting. (Abg. Scheibner: Seit wann sind wir für das Gender Budgeting?)
Abg. Scheibner: Wir hören Ihnen wirklich zu!
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Präsident! Frau Ministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher zu Hause, wenn Sie es geschafft haben, bis jetzt auch noch zuzuhören! (Abg. Scheibner: Wir hören Ihnen wirklich zu!) Es ist wahrscheinlich etwas schwierig, der Debatte zu folgen, da so unterschiedliche Themen hintereinander behandelt werden. Ich werde jedenfalls über das Umweltbudget reden.
Abg. Scheibner: Dann erklären Sie uns einmal Ihre Politik! Wir warten noch auf Ihre politische Ansage!
Was Herr Huber mit seiner eidesstattlichen Erklärung bezwecken will, wird er schon wissen, er sollte sich vielleicht nur überlegen, ob er das machen will. Im Prinzip geht es uns von der ÖVP nichts an, was Sie von BZÖ- und Stronach-Truppe machen, aber vielleicht überlegen Sie sich das, denn der Demokratie erweisen Sie damit keinen guten Dienst. (Abg. Scheibner: Dann erklären Sie uns einmal Ihre Politik! Wir warten noch auf Ihre politische Ansage!) – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Also: Schluss mit den Sonntagsreden! Nehmen Sie sich an der Nase! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Dieses Gesetz kann man noch ändern. Und wenn man sich genau anschaut, was Sie hier wirklich machen – ich bin sehr froh, dass die meisten hier von den Regierungsparteien verstummt sind –, dann sieht man erst, was tatsächlich los ist. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Sitzung Nr. 177
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner
Ich sage ganz klar und deutlich: Wir haben kein Verständnis bei Straftätern (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Scheibner), und wir haben da endlich tätig zu werden und nicht untätig zuzusehen, wie diese Bundesregierung es aktuell tut.
Abg. Scheibner: das steht im Gesetz!
Die wesentliche Frage, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist: Was unternehmen wir, und was tun wir? Da ist es unser ganz großes Ziel, auch weiterhin so rasch wie möglich Asylverfahren durchzuführen, und es ist uns vor allem auch wichtig, jeden Fall einzeln zu prüfen und einfach ganz klar abzuklären, ob ein Asylgrund vorliegt, ob jemand im Land bleiben darf oder ob er das Land verlassen muss. (Abg. Scheibner: das steht im Gesetz!)
Abg. Scheibner: Na wie sind die Zahlen?
Eines lasse ich mir nicht nachsagen, nämlich dass wir gegen Asylmissbrauch nichts unternehmen. Es stimmt, dass fallweise Asylwerber straffällig werden (Rufe bei der FPÖ: Fallweise?!), aber ich lasse es nicht zu, dass permanent das Thema Asyl mit Kriminalität in Verbindung gebracht wird, denn es stimmt schlichtweg nicht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Strache: Lesen Sie Ihre Zahlen! – Abg. Ing. Hofer: Da sagen Sie die Unwahrheit! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das entbehrt jeder Grundlage, und die Zahlen, so wie Sie, sehr geehrter Herr Klubobmann, es dargestellt haben, sprechen eine ganz andere Sprache. (Abg. Scheibner: Na wie sind die Zahlen?)
Abg. Scheibner: Sie haben noch keine einzige angeführt!
Selbstverständlich werden wir auch weiterhin alles daransetzen, dass vor allem der EU-Maßnahmenplan gegen illegale Migration auf Punkt und Beistrich umgesetzt wird. Sie sehen also, dass wir da sehr viele Maßnahmen setzen (Abg. Scheibner: Sie haben noch keine einzige angeführt!), um unserem Ziel gerecht zu werden. Unser Ziel ist es, auf der einen Seite Menschen, die Hilfe brauchen, zu helfen, und auf der anderen Seite den Schleppern den Kampf anzusagen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Der hört nicht zu!
Ich finde das sehr interessant, ich möchte einmal etwas Positives sagen. Ich halte die Vorschläge des Staatssekretärs für diskussionswürdig, für interessant und diskussionswürdig (Abg. Scheibner: Der hört nicht zu!), nämlich aus einem Grund: weil er in Wirklichkeit nichts anderes getan hat, als unser Modell, nämlich das BZÖ-Ausländer-Check-Modell, das wir vor eineinhalb Jahren vorgelegt haben, 1 : 1 zu übernehmen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Tiefes Niveau! – Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr abgehoben! Wort und Schrift von Otto Pendl! – Abg. Scheibner: Oder Lesungen aus der letzten Reihe!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Vielleicht eine kurze Replik zum Kollegen Westenthaler. Was Deutsch auf Maturaniveau betrifft, frage ich mich oft, wer von den Abgeordneten Deutsch auf Maturaniveau tatsächlich beherrscht, Kollege Westenthaler. Wenn ich Stenographische Protokolle von Rednern des BZÖ lese, dann bezweifle ich das Maturaniveau in Deutsch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Ing. Hofer: Tiefes Niveau! – Abg. Ing. Westenthaler: Seid ihr abgehoben! Wort und Schrift von Otto Pendl! – Abg. Scheibner: Oder Lesungen aus der letzten Reihe!)
Sitzung Nr. 178
Abg. Scheibner: Der Krainer hat das vergessen!
Ich stehe dazu – du hast gesagt, man soll zu seiner Verantwortung stehen! –, weil das eine Rettung der Bank war, eine Rettung der 2 000 Arbeitsplätze, wo 2 000 Kärntner beschäftigt gewesen sind. Ihr braucht euch nicht davonzustehlen. Ihr wart dabei, als wir diese Haftungen beschlossen haben. Das ist die Wahrheit! (Abg. Scheibner: Der Krainer hat das vergessen!) Und als diese Koalition gebrochen wurde, war die ÖVP da und hat die Mehrheiten gegeben, damit wir das Budget beschließen können, wo jährlich auch die Haftungen festgeschrieben sind. Das ist die Wahrheit, nicht mehr und nicht weniger! (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 179
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Außerdem birgt dieses Modell von Hundstorfer viele offene Fragen. Wie viele melden sich? Kein Mensch kann das beantworten. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Das SPÖ-Modell geht überhaupt nur von 6 500 sogenannten Freiwilligen aus, wir würden aber 9 500 benötigen. Das heißt, 3 000 fehlen in diesem System. Wo werden die eingespart? Das sollte die Bevölkerung wissen, meine Damen und Herren. Sie werden eingespart im Katastrophenschutz, bei der Feuerwehr und im Zivilschutz. Sie werden in der Jugendarbeit eingespart, sie werden in der Kinderbetreuung eingespart (Rufe bei der SPÖ: Wer sagt denn das? Lüge!), sie werden im Gedenkdienst eingespart, sie werden in der Schulwegsicherung, zum Schutz unserer Kinder, eingespart, und sie werden zu guter Letzt auch noch in der Landwirtschaft eingespart. Meine Damen und Herren, das kann es nicht sein. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Na servus! Seid’s ihr noch mit denen in der Regierung?
Modell ein Angriff ist auf die Motivation Tausender engagierter Freiwilliger in Österreich, weil gerade mit diesem Modell eben keine Zuverlässigkeit, keine seriöse Planbarkeit für unsere Einrichtungen und unsere Organisationen garantiert werden kann (Abg. Silhavy: Zivildiener ist kein Ehrenamt!), weil wir auf ein Modell, das auf Arbeitslosigkeit aufbaut, nicht zählen wollen und weil wir nicht aufgrund eines Wahlkampfgags der SPÖ in Wien ein gut bewährtes Modell aufs Spiel setzen wollen. (Abg. Scheibner: Na servus! Seid’s ihr noch mit denen in der Regierung?)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Das könnt’s euch nicht gefallen lassen!
Als Erster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Pendl. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Das könnt’s euch nicht gefallen lassen!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Aber lassen Sie mich eingangs sagen: Jawohl, es ist Zeit, und jeder Staat macht es, immer der Zeit entsprechend über die Organisation eines Heeres nachzudenken und darüber zu diskutieren. Es sollte eine saubere Lösung sein, und man kann durchaus einen unterschiedlichen Zugang dazu haben, aber diese Diskussion darf nicht zu Sekundärfragen hin verlagert werden. Das sind nämlich keine Primäraufgaben des Militärs, und bei allem Verständnis für den Sozialbereich, bei allem Verständnis für den Katastrophenschutz: Wir führen eine Diskussion über unser Militär ausschließlich über den Zivildienst oder über den Katastrophenschutz! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Erklären Sie mir einmal, warum auf allen Dienststellen aller Rettungsorganisationen schon viele Jahre der Hauptberufliche neben dem Ehrenamtlichen Dienst macht, ohne dass es ein Problem gibt! Erklären Sie es mir! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Das ist gelebte Realität in allen Bundesländern. Und sie leisten hervorragende Arbeit. Ihnen allen, von den Militärs bis zu diesem Bereich der Zivildiener, gebührt unser gemeinsamer Dank und Respekt, keine Frage. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Moser und Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Moser und Scheibner.
Erklären Sie mir einmal, warum auf allen Dienststellen aller Rettungsorganisationen schon viele Jahre der Hauptberufliche neben dem Ehrenamtlichen Dienst macht, ohne dass es ein Problem gibt! Erklären Sie es mir! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Das ist gelebte Realität in allen Bundesländern. Und sie leisten hervorragende Arbeit. Ihnen allen, von den Militärs bis zu diesem Bereich der Zivildiener, gebührt unser gemeinsamer Dank und Respekt, keine Frage. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Moser und Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Gerade die Erfahrungen dieser jungen Menschen sind der Beweis dafür, dass Zivildienst kein Zwangsdienst ist, sondern wir jetzt schon zwischen Bundesheer und Zivildienst entscheiden können, und zukünftig sollte eine dritte Variante dazukommen, nämlich der Katastropheneinsatz. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Bucher.
Und da muss ich schon sagen, es hätte im Kommissionsbeitrag nicht drinnen stehen müssen, dass Österreich seinen Rabatt nicht bekommt. Wir haben einen österreichischen Kommissar, und da frage ich mich, was der österreichische Kommissar eigentlich gemacht hat in der EU-Kommission, wie es darum gegangen ist, ob diese Forderung aufgestellt wird oder nicht. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Scheibner und Bucher.) Und jetzt im Nachhinein zu sagen, die Scharte soll der Bundeskanzler auswetzen, das ist ein bissel zu einfach. Da muss man schon die gesamte Geschichte betrachten.
Abg. Scheibner: Nein, mit Mehrheit!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Vorschlag zustimmen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist einstimmig (Abg. Scheibner: Nein, mit Mehrheit!) Entschuldigung? (Rufe: Es ist einer weniger! – Bei der SPÖ ist einer nicht ganz aufgestanden!) – Das ist mit der notwendigen Zweidrittelmehrheit angenommen.
Abg. Scheibner: Das könnten Sie in Wien vorzeigen!
Ich bin davon überzeugt, dass wir, wenn wir es nicht schaffen, über Parteilogik und Parteiinteressen hinausgehend sinnvolle Demokratiereformen durchzubringen – sei es jetzt das Wahlrecht, die direkte Demokratie oder auch die Korruptionsbekämpfung betreffend –, das Volk einbinden sollten. Warum starten wir nicht einen partizipativen Prozess nach dem Vorbild Islands oder vielleicht auch mit Abwandlungen, bei dem alle Bürgerinnen und Bürger mitmachen können, und schauen uns an, was die Bevölkerung will? (Abg. Scheibner: Das könnten Sie in Wien vorzeigen!)
Sitzung Nr. 181
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Seit vier Jahren ist das so! Seit vier Jahren hat sich da nichts geändert!
Wissen Sie, wenn morgen in Griechenland eine Bank insolvent wird, dann trifft es nicht die, die längst ihr Geld in die Schweiz gebracht haben, sondern dann trifft es die Falschen. Daher ist nicht die Bank der Feind, sondern wir müssen darauf achten, dass diese Krise, diese Finanzmarktkrise nicht immer auf Kosten der Falschen ausgeht und dass wir rechtzeitig solche Regulierungen und Regeln haben, dass Spekulation nicht auf dem Rücken der falschen Leute ausgeht, nämlich der Schwächsten in einer Gesellschaft. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Scheibner: Seit vier Jahren ist das so! Seit vier Jahren hat sich da nichts geändert!)
Abg. Scheibner: Oho, da braucht man Erlaubnis?!
Herr Bundesminister! Wenn Sie nicht bereit sind, diesen Südtirol-Unterausschuss einzuberufen, dann werden wir das bereits nächste Woche hier in einer Sondersitzung diskutieren. (Zwischenbemerkung von Vizekanzler Dr. Spindelegger.) Ich sage Ihnen eines: Obmann Gahr sagt: Ich kann nicht einberufen, weil ich keine Erlaubnis bekomme. (Abg. Scheibner: Oho, da braucht man Erlaubnis?!) Sie müssen hier handeln, es ist wirklich höchste Eisenbahn!
Abg. Scheibner: Eben!
Schauen wir uns die Zahlen bei den Investitionen in den Straßenbau an – Thema ASFINAG –: Wir haben interessanterweise mehr Mittel für die ASFINAG-Investitionen als für die ÖBB-Investitionen in diesem kommenden Jahr – in diesem kommenden Jahr! Ich weiß, das hängt – du kommst ja aus Niederösterreich – mit den niederösterreichischen Landtagswahlen zusammen, wo eben die Nord Autobahn wieder in einer gewissen Form vorangetrieben werden soll (Abg. Scheibner: Eben!); es ist ja eine sehr trickreiche Form, da die Umweltverträglichkeitsprüfung der „Lobau-Autobahn“ jetzt aufliegt. (Abg. Scheibner: Super, dass das endlich weitergeht!) Es rinnt eigentlich de facto pro Jahr diesmal mehr in die Straße als in die Schiene.
Abg. Scheibner: Super, dass das endlich weitergeht!
Schauen wir uns die Zahlen bei den Investitionen in den Straßenbau an – Thema ASFINAG –: Wir haben interessanterweise mehr Mittel für die ASFINAG-Investitionen als für die ÖBB-Investitionen in diesem kommenden Jahr – in diesem kommenden Jahr! Ich weiß, das hängt – du kommst ja aus Niederösterreich – mit den niederösterreichischen Landtagswahlen zusammen, wo eben die Nord Autobahn wieder in einer gewissen Form vorangetrieben werden soll (Abg. Scheibner: Eben!); es ist ja eine sehr trickreiche Form, da die Umweltverträglichkeitsprüfung der „Lobau-Autobahn“ jetzt aufliegt. (Abg. Scheibner: Super, dass das endlich weitergeht!) Es rinnt eigentlich de facto pro Jahr diesmal mehr in die Straße als in die Schiene.
Abg. Haberzettl erhebt mahnend den Zeigefinger – Abg. Scheibner: Die Wiener sagen das ...!
Und last but not least: In Sachen Dienstrecht, Herr Kollege Haberzettl, und ich möchte Sie jetzt diesbezüglich nicht inkommodieren, wie der Wiener sagen würde (Abg. Haberzettl erhebt mahnend den Zeigefinger – Abg. Scheibner: Die Wiener sagen das ...!) – oh, jetzt bekomme ich schon den Zeigefinger gezeigt –, also in Sachen Dienstrecht verweise ich auf die Koalitionsvereinbarung. Darin steht, da sollte etwas weitergehen. In Wirklichkeit ist trotz der Kooperationsbereitschaft des Kollegen Haberzettl und seines Nachfolgers bis jetzt zu wenig weitergegangen. Da wünsche ich mir auch etwas mehr Fortschritte, Frau Bundesministerin und Herr Kollege Haberzettl. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Welchem?
Ich habe gestern mit einem Universitätsprofessor gesprochen, einem deutschen Professor, der im Bereich internationaler Güterverkehr und Infrastruktur tätig ist. (Abg. Scheibner: Welchem?) Er hat mir ganz klar erklärt, dass diese Projekte sinnvoll sind. Die Problematik ist nur, dass Österreich auf den Kosten sitzen bleibt. Da wurde in Brüssel zu wenig verhandelt, da wurde in Brüssel zu wenig Geld abgeholt, meine Damen und Herren, sonst würden wir uns ja viel leichter tun. Es geht ja auch um österreichische Arbeitsplätze, die dort mit diesen Tunnelprojekten entstehen.
Sitzung Nr. 184
Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Beifall des Abg. Scheibner.
Einige von Ihnen waren damals vielleicht schon im Haus und werden wissen, woher dieses Zitat stammt. (Abg. Strache: Keiner war im Haus!) Es stammt aus dem Regierungsprogramm der ÖVP/FPÖ-Regierung – im Jahre 2000 so formuliert. (Zwischenrufe bei ÖVP und BZÖ. – Beifall des Abg. Scheibner.) Und etwas später glaubte ein hochrangiger Politiker, der es bis zum Bundeskanzler geschafft hat, die Neutralität, die heute ja im Mittelpunkt dieser Aktuellen Stunde stehen sollte – nach Ihren Angaben, allerdings nicht nach Ihrer Rede –, mit Mozartkugeln, mit Lipizzanern vergleichen zu können.
Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit Ihren komischen Reden da unten!
Lieber Kollege Spadiut, dein Vater würde sich im Grabe umdrehen, wenn er gehört hätte, wie verächtlich du heute über den Wehrdienst gesprochen und ihn verunglimpft hast! Dein Vater war nämlich noch ein Dienst Tuender. (Abg. Scheibner: Hören Sie auf mit Ihren komischen Reden da unten!)
Abg. Scheibner: Sehr peinlich!
Wir haben in Österreich Folgendes historisch zu konstatieren: Nummer eins: Herr Bundesminister Darabos hat sich in unspezifischer Weise befleißigt, irgendwelche gerade passend erscheinenden politischen Zitate zum Ausdruck zu bringen, und hat sich auf den Bundeskanzler Schüssel bezogen, der bekanntlich niemals Parteiobmann der Freiheitlichen gewesen ist. (Abg. Scheibner: Sehr peinlich!)
Abg. Scheibner: Aber beim Team Stronach sind Sie schon, oder?
Abgeordneter Gerhard Köfer (ohne Klubzugehörigkeit): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Ruf beim BZÖ: Das ist ein Missbrauch der Geschäftsordnung! Wo gehören Sie eigentlich dazu, Herr Kollege? – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) – Gut, das wird irgendwer klären. Ich habe jetzt keine großen Ambitionen, als freier Abgeordneter dazu Stellung zu nehmen, als kein Mitglied eines Klubs. (Abg. Scheibner: Aber beim Team Stronach sind Sie schon, oder?) – Ja, das schon.
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Es gibt nach wie vor auch die Möglichkeit, weil Kollege Scheibner moniert hat, dass uneheliche Kinder anders behandelt werden (Zwischenruf des Abg. Scheibner), die gemeinsame Obsorge zu vereinbaren, auch bei unehelichen Kindern.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich frage mich, ob das jetzt tatsächlich nur ein Fehler war, ob man sich geirrt hat, ob man einfach nicht kreativ genug war, eine bessere Lösung zu finden, oder wollte man einen Gefallen tun und die Vermögenssteuer durch die Hintertür einführen, denn es trifft ja Vermögende. Jeder, der eine Liegenschaft hat, den trifft es. Es trifft aber im Wesentlichen auch wieder den Mittelstand oder Leute, die sich das erspart haben, denn der, der spekuliert (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein, es trifft nicht alle, Herbert Scheibner, und zwar trifft es deswegen nicht alle, weil derjenige, der das in einer Kapitalgesellschaft drinnen hat, der überträgt Geschäftsanteile und hat daher keine Eintragungsgebühr im Grundbuch. (Abg. Scheibner: Den Kleinen trifft es!) – Genau, den Kleinen trifft es, richtig, danke.
Abg. Scheibner: Den Kleinen trifft es!
Ich frage mich, ob das jetzt tatsächlich nur ein Fehler war, ob man sich geirrt hat, ob man einfach nicht kreativ genug war, eine bessere Lösung zu finden, oder wollte man einen Gefallen tun und die Vermögenssteuer durch die Hintertür einführen, denn es trifft ja Vermögende. Jeder, der eine Liegenschaft hat, den trifft es. Es trifft aber im Wesentlichen auch wieder den Mittelstand oder Leute, die sich das erspart haben, denn der, der spekuliert (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Nein, es trifft nicht alle, Herbert Scheibner, und zwar trifft es deswegen nicht alle, weil derjenige, der das in einer Kapitalgesellschaft drinnen hat, der überträgt Geschäftsanteile und hat daher keine Eintragungsgebühr im Grundbuch. (Abg. Scheibner: Den Kleinen trifft es!) – Genau, den Kleinen trifft es, richtig, danke.
Sitzung Nr. 185
Abg. Scheibner: Ihr versteht euch gut, glaube ich!
Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Dr. Claudia Schmied: Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Herr Abgeordneter Walser, zunächst freue ich mich natürlich sehr über die Aussage, dass die Richtung stimmt. Das ist eine große Freude. (Abg. Scheibner: Ihr versteht euch gut, glaube ich!) Heute ist ja da ein besonderer Tag. (Abg. Amon: Das ist überhaupt zum ersten Mal!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
(Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner
Abgeordneter Ing. Franz Windisch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Im Volksmund gibt es, wenn man zu einem Tagesordnungspunkt als Letzter spricht, zwei Aussprüche, nämlich der Christbaum ist abgeräumt, thematisch, da gibt es den Konnex zur Adventzeit (Zwischenruf des Abg. Scheibner), und der andere Sager ist, den Letzten beißen die Hunde. Da gibt es wieder den thematischen Berührungspunkt. Trotzdem erlaube ich mir, ganz kurz noch ein paar Bemerkungen aus unserer Sicht zu machen.
Sitzung Nr. 187
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Bitte, ich freue mich. Seien Sie wieder mit dabei! Dann können wir hier weiterarbeiten. Das wäre sinnvoller. Aber Verhandlungen fernzubleiben, das macht überhaupt keinen Sinn. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Strache: Verfassungsgesetz!
Und genau das, meine Damen und Herren, müssen wir sicherstellen – auch in der Verfassung. Ich glaube, dass es hier einen einstimmigen Beschluss auch mit der ÖVP im Parlament geben muss. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Strache: Verfassungsgesetz!)
Abg. Scheibner: Das müsst ihr auch in Brüssel sagen!
Güssinger mehr trinken können soll, das sagt auch kein Mensch. Aber die Versorgung über die Trinkwassernetze ist das Entscheidende, und dieses Recht haben wir Österreicherinnen und Österreicher, um das klarzustellen. (Abg. Scheibner: Das müsst ihr auch in Brüssel sagen!)
Abg. Scheibner: Durchsetzen, Herr Bundeskanzler, durchsetzen! – Abg. Kickl: Aber das ist ja das europäische Sanierungskonzept!
rasch Privatisierte wieder zurückzukaufen. (Abg. Scheibner: Durchsetzen, Herr Bundeskanzler, durchsetzen! – Abg. Kickl: Aber das ist ja das europäische Sanierungskonzept!) Da haben Sie recht. Das ist auch ein europäisches Thema.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.
mehr Ernsthaftigkeit und dass Sie wirklich dort kämpfen, wo auch gekämpft werden muss, nämlich im Europaparlament. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Das Gleiche oder dasselbe?
Einstein hat einmal gesagt, wer immer das Gleiche tut und andere Ergebnisse erzielen möchte, ist verrückt. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wer hat das gesagt?) – Wir können nur hoffen, dass Einstein nicht recht hatte, denn wir tun genau das Gleiche wieder, das zur Krise 2008 geführt hat (Abg. Scheibner: Das Gleiche oder dasselbe?): Wir machen unsere Hausaufgaben nicht! Wir machen sie weder hier in Österreich noch
Abg. Scheibner: 30 Prozent höher!
Wir haben versucht, das Verfahren nicht teurer zu gestalten. (Abg. Scheibner: 30 Prozent höher!) Wir haben auch versucht, das Verfahren schneller zu gestalten, da in manchen Bereichen eine Ebene herausfällt. Es gibt da einen niederschwelligen Zugang zum Recht, und es gibt erstmals eine Beteiligung der Länder an der Gerichtsbarkeit. Auch das ist, wie ich meine, im Sinne des Föderalismus in Ordnung.
Abg. Scheibner: Das hat ja mit den Grenzen nichts zu tun!
Zum Zweiten eine Anmerkung zu den Ausführungen des Herrn Abgeordneten Scheibner: Unsere Intention ist nicht, dass über die Frage Abgrenzung Organmandat, Strafverfügung, Anzeige eine Erhöhung der Strafen erfolgt. Es geht auch nicht darum, dass die Strafrahmen in den Materiengesetzen ausgeweitet werden sollen, sondern die Idee ist vielmehr, dass man durch die Verschiebung der Grenze zwischen Organmandat und Anzeige in jenen Fällen, in denen derzeit eine Anzeige erfolgen muss, in Zukunft mit dem für die Bürgerinnen und Bürger und auch die Verwaltung einfacheren Organmandat vorgehen kann. (Abg. Scheibner: Das hat ja mit den Grenzen nichts zu tun!) – Das hat sehr wohl etwas mit den Grenzen zu tun!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Es geht um die Erhöhung, zum Teil um eine Verdoppelung der Beträge!
Noch ein Wort zu den Ausführungen des Kollegen Scheibner: Ich teile völlig die Meinung, und da gehen wir ja eigentlich auch immer konform, dass Gebührenerhöhungen abzulehnen sind. Allerdings geht es hier nicht um eine Gebührenerhöhung, sondern es geht darum, dass dann, wenn man sich nicht rechtskonform verhält, eine Strafe erlassen wird. Das sind zwei verschiedene Dinge, und das muss man auseinanderhalten. – Gut. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Es geht um die Erhöhung, zum Teil um eine Verdoppelung der Beträge!)
Die Abgeordneten Scheibner und Grosz: Und die werden dann auch ausgeschöpft werden!
Abgeordneter Johann Singer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Kollege Grosz, nicht die Strafsätze werden erhöht, sondern die Strafrahmen werden verändert. (Die Abgeordneten Scheibner und Grosz: Und die werden dann auch ausgeschöpft werden!)
Abg. Scheibner: Zehn Jahre?!
dass die Anpassung des Richterstatus nicht allzu lang dauern darf. Eine gewisse Zeit wird es aus rein organisatorischen Gründen jedoch dauern. (Abg. Scheibner: Zehn Jahre?!) Wenn wir das wollen und wenn wir das ernst nehmen – und ich bekenne mich dazu –, dann muss man nicht nachdenken, dann weiß man, dass das etwas kostet. Das hat jeder gewusst. Es gab nie eine andere Diskussion. (Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!) – Bitte erzähl mir das jetzt nicht! Ich glaube, dass wir im Gesetzwerdungsprozess, im Verhandlungsprozess auf jede einzelne Forderung und jeden einzelnen Wunsch, der berechtigt war, eingegangen sind. Man hätte diese Regelung vielleicht früher als heute schaffen können, aber ich glaube, dass wir hier im Hohen Haus durchaus erhobenen Hauptes – ich sehe das wirklich als Jahrhundertgesetz, auch mit diesem Verfahrensgesetz – dazu stehen können. Ich glaube, dass wir eine breite Einbindung aller erfolgt ist, und ich stehe nicht an, mich bei allen zu bedanken.
Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!
dass die Anpassung des Richterstatus nicht allzu lang dauern darf. Eine gewisse Zeit wird es aus rein organisatorischen Gründen jedoch dauern. (Abg. Scheibner: Zehn Jahre?!) Wenn wir das wollen und wenn wir das ernst nehmen – und ich bekenne mich dazu –, dann muss man nicht nachdenken, dann weiß man, dass das etwas kostet. Das hat jeder gewusst. Es gab nie eine andere Diskussion. (Abg. Scheibner: Nein, das stimmt nicht!) – Bitte erzähl mir das jetzt nicht! Ich glaube, dass wir im Gesetzwerdungsprozess, im Verhandlungsprozess auf jede einzelne Forderung und jeden einzelnen Wunsch, der berechtigt war, eingegangen sind. Man hätte diese Regelung vielleicht früher als heute schaffen können, aber ich glaube, dass wir hier im Hohen Haus durchaus erhobenen Hauptes – ich sehe das wirklich als Jahrhundertgesetz, auch mit diesem Verfahrensgesetz – dazu stehen können. Ich glaube, dass wir eine breite Einbindung aller erfolgt ist, und ich stehe nicht an, mich bei allen zu bedanken.
Abg. Scheibner: Stimmt nicht!
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Es ist immer angenehm, wenn man eine Novellierung oder ein Gesetz interpretieren darf, wo es breite Zustimmung im Hohen Haus gibt. Und nachdem ich ja ein sehr harmoniesüchtiger Abgeordneter bin, schmerzt es mich besonders, wenn eine Partei hier außen vor bleibt. (Abg. Scheibner: Stimmt nicht!) Ich höre, Teile des Gesetzes werden ja auch mitgetragen, aber die große Sorge ist die sogenannte Abzocke.
Abg. Scheibner: Organmandat! Falschparken! Das kostet jetzt 90 €!
Herr Kollege Scheibner, ich gehe einmal davon aus, dass Sie meine Wertschätzung Ihnen gegenüber ja schon öfter erfahren haben, aber eines möchte ich schon sagen: Verfahren, Strafen kann man auch verhindern, indem man ein Verfahren nicht auf sich zieht beziehungsweise man keine Übertretungen macht und sich keiner Strafe ausliefert. Das ist auch eine Möglichkeit, sich hier Kosten zu sparen. Natürlich gibt es immer wieder Situationen – das passiert mir genauso –, in denen man links abbiegt, wenn man eigentlich nicht sollte, und das kostete bisher 160 €. Jetzt kostet es ein bisschen mehr. Linksabbiegen bedeutet auf der einen Seite, die Sperrlinie zu überfahren, wenn eine ist, oder auf der anderen Seite, eine kleine Tafel, welche jahrelang zuvor nicht dort war, zu übersehen. (Abg. Scheibner: Organmandat! Falschparken! Das kostet jetzt 90 €!)
Abg. Scheibner: Verlangen wir gleich 1 000 €!
Das ist wieder etwas anderes, keine Frage, aber man sollte natürlich auch bedenken, dass man solche Strafen vermeiden kann, indem man Gesetze nicht übertritt und Verwaltungsstrafen abhält. Aber das ist nicht der springende Punkt bei dieser Angelegenheit. (Abg. Scheibner: Verlangen wir gleich 1 000 €!) Ich glaube, die Vorredner haben es ja mehr als profund gesagt, wo die Vorzüge dieser Vereinfachung sind.
Abg. Scheibner: 1 000 € für Falschparken!
Es ist auch jeder frei, die Gesetze einzuhalten! (Abg. Grosz: Na gratuliere!) Ich darf darauf aufmerksam machen, dass der Nationalrat und seine Mitglieder auf die Einhaltung der Bundesverfassung und der Gesetze angelobt sind! Jeder von Ihnen ist verpflichtet, die Gesetze – auch die Gesetze der Straßenverkehrsordnung – einzuhalten. (Abg. Scheibner: 1 000 € für Falschparken!) Das gehört zu den rechtsstaatlichen Grundsätzen, auf die Sie einen Eid oder das Gelöbnis abgelegt haben.
Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann zuerst dagegen?
Die Endformulierung, die dann im Europäischen Rat beschlossen wird, haben wir ja noch nicht. Darum habe ich gesagt, wir werden diese Diskussion sehr genau verfolgen, die jetzt im Europäischen Parlament stattfindet, die bisher (Abg. Scheibner: Wieso waren Sie dann zuerst dagegen?) – Das will ich ja erklären. Weil natürlich die Gefahr besteht, dass jemand in diesen Diskussionsprozess irgendeine Art von Verpflichtung einer Ausschreibung, die wir nicht wollen, hineinschmuggelt. Aber so, wie der Richtlinienvorschlag jetzt formuliert ist, zur Stunde mit der Zustimmung des Kollegen Mitterlehner existiert, gibt es diesbezüglich keine Bedenken. Der Binnenmarktkommissar hat dazu auch Stellung genommen, auch mein Verfassungsdienst, der genau dasselbe sagt, auch die zuständigen Stellen in Brüssel von uns haben das sehr genau geprüft, und alle gemeinsam sagen: Der Richtlinienvorschlag beeinträchtigt in keiner Weise die Autonomie der Gebietskörperschaften bei der Organisation der Wasserversorgung. Er enthält nämlich keine Verpflichtung zur Vergabe dieser Leistungen am Markt. Und darum geht es. (Abg. Dr. Bartenstein: Na bitte! – Abg. Bucher: Der Häupl sieht das anders!)
Abg. Scheibner: Machen wir endlich einmal eine !
Unter der Adresse www.right2water.eu kann jeder seine Unterschrift abgeben. Das wäre eine ganz wesentliche (Abg. Kickl: Was ist dann das Ergebnis?) – Na dann haben wir endlich einmal eine Europäische Bürgerinitiative und das notwendige Verfahren dazu. (Zwischenruf beim BZÖ.) – Ja, im Rat sind wir aber auch nur mit einer Stimme; das wissen wir aber schon, oder? (Abg. Scheibner: Machen wir endlich einmal eine !) – Das ist ja wieder etwas anderes. (Abg. Grosz: Die schwache Stimme sitzt hinten!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Stefan.
alt wird. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Stefan.) Das war damals eine unglaubliche Investition und unglaublich viel Geld, aber eine Investition, von der Wien bis heute profitiert, mit hochqualitativem Wasser profitiert. (Abg. Kickl: Wer war denn damals Bürgermeister?)
