Eckdaten:
Für die 145. Sitzung der 22. Gesetzgebungsperiode des österreichischen Nationalrats haben wir 916 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du das offizielle Protokoll der Sitzung (Link).
überreicht von der Abgeordneten Erika Scharer
Petition betreffend „Optimierung statt Reduzierung des Öffentlichen Verkehrsangebots im Oberpinzgau“ (Ordnungsnummer 85) (überreicht von der Abgeordneten Erika Scharer)
überreicht von der Abgeordneten Christine Marek
Petition betreffend „Umwidmung des Gebietes um den Khleslplatz in ein Naherholungsgebiet (Stadturwald)“ (Ordnungsnummer 86) (überreicht von der Abgeordneten Christine Marek)
Abg. Dr. Bösch hat in späterer Folge an der Sitzung teilgenommen.
Als verhindert gemeldet sind die Abgeordneten Dr. Mitterlehner, Mag. Langreiter, Scharer und Dr. Bösch. (Abg. Dr. Bösch hat in späterer Folge an der Sitzung teilgenommen.)
Abg. Brosz platziert auf dem Rednerpult zwei wie Ortstafeln aussehende Schilder. Auf dem einen steht: „Atomkraft“; ein roter Balken als Diagonale streicht das Wort „Atomkraft“ durch; auf dem anderen Schild steht: „Energiewende“. – Rufe bei der ÖVP: Sind das Ortstafeln?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Brosz platziert auf dem Rednerpult zwei wie Ortstafeln aussehende Schilder. Auf dem einen steht: „Atomkraft“; ein roter Balken als Diagonale streicht das Wort „Atomkraft“ durch; auf dem anderen Schild steht: „Energiewende“. – Rufe bei der ÖVP: Sind das Ortstafeln?) Ortstafeln? (Ruf: Warum nicht zweisprachig?) Ja, sie könnten auch zweisprachig sein. Sie sollten auch zweisprachig sein, vor allem in Kärnten.
Ruf: Warum nicht zweisprachig?
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Brosz platziert auf dem Rednerpult zwei wie Ortstafeln aussehende Schilder. Auf dem einen steht: „Atomkraft“; ein roter Balken als Diagonale streicht das Wort „Atomkraft“ durch; auf dem anderen Schild steht: „Energiewende“. – Rufe bei der ÖVP: Sind das Ortstafeln?) Ortstafeln? (Ruf: Warum nicht zweisprachig?) Ja, sie könnten auch zweisprachig sein. Sie sollten auch zweisprachig sein, vor allem in Kärnten.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des Vizekanzlers Gorbach deutend –: Der künftige Bundeskanzler ist da!
Zum Thema der Aktuellen Stunde. – Zunächst einmal möchte ich fragen: Warum ist eigentlich der Bundeskanzler nicht da, geschätzte Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des Vizekanzlers Gorbach deutend –: Der künftige Bundeskanzler ist da!) Er ist letztendlich federführend für die Anti-Atompolitik verantwortlich und trägt die Verantwortung für die Linie der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der Anti-Atompolitik. Er hat im Herbst letzten Jahres ja große Ankündigungen gemacht. Er hat mehrmals öffentlich angekündigt, dass es im Bereich Anti-Atompolitik Initiativen Österreichs geben werde, konkret eine Ausstiegsinitiative vom Euratom-Vertrag. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Fragen Sie uns!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Fragen Sie uns!
Zum Thema der Aktuellen Stunde. – Zunächst einmal möchte ich fragen: Warum ist eigentlich der Bundeskanzler nicht da, geschätzte Kollegen und Kolleginnen von der ÖVP? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des Vizekanzlers Gorbach deutend –: Der künftige Bundeskanzler ist da!) Er ist letztendlich federführend für die Anti-Atompolitik verantwortlich und trägt die Verantwortung für die Linie der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in der Anti-Atompolitik. Er hat im Herbst letzten Jahres ja große Ankündigungen gemacht. Er hat mehrmals öffentlich angekündigt, dass es im Bereich Anti-Atompolitik Initiativen Österreichs geben werde, konkret eine Ausstiegsinitiative vom Euratom-Vertrag. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Fragen Sie uns!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Warum ist der Bundeskanzler immer dann nicht da, wenn tagelang über ein Thema sehr, sehr ausführlich diskutiert wird, nämlich über die Anti-Atompolitik Österreichs, wenn viele Fragen in der Öffentlichkeit zur Diskussion stehen und wenn es dann brenzlig wird? Aber das ist symptomatisch: Immer dann, wenn es ernst wird, wenn es brenzlig wird, ist der Bundeskanzler nicht da – oder er schweigt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Wesentliche Entscheidungen, die in diesen Monaten und Wochen in Richtung Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomkraft hätten getroffen werden können, sind unter der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft nicht verfolgt worden. Im Gegenteil: Die Europäische Union ist wieder voll auf Atomkurs eingeschwenkt – dafür gibt es einige Belege –, und das ist ein Armutszeugnis für unseren Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Faktum ist, dass unter der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft ein lange diskutiertes Thema abgeschlossen wird, nämlich das Forschungsrahmenprogramm, mit dem Ergebnis, dass für die Atomforschung das Dreifache von dem ausgegeben wird, was es im letzten Forschungsprogramm gegeben hat. Das ist, glaube ich, nicht nur gegen den Willen der österreichischen Bevölkerung, sondern Sie haben offensichtlich auch vergessen, dass es einen aufrechten Nationalratsbeschluss gibt, der die Bundesregierung explizit dazu verpflichtet – ich betone: explizit dazu verpflichtet! –, die Nuklearforschung zu reduzieren und verstärkt in erneuerbare Energien und in Energieeffizienz zu investieren. Sie agieren bewusst gegen einen aufrechten Beschluss dieses Hohen Hauses. Wie soll ich das anders bezeichnen als einen Pro-Atom-Kurs der ÖVP? – Mir fällt keine andere Bezeichnung dazu ein. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
diesen Verdreifachungs-Vorschlag zur Kenntnis nehmen und nicht dagegen auftreten wird. Und das ist ein neuer Schwenk der ÖVP in Richtung pro Atom! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
In der Folge dieser neuen Dimension von Bedrohung hat es Studien gegeben. In ganz Europa wurde untersucht, ob Atomkraftwerke vor terroristischen Attacken geschützt werden können, und im österreichischen Nationalrat ist der Auftrag an Sie ergangen, Sie mögen auf der europäischen Ebene einen Vorstoß machen, einen sehr deutlichen, klaren Vorstoß, nämlich in Richtung Überprüfung der europäischen Atomkraftwerke, der europäischen Atomanlagen auf Terrorsicherheit, und Sie mögen sich dann bei den Anlagen, bei denen keine Schutzmechanismen greifen können, etwa durch Flugverbotszonen, für Schließungsinitiativen stark machen. – Bis zum heutigen Tag haben Sie diesen Nationalratsbeschluss zu 100 Prozent ignoriert! Mir ist keine einzige Initiative bekannt, wo Sie diese große Gefährdung, diese neue Dimension von Sicherheit, von Sicherheitspolitik auch für die österreichische Bevölkerung in irgendeiner Form wahrgenommen hätten! Keine einzige diesbezügliche Initiative ist mir bekannt, und ich würde mich freuen, wenn Sie heute zwei, drei Sätze dazu verlieren könnten. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Ich sage Ihnen noch ein drittes Beispiel, und das ist besonders traurig. Es hat überhaupt keinen Sinn, in Österreich immer wieder zu beteuern: Wir sind ja eh gegen Atomkraftwerke!, sondern wer konsequent gegen Atomenergie ist, der muss konsequent für erneuerbare Energieträger, für die Energiewende, für Energieeffizienz eintreten. (Beifall bei den Grünen.) Sie sind jetzt tatsächlich so weit, dass Sie ein gut funktionierendes Gesetz, das in Österreich Öko-Strom, erneuerbare Energien gut fördert, vernichten wollen.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Sie haben tatsächlich vor, eine funktionierende Förderung im Bereich erneuerbarer Energien mit einem Beschluss in einer der nächsten Nationalratssitzungen zu vernichten, und das untergräbt jegliche Glaubwürdigkeit in Fragen Anti-Atom, Energiewende und Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomenergie und ist im Übrigen ein dritter Beleg, dass es Ihnen nicht ernst ist damit, an einem Tag wie heute, wo man eigentlich der Opfer der Tschernobyl-Katastrophe gedenken sollte, alles getan zu haben, dass wir den Ausstieg aus der Atomenergie europaweit schaffen können. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Der zweite Punkt, meine sehr geehrten Damen und Herren: Der 20. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe unterstreicht auch einmal mehr das, was wir seitens der Regierung auch in allen Formationen bis dato getan haben und auch in Zukunft tun werden, nämlich auf die Gefährlichkeit und auf die schlussendlich nicht mit 100-prozentiger Sicherheit managebaren Gefahren der Nuklearenergie hinzuweisen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es hat sich nichts geändert an unserer grundlegenden Ablehnung der Kernkraft als einer nicht nachhaltigen Energieform in Österreich, in Europa und darüber hinaus. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist kein nationales Interesse!
Sie haben das Engagement Österreichs im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft angesprochen. – Vielleicht ganz kurz einmal eine Anmerkung, wie diese Präsidentschaft zu verstehen ist. Die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union ist nicht in der Weise zu verstehen, dass man möglichst viele nationale Interessen in einem halben Jahr durchbringt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist kein nationales Interesse!), sondern dahin gehend, dass man den europäischen Diskussionsprozess in wichtigen Politfeldern entsprechend vorantreibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Sie haben das Engagement Österreichs im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft angesprochen. – Vielleicht ganz kurz einmal eine Anmerkung, wie diese Präsidentschaft zu verstehen ist. Die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union ist nicht in der Weise zu verstehen, dass man möglichst viele nationale Interessen in einem halben Jahr durchbringt (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist kein nationales Interesse!), sondern dahin gehend, dass man den europäischen Diskussionsprozess in wichtigen Politfeldern entsprechend vorantreibt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir wollen die Forschung von ITER kritisch begleiten, und, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir werden darauf schauen, dass keine Mittel – und das ist auch nicht vorgesehen – in Laufzeitverlängerungen und in die Errichtung von neuen Anlagen in der Europäischen Union gesteckt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wenn Forschungen neu aufkommen, dann sollen die Prozesse für diese neuen Forschungsfelder wie die Kernfusion nicht abgedreht werden, aber die Prozesse sollen kritisch begleitet werden, damit so eine Entwicklung wie in der nuklearen Politik und im Fall Tschernobyl nicht mehr passieren kann. Wir haben keinen Grund, von unserer konsequenten Antiatompolitik abzugehen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Die schrecklichen Ereignisse in Tschernobyl vor 20 Jahren sind vielen noch in Erinnerung beziehungsweise werden uns jetzt gerade am Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl in bedrückender Art und Weise wieder in Erinnerung gerufen. Und es bewahrheitet sich bei dieser Erinnerung nur eines, nämlich das, was wir und was gerade die ÖVP immer wieder gesagt und vertreten hat: Kernenergie ist keine sichere und keine nachhaltige Form der Energieerzeugung – und dabei bleiben wir! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (fortsetzend): Meine Damen und Herren, das zu sagen, ist das eine, aber man muss auch Alternativen anbieten. Deswegen setzen wir ganz konsequent in unserer Energiepolitik auf die Wasserkraft, die wir reichlich haben, auf den zusätzlich verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger wie Biomasse, Biogas und Ähnliches und – was leider immer wieder in der energiepolitischen Debatte zu kurz kommt – vor allem zukünftig verstärkt auch auf die Verbesserung der Energieeffizienz, was auch gleich eine Einsparung beim Energieverbrauch bedeutet. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das stimmt nicht!
Meine Damen und Herren, wenn wir nun das Thema Investitionen in Forschung im Kernenergiebereich auf europäischer Ebene diskutieren, dann sollten wir, muss ich sagen, schon bei den Fakten bleiben, liebe Frau Kollegin Glawischnig! Faktum ist Folgendes: Die Mehrheit der europäischen Staaten setzt leider weiterhin auf Kernenergie. Leider! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das stimmt nicht!) Wir bekräftigen mit unserer Position eine andere Haltung, aber die anderen Staaten machen leider in großem Maße etwas anderes. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 12 plus 5 ist 17! Das ist die Mehrheit von 25!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 12 plus 5 ist 17! Das ist die Mehrheit von 25!
Meine Damen und Herren, wenn wir nun das Thema Investitionen in Forschung im Kernenergiebereich auf europäischer Ebene diskutieren, dann sollten wir, muss ich sagen, schon bei den Fakten bleiben, liebe Frau Kollegin Glawischnig! Faktum ist Folgendes: Die Mehrheit der europäischen Staaten setzt leider weiterhin auf Kernenergie. Leider! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das stimmt nicht!) Wir bekräftigen mit unserer Position eine andere Haltung, aber die anderen Staaten machen leider in großem Maße etwas anderes. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: 12 plus 5 ist 17! Das ist die Mehrheit von 25!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
müssen dabei bleiben und bleiben auch dabei, danach zu trachten, dass wir längerfristig den Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie auch in jenen Ländern erreichen, die derzeit eine andere energiepolitische Grundsatzhaltung haben. Und wir müssen in der Zwischenzeit bei jenen Ländern, die sich derzeit keinen solchen Ausstieg vorstellen können, darauf drängen und mittels europäischer Politik durchsetzen, dass in diesen Ländern alles getan wird, um die Sicherheit der bestehenden und weiter betriebenen Kraftwerke zu erhöhen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
Abg. Öllinger: Möglicherweise!
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!
Liebe Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen so gut wie alle anderen – Sie wissen es, weil Sie sich damit beschäftigen, sogar etwas besser –: Atomenergie ist nicht gleich Atomenergie. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Sie können nicht rechnen!) Wenn es Wissenschaftler gibt, die der Meinung sind, dass die Kernfusion im Gegensatz zur Kernspaltung möglicherweise (neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek) zu einer Form der Energieaufbringung führt, die sicher (Abg. Öllinger: Möglicherweise!) und von der Effizienz her interessanter ist, dann muss ich sagen: In diesem Fall macht es zumindest Sinn, in die Erforschung dieser Behauptung – mit offenem Ausgang – Geld zu investieren. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Milliarden Steuergeld zu stecken!) Vielleicht stellen wir dann fest, dass das zu einer Energieform führt, die brauchbar ist und die den Menschen (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... leuchtet da oben und heißt Sonne!) im Sinne von Effizienz zumutbar ist, oder wir kommen im Rahmen dieses Forschungsprogrammes vor allem im Sinne der Sicherheit drauf, dass das eben nicht so ist. Aber draufkommen kann man nur mit Forschung – und nicht mit Behauptungen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber es gibt andere Alternativen!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Was sind die nationalen Ziele?
Klar ist eines, und dabei bleiben wir: Wir investieren im Rahmen der täglichen Energiepolitik sehr stark, massiv und mehr als die meisten anderen Länder in den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Aufstockung dieser Mittel geht nahezu ausschließlich in die Erforschung einer von manchen für zukunftsträchtig gehaltenen alternativen Form im Atomenergiebereich. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Was sind die nationalen Ziele?) Der Rest der Mittel wird in die verstärkte Sicherheit der bestehenden Kraftwerke investiert. Und das ist, meine ich, verantwortungsvolles Handeln im Sinne der Menschen in Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Soll ich es Ihnen vorlesen: neue Reaktorgeneration!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Soll ich es Ihnen vorlesen: neue Reaktorgeneration!
Klar ist eines, und dabei bleiben wir: Wir investieren im Rahmen der täglichen Energiepolitik sehr stark, massiv und mehr als die meisten anderen Länder in den Einsatz erneuerbarer Energien. Die Aufstockung dieser Mittel geht nahezu ausschließlich in die Erforschung einer von manchen für zukunftsträchtig gehaltenen alternativen Form im Atomenergiebereich. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Was sind die nationalen Ziele?) Der Rest der Mittel wird in die verstärkte Sicherheit der bestehenden Kraftwerke investiert. Und das ist, meine ich, verantwortungsvolles Handeln im Sinne der Menschen in Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Soll ich es Ihnen vorlesen: neue Reaktorgeneration!)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Das, was Sie tun, ist, das schreckliche Ereignis von Tschernobyl nur dazu zu benützen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um den Menschen in diesem Land Angst zu machen. Das ist keine verantwortungsvolle Politik, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.
Das, was Sie tun, ist, das schreckliche Ereignis von Tschernobyl nur dazu zu benützen (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), um den Menschen in diesem Land Angst zu machen. Das ist keine verantwortungsvolle Politik, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner.)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Kopf: Haben Sie eine Alternative in den Ländern, die nicht aussteigen wollen?
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Kopf, Sie wissen aber schon, dass in einem Atomkraftwerk alles der Sicherheit dient – mit Ausnahme der Brennstäbe. Alles um diese Brennstäbe herum dient der Sicherheit vor diesen Brennstäben. Insofern ist eine Beschränkung von Subventionen auf die Sicherheit bei einem Atomkraftwerk im Prinzip nur die Aussage, dass man nicht die Brennstäbe damit finanziert, aber sonst ist die gesamte Finanzierung möglich, und das ist sicher nicht das, was Sie hier öffentlich zugeben wollen. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Kopf: Haben Sie eine Alternative in den Ländern, die nicht aussteigen wollen?)
Abg. Großruck: Da sind wir sehr wichtig!
Aber es passieren auch andere Sachen. Zum Beispiel wurde am 13. November 1996 im Europäischen Parlament ein Antrag abgestimmt, mit welchem mit der Subventionierung der friedlichen Atomenergienutzung Schluss gemacht werden soll. Dieser Antrag soll sicherstellen, dass es nur noch Subventionen für den sicheren Abbau von Atomkraftwerken und für die Endlagerung von Atomabfällen gibt. Die ÖVP stimmte gegen diesen Antrag, und auf Grund des Stimmverhaltens der ÖVP bekam er auch keine Mehrheit. Hätte die ÖVP für diesen Antrag gestimmt, dann hätte es dafür eine Mehrheit gegeben. (Abg. Großruck: Da sind wir sehr wichtig!) – Doch der Vorsitzende der ÖVP Wolfgang Schüssel erklärt: Die ÖVP kämpft weiterhin gegen Atomkraftwerke!
Abg. Großruck: ... Kraftwerke in der Karibik!
Am 24. Oktober 2000 wurde im Europäischen Parlament darüber abgestimmt, ob neben der Atomkraft auch erneuerbare Energien subventioniert werden sollen und damit auch ein freier Wettbewerb herrschen soll. Die ÖVP stimmte gegen den freien Wettbewerb und weiterhin dafür, dass ausschließlich Atomenergie subventioniert werden soll. – Doch der Vorsitzende der ÖVP Wolfgang Schüssel erklärt: Die ÖVP kämpft weiterhin gegen Atomkraftwerke! (Abg. Großruck: ... Kraftwerke in der Karibik!)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es gibt keinen Beschluss!
Vor nicht einmal einer Woche, am 21. April, beschloss der Informelle Wettbewerbsrat – unter Vorsitz Österreichs – die Verdreifachung der Mittel für Euratom (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Es gibt keinen Beschluss!) und gleichzeitig die Kürzung der
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Klärt lieber den BAWAG-Skandal auf!
Ich meine, die österreichische Bevölkerung hat sich mehr Ehrlichkeit verdient, und Österreich hat sich auch in der Atompolitik einen Kurswechsel verdient – im Herbst ist Zeit dazu! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Großruck – in Richtung SPÖ –: Klärt lieber den BAWAG-Skandal auf!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Doppelzüngigkeit!
Auch in der Frage Temelín haben wir einen unterschiedlichen Zugang gehabt. Wir alle waren gegen dieses Kraftwerk, aber es hat damals nur eine Fraktion gegeben, die gefordert hat, dass die Aufnahme Tschechiens in Europa auch gewährleisten müsse, dass dieses gefährliche Atomkraftwerk zugesperrt wird. Wir haben das gefordert, wir haben eine getrennte Abstimmung über dieses Thema gefordert. Das war meine Fraktion, das heutige BZÖ und der Freiheitliche Klub damals. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Doppelzüngigkeit!) Wir haben es gefordert, Sie haben gesagt: Nein, innerhalb Europas werden wir dieses Problem besser lösen können, mit Diskussionen, mit der Bereitschaft, zu helfen, mit der Bereitschaft, den aktiven Ausstieg zu betreiben.
Beifall bei den Freiheitlichen.
darüber diskutieren – wir sehen das als nationale Sache an –, ob wir der Aufnahme von Ländern zustimmen sollen, wenn sie ihre gefährlichen Atomkraftwerke nicht zusperren (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Diese Regierung steht für diese Art von Politik. Meine Fraktion war immer eine Umweltfraktion, und Sie sollten uns bei dieser Arbeit endlich unterstützen, dann hätten wir vielleicht mehr Erfolg und nicht nur lange Diskussionen, die nichts bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall des Abg. Dr. Fasslabend. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir machen es auch!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Herr Präsident! Herr Minister! Meine Damen und Herren hier und zu Hause vor den Fernsehschirmen! (Die Rednerin platziert auf dem Rednerpult zwei Ortstafeln ähnliche Schilder. Auf dem einen steht: „Atomkraft“, ein roter Balken bildet die Diagonale; auf dem anderen Schild steht: „Energiewende“.) Wir alle wollen eine sichere Energieform, wir alle wollen keine Atomkraft – das sagen Sie, und das sagen wir. (Beifall des Abg. Dr. Fasslabend. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Wir machen es auch!)
Abg. Scheibner: Nur mit Taferln!
Wir handeln in diesem Sinne, Sie handeln gegensätzlich. (Abg. Scheibner: Nur mit Taferln!) Herr Minister, ich werde Ihnen das nachweisen. (Abg. Kopf: Was verstehen Sie unter „handeln“? Sie haben eine sonderbare Vorstellung von „handeln“!)
Abg. Kopf: Was verstehen Sie unter „handeln“? Sie haben eine sonderbare Vorstellung von „handeln“!
Wir handeln in diesem Sinne, Sie handeln gegensätzlich. (Abg. Scheibner: Nur mit Taferln!) Herr Minister, ich werde Ihnen das nachweisen. (Abg. Kopf: Was verstehen Sie unter „handeln“? Sie haben eine sonderbare Vorstellung von „handeln“!)
Beifall bei den Grünen.
Herr Minister und Herr Kollege Kopf, Sie haben gesagt, Sie haben für das Euratom-Programm gestimmt. Das Euratom-Programm sieht für die nächsten sieben Jahre über 4 Milliarden € vor. Das ist ein Programm, das die nächste neue Reaktorgeneration finanzieren soll. Sie geben österreichisches Geld – in der Vergangenheit waren es 114 Millionen, in der Zukunft sind es 140 Millionen – für eine unsichere Atomkraft, für eine unsichere Energieform aus. Das machen Sie, und hier sagen Sie das Gegenteil. Das Problem ist, dass Sie in EU-Gremien, dass Sie auf europäischer Ebene, im Europäischen Parlament und auch während der Präsidentschaft genau das Gegenteil dessen tun, was Sie uns hier und den Menschen zu Hause vor den Fernsehschirmen sagen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Kopf: Welches Quorum brauchen Sie für einen Atomvertrag? Sie brauchen die Einstimmigkeit!
Herr Kollege Kopf, wir haben eine Mehrheit unter den Mitgliedstaaten der EU, die gegen die Atomkraft sind. Zwölf haben keine Atomkraftwerke, fünf haben den Ausstieg beschlossen, insgesamt sind es 25. Sie behaupten hier aber, es gebe keine Mehrheit in Europa. (Abg. Kopf: Welches Quorum brauchen Sie für einen Atomvertrag? Sie brauchen die Einstimmigkeit!) Entschuldigen Sie, die meisten Länder Europas haben keine Atomkraftwerke. (Abg. Kopf: Streuen Sie den Menschen keinen Sand in die
Abg. Kopf: Das ist doch nicht wahr! Das ist ja unglaublich! Das ist ungeheuerlich!
Sie wissen ja, die Reaktoren, die in Europa derzeit noch am Netz sind, sind zu zwei Dritteln vom Typ Tschernobyl! Jetzt gedenken wir hier dieser fürchterlichen Katastrophe, und Sie stimmen für die Verlängerung von Reaktoren des Typs Tschernobyl. Sie stimmen für die Erhöhung der Atomgelder, Sie sind weiterhin dafür, dass womöglich Temelín ... (Abg. Kopf: Das ist doch nicht wahr! Das ist ja unglaublich! Das ist ungeheuerlich!) – Das ist es. Lesen Sie nach im EU-Protokoll, lesen Sie nach, genau bei Temelín! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir waren als Einzige gegen Temelín!) – Das ist ein gutes, ein sehr gutes Stichwort, Herr Kollege.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir waren als Einzige gegen Temelín!
Sie wissen ja, die Reaktoren, die in Europa derzeit noch am Netz sind, sind zu zwei Dritteln vom Typ Tschernobyl! Jetzt gedenken wir hier dieser fürchterlichen Katastrophe, und Sie stimmen für die Verlängerung von Reaktoren des Typs Tschernobyl. Sie stimmen für die Erhöhung der Atomgelder, Sie sind weiterhin dafür, dass womöglich Temelín ... (Abg. Kopf: Das ist doch nicht wahr! Das ist ja unglaublich! Das ist ungeheuerlich!) – Das ist es. Lesen Sie nach im EU-Protokoll, lesen Sie nach, genau bei Temelín! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wir waren als Einzige gegen Temelín!) – Das ist ein gutes, ein sehr gutes Stichwort, Herr Kollege.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dann geben Sie zu, dass er Anti-Atom-Politik macht!
Das antworten Sie, Herr Minister, schriftlich! – Und das ist mein Problem. Sie wollen der Öffentlichkeit immer Sand in die Augen streuen, weil Sie sagen: Ja, wir tun alles. – In Wirklichkeit aber handeln Sie dem aber genau zuwider. Das ist das Feindliche an Ihrer Atompolitik, das ist auch das Gefährliche an Ihrer Anti-Atom-Politik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dann geben Sie zu, dass er Anti-Atom-Politik macht!)
Beifall bei den Grünen.
Ich darf noch einmal betonen, dass die österreichischen Steuergelder nicht dazu dienen, Effizienzprogramme zu verwirklichen, nicht dazu dienen, erneuerbare Energieträger zu stärken, und nicht dazu dienen, mehr Ökostrom in Österreich und in Europa voranzutreiben. Nein, Sie verwenden sie für eine neue Reaktorgeneration, für die Kernfusion, für eine unsichere Atomzukunft. Das sind Ihre Taten, und daran sollen Sie gemessen werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Grillitsch – neben dem Rednerpult stehend –: Kann man die Taferln wegnehmen? – Abg. Dr. Gabriela Moser: Darf ich Ihnen die Energiewende da lassen? – Abg. Grillitsch: Nein, bitte! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber Sie sind doch auch für die Energiewende!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Grillitsch 5 Minuten zu uns. (Abg. Grillitsch – neben dem Rednerpult stehend –: Kann man die Taferln wegnehmen? – Abg. Dr. Gabriela Moser: Darf ich Ihnen die Energiewende da lassen? – Abg. Grillitsch: Nein, bitte! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber Sie sind doch auch für die Energiewende!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser entfernt die beiden Taferln vom Rednerpult und begibt sich wieder zu ihrem Platz.
eine Energiewende!), aber nicht so, wie Sie sie machen, indem Sie nämlich ständig die Menschen verunsichern. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser entfernt die beiden Taferln vom Rednerpult und begibt sich wieder zu ihrem Platz.)
Zwischenrufe bei den Grünen.
Wir wollen Tschernobyl zum Anlass nehmen, der Opfer zu gedenken. Wir wollen nicht mehr erleben, dass die Kinder nicht auf die Straße dürfen, dass die Kinder nicht draußen spielen dürfen. Ich möchte nicht mehr erleben, dass wir die Tiere nicht auf die Weide treiben dürfen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Daran sollten wir uns erinnern. Das sollten wir zum Anlass nehmen, hier auch ernsthaft und glaubwürdig über Alternativstrategien zur Atomenergie zu diskutieren, damit so etwas nicht mehr passiert. Daher appelliere ich an Sie: Beenden Sie Ihre Verunsicherungsstrategie, meine Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir wollen Tschernobyl zum Anlass nehmen, der Opfer zu gedenken. Wir wollen nicht mehr erleben, dass die Kinder nicht auf die Straße dürfen, dass die Kinder nicht draußen spielen dürfen. Ich möchte nicht mehr erleben, dass wir die Tiere nicht auf die Weide treiben dürfen. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Daran sollten wir uns erinnern. Das sollten wir zum Anlass nehmen, hier auch ernsthaft und glaubwürdig über Alternativstrategien zur Atomenergie zu diskutieren, damit so etwas nicht mehr passiert. Daher appelliere ich an Sie: Beenden Sie Ihre Verunsicherungsstrategie, meine Damen und Herren von den Grünen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo denn?
Ich sage Ihnen: Die ÖVP, die österreichische Bundesregierung und auch ich ganz persönlich setzen auf eine klare und konsequente Anti-Atom-Politik (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo denn?), weil wir wissen, dass das auch zu Recht von der Bevölkerung erwartet wird, weil alles andere in Wirklichkeit ein Irrweg ist.
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo tun Sie es?
Ich glaube, niemand ist berufener, auch auf europäischer Ebene, über die Forcierung dieser erneuerbaren Energieträger zu reden als Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo tun Sie es?) – Wir tun das auch. Herr Bundskanzler Schüssel hat das auch beim Rat gemacht, da gibt es klare Zielvorstellungen, Frau Kollegin Glawischnig. Nehmen Sie das endlich zur Kenntnis! Auch die Zahlen sprechen für uns: 21 Prozent Anteil an erneuerbaren Energieträgern in Österreich! Wir liegen damit an dritter Stelle in der EU. Diese Zahlen sprechen für eine gute Politik dieser österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich glaube, niemand ist berufener, auch auf europäischer Ebene, über die Forcierung dieser erneuerbaren Energieträger zu reden als Österreich. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wo tun Sie es?) – Wir tun das auch. Herr Bundskanzler Schüssel hat das auch beim Rat gemacht, da gibt es klare Zielvorstellungen, Frau Kollegin Glawischnig. Nehmen Sie das endlich zur Kenntnis! Auch die Zahlen sprechen für uns: 21 Prozent Anteil an erneuerbaren Energieträgern in Österreich! Wir liegen damit an dritter Stelle in der EU. Diese Zahlen sprechen für eine gute Politik dieser österreichischen Bundesregierung. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, ein klares Bekenntnis: Nein zur Atomenergie! Ja zum verstärkten Ausbau der Wasserkraft! Ja zum verstärkten Ausbau der Biomasse, der erneuerbaren Energieträger, denn sie – Wasserkraft und Biomasse – sind das Trumpfass einer künftigen Energieversorgung. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Karibische Palmen sind das!
Erster Akt: Stellen Sie sich ein dickes Gestrüpp, ein Gebüsch voller Versprechen vor (Abg. Großruck: Karibische Palmen sind das!), die Kanzler Schüssel auch hier im Parlament gemacht hat und die allesamt gebrochen wurden! Ganz egal, ob es um die Einklagbarkeit der Nachrüstung von Temelín beim EuGH gegangen ist, egal, ob es darum gegangen ist, dass er gesagt hat, bevor der kommerzielle Betrieb in Temelín beginnt, gibt es natürlich eine Nachrüstung, oder ganz gleich, ob es geheißen hat, es ist doch logisch, dass Temelín auf einen europäischen Sicherheitsstandard gebracht wird – nichts davon ist der Fall! Alles – „Lüge“ darf ich jetzt nicht sagen –, alles ist jedenfalls nicht so eingetreten, wie es hier versprochen wurde.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das täte wieder Geld kosten! Dann kritisieren Sie die Werbekampagne! Wie man es tut, ist es falsch!
Dritter Akt: eine leere Bühne. Es gibt keinerlei Initiativen dieser Präsidentschaft, um die 7. EU-Rahmenrichtlinie für Forschung in eine Richtung zu bringen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das täte wieder Geld kosten! Dann kritisieren Sie die Werbekampagne! Wie man es tut, ist es falsch!), die nicht den EURATOM-Vertrag, so wie er daliegt, weiter befördert und wo dann mit unserem Steuergeld Forschung für weitere Atomkraftwerke betrieben wird, so wie wir sie nicht wollen, wie es angeblich alle in diesem Haus nicht wollen, wie Sie hier sagen, und auch wie sie über 80 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen nicht wollen. Das ist die Nicht-Politik, die Sie betreiben!
Abg. Wattaul: Was hat das mit der BAWAG zu tun?
Die Sonne – lassen Sie mich das noch anmerken; das mag vielleicht etwas eigenartig klingen – ist eigentlich die demokratische Energiequelle schlechthin. Die Sonne kann mir kein Konzern abdrehen, die Sonne kann kein Konzern kappen, wenn ich einmal meine Rechnung nicht beglichen habe, mit der Sonne kann kein anderes Land von mir irgendeine Politik erpressen, und die Sonne ist demokratischer und egalitärer als andere Energiequellen, weil aus ihr wesentlich weniger Kapital zu schlagen ist. (Abg. Wattaul: Was hat das mit der BAWAG zu tun?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Ich meine aber, dass wirklich glaubhafte und sinnvolle Impulse zu dieser Vision sicher erst in einer Post-Schüssel-Ära möglich sind. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Vizekanzler! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! An die Adresse der Opposition: Ich glaube, dieses Thema ist wirklich zu ernst, als dass man zusätzlich polemisiert und weitere Ängste bei der Bevölkerung schürt. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Jakob Auer: Wo waren die Grünen?
Wir haben viele Protestaktionen an der Grenze in Wullowitz abgehalten. Ich glaube, bei 100 Demonstrationen war ich sicher dabei. Da war unsere Bundesministerin Ursula Haubner noch Umweltlandesrätin in Oberösterreich. Kollege Anschober von den Grünen ist neben mir an der Grenze in Wullowitz gestanden und hat groß angekündigt: Ich habe so gute Kontakte zu Tschechien und zu den tschechischen Politikern. Wenn ich etwas als Umweltlandesrat zu reden hätte, wäre dieses Kraftwerk schon lange stillgelegt oder die Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt worden. (Abg. Jakob Auer: Wo waren die Grünen?)
Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!
Jetzt ist Kollege Anschober in Oberösterreich seit über einem Jahr Umweltlandesrat. Plötzlich sind diese Verbindungen abgebrochen, plötzlich hat er keine Freunde mehr in Tschechien – außer, dass er uns oder unseren Regierungskollegen in Wien immer ausrichten lässt: Macht etwas! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) Wieso tut er nichts? Wieso macht er nichts? Das frage ich mich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Jetzt ist Kollege Anschober in Oberösterreich seit über einem Jahr Umweltlandesrat. Plötzlich sind diese Verbindungen abgebrochen, plötzlich hat er keine Freunde mehr in Tschechien – außer, dass er uns oder unseren Regierungskollegen in Wien immer ausrichten lässt: Macht etwas! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: So ist es!) Wieso tut er nichts? Wieso macht er nichts? Das frage ich mich. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Also – an die Adresse der Grünen –: Nicht sudern und nörgeln, sondern handeln, so wie wir es machen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wattaul: Stimmt ja gar nicht! Sie sind ja gegen die Abfangjäger! Sie waren dagegen!
Österreich ist von Kernkraftwerken umgeben, von zum Teil schon sehr veralteten Kernkraftwerken. Und das, was wir von dieser Bundesregierung erleben, ist, dass es keinen Schutz und keine Katastrophenpläne gegen terroristische Angriffe gibt. (Abg. Wattaul: Stimmt ja gar nicht! Sie sind ja gegen die Abfangjäger! Sie waren dagegen!)
Abg. Wattaul: Sie!
Wer verunsichert hier? (Abg. Wattaul: Sie!) – Sie verunsichern die Menschen, indem Sie nichts unternehmen! Es gibt keine gemeinsamen Katastrophenschutzpläne, und wir wissen, dass alle Katastrophen, die wir schon einmal ins Auge gefasst haben, auch tatsächlich eingetroffen sind.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Beifall bei den Grünen.
Deckmantel des Klimaschutzes auf eine Stufe zu stellen – das ist besonders verwerflich! Die Atomkraft mit den erneuerbaren Energien wegen einer „Low Emission“, die jetzt von Bundeskanzler Schüssel unterzeichnet beziehungsweise unterstützt worden ist, ... (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen. – Beifall bei den Grünen.)
Abg. Walch: Die Taferln weg!
Präsident Dr. Andreas Khol: Also so abrupt war die Glocke nicht gemeint, Frau Kollegin, aber die 5 Minuten waren zu Ende. (Abg. Walch: Die Taferln weg!)
Allgemeiner Beifall.
Präsident Dr. Andreas Khol: Meine Damen und Herren! Wir begehen heute den Tag der 50. Wiederkehr des Beitritts Österreichs zum Europarat. Das war ein wichtiger Schritt. Und ich begrüße an dieser Stelle die von uns zu diesem Ereignis eingeladenen ehemaligen Außenminister, Abgeordneten, Generalsekretäre des Europarats, Diplomaten, Beamten – an der Spitze unseren ehemaligen Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim und den ehemaligen Generalsekretär des Europarates Dr. Walter Schwimmer. Seien Sie herzlich willkommen im Hohen Haus! (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich möchte all jenen, allen, die auf der Galerie sitzen, den Abgeordneten, die viele Jahre nach Straßburg – zusätzlich zu ihren Aufgaben – gefahren sind, ich möchte allen Botschaftern, allen Diplomaten und allen internationalen Beamten, die dort tätig waren, im Namen des Hohen Hauses herzlich danken! – Europa ist das größte Friedensprojekt unserer Zeit! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.
Aber auch wir haben für den Europarat wesentliche Beiträge geleistet, nicht nur durch diejenigen, die an der Spitze gestanden sind – sie wurden bereits erwähnt, die drei Generalsekretäre Lujo Toncić-Sorinj, Franz Karasek und Walter Schwimmer, Karl Czernetz und Peter Schieder als Präsidenten der Parlamentarischen Versammlung sowie Herwig van Staa als Präsident des Kongresses der Gemeinden und Regionen –, sondern auch durch all diejenigen, die in diesem halben Jahrhundert an der Entwicklung der europäischen Rechts- und Wertegemeinschaft im Europarat und durch den Europarat teilgenommen haben, die Österreichs Beitrag im Alltag gestaltet haben, also die zahlreichen engagierten Fachleute in allen Tätigkeitsbereichen, die Juristen, Diplomaten, Parlamentarier, die oft wenig beachtet von der Öffentlichkeit hervorragende Sacharbeit geleistet haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ und der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch die Richtlinie des Europarats zum Schutz der Menschenrechte bei der Terrorismusbekämpfung ist ein wesentlicher Teil dieser Arbeit und führt uns die aktuelle politische Relevanz des Europarates eindrücklich vor Augen, wenn wir etwa an die derzeitigen Bemühungen denken, die Vorwürfe betreffend illegale Überflüge zwecks Gefangenentransporte, geheimen Freiheitsentzug und geheime Gefangenenlager zu untersuchen und aufzuklären. Diesen Bemühungen liegt eine gemeinsame europäische Haltung zugrunde: Im Kampf gegen den Terrorismus darf es keine rechtsfreien Räume geben. Die Menschenrechte und die humanitären Standards, insbesondere das absolute Folterverbot, sind einzuhalten. Alle diesbezüglichen Anstrengungen des Europarates werden von Österreich voll unterstützt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen Sie mich an dieser Stelle ein Wort zur Parlamentarischen Versammlung sagen, denn der Parlamentarischen Versammlung ist es auch ein Recht und eine Zuständigkeit, die Einhaltung der Verpflichtungen der Mitgliedstaaten zu überwachen. Die Parlamentarische Versammlung ist eines der Herzstücke des Europarates. Zwölf Abgeordnete aus Ihren und aus den Reihen des Bundesrates vertreten Österreich in diesem Gremium. Ich möchte ihnen für den Einsatz und für ihre wichtige Arbeit danken. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Der Europarat wird also weiterhin als Hüter der demokratischen Sicherheit, die sich auf Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stützt, wirken. Wir zweifeln nicht daran, dass er sich auch angesichts der neuen Herausforderungen als lebendige und lernende Organisation bewähren wird und seiner Aufgabe auch tatsächlich gerecht werden kann. Als Österreich werden wir dazu auch in Zukunft unseren Beitrag leisten. – Danke schön. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Österreicher auch stolz sein! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Zum Zweiten, geschätzte Damen und Herren: Wir als Parlamentarier sind vier Wochen im Jahr in Straßburg; die professionellen österreichischen Vertreter sind die ganze Zeit dort. Wir haben dort hervorragende Leute. Ehemalige Botschafter ebenso wie der heutige Botschafter Dr. Wendelin Ettmayer sind heute bei dieser Debatte anwesend. Ich möchte auch besonders würdigen, dass die Zusammenarbeit zwischen der Vertretung Österreichs dort und der Parlamentarierdelegation eine ganz hervorragende ist, über Jahre hinweg gewesen ist und auch jetzt ganz besonders intensiv gepflogen wird. Diese Kooperation ist offen, die Information steht uns jederzeit zur Verfügung, die Betreuung ist hervorragend. Darum, Herr Botschafter, dir und deinem Team auch einen besonderen Dank dafür! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Daher darf ich das wirklich anerkennend allen Mitgliedern und Ersatzmitgliedern, die heute in der parlamentarischen Delegation tätig sind, auch von dieser Stelle aus sagen: Das ist eine sehr gute Art der Zusammenarbeit! Da geht etwas inhaltlich weiter! Und ich danke allen, die sich dafür engagieren, insbesondere auch Peter Schieder, der trotz seiner langen Erfahrung als Präsident, als Fraktionsführer und auch früher als Delegationsleiter die Kooperation im Vordergrund sieht. Vielen herzlichen Dank dafür! (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.
Zum Fünften, meine Damen und Herren, was die Perspektiven anlangt: Ich denke, wenn wir uns heute den Europarat mit seinen 46 Mitgliedern und die Europäische Union mit 25 vorstellen, zeigt sich schon: Da gibt es ein großes Feld der Bearbeitung! Daher halte ich es für wichtig, dass wir den Europarat haben, damit in der größeren Einheit ein Diskussionsforum vorhanden ist, eines, in dem genau auf diese inhaltlichen Punkte Wert gelegt wird. Ich glaube daher, wir brauchen eine politische Bühne für das größere Europa, wir brauchen auch ein nachdrückliches und intensives Engagement für die Menschenrechte, wir brauchen auch in Zukunft einen Europarat! – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das Wesentliche des Europarates ist, dass er fortgeschrittener Parlamentarismus ist. Die Parlamentarische Versammlung – und viele wissen das nicht – hat institutionell mehr Rechte, als zum Beispiel das Europäische Parlament jetzt hat. Der Generalsekretär, die Stellvertreter, die Richter, die Mitglieder der Antifolterkommission, sie alle werden gewählt von den Abgeordneten! Das ist ein Modell für Europa, und das ist auch ein Modell für Parlamentarismus in der Europäischen Union. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Allgemeiner Beifall.
Wir diskutieren heute, wir erinnern uns heute der Vergangenheit der Jahre im Europarat, wir haben aus diesem Anlass aber auch festzustellen: Der Europarat hat auch eine Zukunft! (Allgemeiner Beifall.)
Abg. Großruck: Öh! „Gedient“?
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Kollege Schieder! Es ist richtig, der Europarat hat – oder: Hoffen wir, dass der Europarat eine Zukunft hat! Er ist eine wichtige Institution. Ich selbst hatte auch das Vergnügen und die Ehre, vier Jahre lang unter dem Delegationsleiter Schieder zu dienen. (Abg. Großruck: Öh! „Gedient“?)
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Ich meine, dass es für eine Institution wie den Europarat und auch für die Parlamentarische Versammlung sehr wohl eine Zukunftsperspektive gibt. Der Europarat hat 46 Mitglieder; fast alle europäischen Staaten sind in diese Gemeinschaft integriert. Auf der anderen Seite diskutieren wir immer wieder auch die Grenzen der Erweiterung der Europäischen Union, wo wir festhalten, dass es viele Länder gibt, die nicht Mitglied werden können oder auch nicht werden wollen. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
eine wichtige Ergänzung für diesen gemeinsamen Kontinent. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.
Auf eine der Funktionen, die der Europarat hat und die in Österreich auch viel zu wenig in der öffentlichen Wahrnehmung präsent ist, hat die Frau Bundesministerin schon hingewiesen. – Ich bedauere sehr, dass unsere heutige Debatte nicht im Fernsehen übertragen wird, Herr Präsident; viele Debatten des Nationalrates werden im Fernsehen übertragen, aber genau das, mit dem wir einigen 10 000 Leuten sagen könnten: Es gibt die Europäische Union und das Europäische Parlament, aber es gibt auch den Europarat, in dem Österreich seit 50 Jahren vertreten ist!, das und all das, was die Kolleginnen und Kollegen vorher schon gesagt haben, wird nicht übertragen, obwohl das die Leute öfter hören müssten. Dies wäre eine Gelegenheit gewesen, das auch an die Menschen zu bringen – aber es ist nicht so. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Alles Gute zum 50. Geburtstag des Beitritts zum Europarat. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Diese Organisation ist die einzige Einrichtung, in der wir alle als gleichberechtigte Partner zusammenleben und -arbeiten, weshalb sie für die Bürgerinnen und Bürger dieses Kontinents von großer Bedeutung ist, von großer Bedeutung vor allem auch, um Frieden, soziale Standards und Wohlstand, Beschäftigung und vieles mehr, was für die Menschen wichtig ist, auch in Zukunft zu sichern. (Allgemeiner Beifall.)
Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.
Sehr geehrte Damen und Herren! Gerade in den letzten Monaten hat sich dieses Gewissen wieder Gehör verschafft. Ich erinnere, Frau Ministerin Plassnik hat auch auf die CIA-Flüge hingewiesen, wo Gefangene durch den europäischen Luftraum transportiert wurden. In diesem Fall spielt auch ein Österreicher eine große Rolle, nämlich Peter Schieder, der dabei ist, das aufzudecken und aufzuklären. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt den Vorsitz.)
Allgemeiner Beifall.
Frau Ministerin! Jetzt noch eine Bitte an Sie: Kein Geburtstag ohne Geschenke. Für mich und für die Frauen, für die Opfer des Menschenhandels wäre es das schönste Geschenk, wenn wir nach der Unterzeichnung der Konvention gegen Menschenhandel im vergangenen Jahr diese Konvention in Österreich auch ratifizieren könnten. Wir wären eines der ersten Länder. Es wäre ein schönes Geburtstagsgeschenk. Und es wäre eine wichtige Angelegenheit für die Opfer dieser grausamen Verbrechen und auch für die effizientere Bekämpfung des Menschenhandels. – Herzlichen Dank, sehr geehrte Damen und Herren. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich persönlich als Abgeordneter dieses Hohen Hauses möchte diese Erfahrung nicht missen und bin wie viele andere auch dankbar dafür, dass ich diese Gelegenheit habe, und ich hoffe, dass wir dort weiterhin so großartige Arbeit leisten wie bisher. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich frage Sie, Frau Außenministerin: Wann kommt die Ratifikation der Konvention gegen den Menschenhandel? Und ich frage den nicht anwesenden Bundeskanzler als Ratsvorsitzenden der EU, jetzt gerade: Welche Initiativen gibt es zu einer Annäherung zwischen Europäischer Union und Europarat gerade in den auch eingeforderten Punkten zum Beispiel Beitritt der EU zur Europäischen Menschenrechtskonvention? Welche Position vertritt Österreich überhaupt? Welche Aktivitäten hat Schüssel gesetzt? – Das sind meine zwei Fragen an Sie. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
als Ganzes der Europäischen Konvention der Menschenrechte beitritt, weil ich das sowohl parallel zu einem EU-Grundrechtskatalog als auch unabhängig davon für längst überfällig und für absolut unverzichtbar halte. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Werkzeug dafür. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Österreich wie auch andere Mitgliedsländer lassen die Individualbeschwerde beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof zu. Das ist die einzige internationale Instanz, bei der es möglich ist, dass sich Bürger mit ihrer Beschwerde direkt an sie wenden und bei Verdacht auf Grundrechtsverletzungen Klage einbringen. Es ist ein Wunsch, die zeitliche Abfolge derartiger Beschwerden, also die Verfahrensdauer zu verkürzen. Das würde auch einer positiven Weiterentwicklung sehr gut tun. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wir haben es schon gehört: Der Europarat ist das Gewissen Europas. Ich bin überzeugt davon: Der Europarat hat auch in den nächsten Jahrzehnten eine wichtige und gute Zukunft. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Dazu habe ich eine ganz konkrete Frage an die Frau Außenministerin, auf die ich bisher keine Antwort gehört habe – wir wissen ja, Österreich führt derzeit die EU-Ratspräsidentschaft –: Hat es von Seiten der Präsidentschaft Vorschläge gegeben, wie dieser Schutz von Menschen vor Agenten ausländischer Geheimdienste, die sich nicht an die Menschenrechte halten, auf der nationalen Ebene gewährleistet werden kann? Ich denke, auch das wäre eine Aufgabe der österreichischen EU-Präsidentschaft, sich nicht nur in Reden vor dem Nationalrat für den Europarat einzusetzen, sondern auch in konkreten Fällen Initiativen zu setzen, wie Menschenrechte gerade in diesem Bereich geschützt werden können. Leider hat es diesbezüglich noch keine Maßnahmen oder keine öffentlichen Aussagen der Bundesregierung gegeben – notwendig wäre das! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Letzte Woche war das so, als auf einmal ein Vorschlag des Nationalratspräsidenten und der Bundesratspräsidentin für die Tagung der nationalen Parlamente und des Europaparlaments im Mai in Brüssel kam, in dem stand, die anderen Parteien dürfen „dissenting opinions“, also abweichende Stellungnahmen, abgeben. Das ist keine Vorgangsweise, Herr Nationalratspräsident! Das ist eine Instrumentalisierung des Parlaments, des Nationalrates für Interessen der Bundesregierung! Zu diesen Dingen gibt es von uns ein klares Nein: So nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Vor kurzem, am 21. März 2006, gab es einen Antrag von uns betreffend Energieeffizienz auf europäischer Ebene, Ausstieg aus der Atomenergie. Da hat es keine Zustimmung von Ihnen gegeben, keine Bindung des Bundeskanzlers in Brüssel! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das wären die Möglichkeiten, wo der Nationalrat jetzt schon genau diese Bürgernähe vertreten könnte! Sie tun das nicht, versuchen aber hier, eine Debatte für etwas anderes zu instrumentalisieren, sich die Rosinen aus dem europäischen Verfassungsvertrag für die nationale Ebene herauszuholen. Das ist ein Vorwurf an die Regierungsfraktionen: Sie denken hier national, nationalistisch und nicht europäisch! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Vor kurzem, am 21. März 2006, gab es einen Antrag von uns betreffend Energieeffizienz auf europäischer Ebene, Ausstieg aus der Atomenergie. Da hat es keine Zustimmung von Ihnen gegeben, keine Bindung des Bundeskanzlers in Brüssel! (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) Das wären die Möglichkeiten, wo der Nationalrat jetzt schon genau diese Bürgernähe vertreten könnte! Sie tun das nicht, versuchen aber hier, eine Debatte für etwas anderes zu instrumentalisieren, sich die Rosinen aus dem europäischen Verfassungsvertrag für die nationale Ebene herauszuholen. Das ist ein Vorwurf an die Regierungsfraktionen: Sie denken hier national, nationalistisch und nicht europäisch! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Walch schüttelt den Kopf.
Herr Berichterstatter Abgeordneter Walch, mir ist angekündigt worden, es gibt eine Druckfehlerberichtigung. – Ist das richtig? (Abg. Walch schüttelt den Kopf.) Wenn ja, müsste eine Berichterstattung vorgenommen werden. Wenn das nicht der Fall ist, gibt es auch zu diesem Punkt keine mündliche Berichterstattung. – Also das ist nicht der Fall.
Abg. Mag. Tancsits: Sie sind hervorragend!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Hinter dem Titel „Sozialversicherungs-Änderungsgesetz 2006“ versteckt sich ein weiterer Versuch, den Menschen vorzutäuschen, die sozialpolitischen Maßnahmen der schwarz-bunten Bundesregierung wären gar nicht so schlimm, wie die Menschen sie tagtäglich spüren und empfinden. (Abg. Mag. Tancsits: Sie sind hervorragend!) – Geboren wurde dazu das Wort „Schwerarbeiterpension“, „Schwerarbeitszeiten“ und dergleichen mehr.
Abg. Steibl: Das glauben S’ ja wohl selber nicht! Ist das der Rundumschlag?
Notwendig geworden ist diese Regelung durch die ungerechten und unfairen Pensionskürzungen, die diese Bundesregierung seit dem Jahr 2000 vollzogen hat. (Abg. Steibl: Das glauben S’ ja wohl selber nicht! Ist das der Rundumschlag?) Frau Kollegin Steibl! Würden Sie sich einmal mit der Situation der Menschen in Österreich aus-
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind gegen die Schwerarbeiter! Da können Sie sich auf die Rede konzentrieren, wie Sie wollen, es wird nicht besser!
einander setzen, dann würden Sie sehr wohl verstehen, warum ich diese Aussagen tätigen muss: Sie haben falsche Hoffnungen geweckt – Sie können die Menschen ja fragen, wer aller erwartet hat, unter diese Schwerarbeiterregelung zu fallen! Was ist aus diesen Hoffnungen geworden? Luftblasen, die sich in nichts aufgelöst haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind gegen die Schwerarbeiter! Da können Sie sich auf die Rede konzentrieren, wie Sie wollen, es wird nicht besser!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Deswegen wird es nicht richtiger!
Frau Bundesministerin! Diese Regierungsvorlage ist eine untaugliche Antwort auf die Maßnahmen, die Sie im Jahr 2003 getroffen haben. Eine faire Regelung für Schwerarbeit wird unter diesen Rahmenbedingungen, die Sie nun geschaffen haben, überhaupt nicht möglich sein. Wir haben Ihnen das auch schon im Ausschuss gesagt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Deswegen wird es nicht richtiger!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ungeheuerlich!
Diese Gesetzesvorlage, mit der wir uns heute befassen – und ehe Sie jetzt zwischenrufen, liebe Kollegen vom BZÖ, sollten Sie sie einfach einmal lesen, dann würden Sie wissen, was sie bedeutet –, ist in Wahrheit eine Schwerarbeiter-Ausschließungsregelung (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ungeheuerlich!) und keine Schwerarbeiter-Pensionsregelung, wie Sie das vortäuschen wollen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihnen ist alles zu wenig!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihnen ist alles zu wenig!
Diese Gesetzesvorlage, mit der wir uns heute befassen – und ehe Sie jetzt zwischenrufen, liebe Kollegen vom BZÖ, sollten Sie sie einfach einmal lesen, dann würden Sie wissen, was sie bedeutet –, ist in Wahrheit eine Schwerarbeiter-Ausschließungsregelung (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ungeheuerlich!) und keine Schwerarbeiter-Pensionsregelung, wie Sie das vortäuschen wollen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ihnen ist alles zu wenig!)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Die Frauen, die zum Beispiel harte Arbeit im Pflegedienst leisten und nicht unter diese Regelung fallen, finden das auch überhaupt nicht komisch und nicht witzig. Das ist einer der schwersten Berufe überhaupt, und daher hätten es die in diesem Bereich Tätigen wirklich verdient, eine Erleichterung zu erfahren! – Nichts dergleichen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Steibl: Das machen die Sozialisten!
Sie wissen auch, dass die Pensionsversicherungsanstalt vorausgesagt hat, dass unter diesen Voraussetzungen, die Sie jetzt hier schaffen wollen, lediglich 1 500 Personen Schwerarbeitsleistungen in Anspruch werden nehmen können. Das heißt, wenn man das auf die neu zuerkannten Pensionen pro Jahr umlegt, kommt man damit gerade einmal auf einen Anteil von 1,8 Prozent. Damit bleiben Sie ja weit unter den 5 Prozent, die Sie selbst als Vorgabe vorgeschlagen haben. – Ach nein, Sie haben ja gesagt, 5 Prozent dürfen nicht überschritten werden; da hätte ich mich jetzt beinahe getäuscht. Sie selbst haben gesagt: Wir machen eine Regelung, wir versprechen allen Menschen alles, damit sie viele Hoffnungen haben (Abg. Steibl: Das machen die Sozialisten!), aber es darf keinesfalls mehr als 5 Prozent betreffen! Keinesfalls mehr als 5 Prozent! (Abg. Steibl: Ihr redet von euch selber! Das machen die Sozialisten!) Jetzt machen Sie
Abg. Steibl: Ihr redet von euch selber! Das machen die Sozialisten!
Sie wissen auch, dass die Pensionsversicherungsanstalt vorausgesagt hat, dass unter diesen Voraussetzungen, die Sie jetzt hier schaffen wollen, lediglich 1 500 Personen Schwerarbeitsleistungen in Anspruch werden nehmen können. Das heißt, wenn man das auf die neu zuerkannten Pensionen pro Jahr umlegt, kommt man damit gerade einmal auf einen Anteil von 1,8 Prozent. Damit bleiben Sie ja weit unter den 5 Prozent, die Sie selbst als Vorgabe vorgeschlagen haben. – Ach nein, Sie haben ja gesagt, 5 Prozent dürfen nicht überschritten werden; da hätte ich mich jetzt beinahe getäuscht. Sie selbst haben gesagt: Wir machen eine Regelung, wir versprechen allen Menschen alles, damit sie viele Hoffnungen haben (Abg. Steibl: Das machen die Sozialisten!), aber es darf keinesfalls mehr als 5 Prozent betreffen! Keinesfalls mehr als 5 Prozent! (Abg. Steibl: Ihr redet von euch selber! Das machen die Sozialisten!) Jetzt machen Sie
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steibl.
eine Regelung, mit der Sie noch weit unter diesen 5 Prozent bleiben – nämlich bei 1,8 Prozent! (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Sie haben ja nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen!
Frau Kollegin Steibl, Ihre Aufregung zeigt ja, dass Sie selbst ein schlechtes Gewissen haben! Sie wissen ja genau, was Sie damit machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Sie haben ja nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen!) Das ist eine Schande! Sie wissen genau, was Sie tun, und Sie tun es gegen besseres Wissen dennoch – gegen die Menschen. Das ist wirklich schlimm, darüber sollten Sie sich einmal Gedanken machen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Steibl: Was ist bei der BAWAG?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Steibl: Was ist bei der BAWAG?
Frau Kollegin Steibl, Ihre Aufregung zeigt ja, dass Sie selbst ein schlechtes Gewissen haben! Sie wissen ja genau, was Sie damit machen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Sie haben ja nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen!) Das ist eine Schande! Sie wissen genau, was Sie tun, und Sie tun es gegen besseres Wissen dennoch – gegen die Menschen. Das ist wirklich schlimm, darüber sollten Sie sich einmal Gedanken machen! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Steibl: Was ist bei der BAWAG?)
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Frau Kollegin Steibl, über gewisse Sachen, Raika und so weiter, diskutieren wir jetzt nicht, darüber werden wir im Rahmen eines anderen Tagesordnungspunktes diskutieren können. Jetzt reden wir über Sozialpolitik, die Sie machen, über schlechte Sozialpolitik, die Sie machen, nämlich über schlechte Sozialpolitik für die Menschen in Österreich! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Steibl verlässt den Sitzungssaal.
Zweiter Punkt. (Abg. Steibl verlässt den Sitzungssaal.) – Kollegin Steibl, Sie sollten da bleiben, es geht unter anderem um die Witwenpensionen! – Dieser zweite Punkt zeigt ebenfalls, wie ungerecht Sie sind. Sie sind gezwungen, die Berechnung der Witwenpensionen neu zu ordnen.
Beifall bei der SPÖ und den Grünen.
Faire und sichere Pensionen, meine Damen und Herren, sind aber auch eine Frage des Respekts vor der Lebensleistung der einzelnen Menschen. Diesen Respekt erweisen Sie den Menschen mit dieser Vorlage keinesfalls, und das verurteilen wir! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ.
Erwähnen möchte ich noch, dass Sie mit dieser Vorlage auch einen gesetzlichen Eingriff in den Kollektivvertrag machen beziehungsweise mit Drohungen und Drohgebärden reagieren. – Das ist nicht unser Verständnis von Politik! Wir stehen für demokratische Selbstentscheidungsrechte und lehnen diese Art der Politik, indem Sie in Kollektivverträge gesetzlich eingreifen, indem Sie drohen und Drohgebärden gegenüber den Verhandlern setzen, auf das Schärfste ab! Das möchte ich hier ganz offiziell zu Protokoll geben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie haben mit dieser Regierungsvorlage versucht, eine untaugliche, eine unfaire und eine ungerechte Sozialpolitik, die Sie in sechs Jahren betrieben haben, zu vertuschen mit untauglichen Mitteln, mit Täuschungsmanövern. – Die Menschen werden nicht darauf hereinfallen! Wir lehnen die Vorlage ab, und die Menschen werden Ihre Politik bei den nächsten Wahlen ebenso ablehnen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Abgeordneter Mag. Walter Tancsits (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Wenn man meiner Vorrednerin zugehört hat, fragt man sich, was eigentlich noch passieren muss, damit die SPÖ zu einer realistischen Sicht der Dinge in Österreich zurückfindet. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) – Aber bitte, machen Sie nur so weiter, das führt zu nichts!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir machen eine seriöse Sozialpolitik für die Menschen – das heute hier vorliegende Sozialversicherungs-Änderungsgesetz 2006 ist Beleg dafür! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich bitte Sie also, bei der Wahrheit und bei der Realität zu bleiben, wenn Sie über ein Gesetz berichten! Das ist eine eindeutige Verbesserung gegenüber jenen Regelungen, die es in den letzten Jahren gegeben hat! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Also das ist jetzt schon unter dem Deckel!
Lassen Sie mich noch auf Folgendes eingehen, Frau Kollegin Silhavy, weil ich immer wieder höre, Frauen würden nicht unter die Regelung fallen. Aus welchem Passus dieser Gesetzesvorlage nehmen Sie das? Könnte es sein, dass Sie nicht wissen oder dass Sie ändern wollen, dass für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, auslaufend mit 2033, Frauen in Österreich generell noch einen begünstigten Pensionsantritt haben? (Abg. Silhavy: Also das ist jetzt schon unter dem Deckel!) Wollen Sie das in Wahrheit vielleicht ändern und abschaffen? Der Verdacht, meine Damen und Herren, liegt nahe, denn die SPÖ sagt: Wir wollen uns besonders der Frauen annehmen! (Abg. Silhavy: Kollege Tancsits, der Schelm spricht, wie er denkt!)
