Für die:den Abgeordnete:n haben wir 3081 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du die offizielle Personenseite (Link).
Gesetzgebungsperiode 22
Sitzung Nr. 24
Abg. Rädler: Auch in der Praxis!
Abgeordneter Ing. Erwin Kaipel (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich kurz etwas zur tatsächlichen Berichtigung des Kollegen Großruck sagen: Es ist wohl richtig, dass wir zur Kinderbetreuung ideologisch ein wenig unterschiedliche Ansichten haben. (Abg. Rädler: Auch in der Praxis!) Sie möchten den Frauen gerne ein bisschen Geld geben, und dann sollen sie zu Hause auf die Kinder aufpassen.
Sitzung Nr. 35
Abg. Rädler: Das ist doch nicht sexistisch!
Damit Sie es einmal hören, zitiere ich die diesbezügliche öffentliche Äußerung des Kollegen Wattaul bei einer Rede der Kollegin Weinzinger: „Ich möchte wissen, was die Weinzinger für einen Frust hat, dass sie sich immer so aufführt!“ (Abg. Rädler: Das ist doch nicht sexistisch!) – Das ist Sexismus! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Sagen Sie doch endlich etwas zum Thema!) – Ja, ich werde auch etwas zum Thema sagen! (Abg. Mag. Mainoni: Sie haben aber wirklich ein Problem! Sie sind wirklich arm!) – Ich hoffe, das steht im Protokoll! Kollege Mainoni sagt, dass ich wirklich ein Problem habe. (Abg. Neudeck: Mehrere!) – Kollege Neudeck sagt, dass ich mehrere Probleme habe. Das mag auch sein! (Abg. Neudeck: Wissen Sie nichts zur Debatte?) – Ich weiß schon etwas zur Debatte. Aber es muss einmal thematisiert werden, wie Sie mit den Abgeordneten der Oppositionsparteien und speziell mit den Frauen umgehen! (Zwischenruf des Abg. Mag. Mainoni.) Sie können das, wie ich hoffe, auch im Protokoll nachlesen. Ich möchte jetzt, dass das einmal öffentlich abgehandelt wird! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf der Abg. Dr. Partik-Pablé. – Zwischenruf des Abg. Scheibner. – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen.)
Abg. Rädler: Zum sozialistischen System!
Jetzt komme ich zum System, weil Kollege Bucher vorhin gemeint hat, dass man das nicht rechnen kann. (Abg. Rädler: Zum sozialistischen System!) Die Anträge hier erfordern, dass man die Klammerrechnung beherrscht, Multiplikation, Addition und Division. Das ist Volksschulstoff der vierten Klasse – wunderbar, das wird Kollege Bucher auch schaffen, und ich denke, auch alle anderen. (Abg. Neudeck: Herr Oberlehrer, wir haben keine Zeit ...!) – Wir haben genug Zeit, kein Problem!
Sitzung Nr. 37
Abg. Rädler: Das ist lächerlich!
Das hat auch Auswirkungen auf die Beamten in diesem Bereich: mehr Druck, mehr Stress! Das hat Auswirkungen auf die Beamten bei ihrer täglichen Arbeit. Wissen Sie, was die Botschaft dieser Politik dieser Regierung und des Innenministers ist? – Wenn die Diebsbanden im Ausland beieinander sitzen und Pläne machen, wo sie ihre nächste Eurotour starten, dann wird Österreich an vorderster Stelle liegen. Angesichts der Aufklärungsquote, angesichts dessen, was hier an Stellen reduziert wurde, was hier im Sicherheitsapparat eingespart wurde, ist das eigentlich ein idealer Platz, um unsere Diebstouren zu veranstalten, werden sie sagen. (Abg. Rädler: Das ist lächerlich!)
Sitzung Nr. 38
Abg. Rädler: Er wird es ja selber wissen, der Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich möchte nur sagen, wie das zu handhaben ist: Jeder im Saal hat das Recht, einen Ordnungsruf zu verlangen. In diesem Fall wäre er zu erteilen, wenn ein Abgeordneter einem anderen Abgeordneten schweren Betrug vorwirft. Ich habe es so nicht gehört, aber ich werde es überprüfen. Wenn ich im Laufe des Tages keinen Ordnungsruf erteile, dann ist es auch nicht so gesagt worden. (Abg. Rädler: Er wird es ja selber wissen, der Kollege! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Aber etwas Neues bitte!
Präsident Dr. Andreas Khol: Ich erteile Frau Abgeordneter Dr. Lichtenberger als Antragstellerin zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 GOG darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Aber etwas Neues bitte!)
Abg. Rädler: Verbessern!
Ein anderer wesentlicher Punkt in diesem Zusammenhang ist: Wie schaut es mit der Alternative auf der Schiene zu diesem LKW-Verkehr aus? – Das ist es ja, was die Verkehrspolitik erst richtig glaubwürdig macht. Wenn der Herr Staatssekretär schon anwesend ist, muss man auch sagen, Österreich hat in den vergangenen Jahren, was den Güterverkehr betrifft, Außerordentliches auf der Schiene geleistet. Pro Tonne und Einwohner gibt es keine andere Bahn in Europa, die mehr Güter befördert als die Österreichischen Bundesbahnen. Und überall in Europa, inklusive der Schweiz, wird die Güterbeförderung der Österreichischen Bundesbahnen als Vorbild genommen. In einer solchen Situation – nach dem Loblied, das Kollege Regler gerade auf die Österreichischen Bundesbahnen gesungen hat – stelle ich mir wirklich die Frage – nach all dem, was er hier erzählt hat –: Was ist der Grund dafür, diese erfolgreichen Österreichischen Bundesbahnen, die im Gütertransport Außerordentliches geleistet hat, jetzt zerschlagen zu wollen? Was ist der Grund? (Abg. Rädler: Verbessern!)
Sitzung Nr. 40
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Alternative!
Ich sage Ihnen, diese Reform ist nachhaltig danebengegangen, und sie wird jetzt zu Lasten der SchülerInnen ausgetragen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Alternative!)
Sitzung Nr. 41
Abg. Rädler: Lesen!
Im gesamten Gesetz findet man überhaupt keinen Ansatz dazu, was eine positive Bahnzielsetzung wäre. Überhaupt nichts steht darin darüber, was sich im Service für die Passagiere verbessern soll. Nichts steht darin davon, welche Ausbaupläne Sie angehen wollen. Auch steht darin nichts davon, wie die Finanzierung des Eisenbahnsystems für die Zukunft gesichert werden soll. (Abg. Rädler: Lesen!) Die Wahrheit ist (Abg. Rädler: Lesen, dann sprechen!), dass mit diesem Gesetz die Finanzierungsgrundlage für die Österreichischen Bundesbahnen untergraben wird und dass im Jahr 2010 zwar 10 Milliarden € an neuen Schulden bei der Bundesbahn vorhanden sein werden (Abg. Scheibner: Neue Schulden? Das sind aber alte!), dass aber das Streckennetz um nichts besser sein wird als in der Vergangenheit.
Abg. Rädler: Lesen, dann sprechen!
Im gesamten Gesetz findet man überhaupt keinen Ansatz dazu, was eine positive Bahnzielsetzung wäre. Überhaupt nichts steht darin darüber, was sich im Service für die Passagiere verbessern soll. Nichts steht darin davon, welche Ausbaupläne Sie angehen wollen. Auch steht darin nichts davon, wie die Finanzierung des Eisenbahnsystems für die Zukunft gesichert werden soll. (Abg. Rädler: Lesen!) Die Wahrheit ist (Abg. Rädler: Lesen, dann sprechen!), dass mit diesem Gesetz die Finanzierungsgrundlage für die Österreichischen Bundesbahnen untergraben wird und dass im Jahr 2010 zwar 10 Milliarden € an neuen Schulden bei der Bundesbahn vorhanden sein werden (Abg. Scheibner: Neue Schulden? Das sind aber alte!), dass aber das Streckennetz um nichts besser sein wird als in der Vergangenheit.
Abg. Rädler: Das gibt es!
Man hat dem Rechnungshof offensichtlich am Freitag ein Konvolut an Papier übergeben und angekündigt, dass dieses Papier auch den Abgeordneten zur Verfügung stehen werde. (Abg. Rädler: Das gibt es!) Bei mir ist es nicht eingetroffen. (Abg. Rädler: Das haben Sie ...!) – Nein, Herr Kollege, Sie irren sich! Wir haben im Ausschuss dieses Konvolut nicht bekommen! Das ist nicht eingetroffen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Und wenn Sie das Gegenteil behaupten, dann wollen Sie entweder hier eine Märchenstunde abhalten, oder Sie wollen die Bevölkerung bewusst irreführen, die heute vor den Fernsehschirmen sitzt! So transparent war das nämlich nicht, wie Sie das jetzt behaupten wollen, was die Diskussionen im Ausschuss angeht.
Abg. Rädler: Das haben Sie ...!
Man hat dem Rechnungshof offensichtlich am Freitag ein Konvolut an Papier übergeben und angekündigt, dass dieses Papier auch den Abgeordneten zur Verfügung stehen werde. (Abg. Rädler: Das gibt es!) Bei mir ist es nicht eingetroffen. (Abg. Rädler: Das haben Sie ...!) – Nein, Herr Kollege, Sie irren sich! Wir haben im Ausschuss dieses Konvolut nicht bekommen! Das ist nicht eingetroffen. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ.) Und wenn Sie das Gegenteil behaupten, dann wollen Sie entweder hier eine Märchenstunde abhalten, oder Sie wollen die Bevölkerung bewusst irreführen, die heute vor den Fernsehschirmen sitzt! So transparent war das nämlich nicht, wie Sie das jetzt behaupten wollen, was die Diskussionen im Ausschuss angeht.
Sitzung Nr. 45
Abg. Rädler: Wer hat die Inserate bezahlt?
Ich bin weder mittelbar noch unmittelbar wirtschaftlich an der Firma „Joy & Fun“ beteiligt; es war ein Treuhandauftrag einer Kollegin. (Abg. Rädler: Wer hat die Inserate bezahlt?)
Sitzung Nr. 50
Abg. Rädler: In der Schublade!
Zur Frage der Konzepte ist klar festzuhalten: Seit einem Jahr liegt das Konzept der Sozialdemokratie zum Thema Pensionssicherung und Pensionsvereinheitlichung auf dem Tisch. (Abg. Rädler: In der Schublade!) – Nein, es wurde hier im Hohen Haus präsentiert und beantragt, und liegt nicht in der Schublade, Herr Kollege. Wenn Sie des Lesens mächtig sind, können Sie das seit Monaten nachlesen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 51
Abg. Rädler: „Ja keine Veränderung!“
Und dieser geschwächten Staatsanwaltschaft und dieser geschwächten Verteidigung steht zukünftig dann die durch Strasser reformierte Polizei gegenüber, wobei wir derzeit noch nicht einmal den Rechtsrahmen kennen. (Abg. Rädler: „Ja keine Veränderung!“)
Abg. Rädler: Schlechtes Timing von euch!
Ich kommentiere das nicht, dass die Justiz die Ermittlungen gegen den Finanzminister einstellt. Aber der Umstand, dass die Einstellung just zu jenem Zeitpunkt stattfindet, da sich hier im Hohen Haus eine Dringliche mit diesem Thema auseinander setzt (Abg. Rädler: Schlechtes Timing von euch!), überlässt es jedem hier im Haus und außerhalb des Hauses, sich eine Meinung darüber zu bilden, was davon zu halten ist, wenn sich hier der Minister zu seiner Rede erhebt, während 5 Minuten davor über die APA mitgeteilt wird, dass Verfahren werde eingestellt, und der Leiter der Justiz, der Leiter der Staatsanwaltschaft ist Justizminister Böhmdorfer! (Abg. Rädler: Schlecht informiert gewesen!)
Abg. Rädler: Schlecht informiert gewesen!
Ich kommentiere das nicht, dass die Justiz die Ermittlungen gegen den Finanzminister einstellt. Aber der Umstand, dass die Einstellung just zu jenem Zeitpunkt stattfindet, da sich hier im Hohen Haus eine Dringliche mit diesem Thema auseinander setzt (Abg. Rädler: Schlechtes Timing von euch!), überlässt es jedem hier im Haus und außerhalb des Hauses, sich eine Meinung darüber zu bilden, was davon zu halten ist, wenn sich hier der Minister zu seiner Rede erhebt, während 5 Minuten davor über die APA mitgeteilt wird, dass Verfahren werde eingestellt, und der Leiter der Justiz, der Leiter der Staatsanwaltschaft ist Justizminister Böhmdorfer! (Abg. Rädler: Schlecht informiert gewesen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Schlecht informiert wart ihr!
Meine Damen und Herren von den Regierungsparteien! Finden Sie, dass das okay ist? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Schlecht informiert wart ihr!)
Abg. Rädler: Oje! Sind Sie der Verteidiger des Herrn Schlingensief?
Jetzt komme ich auf einen Vorfall zu sprechen, Herr Bundesminister, und zwar auf die Causa Schlingensief/Windholz. (Abg. Rädler: Oje! Sind Sie der Verteidiger des Herrn Schlingensief?) – Wissen Sie schon, was ich sagen werde? (Abg. Rädler: Ja, ich kann mir’s denken!) Das ist aber interessant. Na gut, Sie können das dann gerne mit mir ausdiskutieren, auch in Form eines Redebeitrages, das bleibt Ihnen unbenommen.
Abg. Rädler: Ja, ich kann mir’s denken!
Jetzt komme ich auf einen Vorfall zu sprechen, Herr Bundesminister, und zwar auf die Causa Schlingensief/Windholz. (Abg. Rädler: Oje! Sind Sie der Verteidiger des Herrn Schlingensief?) – Wissen Sie schon, was ich sagen werde? (Abg. Rädler: Ja, ich kann mir’s denken!) Das ist aber interessant. Na gut, Sie können das dann gerne mit mir ausdiskutieren, auch in Form eines Redebeitrages, das bleibt Ihnen unbenommen.
Sitzung Nr. 54
Abg. Rädler: Ja – nein – ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Daher unser Nein zu diesem Beschaffungsvorgang! Dieses unser Nein zu diesem Eurofighter-Kauf bedeutet jedoch kein Nein zum österreichischen Bundesheer, meine Damen und Herren (Rufe bei der ÖVP: Ja – nein – ja!), denn diese Beschaffung bringt das österreichische Bundesheer in große Schwierigkeiten. Es wird kein Geld mehr für andere notwendige Beschaffungen zur Verfügung stehen; darauf werde ich aber noch zu sprechen kommen. (Abg. Rädler: Ja – nein – ja! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 55
Abg. Rädler: Der hat keinen Grund ...!
Jetzt haben wir noch ein System, in dem genau das Gegenteil der Fall ist; es gibt keine Knappheit, sondern – im Gegenteil – es gibt Überfluss. Da möchte ich den deutschen Umweltminister zitieren, der heute im „Standard“ meinte, ein kleines Land, das sich als Transitland bezeichnet, glaubt offensichtlich, dass durch diesen Allokationsplan, der heute ausgeteilt und veröffentlicht worden ist, die gesamte Reduktion, die im Klimaschutz notwendig ist, im Bereich Verkehr stattfindet und de facto der gesamte Verkehr zum Erliegen kommt. – Das sind die Rückschlüsse des deutschen Umweltministeriums auf Basis unserer Daten, auf Basis dessen, was jetzt der Umweltminister vorgelegt hat. (Abg. Rädler: Der hat keinen Grund ...!)
Sitzung Nr. 56
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Kollege Molterer, hätten Sie sich das angeschaut: Maßnahmen der Bundesregierung, die die Krankenversicherung belasten. Wie war denn das beim Budgetbegleitgesetz, wo die Verringerung der Zahlungen der Pensionsversicherung an die Krankenversicherung erfolgt ist? Wie ist denn das bei der Veränderung in der Arbeitslosenversicherung, wo die Krankenversicherung weniger Geld bekommt? Wie ist denn das mit den zusätzlichen Mitteln an die landesfondsfinanzierten Krankenanstalten, die wieder die Krankenversicherung zu finanzieren hat? Wie ist denn das mit der Verlängerung der Zahlungsfrist der Sozialversicherungsbeiträge um drei Tage und dem Zinsverlust der Krankenkassen, den diese in Kauf nehmen müssen? Wie schaut es denn aus mit der Neuregelung der Privatkrankenanstalten und den Geldern, die aus der Krankenversicherung dorthin fließen? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 58
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt stoßen wir aber auf ein merkwürdiges Phänomen. Ich glaube gerne – und ich hoffe natürlich –, dass die Zustimmung bei den zehn neuen Mitgliedern sehr hoch war. Die Referenden haben phantastische Ergebnisse gebracht, die Bevölkerung hat sich hoffentlich am 1. Mai entsprechend gefreut. Bei den EU-15 merken wir jedoch eine gewisse Lethargie: So, jetzt haben wir zehn Neue im Klub! Und? Sind die Probleme jetzt dadurch kleiner geworden? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 59
Abg. Rädler: 40 Jahre Sozialismus!
Damit sind wir bei der Gruppenbesteuerung. – Präsident Prinzhorn meldet sich schon zu Wort, das ist schön. Sie sind ein Unternehmer, Herr Präsident – ich wollte Sie gerade loben –, und investieren 150 Millionen € in ein Werk in Brandenburg. In der Ex-DDR ist, obwohl von Helmut Kohl damals blühende Wiesen versprochen worden sind, die Situation für Arbeitnehmer immer noch trist. (Abg. Rädler: 40 Jahre Sozialismus!) Lobenswert, dass Kollege Prinzhorn dort investiert, aber wenn er einen Anlaufverlust hinnehmen muss, dann zahlt die Steuersubvention nicht der deutsche Steuerzahler, nicht der deutsche Finanzminister, nein, sondern die Österreicherinnen und Österreicher sollen mit ihrem Steuergeld die Verlustbetriebe im Ausland subventionieren. – Das sind Maßnahmen dieser Regierung! (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Nürnberger: Unerhört!)
Abg. Rädler: Geld austeilen!
Und dann höre ich die Kritik aus der Wirtschaft, Sie hätten überhaupt einen ganzen Konjunkturzyklus verschlafen. – Darunter kann sich der Zuschauer, die Zuschauerin wirklich etwas vorstellen. (Abg. Neudeck: Seit wann redet die Wirtschaft mit Ihnen?) Die Menschen sind daran interessiert – deswegen wollen sie nämlich eine Regierung haben –, wenn es konjunkturelle, wirtschaftliche Probleme gibt, wenn man Angst um den Arbeitsplatz hat, wenn in der Geldtasche weniger Euro sind, wenn die Pensionen in Frage gestellt werden mit Ihrer Pensionskürzungspolitik, die Sie betreiben, dass sich eine Regierung vor die Öffentlichkeit hinstellt und Programme präsentiert (Abg. Rädler: Geld austeilen!), mit denen die Wirtschaft in Schwung kommt, Arbeitsplätze geschaffen werden, die dafür sorgen, dass die Arbeitslosenrate nicht steigt, sondern sinkt, dass die Jugend eine Perspektive hat, dass man eine Lebensplanung machen kann, die Pensionen gesichert sind, die Pensionen nicht mutwillig gekürzt werden. Dafür brauchen sie eine Regierung! Für das, was diese Regierung macht, brauchen sie diese Regierung nicht!
Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich sage Ihnen, es wird Zeit, dass es endlich einen politischen Denkzettel für diese Regierung, für diese Wirtschaftspolitik gibt. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) – Ja, lachen Sie nur! Lachen Sie nur! (Abg. Neudeck: Ihre Rede ist heute eher zum Weinen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie in der vorletzten Reihe da hinten sollten sich eigentlich mit mir solidarisieren (neuerliche ironische Heiterkeit bei der ÖVP), denn wenn diese Wirtschaftspolitik und diese Regierungspolitik nicht geändert wird, dann wird es Sie hier herinnen nicht mehr geben! Das ist das Problem. (Beifall bei der SPÖ. – Lebhafte Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Wenn er doch nur ORF-Journalist geblieben wäre!
Es zahlen also auch die Menschen, denen Sie keine Lohnsteuer wegnehmen, durch Ihre Politik immer mehr Steuern. Und das finde ich „super“: Auf der Bühne einigen ein bisschen etwas unter Applaus zurückgeben und hinter der Bühne allen Menschen etwas wegnehmen, besonders denen, die sich nicht wehren können. (Abg. Rädler: Wenn er doch nur ORF-Journalist geblieben wäre!)
Abg. Rädler: Das ist reiner Sozialismus!
Frau Felzmann, wir beide wissen sehr wohl, wovon ich rede, wenn ich Ihnen jetzt noch einmal in Erinnerung rufe, dass Sie heuer für die Besitzer, die Eigentümer von Personengesellschaften schon ein Steuerprivileg der Sonderklasse geschaffen haben: Halbsteuersatz für die ersten 100 000 € nicht entnommenen Gewinn. Das heißt: Jemand wie Sie oder ich, dem es beruflich so gut geht, dass er das Geld, das er in der Firma verdient, gar nicht braucht, um die Firma zu erhalten oder davon zu leben, der lässt es am Firmenkonto und zahlt nicht 50 Prozent Einkommensteuer wie jeder Arbeiter, Angestellte, Beamte oder Bauer, sondern nur 25 Prozent. Und damit dieses Privileg gleich ein ordentliches Privileg ist, können wir dann im nächsten Jahr diese Firma stilllegen, können die Steuerersparnis lukrieren und gründen die nächste. (Abg. Rädler: Das ist reiner Sozialismus!) Ein Steuerprivileg der Sonderklasse für 120 000 Unternehmer! Kosten: 300 Millionen € im Jahr. – Dafür haben Sie das Geld. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: ... Sparsamkeit bei der Rede!
Dafür müssen Sie aber jetzt geradestehen, das sage ich Ihnen! Da werden wir nicht lockerlassen, gerade angesichts des heutigen Tages, an dem es nach Ihrer Diktion darum gegangen ist, sparsam zu sein (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen), an dem Sie aber im selben Atemzug bereit sind (Abg. Rädler: ... Sparsamkeit bei der Rede!), hier Milliarden zum Fenster hinauszuwerfen – Milliarden an Geldern der österreichischen Steuerzahler! (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 61
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Mag. Molterer: „Hans-Peter Martin“ kann ich nur sagen! – Abg. Dr. Stummvoll: Martin – Spitzenkandidat der SPÖ!
Da haben Sie einfach jämmerlich versagt, und das muss man hier einfach einmal in aller Deutlichkeit in diesem Zusammenhang sagen. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Mag. Molterer: „Hans-Peter Martin“ kann ich nur sagen! – Abg. Dr. Stummvoll: Martin – Spitzenkandidat der SPÖ!)
Abg. Rädler: Von welchem Lokal?
Oder: Eine Person A, die ein Lokal betreten will und daran gehindert wird. – Harry Belafonte ist es nicht, denn ab 1. Juli darf dieser nicht mehr daran gehindert werden oder könnte klagen. Wenn es jemand ist, der einen Sikh-Turban trägt, darf er wegen des Sikh-Turbans zwar durchaus draußen gehalten werden; wenn es ein Mensch indischer Abstammung ist, kann er wegen der ethnischen Zugehörigkeit aber nicht draußen gehalten werden. Wie das der Türsteher und der betroffene Mensch dann lösen, lasse ich offen. Wenn es eine Frau ist, kann sie sowieso draußen gelassen werden (Abg. Rädler: Von welchem Lokal?) – das ist ja kein Problem, denn die Diskriminierung von Frauen wird nur auf dem Arbeitsmarkt geregelt; im Übrigen vielleicht auch umgekehrt.
Sitzung Nr. 62
Rufe bei der ÖVP: Rädler! Rädler!
Abgeordneter Mag. Wilhelm Molterer (ÖVP) (zur Geschäftsbehandlung): Es mag zwar der Abgeordnete Roderich Regler auf eine Entschuldigung verzichten (Rufe bei der ÖVP: Rädler! Rädler!), ich verzichte aber nicht auf den Wunsch eines Ordnungsrufes an den Herrn Abgeordneten Keck für die Aussage, dem Herrn Abgeordneten möge das Halsband umgelegt werden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Gott sei Dank!
Auch da: reaktionäre, erzkonservative Politik! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Gott sei Dank!)
Sitzung Nr. 64
Abg. Rädler: Wer hat sie begonnen?
Es ist schon eine Chuzpe, Herr Spindelegger; das hätte ich von Ihnen nicht erwartet. (Abg. Scheibner: Er hat bei Ihnen keine Prüfung gemacht, Herr Professor!) Sie schreiben Seiten über Seiten über die Sanktionszeit damals im Jahre 2000. Ich weiß nicht, wie viele Seiten dieser Antrag hat, sechs oder sieben Seiten. Das muss man einmal zusammenbringen, dabei nicht ein Wort darüber zu verlieren, wie diese Sanktionszeit geendet hat. (Abg. Rädler: Wer hat sie begonnen?)
Sitzung Nr. 66
Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Hoffentlich! – Abg. Rädler: Sie sollten das neue „NEWS“ lesen!
Über diese Finanzkonglomerate wurde eigentlich schon alles gesagt. Kollegin Rossmann, die vorhin gefragt hat, ob wir uns denn nicht erinnern könnten, was wir in der Regierung gemacht haben, möchte ich die neueste Ausgabe des „FORMAT“ vom letzten Freitag entgegenhalten: „Grassers Budgetloch“. Herr Staatssekretär, das sollten Sie sich durchlesen. Ich habe keine Zeit mehr, das zu interpretieren. Nehmen Sie das, legen Sie es sich aufs Nachtkastl, und lesen Sie es sich durch! Es kann doch nicht sein, dass das Minus jetzt noch eine Milliarde mehr ausmacht. Wenn man den „Kurier“ von heute durchliest, wonach der BUWOG-Verkauf die Mieten belastet und dort wieder eine Milliarde hineingesteckt wird, also auf der einen Seite das Finanzministerium eine Milliarde – nicht hinaushaut – anders verwirtschaftet und auf der anderen Seite die kleinen Mieter das zahlen müssen, dann bin ich mir sicher, Herr Staatssekretär, es wird Ihnen bei den nächsten Wahlen wieder so ergehen wie am letzten Sonntag. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Hoffentlich! – Abg. Rädler: Sie sollten das neue „NEWS“ lesen!)
Sitzung Nr. 79
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Wo ist der Experte?
Deswegen hat es keine Wachstumsstimulanz gegeben, deswegen keine Beschäftigungsstimulanz, und deswegen ist Ihre Wirtschaftspolitik im Ergebnis so erbärmlich, wie sie ist und wie sie auch die Experten in den Zeitungen zu Recht beschrieben haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Wo ist der Experte?)
Abg. Rädler: So war es!
Sie sprechen von der „Zeit der Ernte“. Wunderbar! Das nach Jahren der Entbehrungen, der Belastungen, hat Herr Klubobmann Molterer gesagt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Diese Lamentiererei kann man schon nicht mehr aushalten!) Er hat sich im Übrigen ganz anders angehört als gestern der Finanzminister, bei dem man den Eindruck gehabt hat, dass bis zum Jahr 2000 die Österreicherinnen und Österreicher in Armut und Verzweiflung gelebt haben (Abg. Rädler: So war es!) und dass man erst jetzt, seit es Finanzminister Karl-Heinz Grasser gibt, in einem Land lebt, wo nur Milch und Honig fließen. (Abg. Rädler: So ist es!) – Herr Finanzminister! Ihre Sicht der Realität hat mit den Lebensverhältnissen der österreichischen Bevölkerung überhaupt nichts zu tun! Merken Sie sich das! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: So ist es!
Sie sprechen von der „Zeit der Ernte“. Wunderbar! Das nach Jahren der Entbehrungen, der Belastungen, hat Herr Klubobmann Molterer gesagt. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Diese Lamentiererei kann man schon nicht mehr aushalten!) Er hat sich im Übrigen ganz anders angehört als gestern der Finanzminister, bei dem man den Eindruck gehabt hat, dass bis zum Jahr 2000 die Österreicherinnen und Österreicher in Armut und Verzweiflung gelebt haben (Abg. Rädler: So war es!) und dass man erst jetzt, seit es Finanzminister Karl-Heinz Grasser gibt, in einem Land lebt, wo nur Milch und Honig fließen. (Abg. Rädler: So ist es!) – Herr Finanzminister! Ihre Sicht der Realität hat mit den Lebensverhältnissen der österreichischen Bevölkerung überhaupt nichts zu tun! Merken Sie sich das! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Finanzminister! Es gibt natürlich Alternativen zu Ihrem Kurs. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn schon die Energiepreise so hoch sind – passen Sie einmal auf, Herr Abgeordneter, denn dann können Sie darüber diskutieren –, dann könnten Sie ja die Chance ergreifen, zu sagen: Jetzt, da die Energiepreise hoch sind, nehmen wir die Chance wahr, den Faktor Arbeit zu entlasten! – Jahrelang haben Sie die Grünen verbal geprügelt, wenn sie gefordert haben: Höhere Besteuerung der Energie, dafür Entlastung des Faktors Arbeit! Jetzt, da die Energiepreise hoch sind und die Ölspekulanten, die internationalen Erdölfirmen und Sie als Finanzminister dadurch verdienen, gibt es kein Problem mit den hohen Energiepreisen. Es hätte aus Ihrer Sicht Probleme gegeben, wenn man das Geld dazu verwendet hätte, den Faktor Arbeit zu entlasten und damit wirklich den Arbeitnehmern und den kleinen und mittleren Unternehmen in unserem Land zu helfen. Sie setzen keine einzige Initiative, das in die Tat umzusetzen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Dipl.-Ing. Missethon und Zweytick.
Und die Verkehrspolitik, wonach – und alle, die hier im Raum sitzen, betonen dies in allen Reden immer wieder – wir die zusätzlichen Güterbelastungen weg von der Straße hin zur Schiene bringen wollen, die ist Ihnen beim Semmering nicht gelungen! Da machen wir zurzeit eine völlig kontraproduktive Verkehrspolitik. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Dipl.-Ing. Missethon und Zweytick.) Ich hoffe aber, dass wir das gemeinsam wieder umpolen werden, und freue mich, wenn Sie da mithelfen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Die Dame hat ein Problem!
Abgeordneter Walter Murauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Liebe Frau Kollegin Trunk, wenn Sie sich wieder beruhigt haben, können wir vernünftig über das Budget und die Situation Österreichs reden. (Abg. Mag. Trunk: Sie werden nicht definieren, was Vernunft ist und was nicht Vernunft ist! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Lassen Sie das Definieren darüber mir über, da richte ich mich sicher nicht nach Ihnen! (Abg. Rädler: Die Dame hat ein Problem!)
Sitzung Nr. 82
Abg. Neudeck: Das ist alles billiger als das Donauinselfest! – Abg. Rädler: Ihr habt ja keinen Grund zum Feiern!
Wir werden nächstes Jahr, wie heute in den Zeitungen angekündigt, 100 Feste zu den Jubiläen feiern. Es wird Galakonzerte geben, es wird große Empfänge geben, und auch da wird Geld keine Rolle spielen. (Abg. Neudeck: Das ist alles billiger als das Donauinselfest! – Abg. Rädler: Ihr habt ja keinen Grund zum Feiern!)
Sitzung Nr. 83
Abg. Rädler: Wo ist die Lösung?
Nun zum Finanzausgleich, Herr Finanzminister. (Abg. Rädler: Wo ist die Lösung?) Ich war nicht dabei, und ... (Rufe bei der ÖVP: Wo ist jetzt die Lösung? Wo ist die Botschaft? Wo ist Ihre Lösung?)
Abg. Rädler: Ihr glaubt ja das nicht! Was ... die Grünen für die Gemeinden? – Nichts!
Zum Finanzausgleich möchte ich nur eine spöttische Anmerkung machen, Herr Finanzminister. Ich verstehe schon – und das war ja auch vorauszusehen –, dass Sie den Ländern und insbesondere den Gemeinden Zugeständnisse machen müssen (Abg. Rädler: Ihr glaubt ja das nicht! Was ... die Grünen für die Gemeinden? – Nichts!) und machen werden. Aber was geben eigentlich die Länder dafür dem Bund? – So wirklich klar ist mir das aus dem Paktum nicht geworden, was jetzt davon ein Verhandlungsergebnis darstellt, das auch den Interessen des Bundes entspricht. (Abg. Mag. Molterer: ... haben Sie es nicht verstanden!)
Abg. Rädler: Den Kreisky habt ihr schon vergessen!
Ihr Geschichtsbild ist ganz einfach: Da war der Bundeskanzler Klaus, und dann, nach gewisser Zeit, kam schon Schüssel in die Regierung (ironische Heiterkeit bei der SPÖ), und zwar mit irgendeinem Regierungspartner, an den er sich nicht mehr erinnern kann. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Dann gab es Schwarz-Blau, aber an Blau werden Sie sich auch bald nicht mehr erinnern können. Und übrig bleibt Wolfgang Schüssel. So wird die Geschichtsbetrachtung sein! (Abg. Rädler: Den Kreisky habt ihr schon vergessen!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Otto Pendl (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Damen und Herren! Hohes Haus! Da Herr Abgeordneter Lopatka gemeint hat, die Zukunft sei schwarz, stelle ich dazu nur fest, dass viele Österreicherinnen und Österreicher dank Ihrer Politik für die Zukunft schwarz sehen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Märchen!
Am 31. Dezember 1993 – viele hier erinnern sich noch gut daran! – wurden 40 184 Menschen in einer österreichischen Bund-Länder-Aktion Gott sei Dank versorgt, haben ein Dach über den Kopf bekommen und hier sozusagen Schutz vor Verfolgung gefunden. Haben Sie das vergessen? (Zwischenruf des Abg. Parnigoni.) Ich weiß nicht, was Sie damals gemacht haben, aber Gott sei Dank waren Sie damals nicht Innenminister, denn mit der Haltung, die Sie heute gegenüber Flüchtlingen einerseits, und gegenüber dem Rechtsstaat andererseits haben, wäre es damals in Österreich nicht dazu gekommen, dass mit Stand 31. Dezember 1993 40 000 in Österreich ein Dach über den Kopf, Essen und Schutz vor Verfolgung gefunden hätten. Diese Leute wären damals, unter so einem Innenminister, gar nicht ins Land hineingekommen, denn sie wären von denjenigen, die damals an der Grenze gestanden sind, um sie zu empfangen, „routinemäßig“ verfolgt worden. Das ist das Faktum, um das es hier geht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Märchen!)
Abg. Rädler: Wo?
Träumen Sie nicht von einer unfinanzierbaren Magnetschwebebahn durch Österreich (Vizekanzler Gorbach: Ich träume nicht ...!), die Wahnsinnskosten von 24 Millionen € pro Kilometer mit sich bringen würde! Nutzen Sie die Investition von 300 000 € zur Überarbeitung des Generalverkehrsplanes sinnvoll, und machen Sie daraus ein vernünftiges und finanzierbares Verkehrskonzept, so wie es die SPÖ vorgelegt hat (Abg. Rädler: Wo?) mit dem Konzept „Wege in die Zukunft“! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Wittauer.)
Sitzung Nr. 84
Abg. Rädler: Die Ernte ist gut!
Meine Damen und Herren! Wir reden in der Agrarpolitik von der Ernte. Schauen wir uns einmal die Ernte an! – Die ÖVP legt ja größten Wert darauf, das Budget nicht mehr in absoluten Zahlen zu betrachten, sondern in Relation zum BIP. (Abg. Rädler: Die Ernte ist gut!) Das tue ich gerne, Herr Bundesminister. Sie haben im Jahr 2001 ein äußerst restriktives Budget gehabt. Das hieß es: Konsolidierung, Konsolidierung, Konsolidierung! Alles wurde zusammengeschnitten. Damals hatten Sie ein Agrarbudget von 0,89 Prozent des BIP.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Jetzt reden wir über die Zeit der Ernte, über die gute Ernte. – Die gute Ernte (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), Herr Kollege, heißt 0,845 Prozent des BIP! – Das ist eine gute Ernte, wenn ich um fünf Hundertstel weniger habe? Im allgemeinen Sprachgebrauch, Herr Kollege, ist das eine Missernte, die Sie da 2005 einfahren werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 85
Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!
Geschätzte Kollegen und Kolleginnen! Vor allem Frau Ministerin! Die jetzige Situation und vor allem die Vorgänge rund um die ÖH machen mich betroffen und erinnern mich an Vorgänge von vor über 30 Jahren. (Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!) Damals gab es zum Ärgernis einer absolut regierenden ÖVP-Studentenvertretung an einer
Abg. Rädler: Matznetter will ja ...!
Aber die Wirtschaftspolitik, die diese Bundesregierung betreibt, führt dazu, dass es den Menschen, und zwar immer mehr Menschen, schlechter geht. (Abg. Rädler: Matznetter will ja ...!) Wir hatten die Diskussion über die Pensionskürzungen, wir haben jetzt die Diskussion über die neue Krankensteuer. Das führt dazu, dass es immer mehr Leuten schlechter geht. Sie machen eine Politik – das haben wir auch in letzter Zeit erlebt – für die Großkonzerne, und Sie nehmen den kleinen Leuten das Geld wieder weg, wie wir das mit den Sehbehelfen in jüngster Zeit erlebt haben.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Parteipolitische Inserate!
sagen hatten (Abg. Scheibner: Wenn es Wahrheiten sind!), haben Sie begonnen, über die Kammerumlage zu diskutieren. Das ist doch in Wahrheit undemokratisch! Das ist doch Aufgabe der Arbeiterkammern, dass sie das tun. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Parteipolitische Inserate!)
Abg. Rädler: Wie schaut es bei der Bank Burgenland aus?
Das ist ein demokratisches Prinzip? – Unser demokratisches Prinzip ist das nicht! (Abg. Rädler: Wie schaut es bei der Bank Burgenland aus?)
Abg. Rädler: Ein bisschen? – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.
Sie, die Freiheitlichen, sind in den achtziger Jahren ausgezogen, um genau das zu kritisieren. Doch jetzt halten Sie brav den Mund und machen mit. Sie loben die ÖH-Reform, noch bevor sie im Parlament eingebracht wurde. Sie sagen: Da sind wir dabei!, denn Sie erkennen den Zweck: Da geht es darum, Andersmeinende, Andersdenkende mundtot zu machen. Dort, wo es nicht um das Mundtotmachen geht, geht es zumindest darum, ihnen die Chance zu nehmen, sich in Funktionen zu bewähren, oder darum, einen deutlichen Hinweis zu geben, wie bei den Arbeiterkammern, der da lautet: Wehe, wenn ihr noch einmal kritisiert, dann kann euch ein bisschen Geld weggenommen werden! (Abg. Rädler: Ein bisschen? – Zwischenruf der Abg. Dr. Brinek.) Das ist nicht ein Mundtotmachen, aber das ist ein deutlicher Hinweis darauf, was man sich in diesen Reihen vorstellen kann.
Abg. Rädler: Die Sicherheitsdebatte ist später!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Nach all den undemokratischen Vorgangsweisen, wie bei der ÖH, folgt jetzt der Versuch des Innenministers, die totale Macht an sich zu reißen. Er will eine Exekutive schaffen, die ausschließlich ihm unterstellt ist, er bricht mit allen Traditionen der Behördenstruktur dieser Republik. (Abg. Rädler: Die Sicherheitsdebatte ist später!) So etwas – meine Damen und Herren, das zu Ihrem Verständnis vom Grundkonsens! – gibt es in ganz Europa nicht – außer in Systemen, zu denen man Diktatur sagt. (Abg. Dr. Fasslabend: Bitte?! – Abg. Rädler: Ordnungsruf!)
Abg. Dr. Fasslabend: Bitte?! – Abg. Rädler: Ordnungsruf!
Abgeordneter Rudolf Parnigoni (SPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Nach all den undemokratischen Vorgangsweisen, wie bei der ÖH, folgt jetzt der Versuch des Innenministers, die totale Macht an sich zu reißen. Er will eine Exekutive schaffen, die ausschließlich ihm unterstellt ist, er bricht mit allen Traditionen der Behördenstruktur dieser Republik. (Abg. Rädler: Die Sicherheitsdebatte ist später!) So etwas – meine Damen und Herren, das zu Ihrem Verständnis vom Grundkonsens! – gibt es in ganz Europa nicht – außer in Systemen, zu denen man Diktatur sagt. (Abg. Dr. Fasslabend: Bitte?! – Abg. Rädler: Ordnungsruf!)
Abg. Rädler: Österreich ist keine Diktatur! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Rädler –: Das hat er auch nicht gesagt! – Abg. Rädler, replizierend: Sicher! – Abg. Silhavy – abermals in Richtung des Abg. Rädler –: Nein, das hat er nicht gesagt!
Sie schaffen polizeistaatliche Strukturen, wonach alle Exekutivorgane unmittelbar dem Innenminister unterstellt sind. Meine Damen und Herren, das ist in Wirklichkeit ein Skandal! (Abg. Rädler: Österreich ist keine Diktatur! – Abg. Silhavy – in Richtung des Abg. Rädler –: Das hat er auch nicht gesagt! – Abg. Rädler, replizierend: Sicher! – Abg. Silhavy – abermals in Richtung des Abg. Rädler –: Nein, das hat er nicht gesagt!)
Sitzung Nr. 86
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie haben schon im Vorjahr mit einer grundsätzlichen Abkehr begonnen. Im Grunde genommen sind manche Entscheidungen, die Sie im Sportressort treffen, ja vernünftige Präventivmaßnahmen, die man setzt. Aber im Vorjahr haben Sie für Freizeitunfälle den Krankenversicherungsbeitrag um 0,1 Prozent erhöht. Das heißt, Sie bestrafen die Leute, die Sport ausüben, zuerst. Sie bestrafen sie, weil sie Sportunfälle haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dann muss der Krankenversicherungsbeitrag erhöht werden. Anstatt dass man sagt, Sport wird gefördert, wird er bestraft.
Abg. Rädler: Gott sei Dank!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Leute haben auch gesehen, dass ihnen die Marke KHG die Gesundheit verteuern wird. Und da ist Ihnen ganz etwas Geschicktes eingefallen: Da hat man erstmalig in der Geschichte, soweit ich weiß, den Finanzausgleich mit der Gesundheitsfinanzierung zusammengehängt. Das ist ganz spannend. (Abg. Rädler: Gott sei Dank!)
Abg. Rädler: Ein Rechenfehler!
Laut dem Voranschlagserlass, den wir von den Beamten der oberösterreichischen Landesregierung bekommen haben, die nebenbei bemerkt hervorragende Beamte sind, bekommt meine Gemeinde um 38 300 € mehr. Super, das ist eine wirklich sinnige Finanzierung. (Abg. Rädler: Ein Rechenfehler!) Es wird dabei aber nicht gesagt, dass die Landesumlage im nächsten Jahr um 20 000 € steigt, dass der Krankenanstaltenbeitrag um 11 400 € steigt, dass die Ausgaben für die Berufsschulen um 16 000 € steigen – das ist wiederum gut, weil das bedeutet, dass wir Lehrlinge haben – und dass die Ausgaben für die Sozialhilfe um 79 000 € steigen. (Abg. Ellmauer: Schau dir das noch einmal an, das kann nicht stimmen!)
Abg. Rädler: Das stimmt doch nicht, Herr Kollege!
Wenn Sie mitgerechnet haben, dann wissen Sie jetzt, dass trotz dieser hervorragenden Lösung für die Gemeinden allein für meine kleine Gemeinde 90 000 € übrig bleiben, die nicht finanziert sind. (Abg. Rädler: Das stimmt doch nicht, Herr Kollege!) – Das ist kein Schmäh! Wenn Sie rechnen können, dann können Sie sich das selbst ausrechnen. (Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!
Wenn Sie mitgerechnet haben, dann wissen Sie jetzt, dass trotz dieser hervorragenden Lösung für die Gemeinden allein für meine kleine Gemeinde 90 000 € übrig bleiben, die nicht finanziert sind. (Abg. Rädler: Das stimmt doch nicht, Herr Kollege!) – Das ist kein Schmäh! Wenn Sie rechnen können, dann können Sie sich das selbst ausrechnen. (Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!)
Sitzung Nr. 90
Abg. Rädler: Genau!
Demokratiepolitisch bedenklich ist das, was gestern im Rahmen der eigentlich friedlich verlaufenden Studentendemonstration erfolgt ist. Eine Gruppe von 50 Demonstranten hat versucht, mit Gewalt in das Parlament einzudringen und konnte nur mit einem massiven Aufgebot der Exekutiv daran gehindert werden. (Abg. Rädler: Genau!) Das ist nicht das, was die Studenten wollen. Es hat sich auch gezeigt, dass die Teilnehmerzahl bei dieser Demonstration nicht sehr hoch war. Die Studenten wollen gute Vertreter vor Ort und keine Gewaltbereitschaft bei Demonstrationen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: ...! Sie haben dazu aufgerufen!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: ...! Sie haben dazu aufgerufen!
Demokratiepolitisch bedenklich ist das, was gestern im Rahmen der eigentlich friedlich verlaufenden Studentendemonstration erfolgt ist. Eine Gruppe von 50 Demonstranten hat versucht, mit Gewalt in das Parlament einzudringen und konnte nur mit einem massiven Aufgebot der Exekutiv daran gehindert werden. (Abg. Rädler: Genau!) Das ist nicht das, was die Studenten wollen. Es hat sich auch gezeigt, dass die Teilnehmerzahl bei dieser Demonstration nicht sehr hoch war. Die Studenten wollen gute Vertreter vor Ort und keine Gewaltbereitschaft bei Demonstrationen. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Dr. Grünewald –: ...! Sie haben dazu aufgerufen!)
Abg. Rädler: Distanzieren Sie sich!
Ich denke, jetzt einmal zurück zum Thema! Sie müssen sich schon mit einem zentralen Vorwurf auseinander setzen. (Abg. Dr. Gusenbauer: Unerträglich, diese Partie!) Ich bin seit fünf Jahren im Parlament, ich habe hier viele Gesetzesvorlagen kritisiert, mit denen ich inhaltlich nicht einverstanden war. (Abg. Rädler: Distanzieren Sie sich!) Aber was wir heute hier machen, ist etwas ganz anderes, ist etwas ganz Neues, das seit 1945 noch nie in diesem Hause möglich war. (Zwischenruf der Abg. Steibl.) Es wird eine direkte Wahl abgeschafft! Den Vorwurf des Abbaus von Demokratie, der dahinter steckt, müssen Sie sich einfach gefallen lassen.
Sitzung Nr. 95
Abg. Rädler: Vranitzky!
Herr Bundeskanzler! „V“ steht meiner Ansicht nach auch für Verlieren. (Abg. Rädler: Vranitzky!) Die Arbeitslosigkeit in unserem Land wird immer dramatischer. Man kann es drehen und wenden, wie man will, Herr Bundeskanzler! Ich habe mir die Zahlen noch einmal angeschaut. (Abg. Rädler: Vranitzky oder Viktor Klima!) Wir sind unterwegs in Richtung 360 000 beziehungsweise 370 000 Menschen, die ihre Arbeit – „v“! – verloren haben.
Abg. Rädler: Vranitzky oder Viktor Klima!
Herr Bundeskanzler! „V“ steht meiner Ansicht nach auch für Verlieren. (Abg. Rädler: Vranitzky!) Die Arbeitslosigkeit in unserem Land wird immer dramatischer. Man kann es drehen und wenden, wie man will, Herr Bundeskanzler! Ich habe mir die Zahlen noch einmal angeschaut. (Abg. Rädler: Vranitzky oder Viktor Klima!) Wir sind unterwegs in Richtung 360 000 beziehungsweise 370 000 Menschen, die ihre Arbeit – „v“! – verloren haben.
Sitzung Nr. 101
Abg. Rädler: Sind das Ihre Sorgen?
Ein professioneller Partner für die ÖVP ist eine Partei, die sich erstens während der Regierungszeit den Wünschen der ÖVP unterwirft, die sich zweitens bis zum Wahltag schleichend auflöst, die aber drittens einen Nationalratsklub hat, der bis zu diesem Wahltag, bis zur Auflösung, das Überleben der Bundesregierung garantiert. Das ist ganz einfach. (Abg. Rädler: Sind das Ihre Sorgen?) – Das sind, bis zu einem gewissen Grad, auch meine Sorgen, weil ich zu erklären versuche ... (Abg. Neudeck: War das jetzt Ihr Bewerbungsschreiben?) – Ich analysiere, was nach Ansicht der ÖVP eine professionelle, daher ideale Partnerschaft ausmacht.
Abg. Rädler: Diese Vergleiche! Sandkastenspiele!
Die Chancen sind also nach wie vor in einem extrem hohen Ausmaß von der sozialen und der regionalen Herkunft bestimmt. Von hundertprozentiger Durchlässigkeit kann man da wirklich nicht reden! (Abg. Rädler: Diese Vergleiche! Sandkastenspiele!)
Abg. Rädler: Schauen Sie einmal Niederösterreich an! Gehen Sie nicht immer von Wien aus! – Abg. Dr. Sonnberger: Schauen Sie sich einmal die Zahlen von Wien an! 350 €!
Erstens: Ansetzen bei der Frühförderung. Man kann es nicht oft genug wiederholen. Sie tun aber leider nichts, um zusätzliche Kindergartenplätze zur Verfügung zu stellen, damit alle Kinder die Möglichkeit haben, schon im frühen Alter entsprechend gefördert zu werden. (Abg. Rädler: Schauen Sie einmal Niederösterreich an! Gehen Sie nicht immer von Wien aus! – Abg. Dr. Sonnberger: Schauen Sie sich einmal die Zahlen von Wien an! 350 €!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht umfallen in Kärnten!
Abgeordneter Dr. Christian Puswald (fortsetzend): Alle, die gehofft haben, es wäre Sprachlosigkeit, muss ich enttäuschen, auch alle, die meinen, ich würde den Nobelpreisträger Heinrich Böll aus seiner Kurzgeschichte „Doktor Murkes gesammeltes Schweigen“ zitieren, muss ich enttäuschen, obwohl Murks gut zu diesem Budget passen würde. (Abg. Scheibner: Jetzt haben wir schon geglaubt ...!) Ich habe mich lediglich bemüht, in der nötigen Kürze, gleichzeitig aber mit der notwendigen Ausführlichkeit ... (Abg. Dr. Fekter: Ein schlechter Scherz! – Abg. Dr. Stummvoll: Ein „substantieller“ Beitrag!) ... mit der notwendigen Ausführlichkeit die unsägliche Arbeit dieser schwarz-blauen Koalition zu beschreiben. Und das kann man am besten durch Stillstand. Mehr haben Sie leider nicht zu bieten – und mehr kann auch ich nicht dazu bieten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie müssen aufpassen, dass Sie nicht umfallen in Kärnten!)
Sitzung Nr. 103
Abg. Rädler: Ein weiterer „Höhepunkt“!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Rädler: Ein weiterer „Höhepunkt“!)
Abg. Rädler: Wenn er die entsprechende ...! – Ruf bei der SPÖ: Nehmen Sie Platz!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Rädler, ich nehme nicht an, dass Sie es so gemeint haben, aber natürlich kann in diesem Haus jeder/jede Abgeordnete zu allen Dingen Stellung beziehen und sich zu Wort melden. (Abg. Rädler: Wenn er die entsprechende ...! – Ruf bei der SPÖ: Nehmen Sie Platz!)
Abg. Rädler: Passiert ist nichts!
Herr Staatssekretär, früher gab es Geld für eine barrierefreie Ausgestaltung (Abg. Rädler: Passiert ist nichts!), aber Frau Minister Forstinger hat das gestrichen mit der „Begründung“, dass ohnedies alles passe. Dafür brauche man keinen einzigen Cent mehr, denn es passe ohnehin alles, meinte sie. – Ich sage Ihnen: Es passt nichts! Es gibt gute Ideen, wie man gewisse Dinge umsetzen könnte, und diese guten Ideen kommen von der österreichischen Behindertenbewegung. Wir haben dafür bei Herrn Dr. Wehinger Gehör gefunden, und er unterstützt uns. Und diese Zusage habe ich natürlich nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich.
Abg. Rädler: Schlögl war das!
Zur Vorgeschichte: Schon unter Innenminister Strasser wurde versucht, den dramatisch sinkenden Personalstand in der Exekutive durch möglichst unpräzise (Abg. Rädler: Schlögl war das!) und ausweichende Angaben zu verschleiern (Rufe bei der ÖVP: Schlögl!), daher haben wir im Hochsommer 2004 eine sehr ausführliche parlamentarische Anfrage an ihn betreffend tatsächliche Personalstände, meine Damen und Herren, in der Exekutive, und zwar mit Stand 1. September 2004, das ist die Anfrage 2102/J, gerichtet. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Da waren Sie schlecht informiert!
Darin haben wir uns unter anderem erkundigt, wie der genaue Personalstand für alle Dienststellen ist, aufgeschlüsselt nach jedem Bundesland, aufgeschlüsselt auch nach den Verwendungsgruppen, also E1, E2a, E2b et cetera. Die Antworten des Innenministers haben unsere schlimmsten Befürchtungen hinsichtlich des sinkenden Personalstandes deutlich übertroffen. (Abg. Rädler: Da waren Sie schlecht informiert!) Formal gesehen – das möchte ich aber zugeben – war die Beantwortung exakt ausgeführt.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Darabos. Auch er spricht 5 Minuten zu uns. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gibt jetzt 5 000 Neuausschreibungen betreffend die Spitzen der Landespolizeikommanden, dort wird jetzt auf die zweite, dritte und vierte Ebene herunter gebrochen, und das wird natürlich nicht bewirken, dass die Sicherheit in Österreich verbessert wird, sondern das bewirkt, dass sich die Sicherheit auf einem Niveau befindet, das eigentlich schon erschreckend ist! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 110
Abg. Rädler: Wer zahlt das?
Zweitens: Wir werden allen Familien, die es brauchen, einen Ganztagsplatz an der Schule geben. Frau Bundesministerin Gehrer hat ja angekündigt, dass mindestens 15 Kinder Ganztagsbetreuung brauchen müssen, damit es Ganztagsbetreuung an einer Schule gibt. Wir sagen, was kann eine Mutter, was kann eine Familie dafür, dass sich an derselben Schule nicht noch 14 andere Familien finden, die Ganztagsbetreuung brauchen. Wir wollen, dass die Ganztagsbetreuung ein Elternrecht ist, unabhängig davon, wie viele Eltern mit Kindern an einer Schule das brauchen. (Abg. Rädler: Wer zahlt das?) Wer zahlt das? Sie und ich mit unseren Steuergeldern im Interesse der Bildung unserer Kinder. Und die sollte uns alles Geld der Welt wert sein. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen.)
Abg. Rädler: Träumer!
Sie werden das alles dann von den Oppositionsbänken aus mitverfolgen können. Das wird für Sie kein Problem sein. (Abg. Rädler: Träumer!)
Sitzung Nr. 112
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Mag. Hakl: Und was ist die Antwort?
Die Franzosen waren und sind es leid, zu sehen, wie die Arbeitslosigkeit steigt, wie der Druck auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunimmt und niemand etwas dagegen tut! Das waren und sind sie leid, und daher haben sie nein gesagt: nicht wissend, welcher Teil davon aus Europa und welcher Teil davon von Herrn Chirac und der französischen Regierung gekommen ist. Sie haben klar zum Ausdruck gebracht: Das wollen wir nicht mehr! (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Mag. Hakl: Und was ist die Antwort?)
Abg. Rädler: Machen Sie es in Deutschland!
Der Punkt, um den es geht, ist, dass man Europa konsolidieren muss, damit es überhaupt wieder handlungsfähig wird. Man kann nicht so tun, als wäre nichts gewesen, und einfach fortfahren. (Abg. Rädler: Machen Sie es in Deutschland!)
Sitzung Nr. 116
Abg. Rädler – auf leere Bankreihen der SPÖ und der Grünen weisend –: Die Opposition aber auch!
Abgeordneter Mag. Johann Moser (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Nachdem sich die Regierung hier durch Verabschiedung schon halb aufgelöst hat (Abg. Rädler – auf leere Bankreihen der SPÖ und der Grünen weisend –: Die Opposition aber auch!), möchte ich folgende Aussage treffen: Wir von der SPÖ werden von diesen fünf Tagesordnungspunkten dreien zustimmen, das sind die Tagesordnungspunkte 10, 13 und 14, weil es sich dabei überwiegend um Umsetzungen von EU-Verordnungen, EU-Richtlinien handelt, weil es auch um Verbesserungen des Anlegerschutzes, der Vereinheitlichungen von Prospekten und der Anpassungen an die wirtschaftlichen Entwicklungen des rechtlichen Umfeldes geht und weil es sich in einem Fall um ein ganz normales Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Rumänien und Österreich handelt.
Sitzung Nr. 117
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ist der Staat für alles zuständig?
Geben Sie den Eltern einen Rechtsanspruch auf Tagesbetreuung! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ist der Staat für alles zuständig?)
Abg. Rädler: Wo ist das Problem?
Was uns aber stört, Frau Bundesministerin, ist die Tatsache, dass Sie mit dieser engen Fassung, mit dieser Mindestzahl von 15 Schülern die Möglichkeit der Tagesbetreuung an kleinen Schulstandorten mit möglicherweise geringerer Nachfrage sehr einschränken. Und was uns ganz besonders stört, Frau Bundesministerin – wenn ich uns sage, dann meine ich auch die Bürgermeister und Gemeindeverantwortlichen in den ÖVP-Reihen –, ist, dass Sie zwei Klassen von SchülerInnen, zwei Klassen von Kindern machen: eine in Ihren Bundesschulen, die Ihrer Obhut unterliegen, und eine im Pflichtschulbereich, die Sie über die Länder – aber das wissen Sie ganz genau – in die Verantwortung der Gemeinden übergeben. (Abg. Rädler: Wo ist das Problem?) – Sie hören es gleich!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ganz anders ist es bei uns in den Pflichtschulen. Sie geben uns zwar das gleiche Paket von fünf Stunden, erwarten sich aber von uns, von den Gemeinden, eine Vervierfachung der Stunden als Grundlage dafür, dass Sie uns das Stundenpaket überhaupt geben. Dazu kommt schon vor der Beschlussfassung hier im Parlament die Reglementierung über die Landesschulräte. Vielleicht kennen Sie es noch nicht, daher sage ich es Ihnen: An zwei Schulen gleicher Erreichbarkeit darf es nur einen Standort geben, der Nachmittagsbetreuung ausübt. Ich frage Sie, Frau Bundesministerin: Warum? Wo bleibt da die Autonomie für die Schulen, und wo bleibt vor allem die Chancengerechtigkeit für die Schwerpunktschulen? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Eine sehr gute Sache!
Das letzte Mal, am 22. Juni, war alles vereinbart: Wer nicht kam, war der Herr Verkehrsminister! Warum ist er nicht gekommen? – Weil man in Niederösterreich die Handymastensteuer eingeführt hat. (Abg. Rädler: Eine sehr gute Sache!) Da hat er sich wichtig machen müssen. Da hat er gleich alle fünf Handymastenbetreiber eingeladen und wichtig geredet. Er hat nur vergessen, mit Schüssel zu reden. Wenn er nämlich mit Schüssel geredet hätte, hätte er sich die Sitzung erspart, denn der hätte sich nie mit dem Herrn Pröll in Niederösterreich angelegt. Also brauchen wir nicht darüber zu reden: Die Sitzung war unnötig. Der Verkehrsausschuss ist alleine „dagesessen“.
Abg. Rädler: Das ist aber jetzt tief! Das ist ganz tief!
Aber wichtig ist anscheinend in seinem Büro, dass man Schönheitsköniginnen, Misses beschäftigt. Jetzt hat er sich gebrüstet, wie ich vor kurzem einer Zeitung entnommen habe, dass er als Pressesprecher ein männliches Model eingestellt hat. (Abg. Rädler: Das ist aber jetzt tief! Das ist ganz tief!)
Abg. Rädler: Ja, das wäre wichtig!
Nein, das ist nicht ganz tief, aber ich hoffe, dass die alle kompetent sind – ich unterstelle hier auch gar nichts. Aber worauf kommt es eigentlich an in einem Ministerium? (Abg. Rädler: Ja, das wäre wichtig!) Kommt es nur mehr auf schöne Leute an – oder kommt es auch auf kompetente Leute an? – Es ist eine eigenartige Situation, die ich hier sehe. (Abg. Mag. Regler: Auch schöne Leute können gut sein!)
Sitzung Nr. 120
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Rädler: Das war die Wahrheit!
Reden wir insgesamt das Bildungssystem nicht schlecht! Ich glaube, wir erweisen dem Bildungssystem, den österreichischen Universitäten, aber auch der guten dualen Berufsausbildung keinen guten Dienst, wenn wir ständig nur von der Akademisierung reden. (Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) – Herr Präsident, ich komme zum Schlusssatz. – Wenn Sie sich nämlich heute jene Länder, die in der PISA-Studie vor uns liegen, wie Finnland, wie Korea, wie Taiwan ansehen, dann werden Sie feststellen, dass diese heute davon reden, ein berufsbildendes Schulwesen einzuführen, weil sie nicht mehr wissen, wohin mit den vielen Akademikern. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Scheibner. – Abg. Rädler: Das war die Wahrheit!)
Sitzung Nr. 124
Abg. Rädler: Da würden sie nicht kommen! Keine Sozialdramatik bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist überhaupt keine Sozialdramatik, sondern Realität!
Was ändert die Dienstleistungsrichtlinie? – Der Beschäftige in Österreich braucht die Leute nicht mehr im österreichischen Betrieb zu beschäftigen. Da wird es eine polnische Firma geben, die wird sie zu den polnischen Konditionen, zu den 25 Zloty, nach Österreich schicken. (Abg. Rädler: Da würden sie nicht kommen! Keine Sozialdramatik bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist überhaupt keine Sozialdramatik, sondern Realität!) Und Herr Bartenstein als Arbeitsminister sagt: Wir haben alles unter Kontrolle!
Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?
Also ich denke mir, manchmal sollten wir auch ein gewisses akademisches Niveau der Auseinandersetzung wahren. Das gilt nicht nur für Sie, das gilt auch für mich. Selbstverständlich. (Lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Sind Sie Akademiker?) Was ist das für eine Frage? (Abg. Großruck: Sie können da nicht mitreden! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ob ich Akademiker bin? Nein, ich bin ein Drop-out. Mein akademischer Titel ist „Mag. Drop-out“. Das hat mich nicht gehindert, einen sehr erfolgreichen Lebensweg zu gehen (Abg. Großruck – in Richtung der hinteren Bankreihen der ÖVP –: Die sind auch sehr erfolgreich! – Einige ÖVP-Abgeordnete aus den hinteren Bankreihen zeigen auf, offensichtlich um zu signalisieren, dass auch sie keine Akademiker sind.) Ich frage mich seit Jahren: Wann wird mich der erste ÖVP-ler fragen, ob ich Akademiker bin? Diese Rose gehört Ihnen. Gratuliere! Blödeste Frage des Tages. Vielen Dank! (Beifall bei der SPÖ.) Nebenbei gefragt: Sind Sie Akademiker? – Auch nicht. Hoi! Sind wir schon zwei. Gehen wir einen trinken! Das passt mir.
Sitzung Nr. 125
Abg. Rädler: „Lucona“!
Wissen Sie, was sorgfältige Wirtschaftspolitik ist? – Wir sind nicht hier gestanden, als es um die Ukraine ging, um Firmenkonstruktionen, die eingegangen wurden, und haben die österreichischen Bankinstitutionen madig gemacht. Das zeigt den Unterschied und das Ende einer Ära. Wenn ein altes Segelschiff keine Segel und keine Taue mehr hat, nennt man es abgetakelt. (Abg. Rädler: „Lucona“!) Manche Wirtschaftspartei in diesem Haus verdient dieses Kompliment in diesem Zusammenhang auch. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Grundstücksspekulationen!
Da Frau Marek jetzt hier mit Wiener Neustadt gekommen ist: Das ist ja ein Superbeispiel, Frau Kollegin (Abg. Mag. Molterer: Wie die SPÖ regiert hat! Wittmann hat er geheißen!), denn durch welchen Betrieb hat denn die Stadt Wiener Neustadt Schwierigkeiten bei der Finanzierung? Sie haben das nicht dazugesagt, Frau Kollegin. (Abg. Rädler: Grundstücksspekulationen!) Es ist das dortige Spital. Und warum ist es das Spital? – Weil die schwarze Landesregierung genau dasselbe mit der Stadt Wiener Neustadt macht wie die Bundesregierung mit Wien: keine Mittel, kein Beitrag! Man hofft, so Wahlsiege zu erreichen. (Abg. Mag. Molterer: Und deshalb ist die Bürgermeisterin zurückgetreten!?) Das Gegenteil wird der Fall sein! Die Wienerinnen und Wiener werden die ÖVP vielleicht um den zweiten oder dritten Platz matchen lassen (Bundesminister Dr. Bartenstein: Zweiten!), aber mit den Werten, die die ÖVP in Wien einmal hatte, wollen sie die Wiener heute nicht mehr sehen.
Abg. Rädler: Genau die der ÖVP!
In diesem Sinne freue ich mich auf das Wiener Ergebnis. Es wird eine Bestätigung dessen sein, was wir seit Jahrzehnten wissen: Eine ordentliche Wirtschaftspolitik versucht, mit Augenmaß, Fairness und Gerechtigkeit für eine Entwicklung zu sorgen, bei der sich die Menschen wohl fühlen (Abg. Rädler: Genau die der ÖVP!), bei der die Wirtschaft floriert, bei der es Arbeitsplätze gibt, die Arbeitslosigkeit ab- und nicht zunimmt. Genau diesen Weg haben Sie jedoch nicht beschritten!
Sitzung Nr. 129
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sagen Sie das Herrn Edlinger!
Das ist die Vorgangsweise, die momentan üblich ist. Da schaut sowohl die Polizei weg als auch die Vereine. Aber dort gilt es, anzusetzen. Wir brauchen da keine strikten sicherheitspolizeilichen Maßnahmen, wir brauchen da keine Rasterfahndung, sondern wir brauchen konsequentes Durchgreifen gegen Gewalt auf dem Fußballplatz, und dafür sind die Vereine zuständig. Aber dafür sind auch Sie in Zusammenarbeit zuständig. Doch da passiert noch viel zu wenig. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sagen Sie das Herrn Edlinger!)
Abg. Rädler – auf die Reihen der SPÖ deutend –: Die hören ja nicht einmal zu! Die SPÖ ist gar nicht mehr da!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Was finden Sie da so lustig an dem Ganzen? – Ich finde das überhaupt nicht lustig. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Dass man um halb eins so lange über etwas redet, das wir eh schon wissen!) – Nein, Frau Abgeordnete Partik-Pablé, heute beschließen wir das Staatsbürgerschaftsgesetz, und wir diskutieren jetzt gerade darüber, ob Österreich so eine Art Schleuse für den Schengenraum ist, wo man sich einfach Visa kauft und in den Schengenraum ungeregelt hineinkommt! (Abg. Rädler – auf die Reihen der SPÖ deutend –: Die hören ja nicht einmal zu! Die SPÖ ist gar nicht mehr da!)
Abg. Dr. Partik-Pablé: Es ist ein Uhr in der Nacht! Er träumt! – Abg. Rädler: Tagträumer!
Beim nächsten Schwung nach der Nationalratswahl sind Sie einfach weg. Dann haben Sie da keinen Sitzplatz mehr! Da können Sie dann so beim örtlichen Fußballstadion winken, aber nicht mehr hier im Plenarsaal. Jaja, so wird das sein! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Es ist ein Uhr in der Nacht! Er träumt! – Abg. Rädler: Tagträumer!)
Sitzung Nr. 132
Abg. Rädler: Eher umgekehrt!
Abgeordneter Dr. Kurt Grünewald (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Bundesministerin! Gestatten Sie mir doch zuerst eine Bemerkung zu den Ausführungen der Kollegin Bleckmann. Wenn wir gewisse Zustände an den Universitäten kritisieren und uns darüber beklagen, so heißt das doch nicht, dass wir „lamentieren“. Und wenn mir etwas auf die Nerven geht, dann ist es, wenn man dauernd die Opposition beschuldigt, zu „lamentieren“, selbst dann, wenn zwischen gut und schlecht genau differenziert und einfach einiges aufgezeigt wird. (Abg. Rädler: Eher umgekehrt!)
Sitzung Nr. 135
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Dann schau nach Deutschland!
Herr Kollege Missethon, die Verkehrsgutachten sind durch den Verkehrsclub und das Kuratorium für Verkehrssicherheit geklärt, die Umweltbelastung ist durch beide Institutionen geklärt und die Leistungsfähigkeit der Autobahnen ist ebenso geklärt. Alle Experten sagen, dass für unsere Autobahnen auf Grund der Kurvenradien und auf Grund der Gegebenheiten die Tempo-130-Regelung die beste Regelung ist. Das heißt, was sollen wir jetzt ändern? – Wir schließen uns auch der Meinung beider großen Autofahrerklubs an, die sagen: Es kommt bei Tempo 160 zu mehr Unfällen, zu mehr CO2-Ausstoß und zu mehr Lärm, und es gibt in Wirklichkeit keine Vorteile. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Dann schau nach Deutschland!)
Abg. Rädler: Wirklich mittelmäßig!
Bei uns ist es etwas anderes: Wer sind die handelnden Personen? Ein Finanzminister, der sich von der Industrie Geld zustecken lässt – das können Sie jetzt drehen und wenden, wie Sie wollen, das ist einmal eine mittelmäßig zutreffende Beschreibung (Abg. Rädler: Wirklich mittelmäßig!) – und ein Staatssekretär, der, selbstverständlich von diesem Minister weisungsabhängig, dessen Fall überantwortet bekommt, wenn das Ganze ein bisschen zu riechen anfängt, und der seinerseits wieder Beamte unter sich hat, nämlich die Leiter der Finanzämter, das sind die Nächsten.
Abg. Rädler: Das war vorher schon ein Sauhaufen!
Im „Kurier“ lautet der Titel: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“. Ich meine, falls Ihnen das nicht aufgefallen ist: Es ist jetzt gerade die Zeit, in der Sie von der ÖVP das Außenressort innehaben. (Abg. Rädler: Das war vorher schon ein Sauhaufen!) Nur damit Sie sich ein bisschen richtig entsinnen. Das war auch die Zeit von Benita Ferrero-Waldner.
Abg. Rädler: Wer war denn dort Botschafter?
Der „Kurier“ schreibt jedenfalls: „Ein diplomatischer ,Sauhaufen‘“. (Abg. Rädler: Wer war denn dort Botschafter?) Dann wird die Botschaftssekretärin zu den Pässen zitiert. Sie sagt:
Sitzung Nr. 138
Abg. Rädler: Wann? Wann?
Wir werden mit einem Lehrlingsfonds jene Lehrstellen zur Verfügung stellen, die Sie versprechen. Wir werden mit mehr Lehrern für eine bessere Bildungsqualität sorgen, die Sie bis zum heutigen Tag nicht erreicht haben. (Abg. Rädler: Wann? Wann?) Und wir werden an den Universitäten für Verhältnisse sorgen (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine Drohung!), die nicht zu allmonatlichen Husch-Pfusch-Maßnahmen führen müssen, wie Sie es vorexerzieren, sondern eine Ausbildungssicherheit für die österreichische Jugend schaffen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Das ist eine gefährliche Drohung!)
Sitzung Nr. 139
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dann haben wir zwei Tage verhandelt. Die Einigung ist daran gescheitert, dass die Regierungsparteien nicht bereit waren, zuzustimmen, dass es für den Fall, dass sich herausstellen sollte, dass tatsächlich sehr viele ausländische – vor allem deutsche – Studierende in Österreich studieren wollen, rasch zu einer Aufstockung von Studienplätzen kommt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wo? Wo?
sicht nach schwarzer Spielereien mit höchstem Geldeinsatz aufgegeben und nicht darauf geachtet, dass wir gemeinsam mit allen konsensual versuchen, die Einrichtung eines Spitzenforschungsinstitutes hier in Niederösterreich oder wo auch immer zu etablieren. (Abg. Rädler: Wo? Wo?)
Sitzung Nr. 140
Abg. Rädler: Das wird eh nicht der Fall sein!
Herr Staatssekretär, wie Sie wissen, hat auch die Volksanwaltschaft ihre Probleme und mahnt selbstverständlich öffentliche Richtlinien ein, wenn gegen die Vorgaben des Rechnungshofes verstoßen wird. Herr Lopatka, vom Verfassungsgerichtshof gibt es auch ein Gebot der Reinheit der Wahl. Aber es ist Ihnen ohnehin meistens egal, was von dort kommt. Dieses Gebot ist sozusagen die Anti-These zu Ihrem „dirty campaigning“ beziehungsweise zu Ihren Schmutzkübel-Kampagnen. (Abg. Prinz: Da redet gerade der Richtige!) Herr Staatssekretär, betreffend Reinheit der Wahl stellt der renommierte Verfassungsrechtler Heinz Mayer fest: Es dürfen keine Ministeriumsmittel eingesetzt werden, um die Nationalratswahl zu beeinflussen. (Abg. Rädler: Das wird eh nicht der Fall sein!)
Abg. Rädler: Genau!
Noch einmal, es ist ganz einfach: Wir haben kein Problem damit. Herr Schantl hat die Inserate nötig, den es kennt ihn niemand. Er braucht das. Er muss sich neben Thomas Morgenstern stellen, damit irgendwer weiß, wer er ist, denn wenn man das Inserat herzeigt, dann fragen die Leute: Wer ist denn der neben Thomas Morgenstern? Herr Schantl braucht das also! Er braucht diese Bekanntheit! (Abg. Rädler: Genau!) Aber die Scheinheiligkeit dabei ist nicht mehr zu überbieten! Im Hinblick darauf muss ich ehrlich sagen: Die SPÖ wäre besser bedient, schön ruhig und ganz leise zu sein, denn was da auf Landesebene oder anderswo auf Bundesebene passiert, ist ziemlich deckungsgleich.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Erstens: Herr Staatssekretär Morak ist des sinnbetonenden Vorlesens mächtig. Ob er den Antrag selbst überhaupt gelesen und dessen Sinn erfasst hat, ist mir nicht nachvollziehbar. Aber immerhin kann man ihn statt „Staatssekretär“ in Zukunft „Staatsdeklarateur“ nennen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich halte es für armselig von der Bundesregierung, dass sie nicht anders Stellung nimmt! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Punkt 2: Ob ich dasselbe jetzt von Abgeordnetem Lopatka sagen kann, ist schon in Frage zu stellen, denn mit Lesen hat er sich im Zusammenhang mit den Inseraten aus Oberösterreich nicht beschäftigt, sondern nur mit dem Anschauen von Bilderln. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ob er dessen mächtig gewesen wäre, den großen Text daneben zu lesen, weiß ich nicht. Jedenfalls hat er es tunlichst unterlassen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In mehreren Punkten der heutigen Ausführung haben Sie aber dezidiert Unrecht, etwa was die Unterschiede zwischen einem oberösterreichischen Landesrat, den Grünen und der ÖVP betrifft. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oberösterreich hat in der Landesregierung ein verbindliches Regulativ vereinbart, wie sich die Spielregeln für Regierungsinformation gestalten, und man hält sich auch daran, genauso wie wir es Ihnen heute hier vorschlagen. (Abg. Großruck: Das stimmt nicht!) Was aber machen Sie? – Sie weichen dem Antrag aus, wie Sie nur können. Jetzt verlässt Herr Abgeordneter Lopatka sogar den Saal! (Abg. Rädler: Kein Wunder!) Sie haben nichts anderes zu tun, als Wien und Oberösterreich zu diskutieren. Aber da, wo es um verbindliche Regeln für Information durch Regierungsarbeit geht, da gehen Sie weg! Sich damit zu beschäfti-
Abg. Rädler: Kein Wunder!
In mehreren Punkten der heutigen Ausführung haben Sie aber dezidiert Unrecht, etwa was die Unterschiede zwischen einem oberösterreichischen Landesrat, den Grünen und der ÖVP betrifft. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oberösterreich hat in der Landesregierung ein verbindliches Regulativ vereinbart, wie sich die Spielregeln für Regierungsinformation gestalten, und man hält sich auch daran, genauso wie wir es Ihnen heute hier vorschlagen. (Abg. Großruck: Das stimmt nicht!) Was aber machen Sie? – Sie weichen dem Antrag aus, wie Sie nur können. Jetzt verlässt Herr Abgeordneter Lopatka sogar den Saal! (Abg. Rädler: Kein Wunder!) Sie haben nichts anderes zu tun, als Wien und Oberösterreich zu diskutieren. Aber da, wo es um verbindliche Regeln für Information durch Regierungsarbeit geht, da gehen Sie weg! Sich damit zu beschäfti-
Abg. Rädler: Wie war denn das bei Frau Dohnal? Erinnern Sie sich noch an die Inserate?
Weiteres Beispiel – der Informationsgehalt einer Regierungswerbung. Sie selbst haben die vielen Inserate mit Rudi Anschober mit großen Textblöcken dazu gezeigt. – Ich zeige Ihnen jetzt (die Rednerin hält ein Zeitungsinserat in die Höhe) eine teure Kampagne der Frauenministerin, auf der ein Hemd mit einem Bügeleisen darauf zu sehen ist. Jetzt frage ich Sie: Wo ist da ein großer Textblock? Diese Kampagne der Frauenministerin soll offenbar besagen: Liebe Männer, überlegen Sie, wie energieraubend die täglichen Arbeiten und die oft großen Belastungssituationen Ihrer Partnerin sind! (Abg. Rädler: Wie war denn das bei Frau Dohnal? Erinnern Sie sich noch an die Inserate?) Packen Sie mit an! Arbeiten Sie mit an einer fairen Alltagsbewältigung! (Zwischenruf des Abg. Neudeck.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Man kann über den Stil diskutieren. Es ist zumindest eine Kampagne und keine reine Jubelpropaganda, aber Informationsgehalt gibt es da nicht viel! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sagen Sie mir, wo da der Informationsgehalt ist! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Oder ziehen wir zum Beispiel einen Vergleich zum Inserat von Rudi Anschober über Abfallwirtschaft, in dem darüber berichtet wird, dass bei der Mülltrennung leider eine negative Entwicklung festzustellen ist und in dem ausgeführt wird, wie wichtig die Mülltrennung aus ökologischen Gründen ist. – Lopatka flüchtet schon wieder! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Schließlich wird die Bevölkerung in diesem Inserat informiert, mit welchen Maßnahmen sie die Mülltrennung wieder verbessern kann. Und dann vergleichen wir das dann mit dem Informationsgehalt dieses Inserats: Österreich hat das stärkste Wachstum außerhalb der Eurozone. – Das ist nachweislich falsche Information! Das Einzige, was wirklich vergleichbar ist und wirklich Informationsgehalt hat, der dazu passt, war die Rückseite: Das Jahr der Katastrophen. – Bezogen auf die Regierungspolitik ist das allemal richtig! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 142
Abg. Rädler: Das war ja das Versprechen der SPÖ: Wir schaffen Arbeitsplätze!
Ich frage Sie einfach nur: Schafft der Staat Arbeitsplätze – kann er oder kann er nicht? (Abg. Rädler: Das war ja das Versprechen der SPÖ: Wir schaffen Arbeitsplätze!) Wer finanziert denn die Grundlagenforschung, wenn nicht der Staat sie finanziert? Bei der anwendungsorientierten Forschung, da sind natürlich die Unternehmen tätig, ja – aber bei der Grundlagenforschung sagen Sie mir doch bitte nicht, dass das die Privaten finanzieren! (Abg. Mag. Hakl: Deswegen geben wir ja so viel Geld ...!) – Diese Gelder,
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Broukal. – Abg. Rädler: Der Einzige, der von der SPÖ klatscht, ist der Broukal!
Deshalb: nicht mit uns! Wir mischen nicht Äpfel und Birnen, wir bleiben reinsortig und lehnen dieses Übernahmegesetz ab. Da orientiere ich mich in meiner Meinung an einem echten Privatissimum, nämlich dem Privatissimum des Leiters der Übernahmekommission – und der lehnt dieses Gesetz ab. Das kann man überall nachlesen. Man kann sich auch mit ihm treffen; er ist sehr gerne bereit, denjenigen Damen und Herren, die ein Privatissimum brauchen, eines zu geben. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Broukal. – Abg. Rädler: Der Einzige, der von der SPÖ klatscht, ist der Broukal!)
Abg. Rädler: Das glaube ich!
Meine Damen und Herren! Die BAWAG wurde 1922 von Karl Renner gegründet und sollte die finanziellen Mittel der Gewerkschaft und Konsumgenossenschaften sorgfältig verwalten. Damals war es noch die Arbeiterbank, später wurde sie BAWAG genannt. Wenn er sähe, was sich daraus entwickelt hat, dann würde sich Karl Renner im Grab umdrehen! (Abg. Rädler: Das glaube ich!)
Abg. Rädler: Ihr habt ja kein Wirtschaftsprogramm!
Ich berichtige tatsächlich, dass das nicht der Wahrheit entspricht. (Abg. Rädler: Ihr habt ja kein Wirtschaftsprogramm!) – Lassen Sie mich das sagen, bitte. – Danke.
Abg. Rädler: Dann tauscht es aus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.
Warum regen Sie sich auf? – Ich gebe Ihnen völlig Recht: Dieses Management war ganz einfach falsch. (Abg. Rädler: Dann tauscht es aus! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Keine Aufregung! Ich gebe dir ohnehin Recht.
Abg. Rädler: ... sich einmal entschuldigen!
Aber dass das der Herr Finanzminister seit 2001 – nämlich seit 27. April 2001 – gewusst hat, geht aus dem Bericht seiner eigenen Prüforgane hervor. (Abg. Rädler: ... sich einmal entschuldigen!) Er hat es seit 2001 gewusst. Er hätte ja auch tätig werden können! (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.) Warum ist es denn nicht dazu gekommen?
Abg. Rädler: ... die Stadt Wiener Neustadt in die Pleite geführt!
Ich erinnere Sie an ein paar Geschichten, wie zum Beispiel die NEWAG – dort hat man den Generaldirektor Gruber gleich verhaftet –; die „Libro“-Pleite, einen Klassiker; Herberstein – für die steirischen Abgeordneten. Wenn wir schon dabei sind, dann möchte ich Ihnen nur Ihre Wirtschaftskompetenz ebenfalls vor Augen halten. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Präsident Dr. Khol gibt das Glockenzeichen.) Da gibt es genug aufzuräumen. (Beifall bei der SPÖ.) So einfach, wie Sie sich das machen, ist es leider nicht, auch wenn Sie dem Kollegen Tumpel vorwerfen, dass er alles gewusst hat. (Abg. Rädler: ... die Stadt Wiener Neustadt in die Pleite geführt!)
Abg. Rädler: Genau!
Sie sind ja sehr geschickt vorgegangen: Es hat keine Ausschreibung für diese Kreditvergaben gegeben, obwohl es eine derartige Dimension gehabt hätte. – Nein, die Finanzierungsagentur ist vom Ministerium beauftragt worden, nur herumzutelefonieren. (Zwischenruf des Abg. Gaál.) Aber zum Schlausein gehören immer zwei, ist mir vorhin zugeraunt worden, nämlich die, die schlau vorgehen – das war der Grasser –, und die, die mit denen schlau vorgegangen wird und die sich hineinziehen haben lassen. (Abg. Rädler: Genau!) Das ist der nächste Punkt der Tragödie, und das rechtfertigt auch einen nächsten Schritt der Trennung.
Abg. Rädler: Ihr auch!
Ich sage Ihnen nur mehr einen Satz am Schluss: Was die Offenlegung der Parteispenden betrifft, so sind alle herzlich eingeladen, diesen Schritt zu tun (Abg. Rädler: Ihr auch!), SPÖ und ÖVP. (Abg. Rädler: Die Grünen!)
Abg. Rädler: Die Grünen!
Ich sage Ihnen nur mehr einen Satz am Schluss: Was die Offenlegung der Parteispenden betrifft, so sind alle herzlich eingeladen, diesen Schritt zu tun (Abg. Rädler: Ihr auch!), SPÖ und ÖVP. (Abg. Rädler: Die Grünen!)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Bei euch nur Schweigen! – Abg. Rädler: Das ist ungeheuerlich!
Tolle Rollenverteilung: Grasser mit den dicksten Krokodilstränen, der über die Wirtschaft spricht und so weiter. Dann Lopatka, dann Scheibner, dann Amon. Diese Rollenverteilung hier war unanständig. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Unanständig! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Scheibner – in Richtung SPÖ –: Bei euch nur Schweigen! – Abg. Rädler: Das ist ungeheuerlich!) Das hören Sie ungern. Das müssen Sie sich jetzt alles einmal anhören.
Sitzung Nr. 144
Abg. Rädler: Oja, aus Wien!
Die Ziffern sind klar: Zwischen den Jahren 1999 und 2005 gibt es einen Anstieg der Kriminalität um 22,7 Prozent. Und das habe ich mir nicht irgendwo herausgeschrieben (Abg. Rädler: Oja, aus Wien!), sondern das habe ich den statistischen Kennzahlen entnommen. Es gibt einen Anstieg der Kriminalität von 22,72 Prozent, und gleichzeitig ist die Aufklärungsquote, meine Damen und Herren – und das ist nicht etwas, worauf Sie stolz sein können –, von 51,4 auf 39 Prozent abgesunken.
Abg. Rädler: BAWAG!
Ich frage mich, warum Sie nicht darüber nachdenken, welche Verbesserungen man diesbezüglich anstreben kann, sondern sich ans Rednerpult stellen und erklären, wie toll wir sind. (Abg. Rädler: BAWAG!) Ich hätte gerne, dass wir toll sind, ich hätte gerne, dass wir wirtschaftlich ein Vorzeigeland sind und nicht die größte Arbeitslosigkeit der Zweiten Republik haben. Und ich hätte gerne, dass wir weniger Kriminalität und höhere Aufklärungsquoten haben, aber das ist Ihr Erfolg, meine Damen und Herren, wenn Sie das so nennen wollen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Verschließen Sie die Augen nicht! Sie verschließen die Augen!
Wenn man sich die Zahlen anschaut, dann sprechen sie eine ganz andere Sprache. Es gab EU-weit im Jahr 2001 gerundet 439 000 Asylanträge, im letzten Jahr gab es EU-weit – vergleichbare Länder herangezogen – gerundet 238 000 Asylanträge. Es ist also ein dramatischer Rückgang um fast die Hälfte festzustellen. Und noch immer stehen Sie hier und tun so, als wären das allergrößte Problem diese heranströmenden Menschenmassen, derer die EU nicht habhaft wird. (Abg. Rädler: Verschließen Sie die Augen nicht! Sie verschließen die Augen!)
Abg. Rädler: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Freund: Wo haben Sie denn das her?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich meine, wir sollten von den Fakten ausgehen, und die Fakten sind leider die, dass, was die österreichische Wachstums- und Beschäftigungspolitik betrifft, Österreich mittlerweile in vielen Eckdaten Schlusslicht in der Europäischen Union ist. Wenn es beispielsweise um öffentliche Investitionen geht, dann investieren alle 24 EU-Mitgliedstaaten mehr, als es diese österreichische Bundesregierung tut. Bundesminister Bartenstein rühmt sich mit Beschäftigungswachstum, welches ausschließlich auf Teilzeitarbeit zurückzuführen ist, und er sagt auch nicht dazu, dass selbst beim Beschäftigungswachstum Österreich Schlusslicht in der Europäischen Union ist. (Abg. Rädler: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Freund: Wo haben Sie denn das her?)
Sitzung Nr. 145
Abg. Rädler: Und ihr? Wie lange habt ihr nichts für sie gemacht?
Wenn man schon vom Diskutieren spricht: Sie waren nicht bereit, unsere Vorstellungen aufzunehmen, aufzugreifen und vor allem jenen Menschen, die nach Ihrer Regelung benachteiligt sind, diese Begünstigung auch zukommen zu lassen. (Abg. Rädler: Und ihr? Wie lange habt ihr nichts für sie gemacht?)
Abg. Rädler: Wie viele Sozialminister habt ihr gestellt?
Diese Regelung ist ein Trauerspiel, so ganz nach dem Motto: Stell dir vor, es gibt eine Schwerarbeiterregelung, aber keiner kann sie in Anspruch nehmen! – Wir von Seiten der SPÖ haben aufgezeigt, dass es Verbesserungen geben sollte, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. (Abg. Rädler: Wie viele Sozialminister habt ihr gestellt?) Aber Sie sind wieder wie auch schon in der Vergangenheit drübergefahren nach Ihrem Prinzip: Drüberfahren! Was wir machen, ist richtig!
Abg. Rädler: ÖGB!
Somit komme ich zur Quintessenz des Ganzen. Ich möchte wieder mit einem Zitat von Jörg Haider enden, der etwas Interessantes gesagt hat. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Sie sind am Ende!) Er hat gesagt: Die Bienen sind im Stande, in ihrem Staat sorgfältig hauszuhalten. Sie werfen jeden Herbst die Drohnen hinaus. – Zitatende. (Abg. Rädler: ÖGB!)
Sitzung Nr. 152
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wenn Österreich, wie das geschehen ist, seine Gewinnsteuern, die Körperschaftsteuer auf 25 Prozent senkt, wenn die Bundesrepublik Deutschland eine nominale Gewinnsteuer von 35 Prozent hat, wenn die Slowakei eine Gewinnsteuer von 19 Prozent hat, unter dem Strich bei den effektiven Steuersätzen aber herauskommt, dass Österreich derzeit bei den Gewinnsteuern effektiv die niedrigsten Steuersätze – nämlich nicht 25 Prozent, sondern 16, 17 Prozent – hat, gemeinsam mit Deutschland, (Zwischenruf des Abg. Rädler), dann stimmt doch etwas nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es kann doch nicht die Zukunft Europas sein, dass wir uns einen Steuerwettbewerb nach unten liefern, bei dem herauskommt, dass jenes Land am besten ist, in dem Unternehmen überhaupt keine Gewinnsteuern mehr zahlen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Sie lachen, Herr Fasslabend, offensichtlich ist das auch Ihre Intention. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: ... Karl Marx!
Wir brauchen ein Zusammenwachsen, kein Auseinanderdriften! Wir brauchen nicht den Wettlauf nach unten bis null, sondern wir brauchen ein Zusammenwachsen der Steuersysteme, ein gemeinsames Steuersystem, das allen ... (Abg. Rädler: ... Karl Marx!) – Karl Marx?! Sie sind ein Witzbold! Kommen Sie heraus und sagen Sie das noch einmal laut! Bitte! (Beifall der Abgeordneten Dr. Van der Bellen und Dr. Rada.) Steuern, erklärt uns der Herr Abgeordnete von der ÖVP, sind von Karl Marx erfunden worden. – Sie sind wirklich der Beste. Das gehört prämiert! (Beifall bei Abgeordneten der Grünen und der SPÖ.)
Abg. Rädler: Alle gleich!
Wir wollen Steuern, lieber Herr Abgeordneter, die alle europäischen Länder (Abg. Rädler: Alle gleich!) in einer ähnlichen, vernünftigen Weise und in gleicher Höhe zahlen, Steuern, die auch auf Gewinne eingehoben werden. – Das ist nicht zu viel verlangt, denn es kann nicht die Zukunft Europas sein, werter Kollege von der ÖVP, dass nur noch der Mittelstand und jene mit den niedrigen Einkommen Steuern zahlen, während jene, die sehr hohe Einkommen, sehr hohe Gewinne haben, egal in welchem europäischen Land, von den Steuern befreit sind. (Abg. Rädler: 2,3 Millionen Österreicher zahlen keine Steuer!) Andernfalls hat Europa seine Zukunft verspielt.
Abg. Rädler: 2,3 Millionen Österreicher zahlen keine Steuer!
Wir wollen Steuern, lieber Herr Abgeordneter, die alle europäischen Länder (Abg. Rädler: Alle gleich!) in einer ähnlichen, vernünftigen Weise und in gleicher Höhe zahlen, Steuern, die auch auf Gewinne eingehoben werden. – Das ist nicht zu viel verlangt, denn es kann nicht die Zukunft Europas sein, werter Kollege von der ÖVP, dass nur noch der Mittelstand und jene mit den niedrigen Einkommen Steuern zahlen, während jene, die sehr hohe Einkommen, sehr hohe Gewinne haben, egal in welchem europäischen Land, von den Steuern befreit sind. (Abg. Rädler: 2,3 Millionen Österreicher zahlen keine Steuer!) Andernfalls hat Europa seine Zukunft verspielt.
Abg. Rädler: Schreibt das der „Standard“, oder ist es wahr?
Wir wollen, dass Mindestlöhne vom niedrigen Niveau angehoben werden auf einen Durchschnittslohn. Wir wollen, dass auch in den entwickelten Ländern Mindestlöhne angehoben werden. In Österreich gab es, schreibt der „Standard“, im Jahr 2006 in 20 Branchen einen Mindestlohn unter 900 € brutto. (Abg. Rädler: Schreibt das der „Standard“, oder ist es wahr?) 1 000 € Mindestlohn ist für viele ein Fremdwort.
Sitzung Nr. 153
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dazu müssen Sie auch wissen – ich hoffe, Sie tun das –, dass nach dem österreichischen Recht diese Richtlinie im Grunde genommen umgesetzt wurde. Was Sie gemeinsam mit Ihren orangen Mitregenten hier machen, ist so typisch für Ihre Politik: Im Zweifel für die Industrie, im Zweifel gegen die Konsumenten. (Zwischenruf des Abg. Murauer.) – Ach so, Kollege Murauer, ich glaube schon, dass Sie das nicht verstanden haben in all den Jahren! Sie haben offenbar sechs Jahre schwarz-orange Regierungspolitik verschlafen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: BAWAG!
Und da verstehen wir uns mit Ihnen in keiner Weise. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Murauer.) Sie wollen einen Staat, der Ihren eigenen Machtgebrauchs-, zum Teil Machtmissbrauchsansprüchen unter bestmöglicher Ausschaltung der Gerichte gerecht wird, damit Sie argumentieren können: Wir wollen die Gerichte entlasten. Schaffen wir die Richter in einzelnen Bereichen gleich ab. – Das wollen wir nicht. Wir wollen dort, wo Private gleichwertig einander gegenüber stehen, durchaus auch, dass diese Konflikte vor Zivilgerichten austragen können. Dort, wo aber in Rechte Dritter eingegriffen wird – und das wird hier der Fall sein –, muss ein Richter beteiligt sein. Das ist das Mindestmaß, das man in einem demokratischen Rechtsstaat einhalten muss. (Abg. Rädler: BAWAG!)
Abg. Rädler: Wo steht das?
Diese Zustimmung wird jedoch speziell nur für diese Versicherung gegeben und bedeutet nicht, dass die SPÖ mit der Pensionskürzungsreform dieser Bundesregierung einverstanden ist, denn gerade die ASVG-Versicherten wurden von dieser Bundesregierung sehr stark vernachlässigt beziehungsweise bestraft (Abg. Rädler: Wo steht das?) – allein die reale Pensionskürzung in den letzten vier Jahren betrug rund 11 Prozent. (Abg. Dr. Stummvoll: Warten wir ab, was der ÖBG alles kürzen wird!)
Sitzung Nr. 154
Abg. Rädler: Ja, leider!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Frage des Regimewechsels ist eine interessante Frage: Wo überall auf der Welt soll es einen Regimewechsel geben? Und auf Basis welcher Begründung ist man der Meinung, dass das jeweilige Regime die übelste, menschenverachtendste Diktatur auf der gesamten Welt ist, weshalb es – davon abgeleitet – einen Grund für einen Eingriff der internationalen Staatengemeinschaft oder Einzelner gibt? Ist nicht die Wahrheit vielmehr die, dass es leider nach wie vor eine Reihe von Diktaturen auf der Welt gibt mit menschenverachtenden Regimen (Abg. Rädler: Ja, leider!), teilweise sogar ärger als im Irak, wo weggeschaut wird? Eigentlich ist die Begründung, muss man sagen, dass es dort um den Regimewechsel geht, in Wirklichkeit ein vorgeschobenes Argument, das eine Legitimation für andere strategische Ziele darstellen soll.
Abg. Rädler: Das fragen wir uns alle!
Ich weiß aber, dass der Sinn Ihrer Anfrage ein anderer war, und wir wollen uns diesem Thema auch in keiner Weise entziehen. Natürlich sucht das Ganze seinesgleichen! Es ist dies eine Sumpflandschaft, und wir hätten auch schon gerne, dass sich da ein Ende abzeichnet. Dem ist aber nicht so. Natürlich ist die Verhaltensweise des ehemaligen Direktors Elsner geradezu verabscheuungswürdig. Dennoch frage ich mich in Richtung SPÖ und ÖGB, was all das jetzt im Nachhinein helfen soll. (Abg. Rädler: Das fragen wir uns alle!) Ich weiß schon, dass Sie nicht viele Optionen haben, aber jetzt alle möglichen Anzeigen hinterherzuwerfen ist auch ganz gut und nützlich. Wie gesagt, Sie sind sich ja alle bei der Betrugstheorie deshalb einig, weil man da wechselseitig am leichtesten davonkommen kann.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Es war nichts da!
Das kann jetzt zwei Ursachen haben: Entweder die Finanzmarktaufsicht hat zu wenig Möglichkeiten in Österreich, oder es ist da bewusst nachlässig agiert worden. Ich glaube, dass es ein Gemisch von all dem ist. Es ist ein Gemisch von all dem, und deshalb sollte man das zum Anlass nehmen, die mittlerweile auch von der FMA vorgeschlagenen Gesetzesänderungen hier durchzubringen. Die Nagelprobe wird ja erfolgen. Ich bin gespannt, ob Sie der Prüferrotation im Bank-Prüfungswesen demnächst zustimmen werden. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Es war nichts da!)
Abg. Rädler: Matznetter!
Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich jetzt zum nächsten Punkt kommen, zu der Frage: Welche Bedeutung haben all diese Leute für die SPÖ? – Ja schauen Sie nach! Wer ist im Kompetenzteam „Wirtschaft“ der SPÖ? (Abg. Rädler: Matznetter!) Matznetter, Flöttl, Elsner, Tumpel – lauter Mitglieder des Kompetenzteams „Wirtschaft“ der SPÖ! (Abg. Dr. Matznetter: Das stimmt überhaupt nicht!)
Sitzung Nr. 155
Abg. Rädler: Rabl? Wirtschaftsjournalist?
Was sagen Sie dazu? (Abg. Rädler: Rabl? Wirtschaftsjournalist?)
Abg. Rädler: Aber?!
Abgeordneter Manfred Lackner (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Fasslabend, ich teile deine Meinung, dass die Freiwilligenarbeit eine der herausragenden Leistungen der Zivilgesellschaft ist. Ich glaube, das steht außer Streit und wird von niemandem in diesem Haus bestritten. (Abg. Rädler: Aber?!) – So weit, so gut.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Da schau her! – Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler. – Abg. Prinz: Vielleicht erfüllt sich noch was? – Ruf bei der ÖVP: Eine Faschingsrede! – Abg. Prinz: Eine Büttenrede war das!
Und deswegen ist es sehr wichtig, dass es ein eindeutiges Wahlergebnis, sagen wir einmal, Anfang Oktober dieses Jahres gibt, damit die Grünen im österreichischen Nationalrat den eindeutigen Auftrag erhalten, auch die militärische Sicherheitspolitik dieses Landes auf eine solide Basis zu stellen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Da schau her! – Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler. – Abg. Prinz: Vielleicht erfüllt sich noch was? – Ruf bei der ÖVP: Eine Faschingsrede! – Abg. Prinz: Eine Büttenrede war das!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir werden gerade an die Abgeordneten des BZÖ und der FPÖ, für die es zu Recht bei den nächsten Nationalratswahlen um die politische und persönliche Existenz geht (Zwischenruf des Abg. Buchner), die Frage richten, ob sie bereit sind, etwa im Bereich der Beschaffung von Eurofightern mit uns und der SPÖ gemeinsam für Aufklärung zu sorgen, und ob sie bereit sind, mit uns gemeinsam einer besonders heiklen Frage nachzugehen, nämlich der Frage: Wer hat als Partei oder als Person von diesem dubiosen Kauf profitiert? (Abg. Murauer: Hoffentlich nicht Sie, Herr Pilz!) Wer hat Geld genommen? Hat die ÖVP Geld bekommen? Hat das BZÖ Geld bekommen? (Ruf bei der ÖVP: Unerhört! – Abg. Dr. Partik-Pablé: Fieberphantasien!) Von wem haben Sie Geld bekommen? Wie ist im Zusammenhang mit den Eurofightern die Parteienfinanzierung gelaufen? (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Warum ist gegen jede sicherheitspolitische, gegen jede finanzielle und gegen jede politische Vernunft etwas gekauft worden, wo nur ein Motiv im Hintergrund stehen kann: persönliche und letzten Endes auch finanzielle Interessen!? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Das wollen wir untersuchen, und deswegen werden wir noch einmal den Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschuss einbringen. Und deswegen werden wir an das BZÖ am Beginn seines politischen Überlebenskampfes die Frage richten (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler): Seid ihr ein Mal bereit, an der Seite einer Mehrheit des österreichischen Nationalrates den Aufgaben, für die ihr gewählt worden seid, nachzukommen, oder geht ihr ohne jeden Widerstand gegenüber der ÖVP in den politischen Untergang? – Das wird die letzte Frage sein, die dem BZÖ in diesem Haus noch zu stellen sein wird. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Puswald.)
Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie des Abg. Rädler.
Wir dürfen aber nicht vergessen, warum es zu illegaler Zuwanderung kommt. Wir müssen sehen, dass diese Menschen hier die Möglichkeit haben, auf dem Schwarzmarkt zu arbeiten. Deswegen denke ich auch, dass es besonders wichtig ist, dass wir gemeinsam auch hier in Österreich die Beschäftigungsmöglichkeit für illegale Migranten eindämmen. Ich halte das für eine ganz wichtige Aufgabe, die wir auch hier in Österreich zu lösen haben werden. (Beifall bei den Freiheitlichen – BZÖ sowie des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 157
Zwischenrufe der Abgeordneten Schöls und Rädler.
„Noch nie in der Geschichte der Zweiten Republik wurde der medienpolitische Machtanspruch so ungeniert artikuliert wie unter der ,Wenderegierung‘. (...) Der ORF wird als Besitz betrachtet, Politiker fühlen sich als Hausherren. (...) Eine neue Facette im System ist die Unverfrorenheit, mit der die politischen Parteien ihre Kandidaten aufstellen und bewerben.“ (Zwischenrufe der Abgeordneten Schöls und Rädler.)
Sitzung Nr. 158
Abg. Rädler: Was ist das eine Drittel Arbeitsloser in Österreich?
Eine EU-weite Tendenz zeigt auf: Ein Drittel der Gesellschaft hat Arbeit, ein Drittel ist arbeitslos und ein Drittel ist in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Nicht den Kopf schütteln, die Statistiken lesen! (Abg. Rädler: Was ist das eine Drittel Arbeitsloser in Österreich?) Statistiken lesen und das als zentrale Frage in Europa auch angehen! (Abg. Rädler: Sind 4 Prozent ein Drittel?)
Abg. Rädler: Sind 4 Prozent ein Drittel?
Eine EU-weite Tendenz zeigt auf: Ein Drittel der Gesellschaft hat Arbeit, ein Drittel ist arbeitslos und ein Drittel ist in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Nicht den Kopf schütteln, die Statistiken lesen! (Abg. Rädler: Was ist das eine Drittel Arbeitsloser in Österreich?) Statistiken lesen und das als zentrale Frage in Europa auch angehen! (Abg. Rädler: Sind 4 Prozent ein Drittel?)
Abg. Rädler: Das ist erst, seit der Broukal weg ist!
Ich sage Ihnen: Schade um das Unternehmen, wenn das so weitergeht! (Abg. Dr. Mitterlehner: Schade um die Redezeit!) Ich hoffe, dass es vielleicht gelingt, eine Veränderung herbeizuführen: im Interesse Österreichs, im Interesse des ORF, im Interesse der Journalisten, die man in Ruhe lassen sollte, dass sie frei arbeiten können, und im Interesse der Zuschauer und der Zuhörer, die ein Recht haben auf einen objektiven und unabhängig agierenden Österreichischen Rundfunk anstatt eines Parteifernsehens der ÖVP. (Abg. Rädler: Das ist erst, seit der Broukal weg ist!)
Sitzung Nr. 160
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das war ein Hilfeschrei, Frau Csörgits!
Ihre Gesundheitspolitik ist gescheitert, und die Rechnung dafür werden Sie am 1. Oktober serviert bekommen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das war ein Hilfeschrei, Frau Csörgits!)
Abg. Wattaul: ... aber nicht der Rädler!
Abgeordneter Peter Marizzi (SPÖ): Geschätzte Herren Staatssekretäre! (Der Redner dreht sich zur Regierungsbank um und überreicht Staatssekretär Mag. Kukacka eine Tafel, auf der das neue Geisterfahrer-Warnschild abgebildet ist.) Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Im Verkehrsausschuss sind wir darin übereingekommen, dass diese Park & Ride-Anlagen eine sinnvolle Sache sind, und wir haben in den letzten drei Jahren im Verkehrsausschuss in Bezug auf die österreichische Bevölkerung in vielen Dingen, Herr Kollege Rädler, sehr konstruktiv zusammengearbeitet. Meinen Kollegen Eder als „politischen Geisterfahrer“ zu titulieren, ist jedoch nicht gerade die angenehme Art, sondern das ist schon ein bisschen unter der Gürtellinie. (Abg. Wattaul: ... aber nicht der Rädler!)
Abg. Rädler: ... mitstimmen!
Herr Staatssekretär Mainoni, man kann sich vorstellen, dass ausländische Kraftfahrer mit dieser Tafel wahrscheinlich wenig anfangen werden, und ich glaube auch, dass die Österreicherinnen und Österreicher damit sehr wenig anfangen werden. Da geht es nicht ums Lustigsein und um „Haha“, sondern da geht es um Geisterfahrer und Tote, Herr Kollege Rädler! (Abg. Rädler: ... mitstimmen!) So lustig ist die ganze Sache also nicht. (Abg. Neudeck: Aber verursachen wird das Schild keine!) Nein, nicht mitstimmen! (Abg. Neudeck: Verursachen wird das Schild keine! Nur wenn es einem auf den Kopf fällt!) Wir haben gesagt: Machen wir eine Nachdenkpause, machen wir etwas Besseres!
Abg. Rädler: Genau! Ja!
Es ist am 1. Oktober dieses Jahres Zeit für die Bevölkerung, etwas zu ändern (Abg. Rädler: Genau! Ja!), dass Umwelt wieder eine Rolle spielt. Dafür bedarf es aber anderer Regierungsparteien und auch eines anderen Umweltministers. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Krainer, der Hellseher!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Krainer, der Hellseher!
Es ist am 1. Oktober dieses Jahres Zeit für die Bevölkerung, etwas zu ändern (Abg. Rädler: Genau! Ja!), dass Umwelt wieder eine Rolle spielt. Dafür bedarf es aber anderer Regierungsparteien und auch eines anderen Umweltministers. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Krainer, der Hellseher!)
Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Gut, dann gibt es keine Redezeitbeschränkung, nicht?
Herr Abgeordneter Räder, Sie sind am Wort. (Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Gut, dann gibt es keine Redezeitbeschränkung, nicht?)
Abg. Rädler: Sie haben nicht Recht!
Sie knöpfen diesen Menschen, deren Lohnanteil am BIP zurückgegangen ist, die höchste Steuer seit je ab! Mit jeder Abstimmung ... (Abg. Rädler: Sie haben nicht Recht!) Ich verstehe Ihre Empörung. Sie ärgern sich wahrscheinlich selbst, dass Sie mit aufgestanden sind, aber Sie werden sich dafür verantworten müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hornek.) Sie sind bei der Abstimmung aufgestanden, Sie sind damit verantwortlich für diesen Beutezug in den Geldtaschen der arbei-
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hornek.
Sie knöpfen diesen Menschen, deren Lohnanteil am BIP zurückgegangen ist, die höchste Steuer seit je ab! Mit jeder Abstimmung ... (Abg. Rädler: Sie haben nicht Recht!) Ich verstehe Ihre Empörung. Sie ärgern sich wahrscheinlich selbst, dass Sie mit aufgestanden sind, aber Sie werden sich dafür verantworten müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hornek.) Sie sind bei der Abstimmung aufgestanden, Sie sind damit verantwortlich für diesen Beutezug in den Geldtaschen der arbei-
Sitzung Nr. 161
Abg. Rädler: Was? – Beifall bei der SPÖ.
Mit diesen Pensionen mit dieser schleichenden Entwertung, die Sie eingeführt haben, ist Schluss, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Lentsch: Sie reden von Albanien und nicht von Österreich!) Das hören Sie nicht gerne, denn so wie die Preise steigen, werden wir die Pensionen erhöhen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ.) Wir garantieren, dass die Pensionen jährlich wieder angepasst werden. Ja, wir werden sie erhöhen. (Abg. Rädler: Was? – Beifall bei der SPÖ.) – Oh, das tut weh, das tut weh. (Abg. Lentsch: Das ist ja lustig, was Sie meinen!)
Abg. Rädler: Wo?
Ein Beispiel – ich könnte sehr viele erzählen – war unlängst in den Zeitungen, nämlich das Gesetz: Recht auf Teilzeitarbeit. (Abg. Rädler: Wo?) Das ist ziemlich zahnlos geworden, meine sehr geehrten Damen und Herren. Jetzt, zwei Jahre nach dem Beschluss, zeigt sich, dass es viele Tücken und viele Lücken hat. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Ja, Sie können lachen, wenn dann eine junge Mutter von ihrem Arbeitgeber gezwungen wird, dass sie beispielsweise ihr Recht auf Teilzeitarbeit nicht geltend machen kann (Abg. Kopf: Sie wollen Teilzeit ja gar nicht! Was jetzt?), weil er ihr vorschreiben möchte, dass sie am Nachmittag zu kommen hat und ihre kleinen Kinder vielleicht in die Arbeit mitbringen soll. Wie soll sie denn dieses Recht dann ausschöpfen, wenn Sie es nicht ermöglicht haben, Herr Kollege Großruck? (Beifall bei
Sitzung Nr. 162
Abg. Rädler: Ja, keine Besucher! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Aber heute ist es wirklich schlimm. Ich glaube, wenn ich Kabarettist wäre, würde ich verzweifeln an meinem Beruf! (Abg. Rädler: Ja, keine Besucher! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Denn wie kann man das noch überbieten, was die ÖVP hier macht? Sie streichen 5 000 Posten von Lehrern und Lehrerinnen. Die Schüler- und Schülerinnenzahl pro Klasse steigt. Fast 10 Prozent aller Schüler und Schülerinnen sitzen in Klassen mit über 30 Schülern, was an sich schon gesetzwidrig ist.
Sitzung Nr. 163
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sehen Sie, es geht also nicht darum, dass man nur auf die Sozialdemokraten zeigt, sondern es geht um ein Grundsatzprinzip; so ist das nun einmal. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Allerdings wird der Handlungsbedarf – spät, aber doch, ich höre allerdings, dass Sie schon vor Jahren einen Antrag eingebracht haben – nun offensichtlich auch von der Sozialdemokratie selbst erkannt und anerkannt, und das hat vielleicht schon etwas mit den Vorkommnissen in der eigenen Umgebung zu tun. Ich darf auch daran erinnern, dass das Wort „Handlungsbedarf“ überhaupt von einem Kanzler kreiert wurde, der nun in der Tat genau diesen Handlungsbedarf ausgelöst hat.
Abg. Rädler: Das haben ja Sie verlangt!
Herr Stummvoll, was haben Sie mit dem Kofferl plötzlich? Ist das nicht wirklich auffällig? Wollen Sie es als Zufall bezeichnen, dass alles jetzt plötzlich vor der Wahl passiert: die diversen Verhöre – eingeflogen – Verhaftung? (Abg. Rädler: Das haben ja Sie verlangt!) Da trifft sich der Staatsanwalt in Bratislava! Wieso trifft er sich mit Flöttl junior nicht in Wien? – Lauter Fragen! Die sollten Sie eigentlich in dem Ausschuss behandeln, die sollten Sie in Wirklichkeit im Rahmen der Dringlichen behandeln, wenn es Ihnen wirklich ... (Abg. Mag. Molterer: Jetzt ist der Staatsanwalt schuld! Wie beim AKH, wie bei Lucona, wie bei Noricum: Die Justiz ist schuld!) – Jetzt sehe ich an Ihrem Gesichtsausdruck, Herr Klubobmann Molterer: Jetzt sind Sie in Schwierigkeiten, denn
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das war der Abgesang, Herr Cap! – Abg. Mag. Molterer: Ab jetzt fürchte ich mich nur mehr!
Und Sie glauben wirklich, dass die Österreicherinnen und Österreicher sich von diesem Täuschungsmanöver beeindrucken lassen?! – Das werden wir noch sehen, denn die wirklich wichtigen Fragen wollen sie auf diese Art nicht behandelt sehen – und die finde ich eigentlich ungeheuerlich, das können Sie mir glauben! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das war der Abgesang, Herr Cap! – Abg. Mag. Molterer: Ab jetzt fürchte ich mich nur mehr!)
Abg. Rädler: Nur Ihre Vorwürfe sollen geklärt werden!
Was sagen Sie, Frau Fekter, eigentlich dazu, dass die Oberstaatsanwaltschaft heute eine Selbstanzeige eingebracht hat? – Die Justiz lässt wegen möglichen Geheimnisverrats gegen sich selbst ermitteln. (Abg. Dr. Fekter: Um aufzuklären, natürlich!) Die Justiz hat offensichtlich in ihrem Kreis schwarze Schafe, die Informationen an die ÖVP und an das BZÖ gegeben haben (Abg. Rädler: Nur Ihre Vorwürfe sollen geklärt werden!), wogegen sich die Justiz wehren muss. Sie muss sich gegen Ihre Methoden in der Politik wehren (Abg. Dr. Fekter: Eure Vorwürfe! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), gegen den üblen Stil, den Sie auf dem Rücken der Justiz austragen. Das ist das Problem, Frau Fekter! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Glauben Sie das selbst? Sie glauben das ja selbst nicht mehr!
Ich sage Ihnen: Der 1. Oktober wird der Tag sein, an dem die Menschen sagen: Wenn ihr nichts hören wollt, dann werdet ihr es fühlen! – Die Österreicherinnen und Österreicher werden Ihnen mit Ihrer arroganten, abgehobenen und unsozialen Politik der letzten Jahre, die auf dem Rücken der ÖsterreicherInnen ausgetragen wurde, nicht mehr die Mehrheit geben (Abg. Rädler: Glauben Sie das selbst? Sie glauben das ja selbst nicht mehr!), und daher wird Österreich ab dem 2. Oktober in eine zuversichtliche, hoffnungsfrohe, faire, soziale, gerechte Zukunft gehen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Gesetzgebungsperiode 23
Sitzung Nr. 1
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es geht ausschließlich darum, warum diese Typenentscheidung gefällt wurde. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Aber auch nicht alles.
Abg. Rädler: Gott sei Dank!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Ich bin dafür, dass wir das hier offen ausdiskutieren! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie lassen gerade über Ihre Spin-Doktoren verbreiten, dass Sie heute vorhaben, die Gespräche mit uns zur Bildung einer Regierung zu unterbrechen (Abg. Rädler: Gott sei Dank!), auf unbestimmte Zeit – das ist ein guter Zwischenruf, ein sehr guter Zwischenruf, das sollte man ins Protokoll aufnehmen –, denn Sie wollen nicht parallel zur Arbeit eines demokratisch eingesetzten, gewählten – wir werden sehen, ob er eine Mehrheit hat (Abg. Mag. Stadler: Verfassungsmäßigen!) –, verfassungsmäßigen Untersuchungsausschusses Gespräche zur Bildung einer Bundesregierung führen. Das soll man einmal in aller Ruhe der Bevölkerung, den Österreicherinnen und Österreichern mitteilen.
Abg. Rädler: „Napalm-Wahlkampf“!
Wir sitzen zusammen in den Verhandlungen, und ein Mitglied Ihres Verhandlungsteams sagt, dass die Gespräche stattfinden mit Blickkontakten, wie wenn Nordkorea und Südkorea zusammensitzen. – Das ist nicht in Ordnung. (Abg. Rädler: „Napalm-Wahlkampf“!) Ich kann mich an solche Blickkontakte überhaupt nicht erinnern.
die Abgeordneten Rädler und Hornek: „Napalm-Wahlkampf!“ „Napalm-Wahlkampf“!
Und wenn sich das alles häuft (die Abgeordneten Rädler und Hornek: „Napalm-Wahlkampf!“ „Napalm-Wahlkampf“!) – können Sie Ihr aggressives Gehabe da oben langsam einstellen?! –, wenn das überhandnimmt, dass hier permanent versucht wird, immer wieder ein Steinchen ins Wasser zu werfen, um dann immer wieder nachher über ein Klima zu diskutieren, das sich verschlechtert und verschlechtert, dann frage ich mich: Was kann das Ziel sein von Ihrer Seite? (Ruf bei der ÖVP: Was ist Ihr Ziel?)
Abg. Rädler: Ja, „super“!
Herr Lopatka trat hier bereits wieder mit dem Elan eines künftigen Wahlkampfleiters ans Rednerpult, denn anscheinend will er in nächster Zeit noch einmal einen Wahlkampf führen. Wenn er sagt, da gibt es eine Dreierkoalition (Abg. Rädler: Ja, „super“!), nachdem die Grünen, die Blauen und die Roten heute den ganzen Tag gesagt haben, es handelt sich um eine punktuelle Zusammenarbeit zu diesem einen Untersuchungsausschuss (Hahaha-Rufe und weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), wenn Sie hier in die Öffentlichkeit treten und sagen, es gibt eine Dreierkoalition, dann frage ich mich: Wie seriös ist das? Was wollen Sie letztendlich damit bewirken? (Abg. Rädler: ... aus der Partei austreten!) Ist Ihnen im Endeffekt die Verhinderung dieses Untersuchungsausschusses wichtiger als eine Regierungsbildung? Ist es das, was Sie hier anstreben? Ist das Verantwortlichkeit? (Abg. Wöginger: Das müssen Sie sich fragen!)
Abg. Rädler: ... aus der Partei austreten!
Herr Lopatka trat hier bereits wieder mit dem Elan eines künftigen Wahlkampfleiters ans Rednerpult, denn anscheinend will er in nächster Zeit noch einmal einen Wahlkampf führen. Wenn er sagt, da gibt es eine Dreierkoalition (Abg. Rädler: Ja, „super“!), nachdem die Grünen, die Blauen und die Roten heute den ganzen Tag gesagt haben, es handelt sich um eine punktuelle Zusammenarbeit zu diesem einen Untersuchungsausschuss (Hahaha-Rufe und weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), wenn Sie hier in die Öffentlichkeit treten und sagen, es gibt eine Dreierkoalition, dann frage ich mich: Wie seriös ist das? Was wollen Sie letztendlich damit bewirken? (Abg. Rädler: ... aus der Partei austreten!) Ist Ihnen im Endeffekt die Verhinderung dieses Untersuchungsausschusses wichtiger als eine Regierungsbildung? Ist es das, was Sie hier anstreben? Ist das Verantwortlichkeit? (Abg. Wöginger: Das müssen Sie sich fragen!)
Sitzung Nr. 4
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Oder: Ich habe noch ein weiteres Mail, und zwar von einer 49-jährigen Dame. Sie würde gerne eine Ausbildung zur Fremdenführerin absolvieren, hat sehr gute Qualifikationen im sprachlichen Bereich und hat zusätzlich bereits im Ausland als Fremdenführerin gearbeitet. Sie bekommt diese Ausbildung nicht bezahlt. Das Interessante ist, eine Kollegin von ihr, in etwa gleichaltrig, mit weniger Qualifikationen, aber mit dem Glück, in einem anderen Bezirk zu wohnen, mit einer anderen Sachbearbeiterin, bekommt genau dieselbe Ausbildung sehr wohl bezahlt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 6
Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenruf des Abg. Rädler.
schaffung der Studiengebühren. Wir halten die Studiengebühren für nicht notwendig, ja sogar für hinderlich. (Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Sie wollen es nicht verstehen!
Ich verstehe Sie gar nicht. Wenn Sie mir das nachher sagen, können wir vielleicht im Couloir miteinander sprechen. (Abg. Rädler: Sie wollen es nicht verstehen!) Nein, ich verstehe Sie nicht. Sie sprechen so undeutlich. Ich weiß nicht, woran das liegt.
Abg. Rädler: Werden wir sehen!
Hier im Nationalrat – und das ist das Problem – ist es natürlich so, dass eine Mehrheit der Abgeordneten die Studiengebühren beibehalten will: ÖVP, FPÖ, BZÖ. Es bleibt also für die SPÖ nur der Weg über die Regierungsverhandlungen, und diesen Weg werden und wollen wir gehen, und zwar mit Nachdruck und Entschlossenheit. (Abg. Rädler: Werden wir sehen!) Ich hoffe, Sie lachen dann am Schluss auch mit, wenn die Studiengebühren abgeschafft wurden, wenn es gelungen ist, endlich auch Sie zu überzeugen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 8
Abg. Rädler: Ihr wart vier Jahre dabei!
Genau das ist aber die Wirklichkeit, mit der wir es zu tun haben. (Abg. Rädler: Ihr wart vier Jahre dabei!) Genau das ist die Wirklichkeit – und nicht die Zerrbilder, die Sie da produzieren. Wir erleben, dass es selbstverständlich die Pensionisten sind, die genau nicht zu dieser Gruppe der Privilegierten gehören. Ihnen hat man eine ganz andere Rolle zugeteilt, nämlich die eines Bittstellers vom Dienst – das ist die Position, die Sie für die Pensionisten vorgesehen haben. Es wurde eine Gruppe geschaffen, die offenbar überall dort zu kurz kommen soll, wo man nur zu kurz kommen kann. Und innerhalb dieser Gruppe der Unterprivilegierten gibt es dann noch einmal eine Gruppe der Unterprivilegierteren, und das sind die – wie man sie im Volksmund nennt – Mindestpensionsbezieher.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ihr wart auch dabei!
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Westenthaler, Sie haben meinen Kollegen Kickl dahin gehend kritisiert, dass er so viele Punkte aufgezählt hat, die entfallen. Herr Kollege Westenthaler – Sie kommen gerade ins Plenum herein –, wir reparieren lediglich das, was Sie verpfuscht haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ihr wart auch dabei!)
Abg. Rädler: Was verdienen Sie?
Ich darf Ihnen sagen, dass offenbar der Blick, wenn man 8 000 € verdient, durch die Kugel etwas getrübt sein dürfte. Wenn man weiß, dass in Österreich 300 000 Menschen (Abg. Rädler: Was verdienen Sie?) in Armut leben und eine 1 Million Menschen an der Armutsgrenze lebt, dann muss ich Ihnen sagen: Es ist sehr zynisch, hier herauszugehen und das Gegenteil davon zu behaupten! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ist der Antrag richtig?
Zweitens: Personen mit einem monatlichen Gesamtpensionseinkommen von weniger als 1 350 € erhalten zusätzlich eine Erhöhung von 0,3 Prozent monatlich. (Abg. Rädler: Ist der Antrag richtig?)
Abg. Rädler: Ich habe geglaubt, Gewerkschafter sind nicht im Parlament!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Haberzettl zu Wort. Wunschredezeit: 4 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Rädler: Ich habe geglaubt, Gewerkschafter sind nicht im Parlament!)
Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG! – Abg. Rädler: Cerberus schlägt zu!
Abgeordneter Wilhelm Haberzettl (SPÖ): Geschätzte Präsidentin! Verehrte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Heute ist wohl der Tag der Reparaturen. (Rufe bei der ÖVP: BAWAG! BAWAG! – Abg. Rädler: Cerberus schlägt zu!) Nicht nur der berüchtigte Kindergelderlass der Frau Sozialministerin muss repariert werden, wenn auch, wie es scheint, gegen ihren Willen, sondern auch die Pensionsreform des Jahres 2004, mit der die so genannte Parallelrechnung eingeführt wurde. Damit sollte der Pensionsanspruch sowohl nach dem alten Pensionssystem wie auch nach dem damals neuen Pensionsrecht ermittelt werden. Dadurch war es notwendig, nicht wie früher die besten 15 Jahre der Pensionsversicherungszeiten zu ermitteln, sondern das Gesetz macht eine lebenslange Durchrechnung notwendig.
Abg. Rädler: Eine alte Rede!
Die unsozialsten Wesenszüge der Pensionsreform: doppelte Abschlagszahlungen bei Korridorpensionen, kein Pensionskorridor für Frauen, eine völlig unbefriedigende Hacklerregelung und eine noch viel schlimmere Schwerarbeiterregelung (Abg. Rädler: Eine alte Rede!), das war eine Politik nach dem Motto „länger arbeiten, weniger Pension“, und die Opfer dieser Art von Politik sind Frauen, Arbeitslose und nicht durchgängig Beschäftigte. (Abg. Ing. Westenthaler: Zahlen die „Heuschrecken“ jetzt die Gewerkschaftspensionen?)
Abg. Rädler: Eine Chuzpe!
Meine Damen und Herren von der ÖVP, wir hätten jetzt die Chance, im Zuge der Verhandlungen diese Grausamkeiten im Pensionsbereich zu beseitigen. Gestalten Sie mit der SPÖ eine soziale Zukunft! (Abg. Rädler: Eine Chuzpe!) Das heißt, es muss eine faire Gestaltung der Hacklerregelung geben. Das heißt, es muss endlich zu einer gerechten Schwerarbeiterregelung kommen, und diese Augenauswischerei, die jetzt bei Schwerarbeitern stattfindet, sollte beendet werden. (Abg. Mag. Molterer: Mein Gott!)
Abg. Rädler: Ewiggestrige! Scheuklappen! Sozialromantiker!
Ich weiß, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass es bei den Koalitionsverhandlungen noch ein hartes Stück Arbeit sein wird, zu einem Konsens über eine gerechte Pensionsregelung zu kommen. (Abg. Mag. Molterer: Und die BAWAG ist futsch ins Ausland, und die Pensionen werden gekürzt!) Aber ich bin auch überzeugt, dass es uns gelingen wird, weil wir doch hoffentlich alle der grundsätzlichen Auffassung sind, dass es sich Österreich leisten kann und muss, dass die ältere Generation nach jahrzehntelanger harter Arbeit und großer Leistung für unser Land einen gesicherten Lebensabend hat, den sie sich verdient. (Abg. Rädler: Ewiggestrige! Scheuklappen! Sozialromantiker!) Das setzt aber auch das Selbstverständnis voraus, dass die jetzige Gesetzesänderung nur der Beginn einer inhaltlichen Verbesserung der Pensionsgesetzgebung ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: So ist es!
Herr Kollege Haberzettl, ich finde es schon sehr eigenartig, dass Sie an einem für die Gewerkschaftsbewegung historischen Tag, an dem der ÖGB nur gerettet werden kann, weil sein größtes Vermögen – die BAWAG – an einen Fonds verkauft wird (Abg. Rädler: So ist es!), von dem Sie noch vor Monaten, noch vor Wochen gesagt haben: „Heuschrecken“ sind das, „kapitalistische Heuschrecken“!, hier herauskommen und die erfolgreiche Politik der Regierung kritisieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten des BZÖ.)
Sitzung Nr. 11
Abg. Rädler: Sie sind auch jenseitig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich finde das jenseitig (Abg. Rädler: Sie sind auch jenseitig!), jenseits der Parteipolitik, jenseitig, dass Volksgruppen in Österreich, für die wir nach dem Staatsvertrag zu sorgen haben, deren Rechte wir wahrzunehmen haben, seit Jahren das Recht verwehrt wird.
Sitzung Nr. 14
Abg. Rädler: Keine Unterstellungen!
Selbstverständlich brauchen wir daher eine Raumplanung, die die Regeln der Natur respektiert und genau in diesem Sinne auch handelt. Das ist natürlich schon ein Punkt – Herr Bauer hat vorhin von Absiedelungsprojekten aus den „Roten Zonen“ und Übernahme der Kosten durch die öffentliche Hand gesprochen –: Leute kaufen billig Baugrund, Bürgermeister missachten teilweise diese Zonen, widmen um (Abg. Prinz: Vorsicht! Vorsicht!), und dann haben sie das Problem, dass sie Leute haben, die von den Schäden betroffen sind. Auch hier muss man fragen und schauen: Wer trägt denn dann wirklich die Kosten? – Solche Dinge muss man sich genauer anschauen, nicht nur so auf den ersten Blick hin sagen: Machen wir, und tun wir! (Abg. Rädler: Keine Unterstellungen!), und das Blaue vom Himmel versprechen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Keine Unterstellungen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Keine Unterstellungen!
Selbstverständlich brauchen wir daher eine Raumplanung, die die Regeln der Natur respektiert und genau in diesem Sinne auch handelt. Das ist natürlich schon ein Punkt – Herr Bauer hat vorhin von Absiedelungsprojekten aus den „Roten Zonen“ und Übernahme der Kosten durch die öffentliche Hand gesprochen –: Leute kaufen billig Baugrund, Bürgermeister missachten teilweise diese Zonen, widmen um (Abg. Prinz: Vorsicht! Vorsicht!), und dann haben sie das Problem, dass sie Leute haben, die von den Schäden betroffen sind. Auch hier muss man fragen und schauen: Wer trägt denn dann wirklich die Kosten? – Solche Dinge muss man sich genauer anschauen, nicht nur so auf den ersten Blick hin sagen: Machen wir, und tun wir! (Abg. Rädler: Keine Unterstellungen!), und das Blaue vom Himmel versprechen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Keine Unterstellungen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ahnungslos!
Der Klima- und der Naturschutz sind nicht nur eine umweltpolitische Herausforderung, sondern eine zutiefst wirtschafts- und sozialpolitische Herausforderung, und dem muss man auch gerecht werden. Bei den Budgetverhandlungen in den nächsten Wochen werden wir ja die Gelegenheit haben, auf Prävention zu achten und auf die Vermeidung von Kosten, die in der Folge dann alle zu tragen hätten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ahnungslos!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Minister, etwas stört mich ganz besonders: Ihrem Weg des Zukaufs von Emissionszertifikaten steht unser vollstes Misstrauen gegenüber, denn es ist nirgends festgelegt, welche Verwendung diese jeweils lukrierten Gelder finden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sollte es so sein, wie ich es höre, dann werden damit wieder Atomkraftwerke gefördert, und dazu kann ich nur sagen: nein danke! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Steibl: Herr Minister! – Abg. Rädler: Es ist Frauentag! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
fung dieser unlauter erzielten Gewinne dann wieder zurückgenommen werden können. Das wäre etwas, wo Sie Ihre Energien, Ihre Emotionen, Frau Kollegin, für eine gute Initiative sinnvoll bündeln könnten. (Abg. Steibl: Herr Minister! – Abg. Rädler: Es ist Frauentag! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 16
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ein paar Zahlen zu Ihnen: Unter Ihrer Ägide, unter Schwarz-Orange, ist die Kriminalität um 20 Prozent gestiegen. 3 000 Planstellen wurden abgebaut. Die Aufklärungsrate ist von 50 Prozent auf 38 Prozent gesunken. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und die Zahl der Einbrüche hat sich verdoppelt.
Sitzung Nr. 17
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dieses Doppelspiel mitzutragen sind wir aus mehreren Gründen nicht bereit; wesentliche Ergebnisse hat der Untersuchungsausschuss bereits bis hierher ans Tageslicht gebracht. Welche sind das? Warum kann man nur alle KollegInnen davor warnen, dieser eigenartigen schlechten Hybridlösung zuzustimmen? – Wenn es plötzlich opportun ist, dass ein Finanzminister einen Kabinettsmitarbeiter via E-Mail zum Vorstand jener Finanzmarktaufsicht losschickt und ihn geradezu beauftragt, einen ganzen Fragenkatalog zu beantworten, um einer bestimmten politischen Partei zu schaden, dann ist das Anstiftung zum Amtsmissbrauch und sonst gar nichts! (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Schreien Sie nicht so laut, denn der Kabinettsmitarbeiter sitzt noch beim Herrn Molterer; der Sache werden wir noch nachgehen.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Seit Monaten haben wir hauptsächlich damit zu tun, den sich verweigernden Behörden (Zwischenruf des Abg. Rädler) – Argument wie vorher! –, den Akten nachzulaufen, weil unter anderem die FMA die Akten zurückgehalten hat! Jetzt kommen die Akten, und wenn es nach Ihnen gegangen wäre, hätte der U-Ausschuss schon längst zu arbeiten aufgehört. Das ist Ihre Methode, aber das wird nicht durchgehen! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Wer ist schuld?
Es wird also nichts wirklich eingesehen, sondern dieser Umschwung im Denken entstammt einzig und allein einer Ursache: dass es in diesem Winter keinen Schnee gegeben hat! (Abg. Rädler: Wer ist schuld?) Der „Goldesel“ Wintertourismus hat „Verstopfung“ – und dann erkennen Sie Handlungsbedarf.
Abg. Rädler: Sie sind so weit weg von der Welt!
Dieser Punkt macht einfach deutlich, dass einmal mehr bei den Regierungsparteien die Absichtserklärungen und die konkreten Maßnahmen sehr weit auseinanderklaffen! Denn wenn Sie – laut dem Antrag – schon erkannt haben, dass der Ganzjahrestourismus einem extremen Wintertourismus vorzuziehen ist – siehe Antrag, siehe Regierungsprogramm und siehe auch die Absichtserklärung im Lagebericht zur Tourismus- und Freizeitwirtschaft! –, warum um alles in der Welt unterstützen und finanzieren Sie dann das größte Wintertourismus-Marketingevent, das Österreich je hatte? Warum unterstützen Sie massivste Investitionen in die Wintersportinfrastruktur? Warum unterstützen Sie die Salzburger Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2014? (Abg. Rädler: Sie sind so weit weg von der Welt!) – Ich stehe ganz fest in dieser!
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bravoruf des Abg. Rädler.
Letzter Punkt, worin ich mit Ihnen nicht übereinstimmen kann: Ich sehe Highlights und Events wie die Olympiade und die Euro 2008 nicht als im Widerspruch zum Ganzjahrestourismus stehend. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Bravoruf des Abg. Rädler.) Sie sind einfach ein Anreiz und notwendig.
Abg. Rädler: Jetzt brauchen wir Schneekanonen!
Herr Minister! Ich habe mich extra nach Ihnen zu Wort gemeldet, weil ich gerne eine sachliche Debatte mit Ihnen führe. Sie haben im Ausschuss durchaus auch Ansätze gezeigt. Herr Minister! Unser Problem, klimamäßig, liegt vor allem darin, dass vergangene Bundesregierungen und die ÖVP seit Jahrzehnten – Sie persönlich sitzen ja seit Jahren in der Bundesregierung – in Sachen Klimaschutz wenig bis gar nichts getan haben. Jetzt kommt die Systemkosmetik mit den Schneekanonen. (Abg. Rädler: Jetzt brauchen wir Schneekanonen!) Das ist das Ergebnis Ihrer Politik, und zwar dass Sie Klimaschutz missachteten und jetzt mit Kanonen schießen müssen, damit die Touristen insgesamt noch ein Betätigungsfeld im traditionellen Sinn finden. (Abg. Rädler: Bitte!) So gescheit, uns jetzt den Ball herüberzuspielen, finde ich das nicht von Ihnen.
Abg. Rädler: Bitte!
Herr Minister! Ich habe mich extra nach Ihnen zu Wort gemeldet, weil ich gerne eine sachliche Debatte mit Ihnen führe. Sie haben im Ausschuss durchaus auch Ansätze gezeigt. Herr Minister! Unser Problem, klimamäßig, liegt vor allem darin, dass vergangene Bundesregierungen und die ÖVP seit Jahrzehnten – Sie persönlich sitzen ja seit Jahren in der Bundesregierung – in Sachen Klimaschutz wenig bis gar nichts getan haben. Jetzt kommt die Systemkosmetik mit den Schneekanonen. (Abg. Rädler: Jetzt brauchen wir Schneekanonen!) Das ist das Ergebnis Ihrer Politik, und zwar dass Sie Klimaschutz missachteten und jetzt mit Kanonen schießen müssen, damit die Touristen insgesamt noch ein Betätigungsfeld im traditionellen Sinn finden. (Abg. Rädler: Bitte!) So gescheit, uns jetzt den Ball herüberzuspielen, finde ich das nicht von Ihnen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Themessl.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Frau Ministerin! Hohes Haus! Ich habe mich noch einmal zu Wort gemeldet, weil ich einerseits die Aussage von Herrn Obernosterer hier schon berichtigen muss. Ich habe festgestellt, dass wir von der FPÖ diesen Antrag deswegen unterstützen, weil es eine zarte Pflanze ist, weil es erstmalig einen Tourismusausschuss gibt und wir diesen Tourismusausschuss befürworten, allerdings diesem Antrag an sich nichts abgewinnen können, weil in diesem Antrag außer Absichtserklärungen keine konkreten Sachen drinnen stehen, aber wir das befürworten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Themessl.)
Sitzung Nr. 18
Abg. Rädler: Abwarten und Grünen Tee trinken!
Was nicht in der Budgetrede steht, was nicht im Budgetbegleitgesetz steht, was derzeit überhaupt nirgends steht, ist: Wann kommt der, wie kommt der, wer entscheidet über die Mittel, wie wird der Fonds finanziert, et cetera, et cetera? Und da warten wir natürlich gespannt auf das, was noch kommen wird. Derzeit ist das eine Worthülse und sonst nichts. (Abg. Rädler: Abwarten und Grünen Tee trinken!) Schön, wenn dieser Fonds in Höhe von 500 Millionen € kommt, in erster Linie für die Förderung des Klimaschutzes. Aber derzeit ist das eine leere Worthülse, leider, Herr Kollege Cap. Ich bezweifle, dass die SPÖ sehr dahinter war, diesen Klimafonds zu installieren, weil bis jetzt die SPÖ in Umwelt- und Klimaschutzfragen auf beiden Ohren absolut taub war. Absolut taub! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Das wurde umgesetzt!
Als die Sondergruppe vom Herrn Pröll angekündigt wurde (Abg. Rädler: Das wurde umgesetzt!), haben die Bürger in Niederösterreich geglaubt, dass jetzt 24 Wunderwuzzis in Uniform und in Zivil kommen werden. Die sind natürlich irgendwo abgezogen worden. Selbstverständlich! Die sind nicht neu aufgenommen worden. Man müsste auch endlich dazu übergehen, dass die Polizeischüler erst dann zu jenen zählen, die eine Planstelle besetzt halten, wenn sie in den praktischen Dienst entlassen werden. Das hat der Minister auch nicht geschafft.
Sitzung Nr. 21
Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung! – Abg. Grillitsch: ... ! Was machen die Vereine mit den Fördermitteln?