Abg. Scheibner: Das ist eine Menge!
Zu den Kosten: 1 Kubikmeter Wasser kostet in Wien 1,73 € (Abg. Scheibner: Das ist eine Menge!), das ist, wenn man es mit den anderen Städten Europas vergleicht, am alleruntersten Ende der Kostenskala. Wenn man bedenkt, dass jeder Mensch in Wien im Schnitt 130 Liter Wasser pro Tag alleine daheim verbraucht und eine dreiköpfige Familie dafür etwa 300 € im Jahr zahlt, dann denke ich mir, dass die Kosten durchaus angemessen sind.
Sitzung Nr. 188
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... ist das ein bisschen anders!
Und wenn das 40 Minuten zwischen Wien und Innsbruck sind, dann kann ich Ihnen nur sagen, schauen Sie sich die anderen Bereiche an, wo wir Flaschenhälse beseitigt haben, wie die Güterverkehrsumfahrung St. Pölten, um ein Beispiel zu nennen! Also wenn man vom Zentrum Wiens ins Zentrum von St. Pölten 25 Minuten mit der Bahn fährt, dann lade ich alle ein, mit der Bahn zu fahren und nicht mehr mit dem Auto, denn damit ist man in 25 Minuten bestenfalls in Wien am Auhof. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: ... ist das ein bisschen anders!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Und dann reden Sie vom Strukturwandel. Ja, sicher gibt es einen Strukturwandel. Vergleichen wir die Regionen, vergleichen wir Südtirol mit dem österreichischen Teil von Tirol, vergleichen wir einmal, wie viele tausend Betriebe (Abg. Hornek: Du bist ein Kraut- und Rüben-Professor!) – Was haben Sie gesagt? Ich bin ein Krüppel? Nein, ich bin kein Krüppel, aber für die Bauern setze ich mich ein. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das hat er nicht gesagt!) Sie können nicht mehr als hereinschreien. Hören Sie zu, denn was ich hier sage, ist die Wahrheit! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 191
Abg. Scheibner: Dann geben wir es doch auf die Tagesordnung!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Das jetzt war zwar eine sehr bemühte Oppositionsmeldung, Herr Klubobmann Strache, aber sie geht ein bisschen an der Wirklichkeit vorbei. Denn: Was die sozialdemokratische Fraktion betrifft, haben wir zu 100 Prozent die Positionen, die Sie gestern noch formuliert haben, akzeptiert. Das steht so heute auch in den Medien. Also einer Zweidrittelmehrheit steht da nichts im Wege. (Abg. Scheibner: Dann geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!
Also es gibt die Übereinstimmung, die gestern notwendig war. Ich finde es bedauerlich, dass das nicht schon heute beschlossen wird. (Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Abg. Scheibner: Richtig!
Wir glauben, dass man hier rasch agieren muss (Abg. Scheibner: Richtig!), weil die Bevölkerung will, dass wir diese Spekulationsverbots-Kriterien hier auch wirklich beschließen. – Das einmal grundsätzlich.
Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!
Da gibt es immer so Sonntagsreden: Wir sind gegen die Spekulation!, aber wenn es dann um die Nagelprobe geht, dass man das hier herinnen auch gemeinsam beschließt (Zwischenrufe bei den Grünen), dann ist von Ihnen nichts zu hören. (Abg. Scheibner: Geben wir es doch auf die Tagesordnung!)
Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Trauen Sie sich! ... mehr Transparenz! – Abg. Scheibner: Wer ist dagegen? Machen Sie es!
Glaubhaft, transparent, unabhängig kontrolliert. – Ich möchte ein Gütezeichen für die Eigenschaften gentechnikfrei, für tierschutzgeprüft und ich möchte auszeichnen, was die gesündere Wahl an Lebensmitteln ist. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Trauen Sie sich! ... mehr Transparenz! – Abg. Scheibner: Wer ist dagegen? Machen Sie es!)
Abg. Scheibner: Machen Sie es!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn ich mir noch etwas wünschen darf: Ich wünsche mir, dass das AMA-Gütezeichen ein herkunftsorientiertes staatliches Gütezeichen nach altem Recht ist (Abg. Scheibner: Machen Sie es!) und dass es auch ausgedehnt wird auf verarbeitete Lebensmittel.
Abg. Scheibner: Wer kontrolliert denn? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.
Erstens: Man braucht keine Angst zu haben, dass die Pizza das Dressurreiten gewonnen hat – nein. Pferde, die in Österreich oder in Europa geschlachtet werden, dürfen keine Sportpferde sein. Sportpferde sind dabei ausgeschlossen. Ich sage das ganz, ganz deutlich. (Abg. Scheibner: Wer kontrolliert denn? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Scheibner: Machen Sie es doch! Machen! – Abg. Ursula Haubner: „Einladung!“ Eine Einladung ist !
Abschließend bedanke ich mich für die große Unterstützung in den Redebeiträgen, auch was die Weiterentwicklung der Kontrollen in Österreich betrifft. Ich bedanke mich auch ausdrücklich dafür, dass es große Unterstützung gibt, auch im Bereich der Gütezeichen mehr zu tun. – Danke dafür. Ich lade alle ein, auch den nächsten Schritt zu gehen, dass wir den Landwirten, den Betrieben die Chance geben, in Österreich ein Gütezeichen für das Thema „gentechnikfrei“ zu haben. (Abg. Scheibner: Machen Sie es doch! Machen! – Abg. Ursula Haubner: „Einladung!“ Eine Einladung ist !) Österreichische Betriebe können das vorbringen. Wir arbeiten besser im Tierschutzbereich. Auch da könnten wir ein Gütezeichen gebrauchen. Die gesündere Wahl auszuzeichnen wäre gut.
Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! !
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wir sind der Meinung, dass die Tagesordnung, wie sie in der Präsidiale ausgemacht wurde, auch eingehalten werden sollte. Deshalb werden wir hier die Regierungsparteien unterstützen. (Abg. Scheibner: Das stimmt ja nicht! !) Nein, es ist so ausgemacht worden, dass, wenn gestern kein Verhandlungsergebnis zustande kommt, es nicht auf die Tagesordnung kommt. Und dazu stehen wir. Ich glaube, sonst muss man im Vorfeld nichts ausmachen, sonst brauchen wir auch keine Präsidiale, meine Damen und Herren, denn es sollten eigentlich Richtlinien für alle gelten. Ich glaube, dass das schon wichtig ist.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich möchte da Vorarlberg erwähnen, bei dem immer sehr hervorgehoben wird, dass das Land eigentlich keine Schulden macht und das Land keine Schulden hat. Dort wälzt man sie nämlich auf die Gemeinden ab! Das ist der Trick, damit hat man ein ausgeglichenes Budget. Dort sind die Gemeinden extrem verschuldet. Schauen wir uns das an: Die mit 50 000 Einwohnern größte Stadt in Vorarlberg, Dornbirn, ist landesweit Spitze bei den Städten. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Dornbirn: Pro-Kopf-Verschuldung 2 777 €, dann gefolgt von Linz, St. Pölten, Graz, Eisenstadt. Am 6. Platz ist Bregenz – wieder eine Vorarlberger Gemeinde –, und so zieht sich das dann dahin. (Abg. Grosz: Sag’ ich ja: Aus Vorarlberger Sicht! – Abg. Krainer: Wo ist eigentlich Wien?)
Abg. Grosz: Könnte man jetzt die rote Lampe einschalten? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Und das war ja das große Problem gestern bei den Verhandlungen: dass hier die Gemeinden wieder einmal außen vor gelassen worden sind – der Herr Kogler wird mir das sicher bestätigen –, dass dieses Spekulationsverbot heute nicht auf die Tagesordnung gekommen ist. (Abg. Grosz: Könnte man jetzt die rote Lampe einschalten? – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Zum Abschluss möchte ich vielleicht auch noch die Menschen an den Fernsehschirmen aufklären, damit sie einmal wissen, wie das in den Gemeinden funktioniert. Man lagert nämlich auch dort die Schulden aus: Da bildet man irgendwelche Genossenschaften – Gemeindegenossenschaften oder Gemeindebetriebe –, die die Schulden dann übernehmen. Da kann man Schulen und alles Mögliche hineindrücken in eine Gebäudegesellschaft der Gemeinde, wohin die Schulden ausgelagert werden, damit sie nicht budgetrelevant sind. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Jarolim: Scheibner ist dran!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Scheibner ist dran!) – Sie haben wahrscheinlich eine alte Rednerliste. (Abg. Dr. Matznetter: Nein, er ist nicht da, der Scheibner!)
Abg. Dr. Matznetter: Nein, er ist nicht da, der Scheibner!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Scheibner ist dran!) – Sie haben wahrscheinlich eine alte Rednerliste. (Abg. Dr. Matznetter: Nein, er ist nicht da, der Scheibner!)
Abg. Scheibner: Aber der Weg ist ja !
Abgeordnete Mag. Gisela Wurm (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Herr Staatssekretär Ostermayer, du hast gerade ausgeführt, dass wir mit den Zielen, die in diesem Wachstumsbericht vorgeschlagen werden, einverstanden sind. Der Weg ist allerdings nicht immer identisch mit dem, was vorgeschlagen wird (Abg. Scheibner: Aber der Weg ist ja !) – und da bin ich schon bei Herrn Dr. Hübner.
Abg. Scheibner: Lesen Sie vor!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Ich darf gleich auf die Ausführungen meines Vorredners, des Herrn Huber, Bezug nehmen. Kollege Huber, ich glaube, es ist Ihnen entgangen, dass sich in diesem Abkommen auch ganz wichtige Bestimmungen im Zusammenhang mit der Beschäftigung, mit der sozialen Sicherheit und der Weiterentwicklung dieses Landes finden. (Abg. Scheibner: Lesen Sie vor!)
Abg. Scheibner: Großartig, ist europäischer Standard!
Jetzt sind wir nicht hier, um Oberlehrer zu spielen, sondern ich glaube, dass es ein Menschenrecht und ein Gebot der Stunde ist, dass sich alle Länder an die internationalen Normen halten. Es ist in der Türkei schon viel geschehen, das darf man auch nicht verleugnen. Ich denke etwa an die Abschaffung der Todesstrafe (Abg. Scheibner: Großartig, ist europäischer Standard!), wobei es in vielen anderen Staaten, beispielsweise in den USA, die Todesstrafe noch gibt. In der Türkei wurde diese 2002 für Friedenszeiten, 2004 für alle Zeiten abgeschafft. Ich glaube, man muss auch anerkennen, dass es Fortschritte in der Entwicklung gibt, aber diese sind noch weit entfernt von Standards.
Abg. Scheibner: Also sind Sie jetzt für eine Volksabstimmung?
Wir haben das Prinzip der Diskontinuität, und ich gehe davon aus, dass das, was diese Bundesregierung festgelegt hat, bestehen bleibt. Da diese Bundesregierung erfolgreich arbeitet, werden auch bei den nächsten Regierungsverhandlungen diese Parteien wieder mit dabei sein und ihre Position nicht ändern. (Abg. Scheibner: Also sind Sie jetzt für eine Volksabstimmung?)
Abg. Scheibner: die österreichischen Eisbären schützen!
Ich erwarte mir schon, dass wir nicht nur bei internationalen Konferenzen entsprechend auftreten, sondern auch unsere Hausaufgaben machen. (Abg. Scheibner: die österreichischen Eisbären schützen!) Dazu gehört auch, dass österreichische Firmen, die auch nur irgendwie an Industrieprojekten in der Arktis beteiligt sind, keine Exportsubventionen bekommen.
Sitzung Nr. 193
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Was spricht gegen eine Debatte? – Abg. Scheibner: Lesen Sie mal etwas anderes!
Daran erkennt man Ihre Intention, und das finde ich etwas traurig. Herr Abgeordneter Bucher, es geht Ihnen nicht um die Inhalte, denn Sie haben unabhängig von konkreten Formulierungen in der Materie, die am Wochenende neu verhandelt worden sind, wie Sie wissen, bereits letzte Woche diese Aktion angekündigt. (Abg. Mag. Rossmann: Wo sind denn die Inhalte, Frau Kollegin?) Dankenswerterweise zeigen Sie selbst die Intention dieses durchsichtigen Manövers auf. Es scheint das schon mehr ein Verzweiflungsakt einer Partei zu sein, der ständig Abgeordnete abhandenkommen, um wieder einmal in ein paar Zeilen in den Medien erwähnt zu werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Was spricht gegen eine Debatte? – Abg. Scheibner: Lesen Sie mal etwas anderes!)
Abg. Scheibner: Ich komme ja noch dran!
Herr Abgeordneter Scheibner, Sie haben in der Budget-Ausschusssitzung das Team Stronach angegriffen, dass es nicht bei den Verhandlungen dabei gewesen wäre. Sie können das nachlesen. Ich glaube, Sie selbst haben damals eine ganz andere Position eingenommen und sich noch keinesfalls konkret ausgedrückt, wie Sie denn tatsächlich zur Materie stehen. (Abg. Scheibner: Ich komme ja noch dran!) Wie steht denn das BZÖ tatsächlich zur Materie? Das hat man nämlich den Ausführungen des Abgeordneten Bucher auch nicht entnehmen können. Diesbezüglich verhalten Sie sich bedeckt wie das berühmte Feigenblatt. Das finde ich auch interessant. (Abg. Mag. Widmann: Wir haben ja verhandelt, !)
Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben recht gehabt, es war die letzte Aktuelle Stunde! – Abg. Grosz: Rede umschreiben, Sie haben eh genug Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Vorher denken, dann sprechen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Scheibner –: Sie haben recht gehabt, es war die letzte Aktuelle Stunde! – Abg. Grosz: Rede umschreiben, Sie haben eh genug Zeit! – Abg. Ing. Westenthaler: Vorher denken, dann sprechen!)
Abg. Scheibner: An mangelndem Selbstvertrauen leiden Sie nicht!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Herr Präsident! Herr Kollege Amon, wir setzen das Spekulationsverbot auf die Tagesordnung, weil wir endlich einmal inhaltlich darüber debattieren wollen. Wenn ich mich recht entsinne, hatten wir im Ausschuss keine inhaltliche Debatte, an sachliche Argumente kann ich mich – außer an das, was ich dort in einem langen Redebeitrag eingebracht habe – nur an wenige erinnern, da ist mir wenig haften geblieben. (Abg. Scheibner: An mangelndem Selbstvertrauen leiden Sie nicht!) Wir haben das auch dort beschlossen, aber in diesem Plenum hier haben wir noch nicht darüber debattiert. Und wenn wir nicht darüber debattieren können, dann können wir es auch nicht an den Ausschuss rückverweisen, wo wir wirklich einmal in der Sache neu debattieren sollten und wo wir den Vorschlag der Grünen aufgreifen sollten, dort auch Experten zu Wort kommen zu lassen.
Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage das Wort. Diese Begründung darf 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Zur Geschäftsordnung: Wo ist denn die Frau Ministerin? – Abg. Scheibner: Unterbrechung, bitte!) Die Frau Ministerin wird hoffentlich gleich eintreffen. Können wir das erfahren? (Abg. Dr. Moser: Bitte fragen Sie in der Cafeteria! – Bundesministerin Dr. Fekter betritt denn Sitzungssaal und nimmt auf der Regierungsbank Platz.) – Sie ist hier.
Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Abg. Scheibner: Von mir nicht!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Abg. Scheibner: Von mir nicht!
Dass sich diese Einlagensicherung bewährt hat, darf ich Ihnen noch ein bisschen in Erinnerung rufen. Es gab auch in Österreich bereits Konkursfälle von Banken: Trigon, Rieger Bank, BHI Bank, Diskont Bank. Dadurch hat aber kein Sparer Geld verloren, weil die Sicherungseinrichtungen funktioniert haben, was leider sehr schön beiseitegeschoben wird. (Abg. Scheibner: Das hat kein Mensch heute gesagt!) Im Gegenteil, man prügelt die österreichischen Banken, indem man immer wieder sagt, man hätte den Banken das Geld nachgeworfen. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. (Abg. Scheibner: Das hat niemand gesagt!) – Doch, Sie können es nachlesen, Herr Kollege Scheibner! (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Sie haben heute, das gebe ich zu, sehr seriös und objektiv argumentiert, aber sehr oft höre ich hier: „die Banken“. „Die Banken“, sehr oft hört man das hier, ich zeige Ihnen dann die entsprechenden Redebeiträge. (Abg. Scheibner: Von mir nicht!) Von Ihnen nicht, unbestritten, aber es gibt diese Dinge.
Sitzung Nr. 194
Abg. Scheibner: Man könnte es jetzt langsam ändern!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Ich habe nicht gesagt, dass im Jahre 1863 die Modernität in Österreich begonnen hat, ich habe Ihnen nur erklärt, dass 1863 beschlossen wurde, die Sozialhilfe zu verländern. Das Armengesetz ist damals so beschlossen worden, die Armenversorgung ist so beschlossen worden. Ich war 1863 nachweisbar noch nicht auf der Welt und habe dieses Heimatge... (Abg. Scheibner: Man könnte es jetzt langsam ändern!)