Abg. Silhavy: Kollege Tancsits, der Schelm spricht, wie er denkt!
Lassen Sie mich noch auf Folgendes eingehen, Frau Kollegin Silhavy, weil ich immer wieder höre, Frauen würden nicht unter die Regelung fallen. Aus welchem Passus dieser Gesetzesvorlage nehmen Sie das? Könnte es sein, dass Sie nicht wissen oder dass Sie ändern wollen, dass für die nächsten Jahre und Jahrzehnte, auslaufend mit 2033, Frauen in Österreich generell noch einen begünstigten Pensionsantritt haben? (Abg. Silhavy: Also das ist jetzt schon unter dem Deckel!) Wollen Sie das in Wahrheit vielleicht ändern und abschaffen? Der Verdacht, meine Damen und Herren, liegt nahe, denn die SPÖ sagt: Wir wollen uns besonders der Frauen annehmen! (Abg. Silhavy: Kollege Tancsits, der Schelm spricht, wie er denkt!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Der Verdacht liegt nahe, meine Damen und Herren! Sie haben uns doch in den letzten Jahren immer wieder vorgejammert: Der Turbokapitalismus kommt, der Neoliberalismus kommt!, und hinter diesem Paravent haben Sie die Gelder der Arbeitnehmer in der Karibik verspekuliert. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Machen Sie es mit den Frauen nicht genauso! Wir stehen zu diesen Ausnahmeregelungen, und wenn sie dann in höheres Pensionsalter hineinwachsen, dann gilt die Schwerarbeitsregelung für alle gleich. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie ist es!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Werte Herren Staatssekretäre! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich gebe schon zu, die Schwerarbeiterregelung hätte ein ambitioniertes Projekt werden können – sie hätte, Kollege Scheuch (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie ist es!) –, aber ich muss gleich dazusagen, Kollege Scheuch, schon von Anfang an war klar, es gibt bestimmte Hürden, über die Sie, Sie als Regierungsparteien, nicht drüberhüpfen wollen. Sie wollten nämlich von Anfang an klarstellen – ganz egal, wie viele schwer arbeitende Menschen es in Österreich gibt –: Mehr als 5 Prozent dürfen es nicht sein! Und da musste man schon misstrauisch werden. – Erster Punkt.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Zweiter Punkt, Herr Kollege Scheuch. Es wäre nützlich gewesen, bevor man eine derartige Regelung in die Welt setzt und damit Erwartungen bei den betroffenen Menschen weckt, dass man sich einmal erkundigt: Wo liegt das Problem für viele? Wo liegen die Probleme tatsächlich? Wir haben auf der einen Seite sehr viele Menschen ... (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Das ist sehr witzig, Herr Kollege Scheuch! Ihr Interesse, Ihre Bereitschaft, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, ist offensichtlich nicht sehr groß, aber egal, Kollege Scheuch, ich halte das aus. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: An der Sache bin ich interessiert, an Ihrer Rede weniger!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: An der Sache bin ich interessiert, an Ihrer Rede weniger!
Zweiter Punkt, Herr Kollege Scheuch. Es wäre nützlich gewesen, bevor man eine derartige Regelung in die Welt setzt und damit Erwartungen bei den betroffenen Menschen weckt, dass man sich einmal erkundigt: Wo liegt das Problem für viele? Wo liegen die Probleme tatsächlich? Wir haben auf der einen Seite sehr viele Menschen ... (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Das ist sehr witzig, Herr Kollege Scheuch! Ihr Interesse, Ihre Bereitschaft, sich mit dem Thema auseinander zu setzen, ist offensichtlich nicht sehr groß, aber egal, Kollege Scheuch, ich halte das aus. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: An der Sache bin ich interessiert, an Ihrer Rede weniger!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Das haben Sie sich nicht angesehen und ebenso wenig die unterschiedlichen Lebenserwartungen, die es gibt. Ich weiß schon, es ist wahrscheinlich eine Überforderung für jedes Pensionssystem, das eine und das andere einigermaßen zu berücksichtigen, aber Sie haben eine völlig unbrauchbare, eine zynische Regelung in die Welt gesetzt. Und das werde ich Ihnen noch beweisen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.
Im Ausschuss ist einer von den „blitzgescheiten“ Kollegen von der ÖVP oder von BZÖ/FPÖ draufgekommen: Die gibt es ja gar nicht! Wer fängt denn schon mit 15 Jahren mit Schwerarbeit an? Haben Sie eine Ahnung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden hier von den Menschen, die jetzt, 2006/2007, diese Regelung im Alter von 60 Jahren beanspruchen wollen. Wissen Sie, wann diese Menschen zu arbeiten begonnen haben? – In den sechziger Jahren, und da hat es genügend Menschen in diesem Land gegeben – weil es noch keinen entwickelten Arbeitnehmer-, Lehrlingsschutz et cetera gegeben hat –, die mit 15 Schwerarbeit auf der Baustelle geleistet haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.) Sagen Sie nicht nein, Kollege Tancsits! Soll ich Ihnen die Betreffenden vorstellen, sofern sie noch in der Lage sind, hierher zu kommen? Wollen Sie wirklich die Menschen aufmarschieren sehen? (Abg. Dr. Jarolim: Das wäre eine Lösung!) Ich würde es Ihnen vergönnen, sich mit diesen Menschen mehr auseinander setzen zu müssen, es täte Ihnen gut. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Das wäre eine Lösung!
Im Ausschuss ist einer von den „blitzgescheiten“ Kollegen von der ÖVP oder von BZÖ/FPÖ draufgekommen: Die gibt es ja gar nicht! Wer fängt denn schon mit 15 Jahren mit Schwerarbeit an? Haben Sie eine Ahnung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden hier von den Menschen, die jetzt, 2006/2007, diese Regelung im Alter von 60 Jahren beanspruchen wollen. Wissen Sie, wann diese Menschen zu arbeiten begonnen haben? – In den sechziger Jahren, und da hat es genügend Menschen in diesem Land gegeben – weil es noch keinen entwickelten Arbeitnehmer-, Lehrlingsschutz et cetera gegeben hat –, die mit 15 Schwerarbeit auf der Baustelle geleistet haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.) Sagen Sie nicht nein, Kollege Tancsits! Soll ich Ihnen die Betreffenden vorstellen, sofern sie noch in der Lage sind, hierher zu kommen? Wollen Sie wirklich die Menschen aufmarschieren sehen? (Abg. Dr. Jarolim: Das wäre eine Lösung!) Ich würde es Ihnen vergönnen, sich mit diesen Menschen mehr auseinander setzen zu müssen, es täte Ihnen gut. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Im Ausschuss ist einer von den „blitzgescheiten“ Kollegen von der ÖVP oder von BZÖ/FPÖ draufgekommen: Die gibt es ja gar nicht! Wer fängt denn schon mit 15 Jahren mit Schwerarbeit an? Haben Sie eine Ahnung, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden hier von den Menschen, die jetzt, 2006/2007, diese Regelung im Alter von 60 Jahren beanspruchen wollen. Wissen Sie, wann diese Menschen zu arbeiten begonnen haben? – In den sechziger Jahren, und da hat es genügend Menschen in diesem Land gegeben – weil es noch keinen entwickelten Arbeitnehmer-, Lehrlingsschutz et cetera gegeben hat –, die mit 15 Schwerarbeit auf der Baustelle geleistet haben. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.) Sagen Sie nicht nein, Kollege Tancsits! Soll ich Ihnen die Betreffenden vorstellen, sofern sie noch in der Lage sind, hierher zu kommen? Wollen Sie wirklich die Menschen aufmarschieren sehen? (Abg. Dr. Jarolim: Das wäre eine Lösung!) Ich würde es Ihnen vergönnen, sich mit diesen Menschen mehr auseinander setzen zu müssen, es täte Ihnen gut. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Mag. Tancsits: Absurd!
Jetzt sage ich Ihnen zu diesen zehn Jahren, Herr Kollege Tancsits, Folgendes: Wenn jemand Schicht arbeitet und er an sechs Arbeitstagen diese Schichtarbeit in der Nachtzeit zusammenbringen muss, zwischen 22 Uhr und 6 Uhr, dann schafft es auch ein Schwerarbeiter zwischen 40 und 60 – so alt muss er sein – nicht, innerhalb eines Jahres zwölf Monate lang diese sechs Arbeitstage zusammenzubringen. Denn: Er hat sechs Wochen Urlaub, und das heißt, dass mindestens zwei Monate ausfallen, in denen er Urlaub hat, und da hat er nicht sechs Schichttage. (Abg. Mag. Tancsits: Absurd!) Sie wissen das ganz genau!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Der Schwerarbeiter hat auch Krankenstandszeiten. Wenn man älter ist und eine belastende Arbeit macht, dann hat man wahrscheinlich öfter ein Krankheitsproblem. Aber selbst dann, wenn es der normale Krankenstand ist, der in Österreich üblich ist, und zwar im Durchschnitt 13, 14 oder 15 Tage, fehlen diese Zeiten dann natürlich. Das heißt, es fehlen pro Jahr Schwerarbeit, das man geleistet hat, mindestens drei Monate. Das heißt: Jemand, der zwischen 40 und 60 laut Ihrer Regelung zehn Jahre Schwerarbeit braucht, muss zwischen 40 und 60 mindestens fünfzehn Jahre Schwerarbeit machen. Und die zeigen Sie mir, die es schaffen, das einigermaßen bei Gesundheit und am Arbeitsplatz, in Beschäftigung zu erleben! Die gibt es kaum, das wissen Sie auch, und genau deshalb haben Sie diese Regelung gemacht – nicht deshalb, um Menschen zu helfen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Walch: Ich komme eh nach Ihnen zu Wort!
Sie sind nicht dafür, dass es wirklich die 5 Prozent gibt. Der Kollege Walch kennt doch diese Leute, er ist doch Betriebsrat, sagt aber nichts dagegen, sondern meint, dass das eine gute Regelung ist. (Abg. Walch: Ich komme eh nach Ihnen zu Wort!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wenn du aufhörst, kommt er dazu!
Was sagen Sie denn zu diesen Erklärungen, zu dem, was ich hier vorgerechnet habe, Kollege Walch? (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wenn du aufhörst, kommt er dazu!) Wie alt werden denn Ihre Leute am Bau? Sagen Sie es doch deutlich! Was haben denn diese Leute von dieser Regelung, wenn sie noch 15 oder 14 Jahre zwischen 40 und 60 Schwerarbeit machen müssen, damit sie dann – wahrscheinlich völlig kaputt – in Pension gehen dürfen, und zwar in eine Pension, bei der sie noch dazu Abschläge zahlen müssen?
Abg. Silhavy: Diesen Brief hat der Kollege Walch auch! Nur: Das ist ihm Wurscht!
die Mutter, die überlebt hat. (Abg. Silhavy: Diesen Brief hat der Kollege Walch auch! Nur: Das ist ihm Wurscht!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Dieses Beispiel illustriert, glaube ich, deutlich genug, dass all das, was Sie jetzt bei der Witwenregelung von einem auf das andere Mal versucht haben, bei weitem nicht ausreichend ist, um das zu erreichen, worauf es ankommt: eine Regelung, die allen im Alter eine eigenständige Alterspension garantieren würde. Das wäre eine saubere Regelung! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Hör doch auf ...!
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Öllinger, hören Sie kurz zu! Was die Bauarbeiter betrifft, brauchst du mir keine Vorschriften zu machen, da brauchst du keine Angst zu haben. Denn: Wir haben es durchgesetzt, dass es auch für ungelernte Berufe den erleichterten Zugang zur Invaliditätspension ab dem 57. Lebensjahr gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Hör doch auf ...!) Aufpassen! (Zwischenrufe der Abg. Silhavy.) Im Rechnen und beim Geld habt ihr ein Problem, das sieht man am BAWAG-Skandal! Da will ich von Seiten der SPÖ keinen Widerspruch hören. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenrufe der Abg. Silhavy.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Öllinger, hören Sie kurz zu! Was die Bauarbeiter betrifft, brauchst du mir keine Vorschriften zu machen, da brauchst du keine Angst zu haben. Denn: Wir haben es durchgesetzt, dass es auch für ungelernte Berufe den erleichterten Zugang zur Invaliditätspension ab dem 57. Lebensjahr gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Hör doch auf ...!) Aufpassen! (Zwischenrufe der Abg. Silhavy.) Im Rechnen und beim Geld habt ihr ein Problem, das sieht man am BAWAG-Skandal! Da will ich von Seiten der SPÖ keinen Widerspruch hören. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Abgeordneter Maximilian Walch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Öllinger, hören Sie kurz zu! Was die Bauarbeiter betrifft, brauchst du mir keine Vorschriften zu machen, da brauchst du keine Angst zu haben. Denn: Wir haben es durchgesetzt, dass es auch für ungelernte Berufe den erleichterten Zugang zur Invaliditätspension ab dem 57. Lebensjahr gibt. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Hör doch auf ...!) Aufpassen! (Zwischenrufe der Abg. Silhavy.) Im Rechnen und beim Geld habt ihr ein Problem, das sieht man am BAWAG-Skandal! Da will ich von Seiten der SPÖ keinen Widerspruch hören. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Öllinger war noch nie auf einem Bau! Der hat keine Ahnung! Das ist ein Berufpolitiker! – Gegenruf der Abg. Silhavy.
Folgendes: Wie ist es, wenn jemand ab dem 57. Lebensjahr in die Invaliditätspension geht? Lassen Sie sich einmal von einem Spezialisten ausrechnen, wie viel Abschläge dieser hat! Nämlich: Auch nicht mehr als 1,8 Prozent. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der Öllinger war noch nie auf einem Bau! Der hat keine Ahnung! Das ist ein Berufpolitiker! – Gegenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Silhavy: Besser als in einer Partei ...!
Frau Kollegin Silhavy, wie fühlen Sie sich in einer Partei, in der ständig Skandale auf der Tagesordnung sind? Welche Glaubwürdigkeit haben Sie überhaupt noch in der Öffentlichkeit? (Abg. Silhavy: Besser als in einer Partei ...!) Tut die Wahrheit so weh? Ich weiß schon: Wer schuldig ist, der schreit!
Abg. Öllinger: Wo denn?
Wir haben die Pensionen in Österreich gesichert! Wir haben die Privilegien abgeschafft! (Abg. Öllinger: Wo denn?) Ihr, meine Damen und Herren von der SPÖ, habt es nicht gemacht. Den Privilegienstadl umgeht ihr wieder. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Wir haben die Pensionen in Österreich gesichert! Wir haben die Privilegien abgeschafft! (Abg. Öllinger: Wo denn?) Ihr, meine Damen und Herren von der SPÖ, habt es nicht gemacht. Den Privilegienstadl umgeht ihr wieder. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ungeheuerlich! Skandal!
Schauen wir uns einmal die Pensionen der Gewerkschafter an! – Fritz Verzetnitsch: 80 Prozent des Letztbezuges – auf Kosten der ÖGB-Mitglieder! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist ungeheuerlich! Skandal!) Kollege Nürnberger: genau dasselbe. Jetzt sind sie verschwunden. Da hieß es: Schnell untertauchen! Pfiat euch! Die Schulden und all das Ganze hinterlassen wir euch! Kollege Nürnberger bekam 24 Monatsentgelte an Abfertigung – auf Kosten der österreichischen ÖGB-Mitglieder! – Unverantwortlich ist das, muss ich sagen. Das ist eine Korruption sondergleichen!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aha!
Weil ihr so viel über die Schwerarbeiterregelung schimpft: Daran haben ja, wie ich schon gesagt habe, auch die Sozialpartner mitgearbeitet. In der Bundesrepublik Deutschland hat der SPD-Vorsitzende Beck – ich weiß nicht, ob er mit euch etwas zu tun hat, aber wahrscheinlich will er mit euch nichts mehr zu tun haben, denn wenn in Österreich solche Sozialdemokraten etwas zu reden haben, bei denen es ständig einen Skandal nach dem anderen gibt, will er wahrscheinlich mit der österreichischen SPÖ nichts zu tun haben – großes Lob für diese Schwerarbeiterregelung in Österreich gefunden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Aha!) Bitte, schicken Sie es uns, Frau Bundesministerin, hat es geheißen, und es gab viele Anfragen aus anderen Ländern. – Einmalig ist das in Europa!
Abg. Öllinger ist in ein Gespräch vertieft. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der hört ja nicht zu!
Aufpassen, Kollege Öllinger! (Abg. Öllinger ist in ein Gespräch vertieft. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der hört ja nicht zu!) So wird in der Bundesrepublik Deutschland über uns geredet! (Abg. Öllinger: Das interessiert doch niemand hier!)
Abg. Öllinger: Das interessiert doch niemand hier!
Aufpassen, Kollege Öllinger! (Abg. Öllinger ist in ein Gespräch vertieft. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Der hört ja nicht zu!) So wird in der Bundesrepublik Deutschland über uns geredet! (Abg. Öllinger: Das interessiert doch niemand hier!)
Abg. Öllinger: Sag auch etwas zur Schwerarbeiterregelung!
Aber es gibt in der Bundesrepublik Deutschland auch Leute, die gegen die Arbeitnehmer sind. So hat zum Beispiel der ehemalige Vizekanzler Müntefering in einem Fernsehinterview öffentlich gesagt, die Pensionisten sollen in der Lotterie spielen, damit sie sich an ihrem Lebensabend etwas leisten können. (Abg. Öllinger: Sag auch etwas zur Schwerarbeiterregelung!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wenn ich in der Presseaussendung des neuen ÖGB-Präsidenten Hundstorfer lese – er ist Gemeindebediensteter, und ich weiß, dass er nicht viel oder nur wenig Ahnung von einem ASVGler hat, und so einer soll ÖGB-Vorsitzender sein? –, dass er die Schwerarbeitspension kritisiert, dann frage ich mich: Das tut er, obwohl er weiß, dass sein Vorgänger Verzetnitsch bis kurz vor dem Abschluss dafür gestimmt hat? (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Abg. Silhavy: Da schau her! – Abg. Sburny: ... Klassenkampf!
Nicht wir Politiker sind schuld daran, dass sich der Gesundheitszustand bei den Bauarbeitern auf Grund der vielen Leistungen und bedingt durch den Stress so schnell verschlechtert, daran sind schon die Unternehmer ein bisschen mit schuld, und daher soll man die zur Kasse bitten. (Abg. Silhavy: Da schau her! – Abg. Sburny: ... Klassenkampf!) Das wäre eigentlich die Aufgabe der Sozialpartner!
Abg. Öllinger: Wie denn?
Da Kollege Hundstorfer noch kritisiert, dass die Frauen nicht in die Schwerarbeiterregelung hineinkommen, muss ich ihn aufklären und ihm sagen: Die Frauen können bis 2024 vor dem 60. Lebensjahr in Pension gehen, und später kommen sie genauso in die Schwerarbeiterregelung hinein. (Abg. Öllinger: Wie denn?)
Abg. Öllinger: Nein, das stimmt nicht!
Wir sichern die Pensionen! (Abg. Öllinger: Nein, das stimmt nicht!) Wir haben die Privilegien abgeschafft! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die Sozialdemokraten umgehen sie jetzt noch mit der Gewerkschaft. Aber ich hoffe, dass das bald der Vergangenheit angehört: dass dort die Führungskräfte mit dem gesamten Präsidium ausgetauscht werden und endlich wieder einmal die Interessen der Arbeitnehmer in
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Wir sichern die Pensionen! (Abg. Öllinger: Nein, das stimmt nicht!) Wir haben die Privilegien abgeschafft! (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Die Sozialdemokraten umgehen sie jetzt noch mit der Gewerkschaft. Aber ich hoffe, dass das bald der Vergangenheit angehört: dass dort die Führungskräfte mit dem gesamten Präsidium ausgetauscht werden und endlich wieder einmal die Interessen der Arbeitnehmer in
Beifall bei den Freiheitlichen.
Österreich überparteilich vom Gewerkschaftsbund behandelt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Walch: BAWAG! ÖGB!
Abgeordneter Dr. Richard Leutner (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Kollege Walch, wenn ich mir die Visa-Affäre mit den prominenten Namen, die damit in Verbindung stehen, zu Gemüte führe, wenn ich mir die Situation bei der Hypo Alpe-Adria-Bank AG mit den Namen, die damit in Verbindung stehen, zu Gemüte führe und wenn ich mir die Postenbesetzungen und die Namen, die damit in Verbindung stehen, zu Gemüte führe, dann kann ich nur sagen: Du brauchst hier heute nicht auf dem hohen Ross daherzukommen und zu moralisieren! Es wäre besser, wenn du dich einmal um deinen eigenen Laden kümmern würdest! Dann würdest du nämlich auf einem elenden Esel daherkommen. – So ist das, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Walch: BAWAG! ÖGB!)
Abg. Riepl: Genau so war es!
Dann kam die Regierung und hat zu den Menschen gesagt: Ja, das alles müssen wir machen – aber die Schwerarbeiter sind von diesen Verschlechterungen nicht betroffen! Wer schwer arbeitet, der wird von diesen Dingen überhaupt nicht berührt. – Das war der Eindruck, den Sie am Beginn dieser Diskussion bei der Bevölkerung erweckt haben. (Abg. Riepl: Genau so war es!) Ja, so war es!
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Frau Ministerin, ich habe Ihnen bei diesen Debatten immer genau zugehört, und ich kann jetzt nur eines sagen: Nach monatelangen Verhandlungen legten Sie heute hier einen Gesetzentwurf vor, in dessen Anwendungsbereich in diesem Land praktisch niemand kommt. – Das ist Realität, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.
Das ist das wirkliche Ergebnis – und das müssen Sie verantworten! Ich verhehle hier heute nicht, dass ich geglaubt habe, dass bei diesem Gesetz mehr herauskommt. Das war meine Erwartung. Wahrscheinlich haben das alle Sozialpolitiker erwartet. Die wissen nämlich genau, dass auf dieser Seite des Hohen Hauses (auf die ÖVP-Reihen zeigend) viele Arbeitgeber sitzen, und haben sich gesagt, die sind ja nicht die Mutter Teresa, die werden ihre Interessen beinhart ausverhandeln. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Das ist legitim. Das haben wir in den Interessenvertretungen der Arbeitnehmer auch nicht anders erwartet. Aber dass am Schluss des Tages ein komplettes Nichts für Arbeiter und Angestellte herauskommt, hat sogar unsere Erwartungen übertroffen, meine Damen und Herren! – Das ist die jetzige Situation! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist das wirkliche Ergebnis – und das müssen Sie verantworten! Ich verhehle hier heute nicht, dass ich geglaubt habe, dass bei diesem Gesetz mehr herauskommt. Das war meine Erwartung. Wahrscheinlich haben das alle Sozialpolitiker erwartet. Die wissen nämlich genau, dass auf dieser Seite des Hohen Hauses (auf die ÖVP-Reihen zeigend) viele Arbeitgeber sitzen, und haben sich gesagt, die sind ja nicht die Mutter Teresa, die werden ihre Interessen beinhart ausverhandeln. (Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter.) Das ist legitim. Das haben wir in den Interessenvertretungen der Arbeitnehmer auch nicht anders erwartet. Aber dass am Schluss des Tages ein komplettes Nichts für Arbeiter und Angestellte herauskommt, hat sogar unsere Erwartungen übertroffen, meine Damen und Herren! – Das ist die jetzige Situation! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Es liegt heute hier ein Gesetzentwurf vor, zu dem man sagen muss: Sie haben es, Frau Ministerin, nicht einmal im Ansatz geschafft, ein Zukunftskonzept für SchwerarbeiterInnen in diesem Land vorzulegen, das den Namen auch nur annähernd verdient. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wir haben uns in der Sache bei der sehr sperrigen Materie nicht ganz leicht getan, denn man musste sich, weil es keine gültige Definition von Schwerarbeit gibt, an das Nachtschwerarbeitsgesetz anlehnen und auch die Erkenntnisse der Arbeitsmedizin und der Berufskunde einbringen. Die Alternative wäre gewesen, in diesem Bereich nichts zu tun, also Schwerarbeit für die Pension nicht schlagend zu machen, wie das 30 Jahre vorher geschehen ist. Da ist mir lieber, wir setzen einen Start, den wir letztendlich auch weiterentwickeln können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Damit sichern wir in sozialer Verantwortung für einen Bereich, der einer erheblichen Veränderung unterliegt, auch die soziale Kompetenz, und ich darf mich als Vorsitzender der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst auch in schwierigen Zeiten der Gewerkschaftsbewegung darüber freuen, dass die Sozialpartnerschaft zwischen der Bundesregierung und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst trotz aller Unkenrufe bestens funktioniert. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Fekter: Dem Kollegen Neugebauer haben Sie nicht zugehört?
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich habe mir jetzt die Argumentationen von Herrn Tancsits und von Herrn Walch angehört (Abg. Dr. Fekter: Dem Kollegen Neugebauer haben Sie nicht zugehört?): wie sie versucht haben, zu sagen, wie gut eigentlich ihre Schwerarbeiterregelung ist. Aber sie sind leider nicht durchgekommen, weil sie es ohnehin wissen. Wenn sie dann noch sagen: Ja was wollt denn ihr Frauen, für euch gilt das natürlich nicht, weil ihr ohnehin das Privileg habt, dass ihr mit 60 Jahren in Pension geht (Zwischenrufe bei der ÖVP), bitte haltet den Mund, sonst setzen wir euch das Pensionsalter auf 65 Jahre hinauf! – wenn das Sozialpolitik ist, seriöse Sozialpolitik, wie es Herr Tancsits genannt hat, dann können sie samt ihrer Sozialpolitik unterm Teppich Radl fahren, so klein sind sie dann nämlich! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der ÖVP
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich habe mir jetzt die Argumentationen von Herrn Tancsits und von Herrn Walch angehört (Abg. Dr. Fekter: Dem Kollegen Neugebauer haben Sie nicht zugehört?): wie sie versucht haben, zu sagen, wie gut eigentlich ihre Schwerarbeiterregelung ist. Aber sie sind leider nicht durchgekommen, weil sie es ohnehin wissen. Wenn sie dann noch sagen: Ja was wollt denn ihr Frauen, für euch gilt das natürlich nicht, weil ihr ohnehin das Privileg habt, dass ihr mit 60 Jahren in Pension geht (Zwischenrufe bei der ÖVP), bitte haltet den Mund, sonst setzen wir euch das Pensionsalter auf 65 Jahre hinauf! – wenn das Sozialpolitik ist, seriöse Sozialpolitik, wie es Herr Tancsits genannt hat, dann können sie samt ihrer Sozialpolitik unterm Teppich Radl fahren, so klein sind sie dann nämlich! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ich habe mir jetzt die Argumentationen von Herrn Tancsits und von Herrn Walch angehört (Abg. Dr. Fekter: Dem Kollegen Neugebauer haben Sie nicht zugehört?): wie sie versucht haben, zu sagen, wie gut eigentlich ihre Schwerarbeiterregelung ist. Aber sie sind leider nicht durchgekommen, weil sie es ohnehin wissen. Wenn sie dann noch sagen: Ja was wollt denn ihr Frauen, für euch gilt das natürlich nicht, weil ihr ohnehin das Privileg habt, dass ihr mit 60 Jahren in Pension geht (Zwischenrufe bei der ÖVP), bitte haltet den Mund, sonst setzen wir euch das Pensionsalter auf 65 Jahre hinauf! – wenn das Sozialpolitik ist, seriöse Sozialpolitik, wie es Herr Tancsits genannt hat, dann können sie samt ihrer Sozialpolitik unterm Teppich Radl fahren, so klein sind sie dann nämlich! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.
sprochen, weil das in diesem Fall ohnehin nicht passen würde. (Zwischenruf des Abg. Mag. Tancsits.) Stehen Sie doch dazu, und sagen Sie das auch! Wir Frauen könnten mit euch schon umgehen, und wir werden euch schon irgendwie zeigen, wie es wirklich aussieht.
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Trunk. – Abg. Öllinger: Alles darf man sagen hier herinnen, habe ich gehört! – Abg. Dr. Fekter: ... gepflegte Sprache!
Frau Ministerin, ich finde es einfach unerträglich, dass Sie den Leuten etwas vormachen, dass Leute dabei sind, die Ihnen das noch immer abnehmen – es werden ja immer weniger, aber es gibt immer noch ein paar –, und dass alles nicht stimmt. Das alles stimmt nicht, die Leute werden wirklich hinten und vorne – ich darf es nicht sagen, aber ihr wisst, was ich meine! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mag. Trunk. – Abg. Öllinger: Alles darf man sagen hier herinnen, habe ich gehört! – Abg. Dr. Fekter: ... gepflegte Sprache!)
Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Wenn von einem Redner – entweder war es Herr Walch oder Herr Tancsits, ich weiß es nicht mehr genau – gesagt wird: das ist jetzt einmal etwas und das müssen wir uns eben anschauen und dann wieder ändern, dann sagen Sie doch gleich: Das ist ein Pfusch! Nehmen Sie Ihren Pfusch wieder zurück! Sie vergeben sich nichts, weil Sie schon so viel Pfusch gebaut haben, dass der eine auch nicht mehr auffällt. (Heiterkeit sowie Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Neugebauer: Das werden Sie uns erklären, was ordentlich ist!
Das heißt, Sie werden damit keine Höhepunkte oder irgendwelche Zeitungsmeldungen produzieren. Das sind ohnehin alle gewohnt, das ist eh der Regelfall, Sie vergeben sich also nichts. Nehmen Sie das zurück! Und wenn Sie etwas machen wollen, dann machen Sie etwas Ordentliches und etwas, was den Leuten wirklich etwas bringt! (Abg. Neugebauer: Das werden Sie uns erklären, was ordentlich ist!) Aber verkaufen Sie die Leute nicht für blöd! Die Leute sind nicht blöder als manche, die glauben, dass sie blöder sind. Täuschen Sie sich nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen.
Das heißt, Sie werden damit keine Höhepunkte oder irgendwelche Zeitungsmeldungen produzieren. Das sind ohnehin alle gewohnt, das ist eh der Regelfall, Sie vergeben sich also nichts. Nehmen Sie das zurück! Und wenn Sie etwas machen wollen, dann machen Sie etwas Ordentliches und etwas, was den Leuten wirklich etwas bringt! (Abg. Neugebauer: Das werden Sie uns erklären, was ordentlich ist!) Aber verkaufen Sie die Leute nicht für blöd! Die Leute sind nicht blöder als manche, die glauben, dass sie blöder sind. Täuschen Sie sich nicht! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich möchte hier einmal ganz klar sagen, ich habe das Gefühl, in den Reden der Vorrednerinnen und Vorredner von der Opposition ist versucht worden zu vermitteln, dass die Schwerarbeitsregelung eine Ersatzregelung für die Berufsunfähigkeit und für die Invaliditätspension ist. Das ist es nicht! Es ist kein Ersatz, es ist keine Alternative, sondern es ist eine zusätzliche Möglichkeit, auf Grund von schwerstbelastenden Tätigkeiten im Laufe des Arbeitslebens, und zwar vor allem in den letzten 20 Jahren, früher in Pension zu gehen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Heinisch-Hosek: Genau!
Da schon viele Kolleginnen von der Opposition zu Wort gekommen sind und immer wieder gesagt haben, dass Frauen benachteiligt werden (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!), möchte ich hier einmal festhalten, dass gerade im Bereich der Pensionsreform noch nie so viel für Frauen und für deren Lebenssituation gemacht wurde. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Da schon viele Kolleginnen von der Opposition zu Wort gekommen sind und immer wieder gesagt haben, dass Frauen benachteiligt werden (Abg. Heinisch-Hosek: Genau!), möchte ich hier einmal festhalten, dass gerade im Bereich der Pensionsreform noch nie so viel für Frauen und für deren Lebenssituation gemacht wurde. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.
Ich denke zum Beispiel an die Erhöhung der pensionsbegründenden Zeiten für Kindererziehung auf vier Jahre. Ich denke an die Erhöhung der Bemessungsgrundlage für die Berechnung dieser Zeiten. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.) Ich denke daran, dass in Zukunft gerade die Frauen profitieren werden, wenn nur noch sieben Jahre der Erwerbstätigkeit außer Haus notwendig sind, um die 15 Jahre für den Erwerb einer eigenen Pension zu erlangen, und die Zwischenzeiten mit Kindererziehung oder mit begünstigter Pflegepension aufgebessert werden können.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich denke hier zum Beispiel auch an die außertourliche Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatzes, was wiederum zwei Drittel der Frauen besonders begünstigt. Das ist wichtig und notwendig. Alle Parteien reden immer von der eigenständigen Alterssicherung für Frauen, und ich denke, wir haben in den letzten Jahren auch versucht, die Fehler der Vergangenheit ein wenig zu korrigieren. Denn früher ist viel geredet, aber wenig gehandelt worden. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Eine Postensicherungsreform haben Sie gemacht! In der übelsten Art! – weitere Zwischenrufe
Wir haben im Bereich der Pensionssicherungsreform dort, wo wir Einfluss hatten und haben, dort, wo wir Zuständigkeit haben (Abg. Dr. Jarolim: Eine Postensicherungsreform haben Sie gemacht! In der übelsten Art! – weitere Zwischenrufe), Pensionsprivilegien abgebaut. Das möchte ich auch hier noch einmal sagen: Es gibt keine Politikerpensionen mehr, und in Fällen alter Politikerpensionen muss ein Solidaritätsbeitrag geleistet werden. (Abg. Neugebauer: Das hat er schon vergessen!) Wir haben also gerade im Bereich der höheren Pensionen sehr stark Privilegien abgebaut. (Abg. Neugebauer: Das hat er auch schon vergessen!)
Abg. Neugebauer: Das hat er schon vergessen!
Wir haben im Bereich der Pensionssicherungsreform dort, wo wir Einfluss hatten und haben, dort, wo wir Zuständigkeit haben (Abg. Dr. Jarolim: Eine Postensicherungsreform haben Sie gemacht! In der übelsten Art! – weitere Zwischenrufe), Pensionsprivilegien abgebaut. Das möchte ich auch hier noch einmal sagen: Es gibt keine Politikerpensionen mehr, und in Fällen alter Politikerpensionen muss ein Solidaritätsbeitrag geleistet werden. (Abg. Neugebauer: Das hat er schon vergessen!) Wir haben also gerade im Bereich der höheren Pensionen sehr stark Privilegien abgebaut. (Abg. Neugebauer: Das hat er auch schon vergessen!)
Abg. Neugebauer: Das hat er auch schon vergessen!
Wir haben im Bereich der Pensionssicherungsreform dort, wo wir Einfluss hatten und haben, dort, wo wir Zuständigkeit haben (Abg. Dr. Jarolim: Eine Postensicherungsreform haben Sie gemacht! In der übelsten Art! – weitere Zwischenrufe), Pensionsprivilegien abgebaut. Das möchte ich auch hier noch einmal sagen: Es gibt keine Politikerpensionen mehr, und in Fällen alter Politikerpensionen muss ein Solidaritätsbeitrag geleistet werden. (Abg. Neugebauer: Das hat er schon vergessen!) Wir haben also gerade im Bereich der höheren Pensionen sehr stark Privilegien abgebaut. (Abg. Neugebauer: Das hat er auch schon vergessen!)
Abg. Neugebauer: Das kann man nicht erwarten!
Ich bin sehr froh darüber, dass wir heute im Rahmen dieses Änderungsgesetzes auch ein weiteres Privileg abbauen; da hätten eigentlich schon die Kollektivvertragspartner Handlungsfähigkeit zeigen sollen. (Abg. Neugebauer: Das kann man nicht erwarten!) Denn in der Privatwirtschaft, aber auch im öffentlichen Dienst ist es nicht mehr üblich, dass man, wenn man eine befristete hohe Leiterstelle hat, die Befristung ausläuft und der ursprüngliche Posten nicht mehr zur Verfügung steht, bei gleichen Bezügen sozusagen seine Dienstzeit abwickeln kann. (Abg. Silhavy: Das ist ja durch euch aktuell geworden!) Das gibt es auch im öffentlichen Dienst nicht mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Silhavy: Das ist mit eurer Postenschacherpolitik aktuell geworden!) Daher sage ich, das soll es in Zukunft auch bei den Sozialversicherungen nicht geben. Das ist keine Drohgebärde, meine Damen und Herren, sondern das ist eine Realität, auf die wir zu reagieren haben.
Abg. Silhavy: Das ist ja durch euch aktuell geworden!
Ich bin sehr froh darüber, dass wir heute im Rahmen dieses Änderungsgesetzes auch ein weiteres Privileg abbauen; da hätten eigentlich schon die Kollektivvertragspartner Handlungsfähigkeit zeigen sollen. (Abg. Neugebauer: Das kann man nicht erwarten!) Denn in der Privatwirtschaft, aber auch im öffentlichen Dienst ist es nicht mehr üblich, dass man, wenn man eine befristete hohe Leiterstelle hat, die Befristung ausläuft und der ursprüngliche Posten nicht mehr zur Verfügung steht, bei gleichen Bezügen sozusagen seine Dienstzeit abwickeln kann. (Abg. Silhavy: Das ist ja durch euch aktuell geworden!) Das gibt es auch im öffentlichen Dienst nicht mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Silhavy: Das ist mit eurer Postenschacherpolitik aktuell geworden!) Daher sage ich, das soll es in Zukunft auch bei den Sozialversicherungen nicht geben. Das ist keine Drohgebärde, meine Damen und Herren, sondern das ist eine Realität, auf die wir zu reagieren haben.
Abg. Silhavy: Das ist mit eurer Postenschacherpolitik aktuell geworden!
Ich bin sehr froh darüber, dass wir heute im Rahmen dieses Änderungsgesetzes auch ein weiteres Privileg abbauen; da hätten eigentlich schon die Kollektivvertragspartner Handlungsfähigkeit zeigen sollen. (Abg. Neugebauer: Das kann man nicht erwarten!) Denn in der Privatwirtschaft, aber auch im öffentlichen Dienst ist es nicht mehr üblich, dass man, wenn man eine befristete hohe Leiterstelle hat, die Befristung ausläuft und der ursprüngliche Posten nicht mehr zur Verfügung steht, bei gleichen Bezügen sozusagen seine Dienstzeit abwickeln kann. (Abg. Silhavy: Das ist ja durch euch aktuell geworden!) Das gibt es auch im öffentlichen Dienst nicht mehr, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Silhavy: Das ist mit eurer Postenschacherpolitik aktuell geworden!) Daher sage ich, das soll es in Zukunft auch bei den Sozialversicherungen nicht geben. Das ist keine Drohgebärde, meine Damen und Herren, sondern das ist eine Realität, auf die wir zu reagieren haben.
Abg. Neudeck: Bei der BAWAG brauchst nicht einmal die! Da kriegst eine Dienstwohnung auch noch nachgeschmissen!
Dort, wo es noch Privilegien gibt und die Regierung beziehungsweise das Parlament etwas ändern kann, müssen wir es tun. Es gibt leider Gottes noch Institutionen, in denen es hohe Pensionen gibt und in denen es möglich ist, nach 35 Dienstjahren 80 Prozent des Letztbezuges zu bekommen. (Abg. Neudeck: Bei der BAWAG brauchst nicht einmal die! Da kriegst eine Dienstwohnung auch noch nachgeschmissen!)
Abg. Mag. Weinzinger: Keine Sorge, das kommt schon noch!
Wir haben insbesondere die körperlich schwer Arbeitenden mit hereingenommen, auch in Anlehnung an das bestehende Nachtschwerarbeitsgesetz. Es freut mich, dass es über die Kalorien heute keine Diskussion mehr gibt. (Abg. Mag. Weinzinger: Keine Sorge, das kommt schon noch!) Denn im Nachtschwerarbeitsgesetz gibt es diese Möglichkeit schon seit fast 20 Jahren.
Abg. Silhavy: Neue Privilegien?
Wir haben – und das möchte ich auch noch einmal ganz klar feststellen – mit der Verlängerung der Langzeitversichertenregelung für die nächsten Jahre auch für die Frauen bessere Möglichkeiten geschaffen, früher in Pension zu gehen. (Abg. Silhavy: Neue Privilegien?)
Abg. Dr. Jarolim: Den Mut zur Inkompetenz muss man haben!
Daher sage ich, die Regelung ist umsetzbar, sie ist nachvollziehbar, und vor allem haben wir gehandelt, statt zu reden. Ich glaube, man muss auch den Mut haben, in einem System, das wir zukunftstauglich machen (Abg. Dr. Jarolim: Den Mut zur Inkompetenz muss man haben!), in diesem Bereich auch für jene, die es besonders brauchen, etwas zu tun.
Abg. Öllinger: Steht so drin! – Abg. Mag. Weinzinger: Wie wäre es, wenn Sie einmal den Entwurf lesen?
Zu dem, was Sie gesagt haben, Herr Kollege Öllinger: Bei denen, die im Urlaub sind, zählt das dann nicht mehr, und bei denen, die krank sind, zählt das ebenfalls nicht mehr!, muss ich Ihnen sagen, dass Sie da nicht gut informiert sind. Denn genau so wird es sein, dass das – wie in allen anderen Systemen, auch in anderen Pensionssystemen – natürlich nicht extra berechnet wird beziehungsweise hinausfällt (Abg. Öllinger: Steht so drin! – Abg. Mag. Weinzinger: Wie wäre es, wenn Sie einmal den Entwurf lesen?), sondern diese Zeiten sind natürlich dabei. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Nein!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Nein!
Zu dem, was Sie gesagt haben, Herr Kollege Öllinger: Bei denen, die im Urlaub sind, zählt das dann nicht mehr, und bei denen, die krank sind, zählt das ebenfalls nicht mehr!, muss ich Ihnen sagen, dass Sie da nicht gut informiert sind. Denn genau so wird es sein, dass das – wie in allen anderen Systemen, auch in anderen Pensionssystemen – natürlich nicht extra berechnet wird beziehungsweise hinausfällt (Abg. Öllinger: Steht so drin! – Abg. Mag. Weinzinger: Wie wäre es, wenn Sie einmal den Entwurf lesen?), sondern diese Zeiten sind natürlich dabei. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Öllinger: Nein!)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Daher sage ich: Die Schwerarbeiterregelung ist ein wichtiger Baustein, auch für die Zukunft eines guten und sicheren Pensionssystems. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Aber nur, weil er nicht zugehört hat!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Öllinger zu Wort gemeldet. (Abg. Neudeck: Aber nur, weil er nicht zugehört hat!) Herr Abgeordneter, Sie kennen die Bestimmungen: Zunächst den zu berichtigenden, dann den berichtigten Sachverhalt in 2 Minuten. – Bitte.
Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Neudeck: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! – weitere Zwischenrufe
Frau Bundesministerin! Wenn Sie aus dieser Schwerarbeitsverordnung etwas anderes herausinterpretieren (Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Neudeck: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! – weitere Zwischenrufe), dann müssen Sie das per Bestimmung begründen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Frau Bundesministerin! Wenn Sie aus dieser Schwerarbeitsverordnung etwas anderes herausinterpretieren (Zwischenrufe – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Neudeck: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung! – weitere Zwischenrufe), dann müssen Sie das per Bestimmung begründen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir sind mit dieser Regelung unter unserer Sozialministerin auf dem richtigen Weg, und es ist vorhin schon vom Kollegen Walch angesprochen worden: Wir sind auch Vorbild für Deutschland, denn die SPD-Politiker Beck und Müntefering bezeichnen unser österreichisches Modell als beispielgebend und wollen Ähnliches auch in Deutschland einführen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das erklärt noch immer nichts!
„§ 4 Ein Schwerarbeitsmonat ist jeder Kalendermonat, in dem eine oder mehrere Tätigkeiten nach § 1 Abs. 1 zumindest in jenem Ausmaß ausgeübt wurden, das einen Versicherungsmonat im Sinne des § 231 Z 1 lit. a ASVG begründet. Arbeitsunterbrechungen bleiben dabei außer Betracht, solange die Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung weiter besteht.“ – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Das erklärt noch immer nichts!)
Abg. Ellmauer: Völliger Unsinn das!
Abgeordneter Karl Dobnigg (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Frau Minister! Meine Herren Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und werte Kollegen! „Schwindel der Regierung mit der Sonderregelung für Schwerarbeiter: Mehr Gerechtigkeit schafft sie nicht.“ „Ab in den Reißwolf mit dem schweren Unsinn“. – Bitte, das (der Redner hält eine Zeitungsseite in die Höhe) ist der Leitartikel von Karl Ettinger in der „Presse“ vom 1. Februar 2006. (Abg. Ellmauer: Völliger Unsinn das!)
Abg. Fauland: Was haben Sie getan für sie?
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Mit diesen Aussagen hat es der Journalist Ettinger in zwei Sätzen auf den Punkt gebracht, denn diese Schwerarbeiterregelung strotzt nur so von Ungerechtigkeiten. Diese von der Regierung aus ÖVP und ihrem bunten Koalitionspartner heute zum Beschluss vorgelegte Schwerarbeiterregelung zeigt wieder einmal sehr deutlich, wie ernst Sie diesen Personenkreis nehmen, der ein Leben lang unter schwierigsten Bedingungen gearbeitet hat, Schwer- und Schwerstarbeit geleistet hat. (Abg. Fauland: Was haben Sie getan für sie?)
Abg. Rädler: Und ihr? Wie lange habt ihr nichts für sie gemacht?
Wenn man schon vom Diskutieren spricht: Sie waren nicht bereit, unsere Vorstellungen aufzunehmen, aufzugreifen und vor allem jenen Menschen, die nach Ihrer Regelung benachteiligt sind, diese Begünstigung auch zukommen zu lassen. (Abg. Rädler: Und ihr? Wie lange habt ihr nichts für sie gemacht?)
Abg. Rädler: Wie viele Sozialminister habt ihr gestellt?
Diese Regelung ist ein Trauerspiel, so ganz nach dem Motto: Stell dir vor, es gibt eine Schwerarbeiterregelung, aber keiner kann sie in Anspruch nehmen! – Wir von Seiten der SPÖ haben aufgezeigt, dass es Verbesserungen geben sollte, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. (Abg. Rädler: Wie viele Sozialminister habt ihr gestellt?) Aber Sie sind wieder wie auch schon in der Vergangenheit drübergefahren nach Ihrem Prinzip: Drüberfahren! Was wir machen, ist richtig!
Abg. Fauland: Was habt ihr für sie gemacht?
Sie interessieren die Sorgen der Menschen draußen nicht. Sie schauen darauf, dass Sie Ihre Ex-Minister mit guten Posten versorgen. Das ist der Unterschied. Wir sind tagtäglich draußen bei den Menschen und kümmern uns um ihre Anliegen. (Abg. Fauland: Was habt ihr für sie gemacht?)
Beifall bei der SPÖ.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt einige Moralapostel hier in diesem Hohen Haus, vor allem in den Regierungsfraktionen. Ich habe im Sozialausschuss einmal die Aussage getätigt und die Mitteilung gemacht: Meine Gattin hat im Vorjahr vier Tage vor der Gemeinderatswahl in der Steiermark am 9. März 2005 einen Anruf, eine Morddrohung bekommen. Ein paar Tage später wurde durch Rufdatenerfassung die Person festgestellt, die das gemacht hat. Er hat sieben Seiten persönlich geschrieben und unterschrieben und sich bei meiner Gattin entschuldigt. Diese Person war ein Kandidat auf der Gemeinderatsliste der ÖVP in meiner Gemeinde. Und das Traurige daran ist, dass der Abgeordnete zum Nationalrat Hannes Missethon – er ist jetzt leider nicht hier –, inzwischen Landesgeschäftsführer der ÖVP Steiermark, sich dazu geäußert und gesagt hat: Die ÖVP wird dieser Person den besten Rechtsanwalt zur Verfügung stellen. – Das ist so traurig, aber genau das ist die Sudelkiste der ÖVP und Lopatkas. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Person wurde – und deswegen habe ich es gesagt – vor wenigen Minuten rechtskräftig verurteilt. Das ist wichtig! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordneter Karl Donabauer (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Frau Bundesminister! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren, die Sie diese Diskussion mitverfolgen! Hohes Haus! Ich denke, Herr Kollege, das war kein guter Beitrag. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Rufe bei der SPÖ: Zuhören! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn Sie mit irgendjemandem etwas abzurechnen haben, dann machen Sie es! Es steht Ihnen im Rechtsstaat natürlich alles zur Verfügung, und das werden Sie auch nutzen. Heute, glaube ich, sollten wir uns einer Diskussion zuwenden, in der es um die Pensionsreform geht. (Rufe bei der SPÖ: Zuhören! – Weitere Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Frau Bundesminister! Ich denke, dass die vorgelegte Regelung insofern eine Verbesserung darstellt, als wir den Beobachtungszeitraum verkürzt haben. Deshalb werden wir dieser Regelung auch zustimmen, weil es doch eine Neuausrichtung ist, die wir dringend brauchen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Und über sehr viel mehr noch!
Wenn Sie von Verunsicherung der Menschen über die Pensionsregelung reden, sollten Sie sich einmal mit der Frau Ministerin über den Pensionsfolder unterhalten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger: Und über sehr viel mehr noch!) – Über sehr viel mehr, mit mehreren Personen. Stichwort Pensionistenpension, Abgeordneter Stummvoll, da könnte man schon noch einiges machen.
Beifall bei den Grünen.
Zeigen Sie mir die Frauen der heutigen Generation, die das dann betreffen wird, die damit besser aussteigen als zuvor. Also bitte, herzeigen, wo die 15 besten Jahre ein schlechteres Ergebnis erbringen, als das, was Sie gemacht haben, nämlich 40 Jahre Durchrechnung! (Beifall bei den Grünen.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
Bei der Schwerarbeitsregelung heißt es, in den finanziellen Auswirkungen kostenneutral. – Es darf nur ja nichts kosten. (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei den Grünen.
hinaus durchschnittlich 1 Millionen € im Jahr kosten, das ist für Sie kein Problem. – Sie messen mit mehrerlei Maß! Faktum ist, dass dabei schwer arbeitende Menschen und insbesondere Frauen pauschaliter auf der Strecke bleiben. Da kann ich nur sagen: Nein, danke! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Riepl: Da gibt es nicht einmal einen Applaus dafür!
Abgeordneter Markus Fauland (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr geehrten Herren Staatssekretäre! Es ist schon klar und verständlich, dass die SPÖ da sehr frustriert agiert, denn Sozialminister der Sozialdemokraten haben jahrzehntelang nicht zusammengebracht, was unsere Bundesministerin im Stande war umzusetzen, nämlich endlich eine Schwerarbeiterregelung für Österreich und für die betroffenen Personen zu verwirklichen. (Abg. Riepl: Da gibt es nicht einmal einen Applaus dafür!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich als Abgeordneter des BZÖ hoffe, dass wir hier das neue Bundesmitarbeitergesetz diskutieren und auch in dieser Legislaturperiode noch zu einem positiven Abschluss bringen können. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Mitglieder der Bundesregierung! Meine geschätzten Damen und Herren! Hohes Haus! Die Diskussion zu diesem Tagesordnungspunkt ist ja heute nur deshalb notwendig, weil Sie vor einigen Jahren den Zugang zur Pension so verschlechtert haben. Sonst würden wir das jetzt gar nicht diskutieren, nur um das einmal in aller Deutlichkeit klarzustellen! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Kollege Donabauer, jawohl, wir waren gegen die Abschläge von 1,8 Prozent, und das sind wir heute noch, weil wir glauben, dass sich die Menschen, die ein Leben lang arbeiten, teilweise Schwerarbeit leisten, oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens – und wir reden hier von Schwerarbeit! –, eine faire und gerechte Behandlung verdienen. Für diese faire und gerechte Behandlung steht die Sozialdemokratie, und darum stehen wir für die Zustimmung zu diesem Gesetzeswerk nicht zur Verfügung! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Marizzi: Welche?
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Mit der Änderung des Beamtendienstrechtgesetzes 1979 konnten wichtige Regelungen – auch für den öffentlichen Dienst – erreicht werden. (Abg. Marizzi: Welche?)
Abg. Riepl: Jetzt haben Sie gerade gehört, dass das anders ist!
Die wichtigste Tatsache ist die, dass nun auch der öffentliche Dienst in die Schwerarbeiterpension einbezogen ist. Sämtliche Tätigkeiten, die in den beiden Verordnungen der Schwerarbeiterpension definiert sind, gelten auch in vollem Umfang für den öffentlichen Dienst. (Abg. Riepl: Jetzt haben Sie gerade gehört, dass das anders ist!)
Abg. Marizzi: Hören Sie auf zu lesen, sondern reden Sie!
Die Zugangsvoraussetzungen für die Schwerarbeiterpension sind: innerhalb der 240 Monate vor der Ruhestandsversetzung müssen 120 Monate Schwerarbeit geleistet werden; 45 Versicherungsjahre im ASVG ab dem 15. Lebensjahr; im Beamtenrecht 42 Jahre ruhegenussfähige Gesamtdienstzeit ab dem 18. Lebensjahr. (Abg. Marizzi: Hören Sie auf zu lesen, sondern reden Sie!) Bei Vorliegen dieser Voraussetzungen erfolgt eine Ruhestandsversetzung mit Vollendung des 60. Lebensjahres.
Abg. Parnigoni: Beenden Sie endlich Ihre Vorlesung!
Es greift dann, meine Damen und Herren, ein erheblich reduzierter Abschlagsprozentsatz von 1,8 Prozent pro Jahr im Vergleich zu 4,2 Prozent Abschlag in der normalen Regelung. (Abg. Parnigoni: Beenden Sie endlich Ihre Vorlesung!) Als Schwerarbeitsmonat gilt ein Monat dann, wenn zumindest in der Dauer von 15 Kalendertagen eine oder mehrere belastende Tätigkeiten ausgeübt werden. Mit dieser Regelung konnte vor allem auch für die Exekutivbeamten ein wichtiger Meilenstein erreicht werden.
Abg. Dr. Bauer: Nehmen Sie eine Nachhilfestunde bei Dr. Pendl!
Abschließend möchte ich aber noch erwähnen, dass uns allen klar ist, dass diese Regelung im positiven Sinn weiterentwickelt werden kann. Deshalb wurde auch eine Expertenkommission, die die Schwerarbeitspensionsregelung regelmäßig evaluiert, eingerichtet. (Abg. Dr. Bauer: Nehmen Sie eine Nachhilfestunde bei Dr. Pendl!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Erkenntnisse dieser Kommission sowie Erkenntnisse aus der Praxis werden Grundlagen für allfällige weitere Entwicklungen sein. Alles in allem: eine hervorragende Regelung, der wir gerne zustimmen werden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Sehr verehrte Damen und Herren, ich denke, die Situation ist ein Nullsummenspiel und in Wirklichkeit auch eine Nullnummer. Österreich – und vor allem die Menschen in Österreich, insbesondere jene, die schwer arbeiten – hätten sich eine bessere Politik verdient. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: „Unsozial“ ist richtig!
Abgeordnete Ridi Steibl (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Werte Staatssekretäre! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn die SPÖ-Abgeordneten – angefangen von Kollegin Silhavy über Abgeordneten Pendl bis zum Kollegen Riepl – davon sprechen, welch unsoziale Politik die Österreichische Volkspartei beziehungsweise diese Regierung betreiben würde, und hier ausführen, mit welchen Geldern, die eigentlich nicht vorhanden sind, alles bezahlt werden könnte, dann frage ich Sie jetzt ganz konkret: Welche Verdrängungstaktik haben Sie sich eigentlich zugelegt. (Abg. Riepl: „Unsozial“ ist richtig!) Sie sind ja nicht mehr am Boden mit Ihren Füßen!
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Eder: Reden wir über Raiffeisen! Reden wir über Herberstein!
Wo sind die 1,3 Milliarden für die Refco? Wissen Sie, wie viele Gewerkschafter man damit zahlen könnte? (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Eder: Reden wir über Raiffeisen! Reden wir über Herberstein!)
Abg. Gaál: Aber das ist ein unerlaubter Vergleich!
gleich!) Drei Jahre könnten damit die Medikamente in Österreich gratis sein. Ich denke, Sie müssen vorsichtig sein! (Abg. Gaál: Aber das ist ein unerlaubter Vergleich!) – Regen Sie sich bitte nicht auf! (Abg. Parnigoni: Die Gräfin Herberstein ...!)
Abg. Parnigoni: Die Gräfin Herberstein ...!
gleich!) Drei Jahre könnten damit die Medikamente in Österreich gratis sein. Ich denke, Sie müssen vorsichtig sein! (Abg. Gaál: Aber das ist ein unerlaubter Vergleich!) – Regen Sie sich bitte nicht auf! (Abg. Parnigoni: Die Gräfin Herberstein ...!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Möglicherweise haben Sie das „NEWS“ von morgen noch nicht gelesen. Ich zitiere daraus: „Die unglaublichen Spitzengagen der ÖGB-Bosse. Eisenbahnergewerkschafter Haberzettl: 13 400 € brutto monatlich; GPA-Chef Katzian: 13 227,30 €; ÖGB-Boss Hundstorfer: 12 406,78 €.“– Und so geht das weiter. Und Verzetnitsch hatte 15 227 € brutto. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Eder: Neugebauer! Stummvoll! Dr. Fasslabend!
Ich könnte noch mit den Gehältern von einigen Gewerkschaftskollegen fortsetzen, die hier sitzen – auch Frauen. Ich tue es nicht mehr, denn Sie – und hoffentlich auch ganz Österreich – können es morgen nachlesen. (Abg. Eder: Neugebauer! Stummvoll! Dr. Fasslabend!)
ironische Heiterkeit bei der SPÖ
Ich würde Ihnen wirklich raten: Ich bin keine, die andere anschüttet (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), aber das, was Sie machen, verstehe ich nicht mehr! Ich rate Ihnen, auf den Boden zurückzukehren und tatsächlich auf den kleinen Mann und auf die kleine Frau zu schauen – und nicht immer nur davon zu quatschen! (Beifall bei der ÖPV und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖPV und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich würde Ihnen wirklich raten: Ich bin keine, die andere anschüttet (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), aber das, was Sie machen, verstehe ich nicht mehr! Ich rate Ihnen, auf den Boden zurückzukehren und tatsächlich auf den kleinen Mann und auf die kleine Frau zu schauen – und nicht immer nur davon zu quatschen! (Beifall bei der ÖPV und den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Legen Sie Ihr Gehalt offen!
Nun zur Sache: Auch die Kollegin Silhavy hat behauptet, dass dieses Sozialrechts-Änderungsgesetz nichts Positives mit sich bringt. (Abg. Parnigoni: Legen Sie Ihr Gehalt offen!) Ich lege Ihnen das jetzt dar: Gerade bei der Witwenpension hatte ich selbst in meiner engsten Familie folgenden Fall: Meine Schwester war durch die derzeitige Regelung eigentlich sehr benachteiligt. Wenn wir dieses Sozialrechts-Änderungsgesetz heute mit den Stimmen der ÖVP und des BZÖ beschließen, dann hat sie die Möglichkeit zu einer anderen Berechnung. – Sie gehen ja leider nicht mit – und das ist unsozial! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Nun zur Sache: Auch die Kollegin Silhavy hat behauptet, dass dieses Sozialrechts-Änderungsgesetz nichts Positives mit sich bringt. (Abg. Parnigoni: Legen Sie Ihr Gehalt offen!) Ich lege Ihnen das jetzt dar: Gerade bei der Witwenpension hatte ich selbst in meiner engsten Familie folgenden Fall: Meine Schwester war durch die derzeitige Regelung eigentlich sehr benachteiligt. Wenn wir dieses Sozialrechts-Änderungsgesetz heute mit den Stimmen der ÖVP und des BZÖ beschließen, dann hat sie die Möglichkeit zu einer anderen Berechnung. – Sie gehen ja leider nicht mit – und das ist unsozial! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Haubner: Wie kommen Sie darauf?
Schwerarbeiterregelung. Frau Bundesministerin, das ist ja wirklich eine Schande! (Bundesministerin Haubner: Wie kommen Sie darauf?) Na, weil man es nachrechnen kann. (Bundesministerin Haubner: Haben Sie das selbst ausgerechnet?) Nein, ich habe es nicht selbst ausgerechnet, sondern ausrechnen lassen. Außerdem, Frau Bundesministerin, ich habe Ihnen vor drei Monaten einen Brief geschrieben, den haben Sie bis heute noch nicht beantwortet. Das sei auch dazu gesagt. (Abg. Eder: Das berührt sie nicht!)
Bundesministerin Haubner: Haben Sie das selbst ausgerechnet?
Schwerarbeiterregelung. Frau Bundesministerin, das ist ja wirklich eine Schande! (Bundesministerin Haubner: Wie kommen Sie darauf?) Na, weil man es nachrechnen kann. (Bundesministerin Haubner: Haben Sie das selbst ausgerechnet?) Nein, ich habe es nicht selbst ausgerechnet, sondern ausrechnen lassen. Außerdem, Frau Bundesministerin, ich habe Ihnen vor drei Monaten einen Brief geschrieben, den haben Sie bis heute noch nicht beantwortet. Das sei auch dazu gesagt. (Abg. Eder: Das berührt sie nicht!)
Abg. Eder: Das berührt sie nicht!
Schwerarbeiterregelung. Frau Bundesministerin, das ist ja wirklich eine Schande! (Bundesministerin Haubner: Wie kommen Sie darauf?) Na, weil man es nachrechnen kann. (Bundesministerin Haubner: Haben Sie das selbst ausgerechnet?) Nein, ich habe es nicht selbst ausgerechnet, sondern ausrechnen lassen. Außerdem, Frau Bundesministerin, ich habe Ihnen vor drei Monaten einen Brief geschrieben, den haben Sie bis heute noch nicht beantwortet. Das sei auch dazu gesagt. (Abg. Eder: Das berührt sie nicht!)
Abg. Freund: Und wer zahlt das?
Wissen Sie, was wir wollen, Frau Bundesminister? – Wir wollen, dass die Menschen nicht von der Arbeitslosigkeit – von 400 000 Arbeitslosen reden wir derzeit in Österreich – in die Pension gehen, wir wollen, dass Schwerarbeiterregelung für Männer und für Frauen als Selbstverständlichkeit gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren, und wir wollen, dass die Menschen nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in Pension gehen. (Abg. Freund: Und wer zahlt das?) Sie werden es sich beim Verbund schon richten. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wissen Sie, was wir wollen, Frau Bundesminister? – Wir wollen, dass die Menschen nicht von der Arbeitslosigkeit – von 400 000 Arbeitslosen reden wir derzeit in Österreich – in die Pension gehen, wir wollen, dass Schwerarbeiterregelung für Männer und für Frauen als Selbstverständlichkeit gilt, meine sehr geehrten Damen und Herren, und wir wollen, dass die Menschen nach 45 Arbeitsjahren abschlagsfrei in Pension gehen. (Abg. Freund: Und wer zahlt das?) Sie werden es sich beim Verbund schon richten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Riepl: Das ist kein Meilenstein, das ist ein Mühlstein!