Sie sagen jetzt, dass die Zahlungen an die Spieler im Fußball transparent und offen sind? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Faul.) Wer kriegt denn die Fördermittel? – Die Vereine. Und was machen die Vereine mit diesen Fördermitteln? Und wer garantiert, dass das nicht genau dort hineinfließt, wo es dann doppelte Budgetierungen gibt, wo auf einmal zwei ... (Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung! – Abg. Grillitsch: ... ! Was machen die Vereine mit den Fördermitteln?) – Ich stelle fest: Kollege Zweytick sagt, von diesen 22 Millionen bis 24 Millionen ... (Abg. Grillitsch: Wiederholen Sie das, was Sie gesagt haben!) – Wenn Sie mir zuhören würden, dann könnte ich etwas sagen. Wenn Sie ständig reden, dann wird es schwierig.
Abg. Rädler: Sie waren noch nie in einem Verein tätig!
Die 22 Millionen bis 24 Millionen fließen offenbar nicht in die Nachwuchsförderung der Großvereine, sie fließen offenbar auch sehr beschränkt in die Nachwuchsförderung der kleinen Vereine. Daher stellt sich wirklich die Frage: Wohin? Das ist genau der Punkt. Zeigen Sie als Experte des landwirtschaftlichen Raumes mir, wo im Sportbericht steht, was dort für die Förderung ausgegeben wird! Nichts finden wir! Auf einer halben Seite steht: 37,5 Prozent, 22 Millionen bis 24 Millionen für die Förderung. (Abg. Rädler: Sie waren noch nie in einem Verein tätig!) Es steht aber nichts drinnen, was damit gemacht wird.
Abg. Dr. Jarolim: So lernt man halt, Anträge nicht mehr ernst zu nehmen! – Abg. Rädler: Sie können ja mitstimmen, Herr Jarolim!
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Höfinger. 4 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Dr. Jarolim: So lernt man halt, Anträge nicht mehr ernst zu nehmen! – Abg. Rädler: Sie können ja mitstimmen, Herr Jarolim!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Vorschläge!
Aber Stichwort: Flexibilisierung, neoliberale Globalisierung – und da geht es dann weiter bei Ihnen. Wir haben von der Globalisierungspolitik nichts zu befürchten, sagen Sie, sagt auch der Herr Minister. Dieses „Wir“ kann da wohl nur als Pluralis Majestatis in Ihrer gewohnten solidarischen Art und Weise gemeint sein, denn wenn Sie mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in diesem Land sprechen, dann sehen Sie, die fürchten sich (Abg. Dr. Mitterlehner: Weil Ihr ihnen das einredet!) – die fürchten um ihren Arbeitsplatz (Abg. Kopf: Wenn Sie ihnen ständig Angst machen!), und eben genau deshalb, weil es nicht genug ist, wenn es der Wirtschaft gut geht, damit es allen Menschen mit Zuversicht gut gehen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Vorschläge!)
Abg. Rädler: Was sind die Vorschläge?
Kurz, der Punkt ist: Wir brauchen mehr Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik. (Abg. Rädler: Was sind die Vorschläge?) – Vorschläge? Wir sind ja hier nicht im Ausschuss.
Abg. Rädler: Ist das alles?
Türen auf, meine Damen und Herren, hereinspaziert – je früher desto besser! – Das ist offensichtlich der Kurs Bartenstein/Buchinger. Ich sage Ihnen aber ganz deutlich, dass das ein Kurs in die Sackgasse ist. (Abg. Rädler: Ist das alles?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Kainz sowie weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ein Liter Vollmilch ist um 13 Prozent teurer geworden – bereits nach Abzug der inflationsbedingten Verteuerung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Kainz sowie weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Also, liebe Freunde, die Aussage: „Geht es der Wirtschaft gut, dann geht es den Arbeitnehmern gut“, stimmt leider nicht! Uns wäre es ja recht und billig, wenn es so wäre. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Bitte schreien Sie doch nicht immer dazwischen! Es muss doch Aufgabe dieses Parlaments und dieses Hohen Hauses sein, gerade diese Situation zu verbessern.
Abg. Rädler: Das wissen wir nicht, oder was?
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP – die offenbar immer irgendwo in einem verdunkelten Kammerl sitzen müssen –, Sie haben es absolut geschafft, sich von jeder Realität fernzuhalten, auch von der Realität, dass es viele und viel zu viele Menschen gibt, die arbeitsuchend sind (Abg. Rädler: Das wissen wir nicht, oder was?) und keine Arbeit finden. Die sind nicht faul, meine sehr geehrten Damen und Herren, wie Sie ihnen das immer wieder unterstellen! (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Prinz: Reißen Sie sich ein bisschen zusammen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die haben auch keine Lust auf Ihre soziale Hängematte, was Sie ihnen immer wieder unterstellen und was Ihrerseits auch dokumentiert ist! (Abg. Murauer: Hoffentlich glauben Sie das nicht selber, was Sie da reden! – Abg. Kainz: ... Frustrede!)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Prinz: Reißen Sie sich ein bisschen zusammen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.
Meine sehr geehrten Damen und Herren von der ÖVP – die offenbar immer irgendwo in einem verdunkelten Kammerl sitzen müssen –, Sie haben es absolut geschafft, sich von jeder Realität fernzuhalten, auch von der Realität, dass es viele und viel zu viele Menschen gibt, die arbeitsuchend sind (Abg. Rädler: Das wissen wir nicht, oder was?) und keine Arbeit finden. Die sind nicht faul, meine sehr geehrten Damen und Herren, wie Sie ihnen das immer wieder unterstellen! (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Prinz: Reißen Sie sich ein bisschen zusammen! – Weitere lebhafte Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die haben auch keine Lust auf Ihre soziale Hängematte, was Sie ihnen immer wieder unterstellen und was Ihrerseits auch dokumentiert ist! (Abg. Murauer: Hoffentlich glauben Sie das nicht selber, was Sie da reden! – Abg. Kainz: ... Frustrede!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte aber auch einen ebenso wichtigen Teil kurz ansprechen, der auch die gesamte Verkehrsinfrastruktur betrifft, und zwar die Regionalbahnen. Die Regionalstrecken (Zwischenruf des Abg. Rädler) – ganz genau! – als Zubringer für die Hauptbahnen bilden aus meiner Sicht das Fundament eines gut funktionierenden Schienennetzes.
Abg. Rädler: Hauptbahnhof!
Sehr geehrte Damen und Herren! Herr Minister! Wir wissen von der Bedeutung der Regionalbahnen auch bei Großereignissen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass beim geplanten Papst-Besuch heuer im Herbst in Mariazell ein wesentlicher Teil der Besucher mit der Mariazellerbahn anreisen wird. (Abg. Strache: Der Papst fährt mit dem Zug?) Die Regionalbahnen, die Mariazellerbahn, sehr geehrte Damen und Herren, brauchen Investitionen dringender denn je! (Abg. Rädler: Hauptbahnhof!) Herr Minister, ich bitte hier auch um Ihre Unterstützung. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir wollen über das aber nicht streiten. Das ist nur eines meiner Motive. Deswegen gebe ich meinen Verstand auch nicht an der Kassa ab. Ich weiß, das Ziel ist, dass wir von der SPÖ Sie überzeugen wollen, dass wir gemeinsam ein Modell erarbeiten, von dem auch für Sie außer Streit steht, dass diese neue Schule besser ist als Hauptschule und AHS. Sie muss auch besser sein als die heutige AHS! Und in der AHS gibt es Verbesserungspotenzial ohne Ende – da sind wir uns alle einig –: undifferenziert, wenig Förderunterricht, wenn einer schlecht ist, wird er „hinausgehaut“, wenn einer nicht passt, schieben wir ihn in die Hauptschule ab. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Also, es gibt ja in der AHS doch anerkannterweise – Kollegin Brinek im Gegensatz zu Ihnen nickt, weil sie weiß, wovon ich spreche! – noch Potenzial.
Abg. Rädler: Es geht ums Geld! Den Gemeinden geht’s ums Geld!
Wir sind auf diesem Weg gegangen, er wird sicher lange dauern. Wir wissen, dass wir Ihnen gegenüber sehr viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, dass wir Sie an Bord holen müssen und dass es uns und den Fachleuten gelingen muss, auch Sie davon zu überzeugen, dass das Neue nicht der Eintopf, nicht das Schlechtere, nicht das Gut-und-schlecht-Zusammenspannen ist, sondern etwas ganz Neues, das für alle Kinder mehr bedeutet, als Schulen heute bedeuten können. (Abg. Rädler: Es geht ums Geld! Den Gemeinden geht’s ums Geld!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es freut mich, wenn man auch im Bereich der ÖVP – für uns ist es ja klar, und auch bei den Grünen ist es klar, und auch bei einzelnen anderen Abgeordneten ist es klar – bereit ist, die Situation mit den Studiengebühren zu überdenken. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber es ist mir wichtig, wenn jetzt heute ... (Abg. Grillitsch: ... von Hinterbänklern sprechen! – Abg. Steibl: Wir sind keine Hinterbänkler, wir sind Regionalabgeordnete!)
Abg. Rädler: Wollen Sie jetzt beitreten, oder was ...?
Das heißt, es sind zwei Gruppen, einerseits Langzeitasylwerberinnen und -werber, die längst integriert sind – und Sie haben ja gesagt, wer sich integrieren will, sollte dies auch tun können –, und andererseits Menschen, die auf Grund der vielen Änderungen, die in den letzten Jahren im Fremdenrecht dauernd passiert sind, plötzlich unverschuldet keinen Aufenthaltstitel mehr hätten, wo wir sagen: Mit einem Stichtag diese Altlasten beseitigen und familienpolitisch aus einer christlichen, sozialen, humanitären Welthaltung heraus (Abg. Rädler: Wollen Sie jetzt beitreten, oder was ...?) für die Herstellung eines Zustandes, der als menschenwürdig bezeichnet werden kann, sorgen!
Abg. Rädler: Wen vertreten Sie?
Ein letzter Punkt noch zum Thema Gewalt gegen Frauen generell: Wir haben seit zehn Jahren das Gewaltschutzgesetz, das in Österreich als Gesetz vorbildlich ausgefallen ist; in der Praxis hinkt es an vielen Stellen weiterhin dem realen Bedarf hinterher. Es gibt eine ganz banale Geschichte, Herr Minister, wo Sie noch nicht einmal Gender Budgeting seriös umsetzen könnten – abgesehen davon, dass Ihr Kapitel, was den geschlechtsspezifischen Aspekt betrifft, wieder erbärmlich ausgefallen ist –: Sie haben in der Kriminalitätsstatistik ja noch nicht einmal eine Statistik, die Täter und Täterinnen und Opfer weiblichen oder männlichen Geschlechts ausweist. (Abg. Rädler: Wen vertreten Sie?)
Abg. Rädler: Der Schulden-Krainer!
Ich sage Ihnen, warum ich hier auf der Bremse stehe: Ausgaben orientieren sich im Gegensatz zu den Einnahmen nie an der Konjunkturentwicklung, sondern wenn sie einmal durch ein Bundesgesetz zugrunde gelegt sind, dann sind sie gegeben. (Abg. Rädler: Der Schulden-Krainer!) Und daher sage ich Ihnen: Es ist im Sinne dieses Hausverstandes vernünftig, positive Budgetentwicklung zum Schuldenabbau zu verwenden, weil wir damit in Zukunft den Spielraum erwirtschaften, den wir für das brauchen, was wir uns vorgenommen haben.
Abg. Rädler: Oje!
Abgeordneter Dieter Brosz (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Es war ja, meine ich, nicht so, dass in diesen Budgetausschüssen durchgehend die Antworten nicht konkret waren, es war sehr unterschiedlich. Insbesondere im Unterrichtsausschuss haben wir uns über die konkreten Antworten der neuen Unterrichtsministerin Schmied durchaus gefreut, nämlich was die Anzahl der neuen Dienstposten im Lehrerbereich betrifft. Das Problem ist nur: Wenn man versucht, das Ganze nachzuvollziehen, ob es in den Budgetdaten und insbesondere im Stellenplan – und deshalb habe ich mich ja noch einmal gemeldet – drinsteht, dann erlebt man durchaus größere Überraschungen. (Abg. Rädler: Oje!)
Abg. Rädler: Ja!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Für den Finanzplatz Österreich, aber auch für die Bankkunden, Konsumenten wie Unternehmen sind Datenschutz und das Bankgeheimnis von ganz wesentlicher Bedeutung. Daher ist es, Hohes Haus, nicht zu akzeptieren, dass über den belgischen Finanzdienstleister SWIFT amerikanische Geheimdienste unmittelbaren Zugriff auf die Transaktionsdaten insbesondere europäischer Unternehmer bekommen. (Abg. Rädler: Ja!)
Abg. Rädler: Genau!
Es ist für mich nicht zu akzeptieren, dass diese Daten möglicherweise missbräuchlich verwendet werden. Das Europäische Parlament hat in diesem Zusammenhang auch von Industriespionage gesprochen. Und ich gebe Ihnen Recht. Es ist auch für mich nicht zu akzeptieren, wenn auf Grund amerikanischer Rechtsvorschriften (Abg. Rädler: Genau!) eine Nationalität, eine Personengruppe von bestimmten Bankdienstleistungen
Abg. Rädler: ... keinen Einfluss mehr!
ausgeschlossen wird, wie es bei der BAWAG der Fall war. (Abg. Rädler: ... keinen Einfluss mehr!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Da hast du lange studieren müssen! Wochenlang daran gearbeitet!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Als letzter Redner meiner Fraktion im Zuge dieser Budgetdebatte sei mir eine kleine Zusammenfassung erlaubt, und dazu passend eine wunderschöne alte Bauernregel aus der Steiermark: Gibt es im Mai ein schwarz-rotes Budget, tut es zwei Jahre dem Bürger weh! – Unter diesem Titel lässt sich das, glaube ich, hervorragend zusammenfassen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Da hast du lange studieren müssen! Wochenlang daran gearbeitet!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Auswendig lernen, dann passt’s! – Abg. Eßl: Maibaum aufstellen ...!
Ich gratuliere Ihnen zu diesem Budget! Dieses Budget aufzustellen war eine Kunst – und das haben Sie geschafft, denn das Aufstellen eines Budgets ist zwar eine Kunst, aber nur jene, Enttäuschungen gleichmäßig zu verteilen. Das ist die Conclusio der Freiheitlichen Partei zu diesem Budget! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Auswendig lernen, dann passt’s! – Abg. Eßl: Maibaum aufstellen ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nicht unreizend auch die Frage über Parlament neu. Das ist für mich eine sehr ernste Frage, denn ich möchte wirklich daran mitwirken, dass das verwirklicht werden kann. (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Was heißt da oje? Ein bisschen mehr Demokratie, Ausbau der Minderheits- und Kontrollrechte. Vielleicht sind Sie das in Ihrem Bundesland nicht gewohnt, Sie von der vorletzten Reihe dort oben (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und FPÖ), aber ich sage Ihnen, ich halte das für wichtig, dass es hier einen Ausbau der Minderheits- und Kontrollrechte gibt, auch wenn Ihnen das nicht gefällt. Da wären Sie gut beraten, das Parlament und den Parlamentarismus zu stärken. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 24
Abg. Rädler: Diese Grabrede ...!
Es geht hier nicht nur um das Recht der Freiheitlichen Partei, als eine der vier mandatsstärksten Parteien einen Kandidaten zur Wahl durch die hier anwesenden Damen und Herren Abgeordneten stellen zu können (Abg. Rädler: Diese Grabrede ...!), nein, es geht um den grundsätzlichen Umgang (Abg. Strache – in Richtung des Abg. Rädler –: Da geht es um den Verfassungsbruch, Herr Kollege! Darum geht es!) mit dieser unserer Verfassung unserer Republik Österreich! – Auf die Gutachter mit schwerem und schwersten Gewicht, die in der Sache Verfassungsbruch unsere Meinung teilen, hat mein Klubobmann Heinz-Christian Strache bereits hingewiesen.
Abg. Strache – in Richtung des Abg. Rädler –: Da geht es um den Verfassungsbruch, Herr Kollege! Darum geht es!
Es geht hier nicht nur um das Recht der Freiheitlichen Partei, als eine der vier mandatsstärksten Parteien einen Kandidaten zur Wahl durch die hier anwesenden Damen und Herren Abgeordneten stellen zu können (Abg. Rädler: Diese Grabrede ...!), nein, es geht um den grundsätzlichen Umgang (Abg. Strache – in Richtung des Abg. Rädler –: Da geht es um den Verfassungsbruch, Herr Kollege! Darum geht es!) mit dieser unserer Verfassung unserer Republik Österreich! – Auf die Gutachter mit schwerem und schwersten Gewicht, die in der Sache Verfassungsbruch unsere Meinung teilen, hat mein Klubobmann Heinz-Christian Strache bereits hingewiesen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Was kann der Minister dafür?
Nur, Herr Umweltminister, es war eine Rettungsaktion – auch Ihrer eigenen Reputation! – in letzter Minute. – Ein Ruhmesblatt war das nicht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Was kann der Minister dafür?)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Das ist aber traurig!
den Fördergeldern sitzen und das Geld geht in die Verwaltung oder wieder in Emissionszertifikate. Aus diesem Grund können wir diesem Antrag nicht zustimmen. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Das ist aber traurig!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich darf aber auch festhalten, dass wir zum Beispiel in unserem Land – und das bedauere ich etwas – noch immer rund 900 000 Einzelölofenheizungen haben, Herr Bundesminister. Wir haben dieses Thema ja besprochen. Es wäre durch einige ganz einfache Maßnahmen möglich – ohne den Klimaschutzfonds anzusprechen –, rund eine Million Tonnen CO2 innerhalb kürzester Zeit einzusparen, wenn man auch für diese Übergangsfristen Programme machen könnte, sodass die Industrie zum Beispiel schwefelfreies Heizöl anbieten kann, schwefelhältiges Heizöl etwas höher besteuert wird, das andere Heizöl bleibt, wie es ist, und gleichzeitig eine Brennwertkessel-Umstellung bei den Haushalten erfolgen könnte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich weiß, das Gegenargument ist: Das dauert alles ein bisschen lang, man sollte gleich umstellen auf Pelletsheizungen, und so weiter. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Wichtig ist nur, dass man alle Maßnahmen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn wir es haben, ist es noch besser, aber wir haben es in 900 000 Haushalten noch nicht. Und das bedeutet eine Million Tonnen CO2-Einsparung, über die man nachdenken sollte, das möchte ich hier nur anmerken. Ich bin auch dafür, Nägel mit Köpfen zu machen, wie es Herr Veit Schalle gesagt hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich glaube nur: Wir machen hier Nägel mit Köpfen! (Abg. Dr. Lichtenecker: Der Präsident Leitl sieht das aber anders!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich weiß, das Gegenargument ist: Das dauert alles ein bisschen lang, man sollte gleich umstellen auf Pelletsheizungen, und so weiter. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Wichtig ist nur, dass man alle Maßnahmen (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn wir es haben, ist es noch besser, aber wir haben es in 900 000 Haushalten noch nicht. Und das bedeutet eine Million Tonnen CO2-Einsparung, über die man nachdenken sollte, das möchte ich hier nur anmerken. Ich bin auch dafür, Nägel mit Köpfen zu machen, wie es Herr Veit Schalle gesagt hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich glaube nur: Wir machen hier Nägel mit Köpfen! (Abg. Dr. Lichtenecker: Der Präsident Leitl sieht das aber anders!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es ist schon besser, einen Klimafonds zu haben als keinen. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Bravo, das stimmt!) Aber der Klimafonds wird uns nicht davon abhalten dürfen, dass wir wirklich dort aktiv werden, wo die massiven Reduktionen an Energieverbrauch, die massiven Reduktionen an Abgasen schneller und effizienter zu schaffen sind. Was hindert uns denn daran, seit dem Jahr 1999 pro Jahr 70 Millionen in die Förderung des öffentlichen Verkehrs zu geben? Was hindert uns denn daran? – Nicht einmal das Gesetz! Das Gesetz, das Sie 1999 beschlossen haben, dieses ÖPNRV-Gesetz, sieht schon die verstärkte Förderung von innovativen Verkehrsdiensten vor. Nur, wer es nicht finanziert hat, sitzt dort und sitzt da. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das passiert ja eh!
Herr Kollege Grillitsch! Was hindert uns denn daran, dass wir verstärkt dazu übergehen, die Heizungssysteme in den Einfamilienhäusern, in den Mehrfamilienhäusern auf regenerierbare Energiequellen umzustellen? (Abg. Rädler: Das passiert ja eh!) Was hindert uns denn daran? – Dazu brauchen wir keinen Klimafonds, das können wir ohne Klimafonds genauso gut. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.) Aber Sie machen es ja nicht! Es gibt in den Ländern Wohnbauförderungsprogramme, die nach wie vor den Ölheizungseinbau fördern. (Abg. Rädler: Sie haben noch nie etwas Positives gesagt! – Abg. Grillitsch: Da sind Sie wirklich schlecht informiert!)
Abg. Rädler: Sie haben noch nie etwas Positives gesagt! – Abg. Grillitsch: Da sind Sie wirklich schlecht informiert!
Herr Kollege Grillitsch! Was hindert uns denn daran, dass wir verstärkt dazu übergehen, die Heizungssysteme in den Einfamilienhäusern, in den Mehrfamilienhäusern auf regenerierbare Energiequellen umzustellen? (Abg. Rädler: Das passiert ja eh!) Was hindert uns denn daran? – Dazu brauchen wir keinen Klimafonds, das können wir ohne Klimafonds genauso gut. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten des BZÖ.) Aber Sie machen es ja nicht! Es gibt in den Ländern Wohnbauförderungsprogramme, die nach wie vor den Ölheizungseinbau fördern. (Abg. Rädler: Sie haben noch nie etwas Positives gesagt! – Abg. Grillitsch: Da sind Sie wirklich schlecht informiert!)
Abg. Rädler: Wer ist schuld?
gen einen Hektar guten Buchenwaldes – bitte, das waren keine Fichten, keine Flachwurzler, das waren gute Buchenwälder, die teilweise Bäume aufwiesen, die bis zu 250 Jahre alt waren – auf einen Schlag verloren. (Abg. Rädler: Wer ist schuld?) – Das war der Sturm. Aber er hat mir gesagt, diese Sturmereignisse sind jetzt in einer gehäuften Form aufgetreten. (Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte! – Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP.) Was früher alle 20 Jahre war, wiederholt sich jetzt immer öfter. (Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte!) – Reden Sie mit ihm!
Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte! – Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP.
gen einen Hektar guten Buchenwaldes – bitte, das waren keine Fichten, keine Flachwurzler, das waren gute Buchenwälder, die teilweise Bäume aufwiesen, die bis zu 250 Jahre alt waren – auf einen Schlag verloren. (Abg. Rädler: Wer ist schuld?) – Das war der Sturm. Aber er hat mir gesagt, diese Sturmereignisse sind jetzt in einer gehäuften Form aufgetreten. (Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte! – Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP.) Was früher alle 20 Jahre war, wiederholt sich jetzt immer öfter. (Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte!) – Reden Sie mit ihm!
Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte!
gen einen Hektar guten Buchenwaldes – bitte, das waren keine Fichten, keine Flachwurzler, das waren gute Buchenwälder, die teilweise Bäume aufwiesen, die bis zu 250 Jahre alt waren – auf einen Schlag verloren. (Abg. Rädler: Wer ist schuld?) – Das war der Sturm. Aber er hat mir gesagt, diese Sturmereignisse sind jetzt in einer gehäuften Form aufgetreten. (Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte! – Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP.) Was früher alle 20 Jahre war, wiederholt sich jetzt immer öfter. (Abg. Rädler: Lernen Sie Geschichte!) – Reden Sie mit ihm!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wer wickelt denn dieses Programm ab? Wer wickelt denn die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs ab, wo wir gerade im Verkehrsbereich die Schäden herbeibeschwören, die dann die Waldbesitzer im Almtal, in Kärnten oder in der Steiermark mehr oder weniger am eigenen Leib, am eigenen Vermögen erfahren? Dort fehlt uns noch die Umsetzung. Darum teile ich auch die Ansicht des Rechnungshofes: bestehende Instrumente effizienter einsetzen, bestehende politische Instrumente wirklich einmal auch dazu verwenden, Zähne zu zeigen im Sinne der Energieeffizienz und auch des Klimaschutzes, keine Feigenblätter konstruieren, was für mich dieser Klimaschutzfonds teilweise zu sein scheint, und keinen Ablasshandel mit Zertifikatsverkauf beginnen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Weil ihr keine Experten habt!
§ 5 dieses Klima- und Energiefondsgesetzes gibt schon klar zu erkennen, wie die Aufteilung wirklich ist. § 6: zwei plus zwei, zweimal ÖVP, zweimal SPÖ; der Expertenbeirat § 8: viermal SPÖ, viermal ÖVP, auf Vorschlag der jeweiligen Minister; § 10: zwei Geschäftsführer – no na, einer schwarz und einer rot. (Abg. Rädler: Weil ihr keine Experten habt!) Und wenn Sie ehrlich gewesen wären, Herr Minister, hätten Sie heute schon die Namen dieser beiden Geschäftsführer bekannt gegeben, die Sie bereits eingeplant haben. Wir wissen ganz genau, dass Sie aufgrund dieser bereits bestehenden Vor-
Abg. Rädler: Wer ist dort der Chef?
Noch eine Zahl, Herr Grillitsch. – Ich habe Ihnen heute schon einmal angeboten, zur Freiheitlichen Akademie zu kommen, da lernen Sie etwas, denn Sie wissen offenbar nichts. (Abg. Rädler: Wer ist dort der Chef?) Eine Zahl dazu: Wenn Sie einen Hektar ... (Abg. Rädler: Wer ist denn dort der Chef?) – Sie können es sich aussuchen, ob Stadler oder Kabas, da lernen Sie immer etwas. (Abg. Rädler: Sie wissen es selber nicht!)
Abg. Rädler: Wer ist denn dort der Chef?
Noch eine Zahl, Herr Grillitsch. – Ich habe Ihnen heute schon einmal angeboten, zur Freiheitlichen Akademie zu kommen, da lernen Sie etwas, denn Sie wissen offenbar nichts. (Abg. Rädler: Wer ist dort der Chef?) Eine Zahl dazu: Wenn Sie einen Hektar ... (Abg. Rädler: Wer ist denn dort der Chef?) – Sie können es sich aussuchen, ob Stadler oder Kabas, da lernen Sie immer etwas. (Abg. Rädler: Sie wissen es selber nicht!)
Abg. Rädler: Sie wissen es selber nicht!
Noch eine Zahl, Herr Grillitsch. – Ich habe Ihnen heute schon einmal angeboten, zur Freiheitlichen Akademie zu kommen, da lernen Sie etwas, denn Sie wissen offenbar nichts. (Abg. Rädler: Wer ist dort der Chef?) Eine Zahl dazu: Wenn Sie einen Hektar ... (Abg. Rädler: Wer ist denn dort der Chef?) – Sie können es sich aussuchen, ob Stadler oder Kabas, da lernen Sie immer etwas. (Abg. Rädler: Sie wissen es selber nicht!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Deswegen heute der berechtigte Unmut der freiheitlichen Fraktion. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Kollege Rädler, diese Fraktion hat sich immer etwas darauf eingebildet, als politische Gruppierung, die in einer langen Verfassungstradition steht, die in einer Revolution vor mehr als 100 Jahren Verfassungsrecht durchzusetzen versucht hat, die es daher mit der Verfassung immer besonders genau nimmt, diese Fraktion wird daher Alarm schreien, wenn die politische Macht aus politischer Opportunität formelles Verfassungsrecht niederzutrampeln versucht!
Sitzung Nr. 25
Abg. Rädler: Genau!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine geschätzten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Auch wenn man aus einer Emotion heraus die ÖVP kritisiert, muss man doch zugeben, dass die ÖVP ihre Wahlversprechen im Großen und Ganzen gehalten hat. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Welche?) Also das, was die ÖVP vor der Nationalratswahl transportiert hat, das ist im Großen und Ganzen eingehalten worden, und das, was sich die ÖVP-Wähler von ihrer ÖVP erwartet haben, das dürfte auch umgesetzt werden. (Abg. Rädler: Genau!)
Abg. Rädler: Das halten wir immer!
Ich kann mich daran erinnern, dass vor der Nationalratswahl aber die SPÖ plakatiert hat: „Weil WIR Wort halten!“ (Abg. Rädler: Das halten wir immer!) – Und ich kann Ihnen schon jetzt sagen, was bei der nächsten Nationalratswahl passieren wird: Da werden die politischen Mitbewerber, der politische Gegner diese Plakate hervorzaubern und genüsslich alles das aufzählen, was eben nicht gehalten worden ist: Eurofighter, Studiengebühren. (Abg. Strache: Die SPÖ hat das BZÖ in der Regierung abgelöst!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo, Sozialminister Bartenstein! Bravo!
Perspektive per Juli dieses Jahres ist, dann schon einen Schritt 2 zu tun, eine Stufe 2 dann noch im Nationalrat zu haben, und langfristig, meine sehr verehrten Damen und Herren, müssen wir den Menschen noch stärker unter die Arme greifen und sollte es unter vergleichbaren Bedingungen möglich sein, Betreuung und Pflege zu Hause, im Kreise der Familie zu erbringen, und das, wie gesagt, auf vergleichbarer Basis mit einer Betreuung und Pflege im Heim. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo, Sozialminister Bartenstein! Bravo!)
Abg. Rädler: Natürlich!
Heute tun Sie so, Herr Bundesminister, als wenn das alles überhaupt ganz neu wäre und überhaupt keine Gültigkeit mehr hätte! Und Sie stellen sich her und tun so, als wäre Vizekanzler Molterer jetzt der Retter in der großen Pflegemisere! (Abg. Rädler: Natürlich!) Eigentlich muss man ja sagen, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, dass jetzt endlich begonnen wird, eine Misere zu bereinigen – daran wird von unserem Bundesminister Buchinger gearbeitet –, die Sie zu verantworten haben. Sie waren es ja, die viel zu lange weggeschaut und gesagt haben: Es gibt in Österreich überhaupt kein Problem im Pflegebereich!
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Alles vergessen!
Kann das jemand identifizieren? Nein? – Okay! Diese Forderungen, das sind Ihre Wurzeln: Das sind die Wurzeln der Sozialdemokratie, das gehört zur Hainfelder Prinzipien-Erklärung aus dem Jahre 1889 von Victor Adler und so weiter. Achtstündiger Maximalarbeitstag! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Alles vergessen!)
Abg. Rädler: Kommen Sie spät drauf!
Herr Minister, ich glaube, wir sind da einer Meinung. Da rennen Sie bei uns offene Türen ein. (Abg. Rädler: Kommen Sie spät drauf!) Aber da muss man auch so fair sein: Dann reden Sie auch einmal mit Ihrem Finanzminister, damit hier die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sehen Sie, diese Flurbereinigung sollten Sie in der ÖVP einmal machen! Es wird hier immer noch viel zu viel Plunder an unproduktivem Föderalismus hochgehalten. Nichts gegen regionale Entscheidungen dort (Zwischenruf des Abg. Rädler), wo es genau passt; das ist ja der Sinn des Subsidiaritätsprinzips, das Sie in Ihrem Parteiprogramm haben. Aber wenn Sie das so übertreiben, dann landen Sie dort, wo Sie zu Hause sind: in der Polit-Folklore, die ökonomisch ineffizient ist und die Verwaltungsreform, die Sie uns dauernd erklären, blockiert; es geht nichts weiter!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ja, Gertrude (in Richtung der Abg. Dr. Brinek), das ist völlig eindeutig, Verbraucherpreisindex 1996 Jänner 2000 103,6, Dezember 2006 118,7, 16 Prozent Geldentwertung, simpel und einfach, 12 Prozent Anpassung, also zwei Drittel der Geldentwertung haben wir eingeholt, aber es soll ja nächstes Jahr eine zweite Tranche geben, und ich bin froher Hoffnung, dass es dann gelingen möge, wirklich wieder jene Wertverhältnisse herzustellen, die die Studienförderung zuletzt unter Bundesminister Caspar Einem hatte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Fekter: Broukal wollte sie abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.) Die Stipendien wollte ich abschaffen? (Abg. Dr. Fekter: Nicht die Stipendien!) Da gibt es aber ganz eigene Geschichtserzählungen in der ÖVP. Wenn Sie mir dann eine Quelle dafür nennen, bin ich sehr froh. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Fekter: Broukal wollte sie abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.
Ja, Gertrude (in Richtung der Abg. Dr. Brinek), das ist völlig eindeutig, Verbraucherpreisindex 1996 Jänner 2000 103,6, Dezember 2006 118,7, 16 Prozent Geldentwertung, simpel und einfach, 12 Prozent Anpassung, also zwei Drittel der Geldentwertung haben wir eingeholt, aber es soll ja nächstes Jahr eine zweite Tranche geben, und ich bin froher Hoffnung, dass es dann gelingen möge, wirklich wieder jene Wertverhältnisse herzustellen, die die Studienförderung zuletzt unter Bundesminister Caspar Einem hatte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Fekter: Broukal wollte sie abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.) Die Stipendien wollte ich abschaffen? (Abg. Dr. Fekter: Nicht die Stipendien!) Da gibt es aber ganz eigene Geschichtserzählungen in der ÖVP. Wenn Sie mir dann eine Quelle dafür nennen, bin ich sehr froh. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ja, Gertrude (in Richtung der Abg. Dr. Brinek), das ist völlig eindeutig, Verbraucherpreisindex 1996 Jänner 2000 103,6, Dezember 2006 118,7, 16 Prozent Geldentwertung, simpel und einfach, 12 Prozent Anpassung, also zwei Drittel der Geldentwertung haben wir eingeholt, aber es soll ja nächstes Jahr eine zweite Tranche geben, und ich bin froher Hoffnung, dass es dann gelingen möge, wirklich wieder jene Wertverhältnisse herzustellen, die die Studienförderung zuletzt unter Bundesminister Caspar Einem hatte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Bitte? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Fekter: Broukal wollte sie abschaffen! – Weitere Zwischenrufe.) Die Stipendien wollte ich abschaffen? (Abg. Dr. Fekter: Nicht die Stipendien!) Da gibt es aber ganz eigene Geschichtserzählungen in der ÖVP. Wenn Sie mir dann eine Quelle dafür nennen, bin ich sehr froh. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Weitere, Herr Kollege Broukal, ich vermisse die Forderung nach Einführung einer Wertsicherungsklausel. Ich darf Sie an eine Debatte erinnern, die im Jahr 2003 im Nationalrat, hier im Hohen Haus, stattgefunden hat, in der Sie das noch gefordert haben, in der Sie gesagt haben, das müsste man eigentlich nicht einmal begründen. Da gebe ich Ihnen Recht, aber bitte: Wieso haben Sie sich dann nicht durchsetzen können? Haben Sie sich nicht eingebracht? – Da ist schon wieder, leider Gottes – ich muss das immer wiederholen –, ein bisschen eine Umfallermethode bei der SPÖ dabei. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Seien Sie mir bitte nicht böse!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, es wird vielerlei anderer Regelungen bedürfen, um wirklich etwas für die Studierenden zu tun – selbstverständlich auch der Abschaffung der Studiengebühren. Abschaffung der Studiengebühren – wir haben namentlich abgestimmt, Sie waren dagegen. Leider Gottes, Herr Kollege Broukal, aber so ist das halt einmal. Da braucht man sich dann nicht zu wundern, wenn der VSStÖ die Wahlen verliert und der Ring Freiheitlicher Studenten bei einer geringen Wahlbeteiligung um 50 Prozent mehr Stimmen erhält. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wissen Sie, da brauchen Sie sich nicht zu wundern.
Abg. Rädler: Was ist die Konsequenz für die SPÖ, Herr Broukal? – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Präsident Dr. Michael Spindelegger: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Auer. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte, Herr Kollege. (Abg. Rädler: Was ist die Konsequenz für die SPÖ, Herr Broukal? – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Sitzung Nr. 27
Abg. Rädler: Ich war im Ausschuss dabei!
Die ÖVP-Fraktion hat keinen einzigen Akt gelesen und fängt jetzt an, hysterisch zu schreien. (Abg. Rädler: Ich war im Ausschuss dabei!) Wissen Sie was? – Legen Sie Ihre zusätzlichen Verdienste offen, das ist auch ein Ergebnis dieses Ausschusses, damit man einmal weiß, wer hier für wen lobbyiert, so wie das in entwickelten Demokratien der Fall ist! (Beifall bei den Grünen und der FPÖ.)
Abg. Rädler: Jawohl!
Wenn Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP – und Herr Missethon hat ja heute schon von einer blütenweißen Weste gesprochen (Abg. Rädler: Jawohl!) –, eine blütenweiße Weste haben und wenn das auch für Ihre Banken in Ihrem Bereich gilt, dann verstehe ich nicht, warum diese Akten dem Ausschuss vorenthalten werden. Dann verstehe ich aber auch nicht, warum Zeugen nicht befragt werden können, die zwar vom Ausschuss einstimmig beantragt worden sind, die aber aufgrund des Zeitdrucks keine Mehrheit mehr gefunden haben. (Abg. Dr. Stummvoll: Die haben nicht die Steuerakten des ÖGB!)
Abg. Rädler: Wo ist Ihr Problem!
Herr Dr. Günter Stummvoll, Sie sind zu mir gekommen. Ich habe Ihnen gesagt: Herr Dr. Stummvoll, wenn damit der Punkt 15 des Untersuchungsauftrages aufgeklärt werden kann oder ein Beitrag dazu geleistet werden kann, bin ich selbstverständlich mit an Bord. Aber es müssen alle Teilgewerkschaften und nicht nur die roten drankommen. (Abg. Dr. Stummvoll: Haben wir gemacht!) – Haben wir gemacht. Ich danke, dass Sie das nicht vergessen haben. Es war ein geschäftsordnungskonformer Antrag, der dann nach langer Diskussion mit der SPÖ einstimmig durchgegangen ist. (Abg. Rädler: Wo ist Ihr Problem!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
pe um Tilo Berlin geht, 150 Millionen € verschleudert wurden, sondern wir sind auch draufgekommen, dass innerhalb kurzer Zeit 1,4 Milliarden € deshalb in den Sand gesetzt wurden, weil ein großer Betrieb, ein Aushängeschild Kärntens, unter dem Preis verkauft worden ist. Das ist in Summe ein Verlust für Kärnten von ungefähr 2 Milliarden €. Dieser Betrag geht der Kärntner Wirtschaft und uns allen ab. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Herrschaften, wenn Sie nun hergehen und diesen Ausschuss abdrehen, dann machen Sie sich mitschuldig, wenn diese Dinge zugedeckt bleiben. (Ruf bei der ÖVP: Sie kriminalisieren!) Sie sind dafür verantwortlich, dass keine Aufklärung erfolgen kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Man könnte in diesem Unterausschuss trefflich darüber streiten, ob genug Anhörungspersonen geladen worden sind oder nicht, ob man trotz alledem einen Bericht macht, ob man sich zur Lücke bekennt oder nicht. Das ist dann eine politische Entscheidung. Aber diese Chance nicht einmal zu gewähren, ist einmalig in dieser Republik! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Du verwechselst das mit den Wirtshäusern!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Untertitel zu diesem Gesetz könnte wohl lauten: Der Kunde ist König! (Abg. Dr. Mitterlehner: Ist eh nicht schlecht, oder?), und zwar von frühmorgens bis spätabends, mancherorts aber nur bis 18 oder 19 Uhr, hier und da aber auch bis 20 oder 21 Uhr. Das Ganze ist ein bisschen undurchsichtig für den Konsumenten, das stimmt (Abg. Rädler: Du verwechselst das mit den Wirtshäusern!), ein Öffnungszeiten-Fleckerlteppich, der hier entsteht oder dem zumindest die Möglichkeit geboten wird, zu entstehen.
Abg. Rädler: Das ist eine deutsche Umfrage?! – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.
Und zur philosophischen Frage, dass das mehr Umsatz bringen würde: Wird mehr Geld ausgegeben? – Es sagen 30 Prozent ja. Das ist ein sehr niedriger Wert. Dazu passt, dass in Bayern im November 2006 die dortige Flexibilisierungsrichtlinie hinterfragt wurde und tatsächlich nur 13 Prozent steigende Umsätze feststellen konnten. (Abg. Rädler: Das ist eine deutsche Umfrage?! – Zwischenruf des Abg. Dr. Mitterlehner.) – Deutlich zu erkennen: ÖVP, eine Lobby für Großkonzerne. Einzelunternehmen und Familienunternehmen lässt man quasi an die Wand fahren.
Sitzung Nr. 28
Abg. Steibl: Das ist auch eine Einleitung! Wo ist die Frage? – Abg. Rädler: Wer ist da schon wieder umgefallen?
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Der Kurswechsel in der Frauenpolitik ist sehr erfreulich, auch wenn die konservative Seite murrt, wie wir gerade gehört haben. (Abg. Steibl: Das ist auch eine Einleitung! Wo ist die Frage? – Abg. Rädler: Wer ist da schon wieder umgefallen?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben ja gestern im Hohen Haus eine Dienstrechtsnovelle beschlossen, die auch mehr Transparenz bei der Besetzung von Leitungsfunktionen im öffentlichen Dienst bringen soll. Das ist auch dieses Sichtbarmachen. Wir haben seit Februar bei den SektionsleiterInnen den Frauenanteil um 4 Prozentpunkte erhöht. Das ist ein leiser Beginn, der jetzt sozusagen fortgesetzt werden muss. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nicht bei Ihnen!
Bundesministerin für Frauen, Medien und öffentlichen Dienst Doris Bures: Ich habe auch schon des Öfteren gesagt, dass ich der Auffassung bin, dass wir die Wirtschaftsförderung auch daran koppeln könnten, wie frauen- und familienfreundlich Unternehmen sind. Wir haben ja mehrere Aspekte, nach denen Wirtschaftsförderung vergeben wird. (Abg. Rädler: Nicht bei Ihnen!) Da sind ökologische, innovative Faktoren Voraussetzung und natürlich stellt sich die Frage: Warum können wir die Wirtschaftsförderung nicht auch daran koppeln, ob Unternehmen Frauenförderung betreiben, Frauen auch innerbetriebliche Qualifikation ermöglichen, ihnen Karrierechancen im Unternehmen geben, Frauenförderpläne umsetzen? – Ich halte es für einen guten Ansatz, wenn wir sagen, es geht bei der Wirtschaftsförderung natürlich um die Umwelt, natürlich um die Innovation, es geht uns aber auch um die Menschen, die in den Unternehmen arbeiten, um die Frauen und die Familien. Daher sollte die Wirtschaftsförderung auch verändert werden, um dem gerecht zu werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Die Frauen!
Abgeordnete Renate Csörgits (SPÖ): Frau Bundesministerin! Wer wird von dem verbindlich zwischen den Sozialpartnern vereinbarten Mindestlohn für Vollzeitbeschäftigte – 1 000 € – am meisten profitieren? (Abg. Rädler: Die Frauen!)
Abg. Rädler: Kollegin Csörgits schläft!
Aber was die bedarfsorientierte Mindestsicherung betrifft, ist mir so wichtig: Da geht es nicht darum, Menschen mit Beschäftigung gegen Menschen, die keine Beschäftigung haben, auszuspielen. Sondern uns geht es darum, die bedarfsorientierte Mindestsicherung nicht als ein Ruhekissen zu sehen, sondern als ein Sprungbrett und eine Chance, wieder in ein Berufsleben zurückzukehren. (Abg. Rädler: Kollegin Csörgits schläft!)
Abg. Rädler: Märchenstunde!
Die zweite Frage, die uns bewegt hat, war: Warum ist dann für das teuerste Flugzeug entschieden worden? Es hätte ja sogar noch billigere Jagdbomber gegeben. Warum musste es der mit Abstand teuerste Jagdbomber sein? (Abg. Dipl.-Ing. Missethon: Weil er der beste ist!) Die Antwort darauf haben uns vom Altbundeskanzler Schüssel bis zu den Militärs viele Auskunftspersonen fast gleichlautend gegeben: Weil beim Kanzlerfrühstück am 2. Juli 2002 etwas Erstaunliches passiert ist, nämlich: Da geht der damalige Verteidigungsminister Scheibner zum Kanzlerfrühstück und sagt: Kaufen wir den Gripen, der ist im Betrieb um 1 Milliarde € billiger als der Eurofighter und in der Anschaffung um einige 100 Millionen €! (Abg. Rädler: Märchenstunde!) Nach einer Diskussion steht der damalige Finanzminister Mag. Grasser auf und sagt: Nein, nehmen wir den Eurofighter! Ich zahle es aus der eigenen Tasche, ich zahle die Mehrkosten, ich, der Finanzminister, lege 1 Milliarde € bei den Betriebskosten und ein paar 100 Millionen € bei den Anschaffungskosten drauf, ich kann das als Finanzminister ohne weiteres verantworten, denn es ist ja schließlich nicht mein Geld! – Und damit war die politische Entscheidung gefallen. (Abg. Hornek: Unsinn!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, es wäre Herrn Bundesminister Platter zumutbar gewesen, diesen Aktenordner zu studieren! Er hat im Ausschuss zugegeben, dass er diesen Vertrag nicht einmal gelesen hat! – So viel zum Thema politische Verantwortlichkeit. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Acht Monate Selbstdarstellung von Stadler!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das waren acht Monate gelebter Parlamentarismus, wie er in einer normalen westlichen Demokratie Usus ist. (Abg. Rädler: Acht Monate Selbstdarstellung von Stadler!) Acht Monate lang Chance, Licht in ein Dickicht zu bringen, das zwischen Schwarz und Orange produziert wurde und dessen Ergebnis heute hier liegt, und das ist der skandalöseste Knebelungsvertrag der Zweiten Republik, meine Damen und Herren! Acht Monate lang Chance, der ÖVP die Rechnung für ihre Taten, die hier drinnen dokumentiert sind, zu präsentieren. Acht Monate lang zügiges Arbeiten. Acht Monate lang sachliches Arbeiten. (Abg. Rädler: Acht Monate Selbstdarstellung!)
Abg. Rädler: Acht Monate Selbstdarstellung!
Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Das waren acht Monate gelebter Parlamentarismus, wie er in einer normalen westlichen Demokratie Usus ist. (Abg. Rädler: Acht Monate Selbstdarstellung von Stadler!) Acht Monate lang Chance, Licht in ein Dickicht zu bringen, das zwischen Schwarz und Orange produziert wurde und dessen Ergebnis heute hier liegt, und das ist der skandalöseste Knebelungsvertrag der Zweiten Republik, meine Damen und Herren! Acht Monate lang Chance, der ÖVP die Rechnung für ihre Taten, die hier drinnen dokumentiert sind, zu präsentieren. Acht Monate lang zügiges Arbeiten. Acht Monate lang sachliches Arbeiten. (Abg. Rädler: Acht Monate Selbstdarstellung!)
Abg. Rädler: Da kennt sich keiner mehr aus!
Daher haben wir Sozialdemokraten (Abg. Rädler: Da kennt sich keiner mehr aus!) auch einen sofortigen Ausstieg aus dieser Beschaffung verlangt (Abg. Strache: Wobei der Herr Minister leider versagt hat!) und der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zugestimmt. Aber bei diesem schlecht verhandelten Vertrag, meine Damen und Herren – und die Gutachter haben es bewiesen –, ist ein Totalausstieg ohne größeres Risiko nicht möglich. (Abg. Strache: Das Risiko wären die Prozesskosten gewesen! Ausschließlich die Prozesskosten!) Daher ist das von Herrn Bundesminister Darabos nachträglich ausverhandelte Ergebnis, nämlich Einsparungen in Höhe von Hunderten Millionen Euro, zu begrüßen und zu unterstützen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und der von Ihnen eingebrachte Misstrauensantrag findet keine Berechtigung und keine Zustimmung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben uns bemüht, hier aufzudecken, wir haben genügend aufgedeckt. Wir haben einen wirklichen Beitrag dazu geleistet, dass man sich auch einmal im Bundesheer darüber Gedanken machen wird, wie bei den Kosten der einfachen Einheiten gespart wird. Das ist ein absoluter Wahnsinn! Wir haben das teuerste Flugzeug der Welt, das soll unseren Luftraum überwachen – und wir können uns nicht einmal die Betriebskosten leisten! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Broukal. – Abg. Rädler: Herr Broukal, ein bisschen ein Anstand!
Abgeordnete Maria Rauch-Kallat (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Der Herr Abgeordnete Pilz hat vorhin in seinem zweiten Redebeitrag behauptet, dass ich im Ausschuss zugegeben hätte, dass die Industriellenvereinigung über die ÖVP oder über die Parteien Geld gewaschen hätte. (Zwischenruf des Abg. Broukal. – Abg. Rädler: Herr Broukal, ein bisschen ein Anstand!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Verfolgungswahn des ...!
Richtig ist, dass ich das weder gesagt habe noch dass dies der Fall ist. Das ist eindeutig nicht der Fall gewesen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Verfolgungswahn des ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Christian Füller (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Die heutige Diskussion über den Eurofighter-Untersuchungsausschuss-Endbericht – beim Herrn Haimbuchner hatte ich das Gefühl, dass er nicht ganz hinter seinen Ausführungen steht, wir haben ihn schon mit mehr Inbrunst hier reden gehört – zeigt, wie wichtig es war, diese Frage in den letzten Monaten in den Mittelpunkt der Innenpolitik zu stellen, und warum es notwendig war, in dieser Frage zu handeln, um den österreichischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern umgerechnet rund 6 Milliarden Schilling zu ersparen und trotzdem eine Luftraumüberwachung, die ihren Namen verdient, sicherzustellen. (Abg. Eßl: Wie viele Euro sind das?) Diese Einsparung in der Höhe der Anschaffungskosten des früheren Draken ermöglicht es zusätzlich, 400 Millionen € für andere notwendige Projekte in die Hand zu nehmen und zu investieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Grillitsch.
Auch die Auskunftspersonen im Ausschuss haben davon gesprochen, dass sie im Nachhinein irgendwelche Gegengeschäftsbestätigungen hätten ausfüllen sollen. (Zwischenrufe von Abgeordneten des BZÖ, die Taferl in die Höhe halten.) Wenn ich mir das anschaue, wie das mit den Gegengeschäften ist, gibt es da einen Zeitungsbericht der „Kronen Zeitung“ vom 30. Jänner 2005, einen Bericht vom ÖVP-Gemeindetag in Knittelfeld, wo man auch davon spricht: 300 Millionen an Förderungen, Investitionen von bis zu einer Milliarde € ins Aichfeld. – Kein Mensch weiß davon irgendetwas. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Grillitsch.)
Abg. Rädler: Sie haben im Internet gesurft!
Ich war nicht immer im Ausschuss, ich war Ersatzmitglied. Aber ich war zum Beispiel an einem Tag dort, an dem versucht wurde, von mehreren Zeugen zu erfahren, wer denn nun eigentlich in der einen Sitzung, in die Scheibner mit dem Gripen hineinging und wo dann alle mit dem Eurofighter herauskamen, diesen Meinungsumschwung herbeigeführt hat. (Abg. Rädler: Sie haben im Internet gesurft!) Keine dieser Auskunftspersonen – sei es Herr Scheibner, sei es Herr Schüssel, sei es Herr Grasser, sei es Herr Bartenstein – war Manns genug, zu sagen, ich war es. Das ist in mildes Dunkel gehüllt worden. (Ruf bei der ÖVP: Da waren Sie auch nicht dabei!) Das war der Geist dieser Zusammenkunft, und auf einmal waren wir halt alle beim Eurofighter.
Abg. Rädler: Sie sollen nicht von etwas reden, was Sie nicht verstehen, Herr Kommentator der Nation!
Also das war Feigheit der Sonderklasse, das war wirklich erstaunlich, dass niemand von diesen vier höchsten Funktionären der Republik bereit war, zu sagen, ja, ich habe in dieser Sitzung den Eurofighter vorgeschlagen, ja, ich bekenne mich dazu. (Abg. Rädler: Sie sollen nicht von etwas reden, was Sie nicht verstehen, Herr Kommentator der Nation!) Jeder hat gesagt, ich weiß es nicht mehr, wer es war. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Da war der Fernseher abgedreht!
Das Zweite ist: Ich war noch beim ORF, als ich im Herbst 2002 den Herrn Alt-Bundeskanzler Schüssel sagen hörte, die Eurofighter kosten ohnehin nichts, das zahlt eine Wirtschaftsplattform. (Abg. Rädler: Da war der Fernseher abgedreht!) Ich war nicht mehr beim ORF, als ich den Herrn – damals noch – Bundeskanzler Schüssel sieben Monate später wieder im ORF, in der Fernseh-„Pressestunde“ am 16. Mai 2003 sagen hörte, das mit der Wirtschaftsplattform, die den Eurofighter kaufe, war ja nur, um die Emotionen aus der Debatte zu nehmen.
Abg. Rädler: Austreten, wieder eintreten aus der SPÖ!
Wir haben schließlich noch in diesem Ausschuss gehört, dass dort folgender unglaublicher Dilettantismus passiert ist: Da gibt es den EADS-Konzern, der besteht aus sehr vielen Firmen. (Der Redner hält ein Organigramm des EADS-Konzerns in die Höhe.) Im ursprünglichen Vertrag steht natürlich drinnen: Wenn von irgendeiner dieser Firmen Schmiergeldaktionen nachweisbar sind, ist der Vertrag hinfällig. (Abg. Rädler: Austreten, wieder eintreten aus der SPÖ!) Dann geht dieser Vertrag (der Redner hält wieder das Organigramm in die Höhe) zum Herrn Finanzminister außer Dienst Grasser und kommt mit der unfeinen Änderung zurück, dass Schmiergeld nur noch dann eine Rolle spielen soll, wenn es von einer winzigen Tochterfirma dieses Konzerns kommt. (Abg. Rädler: Da sind Sie schon wieder ausgetreten!) Alle anderen Teile dieses Konzerns können nach Lust und Laune Schmiergeld vergeben, können Beamte zu Urlaubsreisen einladen, können verrückte Darlehen an Personen geben, die sie dann nicht erklären können, können gigantische Beträge in ihren Steuererklärungen für Lobbying haben. Und das spielt alles keine Rolle mehr.
Abg. Rädler: Da sind Sie schon wieder ausgetreten!
Wir haben schließlich noch in diesem Ausschuss gehört, dass dort folgender unglaublicher Dilettantismus passiert ist: Da gibt es den EADS-Konzern, der besteht aus sehr vielen Firmen. (Der Redner hält ein Organigramm des EADS-Konzerns in die Höhe.) Im ursprünglichen Vertrag steht natürlich drinnen: Wenn von irgendeiner dieser Firmen Schmiergeldaktionen nachweisbar sind, ist der Vertrag hinfällig. (Abg. Rädler: Austreten, wieder eintreten aus der SPÖ!) Dann geht dieser Vertrag (der Redner hält wieder das Organigramm in die Höhe) zum Herrn Finanzminister außer Dienst Grasser und kommt mit der unfeinen Änderung zurück, dass Schmiergeld nur noch dann eine Rolle spielen soll, wenn es von einer winzigen Tochterfirma dieses Konzerns kommt. (Abg. Rädler: Da sind Sie schon wieder ausgetreten!) Alle anderen Teile dieses Konzerns können nach Lust und Laune Schmiergeld vergeben, können Beamte zu Urlaubsreisen einladen, können verrückte Darlehen an Personen geben, die sie dann nicht erklären können, können gigantische Beträge in ihren Steuererklärungen für Lobbying haben. Und das spielt alles keine Rolle mehr.
Abg. Rädler: Jetzt kommen Sie damit daher?
BAWAG passieren sollen!) Ebenso wie ich auch dafür bin, dass es ein Gesetz gibt, das sagt: Geheimhaltungsklauseln sind, wenn man mit der öffentlichen Hand spricht, null und nichtig. (Abg. Rädler: Jetzt kommen Sie damit daher?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Broukal!
Ich bin zur Erkenntnis gekommen, dass auch hochintelligente Personen, die kraft ihres Amtes oft glauben über den Dingen zu stehen, in gewissen Situationen wie ertappte Kinder reagieren und sich auch so benommen haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Broukal!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn der Ausschuss auch noch so umstritten war, es war gut, dass es ihn gegeben hat, denn es wurde Licht ins Dunkel des Beschaffungswesens gebracht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich bin überzeugt davon, dass die vielen Unregelmäßigkeiten, die im Zuge der Beschaffung aufgetaucht sind, die Verantwortlichen gezwungen haben, mit Minister Darabos zu verhandeln.
Abg. Rädler: Tun wir nicht!
Nun ist es ein Leichtes, ihn anzupatzen, mit einem Misstrauensantrag zum Beispiel. (Abg. Rädler: Tun wir nicht!) Es tut mir leid, ein erbärmliches Zeichen, meine Damen und Herren.
Sitzung Nr. 30
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
chen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Vom Sportlichen her gesehen nicht optimal, aber zur Kenntnis zu nehmen.
Abg. Rädler: Eine eigenwillige Theorie! – Ruf bei der SPÖ: Aber die Wahrheit!
Es ist auch logisch, warum das unter der vorigen Regierung, unter einem Finanzminister Grasser nicht möglich war – es wurde ja erwähnt: Es ist erwiesen, dass sowohl bei den Besetzungen der Staatskommissäre als auch der Finanzmarktaufsicht nicht gegolten haben: Qualität, Kompetenz, Erfahrung, Weitsicht, sondern es hat gegolten: Grassers Nähe, Grassers Büro. (Abg. Hornek: Sagen Sie etwas zur Frau Tumpel-Gugerell!) Nur ein ganz kleines Bespiel: Grassers Pressesekretär als Staatskommissär in der Meinl Bank, gemeinsame Jachtausflüge: Meinl, Flöttl, Staatskommissär. – Was hat es gebracht? – Den jetzigen Job des Finanzministers hat es gesichert, aber es hat bewirkt, dass in Österreich über zu lange Zeit (Abg. Rädler: Eine eigenwillige Theorie! – Ruf bei der SPÖ: Aber die Wahrheit!) die Bankenaufsicht kein Instrument zur Kontrolle war, sondern Kontrolle vernebelt und über Teile unmöglich gemacht hat. Und daher sind Reformen dringend notwendig! (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kollege Tumpel ...!
Weil Sie, Herr Vizekanzler, darauf hingewiesen haben, dass die Finanzmarktaufsicht einstimmig beschlossen worden ist: Na ja, das ist schon richtig, aber schauen wir uns an – und das haben wir im Banken-Untersuchungsausschuss getan –, was daraus geworden ist. (Abg. Dr. Schüssel: Super!) – Nein, Herr Klubobmann Schüssel, diese Finanzmarktaufsicht ist nicht super! Das hat uns im Übrigen auch Ihr Herr Finanzminister Grasser zu erklären versucht, aber ich kann Ihnen sagen: Dieser NLP-Speech, mit dem er das vorgetragen hat – der Lack ist ab! Und es gibt zahlreiche Beispiele, an denen wir das nachweisen können; AMIS ist nur eines davon. (Abg. Mag. Donnerbauer: Der AK-Speech ...!) – Herr Kollege Donnerbauer, lassen Sie die Arbeiterkammer in Ruhe, die hat jetzt hier nichts verloren. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kollege Tumpel ...!)
Abg. Rädler: Nicht für alle reden!
Herr Vizekanzler, wenn Sie hier von Verdächtigungen und Behauptungen sprechen, dann muss ich das ja wohl ganz strikt von uns, von allen im Untersuchungsausschuss abweisen! (Abg. Rädler: Nicht für alle reden!) – Im Zusammenhang mit der Geldwäsche ist es zum Beispiel um eine Depesche aus den USA gegangen, in der Verdächtigungen gegen zwei österreichische Banken geäußert wurden. – Nicht die Mitglieder des Untersuchungsausschusses haben Verdächtigungen geäußert, nein, die US-amerikanischen Behörden haben Verdächtigungen geäußert (Abg. Dr. Schüssel: ... Sprecher des CIA?), Herr Klubobmann Schüssel (Abg. Dr. Schelling: Ein Grüner als
Abg. Rädler: Lernen Sie die Geschäftsordnung! Da gibt es einen Vorsitzenden!
Wir haben das ja auch im Banken-Untersuchungsausschuss gemerkt. Auch dort hat die ÖVP immer versucht, zu torpedieren, zu blockieren (Abg. Rädler: Lernen Sie die Geschäftsordnung! Da gibt es einen Vorsitzenden!), und sie war es schließlich auch, die es unterdrückt hat, dass dieser Banken-Untersuchungsausschuss seine Beweisthemen zu Ende untersuchen kann.
Abg. Rädler: Das ist eine Einzelmeinung!
Es wurde im Jahr 2002 eigens das Gesetz geändert, mit dem es möglich war, dass nicht nur Beamte Staatskommissärsposten bekleiden können, sondern auch andere. Aber dass diese Gesetzesänderung so missbraucht wurde, dass dann Kabinettsmitglieder, Freundinnen und Freunde mit Staatskommissärsposten versorgt wurden (Abg. Rädler: Das ist eine Einzelmeinung!), das ist ein Skandal in dieser Republik! Das sage ich Ihnen, Herr Klubobmann Schüssel. (Beifall bei Grünen, SPÖ und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Schüssel: Aber was hat er angestellt, bitte?
Insbesondere im Zusammenhang mit Julius Meinl. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Entschuldigen Sie ... (Abg. Mag. Kogler: Die ganze Jacht-Partie! – Abg. Ing. Westenthaler: Ich bin gerne bei Meinl am Graben!) – Genau. Sie sagen es! Julius Meinl war jener, der nicht nur den Finanzminister auf seine Jacht eingeladen hat, zufällig ist es heute auch jener Julius Meinl, der dem Herrn Finanzminister außer Dienst eine neue Existenz zu schaffen verhilft – gerade in diesem Moment! (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Schüssel: Aber was hat er angestellt, bitte?) Das muss wohl der
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Auch dieser Traumüller ist im Ausschuss bestens bekannt geworden. Er ist ja heute einer der Vorstände der FMA. (Abg. Dr. Schüssel: Das ist ein Super-Unternehmer!) – Wie super der unterwegs ist, Herr Klubobmann Schüssel, haben wir in den vergangenen acht Monaten in diesem Ausschuss erleben dürfen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Und weil wir solche Sittenbilder, die ich noch beliebig fortsetzen könnte, nicht brauchen können in diesem Land ... – Eines will ich vielleicht vorher noch ansprechen: den OeNB-Bericht 2001. Kollege Stadler hat bereits darauf hingewiesen, dass die Beamten es nicht der Mühe wert gefunden haben, diesen Bericht zu lesen. Finanzminister Grasser hat es auch abgeschafft, dass diese Akten an das Ministerbüro weitergeleitet werden, nämlich so, wie es Usus gewesen ist zu Zeiten von Ferdinand Lacina als Finanzminister – da sind solche Berichte selbstverständlich an das Ministerbüro gegangen (Zwischenruf des Abg. Rädler), ohne dass sie durch irgendwelche Beamte gefiltert wurden. Diesen Usus hat Finanzminister Grasser abgeschafft – und dafür hat er die volle Verantwortung zu tragen, dass ihm dieser Bericht nicht zu Gesicht gekommen ist. Solche Sittenbilder brauchen wir in diesem Land nicht! Was wir dringend brauchen, ist eine Reform.
Abg. Rädler: ... Bank ist gar nichts passiert!
Es ist ja so, dass nicht nur die Bankaufsichtsbehörden versagt haben, sondern bereits im Vorfeld auch die Bankprüfer. (Abg. Rädler: ... Bank ist gar nichts passiert!) Das ist ja hinlänglich bekannt geworden. (Abg. Rädler: ... BAWAG alles in Ordnung!) Einer der Bankprüfer ist ja nicht zufällig einer der Angeklagten im BAWAG-Prozess. Das kommt ja nicht von ungefähr! Daher brauchen wir eine Reform bei den WirtschaftsprüferInnen, allen voran eine externe Rotation der Wirtschaftsprüfer mindestens alle fünf Jahre.
Abg. Rädler: ... BAWAG alles in Ordnung!
Es ist ja so, dass nicht nur die Bankaufsichtsbehörden versagt haben, sondern bereits im Vorfeld auch die Bankprüfer. (Abg. Rädler: ... Bank ist gar nichts passiert!) Das ist ja hinlänglich bekannt geworden. (Abg. Rädler: ... BAWAG alles in Ordnung!) Einer der Bankprüfer ist ja nicht zufällig einer der Angeklagten im BAWAG-Prozess. Das kommt ja nicht von ungefähr! Daher brauchen wir eine Reform bei den WirtschaftsprüferInnen, allen voran eine externe Rotation der Wirtschaftsprüfer mindestens alle fünf Jahre.
Abg. Rädler: Kennen Sie das Wort „Karibik“?
Bedingungen, wie diese Institution in den letzten Jahren funktioniert hat, wären unserer Meinung nach die Staatskommissäre ersatzlos zu streichen. (Abg. Rädler: Kennen Sie das Wort „Karibik“?)
Abg. Mag. Kogler: EU-Richtlinie! – Abg. Rädler: Das ist ja unwahrscheinlich!
Darüber hinaus wird es notwendig sein, strenge Bestimmungen zur Bekämpfung der Geldwäsche einzuführen – strengere Bestimmungen jedenfalls, als wir sie heute haben. (Abg. Mag. Kogler: EU-Richtlinie! – Abg. Rädler: Das ist ja unwahrscheinlich!)
Beifall bei Grünen und FPÖ. – Abg. Rädler: Das war aber jetzt verhaltener Applaus bei der FPÖ!
Schließlich wird es darum gehen, in Geldwäscheverdachtsmomenten (Präsidentin Dr. Glawischnig-Piesczek gibt das Glockenzeichen) Erleichterungen zur Aufhebung des Bankgeheimnisses bei Verdachtsfällen von Geldwäsche sowie zur Bekämpfung von Steuerhinterziehungen vorzunehmen. – Danke. (Beifall bei Grünen und FPÖ. – Abg. Rädler: Das war aber jetzt verhaltener Applaus bei der FPÖ!)
Abg. Rädler: Sie waren nur eine Stunde im Ausschuss! Man hat Sie nie gesehen!
Auf der anderen Seite war die Njet-Fraktion. Da waren Herr Stummvoll und Herr Amon. Beide sind mit verschränkten Armen dagesessen und haben zu allem gesagt: Na was soll denn das? Dürfen sie das überhaupt untersuchen? – Und sie haben versucht, alles abzudrehen, was an Untersuchungen ins Laufen gekommen ist. (Abg. Rädler: Sie waren nur eine Stunde im Ausschuss! Man hat Sie nie gesehen!)
Abg. Rädler: Sie waren nicht vorhandenes Ersatzmitglied!
Ich freue mich, dass Herr Amon heute wieder hier ist. Er war ja gestern krank, wobei er angekündigt hat, unserem Misstrauensantrag zustimmen zu wollen. Es ist wahrscheinlich Morbus politicus oder irgendein Ankündigungsschnupfen gewesen, der Sie da gestern ereilt hat (Beifall bei der FPÖ), aber ich freue mich, dass Sie heute wieder hier sind. (Abg. Rädler: Sie waren nicht vorhandenes Ersatzmitglied!)
Abg. Mag. Donnerbauer: Falscher Ausschuss! – Abg. Rädler: Das war die falsche Rede! Eurofighter!
Meine Damen und Herren! Es sind im Zuge dieser Ausschüsse zwei Kapitalverbrechen geschehen, unter denen wir alle in weiterer Folge leiden werden. Das eine war gestern zur Debatte in Person des Herrn Darabos, der damals noch mit seiner eigenen Stimme einen Entschließungsantrag des Hohen Hauses unterstützt hat, einen Mehrheitsbeschluss ermöglicht hat, über den er sich dann als Minister einfach hinweggesetzt hat (Abg. Mag. Donnerbauer: Falscher Ausschuss! – Abg. Rädler: Das war die falsche Rede! Eurofighter!), wissend, dass er ein Vollzugsorgan des Hohen Hauses ist. Er hat damit dieses Hohe Haus in einer Art und Weise herabgewürdigt ... (Abg. Rädler: ... die Kurve gekratzt!) – Kommen Sie heraus, wenn Sie etwas zu sagen haben! Diese Zwischenrufe aus Ihrer Ecke sind einfach nur lästig.
Abg. Rädler: ... die Kurve gekratzt!
Meine Damen und Herren! Es sind im Zuge dieser Ausschüsse zwei Kapitalverbrechen geschehen, unter denen wir alle in weiterer Folge leiden werden. Das eine war gestern zur Debatte in Person des Herrn Darabos, der damals noch mit seiner eigenen Stimme einen Entschließungsantrag des Hohen Hauses unterstützt hat, einen Mehrheitsbeschluss ermöglicht hat, über den er sich dann als Minister einfach hinweggesetzt hat (Abg. Mag. Donnerbauer: Falscher Ausschuss! – Abg. Rädler: Das war die falsche Rede! Eurofighter!), wissend, dass er ein Vollzugsorgan des Hohen Hauses ist. Er hat damit dieses Hohe Haus in einer Art und Weise herabgewürdigt ... (Abg. Rädler: ... die Kurve gekratzt!) – Kommen Sie heraus, wenn Sie etwas zu sagen haben! Diese Zwischenrufe aus Ihrer Ecke sind einfach nur lästig.
Abg. Rädler: Eine neue Version! Absurd!
Das Muster ist immer das gleiche: Mit dubioser Finanzkonstruktion werden Behörden getäuscht, die Preise in die Höhe getrieben, das Risiko liegt bei der BAWAG, verdient hat Schlaff, und den Nachteil haben die österreichischen Steuerzahler und die österreichischen Telefonkunden. (Abg. Rädler: Eine neue Version! Absurd!)
Abg. Rädler: Der Kogler war immer dabei, aber nie da!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Geschätztes Hohes Haus! Nach 40 Ausschusssitzungstagen ... (Abg. Mag. Kogler: So oft waren Sie nicht dabei!) – Ich selber war 17-mal dabei, Freund Kogler (Abg. Rädler: Der Kogler war immer dabei, aber nie da!), und die 17 Mal haben mir weh genug getan, denn ich darf über ein Sittenbild aus dem Ausschuss berichten.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der erste Redner, der zu Wort gemeldet ist, ist Herr Klubobmann Cap. – Ihnen verbleiben noch 3 Minuten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: BAWAG-Sparer! – Abg. Mag. Kogler: Jawohl, richtig!
Es war absolut sinnvoll, dass es diese beiden Untersuchungsausschüsse gegeben hat, ganz besonders auch jenen, wie wir in der heutigen Debatte sehen, der zum Schutz der Sparerinnen und Sparer eingesetzt worden ist und der die Frage der politischen Verantwortlichkeit und der Finanzmarktaufsicht zu klären hatte. (Abg. Rädler: BAWAG-Sparer! – Abg. Mag. Kogler: Jawohl, richtig!)
Abg. Rädler: ... Raiffeisen-Werbeeinschaltung!
Nächster Punkt. Es wird festgestellt, dass es sich bei Firtash um einen Kunden der Bank handelt und Raiffeisen die Strukturen für diese Kunden aufgebaut hat. – Die Strukturen aufgebaut: So steht es in den Akten, und Sie wollen das alles unter den Teppich kehren! (Abg. Rädler: ... Raiffeisen-Werbeeinschaltung!)
Sitzung Nr. 31
Abg. Rädler: Das dauert sonst eine Stunde!
Kopftuch: Ich sitze an der Universität, früher als Prüfer – unangenehme Aufgabe, aber es muss sein –, es kommt eine Dame mit Kopftuch, es kommt selten, aber vielleicht doch ein Sikh mit Turban, es käme vielleicht – ist nie vorgekommen – ein orthodoxer Jude mit Hut; ich glaube, die studieren nicht Ökonomie. Und? – Die Prüfung findet statt über den Deadweight Loss in der Besteuerung, die Ricardianische Äquivalenzhypothese – ich will Sie aber jetzt nicht quälen damit. (Abg. Rädler: Das dauert sonst eine Stunde!)
Sitzung Nr. 33
Abg. Rädler: Wir auch nichts von Ihnen!
Das gilt insbesondere für die SPÖ. Von der ÖVP erwarte ich mir in diesem Zusammenhang ohnehin nichts (Abg. Rädler: Wir auch nichts von Ihnen!), denn Sie von der ÖVP haben Innenminister Platter und seiner Politik über all die Monate nur die Mauer gemacht, aber Sie auch, meine Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ! (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 35
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wer nicht bereit ist, ein Mehr an Eigenverantwortung zu übernehmen, der stellt sich zunehmend selbst in Frage. Wer trotz einer Zweidrittelmehrheit nicht bereit ist, an diesem ineffizienten System zu rütteln, kann sich nicht rühmen, einen Zukunftspakt geschmiedet zu haben. (Beifall bei den Grünen.) Im Gegenteil: Dieser neue Finanzausgleich betoniert die Unwirtschaftlichkeiten auf weitere sechs Jahre. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Standard & Poor’s hat ja auch von einer vertanen Chance gesprochen, Herr Kollege. Haben Sie „Die Presse“ von gestern nicht gelesen?
Abg. Rädler: Da sind die Weihnachtswünsche drin!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung dem vorliegenden Gesetzentwurf ihre Zustimmung erteilen, um ein diesbezügliches Zeichen. – Das ist wiederum die Mehrheit, damit ist der Gesetzentwurf auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Rädler: Da sind die Weihnachtswünsche drin!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Ein vernünftiger Mensch!
Ich bin froh darüber, dass wir dieses Seilbahngesetz haben, denn wir stehen hinter der Tourismuswirtschaft und wollen auch jenen Bergbahnen und Regionen helfen, die sich finanziell nicht so leicht tun. Deswegen ist das eine gescheite Sache, und ich danke für diese Initiative, die natürlich voll und ganz unsere Unterstützung erhält. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Ein vernünftiger Mensch!)
Sitzung Nr. 37
Abg. Rädler: Da war aber die FPÖ dabei!
Die vorherige Bundesregierung hat letztlich auch dazu beigetragen, dass man keine Indexanpassung sichergestellt hat, dass den Pensionisten etwas gestohlen wurde, und jetzt wäre es notwendig gewesen (Abg. Rädler: Da war aber die FPÖ dabei!) – Ja, ich weiß schon, klar. Sie sind ja befreundet mit dem BZÖ, nicht wir! Das ist Ihre Mehrheitsbeschaffungspartei, nicht unsere. Da haben wir ganz klar und deutlich gesagt, dass das nicht unsere Politik ist. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das war die FPÖ!
Sie von der Österreichischen Volkspartei tragen die Hauptverantwortung dafür, dass die Pensionisten bestohlen wurden. Im November 2006 hätte man das reparieren müssen, um das, was man ihnen gestohlen hat, plus Indexanpassung endlich sicherzustellen. (Abg. Rädler: Das war die FPÖ!) Wenn man die Preissteigerungen heranzieht, dann hätte das bedeutet und hätte das bedeuten müssen, dass die Pensionisten 2,6 Prozent Pensionistenpreisindex-Anpassung bekommen und dass eine Pensionserhöhung von mindestens 50 € brutto pro Monat auch für die unteren Pensionsbezieher sichergestellt wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler.
Wir müssen zu unserem Sozialstaat und zum Solidaritätsprinzip stehen, und da gebe ich Ihnen ein gutes Beispiel, was ein Kurswechsel tatsächlich bewirkt. Wir haben sechs Jahre in der Opposition immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass, obwohl Österreich das viertreichste Land Europas ist, die Armut steigt und was Armut bedeutet. Es wurde aber nie darüber berichtet, es wurde nie darüber geredet und diskutiert. Doch nach einigen Wochen eines sozialdemokratischen Sozialministers wurde genau das thematisiert, wurde genau das zur Priorität, nämlich Armutsbekämpfung, und das nenne ich Kurswechsel! (Beifall bei der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 38
Abg. Rädler: Das hat er nicht gesagt!
Wenn Herr Grillitsch vom Bauernbund hier heute herausgeht und tatsächlich meint: Ja, das ist gut mit dieser Europäischen Union, und wir Dumpfen von der FPÖ könnten nicht global denken (Abg. Rädler: Das hat er nicht gesagt!), dann sage ich Ihnen eines: Wir wollen in erster Linie nicht global denken. Wir wollen patriotisch denken, und wir wollen hier in diesem Haus rot-weiß-rot denken! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Minister Pröll, weil Sie hier sitzen: Sie sind ja auch der Chef der ÖVP-Perspektivengruppe. Beantworten Sie mir eine Frage – wir haben sie in der Dringlichen als letzte Frage –: Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, der Politik Brodas bei diesem Haftentlastungspaket zuzustimmen? Gerade vor dem Hintergrund dessen, was ich Ihnen jetzt aufgezählt habe: 500 000 Verbrechen in Österreich allein in diesem Jahr, 70 Verbrechen pro Stunde, organisierte Kriminalität, Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle, Banken werden überfallen, in Wien haben wir die meisten Banküberfälle in der Geschichte, Trafiken werden ausgeraubt, Straßenschlachten von Ausländern in den Städten, Sexualstraftaten, und, und, und. Da geht die ÖVP her, die sich selbst immer Sicherheitspartei nennt, und stimmt einem Paket zu, das dafür sorgt, dass künftig noch mehr Straftäter noch früher, noch schneller und noch leichter in Freiheit gelangen können, als das bisher der Fall gewesen ist! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es musste als Demonstration angemeldet werden; das haben wir getan. Anschließend wurden wir aber schon ordentlich bewacht! Wir waren etwa 200 Frauen und Männer, jüngere und ältere. Eine Hundertschaft Polizisten wurde abgestellt, um uns zu schützen – tatsächlich, um zu verhindern, dass wir in irgendeiner Form auftreten können. – Das ist die Demonstrationsfreiheit gegenüber rechtsgerichteten Gruppierungen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie wissen ja ganz genau, meine Damen und Herren, vor allem die Herren Bürgermeister, die Frau Bürgermeister von der ÖVP, dass wir in vielen Bereichen prinzipiell darunter leiden, dass in Österreich die Raumordnung de facto Landessache ist, de jure zum Teil auch beim Land und der Gemeinde liegt – Flächenwidmungsplan, Bebauungspläne (Zwischenruf des Abg. Rädler) –, aber dass es insgesamt von der Infrastruktur her das große Problem gibt, dass Infrastrukturvorhaben österreichweit schwer durchgesetzt werden können, weil die Kompetenz nicht auf Bundesebene ist.
Sitzung Nr. 40
Ruf bei der ÖVP: Jetzt hat er einen Blödsinn gesagt! – Abg. Rädler: Schimpfen Sie den Ghostwriter!
So viel zur Zusammenarbeit innerhalb der Koalition in Sachen Klimapolitik. (Ruf bei der ÖVP: Jetzt hat er einen Blödsinn gesagt! – Abg. Rädler: Schimpfen Sie den Ghostwriter!)
Abg. Rädler: Was ist jetzt mit dem Komatrinken?
Grundsätzlich geht es darum, dass hier private Daten von Privaten verwaltet werden, und das ohne weitergehende Normen. (Abg. Rädler: Was ist jetzt mit dem Komatrinken?) – Dazu kommen wir schon noch!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Oje! – Ruf bei der SPÖ: Großruck ist besser!
Angesichts der letzten Ereignisse und weil wir ja nicht nur die Politik an sich in die Pflicht nehmen wollen, sondern natürlich auch die Eltern, die Jugendlichen selbst gefordert sind, aber auch wir als Politiker: Noch ein kleines Wort zum Schluss an uns Politiker, vielleicht um als leuchtendes Vorbild gelten zu können: Trinke nie zu viel, denn die letzte Flasche, die umfällt, könntest du selber sein! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Oje! – Ruf bei der SPÖ: Großruck ist besser!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Wir nehmen Sie beim Wort!
Ich möchte im Zusammenhang mit dem Gütesiegel auch auf die Lage des Mittelstandes eingehen. Es sind heute schon sehr positive Wirtschaftsdaten hier vom Rednerpult aus verkündet worden. Ich möchte aber trotzdem feststellen, dass der Mittelstand in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurde, dass der Mittelstand der Verlierer der letzten Steuerreform war und dass die kommende Steuerreform – und dafür werden wir eintreten – eine Steuerreform für den Mittelstand und für die Bezieher von niedrigen Einkommen sein wird. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Wir nehmen Sie beim Wort!)
Sitzung Nr. 41
Abg. Rädler: Es genügt!
Als Grüne sagen wir, das ist unwürdig. (Abg. Rädler: Es genügt!) Das ist einer Regierung unwürdig, und das ist vor allem Österreich unwürdig. Die Menschen in diesem Land sind zum Glück anders, und sie haben es sich wirklich nicht verdient, durch diese Regierung in Misskredit gebracht zu werden, dass hier Menschlichkeit, Rechtsstaatlichkeit und die Verfassung mit Füßen getreten werden. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tagesordnung!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tagesordnung!) – Das gehört schon zum Tagesordnungspunkt 1, zum Artikel 50, meine Herrschaften! (Abg. Rädler: Falsche Rede erwischt!)
Abg. Rädler: Falsche Rede erwischt!
(Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tagesordnung!) – Das gehört schon zum Tagesordnungspunkt 1, zum Artikel 50, meine Herrschaften! (Abg. Rädler: Falsche Rede erwischt!)
Abg. Rädler: Darum war er gestern nicht da!
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, da ich annehme, dass Ihre Parteifreunde im Klub der sozialdemokratischen Parlamentsfraktion zum Teil wohl nicht zu 100 Prozent aus Überzeugung, wohl aber aus Parteidisziplin unserem Antrag nicht zustimmen werden (Abg. Parnigoni: Sind Sie Hellseher, Herr Kollege?), bringe ich einen weiteren Entschließungsantrag ein (Abg. Rädler: Darum war er gestern nicht da!) – ich war den ganzen Tag gestern da –:
Abg. Rädler: Ah so!?
Nun zum Tagesordnungspunkt 2. (Abg. Rädler: Ah so!?) Aus grundsätzlichen Überlegungen – das hat mein Kollege Fichtenbauer schon ausgeführt – sind wir natürlich für die Einrichtung des Asylgerichtshofes als grundsätzlich oberste Instanz in einem in Österreich durchaus üblichen zweistufigen Rechtsverfahren. Das hat seinen guten Grund. Einerseits soll der Asylwerber möglichst rasch erfahren, ob die von ihm ange-
Abg. Rädler: Verfolgungswahn!
Meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Verfolgungswahn!) Entschuldigen Sie bitte die etwas komplizierte Formulierung, sie stammt aus dem Klub der SPÖ. Inhaltlich sind
Sitzung Nr. 42
Abg. Rädler: Und in der Steiermark?
Was wird denn da nicht alles verschlafen? – Beispiel: Wohnbau. Nicht genug damit, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Wohnbaumittel, die vom Bund den Ländern quasi treugeberisch übertragen wurden, für andere Zwecke verwendet wurden – was haben denn die Treunehmer damit gemacht? Sie haben beispielsweise Straßen und Brücken in Kärnten gebaut –, haben sie es dann überhaupt verkauft. (Abg. Rädler: Und in der Steiermark?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das alles wird verschlafen, weil es Landeshauptleute gibt, die im Raumschiff „Mir san mir!“ unterwegs sind. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Schreien Sie nicht dazwischen! Erklären Sie in Ihrem Wahlkreis daheim, wie Sie von dieser „Mir san mir-Philosophie“ Abstand nehmen wollen! Immerhin werden Sie auf einer Bundesliste gewählt. (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nämlich!
Freuen Sie sich nicht zu früh! Ich bringe Ihnen jetzt drei Beispiele, warum das nicht der Fall ist. (Abg. Rädler: Nämlich!)
Abg. Rädler: Längst erfüllt in Österreich! Nur Negativbeispiele!
Aber was machen Sie? – Sie sagen, das sei dieselbe Summe, und wenn die Länder brav sind und eine Artikel-15a-Vereinbarung unterschreiben, dann werden die Wohnbauförderungsgelder in Ertragsanteile umgewandelt. – Das sagen Sie! Aber Sie sagen nicht: Liebe Länder, jetzt müsst ihr aber sofort die Sanierungsrate von 1 Prozent auf 3 und 5 Prozent steigern (Abg. Rädler: Längst erfüllt in Österreich! Nur Negativbeispiele!), damit endlich die Wohngebäude, die nach dem Krieg errichtet worden sind, einen zeitgemäßen und klimakonformen Standard haben! Das sagen Sie nicht, Herr Finanzminister, da setzen Sie sich mehr oder weniger auf Ihr Wohnzimmer-Fauteuil und lassen die Länder nach wie vor werken und Wohnbaugelder sogar in die falsche Richtung verwenden. (Abg. Rädler: Das stimmt überhaupt nicht! Realitätsverweigerung!) – Herr Finanzminister, das ist der erste schwere Vorwurf.
Abg. Rädler: Das stimmt überhaupt nicht! Realitätsverweigerung!
Aber was machen Sie? – Sie sagen, das sei dieselbe Summe, und wenn die Länder brav sind und eine Artikel-15a-Vereinbarung unterschreiben, dann werden die Wohnbauförderungsgelder in Ertragsanteile umgewandelt. – Das sagen Sie! Aber Sie sagen nicht: Liebe Länder, jetzt müsst ihr aber sofort die Sanierungsrate von 1 Prozent auf 3 und 5 Prozent steigern (Abg. Rädler: Längst erfüllt in Österreich! Nur Negativbeispiele!), damit endlich die Wohngebäude, die nach dem Krieg errichtet worden sind, einen zeitgemäßen und klimakonformen Standard haben! Das sagen Sie nicht, Herr Finanzminister, da setzen Sie sich mehr oder weniger auf Ihr Wohnzimmer-Fauteuil und lassen die Länder nach wie vor werken und Wohnbaugelder sogar in die falsche Richtung verwenden. (Abg. Rädler: Das stimmt überhaupt nicht! Realitätsverweigerung!) – Herr Finanzminister, das ist der erste schwere Vorwurf.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Verhaltener Applaus bei den Grünen!
Herr Finanzminister, diese Chance haben Sie leider verpasst! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Verhaltener Applaus bei den Grünen!)
Abg. Rädler: Zentral-urbanes Dorf!
Wir haben eine hervorragende Wirtschaftslage, für die Sie nichts können, aber Sie können etwas dafür, dass Sie keinen politischen Willen zu echten Strukturänderungen und echten Reformen zeigen, und zwar nicht nur im Gesundheits- und Verwaltungsbereich, sondern – und das ist ein Riesenproblem – auch betreffend das Ungleichgewicht zwischen den zentral-urbanen Bereichen und dem ländlichen Raum, dem daraus resultierenden demografischen Wandel, der zudem noch durch ständig sinkende Geburtenzahlen, vor allem bei der eigenen Bevölkerung, verschärft wird. (Abg. Rädler: Zentral-urbanes Dorf!)
Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Müssen wir uns jetzt fürchten?! – Abg. Rädler: Da schau her!
Wir Freiheitlichen haben in den Ausschüssen genügend Initiativen ergriffen, um eine Entlastung der Bevölkerung – vor allem durch die Familienleistungen – herbeizuführen. Doch was machen Sie? – Es ist Ihnen nicht zu dumm, das von einem aufs andere Mal zu vertagen. So geht das nicht! So kann man nicht Politik für dieses Land, für Österreich und für seine Bevölkerung machen! – Aber wir Freiheitliche werden es Ihnen bald schon wieder zeigen, wie es funktioniert. (Beifall bei der FPÖ. – Vizekanzler Mag. Molterer: Müssen wir uns jetzt fürchten?! – Abg. Rädler: Da schau her!)
Abg. Rädler: Na bitte! Verallgemeinerungen!
Wert der Kinder heißt auch Zeit für Kinder. Wir sollten uns überlegen, was das mit Arbeitszeiten zu tun hat, was das mit Öffnungszeiten zu tun hat, was das mit der Frage zu tun hat, wo die Väter in unseren Familien sind. Oft wird in der Diskussion verschwiegen, dass es nicht um die Frage geht, dass die Mütter nicht da und präsent in den Familien sind. Die Väter fehlen den Kindern! Die Väter, die im Erwerbsprozess sind, die irgendwo sind, aber nicht bei den Kindern und sich nicht um die Kinder kümmern in dem Maße, in dem es wünschenswert wäre. (Abg. Rädler: Na bitte! Verallgemeinerungen!) – Sehr viele nicht, Herr Kollege.
Abg. Rädler: Was heißt, Graf wird „hineinblasen“? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
bisschen Luft hineinzublasen. (Abg. Rädler: Was heißt, Graf wird „hineinblasen“? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ein bisschen, ich möchte es probieren.
Sitzung Nr. 46
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kainz und Rädler.
Beim derzeitigen Pflegemodell, Herr Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz, ist eigentlich noch sehr vieles unklar. Vieles von dem, was die Betroffenen bräuchten, wird von der Reform gar nicht oder nicht unmittelbar erfasst. Die Verfassungsrechtler zeigen auch auf, dass es bei selbständiger und unselbständiger Pflege unterschiedliche Förderungen gibt, unterschiedliche Belastungen für die Förderungsbezieher und auch unterschiedliche Vermögensgrenzen Ich bin überhaupt dafür, dass diese Vermögensgrenze abgeschafft wird. Es gibt ja zwei Bundesländer, Niederösterreich und Vorarlberg, die diese nicht akzeptieren werden. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Kainz und Rädler.) Das finde ich ausgezeichnet, aber das sollte auf ganz Österreich ausgedehnt werden. (Abg. Dr. Graf: Wie steht es mit Kärnten?)
Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!
Zum Dritten möchte ich darauf hinweisen, dass ... (Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!) – Bitte? Ich verstehe Sie nicht, Sie müssen lauter reden! (Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!) – Sie hätten ihn nicht ausgesucht. Gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Das sei ein Unterschied, auf den wir Wert legen. Sie hätten ihn nicht ausgesucht, ich bin sehr froh über meinen Klimaschutzbeauftragten, der wesentliche Erkenntnisse in die Arbeit mit einbringt.
Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!
Zum Dritten möchte ich darauf hinweisen, dass ... (Abg. Rädler: Wir hätten ihn eh nicht ausgesucht!) – Bitte? Ich verstehe Sie nicht, Sie müssen lauter reden! (Abg. Rädler: Wir hätten ihn nicht ausgesucht!) – Sie hätten ihn nicht ausgesucht. Gut. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Das sei ein Unterschied, auf den wir Wert legen. Sie hätten ihn nicht ausgesucht, ich bin sehr froh über meinen Klimaschutzbeauftragten, der wesentliche Erkenntnisse in die Arbeit mit einbringt.
Abg. Rädler: Noch einmal!
Auch wenn man noch so viel gegen die Sache redet, wird sie deswegen nicht wahrer! Es gibt keinen Weg, an der Wahrheit vorbeizumogeln. Sprechen wir in diesen Dingen eine ehrliche Sprache! Wenn man hineinmogelt und sagt, dass die Soldaten nur für humanitäre Zwecke zur Verfügung stehen, so hat das die negative Konsequenz, dass die psychologische Projektion den dort befindlichen Soldaten von den am Ende notwendigen Verteidigungsmaßnahmen abhält. (Abg. Rädler: Noch einmal!) – Verstehst du das nicht? – Dann kann man nichts machen. Du kannst es ja nachher lesen. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Ein guter Antrag!
Ich bitte um Ihre Zustimmung. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Ein guter Antrag!)
Abg. Rädler: Pröll!
Das zeigt sehr deutlich: Wenn sich Menschen für ihr Vorhaben einsetzen und wenn die Politik bereit ist (Abg. Rädler: Pröll!), die Interessen der Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen, dann kann man für diese Menschen auch Verbesserungen erreichen, und diese Bürgerinitiative ist ein Beweis dafür.
Sitzung Nr. 47
Abg. Rädler: Billa-Parkplätze!
Jeden Tag haben die Bau- und Verkehrsflächen um zirka 11,5 Hektar zugenommen – das muss man sich wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen!; man glaubt es gar nicht, wenn man das in Ruhe liest –, und pro Tag verlieren wir ganze 5 Hektar durch Versiegelung der Böden. (Abg. Rädler: Billa-Parkplätze!) – Vielleicht auch dadurch. Da haben Sie sicher recht, vielleicht auch dadurch. Davon sind oft hochwertige landwirtschaftliche Böden betroffen.
Abg. Rädler: Arigona! Jetzt kommt das wieder!
Herr Minister! AMS? Wirtschaftsministerium? Herr Minister, wenn Sie über Integration ernsthaft reden wollen, sind Sie a) völlig unglaubwürdig, wenn Sie sagen, ja, reden wir darüber, aber eine Änderung des Fremdenrechtspakets kommt nicht in Frage, und b) Sie sind noch viel unglaubwürdiger, wenn Sie währenddessen die ganze Zeit voll integrierte Menschen abschieben. (Abg. Rädler: Arigona! Jetzt kommt das wieder!)
Abg. Rädler: Das hat nichts mit Einwanderung zu tun!
Vor allem an die Adresse der ÖVP: Schluss mit der Wirtschaftsfeindlichkeit! (Abg. Rädler: Das hat nichts mit Einwanderung zu tun!)
Abg. Rädler: Ihr seid nur mitgeritten!
Bei der ÖVP kann man sagen: Sie sind die Soletti-Partei. – Ich kann das nur immer wieder erwähnen. Sie waren immer dabei. (Abg. Rädler: Ihr seid nur mitgeritten!) Herr Bundesminister! Es hat eine Kriminalitätssteigerung gegeben, vor allem unter ÖVP-Innenminister-Verantwortung. – Das muss man an dieser Stelle auch einmal sagen. Das gehört einmal erwähnt.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Zauberhaft!
Raub mit 14 Jahren. Da sollte er gleich 48 Stunden im Gefängnis verbringen. Da bin ich neugierig, ob er nicht auf eine andere Idee kommt, meine sehr verehrten Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Zauberhaft!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Traumhaft! Zauberhaft!
Sie haben also, wie gesagt, überhaupt keinen Plan. Sie haben irgendwelche Berichte. Schade, dass Sie keinen Plan haben, denn unsere Heimat und unsere Menschen verdienen den Schutz vor weiteren kriminellen Menschen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Traumhaft! Zauberhaft!)
Abg. Rädler: Vor den Grünen!
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Schützen wir uns vor Sicherheitspolitikern (Abg. Rädler: Vor den Grünen!), die ihre Maßnahmen auf Basis von Anzeigenstatistiken setzen. Die gesamte Jugendkriminalitätsdebatte hat gezeigt, wie man sich von seiner eigenen Statistik hineinlegen lassen kann. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Sind alle brav geworden!
Seriöser ist es, sich die Verurteilungsstatistik anzuschauen. Und wenn wir uns die Verurteilungsstatistik nichtösterreichischer Staatsbürger anschauen, sehen wir ein klares Bild. (Abg. Rädler: Sind alle brav geworden!) Hören Sie zu und lesen Sie Ihren Sicherheitsbericht! Dort sind nämlich die Zahlen zu lesen, und wenn Sie den Bericht lesen würden, könnten Sie auch die richtigen Zahlen zitieren.
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Ein paar Worte zur Schnupperhaft!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Pendl zum Wort. Gewünschte Redezeit: 5 Minuten. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Pendl –: Ein paar Worte zur Schnupperhaft!)
Abg. Rädler: Haben Sie auch nachgefragt in Ternitz?
Und das ist das eigentlich Erschütternde an dieser Geschichte: Ich habe mir die Mühe gemacht, in der Bundesrepublik zu recherchieren, wie das wirklich war, und auch, wie das wirklich war in Graz, das Beispiel von Vergewaltigung, auf das er Bezug genommen hat. (Abg. Rädler: Haben Sie auch nachgefragt in Ternitz?) Ich habe in der Polizeidirektion Hessen angerufen. Die Polizeidirektion Hessen hat mir erklärt, bei dem Fall von Sodomie, der vor der Einstellung steht, gibt es überhaupt keinen Hinweise auf einen ethnischen Hintergrund und schon gar nicht auf einen religiösen Hintergrund. Herr Winter behauptet das!
Abg. Rädler: Mit Kat oder ohne?
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Stellen Sie sich vor, Sie verkaufen einen Gebrauchtwagen um 15 000 € (Abg. Rädler: Mit Kat oder ohne?) – mit Kat natürlich, sonst ist er ja weniger wert –, und dann kommen Sie drauf, acht Monate später entdecken Sie, dass Sie mit diesem Gebrauchtwagen um 15 000 € im Handschuhfach 5 000 € mit verkauft haben. Die haben Sie nämlich irrtümlicherweise drinnen liegen gelassen. Und jetzt müssen Sie mit dem Käufer verhandeln (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft!), ob die 5 000 € noch Ihnen gehören oder ob die sozusagen mit Verkauf des Autos auch verkauft wurden, ob das inkludiert ist. (Abg. Neugebauer: Da gehörst du eh gestraft! – Abg. Riepl: Das passiert sehr selten, nicht?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im Übrigen sage ich nur mehr zu den Beamtenpensionssystemen: Wir haben das ganz kurz diskutiert. Es wäre tatsächlich sinnvoll, die Bundesländer dazu zu bringen, dass sie mit dem Bund schon aus Gerechtigkeitsgründen harmonisieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 51
Abg. Rädler: Na, na!
Meine Damen und Herren, es stimmt natürlich auch, dass der prominente Zeitpunkt dieser Berichte wahrscheinlich dadurch bedingt ist, dass die Bundesregierung sonst nichts einbringt. (Abg. Rädler: Na, na!) – Nicht na, na, ja, ja ist das! Leider, kann man nur sagen, denn wir würden es brauchen, auch im Sicherheitsbereich, dass wir über Gesetzesanträge diskutieren, dass wir darüber diskutieren, wie auch die Vollziehung entsprechend adaptiert wird, um auf die gegebenen Situationen, auf die Gefährdungslagen reagieren zu können – und nicht, dass man Tagesordnungen aufbläht und ausweitet, nur damit es nicht heißt, die Regierung und das Parlament arbeiten nicht.
Abg. Rädler: Er macht das!
Ich sage, dass auch da Gefahr in Verzug ist. Es wäre hoch an der Zeit, dass man sich die Verantwortlichen für das österreichische Schiedsrichterwesen zur Brust nimmt und sie einmal befragt, was in den letzten Wochen und Monaten eigentlich passiert ist, dass wir in diesem Land plötzlich keine guten Schiedsrichter mehr haben. (Abg. Rädler: Er macht das!) Auch das sei einmal gesagt. Das soll einmal diskutiert werden. Ich glaube, das ist wichtig, denn die EURO ist ein zu kostbares Gut im wahrsten Sinne des Wortes – sportlich und wirtschaftlich –, dass sie jetzt aufgrund von Fehlleistungen in der österreichischen Fußball-Bundesliga vielleicht international auch in Verruf kommt. Das brauchen wir nicht. Herr Staatssekretär! Ich ersuche Sie, da auch einmal Ihren Einfluss kräftig spielen zu lassen, damit wir hier keinen Skandal mehr erleben und uns in geordneten Bahnen bewegen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Nur keinen Neid!
Wir brauchen, meine Damen und Herren – und damit komme ich zum Schluss meiner Ausführungen –, in diesem Staat keine Staatskünstler. Wir brauchen keine Künstler, die von Politikern abhängig sind oder die sich von Politikern abhängig fühlen, so wie wir das vor wenigen Tagen noch an einem niederösterreichischen Beispiel gesehen haben. Da sind nämlich knapp vor dem Wahlsonntag noch Inserate erschienen, wo sich im Rahmen von Proponenten-Komitees Künstler für einen bestimmten Politiker ausgesprochen haben und Wahlempfehlungen abgegeben haben. (Abg. Rädler: Nur keinen Neid!)
Abg. Rädler: Ha! Ha! – Abg. Hörl: Bei der ÖBB ausgerechnet!
Bei der Frage der Kosten im Immobiliensegment muss man aber auch unweigerlich über die Kosten der Geschäftsführung nachdenken, ist doch im Immobilienbereich die Kostenentwicklung in der Geschäftsführung bei weitem überdurchschnittlich gegenüber dem restlichen Konzern. Ich möchte hier schon auch betonen, dass diese Art von Vertragsgestaltung noch eine Altlast von der Vorgängerregierung ist. (Abg. Rädler: Ha! Ha! – Abg. Hörl: Bei der ÖBB ausgerechnet!)
Abg. Rädler: Das ist leicht möglich bei Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Üblicherweise hantiert man ja mit dem Bonmot, dass man verwirrt wurde, wird, allerdings auf höherem Niveau. In diesem Fall ist es noch nicht dem Minister – aber fast –, jedenfalls aber dem Vorredner Kukacka gelungen, mich auf niedrigerem Niveau zu verwirren. (Abg. Rädler: Das ist leicht möglich bei Ihnen! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 53
Abg. Rädler: In welche? Atomkraftwerke?
Das ist nämlich genau das Problem. 80 Prozent der österreichischen Flüsse sind ausgebaut. Wir sind an den Grenzen angelangt. Die Frage, die Sie uns immer mit Ja beantworten, ist, ob wir auch die letzten noch unzerstörten Naturparadiese opfern oder in eine andere Richtung gehen sollen. (Abg. Rädler: In welche? Atomkraftwerke?) Und die Richtung, in die wir gehen sollen, heißt in erster Linie Energieeffizienz.
Abg. Rädler: Wie jetzt? Genau!
Die TIWAG produziert vor allem sogenannten Pumpstrom, den sie von den Wasserkraftwerken im Tal hinauf in die Talsperren pumpt. Zu sehr, sehr guten Zeiten, wenn nämlich die ... (Abg. Rädler: Wie jetzt? Genau!) Hören Sie mir zu!
Abg. Rädler: Er ist für die Luft zuständig, und Sie sind für die Luft!
Was sind da für Planungen durchgeführt worden? Und letztendlich, wenn man das ganz genau anschaut, merkt man, mit den Anmietungen von bestimmten Immobilien sind ganz bestimmte Institute begünstigt worden, die zufälligerweise auch im politischen Farbbereich der jeweiligen Generaldirektoren und Generaldirektoren-Stellvertreter angesiedelt waren. Man hat also auf diese Art und Weise – Stichwort Uniqa, Stichwort Raiffeisen, auch Stichwort Wiener Städtische – durchaus bestimmte Interesse bedient, Herr Bundesminister! (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Ich bin für die Luft zuständig!) – Sie sind für die Luft zuständig. Das ist eine gute Ausrede, aber ich glaube, Sie wissen sehr gut, was damit gemeint ist. (Abg. Mag. Lapp: Für die heiße Luft!) – Ja, für die heiße Luft! (Abg. Rädler: Er ist für die Luft zuständig, und Sie sind für die Luft!)
Abg. Rädler: Die werden immer überschätzt!
Und dann müssten Sie einmal erklären, wie das beschickt wird: Das wird beschickt aufgrund der Arbeiterkammerwahlen und aufgrund der Wirtschaftskammerwahlen. Jetzt überschätzen Sie etwas die Freiheitlichen (Abg. Rädler: Die werden immer überschätzt!), wenn Sie jetzt hier sagen, von diesen 27 gab es tatsächlich zwei Mitglieder von Wirtschaftskammerseite beschickt aufgrund des Proporzes, die dem Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender zuzählen sind, also wenn Sie so wollen –
Sitzung Nr. 55
Abg. Rädler: Falscher Umgang!
Abgeordnete Laura Rudas (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Regierung auf der Regierungsbank! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher zu Hause und auf der Galerie! Hohes Haus! Kollege Westenthaler und Kollege Themessl, jedes Mal, wenn Sie den Ausdruck soziale Verantwortung in den Mund nehmen, bekomme ich, muss ich ehrlich sagen, so eine leichte Gänsehaut am Rücken. Ich bin unter Ihrer Regierungszeit aufgewachsen und stelle Ihnen gerne meine gleichaltrigen Freundinnen und Freunde vor, die in diesen Jahren keine Lehrstelle gefunden haben, keinen Ausbildungsplatz hatten (Abg. Rädler: Falscher Umgang!) und erst drei, vier Jahre später eine Ausbildung machen konnten, und die heute, in meinem Alter, noch darunter leiden. Ich stelle sie Ihnen gerne vor. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Androsch! – Abg. Steibl: Flöttl!
Wachstum wird nicht dadurch gesichert, dass einige wenige Reiche immer reicher werden und andere immer weniger haben. Wohlstand und Wachstum werden dann gesichert, wenn wir alle daran teilhaben können und ein gerechtes Steuersystem haben. (Abg. Rädler: Androsch! – Abg. Steibl: Flöttl!)
Abg. Rädler: Androsch!
Jetzt komme ich zum eigentlichen Thema, und zwar zur Jugendbeschäftigung. (Abg. Rädler: Androsch!) Wachstum wird gesichert, wenn wir möglichst gut ausgebildete junge Menschen in unserem Land haben. Als junge Abgeordnete möchte ich etwas sagen, was manchmal leider in Frage gestellt wird: Die Sozialpartnerschaft – und das hat sie bewiesen! – ist überhaupt nicht aus der Mode gekommen! Dieses Paket, das sie verhandelt hat, ist hervorragend, ist herauszustreichen und zeigt, dass die Sozialpartnerschaft in unserem Land wichtig ist. Das soll man auch einmal unterstreichen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Ihr habt eh einen Bundeskanzler!
Dennoch möchte ich in der ganzen Diskussion eines nicht außer Acht lassen, und das ist, dass es uns auch darum gehen muss, dass junge Menschen ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben. (Abg. Rädler: Ihr habt eh einen Bundeskanzler!) Das heißt, früher konnte man sich die Ausbildung aussuchen, in einen Betrieb gehen und hatte Ausbildungschancen. Heute gibt es immer mehr junge Menschen, die in irgendwelche Ausbildungen – in Anführungszeichen – „gesteckt“ wurden, die eigentlich nicht ihren Interessen entsprechen (Abg. Steibl: Von der SPÖ, aber nicht von den Betrieben!), und mit der Vorstellung aufwachsen, ihr Leben lang einen Job machen zu müssen, den sie eigentlich nicht machen wollen. (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 56
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Enden möchte ich meine Überlegungen zu diesem Thema damit: Wenn ein Gefangener in eine Krankenanstalt eingeliefert werden muss, so muss dort nicht nur seine medizinische Versorgung sichergestellt sein und somit auch finanziert werden, sondern auch dessen kostenintensive Bewachung. Es stellt sich somit die Frage, ob nicht unterm Strich ein eigenes Gefangenenkrankenhaus für Österreich kostengünstiger erscheint. Die bestehenden Krankenanstalten in der Strafvollzugsanstalt Stein und im landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien-Josefstadt lassen durchaus darauf schließen. Ich rege daher im Sinne der bestmöglichen Entlastung des Staatshaushaltes eine diesbezügliche kaufmännische Durchrechnung an. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 58
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich sage dann immer, dass es sehr viel anderes in diesem Land gibt und dass solche Fälle auch anderswo passieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dass Österreich im Ausland so wahrgenommen wird, das sehe ich auch als Problem an. Und ich sehe, dass es keine Regierung bisher geschafft hat, das Bild eines modernen Landes, das wir in bestimmten Bereichen schließlich auch sind – vor allem seit dem EU-Beitritt 1995 sind wir durchaus offener und liberaler geworden –, zu transportieren.
Sitzung Nr. 59
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort kommt Herr Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 61
der Redner blickt in Richtung des Abg. Rädler, der vor sich einen großen Zettel mit folgender Aufschrift hält: „16 00 Uhr Dienstschluss (Ich bin noch da!!!
Und wenn ich dort hinaufschaue, dann sehe ich dort oben (der Redner blickt in Richtung des Abg. Rädler, der vor sich einen großen Zettel mit folgender Aufschrift hält: „16 00 Uhr Dienstschluss (Ich bin noch da!!!)“): 16 Uhr Dienstschluss; ich bin noch da. – Ich weiß zwar nicht, was das jetzt heißt, aber zumindest für die ÖVP-Bänke kann ich das bestätigen: Wir sind noch da. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 63
Abg. Morak: Marx! Marx! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mineralölsteuer – reduzieren wir, kommen wir teilweise zu einer temporären Streichung! Ja, warum nicht? Denken wir auch daran, dass wir staatliche Preisregulierung in manchen Bereichen selbstverständlich durchführen könnten. (Abg. Morak: Marx! Marx! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das wird zwar immer wieder in Abrede gestellt, aber selbstverständlich kann man das machen, wenn man möchte. Das ist eine Frage des Wollens. Es macht Sinn, bei Grundnahrungsmitteln und Energiekosten eine staatliche Preisregulierung vorzunehmen und Höchstpreise festzulegen, damit die Menschen, zumindest was Grundversorgungsbereiche betrifft, nicht über Gebühr belastet werden, dass das kein Luxusgut wird. Das gehört zur Daseinsvorsorge, das ist wichtig. Aber das stellen Sie leider Gottes nicht sicher.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Solche Dinge erzeugen wirklich unnotwendigen Lärm. Es darf hier nicht darum gehen, irgendwelche Hobbys zu befriedigen, sondern für uns muss es darum gehen, abzuwägen, was die verschiedenen Bevölkerungsgruppen haben wollen und was sie brauchen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 65
Abg. Rädler: Wann?
Wir sagen, wir wissen, wie es sein sollte, und wir werden jedenfalls alles dafür tun (Abg. Rädler: Wann?), damit Europa ein sozialeres Angesicht bekommt – und auch demokratischer wird! (Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wenn Sie von der ÖVP diesen Weg nicht gehen wollen, wenn Sie sich vom Bürger abwenden wollen, dann gehen Sie halt diesen Weg – und dann war wahrscheinlich Ihre Entscheidung auch richtig, diese Zusammenarbeit zu beenden, denn dann gibt es wirklich keine gemeinsame Basis mehr! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Bildungsstandards sind immer gut!
Das ist nicht unproblematisch, denn die Konzeptions- und Bildungsstandards, die von der ehemaligen Ministerin Gehrer verfolgt worden sind, waren aus unserer Sicht eigentlich von Anfang an falsch, denn dabei ging es darum, dass man die Bildungsstandards an den Schnittstellen einsetzt, nämlich am Ende der 4. und am Ende der 8. Klasse. (Abg. Rädler: Bildungsstandards sind immer gut!) Jede internationale Debatte um Bildungsstandards zeigt jedoch, dass das eine gewisse Vorgangsweise mit sich bringt, nämlich schlicht und einfach die, dass damit auch Selektion betrieben wird, wenn man es genau zu diesem Zeitpunkt macht.
Abg. Rädler: Untersuchungsausschuss!
Abgeordneter Mag. Dr. Martin Graf (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen und Kolleginnen! Wenn wir schon bei Bildungsstandards sind: Für das Protokoll gehört das berichtigt, was Kollege Neugebauer gesagt hat. Er hat nämlich Sokrates zitiert. Er hat gesagt, das Zitat sei „400 Jahre alt“. Kollege Neugebauer meinte wohl, es ist 2 400 Jahre alt und 400 Jahre vor Christi Geburt. (Abg. Neugebauer: Vor Christi Geburt, ja! Richtig!) Damit das auch richtig ist, es kann ja sein, dass das einmal irgendjemand liest. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Neugebauer: Nein, Präzision ist wichtig!) Gehört ja dazu. (Ruf bei der ÖVP: ... ein Rohrstaberl!) – Da brauche ich kein Rohrstaberl dazu, nur so viel, wenn wir schon über Bildungsstandards reden. (Abg. Rädler: Untersuchungsausschuss!)
Sitzung Nr. 67
Abg. Rädler: Wo steht das? In der „Kronen Zeitung“?
Abgeordnete Bettina Stadlbauer (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank, auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Hohes Haus! Die ÖVP ist kein verlässlicher Partner und ist alles andere als stabil, wie sie immer von sich selbst behauptet. (Abg. Rädler: Wo steht das? In der „Kronen Zeitung“?) Ganz im Gegenteil: Die ÖVP ist instabil! Und das werde ich Ihnen jetzt beweisen.
Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?
Wussten Sie eigentlich, dass seit 1990, also seit fast 20 Jahren, jede zweite Legislaturperiode – das ist die Periode, in der der Nationalrat eigentlich arbeiten sollte – von der ÖVP beendet worden ist? (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?) Und trotzdem geht die ÖVP noch her und kündigt in den heutigen Tageszeitungen an, dass sie für Klarheit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Handlungsfähigkeit steht! (Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: Ja, so ist es! – Abg. Rädler: Jawohl!) Ich halte das für ziemlich vermessen.
Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: Ja, so ist es! – Abg. Rädler: Jawohl!
Wussten Sie eigentlich, dass seit 1990, also seit fast 20 Jahren, jede zweite Legislaturperiode – das ist die Periode, in der der Nationalrat eigentlich arbeiten sollte – von der ÖVP beendet worden ist? (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?) Und trotzdem geht die ÖVP noch her und kündigt in den heutigen Tageszeitungen an, dass sie für Klarheit, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Handlungsfähigkeit steht! (Abg. Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer: Ja, so ist es! – Abg. Rädler: Jawohl!) Ich halte das für ziemlich vermessen.
Abg. Rädler: Ihr Arbeitsverweigerer! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aber die SPÖ hat schon recht, das ist wirklich das Übel, dass die ÖVP ab dem ersten Tag der Bildung dieser Regierung dagegen gearbeitet (Abg. Rädler: Ihr Arbeitsverweigerer! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) und versucht hat, diese Regierung zu
Abg. Rädler: Ihr wart Arbeitsverweigerer!
sprengen. (Abg. Rädler: Ihr wart Arbeitsverweigerer!) – Kommen Sie dann heraus und erregen Sie sich nicht so in der hinteren Reihe.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nein, nein, ganz verabschieden können Sie sich nicht, denn es ist nicht nur der „Gusi-Hunderter“, der versprochen worden ist, sondern auch das Vorziehen der Steuerreform. Man braucht gar nicht so weit zurückzuschauen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!
Wir sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten, wir vertreten die Wählerinnen und Wähler. Um das tun zu können, brauchen wir ihr Vertrauen (Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!) – aber das ist kontinuierlich zurückgegangen! (Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!) Deshalb ist mein Zugang heute nicht der, hier zu sagen, wer wofür steht und warum dies oder jenes schlecht ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!) Jede politische Partei, jede Bewegung hat ihre Standpunkte und ihre Programme, und das ist auch okay, gerade in einer demokratischen Auseinandersetzung. (Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!)
Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!
Wir sind die Repräsentantinnen und Repräsentanten, wir vertreten die Wählerinnen und Wähler. Um das tun zu können, brauchen wir ihr Vertrauen (Ruf bei der ÖVP: Ihr braucht die „Kronen Zeitung“!) – aber das ist kontinuierlich zurückgegangen! (Abg. Rädler: Ihr braucht den Boulevard!) Deshalb ist mein Zugang heute nicht der, hier zu sagen, wer wofür steht und warum dies oder jenes schlecht ist. (Abg. Dr. Haimbuchner: Das ist auch die Basis der SPÖ ...!) Jede politische Partei, jede Bewegung hat ihre Standpunkte und ihre Programme, und das ist auch okay, gerade in einer demokratischen Auseinandersetzung. (Abg. Rädler: ... redet im Fernsehen!)
Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das erzählt?
Mein Politikverständnis lässt ja Konflikte zu, weil sich sonst nie etwas verändern würde. Aber „Konflikte“ heißt nicht: Politik-Hickhack zum Selbstzweck. In den letzten zwölf Jahren – das heißt, seit ich fünfzehn war – hat die Molterer-ÖVP drei Mal die Regierung gesprengt, drei Mal frühzeitig Neuwahlen ausgerufen (Ruf bei der ÖVP: Es war notwendig!), ohne Argumentation, einfach so. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das erzählt?) Da sage ich Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen: Österreich hat sich da mehr verdient! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Warum machen Sie es nicht?
Wir sagen: Gesundheitsreform, damit auch meine Generation im Sozialstaat gesund leben kann! (Abg. Rädler: Warum machen Sie es nicht?) Herr Neugebauer, was war die Antwort Ihrer Partei? – Nein! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: 10 Prozent mehr für die FPÖ!
Liebe Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, da Sie vorhin erzählt haben, was Sie am Gang von meinen Kolleginnen und Kollegen hören, erzähle ich Ihnen, was ich von Ihren Kolleginnen und Kollegen am Gang höre: 1 Prozent weniger für die ÖVP – und die alte Riege ist weg! (Abg. Rädler: 10 Prozent mehr für die FPÖ!) Ich sage es Ihnen ganz ehrlich – und ich zeige jetzt extra ein bisschen nach hinten –: Dann können wir, vielleicht auch wir, konstruktive Politik für Österreich machen, dann können wir tatsächlich einen Neustart wagen!
Abg. Rädler: Es geht ja nicht um Ihre ...!
Ich sage ganz deutlich: Wenn wir jetzt Neuwahlen machen, damit Sie Schwarz-Blau wiederbeleben können, dann ersparen Sie das bitte den SteuerzahlerInnen! (Abg. Rädler: Es geht ja nicht um Ihre ...!) Wenn wir Neuwahlen machen, hat das nur dann einen Sinn, wenn sie in einer neuen, optimistischen, weltoffenen und lösungsorientierten Politik münden. Ich hoffe, das ist auch denjenigen bewusst, die diese Neuwahlen (Präsident Dr. Spindelegger gibt das Glockenzeichen) unbedingt herbeiführen wollen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Die falsche Partei!
Wenn Kollegin Rudas sagt, sie möchte die Welt verbessern, und der ÖVP vorwirft, dass sie gegen die Abschaffung der Studiengebühren war und ist, dann muss ich ihr recht geben. Meine Frage ist aber: Warum haben Sie die Chance nicht wahrgenommen, die Studiengebühren heute oder morgen abzuschaffen? (Abg. Strache: Weil der eigene Klub ...!) – Da haben Sie gekniffen, da sind Sie zu feig geworden! (Beifall bei den Grünen.) Sie verraten Ihre eigenen Leute, obwohl Sie hier sagen, Sie wollen die Welt verbessern. (Abg. Rädler: Die falsche Partei!)
Abg. Rädler: Der KPÖ!
Das ist einfach die Politik der SPÖ: Sie machen große Ankündigungen (Abg. Rädler: Der KPÖ!), und wenn die Chance besteht, dann machen Sie es nicht! Sie haben die aktuellen Probleme nicht gelöst, und Sie lassen überhaupt keinen Zweifel daran, dass
Abg. Rädler: Kein Rauch ohne Feuer!
All das wurde und wird den Beschuldigten noch immer ausgelegt als ein Beweis dafür, dass ihre Tätigkeit nicht einfach normale Tierschutzarbeit ist, nicht einfach normale NGO-Tätigkeit ist, sondern den Tatbestand der kriminellen Organisation erfüllt. (Abg. Rädler: Kein Rauch ohne Feuer!) – Kein Rauch ohne Feuer, außer bei Brandstiftungen an Jagdhütten, wo sich dann alles als Schall und Rauch entpuppt.
Sitzung Nr. 68
Abg. Rädler: „Verräter“!
Diesen Kurswechsel in einer Zeitung zu lesen, die uns, zumindest den Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und den Grünen, Verfassungsbruch vorgeworfen hat, Verfassungsbruch in einer riesigen Schlagzeile der „Kronen Zeitung“ – das finden Sie witzig? (Abg. Rädler: „Verräter“!) Das finden Sie okay? (Abg. Dr. Schüssel: Erbärmlich, nicht traurig!) Man kann darüber debattieren, ob das verfassungswidrig war oder nicht – ja, sicher –, aber Minister Faymann hätte ja wohl den Vertrag mitratifiziert, denke ich, wenn er hier als Abgeordneter gesessen wäre, oder vielleicht nicht?! (Abg. Dr. Schüssel: Im Ministerrat hat er zugestimmt!) – Im Ministerrat hat er zugestimmt. Er teilt uns in diesem Medium mit, dass da vielleicht doch etwas dran ist, dass das verfassungswidrig gewesen sein könnte, ein klarer Verfassungsbruch? Und da regen Sie sich auf, wenn wir Rot-Blau in diesem Zusammenhang am Horizont sehen?
Abg. Rädler: Barolo!
Was meint er damit? – Er meint damit, dass da teilweise eine Abgehobenheit herrscht. (Abg. Strache – auf die Regierungsbank weisend –: Abgehobenheit haben Sie auch hinter sich! Sie müssen sich nur umdrehen!) Wenn man den Barroso-Auftritt beobachtet hat (Abg. Rädler: Barolo!), in dem er seine Punkte präsentiert hat, hatte man den Eindruck, hier unterhält sich einer nur mit den Eliten, nur mit den politischen Entscheidungsträgern. Wenn die Bürger aber verspüren, dass es hier diese Distanz gibt, dann werden sie misstrauisch. Es ist unsere Aufgabe, darüber nachzudenken und das zu ändern. (Abg. Dr. Van der Bellen: Zur Sache!)
Abg. Rädler: Das weiß die SPÖ seit 14 Tagen!
Manchmal hat man wirklich den Eindruck, dass es hier so etwas wie eine eigene Brüssel-Welt gibt. Und da muss man halt durch Demokratisierungsschritte versuchen, das aufzubrechen. Ich finde, das ist doch legitim. Man kann sich doch nicht einfach herstellen und sagen: Jeder, der über mehr Demokratie redet, ist kein Pro-Europäer mehr! (Abg. Rädler: Das weiß die SPÖ seit 14 Tagen!)
Abg. Rädler: Gott sei Dank!
Da muss ich abschließend schon sagen: Ich glaube, da gibt es einen ziemlich grundsätzlichen Unterschied zwischen der SPÖ und der ÖVP. (Abg. Rädler: Gott sei Dank!) Was ich kennengelernt habe, ist, dass die ÖVP in der Politik einen viel hierarchischeren, autoritäreren Zugang hat. (Abg. Kopf: Ausgerechnet von Ihnen!) Einen hierarchisch autoritären Zugang. (Abg. Strache: Deshalb hängt der Dollfuß noch im Klub!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Sigisbert Dolinschek (BZÖ): Geschätzter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Die Herren Staatssekretäre! Sehr geehrte Damen und Herren! Geschätzter Herr Landeshauptmann Dr. Haider, es freut mich, dass du wieder einmal im Hohen Haus zu Besuch bist. Das ist eine interessante Debatte, du weißt, die Erklä- rung des Bundeskanzlers zur Europäischen Union. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 70
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Ganz in Blau!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Eine weitere Wortmeldung kommt von Herrn Klubobmann Dr. Cap. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Cap –: Ganz in Blau!)
Abg. Rädler: Wer ist Bundeskanzler?
Meine Damen und Herren, im Bericht der Wettbewerbskommission vom 14. Juli 2008 – ich darf noch einmal in Erinnerung rufen: eine Behörde, die Herrn Bundesminister Bartenstein untersteht (Abg. Rädler: Wer ist Bundeskanzler?) – heißt es: Die Ermittlungsbefugnisse der BWB sind zu gering. Der Ressourcenausstattung sollte ein besonderes Augenmerk geschenkt werden. Es sollte ein Wettbewerbsmonitoring durchgeführt werden.
Ruf bei der ÖVP: Es reicht! – Abg. Rädler: Aufhören!
ne Damen und Herren! Da soll man noch von Markt sprechen? Üblicherweise ist es so, dass sich der Markt durch Nachfrage und Angebot einpendelt, aber wenn ich nicht einmal weiß, welches Angebot besteht, weil die Preise ständig geändert werden: Was ist das für ein Markt, meine Damen und Herren?! (Ruf bei der ÖVP: Es reicht! – Abg. Rädler: Aufhören!) Und dann wundern wir uns, dass die Preise geradezu explodieren, etwa um 25 Prozent bei Diesel, wie es der Fall war, wodurch natürlich schon die Fahrt zum Arbeitsplatz zum Problem wird?!
Abg. Rädler: Aufhören!
Weiters steht hier, Strom und Gas gehören zu den im Preis am stärksten gestiegenen Rohstoffen. Auch hier frage ich mich, meine Damen und Herren: Muss das so sein? (Abg. Rädler: Aufhören!)
Abg. Rädler: Aufhören!
Es fehlt ein effektives Monitoring, was den Wettbewerb angeht. Meine Damen und Herren! Die Bundesarbeitskammer hat so wie auch wir vorgeschlagen, es sollte so sein, dass die Preise „gemonitored“ werden, dass die Preise verglichen werden und hier entsprechend vorgegangen werden soll. Ich habe diesbezüglich nichts erlebt! Wir haben das vorgeschlagen – Sie haben es abgelehnt. (Abg. Rädler: Aufhören!)
Abg. Rädler: „Ja“, ...!
Da bin ich schon sehr froh darüber, dass Werner Faymann da einen ganz anderen Stil hat, dass Werner Faymann gesagt hat: Ich will da nicht mehr länger herumstreiten und herumreden (Abg. Rädler: „Ja“, ...!), ich will Nägel mit Köpfen machen!, und ein Paket mit fünf ganz konkreten Maßnahmen auf den Tisch gelegt hat und gesagt hat: Verhandeln wir das jetzt hier, verhandeln wir das im Hohen Haus und schauen wir, dass wir vor der Wahl zeigen, dass es uns ernst ist (Abg. Rädler: Ja, „super“! – Abg. Steibl: Und die letzten eineinhalb Jahre?), der österreichischen Bevölkerung zu helfen, Entlastungsmaßnahmen zu setzen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Ja, „super“! – Abg. Steibl: Und die letzten eineinhalb Jahre?
Da bin ich schon sehr froh darüber, dass Werner Faymann da einen ganz anderen Stil hat, dass Werner Faymann gesagt hat: Ich will da nicht mehr länger herumstreiten und herumreden (Abg. Rädler: „Ja“, ...!), ich will Nägel mit Köpfen machen!, und ein Paket mit fünf ganz konkreten Maßnahmen auf den Tisch gelegt hat und gesagt hat: Verhandeln wir das jetzt hier, verhandeln wir das im Hohen Haus und schauen wir, dass wir vor der Wahl zeigen, dass es uns ernst ist (Abg. Rädler: Ja, „super“! – Abg. Steibl: Und die letzten eineinhalb Jahre?), der österreichischen Bevölkerung zu helfen, Entlastungsmaßnahmen zu setzen! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Und wer war der Bundeskanzler?
Zur Mehrwertsteuersenkung bei Lebensmitteln: Jeder muss sich die Frage stellen, ob man es zulassen kann, dass es im viertreichsten Land der EU Menschen gibt, die sich Lebensmittel nicht leisten können. (Abg. Rädler: Und wer war der Bundeskanzler?) – Ja, natürlich kann das nicht die einzige Maßnahme sein, natürlich ist eine Steuerentlastung notwendig, aber diese ist doch kein Argument, bei einer Sofortmaßnahme nein zu sagen.
Abg. Rädler: Eine Wahlempfehlung?
Ich werde Ihnen anhand zweier Beispiele zeigen, wo es wirklich hakt und wo wirklich Probleme vorhanden sind. Herr Faymann! Wenn Sie ehrlich darum bemüht sind, etwas zu ändern – nicht nur in Wahlkampfzeiten, sondern vielleicht sogar später, wenn Sie Ihr Ziel erreichen sollten, Bundeskanzler zu werden (Abg. Rädler: Eine Wahlempfehlung?) –, dann hören Sie sich diese Gedanken an:
Zwischenruf des Abg. Rädler.
schuss von 200 Milliarden € hat. Die Eurozone als Gesamtes hat 10 Milliarden € Überschuss. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 71
Abg. Rädler: Planwirtschaft! Fünfjahresplan!
Wir eröffnen mit dem Preisgesetz aber noch eine weitere Möglichkeit. Wir sehen die Verpflichtung vor, dass die Ketten von sich aus per 30. November ihre Preise melden müssen, und wir geben dem Minister die Möglichkeit, die momentane Preissituation bei den einzelnen Geschäften jederzeit abzurufen, wobei wir natürlich die kleinen Geschäfte davon ausnehmen. (Abg. Rädler: Planwirtschaft! Fünfjahresplan!) – Nein, das ist kein Fünfjahresplan! Bitte, Kollege, Sie sind im falschen Film. Ich weiß nicht, woher Sie das haben, aber wenn Sie zuhören, kommen Sie drauf, es geht hier um ganz etwas anderes, nämlich um die Frage, die Umsatzsteuer zu senken.
Sitzung Nr. 72
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Scheibner.
Wenn Sie vorwerfen, dass die SPÖ hier Wahlzuckerln verteilt, dann schauen Sie sich doch bitte an, was Sie machen! Wir verteilen keine Wahlzuckerln. Wir geben auch keine Wahlversprechen ab. Wir sagen, was wir vor der Wahl hier machen. Da kann heute jeder in Österreich zuschauen, wer dafür ist, dass die Lebensmittel billiger werden; wer dafür ist, dass die Studiengebühren abgeschafft werden; wer dafür ist, dass die Familienbeihilfe erhöht wird; und wer dafür ist, dass das Pflegegeld erhöht wird. Das sind alles Dinge, die Sie in Ihren sieben Jahren nie gemacht haben. Kein einziges Mal haben Sie diese Maßnahmen gesetzt! Es kann sich heute auch jeder anschauen, wer dafür ist, dass die Hacklerregelung verlängert wird, und wer dafür ist, dass die Pensionen erhöht werden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Scheibner.)
Abg. Rädler: Ja!
Herr Kollege Krainer, zum Thema Kindergarten: Haben Sie die Augen verschlossen? (Abg. Rädler: Ja!) Bereits bei einem Familieneinkommen von 2 300 € netto – das ist ein Bruttoeinkommen von wahrscheinlich 1 800 € für den Vater und 980 € für die Mutter, muss man in Wien 270 € Kindergartengeld bezahlen. Es ist für diese Leute unwesentlich, ob 40 Prozent der Eltern überhaupt kein Kindergartengeld zahlen. Das ist eine
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Verwundert war ich, als dann plötzlich der Begriff „Hacklerregelung“ weggefallen ist und durch den Begriff „Langzeitversichertenregelung“ ersetzt wurde. Als ich mir aber die Zahlen des Hauptverbandes habe geben lassen, war mir alles klar, denn, meine Damen und Herren: Seit es die „Hacklerregelung“ gibt, haben 61 240 Personen davon Gebrauch gemacht. 61 240 Menschen – aber wissen Sie, wie viele Arbeiterinnen und Arbeiter das nutzen konnten? – Nur 10 Prozent! Nur 6 120 Menschen. Nur 10 Prozent sind Arbeiterinnen und Arbeiter, die diese Regelung in Anspruch nehmen konnten! Und wieso waren es nur 10 Prozent, meine Damen und Herren? – Weil diese Menschen in ihrem Versicherungsverlauf Krankenstände aufweisen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wie schauen solche Krankenstände aus? Ich kann das schildern aus „meinem“ Betrieb, aus „meiner“ Firma. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Bürgermeister, Sie schreien zwar hier immer herein, haben aber keine Ahnung vom Arbeitsleben! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir wissen, dass sowohl SPÖ als auch ÖVP das Modell der großen Koalition bevorzugen. Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht, meine Damen und Herren. (Abg. Öllinger: FPÖ-BZÖ ist doch auch nicht schlecht?!) – Na ja, Sie wissen eh, das ist aber auch verständlich – oder? – nach allem, was da vorgefallen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ist das eine Einsicht?
Die konsequente – sagen wir – Verabscheuung, die der Herr Kollege Kukacka gegenüber diesem Untersuchungsausschuss zum Ausdruck gebracht hat (Abg. Kößl: Stimmt ja nicht!), erinnert mich ein bisschen an die jahrhundertealte Lehrmeinung – es sei mir gestattet, ein bisschen Farbe in die Darstellung zu bringen –, die bis zu Kopernikus galt, dass sich die Sonne um die Erde dreht und nicht umgekehrt. Man kann natürlich aus bestimmten interpretierbaren Phänomenen eine Lehrmeinung entwickeln. Freilich muss man auch riskieren, dass sie als falsch erkannt wird. (Abg. Rädler: Ist das eine Einsicht?)
Abg. Rädler: Dafür hätten wir keinen Ausschuss gebraucht! – Abg. Kößl: Das steht in keinem Verhältnis ...!
Allein aus diesem Grund und aus den vorher genannten Gründen, ohne dass man sich jetzt über irgendeine Partei oder über eine Auskunftsperson hermacht und sie schlechtmacht oder besser macht, war es das wert, dass der Untersuchungsausschuss eingesetzt wurde und gearbeitet hat, und er hat erfolgreich gearbeitet. (Abg. Rädler: Dafür hätten wir keinen Ausschuss gebraucht! – Abg. Kößl: Das steht in keinem Verhältnis ...!) – Ja, mit Kanonen auf Spatzen schießen, das tue ich nicht, denn ich bin tierschützerisch veranlagt, und unschuldige Kreaturen zu beschießen, liegt mir überhaupt nicht.
Abg. Rädler: Ein Haufen Geld für nichts!
Nicht abgearbeitet werden konnte ein großer Apparat der bestehenden Misshelligkeiten. (Abg. Rädler: Ein Haufen Geld für nichts!) Von unserer Seite besteht eine sehr freundliche Haltung zur Erneuerung des Untersuchungsgegenstandes, zumindest in einigen harten Kernen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Gesetzgebungsperiode 24
Sitzung Nr. 8
Abg. Rädler: Rechtsprechung!
Also da frage ich mich, wie der Richter das feststellen soll, wie er da die Kausalität herstellen soll. (Abg. Rädler: Rechtsprechung!) Ich frage mich auch, welche konkreten Fälle da zu einem falschen Abstimmungsverhalten in der Vergangenheit geführt haben.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen als jemand, der gemeinsam mit anderen Katholiken in diesem Land von derartigen Vorgängen schon betroffen und darüber auch empört war, dass ich die Hoffnung auf Sie und insbesondere auf die künftige Justizministerin setze – dies soll durchaus als Appell verstanden werden –, dass Sie hier zumindest für Gleichbehandlung sorgen, nämlich dafür, dass sich auch Katholiken in diesem Lande darauf verlassen können, dass ihre religiösen Symbole und göttlichen Personen nicht von jedem beliebigen selbsternannten „Künstler“ niedergemacht und niedergetrampelt werden dürfen, meine Damen und Herren, Hohes Haus! Das ist unser Anliegen, das ich heute im Zusammenhang mit dieser Auslieferung formulieren möchte. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 10
Abg. Rädler: Sind Sie bei der KPÖ?
Liebe Kollegen von der ÖVP, weil Sie so lachen, sage ich Ihnen noch etwas: Sie haben in das Regierungsprogramm hineingeschrieben (Abg. Rädler: Sind Sie bei der KPÖ?) – horchen Sie einmal zu! –, dass Sie gegen jede Art der Förderung der Atomenergie eintreten werden. Warum haben Sie dann beim letzten Mal unseren BZÖ-Antrag betreffend EURATOM-Ausstieg abgelehnt? Warum haben Sie das getan?
Abg. Rädler: Mehr!
Es gibt eine GfK-Studie, die das im Prinzip wiedergibt, was ich jetzt gesagt habe. In dieser Studie steht, dass solche Sanierungsmaßnahmen nur Vorteile haben. Warum haben sie nur Vorteile? – Auf der einen Seite spare ich Energie, das bringt langfristig für jeden etwas. Auf der anderen Seite fördere ich die Wirtschaft, vor allem die Bauwirtschaft, das Baunebengewerbe. Drittens werde ich energieautark. Das heißt, ich kann 20 Prozent der Gesamtenergie einsparen. Allein mit der thermischen Sanierung, dort, wo sie Sinn macht, können wir 20 Prozent der Gesamtenergie einsparen. Wissen Sie, was das bedeutet? (Abg. Rädler: Mehr!) Sogar mehr! Die ÖVP sagt, sogar noch mehr. Stellen Sie sich das vor! Doch wir lassen diese Gelegenheit einfach so aus.
Abg. Rädler: In Oberösterreich!
Sie lachen darüber! Bis vor kurzem hat es Bundesländer gegeben, in welchen die Wohnbauförderung so ausgesehen hat, dass Elektroheizungen mit gefördert worden sind. Das ist doch ein Energieverbrechen! (Abg. Rädler: In Oberösterreich!) So war es! Im Burgenland zum Beispiel. Gerade eben erst ist das auf Druck der Grünen dort herausgekommen. Gehen Sie einmal auf den Naschmarkt und schauen Sie, wie in Österreich elektrischer Strom verwendet wird! Da werden mittlerweile, damit man draußen bei Minusgraden Party feiern kann, Strahler, die auch im Freien wirken, mit Strom betrieben. Also offensichtlich ist da alles möglich. So lange so etwas möglich ist, nämlich eine derartige Verschwendung, teilweise auch noch in der Industrie, brauchen wir nicht darüber zu reden, die letzten Flussläufe zuzubetonieren, insbesondere dann, wenn sie unberührt sind. Dort, wo es ökologisch verträglich ist, sind wir dabei.
Abg. Rädler: 1 Milliarde!
Zu Österreich selber – und das ist eigentlich mein Kernpunkt –: Da geht es um die thermische Sanierung. Kollege Lugar hat das ausgeführt. Was sind denn 100 Millionen €? Das sind gerade einmal 15, 20 größere Unternehmen. Wenn man die saniert, ist das Geld weg. Ich verlange von Ihnen also, dass Sie das Programm ausbauen auf 100, 200, 300, 400, 500 Millionen €, damit eine echte ... (Abg. Rädler: 1 Milliarde!) – 1 Milliarde € ist noch besser.
Sitzung Nr. 11
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Sind Sie Mitarbeiter? Sind Sie dieser Mitarbeiter?
gegen diesen permanenten linken Tugendterror. Martin, weiter so! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Sind Sie Mitarbeiter? Sind Sie dieser Mitarbeiter?)
Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
durchschnittlich finden 20 Sitzungen im Jahr statt. Ich habe noch keinen einzigen Abgeordneten, der neu in dieses Hohe Haus gekommen ist, gehört, der gesagt hat: Weil die Bedingungen hier so schlecht sind, möchte ich da nicht hinein! Das habe ich noch nie gehört. (Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Haben Sie das gehört?
Abg. Rädler: Nicht immer über die Mitarbeiter reden!
Für viel wichtiger halte ich aber die Ausstattung der Büros der Mitarbeiter, der Büros der Klubmitarbeiter, der Büros der Abgeordneten, der Büros der Parlamentsbediensteten. (Abg. Rädler: Nicht immer über die Mitarbeiter reden!) – Ich rede immer gerne über die Mitarbeiter – Sie nicht! – Diese Büros müsste man sich einmal ansehen, und wir wissen alle, dass wir da unzumutbare Zustände haben und dass wir da relativ rasch mit Konjunkturmaßnahmen und unter Verwendung der entsprechenden Budgetmittel sofort etwas bewirken könnten, um auch die Arbeitsqualität in diesem Haus sofort zu verbessern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Für die Mitarbeiter?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Für die Mitarbeiter?
Für viel wichtiger halte ich aber die Ausstattung der Büros der Mitarbeiter, der Büros der Klubmitarbeiter, der Büros der Abgeordneten, der Büros der Parlamentsbediensteten. (Abg. Rädler: Nicht immer über die Mitarbeiter reden!) – Ich rede immer gerne über die Mitarbeiter – Sie nicht! – Diese Büros müsste man sich einmal ansehen, und wir wissen alle, dass wir da unzumutbare Zustände haben und dass wir da relativ rasch mit Konjunkturmaßnahmen und unter Verwendung der entsprechenden Budgetmittel sofort etwas bewirken könnten, um auch die Arbeitsqualität in diesem Haus sofort zu verbessern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Für die Mitarbeiter?)
Abg. Rädler: Nein zum Burgenland!