Abg. Scheibner – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Privilegien muss man nicht verteidigen! – Bundesminister Hundstorfer: Ich verteidige keine!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Bundesminister! Ich bin der Meinung, dass ein öffentliches und soziales Pensionssystem nach wie vor die beste Altersversorgung auch für die jüngeren Menschen ist. (Abg. Scheibner – in Richtung Bundesminister Hundstorfer –: Privilegien muss man nicht verteidigen! – Bundesminister Hundstorfer: Ich verteidige keine!) Wir haben in den letzten Jahren beziehungsweise Jahrzehnten ja Erfahrungen mit privatfinanzierten Systemen der Altersversorgung gemacht. Ich nenne da nur die Pensionskassen, die Mitarbeitervorsorge und die Zukunftsvorsorge, die gravierende Probleme haben.
Abg. Scheibner: Wieso dauern die Verfahren so lange? Das ist das Problem!
Was uns dabei weniger gefällt, ist, dass die Bundesregierung mit diesem Gesetzespaket die Möglichkeit nicht genutzt hat, weitere Modernisierungen beim Ausländerbeschäftigungsgesetz vorzusehen. Die Frage, dass es weiterhin Hunderte und teilweise sogar ein paar Tausend Asylwerber gibt, die seit mehreren Jahren im Asylverfahren und seit mehreren Jahren mit einem faktischen Arbeitsverbot belegt sind, das ist inzwischen ... (Abg. Scheibner: Wieso dauern die Verfahren so lange? Das ist das Problem!) – Ja, das müsste man den Ex-Innenminister Strasser fragen: In seiner Zeit haben die Asylanträge zahlenmäßig zugenommen; vielleicht können Sie sich erinnern, Herr Kollege. Die Reaktion des damaligen Innenministers Strasser war eine Nicht-Reaktion. (Abg. Scheibner: Aber wieso dauern die so lange?)
Abg. Scheibner: Aber wieso dauern die so lange?
Was uns dabei weniger gefällt, ist, dass die Bundesregierung mit diesem Gesetzespaket die Möglichkeit nicht genutzt hat, weitere Modernisierungen beim Ausländerbeschäftigungsgesetz vorzusehen. Die Frage, dass es weiterhin Hunderte und teilweise sogar ein paar Tausend Asylwerber gibt, die seit mehreren Jahren im Asylverfahren und seit mehreren Jahren mit einem faktischen Arbeitsverbot belegt sind, das ist inzwischen ... (Abg. Scheibner: Wieso dauern die Verfahren so lange? Das ist das Problem!) – Ja, das müsste man den Ex-Innenminister Strasser fragen: In seiner Zeit haben die Asylanträge zahlenmäßig zugenommen; vielleicht können Sie sich erinnern, Herr Kollege. Die Reaktion des damaligen Innenministers Strasser war eine Nicht-Reaktion. (Abg. Scheibner: Aber wieso dauern die so lange?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wenn Asylantragszahlen steigen, der Personalstand aber gleich bleibt, dann kommt es zu einem Rucksack, dann kommt es zu einem Stau. Und mit diesem Stau haben die Asylbehörden bis heute zu kämpfen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: ... auch akzeptieren, wenn jemand keine Asylgründe hat!
Es ist im Haus ja seit Jahren sehr viel die Rede von schnellen Verfahren. Ich möchte die schnellen Verfahren, die es bis heute zur Gänze noch nicht gibt, um den wichtigen Punkt qualitätsvolle Verfahren ergänzen (Abg. Scheibner: ... auch akzeptieren, wenn jemand keine Asylgründe hat!), denn man kann mit jemandem auch ein schnelles Verfahren machen, wo das Ergebnis aber kein rechtsstaatlich einwandfreies ist, und dann braucht man sich aber auch nicht zu wundern, dass Menschen von ihrem Berufungsrecht oder Beschwerderecht Gebrauch machen und dass es dann mehrere Berufungen und Beschwerden gibt, die es zu bearbeiten gilt. (Abg. Scheibner: Die Frage ist, haben sie Gründe oder haben sie keine?)
Abg. Scheibner: Die Frage ist, haben sie Gründe oder haben sie keine?
Es ist im Haus ja seit Jahren sehr viel die Rede von schnellen Verfahren. Ich möchte die schnellen Verfahren, die es bis heute zur Gänze noch nicht gibt, um den wichtigen Punkt qualitätsvolle Verfahren ergänzen (Abg. Scheibner: ... auch akzeptieren, wenn jemand keine Asylgründe hat!), denn man kann mit jemandem auch ein schnelles Verfahren machen, wo das Ergebnis aber kein rechtsstaatlich einwandfreies ist, und dann braucht man sich aber auch nicht zu wundern, dass Menschen von ihrem Berufungsrecht oder Beschwerderecht Gebrauch machen und dass es dann mehrere Berufungen und Beschwerden gibt, die es zu bearbeiten gilt. (Abg. Scheibner: Die Frage ist, haben sie Gründe oder haben sie keine?)
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Lassen Sie Ihren Frust über die grüne Fraktion nicht bei uns aus!
Präsident die Aufgabe haben, jemanden, der dauernd, ohne Unterbrechung dazwischenredet, zurechtzuweisen. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Abg. Scheibner: Lassen Sie Ihren Frust über die grüne Fraktion nicht bei uns aus!)
Abg. Scheibner: Das werden Sie aber hoffentlich in Zukunft bei allen so anwenden!
Wenn Sie weiter von der zweiten Reihe permanent Zwischenrufe machen, unterstelle ich Ihnen, dass Sie die Sitzung stören wollen. Zwischenrufe also bitte von dort machen, so wie es vereinbart ist, wo man auch sitzt. (Abg. Scheibner: Das werden Sie aber hoffentlich in Zukunft bei allen so anwenden!)
Abg. Dr. Matznetter: Wir waren in der Opposition! Sie sind schuld! Scheibner!
Wer sagt das, Kollege Matznetter? – Kollege Muchitsch von der SPÖ, Ihr Nationalrat sagt das! (Abg. Dr. Matznetter: Wir waren in der Opposition! Sie sind schuld! Scheibner!)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
In der Diskussion der letzten Wochen und Tage konnte man den Eindruck gewinnen, die Wiedereinführung der Zweckwidmung sei das Allheilmittel für die Senkung der Kosten für das Wohnen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Mehr Förderzusagen sind eine Maßnahme von vielen. Es braucht aber eine Fülle von Maßnahmen, um die Kostensituation zu verbessern.
Sitzung Nr. 198
Abg. Petzner: Das hat Herbert Scheibner noch gesagt!
Meine Damen und Herren, bereits 1997 hat die FPÖ genau diese Punkte propagiert, über die wir heute diskutieren: Der Euro kommt zu früh, der Euro ist schlecht vorbereitet, der Euro gefährdet Arbeitsplätze (Abg. Petzner: Das hat Herbert Scheibner noch gesagt!), der Euro führt zu Lohn- und Pensionskürzungen und entwertet die Sparguthaben. Das sind genau die Punkte, über die wir heute diskutieren. (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 199
Abg. Scheibner: Ist ja keine Fernsehzeit mehr!
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage jetzt einmal zu Beginn ganz offen: Ich halte diese heutige Einwendungsdebatte – nicht zufällig in der Fernsehzeit (Abg. Scheibner: Ist ja keine Fernsehzeit mehr!) – für ein unglaublich billiges politisches Manöver! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Korrigieren Sie das bitte! Keine Fernsehzeit! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Warum? – Weil alle, die hier sind, wissen, dass das Spekulationsverbot auf jeden Fall vor dem Sommer beschlossen wird. Die einzige Frage ist: Wird es ein Verfassungsgesetz oder ein einfaches Gesetz?
Abg. Scheibner: In Wien auch?!
Meine Damen und Herren! Ja, es ist ein bundeseinheitliches Spekulationsverbot erforderlich, dennoch, Kollege Scheibner, spricht nichts dagegen, dass Länder da eine Vorreiterrolle spielen. Oberösterreich zum Beispiel ist ein Land, das schon Vorreiter war, als es darum ging, ein Spekulationsverbot zu erlassen. Wir haben in Oberösterreich dieses Verbot für das ganze Land, für alle Kommunen erlassen. Und das ist gut so, denn das ist eine Notwendigkeit. Eines kann klar gesagt werden: Wo Grün regiert, dort gibt es ein Spekulationsverbot! (Abg. Scheibner: In Wien auch?!)
Abg. Scheibner: Die haben Sie doch selber verlangt! – Abg. Bucher: Sie wollten die Flat Tax selber haben! Eine gute Sache!
Was nicht geht, meine sehr verehrten Damen und Herren, obwohl es verlockend klingt, ist die sogenannte Flat Rate, die Flat Tax. (Abg. Scheibner: Die haben Sie doch selber verlangt! – Abg. Bucher: Sie wollten die Flat Tax selber haben! Eine gute Sache!) Die Flat Tax wäre die größte Steuerentlastung der Millionäre, denn die Millionäre zahlen bei uns jetzt 50 Prozent, mit der Flat Tax von Herrn Bucher würden Stronachs und alle anderen nur noch 25 Prozent zahlen. Und das ist nicht das Bild, das die ÖVP vor Augen hat. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!)
Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!
Was nicht geht, meine sehr verehrten Damen und Herren, obwohl es verlockend klingt, ist die sogenannte Flat Rate, die Flat Tax. (Abg. Scheibner: Die haben Sie doch selber verlangt! – Abg. Bucher: Sie wollten die Flat Tax selber haben! Eine gute Sache!) Die Flat Tax wäre die größte Steuerentlastung der Millionäre, denn die Millionäre zahlen bei uns jetzt 50 Prozent, mit der Flat Tax von Herrn Bucher würden Stronachs und alle anderen nur noch 25 Prozent zahlen. Und das ist nicht das Bild, das die ÖVP vor Augen hat. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!)
Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!
Im Übrigen hat unser Haus Berechnungen zum Flat-Tax-Modell durchgeführt, und seit ich weiß, dass die Flat Tax nach Bucher’schem Modell 20 Milliarden kostet, habe ich keine Sympathie mehr dafür. (Abg. Scheibner: Sie selber haben es vorgeschlagen!) Eine Steuer, die uns 20 Milliarden kostet (Abg. Bucher: Ist doch ein Blödsinn!) und überwiegend nur die Millionäre entlastet, ist nicht das Modell, das ich mir vorstelle. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Ich habe immer dazugesagt, dass ich es leistungsgerecht haben will, einfacher haben will und die Familien entlasten will. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber ich habe nie von einer blinden Akzeptanz der Flat Tax gesprochen, Herr Bucher. Da werden Sie kein Zitat von mir finden. (Abg. Scheibner: Das Modell haben Sie vorgeschlagen! – Abg. Bucher: Den Beweis können wir antreten!)
Abg. Scheibner: Das Modell haben Sie vorgeschlagen! – Abg. Bucher: Den Beweis können wir antreten!
Ich habe immer dazugesagt, dass ich es leistungsgerecht haben will, einfacher haben will und die Familien entlasten will. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Aber ich habe nie von einer blinden Akzeptanz der Flat Tax gesprochen, Herr Bucher. Da werden Sie kein Zitat von mir finden. (Abg. Scheibner: Das Modell haben Sie vorgeschlagen! – Abg. Bucher: Den Beweis können wir antreten!)
Sitzung Nr. 200
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie können es aber auch! – Rufe bei der FPÖ: Sie aber auch! – Abg. Grosz: Sie könnten aber was zum Brief sagen! Sie sind ja jetzt begnadete Briefschreiberin!
Im Hinblick auf die Anregung, ich möge den Rechnungshof einschalten, weise ich darauf hin, dass der Rechnungshof ein Organ des Parlaments ist. Und daher, meine sehr verehrten Damen und Herren, wäre es ein Leichtes: Sie selbst könnten den Rechnungshof diesbezüglich kontaktieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Scheibner: Sie können es aber auch! – Rufe bei der FPÖ: Sie aber auch! – Abg. Grosz: Sie könnten aber was zum Brief sagen! Sie sind ja jetzt begnadete Briefschreiberin!)
Sitzung Nr. 202
Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: So ist es! Neue Bauern braucht das Land!
Wenn wir die Bauern beraten, wenn wir ihnen sagen, wie das mit den Fadenwürmern funktioniert, wird selbstverständlich das Argument kommen, das wird ein bisserl mehr kosten, aber wir werden ein Feinkostladen! Eine gesunde Natur, eine gesunde Kultur kann man nur mit solchen Maßnahmen erhalten. Ein Feinkostladen, Herr Bundesminister, machen wir die Wende! Sorgen wir dafür, dass das Bauernsterben ein Ende findet und Bauer-Sein wieder möglich wird, wie das heute in Südtirol geschieht. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner: So ist es! Neue Bauern braucht das Land!)
Abg. Scheibner: Das ist auch nicht gekommen!
Aber wenn Sie meinen, dass man über eine Geschäftsordnungsreform in der Form nachdenken soll – es wurde ja schon vorgeschlagen, dass beispielsweise das Fragerecht auch über den Sommer gehen sollen –: Wir waren immer dafür. (Abg. Scheibner: Das ist auch nicht gekommen!) – Wir waren immer dafür, dass man auch während des Sommers Anfragen stellen kann und damit diese Form der Kommunikation hat. (Abg. Brosz: Warum machen wir es nicht?)
Abg. Grosz: Jaja! – Abg. Scheibner: Bei der Feuerwehr!
Wir haben da einen Vorschlag gemacht, dass mehr direkte Demokratie möglich ist. (Abg. Grosz: Jaja! – Abg. Scheibner: Bei der Feuerwehr!) – Sie kudern sich da ab wie früher in den Schulbänken, anstatt diesen Vorschlag ernst zu nehmen. Aber das wäre zum Beispiel ein Aspekt, der mit Sicherheit einen Beitrag leisten würde.
Abg. Scheibner: Ohne Ausschussarbeit!
Zweite Anmerkung: Es wird so getan, als ob das Parlament im Sommer, also in der tagungsfreien Zeit, handlungsunfähig wäre. – Das ist schlicht und einfach falsch. Es kann ständig von einem Drittel der Abgeordneten des Nationalrates eine Sondersitzung beantragt werden. (Abg. Scheibner: Ohne Ausschussarbeit!) Das heißt, auch die Opposition hat diese Möglichkeit. Das haben wir schon im Rahmen der heutigen Sondersitzung erlebt.
Sitzung Nr. 203
Abg. Mag. Kogler: Na und? – Abg. Scheibner: Abgeordnete im Untersuchungsausschuss mit Immunität?
Wenn wir ins Detail gehen und uns auch in Erinnerung rufen, Frau Kollegin, was in den letzten Jahren hier passiert ist, dann sehen wir, dass insbesondere die Kollegen von SPÖ und ÖVP selbst die Stolpersteine in die Verhandlung mitgebracht haben, um ein Scheitern oder eine Verzögerung der Verhandlung zustande zu bringen, und es aufseiten der SPÖ plötzlich ein Problem war, hier eine Schlichtungsstelle im Sinne des Verfassungsgerichtshofes zu finden, falls es Probleme zwischen Ministerien und dem Untersuchungsausschuss gibt. Und auf der anderen Seite wollte plötzlich die ÖVP, dass Abgeordnete in einem Untersuchungsausschuss keine Immunität mehr haben sollen. – Das kann es ja wohl nicht sein, geschätzte Damen und Herren! (Abg. Mag. Kogler: Na und? – Abg. Scheibner: Abgeordnete im Untersuchungsausschuss mit Immunität?)
Abg. Scheibner: Richtig! – Beifall bei Grünen und BZÖ.
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Frau Präsidentin! Die interessanten Diskussionen im Geschäftsordnungsausschuss kann ich mir schon blendend vorstellen. Da ja die Regierungsparteien auch der Meinung sind, dass wir im September keine Sitzung mehr brauchen, wird es noch viele Geschäftsordnungsausschüsse geben, wo man das interessant debattieren kann. (Abg. Scheibner: Richtig! – Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei BZÖ und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Grosz: Wo sind die ...?
große Dimension, weil er zu den aktuellen Vorwürfen in Richtung Gernot Rumpold und FPÖ betreffend 500 000 € gesagt hat, dass diese 500 000 € nichts sind im Vergleich zu dem, was an parteinahe Agenturen, Vorfeldorganisationen und Bürgermeister von wem geflossen ist? – Von SPÖ und ÖVP! Bauernbund, OmniMedia, echo medienhaus, alle diese Firmen hat er genannt. (Beifall bei BZÖ und Grünen. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Grosz: Wo sind die ...?)