Dazu darf ich auch Folgendes sagen: Wenn man arbeitet, dann kann man auch Fehler machen, aber wenn man nichts tut, dann schadet man anderen! Wenn Sie glauben, dass es nur 500 Leute betrifft, dann sage ich Ihnen: Es trifft jetzt wenigstens 500 Leute zu ihrem Vorteil, und das darf man nicht vergessen! (Abg. Riepl: Das ist kein Meilenstein, das ist ein Mühlstein!) Abgesehen davon sind es viel mehr. Es sind viel mehr.
Beifall bei der ÖVP.
Hohes Haus! Abschließend und grundsätzlich möchte ich betonen, dass es mit der Schwerarbeitsverordnung gelungen ist, bei unterschiedlichen Arbeitsbedingungen unter Bezugnahme auf den Kalorienverbrauch individuell auch auf die differierenden Belastungen einer Tätigkeit Rücksicht zu nehmen. Damit wurde erstmals ein Berechnungsmodell geschaffen, das besonders schwere Arbeiten qualifiziert und quantifiziert und somit die Basis für die Anerkennung der Schwerarbeitspension bildet. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Ferdinand Maier – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Posch –: Abschiedsrede?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Posch. (Abg. Dr. Ferdinand Maier – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Posch –: Abschiedsrede?)
Abg. Dr. Ferdinand Maier: Ist das Ihre Abschiedsrede?
Abgeordneter Mag. Walter Posch (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Vor uns liegen zwei Gesetzesmaterien. (Abg. Dr. Ferdinand Maier: Ist das Ihre Abschiedsrede?) Die eine betrifft die Änderung der Witwenpensionen, und diese Witwenpension ist tatsächlich eine Verbesserung. Etliche Menschen, die bisher bei der Berechnung in dem Fall, in dem Krankheit oder Arbeitslosigkeit eintreten, benachteiligt wurden, fallen jetzt in den Kreis der Begünstigten. Das ist sicherlich eine Verbesserung. Allerdings darf nicht verschwiegen werden, dass gerade im Bereich der Witwen- und der Witwerpension mit der Pensionsreform 2001 die gravierendsten Einschnitte passiert sind, weil dadurch die Witwen- und Witwerpensionen von 60 Prozent beziehungsweise 40 Prozent in Wahrheit auf null Prozent zurückgefahren werden konnten – je nachdem, wie hoch das Einkommen des Partners war.
Beifall bei der SPÖ.
All das ist eine Schimäre gewesen. Kanzler Schüssel hat 1997 gesagt: Es wird eine solche Pensionsreform mit Durchrechnungszeitraum bis zum Jahr 2020 nicht mehr geben! Das sage ich jetzt schon voraus! – Das war die Unwahrheit! In Wahrheit haben Sie die Lebensumstände der Österreicherinnen und Österreicher in einem Ausmaß zwischen 10 Prozent und 20 Prozent verschlechtert. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Einem: Da haben Sie Recht!
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wenn man diese Debatte mitverfolgt, so kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es der SPÖ am allerschwersten fällt, zu erkennen, dass diese Regierung soziale Kompetenz hat. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Einem: Da haben Sie Recht!) Wo auch immer das so ist, werden Sie nervös, da meinen Sie immer, Sie hätten ein Monopol auf soziale Kompetenz. Und das ist leider ein Irrtum – besser gesagt, nicht leider ein Irrtum, sondern Gott sei Dank ein Irrtum. (Abg. Reheis: Da merken aber die Menschen nichts davon!)
Abg. Reheis: Da merken aber die Menschen nichts davon!
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Wenn man diese Debatte mitverfolgt, so kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass es der SPÖ am allerschwersten fällt, zu erkennen, dass diese Regierung soziale Kompetenz hat. (Beifall bei der ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Einem: Da haben Sie Recht!) Wo auch immer das so ist, werden Sie nervös, da meinen Sie immer, Sie hätten ein Monopol auf soziale Kompetenz. Und das ist leider ein Irrtum – besser gesagt, nicht leider ein Irrtum, sondern Gott sei Dank ein Irrtum. (Abg. Reheis: Da merken aber die Menschen nichts davon!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Schulden als vorher! Rechnen Sie uns das einmal vor!) Na ja, das rechnen Sie sich einmal selber aus. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Diese Schwerarbeiterregelung, die wir heute beschließen, wird sich entwickeln. Sie ist ein mutiger Schritt in Neuland. Wir werden noch oft über sie reden, aber sie ist ein Anfang – und sie ist ein guter Anfang! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Frauenpensionen betrifft, so halten wir uns doch, bitte, vor Augen: durchschnittlich 618 € im Monat; eine halbe Million Frauen armutsgefährdet. – Da frage ich Sie schon: Worauf stützen Sie sich bei Ihren Verbesserungsansagen für Frauen? Es ist ignorant, meine sehr geehrten Damen und Herren, dass man sich hier herstellt – und zwar nicht nur eine oder einer von Ihnen, sondern fast alle – und verbreitet, die Situation der Frauen hätte sich verbessert. Das ist eine Verhöhnung den österreichischen Frauen gegenüber. – Das ist atemberaubend, und ich bin fassungslos! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.
Daher werden wir diesen Regelungen sicherlich nicht zustimmen. Eine Fehlentscheidung ist auf die andere gefolgt, und ich denke mir, diese Fehlentscheidungen werden Sie letztendlich auch zu Fall bringen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Heinisch-Hosek, wir diskutieren ja oft wirklich sehr sachlich, aber das, was Sie jetzt zuletzt gesagt haben, kann ich in weiten Bereichen nicht nachvollziehen – das muss ich wirklich einmal feststellen –, denn gerade für die Frauen – ich sage es auch deswegen noch einmal, weil es ja von mehreren Rednern der Opposition gesagt wurde – ist von dieser Regierung enorm viel gemacht worden. Eine Milliarde für die eigenständige Pensionsvorsorge. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin ja froh, Herr Kollege, dass Sie wenigstens das anerkennen. Eine Milliarde € investiert diese Regierung in Richtung einer eigenständigen Pensionsvorsorge für Frauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Heinisch-Hosek, wir diskutieren ja oft wirklich sehr sachlich, aber das, was Sie jetzt zuletzt gesagt haben, kann ich in weiten Bereichen nicht nachvollziehen – das muss ich wirklich einmal feststellen –, denn gerade für die Frauen – ich sage es auch deswegen noch einmal, weil es ja von mehreren Rednern der Opposition gesagt wurde – ist von dieser Regierung enorm viel gemacht worden. Eine Milliarde für die eigenständige Pensionsvorsorge. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Ich bin ja froh, Herr Kollege, dass Sie wenigstens das anerkennen. Eine Milliarde € investiert diese Regierung in Richtung einer eigenständigen Pensionsvorsorge für Frauen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Heinisch-Hosek: Warum hat sich dann alles verschlechtert?
Ist das nichts zur Verbesserung der Situation der Frauen? (Abg. Heinisch-Hosek: Warum hat sich dann alles verschlechtert?) Eine Milliarde? Sie haben in Zeiten eines SPÖ-Bundeskanzlers, einer SPÖ-Frauenministerin, einer SPÖ-Sozialministerin das alles nicht zuwege gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) 1 350 € am Pensionskonto, Verbesserung der Bemessungsgrundlage. Ja, ist das nichts? Verdoppelung der pensionsbegründenden Zeiten bei Kindererziehungszeiten. Frau Kollegin, ist das nichts? (Abg. Heinisch-Hosek: Zu wenig!) Sieben Jahre um eine eigene ... Zu wenig, sagen Sie. (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!) – Ja, aber es ist mehr, als Sie je vorher zuwege gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Ist das nichts zur Verbesserung der Situation der Frauen? (Abg. Heinisch-Hosek: Warum hat sich dann alles verschlechtert?) Eine Milliarde? Sie haben in Zeiten eines SPÖ-Bundeskanzlers, einer SPÖ-Frauenministerin, einer SPÖ-Sozialministerin das alles nicht zuwege gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) 1 350 € am Pensionskonto, Verbesserung der Bemessungsgrundlage. Ja, ist das nichts? Verdoppelung der pensionsbegründenden Zeiten bei Kindererziehungszeiten. Frau Kollegin, ist das nichts? (Abg. Heinisch-Hosek: Zu wenig!) Sieben Jahre um eine eigene ... Zu wenig, sagen Sie. (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!) – Ja, aber es ist mehr, als Sie je vorher zuwege gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Zu wenig!
Ist das nichts zur Verbesserung der Situation der Frauen? (Abg. Heinisch-Hosek: Warum hat sich dann alles verschlechtert?) Eine Milliarde? Sie haben in Zeiten eines SPÖ-Bundeskanzlers, einer SPÖ-Frauenministerin, einer SPÖ-Sozialministerin das alles nicht zuwege gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) 1 350 € am Pensionskonto, Verbesserung der Bemessungsgrundlage. Ja, ist das nichts? Verdoppelung der pensionsbegründenden Zeiten bei Kindererziehungszeiten. Frau Kollegin, ist das nichts? (Abg. Heinisch-Hosek: Zu wenig!) Sieben Jahre um eine eigene ... Zu wenig, sagen Sie. (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!) – Ja, aber es ist mehr, als Sie je vorher zuwege gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Heinisch-Hosek: Ja!
Ist das nichts zur Verbesserung der Situation der Frauen? (Abg. Heinisch-Hosek: Warum hat sich dann alles verschlechtert?) Eine Milliarde? Sie haben in Zeiten eines SPÖ-Bundeskanzlers, einer SPÖ-Frauenministerin, einer SPÖ-Sozialministerin das alles nicht zuwege gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) 1 350 € am Pensionskonto, Verbesserung der Bemessungsgrundlage. Ja, ist das nichts? Verdoppelung der pensionsbegründenden Zeiten bei Kindererziehungszeiten. Frau Kollegin, ist das nichts? (Abg. Heinisch-Hosek: Zu wenig!) Sieben Jahre um eine eigene ... Zu wenig, sagen Sie. (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!) – Ja, aber es ist mehr, als Sie je vorher zuwege gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ist das nichts zur Verbesserung der Situation der Frauen? (Abg. Heinisch-Hosek: Warum hat sich dann alles verschlechtert?) Eine Milliarde? Sie haben in Zeiten eines SPÖ-Bundeskanzlers, einer SPÖ-Frauenministerin, einer SPÖ-Sozialministerin das alles nicht zuwege gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) 1 350 € am Pensionskonto, Verbesserung der Bemessungsgrundlage. Ja, ist das nichts? Verdoppelung der pensionsbegründenden Zeiten bei Kindererziehungszeiten. Frau Kollegin, ist das nichts? (Abg. Heinisch-Hosek: Zu wenig!) Sieben Jahre um eine eigene ... Zu wenig, sagen Sie. (Abg. Heinisch-Hosek: Ja!) – Ja, aber es ist mehr, als Sie je vorher zuwege gebracht haben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Ich sage es noch einmal, Frau Kollegin: Kritisieren, schreien, das ist es nicht. Taten setzen! Diese Regierung hat Taten gesetzt, ganz konkrete Taten zur Verbesserung der Situation der Frauen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.
Auch die Ausweitung der Bemessungsgrundlage der Witwen- und Witwerpension ist eine solche richtige Entscheidung. (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Das ist eine ganz richtige Entscheidung. Wer schreit, hat meistens nicht Recht, Frau Kollegin Heinisch-Hosek. Die Zeit wird uns Recht geben, auch in diesem Bereich.
Beifall bei der ÖVP.
Natürlich gibt es hier noch viel zu tun. Aber auch das sind erste richtige Schritte in die richtige Richtung, und das muss man wirklich einmal anerkennen. Sie wollen es einfach nicht anerkennen, das ist Teil Ihrer Oppositionspolitik. Sie wollen es nicht anerkennen, aber diese Regierung ist die erste, die gerade in diesem Bereich in Bezug auf die Arbeit für Frauen und auch im Sozialbereich richtige und wichtige Schritte gesetzt hat. Wir werden das tun, und die Menschen in Österreich werden es auch anerkennen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Silhavy: Wer sagt das?
Kollege Sausgruber, ÖVP-Landeshauptmann, meint, die Dauer der Versicherungszeit solle der Maßstab sein, keine Abschläge zu verlangen; hier biete sich die 45-jährige Versicherungszeit an. (Abg. Silhavy: Wer sagt das?) – Kollege Sausgruber, Landeshauptmann. – Dem stimmen wir natürlich zu, meine Damen und Herren. Das ist eine sehr gute Forderung.
Oh-Rufe bei der SPÖ.
Wen haben wir da noch? – Den Landeshauptmann von Kärnten, Haider: Wer die Versicherungsjahre beisammen hat, soll ohne Kürzungen in Pension gehen dürfen. – Selbstverständlich! Dafür treten auch wir ein. Und Haider bezeichnet eine Deckelung der Zahl der unter die Schwerarbeiterregelung fallenden Personen mit fünf Prozent als verfassungswidrig. (Oh-Rufe bei der SPÖ.) – Selbstverständlich! Dafür treten auch wir ein, meine Damen und Herren.
Abg. Walch: Von 3 Prozent habe ich nichts gesagt!
Das heißt, wenn jemand mit 60 Jahren in Pension geht, hat er Abschläge von 9 Prozent, und nicht, wie auch der Kollege Walch in einer Aussendung gesagt hat, der gemeint hat, 3 Prozent Abschläge seien zu hoch. – Kollege Walch, 9 Prozent Abschläge haben die Betreffenden pro Jahr, das sie vor dem 65. Lebensjahr in Pension gehen, oder 1,8 Prozent Abschläge, das sind insgesamt 9 Prozent. (Abg. Walch: Von 3 Prozent habe ich nichts gesagt!)
Abg. Neudeck: Ich hab’ mich schon gewundert, warum du so komisch stehst! Jetzt weiß ich es!
Die zweite Methode, meine Damen und Herren, ist die Temperaturmessung, das heißt, Messung des Temperaturunterschiedes zwischen Axillar- und Rektalmessung. Ich habe einen Fiebermesser unter den Achseln, habe einen Fiebermesser im „Hintern“ (Abg. Neudeck: Ich hab’ mich schon gewundert, warum du so komisch stehst! Jetzt weiß ich es!), und auf Grund des Temperaturunterschiedes erfolgt dann anhand einer Formel die Arbeitskalorienberechnung. – Meine Damen und Herren, das ist in der Praxis unmöglich – das hat auch der Kollege Mitterlehner in der letzten Sozial-
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt im Klartext: Diese Schwerarbeiterregelung ist insgesamt ein Husch-Pfusch-Gesetz. Erfüllen Sie unsere Forderungen! 45 Jahre müssen ausreichen, um abschlagsfrei in Pension gehen zu können, meine Damen und Herren. Das ist fair, das ist sozial, das ist gerecht, und das ist eine Regelung für die schwer arbeitenden Menschen in Österreich. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schöls: Fass dich kurz – und sag, ihr seid dagegen!
Wir sind dabei, das österreichische Bundesheer den neuen sicherheitspolitischen Gegebenheiten in Europa und weltweit anzupassen. Vor allem geht es uns um das österreichische Bundesheer, das weltweit im Dienst des Friedens unterwegs ist. Es bedarf einer effizienten, modernen Einsatzorganisation und daher auch aufgabenorientierter struktureller Veränderungen. (Abg. Schöls: Fass dich kurz – und sag, ihr seid dagegen!)
Beifall bei der SPÖ.
Diese vorliegende Regelung ist für uns ein erster Schritt in die richtige Richtung, ein Schritt, den wir mittragen. Wir begrüßen diese notwendigen Reformen, die sozial verträglich abzusichern sind, und werden diesem Abänderungsantrag zustimmen, erwarten uns aber, meine Damen und Herren, weitergehende Regelungen für die Bediensteten des österreichischen Bundesheeres, vor allem für Frauen und ältere Generationen, denen keine Truppentätigkeit mehr möglich ist. Da brauchen wir adäquate Arbeitsplätze. Man soll nicht den Eindruck erwecken, dass die Betreffenden vergessen sind oder gerade noch geduldet werden, sondern wir benötigen entsprechende Ausstiegsszenarien. Da wären wir sehr wohl bereit, mitzugehen, aber solche Szenarien fehlen uns derzeit noch. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Auch das Interesse der österreichischen Wirtschaft an Bulgarien ist sehr groß. Es ist aber nicht allein das wirtschaftliche Interesse bei dieser EU-Erweiterung gegeben, sondern natürlich steht auch der Kulturraum Europa an vorderster Stelle, wobei gerade der Donauraum für Österreich immer schon eine besondere Wichtigkeit und Bedeutung hatte. Im Übrigen möchte ich auch hier sagen, dass das Außenministerium, dass die Frau Außenministerin dem Donauraum und der Nachbarschaftspolitik immer besondere Bedeutung zugemessen hat – oft belächelt seitens der Oppositionsparteien. Es hat sich aber gezeigt, dass das eine ganz wichtig Entwicklung dargestellt hat und nach wie vor darstellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir hoffen, dass Rumänien und Bulgarien weitere Schritte in diese Richtung setzen werden: dass sie eine Verfassungsreform machen und in der Frage der Sicherheit weiter aufholen werden, dass sie auch das Thema Korruptionsbekämpfung voll angehen, damit sie gemeinsam zu einem stabilen und sicheren Friedensprojekt Europa beitragen. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Das heißt, der EU-Beitritt Bulgarien und Rumäniens wird stattfinden. Ich gehe davon aus, dass das mit 1. Jänner 2007 der Fall sein wird. Das ist jedoch letztendlich eine Entscheidung der EU-Kommission, eine Entscheidung, die sie sich vorbehalten hat. Österreich steht es als derzeitiges EU-Vorsitzland aber gut an, dass es da möglichst schnell zu einer Unterfertigung und Ratifizierung dieser Verträge kommt. Unsere Fraktion wird jedenfalls dieser EU-Erweiterung, diesen Verträgen die Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Unsere Fraktion wird daher dieser Vorlage die Zustimmung erteilen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Schöls: So dringlich wird sie nicht sein!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Dr. Cap als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 53 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. – Bitte. (Abg. Schöls: So dringlich wird sie nicht sein!)
Abg. Neudeck: Sie werden die Geschäftsordnung kennen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Bevor ich herausgegangen bin, habe ich mit Blickkontakt Herrn Staatssekretär Morak begrüßt. Ich freue mich immer wieder, wenn er da ist. Allerdings ist die Dringliche an den Herrn Bundeskanzler gerichtet. (Abg. Neudeck: Sie werden die Geschäftsordnung kennen!) Mich verwundert es doch sehr, dass der Herr Bundeskanzler nicht persönlich kommt, denn schließlich ist er der „Vater“ dieses ganzen Systems, all dieser Postenverschiebungen, denn ohne sein Wissen und ohne seine Zustimmung kann nichts passieren.
Abg. Steibl: Kollege Cap, ist das die Löwingerbühne für Sie?
Aber, mein Gott, Herr Staatssekretär Morak hat das Rollenfach geändert: nicht mehr das Burgtheater, sondern nur mehr das Theater der Jugend. Mein Name ist Morak – und ich weiß von nichts! Diese Nummer wird er heute wieder abziehen. (Abg. Steibl: Kollege Cap, ist das die Löwingerbühne für Sie?) Der Text wird vom Büro Schüssel verfasst worden sein – und das, was ihm bleibt, ist: Morak kann die Vokale etwas weiter und etwas kürzer gestalten, er kann vielleicht ein bisschen betonen, vielleicht das Timbre etwas verstärken, aber sonst hat er keine Gestaltungsmöglichkeit, denn das macht natürlich das Büro Schüssel.
Abg. Neudeck: Bei der Dringlichen ist das nicht so schwer!
Im Souffleurkasten sitzt Klubobmann Molterer, aber nicht einmal das ist jetzt der Fall. Sie sind also ganz auf sich allein gestellt, Herr Staatssekretär! Das wird eine schwierige Aufgabe werden, der Sie sich da zu stellen haben. (Abg. Neudeck: Bei der Dringlichen ist das nicht so schwer!) Aber der wahre Verantwortliche ist natürlich der Herr Bundeskanzler! Sie alle wissen, dass es bei den Ministerratssitzungen immer den Tagesordnungspunkt „Personelles“ gibt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hat es das bei Ihnen nicht gegeben?) – Sie kommen dann noch dran! – Die Vollziehung des Stellenbesetzungsgesetzes ist Sache der Bundesregierung. Es gibt die so genannte Schablonenverordnung, die man im Jahre 1998 beschlossen hat, und sogar ein Antiprivilegiengesetz. Dieses trägt die Unterschrift des damaligen Vizekanzlers Dr. Wolfgang Schüssel. All das ist natürlich in die tiefen Gründe seiner politischen Vergesslichkeit versunken, aber das ist jedenfalls Faktum. (Abg. Neudeck: Wenn man Ihnen zuhört, glaubt man, der Fasching ist noch nicht vorbei!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hat es das bei Ihnen nicht gegeben?
Im Souffleurkasten sitzt Klubobmann Molterer, aber nicht einmal das ist jetzt der Fall. Sie sind also ganz auf sich allein gestellt, Herr Staatssekretär! Das wird eine schwierige Aufgabe werden, der Sie sich da zu stellen haben. (Abg. Neudeck: Bei der Dringlichen ist das nicht so schwer!) Aber der wahre Verantwortliche ist natürlich der Herr Bundeskanzler! Sie alle wissen, dass es bei den Ministerratssitzungen immer den Tagesordnungspunkt „Personelles“ gibt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hat es das bei Ihnen nicht gegeben?) – Sie kommen dann noch dran! – Die Vollziehung des Stellenbesetzungsgesetzes ist Sache der Bundesregierung. Es gibt die so genannte Schablonenverordnung, die man im Jahre 1998 beschlossen hat, und sogar ein Antiprivilegiengesetz. Dieses trägt die Unterschrift des damaligen Vizekanzlers Dr. Wolfgang Schüssel. All das ist natürlich in die tiefen Gründe seiner politischen Vergesslichkeit versunken, aber das ist jedenfalls Faktum. (Abg. Neudeck: Wenn man Ihnen zuhört, glaubt man, der Fasching ist noch nicht vorbei!)
Abg. Neudeck: Wenn man Ihnen zuhört, glaubt man, der Fasching ist noch nicht vorbei!
Im Souffleurkasten sitzt Klubobmann Molterer, aber nicht einmal das ist jetzt der Fall. Sie sind also ganz auf sich allein gestellt, Herr Staatssekretär! Das wird eine schwierige Aufgabe werden, der Sie sich da zu stellen haben. (Abg. Neudeck: Bei der Dringlichen ist das nicht so schwer!) Aber der wahre Verantwortliche ist natürlich der Herr Bundeskanzler! Sie alle wissen, dass es bei den Ministerratssitzungen immer den Tagesordnungspunkt „Personelles“ gibt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Hat es das bei Ihnen nicht gegeben?) – Sie kommen dann noch dran! – Die Vollziehung des Stellenbesetzungsgesetzes ist Sache der Bundesregierung. Es gibt die so genannte Schablonenverordnung, die man im Jahre 1998 beschlossen hat, und sogar ein Antiprivilegiengesetz. Dieses trägt die Unterschrift des damaligen Vizekanzlers Dr. Wolfgang Schüssel. All das ist natürlich in die tiefen Gründe seiner politischen Vergesslichkeit versunken, aber das ist jedenfalls Faktum. (Abg. Neudeck: Wenn man Ihnen zuhört, glaubt man, der Fasching ist noch nicht vorbei!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Das heißt, nichts kann ohne Einstimmigkeit beschlossen werden. Jede Postenverschiebung in Ressorts oder in ausgegliederte Unternehmen, die der Rechnungshof zu kontrollieren hat, geht durch den Ministerrat. Wenn das jetzt so dargestellt wird, dass das bloß Sache der Orangen sei, in welches Körbchen gerade welche Orangen hineinrollen, dann stimmt das nicht ganz, denn die ÖVP, die die Trägerpartei in dieser Regierung ist, mit Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel an der Spitze, hat Mitverantwortung dafür zu tragen! Daher frage ich mich: Wo ist er? Wieso kommt er nicht selbst her? Wieso ist er zu feig, die Verantwortung für diesen Postenschacher zu übernehmen? (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Steibl: Herr Kollege Cap! Was ist mit der Steiermark? Was machen dort die Sozialisten?
Wer hat Folgendes gesagt? – Ich werde jedenfalls mit ganzer Kraft gegen Postenschacher, politische Packelei und Privilegienwirtschaft auftreten! (Abg. Steibl: Herr Kollege Cap! Was ist mit der Steiermark? Was machen dort die Sozialisten?) Wer war
Abg. Steibl: Wo sind die Roten heute alle?
Ich weiß schon, warum der Herr Bundeskanzler heute nicht da ist. (Abg. Steibl: Wo sind die Roten heute alle?) Er müsste nämlich sonst erklären, was er von dieser Kritik des Kärntner Landeshauptmannes hält, dass er sich Österreich untertan gemacht habe und Haider vom „schwarzen Putsch“ in den Führungsetagen spricht.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.
Wollen Sie von der Wirtschaft, von den Banken, von der Wirtschaftskammer, vom Wirtschaftsbund einen Beitrag zu dieser Diskussion leisten? Gehen die Postenbesetzungslisten über Ihre Schreibtische? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.) Haben Sie da mitzureden – oder geschieht das nur im Ministerrat? Wie geht das eigentlich vor sich? Es steht Ihnen nicht an, hier kecke Zwischenrufe zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wollen Sie von der Wirtschaft, von den Banken, von der Wirtschaftskammer, vom Wirtschaftsbund einen Beitrag zu dieser Diskussion leisten? Gehen die Postenbesetzungslisten über Ihre Schreibtische? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Missethon.) Haben Sie da mitzureden – oder geschieht das nur im Ministerrat? Wie geht das eigentlich vor sich? Es steht Ihnen nicht an, hier kecke Zwischenrufe zu machen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Ikrath: BAWAG!
Aber damit man Posten besetzen kann, muss man Posten frei machen. (Abg. Mag. Ikrath: BAWAG!) Herbert Krejci, Ihr Generalsekretär der Industriellenvereinigung, hat einmal etwas Interessantes in einem APA-Interview gesagt; lassen Sie mich das auch zitieren. Und: Ihre Vergesslichkeit ist grenzenlos. Sie können sich nicht einmal daran erinnern, dass Sie mit uns gemeinsam in der Regierung das Stellenbesetzungsgesetz und Antiprivilegiengesetz beschlossen haben. Mit uns gemeinsam! Wissen Sie das? Sie waren einmal mit uns in einer Regierung! Schauen Sie mich nicht so traumverloren an, das war wirklich einmal so.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In der Steiermark!
Herbert Krejci sagt doch auch nichts anderes, als dass an allen Ecken und Enden gesäubert wurde, dass die Fetzen geflogen sind. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In der Steiermark!) Selbst ein Schwarzer, der nach schwarz-rot ausgeschaut hat, ist gesäubert worden – koste es, was es wolle!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves in der Steiermark!
Auch dem Steuerzahler kam das teuer zu stehen, denn die Verträge aufzulösen, den Posten frei zu bekommen, hat Millionen Euro gekostet! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves in der Steiermark!) Das wissen Sie ganz genau, dass der Steuerzahler
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!
diese Postenbeschaffungen für Sie zu bezahlen hatte! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!) Das waren Säuberungsaktionen, wie es auch Herbert Krejci richtig festgestellt hat!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!
Sie können sich vor dieser Verantwortung nicht drücken (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!), weil das die Wahrheit ist! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!) – Ich weiß, dass Sie ein Namensgedächtnis haben, aber das sagt noch nichts über die Diskussion aus. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!
Sie können sich vor dieser Verantwortung nicht drücken (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!), weil das die Wahrheit ist! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!) – Ich weiß, dass Sie ein Namensgedächtnis haben, aber das sagt noch nichts über die Diskussion aus. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie können sich vor dieser Verantwortung nicht drücken (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!), weil das die Wahrheit ist! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Franz Voves!) – Ich weiß, dass Sie ein Namensgedächtnis haben, aber das sagt noch nichts über die Diskussion aus. (Beifall bei der SPÖ.)
Heiterkeit.
Das war damals, als es noch geheißen hat, „Friends of Prinzhorn“ kommen überall hinein, was ja auch gestimmt hat. (Heiterkeit.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Weil Sie am Rednerpult stehen, deswegen ist die Leitung frei! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber Prinzhorn sagte dann weiters, im Windschatten habe die ÖVP Umfärbung betrieben, etwa beim ORF. – Da wurde ich hellhörig, und ich habe das noch einmal durchlesen müssen. Prinzhorn sagt das, nicht die „üblichen Roten“, sondern Prinzhorn sagt das! – Am Gesichtsausdruck des Abgeordneten Lopatka sehe ich, wie zufrieden und satt er gerade über den nächsten Anruf in irgendeiner ORF-Redaktion nachdenkt; weil gerade Molterer nicht da ist, muss er das selbst machen. Es ist hart, es ist verdammt hart, immer selbst anrufen zu müssen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Weil Sie am Rednerpult stehen, deswegen ist die Leitung frei! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich verstehe, dass jetzt der Blutdruck ein bisschen nach oben geht.
Rufe bei der ÖVP: Elsner!
Dann kam der Golf spielende Informationsdirektor, der dafür gesorgt hat, dass Mück kam. (Rufe bei der ÖVP: Elsner!) Nein, wir sind bei Mück! „Mück-TV“ bedeutet: Gleichschaltung der Informationssendungen, Beeinflussung von Themensetzung. (Abg. Amon: Was war Rudas? – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.) Zwischen hin und wieder das Handerl heben und Tag und Nacht dort präsent sein, ist ein Unterschied in der Qualität. Fragen Sie die Journalisten, die heldenhaft für ihren Freiraum kämpfen gegen schwarze Eingriffe im ORF! Ich sage Ihnen, dass es diese nämlich gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.)
Abg. Amon: Was war Rudas? – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.
Dann kam der Golf spielende Informationsdirektor, der dafür gesorgt hat, dass Mück kam. (Rufe bei der ÖVP: Elsner!) Nein, wir sind bei Mück! „Mück-TV“ bedeutet: Gleichschaltung der Informationssendungen, Beeinflussung von Themensetzung. (Abg. Amon: Was war Rudas? – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.) Zwischen hin und wieder das Handerl heben und Tag und Nacht dort präsent sein, ist ein Unterschied in der Qualität. Fragen Sie die Journalisten, die heldenhaft für ihren Freiraum kämpfen gegen schwarze Eingriffe im ORF! Ich sage Ihnen, dass es diese nämlich gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.
Dann kam der Golf spielende Informationsdirektor, der dafür gesorgt hat, dass Mück kam. (Rufe bei der ÖVP: Elsner!) Nein, wir sind bei Mück! „Mück-TV“ bedeutet: Gleichschaltung der Informationssendungen, Beeinflussung von Themensetzung. (Abg. Amon: Was war Rudas? – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.) Zwischen hin und wieder das Handerl heben und Tag und Nacht dort präsent sein, ist ein Unterschied in der Qualität. Fragen Sie die Journalisten, die heldenhaft für ihren Freiraum kämpfen gegen schwarze Eingriffe im ORF! Ich sage Ihnen, dass es diese nämlich gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Ing. Kapeller.)
Ruf bei der ÖVP: Cap, Sie waren auch schon besser!
Haben Sie einen Wackelkontakt, oder was ist los bei Ihnen? – Ich habe schlicht und einfach nur kurz versucht, Ihnen bewusst zu machen, was sich tatsächlich abspielt! (Ruf bei der ÖVP: Cap, Sie waren auch schon besser!) Es ist notwendig, darauf hinzuweisen, weil das auch etwas mit Demokratie zu tun hat. Es hat auch etwas mit Demokratie zu tun. Ich sage nur: „Caro Silvio!“
Abg. Großruck: BAWAG!
Nun nach Rom: Eine Woche vor der Wahl sagte Schüssel: Lieber Silvio, alles Gute! Silvio Berlusconi ist der Hort der Demokratie, das wissen wir. (Abg. Großruck: BAWAG!) Ihm gehört faktisch die Mehrzahl der Printmedien, ihm gehören zwei Fernsehsender, da kommt überhaupt nur mehr Berlusconi bis zum Erbrechen vor, und auf den staatlichen Sender hat er ebenfalls Einfluss gehabt. Jetzt hat er die Wahl verloren – und will nicht gehen. Er sagt: Ich habe die Wahl gewonnen! Alle sagen ihm: Du hast verloren! Er sagt: Nein, ich habe sie gewonnen! (Abg. Murauer: Das war wie bei Ihnen! Sie wollten auch nicht gehen!) Das ist Berlusconis „demokratische“ Einstellung. (Abg. Murauer: Sie haben es auch nicht geglaubt, dass Sie gehen müssen!) Und zu diesem Krebsübel der Demokratie in der Europäischen Union hat Ihr Bundeskanzler gesagt: Silvio, alles Gute, vielleicht packst es du doch noch einmal, denn mir gefällt dieses System Berlusconi so gut! Davon kann man lernen.
Abg. Murauer: Das war wie bei Ihnen! Sie wollten auch nicht gehen!
Nun nach Rom: Eine Woche vor der Wahl sagte Schüssel: Lieber Silvio, alles Gute! Silvio Berlusconi ist der Hort der Demokratie, das wissen wir. (Abg. Großruck: BAWAG!) Ihm gehört faktisch die Mehrzahl der Printmedien, ihm gehören zwei Fernsehsender, da kommt überhaupt nur mehr Berlusconi bis zum Erbrechen vor, und auf den staatlichen Sender hat er ebenfalls Einfluss gehabt. Jetzt hat er die Wahl verloren – und will nicht gehen. Er sagt: Ich habe die Wahl gewonnen! Alle sagen ihm: Du hast verloren! Er sagt: Nein, ich habe sie gewonnen! (Abg. Murauer: Das war wie bei Ihnen! Sie wollten auch nicht gehen!) Das ist Berlusconis „demokratische“ Einstellung. (Abg. Murauer: Sie haben es auch nicht geglaubt, dass Sie gehen müssen!) Und zu diesem Krebsübel der Demokratie in der Europäischen Union hat Ihr Bundeskanzler gesagt: Silvio, alles Gute, vielleicht packst es du doch noch einmal, denn mir gefällt dieses System Berlusconi so gut! Davon kann man lernen.
Abg. Murauer: Sie haben es auch nicht geglaubt, dass Sie gehen müssen!
Nun nach Rom: Eine Woche vor der Wahl sagte Schüssel: Lieber Silvio, alles Gute! Silvio Berlusconi ist der Hort der Demokratie, das wissen wir. (Abg. Großruck: BAWAG!) Ihm gehört faktisch die Mehrzahl der Printmedien, ihm gehören zwei Fernsehsender, da kommt überhaupt nur mehr Berlusconi bis zum Erbrechen vor, und auf den staatlichen Sender hat er ebenfalls Einfluss gehabt. Jetzt hat er die Wahl verloren – und will nicht gehen. Er sagt: Ich habe die Wahl gewonnen! Alle sagen ihm: Du hast verloren! Er sagt: Nein, ich habe sie gewonnen! (Abg. Murauer: Das war wie bei Ihnen! Sie wollten auch nicht gehen!) Das ist Berlusconis „demokratische“ Einstellung. (Abg. Murauer: Sie haben es auch nicht geglaubt, dass Sie gehen müssen!) Und zu diesem Krebsübel der Demokratie in der Europäischen Union hat Ihr Bundeskanzler gesagt: Silvio, alles Gute, vielleicht packst es du doch noch einmal, denn mir gefällt dieses System Berlusconi so gut! Davon kann man lernen.
Heiterkeit sowie Beifall bei der SPÖ.
Und so wird es bei Schüssel auch sein, das sage ich Ihnen! (Heiterkeit sowie Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dem BZÖ – nicht der BZÖ! Sie müssen deutsch sprechen!
Es geht Herbert Scheibner zu gut, er ist als Verantwortlicher zu lange nicht drangekommen. – Ich traute meinen Augen nicht. Ich war ja bis jetzt gewohnt, dass mittlerweile von dieser Republik Besitz genommen wurde. Man muss unterscheiden: Die ÖVP glaubt, sie kann noch länger Macht ausüben, bei der BZÖ ist es „Rette sich wer kann!“ Es handelt sich um Torschlusspanik, Panik auf der Titanic – je nachdem, welche Überschrift Sie haben wollen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dem BZÖ – nicht der BZÖ! Sie müssen deutsch sprechen!) – Habe ich das Geschlecht bei euch verwechselt? – Ich werde mich bessern. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bitte!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bitte!
Es geht Herbert Scheibner zu gut, er ist als Verantwortlicher zu lange nicht drangekommen. – Ich traute meinen Augen nicht. Ich war ja bis jetzt gewohnt, dass mittlerweile von dieser Republik Besitz genommen wurde. Man muss unterscheiden: Die ÖVP glaubt, sie kann noch länger Macht ausüben, bei der BZÖ ist es „Rette sich wer kann!“ Es handelt sich um Torschlusspanik, Panik auf der Titanic – je nachdem, welche Überschrift Sie haben wollen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Dem BZÖ – nicht der BZÖ! Sie müssen deutsch sprechen!) – Habe ich das Geschlecht bei euch verwechselt? – Ich werde mich bessern. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bitte!)
Zwischenruf des Abg. Amon.
Einfluss auf die Nationalbank, Einfluss auf den Verbund, Einfluss auf die ÖIAG, Einfluss auf die Post, Einfluss auf die ÖBB, die übrigens zu Tode reformiert werden soll, Einfluss auf den Hauptverband der Sozialversicherungsträger – all das wurde erreicht. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Dreimal war man im härtesten Clinch mit dem Verfassungsgerichtshof, bis man endlich im alten Stil des Berlusconi Folgendes geschafft hat: 300 000 Arbeitgeber sind so viel wie 3 Millionen Arbeitnehmer.
Abg. Grillitsch: Und die Jobs? Wie viele Jobs sind 1,4 Milliarden €?
Wieso verstehen wir das eigentlich nicht? – Das ist doch logisch: 300 000 sind 3 Millionen. Wenn ich mir das länger anschaue, dann glaube ich, dass die Balance tatsächlich so ist. Sie haben so lange reformiert, bis Sie es geschafft haben, dass es überall eine ÖVP-Mehrheit gibt, obwohl es keine ÖVP-Mehrheit bei den Arbeitnehmern gibt. Das ist Demokratie? (Abg. Grillitsch: Und die Jobs? Wie viele Jobs sind 1,4 Milliarden €?)
Abg. Hornek: Da haben Sie die falsche Seite aufgeschlagen!
Ich traute meinen Augen nicht, als ich den „Kurier“ aufschlug: Rette sich, wer kann! (Abg. Hornek: Da haben Sie die falsche Seite aufgeschlagen!) Darin wird quasi der Gotha der Postenbesetzung beschrieben, alles, was an Edlem schon einmal in dieser Regierung war oder hier gesessen ist. Das erfolgt ja in Wellenbewegungen. Da hat es immer Fraktionskämpfe und dann eine Spaltung gegeben – und schwups gab es schon wieder „Flüchtlinge“, die man irgendwo unterbringen hat müssen. Das sieht man an Hand der Jahreszahlen, wer wo eingetreten ist oder eingetreten wurde, je nach dem, das ist sehr unterschiedlich. (Abg. Kößl: Redest du von der SPÖ – oder von wem redest du?) Wenn ich mir das so anschaue, muss ich sagen, es muss richtige Multitalente geben.
Abg. Kößl: Redest du von der SPÖ – oder von wem redest du?
Ich traute meinen Augen nicht, als ich den „Kurier“ aufschlug: Rette sich, wer kann! (Abg. Hornek: Da haben Sie die falsche Seite aufgeschlagen!) Darin wird quasi der Gotha der Postenbesetzung beschrieben, alles, was an Edlem schon einmal in dieser Regierung war oder hier gesessen ist. Das erfolgt ja in Wellenbewegungen. Da hat es immer Fraktionskämpfe und dann eine Spaltung gegeben – und schwups gab es schon wieder „Flüchtlinge“, die man irgendwo unterbringen hat müssen. Das sieht man an Hand der Jahreszahlen, wer wo eingetreten ist oder eingetreten wurde, je nach dem, das ist sehr unterschiedlich. (Abg. Kößl: Redest du von der SPÖ – oder von wem redest du?) Wenn ich mir das so anschaue, muss ich sagen, es muss richtige Multitalente geben.
Abg. Schöls: Flöttl!
Zwei, drei Beispiele dazu. Das wird nicht jeder gelesen haben, daher erlaube ich es mir, zu zitieren. Gilbert Trattner: Ex-FP-Finanzreferent (Abg. Schöls: Flöttl!), Chef der ÖBB-Infrastruktur, Herr über Infrastrukturmilliarden der ÖBB, Aufsichtsrat in der Brenner-Eisenbahngesellschaft und in der ÖBB-Immobiliengesellschaft. Wo hat er denn all das gelernt? Als FP-Finanzreferent lernt man, mit Immobilien und Infrastrukturen umgehen? (Abg. Scheibner: Guter Mann! Er ist Geschäftsführer in einer Finanzgesellschaft!)
Abg. Scheibner: Guter Mann! Er ist Geschäftsführer in einer Finanzgesellschaft!
Zwei, drei Beispiele dazu. Das wird nicht jeder gelesen haben, daher erlaube ich es mir, zu zitieren. Gilbert Trattner: Ex-FP-Finanzreferent (Abg. Schöls: Flöttl!), Chef der ÖBB-Infrastruktur, Herr über Infrastrukturmilliarden der ÖBB, Aufsichtsrat in der Brenner-Eisenbahngesellschaft und in der ÖBB-Immobiliengesellschaft. Wo hat er denn all das gelernt? Als FP-Finanzreferent lernt man, mit Immobilien und Infrastrukturen umgehen? (Abg. Scheibner: Guter Mann! Er ist Geschäftsführer in einer Finanzgesellschaft!)
Rufe bei der ÖVP: BAWAG!
Die ASFINAG ist ein richtiges Sammellager. Pressesprecher der ASFINAG wurde der Ex-Sekretär von Dieter Böhmdorfer, Mathias Reichhold – mit einem oder mit zwei harten „t“, ich weiß es jetzt nicht mehr. Er soll dort auch unterkommen. Ich kann mich nicht daran erinnern, aber jetzt fällt es mir ein, dass die ASFINAG ein super gewinnorientiertes Unternehmen ist, bei dem die Milliarden nur so in der Gegend herumfliegen, und man sagt: Drei, vier Vorstände, was soll’s? Das machen wir schon irgendwie. (Rufe bei der ÖVP: BAWAG!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Elsner!
Es gibt große Probleme bei der ASFINAG. – Sie haben aber lange gebraucht, Sie sind heute nicht in Form. Kaum ist Molterer nicht da, passt es mit den Zwischenrufen nicht mehr. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Elsner!) Die ASFINAG muss ein Sammellager sein. Was sich dort abspielt! (Abg. Amon: Kollege Cap, wie war das mit Praschak?) Oder: Arnold Schiefer, oder wollen wir über Herbert Haupt reden, der zum Behindertenanwalt bestellt wird? Es gab kein Hearing, obwohl es zwölf Kandidaten gegeben hätte. All das gilt dann nicht. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) Bei der ÖIAG hat man auch gesagt: Was interessiert mich die Schablonenverordnung? Grasser hat sofort ein Rechtsgutachten bestellt, und die Bestellungen haben dann ohne Einhaltung all dieser Regeln stattgefunden.
Abg. Amon: Kollege Cap, wie war das mit Praschak?
Es gibt große Probleme bei der ASFINAG. – Sie haben aber lange gebraucht, Sie sind heute nicht in Form. Kaum ist Molterer nicht da, passt es mit den Zwischenrufen nicht mehr. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Elsner!) Die ASFINAG muss ein Sammellager sein. Was sich dort abspielt! (Abg. Amon: Kollege Cap, wie war das mit Praschak?) Oder: Arnold Schiefer, oder wollen wir über Herbert Haupt reden, der zum Behindertenanwalt bestellt wird? Es gab kein Hearing, obwohl es zwölf Kandidaten gegeben hätte. All das gilt dann nicht. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) Bei der ÖIAG hat man auch gesagt: Was interessiert mich die Schablonenverordnung? Grasser hat sofort ein Rechtsgutachten bestellt, und die Bestellungen haben dann ohne Einhaltung all dieser Regeln stattgefunden.
Zwischenruf des Abg. Wattaul.
Es gibt große Probleme bei der ASFINAG. – Sie haben aber lange gebraucht, Sie sind heute nicht in Form. Kaum ist Molterer nicht da, passt es mit den Zwischenrufen nicht mehr. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Elsner!) Die ASFINAG muss ein Sammellager sein. Was sich dort abspielt! (Abg. Amon: Kollege Cap, wie war das mit Praschak?) Oder: Arnold Schiefer, oder wollen wir über Herbert Haupt reden, der zum Behindertenanwalt bestellt wird? Es gab kein Hearing, obwohl es zwölf Kandidaten gegeben hätte. All das gilt dann nicht. (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) Bei der ÖIAG hat man auch gesagt: Was interessiert mich die Schablonenverordnung? Grasser hat sofort ein Rechtsgutachten bestellt, und die Bestellungen haben dann ohne Einhaltung all dieser Regeln stattgefunden.
Abg. Rossmann: Was haben Sie für eine Politikerpension?
Das Anti-Privilegiengesetz interessiert uns nicht. Viele von den Älteren aus dieser Fraktion haben nie den Anspruch gestellt. Aber Sie sind dahergekommen und haben gesagt: Privilegienabbau! (Abg. Rossmann: Was haben Sie für eine Politikerpension?) Ich kann Ihnen die Zitate bringen, aber das würde meine Redezeit sprengen. Genau dieses satte Lachen ist es! So lacht jemand, der schon im gemachten Nestchen sitzt. Aber Sie werden im Herbst noch aufwachen, das sage ich Ihnen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Momentan schlafen wir eher ein!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Momentan schlafen wir eher ein!
Das Anti-Privilegiengesetz interessiert uns nicht. Viele von den Älteren aus dieser Fraktion haben nie den Anspruch gestellt. Aber Sie sind dahergekommen und haben gesagt: Privilegienabbau! (Abg. Rossmann: Was haben Sie für eine Politikerpension?) Ich kann Ihnen die Zitate bringen, aber das würde meine Redezeit sprengen. Genau dieses satte Lachen ist es! So lacht jemand, der schon im gemachten Nestchen sitzt. Aber Sie werden im Herbst noch aufwachen, das sage ich Ihnen! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Momentan schlafen wir eher ein!)
Abg. Amon: Praschak, BAWAG!
Jenen, die dann all das nicht mehr interessiert, sei gesagt: Da entwickelt sich eine Vertragskultur ohne Grenzen, ohne Moral – und der Steuerzahler hat das jedes Mal zu bezahlen. Das ist der Oberschadensfall, bei dem ich mir jetzt Ihre Zwischenrufe wünschen würde. Wir müssen den Schadensfall der Regierung Schüssel, der schwarz-blau-orangen-Regierung endlich einmal sanieren! (Abg. Amon: Praschak, BAWAG!) Das ist entscheidend! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Jenen, die dann all das nicht mehr interessiert, sei gesagt: Da entwickelt sich eine Vertragskultur ohne Grenzen, ohne Moral – und der Steuerzahler hat das jedes Mal zu bezahlen. Das ist der Oberschadensfall, bei dem ich mir jetzt Ihre Zwischenrufe wünschen würde. Wir müssen den Schadensfall der Regierung Schüssel, der schwarz-blau-orangen-Regierung endlich einmal sanieren! (Abg. Amon: Praschak, BAWAG!) Das ist entscheidend! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Neudeck: Was bei Ihnen?
aber noch immer im Ministerium – Peter Westenthaler klopft schon die ganze Zeit an. (Abg. Neudeck: Was bei Ihnen?) Schiefer wurde Sektionschef und später Projektleiter für den Zentralbahnhof Wien. Das muss man sich vorstellen: Der Zentralbahnhof ist nicht irgendein Bahnhof, wo irgendwelche Hühner verladen werden. (Abg. Scheibner: Den habt ihr bis jetzt vermurkst!) Und es geht weiter: Aufsichtsrat ASFINAG, jetzt könnte er sogar Vorstand der ÖBB-Infrastrukturbau und -betrieb AG werden. Lauter Genies rennen da offensichtlich herum; jeder kann alles machen. (Abg. Hornek: Wie ist das mit den alten Parteisekretären bei Ihnen?)
Abg. Scheibner: Den habt ihr bis jetzt vermurkst!
aber noch immer im Ministerium – Peter Westenthaler klopft schon die ganze Zeit an. (Abg. Neudeck: Was bei Ihnen?) Schiefer wurde Sektionschef und später Projektleiter für den Zentralbahnhof Wien. Das muss man sich vorstellen: Der Zentralbahnhof ist nicht irgendein Bahnhof, wo irgendwelche Hühner verladen werden. (Abg. Scheibner: Den habt ihr bis jetzt vermurkst!) Und es geht weiter: Aufsichtsrat ASFINAG, jetzt könnte er sogar Vorstand der ÖBB-Infrastrukturbau und -betrieb AG werden. Lauter Genies rennen da offensichtlich herum; jeder kann alles machen. (Abg. Hornek: Wie ist das mit den alten Parteisekretären bei Ihnen?)
Abg. Hornek: Wie ist das mit den alten Parteisekretären bei Ihnen?
aber noch immer im Ministerium – Peter Westenthaler klopft schon die ganze Zeit an. (Abg. Neudeck: Was bei Ihnen?) Schiefer wurde Sektionschef und später Projektleiter für den Zentralbahnhof Wien. Das muss man sich vorstellen: Der Zentralbahnhof ist nicht irgendein Bahnhof, wo irgendwelche Hühner verladen werden. (Abg. Scheibner: Den habt ihr bis jetzt vermurkst!) Und es geht weiter: Aufsichtsrat ASFINAG, jetzt könnte er sogar Vorstand der ÖBB-Infrastrukturbau und -betrieb AG werden. Lauter Genies rennen da offensichtlich herum; jeder kann alles machen. (Abg. Hornek: Wie ist das mit den alten Parteisekretären bei Ihnen?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ!
Ich weiß es eh, wie es bei Ihnen ist. Wenn irgendwo ein Sessel frei ist – Sie sitzen so ruhig da –, und man passt nicht auf, patsch, sitzt schon jemand vom ÖAAB dort. Sie sind sowieso unschlagbar vom Tempo her. Aber das ist die Grundlage. Warum macht man das alles? Warum gibt es diese Postenbesetzungen? – Das macht man, damit die BZÖ mitmacht, damit diese Regierung weiter besteht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ!), damit man sich nicht dem Wähler stellen muss. Das ist der wahre Hintergrund dieses Deals, der auf Kosten der Steuerzahler geht. Das ist ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Sie sind auch nicht die Cap, sondern der!) Das ist der wahre Hintergrund. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Cap!) Damit diese Koalition stabil ist, macht man all das. Sie wird nur durch diesen materiellen Hintergrund im Endeffekt stabil gehalten.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Sie sind auch nicht die Cap, sondern der!
Ich weiß es eh, wie es bei Ihnen ist. Wenn irgendwo ein Sessel frei ist – Sie sitzen so ruhig da –, und man passt nicht auf, patsch, sitzt schon jemand vom ÖAAB dort. Sie sind sowieso unschlagbar vom Tempo her. Aber das ist die Grundlage. Warum macht man das alles? Warum gibt es diese Postenbesetzungen? – Das macht man, damit die BZÖ mitmacht, damit diese Regierung weiter besteht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ!), damit man sich nicht dem Wähler stellen muss. Das ist der wahre Hintergrund dieses Deals, der auf Kosten der Steuerzahler geht. Das ist ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Sie sind auch nicht die Cap, sondern der!) Das ist der wahre Hintergrund. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Cap!) Damit diese Koalition stabil ist, macht man all das. Sie wird nur durch diesen materiellen Hintergrund im Endeffekt stabil gehalten.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Cap!
Ich weiß es eh, wie es bei Ihnen ist. Wenn irgendwo ein Sessel frei ist – Sie sitzen so ruhig da –, und man passt nicht auf, patsch, sitzt schon jemand vom ÖAAB dort. Sie sind sowieso unschlagbar vom Tempo her. Aber das ist die Grundlage. Warum macht man das alles? Warum gibt es diese Postenbesetzungen? – Das macht man, damit die BZÖ mitmacht, damit diese Regierung weiter besteht (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ!), damit man sich nicht dem Wähler stellen muss. Das ist der wahre Hintergrund dieses Deals, der auf Kosten der Steuerzahler geht. Das ist ungeheuerlich! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Sie sind auch nicht die Cap, sondern der!) Das ist der wahre Hintergrund. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das Cap!) Damit diese Koalition stabil ist, macht man all das. Sie wird nur durch diesen materiellen Hintergrund im Endeffekt stabil gehalten.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind am Ende!
Somit komme ich zur Quintessenz des Ganzen. Ich möchte wieder mit einem Zitat von Jörg Haider enden, der etwas Interessantes gesagt hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind am Ende!) Er hat gesagt: Die Bienen sind im Stande, in ihrem Staat sorgfältig hauszuhalten. Sie werfen jeden Herbst die Drohnen hinaus. – Zitatende. (Abg. Rädler: ÖGB!)
Abg. Rädler: ÖGB!
Somit komme ich zur Quintessenz des Ganzen. Ich möchte wieder mit einem Zitat von Jörg Haider enden, der etwas Interessantes gesagt hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind am Ende!) Er hat gesagt: Die Bienen sind im Stande, in ihrem Staat sorgfältig hauszuhalten. Sie werfen jeden Herbst die Drohnen hinaus. – Zitatende. (Abg. Rädler: ÖGB!)
Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist eher eine Anfrage an den Landwirtschaftsminister!
Das wird auch Ihnen in diesem Herbst passieren. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das ist eher eine Anfrage an den Landwirtschaftsminister!)
Abg. Öllinger: In Hexametern heute!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Zur Beantwortung der Dringlichen Anfrage hat sich Herr Staatssekretär Morak zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Öllinger: In Hexametern heute!)
Heiterkeit bei der ÖVP.
Tatsächlich ist es so, dass ehemalige Mitarbeiter von früheren Bundeskanzlern heute in den Vorstandsetagen von Unternehmen, denen eine gewisse Staatsnähe nicht abgesprochen werden kann, in beträchtlicher Zahl zu finden sind. (Heiterkeit bei der ÖVP.)
Oh-Rufe bei der ÖVP.
Es bekleiden aber auch ehemalige Pressesprecher von Bundeskanzlern etwa Funktionen im Stiftungsrat des ORF. (Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.
Oder man findet den ehemaligen Kabinettchef des eines Bundeskanzlers als Vorsitzenden des Universitätsrates der Universität Wien. (Neuerliche Oh-Rufe bei der ÖVP.)
Aha-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Das gibt es ja nicht!
Mit ehemaligen Mitarbeitern politischer Kabinette habe ich auch im Rahmen der Bundestheater Holding und ihrer Tochtergesellschaften zu tun. Um nicht missverstanden zu werden: Ich spreche durchwegs von Mitarbeitern von Bundeskanzlern, die in den Jahren vor 2000 im Amt waren. (Aha-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch: Das gibt es ja nicht!)
Zwischenruf des Abg. Gaál.
Ich möchte aber auch die Karrieren von ehemaligen Regierungsmitgliedern erwähnen, so beispielsweise jene des ehemaligen Staatssekretärs Wolfgang Ruttenstorfer. Er bringt ... (Zwischenruf des Abg. Gaál.) – Moment, Moment! Gemach, gemach! (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ein schlechtes Beispiel!)
Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ein schlechtes Beispiel!
Ich möchte aber auch die Karrieren von ehemaligen Regierungsmitgliedern erwähnen, so beispielsweise jene des ehemaligen Staatssekretärs Wolfgang Ruttenstorfer. Er bringt ... (Zwischenruf des Abg. Gaál.) – Moment, Moment! Gemach, gemach! (Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Ein schlechtes Beispiel!)
Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! (Anhaltende Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Herr Staatssekretär! Wenn Sie nicht wortgewaltig sein können – wer dann? (Allgemeine Heiterkeit sowie Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ und demonstrativer Beifall bei der ÖVP.
Oder die Karriere der ehemaligen Staatssekretärin Brigitte Ederer. Sie ist heute sehr erfolgreich bei Siemens tätig. (Beifall bei der SPÖ und demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Johann Moser: Das war er vorher auch schon! – Abg. Gaál: Das ist doch ein dummes Beispiel!
Auch den ehemaligen Bundesminister Rudolf Scholten, mittlerweile in der Kontrollbank tätig, könnte man in diesem Zusammenhang erwähnen. (Abg. Mag. Johann Moser: Das war er vorher auch schon! – Abg. Gaál: Das ist doch ein dummes Beispiel!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Gaál: Staatsbetrieb!
Ich möchte es ausdrücklich bedauern, dass in der vorliegenden Dringlichen Anfrage der Abgeordneten Dr. Josef Cap und GenossInnen vielleicht Vermutungen angestellt werden, Behauptungen aufgestellt werden, die sich nicht beweisen lassen und Spekulationen im Hinblick auf künftige Karrieren erhoben werden. Soweit davon einzelne namentlich genannte Personen betroffen sind, wie etwa der nun in der Privatwirtschaft tätige frühere Innenminister Ernst Strasser, ersuche ich um etwas Fairness. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Gaál: Staatsbetrieb!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Oh-Rufe bei der SPÖ.
Ich glaube, dass jemand, der nach seinem Ausscheiden aus der Politik in der Privatwirtschaft tätig ist, ein gewisses Maß an Respekt verdient. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Oh-Rufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Das ist aber in der Zeitung gestanden! Das hat keiner erfunden!
Jedenfalls ist es nicht zu akzeptieren, wenn teils unbegründete Vermutungen im Hinblick auf künftige Tätigkeiten angestellt werden, die für die Betroffenen nachteilige Auswirkungen im Zusammenhang mit ihrer derzeitigen beruflichen Tätigkeit nach sich ziehen können. (Abg. Parnigoni: Das ist aber in der Zeitung gestanden! Das hat keiner erfunden!) Dies gilt insbesondere für die teils pauschalierenden Verunglimpfungen gegenüber den Universitätsräten, die im Übrigen zu einem beträchtlichen Teil von den Universitäten selbst nominiert werden.
Rufe bei der SPÖ: Was soll das?
Ich möchte erfolgreiche Frauen und Männer erwähnen wie beispielsweise: Dr. Hannes Androsch, Mag. Max Kothbauer, Mag. Inge Scholz-Strasser, Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell, Dr. Siegfried Sellitsch oder Thomas Jozseffi, um nur einige zu nennen. (Rufe bei der SPÖ: Was soll das?)
Abg. Parnigoni: Unglaublich!
Auch wenn manche von ihnen bereits politische Funktionen unterschiedlicher Art ausgeübt haben mögen oder, um mit Ihren Worten, Herr Dr. Cap, zu sprechen: Meinen Sie, wenn Sie diese Persönlichkeiten nennen, wenn Sie davon sprechen, dass fast die Hälfte der Universitätsräte bereits „einschlägig politisch aufgefallen“ seien? (Abg. Parnigoni: Unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
politisches Engagement pauschal abqualifizieren, unverständlich und nicht nachvollziehbar. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wattaul.
Gestatten Sie mir, dass ich in einem konkreten Fall die persönliche Integrität einer der von Ihnen angegriffenen Persönlichkeiten in aller Form außer Streit stelle. Dies betrifft die langjährige Landeshauptfrau der Steiermark Waltraud Klasnic. Auf Grund ihrer langjährigen politischen Erfahrung ist sie selbstverständlich in einer besonderen Weise befugt und qualifiziert, die Leitung des Zukunftsfonds und die damit verbundene Verantwortung zu übernehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wattaul.)
Abg. Bures: Er ist für nichts zuständig!
Gemäß § 2 ÖIAG-Gesetz 2000 werden die Eigentümerrechte des Bundes in der Hauptversammlung durch den Bundesminister für Finanzen ausgeübt. – Die Beantwortung dieser Frage fällt daher nicht in den Zuständigkeitsbereich des Bundeskanzleramtes. (Abg. Bures: Er ist für nichts zuständig!)
Abg. Bures: Daher keine Zuständigkeit!
Nach dem ASFINAG-Gesetz hat die ASFINAG Informationspflicht nicht gegenüber dem Bundeskanzler, sondern gegenüber dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. (Abg. Bures: Daher keine Zuständigkeit!) – Das Bundeskanzleramt kann daher mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben. (Abg. Bures: Er weiß von gar nichts!)
Abg. Bures: Er weiß von gar nichts!
Nach dem ASFINAG-Gesetz hat die ASFINAG Informationspflicht nicht gegenüber dem Bundeskanzler, sondern gegenüber dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. (Abg. Bures: Daher keine Zuständigkeit!) – Das Bundeskanzleramt kann daher mangels Zuständigkeit keine Auskunft geben. (Abg. Bures: Er weiß von gar nichts!)
Abg. Bures: Weiß er auch nicht!
Zur Frage 6 (Abg. Bures: Weiß er auch nicht!):
Abg. Bures: Nicht zuständig!
Darüber hinaus möchte ich festhalten, dass sie für diese Funktion nicht vom Bundeskanzler bestellt, sondern gemäß § 7 Absatz 1 Ziffer 1 Zukunftsfondsgesetz aus der Mitte der Kuratoriumsmitglieder gewählt wurde. (Abg. Bures: Nicht zuständig!)
Abg. Bures: Weiß er auch nicht! Was wissen Sie?
Gemäß § 3 Bundesbahngesetz obliegt die Verwaltung der Anteilsrechte namens des Bundes an der ÖBB-Holding AG dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. – Das Bundeskanzleramt kann daher mangels Zuständigkeit keine Stellungnahme dazu abgeben. Im Übrigen verweise ich auch hier auf meine einleitende Bemerkung. (Abg. Bures: Weiß er auch nicht! Was wissen Sie?)
Abg. Parnigoni: Wozu sitzt er in der Regierung, wenn er für nichts zuständig ist?
Auf Grund des Zeitablaufes der für Rundfunkangelegenheiten zuständigen Geschäftsführer der RTR-GmbH. (Abg. Parnigoni: Wozu sitzt er in der Regierung, wenn er für nichts zuständig ist?)
Abg. Eder: Sie selber wissen auch nichts?