Daher sage ich Ja zum Erhalt von 10 000 Arbeitsplätzen in dieser Region, Ja zu vernünftigen regionalen Abfallwirtschaftskonzepten, die auf diese Region abgestimmt sind, aber Nein zum Mülltransit, Nein zum Müllimport (Abg. Rädler: Nein zum Burgenland!) und Nein zur Geschäftemacherei auf dem Rücken der Natur und der Arbeitsplätze. Schützen Sie unser Burgenland, damit es nicht zum Müllland Nummer eins in Österreich wird! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Zu den 1 000 € Mindestlohn möchte ich noch Folgendes sagen: Es stimmt, es gibt noch einzelne Bereiche, wo das noch nicht zur Gänze umgesetzt ist. Das sind fast ausschließlich Bereiche, die nicht in den Kompetenzbereich der Wirtschaftskammer fallen. Vor allem bei den freien Berufen gibt da sehr schwierige und zähe Auseinandersetzungen. Vor Kurzem haben wir bei den Rechtsanwälten – ein langjähriges „Kampffeld“, kann man fast sagen – einen Durchbruch erzielt. Es gibt jetzt auch schon für die Wiener Rechtsanwälte einen entsprechenden Kollektivvertrag, und wir sind zuversichtlich, schon in Bälde die Lücken, die es da noch gibt, zu schließen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Deswegen ist es wichtig, in diesen Bereichen zu handeln. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Der Antrag mit 7,25 € pro Stunde, der uns hier vorliegt, entspricht bei Vollbeschäftigung einem Gehalt von 1 276 € brutto pro Monat. – Wir haben ein Modell mit 1 300 €. Von einer Vollzeitbeschäftigung heruntergerechnet kommen wir ungefähr auf das Gleiche.
Sitzung Nr. 14
Abg. Rädler: Deutschösterreicher!
Abgeordneter Dr. Peter Fichtenbauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Mitglieder des Hohen Hauses! Sehr geehrte Zuschauer auf der Galerie! Und in Wahrheit würde ich gerne sagen: Liebe und sehr geehrte Österreicher, Väter und Mütter von Soldaten! (Abg. Rädler: Deutschösterreicher!) – Ja, das kannst du auch dazusagen, Herr Kollege; ich will dich nicht davon abhalten. – Väter und Mütter, die Soldaten des österreichischen Bundesheeres aufgezogen und in das österreichische Bundesheer entsendet haben!
Sitzung Nr. 16
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was ist mit Depots mit Nullständen? Ist auch für diese Depots eine Abgabe zu bezahlen? Ein Kunde kann mehrere Depots haben. Wie wirkt sich das aus? Muss man seine Beträge aufteilen, um für jedes Depot die Sicherstellung zu haben? Oder bezieht sich das nur auf den Menschen, auf die Person? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) So ist es. Sie, Herr Rädler, werden mir das wahrscheinlich nicht beantworten können! Davon gehe ich nicht aus, das ist mir schon klar. (Abg. Strache: Frag doch den Inder!) Aber vielleicht verstehen die Wissenden in Ihrer Fraktion, was ich meine.
Abg. Rädler: Wer sind die zwei Lehrer? – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: „Solidarleistungen“ heißt das jetzt! Unbezahlte Überstunden heißen „Solidarleistungen“!
Schade – wahrscheinlich aus persönlicher Betroffenheit, aber dann tun Sie nicht so, als würden Sie für die Lehrerinnen und die Lehrer sprechen! Ich kenne genügend Lehrerinnen und Lehrer, die voll und ganz hinter den Reformen von Claudia Schmied stehen und bereit sind, dafür auch eine Solidarleistung zu erbringen, und bereit sind, zu Verbesserungen im Bildungssystem auch selber aktiv beizutragen. (Abg. Rädler: Wer sind die zwei Lehrer? – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: „Solidarleistungen“ heißt das jetzt! Unbezahlte Überstunden heißen „Solidarleistungen“!)
Sitzung Nr. 17
Abg. Rädler: Wäre gescheit, ja!
Aber kommen wir zum Thema, meine sehr geehrten Damen und Herren (Abg. Rädler: Wäre gescheit, ja!): Als im Jahr 2001 in den USA tatsächlich ein terroristischer Akt stattgefunden hat und in der Folge die USA die Freiheits-, die Bürger- und die Menschenrechte ihrer Bürgerinnen und Bürger eingeschränkt haben, ist das auf Kritik von Kolleginnen und Kollegen aller Parteien gestoßen. Die Einschränkung der Freiheits-, Menschen- und Bürgerrechte im Interesse der Abwehr des Terrorismus, das war – egal aus welcher Partei man war – allen Parteien zu viel.
Sitzung Nr. 21
Abg. Rädler: Von den Grünen vielleicht!
Wissen Sie, was es heute für Beamte bedeutet, sich ständig überlegen zu müssen, ob man auf Linie des Ministeriums ist und ob man, wenn man nicht mitgeht und nicht einer bestimmten Partei angehört, überhaupt noch karrieremäßig in seinem Dienst eine Chance hat? – Das bedrückt vor allem die Wiener Kriminalpolizei. Wenn wir draufkommen, dass die städtische, die großstädtische Kriminalpolizei – und hier vor allem Wien – sehr viel mit der ÖVP-Sicherheitspolitik zu tun hat, dann liegt ja ein Schluss nahe (Abg. Mag. Stadler: Reiner Zufall!): Wahrscheinlich ist es eine ÖVP-Innenministerin, die Innenministerin jener Partei, die hier die wenigsten Möglichkeiten hat, etwas zu ändern, denn warum sollten wir gerade von einer ÖVP-Innenministerin erwarten, dass sie die ÖVP-Sicherheitspolitik ändert? Das ist das Problem. (Abg. Rädler: Von den Grünen vielleicht!)
Lebhafte Heiterkeit des Abg. Rädler.
Heute höre ich von einer Versammlung von Forstfachleuten, die in Salzburg stattfindet, dass dort der SPÖ unterstellt wird, sie hätte einen Fünf-Parteien-Antrag eingebracht, in dem steht, dass man der Bevölkerung das Holzsammeln im Wald erlauben soll. (Lebhafte Heiterkeit des Abg. Rädler.) – Sag einmal, was habt denn ihr denen erzählt? Das ist genau in Anlehnung zu dem, dass wir das Eigentumsrecht angreifen – nur deswegen, weil wir den Menschen erlauben wollen, dass sie dort ungehindert zwei Kilo Schwammerl brocken können, mehr nicht. – Wenn das die Kriterien dessen sind, worüber wir uns streiten, dann werden die Bauern noch lange auf eine ordentliche Lösung warten müssen.
Sitzung Nr. 23
Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Rädler und Wöginger.
Recht hat er, der Finanzminister Sepp Pröll, wenn er dann in der Zeitung sagt, dass das jetzt die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt ist. Eine richtige Entscheidung dieser Regierung, eine richtige Entscheidung des Vizekanzlers und kein Anlass ... (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Rädler und Wöginger.) – Genau, Applaus für den Vizekanzler wegen dieser Politik! (Abg. Ing. Westenthaler: Koseform: Sepp!)
Abg. Großruck: „Zurückstellen“ hat er gesagt! – Abg. Rädler: Verlust wäre es keiner! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.
Ja, möge doch der Abgeordnete Otto einfach sein Mandat zurücklegen, damit dann in Ruhe diese Klage abgewickelt werden kann! (Abg. Großruck: „Zurückstellen“ hat er gesagt! – Abg. Rädler: Verlust wäre es keiner! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.) Das muss man sich einmal vorstellen: Auf einen Zuruf des Dritten Präsidenten: Ich klage dich! sagt der betroffene Abgeordnete: Oje, ich lege mein Mandat zurück und
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn es dann nicht einmal bei den kleinsten Maßnahmen irgendeine Bewegung gibt, weil ausgerechnet Vertreter der ÖVP wieder einmal quer im Stall stehen, dann ist die Unglaubwürdigkeit auf den Gipfel getrieben. Das haben wir überall, wenn es um Gemeinden, Bundesländer et cetera geht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: schon dreimal geprüft!
Herr Klubobmann Kopf hätte es ja nicht schöner zelebrieren können. Er stellt sich hier heraus – das werden wir jetzt noch einmal durchexerzieren – und sagt, da hat schon wieder jemand davon gesprochen, dass der Rechnungshof – der Präsident selbst möchte das, vielleicht nimmt er ja dazu noch Stellung – auch jene Gemeinden überprüfen soll, die weniger als 20 000 Einwohner haben, und was das für ein Blödsinn sei. (Abg. Rädler: schon dreimal geprüft!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wissen Sie, der Blödsinn ist ganz woanders angesiedelt. Er behauptet ja, dass es in manchen Bundesländern drei Prüfebenen gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Was schreien Sie denn dauernd so?! Hören Sie lieber zu! (Abg. Rädler: Weil Sie nichts arbeiten!) Ich sage es Ihnen gleich.
Abg. Rädler: Weil Sie nichts arbeiten!
Wissen Sie, der Blödsinn ist ganz woanders angesiedelt. Er behauptet ja, dass es in manchen Bundesländern drei Prüfebenen gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Was schreien Sie denn dauernd so?! Hören Sie lieber zu! (Abg. Rädler: Weil Sie nichts arbeiten!) Ich sage es Ihnen gleich.
Abg. Rädler: Sag einmal! Das ist eine Zumutung!
Jetzt schauen wir uns diese Prüfinstanzen an: Es mag ja sein, dass das im Bundesland Vorarlberg alles viel besser funktioniert. Das bin ich geneigt zu glauben; da ist ja vieles anders. Aber ich kann Ihnen sagen, wie es in der Steiermark ist: Drei Prüfebenen, die Kontrollausschussmitglieder sind regelmäßig überfordert mit dem, was der Gemeindevorstand macht und zelebriert. Hartberg oder ähnliche Gemeinden sind ja ein wunderbares Beispiel dafür, wo ganze Garnisonen von Bürgermeistern nicht einmal wissen, wie eine Bilanz ausschaut, aber groß spekulieren gehen. (Abg. Rädler: Sag einmal! Das ist eine Zumutung!) Das ist doch unmöglich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grosz: Trieben!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pack und Rädler.
Dann kommen die Kontrollausschussmitglieder und sind völlig überfordert. Wo war denn der Kontrollausschuss in Hartberg, hm? – Einzig die Grünen sind dagegen aufgetreten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pack und Rädler.)
Abg. Rädler: Was habt ihr für Vorstellungen?
So schaut das aus. Das ist Ihre „wunderbare“ Kontrolle. Und dann regen Sie sich auf, wenn der Rechnungshof prüfen kommen soll? – Das ist doch völlig absurd! Der Rechnungshof würde ja nicht in jede Gemeinde hineingehen – so viele Kapazitäten haben wir doch gar nicht! –, sondern es geht um die prophylaktische Wirkung und darum, dass der Rechnungshof jene Gemeinden prüft, wo nach bestimmten Kennzahlen – und da kennt er sich aus, glauben Sie uns das! – schon ein Vorverdacht besteht. (Abg. Rädler: Was habt ihr für Vorstellungen?) Diese prophylaktische Wirkung ist sehr, sehr heilsam, und die fürchten Sie wie der Teufel das Weihwasser, ich weiß es schon. Das ist es, wogegen Sie hier anschreien. (Abg. Rädler: Gemeinderat!)
Abg. Rädler: Gemeinderat!
So schaut das aus. Das ist Ihre „wunderbare“ Kontrolle. Und dann regen Sie sich auf, wenn der Rechnungshof prüfen kommen soll? – Das ist doch völlig absurd! Der Rechnungshof würde ja nicht in jede Gemeinde hineingehen – so viele Kapazitäten haben wir doch gar nicht! –, sondern es geht um die prophylaktische Wirkung und darum, dass der Rechnungshof jene Gemeinden prüft, wo nach bestimmten Kennzahlen – und da kennt er sich aus, glauben Sie uns das! – schon ein Vorverdacht besteht. (Abg. Rädler: Was habt ihr für Vorstellungen?) Diese prophylaktische Wirkung ist sehr, sehr heilsam, und die fürchten Sie wie der Teufel das Weihwasser, ich weiß es schon. Das ist es, wogegen Sie hier anschreien. (Abg. Rädler: Gemeinderat!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Gott sei Dank!
Ich verstehe das überhaupt nicht: Auf der einen Seite nehmen Sie den Herrn Rechnungshofpräsidenten in eine Verwaltungsreformgruppe der Bundesregierung hinein, auf der anderen Seite sind Sie hysterisch, wenn man darüber redet, dass man vielleicht doch einmal etwas einsparen kann. (Abg. Großruck: Da redet der Blinde von der Farbe!) Ich kann Ihnen sagen: Wir haben im Rechnungshofausschuss natürlich Dutzende Beispiele behandelt, wo etwas anders gemacht werden könnte, selbstverständlich. Uns brauchen Sie den Vorwurf nicht zu machen. Wer aber regelmäßig querliegt, sind die Ländervertreter der ÖVP und zunehmend leider auch sehr oft der SPÖ. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Gott sei Dank!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Rädler.
Auf Gemeindeebene fehlen Angaben für Investitionen sowie über entsprechende Schuldaufnahmen und Finanzschuldbestände, da diese Einnahmen beziehungsweise Ausgaben nicht mehr in den Gemeindehaushalten getätigt werden, sondern in ausgelagerten Einrichtungen verbucht werden. Damit kommt es im Gemeindebereich zunehmend zu Verzerrungen in der gesamten Finanzstatistik. Es wäre notwendig, in diesem Bereich Transparenz zu schaffen. – Zitatende. (Zwischenrufe der Abgeordneten Großruck und Rädler.)
Abg. Rädler: Große Gemeinden!
Wir haben die Problematik, dass von den Gemeinden, wie erwähnt, 7,8 Milliarden € der Finanzschulden in marktbestimmende Betriebe ausgelagert sind und dass da teilweise keine Kontrolle stattfindet, nämlich nicht von der Gemeindeaufsicht und auch nicht von der Aufsicht des Landes. (Abg. Rädler: Große Gemeinden!)
Abg. Rädler: Welche Gemeinden sind das? – Die großen!
(Abg. Rädler: Welche Gemeinden sind das? – Die großen!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nehmen Sie doch den Ansatz an, dass Sie die Möglichkeit haben, dass jemand aus dem staatlichen Bereich, der das nötige Know-how hat, auch Ihnen dieses Know-how zukommen lässt und Ihnen, also der Gemeinde, hilft, damit Sie Ihre Aufgaben dementsprechend wahrnehmen können! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Allein die Inserate der Bundesregierung in der Zeit des Sagers vom Herrn Kollegen Molterer – „Es reicht!“ –, vom 7. Juli bis 28. September, kosteten 9 Millionen €. Im Gesamtjahr 2008 hat diese Bundesregierung um 34 900 000 € Inserate geschaltet. Inserate objektiv, nicht objektiv (Zwischenruf des Abg. Rädler), es ist unglaublich, wie
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich selbst bin seit 12 Jahren zwar nicht Bürgermeisterin, aber ich war Stadträtin, ich war Gemeinderätin. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich weiß, dass es sehr viele engagierte Bürgermeister, Gemeinderäte und Funktionäre gibt, aber es gibt auch einige schwarze Schafe, und deswegen bin ich sehr froh, wenn die Kontrolle ausgeweitet wird und wenn man diesen schwarzen Schafen auch Einhalt gebieten kann. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Neubauer: Schwarze Schafe schon! – Abg. Brosz: Aber ein paar rote Schafe gibt es auch!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Wo ist er? – Abg. Dr. Sonnberger: Er ist leider nicht da! ...!
Diese Bundesregierung unternimmt nichts – das fällt mir massiv in Tirol auf –, um endlich Schutzzölle einzuführen. Ich war letzte Woche bei den Stubaier Metallwerken, die Werkzeuge produzieren. Ihre Maurerkellen kosten in der Produktion 1,50 €. Es werden jetzt – und das ist jedem bekannt – in einigen österreichischen Supermärkten chinesische Kellen um 1,20 € verkauft, die gesundheitsgefährdend sind. Da stellt sich schon die Frage: Warum schaut da die Bundesregierung zu? Die Wirtschaftskammer weiß seit fünf Jahren von diesen massiven Problemen. Die ÖVP macht übrigens überhaupt nichts. Das muss geändert werden. Ich glaube schon allein aufgrund dessen, Brüssel, die ÖVP und die SPÖ regieren gegen das Volk. Ich glaube, hier ist – auch im Hinblick auf die EU-Wahl – unser Volksanwalt, Mag. Ewald Stadler, wirklich ein Garant dafür, alle Interessen des Volkes zu vertreten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Wo ist er? – Abg. Dr. Sonnberger: Er ist leider nicht da! ...!)
Abg. Grillitsch: Wir sind schon bei der EU! – Abg. Rädler: Sollen wir noch einmal beitreten?!
seid ihr in der ÖVP zerrissen: Die ehemalige Außenministerin ist für einen EU-Beitritt, der Herr Spitzenkandidat Strasser ist gegen den EU-Beitritt. (Abg. Grillitsch: Wir sind schon bei der EU! – Abg. Rädler: Sollen wir noch einmal beitreten?!) Ich fordere Sie auf: Hören wir sofort auf!
Abg. Rädler: Schauen Sie sich positive Beispiele in ... an!
Frau Staatssekretärin Marek, auf die Frage von Kollegin Kuntzl im Ausschuss, was Sie sozusagen zur Sicherung und zur Unterstützung von AlleinerzieherInnen zu tun gedenken, war Ihre Antwort: Wir richten eine Homepage ein! Das war Ihre Antwort. (Abg. Rädler: Schauen Sie sich positive Beispiele in ... an!) Die Österreichische Plattform für Alleinerziehende erhält 80 000 €. Es ist auch augenscheinlich, dass das nicht ausreichen wird. Und das Einrichten einer Homepage, wo sich die Menschen darüber informieren können, was sie denn gegen diese Situation tun können, als ausreichende Maßnahme anzusehen, das ist mehr als zynisch. (Beifall bei den Grünen.)
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Rädler.
Wir fordern daher, dass jetzt endlich im Bereich des Unterhaltsvorschussgesetzes, wo es ja einen breiten Konsens, zumindest im Volksanwaltschaftsausschuss gab, wo die Volksanwaltschaft schon seit Jahren darauf hinweist, dass es diesbezüglich Änderungen braucht, ganz klar und ganz schnell Regelungen getroffen werden müssen. Noch einmal: Zur Vermeidung dieser Armut, zur Unterstützung von AlleinerzieherInnen braucht es auch ganz klar einen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Steibl und Rädler.) – Das habe ich schon gesagt, dass bei 11 Prozent aller Familien Alleinerziehende sind.
Abg. Rädler: Beispiele!
Abgeordnete Anneliese Kitzmüller (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Sehr geehrter Frau Staatssekretär! Die Familienpolitik der Regierungsparteien ist, wie wir wissen, ein nicht enden wollendes Thema. Weder im Budget 2009 noch im Budget 2010 konnten wir die geringsten Ansätze erkennen, um es den Familien besser gehen zu lassen. (Abg. Rädler: Beispiele!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Riepl und Rädler.
ist Ihre Unterrichtsministerin, Frau Claudia Schmied. (Beifall beim BZÖ.) Sie hat zwar populistisch angekündigt, zurückzutreten, wenn es keine Bildungsreform gibt, aber bis dato hat sie das noch nicht umgesetzt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Riepl und Rädler.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Die Rede war nicht notwendig! – Abg. Dolinschek: Das war schon richtig!
So schaut es in der Koalition von SPÖ und ÖVP aus! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Die Rede war nicht notwendig! – Abg. Dolinschek: Das war schon richtig!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Für jene, die es nicht wissen: Das ist diese Frau Ederer, die, wenn mich nicht alles täuscht, Herrn Swoboda in Wirtschaftsbelangen ordentlich berät, sodass sich die sozialdemokratische Art und Weise, wie man Jobs in diesem Land ruiniert, vielleicht auch auf europäischer Ebene fortsetzt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das ist ja größer!
Frau Ministerin – wir haben ja über diese Sache schon ein paar Mal gesprochen –, in dieser Hinsicht müssten schon längst alle Alarmglocken läuten, denn die Besucherzahlen sind wirklich beschämend. Bei den 37 im Jahr 2007 aufgeführten Filmen fanden es nur 295 000 Besucher wert, sich diese Filme im Kino anzuschauen. Stellen Sie sich das einmal vor! Sie hätten schon längst etwas tun müssen. 295 000 Zuschauer in einem Jahr! Wenn ich mit unserem Nachbarland Deutschland vergleiche (Abg. Rädler: Das ist ja größer!) – dort hat man die Förderungen geändert –, muss ich sagen, dort schaut das viel, viel besser aus, die können wirklich auf große Erfolge verweisen. (Abg. Rädler: Das ist ein größeres Land!) – Das macht ja nichts. (Abg. Rädler: Kopfzahl!) Es ist zwar größer, aber ich kann es trotzdem vergleichen. Ich brauche das eigentlich nur mit zehn zu multiplizieren, dann würden die Zahlen wieder stimmen.
Abg. Rädler: Das ist ein größeres Land!
Frau Ministerin – wir haben ja über diese Sache schon ein paar Mal gesprochen –, in dieser Hinsicht müssten schon längst alle Alarmglocken läuten, denn die Besucherzahlen sind wirklich beschämend. Bei den 37 im Jahr 2007 aufgeführten Filmen fanden es nur 295 000 Besucher wert, sich diese Filme im Kino anzuschauen. Stellen Sie sich das einmal vor! Sie hätten schon längst etwas tun müssen. 295 000 Zuschauer in einem Jahr! Wenn ich mit unserem Nachbarland Deutschland vergleiche (Abg. Rädler: Das ist ja größer!) – dort hat man die Förderungen geändert –, muss ich sagen, dort schaut das viel, viel besser aus, die können wirklich auf große Erfolge verweisen. (Abg. Rädler: Das ist ein größeres Land!) – Das macht ja nichts. (Abg. Rädler: Kopfzahl!) Es ist zwar größer, aber ich kann es trotzdem vergleichen. Ich brauche das eigentlich nur mit zehn zu multiplizieren, dann würden die Zahlen wieder stimmen.
Abg. Rädler: Kopfzahl!
Frau Ministerin – wir haben ja über diese Sache schon ein paar Mal gesprochen –, in dieser Hinsicht müssten schon längst alle Alarmglocken läuten, denn die Besucherzahlen sind wirklich beschämend. Bei den 37 im Jahr 2007 aufgeführten Filmen fanden es nur 295 000 Besucher wert, sich diese Filme im Kino anzuschauen. Stellen Sie sich das einmal vor! Sie hätten schon längst etwas tun müssen. 295 000 Zuschauer in einem Jahr! Wenn ich mit unserem Nachbarland Deutschland vergleiche (Abg. Rädler: Das ist ja größer!) – dort hat man die Förderungen geändert –, muss ich sagen, dort schaut das viel, viel besser aus, die können wirklich auf große Erfolge verweisen. (Abg. Rädler: Das ist ein größeres Land!) – Das macht ja nichts. (Abg. Rädler: Kopfzahl!) Es ist zwar größer, aber ich kann es trotzdem vergleichen. Ich brauche das eigentlich nur mit zehn zu multiplizieren, dann würden die Zahlen wieder stimmen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!
Frau Abgeordnete Moser, Sie waren gegen die Unterinntaltrasse, jetzt sind Sie gegen den Brenner-Basistunnel, und wenn er fertig gestellt sein wird, werden Sie die Ersten sein, die sich da quasi draufsetzen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!)
Abg. Rädler: Wer war denn da in der Regierung?!
Ihr Vorgänger, der nunmehrige Landeshauptmann von Tirol, ist dafür verantwortlich, dass man völlig überzogen und übereilt die Schengen-Grenze abgebaut hat, obwohl klar war, dass die Kriminalitätskontrolle in den Ländern in der Nachbarschaft Österreichs überhaupt nicht gewährleistet ist. (Ruf bei der ÖVP: Das ist ein Unsinn!) – Natürlich, selbstverständlich ist das wahr! (Abg. Rädler: Wer war denn da in der Regierung?!)
Abg. Rädler: Da wart ihr schon in der Regierung! – Abg. Kößl: Die Aussagen von Swoboda ...!
Das, was Herr Swoboda da Herrn Strasser gesagt hat, ist wahr. (Beifall beim BZÖ.) Und Herr Strasser ist völlig zerknirscht dort gesessen und hat dazu genickt. Es ändert nur nichts daran: Die Frau Bundesminister hat bisher den Kopf in den Sand gesteckt und hat nichts getan! (Abg. Rädler: Da wart ihr schon in der Regierung! – Abg. Kößl: Die Aussagen von Swoboda ...!) – Nein! Wenn ich einmal Swoboda zitiere, dann ist
Sitzung Nr. 26
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: ... Angelegenheit!
Sie haben die Wahl: Sie können sich heute weiter hinter diesem Versteckungsvorschlag verstecken, oder Sie bekennen klar Ihre Haltung und Ihre Position. Zumindest könnten Sie für den 30. Juni im Verfassungsausschuss Ihren Abgeordneten die Abstimmung freigeben, damit diese frei darüber entscheiden können, ob sie demjenigen, dem sie das Vertrauen gegeben haben, das Vertrauen auch wieder entziehen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: ... Angelegenheit!)
Sitzung Nr. 27
Abg. Rädler: Zu Recht! Zu Recht!
Auch viele in der ÖVP waren mit der Politik der Kommission sehr unglücklich. Ich kann mich gut erinnern an den tosenden Applaus im Umweltausschuss, als Umweltminister Berlakovich gemeinsam mit vielen, vielen Grün-Bewegungen in Europa, mit den NGOs das Gentechnikverbot in Österreich – unter Anführungszeichen – „gerettet“ hat. (Abg. Rädler: Zu Recht! Zu Recht!)
Abg. Rädler: Barroso! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.
Ja, wer hat denn das überhaupt angegriffen, dieses Gentechnikverbot? Drei Mal hintereinander in völlig unverschämter Art und Weise, völlig unverständlich, gegen 80 Prozent des Willens der europäischen Bevölkerung im Übrigen! – Das war die Kommission, drei Mal hintereinander! Ist es nicht auch für Sie ein bisschen relevant – oder für den Umweltminister –, wer in Zukunft darüber entscheidet, ob es in Österreich weiterhin ein Gentechnikverbot geben darf oder nicht?! (Abg. Rädler: Barroso! – Weiterer Zwischenruf des Abg. Hornek.) Ist es Ihnen egal? Kollege Amon sagt, ja (Abg. Amon: Nein!) – Ihre Zwischenrufe vorhin habe ich gehört –, das ist der beste Mann und so weiter. Ist Ihnen völlig egal, welche Positionen er inhaltlich vertritt? – Offensichtlich schon! Eine reine – ich weiß nicht – Pappfigur, die der Kommission vorsteht, oder wie meinen Sie das, das sei egal? (Abg. Amon: Ich weiß nicht, warum Sie ihn so beschimpfen!)
Abg. Rädler: Das haben die Grünen in Deutschland ...!
Ein drittes Thema noch: Die ganze Frage der Atomenergie in Europa ist schwierig genug, das wissen wir alle, und Sie werden in Europa wenige für diese Position finden, die überhaupt nicht für Atomkraft sind. Aber muss man es sich daher so schlimm machen, wie nur irgendwie möglich? Barroso war der erste Kommissionspräsident, der sich offen geoutet hat, der diese – unter Anführungszeichen – „angebliche“ Neutralität der Kommission (Abg. Rädler: Das haben die Grünen in Deutschland ...!) erstmals verlassen hat und sich offen pro Atomkraft ausgesprochen hat.
Sitzung Nr. 29
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Ich erhebe Einwendungen gegen die Tagesordnung: Tagesordnungspunkt 11, Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz, soll abgesetzt werden, da das nicht im zuständigen Umweltausschuss behandelt wurde. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Keine Sorge – auch wenn Sie noch so viel dazwischenkeppeln –, wir holen Sie da heraus, wir holen die ÖVP aus diesem Eck heraus. Wir machen jetzt eine vernünftige Debatte, eine vernünftige Debatte zur Wirtschaft, und es gibt ja durchaus ein paar gemeinsame Anknüpfungspunkte. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Schreien Sie nicht so viel dazwischen! Sie müssen sich ja auch mit dem Ernst der Lage auseinandersetzen (Abg. Rädler: Aber nicht mit Ihnen!), wenn Sie eine Aktuelle Stunde verlangen!
Abg. Rädler: Aber nicht mit Ihnen!
Keine Sorge – auch wenn Sie noch so viel dazwischenkeppeln –, wir holen Sie da heraus, wir holen die ÖVP aus diesem Eck heraus. Wir machen jetzt eine vernünftige Debatte, eine vernünftige Debatte zur Wirtschaft, und es gibt ja durchaus ein paar gemeinsame Anknüpfungspunkte. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Schreien Sie nicht so viel dazwischen! Sie müssen sich ja auch mit dem Ernst der Lage auseinandersetzen (Abg. Rädler: Aber nicht mit Ihnen!), wenn Sie eine Aktuelle Stunde verlangen!
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!
Ähnliche Probleme haben wir bei anderen Maßnahmen. Wenn der Begriff „richtig“ irgendwo einen Sinn hat, dann dort, wo es darum geht, in der Krise richtig zu investieren. Ich sage Ihnen, die Ökoprämie ist ein Unsinn. Sie heißt deshalb auch zu Recht „Schrottprämie“. (Ruf bei den Grünen: Schrottmaßnahmen!) Ausgerechnet in Österreich – das gibt es sonst nirgends – gibt es völlig unabhängig davon, welche Neuautos das sind – ob ökologisch verträglich oder nicht –, die volle Förderung. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!) Das ist in allen anderen Ländern viel besser. Wir müssen überhaupt davon weggehen, in der Krise mit öffentlichen Mitteln Bereiche zu unterstützen, in denen langfristig nicht viel zu holen ist. (Abg. Rädler: Blödsinn! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rädler: Blödsinn! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ähnliche Probleme haben wir bei anderen Maßnahmen. Wenn der Begriff „richtig“ irgendwo einen Sinn hat, dann dort, wo es darum geht, in der Krise richtig zu investieren. Ich sage Ihnen, die Ökoprämie ist ein Unsinn. Sie heißt deshalb auch zu Recht „Schrottprämie“. (Ruf bei den Grünen: Schrottmaßnahmen!) Ausgerechnet in Österreich – das gibt es sonst nirgends – gibt es völlig unabhängig davon, welche Neuautos das sind – ob ökologisch verträglich oder nicht –, die volle Förderung. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!) Das ist in allen anderen Ländern viel besser. Wir müssen überhaupt davon weggehen, in der Krise mit öffentlichen Mitteln Bereiche zu unterstützen, in denen langfristig nicht viel zu holen ist. (Abg. Rädler: Blödsinn! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rädler: Wirtschaft! Wirtschaftsausschuss!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Da ich Erstredner bin, möchte ich etwas vorwegnehmen, das in der nun folgenden Debatte sicherlich von den Regierungsparteien angeführt werden wird, nämlich dass es in Zeiten, in denen wir eine schwere Wirtschaftskrise haben, in Zeiten, in denen es massive Schäden durch Hochwasser gibt, nicht angebracht ist, sich darüber zu unterhalten, ob das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz im Industrieausschuss oder im Umweltausschuss beraten wird. (Abg. Rädler: Wirtschaft! Wirtschaftsausschuss!) Ich weiß, dieses Argument wird kommen, meine Damen und Herren.
Abg. Rädler: Falsche Rede!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, ich muss Sie unterbrechen. Wir sind bei der Einwendungsdebatte, und ich darf Sie dringend ersuchen, zum Thema der Einwendung zu sprechen. (Abg. Rädler: Falsche Rede!)
Abg. Rädler: Ihr seid eh gegangen!
Meine Damen und Herren, die Vorgangsweise, diese Materie im Industrieausschuss zu beraten, dient doch nur dazu, den Umweltminister aus seiner Verantwortung zu nehmen. Das ist doch der wahre Grund, warum man das dort beraten hat. Die Parteien entsenden ihre Mandatare in Ausschüsse, diese bereiten sich dort vor, lesen sich ein, erwerben Fachwissen – und dann gibt man eine Materie in einen völlig anderen Ausschuss. Das ist eine Vorgangsweise, die wir nicht mittragen können, meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Ihr seid eh gegangen!)
Abg. Rädler: Zum Thema!
gehört eigentlich in den Sozialausschuss. Wir haben gesagt: Gut, dann weisen wir das dem Sozialausschuss zu! Nein, das wollen wir nicht, vertagen wir den Antrag lieber!, meinten Sie. – Das ist eine schäbige und unehrliche Vorgangsweise. (Abg. Rädler: Zum Thema!)
Abg. Rädler: Falsche Rede!
Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Wenn Ihnen Anträge von der Opposition – egal, von wem, ob von uns oder wahrscheinlich auch von den Grünen und vom BZÖ – gefallen, dann unterschreiben Sie diese doch! Das wäre die richtige Vorgangsweise, aber nicht: vertagen, vertuschen und falschen Ausschüssen zuweisen, meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Falsche Rede!) – Das ist keine falsche Rede! (Ruf bei der FPÖ: Der falsche Zwischenruf war das!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
wird. Das ist recht und gut, und wir werden diesem auch zustimmen (Zwischenruf des Abg. Rädler), wiewohl wir uns gerade bei der steuerlichen Absetzbarkeit und überhaupt bei der Steuergestion im Bereich Stiftungen noch einige Maßnahmen erwartet hätten.
Abg. Rädler: Im Gegensatz zu den Grünen! – Heiterkeit.
Abgeordneter Mag. Albert Steinhauser (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Die ÖVP ist unbestritten eine antifaschistische Partei, die mitgeholfen hat, diese Republik aus den Trümmern des Nationalsozialismus wiederzuerrichten. (Abg. Rädler: Im Gegensatz zu den Grünen! – Heiterkeit.) – Das geht sich historisch nicht aus, da haben Sie recht.
Sitzung Nr. 31
Abg. Rädler: Wer soll’s zahlen?
Es ist eine Schande, die vor allem die ÖVP betrifft, die immer dann von Missbrauch redet (Abg. Rädler: Wer soll’s zahlen?), wenn es um Arbeitslose geht. Wenn es um den Herrn Mensdorff-Pouilly geht, der für seine Waffenlobbyistenfirma um Kurzarbeit ansucht, dann ist die ÖVP ruhig. Dann gibt es offensichtlich keinen Missbrauch.
Abg. Rädler: Der Bankomat!
Deshalb wollen wir einen Antrag einbringen, der an Sie auch verteilt wird, den Abänderungsantrag der Abgeordneten Öllinger, Schatz, Steinhauser. (Abg. Rädler: Der Bankomat!) Diesen Antrag muss ich nicht vorlesen, Sie haben ihn, er wird verteilt. Es geht in diesem um die Valorisierung des Arbeitslosengeldes. Die gibt es nämlich nicht, und die kommt auch mit dieser Novelle nicht. (Abg. Rädler: Der Bankomat!) – „Bankomat“?! Hören Sie doch auf mit diesem Blödsinn! Es ist doch wirklich absurd, wenn man eine Valorisierung, eine Wertanpassung, eine Inflationsanpassung einfordert – und zu Recht einfordert –, zu sagen: Bankomat. Das ist zynisch, Herr Kollege!
Abg. Rädler: Der Bankomat!
Deshalb wollen wir einen Antrag einbringen, der an Sie auch verteilt wird, den Abänderungsantrag der Abgeordneten Öllinger, Schatz, Steinhauser. (Abg. Rädler: Der Bankomat!) Diesen Antrag muss ich nicht vorlesen, Sie haben ihn, er wird verteilt. Es geht in diesem um die Valorisierung des Arbeitslosengeldes. Die gibt es nämlich nicht, und die kommt auch mit dieser Novelle nicht. (Abg. Rädler: Der Bankomat!) – „Bankomat“?! Hören Sie doch auf mit diesem Blödsinn! Es ist doch wirklich absurd, wenn man eine Valorisierung, eine Wertanpassung, eine Inflationsanpassung einfordert – und zu Recht einfordert –, zu sagen: Bankomat. Das ist zynisch, Herr Kollege!
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler dreht sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesminister Hundstorfer die Hand.
Ich sage, besonders im Namen der älteren Personen, ein herzliches Dankeschön dafür. Es geht nicht nur um die Wettbewerbsfähigkeit – rund 300 000 Menschen machen über das Internet einen Wechsel zu einem anderen Anbieter –, sondern es geht auch um jene älteren Menschen, die hier Transparenz benötigen. Erfreulich ist auch für mich als Bürgermeister, Herr Bundesminister, dass Sie sich für die soziale Komponente gerade in diesem Jahr einbringen wollen. Wir werden auf unseren Sprechtagen von Familien immer wieder damit konfrontiert, dass sie sich die hohen Energiekosten, diese hohen Mahnspesen und so weiter nicht mehr leisten können. Dass Sie sich hier einbringen und dass Sie letztendlich auch uns behilflich sind – ein herzliches Dankeschön dafür und viel Glück! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler dreht sich zur Regierungsbank um und reicht Bundesminister Hundstorfer die Hand.)
Sitzung Nr. 32
Abg. Rädler: Gerade die Steirer!
Bundesminister für Gesundheit Alois Stöger, diplômé: Es gibt eine Artikel-15a-Vereinbarung, mit der festgelegt wurde – auch vom Bund aus gegenüber den Ländern –, paktierte Reformmaßnahmen zu setzen und den Österreichischen Strukturplan Gesundheit einzuhalten. Dieser wird in regionalen Strukturplänen Gesundheit umgesetzt. Da ist man in Niederösterreich noch nicht fertig. Insofern ist das ein Problem. Aber ich gehe davon aus, dass die Länder effektiv und effizient arbeiten und hier auch ihre Verantwortung wahrnehmen. Ich lade die Länder dazu ein, ein abgestimmtes Modell regional zu entwickeln. (Abg. Rädler: Gerade die Steirer!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir stellen uns hinter die Sparbücher, hinter die Österreicher und stützen und schützen das Bankgeheimnis! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zusammengefasst, geschätzte Damen und Herren, ist zu sagen, das Bundesheer ist jetzt nur mehr eingeschränkt einsatzfähig und kann seine Aufträge nur teilweise erfüllen, wie etwa bei Katastrophen ähnlich dem Jahrhunderthochwasser im Jahr 2002. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Diesmal gibt es ein kleineres Hochwasser, wo 1 200 Leute im Einsatz sind.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Einrücken!
Schutz und Hilfe vom Bundesheer müssen garantiert werden. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Einrücken!)
Abg. Rädler: Woher haben Sie diese Information? – Abg. Neubauer: Woher wissen Sie das?
Staatsanwalt Mag. Vecsey hat daraufhin unter der Aktenzahl 503 UT 1/09z das Büro für Interne Angelegenheiten mit Ermittlungen beauftragt. Mitte Oktober hat es einen Bericht des BIA an den Staatsanwalt gegeben. Ende Oktober hat es einen weiteren Ermittlungsauftrag an das BIA gegeben. Dieser hat am 8. Jänner 2009 durch Staatsanwalt und Richter zur Anordnung einer Rufdatenrückerfassung geführt. Diese Rufdatenrückerfassung ist durchgeführt worden – und erst nach der Rufdatenrückerfassung ist Abgeordneter Westenthaler vom BIA auf Anregung des Staatsanwaltes als Zeuge einvernommen worden. (Abg. Rädler: Woher haben Sie diese Information? – Abg. Neubauer: Woher wissen Sie das?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da wird die Beschlagnahme eines Computers eines Abgeordneten vom Staatsanwalt angeregt und vorbereitet. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wissen Sie, meine Damen und Herren dieses Hauses, was das für unsere Arbeit bedeutet: wenn ich keine Beschuldigtenrechte habe, wenn der Staatsanwalt auf meinen Computer mit Beschlagnahme zugreifen will? Da geht es nicht um den Abgeordneten Westenthaler und mich.
Abg. Rädler: Politik ist nicht nett!
Abgeordneter Erich Tadler (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Wir haben den Umweltausschuss verlassen, weil der Umgang mit der Opposition, den die Regierungsparteien an den Tag legen, nicht unbedingt der netteste, der schönste und der erträglichste ist. (Abg. Rädler: Politik ist nicht nett!) Ja, danke, Herr Grillitsch! (Abg. Hornek: Der hat ja gar nichts gesagt!) Im Ausschuss werden die oppositionellen Kontrollrechte mehr oder minder mit Füßen getreten.
Abg. Kopf: Kommt schon noch! Kommt schon noch! – Abg. Rädler: ... Sorgen!
Ich denke, Ihr Abstimmungsverhalten beim vorhergehenden Tagesordnungspunkt ist wirklich ein Eklat! (Beifall bei Grünen und BZÖ.) – Zuerst argumentieren Sie dafür, und bei der Abstimmung bleiben Sie sitzen. Wo kommen wir denn da hin?! – Da versteht man wirklich die Systematik nicht mehr! Sie sind ja nicht einmal in der Lage, den Fehler zu erkennen, sonst hätten Sie längst im Zuge dieser Debatte einen Antrag eingebracht (Abg. Kopf: Kommt schon noch! Kommt schon noch! – Abg. Rädler: ... Sorgen!), der Ihren Schnitzer endlich ausmerzt.
Rufe bei der ÖVP: Rädler!
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Herr Abgeordneter Redl hat jetzt gerade gesagt (Rufe bei der ÖVP: Rädler!), er hält sich an das, was der Herr Verkehrssprecher gesagt hat. – Ich möchte sagen, ich halte mich an Fakten!
Sitzung Nr. 33
Heiterkeit der Abgeordneten Rädler und Großruck.
Und, bitte, machen Sie nicht den Fehler, dass Sie dahinter tiefschürfende politische Motive suchen! (Heiterkeit der Abgeordneten Rädler und Großruck.) Diese Dinge sind viel banaler: Man kennt sich dort einfach nicht aus und agiert jeweils aus dem Moment heraus, einfach so, wie einem halt in der Magengrube ist. Was ist von einer solchen Partei zu halten, meine Damen und Herren, die Millionäre schützt?
Sitzung Nr. 40
Abg. Rädler: Ja, genau darum geht es!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines muss ich schon sagen: Mich erschüttert diese Debatte, und zwar deshalb, weil es doch der Politik – da mache ich den Vorwurf vor allem den Regierungsparteien beziehungsweise speziell einer Regierungspartei – im Wesentlichen darum gehen sollte, dass eine öffentliche Einrichtung wie die Bundesbahn funktioniert. (Abg. Rädler: Ja, genau darum geht es!) Ja, funktionieren sollte sie, und die ÖBB sollten einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Herausforderungen des Klimawandels auch in Österreich bewältigt werden können. Und die Bundesbahn sollte auch einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass wir in Österreich nicht über den Abbau und die Schließung von öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern über den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln reden. (Abg. Rädler: Ja, tun wir es!) Das wollen wir, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Rädler: Ja, tun wir es!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eines muss ich schon sagen: Mich erschüttert diese Debatte, und zwar deshalb, weil es doch der Politik – da mache ich den Vorwurf vor allem den Regierungsparteien beziehungsweise speziell einer Regierungspartei – im Wesentlichen darum gehen sollte, dass eine öffentliche Einrichtung wie die Bundesbahn funktioniert. (Abg. Rädler: Ja, genau darum geht es!) Ja, funktionieren sollte sie, und die ÖBB sollten einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Herausforderungen des Klimawandels auch in Österreich bewältigt werden können. Und die Bundesbahn sollte auch einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass wir in Österreich nicht über den Abbau und die Schließung von öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern über den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln reden. (Abg. Rädler: Ja, tun wir es!) Das wollen wir, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abgeordneten Mag. Kogler, der eine Zeitschrift in Händen hält –: Ist das eh das neue „NEWS“?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Herrn Abgeordnetem Mag. Kogler als erstem Fragesteller zur Begründung der Anfrage, die gemäß § 93 Abs. 5 der Geschäftsordnung 20 Minuten nicht überschreiten darf, das Wort. – Sehr geehrter Herr Abgeordneter, bitte schreiten Sie zur Begründung. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abgeordneten Mag. Kogler, der eine Zeitschrift in Händen hält –: Ist das eh das neue „NEWS“?)
Abg. Rädler: ... die Rede nicht! Sie holen zu weit aus!
Wie kommt das alles? – Am 4. Februar 2000 ist eine neue Bundesregierung angelobt worden. Es hat einen tatsächlichen Regimewechsel in vielerlei Hinsicht gegeben, und das nach einem Wahlkampf, im Rahmen dessen der Parteiführer der ÖVP (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Obmann!) gesagt hat: Wenn wir Dritte werden, gehen wir in Opposition! – Das mit dem dritten Platz ist sich ja gerade noch ausgegangen, das mit der Opposition dann nicht mehr. (Abg. Rädler: ... die Rede nicht! Sie holen zu weit aus!) Jedenfalls hat es die ÖVP geschafft, diesen Regimewechsel herbeizuführen. (Abg. Dr. Plassnik: Passen Sie ein bisschen auf!) – Doch, doch! Schon! Ich sage Ihnen, was es war: Mehr Privat, weniger Staat! (Abg. Rädler: ... Politik!) – Das war Ihr Schlachtruf.
Abg. Rädler: ... Politik!
Wie kommt das alles? – Am 4. Februar 2000 ist eine neue Bundesregierung angelobt worden. Es hat einen tatsächlichen Regimewechsel in vielerlei Hinsicht gegeben, und das nach einem Wahlkampf, im Rahmen dessen der Parteiführer der ÖVP (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Obmann!) gesagt hat: Wenn wir Dritte werden, gehen wir in Opposition! – Das mit dem dritten Platz ist sich ja gerade noch ausgegangen, das mit der Opposition dann nicht mehr. (Abg. Rädler: ... die Rede nicht! Sie holen zu weit aus!) Jedenfalls hat es die ÖVP geschafft, diesen Regimewechsel herbeizuführen. (Abg. Dr. Plassnik: Passen Sie ein bisschen auf!) – Doch, doch! Schon! Ich sage Ihnen, was es war: Mehr Privat, weniger Staat! (Abg. Rädler: ... Politik!) – Das war Ihr Schlachtruf.
Abg. Rädler: Sie holen zu weit aus! ... fertig!
Mehr Privat, weniger Staat – das ist ernst genommen worden. (Abg. Rädler: Sie holen zu weit aus! ... fertig!) Mehr Privat, weniger Staat. Was war das Merkmal des Systems Grasser? (Abg. Grillitsch: Da ist ja nichts mehr Neues dabei!) Sehr viele private Freunde sind auf Kosten des Steuerzahlers bedient worden. – Das ist jedenfalls einmal eine Teilerkenntnis dieser Sache.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: ... Ihrem Wahlkreis?
Sie hören das zum 17. Mal, aber bei Ihrer Uneinsichtigkeit besteht durchaus die Gefahr, dass Sie das ein 18. Mal hören werden (Zwischenrufe bei der ÖVP), denn solange die Dinge nicht in einem Mindestmaß verfolgt und aufgeklärt wurden – genau aus dem Prinzip der demokratischen Hygiene heraus, genau aus dem Prinzip heraus, dass das Parlament dafür zuständig ist –, werden Sie das immer wieder hören. Ich mache Sie auf Ihre Aufgabe aufmerksam, Herr Kollege: Es ist nicht Ihre Aufgabe, hier ein Mandat zu versitzen und dann diese Aufklärung verhindern zu wollen; Ihre Aufgabe ist genau das Gegenteil davon. Das sollten Sie auch einmal in ihrem Wahlkreis so vertreten! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: ... Ihrem Wahlkreis?)
Abg. Rädler: Was wollen Sie? Worum geht es?
Im Übrigen weiß ich überhaupt nicht, warum Sie sich noch immer so dagegen wehren, wenn es darum geht, dass hier – wir sagen ja nicht einmal, dass alle Fragen aufgeklärt werden sollen, aber die wesentlichsten – die wesentlichsten Fragen der Grasser’schen Verfehlungen und Misswirtschaft aufgeklärt werden, damit wir und damit letztlich auch Sie als ÖVP zu einem Neubeginn kommen können. (Abg. Rädler: Was wollen Sie? Worum geht es?)
Abg. Rädler: Das liegt an Ihrer Rede! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.
Jetzt können Sie sagen: Dafür ist die Staatsanwaltschaft zuständig. – Wenn es um die persönliche strafrechtliche Verantwortung geht, ja, aber wenn es darum geht, wie das überhaupt möglich wird, sind mehr gefordert, ihre Verantwortung zu übernehmen, und sind Sie gefordert, zumindest die Aufklärung darüber zuzulassen. (Beifall bei den Grünen.) Und ich merke ja schon am Zurückgehen des Geräuschpegels, dass Sie da vielleicht schon an Bereitschaft zur Einsicht zugenommen haben. (Abg. Rädler: Das liegt an Ihrer Rede! – Zwischenruf des Abg. Dr. Stummvoll.) Das ist auch gut so, weil wir am Schluss schneller am Ziel sein werden, dass wir einen Schlussstrich ziehen.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gibt noch viel mehr dieser Verbindungen, und wenn Sie diese Fragen heute nicht ehrlich beantworten, werden wir Ihnen das in der Zukunft nachweisen, und umso mehr wird dann die Dringlichkeit dieses Untersuchungsausschusses, der Sie dann ja antragsweise wieder ereilen wird, begründet werden. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Alle von der FPÖ!
Meine Damen und Herren, beleuchten wir doch einmal auch die Hauptakteure in diesem Deal: Auf der Verkäuferseite war das ganz bestimmt der damalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser; bei der Vermittlerseite, nach bisherigen Angaben, und weil er so wichtig war und so viel dafür kassiert hat, Ing. Walter Meischberger aus Kematen bei Innsbruck ... (Abg. Rädler: Alle von der FPÖ!) – Ich sage Ihnen das gleich, Herr Kollege. (Abg. Mag. Stefan: 1999 ausgeschlossen!) Deshalb sage ich es Ihnen ja – und jetzt hören Sie mir zu!
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Kindesweglegung!
Es kam zu einer Regierungsbildung, und da wurde Herr Minister Grasser als ÖVP-Finanzminister angelobt. (Abg. Grosz: Er ist zwar ein Schwarzer, aber nie auf einer Liste!) Das ist aktenkundig; das können Sie nachschauen. Grasser war kein freiheitlicher Finanzminister mehr, sondern ein ÖVP-Finanzminister. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Kindesweglegung!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Gahr und Rädler.
Jetzt schauen wir uns an, wie die Staatsanwaltschaft Wien in dieser Sache weiter arbeitet, ob sie so schnell arbeitet wie bei der Frau Kollegin Dr. Susanne Winter in Graz, wo sofort Ermittlungen aufgenommen wurden, wo Verurteilungen erfolgt sind, vom Landesgericht und vom Oberlandesgericht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Gahr und Rädler.) – Ich glaube nicht.
Abg. Rädler: BZÖ!
Abgeordneter Dr. Martin Strutz (BZÖ): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Was müssen wir aus den Debattenbeiträgen zur Kenntnis nehmen? – Karl-Heinz Grasser war kein Freiheitlicher, war nicht bei der ÖVP. (Abg. Rädler: BZÖ!) Meischberger war auch nie bei der FPÖ, hat eigentlich mit keiner Partei zu tun. (Rufe: Er ist ausgeschlossen worden!)
Abg. Rädler: Das sollten Sie einmal ...!
Der Vizekanzler kommt wie die Jungfrau zum Kind, weiß von nichts, hört nichts. Ein bisschen kommt mir die Darstellung so vor wie die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und auch nichts sagen wollen. Trotzdem stehen alle hier heraußen und sagen ... (Abg. Rädler: Das sollten Sie einmal ...!) Dort, wo wir zur Aufklärung beitragen können (Abg. Rädler: Na da nicht!), werden wir auch unseren Beitrag leisten.
Abg. Rädler: Na da nicht!
Der Vizekanzler kommt wie die Jungfrau zum Kind, weiß von nichts, hört nichts. Ein bisschen kommt mir die Darstellung so vor wie die drei Affen, die nichts sehen, nichts hören und auch nichts sagen wollen. Trotzdem stehen alle hier heraußen und sagen ... (Abg. Rädler: Das sollten Sie einmal ...!) Dort, wo wir zur Aufklärung beitragen können (Abg. Rädler: Na da nicht!), werden wir auch unseren Beitrag leisten.
Sitzung Nr. 41
Abg. Öllinger: Meinen Sie Politiker mit Mehrverdienern? – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Sie sind ein Kommunist! – Heiterkeit bei der ÖVP.
ger erreicht als jemand, der die Hälfte verdient und mit Transferleistungen mehr hat. Es ist die Berechtigung für diese Systematik zu hinterfragen: Ist das richtig oder falsch? (Abg. Öllinger: Meinen Sie Politiker mit Mehrverdienern? – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Öllinger –: Sie sind ein Kommunist! – Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Wahnsinn!
Aber ich darf Ihnen vorhalten: 59 € plus 30 € Vorteilscard sind 89 €. Das ist das Versprechen des österreichischen Bundeskanzlers an 2,2 Millionen Senioren in Österreich, nämlich die Verteuerung von 7 € auf 89 €. (Abg. Rädler: Wahnsinn!)
Abg. Rädler: Wir sind im Parlament!
Ein anderes Thema: Der Bergbau hat, wie gesagt, in der Obersteiermark Tradition. Leoben besitzt mit der Montanuniversität eine hervorragende Bildungsstätte, die international anerkannt ist. Diese Bildungsstätte bekommt jetzt Konkurrenz in einem Studienzweig, nämlich in Kunststofftechnik, an der Johannes Kepler Universität in Linz. Dazu gibt es von der Politik keine klaren Stellungnahmen und schon gar nicht von der steirischen Landespolitik; Voves und Schützenhofer schweigen vornehm. (Abg. Amon: Wer ist denn zuständig?) – Ich weiß, dass der Bund zuständig ist, aber trotzdem brauchen die Stadt Leoben und die Montanuniversität eine klare, eine ganz klare Rückendeckung aus der Landespolitik, Herr Kollege Amon. (Abg. Rädler: Wir sind im Parlament!)
Sitzung Nr. 43
Abg. Rädler: Ihnen nicht!
Zuerst zu einer Kritik, die nicht nur uns Abgeordneten in diesen Tagen auf der Straße entgegengebracht wird. (Abg. Rädler: Ihnen nicht!) Nicht nur Studentinnen und Studenten sagen: Warum beschäftigt sich das Parlament, warum beschäftigt sich der Nationalrat in den Tagen und Wochen der größten Krise der österreichischen Universitäten nicht mit unserem Bildungssystem, sondern – wie es insbesondere, aber nicht nur von der ÖVP behauptet wird – nur mit sich selbst? Zu diesem „mit sich selbst“ werde ich dann noch kommen, aber zuerst etwas zu dieser Frage.
Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!
Und das haben die ÖVP-Minister verstanden! Bis heute wird im Innenministerium umgefärbt, und die Justizministerin hat gerade mit den ÖVP-Umfärbungen in zwei Sektionen begonnen. Bis heute wird im Sicherheitsbereich umgefärbt. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) Bis heute steht ein Kabinettschef Kloibmüller, die Schlüsselperson der Parteibuchwirtschaft im Innenministerium, für die Neubesetzungen im Ressort, die sich immer nur durch eines auszeichnen: dasselbe schwarze Parteibuch.
Beifall bei Grünen und BZÖ. – Abg. Rädler: Politik der Grünen!
Wenn heute in Wien die Kriminalitätsbekämpfung gescheitert ist und die Stadt Wien Einbrecherbanden aus Serbien, Moldawien und Georgien – und nicht nur von dort – weitgehend ungeschützt ausgeliefert ist, dann ist das nicht die Verantwortung der Wiener Kriminalbeamten und -beamtinnen, sondern Folge einer Umfärbung, die in der Geschichte Österreichs ihresgleichen sucht und die dazu geführt hat, dass die Kriminalpolizei nicht nur in Wien vollkommen demoralisiert und orientierungslos ist und der organisierten Kriminalität viel weniger entgegensetzen kann, als sie unter einer seriösen und objektiven Führung könnte. (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Abg. Rädler: Politik der Grünen!)
Abg. Rädler: Die Menschen haben andere Sorgen!
Was ist da los in der Staatsanwaltschaft Wien? Was ist da los in der politischen Abteilung? Warum können Milliarden verschwinden, warum kann eines der sensibelsten Ressorts umgefärbt werden, und die Staatsanwälte vergessen die Akten, vergessen die Verfolgung der verantwortlichen Minister? (Abg. Rädler: Die Menschen haben andere Sorgen!) Das ist ein Punkt, den wir klären müssen.
Abg. Rädler: Wer hat das geschrieben? – Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Rädler weisend –: „Wer hat das geschrieben?“
Was war die Reaktion der Justizministerin auf die Vorlage von sehr heiklen und belastenden Justizakten im „Falter“? – Nicht: Wir werden diese Missstände untersuchen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen! (Abg. Rädler: Wer hat das geschrieben? – Abg. Mag. Stadler – in Richtung des Abg. Rädler weisend –: „Wer hat das geschrieben?“) Es hat eine einzige Antwort der Justizministerin gegeben: Wo ist die undichte Stelle? – Das ist immer wieder die Antwort der Regierungsparteien, insbesondere der ÖVP und auch der Justizministerin und immer der Innenministerin: Wo ist die undichte Stelle?
Sitzung Nr. 44
Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!
Warum gilt das nur für die Universitäten, aber für viele andere Bereiche nicht? Warum reist der Vizekanzler in ganz Osteuropa, in allen Hauptstädten der Staaten Osteuropas herum und lobbyiert für Raiffeisen und für die Banken? (Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung!) Warum ist er kein einziges Mal nach Berlin gefahren, um zum Beispiel eine bilaterale Finanzausgleichslösung für die Studierendenströme zu finden? Warum nicht? Sie können gerne eine Antwort darauf geben! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: ... abgeschafft!
Die Studenten und der akademische Mittelbau wurden zurückgedrängt. Es war ein Weg wieder in Richtung Ordinarien-Universität, und es wurde die Direktwahl zur Österreichischen Hochschülerschaft abgeschafft. Dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn es in den Kommentaren heißt: Wieso ist eigentlich die ÖH neben dieser Bewegung und nicht der Träger dieser Bewegung? – Völlig klar: Wenn ich die so schwäche, dass sie am Schluss irgendwie in einem Baukasten-System ihre Vertretungen hier zusammenschachtelt, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn es zu dieser Bewegung kommt. (Abg. Rädler: ... abgeschafft!)
Abg. Rädler: Wir sind dabei!
Daher hat die Regierung das auch in der Form erkannt, dass sie gesagt hat, da müsse man mehr Geld zur Verfügung stellen. Am 24. September, vor einem Jahr, hat es hier herinnen Beschlüsse gegeben, wie unter anderem auch ... (Abg. Rädler: Wir sind dabei!) – Es gibt auch demokratische Beschlüsse, wo Sie nicht dabei sind, und diese Beschlüsse sind trotzdem demokratisch, möchte ich Ihnen nur sagen! (Ironische Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler – in Richtung FPÖ und Grüne –: Unheilige Allianz!
Wenn Sie diesen Antrag unterstützen, bitte ich um ein Zeichen. (Abg. Rädler – in Richtung FPÖ und Grüne –: Unheilige Allianz!) – Der Antrag findet keine Mehrheit und ist abgelehnt. (Abg. Rädler: Eure Schande heißt Allianz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Eure Schande heißt Allianz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der FPÖ.
Wenn Sie diesen Antrag unterstützen, bitte ich um ein Zeichen. (Abg. Rädler – in Richtung FPÖ und Grüne –: Unheilige Allianz!) – Der Antrag findet keine Mehrheit und ist abgelehnt. (Abg. Rädler: Eure Schande heißt Allianz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 45
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wie so oft, wenn aus dem Eck der Europäischen Union, aus Brüssel, etwas zu uns kommt, bringt uns Österreicher das durchaus in Schwierigkeiten, und mit dieser unsäglichen EU-Richtlinie betreffend Postmarktliberalisierung, die jetzt wiederum aus Brüssel vorgegeben wird, ist den Brüsseler Bürokraten wieder ein echter Schildbürgerstreich gelungen! Nur weil irgendwelche Liberalisierungsfetischisten aus Brüssel uns mit einer Wahnvorstellung etwas vorgeben, sollten wir Österreicher aber nicht gleich springen und hier Hunderte Postämter zusperren, wie das von dieser Bundesregierung wieder einmal vorgelebt wird. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Da waren Sie aber nicht dabei!
Die Tatsache, dass die Post AG als Universaldienstbetreiber im Gesetz festgeschrieben ist, ist grundsätzlich zu begrüßen – das ist durchaus ein positiver Punkt –, aber der Umfang des Universaldienstes – wie Massensendungen, Bekanntgabe der Tarife und andere Bereiche – ist nach wie vor unklar. Deshalb sollte da nachgebessert werden. Das haben sogar diverse Abgeordnete vonseiten der SPÖ und der ÖVP in den Ausschüssen eingewendet. (Abg. Rädler: Da waren Sie aber nicht dabei!) Ich bin gespannt, ob diese heute hier trotzdem mit einem Hurra!-Geschrei zustimmen werden, obwohl sie dem Ministerialentwurf sehr kritisch begegnet sind. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das gesagt?!)
Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das gesagt?!
Die Tatsache, dass die Post AG als Universaldienstbetreiber im Gesetz festgeschrieben ist, ist grundsätzlich zu begrüßen – das ist durchaus ein positiver Punkt –, aber der Umfang des Universaldienstes – wie Massensendungen, Bekanntgabe der Tarife und andere Bereiche – ist nach wie vor unklar. Deshalb sollte da nachgebessert werden. Das haben sogar diverse Abgeordnete vonseiten der SPÖ und der ÖVP in den Ausschüssen eingewendet. (Abg. Rädler: Da waren Sie aber nicht dabei!) Ich bin gespannt, ob diese heute hier trotzdem mit einem Hurra!-Geschrei zustimmen werden, obwohl sie dem Ministerialentwurf sehr kritisch begegnet sind. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen das gesagt?!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Von der Vorlage des Ministerialentwurfs bis zu seiner Behandlung im Verkehrsausschuss haben auch zahlreiche Experten immer wieder die Europarechts- und Verfassungswidrigkeit des geplanten Gesetzes kritisiert, ohne dass dies im nun vorliegenden Entwurf Berücksichtigung gefunden hätte. Man muss daher davon ausgehen, dass dieses Gesetz, das Sie heute beschließen, vielleicht auch nicht halten wird (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und wir dann die nächste Peinlichkeit in der Europäischen Union erleben müssen, die einfach nicht gut ist, wenn es um ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich geht, das durchaus eingeleitet werden könnte.
Abg. Rädler: „Weniger privat, mehr Staat!“
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Frau Mag. Lohfeyer zu Wort. 2 Minuten. – Bitte. (Abg. Rädler: „Weniger privat, mehr Staat!“)
Sitzung Nr. 46
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist der Zustand Ihres Ministeriums, meine sehr geehrten Damen und Herren, und das spiegelt sich auch wider in der Nichtbekämpfung und Ihrem glamourösen Scheitern in der Bekämpfung der Kriminalität. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Erpressung!
„Sind wir heute in unserem Staat schon wieder in einer ähnlichen Situation?“ (Abg. Scheibner: Frau Präsidentin! Das ist eine Ungeheuerlichkeit sondergleichen! Da muss man eingreifen!) „Sie handeln – wie Sie sagen – dem Gesetz entsprechend. Kennen wir nicht alle die Sätze: ,Ich habe nur meine Pflicht getan‘ oder ,Wir haben ein Gesetz und nach dem muß er sterben‘ zur Genüge?“ (Abg. Mag. Stadler: Das braucht sich die Frau Ministerin nicht gefallen zu lassen! Das ist degoutant!) „Steht das Gesetz wirklich über der Menschlichkeit? Ist die Selbstmorddrohung des Mädchens wirklich ein Erpressungsversuch“ (anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ) „oder eine Verzweiflungsäußerung? Stellen Sie sich bitte Ihr weiteres Leben nach Ihrem kurzen Ministerdasein mit der Belastung vor, wenn das Mädchen diese Drohung in die Tat umsetzt!“ (Abg. Rädler: Erpressung!) „Immer noch hat eine Entscheidung gegen die Menschlichkeit – auch wenn sie gesetzeskonform war – eine nachhaltige Rückwirkung auf den Entscheidungsträger gehabt – so dieser ein Gewissen hat.“ (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Bravo!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete, Ihre Redezeit ist überschritten und zu Ende. (Abg. Rädler: Bravo!) Frau Abgeordnete, ich habe Ihnen bereits zusätzliche Sekunden gegeben. Das geht nicht!
Abg. Rädler: Das ist eine Frechheit!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Frau Präsidentin! Man kann über die Politik der Frau Innenminister geteilter Meinung sein. Man kann manches kritisieren, und man kann auch historische Vergleiche anstellen. Aber die Frau Bundesminister hat es nicht verdient, in einer derart degoutanten Weise mit einer Politik und mit einem System verglichen zu werden, die nichts, aber wirklich gar nichts mit der Politik des Innenministeriums zu tun hat. (Abg. Rädler: Das ist eine Frechheit!)
Abg. Rädler: Verweis aus dem Saal!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Geschäftsbehandlung: Herr Abgeordneter Öllinger. – Bitte. (Abg. Rädler: Verweis aus dem Saal!)
Abg. Rädler: Sie setzen sich ein ...!
Die demokratischen Werte und auch die Achtung der Menschenrechte sind für uns in Europa oft selbstverständlich, jedoch für viele andere auf der Welt nicht. (Abg. Rädler: Sie setzen sich ein ...!) Wir in Europa sehen oft nur die Spitze des Eisbergs. Denken wir zum Beispiel an die Muslima Shirin Ebadi oder die in Myanmar tätige Politikerin Aung San Suu Kyi! Beide Menschenrechtsverteidigerinnen erhielten für ihren Kampf für eine bessere Welt den Friedensnobelpreis, jedoch haben viele andere keine derartige Plattform – und da sind vor allem Frauen betroffen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das ist eine Falschmeldung!
Für uns Freiheitliche steht mit diesem Antrag einfach fest: Die Türkei ist, Herr Kollege Donnerbauer, für uns keineswegs EU-tauglich. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das ist eine Falschmeldung!)
Abg. Rädler: Was sollen wir tun? Sagen Sie es! Was wollen Sie?
Dass hier europäische Mehrheitsentscheidungen im Zusammenhang mit Menschenrechten gefällt werden sollen, Herr Kollege Stadler, verwundert mich nicht. Das habe ich ähnlich auch schon einmal gehört. Aber so geht es in unserer demokratischen Grundordnung zum Glück nicht zu. Die Menschenrechte sind unantastbar, und ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte ist, bitte, zu akzeptieren. Und dass Sie hier gemeinsam gegen die Meinung der bedeutendsten österreichischen Verfassungsrechtler – Heinz Mayer, Bernd-Christian Funk und so weiter – auftreten (Abg. Rädler: Was sollen wir tun? Sagen Sie es! Was wollen Sie?), ist natürlich klassischer Populismus. Da geht es Ihnen nicht wirklich um die Sache (Abg. Neubauer: Ich habe geglaubt, Sie sind so für die Rechtsstaatlichkeit! Bei den Zogajs ...!), sondern es geht Ihnen darum, Misstrauen in der Bevölkerung zu schüren und aufzusteigen auf eine Art der Diskussion, die eher an Instinkte appelliert denn an eine wirkliche Sachpolitik. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kickl: Der Rechtspositivismus allein ist eine ganz gefährliche Position!)
Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber eh das Gleiche! – Abg. Rädler: Und was bringt das?
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Herr Rechnungshofpräsident! Hohes Haus! Wenn Herr Grasser diese Rede jetzt gehört hätte, würde er sich, denke ich, darüber freuen, dass er nicht immer nur in „NEWS“ und „Heute“ vorkommt, sondern auch immer wieder bei Kai Jan Krainer. (Abg. Ing. Westenthaler: Das ist aber eh das Gleiche! – Abg. Rädler: Und was bringt das?)
Sitzung Nr. 48
Abg. Mag. Kogler: Das steht ja im Akt! – Abg. Rädler: Das ... nur Sie!
Stasi-Methoden im militärischen Abwehramt! (Abg. Amon: „Stasi-Methoden“, alles darf man sagen, Frau Präsidentin?! – Abg. Mag. Kogler: Es war ja so im Ausschuss!) Wer in der Nähe einer Veranstaltung parkt, bei der am Podium sogar ein Vertreter des Landesmilitärkommandos sitzt, macht sich verdächtig. Ich habe nicht geglaubt, dass so etwas in Österreich möglich ist! In der DDR war das eine Selbstverständlichkeit. Wer in der Nähe war, ob familiär, ob beruflich, ob beim Studium oder rein örtlich, war in der DDR verdächtig. In Österreich ist das nicht so, habe ich geglaubt. Im Untersuchungsausschuss sind wir draufgekommen, dass es leider im militärischen Bereich, beim Abwehramt so ist. (Abg. Mag. Kogler: Das steht ja im Akt! – Abg. Rädler: Das ... nur Sie!) Das war langsam zu viel.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Aber die Opposition, die Kontrolle und ein sauberer Gesetzgebungsprozess sind von der Österreichischen Volkspartei schwer beschädigt worden. Wir wollen ein Parlament auf Augenhöhe im Gesetzgebungsprozess und bei der Kontrolle. Wir wollen allerdings nicht die Augenhöhe der SPÖ, die, würde man vom Boden aus messen, bei etwa 5 cm aufhören würde. Wir wollen echte Augenhöhe: ein Parlament auf Augenhöhe gegenüber der Bundesregierung (Zwischenruf des Abg. Rädler); ein Parlament, das Korruption, Parteibuchwirtschaft und Machtmissbrauch kontrolliert, bekämpft und im Interesse der Bürger und Bürgerinnen abstellt.
Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!
Wenn Sie Ende März bereit sind, Ihr schriftlich gegebenes Versprechen, dass der Untersuchungsausschuss ein Minderheitsrecht wird, und zwar nicht ein Minderheitsrecht, über das die ÖVP entscheidet, sondern jede einzelne Fraktion dieses Hauses, egal, ob Opposition oder Regierungsfraktion (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen – Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!), einzuhalten, dann werden wir hoffentlich bereits so gute Verfassungsgesetze behandelt haben, dass wir weit bessere, als die ÖVP es jemals wollte, hier mit Zweidrittelmehrheit beschließen können. – Danke schön. (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ.)
Sitzung Nr. 49
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das ist das eine, aber es ist etwas ganz anderes (Zwischenruf des Abg. Rädler), wenn eine Gesellschaft eine private Lebensentscheidung – in dem Fall das Zusammenleben von homosexuellen Paaren – gegenüber anderen Formen des Zusammenlebens privilegieren soll. Das ist ausschließlich der Ehe zwischen Mann und Frau vorbehalten. Bei der Homo-Ehe – und das ist eine Art Homo-Ehe, die heute beschlossen wird; Sie nennen sie „eingetragene Partnerschaft“ – handelt es sich um eine eheähnliche Privilegierung gegenüber anderen Formen des nichtehelichen Zusammenlebens.
Abg. Rädler: Kinderrechte! Geben Sie das frei!
Genauso ist es durchaus merkwürdig, was die ÖVP macht. Für uns ist es kein Entscheidungskriterium, was die Bischofskonferenz dazu sagt, aber die Bischofskonferenz hat empfohlen – und jetzt nehme ich einmal an, gerade Ihren Abgeordneten –, frei nach dem Gewissen zu entscheiden. Es ist merkwürdig, dass das in der ÖVP überhaupt keine Resonanz gefunden hat. Nein, da gibt es den Klubzwang, und ich bin mir nicht so sicher, Herr Klubobmann Kopf ... (Abg. Rädler: Kinderrechte! Geben Sie das frei!) – Die Kinderrechte werden schon wieder gebracht, meine Damen und Herren! Das ist jetzt das Stereotyp: die Kinderrechte! (Abg. Dr. Graf: Und das bei der Homo-Ehe!) Das werden wir noch in fünf Jahren hören, meine Damen und Herren.
Abg. Rädler: Mit der Landeshauptfrau!
Es geht hier um gleiches Recht für gleich viel Liebe, es geht um einen ersten Schritt, dahin zu kommen, dass all jene Menschen, all jene Paare, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, auch die Möglichkeit haben, ihre Beziehung zu legitimieren – leider nur vor einer Bezirkshauptmannschaft, nicht vor dem Standesamt. (Abg. Mag. Stefan: Die ist ja nicht illegitim, oder? Ist sie bis jetzt illegitim?) Ich bin froh, dass sich die Stadt Salzburg schon dafür ausgesprochen hat, dass sie diese Zeremonie im Marmorsaal des Schlosses Mirabell durchführen will. (Abg. Rädler: Mit der Landeshauptfrau!) – Auch der stellvertretende Bürgermeister Preuner von der ÖVP hat sich stark dafür ausgesprochen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir führen es nicht, wir zahlen dafür!
Ich kenne keinen Konzern, kein privates Unternehmen, keinen multinationalen Konzern, wo manche der eigenen Konzernunternehmer – und das sind wir alle hier, dass sind alle Österreicherinnen und Österreicher – das eigene Unternehmen derart schlecht machen und herunterreden, und zwar zum Schaden jener Menschen, die es brauchen, und jener, die dort beschäftigt sind. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir führen es nicht, wir zahlen dafür!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
vestitionen getätigt. Ich bin froh darüber, dass wir das heute tun: dass wir heute Konjunkturpakete schnüren, dass wir heute Investitionen in die Bahn tätigen, und zwar so hohe wie noch nie in der Zweiten Republik, dass wir hunderte Bahnhöfe in ganz Österreich sanieren, dass wir hunderte Eisenbahnkreuzungen sicherer machen, dass wir die Strecken über den Brenner, um den Güterverkehr auf der Schiene noch zu steigern, endlich ausbauen (Abg. Dr. Pirklhuber: 15 Milliarden für Autobahnen!) und nicht nur Spatenstiche vornehmen, Ankündigungen machen, sondern dass dort heute sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag hart gearbeitet wird, damit wir für unsere Kinder eine moderne und ökologische Infrastruktur in Österreich haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat niemand von uns verlangt!
Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass die Privatisierung dieses Infrastrukturunternehmens der Untergang für dieses wichtige Unternehmen wäre. Daher kann ich nur sagen: Solange es in meiner politischen Verantwortung liegt, so lange wird es zu keiner Privatisierung der ÖBB kommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat niemand von uns verlangt!)
Abg. Heinzl: Herr Kollege Rädler, es freut mich, dass Sie da auch dabei sind! – Abg. Rädler: Verbesserungswürdig!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für dessen Kenntnisnahme eintreten, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist einstimmig angenommen. (Abg. Heinzl: Herr Kollege Rädler, es freut mich, dass Sie da auch dabei sind! – Abg. Rädler: Verbesserungswürdig!)
Abg. Rädler: Nein, nein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Lieber Kollege Pendl, du weißt es ganz genau: Es war völlig unbegründet! Das jetzt als Retourkutsche für die Ablehnung der Opposition, die Zustimmung zu Verfassungsvorlagen zu geben, zu verwenden und zu sagen: Aber jetzt arbeiten wir im Geschäftsordnungskomitee nicht mehr mit, weil wir beleidigt sind!, ist wirklich nicht adäquat. Wir haben ja gesagt, wir arbeiten selbstverständlich auch im Verfassungsausschuss weiter an den Materien, es gibt nur keine Beschlussfassung. (Abg. Rädler: Nein, nein! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 50
Abg. Rädler: Wer hat diese Rede geschrieben? Furchtbar!
Ein Untersuchungsausschuss dient der demokratiepolitischen Hygiene in diesem Land und hat präventive Wirkung – und diese präventive Wirkung darf man diesem Instrument nicht nehmen, indem man es zur Farce verkommen lässt. Ja, die ÖVP arbeitet hart daran, sich Rechte zu sichern, die es ihr ermöglichen, in Zukunft auch ohne Hilfe des Mehrheitsbeschaffers SPÖ Vollziehungsmissstände, Verwaltungsmissstände zu vertuschen. (Abg. Rädler: Wer hat diese Rede geschrieben? Furchtbar!) – Die ÖVP arbeitet sehr hart daran – das muss man konstatieren –, sich hier Minderheitsrechte zu organisieren, die der Mehrheit in diesem Hohen Haus derzeit gar nicht zustehen. Das muss man im Auge behalten, wenn wir die Verfahrensordnung für den Untersuchungsausschuss neu regeln wollen.
Abg. Rädler: Prozess oder Ausschuss?
Wir erlebten so etwas tagtäglich bei den letzten Untersuchungsausschüssen: Das hat schon beim Banken-Untersuchungsausschuss angefangen, bei dem uns der heutige Kabinettschef der Frau Justizministerin und seinerzeitige Oberstaatsanwalt und Chefankläger in der BAWAG-Justizangelegenheit im Ausschuss versprochen hat – weil es nicht einsichtig war, dass man die BAWAG-Affäre zweiteilt: einerseits bis zum Jahr 2000 und dann ab dem Jahr 2000; die Refco-Affäre ist von diesem Hohen Haus bis heute nicht untersucht worden, obwohl es der Auftrag gewesen wäre, und das war der Auslöser des Ganzen (Abg. Krainer: Das stimmt überhaupt nicht!) –, der BAWAG II-Prozess wird kommen, und zwar wie das Amen im Gebet. (Abg. Rädler: Prozess oder Ausschuss?) – Jetzt ist er nahe bei der Ministerin und will davon nichts mehr wissen. Genau so ist es!
Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?
Die Themen des U-Ausschusses waren Politjustiz auf der einen Seite, sprich: das Messen mit zweierlei Maß. (Abg. Rädler: Wer hat Ihnen diese Rede geschrieben?) – Und selbst wenn man vonseiten des Justizministeriums draufgekommen ist, dass es Fehler in der Staatsanwaltschaft gegeben hat, die schon Organisations- und Systemfehler waren, hat man in weiterer Folge politisch von ganz oben, von ministeriellen Seite her, vertuscht und war nicht um Aufklärung bemüht.
Abg. Rädler: Der grüne Nachrichtendienst!
Ich habe einmal einen Ordnungsruf bekommen, weil ich gesagt habe – durchaus im Einklang mit dem ehemaligen Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes –: Mich erinnert das an Stasi-Methoden. Frau Präsidentin, es ist so. Und wir haben die Verpflichtung, dafür zu sorgen, wenn in irgendeinem nachrichtendienstlichen Bereich Methoden einreißen, die an die Methoden der Staatssicherheit in der DDR erinnern – ohne dass ich unserem Rechtssystem auch nur die geringste Ähnlichkeit mit diesem System unterstellen möchte –, dass wir darauf hinweisen und das auf der Stelle abstellen. (Abg. Rädler: Der grüne Nachrichtendienst!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Das ist richtig! – Abg. Rädler: Selbsternannte ... Hilfe!
Das haben unbescholtene Bürgerinnen und Bürger nicht verdient! Wir selbst sollten uns diesbezüglich an der Nase nehmen und einsehen, dass das nichts bringt. Wir sind dazu aufgerufen, korrekt, sachlich, fair und ehrlich mit den Auskunftspersonen umzugehen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Das ist richtig! – Abg. Rädler: Selbsternannte ... Hilfe!)
Ruf bei der ÖVP: Bürgerschreckpaket! – Abg. Rädler: ... der Pilz!
Meine geschätzten Damen und Herren, wenn ich im heutigen „Standard“ lese, dass die Grünen ein Bürgerschutzpaket fordern, dann frage ich mich schön langsam, Herr Kollege Pilz, was Sie damit meinen. Einige Abgeordnete hier im Haus kämpfen seit Jahren für den Datenschutz – aber alles ist gebloggt worden. Persönliche Daten von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern, die überhaupt nichts mit einem Fall zu tun haben, sind auf einmal in der Öffentlichkeit! (Ruf bei der ÖVP: Bürgerschreckpaket! – Abg. Rädler: ... der Pilz!) Was ist denn das für ein Rechtszugang, meine sehr geehrten Damen und Herren? Wenn wir schon über ordentliche Abläufe rechtsstaatlicher Natur bei uns diskutieren.
Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Rädler –: Dein Koalitionspartner!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn wir uns die StPO-Reform ansehen – wir haben ja bereits einen Entschließungsantrag eingebracht –, dann sehen wir, dass der Gesetzgeber niemals gemeint hat, dass die Rechte der Beschuldigten und der Rechtsvertreter verbessert und die Rechte der Zeugen verschlechtert werden. (Abg. Grosz – in Richtung des Abg. Rädler –: Dein Koalitionspartner!) Das war nie unsere Absicht, daher kann es auch nicht so ausgelegt werden.
Sitzung Nr. 51
Abg. Rädler: Da fragen Sie gleich in Kopenhagen!
Oder: Die Jugendlichen, die hier im Parlament waren, haben eine Liste von Fragen gestellt, warum in der Klimapolitik nichts weitergeht, 134 Fragen. Zum Beispiel: Warum hat Österreich seine bisher ineffiziente Klimapolitik nicht schon längst überdacht und Fehler beseitigt, sodass wir unsere Kyoto-Ziele auch einhalten können? – Ehrlich gesagt, ich habe die Frage nicht beantworten können, denn ich stelle sie mir selber auch. (Abg. Rädler: Da fragen Sie gleich in Kopenhagen!)
Abg. Rädler: Seit wann sind Sie im Parlament?
Ich glaube, mit dem, was wir heute beschließen, machen wir wieder einmal Reparaturarbeiten der schwarz-blauen Regierung. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Mag. Ikrath: ... Arbeitsplätze damit geschaffen!) Mit der Kapitalgarantie und der Senkung der Aktienquote beschließen wir große Verbesserungen und verhindern die Spekulation mit staatlichem Anreiz. (Abg. Rädler: Seit wann sind Sie im Parlament?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Deshalb steht die SPÖ so schlecht da! – Abg. Mag. Jarolim: Ich würde das schon als richtungsweisend bezeichnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Erziehungsberechtigter! Da spricht der Vormund!
Daher: Ich hoffe, die FPÖ ist geläutert, nachdem sie Grasser abgeworfen hat, und stimmt heute zu. – Danke vielmals. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Deshalb steht die SPÖ so schlecht da! – Abg. Mag. Jarolim: Ich würde das schon als richtungsweisend bezeichnen! – Abg. Ing. Westenthaler: Erziehungsberechtigter! Da spricht der Vormund!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Meine Damen und Herren! Minister ist ja keiner mehr da, auch kein Staatssekretär. Werte Kollegin von der ÖVP, die Sie die Verlängerung der Erhöhung der Pendlerpauschale vehement verteidigt haben! Faktum ist, dass die Erhöhung steigende Benzinpreise, steigende Treibstoffpreise abgelten sollte. – Jetzt sind wir wieder auf einem niedrigeren Niveau, und trotzdem wird das verlängert! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, ich habe im Ausschuss gefragt, wie viel uns das budgetmäßig kostet. – Bei einem Gesamtvolumen von jetzt wahrscheinlich annähernd 700 Millionen €, die wir aus dem Budget für die Pendlerpauschale ausschütten, beläuft sich diese Beibehaltung der Erhöhung sicherlich auf ein Betrag von über 40 Millionen €. Halten Sie sich das einmal vor Augen angesichts dessen, dass der ganze Sanierungsscheck für den privaten Bereich 50 Millionen € umfasste! Sie verschleudern 40 Millionen €, obwohl das gar nicht notwendig wäre! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Herr Klubobmann Kopf, Sie können sich vielleicht auch darüber informieren, wie das dort zustande kommt, nämlich auch mit Zwischeninformationen. Es ist nicht so, dass das Ding fix und fertig auf den Tisch geknallt und dann gesagt wird: Friss oder stirb! Das ist im Sportbereich eindeutig anders, das ist positiv und ich möchte mich dafür bedanken. (Zwischenrufe des Abg. Rädler.) – Wenn es dort Schwierigkeiten mit dem Klubobmann gibt, müsst Ihr das auch aushalten, aber es gibt offenbar auch Formen der Zusammenarbeit, die besser durchgeführt werden.
Sitzung Nr. 53
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das sind kommunistische Vorschläge!
Selbstverständlich werden wir notwendigerweise den Staatshaushalt finanzieren müssen, Kollege Grillitsch, daran führt kein Weg vorbei. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das sind kommunistische Vorschläge!)
Abg. Höfinger: Das ist theoretische Politik! – Abg. Rädler: Realitätsfremd!
Das ist keine Form der aktiven Bürgerbeteiligung, dies sind die tradierten Wege, die die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der ÖVP beschreiten, und das wissen wir alle ganz genau. (Abg. Höfinger: Das ist theoretische Politik! – Abg. Rädler: Realitätsfremd!) Gerade in Gemeindestuben passiert das, und das Schulterklopfen ist keine Form von Bürgerbeteiligung. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Alle!
Geschätzte Damen und Herren, die Faktenlage ist ja hinlänglich bekannt. Zu den drei bestehenden soll aus Kapazitätsgründen ein weiteres Asylzentrum dazukommen. Die Standortsuche war, ist und wird schwierig sein, wiewohl ich selbst und alle in der SPÖ davon überzeugt sind, dass keine weitere Aufnahmestelle notwendig ist, wenn alle Bundesländer die jeweiligen festgelegten Aufnahmequoten erfüllen. (Abg. Rädler: Alle!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Ach, wie schrecklich!
Daher sage ich Ihnen: Diese Ministerin ist aus diesem Grunde in diesem Amt nicht mehr tragbar. Ich habe sie schon früher für untragbar gehalten, ich habe das in einem eigenen Misstrauensantrag, den ich einmal begründet habe, schon einmal dargetan; da hat die FPÖ noch zugestimmt. Heute hat selbst Ihr Koalitionspartner das Gefühl, dass sie nicht mehr tragbar ist. Lösen Sie sie ab! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Ach, wie schrecklich!)
Hallo-Rufe des Abg. Rädler und weiterer Abgeordneter der ÖVP. – Abg. Kößl: Das ist ein Wahnsinn!
Wir sind konsequent genug, wir haben Ihre Politik satt, Frau Innenministerin (Abg. Mag. Stadler: Und zwar schon lange!), und zwar schon im vergangenen Mai, vergangenen Herbst, und auch im neuen Jahr haben wir Ihre Politik satt, Frau Ministerin, weil Sie spektakulär gescheitert sind in der Asyl- und Fremdenpolitik. In der Kriminalitätsbekämpfung, in Ihrem Beitrag, Sicherheit zu gewährleisten, sind Sie ebenfalls spektakulär gescheitert. Sie sind planlos, konzeptlos und sinnlos. (Hallo-Rufe des Abg. Rädler und weiterer Abgeordneter der ÖVP. – Abg. Kößl: Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Rädler: Bravo, SPÖ!
Dann gibt es bei diesen Informationsversammlungen Redebeiträge, die unwidersprochen bleiben, die über ORF Burgenland gemeldet wurden, dass 99 Prozent der Asylsuchenden sogenanntes „G’sindel“ seien. (Abg. Rädler: Bravo, SPÖ!) In Wirklichkeit, meine Damen und Herren, ist das eine zutiefst beschämende Aussage – die aber unwidersprochen geblieben ist! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: 1 300!
2009 wurden 15 827 Asylanträge gestellt. 4 600 davon waren Dublin-Fälle und andere Staaten waren dadurch zuständig. In den Zuweisungsverfahren gab es 6 000 zurückweisende Bescheide und es wurden nur 7 000 Anträge zugelassen. Also keine Spur von Ihren 61 Prozent. (Abg. Rädler: 1 300!) Die restlichen Verfahren, die hier noch in der Summe fehlen, wurden eingestellt, aber natürlich gibt es viele Leute, die untertauchen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Beeil dich, der Cap und der Pilz sind schon dort!
Das wird mit Sicherheit ein parlamentarisches Nachspiel haben. Das heißt, das Versammlungsrecht mit Füßen zu treten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Beeil dich, der Cap und der Pilz sind schon dort!)
Abg. Rädler: Wir sind enttäuscht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Windholz gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler: Wir sind enttäuscht!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine zweite Bitte: Warum müssen wir Sitzungen am Freitag machen? (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Steibl.) – Die Abgeordneten haben sehr wohl auch zu Hause jede Menge Arbeit. Ich hoffe, dass da herinnen nicht solche Leute wie beim ORF sind, die uns in der Früh schon ausgerichtet haben, dass heute unsere Ferien zu Ende sind! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir haben auch zu Hause genug Arbeit, daher wäre es günstig, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag hier zu sein und in der restlichen Zeit in unseren Wahlkreisen. – Danke schön und schönen Abend! (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.)
Abg. Rädler: Keine Sondermaßnahmen!
Was wir machen könnten (Abg. Rädler: Keine Sondermaßnahmen!), auch bereits auf Basis der jetzigen Geschäftsordnung, ist, dass wir, oder dass ich als Vorsitzende, als Präsidentin, im Einvernehmen mit den Fraktionen zum Beispiel um 21 Uhr die Sitzung unterbreche (Abg. Rädler: Genau!), am nächsten Tag fortsetze und erst nach Ende dieser fortgesetzten Sitzung zur nächsten Sitzung aufrufe. Das würde bedeuten (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ), dass bei zwei Tagen unter Umständen vier Tage herauskommen, aber das muss dann natürlich auch zur Kenntnis genommen werden. Das wäre die einzige Möglichkeit, die ich derzeit sehe. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Abg. Rädler: Genau!
Was wir machen könnten (Abg. Rädler: Keine Sondermaßnahmen!), auch bereits auf Basis der jetzigen Geschäftsordnung, ist, dass wir, oder dass ich als Vorsitzende, als Präsidentin, im Einvernehmen mit den Fraktionen zum Beispiel um 21 Uhr die Sitzung unterbreche (Abg. Rädler: Genau!), am nächsten Tag fortsetze und erst nach Ende dieser fortgesetzten Sitzung zur nächsten Sitzung aufrufe. Das würde bedeuten (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ), dass bei zwei Tagen unter Umständen vier Tage herauskommen, aber das muss dann natürlich auch zur Kenntnis genommen werden. Das wäre die einzige Möglichkeit, die ich derzeit sehe. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Sitzung Nr. 55
Beifall des Abg. Rädler.
Nahezu 13 Jahre hat diese Debatte, dieser Dauerstreit, angedauert und hat letztendlich mit einem, wie ich meine, veritablen Erfolg für alle Beteiligten geendet. Möglich wurde diese Einigung und auch dieser Erfolg letztendlich durch unseren Finanzminister Josef Pröll, der eine Rückzahlungssumme von 11,47 Millionen € an die Gemeinden in Form von Bedarfszuweisungen freigegeben hat. (Beifall des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Na hallo!
Aber ich glaube, dass es notwendig ist, dass der Rechnungshof – und dafür müssen wir sorgen, es gibt auch einen entsprechenden Antrag von uns – endlich anfängt, auch die Gemeinden zu prüfen. (Abg. Rädler: Na hallo!) Denn wer prüft heute die Gemeinden? Der Kontrollausschuss, die Bezirkshauptmannschaft mit dem Bezirkshauptmann, der Landesrechnungshof ... (Abg. Hörl: Huber, das ist Landesverrat!) – Das ist kein Landesverrat! Gerade du als Tiroler müsstest wissen, welch ein schwarzer Fleck Tirol in dieser Sache ist. (Abg. Hörl: Das ist Landesverrat!) Die Gemeinden sind nicht transparent! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Na hallo! – Abg. Hörl: Wir haben hervorragende Bürgermeister!
Ich glaube, wenn wir eine Politik mit Hirn, Herz und Hausverstand machen wollen, müssen wir alle dafür sein. Unterstützen Sie das, vor allem Sie von der ÖVP, damit es in den Gemeinden endlich weitergeht, damit Transparenz für die Bürger einkehrt! (Abg. Rädler: Na hallo! – Abg. Hörl: Wir haben hervorragende Bürgermeister!) – Ja, das sieht man in Lienz, wie hervorragend die Bürgermeister sind: ein Skandal nach dem anderen, Taten null und die Überschriften nicht umsetzen! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Regierungsübereinkommen sieht die Neuordnung der Kompetenz vor, und auch die entsprechende Entschließung aus dem September des Vorjahres gibt vor, dass wir innerhalb von sechs Monaten zu einem diesbezüglichen Beschluss kommen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es ist, denke ich, nicht primär der Bundesrechnungshof, die Landesrechnungshöfe – sie alle gibt es und sie wird es auch in Zukunft geben. Es wird auch den Bedarf dafür geben, weil es zu wenig ist, dass die Gemeinden nur stichprobenartig geprüft werden.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich weiß schon, dass eure Gemeinden bis 3000 Einwohner zählen und wir eben darüber erfolgreicher sind. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber das kann es nicht sein: Es können nicht lauter kleine Gemeinden Gut-Gemeinden sein und die größeren Gemeinden Betrüger-Gemeinden. So geht es nicht! (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 57
Abg. Rädler: Was war in der Steiermark?
Die Länderfunktionäre aber, auch die der ÖVP, freuen sich über den Finanzminister, denn der tut ihnen nicht weh. Der greift Privilegien – so etwa in den Landtagen – nicht an. Der Finanzminister greift die Pensionsrechte von Landesbeamten und Landespolitikern nicht an. Na „wunderbar“! Dort bleibt alles so, wie es ist. (Abg. Rädler: Was war in der Steiermark?) Keine Reformen, denn das wäre viel zu schwierig, viel zu kompliziert. Da ist es doch viel einfacher für ihn, über Steuererhöhungen nachzudenken!
Abg. Rädler: Das ist ein Ordnungsruf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich meine, das ist ganz einfach eine Schande, nicht nur die letzte Geschichte, die ich jetzt erwähnt habe, sondern die Museen sollten der Stolz unserer Nation sein (Abg. Rädler: Das ist ein Ordnungsruf!) – den Ordnungsruf nehme ich gerne entgegen –, sie sind die großen Institutionen, die unser kulturelles Erbe wahren sollen. Daher ist eine effiziente Subventionspolitik von großer Bedeutung.
Sitzung Nr. 59
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Noch einmal zum OECD-Vergleich: Bei den 15-Jährigen die höchste Raucherquote: 24 Prozent aller 15-jährigen Burschen rauchen, 30 Prozent aller 15-jährigen Mädchen rauchen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das Raucheinstiegsalter liegt bei 11 Jahren, der Jugendschutz greift da ganz eindeutig nicht. (Abg. Franz: Aber das ... hilft auch nicht! Kommen Sie zur Sache!) Der Nikotinkonsum wird nicht verbannt.
Sitzung Nr. 60
Abg. Rädler: Hallo!
Die Causa Grasser/BUWOG – um sie beim Namen zu nennen – zeigt leider auch auf, dass von der zuständigen Ministerin gebetsmühlenartig immer nur eine Antwort kommt: Sie wolle nicht in laufende Verfahren eingreifen. (Abg. Rädler: Hallo!) Ich denke, es ist eine Pflicht, sicherzustellen, dass bei allen Verfahren die gleichen Maßstäbe angewandt werden. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 62
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein! Sie wissen es ganz genau! – Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!
Genauso wie im Forschungsbereich, da kürzen Sie mit der Rasenmähermethode. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll: Nein! Sie wissen es ganz genau! – Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!) Sie haben nur die Schnitthöhe leicht unterschiedlich eingestellt. Dr. Konsemüller vom Rat für Forschungs- und Technologieentwicklung sagt es ja selber: Wir müssen heute Geld in die Hand nehmen, um morgen eines zu verdienen. – Und recht hat er. Dann setzen Sie sich einmal mit ihm auseinander, bevor Sie hier andere Geschichten erklären! (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rädler: Sie können aber schon Zeitung lesen?
Meine Damen und Herren! Gestern stand im „Standard“: Während die Griechen wieder streiken, feilen IWF und EU am Hilfspaket. – Zitatende. Heute steht in der „Tiroler Tageszeitung“, dass die Sorge wächst. Das griechische Defizit war letztes Jahr deutlich höher als angenommen (Abg. Rädler: Sie können aber schon Zeitung lesen?), statt 12,7 Prozent sind es 13,6 Prozent.
Abg. Rädler: SPÖ Pensionistenverband! – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner
Vor allem bei uns in Niederösterreich war in den letzten Monaten verstärkt zu sehen, dass zu sogenannten Werbefahrten ins benachbarte Ausland eingeladen wurde. Da wurden vor allem ältere Menschen mit Autobussen ohne ihr Wissen nach Sopron, Bratislava oder Brünn gekarrt (Abg. Rädler: SPÖ Pensionistenverband! – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner) und dort bei Verkaufsgesprächen unter Umgehung der strengen österreichischen Konsumentenschutzbestimmungen hinters Licht geführt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Vor allem bei uns in Niederösterreich war in den letzten Monaten verstärkt zu sehen, dass zu sogenannten Werbefahrten ins benachbarte Ausland eingeladen wurde. Da wurden vor allem ältere Menschen mit Autobussen ohne ihr Wissen nach Sopron, Bratislava oder Brünn gekarrt (Abg. Rädler: SPÖ Pensionistenverband! – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner) und dort bei Verkaufsgesprächen unter Umgehung der strengen österreichischen Konsumentenschutzbestimmungen hinters Licht geführt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Richtig!
Ich bitte Sie, das im Rahmen der nächsten Präsidiale auch zur Sprache zu bringen, denn es kann nicht sein, dass man völlig undifferenziert und ohne Namen zu nennen über einen Kamm schert und behauptet, dass Personen, die hier im Hohen Haus ein Mandat ausgeübt hätten, eine Straftat verübt haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Richtig!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Frechheit!
zwar vor allem in Niederösterreich, damit sie die Gemeinderatswahl dort besser besteht. Dort werden die polnischen Erntehelfer immer noch scheinangemeldet, damit sie mittels Briefwahl dann den ÖVP-Bürgermeistern ihre absoluten Mehrheiten sichern. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Frechheit!)
Abg. Rädler: Nur weil ihr verliert?
Ministerin Karl hat einen Evaluierungsbericht zum E-Voting vorliegen, der ganz klar besagt, dass das E-Voting gescheitert ist. Es wird Anfechtungen beim Verfassungsgerichtshof geben, aber Ministerin Karl schafft es immer noch nicht, zu sagen, dass das E-Voting gescheitert ist. (Abg. Rädler: Nur weil ihr verliert?)
Sitzung Nr. 64
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und wenn Sie das Wort „Hypo“ schon gut und gerne in den Mund nehmen, dann sagen Sie auch „Hypo Niederösterreich“. Sprechen Sie auch einmal von „Hypo Niederösterreich“! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.) Sprechen Sie davon, dass Ihr Landeshauptmann Pröll in Niederösterreich 1 Milliarde € an Wohnbauförderung verspekuliert hat (Abg. Ing. Westenthaler: Der sogenannte Onkel Hypo!), dass auch da die Verantwortung für ein Riesendesaster zu suchen ist! Und geben Sie die Schuld für ein Debakel nicht immer anderen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
wieder auf die Füße kommen, die Sie ihnen gerade wegamputieren, und zweitens, weil da auch andere zur Kasse gebeten werden. Wer denn nun? – Eben die Gläubiger! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich sage schon dazu, dass wir nicht naiv sind, was das betrifft. Wir wissen ganz genau, dass das nicht 1 : 1 durchschlagen kann, weil Domino-Effekte drohen, und dann stehen wir wieder so da wie vielleicht im Herbst 2008. Aber in Teilen, und das verweigern Sie, in Teilen!
Sitzung Nr. 69
Abg. Rädler: Was sollen die Gemeinden beitragen?
Genau das wären die wichtigen Punkte, über die wir uns jetzt unterhalten sollten! (Abg. Rädler: Was sollen die Gemeinden beitragen?) – Herr Kollege, Sie fragen hier: Was sollen die Gemeinden beitragen?! – Die haben ja auch einen Beitrag zur derzeitigen Situation geleistet, vor allem aufgrund der Spekulationsverluste in den vergangenen Jahren! Reden wir doch einmal darüber, ob wir da in der Verwaltung nicht etwas einsparen könnten! (Anhaltender Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: FSG ...!
Das war auch das „System Niederösterreich“, begonnen mit Ernst Strasser, der sich immer so sehr niederösterreichische Verhältnisse gewünscht hat. Zufrieden ist man dort, wenn es eine Personalvertretungswahl gibt. Da gibt es eine „Riesenauswahl“ auf dem Stimmzettel, nämlich eine Fraktion, die FCG, die kann man dann wählen. Das erfreut auch den Präsidenten, der hier gerade den Vorsitz führt. Nur, wo hat dieses System hingeführt? (Abg. Rädler: FSG ...!) – Ja, ja, das gibt es alles. Das haben wir alles miterlebt.
Abg. Rädler: Bei ihm nicht!
Die ÖVP versteht aber auch jene Menschen, die der Mindestsicherung kritisch gegenüberstehen. Glauben Sie mir, ich bin ein Regionalabgeordneter ... (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) – Ja, Kollege Öllinger, du solltest vielleicht wieder einmal ins Innviertel fahren; früher warst du öfter in Braunau. Es würde dir nicht schaden, dort auch einmal einen Stammtisch oder ein Feuerwehrfest zu besuchen, dann kommen nämlich die Menschen auf dich als Regionalpolitiker zu und fragen dich (Abg. Rädler: Bei ihm nicht!): Warum führt ihr die Mindestsicherung ein, gerade in Zeiten wie diesen? Mit der Antwort: Wir brauchen eine Vereinheitlichung der Sozialhilfe in den Bundesländern und einen stärkeren Bezug zum Arbeitsmarkt, damit die Menschen in der Hoffnung leben können, auch wieder rascher in den Arbeitsmarkt integriert zu werden! – das ist nämlich das Ziel dieser Mindestsicherung –, kann man das durchaus erklären. Verbindet man das mit dem Muss für eine Transparenzdatenbank – ich habe das bereits ausgeführt –, dann versteht das auch die Bevölkerung. Mindestsicherung und Transparenzdatenbank sind miteinander verbunden und gehören auch in einem bewältigt. Das erwartet sich die Bevölkerung, deshalb kann das nur als Einheit beschlossen werden.
Sitzung Nr. 70
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Kollege Heinzl, die Güterzugumfahrung St. Pölten, der viergleisige Ausbau der Westbahnstrecke, der Wienerwaldtunnel et cetera. Oder vielleicht noch zusätzlich eine Infrastrukturmaßnahme. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Salzburg!
Die Salzburger verlangen dringend eine Tunnellösung für diese Strecke – ich sage jetzt einmal – von Kuchl über Golling bis nach Bischofshofen. – So. Das waren die Landtagswahlen in der Steiermark. (Abg. Rädler: Salzburg!) – Entschuldigung, das waren die Landtagswahlen in Salzburg! Korrektur.
Sitzung Nr. 72
Abg. Rädler: Schwache Rede!
Sie hätten allen Grund, sich für Ihre Vorgangsweise zu genieren, Herr Bundeskanzler und Herr Vizekanzler (Beifall bei der FPÖ), denn das, was heute stattfindet, ist glatter Verfassungsbruch! Das ist ein Fußtritt gegen unsere österreichische Verfassung, ein Schlag ins Gesicht des Parlamentarismus und der Demokratie. (Abg. Rädler: Schwache Rede!) Der ehemalige Nationalratspräsident Khol – und nicht nur er – würde sagen, Sie haben sich mit dieser Verhaltensweise außerhalb des Verfassungsbogens gestellt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Hallo!
Ich bin aber dafür, dass trotzdem – dass mich niemand missversteht! – die Vorschläge der Wirtschaftsforschungsinstitute, des Rechnungshofes und so weiter ernst genommen werden. Wenn der Rechnungshof Vorschläge macht wie beispielsweise jetzt, in Niederösterreich, ähnlich wie auf Bundesebene, die Kontrollmöglichkeit auszubauen, damit bei Spekulationen nicht Geld verloren geht, weil da ja bekanntermaßen eine Milliarde € verloren gegangen ist (Abg. Rädler: Hallo!), dann bin ich dafür, dass man das ernst nimmt, dass man das einbaut. Auch das ist ein Beitrag im Sparbereich, zu dem wir uns bekennen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Der weiß es eh schon!
Herr Präsident Neugebauer, Ihren „Humboldt“ – „der Mensch wird erst Mensch durch die Sprache“ –, bitte ich Sie, schenken Sie dem Vizekanzler und seinen Mitarbeitern, damit auch er weiß, wann der Mensch zum Menschen wird! (Abg. Rädler: Der weiß es eh schon!)
Abg. Rädler: Haben Sie heute Ihre Tabletten nicht genommen?!
so getan, obwohl man fast eine Milliarde € nur bei den Wohnbaugeldern verspekuliert hat ... (Abg. Rädler: Haben Sie heute Ihre Tabletten nicht genommen?!) Ich rede noch nicht von den zig Millionen der Umweltgelder, ich rede noch nicht von den Geldern, die die Hypo dort verspekuliert hat und von den ganzen Positionen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es wird Zeit, dass die ÖVP in Niederösterreich in dieser Hinsicht reinen Tisch macht und die Leute, die dafür verantwortlich sind, dass eine Milliarde € an Steuergeldern verjuxt und verspekuliert wurde, aus diesen Positionen entfernt. Es gibt ja bis heute keine politischen Konsequenzen. Das ist ein Skandal! Wir warten darauf, dass das endlich passiert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich mich aus, denn ich lese den Rechnungshofbericht nicht nur, ich verstehe ihn auch. Das ist anscheinend etwas, das in Niederösterreich noch keiner getan hat! (Beifall bei SPÖ und Grünen sowie des Abg. Dr. Königshofer.)
Abg. Rädler: Sparefroh!
Es sollte zum Nachdenken anregen, wenn dies der Finanzsprecher der SPÖ sagt! (Abg. Rädler: Sparefroh!)
Sitzung Nr. 73
Abg. Rädler: Jetzt hören wir wieder das Gegenteil!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Stadler. – Bitte. (Abg. Rädler: Jetzt hören wir wieder das Gegenteil!)
Abg. Rädler: Bei Ihnen auch nicht!
Zweitens: Ich gebe Kollegem Hübner uneingeschränkt recht – wo ist er denn? (Abg. Krainer: Ist das eine Selbsttherapie?); nein, das ist keine Selbsttherapie! –, wenn er unter Hinweis auf Kenia – ich glaube, das hat er genannt – sagt, dass die Qualität der Politiker nichts mit der Höhe der Bezüge zu tun hat. Das stimmt. Da sprach ein Berufener. Die FPÖ-Fraktion ist das beste Beispiel dafür: Qualität der Politiker hat nichts mit der Höhe der Bezüge zu tun. (Abg. Rädler: Bei Ihnen auch nicht!)
Sitzung Nr. 74
Abg. Rädler: Haben Sie das schon bemerkt?
Es ist bedauerlich, dass Sie sich bis zum heutigen Tag zur größten Umweltkatastrophe, die wir im Moment als Zeuginnen und Zeugen mit tiefer Betroffenheit beobachten müssen, in keiner Weise diesbezüglich geäußert haben, welche Konsequenzen das auch in Österreich haben muss: nämlich zur fürchterlichen Umweltkatastrophe am Golf von Mexiko, der größten Umweltkatastrophe, die es je gegeben hat – vielleicht mit Ausnahme von Tschernobyl. (Abg. Rädler: Haben Sie das schon bemerkt?) – Sie haben vielleicht etwas anderes noch nicht bemerkt, Herr Kollege, nämlich wie tief Österreich und auch österreichische Unternehmen in dieser Frage mit drinstecken! Da würde ich mir von Ihnen auch einmal erwarten, dass Sie die Firmen, die sich an solchen Dingen immer noch beteiligen, einmal kritisch betrachten und hinterfragen, ob sie weiter ihr Geschäft mit diesem dreckigen Ölgeschäft machen sollen. Eine dieser Firmen ist nämlich die OMV! (Beifall bei den Grünen.) Und Sie sind, so glaube ich, aus Niederösterreich, wenn es mich nicht täuscht!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, Sie verstehen es nicht. Sie verstehen diesen Unterschied nicht, und um Ihnen das noch etwas plausibler zu machen, bringe ich ein kleines Beispiel: Stellen Sie sich vor, eine Firma steht schlecht da. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Eigentümer kommen zu Ihnen als Manager, und wollen, dass Sie ein Konzept, eine Strategie entwickeln. Nach einer sehr langen Zeit – sagen wir, einem Jahr – kommen Sie mit einer Strategie, in der dann drinnen steht, Sie wollen mehr Umsatz, Sie wollen mehr Kunden, und Sie wollen Einsparungen machen. Glauben Sie, dass sie Freude mit Ihnen haben werden? – Das ist das Ziel! Das Ziel ist es, mehr Umsatz zu machen und einzusparen, aber nicht die Strategie. Die Strategie muss uns sagen, wie wir dort hinkommen, und genau das fehlt mir.
Abg. Rädler: Hallo!
Wir bekennen uns dazu, dass es Transparenz in diesem Bereich braucht. Es kann nicht sein, dass man Aktivitäten wie in der Steiermark setzt, wo man unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit nichts anderes betreibt als Steuerflucht. Es kann nicht sein, dass sich innerhalb des ÖVP-Klubs eine eigene Fraktion, eine Raiffeisen-Fraktion bildet (Abg. Rädler: Hallo!) und Raiffeisen aus dieser Fraktion – diese Fragen können Sie uns ja noch beantworten; Sie können gleich zum Rednerpult kommen – offensichtlich Vorteile zieht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie können doch niemandem erklären, dass Raiffeisen so blöd ist und sich hier herinnen ein paar Leute hält, ohne einen Vorteil daraus zu haben.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir bekennen uns dazu, dass es Transparenz in diesem Bereich braucht. Es kann nicht sein, dass man Aktivitäten wie in der Steiermark setzt, wo man unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit nichts anderes betreibt als Steuerflucht. Es kann nicht sein, dass sich innerhalb des ÖVP-Klubs eine eigene Fraktion, eine Raiffeisen-Fraktion bildet (Abg. Rädler: Hallo!) und Raiffeisen aus dieser Fraktion – diese Fragen können Sie uns ja noch beantworten; Sie können gleich zum Rednerpult kommen – offensichtlich Vorteile zieht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie können doch niemandem erklären, dass Raiffeisen so blöd ist und sich hier herinnen ein paar Leute hält, ohne einen Vorteil daraus zu haben.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Um auf die SPÖ zu sprechen zu kommen: Es ist ja auch sehr interessant, einmal zu schauen, wie es in der SPÖ Wien ausschaut. Es würde mich durchaus interessieren, welche Firmen, in denen die SPÖ Wien über diverse Beteiligungskonstruktionen die Finger drinnen hat, dann von derselben SPÖ Wien in der Gestalt der Gemeinde Wien dadurch profitieren (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass sie Aufträge zugeschanzt bekommen, und wie viel Geld an Personalkosten in Bereiche fließt, wo in diversen Vereinen, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden, die ideologische Drecksarbeit der SPÖ erledigt wird, und der Steuerzahler dann für diese Arbeit der SPÖ zahlen muss. Es wäre interessant, das zu wissen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Kogler. – Zwischenruf der Abg. Mag. Rudas.)
Sitzung Nr. 75
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Großruck.
Nun komme ich zu meinen Ausführungen. Es ist heute schon viel darüber gesprochen worden, dass Rechte, Gesetze und Verfassung gebrochen werden, wie zum Beispiel der Lissabon-Vertrag bei den EU-Problemen mit der Griechenland-Hilfe, und jetzt ist die österreichische Bundesregierung dabei, aus parteipolitischen Überlegungen die österreichische Bundesverfassung auf das Gröbste zu brechen. Für die Demokratie ist das ein Skandal der Sonderklasse. Ich hätte mir schon erwartet, dass die Frau Präsidentin dieses Hauses, Frau Prammer, hier eingreift und entschieden den Nationalrat in Stellung bringt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Großruck.) Das hat sie aber nicht getan. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Haupterkenntnis des heutigen Tages und somit Erkenntnis eins ist, dass wir in Österreich einen Finanzminister und Vizekanzler haben, der Fragen nicht beantworten kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das wäre an sich noch nichts Dramatisches, wenn es ein, zwei, drei Fragen sind. Jeder hat Fragen, die er nicht beantworten kann. Das wird aber bei einem Regierungsmitglied, Parteiobmann und Finanzminister umso dramatischer, denn wenn er von 190 Fragen 170 nicht beantworten kann. Denn dann – und das führt die Menschen, die heute zuschauen, sicher zum Schluss der nächsten Erkenntnis – kann es leicht vorkommen, dass dieser Finanzminister und ÖVP-Parteivorsitzende auch andere Fragen nicht beantworten kann, nämlich Fragen, die sich die Menschen über die Zukunft des Landes stellen, wenn er sich hier herstellt und einfach Fragen nicht beantworten kann. (Zwischenruf der Abg. Schönpass.) Er konnte heute die meisten Fragen nicht beantworten. Warum, wissen wir nicht – außer das Zeitargument, das ja nicht zählt.
Abg. Rädler: Dreh dich um!
Meine Damen und Herren! Mein Problem liegt nicht bei Peter Pilz. – Bei aller Freundschaft, aber so ernst nehme ich dich politisch auch wieder nicht. (Heiterkeit der Abgeordneten Bucher und Dr. Graf.) Mein Problem liegt woanders. Mein Problem sitzt auf dieser Regierungsbank. Wir haben es mit einer Situation zu tun, die Sie von der SPÖ zu verantworten haben. Sie haben es zugelassen, dass die ÖVP heute (Abg. Rädler: Dreh dich um!) die Innenministerin stellt, die Justizministerin stellt und CSI Hypo auch noch unter schwarzer Ressortführung steht.
Sitzung Nr. 77
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich sage Ihnen: Die Einzigen, die es nicht gut meinen mit der Bevölkerung, sitzen da drüben, die sitzen dort in der linken Ecke. Da ist auf Bundesebene kein Unterschied, und das ist in Wien genau gleich. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie sind diejenigen, die sich eigentlich an den Österreicherinnen und Österreichern seit Jahr und Tag im Steuerbereich, im Abgabenbereich vergreifen und die da auch kein Ende machen werden, weil Sie nämlich nicht bereit sind, endlich einmal eine Verwaltungsreform, für die es höchst an der Zeit wäre, durchzuführen! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
In jedem anständigen Haushalt in Österreich wird die Stiege auch von oben nach unten gekehrt und nicht von unten nach oben. Und daher bin ich und daher sind wir auch der Meinung, dass in erster Linie Ihre eigenen Bereiche, ihre rot-schwarzen Bereiche, die sich wie das Fettauge auf eine Rindsuppe über alle Institutionen der Republik legen, entschlackt und einer Diät unterzogen werden müssen (Zwischenruf des Abg. Rädler), bevor Sie einmal mehr nach der steirischen und nach der Wiener Landtagswahl einen Belastungsanschlag auf die Österreicherinnen und Österreicher planen – einen Belastungsanschlag, zu dem heute bei dieser Aktuellen Stunde hier Stellung zu nehmen der Finanzminister zu feig ist, einen Belastungsanschlag, der bedeutet, dass nächstes Jahr jeder Staatsbürger dieser Republik 800 € mehr an Steuern, an Gebühren und Abgaben im Jahr zahlen wird – und das am Höhepunkt einer Krise, da die Menschen dieses Landes ohnedies kein Geld mehr haben!
Abg. Rädler: Schaumschläger!
Ich glaube, es ist gelungen, durch eine starke Kooperation der Gemeinden in Kleinregionen Dinge effizienter zu erledigen, kostengünstiger zu erledigen. Es muss aber möglich sein, dass Gemeinden in der Kinderbetreuung eine Ganztageskinderbetreuung zur Verfügung stellen, dass sie ihre Infrastruktur ausbauen. Es muss möglich sein, dass sie das alles finanzieren. (Abg. Rädler: Schaumschläger!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Schaumschläger! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.
In diesem Bereich freue ich mich auf eine sehr, sehr gute Zusammenarbeit mit Ihnen allen für ein starkes, nachhaltiges Österreich. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Schaumschläger! – Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das hat man in Deutschland gemacht!
Herr Minister, ich frage Sie, wie Ihre Anti-Atom-Politik funktionieren soll, wie Ihr Protest gegenüber Deutschland bei den Laufzeitverlängerungen funktionieren soll, wenn Sie einen Abgeordneten in Ihren Reihen haben, der persönlichen Profit daraus zieht, dass diese Laufzeitverlängerungen stattfinden (Abg. Rädler: Das hat man in Deutschland gemacht!) und unsichere Atomkraftwerke in Deutschland weiter am Netz gehalten werden? – Ich finde, das ist eine Ungeheuerlichkeit! (Abg. Amon: Aber überhaupt nicht!) Und wenn Wolfgang Schüssel einen Funken politischen Anstand hat, dann muss er sofort sein Mandat zurücklegen. Ich fordere ihn dazu auf! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Amon: Können Sie ausschließen, dass Sie einmal Atomstrom bezogen haben?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Zentralist sondergleichen!
Weil ich schon dabei bin: Wenn wir die Schulen in Bundeshand geben, dann geben wir auch gleich die landwirtschaftliche Schule zur Bildungspolitik dazu, damit dann nicht wieder solche Schulbesetzungen passieren wie in Kematen in Tirol. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Zentralist sondergleichen!)
Abg. Rädler: Wien ist anders!
Noch einmal, ich fingiere das jetzt schlicht und einfach einmal. Es spielt auch keine Rolle, ob der Vater anständig war oder nicht. Tatsache ist, dass er auf Bundesgebiet aufgefunden wurde, und er wurde von niemandem so schofel behandelt wie vom Magistrat der Stadt Wien, die nämlich für ihn zuständig ist, nachdem jahrelang sogar behauptet wurde, gar nicht zuständig für ihn zu sein. (Abg. Rädler: Wien ist anders!) Man hat ihn hin- und hergereicht zwischen einer niederösterreichischen Bezirkshauptmannschaft und Wien, aber Wien ist mittlerweile zweifelsfrei zuständig. Ich will das nicht polemisch sehen, sondern ich will sagen, dass man diesem Menschen spät aber doch wenigstens die Genugtuung zukommen lassen und ihm dort, wo er sein ganzes Leben verbracht hat, wo ihn das Schicksal hingestellt hat – er hat es sich ja nicht ausgesucht –, wo ihn das Schicksal hingespült hat, am Schluss seines Lebens wenigstens noch die Staatsbürgerschaft verleihen sollte.
Abg. Rädler: Sie sind aber gar nicht im Ausschuss!
Ich glaube nicht, dass der Kollege Pilz so viel Reputation bei der ÖVP genießt, dass man ihn deswegen jetzt nicht ausgeliefert hat. Man traut sich einfach nicht, obwohl es einen Sektionschef des Innenministeriums betrifft. Hätte das Gleiche der Kollege Kurzmann gemacht oder der Kollege Petzner ... (Abg. Dr. Graf: Aber da ist ja kein politischer Zusammenhang!) – Nein, eh nicht, eh klar! Das ist ja die keusche Argumentation; ich sage, sie ist unehrlich. Auf diese Argumentation pfeife ich, weil sie unehrlich ist und weil sie einfach nicht der Praxis des Ausschusses entspricht. (Abg. Rädler: Sie sind aber gar nicht im Ausschuss!)
Sitzung Nr. 79
Beifall und Bravoruf des Abg. Rädler sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP
kampf ist, oder? Am Sonntag sind Wahlen. Eine Geschichte stößt mir ein bisschen auf, um nicht zu sagen, stößt mir sehr auf. Also wenn Wien sich jetzt an Niederösterreich ein Beispiel nehmen soll (Beifall und Bravoruf des Abg. Rädler sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), dann muss ich sagen, das wünsche ich Wien nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie! – Abg. Mag. Wurm: Ich auch nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie! – Abg. Mag. Wurm: Ich auch nicht!
kampf ist, oder? Am Sonntag sind Wahlen. Eine Geschichte stößt mir ein bisschen auf, um nicht zu sagen, stößt mir sehr auf. Also wenn Wien sich jetzt an Niederösterreich ein Beispiel nehmen soll (Beifall und Bravoruf des Abg. Rädler sowie Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), dann muss ich sagen, das wünsche ich Wien nicht. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie! – Abg. Mag. Wurm: Ich auch nicht!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Kollege, führen Sie sich den Finanzschuldenbericht zu Gemüte! Der stammt nicht von uns, der stammt vom Staatsschuldenausschuss. Da gibt es sehr verdienstvolle Tabellen über die Finanzschuld der Länder. Wissen Sie, welches das am höchsten verschuldete Land ist, in Millionen Euro? Sie wollen es nicht wissen. Aber das ist mit Abstand Niederösterreich, Herr Kollege. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie sind ein Populist!
Was sind denn schon Zahlen? Zahlen muss es jemand anderer! Die Zahlen als solche, die Verschuldungsdaten interessieren den Kollegen einen – (Abg. Strache: Aufpassen!) Aufpassen, ja! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie sind ein Populist!)
Abg. Rädler: Mit dem Sie regieren wollen!
Was es aber gibt in diesem Zusammenhang, das sind Pröll und Häupl, vor allem Herr Landeshauptmann Pröll, flankiert von Bürgermeister Häupl und anderen Landeshauptleuten (Abg. Rädler: Mit dem Sie regieren wollen!), die die AHS-Lehrer, die alle anderen Lehrer außer den Pflichtschullehrern, die jetzt schon bei den Ländern ressortieren, auch noch übernehmen wollen.
Abg. Rädler: Wer braucht das BZÖ?
Wem fehlt die Berghauptmannschaft? Wem würde eine Burghauptmannschaft fehlen? Wem würde eine Finanzprokuratur fehlen, wo es einen Haufen Freiberufler dazu gibt? Wer braucht ein Amt für Eich- und Vermessungswesen? – Das kann jeder Ziviltechniker genauso gut erledigen, meistens sogar billiger. Wer braucht ein Arbeitsinspektorat? Wer braucht Gewerbeinspektoren? Das können Private genauso gut erledigen, meine Damen und Herren. (Abg. Rädler: Wer braucht das BZÖ?)
Abg. Rädler: Wer braucht Stadler?
Wer braucht Gewässeraufsichtsorgane? Wer braucht sie alle, wenn das Private genauso gut können? (Abg. Rädler: Wer braucht Stadler?) Im Bauverfahren ist man dazu übergegangen, hat Architekten ins Verfahren einbezogen und hat ihnen in Form der Beleihung Aufgaben übertragen.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.
Darum noch einmal die Forderung: Ein effizientes Berufsheer, 15 000 Menschen, 15 000 Frauen und Männer, die sich dazu bereit erklären, diesen Beruf zu wählen, auf die Österreich stolz sein kann. Was ich niedergeschrieben haben möchte, ist, dass sie auch für den Katastrophenschutz jederzeit einsatzbereit sind. Es darf nicht sein, dass, wenn wir dann ein Berufsheer haben, alles auf die Feuerwehren abgewälzt wird, die sowieso ehrenamtlich sehr viel leisten. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Gaßner und Rädler.
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, ich sage: Reformen ja – aber nicht reflexartig die kleinen Gemeinden abschaffen! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Mag. Gaßner und Rädler.)
Sitzung Nr. 80
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Verhaltener Applaus bei der SPÖ!
Es geht um die Dauer des Aufenthaltes, die Schutzwürdigkeit des Privatlebens und darum, dass diese Familien mit den Kinder dann unter diese Rechtsklärung fallen, damit das von Fall zu Fall so beantwortet wird, dass es einen humanitären Aufenthalt gibt und nicht Familien auseinandergerissen werden und wir ein Bild von Unmenschlichkeit und Nichtberücksichtigung von menschenrechtlichen Grundsätzen in der nationalen und internationalen Öffentlichkeit abgeben. Das ist nicht akzeptabel. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Verhaltener Applaus bei der SPÖ!) – Nein. Soll ich Ihnen etwas sagen? Da geht es um Grundrechte, und da ist dieser Zwischenruf nicht angebracht. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Makler!
Ich wundere mich jedes Mal, dass das immer so verwaschen diskutiert wird und immer solche Gruselbilder gezeichnet werden, und zwar von vielen, nicht nur von Ihnen, Herr Klubobmann Strache. Sie haben heute auch wieder Gruselbilder gezeichnet, und man hat dann gemerkt, dass Sie sich schon vor Ihren eigenen Bildern, die Sie zeichnen, fürchten. Es ist wichtig, dass es diesen Faktor der Gerechtigkeit gibt, und die Zuschauerinnen und Zuschauer werden diese Forderung sicherlich insofern unterstützen, als sie der Meinung sind, dass soziale Gerechtigkeit auf allen Ebenen von größter Bedeutung ist. (Abg. Rädler: Makler!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... bei der Steirerwahl leicht angeschlagen!
Genau das ist einer der Punkte. Das wird mit Sicherheit bei der Erstellung des Budgets Berücksichtigung finden müssen, das werden wir hier in diesem Haus noch gründlich zu diskutieren haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... bei der Steirerwahl leicht angeschlagen!)
Abg. Rädler: Ihr könnt nur raunzen!
Der Punkt ist auch, dass es ein paar Bereiche gibt, die Sie sträflich verhungern lassen, zum Beispiel die Universitäten. (Abg. Rädler: Ihr könnt nur raunzen!) Kollege Grünewald wird das noch ausführen. Wie sind die Zustände dort? – Die besten Leute gehen weg, gute Forscherinnen und Forscher jüngeren Alters leben quasi im Prekariat. So ist es doch. Nebst dem, dass die Gebäude schon so desolat sind, dass man die Leute nicht mehr hinein lassen kann.
Abg. Rädler: Das ist kein Anschlag!
Wieso Feigheit der Bundesregierung vor den Landeshauptleuten? – Ich hätte mir erwartet, dass nach dem Anschlag von Erwin Pröll auf das Schulwesen in Österreich ein Aufschrei seitens aller Minister, – egal, ob schwarz, ob rot – erfolgt. Nein, das nimmt man einfach so zur Kenntnis! (Abg. Rädler: Das ist kein Anschlag!) – Das ist „kein Anschlag“?! Ich nehme Herrn Kopf beim Wort, und ich habe das heute so verstanden, dass er sich gegen die „Verneuntelung“ – das war Ihr Ausdruck – des Schulwesens in Österreich ausgesprochen hat. Der halbe Saal hat, glaube ich, nicht verstanden, was damit gemeint sein könnte. Ich nehme an, das ist ein Abweis des Anschlags von Erwin Pröll auf das einheitliche Schulsystem in Österreich. (Beifall bei Grünen, SPÖ und BZÖ.) Ich nehme Sie beim Wort, Herr Kollege Kopf!
Abg. Rädler: Beispiele! Das stimmt ja gar nicht!
Das Stilllegen sehen wir leider in den letzten Wochen und Monaten österreichischerseits in Niederösterreich massiv vorangetrieben. Da gibt es einen Pakt zwischen Bund, Ministerium, ÖBB und dem Land Niederösterreich, es floss Bundesgeld nach Niederösterreich, und was wird vorgenommen? – Das Land Niederösterreich legt zahlreiche sogenannte Regionalbahnen oder Nebenbahnen einfach still, streicht sie ersatzlos, lässt stattdessen Busse fahren, aber leider in verminderter Qualität. (Abg. Rädler: Beispiele! Das stimmt ja gar nicht!)
Abg. Rädler: Welche Bahn, bitte sagen Sie das!
Busse sollen fahren statt Bahnen, Bahnen werden stillgelegt, die Millionen – die Millionen! – streift Niederösterreich ein, die Bures für die Infrastrukturerhaltung noch gezahlt hat. Der Landeshauptmann steckt es ein. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wo das hinführt? Ich weiß es nicht. Sie werden Ihr Bundesland flächendeckend den Öl-Konzernen, den Öl-Scheichs und Putin ausliefern, weil nur mehr mit Öl und Auto Ihre Regionen erschließbar sind, wenn Sie die Schiene streichen. Radwege wollen Sie bauen auf der Schiene, nur: Das Geld dafür bringen Sie auch nicht einmal auf! (Abg. Rädler: Welche Bahn, bitte sagen Sie das!)
Sitzung Nr. 81
Abg. Rädler: Ja, genau! Keine Grünen!
Deswegen bin ich der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Abg. Rädler: Ja, genau! Keine Grünen!)
Abg. Rädler: ... ein Blödsinn!
Ich frage jetzt die Kollegen von der ÖVP-Fraktion: Wo war denn EURATOM bei den Ergebnissen bei Temelín? Wo war es in Krško? Wo war es bei Mochovce? (Abg. Rädler: ... ein Blödsinn!) Wo ist denn das Mitspracherecht in Italien? Es ist nicht vorhanden! – Sie sagen hier, das ist ein Blödsinn. – Ein Blödsinn, ein Topfen ist das, was Sie hier verbreiten, liebe Kollegen von der ÖVP-Fraktion! (Abg. Rädler: Warst du im Krieg?)
Abg. Rädler: Warst du im Krieg?
Ich frage jetzt die Kollegen von der ÖVP-Fraktion: Wo war denn EURATOM bei den Ergebnissen bei Temelín? Wo war es in Krško? Wo war es bei Mochovce? (Abg. Rädler: ... ein Blödsinn!) Wo ist denn das Mitspracherecht in Italien? Es ist nicht vorhanden! – Sie sagen hier, das ist ein Blödsinn. – Ein Blödsinn, ein Topfen ist das, was Sie hier verbreiten, liebe Kollegen von der ÖVP-Fraktion! (Abg. Rädler: Warst du im Krieg?)
Sitzung Nr. 83
Abg. Rädler: Fordern, fordern, fordern!
Weiters fordern wir auch ganz klar die Beibehaltung der 13. Familienbeihilfe und eine Bezugsdauer bis zum 26. Lebensjahr. (Abg. Rädler: Fordern, fordern, fordern!) – Ja, natürlich fordern wir, weil wir auch Lösungen präsentieren. Da gebe ich Ihnen vollkommen recht. (Beifall beim BZÖ. – Rufe bei der ÖVP: Wo? Wo? Wo?)
Abg. Rädler: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Es wird genug geprüft!
Das bedeutet, der politischen Willkür sind Tür und Tor geöffnet, zu einer Querschnittsprüfung durch den Rechnungshof ist jedenfalls nicht die Möglichkeit gegeben. Daher haben wir natürlich große Kritik anzubringen. Es wäre ja geradezu das Entscheidende, dass die Gemeinden quer durch Österreich in einer Querschnittsprüfung geprüft werden können, zum Beispiel Gemeinden mit ähnlicher Struktur und so weiter. (Abg. Rädler: Sie haben überhaupt keine Ahnung! Es wird genug geprüft!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Rädler
Meine Damen und Herren, Sie müssen zugeben – alle Bürgermeister, auch der Kollege aus dem Waldviertel, der vorhin die interne Kontrolle der Gemeinden gelobt hat (Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Rädler) –, die interne, gemeindeautonome demokratische Kontrolle funktioniert überhaupt nicht! Das hängt nicht davon ab, ob Sie gnädigerweise einen Oppositionsvertreter zum Obmann eines Kontrollausschusses machen oder nicht. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Und was würde da der Rechnungshof machen?!
Letztlich sollte auch das Legalitätsprinzip – zumindest das Bewusstsein dafür – gestärkt werden, denn, meine Damen und Herren, wenn ein Bürgermeister im Burgenland – und das ist wahrscheinlich kein Einzelfall – Wahlen fälscht, Stimmzettel fälscht und dann immer noch keinen Grund sieht, zurückzutreten – es ist, glaube ich, zufällig jemand von der ÖVP gewesen, es könnte aber auch jemand von jeder anderen Fraktion gewesen sein; ein Roter bringt das auch zusammen; in Kärnten hat es, glaube ich, einmal einen Roten gegeben, der bei ähnlichen Dingen erwischt wurde –, dann fehlt schlicht und einfach jedes Bewusstsein für den Rechtsstaat, für das Legalitätsprinzip. (Abg. Rädler: Und was würde da der Rechnungshof machen?!)
Abg. Rädler: Keine Ahnung!
Wenn man sich Bauverfahren anschaut, dann steigen einem bei einem erheblichen Teil die Grausbirnen auf, wenn man das alles unter den Lichtkegel des Legalitätsprinzips stellt, meine Damen und Herren. Es ist daher notwendig, dass der Rechnungshof mit seinen Prüfberichten in den Gemeinden in Zukunft ein stärkeres Sensorium bewirken wird, was das Legalitätsprinzip anlangt. (Abg. Rädler: Keine Ahnung!)
Abg. Rädler: Der war auch einmal beim BZÖ!
Lieber Herr Kollege Stadler, ich gebe dir nicht recht darin, dass die Prüfungen in den Gemeinden von den Bürgermeistern dirigiert werden. (Abg. Rädler: Der war auch einmal beim BZÖ!) Das Problem besteht einzig und allein bei den Prüfenden selbst, bei den Prüfern. Ich habe in meiner Gemeinde in der letzten Periode einen ÖVP-Prüfer gehabt, der genauestens und gut, aber nicht böswillig geprüft hat, Projekte geprüft hat,
Sitzung Nr. 85
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Der Androsch hat euch schon einmal mächtig geholfen!
Das würde uns weiterbringen, und das müssen wir gemeinsam versuchen zu erreichen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Der Androsch hat euch schon einmal mächtig geholfen!)
Sitzung Nr. 86
überreicht vom Abgeordneten Johann Rädler
Petition betreffend „Einführung der Rettungsgasse auf Autobahnen“ (Ordnungsnummer 65) (überreicht vom Abgeordneten Johann Rädler)
Abg. Rädler: Die sind ja „so“ dumm!
Bleiben wir gleich einmal bei den Ausführungen meiner Vorrednerin Mag. Schatz: Das „Dingsda“ ist eine Datenbank. Ich glaube, man muss den Menschen schon erklären, was das ist, denn sonst verstehen sie nicht, was Ihre Kritikpunkte sind. (Abg. Rädler: Die sind ja „so“ dumm!)
Abg. Rädler: Aber in Kärnten habt ihr es anders gemacht!
Ich weiß, er hat von Irland, von Portugal und von Griechenland gesprochen, aber ich weiß, welches Land er wirklich meint: Österreich! Denn in Österreich funktioniert das genauso: In Österreich werden keine Strukturreformen angegangen, es wird von einem Tag auf den nächsten gelebt, es werden Schulden gemacht ohne eine Perspektive, dass wir das irgendwann einmal wieder zurückzahlen können. Genau so funktioniert die Politik in Österreich! Das ist genau das, was wir seit Jahren immer wieder hier sagen: Immer wieder ermahnen wir den aktuellen Finanzminister und die vielen anderen Finanzminister der ÖVP, dass sich hier etwas ändern muss. (Abg. Rädler: Aber in Kärnten habt ihr es anders gemacht!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
einmal all die Versäumnisse der Vergangenheit angeführt, aber dann kommt nichts Substanzielles, es gibt keine Reformen – es gibt Steuererhöhungen, ja, die gibt es, aber keine Reformen –, und es gibt vor allem keine Maßnahmen im Bildungsbereich (Zwischenruf des Abg. Rädler), die wirklich zukunftsträchtig sind. Und wenn Sie sich dann hier herstellen und sagen: Wir verspielen die Zukunft unserer Kinder!, dann sage ich: Ja, das tun wir. Und wer ist daran schuld? (Abg. Bucher: Pröll ist verantwortlich dafür!) Sind wir daran schuld oder sind Sie daran schuld? Das ist die zentrale Frage. (Beifall beim BZÖ.) Deshalb: Tun Sie etwas!
Abg. Rädler: Zeitzeuge!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Die Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich war dabei, als der Finanzminister im Oktober vorigen Jahres diese Transparenzdatenbank angekündigt hat. Im ersten Moment habe ich gesagt: Eine vernünftige Geschichte! (Abg. Rädler: Zeitzeuge!) Aber, Herr Finanzminister, was haben Sie daraus gemacht? Ein nutzloses Etwas, zu nichts zu gebrauchen, hohe Kosten, reine Geldvernichtung, keine Vereinbarung mit den Ländern im Bereich 15a, Ungewissheit, ob Sie die Datensätze überhaupt bekommen. Und dass nur der Leistungsempfänger Zugriff auf diese Daten haben soll, ist eigentlich ein Witz. (Beifall bei der FPÖ.) Eine Intransparenzdatenbank, wie mein Kollege Podgorschek schon erwähnt hat.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich möchte dort weitermachen, wo Kollege Westenthaler aufgehört hat. (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Er hat nämlich die Geschichte mit dem Hornberger Schießen erzählt. Herr Kollege Westenthaler, die Geschichte mit dem Hornberger Schießen geht noch weiter. Also Hornberg: Der Herzog fährt nach Hornberg, macht sich auf den Weg. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Hornberger erwarten ihn, wollen ihn mit einem feierlichen Schießen begrüßen und ihm ihre Ehre erweisen. (Abg. Rädler: Na schau!)
Abg. Rädler: Na schau!
Ich möchte dort weitermachen, wo Kollege Westenthaler aufgehört hat. (Oje-Rufe bei der ÖVP.) Er hat nämlich die Geschichte mit dem Hornberger Schießen erzählt. Herr Kollege Westenthaler, die Geschichte mit dem Hornberger Schießen geht noch weiter. Also Hornberg: Der Herzog fährt nach Hornberg, macht sich auf den Weg. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Hornberger erwarten ihn, wollen ihn mit einem feierlichen Schießen begrüßen und ihm ihre Ehre erweisen. (Abg. Rädler: Na schau!)
Abg. Rädler: Märchenerzähler!
Die Hornberger merken, da kommt etwas heran, es ist eine Postkutsche. Salut wird geschossen. Es kommt ein Krämerkarren. Salut wird geschossen. Es kommt eine Rinderherde. Es wird wieder Salut geschossen. Das Pulver ist verbraucht. Aus. Aber dann haben Sie nicht weitererzählt. (Abg. Mag. Stadler: Dann kommt der Herzog!) – Der Herzog kommt wirklich, und das Pulver war verschossen. Sie konnten nicht mehr schießen. (Abg. Rädler: Märchenerzähler!) Und da heißt es dann in der Geschichte: Einige Hornberger versuchten, durch Brüllen den Kanonendonner nachzuahmen. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 88
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber genau das ist Ihre Art, Politik zu machen, diese ÖVP-Tiefkühlpolitik, nämlich den sozial Schwächeren, den Familien und sogar den Pflegebedürftigen Geld zu nehmen und es den Banken nachzuschmeißen. Das ist die ÖVP-Politik, und diese ist verwerflich und zu bekämpfen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist die Tiefkühlpolitik, die Sie betreiben. Sie stehen ausschließlich im Sold, im Dienst der Banken und der Europäischen Union. Sie haben sich davon verabschiedet, die Interessen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und der Bürger in Österreich zu vertreten. Sie machen aus den Bürgern Bürgen. Sie machen aus den Steuerzahlern Schuldner unserer Republik. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dieses Budget beinhaltet nur viele Sprechblasen und heiße Luft. Es sind aus meiner Sicht keine Maßnahmen zur wirklichen Umsetzung und zur Eindämmung unseres Schuldenstandes gesetzt worden. Ich gebe den Kollegen Stummvoll und Molterer vollkommen recht: Schuldenberg, Strukturschwäche und außerbudgetäre Schulden werden uns verstärkt einholen und die Zukunft unserer Nachkommen nachhaltig schädigen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber in einer unnachahmlichen Art wurde in aller epischen Breite ein Wohlfühlszenario dargestellt, das wahrscheinlich nur von der ÖVP kommen kann. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich möchte diese Gelegenheit auch dazu nützen, mich bei allen Beteiligten recht herzlich für diese Maßnahmen zu bedanken. Es sind wichtige erste Schritte für ein faires und gerechteres Pensionssystem in Österreich. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die arbeitsmarktpolitischen Impulse für mehr Beschäftigung, Herr Minister Hundstorfer, wo sind sie denn wirklich, wenn man die Kleinen belastet, wenn man die Familien belastet, wenn man die Studenten belastet? Wo sind die Ansätze für Forschung und Innovation, die wirklich Impulse geben, die vorausschauend sind? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 91
Abg. Rädler: Klein, nicht Grosz!