Sitzung Nr. 204
Abg. Scheibner: Richtig erkannt! – Abg. Mag. Kogler: Deshalb fordern sie’s ja!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Auch wenn der Teletext, wie Herr Kollege Scheibner weiß, nicht das offizielle Informationsorgan des Parlaments ist, seit gestern spätestens ist die gesamte Tagesordnung bekannt, und ich weiß nicht, Herr Kollege Scheibner, ob Sie darauf irgendeine Erklärung des Bundeskanzlers finden. (Rufe beim BZÖ: Eben deshalb! Darum geht es ja!) Das ist nicht der Fall. (Abg. Scheibner: Richtig erkannt! – Abg. Mag. Kogler: Deshalb fordern sie’s ja!)
Die Abgeordneten Scheibner und Ing. Westenthaler: Freilich!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Scheibner, Herr Kollege Kogler, Sie wissen, dass das keine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung gewesen ist. (Die Abgeordneten Scheibner und Ing. Westenthaler: Freilich!) Sie hätten jeden Debattenbeitrag nutzen können, es stehen noch Stunden an Redezeit zur Verfügung. Ich sehe der Debatte in der nächsten Präsidiale mit Interesse entgegen, und ich weiß auch, dass die Frau Bundesministerin als langjährige Parlamentarierin Ihren Beitrag durchaus einschätzen kann. (Abg. Scheibner: Und Sie haben keine Meinung!?) – Ich habe dazu auch eine Meinung, aber ich werde die Debatte damit nicht unterbrechen. (Abg.
Abg. Scheibner: Und Sie haben keine Meinung!?
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Scheibner, Herr Kollege Kogler, Sie wissen, dass das keine Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung gewesen ist. (Die Abgeordneten Scheibner und Ing. Westenthaler: Freilich!) Sie hätten jeden Debattenbeitrag nutzen können, es stehen noch Stunden an Redezeit zur Verfügung. Ich sehe der Debatte in der nächsten Präsidiale mit Interesse entgegen, und ich weiß auch, dass die Frau Bundesministerin als langjährige Parlamentarierin Ihren Beitrag durchaus einschätzen kann. (Abg. Scheibner: Und Sie haben keine Meinung!?) – Ich habe dazu auch eine Meinung, aber ich werde die Debatte damit nicht unterbrechen. (Abg.
Abg. Scheibner: Das wollten wir ja ! dafür gesorgt, dass es eine Erklärung gibt heute!
Dabei wäre es durchaus wert gewesen, den gestrigen EU-Gipfel seriös und ernsthaft zu diskutieren, auch auf Basis so einer Anfrage. (Abg. Scheibner: Das wollten wir ja ! dafür gesorgt, dass es eine Erklärung gibt heute!) – Ich freue mich, dass der Kollege Scheibner nach den einschläfernden Worten seines Kollegen Widmann jetzt wieder aufgewacht ist und wach bei uns weilt. Das ist schön. (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Scheibner: Da haben Sie aber nicht viel umgesetzt in der Regierung!
Zum letzten Punkt, zur Frage, wie ich es mit der direkten Demokratie halte: Das kann ich ganz leicht beantworten. Ich stehe zu dem, was ich vorgelegt habe. Wir haben vor einem Jahr als junge ÖVP ein Demokratiepaket mit sehr vielen Vorschlägen erarbeiten dürfen (Abg. Scheibner: Da haben Sie aber nicht viel umgesetzt in der Regierung!), über deren Umsetzung ich mich sehr freuen würde. Sie wissen, es kann nicht die Regierung so etwas beschließen, sondern es liegt am Parlament, diese Beschlüsse zu fassen. (Abg. Scheibner: Legen Sie es vor hier!)
Abg. Scheibner: Legen Sie es vor hier!
Zum letzten Punkt, zur Frage, wie ich es mit der direkten Demokratie halte: Das kann ich ganz leicht beantworten. Ich stehe zu dem, was ich vorgelegt habe. Wir haben vor einem Jahr als junge ÖVP ein Demokratiepaket mit sehr vielen Vorschlägen erarbeiten dürfen (Abg. Scheibner: Da haben Sie aber nicht viel umgesetzt in der Regierung!), über deren Umsetzung ich mich sehr freuen würde. Sie wissen, es kann nicht die Regierung so etwas beschließen, sondern es liegt am Parlament, diese Beschlüsse zu fassen. (Abg. Scheibner: Legen Sie es vor hier!)
Abg. Scheibner: Haben Sie in der Fraktion ?
Soweit ich weiß, hat es eine Arbeitsgruppe der Präsidentin Prammer gegeben, die sich, glaube ich, mehrmals getroffen hat, in der auch die Grünen vertreten waren. (Abg. Scheibner: Haben Sie in der Fraktion ?) Werfen Sie also bitte nicht mit dem Vorwurf um sich, warum sich da so wenig tut! Sie haben wesentlich mehr Kompetenz, in diesem Bereich etwas mitzubeschließen, als ich das in meiner Rolle als Staatssekretär habe. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! – Abg. Mag. Musiol: Das stimmt nicht!
Sehen wir uns an, was sich bis jetzt im Bereich direkte Demokratie getan hat! – Ich gebe zu, es sind nur kleine Schritte, aber welche sind das? – Zentrales Wählerregister, um die Möglichkeit zu geben, dass man online ein Volksbegehren unterstützen kann; ein kleiner Vorschlag, aber doch. Wer war dagegen? – Die Grünen! (Abg. Scheibner: Das stimmt doch nicht! – Abg. Mag. Musiol: Das stimmt nicht!)
Abg. Scheibner: Ja, Sabotage!
Mir kommt überhaupt vor, als wäre hier Sabotage am Werk (Abg. Scheibner: Ja, Sabotage!) – Sabotage, dass man auf der einen Seite den Rechnungshof mit mehr Aufgaben zuschüttet und ihm auf der anderen Seite die Mittel reduziert und kürzt. Das
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber dazu hat er erst den Jarolim gebraucht! Ohne Jarolim hätte er nichts gesagt!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Meine Herren Präsidenten! Hohes Haus! Man sieht hier vielleicht einmal ein bisschen den qualitativen Unterschied, was Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz betrifft. Während wir Oppositionsparteien im Ausschuss verzweifelt darum kämpfen, Auskunftspersonen einzuladen, die im Prüfungszeitraum – konkret: Bankenpaket und Kommunalkredit – in der Verantwortung waren, was aber von den Regierungsfraktionen verhindert wird – namentlich wollen wir Ministerin Schmied und Ex-Minister Pröll im Ausschuss laden; wir kämpfen darum, bekommen sie aber nicht –, tritt der freiheitliche damalige Verantwortungsträger, heute der Dritte Präsident des Nationalrates, ans Rednerpult und erklärt sich öffentlich. – Das ist der Unterschied zwischen Ihnen und uns. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Aber dazu hat er erst den Jarolim gebraucht! Ohne Jarolim hätte er nichts gesagt!)
Sitzung Nr. 206
Abg. Dr. Jarolim: Der Haider war eben ein Verbrecher! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unerhört! – Abg. Scheibner: Letztklassig! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist der Justizsprecher der SPÖ! So ein Wappler! – Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Obernosterer. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: Der Haider war eben ein Verbrecher! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Unerhört! – Abg. Scheibner: Letztklassig! – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Skandal! Das ist der Justizsprecher der SPÖ! So ein Wappler! – Lebhafte Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Wegen einer dreijährigen Ausbildung?
Was Sie damit verabsäumt haben, ist die Chance, dass der Beruf aufgewertet wird. (Abg. Scheibner: Wegen einer dreijährigen Ausbildung?) Sie alle wissen, dass das beim Beruf der ElementarpädagogInnen notwendig ist, abgesehen davon dass die meisten immer noch „Kindergärtnerin“ oder „Kindergartentante“ sagen. Das sind PädagogInnen, genauso wie die PädagogInnen in der Grundstufe, wie die PädagogInnen in der Sekundarstufe. Diese Aufwertung passiert nicht. Das beginnt natürlich mit der Wertschätzung und endet mit der Bezahlung und der Tatsache, dass auch keine Durchlässigkeit möglich ist (Abg. Amon: Das stimmt nicht mit der Durchlässigkeit!), die aber bei einer gemeinsamen Ausbildung möglich gewesen wäre und die auch Sinn macht. Es ist so, dass man eine Ausbildung in einem Bereich bekommt, aber es kann durchaus Sinn machen, dass PädagogInnen in eine andere Schulstufe wechseln oder mit anderen Altersstufen arbeiten können.
Sitzung Nr. 207
Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.
Natürlich wird jetzt immer wieder betont, dass man von unserer Seite keinen Grund hat, sich für irgendetwas zu entschuldigen. Es gibt keinen Grund, sich zu entschuldigen. Wir haben richtig gehandelt. Was wäre denn die Konsequenz, wie Herr Klubobmann Cap zu Recht aufgezeigt hat? Was wäre die Konsequenz bei einem endenden Mandat? Das Mandat zu erneuern und zu erweitern und dann österreichischen UN-Soldaten den Auftrag zu geben, mit Waffengewalt Frieden zu sichern? Ist das die Vorstellung mancher hier im Haus? – Ich hoffe nicht! Also von uns Freiheitlichen mit Sicherheit nicht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Scheibner und Mag. Widmann.) Es ist nicht die Aufgabe eines neutralen Landes wie Österreich, mit Waffengewalt auf Kriegsparteien loszugehen und dann den Frieden vor Ort zu sichern. Das ist ja absurd! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Was?
Mir fehlt auch vonseiten der Europäischen Union eine entsprechende Verurteilung, ein Protest. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Amon.) – Nein. Das ist ja ein nicht entscheidender, betonter Punkt. Ich betone das daher bewusst. Das muss vonseiten der Europäischen Union notfalls auch mit einer Intervention beantwortet werden. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Was?)
Abg. Scheibner: Genau lesen! Genau zitieren!
Dasselbe mit Herrn Bucher vom BZÖ: „Abzug österreichischer UNO-Soldaten vom Golan richtiger Schritt“. Das war am 6. Juni. Am 10. Juni fordert Kollege Scheibner ein Umdenken beim Golan-Abzug. Also ich weiß jetzt nicht, was gilt. (Abg. Scheibner: Genau lesen! Genau zitieren!)
Abg. Scheibner: So viel wechseln wie Sie können wir alle in zehn Jahren nicht!
Der Einzige, der der Linie treu geblieben ist, ist Kollege Strache, der das so ähnlich wie wir sieht, nämlich dass das Auslaufen dieses Waffenembargos eigentlich der Auslöser für diesen Abzug war. Da kann ich ihm auch recht geben, das passt schon. (Abg. Scheibner: So viel wechseln wie Sie können wir alle in zehn Jahren nicht!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Nicht die Soldaten, sondern die Politik hat das Problem! Die Soldaten würden dort bleiben!
Geschätzte Damen und Herren, wenn ein paar Vorredner darauf hingewiesen haben, so wie der Kollege Scheibner oder der Kollege vom Team STRONACH, Herr Hagen, dass unsere Soldaten jetzt voreilig abgezogen worden sind, dass die Motivation für den Abzug eine rein parteipolitische war, dass der Abzug im Blickrichtung Wahlen motiviert war, dann möchte ich das wirklich aufs Schärfste zurückweisen, und zwar deswegen, weil man damit indirekt unseren Soldaten unterstellen würde, dass sie Feiglinge sind. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht! Nicht die Soldaten, sondern die Politik hat das Problem! Die Soldaten würden dort bleiben!) Und das sind unsere Soldaten sicherlich
Abg. Scheibner: Das war vor einem Monat auch schon so!
Die Politik hat einen Lagebericht erhalten, hat entsprechend diesem Bericht die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten im Einsatzgebiet zu garantieren, und letztendlich ist die Politik zu der Entscheidung gekommen, die Truppen dort abzuziehen. Wir haben in verschiedensten Wortmeldungen heute schon gehört, warum. Nämlich: Der Auftrag war letztlich sicher nicht der, zwischen Bürgerkriegstruppen für Frieden zu sorgen. Ohne ein entsprechendes über den Auftrag der Beobachtung hinausgehendes Mandat war das nicht vertretbar und somit auch nicht handlebar. (Abg. Scheibner: Das war vor einem Monat auch schon so!)
Abg. Scheibner: Das war aber auch schon vorher so! Diese Probleme hat es in den letzten Monaten auch schon gegeben!
Meine Damen und Herren! Kanada, Japan und Kroatien sind, wie wir alle wissen, vom Golan schon abgezogen, und zwar in Wirklichkeit auch nicht wahnsinnig langsam, aber die UNO hat nichts dazu beigetragen, da für einen entsprechenden Ersatz zu sorgen, sondern hat das Österreich einfach auf die Schultern geladen. Österreich in seinem Pflichtbewusstsein hat das hervorragend erledigt, aber nachdem jetzt klar war, dass nicht einmal mehr die Versorgungswege gesichert sind, dass wir nicht einmal die Rotationen, den Nachschub garantieren konnten – wir haben nicht einmal einen Mannschaftspanzer über die Grenze gebracht –, musste man schon die Frage stellen: Was soll das? (Abg. Scheibner: Das war aber auch schon vorher so! Diese Probleme hat es in den letzten Monaten auch schon gegeben!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!
spiel hat ein anderes Mandat, und der Einsatz dort wird von uns entsprechend fortgeführt werden. Aber zu sagen, die Regierung sei feig, das ist nicht angebracht. (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt!)
Abg. Scheibner: Wir sind eh noch unten!
Also da, Kollege Scheibner, ist mir der Antrag von dir völlig unverständlich. Das ist ja wohl der dümmste Vorschlag, den es geben kann: dass die österreichische Bundesregierung jetzt aufgefordert wird, nicht überstürzt abzuziehen, sondern zuerst die Lage nochmals zu prüfen und auf die UNO-Institutionen und was weiß ich wen einzuwirken, dass sie das Mandat verbessern, um die Aufgabe der Protection of Civilians, wie du das sagst, vielleicht jetzt noch zu erfüllen. Das heißt, wir sollen den Abzug jetzt stoppen, weil wir sagen: Es ist nicht so, bleiben wir doch unten!, verhandeln jetzt drei Jahre mit der UNO und wollen ein Mandat, um die Civilians dort zu beschützen. (Abg. Scheibner: Wir sind eh noch unten!)
Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, dort sind Leute!
Welche Civilians? Wir stehen dort in einer entmilitarisierten Zone, wie du richtig gesagt hast, in einer menschenleeren Zone mit der Geisterstadt Kuneitra als Zentrum. (Abg. Scheibner: Das stimmt nicht, dort sind Leute!) Ja, da gibt es vielleicht ein paar Häuser. Aber wen wollen wir da, bitte, an der Grenze beschützen?!
Abg. Scheibner: Waren Sie schon unten?
Was soll das Gerede von einem „robusten Mandat“, um Zivilisten zu schützen? Wo sind da Zivilisten zu schützen? (Abg. Scheibner: Waren Sie schon unten?) „Robustes Mandat“ heißt Eingreifen in den Bürgerkrieg, die Bürgerkriegsparteien trennen. Das ist ein BZÖ-Vorschlag?! – Das kann ich mir nicht vorstellen!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Bei Ihnen ist es eine Schande, dass man zuhören muss!
Da kommt nichts anderes heraus als warten, dort sitzen, bis man abgeschossen wird, und dann hoffen, dass es ein Bürgerkriegsbeendigungsmandat gibt. Das kann ja nicht sein! Daher also, bitte: Dieser Antrag gehört fast zurückgezogen, es ist ja fast eine Schande, dass so etwas mit auf der Tagesordnung steht und dass man darüber abstimmen muss, wo man nur dagegen stimmen kann. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Scheibner: Bei Ihnen ist es eine Schande, dass man zuhören muss!) Jaja. Aber so weit, so gut.
Abg. Scheibner: Das erklären Sie jetzt: Warum? – Erklären Sie das!
Da habe ich auch genau begründet, warum: wenn wir in eine Situation kommen, wo wir dieses Mandat nicht mehr erfüllen können. Und diese Situation war genau zu diesem Zeitpunkt, an diesem Tag gegeben, Abgeordneter Scheibner! (Abg. Scheibner: Das erklären Sie jetzt: Warum? – Erklären Sie das!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da kann man dann aber keine zwei Monate mehr warten, wenn das wirklich so ist! – Abg. Huber: Herr Minister, Sie verwickeln sich in Widersprüche!
Herr Kollege Scheibner, ich weiß, dass man in politischen Debatten nicht immer jedes Wort auf die Goldwaage legen darf, aber bei allem Respekt, wenn Sie mich schon zitieren, dann lege ich Wert darauf, dass Sie mich zur Gänze und umfassend zitieren. Ich habe während der Entwicklungen der letzten Monate seit März immer darauf hingewiesen, dass sich die Situation zusehends angespannt hat, sie aber beherrschbar war. Und ich sage jetzt deutlich: Seit dem vergangenen Donnerstag ist die Lage nicht mehr beherrschbar, daher war die Reißleine zu ziehen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Da kann man dann aber keine zwei Monate mehr warten, wenn das wirklich so ist! – Abg. Huber: Herr Minister, Sie verwickeln sich in Widersprüche!)