Darüber hinaus sind die Bestellung des künstlerischen Geschäftsführers der Burgtheater GmbH für die Besetzung der fünfjährigen Funktionsperiode ab 1. September 2009 sowie des künstlerischen Geschäftsführers der Volksoper Wien auf Grund der einvernehmlichen Auflösung des Vertragsverhältnisses mit dem derzeitigen Geschäftsführer ins Auge gefasst. (Abg. Eder: Sie selber wissen auch nichts?)
Abg. Parnigoni: Was wissen Sie überhaupt? – Abg. Eder: Vielleicht weiß der Dolinschek etwas!
Diese Frage fällt in die Zuständigkeit des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen. Davon abgesehen kann ich Ihnen davon berichten, dass die Position des Geschäftsführers beziehungsweise der Geschäftsführerin der Gesundheit Österreich GmbH, wie in der Regierungsvorlage vorgesehen, gemäß den Bestimmungen des Stellenbesetzungsgesetzes besetzt und daher ein entsprechend transparenter Bestellungsprozess erfolgen wird. (Abg. Parnigoni: Was wissen Sie überhaupt? – Abg. Eder: Vielleicht weiß der Dolinschek etwas!)
Abg. Bures: Keine Zuständigkeit!
Nach § 3 Bundesbahngesetz obliegt die Verwaltung der Anteilsrechte im Namen des Bundes an der ÖBB-Holding AG dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie. – Das Bundeskanzleramt kann daher mangels Zuständigkeit keine Stellung dazu abgeben. (Abg. Bures: Keine Zuständigkeit!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Im Übrigen danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Prinz.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, Sie haben eine „ernsthafte Befassung“ mit dieser Dringlichen angekündigt. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Daher, Herr Staatssekretär: Wie können Sie hier im Hohen Haus Respekt vor Ex-Innenminister Strasser einfordern, der im Zuge des ADONIS-Skandals davongelaufen ist (ironische Heiterkeit bei der ÖVP) – und der hunderte Parteifärbeaktionen durchgeführt hat?! Das ist doch geradezu unglaublich! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
ironische Heiterkeit bei der ÖVP
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, Sie haben eine „ernsthafte Befassung“ mit dieser Dringlichen angekündigt. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Daher, Herr Staatssekretär: Wie können Sie hier im Hohen Haus Respekt vor Ex-Innenminister Strasser einfordern, der im Zuge des ADONIS-Skandals davongelaufen ist (ironische Heiterkeit bei der ÖVP) – und der hunderte Parteifärbeaktionen durchgeführt hat?! Das ist doch geradezu unglaublich! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Günther Kräuter (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak, Sie haben eine „ernsthafte Befassung“ mit dieser Dringlichen angekündigt. (Zwischenruf des Abg. Prinz.) Daher, Herr Staatssekretär: Wie können Sie hier im Hohen Haus Respekt vor Ex-Innenminister Strasser einfordern, der im Zuge des ADONIS-Skandals davongelaufen ist (ironische Heiterkeit bei der ÖVP) – und der hunderte Parteifärbeaktionen durchgeführt hat?! Das ist doch geradezu unglaublich! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Und der Hinweis ... zum Salzamt!
Herr Staatssekretär Morak, das Einzige, was von Ihrer Lesung brauchbar ist, ist das Lob für sozialdemokratische Spitzenrepräsentanten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neugebauer: Und der Hinweis ... zum Salzamt!)
Abg. Kainz: Wo ist der Schlögl beteiligt überall?
Ich sage Ihnen jetzt Folgendes: Auch nur im Entferntesten einen Zusammenhang zu den „Gorbachs“, „Reichholds“ und „Forstingers“ dieser Welt herzustellen, das richtet sich doch von selbst, Herr Staatssekretär! (Abg. Kainz: Wo ist der Schlögl beteiligt überall?)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär Morak, Sie haben überhaupt keine Antworten gegeben – und das ist klar geschäftsordnungswidrig – darauf weise ich hin –, und das bedeutet natürlich politisch im Ergebnis, dass Sie den schwarz-orangen Postenschacher fortsetzen wollen. Das können ja Sie von der ÖVP am besten, und daher würde ich Ihnen raten, Herr Staatssekretär Morak: Machen Sie bitte in den drei dringendsten Fällen Postenschacher! Ich ersuche Sie: Schachern Sie endlich den Posten von Herrn Seipel im Kunsthistorischen Museum! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Die Begründung für diese notwendige Postenschacherei finden Sie im Rechnungshofbericht betreffend Kunsthistorisches Museum. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Es ist völlig egal, Kollege Neudeck (Abg. Neudeck: Ich habe gar nichts gesagt!), wer danach kommt, denn es gibt wirklich niemanden auf der Welt, der auf die Idee kommen würde, vor der Weltpresse die „Saliera“, zusammen mit Ministerin Gehrer, in einem Papierl sozusagen wie einen Leberkäse vorzuführen und mit dem Dreizack herumzufummeln! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!)
Abg. Neudeck: Ich habe gar nichts gesagt!
Die Begründung für diese notwendige Postenschacherei finden Sie im Rechnungshofbericht betreffend Kunsthistorisches Museum. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Es ist völlig egal, Kollege Neudeck (Abg. Neudeck: Ich habe gar nichts gesagt!), wer danach kommt, denn es gibt wirklich niemanden auf der Welt, der auf die Idee kommen würde, vor der Weltpresse die „Saliera“, zusammen mit Ministerin Gehrer, in einem Papierl sozusagen wie einen Leberkäse vorzuführen und mit dem Dreizack herumzufummeln! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!
Die Begründung für diese notwendige Postenschacherei finden Sie im Rechnungshofbericht betreffend Kunsthistorisches Museum. (Zwischenruf des Abg. Scheibner.) – Es ist völlig egal, Kollege Neudeck (Abg. Neudeck: Ich habe gar nichts gesagt!), wer danach kommt, denn es gibt wirklich niemanden auf der Welt, der auf die Idee kommen würde, vor der Weltpresse die „Saliera“, zusammen mit Ministerin Gehrer, in einem Papierl sozusagen wie einen Leberkäse vorzuführen und mit dem Dreizack herumzufummeln! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Falsche Rede!)
Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie!
Meine Damen und Herren, Sie erinnern sich sicherlich alle, dass es Direktor Seipel war, der dieses eine Auto gekauft und zugleich verkauft hat. Zwischen „dein“ und „mein“ kennt Herr Seipel offensichtlich nicht viele Unterschiede – und darum, Herr Staatssekretär Morak, ist es eben notwendig, diesen Posten zu schachern. (Abg. Scheibner: Das verwechseln Sie!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schachner-Blazizek!
Oder ich erinnere weiters daran, wie Herr Seipel in Venedig sozusagen „James Bond“ gespielt hat, was den Steuerzahler 7 000 € pro Tag gekostet hat. – Daher: Schachern Sie von den Koalitionsparteien auch diesen Posten! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Schachner-Blazizek!)
Abg. Kainz: Themenverfehlung, was Sie da reden!
Schachern Sie aber auch den Posten von Herrn Kandlhofer! Auch da gibt es eine wirklich fundierte Begründung in einem Rechnungshofbericht, und zwar zum Projekt e-card. (Abg. Kainz: Themenverfehlung, was Sie da reden!) – Sie erinnern sich sicherlich, Herr Kollege!
Abg. Steibl: Was macht Voves in der Steiermark ohne Ausschreibung?
man vom „Hüter des Verfassungsbogens“ da auch nichts gehört. – Und Herr Kandlhofer hat sich natürlich gedacht: Ei potz, wenn ich jetzt schon verfassungswidrig bestellt bin, dann brauche ich mich auch nicht an Gesetze oder Verordnungen zu halten! (Abg. Steibl: Was macht Voves in der Steiermark ohne Ausschreibung?)
Abg. Steibl: Das sagt Voves in der Steiermark auch: „Chefsache“! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind nur ..., weil Voves Sie nicht geschachert hat!
Im so genannten kleinen Untersuchungsausschuss – das war besonders interessant – hat Herr Kandlhofer zur Vergabe des e-card-Auftrages gesagt, dass das „Chefsache“ sei. „Chefsache“ also im Zusammenhang mit den No-Dates, die in ÖVP-Hinterzimmern stattfinden, wo illegale Preisabsprachen getätigt werden, und so weiter. (Abg. Steibl: Das sagt Voves in der Steiermark auch: „Chefsache“! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind nur ..., weil Voves Sie nicht geschachert hat!)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Meine Damen und Herren von den Koalitionsparteien, schachern Sie bitte auch den Posten von Frau Klasnic im Zukunftsfonds! In diesem Fall habe ich zwar noch keinen Rechnungshofbericht anzubieten, aber es wird einen Bericht des Untersuchungsausschusses des Steiermärkischen Landtages geben, aus dem hervorgehen wird, dass Frau Klasnic im Sommer 2004, und zwar wider besseres Wissen und entgegen den Empfehlungen der Finanzabteilung des Landes, Fördermittel für Gräfin Herberstein freigemacht hat. (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ..., weil Herr Voves Sie nicht geschachert hat! – Abg. Steibl: Was ist jetzt?
Jetzt soll Waltraud Klasnic mit 20 Millionen € im Zukunftsfonds zur Aufarbeitung der Vergangenheit beitragen – und zeitgleich wird in einem Untersuchungsausschuss in der Steiermark die Vergangenheit in der Causa Herberstein aufgearbeitet?! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: ..., weil Herr Voves Sie nicht geschachert hat! – Abg. Steibl: Was ist jetzt?)
Abg. Kößl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!
Nochmals: Schachern Sie auch Seipel, Kandlhofer und Klasnic! (Abg. Kößl: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen!)
Zwischenruf des Abg. Neudeck.
Auch auf eine andere Art von Postenschacher muss noch hingewiesen werden, und zwar durch Schüssel und Haider gemeinsam, nämlich im Verkehrsressort. Ich rufe in Erinnerung: Schmid, Forstinger, Reichhold, Gorbach – allesamt gescheitert! Ein Desaster im Verkehrsbereich, sowohl betreffend Bahn, ÖBB, als auch Straße, ASFINAG: Postenschacher, Schulden, Missmanagement. Offenbar ist das aber kein Problem für die Regierung! Was wird uns von den ÖBB mitgeteilt? – Pleite gehen könne ein Unternehmen, für das der Staat haftet, ohnehin nicht. – So schaut es also offensichtlich aus: Das Geld für den Postenschacher bezahlt der Steuerzahler, aber Kontrolle brauchen wir keine! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Zwischenruf der Abg. Steibl.
Meine Damen und Herren! Das wird sich die Bevölkerung Österreichs nicht gefallen lassen, seien Sie versichert! (Zwischenruf der Abg. Steibl.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Die Fragestellung war falsch!
Nun noch ein Ceterum censeo, wenn Sie schon da sind, Herr Staatssekretär: Wie sieht es denn mit den 5 736,88 € plus 4 Prozent Zinsen – wie ich einmal annehme – aus? Sie lachen immer so spitzbübisch, wenn die Rede davon ist, dass Sie endlich die Kosten für Ihre private Geburtstagsparty übernehmen sollen! Ich würde jetzt wirklich bitten: Auf die Dringlichen Anfrage haben Sie keine Antwort gegeben. Geben Sie heute doch wenigstens auf die Frage endlich eine Antwort, ob Sie bereit sind, die Kosten Ihrer Geburtstagsparty zurückzuzahlen, die sonst ja der Steuerzahler bezahlen muss! Wir warten darauf. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Brinek: Die Fragestellung war falsch!)
Zwischenruf des Abg. Parnigoni.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Hohes Haus! Wenn man Kollegem Kräuter zuhört, können sechs Minuten sehr lange werden. Und wenn man Kollegem Cap zuhört ... (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Es ist erstaunlich: Ich höre und lese in den Zeitungen, dass Sie ein guter Marathonläufer sind. Sie müssen aber auch ordentlich dehnen und jeden Tag Gymnastik betreiben! Als Sie nämlich hier über Sanieren und Finanzen geredet haben, ohne den ÖGB, die BAWAG und so weiter zu erwähnen, mussten Sie schon ordentliche Verrenkungen machen. Jeder andere hätte mit einem Bandscheibenvorfall das Rednerpult verlassen müssen, das sage ich Ihnen sehr deutlich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Na geh!
Geschätzte Damen und Herren! Damit sind wir schon beim Punkt: Das, was Sie da heute im Zusammenhang mit Postenschacher inszenieren, ist nicht einmal ein müdes Ablenkungsmanöver von der Causa prima. (Abg. Parnigoni: Na geh!)
Abg. Parnigoni: Fragen Sie einmal Neugebauer, was der alles ist!
Herr Kollege Cap, noch gestern, vor 24 Stunden, haben Sie Kollegem Hundstorfer einen Job hier im Nationalrat angeboten, weil es offenbar ganz einfach zu wenig ist, wenn man Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ist, weil es zu wenig ist, wenn man gleichzeitig im Wiener Gemeinderat sitzt, weil es zu wenig ist, dass man auch geschäftsführender ÖGB-Präsident ist. Das ist jetzt ohnehin nicht viel für die SPÖ zu tun, denn mit dem Ganzen hat sie angeblich nichts zu tun. Das heißt: Da ist noch Platz für ein Amterl! – In Anbetracht dessen muss ich sagen: Es ist schon mutig, dass Sie das Thema Postenschacher heute anziehen, Herr Kollege Cap! (Abg. Parnigoni: Fragen Sie einmal Neugebauer, was der alles ist!)
Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Ich möchte jetzt aber auf die Causa prima der letzten Tage und Wochen zurückkommen. Klar ist jedenfalls, dass die SPÖ nicht wirtschaften kann. Dafür gibt es genügend Megabeispiele, ich denke etwa an den „Konsum“, an die Verstaatlichte, aber auch an den Bankenbereich. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Ich muss wirklich sehr klar sagen: Es ist ein Zufall, wenn bei Banken, die in eurem Einflussbereich stehen, einmal nichts passiert! Die Regel ist ja, dass etwas passiert, wenn ich an die ganzen Bankendebatten in den letzten Jahren hier denke. (Abg. Mag. Darabos: Reden Sie von Raiffeisen?)
Abg. Mag. Darabos: Reden Sie von Raiffeisen?
Ich möchte jetzt aber auf die Causa prima der letzten Tage und Wochen zurückkommen. Klar ist jedenfalls, dass die SPÖ nicht wirtschaften kann. Dafür gibt es genügend Megabeispiele, ich denke etwa an den „Konsum“, an die Verstaatlichte, aber auch an den Bankenbereich. (Zwischenruf des Abg. Gradwohl.) Ich muss wirklich sehr klar sagen: Es ist ein Zufall, wenn bei Banken, die in eurem Einflussbereich stehen, einmal nichts passiert! Die Regel ist ja, dass etwas passiert, wenn ich an die ganzen Bankendebatten in den letzten Jahren hier denke. (Abg. Mag. Darabos: Reden Sie von Raiffeisen?)
Abg. Dr. Stummvoll: Natürlich!
Zunehmend bestätigt sich überdies der Verdacht, dass der ÖGB und die BAWAG offensichtlich sehr wohl von der Löwelstraße aus gesteuert werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Natürlich!) Wenn Gusi sagt: Verkaufen wir!, dann verkauft der ÖGB. Wenn Kollege Gusenbauer sagt: Hundstorfer herein!, dann kommt Hundstorfer herein. Wenn Kollege Gusenbauer sagt: Katzian herein!, dann sitzt Katzian herinnen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Zunehmend bestätigt sich überdies der Verdacht, dass der ÖGB und die BAWAG offensichtlich sehr wohl von der Löwelstraße aus gesteuert werden. (Abg. Dr. Stummvoll: Natürlich!) Wenn Gusi sagt: Verkaufen wir!, dann verkauft der ÖGB. Wenn Kollege Gusenbauer sagt: Hundstorfer herein!, dann kommt Hundstorfer herein. Wenn Kollege Gusenbauer sagt: Katzian herein!, dann sitzt Katzian herinnen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.)
Der Redner platziert eine Tafel mit einer Graphik und der Überschrift „Der Filz der Gusenbauer-SPÖ“ auf dem Rednerpult.
Es ist schon sehr interessant, wie dieses Zusammenspiel läuft und dargestellt wird. (Der Redner platziert eine Tafel mit einer Graphik und der Überschrift „Der Filz der Gusenbauer-SPÖ“ auf dem Rednerpult.) Hier wird roter Gusenbauer-Filz aufgebaut, und das ist natürlich im Moment im Hinblick auf ÖGB und BAWAG das große Problem. (Abg. Mag. Kogler: Was hat denn das mit der Bundesvollziehung zu tun? –Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.)
Abg. Mag. Kogler: Was hat denn das mit der Bundesvollziehung zu tun? –Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Es ist schon sehr interessant, wie dieses Zusammenspiel läuft und dargestellt wird. (Der Redner platziert eine Tafel mit einer Graphik und der Überschrift „Der Filz der Gusenbauer-SPÖ“ auf dem Rednerpult.) Hier wird roter Gusenbauer-Filz aufgebaut, und das ist natürlich im Moment im Hinblick auf ÖGB und BAWAG das große Problem. (Abg. Mag. Kogler: Was hat denn das mit der Bundesvollziehung zu tun? –Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Sie sind fünf Kilometer vom Thema entfernt!
Nach den ersten Reaktionen, Herr Kollege, kann man sagen: Sie lösen ja den Filz nicht auf, der zu dieser Geschichte geführt hat, sondern Sie verstärken ihn! Meine Sorge geht dahin, dass der ÖGB und die BAWAG aus dieser Ecke nicht herauskommen, weil sie in Ihrem Einfluss stehen, geschätzte Damen und Herren. Sie haben in der Vergangenheit hinreichend bewiesen, dass Sie vom Wirtschaften keine Ahnung haben. Überall dort, wo die Sozialisten zu lange reagiert haben, hat es immer Krisensituationen gegeben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: Sie sind fünf Kilometer vom Thema entfernt!)
Abg. Mag. Kogler: Reden Sie einmal zur Sache!
Ich komme gleich zur ÖIAG. Die ÖIAG war einer der Fälle, die wir von der SPÖ übernommen haben. (Abg. Mag. Kogler: Reden Sie einmal zur Sache!) Die ÖIAG ist ein solcher Fall, Kollege Kogler. (Abg. Mag. Kogler: Sie halten eine Rede von vor drei Wochen oder für den Wahlkampf! Reden Sie nicht herum! Reden Sie einmal über etwas, was das Parlament betrifft!)
Abg. Mag. Kogler: Sie halten eine Rede von vor drei Wochen oder für den Wahlkampf! Reden Sie nicht herum! Reden Sie einmal über etwas, was das Parlament betrifft!
Ich komme gleich zur ÖIAG. Die ÖIAG war einer der Fälle, die wir von der SPÖ übernommen haben. (Abg. Mag. Kogler: Reden Sie einmal zur Sache!) Die ÖIAG ist ein solcher Fall, Kollege Kogler. (Abg. Mag. Kogler: Sie halten eine Rede von vor drei Wochen oder für den Wahlkampf! Reden Sie nicht herum! Reden Sie einmal über etwas, was das Parlament betrifft!)
Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Reden wir nicht herum, sondern schauen wir uns die Ergebnisse an, lieber Kollege Kogler! Die ÖIAG ist heute schuldenfrei. Die ÖIAG hat Unternehmen sehr vernünftig und richtig privatisiert. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.) – Herr Kollege! Du bist ja auch so ein altsozialistischer Ideologe, weit weg von der wirtschaftspolitischen Realität! Du bist ein Theoretiker, aber kein Praktiker. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Reden wir nicht herum, sondern schauen wir uns die Ergebnisse an, lieber Kollege Kogler! Die ÖIAG ist heute schuldenfrei. Die ÖIAG hat Unternehmen sehr vernünftig und richtig privatisiert. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.) – Herr Kollege! Du bist ja auch so ein altsozialistischer Ideologe, weit weg von der wirtschaftspolitischen Realität! Du bist ein Theoretiker, aber kein Praktiker. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Die steirische ÖVP hat Schlamm bis zu den Ohren!
Deine Expertisen haben unter anderem auch dazu geführt, dass die Obersteiermark in diese Situation gekommen ist, in der sie sich befindet. (Abg. Mag. Kogler: Die steirische ÖVP hat Schlamm bis zu den Ohren!)
Zwischenruf des Abg. Dobnigg.
Schauen wir uns die erfolgreichen Privatisierungen an! Schauen wir uns an, wie die voestalpine heute dasteht. (Zwischenruf des Abg. Dobnigg.) – Lieber Karl Dobnigg, du bist einer der wenigen, die diese Ämterentflechtung noch nicht gemacht haben! Das einzige Glück ist, dass du dich wenigstens teilkarenzieren lassen hast. Das wird kein Schaden für die voestalpine Donawitz gewesen sein! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Regt euch nicht so auf!
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schauen wir uns die erfolgreichen Privatisierungen an! Schauen wir uns an, wie die voestalpine heute dasteht. (Zwischenruf des Abg. Dobnigg.) – Lieber Karl Dobnigg, du bist einer der wenigen, die diese Ämterentflechtung noch nicht gemacht haben! Das einzige Glück ist, dass du dich wenigstens teilkarenzieren lassen hast. Das wird kein Schaden für die voestalpine Donawitz gewesen sein! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Regt euch nicht so auf!
Zwischenruf des Abg. Dobnigg.
Die voestalpine hat das Geschäftsjahr 2005/2006 sehr erfolgreich abgeschlossen. Nur dass wir wissen, worum es geht: Wir haben in den obersteirischen Betrieben ... (Zwischenruf des Abg. Dobnigg.) – Karl Dobnigg! Ich weiß nicht, ob du bei den Verhandlungen dabei warst. Es gibt für jeden Mitarbeiter 2 400 € Prämie. (Abg. Dobnigg: Dort arbeiten auch die Mitarbeiter und nicht du oder die ÖVP!)
Abg. Dobnigg: Dort arbeiten auch die Mitarbeiter und nicht du oder die ÖVP!
Die voestalpine hat das Geschäftsjahr 2005/2006 sehr erfolgreich abgeschlossen. Nur dass wir wissen, worum es geht: Wir haben in den obersteirischen Betrieben ... (Zwischenruf des Abg. Dobnigg.) – Karl Dobnigg! Ich weiß nicht, ob du bei den Verhandlungen dabei warst. Es gibt für jeden Mitarbeiter 2 400 € Prämie. (Abg. Dobnigg: Dort arbeiten auch die Mitarbeiter und nicht du oder die ÖVP!)
Abg. Mag. Johann Moser: Verschleudert wurde sie!
Wir hatten immer Vertrauen zum Management und zu den Mitarbeitern, und insgesamt zeigt sich: Wenn sie nicht unter politischem Einfluss stehen, machen sie ihr Geschäft ganz phantastisch. Die voestalpine ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Privatisierung. (Abg. Mag. Johann Moser: Verschleudert wurde sie!) Sie ist ein Paradebeispiel für eine gelungene Entflechtung von der Politik. Ein paar Randgrößen haben
Zwischenruf des Abg. Dobnigg.
wir noch, aber das ist nicht mehr wirklich entscheidend. Die voestalpine ist ein sehr positives Beispiel dafür, dass diese Entflechtung richtig war. (Zwischenruf des Abg. Dobnigg.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Lieber Karl Dobnigg! Ich würde mich freuen, wenn du das auch so sehen würdest. Ich glaube, dass heute in Donawitz keiner mehr die Verstaatlichte will. Oder? (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Parnigoni: Der ARBÖ wird doch wählen können, wen er will! Wieso ist das Postenschacher?
Schauen wir uns auch die Situation beim ARBÖ an, geschätzte Damen und Herren! Lieber Kollege Kräuter, ich höre, dass SPÖ-Landesparteifinanzreferent Heinz Hofer, auch kein unbedeutender Networker in der Steiermark, neuer ARBÖ-Präsident werden soll. Ich hoffe, du hast auf Grund des Postenschachers im SPÖ-Landesparteivorstand dagegen gestimmt und bist ebenso engagiert aufgetreten wie hier jetzt. (Abg. Parnigoni: Der ARBÖ wird doch wählen können, wen er will! Wieso ist das Postenschacher?) – Herr Kollege Parnigoni, dass du dich zum ARBÖ meldest, finde ich besonders erstaunlich und mutig. Dort verdient ein Präsident nämlich mehr als der Bundespräsident! Du solltest dich schämen und nicht zu laut reden!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
In diesem Sinne ist auch nach dieser Debatte klar: Die SPÖ kann nicht wirtschaften! Es wäre ein Schaden, wenn die SPÖ mehr Verantwortung in diesem Land bekäme. Das wäre ein Schaden! Das Land ist bei Wolfgang Schüssel und bei dieser Bundesregierung gut aufgehoben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Riepl: Wie viel hat Herr Gaugg bekommen?
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine Damen und Herren! Sie sollten eigentlich sehr zufrieden hier sitzen und sich für den Fall, dass Sie eine gute Dringliche eingebracht haben und dass Ihr Klubvorsitzender hier eine tolle Rede gehalten ist, freuen. – Ihre Aufregung und Nervosität zeigt jedoch etwas anderes: Sie sehen, dass Sie schon wieder einen Rohrkrepierer gelandet haben, so wie mit vielen Dringlichen Anfragen davor auch. (Abg. Riepl: Wie viel hat Herr Gaugg bekommen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich freue mich immer schon auf die Dringlichen, die von Ihnen kommen, weil sie durchaus immer interessant sind, manchmal für Humor gut sind, oft aber auch Mut verlangen. Auch diese Dringliche zeugt vom Mut Ihrer Fraktion und Ihres Klubvorsitzenden. Wenn nämlich gerade die SPÖ, die ja der Partei gewordene Proporz und Postenschacher ist, sich hier über Postenvergabe aufregt, dann zeugt das wirklich von einer großen Portion an Mut. Das möchte ich durchaus anerkennen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Interessant ist nur, dass Kollege Cap als Beweis für seine These, dass jetzt in der Regierung all diese Posten besetzt und beschlossen werden, dann gleich den Ministerrat, die Tagesordnung und den Punkt „Personelles“ heranzieht. (Zwischenruf des Abg. Faul.) Daran zeigt sich, dass die letzten sechs Jahre halt spurlos am Kollegen Cap vorbeigegangen sind! – So etwas ist für uns aber immer ein interessanter Einblick in die Vergangenheit. Das ist so, als ob man mit einem Fernrohr in die Ferne blickt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die sollten mit dem Fernrohr in die Karibik schauen!) Ja genau!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die sollten mit dem Fernrohr in die Karibik schauen!
Interessant ist nur, dass Kollege Cap als Beweis für seine These, dass jetzt in der Regierung all diese Posten besetzt und beschlossen werden, dann gleich den Ministerrat, die Tagesordnung und den Punkt „Personelles“ heranzieht. (Zwischenruf des Abg. Faul.) Daran zeigt sich, dass die letzten sechs Jahre halt spurlos am Kollegen Cap vorbeigegangen sind! – So etwas ist für uns aber immer ein interessanter Einblick in die Vergangenheit. Das ist so, als ob man mit einem Fernrohr in die Ferne blickt. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Die sollten mit dem Fernrohr in die Karibik schauen!) Ja genau!
Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.
Ich werde Ihnen mit der Geschichte nachhelfen. Das ist so, als ob man in ferne Galaxien schaut und dann etwas sieht, wovon man glaubt, dass es jetzt stattfindet, in Wirklichkeit ist das Ereignis aber durch die große Entfernung schon um Lichtjahre vorbei. (Zwischenruf des Abg. Mag. Johann Moser.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie bringen hier also einen Beweis aus der Vergangenheit. Dieser ist für uns historisch sehr interessant, hat aber mit der Realität heute – Gott sei Dank! – nichts zu tun. Und so geht es mit vielen Dingen auch bei Ihrer Dringlichen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie werden noch Zeit haben, sie zu lernen!
Das verstehe ich auch! Sie zeigen immer wieder, dass Sie die Opposition noch nicht gelernt haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie werden noch Zeit haben, sie zu lernen!) Aber uns ist auch klar, warum Sie wieder zurück wollen: Weil Sie genau wieder zu dem System, das Sie uns hier unterstellen und das Sie jetzt kritisieren, zurückkommen wollen, dass nämlich Sie der Staat, die Postenvergabe und die Wohnungsvergabe sind! All das wollen Sie, die Partei, sein! Darauf ist man stolz. Und dort, wo man es noch kann wie zum Beispiel in Wien ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Moment! Die Partei vergibt die Gemeindewohnungen. Die Partei vergibt die Positionen in der Gemeindeverwaltung. Deshalb ist es ja auch kein Zufall, dass, wie ich glaube, 90 Prozent bei den Personalvertretungswahlen aus Ihren Reihen kommen. Und darauf sind Sie auch noch stolz! (Abg. Zweytick: Freundschaft!)
Zwischenruf bei der SPÖ.
Das verstehe ich auch! Sie zeigen immer wieder, dass Sie die Opposition noch nicht gelernt haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie werden noch Zeit haben, sie zu lernen!) Aber uns ist auch klar, warum Sie wieder zurück wollen: Weil Sie genau wieder zu dem System, das Sie uns hier unterstellen und das Sie jetzt kritisieren, zurückkommen wollen, dass nämlich Sie der Staat, die Postenvergabe und die Wohnungsvergabe sind! All das wollen Sie, die Partei, sein! Darauf ist man stolz. Und dort, wo man es noch kann wie zum Beispiel in Wien ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Moment! Die Partei vergibt die Gemeindewohnungen. Die Partei vergibt die Positionen in der Gemeindeverwaltung. Deshalb ist es ja auch kein Zufall, dass, wie ich glaube, 90 Prozent bei den Personalvertretungswahlen aus Ihren Reihen kommen. Und darauf sind Sie auch noch stolz! (Abg. Zweytick: Freundschaft!)
Abg. Zweytick: Freundschaft!
Das verstehe ich auch! Sie zeigen immer wieder, dass Sie die Opposition noch nicht gelernt haben. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie werden noch Zeit haben, sie zu lernen!) Aber uns ist auch klar, warum Sie wieder zurück wollen: Weil Sie genau wieder zu dem System, das Sie uns hier unterstellen und das Sie jetzt kritisieren, zurückkommen wollen, dass nämlich Sie der Staat, die Postenvergabe und die Wohnungsvergabe sind! All das wollen Sie, die Partei, sein! Darauf ist man stolz. Und dort, wo man es noch kann wie zum Beispiel in Wien ... (Zwischenruf bei der SPÖ.) – Moment! Die Partei vergibt die Gemeindewohnungen. Die Partei vergibt die Positionen in der Gemeindeverwaltung. Deshalb ist es ja auch kein Zufall, dass, wie ich glaube, 90 Prozent bei den Personalvertretungswahlen aus Ihren Reihen kommen. Und darauf sind Sie auch noch stolz! (Abg. Zweytick: Freundschaft!)
Abg. Mag. Johann Moser: Und was ist Herr Amon? Generalsekretär des Wirtschaftsbundes!
Herr Foglar, der damals, als diese Spekulationen begonnen haben, Aufsichtsrat bei der BAWAG und auch Herr über den Streikfonds – so es ihn noch gibt – war, wird jetzt Finanzchef beim ÖGB. (Abg. Mag. Johann Moser: Und was ist Herr Amon? Generalsekretär des Wirtschaftsbundes!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege, da Sie auch die Gagen kritisieren: Herr Elsner hat eine Belohnung von 300 000 € bekommen, einen Job bei den Lotterien dafür, dass er die Bank fast in den Sand gesetzt hat. Das sind Ihre Reaktionen auf Skandale! Das ist Ihre Postenbesetzung! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Da könnte man noch viel erwähnen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Oje, der Herr Kollege Matznetter! Wie schaut es denn aus mit dem ARBÖ? Sie kritisieren, dass ein Vorstand der ASFINAG, die jetzt ganz tolle Projekte initiiert und bei der noch nie so viel in die Infrastruktur investiert wurde, 200 000 € verdient. Das ist noch um ein Eckhaus weniger als etwa das Einkommen des ARBÖ-Präsidenten! Aber davon wollen Sie ja nichts mehr wissen. Die ganzen SPÖ-Funktionäre flüchten jetzt aus den ARBÖ-Gremien, damit sie nur ja nichts mehr damit zu tun haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Die Steiermark wurde schon angesprochen. Es ist ja wirklich interessant, in welchem Rekordtempo man dort umfärbt, von den Landesschulräten über die Stiftungsräte bis zu den landesnahen Gesellschaften! Das, was Sie uns immer unterstellen, ist in Wirklichkeit nur das, was Sie dort, wo Sie können, praktizieren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.)
Abg. Riepl: Die Zeit ist abgelaufen!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Das stimmt schon! Die Uhr wurde wunschgemäß auf 6 Minuten eingestellt. (Abg. Riepl: Die Zeit ist abgelaufen!)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
Gemeindebereich erhält. Das ist doch unsinnig! (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Mag. Johann Moser: Gehabt!
Genau so verhält es sich auch in anderen Bereichen. Was ist mit Kollegem Vranitzky? Er hat einen Beratervertrag bei der WestLB. (Abg. Mag. Johann Moser: Gehabt!) – Ja natürlich, der Vertrag ist jetzt, nach zehn Jahren, ausgelaufen. Aber hatte das etwas damit zu tun, dass man damals, als er noch Bundeskanzler war, die Bank Austria an die WestLB verkauft hat? Und, und, und. Da kann man viele Beispiele bringen. Sie projizieren halt anscheinend all das, was Sie hier herüberbringen, aus dem eigenen Bereich!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Meine Damen und Herren, es wird kritisiert, welche Gehälter bei der ÖIAG gezahlt werden. – Gott sei Dank haben wir dort tolle Manager eingesetzt! Sie hätten vielleicht gerne noch Herrn Streicher und andere dort. Haben auch nichts damit zu tun, waren ja auch nie Minister der SPÖ! Das Management, das dort eingesetzt wurde, hat es aber jedenfalls geschafft, dass die ÖIAG durch Privatisierungen schuldenfrei ist und trotzdem einen höheren Marktwert hat als vor der Privatisierung. Das ist moderne Personalpolitik, die wirklich zukunftsorientiert arbeitet. Und man könnte noch eine ganze Menge an ähnlichen Beispielen bringen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Gradwohl: Haben Sie es wirklich notwendig, so tief zu werden?
Aber der Ausgangspunkt für die Reformen und auch für das vom Rechnungshof war ja 1997 ein Selbstmord, meine Damen und Herren, ein Selbstmord, der in Ihrem Bereich verursacht worden ist, weil dort ... (Abg. Gradwohl: Haben Sie es wirklich notwendig, so tief zu werden?) – Na ist das „tief“, Herr Kollege? Kannst du dich nicht mehr daran erinnern, was wir hier diskutiert haben, wo ihr dann selbst ein Fünf-Punkte-Programm ausgearbeitet habt, damit so ein Fall Praschak in der Zukunft nicht mehr möglich ist, damit ein derartiger Druck wie auf Praschak nicht mehr ausgeübt werden kann? Im Jahr 1999 ist das hier aufgelistet worden. Und was ist daraufhin passiert? Eine Postenbesetzung nach der anderen nach Parteischema.
Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen
Sie, meine Damen und Herren, haben das ja selbst auch zum Ausdruck gebracht. Ihr Kollege Gusenbauer hat das in einer Nationalratssitzung zum Ausdruck gebracht, als er gesagt hat (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen): Es wird an der Tagesordnung sein, dass Politiker nach ihrer Tätigkeit in die Wirtschaft gehen, und wir sollten doch nicht so defensiv sein und so ein mangelndes Selbstbewusstsein haben, dass wir nicht sagen, dass wir hier gute Arbeit leisten.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es wundert mich, dass Sie das hier kritisieren, aber ich sage Ihnen: Wir wissen, dass wir da objektiviert haben, und daran werden wir weiterarbeiten! Das Glashaus, in dem Sie sitzen, ist so groß, dass Sie Ihre Steine werfen können, aber wir wollen verhindern, dass Österreich zurückkehrt zu dem System, das Sie hier kritisieren, aber in Wirklichkeit wieder einführen wollen: zu einem großkoalitionären Proporz, wo ausschließlich nach Parteibuch in Ihrem Sinn die Posten besetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Zu dieser Form der Objektivierung darf ich tatsächlich berichtigen: Es ist die HVB, eine ganz andere Bank, Herr Kollege! Wie so vieles im Leben: alles falsch! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Und was steht dem gegenüber?
Richtig ist, dass die ÖIAG in ihrer Bilanz 2005 Verbindlichkeiten in der Höhe von 457 Millionen € aufweist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amon: Und was steht dem gegenüber?)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr kommt Herr Abgeordneter Öllinger mit einer Wunschredezeit von 8 Minuten ans Rednerpult. – Bitte. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Am Wort ist Herr Abgeordneter Öllinger!
Beifall bei den Grünen.
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Missethon, wissen Sie, was das Unerträgliche ist? – Dass Sie zum Beispiel als Vertreter der ÖVP – ich könnte das auch durch andere ersetzen –, die in der Steiermark in der Causa EStAG noch nicht einmal bis zur Nasenspitze aus dem Schlamm heraußen ist, sich hier herstellen und sagen: Ah, da ist noch jemand anderer im Schlamm drinnen! Die SPÖ ist auch im Schlamm! Das freut uns aber! – Das ist die Art und Weise, wie Sie diese Debatte um Parteibuchwirtschaft, um Proporzwirtschaft unerträglich machen! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Es geht nicht darum, dass es früher einmal, Herr Staatssekretär, auch Parteibuchwirtschaft gegeben hat – selbstverständlich, und wir haben das auch immer kritisiert –, aber: Das Ausmaß an Postenschacher, an Privilegienwirtschaft, an Parteibuchwirtschaft, an Unfähigkeit von in diese Posten gehievten politischen Günstlingen hat unerträgliche Ausmaße erreicht und war noch nie so arg wie jetzt – nicht einmal zu Zeiten des Proporzes! So schaut es aus, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich sage Ihnen etwas: Austrian Research Center, Austro Control, AUA, ASFINAG, Austria Center Vienna, Austria Wirtschaftsservice, Bundesimmobiliengesellschaft, Bundesheer, Behindertenanwaltschaft, Bundestheater-Holding, BUWOG, Brenner Eisenbahngesellschaft, Brenner Basistunnel AG, Bundesbuchhaltungsagentur, Bundesbeschaffungsagentur – jetzt bin ich erst beim Buchstaben B und da noch nicht einmal fertig! Das haben Sie alles in den letzten fünf, sechs Jahren umzufärben und einzufärben versucht! So schaut es aus in dieser Republik. Es gibt ja fast nichts mehr an Institutionen, die staatsnahe sind, die nicht von Ihren Günstlingen bevölkert werden – und das ist das Problem! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!
Ich habe Ihnen jetzt vorgelesen, was Herr Lauda gesagt hat. Der ist von Ihnen als Aufsichtsrat bestellt worden, weil Sie gewusst haben, er steht den Regierungsparteien nahe! (Abg. Scheibner: Das ist ein Widerspruch!) Er war ehrlich genug zu sagen: Nein, mit mir nicht! Das können sie nicht spielen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Ich könnte Ihnen jetzt Gremien und Aufsichtsräte noch und nöcher aufzählen, die sich angesichts dieser Postenbestellungspraxis der Regierungsparteien abgewandt haben, angewidert abgewandt und gesagt haben: Da machen wir nicht mehr mit! – Das sind die Realitäten der letzten Jahre! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Murauer: Nicht pauschalieren, zählen Sie auf!
Ich kann Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, gerne dazu noch etwas sagen. (Abg. Murauer: Nicht pauschalieren, zählen Sie auf!) Reden wir nicht mehr von der Normalität, sondern vom Besonderen: Austria Wirtschaftsservice. – Was fällt Ihnen dazu ein? Zwei Geschäftsführer sind bestellt und hinausgeschmissen worden. Sie sind von Ihnen parteipolitisch bestellt – und hinausgeschmissen worden, weil sie unfähig waren. Die Republik zahlt die Kosten: einerseits die Beratungskosten für die Einstellung dieser Geschäftsführer – die waren enorm, haben wir schon diskutiert – und natürlich die Kosten, damit die Geschäftsführer, wenn sie hinausgeworfen werden, nicht den Mund aufmachen, damit sie schweigen, damit sie rasch wieder vergessen und damit man so tun kann, als ob es Normalität gäbe in dieser Republik. – So schaut
Abg. Mag. Kogler: Schweigegeld vom Steuerzahler!
es aus! Austria Wirtschaftsservice: Merken Sie sich das gut! (Abg. Mag. Kogler: Schweigegeld vom Steuerzahler!)
Abg. Murauer: Die Praxis habe ich erlebt!
Ernährungsagentur – nächstes Beispiel. Kollege Kogler kann Ihnen aus seiner Praxis als Vorsitzender des Rechnungshofausschusses und auch aus seiner Tätigkeit noch andere Beispiele erzählen! (Abg. Murauer: Die Praxis habe ich erlebt!)
Abg. Neudeck: Aber das bestimmen nicht Sie!
Uns geht es nicht darum, dass irgendjemand aus einer Partei einen Posten erhält oder nicht erhält, aber fähig sollte er oder sie sein, qualifiziert sollte er oder sie sein, und eine Öffentlichkeit und eine Kontrolle sollte es dafür geben. (Abg. Neudeck: Aber das bestimmen nicht Sie!) Aber Sie sind ja nicht einmal bereit, diese Machenschaften kontrollieren zu lassen. Und das ist der Unterschied zu dem, was wir auch schon vorher in diesem Haus erlebt haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Uns geht es nicht darum, dass irgendjemand aus einer Partei einen Posten erhält oder nicht erhält, aber fähig sollte er oder sie sein, qualifiziert sollte er oder sie sein, und eine Öffentlichkeit und eine Kontrolle sollte es dafür geben. (Abg. Neudeck: Aber das bestimmen nicht Sie!) Aber Sie sind ja nicht einmal bereit, diese Machenschaften kontrollieren zu lassen. Und das ist der Unterschied zu dem, was wir auch schon vorher in diesem Haus erlebt haben. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Herr Staatssekretär Morak, ich hoffe, Sie geben uns bald eine Antwort, wie sich das mit Ihrer Geburtstagsparty im Kunsthistorischen Museum verhält. Die SteuerzahlerInnen warten noch auf das Geld in der Höhe von fast 6 000 €! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Wattaul: Das glaubt ihr aber selber nicht!
Im „Kurier“ gibt es Aufzählungen über die Versorgungsposten und die Beschaffung der Posten. Meiner Meinung nach ist das der Hauptjob der Regierungsvertreter: Sie müssen ihre eigenen Sessel retten, denn sie wissen, im Herbst sind die vor die Türe gestellt (Abg. Wattaul: Das glaubt ihr aber selber nicht!), und sie müssen auch noch in ihrem Umfeld sehr viele Sessel retten. Das Karussell und die Spirale der Versorgung drehen sich immer schneller.
Abg. Neudeck: Welche Sektion hat Ihnen diese Rede geschrieben?
Es ist auch kein Wunder, dass von Seiten der ÖVP überlegt wird, die Legislaturperiode zu verlängern. Meine Damen und Herren, das heißt ja, dass Ihre Liste noch sehr lang sein muss. – Oder werden die Dienste des BZÖ von der ÖVP honoriert? Deswegen halten Sie still und deswegen werden Ihre Leute versorgt. Vielen Ex-FPÖ- oder BZÖ-Mandataren werden Posten zugeschanzt, damit wird nämlich die Koalitionstreue abgegolten, denn politische Veränderungen sind für das BZÖ nur mehr der Gang in den Privatjob, ins Privatleben. Das ist Ihre politische Perspektive, und deswegen ackern Sie wirklich mit starker Kraft daran, dass Ihre Parteifreundinnen und Parteifreunde unterstützt werden. (Abg. Neudeck: Welche Sektion hat Ihnen diese Rede geschrieben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Frau Kollegin, die Hendln sind ja schon fünf Jahre alt!
Herr Kurzzeit-Exminister Reichhold: 2001 hat er sich von seiner Funktion im Land Kärnten zurückgezogen. Damals hat er in einem Interview gesagt, er hat sich einen Traktor gekauft und wartet auf die Lieferung von 2 500 Kücken. Jetzt wird er drittes Vorstandsmitglied bei der ASFINAG. Ich frage mich nur: Was hat ihn dafür qualifiziert? Der Traktorkauf oder die Lieferung der Kücken, sehr geehrte Damen und Herren? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Frau Kollegin, die Hendln sind ja schon fünf Jahre alt!)
Abg. Neudeck: So formuliert der Fiedler nicht!
Wo sind die Qualifikationen, wo sind die Kriterien? – Für Sie gilt das Gegenteil von dem, was für alle Österreicherinnen und Österreicher gilt. Sie wollen sich nicht an Gesetze halten, Sie haben eine Abgehobenheit, die ist unbeschreibbar! In Bezug auf die Schablonenverordnung, die Sie regelmäßig missachten, hat Ihnen auch schon Rechnungshofpräsident Fiedler gesagt, dass diese Missachtung ein Tritt in das Gesicht des Rechtsstaates ist. (Abg. Neudeck: So formuliert der Fiedler nicht!)
Abg. Wattaul: Jetzt sind Sie durcheinander!
Hier zeigt sich das wahre Gesicht dieser Regierung: Bei der ÖIAG wurde um 2,3 Milliarden € mehr Geld verschleudert für die Vorstände, für die Posten. Herr Behindertenanwalt Haupt hat schon, bevor es überhaupt eine Ausschreibung gegeben hat, als damaliger Minister gesagt, dass er am besten für diesen Posten qualifiziert ist. Er war der Minister, der die Ambulanzgebühren eingeführt hat, die Unfallrentenbesteuerung – Maßnahmen, die zahlreiche behinderte Menschen an den Rand ihrer Existenz gedrängt haben. (Abg. Wattaul: Jetzt sind Sie durcheinander!) Hier wurde ein Amt geschaffen.
Abg. Wattaul: Der BAWAG auch!
Dieser Selbstbedienungsladen der Regierung wird von den SteuerzahlerInnen bezahlt, und denen geht es immer schlechter, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Wattaul: Der BAWAG auch!) Die wollen Leistungen sehen, die wollen keinen Postenschacher sehen! Die bekommen immer weniger Leistungen für ihr Steuergeld, was ja kein Wunder ist, weil sie ja Ihren Postenschacher finanzieren müssen. Es werden den
Abg. Wattaul: Das sind aber eure Eisenbahner-Gewerkschafter!
Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern nicht nur die WCs auf den Bahnhöfen gesperrt (Abg. Wattaul: Das sind aber eure Eisenbahner-Gewerkschafter!), sondern ihr Vermögen wird verschleudert, siehe Austria Tabak Werke. Gegen die Arbeitslosigkeit wird nichts getan, im Bildungsbereich wird nichts getan, und im Gesundheitsbereich herrscht Chaos. Die Leute haben sich Besseres verdient. Treten Sie zurück und hören Sie auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern nicht nur die WCs auf den Bahnhöfen gesperrt (Abg. Wattaul: Das sind aber eure Eisenbahner-Gewerkschafter!), sondern ihr Vermögen wird verschleudert, siehe Austria Tabak Werke. Gegen die Arbeitslosigkeit wird nichts getan, im Bildungsbereich wird nichts getan, und im Gesundheitsbereich herrscht Chaos. Die Leute haben sich Besseres verdient. Treten Sie zurück und hören Sie auf! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Keine Polemik von der Regierungsbank! Was soll das? – Abg. Mag. Kogler: Tragen Sie etwas zur Anfragebeantwortung bei! – Abg. Öllinger: Wir brauchen keine Büttenreden!
Staatssekretär im Bundesministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz Sigisbert Dolinschek: Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Regierungskollege! Hohes Haus! Sehr geehrte Abgeordnete! Sehr geehrte Kollegen von der SPÖ! Wer in Sachen Parteibuchwirtschaft und Postenschacher – lassen Sie mich das etwas salopp formulieren – so viel Butter auf dem Kopf hat, sollte zumindest die Sonne meiden, denn die Butter zerrinnt dann sehr, sehr schnell. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Parnigoni: Keine Polemik von der Regierungsbank! Was soll das? – Abg. Mag. Kogler: Tragen Sie etwas zur Anfragebeantwortung bei! – Abg. Öllinger: Wir brauchen keine Büttenreden!)
Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen
Was die Bestellung des ehemaligen Bundesministers Reichhold in den ASFINAG-Vorstand betrifft, möchte ich Folgendes sagen: Reichhold ist von zehn Bewerbern als der bestqualifizierte Kandidat (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) nach Bewertung durch die international bekannte Personalberatungsagentur Spencer Stuart hervorgegangen. Reichhold ist als ehemaliger Verkehrslandesrat wie auch als ehemaliger Verkehrsminister bestens dafür qualifiziert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.
Was die Bestellung des ehemaligen Bundesministers Reichhold in den ASFINAG-Vorstand betrifft, möchte ich Folgendes sagen: Reichhold ist von zehn Bewerbern als der bestqualifizierte Kandidat (Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen) nach Bewertung durch die international bekannte Personalberatungsagentur Spencer Stuart hervorgegangen. Reichhold ist als ehemaliger Verkehrslandesrat wie auch als ehemaliger Verkehrsminister bestens dafür qualifiziert. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Mag. Kogler: Ihre Beratungsverträge kennen wir!
Reichholds Bestellung in den ASFINAG-Vorstand (Abg. Mag. Kogler: Ihre Beratungsverträge kennen wir!), sehr geehrte Damen und Herren, wurde durch den ASFINAG-Aufsichtsrat einstimmig vorgenommen. (Abg. Mag. Kogler: Ihre Berater sind genauso unfähig, wie die Leute, die Sie ...!) Er wurde einstimmig bestellt – auch mit den drei Stimmen der roten Betriebsratsvertreter, und das sagt doch einiges aus! Und weder bei Spencer Stuart noch im ASFINAG-Aufsichtsrat sind irgendwelche Personen mit einem Naheverhältnis zum BZÖ tätig. (Abg. Mag. Kogler: Ihr Ministerium muss der Rechnungshofpräsident ..., weil es dort so zugeht!) Verkehrsminister Hubert Gorbach war mit diesen Angelegenheiten überhaupt nicht befasst!
Abg. Mag. Kogler: Ihre Berater sind genauso unfähig, wie die Leute, die Sie ...!
Reichholds Bestellung in den ASFINAG-Vorstand (Abg. Mag. Kogler: Ihre Beratungsverträge kennen wir!), sehr geehrte Damen und Herren, wurde durch den ASFINAG-Aufsichtsrat einstimmig vorgenommen. (Abg. Mag. Kogler: Ihre Berater sind genauso unfähig, wie die Leute, die Sie ...!) Er wurde einstimmig bestellt – auch mit den drei Stimmen der roten Betriebsratsvertreter, und das sagt doch einiges aus! Und weder bei Spencer Stuart noch im ASFINAG-Aufsichtsrat sind irgendwelche Personen mit einem Naheverhältnis zum BZÖ tätig. (Abg. Mag. Kogler: Ihr Ministerium muss der Rechnungshofpräsident ..., weil es dort so zugeht!) Verkehrsminister Hubert Gorbach war mit diesen Angelegenheiten überhaupt nicht befasst!
Abg. Mag. Kogler: Ihr Ministerium muss der Rechnungshofpräsident ..., weil es dort so zugeht!
Reichholds Bestellung in den ASFINAG-Vorstand (Abg. Mag. Kogler: Ihre Beratungsverträge kennen wir!), sehr geehrte Damen und Herren, wurde durch den ASFINAG-Aufsichtsrat einstimmig vorgenommen. (Abg. Mag. Kogler: Ihre Berater sind genauso unfähig, wie die Leute, die Sie ...!) Er wurde einstimmig bestellt – auch mit den drei Stimmen der roten Betriebsratsvertreter, und das sagt doch einiges aus! Und weder bei Spencer Stuart noch im ASFINAG-Aufsichtsrat sind irgendwelche Personen mit einem Naheverhältnis zum BZÖ tätig. (Abg. Mag. Kogler: Ihr Ministerium muss der Rechnungshofpräsident ..., weil es dort so zugeht!) Verkehrsminister Hubert Gorbach war mit diesen Angelegenheiten überhaupt nicht befasst!
lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Parnigoni: ... ist gestorben! – Das ist ja unglaublich! – Rufe bei der SPÖ: Herr Präsident! Herr Präsident!
Vorstände in der ÖBB-Infrastruktur Bau AG: Mag. Trattner, FPÖ, Dr. Vavrovsky, ÖVP, Dipl.-Ing. Türinger, SPÖ – ehemaliger Ministersekretär übrigens (lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ – Abg. Parnigoni: ... ist gestorben! – Das ist ja unglaublich! – Rufe bei der SPÖ: Herr Präsident! Herr Präsident!) –, Dr. Zimmermann von der SPÖ. (Ruf bei der SPÖ: Ihnen ist wirklich überhaupt nichts zu ...! Das ist eine Frechheit, so was! – Abg.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren, im Übrigen bin ich der Meinung, dass hoch qualifizierte Leute auch eine verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen sollten. Genauso kritisieren Sie auch, dass ein Behindertenanwalt ein ehemaliger Sozialminister ist. Ich muss Ihnen dazu sagen: Wer ist besser qualifiziert für die Funktion eines Behindertenanwalts als jemand, der das eben auch lebt, sich dort auskennt und sich besonders für behinderte Menschen einsetzt? – Das ist unser ehemaliger Sozialminister Mag. Herbert Haupt! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Das stimmt ja gar nicht! Die ist ja gar nicht im Wirtschaftsministerium ...!
Niemand stößt sich daran, dass es auch Funktionsträger wie einen Volksanwalt Kostelka gibt, der ja seinen parteipolitischen Mantel auch nicht an der Garderobe abgibt, sondern ebenfalls noch fraktionsgebunden ist oder einer Partei angehört, oder auch eine in der Politik tätige Politikerin von den Grünen wie Petrovic, die auch im Wirtschaftsministerium tätig ist. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das stimmt ja gar nicht! Die ist ja gar nicht im Wirtschaftsministerium ...!)
Abg. Binder-Maier: Hören Sie auf! Jetzt wird es schon peinlich!
Herr Kollege Kräuter, da du zuvor gesagt hast, es werde halt so hineingeschachert und es sei Postenschacher in Reinkultur, was in der Gegenwart passiert ist, erinnere ich dich: Bei der Landes-Energie-Holding, der ESTAG, in der Steiermark wurde der gescheiterte SPÖ-Politiker Peter Schachner-Blazizek sozusagen hineingeschachert, der das Ruder jetzt vom zurückgetretenen Johannes Ditz übernommen hat (Abg. Binder-Maier: Hören Sie auf! Jetzt wird es schon peinlich!) und gemeinsam mit dem glücklosen SP-Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina und dem Rechtsanwalt Kurt Klein für die SPÖ im Kontrollgremium sitzt. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich! Ob Bundesvollziehung oder Staatssekretär, ...!) Die Sozialdemokraten haben dorthin drei, die ÖVP zwei, der französische Miteigentümer EdF zwei und die Belegschaftsvertretung vier Mitglieder entsandt.
Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich! Ob Bundesvollziehung oder Staatssekretär, ...!
Herr Kollege Kräuter, da du zuvor gesagt hast, es werde halt so hineingeschachert und es sei Postenschacher in Reinkultur, was in der Gegenwart passiert ist, erinnere ich dich: Bei der Landes-Energie-Holding, der ESTAG, in der Steiermark wurde der gescheiterte SPÖ-Politiker Peter Schachner-Blazizek sozusagen hineingeschachert, der das Ruder jetzt vom zurückgetretenen Johannes Ditz übernommen hat (Abg. Binder-Maier: Hören Sie auf! Jetzt wird es schon peinlich!) und gemeinsam mit dem glücklosen SP-Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina und dem Rechtsanwalt Kurt Klein für die SPÖ im Kontrollgremium sitzt. (Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich! Ob Bundesvollziehung oder Staatssekretär, ...!) Die Sozialdemokraten haben dorthin drei, die ÖVP zwei, der französische Miteigentümer EdF zwei und die Belegschaftsvertretung vier Mitglieder entsandt.
Abg. Öllinger: Das geht aber nicht mehr! Das geht nicht! Sie sind Staatssekretär!
Geschätzte Damen und Herren! Was da heute im Umfeld der SPÖ so geschieht, das ist oft atemberaubend. (Abg. Öllinger: Das geht aber nicht mehr! Das geht nicht! Sie sind Staatssekretär!) Deswegen bin ich sehr verwundert, dass Sie hier diese Dringliche Anfrage an den Bundeskanzler stellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Zuerst Heuschrecken-Kapitalismus und die Beinahe-Pleite der gewerkschaftseigenen BAWAG (Zwischenruf des Abg. Eder), dann Rücktritte der ÖGB-Spitze und Ermittlungen wegen Verdachts von Betrug und Untreue, und jetzt kommen auch noch die Traumgagen der SPÖ-Arbeitnehmervertreter ins Gerede, denn: Wenn ein Interimspräsident Rudolf Hundstorfer (Abg. Dr. Kräuter: Herr Präsident! – Abg. Marizzi: Herr Präsident! Darf er das von der Regierungsbank aus? – Ruf bei der SPÖ: Das ist sogar dem Herrn Molterer schon peinlich!) im ÖGB über 5 000 € verdient, als Vorsitzender des Wiener Gemeinderates 7 200 € verdient, dann macht das unterm Strich 12 400 € aus.
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Geschätzte Damen und Herren! Was da heute im Umfeld der SPÖ so geschieht, das ist oft atemberaubend. (Abg. Öllinger: Das geht aber nicht mehr! Das geht nicht! Sie sind Staatssekretär!) Deswegen bin ich sehr verwundert, dass Sie hier diese Dringliche Anfrage an den Bundeskanzler stellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Zuerst Heuschrecken-Kapitalismus und die Beinahe-Pleite der gewerkschaftseigenen BAWAG (Zwischenruf des Abg. Eder), dann Rücktritte der ÖGB-Spitze und Ermittlungen wegen Verdachts von Betrug und Untreue, und jetzt kommen auch noch die Traumgagen der SPÖ-Arbeitnehmervertreter ins Gerede, denn: Wenn ein Interimspräsident Rudolf Hundstorfer (Abg. Dr. Kräuter: Herr Präsident! – Abg. Marizzi: Herr Präsident! Darf er das von der Regierungsbank aus? – Ruf bei der SPÖ: Das ist sogar dem Herrn Molterer schon peinlich!) im ÖGB über 5 000 € verdient, als Vorsitzender des Wiener Gemeinderates 7 200 € verdient, dann macht das unterm Strich 12 400 € aus.
Zwischenruf des Abg. Eder
Geschätzte Damen und Herren! Was da heute im Umfeld der SPÖ so geschieht, das ist oft atemberaubend. (Abg. Öllinger: Das geht aber nicht mehr! Das geht nicht! Sie sind Staatssekretär!) Deswegen bin ich sehr verwundert, dass Sie hier diese Dringliche Anfrage an den Bundeskanzler stellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Zuerst Heuschrecken-Kapitalismus und die Beinahe-Pleite der gewerkschaftseigenen BAWAG (Zwischenruf des Abg. Eder), dann Rücktritte der ÖGB-Spitze und Ermittlungen wegen Verdachts von Betrug und Untreue, und jetzt kommen auch noch die Traumgagen der SPÖ-Arbeitnehmervertreter ins Gerede, denn: Wenn ein Interimspräsident Rudolf Hundstorfer (Abg. Dr. Kräuter: Herr Präsident! – Abg. Marizzi: Herr Präsident! Darf er das von der Regierungsbank aus? – Ruf bei der SPÖ: Das ist sogar dem Herrn Molterer schon peinlich!) im ÖGB über 5 000 € verdient, als Vorsitzender des Wiener Gemeinderates 7 200 € verdient, dann macht das unterm Strich 12 400 € aus.
Abg. Dr. Kräuter: Herr Präsident! – Abg. Marizzi: Herr Präsident! Darf er das von der Regierungsbank aus? – Ruf bei der SPÖ: Das ist sogar dem Herrn Molterer schon peinlich!
Geschätzte Damen und Herren! Was da heute im Umfeld der SPÖ so geschieht, das ist oft atemberaubend. (Abg. Öllinger: Das geht aber nicht mehr! Das geht nicht! Sie sind Staatssekretär!) Deswegen bin ich sehr verwundert, dass Sie hier diese Dringliche Anfrage an den Bundeskanzler stellen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Zuerst Heuschrecken-Kapitalismus und die Beinahe-Pleite der gewerkschaftseigenen BAWAG (Zwischenruf des Abg. Eder), dann Rücktritte der ÖGB-Spitze und Ermittlungen wegen Verdachts von Betrug und Untreue, und jetzt kommen auch noch die Traumgagen der SPÖ-Arbeitnehmervertreter ins Gerede, denn: Wenn ein Interimspräsident Rudolf Hundstorfer (Abg. Dr. Kräuter: Herr Präsident! – Abg. Marizzi: Herr Präsident! Darf er das von der Regierungsbank aus? – Ruf bei der SPÖ: Das ist sogar dem Herrn Molterer schon peinlich!) im ÖGB über 5 000 € verdient, als Vorsitzender des Wiener Gemeinderates 7 200 € verdient, dann macht das unterm Strich 12 400 € aus.
Zwischenrufe bei der SPÖ
Aber nicht nur das allein: Auch die ÖGB-Vizepräsidentin, die ja hier im Hohen Haus sitzt, Frau Csörgits, die sich immer wieder darüber beklagt, dass die Leute zu wenig verdienen – weil sie einfach schlecht verhandelt und für die Leute im Handel wenig drinnen ist (Zwischenrufe bei der SPÖ) –, verdient in Form ihrer Funktionsgebühr über 5 000 €, als Nationalratsabgeordnete verdient sie ebenfalls (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ja überhaupt nichts mehr zu sagen!), und sie kommt monatlich auf über 13 191 €. – Das ist Tatsache, und Sie reden von Postenschacher!
Abg. Mag. Kogler: Sie haben ja überhaupt nichts mehr zu sagen!
Aber nicht nur das allein: Auch die ÖGB-Vizepräsidentin, die ja hier im Hohen Haus sitzt, Frau Csörgits, die sich immer wieder darüber beklagt, dass die Leute zu wenig verdienen – weil sie einfach schlecht verhandelt und für die Leute im Handel wenig drinnen ist (Zwischenrufe bei der SPÖ) –, verdient in Form ihrer Funktionsgebühr über 5 000 €, als Nationalratsabgeordnete verdient sie ebenfalls (Abg. Mag. Kogler: Sie haben ja überhaupt nichts mehr zu sagen!), und sie kommt monatlich auf über 13 191 €. – Das ist Tatsache, und Sie reden von Postenschacher!