Sehr geehrte Damen und Herren! Abgeordneter Grosz vom BZÖ (Abg. Rädler: Klein, nicht Grosz!) hat gefordert, wir sollen eine Politik für die Menschen machen. Schauen wir uns die derzeitige Situation auf dem Arbeitsmarkt einmal an, der Herr Bundesminister hat schon auf die Arbeitsmarktzahlen hingewiesen. (Abg. Kickl: Schauen wir uns einmal Ihr Pensionssystem an, Herr Riepl!) Beschäftigte im Jahresvergleich: im letzten Jahr plus 55 000 Arbeitslose, heuer minus 13 400. Die Zahl jener, die in Schulung sind, hat sich um 5 600 reduziert. Also insgesamt haben wir in unserem Land innerhalb eines Jahres um rund 19 000 Arbeitslose weniger. Bei den Jungen haben wir ein Minus von 8,4 Prozent, aber sogar bei den älteren Arbeitslosen ist die Zahl etwas geringer geworden, zwar nicht sehr viel geringer, aber wenigstens etwas.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
auch gespart werden, und genau das ist angewandte Verwaltungsreform, die wir durchführen werden. Ich werde bei mir im eigenen Haus sparen, und ich werde dort sparen, wo überzogene Projekte, die verkehrspolitisch nicht notwendig sind, redimensioniert oder nur teilrealisiert werden. Ich denke, das ist klug so. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich kann Ihnen wirklich reinen Gewissens sagen: Wenn wir da an einem Strang ziehen, wenn wir – Wissenschaft, Wirtschaft, Politik – uns da tatsächlich bewusst sind, wie wesentlich das für uns alle ist, dass wir in diesen Bereich investieren und das auch zu unserem zentralen Thema machen, dann werden wir da auch erfolgreich sein. Die Zahlen, die auf dem Tisch liegen, die Sie morgen beschließen werden, zeigen, dass wir auf einem guten Weg sind und das auch erreicht werden kann. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Stichwort Taferl!
Auch beim Austria Wirtschaftsservice werden die Mittel gekürzt – wieder die kleine und mittelständische Wirtschaft, die geschröpft wird. (Abg. Rädler: Stichwort Taferl!) Das Fass zum Überlaufen bringt ja jetzt die neue Lebensmittelsteuer. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Da fangen die Zwerge schon wieder an zu schreien, Frau Präsidentin. (Abg. Grosz: Hinten sind die Lauten, und vorne brauchen sie ...!)
Abg. Rädler: Taferl!
All das spielt sich ab vor dem Hintergrund eines Höchststeuerlandes: 44 Prozent Steuer- und Abgabenquote. (Abg. Rädler: Taferl!) Es gibt im gesamten europäischen Raum nur noch zwei Länder, die einen höheren Steuer- und Abgabensatz haben als Österreich, nämlich Schweden und Dänemark. Stolz soll man darauf sein, auf den „Nationalpark Hohe Steuern“?! Und das bei gleichzeitig wachsendem Schuldenstand!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn ich von den Theoretikern der Regierungsparteien höre: Die Krise ist überstanden, es ist alles wunderbar!, dann ... (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Im Gegensatz zu Ihnen bin ich ein Praktiker, weil ich als Unternehmer auch international tätig bin (Beifall beim BZÖ) und auch österreichische Unternehmen berate, die versuchen, in den Zukunftsmärkten, die der Herr Bundesminister hier angesprochen hat, Fuß zu fassen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie sind im Bankensektor tätig, und da ist es natürlich ganz toll im Bankensektor. Das würden sich auch die kleinen Unternehmen wünschen: dass sie die Gewinne, wenn sie welche machen, selbst behalten können, und für Verluste, die sie machen, steht dann der Steuerzahler mit Paketen, so wie für die Banken, gerade. Aber so funktioniert das leider nicht, Herr Kollege! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Na, er nicht!
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Abgeordneter, Sie wissen ganz genau, welchen Sprachschatz wir meiden sollten. (Abg. Rädler: Na, er nicht!) – Das Wort „Lüge“ fällt jedenfalls darunter. Sie werden auch mit einer anderen Formulierung durchaus gehört. (Abg. Grosz: Aber es ist die Wahrheit!)
Abg. Rädler: Hören Sie auf!
Ich komme darauf zu sprechen, dass die Wirtschaftskammer behauptet, dass der Schritt in die Selbständigkeit aus reiner Freude und freiwillig geschieht. Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht vieler prekär arbeitender Ein-Personen-Unternehmen, Herr Minister. (Abg. Rädler: Hören Sie auf!) Und angesichts dieser Fakten stellt sich die Frage eigentlich kaum mehr, ob man dem Herrn Minister nicht auch die „Gender-Brille“ aufsetzen lässt und über verstärkte Frauenförderung auch im EVOLVE-Programm zur Förderung der Kreativwirtschaft zu diskutieren hat.
Abg. Rädler: Hören Sie auf!
Es ist schon längst an der Zeit, denn auch da geht es um Verteilungsgerechtigkeit, Herr Minister, und man kann darüber nachdenken, gerade im Kreativbereich einmal das Wagnis einzugehen und über den Tellerrand zu blicken: Was braucht die Kreativwirtschaft an Lebensraum? In welchem Umfeld entwickelt sich dieser Sektor? All das ist aber keine klassische Wirtschaftsförderung. Aber Kreativwirtschaft ist auch alles andere als eine klassische Wirtschaftsform. (Abg. Rädler: Hören Sie auf!)
Abg. Rädler: Sie wissen aber schon, dass !
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Rädler: Sie wissen aber schon, dass !)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Rädler, kann ich jetzt etwas sagen, oder wollen Sie? – Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Kollege Auer, eine Frage habe ich jetzt zu deiner einleitenden Aussage, dass die Deutschen nicht mitgehen würden, wenn wir Förderobergrenzen einzögen. Soweit ich weiß, sind Förderobergrenzen durchaus eine nationale Angelegenheit. (Zwischenruf des Abg. Jakob Auer.) Das hat zumindest so auch der ehemalige Agrarkommissar Fischer behauptet (Rufe bei der ÖVP: Fischler!) –Fischler –, der gesagt hat, wir hätten in Österreich schon lange diese großen Zahlungen an Betriebe – an Industriebetriebe, an Großgrundbesitzer – kürzen können. (Abg. Huber: Unterstützen Sie unseren Antrag!) Also ich glaube, das ist durchaus national möglich. (Zwischenruf des Abg. Grillitsch. – Abg. Öllinger: Die ÖVP kann halt nicht!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Drittens, meine Damen und Herren, insgesamt zum Kapitel Landwirtschaft. Wir Sozialdemokratinnen und -demokraten meinen, dass eine gerechte Verteilung der Fördermittel und eine gerechte Besteuerung der Vermögen notwendig ist, um die berechtigterweise geforderte Neugestaltung der österreichischen Förderkulisse umzusetzen, und weiters, dass auch eine Art Verwaltungsreform bei den Institutionen der Landwirtschaft interessant wäre. Das Ziel muss sein, dass die kleinen Strukturen, die ländliche Bevölkerung und die kleinstrukturierten Bauernhöfe, die Bäuerinnen und Bauern in Österreich auch in Zukunft überleben können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zum Stichwort sauberes Wasser noch eine grundsätzliche aktuelle Anmerkung betreffend industrielle Massentierhaltung: Wir wissen, an der burgenländisch-niederösterreichischen Grenze versuchen sich immer wieder Schweinemastzuchtbetriebe anzusiedeln, und das direkt im Grundwasserbereich der Neufelder Brunnen, die für die Trinkwasserversorgung des gesamten Nordburgenlandes – knapp 200 000 Menschen – von zentraler Bedeutung sind. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nächstes Stichwort – das ressortiert sehr wohl bei Ihnen –: die Finanzierung der Lebensmittelkontrolle, die AGES. Ich habe bereits – ich glaube, das ist schon fast zehn Jahre her – darauf hingewiesen, dass die Ausgliederung der AGES, der Lebensmittelkontrolle Finanzprobleme mit sich bringt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und was haben wir jetzt? – Wir haben jetzt die Finanzprobleme! Auch da, in die Richtung, gehört mehr budgetiert, gerade für die KonsumentInnen und mit Rücksichtnahme auf gesunde Ernährung.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Das letzte Stichwort (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) – von vielen KollegInnen angesprochen –: thermische Sanierung. Ja, 50 Millionen € von Ihnen, 50 Millionen € von Ihrem Kollegen Mitterlehner sind okay, nur brauchen wir an sich das Dreifache!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nur, was wird wieder gemacht? – Es gibt läppische 100 Millionen €, die in erster Linie den Eigenheimen zugutekommen, und deswegen brauchen wir auch eine gesetzliche Verbesserung für die Möglichkeit, thermisch zu sanieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Im Mietrecht ist vieles möglich, nur tun Sie es endlich! Wir brauchen einen Bautenausschuss, der sich einmal dieses Problems annimmt, und dazu laden wir Sie auch sehr, sehr gerne ein, Herr Minister.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Das war eine sehr interessante Rede!
Unser Ziel muss sein – und das geht nur mit einer modernen Finanzmarktverwaltung –, ausgeglichen und sozial gerecht, soweit man das überhaupt machen kann, Budgets in Zukunft zu verwalten, aber auch zu gestalten. – Ich bedanke mich. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Das war eine sehr interessante Rede!)
Demonstrativer Beifall und Bravoruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, es gehört ja wirklich diese Ungerechtigkeit beseitigt, dass ASVG-Versicherte schlechter behandelt werden, wo es Ruhensbestimmungen gibt, als die beamteten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. (Demonstrativer Beifall und Bravoruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 93
Abg. Rädler: ... Yen in Nordkorea!
Wir haben drei große Räume: Wir haben den Yen, den Dollar in Amerika und den Euro. Unsere Unternehmen können in einer Weltwährung fakturieren. Sie sind keinen Spekulationen ausgeliefert (Abg. Strache: Was erleben wir gerade in Portugal, Spanien? Wo sehen Sie keine Spekulationen?), sie können ihre Rechnungen in Euro ausstellen, sie haben nach innen kein Risiko zu tragen. Wollen Sie, dass sie in Dollar abschließen müssen? Wollen Sie, dass sie in Yen abschließen müssen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Königshofer.) Stellen Sie sich einmal diese Exportwirtschaft vor! Das ist ja untragbar, was Sie da von jedem Einzelnen verlangen (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ): seine Ersparnisse beziehungsweise seine Pension aufs Spiel zu setzen. (Abg. Rädler: ... Yen in Nordkorea!)
Abg. Rädler: Ein Sturm im Wasserglas! – Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Champagnerempfang wird vorbereitet! – Abg. Grosz: Morgen ist der nächste Schampusempfang ...!
Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Rädler: Ein Sturm im Wasserglas! – Abg. Ing. Westenthaler: Der nächste Champagnerempfang wird vorbereitet! – Abg. Grosz: Morgen ist der nächste Schampusempfang ...!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich sage Ihnen ganz offen: Der ehemalige Bundeskanzler Bruno Kreisky hat viel Positives in diesem Land hinterlassen – auch Negatives, aber auch viel Positives, das muss man zweifellos anerkennen. Er war einer der wirklich großen Politiker der Zweiten Republik. Bruno Kreisky war immer ein Verfechter eines Volksheeres, einer Wehrpflicht, aus gutem Grund. Er hat gesagt, das ist unser Auftrag, unsere Verantwortung, die allumfassende Landesverteidigung in Österreich sicherzustellen. Er würde sich heute im Grab umdrehen, anlässlich seines 100. Geburtstages, wenn er sehen müsste, wie seine – ich sage schon: ehemalige – Partei heute mit seinem Erbe umgeht. Das ist das Erschreckende. Da brauchen Sie sich nichts auf Ihre Brust zu heften. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wahnsinn! Wahnsinn!
Sie sagen weiter: „Auch die von Wehrpflichtgegnern gerne ins Treffen geführten Pläne des NATO-Mitgliedsstaates Deutschland sind kein Grund, an unserem Erfolgsmodell zu rütteln.“ – Ihre Worte, Herr Bundesminister. (Abg. Rädler: Wahnsinn! Wahnsinn!)
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Das glaube ich auch!
Eine Volksabstimmung ist ein wichtiger Teil, wahrscheinlich im Jahr 2011; eine rechtlich bindende Volksabstimmung – keine Volksbefragung! – mit einem klaren Gesetzestext. Dafür stehen auch wir ein. Diese Volksabstimmung wird auch zeigen, ob und wie ein System ohne Wehrpflicht ausschauen kann. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Das glaube ich auch!)
Abg. Rädler: Wir nicht!
Die Frage ist nur die: Warum hat die ÖVP Angst davor, Herr Kollege? (Abg. Rädler: Wir nicht!) Es gibt keinen Grund dafür, Angst davor zu haben, die Bevölkerung zu befragen, ob sie für oder gegen die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht ist.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zu Beginn eines Diskussionsprozesses so ein „Lametta“ in den verschiedenen Bereichen vorzubringen, meine geschätzten Damen und Herren, dafür ist die Sicherheitspolitik wirklich viel zu wichtig. Sie hat sich so ein Diskussions-Level wirklich nicht verdient. Ich glaube, darin sollte man sich wenigstens einig sein, meine geschätzten Damen und Herren. Es wäre eine wirklich interessante, schöne und hoffentlich sachliche Diskussion in den nächsten Monaten. Das wünsche ich mir. Es soll ja jeder seine Position einnehmen, das ist ja in einer Demokratie gut so. Aber von Haus aus zu Beginn eines Diskussionsprozesses, meine Damen und Herren, so eine Diskussion hier zu führen, das haben wir nicht notwendig. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Hansl, das brauchst du mir nicht herunterschreien!
Sitzung Nr. 95
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Was soll diese Rede?
Dies soll allerdings nicht mit einer Zwangsverpflichtung geschehen, die, wie gesagt, viele von den jungen Menschen wirklich als Belastung und als Zeitverschwendung empfinden. Und ich finde es im Übrigen auch bildungsfeindlich, wenn man diese Zeit – gerade an der Situation der Bildungsstandards in Österreich gemessen – den jungen Menschen nicht in einer anderen Form zur Verfügung stellen kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Was soll diese Rede?)
Abg. Rädler schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.
Sie sind ein niederösterreichischer Abgeordneter, der Sie hier gerade dazwischengerufen haben, und Ihnen möchte ich sagen: Sie sind eine Betoniererfraktion im Bereich der Bildungsreform, eine, die alles blockiert, was nur irgendwie möglich ist. (Abg. Rädler schlägt die Hände über dem Kopf zusammen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Von Rambos, Drogendealern und ähnlichen Leuten ist da keine Rede! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wissen Sie, der kennt sich aus! Das ist der Unterschied, der große Unterschied, nicht der kleine Unterschied! Der kennt sich aus!
Abg. Rädler: Nicht abschreiben!
Herr Bundesminister, ich muss Sie in Übereinstimmung mit dem Herrn Bundespräsidenten dringend ersuchen, Ihre Hausaufgaben zu machen und diese Hausaufgaben in Form einer Sicherheitsstrategie mit dem Hohen Haus zu diskutieren. (Abg. Rädler: Nicht abschreiben!) Und wenn wir uns danach mit den notwendigen Sicherheitsstrukturen beschäftigen, dann werden wir wahrscheinlich feststellen, dass nicht für alle diese Herausforderungen ein Bundesheer mit Wehrpflichtigen notwendig ist, aber wir werden mit Sicherheit auch feststellen, dass wir für alle diese Herausforderungen Menschen brauchen werden, die bereit sind, einen Dienst für die Allgemeinheit zu leisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das schon!
Ohne seriöse Lagebeurteilung, in Unkenntnis und im Nichtwissen, welche Aufgaben ein Bundesheer der Zukunft zu bewältigen haben wird, haben Sie, Herr Bundesminister Darabos, chaotische Zustände im Ressort geschaffen. Sie sind völlig orientierungslos und auch mit mangelnder Führungskompetenz ausgestattet. (Abg. Rädler: Das schon!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
So viel zur Ehrlichkeit in dieser Diskussion und so viel auch dazu, wie der Bundesminister Darabos in dieser Diskussion agiert! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 96
Abg. Rädler: Distanzieren Sie sich!
Weil Sie auf Bruno Kreisky repliziert haben: 1983 ist Bruno Kreisky abgetreten. Das Attentat, angeführt oder angestiftet von Gaddafi – ich erinnere an Lockerbie, wo nahezu 300 Menschen ums Leben gekommen sind, lange abgestritten von der libyschen Führung –, war dann 1988. Hier wurde schon mehr bekannt, wie sich der Revolutionsführer von Libyen entwickelt hat, der heute so ein grausames Blutbad in der Welt anrichtet. Daher kann man nicht immer alles vergleichen (Abg. Rädler: Distanzieren Sie sich!) und muss es auch im Verhältnis zur Zeit sehen. (Abg. Rädler: Dann distanzieren Sie sich!) Sie haben die Gelegenheit versäumt, Herr Abgeordneter Bucher, sich dafür zu entschuldigen – Jörg Haider kann es heute nicht mehr machen, weil er verunglückt ist. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Kickl.)
Abg. Rädler: Dann distanzieren Sie sich!
Weil Sie auf Bruno Kreisky repliziert haben: 1983 ist Bruno Kreisky abgetreten. Das Attentat, angeführt oder angestiftet von Gaddafi – ich erinnere an Lockerbie, wo nahezu 300 Menschen ums Leben gekommen sind, lange abgestritten von der libyschen Führung –, war dann 1988. Hier wurde schon mehr bekannt, wie sich der Revolutionsführer von Libyen entwickelt hat, der heute so ein grausames Blutbad in der Welt anrichtet. Daher kann man nicht immer alles vergleichen (Abg. Rädler: Distanzieren Sie sich!) und muss es auch im Verhältnis zur Zeit sehen. (Abg. Rädler: Dann distanzieren Sie sich!) Sie haben die Gelegenheit versäumt, Herr Abgeordneter Bucher, sich dafür zu entschuldigen – Jörg Haider kann es heute nicht mehr machen, weil er verunglückt ist. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Kickl.)
Abg. Rädler: Was für ein Gesetz?
Das Seilbahnwesen, die Seilbahnen sind öffentliche Verkehrsmittel, Herr Präsident. Wir diskutieren in diesem Haus überhaupt nicht das ÖPNRV-Gesetz. (Abg. Rädler: Was für ein Gesetz?) Auch das ÖPNRV-Gesetz ist ein bisschen zuständig für die Seilbahnen. Da geht es auch um öffentliche Gelder. Was aber, jenseits des Seilbahnverkehrs, für die Menschen vor Ort wirklich wichtig ist, etwa der tägliche PendlerInnenverkehr – ich weiß schon, Herr Hörl, die Touristen sind öfter mit den Seilbahnen als mit den Bussen unterwegs –, das ist hier einfach nicht Thema, aber das ist, bitte, für die Menschen ganz, ganz hautnah und dringend notwendig.
Abg. Grillitsch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Du redest zum Seilbahngesetz?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Rädler. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Grillitsch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Du redest zum Seilbahngesetz?)
Abg. Rädler: Hier bin ich!
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Kollege Rädler, unser Biberschützer – ich sehe ihn nicht –, hat ja gemeint, dass schon alles gesagt sei. (Abg. Rädler: Hier bin ich!) – Hallo, grüß Gott!
Zwischenrufe der Abgeordneten Hörl und Rädler.
Wenn ich mir die Worte des Kollegen Hörl, meines Tiroler – „Genossen“, hätte ich bald gesagt (ironische Heiterkeit bei ÖVP und BZÖ) –, meines Tiroler Kollegen betreffend Seilbahnwirtschaft zu Gemüte führe, muss ich sagen – Kollege Hörl hat ja gesagt, dass es sich hiebei um keinen großen Wurf handelt und dass man sehen wird, wohin diese Novellierung führt –: No na, das ist immer so. Aber wenn man sich die Anzahl der Paragraphen, die geändert wurden, ansieht, gebe ich dir recht, Kollege Hörl, das waren nicht sehr viele, aber trotzdem haben sie Gehalt! Du gehst natürlich von anderen Voraussetzungen aus. Ich kenne dich als Tiroler Abgeordneten; was die Seilbahnwirtschaft anlangt, machst du sicher nicht alles falsch, aber du machst auch beileibe nicht alles richtig. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hörl und Rädler.)
Die Rednerin entrollt ein Transparent mit der Aufschrift: „Volksbegehren: Raus aus Euratom!“ – Beifall bei den Grünen. – Oi-Rufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe ein Transparent mitgebracht, das wir von den Initiatoren des Volksbegehrens geschickt bekommen haben. (Die Rednerin entrollt ein Transparent mit der Aufschrift: „Volksbegehren: Raus aus Euratom!“ – Beifall bei den Grünen. – Oi-Rufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das ist keine Fragestunde!
Zur Studienberatung: Frau Bundesministerin, wir haben im Ausschuss schon darüber diskutiert. Ich weiß nicht genau – ich weiß es jetzt wirklich nicht aus dem Handgelenk –: Wie viele Studienanfänger gibt es pro Jahr? 30 000, 40 000, 50 000? (Abg. Rädler: Das ist keine Fragestunde!) – Na okay, sagen wir 40 000. Den Kollegen interessiert das nicht. Macht nichts. Von diesen 40 000 hat bisher angeblich ein Viertel eine Studienberatung ohnedies schon in Anspruch genommen – bleiben 30 000 neue. Und im Vorblatt steht, die vorgeschlagenen Änderungen haben derzeit keine unmittelbaren finanziellen Auswirkungen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Bei der letzten Verhandlungsrunde zu dieser Novelle durfte ich dabei sein. Ich möchte heute und hier die Gelegenheit nutzen, um mich im Namen der SPÖ bei unserer Umweltsprecherin Penny Bayr, die ja mit der Federführung betraut war, zu bedanken: Herzlichen Dank! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: ... jetzt das Wasser!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Zu Beginn, Herr Bundesminister, sei noch einmal daran erinnert: Die EU-Hochwasserrahmenrichtlinie wäre bis 2009 umzusetzen gewesen. – So viel zu Ihrer Arbeitsweise, zur Geschwindigkeit, zur Effizienz der Umsetzung. (Abg. Rädler: ... jetzt das Wasser!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber das andere ist der Skandal, dass Frauen in Österreich nach wie vor nicht davor geschützt sind, für gleiche Arbeit weniger zu verdienen als ihre männlichen Kollegen. Sie sind nicht davor geschützt! Dem Global Gender Gap Report des World Economic Forums ist zu entnehmen, dass von insgesamt 134 gerankten Ländern Österreich in Bezug auf gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit auf Platz 126 liegt. (Abg. Dr. Lichtenecker: Das ist ja unglaublich!) Das heißt, weltweit gibt es 125 Länder, in denen Frauen gerechter für ihre Arbeit bezahlt werden als in Österreich. Das ist schon eine extreme Zumutung und auch ein Armutszeugnis der Regierungspolitik sämtlicher Regierungen in den letzten Jahren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 98
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Als ich Kollegen Kopf gehört habe, hat mich das ein wenig an William Shakespeares „Julius Caesar“, 1599, erinnert: „Und Brutus ist ein ehrenwerter Mann.“ – Nämlich als er den „Atom-Strasser“ der ÖVP, Wolfgang Schüssel, verteidigt hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist der nächste Rücktritt, der sich anbahnt, unabhängig davon, ob jetzt der Antrag der Grünen durchgeht oder nicht. Das kann sich die ÖVP auf Dauer nicht leisten!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In Österreich haben wir einen Atomstrom-Anteil von 15 Prozent. Daran, dass Ökostrom bei uns in Österreich eingedämmt wird und damit auch dem Atomstrom Platz macht, hat diese Bundesregierung wesentlichen Anteil. In Österreich haben wir ein Ökostromblockadegesetz, das im Übrigen auch mit den Stimmen der FPÖ beschlossen wurde. Im letzten Jahr war eine Zweidrittelmehrheit notwendig, die Sie sehr billig hergegeben haben. Dafür haben wir im Bereich der Photovoltaik jetzt Wartezeiten bis 2024. Also, wer da von Ökostromblockade redet, weiß ich nicht. So schaut der Ökostromboom sicher nicht aus. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Dann fragen Sie die Branche! Sie werden sich nicht gegenüber der Ökostrombranche zu behaupten getrauen, dass sie gute Rahmenbedingungen in Österreich hat. Die Ökostrombranche in Österreich ist sehr gut unterwegs trotz der widrigen Rahmenbedingungen, und nicht weil wir so gute Rahmenbedingungen haben. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Minister, wo ist das Energieeffizienzgesetz? Wo sind die klaren gesetzlichen Zielvorgaben, die wir einhalten wollen? – Das fehlt! Wie gesagt: Die Taten zählen! Das ist unser Plädoyer: Wenn wir vorbildlich sein wollen, wenn wir wirklich in Europa voranschreiten wollen in Richtung erneuerbare Energie, Energiezukunft, dann, bitte, sind Taten notwendig – nicht Strategien auf dem Papier, Strategien für die Schublade oder Strategien in Sonntagsreden, so wie es sie hier oft leider gibt! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da sind wir sofort bei Ihnen.
Sitzung Nr. 99
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Traumdeuter!
Wir von der FPÖ spielen hier nicht mit. Und darum werden wir nur jenem Punkt im Gesetz zustimmen, der besagt, dass die Verträge nichtig sind, nicht aber jenen, wo es um diese Halblösung geht. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Traumdeuter!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das war jetzt nicht notwendig! – Abg. Mag. Gaßner: Aber es war nicht unrichtig!
Nebenbei bemerkt – Kollege Schüssel ist ja nicht hier; er war doch auch ein Verfechter dieses Turbokapitalismus (Abg. Hörl: Josef, davon verstehst du nichts!) –: Wenn ich mir die Werbung von heute anschaue, muss ich sagen, die geht auch in die Richtung, wie es diese Anrufer machen: Für sie gibt es überhaupt kein Tabu, und sie stoppen auch nicht vor der Privatsphäre. Da sind wir dagegen! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das war jetzt nicht notwendig! – Abg. Mag. Gaßner: Aber es war nicht unrichtig!)
Beifall des Abg. Vock. – Abg. Rädler: Verhaltener Applaus!
„Verträge, die im Rahmen unerbetener Werbeanrufe geschlossen werden, sollen entweder nichtig oder bis zur schriftlichen Bestätigung durch den Kunden schwebend unwirksam sein.“ (Beifall des Abg. Vock. – Abg. Rädler: Verhaltener Applaus!)
Abg. Mag. Stadler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Johann, jetzt heißt es ein bisschen frischer sein! – Abg. Rädler: Wirklich? Ein bisschen frischer!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Rädler. – Bitte. (Abg. Mag. Stadler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Johann, jetzt heißt es ein bisschen frischer sein! – Abg. Rädler: Wirklich? Ein bisschen frischer!)
Sitzung Nr. 100
Zwischenruf des Abg. Rädler
Franz Fischler sagte erst vor zwei Tagen – lassen Sie das auf der Zunge zergehen! (Zwischenruf des Abg. Rädler) – Da sollten Sie nicht so widersprechen! –: Als „Land, in dem man es faustdick hinter den Ohren hat“ – gemeint ist Österreich, dann macht er quasi einen Gedankenstrich –: Korruption gibt es zwar auch in anderen europäischen Ländern, aber nirgendwo sonst in der EU laufen so viele „Bananenrepublikaner“, wie er sich ausdrückt, frei und – Frau Ministerin! – vor allem unbehelligt von der Justiz herum. Das wird in Europa natürlich registriert.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Letztlich zur Offenlegung der Parteispenden in diesem Kontext: Meine Damen und Herren von der ÖVP, wenn Sie das schon aufnehmen, dann darf ich Sie schon daran erinnern, dass es die ÖVP ist – und im Windschatten der ÖVP die SPÖ –, die Jahr und Tag die Fortschritte in den Verhandlungen zu den Offenlegungen der Parteienfinanzierung verhindert. Bei der letzten Initiative, wo wir jetzt im Haus auf Klubobleuteebene das verhandeln, war es so, dass die ÖVP auf dem Vorschlag beharrte – deshalb wird das nichts, wenn Sie sich nicht bewegen! –, dass die Bünde und die Landesorganisationen ausgenommen sind. Was bleibt denn von Ihrer heiligen Partei überhaupt noch über, wenn Sie die Bünde und die Landesorganisationen wegtun? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das können Sie doch vergessen. Das ist ein Riesenschmäh. Das hat uns GRECO auch schon ausgerichtet, denn die haben diesen Unsinn ja schon übermittelt bekommen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schwachsinn!
Also bewegen Sie sich, sonst ist das alles nichts! Deshalb vertrauen wir auch nicht mehr auf die Verhandlungen unter den Fraktionen. Frau Ministerin, legen Sie hier irgendetwas vor, was Hand und Fuß hat! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schwachsinn!)
Abg. Rädler: Was ist Ihre? – Abg. Tamandl: Was ist Ihre?
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Walter Meischberger hat sich zu Recht gefragt: Was ist meine Leistung? (Abg. Rädler: Was ist Ihre? – Abg. Tamandl: Was ist Ihre?) Frau Justizministerin, ich frage Sie: Was ist Ihre Leistung? (Abg. Rädler: Lebt seit 40 Jahren von der Öffentlichkeit, der Herr Pilz!)
Abg. Rädler: Lebt seit 40 Jahren von der Öffentlichkeit, der Herr Pilz!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Walter Meischberger hat sich zu Recht gefragt: Was ist meine Leistung? (Abg. Rädler: Was ist Ihre? – Abg. Tamandl: Was ist Ihre?) Frau Justizministerin, ich frage Sie: Was ist Ihre Leistung? (Abg. Rädler: Lebt seit 40 Jahren von der Öffentlichkeit, der Herr Pilz!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: ... ja selber nicht! ... mag es ja selber nicht!
Kollege Pilz, ich denke, manche mögen deinen Sarkasmus mögen, in diesem Zusammenhang, bei einer so ernsthaften Thematik mag ich ihn, ehrlich gesagt, nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: ... ja selber nicht! ... mag es ja selber nicht!) – Aber nun zum eigentlichen beziehungsweise zum aktuellen Thema.
Abg. Rädler: Schauen Sie einmal in der Familienchronik nach!
Solange dieser Herr Scheuch nach wie vor einerseits in einem der größten Parteienfinanzierungsskandale der Zweiten Republik, der sich hier auftut, nach Aufklärung schreit und auf der anderen Seite versucht, mit einstweiligen Verfügungen die Veröffentlichungen und die Arbeit der Kontrolle zu unterdrücken, sehr geehrte Damen und Herren, so lange werden Sie nicht glaubwürdig sein. (Abg. Rädler: Schauen Sie einmal in der Familienchronik nach!)
Abg. Rädler: Das versteht er jetzt nicht!
Meine Damen und Herren, das sind in der Tat unerfreuliche Ereignisse, und das, was in unseren Reihen passiert ist, ist unangenehm und hat zu entsprechenden Konsequenzen geführt – zunächst einmal zu politischen Konsequenzen. Da sind wir, glaube ich, sogar vorbildhaft (Abg. Zanger: Ah, ja, sicher!?), denn, meine Damen und Herren und lieber Kollege Zanger, nicht alles, was strafrechtlich vielleicht nicht relevant ist und was strafrechtlich falsch ist, wenn es nicht relevant ist, was auch geändert gehört, ist moralisch nicht zu vertreten, und deshalb sind dann politische Konsequenzen zu ziehen. (Abg. Rädler: Das versteht er jetzt nicht!) Ich lade also auch jene, die heute hier in ihren Redebeiträgen in unheimlicher Selbstgefälligkeit agieren, herzlich dazu ein, doch auch diese hohe Moral an den Tag zu legen, wie wir das getan haben. (Abg. Mag. Kogler: Welche „hohe Moral“?)
Abg. Rädler: Von wem?
Des Weiteren: Hybridautos für Van der Bellen und Frau Glawischnig kostenlos zur Verfügung gestellt. – Welchen Vorteil ziehen sie daraus? Was ist die Gegenleistung? (Abg. Rädler: Von wem?) Das frage ich an dieser Stelle auch einmal, das ist in Wahrheit auch Geschenkannahme.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das ist eine Moral!
Schmiergeldzahlungen, Herr Kollege Öllinger, wenn das wahr ist. (Oh-Rufe bei der ÖVP.) Also bitte, kehren Sie einmal vor den eigenen Türen, und dann gehen Sie in die andere Richtung! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das ist eine Moral!)
Abg. Grosz: Herr Präsident, können Sie einen Alkomat herbeischaffen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Eigene schwarze Schafe werden gnadenlos entfernt. Das war auch der Grund dafür, dass 2002 in Knittelfeld die Delegierten aufgestanden sind und gemeint haben, diese unsere eigenen Minister, die sich jetzt anscheinend käuflich machen lassen, wollen wir nicht, brauchen wir nicht. Es wurde Tabula rasa gemacht. (Beifall und Zwischenrufe bei der FPÖ.) Das war eine Säuberungsaktion. Wenn Sie anderes suchen, dann müssen Sie in die Reihen des BZÖ schauen – so leid es mir tut, Kollege Grosz, das ist so –, die FPÖ unter H.-C. Strache steht für Sauberkeit, und ich selbst zähle mich hier dazu. (Abg. Grosz: Herr Präsident, können Sie einen Alkomat herbeischaffen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Kollege Rädler, zu deiner Fraktion komme ich schon.
Abg. Rädler: Als Lobbyist! Eine Schande!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Mein Vorredner, dessen Namen ich nicht weiß, hat behauptet, mein Kollege Alexander Van der Bellen kassiert von der Stadt Wien 200 000 € für seine Aufgabe als Universitätsbeauftragter. – Wahr ist jedoch, dass Herr Universitätsbeauftragter Van der Bellen eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Stadt Wien inne hat. (Abg. Rädler: Als Lobbyist! Eine Schande!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler.
Das ist der Grund dafür, dass Sie ihn bis heute schützen, Frau Bundesminister! Er hat nicht wirklich etwas zu befürchten. Keine Hausdurchsuchungen wie Frau Schmauswaberl oder Herr Zapfelhuber, wenn diese straffällig werden. Grasser muss nicht fürchten, dass seine Zuarbeiter Plech und Meischberger in Untersuchungshaft kommen, wo sie dann tatsächlich einmal reden werden. Nein, das passiert nur jedem anderen, nicht ihm. (Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler.) – Nicht lachen da hinten! Du bist für den Strasser in den Wahlkampf gerannt wie nur was. Ich habe nur noch deine Sohlen gesehen vor lauter Einsatz für den Herrn Ernstl Strasser! (Heiterkeit und Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Und Sie bekennen sich einmal zur Republik!
Jetzt passen Sie bitte auf! Ich habe jetzt noch keine Person genannt, wir sollten nicht Gericht halten. Aber eines sollte Ihnen klar sein: Wenn es keine Regeln gibt, wenn Sie sich nicht zu Regeln bekennen, zu neuen Regeln, zu transparenten Regeln und zu Regeln, die scharf sanktionieren, dann können Sie das alles vergessen. Dann werden Sie in einem Jahr oder in zwei Jahren wieder dort sein, wo wir jetzt schon sind. (Abg. Rädler: Und Sie bekennen sich einmal zur Republik!)
Abg. Rädler: Frechheit!
Und jetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren, noch einmal zurück. Ich könnte genauso gut, wie Sie es alle gemacht haben, jetzt über einzelne Personen und über die schwarz-blaue Vergangenheit sprechen. Ich halte diese Jahre für entscheidende Jahre der Bereicherung, der privaten Bereicherung von einzelnen Personen. (Abg. Rädler: Frechheit!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es ist leider so, dass hier ein Sittenbild über diese Republik entstanden ist, dass die Leute das hinnehmen mussten, was sie nicht mehr bereit sind hinzunehmen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Die außerberufliche!
Und wenn Sie alle, von der ÖVP, von allen Parteien jetzt sagen: Wir gehen da heraus und haben uns ein ordentliches Match geliefert, aber ändern wollen wir eigentlich nichts außer diese dünnen Sachen, ist das zu wenig. (Der Redner hält ein Exemplar des Entschließungsantrags der Regierungsparteien in die Höhe.) Indem – das ist ja besonders witzig! – die Immunität eingeschränkt wird, leisten Sie Ihren Beitrag zur Korruptionsbekämpfung? (Abg. Rädler: Die außerberufliche!)
Abg. Rädler: Genau lesen!
Das ist ja völlig grotesk. Bitte tun Sie das wenigstens aus dem Antrag raus, Herr Klubobmann Kopf! (Abg. Rädler: Genau lesen!) Aber die Einschränkung der Immunität – der außerberuflichen Immunität – hat mit Korruptionsbekämpfung absolut nichts zu tun! (Abg. Mag. Kogler: So ist es!)
Abg. Rädler: Hallo! Sie sind nicht am letzten Stand! Sie sollten ...!
Das andere große Zentrum von Spekulationsverlusten, das ich sehe, ist vor allem die ÖVP Niederösterreich. (Abg. Rädler: Hallo! Sie sind nicht am letzten Stand! Sie sollten ...!) Auch dort herrscht eine politische Kultur, die offensichtlich nicht nur für die Landesfinanzen sehr schlecht war oder zumindest nicht besonders vorteilhaft dafür war. Aus dieser Kultur kommt nicht nur Ernst Strasser, über den wir nicht allzu viel sagen müssen, sondern auch Wolfgang Sobotka, der es geschafft hat, fast 1 Milliarde € zu verspekulieren (Abg. Grosz: Was kommt aus Ihrem Ressort? Aus dem Mikrokosmos der SPÖ? Verzetnitsch!), und die gesamte ÖVP Niederösterreich tut so, als wäre das Geld gar nicht verloren gegangen, obwohl dieses Geld einfach weg ist. Und natürlich ist das ein riesen Schaden (Ruf bei der FPÖ: BAWAG! Wir würdigen das SPÖ-Ressort!) für Niederösterreich, weil dieses Geld weg ist.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Rädler: Was ist mit ihm passiert?
Die Liste der Personen und Repräsentanten lässt sich bei beiden Gruppen endlos fortsetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Grosz. – Abg. Rädler: Was ist mit ihm passiert?) Das Bedenkliche ist, dass diese Personen jahrelang ihr Unwesen treiben konnten, obwohl in Wirklichkeit jeder, der es wissen wollte, auch wissen musste, in welche Richtung es geht.
Abg. Rädler: Trau dich herschau’n!
Auch ähnlich bei Strasser, bei dem Erlass, wo es darum ging, dass für gewisse Lokalitäten Anträge auf Visa für Tänzerinnen möglichst schnell und positiv zu erledigen sind: Auch da musste man wissen, dass das moralisch bedenklich ist. (Abg. Rädler: Trau dich herschau’n!) Spätestens jedoch beim Auffliegen der E-Mails von Strasser als Minister muss jedem klar gewesen sein, wes Geistes Kind da agiert. Bekannt waren ja auch die Lobbying-Aktivitäten von Strasser, nachdem er als Innenminister ausgeschieden war und dann ins Europäische Parlament geschickt wurde.
Abg. Rädler: Schau einmal her!
Besonders schlimm aber wird das Ganze, wenn man sieht, wie die Justiz mit diesen Fällen dann umgeht. Erinnern wir uns nur daran, wie diese Affäre von Behörden „aufgeklärt“ wird. (Abg. Rädler: Schau einmal her!) Grasser wurde quasi erlaubt, von weisungsgebundenen Beamten, sich reinwaschen zu lassen. (Abg. Mag. Gaßner: Schau dir den Rädler einmal an!)
Abg. Mag. Gaßner: Schau dir den Rädler einmal an!
Besonders schlimm aber wird das Ganze, wenn man sieht, wie die Justiz mit diesen Fällen dann umgeht. Erinnern wir uns nur daran, wie diese Affäre von Behörden „aufgeklärt“ wird. (Abg. Rädler: Schau einmal her!) Grasser wurde quasi erlaubt, von weisungsgebundenen Beamten, sich reinwaschen zu lassen. (Abg. Mag. Gaßner: Schau dir den Rädler einmal an!)
Abg. Rädler: Schau her!
Die Justiz ist dann auch höchst eigenartig damit umgegangen. Als Beispiel sei jetzt hier nur eines von vielen aufgezählt, nämlich diese Fragebogen-Affäre, als unabhängige Behörden aufgefordert wurden, die SPÖ und die Gewerkschaft zu vernadern. Und da haben sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Grasser gesagt: Zu den E-Mails, die hin und her geschickt wurden, wollen wir die Dateianhänge nicht sehen! (Abg. Rädler: Schau her!)
Abg. Rädler: Den kennt der Krainer nicht!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Kollege Krainer, Sie dürften unseren Antrag nicht gelesen haben. Kollege Schickhofer, aus dem Büro des Herrn Landeshauptmannes Voves, Gemeindeaufsicht, ich darf Ihnen das erklären: Steiermark, Fohnsdorf, die größte Millionenpleite, die derzeit die Steiermark beschäftigt, verursacht durch einen sozialdemokratischen Bürgermeister. (Abg. Rädler: Den kennt der Krainer nicht!) Der Gemeinderat von Fohnsdorf ist aufgelöst, Neuwahlen sind ausgeschrieben.
Abg. Rädler: Genau!
Dann ist es aber Aufgabe der Unternehmerinnen und Unternehmer und der Führungskräfte, sich auszusuchen, wer am besten geeignet ist. Sie tun ja gerade so, als wenn man eine Ausschreibung hat und sich dann nicht aussuchen dürfte, wer für diese Position am besten geeignet ist. (Abg. Rädler: Genau!) Selbstverständlich bleibt das in der Möglichkeit der Führungskräfte, die für diese Stelle bestqualifizierte Person herauszunehmen. Es darf nur nicht aufgrund des Geschlechts eine Diskriminierung geben, aber Eignung und Neigung gehören zusammen. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 102
Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Warum machen Sie das Ganze? – Sie sagen, wegen einer Klagsdrohung. Das ist das einzige Argument, das Sie haben. Ich kann Ihnen das wunderbar widerlegen: Es gibt kein Datum für die Klage, die dann gegen uns geltend gemacht wird in Richtung Strafzahlung. Ich war ja in Brüssel und habe mich vor Ort erkundigt. Der Kommissar vor Ort hat mitgeteilt, dass die Richtlinie überarbeitet wird, weil sie ja neuem EU-Recht, dem Lissabon-Vertrag, der Menschenrechtscharta widerspricht. Sie müssen sich das vorstellen: Sie setzen jetzt hier etwas Uraltes um, das dem modernen Europa völlig widerspricht, und zwar mit dem Argument: Wir müssen es tun, denn sonst werden wir möglicherweise geklagt! – Bitte, das ist doch hinterwäldlerisch! Das, was Sie auf Kosten der Grundrechte der Menschen machen, ist doch wirklich ein Rösselsprung der Rechtsgeschichte – das muss man sich einmal vorstellen! (Beifall bei Grünen, FPÖ und BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Die Abgeordneten Rädler und Dr. Schüssel: Was heißt „kaltstellen“?
Oder eine Staatsanwältin, die eigentlich nur politisch agiert. – Vor denen sollen wir agieren? – Nein, bitte! Vor denen habe ich Angst. Denen gehört eigentlich das Handwerk gelegt. Und da würde ich mir von Ihnen, Frau Justizminister, als erste Aktion erwarten, dass Sie die zwei einmal kaltstellen. Danke! (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Die Abgeordneten Rädler und Dr. Schüssel: Was heißt „kaltstellen“?)
Abg. Rädler: Ordnungsruf!
Vielleicht ist das die Rechtsauffassung der Freiheitlichen Partei – sicherlich nicht die Rechtsauffassung der Mehrheit dieses Hauses! (Abg. Rädler: Ordnungsruf!)
Abg. Rädler: Ordnungsruf!
Es gibt genug an der Staatsanwaltschaft, insbesondere in Wien, aber auch in anderen Städten, zu kritisieren, aber Staatsanwälte kaltstellen, das ist ein Anschlag auf den Rechtsstaat, und das hat hier nichts verloren. (Abg. Rädler: Ordnungsruf!) – Das ist das eine. (Abg. Dr. Graf: Ein Anschlag auf die Staatsbürger ist die Vorratsdatenspeicherung!)
Abg. Rädler: Es haben eh alle abgelehnt!
Das Zweite ist: Seit einer Stunde und zehn Minuten sollten hier die „Spindelegger-Feierstunden“ stattfinden und sollte die Sonne des Neustarts (Abg. Wöginger: Besser als Sie!) auf den neuen Vizekanzler scheinen. Nachdem aber die Opposition jetzt dafür gesorgt hat (Abg. Rädler: Es haben eh alle abgelehnt!), dass jetzt etwas Wichtigeres besprochen wird als der sogenannte Neustart dieser Bundesregierung, nämlich der Schutz der Grundrechte von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern in dieser Republik, muss ich sagen: Das ist mir um vieles wichtiger als die Frage, ob der Vizekanzler jetzt Pröll oder Spindelegger heißt. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und erst recht gilt das – da komme ich auf den Ex-Vizekanzler Pröll zurück – für die Vereinbarungen zu den Untersuchungsausschüssen, die besagen, dass diese Minderheitenrecht werden sollen. Das ist nämlich die halbe Miete oder sogar mehr, wenn es um Korruptionsbekämpfung geht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ayatollah Kogler!
So wird ein Neustart also zu konzipieren sein, und wir wollen in den nächsten vier Wochen mit Ihnen in der Tat darüber verhandeln – genauso wie in der Sache der Korruptionsbekämpfung. Die Abgeordneten müssen selbstverständlich endlich einmal in die Pflicht genommen werden – wir haben die schlechtesten Bestimmungen in ganz Europa –, und last but not least geht es um die Offenlegung der Parteispenden und aller Einkünfte jener Personen, die hier herinnen sitzen. (Abg. Rädler: Ayatollah Kogler!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Krüger!
Herr Kollege Westenthaler! (Abg. Ing. Westenthaler: Hier!) Ich bin nicht gerade derjenige, der die ÖVP-Regierungsmitglieder verteidigen soll. (Abg. Ing. Westenthaler: Ihr seid eine Einheitspartei!) Aber wenn du schon glaubst, du musst darüber reden, wie rasch Mitglieder der Bundesregierung ausgetauscht werden, so sage ich, wenn du heute hier herinnen nach den Namen eurer Ministerinnen und Minister fragst – die Bevölkerung brauchst du gar nicht zu fragen –, die so rasch ausgetauscht worden sind, dann werden sie euch selbst nicht mehr einfallen. (Heiterkeit bei der ÖVP.) Daher qualifiziert sich diese Aussage, wie ich meine, in Wirklichkeit von selbst. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Krüger!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich möchte auf etwas zurückkommen, weil es wichtig ist und der Kollege Auer von der ÖVP unseren Bundesparteiobmann in einem Inserat der Lüge beschuldigt hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir haben niemals einem Bankenpaket Ihrer Art zugestimmt. (Abg. Wöginger: Eh klar!) Es ist richtig, wir haben beim ersten Paket zuge
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Wöginger.
stimmt, dass die österreichischen Sparguthaben abgesichert werden. Aber bei den Bankenpaketen, bei denen es darum ging, Milliarden nach Griechenland zu transferieren, und bei den zwei Rettungsschirmen hat es akzentuierte Kritik von uns gegeben. Bleiben Sie bei den Tatsachen! Das ist unrichtig. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Wöginger.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ein Wort, meine sehr geehrten Damen und Herren, zum Thema Vorratsdatenspeicherung, weil wir gerade beim Thema Sicherheit sind. Das war heute die erste Maßnahme, die Sie uns als große sicherheitspolitische Leistung verkauft haben, dass alle Österreicherinnen und Österreicher mit ihren Telekommunikationsdaten, mit ihren Internetdaten ein halbes Jahr lang observiert werden. Ich frage mich: Für wie naiv halten Sie die Bevölkerung? Glauben Sie denn wirklich, dass ein Terrorist, ein Kinderschänder oder jemand, der an Pädophilie interessiert ist, zu A1 oder zu T-Mobile geht und dort sagt, da ist mein Ausweis, ich hätte gerne einen Vertrag (Zwischenruf des Abg. Rädler), und dann seine dschihadistischen oder sonstigen terroristischen Aktivitäten plant?!
Abg. Rädler: Vilimsky-Sprache!
Wissen Sie, Frau Minister Fekter, was „Kieberei“ heißt, woher dieses Wort kommt? – Es kommt aus der Wiener Gaunersprache und ist eine abwertende Begrifflichkeit für die Polizei. Ich sage, unsere Polizei hat das nicht verdient (Beifall bei der FPÖ), wenn Sie einen Ministerwechsel durchführen, derart verunglimpft zu werden! (Abg. Rädler: Vilimsky-Sprache!)
Abg. Rädler: ... Tschechei!
Frau Neo-Innenminister Mikl-Leitner, morgen beschließen wir ein sogenanntes Fremdenpaket, das zum Inhalt haben wird, dass Sie von der Koalition eine Rot-Weiß-Rot-Card und eine Rot-Weiß-Rot-Plus-Karte einführen werden, wissend, dass in Österreich 320 000 Menschen ohne Arbeit sind, wissend, dass ab 1. Mai – übrigens zu unserem Missfallen – der Arbeitsmarkt für sämtliche osteuropäische Länder geöffnet werden wird, und wissend, dass theoretisch eine halbe Milliarde Menschen in Frage kommen, auf dem österreichischen Arbeitsmarkt tätig zu werden. (Abg. Rädler: ... Tschechei!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das, was Sie machen, ist, weiteren Billigarbeitskräften Tür und Tor zu öffnen, weil Sie der Industrie und der Wirtschaft im Wort sind und es Ihnen nicht reicht, was auf dem europäischen Arbeitsmarkt der Fall ist, sondern Sie ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
ironische Heiterkeit des Abg. Rädler
Ich sage, Sie beide sind Parteien eines untergehenden Systems; das sieht man quer durch Europa. Und wir von der FPÖ sind bereit, uns den rot-weiß-roten Herausforderungen zu stellen (ironische Heiterkeit des Abg. Rädler), und das ohne Wenn und Aber. Sie werden früher oder später den Tag erleben, an dem es einen Bundeskanzler Heinz-Christian Strache geben wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Großruck – in Richtung des Abg. Vilimsky –: Herr „Wissenschaftsminister“ Vilimsky! – Abg. Rädler: Vilimsky als Außenminister!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pilz. – Bitte. (Abg. Großruck – in Richtung des Abg. Vilimsky –: Herr „Wissenschaftsminister“ Vilimsky! – Abg. Rädler: Vilimsky als Außenminister!)
Abg. Rädler: Alte Hüte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.
Frau Innenministerin, erklären Sie uns einmal: Was war das „Dirty Campaigning Gendarmen“ im Nationalratswahlkampf 2002 von der ÖVP-Niederösterreich? Gerade als Innenministerin sollten Sie uns da Auskunft geben können, wie unter Ihrer Leitung „Dirty Campaigning Gendarmen“ stattgefunden hat. (Abg. Rädler: Alte Hüte! – Zwischenruf des Abg. Mag. Stadler.) – Alte Hüte sind das? Jemand, der mit vorbereitet? Na, vielleicht waren Sie dabei! Dann gehen Sie ans Rednerpult und erzählen Sie uns Details! Wir müssen sie nämlich wissen, weil die damalige Landesparteisekretärin jetzt Innenministerin ist.
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Bad Erlach!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Sehr geehrter Präsident! Hohes Haus! Ja, das war wirklich gruselig. Aber es war zufällig deine Gemeinde, Herr Kollege Rädler, oder? (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Bad Erlach!) – Nein, nicht deine? In deiner Gemeinde läuft das anders? (Abg. Rädler: Ja!) – Ah so! (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ja!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Sehr geehrter Präsident! Hohes Haus! Ja, das war wirklich gruselig. Aber es war zufällig deine Gemeinde, Herr Kollege Rädler, oder? (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Bad Erlach!) – Nein, nicht deine? In deiner Gemeinde läuft das anders? (Abg. Rädler: Ja!) – Ah so! (Heiterkeit bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: ... wissenschaftlich fundiert!
Herr Dr. Töchterle, Sie haben gesagt, Sie wünschen sich einen Wettbewerb der besten Ideen und weniger Ideologie. Ich glaube, das ist auch richtig so, denn wir stellen fest, dass sich auch die Oppositionsparteien – das möchte ich auch heute wieder doppelt unterstreichen – mit sehr vielen Anträgen, Ideen, Vorschlägen in diese parlamentarische Arbeit einbringen. Aber oftmals scheitern sie an diesem alten verzopften System, dass Anträge der Opposition automatisch abgelehnt werden oder vertagt werden oder schubladisiert werden. (Abg. Rädler: ... wissenschaftlich fundiert!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Oi!
Herr Bundeskanzler, Sie müssen verstehen, dass ich so reagiere, denn ich erwarte mir von einem Bundeskanzler nicht einen derart eigenartigen, wenig intelligenten, plumpen, primitiven Zwischenruf; das gefällt mir überhaupt nicht. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Oi!)
Abg. Rädler: Bei der Dummheit mehrerer anschließen!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Wenn ich mich richtig entsinne, war das jetzt die zweite Wortmeldung seitens des BZÖ, jedenfalls in der Folge. (Abg. Rädler: Bei der Dummheit mehrerer anschließen!)
Abg. Dr. Cap: Das schaue ich mir an! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap bricht die Geschäftsordnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mit Verlaub halte ich fest, dass die letzte Wortmeldung zur Geschäftsordnung nicht im Sinne der Geschäftsordnung war, und es bleibt mir, das auch so festzuhalten. (Abg. Dr. Cap: Das schaue ich mir an! – Abg. Ing. Westenthaler: Josef Cap bricht die Geschäftsordnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das ist gut so!
Nun zum Herrn Integrationsstaatssekretär: Herr Kurz, ich habe noch nichts über Sie gesagt. (Abg. Rädler: Das ist gut so!) Das ist jetzt das erste Mal, das ist eine Premiere. Ich habe mir genau angesehen, wie Sie auftreten, was Sie erklären und was Sie machen wollen. Ich habe gestern die „Zeit im Bild 2“ um 22 Uhr gesehen und möchte Sie kurz zitieren. Sie haben dort schön die Sätze vorgetragen, die Sie jetzt wieder brav heruntergebetet haben, die Sie auswendig gelernt haben. (Beifall beim BZÖ.)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Na endlich! – Abg. Tamandl: Bravo!
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Herr Präsident! Werte Bundesregierung! Hohes Haus! Wir haben heute schon sehr viel über den neuen Staatssekretär Kurz gehört. Mich persönlich freut es, dass es einem jungen Menschen ermöglicht wurde, in ein so hohes Amt zu kommen. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Na endlich! – Abg. Tamandl: Bravo!) Ja, natürlich. Wir sind ja kein „Old Men’s Club“, sondern wollen absolut auf die Zukunft schauen. Ich versuche gar nicht, die Vergangenheit aufzuarbeiten, unseren Wiener Wahlkampf, den wir gemeinsam geführt haben – whatever. Dass du mit einem Hummer durch Wien gefahren bist, der 30 Liter Sprit auf 100 Kilometer braucht und auf dem steht: „Schwarz macht geil“ – es hat ohnehin niemanden außer dir selbst geil gemacht, was man am Ergebnis der Wahl gesehen hat –, das macht ja alles nichts.
Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Rädler.
Der zweite Punkt ist, dass gewisse Daten offensichtlich ohne gesetzliche Grundlage gespeichert wurden. Standortdaten – das heißt: Wer war wann und wo mit seinem Handy? – hätten zu Verrechnungszwecken nicht gespeichert werden dürfen. Sie wurden also entweder nicht gespeichert, dann ist das sehr wohl eine neue Qualität der Überwachung, oder sie wurden gespeichert, und dann war das gesetzwidrig. (Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es ist schon hochinteressant, wenn der Herr Donnerbauer sagt, alles sei in Ordnung. Ich verstehe das nicht, dass Sie das als Justizsprecher sagen! Vielleicht ist das der Grund, warum Sie diesen letzten Sprung ins Justizministerium nicht geschafft haben, weil Sie noch immer glauben, dass da alles in Ordnung ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber, wenn Sie es mir schon nicht glauben, Frau Justizministerin, Frau Innenministerin, es gibt jetzt seit wenigen Tagen ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. Meine Frage: Kennen Sie das? – Wenn Sie es nicht kennen, dann darf ich Ihnen vorlesen, was da drinnen steht.
Der Redner deutet in Richtung von Bundesministerin Bures. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Rädler.
Ja, ich rede aber da, da ist das Problem (Der Redner deutet in Richtung der Bundesministerinnen Dr. Karl und Mag. Mikl-Leitner), nicht da. Das ist nicht das Problem! (Der Redner deutet in Richtung von Bundesministerin Bures. – Anhaltende Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Donnerbauer und Rädler.) Nein, aber da wird es abgerufen, mir geht es ums Abrufen. Da ist der Missbrauch, da geht es darum, dass missbräuchlich abgerufen wird und dass Personendaten missbräuchlich gegen unliebsame Menschen im Land verwendet werden. Das passiert in diesen beiden Ministerien – und nicht im Verkehrsministerium! (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Abg. Rädler: Hast Angst?
Wissen Sie, was bis Dezember passiert? – Da sind schon alle ausspioniert, die man nicht gerne hat. Das ist die Wahrheit: Das passiert! Das ist das, was Ihr wollt: den Überwachungsstaat, den wir ablehnen! (Abg. Rädler: Hast Angst?)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es geht um etwas ganz anderes. Es geht darum, dass Sie dahinter kommen, von wem Abgeordnete der Opposition ihre Informationen bekommen. Das haben wir ständig in den Untersuchungsausschüssen herausgefunden (Zwischenruf des Abg. Rädler), und jetzt wollen Sie Journalisten und Abgeordnete der Opposition noch besser aufspüren können, jetzt wollen Sie an die Handys ran, jetzt wollen Sie die Daten ein halbes Jahr lang speichern.
Abg. Rädler: ... Verfolgungswahn?
Wie stellen Sie sich rein technisch die Speicherung aller Inhaltsdaten über ein halbes Jahr überhaupt vor? (Abg. Rädler: ... Verfolgungswahn?) Gibt es da Überlegungen, und musste das überhaupt erst rausverhandelt werden? Und wenn es Ihr großer Erfolg war, die totale Überwachung der Inhaltsdaten rauszuverhandeln, wer wollte das dann reinverhandeln? Die Innenministerin, die Justizministerin oder wer sonst?
Abg. Rädler: Ihre Sicht!
Meine Damen und Herren! Jeder vernünftige, anständige und verfassungstreue Mensch müsste heute mit Nein stimmen. Ich habe aber die große und begründete Befürchtung, dass es in diesem Haus auch heute wieder eine unvernünftige, eine sachlich inkompetente (Abg. Rädler: Ihre Sicht!) und eine verfassungsfeindliche Mehrheit geben wird. – Danke. (Beifall bei Grünen und BZÖ.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Der hat ja einen Verfolgungswahn!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Pilz, wir hatten oder ich hatte schon öfters nach Reden von Ihnen das aufzuzeigen – ich mache das heute wieder –: Die Pauschalunterstellung von kriminellen Straftaten beziehungsweise des Schutzes von Kriminellen ist nicht ... (Abg. Dr. Pilz: Soll ich den Wahrheitsbeweis antreten?) Herr Abgeordneter Pilz, wenn Sie hier eine ganze Partei verdächtigen (Abg. Dr. Pilz: Geben Sie mir zehn Stunden Redezeit, und ich !), nicht nur verdächtigen, sondern es ihr auch unterstellen, dann erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Der hat ja einen Verfolgungswahn!)
Abg. Rädler: Das ist der Grosz!
Allerdings – und jetzt kommt der Haken dabei – sind die Kosten nicht unerheblich. Um welche Länder geht es denn dabei? – Es geht um ehemalige Ostblockländer. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und BZÖ.) – Jetzt warte ich, bis die ÖVP mit der Zwischendebatte fertig ist. (Abg. Rädler: Das ist der Grosz!) – Aber dich habe ich auch gehört.
Sitzung Nr. 103
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge!
Wie gestern Rechnungshofpräsident Moser feststellte und auch in seinem aktuellen Bericht ganz klar zum Ausdruck bringt, wird bei der Entwicklung, die wir jetzt erleben, die Zinsenbelastung von 6,3 Milliarden € um 10 Prozent aller Einnahmen im Jahr 2010 auf über 10 Milliarden € bis zum Jahr 2015 steigen. Ja wir werden sogar eine Neuverschuldung in Kauf nehmen müssen, um die Zinsen zurückzahlen zu können! Da muss ich sagen: Das ist dramatisch, da gibt keinen Grund für Jubelmeldungen. Und wenn man das als zukunftsorientierte Budgetpolitik bezeichnet, dann kann ich nur wirklich traurig sein über so eine Fehleinschätzung. Das ist – im Gegenteil! – eine Schuldenpolitik auf dem Rücken zukünftiger Generationen, die Sie da an den Tag legen. Und das ist ein Alarmsignal! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge!)
Abg. Rädler: Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!
Säule Nummer drei ist das Verschenken des österreichischen Steuergeldes für Europäische Rettungsschirme, in Wahrheit aber für irgendwelche Spekulanten, für Pleitebanken, für Pleitestaaten und für Gläubiger. Damit entlasten Sie niemanden in der eigenen Bevölkerung, sondern damit wird sie nur belastet. (Abg. Rädler: Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!)
Abg. Rädler: Bringen Sie Vorschläge!
Wenn man den ÖBB-Bereich hernimmt, den der Rechnungshofpräsident in seinem jüngsten Bericht auch beleuchtet hat, so stellt man fest: 55 Milliarden € an zusätzlichen Haftungen, die die Republik da zu übernehmen hat, und der österreichische Steuerzahler muss wieder dafür geradestehen. Das ist unglaublich! (Abg. Rädler: Bringen Sie Vorschläge!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo sind die Vorschläge? Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!
Das sind die Auswirkungen Ihrer Politik! Aber Sie hören ja nicht auf uns. Wir sagen schon seit langer, langer Zeit, wir müssen politisch etwas ändern. Es ist unverantwortlich, unser Steuergeld für Pleitebanken und für Pleitestaaten der Europäischen Union auszugeben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo sind die Vorschläge? Keinen einzigen Vorschlag bringen Sie!)
Abg. Rädler: Jammerer! Kein einziger Vorschlag!
Wir müssen endlich erkennen, dass schwache Volkswirtschaften nicht in der Eurozone verbleiben können beziehungsweise aus dieser entlassen werden müssen, damit sie eine Geldabwertung vornehmen können und das dann ihrer Bevölkerung zugutekommt. (Abg. Rädler: Jammerer! Kein einziger Vorschlag!) Ich meine, nur durch Abwertungen hätten die Griechen und die Portugiesen einen Vorteil. So stehen wir vor einer Entwicklung, wo wir davon ausgehen müssen, dass es schon bald so weit sein wird, dass letztendlich Griechenland als erstes Land in der Eurozone eine Umschuldung wird vornehmen müssen, sich dieser wird unterziehen müssen, was faktisch den Staatsbankrott bedeuten wird. (Abg. Hornek: Wo bleibt Ihr Vorschlag zur Hypo Alpe-Adria?)
Abg. Rädler: Sie drehen sich im Kreis!
Das sind Entwicklungen infolge einer unverantwortlichen Politik. Auch Österreichs Banken zittern, weil sie fürchten müssen, 4,5 Milliarden €, wenn so etwas passieren sollte, wie es sich in Griechenland ankündigt, zu verlieren. (Abg. Rädler: Sie drehen sich im Kreis!)
Abg. Rädler: Vorschlag?!
Das ist ein reales Szenario, Herr Cap, das ich hier zeichne, denn Sie fahren wie mit einem Schnellzug in einen Tunnel hinein, der an seinem Ende immer enger wird, und am Ende laufen Sie Gefahr, gegen die Wand zu fahren, weil Sie nicht bereit sind, Realitäten zu erkennen. Und das ist fatal! (Abg. Rädler: Vorschlag?!)
Abg. Rädler: Kein einziger Vorschlag von Ihnen!
Und der ÖVP sei gesagt: Sie hat jetzt auch als Wirtschaftspartei abgedankt, wenn sie so deutlich jubelt über diese Rekordverschuldung, die sie in den letzten Jahren ihrer Regierungsbeteiligung zusammen mit der SPÖ verursacht hat. (Abg. Rädler: Kein einziger Vorschlag von Ihnen!)
Lang anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das war hier jetzt die Heimatfilm-Partei! – Abg. Dr. Rosenkranz – in Richtung Abg. Rädler –: Was schauen Sie sich denn an?
Für die österreichische Bevölkerung ist das ein Grund zum Jammern, denn die sieht, wie es wirklich ausschaut – und die wird Ihnen die Rechnung dafür präsentieren! (Lang anhaltender lebhafter Beifall und Bravorufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das war hier jetzt die Heimatfilm-Partei! – Abg. Dr. Rosenkranz – in Richtung Abg. Rädler –: Was schauen Sie sich denn an?)
Abg. Rädler: Gut so! – Abg. Strache: Wenigstens einmal ein Eingeständnis!
Josef Pröll hat in seiner Abschiedsrede auch ganz klar gesagt, wo der Hase im Pfeffer liegt. Er hat gesagt, dass er es sich nicht zutraut, gegen die Widerstände in der eignen Partei Reformen durchzusetzen. Und genau das ist das Problem, an dem wir hier laborieren. Wir haben das Problem, dass Pröll gegangen ist und Pröll gekommen ist. Es sitzt nicht Spindelegger als Obmann in der ÖVP – es ist Erwin Pröll aus Niederösterreich (Beifall beim BZÖ), und der lenkt die Geschicke und sagt, was sein darf und was nicht sein darf. (Abg. Rädler: Gut so! – Abg. Strache: Wenigstens einmal ein Eingeständnis!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo! Genau so ist es!
Hören Sie doch auf damit! Das bessere Land ist hier, nicht jenseits der Grenze – egal, wie die Vorarlberger abgestimmt haben! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo! Genau so ist es!)
Abg. Rädler: Tun Sie nicht dramatisieren!
Dieser Satz der sogenannten ersten Menschenrechtsschützerin Österreichs entlarvt die ganze Misere in unserem Asyl- und Fremdenrecht. (Abg. Rädler: Tun Sie nicht dramatisieren!) Herr Kollege, wenn Sie sagen: Tun Sie nicht dramatisieren!, möchte ich Sie sehen, wenn Ihnen jemand sagt: Du arbeitest sowieso hier, du musst sowieso diese Arbeit leisten, wir kasernieren dich jetzt sieben Tage hier, und du darfst das Haus sieben Tage lang nicht verlassen! (Anhaltende Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP.)
Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ
Ich kann nur sagen: Hören Sie auf Ihr Gewissen! Sie sind freie Mandatare, Sie sind Ihren Wählern und Wählerinnen verpflichtet (Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ) und nicht Ihrer Fraktion. Nehmen Sie das ernst, lehnen Sie dieses Unrechtspaket ab! (Abg. Dr. Rosenkranz: Wir sind den Wählern verpflichtet!) Denn wenn das heute beschlossen wird, dann sollten wir uns von Wörtern wie „Integration“, „besseres Zusammenleben“ (Abg. Rädler: Sie vermischen alles!), „Men
Abg. Rädler: Sie vermischen alles!
Ich kann nur sagen: Hören Sie auf Ihr Gewissen! Sie sind freie Mandatare, Sie sind Ihren Wählern und Wählerinnen verpflichtet (Abg. Rädler: Auch Sie! – Bravo- und Richtig-Rufe bei der FPÖ) und nicht Ihrer Fraktion. Nehmen Sie das ernst, lehnen Sie dieses Unrechtspaket ab! (Abg. Dr. Rosenkranz: Wir sind den Wählern verpflichtet!) Denn wenn das heute beschlossen wird, dann sollten wir uns von Wörtern wie „Integration“, „besseres Zusammenleben“ (Abg. Rädler: Sie vermischen alles!), „Men
Abg. Rädler: Genau!
Es ist das für uns gemeinsam eine wichtige Aufgabe, und ich sage: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik – und ich bin froh darüber, dass wir es gemacht haben, denn wir haben es bereits bei den Regierungsverhandlungen ins Regierungsübereinkommen geschrieben – versucht man, Zuwanderung klar zu regeln, neben der Asylschiene! Bis jetzt sind alle Migrationsfragen, Integrationsfragen, Asyl ein bisschen umgerührt worden, Kriminalität wurde darüber gestülpt (Abg. Rädler: Genau!), es wurde noch einmal umgerührt, und dann hat das in Wirklichkeit kein Mensch mehr auseinanderhalten können, wenn es diskutiert worden ist. (Abg. Dr. Rosenkranz: Wer hat denn das gemacht?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt haben wir die Konsequenzen vor uns: Wir haben gestiegene Ausgaben, aber die Einnahmen sind leider zu gering. Und wir Grüne sagen: Deshalb ist für uns die logische Konsequenz aus dieser Entwicklung, dass die Beiträge wieder angehoben werden müssen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist ja auch im Gesetz so vorgesehen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie verteidigen dieses System und sagen, alles andere ist schlecht, gerade dass Sie nicht gesagt haben: neoliberale, unabhängige Agenturen versus die guten, GÖD-geprüften – der Herr Präsident sitzt dort oben (in Richtung des den Vorsitz führenden Präsidenten Neugebauer weisend), er gibt den Stempel drauf: „Neugebauer geprüft“, dann passt das. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Niederösterreich...!
Wenn man ein bisschen ernsthaft über moderne Bildung reden will, dann sollte man doch davon weggehen und dieses verkrustete System, wo natürlich Parteibuchwirtschaft – ich komme aus Niederösterreich, ich weiß, wovon ich spreche (Abg. Rädler: Niederösterreich...!) – im Schulsystem gang und gäbe ist, wegbringen und endlich dazu kommen, dass man ernsthaft von Qualität und von Verbesserungen im Schulsystem reden kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Darum sind Sie nicht drangekommen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Darum sind Sie nicht drangekommen!
Wenn man ein bisschen ernsthaft über moderne Bildung reden will, dann sollte man doch davon weggehen und dieses verkrustete System, wo natürlich Parteibuchwirtschaft – ich komme aus Niederösterreich, ich weiß, wovon ich spreche (Abg. Rädler: Niederösterreich...!) – im Schulsystem gang und gäbe ist, wegbringen und endlich dazu kommen, dass man ernsthaft von Qualität und von Verbesserungen im Schulsystem reden kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Darum sind Sie nicht drangekommen!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Danke vor allem auch an die vielen Bundesheersoldaten, die ausgezeichnete Arbeit geleistet und dazu beigetragen haben, dass die Menschen in diesen Grenzregionen, zuletzt eben im Burgenland, wie wir wissen, und in Teilen Niederösterreichs, sich sicher fühlen konnten und auch weiterhin sicher fühlen können! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist glatter Amtsmissbrauch! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bitte, was ist das, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!) Das steht hier drinnen! Nachweislich! Und es deckt sich mit allen Erfahrungen, die wir mit euch gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!
Das ist glatter Amtsmissbrauch! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bitte, was ist das, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Nein, das steht nicht drinnen!) Das steht hier drinnen! Nachweislich! Und es deckt sich mit allen Erfahrungen, die wir mit euch gemacht haben. (Beifall beim BZÖ.)
Sitzung Nr. 105
Abg. Rädler: Hallo!
Ich bin überzeugt davon, alle können das. – Männer fragen sich das manchmal auch nicht, die sagen oft Ja und überlegen nachher auch nicht mehr, ob sie das können oder nicht. (Abg. Rädler: Hallo!)
Abg. Rädler: Warum haben Sie das Mikrophon abgedreht?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen zur Anfrage 110/M. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das Mikrophon abgedreht?) – Weil es keine Zusatzfrage zur Zusatzfrage gibt, Herr Abgeordneter – ganz einfach. (Abg. Steibl: Aber es muss auch eine Antwort geben! – Ruf bei der SPÖ: Aber bei Bandion-Ortner ...! – Abg. Ing. Westenthaler: Sie sollten eigentlich die Abgeordneten verteidigen, nicht die Minister!)
Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Pflichtverteidigerin der Minister? – Abg. Steibl: Nicht wie zu antworten, aber zu antworten! – Abg. Rädler: ... zu Hause bleiben?
Was die Antwort betrifft: Meine Damen und Herren, wir haben diese Debatte über die Antwortgestaltung auch in einer der letzten Präsidialen besprochen, und ich habe dort ebenfalls wiederholt dargestellt, dass ich es nicht in der Hand habe, den Damen und Herren Ministerinnen und Ministern vorzuschreiben, wie sie zu antworten haben. (Abg. Ing. Westenthaler: Sie sind die Pflichtverteidigerin der Minister? – Abg. Steibl: Nicht wie zu antworten, aber zu antworten! – Abg. Rädler: ... zu Hause bleiben?)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und im Übrigen bin ich der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!
Auf Wiedersehen, Frau Glawischnig! (Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Tatsächlich ist die weltweite Diskussion über die Ressourcenvergeudung und die nachhaltige Umweltverschmutzung durch Kunststoffverpackungen, die ja, wie wir bereits gehört haben, von Los Angeles bis Wieselburg geführt wird (Zwischenruf des Abg. Rädler), auch symptomatisch dafür, dass die Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend ihr Unbehagen über unsere Wegwerfgesellschaft formulieren.
Der Redner stellt eine orangefarbene Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Rädler: Nicht schon wieder!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Herr Bundeskanzler! (Der Redner stellt eine orangefarbene Tafel mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ vor sich auf das Rednerpult. – Abg. Rädler: Nicht schon wieder!) Wenn man sich die Zeitungskommentare durchliest, wenn man sich die öffentliche Beurteilung anhört, dann muss man feststellen: Sie haben ja im Grunde genommen nur zwei Möglichkeiten, was sozusagen das Defizit dieser Bundesregierung betrifft: Entweder gibt es ein Kommunikationsproblem dieser Bundesregierung und Sie sind einfach nicht in der Lage, den Menschen dieses Problem, das die Eurokrise, die Wirtschaftskrisefolgen ausmacht, so zu erklären, dass es auch jeder versteht, oder Sie sind auf einem fundamentalen, katastrophalen politischen Holzweg, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ja, natürlich, unser Außenpolitiker da, der Experte in der drittletzten Reihe. Das ist natürlich gut und richtig, wenn man sich da auch noch beteiligt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, der nächste Außenpolitiker! Nur, meine lieben Kollegen von der Österreichischen Volkspartei, ... (Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!) – Nein, ich bin überhaupt nicht überheblich, nur ... (Ruf bei der ÖVP: Musst dich anhalten, damit du nicht hinunterfällst!)
Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!
Ja, natürlich, unser Außenpolitiker da, der Experte in der drittletzten Reihe. Das ist natürlich gut und richtig, wenn man sich da auch noch beteiligt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, der nächste Außenpolitiker! Nur, meine lieben Kollegen von der Österreichischen Volkspartei, ... (Abg. Rädler: Sei nicht so überheblich!) – Nein, ich bin überhaupt nicht überheblich, nur ... (Ruf bei der ÖVP: Musst dich anhalten, damit du nicht hinunterfällst!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Bucher begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ – Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Das gleiche Taferl, die gleiche Rede!
Als Erster zu Wort gelangt Herr Klubvorsitzender Bucher. – Bitte. (Abg. Bucher begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Tafel auf mit der Aufschrift „Genug gezahlt!“ – Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Das gleiche Taferl, die gleiche Rede!)
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Heute zahlt der Steuerzahler schon 1 Milliarde € pro Jahr. (Abg. Kopf: Schämst du dich eigentlich nicht?) 1 Milliarde € pro Jahr wird das in Zukunft den Steuerzahler kosten! (Abg. Kopf: Mit der Hypo am Hals, schämst du dich nicht? Schäm dich! Schämen sollst du dich!) 500 Millionen über den EU-Beitrag, über den Nettozahlerbeitrag, und eine halbe Milliarde zusätzlich über dieses Hilfspaket. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Das sollten Sie in Zukunft gegenüber dem Steuerzahler verantworten. (Abg. Kopf: Schämen sollst du dich, sonst gar nichts!) Das müssen Sie verantworten!
Abg. Rädler: Bravo!
Mittlerweile ist es ja in Mode gekommen – aus meiner Sicht völlig hirnlos –, auf alles, was Europa heißt, einzudreschen. (Abg. Rädler: Bravo!) Das sind wirklich Holzfäller
Abg. Rädler: Nein!
kommen –, wegen der Verkehrskredit. (Abg. Bucher: Kommunalkredit!) Daher hat das alles mit der Hypo Alpe-Adria nichts zu tun. (Abg. Rädler: Nein!) Aber ein ehemaliger Finanzminister stellt sich hier heraus und erklärt der Öffentlichkeit – in Erwartung, dass sie eh so blöd ist, wie der Herr Treichl über die politische Klasse dieses Landes sagt –, dass wir deswegen so schlecht dastehen, weil es die Hypo Alpe-Adria gibt.
Abg. Rädler: Aber auf Urlaub fahren Sie hin!
Jetzt stellt sich die Frage, ob es Griechenland mit den Maßnahmen, die ergriffen worden sind, schaffen kann. Sie von der FPÖ haben Griechenland bereits abgeschrieben – auch das BZÖ. (Abg. Rädler: Aber auf Urlaub fahren Sie hin!)
Abg. Rädler: Das ist aber so!
Das Einzige, das Ihnen dazu einfällt, meine Damen und Herren auch von der SPÖ, Herr Staatssekretär Schieder – da hätten wir uns wirklich mehr von Ihnen erwartet –, ist, dass Sie wieder gebetsmühlenartig sagen: Die Hypo, die Hypo, die Hypo. (Abg. Rädler: Das ist aber so!) – Das gerade aus einer Partei, die es geschafft hat, die Gewerkschaftsbank BAWAG fast in den Ruin zu führen und damit gleich die gewerkschaftliche Interessenvertretung kaputtzumachen (Abg. Strache: Den ÖGB ausgeraubt! Die Mitgliedsbeiträge! Das ist letztklassig!), wo auch der Steuerzahler mit seiner Haftung diese Bank und den Österreichischen Gewerkschaftsbund retten musste. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Hallo!
Wahr ist vielmehr, dass zahlreiche freiheitliche Mandatare in den Landtagen und noch viel mehr Gemeinderäte der Freiheitlichen bei Einsparungsmaßnahmen tatkräftig mitwirken oder mitwirken würden. Ich denke da insbesondere an eine Reduzierung der Bürgermeisterbezüge in Niederösterreich, die ja erst großzügig erhöht wurden. (Abg. Rädler: Hallo!)
Abg. Rädler: Das war sinnloses Geschwafel! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Gradauer. 3 Minuten freiwillige Redezeitbeschränkung. – Bitte. (Abg. Rädler: Das war sinnloses Geschwafel! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rädler: Am besten euch gleich einsparen!
Wir, das BZÖ, wollen am System sparen. (Abg. Rädler: Am besten euch gleich einsparen!) Die Staatssanierung ohne neue Steuern ist möglich. Dafür, geschätzte Damen und Herren, ist eine Steuerreform und eine längst überfällige Verwaltungsreform unbedingt notwendig.
Abg. Rädler: Regierung!
dass Sie als Staatssekretär mit dabei waren und nicht Herr Staatssekretär Lopatka (Abg. Petzner: Ja, und nicht sie selber! – Bundesministerin Dr. Fekter: Auch der Herr Bundeskanzler!), wie wichtig es ihr ist, darauf aufmerksam zu machen, dass Rot an Bord ist? (Abg. Rädler: Regierung!) Sie von der SPÖ hätten nämlich keine Veranlassung dazu gehabt. Und ich sage Ihnen heute voraus, Sie werden das einmal in Ihren Memoiren anstreichen und sagen: Das war mein größter politischer Fehler, dass ich mich da habe mitnehmen lassen (Beifall beim BZÖ), denn, meine Damen und Herren von der SPÖ, Sie hätten keinen Grund gehabt, sich hier an Bord nehmen zu lassen, keinen einzigen. Es wäre vielleicht gescheiter gewesen, Sie hätten vorher mit manchen Ihrer Genossen in Kärnten geredet, und zwar mit jenen, die in der Bank waren und eine Ahnung von den Dingen hatten.
Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Durch die Form, wie Sie das heute dargestellt haben, verstehen wir, das Sie da offensichtlich Ihre Probleme haben. Aber Sie werden sich auch noch mit der Adoption anfreunden müssen, denn sie ist da. Wenn sogar Kleriker darüber sprechen können – aber das ist eigentlich gar nicht das Thema. (Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 109
Die Abgeordneten der FPÖ legen die Schilder ab. – Abg. Mag. Rudas: Da fehlt die Hypo drauf! – Abg. Rädler: Sehr originell! „Unser Geld für unsere Leut’!“ Wirklich sehr originell! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Bitte, Herr Bundeskanzler. (Die Abgeordneten der FPÖ legen die Schilder ab. – Abg. Mag. Rudas: Da fehlt die Hypo drauf! – Abg. Rädler: Sehr originell! „Unser Geld für unsere Leut’!“ Wirklich sehr originell! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Rädler: Ist das wieder die Sozialistische Jugend?! – Abg. Hagen: Frau Präsidentin! Wer organisiert immer diesen Radau?! – Ruf bei der FPÖ: Die Sozialistische Jugend! – Abg. Kickl: Die Radau-Fraktion der SPÖ!
Meine Damen und Herren, Kundgebungen von der Galerie sind untersagt! Bis wieder Ruhe herrscht, unterbreche ich die Sitzung. (Abg. Rädler: Ist das wieder die Sozialistische Jugend?! – Abg. Hagen: Frau Präsidentin! Wer organisiert immer diesen Radau?! – Ruf bei der FPÖ: Die Sozialistische Jugend! – Abg. Kickl: Die Radau-Fraktion der SPÖ!)
Abg. Rädler: Wer macht sich da auf? 8 000 Leute!
Was wurde aus den großen Fragen der Bildungsreform? – Jetzt neuerlich die ganztägige Betreuung zu verkünden – auch bereits im Loipersdorf-Paket angekündigt –, wird die vielen Eltern, Schülerinnen und Schüler, die sich jetzt zum Bildungs-Volksbegehren aufmachen, nicht wirklich begeistern. (Abg. Rädler: Wer macht sich da auf? 8 000 Leute!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Wo waren Sie die letzten zehn Tage?
Ich glaube, dass der Frust über diesen Stillstand bei vielen berechtigterweise schon sehr groß ist. Und sich jetzt neuerlich nur herzustellen und nur Ankündigungen zu machen und zu sagen: Jetzt wird alles besser!, ist zu wenig. Es wäre ehrlicher, wenn Sie einmal sagen würden: Das schaffen wir, und das schaffen wir nicht! Aber immer wieder diese Schalmeientöne, die wirklich niemand mehr hören kann (Abg. Amon: Schalmeientöne sind besser als Unkenrufe!), und gleichzeitig eine Nationalratssitzung mit nur einem einzigen Gesetzesbeschluss in zwei Tagen, das ist zu wenig. Ich habe das noch nie erlebt wie in den letzten zehn Tagen. Das ist ein echtes Armutszeugnis! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Wo waren Sie die letzten zehn Tage?)
Abg. Rädler: Keine Ahnung!
Ich nenne nur das Beispiel der 24-Stunden-Betreuung. Schauen wir da zu, wie die 24-Stunden-Betreuung, von der wir wissen, dass die selbständige Betreuung ganz offensichtlich keine selbständige ist, irgendwann in den Graben fährt? Schauen wir zu, dass ausländische Beschäftigte zu Schund- und Schandlöhnen diese Tätigkeit machen müssen? Und fällt uns nichts anderes ein, wie wir unsere älteren und alten Menschen pflegen und versorgen können? (Abg. Rädler: Keine Ahnung!)
Abg. Rädler: Märchenerzähler!
Wissen Sie, dieser Tatendrang erinnert mich an das Kanzlerfest (Abg. Rädler: Märchenerzähler!), das der Herr Bundeskanzler vorbereitet!
Abg. Rädler: Wie stehen Sie zu Zigarettenautomaten?
Woran messe ich Sie da? – Ich messe Sie am Regierungsprogramm, zum Beispiel zum Thema Kinderbetreuung. Im Regierungsprogramm, das mittlerweile fast drei Jahre alt ist, steht drin (Abg. Rädler: Wie stehen Sie zu Zigarettenautomaten?): Bedarfsgerechter und kontinuierlicher Ausbau der Kinderbetreuung, vor allem für die Unter-Dreijährigen; und dann weiter: mit dem Ziel eines flächendeckenden Angebotes.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sehr geehrte Damen und Herren! Der Personalstand der Exekutive ist de facto seit dem Jahr 2000 gleich geblieben – bei einer gleichzeitigen Erhöhung des Sicherheitserfordernisses in Österreich. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Daher ist weder für die Damen und Herren dieses Hauses noch für die Zuseherinnen und Zuseher und am wenigsten für die österreichischen Bürgerinnen und Bürger verständlich, welche Show Sie heute hier abziehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Und es gibt schon eine Erfahrung – ich möchte das auch einmal öffentlich sagen –, nicht nur in der Frage der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses als Minderheitenrecht, die oft sehr schwer mit der Österreichischen Volkspartei zu verhandeln war (Zwischenruf des Abg. Rädler), aber wenn es einmal ein Verhandlungsergebnis gegeben hat, dann war es üblich, dass die Österreichische Volkspartei ihr Wort gehalten hat. (Abg. Petzner: Da kann ich ganz Gegenteiliges sagen!)
Abg. Rädler: Wo ist Klubobmann Bucher?
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Fristsetzungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Abg. Rädler: Wo ist Klubobmann Bucher?) – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt.
Abg. Rädler: Die rote nicht! – Ruf beim BZÖ: Es gibt auch eine orange!
Dass das auch so bleibt, das steht und fällt mit den alpinen Vereinen. Man muss darauf hinweisen, dass sehr, sehr viele Freiwillige eine gewaltige Anzahl von freiwilligen Stunden leisten und dass es nur so möglich ist, dieses Wegenetz aufrechtzuerhalten und die alpinen Schutzhütten in einer entsprechenden Form zu führen. Wenn es kein solch gut gewartetes Wegenetz gibt, dann wandern nicht nur die Touristen ab, sondern dann sind auch die Einheimischen nicht bereit, die Berge zu erleben, beziehungsweise können sie das nicht. Was gibt es denn Schöneres als eine Bergwanderung, möglichst noch in der Früh, wenn man dann die rote Sonne am Horizont aufgehen sieht? Das ist wirklich ein schönes Erlebnis. (Abg. Rädler: Die rote nicht! – Ruf beim BZÖ: Es gibt auch eine orange!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das mit der roten Sonne lassen wir!
Herr Kollege Hörl, lasst euch da etwas einfallen! Ich glaube, dass wir in Tirol schon in der Lage wären, diesbezügliche Packages zu schnüren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Das mit der roten Sonne lassen wir!)
Bundesminister Dr. Mitterlehner: Der Gletscherbus! – Abg. Rädler: Dann fahren Sie mit der Sommerrodelbahn!
gilt? Er sagt: Das dürfen wir nicht! (Bundesminister Dr. Mitterlehner: Der Gletscherbus! – Abg. Rädler: Dann fahren Sie mit der Sommerrodelbahn!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Riepl: Wo sind die Stöcke? – Abg. Rädler: Ein Fall für den Volksanwalt!
Dieses Beispiel, meine Damen und Herren, zeigt auf der einen Seite, wie wichtig es ist, dass wir insgesamt die Mobilität der Touristen vor Ort flexibler gestalten, das Angebot wirklich für alle nutzbar machen. Auf der anderen Seite zeigt ihnen das Beispiel von der Schweiz – und damit möchte ich abschließen –, wo wirklich 25 Prozent, also ein Viertel der Urlauberinnen und Urlauber mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen – in Österreich nur 7 Prozent –, dass wir noch eine weite Strecke Weges vor uns haben. Aber, Herr Minister, ich bin optimistisch, sowohl für das Zillertal als auch für Österreich. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Riepl: Wo sind die Stöcke? – Abg. Rädler: Ein Fall für den Volksanwalt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das verstehen die Grünen nicht! – Abg. Mag. Schatz: Was machen Sie für Gesetze? Sie sind Abgeordneter einer Regierungspartei!
Sie sollten einmal aus Ihrem Büro hinausgehen, die Betriebe besuchen und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern draußen vor Ort reden. Dann würden Sie vielleicht ein anderes Bild haben und nicht in einer Scheinwelt leben, die Sie hier im Plenum zum Besten geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das verstehen die Grünen nicht! – Abg. Mag. Schatz: Was machen Sie für Gesetze? Sie sind Abgeordneter einer Regierungspartei!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da können wir hier beschließen, was wir wollen, Faktum ist: Wir müssen auch mit den Menschen arbeiten, die vor Ort sind. Das ist auch eines unserer Themen. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie wissen, wo ich herkomme, und Sie wissen, dass ich sehr wohl schon einiges betreffend überlange Überstunden unternommen habe, um das aufzuzeigen. (Abg. Mag. Schatz: Aufzeigen, ja!) – Ja, Entschuldigung! Ich kann es ja immer nur aufzeigen, ich kann es ja immer nur darstellen, ich kann immer nur animieren: Bitte, macht etwas! (Abg. Mag. Schatz: Nein! Sie sind der Minister! „Aufzeigen“ ist ein bisserl wenig!)
Sitzung Nr. 110
Abg. Rädler: 100 Jahre!
Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dabei sollte vielleicht auf eine gewisse Einschlägigkeit der Deliktsbegehung Wert gelegt werden. Wenn ein Bürgermeister glaubt, er muss Wahlschwindel betreiben, dann soll er damit rechnen müssen, dass er nicht bei der nächsten Gelegenheit neu antreten und sich wieder wählen lassen kann, meine Damen und Herren, so wie das im Burgenland passiert ist (Beifall bei BZÖ und FPÖ), sondern er muss dann vom Wahlrecht ausgeschlossen bleiben für die nächsten Jahre zumindest. (Abg. Rädler: 100 Jahre!) – Doch nicht 100 Jahre. 100 Jahre, schreit der Bürgermeister. Willst du auf dein Wahlrecht schon gänzlich verzichten, oder was? Ein niederösterreichischer Bürgermeister, meine Damen und Herren, der selbst genau weiß, wie man sich seine Mehrheiten in der Gemeinde bastelt. (Abg. Rädler: Jessas na!) Jaja, genau. Du brauchst nicht „Jessas na“ zu sagen, du kannst auch einfach nur „Meister“ zu mir sagen. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Rädler: Jessas na!
Frau Bundesminister! Meine Damen und Herren! Dabei sollte vielleicht auf eine gewisse Einschlägigkeit der Deliktsbegehung Wert gelegt werden. Wenn ein Bürgermeister glaubt, er muss Wahlschwindel betreiben, dann soll er damit rechnen müssen, dass er nicht bei der nächsten Gelegenheit neu antreten und sich wieder wählen lassen kann, meine Damen und Herren, so wie das im Burgenland passiert ist (Beifall bei BZÖ und FPÖ), sondern er muss dann vom Wahlrecht ausgeschlossen bleiben für die nächsten Jahre zumindest. (Abg. Rädler: 100 Jahre!) – Doch nicht 100 Jahre. 100 Jahre, schreit der Bürgermeister. Willst du auf dein Wahlrecht schon gänzlich verzichten, oder was? Ein niederösterreichischer Bürgermeister, meine Damen und Herren, der selbst genau weiß, wie man sich seine Mehrheiten in der Gemeinde bastelt. (Abg. Rädler: Jessas na!) Jaja, genau. Du brauchst nicht „Jessas na“ zu sagen, du kannst auch einfach nur „Meister“ zu mir sagen. (Allgemeine Heiterkeit.)
Abg. Rädler: Wer war das konkret?
Es hat zum Beispiel in Oberösterreich eine Gemeinde gegeben, da hat der Bürgermeister zu einem Grillfest mit Grillhendl und Bier und auch antialkoholischen Getränken, nehme ich an, eingeladen, und dort wurde angeboten, dass man die Wahlkarte vor Ort bestellen kann. Die Wahlkarte wurde vor Ort ausgefüllt – mit oder ohne Fettflecken, das sei jetzt unserer Phantasie überlassen –, und dann wurde die Wahlkarte von der Gemeindesekretärin wieder mitgenommen. Dass man da nicht mehr von der Ausübung des geheimen Wahlrechtes sprechen kann, liegt auf der Hand. (Abg. Mag. Gaßner: Wo war das?) In Oberösterreich. (Abg. Rädler: Wer war das konkret?) Weiß ich jetzt nicht, kann ich Ihnen aber nachliefern.
Abg. Rädler: Bist du ein Niederösterreicher?
Ich halte eine sachliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der Habsburger in jeder Form für zweckdienlich und richtig und halte auch die Meinung des Genossen Cap für durchaus angebracht; ich sage dies bewusst. Ich halte es jedoch für völlig unangebracht, wenn Sie, Frau Bundesminister, hier im Parlament als Oberlehrerin fungieren. Wenn Herr Abgeordneter Cap etwas sagt, dann brauchen Sie sich nicht dafür zu entschuldigen und hier die Oberlehrerin zu spielen. Wir sagen hier, was wir wollen, und Sie brauchen sich für niemanden hier im Haus zu entschuldigen. Das sei Ihnen ins Stammbuch geschrieben. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.) Hier ist die freie Rede möglich, aber nicht die Bevormundung durch die Regierung. (Abg. Rädler: Bist du ein Niederösterreicher?) Das mag im Land Niederösterreich möglich sein, hier nicht. Hier gelten andere Regeln.
Abg. Rädler: Bist du auch ein Niederösterreicher?
Die Fälle sind bekannt. Neu ist mir der Fall, den die Grünen aus Oberösterreich erwähnt haben. Das liegt gleich neben Niederösterreich. Es wundert mich nicht, dass man gleich zu Partys eingeladen wird. (Abg. Rädler: Bist du auch ein Niederösterreicher?) – Jawohl, ich bin sogar Bürgermeister in Niederösterreich, und du lieferst mir jetzt ein gutes Stichwort. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Das Persönlichkeitswahlrecht war vorbildlich!
Herr Bürgermeisterkollege, erkläre mir jetzt, wie das mit der demokratiepolitischen Gesinnung ist! In Niederösterreich war es ein riesiger Kampf, dass es auf kommunaler Ebene überhaupt einen amtlichen Stimmzettel gibt. Meine Damen und Herren, das war dort verpönt. Heute noch schaut einen ein Bürgermeister oft komisch an und sagt: Hast du gar nicht den Stimmzettel mit, den ich dir persönlich ausgehändigt habe? (Abg. Rädler: Das Persönlichkeitswahlrecht war vorbildlich!)
Abg. Rädler: Du hast Angst vor der Wahl!
Persönlichkeitswahlrecht. – Ich stelle die konkrete Frage: Hältst du es wirklich noch für angebracht, dass es einen nichtamtlichen Stimmzettel gibt? Hältst du es wirklich für angebracht? (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.) Er sagt: ja. Da soll jeder seinen Schluss daraus ziehen! (Abg. Rädler: Du hast Angst vor der Wahl!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dieser nichtamtliche Stimmzettel, in Niederösterreich gang und gäbe, führt natürlich zu kuriosen Resultaten. Wir kennen den Fall im Burgenland: Da hat einer eifrig gleich selbst ausgefüllt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist etwas anderes.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Gut, dann kommen wir zu den Fällen in Niederösterreich. Ich nenne dir jetzt einen Paradefall. Bei der Auszählung gibt es dann sogar Ergebnisse, wo die Zahl der abgegebenen Stimmzettel mehr als 100 Prozent erreichen kann. In Niederösterreich gibt es eine Gemeinde, wo der Wahlleiter das mit seinen Kumpanen gleich richtig gelöst hat. Der hat gesagt: Jetzt haben wir mehr Stimmzettel, denn es gibt amtliche und nichtamtliche, was tun wir jetzt? Da hat man die richtigen aussortiert und die Stimmzettel, die überzählig waren, verbrannt. Ich kann dir nur sagen, denkt gerade in Niederösterreich darüber nach – die Innenministerin ist ja Bestandteil dieser ÖVP Niederösterreich –, ob ihr nicht endlich einmal von diesen nichtamtlichen Stimmzetteln abrücken und euch zum amtlichen Stimmzettel bekennen solltet! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das wird ja stimmen!
Dann haben wir lang hin und her überlegt und haben dann eine Wahlanfechtung beim Verfassungsgerichtshof eingebracht. Das Ergebnis war, dass der Bürgermeister eine Pressekonferenz gemacht hat, wo er gesagt hat: Der Huber wird sofort geklagt. Das ist eine Sauerei! Ich war Staatsfeind Nummer eins. Es ist bei dieser Wahl alles zu 100 Prozent korrekt abgelaufen, hat er behauptet. Wer Lienz so schädigt, wie ich es getan habe, schädigt ganz Tirol und was weiß ich noch alles. (Abg. Rädler: Das wird ja stimmen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ob sich Herr Klubobmann Cap noch einmal zum Thema Habsburg äußern würde, weiß ich nicht, denn dazu eine kleine, bemerkenswerte Begebenheit. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich verstehe nicht, warum Herr Dr. Wittmann hier hergeht und Herrn Dr. Cap heute plötzlich – im Protokoll nachzulesen – mit „Genossen Cap“ anredet. Ich habe mir gedacht, das ist schon lange nicht mehr ... (Abg. Dr. Wittmann: Bewusst!) – Bewusst? Okay, na gut. (Abg. Dr. Wittmann: Bewusst! Ich habe es ganz bewusst gesagt!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich lese heute Früh in der „Kleinen Zeitung“, dass Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen natürlich sofort per Handy Herrn Ulrich Habsburg darüber Bericht erstattet hat, dass das jetzt gelöst ist. – So weit so gut. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich lese in weiterer Folge, dass Herr Ulrich Habsburg heute hier anreist, weil er diese Debatte mitverfolgt – auch gut. Ich lese weiters:
Abg. Rädler: Cap nicht!
Wer noch in dieser Republik? (Abg. Rädler: Cap nicht!) – Herr Dr. Cap, werden Sie dabei sein? (Abg. Rädler: Nein!) Werden Sie dem Herrn Bundespräsidenten empfehlen, es nicht zu tun?
Abg. Rädler: Nein!
Wer noch in dieser Republik? (Abg. Rädler: Cap nicht!) – Herr Dr. Cap, werden Sie dabei sein? (Abg. Rädler: Nein!) Werden Sie dem Herrn Bundespräsidenten empfehlen, es nicht zu tun?
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ein ähnliches Thema stellt sich auch bei der Frage der Menschen mit Zweitwohnsitz. Jetzt ist Herr Kollege Rädler auch wieder da – er hat vorhin hineingerufen, ich glaube, beim Kollegen Windholz, dass der nichtamtliche Stimmzettel das Persönlichkeitswahlrecht unterstütze. – Einen solchen Holler habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört! Da liegen diese komischen Zettel, wahrscheinlich bei Ihnen in der Gemeinde auch, und wissen Sie, was da passiert? Übrigens, ich bin aus Trumau. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich muss Otto Pendl verteidigen – weil es solche Zwischenrufe auch gegeben hat –: In Trumau ist mir das noch nie aufgefallen. Aus anderen Gemeinden wissen wir, dass man in die Wahlzelle hineingeht, und dort liegen Stimmzettel, nichtamtliche Stimmzettel in den Wahlzellen. Die werden dann alle paar Stunden von irgendjemandem ausgeräumt. (Abg. Rädler: Was für Gemeinden?) – Na, welche Gemeinden? Dann lesen Sie einmal im „profil“ nach, wo sie drinnen waren. (Abg. Rädler: Namen! Namen!) Es waren ÖVP-Gemeinden.
Abg. Rädler: Was für Gemeinden?
Ein ähnliches Thema stellt sich auch bei der Frage der Menschen mit Zweitwohnsitz. Jetzt ist Herr Kollege Rädler auch wieder da – er hat vorhin hineingerufen, ich glaube, beim Kollegen Windholz, dass der nichtamtliche Stimmzettel das Persönlichkeitswahlrecht unterstütze. – Einen solchen Holler habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört! Da liegen diese komischen Zettel, wahrscheinlich bei Ihnen in der Gemeinde auch, und wissen Sie, was da passiert? Übrigens, ich bin aus Trumau. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich muss Otto Pendl verteidigen – weil es solche Zwischenrufe auch gegeben hat –: In Trumau ist mir das noch nie aufgefallen. Aus anderen Gemeinden wissen wir, dass man in die Wahlzelle hineingeht, und dort liegen Stimmzettel, nichtamtliche Stimmzettel in den Wahlzellen. Die werden dann alle paar Stunden von irgendjemandem ausgeräumt. (Abg. Rädler: Was für Gemeinden?) – Na, welche Gemeinden? Dann lesen Sie einmal im „profil“ nach, wo sie drinnen waren. (Abg. Rädler: Namen! Namen!) Es waren ÖVP-Gemeinden.
Abg. Rädler: Namen! Namen!
Ein ähnliches Thema stellt sich auch bei der Frage der Menschen mit Zweitwohnsitz. Jetzt ist Herr Kollege Rädler auch wieder da – er hat vorhin hineingerufen, ich glaube, beim Kollegen Windholz, dass der nichtamtliche Stimmzettel das Persönlichkeitswahlrecht unterstütze. – Einen solchen Holler habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehört! Da liegen diese komischen Zettel, wahrscheinlich bei Ihnen in der Gemeinde auch, und wissen Sie, was da passiert? Übrigens, ich bin aus Trumau. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich muss Otto Pendl verteidigen – weil es solche Zwischenrufe auch gegeben hat –: In Trumau ist mir das noch nie aufgefallen. Aus anderen Gemeinden wissen wir, dass man in die Wahlzelle hineingeht, und dort liegen Stimmzettel, nichtamtliche Stimmzettel in den Wahlzellen. Die werden dann alle paar Stunden von irgendjemandem ausgeräumt. (Abg. Rädler: Was für Gemeinden?) – Na, welche Gemeinden? Dann lesen Sie einmal im „profil“ nach, wo sie drinnen waren. (Abg. Rädler: Namen! Namen!) Es waren ÖVP-Gemeinden.
Abg. Rädler: Ja, die kenne ich!
Gemeinden wollen Sie wissen? – Gut. Reden wir von Aspang Markt, kennen Sie die Gemeinde? (Abg. Rädler: Ja, die kenne ich!) – Aspang Markt kennen Sie. Den ÖVP-Bürgermeister kennen Sie auch. (Zwischenruf des Abg. Mayerhofer.) Wissen Sie, wie viele Leute der Herr ÖVP-Bürgermeister aus Aspang Markt Auerböck bei der letzten Wahl in Niederösterreich in seinem Haus gemeldet hatte? – Sie wohnen zu dritt, aber
Abg. Rädler: Ja?
Sie brauchen mir nicht so zu kommen, Kollege Rädler! Wissen Sie, was bei der niederösterreichischen Landtagswahl möglich war? (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Reden wir einmal über das Thema Wählerverzeichnis und reden wir einmal über das nicht zentrale Wählerverzeichnis in Niederösterreich! Wissen Sie, wie viele Leute in Niederösterreich bei der Landtagswahl doppelt wahlberechtigt waren? (Abg. Rädler: Ja?) Doppelt, das heißt, sie durften bei einer Landtagswahl zweimal wählen: Das waren über 20 000! (Abg. Rädler: Das erklären Sie mir!) Über 20 000, das ist erwiesen! Das war nachgewiesen, im Vergleich der Wählerevidenz. (Abg. Kößl: Das ist ein Schwachsinn sondergleichen!) – Was heißt Schwachsinn sondergleichen? Mehr als 20 000 Menschen waren in Niederösterreich doppelt wahlberechtigt! Es gibt kein zentrales Wählerverzeichnis. (Abg. Kößl: 20 000 zweimal wählen? Das ist ja ein Wahnsinn! Vielleicht bei den Gemeinderatswahlen! Das ist ja ein Blödsinn!)
Abg. Rädler: Das erklären Sie mir!
Sie brauchen mir nicht so zu kommen, Kollege Rädler! Wissen Sie, was bei der niederösterreichischen Landtagswahl möglich war? (Zwischenruf des Abg. Ing. Höbart.) Reden wir einmal über das Thema Wählerverzeichnis und reden wir einmal über das nicht zentrale Wählerverzeichnis in Niederösterreich! Wissen Sie, wie viele Leute in Niederösterreich bei der Landtagswahl doppelt wahlberechtigt waren? (Abg. Rädler: Ja?) Doppelt, das heißt, sie durften bei einer Landtagswahl zweimal wählen: Das waren über 20 000! (Abg. Rädler: Das erklären Sie mir!) Über 20 000, das ist erwiesen! Das war nachgewiesen, im Vergleich der Wählerevidenz. (Abg. Kößl: Das ist ein Schwachsinn sondergleichen!) – Was heißt Schwachsinn sondergleichen? Mehr als 20 000 Menschen waren in Niederösterreich doppelt wahlberechtigt! Es gibt kein zentrales Wählerverzeichnis. (Abg. Kößl: 20 000 zweimal wählen? Das ist ja ein Wahnsinn! Vielleicht bei den Gemeinderatswahlen! Das ist ja ein Blödsinn!)
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Ich sage Ihnen noch etwas: Kennen Sie Thomas Huber? – Den kennen Sie. Der, unser niederösterreichischer Landesgeschäftsführer, wäre doppelt wahlberechtigt gewesen, weil er in Baden einen Wohnsitz hat, nachweislich, weil er dort nämlich verheiratet ist, und in Amstetten auch einen Wohnsitz hat. Hat man zwei Wohnsitze, dann gibt es die Möglichkeit, in Niederösterreich bei der Landtagswahl auch doppelt wahlberechtigt zu sein. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wissen Sie, wie viele Leute dreifach wahlberechtigt waren, weil sie drei Wohnsitze haben? – Mehr als 100 Personen waren bei der Landtagswahl in Niederösterreich dreimal wahlberechtigt! Die haben drei verschiedene Wahlzettel bei einer Wahl abgegeben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und da können Sie herumfuchteln, was Sie wollen, Sie missbrauchen seit Jahren und Jahrzehnten das Wahlrecht in Niederösterreich, um eine Form von Wählerbetrug aufzumachen. (Beifall bei Grünen und FPÖ. – Abg. Kößl: Nicht klatschen! Das ist ja ein Wahnsinn!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und wenn Sie dann noch hereinwacheln: Was hat denn Kollegin Marek nach der Landtagswahl in Wien in Zeitungen inseriert? – Aufgerufen zum Wahlbetrug, indem Inserate nach der Wahl erschienen sind, dass man gefälligst die Briefwahl nachher noch verwenden soll. Das ist die Situation der ÖVP in Niederösterreich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es ist ja kein Wunder, dass die ÖVP kein Interesse daran hat, dass dem Bankenapparat einmal zu Leibe gerückt wird. Schweigen Sie! Sie sind Bankenlobbyisten und Sie sind keine Vertreter der Steuerzahler – und übrigens Sie auch nicht. Von mir haben Sie kein Mandat als Steuerzahlervertreterin. Sie nehmen die Steuern, aber Sie vertreten nicht die Steuerzahler, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Kräuter. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ein Korruptionsprivileg für inländische Abgeordnete, das versteht kein Wähler, keine Wählerin. Eine ÖVP, die keine Handschlagqualität hat, das versteht auch kein Wähler und keine Wählerin. Ich sage Ihnen eines: Wir werden Sie in dieser Frage nicht auslassen, wir werden nicht aufhören, bis es da eine Regelung gibt, oder wir werden diese Geschichte noch zigmal erzählen. Aber eines wird sicher nicht gehen, nämlich dass diesmal ÖVP und SPÖ damit durchkommen und glauben, sie können diese Sache noch einmal aussitzen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mayerhofer. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 112
Abg. Rädler: Ein „Verunsicherer“!
Als Nächster zu Wort gelangt Herr Klubobmann Strache. – Bitte. (Abg. Rädler: Ein „Verunsicherer“!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Diese Treue zu einem besonders schönen Bundesland wurde oft falsch verstanden, falsch interpretiert (Zwischenruf des Abg. Rädler), wurde oft auch missbraucht für parteipolitischen Diskurs und Auseinandersetzungen – und das, meine sehr geehrten Damen und Herren, auf dem Rücken der tüchtigen und fleißigen Kärntnerinnen und Kärntner, die sich das wirklich nicht verdient haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Die Heimatpartei!
Es war in den Debatten bis jetzt sehr oft von Heimat die Rede, von Heimat, von beheimatet sein, von Heimat haben. Mir fällt auf, dass gerade jene Personen, die das Wort „Heimat“ so inflationär verwenden, leider oft so tun, als wäre das nur ihre Heimat. (Abg. Rädler: Die Heimatpartei!) Es sollte jedoch eine Selbstverständlichkeit sein, dass das Bundesland Kärnten natürlich sowohl für die slowenischsprachigen Kärntner und Kärntnerinnen als auch für die deutschsprachigen Kärntner und Kärntnerinnen Heimat ist. Es ist traurig genug, das hier leider noch einmal festhalten zu müssen, weil viele Beiträge in der Debatte wie auch hier im Parlament bis jetzt leider von einem anderen Heimatbegriff ausgegangen sind. (Abg. Kickl: Wie ist das in der Türkei mit den Kurden?)
Abg. Rädler: Falsch! – Ruf beim BZÖ: Ihr habt ja keine Ahnung! – Abg. Grosz: Das sagt der „Erwinist“! Der Sektenführer ... !
Wir haben eine Richtgröße von 2 500 Bewohnern als Untergrenze vorgeschlagen. Natürlich soll das aufgrund einer direktdemokratischen Entscheidung der Bevölkerung erfolgen und nicht gegen den Willen der Bevölkerung. Dort, wo die Bevölkerung will, dass Gemeinden zusammengelegt werden, dass ihre Strukturen zusammengelegt werden und die Verwaltung kostengünstig und effizient gestaltet wird, soll das ermöglicht werden. Ich lade Sie ein, Ihre Ablehnung, die Sie im Ausschuss gezeigt haben, zu überdenken und diesen wichtigen Schritt, der zumindest so groß und wichtig ist wie diese Initiative des Bundesrates (Abg. Rädler: Falsch! – Ruf beim BZÖ: Ihr habt ja keine Ahnung! – Abg. Grosz: Das sagt der „Erwinist“! Der Sektenführer ... !), gemeinsam mit uns heute umzusetzen und zu beschließen. (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo, Max Linder!
Ich glaube, wir haben den Beweis, wir wissen, wie es ausschaut, wir haben es selbst in unserer Gemeinde erlebt. Deshalb meine ich, wir sollten da einfach auf dem Boden bleiben und akzeptieren, dass die kleinen Gemeinden wesentlich effizienter arbeiten. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Bravo, Max Linder!)
Abg. Rädler: Grosz!
Frau Kollegin Musiol ist leider nicht anwesend. Wenn man sich hier die unterschiedlichen Debattenbeiträge angehört hat, dann weiß man, es gibt verschiedene Meinungen: groß (Abg. Rädler: Grosz!), klein, jeder Einzelne soll mitreden. Kollege Wittmann ist darauf eingegangen. Also irgendwo soll ja auch ein Verband vorhanden sein. Ich sage jetzt einmal, wenn das sieben oder zehn Gemeinden sind – wir haben welche, da sind 30 Gemeinden dabei –, wenn man dort alle Gemeinderäte hineinsetzt und dann noch die Bürger dazu, dann brauchst du ihn gar nicht zu machen. Das wird nicht mehr zu handlen sein. Das ist nicht antidemokratisch – um Gottes willen (Abg. Rädler: Weltfremd!) –, aber demokratisch gewählte, legitimierte Organe werden dann dorthin entsandt und werden versuchen, das dann gemeinsam zu lösen. Also zu irgendeiner Lösung müssen wir uns schon auch bekennen.
Abg. Rädler: Weltfremd!
Frau Kollegin Musiol ist leider nicht anwesend. Wenn man sich hier die unterschiedlichen Debattenbeiträge angehört hat, dann weiß man, es gibt verschiedene Meinungen: groß (Abg. Rädler: Grosz!), klein, jeder Einzelne soll mitreden. Kollege Wittmann ist darauf eingegangen. Also irgendwo soll ja auch ein Verband vorhanden sein. Ich sage jetzt einmal, wenn das sieben oder zehn Gemeinden sind – wir haben welche, da sind 30 Gemeinden dabei –, wenn man dort alle Gemeinderäte hineinsetzt und dann noch die Bürger dazu, dann brauchst du ihn gar nicht zu machen. Das wird nicht mehr zu handlen sein. Das ist nicht antidemokratisch – um Gottes willen (Abg. Rädler: Weltfremd!) –, aber demokratisch gewählte, legitimierte Organe werden dann dorthin entsandt und werden versuchen, das dann gemeinsam zu lösen. Also zu irgendeiner Lösung müssen wir uns schon auch bekennen.
Abg. Rädler: Hirngespinst!
Und worum handelt es sich hier? – Um ein Ernst Strasser-Netzwerk, um ein ganz normales, eines von vielen Ernst Strasser-Netzwerken. Was ist passiert? (Abg. Rädler: Hirngespinst!) – Wissen Sie, das Hirngespinst, Herr Kollege von der ÖVP, setzt wenigstens die Existenz eines Hirns voraus! Ich danke Ihnen für diesen Zwischenruf. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, BZÖ und FPÖ.)
Abg. Rädler: Seid’s ihr rechts oder liberal?
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Hohes Haus! Meine Damen und Herren! Wissen Sie, mit diesem Schönsprech – Kollege Sacher –, mit ein paar netten Phrasen kommt man dem islamischen Mob, der Menschen umbringt, nicht bei. Das ist nicht die Sprache, die man dort versteht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Dieses ganze politisch korrekte Geplapper beeindruckt dort niemanden. (Abg. Rädler: Seid’s ihr rechts oder liberal?) – Da ist der Rechte am Wort. Und das dort sind die, die Christus selber gemeint hat, die lauen Brüder. (Ruf bei der FPÖ: Scheinheilig!)
Sitzung Nr. 113
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Ein Stadionverbot gehört her! – Bundesministerin Dr. Fekter: Keine Ahnung, Herr Stadler!
Oder lesen Sie heute beim Herrn Urschitz in der „Presse“ nach! Der richtet Ihnen aus, welche Versagernummer diese Finanzminister sind. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Ein Stadionverbot gehört her! – Bundesministerin Dr. Fekter: Keine Ahnung, Herr Stadler!)
Abg. Rädler: Beim BZÖ!
Abgeordneter Dr. Christoph Matznetter (SPÖ): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Meine Damen und Herren an den Bildschirmen! Das, was dieser etwas laut schreiende Herr mit schnarrender Stimme, mein Vorredner, gerade von sich gegeben hat, war nicht ganz in jeder Form faktenreich. Nur zu den armen Bayern: Dort zahlt der bayerische Steuerzahler 3,7 Milliarden. So viel ist auch in diesem Haider-und-Umfeld-Sumpf mit verschwunden (Abg. Rädler: Beim BZÖ!), und wir müssen leider, nämlich der österreichische Steuerzahler, auch zahlen. Aber das ist heute nicht das Thema. (Abg. Petzner: Das stimmt gar nicht, was Sie da sagen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesminister! Herr Staatssekretär! „Griechenland mit dem Euro auszustatten sei mit der Vorgangsweise zu vergleichen, einem Obdachlosen eine Villa zu finanzieren und sich dann zu wundern, dass der Hypothekar-Kredit nicht zurückgezahlt wird.“ – Das hat kein Freiheitlicher gesagt, sondern der Wirtschaftsmagnat der SPÖ, Hannes Androsch in Laxenburg am 31. Mai 2011 vor Unternehmensberatern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Gemeinden!
Damit komme ich genau zu dem nächsten Punkt: Ich verstehe im Hinblick auf diese grenzübergreifende Problematik nicht, warum sie an uns hinsichtlich unserer Aufgaben und der Notwendigkeiten, die wir umsetzen sollen, appellieren. (Abg. Mag. Musiol: Weil Sie sie nicht erfüllen! – Gegenruf bei der ÖVP.) Es gibt eine Kompetenzlage, wenn es um die Gleichbehandlung in Wien und Niederösterreich geht. Das ist eine Problematik, die die beiden Länder miteinander abklären müssen. (Abg. Rädler: Gemeinden!)
Abg. Rädler: Völlig!
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Frau Kollegin Musiol, ich verstehe Ihr Engagement, und ich verstehe auch Ihren Einsatz für verschiedene Bereiche, die noch einer Lösung zugeführt, die noch verändert werden müssen. Was ich aber nicht verstehen kann, ist eine Weltuntergangsstimmung in der gesamten Debatte im Zusammenhang mit Kinderbetreuung, die wirklich an der Realität vorbeigeht. (Abg. Rädler: Völlig!) Das hat sich unser Land wirklich nicht verdient. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Oder: „Die Stärkeren bleiben auf der ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Kollege Rädler! Si tacuisses! (Beifall bei der FPÖ.) „,Von oben‘ wurde gesagt, wir sollen schauen, dass mind. 2/3 die NMS schaffen.“
Abg. Rädler: Dann schauen Sie sich die Praxis an!
Das geht seitenweise aus diesen Erfahrungsberichten hervor. (Abg. Rädler: Dann schauen Sie sich die Praxis an!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rädler und Petzner.
Zitate über Zitate, aus der Praxis heraus. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rädler und Petzner.)
Sitzung Nr. 114
Zwischenrufe der Abgeordneten Hörl und Rädler.
Zum Zweiten eröffnen wir dadurch wieder neue Privilegien, die wir wegbringen wollen, weil wir doch versuchen sollten, alle – Beamte, Angestellte, Arbeiter – auf die ASVG-Prinzipien und -Bedingungen hinzubringen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Hörl und Rädler.) Das empfiehlt auch der Rechnungshof, meine Damen und Herren.
Sitzung Nr. 116
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, es gibt eine ehrliche und anständige Mehrheit in dieser Republik. Wir als Grüne, als einzige Partei mit sauberen Händen (ironische Heiterkeit bei der FPÖ), die nicht in Korruptionsaffären verwickelt ist, ... – Ja, ich bin stolz darauf, dass wir uns auch in diesem Punkt von den anderen Parteien dieses Hauses grundsätzlich unterscheiden! (Beifall bei den Grünen.) Grüne – nehmen Sie das zur Kenntnis, wie es alle zur Kenntnis nehmen – kann man nicht kaufen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Großruck.
Wir haben es hier mit einem der größten wirtschaftlichen und politischen Skandale in den letzten 20 Jahren zu tun. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Großruck.) – Wenn Sie jetzt wieder mit Ihrem frauenfeindlichen Quatsch hier hereinplärren – ich möchte das kurz wiederholen: Oberlehrerin der Nation –, möchte ich Ihnen sagen, Sie sollten wirklich sehr vorsichtig sein. Als ÖVP-Abgeordneter an Tagen wie diesen sich an einer ernsthaften, seriösen Debatte nicht zu beteiligen, sondern einfach nur von den hinteren Bänken hier hereinzuplärren, das ist wirklich kein Beitrag in dieser Situation! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Ing. Schultes: ... überheblich!) – Nein, das ist einfach nicht in Ordnung! Das ist wirklich nicht in Ordnung!
Abg. Rädler: Deutsche Bank, Hypo!
Abgeordneter Stefan Petzner (BZÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Deutsche Bank, Hypo!) – Dazu komme ich heute auch noch, Herr Kollege! Ich frage mich wirklich, warum Sie diesem Untersuchungsausschuss derzeit nicht zustimmen wollen. Ich habe schön langsam den Verdacht, dass Sie vielleicht gar keine Zeit haben, meine Damen und Herren, ist doch die ÖVP damit beschäftigt, diverse Parteiauflösungstendenzen in der Wiener Stadtpartei hintanzuhalten, und die SPÖ ist damit beschäftigt, Neuwahlen vorzubereiten.
Sitzung Nr. 118
Abg. Rädler: Das hat damit nichts zu tun!
Was die Frage der Studiengebühren betrifft, so ist es tatsächlich nicht so, dass die Sozialdemokratie ein Wahlversprechen einzuhalten hätte. Sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP, Sie werden sich daran erinnern, dass wir gemeinsam mit anderen Parteien vor der Wahl die Studiengebühren abgeschafft haben. (Abg. Rädler: Das hat damit nichts zu tun!) Offensichtlich geht es darum, dass – es tut mir leid – die ÖVP bis heute nicht verkraften kann, dass dieser Beschluss gegen die Stimmen der ÖVP gefasst worden ist. Das dürfte eine wesentliche Triebfeder bei der Intention sein, diese Studiengebühren wieder einzuführen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steibl.
Oder laden Sie den Herrn Dörfler ein und hören Sie, was er dazu sagt. Der wird sich ja noch erinnern können, dass das BZÖ damals bei den öffentlichen Inseraten seiner Ministerien gleich das BZÖ-Sujet verwendet hat. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein paar Millionen für den Werner!) Das haben wir ja hier alles diskutiert, und zig Millionen sind damals ausgegeben worden. Das ist nicht unter dem Titel „Inseratenkorruption“ abgehandelt worden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steibl.)
Heiterkeit des Abg. Rädler. – Abg. Rädler: ... die Leistung?
Heute kann ich mich als Amtsträger von dritter Seite bezahlen lassen, solange ich nur glaubhaft machen kann, dass ich jetzt akut keine Amtshandlung setze. Jeder Verwaltungsbeamte kann sich von Siemens oder IBM oder von einer Zeitung monatlich bezahlen lassen, so wie der Kollege Scheibner – er kann sich also, wenn er es versteuert, bezahlen lassen –, solange er nur sagt: Na, ich tu eh nichts für die! (Heiterkeit des Abg. Rädler. – Abg. Rädler: ... die Leistung?) Das ist die österreichische Rechtslage, die überall zu Recht kritisiert wird – wenn wir das lesen –, die aber bis heute nicht geändert wurde. Ich vermisse das Gesetz, um das zu reparieren, am Tisch.
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Graf: Und wo zeigen Sie hin?
Und genau das ist das Problem: Österreich war egal, was international über dieses Aufschnüren des Korruptionsstrafpakets geredet wird, Hauptsache es wird den Lobbyisten im Inland entsprochen. Die SPÖ hat zugestimmt, die ÖVP hat zugestimmt, aber auch die FPÖ hat zugestimmt. Insofern verwundert es mich nicht, dass heute die ÖVP auf die FPÖ zeigt, die FPÖ zeigt auf die SPÖ und die SPÖ zeigt wieder auf die ÖVP. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Graf: Und wo zeigen Sie hin?) Das ist das Sittenbild, meine Damen und Herren, das Sie abgeben.
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: He!
Daher sage ich Ihnen: Solange wir nicht imstande sind, im eigenen Bereich endlich Ordnung zu schaffen, brauchen wir uns hier in diesem Haus über die Korruption von Beitrittskandidaten wie Kroatien in Zukunft nicht mehr viel zu unterhalten (Abg. Mag. Kogler: Von dem reden wir ja! – Beifall beim BZÖ), solange wir nicht endlich imstande sind, eine ehrliche, eine transparente, eine anständige Staatsführung zu garantieren und eine anständige Republik zu werden. Daher antworte ich durchaus auch mit Matthäus, Kapitel 3 Vers 12: (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: He!)
Abg. Rädler: Wegen der Wasserpreise?!
Ich bitte Sie, dies breit zu unterstützen, denn wir finden, dass gerade Jugendliche und Kinder ohnehin genug an dieser Last, an dieser Bürde tragen. Wenn man in den letzten Tagen gehört hat, dass die Miete um 5 Prozent erhöht wird, dass die Wassergebühren in Wien um 30 Prozent erhöht werden, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass die Kinder und die Jugendlichen von heute keine Kinder mehr in die Welt setzen, weil sie es sich einfach nicht mehr leisten können. (Abg. Rädler: Wegen der Wasserpreise?!) Man darf sich darüber nicht lustig machen, Kollege! Sie sind Bürgermeister, soweit ich weiß, von der ÖVP. Man kann nicht einfach alles abwälzen. Wenn man einfach drüberfährt über die Bevölkerung, dann gibt es ohnehin einen Zahltag, und das ist der nächste Wahltag. Wir werden ja sehen, wie es dann ausschaut.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bucher, Sie haben sich heute hier hergestellt und gemeint, dass Sie privatwirtschaftlich die Weisheit mit dem Löffel gefressen hätten. – Also ich habe überhaupt kein Problem damit und mache mich auch mit Sicherheit nicht lustig darüber, dass Ihre Eltern einen erfolgreichen Gastbetrieb führen, dass Sie dort auch immer wieder mithelfen und Ihren Eltern zum Teil zur Seite stehen und auch Teil dieses Familienbetriebes sind, aber ich habe als Unternehmer einen Betrieb selbst aufgebaut und erfolgreich geführt. Ich habe im Gegensatz zu Ihnen privatwirtschaftlich viel mehr Erfolg eigenständig erwirtschaftet und nichts von meinen Eltern übernommen. – Das möchte ich nur klarstellen, weil Sie das heute in den Raum gestellt haben. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Und nicht bei den regierenden Sozialisten?!
Die Verantwortung für diese Entwicklung liegt natürlich auch – ich sage: auch! – bei der Troika, also beim IWF, bei der EZB und bei der Kommission, weil es allein mit Sparen nicht gehen wird. (Abg. Rädler: Und nicht bei den regierenden Sozialisten?!) Die Sozialisten müssen jetzt das ausbaden, was andere eingebrockt haben. Das möchte ich auch einmal klarstellen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist überhaupt nicht wahr!
Kollegin Höllerer, ich kann Ihnen bestätigen, unsere Bauern sind wirklich verunsichert. Es traut sich im Moment kaum ein Bauer in einen neuen Stall zu investieren, weil kein Schweinebauer weiß, wie es aussehen soll. Schuld sind aber nicht die Tierschützer, schuld ist der Landwirtschaftsminister Berlakovich, der seit acht Monaten nicht bereit ist, zu verhandeln. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist überhaupt nicht wahr!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In diesem Fall ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Jetzt hören Sie einmal zu, das wäre vielleicht besser! (Abg. Wöginger: Jetzt redest du eh schon die ganze Zeit allein!) Da waren wir uns im Immunitätsausschuss nämlich einig.
Abg. Rädler: Dann soll er herkommen!
Ja, es ist da drinnen jetzt noch viel wilder. Wie läuft denn das, wenn Fernsehinterviews gemacht werden? – Der ORF schneidet wunderbar mit, bekommt die Geschichten, kann sie vom Rednerpult aus nehmen. Wenn ein Privatmedium draufkommt, dass das eine interessante Geschichte ist und dem Abgeordneten sagt: Geh, können Sie mir ... (Abg. Rädler: Dann soll er herkommen!) – Ja, dann „soll er herkommen“, klar! Rädler, super! Zudecken, nicht auf! Passt schon! Das kennen wir vom Rädler. (Abg. Wöginger: Was heißt das?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Auf dem grünen Parteitag!
Ich bin sehr dafür, dass wir die Diskussion weiterführen, aber dass wir die Grundzüge von diesen Vorschlägen aufrechterhalten, weil es die parlamentarische Kontrolltätigkeit stärkt, sie schützt und weil es eine sinnvolle Maßnahme ist, um parlamentarische Kontrolle lebbar zu machen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Auf dem grünen Parteitag!)
Ruf bei der ÖVP: Steht der Van der Bellen auch im Antrag drinnen? – Abg. Rädler: Van der Bellen – Zusatzantrag vom Kollegen Stadler!
(Ruf bei der ÖVP: Steht der Van der Bellen auch im Antrag drinnen? – Abg. Rädler: Van der Bellen – Zusatzantrag vom Kollegen Stadler!)
Sitzung Nr. 120
Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler.
Über Sie von der ÖVP mache ich mir ohnehin keine Sorgen, denn Sie werden bei der nächsten Nationalratswahl abgewählt werden, dass sich die Balken biegen. (Ironische Heiterkeit des Abg. Rädler.) Ich kann Ihnen nur sagen: Die nassen Fetzen sind schon bereitgelegt. Und weil Sie da hinten lachen: Ich werde Sie an Ihr Lachen bei der nächsten Nationalratswahl erinnern. Die österreichische Bevölkerung wird ein gerechtes Urteil sprechen und Sie in die Wüste schicken, dessen können Sie sich sicher sein. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Der Wirtschaftsfachmann! Der Wirtschaftsfachmann Hübner!
Und das, was wir über die EFSF machen, ist auch die teuerste aller möglichen Varianten, denn was wir tun, ist, alle Schulden zu übernehmen (Abg. Rädler: Der Wirtschaftsfachmann! Der Wirtschaftsfachmann Hübner!), alle Schulden auf alle Länder zu verteilen – und damit von allen nicht zahlungsfähigen Ländern auf alle zahlungsfähigen Länder umzuschichten. Und da wir zweifellos zu den zahlungsfähigen gehören, zumindest derzeit noch, ist es für uns der maximal mögliche Schaden.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Höfinger: Was ist denn das für ein Vergleich?! – Abg. Rädler: Jetzt hat der Wirtschaftsexperte gesprochen!
ist etwas ganz anderes, aber gehen wir davon aus, es wäre das Gleiche –, dann wäre Ihre Argumentation ja quasi wie bei einem Bauern: Wenn der Blitz in die Hundehütte einschlägt und ich zünde dann den Hof an, dann darf man mir nichts sagen, weil es ja schon in die Hundehütte eingeschlagen hat; da kann ich den ganzen Hof auch noch anzünden. Das ist ungefähr das Argument. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Höfinger: Was ist denn das für ein Vergleich?! – Abg. Rädler: Jetzt hat der Wirtschaftsexperte gesprochen!)
Abg. Rädler: ... Steiermark! – Abg. Grosz: Trieben ist nicht Griechenland!
Was war die Konsequenz? – Zweieinhalb Wochen später sind genau die zu mir gekommen, die gesagt haben: Schicken wir Trieben in die Insolvenz!, und haben gesagt: Wir kriegen jetzt keine Darlehen mehr, die Zinssätze steigen massiv!, was natürlich klar ist, weil plötzlich die Bonität jeder einzelnen Gemeinde genau bewertet wird, es da entsprechende Aufschläge gibt. (Abg. Rädler: ... Steiermark! – Abg. Grosz: Trieben ist nicht Griechenland!) Die haben dann gesagt: Vernünftiger ist es, wir setzen Geld in der Gemeinde ein, retten wir Trieben mit einem ganz strengen Sparprogramm, statt in die Insolvenz zu gehen und sich alles wesentlich teurer finanzieren zu müssen! (Zwischenruf beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Aber von den Kosten ist es nicht egal!
Ob das drei, vier, fünf oder sechs Seiten hat, ist da wirklich egal. Es kommt darauf an, dass da eine Botschaft rübergebracht wird. (Abg. Rädler: Aber von den Kosten ist es nicht egal!) Und das ist auch der Fall gewesen, meine Damen und Herren.
Sitzung Nr. 122
Zwischenruf des Abg. Rädler.
So, was ist jetzt konkret passiert? Das Ganze ist überprüft worden und steht detailliert morgen auch im „Falter“. Was ist konkret passiert? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: ... Grünen auch nicht dafür!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Antrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Rädler: ... Grünen auch nicht dafür!)
Abg. Rädler – in Richtung Grüne deutend –: ... und wer zahlt das?
Es gibt zwei wesentliche Punkte, die es wert gewesen wären, in so einem Gesetz wirklich verankert zu werden. Dazu gehört, dass die Lobbyistentätigkeit, und zwar per Auftrag, registriert wird, nämlich in der Hinsicht: Wer zahlt wen wofür, damit er bei welchem Dritten interveniert? – Genau das alles ist jetzt nicht der Öffentlichkeitsverpflichtung unterworfen worden! (Abg. Rädler – in Richtung Grüne deutend –: ... und wer zahlt das?) Genau das wird nur registriert, ohne Auftragssumme, für die Quasi-Geheimhaltung. Nur der Lobbyist und derjenige, der dem Lobbyisten den Auftrag gegeben hat, können sich überhaupt einmal vergewissern, ob sie darin quasi richtig zitiert sind. Und die Amtsperson, die glaubt, von einem Lobbyisten angesprochen worden zu sein, darf dann nachschauen gehen – muss aber zuerst einmal nachweisen, dass das vielleicht ein Lobbyist war –, ob der wohl drinsteht. Etwas Absurderes gibt es nicht!
Abg. Rädler: Van der Bellen schaut g’schreckt!
Sei‘s drum, wie Sie miteinander umgehen – aber dass gleichzeitig der ORF die Entwürfe gehabt hat, weil Frau Bundesminister Karl Stimmung machen wollte und etwas behauptet hat, was am Schluss gar nicht im Gesetz steht, nur um positiven Wind zu machen, obwohl sie in Wirklichkeit die Nebelmaschine angeworfen hat, ist inakzeptabel. So werden wir kein Transparenzgesetz auf den Boden bringen, allein schon wegen dieser Vorgangsweise! Ich mache hier alle Abgeordneten darauf aufmerksam – ein paar schauen ja schon ganz g’schreckt, vollkommen zu Recht, wissend, was sie hier dann wieder beschließen sollen. (Abg. Rädler: Van der Bellen schaut g’schreckt!)
Abg. Rädler – neuerlich in Richtung Abg. Van der Bellen deutend –: Schau da hinüber!
Das können Sie sich behalten! Sie werden erkennen, dass das eigentlich die nächste Verunstaltung von Transparenzbestimmungen ist und nichts zur Transparenz beiträgt. (Abg. Rädler – neuerlich in Richtung Abg. Van der Bellen deutend –: Schau da hinüber!) Wenn das Ihr Beitrag zum Neubeginn dieser Republik sein soll, dann gute Nacht! Aber wir werden Ihnen Beine machen und Licht in diese Sache bringen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schau in die eigenen Reihen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schau in die eigenen Reihen!
Das können Sie sich behalten! Sie werden erkennen, dass das eigentlich die nächste Verunstaltung von Transparenzbestimmungen ist und nichts zur Transparenz beiträgt. (Abg. Rädler – neuerlich in Richtung Abg. Van der Bellen deutend –: Schau da hinüber!) Wenn das Ihr Beitrag zum Neubeginn dieser Republik sein soll, dann gute Nacht! Aber wir werden Ihnen Beine machen und Licht in diese Sache bringen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schau in die eigenen Reihen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dieses System ÖVP-Niederösterreich werden wir uns noch genau anschauen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Deine Aufgeregtheit zeigt ja nur, dass der „Heilige Erwin“ schon Angst davor hat (ironische Heiterkeit des Abg. Rädler), was alles in diesem Untersuchungsausschuss ans Tageslicht befördert werden wird. (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das wird einiges sein; das kann ich Ihnen, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, jetzt schon versprechen.
ironische Heiterkeit des Abg. Rädler
Dieses System ÖVP-Niederösterreich werden wir uns noch genau anschauen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Deine Aufgeregtheit zeigt ja nur, dass der „Heilige Erwin“ schon Angst davor hat (ironische Heiterkeit des Abg. Rädler), was alles in diesem Untersuchungsausschuss ans Tageslicht befördert werden wird. (Beifall beim BZÖ. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und das wird einiges sein; das kann ich Ihnen, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei, jetzt schon versprechen.
Sitzung Nr. 124
Abg. Rädler: „Professor“ Krainer!
Abgeordneter Mag. Rainer Widmann (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Rede der Frau Finanzminister war ja so aufregend, dass sogar die Frau Nationalratspräsidentin mit dem Schlaf gekämpft hat. Die Rede war geprägt, das sage ich ganz ehrlich, von Schönsprech, und den hat auch Kollege Krainer hier soeben zum Besten gegeben. (Abg. Rädler: „Professor“ Krainer!) Schönsprech ist anscheinend das „Programm“ dieser Regierung.
Abg. Rädler: Sie sind noch da, weil es keinen grünen Landeshauptmann gibt!
Ich weiß nicht, was Sie da immer erzählen, wenn Sie sagen: Step by Step bei der Verwaltungsreform! Es ist in den wirklich naheliegenden Punkten ja so, dass da die Bundesregierung längst abgedankt hat. Wir haben das erlebt, wir waren ja bei den Reformbemühungen am Anfang dabei. Ihr Vorgänger Josef Pröll ist ja an den eigenen Landeshauptleuten gescheitert. Sagen wir es doch, wie es ist! Deshalb ist er nicht mehr hier und sitzen Sie jetzt hier, weil in bestimmten Bereichen – Beispiel Schulverwaltung; ich meine jetzt nicht die ideologische schulpolitische Abteilung –, etwa in der Frage der Schulverwaltung, exakt nichts weitergeht. (Abg. Rädler: Sie sind noch da, weil es keinen grünen Landeshauptmann gibt!)
Abg. Rädler: Der neue Klubobmann! Sitzt immer in der ersten Reihe!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Schickhofer. – Bitte. (Abg. Rädler: Der neue Klubobmann! Sitzt immer in der ersten Reihe!)
Abg. Rädler: Wertverlust!
Die Sozialdemokratie setzt sich immer im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten ein. Darum gibt es auch wesentlich schärfere Haftungsbestimmungen, nicht für den Wertpapiervermittler allein, sondern vor allem für die Firmen, die im Hintergrund den Wertpapiervermittler ausgesucht haben. (Abg. Rädler: Wertverlust!) Da muss man auch sozusagen für die Auswahl Verantwortung übernehmen. Letztlich steigern wir so auch die Beratungsqualität. (Abg. Rädler: ... bei Cerberus!)
Abg. Rädler: ... bei Cerberus!
Die Sozialdemokratie setzt sich immer im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten ein. Darum gibt es auch wesentlich schärfere Haftungsbestimmungen, nicht für den Wertpapiervermittler allein, sondern vor allem für die Firmen, die im Hintergrund den Wertpapiervermittler ausgesucht haben. (Abg. Rädler: Wertverlust!) Da muss man auch sozusagen für die Auswahl Verantwortung übernehmen. Letztlich steigern wir so auch die Beratungsqualität. (Abg. Rädler: ... bei Cerberus!)