Abg. Scheibner: Das war wieder eine „besonders gute“ Meldung!
Kollege Widmann, ich weiß natürlich, dass ich als Mitglied des Nationalen Sicherheitsrates zur Verschwiegenheit verpflichtet bin, aber allgemein darf ich doch sagen, dass Sie schon im Nationalen Sicherheitsrat sehr exotische Argumente verwendet haben. (Abg. Scheibner: Das war wieder eine „besonders gute“ Meldung!)
Abg. Scheibner: Wir erklären es Ihnen dann!
In Ihrem Antrag steht: der Schutz der Zivilisten. – Wo? In der entmilitarisierten Zone? Da gibt es relativ wenige Zivilisten. Was sollte uns oder ein UNO-Mandat berechtigen, den Schutz von ein paar Zivilisten, meinetwegen Hunderten oder Tausenden, zu gewährleisten und den Schutz von Millionen Zivilisten in Syrien nicht zu gewährleisten? – Das ist das erste Problem. (Abg. Scheibner: Wir erklären es Ihnen dann!)
Abg. Scheibner: Wir beschließen heute gar nichts!
Deswegen ist der Kompromiss, den wir heute hier beschließen, ein geordneter Rückzug (Abg. Scheibner: Wir beschließen heute gar nichts!) – kein überhasteter Abzug unserer Soldatinnen und Soldaten, sondern ein geordneter Rückzug über mehrere Wochen in Koordination mit den Vereinten Nationen. Dafür, Herr Verteidigungsminister, ein herzliches Dankeschön meinerseits! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner, Dr. Fichtenbauer und Dr. Wittmann.
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich damit schließen, noch einmal allen zu danken, die hier mitgewirkt haben. Manchmal ist es so, wie schon Max Weber gesagt hat: Politik ist das Bohren harter Bretter! Das hat sich in diesem Feld ganz klar gezeigt, aber es ist auch notwendig, dass man die Geduld aufbringt, um mit Leidenschaft auch das Ziel zu erreichen, das erforderlich ist: mehr Rechtschutz für die Bürgerinnen und Bürger für einen noch besseren Rechtsstaat, wie er beispielgebend für Europa und die ganze Welt ist. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Scheibner, Dr. Fichtenbauer und Dr. Wittmann.)
Abg. Scheibner: BZÖ? – Ruf bei der SPÖ: Im Ausschuss!
Kollege Scheibner hat angesprochen, dass den vorigen Antrag des BZÖ nur vier Parteien unterstützt haben – oder habe ich das jetzt falsch gehört? (Abg. Scheibner: BZÖ? – Ruf bei der SPÖ: Im Ausschuss!) – Im Ausschuss. Entschuldigung, dann habe ich jetzt repliziert betreffend einen Antrag vorhin, der nur von vier Parteien gestellt worden ist.
Beifall der Abg. Schenk. – Abg. Scheibner – eine Tagesordnung in die Höhe haltend –: Sie wissen aber, zu welchem Tagesordnungspunkt Sie sprechen!?
Wir haben ja mitgestimmt betreffend Beneš-Dekrete. Wir wären auch dort dafür gewesen, wenn ihr uns dazu eingeladen hättet. Es wäre also vielleicht nicht ganz schlecht, nicht nur bei den anderen das zu fordern, sondern auch selbst das Ganze so zu machen. (Beifall der Abg. Schenk. – Abg. Scheibner – eine Tagesordnung in die Höhe haltend –: Sie wissen aber, zu welchem Tagesordnungspunkt Sie sprechen!?)
Beifall bei FPÖ und SPÖ sowie des Abg. Scheibner
Warum das Ganze zustande gekommen ist, wurde hier spekuliert. Vielleicht, weil die Regierung nicht eingebunden war – ein wesentlicher Punkt –, aber ich glaube, ein besonderes Erfolgsrezept war, dass Herr Dr. Fichtenbauer hier Fachkenntnis und Beharrlichkeit zusammengepackt und das Ganze vorangetrieben hat, das muss man eindeutig sagen. Und dann gab es auch, das ist gleichfalls schon erwähnt worden, das an sich sehr konstruktive Klima gerade im Verfassungsausschuss, wofür ich auch dem Ausschussvorsitzenden Dr. Wittmann herzlich danken darf (Beifall bei FPÖ und SPÖ sowie des Abg. Scheibner), der das eigentlich regelmäßig so handhabt.
Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
In diesem Sinne: Dies ist ein sehr erfreulicher Schluss einer Rechtsschutzlücke, und ich freue mich, dass wir das gemeinsam beschließen können. (Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Sitzung Nr. 209
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Unsere Aufgabe im Ausschuss und hier im Plenum sollte darin bestehen, als gewähltes Organ auf Basis der Berichte der Volksanwaltschaft in dieser Republik den Menschen bei ihren Anliegen zu helfen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Bei mehr als 9 000 Prüffällen der Volksanwaltschaft sind wir verpflichtet, uns damit auseinanderzusetzen und nicht ständig die gesamte Ausschusssitzung dafür zu verwenden, konstruierte Kleinkriege zu führen, wie Sie Kleinkriege gegen Volksanwältin Stoisits und Volksanwalt Kostelka wegen irgendwelcher Wahlkampfthemen führen. (Abg. Scheibner: Diese Beurteilung steht Ihnen nicht zu!) Das ist derart an den Haaren herbeigezogen und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Diese Beurteilung steht Ihnen nicht zu!
Unsere Aufgabe im Ausschuss und hier im Plenum sollte darin bestehen, als gewähltes Organ auf Basis der Berichte der Volksanwaltschaft in dieser Republik den Menschen bei ihren Anliegen zu helfen. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Bei mehr als 9 000 Prüffällen der Volksanwaltschaft sind wir verpflichtet, uns damit auseinanderzusetzen und nicht ständig die gesamte Ausschusssitzung dafür zu verwenden, konstruierte Kleinkriege zu führen, wie Sie Kleinkriege gegen Volksanwältin Stoisits und Volksanwalt Kostelka wegen irgendwelcher Wahlkampfthemen führen. (Abg. Scheibner: Diese Beurteilung steht Ihnen nicht zu!) Das ist derart an den Haaren herbeigezogen und muss auf das Schärfste zurückgewiesen werden! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Scheibner: Na sicher!
Daher: Erzählen Sie doch keine Märchen, dass dann die freien Abgeordneten Sie mit der Redezeit dementsprechend ins Hintertreffen bringen! Das war ja bei mir auch nicht so. (Abg. Scheibner: Na sicher!) Ich habe mich im Schnitt vielleicht zwei oder drei Mal pro Plenartag zu Wort gemeldet. Also bitte erzählen Sie keine Märchen!
Abg. Scheibner: Die sind schon heimgefahren!
Abgeordneter Stefan Markowitz (STRONACH): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Fichtenbauer, du weißt, ich schätze dich sehr, aber Kindesweglegung darf man hier nicht betreiben. Ich weiß, du findest diese neue Debatte wahrscheinlich total toll, dass Abgeordnete auch zu anderen Klubs gehen dürfen, aber dreh dich ein bisschen nach hinten um! Wie viele Abgeordnete siehst du denn, die vorher nicht auf der FPÖ-Liste waren und jetzt bei euch sitzen? Wie viele siehst du? (Abg. Rädler: Genau!) Vergessen? Nicht nur die letzte Reihe, der Jury und so weiter, sondern da gibt es schon mehrere. (Abg. Scheibner: Die sind schon heimgefahren!) – Die sind schon alle in Kärnten, aber das werden wir im Zuge der kommenden Nationalratswahlen besprechen. Darauf freue ich mich schon besonders. (Abg. Grosz: Der Darmann ist noch da! Einer ist noch da! Die anderen sind schon wieder in Kärnten!)
Sitzung Nr. 211
Abg. Kickl: Genossen ! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich meine, die Quintessenz dieser leicht wirren Rede vom Kollegen Widmann war: Bürger, baut euch die Straßen selbst! Bürger, regelt euch das Gesundheitswesen selbst! Bürger, regelt euch überhaupt alles selbst! (Abg. Mag. Widmann: Haben Sie nicht aufgepasst? – Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein.) Wir brauchen keine Steuereinnahmen, gar nichts mehr. Und vor allem die Superreichen entlasten wir einmal ordentlich, sofern sie überhaupt Steuern gezahlt haben. – Das ist die Quintessenz und die Botschaft von dem, was Sie da gerade von sich gegeben haben. (Abg. Kickl: Genossen ! – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Zivilgesellschaftlich, na ja!
händler, nicht gegen Waffenschieber und nicht gegen Geldwäscher – angewendet wurde. Nein, er wurde gegen Tierschützerinnen und Tierschützer, die ihre Anliegen mit zivilgesellschaftlichen Aktionen durchsetzen wollten, angewendet. (Abg. Scheibner: Zivilgesellschaftlich, na ja!)
Sitzung Nr. 213
Abg. Scheibner: Aber beim Unterhalt!
Herr Klubobmann Bucher, da Sie gemeint haben, es darf nicht Kinder unterschiedlicher Kategorien geben: Das Familienfördersystem in Österreich macht keine Unterschiede. (Abg. Scheibner: Aber beim Unterhalt!)
Beifall des Abg. Scheibner.
Was die Situation der freiwilligen Helfer betrifft, so muss ich sagen – da kann ich meiner Vorrednerin völlig recht geben; auch ich bin ihrer Meinung –, dass da noch einiges zu tun ist. Ich weiß zwar, dass die Zuständigkeit in vielen Bereichen bei den Ländern liegt, aber da sollte sich doch der Bund mit den Ländern zusammensetzen, damit für die freiwilligen Helfer – und diese Hilfe, die sie uns angedeihen lassen, ist ja unbezahlbar und auf die sind wir in Österreich stolz –, also für alle, die diese Leistungen vollbringen, in diesen Bereichen Entgeltfortzahlung möglich ist und dass diese vielen anderen Dinge, beispielsweise Schutzimpfungen, die notwendig sind und so weiter, auch bezahlt werden. (Beifall des Abg. Scheibner.) Das sollte eben zwischen dem Bund und den Ländern geregelt werden.
Beifall des Abg. Scheibner. – Abg. Mag. Haider: Das heißt Aschach, nicht Aschbach, Herr Kollege! Das ist ein anderes Bundesland!
Ein kurzer Satz noch zur Dramatik bei der Hochwasserkatastrophe und den Vorgängen in der Nacht vom 3. auf 4. Juni im Eferdinger Becken. Wir haben einen Antrag eingebracht – der bedauerlicherweise im Verkehrsausschuss, Frau Bundesminister, das letzte Mal vertagt worden ist –, in dem wir Aufklärung durch eine internationale Expertenkommission fordern, die die Vorkommnisse dort prüft, wo offenbar eine schlecht koordinierte Öffnung der Schleusen in Aschbach und in Ottensheim die Situation verschärft hat und die Leute im Eferdinger Becken und im oberen Mühlviertel sozusagen zu Schaden gekommen sind. Da fordern wir Aufklärung, da ist einiges noch nicht getan worden. (Beifall des Abg. Scheibner. – Abg. Mag. Haider: Das heißt Aschach, nicht Aschbach, Herr Kollege! Das ist ein anderes Bundesland!)
Abg. Scheibner: Was ist mit der Spende Ihrer Klubförderung, die Sie angekündigt haben?
Ich habe jetzt die fünfte Unterschrift und bringe den Antrag noch einmal ein. Sie können jetzt hier wirklich Nägel mit Köpfen machen, meine Damen und Herren. Haben Sie Anstand! Gehen Sie her, nehmen Sie die Erhöhung der Parteienförderung zurück und geben Sie das Geld den Hochwassergeschädigten, die es dringender brauchen! (Abg. Scheibner: Was ist mit der Spende Ihrer Klubförderung, die Sie angekündigt haben?)
Abg. Scheibner: Das ist doch ein Blödsinn!
Geschätzte Damen und Herren! Kolleginnen und Kollegen! Mit dieser nun vorliegenden Sicherheitsstrategie werden wir den neuen Bedrohungsszenarien gerecht. Wir gehen davon ab, dass wir die Betrachtungsweise des Kalten Krieges sehen (Abg. Scheibner: Das ist doch ein Blödsinn!), sondern wir versuchen, die internationalen Verflechtungen viel stärker in den Vordergrund zu rücken. (Abg. Scheibner: Hast du die Zwei-Einser
Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner überreicht Bundesminister Mag. Klug das angesprochene Programm.
Herr Bundesminister! Ich habe Ihnen zur Lektüre unsere eigene Sicherheitsdoktrin, unser sicherheitspolitisches Programm, mitgebracht, das von einer Lagebeurteilung bis hin zu einem Vorschlag einer Struktur des Bundesheeres einiges Wissenswertes mit sich bringt. – Bitteschön. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Scheibner überreicht Bundesminister Mag. Klug das angesprochene Programm.)
Abg. Scheibner: Wo steht das?
Sehr geehrte Damen und Herren! Unverrückbares Fundament der österreichischen Sicherheitspolitik ist und bleibt die immerwährende Neutralität. Die vorliegende Sicherheitsstrategie garantiert, dass Österreich auch in Zukunft keinem Militärbündnis beitreten wird. (Abg. Scheibner: Wo steht das?) In klarer Abgrenzung zur alten Verteidigungsdoktrin aus dem Jahr 2001 ist ein NATO-Beitritt definitiv ausgeschlossen. Vielleicht haben Teile des BZÖ aus diesem Grund ein Problem damit. Damit wird eine wichtige sicherheitspolitische Kurskorrektur vorgenommen, die auch der Erwartungshaltung der Österreicherinnen und Österreicher entspricht. Die österreichische Neutralität bedeutet im Verständnis der Sicherheitsstrategie kein sicherheitspolitisches Trittbrettfahren, sondern ein aktives Engagement für den internationalen Frieden. (Ruf beim BZÖ: Sie sagen der Bevölkerung die Unwahrheit!)
Abg. Scheibner: Wo ist da die Neutralität?
Sehr geehrte Damen und Herren! Eines ist aber auch klar: Viele der neuen grenzüberschreitend wirkenden Risiken können nur in Kooperation bewältigt werden. Wir werden daher den Weg der Europäisierung und der Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Partnern, insbesondere mit unseren zentraleuropäischen Nachbarn, intensivieren, um transnationale Sicherheitsprobleme zu bewältigen, etwa im Bereich des Konfliktmanagements, der internationalen Katastrophenhilfe, der Terrorismusabwehr und Ähnlichem. (Abg. Scheibner: Wo ist da die Neutralität?)
Abg. Scheibner: Aber die fordern doch kein konkretes Bataillon an!
Es ist angesprochen worden, dass es bei den Assistenzeinsätzen immer um das Gleiche gehe. Herr Kollege Scheibner, Sie wissen das. Es geht im Konkreten darum, dass das österreichische Bundesheer auch angefordert werden muss. (Abg. Scheibner: Aber die fordern doch kein konkretes Bataillon an!)
Abg. Scheibner: Das hat doch nichts mit der NATO zu tun! Das ist ja genau das Gegenteil!
Wir finden uns in einigen Punkten durchaus wieder, weil wir eben glauben – und da unterscheiden wir uns natürlich sehr massiv vom BZÖ –, dass die NATO keine Option darstellt. Gerade die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit der Abhöraffäre und der NSA zeigen ja die Problematik. (Abg. Scheibner: Das hat doch nichts mit der NATO zu tun! Das ist ja genau das Gegenteil!) Na ja, die NATO ist dominiert von den USA! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir finden uns in einigen Punkten durchaus wieder, weil wir eben glauben – und da unterscheiden wir uns natürlich sehr massiv vom BZÖ –, dass die NATO keine Option darstellt. Gerade die jüngsten Ereignisse im Zusammenhang mit der Abhöraffäre und der NSA zeigen ja die Problematik. (Abg. Scheibner: Das hat doch nichts mit der NATO zu tun! Das ist ja genau das Gegenteil!) Na ja, die NATO ist dominiert von den USA! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Herbert Scheibner, ich schätze dich und höre dir oft gerne zu, aber wenn hier einer nach dem anderen herauskommt und wie der Kollege Pilz dazu aufruft, dass wir eine Politik machen, international, mit allen Staaten und sagt, was wir denn alles sollen, auch in Europa, dann muss ich sagen: Erinnere dich nur einmal zurück an eine einzige Passage! Damals warst du noch in einer Partei mit dem Finanzminister, aber nicht einmal dein eigener Finanzminister hat auf dich gehört und hat das gemacht, was du wolltest. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Jetzt könnten wir uns herstellen und sagen, was die Engländer sollen, was die Fran-zosen sollen, was die Deutschen sollen bis zu den Amerikanern. Seid mir bitte nicht böse! Diese Sicherheitsstrategie ist viel zu wichtig für dieses Land, viel zu wichtig für die Menschen in dieser Heimat. Nehmen wir sie ernst! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Über alles andere können wir diskutieren, was ihr wollt, aber geben wir dieser Sicherheitsstrategie eine Chance!