Abg. Parnigoni: Wie viel verdienen Sie denn, Herr Dolinschek?
Beim GPA-Vorsitzenden Wolfgang Katzian ebenfalls: Er verdient als ÖGB-Vorsitzender 5 500 € (Abg. Parnigoni: Wie viel verdienen Sie denn, Herr Dolinschek?), und auch bei anderen Institutionen.
Abg. Mag. Kogler: ... Staatssekretär für Vereinsrecht, oder was?
Erstaunlich hierbei sind auch die SekretärInnen-Karrieren innerhalb der Gewerkschaft. (Abg. Mag. Kogler: ... Staatssekretär für Vereinsrecht, oder was?) Der ÖGB als freiwillige Interessenvertretung der Arbeitnehmer – die auch wichtig ist! – sollte eigentlich überparteilich agieren – auch wenn es dort natürlich Fraktionen gibt –, aber nicht als Hausmacht der SPÖ dienen. (Abg. Öllinger: Sie sind Staatssekretär!) Und die Verstrickung zwischen SPÖ-Vorstand, ÖGB-Vorsitzenden (Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Steuer-Inserate!) und auch mit jenen Leuten, die in der BAWAG die Verantwortung hatten, ist abenteuerlich! (Abg. Mag. Kogler: Setzen Sie sich nieder! Das ist ja unverantwortlich! – Abg. Eder: Gott sei Dank sind Sie nicht mehr lang da!)
Abg. Öllinger: Sie sind Staatssekretär!
Erstaunlich hierbei sind auch die SekretärInnen-Karrieren innerhalb der Gewerkschaft. (Abg. Mag. Kogler: ... Staatssekretär für Vereinsrecht, oder was?) Der ÖGB als freiwillige Interessenvertretung der Arbeitnehmer – die auch wichtig ist! – sollte eigentlich überparteilich agieren – auch wenn es dort natürlich Fraktionen gibt –, aber nicht als Hausmacht der SPÖ dienen. (Abg. Öllinger: Sie sind Staatssekretär!) Und die Verstrickung zwischen SPÖ-Vorstand, ÖGB-Vorsitzenden (Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Steuer-Inserate!) und auch mit jenen Leuten, die in der BAWAG die Verantwortung hatten, ist abenteuerlich! (Abg. Mag. Kogler: Setzen Sie sich nieder! Das ist ja unverantwortlich! – Abg. Eder: Gott sei Dank sind Sie nicht mehr lang da!)
Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Steuer-Inserate!
Erstaunlich hierbei sind auch die SekretärInnen-Karrieren innerhalb der Gewerkschaft. (Abg. Mag. Kogler: ... Staatssekretär für Vereinsrecht, oder was?) Der ÖGB als freiwillige Interessenvertretung der Arbeitnehmer – die auch wichtig ist! – sollte eigentlich überparteilich agieren – auch wenn es dort natürlich Fraktionen gibt –, aber nicht als Hausmacht der SPÖ dienen. (Abg. Öllinger: Sie sind Staatssekretär!) Und die Verstrickung zwischen SPÖ-Vorstand, ÖGB-Vorsitzenden (Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Steuer-Inserate!) und auch mit jenen Leuten, die in der BAWAG die Verantwortung hatten, ist abenteuerlich! (Abg. Mag. Kogler: Setzen Sie sich nieder! Das ist ja unverantwortlich! – Abg. Eder: Gott sei Dank sind Sie nicht mehr lang da!)
Abg. Mag. Kogler: Setzen Sie sich nieder! Das ist ja unverantwortlich! – Abg. Eder: Gott sei Dank sind Sie nicht mehr lang da!
Erstaunlich hierbei sind auch die SekretärInnen-Karrieren innerhalb der Gewerkschaft. (Abg. Mag. Kogler: ... Staatssekretär für Vereinsrecht, oder was?) Der ÖGB als freiwillige Interessenvertretung der Arbeitnehmer – die auch wichtig ist! – sollte eigentlich überparteilich agieren – auch wenn es dort natürlich Fraktionen gibt –, aber nicht als Hausmacht der SPÖ dienen. (Abg. Öllinger: Sie sind Staatssekretär!) Und die Verstrickung zwischen SPÖ-Vorstand, ÖGB-Vorsitzenden (Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Steuer-Inserate!) und auch mit jenen Leuten, die in der BAWAG die Verantwortung hatten, ist abenteuerlich! (Abg. Mag. Kogler: Setzen Sie sich nieder! Das ist ja unverantwortlich! – Abg. Eder: Gott sei Dank sind Sie nicht mehr lang da!)
Abg. Eder: Man merkt, Sie sind nicht mehr lang da! – Abg. Mag. Kogler: Zurücktreten!
So ist auch der leitende Sekretär Abgeordneter Richard Leutner mit mehreren gut dotierten Dingen gut bestellt. (Abg. Eder: Man merkt, Sie sind nicht mehr lang da! – Abg. Mag. Kogler: Zurücktreten!)
Zwischenrufe bei der SPÖ
Das Pensionsprivileg der ÖGB-Funktionäre ist ebenfalls sehr, sehr erstaunlich: Die bekommen zu einer ASVG-Pension eine Betriebspension, die so bemessen wird, dass 80 Prozent des letzten Aktivbezuges erreicht werden (Zwischenrufe bei der SPÖ) – und das wird durch ÖGB-Mitgliedsbeiträge mitfinanziert! Und das ist genau der Grund dafür, dass Sie so einen Mitgliederschwund zu verzeichnen haben! Ich bin selbst ÖGB-Mitglied, und mir tut das im Herzen weh (Abg. Mag. Kogler: Zahlen Sie sofort Ihr Gehalt zurück!), dass Sie sich nie für jene Menschen, für jene Arbeitnehmer, die in Klein- und Mittelbetrieben arbeiten, eingesetzt haben, sondern immer nur für jene, wo Sie organisiert hatten. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Und jetzt ist es so, dass das Geld dort schon zu wenig wird.
Abg. Mag. Kogler: Zahlen Sie sofort Ihr Gehalt zurück!
Das Pensionsprivileg der ÖGB-Funktionäre ist ebenfalls sehr, sehr erstaunlich: Die bekommen zu einer ASVG-Pension eine Betriebspension, die so bemessen wird, dass 80 Prozent des letzten Aktivbezuges erreicht werden (Zwischenrufe bei der SPÖ) – und das wird durch ÖGB-Mitgliedsbeiträge mitfinanziert! Und das ist genau der Grund dafür, dass Sie so einen Mitgliederschwund zu verzeichnen haben! Ich bin selbst ÖGB-Mitglied, und mir tut das im Herzen weh (Abg. Mag. Kogler: Zahlen Sie sofort Ihr Gehalt zurück!), dass Sie sich nie für jene Menschen, für jene Arbeitnehmer, die in Klein- und Mittelbetrieben arbeiten, eingesetzt haben, sondern immer nur für jene, wo Sie organisiert hatten. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Und jetzt ist es so, dass das Geld dort schon zu wenig wird.
Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Das Pensionsprivileg der ÖGB-Funktionäre ist ebenfalls sehr, sehr erstaunlich: Die bekommen zu einer ASVG-Pension eine Betriebspension, die so bemessen wird, dass 80 Prozent des letzten Aktivbezuges erreicht werden (Zwischenrufe bei der SPÖ) – und das wird durch ÖGB-Mitgliedsbeiträge mitfinanziert! Und das ist genau der Grund dafür, dass Sie so einen Mitgliederschwund zu verzeichnen haben! Ich bin selbst ÖGB-Mitglied, und mir tut das im Herzen weh (Abg. Mag. Kogler: Zahlen Sie sofort Ihr Gehalt zurück!), dass Sie sich nie für jene Menschen, für jene Arbeitnehmer, die in Klein- und Mittelbetrieben arbeiten, eingesetzt haben, sondern immer nur für jene, wo Sie organisiert hatten. (Lebhafte Zwischenrufe bei der SPÖ. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Und jetzt ist es so, dass das Geld dort schon zu wenig wird.
Abg. Mag. Johann Moser: Zurücktreten!
Darüber, sehr geehrte Damen und Herren, sollten wir ebenfalls debattieren, denn das ist für die Österreicher von ganz, ganz großem Interesse. (Abg. Mag. Johann Moser: Zurücktreten!) Das interessiert Tausende von Menschen! (Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Parlamentsrede hier! – Abg. Eder: Unfähig bis zum Gehtnichtmehr!)
Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Parlamentsrede hier! – Abg. Eder: Unfähig bis zum Gehtnichtmehr!
Darüber, sehr geehrte Damen und Herren, sollten wir ebenfalls debattieren, denn das ist für die Österreicher von ganz, ganz großem Interesse. (Abg. Mag. Johann Moser: Zurücktreten!) Das interessiert Tausende von Menschen! (Abg. Mag. Kogler: ... Ihre Parlamentsrede hier! – Abg. Eder: Unfähig bis zum Gehtnichtmehr!)
Abg. Reheis: Das ist unglaublich, was Sie aufführen da draußen! Schämen Sie sich!
Herr Kollege Kogler, du solltest ebenfalls dazu beitragen, dass Tausende Österreicher darüber informiert werden, wie es in der BAWAG zu so einem Skandal gekommen ist und wie man so viele Schulden angehäuft hat, und dass auch die Mitgliedsbeiträge der ÖGB-Mitglieder ordentlich verwaltet werden (Abg. Reheis: Das ist unglaublich, was Sie aufführen da draußen! Schämen Sie sich!) und nicht zum Fenster hinausgeworfen, verspekuliert und in eine Stiftung eingebracht werden, wo das einzelne Mitglied dann überhaupt kein Recht mehr hat!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Eder: Ein Schrottredner ...!
Ich ersuche Sie deshalb, Herr Präsident, in diesem Sinne auch mit dem Herrn Staatssekretär zu sprechen, denn das, was wir jetzt erlebt haben, war pure Polemik von der Regierungsbank – jenseits der Vollziehung von Gesetzen, für die der Herr Staatssekretär zuständig ist und zu der er sich hätte äußern können. Das war nur mehr billige Polemik, Herr Staatssekretär! Das tut mir Leid – auch im Hinblick auf das Ansehen des Amtes. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Eder: Ein Schrottredner ...!)
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Und der Präsident schaut zu!
Und wenn man das signalisiert, nämlich dass man hier die parlamentarischen Instrumentarien und Einrichtungen nicht mehr ernst nimmt, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn uns draußen die Leute alle schief anschauen und letztlich keinen Respekt mehr vor diesem Haus haben! – Dafür sind Sie hauptverantwortlich! (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Und der Präsident schaut zu!)
Ruf bei der SPÖ: Genau!
Abgeordneter Herbert Scheibner (Freiheitliche) (zur Geschäftsbehandlung): Ich glaube eher, dass das schlechte Image der Politiker (Ruf bei der SPÖ: Genau!) genau durch solche politische Aktionen verursacht ist: dass man unterstellt, dass ein Politiker keine Funktion in der Wirtschaft annehmen kann. Das ist, glaube ich, das Problem.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Wir haben uns darauf verständigt, dass wir sehr darauf achten, dass von der Regierungsbank aus keine Polemik gegenüber Abgeordneten betrieben wird – vor allem auf Grund von Erfahrungen aus den neunziger Jahren –, aber es kann nicht verboten sein, hier Fakten und Tatsachen, also die Wahrheit darzustellen. Und das hat Staatssekretär Dolinschek gemacht. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Kräuter: Das ist aber nicht das Thema!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich denke, dass diese Fragestellung, was das Ansehen der Politik betrifft, uns alle berühren sollte. Und, Herr Kollege Cap, ich denke, dass wir alle gut beraten sind, eines nicht in Frage zu stellen: dass auch Politiker, ganz egal, von welcher Couleur, in der Lage sind und qualifiziert sind, Funktionen in der Wirtschaft auszuüben. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist aber nicht das Thema!) Das betrifft jede Partei in diesem Haus (weitere Rufe bei der SPÖ: Das ist aber nicht das Thema!) und ich lege Wert darauf: Ich will Politik nicht abgewertet haben und auch Politiker nicht abgewertet haben!
weitere Rufe bei der SPÖ: Das ist aber nicht das Thema!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Herr Präsident! Ich denke, dass diese Fragestellung, was das Ansehen der Politik betrifft, uns alle berühren sollte. Und, Herr Kollege Cap, ich denke, dass wir alle gut beraten sind, eines nicht in Frage zu stellen: dass auch Politiker, ganz egal, von welcher Couleur, in der Lage sind und qualifiziert sind, Funktionen in der Wirtschaft auszuüben. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist aber nicht das Thema!) Das betrifft jede Partei in diesem Haus (weitere Rufe bei der SPÖ: Das ist aber nicht das Thema!) und ich lege Wert darauf: Ich will Politik nicht abgewertet haben und auch Politiker nicht abgewertet haben!
Abg. Parnigoni: Ja, für Sie!
Daher verstehe ich die Motivation der Dringlichen, aber das geht nach hinten los! (Abg. Parnigoni: Ja, für Sie!) Ich respektiere und ich stehe auch dafür, dass Polemik von der Regierungsbank nicht gegeben sein sollte. Ich halte aber fest, dass es selbstverständlich auch Mitgliedern der Bundesregierung möglich sein muss, Fakten aufzuzeigen (Ruf bei der SPÖ: „Fakten“!) – und nichts anderes ist geschehen. Es sind Fakten aufgezeigt worden und nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ruf bei der SPÖ: „Fakten“!
Daher verstehe ich die Motivation der Dringlichen, aber das geht nach hinten los! (Abg. Parnigoni: Ja, für Sie!) Ich respektiere und ich stehe auch dafür, dass Polemik von der Regierungsbank nicht gegeben sein sollte. Ich halte aber fest, dass es selbstverständlich auch Mitgliedern der Bundesregierung möglich sein muss, Fakten aufzuzeigen (Ruf bei der SPÖ: „Fakten“!) – und nichts anderes ist geschehen. Es sind Fakten aufgezeigt worden und nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Daher verstehe ich die Motivation der Dringlichen, aber das geht nach hinten los! (Abg. Parnigoni: Ja, für Sie!) Ich respektiere und ich stehe auch dafür, dass Polemik von der Regierungsbank nicht gegeben sein sollte. Ich halte aber fest, dass es selbstverständlich auch Mitgliedern der Bundesregierung möglich sein muss, Fakten aufzuzeigen (Ruf bei der SPÖ: „Fakten“!) – und nichts anderes ist geschehen. Es sind Fakten aufgezeigt worden und nichts anderes! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Eder: Er kommt eh nicht mehr! Ist eh Wurscht! – Abg. Parnigoni: Es ist eh seine letzte Rede! Das ist das einzig Gute!
Ich werde mir aber im Hinblick auf diese Wortmeldungen zur Geschäftsbehandlung noch einmal – weil ich ja nicht den Vorsitz führte – die Anfragebegründung und die nachher folgende Debatte ansehen und, sollte es notwendig sein, darüber in der Präsidialkonferenz einen Meinungsaustausch pflegen. (Abg. Eder: Er kommt eh nicht mehr! Ist eh Wurscht! – Abg. Parnigoni: Es ist eh seine letzte Rede! Das ist das einzig Gute!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger – in Richtung Staatssekretär Dolinschek –: Informieren!
Ich möchte wie folgt berichtigen: Madeleine Petrovic war von 1984 bis 1990 im Sozialministerium tätig, war danach 10 Jahre lang als Politikerin karenziert und ist ab 2000 Teilzeit wieder ins Ministerium zurückgekehrt. Da in der Zwischenzeit ihre Abteilung vom Sozialministerium ins Wirtschaftsministerium übernommen worden war, war sie damit dann ab 2000 im Wirtschaftsministerium tätig. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Öllinger – in Richtung Staatssekretär Dolinschek –: Informieren!)
Heiterkeit des Abg. Neudeck.
Abgeordneter Wolfgang Großruck (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herren Staatssekretäre! Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Ein dreifaches Dankeschön möchte ich an die SPÖ für die heutige Dringliche Anfrage sagen: ein Dankeschön an den Vorsitzenden Gusenbauer, ein Dankeschön an den Klubobmann Cap und auch an Frau Bures, die wahrscheinlich diese Dringliche ausgeheckt haben – in Loipersdorf wahrscheinlich, wo die SPÖ-Fraktion schon für das Baden-Gehen im Herbst geübt hat. (Heiterkeit des Abg. Neudeck.)
Ruf bei der SPÖ: Dieser Regierung!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, ein herzliches Dankeschön, denn Sie bieten uns heute Gelegenheit, Ihr Befinden, Ihren Zustand ein bisschen zu durchleuchten, aber auch auf die Skandale, auf die Postenschacher, auf die Pleiten (Ruf bei der SPÖ: Dieser Regierung!) der großen Kolonie der SPÖ-Pleitegeier einzugehen. Da sind ja alle anderen Dinge, die Sie heute erwähnen, ein Kolibri dagegen – gegen das, was Sie auf dem Kerbholz haben! Aber es ist recht so. Sie haben die Strategie – und die haben Sie wahrscheinlich in Loipersdorf entwickelt –: Angriff ist die beste Verteidigung! Losgelassen! Wir hauen drauf los, was es hergibt, um abzulenken von unseren eigentlichen Problemen!
Abg. Mag. Kogler: Sie bringen ja schon die Zahlen durcheinander!
Und die sind ja nicht gering, meine Damen und Herren: BAWAG-Skandal – ein Dauerbrenner wird das werden! Heute: ORF-Berichte – Sie haben es in der Früh gelesen oder gehört –, dass weitere Klagen in der Höhe von 1,4 Milliarden € aus Amerika kommen (Abg. Mag. Kogler: Sie bringen ja schon die Zahlen durcheinander!), wo die Bank belastet wird, wo letzten Endes der Haftende, nämlich der ÖGB herangezogen wird.
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren, das ist nichts zum Lachen, sondern das ist traurig – traurig für all jene, die Vertrauen in die Bankenlandschaft Österreichs haben! Und Sie haben mit Ihrer Politik, mit Ihrer Pleitenpolitik Österreich mehr geschadet als alles andere vorher! Da waren die Sanktionen, die Sie befürwortet haben, eine Kleinigkeit gegen das, was Sie jetzt an Schaden für den Bankenstandort Österreich anrichten. Das ist das Traurige, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Kogler: Wir sind nicht das ...-Institut, wir sind das Parlament! Reden Sie doch zur Anfrage!
Das müssen Sie selber Ihren Leuten erklären. Gehen Sie an die Stammtische und hören Sie, was dort gesprochen wird! Gehen Sie hin an die Stammtische! Tun Sie nicht in Marbella dinieren und dergleichen, sondern lauschen Sie lieber an den Stammtischen in Österreich! Dort hören Sie nämlich, was die Leute denken und was sie empfinden: Sie sind aufgebracht über diese Verschleuderung von Geld! (Abg. Mag. Kogler: Wir sind nicht das ...-Institut, wir sind das Parlament! Reden Sie doch zur Anfrage!) – Und jetzt gehen Sie her und wollen hier unter dem Titel „Postenschacher“
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Das gelingt Ihnen nicht! Das wird Ihnen nicht gelingen, weil die Diskussion in Österreich eine ganz andere ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Krainer: Die kandidieren zum Teil für andere Parteien zum Nationalrat!
Wenn wir von Postenschacher reden, dann schauen wir einmal: Wie ist es denn im roten Wien, in der Gemeinde Wien? Können Sie mir einige Bedienstete im Magistrat Wien aufzählen – Sie können sie wahrscheinlich an den Fingern einer Hand abzählen –, die nicht der roten Reichshälfte zugezählt werden? Da ist ein Indianer ein Bleichgesicht gegen die rote Rathausgesellschaft! Können Sie mir jene Mitarbeiter in den Arbeiterkammern – in Wien, in Oberösterreich – aufzählen, die nicht der SPÖ zugehören? Können Sie mir aufzählen, ... (Abg. Krainer: Die kandidieren zum Teil für andere Parteien zum Nationalrat!) – Was ist? Wer kandidiert? (Abg. Krainer: AK-Angestellte!) AK-Angestellte. (Abg. Krainer: Bei anderen Parteien!) Ach so?
Abg. Krainer: AK-Angestellte!
Wenn wir von Postenschacher reden, dann schauen wir einmal: Wie ist es denn im roten Wien, in der Gemeinde Wien? Können Sie mir einige Bedienstete im Magistrat Wien aufzählen – Sie können sie wahrscheinlich an den Fingern einer Hand abzählen –, die nicht der roten Reichshälfte zugezählt werden? Da ist ein Indianer ein Bleichgesicht gegen die rote Rathausgesellschaft! Können Sie mir jene Mitarbeiter in den Arbeiterkammern – in Wien, in Oberösterreich – aufzählen, die nicht der SPÖ zugehören? Können Sie mir aufzählen, ... (Abg. Krainer: Die kandidieren zum Teil für andere Parteien zum Nationalrat!) – Was ist? Wer kandidiert? (Abg. Krainer: AK-Angestellte!) AK-Angestellte. (Abg. Krainer: Bei anderen Parteien!) Ach so?
Abg. Krainer: Bei anderen Parteien!
Wenn wir von Postenschacher reden, dann schauen wir einmal: Wie ist es denn im roten Wien, in der Gemeinde Wien? Können Sie mir einige Bedienstete im Magistrat Wien aufzählen – Sie können sie wahrscheinlich an den Fingern einer Hand abzählen –, die nicht der roten Reichshälfte zugezählt werden? Da ist ein Indianer ein Bleichgesicht gegen die rote Rathausgesellschaft! Können Sie mir jene Mitarbeiter in den Arbeiterkammern – in Wien, in Oberösterreich – aufzählen, die nicht der SPÖ zugehören? Können Sie mir aufzählen, ... (Abg. Krainer: Die kandidieren zum Teil für andere Parteien zum Nationalrat!) – Was ist? Wer kandidiert? (Abg. Krainer: AK-Angestellte!) AK-Angestellte. (Abg. Krainer: Bei anderen Parteien!) Ach so?
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Skandal!
Nein, ich habe nur gesagt, es gibt in der Arbeiterkammer Oberösterreich zum Beispiel nur vier nicht deklarierte SPÖ-ler. Das ist der Wahnsinn! Und dann dürfen sie nicht einmal bei der Personalvertretungswahl wählen, weil sie die Liste nicht zusammenbringen, weil derart Druck ausgeübt wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Skandal!), dass sie keine Befürwortungsliste bekommen. Das ist Tatsache!
Abg. Dr. Einem: Das auch noch!
Meine Damen und Herren, jetzt komme ich zum Schluss, und ich habe natürlich einen Vierzeiler vorbereitet, der aber auf Grund der Skandale kein Vierzeiler sein kann, sondern ein Achtzeiler ist (Abg. Dr. Einem: Das auch noch!):
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: So viel ... haben sie in ganz Oberösterreich nicht, dass Sie dort niveauvoll auftreten können! Das ist ja selbst in Grieskirchen zu wenig!
Danke schön, meine Herren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Mag. Kogler: So viel ... haben sie in ganz Oberösterreich nicht, dass Sie dort niveauvoll auftreten können! Das ist ja selbst in Grieskirchen zu wenig!)
Abg. Großruck: Das wissen wir ja, dass ihr das wart! Wer hat denn Champagner getrunken?
Abgeordneter Dr. Caspar Einem (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Großruck hat versucht, als Tatsache darzustellen, die SPÖ habe Sanktionen angeregt. (Abg. Großruck: Das wissen wir ja, dass ihr das wart! Wer hat denn Champagner getrunken?) – Herr Abgeordneter, das hat schon einen solch langen Bart – und war noch nie wahr!
Abg. Neudeck: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!
Tatsache ist, dass die SPÖ keinerlei Sanktionen angeregt hat. Und wenn man es jemandem unterstellen könnte, weil es ihm genutzt hat, dann könnte das nur Bundeskanzler Schüssel gewesen sein (Abg. Neudeck: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!), denn Chirac und Aznar waren die Auslöser. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wo waren da die Tatsachen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wo waren da die Tatsachen?
Tatsache ist, dass die SPÖ keinerlei Sanktionen angeregt hat. Und wenn man es jemandem unterstellen könnte, weil es ihm genutzt hat, dann könnte das nur Bundeskanzler Schüssel gewesen sein (Abg. Neudeck: Das ist aber keine tatsächliche Berichtigung!), denn Chirac und Aznar waren die Auslöser. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wo waren da die Tatsachen?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.
Zu allen vier Absätzen hat die Sozialdemokratie Beifall gegeben. Warum? – Im Jahr 1999 gab es eine Dringliche Anfrage des Abgeordneten Scheibner, und das soeben von mir Zitierte ist ein Auszug aus der Rede des, sage ich einmal, Vorsitzenden Abgeordneten Gusenbauer. Und jetzt muss ich fragen: Wo ist jetzt der Applaus für diese Rede? – Bedrücktes Schweigen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradwohl.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.
Da würde ich an Ihrer Stelle lieber ruhig sein und nichts dazu sagen, denn wenn das aus einer Rede Gusenbauers ist, dann sollte man zumindest erwarten können, dass die Sozialdemokratie das unterstützt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Niederwieser.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Wenn man das Vorgehen der Sozialdemokratie gerade gegenüber einem Minister Reichhold, der sehr angesehen ist, oder gegenüber anderen Ministern hernimmt ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich lasse nicht zu, dass der Bauernstand in Misskredit gebracht wird. Ich hoffe, dass Sie, Herr Abgeordneter, einmal hier heraus gehen und das geraderücken. Bauern sind auch Unternehmer, und wir lassen es nicht zu, dass Sie, gerade Sie, Herr Abgeordneter Kräuter, gerade die Sozialdemokraten als Berufspolitiker hier herinnen den Bauernstand kaputt machen. Wo sind wir denn? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn man das Vorgehen der Sozialdemokratie gerade gegenüber einem Minister Reichhold, der sehr angesehen ist, oder gegenüber anderen Ministern hernimmt ... (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Ich lasse nicht zu, dass der Bauernstand in Misskredit gebracht wird. Ich hoffe, dass Sie, Herr Abgeordneter, einmal hier heraus gehen und das geraderücken. Bauern sind auch Unternehmer, und wir lassen es nicht zu, dass Sie, gerade Sie, Herr Abgeordneter Kräuter, gerade die Sozialdemokraten als Berufspolitiker hier herinnen den Bauernstand kaputt machen. Wo sind wir denn? (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter
Landwirt zu sein ist mehr als nur ein paar Kücken zu bestellen (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und einen Traktor zu kaufen. Bürgermeister Reheis soll den Bauern einmal sagen, dass sie anscheinend keine unternehmerischen Fähigkeiten haben. (Abg. Dr. Kräuter: Ich rede ja nicht von den Hendln ...!) Sie reden von einem Landwirt, der auch Unternehmer ist. Sie reden von einem Minister, der gute Arbeit gemacht hat. Sie reden von einem Mann, der zwei Jahre bei Magna gearbeitet hat, der dort einen guten Job gemacht hat. Ist es nicht mehr erlaubt, dass Menschen in die Politik und dann wieder zurück in die Wirtschaft gehen? (Abg. Scheibner: Das darf nur der Rudas! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso ist er nicht bei MAGNA geblieben, wenn er so gut ist?)
Abg. Dr. Kräuter: Ich rede ja nicht von den Hendln ...!
Landwirt zu sein ist mehr als nur ein paar Kücken zu bestellen (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und einen Traktor zu kaufen. Bürgermeister Reheis soll den Bauern einmal sagen, dass sie anscheinend keine unternehmerischen Fähigkeiten haben. (Abg. Dr. Kräuter: Ich rede ja nicht von den Hendln ...!) Sie reden von einem Landwirt, der auch Unternehmer ist. Sie reden von einem Minister, der gute Arbeit gemacht hat. Sie reden von einem Mann, der zwei Jahre bei Magna gearbeitet hat, der dort einen guten Job gemacht hat. Ist es nicht mehr erlaubt, dass Menschen in die Politik und dann wieder zurück in die Wirtschaft gehen? (Abg. Scheibner: Das darf nur der Rudas! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso ist er nicht bei MAGNA geblieben, wenn er so gut ist?)
Abg. Scheibner: Das darf nur der Rudas! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso ist er nicht bei MAGNA geblieben, wenn er so gut ist?
Landwirt zu sein ist mehr als nur ein paar Kücken zu bestellen (Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter) und einen Traktor zu kaufen. Bürgermeister Reheis soll den Bauern einmal sagen, dass sie anscheinend keine unternehmerischen Fähigkeiten haben. (Abg. Dr. Kräuter: Ich rede ja nicht von den Hendln ...!) Sie reden von einem Landwirt, der auch Unternehmer ist. Sie reden von einem Minister, der gute Arbeit gemacht hat. Sie reden von einem Mann, der zwei Jahre bei Magna gearbeitet hat, der dort einen guten Job gemacht hat. Ist es nicht mehr erlaubt, dass Menschen in die Politik und dann wieder zurück in die Wirtschaft gehen? (Abg. Scheibner: Das darf nur der Rudas! – Abg. Dr. Gabriela Moser: Wieso ist er nicht bei MAGNA geblieben, wenn er so gut ist?)
Abg. Dr. Matznetter: Wie ist es jetzt, Herr Kollege!
Soll ich Ihnen die Liste zeigen? – Vor der ÖBB-Reform: Schmidt: SPÖ; Wiltberger: Fraktion SPÖ; Moldaschl, Personal: SPÖ; Seiser, Technische Services: SPÖ; SPÖ, SPÖ, SPÖ. – Ich kann es Ihnen zeigen! (Abg. Dr. Matznetter: Wie ist es jetzt, Herr Kollege!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Dann haben wir einen Wechsel gehabt, und wissen Sie, was der nächste Verkehrs- und Infrastrukturminister getan hat? – Ich sage Ihnen, wer jetzt drinsitzt – entlassen wir sie alle wegen Unfähigkeit? –: Frau Goldmann, die im Vorstand ist; Herr Frey, der bei Postbus ist. Oder nehmen wir Vorstand Dipl.-Ing. Türinger: SPÖ; Vorstand Dipl.-Ing. Klugar, ehemaliger SPÖ-Ministersekretär – entlassen wir sie wegen Unfähigkeit? Wollen Sie das? (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Nein, ich sage die Bestellung. Natürlich ist es so.
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Gehen wir weiter: Goldmann: SPÖ; Poschalko: SPÖ; Ing. Seiser: SPÖ; Wiltberger: SPÖ; Lindenberger: SPÖ – es finden sich in dieser Liste also, unter der derzeitigen Regierung, sehr viele, die der SPÖ zuzuzählen sind. Wenn es nun eine andere Regierungsform gäbe, würden Sie hingegen keinen Einzigen vom BZÖ in dieser Liste sehen, und wenn es eine Alleinregierung gäbe, keinen Einzigen von der ÖVP. Das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Die sind erst neu bestellt worden!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Offensichtlich hat der Vorredner jene Namen aufgezählt, bei denen man noch nicht dazugekommen ist, umzufärben (Abg. Neudeck: Die sind erst neu bestellt worden!), denn wie wissen denn alle immer so genau, wer welche Farbe hat? Sei’s drum.
Abg. Scheibner: Aber grundsätzlich ist es schon so bei euch, oder?
geht es primär nicht darum, dass jemand, der in die Politik geht, nachher nichts mehr werden darf oder dass jemand, der vorher schon etwas ist, wenn er in die Politik geht, danach nichts mehr werden darf. (Abg. Scheibner: Aber grundsätzlich ist es schon so bei euch, oder?) Da hat Klubobmann Molterer meines Erachtens auch Recht gehabt, obwohl er das in der Geschäftsordnungsdebatte inhaltlich abgesetzt hat.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist schon einmal etwas Gutes! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben Sie auch notwendig, dass Sie etwas lernen!
Sei’s drum, aber wir werden das in Zukunft zur Beurteilung dessen, was alles vom Interpellationsrecht erfasst ist, heranziehen, denn umgekehrt wissen Sie genau, was wir unter „Kontrollnotstand“ hier im Haus verstehen: dass man bei klaren Fragen, die sehr wohl etwas mit der Bundesvollziehung zu tun haben, immer wieder in die Ecke gedrängt wird, dass man zum Schluss keine Antwort bekommt. Und das Präsidium des Nationalrates muss sich da einmal für eine bestimmte Vorgangsweise entscheiden. Wir haben heute wieder sehr viel gelernt. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Scheibner: Das ist schon einmal etwas Gutes! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Das haben Sie auch notwendig, dass Sie etwas lernen!) – Da lernen wir gerne dazu.
Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dolinschek.
Konferenzzentrum, Austria Center Vienna: Sofort wurde dort der Aufsichtsrat ausgetauscht, weil er offensichtlich nicht gepasst hat, und zwar vom damals noch blauen Grasser – heute wäre er wahrscheinlich bei den Orangen, wenn er mittlerweile nicht schon fast schwarz wäre; aber das muss er selbst mit euch ausmachen. (Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dolinschek.) – Warten Sie, was kommt!
Abg. Neudeck: Der war seit eineinhalb Jahren auf keinem Golfplatz!
Und es wird weiter gleichgefärbt. Das ist überhaupt die neue Art des Nepotismus: Der braucht nicht einmal mehr ein Parteibuch, sondern muss nur mit Grasser golfen. Das ist das neue Parteibuch! (Abg. Neudeck: Der war seit eineinhalb Jahren auf keinem Golfplatz!) Schwarz-orange.
Abg. Neudeck: Das war aber die Frau Vranitzky! Nicht bei uns!
Golfspielen muss man bei Ihnen können – das ist die neue Qualifikation! (Abg. Neudeck: Das war aber die Frau Vranitzky! Nicht bei uns!) Man muss nicht immer in den oberen Chargen und Etagen herumreiten, man kann auch die kleinen feinen Beispiele bringen. Schauen wir einmal nach, was Sie mit dem alten Portier dort gemacht haben; ich vermute, das war nichts Gutes.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist Ihr „neu regieren“? – Ich muss wirklich sagen, an diesen Dingen sollten und müssen Sie sich auch messen lassen. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Das ist Ihr Bild von Kompetenz! Das stinkt doch zum Himmel, und damit haben Sie sich ein Eigentor geschossen, das seinesgleichen sucht. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Damit haben Sie sich nichts Gutes getan. Sie dürfen sich daher nicht aufregen, wenn Sie solche Dringliche über sich ergehen lassen müssen. Dass Sie dann aber nur Hohn und Spott für die andere Seite übrig haben, zeigt nur, dass Sie überhaupt nichts begriffen haben. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Teure Mitglieder auf der Bundesregierungsbank! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Ich möchte hier schon einmal feststellen, dass diese Dringliche von ganz besonderer Bedeutung ist und dass sehr, sehr wichtig ist, dass das heute hier besprochen wird.
Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.
Aber dieses Thema ist nicht nur wichtig und dringlich, sondern zeitweise auch sehr peinlich. (Demonstrativer Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Parnigoni: Ungeheuerlich!
Ich habe mir genau angehört, was Herr Staatssekretär Dolinschek hier gesagt hat. Er hat bei seiner Aufzählung von Mitgliedern des ÖBB-Vorstands den verstorbenen Herrn Direktor Türinger hier genannt. Das ist schlichtweg peinlich (Abg. Parnigoni: Ungeheuerlich!) und unangenehm. Sie verfolgen die Menschen bis in den Tod. Das zeigt Ihre Inkompetenz als Staatssekretär! So kann es nicht sein! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.
Ich habe mir genau angehört, was Herr Staatssekretär Dolinschek hier gesagt hat. Er hat bei seiner Aufzählung von Mitgliedern des ÖBB-Vorstands den verstorbenen Herrn Direktor Türinger hier genannt. Das ist schlichtweg peinlich (Abg. Parnigoni: Ungeheuerlich!) und unangenehm. Sie verfolgen die Menschen bis in den Tod. Das zeigt Ihre Inkompetenz als Staatssekretär! So kann es nicht sein! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Scheibner: Aber positiv!
Staatssekretär Morak hat hier die Namen Androsch, Ederer, Ruttenstorfer, Scholten, Vranitzky et cetera genannt (Abg. Scheibner: Aber positiv!) und diese Personen als Beispiele von Besetzungen nach dem Ausscheiden aus ihrem Amt gebracht. – Dazu muss ich sagen: Da besteht doch ein wesentlicher Unterschied, und dieser wesentliche Unterschied heißt Qualifikation, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Staatssekretär Morak hat hier die Namen Androsch, Ederer, Ruttenstorfer, Scholten, Vranitzky et cetera genannt (Abg. Scheibner: Aber positiv!) und diese Personen als Beispiele von Besetzungen nach dem Ausscheiden aus ihrem Amt gebracht. – Dazu muss ich sagen: Da besteht doch ein wesentlicher Unterschied, und dieser wesentliche Unterschied heißt Qualifikation, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Aber wir sehen das nicht, Sie müssen das herzeigen!
Wer Qualifikation beziehungsweise Postenschacher heute sehr treffend dargestellt hat – das kann sonst niemand so schön und gut schreiben –, ist Pammesberger mit seiner Karikatur im heutigen „Kurier“: „Matthias Reichhold Bio-Hendl“, und ein Huhn sagt lächelnd: „Der Bauer wird Minister!“ Das zweite Huhn lacht schon stärker und sagt: „Jetzt wird er FPÖ-Chef!“ Sein Gegenüber lacht: „Haha!“ Dann sagen die beiden Hühner: „Und Spitzenmanager bei Magna!“ „Und ASFINAG!“, und krümmen sich vor Lachen. Und zum Schluss – die beiden Hühner liegen auf dem Rücken, sie können schon nicht mehr – heißt es: „Weil er so qualifiziert ist!!“ – Meine Damen und Herren, das spricht Bände! (Abg. Scheibner: Aber wir sehen das nicht, Sie müssen das herzeigen!) Darüber braucht man gar nicht mehr schreiben und großartig zitieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Wer Qualifikation beziehungsweise Postenschacher heute sehr treffend dargestellt hat – das kann sonst niemand so schön und gut schreiben –, ist Pammesberger mit seiner Karikatur im heutigen „Kurier“: „Matthias Reichhold Bio-Hendl“, und ein Huhn sagt lächelnd: „Der Bauer wird Minister!“ Das zweite Huhn lacht schon stärker und sagt: „Jetzt wird er FPÖ-Chef!“ Sein Gegenüber lacht: „Haha!“ Dann sagen die beiden Hühner: „Und Spitzenmanager bei Magna!“ „Und ASFINAG!“, und krümmen sich vor Lachen. Und zum Schluss – die beiden Hühner liegen auf dem Rücken, sie können schon nicht mehr – heißt es: „Weil er so qualifiziert ist!!“ – Meine Damen und Herren, das spricht Bände! (Abg. Scheibner: Aber wir sehen das nicht, Sie müssen das herzeigen!) Darüber braucht man gar nicht mehr schreiben und großartig zitieren. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hat das auch der Pammesberger aufgeschrieben?
regiert!) – Nein, schlecht regiert. – Dazu fällt mir ein schwarzer Supertanker ein, gefüllt mit einigen Orangen in blauen Kisten, und dieser Tanker quert Österreich, belastet die Menschen und die Umwelt unseres schönen Landes, und durch unglaublichen personellen Verschleiß wird Ihr Schiff morsch und ist im Begriff zu sinken. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Scheibner: Hat das auch der Pammesberger aufgeschrieben?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kennt ihr von der BAWAG und vom ÖGB!
Was passiert, wenn ein Schiff sinkt? – Es herrscht Chaos in der Mannschaft, der Kapitän schweigt und schaut vielleicht betroffen zu. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kennt ihr von der BAWAG und vom ÖGB!) Die kleinen grauen Tiere mit den langen Schwänzen verlassen das Schiff – volkstümlich heißt das: Die Ratten verlassen das Schiff! (Abg. Neudeck: Herr Präsident!) –, ein Strudel zieht alles mit sich, und die Menschen springen über Bord. Nur müssen die Günstlinge dieser Bundesregierung nicht übers Meer schwimmen, sondern bringen rechtzeitig ihr Scherflein ins Trockene (Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?) und werden von der schwarz-bunten Bundesregierung bestens versorgt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Herr Präsident!
Was passiert, wenn ein Schiff sinkt? – Es herrscht Chaos in der Mannschaft, der Kapitän schweigt und schaut vielleicht betroffen zu. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kennt ihr von der BAWAG und vom ÖGB!) Die kleinen grauen Tiere mit den langen Schwänzen verlassen das Schiff – volkstümlich heißt das: Die Ratten verlassen das Schiff! (Abg. Neudeck: Herr Präsident!) –, ein Strudel zieht alles mit sich, und die Menschen springen über Bord. Nur müssen die Günstlinge dieser Bundesregierung nicht übers Meer schwimmen, sondern bringen rechtzeitig ihr Scherflein ins Trockene (Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?) und werden von der schwarz-bunten Bundesregierung bestens versorgt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?
Was passiert, wenn ein Schiff sinkt? – Es herrscht Chaos in der Mannschaft, der Kapitän schweigt und schaut vielleicht betroffen zu. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kennt ihr von der BAWAG und vom ÖGB!) Die kleinen grauen Tiere mit den langen Schwänzen verlassen das Schiff – volkstümlich heißt das: Die Ratten verlassen das Schiff! (Abg. Neudeck: Herr Präsident!) –, ein Strudel zieht alles mit sich, und die Menschen springen über Bord. Nur müssen die Günstlinge dieser Bundesregierung nicht übers Meer schwimmen, sondern bringen rechtzeitig ihr Scherflein ins Trockene (Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?) und werden von der schwarz-bunten Bundesregierung bestens versorgt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Was passiert, wenn ein Schiff sinkt? – Es herrscht Chaos in der Mannschaft, der Kapitän schweigt und schaut vielleicht betroffen zu. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das kennt ihr von der BAWAG und vom ÖGB!) Die kleinen grauen Tiere mit den langen Schwänzen verlassen das Schiff – volkstümlich heißt das: Die Ratten verlassen das Schiff! (Abg. Neudeck: Herr Präsident!) –, ein Strudel zieht alles mit sich, und die Menschen springen über Bord. Nur müssen die Günstlinge dieser Bundesregierung nicht übers Meer schwimmen, sondern bringen rechtzeitig ihr Scherflein ins Trockene (Abg. Scheibner: Was meinen Sie mit den Ratten? Wen meinen Sie mit den Ratten?) und werden von der schwarz-bunten Bundesregierung bestens versorgt. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Sprechen Sie von der Zeit 1999, im Spätherbst?
Das ist Postenschacher der übelsten und unanständigsten Art und Weise! Da werden einfach Gesetze geändert, weil aus dem Amt gehievten Managern die entsprechenden Voraussetzungen fehlten. (Abg. Neudeck: Sprechen Sie von der Zeit 1999, im Spätherbst?) Ausschreibungen finden nicht statt oder werden schlichtweg umgangen. Hearings werden als nicht notwendig erachtet (Abg. Neudeck: Oktober, November 1999 war das, oder?); die Qualifikation „schwarz-bunt“ reicht völlig aus, und sollte es zufällig gerade keine passende Stelle oder gut dotierte Position geben, in die man einen gescheiterten Minister oder Parteifunktionär hieven könnte (Abg. Prinz: Wer hat denn diese „sachliche“ Rede geschrieben?), wird schlicht und einfach eine neue Position geschaffen. – Das ist Ihre Politik! (Abg. Prinz: Wer hat dir denn das aufgeschrieben? – Ruf: Du warst schon besser!)
Abg. Neudeck: Oktober, November 1999 war das, oder?
Das ist Postenschacher der übelsten und unanständigsten Art und Weise! Da werden einfach Gesetze geändert, weil aus dem Amt gehievten Managern die entsprechenden Voraussetzungen fehlten. (Abg. Neudeck: Sprechen Sie von der Zeit 1999, im Spätherbst?) Ausschreibungen finden nicht statt oder werden schlichtweg umgangen. Hearings werden als nicht notwendig erachtet (Abg. Neudeck: Oktober, November 1999 war das, oder?); die Qualifikation „schwarz-bunt“ reicht völlig aus, und sollte es zufällig gerade keine passende Stelle oder gut dotierte Position geben, in die man einen gescheiterten Minister oder Parteifunktionär hieven könnte (Abg. Prinz: Wer hat denn diese „sachliche“ Rede geschrieben?), wird schlicht und einfach eine neue Position geschaffen. – Das ist Ihre Politik! (Abg. Prinz: Wer hat dir denn das aufgeschrieben? – Ruf: Du warst schon besser!)
Abg. Prinz: Wer hat denn diese „sachliche“ Rede geschrieben?
Das ist Postenschacher der übelsten und unanständigsten Art und Weise! Da werden einfach Gesetze geändert, weil aus dem Amt gehievten Managern die entsprechenden Voraussetzungen fehlten. (Abg. Neudeck: Sprechen Sie von der Zeit 1999, im Spätherbst?) Ausschreibungen finden nicht statt oder werden schlichtweg umgangen. Hearings werden als nicht notwendig erachtet (Abg. Neudeck: Oktober, November 1999 war das, oder?); die Qualifikation „schwarz-bunt“ reicht völlig aus, und sollte es zufällig gerade keine passende Stelle oder gut dotierte Position geben, in die man einen gescheiterten Minister oder Parteifunktionär hieven könnte (Abg. Prinz: Wer hat denn diese „sachliche“ Rede geschrieben?), wird schlicht und einfach eine neue Position geschaffen. – Das ist Ihre Politik! (Abg. Prinz: Wer hat dir denn das aufgeschrieben? – Ruf: Du warst schon besser!)
Abg. Prinz: Wer hat dir denn das aufgeschrieben? – Ruf: Du warst schon besser!
Das ist Postenschacher der übelsten und unanständigsten Art und Weise! Da werden einfach Gesetze geändert, weil aus dem Amt gehievten Managern die entsprechenden Voraussetzungen fehlten. (Abg. Neudeck: Sprechen Sie von der Zeit 1999, im Spätherbst?) Ausschreibungen finden nicht statt oder werden schlichtweg umgangen. Hearings werden als nicht notwendig erachtet (Abg. Neudeck: Oktober, November 1999 war das, oder?); die Qualifikation „schwarz-bunt“ reicht völlig aus, und sollte es zufällig gerade keine passende Stelle oder gut dotierte Position geben, in die man einen gescheiterten Minister oder Parteifunktionär hieven könnte (Abg. Prinz: Wer hat denn diese „sachliche“ Rede geschrieben?), wird schlicht und einfach eine neue Position geschaffen. – Das ist Ihre Politik! (Abg. Prinz: Wer hat dir denn das aufgeschrieben? – Ruf: Du warst schon besser!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Das ist ein ernstes Thema. Auf dieser Seite findet Postenschacher statt, es wird bestens dotierte Versorgung für Politfunktionäre geschaffen – und auf der anderen Seite haben 400 000 Österreicher keine Arbeit und müssen schauen, wie sie Monat für Monat durchkommen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist derzeit eine Alleinregierung mit Unterstützung eines willfährigen Partners, und das ist das BZÖ. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Mag. Kogler: Bis jetzt einer von den Guten!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! An und für sich ist es bekannt, dass ich zu jenen gehöre, die schon eine gewisse Zeit hier im Parlament sind. (Abg. Mag. Kogler: Bis jetzt einer von den Guten!) Daraus ergibt sich, dass ich schon sehr viele derartige Dringliche Anfragen miterlebt habe. Aber die heutige war wohl kein besonderer Meilenstein, Herr Kollege Cap, das wissen Sie selber, denn was heute hier geboten wurde, ist kein Ruhmesblatt.
Abg. Prähauser: Staatssekretäre!
Meine Damen und Herren, es gibt in Österreich immer wieder eine Umfrage, ein so genanntes Ranking der wichtigsten, glaubwürdigsten Berufsgruppen, Berufsbilder und so weiter. (Abg. Prähauser: Staatssekretäre!) An der Spitze stehen die Feuerwehr-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
leute, die Ärzte, die Krankenschwestern, das Pflegepersonal, auch, wie ich meine, richtigerweise, die Bauern, und zwar an vierter Stelle. Am unteren Ende der Skala finden sich die Politiker, nur mehr übertroffen von den Journalisten. Und offensichtlich beginnt hier ein Wettbewerb: Wer ist schlechter? Und der heutige Tag hat dazu beigetragen – dafür sind Sie verantwortlich –, dass wir in diesem Ranking weitere Stufen nach unten gesunken sind, meine Damen und Herren. Lassen Sie sich das sagen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.
Ich kenne keine Firma, ich kenne keine Branche, die auf Dauer auf dem Markt bestehen könnte, wenn sie das Produkt des anderen auf Dauer nur schlecht machte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Ich kenne kein Produkt und keine Firma. In der Politik ist das aber offensichtlich so. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kenne keine Firma, ich kenne keine Branche, die auf Dauer auf dem Markt bestehen könnte, wenn sie das Produkt des anderen auf Dauer nur schlecht machte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Kräuter.) Ich kenne kein Produkt und keine Firma. In der Politik ist das aber offensichtlich so. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Denn wenn heute Ihrerseits der massive Vorwurf des Postenschachers erhoben wurde und auch der Vorwurf, alles würde umgefärbelt, dann frage ich mich: Ja welche Farbe hatte dann bisher alles? Denn wenn das ausgewogen der Qualifikation entspräche, dann gäbe es nichts zum Umfärben, meine Damen und Herren. Oder ist Ihrerseits alles eingefärbt gewesen, wenn jetzt die Position, wenn sie verändert wird, umgefärbelt ist? (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Sagen Sie uns das, meine Damen und Herren, sagen Sie uns das!
Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.
Ich möchte Ihnen nicht die Liste der betreffenden Minister und Staatssekretäre vorhalten. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Ich behaupte, es gibt bei Ihnen, es gibt hier, es gibt bei den Grünen, es gibt aber auch bei uns genau so exzellente, fähige Leute, gleich, ob sie in der Politik waren oder nicht. Und ich will nicht haben, dass der Politiker auf Dauer nichts wert ist. Darunter leiden wir alle. Nehmen wir uns das auch selber einmal ein bisschen vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich möchte Ihnen nicht die Liste der betreffenden Minister und Staatssekretäre vorhalten. (Zwischenrufe des Abg. Dr. Matznetter.) Ich behaupte, es gibt bei Ihnen, es gibt hier, es gibt bei den Grünen, es gibt aber auch bei uns genau so exzellente, fähige Leute, gleich, ob sie in der Politik waren oder nicht. Und ich will nicht haben, dass der Politiker auf Dauer nichts wert ist. Darunter leiden wir alle. Nehmen wir uns das auch selber einmal ein bisschen vor, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Wenn in der Privatwirtschaft jemand eine leistungsfähige Person ist, weil er verschiedenste Funktionen bekleidet, dann ist das im Image eine interessante Führungskraft. Wenn das, meine Damen und Herren ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Herr Kollege Jarolim! Bei Ihnen ist es wirklich gescheiter, Sie gehen in sich. Und seien Sie doch ein bisserl ruhiger! Gerade Sie haben es nicht notwendig, hier etwas von sich zu geben. Seien Sie wirklich ruhig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wenn in der Privatwirtschaft jemand eine leistungsfähige Person ist, weil er verschiedenste Funktionen bekleidet, dann ist das im Image eine interessante Führungskraft. Wenn das, meine Damen und Herren ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Herr Kollege Jarolim! Bei Ihnen ist es wirklich gescheiter, Sie gehen in sich. Und seien Sie doch ein bisserl ruhiger! Gerade Sie haben es nicht notwendig, hier etwas von sich zu geben. Seien Sie wirklich ruhig! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Das Problem liegt darin, dass genau dieser Posten eingespart wurde!
Kollegen Reichhold, und Sie sollten genau dasselbe tun. (Abg. Dr. Gabriela Moser: Das Problem liegt darin, dass genau dieser Posten eingespart wurde!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Überhaupt nichts! Wir haben die Objektivierung dort eingeführt!
Frau Kollegin Moser! Denken Sie ein wenig an Oberösterreich! Dann werden Sie sicher hier etwas ruhiger sein, denn da gibt es auch genug nachzudenken, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Gabriela Moser: Überhaupt nichts! Wir haben die Objektivierung dort eingeführt!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich kenne aber einige Journalisten, die in ihrem Beruf Journalismus offensichtlich Starjournalisten waren. Kaum waren sie in der Politik, waren sie Sternschnuppen, politisch gesehen. Weg waren sie! Offensichtlich waren sie doch nicht so gut. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Meine Damen und Herren! Wenn heute hier eine Fraktion, die selber im Glashaus sitzt, von Postenschacher spricht, dann ist das, so meine ich, ein gefährliches Spiel. Herr Kollege Cap! Ihr Glück war, dass heute so wenig Zuhörer, so wenig Zuseher das mitbekommen haben. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Dr. Bleckmann. 4 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.)
Abg. Faul: Oder mit Gauster!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Staatssekretäre! Hohes Haus! Herr Kollege Reheis hat davon gesprochen, dass Menschen bis in den Tod verfolgt werden. Herr Kollege! Ich erinnere Sie an das, was mit Mag. Praschak passiert ist. (Abg. Faul: Oder mit Gauster!) Ich erinnere Sie daran. Und lesen Sie sich noch einmal durch, was er in seinen Briefen geschrieben hat, wie die SPÖ mit Menschen in der Zeit, in der Sie in der Regierung waren, umgegangen ist, um Positionen für ehemalige Minister zu schaffen. (Abg. Reheis: Haben Sie das besser gemacht? So etwas kann man nur machen, wenn man etwas besser macht!)
Abg. Reheis: Haben Sie das besser gemacht? So etwas kann man nur machen, wenn man etwas besser macht!
Abgeordnete Mag. Dr. Magda Bleckmann (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Staatssekretäre! Hohes Haus! Herr Kollege Reheis hat davon gesprochen, dass Menschen bis in den Tod verfolgt werden. Herr Kollege! Ich erinnere Sie an das, was mit Mag. Praschak passiert ist. (Abg. Faul: Oder mit Gauster!) Ich erinnere Sie daran. Und lesen Sie sich noch einmal durch, was er in seinen Briefen geschrieben hat, wie die SPÖ mit Menschen in der Zeit, in der Sie in der Regierung waren, umgegangen ist, um Positionen für ehemalige Minister zu schaffen. (Abg. Reheis: Haben Sie das besser gemacht? So etwas kann man nur machen, wenn man etwas besser macht!)
Abg. Parnigoni: Denken Sie an Ihre private Geschichte, Frau Kollegin!
Ich zitiere aus diesen Briefen aus diesen Bereichen: Direktor Randa sagte, alle Politiker säßen ihm im Genick, um einen Job für Dr. Scholten zu finden. – Ich glaube, der Name kommt Ihnen noch bekannt vor. – Generaldirektor Randa betont, dass er selten in seinem Leben einem derartigen politischen Druck ausgesetzt gewesen sei. Die vier Namhaftesten wären der Alt- und der aktuelle Kanzler sowie der Finanzminister und der Bürgermeister von Wien gewesen – im Übrigen alle von der SPÖ. – Und Randa weiter: Ich sollte mir daher wohlweislich überlegen, ob es überhaupt möglich sei, nein zu sagen. – So sagte Randa laut einem der Briefe von Mag. Praschak. Und Sie wissen, was mit Praschak passiert ist. (Abg. Parnigoni: Denken Sie an Ihre private Geschichte, Frau Kollegin!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Überlegen Sie, was es heißt, politischen Druck auszuüben, und kehren Sie ganz, ganz fest vor der eigenen Tür, bevor Sie sich hier hinstellen und von Postenschacher sprechen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
hauptmann Voves, Ihrem SPÖ-Voves! Fahren Sie dort hin und sprechen Sie mit ihm, aber ganz rasch, wenn Sie wirklich gegen Postenschacher auftreten. Für Sie ist nämlich nur dann jemand ein guter Geschäftsführer, ein guter Vorsitzender, ein guter Aufsichtsratsvorsitzender, wenn er der SPÖ angehört. Nur dann ist er gut und sonst nicht. Und das ist die falsche Sicht der Dinge. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Parnigoni: Was haben Sie gegen die alten Menschen?
Es gibt auch in Graz einen Ex-Finanzstadtrat, 1968 bis 1993 Finanzstadtrat, dann nach dieser Zeit – 1968 bin ich geboren, also der war wirklich lange in der Politik – Aufsichtsrat am Flughafen, Aufsichtsrat bei den Stadtwerken seit 1965 und inzwischen Aufsichtsratsvorsitzender der Grazer Stadtwerke. Was glauben Sie, wie alt der Alt-SPÖ-Exfinanzstadtrat und Exvizebürgermeister ist? – 84 Jahre! Ist immer noch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke! (Abg. Parnigoni: Was haben Sie gegen die alten Menschen?) Sie finden anscheinend keinen Besseren als diesen altgedienten Politiker, der eine beste Politikerpension bekommt, der beste Pensionsbezüge bekommt. Da sollten doch wirklich andere drinsitzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Es gibt auch in Graz einen Ex-Finanzstadtrat, 1968 bis 1993 Finanzstadtrat, dann nach dieser Zeit – 1968 bin ich geboren, also der war wirklich lange in der Politik – Aufsichtsrat am Flughafen, Aufsichtsrat bei den Stadtwerken seit 1965 und inzwischen Aufsichtsratsvorsitzender der Grazer Stadtwerke. Was glauben Sie, wie alt der Alt-SPÖ-Exfinanzstadtrat und Exvizebürgermeister ist? – 84 Jahre! Ist immer noch Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke! (Abg. Parnigoni: Was haben Sie gegen die alten Menschen?) Sie finden anscheinend keinen Besseren als diesen altgedienten Politiker, der eine beste Politikerpension bekommt, der beste Pensionsbezüge bekommt. Da sollten doch wirklich andere drinsitzen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Überlegen Sie doch einmal, was Sie tun! Kehren Sie vor der eigenen Türe und werfen Sie nicht mit Steinen, wenn Sie im Glashaus sitzen, denn Sie wissen und Sie merken es jetzt: Es tut weh. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Scheibner.
Wir haben eine Regierungsbeteiligung in Oberösterreich, aber es gibt keinerlei grünen Postenschacher, es gibt keinerlei grüne Besetzung dort, es wird klar nach Qualifikation ausgeschrieben, Herr Kollege Auer! (Zwischenruf des Abg. Scheibner.)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Und wenn ich ihn an die Gegenwart anlege, bitte, dann muss ich attestieren, dass derzeit eine derart einseitige Schwarz- oder Blau-Färberei stattfindet, eine Versorgungsorgie sondergleichen, sowohl in dem einen als auch in dem anderen Bereich, dass der Proporz dagegen ein Lercherl war, sage ich Ihnen, wenn man es genauer untersucht. Ein Lercherl war das früher. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Die zeigen Sie uns einmal, die ÖVPler!
Es hat mir so mancher ÖVPler schon gesagt: So getrieben hat es in besten Zeiten der großen Koalition niemand von uns. Das ist eine neue Negativqualität. – Das sagten mir ÖVPler, bitte. (Abg. Scheibner: Die zeigen Sie uns einmal, die ÖVPler!) Und die haben sich auch bei mir gemeldet und gesagt: Bitte, stechen Sie doch hinein in diese Blase. Das ist wirklich verheerend, was dort passiert. (Abg. Scheibner: So eine Märchenstunde!)
Abg. Scheibner: So eine Märchenstunde!
Es hat mir so mancher ÖVPler schon gesagt: So getrieben hat es in besten Zeiten der großen Koalition niemand von uns. Das ist eine neue Negativqualität. – Das sagten mir ÖVPler, bitte. (Abg. Scheibner: Die zeigen Sie uns einmal, die ÖVPler!) Und die haben sich auch bei mir gemeldet und gesagt: Bitte, stechen Sie doch hinein in diese Blase. Das ist wirklich verheerend, was dort passiert. (Abg. Scheibner: So eine Märchenstunde!)
Abg. Scheibner: Das war toll!
Zuerst sagt Gorbach: Einsparen, dann heißt es: Versorgen. Entschuldigen Sie, da lachen ja die Hühner, selbst am Bauernhof des Herrn Ministers, sage ich Ihnen. (Abg. Scheibner: Das war toll!)
Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!
Monika Forstinger hat Aufträge bekommen, für den Immobilienbereich Bewertungen auszustellen et cetera. (Abg. Scheibner: Die Frau Langthaler haben Sie vergessen!) – Ja, die hat sicherlich auch Aufträge bekommen, nur war die nicht vorher Ministerin. (Abg. Scheibner: Aber Abgeordnete! Alles verboten!) Minister Böhmdorfer, jetzt im Aufsichtsrat und so weiter. Ingolf Schädler. Bei der ÖBB-Reform hat Böhmdorfer mitgewirkt und hat jetzt eine neue Aufsichtsratsfunktion. Helfried Jedlaucnik. (Abg. Scheibner: Was ist mit dem? – Der ist ein Beamter!) Jetzt ist er, glaube ich, bald Sektionschef. (Abg. Scheibner: Was heißt „glaube ich“?! Ja oder nein!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was war der Michael Gassauer für ein Politiker?
Peter Franzmayr, Martin Santer, bitte, bei der Schienenverkehr angestellt. Christian Ebner, Helga Thomic-Sutterlüty, im Finanzministerium versorgt worden. Walter Riepler, Michael Gassauer. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was war der Michael Gassauer für ein Politiker?)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Gerhild Hofer, bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Es geht nicht nur um Politiker, es geht um Versorgung. Es geht um Postenschacher und Versorgung von Menschen, die sich aufgrund dessen, dass Sie bald nicht mehr in der Regierung sitzen werden, neu orientieren müssen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie alle Blauen aufgezählt!)
Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie alle Blauen aufgezählt!
Gerhild Hofer, bitte. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.) – Es geht nicht nur um Politiker, es geht um Versorgung. Es geht um Postenschacher und Versorgung von Menschen, die sich aufgrund dessen, dass Sie bald nicht mehr in der Regierung sitzen werden, neu orientieren müssen. (Abg. Scheibner: Jetzt haben Sie alle Blauen aufgezählt!)
Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?
Und dass Sie sie jetzt versorgen auf Kosten der SteuerzahlerInnen, alles auf Kosten der ÖsterreicherInnen, bitte, das ist für mich die neue Negativqualität. (Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?) Das ist die neue Negativqualität. Die Menschen sind ja fähig, sagen Sie. Bitte, dann sollen sie sich bewerben, wo immer sie wollen. (Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!) Nur, sie in irgendeine staatliche Funktion zu setzen, nur deshalb, weil sie vorher bei Ihnen, in einem Ministerbüro oder sonst wo gearbeitet haben, das ist für mich eine zu geringe Qualifikation. (Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!) Das ist wirklich Postenschacher, Postenorgie der übelsten Art.
Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!