Abg. Rädler: Neue Mittelschule!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Das kommt heraus, wenn die Frau Finanzminister versucht, uns auf Hauptschulniveau zu erklären, was die Finanzprokuratur ist. Dann ist das das Echo der SPÖ gewesen! (Abg. Rädler: Neue Mittelschule!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Zanger und Rädler. – Abg. Dr. Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist alles seriös!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Dr. Moser. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Zanger und Rädler. – Abg. Dr. Moser – auf dem Weg zum Rednerpult –: Das ist alles seriös!)
Abg. Rädler: Sie haben ihm selber seine Briefe aufgemacht!
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Herr Präsident! Ich halte es für bemerkenswert, dass hier ein Abgeordneter herausgeht und anstatt Aufklärung darüber zu verlangen, wie Abgeordneten-Post aus einem Ministerium bei einem anderen Klub landen kann, zufällig ... (Abg. Rädler: Sie haben ihm selber seine Briefe aufgemacht!) – Bitte? Ja, solange die ÖVP die Briefe hat, braucht er seine Briefe nicht mehr aufzumachen, Herr Kollege Rädler. Es genügt ja, wenn die Schwarzen diese Briefe haben. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und ich garantiere Ihnen eines: Auch wenn es jetzt alle möglichen prophylaktischen Beschuldigungen und Unterstellungen vonseiten der Österreichischen Volkspartei gibt, auch diesen Missstand, der heute zutage getreten ist – der Verdacht des Amtsmissbrauchs und der Verletzung des Briefgeheimnisses im Interesse der Österreichischen Volkspartei, möglicherweise durch einen Abgeordneten der Österreichischen Volkspartei –, auch diesen Verdacht werden wir in unserem eigenen Interesse, da ein Abgeordneter dieses Hauses davon betroffen und möglicherweise zum Opfer geworden ist, untersuchen müssen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das garantiere ich Ihnen, meine Damen und Herren von der Österreichischen Volkspartei! (Beifall bei Grünen und BZÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Wer war denn das?
Es ist im Übrigen gerade über die APA gekommen, dass ein Gutachten des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramtes, also des Gutachters der Republik vorliegt, der dem Gutachten, das der Wissenschaftsminister vorgelegt hat, widerspricht und festhält (Abg. Rädler: Wer war denn das?) – was mich wenig überrascht –, dass nach eingehender juristischer Analyse sehr wohl gesetzliche Grundlagen notwendig sind, um Studiengebühren einheben zu können. (Abg. Rädler: Vom BSA, oder?!)
Abg. Rädler: Vom BSA, oder?!
Es ist im Übrigen gerade über die APA gekommen, dass ein Gutachten des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramtes, also des Gutachters der Republik vorliegt, der dem Gutachten, das der Wissenschaftsminister vorgelegt hat, widerspricht und festhält (Abg. Rädler: Wer war denn das?) – was mich wenig überrascht –, dass nach eingehender juristischer Analyse sehr wohl gesetzliche Grundlagen notwendig sind, um Studiengebühren einheben zu können. (Abg. Rädler: Vom BSA, oder?!)
Abg. Rädler: Reformgeist Androsch!
Herr Kollege Walser hat hier sein Taferl hergestellt, das grüne Logo drauf, das steht ihm auch zu. Er hat für das Bildungsvolksbegehren geworben, für das bald irgendwann einmal die Eintragungswoche sein wird: Man sieht ganz genau, wie die Einteilung ist, wer das unterstützt (Abg. Rädler: Reformgeist Androsch!), welche Teile der Parteienlandschaft das unterstützen. Jedenfalls eines ist es nicht, was uns der Herr
Abg. Rädler – auf die blinkende Lampe am Rednerpult zeigend –: Lampe!
Und in dieser ganzen Frage rund um das Klimaschutzgesetz hat sich schon eine weitere ganz neue Qualität gezeigt, leider im negativen Sinne (Abg. Rädler – auf die blinkende Lampe am Rednerpult zeigend –: Lampe!), nämlich dass Sie nicht mit Umweltorganisationen geredet haben, nicht mit der Bevölkerung und nicht mit den Grünen. Wir hatten genug Vorschläge, die wir gerne eingebracht hätten, aber Sie haben der Industriellenvereinigung eine Exklusivbegutachtung, eine Exklusiveinsicht gewährt. Es ist offenbar für Sie so selbstverständlich, dass Sie sich Ihre Klimapolitik von der Industriellenvereinigung diktieren lassen, dass Sie es nicht einmal der Mühe wert finden, das zu vertuschen, sondern es uns auch ganz offen so geschickt haben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kann man das Schlusswort nicht behandeln lassen?
Ich finde es beschämend, dass Österreich da EU-Schlusslicht ist, das hat sich Österreich nicht verdient. Wir hätten alle anderen Möglichkeiten, und ich finde, dass das unsere Verpflichtung wäre. Dafür bräuchte Österreich aber ein starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kann man das Schlusswort nicht behandeln lassen?)
Abg. Rädler: Das haben Sie aber von Bandion-Ortner auch gesagt!
Wissen Sie, Frau Minister, ich habe es Ihnen schon einmal gesagt: Ich habe befürchtet, dass ich Ihrer Amtsvorgängerin nachtrauere, von der ich keine sehr hohe Meinung hatte. Aber jetzt trauere ich ihr wirklich nach. (Beifall beim BZÖ.) Sie sind die schwächste Justizministerin seit langen Zeiten! (Abg. Rädler: Das haben Sie aber von Bandion-Ortner auch gesagt!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Ich möchte gleich beim Redebeitrag des Herrn Abgeordneten Van der Bellen anschließen, dem ich mich insbesondere in seinen Aussagen zur Tagesordnung vollinhaltlich anschließe, denn ich halte es für unzumutbar, wenn man erst um halb drei in der Früh mit dem Auto nach Hause fahren kann und sich so spät niederlegen muss. Aber ich möchte schon auch sagen, dass die Präsidiale nicht gewillt war, einige Punkte von der Tagesordnung herunterzunehmen und vielleicht auf den nächsten Tag zu verschieben oder den Freitag mit einzuplanen. So etwas wie jetzt ist unzumutbar und unerträglich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!)
Abg. Jakob Auer: Das stimmt ja so nicht! Nicht alle drei Gemeinden! – Abg. Rädler: Das stimmt so nicht! – Weitere Zwischenrufe.
Erstens: Es gibt im Mühlviertel die Gemeinden Pregarten, Wartberg und Hagenberg, diese haben sich über die Gemeinderäte und Bürgermeister entschlossen (Abg. Jakob Auer: Nicht alle drei Gemeinden!), aus diesen drei Gemeinden eine Stadt mit dem Namen Aist zu machen. (Abg. Jakob Auer: Das stimmt ja so nicht! Nicht alle drei Gemeinden! – Abg. Rädler: Das stimmt so nicht! – Weitere Zwischenrufe.) – Hagenberg ist momentan noch fraglich, ja. Aber ursprünglich hatten sie sich darauf geeinigt. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Das ist die Unwahrheit, was Sie da reden!)
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Das ist die Unwahrheit, was Sie da reden!
Erstens: Es gibt im Mühlviertel die Gemeinden Pregarten, Wartberg und Hagenberg, diese haben sich über die Gemeinderäte und Bürgermeister entschlossen (Abg. Jakob Auer: Nicht alle drei Gemeinden!), aus diesen drei Gemeinden eine Stadt mit dem Namen Aist zu machen. (Abg. Jakob Auer: Das stimmt ja so nicht! Nicht alle drei Gemeinden! – Abg. Rädler: Das stimmt so nicht! – Weitere Zwischenrufe.) – Hagenberg ist momentan noch fraglich, ja. Aber ursprünglich hatten sie sich darauf geeinigt. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! Das ist die Unwahrheit, was Sie da reden!)
Abg. Rädler: Das ist falsch!
Dieses Projekt ist begleitet worden von der Universität Linz, von Herrn Professor Schneider. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es gibt statt 81 Gemeinderäten nur mehr 37, statt 19 Ausschüssen nur mehr neun, die Infrastruktur ist leichter planbar. Letztlich hat Professor Schneider errechnet (Abg. Rädler: Das ist falsch!), dass es jährliche Einsparungsmöglichkeiten von 500 000 € bis 826 000 € gibt. (Abg. Rädler: Unrichtige
Sitzung Nr. 126
Abg. Rädler: Nein!
Jetzt bin ich bei einem Punkt, der sehr ärgerlich macht, nämlich dass Sie uns in Ihrer Budgetrede falsche Zahlen dargestellt haben. (Abg. Rädler: Nein!) Ja! Das ist wirklich ärgerlich, und ich werde das jetzt noch einmal genau ausführen. Die Zahlen Ihrer Budgetrede stimmen nämlich nicht mit den Zahlen im Budgetbericht überein. – Jetzt muss ich kurz einen Schluck trinken. (Abg. Rädler: Prost! – Abg. Steibl: Guten Morgen! Gut ausgeschlafen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Danke. Das wäre nett.
Abg. Rädler: Prost! – Abg. Steibl: Guten Morgen! Gut ausgeschlafen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt bin ich bei einem Punkt, der sehr ärgerlich macht, nämlich dass Sie uns in Ihrer Budgetrede falsche Zahlen dargestellt haben. (Abg. Rädler: Nein!) Ja! Das ist wirklich ärgerlich, und ich werde das jetzt noch einmal genau ausführen. Die Zahlen Ihrer Budgetrede stimmen nämlich nicht mit den Zahlen im Budgetbericht überein. – Jetzt muss ich kurz einen Schluck trinken. (Abg. Rädler: Prost! – Abg. Steibl: Guten Morgen! Gut ausgeschlafen? – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Danke. Das wäre nett.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Das war gestern eine wirklich amüsante Märchenstunde, in der Sie, Frau Bundesministerin Fekter, uns Ihr Glaskugel-Budget präsentiert haben! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Alternativen?
Sie sprechen immer von 75 Prozent Schuldenquote. Wenn Sie all diese Schulden hineinrechnen, von denen ich gerade gesprochen habe, dann kommen Sie auf eine Schuldenquote von 86 Prozent (Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler), wo doch alle Ratingagenturen davon sprechen, dass bei 80 Prozent Schuldenquote die Bonität nach unten geht. Das heißt, wir müssen uns darauf vorbereiten, dass sich in den nächsten Monaten und Jahren die Bonität Österreichs nach unten entwickeln wird und sie hinabgestuft wird. Das heißt, die Zinsen gehen dann sprungartig nach oben und die Zinsenlast wird sich dramatisch erhöhen. (Abg. Rädler: Alternativen?)
Abg. Rädler: Vorschläge?
Das ist diese fatale Ansicht, die diese Bundesregierung vertritt. (Abg. Rädler: Vorschläge?) Nach dem Motto „Hinter uns die Sintflut!“ wird Politik betrieben, meine sehr geehrten Damen und Herren von dieser Bundesregierung hinter uns! Hinter uns die Sintflut! – Das ist das Credo, das ist das Motto, gemäß dem Sie Politik machen – zulasten der nächsten Generationen, zulasten unserer Kinder und Enkelkinder. Sie verschieben alle Entscheidungen in die Zukunft, packen nicht mit Mut die Reformen an, die notwendig wären, um den nächsten Generationen dieses Schlamassel, dieses Drama zu ersparen. Das werfen wir Ihnen vor, sehr geehrte Frau Bundesministerin! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge?)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge?
Das ist diese fatale Ansicht, die diese Bundesregierung vertritt. (Abg. Rädler: Vorschläge?) Nach dem Motto „Hinter uns die Sintflut!“ wird Politik betrieben, meine sehr geehrten Damen und Herren von dieser Bundesregierung hinter uns! Hinter uns die Sintflut! – Das ist das Credo, das ist das Motto, gemäß dem Sie Politik machen – zulasten der nächsten Generationen, zulasten unserer Kinder und Enkelkinder. Sie verschieben alle Entscheidungen in die Zukunft, packen nicht mit Mut die Reformen an, die notwendig wären, um den nächsten Generationen dieses Schlamassel, dieses Drama zu ersparen. Das werfen wir Ihnen vor, sehr geehrte Frau Bundesministerin! (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Vorschläge?)
Abg. Rädler: Die rechten!
Meine Damen und Herren, Sie von Rot und Schwarz und Sie hier auf der Regierungsbank müssen sich die Welt ungefähr so vorstellen: Also bitte, die Angst, die die Menschen haben, dass ihr Geld vielleicht nicht sicher sein könnte, das sind doch alles nur reine Hirngespinste, da ist doch überhaupt kein reales Substrat dahinter, alles nur Einbildung, und schuld sind nicht die Spekulanten, schuld sind nicht die Banken, schuld sind die bösen Populisten. – Das wissen wir seit gestern. (Abg. Rädler: Die rechten!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ein Ewiggestriger!
Und wenn man sich dieses Budget nach außen hin anschaut – nach außen hin, das ist für mich immer noch die Europäischen Union; ich weiß, dass viele von Ihnen das inzwischen ganz anders sehen, aber für mich ist das immer noch ein Außenverhältnis –, wenn man das Budget aus diesem Blickwinkel betrachtet, dann, meine Damen und Herren, ja dann ist es eine Festschreibung der immerwährenden Hörigkeit gegenüber dieser Europäischen Union und überhaupt nichts anderes. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ein Ewiggestriger!)
Abg. Rädler: Das war so tief, dass man es nicht einmal am Stammtisch ...! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Rädler –: Da spricht das Niveaubündel des Hohen Hauses!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Kogler zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler: Das war so tief, dass man es nicht einmal am Stammtisch ...! – Abg. Strache – in Richtung des Abg. Rädler –: Da spricht das Niveaubündel des Hohen Hauses!)
Beifall und Bravorufe der Abgeordneten Höfinger und Rädler.
Schauen Sie, Frau Bundesministerin, es ist ja zutreffend: Es ist ja nicht alles schlecht in diesem Land. Ganz im Gegenteil: Österreich steht im Verhältnis relativ gut da! (Beifall und Bravorufe der Abgeordneten Höfinger und Rädler.) Ich sage das eingangs jetzt deshalb, damit wir einmal wieder ein Koordinatensystem hereinbringen. Es ist nicht alles schlecht. Ganz im Gegenteil! Allerdings leben wir – im Übrigen schon lange nicht mehr alle gleich gut in diesem Land – schon sehr stark vom Speck in der Speisekammer, von wo wir immer mehr herausnehmen, aber die Speisekammer nicht mehr ausreichend befüllen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bundeskanzler, daher gibt es unsere Vorschläge, die wir Ihnen schon mehrmals präsentiert haben. Aber nehmen Sie bitte einen Vorschlag ernst – dieser ist vom Kollegen Krainer am Wochenende geäußert worden und den haben Sie auch in Form eines Briefes an eine österreichische Zeitung gesandt –: Lassen Sie das Volk mitentscheiden! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das Volk hat einen ganz gesunden Hausverstand. Das Volk weiß, was es will. Das Volk hat, glaube ich, gerade in dieser elementaren Frage über die Zukunft unseres Landes und über die nächsten Generationen hinaus einen sehr guten Sachverstand, und Sie können sich darauf berufen und darauf stützen, dass die österreichische Bevölkerung in einer Volksabstimmung die richtige Entscheidung trifft, die Sie dann auch auf europäischer Ebene mit gutem Gewissen vertreten können! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich könnte jetzt hergehen und sagen, es ist alles ganz einfach, es gibt eine schmerzfreie Lösung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es ist ganz einfach, könnte ich hier sagen. Es gibt aber keine schmerzfreie Lösung! Was wir uns überlegen können, das ist: Wann kommt der Schmerz, wie stark wird er sein und wen wird er treffen? Das ist die erste Variante. Die zweite Variante, die Sie wollen, ist, den Schmerz hinauszögern. Dann wird er dementsprechend größer sein und wird die Falschen treffen, nämlich die Steuerzahler. Jetzt haben wir noch die Chance, all jene zu treffen, die auch verdient haben. In ein, zwei Jahren wird es zu spät sein. In ein, zwei Jahren wird dann nur mehr der Steuerzahler überbleiben, und das ist genau das, was Sie wollen (Abg. Dr. Witt-
Abg. Neubauer: Das ist eben noch ein echter Bauernvertreter! – Abg. Rädler: Das haben sich die Bauern aber nicht verdient! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Ruf bei der ÖVP: Nein, den Linzern traue ich nicht! – Abg. Jannach: Reparieren Sie einmal das Führerscheingesetz! Das kann es ja nicht sein! – Abg. Mag. Schatz – bereits am Rednerpult stehend in Richtung des Präsidenten –: Warten wir noch ein bisschen? – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächste Rednerin ist Frau Abgeordnete Mag. Schatz. – Bitte. (Abg. Neubauer: Das ist eben noch ein echter Bauernvertreter! – Abg. Rädler: Das haben sich die Bauern aber nicht verdient! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Ruf bei der ÖVP: Nein, den Linzern traue ich nicht! – Abg. Jannach: Reparieren Sie einmal das Führerscheingesetz! Das kann es ja nicht sein! – Abg. Mag. Schatz – bereits am Rednerpult stehend in Richtung des Präsidenten –: Warten wir noch ein bisschen? – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Abg. Rädler: Stadler sagen!
Ich sage auch, was dieser Untersuchungsausschuss nicht sein soll, meine Damen und Herren: Dieser Untersuchungsausschuss soll keine Arena für parteipolitische Schlammschlachten sein. Er soll kein Ort für die Pflege von persönlichen Profilierungsneurosen einzelner Mandatare sein. (Abg. Rädler: Stadler sagen!) Und in diesem Untersuchungsausschuss soll auch kein Platz für Postenschachereien sein, die wir in den letzten Tagen erlebt haben. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Beigewohnt hat!
Ich schließe mit einem Zitat von Friedrich Nietzsche, der gesagt hat und der diesen Untersuchungsausschuss (Abg. Rädler: Beigewohnt hat!) als „Dach“ begleiten soll – er hat das in einem Buch geschrieben –: „In allen Institutionen, in welche nicht die scharfe Luft der öffentlichen Kritik hineinweht, wächst Korruption wie ein Pilz!“ – Meine Damen und Herren, diesen Pilz gilt es zu bekämpfen, arbeiten wir gemeinsam dafür. (Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Waschmaschine!
Daran kann auch eine allfällige archäologische Arbeit des Kollegen Pilz in den Jahren 2004, 2002, 1999, 1874, 1510 oder sonst was nichts ändern. Die Partei von HC Strache ist sauber, und das ist ein Versprechen, das ich hier für alle meine Kollegen abgeben kann. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Waschmaschine!)
Abg. Rädler: Rosenkranz!
Wir wollen eine der Personen, und es gibt hier insgesamt 183. Es wird doch verdammt noch einmal möglich sein, unter diesen 183 eine Person zu finden, die auch eine Mehrheit in der Koalition erzielen wird! (Abg. Rädler: Rosenkranz!) Peter Fichtenbauer ist ein Kandidat. – Danke für die Blumen, aber Sie wissen, wie das ist, wenn man von falscher Seite gelobt wird. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Na hallo!
Gabi Moser hat gegenüber Dr. Fichtenbauer meiner Meinung nach nur einen einzigen Vorteil: Wir müssen uns zum Großteil mit Affären aus der Zeit der schwarz-blauen Koalition beschäftigen, und deswegen haben wir jetzt ein besonderes Problem. Das Problem lautet, dass es bis zum heutigen Tag – und ich hätte mir gewünscht, dass es anders wäre – eine blau-schwarze Blockade zur Wahl einer Vorsitzenden gibt. (Abg. Rädler: Na hallo!) Ich glaube nicht, formell, Herr Kollege Rosenkranz, denn formell haben Sie das Recht, in diesem Haus auch in der Vorbereitung des Ausschusses zu tun, was Sie wollen. Aber überlegen Sie sich wirklich eines: Da Ihre Partei und die Österreichische Volkspartei die überwiegende Verantwortung für die Affären tragen, die wir zu behandeln haben (Abg. Strache: Für die Frau Langthaler haben schon Sie die Verantwortung!), steht es Ihnen zumindest politisch nicht zu, die Arbeit des Ausschusses jetzt durch eine schwarz-blaue Blockade bei der Wahl der Vorsitzführung zu behindern. (Beifall bei den Grünen.) Das halte ich für ein wirkliches Problem.
Sitzung Nr. 128
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie haben also gesagt, Sie waren dort, und ich sage den Österreichern, was es gekostet hat, dass Sie dort waren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) 22 Milliarden Haftung für die EFSF – bis zu 29 Milliarden mit den Zinsen –, 1,43 Milliarden für die Griechen, bis Jahresende 2 Milliarden. (Zwischenruf des Abg. Krainer.) Das ist es, was es kostet, wenn Werner Faymann nach Brüssel reist, meine Damen und Herren.
Abg. Rädler: ... Haircut in Brüssel!
Herr Bundeskanzler, können Sie den Österreichern erklären, wieso man Ihnen jetzt etwas glauben soll, wenn Sie sich doch alle drei Monate widersprechen? – Vor drei Monaten haben Sie noch gesagt, ein Haircut, ein Schuldennachlass für Griechenland kommt überhaupt nicht in Frage. Das war am 26. Juni 2011. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.) – Vor drei Monaten, am 26. Juni 2011: Haircut, Schuldennachlass für Griechenland kommt nicht in Frage. (Abg. Rädler: ... Haircut in Brüssel!)
Abg. Grosz: Wer sind „wir“? – Abg. Rädler: Wir, das BZÖ!
Wenn heute gesagt wird: Wir entschulden Griechenland, wir streichen ihnen 50 Prozent (Abg. Grosz: Wer sind „wir“? – Abg. Rädler: Wir, das BZÖ!), also die „Kleinigkeit“ von 100 bis 150 Milliarden €, das streichen wir ihnen einfach einmal so weg, und wir hoffen dann, dass sie bis zum Jahr 2020 auf 120 Prozent an Gesamtverschuldung kommen!, dann frage ich mich schon: Wenn damals die „Wirtschaftsweisen“, als sie den Euro aus der Taufe gehoben haben, gesagt haben: 60 Prozent an Gesamtverschuldung ist die Obergrenze, 60 Prozent ist das, was der Euro maximal verkraften kann!, wieso kann dann bitte Griechenland mit 120 Prozent an Gesamtverschuldung weiter im Euroraum bleiben? Wenn man sich das genau anschaut, sieht man: Griechenland muss raus aus der Eurozone! (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Sitzung Nr. 130
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wo wird also eingespart bis 2020? – Im ganzen Sozialbereich! Da kommt dann der Generationen-Check oder Generationen-Scan. Gestern haben Sie beschlossen, dass die Pensionen über 5 800 € um „nur“ 1,5 Prozent erhöht werden. Na ja, das ist ein richtiges „Krisenprogramm“ offensichtlich für die Pensionen, die über 5 800 € liegen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Nein, nicht über 2 800 – über 5 800 €! Und das kann es nicht sein: auf der einen Seite bei den Universitäten, bei der Bildung zu sparen und auf der anderen Seite bei den höchsten Pensionen noch immer Zuschüsse zu finanzieren!
Zuruf von der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler. – Heiterkeit.
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Rädler. – Bitte. (Zuruf von der SPÖ in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler. – Heiterkeit.)
Sitzung Nr. 132
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nun frage ich, weil der Herr Bundeskanzler nicht da ist – wenn ich die Konferenz auf der Regierungsbank kurz unterbrechen darf –, seinen Generalvikar, außerdem kennt sich der ohnehin besser aus. (Heiterkeit bei BZÖ und FPÖ.) Also, Herr Generalvikar, Herr Staatssekretär Ostermayer: Nennen Sie uns diesen Schurken, der Sie hindert, einzusparen, der Sie hindert, keine weiteren Schulden zu machen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Nennen Sie uns diesen Schurken, bitte! Sie haben jetzt die Möglichkeit. Ich hätte gerne den Schurken namentlich vor dem Hohen Haus genannt, das immerhin die Budgethoheit hat. (Abg. Strache: Schurke Ostermayer wahrscheinlich!) Nennen Sie uns diesen niederträchtigen Schurken (Abg. Strache: :.. der Sie hindert!), der den Bundeskanzler hindert, sich ohne Schuldenbremse in der Verfassung nicht weiter verschulden zu müssen, meine Damen und Herren! (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Rädler: Heimatfilm!
Wie heißt er, Herr Staatssekretär, Frau Minister? (Abg. Rädler: Heimatfilm!) Sie sind am Wort. Wie heißt dieser Schurke? Sagen Sie es uns! Wie heißt er? (Staatssekretär Dr. Ostermayer: Bitte, Herr Kollege!) – „Bitte, Herr Kollege“ heißt er? Nein, das ist er sicher nicht, weil den kennen wir alle. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Also wie heißt dieser Schurke? (Neuerliche Zwischenbemerkung von Staatssekretär Dr. Ostermayer.) Sie tun so – und damit sind wir wieder beim Thema Verblödung –, als ob Sie nicht sparen könnten, wenn Sie keine Schuldenbremse in der Verfassung haben. Und schuld daran ist die böse Opposition, weil sie keine Schuldenbremse in die Verfassung schreibt, meine Damen und Herren. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Der Redner zieht sein Sakko aus. Auf seinem T-Shirt ist nun ein aufgedrucktes Foto zu sehen, das Bundeskanzler Faymann und Präsidenten Neugebauer jeweils mit einem gestreiften Fähnchen zeigt, auf dem „Wir sind die Zukunft!“ zu lesen ist. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gab beim GÖD-Kongress von vergangener Woche großes Erstaunen darüber, als zwei Herren dort durch die Reihen marschiert sind und von sich selbst verkündet haben, sie seien das Gesicht der Zukunft. So schaut das Gesicht der Zukunft in Österreich aus. (Der Redner zieht sein Sakko aus. Auf seinem T-Shirt ist nun ein aufgedrucktes Foto zu sehen, das Bundeskanzler Faymann und Präsidenten Neugebauer jeweils mit einem gestreiften Fähnchen zeigt, auf dem „Wir sind die Zukunft!“ zu lesen ist. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das sind der Herr Präsident Neugebauer sowie unser Herr Bundeskanzler. In der Hand hält Faymann ein violettes
Abg. Rädler: So wie Sie!
Genau diejenigen, die in unserem Land Reformen blockieren, sagen, sie seien die Zukunft – noch dazu mit griesgrämigem Gesicht (Abg. Rädler: So wie Sie!), aber ich muss sagen, ich verstehe das, aber eigentlich müssten aufgrund unseres Bildungssystems ein solch griesgrämiges Gesicht die Kinder, die Jugendlichen machen! Nochmals: Sie sind diejenigen, die grundlegende Reformen verhindern – und das ist ein Bärendienst, den Sie dem Bildungssystem gegenüber leisten. (Abg. Grosz: Sind Sie ein Fan von Neugebauer?)
Zwischenruf des Abg. Hornek. – Abg. Rädler: Cap!
Wir wollen ihnen helfen und wollen ihnen diese Möglichkeit geben. Wir müssen uns vorstellen, wenn zum Beispiel ein Klubchef im alten System hier ausscheidet, dann bekommt er eine Abfertigung von 170 000 €. (Zwischenruf des Abg. Hornek. – Abg. Rädler: Cap!) Das ist natürlich im Verhältnis zu den anderen Dienstnehmern in dieser Republik nicht einzusehen. Und wenn sie es im Jahr 1997, wie gesagt, irrtümlich verabsäumt haben, dann müssten es ja jetzt, im Jahr 2011, in Zeiten der Krise die Altpolitiker doch besser wissen und sehen, dass es notwendig ist, auch ein Zeichen zu setzen. Wir sollten ihnen daher die Möglichkeit dazu geben. Es wird in niemandes Rechte eingegriffen, aber freiwillig sollte es möglich sein.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Dr. Lopatka.
Es gibt keine Stabilität im Budget, keine Stabilität im Haushalt. Diese Rekordverschuldung hat die österreichische Volkspartei, die seit 25 Jahren in Regierungsverantwortung steht, zu verantworten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Dr. Lopatka.) Gleichzeitig ist sie aber auf der Regierungsbank durch ihre Mitglieder vertreten, die uns von da oben mitteilen: Na selbstverständlich muss man in diesem Land endlich sparen!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Abgeordneter Lopatka! Das Problem ist wirklich zu ernst, um zu blödeln, aber es ist auch zu ernst, um zu lügen. (Beifall beim BZÖ.) Es ist zu ernst, um die Menschen in diesem Land weiterhin trocken über die tatsächliche Ernsthaftigkeit dieser Situation zu belügen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie geben mittlerweile Geld aus, das die Oesterreichische Nationalbank in den nächsten 30 Jahren nicht mehr drucken kann. So weit sind wir schon. Sie geben Geld aus, das nicht einmal gedruckt ist. Sie geben Geld aus, für das es keinen Gegenwert gibt. Sie versenken 30 Milliarden € in Griechenland – Geld, das Sie schon längst nicht mehr haben.
Oh-Ruf des Abg. Rädler
Zum Beispiel habe ich persönlich in der Schweiz bei Übergriffen von Rechtsextremisten auf friedliche Demonstranten, bei denen auch ich mit dabei war (Oh-Ruf des Abg. Rädler), erfahren, dass es da sehr wohl Beziehungen zur Freiheitlichen Partei in Österreich gibt, dass der Chef dieser Rechtsextremisten in der „Aula“ schreibt, ihrem ideologischen Zentralorgan oder wie man das nennen soll. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Wir haben kein „Zentralorgan“!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist einen Applaus wert!
Uns geht es um die Sicherheit Österreichs. Die Sicherheit darf nicht zum Experimentierfeld werden. Ich glaube, dass der Auftrag, den Sie seitens des Parlaments beziehungsweise auch in der Koalition haben, durchaus Anlass gibt, dass man mit dem, was wir finanziell zur Verfügung stellen, mit dem, was wir an gemeinsamen Ressourcen zur Verfügung stellen können, durchaus arbeiten kann, um die Sicherheit Österreichs zu gewährleisten, denn die hat oberste Priorität bei allem unserem politischem Handeln. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist einen Applaus wert!)
Abg. Rädler: „In Stein gemeißelt“!
Wenn Sie sich jetzt anschauen: Wer hat denn damit gerechnet, dass wir im arabischen Raum jetzt Unruhen haben? Wer hat mit dem Terroranschlag in New York gerechnet? Und wer hat mit dem Fall der Berliner Mauer gerechnet? – Es sind andere Herausforderungen, auf die sich auch das Bundesheer einstellen muss. Und es ist legitim, darüber nachzudenken, wie man sich darauf bestens einstellt. (Abg. Rädler: „In Stein gemeißelt“!)
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir wollen auch nicht die kunst- und kulturpolitische Agitation finanzieren, denn auch das passiert sehr, sehr oft, dass ein Minister, nicht Sie, Frau Bundesminister, aber andere, dass Parteien oft auch Künstler finanzieren, um sie für ihre politische Agitation zu verwenden. Wir haben ja da einen Landeshauptmann, wenn ich hier in die Reihen der ÖVP schaue, wo sich immer auffallend viele Künstler tummeln, die großzügig mit Förderungen belohnt werden, damit sie dann im Wahlkampf eine Wahlempfehlung abgeben. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Für Eisenbahner spät!
Um noch auf die Hektik von vorhin zu kommen: In diesem Zusammenhang sitzt auch Herr Frühpensionist Haberzettl hier, ein Eisenbahnergewerkschafter, der nun mit 56 relativ vorzeitig in den Ruhestand geht (Abg. Rädler: Für Eisenbahner spät!) und die ÖBB-Belegschaft genau dann im Stich lässt, wenn sie ihn dringend braucht.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich finde es nicht richtig, wenn es keine sachlichen Argumente mehr gibt, hier zu solchen Worten zu greifen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Schauen Sie sich den vergleichsweise geringen Bereich an, den Sie den ÖBB aufbürden: Darin sind die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen, die fehlenden Schaffnerinnen und Schaffner und die fehlenden Automaten an den Bahnsteigen enthalten, die wir zu beklagen haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das sind Bereiche, die uns hinkünftig für Jahrzehnte belasten werden. Reden Sie daher nicht ständig von Ihrer Schuldenbremse, sondern reden Sie davon, wie Sie in Wirklichkeit die zukünftigen Generationen belasten, denn das ist problematisch und das wird den Spielraum für jede Regierung in den kommenden Jahrzehnten massiv einschränken! (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn ich als Vorarlberger durch Wien spaziere, fallen mir ständig diese Riesenschlitten auf, diese SUVs, die Sie steuerlich fördern – Kollegin Moser hat schon darauf hingewiesen –: 1,6 Milliarden €, bitte! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das Ergebnis ist, dass die Hälfte aller Neuzulassungen inzwischen bereits von Firmen kommen, und die fördern und kaufen natürlich diese großen Schlitten, die eigentlich, speziell hier in der Großstadt, kein Mensch braucht.
Abg. Mag. Josef Auer: Rädler muss reden!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Rädler zu Wort. – Bitte. (Abg. Mag. Josef Auer: Rädler muss reden!)
Abg. Rädler: Wieso?
Abgeordnete Mag. Sonja Steßl-Mühlbacher (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Also, sehr geehrter Herr Kollege Rädler, bei allem Respekt, den wir untereinander eigentlich haben sollten, habe ich diesen bei Ihrer Rede vermisst. (Abg. Rädler: Wieso?) Gerade als Vertreter
Abg. Rädler: Beispiele!
Was ich völlig ablehne, ist, dass immer wieder unrichtige Zahlen gebracht werden. Wir sind hier im Parlament dazu da, dass wir unsere Kritik anbringen, dass wir die Probleme erörtern, aber wir sollten hier nicht mit falschen Zahlen operieren. Das gefällt mir nicht. (Abg. Rädler: Beispiele!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist unglaublich!
14.33.27Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Petzner! Für den Vorwurf, dass die Staatssekretärin außer Dienst Remler von den Familien 73 000 € geklaut hat, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist unglaublich!)
Abg. Rädler: Ja, genau!
Ich fordere Sie auf, von Ihren PR-Geschichten und den Sprechblasen jetzt endlich wegzukommen, ernsthafte Klimapolitik zu betreiben – die Klimakonferenz in Durban steht vor der Tür, dort geht es um sehr, sehr viel (Abg. Hornek: Das ist ja warme Luft!) – und den Kurs in der österreichischen Klimaschutzpolitik zu ändern. Es braucht Vorreiterrollen im internationalen Klimaschutz. Österreich hätte diesbezüglich jedes Potenzial, und Österreich hat daher auch große Verantwortung. Ich fordere Sie daher auf, diese Verantwortung endlich wahrzunehmen. (Abg. Rädler: Ja, genau!)
Abg. Mag. Brunner: Wo spiegelt sich das im Budget wider? – Abg. Rädler: So ist es!
baren Energien, aber auch in andere wichtige Bereiche, wie Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallwirtschaft. (Abg. Mag. Brunner: Wo spiegelt sich das im Budget wider? – Abg. Rädler: So ist es!)
Abg. Rädler: Das hat der Bundesparteiobmann auch gesagt!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Hohes Haus! Die Finanzkrise hat leider ein großes Problem in den Hintergrund gerückt. (Abg. Rädler: Das hat der Bundesparteiobmann auch gesagt!) Wir haben noch vor zirka einem Jahr in diesem Hohen Haus intensiv über den Klimawandel diskutiert. Leider ist seitdem viel passiert, auch im internationalen Finanzsystem (Abg. Riepl: Sagen Sie bitte einmal etwas Positives! Nur ein Mal!), und der Klimawandel ist etwas in den Hintergrund gerückt. Aber er bleibt trotzdem eine konkrete Bedrohung, und er bleibt deswegen eine konkrete Bedrohung, weil Experten sagen, dass es an und für sich noch schlimmer ist, als wir vermutet haben.
Abg. Rädler: Mit der FPÖ!
Genau das wäre notwendig! – Aber gut, das werden Sie wahrscheinlich nicht tun, keine Frage, denn da klammern Sie sich natürlich bis zum letzten Tag an die Macht, die Sie noch haben, die gar nicht mehr den aktuellen Umfragewerten entspricht. Aber es wird der Tag der nächsten Wahl kommen, und es wird natürlich auch der Tag der Abrechnung kommen (Abg. Rädler: Mit der FPÖ!), und es wird natürlich auch jener Tag kommen, wo Sie nicht so weiterwurschteln können wie bis jetzt. Aber bis dorthin werden wir dafür Sorge tragen, dass die Österreicher auch die Wahrheit hören.
Sitzung Nr. 135
Abg. Rädler: Was soll das wieder?
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! – Die Herren Präsidenten sind mitgemeint. Sehr geehrte Frau Klubobfrau! – Die Herren Klubobmänner sind mitgemeint. (Abg. Rädler: Was soll das wieder?) Sehr geehrte Damen und Kolleginnen! – Die Herren und Kollegen sind mitgemeint. – Das ist genau die Debatte, die wir gerade führen: Die Frauen in diesem Land müssen es sich seit Jahren, seit Jahrzehnten gefallen lassen, dass sie immer nur mitgemeint sind. (Beifall bei Grünen und SPÖ. – Abg. Ing. Westenthaler: So ein Blödsinn!)
Abg. Rädler: Das war sexistisch!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Das letzte Zitat hat, wie ich meine, ein bisschen Symbolcharakter für diese Debatte. (Abg. Rädler: Das war sexistisch!)
Abg. Rädler: Jetzt kommt die Wahrheit über die Hypo!
Ich ersuche nun Herrn Abgeordneten Petzner, die Debatte zu eröffnen. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Rädler: Jetzt kommt die Wahrheit über die Hypo!)
in Richtung des Abg. Rädler
Diese drei wesentlichen Erkenntnisse waren: Erstens – und jetzt zuhören, Herr Kollege aus Niederösterreich (in Richtung des Abg. Rädler) –: Im Aktenvermerk steht, dass es keine konkreten Verdachtsmomente auf Straftaten bei der Notverstaatlichung gegeben hat.
Abg. Rädler: Wie ist es so weit gekommen?
„Da die Alteigentümer“ – also die BayernLB – „in Gesprächen mit dem damaligen Vorstand der HBInt bekundeten, nicht zu einer (weiteren) Kapitalzufuhr gewillt oder fähig zu sein, wurde vom Vorstand () ersucht“, also die Notverstaatlichung vorzunehmen. Und im Zuge intensiver Verhandlungen zwischen den Alteigentümern und der Republik Österreich habe man dann die Notverstaatlichung vorgenommen. (Abg. Rädler: Wie ist es so weit gekommen?)
Abg. Rädler: Wer hat es verursacht? – Abg. Mag. Stadler: Die Bayern!
Hintergründig zahlen wir am Ende des Tages 3 Milliarden € für die Pleite einer Bank, die sich im Eigentum des Freistaates Bayern befunden hat, meine Damen und Herren (Abg. Rädler: Wer hat es verursacht? – Abg. Mag. Stadler: Die Bayern!), und die die Pleite auch zu verantworten hat, wie die Frau Minister in dieser Anfragebeantwortung zugibt.
Abg. Mag. Stadler: Ungeheuerlich! Das schmeißt ihr den Deutschen nach! – Abg. Rädler: Geh, geh!
„Davon unabhängig“ – und jetzt kommt es! – „bestehen Verpflichtungen der HBInt“– also des Steuerzahlers –„ gegenüber der BLB mit Fälligkeiten Ende 2013“ – im Wahljahr, viel Spaß! –„ im Ausmaß von EUR 3 Mrd.“ (Abg. Mag. Stadler: Ungeheuerlich! Das schmeißt ihr den Deutschen nach! – Abg. Rädler: Geh, geh!)
Abg. Rädler: Flucht nach vorne!
3 Milliarden €! Das heißt zusammengefasst, Sie haben sich eine Bank aufschwatzen lassen, die ein deutscher Eigentümer in den Ruin geführt hat. Sie haben diese Pleite nicht geprüft. Sie haben nicht einmal das Gutachten vorliegen gehabt, sondern haben ungeprüft eine Notverstaatlichung vorgenommen und haben sich im Rahmen des Kaufvertrages noch dazu verpflichtet, 3 Milliarden € österreichisches Steuergeld für die Misswirtschaft einer deutschen Bank auf den Tisch zu legen. (Abg. Rädler: Flucht nach vorne!) Das ist Wirtschaftspolitik der Österreichischen Volkspartei. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das habt ihr eh selber gemacht!
Es wird Ihnen nicht gelingen, uns dieses Desaster in die Schuhe zu schieben. Es ist der Ex-Finanzminister Pröll, der diesen desaströsen Kaufvertrag verhandelt hat. (Abg. Rädler: Das habt ihr eh selber gemacht!)
Abg. Rädler: Kindesweglegung!
Ich komme schon zum Schlusssatz: Das Märchen mit den Ausfallshaftungen (Abg. Rädler: Kindesweglegung!) – auch da geben Sie erstmals zu, dass es Ausfallshaftungen sind, die am Ende des Tages nicht in vollem Umfang schlagend geworden wären. Das will ich am Schluss auch noch sagen, weil immer dieses Schreckgespenst der Ausfallshaftungen als Argument für die Notverstaatlichung gebracht wird. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Kindesweglegung!)
Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Kindesweglegung!
Ich komme schon zum Schlusssatz: Das Märchen mit den Ausfallshaftungen (Abg. Rädler: Kindesweglegung!) – auch da geben Sie erstmals zu, dass es Ausfallshaftungen sind, die am Ende des Tages nicht in vollem Umfang schlagend geworden wären. Das will ich am Schluss auch noch sagen, weil immer dieses Schreckgespenst der Ausfallshaftungen als Argument für die Notverstaatlichung gebracht wird. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Kindesweglegung!)
Abg. Rädler: Ordnungsruf?!
Ich würde mich nicht wundern, wenn man einmal in München nachschaut, welche Verflechtungen sich da zwischen ÖVP und CSU ergeben würden. Ich glaube nicht, dass der Pröll so beschränkt war, dass er (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP) – ihr lacht, aber euch wird das Lachen noch vergehen – freiwillig den Bayern 3 Milliarden € auf den Tisch legt mit Ende 2013, sich in der Zwischenzeit schleicht (Abg. Rädler: Ordnungsruf?!) – das ist nämlich nicht etwas, das Sie zu verantworten haben; das hat der Pröll zu verantworten –, sich in der Zwischenzeit als Minister schleicht, und jetzt stellt sich heraus, dass die Verflechtungen zwischen Schwarz in Bayern und Schwarz in Wien eben doch enger waren. (Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
und es auch diesbezüglich ein Gesetz gibt, Kollege Rädler, was haben wir dann erlebt? – Dass in der Pause die Bengalischen Feuer gezündet wurden und wir eine Spielunterbrechung von zehn Minuten hatten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nulllohnrunde!
Würden Sie endlich für Ordnung sorgen bei den unglaublichen Gehaltszahlungen in der Oesterreichischen Nationalbank und den Pensionsleistungen dort, könnten wir uns das leisten. Würden Sie endlich bei den Politikerpensionen eingreifen, könnten wir uns die Pensionen leisten. (Abg. Rädler: Nulllohnrunde!)
Abg. Mag. Gaßner: Das hätt’ er gern, der Rädler! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.
Zu Beginn des letzten Verkehrsausschusses kam es aber wieder zu dem gewohnten Schlagabtausch zwischen den beiden Koalitionsparteien, also Bartenstein versus Haberzettl. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Bartenstein und Amon.) Heute war es mit den Zahlen schon ein bisschen gemütlicher, ein bisschen friedlicher, das Hickhack im Ausschuss ging ja schon so weit, dass das Wort „Koalitionsbruch“ vom Kollegen Rädler im Raum stand. (Abg. Mag. Gaßner: Das hätt’ er gern, der Rädler! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) Es ging also zu wie bei einem Tennismatch, hat der Kollege Auer gesagt, es flogen die Bälle hin und her.
Sitzung Nr. 137
Abg. Rädler: Trotzdem muss es nicht richtig sein!
Die Rechnungshofvorschläge sind eine derartige Blamage in Zeiten der Schuldenbremse-Rhetorik! Und das sind Vorschläge, die aus zehn Jahren Verwaltungstätigkeitsüberprüfung kommen. Also das ist nicht etwas, was dem Rechnungshofpräsidenten gestern eingefallen ist und was man heute erst einmal anschauen muss (Abg. Rädler: Trotzdem muss es nicht richtig sein!), sondern das sind Vorschläge, die die letzten zehn Jahre in jedem einzelnen Ressort, in jedem einzelnen Verwaltungsbereich immer wieder an die österreichische Bundesregierung herangetragen wurden.
Abg. Rädler: Die Bürgermeister nehmen ihre Verantwortung ernst!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Gradauer. – Bitte. (Abg. Rädler: Die Bürgermeister nehmen ihre Verantwortung ernst!)
Demonstrativer Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler. – Abg. Rädler: Ihr seid die „Heimatpartei“!
Ich möchte noch hinzufügen: Sie sind die Europapartei, wir sind die Österreichpartei! (Demonstrativer Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Tadler. – Abg. Rädler: Ihr seid die „Heimatpartei“!)
Abg. Rädler: Heimatpartei! – Abg. Strache – in Richtung ÖVP –: Mit dem Begriff „Heimat“ habt ihr nichts mehr am Hut, das stimmt schon!
Sie brechen nämlich laufend die Verträge – ich erinnere nur daran: den Lissabon-Vertrag, die Maastricht-Verträge und auch eigene Verfassungsverträge. (Abg. Rädler: Heimatpartei! – Abg. Strache – in Richtung ÖVP –: Mit dem Begriff „Heimat“ habt ihr nichts mehr am Hut, das stimmt schon!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Die Frage ist nur: Warum geschieht es nicht? – Dabei hätte die Koalition allen Grund, die längst fälligen Reformen anzugehen. Es brennt der Hut, es ist schon Feuer am Dach (Abg. Strache: Wahrscheinlich ist der Failmann schuld auf Facebook!): 268 Milliarden Schulden, weitere 40 Milliarden bis zum Jahre 2015. Wir erreichen dann eine Schuldenquote von 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Wir nähern uns griechischen Verhältnissen, Staatsbankrott droht (Zwischenruf des Abg. Rädler), Triple-A ist längst dahin, Zinsendienst pro Jahr: 14 Milliarden. – Danke vielmals!
Abg. Rädler: In Kärnten anfangen! – Ruf bei der FPÖ: In Niederösterreich!
Was ist zu tun? – Zu tun wäre: ein langfristiges Sanierungskonzept sicherzustellen, mit welchen Schritten, mit welchen Maßnahmen, mit welchen Zielen man die hohen Schulden bekämpfen will. (Abg. Rädler: In Kärnten anfangen! – Ruf bei der FPÖ: In Niederösterreich!) Und dieses Konzept muss verbindlich sein (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) – nur so hat es Sinn! –, verbunden mit Sanktionen. Nur so geht es! (Abg. Linder: Niederösterreich hat die höchste Verschuldung!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradauer. – Abg. Rädler: Doppelbödigkeit!
Na, was ist dann Ihre Meinung: Sind Sie jetzt für oder gegen die Schließung von Polizeiinspektionen? – Die ÖVP-Innenministerin hat sich klar positioniert: Sie ist gegen die Schließung von Polizeiinspektionen; Sie nicht, Herr Kollege Gradauer. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Gradauer. – Abg. Rädler: Doppelbödigkeit!)
Abg. Rädler: Wieso wissen Sie das?
Meine Damen und Herren von der ÖVP, wenn Sie schon Jörg Haider zitiert haben, dann bringe ich jemand anderen aus Ihren Reihen: Was wäre gewesen, wenn der Bundeskanzler Wolfgang Schüssel geheißen hätte? – Der hätte gewusst, gemeinsam mit uns, wie man die Opposition an einen Tisch bringt und von oben, vom Bundeskanzler über den Vizekanzler, über die Parlamentarier den Versuch einer gemeinsamen Einigung und von Verhandlungen zusammenbringt. (Abg. Rädler: Wieso wissen Sie das?) Davon seid ihr weit entfernt. Aber das müsst ihr euch überlegen, statt immer den erhobenen Zeigefinger auf die Opposition zu richten! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Das ist eine Gemeinheit, was er sagt!
Abgeordnete Angela Lueger (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Windholz, wenn Sie sagen, die Beamten und Beamtinnen haben sich überhaupt keine Erhöhung verdient, dann frage ich mich, aufgrund welcher Maßgabe Sie das hier sagen, und wir werden auch wissen, wie wir das den Kolleginnen und Kollegen weiter transportieren. (Abg. Rädler: Das ist eine Gemeinheit, was er sagt!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Lex Mistelbach!
Mit Basel III lassen sich auch in Zukunft keine Finanzkrisen vermeiden. Das heizt nur die Kreditklemme an. Es ist nämlich völlig egal, ob Raiffeisen International in der Ukraine ein Geschäft nicht machen kann, weil die Risikobestimmungen nicht den neuen Regeln entsprechen oder weil das Eigenkapital nicht reicht. Es macht für Österreich überhaupt keinen Unterschied, ob dieses Geschäft gemacht wird oder nicht; es macht aber sehr wohl einen Unterschied, ob die Raiffeisenbank in Mistelbach einem örtlichen Handwerksbetrieb einen Kredit geben kann oder nicht. Das macht einen sehr großen Unterschied. Daher werden wir dieser Vorlage nicht zustimmen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Lex Mistelbach!)
Abg. Rädler: Zur Sache!
Selbstverständlich ist es auch ein Problem, dass die Mittel für die Forschung genau für diesen Bereich dann blockiert sind. Ein aktuelles Beispiel haben wir heute gesehen. Da hat sich der Energiekonzern Vattenfall für diese Technologie 180 Millionen € aus EU-Strukturfonds gesichert (Abg. Rädler: Zur Sache!), 45 Millionen € bereits abgeholt, und jetzt stellt er die Forschung in diesem Bereich ein, und zwar mit einer guten Begründung.
Abg. Rädler: Wer hat dir denn den Blödsinn aufgeschrieben?
Die Abschaffung des überaus erfolgreichen Blum-Bonus hat uns die noch immer regierende Koalition bereits 2008 beschert. Nachdem in der Folge etwa 10 000 betriebliche Lehrstellen verlorengegangen sind, versucht man nun, diesen Fehler wieder auszumerzen. Anstatt allerdings zu bewährten Mitteln zurückzukehren, versucht man einmal mehr, das Rad neu zu erfinden. Und wie so oft besteht dabei die Gefahr, dass man mehr Schaden als Nutzen produziert. (Abg. Rädler: Wer hat dir denn den Blödsinn aufgeschrieben?)
Abg. Rädler: Na hallo!
Abgeordneter Stefan Markowitz (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Wenn ich dort anschließen darf, was mein Vorredner gesagt hat: Selbstverständlich gebe ich Ihnen recht, günstig oder auch nicht günstig, betriebliche Lehrwerkstätten sind teurer. Ich sage nur eines: Auf lange Sicht ist es mir völlig egal, was es kostet, weil jeder Arbeitslose (Abg. Rädler: Na hallo!) – Man muss das einmal sagen, und hör mir zu, was ich sagen will! Mir ist das insofern egal, weil jeder arbeitslose Jugendliche von heute ein Langzeitarbeitsloser von morgen ist. Das muss man auch einmal betonen. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Zur Sache!
Und dieser vorliegende Antrag ist ja praktisch eine Verlängerung des Erfolgsprojekts Sanierungs-Scheck des ersten Konjunkturpakets. – Aber nein, statt dass wir gemeinsam geradezu feiern, dass das ein Erfolgsprojekt geworden ist, das zusätzlich noch das Budget speist, weil ja die Mehrwertsteuereinnahmen des Staates aufgrund der Ausgaben für die thermische Sanierung gestiegen sind, wird Ihrerseits einfach negativ agiert und wird dieser Antrag, hinter dem ja im Prinzip alle stehen, einfach abgelehnt. Es ist wieder einmal ein bezeichnendes Paradoxon dieser parlamentarischen Unkultur, über die man sich spät mitternächtlich am besten auch noch aufregt. (Abg. Rädler: Zur Sache!)
Abg. Rädler: Vorbildlich! Vorbildlich! Photovoltaik, Solarenergie!
Herr Kollege Rädler, gehen Sie nach Hause ins Land Niederösterreich, schauen Sie sich einmal an, was da durch die Wohnbauförderung Positives vorangetrieben wird (Abg. Rädler: Vorbildlich! Vorbildlich! Photovoltaik, Solarenergie!), im Hinblick auch auf thermische Sanierung! Legen Sie da dann das Bundesgeld dazu, diese 100 Millionen € für den Sanierungs-Scheck für thermische Sanierung, der zum Großteil privat verbraucht wird – zu einem geringeren Prozentsatz auch betrieblich –, und dann sehen Sie den Effekt, der den Niederösterreichern und Niederösterreicherinnen sehr zugutekommt. Und das, bitte, ist eine Anstrengung, die auf eine grüne Initiative zurückgeht, und diese grüne Initiative lehnen Sie jetzt wieder ab, obwohl Sie es machen.
Abg. Rädler: Nicht einmal Ihre Kollegen! Die sind schon heimgegangen!
Insofern gebe ich auch meinem Kollegen von den Freiheitlichen völlig recht, der da sagt, der Bautenausschuss ist entweder überflüssig, oder wir reformieren ihn. Mit dieser Art von Vorgangsweise, Herr Minister, oder liebe Mehrheitspartei ÖVP, liebe Mehrheitspartei SPÖ, können Sie wirklich nach Hause gehen, demokratiepolitisch und auch kulturpolitisch – entschuldigen Sie: in dem Sinn parlamentarisch-kulturpolitisch –, können Sie einpacken und nach Hause gehen. So etwas lasse ich mir selbst zur vorgeschrittenen Stunde nicht bieten! (Abg. Rädler: Nicht einmal Ihre Kollegen! Die sind schon heimgegangen!) – Ah geh!
Abg. Rädler: Was zahlen Sie der Kollegin Schatz, dass sie zuhört?
Wenn Sie den Sanierungs-Scheck, weil er sich so bewährt, auch jetzt, in seiner verlängerten Form, auch 2013, 2014, 2015 fortsetzen, werde ich nicht müde werden, auch wieder einen Antrag zu stellen (Abg. Rädler: Was zahlen Sie der Kollegin Schatz, dass sie zuhört?), dass wir weitere Schritte unternehmen in Richtung thermische Sanierung, denn wir haben gute Vorschläge. Es gibt noch Anträge von mir in Richtung bessere Wohnbaufinanzierung, in Richtung Verbreiterung der Pensionsabsicherung durch Wohnbaufinanzierung, und die sind alle sinnvoll, weil sie von Experten und Fachkreisen kommen, von Fachtagungen kommen. (Abg. Rädler: Die arme Kollegin Schatz, die muss sich das anhören!) Sie werden schon sehen: Sie werden es wieder machen – da gehe ich eine Wette ein –, weil sie gut sind, Sie werden meine Anträge umsetzen, und nachher stellen Sie sich wieder her und sagen: Nein danke, den grünen Antrag lehnen wir ab, gehen Sie nach Hause!
Abg. Rädler: Die arme Kollegin Schatz, die muss sich das anhören!
Wenn Sie den Sanierungs-Scheck, weil er sich so bewährt, auch jetzt, in seiner verlängerten Form, auch 2013, 2014, 2015 fortsetzen, werde ich nicht müde werden, auch wieder einen Antrag zu stellen (Abg. Rädler: Was zahlen Sie der Kollegin Schatz, dass sie zuhört?), dass wir weitere Schritte unternehmen in Richtung thermische Sanierung, denn wir haben gute Vorschläge. Es gibt noch Anträge von mir in Richtung bessere Wohnbaufinanzierung, in Richtung Verbreiterung der Pensionsabsicherung durch Wohnbaufinanzierung, und die sind alle sinnvoll, weil sie von Experten und Fachkreisen kommen, von Fachtagungen kommen. (Abg. Rädler: Die arme Kollegin Schatz, die muss sich das anhören!) Sie werden schon sehen: Sie werden es wieder machen – da gehe ich eine Wette ein –, weil sie gut sind, Sie werden meine Anträge umsetzen, und nachher stellen Sie sich wieder her und sagen: Nein danke, den grünen Antrag lehnen wir ab, gehen Sie nach Hause!
Sitzung Nr. 139
Abg. Rädler: Hallo?!
Die haben zu Ihnen, Herr Faymann und Herr Spindelegger, gesagt: Was Sie in Österreich unter einer Schuldenbremse verstehen, das ist keine Schuldenbremse! Eine Schuldenbremse ist das nicht, so wie es Sie verstanden haben, dass wir vielleicht, möglicherweise, wenn alles gut geht, im Jahr 2017 zu sparen anfangen und dann noch ohne Sanktionen, nach dem Motto: Wenn wir schon sparen, dann sparen wir nicht, sondern dann nehmen wir den Leuten einfach mehr Geld aus der Tasche! – Einen Rüffel dafür hat Ihnen selbst die Europäische Kommission, der Europäische Rat gegeben, indem sie gesagt haben: Mit diesem Papier können Sie sich wieder nach Hause schleichen! (Abg. Rädler: Hallo?!) Gehen Sie in Ihr Parlament und informieren Sie einmal Ihr Parlament ordentlich! (Beifall beim BZÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Der wechselt schon zur FPÖ!
Letztlich war das Euro-Projekt ein Projekt eines Völkergefängnisses, das wir schon einmal hatten, und Sie wollen das, was de Gaulle einmal wollte, aufheben, nämlich einen Staatenbund gleichberechtigter Staaten. Das wollen Sie aufheben und wollen eine Zentralregierung. Sie wollen einen Bundesstaat Europa errichten, und dazu ist Ihnen jedes Mittel recht. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Der wechselt schon zur FPÖ!)
Abg. Rädler: ... ist eine Qual!
Und was wir vor allem brauchen – als Punkt vier der Sicherheiten –: Wir brauchen eine Regierung, die hier an die Arbeit geht, die nicht fromme Wünsche formuliert, die nicht irgendwelche Schuldenbremsen in die Verfassung schreibt, sondern konkrete Maßnahmen einleitet, damit wir hier endlich auf einen grünen Zweig kommen. (Abg. Rädler: ... ist eine Qual!)
Abg. Rädler: Redezeit!
Daher nochmals: Bereits im Vorfeld sollte klargestellt sein, welche Bedingungen ein Austragungsland zu erfüllen hat und unter welchen Bedingungen Österreich an solchen Spielen teilnimmt oder nicht. Spiele, in deren Vorfeld grausamste Tötungen stattfinden, sind keine Spiele; das hat nichts mit Fair Play zu tun. Fair Play sollte aber die Voraussetzung für jede Sportveranstaltung sein. (Abg. Rädler: Redezeit!)
Sitzung Nr. 140
Abg. Rädler: Eine wissenschaftliche Abhandlung!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsidentin! Hohes Haus! (Abg. Rädler: Eine wissenschaftliche Abhandlung!) In den letzten Tagen hat es einige gegeben, die sich darüber gewundert haben, dass wir die beste Bonitätsnote verloren haben. Ich habe mich nicht so sehr gewundert, sondern ganz im Gegenteil, ich habe mich gewundert, warum das so lange gedauert hat, dass eine Ratingagentur auf uns aufmerksam geworden ist. Vielleicht liegt es daran, dass man einfach vorher nicht so sehr den Fokus auf uns gelegt hat. Wenn man sich die Zahlen genauer ansieht, dann, muss ich sagen, hätten wir schon viel früher die beste Bonität verlieren müssen.
Abg. Rädler: Der Kogler war auch dabei!
Armin Wolf hat bei dieser Rede 2006 zwei zentrale Gründe für die Misere des ORF genannt, wie er das selbst bezeichnet hat. Er hat einen internen Grund genannt und einen externen. Zunächst einmal zum internen Grund. (Abg. Rädler: Der Kogler war auch dabei!) Der interne Grund war für ihn die Organisation der Informationsabteilung dieses Unternehmens. Damals – das ist der Rückblick auf das Jahr 2006, für den Kollegen Kopf insbesondere, und auf die Zeit der damaligen schwarz-blauen Regierung –, also damals hat es ein System gegeben, wo eine zentrale Person im ORF gesessen ist: der damalige Chefredakteur Werner Mück, der letztlich mit Daumen oben oder Daumen unten entschieden hat, was in diesem Unternehmen gezeigt werden kann und was nicht gezeigt werden kann.
Abg. Rädler: VCÖ!
Das ist in Österreich zugegebenermaßen schwierig. Kollege Cap, darüber haben wir heute in der Früh schon leicht einmal diskutiert. Wir haben eine Situation, in der vom Fußballverein über den Autofahrerverein, über die Rettungsorganisationen, vermutlich über die Blumenzüchter und Gärtner in diesem Land alles parteipolitisch organisiert ist, was man sich vorstellen kann. Die schwarzen Fußballvereine, die roten Fußballvereine (Abg. Rädler: VCÖ!), die schwarzen Autofahrervereine, die roten Autofahrervereine, all diese Positionen sind parteipolitisch nach dem Proporz verteilt.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schwache Rede!
Ich halte das für einen sehr intelligenten Ansatz, den Kollege Brosz hier präsentiert hat. Dieser Ansatz hätte sich von Ihnen, Herr Bundeskanzler, natürlich mehr Wertschätzung verdient, als da einfach in ein paar Kontra-Reflexe zu verfallen. Und der wirkliche Einfluss der repräsentativen Demokratie, den Sie hier reklamieren, wird natürlich über den Gesetzgeber ausgeübt, indem wir genau so ein Konstrukt vorschlagen, ausarbeiten und auch beschließen können. Dazu sind Sie aufgerufen, aber Sie haben das bis jetzt verweigert. Sie sollten hier im Interesse des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine andere Haltung einnehmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Schwache Rede!)
Abg. Öllinger: Wir sind nicht die Mehrheit! – Abg. Rädler: Aber willfährig!
Aber derselbe Herr Wrabetz ist auch verantwortlich für die Halbierung des Stammkapitals in dem Unternehmen; ist verantwortlich für fragwürdige Personalentscheidungen im ORF. Sogar Herr Oberhauser, einer, der sich wirklich nicht hat biegen lassen, musste letzten Endes gehen, weil fragwürdige Personalentscheidungen an ihm vorbei – natürlich unter Ausnutzung dieser Alleingeschäftsführermacht, die dort herrscht – erfolgten und man ihm Personal aufs Auge gedrückt hat, das er nicht für qualifiziert hielt. Das geschah allein aus parteipolitischen Gründen. Und letztlich musste er dann dem Druck einer Mehrheit im Stiftungsrat weichen. Das haben Sie sich genauso selber zuzuschreiben, denn Sie haben Herrn Wrabetz dorthin gesetzt. (Abg. Öllinger: Wir sind nicht die Mehrheit! – Abg. Rädler: Aber willfährig!) – Aber Sie haben für die Mehrheit gesorgt.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine Verantwortung für den ORF, für ihr Haus. Daher ist es richtig, Kritik zu üben, daher ist es richtig, sich zu wehren, aber diese Kritik und dieses Wehren müssen so erfolgen, dass man damit nicht dem eigenen Unternehmen, dem Ansehen des Hauses, in dem man arbeitet, in dem man beschäftigt ist, schadet. Manch ein Redakteur, der sich da besonders aktiv gebärdet hat, hat einen 18-er Vertrag – ORF-Insider wissen, welche Gehaltsstufe das ist –, das heißt, es sollten manche auch ein bisschen vor der eigenen Türe kehren. Auch da gilt es, ein bisschen Mäßigung zu betreiben (Zwischenruf des Abg. Rädler) und die Sache zu sehen – und nicht nur einzelne Personen wie Niko Pelinka oder andere.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und auch wenn man in dieser Debatte vieles schlechtreden will, muss man doch eines sagen: Der ORF leistet ausgezeichnete Arbeit, und zwar nicht nur bundesweit, sondern auch mit den ORF-Landesstudios. Es ist wichtig, dass gerade auch die Regionen in Österreich, die einzelnen Bundesländer aktuelle Nachrichten, Informationen erhalten. Das ist wichtig für die Regionen, um sich darzustellen, es ist sicherlich auch tourismusfördernd und es ist auch wichtig für die Menschen in den Regionen außerhalb von Wien. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und jetzt kommt halt der Herr Wrabetz mit Unterstützung des Herrn Staatssekretärs Ostermayer und des Herrn Faymann darauf: Ja richten wir uns halt den ORF für die Nationalratswahl 2013 her! – Das ist doch genauso unanständig wie die letzten Jahrzehnte, 30, 40 Jahre auch, ist aber nichts Neues. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Regierungsparteien die letzten Jahrzehnte immer wieder, und auch die Grünen im Übrigen, den ORF parteipolitisch missbraucht haben! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: nicht traut!
Wenn ich mir dann anschaue, was hinter den Kulissen passiert und auch in Bezug auf diese Debatte vor Weihnachten, dann, muss ich sagen, ist auch frauenpolitisch etwas sehr Bedenkliches passiert in Bezug auf diese Postennachbesetzungen. Es war nämlich nicht nur so, dass es problematisch ist im Sinne der Vergabe, vor einer Ausschreibung schon anzukündigen, wer diesen Job bekommt, sondern auch in Hinsicht darauf, wie das Gleichbehandlungsgebot für den ORF eigentlich zu befolgen wäre und wie die Nachbesetzung von Jobs nach dem Gleichbehandlungsgebot erfolgen sollte. (Abg. Rädler: nicht traut!) Und das wurde in diesem Zusammenhang ganz sicher nicht berücksichtigt, ganz offensichtlich – zumindest in den Vorankündigungen. Wir wissen nicht, wie jetzt entschieden wird, und ich hoffe schon sehr, dass dies zugunsten von Frauen sein wird, denn da gibt es zumindest bei den Ebenen, um die es jetzt geht, noch enormen Nachholbedarf. (Abg. Rädler: Rudas!)
Abg. Rädler: Rudas!
Wenn ich mir dann anschaue, was hinter den Kulissen passiert und auch in Bezug auf diese Debatte vor Weihnachten, dann, muss ich sagen, ist auch frauenpolitisch etwas sehr Bedenkliches passiert in Bezug auf diese Postennachbesetzungen. Es war nämlich nicht nur so, dass es problematisch ist im Sinne der Vergabe, vor einer Ausschreibung schon anzukündigen, wer diesen Job bekommt, sondern auch in Hinsicht darauf, wie das Gleichbehandlungsgebot für den ORF eigentlich zu befolgen wäre und wie die Nachbesetzung von Jobs nach dem Gleichbehandlungsgebot erfolgen sollte. (Abg. Rädler: nicht traut!) Und das wurde in diesem Zusammenhang ganz sicher nicht berücksichtigt, ganz offensichtlich – zumindest in den Vorankündigungen. Wir wissen nicht, wie jetzt entschieden wird, und ich hoffe schon sehr, dass dies zugunsten von Frauen sein wird, denn da gibt es zumindest bei den Ebenen, um die es jetzt geht, noch enormen Nachholbedarf. (Abg. Rädler: Rudas!)
Sitzung Nr. 141
Abg. Rädler: Frage!
Sie haben natürlich recht, das ist jetzt nicht ein rein österreichisches Phänomen, sondern das gibt es in vielen Ländern, auch in den USA. (Abg. Rädler: Frage!)
Abg. Rädler: Frage!
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Das Vertrauen ist vor allem in die Politik verloren gegangen, die Sie und Ihre Partei seit 25 Jahren repräsentieren. (Abg. Rädler: Frage!)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Das war dumm! Das war mehr als dumm!
Ich frage Sie konkret: Wann und zu welchem Zeitpunkt gedenken Sie, die 599 Reformvorschläge des BZÖ und auch des Rechnungshofes (lebhafte Heiterkeit bei SPÖ, ÖVP und FPÖ) – ich habe sie heute hier mitgebracht –, wo es unter anderem darum geht, anstatt neue Steuererhöhungen zu beschließen tatsächliche Verwaltungsreformen anzugehen, endlich umzusetzen? (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Das war dumm! Das war mehr als dumm!)
Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!
waltungseinheiten diskutiert. Eine Studie des Gemeindebundes sagt ganz klar: Je kleiner die Gemeinde desto günstiger ist die Verwaltung pro Bürger. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) In kleinen Gemeinden 299 € Verwaltungskosten pro Einwohner, in großen Gemeinden bis zu 765 €.
Abg. Rädler: Das ist eine andere Partei!
Eine solche Vorgangsweise kann man eigentlich nur positiv hervorstreichen und ist doch kein Anlass für Kritik. Im Gegenteil! Ich glaube, es gibt viele andere Beispiele. Der stellvertretende Kärntner Landeshauptmann Uwe Scheuch ist in erster Instanz verurteilt worden, aber der sieht keinen Anlass für einen Rücktritt. (Abg. Rädler: Das ist eine andere Partei!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Die Frau Ministerin hat gesagt, der Herr Sektionschef Pilnacek hat gesagt (Zwischenruf des Abg. Rädler): Ich weiß nicht, wer diesen Brief bekommen hat, noch bevor ihn der Herr Grosz gehabt hat. – Die Frau Ministerin hat die Hand ins Feuer gelegt und gemeint: Aus meinem Kabinett war es niemand!, der Herr Kollege Singer hat ihn aber trotzdem tatsächlich gehabt. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Der Kollege Grosz hat ihn dem Herrn Singer in die Hand gegeben? (Abg. Grosz: Ja, wie der Osterhase!) – Jetzt lachen aber die Hühner! (Beifall bei FPÖ und BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der erste Fall ist der Fall Martinz. – Zur Erinnerung: Es geht um einen ÖVP-Landesrat, dessen Steuerberater das Glück hatte, für ein sechsseitiges Gutachten 6 Millionen € zu bekommen. Meine Damen und Herren, jeder von uns wünscht sich so ein Einkommen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dass das die Staatsanwaltschaft interessiert, ist kein Zufall. (Abg. Rädler: Der Van der Bellen hat es gekriegt!)
Abg. Rädler: Der Van der Bellen hat es gekriegt!
Der erste Fall ist der Fall Martinz. – Zur Erinnerung: Es geht um einen ÖVP-Landesrat, dessen Steuerberater das Glück hatte, für ein sechsseitiges Gutachten 6 Millionen € zu bekommen. Meine Damen und Herren, jeder von uns wünscht sich so ein Einkommen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dass das die Staatsanwaltschaft interessiert, ist kein Zufall. (Abg. Rädler: Der Van der Bellen hat es gekriegt!)
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Petzner –: Sag gleich etwas zu den Geldkoffern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Petzner zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Petzner –: Sag gleich etwas zu den Geldkoffern! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Mag. Donnerbauer hält eine Seite des „Kurier“ in die Höhe. – Abg. Rädler: Die zwei Teletubbies!
Und ich ersuche schon auch den Abgeordneten Singer: Erklären Sie sich! Sie verstecken sich da hinten so. – Vielleicht kann die Kamera einmal hinfahren: Das ist der Herr da in der vorletzten Reihe, der jetzt so grinst. (Abg. Mag. Donnerbauer hält eine Seite des „Kurier“ in die Höhe. – Abg. Rädler: Die zwei Teletubbies!)
Abg. Rädler: Da war aber schon der ... auch dabei!
Es war also keiner. Es war niemand. – Jetzt kann ich mir das nur mehr so erklären, dass der Herr Martinz ein so schlechtes Gewissen hat wegen eines 12-Millionen-€-Auftrags an seinen eigenen Steuerberater, dass er so ein Schuldgefühl hat, dass er sich denkt (Abg. Rädler: Da war aber schon der ... auch dabei!): Naja, das Gewissen drückt, ich trete gleich zurück. – Das ist die einzige Erklärung, die ich habe. Das heißt, der Herr Martinz verurteilt sich selbst, und das steht symptomatisch für die Misswirtschaft und die korrupte Politik der Österreichischen Volkspartei, meine Damen und Herren. Das sei in dieser Klarheit und ganz klar gesagt. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Die zwei Teletubbies!
Denn wenn hier der Herr Donnerbauer den „Kurier“ groß in die Kamera hält (Abg. Rädler: Die zwei Teletubbies!) und auch der Herr Haberzettl, dann ist es schon sehr auffällig, wie sehr Sie Folgendes zelebrieren: Sie zelebrieren hier einen Amtsmissbrauch, denn alles, was bisher in der Öffentlichkeit zu lesen steht, ist aufgrund von illegaler Weitergabe von vertraulichen, geheimen Akten passiert. Und mit Ihrer Zelebrierung heißen Sie das gut und verteidigen Sie das noch, meine Damen und Herren! Wir machen bei diesem Spiel sicher nicht mit. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Sitzung Nr. 143
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ist es Ihr einziger Beitrag zur Demokratiereform, einfach 10 Prozent Abgeordnete, wo auch immer, einzusparen? Hat das etwas mit Demokratiereform zu tun? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Wir sind jahrelang im Österreich-Konvent gesessen und haben uns vernünftige Reformvorschläge für Österreich überlegt. Wir haben sie ausgearbeitet, wir haben sie vorgelegt. Sie waren nicht dabei, glaube ich. Ich habe viel Lebenszeit dort versessen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und dann gibt es noch die Lohnnebenkosten. Sie sagen, die Wirtschaft wird nicht belastet, die Wirtschaft wird nicht belastet! – Vier Erhöhungen der Lohnnebenkosten (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Na bitte, hallo! Da hören wir seit Jahren von dieser Bundesregierung, in Zeiten der Krise sei es notwendig, die Lohnnebenkosten zu senken, um die Wirtschaft zu stützen und Arbeitsplätze zu sichern – und Sie machen genau das Gegenteil!
Abg. Rädler: Der Herr Pilz!
Ich erzähle Ihnen jetzt einiges über diese Sonder- und Höchstpensionen. (Abg. Rädler: Der Herr Pilz!) Ich erzähle Ihnen darüber etwas, Herr Kollege. (Abg. Rädler: Der ist gar nicht da!) – Ich mache niemandem zum Vorwurf, dass er oder sie eine Höchstpension oder eine Politikerpension oder eine Nationalbankpension kassiert. Ich mache Ihnen und uns den Vorwurf, dass Sie keine Maßnahmen setzen, dass die einen entsprechenden Beitrag leisten. Das tun Sie nicht, und das ist verwerflich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Der ist gar nicht da!
Ich erzähle Ihnen jetzt einiges über diese Sonder- und Höchstpensionen. (Abg. Rädler: Der Herr Pilz!) Ich erzähle Ihnen darüber etwas, Herr Kollege. (Abg. Rädler: Der ist gar nicht da!) – Ich mache niemandem zum Vorwurf, dass er oder sie eine Höchstpension oder eine Politikerpension oder eine Nationalbankpension kassiert. Ich mache Ihnen und uns den Vorwurf, dass Sie keine Maßnahmen setzen, dass die einen entsprechenden Beitrag leisten. Das tun Sie nicht, und das ist verwerflich! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler schüttelt den Kopf.
Im Bereich des Spendenwäscheverbotes sieht man das ganz deutlich. – Ich mache für das Protokoll aufmerksam, dass in den Reihen der ÖVP ein Abgeordneter sitzt, der immer noch dauernd mit dem Kopf wackelt. (Abg. Rädler schüttelt den Kopf.) Ich werde ausforschen lassen, wie der Abgeordnete heißt, weil vorne sagt er ja nie etwas, aber hinten wackelt er mit dem Kopf, damit wir das dann beim nächsten Mal im Protokoll haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im Bereich des Spendenwäscheverbotes sieht man das ganz deutlich. – Ich mache für das Protokoll aufmerksam, dass in den Reihen der ÖVP ein Abgeordneter sitzt, der immer noch dauernd mit dem Kopf wackelt. (Abg. Rädler schüttelt den Kopf.) Ich werde ausforschen lassen, wie der Abgeordnete heißt, weil vorne sagt er ja nie etwas, aber hinten wackelt er mit dem Kopf, damit wir das dann beim nächsten Mal im Protokoll haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In Deutschland ist das ausdrücklich verboten! Es ist aus guten Gründen verboten – und nicht nur verboten, sondern auch mit Strafe belegt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es ist nicht bloß mit der Sanktion belegt, dass der doppelte, bei schwererem Absichtsvergehen der dreifache Betrag zurückzuzahlen ist – das ist ja wohl ohnehin klar – von der Organisation, von der Partei, nein, es gibt auch strafrechtliche Sanktionen für jene einzelverantwortlichen Personen. Das können Partei-ManagerInnen sein, das können Partei-Obmänner sein, die von dieser Strafdrohung umfasst sind.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Eines, weil es auch gefallen ist, zur Frage der einzelnen (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Was war das schon wieder für ein intellektueller Einwurf? Kann man das wiederholen? (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Es ist Rosenkranz zweifach sogar
Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.
Eines, weil es auch gefallen ist, zur Frage der einzelnen (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Was war das schon wieder für ein intellektueller Einwurf? Kann man das wiederholen? (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Es ist Rosenkranz zweifach sogar
Sitzung Nr. 144
Abg. Rädler: Und die Pendler bleiben im Wald?!
Im Bildungsbereich hungern wir dahin, aber dann gibt es Projekte, die niemand mehr verstehen kann. Ich nenne Ihnen ein Beispiel. Den Linzer Westring, das sind 4 Kilometer Autobahn, 4 Kilometer Stadtautobahn, würde man heute nie mehr so planen, vierspurig, in einer Stadt, in der es eine sehr schlechte Luftqualität gibt und die Kinder Gesundheitsprobleme haben. (Abg. Neubauer: Das stimmt ja nicht! Das ist Unsinn!) 4 Kilometer! Das kostet über eine halbe Milliarde Euro. (Abg. Rädler: Und die Pendler bleiben im Wald?!)
Abg. Rädler: ÖBB!
Stopp von sinnlosen Autobahnprojekten – das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Einsparung gewesen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Bartenstein.) – Herr Kollege Bartenstein! Man kann darüber diskutieren. Selbstverständlich braucht man ein Straßenbaunetz, aber ich weiß nicht, ob man sich den Luxus in einem der bestausgebauten Länder Europas weiter leisten soll. (Abg. Rädler: ÖBB!) – Bei den ÖBB sind wir nicht so weit. Und es gäbe noch einige wunderbare Chancen, für das Budget in der Verkehrspolitik Geld aufzutreiben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Negativsteuer! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Denn: Es ist wirklich skandalös, dass Menschen, die an der Supermarktkassa sitzen, null Groschen beziehungsweise Cent an PendlerInnenpauschale bekommen, weil die steuerliche Regelung für die Besserverdienenden organisiert ist. Das ist der wahre tägliche sozialdemokratische Alltagsskandal Ihrer Verkehrspolitik. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Matznetter: ... Negativsteuer! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das fordern wir: einen Wirtschaftsminister, der den Höchstpreis von Treibstoff in Österreich endlich deckelt. Wir fordern, wie es Josef Bucher heute gesagt hat, die Öffnung der Bundes- und Landestankstellen. Die Bundes- und Landestankstellen beziehen ihren Treibstoff zum Einstandspreis, sie können ihn auch vergünstigt an die Menschen in unserem Land abgeben (Zwischenruf des Abg. Kopf) – eben nicht zu 1,60 €, sondern wieder zu 1,37 €, 1,25 €. Und wettbewerbsrechtlich ist das gedeckt, denn alle Klagen gegen das Bundesland Burgenland und das Bundesland Kärnten wurden verloren und die Landestankstellen dort sind nach wie vor offen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Warum?
Ich glaube nicht, dass wir uns das länger bieten lassen sollten, sondern ich meine, wir österreichischen Abgeordneten sollten uns hier im österreichischen Parlament ein Beispiel nehmen – ich sage es nur ungern – am Selbstbewusstsein des Deutschen Bundestages. Ich sage es nur ungern, weil ich immer ungern das deutsche Vorbild zitiere. (Abg. Rädler: Warum?) Aber in diesem Fall tue ich es gern.
Heiterkeit des Abg. Rädler.
Daher lehnen wir dieses Gesetz ab. Sie können es nicht begründen, Sie können es nicht argumentieren. (Heiterkeit des Abg. Rädler.) – Sie lachen.
Abg. Rädler: Heute noch volltanken!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als Antragsteller zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Rädler: Heute noch volltanken!)
Abg. Rädler: Jetzt heißt es aufpassen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zur Abgabe einer Stellungnahme hat sich Herr Bundesminister Dr. Mitterlehner zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Rädler: Jetzt heißt es aufpassen!) Die Redezeit sollte 20 Minuten nicht überschreiten. (Abg. Dolinschek: Das Kilometergeld ist seit 2008 gleich hoch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie haben die Pendler vergessen!
Und dann haben wir auch das, was wir letztlich brauchen, nämlich eine sozial ausgewogene, sanfte Mobilitätspolitik mit Zukunftsdimensionen, die wir uns auch leisten können, wenn es keinen Tropfen Erdöl mehr gibt. Und dahin wollen die Grünen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie haben die Pendler vergessen!)
Abg. Rädler: Was wollen Sie uns sagen?
Ja, und der Ölpreis hat es für sich geschafft. Er ist gestiegen. Er wird weiter steigen, und ohne große steuerliche Maßnahmen wird es ebenso weiter zu Steigerungen kommen. Meine Damen und Herren, es ist Fakt, dass die Prognosen darauf hinaus-laufen, dass pro Barrel 200 bis 300 Dollar Kosten anfallen werden. Das muss man sehen, das muss man verstehen, dazu muss man die Konzepte entwickeln und entsprechende Maßnahmen setzen. (Abg. Rädler: Was wollen Sie uns sagen?)
Abg. Rädler: Wie war das bei Haider?
Frau Abgeordnete Franz, die Tochter, eine Kollegin oder doch jemand vom Sekretariat, der vom Staat bezahlt wird? – Das ist doch die entscheidende Sachlage. Es sind der Republik Kosten entstanden, und das finden wir absolut letztklassig. Jeder kann privat Geburtstag feiern wie er will, aber hier lapidar zu sagen, na ja, war einfach so und ist einfach so, ist für uns nicht zu akzeptieren. (Abg. Rädler: Wie war das bei Haider?) – Na ja, da musst du dir selbst die Frage stellen, wie das bei dir in Niederösterreich abläuft, da musst du dich selbst im Spiegel betrachten und einmal genau schauen, dass wir das abschalten und abstellen. Wir werden das diesbezüglich machen! (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Steuergeld für diese ganzen Gutachter und Rechtsanwälte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Herausgekommen ist ein Freispruch und sonst überhaupt nichts. Das ist das Ergebnis (Ruf bei der SPÖ: Aber die Milliarden fehlen schon, oder?), und das müssen Sie verantworten.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Auch wir werden zustimmen. Wenn der Vorwurf da ist, es sei jemand eingedrungen und das wäre so – wir beurteilen nicht inhaltlich, sondern wir beurteilen den Vorhalt –, dann wird das auch aufgeklärt werden. Nur die Vorgangsweise der Staatsanwaltschaft werden wir sicher auch mit einer parlamentarischen Anfrage an das Justizministerium aufzuklären versuchen. Es hat auch mehrere Medienberichte gegeben, dass dieser Fall über Monate geprüft worden ist. Wie es zustande kommt, dass ohne, dass das in der Sachverhaltsdarstellung drinnen steht, der Vorwurf in das Auslieferungsbegehren kommt, dass ein Abgeordneter dort eingedrungen sei – es steht auch noch drinnen, es gebe keine Videoaufzeichnungen, es gebe keine Zeugenaussagen, aber es wird einfach der Verdacht geäußert –, ist etwas ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, das ist jetzt wieder eine „klassische“ Rädler-Aussage, die kennen wir schon lange Zeit.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
kollegen außer Dienst Faul nicht niederfahren, weil das ein Straftatbestand wäre. Auch wenn vielleicht der politische Zusammenhang erklärbar wäre, sehr geehrte Damen und Herren, dürfte ich es nicht! Ich dürfte es nicht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 146
Zwischenruf des Abg. Rädler.
fast 6 Milliarden, machen der 13. und 14. Gehalt aus. (Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer.) Das gibt es in ganz Europa nicht. Stimmt, das gibt es nur bei uns. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 148
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dort, wo ohnehin schon wenig herauskommt, wo ohnehin schon wenig Gewinne möglich sind, wo man langfristig mit Bausparprämien arbeiten muss, da greift man voll hinein und nimmt ihnen die Hälfte weg. Das ist Ihr sozialpolitisches Verständnis. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Steuersünder, die ihr Geld in die Schweiz gebracht haben, sollen sich von der strafrechtlichen Verfolgung freikaufen können, das ist offenbar die Sozialkompetenz, die Sie leben.
Abg. Rädler: Wer hat diese Rede geschrieben?
Herr Vizekanzler Spindelegger, wer ist schuld an den riesigen Staatsschulden? (Abg. Rädler: Wer hat diese Rede geschrieben?) Ich habe es schon erwähnt: Sie selbst sind es. Und wenn Sie hier davon sprechen, dass man die Zukunft nicht belasten soll, so
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Oder war das, Herr Bundeskanzler, auch diesmal wieder nur eine Ankündigung beziehungsweise eine Worthülse Ihres Klubobmanns, der immer wieder die Opposition zum Mitarbeiten einlädt, woraus dann aber immer nichts wird? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir erwarten uns ein Sparpaket (Zwischenruf des Abg. Rädler), das endlich dieses System im Lande umstellt. Nutzen Sie diese Zeit vor Ostern, um Askese zu üben! Nutzen Sie diese Zeit bis zum Karfreitag und zum Ostersonntag, um einmal darüber nachzudenken, ob wir nicht mit diesem politischen System an die Wand fahren, ob wir nicht mit diesen Milliarden Euro, die wir nach Griechenland hineininvestieren, mit diesen Milliarden Euro, die wir in die Hacklerpension für höchste Beamte hineininvestieren, mit diesen Milliarden Euro, die wir in Repräsentationskosten der Bundesregierung – samt dem Rucksack ÖBB und ASFINAG – hineinfinanzieren, ob wir nicht mit diesen Milliarden Euro endlich abfahren und dort sparen, wo es notwendig ist, und nicht, wie Sie heute einmal mehr, Steuern erhöhen, Steuern einführen – Immobilienabgabe und, und, und – und die Menschen dieses Landes belasten. (Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Abg. Rädler: ... fährt Glawischnig im BMW!
Ich sage Ihnen auch, warum. Als ich letzte Woche auf diese Ausschreibung gestoßen bin (Abg. Rädler: ... fährt Glawischnig im BMW!), habe ich mir die Ausschreibungsunterlagen durchgeschaut und mir angesehen, was 105 Regierungsmitglieder und Spitzenbeamte da dringend brauchen – um 8 Millionen €! –: Sie brauchen ambientes Licht, sie brauchen Lenkradheizung, sie brauchen Effektlackierung – was immer das ist (Abg. Mag. Kogler: Damit wenigstens die Fassade stimmt!) –, und sie brauchen vor allem ganz, ganz dringend Massagesitze im Fond. Massagesitze im Fond, das muss jetzt beschafft werden! Dazu muss es jetzt 8 Millionen € geben, damit der Bundeskanzler, der Vizekanzler, die Finanzministerin, die Landeshauptleute im Dienstwagen im Fond massiert werden können, automatisch! – So, das sind die offensichtlichen Sorgen der Bundesregierung.
Abg. Rädler: Stimmt ja nicht!
Und wir fragen nach: Warum wird die Steuerhinterziehung der Reichen in der Schweiz durch die Finanzministerin bekämpft? – Frau Dr. Fekter, Sie wissen, dass Sie 12 Milliarden holen könnten! Sie bieten der Schweiz 1 Milliarde und sagen: Schenken wir 11 Milliarden her! Warum schenken Sie Ihnen möglicherweise – zumindest vom Einkommen und vom Vermögen her – nahestehenden Steuerhinterziehern und ‑hinterzieherinnen mehr als 10 Milliarden €? Warum machen Sie kein Sparpaket für Steuerhinterzieher? – Das ist eine große Frage. Und dann gibt es kein Geld für Universitäten, kein Geld für Pensionen, kein Geld für den ökologischen Umbau, kein Geld für die Energiewende, kein Geld für Kultur, kein Geld für Kindergärten (Abg. Rädler: Stimmt ja nicht!) – aber für Massagesitze und für organisierte Steuerhinterziehung gibt es Geld! (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Frau Dr. Fekter, das sind nur zwei von vielen Punkten eines Sparpakets, das gerade in sich zusammenbricht. Über eines bin ich mir sicher (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen): Dieses Sparpaket wird so lange halten wie Ihre Luxuswagenbeschaffung, und wir sehen uns kurz nach Ostern, um über ein echtes Sparpaket, das auch die Steuerhinterziehung und die Luxusautos betrifft, weiterzuverhandeln. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dann wird es einmal um etwas Vernünftiges gehen, das verspreche ich Ihnen heute schon. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Wo sind die Rabatte?
Nun zur Causa ÖBB. Es gab eine Imagekampagne der ÖBB in der „Kronen Zeitung“ in der Höhe von 500 000 €. Das ist eine halbe Million. 500 000 €! Da ist schon zu hinterfragen: Ist diese Imagekampagne, die Werner Faymann mit dem ehemaligen „Krone“-Herausgeber Hans Dichand ausgemacht hat, korrekt und rechtens zustande gekommen? (Abg. Rädler: Wo sind die Rabatte?) War diese Kampagne tatsächlich eine Imagekampagne für die ÖBB – oder handelte es sich bei dieser Imagekampagne schlicht und ergreifend um eine Imagekampagne des damaligen Verkehrsministers Faymann? (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ. – Abg. Dr. Strutz: So war es!) Was in Wien funktioniert, kann ja auch auf Bundesebene funktionieren.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Verfolgungswahn!
Wir brauchen die Unterstützung der ehrlichen Mehrheit in der österreichischen Bevölkerung gegen die unehrliche Mehrheit in der Bundesregierung und den Regierungsparteien, damit wir weiter auch ungehindert und erfolgreich die Korruption in Österreich untersuchen und bekämpfen können. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Verfolgungswahn!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Mag. Schönegger.
sationen aufzuklären, dann steht die ÖVP gemeinsam mit der SPÖ auf der Bremse. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Mag. Schönegger.) Dann redet man plötzlich davon, das Telekom-Kapitel möglichst schnell abzuschließen, weil man auf einmal Stress bekommt. Dann blockiert man gemeinsam die Ladung von zentralen Auskunftspersonen, die wesentlich zur Aufklärung dieser Malversationen beitragen können.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Rädler
Vielleicht noch zur Frau Kollegin Moser. – Frau Kollegin, weil Sie jetzt die Ausschussarbeit und die Fünf-Parteien-Anträge ansprechen: Das sehe ich auch sehr positiv, da ist wirklich auch immer eine gute Stimmung, und nicht nur eine gute Stimmung ist entscheidend, sondern auch die Inhalte. Aber das, was Sie jetzt gebracht haben betreffend Bausparprämien und insbesondere, wie Sie geglaubt haben, dass das bei uns in den Verhandlungsrunden entwickelt worden ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Rädler), das ist schon eine ziemlich große Wunschvorstellung oder Illusion, die Sie sich da machen. (Abg. Windholz: Also ich glaube mehr der Frau Moser als Ihnen!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.
Wesentlich war dabei, dass auch Qualifizierungsmaßnahmen vorgenommen wurden. Von diesen Führungskräften konnten dann auch Botschaften vermittelt werden, die die Werbelinie insgesamt betroffen haben. Die Frage der Nachhaltigkeit war für uns etwas Wichtiges und Wesentliches. Die Gäste haben so viel mitgenommen, mit dem sie gar nicht gerechnet hatten. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall des Abg. Rädler
Allerdings braucht man immer gesicherte Finanzen für so einen Betrieb. Man sperrt jetzt am 1. April wieder auf, und die gesicherten Finanzen gibt es noch immer nicht, obwohl es zahlreiche öffentliche Bekenntnisse gab, insbesondere was den steirischen Wahlkampf betrifft. Ich darf als Niederösterreicher gleich anmerken: So etwas wäre in Niederösterreich natürlich nicht möglich, da bin ich eins mit dem Kollegen Rädler (Beifall des Abg. Rädler), denn da hat der Bereich Carnuntum wirklich große Unterstützung bekommen, und das kommt letztendlich dem Bundesland Niederösterreich zugute, aber auch ganz Österreich.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.
Die Ausführungen von Kollegin Silhavy, die die substanzielle Zuständigkeit angesprochen hat, teile ich auch. Es wäre gut, wenn – auch wenn nicht noch in dieser Legislaturperiode, so doch zumindest ab der nächsten – eine positive Entwicklung stattfände. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Grosz: Jetzt fliegt wieder die Hakel! – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Klikovits.
Abgeordnete Elisabeth Hakel (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Herr Kollege Rädler, kommen Sie eigentlich einmal hinaus aus dem Parlament und reden Sie mit den Menschen? Reden Sie mit den Menschen, die in den Tourismusbereichen arbeiten, die davon leben müssen, die das nicht aus reiner Freude machen wollen? (Abg. Grosz: Jetzt fliegt wieder die Hakel! – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Klikovits.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Arbeit ist etwas Schreckliches für Sie!
Haben Sie mit den Jugendlichen schon einmal darüber gesprochen? Noch nie wahrscheinlich! (Abg. Hörl: Das ist aber nur in der Steiermark!) – Nein, nicht nur in der Steiermark, auch in Tirol. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Arbeit ist etwas Schreckliches für Sie!) Es ist unglaublich, es ist echt enttäuschend, Sie haben sich überhaupt nicht damit beschäftigt, was eine Lehre, was eine Arbeit im Tourismusbereich überhaupt bedeutet. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 150
Abg. Rädler: Ihre Redezeit ist um!
Ein weiterer Entschließungsantrag betrifft die Beschränkung der Gruppengröße im Werkunterricht. (Abg. Rädler: Ihre Redezeit ist um!)
Abg. Rädler: Die Redezeit ist um!
Damit hätten wir ja das beseitigt, was Sie vorhin kritisiert haben. (Abg. Rädler: Die Redezeit ist um!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
kann, was es braucht. Das liegt eben daran, dass es gewaltige Unterschiede zwischen den Schulen gibt. Und jetzt frage ich Sie: Wie kommt das Kind dazu – mein Sohn zum Beispiel; er hat Gott sei Dank das Glück, in eine gute Schule zu gehen –, wie kommt mein Sohn dazu, wenn er in Wien in einem Bezirk lebt, wo die Schule nicht dementsprechende Qualität liefert, dass er unter Umständen nicht ausreichend Lesefähigkeiten beigebracht bekommt, dass er die Kulturtechniken, die er braucht, dann später nicht ordentlich beherrscht und sein ganzes Leben behindert ist? Er ist dann sein ganzes Leben dadurch behindert (Zwischenruf des Abg. Rädler): Er ist behindert in seiner Entwicklung, er ist behindert in seinem Lebensweg, und er wird wahrscheinlich sein Potenzial nicht voll ausschöpfen können.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sehr geehrte Kollegen vom Koalitionspartner! Ich kann Ihnen nur sagen: Ersparen Sie sich Ihre Zwischenrufe! Diese Debatte ist viel zu ernst, um hier in der Außenpolitik ein rüpelhaftes Verhalten an den Tag zu legen. Schauen Sie, Herr Kollege Rädler, Bürgermeister einer kleinen niederösterreichischen Marktgemeinde, über den Tellerrand hinaus! Reden Sie mit Ihrem Bundesparteivorsitzenden und Außenminister Spindelegger, den ich im Außenpolitischen Ausschuss gefragt habe, ob er beabsichtigt, das über 40 Jahre lange Bestehen der diplomatischen Beziehungen mit der Volksdemokratischen Republik Korea – für Sie: Nordkorea – abzubrechen! Und der Herr Außenminister hat gemeint, nein, er beabsichtigt das nicht. Er beabsichtigt auch nicht, Österreichs Unternehmer aufzufordern, die Wirtschaftsbeziehungen mit der Volksdemokratischen Republik Korea abzubrechen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Der Herr Klubobmann!
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Mag. Schickhofer. 2 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Rädler: Der Herr Klubobmann!)
Abg. Rädler: Geh, geh, geh!
Die Gemeindeaufsicht wurde auch von Ihnen wieder hier genannt, das ist ja mittlerweile seit zwei, drei Jahren ein beliebtes Thema, die Gemeindeprüfkompetenz durch den Rechnungshof. Die Verweigerung beider Regierungsfraktionen, aber angetrieben vor allem durch die ÖVP, dass der Bundesrechnungshof die Gemeinden prüfen kann, hat ja dazu geführt, so zu tun und zu sagen, dass wir die Verfassung so ändern, dass die Landesrechnungshöfe wenigstens die Gemeinden prüfen könnten, aller Größe, auch jene unter 10 000 Einwohner. Da brauchen wir in der Regel den Landesverfassungsgesetzgeber dazu. Wissen Sie, wie viele Landesverfassungsgesetzgeber sich jetzt von den ach so reformbereiten Ländern dazu aufgeschwungen haben (Abg. Scheibner: Das gehört abgeschafft!), den Landesrechnungshöfen, die im Übrigen bei Weitem nicht das Gewicht auf die Waage bringen wie der Bundesrechnungshof (Abg. Rädler: Geh, geh, geh!), dieses Recht einzuräumen? – Acht haben es nicht zusammengebracht, beim neunten muss man schauen, wie es zu verstehen ist, was man da vorhat.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist die Reformbereitschaft in den Bundesländern. Das ist das Ergebnis Ihrer Übung, und deshalb wird es anlässlich dieses Tätigkeitsberichtes (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das finde ich wieder interessant, dass ausgerechnet ein Bürgermeister hereinplärrt bei der Gelegenheit. Das ist ja wieder typisch, typisch ÖVP, in dem Fall Niederösterreich: mauern, betonieren, bremsen, blockieren, gerade dann, wenn es um die Rechnungshofkontrolle geht. (Beifall bei den Grünen. – Neuerliche Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 152
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und damit der Niederösterreich-Stammtisch nicht exklusiv bleibt, sondern auch andere wohlgesonnene Menschen hereinkommen – übrigens, Präsident dieses Niederösterreich-Stammtisches ist der Herr Hameseder, Nachfolger von Konrad –, schaut man, dass man im Jagdklub noch ein paar andere Leute dazubekommt, wie wir erfahren haben. Präsident (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bitte? Welche Wortmeldung kommt da noch? – Präsident dieses Jagdklubs ist der Herr Stoss von den Casinos. Man bleibt wunderschön untereinander.
Abg. Dr. Bartenstein: Rädler!
Einer der Zwischenrufer zu Beginn, der Kollege Rödler, hat in der heutigen (Abg. Dr. Bartenstein: Rädler!) Herr Rädler hat bereits in der „NÖN“ gesagt: Wenn der Herr Habeler kommt, was soll er denn aussagen?! – Kollege Rädler, das werden wir ihn, wenn er kommt, schon fragen, was er aussagen soll. Machen Sie sich diesbezüglich keine Sorgen!
Abg. Rädler: Endlose Liste!
Sie können lachen, was Sie wollen. Wir haben bewiesen, dass wir tatsächlich aufklären wollen. Wir haben bewiesen, dass wir nichts unter den Teppich kehren wollen, im Unterschied zu Ihnen. Wir haben als einzige Partei auch bereits finanzielle und auch personelle Konsequenzen gezogen beziehungsweise angekündigt. Wir sind die Einzigen, die involvierte Personen auch vor die Tür gesetzt haben und die auch angekündigt haben, finanzielle Wiedergutmachung zu leisten. (Abg. Rädler: Endlose Liste!)
Abg. Rädler: Hallo, hallo! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich frage Sie, sehr geehrte Damen und Herren von der ÖVP: Warum sitzen Sie heute da? Was ist Ihre Motivation, in diesem Haus zu sitzen? Was ist Ihre Vision, Ihr Ideal gewesen, hier die Bänke der Republik im Interesse der Bevölkerung einzunehmen? War es Idealismus oder war es Egoismus, Ihre eigenen Taschen zu füllen? (Abg. Rädler: Hallo, hallo! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Mehrheitlich hauptsächlich!
Frau Bundesministerin Fekter – da drüben steht sie –: Es muss doch möglich sein, von der Telekom, die mehrheitlich zwar im privaten Eigentum ist, aber sich hauptsächlich im staatsnahen Einfluss befindet, die Steuerzahlungen zurückzuverlangen, die auf diese Art und Weise den SteuerzahlerInnen entgangen sind (Abg. Rädler: Mehrheitlich hauptsächlich!), und zweitens, dass endlich über die ÖIAG hier einmal gescheit regiert wird. Sie sind diejenigen, die die Anteile verwalten. Das muss es mindestens geben können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Frau Bundesministerin Fekter – da drüben steht sie –: Es muss doch möglich sein, von der Telekom, die mehrheitlich zwar im privaten Eigentum ist, aber sich hauptsächlich im staatsnahen Einfluss befindet, die Steuerzahlungen zurückzuverlangen, die auf diese Art und Weise den SteuerzahlerInnen entgangen sind (Abg. Rädler: Mehrheitlich hauptsächlich!), und zweitens, dass endlich über die ÖIAG hier einmal gescheit regiert wird. Sie sind diejenigen, die die Anteile verwalten. Das muss es mindestens geben können. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es ist geradezu ein weiteres Geständnis: Auf den regelmäßigen Vorhalt unsererseits, dass die ÖVP endlich offenlegen soll, wie viel Geld sie von Banken kassiert – es geht ja nicht nur um die Telekom –, wie viel Geld sie von anderen Firmen kassiert, wie viel Geld sie sogar von jenen kassiert, die auf gemütlichste Art und Weise in Österreich Steuern hinterziehen, ihr Schwarzgeld – „Schwarzgeld“ ist ein lustiger Ausdruck in diesem Zusammenhang (Zwischenruf des Abg. Rädler) – in Liechtenstein und in der Schweiz parken und dann von unserem Finanzministerium noch pardoniert werden – das ist doch eine relevante Frage: Wie viel kriegen Sie von denen? –, sagt Parteigeschäftsführer Rauch: Die ÖVP hält sich an die Gesetze. – Kunststück, genau die gehören reformiert.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Der Vorredner von der ÖVP war ja verräterisch: Es regiert immer noch die Mehrheit im Untersuchungsausschuss. – Ja, wenn die Mehrheit die Aufklärung verhindert, dann ist das ein weiterer Beweis dafür, dass wir das zum Minderheitsrecht machen müssen (Präsident Neugebauer gibt das Glockenzeichen) – im Sinne von Transparenz und Offenlegung (Zwischenruf des Abg. Rädler) und im Sinne dessen, dass wir Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Das wird sogar Ihnen noch nutzen, sehen Sie es ein!
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der FPÖ: Sie haben Ihre Fraktion vergessen!
Aber auch die FPÖ, muss ich sagen, ist vorgekommen. (Ruf: Heinz Lederer! 1 Million €!) Etwa 600 000 € gingen von der Telekom an die mediaConnection von Gernot Rumpold für vier Studien. Nachdem die Zahlung der Telekom zur Gänze bei Rumpold eingelangt war, verzichtete die mediaConnection auf Forderungen in der Höhe von 764 000 € gegenüber der FPÖ. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der FPÖ: Sie haben Ihre Fraktion vergessen!)
Sitzung Nr. 153
Abg. Rädler: Herr Pilz, sagen Sie zu den Pässen etwas?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pilz zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler: Herr Pilz, sagen Sie zu den Pässen etwas?!)
Abg. Rädler: Sie sind für Unsicherheit!
Trotzdem: Eine Verwaltungsreform ist gut, gerade im Bereich der inneren Sicherheit. Nur: Als Sicherheitspolitikerinnen und Sicherheitspolitiker haben wir eine zweite große Aufgabe, das ist die Gefahrenabwehr. (Abg. Rädler: Sie sind für Unsicherheit!) Hier gibt es so etwas wie die politische Gefahrenabwehr, und ich habe den Eindruck, dass die Abgeordneten zweier Oppositionsparteien diese Aufgabe in diesem Zusammenhang nicht wirklich ernst nehmen. Ich werde auf mögliche Motive noch eingehen.
Abg. Rädler: Oh, der Dr. Haidinger!
Eine Schlüsselposition nach der anderen ist mit Parteisoldaten besetzt worden. Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit: ein Parteisoldat. Der Chef des Bundeskriminalamtes, ein erfahrener Beamter, wurde „gesäubert“, Dr. Haidinger, um einen Parteisoldaten einzusetzen. (Abg. Rädler: Oh, der Dr. Haidinger!) In den Ländern Parteisoldaten, die Sektionschefs, bis hin zum Bundesamt für Korruptionsbekämpfung, das mit einem ehemaligen schwarzen Personalvertreter aus dem Rechnungshof besetzt worden ist. (Zwischenruf des Abg. Hagen.)
Abg. Rädler: Zur Sache!
dann wäre das eine freudige Überraschung. Aber man kann Gesetzgebung nicht auf der Möglichkeit freudiger Überraschungen aufbauen, das wäre verantwortungslos. Deswegen wäre es meiner Meinung nach und unserer Meinung nach als begleitende, unabdingbare Maßnahme notwendig gewesen, in das Strafgesetzbuch einen Paragraphen über parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen aufzunehmen. (Abg. Rädler: Zur Sache!)
Abg. Rädler: Und Pilz!
des Diplomatischen Corps haben (Abg. Rädler: Und Pilz!), und sonst überhaupt abschaffen.
Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Gerade uns ist das ein Anliegen, Herr Kollege Rädler!
der Flughafen Wien mit 21 Millionen Gästen und einer Steigerung von 7 Prozent allein im Vorjahr mit der Neuausrichtung des Skylink ein wirtschaftlicher Faktor ist, den Sie nicht erkennen. (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Gerade uns ist das ein Anliegen, Herr Kollege Rädler!) 12 000 Beschäftigte auf diesem Flughafen – da hängen Existenzen dran!
die Rednerin vollführt diesen Vorgang mit der Tafel – Abg. Rädler: Schön gemacht!
Darum wollte ich Ihnen das hier jetzt noch einmal vor Augen führen. Man kann es drehen und wenden, wie man will (die Rednerin vollführt diesen Vorgang mit der Tafel – Abg. Rädler: Schön gemacht!), wir bekommen wieder ungedeckte Schecks für eine Rechnung, die beginnend unter Schwarz-Blau mit Forstinger, mit Gorbach auf Druck der Bundesländer aufgemacht wurde, weil Verkehrsprojekte in den Rahmenplan aufgenommen wurden, die betriebswirtschaftlich, vom Kundennutzen her und finanzierungsmäßig rot sind. Das werden wir dann – das ist ja der Beschluss heute – bis in die 2070er Jahre zurückzuzahlen haben. Das bereitet der Finanzministerin nicht nur schlaflose Nächte, es ist nicht nur mordsschmerzhaft – ein wortwörtliches Zitat aus der gestrigen Sitzung –, diese sich über viele Jahre erstreckende Rückzahlung ist vor allem auch ökonomisch und budgetpolitisch ein Wahnsinn.
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher –: Ganz seriös! – Abg. Bucher: Seriös wie immer! So kennt man mich, Herr Kollege Rädler!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Ich erteile Herrn Klubobmann Bucher als Antrag-steller zur Begründung des Dringlichen Antrages das Wort. Gemäß § 74a Abs. 5 der Geschäftsordnung darf die Redezeit 20 Minuten nicht überschreiten. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Bucher –: Ganz seriös! – Abg. Bucher: Seriös wie immer! So kennt man mich, Herr Kollege Rädler!)
Sitzung Nr. 155
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Oje!
Sie legen hier ein Gesetz vor, das an einigen Stellen ganz gut ist, aber es überwiegen gegenüber den Transparenzverpflichtungen die Zudeckmöglichkeiten. Und wenn Sie vorher aus der muffigen Decke der großen Koalition immer nur die kleine Zehe herausschauen haben lassen, so schaut jetzt vielleicht die große Zehe heraus, aber mehr auch nicht. Diese Decke gehört gelüftet, sonst ist das leider kein Transparenzgesetz. Wir werden aber dafür sorgen: Wenn es nicht gelingt, werden Sie das grüne Gütesiegel dafür jedenfalls nicht bekommen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Oje!)
Abg. Rädler: Gar keine Spenden mehr?
Ich würde mich vor allem auch freuen, wenn wir sozusagen diese Spendenkette verhindern könnten! (Abg. Rädler: Gar keine Spenden mehr?) Wenn es also nicht möglich wäre, dass auf Ebene der Kommune 4 900, in der Stadt 4 900, im Bundesland 4 900 und auf Bundesebene 4 900 € jedes Mal gespendet werden können, ohne dass es aufscheint, ohne dass es – über Wirtschaftstreuhänder – beim Rechnungshofpräsidenten überhaupt benannt wird. (Abg. Rädler: Da muss man aber schon sehr schlecht denken!) Diese Transparenzkette bräuchten wir! Jetzt ist sie leider noch nicht da.
Abg. Rädler: Da muss man aber schon sehr schlecht denken!
Ich würde mich vor allem auch freuen, wenn wir sozusagen diese Spendenkette verhindern könnten! (Abg. Rädler: Gar keine Spenden mehr?) Wenn es also nicht möglich wäre, dass auf Ebene der Kommune 4 900, in der Stadt 4 900, im Bundesland 4 900 und auf Bundesebene 4 900 € jedes Mal gespendet werden können, ohne dass es aufscheint, ohne dass es – über Wirtschaftstreuhänder – beim Rechnungshofpräsidenten überhaupt benannt wird. (Abg. Rädler: Da muss man aber schon sehr schlecht denken!) Diese Transparenzkette bräuchten wir! Jetzt ist sie leider noch nicht da.
Abg. Rädler macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung. – Zwischenruf der Abg. Tamandl.
Was haben wir im Beamten-Dienstrecht? Was haben wir mit der Ausweitung der Hacklerregelung für Beamte, die der jetzige Präsident und damalige einfache Nationalratsabgeordnete, obwohl er nie sehr einfach war, denn durchgesetzt? – Dass wir in Österreich Beamte haben, männliche Beamte, die mit 60 Lebensjahren und 40 Beitragsjahren in Pension gehen können. Und ihre eigene Dienstverletzung, weil es in ihrer Dienstzeit einmal war, ist es, sich einmal mit dem Bleistift in den Allerwertesten gestochen zu haben. – Sehr geehrte Damen und Herren, das ist die soziale Gerechtigkeit in unserem Land! (Abg. Rädler macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung. – Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Sitzung Nr. 157
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Haider –: Herr Haider!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Haider. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Mag. Haider –: Herr Haider!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben Vergaben in einer Größenordnung von 1,6 Millionen €, und alle diese Vergaben, nämlich zwölf an der Zahl, sind freihändig vergeben worden. Sehr geehrter Kollege Spadiut, du bist mein Kollege und Gemeinderat in Knittelfeld, was würdest du machen, wenn der dortige Bürgermeister eine Vergabe von 1,6 Millionen € mit Steuergeld freihändig durchführte? – Durch Sonne, Mond und Sterne hätten wir ihn geschossen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, gerade im Interesse der Salzburger Festspiele, gerade im Interesse des Kulturstandortes müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die wirtschaftliche Gebarung der Salzburger Festspiele nicht im Jahr 1956 oder 1960 stehengeblieben ist, sondern dass das heute ein riesiger Kulturbetrieb, wenn nicht der größte Kulturbetrieb Österreichs ist, und dass er nicht mehr so organisierbar ist, wie das vielleicht vor 20, 30 Jahren der Fall war – mit einem Handlauf und einer Abmachung zwischen zwei Personen. So organisiert man nicht 50 Millionen € Steuergeld, die ja immerhin dazu dienen, dass wir österreichische Kultur in die Welt hinaustragen und diesen Standort auch als das darstellen, was er ist, nämlich ein guter Standort. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: aber schon um die Region auch !
Und nach diesen Kriterien diskutieren wir heute noch, ob ein Bezirksgericht notwendig ist oder nicht?! In einer Zeit, in der die Bevölkerung (Abg. Rädler: aber schon um die Region auch !) – Ja, danke, Herr Kollege, es geht um die Region. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Das ist richtig, aber jetzt frage ich Sie: Ist es für eine Region wirklich überlebensnotwendig, dass dort ein Bezirksgericht bleibt? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und nach diesen Kriterien diskutieren wir heute noch, ob ein Bezirksgericht notwendig ist oder nicht?! In einer Zeit, in der die Bevölkerung (Abg. Rädler: aber schon um die Region auch !) – Ja, danke, Herr Kollege, es geht um die Region. (Zwischenruf des Abg. Petzner.) Das ist richtig, aber jetzt frage ich Sie: Ist es für eine Region wirklich überlebensnotwendig, dass dort ein Bezirksgericht bleibt? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Oh-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek, Rädler und Krainer.
Den Bundespräsidenten hätten wir – in diesem Fall – durch die Frau Nationalratspräsidentin ersetzt. (Oh-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek, Rädler und Krainer.) Im Ersatzfalle sind Sie es ja ohnehin schon, und ich glaube, für ein paar Kommentare und als Staatsnotar und für die Repräsentation Österreichs nach außen wäre die Frau Nationalratspräsidentin genauso gut geeignet wie der derzeitig amtierende Bundespräsident (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Grosz), und wir würden schon wieder einiges an Strukturen einsparen, meine Damen und Herren.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Grosz
Den Bundespräsidenten hätten wir – in diesem Fall – durch die Frau Nationalratspräsidentin ersetzt. (Oh-Rufe bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Glawischnig-Piesczek, Rädler und Krainer.) Im Ersatzfalle sind Sie es ja ohnehin schon, und ich glaube, für ein paar Kommentare und als Staatsnotar und für die Repräsentation Österreichs nach außen wäre die Frau Nationalratspräsidentin genauso gut geeignet wie der derzeitig amtierende Bundespräsident (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Grosz), und wir würden schon wieder einiges an Strukturen einsparen, meine Damen und Herren.
Abg. Rädler: Richtig!
In den verschiedensten Diskussionen kann man bemerken, dass in vielen Regionen Österreichs die Menschen, wenn sie in ihrer Gemeinde oder in ihrer Nähe kein Spital haben, sehr oft das Gefühl der Unsicherheit haben, dies vor allem in jenen Fällen, wenn sie dringend etwas benötigen oder ein Familienangehöriger etwa einen Herzinfarkt erlitten hat oder eine andere akute Bedrohung für die Gesundheit gegeben ist. Wenn da das Spital weiter weg ist, so ist das für die Menschen ein gewisser Unsicherheitsfaktor. (Abg. Rädler: Richtig!)
Abg. Rädler: Genau!
Ich glaube, dass ein Interessenausgleich nicht durch gegenseitige Sturheit zu erreichen ist – und da komme ich jetzt zum Wesentlichen –, sondern dass das auch eine Frage der Einstellung und nicht nur der Struktur ist, denn man kann innerhalb der Strukturen positiv und negativ zu Entwicklungen eingestellt sein. Wenn man das nämlich mit viel gutem Willen angeht, dann kann die Frage, wie viele Gemeinden jetzt tatsächlich in Österreich existieren, nicht einer Gesundheitsreform entgegenstehen. Es muss der politische Wille zum Kompromiss führen, wobei man auf die Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen hat, insbesondere im ländlichen Raum. (Abg. Rädler: Genau!)
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!
Darum geht es mir, und dieser Antrag ist ein guter Anlass, das mit zu thematisieren. Dafür sind wir zu haben, deshalb muss man nicht fast alles abschaffen, wie der Antrag intendiert. Aber dass das begradigt gehört, das muss doch sogar die ÖVP einsehen, weil es kann am Schluss nicht so bleiben, dass die Schulverwaltung zur Hälfte nicht reformiert wird, die Spitalsreform zu einem Dreiviertel nicht kommt, nur damit – Sie nicken immer; mittlerweile wissen wir, Sie sind ein Abgeordneter aus Niederösterreich, nachdem Sie sich das letzte Mal hier vorne ausgewiesen haben – alles so bleiben kann, dass in Niederösterreich oder von mir aus auch in der Steiermark proporzmäßig Personalpolitik via Parteibuch in den Schulen und auch im Spitalsbereich gemacht werden kann. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Rädler: Was war eure Leistung?
Und Herr Kollege Jannach, Ihnen steht es nicht zu, hier von Moral und Anstand zu reden, denn alle anderen bäuerlichen Organisationen anderer Parteien haben Abrechnungen vorgelegt, Ihre ist noch ausständig! (Ruf: Wie viele Millionen sind es denn?) Für diese Förderung hätte die Abrechnung bis 31. März 2011, also im Vorjahr, vorgelegt werden sollen. (Abg. Rädler: Was war eure Leistung?) Das heißt, Sie brauchen hier nicht irgendjemanden mitzuteilen, wer Ethikseminare machen muss. Vielleicht machen Sie selber so eines. Sie sind der neu gewählte Obmann, dann könnten Sie antreten. (Beifall und Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 159
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Reden Sie einmal mit dem Herrn Landesrat! Vielleicht ist er in Ihrer Gunst schon gesunken, weil er Ihre Politik leider offenlegt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: „Bären-Taler“ führen wir ein!
Und statt sich hier ins Parlament zu stellen und uns zu skizzieren, welche Pläne – das ist nämlich die Frage 2 des Dringlichen Antrages, des Anfragestellers – Sie haben, was Sie denn zu tun gedenken im September oder Oktober dieses Jahres, wenn diese europäische Währung tatsächlich den Bach hinuntergeht, ob Sie Essensmarken vorsehen, ob Sie den Schilling wieder einführen, verschweigen Sie sich heute einmal mehr und ziehen sich auf Pauschalstandpunkte zurück: Das ist alles ein Geschäft, ihr werdet schon sehen, gebt’s eine Ruh’!, und lächeln fleißig dabei. (Abg. Rädler: „Bären-Taler“ führen wir ein!)
Sitzung Nr. 161
Abg. Rädler: Mit euch ist ja nicht zu reden!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist in unserem Hause üblich, dass sich vor einer Parlamentssitzung alle fünf Parteien zusammenfinden, um die Tagesordnung zu beschließen. (Abg. Rädler: Mit euch ist ja nicht zu reden!) Das war
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
einmal in aller Deutlichkeit zu sagen, damit das auch einmal gerade ist. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Zur Sache!
Wir werden aber in Zukunft nicht mehr das Geld haben, um diese Bildung, die Sie wollen, finanzieren zu können, weil Sie mit dieser Maßnahme, die Sie hier ergreifen, alles in den ESM wegschaffen. (Abg. Rädler: Zur Sache!)
Abg. Rädler: Linker Träumer! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sie Steigbügelhalter!
Ich war in den letzten Wochen in den Verhandlungen sehr, sehr froh und zutiefst überzeugt davon, dass es richtig war, mich bei den Grünen zu engagieren, denn das, was ich von Rot und Schwarz erlebt habe (Abg. Rädler: Linker Träumer! – Abg. Dr. Rosenkranz: Sie Steigbügelhalter!), dass man sich zuerst einmal pro äußert, dass man sich die ExpertInnen anhört, dass man zustimmt, dass man im Ausschuss sagt, was alles gut und recht ist, und dann kurz ans Telefon muss und Rücksprache bei den Parteizentralen, bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst hält, die sagt: Njet!, und dann ist es vorbei mit der Reform, dann ist es vorbei mit dem Mut, dann ist es vorbei mit der Gemeinsamkeit. (Abg. Dipl.-Ing. Deimek: Wo war der Mut der Grünen bei diesem Verfassungsbruch?) Darauf können wir, darauf müssen wir verzichten, meine Damen und Herren.
Die BZÖ-Fraktion kehrt in den Saal zurück. – Abg. Rädler: Die Jausenzeit ist vorbei!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Einwallner. – Bitte. (Die BZÖ-Fraktion kehrt in den Saal zurück. – Abg. Rädler: Die Jausenzeit ist vorbei!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
das ist am Ende der Fall bei Ihrem Prozess! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie hätten eine Präsidiale machen und sagen können: Freunde, wir sind jetzt fertig, wir wollen das eigentlich gleich einbringen, zuweisen und morgen dann eine erste Lesung machen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Hätten Sie eine Präsidiale gemacht, hätte uns das trotzdem nicht gefallen, aber das wäre korrekt gewesen. Dann hätten wir hier eine Geschäftsordnungsdebatte oder Einwendungsdebatte geführt, so wie das immer der Fall ist, und das wäre ganz normal gewesen. Das wollten Sie nicht. (Zwischenruf des
Zwischenruf des Abg. Rädler.
werden für irgendwelche Länder, die sich in Wahrheit bereits selbst über den Jordan gebracht haben aufgrund ihrer bisherigen Politik. Das wird nicht veröffentlicht. – Da werden Sie dann dort sitzen und mit blauen Augen den Menschen nichts mehr sagen, und das ist dann alles aus der Öffentlichkeit verschwunden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Na Sie kennen sich ja aus im Stadion!
Ich habe ja geglaubt, dass Herr Klubobmann Kopf sich in der Materie auskennt, aber ich glaube, er kennt sich nicht wirklich aus, weshalb man ihm vorhalten muss, was es eigentlich bedeutet, Hooligan zu sein. (Abg. Rädler: Na Sie kennen sich ja aus im Stadion!) – Ich weiß, der da hinten kennt sich nicht aus.
Sitzung Nr. 163
Zwischenruf des Abg. Rädler.
ich ja stolz, kein Akademiker und kein Rechtsanwalt zu sein! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn ich mir die Gesetzesmaterie anschaue, kann ich als Nicht-Jurist sagen: Es ist dem BZÖ gelungen, beim Korruptionsstrafrecht sämtliche Verschärfungen mit hineinzuverhandeln, die als Resultat aus dem Untersuchungsausschuss erforderlich waren. Das ist dem kleinen Kaufmannslehrling Grosz als Justizsprecher möglich gewesen, und darauf können wir durchaus stolz sein. (Beifall beim BZÖ.)
Sitzung Nr. 164
Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!
Und wenn man das schon so sehen will: Der letzte Krieg in Europa war in einer Währungsunion, in Jugoslawien. Das nur so am Rande erwähnt. – Also die Währung kann es nicht sein, die zum Frieden beiträgt. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) Das ist kein „Blödsinn“, das ist völlig richtig! Oder stimmt es nicht: Hatten die keine gemeinsame Währung? Oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, dass die europäischen Staaten übereinander herfallen würden, wenn es keine EU gäbe? Das ist doch einfach eine Legendenbildung, und das geht bereits über in die Angstmache.
Sitzung Nr. 166
Abg. Rädler: Das braucht auch ...!
Vielleicht orientieren Sie sich tatsächlich einmal an allen Schulpartnern: Alle Schulpartner, unabhängig von den Couleurs, haben sich für diese Verschiebung ausgesprochen. Alle Parlamentsparteien außer den Grünen sind der Meinung, dass das richtig ist, was wir tun, nur eben Sie nicht. Daher möchte ich Sie doch ersuchen: Vielleicht können Sie in Ihrem Klub noch einmal eine kleine Diskussion abhalten, ob Sie nicht vielleicht doch Ihrem Herzen einen Ruck geben (Abg. Rädler: Das braucht auch ...!) und dieser Verschiebung heute zustimmen.
Sitzung Nr. 167
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bitte, das ist keine Spezialvollmacht, die ein zugelassener Vollanwalt in Abu Dhabi für einen Einzelfall ausstellt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Derartige Vollmachten sind mehrfach aufliegend, und das hat der Herr Dedic unterschrieben. Also der Betrug ist offenkundig!
Abg. Rädler: Schlusswort!
Wenn wir uns vor Augen führen, dass es in den Fällen, wo Auslandsösterreicher und ‑österreicherinnen in Schwierigkeiten geraten, in Probleme geraten und die Unterstützung von dritten Personen brauchen, faktisch eine große Abhängigkeit von diesen Vertrauenspersonen und Vertrauensanwälten gibt, ist es doch schwerwiegend und nicht zu vernachlässigen, dass die Transparenz und dass die Rechtssicherheit umso wichtiger wäre. (Abg. Rädler: Schlusswort!) – Ich bin noch in der Redezeit, glaube ich, Herr Kollege. Danke vielmals für Ihre Erinnerung. Wenn das Lämpchen dann blinkt, können Sie mich noch einmal erinnern. Danke schön.
Sitzung Nr. 169
Abg. Rädler: Sagt Stronach!
Man muss zunächst ein bisschen in die Vergangenheit schauen, um zu sehen, was hier abgeht. (Abg. Rädler: Sagt Stronach!)
Abg. Rädler: Sie hat sich selbst angeschüttet!
Das ist nicht so schlecht, und deshalb werden wir, was die notwendige Aufklärung, die notwendige Aufarbeitung und den notwendigen politisch-moralischen Neustart unserer Republik betrifft, hier weiterhin darum kämpfen, dass das geschehen wird. Dazu wird heute noch Gelegenheit sein. Sie nutzen das, um in sich zu gehen, und die Tagesordnungspunkte folgen dann. Aber eines geht mit Sicherheit nicht: die Vorsitzende des Untersuchungsausschusses anzuschütten. (Abg. Rädler: Sie hat sich selbst angeschüttet!) Obwohl diese dann trotzdem den Weg frei macht, nehmen Sie die Situation immer noch nicht ernst genug und wollen weiter die Aufklärung verhindern. Das ist das Thema des Tages. Wir werden Sie herausfordern, und Sie werden folgen müssen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Chaos!
Sehr wohl weitere Worte verlieren möchte ich zur Vorgangsweise von ÖVP und SPÖ heute. Man muss ihnen jede Ernsthaftigkeit absprechen, und sie sind zum wiederholten Mal wortbrüchig geworden. Man muss sich schon noch einmal vor Augen führen, wie es zum Abdrehen des Untersuchungsausschusses gekommen ist. Zu Beginn hat es einen Konflikt um die Geschäftsordnung gegeben. Da hat die damalige Vorsitzende Moser etwas anders ausgelegt als die anderen Parteien. So etwas kommt öfters vor. Es wurde gefordert, dass Moser den Antrag zulässt, denn sonst würde man den Untersuchungsausschuss abdrehen. – Was hat die Vorsitzende Moser getan? Sie hat gesagt, sie wird den Antrag zulassen. (Abg. Rädler: Chaos!) Nicht Chaos! Sie wird den Antrag zulassen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bekomme auch 8 000 €. Im Unterschied zu euch mache ich mit meinen Kollegen auch Arbeit dafür. Das ist der Unterschied, liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ! Das ist der zentrale Unterschied zwischen uns! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Lasst ihr euch also von eurer Spitze für ein Schmerzensgeld von 8 000 € und ein weiteres Mandat – das gilt auch für die ÖVP, ich danke für die Wortmeldung – lächerlich machen und vorführen, ja oder nein? Ich hoffe, dass der Restanstand in der Sozialdemokratie siegt.
Abg. Rädler: Ah? Das ist etwas Neues!
Abgeordneter Harald Vilimsky (FPÖ): Frau Präsident! Hohes Haus! Ich verstehe die ÖVP wirklich nicht. (Abg. Rädler: Ah? Das ist etwas Neues!) Da werden in diesem Untersuchungsausschuss Ihre Repräsentanten über ein halbes Jahr, ein Dreivierteljahr lang wie die Tanzbären vorgeführt, da wird über eine geraume Zeit hinweg die ÖVP als die Korruptionspartei schlechthin beschrieben – teilweise ist das nicht ganz unrichtig –, aber dann, wenn erstmals die Chance besteht, die Werte, die Sie plakatiert haben, nämlich Transparenz, Offenheit und Vertrauen, zu vermitteln – Sie haben einen eigenen „Ehrenrat“ gebildet, der über Ihre Politik wachen soll –, dann machen Sie den Damen und Herren von der SPÖ die Mauer und bilden mit dieser eine Vertuschungskoalition rot-schwarzer Prägung. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Komplexbeladen!
In einem muss ich meinem Kollegen Pirklhuber widersprechen: Es ist kein schwarzer Tag für den österreichischen Parlamentarismus, denn was in den letzten Tagen und Stunden geschieht, und das haben zahlreiche JournalistInnen durchaus auch schon bemerkt und geschrieben, ist, dass sich die Nebel lichten, nämlich die Nebel der großen Parteien, die seit Monaten über Demokratiereform sprechen, seit Monaten darüber sprechen, dass wir das Wahlrecht, den Parlamentarismus, die direkte Demokratie verändern müssen, und dann, wenn es wirklich darum geht, Antworten auf die sogenannte Politikverdrossenheit zu geben, indem man Aufklärung zulässt, indem man unabhängige Aufklärung zulässt, plötzlich blockieren. (Abg. Rädler: Komplexbeladen!)
Sitzung Nr. 173
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren! All diese Punkte zeigen, dass internationale Zusammenarbeit Sinn macht, im Interesse Österreichs ist, die Beschäftigung in unserem Land stärkt, die heimischen Betriebe stärkt und für unsere weitere positive Fortentwicklung von Bedeutung ist. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 175
Abg. Rädler: Wir brauchen keine Belehrung!
Es ist ja genau umgekehrt: Dieses Plenum des Nationalrates, das aufgrund demokratischer Wahlen von der Bevölkerung so zusammengesetzt wird, wie es zusammengesetzt ist, basiert darauf, dass wir Wahlkreise haben, wo Sie alle – viele von Ihnen sollten das bedenken – einen Auftrag haben. (Abg. Rädler: Wir brauchen keine Belehrung!) Und Sie haben – und ich hoffe doch: freies Gewissen, freies Mandat – vor genau einem Jahr einen Beschluss gefasst – Sie in Ihrem freiem Gewissen, wie wir immer noch hoffen –, dass ein Untersuchungsausschuss eingerichtet wird, der viele Prüfthemen, viele Beweisthemen zu bearbeiten hat, ein Beschluss, der hier einstimmig verabschiedet wurde.
Sitzung Nr. 181
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber zurück zu den Banken. Das ist auch ein Pröll-Problem. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es stellt sich heraus, Herr Präsident des Rechnungshofes, dass wir nicht bei der Ein-, Zwei-Milliarden-Geschichte bleiben, die wir hier im Jahr 2010 – so lange ist der Bericht schon her – gemeinsam durchgesetzt haben. Wenn wir auf das Jahr 2013 vorrechnen, und darüber reden wir ja wohl gerade, dann stellen wir fest, dass die Nettolücke 6 Milliarden € ist, netto. Da sind die Beiträge, die Haftungsentgelte, die Zinsen von Raiffeisen – ich sage es in diesem Sinn einmal positiv, dass Sie sich nicht schon wieder aufregen –, von der Erste Bank schon eingerechnet.
Abg. Rädler: Seien Sie stolz auf Ihre Heimatgemeinde!
Frau Ministerin, ich darf mit meiner Heimatgemeinde beginnen. Ich habe Ihnen das von diesem Rednerpult schon einmal gesagt. (Abg. Rädler: Seien Sie stolz auf Ihre Heimatgemeinde!) – Ich bin auf ganz Österreich stolz als Parlamentarier von Österreich, aber auf meine Heimatgemeinde natürlich im Besonderen. Man ist da aber schon mit schlimmen Entwicklungen konfrontiert, etwa wenn Raubzüge über den Friedhof stattfinden. Den Kollegen Großruck, der hier fast lächelnd sagt: Na, gehen wir wieder weg vom Friedhof!, lade ich ein, zu mir zu kommen und mit jener Witwe zu sprechen, die bei mir war und mit Tränen in den Augen gesagt hat: Ernest, was soll ich tun, zum zweiten Mal hat man mir das Grab meines Gatten abgeräumt? (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Doppler.) – Mit diesen Menschen sollten Sie einmal sprechen!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mir ist da eine Frau in Erinnerung, die mir einmal gesagt hat, sie arbeitet in einer Drogeriekette, sie soll Lehrlinge ausbilden, soll die Tagesabrechnung machen, die Kollegin ist krank, sie steht alleine im Geschäft, zwölf Stunden lang, das ist ganz normal, und wenn sie das Umsatzziel nicht erreicht, dann wird ihr noch gedroht, sie soll sich etwas anderes suchen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Im Übrigen ist das Budget mehr!
Sie die Chance, die Klimapolitik, die Umweltpolitik in Österreich neu aufzustellen und mit dem Budget, das jetzt dadurch frei wäre, wirklich konkrete Umweltschutzmaßnahmen in Österreich zu machen. Aber Sie tun nichts! (Abg. Rädler: Im Übrigen ist das Budget mehr!) Das Einzige, was Sie tun, ist, sich freizukaufen, und wenn wir das nicht mehr machen müssen, dann lehnen wir uns zurück und tun so weiter wie bisher. Aber dieses Geld zu nutzen, um aktiv etwas zu machen, das passiert nicht.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Geh! – Ordnungsruf!
Und jeder, der Johannes Hahn kennt, weiß, dass er ein sehr höflicher Mensch ist. In Wirklichkeit hat er euch damit ausgerichtet: Schleicht euch! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Geh! – Ordnungsruf!)
Sitzung Nr. 184
Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Dr. Graf und Rädler
wegs über die Runden zu bringen. – Das ist heute Präsenzdienst in Österreich! (Abg. Dr. Graf: Das ist eine Kritik an Darabos! – Ruf bei der ÖVP: zum Quadrat! – Abg. Dr. Graf: Das ist alles Kritik am Minister!) Oder: 1 700 Präsenzdiener arbeiten jedes Jahr als Kellner, weil man sie bei der Truppe nicht braucht; 1 500 als Chauffeure (Abg. Kickl: In Zukunft !), weil die Herren Entacher und Co von Präsenzdienern spazieren gefahren werden müssen (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Dr. Graf und Rädler); 531 als Feldkochgehilfen. – Und jetzt sage ich Ihnen, warum die Präsenzdiener Erdäpfel schälen, Offiziere bedienen (Abg. Rädler: Zentralküchen!), das höhere Personal spazieren fahren und – wie es in „Heute“ gestanden ist – Laminatfußböden für Unteroffiziere privat verlegen: weil sie einfach nicht gebraucht werden, weil sie militärisch nicht gebraucht werden.
Abg. Rädler: Zentralküchen!
wegs über die Runden zu bringen. – Das ist heute Präsenzdienst in Österreich! (Abg. Dr. Graf: Das ist eine Kritik an Darabos! – Ruf bei der ÖVP: zum Quadrat! – Abg. Dr. Graf: Das ist alles Kritik am Minister!) Oder: 1 700 Präsenzdiener arbeiten jedes Jahr als Kellner, weil man sie bei der Truppe nicht braucht; 1 500 als Chauffeure (Abg. Kickl: In Zukunft !), weil die Herren Entacher und Co von Präsenzdienern spazieren gefahren werden müssen (Zwischenrufe der Abgeordneten Strache, Dr. Graf und Rädler); 531 als Feldkochgehilfen. – Und jetzt sage ich Ihnen, warum die Präsenzdiener Erdäpfel schälen, Offiziere bedienen (Abg. Rädler: Zentralküchen!), das höhere Personal spazieren fahren und – wie es in „Heute“ gestanden ist – Laminatfußböden für Unteroffiziere privat verlegen: weil sie einfach nicht gebraucht werden, weil sie militärisch nicht gebraucht werden.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das Bundesheer wird wieder für einen Zwischenwahlkampf von Rot und Schwarz missbraucht. Dieser Missbrauch wird vom BZÖ auf das Schärfste abgelehnt. Der politische Verlierer dieser Volksbefragung – neben dem Bundesheer – steht natürlich bereits fest, das wissen Sie (Zwischenruf des Abg. Rädler): Das ist die arrogante, abgehobene Österreichische Volkspartei. Sie will auch im Bereich der Landesverteidigung an alten, ausgedienten Strukturen krampfhaft festhalten, dafür dienen die Freiheitlichen als Steigbügelhalter. Die ÖVP hat wieder eine große Chance verspielt: die Chance, das Bundesheer zu reformieren und zukunftsorientiert in Europa auszurichten. Sie schaden Österreich! (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Na bravo!
fitiert, Geschäfte gemacht und über die Geschäfte Steuern bezahlt et cetera. Das ist ja nichts Negatives. (Abg. Rädler: Na bravo!)
Sitzung Nr. 185
Zwischenruf des Abg. Rädler
Österreich hat besondere Verantwortung gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus, und es hat wahrlich lange genug gedauert, bis unser Land diese Verantwortung auch wahrgenommen hat. Es hat nicht zuletzt auch nicht unbeträchtlichen Druckes aus dem In- und Ausland bedurft (Zwischenruf des Abg. Rädler), damit wir diese Verantwortung wahrnehmen und, glaube ich, in den letzten Jahren sehr sorgsam mit den Opfern des Nationalsozialismus umgegangen sind.
Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Binder-Maier und Rädler.
stützung. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Binder-Maier und Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aus den Zahlen aus Deutschland weiß man, dass 80 Prozent der Arbeitgeber die anonymisierten Bewerbungen ablehnen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist auch ganz klar, weil sie ganz einfach mit mehr Zeitaufwand verbunden sind, es entstehen dadurch Kosten und natürlich ergibt sich auch ein enormer Personalaufwand.
Sitzung Nr. 187
Abg. Rädler: Spekulation muss vor allem !
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Stummvoll bekundet durch eine Geste seine Aufmerksamkeit.) – Ja, von der ÖVP, genau, das wird Sie sehr interessieren, was jetzt kommt! Aktueller, Frau Bundesministerin, könnte eine Aktuelle Stunde nicht sein als zum Thema Spekulationsverbot. (Abg. Rädler: Spekulation muss vor allem !)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Als wir uns das letzte Mal hier im Nationalrat getroffen haben, Herr Kollege aus Niederösterreich (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), da stand genau das Thema Spekulation in Salzburg ganz groß auf der Tagesordnung. Lange Wochen wusste man nicht, wie viel überhaupt verloren gegangen ist. Oder ist es vielleicht überhaupt ein Gewinn? Bis heute weiß man es immer noch nicht ganz genau, weil das das Wesen der Spekulation ist.
Abg. Rädler: Blödsinn!
Und er ist es immer noch, weil sich nämlich im Unterschied zu Salzburg die dortige Regierungsspitze überhaupt nicht dazu durchringen kann, zumindest einmal den Rechnungshofbericht verstehen zu wollen. Nein, es wird wie im Wahrheitsministerium stereotyp wiederholt: 1 Milliarde € Verlust ist in Wirklichkeit 1 Milliarde € Gewinn! (Abg. Rädler: Blödsinn!) – Erst gestern wieder in den Aussendungen der Landesregierung, auch im Namen des Herrn Landeshauptmannes. (Abg. Dr. Stummvoll: Nur der Landtag ?) Das ist Orwell’sche Sprachverdrehung.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Schwach!
Wenn wir 2 Milliarden € Verlust haben – und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns dorthin bewegen –, dann wird der – vielleicht dann gar nicht mehr – Landeshauptmann Pröll erklären, das seien jetzt 2 Milliarden € Gewinn. – Das sind die Zustände, nicht nur in Österreich, sondern speziell in Niederösterreich! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Schwach!)
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!
Wir brauchen nur Niederösterreich anzuschauen; der Kollege Kogler hat darauf hingewiesen, dass dort zumindest 1 Milliarde € bereits für immer verloren ist (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!) und noch vollkommen unklar ist, wie am Ende des Tages die Rechnung ausschauen wird.
Abg. Rädler: Und SPÖ!
(Abg. Rädler: Und SPÖ!) – Kollege Rädler, du solltest mir zuhören! – Bereits Ende des Jahres 2006 betrug der Anteil alternativer Investments am niederösterreichischen Portfolio 38 Prozent.
Demonstrativer Beifall des Abg. Rädler.