Abg. Scheibner: Das wird in der Redezeit ...!
Auf Grund der Datenmenge und der dezentralen Verortung der Informationen“ (Abg. Scheibner: Das wird in der Redezeit ...!) „kann diese Aufschlüsselung nicht vorgelegt werden. Der organisatorische und finanzielle Aufwand, der mit einer derartigen Erhebung verbunden ist, wäre unverhältnismäßig hoch“ (Abg. Ursula Haubner: Sind Sie ...? – Abg. Scheibner: Das haben wir jetzt nicht verstanden!) „und würde einige MitarbeiterInnen in den Bundesländern, dem BMLFUW, der ASFINAG und des Bundesumweltamtes für geraume Zeit beschäftigen.“
Abg. Ursula Haubner: Sind Sie ...? – Abg. Scheibner: Das haben wir jetzt nicht verstanden!
Auf Grund der Datenmenge und der dezentralen Verortung der Informationen“ (Abg. Scheibner: Das wird in der Redezeit ...!) „kann diese Aufschlüsselung nicht vorgelegt werden. Der organisatorische und finanzielle Aufwand, der mit einer derartigen Erhebung verbunden ist, wäre unverhältnismäßig hoch“ (Abg. Ursula Haubner: Sind Sie ...? – Abg. Scheibner: Das haben wir jetzt nicht verstanden!) „und würde einige MitarbeiterInnen in den Bundesländern, dem BMLFUW, der ASFINAG und des Bundesumweltamtes für geraume Zeit beschäftigen.“
Abg. Scheibner: ... vorlesen!
Meine Damen und Herren, wir haben ein Interpellationsrecht, und wenn ich eine Frage stelle, möchte ich auch eine klare Antwort bekommen. Wir haben doch dieses Interpellationsrecht vor Kurzem ausgeweitet. (Abg. Scheibner: ... vorlesen!) Meiner Ansicht nach ist hier nicht richtig oder nicht ausreichend beantwortet worden, denn es geht darum, dass ich einmal genaue Zahlen haben und wissen wollte, ob diese Überschreitungen nach dem Luftreinhaltegesetz wirklich vorgelegen sind.
Abg. Scheibner: Na geh!
Die Anregungen des BZÖ und der Grünen betreffend Prävention wurden abgelehnt, wobei man hier über die Art der Prävention diskutieren kann – also ob man jetzt den Gesundheits-Hunderter oder etwas Ähnliches einführt, ob man einen Bonus ausschüttet oder was auch immer. Den BZÖ-Antrag in der Form hätten wir auch nicht unterstützt (Abg. Scheibner: Na geh!), aber man kann ja einmal grundsätzlich darüber diskutieren, wie man es macht, und ihn nicht einfach nur ablehnen. Man könnte ja auch ein gemeinsame Lösung suchen, die dann für alle zufriedenstellend ist.
Beifall bei der FPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.
Nun gestehe ich Herrn Dr. Rasinger noch zu, dass gerade im Gesundheitsausschuss viele Anträge der Opposition diskutiert und angenommen wurden – das unterscheidet den Gesundheitsausschuss von vielen anderen Ausschüssen hier im Parlament, wo man nicht einmal bereit ist, über Oppositionsanträge zu diskutieren –, aber es ist noch ein weiter Weg, bis die Abgeordneten der Regierungsparteien den Ideen der Opposition jenen Respekt erweisen, den die Opposition den Regierungsvorlagen entgegenbringt. (Beifall bei der FPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Scheibner.)
Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das tue ich selbstverständlich!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen. – Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das tue ich selbstverständlich!)
Abg. Scheibner: Wer beurteilt das?
Der Punkt ist allerdings schon, dass es auch Gründe gibt, wenn es ernsthaft politische Trennungen gibt, dass man auch innerhalb einer Periode einen neuen Klub machen kann. Ich glaube zum Beispiel – im Unterschied zu anderen –, dass die Anerkennung der Gründung des Liberalen Forums damals gerechtfertigt war: mit einer klaren politischen Trennung, mit einer offenbar eigenständigen Partei. (Abg. Scheibner: Wer beurteilt das?) – Das kann man schon beurteilen. (Abg. Scheibner: Wer?)
Abg. Scheibner: Wer?
Der Punkt ist allerdings schon, dass es auch Gründe gibt, wenn es ernsthaft politische Trennungen gibt, dass man auch innerhalb einer Periode einen neuen Klub machen kann. Ich glaube zum Beispiel – im Unterschied zu anderen –, dass die Anerkennung der Gründung des Liberalen Forums damals gerechtfertigt war: mit einer klaren politischen Trennung, mit einer offenbar eigenständigen Partei. (Abg. Scheibner: Wer beurteilt das?) – Das kann man schon beurteilen. (Abg. Scheibner: Wer?)
Sitzung Nr. 215
Abg. Scheibner: „In die neue Regierung“? – Abg. Steibl – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Na ja, in der Demokratie gibt es immer eine Regierung!
Meine Frage: Wie vielen Familien wird diese Regelung nützen? Aber auch – Sie sind ja auch Sozialminister –: Was werden Sie noch in die neue Regierung einbringen, um Familien besser zu unterstützen? (Abg. Scheibner: „In die neue Regierung“? – Abg. Steibl – auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz –: Na ja, in der Demokratie gibt es immer eine Regierung!)
Abg. Scheibner: Ooh!
Dieses Zitat stammt aus dem Verhaltenskodex der Österreichischen Volkspartei (Abg. Scheibner: Ooh!) und trifft auf alle Politikerinnen und Politiker, hoffentlich auch hier im Hohen Haus, zu. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Scheibner: Zulässig ist das aber schon?
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Man kann ja über gewisse Abläufe unseres Lebens, auch gesellschaftspolitisch, durchaus auch unterschiedliche Meinungen haben, das ist überhaupt keine Frage. Aber: Wenn Österreich die EMRK ratifiziert hat – ich meine, wir haben das ja schon im Ausschuss diskutiert – und wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Klarstellung oder ein Urteil trifft – wie man es nennen will – und wir dann, so wie immer, wenn ein Höchstgericht auf nationaler oder europäischer Ebene eine Entscheidung in einer heiklen Frage trifft, auch wenn sie vielen nicht passt, das in unseren Rechtsbestand mit aufnehmen und dann noch im Ausschuss das Urteil überhaupt in Frage gestellt oder kritisiert wird – denn das haben wir ja alles diskutiert –, dann frage ich mich, bitte, schon! (Abg. Scheibner: Zulässig ist das aber schon?)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Das ist genau jene Vorgangsweise, Herr Petzner und Herr Kogler, die Generaldirektor Kranebitter in seinem öffentlichen Brief gemeint hat, als er dort massiv kritisiert hat, dass der Bank durch die Art und Weise der öffentlichen Diskussion (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Ja, Ihre! – Abg. Grosz: Damit hat er aber Sie gemeint!), „von Schließungsszenarien und undifferenzierten Kostenspekulationen“, massiver Schaden zugefügt und in kurzer Zeit „große Teile der Sanierungsarbeit der vergangenen drei Jahre“ dadurch – und zwar durch Sie! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, durch Sie!) – zunichte gemacht wurden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Abg. Scheibner: Wer hat denn die Bank schlecht gemacht in den letzten Monaten?
In der letzten Aktuellen Stunde habe ich gebeten, diese Verantwortung auch in der Wortwahl wahrzunehmen (Abg. Scheibner: Wer hat denn die Bank schlecht gemacht in den letzten Monaten?), aber Sie wollen diesbezüglich keine Verantwortung wahrnehmen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Nein, Sie wollen sie nicht übernehmen!)
Abg. Scheibner: Und Sie haben ..., dass eh alles passt!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Damals war die Situation in Europa brandgefährlich in die Richtung, dass insgesamt ein Flächenbrand im Hinblick auf Bankpleiten entsteht. (Abg. Scheibner: Und Sie haben ..., dass eh alles passt!) Daher war für die Europäische Gemeinschaft ein Auffangen der Hypo Alpe-Adria von entscheidender Bedeutung.
Abg. Scheibner: Herr Staatssekretär Schieder scheint nicht ganz Ihrer Meinung zu sein!
So haben sich damals EZB-Präsident Trichet persönlich sowie der damalige Währungskommissar Almunia selbst für die Rettung der Bank eingesetzt und haben Österreich gebeten um die Notverstaatlichung. Und es sitzt einer hier neben mir, der dabei war in der ganzen Nacht. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Strache: Ach so? Wo war denn der Herr Schieder? Herr Schieder, wo waren Sie?) Das ist nicht lächerlich! Meine sehr verehrten Damen und Herren von der Opposition, es ist nicht lächerlich, wenn man Staatsverantwortung übernimmt (Beifall bei der ÖVP – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), es ist aber lächerlich, wenn man unverantwortlich handelt, verantwortungslos und alles das in den Dreck zieht. (Abg. Scheibner: Herr Staatssekretär Schieder scheint nicht ganz Ihrer Meinung zu sein!)
Abg. Scheibner: Kann man dem Herrn Staatssekretär auch noch 5 Minuten Redezeit geben?
Notenbankgouverneur Dr. Novotny, Staatssekretär Schieder, der Vorstand der Aufsicht, Dr. Ettl, und im Finale, in den frühen Morgenstunden, auch der Bundeskanzler waren anwesend, und alle wussten um die Dramatik, dass es notwendig war, die Finanzmarktstabilität nicht nur in Österreich, sondern eben auch auf dem Balkan herzustellen. (Abg. Scheibner: Kann man dem Herrn Staatssekretär auch noch 5 Minuten Redezeit geben?)
Abg. Scheibner – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Entschuldigen Sie sich beim Abgeordneten! – weitere Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen
Ich fordere Sie daher auf, Frau Finanzministerin (Abg. Scheibner – in Richtung Bundesministerin Dr. Fekter –: Entschuldigen Sie sich beim Abgeordneten! – weitere Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen), diesen schwer wiegenden Vorwurf zurückzunehmen und sich in aller Form nicht nur bei den Abgeordneten, sondern auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der „Parlamentskorrespondenz“ zu entschuldigen! (Beifall bei BZÖ, FPÖ, Grünen und Team Stronach.)
Abg. Scheibner: Nach der Rede nicht mehr! – Ruf beim BZÖ: Da kann gleich auch der Stronach reden!
Aber Ihre Aufgeregtheit und der Umstand, dass Sie so tun, als ob jetzt langsam die Schuld irgendwo anders zu suchen sei und nicht bei Ihnen selbst, das, finde ich, ist ein starkes Stück, und jeder Fernsehzuschauer und jede Fernsehzuschauerin, die jetzt noch zuschauen (Abg. Scheibner: Nach der Rede nicht mehr! – Ruf beim BZÖ: Da kann gleich auch der Stronach reden!) – jetzt wieder; da ich rede, ist die Quote wahrscheinlich hinaufgegangen –, werden wissen müssen, wo das zuzuordnen ist.
Abg. Scheibner: Kritisieren Sie nicht dauernd den Staatssekretär Schieder!
Ich darf auch noch Folgendes sagen, auch in Richtung von Mag. Kogler: Es ist heute schon sehr viel über die Bad Bank gesprochen worden. (Abg. Mag. Kogler: Ich habe gesagt „Abwicklungsmodelle“!) Ich habe größtes Verständnis für jeden Bankvorstand, für jeden Bankaufsichtsrat, der sagt, die faulen Kredite, die giftigen Wertpapiere hätte er gerne los. (Abg. Petzner: Der Schieder sagt das! Der Schieder hat das gesagt!) Jeder Volksschüler versteht, Herr Kollege Petzner, dass eine Bank sofort saniert ist, wenn alle giftigen Wertpapiere und alle faulen Kredite weg sind. Das kann doch keine Lösung sein! Das ist doch keine Lösung, bitte! (Abg. Scheibner: Kritisieren Sie nicht dauernd den Staatssekretär Schieder!)
Ruf bei der FPÖ: Das machen wir ja schon lange! – Abg. Scheibner: Daran kann ja wohl kein Zweifel sein! Das andere fehlt!
Meine Damen und Herren! 70 Jahre Befreiung vom NS-Terror – das ist vor allem Zeit, um daran zu erinnern, was in unserem Land vorgegangen ist. Es ist vor allem Zeit, auch den Beitrag, den Österreicherinnen und Österreicher an den Verbrechen des Nationalsozialismus geleistet haben, aufzuarbeiten und in der Schule zu behandeln. (Ruf bei der FPÖ: Das machen wir ja schon lange! – Abg. Scheibner: Daran kann ja wohl kein Zweifel sein! Das andere fehlt!)
Abg. Scheibner: Was ist erschütternd?
Wenn wir uns mit dieser Zeit auseinandersetzen, dann müssen wir alle Facetten der Geschichte behandeln und nicht nur eine. Dass ÖVP und SPÖ diese Schwerpunktsetzung in ihren Reden – nicht im Antrag, aber in ihren Reden – wählen, ist aus meiner Sicht erschütternd. (Abg. Scheibner: Was ist erschütternd?) Das entspricht nicht jenem Stand, den die zeitgeschichtliche Forschung hat. Das entspricht nicht jenem Stand, den die österreichische Zivilgesellschaft im Umgang mit dem Nationalsozialismus hat.
Sitzung Nr. 216
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Man muss sich ja vor Augen halten – und da erinnere ich mich zurück an die parlamentarische Anfrage, die ich 2008 gestellt habe –, wie viele steuerliche Mittel für die zweite und dritte Säule aufgewendet werden, und das waren damals um die 600 Millionen €. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Zwischenruf des Abg. Pendl. – Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Kollege Pendl, ich werde mein Bestes dazu tun!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Scheibner gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Pendl. – Abg. Scheibner – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich hoffe, Kollege Pendl, ich werde mein Bestes dazu tun!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, das war eine rhetorische Frage!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, Terroristen sitzen in diesem Saal auf keinen Fall. Ich erteile Ihnen für diese Wortwahl einen Ordnungsruf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Nein, das war eine rhetorische Frage!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Kopf, Brosz und Scheibner.
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Kopf, Brosz und Scheibner.) Kollege Scheibner, ich glaube, Sie haben den falschen Antrag herausgesucht, um das zu belegen, was Sie belegen wollten, nämlich dass im Bereich der Verwaltungsreform wenig bis gar nichts geschieht. (Abg. Kopf: Weil es nicht stimmt!) Und gerade dieser Antrag, den wir da behandelt haben, ist einer, der am meisten behandelt wurde, auch von den 1 500. (Abg. Scheibner: Aber er geht verloren!)
Abg. Scheibner: Aber er geht verloren!
Abgeordneter Elmar Mayer (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Kopf, Brosz und Scheibner.) Kollege Scheibner, ich glaube, Sie haben den falschen Antrag herausgesucht, um das zu belegen, was Sie belegen wollten, nämlich dass im Bereich der Verwaltungsreform wenig bis gar nichts geschieht. (Abg. Kopf: Weil es nicht stimmt!) Und gerade dieser Antrag, den wir da behandelt haben, ist einer, der am meisten behandelt wurde, auch von den 1 500. (Abg. Scheibner: Aber er geht verloren!)
Abg. Scheibner: Deswegen ist es ja schade, dass nichts herausgekommen ist!
Sie wissen ganz genau, mindestens 500 von den Anträgen sind dreimal eingebracht worden, immer wieder. Das ist ja das Recht der Opposition. Man muss aber die Zahlen, die Sie da spielen, ein bisschen relativieren. Gerade dieser Ausschuss, der Unterausschuss, hat sich sehr qualifiziert in mehreren Sitzungen mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich erinnere daran: Die erste Sitzung war am 27. August 2009 mit Dr. Moser vom Rechnungshof, mit Professor Felderer vom IHS, wo wir die Dinge wirklich ausgeleuchtet haben, gemeinsam beraten haben. (Abg. Scheibner: Deswegen ist es ja schade, dass nichts herausgekommen ist!)
Abg. Scheibner: Sie bestätigen nur das, was ich gesagt habe!
Dann, bei der zweiten Sitzung, wo wir auch wieder diesen Antrag, den Sie jetzt noch einmal mit einer Frist belegen wollen, behandelt haben, waren Schulpartner, Elternvertreter, Schülervertreter mit dabei, Leute aus der Gewerkschaft waren mit dabei. Dann, am 20. Oktober 2009, haben wir uns wieder mit den Länderpositionen befasst, die unterschiedliche Berichte abgaben, mit dem Städtebund, dem Gemeindebund, mit Landesschulräten, mit den Landesregierungen aller neun Bundesländer. (Abg. Scheibner: Sie bestätigen nur das, was ich gesagt habe!)
Abg. Scheibner: Er hat keine Ergebnisse, weil er nicht beendet ist!