Und dass Sie sie jetzt versorgen auf Kosten der SteuerzahlerInnen, alles auf Kosten der ÖsterreicherInnen, bitte, das ist für mich die neue Negativqualität. (Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?) Das ist die neue Negativqualität. Die Menschen sind ja fähig, sagen Sie. Bitte, dann sollen sie sich bewerben, wo immer sie wollen. (Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!) Nur, sie in irgendeine staatliche Funktion zu setzen, nur deshalb, weil sie vorher bei Ihnen, in einem Ministerbüro oder sonst wo gearbeitet haben, das ist für mich eine zu geringe Qualifikation. (Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!) Das ist wirklich Postenschacher, Postenorgie der übelsten Art.
Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!
Und dass Sie sie jetzt versorgen auf Kosten der SteuerzahlerInnen, alles auf Kosten der ÖsterreicherInnen, bitte, das ist für mich die neue Negativqualität. (Abg. Scheibner: Haben wir die Frau Langthaler versorgen müssen?) Das ist die neue Negativqualität. Die Menschen sind ja fähig, sagen Sie. Bitte, dann sollen sie sich bewerben, wo immer sie wollen. (Abg. Scheibner: Ein solcher Unsinn, den Sie da bringen!) Nur, sie in irgendeine staatliche Funktion zu setzen, nur deshalb, weil sie vorher bei Ihnen, in einem Ministerbüro oder sonst wo gearbeitet haben, das ist für mich eine zu geringe Qualifikation. (Abg. Scheibner: In welchem Büro hat Herr Gassauer gearbeitet? – Er war Telekom-Manager! Ihren Mitarbeitern brauchen Sie keine Überstunden zu zahlen! Die arbeiten schlecht! Die sollten besser recherchieren!) Das ist wirklich Postenschacher, Postenorgie der übelsten Art.
Abg. Scheibner: Die können wir eh nicht verkaufen, die Kasernen!
jetzt zum Schluss auch bei den Kasernen, darum schaue ich Sie an, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Die können wir eh nicht verkaufen, die Kasernen!), sehr nützlich auch für private Zwecke nutzen. Das ist ein Insiderwissen, das er dort hat. Und das ist an sich eine klassische Unvereinbarkeit, dass man jemanden aus der Immobilienbranche mehr oder weniger in alle Aufsichtsratspositionen, die die Republik im Immobilienbereich besetzen kann, auch hineinsetzt. (Abg. Scheibner: Die Experten kommen halt aus dem Bereich!)
Abg. Scheibner: Die Experten kommen halt aus dem Bereich!
jetzt zum Schluss auch bei den Kasernen, darum schaue ich Sie an, Herr Kollege Scheibner (Abg. Scheibner: Die können wir eh nicht verkaufen, die Kasernen!), sehr nützlich auch für private Zwecke nutzen. Das ist ein Insiderwissen, das er dort hat. Und das ist an sich eine klassische Unvereinbarkeit, dass man jemanden aus der Immobilienbranche mehr oder weniger in alle Aufsichtsratspositionen, die die Republik im Immobilienbereich besetzen kann, auch hineinsetzt. (Abg. Scheibner: Die Experten kommen halt aus dem Bereich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Mit diesem Negativbeispiel muss ich leider schließen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Dr. Brinek: Das wissen wir!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak hat zu Beginn seiner Ausführungen einige Beispiele dafür genannt, wie denn aus SPÖ-Politikern auch etwas Großes geworden ist. Er hat gemeint, Herr Ruttenstorfer sei jetzt bei der OMV. Herr Staatssekretär, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass Ruttenstorfer auch vorher schon bei der OMV war. (Abg. Dr. Brinek: Das wissen wir!) Wenn ich mir die heutigen Ausführungen des Staatssekretärs anhöre, denke ich, dass es eigentlich schade ist, dass wir Staatssekretäre von der Qualität eines Ruttenstorfer heute nicht mehr haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Staatssekretäre! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Staatssekretär Morak hat zu Beginn seiner Ausführungen einige Beispiele dafür genannt, wie denn aus SPÖ-Politikern auch etwas Großes geworden ist. Er hat gemeint, Herr Ruttenstorfer sei jetzt bei der OMV. Herr Staatssekretär, es dürfte Ihnen entgangen sein, dass Ruttenstorfer auch vorher schon bei der OMV war. (Abg. Dr. Brinek: Das wissen wir!) Wenn ich mir die heutigen Ausführungen des Staatssekretärs anhöre, denke ich, dass es eigentlich schade ist, dass wir Staatssekretäre von der Qualität eines Ruttenstorfer heute nicht mehr haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Jakob Auer: Machst du das?
Kollege Auer meint, dass wir unser eigenes Nest beschmutzen und dass wir uns gegenseitig schlecht machen und so weiter. Herr Kollege Auer, könnte nicht auch daran, dass die Politiker ganz unten in der Imagereihe stehen, die Tatsache schuld sein, dass sie sich nicht an Gesetze, die sie selbst beschließen, halten? Könnte nicht auch das schuld sein? (Abg. Jakob Auer: Machst du das?)
Abg. Jakob Auer: Schwertberg!
Das ist ein typisches Beispiel, du hast jetzt nicht aufgepasst: Stellenbesetzungsgesetz ist dann ungültig, wenn derjenige, den man haben will, nicht auf den Posten hinkommt. Das ist das Faktum, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Jakob Auer: Schwertberg!) Apropos Schwertberg, ich sage dir gleich etwas.
Abg. Neudeck: Ihr nicht! Das habt ihr vorher auch nicht gewusst!
Die ÖBB haben jetzt eine große Strukturreform hinter sich. Diese hat dazu geführt, dass sich dort niemand mehr auskennt. Da gibt es eine eigene Immobiliengesellschaft, deren Managerin weit jenseits von all den Zahlen verdient, die heute genannt wurden, nämlich weit über 300 000 € pro Jahr. Diese Umstrukturierung mit diesen teuren Posten hat dazu geführt, dass man in den ÖBB eigentlich nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist und wovon man redet. (Abg. Neudeck: Ihr nicht! Das habt ihr vorher auch nicht gewusst!)
Beifall bei der SPÖ.
Dieses sagte kein Geringerer als Bundeskanzler Schüssel. Und was macht er? – Er hält sich nicht einmal an Gesetze, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das werden die Wähler im Herbst sehr wohl zu honorieren wissen. Da können Sie monatelang „BAWAG“ und „Gewerkschaftsbund“ schreien – die Wählerinnen und Wähler haben die Nase voll. Das wollen sie sich nicht mehr gefallen lassen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
zirka 200 000 bis 220 000 €. Darüber, ob das hoch oder niedrig für einen hoch dotierten, wichtigen und sehr zeitaufwändigen Job in der ASFINAG ist, kann man jetzt diskutieren. Nur eines steht fest: Es sind immer noch um mehr als 100 000 € weniger als die über 330 000 €, die Herr Kollege Elsner dafür bekommt, dass er zweimal im Jahr bei einer Sitzung von der Lotto-Toto-Gesellschaft gefehlt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Kasperl!
Kollege Cap ist hier heraußen gestanden, wortgewaltig, wie wir ihn ja kennen – vielleicht bekommt auch er einmal einen Job in einem staatsnahen Betrieb, die Bundestheater würden mir zum Beispiel einfallen, wo es sicherlich einmal eine Verwendung für ihn gäbe. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kasperl!) – Kasperl, das will ich nicht sagen, das weiß ich nicht, aber Bundestheater wäre eine gute Sache. (Abg. Neudeck: Die Urania gehört nicht zu den Bundestheatern!)
Abg. Neudeck: Die Urania gehört nicht zu den Bundestheatern!
Kollege Cap ist hier heraußen gestanden, wortgewaltig, wie wir ihn ja kennen – vielleicht bekommt auch er einmal einen Job in einem staatsnahen Betrieb, die Bundestheater würden mir zum Beispiel einfallen, wo es sicherlich einmal eine Verwendung für ihn gäbe. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Kasperl!) – Kasperl, das will ich nicht sagen, das weiß ich nicht, aber Bundestheater wäre eine gute Sache. (Abg. Neudeck: Die Urania gehört nicht zu den Bundestheatern!)
Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber die war keine Ministerin!
Frau Kollegin Moser stellt sich zum Rednerpult und legt dieses Reinheitsgelöbnis der Grünen ab. Frau Kollegin Moser, jetzt lese ich Ihnen etwas aus der Dringlichen Anfrage vor. Da steht als Beispiel Frau Dr. Forstinger, und es wird massiv kritisiert, dass sie in staatsnahen Bereichen auf Honorarbasis arbeiten konnte. – Wissen Sie, wer mir dazu einfällt? – Frau Kollegin Monika Langthaler fällt mir da ein! (Abg. Dr. Gabriela Moser: Aber die war keine Ministerin!) – Ja, aber eine Abgeordnete dieses Hohen Hauses!
Abg. Mandak: Genau! Obwohl sie’s war!
die auch im staatsnahen Bereich als Unternehmerin tätig ist, obwohl sie vorher Politikerin war. (Abg. Mandak: Genau! Obwohl sie’s war!)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sie sollten irgendwann diese Scheuklappen ablegen, dass Politiker bis zum letzten Tag Politiker sein müssen! Auch Politiker sollen eine Chance haben, danach zu arbeiten! Und auch, wenn es Ihrem Weltbild nicht entspricht, Frau Kollegin Moser: Auch politische Vertreter haben das Recht, nach ihrer politischen Karriere einem normalen Beruf nachzugehen – egal, ob er hoch oder nieder bezahlt ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Sagen Sie lieber Ihrem Kollegen Anschober in Oberösterreich, er soll als Landesrat alle Mitarbeiter aus seinem Kabinett hinauswerfen, die er eingestellt hat! – Danke schön. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Meine Damen und Herren! Es ist bedauerlich, aber die Fristsetzung ist notwendig geworden, weil die weitere Verunsicherungspolitik der Roten und der Grünen im Bundesrat dazu geführt hat, dass wir Sicherheit an den Universitäten schaffen müssen und daher binnen einer Frist, die im Antrag genannt ist, nämlich bis zum 19. Mai, die Universitätsgesetznovelle beschließen beziehungsweise im nächsten Wissenschaftsausschuss verhandeln müssen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Ja, mit diesen Aussagen, Herr Kogler, müssen auch Sie leben, weil Ihre Fraktion sich im Bundesrat genauso unstaatsmännisch und unsolid verhalten und zur Verunsicherung beigetragen
Abg. Mag. Kogler: Mit solchen Staatssekretären dürfen Sie das Wort „Staat“ ja überhaupt nicht mehr in den Mund nehmen!
hat. (Abg. Mag. Kogler: Mit solchen Staatssekretären dürfen Sie das Wort „Staat“ ja überhaupt nicht mehr in den Mund nehmen!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zickzackkurs bringt uns nicht weiter. So ist das, Herr Abgeordneter! Sie können sich der Fristsetzung anschließen und versuchen, einen guten Beitrag im Ausschuss und dann im Plenum zu leisten, damit rasch Sicherheit an den Universitäten einkehrt. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Kogler: Reden Sie zur Fristsetzung!
Wir haben hier im Haus lange diskutiert. Es hat klare Positionen gegeben. Ich habe mich damals sehr gefreut, dass die SPÖ diesen Beschluss mitgetragen hat, habe mich über die Einsicht vor allem der niederösterreichischen Abgeordneten wirklich gefreut, und jetzt muss ich mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen, dass der Zickzackkurs, der vorher so deutlich erkennbar war, wieder begonnen beziehungsweise fortgesetzt wurde. Ich möchte schon in Erinnerung rufen, und tue das als niederösterreichischer Abgeordneter wirklich mit Stolz: Wir haben im Zuge dieser Diskussion das beste Angebot gelegt. Das haben uns alle Experten bestätigt. Wir haben nicht nur die geographische Lage gut überlegt, sondern auch finanziell wirklich Hervorragendes geleistet. Wir haben in der Diskussion viele Argumente ausgetauscht und sind dann letztlich zu dieser Entscheidung gekommen. (Abg. Mag. Kogler: Reden Sie zur Fristsetzung!)
Abg. Dr. Grünewald: Auch außerhalb!
Warum man jetzt sozusagen wieder alles umdrehen will oder zumindest den Versuch startet, hier die Diskussion von Neuem zu beginnen, ist mir ein Rätsel. Das kann – und ich möchte das wirklich sagen – nur zwei Gründe haben. Entweder kann sich Herr Klubvorsitzender Gusenbauer gegenüber seinen Bundesräten nicht durchsetzen oder die Nationalratsfraktion ist mit ihren Argumenten bei der Bundesratsfraktion nicht durchgekommen. Vielleicht ist das Thema einfach nicht genügend ausdiskutiert worden. Das würde ich annehmen, dass die Diskussion innerhalb der Fraktion durch andere Probleme überlagert war, was ich auch verstehen würde. (Abg. Dr. Grünewald: Auch außerhalb!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Geschätzte Damen und Herren! Sie können diesem Fristsetzungsantrag heute zustimmen, dann kann alles wieder ins Reine kommen. Ich denke, das wäre auch wichtig, denn dieses Projekt verdient einfach eine gute und eindeutige Beschlussfassung. Es sollte im Bundesrat nicht parteipolitisches Kleingeld gewechselt werden. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Rufe bei der ÖVP: Geh, geh!
Abgeordneter DDr. Erwin Niederwieser (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Kollege Brader, Ihnen sind zwei Gründe dafür eingefallen, was betreffend Gugging zu diesem Einspruch hat führen können, der dritte und eigentliche Grund ist Ihnen nicht eingefallen. Dieser wäre mir zunächst auch nicht eingefallen, muss ich zugeben, wenn nicht die Auskunftspersonen des Ministeriums im Bundesrats-Ausschuss derart desaströs agiert hätten, dass die Bundesräte ganz entsetzt waren über die Unwissenheit und über die geringe Information und dann unterbrochen haben, weil man auf diesem Informationsstand keinen Beschluss fassen kann. (Rufe bei der ÖVP: Geh, geh!) – Das war der eigentliche Grund und nicht das, was Sie, Herr Kollege Brader, vermutet haben.
Abg. Dr. Brinek: Na sicher!
Frau Kollegin Brinek, zur Eile und zur Verunsicherung. – Wenn wir uns die Bilder vom letzten Herbst in Erinnerung rufen, was sich da an den medizinischen Universitäten in Österreich abgespielt hat, dieses Chaos, das da vorhanden war – da reden Sie von Verunsicherung?! (Abg. Dr. Brinek: Na sicher!) Angesichts dessen, was das Bildungsministerium unter der Führung von Ministerin Gehrer hier produziert hat, werfen Sie uns Verunsicherung vor?! Sie haben jahrelang nichts getan, wissend, dass diese Entscheidung möglicherweise kommen wird – nichts getan, mit niemandem geredet! –, und dann auf einmal ist es sehr eilig geworden. Nachdem der EuGH entschieden hat, haben Sie total überhastet agiert.
Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Niemand – niemand in der Europäischen Union, niemand in der Europäischen Kommission – hätte uns dazu gezwungen, bereits im letzten Herbst eine Regelung zu treffen. Aber nein, das musste von heute auf morgen geschehen, noch vor dem Sommer, innerhalb kürzester Zeit, und dann das Chaos. Und jetzt reden Sie von Verunsicherung? Das ist ja wirklich lächerlich! (Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Die sind ja unrealistisch!
Sie hätten es relativ leicht haben können, wirklich leicht, dass der Bundesrat keinen Einspruch erhebt. Sie hätten nur auf die Forderungen, die wir hier in diesem Zusammenhang erhoben haben, eingehen müssen. (Abg. Dr. Brinek: Die sind ja unrealistisch!) Die Forderungen waren relativ einfach. Wir waren uns darüber einig, dass im Bereich der Medizin eine Sondersituation herrscht und dass hier Begrenzungen notwendig sind, aber weshalb in der Biologie, in der Pharmazie, in der Psychologie, in der Betriebswirtschaft und in der Publizistik nach wie vor die Beschränkungen aufrechterhalten werden müssen, das verstehen wir nicht. Das halten wir aus zweierlei Gründen für kontraproduktiv.
Beifall bei der SPÖ.
Das ist der wahre Grund, weshalb Sie hier nicht nachgegeben haben. Daher dürfen Sie sich nicht wundern, dass der Bundesrat die Position, die wir im Nationalrat vertreten haben – es war exakt dieselbe –, auch in seinem Einspruch wiederholt hat. Es ist nur verständlich, dass der Bundesrat seine Rechte hier auch wahrnimmt. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
haben zu rasch gehandelt! Also wie man es macht, macht man es falsch. Der Opposition und Ihnen kann man es somit nie recht machen; das ist damit auch klargestellt. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich sage Ihnen: Schlagen Sie zuerst einmal die Wahl, überlegen Sie, was Sie tun im Zusammenhang mit Postenschacher und anderen Bereichen, und überlegen Sie, wie Sie hier vorgehen, bevor Sie sich schon jetzt über Regierungsverhandlungen Gedanken machen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim – in Richtung der Abg. Dr. Bleckmann –: Eile mit Verstand, das wäre ein Ziel, das Sie verfolgen sollten!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. Auch für Sie 5 Minuten Redezeit, Herr Abgeordneter. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim – in Richtung der Abg. Dr. Bleckmann –: Eile mit Verstand, das wäre ein Ziel, das Sie verfolgen sollten!)
Abg. Kößl: Das ist ja kein Vergleich!
Wie hat Gehrer argumentiert – und das ist verunsichernd –? Sie hat gesagt, sie könne erst handeln, wenn sie das Urteil schriftlich in der Hand habe, sie arbeite nicht für die Schublade. Sollte da jetzt jemand den Kopf schütteln, dann stellen Sie sich vor, Sie sind angeklagt, holen einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin und der oder die sagt: Ich kann erst handeln, wenn das Urteil gesprochen wird! Da werden Sie sich an den Kopf greifen; es verbietet mir mein Anstand, das nun hier auch zu tun. (Abg. Kößl: Das ist ja kein Vergleich!) Das ist ein sehr passender Vergleich.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Ich möchte zumindest europäischen Schnitt bei den Bildungsstandards erreichen, und dazu, Sie wissen es, würden wir 100 000 Studierende mehr brauchen. Um die Betreuungsverhältnisse im internationalen Vergleich anzuheben, würden wir 25 Prozent mehr Hochschullehrer brauchen. – Das ist die Verunsicherung, der Sie nicht Rechnung tragen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wir hatten mit diesen beiden Ländern schon viele Kontakte auf parlamentarischer Ebene und werden sie auch in Zukunft noch haben. Wir sehen dort durchaus das Bemühen, dass man sich in die europäische Familie einklinkt. Ja ich muss sagen: Ich sehe bei diesen beiden Ländern sogar ein wesentlich größeres Bemühen als bei manchen Ländern, die in der letzten Erweiterungsrunde mit dabei gewesen sind, wo wir diese Bereitschaft leider vermissen mussten. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen.
Das ist, denke ich, nicht nur für die neuen Staaten notwendig, sondern so etwas müssen wir uns für die gesamte EU wünschen, denn wenn es um die viel proklamierten europäischen Werte geht, dann muss man sagen: Es war die Regierung Berlusconi mit der Beugung des Rechtsstaates, wie dies der zum Glück abgewählte Exregierungschef Italiens ständig getan hat, ja auch nicht das, was wir uns unter der „Einhaltung europäischer Werte“ vorstellen. Hier sind positive Beispiele notwendig! (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Diese Prozesse sind wichtig, und das gilt nicht nur für Rumänien und Bulgarien, sondern das gilt in den Augen der Grünen für den gesamten Westbalkan, und das gilt auch für die Türkei. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
14 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben den Beitrittsvertrag bereits genehmigt. Wenn Sie zustimmen, wird Österreich das 15. Land sein. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Von der Größe her gibt es mit Sicherheit kein Problem, denn alle diese Staaten zusammen haben etwa so viele Einwohner wie Rumänien. Das Problem liegt in der Funktionsfähigkeit der EU-Organe, die vorher entsprechend angepasst werden müsste. Dennoch müssen wir, glaube ich, sagen: Die Zielvorstellung für diese Staaten muss der Vollbeitritt zur Europäischen Union sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Allgemeiner Beifall.
Wir haben gesehen, wie sich auch in diesen Ländern die Parlamente für die Fortschritte eingesetzt haben, und wir sollten auch den Parlamenten beider Länder aus diesem Anlass unsere Grüße übermitteln. Die Rolle der Parlamentarier aus beiden Ländern war in diesen vergangenen Jahren eine auch im europäischen Maßstab wirklich beeindruckende. (Allgemeiner Beifall.)
Allgemeiner Beifall.
Ich bin daher auch der Meinung, dass wir so viele ausgleichende Maßnahmen setzen müssen, so viel Hilfe für alle in diesem Bereich leisten müssen, dass die gesamte Region Nutznießer davon ist und dass keine neuen Spannungen entstehen. Das ist nicht nur im Interesse des Westbalkans, sondern das ist auch im Interesse unseres Landes und der Europäischen Union insgesamt. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Geschätzte Damen und Herren, die Bemühungen dieser beiden Länder sind erkennbar und durch dieses Monitoring, durch Fakten und Zahlen auch belegbar. Der Ratifizierung wird unsere Fraktion trotz bestehender Probleme zustimmen. Es bleibt noch zu sagen, dass Österreich durch diesen Beitritt profitieren wird, und genauso wird es für die gesamte Europäische Union und für diese beiden Beitrittsländer sein. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
In diesem Sinne: Ein richtiger Weg, ein gemeinsames Ziel. Wir wünschen den Beitrittsländern alles Gute bei ihrem Start! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Alles in allem ist diese Erweiterung natürlich notwendig. Unwetter- und Hochwasserkatastrophen gibt es nicht nur bei uns. Wenn wir jetzt in Richtung Bulgarien und vor allem Rumänien blicken, dann ist es wichtig, dass man als Europäer weiß, dass man in einer großen Solidargemeinschaft lebt. Und so sehe ich diese Europäische Union. Je größer sie wird, umso stärker wird sie auch. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Forderung und das Problem bleibt aktuell, auch nach dem Beitritt von Rumänien und Bulgarien, von dem auch wir glauben, dass er zweckmäßig ist. Der Beitritt erfolgt zum 1. Jänner 2007, so wie die Dinge jetzt aussehen, und wir unternehmen alles, um den beiden Ländern zu helfen, ihren Beitritt auch bewältigen zu können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall des Abg. Dr. Bösch.
Ich meine, diese Ratifizierung kommt zu früh, und ich meine, dass die politische Klasse in Europa bereit sein müsste, die notwendigen Kurskorrekturen vorzunehmen. Mein freiheitlicher Kollege, Herr Abgeordneter Dr. Bösch, und ich werden nicht mitratifizieren. (Beifall des Abg. Dr. Bösch.)
Abg. Schieder: Nein! Sie verkennen den Wechsel!
Ich sage das nur dazu. Es ist an sich ein historischer Tag, und wir alle sollten froh darüber sein, dass es einen nächsten Schritt gibt. Herr Abgeordneter Schieder, ein Kenner der Außenpolitik, wird jetzt wahrscheinlich auch die Kritik an seinen Vorfahren erkennen. (Abg. Schieder: Nein! Sie verkennen den Wechsel!) – Ich denke, es ist dies ein historischer Tag, und wir können froh sein, dass es zu diesem Schritt kommt. (Abg. Schieder: Sie verkennen, was dann zum Wechsel beigetragen hat!)
Abg. Schieder: Sie verkennen, was dann zum Wechsel beigetragen hat!
Ich sage das nur dazu. Es ist an sich ein historischer Tag, und wir alle sollten froh darüber sein, dass es einen nächsten Schritt gibt. Herr Abgeordneter Schieder, ein Kenner der Außenpolitik, wird jetzt wahrscheinlich auch die Kritik an seinen Vorfahren erkennen. (Abg. Schieder: Nein! Sie verkennen den Wechsel!) – Ich denke, es ist dies ein historischer Tag, und wir können froh sein, dass es zu diesem Schritt kommt. (Abg. Schieder: Sie verkennen, was dann zum Wechsel beigetragen hat!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Weil wir im Parlament sind, und da wird gesprochen!
Was ist im Präsidium geschehen? Mit welchen Chefredakteuren von diesen merkwürdigen Zeitungen und Magazinen wurde gesprochen? Und was ist geschehen, dass es protokollmäßig und von der Geschäftsordnung her möglich ist, dass man die Beiträge bei Geschäftsstücken, die ohnehin mehr als eine Zweidrittelmehrheit garantieren, dem Protokoll beifügen kann, ohne dass man hier steht und sich mit irgendetwas gegenseitig anagitiert? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mandak: Weil wir im Parlament sind, und da wird gesprochen!)
Abg. Dr. Ferdinand Maier – das Rednerpult verlassend –: Vielleicht können Sie uns informieren?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich würde Ihnen empfehlen, in das vorletzte Präsidialprotokoll zu sehen. Dort ist nachzulesen, was in der Zwischenzeit geschehen ist. (Abg. Dr. Ferdinand Maier – das Rednerpult verlassend –: Vielleicht können Sie uns informieren?!) – Das Präsidialprotokoll geht ja Ihnen allen zu. (Abg. Schieder: Da kann ich überhaupt verzichten, auf seinen wichtigen Beitrag!)
Abg. Schieder: Da kann ich überhaupt verzichten, auf seinen wichtigen Beitrag!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich würde Ihnen empfehlen, in das vorletzte Präsidialprotokoll zu sehen. Dort ist nachzulesen, was in der Zwischenzeit geschehen ist. (Abg. Dr. Ferdinand Maier – das Rednerpult verlassend –: Vielleicht können Sie uns informieren?!) – Das Präsidialprotokoll geht ja Ihnen allen zu. (Abg. Schieder: Da kann ich überhaupt verzichten, auf seinen wichtigen Beitrag!)
Beifall bei der SPÖ.
Es stehen weitere Länder als Kandidaten bereit, vor allem die Länder des Westbalkans, die genauso zu Europa gehören wie die beiden Länder, die jetzt aufgenommen werden, und daher besteht gerade bei der EU selbst dringender Handlungsbedarf. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat er vielleicht als Volksanwalt gesagt!
Heute bei der Ratifizierung geht es nicht um die Festlegung eines Termins, sondern um das Grundsätzliche. – Stadler ist dafür, andere sind dagegen – soll sich jeder seine Meinung bilden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das hat er vielleicht als Volksanwalt gesagt!)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Die Antwort auf diesen Antrag auf Stellungnahme haben Sie heute selbst geliefert. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Lassen wir auch zwei weitere Staaten an diesem Projekt teilhaben, und vergessen wir nicht: Wir müssen Europa in die Herzen der Menschen bringen! Der bisherige erfolgreiche Ratsvorsitz Österreichs ist ein guter Beitrag dazu. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Das war also der Katalog, der Rumänien betrifft. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Für Österreich gibt es, sehr geehrte Damen und Herren, glaube ich, mehr Vorteile als Nachteile. Ich glaube auch, dass die Europäische Union mehr Vorteile als Nachteile hat. Diese beiden Staaten sind Bestandteile von Europa, und sie gehören ganz einfach zur Europäischen Union. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Anhaltender allgemeiner Beifall.
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Anhaltender allgemeiner Beifall.)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.
Abgeordnete Dr. Ulrike Baumgartner-Gabitzer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wir haben hier einen Gesetzesantrag von Kollegem Scheuch und mir vorliegen, der einen weiteren wichtigen Baustein in der Medienpolitik darstellt. Endlich wird Medienpolitik betrieben! Wie Sie alle wissen, hat es jahrelang keine gegeben. Erst seit der Zeit, da Sie verantwortlich sind, Herr Staatssekretär Morak und Herr Bundeskanzler Schüssel, gibt es in Österreich – Gott sei Dank! – Medienpolitik. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ.) Das freut mich sehr. Erst seit wir die Verantwortung dafür übernommen haben, ist Privatfernsehen möglich geworden.
Beifall bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass es gelungen ist, im Verfassungsausschuss diese Änderungen einstimmig zu beschließen, und ich bin auch froh, wenn Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, bei diesem Antrag mitgehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Änderung dieses Gesetzes werden wir von der SPÖ mitbeschließen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Dieses Gesetz stellt, wie gesagt, keine Gefährdung für den Versorgungsauftrag dar, stärkt das privatrechtliche Fernsehen, schafft mehr Ausgewogenheit. Meine Fraktion wird dem daher gerne zustimmen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Regler: Ach so?
Wenn man sich anschaut, wie vor allem Informationssendungen, wie politische Sendungen im ORF zurzeit besetzt sind, wie sie ablaufen, wie denn die Entscheidungspolitik stattfindet, wer dort eingeladen wird, wie Minister momentan auch sehr stark mitbestimmen dürfen, wer zu Diskussionen eingeladen wird und es im ORF dann auch stillschweigend zur Kenntnis genommen wird (Abg. Mag. Regler: Ach so?) – ach so, das ist eine gute Frage; da können Sie mehrfach Beispiele haben, die dort laufend stattfinden –, dann stellt sich schon die Frage, ob diese Form, wie die ÖVP mit dem ORF umgeht, nicht letztlich dazu führen wird, dass die wirtschaftliche Situation des Unternehmens massiv gefährdet wird.
Beifall bei den Grünen.
Wir können nur Novellen beschließen, wie sie da sind, aber die Frage ist, was mit dem Unternehmen passiert, wenn das so weitergeht wie in den vergangenen Jahren, wo das Desinteresse steigt. Diese Frage sollten sich alle politischen Parteien stellen, insbesondere auch die ÖVP. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Gradwohl: „Schwarze Null“?!
Der ORF konnte 2005 auch seinen Umsatz steigern, und es ist ihm gelungen, wieder dieses wirtschaftliche Ziel einer schwarzen Null zu erreichen. (Abg. Gradwohl: „Schwarze Null“?!) Es ist schon so, dass es dank der medienpolitischen Maßnahmen dieser Bundesregierung unter Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel und vor allem unter Staatssekretär Franz Morak seit dem Jahre 2000 eine dynamische Wetterentwicklung und auch einen Liberalisierungsschub im Bereich der österreichischen Medien gegeben hat.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Mit der vorliegenden Novelle wird genau dieser positive Weg weitergegangen und diese gedeihliche Entwicklung des ORF weiter forciert. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.
Im Gegensatz zu den Kollegen von der Opposition möchte ich abschließend betonen, dass der ORF als zentraler Bestandteil der österreichischen Medienlandschaft seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag hervorragend erfüllt, und wir danken den Verantwortlichen im ORF dafür. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber auch das regionale Privatfernsehen hat sich in den letzten Jahren großartig entwickelt und trägt dazu bei, das Informationsbedürfnis der Österreicherinnen und Österreicher zu stillen. Diese Regionalisierung ist ein wesentlicher medienpolitischer, aber auch demokratiepolitischer Erfolg. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Im Gegensatz zu den Kollegen von der Opposition möchte ich abschließend betonen, dass der ORF als zentraler Bestandteil der österreichischen Medienlandschaft seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag hervorragend erfüllt, und wir danken den Verantwortlichen im ORF dafür. (Ironische Heiterkeit und Zwischenrufe bei der SPÖ.) Aber auch das regionale Privatfernsehen hat sich in den letzten Jahren großartig entwickelt und trägt dazu bei, das Informationsbedürfnis der Österreicherinnen und Österreicher zu stillen. Diese Regionalisierung ist ein wesentlicher medienpolitischer, aber auch demokratiepolitischer Erfolg. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Ministerin, machen Sie Schluss mit dieser Parteilichkeit – und entheben Sie den Behindertenanwalt seiner Funktion! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Diese Aussage, sehr geehrte Damen und Herren, ist eine ganz eklatante Gefährdung der Demokratie, denn da werden geltende Rechtsübereinkommen missachtet und oberste Verfassungsrichter desavouiert und beschimpft. Auch da zeigt sich wieder, dass Mag. Herbert Haupt seine Funktion missbraucht und daher dieser Funktion enthoben werden soll. Jemand, der sich nicht an demokratische Spielregeln und an demokratische Vereinbarungen halten kann, kann nicht für behinderte Menschen eintreten. – Frau Ministerin, Sie sind gefordert: Entheben Sie den Behindertenanwalt seiner Funktion! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordnete Christine Marek (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Herbert Haupt ist jetzt seit fast vier Monaten als Behindertenanwalt im Amt – und ich glaube, man kann sagen, dass er eine durchaus beachtliche Bilanz vorzuweisen hat. Er hat ja vor kurzem 100 Tage Behindertenanwaltschaft präsentiert und eine Bilanz vorgelegt, die sich durchaus sehen lassen kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Darauf komme ich aber später noch etwas näher zu sprechen.
Abg. Mag. Lapp: Das ist auch Ihre Aufgabe!
Frau Kollegin Lapp, ich möchte zunächst auf Ihren Entschließungsantrag auch im Detail eingehen. (Abg. Mag. Lapp: Das ist auch Ihre Aufgabe!) – Danke, dass Sie mich
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Genauso kommt mir nämlich auch die Begründung in Ihrem Antrag vor. Sie unterstellen Herbert Haupt darin, dass allein durch sein Bekenntnis zu einer politischen Partei die objektive Erfüllung seiner Aufgabe als Behindertenanwalt nicht gewährleistet sei, und Sie haben dabei sogar die Chuzpe – das haben Sie jetzt auch in Ihrer Rede wiederholt –, zu behaupten und ihm zu unterstellen, dass er behinderte Menschen, die nicht dem BZÖ nahe stehen, schlechter behandeln werde. – Das ist etwas, was ich mit aller Schärfe zurückweisen muss, denn das ist eine unglaubliche Unterstellung! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Aber, Frau Kollegin Lapp, selbst Sie – ich habe heute zwei Stunden im Internet gesurft und habe nach Aussagen von Ihnen gesucht – finden keinerlei sachliche Argumente, die gegen Herbert Haupt als Behindertenanwalt sprechen. Das einzige „Argument“, das Sie in der Diskussion immer wieder anführen, ist das der „parteipolitischen Motivation“. Ich glaube, das ist das Problem, das Sie selber haben: Sie selber schauen offenbar nur durch die „Parteibrille“. Ich denke, hier gilt ein Sprichwort, das ich Ihnen gerne ins Stammbuch schreiben möchte: „Wie der Schelm denkt, so ist er!“ (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Parteipolitische Tätigkeiten und die Zugehörigkeit zu einer Partei sind doch wohl per se nichts Schlechtes. Ich warne davor, wenn wir eine derartige Diskussion führen, grundsätzlich parteipolitische Zugehörigkeit oder parteipolitisches Zugehörigkeitsgefühl zu verbieten oder madig zu machen, denn: Das lässt sich durchaus vereinbaren mit einer objektiven Tätigkeit, einer überparteilichen Tätigkeit, wie etwa eben der als Behindertenanwalt. Das hat etwas mit Professionalität zu tun, Frau Kollegin, auch wenn Sie dieses Wort beziehungsweise die Bedeutung dieses Wortes vielleicht nicht kennen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Na bitte! Der Öllinger muss es wissen! Hin und wieder sagt er die Wahrheit!
Das Engagement für behinderte Menschen, meine Damen und Herren, ist etwas, was Herbert Haupt seit vielen Jahren, konkret – ich habe mir das angesehen – bereits seit 1978, ganz besonders auszeichnet, und das, seit er in der Politik tätig ist. Das hat selbst Kollege Öllinger im Sozialausschuss dem Herrn Behindertenanwalt Haupt zugestanden: Engagement im Sinne der Behinderten und für die Behinderten. Das habe ich heute im Protokoll nachgelesen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Na bitte! Der Öllinger muss es wissen! Hin und wieder sagt er die Wahrheit!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich kann Ihnen versichern, dass Herbert Haupt als Regierungsmitglied durchaus hartnäckig sein konnte in seinem Einsatz für die behinderten Menschen in unserem Lande, wenn es etwa um die Schaffung eines entsprechenden Bewusstseins gegangen ist. Herbert Haupt zu unterstellen, dass er auf Grund seines Bekenntnisses zu einer Partei nicht objektiv für behinderte Menschen arbeiten könne, das entbehrt wirklich jeder Grundlage – und sollte eigentlich sogar Ihnen von der Opposition zu billig sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Großruck: Es gibt immer Überraschungen im Leben!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich zu meinem eigentlichen Debattenbeitrag komme, möchte ich doch feststellen, dass ich etwas besonders erwähnenswert finde – ich weiß nicht, wem es noch aufgefallen ist –: Ich bin erstaunt, dass zu diesem Thema von der ÖVP nicht als Erstredner der Behindertensprecher ans Rednerpult rollt, sondern eine andere Abgeordnete. (Abg. Großruck: Es gibt immer Überraschungen im Leben!) Was steckt da dahinter? Was sagt das aus? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bevor ich zu meinem eigentlichen Debattenbeitrag komme, möchte ich doch feststellen, dass ich etwas besonders erwähnenswert finde – ich weiß nicht, wem es noch aufgefallen ist –: Ich bin erstaunt, dass zu diesem Thema von der ÖVP nicht als Erstredner der Behindertensprecher ans Rednerpult rollt, sondern eine andere Abgeordnete. (Abg. Großruck: Es gibt immer Überraschungen im Leben!) Was steckt da dahinter? Was sagt das aus? (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich hätte gedacht, wir sind schon einen Schritt weiter und Menschen mit Behinderungen können sich auch in der ÖVP selbst vertreten. – Tatsächlich ist es aber nicht so, und darüber sollten Sie nachdenken, meine sehr geehrten Damen und Herren. Das ist wirklich erstaunlich, dass Kollege Huainigg erst als Zweitredner reden darf, obwohl es um die Problematik von Menschen mit Behinderungen geht. Aber vielleicht gibt es eine Erklärung, die auch für mich schlüssig ist. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Walch: Weil er der Beste ist!
Jetzt zum Themenschwerpunkt: Frau Ministerin Haubner, es ist kein Geheimnis, dass Sie den Posten des Behindertenanwaltes beziehungsweise der Behindertenanwältin nicht ausschreiben hätten müssen. Es steht nirgends im Gleichstellungsgesetz, dass Sie die Stelle ausschreiben müssen. Sie haben es aber getan. Es gab zwölf Bewerbungen, eine davon war die von Herbert Haupt. Wir alle haben es gewusst, und zwar nicht deshalb, weil die anderen das Wissen nicht hatten (Abg. Walch: Weil er der Beste ist!) oder die Qualität, den Behindertenanwalt/die Behindertenanwältin zu stellen, sondern es war immer klar, wenn sich Herbert Haupt offiziell zum BZÖ bekennt, dann wird er Behindertenanwalt. Macht er das nicht, wäre es jemand anderer geworden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Jetzt zum Themenschwerpunkt: Frau Ministerin Haubner, es ist kein Geheimnis, dass Sie den Posten des Behindertenanwaltes beziehungsweise der Behindertenanwältin nicht ausschreiben hätten müssen. Es steht nirgends im Gleichstellungsgesetz, dass Sie die Stelle ausschreiben müssen. Sie haben es aber getan. Es gab zwölf Bewerbungen, eine davon war die von Herbert Haupt. Wir alle haben es gewusst, und zwar nicht deshalb, weil die anderen das Wissen nicht hatten (Abg. Walch: Weil er der Beste ist!) oder die Qualität, den Behindertenanwalt/die Behindertenanwältin zu stellen, sondern es war immer klar, wenn sich Herbert Haupt offiziell zum BZÖ bekennt, dann wird er Behindertenanwalt. Macht er das nicht, wäre es jemand anderer geworden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.
ÖAR – haben die Bewerbungen nach formellen Gesichtspunkten gesichtet, und das war’s! (Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn übernimmt den Vorsitz.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit Stadler?
Herr Haupt, ich ersuche Sie, davon Abstand zu nehmen und das zu unterlassen, wenn Sie tatsächlich ein Anwalt für alle behinderten Menschen sein wollen, denn damit schaffen Sie sich kein Vertrauen, sondern nur Ablehnung! Das wäre genauso, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn die Volksanwälte auf parteipolitischen Bühnen herumtummeln würden. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Was ist mit Stadler?)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Bei Stadler habt ihr alle es mit Recht bekrittelt, aber in diesem Fall wäre es plötzlich okay. Das ist auch nicht okay, und es darf auch nicht sein. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen.
Herr Haupt, Sie haben den Beweis noch nicht angetreten, ob Sie gut sind, das wird sich zeigen. Im Juli werden wir vielleicht mehr wissen. Eines sei Ihnen gesagt: Nehmen Sie Abstand von der Parteipolitik und versuchen Sie, ein Behindertenanwalt zu sein, der alle Menschen mit Behinderungen vertritt, auch wenn diese nicht Ihrer Partei zugehörig sind – und das sind fast alle, das möchte ich auch dazu sagen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Mag. Tancsits: Schön sprechen!
Ich ersuche Sie, Herr Minister Haupt, das, was Sie nach Ihren 100 Tagen festgestellt haben, nämlich dass das Gesetz ein „Schaß“ ist, wie man bei uns landläufig sagt – das habe nicht ich gesagt, sondern der Herr Minister Haupt (Abg. Mag. Tancsits: Schön sprechen!) –, zu bereinigen. Ich sage nur, er hat Recht. Setzen Sie Initiativen, damit wir endlich eine Novellierung und ein Behindertengleichstellungsgesetz bekommen, das diesen Namen tatsächlich verdient. Dieses ist es nicht, Sie haben sich ordentlich geirrt, Ihr Gesetz ist ein Schmarr’n, Ihr Gesetz ist schlecht. Gehen Sie zu Ihrer Frau Ministerin, die Ihnen diesen Posten gegeben hat, und sagen Sie ihr, dass das Gesetz novelliert werden muss, und zwar nicht irgendwann, sondern sofort.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.
Herr Behindertenanwalt Haupt, ich gebe Ihnen die Chance. Sie haben jetzt Zeit, das zu nutzen und zu handeln. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche)|: Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Frau Abgeordnete Haidlmayr, es steht Ihnen überhaupt nicht zu, die Rednerliste zu zensurieren. Jede Partei kann die Redner reihen, wie sie das möchte. Nächstes Mal sagen Sie, bei uns muss dieser oder jener reden. Sie wollen auch nicht, dass wir uns in die Reihung Ihrer Rednerliste einmischen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Außerdem glaube ich, dass Kollege Huainigg Ihre Unterstützung überhaupt nicht notwendig hat, er kann sich selbst rühren, davon bin ich hundertprozentig überzeugt. (Neuerlicher Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Es geht Ihnen offensichtlich darum, politisches Kleingeld zu schlagen und in geradezu bösartiger Weise den Behindertenanwalt anzugreifen, ihm Dinge zu unterstellen, die überhaupt nicht passiert sind. Und das finde ich wirklich unseriös – und auch unfair! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das verstehen die Roten nicht!
So zum Beispiel verstehen Sie auch § 13 Behindertengleichstellungsgesetz völlig falsch. Darin steht eindeutig, dass der Bundesbehindertenanwalt weisungsfrei und unabhängig ist. Selbstverständlich wird ihm aber nicht abgesprochen, eine ideologische Meinung zu haben, und selbstverständlich kann er diese Meinung auch äußern. Das ist genau so wie bei einem Richter. Ein Richter ist unabhängig, er muss objektiv sein, aber selbstverständlich hat er – wie jeder andere Mensch auch – eine eigene Ideologie, eine Weltanschauung, nur muss er diese Weltanschauung bei seiner Urteilsfindung zurückstellen. Das ist wichtig! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das verstehen die Roten nicht!)
Abg. Mag. Tancsits: Gemeinde Wien!
Ich weiß nicht, wieso Sie auf die Idee kommen, dass Nicht-BZÖ-Behinderte schlechter behandelt werden als andere. Frau Abgeordnete Lapp, in welchen Kategorien denken Sie?! – Das ist doch eigentlich beängstigend! (Abg. Mag. Tancsits: Gemeinde Wien!) Ich kann mir nur vorstellen, dass das das eingeprägte sozialistische traditionelle Denken ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Ich weiß nicht, wieso Sie auf die Idee kommen, dass Nicht-BZÖ-Behinderte schlechter behandelt werden als andere. Frau Abgeordnete Lapp, in welchen Kategorien denken Sie?! – Das ist doch eigentlich beängstigend! (Abg. Mag. Tancsits: Gemeinde Wien!) Ich kann mir nur vorstellen, dass das das eingeprägte sozialistische traditionelle Denken ist. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist immer noch so! – Abg. Reheis: Das ist ein Blödsinn!
In Wien hat jemand nur eine Wohnung bekommen, der Sozialist ist. Es hat jemand nur einen Job bei der Gemeinde bekommen, der Sozialist ist. Und bei der Polizei ist man, als alles noch sozialistisch dominiert war, nur dann aufgenommen worden, wenn man Sozialist war. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist immer noch so! – Abg. Reheis: Das ist ein Blödsinn!)
Abg. Faul: Sie sind selbst unter Druck gesetzt worden vom BZÖ!
Frau Haidlmayr hat gefragt: Wieso soll jemand zu einem Behindertenanwalt gehen, der dem BZÖ angehört? Aber die Volksanwälte werden laut Gesetz ... (Abg. Faul: Sie sind selbst unter Druck gesetzt worden vom BZÖ!) Ich bin über nicht unter Druck geraten, nein, das stimmt überhaupt nicht. Ich bin vom BZÖ überhaupt nicht unter Druck gesetzt worden! (Abg. Faul: Warum sind Sie dann ausgetreten?) – Nein, das haben Sie völlig falsch verstanden, Sie haben wieder einmal etwas nicht richtig verstanden!
Abg. Faul: Warum sind Sie dann ausgetreten?
Frau Haidlmayr hat gefragt: Wieso soll jemand zu einem Behindertenanwalt gehen, der dem BZÖ angehört? Aber die Volksanwälte werden laut Gesetz ... (Abg. Faul: Sie sind selbst unter Druck gesetzt worden vom BZÖ!) Ich bin über nicht unter Druck geraten, nein, das stimmt überhaupt nicht. Ich bin vom BZÖ überhaupt nicht unter Druck gesetzt worden! (Abg. Faul: Warum sind Sie dann ausgetreten?) – Nein, das haben Sie völlig falsch verstanden, Sie haben wieder einmal etwas nicht richtig verstanden!
Zwischenruf des Abg. Faul.
Nun zu den Volksanwälten: Es gibt einen SPÖ-Volksanwalt Kostelka, es gibt eine ÖVP-Volksanwältin Bauer, und es gibt den FPÖ-Volksanwalt Stadler. Zu diesen Anwälten kommen auch Leute hin – wahrscheinlich ist es die Mehrheit –, die nicht dieser Partei angehören. Ich glaube, das sollte man schon richtig sehen – und nicht nur durch die polemische Brille. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie von der SPÖ haben Herbert Haupt auch vorgeworfen, er halte sich nicht an demokratische Spielregeln. – Herbert Haupt hat nicht einmal einen Ansatz gesetzt, sich nicht an die Spielregeln zu halten oder gegen demokratische Grundregeln zu verstoßen. Frau Abgeordnete Lapp, wenn so etwas vorläge, dann hätten Sie sagen müssen, der Herr Behindertenanwalt Haupt hat gegen die demokratischen Regeln, hat gegen das Gesetz verstoßen! Das hätten Sie ihm aber wirklich dezidiert sagen müssen. Aber so etwas nur zu behaupten, weil es Ihnen in den politischen Kram passt, das ist unseriös! Das ist Ihrer nicht würdig, Frau Abgeordnete Lapp! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Ich schon, ich kenne mehrere!
Nun zur Person des Behindertenanwaltes Herbert Haupt: Ich kenne niemanden, der besser als er für diese Tätigkeit geeignet wäre. (Abg. Haidlmayr: Ich schon, ich kenne mehrere!) Herbert Haupt hat als Minister bewiesen, dass ihm Behindertenangelegenheiten wichtiger sind als alles andere.
Zwischenruf des Abg. Faul.
Ich war irgendwann einmal bei der Frau Justizministerin und habe mit ihr wegen des Sachwalterschaftsgesetzes verhandelt. Nach mir ist der Herr Behindertenanwalt Haupt gekommen, weil er im Justizbereich etwas für Behinderte machen wollte. Ich war bei Frau Innenministerin Prokop. Nach mir kam der Behindertenanwalt, weil er im öffentlichen Bereich bei der Exekutive etwas für die Behinderten machen wollte. Ich habe eine Einladung vom Verein Morbus Bechterew bekommen. Und wer war dort als Hauptredner geladen? – Der Herr Bundes-Behindertenanwalt Herbert Haupt! Ich weiß von vielen Interventionen, denen er nachgekommen ist. (Zwischenruf des Abg. Faul.) – Sie wissen’s doch selbst ganz genau, ich brauche Ihnen überhaupt nichts mehr aufzuzählen!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herbert Haupt bringt meiner Überzeugung nach nach die besten Voraussetzungen für diese Tätigkeit mit. Ich bin überzeugt davon, dass alle Behinderten – egal, welcher ideologischen Geisteshaltung – bei ihm bestens aufgehoben sind. Ich sehe überhaupt keinen Grund dafür, dass die Frau Ministerin Herbert Haupt absetzen oder abberufen beziehungsweise dass er zurücktreten sollte. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Man merkt, dass das nicht Ihr Fachgebiet ist! Man merkt das! Sonst eine gute Rednerin!
Wie in der Dringlichen Anfrage schon erörtert wurde, ist Haupt nur einer von vielen Politgünstlingen, die, so lange es geht, in lukrative Positionen gehievt werden. Um Ihre Leute möglichst langfristig zu versorgen, bringen Sie alle Ihre Kreativität auf. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Man merkt, dass das nicht Ihr Fachgebiet ist! Man merkt das! Sonst eine gute Rednerin!) Da werden Kernaufgaben der Ministerien ausgelagert, um Ihnen Nahestehende mit privatwirtschaftlichen Verträgen abzusichern, die auch dann noch nachfolgende Regierungen binden sollen. So geschehen ist das auch bei der Familien-GesmbH des Sozialministeriums oder jetzt bei der Gesundheits-GesmbH des Gesundheitsministeriums.
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reine Polemik!
Haupt sticht aber insofern aus der Riege der Versorgungskinder hervor, als er eben ein sehr hoch sensibles Amt besetzt, an das schon vom Gesetz her – und das ist das Gute daran – hohe Ansprüche an die Unabhängigkeit, insbesondere an die politische gestellt werden. Dass Sie das so eigenartig interpretieren, ist auch ein sehr starkes Stück, denn das schon viel zitierte Interview in der „Kleinen Zeitung“ und auch sonstige Äußerungen des ehemaligen Ministers Haupt zeigen ganz deutlich, dass er gar nicht daran denkt, sein Amt unpolitisch auszuüben, sondern alles, wie er selbst gesagt hat, dazu tun wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reine Polemik!), damit die BZÖ wieder ins Parlament, ja sogar in die Regierung kommt. Und da nimmt er sich sehr viel vor. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Das BZÖ!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Das BZÖ!
Haupt sticht aber insofern aus der Riege der Versorgungskinder hervor, als er eben ein sehr hoch sensibles Amt besetzt, an das schon vom Gesetz her – und das ist das Gute daran – hohe Ansprüche an die Unabhängigkeit, insbesondere an die politische gestellt werden. Dass Sie das so eigenartig interpretieren, ist auch ein sehr starkes Stück, denn das schon viel zitierte Interview in der „Kleinen Zeitung“ und auch sonstige Äußerungen des ehemaligen Ministers Haupt zeigen ganz deutlich, dass er gar nicht daran denkt, sein Amt unpolitisch auszuüben, sondern alles, wie er selbst gesagt hat, dazu tun wird (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Reine Polemik!), damit die BZÖ wieder ins Parlament, ja sogar in die Regierung kommt. Und da nimmt er sich sehr viel vor. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das BZÖ! Das BZÖ!)
Beifall bei der SPÖ.
Gut, dass Sie das BZÖ geschlechtsneutral sehen, weil dann können Sie sich wenigstens nicht weiter vermehren – aber diese Gefahr ist bei Ihnen ohnehin gebannt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei dieser Wortmeldung qualifiziert sich der Rest der Rede selbst!
Herbert Haupt wird diesen politischen Auftrag auch mit bekommen haben, um den Dank seiner Partei und auch seines Koalitionspartners zu rechtfertigen, der ihm während seiner Regierungstätigkeit sehr oft versagt wurde. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Bei dieser Wortmeldung qualifiziert sich der Rest der Rede selbst!) Wir erinnern uns: Wenn es brenzlig wurde, hat sich Haupt hingesetzt und wie ein begossener Pudel die Kritik der Opposition einzustecken gehabt – auch für den Koalitionspartner. Er hat nach dem Knittelfelder Putsch die Partei übernommen, was Herbert Haupt übrigens mit dem ebenfalls sehr gut versorgten Mathias Reichhold verbindet.
Beifall bei der SPÖ.
Sie mögen Ihre Gründe haben für Ihre Personalpolitik, aber: Für eine Allianz der Notnägel ist uns dieses Land wirklich zu schade! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Herbert Haupt, der diese hier Diskussion verfolgt. Ich möchte auch feststellen, dass er keinerlei Versorgung bedarf, wie sich das die Kolleginnen und Kollegen von der sozialdemokratischen Fraktion vorstellen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Haidlmayr: Wir haben keine „besonderen Bedürfnisse“!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mag. Herbert Haupt ist seit 1. Jänner dieses Jahres als Behindertenanwalt für die Belange der Menschen mit besonderen Bedürfnissen zuständig. (Abg. Haidlmayr: Wir haben keine „besonderen Bedürfnisse“!) Und diese Einrichtung ist ein besonderes Element zur Durchsetzung der Rechte, die auch im Behindertengleichstellungsgesetz aufgelistet sind.
Abg. Haidlmayr: ... Eigenvorsorge!
Herbert Haupt erfüllt seine Aufgaben erstklassig! Seine bisherige Bilanz, diese 100 Tage Behindertenanwaltschaft, spricht eine positive Sprache. (Abg. Haidlmayr: ... Eigenvorsorge!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Das Ergebnis dieser 100 Tage zeigt, dass wir es bei Herbert Haupt mit einem Behindertenanwalt zu tun haben, der höchste Pflichterfüllung zeigt, der höchste Verantwortung und Sensibilität zeigt – und vor allem auch sehr intensives menschliches Engagement. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Das gilt auch, meine Damen und Herren, für meine Beamten im Sozialministerium, die allen Fraktionen angehören, für die Beamten in den höchsten Funktionen, die wichtige Entscheidungen zu treffen haben. Ich habe rote Beamte, ich habe schwarze Beamte, ich habe grüne Beamte, Beamte, die Gemeinderäte sind, die Landtagsabgeordnete sind. Ich hatte bisher keinen Grund, an deren Amtsführung, an deren objektiver Amtsführung zu zweifeln, auch wenn sie sich im Rahmen einer Wahl für eine Position bewerben. Und was für Rot, für Schwarz und für Grün gilt, gilt auch für den Behindertenanwalt, auch wenn er keiner dieser Parteien angehört. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Wenn Sie das so sehen, dann werden Sie auch sagen, dass Herbert Haupt die richtige Wahl ist. Ich sehe keinen Grund, Herbert Haupt von seiner Funktion abzuberufen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Abgeordneter Dr. Franz-Joseph Huainigg (ÖVP): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Es ist nett, dass sich meine Kollegin Sorgen um meine Stellung in der Rednerliste macht. Nur: Ich habe kein Problem damit, als Zweiter meiner Partei zu reden, und überlasse als Gentleman gerne einer engagierten Kollegin den Vortritt. Es ist schon vieles gesagt worden, das ist die Schwierigkeit, wenn man später drankommt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Eben!
Da an dieser Funktion kritisiert worden ist, dass er nicht weisungsfrei sei, muss ich sagen, das stimmt nicht, denn es steht im Gleichstellungsgesetz drinnen, dass dieses Amt weisungsfrei ist. Natürlich hätte man es auch in den Verfassungsrang heben können, aber dazu bedarf es einer Mehrheit im Parlament, die jedoch beim Gleichstellungsgesetz bedauerlicherweise nicht gegeben war. (Abg. Scheibner: Eben!)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie den Freiheitlichen.
Herbert Haupt ist Behindertenanwalt; er ist ein guter Anwalt. Er wird das sicherlich gut machen. Behinderte Menschen können sich vertrauensvoll an ihn wenden. – Dies „in aller Klarheit“. – Danke. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Oder nicht!
Okay, das ist ihre Entscheidung; da hat sich die Frau Ministerin zu rechtfertigen. Dafür ist sie zu kritisieren (Abg. Mag. Molterer: Oder nicht!) und wurde auch von unserer Seite kritisiert. Und wurde auch kritisiert! (Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!) – Was regen Sie sich auf? Das ist etwas, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, weil hier ganz klare Vorgaben, auch Versprechen gemacht wurden – auch in der Anfragebeantwortung wurde noch so getan –, als ob da ein Auswahlverfahren stattgefunden hätte. Und dieses hat es beim besten Willen nicht gegeben, ausgenommen eine Auswahl durch die Frau Ministerin, aber sicher nicht durch die angebliche Bewertungskommission. – Aber das ist nur der eine Punkt. (Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!)
Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!
Okay, das ist ihre Entscheidung; da hat sich die Frau Ministerin zu rechtfertigen. Dafür ist sie zu kritisieren (Abg. Mag. Molterer: Oder nicht!) und wurde auch von unserer Seite kritisiert. Und wurde auch kritisiert! (Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!) – Was regen Sie sich auf? Das ist etwas, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, weil hier ganz klare Vorgaben, auch Versprechen gemacht wurden – auch in der Anfragebeantwortung wurde noch so getan –, als ob da ein Auswahlverfahren stattgefunden hätte. Und dieses hat es beim besten Willen nicht gegeben, ausgenommen eine Auswahl durch die Frau Ministerin, aber sicher nicht durch die angebliche Bewertungskommission. – Aber das ist nur der eine Punkt. (Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!)
Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!
Okay, das ist ihre Entscheidung; da hat sich die Frau Ministerin zu rechtfertigen. Dafür ist sie zu kritisieren (Abg. Mag. Molterer: Oder nicht!) und wurde auch von unserer Seite kritisiert. Und wurde auch kritisiert! (Abg. Scheibner: Sie haben eine Ausschreibung verlangt! Und die ist erfolgt!) – Was regen Sie sich auf? Das ist etwas, was meiner Meinung nach nicht in Ordnung ist, weil hier ganz klare Vorgaben, auch Versprechen gemacht wurden – auch in der Anfragebeantwortung wurde noch so getan –, als ob da ein Auswahlverfahren stattgefunden hätte. Und dieses hat es beim besten Willen nicht gegeben, ausgenommen eine Auswahl durch die Frau Ministerin, aber sicher nicht durch die angebliche Bewertungskommission. – Aber das ist nur der eine Punkt. (Abg. Scheibner: Die Bewertungskommission hat nichts entschieden!)
Abg. Scheibner: Gut, dass Sie uns das zugestehen!
Aber jetzt frage ich trotzdem weiter: Herbert Haupt war auch ein engagierter Politiker. Ja, für das BZÖ steht ihm – darin haben Sie völlig Recht, daran würde ich nicht rütteln – natürlich auch als Behindertenanwalt eine politische Meinung zu. Das ist überhaupt keine Frage. (Abg. Scheibner: Gut, dass Sie uns das zugestehen!)
Abg. Neudeck: Ist das ein 24-Stunden-Job?
Der Punkt ist doch der, ob jemand, der von einer BZÖ-Ministerin als BZÖ-Mann zum Behindertenanwalt in dieser Funktion bestellt wird, dann öffentlich erklärt, ich werde für das BZÖ wahlkämpfen und das Beste für dessen Erfolg machen. – Dann bekommt die ganze Sache eine leichte Schlagseite. (Abg. Neudeck: Ist das ein 24-Stunden-Job?)
Abg. Scheibner: Das ist aber ein Unterschied!
Republik in einen gewissen Widerspruch geraten ist (Abg. Scheibner: Das ist aber ein Unterschied!), und zwar öffentlich, und sich darüber hinaus noch massiv parteipolitisch betätigt hat. Auch wenn das damals Ihre gemeinsame Partei war, Kollege Scheibner, ich akzeptiere, Sie waren anderer Meinung als er; trotzdem haben Sie ihn in der Öffentlichkeit verteidigt und haben gesagt, er habe das Beste gemacht. (Abg. Scheibner: Was habe ich gesagt?)
Abg. Scheibner: Was habe ich gesagt?
Republik in einen gewissen Widerspruch geraten ist (Abg. Scheibner: Das ist aber ein Unterschied!), und zwar öffentlich, und sich darüber hinaus noch massiv parteipolitisch betätigt hat. Auch wenn das damals Ihre gemeinsame Partei war, Kollege Scheibner, ich akzeptiere, Sie waren anderer Meinung als er; trotzdem haben Sie ihn in der Öffentlichkeit verteidigt und haben gesagt, er habe das Beste gemacht. (Abg. Scheibner: Was habe ich gesagt?)
Abg. Scheibner: Keine „Lex Stadler“!
Na selbstverständlich! Wir hatten hier eine Debatte, in der wir den Rücktritt von Stadler verlangt haben, und da waren Sie alle der Meinung: Nein, der Stadler ist super! (Abg. Scheibner: Keine „Lex Stadler“!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Ich habe nicht den Verdacht, dass Kollege Haupt irgendeinen Nicht-BZÖler anders behandeln wird. Nein, diesen Verdacht habe ich nicht! Ich glaube nicht, dass Haupt fragen wird: Bist du oder sind Sie vom BZÖ, von der SPÖ, von den Grünen oder von sonst einer anderen Partei? – Diesen Verdacht habe ich nicht! Aber mir reicht auch schon das Problem, dass der Einsatz des Kollegen Haupt, den ich nicht bestreite, unter Umständen in eine Aktivität des dahinsiechenden BZÖ umgemünzt werden könnte, und zwar bezahlt auf Kosten der Republik. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Dass es so dargestellt wird, dass das BZÖ Behindertenpolitik macht, obwohl Ihnen Kollegin Haidlmayr bereits deutlich dargestellt hat, dass zu der Zeit, als Kollege Haupt als Minister Behinderte zu vertreten hatte, gesetzlich genauso wenig weitergebracht wurde wie durch andere. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie der Schelm denkt, so ist er!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie der Schelm denkt, so ist er!