Frau Kollegin Muttonen! Sie sind doch jemand, der sich immer für Menschen und für Frauen einsetzt. Dann würde ich Sie bitten, das dieses Mal auch zu tun und nicht einfach nur pauschal drüberzufahren. Um eine Landeshauptfrau zu retten, wird jemand vorgeschoben. (Demonstrativer Beifall des Abg. Rädler.) – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Das ist Angstmache!
Ich finde, die Bevölkerung hat sich hier mehr verdient, als dass gesagt wird, dass sei eine populistische Debatte. (Abg. Rädler: Das ist Angstmache!) – „Angstmache“ finde ich im Übrigen auch ziemlich übel. Warum soll man sich hier keine Sorgen machen? (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und BZÖ.) Wenn man sich in Europa die Situation anschaut, dann fährt einem der Schreck in alle Glieder, sage ich Ihnen. Und wie viele Bürgermeister und wie viele Kommunen bemühen sich, jetzt wieder zu rekommunalisieren, die Stadtwerke wieder zurückzubringen? Schauen Sie sich das an in ganz Europa! Das sind wirklich Bürgermeister, denen bei Ihrer „Angstmache“ der Schreck noch heute in allen Gliedern sitzt.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Vor dem EU-Beitritt hat es geheißen, nur als EU-Mitglied könne Österreich seine Interessen vertreten und ein Veto einlegen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Kein einziges Mal ist ein Veto eingelegt worden. Mittlerweile sind wir vom Einstimmigkeitsprinzip in wichtigen Fragen abgegangen, es gibt Mehrheitsbeschlüsse.
Abg. Rädler: Kommunismus pur! Zwangskommunismus!
(Abg. Rädler: Kommunismus pur! Zwangskommunismus!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kommunismus!
Ich glaube, beides wollen wir nicht. Es gibt genug Beispiele von Liberalisierungen, von Privatisierungen im Infrastrukturbereich, die dann negativ ausgegangen sind. Wir wissen, wenn ein gewinnorientiertes Unternehmen Infrastruktur in seiner Hand hat, dann müssen sich Investitionen nicht nur rechnen, sondern sie müssen Gewinne abwerfen. Und es gibt genug Beispiele dafür, wo diese Investitionen in wichtige Infrastruktur dann nicht getätigt wurden und die öffentliche Hand marode Infrastruktur wieder sehr teuer zurückkaufen musste. Das alles wollen wir nicht. Deswegen müssen wir sicherstellen, dass gerade so etwas Wichtiges wie die Wasserversorgung, ein grundlegendes Gut der Daseinsvorsorge, in öffentlicher Hand bleibt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kommunismus!)
Abg. Rädler: Eben!
Kollege Kopf hat es angesprochen, es besteht kein Zwang zur Privatisierung. (Abg. Rädler: Eben!) Das stimmt, das hat hier auch niemand behauptet, aber es wäre unverantwortlich, so zu tun, als ob das überhaupt keine Auswirkungen hätte. In der Richtlinie steht sehr wohl, dass es das Ziel ist, den Markt im Bereich Wasser zu öffnen.
Sitzung Nr. 188
Abg. Rädler – in Richtung des sich langsam zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Jarolim –: Lässt sich bitten!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Jarolim. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich langsam zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Jarolim –: Lässt sich bitten!)
Abg. Rädler: Mit Recht!
Ja, ich verstehe es auch, weil die Alternative nicht klar genug war. Ich halte eine Alternative für möglich und sinnvoll, aber es ist den zuständigen Mitgliedern der Bundesregierung nicht gelungen, die Menschen davon zu überzeugen. Und diese breite Zustimmung zum Zivildienst, den die Damen und Herren von der ÖVP, als ich noch Zivildiener war, ja etwas anders gesehen haben als heute (Abg. Rädler: Mit Recht!) – mit Recht? Aha! (Abg. Rädler: Bei Ihnen!) –, hat auch dazu geführt, dass viele von Ihnen die Wehrpflicht mit in Kauf genommen haben. Okay!
Abg. Rädler: Bei Ihnen!
Ja, ich verstehe es auch, weil die Alternative nicht klar genug war. Ich halte eine Alternative für möglich und sinnvoll, aber es ist den zuständigen Mitgliedern der Bundesregierung nicht gelungen, die Menschen davon zu überzeugen. Und diese breite Zustimmung zum Zivildienst, den die Damen und Herren von der ÖVP, als ich noch Zivildiener war, ja etwas anders gesehen haben als heute (Abg. Rädler: Mit Recht!) – mit Recht? Aha! (Abg. Rädler: Bei Ihnen!) –, hat auch dazu geführt, dass viele von Ihnen die Wehrpflicht mit in Kauf genommen haben. Okay!
Abg. Rädler: Anzeigen, anzeigen, anzeigen!
Abgeordneter Klikovits von der ÖVP unterstützt mich jetzt bei der Aufklärung, ich möchte es gar nicht geheim halten. Er ist gestern zu mir gekommen, hat mir einen weiteren Bürgermeisterbrief übergeben (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe) und hat mir gesagt, ich solle auch da eine Anzeige erstatten (Abg. Klikovits: Das habe ich nicht gesagt!), gegen den Bürgermeister von Neutal im Burgenland. Ich habe das geprüft, und ich halte das für richtig. Ja, ich glaube, dass der Bürgermeister von Neutal genau derselben Delikte verdächtig ist wie die ÖVP-Bürgermeister in Niederösterreich und in Tirol. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Deswegen werden wir – danke, Herr Abgeordneter Klikovits – auch den von Ihnen aufgedeckten Fall des Bürgermeisters von Neutal im Mittelburgenland der Staatsanwaltschaft übergeben. (Abg. Rädler: Anzeigen, anzeigen, anzeigen!)
Abg. Rädler: Das habt ihr aber vorher nicht gesagt!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich muss den Kollegen Klikovits ein bisschen enttäuschen, denn die Volksbefragung war in Wahrheit eine Abstimmung über den Zivildienst und nicht über die Wehrpflicht, und somit ist es auf keinen Fall der richtige Weg in Richtung Wehrpflicht, sondern der einzige richtige Weg, der hier eingeschlagen werden kann, ist die Reform des Zivildienstes. (Abg. Rädler: Das habt ihr aber vorher nicht gesagt!)
Abg. Rädler: Na, na, na, das ist eine Beleidigung!
Ich, meine sehr geehrten Damen und Herren der ÖVP, habe da leider den Eindruck, dass Sie sich da auch ein bisschen auf SPÖ-Darabos-Niveau begeben und nicht wirklich ernsthaft an einer Reform interessiert sind. (Abg. Rädler: Na, na, na, das ist eine Beleidigung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Kollege Rosenkranz! Die moderne gemeinsame Schule mit ganztägiger Ausrichtung, so wie wir sie wollen, von 9 bis 15 Uhr – wir nennen das „Schule 9/15“ –, lässt den Kindern genug Möglichkeiten, nach 15 Uhr Schwerpunkte privater Natur zu setzen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Der große Vorteil einer solchen Schule ist, dass Kinder eben nicht überfordert werden, dass sie während der Zeit in der Schule die Möglichkeit haben, sich zu erholen, und dass auch jene Schüler, die vielleicht von Haus aus nicht mit Musik, nicht mit zusätzlichen Angeboten konfrontiert werden, diese Möglichkeiten in der Schule erhalten.
Ruf bei der ÖVP: Fleisch ist schon gut! – Abg. Rädler: Schweinsbraten!
Es gibt bislang meistens ein Menü oder eine Speise, die biologisch angeboten wird, das ist eigentlich immer eine Fleischspeise. Man könnte es auch ein bisschen breiter fassen, man könnte da zwei, drei Produkte, zwei, drei Speisen anbieten (Ruf bei der ÖVP: Fleisch ist schon gut! – Abg. Rädler: Schweinsbraten!), wie übrigens auch in den Landesküchen, Kollege Auer. Wir wissen, in Oberösterreich in der Landesküche haben wir zum Beispiel ein breites Bioangebot. Das sollten wir auch hier im Parlament umsetzen. Ich werde mich darum bemühen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Spanferkel!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich denke zum Beispiel an meinen eigenen Antrag zum Thema Mehrweg, der leider im Ausschuss festhängt – aber wie gesagt, es gibt sehr, sehr viele Initiativen, die es leider nur nicht in diesen Saal schaffen, weil sie von den Regierungsfraktionen vertagt werden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 190
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir werden dann, und da wird es besonders tragisch und schlimm, die Zusatzkosten dieser ganzen Aktion noch einmal durchleuchten – das halte ich für einen relativ neuen Aspekt –, und, schlimmer noch, die darauf gesetzten und folgenden Verschleierungskosten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Letztlich wird auch die Rolle der Hypo Niederösterreich zu betrachten sein und die Frage, warum jetzt der Korruptionsstaatsanwalt schon wieder dort unterwegs ist, und zwar völlig zutreffend, weil es eben mit jenen vorhin erwähnten Verschleierungen zu tun hat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Kollege! Sind Sie dieser schwarze niederösterreichische Abgeordnete, der vorgeschlagen hat, das Casino Baden in „Erwineum“ umzutaufen? Mir scheint, das würde die Kompetenz Ihrer Zwischenrufe ein bisschen aufhellen.
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
ein bisschen durchschaubarer, aber Faktum ist, dass das, was in Niederösterreich passiert ist, viel dramatischer ist als das, was wir in Salzburg vorfinden. Deshalb hat in einem einzigen Punkt der Landeshauptmann recht: Er will sich mit Salzburg nicht vergleichen lassen. – Zu Recht, denn in Niederösterreich wurde ganz offenkundig ein wesentlich größeres Casino-Schwungrad gedreht und wurden wesentlich größere Verluste realisiert. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das österreichische Wohnbausystem hatte lange seine guten Seiten. Es ist zu wenig Zeit, darauf einzugehen. Aber als Sie 2001 den ersten Anschlag darauf gemacht haben, nämlich die Rückläufe der Kreditrückzahlungen freizugeben für das Budget oder für sonst etwas – und für Niederösterreich hat für sonst etwas gegolten –, war das der Urknall. Das war die Ursünde, die hier gemacht wurde. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Stimmt überhaupt nicht!
Aber bereits 2003 war es österreichweit so, dass 10 Milliarden € dem Wohnbausystem entzogen wurden, und 5 Milliarden € davon auf ganz speziell schäbige Art und Weise. (Abg. Rädler: Stimmt überhaupt nicht!) – Das können wir uns in Niederösterreich jetzt anschauen.
Abg. Rädler: Hellseher!
Ich glaube, dass das tatsächlich der Gedanke war (Abg. Rädler: Hellseher!) und dass man sich überlegt hat: Wenn wir das Geld jetzt nehmen und anlegen und mehr Rendite kriegen, als wir auf der anderen Seite Zinsen sehr wohl aufbringen müssen – denn dieses Geld fehlt uns ja bei den Budgeteinnahmen –, dann haben wir eigentlich durch den Zuwachs ein schönes, großes, millionenschweres Körberlgeld, um Gutes für das Land zu tun. Wir brauchen also gar nicht in die Substanz zu greifen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Schittenhelm und Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Schittenhelm und Rädler.
Ich glaube, dass das tatsächlich der Gedanke war (Abg. Rädler: Hellseher!) und dass man sich überlegt hat: Wenn wir das Geld jetzt nehmen und anlegen und mehr Rendite kriegen, als wir auf der anderen Seite Zinsen sehr wohl aufbringen müssen – denn dieses Geld fehlt uns ja bei den Budgeteinnahmen –, dann haben wir eigentlich durch den Zuwachs ein schönes, großes, millionenschweres Körberlgeld, um Gutes für das Land zu tun. Wir brauchen also gar nicht in die Substanz zu greifen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Schittenhelm und Rädler.)
Abg. Rädler: Was soll denn das?
Das ist genau dieser Vorgang, den angeblich die Ministerin jetzt verhindern will – zu Recht verhindern will –, nämlich Kreditaufnahmen dazu zu nutzen, gerade im Bereich der öffentlichen Hand, um auf der anderen Seite zu veranlagen, noch dazu, wo ohnedies so ein hoher Schuldenstand vorhanden ist, im Übrigen gerade in Niederösterreich. Wenn wir Gemeinde- und Landesschulden pro Kopf zusammenzählen, hat Niederösterreich die höchste Verschuldung in Österreich – mehr als Kärnten! Das ist eigentlich unvorstellbar, gehört aber auch einmal gesagt. (Abg. Rädler: Was soll denn das?) Es passt ja alles ins Bild in diesem Land!
Zwischenruf des Abg. Rädler
Nicht etwa, dass das dazu geführt hätte, dass man aus dem Schaden, mittlerweile einem Milliardenschaden, klüger geworden wäre, nein! Erstens wurde dann noch weiter verschleiert und gezockt, aber auf der Etappe (Zwischenruf des Abg. Rädler) – schon wieder der mit dem „Erwineum“! – wurde von Ihnen der Rechnungshof beflegelt, der Präsident als „Erbsenzähler“ bezeichnet – vom Landeshauptmann von Niederösterreich, der immer so seriös ist, nie die Nerven wegschmeißt, in seiner absoluten Machtmanier. (Abg. Strache: Da gibt es andere Videos!) Öfters schon hat er die Nerven weggeschmissen, neulich wieder! Und zu Recht schmeißt er die Nerven weg, weil wir ihm jetzt auf die Schliche kommen! Aber den Rechnungshof beflegeln, das geht nicht! Er ist vom Herrn Pröll sogar als inkompetent dargestellt worden. – Wissen Sie, inkompetent sind andere, aber überheblich dazu auch noch, und zwar die Herrschaften, die sich in St. Pölten in der Regierung herumtummeln! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Das war zehn Jahre vorher!
Jetzt zu den Verschleierungskosten. Nicht genug damit, das Ganze musste ja noch versteckt werden, also hat man die Hypo Niederösterreich in Geiselhaft genommen, die ja im Eigentum des Landes steht, die mit den Gesellschaften von Niederösterreich Subgesellschaften gründen musste (Abg. Rädler: Das war zehn Jahre vorher!), um diese Verluste ausgerechnet in Irland, einer Steueroase, zu verstecken. Und das Auflösen dieser Konstruktion hat wieder 120 Millionen gekostet! Wenn Sie wenigstens den Fehler zugegeben hätten, hätten Sie der Republik 120 Millionen erspart! Aber dieser Schaden ist fortgesetzt worden und wird zu Recht von der Korruptionsstaatsanwaltschaft untersucht. Da geht es um Untreue und um Bilanzfälschung, und jetzt hängt sogar das Management der Hypo Niederösterreich drinnen. Aber zu deren kleinen Verteidigung sei gesagt, dass sie von der niederösterreichischen Landesregierung, die der eigentliche Eigentümer ist, angestiftet wurden, das zu tun (Abg. Rädler: Das ist eine Lüge!), und in Wahrheit gehören diese Herren auf die Anklagebank! Dafür wird auch noch zu sorgen sein. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strache.)
Abg. Rädler: Das ist eine Lüge!
Jetzt zu den Verschleierungskosten. Nicht genug damit, das Ganze musste ja noch versteckt werden, also hat man die Hypo Niederösterreich in Geiselhaft genommen, die ja im Eigentum des Landes steht, die mit den Gesellschaften von Niederösterreich Subgesellschaften gründen musste (Abg. Rädler: Das war zehn Jahre vorher!), um diese Verluste ausgerechnet in Irland, einer Steueroase, zu verstecken. Und das Auflösen dieser Konstruktion hat wieder 120 Millionen gekostet! Wenn Sie wenigstens den Fehler zugegeben hätten, hätten Sie der Republik 120 Millionen erspart! Aber dieser Schaden ist fortgesetzt worden und wird zu Recht von der Korruptionsstaatsanwaltschaft untersucht. Da geht es um Untreue und um Bilanzfälschung, und jetzt hängt sogar das Management der Hypo Niederösterreich drinnen. Aber zu deren kleinen Verteidigung sei gesagt, dass sie von der niederösterreichischen Landesregierung, die der eigentliche Eigentümer ist, angestiftet wurden, das zu tun (Abg. Rädler: Das ist eine Lüge!), und in Wahrheit gehören diese Herren auf die Anklagebank! Dafür wird auch noch zu sorgen sein. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strache.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie haben mich und alle davon überzeugt, dass Sie bereit sind, bis zur letzten Konsequenz Spekulation zu bekämpfen, wenn es um Spekulation der SPÖ geht. Sie sind die härteste und entschlossenste Gegnerin roter Spekulation. Aber Sie sollten uns auch davon überzeugen, dass Sie endlich hart und unnachgiebig sind, wenn es um schwarze Spekulation geht. Stehen Sie also auf der Seite des Rechnungshofes oder auf der Seite der ÖVP Niederösterreich? Stehen Sie auf der Seite der Steuerzahler und Steuerzahlerinnen, oder stehen Sie auf der Seite (Zwischenruf des Abg. Rädler) von ÖVP-Spekulanten in St. Pölten? (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Frau Dr. Fekter, diese Frage haben Sie eindeutig beantwortet: Erwin Pröll und seine Spekulanten und das Casino Pröll in St. Pölten genießen nach wie vor den Schutz der Finanzministerin! Deswegen: Nehmen Sie bitte den Begriff „Spekulationsverbot“ nicht mehr in den Mund. Wenn Sie nicht in der Lage und nicht bereit sind, den niederösterreichischen Landeshauptmann mit einem Spekulationsverbot zu belegen (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!), dann kann niemand mehr (Abg. Mag. Kogler: So ist es richtig!) Ihre Ausführungen über ein Spekulationsverbot ernst nehmen!
Abg. Rädler: Warten Sie den 3. März ab!
Die Spekulationen Ihrer Partei sind Ihnen nach wie vor wichtiger als die Interessen der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, ebendiese Spekulationen verbieten zu lassen. (Abg. Rädler: Warten Sie den 3. März ab!)
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Jetzt gehen wir in der Geschichte zurück: Na, was ist vor ziemlich genau zehn Jahren in St. Pölten passiert? – Ein hoch qualifizierter Agrarökonom und ein hoch qualifizierter Musikschuldirektor haben sich zusammengesetzt und haben gesagt: Die ganze Welt spekuliert, nur wir zwei dürfen nicht! (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Statt ihre Kompetenzen, von der Erdäpfel-Ernte bis zu den Tonleitern, sachgerecht einzubringen, haben Erwin Pröll und Landesrat Sobotka beschlossen, zu spekulieren!
Abg. Rädler: So ein Quatsch!
Zu spekulieren – nur, sie hatten ein Problem: Es war kein Geld da. Niederösterreich war schon damals verschuldet. Sie haben kein Geld zum Spekulieren gehabt, aber sie wollten unbedingt spekulieren. Also hat Pröll gesagt, wenn ich kein Geld zum Spekulieren im Budget habe, dann hole ich mir die Wohnbaugelder (Abg. Rädler: So ein Quatsch!), hat Scheingeschäfte durchführen lassen, Scheinfirmen gründen lassen, Stiftungen, Fonds, und hat damit verdeckt einen Kredit zum Spekulieren aufgenommen, ist ins Casino Pröll gegangen, hat es eröffnet – und bereits in der Eröffnungsrunde ein paar hundert Millionen Euro verzockt!
Abg. Rädler: 3. März!
Also: raus (Ruf bei der FPÖ: Spielerberatung!), was kann man tun? – Nicht Therapie, keine Spielerberatung, sondern: „Ich probier’s noch einmal!“ Und dieses Mal: Eigentum am Flughafen Wien, Eigentum an den EVN, Scheinkredite nach dem alten Muster. Ab ins Casino Pröll – und wieder verspielt! (Abg. Rädler: 3. März!)
Abg. Rädler: So eine Angst vor dem 3. März!
Das ist genau der Punkt, an dem wir sind. Warum, Frau Dr. Fekter, sind Sie nicht bereit, Ihre Troika nach St. Pölten zu schicken? Warum sind Sie nicht bereit, das Spekulationsverbot auf die speziellen Spekulationen des Dr. Pröll auszuweiten? Warum sind Sie nicht bereit, die Spekulationen der ÖVP Niederösterreich zu unterbinden? Warum decken Sie Erwin Pröll? Warum sind Sie die Schutzmantelmadonna schwarzer Milliardenspekulanten? (Abg. Rädler: So eine Angst vor dem 3. März!)
Abg. Rädler: Warum hat die SPÖ Niederösterreich zugestimmt?
Im Klartext, meine Damen und Herren – und Herr Kollege Stummvoll weiß das ja ganz genau –: Der Verlust beläuft sich auf mittlerweile 1,8 Milliarden. (Ruf bei der FPÖ: So ist es!) Nur, bei diesen vielen Nullen verliert man ja leicht den Überblick. Was kann man denn mit 1,8 Milliarden machen? (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Zum Beispiel: Tausende Eigenheime fördern. Oder – ich habe das vor Kurzem ausgerechnet – wir haben in meiner Gemeinde eine Volksschule gebaut, rund 10 Millionen an Errichtungskosten: 180 Mal dieses Gebäude – da kann sich jeder Bürger vorstellen, was für ein Bauvolumen das ist – hätte man errichten können! (Abg. Rädler: Warum hat die SPÖ Niederösterreich zugestimmt?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Damit ist eines klar: In Wirklichkeit hat Erwin Pröll seine vermeintlichen politischen Errungenschaften auf Pump finanziert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Allein von 2005 bis 2010 hat sich – gut zuhören, Kollege Rädler – der Schuldenstand Niederösterreichs von 1,7 Milliarden € auf 4 Milliarden € erhöht und somit mehr als verdoppelt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das sage nicht ich. Ich kann es dir sagen, wer das sagt: der Rechnungshofbericht, Reihe Niederösterreich, 2012/3. – Nachlesen! Wenn nicht, ich lese es dir vor.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Damit ist eines klar: In Wirklichkeit hat Erwin Pröll seine vermeintlichen politischen Errungenschaften auf Pump finanziert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Allein von 2005 bis 2010 hat sich – gut zuhören, Kollege Rädler – der Schuldenstand Niederösterreichs von 1,7 Milliarden € auf 4 Milliarden € erhöht und somit mehr als verdoppelt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das sage nicht ich. Ich kann es dir sagen, wer das sagt: der Rechnungshofbericht, Reihe Niederösterreich, 2012/3. – Nachlesen! Wenn nicht, ich lese es dir vor.
Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.
Gespart wird trotzdem nicht, denn es dominieren Finanztricks zu Lasten der Zukunft. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.) Finanzlandesräte mit so einem Ergebnis treten normalerweise zurück. In Niederösterreich wird man zum Landeshauptmann-Stellvertreter befördert. Wenn Sobotka seinen Budgetüberschuss 2011 und die exzellente Vermögenslage erläutert, dann bleiben seine Budgettricks natürlich unerwähnt. Allein im Jahr 2011 – und da waren die Verluste schon bekannt – wurden weitere 500 Millionen € an Wohnbaudarlehen an die hauseigene Hypo-Bank verkauft. Die Rückflüsse und die Zinsen fehlen in den künftigen Budgets. Statt auszusteigen, hat man weitergemacht. Zudem wurden im Jahr 2011 Rücklagen in der Höhe von 142 Millionen € aufgelöst, um die laufenden Ausgaben zu finanzieren. Das geht ebenfalls aus dem Rechnungshofbericht hervor. (Abg. Rädler: Wartet auf den 3. März!)
Abg. Rädler: Wartet auf den 3. März!
Gespart wird trotzdem nicht, denn es dominieren Finanztricks zu Lasten der Zukunft. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.) Finanzlandesräte mit so einem Ergebnis treten normalerweise zurück. In Niederösterreich wird man zum Landeshauptmann-Stellvertreter befördert. Wenn Sobotka seinen Budgetüberschuss 2011 und die exzellente Vermögenslage erläutert, dann bleiben seine Budgettricks natürlich unerwähnt. Allein im Jahr 2011 – und da waren die Verluste schon bekannt – wurden weitere 500 Millionen € an Wohnbaudarlehen an die hauseigene Hypo-Bank verkauft. Die Rückflüsse und die Zinsen fehlen in den künftigen Budgets. Statt auszusteigen, hat man weitergemacht. Zudem wurden im Jahr 2011 Rücklagen in der Höhe von 142 Millionen € aufgelöst, um die laufenden Ausgaben zu finanzieren. Das geht ebenfalls aus dem Rechnungshofbericht hervor. (Abg. Rädler: Wartet auf den 3. März!)
Abg. Rädler: Oh je!
Nun ist mir schon klar – und ich habe menschliches Verständnis –, die Grünen sind so schwach in Niederösterreich (Abg. Rädler: Oh je!), dass sie eigentlich jede Unterstützung brauchen, darum haben sie auch bei der Aktuellen Stunde schon Wahlkampfmunition geliefert. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Aber geh! – Zwischenruf des Abg. Mag. Kogler.)
Abg. Rädler: Das ist ein Wahnsinn!
Zu den Zahlen – Herr Kollege Kuzdas, ich diskutiere nur aufgrund von Daten und Zahlen –: 4,4 Milliarden € war der Erlös. 1,9 Milliarden € wurden entnommen für die soziale Modellregion. Nach Adam Riese bleiben 2,5 Milliarden € über. In Wirklichkeit sind 3,3 Milliarden € da. Das heißt, das ist ein Gewinn von 800 Millionen €, genau 824 Millionen €. Das sind 824 Millionen € echter Gewinn. (Abg. Rädler: Das ist ein Wahnsinn!) Lesen Sie den Rechnungshofbericht vom 6. Dezember 2012 und keine alten Berichte! (Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Grosz.) Lesen Sie den! Da sagt der Rechnungshof: Niederösterreich hat alle Empfehlungen des Rechnungshofs zur Risikominimierung umgesetzt. (Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Königsberger-Ludwig und Grosz.) Und Niederösterreich hat daraus einen Gewinn und keinen Verlust erzielt. Das ist der letzte Rechnungshofbericht vom 6. Dezem- ber 2012. Meine Damen und Herren, diese Fakten lassen sich nicht wegdiskutieren.
Abg. Rädler: So ist es!
Schauen Sie, die große Mehrheit der Niederösterreicher – lesen Sie die heutigen Zeitungen, die Meinungsumfragen – will klare Verhältnisse in Niederösterreich, Sie können da noch so viele Skandalisierungsversuche machen. Ich sage Ihnen voraus: Am 3. März wird dieser große Wunsch der Mehrheit der Niederösterreicher in Erfüllung gehen, nämlich klare Verhältnisse durch klare Mehrheit. Das war immer unsere Position. Da können Sie noch so viel skandalisieren und in den nächsten Tagen noch so viele Pressegespräche machen, dieser große Wunsch der Mehrheit in Niederösterreich wird meiner Meinung nach – davon bin ich völlig überzeugt – am 3. März in Erfüllung gehen. (Abg. Rädler: So ist es!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung des das Rednerpult ohne seine Tafel verlassenden Abg. Heinzl –: Das Taferl! He! – Abg. Strache: Taferl! – Abg. Petzner: Taferl! Das Taferl! – Ruf bei der ÖVP: Was war das dort für ein Zettel? – Abg. Dr. Stummvoll – die Tafel vom Rednerpult zu Abg. Heinzl bringend –: Das haben Sie mitzunehmen vergessen!
Es ist wahr, auch wenn Sie es nicht gerne hören: Die Casino-Mentalität, mit der in Niederösterreich, zugegebenermaßen auch anderswo, mit Steuergeldern umgegangen wird, lässt nur einen richtigen Schluss zu, und dieser lautet – das wurde heute auch schon öfter gesagt –: Es braucht ein absolutes Spekulationsverbot für Länder und auch für Gemeinden, und zwar ohne Schlupfloch. (Ruf bei der ÖVP: Für die ÖBB! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Für Niederösterreich ist ein geordneter Ausstieg aus den Veranlagungen die einzige Chance, das Land vor noch größeren Schäden zu bewahren. Das sei in Ihr persönliches Stammbuch geschrieben, liebe Kollegen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung des das Rednerpult ohne seine Tafel verlassenden Abg. Heinzl –: Das Taferl! He! – Abg. Strache: Taferl! – Abg. Petzner: Taferl! Das Taferl! – Ruf bei der ÖVP: Was war das dort für ein Zettel? – Abg. Dr. Stummvoll – die Tafel vom Rednerpult zu Abg. Heinzl bringend –: Das haben Sie mitzunehmen vergessen!)
Ruf bei der ÖVP: Wir haben jetzt 2013 und nicht 2010! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe es bereits gesagt, ich sage es nochmals: Jahresabschluss 31.12.2008 – Mitte 2010 vom Rechnungshof festgestellt –, ein Verlust von 1 Milliarde € ist eingetreten. (Ruf bei der ÖVP: Wir haben jetzt 2013 und nicht 2010! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
in Richtung des Abg. Rädler
Lieber Günter Stummvoll, es ist halt so, wir wissen, was wir an Prozenten hätten verdienen müssen, damit das ein Geschäft geworden wäre. Ich glaube, gestern hat der Herr Landeshauptmann irgendwo gesagt, vielleicht geht es sich in den nächsten zehn Jahren irgendwann aus. Ich wünsche allen hohe Renditen – du lachst, Hans (in Richtung des Abg. Rädler), es ist so –, aber wir wären gut beraten – und ich glaube, dass die Frau Finanzministerin beziehungsweise die Bundesregierung auf dem besten Weg dazu ist –, ein Spekulationsverbot auf die Reise zu bringen. Ich glaube, dann werden wir in den einzelnen Bereichen der Gebietskörperschaften auch davon Abstand nehmen können. Dann, glaube ich, haben wir aus der Historie der letzten Jahre ganz einfach nicht nur gelernt, sondern haben auch entsprechend reagiert. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pendl reicht Bundesministerin Fekter die Hand.)
Abg. Rädler: Gibt es überhaupt die SPÖ in Niederösterreich?
Es ist aus meiner Sicht wirklich abenteuerlich, wie Herr Landesrat Sobotka und Herr Landeshauptmann Pröll noch immer jegliche Kritik wegwischen, noch immer behaupten, dass es keine Verluste gibt, sondern nur geringere Gewinne (Abg. Rädler: Gibt es überhaupt die SPÖ in Niederösterreich?), wie Herr Landeshauptmann Pröll erst vor Kurzem gesagt hat. Und es wird auch die Rechnungshofkritik, die ja uns allen und vielen Menschen auch bekannt ist, einfach mit dem Satz abgetan: Auch ein Rechnungshof kann sich irren!
Abg. Rädler: Wo ist der Sepp Leitner?
Ich finde das wirklich sehr ignorant, geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP. Ich finde das auch wirklich sehr präpotent, und meiner Meinung nach ist das eine verfehlte Auslegung von Macht. Ich habe eine andere Auffassung davon, Politik zu machen. (Abg. Rädler: Wo ist der Sepp Leitner?) Und ich denke mir, die ÖVP wäre gut beraten, wieder einmal in sich hineinzuhören und zu schauen, ob nicht andere Menschen gerechtfertigt Kritik anbringen, auch anbringen dürfen und auch anbringen müssen.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wenn man sich anschaut, wie die Wohnbaudarlehen angelegt worden sind, auch mit dem Ziel, das damals vereinbart wurde, nämlich mindestens 5 Prozent Rendite zu machen, damit das Geschäft tatsächlich ein Gewinn ist, und jetzt sieht, dass diese 5 Prozent in keinem einzigen Jahr seit 2002 erreicht worden sind, dann ist selbst dem Kleinsten in unserem Land klar und müsste auch einem Finanzlandesrat Sobotka verständlich sein (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass es dann Verluste gegeben hat, Herr Kollege von der ÖVP.
Abg. Rädler: Weil es falsch ist!
Ich stelle mir jetzt die Frage: Warum will die ÖVP Niederösterreich das nicht akzeptieren? (Abg. Rädler: Weil es falsch ist!) Warum möchten Sie nicht gemeinsam mit anderen Parteien aufklären? Und warum möchten wir nicht alle gemeinsam in Zukunft derartige Geschäfte verhindern? Es geht immerhin um Steuergelder. Es geht um die Gelder unserer Bürgerinnen und Bürger, es geht nicht um das Geld der ÖVP Niederösterreich.
Abg. Rädler: Jetzt sind wir schon bei „Milliarden“!
Abgeordneter Werner Herbert (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Am Ende dieser Dringlichen Anfrage haben die Redebeiträge hier im Plenum eines klar bewiesen: Die gegenständliche Spekulation mit Wohnbaugeldern, das viel zitierte „Casino Erwin Pröll“ mit den daraus resultierenden Milliardenverlusten (Abg. Rädler: Jetzt sind wir schon bei „Milliarden“!) war nicht ein leichtfertiges finanzielles Ausprobieren am Finanzmarkt, wo eben ein Finanz-Hoppala mit einigen Verlusten passiert ist, sondern es ist am Ende dieser Diskussion ganz klar, dass es sich um einen Kriminalfall handelt, bei dem mit der bewussten Verschleierung von Tatsachen und der wissentlichen Veranlagung in dubiosen Finanzgeschäften ein durchaus zu erwartender Schaden, nämlich jener für die niederösterreichische Bevölkerung, bewusst in Kauf genommen wurde. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Mit Zustimmung der SPÖ!
Was ist passiert? – 4,4 Milliarden € sind veranlagt worden, man hat ein Ziel von 5 Prozent zu erwirtschaften gehabt. (Abg. Rädler: Mit Zustimmung der SPÖ!) Das ist nicht eingetreten, man hat im Schnitt nur 1,8 Prozent erzielt. Daher ist man ganz einfach in einem Veranlagungsrückstand von einer Milliarde. Rechnet man die Zinsleistungen für die zusätzlichen Darlehen dazu – das ist aus dem Rechnungshofbericht 2012 –, ergibt sich in Niederösterreich ein Gesamtverlust von 1,8 Milliarden €. Und diesen Verlust hat nicht irgendjemand festgestellt, sondern der Rechnungshof! Das können Sie nicht wegdiskutieren, das steht schwarz auf weiß in einem Papier. (Beifall bei SPÖ und FPÖ.)
Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abg. Rädler.) Da wird er eine Freude haben, wenn Sie ihm sagen, dass sein Geld in Pakistan ist. Na herrlich! Das ist eine Erklärung! Und das ist die Misswirtschaft des Erwin Pröll. (Beifall bei SPÖ und FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 193
Abg. Rädler: Die Kärntner!
Aber ich verstehe, dass die ÖVP jetzt etwas – ich möchte nicht sagen – enttäuscht ist; ich glaube, in Wirklichkeit ist sie sogar froh, weil sie dadurch die Probleme mit den Landeshauptleuten nicht mehr hat. (Ruf bei der ÖVP: Die habt ihr!) – Wir haben keine Probleme. (Abg. Rädler: Die Kärntner!)
Abg. Rädler: Und der Strache?
Ich möchte aber eines ganz klar dazu sagen: Inhaltlich sehe ich nach wie vor alles absolut in Ordnung. Nur: Weder Kollege Gradauer noch ich sind Verfassungsjuristen, und wir haben deshalb auch Rücksprache gehalten. Es gibt einige Punkte, die für uns noch unklar sind. (Abg. Rädler: Und der Strache?) Und wir bitten nur darum, dass wir das Ganze noch einmal im Ausschuss behandeln, damit wir dann ruhigen Gewissens zustimmen können.
Abg. Rädler: Haben die Grünen mitgestimmt in Niederösterreich!
Und diese Lücken bedeuten, dass beispielsweise Veräußerungen von Vermögen oder aber auch Veräußerungen von Wohnbauförderungsdarlehen weiterhin für spekulative Zwecke verwendet werden könnten. (Abg. Rädler: Haben die Grünen mitgestimmt in Niederösterreich!) Das wird durch § 17 Abs. 1, Herr Kollege, nicht ausgeschlossen! Das heißt, das „Casino Pröll“ wird dadurch nicht geschlossen. (Abg. Mag. Kogler: Weiterspekuliert!)
Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!
Dasselbe gilt natürlich für die Frage der Kontrolle. Umsetzung braucht Transparenz, braucht ein neues Rechnungswesen. Herr Kollege Kopf, wenn Sie in die Bundesländer mit einem halbvollen Glas hinausgehen, dann kommen Sie immer mit einem reduzierten Glas zurück. Da trinken Sie unterwegs ein Schluckerl, weil Sie wahrscheinlich auf dem Weg nach Vorarlberg durstig werden, ist ja ein weiter Weg bis dorthin. (Abg. Rädler: Das ist ein Blödsinn!) Aber wir hatten am 27. Februar, genauer gesagt, am 26. Februar eine Regelung vorliegen, die deutlich schärfer war als das, was hier vorliegt. (Abg. Kopf: Der Sie nicht zugestimmt haben!) – Selbstverständlich war das schärfer. Das wurde jetzt weiter dahin gehend verwässert, dass eigentlich nur noch ein zeitlicher
Abg. Rädler: Mit gutem Grund! Noch gibt es den Föderalismus!
Auf Bundesebene haben wir ja vorgezeigt, wie das gehen kann. Das könnte und muss auch die Grundlage sein. Wir hatten ja die wesentlichen Dinge schon bei der Novelle des Bundesverfassungs-Gesetzes drin. Da hatten wir schon einmal einen Artikel 51e, der Länder und Gemeinden miteinbeziehen sollte. Und schon damals waren die Bundesländer dagegen (Abg. Rädler: Mit gutem Grund! Noch gibt es den Föderalismus!), und schon damals haben sie keine überzeugenden Argumente dargelegt, warum sie kein modernes Rechnungswesen à la Bund haben wollen. Wenn wir das aber nicht haben, dann werden wir, wie immer die Grundsätze in der Finanzverfassung oder in einer Artikel-15a-Vereinbarung ausschauen, diese Dinge nicht kontrollieren können, weil die nötige Transparenz nicht vorhanden ist. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber ich sage Ihnen eines: Wer mit 8 Milliarden Spekulationskapital an Wohnbaugeldern hineingeht und dann behauptet, er hätte 800 Millionen Gewinn gemacht, obwohl er 4 Milliarden von der Substanz verloren hat, der ist ein Verlierer. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und da glaube ich noch immer eher dem Rechnungshof als Ihren Parteisekretariaten oder Ihren Ausführungen, die den Fakten nicht standhalten.
Abg. Rädler: Stimmt!
Warum sage ich das? – Es wird hier geklagt und geschimpft, der Strache habe den Klub nicht im Griff. (Abg. Rädler: Stimmt!) Weil er einem Gesetz nicht zustimmen möchte, das gar nicht auf der Tagesordnung ist?! Wissen Sie, was Sie die ganze Zeit für einen Unsinn reden?! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?
Und zweitens gelingt es Ihnen, mäßig, aber ein bisschen, eine Vorstellung zu inszenieren (Ruf bei der ÖVP: Volksanwaltschaft !) – Ja, dafür braucht es die Volksanwaltschaft, um solchen Unsinnigkeiten entgegenzutreten und auf der Seite der Bürger zu stehen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Mag. Widmann.) Als ob die FPÖ das Gesetz behindern würde, das ein legistischer Pfusch der Sonderklasse ist (neuerlicher Beifall bei der FPÖ), weil es nämlich auf Basis der Regierungsvorlage im Ausschuss beschlossen worden ist und dort am 26. Februar eine Abänderung versucht wurde (Abg. Rädler: Was sagt Gradauer?), von der Herr Staatssekretär Schieder schreibt, das sei inhaltlich völlig in Ordnung, aber es gibt einen Abänderungsantrag, der nicht mit der FPÖ verhandelt worden ist, dass in der zweiten Lesung ein anderer Text beschlossen werden soll.
Abg. Höfinger: Das ist ja unglaublich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Rädler.
Zu dieser Volksbefragung hat es populistische Argumente von der Regierungsbank gegeben: Das Triple A geht verloren, hat die Frau Finanzminister gesagt, obwohl das Triple A schon weg war. Die Frau Innenminister hat gesagt, die Rettung kommt um 20 Minuten zu spät. Wir wissen, dass das überhaupt nicht stimmt. Es war auch so, dass es keine Informationen gab. Die Bürger wurden nicht aufgeklärt, worüber sie überhaupt abstimmen sollen. Es gab keine Konzepte. Es gab keine Alternativen. Es gab nur grausige Parteipropaganda, die von der ÖVP schändlich ausgenutzt worden ist. (Abg. Höfinger: Das ist ja unglaublich! – Zwischenrufe der Abgeordneten Hornek und Rädler.)
Beifall des Abg. Rädler
in der ersten Reihe applaudieren, wenn es etwas zum Applaudieren gibt. Sie haben das Beachvolleyball-Turnier in Kärnten, da können Sie sich im Sommer in kurzer Hose zeigen. Dann haben Sie noch die Übergabe des Meistertellers an Austria Wien (Beifall des Abg. Rädler) – das wird Ihnen als Rapidler auch nicht so gefallen – und auch noch die Eishockey-Meisterschaft. Wenn das Ihre zukünftigen Agenden sind, dann ist es traurig. (Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!
Das ist insofern ganz originell, weil das ja keine fixe Anzahl mehr ist. Da kann man den Rechenstift auspacken und sich anschauen, was denn das bei den letzten Wahlen bedeutet hätte. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist und ob Sie einmal nachgerechnet haben: Wenn man sich das Ergebnis der SPÖ bei der letzten Nationalratswahl anschaut und hochrechnet, wie viel 7 Prozent der Stimmen gewesen wären, dann wird man draufkommen, dass diese so viel gelobte neue Regelung, Bundeskandidaten ankreuzen zu können, dazu geführt hätte, dass ein SPÖ-Kandidat – was glauben Sie, wie viel Stimmen dieser das letzte Mal gebraucht hätte, damit er vorgereiht wird, wie viel Mandate hätte er machen müssen? (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!) – vier, mehr als vier Mandate gebraucht hätte. 100 000 Stimmen hätten bei der SPÖ nicht gereicht, um vorgereiht zu werden, wobei ein Mandat ungefähr 25 000 Stimmen kostet. (Abg. Rädler: Direktmandate!) Und jetzt kommen Sie her (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das ist Ihr Problem, eine qualifizierte Rädler-Aussage! Verstecken Sie sich gleich wieder hinter dem „Kurier“, da gehören Sie eh hin, das ist eh die beste Rolle, die Sie einnehmen können!
Abg. Rädler: Direktmandate!
Das ist insofern ganz originell, weil das ja keine fixe Anzahl mehr ist. Da kann man den Rechenstift auspacken und sich anschauen, was denn das bei den letzten Wahlen bedeutet hätte. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist und ob Sie einmal nachgerechnet haben: Wenn man sich das Ergebnis der SPÖ bei der letzten Nationalratswahl anschaut und hochrechnet, wie viel 7 Prozent der Stimmen gewesen wären, dann wird man draufkommen, dass diese so viel gelobte neue Regelung, Bundeskandidaten ankreuzen zu können, dazu geführt hätte, dass ein SPÖ-Kandidat – was glauben Sie, wie viel Stimmen dieser das letzte Mal gebraucht hätte, damit er vorgereiht wird, wie viel Mandate hätte er machen müssen? (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!) – vier, mehr als vier Mandate gebraucht hätte. 100 000 Stimmen hätten bei der SPÖ nicht gereicht, um vorgereiht zu werden, wobei ein Mandat ungefähr 25 000 Stimmen kostet. (Abg. Rädler: Direktmandate!) Und jetzt kommen Sie her (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das ist Ihr Problem, eine qualifizierte Rädler-Aussage! Verstecken Sie sich gleich wieder hinter dem „Kurier“, da gehören Sie eh hin, das ist eh die beste Rolle, die Sie einnehmen können!
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist insofern ganz originell, weil das ja keine fixe Anzahl mehr ist. Da kann man den Rechenstift auspacken und sich anschauen, was denn das bei den letzten Wahlen bedeutet hätte. Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist und ob Sie einmal nachgerechnet haben: Wenn man sich das Ergebnis der SPÖ bei der letzten Nationalratswahl anschaut und hochrechnet, wie viel 7 Prozent der Stimmen gewesen wären, dann wird man draufkommen, dass diese so viel gelobte neue Regelung, Bundeskandidaten ankreuzen zu können, dazu geführt hätte, dass ein SPÖ-Kandidat – was glauben Sie, wie viel Stimmen dieser das letzte Mal gebraucht hätte, damit er vorgereiht wird, wie viel Mandate hätte er machen müssen? (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht in der Schule! – Abg. Riepl: Sagen Sie es!) – vier, mehr als vier Mandate gebraucht hätte. 100 000 Stimmen hätten bei der SPÖ nicht gereicht, um vorgereiht zu werden, wobei ein Mandat ungefähr 25 000 Stimmen kostet. (Abg. Rädler: Direktmandate!) Und jetzt kommen Sie her (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das ist Ihr Problem, eine qualifizierte Rädler-Aussage! Verstecken Sie sich gleich wieder hinter dem „Kurier“, da gehören Sie eh hin, das ist eh die beste Rolle, die Sie einnehmen können!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn wir uns einmal anschauen, was das österreichische Wahlrecht mit sich bringt, etwa in Sachen Vorzugsstimmen (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ist ja gut, dass
Abg. Rädler: Das waren wenige!
Nehmen wir einmal an, Sie hätten gleichzeitig Nationalratswahlen und Landtagswahlen in Niederösterreich und Sie gehen zunächst hinein und sagen, jetzt wähle ich einmal bei der Landtagswahl. Das hätte diesmal zum Beispiel so ausgeschaut: Es wäre jemand gekommen, der gesagt hätte, okay, ich wähle die Grünen. (Abg. Rädler: Das waren wenige!) – Es waren immerhin mehr als letztes Mal, im Gegensatz zu der ÖVP. – Der Herr Pröll hat ja ein Wahlrecht gemacht, wo er gesagt hat, das kann man ja auch unabhängig davon machen, man kann Vorzugsstimmen – Lügengebäude, Herr Rädler, vielleicht gibt es meinen ersten Ordnungsruf, das Lügengebäude der ÖVP Niederösterreich – unabhängig von der Parteipräferenz vergeben. Wenn man diesen Wahlzettel so ausgefüllt hat (der Redner hält eine Tafel in die Höhe, in der linken Spalte steht unter ÖVP Pröll; in der rechten Spalte sind die GRÜNEN angekreuzt), „Grüne“ angekreuzt, Vorzugsstimme „Pröll“, war das eine Stimme für die ÖVP.
Abg. Rädler: Wer es kaufen will, wie Stronach!
Aber mir geht es heute um etwas anderes, weil wir ja über Wahlrecht sprechen und wir gerade eine Wahl in Niederösterreich hatten. Und da liegt einiges im Argen. Da liegt wirklich einiges im Argen. Wir haben da ja hautnah erlebt, was es bedeutet, wenn sich jemand ein Land so herrichten kann, wie er es gerne hätte (Abg. Rädler: Wer es kaufen will, wie Stronach!): namentlich der Herr Landeshauptmann Pröll, der sich dort das Wahlrecht so geformt hat, wie er es gerne hätte.
Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Ein Fall ist besonders heikel. Da ist ein Mann, der vorher von der ÖVP-Gemeinde einen Zubau genehmigen lassen wollte, auf das Gemeindeamt gegangen und hat gesagt, er würde gerne eine Unterstützung unterschreiben. Da hat man ihm gesagt: Also wenn Sie das machen, sieht es gar nicht gut aus mit einer Genehmigung! – Das sind alles dokumentierte Fälle, das muss man sich einmal vorstellen! (Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ihr habt gesagt, ihr werdet Erste!
Das heißt, wir leben in Niederösterreich anscheinend in einer Scheindemokratie, wo der Herr Pröll sich die Dinge richtet, wie er sie gerne hätte. Auch das müssten wir heute einmal ansprechen. Wenn es uns um mehr Demokratie geht, dann müssten wir neuen Listen das Kandidieren doch erleichtern! Wovor fürchten wir uns? Wovor fürchtet sich die ÖVP? (Abg. Rädler: Ihr habt gesagt, ihr werdet Erste!) Dass neue Listen kommen und sich beim Wähler bewerben? Ist das wirklich so schrecklich? (Abg. Wöginger: Das ist Wählertäuschung! Wo ist der Frankie?)
Abg. Rädler: Kanada! Stronach!
dieren, und vor allem über mehr direkte Demokratie. Denn genau das ist der Punkt: Wir brauchen mehr direkte Demokratie, und wir brauchen keine Nordkorea-Geschichten da in Niederösterreich, wo man wirklich an eine Bananenrepublik erinnert wird. (Abg. Rädler: Kanada! Stronach!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Frau Bundesministerin, jetzt geht es wirklich ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Jetzt hört einmal auf mit euren Gspassettln da in der Österreichischen Volkspartei! Jetzt geht es wirklich um vertrauensbildende Maßnahmen! (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf der Abg. Tamandl.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler – in Richtung BZÖ –: Heute Sie! Sie heben es noch in die Höhe!
Ich sage Ihnen, worum es hier noch geht. Sie kommen ja aus einer Partei, die sich besonders europafreundlich geriert. Ich sage Ihnen, wer da wirklich gejubelt hat an diesem Abend, das waren die Europagegner, die EU-Gegner. Einen besseren Gefallen als diese Maßnahme hätten Sie alle, hätten die EU-Finanzminister diesen Leuten gar nicht tun können. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler – in Richtung BZÖ –: Heute Sie! Sie heben es noch in die Höhe!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bin auch dafür, dass man sich sehr genau anschaut, was bei den Anleihen noch zu holen ist, was bei den Eigentümern noch zu holen ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da haben wir schon gehört, da sei nicht mehr viel da bei den zwei größten Banken. Aber wie schaut es bei den anderen Banken aus? Darauf muss der Finger gelegt werden, und da müssen die Lösungsansätze gefunden werden, und nicht bei einer Zwangsabgabe, die auch die Kleinanleger miteinbezieht! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist vor dem Hintergrund der Solidarität, die in Artikel 3 des EU-Vertrages festgeschrieben ist, meines Erachtens nicht verantwortbar. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 194
Abg. Rädler: Gerade Sie?
Herr Kollege Prinz ist mein Zeuge, wir haben ja gemeinsam die erste Gruppe betreut und standen Rede und Antwort. Wir haben gesagt, erstens einmal ist uns die Arbeit ein Herzensanliegen. Wir sind begeistert am Werk, wir wollen die Menschen ja bewegen und davon überzeugen, wie man Reformen ansetzt. Und zweitens wollen wir gemeinsam auch dazu beitragen, dass das Image der Politik besser wird (Abg. Rädler: Gerade Sie?) und dass die Menschen insgesamt wieder Vertrauen in unsere Tätigkeit gewinnen. Dazu braucht es einfach auch Wissen, Einblick und die Öffentlichkeit unserer Arbeit.
Sitzung Nr. 196
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Frau Bundesministerin Mikl-Leitner, ich kann nur sagen, das ist nicht nur schade, sondern auch inakzeptabel. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es ist inakzeptabel! Und Sie haben Ihre Amtszeit als Innenministerin leider schon mit dieser Altlast begonnen.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Eines ist klar, Frau Bundesministerin (Abg. Mag. Kogler: Schwarzes Loch!): Wenn man das macht und zur gleichen Zeit – zur gleichen Zeit! –, als diese Beratungsverträge für die Ressortchefs gemacht wurden, einen Wahlkampf für die ÖVP in Niederösterreich, in der Steiermark, in Tirol, in Wien (Zwischenruf des Abg. Rädler), für die Europawahlen bundesweit für den Herrn Strasser führt, dann hört sich der Spaß auf, nämlich wenn man zur gleichen Zeit strategisch-politisch die Ressortchefs und damit den Vizekanzler Pröll, die Innenministerin, die Finanzministerin und, und, und noch gleichzeitig berät. (Abg. Rädler: Das ist eine Unterstellung!) Da hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist eine Unterstellung!
Eines ist klar, Frau Bundesministerin (Abg. Mag. Kogler: Schwarzes Loch!): Wenn man das macht und zur gleichen Zeit – zur gleichen Zeit! –, als diese Beratungsverträge für die Ressortchefs gemacht wurden, einen Wahlkampf für die ÖVP in Niederösterreich, in der Steiermark, in Tirol, in Wien (Zwischenruf des Abg. Rädler), für die Europawahlen bundesweit für den Herrn Strasser führt, dann hört sich der Spaß auf, nämlich wenn man zur gleichen Zeit strategisch-politisch die Ressortchefs und damit den Vizekanzler Pröll, die Innenministerin, die Finanzministerin und, und, und noch gleichzeitig berät. (Abg. Rädler: Das ist eine Unterstellung!) Da hört sich der Spaß auf! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ein Blödsinn ist das!
Was ist das? Ist das jetzt Parteienfinanzierung? (Abg. Rädler: Ein Blödsinn ist das!) – „Ein Blödsinn ist das!“ Ja, ein Blödsinn war es von Ihrer Seite, nicht von Seiten derer, die das kritisieren. (Beifall bei den Grünen.) Sie sind ja, Herr Kollege, offensichtlich noch immer unverschämt genug, zu glauben, dass das richtig ist, dass man in diese Kassen hineingreifen kann. (Abg. Mag. Kogler: Zurückzahlen!)
Abg. Rädler: Der Herr Meischberger! Meischberger! – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Und was mich noch gestört hat bei der ... (Abg. Großruck: Aber kritisieren darf man ihn schon, den Rechnungshof!?) – Ja, ja! Sie kritisieren ihn dann, wenn es Ihnen nicht passt! Dann, wenn die ÖVP einmal kritisiert wird, dann, wenn einmal über viele Seiten nachweislich Beschaffungsvorgänge im ÖVP-Umfeld, Aufträge an einen ÖVP-Spezi kritisiert werden, in die öffentliche Diskussion kommen, dann passt es nicht. (Abg. Rädler: Der Herr Meischberger! Meischberger! – Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn andere involviert und betroffen sind, dann passt es. (Abg. Rädler: Meischberger!) Das ist kein Selbstbedienungsladen, wo Sie sagen: Der Rechnungshofbericht passt mir und der andere passt nicht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Strache.) Da gibt es so viele Dinge, die nicht in Ordnung sind.
Abg. Rädler: Meischberger!
Und was mich noch gestört hat bei der ... (Abg. Großruck: Aber kritisieren darf man ihn schon, den Rechnungshof!?) – Ja, ja! Sie kritisieren ihn dann, wenn es Ihnen nicht passt! Dann, wenn die ÖVP einmal kritisiert wird, dann, wenn einmal über viele Seiten nachweislich Beschaffungsvorgänge im ÖVP-Umfeld, Aufträge an einen ÖVP-Spezi kritisiert werden, in die öffentliche Diskussion kommen, dann passt es nicht. (Abg. Rädler: Der Herr Meischberger! Meischberger! – Zwischenruf des Abg. Großruck.) Wenn andere involviert und betroffen sind, dann passt es. (Abg. Rädler: Meischberger!) Das ist kein Selbstbedienungsladen, wo Sie sagen: Der Rechnungshofbericht passt mir und der andere passt nicht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Strache.) Da gibt es so viele Dinge, die nicht in Ordnung sind.
Abg. Rädler: Meischberger!
Also diejenige, die jahrelang im Dienste der Österreichischen Volkspartei und unter dem System Schüssel im Dienste des Bundeskanzlers gestanden ist, wird dann in ihrer privatwirtschaftlichen Tätigkeit selbstverständlich stilecht versorgt von der Österreichischen Volkspartei, vom Bundesministerium für Justiz. Nur zu dem Thema, wie Sie im Innenministerium, aber auch im Justizministerium, in diesen Sicherheitsapparaten Ihre eigenen Parteigänger mit Steuergeld versorgen. (Abg. Rädler: Meischberger!)
Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der findet sich wieder in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage an Herrn Stöger, wo die Sozialdemokratie fleißig mit Steuergeld ihre Parteigänger versorgt hätte. Ich könnte jetzt die gesamte Redezeit meiner Fraktion – das will ich aber nicht, zugunsten meines Nachredners, des Kollegen Widmann – dafür verbrauchen, um über alle parlamentarischen Anfragen über diese kriminelle Unsitte (Beifall beim BZÖ – Zwischenruf bei der ÖVP) Ihrer Ressorts zu referieren, wie Sie Steuergeld in die Hand nehmen, Ihre Parteigänger versorgen und die Ressorts unserer Republik als Waschmaschinen Ihrer billigen Parteispenden missbrauchen! (Beifall bei BZÖ und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amon, Mag. Gaßner und Rädler.
Beim nächsten Punkt geht es vor allem um den Blaulichtfunk. Ich bin ja selber Beamter im Innenministerium, derzeit freigestellt für meine politische Tätigkeit. Nur was in den Jahren 2000 bis, sagen wir mal, 2006 gemacht worden ist, ist schon einzigartig. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amon, Mag. Gaßner und Rädler.)
Abg. Rädler: 29!
Das heißt, hier wurden 30 Millionen € in den Sand gesetzt, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Abg. Rädler: 29!) – Wenn man das Geld für die Beratertätigkeit dazu addiert, sind es 32 Millionen €. Wenn man die Summe konkretisieren möchte, ist sie sogar noch höher.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das glaub ich auch!
Abgeordneter Werner Amon, MBA (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Herren Staatssekretäre! Herr Kollege Plessl! An sich war das schon ein gemeinsames Projekt, und es ist unstrittig, dass die österreichische Exekutive den Digitalfunk braucht, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das glaub ich auch!)
Sitzung Nr. 199
Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da darf ich schon festhalten, dass sich, gerade was den Arabischen Frühling und die Ereignisse in diesen Ländern, ob das Tunesien, Libyen, Ägypten, der Jemen oder jetzt auch Syrien ist, betrifft, die Regierungsparteien und auch die anderen Fraktionen eigentlich immer falsch verhalten haben, nämlich zu jenen gehört haben, die diesen Arabischen Frühling bejubelt und gesagt haben, jetzt kommt dort die große Freiheitsbewegung, jetzt kommt dort die große Demokratiebewegung, jetzt kommt dort die große Bewegung der Menschenrechte. Wenn wir heute schauen, was aus diesem Arabischen Frühling geworden ist, dann sehen wir, dass sich all diese Erwartungen nicht erfüllt haben und sich nur eine einzige politische Haltung einer einzigen Fraktion in diesem Hohen Haus bewahrheitet hat, nämlich die außenpolitische Haltung des BZÖ. Wir waren die Einzigen, die immer davor gewarnt und gesagt haben, dass dieser Arabische Frühling nicht das Gelbe vom Ei ist. Aber wir sind dafür belächelt und auch sehr heftig kritisiert worden. (Beifall beim BZÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Daher muss man heute auch daran erinnern.
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich wollte mich eigentlich zu diesem Tagesordnungspunkt nicht zu Wort melden, weil ich der Meinung war, dass alle in diesem Haus die demokratischen Spielregeln und das Kräfteverhältnis, das der Wähler bei den letzten Nationalratswahlen ausgegeben hat, akzeptieren und einem gemeinsamen Paket in Sachen Volksanwaltschaft zustimmen. Aber ich sage Ihnen schon eines: Das, was die Grünen hier gemacht haben, das hat mit Argumentieren nichts zu tun, das ist Agitieren im miesesten Stil der Linken, wie wir es kennen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) 68 lässt grüßen, meine Damen und Herren!
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Hornek und Rädler.
Es sind schon Sie, meine Damen und Herren von den Grünen – es sind schon Sie; nicht alle, aber Teile davon, und ich glaube, viele, viele Ihrer Wähler können das auch schon nicht mehr hören (Abg. Dr. Moser: Sie reden ja völlig am Problem vorbei! – Ruf: Zum Thema!) –, es sind viele von Ihnen, die in Wahrheit, und ich muss das einmal sagen, mit dem, was Sie tun, mit dem, was Sie machen, mit den Methoden, die Sie benutzen, viel, viel näher an diesen totalitären Systemen und totalitären Regimen dran sind, als es Ihnen lieb sein kann, wenn es Ihnen wirklich um Demokratie und Freiheit geht. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Hornek und Rädler.) Sie sind viel, viel näher dran, als Ihnen das selber lieb sein kann. Und Sie haben das heute einmal mehr unter Beweis gestellt.
Beifall – teilweise stehend gespendet – und Bravorufe bei der FPÖ sowie Beifall des Abg. Rädler. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Karl Öllinger ist auch im fortgerückten politischen Alter. Er wird von Jahr zu Jahr weiter nach hinten durchgereicht bei den Grünen – inzwischen auch schon auf der Wahlliste. Aber seien Sie von der grünen Fraktion doch nicht insgesamt so blöd, sich von diesen Leuten und von diesen Treibern vor den Karren spannen zu lassen! Das ist keine Frage mehr von gutem oder von schlechtem Stil, sondern das ist eine Frage des Hochhaltens der Demokratie in diesem Land. (Beifall – teilweise stehend gespendet – und Bravorufe bei der FPÖ sowie Beifall des Abg. Rädler. – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.)
Abg. Rädler: ... Platter!
In die Krankenhäuser und Gesundheitsversorgungen haben wir in Tirol in diesen fünf Jahren 9 Milliarden € investiert, ganze drei Landeshaushalte sind da hineingegangen. 470 neue Reha-Betten waren möglich. Und gerade in den Ausbau der Kinderbetreuung wurden seit 2008 über 40 Millionen € gesteckt. Also Tirol ist gut aufgestellt. Ich glaube, viele Bundesländer könnten sich an Tirol ein Beispiel nehmen. (Abg. Rädler: ... Platter!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Frau Dr. Rotraud Perner war uns zuletzt bekannt aus dem Personenkomitee für den Herrn Landeshauptmann Pröll. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dieses Institut, für das sie arbeitet, untersteht direkt der Niederösterreichischen Landesakademie. Der Herr Landeshauptmann Pröll hat auch die Genese dieses Salutogenese-Instituts massiv unterstützt und war da auch beteiligt als ein Förderer. (Abg. Rädler: Sehr gut!) – Ja,
Abg. Rädler: Sehr gut!
Die Frau Dr. Rotraud Perner war uns zuletzt bekannt aus dem Personenkomitee für den Herrn Landeshauptmann Pröll. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dieses Institut, für das sie arbeitet, untersteht direkt der Niederösterreichischen Landesakademie. Der Herr Landeshauptmann Pröll hat auch die Genese dieses Salutogenese-Instituts massiv unterstützt und war da auch beteiligt als ein Förderer. (Abg. Rädler: Sehr gut!) – Ja,
Beifall beim BZÖ. – Abg Rädler: Brandstifter Feuerwehrmann!
Denn wird sie nicht zur Chefsache und kann Frau Minister Fekter weiter herumfuhrwerken, wie sie will, so kann das ganz dramatische Auswirkungen – ich habe die drohenden Milliardenkosten genannt – auf Österreich haben. Und es wäre schlichtweg verantwortungslos, weiter so zu fuhrwerken. (Zwischenruf der Abg. Binder-Maier.) Frau Finanzminister Fekter hat mit dem Management bereits bewiesen, dass sie weder willens noch in der Lage ist, eine geordnete Abwicklung der Hypo Alpe-Adria, aber auch der Kommunalkredit, aber auch der Volksbanken sicherzustellen. (Beifall beim BZÖ. – Abg Rädler: Brandstifter Feuerwehrmann!)
Abg. Rädler: Der Brandstifter !
August 2009! Und dieses Dokument ist der Beweis dafür, dass Finanzminister Pröll vor Gericht die Unwahrheit gesagt hat, im Untersuchungsausschuss die Unwahrheit gesagt hat, und Frau Finanzminister Fekter in Anfragebeantwortungen das Parlament falsch informiert hat. Das wird noch Konsequenzen haben, meine Damen und Herren, denn ich habe bereits eine entsprechende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt (ein weiteres Dokument in die Höhe haltend), weil es nicht sein kann, dass ein Finanzminister derart unehrlich agiert und dass eine Finanzministerin, in diesem Fall Frau Finanzminister Fekter, das Parlament falsch informiert. (Abg. Rädler: Der Brandstifter !)
Abg. Rädler: schreibt die Geschichte neu!
Und wenn das, Herr Kollege aus Niederösterreich, stimmt, was da schwarz auf weiß in diesem Dokument der BayernLB steht, nämlich dass man schon im Sommer 2009 Geheimgespräche zwischen dem bayerischen CSU-Minister Fahrenschon und zufällig dem österreichischen Finanzminister Pröll unter Ausklammerung des Koalitionspartners SPÖ geführt hat, dann passt auch die ganze Geschichte, die ihr da mit der Pleite der Hypo konstruiert habt, nicht. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Das sei alles erst ganz kurzfristig im November 2009 ausgebrochen, über Nacht sei plötzlich die BayernLB abgesprungen. Es war Zeitdruck, man habe das Ganze notverstaatlichen müssen (Abg. Rädler: schreibt die Geschichte neu!), es sei nicht anders gegangen. Dieses ganze Konstrukt fällt mit einem Schlag wie ein Kartenhaus zusammen, meine Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Insofern, meine Damen und Herren, warne ich Sie auch davor, das Thema Hypo Alpe-Adria für Ihren Wahlkampf zu missbrauchen. Das könnte fürchterlich zum Bumerang werden, gerade für die ÖVP. Greift da ja nicht hin, denn da habt ihr eine ziemliche Baustelle beieinander! Wir werden das alles noch diskutieren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Damit kannst du den Haider auch nicht retten!
Frau Fekter versucht jetzt, gemeinsam mit anderen auf EU-Kommissionsebene zu erreichen, dass man zumindest bis Ende 2014 Zeit für das Ganze bekommt, damit das Ganze vor der Wahl im Herbst nicht mehr ausbricht und es keinen ÖVP-Skandal und keinen Steuerskandal in einer Größenordnung von 4 bis 5 Milliarden € vor der Nationalratswahl im Herbst für die ÖVP gibt. Das ist euer Ziel. (Abg. Rädler: Damit kannst du den Haider auch nicht retten!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
In Wirklichkeit geht es hier aber um den österreichischen Steuerzahler, und für den österreichischen Steuerzahler bedeutet die Fortsetzung der Politik der Frau Finanzminister Fekter betreffend Hypo Alpe-Adria, dass spätestens Ende 2014 – denn mehr Zeit werden wir von der EU-Kommission nicht bekommen (Zwischenruf des Abg. Rädler), das steht fest – dieses Milliardendebakel ansteht und diese Milliardenkosten auf den österreichischen Steuerzahler zukommen werden.
Abg. Rädler: Das Thema bleibt eh bei euch!
minister Fekter dieses Thema entzogen wird. (Abg. Rädler: Das Thema bleibt eh bei euch!) Die Frau Finanzminister hat versagt und das Parlament falsch informiert. Die Hypo Alpe-Adria muss zur Chefsache erklärt werden, um Steuergeld für die Österreicherinnen und Österreicher zu retten. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Rädler: Das ist gut so!
schaftspolitik herrscht Stillstand. Es herrschen Studienfrust und Chaos an den Universitäten. Für das Chaos an den Universitäten ist grundsätzlich die ÖVP verantwortlich. Die ÖVP ist seit 25 Jahren ununterbrochen in der Bundesregierung und an den Schalthebeln des Landes tätig. (Abg. Rädler: Das ist gut so!) Dabei haben all die Minister versagt: Hahn hat versagt, Karl hat versagt und jetzt auch Töchterle. (Abg. Hornek: Geh, hör auf!) Sie haben in der Wissenschaftspolitik versagt!
Sitzung Nr. 200
Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Muchitsch –: Aber tust uns auch erwähnen, die ÖVP, gell? – Heiterkeit. – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Rädler –: Hans, der war gut! – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Wollen immer dabei sein! – Abg. Mag. Gaßner: Alleweil mitnaschen!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Frau Abgeordnete Mag. Jarmer gelangt nun zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Muchitsch –: Aber tust uns auch erwähnen, die ÖVP, gell? – Heiterkeit. – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Rädler –: Hans, der war gut! – Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Cap: Wollen immer dabei sein! – Abg. Mag. Gaßner: Alleweil mitnaschen!)
Abg. Rädler: Im Übrigen!
Alles in allem finde ich es sehr schade, dass diese Chance, auch im Bereich des Mineralrohstoffgesetzes für mehr Umweltstandards und mehr Bürgerbeteiligung zu sorgen, verpasst wurde. Wir stimmen dieser Vorlage also nicht zu. (Abg. Rädler: Im Übrigen!) Und im Übrigen bin ich der Meinung – Kollege Rädler kann schon mitreden –, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 202
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Seit Jahren zeigt man der ÖVP das mit dem Einsatz von Pestiziden verbundene Problem der Artengefährdung auf, wie unser Landwirtschaftssprecher Harald Jannach das auch in den letzten Jahren immer gemacht hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Mittlerweile ist eines im negativen Sinn gewiss, nämlich dass die österreichischen Bienenvölker massiv dezimiert worden sind. (Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.) Es gibt auch in der öffentlichen Debatte mittlerweile Verlustmeldungen, dass von 360 000 Bienenvölkern heute nur mehr 120 000 vorzufinden sind. Ähnliches kann man auch bei anderen Tierarten, ob Frösche, Vögel, und so weiter, feststellen.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie, Herr Minister Berlakovich, haben hier mit einer ungeheuerlichen Abgehobenheit versucht, all diese Szenarien totzuschweigen, ja sogar noch eine Beschleunigung zu fördern – und das kann man nur als einen Akt der Unverfrorenheit und auch der Unverantwortlichkeit bezeichnen, wo es in Wirklichkeit Ihren Rückzug als Minister geben muss. Ihr Rückzug wäre ein Gebot des Anstands und Charakters. Wenn Sie nach Ihren Handlungen Anstand und Charakter haben, Herr Minister, sollten Sie von sich aus die Konsequenzen ziehen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Zudem ist es höchst an der Zeit, dass das Ministeriengesetz endlich geändert wird. Dass Umwelt und Landwirtschaft heute ein Ressort darstellen, ist ja ein Widerspruch an sich, da sind ja völlig unterschiedliche Interessenlagen gegeben, wo permanent die Interessen der Landwirtschaft gegen die Umwelt sprechen. Man muss doch diese Ressorts endlich anders aufteilen! Umwelt gehört zur Gesundheit (Beifall bei der FPÖ), und da muss man endlich auch in der Ressortaufteilung neue Entwicklungen sicherstellen – genauso wie bei Familie und Wirtschaft, wo es ja oftmals genau diese Interessenkonflikte gibt und völlige Fehleinteilungen der Fall sind. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Rednerpult und platziert dort verschiedene Pflanzenschutzmittel. – Rufe bei der ÖVP: Er war einkaufen! – Abg. Rädler: Unsachgemäße Lagerung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber ist nun zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Rednerpult und platziert dort verschiedene Pflanzenschutzmittel. – Rufe bei der ÖVP: Er war einkaufen! – Abg. Rädler: Unsachgemäße Lagerung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Eines noch, Herr Bundesminister: Wir können nicht heute Gesetze beschließen, neue Anträge einbringen, wo wir wieder die Wintergerste herausnehmen, die ganzen Wintergetreidesorten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das muss man sich vorstellen: Der Vorschlag der Kommission beinhaltet nicht alle Wintergetreide. Das bedeutet, auf 360 000 Hektar wird es weiter ausgebracht. – Geht wenigstens da mit dem heutigen BZÖ-Antrag mit (Abg. Rädler: Österreichs!), und schauen wir, dass wir da eine Politik machen, die der Österreicher, die der Bauer goutieren wird!
Abg. Rädler: Österreichs!
Eines noch, Herr Bundesminister: Wir können nicht heute Gesetze beschließen, neue Anträge einbringen, wo wir wieder die Wintergerste herausnehmen, die ganzen Wintergetreidesorten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das muss man sich vorstellen: Der Vorschlag der Kommission beinhaltet nicht alle Wintergetreide. Das bedeutet, auf 360 000 Hektar wird es weiter ausgebracht. – Geht wenigstens da mit dem heutigen BZÖ-Antrag mit (Abg. Rädler: Österreichs!), und schauen wir, dass wir da eine Politik machen, die der Österreicher, die der Bauer goutieren wird!
Abg. Rädler: Herr Weninger ! – Abg. Tamandl: Das war schon der Kreisky!
Ich komme aus dieser Generation, die bereits damals massiv gegen die AKWs gekämpft hat. (Abg. Rädler: Herr Weninger ! – Abg. Tamandl: Das war schon der Kreisky!) – Zum Zwischenruf vom Kollegen Rädler: Wir haben hier das Atomsperrgesetz beschlossen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler, weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), auf Initiative der Sozialdemokratie, und wir sind von damals bis heute diejenigen, die für konsequente Anti-AKW-Politik – nicht nur in Österreich, sondern in Europa und weltweit – stehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Kreisky !)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler, weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Ich komme aus dieser Generation, die bereits damals massiv gegen die AKWs gekämpft hat. (Abg. Rädler: Herr Weninger ! – Abg. Tamandl: Das war schon der Kreisky!) – Zum Zwischenruf vom Kollegen Rädler: Wir haben hier das Atomsperrgesetz beschlossen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler, weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), auf Initiative der Sozialdemokratie, und wir sind von damals bis heute diejenigen, die für konsequente Anti-AKW-Politik – nicht nur in Österreich, sondern in Europa und weltweit – stehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Kickl: Kreisky !)
Abg. Rädler: Soziale Gerechtigkeit! Gemeindebau!
Kollege Rädler, bevor Sie sich zu sehr aufregen: Es ist halt der Versuch, etwas zu verteidigen (Abg. Rädler: Soziale Gerechtigkeit! Gemeindebau!), das gesellschaftspolitisch längst überwunden ist. Und die Landwirtschaft ist ja kein Einzelfall bei der ÖVP. Heute muss Minister Berlakovich hier mehr oder weniger auf der Anklagebank sitzen, aber es ist doch das Gleiche in der Familienpolitik, es ist das Gleiche in der Bildungspolitik, es ist das Gleiche in der Frauenpolitik. (Abg. Grosz: Warum seid ihr mit denen in einer Koalition?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Beste war ja überhaupt das Argument des Herrn Abgeordneten Wöginger gegen diese Initiative. Er hat daran erinnert, dass es im Jahr 2008 diese Sitzung gab, in der 3 Milliarden € beschlossen wurden, die nicht finanziert waren. – Das als Argument dafür zu bringen, dass vor Wahlen keine Nationalratssitzungen stattfinden dürfen, zeugt wirklich von einem riesigen Maß an Selbstkritik als Abgeordneter. (Abg. List: Unerhört!) Gut, mag sein, dass das für manche zutrifft, aber es kann doch nicht Ihr Ernst sein, dass das das Argument ist: Man darf keine Nationalratssitzungen abhalten, weil die Abgeordneten zu unverantwortlich sind in ihrem Abstimmungsverhalten (Zwischenruf des Abg. Grosz), weil sie anscheinend das Gehirn ausschalten – Copyright Wöginger –, wenn sie kurz vor Wahlen im Wahlkampf stehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Du warst offensichtlich nicht hier, als er das gesagt hat.
Sitzung Nr. 203
Beifall des Abg. Rädler.
Es gibt hier eine Initiative, und da muss ich jetzt auch einmal jemanden von der ÖVP lobend erwähnen – ich mache das viel zu selten –, und zwar den Sebastian Kurz. Er hat hier – leider ohne von der Regierung mit dementsprechenden Mitteln ausgestattet zu sein – Initiativen gesetzt. Da müssen wir draufbleiben! Das heißt, es ist wichtig, dass wir die Integration vorantreiben. (Beifall des Abg. Rädler.) Es ist wichtig, dass wir jenen die Hand reichen, die wollen, und dass wir hier Möglichkeiten schaffen, dass jene, die noch nicht zum Gemeinwohl beitragen, das in Zukunft auch tun können. Darum geht es. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mit anderen Worten: Solange es diese Bestimmungen nicht gibt, wird dieser § 17 löchrig bleiben, und solange wird auch die Spekulation à la Niederösterreich mit den Wohnbauförderungsgeldern möglich sein. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Meine Damen und Herren von der ÖVP! Das wollen wir ausschließen. (Ruf bei der ÖVP: Aber die Grünen haben zugestimmt!) Reden Sie einmal mit Ihrem Herrn Landeshauptmann und sagen Sie ihm, dass wir eine wasserdichte Lösung haben wollen und keine Lösung, die löchrig ist wie ein Emmentaler Käse! (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 204
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie sind ein Ökonom?
Ich habe es wirklich schön langsam satt, Herr Kollege Stummvoll und Herr Kollege Kopf, wenn hier immer wieder monoton und gebetsmühlenartig behauptet wird, wir werden zum Sparen gezwungen, wir haben über unsere Verhältnisse gelebt (Zwischenrufe bei der ÖVP), wenn die TINA-Formel von Thatcher gepredigt wird – there is no alternative. Ich habe das satt, und auch viele internationale Ökonomen haben das statt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie sind ein Ökonom?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie praktisch immer Pleite. Das ist fast schon ein Teil der griechischen Kultur, Pleite zu sein. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist eine Tatsache, eine statistisch belegbare. Wenn Sie jetzt hergehen und sagen, wir machen aus den Griechen bessere Deutsche, dann sage ich Ihnen: Da werden Sie scheitern!
Abg. Rädler: Das haben wir heute schon zehnmal gehört!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen! Griechenland hätte aus unserer Sicht niemals in die Euro-Gemeinschaft aufgenommen werden dürfen. (Abg. Rädler: Das haben wir heute schon zehnmal gehört!) Der Herr Kollege Lugar hat ausgeführt, es lagen gefälschte Budgetunterlagen vor, aber er hat nicht erwähnt, dass Goldman Sachs zusätzlich ja noch versucht hat, die Verschleierung dieser falschen Budgetunterlagen zu unterstützen. (Abg. Rädler: Das ist schlimm!)
Abg. Rädler: Das ist schlimm!
Abgeordneter Alois Gradauer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Sehr geehrte Damen und Herren Kollegen! Griechenland hätte aus unserer Sicht niemals in die Euro-Gemeinschaft aufgenommen werden dürfen. (Abg. Rädler: Das haben wir heute schon zehnmal gehört!) Der Herr Kollege Lugar hat ausgeführt, es lagen gefälschte Budgetunterlagen vor, aber er hat nicht erwähnt, dass Goldman Sachs zusätzlich ja noch versucht hat, die Verschleierung dieser falschen Budgetunterlagen zu unterstützen. (Abg. Rädler: Das ist schlimm!)
Sitzung Nr. 206
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wer war denn dann letztlich in der Folge der Eigentümer dieser Bank? (Zwischenruf der Abg. Mag. Muttonen.) – Nicht die Kärntner, es war die Bayerische Landesbank! Die Bayern waren dann die Eigentümer. (Zwischenruf des Abg. Dr. Jarolim.) Und interessanterweise lag, wenn man sich die Jahresbilanzen ansieht, bis zum Herrn Kulterer die Jahresbilanz bei 16 Milliarden € im Jahr, und dann, ab dem Verkauf in Richtung der Bayern, ist die Bilanz auf einmal auf über 40 Milliarden € explodiert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja wo war denn die Aufsicht? Ja wo waren denn Ihre Herrschaften der Aufsicht, der Finanzmarktaufsicht et cetera?
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Und, Herr Krainer, wer hat denn dann den steuerpolitischen Schaden verursacht? – Das war Ihre Bundesregierung! Das verschweigen Sie, denn genau dort ist ja dann in der Folge letztlich ein finanzpolitisches Verbrechen am österreichischen Steuerzahler passiert (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), indem der ehemalige ÖVP-Finanzminister Josef Pröll hinausgefahren ist zu den bayerischen Eigentümern und die aus ihrer Verantwortung entlassen hat! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Bayern haben sich ja auf die Schenkel geklopft vor Lachen über das Versagen der österreichischen Politik! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: ... nicht einmal in Kärnten!
Die Bayern haben sich auf die Schenkel geklopft und gesagt: Na, das ist ja echt herrlich mit den Österreichern! Die entlassen uns völlig aus der Verantwortung, die wir als Eigentümer haben und wo wir einen Schaden als Eigentümer angerichtet haben! (Abg. Rädler: ... nicht einmal in Kärnten!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Da fährt der Josef Pröll hinaus und macht eine Verstaatlichung ohne Not auf Kosten der Steuerzahler (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), die Milliardenkosten für die österreichischen Steuerzahler verursacht, obwohl in Wahrheit die Bayern das zu tragen gehabt hätten. (Abg. Dr. Graf: Das war im Wahlkampf!) Genau dort haben Sie die Bayern aus der Verantwortung entlassen und den Schaden angerichtet, und genau dort ist es natürlich notwendig, dass die österreichische Justiz jetzt endlich aufgefordert wird, tätig zu werden und die für diesen angerichteten Finanzschaden – ja, das Finanzverbrechen – Verantwortlichen aus dem rot-schwarzen Umfeld auch zur Verantwortung zu ziehen. (Abg. Wöginger: Wieso sind wir denn so weit gekommen?) Das ist entscheidend!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich darf daher einen Entschließungsantrag der Abgeordneten Bucher, Ing. Westenthaler, Kollegin und Kollegen einbringen betreffend „Lebenslang soll auch lebenslang bedeuten“ (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Mag. Musiol: Wo ist die Aufarbeitung der SPÖ? – Abg. Rädler: Was ist mit der SPÖ?
Ganz ähnlich – und so ist es eben mit den Linken – hält es die SPÖ. Ich habe mir den Film „Meine keine Familie“ angesehen, die Aufarbeitung eines jungen Mannes, der als Kind in die Otto-Muehl-Kommune kam. (Abg. Mag. Musiol: Wo ist die Aufarbeitung der SPÖ? – Abg. Rädler: Was ist mit der SPÖ?) Es war nicht atemberaubend, sondern es nahm einem die Luft. Es nahm einem die Luft! Ich flehe die Kolleginnen und Kollegen insbesondere jene aufseiten der Linken an, wer immer die Chance hat, diesen Film zu sehen, schauen Sie sich diesen Film an!
Sitzung Nr. 209
Abg. Rädler: Grüner Veltliner!
Deshalb thematisieren wir das hier immer wieder, weil wir auch die Anwälte der Natur sind, die Anwälte der BürgerInnen und in diesem Fall auch und vor allem der SteuerzahlerInnen. Deshalb ist es überhaupt nicht einzusehen, dass dieser Unfug (Abg. Rädler: Grüner Veltliner!) nicht abgedreht wird.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Beispiele!
Diese Debatte wollen wir gerne heute hier im Hohen Haus mit diesem Fristsetzungsantrag führen, meine Damen und Herren, auch weil gerade die letzten Wochen und Monate wieder einmal gezeigt haben, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk, die Mitarbeiter dort und das Programm dort stets und gerade in Wahlkampfzeiten von den Regierungsparteien – in dem Fall immer sehr stark von SPÖ und ÖVP – dazu missbraucht werden, eben über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk übelste Parteipropaganda zu verbreiten. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Rädler: Beispiele!) Und das ist etwas, das wir auf das Schärfste bekämpfen.
Abg. Rädler: Genau!
Abgeordneter Stefan Markowitz (STRONACH): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Kollege Fichtenbauer, du weißt, ich schätze dich sehr, aber Kindesweglegung darf man hier nicht betreiben. Ich weiß, du findest diese neue Debatte wahrscheinlich total toll, dass Abgeordnete auch zu anderen Klubs gehen dürfen, aber dreh dich ein bisschen nach hinten um! Wie viele Abgeordnete siehst du denn, die vorher nicht auf der FPÖ-Liste waren und jetzt bei euch sitzen? Wie viele siehst du? (Abg. Rädler: Genau!) Vergessen? Nicht nur die letzte Reihe, der Jury und so weiter, sondern da gibt es schon mehrere. (Abg. Scheibner: Die sind schon heimgefahren!) – Die sind schon alle in Kärnten, aber das werden wir im Zuge der kommenden Nationalratswahlen besprechen. Darauf freue ich mich schon besonders. (Abg. Grosz: Der Darmann ist noch da! Einer ist noch da! Die anderen sind schon wieder in Kärnten!)
Sitzung Nr. 211
Zwischenruf des Abg. Rädler
Menschen sitzen und das Gefühl haben, dass die Bundesregierung nichts dagegen unternimmt (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass die Bundesregierung keine Maßnahmen setzt, die dazu führen, dass wir in der Wirtschaft wieder nach vorne kommen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Von all diesen Dingen wollen Sie aber nichts wissen, weil Sie ja im Bereich der Steuerpolitik vorrangig Folgendes tun: Sie sind die Schutzpatronin für die Milliardäre in diesem Land, eben weil Sie sagen, Sie wollen Immobilien und andere Vermögen nicht stärker belasten. Sie schieben stattdessen den Mittelstand vor, der im Übrigen gar nicht belastet würde. Das zeigen ja die Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank sehr deutlich. Es geht um das eine Prozent der wohlhabendsten Haushalte, denn dort konzentrieren sich rund 50 Prozent des gesamten privaten Vermögens in diesem Land. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das war ein Schuss ins Knie!
Wenn Sie sich die Liste anschauen, dann sehen Sie, dass es beispielsweise in Graz – ÖVP-geführt (Abg. Grosz: Vizebürgermeisterin!) Stimmt ja nicht! – doppelt so hohe Müllgebühren gibt wie in Wien. Sie können sich verschiedene andere Bereiche anschauen, und Sie werden sehen, die haben in diesen Gemeinden höhere Gebühren. (Abg. Rädler: Das war ein Schuss ins Knie!)
Sitzung Nr. 213
Zwischenruf des Abg. Rädler
Erlauben Sie mir nur noch einen Gedanken. Wenn wir Steuergerechtigkeit in Österreich schaffen würden, könnten wir schneller Hochwasserschutzbauten errichten. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Nur ein Beispiel: Die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich hat in drei Jahren einen Gewinn von 739 Millionen € gemacht und hat keine Steuern bezahlt, sondern eine Gutschrift von 21,6 Millionen €. Oder die Gruppenbesteuerung: Die RZB hat in acht Jahren das Vermögen von 36 Milliarden auf 157 Milliarden erhöht (Zwischenruf des Abg. Rädler) und im selben Zeitraum aber nur 2,3 Prozent Steuern bezahlt. Die Ausweitung des Raiffeisen-Konzerns in den Osten – man sagt nicht „nahen Osten“, obwohl es auch ein naher Osten ist –, wurde also vom österreichischen Steuerzahler finanziert. (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und das noch dazu von jemandem, der es gar nicht der Mühe wert findet, hier, in dieser Republik, Steuern zu bezahlen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Er will zwar in der österreichischen Politik großartig mitmischen und hier großartig mitreden, in Wahrheit ist es aber so, dass er sich die meiste Zeit des Jahres gar nicht in Österreich aufhält. Die meiste Zeit ist er irgendwo, um hier nur ja keine Steuern bezahlen zu müssen. (Abg. Strache: Ein klassischer Steuerflüchtling, der es sich richtet! Während alle anderen ..., richtet er es sich!) Also das ist nicht unbedingt sehr vorbildhaft.
Abg. Rädler: Herr Prinzhorn!
Das Gesundheitswesen, das Sozialwesen: all das wird von den Steuereinnahmen und den Sozialabgaben der gesamten österreichischen Bevölkerung bezahlt – nur der Herr Stronach, der nimmt sich davon aus. (Abg. Rädler: Herr Prinzhorn!)
Sitzung Nr. 215
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, man muss das einmal so sehen, wie es ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich würde mir wirklich erwarten, Herr Bundesminister, dass Sie sich im Sinne der Betroffenen jetzt einmal dafür einsetzen, dass es da zu einer Verlängerung der Übergangsfristen kommt. (Beifall des Abg. Vock.) Schauen wir, dass wir die Arbeitslosen, die wir derzeit bereits haben, in irgendeiner Art und Weise wieder in Beschäftigung bringen. Sie wissen ja selbst, die Pleitewelle, die gerade über das Land gerollt ist beziehungsweise rollt, ist wahrscheinlich noch nicht gestoppt. Es werden weitere Unternehmen pleitegehen. Die Arbeitslosenzahlen werden weiterhin ansteigen.
Ironische Heiterkeit und Kopfschütteln des Abg. Rädler.
Zweiter Punkt. – Eine Schwäche des Gesetzes: Es fehlt eine ... (Ruf bei der ÖVP: Metternich!) Metternich? – Nein, Metternich ist eher in der ÖVP zu Hause, ist eher ein geistiger Gründungsvater der ÖVP. (Ironische Heiterkeit und Kopfschütteln des Abg. Rädler.) Wir wollen etwas anderes. Wir wollen Transparenz! Wir wollen, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, in welchem Sold Abgeordnete unterwegs sind. Das ist das Ziel. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Schau!
Die gesetzliche Grundlage für Stützungsmaßnahmen der heimischen Banken im Finanzmarktstabilitätsgesetz wurde mit den Stimmen aller Parteien und somit auf breitestmöglicher politischer Basis beschlossen. (Abg. Rädler: Schau!)
Abg. Rädler: So ist es!
Damit wurden auch gesunde Bankteile in Mitleidenschaft gezogen. Das ist besonders verantwortungslos in einer schwierigen Situation, wo ein nationaler Schulterschluss dringend geboten wäre. (Abg. Rädler: So ist es!)
Abg. Rädler: Schau!
lichst wenig belastet. Ein Schnellschuss ist nicht angebracht. Bad Banks generieren keinen wirtschaftlichen Mehrwert, und ich bin sehr froh, dass der Herr Kogler in der ZiB 2 laut und deutlich gesagt hat, dass es keine Garantie gibt, dass eine Bad Bank die günstigere Variante gewesen wäre. (Abg. Rädler: Schau!) – Daher, Herr Kogler, sind Sie ja selber nicht überzeugt von Ihrem Modell, sondern Sie wollen heute hier nur Wahlkampfgetöse veranstalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: Das war staatstragend! – Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob die Frau Fekter als künftige Zweite Präsidentin das auch so sieht? – Abg. Grosz: Frau Minister, halten Sie heute auch eine Abschiedsrede?
Ich mache darauf aufmerksam, dass gemäß der Geschäftsordnung kein Redner/keine Rednerin länger als 10 Minuten sprechen darf. Jedem Klub kommt eine Gesamtredezeit von 25 Minuten zu. (Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: Das war staatstragend! – Anhaltende Zwischenrufe. – Abg. Ing. Westenthaler: Ob die Frau Fekter als künftige Zweite Präsidentin das auch so sieht? – Abg. Grosz: Frau Minister, halten Sie heute auch eine Abschiedsrede?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
So ist es ja nicht, auch wenn der Kollege Lettenbichler jetzt sagt, er ist der große Volksretter: Das, was er in der Zeitung von sich gegeben hat und was er auch heute wieder wiederholt hat, nämlich dass ein Antrag nichts bringt – Kollege Lettenbichler, was halten Sie eigentlich vom Parlamentarismus? (Ruf: Gar nichts!) – Ja, gar nichts! Das dürfte vollkommen richtig sein. (Abg. Neubauer: Wer war das?) Es wäre ihm lieber eine Diktatur hier herinnen, und die Opposition brauchen wir gar nicht mehr, oder was? Was soll denn die Opposition machen, als Anträge stellen? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 216
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das bleibt uns eh überlassen, oder? – Ruf bei den Grünen: Budgetwahrheit !
Das heißt, diese apokalyptischen Zahlen, Herr Kogler, sind kontraproduktiv. Ich als Finanzministerin halte mich an das, was tatsächlich gebraucht wird. Wir wissen heute noch nicht, wie der Bescheid der Kommission ausschauen wird, wie die Verkaufserlöse in Südosteuropa sein werden. Sie können mir auch nicht sagen, wie viel wir von den Banken, die wir in Südosteuropa verkaufen wollen, erlösen werden, und daher ist es nicht gerechtfertigt, hier mit sehr hohen negativen Zahlen zu jonglieren und alle zu verunsichern. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das bleibt uns eh überlassen, oder? – Ruf bei den Grünen: Budgetwahrheit !)
Abg. Dr. Stummvoll: Die Gesetze beschließt das Parlament! – Abg. Rädler: Frage!
Abgeordneter Josef Bucher (BZÖ): Richtig ist, dass in erster Linie der Steuerzahler das alles ausbaden muss, was Sie ihm eingebrockt haben. Sie können in keiner Weise den Anspruch stellen, Anwalt der Steuerzahler in Österreich zu sein (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der FPÖ), denn Sie verschlimmern von Tag zu Tag die Situation der österreichischen Steuerzahler. (Ruf bei der ÖVP: Lei-Lei!) Dafür sind einzig und allein Sie als Finanzministerin verantwortlich und zuständig. (Abg. Dr. Stummvoll: Die Gesetze beschließt das Parlament! – Abg. Rädler: Frage!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber eine Task Force hat man eingerichtet! Na schauen wir uns die Task Force an: Die Notenbank, die FMA, die Finanzprokuratur – ich weiß gar nicht, ob die noch dabei ist oder ob die nicht mittlerweile schon entmündigt ist – und weitere und weitere. Das ist offensichtlich so in diesem Land, dass man im Bankwesen kaum jemanden findet, der nicht irgendwann einmal bei Raiffeisen angestreift hat oder wenigstens am Rand dabei war. Meistens sind sie aber eh mittendrin gewesen und nicht nur dabei. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Zum Entschließungsantrag der Abgeordneten Weninger und Schultes, dieser betrifft auch besonders die Stickstoffoxid-Problematik (Zwischenruf des Abg. Rädler): Ich muss sagen, das ist ein wichtiger und richtiger Schritt, insbesondere bei mir in der Oststeiermark, wo wir sehr, sehr viele Schweinezucht- und Mastbetriebe haben, den ich sehr begrüße. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Hornek.)
Sitzung Nr. 217
Abg. Rädler: Bla, bla, bla!
Und es gibt nur eine Möglichkeit, meine Damen und Herren, das ist die Kontrolle. (Abg. Rädler: Bla, bla, bla!) – Sie sagen selber „bla, bla, bla“ zu dem, was Sie sagen. Danke schön. (Abg. Mag. Kogler: Ist ja auch so!) Die systematische Kontrolle kann durch dieses Parlament erfolgen, wenn es das Instrumentarium dazu hat. Und da sind wir auch einig in der Opposition, am Papier auch einig quer durch die Regierungsparteien: Diese Kontrolle funktioniert dann, wenn es einerseits einen Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht gibt, und diese Kontrolle funktioniert andererseits dann, wenn der Rechnungshof in vollem Umfang arbeiten kann.
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Mag. Kogler: Tun Sie einmal sinnerfassend zuhören! Es geht um die Korruption!
Sie setzen Millionen dafür ein, für dieses Chaos, ignorieren aber das, was sie früher vertreten haben, nämlich Volksmitbestimmung und Bürgermitbestimmung. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Mag. Kogler: Tun Sie einmal sinnerfassend zuhören! Es geht um die Korruption!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Solange die Österreichische Volkspartei nicht eine klare Absage der Wählerinnen und Wähler für dieses korrupte System bekommt, so lange wird dieses Briefkastensystem, dieses System mit Scheinrechnungen und Scheinfirmen weiter laufen, meine Damen und Herren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das interessiert die Grünen nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich möchte auch einen Punkt ansprechen, der mir persönlich sehr am Herzen liegt. Die Frau Justizministerin hat gesagt, dass sie sich unabhängige Staatsanwaltschaften wünscht. Ich möchte von einem Fall berichten, von einem Umweltskandal in Niederösterreich, nämlich den der Firma Kwizda in Korneuburg – manche sprechen sogar vom größten Umweltskandal in Österreich in den letzten Jahren. (Abg. Rädler: Das interessiert die Grünen nicht!) Da geht es um mehrere Verfahren, die jetzt eingestellt beziehungsweise laut Antwort auf meine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg zusammengeführt worden sind.
Abg. Rädler: Schweinerei!
Liebe Kollegen von den Grünen! Kollege Pilz! Sie machen eine Geld-zurück-Tour, habe ich gehört und gelesen. Haben Sie auch schon eingezahlt für Ihre Billigstwohnung im Gemeindebau? Haben Sie das Geld schon zurückgezahlt für jene Men-schen, die sich das Wohnen nicht mehr leisten können? (Abg. Rädler: Schweinerei!) Herr Kollege Pilz! Sagen Sie es! Stehen Sie auf und sagen Sie: Ja, ich habe es getan! – Nein, das können Sie nicht, weil Sie nichts zurückgezahlt haben. Also hören Sie auf, uns hier den Spiegel vorzuhalten. Sie sollten selbst einmal in diesen – unter Anführungszeichen – „Wohnungssumpfspiegel“ hineinschauen, denn dann werden Sie ganz kreidebleich werden.
Abg. Rädler: Naderer! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Aus der Nationalbank kommen schon laufend Hilfeschreie. Mein Parlamentsklub hat mittlerweile schon drei anonyme Schreiben von Mitarbeitern der Nationalbank bekommen, weil sie eben selbst ein ungutes Gefühl haben. (Abg. Rädler: Naderer! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler – einen englisch-kanadischen Akzent imitierend –: Funktionäre! Funktionäre!
Wer hat unserem Antrag heute zugestimmt? Wer von der Opposition – bei der Regierung habe ich ohnedies schon die Hoffnung verloren – hat zugestimmt? Es waren nur wir, die aufgestanden sind. Das verstehe ich nicht. Ja wollen wir nicht endlich verantwortungsbewusst sein in der Politik? Das schaffen wir nur, wenn wir die Politiker auch anhalten, für ihre Entscheidungen einzustehen. Darum geht es ja: Die Politiker müssen für ihre Entscheidungen einstehen. Das ist das, was wir wollen – und das wollen Sie anscheinend nicht. Und da frage ich mich, warum Sie das nicht wollen. Können Sie Ihre Entscheidungen nicht vertreten? Können Sie sie vor den Menschen da draußen nicht vertreten? (Abg. Rädler – einen englisch-kanadischen Akzent imitierend –: Funktionäre! Funktionäre!) Wenn Sie sie vertreten können, dann stimmen Sie zu! Wir werden diesen Antrag immer wieder einbringen. Stimmen Sie einer Politikerhaftung zu, denn nur dann bekommen wir in diesem Land eine bessere Politik! – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach.)
Sitzung Nr. 218
Abg. Rädler: Die Brandsteidl auch!?
Da Sie die Musikschulen oder Sportvereine angesprochen haben: Sie waren doch mit dabei, als wir hier im Parlament das große Thema Kooperation im 15a-Vertrag mit den Sportvereinen, mit den Künstlern besprochen haben. (Abg. Rädler: Die Brandsteidl auch!?) Es ist unser Weg, das zu integrieren, das mit einzubauen. Daher bitte ich Sie, das hier korrekt darzustellen. Das ist das Konzept der SPÖ zum Thema Ganztagsschule: eine angebotsorientierte Politik mit einer echten Zukunftsperspektive. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Der Herr Androsch ist dieser Ansicht!
Abgeordnete Ursula Haubner (BZÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen Ministerinnen! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich zitiere: „Die größte Gefahr für Österreichs Zukunft geht von einer Politik aus, die nicht die Kraft findet, sich den Hausaufgaben zu stellen und mit Konsequenz, Entschlossenheit und Hartnäckigkeit ihre Ziele zu verfolgen.“ – Es ist dies ein Zitat von Hannes Androsch aus seinem Buch „Das Ende der Bequemlichkeit“. Ich glaube, man könnte die Politik von Rot und Schwarz im Gesamten und in vielen Teilbereichen nicht besser beschreiben. Besonders trifft das auch auf die Bildungs- und Schulpolitik der letzten fünf Jahre zu. (Abg. Rädler: Der Herr Androsch ist dieser Ansicht!)
Abg. Rädler: Ein so ein Blödsinn!
Ich darf Ihnen jetzt einige Beispiele von solchen „kommunistischen Zwangsschulen“, die Sie immer erwähnen, nennen. Ich sage Ihnen, wer diese Schulen betreibt – da werden Sie draufkommen, das sind ganz offensichtlich „lupenreine Kommunisten“ –: In der Gaisbergstraße in Salzburg eine Schule mit Tagesbetreuung, deutlicher sportlicher Schwerpunkt, begünstigt durch das große Freigelände – Sportplatz, Laufbahn, Garten –; die ganze Schule wurde in den letzten Jahren auf Nachmittagsbetreuung umgebaut. Wissen Sie, um welche Schule es sich handelt? – Um das Erzbischöfliche Privatgymnasium Borromäum der Erzdiözese Salzburg. Der Bischof von Salzburg ist nach Ihrer Version ein Kommunist, meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Ein so ein Blödsinn!)
Abg. Rädler: Abschiedsrede!
Das ist der Punkt, und letztlich können Sie das auch mit Ihren Taschenspielertricks nicht verhindern. – Vielen Dank. (Abg. Rädler: Abschiedsrede!)
Sitzung Nr. 219
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir müssen kleinere und mittlere Einkommen entlasten, damit die Menschen mehr Netto vom Brutto haben (Zwischenruf des Abg. Rädler), denn das brauchen sie nicht zum Sparen, sondern das brauchen sie aufgrund der Teuerungen, damit sie sich ihr Leben leisten können, und sie kurbeln damit den Konsum, die Wirtschaft an und sichern Arbeitsplätze. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Erstens möchte ich in den Mittelpunkt stellen, dass die bedeutsamen Reformen gerade im Bereich von Demokratiereformen selbstverständlich schwerpunktmäßig im Parlament zu verhandeln sind – was nicht heißt, dass die Bundesregierung diese Arbeit nicht zu unterstützen hat. Aber ich möchte diesen klaren Schwerpunkt im Parlament hervorheben und auch darauf verweisen, dass der Verfassungsausschuss ja bereits einen Reformantrag verhandelt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Mariahilfer Straße!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, wir brauchen mehr Demokratie, wir brauchen mehr direkte Demokratie. Dafür kämpfe ich seit Jahren, das wissen Sie, und dafür kämpfen die Grünen, seit sie existieren. (Abg. Rädler: Mariahilfer Straße!)
Abg. Rädler: Das ist Kommunismus! Kommunismus!
Wir wollen, dass alle Kinder – egal, in welchem Bundesland, egal, mit welcher Postleitzahl – einen Bildungsplatz vorfinden, der es ihnen ermöglicht, dass sie nicht von Beginn an ungleiche Chancen in ihrer Bildungskarriere haben. Sie wissen, dass die Bildungskarriere im Kindergarten (Abg. Rädler: Das ist Kommunismus! Kommunismus!), in der Krippe beginnt. Und Sie haben seit Jahren nichts getan, um in diesem Bereich etwas zu ändern. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Sie vertreten 5 Prozent der Bevölkerung !
Im Zusammenhang mit direkter Demokratie wird immer die Politikverdrossenheit oder die PolitikerInnenverdrossenheit bemüht. Es heißt immer, wir brauchen mehr direkte Demokratie, weil die Leute so verdrossen sind. Aber die sind doch verdrossen, weil Sie schlechte Politik machen, weil Sie schlechte Regierungspolitik gemacht haben (Beifall bei den Grünen), weil Sie es in den letzten fünf Jahren nicht geschafft haben, eine Bildungsreform auf den Weg zu bringen (Abg. Rädler: Sie vertreten 5 Prozent der Bevölkerung !), die allen Kindern gleiche Chancen ermöglicht, weil Sie es in den letzten fünf Jahren nicht geschafft haben, die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu schließen. Aber das, was Sie geschafft haben, ist, Weltmeister in Korruption zu sein.
Abg. Rädler: Gemeindebau!
Der Untersuchungsausschuss beziehungsweise Gabriela Moser und Peter Pilz haben das klar im Untersuchungsausschuss aufgezeigt. (Abg. Rädler: Gemeindebau!) Sie haben auch aufgezeigt, wie viele Milliarden hier verloren gegangen sind, die wir genau in diese Bereiche hätten stecken können, nämlich in Bildung, in Gesundheit, in leistbares Wohnen und vieles mehr, aber all das hat Sie nicht interessiert. Sie haben
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und was leistbares Wohnen betrifft, da haben Sie alles vergeigt: Da haben Sie Hunderte Genossenschaften mit roten und schwarzen Funktionären, Privilegien und Supergehältern, aber die Wohnungssuchenden lassen Sie im Regen stehen, bei Mietpreissteigerungen von bis zu 40 Prozent in den letzten zehn Jahren. Und da rede ich noch gar nicht von Zukunftsthemen wie erneuerbare Energie, et cetera. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zum Kernthema, das ich ansprechen will und werde: die direkte Demokratie. In der Verfassung steht: Alles Recht geht vom Volke aus. – Wie ist das bei uns in Österreich? Der gelernte Österreicher weiß, das Recht geht in diesem Land von den Parteien, von den Parteisekretariaten aus. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn einmal jemand mutig ist, dass sich Bürger auf die Füße stellen und etwa eine Musiktheater-Volksabstimmung in Oberösterreich machen, dann setzt man gleich das Quorum hinauf. Dann müssen nicht mehr 4, sondern plötzlich 8 Prozent unterschreiben, um so etwas durchführen zu dürfen. (Heiterkeit bei Bundesministerin Bures.)
Gesetzgebungsperiode 25
Sitzung Nr. 3
Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine Damen und Herren! Wir Grüne sind bereit, konstruktiv an diesem Thema zu arbeiten. Herr Minister, ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass Sie nicht von „Opposition“ sprechen sollten, wenn es sozusagen um destruktive Zwischenrufe geht, denn wir sind daran interessiert, dass die jungen Menschen in Österreich eine gute Ausbildung und faire Jobs bekommen. Lassen Sie uns aber bitte endlich an diesem Problem arbeiten (Zwischenruf des Abg. Rädler), konstituieren Sie endlich die Fachausschüsse, den Ausschuss für Arbeit und Soziales und den Wirtschaftsausschuss! Lassen Sie es uns endlich angehen und blockieren Sie nicht länger die parlamentarische Arbeit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Genau!
Heute, meine Damen und Herren, ist die große Gefahr der Terrorismus, wie man auch im Strategiepapier im Verteidigungsministerium nachlesen kann, und heute dient solch eine Strafanzeige, wie wir schon gehört haben, wohl auch mehr dem eigenen Wichtigkeitsgefühl, sozusagen nach dem quasi kartesianischen Motto: Ich rufe nach dem Staatsanwalt, daher bin ich ein guter Mensch. (Abg. Rädler: Genau!)
Abg. Rädler: Meist!
Ich komme schon dazu, meine Rede beginnt und endet, und dazwischen kommt dann das Inhaltliche. (Abg. Rädler: Meist!) – Sie können zuhören. Nein, bei mir zu hundert
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir wollen daher die Parteienförderung um 75 Prozent kürzen. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Das bedeutet eine Kürzung um 100 Millionen € von 133 auf zirka 33 Millionen €. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Kickl.) Das bedeutet, statt des bekannten bisherigen Förderkorridors zwischen 3 und 11 €, eine Förderung von höchstens 2,50 € pro abgegebener Stimme. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nicht spaßhalber!
Abgeordneter Dr. Georg Vetter (STRONACH): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Prinzipiell kann ich dem Gedanken, dass die Parteien weniger tief in die Staatskasse greifen, durchaus etwas abgewinnen. Wenn man aber als Altparteien so tut, als ob dieser Griff in die Staatskasse das allein Seligmachende ist, dann möchte ich Sie schon daran erinnern, dass das Ihre Parteien nicht nur über den Weg der Parteienfinanzierung per Gesetz, sondern auch über Interessenvertretungen gemacht haben und sich in der letzten Legislaturperiode auch über ganz andere Wege der Parteienfinanzierung – ich möchte ein großes Telekommunikationsunternehmen nicht unbedingt beim Namen nennen – finanziert haben. (Ruf bei der ÖVP: Stronach!) Wenn hier von einigen Abgeordneten mehr oder weniger spaßhalber eine Oligarchenklausel gefordert worden ist im Zusammenhang (Abg. Rädler: Nicht spaßhalber!) – Nicht spaßhalber, sondern ernst gemeint?!
Sitzung Nr. 6
Abg. Rädler: Dann fragen wir Sie!
Klar ist: Wenn Sie noch einmal sagen, wir machen eine große Koalition, um große Reformen umzusetzen, und Sie bringen keine großen Reformen, dann hätten Sie jeden Anspruch auf diese Koalition verwirkt. (Abg. Rädler: Dann fragen wir Sie!) Ja, dann fragen Sie uns. Das will ich Ihnen auch ans Herz legen, überlegen Sie andere Varianten!
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Es ist irrelevant für die Frauen und Männer in diesem Land, die Lösungen wollen und das sehen, was in den letzten fünf Jahren geschehen ist, nämlich dass wir den Tanker Österreich durch diese schwierigen Zeiten gut gesteuert haben. Sie brauchen möglichst noch vor Weihnachten eine Lösung. Daran arbeiten wir, und ich bitte schon darum, dass wir diese Chance bekommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Eines der Zauberworte – aber nur eines der Zauberworte – in diesem Zusammenhang heißt höhere Besteuerung von Vermögen. 1 Prozent der privaten Haushalte besitzt in Österreich 37 Prozent des gesamten Vermögens, 1 Billion €. Tun Sie, Herr Bundeskanzler, etwas gegen den Steuerbetrug in Europa! 1 Billion € liegt da auf der Straße. Dieses Geld müssen Sie nur einsammeln, dann ist genug Geld da für Investitionen, für die Umsteuerung der Wirtschaft, für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und für eine Steuerstrukturreform, die endlich zu einer Entlastung der unteren und niedrigeren Einkommen führt. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir fordern eine sofortige Vereinheitlichung des Haushaltsrechts aller Gebietskörperschaften und haben das auch im Parlament schon beantragt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Beim Finanzausschuss habe ich Frau Ministerin Fekter gefragt, ob wir nicht ein einheitliches Rechnungswesen haben können. Und Frau Ministerin Fekter sagte, sie stehe dafür ein, allerdings blockieren die Länder. Und nun, Frau Finanzministerin, verlange ich Leadership von Ihnen, denn Sie haben nach dem Finanzverfassungsgesetz die Möglichkeit, eine einheitliche Rechnungslegung einzufordern. Sie können eine Verordnung erlassen und diese Heiligenbluter Vereinbarung einfach außer Kraft setzen, denn sonst blockieren die Länder. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: in Niederösterreich!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: in Niederösterreich!
Wir fordern eine sofortige Vereinheitlichung des Haushaltsrechts aller Gebietskörperschaften und haben das auch im Parlament schon beantragt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Beim Finanzausschuss habe ich Frau Ministerin Fekter gefragt, ob wir nicht ein einheitliches Rechnungswesen haben können. Und Frau Ministerin Fekter sagte, sie stehe dafür ein, allerdings blockieren die Länder. Und nun, Frau Finanzministerin, verlange ich Leadership von Ihnen, denn Sie haben nach dem Finanzverfassungsgesetz die Möglichkeit, eine einheitliche Rechnungslegung einzufordern. Sie können eine Verordnung erlassen und diese Heiligenbluter Vereinbarung einfach außer Kraft setzen, denn sonst blockieren die Länder. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: in Niederösterreich!)
Abg. Rädler: Alte Grüne!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Herren auf der Regierungsbank! Ja, der neue Parlamentarismus, das neue Regieren wird vermutlich anders ausschauen müssen. (Abg. Rädler: Alte Grüne!)
Abg. Rädler: Die Lösungen!
Aufgabe wäre, und zwar nicht nur der Oppositionsabgeordneten (Abg. Rädler: Die Lösungen!), sondern eigentlich auch der Regierungsabgeordneten. (Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS-LIF.)
Abg. Rädler: Ihr seid überholt!
Genau an der Stelle sind wir noch – deshalb auch unsere Minister-/Ministerinnenanklage! Das machen wir nicht leichtfertig. (Abg. Rädler: Ihr seid überholt!) Es kommt auch nur ganz selten vor, die Frau Klubobfrau hat es ja erwähnt. Der Vorgang hier ist aber ganz klar zu beschreiben: dass erstens wider besseres Wissen, zweitens in Milliardenhöhe, drittens in klar identifizierbaren Untergruppen des Bundesfinanzrahmens – in dem Fall ist es die Gruppe 46 – um das Zigfache – nicht um ein paar Millionen oder vielleicht um eine Milliarde, sondern um mehrere Milliarden! – absichtlich das Falsche eingestellt wurde.
Abg. Rädler: Die NEOS!
Jetzt können wir natürlich bald einmal viel darüber reden, Sie kennen das von mir – manchmal auch zum Leidwesen meiner Fraktion –, dass wir hier auch offensiv konstruktiv sind und sagen: Wo könnten wir denn da dann wieder etwas sanieren? – Ja, wir können Ihnen hier viele Vorschläge machen, dazu wird es durchaus noch kommen. (Abg. Rädler: Die NEOS!)
Abg. Rädler: Die NEOS!
Das Letzte, das in diesem Zusammenhang vielleicht noch richtig und wichtig wäre, ist: Ich vermisse auch Ihr Engagement beim Freihandelsabkommen, das mit den USA abgeschlossen werden soll. Sie reden hier schon wieder nach, was Ihnen irgendwelche neoliberale Spin-Doktoren, die sich in Brüssel herumtreiben, offensichtlich aufgeschrieben haben: Das bringt so viele Arbeitsplätze, und was weiß ich. (Abg. Rädler: Die NEOS!)
Abg. Rädler: Wer ist das?
Dasselbe gilt für die Kommunalkredit. Diese kommt zwar medial kaum vor, steht aber genauso unter Druck. Für die Kommunalkredit wurde bereits eine Bad Bank gegründet, die KA Finanz AG. Auch so werden die zur Verwertung notwendigen Strukturen geschaffen. Auch hier schlagen wir vor: Verkauf der Mehrheit der Bad Bank-Anteile an einen Privaten (Abg. Rädler: Wer ist das?), um eine effizientere Abwicklung zu garantieren.
Abg. Rädler: Gabmann!
lichten Bank kommen, die mit Steuergeld gerettet wurde, denn wir brauchen einen Experten, wir brauchen Sachkompetenz. (Abg. Rädler: Gabmann!)
Sitzung Nr. 7
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Österreich braucht dringend ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Redezeit!
Es ist also eine Großbaustelle, die Sie hier hinterlassen. (Abg. Rädler: Redezeit!) Und ich möchte damit schließen, dass wir alle Kolleginnen und Kollegen einladen, heute dem Antrag beizupflichten, dass ein eigenständiges Ministerium für Wissenschaft und Forschung in Österreich selbstverständlich notwendig ist und in dieser Form erhalten bleiben soll. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Mag. Vavrik.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir können lange darüber diskutieren, wie Politiker zu entlohnen sind, das ist keine Frage, aber es ist auf jeden Fall ein sehr schlechtes Symbol, wenn gerade eine Berufsgruppe – und wir sind die einzige hier in Österreich –, die ihre Gehälter selbst bestimmen kann (Zwischenruf des Abg. Rädler), wenn gerade wir, die wir unsere Gehälter selbst bestimmen können, hier sagen: Na gut, wir erhöhen sie zwar nicht um 2,4 Prozent – das heißt, es gibt hier offenbar ohnehin so etwas wie ein Gefühl dafür, dass man diese 2,4 Prozent nicht ausreizen darf –, aber wir erhöhen sie halt um 1,6 Prozent.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Herr Minister Ostermayer, ich wünsche Ihnen für die neue Aufgabe betreffend den öffentlichen Dienst viel Kraft und viel Erfolg, damit die Österreicherinnen und Österreicher mit den Dienstleistungen des öffentlichen Dienstes jene Servicetätigkeiten und Serviceleistungen bekommen, die wir uns als Politiker vorstellen und auf die die Bürgerinnen und Bürger ein Recht haben. – Alles Gute! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das ist die Förderung vom Haselsteiner!
Die Begründung ist bekannt: Die öffentliche Parteienförderung in Österreich ist pro Kopf die zweithöchste in allen OECD-Staaten und die allerhöchste in Europa. Im Zuge der Reform des Jahres 2012 wurde die jährliche Parteienförderung auf Bundesebene tatsächlich fast verdoppelt. (Abg. Rädler: Das ist die Förderung vom Haselsteiner!) Nicht wirklich! (Abg. Vilimsky: Sie haben halt keine andere!) Ach so? Na gut, wenn Sie die bekommen. Das glaube ich nämlich nicht. (Abg. Vilimsky: Zahlen Sie es zurück!)
Sitzung Nr. 9
Abg. Rädler: Ist Wikipedia Ihre Bibel?!
Und wenn man unter dem Stichwort „Geborgenheit“ in Wikipedia weiterliest, steht da: „Mit dem Ausdruck Geborgenheit wird ein Zustand des Sicherheits- und Wohlgefühls beschrieben. Geborgenheit ist mehr als nur Sicherheit, Schutz und Unverletzbarkeit; Geborgenheit symbolisiert auch Nähe, Wärme, Ruhe und Frieden.“ (Abg. Rädler: Ist Wikipedia Ihre Bibel?!)
Abg. Rädler: Wikipedia!
Sie sagt das ihrem Bruder Kreon. Und damit sind wir wieder bei der Familie (Abg. Rädler: Wikipedia!), bei der Familie, die es zu fördern gilt – und ich sage das gerade heute –: auch im Sinne des gesellschaftlichen Friedens. – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Wikipedia lässt grüßen!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Wikipedia lässt grüßen!
Sie sagt das ihrem Bruder Kreon. Und damit sind wir wieder bei der Familie (Abg. Rädler: Wikipedia!), bei der Familie, die es zu fördern gilt – und ich sage das gerade heute –: auch im Sinne des gesellschaftlichen Friedens. – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Wikipedia lässt grüßen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mich wundert nicht, wenn die PISA-Studie schiefgeht, wenn „jährlich“ bei uns „alle zwei Jahre“ bedeutet! Aber gut: Man kann das vielleicht auch irgendwie so sehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Davon ist also nichts übrig geblieben.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Auf der Homepage des Familienbundes, dessen Rechnungsprüferin Abgeordnete Tamandl ist, wird ebenso die jährliche Inflationsanpassung gefordert und festgestellt, dass seit Jänner 2000 nichts mehr geschehen ist. Das wissen wir, und wir wissen auch, dass das ein Minus von mehr als 37 Prozent bedeutet. Im Hinblick darauf ist eine Anpassung einmal jetzt, dann in zwei Jahren und dann in weiteren zwei Jahren nicht wirklich vorstellbar! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich hoffe, Frau designierte Familienministerin, dass Sie sich hier wirklich einsetzen, denn Sie haben auch schon in Ihrem Wahlkampf beziehungsweise in Ihren ersten Reden gesagt, dass Sie sich für Familien einsetzen wollen. Wir bitten Sie daher, das jetzt auch tatsächlich zu tun! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Julian Schmid, BA (Grüne): Sehr geehrte Präsidentin! Werte Abgeordnete! Ich will jetzt das Thema ein bisschen anders angehen und will lieber darüber sprechen, worum es, wie ich glaube, eigentlich geht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich meine, dass wir erstens die Kinderbetreuung in Österreich ausbauen müssen. Diese ist, wie schon erwähnt wurde, nicht schlecht. Aber gerade in den Gemeinden, etwa in Tirol, Vorarlberg und so weiter, ist die Kinderbetreuung teilweise noch ziemlich schlecht ausgebaut, und auch in den Städten funktioniert das teilweise nicht gut. Einige Freunde von mir haben mir erzählt, dass man zum Beispiel in Wien ein Kind eigentlich schon, bevor es geboren wird, im Kindergarten anmelden muss, um eine Chance auf einen Kindergartenplatz zu haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich meine, da müssen wir wirklich noch ausbauen!
Beifall bei NEOS-LIF. – Abg. Dr. Lopatka: Geh! Verkürzt! Unkorrekte Zitation! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
setze auf Neos und Grüne, die sind auf unseren Zug aufgesprungen. () Ich leide unter dieser Politik, die den Wandel der Wirtschaftswelt ignoriert.“ (Beifall bei NEOS-LIF. – Abg. Dr. Lopatka: Geh! Verkürzt! Unkorrekte Zitation! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Die Abgeordneten Rädler und Dr. Fekter: Was soll das?
Mir wäre es lieber gewesen, Sie hätten sich dieses Lebenswerk nicht mit einigen Äußerungen beschädigt, sage ich jetzt einmal, die gerade in der letzten Zeit aufgetaucht sind: Ihr Frauenbild, Ihr Bild über Abtreibung und Berufskiller sind Dinge, wo ich mir denke, da haben Sie vielleicht Ihren Ruf in Österreich mehr beschädigt, als Sie es sich mit Ihrem Lebenswerk und mit Ihrer wirtschaftlichen Arbeit für Österreich eigentlich verdient hätten. (Die Abgeordneten Rädler und Dr. Fekter: Was soll das?)
Abg. Rädler: 6 Prozent ...!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Ich berichtige tatsächlich: Der Herr Bundesminister hat hier dargestellt, dass Frank Stronach behauptet oder gesagt hätte, dass Beamte 5 Prozent weniger Gehalt auf fünf Jahre haben sollen und dies ein 25-Prozent-Minus ausmachen würde. – Das ist falsch. (Abg. Rädler: 6 Prozent ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie können mir glauben, es fällt mir heute – nach dem, was da letzten Freitag passiert ist – wahnsinnig schwer, heute teilweise den Grünen recht geben zu müssen. Nur, im Gegensatz zu manch anderen versuche ich, auch Sachpolitik zu machen, und wenn jemand recht hat, dann gebe ich ihm auch recht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Lieber Kollege Rädler, das würde ich jetzt nicht sagen! – Frau Präsidentin, haben Sie das gehört, was der Kollege Rädler gesagt hat? (Präsidentin Mag. Prammer verneint dies.) – „Pack schlägt sich!“ – Ich glaube nicht, dass das eine faire Redeweise ist. Da erwarte ich mir eine dementsprechende Entschuldigung!
Abg. Rädler: Ihr seid Haselsteiner!
Brigitte Jank – noch nicht da, wird bald kommen – wird zitiert: „Diese neue Regelung wäre eine massive Verschlechterung für Selbstständige, die wir nicht akzeptieren können.“ „Die wir nicht akzeptieren können“ – wir werden sehen, ob Brigitte Jank aufsteht oder sitzen bleibt. (Abg. Rädler: Ihr seid Haselsteiner!)
Abg. Rädler: Das ist aber eine erste Lesung, gell?
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Frau Präsidentin! Hohes Haus! (Abg. Rädler: Das ist aber eine erste Lesung, gell?) Ja, Herr Kollege Rädler, das ist eine erste Lesung zu einem ganz spannenden Thema, nämlich der grundsätzlichen Ausrichtung der österreichischen Lebensmittelproduktion, insbesondere der Landwirtschaft.
Abg. Rädler: Haselsteiner!
Nein! Wir sind der Überzeugung, NEOS ist der Überzeugung, dass das nicht ausreicht. Eine Haftung, die Führungskräfte in der Privatwirtschaft trifft, muss auch in ähnlicher Form für Politiker gelten. (Abg. Rädler: Haselsteiner!) Das ist ein hohes Amt mit hoher Verantwortung, und dementsprechend hoch muss auch die Verantwortlichkeit sein. Es wäre auch ein gutes Signal an die Menschen draußen im Lande, denn Geschäftsführer, Vorstände, Ein-Personen-Unternehmen, alle Leute, die in der privaten Wirtschaft in Verantwortung stehen, verstehen es nicht, dass die Befehlsempfänger mit einem Fuß im Kriminal stehen und Politiker und Politikerinnen regelmäßig davonkommen. (Abg. Dr. Cap: Auch für die Opposition!)
Sitzung Nr. 11
Abg. Rädler: Benimm dich!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Nationalratspräsident Kopf hat am Beginn der Sitzung und dann auch während dieser wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass es, was die Würde des Hauses betrifft, angebracht ist (Abg. Rädler: Benimm dich!), sich im Ton zu mäßigen, vielleicht bei dem einen oder anderen Wort aufzupassen, das man in einer Debatte, die zugebenermaßen hitzig ist, verwendet. Aber eines fehlt mir schon, nämlich die Aufforderung, in diesem Haus auch bei der Wahrheit zu bleiben und insbesondere vonseiten der Regierungsbank nicht einen Kurs weiterzufahren, bei dem man die Bevölkerung einmal mehr für dumm zu verkaufen versucht! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Herr Präsident! Hohes Haus! Es wurde heute von Sachlichkeit gesprochen. Ich werde jetzt einen Versuch wagen (Zwischenruf des Abg. Rädler), aus meiner Sicht etwas Licht in die Sache zu bringen, da die Regierung dazu ja nicht bereit ist.
Abg. Themessl: Wohl, wohl! – Abg. Rädler: Vorschlag! Euer Vorschlag!
Insgesamt aber haben wir wahrscheinlich schon ein Problem bei den Landes-Hypos. Das Problem ist nämlich nicht auf Kärnten beschränkt – wir haben es heute schon gehört; das Problem von Kärnten war wahrscheinlich das größte und mit Abstand das absurdeste –, sondern die Probleme haben wir in allen Bundesländern. 35 Milliarden € – und da ist Kärnten nicht mitgerechnet – betragen die Landeshaftungen für die Landes-Hypos. 35 Milliarden € ohne Kärnten! (Abg. Themessl: Wohl, wohl! – Abg. Rädler: Vorschlag! Euer Vorschlag!) Das heißt, ohne Unterstützung des Bundes könnte kein einziges Bundesland eine Pleite seiner jeweiligen Hypo tragen. Die Conclusio ist also: Alle Landesfürsten in allen Ländern haben ihre Landes-Hypos als teure Spielwiesen benutzt, um ihre Lieblingsprojekte zu finanzieren.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Vorschlag!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, da kann man nur von Glück reden, dass der Europäische Gerichtshof im Jahre 2003 diese Landeshaftungen, diese Gewährträgerhaftungen der Länder für unzulässig erklärt hat. Da merkt man, wie gut Österreich die Mitgliedschaft in der Europäischen Union tut, denn von dort kommt zumindest Druck für Reformen. Von dort kommt zumindest Druck, um den parteipolitischen Filz in Österreich aufzubrechen, und das ist dringend notwendig. – Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Vorschlag!)
Abg. Rädler: Das weißt du aber schon, warum?!
Nur als Beispiel, weil es so signifikant ist für das derzeit herrschende System in Österreich: Wie kann es sein, dass eine Finanzmarktaufsicht lieber einen Waldviertler Schuster bis zum Exzess verfolgt, als den Hypo-Zockern im Genick zu sitzen? (Abg. Rädler: Das weißt du aber schon, warum?!) Wie kann es sein, dass die Hypo Alpe-Adria-Bank in den vergangenen Jahren immer am lautesten „Hier!“ geschrien hat, wenn es um hoch spekulative Geschäfte gegangen ist, während sich andere Banken, Vertreter von Banken schon längst zurückgezogen und gesagt haben: Finger weg! Viel zu riskant!
Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine Damen und Herren! Ein Untersuchungsausschuss ist schlicht unausweichlich, die Frage ist nur (Zwischenruf des Abg. Rädler), welchen Umfang er haben und
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Liebscher ist Taskforce-Chef – das ist nach wie vor irgendeine informelle Veranstaltung –, Herr Liebscher war dann FIMBAG-Chef, immer schon, seit Jahren, dann wurde er zum Aufsichtsrat-Chef der Hypo Alpe-Adria in Kärnten, was ja praktisch war, nachdem die anderen alle davongaloppiert waren, da die Bundesregierungsspitze beratungsresistent war. Herr Liebscher war da schon dankbar, ihn hat man dort noch hingesetzt. Und dann ist Herr Liebscher eben auch noch Taskforce-Chef geworden. Das ist natürlich etwas, was man nicht einmal der Frau Finanzministerin vorwerfen kann, sondern das ist eigentlich Faymann und Spindelegger vorzuwerfen, denn es kam de facto zu einer Entmündigung der Frau Finanzministerin und ihrer Staff, die auf eine andere Lösung gezielt hat. So war es doch damals, nicht? – Danke für das zustimmende Zeichen; das fürs Protokoll. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich denke, wir können als Sukkus aus dieser Sondersitzung relativ verlässlich die Conclusio ziehen, dass es einen Untersuchungsausschuss geben wird, aber das ist eine Frage der Zeit. Den Untersuchungsausschuss wird es geben; der Druck ist heute beachtlich gewachsen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wer ist das?
Frau Holzinger, Sie können gleich wieder viermal aufstehen. (Abg. Rädler: Wer ist das?) – Das ist eine SPÖ-Abgeordnete. Aber von ÖVP-Seite würde ich nicht hereinrufen, denn ich darf einen Landeshauptmann zitieren (Abg. Kickl: Schon wieder?):
Sitzung Nr. 12
Abg. Rädler: Haben Sie Angst?
Wie soll das zusammengehen? Können Sie uns das bitte erklären? Können Sie sich die Mühe machen, das dem Nationalrat, aber auch der Bevölkerung, den Bürgern und Bürgerinnen zu erklären? (Abg. Rädler: Haben Sie Angst?) – Von einem ÖVP-Kollegen ist der Einwurf gekommen, ob ich Angst habe. – Nein, ich habe keine Angst, Herr Kollege!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ein kleines Beispiel: Bis dato gibt es am Polizeiposten in Mörbisch zehn Planstellen, am Posten in Rust sind es sieben Planstellen, insgesamt also 17 Beamte. Nach der geplanten Zusammenlegung werden in Rust allerdings nur noch zwölf Beamte Dienst versehen. Jetzt lassen Sie mich nachdenken: Der Rayon wird größer. Die Beamten werden weniger. Wie kann diese Rechnung zusammengehen? (Abg. Dr. Walter Rosenkranz: Nach PISA geht das!) Das Burgenland ist von der Topographie her nicht mit anderen Bundesländern zu vergleichen. Wir sind geprägt von der Ostöffnung, und das in Wien oft belächelte subjektive Sicherheitsgefühl gibt es tatsächlich. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, glauben Sie mir das. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer! – Abg. Rädler: Das war die schlimmste Rede in diesem Haus!
Unter dem Strich geht es einfach darum, dass sich die österreichische Bevölkerung dieses Theater von Rot und Schwarz nicht mehr gefallen lässt, dass wir Grüne nicht mehr bereit sind, alles unter dem Deckmantel Ukraine durchgehen zu lassen. Wir werden heute später noch über die Inhalte im Detail diskutieren. Jetzt geht es einmal um die Vorgangsweise, die ich massiv hinterfragen möchte. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Oberlehrer! – Abg. Rädler: Das war die schlimmste Rede in diesem Haus!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ist die Ukraine, meine sehr verehrten Damen und Herren und sehr geehrter Herr Außenminister, näher als Bosnien oder näher als Venezuela oder näher als Thailand? – Ich finde, dass das Hohe Haus eine umspannende Diskussion über Außenpolitik führen muss. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich finde, dass das Hohe Haus auch im außenpolitischen Ausschuss darüber debattieren muss, welche Rolle Österreich tatsächlich haben kann.
Abg. Rädler: Ihre Meinung!
Leider muss ich mich auch in die Reihe der KritikerInnen einreihen, die mehrmals gesagt haben, Ihre Ausführungen haben leider nicht wirklich etwas anderes enthalten als das, was wir alle in den letzten Tagen in den Medien mitbekommen haben. (Abg. Rädler: Ihre Meinung!) Und das rechtfertigt schon überhaupt nicht diese Vorgehensweise der Regierungsfraktionen. (Abg. Mag. Steinhauser: Vielleicht war es für die ÖVP neu! – Rufe bei der ÖVP: Nein!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und all das verursacht die Verdrossenheit beim Bürger. Der Bürger ist der Zahler; er muss all diese Missstände letztendlich begleichen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir sagen immer, der Staat muss das bezahlen. Meine Damen und Herren, jeder, der hier sitzt, und jede, die hier sitzt, weiß: Der Staat, das sind wir alle, das sind die Bürger. Und wir alle, die wir hier sitzen, werden von diesen Bürgern bezahlt. Und da, glaube ich, haben wir eine ganz große Verantwortung, die von der Politik zum Teil nicht wahrgenommen wird. Und genau das schafft den Verdruss bei den Zahlern, bei den Bürgern. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Matthias Köchl (Grüne): Geschätzte Damen! Geschätzte Herren! Hohes Haus! Meine Damen und Herren vor den Fernsehapparaten! Ich habe heute schon gehört, man darf das Wort „scheinheilig“ nicht verwenden; aber „heilig“ darf ich schon im Zusammenhang mit der ÖVP sagen. Das ist, so glaube ich, noch nicht auf der bösen Liste. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – „Heilig“ darf man sie nennen, aber das ist jetzt nicht das Thema.
Abg. Rädler: Da müssen Sie den „Kurier“ lesen! Sie lesen die falsche Zeitung!
Damit bin ich bei einem Thema, das heute schon angesprochen wurde: dem angekündigten, gehuldigten Handwerkerbonus. Jetzt kann man sowieso diskutieren, wie sinnvoll das ist. Man kann auch über die Mitnahmeeffekte zu diesem angekündigten Modell Handwerkerbonus diskutieren – dazu sei eine interessante Studie aus Deutschland empfohlen. Und gleichzeitig sind die ersten kritischen Kommentare in den Medien zu lesen, wiederum in Bezug auf das Thema Rechtssicherheit, nämlich wie weit der Handwerkerbonus auch die Verfassung verletzen könnte. (Abg. Rädler: Da müssen Sie den „Kurier“ lesen! Sie lesen die falsche Zeitung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mir ist schon klar, dass Sie mittlerweile im Budget überall ein paar Millionen zusammenkratzen. Das wird aber das Milliardenloch, das Sie haben, nicht schließen können. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da müssten wir nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist! – das ganze Gesetz ist meiner Meinung nach Mist –, jeden Tag in Wien zwei Opernbälle abhalten und sehr, sehr viel Sekt konsumieren, sonst werden wir das Milliardenloch nicht schließen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Krainer. – Abg. Peter Wurm stellt die von ihm mitgebrachte Sektflasche auf der Regierungsbank ab.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Krainer. – Abg. Peter Wurm stellt die von ihm mitgebrachte Sektflasche auf der Regierungsbank ab.
Mir ist schon klar, dass Sie mittlerweile im Budget überall ein paar Millionen zusammenkratzen. Das wird aber das Milliardenloch, das Sie haben, nicht schließen können. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da müssten wir nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist! – das ganze Gesetz ist meiner Meinung nach Mist –, jeden Tag in Wien zwei Opernbälle abhalten und sehr, sehr viel Sekt konsumieren, sonst werden wir das Milliardenloch nicht schließen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Krainer. – Abg. Peter Wurm stellt die von ihm mitgebrachte Sektflasche auf der Regierungsbank ab.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der ÖVP: Da wird Ihnen die Wirtschaft !
Präsident Karlheinz Kopf: Der soeben von Herrn Abgeordnetem Willi eingebrachte Abänderungsantrag ist ausreichend unterstützt und steht somit mit in Verhandlung. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der ÖVP: Da wird Ihnen die Wirtschaft !)
Demonstrativer Beifall des Abg. Rädler.
Ein Beispiel – das haben Sie angesprochen, Herr Abgeordneter Pendl – ist gerade die Außendienstpräsenz beziehungsweise die Prüfung, die wir zu dieser Frage durchgeführt haben. Das zeigt, mehr Polizisten auf der Straße – und dabei, das erwähne ich extra, geht es dem Rechnungshof nicht um Einsparung, sondern es geht darum, dass die Polizisten dort eingesetzt werden, wo ihre Stärke liegt, nämlich im exekutiven Außendienst – bedeutet mehr Sicherheit. Das hat auch der Vergleich von Wien und München gezeigt. (Demonstrativer Beifall des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 14
Abg. Rädler: Schweinsbraten!
Abgeordnete Mag. Dr. Angelika Rosa Mlinar (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Spoštovane dame in gospodje! Nach diesem dramatischen Appell meines Vorredners ist uns wahrscheinlich der Appetit auf einen Schweinebraten für heute vergangen. (Abg. Rädler: Schweinsbraten!) – Schweinsbraten? – Aber zurück zum Thema: Was zeigt uns der Grüne
Abg. Rädler: Schweinebraten ist deutsch!
Bericht 2013? (Abg. Rädler: Schweinebraten ist deutsch!) Schweinebraten ist deutsch, Sie haben recht, es ist nur ein Schwein, also ist es ein Schweinsbraten.
Abg. Rädler: Waren nicht ausgereift!
Leider hat es nur ein Antrag hierher ins Plenum geschafft, und das ist der Antrag der Regierungsparteien. Die Oppositionsanträge wurden leider allesamt vertagt. (Abg. Rädler: Waren nicht ausgereift!) – Es ist mir wichtig, dass die Öffentlichkeit weiß, dass es auch viele Initiativen der Opposition im Umweltausschuss gibt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Auer. – Abg. Rädler: Was war das jetzt? – Rufe: Französisch! Slowenisch!
In diesem Sinne: Mesdames et Messieurs, merci bien pour votre attention! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Auer. – Abg. Rädler: Was war das jetzt? – Rufe: Französisch! Slowenisch!)
Abg. Rädler: Hypo!
Worum geht es da? – Für die Jüngeren unter Ihnen: Da hängt ein Mann in einer Zeitschleife fest und muss immer wieder und immer wieder und immer wieder denselben Tag erleben. (Abg. Rädler: Hypo!) Und so ähnlich geht es mir mit diesem Mindestlohnantrag, denn immer wieder und immer wieder und immer wieder muss ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Situation der Niedrigstlohnbezieher in Österreich eine äußerst, äußerst schwierige ist (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und wir dringend einen existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn brauchen. (Beifall bei den Grünen.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Worum geht es da? – Für die Jüngeren unter Ihnen: Da hängt ein Mann in einer Zeitschleife fest und muss immer wieder und immer wieder und immer wieder denselben Tag erleben. (Abg. Rädler: Hypo!) Und so ähnlich geht es mir mit diesem Mindestlohnantrag, denn immer wieder und immer wieder und immer wieder muss ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Situation der Niedrigstlohnbezieher in Österreich eine äußerst, äußerst schwierige ist (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und wir dringend einen existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn brauchen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Wer zahlt?
Meine Damen und Herren! Eine halbe Million Menschen in unserem Land würde von einer Anhebung des Mindestlohnes auf 8,50 € profitieren. Eine halbe Million Menschen! Werden dadurch Arbeitsplätze vernichtet, wie es immer wieder heißt? – Das Gegenteil ist der Fall, weil durch diese Anhebung des Mindestlohnes die Konsumleistung der Betroffenen derart erhöht wird, nämlich ganz konkret um 600 Millionen €, dass 12 200 neue Arbeitsplätze nur durch die Steigerung der Konsumkraft entstehen werden. (Abg. Rädler: Wer zahlt?)
Abg. Rädler: Da sind Sie eh nicht dabei!
Es wurde heute gesagt – nicht hier, aber nach dem Ministerrat, weil wir gerade bei der Regierungsspitze waren, Herr Lopatka, und das geht ja schon seit Tagen so –, dass da ein Weisenrat erfunden wird. (Abg. Rädler: Da sind Sie eh nicht dabei!) – Nichts gegen Weise, bitte schön! Wer hat denn etwas gegen Weisheit? Die Frage ist ja immer nur, ob es da eine objektive Wahrheit und Weisheit gibt. Das bestreite ich ja, und deshalb sind wir nicht dabei, jemanden hundertprozentig zu verurteilen. Die Situationen waren jeweils sehr, sehr schwierig, speziell in den Jahren 2008 und 2009. Da war die Lage schwieriger einzuschätzen als heute, das sagen wir ja immer dazu.
Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Rädler: Freispruch für Haider!
Frau Präsidentin, wir werden ja dann bei der Debatte zum Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses Gelegenheit haben, fortzusetzen. Ich darf noch dazusagen: Da werden wir auch auf die Verstaatlichungsfrage zu sprechen kommen. Ich bringe nur ein allerletztes Zitat. Gutachter Kleiner hat zur Hypo Alpe-Adria gesagt, bei dieser Notverstaatlichung haben die Bayern gut gepokert. Sie seien nach Wien gefahren, „um Ösis zu schrecken“. – Das wäre mir nie eingefallen, sondern das ist ein Zitat des Gutachters Kleiner. Dort werden wir fortsetzen. (Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Rädler: Freispruch für Haider!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Weil er die Wahrheit gesagt hat!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Frau Minister! Herr Staatssekretär! Ich war heute nach Ihrer Erklärung, Herr Vizekanzler, noch der Meinung, dass Sie eine durchaus ernsthafte und inhaltlich richtige Antwort gegeben haben und eigentlich auf dem richtigen Weg sind. Aber wenn ich dann wieder Ihren Klubobmann höre, der sich heute fast als Meister des Nebelgranaten-Werfens und als Meister des Tarnens und Täuschens entpuppt hat, dann, muss ich sagen, bin ich wieder enttäuscht, und dann dürfen Sie sich nicht wundern, wenn wir dann auch dementsprechend zurückschlagen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Weil er die Wahrheit gesagt hat!) – Na, er hat nicht die Wahrheit gesagt!
Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Mag. Schatz: Ich kümmere mich um die Leute, die 6 € in der Stunde verdienen! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Rädler.
Sie sollten sich um Dinge kümmern, wo es etwas zu tun gibt, und nicht um solche, wo es schon sehr gut funktioniert! (Beifall bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Mag. Schatz: Ich kümmere mich um die Leute, die 6 € in der Stunde verdienen! – Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Belakowitsch-Jenewein und Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Damit komme ich zurück auf den kurzen Seitenhieb Harald Walsers: Neoliberalismus. In den fünfziger Jahren, als Ludwig Erhard das in Deutschland propagiert und eingeführt hat – als Basis des deutschen Wirtschaftswunders, meines Erachtens auch als Basis eines europäischen Lebensmodells (Zwischenruf des Abg. Mag. Rossmann), wo wir Wohlstand für die Breite geschaffen haben (Zwischenruf des Abg. Rädler) –, war Neoliberalismus das Synonym für soziale Marktwirtschaft.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zeigen Sie doch Entschlossenheit! Zeigen Sie Tatkraft! Setzen Sie Signale für die Wirtschaft! Beseitigen Sie umgehend diese Steuer, die nachteilige Auswirkungen auf die Wirtschaft und hemmende Effekte auf Entrepreneurship, Unternehmertum sowie Wirtschaftswachstum hat! Sorgen Sie für eine rasche Behandlung im Ausschuss, und stimmen Sie dem Antrag des Kollegen Alm in weiterer Folge zu! Wir Freiheitliche werden das auf jeden Fall tun. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Instrument der namentlichen Abstimmung führt immerhin dazu, dass sich die Bevölkerung, die BürgerInnen, die WählerInnen ein genaues Bild davon machen können, was ihre Abgeordneten insbesondere aus den Wahlkreisen hier so tun. Sie wissen ja schon ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Geh, Herr Kollege Rädler, Sie verstehen von der Geschichte so wenig, dass kein Mensch hier herinnen wiederum versteht, warum genau Sie dauernd dazwischenschreien! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Schreien Sie daheim in Ihrem Wahlkreis, dort wird es Ihnen vergehen! Dort wird es Ihnen vergehen.
Abg. Rädler: Namen!
Wenn Sie hier weiter zudecken, dann kann ich Ihnen eines versprechen: dass Sie bis zum Sommer sturmreif sein werden, denn Sie halten es ja selbst intern nicht aus. Es kommen ja täglich Meldungen aus Ihren eigenen Reihen, wo es heißt: Um Gottes willen, machen wir doch einen Untersuchungsausschuss!, weil es vernünftig ist. (Abg. Rädler: Namen!) Es ist vernünftig. Es ist für Sie vernünftig, es ist für die Opposition vernünftig, und vor allem ist es für die Menschen da draußen vernünftig, die ja verunsichert sind, nachdem Sie ihnen gestern die Steuern erhöht haben.
Sitzung Nr. 16
Abg. Rädler: Grünes Palaver!
Ich sage Ihnen heute: Wäre der Untersuchungsausschuss nicht zugedreht worden, dann hätten wir vielleicht einiges an Schaden verhindern können. Hätten Sie uns arbeiten lassen, hätten Sie Rolf Holub in Kärnten über Jahre nicht behindert, verfolgt, diskreditiert! (Abg. Rädler: Grünes Palaver!) Am laufenden Band haben wir da keine Unterstützung gehabt, irgendetwas zu retten.
Abg. Rädler: Glawischnig, zuhören!
Sein 700-seitiger Untersuchungsausschussbericht, den er vorgelegt hat, ist hochinteressant. Ich werde danach noch aus diesem Bericht zitieren, den Holub vorgelegt hat. (Abg. Rädler: Glawischnig, zuhören!)
Abg. Stefan: Haben das nur wir verstanden? Das ist ja eigentlich beschämend für die ÖVP! Haben das nur wir mitgekriegt? Habt ihr das nicht mitgekriegt? – Abg. Rädler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!
Das ist aufzuklären, da bin ich ganz Ihrer Meinung, aber dazu sind Gerichte viel besser berufen als ein Untersuchungsausschuss, sage ich Ihnen. Das ist eine Aufgabe der Gerichte, diesen Kriminalfall zu klären. (Abg. Stefan: Haben das nur wir verstanden? Das ist ja eigentlich beschämend für die ÖVP! Haben das nur wir mitgekriegt? Habt ihr das nicht mitgekriegt? – Abg. Rädler: Das glaubt Ihnen kein Mensch!)
Sitzung Nr. 17
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Weigerstorfer. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
In Europa haben wir in allen Rechtsbereichen ein ganz wichtiges Prinzip eingeführt, nämlich das Vorsorgeprinzip, und das aus gutem Grund. Produkte dürfen nur dann auf den Markt und in die Hände von Menschen – ob das Kinder oder ältere Menschen sind –, wenn geprüft ist, dass sie nicht schädlich sind. In den USA ist das komplett anders. Da gilt das Risikoprinzip. Produkte dürfen erst dann vom Markt genommen werden, wenn das Risiko erwiesen ist. Da sage ich auch als Mutter von zwei Kindern: Mir sind strenge Chemikalienrichtlinien lieber, als im Nachhinein überprüfen zu müssen, ob das Material im Babyschnuller oder in der Babytrinkflasche giftig war oder ob dieses oder jenes Lebensmittel vielleicht eine Allergie ausgelöst hat. Ich stehe zu diesem Vorsorgeprinzip, und das wünsche ich mir von Ihnen auch, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Weigerstorfer. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zum Thema öffentliche Beschaffung: Wir haben in Österreich sehr darum gekämpft, dass es in den Kinderbetreuungseinrichtungen, in den Pflegeheimen, in den Betreuungsheimen für ältere Menschen Bio-Produkte gibt – gesunde, regionale Bio-Produkte! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) All das ist in Frage gestellt, wenn man das Thema ausschließlich kommerziellen Interessen unterwirft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie finden das jetzt vielleicht ein bisschen lustig. Sie sollten das Thema aber etwas ernster nehmen, sage ich Ihnen ernsthaft! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Sinnbildlich für die ÖVP: Der, der sich am wenigsten auskennt, schreit am meisten!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zum Thema öffentliche Beschaffung: Wir haben in Österreich sehr darum gekämpft, dass es in den Kinderbetreuungseinrichtungen, in den Pflegeheimen, in den Betreuungsheimen für ältere Menschen Bio-Produkte gibt – gesunde, regionale Bio-Produkte! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) All das ist in Frage gestellt, wenn man das Thema ausschließlich kommerziellen Interessen unterwirft. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sie finden das jetzt vielleicht ein bisschen lustig. Sie sollten das Thema aber etwas ernster nehmen, sage ich Ihnen ernsthaft! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Kogler: Sinnbildlich für die ÖVP: Der, der sich am wenigsten auskennt, schreit am meisten!)
Abg. Rädler: Verweigerung !
Aber dieses Verweigern von Kontrolle und dieser sehr seltsame Zugang zu Kontrolle zieht sich ja durch. (Abg. Rädler: Verweigerung !) Das ist auch ein Thema, über das man einmal reden muss: Warum gibt es nach wie vor keine Bereitschaft, über den Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht einmal zu verhandeln? – Wir hören täglich neue Argumente dagegen, wir hören täglich neue Argumente, was den Hypo-Untersuchungsausschuss betrifft.
Abg. Rädler: Zur Sache! – Abg. Kogler: Das ist ja zur Sache! !
Das sagt jemand aus einem Ministerium, welches allein 300 Millionen € an Beraterkosten – unter Anführungszeichen – „verschwendet“ hat (Abg. Kogler: Richtig!), um dann zu einer Lösung zu kommen, die so ausschaut, dass de facto zu 100 Prozent das Risiko dem Steuerzahler angelastet wird. (Abg. Rädler: Zur Sache! – Abg. Kogler: Das ist ja zur Sache! !) Und dann sagt man, dass wegen 1 Million € ein U-Ausschuss nicht möglich sei. Ich muss ehrlich sagen, ich war heute wirklich fassungslos – abgesehen von den 4,7 Milliarden, die mittlerweile für die Hypo Alpe-Adria cash einfach weg sind.
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Darüber müssen wir sprechen. Es mag schon sein, dass man sich gegen den Herrn Pröll schwer durchsetzt. Es gibt sogar ein prominentes Opfer, das wir alle kennen. Josef Pröll, damals Finanzminister und Neffe von Erwin Pröll, ist damals nicht aufgrund gesundheitlicher Probleme aus der Politik ausgeschieden. Er schied aus, weil ihm sein eigener Onkel in dieser Angelegenheit in den Rücken gefallen ist. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!)
Abg. Rädler: Niederösterreich!
Und was antworten Sie darauf? Können Sie sich noch erinnern? (Abg. Rädler: Niederösterreich!) – Das ist nicht Ihre Angelegenheit. Dazu gibt es einen Justizminister.
Abg. Rädler: Stimmt ja nicht!
gänzlich untätig geblieben. (Abg. Rädler: Stimmt ja nicht!) Bezüglich dieser Ermächtigung sind Niederösterreich und das Burgenland gänzlich untätig geblieben. Und bezüglich der Steiermark ist es so, dass jene Gemeinden geprüft werden können, die Mittel vom Land erhalten haben, aber nur dann, wenn es auch vertraglich festgelegt ist.
Abg. Rädler: 600 Millionen sind im Budget!
Das sind nicht meine Erfindungen, das sind die Prüfungen des Bundesrechnungshofes, die hier dahinterstehen. Nach ein paar Jahren hat sich schon abgezeichnet, dass 1 Milliarde € weg ist, die eigentlich gar nicht mehr aufholbar war. (Abg. Rädler: 600 Millionen sind im Budget!) – Sie können ja gerne wieder antreten und den Bundesrechnungshof widerlegen wollen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Am Schluss hat sich herausgestellt, dass es fast schon 2 Milliarden € waren. Jetzt müssen wir dann ohnehin wieder, weil wir bald Jahrestag haben (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Legen Sie sich mit dem Bundesrechnungshof ruhig an, dann brauchen Sie hier nicht immer so unqualifiziert zwischenzuschreien! Gehen Sie dorthin, die sind für Abgeordnete da! Da bekommen Sie ein Privatissimum – selbst die ÖVP. Machen Sie das!
Neuerlicher Zwischenruf des die Arme ausbreitenden Abg. Rädler.
Das sind Zitate von Ihrem Onkel-Landeshauptmann. Das ist doch in Wahrheit das Problem! Und wissen Sie, wie dieses Loch zustande gekommen ist? (Neuerlicher Zwischenruf des die Arme ausbreitenden Abg. Rädler.) – Ja, da können Sie noch dreimal die Arme ausbreiten: Loch bleibt Loch, 2 Milliarden €, mittlerweile vielleicht mehr. – Weil auf eine völlig unverantwortliche Art und Weise in Schachtelkonstruktionen, die ihresgleichen suchen, wieder über welche Bank? – Da haben Sie ja noch brav mitgetan im Wahlkampf, meine Damen und Herren von der SPÖ, nur nach der Wahl haben Sie gleich etwas anderes gesagt in Niederösterreich. – Über die Hypo Landesbank, jawohl, wunderbar, 2 Milliarden € haben oder nicht haben, ist keine Kleinigkeit, das müsste auch einem niederösterreichischen ÖVP-Nationalratsabgeordneten eingehen. Meditieren Sie, 2 Milliarden €! (Weitere Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Das sind Zitate von Ihrem Onkel-Landeshauptmann. Das ist doch in Wahrheit das Problem! Und wissen Sie, wie dieses Loch zustande gekommen ist? (Neuerlicher Zwischenruf des die Arme ausbreitenden Abg. Rädler.) – Ja, da können Sie noch dreimal die Arme ausbreiten: Loch bleibt Loch, 2 Milliarden €, mittlerweile vielleicht mehr. – Weil auf eine völlig unverantwortliche Art und Weise in Schachtelkonstruktionen, die ihresgleichen suchen, wieder über welche Bank? – Da haben Sie ja noch brav mitgetan im Wahlkampf, meine Damen und Herren von der SPÖ, nur nach der Wahl haben Sie gleich etwas anderes gesagt in Niederösterreich. – Über die Hypo Landesbank, jawohl, wunderbar, 2 Milliarden € haben oder nicht haben, ist keine Kleinigkeit, das müsste auch einem niederösterreichischen ÖVP-Nationalratsabgeordneten eingehen. Meditieren Sie, 2 Milliarden €! (Weitere Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Und was hat der Herr Haider gemacht?
Denken Sie daran, dass es der Rechnungshof war, der bereits im Jahr 2004 oder 2003 begonnen hat, die Hypo Alpe-Adria zu kontrollieren! Rufen Sie sich in Erinnerung, dass der Bundesrechnungshof im Jahr 2006 eine Kontrolle dieser Bank vornehmen wollte! Mit Ihrer Mehrheit (Abg. Rädler: Und was hat der Herr Haider gemacht?) von ÖVP und FPÖ – BZÖ war es damals in Kärnten – wurden die Mehrheitsverhältnisse mit einem Trick – der Mitarbeiterbeteiligung – so geändert, dass der Rechnungshof unverrichteter Dinge wieder nach Wien zurückkehren musste. Denken Sie daran, dass der Landesrechnungshof in Kärnten eine Prüfung vornahm und auch darüber berichtete! Die Herren und Damen im Landtag, sozusagen Ihre Kolleginnen und Kollegen, lehnten sich zurück und ergriffen keinerlei Konsequenzen.
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Setzen! Bitte Platz nehmen!
Da brauchen wir eigentlich nicht mehr zu diskutieren. Es ist ohnedies schon alles erledigt, nicht wahr? (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Setzen! Bitte Platz nehmen!)
Abg. Rädler: Herr Professor Rossmann!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (Grüne): Frau Präsidentin! Ja, Herr Kollege Eßl, wenn wir ein Budget immer erst dann erstellen (Abg. Rädler: Herr Professor Rossmann!), wenn wir wissen, wie hoch die Steuereinnahmen sind, dann erstellen wir Budgets immer und grundsätzlich im Nachhinein – dann brauchen wir aber auch kein Budget.
Abg. Rädler: Sollten Sie im grünen Klub !
Weiters: Im Juli 2012 berichtet auch „FORMAT“ von einem Hypo-internen Papier, von 5 Milliarden €. Im Dezember 2012 mussten Eigenkapitalerhöhungen in der Größenordnung von 1,5 Milliarden € vorgenommen werden. Schließlich und endlich waren zu jenem Zeitpunkt (Abg. Rädler: Sollten Sie im grünen Klub !), als Sie uns diesen Bundesfinanzrahmen hier vorgelegt haben, die Verhandlungen mit der Europäischen Kommission im Gange. (Abg. Fekter: Aber noch nicht abgeschlossen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Hätte es die Europäische Kommission im Übrigen nicht gegeben, Frau Finanzministerin a. D., dann wären wir bis heute nicht bei einer Lösung für die Hypo angelangt, weil die Europäische Kommission in Wirklichkeit erst den Druck erzeugt hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass es überhaupt zu einer Lösung und zu dem Bescheid gekommen ist, der dann am 3. September 2013 zugestellt wurde. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Selbstdarsteller!
Hinzu kommt, Frau Finanzministerin a. D., dass Sie nicht den Mut hatten, im Vorfeld der Wahl den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, dem Souverän, den Wählerinnen und Wählern zu sagen, dass sich die Staatsschulden (Abg. Rädler: Selbstdarsteller!) und das Defizit massiv erhöhen würden, egal, welche Lösung Sie anstreben würden. Sie hatten schlicht nicht den Mut, den Wählerinnen und Wählern die Wahrheit zu sagen. Sie haben sie getäuscht. (Abg. Rädler: Ihre Leute sind schon heimgegangen!)
Abg. Rädler: Ihre Leute sind schon heimgegangen!
Hinzu kommt, Frau Finanzministerin a. D., dass Sie nicht den Mut hatten, im Vorfeld der Wahl den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern, dem Souverän, den Wählerinnen und Wählern zu sagen, dass sich die Staatsschulden (Abg. Rädler: Selbstdarsteller!) und das Defizit massiv erhöhen würden, egal, welche Lösung Sie anstreben würden. Sie hatten schlicht nicht den Mut, den Wählerinnen und Wählern die Wahrheit zu sagen. Sie haben sie getäuscht. (Abg. Rädler: Ihre Leute sind schon heimgegangen!)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Rädler: Sie waren beim BZÖ! – Zwischenruf der Abg. Fekter. – Weitere Rufe bei der ÖVP: BZÖ! BZÖ!
Ich kann Ihnen versprechen, das wird kommen, denn Sie werden den Druck nicht aushalten. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Rädler: Sie waren beim BZÖ! – Zwischenruf der Abg. Fekter. – Weitere Rufe bei der ÖVP: BZÖ! BZÖ!)
Sitzung Nr. 18
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Erstens einmal bitte und ersuche ich, Zahlen so zu interpretieren, wie sie sind. Zur Stunde sind 400 000 Menschen arbeitslos, die 450 000 sind schon lange Geschichte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist einmal Punkt eins. Die Tendenz ist weiterhin fallend. (Zwischenrufe der Abgeordneten Belakowitsch-Jenewein und Kickl.) – Die Tendenz ist weiterhin fallend. Die nackten Zahlen sind so, wie sie sind.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Das ist keine Frage von Österreicherin und Österreicher, es ist erstens einmal eine Frage der Qualifikation (Zwischenruf des Abg. Rädler), welche Menschen wir finden. – Punkt eins.
Abg. Rädler: Was ist schon wieder schlecht?
Für uns Grüne ist es jedenfalls ein großes Problem, dass immer mehr Menschen eben schon ab einem Alter von 45 Jahren ihre Jobs verlieren, weil sie durch jüngere Arbeitskräfte ersetzt werden, die billiger sind, die vielleicht auch weniger kritisch sind. Oder sie werden gar durch Leiharbeiter, Leiharbeiterinnen ersetzt. Uns hätte der Ansatz, der auch von der Sozialdemokratie noch vor den Nationalratswahlen stark propagiert worden ist, nämlich ein Bonus-Malus-System einzuführen, sehr gut gefallen, nämlich wirklich jene Unternehmen, die eben erfahrene Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hinauskicken, auch zur Kasse zu bitten. Das wäre für uns eine gute Idee gewesen. Das, was heute hier an Maßnahmen vorliegt, ist nicht ganz so nach unserem Geschmack. (Abg. Rädler: Was ist schon wieder schlecht?)
Abg. Rädler: Dann müssen S’ nachdenken!
Das Zweite ist die Kürzung der Arbeitgeberbeiträge zur Unfallversicherung. Auch diese Maßnahme kann ich nicht nachvollziehen. (Abg. Rädler: Dann müssen S’ nachdenken!) Wir sprechen hier von einem Arbeitsmarktpaket für ältere Arbeitnehmer und Ar-
Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Rädler: Hast du kein anderes Thema?
Schauen Sie, der Landeshauptmann von Vorarlberg wird einen Beschluss, eine Resolution vorschlagen für seinen Landtag, dass wir hier – Sie von der ÖVP auch; aufpassen, Sie auch! – diesem Anliegen nach Untersuchung nachkommen, weil er weiß, dass eine Regierungskommission, die Sie jetzt vorschieben, nur ein Fluchtversuch nach vorne sein kann, mit dem Sie aber hinten herunterhängen werden. Das wird alles nichts nützen. Die Bevölkerung hat ein ganz klares Gefühl dafür – Gott sei Dank –, dass in einer halbwegs ernstzunehmenden parlamentarischen Demokratie diese Aufklärungen, diese notwendigen Untersuchungen ausschließlich Sache eines Parlamentsausschusses sind. Na selbstverständlich! (Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Rädler: Hast du kein anderes Thema?) Ja, das ist es schon.
Abg. Rädler: Brauchst du einen Arzt?
Und jetzt ist es wieder so weit. Jetzt stehen wir wieder vor diesen Entscheidungen. Sie stehen auch vor diesen Entscheidungen. (Abg. Rädler: Brauchst du einen Arzt?) – Schade, dass das Protokoll diese unqualifizierten Zwischenrufe nicht alle aufnehmen kann. – Heute haben wir wieder eine Entscheidung zum Untersuchungsausschuss am Ende der Tagesordnung. Auch wenn Sie heute nicht zustimmen dürfen, können oder wollen – ich glaube, es wollen immer mehr –: Diskutieren Sie das! Wir laden Sie ein. Wir laden Sie auch ein, das in Ihren Wahlkreisen zu machen, mit uns. (Abg. Rädler: Reden Sie zum Thema!) Wir werden die Bevölkerung animieren, auch mit Ihnen zu diskutieren in Ihren Wahlkreisen, damit Sie erklären, warum das entweder untersucht werden soll oder vertuscht werden soll. Das ist alles ganz einfach! Und es sind jetzt über 100 000. In wenigen Tagen werden wir 107 000 erreicht haben. Das ist ein neuer his-
Abg. Rädler: Reden Sie zum Thema!
Und jetzt ist es wieder so weit. Jetzt stehen wir wieder vor diesen Entscheidungen. Sie stehen auch vor diesen Entscheidungen. (Abg. Rädler: Brauchst du einen Arzt?) – Schade, dass das Protokoll diese unqualifizierten Zwischenrufe nicht alle aufnehmen kann. – Heute haben wir wieder eine Entscheidung zum Untersuchungsausschuss am Ende der Tagesordnung. Auch wenn Sie heute nicht zustimmen dürfen, können oder wollen – ich glaube, es wollen immer mehr –: Diskutieren Sie das! Wir laden Sie ein. Wir laden Sie auch ein, das in Ihren Wahlkreisen zu machen, mit uns. (Abg. Rädler: Reden Sie zum Thema!) Wir werden die Bevölkerung animieren, auch mit Ihnen zu diskutieren in Ihren Wahlkreisen, damit Sie erklären, warum das entweder untersucht werden soll oder vertuscht werden soll. Das ist alles ganz einfach! Und es sind jetzt über 100 000. In wenigen Tagen werden wir 107 000 erreicht haben. Das ist ein neuer his-
Hallo-Ruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Die Frau Kollegin Himmelbauer hat nicht unrecht: Es gibt immer Parlamente, in denen gewisse Dinge noch schwieriger sind. Das niederösterreichische Landesparlament ist ein wunderbares Beispiel dafür. Dort darf man einen Antrag überhaupt erst stellen, wenn man sechs Abgeordnete von 56 hat, also bei 12 Prozent darf man erst einen Antrag stellen. Einen Untersuchungsausschuss gibt es dort gar nicht. Man findet, wenn man sich weit genug umschaut – und Niederösterreich ist durchaus ein Land, das nicht zu weit entfernt ist –, immer Beispiele dafür, wo alles noch viel schlechter ist. (Hallo-Ruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Da sind ja die Zwischenrufe vom Rädler noch besser als die Reden!
Deshalb keine Untersuchungsausschüsse. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Da sind ja die Zwischenrufe vom Rädler noch besser als die Reden!)
Abg. Rädler: Nicht so hart! Positiver!
Wir haben damals schon, nämlich beispielsweise am 15. Dezember 2010, gesagt, dass das ein naives, weltfremdes und viel zu restriktives System ist. (Abg. Rädler: Nicht so hart! Positiver!) Kritik wurde zum Beispiel von Kollegen Scherak geäußert, und den meisten seiner Punkte muss man sich anschließen. Vor allem muss man sich auch
Sitzung Nr. 20
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Zitat von Helm!
Da halte ich es mit folgendem Zitat: Man soll nicht schon Volksschüler zu Pendlern machen. Es muss auf jeden Fall in Österreich gewährleistet sein, dass hier kurze Beine nur kurze Wege zur Schule zurücklegen müssen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Zitat von Helm!)
Abg. Rädler: Das ist die Sozialpartei!
Abgeordnete Dr. Kathrin Nachbaur (STRONACH): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Minister! Kollegen im Hohen Haus! Sehr geehrte Steuerzahler! Der österreichische Staat nimmt heute so viel ein wie nie zuvor. Wir haben eine der höchsten Steuerquoten weltweit. Den arbeitenden Menschen bleibt trotz höherer Löhne so gut wie nichts übrig im Geldtascherl. Von den Reallohnzuwächsen ist nichts zu spüren. (Abg. Rädler: Das ist die Sozialpartei!)
Abg. Rädler: Arbeiterparteischlager! – Abg. Walter Rosenkranz: Auch Geld arbeitet!
Das löst aber nicht das Grundproblem, nämlich die Schuldenmacherei. (Abg. Rädler: Arbeiterparteischlager! – Abg. Walter Rosenkranz: Auch Geld arbeitet!) Der Schuldendienst braucht bald schon mehr Geld, als für Bildung ausgegeben wird. Sie geben bald mehr Geld für Zinszahlungen aus als für die Bildung unserer jungen Leute. Und selbst bei dieser Summe muss jetzt anscheinend gekürzt werden, weil diese Regierung nicht wirtschaften kann. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Tamandl: Die Glawischnig ist ja nicht einmal da!
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Ja, es ist eine eigenartige Stimmung heute hier im Haus. Ich habe es gerade mit Matthias Strolz besprochen. Man hat irgendwie das Gefühl, es ist so ein bisschen in die Richtung, dass es heute vielleicht um nichts geht. Und das ist eigentlich irritierend und macht mich auch wütend, wenn ich ganz ehrlich bin. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Tamandl: Die Glawischnig ist ja nicht einmal da!)
Abg. Rädler: ... nach Niederösterreich!
auch vonseiten der ÖVP – im Übrigen zum Beispiel auch der Herr Josef Pröll –, bei den „Österreich-Gesprächen“ im Jahr 2009/2010, wo wir auf Bundesebene, bis hin in die Unterausschüsse des Verfassungsausschusses, auf der Agenda hatten, wie wir die Schulverwaltung umorganisieren wollen, wo wir mit einem neuen System Bildungsdirektionen und darunter direkte Linien zu den Schulen, die dann ihrerseits mehr Autonomie haben, schaffen. Leider ist seither viel zu wenig passiert. Es gibt immer noch genug auf Bezirksebene und auch auf Landesschulratsebene zu tun. (Abg. Rädler: ... nach Niederösterreich!) – Ja, ausgerechnet nach Niederösterreich! (Beifall und ironische Heiterkeit bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 21
Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Sie reden Schwachsinn!
Es gibt auch löbliche Beispiele. Zum Beispiel in Vorarlberg ist es nicht mehr so, um das auch klar zu sagen. In Vorarlberg wird nicht mehr nach Parteibuch entschieden. Ich kenne nicht jedes einzelne Bundesland so gut. (Neuerliche Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Sie reden Schwachsinn!)
Sitzung Nr. 23
Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Kogler –: Du hast ja keine Ahnung!
Frau Abgeordneter Nachbaur möchte ich Folgendes erläutern: 550 neue Steuerprüfer! Frau Kollegin, die Pensionierungsquote für die nächsten zehn Jahre beträgt in der Finanzverwaltung 40 Prozent. (Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Kogler –: Du hast ja keine Ahnung!) Die 550 sind nicht über alle Nachbesetzungen hinaus eine Zusatzquote, sondern ein Ersatz dafür (Zwischenruf des Abg. Kogler), denn es ist auch notwendig, dass man in diesem Land ehrlich miteinander umgeht.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich warte jetzt nur noch auf die Finanzausgleichsverhandlungen, darauf, dass es wieder zu einem Feilschen um die Gelder, die zu verteilen sind, kommt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ließe sich zum Teil ganz leicht lösen: Ich gebe den Landeshauptleuten Steuerhoheit, und sie sollen das Geld, das sie in ihren Ländern ausschütten, den Menschen auch selbst aus der Tasche nehmen. Dann schaut das nämlich gleich ganz anders aus. (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie des Abg. Kogler. – Abg. Rädler: Das hat der Haider eh gemacht!)
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie des Abg. Kogler. – Abg. Rädler: Das hat der Haider eh gemacht!
Ich warte jetzt nur noch auf die Finanzausgleichsverhandlungen, darauf, dass es wieder zu einem Feilschen um die Gelder, die zu verteilen sind, kommt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ließe sich zum Teil ganz leicht lösen: Ich gebe den Landeshauptleuten Steuerhoheit, und sie sollen das Geld, das sie in ihren Ländern ausschütten, den Menschen auch selbst aus der Tasche nehmen. Dann schaut das nämlich gleich ganz anders aus. (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie des Abg. Kogler. – Abg. Rädler: Das hat der Haider eh gemacht!)
Abg. Rädler: Keine Ahnung!
Dann gibt es einfach Subventionsnehmer, die dreifach, vierfach, fünffach Subventionen nehmen. (Abg. Rädler: Keine Ahnung!) Und das ist das, was den Staat am meisten kostet und worunter das Budget leidet.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich weiß, Rädler, du bist das ja aus Niederösterreich gewohnt, denn ihr habt ein ganz eigenes System. Dass ihr das nicht hergeben wollt, das ist mir vollkommen klar, denn ihr unterdrückt ja eure Leute mit euren Subventionen! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
damit sie Geld in der Tasche haben und nicht mehr davon abhängig sind, dass sie Transferleistungen bekommen! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Der Hypo-Bankomat ist leer! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler. – Bitte. (Abg. Rädler: Der Hypo-Bankomat ist leer! – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Rädler: Haselsteiner !
Ich sage Ihnen aber auch, dass mir als großer EU-Freundin unter den SpitzenkandidatInnen der europäische Durchschnitt zu wenig ist. (Abg. Rädler: Haselsteiner !) Der europäische Durchschnitt ist mir zu wenig, weil uns der Vergleich mit dem Durchschnitt gedanklich auf diesen Durchschnitt einschwört. Was wir aber sein wollen, ist überdurchschnittlich, besser noch, wir wollen an der Spitze sein! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Lopatka: Das sind wir ja!)
Abg. Rädler: Ein Wort zu Putin! – Heiterkeit.
Nur durch den Vergleich mit Besseren steigert man sich oder wird zumindest realistischer, wenn es darum geht, den eigenen Status objektiv festzustellen. (Abg. Rädler: Ein Wort zu Putin! – Heiterkeit.) – Das überlasse ich Ihnen, Herr Kollege!
Abg. Rädler: Das wird schon einen Grund haben!
Wir hätten diesen Ideenwettbewerb, den Auer angesprochen hat, gerne durchgeführt. Das war nicht möglich. Wieder die alte Masche: Anträge der Opposition werden vertagt, werden schubladisiert und werden nicht einmal erörtert. (Abg. Rädler: Das wird schon einen Grund haben!) – Wenn wir das diskutierten, Herr Kollege, dann wäre es ja okay. Sie haben das im Vorhinein abgeschmettert mit der Arroganz, mit der Sie auch hier jetzt wieder argumentiert haben. Mit der haben Sie fünf Jahre argumentiert, mit der haben Sie jetzt jahrelang sämtliche Wahlen verloren. Machen Sie nur weiter so! Es wird Ihnen guttun. Es wird vor allem Österreich guttun, weil Sie kleiner werden. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Republik Tschechien und Österreich zum Thema Atomkraft sein. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Passen Sie ein bisschen auf, Kollege Rädler! Sie verdienen Ihr Geld sehr leicht: Sie melden sich einmal im Jahr hier herinnen. Sie müssten eigentlich ziemlich rot werden, wenn Sie am 15. auf die Bank gehen, denn öfter arbeiten Sie hier herinnen nichts. (Abg. Rädler: Ja!) Von hinten herunterkeppeln, das können Sie, an-sonsten leisten Sie für dieses Haus keinen nennenswerten Beitrag, Herr Rädler. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ja!
Republik Tschechien und Österreich zum Thema Atomkraft sein. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Passen Sie ein bisschen auf, Kollege Rädler! Sie verdienen Ihr Geld sehr leicht: Sie melden sich einmal im Jahr hier herinnen. Sie müssten eigentlich ziemlich rot werden, wenn Sie am 15. auf die Bank gehen, denn öfter arbeiten Sie hier herinnen nichts. (Abg. Rädler: Ja!) Von hinten herunterkeppeln, das können Sie, an-sonsten leisten Sie für dieses Haus keinen nennenswerten Beitrag, Herr Rädler. (Beifall bei der FPÖ.)
Ruf bei der ÖVP: Wir sind bei der Budgetdebatte! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber um auf das Melker Protokoll zurückzukommen: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Verschiedene Gruppen der Atombewegung haben dieses Protokoll nicht gutgeheißen. Es hat bereits zwei Tage später zahlreiche Gutachten gegeben, wonach sich herausgestellt hat, dass dieses Protokoll kein völkerrechtlicher Vertrag war und dass bei Tschechien lediglich Temelín zum Inhalt genommen wurde, aber zum Beispiel das Atomkraftwerk Dukovany in keinem Fall erwähnt wurde. (Ruf bei der ÖVP: Wir sind bei der Budgetdebatte! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Und keine hat Erfolg gehabt!
Jetzt haben wir vor einigen Tagen gehört, dass uns genau das heute auf den Kopf fällt, nämlich dass wir als Republik Österreich keine Einflussmöglichkeit haben auf das, was derzeit in Tschechien passiert. Ich selber habe zum Beispiel an fünf UVPs teilgenommen. (Abg. Rädler: Und keine hat Erfolg gehabt!) Die Republik Tschechien hat alle diese Stellungnahmen in den Rundordner geschmissen und hat weder von der Republik Österreich noch von den Ländern Oberösterreich, Wien oder Niederösterreich Stellungnahmen der dortigen Landesregierung zur Kenntnis genommen. (Zwischenruf der Abg. Fekter.) Alle diese Stellungnahmen wurden entgegen der zuständigen EU-Richtlinie einfach ignoriert. (Abg. Rädler: Und was haben Sie da gemacht?)
Abg. Rädler: Und was haben Sie da gemacht?
Jetzt haben wir vor einigen Tagen gehört, dass uns genau das heute auf den Kopf fällt, nämlich dass wir als Republik Österreich keine Einflussmöglichkeit haben auf das, was derzeit in Tschechien passiert. Ich selber habe zum Beispiel an fünf UVPs teilgenommen. (Abg. Rädler: Und keine hat Erfolg gehabt!) Die Republik Tschechien hat alle diese Stellungnahmen in den Rundordner geschmissen und hat weder von der Republik Österreich noch von den Ländern Oberösterreich, Wien oder Niederösterreich Stellungnahmen der dortigen Landesregierung zur Kenntnis genommen. (Zwischenruf der Abg. Fekter.) Alle diese Stellungnahmen wurden entgegen der zuständigen EU-Richtlinie einfach ignoriert. (Abg. Rädler: Und was haben Sie da gemacht?)
Abg. Rädler: ... Kindesweglegung!
schaut, wirklich kaum eine Ambition, kaum eine Vision zu finden ist. (Abg. Rädler: ... Kindesweglegung!) Es finden sich immer der gleiche Schmus und immer die gleichen Stehsätze, und im Grunde genommen findet man nur Stillstand. Das gilt auch für das Kulturressort, über das heute und gestern noch nicht viel gesprochen worden ist. Es ist sehr bemerkenswert, dass sogar im offiziellen Budgetbericht der Regierung Folgendes zum Besten gegeben wird:
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Der blaue Kogler!
Über einen Untersuchungsausschuss, haben wir immer gesagt, können wir reden, dann, wenn die Gefahren für die Bank vorbei sind, wenn die Töchter verkauft sind. Ich fordere Sie auf: Kehren Sie ab von der Verhaiderung der Grünen! Kommen Sie dorthin, wo Holub und andere redliche Grüne sind, nämlich zu einer ehrlichen, redlichen Politik! – Danke schön. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Der blaue Kogler!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was wollen Sie, bitte, mehr? Was muss noch geschehen, damit Sie endlich über Ihren Schatten springen und dem Wunsch der Landtage und dem Wunsch der Menschen nach völliger politischer Aufklärung in diesem Land endlich Rechnung tragen? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 25
Abg. Rädler: Wilhelm Busch!
Ich fordere Sie auf, die Tatsachen auf den Tisch zu legen und auch einmal die österreichische Verhandlungsposition klarzulegen. Was will denn Österreich in diesem Zusammenhang überhaupt? Dazu hat man kein einziges Wort gehört, weder von Ihnen, Herr Minister, noch vom Herrn Bundeskanzler noch von der EU-Abgeordneten Köstinger und auch nicht von der SPÖ-Fraktion im EU-Parlament. (Ruf bei der ÖVP: Da haben Sie nicht aufgepasst!) Von niemandem hört man etwas dazu. Da ist etwas im Busch (Abg. Rädler: Wilhelm Busch!), und das ist nicht gut für Österreich, nicht gut für unsere Bürger und Konsumenten und schon gar nicht gut für unsere Landwirtschaft. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rossmann.)
Abg. Rädler: Müssen wir alles machen, was ihr sagt?
Wenn wir uns konkret bemühen, hier im Parlament etwas zu tun, dann könnten wir auch eine Enquete machen. Herr Kollege Auer, ich habe dich und die ÖVP ganz konkret gefragt: Machen wir eine Enquete zu dem TTIP, diesem transatlantischen Investitions- und Freihandelsabkommen? – Aber bis heute gibt es diesbezüglich vonseiten der ÖVP nur Ablehnung. (Abg. Rädler: Müssen wir alles machen, was ihr sagt?) Das ist nicht akzeptabel. Wir fordern weiter eine offene, transparente Diskussion im Parlament über dieses Freihandelsabkommen, und das sollte auf der Tagesordnung stehen. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Das gibt’s bei dir im Wirtshaus!
Ein letztes Beispiel von einem Großkonzern, der jetzt inseriert bei dem TTIP-Abkommen, wo wir natürlich dafür sind, die Lebensmittel auszunehmen. Bei demselben Konzern habe ich indische Weintrauben gekauft. Die waren so bestrahlt, dass sie am Bauernhof ungekühlt drei Wochen am Tisch gestanden sind und gleich dunkelgrün und giftgrün geblieben sind. Meine 13 Enkerl haben sie nicht gegessen. Beim selben Konzern gibt es zum jetzigen Zeitpunkt ägyptische Heurige. (Der Redner hält die Verpackungen der genannten Produkte in die Höhe.) Freunde, was da draufsteht, das sagt alles über unser derzeitiges Konsumverhalten. Da sind wir alle gefordert! (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Das gibt’s bei dir im Wirtshaus!)
Abg. Rädler: Das ist gar nicht aufgefallen!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Liebe Bürgerinnen und Bürger auf der Besuchergalerie, am Bildschirm, am Handy, am Fernsehgerät! Liebe Südtiroler Freunde! Ihr Besuch freut mich sehr! Ich war vor zwei Wochen in Südtirol. (Abg. Rädler: Das ist gar nicht aufgefallen!) Es ist immer wieder ein Genuss, dieses blühende Land zu sehen. (Weitere Rufe bei der ÖVP: Das ist gar nicht aufgefallen!) – Ich weiß, manche wollen, dass ich ein One-way-Ticket löse, aber es wird immer wieder ein Urlaub sein und kein Anreisen, um dort zu bleiben.
Abg. Rädler: Was sagt da die SPÖ-Wirtschaft?
Unser Problem ist nur (Abg. Rädler: Was sagt da die SPÖ-Wirtschaft?) – Ich biete den Landwirtschaftsvertretern an, geschichtlich zurückzuverfolgen, was eine Einheitswertfeststellung ist. Mit einer Objektivierung des Ertragswertes ergibt das Verkehrswerte. Wenn man allerdings in dem Verfahren versucht, es billiger zu machen, dann habe ich eine Abweichung. Also wenn es korrekt wäre (Zwischenruf des Abg. Prinz.) – Sie brauchen sich nicht aufzuregen, Herr Kollege, wir haben einen Kompromiss gefunden!
Abg. Rädler: Was tun wir jetzt?
Dann war ich in Costa Rica und habe mir das angeschaut – ein zweites Land, in dem es kein Heer gibt. Sehr beeindruckend! Ich habe es bis heute noch nicht verstanden, wie sie es machen. Aber irgendwie hat mich heute natürlich in der Mischung aus Idealismus und Pragmatismus – und diese Mischung stellen wir NEOS dar – schon die Position ein Stück weit erobert, sage ich jetzt einmal – die ist zu mir gekommen, nicht ich zu ihr –, dass es sinnvoll ist, eine militärische Kapazität zu haben. Wenn Europa seine Werte ernst nimmt, dann muss es diese Werte auch in dieser Welt, in der wir leben, mit einer militärischen Kapazität hinterlegen. (Abg. Rädler: Was tun wir jetzt?)
Abg. Rädler: Zahlen, Zahlen!
Braindrain greift offensichtlich auch in Österreich um sich, und ich glaube, das ist auch für Sie keine Neuigkeit, Frau Kollegin Belakowitsch-Jenewein (Abg. Rädler: Zahlen, Zahlen!), dass ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort qualifizierte Arbeitskräfte braucht. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Gibt es auch etwas Neues? – Abg. Kogler: Ja!
Das Wort erhält zunächst der Antragsteller, Herr Abgeordneter Podgorschek. Die Redezeit beträgt 10 Minuten. – Bitte. (Abg. Rädler: Gibt es auch etwas Neues? – Abg. Kogler: Ja!)
Abg. Rädler: Eine neue Rede!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es ist offensichtlich eine neue Strategie der Regierungsfraktionen, sich nicht mehr zu Wort zu melden. (Abg. Rädler: Eine neue Rede!) – Ja, ja, es kommen lauter neue Dinge, passen Sie nur auf!
Abg. Rädler: Zitat Clausewitz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
ne Konkurs ist wie das Christentum ohne Hölle. – Aber vielleicht finden Sie auch heraus, von wem dieses Zitat ist. (Abg. Rädler: Zitat Clausewitz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das war auch eine!
Apropos Nationalbank, „not distressed“ und so weiter: Da war vor 14 Tagen ein hochinteressanter Artikel im „profil“, in dem es um ein Abendessen gegangen ist, bei dem der Herr Landeshauptmann Pröll und auch ein Vorstandsmitglied der Notenbank zugegen waren. Da hat der Landeshauptmann diesen Direktor der Notenbank beschimpft und von einer Sauerei gesprochen (Abg. Rädler: Das war auch eine!), die er sich nicht gefallen lasse. Ich zitiere:
Sitzung Nr. 27
Abg. Rädler: Sie hätten Kindergärtner werden sollen!
Jetzt stellen Sie sich Folgendes vor: Viele von Ihnen mögen Kinder haben, und manche von ihnen mögen in diesen Tagen zur Matura antreten. Stellen Sie sich vor, sie treten am Dienstag der Woche zur Mathematik-Matura an (Abg. Rädler: Sie hätten Kindergärtner werden sollen!), bekommen aber die Fragen für die Deutsch-Matura serviert. Würden Sie das als fair erachten? – Nein, Sie würden sagen, da mache ich nicht mit.
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Stellen Sie sich vor, Sie kaufen ein Auto und Sie erfahren durch Zufall, dass der Autohändler die Innenausstattung, ohne Rücksprache mit Ihnen, zu Ihren Ungunsten verschlechtert hat. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Würden Sie dieses Auto übernehmen? Würden Sie diesen Vertrag unterschreiben? – Nein. Wäre das fair? – Nein, Sie würden das ablehnen. (Abg. Wöginger: Was ist das für ein Vergleich?)
Abg. Rädler: Oje! – Abg. Wöginger: Weit weg! Weit weg!
Ich weiß auch nicht, wie es uns dann geht, wenn wir – hoffentlich – irgendwann einmal Regierungsverantwortung haben, aber wir würden es zumindest versuchen. (Abg. Rädler: Oje! – Abg. Wöginger: Weit weg! Weit weg!) Die ÖVP ist seit 1987 in der Regierung. Jedes Jahr seit 1987! (Abg. Strache: Und baut seit damals Schulden ab! Seit 1987 baut sie stetig Schulden ab!) Und die ÖVP hat jedes Jahr seit 1987 gesagt: Wir wollen keine neuen Schulden! – Seit 1987! (Abg. Wöginger: Ohne ÖVP wärst du gar nicht da!) Und Sie haben jedes Jahr ganz verlässlich neue Schulden gemacht. Und Sie legen heuer wieder neue Schulden drauf im Ausmaß von 3,6 Milliarden €. Das ist
Abg. Rädler: Haselsteiner! Oligarchenpartei!
Der Brief von Herrn Ditz, dem Hypo-Aufsichtsratspräsidenten, legt das ganz klar dar. Der hat Ihnen das vor einem Jahr gesagt. (Abg. Rädler: Haselsteiner! Oligarchenpartei!) Sie haben gesagt: Das ignorieren wir, uns ist wichtig, dass wir im September gut durchs Ziel kommen, ob das 2 Milliarden mehr kostet oder nicht, ist uns egal, es zahlt eh ein anderer! – Der Steuerzahler brennt wie ein Luster! Sie schnüren den Unternehmerinnen und Unternehmern die Luft zum Atmen ab! (Beifall bei den NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Die Familien tun sich schwer. Das Geld hat nicht mehr die Kaufkraft, die es vor ein paar Jahren hatte, auch die Einkommen nicht.
Abg. Rädler: Der Herr Oberlehrer!
Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Dr. Vetter. – Bitte. (Abg. Rädler: Der Herr Oberlehrer!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Die Gutmenschen!
Eines möchte ich zum Schluss noch loswerden, weil es mich persönlich und als Obmann des Verfassungsausschusses ganz besonders aufregt und ich es nicht erwartet habe, dass es aus dieser Ecke kommt – und da sind die Grünen angesprochen –: Ich halte es für mehr als befremdlich, nicht rechtskräftig Verurteilte an den öffentlichen Pranger zu stellen (Ruf bei der ÖVP: So ist es!) und der öffentlichen Kritik auszusetzen in einem Wahlkampf und somit unser Gerichtswesen zu unterlaufen (Ruf bei der ÖVP: Genau!), Vorverurteilungen vorzunehmen – und ich bin nicht der Verteidiger von Strasser; jeder weiß, wie ich zu ihm gestanden bin –, Leute ihrer Menschenrechte zu berauben (Ruf bei der SPÖ: Menschenwürde!) und Leute ihrer Menschenwürde zu berauben. Davon sollten Sie sich einmal verabschieden, von diesem Verfolgen, davon, diese bis in die persönlichen Verletzungen hineingehenden öffentlichen (Abg. Fekter: Diffamierungen!) Verurteilungen durch die Medien durchführen zu lassen! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Die Gutmenschen!)
Abg. Rädler – in Richtung Grüne –: Gutmenschen!
Das ist auch eingerissen in den Untersuchungsausschüssen, dass man Zeugen medial vernichtet hat. (Abg. Rädler – in Richtung Grüne –: Gutmenschen!) Das ist eine Form der Verletzung der Menschenwürde und der Menschenrechte. Aber auf alle Fälle ist es moralisch bedenklich. Und gerade die Oberlehrer der Moral, die immer mit dem Zeige-
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Auch die aktuelle Debatte um das Life-Ball-Plakat zeigt eindeutig auf, wo Grenzen der Kunst sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) In jeder Trafik, in jeder Tankstelle wird darauf geachtet, dass pornographische Darstellungen nicht an Kinder kommen. Wenn es um die Freiheit der Kunst geht, dann ist alles erlaubt, wo sonst das Gesetz die Hand darüber hält. Das ist ein Zustand, der so nicht zu halten ist (Beifall bei der FPÖ), denn sonst käme nämlich der Nächste auf die Idee, zu sagen: Na ja, Steuerhinterziehung – wenn es ein Künstler macht, der in Niederösterreich ein Schloss bewohnt – ist vielleicht auch nur Aktionskunst! Der Nächste sagt: Ich bin Künstler, ich mache jetzt einen kurzen Banküberfall, da wird sogar mit der Videokamera in der Bank gefilmt – das ist Videokunst! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Die Rednerin positioniert sich mit dem Rahmen so vor der Regierungsbank, dass sie gemeinsam mit Bundesminister Kurz darin zu sehen ist. – Heiterkeit. – Ein Abgeordneter der Grünen macht ein Foto mit seinem Smartphone. – Abg. Rädler: Jetzt wird es lächerlich! – Ruf bei der ÖVP: Die Rede- und Fotozeit ist abgelaufen! – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Windbüchler-Souschill.
Zum Schluss möchte ich Ihnen gerne noch den Rahmen zeigen, den die Globale Verantwortung allen Abgeordneten zur Verfügung gestellt hat. (Die Rednerin hält den Rahmen so in die Höhe, dass sie von diesem umrahmt wird.) Es geht ganz klar um die Kürzung der Entwicklungszusammenarbeit, es geht ganz klar um die Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds. (Ruf bei den Grünen: Mit dem Herrn Minister zusammen! – Bundesminister Kurz: Da wollen wir aber ein Foto!) – Mit dem Rahmen, gemeinsam? (Abg. Matznetter: Da wird er aber aus dem Rahmen fallen!) – Er wird aus dem Rahmen fallen? Nein, ich halte es ihm vor! (Die Rednerin positioniert sich mit dem Rahmen so vor der Regierungsbank, dass sie gemeinsam mit Bundesminister Kurz darin zu sehen ist. – Heiterkeit. – Ein Abgeordneter der Grünen macht ein Foto mit seinem Smartphone. – Abg. Rädler: Jetzt wird es lächerlich! – Ruf bei der ÖVP: Die Rede- und Fotozeit ist abgelaufen! – Beifall bei den Grünen für die das Rednerpult verlassende Abg. Windbüchler-Souschill.)
Abg. Rädler: Was denn?
Abgeordneter Walter Rauch (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrte Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Frau Minister Mikl-Leitner, es ist unschwer zu erkennen, ich habe ein Geschenk für Sie dabei. (Abg. Rädler: Was denn?)
Abg. Rädler: FPÖ?
Wir Freiheitliche haben diesbezüglich eine Unterschriftenaktion gestartet. Dazu begrüße ich auch auf der Besuchergalerie den SPÖ-Bürgermeister Adolf Meixner und seinen Gemeinderat Hofrat Dipl.-Ing. Wolf Chibidziura, der uns allein aus seiner Heimatgemeinde 1 500 Unterschriften mitgebracht hat. Insgesamt haben wir 10 000 Unterschriften für die Aktion „NEIN zur Schließung von Polizeidienststellen!“ gesammelt. (Abg. Rädler: FPÖ?)
Abg. Rädler: Was war da?
Was auch noch wichtig ist: Bereits am 11. April dieses Jahres – bereits am 11. April, weil Sie so tun, als ob die Sache so brandheiß wäre (Abg. Rädler: Was war da?) – war ein Oberstaatsanwalt in der Justizanstalt und hat dort die entsprechenden Ermittlungen aufgenommen. Das war am 11. April. Heute ist der 21. Mai. (Abg. Rädler: Redezeit!)
Abg. Rädler: Redezeit!
Was auch noch wichtig ist: Bereits am 11. April dieses Jahres – bereits am 11. April, weil Sie so tun, als ob die Sache so brandheiß wäre (Abg. Rädler: Was war da?) – war ein Oberstaatsanwalt in der Justizanstalt und hat dort die entsprechenden Ermittlungen aufgenommen. Das war am 11. April. Heute ist der 21. Mai. (Abg. Rädler: Redezeit!)
Abg. Rädler: Das stimmt ja gar nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Noch ein Wort zum Schuldenniveau, das immer wieder mit der Hypo in Zusammenhang gebracht wird. Ich möchte nur sagen: Die ÖVP ist seit 1945 bis jetzt, 2014, immer in der Regierung – 69 Jahre! (Abg. Rädler: Das stimmt ja gar nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie haben elf Mal den Minister für Finanzen gestellt, die SPÖ sieben Mal und die FPÖ gerade einmal 3 Jahre. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo waren Sie in den siebziger Jahren?!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo waren Sie in den siebziger Jahren?!
Noch ein Wort zum Schuldenniveau, das immer wieder mit der Hypo in Zusammenhang gebracht wird. Ich möchte nur sagen: Die ÖVP ist seit 1945 bis jetzt, 2014, immer in der Regierung – 69 Jahre! (Abg. Rädler: Das stimmt ja gar nicht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie haben elf Mal den Minister für Finanzen gestellt, die SPÖ sieben Mal und die FPÖ gerade einmal 3 Jahre. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Wo waren Sie in den siebziger Jahren?!)
Abg. Rädler: Wirtschaftliches Verständnis ist nicht notwendig!
Wir SozialdemokratInnen wollen zum Beispiel eine verpflichtende Frauenquote für Aufsichtsräte, und zwar europaweit (Beifall bei der SPÖ), denn was in Norwegen trotz großer Anfangsskepsis hervorragend funktioniert hat, das wird auch für das restliche Europa funktionieren. (Abg. Rädler: Wirtschaftliches Verständnis ist nicht notwendig!) Es wird die Wirtschaft bereichern, weil Frauen neue Problemlösungen anbieten, die die Männer nicht einmal andenken.
Abg. Rädler: Kinderbetreuung ist uns was wert!
Was kommt dazu? Heute beschließen wir das Budget. Ein wesentlicher Partner, der davon betroffen ist, sitzt nicht am Verhandlungstisch, der ist auch in den letzten Wochen und Monaten nicht am Verhandlungstisch gesessen, das sind nämlich die Gemeinden. Beschließen wir jetzt zum Beispiel, im schulischen Bereich die Nachmittagsbetreuung auszuweiten oder die vorschulische Erziehung zu verbessern, trifft das auch immer die Gemeinden. Ideologisch möchte ich das gar nicht diskutieren, denn das rote Licht blinkt schon wieder und meine Redezeit ist gleich vorbei. Aber was bedeutet das? – Eine Ausweitung der Nachmittagsbetreuung bedeutet zum Beispiel für die Gemeinden, dass sie zusätzliches Personal für die Kindererziehung zur Verfügung stellen müssen und dafür maximal 50 Prozent Kostenersatz vom Land bekommen. (Abg. Rädler: Kinderbetreuung ist uns was wert!)
Abg. Rädler: Dann wählen sie Sie nicht!
Abschließend: Herr Kollege Wöginger, ich brauche keine Wahlaufforderung zu machen, die Zuseher an den Bildschirmen, die wissen genau, was sie wählen, die brauchen sich nur die Debattenbeiträge anzuschauen! (Abg. Rädler: Dann wählen sie Sie nicht!) Herr Kollege Wöginger, deine Aussage gestern war aus meiner Sicht – Entschuldigung – letztklassig! Die Vereine vor Ort zu vereinnahmen und zu sagen, die ÖVP ist die Partei der Vereine, ist letztklassig. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Hammer: Das stimmt ja! – Demonstrativer Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Oje! – Abg. Auer: Der will wieder die Grundsteuer! – Ruf: Wie schlecht ist die Welt?!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Rossmann. – Bitte. (Abg. Rädler: Oje! – Abg. Auer: Der will wieder die Grundsteuer! – Ruf: Wie schlecht ist die Welt?!)
Abg. Rädler: Das sollten Sie wissen!
Daher, Herr Finanzminister, frage ich Sie noch einmal: Welche Annahmen haben Sie Ihrem Brief nach Brüssel zugrunde gelegt, wenn Sie der Meinung sind (Abg. Rädler: Das sollten Sie wissen!), dass aufgrund einer besseren Konjunkturentwicklung 300 Millionen € zusätzlich bei den Lohnsteuereinnahmen, bei den Sozialversicherungsbeiträgen, aber auch bei den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und beim Familienlastenausgleich drinnen sind? (Abg. Rädler: Schlusswort!)
Abg. Rädler: Schlusswort!
Daher, Herr Finanzminister, frage ich Sie noch einmal: Welche Annahmen haben Sie Ihrem Brief nach Brüssel zugrunde gelegt, wenn Sie der Meinung sind (Abg. Rädler: Das sollten Sie wissen!), dass aufgrund einer besseren Konjunkturentwicklung 300 Millionen € zusätzlich bei den Lohnsteuereinnahmen, bei den Sozialversicherungsbeiträgen, aber auch bei den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und beim Familienlastenausgleich drinnen sind? (Abg. Rädler: Schlusswort!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es hat aber überhaupt keine Notwendigkeit bestanden, diesen Antrag – übrigens ohne die Worte „parlamentarische Untersuchungsausschüsse“, ohne die Klarstellung, dass die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses Minderheitsrecht wird und damit zu erwarten ist, dass mehr auf uns zukommt – jetzt einzubringen. Es wäre sinnvoll gewesen, diesen Antrag im Rahmen der Verhandlungen und des Abschlusses der Verhandlungen über das Minderheitsrecht einzubringen (Zwischenruf des Abg. Rädler) – das haben wir auch klar gesagt –, in welcher Größenordnung auch immer. – Guter Zwischenruf, Herr Kollege Rädler! Manchmal ist es nicht so gescheit, zu rufen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es hat aber überhaupt keine Notwendigkeit bestanden, diesen Antrag – übrigens ohne die Worte „parlamentarische Untersuchungsausschüsse“, ohne die Klarstellung, dass die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses Minderheitsrecht wird und damit zu erwarten ist, dass mehr auf uns zukommt – jetzt einzubringen. Es wäre sinnvoll gewesen, diesen Antrag im Rahmen der Verhandlungen und des Abschlusses der Verhandlungen über das Minderheitsrecht einzubringen (Zwischenruf des Abg. Rädler) – das haben wir auch klar gesagt –, in welcher Größenordnung auch immer. – Guter Zwischenruf, Herr Kollege Rädler! Manchmal ist es nicht so gescheit, zu rufen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 30
Abg. Rädler: Was ja wahr ist!
Wir werden im Pensionsbereich nicht auslassen, weil wir NEOS die kleinen Pensionen weiter erhöhen wollen. Sie werden jetzt wieder das Lied singen, dass wir die Pensionsräuber sind. Das bringen Sie gut unter die Menschen: Ich stehe beim Interspar, da werde ich von hinten „überfallen“, und dann kommen zwei Verdrehungen, nämlich erstens, dass wir Kirchenfresser seien (Abg. Rädler: Was ja wahr ist!) – Verdrehung von der ÖVP – und zweitens, dass wir Pensionsräuber seien – Verdrehung von der SPÖ –, und beides ist natürlich nicht wahr, beides stimmt nicht, sondern wir wollen die kleinen Pensionen weiter erhöhen, denn das ist nur fair. Wir wollen sie an die Inflation anpassen, aber wir sind nicht bereit, den Privilegienstadl zu decken, der über Jahrzehnte gewachsen ist, und wir sind nicht bereit, in den Klub der Besitzstandswahrer einzutreten. Wir NEOS werden da keine Mitgliedschaft lösen, das machen wir nicht. (Abg. Schwentner: Sie stimmen aber zu!)
Abg. Rädler: Die NEOS, ja, Pastafari!
Herr Minister, ich weiß, Sie werden jetzt natürlich berichten, alles wird gut, alles ist gut unterwegs, es gibt keine Probleme, wir haben alles in der Hand. (Abg. Rädler: Die NEOS, ja, Pastafari!) Es sind nicht die NEOS alleine, die sagen, da stimmt etwas nicht. Wenn Sie sich die Meinungen von Experten anschauen, dann werden Sie sehen, dass sich die alle mit unseren Sachanalysen decken. Nehmen Sie zum Beispiel die Bertelsmann Stiftung: Die sagt, wir haben einen Reformstau, und zwar insbesondere bei den Pensionen. (Zwischenruf des Abg. Katzian.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Glawischnig-Piesczek. – Abg. Rädler: Was lernen wir daraus? Einen gescheiten Geschäftsführer!
Wir alle, wie wir hier sind, wollen zu jeder Tages- und Nachtzeit bestens bedient werden, und selbstverständlich muss alles zur Verfügung stehen. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abg. Glawischnig-Piesczek. – Abg. Rädler: Was lernen wir daraus? Einen gescheiten Geschäftsführer!)
Abg. Rädler: War’s eh nicht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, sind das jetzt alles schon Beschlüsse gewesen, die Sie aufgezählt haben? Wenn nicht, wäre es keine tatsächliche Berichtigung gewesen. (Abg. Rädler: War’s eh nicht!)
Abg. Rädler: Sie können den Kollegen berichtigen! – Abg. Vetter – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, nein, danke!
Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Dr. Vetter zu Wort gemeldet. – Nein, Entschuldigung, keine tatsächliche Berichtigung, Sie sind als Debattenredner zu Wort gemeldet. Redezeit: 9 Minuten. – Bitte. (Abg. Rädler: Sie können den Kollegen berichtigen! – Abg. Vetter – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, nein, danke!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber was an dieser Debatte überhaupt eine reine Augenauswischerei ist, ist, wie die Debatte geführt wird. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ich bin dann zu alt. Wissen Sie, bis wir dann dran sind, sind wir zu alt. Sie wahrscheinlich auch. Sie werden dann diesem Hohen Haus wahrscheinlich auch nicht mehr angehören. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sprechen Sie mit den Menschen, meine Damen und Herren, sprechen Sie aber mit den Richtigen, nicht mit Ihren Proporzbeamten oder Spitzenpolitikern! (Ruf bei der ÖVP: Na, na, na! – Zwischenruf des Abg. Schönegger.) Sprechen Sie mit dem Durchschnittsverdiener, Herr Bürgermeister Rädler (Zwischenruf des Abg. Rädler), sprechen Sie mit einem der 400 000 Arbeitslosen, sprechen Sie mit einem Teilzeitbeschäftigten, sprechen Sie mit einer alleinerziehenden Mutter! Gehen Sie hinaus, fragen Sie die Menschen, wie viel am Ende des Monats im Geldbörsel übrig bleibt! Da kriegen Sie die richtigen Antworten; aber Sie wollen das gar nicht wissen, denn Sie sind ja nicht davon betroffen, und Ihre Klientel ist bestens versorgt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!
Abgeordnete Mag. Dr. Angelika Rosa Mlinar (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Spoštovane dame in gospodje! (Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!) Die Analyse haben wir jetzt gehört, und ich habe mit großer Freude vernommen, dass die Koalitionspartner offensichtlich doch einer Meinung sind. (Abg. Lopatka: Abschiedsrede!) – Ja, Herr Lopatka, Sie haben das ganz richtig erfasst; danach sind Sie mich los. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Mag. Dr. Angelika Rosa Mlinar (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Frau Staatssekretärin! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Spoštovane dame in gospodje! (Abg. Rädler: Auf Wiedersehen!) Die Analyse haben wir jetzt gehört, und ich habe mit großer Freude vernommen, dass die Koalitionspartner offensichtlich doch einer Meinung sind. (Abg. Lopatka: Abschiedsrede!) – Ja, Herr Lopatka, Sie haben das ganz richtig erfasst; danach sind Sie mich los. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Na und wie oft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Herr Kollege Prinz, du hast gerade behauptet, dass ich oft meine Meinung geändert hätte. (Abg. Rädler: Na und wie oft! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Bitte zuhören!
Abg. Rädler: Du warst auch einmal beim BZÖ!
Nur kurz zur Veranschaulichung, warum ich mich noch einmal melde: Frau Gessl-Ranftl hat erwähnt (Abg. Rädler: Du warst auch einmal beim BZÖ!) – Wenn du dich informiert hättest, dann müsstest du wissen, dass ich niemals beim BZÖ war. – Verstehst? So schaut es aus, gell! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Ein Wort!
Wir haben, was ich noch ganz kurz ansprechen möchte, diese Ersatz-, Pseudoersatzveranstaltung für den notwendigen Untersuchungsausschuss, die Griss-Kommission. Wir wissen ja erstens schon, dass sie ohne Rechtsgrundlage agiert. Wir wissen zweitens, dass sie intransparent ist: Es wird dort nämlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit ermittelt, ganz im Gegensatz zu anderen Ländern, wo das auch öffentlich geschieht, vor allem die Einvernahme von Auskunftspersonen und Zeugen. (Abg. Rädler: Ein Wort!)
Sitzung Nr. 32
Abg. Rädler: Herr Haselsteiner!
Wir verhandeln heute das Sondergesetz zur Hypo Alpe-Adria, diese Abbaulösung, die jetzt zur Umsetzung kommt. Das ist natürlich ein Thema, das uns noch viele Jahre lang beschäftigen wird. Wir NEOS sind als Bürgerbewegung, als Bürgerinnenbewegung hier ins Parlament gekommen, wir werden auch eine solche bleiben. (Abg. Rädler: Herr Haselsteiner!) Und unser Ziel ist es, dass wir eine Mentalitätsreform in diesem Land machen – eine Mentalitätsreform entlang unserer tragenden Kernwerte: Wir wollen die Eigenverantwortung in diesem Land stärken. Wir wollen die Freiheit stärken. Und wir wollen die Nachhaltigkeit stärken.
Abg. Rädler: Kärnten, Haider!
Der Haircut kommt zu spät, er ist viel zu gering! Für die Steuerzahler ist das nachweislich die schlechteste Lösung. Aber das ist kein Wunder, weil Sie sehen sowieso den Steuerzahler in allen Bereichen immer nur als Melkkuh. (Abg. Rädler: Kärnten, Haider!)
Abg. Rädler: Na hallo!
Dazu kommt noch etwas. Wer hat denn geglaubt, dass Kärnten jemals wirklich haften könnte? Selbst wenn man annimmt, dass ein Konkursverfahren über das Land Kärnten eröffnet werden würde – da gibt es nichts zu holen! Was reden Sie da eigentlich? Wenn Ihnen das ein so großes Anliegen gewesen wäre, warum haben Sie nicht im Dezember 2009 gleichzeitig mit dieser sogenannten Notverstaatlichung – die ja gar keine war – ein Insolvenzrecht für Bundesländer beschlossen? Der Antrag ist hier im Haus gelegen, wir haben ein paar Tage vor der Notverstaatlichung alles erhoben. Da wir schon gewusst haben, was Sie für einen Blödsinn machen werden (Abg. Rädler: Na hallo!) – natürlich –, haben wir diesen Antrag gestellt, und Sie haben ihn abgelehnt. (Beifall bei Grünen und NEOS sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Sind Sie Politikerin?
Die Rechtsanwälte reiben sich schon die Hände in Hinblick auf diese Geschäfte, die sie da jetzt machen können. Aber auch die Hedgefonds kaufen jetzt schon, wahrscheinlich um 10 Prozent, zu wirklich guten Preisen diese Papiere mit der Landeshaftung auf, um dann fette Gewinne auf Kosten der Steuerzahler zu machen. Die Hedgefonds und die Spekulanten, die internationalen Investoren sind nämlich aus einem anderen Holz geschnitzt als die Politiker – die halten sich an die Gesetze, die die meisten österreichischen Politiker gar nicht kennen. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Sind Sie Politikerin?)
Abg. Rädler: Was sind Sie? Sind Sie Politikerin?
Man könnte fast meinen, dass Österreich so irrtümlich zu einem Superspekulantenmekka wird, so wie das auch schon in Salzburg, in Linz und in Wien erfolgreich vorgezeigt wurde. (Abg. Rädler: Was sind Sie? Sind Sie Politikerin?) Wenn das Geld einmal wegspekuliert ist, dann führt man schnell die sogenannte Millionärssteuer ein, die zur Massensteuer wird, um die Budgetlöcher zu stopfen.
Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Es geht ja nicht nur um die Hypo, wenn wir bei dem Beispiel bleiben, sondern da gibt es diese großartige Idee vom Müttergeld und vom Jugendtausender und von anderen Großartigkeiten, deren Finanzierung für den jeweiligen Landesfürsten überhaupt kein Problem und keine Frage darstellt. (Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: ganz was anderes!
Zum Zweiten wurde jetzt gerade gesagt: Na stellen Sie sich vor, wenn das Land in Insolvenz ist, dann kommt irgendein Verwalter oder sagt irgendjemand, wie das Land zu führen ist. – Na haben wir nicht einen Stabilitätspakt abgeschlossen? Haben Sie das nicht auch unterschrieben? Ist das nicht genau dasselbe, wenn Österreich gewisse Kriterien nicht erfüllt, dass wir dann von der Europäischen Union Vorgaben bekommen, wie wir zu verfahren haben? (Abg. Rädler: ganz was anderes!) – Ganz was anderes? – Überhaupt nichts anderes! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Lugar.)
Abg. Rädler: ganz was anderes!
Das setzt ja viel früher ein, da brauchen wir ja gar nicht in Insolvenz zu gehen, sondern da brauchen wir nur eine gewisse Neuverschuldung des BIP, völlig willkürlich (Abg. Rädler: ganz was anderes!) Jedenfalls geht es in genau diese Richtung.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn man davon spricht, dann spricht man da von einem absoluten Sonderrecht. Das heißt, wir reden von Insolvenz, meinen damit aber eben nicht die Insolvenzordnung im eigentlichen Sinn, wie sie jetzt vorliegt, sondern es geht darum, dass man über folgende Frage nachdenkt: Wie schafft man es, dass man einerseits sehr wohl Verantwortlichkeit durchsetzt, dass aber andererseits die für die Daseinsvorsorge, für die Grundversorgung der Bevölkerung notwendigen Dinge pfändungssicher sind? Das muss natürlich klar sein, denn der Teufel wurde heute schon mehrmals an die Wand gemalt: dass dann alles stillsteht und dass dann überhaupt nichts mehr funktioniert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Da sind ja Sie Experte!
Nun zur Frage des Insolvenzrechts für Länder und Gemeinden: Werfen wir zunächst einen Blick auf die Gemeinden! (Abg. Rädler: Da sind ja Sie Experte!) Es hat schon insolvente Gemeinden gegeben, und diese sind auf Basis der Exekutionsordnung abgewickelt worden. Ich meine, Herr Bundesminister, wenn Sie sagen, dass Exekutionsverfahren immer kompliziert und aufwendig sind, dann sage ich: no na! – auch in der Privatwirtschaft; aber dort gibt es selbstverständlich ein Insolvenzrecht. Und ich sehe überhaupt nicht ein, dass es nur deshalb, weil es Schwierigkeiten gibt, kein Insolvenzrecht für Länder geben soll.
Abg. Rädler: Redezeit!
Herr Minister Brandstetter, Sie haben ein paar Probleme angesprochen, die einem Insolvenzrecht entgegenstehen. (Abg. Rädler: Redezeit!) Da frage ich mich: Warum legen Sie denn keine Lösung vor? Das wäre doch genau der Anreiz dafür, dass Sie eine Lösung vorlegen. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 34
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Großer Österreicher!
mutig voran in digitale Zeiten! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Großer Österreicher!)
Abg. Rädler: FPÖ-Verantwortung!
Wir haben hier eine Verantwortung als Opposition (Abg. Rädler: FPÖ-Verantwortung!), noch dazu auch im Hinblick darauf, dass Sie unglaubliche Beraterhonorare ausgezahlt haben, über 450 Millionen € Beraterhonorare. Das ist noch lange nicht das Ende, wir werden wahrscheinlich noch mit weiteren zig Millionen Euro Beraterhonoraren konfrontiert sein. Ich frage mich: Welche tollen Berater sind das, die den teuersten Schaden für den Steuerzahler angerichtet haben und dafür auch noch über 450 Millionen € kassieren? (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Fekter, Wöginger und Rädler.
Sie sind mitverantwortlich – und dann stellen Sie sich bei einem Zeitungsinterview hin und kritisieren den heutigen Finanzminister. (Zwischenrufe der Abgeordneten Fekter, Wöginger und Rädler.) Sie haben ihm das ja eingebrockt! Und heute tun Sie so, als hätten Sie nichts dafür gekonnt. Dann stellen Sie sich scheinheilig hin und geben unserem Vorschlag einer geordneten Insolvenz recht, anstatt den Mut zu haben, uns hier einmal zuzustimmen. Nicht dann im Nachhinein immer mutig sein, sondern hier im Haus könnten Sie heute mutig sein und einmal eine geheime Abstimmung möglich machen, wenn es um die Abbaugesellschaft geht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Oh!
„Strache: Hypo Alpe-Adria: Haider ist voll und ganz verantwortlich“ (Abg. Rädler: Oh!)
Abg. Rädler: Na schau!
„Haider könne sich nicht einfach abputzen und aus der Affäre ziehen, betonte Strache.“ (Abg. Rädler: Na schau!)
Abg. Rädler: Wahnsinn!
Die größte Chuzpe dabei ist im Übrigen, dass die Kärntner Politiker noch Haftungsprovisionen in Millionenhöhe kassiert haben für eine Haftung, für die sie im Normalfall niemals geradestehen können. Da frage ich, vielleicht findet sich auch der eine oder andere in unserem Parlament, der sich bereit erklärt, für die Schulden der gesamten Republik zu haften? Oder vielleicht gibt es unter Ihnen, sehr geehrte Steuerzahler vor dem Fernseher oder hier im Haus, den einen oder anderen, der bereit ist, zu haften – wohl wissend, dass er ohnehin nicht haften muss. (Abg. Rädler: Wahnsinn!) Bitte geben Sie Ihre Bankverbindung der Regierung bekannt, Sie bekommen womöglich eine Haftungsprovision. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich fürchte aber, wie immer wird die Lösung einfach sein, die Steuern zu erhöhen, neue Steuern einzuführen, um die Budgetlöcher zu stopfen. Die nächste Steuer wird wahrscheinlich die sogenannte Millionärssteuer sein, die Sie so nennen, und diese wird sich als Massensteuer entpuppen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Da sagen wir aber ganz klar: Wir vertreten die fleißigen und hart arbeitenden Menschen in unserem Land. Es ist ja praktisch unmöglich geworden, sich in Österreich ein Vermögen zu erwirtschaften (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), aber wenn das jemandem gelingt, dann: Finger weg von diesem Geld! Lassen Sie die Menschen arbeiten, lassen Sie sie etwas verdienen und schröpfen Sie sie nicht, sie werden ohnehin schon ausgepresst wie Zitronen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir NEOS sind auch mit dem Anspruch, mit der regelmäßigen gegenseitigen Beschädigung aufzuhören, in die Politik gegangen, zwar kritisch zu sein, sachlich zu kritisieren, wenn es notwendig ist, aber vor allem konstruktiv zu sein, unsere konstruktiven Lösungsvorschläge in der Sache einzubringen. Daher haben wir im Mai, ich erinnere daran, eine Insolvenzrechnung vorgelegt, um das Horrorszenario zu widerlegen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nein!
Ich habe gehört, dass mittlerweile schon Interesse aus dem Finanzministerium angemeldet worden ist, wir stellen das Gutachten natürlich gerne zur Verfügung (Abg. Rädler: Nein!), aber die Argumentation, die dahintersteckt, ist eigentlich gar nicht so schwierig. Das ist auch für Nichtjuristen verständlich, und daher möchte ich Ihnen, weil ich davon ausgehe, dass Sie nicht alle bei unserer gestrigen PK anwesend waren, das nicht vorenthalten. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Abg. Rädler: Werden Sie uns gleich sagen!
Was sind die Konsequenzen, was sind die politischen Konsequenzen? (Abg. Rädler: Werden Sie uns gleich sagen!) – Diese Rechtfertigung – wie gesagt, die Landeshaftungen waren das Fundament der Argumentation der Bundesregierung – fällt weg. Dieses Fundament für die gesamte Argumentation für die Notverstaatlichung, gegen die Insolvenz und für dieses heutige Sondergesetz bricht in sich zusammen!
Abg. Rädler: Danke, Jörg! – Ruf bei der ÖVP: Danke, FPÖ!
Stellen Sie sich nur vor, Sie würden ein Grundstück erben, ein wunderschönes Grundstück. Sie freuen sich darüber. Dann blicken Sie in den Grundbuchsauszug und sehen: Da ist eine Hypothek drauf, die 25-mal höher als der Wert des Grundstücks ist! – Genau so ist das, das war der Kärntner Deal. Das ist kein guter Deal, meine Damen und Herren, das darf man ein für alle Mal festhalten! (Abg. Rädler: Danke, Jörg! – Ruf bei der ÖVP: Danke, FPÖ!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das ist nur pseudolustig! Das ist nicht gelungen!
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich höre aus dem ÖVP-Sektor immer das Wort „Jörg“. Ich habe nicht gewusst, dass Josef Pröll mit Zweitnamen Jörg heißt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Das ist nur pseudolustig! Das ist nicht gelungen!)
Abg. Rädler: Ihr, Herr Kollege!
Aber die ÖVP leidet sowieso unter einer Gedächtnislücke, ich würde sagen, unter einer gewissen Hypo-Amnesie, weil sie die Jahre 2006 bis 2014 verdrängt. Ich würde sogar sagen: Was Sie hier machen, ist politischer Autismus. Sie wollen die Wahrheit einfach nicht zur Kenntnis nehmen. (Abg. Rädler: Ihr, Herr Kollege!) Ja, Sie wollen es nicht zur Kenntnis nehmen. Wir haben uns immer zu den Fehlern, die Jörg Haider in der Vergangenheit gemacht hat, bekannt. Aber Sie lehnen für die Jahre 2006 bis 2014 ab, dass die überhaupt in irgendeiner Weise untersucht werden.
Abg. Rädler: Professor!
Es gibt eine Illusion, die letzte Illusion, die Kollege Rossmann hier zu verbreiten versucht hat. (Abg. Rädler: Professor!) – Er ist Professor, Herr Bruno Rossmann? Herr Mag. Rossmann, das wusste ich nicht. Schade, dass ich zur Verleihung des Titels nicht eingeladen war. Aber zurückkommend zur Sache selber: Die letzte Illusion, die Kollege Rossmann hier zu verbreiten versucht hat, lautete, man könne eine Bank ein Jahr lang mit Geschäftsaufsicht führen, und es würde nichts passieren.
Abg. Rädler: Ein Witzbold!
Abgeordneter Matthias Köchl (Grüne): Geschätzte Damen! Geschätzte Herren! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher auch vor den Fernsehapparaten und hier im Hohen Haus! Anwesende Teilregierung! (Abg. Rädler: Ein Witzbold!) Vor einem Jahr, am 5. Juli 2013, war das Alternative Investmentfonds Manager-Gesetz hier bereits Thema, und vor einem Jahr hat dann auf Initiative von Kai Jan Krainer und von Kollegen Stummvoll das Parlament einen einstimmigen Beschluss gefasst, die Kriterien für Crowdfunding wieder einmal zu hinterfragen.
Abg. Rädler: Gewerkschaftsbund!
Die Frau Staatssekretärin hat es gesagt, wir wollen keine Wettbewerbsverzerrung. Das heißt, jene Unternehmen, die klar und eindeutig alles deklarieren, sollen keinen Wettbewerbsnachteil haben gegenüber denjenigen, die wissen, wie man lukrative Karussells in Bewegung setzt. Es wurden schon viele Möglichkeiten aufgezeigt, wie man seine Gewinne von dort nach da und von hier nach dort verschieben kann. Wenn die Gewinne an einem Unternehmensort steigen, dann erhöht halt der Mutterkonzern plötzlich die Lizenzgebühren, das Geld fließt in den Mutterkonzern und wird dort nicht versteuert. All diese Dinge kennen wir bereits und wir wissen, dass es da noch viel zu tun gibt. Es gibt in Österreich viel zu tun, es gibt in Europa viel zu tun und es gibt international viel zu tun. (Abg. Rädler: Gewerkschaftsbund!)
Abg. Krainer: Kollege Schultes ist auch dafür, dass die Lohnsteuer runtergeht! – Abg. Oberhauser: Nein, das war der Rädler!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Ing. Schultes. – Bitte. (Abg. Krainer: Kollege Schultes ist auch dafür, dass die Lohnsteuer runtergeht! – Abg. Oberhauser: Nein, das war der Rädler!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiezu ihre Zustimmung geben, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist mehrheitlich angenommen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: ... Drohungen!
Trauen Sie sich! Trauen Sie sich, aus den möglichen Kompromissen auszusteigen, die sich bei den Verhandlungen anbahnen. Na, den heißen Herbst, den können Sie haben, und den werden Sie auch bekommen. (Abg. Rädler: ... Drohungen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Also eine schöne Sache, eine gute Sache (Zwischenruf des Abg. Rädler) – jedenfalls für Demokratie, Transparenz und Aufklärung.
Abg. Rädler: Partei! Partei und nicht Bürgerbewegung!
Und ich möchte ein drittes Mal Danke sagen: 250 000 Bürgern und Bürgerinnen in diesem Land, die diese Petitionen für einen Untersuchungsausschuss in Sachen Hypo Alpe-Adria unterschrieben haben. Das freut uns NEOS als Bürgerbewegung ganz besonders. (Abg. Rädler: Partei! Partei und nicht Bürgerbewegung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Werte Damen und Herren, man macht es sich einfach zu leicht – zu leicht! –, wie das hier immer wieder getan wird – deswegen habe ich mich auch noch einmal zu Wort melden müssen –, wenn man eine einzelne Partei in dieser Causa verunglimpft. Man macht es sich zu leicht und man macht es sich auch seitens der Bundesregierung zu einfach, indem man seit Jahren ein ganzes Bundesland verunglimpft. Man macht es sich seitens der Regierungsfraktionen auch viel zu einfach, wenn man meint, mit dem Finger auf eine Person zeigen zu müssen, die sich nicht einmal mehr wehren kann, weil sie mittlerweile verstorben ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Geschätzte Damen und Herren, gerade dieser Zwischenruf bei meinen Ausführungen zeigt in seiner Art und Weise einen sehr schändlichen Zugang zu dieser Thematik, Herr Kollege, das muss ich schon sagen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Eßl hält eine Tafel mit der Aufschrift „HYPO KÄRNTEN: DANKE FPÖ“ in die Höhe.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Weigerstorfer. – Abg. Rädler: Österreich braucht weniger Grüne! – Abg. Kogler: Mein Gott!
Wenn Österreich wieder Umweltvorreiterland werden soll, dann braucht es die Zustimmung zu diesem Antrag, und darum ersuche ich. Und ich bin der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Weigerstorfer. – Abg. Rädler: Österreich braucht weniger Grüne! – Abg. Kogler: Mein Gott!)
Sitzung Nr. 36
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Geschätzte Damen und Herren, es kann und darf nicht sein, dass Praktikanten nach Absolvierung der Ausbildung in prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt werden, um gewissen arbeitsrechtlichen Bestimmungen zu entgehen. Es ist die Aufgabe von uns, es ist die Aufgabe der Politik, dem entgegenzuwirken, und ich kann sagen, die SPÖ ist hier auf der Seite der Praktikanten, damit solche Situationen abgeschafft werden. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Auer: Nein, dann ist das ein Futter...! – Abg. Rädler: Keine Ahnung!
2013: 44 899 721 Kilo Lebendschweine – das wurde in Kilo gemessen, wie viele auch immer das sind. Wir haben auch gerechnet: Pro Schwein sind das so ungefähr 200 Kilo, das macht 224 000 ... (Zwischenrufe bei der ÖVP: Zu viel! – Abg. Auer: Kollege, 110 Kilo!) – Bitte? (Abg. Auer: 110 Kilo!) – Ich habe mit 200 gerechnet. (Abg. Auer: Nein, dann ist das ein Futter...! – Abg. Rädler: Keine Ahnung!) – Dann ist es ja noch schlimmer, als was ich sagen wollte! Um Gottes willen! Dann habe ich mit 100 doch recht gehabt: Dann sind es fast 500 000 Schweine. Herr Kollege, rechnen Sie einmal mit: 500 000 Schweine kommen nach Österreich herein. Bitte, wie ist denn das tierschutzrechtlich? (Abg. Pirklhuber: Noch mehr!) – Noch mehr?! Das bedeutet noch mehr Tierleid und Tierelend!
Abg. Rädler: Der weiß, wo die Schweine sind! – Abg. Steinbichler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Schauen wir einmal, vielleicht finden wir sie!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Rädler: Der weiß, wo die Schweine sind! – Abg. Steinbichler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Schauen wir einmal, vielleicht finden wir sie!)
Abg. Rädler: BZÖ auch nicht durchgekommen damit!
Herr Katzian, jetzt kommen wir zum Punkt (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein): Ich möchte Ihnen jetzt an einem Beispiel zeigen, wie absurd dieses System mit den Doppelversicherungen ist. (Abg. Rädler: BZÖ auch nicht durchgekommen damit!)
Abg. Rädler: Jetzt geht er dann zu den NEOS! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Ein älteres Ehepaar – er 86, sie knapp 80 (Abg. Rädler: Jetzt geht er dann zu den NEOS! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) –, er ist ASVG-Pensionist, war in einer guten Position in einer Firma, hat sein Leben lang gearbeitet. Da er ein landwirtschaftliches Grundstück in der Größe eines halben Hektars und einen kleinen Wald erworben hat, hat er sich in der Pension als Hobby ein paar Tiere angeschafft. Das heißt, er ist teilweise Selbstversorger, hat ein paar Hühner, ein paar Enten, ein paar Ziegen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ein älteres Ehepaar – er 86, sie knapp 80 (Abg. Rädler: Jetzt geht er dann zu den NEOS! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP) –, er ist ASVG-Pensionist, war in einer guten Position in einer Firma, hat sein Leben lang gearbeitet. Da er ein landwirtschaftliches Grundstück in der Größe eines halben Hektars und einen kleinen Wald erworben hat, hat er sich in der Pension als Hobby ein paar Tiere angeschafft. Das heißt, er ist teilweise Selbstversorger, hat ein paar Hühner, ein paar Enten, ein paar Ziegen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.
ich bitte, diese Aktivitäten einzustellen und dem Redner aufmerksam zuzuhören! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Loacker. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mit uns vom Team Stronach haben Sie die Garantie (Zwischenruf bei der ÖVP), dass Fairness einzieht und dass Gerechtigkeit einzieht, meine Damen und Herren! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Loacker. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Letzter Redner zu diesem Tagesordnungspunkt ist Herr Abgeordneter Schellhorn. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Man kann über die Harmonisierung jetzt stundenlang diskutieren, aber hineinzuschreiben, dass die Ärzte sich selber die Honorare auszahlen – Also bitte, ich bin da gerne dafür, aber der Herr Minister Stöger mag mich halt nicht so und lässt mir da nicht freie Hand. (Heiterkeit.) Und dass das Gesundheitswesen hundertprozentig dem Bürger gehört, also das ist eine No-na-Erklärung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall des Abg. Hagen. – Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Matznetter: Haben Sie jetzt einen Maserati oder nicht? – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bei mir in der Ordination war schon eine ganze Reihe von über 90-jährigen Patienten, die gesagt haben: Herr Doktor, machen Sie mir doch den Chip, ich kann mir das alles nicht mehr merken! So ist die Realität, von der Sie, die meisten von Ihnen, keine wirkliche Ahnung haben. – Danke schön. (Beifall des Abg. Hagen. – Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei der SPÖ. – Abg. Matznetter: Haben Sie jetzt einen Maserati oder nicht? – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Hallo-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum muss er das Land verlassen? Das muss man schon aufklären!
Einen Satz muss man auch noch dazusagen: Herr Dr. Franz hat heute an diesem Rednerpult geschworen, dass es einen Chip geben wird und dass die Gesundheitsmedizin und -versorgung geändert wird. Ich gebe Ihnen einen wirklich netten Rat, Herr Franz: Lassen Sie sich als Erster einen Chip einsetzen, damit die Bürgerinnen und Bürger Sie auch finden, wenn Sie fluchtartig das Land verlassen müssen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Hallo-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum muss er das Land verlassen? Das muss man schon aufklären!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Vielleicht zu Beginn noch einmal die Frage, warum wir diesem Sammelbericht ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ich gehe ein auf den Kollegen, möchte aber vorher klarstellen, dass wir diesmal dem Sammelbericht zustimmen, auch aus Wertschätzung gegenüber Kollegen Pock als Ausschussvorsitzendem, der sich sehr um eine einvernehmliche und gute Arbeitsweise bemüht hat. Ich möchte aber schon auch sagen, dass wir in Zukunft unsere Zustimmung von einer Weiterentwicklung abhängig machen werden. Es ist das jetzt einmal ein Status quo, den wir erreicht
Abg. Rädler: Redezeit!
Die Saatgutrichtlinie der EU ist gestoppt worden, mit dem Engagement der BürgerInnen – ja, das war auch eine Bürgerinitiative. So etwas endzuerledigen, ist richtig, denn wir können sagen: Da ging es um einen Teil eines zivilgesellschaftlichen und politischen Widerstandes. Wir haben das hier im Haus mit eigenen Resolutionen und Anträgen unterstützt, und wir können so etwas im Sammelbericht enderledigen – nur um dazu einige Beispiele zu nennen. (Abg. Rädler: Redezeit!) – Ja, Herr Kollege, das ist durchaus noch möglich.
Sitzung Nr. 37
Abg. Rädler: Oh ja! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Sagen Sie es uns!
Und was geschieht jetzt mit diesem Gesetz, Frau Ministerin a.D. Fekter? – Es werden im Landwirtschafts- und Umweltministerium die Zentralausschüsse zu einem gemacht. Früher gab es einen Zentralausschuss für die Umweltabteilung und einen Zentralausschuss für den Landwirtschaftsbereich. Zu Ihrer Information: Im Landwirtschaftsbereich sind zirka 1 000 MitarbeiterInnen tätig, im Umweltbereich 300 MitarbeiterInnen. Da muss man nicht besonders inside sein in der Politik, um sich vorstellen zu können, wie die Wahlpräferenzen auch bei Personalvertretungswahlen von diesen beiden Gruppen ausschauen. Die sind nicht unbedingt deckungsgleich. Und ich muss hier auch nicht sagen, wer ungefähr in welche Richtung tendiert. (Abg. Rädler: Oh ja! – Weitere Rufe bei der ÖVP: Sagen Sie es uns!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich möchte noch einmal unterstreichen, was das Wesentliche dieses Gesetzes ist. Kollege Pendl hat es hier angedeutet, aber in seiner bescheidenen Art und Weise, glaube ich, nicht so, wie es dem Gesetz wirklich entspricht. In Fachkreisen wird nämlich von einer epochalen Gesetzgebung gesprochen, und das müssen wir, glaube ich, auch hier zur Kenntnis nehmen, meine Damen und Herren. Ich habe die Verhandlungen verfolgen dürfen, und es ist sehr oft an der Kippe gestanden, diese Verhandlungen erfolgreich durchzubringen. Und man muss sagen, Kollege Gerstl und Kollege Pendl haben es letztlich zustande gebracht, unter der wohlwollenden Begleitung des Herrn Bundesministers Ostermayer, dass wir hier und heute dieses Gesetz verabschieden können. Das ist keine Selbstverständlichkeit, daher möchte ich das hier ausdrücklich erwähnen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie der Abgeordneten Rädler und Schönegger.
Ich könnte übrigens auch ein negatives Beispiel geben: Wir könnten dem ORF auch verbieten, dass er gewisse Dinge macht. Ein völlig abstruses, aus der Luft gegriffenes Beispiel wäre zum Beispiel, wenn man dem ORF verbieten würde, irgendwelche Neonazis zu bezahlen und diese zu Parteiveranstaltungen mitzunehmen. Diesbezüglich könnte man auch ein extra Gesetz machen, meine Damen und Herren! (Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie der Abgeordneten Rädler und Schönegger.)
Abg. Rädler – mit ausgebreiteten Armen nach links und rechts weisend –: Hallo!
Das ist das eigentliche Problem: die Verbindung von Politik und ORF. Es fällt niemandem mehr auf, weil alle schon so daran gewöhnt sind, aber die Politik – und eigentlich auch wir tun das jetzt – greift dauernd, permanent steuernd in den ORF ein. Mit großem Aufwand wird ein Stiftungsrat, wird ein Publikumsrat parteipolitisch eingefärbt, und das außerdem nur in Rot und Schwarz, obwohl das die derzeitigen Mehrheitsverhältnisse hier im Parlament gar nicht mehr widerspiegelt. (Abg. Rädler – mit ausgebreiteten Armen nach links und rechts weisend –: Hallo!)
Abg. Rädler: wenn Sie so hin- und herlaufen?
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich werde es kurz machen, denn ich möchte dann wieder zur U-Ausschuss-Gruppe. Ich laufe hin und her. (Abg. Rädler: wenn Sie so hin- und herlaufen?) – Ja. Okay, wir reden nachher darüber.
Abg. Rädler: Die FPÖ gegen die kleine Leute!
Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Stefan. – Bitte. (Abg. Rädler: Die FPÖ gegen die kleine Leute!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Dann sagt es auch! – Abg. Stefan – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Habe ich gesagt!
Ich möchte nur festhalten, dass ich das sehr wohl auseinanderhalten kann und Sie mir da offenbar nicht richtig zugehört haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Dann sagt es auch! – Abg. Stefan – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Habe ich gesagt!)
Abg. Rädler: Zur Sache!
Übrigens, weil Kollege Stefan gesagt hat, die Fachreferenten fallen dann irgendwie unter den Tisch: Das kann ich so auch nicht teilen, weil das der Parlamentsklub entscheidet, wie er die Fachreferenten bezahlt. (Abg. Rädler: Zur Sache!)
Abg. Rädler: Mehr Freiheit ...!
genen Klub, und er kann ebendieses freie Mandat mit der Freiheit und mit der Unabhängigkeit füllen, wie es eigentlich sein sollte. (Abg. Rädler: Mehr Freiheit ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie wissen, wir sind Europameister in der Parteienförderung. Sie wissen, wir sind Vize-Weltmeister, was die Parteienförderung betrifft. Wir wissen alle, dass das größte Problem jetzt nicht unbedingt die Parteienförderung im Bund ist, sondern in den Ländern viel da ist. (Zwischenruf des Abg. Pendl.) Bei den Ländern haben wir ein Problem. Da haben wir keine Gesetzgebungskompetenz, das ist mir vollkommen klar. Man könnte darüber diskutieren, ob man da versucht, auf die einzelnen Ihrer Kollegen in den Ländern auch Druck auszuüben oder sinnvolle Gespräche zu führen; oder sich im Finanzausgleich vielleicht einmal überlegt, dass den Ländern weniger Geld zur Verfügung gestellt wird, dass sie auch einmal darüber nachdenken, wie viel da ist. Es ist mir klar: Das geht im Finanzausgleich nicht, weil dann die Landesfürsten kommen, und so weiter und so fort. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 39
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich sehe hier einen ersten Schritt, weil ich weiß, wie schwer es war, den neuen Finanzminister bei Erwin Pröll durchzusetzen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich sehe hier Morgenluft, dass sich die ÖVP endgültig aus dieser furchtbaren Umklammerung befreien kann und endlich das tut, was ich mir als Staatsbürger wünsche und was sich ganz Österreich wünscht, nämlich endlich wirtschaftliches Denken in diese Regierung zu bringen. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Sitzung Nr. 41
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
in Hinterhöfen und anderen Gebetsräumlichkeiten unterrichtet wird! Der Verfassungsschutz warnt seit Jahren davor. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Hallo?!
Herr Minister, ich sage ganz ehrlich, aufgrund Ihres heutigen Auftritts gibt es, glaube ich, viel Konsens, Sie haben aber aus irgendeinem Grund – vielleicht haben Sie sich auch sozusagen in Ihrer Position weiterentwickelt (Abg. Rädler: Hallo?!) – ein Thema aus dem Paket nicht angesprochen. – Inhaltliche Weiterentwicklung ist nicht falsch, das war positiv gemeint.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Nachbaur und Lintl. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ukraine zu schützen. – Ja, aber in erster Linie haben Sie die Freiheit, Unabhängigkeit und Neutralität Österreichs zu schützen und diesen Weg nicht zu verlassen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Nachbaur und Lintl. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Podgorschek.
Ich sage, diese undiplomatische Haltung, die da eingeschlagen wurde, ist nicht gut für das Land. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Podgorschek.) Als Vertreter Österreichs haben Sie unsere neutrale Position zu leben und sich darauf zu besinnen, und Wirtschaftssanktionen und ein Wirtschaftskrieg gegen Russland sind natürlich mit Interessenlagen verbunden.
Abg. Rädler: ... dann egal, oder?
Neben dem Schaden in Bezug auf unsere Neutralität aufgrund der falschen Position erleben wir einen massiven wirtschaftlichen Schaden in Bezug auf die österreichische Bevölkerung. Tausende österreichische Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, ob im Bereich der Industrie, des Tourismus, des Handels oder auch der Landwirtschaft: über 50 000 Arbeitsplätze – 55 000 Arbeitsplätze sind es insgesamt –, die auch mit russischen Exporten und Importen in Verbindung stehen. 775 Millionen € kostet uns der Wahnsinn jetzt schon nach einer vorsichtigen Schätzung; manche Experten gehen davon aus, dass wir über eine Milliarde Schaden pro Jahr haben werden. Wir können es uns ja offensichtlich leisten bei den Staatsschulden, die wir haben, dass wir uns selbst eine weitere Milliarde pro Jahr an Schaden zufügen (Abg. Rädler: ... dann egal, oder?), und das sind vorsichtige Analysen.
Abg. Rädler: „Weltbürger“!?
Als Weltbürger muss ich aber sagen, dass (Abg. Rädler: „Weltbürger“!?) – wir sind Weltbürger, Sie auch (Abg. Kickl: Universumsbürger!) – wir diese Sanktionen zu unterstützen haben und ich auch voll dahinterstehe, obwohl sie mich als Unternehmer betreffen, obwohl sie mich als Unternehmer auch schwächen. (Abg. Strache: Universell und spirituell!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
2013 gab es in Österreich 17 500 Asylanträge. 2014 wird mit 26 000 Asylanträgen gerechnet, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Problem ist die Unterbringung, die wir ja vorhin schon diskutiert haben (Zwischenruf des Abg. Rädler) und die wir in den letzten Wochen auch diskutiert haben, vor allem auch das Problem der Nicht-Kommunikation der Frau Bundesminister. Diesen Vorwurf muss sie sich gefallen lassen, denn man kann nicht über Nacht einen Mietvertrag mit einem Hotel abschließen und dann Asylanten dort unterbringen, ohne mit dem Bürgermeister zu sprechen, ohne mit der Bevölkerung zu sprechen, ohne hier Aufklärungsarbeit zu leisten, und einfach über die Menschen drüberfahren. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Aber nie dringlich! – Zwischenruf des Abg. Kogler
Es ist ja spannend. Wenn man schon ein bisschen länger hier im Parlament ist, hat man viele Dringliche Anfragen erlebt. (Zwischenruf des Abg. Brosz.) Sie waren sehr oft spannend, prickelnd, herausfordernd (Abg. Rädler: Aber nie dringlich! – Zwischenruf des Abg. Kogler) – das war einmal, Herr Kollege Kogler –, die heutige war sozusagen wie eine abgeschossene Flugente, die ist abgestürzt, da war nichts Besonderes dahinter.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, meine Damen und Herren, der Herr Bürgermeister irrt sich! Ich glaube, es besteht sehr wohl eine Notwendigkeit auf Information. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Riemer. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, dass die Menschen sehr wohl das Bedürfnis haben, informiert zu werden, in Inzenhof und im Parlament. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Riemer. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Königsberger-Ludwig: Umgekehrt! – Abg. Rädler: Das könnt ihr gut!
Und das ist der Grund dafür, warum wir das dringlich behandeln. Das sind einfach die Herausforderung und die Frage. CETA ist, wenn es durchgesetzt wird, das Trojanische Pferd, mit dem die US-Konzerne die europäischen Standards aushöhlen werden. (Demonstrativer Beifall der Abgeordneten Riemer und Hübner.) Wir werden das gemeinsam mit der europäischen Zivilbevölkerung, auch mit den ArbeitnehmerInnenvertretern angehen. Ich hoffe sehr wohl, dass hier auch die Gewerkschaften gemeinsam mit den Grünen gegen eine Politik marschieren werden, die an den Bürgern vorbeigeht. (Abg. Königsberger-Ludwig: Umgekehrt! – Abg. Rädler: Das könnt ihr gut!) Und marschieren werden wir voraussichtlich müssen, weil die EU-Kommission bisher nicht bereit war, die Bürgerinnen und Bürger ernst zu nehmen.
in Richtung des Abg. Rädler
Wir brauchen hier nicht drum herumzureden, das, was Sie ansprechen, hat finanzielle Gründe. Die Bürgermeister – und hier (in Richtung des Abg. Rädler) ist schon einer – weigern sich. Sie wollen nicht besser ausgebildete PädagogInnen, weil die dann natürlich auch etwas teurer kommen.
Abg. Rädler: Ist eh gescheiter!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Frau Präsidentin! Werte Regierungsmitglieder! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen! Ich bereite eine Rede vor und kann sie nicht brauchen (Abg. Rädler: Ist eh gescheiter!), weil da jetzt so viel gekommen ist, dass ich unmittelbar darauf eingehen muss.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Stellen Sie sich einmal bildlich die Bibliothek (Zwischenruf des Abg. Rädler) über Hirnforschung, Entwicklungsforschung, Sprachforschung für Menschen zwischen drei und sechs Jahren und die Bibliothek über Hirnforschung, Entwicklungsforschung, Lernforschung und so weiter für Menschen zwischen 10 und 13 Jahren vor. Ja glauben Sie, dass diese Bibliothek für Menschen zwischen drei und sechs Jahren kleiner ist? Glauben Sie, dass in diesen Menschen, nur weil sie klein sind, nicht unendlich viel los ist? – Sie haben doch alle selbst Kinder. Sie wissen, die explodieren zwischen drei und sechs Jahren in ihrer Entwicklung. Und wir sagen, für die Kleinen reicht eine Tante, da muss man nichts können! (Zwischenrufe bei ÖVP und SPÖ.) Und wir finden es noch cool. – Das ist machoeske Bildungspolitik, die drücke ich nicht durch. Das ist auf dem Rücken der Kinder, das ist unglaublich.
in Richtung des Abg. Rädler
Das geht natürlich in der Schweiz viel leichter als in Österreich – da können Sie (in Richtung des Abg. Rädler) den Kopf schütteln, der Beweis ist aber schon angetreten, Herr Bürgermeister –, weil dort die Einheit für die Einnahmen verantwortlich ist, die auch für die Ausgaben verantwortlich ist. Und die Bürger wissen haargenau, wenn wir uns alles selbst leisten, selbst eine Bauabteilung leisten, selbst einen Bauhof leisten, selbst ein Kulturhaus leisten, selbst ein Schwimmbad leisten, dann müssen wir es auch selbst mit unseren Steuern zahlen.
Sitzung Nr. 43
Abg. Rädler: Hallo!
Und jetzt wende ich mich einmal Leuten wie dem niederösterreichischen Landeshauptmann zu. In St. Pölten herumzujammern, das Geld mit Wohnbauspekulationen zu verjuxen (Abg. Rädler: Hallo!), für alles Geld zu haben (Abg. Kogler: Richtig!) und dann zu sagen, die Blasmusik soll aus den Mitteln des Bundesheeres finanziert werden: Herr Landeshauptmann Pröll, greifen Sie einmal in die eigene Tasche und finanzieren Sie diese Musik, denn dafür muss ja wohl das Geld da sein! (Abg. Rädler: Schau einmal die Wiener an! Die Grünen!) Diese Blasmusik, diese Kapellen, und das gilt für Wien, für Vorarlberg und für alle Bundesländer, die haben das Recht unterstützt zu werden, aber aus den Landesbudgets! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Schau einmal die Wiener an! Die Grünen!
Und jetzt wende ich mich einmal Leuten wie dem niederösterreichischen Landeshauptmann zu. In St. Pölten herumzujammern, das Geld mit Wohnbauspekulationen zu verjuxen (Abg. Rädler: Hallo!), für alles Geld zu haben (Abg. Kogler: Richtig!) und dann zu sagen, die Blasmusik soll aus den Mitteln des Bundesheeres finanziert werden: Herr Landeshauptmann Pröll, greifen Sie einmal in die eigene Tasche und finanzieren Sie diese Musik, denn dafür muss ja wohl das Geld da sein! (Abg. Rädler: Schau einmal die Wiener an! Die Grünen!) Diese Blasmusik, diese Kapellen, und das gilt für Wien, für Vorarlberg und für alle Bundesländer, die haben das Recht unterstützt zu werden, aber aus den Landesbudgets! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Ist das ein Angriff?
Sie kennen alle diese Zeitung (die Rednerin hält eine Ausgabe des „Offizier“ in die Höhe), und Sie kennen auch den Inhalt. Ich möchte nur ganz kurz Herrn Wehrsprecher Schönegger zitieren, der da sagt (Abg. Rädler: Ist das ein Angriff?), dass in den letzten Jahren eine Fehlentscheidung erfolgte, nämlich der Kauf der Eurofighter. Für die Eurofighter – wir haben es heute schon gehört – ist damals unter Scheibner und Grasser der Grundstein gelegt worden. Die benötigten 2 Milliarden sind ausschließlich aus dem Bundesheerbudget finanziert worden. Kollege Strache hat vorhin über „Zivildiener Darabos“ gesprochen – er war derjenige, der aus dem Eurofighter-Geschäft 370 Millionen zurückverhandelt hat. Wo war da Ihre (in Richtung FPÖ) Zustimmung? – Sie war nicht gegeben!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wöginger: Hervorragende Rede! – Abg. Schönegger: Sehr gut! – Abg. Rädler: Ein großer Österreicher!
In diesem Sinne: Versuchen wir doch gemeinsam, in der sicherheitspolitischen Debatte wieder ein bisschen mehr die Sachlichkeit in den Vordergrund zu rücken und ein bisschen weniger die Polemik! – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Wöginger: Hervorragende Rede! – Abg. Schönegger: Sehr gut! – Abg. Rädler: Ein großer Österreicher!)
Abg. Rädler: Staatstragend!
Lange Friedensperioden machen immer unvorsichtig, ungefähr nach dem Motto: Wenn ich kein Feuer sehe, dann brauche ich keine Feuerwehr. Wir haben zu unserem großen Glück viele Jahrzehnte des Friedens hinter uns. Das bedeutet aber nicht, dass das auf alle Zeiten so sein wird. (Abg. Rädler: Staatstragend!) Kant hat einmal ein Buch über den ewigen Frieden geschrieben, und bei uns ist es heute ungefähr so, dass wir den Traum vom ewigen Gratisfrieden zu träumen glauben können. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Pastarianer! – Abg. Alm – auf dem Weg zum Rednerpult –: Fast, Herr Rädler! „Pastafari“ heißt es!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Wortmeldung: Herr Abgeordneter Mag. Alm. – Bitte. (Abg. Rädler: Pastarianer! – Abg. Alm – auf dem Weg zum Rednerpult –: Fast, Herr Rädler! „Pastafari“ heißt es!)
Abg. Rädler: Gar keinen!
Zweitens zu Liechtenstein. Wollen wir über die militärische Landesverteidigung von Liechtenstein diskutieren? Ich lese seit Tagen von Ihnen, dass Liechtenstein mehr Panzer als Österreich hat. Das kann natürlich beim uninformierten Zeitungsleser durchwegs gut ankommen. Wissen Sie, wie viele Panzer Liechtenstein hat? (Abg. Rädler: Gar keinen!) Herr Klubobmann Strache, wie viele Panzer hat Liechtenstein? (Abg. Strache: Bald mehr als wir!) Keinen einzigen! In Liechtenstein gibt es kein Militär! Und Sie stellen sich hier her und sagen, Liechtenstein hat mehr Panzer als Österreich. (Abg. Strache: Geht gegen null!) Ich darf ja das Wort „Lüge“ nicht verwenden, weil ich sonst einen Ordnungsruf befürchten muss. Aber Sie sollten vielleicht wissen, dass Johann Fürst von Liechtenstein, der anscheinend Ihr Vorbild sein dürfte, 1968, so wie er es formuliert hat, auf die Unterhaltung eines Militärkontingents verzichtet hat. (Abg. Strache: Wer verteidigt Liechtenstein?) – Die Schweiz! (Abg. Strache: Die Schweiz, und die haben 125 Panzer!) Sie behaupten aber, dass Liechtenstein mehr Panzer hat als Österreich. Das ist ganz genau der gleiche Schmäh, wie Sie nicht bereit sind, den Ankauf der Eurofighter zuzugeben.
Sitzung Nr. 44
Abg. Rädler: Hetze!
Aber da haben wir ja die Beschwerden und Anregungen der Bürger. (Abg. Rädler: Hetze!) – Ja, der Oberpapagei hat, glaube ich, gerade da oben gerufen!
Abg. Rädler: Hetze!
Vielleicht begutachten Sie etwas anderes, hinsichtlich des Verbots des IS-Staates warten Sie aber offensichtlich erst darauf, dass diese Gruppierung bei uns im Vereinsregister eingetragen ist, bis Sie aktiv werden! (Abg. Rädler: Hetze!) – Da hat sich schon wieder der Oberpapagei kurz gemeldet! Ich bin gespannt, was bei Ihnen in einer Gemeinderatssitzung in einem solchen Fall gesagt wird, wahrscheinlich auch gar nichts!
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: Er ist halt doch einer von euch!
Wenn ich dann höre, dass Asylwerber, die aus dem Syrienkrieg zurückkommen, die dort gebrandmarkt, gemordet, geschändet, vergewaltigt haben, hier frei herumlaufen, dann frage ich mich: Was geschieht hier in diesem Staat? Ist hier wirklich Tür und Tor offen für alle, die das Gesetz mit Füßen treten, meine Damen und Herren? Hier muss man ganz klar sagen: sofort ab in deren Heimatland! Da gibt es kein Pardon und kein Zurück! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: Er ist halt doch einer von euch!)
Abg. Rädler: Da hat er recht!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Eingangs einmal einen einzigen Satz zu dem, was die Freiheitliche Partei hier ständig seit heute Früh vorbringt. Ich persönlich und, ich glaube, viele in dieser Republik mit mir sind auf leidvolle Art und Weise davon überzeugt worden, dass 10 000 Wirtschaftsflüchtlinge in Österreich einen geringeren Schaden anrichten als die Freiheitliche Partei Kärnten. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und NEOS.) Und diese Dimension sollten wir immer im Auge behalten. (Abg. Rädler: Da hat er recht!)
Abg. Rädler: Pilz! Wie in der Schule: Setzen! – Präsident Kopf – in Richtung des Abg. Pilz –: Sie dürfen sich nachher zu Wort melden! – Abg. Pilz: Ich wünsch mir eine wirkliche Bekämpfung des illegalen Glücksspiels!
Aber jetzt zum eigentlichen Thema. (Abg. Pilz: Darf ich mir auch etwas wünschen?) – Das muss der Herr Präsident entscheiden, ob Sie sich etwas wünschen dürfen. Ich darf mir hier nur etwas wünschen. (Abg. Rädler: Pilz! Wie in der Schule: Setzen! – Präsident Kopf – in Richtung des Abg. Pilz –: Sie dürfen sich nachher zu Wort melden! – Abg. Pilz: Ich wünsch mir eine wirkliche Bekämpfung des illegalen Glücksspiels!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sehr geehrte Justizminister-Tasche (Zwischenrufe bei der ÖVP), der Justizminister hat eine Erklärung zum illegalen Glücksspiel abgegeben, die für mich unzureichend und nicht zufriedenstellend ist. Er hat versucht, einen Keil zwischen unseren Justizsprecher Steinhauser und mich zu treiben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das werden Sie nicht ändern!
Das ist sinnlos, das wird nicht gehen, weil das illegale Glücksspiel eine der gefährlichsten Formen der organisierten Kriminalität in dieser Republik ist, das bereits mehr als 100 000 Opfer gefordert hat und Zehntausende Familien betroffen hat und das in Hinblick auf die Sucht gefährlicher ist als die Rauschgiftkriminalität in Wien. (Abg. Rädler: Das werden Sie nicht ändern!) Ich fordere den Justizminister auf, sich nicht mehr hinter Weisenräten, Expertengruppen und Sektionschefs zu verstecken, sondern zu sagen, was er selbst vorhat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist sinnlos, das wird nicht gehen, weil das illegale Glücksspiel eine der gefährlichsten Formen der organisierten Kriminalität in dieser Republik ist, das bereits mehr als 100 000 Opfer gefordert hat und Zehntausende Familien betroffen hat und das in Hinblick auf die Sucht gefährlicher ist als die Rauschgiftkriminalität in Wien. (Abg. Rädler: Das werden Sie nicht ändern!) Ich fordere den Justizminister auf, sich nicht mehr hinter Weisenräten, Expertengruppen und Sektionschefs zu verstecken, sondern zu sagen, was er selbst vorhat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Setzen!
Will er illegales Glücksspiel und Konzerne wie NOVOMATIC behandeln wie Parksünder im Rahmen des Verwaltungsstrafrechts und es möglich machen, dass sich Glücksspielkonzerne mit ihren Milliardengewinnen aus der organisierten Kriminalität freikaufen, oder ist er bereit, über das Strafgesetzbuch diese besonders gefährliche Form der organisierten Kriminalität zu bekämpfen? (Abg. Rädler: Setzen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das war nicht überzeugend! – Abg. Eßl: Das war eine ziemlich schwache Rede!
Ich gehe davon aus, dass die Kollegen und Kolleginnen aller Fraktionen in diesem Haus darauf achten werden, dass die Menschen in Österreich durch das Strafrecht vor der organisierten Glücksspielkriminalität geschützt werden. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das war nicht überzeugend! – Abg. Eßl: Das war eine ziemlich schwache Rede!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das schließt auch mit ein, dass Bundesländer Steuerhoheiten haben. Wenn das der Fall wäre, dass ein Bundesland wie zum Beispiel Niederösterreich diese Steuerhoheit hätte, käme es nie zu solch unsinnigen Entwicklungen wie den Krankenhauserrichtungen in Baden und Mödling zehn Kilometer voneinander entfernt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die sind aus meiner Sicht völlig unnütz, bringen gesundheitsökonomisch nichts und erschweren dem Patienten eigentlich nur die Wahl. Er hat zwei Krankenhäuser, wo er hingehen kann, weiß nicht wirklich, wo er hingehört und wird zwischen diesen zwei Institutionen hin- und hergeschickt. Das passiert in Wirklichkeit jeden Tag. Andere heften sich das auf ihre Fahnen und meinen, das sei so toll. (Abg. Rädler: Sie sind polemisch!)
Abg. Rädler: Sie sind polemisch!
Das schließt auch mit ein, dass Bundesländer Steuerhoheiten haben. Wenn das der Fall wäre, dass ein Bundesland wie zum Beispiel Niederösterreich diese Steuerhoheit hätte, käme es nie zu solch unsinnigen Entwicklungen wie den Krankenhauserrichtungen in Baden und Mödling zehn Kilometer voneinander entfernt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die sind aus meiner Sicht völlig unnütz, bringen gesundheitsökonomisch nichts und erschweren dem Patienten eigentlich nur die Wahl. Er hat zwei Krankenhäuser, wo er hingehen kann, weiß nicht wirklich, wo er hingehört und wird zwischen diesen zwei Institutionen hin- und hergeschickt. Das passiert in Wirklichkeit jeden Tag. Andere heften sich das auf ihre Fahnen und meinen, das sei so toll. (Abg. Rädler: Sie sind polemisch!)
Abg. Rädler: Zweitens?
Wir NEOS haben heute zwei grundsätzliche Dinge gesagt. Erstens: Die Gesundheitsreform ist ein Schritt in die richtige Richtung (Abg. Rädler: Zweitens?), aber zweitens haben wir gesagt, es geht viel zu langsam. Zweitens haben wir gesagt (Abg. Rädler: Erstens, zweitens?!)
Abg. Rädler: Erstens, zweitens?!
Wir NEOS haben heute zwei grundsätzliche Dinge gesagt. Erstens: Die Gesundheitsreform ist ein Schritt in die richtige Richtung (Abg. Rädler: Zweitens?), aber zweitens haben wir gesagt, es geht viel zu langsam. Zweitens haben wir gesagt (Abg. Rädler: Erstens, zweitens?!)
Sitzung Nr. 46
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Muss nicht die Hypo sein! – Ruf bei der FPÖ: Aus eurer Sicht nicht!
Und allen, die gedacht haben, dass mit diesem Wurf, den wir jetzt zustande gebracht haben, die große Arbeit erledigt ist, sage ich auch: Packen wir es an, denn die Kontrollaufgabe, die Kontrollpflicht eines Parlamentariers beginnt jetzt erst recht, mit der entsprechenden Auswahl von wichtigen Untersuchungsausschussthemen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Muss nicht die Hypo sein! – Ruf bei der FPÖ: Aus eurer Sicht nicht!)
Abg. Rädler: Oje!
Wenn der Verfahrensrichter auch durch die Mehrheit bestimmt wird (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz), also wieder durch die Mächtigen, und der Verfahrensrichter im Verfahren mit dem Vorsitzenden entscheiden kann über die Zulassung der Fragen und die Erstbefragung vornimmt, dann ist das wieder eine Stärkung der Mächtigen in diesem Land. Ich verstehe die Opposition nicht. Ich sage Ihnen, Herr Kollege Lugar und ich haben uns das ganz genau überlegt (Abg. Rädler: Oje!), und wir wollen, dass alles durchleuchtet wird. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Dein Freund?
Peter Pilz, mein Freund, 1986 (Abg. Rädler: Dein Freund?), wissen Sie, was es da alles nicht gegeben hat, was für Sie selbstverständlich ist?
Abg. Rädler: Märchenerzähler!
Mit Sicherheit nicht geschehen ist: Klubobmann Lopatka geht zu seinem damaligen Parteichef Spindelegger und sagt: Michael! Herrlich, der Untersuchungsausschuss wird Minderheitsrecht! Und Spindelegger sagt darauf: Hurra, hurra, hurra! Ich rufe jetzt gleich in St. Pölten an. Was glaubst du, wie sich der Erwin Pröll darüber freuen wird?! – So war es auch nicht. (Abg. Rädler: Märchenerzähler!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Königsberger-Ludwig. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und Team Stronach. – Abg. Rädler: Sie haben 30 Jahre lang geschlafen! Schauen Sie sich das in Deutschland an!
Abgeordneter Philip Kucher (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Ministerin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Rädler, bei allem Verständnis für kommunalpolitische Interessenslagen: Ich glaube, wir sollten alle froh sein, dass gerade im wichtigen Bereich der Kinder-Reha etwas weitergeht, dass es da gemeinsame Ziele gibt. Und bei allem Verständnis, dass man da kommunalpolitisch als Bürgermeister andere Ansichten hat: Es ist meiner Meinung nach schon wichtig, dass wir in diesem Bereich die Interessen der Kinder in den Vordergrund stellen und nicht irgendwelche kommunalpolitischen Interessen. Darauf sollten wir uns doch einigen können. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und Team Stronach. – Abg. Rädler: Sie haben 30 Jahre lang geschlafen! Schauen Sie sich das in Deutschland an!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Interessanterweise hat dann ein ukrainischer Oligarch die Möglichkeit gehabt, dass er sich seiner Schulden entledigt, indem er diese Leasing-Firma um eine geringere Summe kauft, als seine Schulden betragen haben. Auf diese Art und Weise hat er mehr oder weniger auf günstige Weise LKW erwerben können. Es ist unwahrscheinlich, was da noch alles dahintersteckt, und ich gehe davon aus – und hoffe –, dass der Hypo-Untersuchungsausschuss das alles aufklären wird. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Entschuldigen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, im österreichischen Bankensystem ist mittlerweile so vieles aufklärungsbedürftig, dass wir gar nicht so viele Ausschüsse installieren können. Ich kann nur sagen: Danke, dass Sie uns jetzt die Möglichkeit gegeben haben, dass wir in den nächsten Jahren diese Aufklärung durchführen können. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Entschuldigen!)
Heiterkeit bei Abgeordneten von Grünen, SPÖ und FPÖ. – Abg. Rädler: Kann schon sein! Sehr logisch!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister, Sie haben sicher recht damit, wie Sie Ihre Rolle hier klassifiziert haben. Insofern war es ja umso bemerkenswerter, dass Sie sich doch zu dem Satz hinreißen haben lassen, was Sie selber denken, das ist etwas anderes. Das heißt aber auf Deutsch, dass Sie etwas anderes denken, oder denke ich etwas anderes? (Heiterkeit bei Abgeordneten von Grünen, SPÖ und FPÖ. – Abg. Rädler: Kann schon sein! Sehr logisch!)
Abg. Rädler: NEOS!
Viele Expertinnen und Experten haben empfohlen: Jetzt abwickeln! Ganz Europa hat die Problembanken abgewickelt, nur ein Land nicht. (Abg. Kogler: So ist es!) Eine Regierung ist dagestanden wie dieses Tier mit den Zeichen: die Ohren zugehalten, die Augen zugehalten, den Mund zugehalten. Sie kennen sicher das Bild dieser Spezies. (Abg. Rädler: NEOS!) Sie haben den Kopf in den Sand gesteckt und haben über vier Jahre lang nichts gemacht.
Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Die EZB hat letzten Montag mit dem Ankauf von Pfandbriefen begonnen. (Zwischenrufe des Abg. Rädler.) Hat die Bundesregierung auch Kenntnis davon, ob diese Pfandbriefe von der spanischen Sparkasse darunter sind? Diese sind nämlich die Achillesferse der spanischen Sparkassen, denn für diese gibt es keinen Markt mehr. Kein normaler Mensch würde wertlose Schrottpapiere kaufen – nur die EZB kauft sie auf Ihre Kosten, sehr geehrte Steuerzahler!
Abg. Walter Rosenkranz: Bürgermeister Rädler kennt ihn!
Ich möchte in diesem Zusammenhang aber auch Folgendes anführen, weil mir das Beispiel sehr gut gefällt: Nicht unbekannt wird der Herr Klaus Schneeberger sein, Klubobmann der ÖVP im niederösterreichischen Landtag, der selbst bei einem Antrag der SPÖ, Europaabgeordnete im niederösterreichischen Landtag reden zu lassen (Abg. Walter Rosenkranz: Bürgermeister Rädler kennt ihn!), wortwörtlich gesagt hat, das Landesparlament sei für die Landtagsabgeordneten da, nicht für andere.
Sitzung Nr. 48
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Merken Sie nicht, dass Sie sich mit diesem Agieren immer mehr davon entfernen, dass man Ihnen Regierungsverantwortung zutrauen könnte? (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.) Sie machen das Gegenteil davon, dass wir Sie ernst nehmen können! Das genaue Gegenteil machen Sie hier! (Beifall bei ÖVP, SPÖ und Grünen. – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Ich sage Ihnen eines: Ja, die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen ist eine große Herausforderung. Nur: Wir stellen uns dieser Herausforderung! Und es ist bei Gott nicht einfach, diesem Islamismus tatsächlich so beizukommen, dass wir sagen können, diese Sümpfe sind trockengelegt, es kommt nichts mehr nach. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist wahnsinnig schwer.
Abg. Rädler: Genau!
Die Weltbevölkerung hat auch bei Halabdscha weggeschaut, wo Kurdinnen und Kurden von Saddam mit biochemischen Waffen vergast worden sind, wo Tausende Kinderleichen auf den Straßen lagen, weil dieser süße Apfelgeruch draußen so angenehm war. Das war genau dieser Diktator Saddam, der mit Jörg Haider befreundet war. (Abg. Rädler: Genau!)
Abg. Rädler: Scharfmacher!
Und jetzt zu diesen jungen Staatsanwälten: Das sind eigentlich Menschen, die eine sehr gute Ausbildung hinter sich haben. Und weil Sie von den jungen Staatsanwälten reden: Ich kann damit aus meiner Sicht nämlich nichts Abwertendes verbinden, im Gegenteil, das sind nämlich die, die hungrig sind, die wirklich voll dahinter sind, die im wahrsten Sinne des Wortes „Blut lecken“ – unter Anführungszeichen –, die Karriere machen wollen, die fleißig sind und so weiter. Also ich bin sehr froh, wenn das unter Umständen junge Staatsanwälte bekommen (Abg. Rädler: Scharfmacher!) und nicht vielleicht ein Staatsanwalt, der ganz kurz vor der Pensionierung steht und gesagt hat: Na ja, die zwei Monate bis zur Pension werde ich jetzt nicht mehr viel machen! (Abg. Wöginger: Das ist aber auch eine Unterstellung!) Da bin ich eher froh darüber, dass es derartig junge und engagierte Staatsanwälte in den Behörden gibt, die das angreifen. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da scheint es ein System der Begünstigung, ein System der persönlichen Freunde gegeben zu haben, das im Dunstkreis der früheren ÖVP-Spitze angesiedelt ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und da fragt sich der Bürger: Jeder Kleinunternehmer, der seine SVA-Beiträge ein bisschen zu spät zahlt, dem wird zu Leibe gerückt. So schnell können sie gar nicht schauen, haben sie einen Konkursantrag am Hals, aber bei solchen Leuten, die die Euro systematisch am Steuerzahler vorbeigeschleust zu haben scheinen, da passiert nichts. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da scheint es ein System der Begünstigung, ein System der persönlichen Freunde gegeben zu haben, das im Dunstkreis der früheren ÖVP-Spitze angesiedelt ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und da fragt sich der Bürger: Jeder Kleinunternehmer, der seine SVA-Beiträge ein bisschen zu spät zahlt, dem wird zu Leibe gerückt. So schnell können sie gar nicht schauen, haben sie einen Konkursantrag am Hals, aber bei solchen Leuten, die die Euro systematisch am Steuerzahler vorbeigeschleust zu haben scheinen, da passiert nichts. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Und dann kommt, das wurde vom Kollegen Dr. Jarolim zum Ausdruck gebracht (Zwischenruf des Abg. Rädler): Ja, da haben die zuständigen Beamten Kisten von Akten aufgetürmt, und da sehe ich ein, dass man dann mehr Arbeitskraft braucht in den zuständigen Staatsanwaltschaften. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber warum sorgt dann die Bundesregierung nicht dafür, dass dort genügend Mittel zur Verfügung stehen?
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und dann kommt, das wurde vom Kollegen Dr. Jarolim zum Ausdruck gebracht (Zwischenruf des Abg. Rädler): Ja, da haben die zuständigen Beamten Kisten von Akten aufgetürmt, und da sehe ich ein, dass man dann mehr Arbeitskraft braucht in den zuständigen Staatsanwaltschaften. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber warum sorgt dann die Bundesregierung nicht dafür, dass dort genügend Mittel zur Verfügung stehen?
Abg. Rädler: Wendehals!
Da sind wir wieder beim Anschein: Man bekommt das Gefühl, dass es der Bundesregierung kein Anliegen ist, dass diese Behörden genug Ausstattung haben (Abg. Rädler: Wendehals!), dass es der Bundesregierung kein Anliegen ist, dass dort genügend Manpower vorhanden ist, um alle diese Sauereien schnell, zügig und vollständig aufzudecken und aufzuräumen. (Zwischenruf des Abg. Lettenbichler.)
Abg. Rädler: Wendehälse!
Damit fehlt dieser Hygienefaktor, der Vertrauen in die Justiz schafft, das alle wollen und das wir alle brauchen, damit das System sinnvoll und gut funktioniert und die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger hat. (Abg. Rädler: Wendehälse!) Und dazu braucht es einiges an Transparenz und dazu braucht es natürlich auch ausführlichere Antworten, um die man sich nicht schleicht, weil die Frage nicht so gefinkelt gestellt war, wie sie Herr Dr. Rosenkranz gestellt hätte.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Wendehals! – Abg. Loacker – sich zu seinem Sitzplatz begebend –: Wir sprechen uns noch!
Betreffend diese Transparenz ist es hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis diese Regierung sie auch umsetzt. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Wendehals! – Abg. Loacker – sich zu seinem Sitzplatz begebend –: Wir sprechen uns noch!)
Sitzung Nr. 49
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lopatka: Unglaublich! – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Kogler und Rädler.
unserem Konzept mitgearbeitet hat, als „Kräfte auf einem Retrotrip, Fossilköpfe mit Betonmauern vor Augen“, und so weiter, zu bezeichnen, also ich weiß nicht (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kogler.) Ehrlich: Ich habe Verständnis dafür, dass man Themen braucht. Ich habe aber kein Verständnis dafür, wie Sie mit unseren Industriebetrieben, die die Arbeitsplätze sichern, umgehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Lopatka: Unglaublich! – Neuerliche Zwischenrufe der Abgeordneten Kogler und Rädler.)
Abg. Rädler: Wir bringen es schon über die Rampe!
Wir werden es sehen, der Lackmustest ist die Steuerreform. Ich sehe das so wie der Herr Mitterlehner: Wenn Sie die nicht entschlossen bis Ende März über die Rampe bringen, dann hat diese Regierung keine Existenzberechtigung mehr. (Abg. Rädler: Wir bringen es schon über die Rampe!) Das wird zwar die Leute nerven, dass man dann den Weg wieder freimacht für Neuwahlen, aber ich glaube, das wäre das einzig Richtige. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der ÖVP: Da seid ihr aber weg! – Abg. Wöginger: Da gibt es euch nicht mehr!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich denke, wir brauchen da eine ganz klare Mentalitätsreform in unserem Land. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir können Arbeitsplätze nur schaffen, wenn es weniger, einfacher und gerechter wird: Wenn man weniger Bürokratie braucht, wenn wir es einfacher machen und vor allem, wenn wir es für die Unternehmer in diesem Land gerechter machen. Das beginnt mit Bürokratieabbau, das beginnt mit niedrigeren Steuern, das fängt bei der Bildung an.
Abg. Rädler: Das hast du heute schon einmal gezeigt!
Ich bin ja begeistert, wenn ich zum Beispiel letztens in einem Bericht über (der Redner hält ein entsprechendes Foto in die Höhe) das neue Gefrierlager höre (Abg. Rädler: Das hast du heute schon einmal gezeigt!), da werden 120 Arbeitsplätze geschaffen. (Ruf bei der ÖVP: 300!) – 120 Arbeitsplätze oder 300, aber wie viele vernichtet werden, sagt keiner, das ist doch das Sensationelle. Das ist ja wunderbar, wenn man neue Einkaufszentren baut und man diese mit der neuen Standortsicherung und der Kommunalabgabe bewirbt und nicht dazusagt, dass man mindestens das Doppelte an Arbeitsplätzen draußen im ländlichen Raum vernichtet.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das sind die Fakten, und deshalb würde ich bitten, dass wir das breiter diskutieren (Zwischenruf des Abg. Rädler), deshalb würde ich bitten, dass unsere Hotellerie und unsere Gastronomie – Gott sei Dank haben wir ja den Punkt morgen – endlich auch faire Partner werden, sodass wir nicht nur eine gesunde, gepflegte Landschaft herzeigen, sondern auch das, was in dieser Landschaft produziert wird, genießen können und die Produkte nicht 12 800 Kilometer weit transportieren. (Beifall beim Team Stronach.) Deshalb ist diese Thematik wichtig.
Abg. Rädler: Jetzt hör auf!
Ich bin dankbar für diese Fragestunde (Abg. Auer: Das ist keine Fragestunde!), weil mich das wahnsinnig freut – und ich möchte mit einem ganz wesentlichen Punkt schließen. Ich bin als Familiensprecher sehr stolz auf unsere Klubobfrau, dass sie sich bekannt hat zu diesem wirklich wichtigen Schritt, ein Kind zu bekommen. (Abg. Rädler: Jetzt hör auf!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich darf Folgendes sagen – und ich habe 13 Enkel –: Ja, Frau Kollegin Glawischnig, was sagen wir – weil jetzt gerade geredet worden ist über Facharbeiter, weil gerade über Ausbildung geredet worden ist; der Kollege Walser war es, glaube ich, von Ihrem Klub (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) –, was sagen wir denn unseren Handwerkern und Handwerkerinnen draußen? Jetzt ist ja die Zeit nicht mehr ganz so lustig. Gestern haben sie bei uns daheim am Rauchfang gearbeitet, und das bei dem Wetter. – Nicht lachen! Was zeigen wir denn denen an Wertschätzung? (Zwischenruf des Abg. Knes.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Weninger: Zugabe! – Ruf bei der ÖVP: Ein großer Österreicher! – Abg. Rädler: Ein großer Österreicher war das!
In diesem Sinne, Herr Kanzler, würde ich bitten, auch noch einmal über dieses Qualitätsgütesiegel-Gesetz nachzudenken, es auch aus Sicht der Arbeitsplätze zu bedenken, denn hier geht es um Arbeitsplätze in der Region. Hier geht es um die Verarbeitung, hier geht es um die Veredlung, hier geht es um den Verkauf und hier geht es um die Gesundheit und die Umwelt. In diesem Sinne bitte ich um Unterstützung. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Weninger: Zugabe! – Ruf bei der ÖVP: Ein großer Österreicher! – Abg. Rädler: Ein großer Österreicher war das!)
Sitzung Nr. 51
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Dafür gibt es kein Verständnis von den arbeitenden Menschen!
Mal das Wort „Urlaub“ drinnen –, sondern es geht um eine verpflichtungsfreie Zeit für Menschen, die mehr als 90 Tage, das sind drei Monate, arbeitslos sind, und das heißt sehr, sehr viel für diese Menschen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Dafür gibt es kein Verständnis von den arbeitenden Menschen!)
Abg. Rädler: Dafür gibt es kein Verständnis!
Ich würde gerne darüber reden, was „verpflichtungsfreie Zeit“ heißt, nämlich nicht dem AMS verpflichtet zu sein, selbst darüber zu entscheiden – wie in vielen anderen Ländern auch, in Deutschland ist das gang und gäbe, auch in der Schweiz – nach 90 Tagen Arbeitslosigkeit, ob man sich vielleicht für ein, zwei, drei, maximal fünf Tage woanders aufhalten möchte, nicht unbedingt im Ausland, sondern auch in Österreich an einem anderen Ort, denn auch das ist nicht erlaubt und möglich. (Abg. Rädler: Dafür gibt es kein Verständnis!) – Ja, es gibt leider kein Verständnis von Ihrer Seite (Abg. Rädler: Bei den arbeitenden Menschen!), und das finde ich sehr, sehr bedauerlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Bei den arbeitenden Menschen!
Ich würde gerne darüber reden, was „verpflichtungsfreie Zeit“ heißt, nämlich nicht dem AMS verpflichtet zu sein, selbst darüber zu entscheiden – wie in vielen anderen Ländern auch, in Deutschland ist das gang und gäbe, auch in der Schweiz – nach 90 Tagen Arbeitslosigkeit, ob man sich vielleicht für ein, zwei, drei, maximal fünf Tage woanders aufhalten möchte, nicht unbedingt im Ausland, sondern auch in Österreich an einem anderen Ort, denn auch das ist nicht erlaubt und möglich. (Abg. Rädler: Dafür gibt es kein Verständnis!) – Ja, es gibt leider kein Verständnis von Ihrer Seite (Abg. Rädler: Bei den arbeitenden Menschen!), und das finde ich sehr, sehr bedauerlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Völlig weltfremd sind Sie!
Sie müssen diese Tage beim AMS anmelden. Das heißt, sie müssen mit Ihrem Betreuer unserer Ansicht nach vorher gesprochen haben, der oder die muss Bescheid wissen, dass die Person weg ist. (Abg. Rädler: Völlig weltfremd sind Sie!) Das ist nicht weltfremd, Sie sind weltfremd, wenn Sie nicht wissen, dass mittlerweile Arbeitslosigkeit in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen ist, dass jede erwerbstätige Person alle drei Jahre ungefähr hundert Tage arbeitslos ist! Wenn Sie sich ein bisschen damit beschäftigen und vielleicht auch manchmal ins AMS gehen und schauen würden, wie es den Menschen da geht, dann wäre Ihnen klar, dass nicht ich weltfremd bin, aber Sie sehr wohl. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!
Und ich bin wie schon einige Vorredner der Meinung, dass man mit diesem Antrag den Arbeitslosen nichts Gutes getan hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!) Man hat ihnen nichts Gutes getan, und das zeigen auch die Meldungen, die ich persönlich dazu bekommen habe. Dafür ist auch kein Verständnis vorhanden, das sage ich auch ganz deutlich, weil es jetzt schon ganz klar geregelt ist.
Abg. Rädler: Na, na, na!
der Fassung ohne Töchter. Das war damals ein enormer Aufschrei, vor allem, sage ich jetzt einmal, in der linken Szene, aber auch aus der ÖVP gab es da (Abg. Rädler: Na, na, na!) – Na ja, die Kollegin Rauch-Kallat gehört schon zu Ihnen, oder? Outen Sie sich jetzt? Ich weiß es nicht.
Abg. Rädler: Wow! – Ruf bei der FPÖ: Aha!
Auf dem Donauinselfest gab es dieses unappetitliche Getränk beziehungsweise ein unappetitliches Plakat. Das Getränk wurde nicht von irgendjemandem ausgeschenkt, sondern das Getränk wurde von Gewerkschaftern ausgeschenkt. Meine Anfrage an die Frauenministerin war, was sie dazu zu sagen hat. – Ihr einziger Kommentar in der Anfragebeantwortung war dann: „Die Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen ist ein Verein. Ihre internen Angelegenheiten fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich meines Ressorts.“ (Abg. Rädler: Wow! – Ruf bei der FPÖ: Aha!) Da hat sie natürlich recht, aber ich weiß nicht, ob es in ihr Ressort fällt, einem Sänger zu sagen, was er zu singen hat und wie der Text geht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Na, hallo!