Am 4. November 2009 haben wir die Sozialpartner dazu eingeladen, die privaten Schulerhalter, die öffentlichen Schulerhalter. Und am 15. April 2010 haben wir dann eine Position erarbeitet – das ist richtig, wie Sie es geschildert haben –, wie man es ideal gestalten könnte. Ich finde die Ergebnisse dieses Unterausschusses daher auch sehr wichtig und gut, und sie sollen auch ein Leitbild für alle Fraktionen hier herinnen sein. (Abg. Scheibner: Er hat keine Ergebnisse, weil er nicht beendet ist!) Und das war auch die Basis, worauf die Regierung aufgebaut hat zu arbeiten.
Abg. Scheibner: Weil es keine Abschaffung ist!
Und eines stimmt natürlich nicht, was Sie behaupten: Jetzt ist mir schon klar, warum Sie gestern als einzige Fraktion gegen die Abschaffung der Bezirksschulräte gestimmt haben. (Abg. Scheibner: Weil es keine Abschaffung ist!) Sie waren die Einzigen, alle anderen haben mitgestimmt, weil man ganz genau gewusst hat, eines dieser Ergebnisse war, dass wir die 98 Bezirksschulräte österreichweit mit ihren Verwaltungsebenen zur Gänze abschaffen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Das haben wir gestern beschlossen. Sie wollen es einfach nicht wahrhaben. (Abg. Scheibner: Sie haben es nur umbenannt!) – Nein, das stimmt ganz einfach nicht. Sie müssen sich wirklich damit auseinandersetzen! Fragen Sie Ihre Kollegin Haubner, die ist im zuständigen Ausschuss, die war auch im Unterausschuss, fragen Sie sie! (Abg. Scheibner: Sie hat Ihnen das gestern gesagt!)
Abg. Scheibner: Sie haben es nur umbenannt!
Und eines stimmt natürlich nicht, was Sie behaupten: Jetzt ist mir schon klar, warum Sie gestern als einzige Fraktion gegen die Abschaffung der Bezirksschulräte gestimmt haben. (Abg. Scheibner: Weil es keine Abschaffung ist!) Sie waren die Einzigen, alle anderen haben mitgestimmt, weil man ganz genau gewusst hat, eines dieser Ergebnisse war, dass wir die 98 Bezirksschulräte österreichweit mit ihren Verwaltungsebenen zur Gänze abschaffen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Das haben wir gestern beschlossen. Sie wollen es einfach nicht wahrhaben. (Abg. Scheibner: Sie haben es nur umbenannt!) – Nein, das stimmt ganz einfach nicht. Sie müssen sich wirklich damit auseinandersetzen! Fragen Sie Ihre Kollegin Haubner, die ist im zuständigen Ausschuss, die war auch im Unterausschuss, fragen Sie sie! (Abg. Scheibner: Sie hat Ihnen das gestern gesagt!)
Abg. Scheibner: Sie hat Ihnen das gestern gesagt!
Und eines stimmt natürlich nicht, was Sie behaupten: Jetzt ist mir schon klar, warum Sie gestern als einzige Fraktion gegen die Abschaffung der Bezirksschulräte gestimmt haben. (Abg. Scheibner: Weil es keine Abschaffung ist!) Sie waren die Einzigen, alle anderen haben mitgestimmt, weil man ganz genau gewusst hat, eines dieser Ergebnisse war, dass wir die 98 Bezirksschulräte österreichweit mit ihren Verwaltungsebenen zur Gänze abschaffen wollen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Das haben wir gestern beschlossen. Sie wollen es einfach nicht wahrhaben. (Abg. Scheibner: Sie haben es nur umbenannt!) – Nein, das stimmt ganz einfach nicht. Sie müssen sich wirklich damit auseinandersetzen! Fragen Sie Ihre Kollegin Haubner, die ist im zuständigen Ausschuss, die war auch im Unterausschuss, fragen Sie sie! (Abg. Scheibner: Sie hat Ihnen das gestern gesagt!)
Abg. Scheibner: wird nicht verhandelt!
Dort sind diese Dinge weiter behandelt, weiter bearbeitet worden. Der erste wichtige Schritt ist gesetzt, und ich bin überzeugt, wenn das auch nicht mehr in dieser Legislaturperiode geschehen kann, es werden zumindest in der kommenden wieder einige weitere Schritte gesetzt werden. (Abg. Scheibner: wird nicht verhandelt!) Aber genau dieser Antrag war einer, der zu konkreten Ergebnissen geführt hat und wo ich meine, wir können stolz darauf sein und müssen das nicht bejammern.
Abg. Scheibner: In dem Ausschuss!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, du weißt, dass ich dich sehr schätze (Beifall der Abgeordneten Huber und Mag. Widmann) und ich deine Expertise im Grunde auch immer sehr gerne annehme. Aber heute hast du mich wirklich enttäuscht. (Oh-Rufe beim BZÖ.) Zu sagen, seit 2010 ist nichts passiert, wo du selber dabei warst (Abg. Scheibner: In dem Ausschuss!) – Ja, in dem Ausschuss. Aber du schilderst es für die Bevölkerung so, wie wenn sich in der Verwaltungsreform nichts getan hätte, und das gilt es aufzuklären, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Der Ausschuss hat nicht mehr getagt!)
Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Der Ausschuss hat nicht mehr getagt!
Abgeordneter Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Scheibner, du weißt, dass ich dich sehr schätze (Beifall der Abgeordneten Huber und Mag. Widmann) und ich deine Expertise im Grunde auch immer sehr gerne annehme. Aber heute hast du mich wirklich enttäuscht. (Oh-Rufe beim BZÖ.) Zu sagen, seit 2010 ist nichts passiert, wo du selber dabei warst (Abg. Scheibner: In dem Ausschuss!) – Ja, in dem Ausschuss. Aber du schilderst es für die Bevölkerung so, wie wenn sich in der Verwaltungsreform nichts getan hätte, und das gilt es aufzuklären, meine Damen und Herren! (Abg. Scheibner: Das habe ich nicht gesagt! Der Ausschuss hat nicht mehr getagt!)
Abg. Scheibner: Die jetzt teurer sind als die Bundes !
In dieser Gesetzgebungsperiode ist in der Verwaltungsreform so viel geschehen wie schon lange nicht mehr. (Abg. Neubauer: Bürger nicht!) Und das sage nicht ich alleine. Wir haben große Reformen gemacht, wo du, und ich bin dir sehr dankbar dafür, auch wirklich mitgeholfen hast. (Zwischenruf beim BZÖ.) Wir haben die Verwaltungsgerichtsbarkeit in dieser Periode hier beschlossen, wo wir über 100 Behörden in Österreich aufgelöst haben und sie durch neun Landesverwaltungsgerichte und zwei Bundesverwaltungsgerichte ersetzt haben. (Abg. Scheibner: Die jetzt teurer sind als die Bundes !)
Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der Verwaltungsreform zu tun!
Und wir haben eine Gesetzesbeschwerde hier eingeführt, die sicherstellt, dass kein Bürger mehr wegen eines verfassungswidrigen Gesetzes verurteilt wird. Solche Reformen hat es in der Republik seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der Verwaltungsreform zu tun!) Und ich bin sicher, dass der Präsident des Verfassungsgerichtshofes nicht nur mir einen Brief geschrieben hat, wo er sich bedankt für diese großen, grundsätzlichen Änderungen, sondern auch dir als Verfassungssprecher des BZÖ. (Abg. Scheibner: Ja, aber die Gesetzesbeschwerde ist keine Frage der Verwaltung, ist Justiz! Du mischt ja alles zusammen!) Und daher hättest du das auch erwähnen können, damit die Bevölkerung auch weiß, was wir hier alles beschlossen haben.
Abg. Scheibner: Ja, aber die Gesetzesbeschwerde ist keine Frage der Verwaltung, ist Justiz! Du mischt ja alles zusammen!
Und wir haben eine Gesetzesbeschwerde hier eingeführt, die sicherstellt, dass kein Bürger mehr wegen eines verfassungswidrigen Gesetzes verurteilt wird. Solche Reformen hat es in der Republik seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. (Abg. Scheibner: Das hat aber nichts mit der Verwaltungsreform zu tun!) Und ich bin sicher, dass der Präsident des Verfassungsgerichtshofes nicht nur mir einen Brief geschrieben hat, wo er sich bedankt für diese großen, grundsätzlichen Änderungen, sondern auch dir als Verfassungssprecher des BZÖ. (Abg. Scheibner: Ja, aber die Gesetzesbeschwerde ist keine Frage der Verwaltung, ist Justiz! Du mischt ja alles zusammen!) Und daher hättest du das auch erwähnen können, damit die Bevölkerung auch weiß, was wir hier alles beschlossen haben.
Abg. Scheibner: Hat er eh gesagt! nur eine Umbenennung!
Meine Damen und Herren, nicht nur im Verfassungsbereich – wofür der Herr Staatssekretär Ostermayer auch verantwortlich ist, und ich sage ihm auch ein besonderes Danke für seine Beamten, die da auch besonders mitgewirkt haben – gab es großartige Reformen, sondern auch bei der Schulreform, die mein Vorredner bereits erwähnt hat. Was er nicht dazu gesagt hat, denn er war offensichtlich zu nobel dazu, ist, dass gestern bei der Reform des Schulwesens, wo wir die Bezirksschulräte abgeschafft haben, eine Partei nicht mitgestimmt hat. (Abg. Scheibner: Hat er eh gesagt! nur eine Umbenennung!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.
Oder die Justizreform: Wir haben 26 Gerichtsstandorte aufgelöst zur Verschlankung, zur Verbesserung. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Scheibner.) Oder die Reform im Bundesministerium für Inneres: Wir haben 31 Polizeibehörden aufgelöst und sie durch neun Landespolizeidirektionen ersetzt. Oder wir haben die Elektronische Gesundheitsakte eingeführt, meine Damen und Herren, wo wir sicherstellen, dass es zu keinen Doppelbefundungen mehr kommt – Reformen, wo wir Millionen-Einsparungen für Österreich machen, Reformen, die im Dienste der Bürgerinnen und Bürger sind.
Abg. Scheibner: Die ÖVP auf jeden Fall!
Ich habe jetzt nicht vor, dass ich die allgemeine Problematik um die Fristsetzungsanträge heute erörtere. Es ist nur eines: Gibt es irgendjemanden, der im Haus irgendeinem Abgeordneten oder einer Fraktion ein Recht auf Antragstellung nehmen oder verbieten möchte? – Ich glaube wohl nicht. (Abg. Scheibner: Die ÖVP auf jeden Fall!)
Abg. Scheibner: Sehr staatstragende Politik!
Wir haben nämlich auch gute Lust gehabt, aufgrund dieser minimalinvasiven Methode, wenn man das aus dem Bereich der Medizin entnimmt, diese laparoskopische kleine Reform auch abzulehnen. Aber was wäre denn die Folge gewesen? – Genau das, was euch jetzt passiert ist, dass jetzt wieder Spott und Hohn der Koalition kommt: Na ja, ihr habt ja selber nicht zugestimmt! Ihr habt da hundert Sachen verlangt, jetzt nehmen wir eine heraus, und da habt ihr selber dagegen gestimmt! (Abg. Scheibner: Sehr staatstragende Politik!) Das passiert in der Verkürzung immer, dass man mit so einem Totschlagargument dann konfrontiert wird.
Abg. Scheibner: Gefährliche Drohung!
Eines ist klar: Wenn jetzt wirklich Schluss ist ohne jegliche Sitzungen mehr, dann ist bis Ende des Jahres absolute Stille und Stillstand, denn bis sich eine neue Regierung wieder zusammengerauft hat – ich gehe davon aus, es werden die alten Partner sein (Abg. Scheibner: Gefährliche Drohung!), allerdings mit verschiedenen anderen Vorzeichen, um das Misstrauen, das sich jetzt aufbaut, wieder auszuräumen –, bis da wieder alle Koalitionsübereinkommen gemacht werden, dass man sich ja nicht gegenseitig überstimmen kann, bis dahin ist wiederum ein halbes Jahr verloren. Die Schulverwaltungsreform ist zu schade dafür. (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Abg. Scheibner: Mehr lose als Blatt!
Wunderbar! Vielleicht wollen Sie sich an der Loseblattsammlung irgendwie beteiligen. Ich habe auch eifrig mitgeschrieben. (Abg. Scheibner: Mehr lose als Blatt!) – „Mehr lose als Blatt“. – Es ist ja wirklich oft nicht in der Sache begründbar, warum man nicht entscheidet, es muss ja nicht immer ein Ja sein. Aber man sagt: Wir haben es ohnehin auf dem Radar! Wir müssen noch überlegen, da braucht es noch Gespräche! Und die Gespräche gehen dann über Perioden und es passiert nichts.
Abg. Scheibner: Im Verfassungskonvent , wo Sie das Ergebnis verhindert haben!
Wir haben aber in dieser Legislaturperiode nicht nur darüber geredet, sondern wir haben gehandelt, wir haben verhandelt und wir haben im Unterschied zu der Regierung, Herr Abgeordneter Scheibner, in der Sie auch Regierungsmitglied waren, viele Dinge geschafft, die davor nicht geschafft wurden. (Abg. Scheibner: Im Verfassungskonvent , wo Sie das Ergebnis verhindert haben!)
Abg. Scheibner: Ihr unterstellt den Bauern, dass sie täuschen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.
Zu dem Beispiel meines Vorredners mit den zwei Metern Holz für den Nachbarn: Das wird dann wohl am Stammtisch bei einem Bier als Eigenverbrauch ausgemacht werden. (Abg. Scheibner: Ihr unterstellt den Bauern, dass sie täuschen! – Weitere Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Königsberger-Ludwig: Aber der Kollege Schultes auch!
Abgeordneter Ing. Franz Windisch (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Der Sack wird zugemacht, das Pflanzenschutzmittelpaket ist ausverhandelt – ein Themenfeld, das ja die NGOs, die Grünen und leider Gottes auch so mancher Agrarsprecher mit Skandalisierung und Emotionalisierung aufgeladen hat. (Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Abg. Königsberger-Ludwig: Aber der Kollege Schultes auch!) Es wurde auf der Medienorgel sozusagen rauf und runter gespielt.
Sitzung Nr. 217
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Scheibner.
Sie sehen daher, meine sehr verehrten Damen und Herren, ich kann gar nicht anders, als Sie darauf hinzuweisen, dass diese Fragen an den Gouverneur zu richten sind, und zwar im Rahmen des Finanzausschusses, wo wir regelmäßig Aussprachen mit der Führungsspitze der Notenbank haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Scheibner.) Sie hätten seit April Zeit gehabt, diese Fragen dorthin zu richten. Das muss ich Ihnen leider hier und heute mitteilen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 218
Abg. Scheibner: Von wem?
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen Bundesministerinnen! In der heutigen Debatte ist zutage getreten, was wir in der gesamten Bildungsdebatte seit Jahren spüren: Ideologische Killerphrasen werden angewandt (Abg. Scheibner: Von wem?), um jeden Ansatz einer Gemeinsamkeit zu zerstören. Ich habe auch in der heutigen Debatte wieder zwei solche Killerphrasen mitbekommen. Die eine Killerphrase ist jene von der „Zwangstagsschule“, die andere jene von der Gesamtschule.
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Was Sie angesprochen haben, war letztendlich das föderale Prinzip: Sollen wir überhaupt neun Bundesländer haben? Und, und, und. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) Ja gut, das kann man ja diskutieren, aber da muss man auch mit den Betroffenen diskutieren. Die Länder sind ja auch ein kulturelles, politisches Identitätselement, die Gemeinden genauso, und da kann man nicht drüberfahren, sondern man muss versuchen, dass man da wirklich einen Konsens herstellt.
Abg. Scheibner: unseren Antrag beschließen!
Ich kann Ihnen das endlos weitererzählen, aber das sind nicht irgendwelche Einrichtungen, das sind maßgebliche Einrichtungen. (Abg. Scheibner: unseren Antrag beschließen!) – Ja, ja, bei Ihrem Antrag möchte ich mir dann das Gutachten gar nicht durchlesen, was sie da alles reinschreiben. Also das war ja ohnehin schon der Versuch, ein Modell zu entwickeln, das die Chance auf Konsens hat. Es ist aber jedenfalls so, dass alle genannten und auch andere Einrichtungen massive Kritik üben und massive Bedenken haben.
Sitzung Nr. 219
Abg. Scheibner: Es können nicht alle eine Abschiedsrede halten!
Lassen Sie mich jetzt zur heutigen Anfrage kommen. Die Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehschirmen werden sich, vor allem dann, wenn sie sich die Rede des Kollegen Stummvoll und dann die Reden der Oppositionsabgeordneten im Vergleich so ein bisserl zu Gemüte geführt haben, gedacht haben, wir leben in zwei verschiedenen Welten. (Abg. Scheibner: Es können nicht alle eine Abschiedsrede halten!)