Jetzt sage ich Ihnen noch etwas: Ich habe nicht den Verdacht, dass Kollege Haupt irgendeinen Nicht-BZÖler anders behandeln wird. Nein, diesen Verdacht habe ich nicht! Ich glaube nicht, dass Haupt fragen wird: Bist du oder sind Sie vom BZÖ, von der SPÖ, von den Grünen oder von sonst einer anderen Partei? – Diesen Verdacht habe ich nicht! Aber mir reicht auch schon das Problem, dass der Einsatz des Kollegen Haupt, den ich nicht bestreite, unter Umständen in eine Aktivität des dahinsiechenden BZÖ umgemünzt werden könnte, und zwar bezahlt auf Kosten der Republik. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch.) Dass es so dargestellt wird, dass das BZÖ Behindertenpolitik macht, obwohl Ihnen Kollegin Haidlmayr bereits deutlich dargestellt hat, dass zu der Zeit, als Kollege Haupt als Minister Behinderte zu vertreten hatte, gesetzlich genauso wenig weitergebracht wurde wie durch andere. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Wie der Schelm denkt, so ist er!)
Beifall bei den Grünen.
Seien Sie mir deshalb nicht böse, meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn ich sage: Bei entsprechenden Äußerungen muss ein Behindertenanwalt Haupt genauso aufpassen wie ein Volksanwalt Kostelka oder eine Volksanwältin Bauer, die das aber auch tun. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Was mich besonders persönlich schmerzt, ist, dass Frau Kollegin Haidlmayr hier wie ein Rohrspatz darüber schimpft, wie schlecht Herbert Haupt gewesen sei! – Ich weiß jedoch, wie oft Kollege Haupt mit Kollegin Haidlmayr persönliche Gespräche über Probleme oder über Hilfestellung für Menschen mit Behinderungen geführt hat. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: „Gehen Sie heraus“ ...?
Frau Kollegin Haidlmayr, gehen Sie heraus und entschuldigen Sie sich, denn das hat wirklich mit dem Charakter eines Menschen zu tun! (Abg. Öllinger: „Gehen Sie heraus“ ...?)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und das war viel!
Etwas muss ich jetzt wirklich sagen: Ich verstehe nicht, wie Kollegin Lapp jetzt einen Antrag auf Abwahl stellen kann, nachdem ihre Partei jahrzehntelang die Regierungsverantwortung gehabt und fast nichts oder nur wenig für behinderte Menschen in Österreich getan hat! Kollege Haupt hingegen hat als Sozialminister eine Behindertenmilliarde in Österreich eingeführt. Er hat wirklich veranlasst, dass für Menschen mit Behinderungen etwas getan und ihnen Hilfe angeboten wird. Er hat persönliche Hilfe, Hilfe am Arbeitsplatz, Unterstützungen und vieles mehr initiiert. Kollegin Lapp! Was ihr nicht gemacht habt, hat Kollege Haupt erledigt! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Und das war viel!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herbert Haupt hat Überzeugungskraft und Durchsetzungsvermögen. Er hat auch entsprechend Kritik geübt. Das hat man etwa bei seiner Abschiedsrede gesehen, bei der er einigen Parteien hier im Haus gleich mitgegeben hat, dass er, wenn er wieder in dieses Haus kommt, sehen will, dass hier inzwischen vieles behindertengerecht ist. Das hat er bei der einen und der anderen Partei gemacht, und genau so wird er es auch bei uns machen, und das ist der Beweis dafür, dass er ein überparteilicher Behindertenanwalt ist! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Ihr von der Opposition schaut lieber, dass eure BAWAG- und eure SPÖ-Skandale in Ordnung kommen! Und die Grünen würde ich ersuchen, ein bisschen mehr bei der Wahrheit zu bleiben! Wir werden Herbert Haupt von niemandem abschießen lassen, er ist einer der besten Behindertenanwälte in Österreich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, über Haupt!
Abgeordnete Theresia Haidlmayr (Grüne): Herr Präsident! Herr Abgeordneter Walch hat behauptet, nur ich hätte über dieses Behindertengleichstellungsgesetz geschimpft. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Nein, über Haupt!) – Das ist unrichtig!
Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!
In der so genannten 100-Tage-Pressekonferenz des Herrn Behindertenanwaltes Haupt hat er selbst über sein eigenes Gesetz geschimpft, über die zu langen Übergangsfristen, über die Nichteinklagbarkeit, darüber, dass es keine Beweislastumkehr gibt und, und, und. (Abg. Scheibner: Das ist nicht wahr!) All das ist in der APA-Aussendung nachzulesen.
Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.
Ich finde es übrigens gut, dass Minister Haupt jetzt endlich kapiert hat, dass sein eigenes Gesetz, das er gewollt hat, ein schlechtes Gesetz ist. – Danke schön. (Abg. Scheibner: Ungeheuerlich! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Neudeck: Das ist endlich einer, der eine Lanze für Haupt brechen wird! Das ist ein ehrlicher Mensch!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Lackner. (Abg. Neudeck: Das ist endlich einer, der eine Lanze für Haupt brechen wird! Das ist ein ehrlicher Mensch!)
Abg. Walch: Hier!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Genau, das ist richtig! – Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Walch (Abg. Walch: Hier!), bevor Sie ans Rednerpult treten, sollten Sie wirklich einmal versuchen, Ihren wirklich sehr guten Vorsätzen – Sie kennen sie: Lesen, denken, sprechen! – gerecht zu werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Genau, das ist richtig! – Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Walch (Abg. Walch: Hier!), bevor Sie ans Rednerpult treten, sollten Sie wirklich einmal versuchen, Ihren wirklich sehr guten Vorsätzen – Sie kennen sie: Lesen, denken, sprechen! – gerecht zu werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Scheibner: War das nicht vor Haupt?
Wenn Sie hier herausgehen und den Herrn Ex-Bundesminister und Behindertenanwalt Herbert Haupt glorifizieren, so ist das Ihr gutes Recht. Ich darf Sie aber doch daran erinnern, dass da auch Negativa stehen. Ich darf etwa daran erinnern: Die Ambulanzgebühr war ja nicht gerade ein Riesenerfolg. Die Hauptverbands-Reform war auch nicht ... (Abg. Scheibner: War das nicht vor Haupt?)
Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!
Kollege Scheibner, Sie müssen zuhören lernen! Wenn Sie Haupt glorifizieren, dann nennen wir eben auch ein paar Negativa. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!) Die Hauptverbands-Reform, Herr Kollege Scheibner, war nicht überparteilich. Das war einfach ein Reinfall und wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!) Na sicher, er war Sozialminister! (Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!)
Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!
Kollege Scheibner, Sie müssen zuhören lernen! Wenn Sie Haupt glorifizieren, dann nennen wir eben auch ein paar Negativa. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!) Die Hauptverbands-Reform, Herr Kollege Scheibner, war nicht überparteilich. Das war einfach ein Reinfall und wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!) Na sicher, er war Sozialminister! (Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!)
Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!
Kollege Scheibner, Sie müssen zuhören lernen! Wenn Sie Haupt glorifizieren, dann nennen wir eben auch ein paar Negativa. (Abg. Scheibner: Sie sollten sich besser informieren!) Die Hauptverbands-Reform, Herr Kollege Scheibner, war nicht überparteilich. Das war einfach ein Reinfall und wurde vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. (Abg. Scheibner: Die war aber doch nicht von Haupt!) Na sicher, er war Sozialminister! (Abg. Scheibner: Das war unter Sickl!)
Abg. Scheibner: Weder weinerlich noch bös’!
Herr Kollege Scheibner, wenn Sie heute bei der Dringlichen hier mit weinerlicher Stimme darüber geklagt haben, wie bös’ wir zu Ihnen sind, so darf ich Sie doch erinnern, dass ungefähr acht Jahre zurück, als Sie noch in der Opposition waren, vieles anders gewesen ist. (Abg. Scheibner: Weder weinerlich noch bös’!) – Weinerlich sind Sie herausgegangen, und dann haben Sie uns erklärt, wie bös’ wir doch sind. – Vor acht Jahren war das aber ganz anders, Herr Kollege Scheibner. Da sind Ihre Damen und Herren herausgegangen – Stadler, Haider und auch Sie – und haben alles, was von uns gekommen ist, heruntergezogen. Ich hatte manchmal das Gefühl – ich bin dort gesessen –, dass Sie, wenn Sie über Herren und Damen von uns gesprochen haben, meinten, dass diese bis vor kurzem noch Analphabeten waren. So haben Sie das damals offenbar verstanden.
Abg. Scheibner: Ich werde bei Ihnen noch in die Schule gehen!
Sie haben sehr viel gelernt vom Regierungspartner, der das zugegebenermaßen etwas subtiler macht. Sie waren da nicht immer ganz so erfolgreich, das muss man Ihnen zugestehen. Das haben Sie noch nicht so richtig perfekt beherrscht, das können Sie noch nicht. (Abg. Scheibner: Ich werde bei Ihnen noch in die Schule gehen!) Nein! Das müssen Sie nicht mehr, das ist eh vergebens, denn das nächste Mal sitzen Sie nicht mehr hier herinnen! Deswegen wäre das sinnlos! Es wäre eine totale Fehlinvestition, wenn ich Ihnen jetzt noch irgendwelche Ratschläge gebe! Was soll denn das? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beim Postenschacher kann man noch immer etwas von Ihnen lernen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beim Postenschacher kann man noch immer etwas von Ihnen lernen!
Sie haben sehr viel gelernt vom Regierungspartner, der das zugegebenermaßen etwas subtiler macht. Sie waren da nicht immer ganz so erfolgreich, das muss man Ihnen zugestehen. Das haben Sie noch nicht so richtig perfekt beherrscht, das können Sie noch nicht. (Abg. Scheibner: Ich werde bei Ihnen noch in die Schule gehen!) Nein! Das müssen Sie nicht mehr, das ist eh vergebens, denn das nächste Mal sitzen Sie nicht mehr hier herinnen! Deswegen wäre das sinnlos! Es wäre eine totale Fehlinvestition, wenn ich Ihnen jetzt noch irgendwelche Ratschläge gebe! Was soll denn das? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Scheibner: Beim Postenschacher kann man noch immer etwas von Ihnen lernen!)
Abg. Neudeck: Posten bei der asfinag hat es schon immer gegeben!
Herr Kollege Scheibner, Faktum ist: Immer dann, wenn einer der Ihren zu versorgen ist, dann funktioniert diese Job-Maschine. So schnell kann es gar nicht gehen, dass nicht Posten geschaffen werden: In der ASFINAG, die Position des Behindertenanwalts, und es gibt viele andere Posten! (Abg. Neudeck: Posten bei der asfinag hat es schon immer gegeben!) Da sind Sie wirklich kreativ und innovativ, das muss man Ihnen lassen! Da sind Sie top drauf, das ist wirklich etwas!
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie glauben doch selbst nicht, was Sie jetzt sagen!
Frau Ministerin Haubner, das muss man Ihnen einfach sagen: Sie führen mittlerweile Ihr Ministerium wie einen Selbstbedienungsladen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie glauben doch selbst nicht, was Sie jetzt sagen!) Selbst die Zeitungen – etwa der „Kurier“ – schreiben, dass in Ihrem Ministerium Zustände herrschen, die geradezu sensationell sind! (Staatssekretär Dolinschek: Habt ihr schon vergessen, was ich vorhin gesagt habe, wo ihr überall drinnen sitzt?)
Staatssekretär Dolinschek: Habt ihr schon vergessen, was ich vorhin gesagt habe, wo ihr überall drinnen sitzt?
Frau Ministerin Haubner, das muss man Ihnen einfach sagen: Sie führen mittlerweile Ihr Ministerium wie einen Selbstbedienungsladen. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie glauben doch selbst nicht, was Sie jetzt sagen!) Selbst die Zeitungen – etwa der „Kurier“ – schreiben, dass in Ihrem Ministerium Zustände herrschen, die geradezu sensationell sind! (Staatssekretär Dolinschek: Habt ihr schon vergessen, was ich vorhin gesagt habe, wo ihr überall drinnen sitzt?)
Zwischenbemerkung von Bundesministerin Haubner.
Da werden Postenbesetzungen vorgenommen, da wird – natürlich mit Steuergeldern! – Wahlwerbung gemacht und so weiter. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Haubner.) Ja, Frau Bundesministerin, das ist eben so!
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, es ist einfach eine Tatsache, dass Sie in letzter Konsequenz – wir haben das heute schon mehrmals festgestellt – zu einer reinen Postenbeschaffungspartei verkommen sind. Inhaltlich haben Sie allerdings relativ wenig zu bieten. Das wird aber auch eine der letzten Aktionen sein, die Sie noch in diesem Hause setzen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt kommen wir wieder zur Sache!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Mittermüller. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Jetzt kommen wir wieder zur Sache!)
Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition, Sie sollten daher endlich zur Kenntnis nehmen, dass Mag. Herbert Haupt nach Ausschreibung der Stelle des ersten Behindertenanwalts Österreichs unter zwölf Bewerbern als bestqualifizierter hervorgegangen ist. (Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!) Selbstverständlich stimmt das so! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der Opposition, Sie sollten daher endlich zur Kenntnis nehmen, dass Mag. Herbert Haupt nach Ausschreibung der Stelle des ersten Behindertenanwalts Österreichs unter zwölf Bewerbern als bestqualifizierter hervorgegangen ist. (Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!) Selbstverständlich stimmt das so! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Seine Leistungsbilanz nach mehr als 15 Jahren Tätigkeit als Abgeordneter hier im Parlament und nach mehr als vier Jahren als Sozialminister sucht allein im Behindertenbereich ihresgleichen. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Silhavy: Es ist nicht um Haupt gegangen, sondern um die Art und Weise, wie eine Stelle besetzt wurde!
Arbeitsplätze wurden damit gesichert und geschaffen. (Abg. Silhavy: Es ist nicht um Haupt gegangen, sondern um die Art und Weise, wie eine Stelle besetzt wurde!)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Weiters nenne ich die Verbesserung der Einstellungsquote von Behinderten in den Ministerien, die Förderung Behinderter im Kunstbereich – auch das hat Haupt eingeführt – sowie die Zertifizierung behindertengerechter Gemeinden, die Einrichtung von Bürgerbüros und seine Leistung beim Heimvertragsgesetz und beim Muster-Heimvertrag. Unter Herbert Haupt wurde das Pflegegeld ab Geburt eingeführt und auch eine Pflegegeld-Erhöhung vorgenommen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.
Geschätzte Damen und Herren! Mehr als 470 menschliche Schicksale sind in Form von bearbeiteten Akten seit Jänner durch seine Hände als Behindertenanwalt gegangen. Sein Einsatz gilt dabei besonders der Barrierefreiheit für Behinderte in allen Bereichen des täglichen Lebens, und er pflegt enge Kontakte mit allen relevanten Stellen bis hin zu den Behindertenverbänden. (Zwischenruf der Abg. Haidlmayr.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Kolleginnen Lapp und Haidlmayr: Mag. Haupt Verantwortung, Pflichtgefühl und Unparteilichkeit in seiner Tätigkeit abzusprechen – und das ohne Grund! – ist ungeheuerlich und aufs Schärfste zurückzuweisen! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Faul.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Scheibner. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Faul.)
Zwischenruf des Abg. Marizzi.
Ich habe nicht nur einmal erlebt, dass auch Leute von der Sozialdemokratischen Partei zu Herbert Haupt gehen und ihm sagen, welch klasse Arbeit er leistet und was er für Menschen ... (Zwischenruf des Abg. Marizzi.) – Selbstverständlich, lieber Kollege Marizzi! Dann hast du hier nicht zugehört, was die Leute deiner Fraktion Herbert Haupt persönlich vorgeworfen haben, und das ist das Ungeheuerliche! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist wirklich ungeheuerlich!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist wirklich ungeheuerlich!
Ich habe nicht nur einmal erlebt, dass auch Leute von der Sozialdemokratischen Partei zu Herbert Haupt gehen und ihm sagen, welch klasse Arbeit er leistet und was er für Menschen ... (Zwischenruf des Abg. Marizzi.) – Selbstverständlich, lieber Kollege Marizzi! Dann hast du hier nicht zugehört, was die Leute deiner Fraktion Herbert Haupt persönlich vorgeworfen haben, und das ist das Ungeheuerliche! (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung SPÖ –: Das ist wirklich ungeheuerlich!)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Wenn man persönlich der Meinung ist, dass Herbert Haupt für diese Funktion nicht geeignet sei, dann soll man das hier sagen! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Dass man aber im persönlichen Gespräch – nicht du, aber deine Kollegen! – sagt, dass er klasse ist, dass all das super ist und dass er tolle Leistungen erbracht hat – und sich dann hier herausstellt und so tut, als ob er ein Parteipolitiker wäre, der sein Amt missbraucht und für diese Funktion nicht befähigt ist, das ist wirklich ungeheuerlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Wenn man persönlich der Meinung ist, dass Herbert Haupt für diese Funktion nicht geeignet sei, dann soll man das hier sagen! (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) Dass man aber im persönlichen Gespräch – nicht du, aber deine Kollegen! – sagt, dass er klasse ist, dass all das super ist und dass er tolle Leistungen erbracht hat – und sich dann hier herausstellt und so tut, als ob er ein Parteipolitiker wäre, der sein Amt missbraucht und für diese Funktion nicht befähigt ist, das ist wirklich ungeheuerlich, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf der Abg. Silhavy.
Herr Kollege Lackner, wenn Sie schon ... (Zwischenruf der Abg. Silhavy.) – Seien Sie bitte einmal ein bisschen leise! Sie könnten ja nachher hier am Rednerpult auch noch etwas sagen!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!
Kollege Öllinger hat gesagt, es hat kein Verfahren gegeben: Es war Ihre Forderung, dass diese Funktion ausgeschrieben werden soll, und die Sozialministerin hat diese Funktion ausgeschrieben – ganz ordnungsgemäß! Und Herbert Haupt ist einstimmig als Bestgereihter in der Bewertungskommission beurteilt worden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Haidlmayr: Das stimmt nicht!) Das sind Tatsachen! Und da können Sie jetzt noch fünfmal aufzeigen!
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Herr Kollege Lackner! Meine Damen und Herren von der SPÖ! Sind Sie wirklich der Meinung, dass wir hier in Österreich diese Funktion des Behindertenanwalts nicht brauchen, dass die Behinderten in Österreich diese Vertretung nicht brauchen? – Dann machen Sie sich das mit Ihrem Gewissen aus! Wir sind der Meinung, dass diese Funktion notwendig ist und dass Herbert Haupt mit seinem Wissen, mit seiner Erfahrung und mit seiner persönlichen Integrität sehr wohl und hundertprozentig für diese wichtige Funktion geeignet ist. – Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Ich habe Ihnen Fakten genannt!
untragbar ist. Das haben Sie gesagt, meine Damen und Herren, und das ist ein merkwürdiges, ein bedenkliches Demokratieverständnis. (Abg. Öllinger: Ich habe Ihnen Fakten genannt!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.
Sie sollten sich wirklich überlegen, ob es das wert ist, nämlich mit diesem parteipolitischen Schauspiel, das Sie hier liefern, das Amt dieses Behindertenanwalts zu diskreditieren. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich habe nichts von einem Hearing gesagt! Ich habe gesagt, die Kommission hat entschieden!
Es gab keine Hearings! Es wurde außer Herbert Haupt niemand eingeladen; Frau Ministerin Haubner kennt alle anderen Bewerber nur von den Bewerbungen. Es hat kein Hearing gegeben, und alle elf anderen Bewerber wurden niemals eingeladen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Scheibner: Ich habe nichts von einem Hearing gesagt! Ich habe gesagt, die Kommission hat entschieden!)
Abg. Dr. Brinek: Das ist die Autorität!
Das Verlangen von Molterer, Kolleginnen und Kollegen wurde am 5. April um 16.25 Uhr eingebracht. Schlagen wir einmal nach bei Zögernitz, das ist ja der Kommentierer der Geschäftsordnung des Parlaments. (Abg. Dr. Brinek: Das ist die Autorität!) Herr Kollege Regler, was sagt uns der Kommentierer der Geschäftsordnung des Nationalrates Werner Zögernitz? – Ein weiteres Verlangen ist erst dann „zulässig, wenn der Unterausschuss über die auf Grund eines früheren Verlangens durchgeführten Erhebungen einen Bericht an den RH-Ausschuss erstattet hat“ (§ 32e Abs. 4 GOG). (Abg. Mag. Regler: Den haben wir beschlossen!)
Abg. Mag. Regler: Den haben wir beschlossen!
Das Verlangen von Molterer, Kolleginnen und Kollegen wurde am 5. April um 16.25 Uhr eingebracht. Schlagen wir einmal nach bei Zögernitz, das ist ja der Kommentierer der Geschäftsordnung des Parlaments. (Abg. Dr. Brinek: Das ist die Autorität!) Herr Kollege Regler, was sagt uns der Kommentierer der Geschäftsordnung des Nationalrates Werner Zögernitz? – Ein weiteres Verlangen ist erst dann „zulässig, wenn der Unterausschuss über die auf Grund eines früheren Verlangens durchgeführten Erhebungen einen Bericht an den RH-Ausschuss erstattet hat“ (§ 32e Abs. 4 GOG). (Abg. Mag. Regler: Den haben wir beschlossen!)
Abg. Mag. Regler: Wir haben ja den Bericht beschlossen!
Es tut mir Leid, Kollege Regler, aber das ist nicht passiert um 16.25 Uhr am 5. April, und darum ist dieses Verlangen geschäftsordnungswidrig. (Abg. Mag. Regler: Wir haben ja den Bericht beschlossen!)
Der Redner hält zwei Schriftstücke in die Höhe. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Was das Ganze ja nicht gerade charmant macht: Zögernitz, der gleichzeitig, sollte das irgendjemand nicht wissen, ÖVP-Klubsekretär ist, sagt natürlich tags darauf: Das ÖVP-Verlangen ist geschäftsordnungskonform. – Also wie hätte man es denn gerne? So als Kommentierer oder so als ÖVP-Sekretär? (Der Redner hält zwei Schriftstücke in die Höhe. – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Mag. Regler: Ich habe den Antrag gestellt, den haben wir beschlossen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Es tut mir schon sehr Leid, aber Sie brauchen nur zuzuhören und nachzulesen, es ist glasklar, was der Geschäftsordnungs-Kommentierer Zögernitz dazu sagt. (Abg. Mag. Regler: Ich habe den Antrag gestellt, den haben wir beschlossen! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.)
Abg. Dr. Brinek: Aber nein, ich kenne den Zögernitz!
Frau Kollegin Brinek, Sie haben sehr wenig Sachkenntnis in diesen Dingen, fürchte ich (Abg. Dr. Brinek: Aber nein, ich kenne den Zögernitz!), sonst würden Sie sich da jetzt nicht derartig äußern.
Abg. Ellmauer: Das beste Beispiel sind Sie selbst!
Sie wollten natürlich einen Antrag zur Überprüfung des ganzen Kampfflugzeug-Wahnsinns, den Sie zu verantworten haben, verhindern. Es ist die Frage, ob das der Höhepunkt oder der Tiefpunkt ist, wie Sie mit dem Interpellationsrecht, mit der demokratischen Kontrolle umgehen. Bekannt ist ja, dass Sie schriftliche Parlamentsanfragen einfach nicht beantworten – der Bundeskanzler zeichnet sich hier sehr aus, der Vizekanzler zeichnet sich hier aus – oder dass bei Dringlichen Anfragen von der Regierungsbank aus die glatte Unwahrheit behauptet wird. Finanzminister Grasser ist dafür ein typisches Beispiel. (Abg. Ellmauer: Das beste Beispiel sind Sie selbst!) Oder: Schärfste Rechnungshofkritik wie zum Beispiel zur e-card wird umgedeutet zu Lob. Anträge auf Einsetzung von Untersuchungsausschüssen lehnen Sie ständig ab. Parlamentarische Vereinbarungen brechen Sie; Frau Kollegin Baumgartner wäre hier ein Beispiel. Staatsunternehmen entziehen Sie durch Mehrheitsbeschlüsse der Kontrolle, und Sie versteigen sich auch dazu, ein Recht, das an sich einem Viertel der Abgeordneten des Nationalrates zusteht, sonst würde es ja nicht in der Geschäftsordnung so definiert sein, an sich zu ziehen.
Abg. Mag. Regler: Die wird nicht gebrochen! Wir brechen keine Geschäftsordnung!
Meine Damen und Herren, summa summarum ist es eine Schande, und Sie spekulieren darauf, dass das der Bevölkerung verborgen bleibt. Was die Details betrifft, könnte Ihre Rechnung vielleicht sogar aufgehen. Diese ganz feinen Tarierungen der Geschäftsordnung, die Sie bei solchen Gelegenheiten brechen, sind der Bevölkerung in weiten Teilen nicht bekannt. (Abg. Mag. Regler: Die wird nicht gebrochen! Wir brechen keine Geschäftsordnung!) Allerdings: Die Bevölkerung hat ein sehr, sehr feines Gespür dafür, was demokratische Kontrolle und den Rechtsstaat betrifft – und das, meine Damen und Herren, wird Ihnen zum Verhängnis werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine Damen und Herren, summa summarum ist es eine Schande, und Sie spekulieren darauf, dass das der Bevölkerung verborgen bleibt. Was die Details betrifft, könnte Ihre Rechnung vielleicht sogar aufgehen. Diese ganz feinen Tarierungen der Geschäftsordnung, die Sie bei solchen Gelegenheiten brechen, sind der Bevölkerung in weiten Teilen nicht bekannt. (Abg. Mag. Regler: Die wird nicht gebrochen! Wir brechen keine Geschäftsordnung!) Allerdings: Die Bevölkerung hat ein sehr, sehr feines Gespür dafür, was demokratische Kontrolle und den Rechtsstaat betrifft – und das, meine Damen und Herren, wird Ihnen zum Verhängnis werden! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Ich berichtige tatsächlich, dass ich selbst den Antrag gestellt habe, den Bericht des Unterausschusses zur Kenntnis zu nehmen. Der Unterausschuss hat dies beschlossen, und erst nachher wurde das Prüfverlangen der ÖVP eingebracht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Im Bereich Sicherheit wurde vieles bewegt. Es gibt aktuelle Bedrohungen, neue Anforderungen und Herausforderungen, aber insgesamt, glaube ich, kann man auch in diesem Rahmen sagen, dass Österreich ein sicheres Land ist und dass es wichtig ist, dass der Rechnungshof die öffentliche Verwaltung entsprechend kontrolliert und Mängel aufzeigt, damit die öffentliche Verwaltung angehalten wird, effizient und kostengünstig zu arbeiten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Hornek: Das war aber bis jetzt jeder!
Ich mache Sie bei dieser Gelegenheit im Übrigen darauf aufmerksam, dass das ein Akt des Parlaments war, und zwar in Teilen mit verfassungsrelevanten Bestimmungen, und nicht ein Akt des Finanzministers. Es ist doch eine Schande für den Klubobmann Molterer, der ganz vorne auf diesem Antrag steht, so zu tun, als ob ein Finanzminister dazu gebraucht würde, dass hier etwas beschlossen wird. Das ist ausschließlich Parlamentskompetenz! So einen wirren Antrag bringen Sie ein, nur um Ihr politisches Kleingeld bis zur Wahl hier zu wechseln, weil dieser Ausschuss genau mit einem halben Jahr limitiert ist, wie Sie wissen. (Abg. Hornek: Das war aber bis jetzt jeder!) Ja, anschnallen, Herr Vorsitzender! (Abg. Hornek: Blas dich nicht gar so auf!)
Abg. Hornek: Blas dich nicht gar so auf!
Ich mache Sie bei dieser Gelegenheit im Übrigen darauf aufmerksam, dass das ein Akt des Parlaments war, und zwar in Teilen mit verfassungsrelevanten Bestimmungen, und nicht ein Akt des Finanzministers. Es ist doch eine Schande für den Klubobmann Molterer, der ganz vorne auf diesem Antrag steht, so zu tun, als ob ein Finanzminister dazu gebraucht würde, dass hier etwas beschlossen wird. Das ist ausschließlich Parlamentskompetenz! So einen wirren Antrag bringen Sie ein, nur um Ihr politisches Kleingeld bis zur Wahl hier zu wechseln, weil dieser Ausschuss genau mit einem halben Jahr limitiert ist, wie Sie wissen. (Abg. Hornek: Das war aber bis jetzt jeder!) Ja, anschnallen, Herr Vorsitzender! (Abg. Hornek: Blas dich nicht gar so auf!)
Abg. Hornek: Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte!
Und dann schauen wir uns an, was ab dem Jahr 2000 passiert ist. Der Finanzminister und sonst niemand ist zuständig für die Finanzmarktaufsicht und deren Vorgänger. Im Übrigen – apropos Vorgängerbehörde –: Bis die Finanzmarktaufsicht als solche mit diesem Namen eingeführt wurde, war die Bankenaufsicht separiert (Abg. Hornek: Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte!), damals noch unter der vollen Verantwortung des Ministeriums – jetzt ist sie ja eine teilautonome Behörde –, also dieses segensreichen Finanzministers. Und Sie wollen mit einer derartig lächerlichen Formulierung vorbauen, dass wir das auch untersuchen?! – Aber da werden wir Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen!
Abg. Dr. Kräuter: Ja, klar! Das ist ein Wahnsinn!
Hier, bei der Beantwortung Ihrer Dringlichen Anfrage, hat der Herr Finanzminister diese Formulierungen aus diesem Notenbankprüfbericht, den er ja selbst veranlasst hat, fast wortwörtlich wiedergegeben und hat vorne nur ein Nein hinzugefügt. (Abg. Dr. Kräuter: Ja, klar! Das ist ein Wahnsinn!) Es gab also die Aussage von Grasser hier: Karibik-Geschäfte sind im Prüfbericht nicht aufgeschienen. – Ich verkürze das jetzt sinngemäß. Aber wenn man es sich wortwörtlich anschaut, ist es noch viel frappierender.
Abg. Hornek: Hast du die ganze Problematik der letzten Tage verschlafen?
gibt! Und auf diese billige und schäbige Art und Weise wollen Sie ihn aus der Prüfung herausnehmen! – Das geht aber nicht! (Abg. Hornek: Hast du die ganze Problematik der letzten Tage verschlafen?) – Entschuldige! (Abg. Hornek: Hast du alles verschlafen? – Sei mir nicht bös’!) Was hat das damit zu tun? Euer Prüfverlangen ist vor Wochen eingebracht worden, und dieses hat den Zusatz, dass der Finanzminister ab 2000 so toll die Finanzmarktaufsicht eingerichtet hat und dass dieser Umstand beleuchtet werden möge. Ich sage Ihnen: Beleuchten Sie lieber, was die Aufsicht und Herr Grasser in den letzten fünf Jahren alles verschlafen haben!
Abg. Hornek: Hast du alles verschlafen? – Sei mir nicht bös’!
gibt! Und auf diese billige und schäbige Art und Weise wollen Sie ihn aus der Prüfung herausnehmen! – Das geht aber nicht! (Abg. Hornek: Hast du die ganze Problematik der letzten Tage verschlafen?) – Entschuldige! (Abg. Hornek: Hast du alles verschlafen? – Sei mir nicht bös’!) Was hat das damit zu tun? Euer Prüfverlangen ist vor Wochen eingebracht worden, und dieses hat den Zusatz, dass der Finanzminister ab 2000 so toll die Finanzmarktaufsicht eingerichtet hat und dass dieser Umstand beleuchtet werden möge. Ich sage Ihnen: Beleuchten Sie lieber, was die Aufsicht und Herr Grasser in den letzten fünf Jahren alles verschlafen haben!
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, genau!
Kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wie war es denn bei der Hypo Alpe-Adria? Was war denn da? Wessen Staatskommissäre sitzen denn dort überall herum in den Banken, wo es im Übrigen auch schwarze Bankenskandale gibt? – Die, die der Grasser hinschickt! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, genau!) Wer denn sonst? Und wo kommen die her? – Samt und sonders aus seinem Kabinett. Nicht alle; aber alle, die im Kabinett waren, sitzen irgendwo dort herum! (Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut es aus!) Die haben nicht die Befähigung dazu!
Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut es aus!
Kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wie war es denn bei der Hypo Alpe-Adria? Was war denn da? Wessen Staatskommissäre sitzen denn dort überall herum in den Banken, wo es im Übrigen auch schwarze Bankenskandale gibt? – Die, die der Grasser hinschickt! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, genau!) Wer denn sonst? Und wo kommen die her? – Samt und sonders aus seinem Kabinett. Nicht alle; aber alle, die im Kabinett waren, sitzen irgendwo dort herum! (Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut es aus!) Die haben nicht die Befähigung dazu!
Abg. Hornek: Das ist Arroganz bis zum Gehtnichtmehr!
Reden Sie mit der Finanzmarktaufsicht: Die wollen schon längst einen Fit-and-Proper-Test nicht nur für die Aufsichtsräte, sondern für Ihre Parteifreunde, die Sie da überall in der Gegend herumfuhrwerken lassen! – Und das sollten wir uns alles anschauen. (Abg. Hornek: Das ist Arroganz bis zum Gehtnichtmehr!) Und Sie werden sich mit der Formulierung, dass ein Finanzminister irgendetwas unternommen hätte, was nicht einmal seine Kompetenz ist, nicht vor dieser Prüfung davonschleichen können, die Sie selber eingefädelt haben. Aber möglicherweise geht sie an dieser Stelle auch nach hinten los.
Abg. Hornek: Haben Sie die letzten Tage verschlafen, Herr Kollege? Haben Sie das verschlafen?
Eines kann nämlich nicht sein: dass wir ein Gremium, das an sich ein Untersuchungsgremium – Sie haben das, wie wir wissen, über die Jahre zu etwas anderem degradiert – des Parlaments ist (Abg. Hornek: Haben Sie die letzten Tage verschlafen, Herr Kollege? Haben Sie das verschlafen?), zu einem Heiligsprechungsorgan Ihrer scheinheiligen Politik machen. Das wird nicht gehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Das ist ja lächerlich!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Das ist ja lächerlich!
Eines kann nämlich nicht sein: dass wir ein Gremium, das an sich ein Untersuchungsgremium – Sie haben das, wie wir wissen, über die Jahre zu etwas anderem degradiert – des Parlaments ist (Abg. Hornek: Haben Sie die letzten Tage verschlafen, Herr Kollege? Haben Sie das verschlafen?), zu einem Heiligsprechungsorgan Ihrer scheinheiligen Politik machen. Das wird nicht gehen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Hornek: Das ist ja lächerlich!)
Abg. Mag. Regler: Jetzt sind wir schuld! Jetzt sind wir noch schuld am BAWAG-Skandal, gell?
Das ist eigentlich ohnedies der schönste Schlusssatz: Gehen Sie in sich und schauen Sie sich das einmal an! – Dass Sie den Kontrollnotstand, der hier herrscht, zu verantworten haben, ist ja nichts Neues mehr. Aber dass Sie sich auch noch anschicken, ein Untersuchungsinstrument des Nationalrates dazu herzunehmen, um andere wie den Herrn Finanzminister, der bis über beide Ohren in dem Sumpf mit drinnen steckt, für irgendwelche besonders positiven Wirkungsweisen mit Ansage und Anlauf freizusprechen (Abg. Mag. Regler: Jetzt sind wir schuld! Jetzt sind wir noch schuld am BAWAG-Skandal, gell?), das können Sie mit jemand anderem machen!
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Also! – Abg. Faul: Der kennt sich aus, der Herr Kogler!
Und wir werden uns hier zum Schiedsrichter machen, denn wir waren bis jetzt in diese Dinge noch nicht involviert. Sie sitzen doch selber mitten im Schlamm der Bankenskandale drinnen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Regler: Also! – Abg. Faul: Der kennt sich aus, der Herr Kogler!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Witzig ist das gar nicht!
recht witzig werden (Abg. Dr. Pirklhuber: Witzig ist das gar nicht!), weil das anscheinend ja kein besonderer Skandal ist, dass eine Bank, wenn man es zusammenrechnet, einmal so zirka 1,7 Milliarden € vernichtet und dann noch zu einer möglichen Klage über 1,2 Milliarden kommt, wogegen sich – weil das Lieblingsding des Kollegen Kräuter ja Flügel hat und fliegt und sich Eurofighter nennt und anscheinend ja der Ruin der Republik ist – der Eurofighter mit seinem Kaufpreis ja schon fast als billiges Produkt darstellt.
Beifall bei den Freiheitlichen.
Aus diesem Grund kann man sagen: Das sollte die Arbeit des Rechnungshofes sein, und das ist auch die Aufgabe des Rechnungshofes, nämlich solche Punkte aufzuzeigen, und das sollte dann abgearbeitet werden, die Regierung hat dann die Verpflichtung, das bestmöglich einzuarbeiten. Aber der Rechnungshof beziehungsweise seine Berichte sollten nicht dazu dienen, nur aus einer populistischen Motivation heraus Thematiken andauernd hochzuziehen – Thematiken, die sich eigentlich schon längst durch die Ergebnisse des Rechnungshofes dargelegt haben und auch beurteilt wurden und in Stellungnahmen der Ministerien eingeflossen sind –, denn gerade diese Art der Vorgangsweise konterkariert die Aufgabe des Rechnungshofes und ist eigentlich dieses Hauses nicht würdig. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Gahr hat gesagt, in diesem Land ist die Sicherheitspolitik verändert worden und die Organisation des team04 hat viel bewegt. – Ich kann von dieser wundersamen Vermehrung, die bei den Polizistinnen und Polizisten in den Grätzeln stattgefunden haben soll, nichts merken, denn wenn der systemisierte Sollstand zum Beispiel in der Donaustadt jetzt 256 BeamtInnen beträgt und 186 tatsächlich auf der Straße stehen, dann ist von den Umsetzungen dieser Kritik nichts zu merken. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Was die Personalentwicklung, die hier bei der Bundespolizeidirektion Salzburg angegeben wird, betrifft, so lässt sich ja auch nachvollziehen, dass die Zahl Jahr für Jahr gesunken ist: von 551 PolizistInnen im Jahr 2000 auf 489 BeamtInnen im Jahr 2004. Noch dramatischer ist aber der Rückgang im Kriminaldienst mit einem Minus von 28 Prozent. Und wenn man sich den Bericht zur Kriminalprävention und kriminalpolizeilichen Beratung ansieht, so kann man darin nachlesen, dass die Straftaten enorm angestiegen sind, nämlich österreichweit um 23 Prozent, und die Zahl der Beamten gesunken ist und gleichzeitig auch die Aufklärung um 10 Prozent gesunken ist. Und das kommt einem vernichtenden Zeugnis schwarz-blauer Sicherheitspolitik gleich! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von den Regierungsfraktionen, entweder sind Sie nicht willens oder nicht fähig, gegen dieses Problem etwas zu tun, auf jeden Fall ist dies sehr fahrlässig, und die Österreicherinnen und Österreicher merken das. Und man hört es auf der Straße, man braucht dazu keine Umfragen: Diese Politik wird nicht goutiert! – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Kräuter: Aber das stimmt doch nicht!
Aber ich möchte mich inhaltlich heute damit auseinander setzen, dass Kollege Kräuter eingangs die ÖVP, vor allem unseren Klubobmann angegriffen und bezüglich der Einbringung des Verlangens auf Prüfung durch den Unterausschusses behauptet hat, dass dieses gegen die Geschäftsordnung verstoßen würde. Hiezu ist festzustellen, dass die Frage betreffend den Zeitpunkt der Einbringung als Verlangen auch von der SPÖ am 19. September 2005 genauso behandelt wurde. (Abg. Dr. Kräuter: Aber das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das! (Abg. Hornek: Na sicher stimmt’s, Kräuter!) Sie haben also damals dieselbe Vorgangsweise gewählt (Abg. Dr. Kräuter: Der Vorsitzende Kogler hat es nicht zur Kenntnis genommen – das ist der Unterschied!), und es ist daher irrelevant, wenn Sie heute uns beziehungsweise unserem Klubobmann anlasten, dass wir auch eine ähnliche Vorgangsweise wählen. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist anders!) – Nein!
Abg. Hornek: Na sicher stimmt’s, Kräuter!
Aber ich möchte mich inhaltlich heute damit auseinander setzen, dass Kollege Kräuter eingangs die ÖVP, vor allem unseren Klubobmann angegriffen und bezüglich der Einbringung des Verlangens auf Prüfung durch den Unterausschusses behauptet hat, dass dieses gegen die Geschäftsordnung verstoßen würde. Hiezu ist festzustellen, dass die Frage betreffend den Zeitpunkt der Einbringung als Verlangen auch von der SPÖ am 19. September 2005 genauso behandelt wurde. (Abg. Dr. Kräuter: Aber das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das! (Abg. Hornek: Na sicher stimmt’s, Kräuter!) Sie haben also damals dieselbe Vorgangsweise gewählt (Abg. Dr. Kräuter: Der Vorsitzende Kogler hat es nicht zur Kenntnis genommen – das ist der Unterschied!), und es ist daher irrelevant, wenn Sie heute uns beziehungsweise unserem Klubobmann anlasten, dass wir auch eine ähnliche Vorgangsweise wählen. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist anders!) – Nein!
Abg. Dr. Kräuter: Der Vorsitzende Kogler hat es nicht zur Kenntnis genommen – das ist der Unterschied!
Aber ich möchte mich inhaltlich heute damit auseinander setzen, dass Kollege Kräuter eingangs die ÖVP, vor allem unseren Klubobmann angegriffen und bezüglich der Einbringung des Verlangens auf Prüfung durch den Unterausschusses behauptet hat, dass dieses gegen die Geschäftsordnung verstoßen würde. Hiezu ist festzustellen, dass die Frage betreffend den Zeitpunkt der Einbringung als Verlangen auch von der SPÖ am 19. September 2005 genauso behandelt wurde. (Abg. Dr. Kräuter: Aber das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das! (Abg. Hornek: Na sicher stimmt’s, Kräuter!) Sie haben also damals dieselbe Vorgangsweise gewählt (Abg. Dr. Kräuter: Der Vorsitzende Kogler hat es nicht zur Kenntnis genommen – das ist der Unterschied!), und es ist daher irrelevant, wenn Sie heute uns beziehungsweise unserem Klubobmann anlasten, dass wir auch eine ähnliche Vorgangsweise wählen. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist anders!) – Nein!
Abg. Dr. Kräuter: Das ist anders!
Aber ich möchte mich inhaltlich heute damit auseinander setzen, dass Kollege Kräuter eingangs die ÖVP, vor allem unseren Klubobmann angegriffen und bezüglich der Einbringung des Verlangens auf Prüfung durch den Unterausschusses behauptet hat, dass dieses gegen die Geschäftsordnung verstoßen würde. Hiezu ist festzustellen, dass die Frage betreffend den Zeitpunkt der Einbringung als Verlangen auch von der SPÖ am 19. September 2005 genauso behandelt wurde. (Abg. Dr. Kräuter: Aber das stimmt doch nicht!) Natürlich stimmt das! (Abg. Hornek: Na sicher stimmt’s, Kräuter!) Sie haben also damals dieselbe Vorgangsweise gewählt (Abg. Dr. Kräuter: Der Vorsitzende Kogler hat es nicht zur Kenntnis genommen – das ist der Unterschied!), und es ist daher irrelevant, wenn Sie heute uns beziehungsweise unserem Klubobmann anlasten, dass wir auch eine ähnliche Vorgangsweise wählen. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist anders!) – Nein!
Abg. Dr. Kräuter: Das ist Rechtsbeugung, die Sie da zitieren!
Parlamentsdirektion entspricht, klar, dass in einem solchen Fall die Berichterstattung mit dem Sitzungsende zusammenfallen würde. Alles andere wäre eine unzulässige Fristverkürzung. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist Rechtsbeugung, die Sie da zitieren!) – Nein, das ist keine Rechtsbeugung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Linksbeugung!) Sie haben das genauso gehandhabt, und darüber hinaus wurde dieses Thema auch in der Präsidiale entsprechend lange debattiert, und hiezu wurde dann auch ein gemeinsames Protokoll verfasst, das ich im Wesentlichen hier noch zitieren darf:
Abg. Dr. Pirklhuber: Linksbeugung!
Parlamentsdirektion entspricht, klar, dass in einem solchen Fall die Berichterstattung mit dem Sitzungsende zusammenfallen würde. Alles andere wäre eine unzulässige Fristverkürzung. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist Rechtsbeugung, die Sie da zitieren!) – Nein, das ist keine Rechtsbeugung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Linksbeugung!) Sie haben das genauso gehandhabt, und darüber hinaus wurde dieses Thema auch in der Präsidiale entsprechend lange debattiert, und hiezu wurde dann auch ein gemeinsames Protokoll verfasst, das ich im Wesentlichen hier noch zitieren darf:
Abg. Dr. Kräuter: Ihr Zögernitz sagt genau das Gegenteil!
„Da im gegenständlichen Fall mit der Wahl des Berichterstatters in der Sitzung des Ständigen Unterausschusses am 5. April 2006 vor 16.25 Uhr die inhaltliche Beratung abgeschlossen wurde, war damit kein früheres Verlangen in Durchführung begriffen.“ (Abg. Dr. Kräuter: Ihr Zögernitz sagt genau das Gegenteil!) „Die Stellung eines neuen Verlangens war damit ab diesem Zeitpunkt zulässig.“ (Abg. Mag. Regler: So ist es!)
Abg. Mag. Regler: So ist es!
„Da im gegenständlichen Fall mit der Wahl des Berichterstatters in der Sitzung des Ständigen Unterausschusses am 5. April 2006 vor 16.25 Uhr die inhaltliche Beratung abgeschlossen wurde, war damit kein früheres Verlangen in Durchführung begriffen.“ (Abg. Dr. Kräuter: Ihr Zögernitz sagt genau das Gegenteil!) „Die Stellung eines neuen Verlangens war damit ab diesem Zeitpunkt zulässig.“ (Abg. Mag. Regler: So ist es!)
Abg. Dr. Puswald: Das sollten Sie dem Präsidenten Khol einmal sagen, was die ...gleichheit betrifft!
Meine Damen und Herren! Ich glaube schon, dass wir die parlamentarische Arbeit alle mit den gleichen Instrumenten verrichten sollten und dass man nicht, wenn es einem gerade passt, sagen sollte: Nein, das ist eigentlich unzulässig! (Abg. Dr. Puswald: Das sollten Sie dem Präsidenten Khol einmal sagen, was die ...gleichheit betrifft!), während man sich selbst aber die Geschäftsordnung sehr wohl entsprechend zunutze macht. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Meine Damen und Herren! Ich glaube schon, dass wir die parlamentarische Arbeit alle mit den gleichen Instrumenten verrichten sollten und dass man nicht, wenn es einem gerade passt, sagen sollte: Nein, das ist eigentlich unzulässig! (Abg. Dr. Puswald: Das sollten Sie dem Präsidenten Khol einmal sagen, was die ...gleichheit betrifft!), während man sich selbst aber die Geschäftsordnung sehr wohl entsprechend zunutze macht. – Besten Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Faul: Das ist der nächste Bericht!
Jetzt kann man sagen, da ist einiges Graz-spezifisch, ... (Abg. Faul: Das ist der nächste Bericht!) Der nächste Bericht, ja. (Abg. Faul: Der ist im nächsten Tagesordnungspunkt! – Du bist ein bisschen früh!) Oh! – Ich werde es trotzdem machen, denn ich bin als Redner so gemeldet worden. Man kann darüber hinwegsehen; der Rechnungshof wird das prüfen und es hoffentlich für gut befinden. – Okay. Die entscheidenden BeamtInnen des Ressorts sind ja anwesend, daher sollte das kein Problem sein.
Abg. Faul: Der ist im nächsten Tagesordnungspunkt! – Du bist ein bisschen früh!
Jetzt kann man sagen, da ist einiges Graz-spezifisch, ... (Abg. Faul: Das ist der nächste Bericht!) Der nächste Bericht, ja. (Abg. Faul: Der ist im nächsten Tagesordnungspunkt! – Du bist ein bisschen früh!) Oh! – Ich werde es trotzdem machen, denn ich bin als Redner so gemeldet worden. Man kann darüber hinwegsehen; der Rechnungshof wird das prüfen und es hoffentlich für gut befinden. – Okay. Die entscheidenden BeamtInnen des Ressorts sind ja anwesend, daher sollte das kein Problem sein.
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Die Mär, dass die Loslösung der Medizinischen Fakultät die Position gegenüber dem Träger gestärkt habe, halte ich schlichtweg für falsch. Ich kann jetzt gar nicht mehr auflisten, was ich da an Unzulänglichkeiten weiß, die im Rechnungshofbericht nicht stehen, aber ich würde ganz gerne einmal die Gelegenheit ergreifen, Ihnen das persönlich darzulegen, zum Wohle, nicht zum Schaden der Medizin, aber auch zum Wohle des Ministeriums. Wenn ich denke, was da an Geld ausgegeben wird ohne Zusammenarbeitsverträge mit den Ländern und den Trägern, dann, muss ich sagen, ist das schon an der Grenze des Erträglichen. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.)
Allgemeiner Beifall.
Ich hoffe, ich habe Sie mit meinen Ausführungen nicht zu lange hingehalten, aber ich glaube, es sind in den Berichten Punkte da, die positiv sind, indem die Tätigkeit des Rechnungshofes auch zu Verbesserungen, Modernisierungen und zu Einsparungen geführt hat, und es sind sehr wohl noch Punkte da, wo weitergearbeitet werden sollte im Hinblick auf eine Effizienzsteigerung, insbesondere in Blickrichtung Einrichtung einer einheitlichen Förderungsdatenbank. Ich glaube, damit wäre allen gedient, und man könnte tatsächlich das Ziel erreichen, dass der Förderungsgeber zumindest den gleichen Überblick hat wie der Förderungsnehmer, um dadurch Transparenz und effizienten Mitteleinsatz zu gewährleisten. – Ich danke Ihnen. (Allgemeiner Beifall.)
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass wir hier wieder ein Beispiel dafür haben, wie ernst die Ministerien die Empfehlungen des Rechnungshofes nehmen und stets bemüht sind, diesen Empfehlungen im Interesse der Bevölkerung ehestmöglich nachzukommen und dieselben auch umzusetzen. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Es ist an Hand dieser Beispiele doch wohl erschreckend, wie gleichgültig diese Regierung mit Steuergeld umgeht, und ich denke, dass die Regierung gut beraten wäre, sich weniger um Postenschacherei und mehr um ihre eigentlichen Aufgaben zu kümmern. Ich denke, dass die Bevölkerung auch ein Recht darauf hat. (Beifall bei der SPÖ.)
Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.
immer, genehm sind oder weil sie bestimmte Leistungen exklusiv erbringen oder für zusätzliche – da kann man mutmaßen – Dinge auch herangezogen werden können oder sollen. (Präsident Dr. Khol übernimmt wieder den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer
Gerade im Biobereich haben wir seit Jahren diskutiert, dass es sinnvoll wäre (Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer) – derzeit im Gesetz, korrekt, Herr Kollege Molterer –, eine Gesetzesänderung vorzunehmen. Es sagt auch das Ministerium zu, dass hier eine Änderung des AMA-Gesetzes notwendig ist, und ich erwarte mir in Kürze eine entsprechende Vorlage.
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.
Auch die Gehälter der Geschäftsführer und die Aufsichtsratsbezüge wurden geprüft. Ich würde auch darum ersuchen, Klarheit zu schaffen, wie hoch diese Bezüge sind, denn es ist durchaus relevant und es sollte einmal auf den Tisch kommen, wofür welche Beträge eigentlich bezahlt werden. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Scheibner: Das haben wir schon gehört!
Zu den Einsparungen möchte ich ein konkretes Beispiel erwähnen. Die Bundespolizeidirektion Salzburg hat gemeinsam mit dem Evangelischen Hilfswerk ein Konzept für einen offenen Vollzug erarbeitet. (Abg. Scheibner: Das haben wir schon gehört!) Dieser offene Vollzug würde eine deutliche Verbesserung der Haftbedingungen für Schubhäftlinge bringen. Laut Rechnungshof wurde aber mangels ausreichender Budgetmittel dieser Vorschlag noch nicht umgesetzt und damit auch noch nicht
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wenn Sie den letzten Satz nicht gesagt hätten, hätte ich geklatscht!
Ich danke dem Rechnungshof für seinen Bericht und für die hervorragende Arbeit, aber, geschätzte Damen und Herren, Regierungsmitglieder, die derart sorglos mit öffentlichen Geldern umgehen und die ihr Ressort derart unkoordiniert führen, haben das Vertrauen der Bevölkerung nicht verdient. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Wenn Sie den letzten Satz nicht gesagt hätten, hätte ich geklatscht!)
Zwischenrufe bei der ÖVP.
Damen und Herren, die ÖVP ihre Finger im Spiel hat, dann wird es, wie so oft, zum Skandal. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Beamte, meine Damen und Herren, welche die Wahrheit sagen – das ist leider eine traurige Erkenntnis der letzten Jahre dieser Bundesregierung –, werden versetzt. Wer nicht spurt, wird gemobbt und, wenn es nur irgendwie geht, in die Wüste geschickt, egal, ob höchstqualifiziert oder langjährig erfahren. Wenn die Farbe nicht stimmt, spielt das keine Rolle. Objektivierung und Fairness nach dem Geschmack der ÖVP, das ist menschenverachtend. Die erste Rechnung haben Sie bei den Personalvertretungswahlen bekommen und die zweite folgt im Herbst. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Eine konsequentere Beachtung der Vergabevorschriften ist dringend notwendig, und ich denke, dass sich die Regierungsparteien mehr an den Empfehlungen des Rechnungshofes orientieren sollten. Sie würden gut daran tun! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Frau Bundesminister, ich fordere Sie auf: Machen Sie mit diesen Missständen Schluss! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Nicht überraschend für uns ist auch, dass jetzt natürlich alles, was ein Erfolg der Frau Bundesminister ist, nämlich die Universitätsreform insgesamt, das Universitätsgesetz 2002, wozu immer mehr Leute, immer mehr Betroffene auch sagen: Es macht Sinn, selbständig arbeiten zu lassen, autonom handeln zu lassen!, von Seite der Opposition kritisiert wird. Das ist natürlich, das muss ich – wahrscheinlich zu Ihrem Leidwesen – auch sagen, unserer Ideologie entsprechend positiv, für Sie ist es vielleicht ein bisschen schwieriger zu verstehen, wenn diese Ideologie diese Erfolge bringt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Kräuter: Wer zahlt’s denn?
Aber jetzt muss ich etwas erwähnen, was mich wirklich am meisten geärgert und was mich überrascht hat. Nach der Ausschusssitzung ist Kollege Kräuter – ich muss Sie direkt ansprechen – aus dem Ausschusslokal gekommen und hat unmittelbar eine unverständliche Aktion gesetzt. Er hat schon im Ausschuss diesbezügliche Fragen an die Frau Ministerin gestellt, hat gefragt: Sollen wir das Geld für die neue Medizinische Universität Graz, diese 165 Millionen für einen neuen Campus bezahlen, sollen wir nicht die Chirurgie sanieren? (Abg. Dr. Kräuter: Wer zahlt’s denn?) – Herr Kollege, ich wäre froh, wenn Sie anschließend eine tatsächliche Berichtigung machen, in der Sie sagen: Ich bin für den Campus für die Medizinische Universität Graz. Man soll die 165 Millionen investieren.
Abg. Silhavy: Der Klubobmann zeigt auf die Uhr! – Abg. Mag. Molterer: Nein!
Ihr müsst euch vorstellen, die jetzigen medizinischen Institute sind über ganz Graz verstreut. Mit dem neuen Campus könnte man Synergieeffekte erzielen, die Lehrenden hätten es einfacher, und vor allem käme das den Studentinnen und Studenten zugute. Man könnte endlich den Medizincluster in der Steiermark ein wenig begleiten, der wirtschaftlich wichtig ist. (Abg. Silhavy: Der Klubobmann zeigt auf die Uhr! – Abg. Mag. Molterer: Nein!) – Entschuldigung! – Frau Minister Gehrer sagt Mittel in der Höhe von 165 Millionen € für den Neubau eines medizinischen Campus in Graz zu, und Sie als steirischer Abgeordneter sagen darauf: Nehmen Sie das Geld, um die Chirurgie zu renovieren!
Rufe bei der ÖVP: Ah! – Abg. Dr. Fekter: Typisch! – Abg. Dr. Kräuter: Es gibt einen einstimmigen Beschluss!
Und das sei mir bitte als letzter Satz gestattet: Sie wissen, ich bin kein Polemiker. Aber die Klärung dieses Problems, die Sanierung der Chirurgie, ist Angelegenheit des Landes Steiermark, des Herrn Landeshauptmannes Voves, der wirklich einmal zeigen muss, dass er auch etwas tut. (Rufe bei der ÖVP: Ah! – Abg. Dr. Fekter: Typisch! – Abg. Dr. Kräuter: Es gibt einen einstimmigen Beschluss!) Die Sanierung der Chirurgie ist von der KAGes. vorzunehmen.
Beifall bei der ÖVP.
Ich aber sage danke an jene Leute, die diese Medizinische Universität gegründet haben und erfolgreich sind, die die Anmerkungen des Rechnungshofes zur Kenntnis genommen haben und die Veränderungen durchführen. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Noch tue ich das, was ich will!
Herr Abgeordneter Scheuch, kurz zuhören! Sie können ja dann, wenn jemand anderer redet ... (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Noch tue ich das, was ich will!) – Ich würde Sie bitten, dass Sie mir kurz zuhören. Sonst dauert es noch länger.
Abg. Neudeck: Wieso? Wollen Sie den Rechnungshof abschaffen? Haben Sie etwas zu verbergen?
Ich beziehe mich also auf den Prüfungsbericht zu den drei Kunsthallen und möchte dazu sagen: Es gibt Schlimmeres. Es ist wirklich halb so wild. Wenn ich an den Rechnungshofbericht von einem halben Jahr davor zum Kunsthistorischen Museum denke, dann kann ich nur sagen: Wenn alle so wenig Dreck am Stecken hätten, wie diese drei Kunsthallen, dann bräuchten wir wahrscheinlich gar keinen Rechnungshof mehr. (Abg. Neudeck: Wieso? Wollen Sie den Rechnungshof abschaffen? Haben Sie etwas zu verbergen?)
Abg. Neudeck: Tibetanische Gebetsmühlen!
Auch das MuseumsQuartier liefert uns ja Jahr für Jahr ganz eigenartige Zahlen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich, als ich selbst dort gearbeitet habe, 20 Mal am Tag an Zähltagen gezählt worden bin, als ich ein- und ausgegangen bin. Da kann man auf ganz eigenartige Werte kommen. Aber das sind letzten Endes Dinge, die halb so wild sind, verglichen mit dem Kunsthistorischen Museum. (Abg. Neudeck: Tibetanische Gebetsmühlen!) – Ja, tibetanisch, das mag schon sein, aber, Herr Kollege Neudeck, haben Sie sich die letzten Wirtschaftsdaten angeschaut? Das ist nämlich interessant. Sie beobachten das offensichtlich zu wenig, sonst müssten Sie das selbst ständig kritisieren. (Abg. Neudeck: Wir haben im Ausschuss schon lange darüber geredet!)
Abg. Neudeck: Wir haben im Ausschuss schon lange darüber geredet!
Auch das MuseumsQuartier liefert uns ja Jahr für Jahr ganz eigenartige Zahlen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich, als ich selbst dort gearbeitet habe, 20 Mal am Tag an Zähltagen gezählt worden bin, als ich ein- und ausgegangen bin. Da kann man auf ganz eigenartige Werte kommen. Aber das sind letzten Endes Dinge, die halb so wild sind, verglichen mit dem Kunsthistorischen Museum. (Abg. Neudeck: Tibetanische Gebetsmühlen!) – Ja, tibetanisch, das mag schon sein, aber, Herr Kollege Neudeck, haben Sie sich die letzten Wirtschaftsdaten angeschaut? Das ist nämlich interessant. Sie beobachten das offensichtlich zu wenig, sonst müssten Sie das selbst ständig kritisieren. (Abg. Neudeck: Wir haben im Ausschuss schon lange darüber geredet!)
Abg. Neudeck: Aber Sie wissen schon, wenn wir gar nichts mehr verlangen ...!
Die Wirtschaftsdaten – Jahresabschluss 2004 – besagen, die Erlöse aus den Eintritten sind rückläufig, und wenn ich sage rückläufig, dann beziehe ich mich wieder auf den Rechnungshofbericht, denn damals hat der Rechnungshof schon gesagt, dass sie rückläufig sind – sie sind also zu den rückläufigen noch rückläufiger geworden –, und das Gleiche gilt für die rückläufigen Einnahmen – nämlich 15 Prozent, ein neuer Rekord (Abg. Neudeck: Aber Sie wissen schon, wenn wir gar nichts mehr verlangen ...!) – vom Museumsshop, Kollege Neudeck, und auch die sonstigen Einnahmen sind zurückgegangen.
Beifall bei den Grünen.
Frau Ministerin, Sie kündigen uns an, dass es einen zweiten Direktor geben soll, einen Finanzdirektor. Das haben Sie vor einem Jahr gemacht, das haben Sie vor einem halben Jahr gemacht, das haben Sie vor drei Monaten gemacht und auch vor zwei Wochen, und es gibt dort noch immer keinen kaufmännischen Direktor. Ich kann nur sagen: Der heute diskutierte Rechnungshofbericht zeigt, dass es auch möglich ist, sehr gut zu wirtschaften und gute Ergebnisse zu erzielen, was das Künstlerische betrifft, ohne dass es zu solchen Pleiten kommt, wie es beim Kunsthistorischen Museum der Fall war. – Danke. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen.
Sie hätten es in vielen Jahren ändern können – aber Sie haben es nicht geändert. Insofern ist das also etwas, was schon da ist. Das ist eine große Last, die jetzt auch auf diesem Bereich liegt. Ich kann nur das am Vormittag Gesagte wiederholen: Kehren Sie da vor der eigenen Türe! Hätten Sie früher die Dinge ordentlich gemacht! Wir haben jetzt eine sehr gute Reform gemacht, wo es natürlich Übergangsschwierigkeiten gibt, aber auch der Rechnungshofbericht zeigt, wir sind am richtigen Weg – und wir werden so weiter arbeiten. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Faul hat hier ausgeführt, es gebe Auswüchse an den Universitäten. – Ich stelle dazu Folgendes fest: Die Universitäten in Österreich und die Medizinische Universität in Graz haben kein Geld in die Karibik getragen – das bleibt der BAWAG vorbehalten. (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Die Universitäten in Österreich und die Medizinische Universität in Graz haben nicht spekuliert – das bleibt der BAWAG vorbehalten. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Reheis: Weit haben Sie es gebracht!
Die Universitäten in Österreich und die Medizinische Universität haben kein billiges Penthouse am Dach einer Bank. (Abg. Reheis: Weit haben Sie es gebracht!)
Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich stelle fest: Es gibt keine Auswüchse. (Neuerliche Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Niederwieser: Letztklassig ist das!
Und ich stelle auch fest: Diejenigen, die an den Universitäten arbeiten, haben keine zusätzliche Abgeltung im Rahmen einer Lotto-Gesellschaft. – Das bleibt denen vorbehalten, die der SPÖ nahe stehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Niederwieser: Letztklassig ist das!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Broukal: Welche meinen Sie im Besonderen, Frau Minister?
Ich weiß, dass es die Opposition stört, dass sich die Universitäten so gut entwickelt haben. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Broukal: Welche meinen Sie im Besonderen, Frau Minister?) Wir haben mehr Studierende, wir haben mehr Studienanfänger, und wir haben mehr Absolventen.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Eine Peinlichkeit von der Regierungsbank aus!
Ich darf mich für diese Prüfung des Rechnungshofes herzlich bedanken. Sie hat bestätigt, dass die Ausgliederung der Universitäten richtig war und dass auch die Schaffung der Medizinischen Universitäten richtig war. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Eine Peinlichkeit von der Regierungsbank aus!)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Stefan Prähauser (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Herr Präsident des Rechnungshofes! Geschätzte Damen und Herren! Ich gehöre zu jenen, die froh sind, dass die Frau Ministerin ist, wie sie ist – und dadurch unsere Wahlchancen weiter am Kochen, hin zum Positiven gehalten werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Die Anregung des Rechnungshofes, das in Zukunft besser zu bewerben, wurde scheinbar aufgenommen. Wenn das der Fall sein sollte, hat das schon einen Erfolg gebracht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Wirtschaftlich betrachtet ist eines klar, geschätzte Damen und Herren: Manager sind nicht dann gut, wenn sie nichts kosten, Manager sind nur dann gut, wenn sie die Kosten auch vielfach hereinspielen. Das ist eine Tatsache, die auch Ihnen bewusst sein sollte. Ich glaube, wir sollten jetzt die nötige Geduld aufbringen, zumal 3 Prozent plus bei den Verwaltungskosten nicht Besorgnis erregend sind. Der beste Beweis dafür, dass unsere Medizin-Unis funktionieren, ist der Ansturm ausländischer Studenten. Oder glaubt denn irgendjemand von Ihnen, dass die deutschen Studenten deswegen zu uns kommen, weil unsere Unis so schlecht sind? (Demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenrufe bei der SPÖ.
Schlecht machen Sie unsere Unis, unser Schulsystem, unsere Lehrerinnen und Lehrer und somit auch unsere Schülerinnen und Schüler! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Nein, Sie müssen einmal hinaus an die Basis und mit den LehrerInnen sprechen. Die Rechnung dafür werden Sie im Herbst bekommen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Schlecht machen Sie unsere Unis, unser Schulsystem, unsere Lehrerinnen und Lehrer und somit auch unsere Schülerinnen und Schüler! (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Nein, Sie müssen einmal hinaus an die Basis und mit den LehrerInnen sprechen. Die Rechnung dafür werden Sie im Herbst bekommen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP.
Bei allen Problemen, die es in jedem System gibt, ist es offenbar immer noch sehr, sehr attraktiv, in Österreich zu studieren. Ich bin überzeugt davon, dass die neue Selbständigkeit der heimischen Unis ihnen weiterhin gut tun wird. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das war eine schlechte Politik in Deutschland! – Abg. Lentsch: Die rot-grüne Regierung in Deutschland hat das bewirkt, wissen Sie!
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Frau Kollegin Lentsch, in erster Linie kommen die Studenten aus Deutschland zu uns, weil sie zu Hause keinen Platz an ihren Universitäten haben. Das ist der wahre Grund! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das war eine schlechte Politik in Deutschland! – Abg. Lentsch: Die rot-grüne Regierung in Deutschland hat das bewirkt, wissen Sie!)
Abg. Neudeck: Das bringen Sie!
Sehr geehrter Herr Rechnungshofpräsident, Sie und Ihr Team wurden heute wieder vielfach gelobt für die hervorragende Arbeit. Ich bewundere Sie und Ihr Team natürlich auch für die hervorragende Arbeit – und auch dafür, dass Sie immer wieder bereit sind, solch hervorragende Arbeit zu leisten, denn kaum ist ein Bericht da, sucht sich jede der geprüften Stellen jene Teile aus dem Bericht heraus, die für sie positiv sind, aber all das, was von Ihnen vom Rechnungshof kritisiert wird (Abg. Neudeck: Das bringen Sie!), wird eher zurückzuhalten versucht. Da heißt es dann, das wird abgearbeitet, dazu wird Stellung genommen, aber: Was bringt das tatsächlich? Wird das wirklich beachtet? (Abg. Neudeck: Ihr versteckt ja auch den Gusenbauer!)
Abg. Neudeck: Ihr versteckt ja auch den Gusenbauer!
Sehr geehrter Herr Rechnungshofpräsident, Sie und Ihr Team wurden heute wieder vielfach gelobt für die hervorragende Arbeit. Ich bewundere Sie und Ihr Team natürlich auch für die hervorragende Arbeit – und auch dafür, dass Sie immer wieder bereit sind, solch hervorragende Arbeit zu leisten, denn kaum ist ein Bericht da, sucht sich jede der geprüften Stellen jene Teile aus dem Bericht heraus, die für sie positiv sind, aber all das, was von Ihnen vom Rechnungshof kritisiert wird (Abg. Neudeck: Das bringen Sie!), wird eher zurückzuhalten versucht. Da heißt es dann, das wird abgearbeitet, dazu wird Stellung genommen, aber: Was bringt das tatsächlich? Wird das wirklich beachtet? (Abg. Neudeck: Ihr versteckt ja auch den Gusenbauer!)
Abg. Neudeck: Das sind sie ja schon gewohnt! Das ist seit 30 Jahren so!
Daher nochmals: Das bewundere ich wirklich an der Arbeit des Rechnungshofes, dass Sie trotzdem immer wieder darauf hinweisen, obwohl das ja eigentlich nichts fruchtet, nichts bringt. (Abg. Neudeck: Das sind sie ja schon gewohnt! Das ist seit 30 Jahren so!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das war aber schon der Edlinger, 1998, das wissen Sie schon!
Der Herr Finanzminister hat nichts gemacht, der Herr Finanzminister hat nicht darauf reagiert. Im Grunde genommen ist es ihm eigentlich egal, wie es in seinem Wirkungsbereich zugeht. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neudeck: Das war aber schon der Edlinger, 1998, das wissen Sie schon!)
Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist der Herr Präsident des Rechnungshofes Dr. Moser. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Am Wort ist der Herr Präsident des Rechnungshofes!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall bei der SPÖ.
Ich glaube, im beiderseitigen Zusammenwirken – und Sie sind genauso motiviert wie ich – wird es gelingen, Schwachstellen aufzuzeigen beziehungsweise Stärken, die da sind, noch mehr zu forcieren, um die Mittel effizient einzusetzen. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie demonstrativer Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Puswald: Da war Ihre Partei dabei!
Hinsichtlich der Bankenaufsicht möchte ich ausführen, dass der Rechnungshof bereits in den neunziger Jahren wiederholt die Organisation der Bankenaufsicht kritisiert hat. Sie wurde unter sozialdemokratischen Ministern personell total ausgehungert. (Abg. Dr. Puswald: Da war Ihre Partei dabei!) Sie war schon jahrzehntelang nicht in der Lage, vor Ort Prüfungen selbst durchzuführen. Vor-Ort-Prüfungen sind immer im Auftrag der Bankenaufsicht durch die Nationalbank erfolgt. Dass dieses Doppelspiel nicht gut getan hat, zeigt zum Beispiel der Fall der Rieger Bank und sonstige Banken-Skandale auf. (Abg. Dr. Fekter: Welche meinen Sie, Herr Staatssekretär?)
Abg. Dr. Fekter: Welche meinen Sie, Herr Staatssekretär?
Hinsichtlich der Bankenaufsicht möchte ich ausführen, dass der Rechnungshof bereits in den neunziger Jahren wiederholt die Organisation der Bankenaufsicht kritisiert hat. Sie wurde unter sozialdemokratischen Ministern personell total ausgehungert. (Abg. Dr. Puswald: Da war Ihre Partei dabei!) Sie war schon jahrzehntelang nicht in der Lage, vor Ort Prüfungen selbst durchzuführen. Vor-Ort-Prüfungen sind immer im Auftrag der Bankenaufsicht durch die Nationalbank erfolgt. Dass dieses Doppelspiel nicht gut getan hat, zeigt zum Beispiel der Fall der Rieger Bank und sonstige Banken-Skandale auf. (Abg. Dr. Fekter: Welche meinen Sie, Herr Staatssekretär?)
Abg. Dr. Puswald: Das fällt Ihnen aber spät ein, Herr Staatssekretär!
Zum Beispiel die BAWAG; darauf werden wir noch zu sprechen kommen. (Abg. Dr. Puswald: Das fällt Ihnen aber spät ein, Herr Staatssekretär!) Es wird in einem Rechnungshofunterausschuss genau aufgezeigt werden, was damals von den Bankenprüfern bestätigt wurde, was tatsächlich von der Nationalbank an das Finanzminis-
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Da werden wir endlich die Rolle des Finanzministers klären! – Staatssekretär Dr. Finz: Auch diese Rolle werden wir klären!
Tagtäglich erfahren wir neue Dinge darüber, und ich bin froh, dass es einen Rechnungshofunterausschuss geben wird, der diese Dinge detailliert aufzeigen wird. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Puswald: Da werden wir endlich die Rolle des Finanzministers klären! – Staatssekretär Dr. Finz: Auch diese Rolle werden wir klären!)
Abg. Dr. Puswald: Das ist nicht klar!
Nun auch eine Bemerkung zur Frage der Kostenneutralität: Aus meiner Sicht ist es sehr zu loben, dass das Bildungsministerium bei der Ausgliederung das Ziel angestrebt hat, dass Kostenneutralität gegeben sein soll – eine sehr ehrgeizige Vorgabe, wenn auch der Rechnungshofpräsident jetzt gesagt hat, dass diese Vorgabe nicht realistisch ist. Denn: Nach der Theorie der Betriebswirtschaftslehre ist, wenn bei Zusammenschlüssen Synergien vor allem in der Verwaltung gehoben werden können, klar, dass bei Abspaltungen höhere Verwaltungskosten anfallen müssen. (Abg. Dr. Puswald: Das ist nicht klar!) Diese konnten in diesem Fall mit 3 Prozent doch in einem sehr engen Rahmen gehalten werden. (Abg. Broukal: Das ist ja nicht einmal vergleichbar!) Vielleicht finden sich noch Einsparungspotentiale, die gehoben werden können.
Abg. Broukal: Das ist ja nicht einmal vergleichbar!
Nun auch eine Bemerkung zur Frage der Kostenneutralität: Aus meiner Sicht ist es sehr zu loben, dass das Bildungsministerium bei der Ausgliederung das Ziel angestrebt hat, dass Kostenneutralität gegeben sein soll – eine sehr ehrgeizige Vorgabe, wenn auch der Rechnungshofpräsident jetzt gesagt hat, dass diese Vorgabe nicht realistisch ist. Denn: Nach der Theorie der Betriebswirtschaftslehre ist, wenn bei Zusammenschlüssen Synergien vor allem in der Verwaltung gehoben werden können, klar, dass bei Abspaltungen höhere Verwaltungskosten anfallen müssen. (Abg. Dr. Puswald: Das ist nicht klar!) Diese konnten in diesem Fall mit 3 Prozent doch in einem sehr engen Rahmen gehalten werden. (Abg. Broukal: Das ist ja nicht einmal vergleichbar!) Vielleicht finden sich noch Einsparungspotentiale, die gehoben werden können.
Beifall bei der ÖVP.
Zusammenfassend kann man jedenfalls auch nach diesem Rechnungshofbericht sagen, dass die Schaffung der selbständigen Medizinuniversitäten eine Erfolgsgeschichte unserer Bildungsministerin Elisabeth Gehrer ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Jarolim: Hochpfiffigen Zuruf!
Oder: Wenn der Herr Staatssekretär Finz – besonders originell, wenn auch erst verspätet – über Zuruf (Abg. Dr. Jarolim: Hochpfiffigen Zuruf!) – hochpfiffigen Zuruf; Danke, Kollege Jarolim – der Kollegin Fekter endlich auch wieder auf die BAWAG zu sprechen kommt, dann muss man ihm sagen: Herr Staatssekretär, wenn Sie die Finanzmarktaufsicht so ins Kreuzfeuer der Kritik nehmen, dann muss ich Ihnen sagen: Unter Ihrem Herrn Finanzminister müsste sie eigentlich funktioniert haben, als er im Jahr 2000 der Finanzmarktaufsicht die Prüfungsgebarung für die BAWAG übertragen hat. Als er im April 2001 ... (Abg. Scheibner: Kollege, der Kragen ist schief! Das macht sich nicht gut!) – Danke schön, sehr freundlich, Herr Kollege Scheibner! – Als er dann den Bericht hatte, konnte er entweder nicht lesen oder er wollte ihn nicht verstehen.
Abg. Scheibner: Kollege, der Kragen ist schief! Das macht sich nicht gut!
Oder: Wenn der Herr Staatssekretär Finz – besonders originell, wenn auch erst verspätet – über Zuruf (Abg. Dr. Jarolim: Hochpfiffigen Zuruf!) – hochpfiffigen Zuruf; Danke, Kollege Jarolim – der Kollegin Fekter endlich auch wieder auf die BAWAG zu sprechen kommt, dann muss man ihm sagen: Herr Staatssekretär, wenn Sie die Finanzmarktaufsicht so ins Kreuzfeuer der Kritik nehmen, dann muss ich Ihnen sagen: Unter Ihrem Herrn Finanzminister müsste sie eigentlich funktioniert haben, als er im Jahr 2000 der Finanzmarktaufsicht die Prüfungsgebarung für die BAWAG übertragen hat. Als er im April 2001 ... (Abg. Scheibner: Kollege, der Kragen ist schief! Das macht sich nicht gut!) – Danke schön, sehr freundlich, Herr Kollege Scheibner! – Als er dann den Bericht hatte, konnte er entweder nicht lesen oder er wollte ihn nicht verstehen.
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Hallo!
Wenn die Frau Bundesministerin uns mit irgendwelchen weit hergeholten Vergleichen zu verhöhnen versucht, dann wäre es eigentlich angebracht, dass Sie hier die Geschäftsordnung in Bezug auf die nicht notwendige Verhöhnung des Nationalrates etwas mehr beachten. Ich würde bitten, dass man dieser „Verdollfußung“ des Parlamentarismus entgegenwirkt. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der ÖVP: Hallo!)
Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Puswald hat uns aus der Seele gesprochen! – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der Präsident steht unter einem Glassturz!
Präsident Dr. Andreas Khol: Herr Abgeordneter Puswald, ich erteile Ihnen wegen Kritik an der Vorsitzführung einen Ordnungsruf. (Ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Puswald hat uns aus der Seele gesprochen! – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Der Präsident steht unter einem Glassturz!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Herr Rechnungshofpräsident Moser hat schon darauf verwiesen, dass dieses Unternehmen eines ist, das sich nach anfänglicher Kritik durch den Rechnungshof sehr wohl an die Vorgaben gehalten hat, den Turn-around zwischenzeitlich geschafft hat und hoffnungsfroh in die Zukunft blicken kann. Ich würde mir ein solches Unternehmen privat auch wünschen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der SPÖ.
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes Dr. Moser, Sie haben uns noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass der Nationalrat die Möglichkeit der Kontrolle hätte. Das stimmt im Wesentlichen. Aber wenn man sich an die letzte Diskussion im Rechnungshofausschuss erinnert, dann weiß man, dass das nur bis zu den Eurofightern beziehungsweise den Kampffliegern stimmt, denn dafür gibt es nämlich keine Kontrollmöglichkeit in diesem Ausschuss, weil da die Regierungsparteien nach der bewährten Methode, Decke heraus und zudecken, agieren. Das ist nämlich ihre Methode! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Sie, meine Damen und Herren von den Regierungsparteien, machen immer dann eine Kontrolle, wenn sie Ihnen dienlich ist. Der Unterschied zu der heute vielfach zitierten BAWAG ist der, dass meine Fraktion der Untersuchung und dem Unterausschuss zugestimmt hat, während Sie überall dort, wo es etwas zu untersuchen gibt, die Decke drüberstülpen. Die Vorgangsweise der Bundesregierung, das Parlament komplett von der Eurofighter-Debatte auszuschließen, widerspricht demokratischen Prinzipien und ist ein Skandal, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ.
Das sagt nicht Gerhard Reheis, der jetzt hier heraußen steht, sondern das ist die Meinung von Universitätsprofessor Dr. Öhlinger, der sagt, es können zwar einzelne militärisch wichtige Vertragsteile unveröffentlicht bleiben, aber das Parlament komplett von der Kontrolle auszuschließen, halte er mit den Grundprinzipien der parlamentarischen Demokratie nicht vereinbar. – Aber so agiert diese Bundesregierung! (Beifall bei der SPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Ein roter Faden!
Nun ganz kurz zur Medizinischen Fakultät der Universität Graz: Auch dort zieht sich der rote Faden durch, was den Postenschacher und die Besetzungen betrifft. (Ruf bei der ÖVP: Ein roter Faden!)
Beifall bei der SPÖ.
Das ist ein Skandal! Und der reiht sich ein in die Reihe der Postenbeschaffung, des Postenschachers und der Bereicherung von Günstlingen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Reheis: ... 2003!
Kollege Reheis, Geschichte! Wer war denn damals ... (Abg. Reheis: ... 2003!) Nein! Der Vertrag wurde 1998 begründet. Es wird hier auch kritisiert, dass er auf fünf Jahre begründet wurde und sich dann automatisch verlängert. Also ihr habt ein Kuckucksei gelegt, das dann irgendwer ausgebrütet hat, und jetzt schreit ihr: Das war Postenschacher! – So kann es nicht sein, Herr Kollege Reheis! (Abg. Reheis: Sie müssen nur genau lesen: 2003 und 2004! Da ist diese Bundesregierung schon im Amt gewesen!)
Abg. Reheis: Sie müssen nur genau lesen: 2003 und 2004! Da ist diese Bundesregierung schon im Amt gewesen!
Kollege Reheis, Geschichte! Wer war denn damals ... (Abg. Reheis: ... 2003!) Nein! Der Vertrag wurde 1998 begründet. Es wird hier auch kritisiert, dass er auf fünf Jahre begründet wurde und sich dann automatisch verlängert. Also ihr habt ein Kuckucksei gelegt, das dann irgendwer ausgebrütet hat, und jetzt schreit ihr: Das war Postenschacher! – So kann es nicht sein, Herr Kollege Reheis! (Abg. Reheis: Sie müssen nur genau lesen: 2003 und 2004! Da ist diese Bundesregierung schon im Amt gewesen!)
Abg. Reheis: Genau lesen!
Die Schandtat, dass dort nichts weitergeht, ist 1998 begangen worden. Damit hatten wir einen Vertrag, den wir nur um viel Geld hätten ändern können. (Abg. Reheis: Genau lesen!) Kollege, lesen Sie es noch einmal, dann reden wir im Ausschuss drüber! Ihre Ansicht ist jedenfalls falsch. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.
Die Schandtat, dass dort nichts weitergeht, ist 1998 begangen worden. Damit hatten wir einen Vertrag, den wir nur um viel Geld hätten ändern können. (Abg. Reheis: Genau lesen!) Kollege, lesen Sie es noch einmal, dann reden wir im Ausschuss drüber! Ihre Ansicht ist jedenfalls falsch. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Reheis.)
Abg. Dr. Puswald: Haben wir schon gemacht!
Also ich würde mich an Ihrer Stelle bei den Rechnungshofbeamten für ihre Berichte bedanken. (Abg. Dr. Puswald: Haben wir schon gemacht!) Und ich ersuche Sie, dass Sie sich für das entschuldigen, was Sie im Ausschuss daraus machen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Also ich würde mich an Ihrer Stelle bei den Rechnungshofbeamten für ihre Berichte bedanken. (Abg. Dr. Puswald: Haben wir schon gemacht!) Und ich ersuche Sie, dass Sie sich für das entschuldigen, was Sie im Ausschuss daraus machen wollen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Mag. Wurm: Mit der „Saliera“ ...!
Wir haben einen Antrag aus dem Jahr 2003 liegen, der bisher nicht behandelt worden ist. (Abg. Mag. Wurm: Mit der „Saliera“ ...!) Wir hoffen, dass unser Antrag, den wir letztens eingebracht haben, nämlich der Antrag zur kulturellen Bildung, der ebenfalls auf der Tagesordnung stand und vertagt wurde, nicht ein ähnliches Schicksal erleidet.
Abg. Dr. Wolfmayr: Sie sind viel besser geworden ...!
Dabei könnte auch die Museumspolitik der Regierung angesprochen und besprochen werden. Allerdings stelle ich mir in diesem Zusammenhang durchaus die Frage, ob es eine solche Museumspolitik überhaupt gibt und ob es ein Konzept für eine Museumspolitik gibt beziehungsweise ob nicht die politische Verantwortung mit der Ausgliederung der Bundesmuseen abgegeben wurde. Diesen Eindruck hat man nämlich, wenn man sich die Missstände anschaut, die zum Beispiel im Kunsthistorischen Museum immer wieder vorkommen. (Abg. Dr. Wolfmayr: Sie sind viel besser geworden ...!)
Abg. Dr. Jarolim: Man braucht keinen Seipel!
Erstens kann man die Frage der kulturellen Partizipation nicht ausschließlich aus dem Blickwinkel der Eintrittspreise sehen. Darüber müssen wir einfach eine breitere Diskussion führen. Die Frage ist: Was hält denn die Menschen davon ab, in ein Museum zu gehen? – Studien zeigen, dass es hiefür mehrere Gründe gibt. Was wir also brauchen – das kann ich nur wieder betonen (Abg. Dr. Jarolim: Man braucht keinen Seipel!) –, ist ein umfassendes Konzept und ein Maßnahmenpaket, das auf einer breiten Basis diskutiert wird.
Beifall bei der SPÖ.
So einfach, wie es sich die Regierungsparteien zu machen versuchen, geht es nicht. Es ist nicht alles wunderbar und auch nicht alles paletti! Es müssen Maßnahmen gesetzt werden, die es Personen aller Bevölkerungsgruppen erleichtern, am kulturellen Leben tatsächlich teilzunehmen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Zum Gratis-Eintritt werden die KollegInnen, die nach mir sprechen, noch einige Gründe nennen, warum wir den Zinggl-Vorschlag vernachlässigenswert finden. Für uns sind Museumseinnahmen nun einmal notwendige Mittel für besseres Wirtschaften. Dass der eingeschlagene Weg richtig ist, belegen Zahlen, aber mehr noch der Museumsboom der letzten Jahre – leicht schwankende Besucherzahlen sind da kein Gegenbeweis. Die deutlich wachsende Beliebtheit von Museen als lebendige und inspirierende Kulturorte, insbesondere bei jungen Menschen und im städtischen Bereich, spricht ja für sich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Kunst ist etwas wert, und auch das Betrachten von Kunstwerken muss etwas wert sein. Der wachsende Besuch unserer modernen Museen, die wachsenden Einnahmen und die dadurch ständig verbesserte Ausstattung und Bewirtschaftung gibt uns Recht. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Murauer: Wo kommen die Leute her?
Da fragt man sich schon irgendwann einmal: Wozu haben wir überhaupt die Museen? (Abg. Murauer: Wo kommen die Leute her?) Was ist die Aufgabe der Museen? (Abg. Murauer: Da fragt ihr: Wo kommen die Leute her?) – Die kann doch nur darin bestehen, dass unser kulturelles Gut – und da meine ich, dass wir Österreicherinnen und Österreicher ja die Besitzer dieses kulturellen Gutes sind – didaktisch aufbereitet wird, sodass wir hingehen können und diese Objekte studieren können.
Abg. Murauer: Da fragt ihr: Wo kommen die Leute her?
Da fragt man sich schon irgendwann einmal: Wozu haben wir überhaupt die Museen? (Abg. Murauer: Wo kommen die Leute her?) Was ist die Aufgabe der Museen? (Abg. Murauer: Da fragt ihr: Wo kommen die Leute her?) – Die kann doch nur darin bestehen, dass unser kulturelles Gut – und da meine ich, dass wir Österreicherinnen und Österreicher ja die Besitzer dieses kulturellen Gutes sind – didaktisch aufbereitet wird, sodass wir hingehen können und diese Objekte studieren können.
Abg. Neudeck: Man hat ein schlechtes Gewissen, wenn man ins Museum geht, wenn man dir zuhört!
Dafür gibt es seitens des Bundes auch Geld; die Basisfinanzierung dient ja genau dazu. Jede Eintrittskarte in österreichische Museen – meine Damen und Herren, das wissen Sie wahrscheinlich – kostet den Steuerzahler 20 €. Es ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen (Abg. Neudeck: Man hat ein schlechtes Gewissen, wenn man ins Museum geht, wenn man dir zuhört!), dass zu dieser Grundsubventionierung jeder oder jede, die daran interessiert ist, sich das tatsächlich anzusehen, noch einmal etwas drauflegen muss, also mit einem Wort: noch einmal zur Kasse gebeten wird. So gesehen (Abg. Neudeck: Wie ist das mit den Touristen?) – das könnte man sich ganz leicht überlegen (Abg. Neudeck: Dann überlege es einmal!) – müsste eigentlich auch jeder Park zum Beispiel 5 € Eintritt verlangen, oder es müssten Schulgelder eingehoben werden. (Abg. Murauer: Das darf nicht wahr sein!)
Abg. Neudeck: Wie ist das mit den Touristen?
Dafür gibt es seitens des Bundes auch Geld; die Basisfinanzierung dient ja genau dazu. Jede Eintrittskarte in österreichische Museen – meine Damen und Herren, das wissen Sie wahrscheinlich – kostet den Steuerzahler 20 €. Es ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen (Abg. Neudeck: Man hat ein schlechtes Gewissen, wenn man ins Museum geht, wenn man dir zuhört!), dass zu dieser Grundsubventionierung jeder oder jede, die daran interessiert ist, sich das tatsächlich anzusehen, noch einmal etwas drauflegen muss, also mit einem Wort: noch einmal zur Kasse gebeten wird. So gesehen (Abg. Neudeck: Wie ist das mit den Touristen?) – das könnte man sich ganz leicht überlegen (Abg. Neudeck: Dann überlege es einmal!) – müsste eigentlich auch jeder Park zum Beispiel 5 € Eintritt verlangen, oder es müssten Schulgelder eingehoben werden. (Abg. Murauer: Das darf nicht wahr sein!)
Abg. Neudeck: Dann überlege es einmal!
Dafür gibt es seitens des Bundes auch Geld; die Basisfinanzierung dient ja genau dazu. Jede Eintrittskarte in österreichische Museen – meine Damen und Herren, das wissen Sie wahrscheinlich – kostet den Steuerzahler 20 €. Es ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen (Abg. Neudeck: Man hat ein schlechtes Gewissen, wenn man ins Museum geht, wenn man dir zuhört!), dass zu dieser Grundsubventionierung jeder oder jede, die daran interessiert ist, sich das tatsächlich anzusehen, noch einmal etwas drauflegen muss, also mit einem Wort: noch einmal zur Kasse gebeten wird. So gesehen (Abg. Neudeck: Wie ist das mit den Touristen?) – das könnte man sich ganz leicht überlegen (Abg. Neudeck: Dann überlege es einmal!) – müsste eigentlich auch jeder Park zum Beispiel 5 € Eintritt verlangen, oder es müssten Schulgelder eingehoben werden. (Abg. Murauer: Das darf nicht wahr sein!)
Abg. Murauer: Das darf nicht wahr sein!
Dafür gibt es seitens des Bundes auch Geld; die Basisfinanzierung dient ja genau dazu. Jede Eintrittskarte in österreichische Museen – meine Damen und Herren, das wissen Sie wahrscheinlich – kostet den Steuerzahler 20 €. Es ist eigentlich überhaupt nicht einzusehen (Abg. Neudeck: Man hat ein schlechtes Gewissen, wenn man ins Museum geht, wenn man dir zuhört!), dass zu dieser Grundsubventionierung jeder oder jede, die daran interessiert ist, sich das tatsächlich anzusehen, noch einmal etwas drauflegen muss, also mit einem Wort: noch einmal zur Kasse gebeten wird. So gesehen (Abg. Neudeck: Wie ist das mit den Touristen?) – das könnte man sich ganz leicht überlegen (Abg. Neudeck: Dann überlege es einmal!) – müsste eigentlich auch jeder Park zum Beispiel 5 € Eintritt verlangen, oder es müssten Schulgelder eingehoben werden. (Abg. Murauer: Das darf nicht wahr sein!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ.
Genau wie die Schulen sind ja auch die Museen Bildungseinrichtungen. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass meine Eltern mit uns Kindern insbesondere im Winter jeden Sonntag in die Museen gegangen sind. So bin ich zu einem Teil sozialisiert und kulturalisiert worden. Und das, meine Damen und Herren, kann sich eine Familie, können sich viele Eltern heute überhaupt nicht mehr leisten! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Das heißt, die Eintrittspreise verhindern also eine breite Bildung, weil für die finanzschwächeren Bevölkerungsgruppen da Barrieren geschaffen worden sind. Wir sehen das Ergebnis tatsächlich an den sinkenden Besucherzahlen, seit die Preise gestiegen sind.
Abg. Neudeck: Wenn es etwas Schlechtes war, war ich es!
Ich weiß nicht, ob Sie das waren, Herr Kollege Neudeck, aber irgendjemand hat im Ausschuss gesagt (Abg. Neudeck: Wenn es etwas Schlechtes war, war ich es!): Was nichts kostet, ist nichts wert! Erstens einmal ist dieser Spruch schon sehr eigenartig! Da dürfte man überhaupt niemandem etwas schenken, weil dann alle Geschenke nichts wert sind. Aber davon abgesehen: Wir zahlen ja dafür! Wir haben mit dem Steuergeld, mit dem die Museen überhaupt erhalten werden, ohnehin schon gezahlt.
Abg. Mag. Molterer: Warum soll ich dann eigentlich in der Oper etwas bezahlen? Im Theater etwas bezahlen?
Das heißt, die Museen sind natürlich etwas wert. (Abg. Mag. Molterer: Warum soll ich dann eigentlich in der Oper etwas bezahlen? Im Theater etwas bezahlen?)
Abg. Mag. Molterer: Das ist eine groteske Argumentation! Wenn ich mit der Bundesbahn fahre, bezahle ich auch ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Die Erlöse der Eintritte zu den ständigen Schausammlungen in Österreich, Herr Kollege Molterer, belaufen sich heuer auf maximal 10 Millionen €. (Abg. Mag. Molterer: Das ist eine groteske Argumentation! Wenn ich mit der Bundesbahn fahre, bezahle ich auch ...! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Bei freiem Eintritt müssten also die Basisabgeltungen um diese 10 Millionen € erhöht werden; das ist relativ wenig.
Abg. Dr. Jarolim: Absolut richtig! Absolut richtig!
Wenn man bedenkt, dass allein das Kunsthistorische Museum heuer fast 3 Millionen € zusätzlich zur Basisabgeltung bekommt, weil Direktor Seipel nicht wirtschaften kann (Abg. Dr. Jarolim: Absolut richtig! Absolut richtig!), dann kann man sich überlegen (Abg. Dr. Jarolim: Eine Unfähigkeitsprämie ...!), dass mit diesen 3 Millionen € natürlich auch alle bei freiem Eintritt hineingehen könnten, und das wäre mir viel lieber. (Abg. Mag. Molterer: Der Platz des Jarolim hat gewechselt, aber nicht die Qualität seiner Rufe! Die ist gleich schlecht!) Das heißt, ein Direktor, der besser wirtschaften kann, würde diese 3 Millionen € nicht notwendig machen, die zusätzlich aus dem Budget zu tragen sind, und wir alle könnten kostenlos in die Museen hinein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: „Frenetischer“ Applaus bei den Grünen – fürs Protokoll!)
Abg. Dr. Jarolim: Eine Unfähigkeitsprämie ...!
Wenn man bedenkt, dass allein das Kunsthistorische Museum heuer fast 3 Millionen € zusätzlich zur Basisabgeltung bekommt, weil Direktor Seipel nicht wirtschaften kann (Abg. Dr. Jarolim: Absolut richtig! Absolut richtig!), dann kann man sich überlegen (Abg. Dr. Jarolim: Eine Unfähigkeitsprämie ...!), dass mit diesen 3 Millionen € natürlich auch alle bei freiem Eintritt hineingehen könnten, und das wäre mir viel lieber. (Abg. Mag. Molterer: Der Platz des Jarolim hat gewechselt, aber nicht die Qualität seiner Rufe! Die ist gleich schlecht!) Das heißt, ein Direktor, der besser wirtschaften kann, würde diese 3 Millionen € nicht notwendig machen, die zusätzlich aus dem Budget zu tragen sind, und wir alle könnten kostenlos in die Museen hinein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: „Frenetischer“ Applaus bei den Grünen – fürs Protokoll!)
Abg. Mag. Molterer: Der Platz des Jarolim hat gewechselt, aber nicht die Qualität seiner Rufe! Die ist gleich schlecht!
Wenn man bedenkt, dass allein das Kunsthistorische Museum heuer fast 3 Millionen € zusätzlich zur Basisabgeltung bekommt, weil Direktor Seipel nicht wirtschaften kann (Abg. Dr. Jarolim: Absolut richtig! Absolut richtig!), dann kann man sich überlegen (Abg. Dr. Jarolim: Eine Unfähigkeitsprämie ...!), dass mit diesen 3 Millionen € natürlich auch alle bei freiem Eintritt hineingehen könnten, und das wäre mir viel lieber. (Abg. Mag. Molterer: Der Platz des Jarolim hat gewechselt, aber nicht die Qualität seiner Rufe! Die ist gleich schlecht!) Das heißt, ein Direktor, der besser wirtschaften kann, würde diese 3 Millionen € nicht notwendig machen, die zusätzlich aus dem Budget zu tragen sind, und wir alle könnten kostenlos in die Museen hinein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: „Frenetischer“ Applaus bei den Grünen – fürs Protokoll!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: „Frenetischer“ Applaus bei den Grünen – fürs Protokoll!
Wenn man bedenkt, dass allein das Kunsthistorische Museum heuer fast 3 Millionen € zusätzlich zur Basisabgeltung bekommt, weil Direktor Seipel nicht wirtschaften kann (Abg. Dr. Jarolim: Absolut richtig! Absolut richtig!), dann kann man sich überlegen (Abg. Dr. Jarolim: Eine Unfähigkeitsprämie ...!), dass mit diesen 3 Millionen € natürlich auch alle bei freiem Eintritt hineingehen könnten, und das wäre mir viel lieber. (Abg. Mag. Molterer: Der Platz des Jarolim hat gewechselt, aber nicht die Qualität seiner Rufe! Die ist gleich schlecht!) Das heißt, ein Direktor, der besser wirtschaften kann, würde diese 3 Millionen € nicht notwendig machen, die zusätzlich aus dem Budget zu tragen sind, und wir alle könnten kostenlos in die Museen hinein. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Neudeck: „Frenetischer“ Applaus bei den Grünen – fürs Protokoll!)
Abg. Dr. Wolfmayr: Das ist an den Haaren herbeigezogen!
Ich bringe jetzt noch ein ganz anderes Beispiel. Wir wissen, dass zuletzt im Irak-Krieg in Bagdad zahllose Kunstschätze aus dem alten Babel geraubt wurden. Nun könnten wir uns doch vorstellen, dass Direktor Seipel, sage ich jetzt einmal, eine Ausstellung „Gold in Babel“ für Leoben erstellt, dort sehen wir plötzlich all diese geraubten Kunstschätze, und niemand kann irgendetwas dagegen tun. (Abg. Dr. Wolfmayr: Das ist an den Haaren herbeigezogen!)
Abg. Murauer: Was Ihnen alles einfällt! ... ein Märchenerzähler!
Nicht genug damit, dass es das Gesetz jetzt ermöglicht, dass diese Kunstwerke nicht mehr beschlagnahmt werden können (Abg. Murauer: Was Ihnen alles einfällt! ... ein Märchenerzähler!), werden diese Exponate zusätzlich durch jede öffentliche Präsentation (Ruf bei der ÖVP: Keine Märchenstunde!) natürlich noch einmal legitimiert und sanktioniert. So ein Gesetz, meine Damen und Herren, ist meiner Meinung nach auch verfassungsrechtlich einigermaßen in Frage zu stellen und bedenklich, weil damit meiner Ansicht nach auch das Grundrecht auf Eigentum attackiert wird. Ich bin schon gespannt darauf, was geschehen wird, wenn das erste Mal ein Fall auftritt, dass jemand genau das einklagt.
Ruf bei der ÖVP: Keine Märchenstunde!
Nicht genug damit, dass es das Gesetz jetzt ermöglicht, dass diese Kunstwerke nicht mehr beschlagnahmt werden können (Abg. Murauer: Was Ihnen alles einfällt! ... ein Märchenerzähler!), werden diese Exponate zusätzlich durch jede öffentliche Präsentation (Ruf bei der ÖVP: Keine Märchenstunde!) natürlich noch einmal legitimiert und sanktioniert. So ein Gesetz, meine Damen und Herren, ist meiner Meinung nach auch verfassungsrechtlich einigermaßen in Frage zu stellen und bedenklich, weil damit meiner Ansicht nach auch das Grundrecht auf Eigentum attackiert wird. Ich bin schon gespannt darauf, was geschehen wird, wenn das erste Mal ein Fall auftritt, dass jemand genau das einklagt.
Beifall bei den Grünen.
Ich sehe jedenfalls nicht ein, warum für Kunstobjekte andere Gesetze, andere Rechte gelten sollen als für jedes Objekt sonst. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.
wir im Parlament über die Kultur sprechen, aber da wir schon im Ausschuss sehr intensiv über diese Tagesordnungspunkte gesprochen haben, kann ich mich hier eigentlich sehr kurz halten, noch dazu in Anbetracht der vorgerückten Zeit. (Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Hofmann.)
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Zu Ihrem Antrag hinsichtlich der kostenlosen Museumsbesuche möchte ich sagen: Wie stellen Sie sich das eigentlich vor? – Beim vorherigen Tagesordnungspunkt haben Sie die schlechte finanzielle Situation und die mangelnden Einnahmen der Museen beklagt, und beim nächsten Tagesordnungspunkt verlangen Sie, dass die Museen auf wesentliche Einkünfte verzichten sollen. Wenn Sie sagen: Na ja, es ist eigentlich nichts dabei, dann erhöhen wir eben die Basisförderung!, dann müssen Sie einmal sagen: Woher kommt das Geld? Wie soll das bedeckt werden? (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.) – Solche Forderungen kann man nur aufstellen, wenn man in Opposition und für nichts verantwortlich ist.
Abg. Dr. Jarolim: ... Seipel zum Beispiel!
Wenn Sie sagen, man könnte Seipel die 3 Millionen € wegnehmen ... (Abg. Dr. Jarolim: ... Seipel zum Beispiel!) Ich sage es Ihnen ja; wenn Sie mir zuhören würden, könnten Sie sich diesen Zwischenruf ersparen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Die 3 Millionen € sind ja nicht bezahlt worden, weil Seipel untüchtig ist, sondern weil zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind, die dem jetzigen Standard entsprechen. (Abg. Dr. Zinggl: Das sind jetzt noch einmal 5 Millionen!) Daher müssen die 3 Millionen € auf alle Fälle zugeführt werden.
Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.
Wenn Sie sagen, man könnte Seipel die 3 Millionen € wegnehmen ... (Abg. Dr. Jarolim: ... Seipel zum Beispiel!) Ich sage es Ihnen ja; wenn Sie mir zuhören würden, könnten Sie sich diesen Zwischenruf ersparen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Die 3 Millionen € sind ja nicht bezahlt worden, weil Seipel untüchtig ist, sondern weil zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind, die dem jetzigen Standard entsprechen. (Abg. Dr. Zinggl: Das sind jetzt noch einmal 5 Millionen!) Daher müssen die 3 Millionen € auf alle Fälle zugeführt werden.
Abg. Dr. Zinggl: Das sind jetzt noch einmal 5 Millionen!
Wenn Sie sagen, man könnte Seipel die 3 Millionen € wegnehmen ... (Abg. Dr. Jarolim: ... Seipel zum Beispiel!) Ich sage es Ihnen ja; wenn Sie mir zuhören würden, könnten Sie sich diesen Zwischenruf ersparen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) – Die 3 Millionen € sind ja nicht bezahlt worden, weil Seipel untüchtig ist, sondern weil zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen notwendig sind, die dem jetzigen Standard entsprechen. (Abg. Dr. Zinggl: Das sind jetzt noch einmal 5 Millionen!) Daher müssen die 3 Millionen € auf alle Fälle zugeführt werden.
Abg. Dr. Jarolim: Soll! Aber das Gegenteil ist der Fall!
Frau Abgeordneten Muttonen, es ist nicht alles paletti; das hat aber auch kein Mensch behauptet. Aber wir machen hier eine Politik, insbesondere was die Museen anlangt, die Schritt für Schritt eine Verbesserung der Situation erreichen soll. (Abg. Dr. Jarolim: Soll! Aber das Gegenteil ist der Fall!) Ihre Vorschläge sind nicht dazu geeignet, diesen Fortschritt wirklich zu gewährleisten.
Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.
Deshalb sind wir gegen den Zinggl-Vorschlag, und den anderen Vorschlag begrüßen wir, weil wir ordentliche Ausstellungen in Österreich haben wollen. (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Reheis: Das ist falsch!
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur Elisabeth Gehrer: Herr Präsident! Hohes Haus! Ich verstehe schon, dass es die Opposition nicht gerne sieht, dass sich die Museen gut entwickelt haben. (Abg. Reheis: Das ist falsch!) Ich darf Ihnen auch Nachhilfe geben, damit Sie wissen, was alles geschehen ist:
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wolfmayr: Ja, so ist es! – Abg. Dr. Jarolim: Wie lange sind Sie Ministerin?
langer Vernachlässigung gut entwickeln! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Wolfmayr: Ja, so ist es! – Abg. Dr. Jarolim: Wie lange sind Sie Ministerin?) Wir haben die Museen gut weiterentwickelt. Jahrzehnte vorher wurden sie vernachlässigt.
Abg. Krainer: Busek?
Wir haben jetzt rund 3,5 Millionen Besucher in den Bundesmuseen, das ist um 1,2 Millionen mehr als 1995, als ich die Museen übernommen habe. (Abg. Krainer: Busek?)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: 1945?
Wer den Kulturbericht, den Kunstbericht liest, der sieht, was sich im Bereich der Forschung, im Bereich des Ausstellungswesens, im Bereich der Museumsdidaktik alles entwickelt hat. Ich möchte noch eines feststellen auf Ihren Zwischenruf hin: Kollege Busek hat bereits mit der Generalrenovierung und -sanierung der Museen begonnen. Jahrzehnte vorher sind sie gröblichst vernachlässigt worden. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Krainer: 1945?)
Abg. Mag. Muttonen: Wen haben Sie da gefragt?
Zur Frage des freien Eintritts möchte ich eine klare Feststellung machen: Wir haben bei unserer großen Museumsbefragung die Menschen gefragt: Was denken Sie, was ein Museumsbesuch wert ist? Und wissen Sie, was uns die Menschen, die wir befragt haben, gesagt haben? Sie meinen, dass ein Museumsbesuch im Durchschnitt zwischen 9 € und 10 € wert ist. (Abg. Mag. Muttonen: Wen haben Sie da gefragt?) Die Menschen haben also ein besseres Gefühl als die Opposition, denn die Bürger und Bürgerinnen wissen, dass ihnen etwas geboten wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Zur Frage des freien Eintritts möchte ich eine klare Feststellung machen: Wir haben bei unserer großen Museumsbefragung die Menschen gefragt: Was denken Sie, was ein Museumsbesuch wert ist? Und wissen Sie, was uns die Menschen, die wir befragt haben, gesagt haben? Sie meinen, dass ein Museumsbesuch im Durchschnitt zwischen 9 € und 10 € wert ist. (Abg. Mag. Muttonen: Wen haben Sie da gefragt?) Die Menschen haben also ein besseres Gefühl als die Opposition, denn die Bürger und Bürgerinnen wissen, dass ihnen etwas geboten wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Der derzeitige Durchschnitt der Eintrittspreise der österreichischen Bundesmuseen beträgt 8 €. Es gibt Ermäßigungen für Familien, für Schüler und Schülerinnen, es gibt Ermäßigungen für Senioren, für Behinderte. Wir werden diese Politik weiter führen, wir werden den Gruppen, die es brauchen, Ermäßigungen geben. Wir werden aber diejenigen, die es sich leisten können, auch dazu bringen, dass sie etwas beitragen, dass für die guten Ausstellungen, für die guten Sonderausstellungen in den Museen auch ein gewisser Betrag hereinkommt. Das finde ich richtig und das finde ich gerecht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Die Abgeordneten Mag. Dr. Fekter und Dr. Wolfmayr: Das tun Sie auch!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Bundesministerin Gehrer, Ihre Aussage, die Opposition würde es nicht gerne sehen, dass sich die Bundesmuseen gut entwickeln – so ähnlich haben Sie das am Anfang Ihrer Ausführungen formuliert –, erinnert mich ein wenig an die zahlreichen Schuldebatten, die wir hier mit Ihnen im Hohen Haus führten, in denen Sie, wenn wir Ihre Politik kritisierten, uns vorgeworfen haben, dass wir die Schulen und die Arbeit der Lehrer und die Arbeit der Schüler schlecht reden. (Die Abgeordneten Mag. Dr. Fekter und Dr. Wolfmayr: Das tun Sie auch!) – Ja, die Reflexe funktionieren. (Abg. Mag. Muttonen: Das war ein Test!)
Abg. Mag. Muttonen: Das war ein Test!
Abgeordnete Mag. Andrea Kuntzl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren! Frau Bundesministerin Gehrer, Ihre Aussage, die Opposition würde es nicht gerne sehen, dass sich die Bundesmuseen gut entwickeln – so ähnlich haben Sie das am Anfang Ihrer Ausführungen formuliert –, erinnert mich ein wenig an die zahlreichen Schuldebatten, die wir hier mit Ihnen im Hohen Haus führten, in denen Sie, wenn wir Ihre Politik kritisierten, uns vorgeworfen haben, dass wir die Schulen und die Arbeit der Lehrer und die Arbeit der Schüler schlecht reden. (Die Abgeordneten Mag. Dr. Fekter und Dr. Wolfmayr: Das tun Sie auch!) – Ja, die Reflexe funktionieren. (Abg. Mag. Muttonen: Das war ein Test!)
Abg. Dr. Jarolim: Der Rücktritt! – Abg. Mag. Dr. Fekter: Da müssten aber viele zurücktreten, wenn Bundesministerin Gehrer zurücktreten soll! – Abg. Dr. Jarolim: Was für ein Zeugnis stellen Sie damit Ihrer Regierung aus?
Die Wahrheit ist: Sowohl im einen als im anderen Fall reden wir nicht die Institutionen schlecht, nicht die Handelnden in den Schulen, sondern wir bedauern sehr, dass sehr wichtige politische Schritte von Ihnen unterlassen werden. (Abg. Dr. Jarolim: Der Rücktritt! – Abg. Mag. Dr. Fekter: Da müssten aber viele zurücktreten, wenn Bundesministerin Gehrer zurücktreten soll! – Abg. Dr. Jarolim: Was für ein Zeugnis stellen Sie damit Ihrer Regierung aus?)
Beifall bei der SPÖ.
Wir haben im Ausschuss einen anderen Antrag eingebracht, weil wir uns denken, es sollten Wege gefunden werden, allerdings sind wir uns nicht so sicher gewesen, ob der von den Grünen vorgeschlagene Weg der einzig richtige ist. Wir denken aber, dass es dringend notwendig ist, entsprechende Modelle zu prüfen, und werden daher dem negativen Ausschussbericht nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Fekter: Das sollte man in Wien einmal machen!
Abgeordneter Detlev Neudeck (Freiheitliche): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Kollege Zinggl hat ja schon im Ausschuss gemeint, dass die Einnahmen bei den Museen rückläufig sind. Auf der anderen Seite ist er aber dafür, dass die Museen gratis besichtigt werden dürfen oder die Eintrittskarten gratis sein sollen. Er hat uns nicht erklären können, wie das dann ausschaut. Das gilt natürlich auch für die Touristen, also nicht nur für die österreichische Bevölkerung, denn das würden wir ja in der Realität nicht durchbringen. Nach der Logik Ihres Arguments, dass wir die Museen ja sowieso schon fördern, dürften wir ja weder bei der Straßenbahn in Wien noch bei den ÖBB und wahrscheinlich auch nicht bei Kanal und Wasser etwas verlangen, denn das wird ja auch gefördert. (Abg. Dr. Fekter: Das sollte man in Wien einmal machen!)
Abg. Dr. Fekter: Aha! Das könnte man ja den Museen übergeben!
In Wien ist es beim Kanal anders. Die heben dort nämlich so viel ein, dass sie fast 100 Millionen € Gewinn haben. Also das ist dort ganz etwas anderes, und etwas gratis zu tun, wird Häupl sicher nicht wollen. (Abg. Dr. Fekter: Aha! Das könnte man ja den Museen übergeben!) Nein, da müsste man den Häupl erst einmal umbauen auf etwas Gescheiteres, als er jetzt ist.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Ich habe es auch im Ausschuss schon gesagt, und ich sage es Ihnen hier noch einmal. Ich habe es Ihnen dort vorgelesen, aus zeitökonomischen Gründen tue ich es hier nicht. Es ist sowieso bei den Museen bereits so, dass ein Großteil der Eintrittskarten begünstigt oder Freikarten sind für Familienermäßigung et cetera. Also ich weiß nicht, wo Sie hinwollen, und ich stehe zu dem Satz: Was nichts kostet, ist nichts wert! – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Neudeck: Man könnte ja den Museumsbesuchern noch etwas zahlen!
Zweiter Bereich: Der freie Eintritt in die Bundesmuseen ist eine Angelegenheit, die für uns unmittelbar mit dem Thema „kulturelle Partizipation“ verknüpft ist. Hier ist schon immer unsere Forderung gewesen, dass allen unabhängig von Einkommen und sozialer Schicht eine möglichst gerechte Teilnahme am kulturellen Leben ermöglicht wird. Freier Eintritt ist gut, aber zu wenig, um Hemmschwellen und Vorbehalte abzubauen. Es müssen auch noch andere Maßnahmen getroffen werden. Dazu haben wir schon mehrere Vorschläge eingebracht. (Abg. Neudeck: Man könnte ja den Museumsbesuchern noch etwas zahlen!)
Beifall bei der SPÖ.
Der Antrag der Grünen ist grundsätzlich positiv, geht uns aber doch ein bisschen zu wenig weit beziehungsweise fehlen, wie das meine VorrednerInnen schon erwähnt haben, für uns wichtige Bereiche. Wir fordern daher insbesondere von Ihnen, Frau Ministerin, zu wiederholtem Male ein Gesamtkonzept zur Verbesserung der kulturellen Partizipation, aber auch die Schaffung von leichteren Zugangsmöglichkeiten zu kultureller Infrastruktur, um auch das eigene Kreativitätspotential entfalten zu können. Dies muss in allen Bereichen der Ausbildung vom Kindergarten bis zur Universität möglich sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Jarolim: Wir reden von Seipel!
Abgeordnete Carina Felzmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt in Österreich 1 800 Museen, und wir sprechen jetzt von 13 Bundesmuseen. (Abg. Dr. Jarolim: Wir reden von Seipel!) 1998 wurden die Museen in die Vollrechtsfähigkeit entlassen, und damit wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, ihr eigenes Profil nachzuschärfen. Es wurde ihnen zugesagt, dass sie eine Basisabgeltung bekommen, aber es wurde ihnen auch gesagt, dass sie für ihre zusätzlichen Erlöse selbst zu sorgen haben.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Wir sind also gegen diesen Vorschlag. – Ich bin überzeugt davon, dass der Weg, den die Museen eingeschlagen haben, ein Erfolgsweg ist: ein erweitertes Angebot, viele Ermäßigungen auf der einen Seite, ein funktionierendes System auf der anderen Seite. In Wien könnten Sie anregen, vielleicht ein Museumsticket einzuführen. Wien tut es nicht, aber wie auch immer: Wir haben eine gute, eine ausgezeichnete Museumspolitik. Es wäre schön, wenn Sie in einer anderen Form daran teilhaben würden. – Danke. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Mag. Molterer: Der Tagesordnung habt ihr doch zugestimmt!
Abgeordneter Gerhard Reheis (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Teures Mitglied der Bundesregierung! Kollegin Wolfmayr hat gesagt, Kunst sei dieser Bundesregierung etwas wert. – An der Tageszeit, besser gesagt: der späten Nachtzeit, in der diese Kulturdebatte jetzt stattfindet, erkennt man den Stellenwert, den diese Bundesregierung der Kultur beimisst. (Abg. Mag. Molterer: Der Tagesordnung habt ihr doch zugestimmt!)
Abg. Mag. Molterer: Ich werde das an Cap weiterleiten!
Ich denke, dass die Bundesregierung nicht nur eine Debatte des Kulturberichtes hier im Plenum verhindert hat, sondern sie versetzt mit dieser mitternächtlichen Kulturdebatte Kulturthemen in eine wenig repräsentative Zeit. Ich denke, dass das hier quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Eine Diskussion zu einer repräsentativeren Zeit, vielleicht einmal während der TV-Übertragung hier im Plenum, könnte hier stattfinden. (Abg. Mag. Molterer: Ich werde das an Cap weiterleiten!)
Abg. Neudeck: Ich hätte sie gerne bei mir!
Frau Innenministerin Prokop hat gesagt: Die „Sally“ ist wieder zu Hause! – und hat damit die „Saliera“ gemeint. Das ist sehr erfreulich. Wenn man es allerdings genau nimmt, ist das Zuhause der „Saliera“ eigentlich Innsbruck, wenn man in Betracht zieht, dass – und da zitiere ich jetzt Landeshauptmann Herwig van Staa – das wertvolle Salzfass, wie bekannt ist, als Geschenk König Karls an Erzherzog Ferdinand II von Tirol gelangte. Der Landeshauptmann Herwig van Staa sagte auch, dass er die „Saliera“ gerne in Tirol hätte. (Abg. Neudeck: Ich hätte sie gerne bei mir!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Vielleicht wäre die Frau Minister dort auch sicher!
Wir, Kollegin Wurm, Niederwieser und ich, haben das unterstützt und möchten gerne, dass eine Ausstellungsteilung bei der „Saliera“ zwischen Innsbruck, im Schloss Ambras, und dem Kunsthistorischen Museum ermöglicht wird. Ich würde gerne wissen, was Sie zu diesem Anliegen von Herrn Landeshauptmann Herwig van Staa sagen und was Sie von unserem Entschließungsantrag halten und ob Sie das unterstützen können, weil ja das tatsächliche Zuhause der „Saliera“ eigentlich das Schloss Ambras in Tirol ist. Und dort wäre die „Saliera“ mit Sicherheit sicher. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Vielleicht wäre die Frau Minister dort auch sicher!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Ich halte es für wichtig, dass bereits im Elternhaus oder in der Schule das Interesse für Museumsbesuche geweckt wird. Einen wertvollen Beitrag leisten da die Museen, indem sie umfangreiche Programme für Kinder und Jugendliche anbieten. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Ruf bei der ÖVP: Der Cap hat das so gewollt!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Herr Präsident! Frau Ministerin! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Auf Grund der späten Stunde ein paar Gedanken auch dazu: Ich finde es schade, dass die Kultur wieder einmal so spät behandelt wird. Das finde ich wirklich schade. (Ruf bei der ÖVP: Der Cap hat das so gewollt!)
Abg. Neudeck: Wir sind sehr interessiert!
Regierungskolleginnen kein Interesse gibt, über Kultur zu reden, was ich sehr schade fände. (Abg. Neudeck: Wir sind sehr interessiert!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, die Frau Ministerin versucht eher, das Gegenteil zu erreichen!
Genau in diese Richtung würde unser Antrag über die Förderung und Stärkung der kulturellen Bildung abzielen, und ich hoffe doch sehr, dass wir diesen Antrag noch beschließen können, weil wir ja alle von der kulturellen Partizipation sprechen, auch die Kolleginnen und Kollegen von den Regierungsparteien – und wenn nicht mehr in dieser Legislaturperiode, dann sicher nach den Wahlen im Herbst, denn dann werden wir die Bildungs- und Kulturministerin stellen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Jarolim: Ich glaube, die Frau Ministerin versucht eher, das Gegenteil zu erreichen!)
Beifall bei der ÖVP.
Durch diese Änderung des Bundesgesetzes wird nunmehr diesem Umstand Rechnung getragen und eine Gleichstellung aller österreichischen Institutionen bewirkt, die Ausstellungen durchführen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ.
Offensichtlich erachtet man diese Fächer als Orchideenfächer, die wirtschaftlich nicht verwertbar und daher wertlos sind, wobei man dazu sagen muss, dass das derzeitige Schulsystem mit Frontalunterricht im 50-Minuten-Takt dem Anspruch einer kulturellen Bildung ohnehin nur sehr schwer gerecht werden kann. Ein Ganztagsschulsystem mit abwechselnden Unterrichtseinheiten in Theoriefächern, Sport und natürlich auch Kreativeinheiten wäre sicherlich besser geeignet. Aber wir wissen, dass die Herrschaften auf der rechten Seite dieses Saales das anders sehen, aber das wird wohl nicht mehr lange von Relevanz sein. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Ich glaube, wir können stolz auf die Museumslandschaft in dieser Republik sein. Die Bundesmuseen, die Länder, aber auch die Kommunen machen viel. In diesem Zusammenhang darf ich jetzt auch alle in meine Heimatgemeinde einladen: Am kommenden Wochenende ist eine Sonderausstellung mit dem Thema Schwarzwild – das Wildschwein. Sie sind allerherzlichst eingeladen, und wir können stolz darauf sein. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Bundesministerin Gehrer: Klimt-Bilder, nicht Schiele!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich ganz kurz fassen und auf etwas zurückkommen, was natürlich im Kulturausschuss schon eine Rolle gespielt hat, und zwar die Vorgangsweise beim Behalten oder beziehungsweise dann Nicht-Behalten der Schiele-Bilder. Ich habe es sehr bedauert, dass man die goldene Adele nicht behalten konnte. (Bundesministerin Gehrer: Klimt-Bilder, nicht Schiele!) – Der Klimt-Bilder, ja. Ich habe sehr bedauert, dass man einen solchen Publikumsmagneten, den sie ja im Belvedere dargestellt hat, so weggehen hat lassen, wo es doch wirklich Möglichkeiten gegeben hätte, da Akzente zu setzen. (Abg. Neudeck: Wenn die BAWAG das Geld nicht in die Karibik gesteckt hätte, hätten wir sie kaufen können!)
Abg. Neudeck: Wenn die BAWAG das Geld nicht in die Karibik gesteckt hätte, hätten wir sie kaufen können!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich ganz kurz fassen und auf etwas zurückkommen, was natürlich im Kulturausschuss schon eine Rolle gespielt hat, und zwar die Vorgangsweise beim Behalten oder beziehungsweise dann Nicht-Behalten der Schiele-Bilder. Ich habe es sehr bedauert, dass man die goldene Adele nicht behalten konnte. (Bundesministerin Gehrer: Klimt-Bilder, nicht Schiele!) – Der Klimt-Bilder, ja. Ich habe sehr bedauert, dass man einen solchen Publikumsmagneten, den sie ja im Belvedere dargestellt hat, so weggehen hat lassen, wo es doch wirklich Möglichkeiten gegeben hätte, da Akzente zu setzen. (Abg. Neudeck: Wenn die BAWAG das Geld nicht in die Karibik gesteckt hätte, hätten wir sie kaufen können!)
Abg. Neudeck: Vielleicht kauft sie sich der Flöttl junior!
Weiters möchte ich darauf hinweisen, dass mittels Sponsoring auch ... (Abg. Neudeck: Vielleicht kauft sie sich der Flöttl junior!) – Jetzt seien Sie bitte einmal still, ich möchte ausreden! In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf den erweiterten Antrag der Grünen und der SPÖ hinweisen, beim Kunstrückgabegesetz den Rechtsanspruch der Erben auf Entschädigung und den Anspruch auf aktive Nachforschungen zu verstärken, beziehungsweise dass auch für die Restitutionsdatenbank, von der auch im Kunstbericht, der leider wieder einmal enderledigt wurde, schon gesprochen wurde, ein Termin genannt wird und dass diese Datenbank möglichst bald umgesetzt wird.
Beifall bei der SPÖ.
Es ist wichtig, dass bildungsferne Schichten daran teilnehmen und teilhaben können und dass sie wirklich einen Gusto auf Kultur bekommen. Dafür, uns wirklich neue Konzepte zu überlegen und zu schauen, wie man den Zustrom zu den Museen und den kulturellen Einrichtungen verstärken könnte, sollten uns die Zeit nicht zu kurz und die Anstrengungen nicht zu hoch sein. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn man den Antrag des Herrn Zinggl anschaut und seine Rechnung betrachtet, dann könnte man ja auch sagen, jeder Steuerzahler müsse nun 200 € bezahlen, damit Touristen gratis in österreichische Museen gehen können, und das kann es auch nicht sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Sie können, wenn Sie wollen, auch Schloss Hof besichtigen – auch großartig, mit viel Bundesgeld gemacht. Sie können ins Nonseum nach Herrnbaumgarten gehen, da können Sie viel für die Oppositionsarbeit lernen. Sie können mit der Seilbahn oder mit dem Schiff fahren, ja Sie können sogar ins Bad gehen und trainieren, wie das so ist, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht. – Gute Nacht! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP.
Wenn zum Beispiel André Heller – ja nicht gerade ein bürgerlicher Künstler – sagt, die SPÖ hat auf Kultur keine Rücksicht mehr genommen, oder Robert Schindler als Schriftsteller sagt, es gab offenbar kein Interesse und es ist nicht so gut, wenn man damit erst im Wahljahr beginnt, dann zeigt das eigentlich, welche Kulturpolitik die SPÖ momentan verfolgt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.
Die Museen genießen Weltruf, und wir können sehr stolz auf diese Kulturpolitik sein. Ich glaube, es ist nicht gut, wenn diese Kulturpolitik letztendlich immer wieder kritisiert wird und nicht zur Kenntnis genommen wird, dass sie von der Bevölkerung – überhaupt von den Touristen aus der ganzen Welt! – hervorragend angenommen wird. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.
Die Entwicklung der österreichischen Museenlandschaft ist in den letzten Jahren großartig, vorbildhaft – das Ausland beneidet uns darum. Unterstützen wir also die Museumsleiter auf ihrem Erfolgskurs und geben wir ihnen auch die entsprechenden finanziellen Mittel dazu! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)