Was zeigt uns das? – Das zeigt uns, dass die Finanzausgleichspartner nicht reformfähig sind (Abg. Rädler: Na, hallo!), und zwar ganz einfach deshalb nicht reformfähig sind ... (Abg. Fekter: Der Stabilitätspakt ist schon beschlossen worden!) – Was ist denn passiert? (Abg. Fekter: Haben Sie da geschlafen?) – Weil Sie nicht gesprächsfähig sind, Frau Finanzministerin außer Dienst. (Abg. Fekter: Haben Sie die Gesundheitsreform und den Stabilitätspakt verschlafen?) Sie sind nicht gesprächsfähig, und das Gesprächsklima zwischen Bund und Ländern, zwischen Ländern und Gemeinden ist von tiefem Misstrauen geprägt.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Finanzminister! Das haben Sie gesagt, und das möchte ich ausdrücklich begrüßen. Sind diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben, dann wird es auch zu keinem großen Wurf in der Frage des Föderalismus und in der Frage des Finanzausgleichs kommen. Ich – als jemand, der über Jahrzehnte hinweg Finanzausgleiche verfolgt – glaube an diesen großen Wurf längst nicht mehr. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich glaube, dass es in zukünftigen Finanzausgleichen – und da bin ich auch ein wenig bei Ihnen, Herr Finanzminister – stärker um die Prozesse gehen muss. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Prozesse müssen im Vordergrund stehen. Und aus der Verknüpfung von Einnahmen und Aufgaben müssen auch einmal Ziele definiert werden. Herr Finanzminister, das habe ich bei Ihnen vermisst! (Abg. Rädler: Theoretiker!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Finanzminister! Das haben Sie gesagt, und das möchte ich ausdrücklich begrüßen. Sind diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben, dann wird es auch zu keinem großen Wurf in der Frage des Föderalismus und in der Frage des Finanzausgleichs kommen. Ich – als jemand, der über Jahrzehnte hinweg Finanzausgleiche verfolgt – glaube an diesen großen Wurf längst nicht mehr. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich glaube, dass es in zukünftigen Finanzausgleichen – und da bin ich auch ein wenig bei Ihnen, Herr Finanzminister – stärker um die Prozesse gehen muss. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Prozesse müssen im Vordergrund stehen. Und aus der Verknüpfung von Einnahmen und Aufgaben müssen auch einmal Ziele definiert werden. Herr Finanzminister, das habe ich bei Ihnen vermisst! (Abg. Rädler: Theoretiker!)
Abg. Rädler: Theoretiker!
Herr Finanzminister! Das haben Sie gesagt, und das möchte ich ausdrücklich begrüßen. Sind diese Voraussetzungen jedoch nicht gegeben, dann wird es auch zu keinem großen Wurf in der Frage des Föderalismus und in der Frage des Finanzausgleichs kommen. Ich – als jemand, der über Jahrzehnte hinweg Finanzausgleiche verfolgt – glaube an diesen großen Wurf längst nicht mehr. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich glaube, dass es in zukünftigen Finanzausgleichen – und da bin ich auch ein wenig bei Ihnen, Herr Finanzminister – stärker um die Prozesse gehen muss. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Prozesse müssen im Vordergrund stehen. Und aus der Verknüpfung von Einnahmen und Aufgaben müssen auch einmal Ziele definiert werden. Herr Finanzminister, das habe ich bei Ihnen vermisst! (Abg. Rädler: Theoretiker!)
Abg. Schmuckenschlager: Danke! – Abg. Rädler: Danke, Herr Finanzminister in spe! – Abg. Fekter: ... Herr Professor!
Bei einem weiteren Punkt bin ich bei Ihnen, Herr Finanzminister. Sie sagen, es braucht ein neues Haushaltsrecht, bevor man einen neuen Finanzausgleich macht. Das begrüße ich ausdrücklich. Sie sagen dann aber im Nachsatz, dass der § 16 Abs. 1 in der Finanzverfassung ausreicht, um vergleichbare Haushalte zu schaffen, dazu muss ich sagen: Sie unterliegen einem Irrtum, denn dort geht es nur um Form und Gliederung. Es muss und es kann nur um Inhalte gehen. Dazu braucht es eine Änderung der Finanzverfassung, denn sonst werden Sie das, was Sie erreichen wollen, nicht erreichen. (Abg. Schmuckenschlager: Danke! – Abg. Rädler: Danke, Herr Finanzminister in spe! – Abg. Fekter: ... Herr Professor!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Von was reden Sie?
Wenn es um die Frage der Aufgabenorientierung geht – und ich begrüße das sehr –, dann bin ich dafür, dass man die Aufgabenorientierung nicht in Bausch und Bogen macht, sondern nach einzelnen Aufgabenbereichen und sich einmal anschaut: Wie schaut es denn beispielsweise in der Kinderbetreuung aus? Wie schaut es in der Wohnbauförderung aus? Wie schaut es im öffentlichen Verkehr aus? Wie schauen dort die Versorgungsquoten aus? Gibt es Über-, gibt es Unterversorgungen? – Von genau diesen Faktoren sind dann die finanziellen Mittel im Finanzausgleich abhängig zu machen. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Von was reden Sie?)
Abg. Rädler: Hallo!
Und jetzt haben wir eine große Chance mit dem neuen Finanzminister, der, wie ich glaube, nicht abhängig ist – weder von Landeshäuptlingen noch von Parteien noch von sonst etwas. Und das ist die einmalige große Chance, endlich etwas in Angriff zu nehmen und sich gegen die Länder durchzusetzen, denn der Kern wird sein, dass wir die Länder entmachten müssen. Das wird der Kern sein! (Abg. Rädler: Hallo!) Das heißt, wir müssen den Ländern ihr Spielzeug wegnehmen, und das Spielzeug heißt Geld. Und mit diesem Spielzeug kaufen sie sich die Wähler. (Abg. Fekter: Das ist die Philosophie vom Stronach!) Sie bestechen die Wähler mit dem Geld, das sie über den Finanzausgleich bekommen, wo dann zusätzlich noch ein Drittel an Automatismus drinnen steckt, dass immer dann, wenn die Regierung aus Reformverweigerung die Steuern erhöht, die Länder ihren Anteil bekommen. (Beifall beim Team Stronach. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Ihr habt euch vom Stronach kaufen lassen! Wie viel Geld haben Sie gekriegt vom Stronach?
Und da geht es überhaupt nicht darum, dass die Länder deshalb das Geld brauchen, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können. (Abg. Rädler: Ihr habt euch vom Stronach kaufen lassen! Wie viel Geld haben Sie gekriegt vom Stronach?) Die Länder wollen ja auch keine Transparenz, denn wenn es Transparenz gäbe, dann würde man einmal sehen, wie ineffizient die Länder arbeiten. Da geht es nicht um Effizienz, da geht es darum, dass man die Steuerzahler und die Bürger bei Laune hält und sie dazu nötigt, wieder die „richtige“ Partei zu wählen. Darum geht es! Und das will man sich nicht wegnehmen lassen. (Abg. Rädler: Entschuldigen Sie sich!)
Abg. Rädler: Entschuldigen Sie sich!
Und da geht es überhaupt nicht darum, dass die Länder deshalb das Geld brauchen, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können. (Abg. Rädler: Ihr habt euch vom Stronach kaufen lassen! Wie viel Geld haben Sie gekriegt vom Stronach?) Die Länder wollen ja auch keine Transparenz, denn wenn es Transparenz gäbe, dann würde man einmal sehen, wie ineffizient die Länder arbeiten. Da geht es nicht um Effizienz, da geht es darum, dass man die Steuerzahler und die Bürger bei Laune hält und sie dazu nötigt, wieder die „richtige“ Partei zu wählen. Darum geht es! Und das will man sich nicht wegnehmen lassen. (Abg. Rädler: Entschuldigen Sie sich!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Unsere Unterstützung haben Sie auf jeden Fall: für die Steuerautonomie der Länder, aber auch vor allem der Gemeinden. Da sind Sie auf NEOS-Linie, das freut uns, aber Sie müssen nicht uns überzeugen, sondern Sie müssten – und damit komme ich zum Schluss, Frau Präsidentin – die Mehrheitsfraktionen dieses Hauses überzeugen. Sie müssten SPÖ und vor allem Ihre Fraktion ÖVP überzeugen, denn diese Fraktionen haben alle unsere Anträge zur Steuerautonomie, zum Haushaltsrecht und zum Insolvenzrecht der Gebietskörperschaften abgelehnt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Diesen Stillstand und diese Blockade müssen wir aufbrechen! – Danke. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es handelt sich dabei um das kostenfreie Nachholen von Pflichtschulabschlüssen und den Erwerb von Basisbildungskenntnissen im zweiten Bildungsweg. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich habe aus nächster Nähe mitbekommen, was hier geleistet wird, was hier durch diese Maßnahmen bewirkt wird. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Als Bildungslandesrätin in der Steiermark habe ich gemeinsam mit Erwachsenenbildungseinrichtungen den Prototyp entwickelt, zuerst im Oberen Murtal in der Steiermark, und dieser wurde dann unter Ministerin Schmied im Wege dieser Artikel-15a-Vereinbarungen auf ganz Österreich ausgedehnt.
die Rednerin schaut wieder in Richtung ÖVP – Abg. Rädler: Überhaupt nicht!
Jetzt schaue ich wieder in die andere Richtung, denn in Wahrheit wissen wir, dass diese Neue Mittelschule – vielleicht auch, weil es nach wie vor diese Zweiteilung gibt – völlig gescheitert ist. Natürlich muss ich vor allem auf diese Seite schauen (die Rednerin schaut wieder in Richtung ÖVP – Abg. Rädler: Überhaupt nicht!), aber ich muss auf beide Seiten schauen, weil Sie seit Jahren hier in der Verantwortung sind und nichts weitergebracht haben, ganz ehrlich. Das ist das Thema! (Abg. Wöginger: Du kannst hinschauen, wo du willst! Wir haben da kein Problem damit!)
Beifall bei NEOS und Team Stronach. – Abg. Wöginger: Rückstand in Betätigung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Gestehen Sie doch ein, dass Sie gescheitert sind mit dieser Politik, und zwar absolut gescheitert! Und lesen Sie die sechs Seiten in der „Zeit“, und schämen Sie sich! – Danke. (Beifall bei NEOS und Team Stronach. – Abg. Wöginger: Rückstand in Betätigung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der övp. – Abg. Rädler: Wenn er dieser Meinung ist, dann ist er eben Kommunist!
Herr Abgeordneter Pilz, Sie haben darüber hinaus gesagt: Österreich ist diesbezüglich nicht unabhängig. – Sie haben insofern recht, als wir Teil der Europäischen Union sind und hiermit die Verpflichtung haben, die Entscheidungen, die von den Staats- und Regierungschefs oder von den Außenministern gemeinsam getroffen werden, auch mitzutragen. Aber wir haben die Möglichkeit, auch mitzugestalten! Diese Rolle haben wir sehr aktiv wahrgenommen, und zwar nicht nur, indem wir während unseres Europaratsvorsitzes die Ersten waren, die in Österreich den russischen und den ukrainischen Außenminister zur Zeit dieses Konflikts an einen Tisch gebracht haben, sondern auch weil wir innerhalb der Europäischen Union mit Frank-Walter Steinmeier und vielen anderen zu jenen gehören, die stets darauf gedrängt haben, dass es neben Sanktionen auch einen Dialog gibt. – Wenn Sie also der Meinung sind, dass wir diejenigen sind, die die amerikanische Politik vertreten, dann ist Ihre Aussage entweder auf Unwissenheit zurückzuführen, oder Sie sagen hier einfach absichtlich die Unwahrheit! (Beifall bei der övp. – Abg. Rädler: Wenn er dieser Meinung ist, dann ist er eben Kommunist!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Pröll wird da ganz gut alleine regieren!
Wir unterstützen Sie dabei, und dieser Antrag ist ein Beitrag dazu. Daher werden wir diesem Ansinnen mit großer Freude zustimmen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Pröll wird da ganz gut alleine regieren!)
Abg. Rädler: Das war kein Fehler!
Aber ich sage eines: Zur Daseinsvorsorge gehört für mich die Infrastruktur. Die Infrastruktur im Bereich Verkehr ist Daseinsvorsorge für die Bevölkerung in den Regionen und darf nicht zum Spielball irgendwelcher privaten oder politischen Interessen werden. Leider können Fehler, die damals passiert sind, heute nicht ganz einfach weggewischt werden (Abg. Rädler: Das war kein Fehler!), denn das, was verkauft ist, ist verkauft und das können wir nicht mehr zurückkaufen.
Abg. Rädler: Jetzt hör mit dem Blödsinn auf!
Niederösterreich ist bahnfrei geworden, und dann hat in Niederösterreich eine ziemliche Basarstimmung eingesetzt: Die Eisenbahngrundstücke wurden verschachert. Man sagt, eigentlich ist es dem Landeshauptmann und seinem Stellvertreter gar nicht so schlecht gekommen, denn Sie wissen, es gab in Niederösterreich einen Spekulationsskandal mit den Wohnbaugeldern (Abg. Rädler: Jetzt hör mit dem Blödsinn auf!) und man konnte zumindest ein bisschen etwas zur Reduzierung des Schadens über die verschacherten ÖBB-Gründe wieder hereinspielen.
Abg. Rädler: Abgeordnete verdient!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Bei einer Steuer- und Abgabenquote von 45 Prozent haben es auch die Bürger im Triesting- und im Gölsental verdient, ordentlich behandelt zu werden und einen ordentlichen öffentlichen Verkehr zu haben. (Abg. Rädler: Abgeordnete verdient!)
Ruf bei der FPÖ: Der Rädler kommt unter die Räder! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und FPÖ.
Herr Kollege Deimek, Sie ziehen da jetzt alte Hüte hervor, mit dem Regionalverkehr, der verbessert wird, obwohl Sie wissen ... (Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Es ist leider so! Schauen Sie sich die Wahlergebnisse in Niederösterreich an! Da hilft auch das Raunzen nichts. (Abg. Heinzl: Wie heißt es? Hochmut kommt vor dem Fall! – Beifall bei der SPÖ.) – St. Pölten! Das ist halt ganz, ganz schwierig, wenn man in St. Pölten den Landeshauptmann sitzen hat! Das glaube ich, dass das für euch schwierig ist. (Ruf bei der FPÖ: Der Rädler kommt unter die Räder! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ, ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rädler: Ihr probiert das schon 17 Jahre! – Abg. Wöginger: Der war auch gut!
Es ist nur leider unter seinen Möglichkeiten regiert. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Matznetter: Das kann man aber ändern! – Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ.) – Genau, das kann man ändern. (Abg. Rädler: Ihr probiert das schon 17 Jahre! – Abg. Wöginger: Der war auch gut!)
Abg. Rädler: Bei der Landtagswahl!
Ich darf dir nur sagen, falls du das nicht mehr genau weißt, die Sozialdemokratie hat bei der letzten Nationalratswahl vor einem Jahr in Niederösterreich 280 000 Stimmen erreicht. (Abg. Rädler: Bei der Landtagswahl!) Deine Partei hat 310 000 Stimmen erreicht. Wir haben 27 Prozent, ihr habt 30 Prozent. Wenn wir Mindestsicherung haben, dann habt ihr mit dem Erwin Pröll die Ausgleichszulage. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ, Grünen, Team Stronach und NEOS.)
Abg. Rädler: Das sage ich ihm morgen!
Aber es wird die Zeit kommen, wo du, Kollege Rädler, dich nicht mehr hinter dem Erwin Pröll verstecken kannst. Das wollte ich dir einfach in dein Stammbuch schreiben. (Abg. Rädler: Das sage ich ihm morgen!) – Ja, das kannst du ihm sagen, und schöne Grüße vom Toni Heinzl.
Sitzung Nr. 53
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Da schau her!
mission dient nur dazu, dass alles zugedeckt werden soll. Aber ich stehe nicht an, mich dafür zu entschuldigen. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Da schau her!)
Abg. Rädler: Herr Professor!
der Zweiten Republik ist (Abg. Rädler: Herr Professor!), und das Epizentrum für diesen Finanzskandal – auch das steht außer Frage – wurde wohl in Kärnten mit dem Beschluss von Haftungen gelegt. Aber der Haftungsbeschluss – die Erfindung dieser Holding-Konstruktion, dieses Holding-Gesetzes – fiel bereits im Jahr 1991; maßgeblich verantwortlich dafür: Jörg Haider. Was dann folgte – in Wirklichkeit bis heute –, kann man nur mit der Wortfolge „strukturierte Verantwortungslosigkeit vieler Akteure“ bezeichnen. (Beifall bei Grünen und NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Von welchen Beträgen reden wir, die wir uns nicht leisten können? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir reden von 154,20 €, das ist das Pflegegeld der ersten Stufe in einem Monat. 154,20 € haben Sie nicht zur Verfügung für Leute, die Pflegebedarf haben und derzeit so eingestuft sind, dass sie Pflegeanspruch in der Stufe 1 haben.
Abg. Rädler: Zickzack ist auch eine Linie!
Frau Meinl-Reisinger, wir haben selbstverständlich eine klare Linie, was die Frauenpolitik anlangt und insbesondere das Pensionsantrittsalter insgesamt. (Abg. Rädler: Zickzack ist auch eine Linie!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich darf jetzt noch zwei, drei Punkte aufzählen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, meine Herren Kollegen von der ÖVP, bitte ganz genau zuhören, damit Sie wissen, dass vielleicht die Kammerwahlen dann doch anders laufen, als man es sich wünscht, weil die Pfeile, die jetzt nach oben zeigen Der Wirtschaftsmotor stottert deshalb, weil wir so eine gute Vertretung haben. Das darf ich schon in aller Deutlichkeit sagen und
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich habe es einfach satt, dass wir die Bäuerinnen und Bauern fürs Plakat verkaufen, dass wir sagen: Schaut her, da schuften sie, so klar und so schön und so wunderbar ist unsere Landwirtschaft!, und die Produkte auf dem Teller haben mit dieser Produktion nichts zu tun (Zwischenruf des Abg. Rädler), sie sind bei diesen Bauern vorbeigefahren worden. Herr Kollege, hör dir das bitte an! Ich darf dazu Folgendes sagen: Auch trotz dieser so wichtigen Kammer haben wir das Problem der Gelder, der Bauerngelder (Zwischenruf bei der ÖVP), der Verteilung von 80 : 20; wir erleben es gerade wieder bei der Russlandkrise.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt gibt es angeblich sofort Interventionen, und da wird geholfen, weil ja der Russlandexport zusammengebrochen ist. – Bitte, wie viele Euro von diesem Geld kommen in ein Bauernhaus (neuerlicher Zwischenruf bei der ÖVP), und wie viele Euro von diesem Geld aus dem Agrarbudget kommen zu den Industriellen, zur Lebensmittelindustrie und werden mit dem Federl „Bauerngeld“ vermarktet? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und genauso ist das bei den Ausgleichszahlungen, Herr Kollege! (Abg. Höfinger: Wie ist denn das ?)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Zuletzt noch ein Beispiel: Wenn dann mit Bauerngeld in der Kammerzeitung (Zwischenruf des Abg. Rädler) – nicht in der Parteizeitung, das ist mir wurscht, Herr Kollege – inseriert wird: Das Beste fürs Land kommt aus unserer Hand!, und dann ist das vorwiegend ausländische Ware, dann ist das politisch gedeckter Betrug. (Zwischenruf des Abg. Höfinger.) Schaut euch das an, denn das werden die Antworten sein, die Sie, Herr Kollege, bei der Kammerwahl geben werden müssen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Höfinger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pendl und Rädler.
Ich darf noch ein Beispiel nennen: Meine Heimatgemeinde Aurach am Hongar, eine Bauerngemeinde, hat 25 (Abg. Höfinger: Erzähl das Beispiel !) – Herr Kollege, reg dich nicht so auf! Schau, das sind die Fakten, das ist ja das Problem. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pendl und Rädler.) Die Wahrheit ist unangenehm, das wissen wir eh – ganz einfach, Herr Kollege! Ich wollte ja nur etwas zum Kammerwahlrecht sagen. Aurach am Hongar hat 25 aktive Bauern (Vizekanzler Mitterlehner: Waldbesitz, Stift Schlägl, gell!), inklusive – richtig, Herr Minister – Waldbesitz, und sogar einen Schlägler haben wir dabei, mit 1 000 Hektar, es sei ihm gegönnt! (Abg. Höfinger: Erzähl das, was du mir erzählt hast!)
Abg. Rädler: Du hast ja kein !
Jetzt kommt die Preisfrage: Was glaubt ihr, was glaubst du, Herr Kollege, wie viele Wahlberechtigte wir bei der Landwirtschaftskammerwahl haben? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Höfinger.) Jetzt wisst ihr, wie fatal dieses Ergebnis ist. (Abg. Rädler: Du hast ja kein !) Da gehen ja 85 Prozent wählen, die mit der aktuellen Landwirtschaft nichts am Hut haben, weil sie einfach nicht mehr aktiv im Betrieb tätig sind. Wir haben bei 25 aktiven Betrieben 367 Wahlberechtigte. (Abg. Pendl: Hört, hört!) Gebt mir, bitte, eine Antwort, ob das passt oder nicht passt!
Die Gesprächsrunde bei Abg. Lopatka löst sich wieder auf. – Abg. Rädler: Blödsinn! Keine Brille?! – Hallo-Rufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich stelle fest, dass insbesondere in den Reihen der Österreichischen Volkspartei kein besonderes Interesse an einer Diskussion über die Bekämpfung des Terrorismus in Österreich besteht. (Bei Abg. Lopatka kommen mehrere Abgeordnete zu einem Gespräch zusammen.) Dann werden wir halt die Debatte ohne ÖVP führen müssen. (Die Gesprächsrunde bei Abg. Lopatka löst sich wieder auf. – Abg. Rädler: Blödsinn! Keine Brille?! – Hallo-Rufe bei der ÖVP.) – Ah, die ÖVP ist wieder da! Willkommen!
Abg. Rädler: Genau!
Mythos – in einer U-Bahn jemanden gesehen, der eine Baseballkappe mit dem IS-Symbol trug. Man muss halt die Symbole auch erkennen. (Abg. Rädler: Genau!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es ist so – da bin ich schon bei Ihnen, Herr Kollege Pilz –, dass es auch in Österreich junge Menschen gibt, die diesbezüglich anfällig sind. Aber mit einer klaren gesetzlichen Haltung auch gegenüber diesen Menschen, jenen, die (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Wir können auch ein Zwiegespräch führen, wenn Sie wollen. – Also: Eine klare gesetzliche Regelung zur Hintanhaltung der Propaganda des IS-Terrors ist aus meiner Sicht auch wichtig.
Abg. Rädler: Geh!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Ich kann den Kollegen Hammer von der ÖVP gleich beruhigen: Ich habe keine Rakete mitgebracht, ich habe keine Explosivstoffe mitgebracht (Abg. Rädler: Geh!) – schlicht und einfach deswegen, weil die Hausordnung das verbietet.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich weiß nicht, wie es möglich war, dass da so lange weggeschaut worden ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wer ins Stadion geht und sich das anschaut, sieht, wenn
Sitzung Nr. 55
Abg. Rädler: Da brauchst nicht mehr raus!
Präsidentin Doris Bures: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter Wöginger. (Abg. Rädler: Da brauchst nicht mehr raus!)
Abg. Rädler: Frage!
Klimawandel findet im Moment statt. Österreich ist im Jahr 2009 eine Verpflichtung eingegangen, und es ist eine sehr wichtige Verpflichtung, den Entwicklungsländern, also den Ärmsten der Armen, bei ihren Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Klimaschutzpolitik in diesen Ländern einen gewissen Beitrag zur Verfügung zu stellen. (Abg. Rädler: Frage!) Insgesamt wurde diese Verpflichtung als eines der dynamischsten und wichtigsten Elemente vor der Klimakonferenz, die jetzt in Lima stattfindet, erachtet. Österreich hat bis gestern keinen Beitrag genannt. (Abg. Rädler: Was ist die Frage? – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Rädler: Was ist die Frage? – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Klimawandel findet im Moment statt. Österreich ist im Jahr 2009 eine Verpflichtung eingegangen, und es ist eine sehr wichtige Verpflichtung, den Entwicklungsländern, also den Ärmsten der Armen, bei ihren Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Klimaschutzpolitik in diesen Ländern einen gewissen Beitrag zur Verfügung zu stellen. (Abg. Rädler: Frage!) Insgesamt wurde diese Verpflichtung als eines der dynamischsten und wichtigsten Elemente vor der Klimakonferenz, die jetzt in Lima stattfindet, erachtet. Österreich hat bis gestern keinen Beitrag genannt. (Abg. Rädler: Was ist die Frage? – Zwischenruf des Abg. Brosz.)
Abg. Rädler: Ein Satz! – Abg. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine Frage, Entschuldigung! Es gibt auch komplexere Sätze! – Abg. Brosz: Die versteht der Rädler nicht!
(Abg. Rädler: Ein Satz! – Abg. Glawischnig-Piesczek: Das ist eine Frage, Entschuldigung! Es gibt auch komplexere Sätze! – Abg. Brosz: Die versteht der Rädler nicht!)
Abg. Rädler: Unsinn!
Abgeordneter Dr. Rainer Hable (NEOS): Herr Finanzminister, dazu haben wir die Fragestunde, damit Sie uns informieren. Die Frist ist natürlich abgelaufen, weil der vorige Verhandlungsprozess gescheitert ist (Abg. Rädler: Unsinn!), aber gut, darüber werden wir uns nicht einig.
Abg. Rädler: Das entspricht der Demokratie!
Schön und gut, das soll mir recht sein, aber dann erwarte ich mir nach neun Jahren Stillstand in Fragen Finanzausgleich und Föderalismusreform auch, dass es da wirklich zu substanziellen Reformen kommt, und nicht zu einer Reform, bei der davon ausgegangen wird, dass im Hinblick auf die Verteilung der Mittel jeder Mensch gleich viel wert ist. Das würde nämlich bedeuten, dass man sozusagen ignorieren würde, dass die Voraussetzungen in den Regionen und in den Städten nicht grundlegend gleich sind. (Abg. Rädler: Das entspricht der Demokratie!) – Worum es im Finanzausgleich und auch in der gesamten Literatur zum Finanzausgleich geht, ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Sie werden mir doch nicht erzählen wollen, dass man jetzt in jedem kleinen Ort in Österreich eine Staatsoper errichten wird. Das kann es doch nicht sein! (Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler und Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler und Rädler.
Schön und gut, das soll mir recht sein, aber dann erwarte ich mir nach neun Jahren Stillstand in Fragen Finanzausgleich und Föderalismusreform auch, dass es da wirklich zu substanziellen Reformen kommt, und nicht zu einer Reform, bei der davon ausgegangen wird, dass im Hinblick auf die Verteilung der Mittel jeder Mensch gleich viel wert ist. Das würde nämlich bedeuten, dass man sozusagen ignorieren würde, dass die Voraussetzungen in den Regionen und in den Städten nicht grundlegend gleich sind. (Abg. Rädler: Das entspricht der Demokratie!) – Worum es im Finanzausgleich und auch in der gesamten Literatur zum Finanzausgleich geht, ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Sie werden mir doch nicht erzählen wollen, dass man jetzt in jedem kleinen Ort in Österreich eine Staatsoper errichten wird. Das kann es doch nicht sein! (Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler und Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie haben ja keine Vertreter in den Gemeinden, daher können Sie so leicht daherreden, Herr Professor!
Ein besonderer Wunsch in diesem Zusammenhang ist jener – und damit sind wir vielleicht wieder beim ländlichen Raum –: Es kann nicht sein, dass die Länder über sogenannte Kofinanzierung sehr tief in die Taschen der Gemeinden greifen. Darüber, meine Damen und Herren von der ÖVP, aber auch von der SPÖ, die sich da jetzt so aufgeregt haben, sollten Sie einmal intensiv nachdenken und in sich gehen. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Sie haben ja keine Vertreter in den Gemeinden, daher können Sie so leicht daherreden, Herr Professor!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Politisch ist er in dieser Form aber problematisch. Lassen Sie mich das begründen: Wir – Kollege Hable und ich – haben Ihnen in einer kurzen Debatte auseinandergesetzt (Zwischenruf des Abg. Rädler), was wir uns unter einer echten Reform des Finanzausgleichs vorstellen, gestützt von zahlreichen Studien. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Abg. Rädler: Weil du es nicht verstehst!
Das alles verschlingt Unmengen von Geld. Ich würde nichts sagen, wenn da gescheite Ergebnisse herauskämen, aber die Wahrheit ist: Dieses Geld, das vom Steuerzahler oder von wem auch immer dafür aufgebracht wird, wird in irgendwelche Beratungsleistungen gesteckt, die schweineteuer sind und bei denen nie ein gescheites Projekt rauskommt. (Abg. Rädler: Weil du es nicht verstehst!) – Du kannst gerne einmal kommen, du kannst dir die Rechnungsabschlüsse anschauen, Herr Kollege Rädler! Ich rede nicht über etwas, das ich nicht verstehe, aber du plärrst da raus, offensichtlich mit einem ganz beschränkten Blick, und hast keine Ahnung! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das ist die Wahrheit. Die Gemeinden stecken Geld in diese LEADER-Programme, in das Regionalmanagement, haben aber überhaupt nichts davon (Zwischenruf des Abg. Rädler); zumindest in dem Gebiet, wo ich herkomme, ist noch kein einziges überregionales Projekt entstanden. Ich kann dir den Beweis liefern, kein Problem. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.) – Das würde ich als Erstes abschaffen, denn da sitzen nur Rote und Schwarze drinnen, tun sich selbst verwalten und das Geld ins eigene Sackl stecken. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist die Wahrheit. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Loacker. – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! Aufpassen!)
Heiterkeit bei der ÖVP – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Auer
Insgesamt muss man aber auch sagen, dass wir ein paar Debakel-Gemeinden haben: Fohnsdorf, Zeltweg, Trieben und so weiter. Mir ist zum heutigen Zeitpunkt nichts darüber bekannt, dass sich dort etwas zum Besseren verändert hat. Seit fünf Jahren ist das anhängig, es gibt Verfahren, es gibt Ermittlungsverfahren der Justiz. Seit fünf Jahren ist das anhängig! (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Das ist mir wurscht. Ihr stellt den Justizminister, oder? Und er schreibt mir die ganze Zeit: Wir müssen weiter ermitteln, wir müssen weiter ermitteln. – Ich finde das nicht in Ordnung. Macht einmal einen Abschluss, sagt ihm, dass das so sein soll und muss (Heiterkeit bei der ÖVP – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Auer), denn das ist auch für die Leute, die sich da – vielleicht – vor Gericht verantworten müssen, nicht in Ordnung! Sie wissen seit fünf Jahren nicht, ob sie drankommen oder nicht. – Ja, lach nur da hinten, das passt schon so!
Abg. Rädler: Ja, bei dir schon!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Frau Präsidentin! Herr Finanzminister! Meine Damen und Herren! Möglicherweise könnte man auf folgende Idee kommen: Schon wieder Hypo! (Abg. Rädler: Ja, bei dir schon!) – Ja, eh. Aber bei diesen (Abg. Auer: Wenn du etwas Neues bringst, ist es ja interessant!) – Ja, wir werden viel Neues bringen. Wir werden aus der Vergangenheit Neues bringen und für die Zukunft Neues bringen. – Danke für den Zwischenruf, sehr konstruktiv! (Präsidentin Bures übernimmt wieder den Vorsitz.)
Abg. Podgorschek: Haben Sie gestern überhaupt aufgepasst? – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Kollege Podgorschek sagte damals hier im Hohen Haus: „Und Sie missbrauchen eine honorige Richterin. Frau Dr. Griss ist eine durchaus honorige Richterin, und sie wird von Ihnen nur missbraucht!“ – Das haben Sie in der 18. Sitzung des Nationalrates gesagt. (Abg. Podgorschek: Haben Sie gestern überhaupt aufgepasst? – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wo?
Dritter Punkt: Wir brauchen natürlich ein Insolvenzrecht für Gebietskörperschaften, insbesondere für die Bundesländer. Wir müssen die unverantwortlichen Landeshauptleute in die Pflicht nehmen, und die wohnen nicht nur in Kärnten, die wohnen auch in Tirol – Hypo Tirol –, auch hier ist Elend unterwegs, die wohnen in Niederösterreich, Stichwort Machenschaften dort (Abg. Rädler: Wo?), die natürlich den Steuerzahlern etwas kosten werden. Ja natürlich, Wohnbauanleihen et cetera. (Abg. Neubauer: ... Raika!) Wir müssen die Landeshauptleute endlich in die Pflicht nehmen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.) Natürlich brauchen wir ein Insolvenzrecht für die Bundesländer, sonst werden am Ende des Tages wieder die Bürger, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Geh Bäume umarmen!) – Das war der dritte Punkt.
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Dritter Punkt: Wir brauchen natürlich ein Insolvenzrecht für Gebietskörperschaften, insbesondere für die Bundesländer. Wir müssen die unverantwortlichen Landeshauptleute in die Pflicht nehmen, und die wohnen nicht nur in Kärnten, die wohnen auch in Tirol – Hypo Tirol –, auch hier ist Elend unterwegs, die wohnen in Niederösterreich, Stichwort Machenschaften dort (Abg. Rädler: Wo?), die natürlich den Steuerzahlern etwas kosten werden. Ja natürlich, Wohnbauanleihen et cetera. (Abg. Neubauer: ... Raika!) Wir müssen die Landeshauptleute endlich in die Pflicht nehmen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.) Natürlich brauchen wir ein Insolvenzrecht für die Bundesländer, sonst werden am Ende des Tages wieder die Bürger, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Geh Bäume umarmen!) – Das war der dritte Punkt.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Geh Bäume umarmen!
Dritter Punkt: Wir brauchen natürlich ein Insolvenzrecht für Gebietskörperschaften, insbesondere für die Bundesländer. Wir müssen die unverantwortlichen Landeshauptleute in die Pflicht nehmen, und die wohnen nicht nur in Kärnten, die wohnen auch in Tirol – Hypo Tirol –, auch hier ist Elend unterwegs, die wohnen in Niederösterreich, Stichwort Machenschaften dort (Abg. Rädler: Wo?), die natürlich den Steuerzahlern etwas kosten werden. Ja natürlich, Wohnbauanleihen et cetera. (Abg. Neubauer: ... Raika!) Wir müssen die Landeshauptleute endlich in die Pflicht nehmen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.) Natürlich brauchen wir ein Insolvenzrecht für die Bundesländer, sonst werden am Ende des Tages wieder die Bürger, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zahlen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Geh Bäume umarmen!) – Das war der dritte Punkt.
Abg. Rädler: Fegefeuer!
Das alles können Sie aus dem Griss-Bericht herauslesen. Dass Ihnen das nicht gefällt, die Wahrheit, ist natürlich klar, dass Sie darüber schimpfen. Aber wir werden Gelegenheit haben, das alles im Untersuchungsausschuss aufzuarbeiten und an den Tag zu bringen. (Abg. Rädler: Fegefeuer!)
Abg. Rädler: ... alles in Kärnten!
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ing. Lugar. – Bitte. (Abg. Rädler: ... alles in Kärnten!)
Abg. Rädler: Ja sag einmal!
All das haben wir schon besprochen. Die Frage ist nur, warum sich die Österreicher das Messer haben ansetzen lassen. Das ist die zentrale Frage, und da kommt die Raiffeisen ins Spiel! Die Raiffeisen und auch Erwin Pröll aus Niederösterreich, der Angst hatte um seine Hypo-Landesbank, die er ja genauso missbraucht hatte, wie Haider das gemacht hatte. (Abg. Rädler: Ja sag einmal!) Das muss man ja auch einmal sagen. Auch die Hypo Niederösterreich wurde immer wieder missbraucht (Zwischenrufe bei der ÖVP), hat Spekulationsgeschäfte gemacht. Dann gibt es Milliardenverluste.
Abg. Rädler: Verfolgungswahn!
All das wissen wir ja. (Abg. Rädler: Verfolgungswahn!) Da hat selbstverständlich der Onkel Erwin aus Niederösterreich Angst gehabt, dass mit einer Pleite auch er hier sein Spielzeug verliert. Deshalb ist er zu seinem Neffen gegangen und hat hier auch noch ein bisschen Druck ausgeübt (Zwischenrufe bei der ÖVP), genauso wie die Raiffeisen, die ja dann den Herrn Pröll auch versorgt hat. (Abg. Rädler: Dann kam das Rumpelstilzchen!)
Abg. Rädler: Dann kam das Rumpelstilzchen!
All das wissen wir ja. (Abg. Rädler: Verfolgungswahn!) Da hat selbstverständlich der Onkel Erwin aus Niederösterreich Angst gehabt, dass mit einer Pleite auch er hier sein Spielzeug verliert. Deshalb ist er zu seinem Neffen gegangen und hat hier auch noch ein bisschen Druck ausgeübt (Zwischenrufe bei der ÖVP), genauso wie die Raiffeisen, die ja dann den Herrn Pröll auch versorgt hat. (Abg. Rädler: Dann kam das Rumpelstilzchen!)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das heißt, der rote Faden, der rot-schwarze Faden in dieser Bundesregierung lautet: Die Interessen von wenigen, in dem Fall von Onkel Erwin und Raiffeisen, sind genau zehnmal so viel wert wie die Interessen der Österreicher. Das ist wirklich ein Skandal! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Es wird immer schlimmer! – Abg. Prinz: Schlimmer als das von Lugar kann es gar nicht mehr werden!
Präsident Karlheinz Kopf: Es folgt noch eine Wortmeldung des Herrn Abgeordneten Mag. Kogler. Restredezeit Ihres Klubs: 4 Minuten. (Abg. Rädler: Es wird immer schlimmer! – Abg. Prinz: Schlimmer als das von Lugar kann es gar nicht mehr werden!)
Sitzung Nr. 57
Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Jedoch, meine Damen und Herren: Demokratie und Meinungsfreiheit gibt es nicht umsonst, wie wir Österreicher aus schmerzlicher Erfahrung in der Vergangenheit wissen. Jetzt ist der Zeitpunkt, tatsächlich und kompromisslos für westliche und demokratische Werte einzustehen! Wer aber ruft: Ich bin Charlie!, und gleichzeitig gegen die besorgten und friedlich demonstrierenden Anhänger der PEGIDA-Bewegung hetzt, der hat von Meinungsfreiheit und Demokratie wirklich nichts verstanden. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der Islam gehört zu Österreich, genauso wie das Judentum, das Christentum, die Agnostiker, die Atheisten, die Laizisten: Wir sind Österreich, wir gemeinsam! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei Grünen und FPÖ. – Abg. Rädler: Verteidiger der Blauen!
wir haben Ihnen beziehungsweise Ihrer Fraktion den Antrag geschickt, und wir haben Ihnen mitgeteilt, wenn Sie Änderungswünsche oder Fragestellungen haben, die wir hier einbauen können, dann werden wir das gerne tun. (Abg. Darmann: Richtig!) Wenn Sie eine Frage haben, die Sie gerne untersuchen möchten, dann kommen Sie entweder noch einmal heraus und sagen Sie uns das, oder aber, Herr Kollege, es besteht auch noch die Möglichkeit, dass man im Geschäftsordnungsausschuss entsprechende Änderungen durchführt. (Abg. Obernosterer: Genau! Bravo!) Tun Sie das, applaudieren Sie nicht nur! Und gehen Sie nicht hier heraus und tun Sie nicht so, als hätten wir Ihnen nicht die Möglichkeit gegeben (Abg. Darmann: Fünf Tage habt ihr gehabt! Fünf Tage Zeit!), einige Fragen zu stellen, die Ihnen am Herzen liegen! (Beifall bei Grünen und FPÖ. – Abg. Rädler: Verteidiger der Blauen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich habe neulich einen Bekannten getroffen, und der hat mich gefragt, was wir heute hier bei dieser Sondersitzung verhandeln. Ich hab gesagt, wieder einmal die Hypo, und er hat gesagt, er kann das schon nicht mehr hören. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Haider-Freunde!
haben das Recht, genau Auskunft zu bekommen, wieso es so weit kam, dass insgesamt 15 bis 20 Milliarden € sozusagen die Adria hinunterschwammen, sage ich jetzt einmal, nämlich bei der Hypo Alpe-Adria. Ich habe es einmal ausgerechnet: Das ist eine Yachten-Kette von Rijeka bis Dubrovnik, da können Sie trockenen Fußes auf den Milliarden hinunterspazieren. (Abg. Rädler: Haider-Freunde!) Nur als anschauliches Bild! Sie alle haben ein Recht darauf, Auskunft zu bekommen, wie es so weit kam. Deswegen gibt es jetzt diese Möglichkeit, und ich bin dankbar dafür.
Sitzung Nr. 59
Abg. Rädler: Oberlehrer!
trennt voneinander betrachtet und behandelt werden, denn in Wirklichkeit greifen sie inhaltlich wie Zahnräder ineinander und können eben nicht voneinander getrennt beurteilt werden. (Abg. Rädler: Oberlehrer!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und wenn ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, Herr Bürgermeister Rädler, das weiß ich schon, dass Sie Politik danach machen, wie Sie gewählt werden, aber es wäre auch gut, Politik im Sinne der Steuerzahler zu machen. (Abg. Rädler: ! Herr Oberlehrer!) Dass hier jede Möglichkeit fehlt, die Verantwortungsträger heranzuziehen, wenn sie Misswirtschaft betreiben, zeigen uns zum Beispiel die Städte Linz und Wien mit ihren Frankengeschäften. Das bleibt ohne jede Konsequenz für die Verantwortlichen.
Abg. Rädler: ! Herr Oberlehrer!
Und wenn ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, Herr Bürgermeister Rädler, das weiß ich schon, dass Sie Politik danach machen, wie Sie gewählt werden, aber es wäre auch gut, Politik im Sinne der Steuerzahler zu machen. (Abg. Rädler: ! Herr Oberlehrer!) Dass hier jede Möglichkeit fehlt, die Verantwortungsträger heranzuziehen, wenn sie Misswirtschaft betreiben, zeigen uns zum Beispiel die Städte Linz und Wien mit ihren Frankengeschäften. Das bleibt ohne jede Konsequenz für die Verantwortlichen.
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
von ihren Landeshäuptlingen gewählt wurden, hier eine Reform zustande bringen sollen, na, glauben Sie, dass das funktioniert, noch dazu, wenn diese Reform auf Kosten der Länder geht? Das sagt ja der Rechnungshof auch, na, selbstverständlich: Die Länder schmeißen ja das Geld mit vollen Händen raus! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Den Ländern ist es ja egal, wie es dem Bund geht. Die Länder halten sich den Bund. Unsere Bundesländer halten sich den Bund!
Abg. Rädler: Und Sie vom Frank Stronach!
Das heißt, wir alle, wie wir hier sitzen, vor allem die von der Regierung, sind ja letztlich Hampelmänner der Landeshäuptlinge. (Abg. Rädler: Und Sie vom Frank Stronach!) Aber nicht nur die Abgeordneten der Regierung machen das, was ihre Landeshäuptlinge wollen, nein, auch die Minister machen das. Machen Sie einen Blick zurück in die Geschichte! Schauen Sie sich einen Herrn Pröll an! Schauen Sie sich einen Herrn Spindelegger an! Schauen Sie sich eine Maria Fekter an! – Alle abhängig in ihrem Ressort!
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Und jetzt haben wir – und da komme ich auch zu etwas Positivem – aus meiner Sicht eine einmalige Gelegenheit. Wir haben jetzt die Gelegenheit, etwas zu verändern. Warum? – Nicht weil die Abgeordneten vom Bürger gewählt wurden. Nein, das haben wir gerade besprochen. Nein, weil wir einen Finanzminister haben, der nicht abhängig ist. Das gab es meines Wissens überhaupt noch nie in dieser Republik: ein Finanzminister, der nicht abhängig ist. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Das muss ein Unfall gewesen sein bei der ÖVP. Ich glaube sogar, dass es ein Unfall war. Der Herr Pröll war ja damals gerade im Ausland, als er da über den Tisch gezogen wurde. Er war auch nicht allzu zufrieden, kann ich mich erinnern, hat er doch gleich die Innenministerin Mikl-Leitner ausgeschickt, um den Finanzminister zu kritisieren. Sie hat gesagt, sie hätte sich einen Experten gewünscht. Als wäre der Finanzminister, den wir jetzt haben, kein Experte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.
Und jetzt haben wir – und da komme ich auch zu etwas Positivem – aus meiner Sicht eine einmalige Gelegenheit. Wir haben jetzt die Gelegenheit, etwas zu verändern. Warum? – Nicht weil die Abgeordneten vom Bürger gewählt wurden. Nein, das haben wir gerade besprochen. Nein, weil wir einen Finanzminister haben, der nicht abhängig ist. Das gab es meines Wissens überhaupt noch nie in dieser Republik: ein Finanzminister, der nicht abhängig ist. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Das muss ein Unfall gewesen sein bei der ÖVP. Ich glaube sogar, dass es ein Unfall war. Der Herr Pröll war ja damals gerade im Ausland, als er da über den Tisch gezogen wurde. Er war auch nicht allzu zufrieden, kann ich mich erinnern, hat er doch gleich die Innenministerin Mikl-Leitner ausgeschickt, um den Finanzminister zu kritisieren. Sie hat gesagt, sie hätte sich einen Experten gewünscht. Als wäre der Finanzminister, den wir jetzt haben, kein Experte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.)
Abg. Rädler: Hoffentlich schaut Stronach nicht zu, sonst geht es dir wie der Nachbaur!
Aber wie dem auch sei. Wir haben jetzt eine einmalige Chance, nämlich mit einem Finanzminister, der nicht abhängig ist von der ÖVP, endlich Druck auf die Länder auszuüben. Und wie geht das, Herr Finanzminister? Sie wissen das ja auch. – Über das Geld! Über das Geld! Der einzige Weg. (Abg. Rädler: Hoffentlich schaut Stronach nicht zu, sonst geht es dir wie der Nachbaur!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Nachbaur, Lugar, !
Wir können nicht mit guten Vorschlägen zum Herrn Pröll gehen oder zum Herrn Häupl und wie sie alle heißen. Das ist eine Hydra! Da können Sie einen Kopf abschlagen, wächst der nächste nach! Das funktioniert nicht. Das heißt, Sie müssen mit Druck arbeiten. Es geht nur mit Druck. Und ich wünsche Ihnen dabei alles Gute, ich wünsche Ihnen viel Glück – Sie sind die letzte Chance, die wir haben. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Nachbaur, Lugar, !)
Abg. Rädler: Regieren Sie auch?
Wie ist dieser Disput in der SPÖ/ÖVP-Bundesregierung entstanden? – Der Herr Bundeskanzler hat eigentlich etwas Selbstverständliches gemacht, man möchte fast sagen, eine Fleißaufgabe – und deshalb richten wir diese Aktuelle Europastunde auch an Sie –, nämlich zunächst einmal die Kooperation zu suchen, wenigstens in Österreich. Warum? – Damit wir in Brüssel endlich einmal einheitlich und klar auftreten, denn das ist ja bis heute zu vermissen. In Österreich hat man ja den Eindruck, dass sämtliche Landesregierungen, Landeshauptleute, sämtliche Bundesminister, bis auf den Herrn Mitterlehner – das ist aber der, der in Brüssel verhandelt –, also quasi alle, die in diesem Land irgendwie regieren, gegen TTIP sind. (Abg. Rädler: Regieren Sie auch?) Ja, eh, aber wir sind ja auch wirklich dagegen. Und da werden wir jetzt schauen, was da mit der ÖVP los ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Sie können ja eh mitstimmen!
Das fällt unter Demokratie, würde ich sagen. Das fällt darunter, dass wir unsere Kultur, unsere Lebensstandards behalten! Generationen haben dafür gekämpft! Bevor Sie da gesessen sind, ist auf Ihrem Platz ein anderer gesessen, der dafür gekämpft hat, dass es diese Standards gibt – manchmal mit uns, manchmal ohne uns (Abg. Rädler: Sie können ja eh mitstimmen!), und vor allem manchmal ohne Sie, aber so war es! (Abg. Rädler: Sie stimmen ja eh mit!)
Abg. Rädler: Sie stimmen ja eh mit!
Das fällt unter Demokratie, würde ich sagen. Das fällt darunter, dass wir unsere Kultur, unsere Lebensstandards behalten! Generationen haben dafür gekämpft! Bevor Sie da gesessen sind, ist auf Ihrem Platz ein anderer gesessen, der dafür gekämpft hat, dass es diese Standards gibt – manchmal mit uns, manchmal ohne uns (Abg. Rädler: Sie können ja eh mitstimmen!), und vor allem manchmal ohne Sie, aber so war es! (Abg. Rädler: Sie stimmen ja eh mit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau! – Abg. Schwentner: Das ist eine Nullaussage! – Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.
Meine Damen und Herren! Dieses Mandat wurde erteilt. Der Herr Bundeskanzler hat zugestimmt. Das ist auch richtig so – ich nehme auch an, dass er selbstverständlich genau weiß, was er getan hat –, und man sollte dieses Mandat möglich machen. Wir sollten nicht von vornherein sagen, dass alles schlecht ist, aber wir sollten auch nicht von vornherein meinen, es sei das Beste, was es gibt. Das ist es nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau! – Abg. Schwentner: Das ist eine Nullaussage! – Präsident Hofer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rädler: Ein Wort zu Russland!
Abgeordneter Dr. Johannes Hübner (FPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Zuschauer! Liebe Kollegen! (Abg. Rädler: Ein Wort zu Russland!) – Ja, ja.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ein Freihandelsabkommen ist kein Abkommen zur Erhöhung der Standards im Ökologiebereich, im Arbeitsrecht oder sonst wo. Ein Freihandelsabkommen dient zum Abbau von Zöllen oder auch von Hemmnissen, wie Kollege Kogler richtig gesagt hat. Wenn ein Autospiegel von einem Industriekonzern in Europa anders produziert werden muss als in den USA, das in der Sache aber nicht gerechtfertigt ist, dann macht das keinen Sinn. Das können wir auch verstehen und akzeptieren. Wenn aber Agrarkonzerne, ob das Monsanto, Cargill, ADM und alle anderen sind oder die größten Saatgutproduzenten wie DuPont, ein gemischter Chemiekonzern und Pharmakonzern, oder die Lebensmittelindustrie der amerikanischen Staaten, nämlich Walmart, um ein Beispiel zu nehmen, oder die großen Suppenhersteller ihre Produkte in Europa auf den Markt bringen wollen, was müssten sie dafür tun?! – Sie müssen auf amerikanischer Seite, bei ihrer Regierung, lobbyieren, und sie sind auch im Beraterstab von Präsidenten Obama. In diesem Beraterstab von knapp 600 ExpertInnen sind 80 Prozent Industrievertreterinnen und -vertreter, und die müssen lobbyieren, dass die Standards bei diesen Verhandlungen in Europa nach unten gehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist ihr Ziel, ihr politisch-strategisches Ziel. Das ist doch vollkommen klar! Das wissen die Menschen in Europa, und das wissen auch die Menschen in Österreich.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, das ist hanebüchen und völlig unverständlich. Es ist unglaubwürdig, Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP. Man kann sich bei solch einer Verhandlung nicht die Rosinen aus dem Kuchen picken. Das wird nicht funktionieren, das wird nicht aufgehen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Schöner Aufsatz!
Die gesamte Debatte sollte doch auf volkswirtschaftlichen Daten basieren. In Wirklichkeit ist sie doch längst aus dem Ruder gelaufen, und dieser Schaden ist hausgemacht. Warum? – Monatelang wurde zuerst einmal der Brüsseler Mantel des Schweigens über diese ganzen Verhandlungen ausgebreitet. Jetzt, weil der Gegenwind rauer wird, weil sich die Gegner formieren, rückt man sukzessive mit Informationen heraus. (Abg. Rädler: Schöner Aufsatz!) Das ist meiner Meinung nach nicht gerade vertrauenserweckend.
Abg. Rädler: Netter Aufsatz!
sind und sagen, dass es so nicht geht und man hier entgegensteuern muss. (Abg. Rädler: Netter Aufsatz!) Nur deshalb – Herr Kollege Rädler, bitte auch zuhören – befindet sich die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström auf Imagetour. Sie war gestern auch in Österreich; ich finde – wie Kollege Kogler schon gesagt hat –, das war gestern ein schwacher Auftritt von ihr.
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist keine Verschwörungstheorie! – Abg. Rädler: Was sagt Magna Kanada?
Konzerne, Eliten und Lobbyisten nicht gerne hören. Das ist ein Faktum! Das ist die Tatsache! – Danke sehr. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das ist keine Verschwörungstheorie! – Abg. Rädler: Was sagt Magna Kanada?)
Abg. Rädler: Der Herr Pirklhuber, der hat immer Angst!
Ängste zu schüren ist zu einem Geschäftsmodell der Medien geworden, weil sie wissen, dass wir aufgrund der Evolution auf Angst kalibriert sind und unser Angstsystem sich in der letzten Zeit nicht gewandelt hat. (Abg. Rädler: Der Herr Pirklhuber, der hat immer Angst!)
Abg. Rädler: Was war das?
Abgeordnete Dr. Ruperta Lichtenecker (Grüne): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Frau Staatssekretärin! Frau Ministerin! Werte Damen und Herren! Ja, Herr Bundeskanzler, Sie haben schon recht, Österreich ist ein guter Standort mit vielen engagierten Unternehmen, talentierten und fleißigen MitarbeiterInnen. Nichtsdestotrotz ist es ein Faktum, dass wir immer mehr an Boden verlieren. Und ein Kardinalproblem ist eine Mischung aus Stillstand, Blockadehaltung und – was besonders gefährlich ist – Selbstzufriedenheit. Die Selbstzufriedenheit dieser Bundesregierung, das ist ja vermutlich auch der Grund dafür, dass uns heute die Frau Ministerin für Inneres bei der Wirtschaftsstandortdebatte beehrt. (Abg. Rädler: Was war das?)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Zukunft eines Landes wird in den Klassenzimmern geschrieben beziehungsweise in allen Bildungseinrichtungen, denn Bildung beginnt ja im Idealfall nicht erst mit der Schule und hört auch nicht mit der Schule auf (Zwischenruf des Abg. Rädler), im Sinne eines lebenslangen, lebensbegleitenden Lernens. Bildung ist der Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Haider) und – das kann man in Zeiten wie diesen nicht oft genug betonen – ist auch der Schlüssel zu gesellschaftlichem und sozialem Frieden.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Folgendes haben wir jetzt gemeinsam in den Niederlanden wieder erleben können – die Bildungssprecherinnen und -sprecher der Fraktionen waren dabei –: Da hat man sich überrascht gezeigt, dass man die Kinder bei uns im Alter von zehn Jahren schon auseinanderdividiert. Diese frühe Segregation ist ein großes Problem, ist eine Schwachstelle in unserem Bildungssystem, und sobald der Koalitionspartner bereit ist, werden wir das auch zügig ändern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da ist wirklich anzusetzen, denn da verlieren wir Begabungen, da verlieren wir Talente, die wir aber eigentlich in unserem Bildungssystem bestmöglich fördern müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Schultes –:Hermann, sag es ihnen! Kleinschulen schließen?!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Ing. Schultes. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Schultes –:Hermann, sag es ihnen! Kleinschulen schließen?!)
Abg. Rädler: NEOS Wirtschaftsfreunde!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren im Hohen Haus! Wir diskutieren heute auf Wunsch von Herrn Schellhorn das Thema Wirtschaft: Das ist aber nicht wirklich interessant für ihn, denn er ist gar nicht mehr da. Er ist gekommen, hat, wie man es als Unternehmer eigentlich nicht tut, „ordentlich Gas gegeben“, alle beschimpft, Funktionäre als Parasiten bezeichnet, und jetzt, wo die Diskussion auf ein vernünftiges und ruhiges Niveau kommt, ist er verschwunden. (Abg. Rädler: NEOS Wirtschaftsfreunde!)
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Genau!
Sagt ihm einen schönen Gruß! Ich bin auch ein Kammerfunktionär: Wenn er will, kann er sich bei mir entschuldigen, wenn nicht, kann er sich beim Herrn Matznetter entschuldigen, dem Vizepräsidenten der Wirtschaftskammer, und im Übrigen finde ich so ein Benehmen bei uns im Haus wirklich nicht angemessen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Genau!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Wirtschaftspartei!
Meine Damen und Herren, es geht um Wirtschaftsstimmung und Wirtschaftsgesinnung, und dazu gehört sicher auch, dass wir einander gegenseitig den Erfolg gönnen. Ich kann mich nicht auf der einen Seite beklagen, dass es kein Wirtschaftswachstum gibt, und auf der anderen Seite antreten und sagen: Da hat einer Geld verdient, das muss ich ihm jetzt wegnehmen! (Abg. Fekter: Richtig!) Es wird höchste Zeit, dass wir respektieren, dass persönlicher wirtschaftlicher Erfolg ein Ziel sein kann, und wer erfolgreich ist, der soll sich darüber auch freuen dürfen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Wirtschaftspartei!)
Abg. Rädler: Ihr habt ja keinen!
zumindest in Niederösterreich erst nach dem 25. Jänner erfahren. (Abg. Rädler: Ihr habt ja keinen!) So weit schon wieder zum politischen Kleingeld. Sie trauen sich ja nicht einmal in die Wechselstube hineinzugehen vor dem 25. Jänner, damit man sieht, wie dann tatsächlich die Asylwerber aufs ganze Land verteilt werden.
Abg. Rädler: Sagt ihn ab!
Überhaupt, diese Debatte, Frau Ministerin – Gott sei Dank ist es eine Kurzdebatte, denn als Innenministerin haben Sie ja momentan wirklich sehr viel zu tun. Ich denke da besonders an die nächste Woche. Da haben Sie die Besucher des Akademikerballs entsprechend zu schützen (Abg. Rädler: Sagt ihn ab!), indem Sie diesen gewaltbereiten Mob, der sich da schon wieder androht, entsprechend in die Schranken weisen. Dass wieder Gewaltbereite kommen, das ist ja klar. Es ist nur interessant, dass hier eine andere Strategie gewählt wird als zur Bekämpfung des Terrors allgemein. Also da wird mit Deeskalation, Helm ab, Gesicht zeigen und so weiter gearbeitet, aber wenn es um den Terror geht, da gibt es dann gepanzerte Fahrzeuge und Hubschrauber. Man wird sehen, welches Konzept letztlich den Erfolg bringt.
Abg. Rädler: Die Debatte ist aber wegen euch erst notwendig!
Abgeordnete Martina Schenk (STRONACH): Herr Präsident! Frau Ministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Lieber Kollege Amon, ich möchte eingangs nur feststellen, dass euer Sektor auch nicht gerade gut besetzt ist, wenn man sich das anschaut. (Abg. Rädler: Die Debatte ist aber wegen euch erst notwendig!) Die Kollegin Dietrich war gerade vorhin in der Sitzung des Immunitätsausschusses. Diesen Immunitätsausschuss haben die Regierungsparteien extra vorverlegt, damit er dann nicht irgendwann nach der Sitzung um Mitternacht oder zu später Stunde stattfindet. – So viel dazu. Das sollten die Damen und Herren vor den Fernsehschirmen auch wissen. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Ein grüner Umweltskandal! – Ruf: Blödsinn!
Die Gefahrenpotenziale haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert; das ist ein dynamischer Prozess. Stoffe, die einst als unbedenklich angesehen wurden, sind es nun nicht mehr. Ich erinnere auch an DDT, ich weiß, über 20 Jahre lang wurden Unmengen davon für die verschiedensten Zwecke verwendet. Das hat plötzlich bei näherer Betrachtung ein riesiges Gefahrenpotenzial dargestellt. Wir haben vor einigen Jahren noch Plastik als unbedenklich eingeschätzt, wir wissen heute, dass die Weichmacher darin nicht unbedenklich sind, was unsere Gesundheit betrifft. Wer den HCB-Skandal in Kärnten mitverfolgt, weiß, wie drastisch so ein Umweltskandal für die ganze Region sein kann (Abg. Rädler: Ein grüner Umweltskandal! – Ruf: Blödsinn!), wie viele Existenzen, wie viele Bauern, wie viele Produzenten da dranhängen. Da gibt es eine hervorragende Molkerei, die in ihrer Existenz bedroht ist. Also das sind riesige Skandale. Ich bin froh und dankbar, dass da genau untersucht wird, dass genau hingeschaut wird, denn das Wohl des Konsumenten steht an oberster Stelle. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
beiten. (Der Redner hält ein Glas mit Maiskölbchen in die Höhe.) Es ist keine Neuigkeit, solche Maiskölbchen, die wir täglich oder wöchentlich zu Hause auf dem Jausentisch stehen haben, kommen natürlich frisch geerntet aus China. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist einmal ein kleiner Einwand betreffend Regionalität.
Abg. Rädler: Na geh!
Jetzt darf ich noch sagen – und das ist das Tragische –, jeder würde sagen: Um Gottes willen, eine Wurstsemmel, die schädliche Semmel, die schädliche Wurst, gefährlich, Butter ist auch noch drinnen! (Ruf bei der SPÖ: Ein Gurkerl!) – Oder ein Gurkerl. Danke. – Jetzt kommt es! Dann wird es tragisch, dann lesen Sie die kleine Aufschrift mit den Allergenkennzeichnungen. Und dann wissen wir auf einmal, dass da Regenwald drinnen ist (Abg. Rädler: Na geh!), nämlich nicht nur in Form von künstlichen Streichfetten, sondern in Form von Palmfett. Wir genießen Regenwald in unseren Lebensmitteln – nicht nur in den Waschmitteln, in der Kosmetik, in den Lebensmittelsubstituten bis hin zu den Blockheizwerken. Wir vernichten mit unserer Lebensweise täglich Regenwald. (Abg. Rädler: Wo kommt das her?)
Abg. Rädler: Wo kommt das her?
Jetzt darf ich noch sagen – und das ist das Tragische –, jeder würde sagen: Um Gottes willen, eine Wurstsemmel, die schädliche Semmel, die schädliche Wurst, gefährlich, Butter ist auch noch drinnen! (Ruf bei der SPÖ: Ein Gurkerl!) – Oder ein Gurkerl. Danke. – Jetzt kommt es! Dann wird es tragisch, dann lesen Sie die kleine Aufschrift mit den Allergenkennzeichnungen. Und dann wissen wir auf einmal, dass da Regenwald drinnen ist (Abg. Rädler: Na geh!), nämlich nicht nur in Form von künstlichen Streichfetten, sondern in Form von Palmfett. Wir genießen Regenwald in unseren Lebensmitteln – nicht nur in den Waschmitteln, in der Kosmetik, in den Lebensmittelsubstituten bis hin zu den Blockheizwerken. Wir vernichten mit unserer Lebensweise täglich Regenwald. (Abg. Rädler: Wo kommt das her?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber dann geht es weiter: Über 20 chemische Zusätze sind drinnen, von Emulgatoren über Speisefettsäuren, Ascorbinsäure, Natriumnitrit bis hin zu Gewürzextrakten, also chemischen Ersatzgewürzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Kolle-
Abg. Brosz: Das wundert uns aber nicht! – Abg. Rädler: Herr Kollege, das heißt nichts!
Und nicht nur den Richtern geht es so, auch ich habe mich schwer getan – aber das heißt noch nichts. (Abg. Brosz: Das wundert uns aber nicht! – Abg. Rädler: Herr Kollege, das heißt nichts!) Auch der Budgetdienst, den wir beauftragt haben, uns Erhellendes zu sagen, sagt selbst, er blickt da nicht durch. Und das wollen Sie uns heute hier als Rechtssicherheit verkaufen?!
Sitzung Nr. 61
Abg. Rädler: Langsamer!
„Die Bundesregierung wird aufgefordert, dem Nationalrat eine Regierungsvorlage zuzuleiten, die Regelungen für ein Maßnahmenpaket gegen die sektorale Arbeitslosigkeit in Österreich beinhaltet.“ (Abg. Rädler: Langsamer!) „Dieses Maßnahmenpaket soll sektorale Zuzugsbeschränkungen auf dem Arbeitsmarkt für Nicht-EU-Bürger und EU-Bürger nach Maßgabe von Ausbildungsniveau, bisheriger Berufstätigkeit, angestrebter Berufstätigkeit und branchenspezifischer kurz-, mittel- und langfristiger Konjunkturprognose beinhalten. Insbesondere sollen im Zuge dieser Maßnahmen auch die negativen Auswirkungen der EU-Ostöffnung für den Arbeitsmarkt nachhaltig korrigiert werden.“
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Walter Rosenkranz: Kollege Obernosterer, Sie sehen zu viel durch die rote Brille, die Sie gerade wieder abgelegt haben! Kollege Rädler hat zumindest eine schwarze!
Es sind genügend Leute vorhanden! Mit einer Verdoppelung der Dienstposten werden wir das Problem nicht in den Griff bekommen. Wir haben ausreichend Leute. (Abg. Walter Rosenkranz: Wieso weiß das der Rechnungshof nicht?!) In einer Zeit, in der wir von Entbürokratisierung, von Reformen, von Bürokratieabbau reden, ist es für mich unverständlich, dass verlangt wird, die Bürokratie, die Auflagen und die Kontrollen noch zu verdoppeln. (Ruf bei der FPÖ: So wie Sie zwanzig Jahre in der ... waren!) Da müsst ihr euch wahrscheinlich ein bisschen verschrieben haben. – Danke vielmals. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Walter Rosenkranz: Kollege Obernosterer, Sie sehen zu viel durch die rote Brille, die Sie gerade wieder abgelegt haben! Kollege Rädler hat zumindest eine schwarze!)
Abg. Rädler: Wie viele Leute waren da? – Ruf bei der ÖVP: Fünf!
Wir NEOS haben am Samstag bei unserer Mitgliederversammlung ein eigenes neues Kapitel unserer „Pläne für ein neues Österreich“ beschlossen, nämlich zur Gleichbehandlung am Arbeitsmarkt. (Abg. Rädler: Wie viele Leute waren da? – Ruf bei der ÖVP: Fünf!) Ich möchte daher heute die Möglichkeit nutzen, auf dieses Thema
Abg. Rädler: Wie lange war die FPÖ in der Regierung? Wann wart ihr in der Regierung?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, schon überhaupt kein Verständnis für einen solchen Verwaltungsspeck haben die Versicherten mit ihren Zwangsbeiträgen. (Zwischenruf des Abg. Schopf.) – Herr Kollege, es wird immer wieder die Verwaltungsreform angesprochen, auch von Ihrer Partei. Die Verwaltungsreform – wo ist sie, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Bundesregierung? – Weit und breit nicht in Sicht! (Abg. Rädler: Wie lange war die FPÖ in der Regierung? Wann wart ihr in der Regierung?)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Habt ihr einen Sozialminister gehabt? Haupt: FPÖ-Sozialminister! – Zwischenruf des Abg. Kickl.
Herr Kollege, solange es keine Zusammenlegung dieser vielen verschiedenen Sozialversicherungsanstalten gibt, werden wir Freiheitliche diese Forderung immer wieder aufstellen, bis sie eines Tages umgesetzt wird, denn eines kann es nicht geben, liebe Freunde von der Regierung, von ÖVP und SPÖ: dass diese Verwaltungsapparate nur Versorgungsposten für gut bezahlte Funktionärinnen und Funktionäre von SPÖ und ÖVP bereitstellen. Liebe Freunde, das wird es mit der Freiheitlichen Partei nicht spielen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Habt ihr einen Sozialminister gehabt? Haupt: FPÖ-Sozialminister! – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Rädler: Und verstanden auch?
Ich höre immer wieder, wir wollen Österreich als das familienfreundlichste Land gestalten. Weil sich der Herr Kollege über das Tafel hier am Rednerpult empört hat: Kollege Rosenkranz, ich bin überzeugt, du bist ein gebildeter Mensch und liest ja die „Presse“ – und das ist nichts anders als die Titelseite der „Presse“ vom 23. Dezember 2014, ist ja nicht allzu lange her! In den Weihnachtsfeiertagen habe ich diese „Presse“-Ausgabe einige Male gelesen. (Abg. Rädler: Und verstanden auch?) Das sagt alles darüber, wie sich dieser Sozialstaat Österreich entwickelt. Es kann ja übrigens heute jeder in den aktuellen Tageszeitungsausgaben über die Privilegien der Nationalbank nachlesen.
Abg. Rädler: Das ist eh dein Präsident!
Oder wenn ich mir Landeshauptmann Pühringer anschaue, der aus Angst vor verlorenen Landtagswahlen im Herbst jetzt schon nervös wird, und in die Bürokratie, die er in Oberösterreich selbst aufgebaut hat, jetzt den Blitz einschlagen lässt, dann frage ich, liebe Kolleginnen und Kollegen, reden die nicht miteinander, oder spricht Herr Präsident Christoph Leitl nicht mit dem Parteikollegen Fritz Neugebauer? (Abg. Rädler: Das ist eh dein Präsident!)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, Herr Minister und besonders auch die Kollegen von den Regierungsparteien, wir sollten nicht über neue Steuern diskutieren. Der Präsident des Rechnungshofes Josef Moser hat 595 Vorschläge präsentiert, wie man ausgabenseitig sparen kann. (Abg. Fekter: 460 sind umgesetzt!) Ich bin überzeugt davon, dass Herr Präsident Moser die Regierung nicht nur kritisieren, sondern sie beraten will. Ich bin für schnelle Gespräche, dafür, dass zielführende Gespräche geführt werden, um bei den Strukturen und der Verwaltung zu sparen, Entbürokratisierung zu erreichen und nicht die fleißigen Leute zu besteuern. – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Blaues Wunschkonzert!
Wenn ich dann sage, warum da nicht ein Minarett-Verbot oder ein Burka-Verbot drinsteht: Es handelt sich weder um eine Bauordnung noch um ein Bekleidungsvorschriftsgesetz, sondern um die Ausübung von Religion (Abg. Rädler: Blaues Wunschkonzert!), um diese Ausübung von Religionen.
Abg. Rädler: Aber?
Dass also eine Modernisierung des Islamgesetzes sinnvoll und notwendig war und ist, liegt auf der Hand. Das haben wir Grüne auch unterstützt, nämlich ein modernes, ein transparentes Islamgesetz, das transparente Rechte und Pflichten festlegt, dass so ein Gesetz angegangen wird. (Abg. Rädler: Aber?) Muslime sind selbstverständlich Teil der österreichischen Gesellschaft, wie das auch Juden sind, wie das auch Atheisten sind, wie das auch Buddhisten sind, wie das auch Christen sind und alle Menschen, die in diesem Land leben, ob sie einen Glauben haben oder ob sie Agnostiker oder Atheisten sind. (Abg. Rädler: Aber?) Das sage ich – nichts „aber“, Herr Kollege (Abg. Rädler: Das kommt aber!) –, das sage ich als Österreicherin, die aus einer muslimischen Familie kommt, und es gibt kein Aber. (Abg. Rädler: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Rädler: Aber?
Dass also eine Modernisierung des Islamgesetzes sinnvoll und notwendig war und ist, liegt auf der Hand. Das haben wir Grüne auch unterstützt, nämlich ein modernes, ein transparentes Islamgesetz, das transparente Rechte und Pflichten festlegt, dass so ein Gesetz angegangen wird. (Abg. Rädler: Aber?) Muslime sind selbstverständlich Teil der österreichischen Gesellschaft, wie das auch Juden sind, wie das auch Atheisten sind, wie das auch Buddhisten sind, wie das auch Christen sind und alle Menschen, die in diesem Land leben, ob sie einen Glauben haben oder ob sie Agnostiker oder Atheisten sind. (Abg. Rädler: Aber?) Das sage ich – nichts „aber“, Herr Kollege (Abg. Rädler: Das kommt aber!) –, das sage ich als Österreicherin, die aus einer muslimischen Familie kommt, und es gibt kein Aber. (Abg. Rädler: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Rädler: Das kommt aber!
Dass also eine Modernisierung des Islamgesetzes sinnvoll und notwendig war und ist, liegt auf der Hand. Das haben wir Grüne auch unterstützt, nämlich ein modernes, ein transparentes Islamgesetz, das transparente Rechte und Pflichten festlegt, dass so ein Gesetz angegangen wird. (Abg. Rädler: Aber?) Muslime sind selbstverständlich Teil der österreichischen Gesellschaft, wie das auch Juden sind, wie das auch Atheisten sind, wie das auch Buddhisten sind, wie das auch Christen sind und alle Menschen, die in diesem Land leben, ob sie einen Glauben haben oder ob sie Agnostiker oder Atheisten sind. (Abg. Rädler: Aber?) Das sage ich – nichts „aber“, Herr Kollege (Abg. Rädler: Das kommt aber!) –, das sage ich als Österreicherin, die aus einer muslimischen Familie kommt, und es gibt kein Aber. (Abg. Rädler: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Rädler: Dann stimmen Sie zu!
Dass also eine Modernisierung des Islamgesetzes sinnvoll und notwendig war und ist, liegt auf der Hand. Das haben wir Grüne auch unterstützt, nämlich ein modernes, ein transparentes Islamgesetz, das transparente Rechte und Pflichten festlegt, dass so ein Gesetz angegangen wird. (Abg. Rädler: Aber?) Muslime sind selbstverständlich Teil der österreichischen Gesellschaft, wie das auch Juden sind, wie das auch Atheisten sind, wie das auch Buddhisten sind, wie das auch Christen sind und alle Menschen, die in diesem Land leben, ob sie einen Glauben haben oder ob sie Agnostiker oder Atheisten sind. (Abg. Rädler: Aber?) Das sage ich – nichts „aber“, Herr Kollege (Abg. Rädler: Das kommt aber!) –, das sage ich als Österreicherin, die aus einer muslimischen Familie kommt, und es gibt kein Aber. (Abg. Rädler: Dann stimmen Sie zu!)
Abg. Rädler: Jetzt sind wir beim Aber!
Dann gibt es leider Punkte, die wir nicht begrüßen und die wir, seit es den Ministerialentwurf gibt, auch kritisiert haben, zuletzt auch im Verfassungsausschuss. Diese Punkte sind teilweise leider sehr schwerwiegend. (Abg. Rädler: Jetzt sind wir beim Aber!)
Abg. Rädler: Nein!
Das ist eben nichts Neues, sehr geehrte Kollegen und Kolleginnen, und das ist auch verfassungsrechtlich festgelegt. Wenn man trotzdem an mehreren Stellen ins Islamgesetz hineinschreibt – und das ist der Vorschlag unserer Bundesregierung –, Muslime haben sich an die Gesetze zu halten, obwohl das geltende Rechtslage ist und obwohl das selbstverständlich für alle gilt: Was heißt das eigentlich? – Das heißt, dass aus dem Islamgesetz ein Generalverdacht spricht (Abg. Rädler: Nein!) zu den Muslimen: Ihr haltet euch tendenziell nicht an die Gesetze, deshalb schreiben wir das mehrfach in das Islamgesetz hinein.
Abg. Rädler: Ansichtssache!
Abschließend: Es gibt auch positive Dinge an diesem Gesetz, aber die negativen überwiegen die positiven bei Weitem. (Abg. Rädler: Ansichtssache!) Deshalb werden wir nicht zustimmen. Wir stimmen dem Rückverweisungsantrag in den Verfassungsausschuss zu, damit wir über diese Punkte, die ich in der Kürze der Rede nur teilweise erwähnen konnte, gemeinsam diskutieren und gemeinsam Lösungen finden können. – Danke vielmals für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Na, schau!
„Die staatliche Genehmigung zur Errichtung einer Cultusgemeinde () ist durch den Nachweis bedingt, daß dieselbe hinreichende Mittel besitzt, oder auf gesetzlich gestattete Weise aufzubringen vermag, um die nöthigen gottesdienstlichen Anstalten, die Erhaltung des ordentlichen Seelsorgers und die Ertheilung eines geregelten Religionsunterrichtes zu sichern.“ (Abg. Rädler: Na, schau!) Also das steht im Anerkennungsgesetz von 1874.
Abg. Rädler schüttelt den Kopf.
Man sieht schon, wie hier vorgegangen wird. Ich weiß nicht, ob die Abgeordneten in den Reihen von SPÖ und ÖVP überhaupt wissen, was sie heute machen. Deswegen bitte ich, hier ganz in Ruhe zuzuhören und sich das allenfalls noch einmal anzuschauen. (Abg. Rädler schüttelt den Kopf.) – Sie wissen es nicht, ich habe es mir gedacht. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist eine Fehlinterpretation!
Der zweite Punkt ist der Vollzug. (Abg. Rädler: Das ist eine Fehlinterpretation!) – Nein, das steht definitiv drinnen! Also das ist keine Fehlinterpretation, das werden Sie sich sicherlich gleich erklären lassen. (Abg. Rädler: Nein: Ihre von mir!)
Abg. Rädler: Nein: Ihre von mir!
Der zweite Punkt ist der Vollzug. (Abg. Rädler: Das ist eine Fehlinterpretation!) – Nein, das steht definitiv drinnen! Also das ist keine Fehlinterpretation, das werden Sie sich sicherlich gleich erklären lassen. (Abg. Rädler: Nein: Ihre von mir!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wie bitte wird das geprüft und vollzogen? – Wir haben extra im Innenministerium nachgefragt, ob geklärt ist, wie das geprüft werden soll, und haben die Antwort bekommen: nein. Wie läuft eine solche Prüfung ab? – Vereinsbildung ist eines der Grundrechte in Österreich. Jetzt haben sich also Vereine gebildet, und diese Vereine werden gefragt, welche Religionslehre sie ausüben. Wie kann ich das einem Verein abverlangen? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Überhaupt nicht!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, wenn das alles so einfach wäre – das gilt insbesondere für die Sozialdemokratie. Das ist also ein Gesetz, das nur die Religionsangelegenheiten regelt und überhaupt nichts mit Sicherheit und Integration zu tun hat. Das ist dann wahrscheinlich auch der Grund, warum wir vorhin die Ausführungen des zuständigen Integrationsministers gehört haben: weil das alles nichts mit Integration zu tun hat und offenbar nur die inneren Angelegenheiten einer Religionsgemeinschaft regelt. Das ist keine vernünftige Logik. Genauso, wie der Herr Rädler von der ÖVP den Versuch, der FPÖ hier Populismus umzuhängen (Abg. Rädler: Überhaupt nicht!), tunlichst zurücknehmen sollte, denn es war Ihr Landeshauptmann in Niederösterreich, der sich zu dem Satz verstiegen hat, dass Moscheen artfremd seien. Das würde einem Freiheitlichen gar nicht über die Lippen kommen. Das sage ich Ihnen! (Ironische Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Und bis heute habe ich keine Entschuldigung gehört. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Wöginger: Du wirst auch einmal alt! – weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine Damen und Herren, ich möchte zunächst mit der ÖVP beginnen, denn die ÖVP hat immer dann, wenn sie sich erfolgreich gesellschaftspolitisch positionieren will – ich abstrahiere einmal von den Eigenproduktionen à la Homo-Ehe und Adoptionsrecht für Lesben –, einen neuen Weg eingeschlagen. Sie macht jetzt den Merkel-Papagei. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Frau Merkel sei immerhin die Tochter eines Pastors, habe ich gehört – das war Nietzsche aber auch, der Sohn eines Pastors. Daraus würde ich noch kein besonderes Naheverhältnis zu religiösen Aktivitäten herleiten. (Abg. Wöginger: Was hast du für ein Problem? – Verfolgungswahn!) Aber die Frau Merkel stellt sich hin und sagt: „Der Islam gehört zu Deutschland.“ Und mit einer gewissen Verzögerung kommen dann der Herr Mitterlehner, die Frau Mikl-Leitner, der alte Herr Khol, der Universitätsprofessor ohne Universität, und wiederholen diesen Satz auf Österreich angewendet (Abg. Wöginger: Du wirst auch einmal alt! – weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler): Der Islam gehört zu Österreich. Auf diese Fehlleistung werden wir dann noch zu sprechen kommen. Aber immerhin: Sie haben es klar gesagt.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Obernosterer.
Ich sage Ihnen eines zu dieser IGGiÖ: Dieser Verein muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er in Wahrheit die politisch organisierten Islamisten und deren Organisationen in Österreich vertritt. Das ist die Wahrheit über die IGGiÖ! Denn in diesem Schura-Rat, von dem so oft die Rede gewesen ist, sitzen sie alle drinnen: ATIB, Millî Görüş und die Muslimbrüder. Das hat nichts damit zu tun, eine Religionsgemeinschaft in ihrer inneren Organisation zu regeln, sondern das, was Sie hier auf den Weg bringen, ist eine Einzementierung des Islamismus in Österreich. Sie erledigen mit diesem Gesetz die Interessen von Saudi-Arabien und der Türkei, die hier eine expansive Politik machen, aber Sie erledigen mit Sicherheit nicht die Interessen der Muslime in Österreich – und das schreibe ich Ihnen noch einmal ins Stammbuch. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Obernosterer.)
Abg. Rädler: Weitblick ist gefragt!
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (Grüne): Herr Präsident! Werte Minister! Zunächst einmal zum Abgeordneten Rädler: Es ist schon merkwürdig, dass Sie um 15.25 Uhr eine Presseaussendung machen, der zufolge wir hier im Parlament das Islamgesetz beschlossen hätten. Das ist ein bisschen eigenartig, denn wir diskutieren es gerade. (Abg. Rädler: Weitblick ist gefragt!) Ich weiß schon, Sie sind der Zeit voraus, aber manchmal passieren auch Dinge, die Sie nicht voraussehen können. (Abg. Steinhauser: Der weiß wahrscheinlich gar nicht, dass er eine Presseaussendung gemacht hat!) Ich glaube nicht, dass das sehr gescheit von Ihnen gewesen ist. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Sie kann es nicht lassen!
Ich möchte aber auch nicht unerwähnt lassen, wie es in einem konkreten Land aussieht. Unser letzter Wissensstand ist: 28 Vollstreckungen der Todesstrafe seit 1. Jänner 2015. – Das ist Saudi-Arabien, der berühmte Bündnispartner unserer Bundesregierung (Rufe bei der ÖVP: Na na na!) beim interkulturellen und interreligiösen Dialog. (Abg. Rädler: Sie kann es nicht lassen!) – Nein, Herr Kollege Rädler, seines Zeichens Integrationssprecher der ÖVP, ich kann es nicht lassen, an Menschenrechten festzuhalten, und darauf bin ich auch noch stolz – „stolz drauf“! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Gut so! Kommentare!
Ich und wir werden es nicht lassen, uns für Menschenrechte in Österreich und auch weltweit einzusetzen (Abg. Rädler: Gut so! Kommentare!), und wir werden es auch nicht lassen, Sie auf Ihre konkrete Politik und auf die teilweise verheerenden Auswirkungen dieser konkreten Politik hinzuweisen.
Abg. Rädler: Welcher Bündnispartner?!
menhang finde ich es mehr als unterstützenswert, dass die Bundesregierung diese Initiative setzt, die wir selbstverständlich und sehr gerne unterstützen, weil wir uns von dieser Initiative erwarten, dass Sie sie auch bei Ihrem Bündnispartner (Abg. Rädler: Welcher Bündnispartner?!) und bei Ihrem Dialogpartner Saudi-Arabien einsetzen (Abg. Schönegger: Wie geht das denn ohne zu sprechen?!), damit diese grausamen Vollstreckungen – die übrigens mit dem Schwert durchgeführt werden, für diejenigen, die es noch nicht wissen –, diese grausamen Hinrichtungen auch wirklich ein Ende haben.
Abg. Rädler: Das ist so ätzend! – Abg. Kickl: Recht hat sie!
Es wird Ihre Verantwortung sein, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sich auch bei Ihrem – unter Anführungszeichen – „dialogstiftenden“ Bündnispartner Saudi-Arabien ganz konkret für die Abschaffung der Todesstrafe und die Abschaffung der Hinrichtungen jeden Freitag nach dem Freitagsgebet einzusetzen. (Abg. Rädler: Das ist so ätzend! – Abg. Kickl: Recht hat sie!)
Abg. Rädler – in Richtung FPÖ-Abgeordnete, die nicht mitstimmen –: Die hat sich schon längst verabschiedet, diese FPÖ! – Abg. Schieder – in Richtung der Grünen, deren Abgeordnete nicht mitstimmen –: Die Grünen enttäuschen mich!
Ich ersuche jene Damen und Herren, die für diesen Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist mit Mehrheit angenommen. (Abg. Rädler – in Richtung FPÖ-Abgeordnete, die nicht mitstimmen –: Die hat sich schon längst verabschiedet, diese FPÖ! – Abg. Schieder – in Richtung der Grünen, deren Abgeordnete nicht mitstimmen –: Die Grünen enttäuschen mich!)
Abg. Rädler: Das ist eine Frechheit!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (fortsetzend): Ich nehme den Ausdruck „Heuchelei“ mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Was könnte man dafür sagen? – Unernsthaftigkeit, systematische Unernsthaftigkeit beim Betreiben. Es gibt vonseiten der Grünen noch kreative Vorschläge: Täuschung, Hinters-Licht-Führung – ich hoffe, dass das nicht alles auch in Ihre Kategorie fällt. Suchen Sie sich das entscheidende, das beste Wort aus fürs Protokoll! Es ist jedenfalls nicht erträglich, was da abläuft. (Abg. Rädler: Das ist eine Frechheit!)
Abg. Rädler: Das wollen die Grünen!
Pachtgrundstück der österreichischen Bundesforste, darf keine Haselstauden wegschneiden, das Eichhörnchen braucht Nahrung (Randzone Nationalpark). Daher der Überhang auf Wiese und Weide, so der Revierförster. (Abg. Rädler: Das wollen die Grünen!) Privatgrundstück habe ich nicht, daher die Abhängigkeit von Bundesforsten und Nationalpark. Mein Pachtvertrag bei den österreichischen Bundesforsten läuft am 31. Dezember 2015 aus. – Zitatende.
Abg. Rädler: Wie war das bei Faymann?
Weiteren erfolgten die Schaltungen in Medien mit nicht bekannter Reichweite. (Abg. Rädler: Wie war das bei Faymann?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Kurze Rede! Passt!
Jedenfalls war das eine sehr spannende Diskussion auch im Rechnungshofausschuss. Wir freuen uns darüber, dass gerade dieser Bereich der Forschungs- und Technologiepolitik so intensiv behandelt wurde, einer der wichtigsten Bereiche für die Zukunft. Es geht um Arbeitsplätze, es geht um Zukunftschancen, vor allem für junge Menschen. Das war eine spannende Diskussion. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Kurze Rede! Passt!)
Sitzung Nr. 63
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Damals war letztlich der Zuständigkeitsbereich Bayern, und wenn dort ein Brand ausgebrochen ist, wie Sie das darstellen, dann hätte die dortige Feuerwehr ausrücken müssen, und dann ist es noch unverständlicher, warum man dann im Jahr 2009 das Brandobjekt von Bayern nach Österreich geholt und es als Feuerwehrhauptmann bis heute nicht geschafft hat, das zu löschen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Heinzl – Abg. Rädler: Wo ist der Brand entstanden?
Natürlich kommt dann immer wieder die alte Leier, keine Frage – und das war auch nicht unbedingt aufschlussreich in der Rede –: Der Haider ist schuld! Dieses Der-Haider-ist-schuld-Gejammere kennen wir seit Jahren: ein Mensch, der tot ist, der mit der Verstaatlichung ohne Not mit Sicherheit nichts zu tun hatte, der auch seit dem Jahr 2009 gar nicht eingreifen konnte (Zwischenruf des Abg. Heinzl – Abg. Rädler: Wo ist der Brand entstanden?) – und das angesichts dessen, dass nichts geschehen ist, Untätigkeit der Fall gewesen ist und man letztlich auch noch die schlechteste Entscheidung mit einer Abbaugesellschaft getroffen hat, anstatt eine geordnete Insolvenz ernsthaft zu prüfen, wie sie ja große Teile der Opposition vorgeschlagen haben.
Abg. Rädler – einen Zeitungsartikel in die Höhe haltend –: Da gibt es ganz was anderes!
Noch kurz zu Niederösterreich: Auch da wollen wir wissen, welche Provisionen in dem Bereich geflossen sind. In Niederösterreich gibt es nicht nur das Finanzdebakel rund um die Landeshaftungen (Zwischenruf des Abg. Krainer), man weiß von den Wohnbaugeldern her, dass da angeblich 500 Millionen € an Provisionen geflossen sein sollen. (Abg. Rädler – einen Zeitungsartikel in die Höhe haltend –: Da gibt es ganz was anderes!)
Abg. Rädler: Hallo!
Wir fordern die Steuerautonomie für Bundesländer. Die müssen das spüren. Es kann doch nicht sein, dass die Landesfürsten einfach glauben, das Geld kommt aus dem Bundesautomaten, man muss nur drücken. Und drücken können sie besonders gut. Manche können kaum etwas anderes, habe ich das Gefühl. (Abg. Rädler: Hallo!) Das geht so nicht! Wir müssen diese Herrschaften in die Verantwortung holen. Das geht mit Steuerautonomie. (Beifall bei den NEOS.)
Sitzung Nr. 64
Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Und wenn Sie dann hergehen und das Verhalten dieser Polizisten noch anprangern wollen, dass diese ihre Befugnisse überschritten hätten, dann ist das schamlos. Das ist abzulehnen. (Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Redezeit!
Sie glauben doch nicht wirklich, dass Sie durch eine Familien (Abg. Rädler: Redezeit!) – Ich habe noch genug Zeit, Herr Rädler! – Schauen Sie sich einmal an, was da möglich wäre, den Familien zugutekommen zu lassen, etwa tatsächlich, wenn Sie unbedingt eine Väterbeteiligung wollen, die Zuverdienstgrenze zu streichen! Auch Professor Mazal hat gesagt, dass durch die Zuverdienstgrenze die Wahlfreiheit der Familien sehr wohl eingeschränkt wird. Sie sollten sich einmal ihre eigenen Ratgeber, die Sie zu jeder Enquete einladen, zum Vorbild nehmen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist der FPÖ egal!
Was die Abschaffung der Zuverdienstgrenze beim Kinderbetreuungsgeld betrifft, weiß ich nicht, ob Sie sich ausgerechnet haben, was das kosten würde. (Abg. Kitzmüller: Viel!) – Viel. Wir sind uns einig darüber, dass das sehr viel kosten würde. Und was würde es bewirken? (Abg. Rädler: Das ist der FPÖ egal!) Ich hatte den Eindruck, dass hier ein Konsens im Haus ist, dass wir in der Familienpolitik Maßnahmen setzen wol-
Sitzung Nr. 66
Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Loacker. – Abg. Rädler: beurteilen!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Ministerinnen! Sehr geehrte Damen und Herren! Vorweg muss ich Ihnen sagen: Ich bin wirklich empört, dass nicht einmal bei einem solchen Thema alle Abgeordneten davon Abstand nehmen, ihre kruden Ideen zu verbreiten und dieses Thema dafür zu instrumentalisieren. Das ist dieses Hauses nicht würdig, und ich danke der Präsidentin, dass sie da klar eingeschritten ist. (Beifall bei den Grünen, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Loacker. – Abg. Rädler: beurteilen!)
Abg. Rädler: ... nicht an Ihrer Rede! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Allerdings möchte ich die Gelegenheit nutzen, um doch noch zu einem anderen Thema zu sprechen. Im letzten Ausschuss wurde der Universitätsbericht präsentiert. Der Universitätsbericht ist ein Bericht, der alle drei Jahre dem Parlament vorgelegt werden muss. Wir hätten es sehr begrüßt, dass dieser Bericht auch hier im Plenum diskutiert wird, ganz in dem Sinne, Karlheinz Töchterle, und auch in Ihrem Sinne, Herr Minister, Wissenschaft und Forschung ins Zentrum zu rücken. Wir hätten es sehr gerne diskutiert und haben dementsprechend einen Geschäftsordnungsantrag eingebracht, der von SPÖ und ÖVP abgelehnt worden ist. (Abg. Rädler: ... nicht an Ihrer Rede! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Das war die Rede an Ruperta Lichtenecker! – Abg. Lichtenecker: War das der Rädler?
Kollege Köchl will alles freigeben. Aber wieso eure Fraktion das als Gesamtposition einnimmt, das verstehe ich nicht. Ich glaube, da habt ihr noch einen Nachholbedarf. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Das war die Rede an Ruperta Lichtenecker! – Abg. Lichtenecker: War das der Rädler?)
Abg. Rädler: Der Demonstrant! – Abg. Höbart: Steinwerfer!
Als Erster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Mag. Steinhauser. – Bitte. (Abg. Rädler: Der Demonstrant! – Abg. Höbart: Steinwerfer!)
Abg. Rädler: Als Demonstrant weiß man das!
Zweiter Punkt: Nicht pauschal, aber man kann immer wieder beobachten, dass dann, wenn Amtshandlungen aus dem Ruder laufen, der Spieß umgedreht wird. Da kommt dann plötzlich der Widerstand gegen die Staatsgewalt ins Spiel, wenn es zu Vorwürfen gegen PolizeibeamtInnen kommt. Das ist immer das gleiche Schema: Jemand äußert ein Fehlverhalten, jemand erhebt einen Vorwurf, und es kommt postwendend die Anzeige: Widerstand gegen die Staatsgewalt. (Abg. Rädler: Als Demonstrant weiß man das!)
Abg. Rädler: Sagen Sie das dem Pilz!
Ich würde sagen, in einer Demokratie machen mir zwei Dinge Sorgen: Wenn es zu vielen Verurteilungen gegen Polizistinnen und Polizisten kommt, denn dann ist das ein Zeichen, dass es viele Übergriffe gibt. Das ist in Österreich nicht der Fall. (Abg. Rädler: Sagen Sie das dem Pilz!) Mir macht es aber genauso Sorgen, wenn es zu keinen Verurteilungen kommt, weil dann der Schluss naheliegt, dass die Kontrolle nicht funktioniert. Es ist lebensnah, dass gelegentlich, immer wieder Fehler passieren. Daher ist es schlicht nicht nachvollziehbar, warum es dann in Folge zu keinen Verurteilungen kommt.
Abg. Rädler: Und die anderen dürfen sich vermummen!
Der zweite Punkt betrifft die Kennzeichnungspflicht. Frau Innenministerin, da sind Sie absolut in der Pflicht. Kennzeichnungspflicht heißt, dass jeder Polizist eine anonyme Nummer hier (der Redner zeigt auf seine Brust) platziert bekommt (Abg. Schimanek: Jeder Demonstrant! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), damit er auch theoretisch, wenn er eine Grenzüberschreitung setzt, identifizierbar ist. Das heißt nicht, dass er schuldig ist! (Abg. Rädler: Und die anderen dürfen sich vermummen!) Schon jetzt muss er diese Nummer mit sich tragen. Das Problem ist nur, dass Betroffene in den seltensten Fällen diese Nummer erhalten können.
Abg. Rädler: Brandstifter!
Sie, Frau Innenministerin Mikl-Leitner, verweigern genau das. Das hätte die beste Präventivwirkung, weil relativ klar ist: Wenn Fehler passieren, dann kann man auch herausfinden, wer die schwarzen Schafe sind. (Abg. Rädler: Brandstifter!) Es ist dann ein Ermittlungsverfahren zu führen, dann ist zu klären, ob der Vorwurf stimmt oder nicht. Frau Innenministerin, solang Sie Ihre Blockade gegen die Kennzeichnungspflicht
Abg. Rädler: Wahnsinn! – Abg. Walter Rosenkranz: Sehr „differenziert“!
„Keine Einzelfälle. Ich habe vor einem Jahr BMI und GD über ein Schlägersystem informiert. Alle prügeln weiter.“ (Abg. Rädler: Wahnsinn! – Abg. Walter Rosenkranz: Sehr „differenziert“!)
Abg. Rädler: Genau!
Eines muss man auch sagen: Die Frau Innenminister hat gesagt, die Polizisten sind diejenigen, die den Kopf hinhalten, wenn das andere schon längst nicht mehr tun. Kollege Pilz ist derjenige, der für seine Äußerungen den Kopf nie hinhält (Abg. Rädler: Genau!), weil er sich immer hinter seiner Immunität verschanzt und versteckt! (Beifall bei FPÖ, ÖVP und Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Schwangere sei „sichtbar schwanger gewesen und ist von der Polizei umgestoßen worden“. – Und was heißt es am nächsten Tag? – Knalleffekt dann am 19. Mai: Bezüglich der vermeintlichen Fehlgeburt – wie die „Krone“ erfuhr – „stellte sich bei einer ärztlichen Untersuchung im Wilhelminenspital heraus, dass die Frau die Schwangerschaft vorgetäuscht hatte.“ (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Frau Kollegin Meinl-Reisinger! Was hören Sie denn auf einem Video?
Nun ist das aber leider nicht das, was man auf dem Video sieht – das muss man klar sagen. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Frau Kollegin Meinl-Reisinger! Was hören Sie denn auf einem Video?) Ich habe hier auch das polizeiamtsärztliche Gutachten aus der Nacht, 4.45 Uhr, aufgenommen in der Gummizelle – die Dame wurde in der Gummizelle untersucht. Die Amtsärztin hat (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) – Ich möchte wirklich versuchen, es ruhig vorzutragen, ich habe es auch eingangs erwähnt: Ich habe großen Respekt vor den Leistungen der Beamtinnen und Beamten, es geht mir ausschließlich darum, zu zeigen, dass es auch wichtig ist, adäquat zu reagieren, wenn es Misshandlungsvorwürfe gibt, und nicht die Opfer zu Tätern zu machen! (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Abg. Rädler: Jahresbericht von heuer!
Frau Bundesministerin, es ist nicht richtig, dass sich die Volksanwaltschaft diese Misshandlungsvorwürfe schon systematisch angeschaut hat. Dazu findet sich nichts im Jahresbericht. (Abg. Rädler: Jahresbericht von heuer!)
Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Rädler: Neue Linkspartei! Zu nahe am Pilz-Sitz!
Ich würde wirklich ernsthaft bitten, gerade im Interesse der jungen Exekutivbeamtinnen und -beamten, dass wir uns hier überlegen, wie wir einen sauberen Weg finden, um solche Misshandlungsvorwürfe aufzuklären, damit das Vertrauen der Bevölkerung – und das muss es geben – in die Polizei gestärkt werden kann. – Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Rädler: Neue Linkspartei! Zu nahe am Pilz-Sitz!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir alle – obwohl sich vieles geändert und verbessert hat, ich habe zum Beispiel die Polizeiausbildung genannt –, die wir mit Polizeibeamten und -beamtinnen zu tun haben, Gespräche führen, oft auch unter vier Augen, wissen, dass es auch eine Praxis gibt, die diese verbesserte und gute Polizeiausbildung leider ins Leere laufen lässt. Junge Polizisten und Polizistinnen berichten uns zum Beispiel, dass sie, wenn sie nach einer guten Ausbildung, wo Menschenrechte einen klaren Platz haben und wo unterstrichen wurde, wie wichtig diese bei polizeilichem Handeln sind, wo es Lehrgänge für polizeiliches Handeln in einer mehrsprachigen, multikulturellen Gesellschaft gibt – auch das gibt es –, ihren Dienst antreten, nicht immer, aber auch nicht selten, von älteren Kollegen und Kolleginnen zu hören bekommen: Jetzt vergisst du einmal den ganzen Blödsinn, den du dort gehört hast, der Polizeialltag schaut ganz anders aus! Wir können uns nicht ständig um Menschenrechte kümmern, wenn es eine gefährliche Situation gibt! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Ja, Herr Pilz!
Oder reden wir darüber, wie viele Beamte bei diesen Einsätzen verletzt werden! Reden wir darüber, dass es beispielsweise einen Beamten gegeben hat, der im Zuge des Einsatzes im Zusammenhang mit dem letzten Akademikerball im Jänner 2015 von Ihren linken Freunden so schwer verletzt wurde, dass er jetzt dienstunfähig ist! Darüber sollten wir auch reden! (Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Ja, Herr Pilz!)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Man muss die Kirche im Dorf lassen, wenn man schon diese Fälle kritisiert. Es gibt Fälle, die kritikwürdig sind, das ist überhaupt keine Frage, das gibt auch jeder Polizist, der sich ein bisschen auskennt – und die meisten kennen sich sehr gut aus –, sofort zu; es gibt diese Fälle. Nur, wir haben 23 000 Polizeibeamte im Land und Sie haben jetzt zehn Fälle hervorgezogen, das sind ungefähr 20 betroffene Polizisten, das ist nicht einmal ein Promille der gesamten Polizei. Das heißt, 999 Polizisten von 1 000 machen ihren Job sehr gut, und Sie greifen alle an. Das halte ich für extrem unfair. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Rädler und Oh!-Rufe bei der FPÖ.
Es ist, glaube ich, die Aufgabe des Nationalrates, sich in aller Ruhe – Beate Meinl-Reisinger hat es schon gesagt – sachlich anzuschauen, worum es wirklich geht, worin die Problematik liegt, und dann zu handeln, und nicht in einer populistischen Art und Weise, die offenbar Ihrer anarchistisch-marxistischen Grundtendenz entspricht, die Polizei allgemein zu verunglimpfen. (Beifall bei Team Stronach und FPÖ sowie des Abg. Rädler und Oh!-Rufe bei der FPÖ.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bis heute ist Herr Abgeordneter Pilz hier nicht herausgekommen und hat nicht die Größe gezeigt – wundert mich ja nicht –, sich hier bei diesen Personen, bei ihrem familiären Umfeld und bei ihren Freunden dafür zu entschuldigen, dass er eine Rufschädigung versucht hat. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und das tut Pilz – wie immer! – unter dem Deckmantel der Immunität. Unter dem Deckmantel der Immunität lässt es sich im Klub der Grünen locker leben.
Sitzung Nr. 68
Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Rädler: Eine Angst könnte man kriegen! – Ruf bei der ÖVP: War das das Finanzrahmengesetz?
Ich darf Ihnen versichern, dass es gleichzeitig sehr viele Akten aus dem Finanzministerium gibt, die auch das Bankgeheimnis betreffen, die nicht geschwärzt sind. Machen Sie sich also einmal eine gescheite Regel! (Abg. Eßl: ... Bundesfinanzrahmengesetz?!) Machen Sie das Vernünftige und Richtige! Sie haben Zeit bis morgen Abend, andernfalls sehen wir uns im Untersuchungsausschuss. (Beifall bei Grünen, FPÖ, Team Stronach und NEOS. – Abg. Rädler: Eine Angst könnte man kriegen! – Ruf bei der ÖVP: War das das Finanzrahmengesetz?)
Abg. Rädler: In Europa!
Jetzt tritt der Außenminister auf und sagt: Es hat eine Katastrophe gebraucht, damit wir überlegen, was wir tun können! – Ist Ihnen klar, Herr Außenminister, was Sie da eigentlich sagen? Sie haben eine Katastrophe gebraucht, damit Sie draufkommen, was jeden Tag seit Jahren im Mittelmeer passiert? (Abg. Rädler: In Europa!) Sie haben eine Katastrophe gebraucht? (Abg. Rädler: Nein, Herr Pilz!) Wissen Sie, was die ertrinkenden Flüchtlinge im Mittelmeer brauchen? – Nicht Redner, sondern Retter. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Lügner!) – Was bitte? (Abg. Rädler: Er hat gesagt, wir in Europa!)
Abg. Rädler: Nein, Herr Pilz!
Jetzt tritt der Außenminister auf und sagt: Es hat eine Katastrophe gebraucht, damit wir überlegen, was wir tun können! – Ist Ihnen klar, Herr Außenminister, was Sie da eigentlich sagen? Sie haben eine Katastrophe gebraucht, damit Sie draufkommen, was jeden Tag seit Jahren im Mittelmeer passiert? (Abg. Rädler: In Europa!) Sie haben eine Katastrophe gebraucht? (Abg. Rädler: Nein, Herr Pilz!) Wissen Sie, was die ertrinkenden Flüchtlinge im Mittelmeer brauchen? – Nicht Redner, sondern Retter. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Lügner!) – Was bitte? (Abg. Rädler: Er hat gesagt, wir in Europa!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Lügner!
Jetzt tritt der Außenminister auf und sagt: Es hat eine Katastrophe gebraucht, damit wir überlegen, was wir tun können! – Ist Ihnen klar, Herr Außenminister, was Sie da eigentlich sagen? Sie haben eine Katastrophe gebraucht, damit Sie draufkommen, was jeden Tag seit Jahren im Mittelmeer passiert? (Abg. Rädler: In Europa!) Sie haben eine Katastrophe gebraucht? (Abg. Rädler: Nein, Herr Pilz!) Wissen Sie, was die ertrinkenden Flüchtlinge im Mittelmeer brauchen? – Nicht Redner, sondern Retter. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Lügner!) – Was bitte? (Abg. Rädler: Er hat gesagt, wir in Europa!)
Abg. Rädler: Er hat gesagt, wir in Europa!
Jetzt tritt der Außenminister auf und sagt: Es hat eine Katastrophe gebraucht, damit wir überlegen, was wir tun können! – Ist Ihnen klar, Herr Außenminister, was Sie da eigentlich sagen? Sie haben eine Katastrophe gebraucht, damit Sie draufkommen, was jeden Tag seit Jahren im Mittelmeer passiert? (Abg. Rädler: In Europa!) Sie haben eine Katastrophe gebraucht? (Abg. Rädler: Nein, Herr Pilz!) Wissen Sie, was die ertrinkenden Flüchtlinge im Mittelmeer brauchen? – Nicht Redner, sondern Retter. Das ist der Unterschied! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Lügner!) – Was bitte? (Abg. Rädler: Er hat gesagt, wir in Europa!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt halten Sie Reden, dass Sie jetzt etwas gelernt haben? – Zuerst sollten Sie einmal öffentlich erklären, vielleicht schaffen Sie es, dass Sie das bedauern und dass dieses politische Versagen Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen zutiefst leidtut. Das wäre zumindest eine Geste. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt hören Sie endlich auf zu reden – und tun Sie endlich etwas! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn Sie es noch immer nicht verstanden haben, dann setzen wir uns doch zusammen, machen wir den Plan und fahren Sie nach Brüssel und sagen Sie: Uns in Österreich, nicht nur im Parlament, sondern auch den meisten Menschen in dieser Republik, denn diese denken oft viel menschlicher als Innenministerinnen und Sicherheitspolitiker, reicht’s, wir wollen nicht, dass das so weitergeht!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Sehr geehrte Damen und Herren! Wir Grüne sehen Bildung ja ganzheitlich, das ist auch von Beate Meinl-Reisinger seitens der NEOS heute schon so formuliert worden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Für uns ist Bildung nicht nur Schule – viele denken bei Bildung nur an Schule –, sondern das geht von der Elementarpädagogik, vom Kindergarten über die Schule bis hin zur Wissenschaft, zur Erwachsenenbildung. Insofern sind Bildungsdebatten natürlich dann zu kurz gegriffen, wenn es sich nur um die Schule handelt.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In diesem Zusammenhang, Frau Minister – ich habe es schon mehrfach eingefordert, Sie haben es ja einmal leise im Ausschuss getan –, erwarte ich mir von Ihnen schon, dass Sie endlich einmal öffentlich auch klarstellen, was denn jetzt mit Ihrer unglücklichen Ankündigung – ich glaube, im Jänner war das – ist, diese Kleinschulen schließen zu lassen. Sie sind ja dann zurückgerudert. Ich möchte da von Ihnen endlich Klartext gesprochen haben, damit die Verunsicherung endlich wegkommt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ein Jahr?
Abgeordneter Julian Schmid, BA (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich als letzter Redner bin jetzt froh, dass wir heute hier so ausführlich über Bildung geredet haben. Deshalb ein Danke an die NEOS, dass ihr die Dringliche eingebracht habt. Eigentlich könnten wir grundsätzlich über dieses Thema wahrscheinlich hier herinnen ein ganzes Jahr lang reden, und das sollten wir wahrscheinlich auch bald einmal tun. (Abg. Rädler: Ein Jahr?) Ein Jahr, ja! Da gibt es genug zu
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Alles in allem wird es eine Kostenabwälzung geben, die die Wirtschaft auf die Fahrgäste, auf die Kunden entsprechend vornehmen wird. Wir glauben, dass diese Lösung in dieser Form nicht sehr geschickt und nicht sehr sinnvoll ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Sie um Ihre Zustimmung ersuchen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Hafenecker: Deswegen wollen wir ja welche, Kollege Rädler!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Liebe Freunde von der FPÖ, es ist schon eine eigenartige Rolle, die hier eingenommen wird, Herr Kollege Hafenecker, eine Rolle nach rückwärts, hinein in die neunziger Jahre, mit der gelben Trennlinie. (Abg. Hagen: ... gescheiter geworden! – Weitere Zwischenrufe.) Ich würde mir wünschen – und das, obwohl in Ihrem Antrag sogar steht, dass es keine Unterlagen gibt für dieses Verlangen. (Abg. Hafenecker: Deswegen wollen wir ja welche, Kollege Rädler!) Sie wissen aber schon, dass in den umliegenden Ländern – und Österreich ist ein Tourismusland – diese Regelung der gelben Trennlinien nicht gilt.
Sitzung Nr. 70
Abg. Rädler: Hypo!
Die Sozialdemokratie der Gegenwart ist in vielen Bereichen genau das Gegenteil dessen, was sie historisch einmal gewesen ist. Sie verteilen heutzutage von unten nach oben. Wenn Sie Milliardensummen nennen, die die Mindestpensionsanpassung kosten würde, dann haben Sie damit die Summe genannt, die Sie diesen Menschen Jahr für Jahr stehlen. Ist Ihnen das klar? Ich bedanke mich für diese erhellenden Worte: 7 Milliarden € pro Jahr enthalten Sie eigentlich den Mindestpensionisten vor! Jetzt wissen wir, wer die Krisen zahlt. Jetzt wissen wir, wer die Spekulationsverluste zahlt. Jetzt wissen wir, wer diese internationalen Verschiebungen von Euros quer über den Kontinent finanziert. Es sind zu einem großen Teil die Mindestpensionisten! (Abg. Rädler: Hypo!)
Abg. Rädler: 170 000 in Wien!
Was ist die Mindestsicherung? – Die Mindestsicherung ist das letzte soziale Netz, das wir zu bieten haben für Menschen in einer äußerst schwierigen Lebenssituation, für viele Menschen, die durch ihren Beruf nicht genügend Einkommen haben und nicht damit auskommen und daher über die Mindestsicherung noch ein bisschen etwas dazubekommen – viel zu wenig, wie wir meinen, aber immerhin. Es geht um Menschen, die durch alle Netze gefallen sind und in dieser Situation auf die Mindestsicherung angewiesen sind. Der Herr Minister – vielleicht möchte er einmal zuhören? – hat heute auch schon erwähnt, dass es da mittlerweile um 250 000 Menschen geht, wenn man auch die Kinder, die Mindestsicherungsempfänger sind, miteinberechnet. (Abg. Rädler: 170 000 in Wien!)
Abg. Rädler: Geh, das ist ja ! Sie haben ja keine Ahnung!
Ja, in Wien, und ich kann Ihnen sagen, warum: Weil es in der Praxis oft so ist, dass die Gemeinden für die Mindestsicherung zuständig sind, und weil die Mindestsicherung bei uns noch immer ein Thema ist, wo Menschen das Gefühl haben, sie sind als Bezieher dieser Leistung stigmatisiert, und daher Angst haben, darum anzusuchen. Und in Wien, wo erstens viel mehr Menschen leben ... (Abg. Rädler: Geh, das ist ja ! Sie haben ja keine Ahnung!) – Ja, reden Sie mit Menschen, die die Mindestsicherung bekommen! Ich habe manchmal das Gefühl, ich weiß nicht genau, wo Sie sind und wie abgehoben Sie sind, aber offensichtlich haben Sie mit jenen Menschen, die darauf angewiesen sind, ganz wenig zu tun. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ich bin Bürgermeister! Aber Sie haben keine Ahnung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ich bin Bürgermeister! Aber Sie haben keine Ahnung!
Ja, in Wien, und ich kann Ihnen sagen, warum: Weil es in der Praxis oft so ist, dass die Gemeinden für die Mindestsicherung zuständig sind, und weil die Mindestsicherung bei uns noch immer ein Thema ist, wo Menschen das Gefühl haben, sie sind als Bezieher dieser Leistung stigmatisiert, und daher Angst haben, darum anzusuchen. Und in Wien, wo erstens viel mehr Menschen leben ... (Abg. Rädler: Geh, das ist ja ! Sie haben ja keine Ahnung!) – Ja, reden Sie mit Menschen, die die Mindestsicherung bekommen! Ich habe manchmal das Gefühl, ich weiß nicht genau, wo Sie sind und wie abgehoben Sie sind, aber offensichtlich haben Sie mit jenen Menschen, die darauf angewiesen sind, ganz wenig zu tun. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ich bin Bürgermeister! Aber Sie haben keine Ahnung!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Spielen Sie nicht Zahlen gegen Zahlen aus, sondern schauen Sie, wie viele Menschen in Österreich darauf angewiesen sind! Und es kann nicht – das ist die Hauptaussage – von der Postleitzahl abhängig sein, wie viel ich bekomme, wie sehr ich schikaniert werde oder nicht, wie sehr ich Verfahren oder langen Entscheidungsdauern in den einzelnen Bundesländern ausgeliefert bin, sondern es muss von Westen bis Osten ganz gleich gewährleistet sein, dass man entsprechenden Zugang (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und ein Recht auf diese Mindestsicherung hat, die wirklich das letzte soziale Netz ist, das wir anzubieten haben. (Abg. Rädler: Hängematte!)
Abg. Rädler: Hängematte!
Spielen Sie nicht Zahlen gegen Zahlen aus, sondern schauen Sie, wie viele Menschen in Österreich darauf angewiesen sind! Und es kann nicht – das ist die Hauptaussage – von der Postleitzahl abhängig sein, wie viel ich bekomme, wie sehr ich schikaniert werde oder nicht, wie sehr ich Verfahren oder langen Entscheidungsdauern in den einzelnen Bundesländern ausgeliefert bin, sondern es muss von Westen bis Osten ganz gleich gewährleistet sein, dass man entsprechenden Zugang (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und ein Recht auf diese Mindestsicherung hat, die wirklich das letzte soziale Netz ist, das wir anzubieten haben. (Abg. Rädler: Hängematte!)
Abg. Rädler: Urlaub für Arbeitslose!
Deswegen bitte ich Sie noch einmal um Ihre Unterstützung – wir haben auch gestern darüber diskutiert –: Wir haben einen entsprechenden Antrag eingebracht, der quasi einen bundesweiten Rahmen vorsieht, der nämlich gewährleisten soll, dass Menschen in Österreich, egal, wo sie leben, egal, welche Postleitzahl sie haben, den gleichen Anspruch und den gleichen Zugang zu dieser Mindestsicherung haben. (Abg. Rädler: Urlaub für Arbeitslose!) Und ich verbitte mir in diesem Zusammenhang Polemik von Ihrer Seite. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Urlaub für Arbeitslose! – Ruf: Träumerei! – Abg. Rädler: Fern der Realität!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Urlaub für Arbeitslose! – Ruf: Träumerei! – Abg. Rädler: Fern der Realität!
Deswegen bitte ich Sie noch einmal um Ihre Unterstützung – wir haben auch gestern darüber diskutiert –: Wir haben einen entsprechenden Antrag eingebracht, der quasi einen bundesweiten Rahmen vorsieht, der nämlich gewährleisten soll, dass Menschen in Österreich, egal, wo sie leben, egal, welche Postleitzahl sie haben, den gleichen Anspruch und den gleichen Zugang zu dieser Mindestsicherung haben. (Abg. Rädler: Urlaub für Arbeitslose!) Und ich verbitte mir in diesem Zusammenhang Polemik von Ihrer Seite. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Urlaub für Arbeitslose! – Ruf: Träumerei! – Abg. Rädler: Fern der Realität!)
Abg. Rädler: Ja, schon!
Herr Bundesminister, ich glaube nicht, dass Sie den Bezug zur Realität in Österreich deswegen verloren haben, weil Sie aufgrund Ihres neuen Berufs und Ihrer Zuständigkeit sehr viel im Ausland sind, was an sich im Wesen des Außenministers liegt. (Abg. Rädler: Ja, schon!) – Richtig! Kollege Rädler gibt mir ausnahmsweise sogar einmal recht. Also ich muss sagen, das begrüße ich, denn es ist nicht besonders leicht, ihm irgendetwas recht zu machen. Insbesondere deshalb, weil ich einmal gar nichts gegen Herrn Landeshauptmann Pröll gesagt habe, ist er noch relativ ruhig in der Bank geblieben – an sich sitzt er ja deswegen hier. (Heiterkeit des Abg. Rädler.)
Heiterkeit des Abg. Rädler.
Herr Bundesminister, ich glaube nicht, dass Sie den Bezug zur Realität in Österreich deswegen verloren haben, weil Sie aufgrund Ihres neuen Berufs und Ihrer Zuständigkeit sehr viel im Ausland sind, was an sich im Wesen des Außenministers liegt. (Abg. Rädler: Ja, schon!) – Richtig! Kollege Rädler gibt mir ausnahmsweise sogar einmal recht. Also ich muss sagen, das begrüße ich, denn es ist nicht besonders leicht, ihm irgendetwas recht zu machen. Insbesondere deshalb, weil ich einmal gar nichts gegen Herrn Landeshauptmann Pröll gesagt habe, ist er noch relativ ruhig in der Bank geblieben – an sich sitzt er ja deswegen hier. (Heiterkeit des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Rädler.
Gehen wir noch auf einen anderen Aspekt ein: Sie haben wörtlich gesagt, die Optik ist alles andere als gut. – Ich habe interessanterweise schon am Montag gelesen, dass Sie gesagt haben, die Optik ist schlecht. Sie wird anscheinend bei Ihnen von Tag zu Tag wieder besser. Wir hätten uns erwartet, dass Sie die Gelegenheit wahrnehmen und sich dafür entschuldigen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 72
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit des Abg. Rädler.
Ja, ja, der grüne Leidensdruck, ich weiß, Ihnen kann geholfen werden! Ich hätte da einmal einen Vorschlag, wie wir aus einer Lose-lose-Situation eine Win-win-Situation machen können, Herr Kollege Brosz, weil Sie sich ja immer besonders hervortun in Sachen Menschlichkeit: Wir sollten, wenn man das alles nicht in den Griff bekommt, einfach die künftigen Asylzentren dorthin bauen, wo der Wähleranteil der Grünen besonders groß ist. Das ist eine Win-win-Situation! (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit des Abg. Rädler.) Ihre Wähler und Sie freuen sich darüber, andere werden nicht belastet, das ist doch großartig, da sollten wir doch sehr schnell zur Tat schreiten.
Sitzung Nr. 73
Abg. Rädler: Welche Geheimnisse habt ihr? – Abg. Stefan: Das ist das dümmste Argument!
Kollege Amon findet die „detaillierte“ Auskunft auch noch ein tolles Zitat und wiederholt es auch noch. Also wenn das Ihre Antwort darauf ist, dass möglicherweise sämtliche UPC-Kunden, Politiker und Telekom-Kunden in Österreich, also wahrscheinlich wir alle hier herinnen, weil jeder von uns in einem dieser Systeme angemeldet ist, abgesaugt worden sind, und Ihre Antwort nur heißt: Das kann viel heißen oder wenig!, dann, Frau Minister – das muss ich Ihnen schon ganz ehrlich sagen –, haben Sie abgedankt. (Abg. Rädler: Welche Geheimnisse habt ihr? – Abg. Stefan: Das ist das dümmste Argument!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung.
noch bevor etwas kommt. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler macht die sogenannte Scheibenwischerbewegung.) – Da können Sie den Kopf schütteln oder was auch immer Sie wollen: Sie haben es selbst bewiesen.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ihr liegt vor Putin flach! Erbärmlich!
Eines sage ich Ihnen schon, meine Damen und Herren: Sie werden auch die nächsten Wahlen wieder verlieren, und da werden Sie dann bejammern können, wie arm Sie nicht sind. Sie werden Ihre Wunden lecken und werden wahrscheinlich glauben, Sie wissen nicht, warum es so ist. – Es ist deshalb so, weil Sie die Menschen im Stich lassen! Die gesamte Politik, die die ÖVP seit Kurt Waldheim macht, die gesamte Amerikapolitik hat ein Bild: Sie haben in der Außenpolitik abgedankt, Sie liegen vor Amerika flach, und das ist das Problem. Der Grund, warum die Menschen in Österreich ausspioniert werden, auch weiterhin, ist, dass Sie es zulassen und mit Ihrem Verhalten fördern! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ihr liegt vor Putin flach! Erbärmlich!)
Abg. Rädler: Ihr habt das!
Man muss schon sagen, dass ja das alles, wenn man länger in diesem Haus ist beziehungsweise die Diskussion rund um die Privatsphäre und den Datenschutz verfolgt hat, nicht weiter verwunderlich ist. (Zwischenruf des Abg. Kogler.) Dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass eine Regierung, dass eine Ministerin, die kein Problem mit der Vorratsdatenspeicherung hatte, die keine Sensibilität für grundrechtliche und demokratiepolitische Fragen hatte, auch hier ein Auge zudrücken möchte; das ist doch ein und dieselbe Schiene. (Abg. Rädler: Ihr habt das!)
Abg. Rädler: Die NEOS haben keine Zukunft!
denken, sondern – und das sage ich insbesondere auch deshalb, weil heute wieder sehr viele junge Leute auf der Besuchergalerie sitzen (Abg. Rädler: Die NEOS haben keine Zukunft!) – in einem gemeinsamen Europa liegt die Zukunft!
Abg. Rädler: Warst du nicht auch Wirt?
Der Dringliche Antrag heißt bescheiden: „Stirbt der Wirt, stirbt das Dorf“. Spinnen wir gleich weiter, was das für Folgen hat! Dann stirbt das Gewerbe, dann stirbt vor Ort die Landwirtschaft, dann stirbt dort das Genussland und dann stirbt die Kultur. Ich berichte aus der Bezirksstadt Klimabündnis-Gemeinde Vöcklabruck. (Abg. Rädler: Warst du nicht auch Wirt?) – Jawohl, Herr Kollege! Und deshalb weiß ich, wovon ich rede. Das ist der Unterschied. Siehst du! Außer blöde Meldungen bringen weiß ich, wovon ich rede. Und das unterscheidet uns. (Beifall beim Team Stronach.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist genau dieses Thema, das zu wichtig ist, als dass man darüber blödelt, sondern dass man einmal die Ernsthaftigkeit sieht. Dich lade ich ein, Herr Kollege Rädler, du fährst mit mir nach Vöcklabruck und dann zählen wir die Kebab-Stände und Pizzerias. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und wenn du das Kultur nennst, dann ist das deine Kultur, aber nicht unsere. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. )
Abg. Rädler: Vorschläge!
Ich habe das Beispiel der Bezirksstadt Vöcklabruck gebracht. Ich bringe noch das Beispiel aus Aurach am Hongar. Bei uns haben vier Wirte geschlossen. Als ich heute in der Früh zu dieser Sitzung gefahren bin, sind in Linz im Stau, im Morgenstau um 6.30 Uhr die Autos mit Vöcklabrucker Nummern gestanden. Diese Leute müssen jetzt auspendeln. Was das heißt, wenn der ländliche Raum, aber auch der städtische – die Wirte in der Stadt jammern genauso – ausgedünnt werden, wenn diese wichtigen Kleingewerbetreibenden vertrieben werden, wenn diese wichtigen Arbeitsplätze für die alleinerziehenden Mütter verloren gehen und die Leute dann stundenlang auspendeln müssen, daran möchte ich gar nicht denken. Was das an Lebenszeit heißt, was das an Kosten, an Kilometern, an Umweltbelastung, an Verlust an Lebensqualität und an Verlust an Zeit für die Familie bedeutet! (Abg. Rädler: Vorschläge!)
Sitzung Nr. 75
Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Da musst du selber lachen! – Ruf bei der ÖVP: Scherzküberl!
Sie als Minister verlangen von jedem Bürger Gesetzestreue, vor allem von den Bauern, und Sie als Minister müssten eigentlich als Vorbild vorangehen. Wir erwarten daher, dass Sie die Konsequenzen ziehen, und daher meine Zusatzfrage: Herr Minister, wann beziehungsweise werden Sie aufgrund dieses Gesetzesbruchs zurücktreten? (Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Da musst du selber lachen! – Ruf bei der ÖVP: Scherzküberl!)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Schwentner: ist peinlich!
Folgendes noch: Die Grenzen müssen dichtgemacht werden! Schließlich sind wir ein Binnenland, wir sind ein Schengen-Binnenland, mit ähnlichen Problemen. Da gibt es nur eines: Grenzkontrollen. Das Team Stronach wird dazu einen Antrag auf temporäre Grenzkontrollen einbringen, den wir auch schon öfters eingebracht haben. Wenn wir solche hätten, müssten wir nämlich über die Quoten in Europa überhaupt nicht diskutieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Schwentner: ist peinlich!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zur Kritik, dass in Zukunft nicht alle Verfahren in einem Erstaufnahmezentrum zentral, zum Beispiel in Traiskirchen, abgehandelt, sondern zukünftig regional aufgeteilt werden: Das ist sowohl im Sinne der Betroffenen als auch im Sinne der Bevölkerung. Es ist nämlich unzumutbar, dass seit Jahren und Jahrzehnten die gesamte Last auf die Gemeinde Traiskirchen abgewälzt wird. Ich glaube, da kann auch das Land Niederösterreich landesintern noch einiges zur Entlastung der Stadt Traiskirchen beitragen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Deshalb sage ich: Diese nationale Kompetenz dürfen wir auf keinen Fall abtreten, meine sehr geehrten Damen und Herren (Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Amon), sondern natürlich endlich den Status von Asyl auf echte Flüchtlinge, auf echte Hilfsbedürftige begrenzen, statt dieser Ausweitung, die heute vorgenommen wird, wo man alle unter dem großen Titel „Flüchtling“ subsumiert und heute beschreibt. Und damit tragen letztlich auch Sie dazu bei, dass diese Debatte hier verwaschen und missbräuchlich geführt wird. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Was ist richtig?
Wenn wir jetzt erleben, dass Zeltstädte oder Containerdörfer im Freiland aufgebaut werden, dann muss ich sagen: Das ist natürlich der falsche Weg, das ist eine reine Symptombekämpfung, nicht mehr und nicht weniger! (Abg. Rädler: Was ist richtig?) Natürlich ist das eine Entwicklung, bei der zu Recht die Bürgermeister und Gemeinden sagen: Bitte, wir müssen da endlich einmal im Gesamten über das Problem reden, nicht immer nur über Detailbereiche, sondern einmal das Thema gesamt behandeln. Nämlich: Was läuft da seit Jahren schief? Wie kam es überhaupt dazu, dass so viele Menschen über sichere Drittstaaten nach Österreich gekommen sind? Wie kam es überhaupt dazu, dass so viele Antragsteller zu uns gekommen sind, von denen 80 Prozent rechtskräftig abgelehnt werden, wobei allerdings pro Jahr 200 Millionen € und mehr Steuerzahlerkosten entstehen aufgrund solcher Fehl- und missbräuchlichen Entwicklungen? – Darüber müssen wir einmal offen reden! Genau da ist Handlungsbedarf gegeben!
Abg. Rädler: Die Steiermark!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das Thema Asylpolitik/Flüchtlingspolitik beschäftigt ja nicht nur uns, sondern beschäftigt Europa, beschäftigt in Wirklichkeit (Abg. Rädler: Die Steiermark!) die ganze Welt. Vieles ist heute schon angesprochen worden, wo wir auch beängstigende Entwicklungen erleben müssen, wo wir von einem Massenansturm nach Europa, aber natürlich auch nach Österreich reden müssen.
Abg. Rädler: SPÖ! – Abg. Schieder: Ja, der Androsch ist von der SPÖ!
Der Krieg in Syrien geht jetzt ins fünfte Jahr. Das heißt, man hätte sich eigentlich nicht erst heuer denken können – zumal als zuständige Ressortleiterin, als Innenministerin –, dass mehr Flüchtlinge auch zu uns nach Österreich kommen werden. Das war absehbar. Und das sehe nicht nur ich als grüne Abgeordnete so, sondern das sehen interessanterweise neun Landesräte und Landesrätinnen, die in den Bundesländern für Flüchtlingsunterbringung zuständig sind, so, und zwar über die Fraktionsgrenzen hinweg. Da sind Menschen aus der ÖVP dabei, wie zum Beispiel der Landesrat Schwärzler in Vorarlberg oder Landesrat Androsch in Niederösterreich (Abg. Rädler: SPÖ! – Abg. Schieder: Ja, der Androsch ist von der SPÖ!), da sind SPÖ-LandesrätInnen und auch zwei grüne LandesrätInnen dabei. Und sie haben in ihrem Schreiben gestern an die Frau Innenministerin zum Ausdruck gebracht:
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schönegger.
Zweiter Punkt: Im Zusammenhang mit den Zelten, die Sie aufgestellt haben, auf Salzburg und eine grüne Landesrätin zu verweisen, ist eine absolute Themenverfehlung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schönegger.) Sie wissen, dass die Zelte Erstaufnahmestellen sind, und Sie wissen, dass für die Erstaufnahme der Bund zuständig ist. Damit hat die Salzburger Landesrätin gar nichts zu tun. – Das ist einmal der erste Punkt. (Zwischenbemerkung von Bundesministerin Mikl-Leitner sowie Zwischenrufe der Abgeordneten Walter Rosenkranz und Schönegger.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger und Rädler.
Die Salzburger Landesrätin ist ihrer Pflicht nachgekommen. Wer nicht seiner Pflicht nachkommt, ist diese Innenministerin, die für die Erstaufnahme zuständig ist. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Der Syrien-Krieg dauert schon fast fünf Jahre, also Überraschung ist etwas anderes! (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger und Rädler.) Es ist relativ klar, dass es Flüchtlingsbewegungen gibt, wenn wo Krieg ist, und dass die Flüchtlingszahlen sich auch dementsprechend entwickeln. Das hätten Sie wissen können.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Rädler.
Zeigen Sie nicht mit dem Finger auf Salzburg (Abg. Schönegger: Sie zeigen !), kommen Sie Ihrer Verantwortung als Innenministerin nach! So einfach ist es nicht. Ihr Hickhack mit den Ländern soll von Ihrer Verantwortung ablenken. So geht das nicht! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Rädler.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Matznetter: MA 2412! – Abg. Rädler: Frau Knackal!
Ich sage es noch einmal: Die MA 14 ist für die Interne Kommunikation/EDV zuständig, und erklären Sie uns, warum die die Menschen auf die Straße schicken! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Matznetter: MA 2412! – Abg. Rädler: Frau Knackal!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Regierungsmitglieder! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, ich bin der letzte Redner dazu. Frau Kollegin Aubauer, danke für die Good Vibrations. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich möchte zum Bildungsthema etwas sagen, Harald Walser hat es ja ausgeführt: Ein Jahresnormmodell findet natürlich auch unsere Unterstützung. Ich bin damit auf einer Linie mit Herrn Neugebauer – das habe ich nicht gewusst, aber man erlebt allerhand Überraschungen im Leben, und das ist auch okay so. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 77
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was sind die letzten Anschläge, die Sie planen? – Sie wollen in jedes Konto Einsicht nehmen, ohne richterlichen Beschluss. Sie wollen wissen: Wo sind Sie Mitglied, bei welchen Vereinen? Welches Abo beziehen Sie von welcher Zeitung, von welchem Magazin? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wo waren Sie zuletzt auf Urlaub? – Aha, Sie sind bei einem Massageverein. (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Diese Daten wollen Sie sammeln. Meine Damen und Herren, damit wollen Sie die Bürger in die Delinquenz treiben, Sie wollen die Bürger in die Abhängigkeit treiben. Wenn Sie jetzt hier, meine Damen und Herren (Abg. Lopatka: Das ist ja nicht ernst zu nehmen! – Unruhe im Saal.) – Frau Präsidentin, können wir hier noch einmal für Ruhe sorgen? Ich höre mein eigenes Wort kaum.
Abg. Rädler: Das liegt an den Ausführungen!
Präsidentin Doris Bures: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe schon vor wenigen Minuten darauf aufmerksam gemacht. An sich sind Zwischenrufe natürlich Teil eines lebendigen Parlamentarismus (Abg. Kickl: Manchmal ist es das einzige Lebenszeichen!), allerdings nicht dann, wenn man den Ausführungen des Redners nicht mehr folgen kann. Daher ersuche ich, den allgemeinen Lärmpegel so zu senken – ohne dass Gespräche nicht möglich sein sollten, diese können weiter geführt werden –, dass man den Ausführungen des Redners auch folgen kann. (Abg. Rädler: Das liegt an den Ausführungen!)
Abg. Rädler: Ende!
Deswegen sagen wir: Völlige Umkehrung! Das Recht auf Privatsphäre, auf Familienleben ist ein Grundrecht. Wir sind freie Bürger eines freien Landes (Abg. Rädler: Ende!), und wir werden gegen diese Gläsernmachung der Bürger demonstrieren, wo immer wir können. Daher: Stopp dem Überwachungsstaat: Gläserner Staat statt gläserne Bürger! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Rädler: So wie bei der Hypo!
mit seinen Mitteln sorgsam umgegangen wird und sie nicht dazu dienen, Einzel- oder Gruppeninteressen zu befriedigen. (Abg. Rädler: So wie bei der Hypo!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Rädler.
Professor Friedrich Schneider von der JKU Linz sagt, dass 85 Prozent der Bevölkerung gerne ihren Obolus leisten würden. Österreich zählt hinter der Schweiz, den Niederlanden und Luxemburg zu den steuerehrlichsten Ländern – Originalzitat Schneider. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Rädler.) Deshalb ist es unerklärlich, wieso gerade der Finanzminister glaubt, dass wir zur Gegenfinanzierung der Steuer-reform 1,9 Milliarden € aus dem Titel Steuerbetrug lukrieren können.
Abg. Rädler: Hallo! Ordnungsruf!
Die Regierung verhält sich wie ein Rauschgiftsüchtiger, der eine immer höhere Dosis benötigt, um alle Versprechen halten und das eigene Klientel bedienen zu können. (Abg. Rädler: Hallo! Ordnungsruf!) In der Folge ist der Regierung jedes Mittel recht, um noch zusätzliche Einnahmen erzielen zu können; auf der Strecke bleiben die Bürgerrechte. Die Errungenschaften der Revolution von 1848 wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und allgemeine Bürgerrechte gehen nunmehr durch diese Maßnahmen sukzessive verloren.
Abg. Rädler: Ah geh!
Die Visionen aus George Orwells (Abg. Rädler: Ah geh!) Roman „1884“ (Abg. Matznetter: „1984“, Herr Kollege!) – Entschuldigung, „1984“ – sind mittlerweile schon längst eingetreten – wie zum Beispiel das Neusprech, welches längst schon Einzug in unsere Gehirne gehalten hat. Wir haben bereits die nächste Stufe eines Überwachungsstaates erreicht. Wir befinden uns nämlich im Stadium der sogenannten „Tribute von Panem“, in dem jedes Jahr ein neues Opfer in Form einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gefunden wird, das die Gier des Staates befriedigen soll.
Sitzung Nr. 79
Abg. Rädler: Tief! Ganz tief! – Abg. Schwentner: Das ist kein Kleingeld, was Sie da machen?!
Gestern war eine Gruppe von uns in Traiskirchen, um sich in diesem Erstaufnahmezentrum und auch in der Umgebung einmal zu informieren und mit Betroffenen zu sprechen. Und ich sage Ihnen, wir waren wirklich sehr erstaunt darüber, wie sich die Situation darstellt. Wir haben mit dem Verantwortlichen gesprochen und ihn gefragt, wie es sein kann, dass jeder Einzelne dieser Flüchtlinge ein Smartphone hat und Markenartikel trägt. (Zwischenruf der Abg. Korun.) Sind das alles Spenden der Österreicher? Der Leiter des Zentrums, Franz Schabhüttl, hat gemeint, nein, da kommt schon jeder mit einem Smartphone ausgestattet, und die Kleider, die die Österreicher spenden, werden nicht angenommen. (Abg. Rädler: Tief! Ganz tief! – Abg. Schwentner: Das ist kein Kleingeld, was Sie da machen?!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Mit diesen Ansichten können Sie nicht überlaufen!
Meine geschätzten Damen und Herren, der Leiter des Zentrums hat auch gesagt, eine Asylindustrie, eine Schleppermafia sorgt dafür, dass die Menschen herkommen. Das heißt, kein Einziger würde von sich aus herkommen, gäbe es diese Schlepperindustrie nicht. Das ist Menschenhandel, das sind kriminelle Handlungen auf höchster Ebene, und ich sage Ihnen, dagegen kämpfen wir! Das wollen wir nicht, diese Kriminalität muss unterbunden werden. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Mit diesen Ansichten können Sie nicht überlaufen!)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung Team Stronach –: Viele seids ihr nicht mehr!
Was macht die Regierung? Was machen Sie, anstelle zu schauen, dass die Menschen hier Arbeitsplätze vorfinden? – Sie als Regierung kriminalisieren die Leute, Sie kriminalisieren die Unternehmer, Sie machen den Bürger gläsern, Sie stellen jeden einzelnen Bürger unter Betrugsverdacht, Sie lüften das Bankgeheimnis mit einem einzigen Ziel, nämlich jenem, das Vermögen jedes Einzelnen zu erfassen, einen Vermögensschnitt vorzunehmen, eine Vermögensbesteuerung einzuführen und so weiterzuwurschteln, wie Sie es bisher gemacht haben. Dagegen wehren wir uns. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung Team Stronach –: Viele seids ihr nicht mehr!)
Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Übernahmekandidat!
Abgeordnete Dr. Jessi Lintl (STRONACH): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Minister! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Ja, Frau Minister, alle Maßnahmen, die Sie vorhin genannt haben, hätten Sie während Ihrer Amtszeit schon längst umsetzen können. (Beifall beim Team Stronach sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Übernahmekandidat!)
Abg. Rädler: ÖVP-Bezirksvorsteherin! – Gegenruf des Abg. Darmann
Österreich ist ein beliebtes Flüchtlingsland: Man wird sofort aufgenommen, bekommt auf der Stelle eine e-card mit Gratiszugang zum Gesundheitssystem, beste juristische Betreuung (Abg. Rädler: ÖVP-Bezirksvorsteherin! – Gegenruf des Abg. Darmann), Taschengeld, Grundversorgung, und sobald man Asylstatus hat, ist der Nachzug der Familie legal. Das sind ideale Voraussetzungen für Schlepperorganisationen, die professionell das Angebot des österreichischen Sozialstaats als Basis für ihr Geschäftsmodell ausnutzen.
Abg. Rädler: Wer ist „wir“?
Die EU schafft es nicht, ihre Außengrenzen zu schützen, aber das Schengen-Abkommen funktioniert nur unter der Voraussetzung, dass die EU-Außengrenzen gesichert sind. Wir fordern daher temporäre Grenzkontrollen in Österreich (Ruf bei den Grünen: Wer ist „wir“?), wie Deutschland sie für den G-7-Gipfel gemacht hat – bei denen übrigens 8 Prozent aller Kontrollierten wegen Vergehen gegen das Aufenthaltsrecht aufgegriffen wurden (Abg. Rädler: Wer ist „wir“?), die sonst einfach durch die Grenzen durchschlüpfen.
Abg. Rädler: Karl Schnell !
Die Zahl Asylsuchender und illegaler Migranten wird über den Sommer zunehmen, das ist klar. (Abg. Rädler: Karl Schnell !) Ich fordere die Bundesregierung auf, politisch Verfolgten aus Kriegsgebieten die nötige Unterstützung zukommen zu lassen, aber so rasch wie möglich Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind, die illegale Migration zu verhindern. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Die nimmt nicht einmal der Karl Schnell!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Die nimmt nicht einmal der Karl Schnell!
Die Zahl Asylsuchender und illegaler Migranten wird über den Sommer zunehmen, das ist klar. (Abg. Rädler: Karl Schnell !) Ich fordere die Bundesregierung auf, politisch Verfolgten aus Kriegsgebieten die nötige Unterstützung zukommen zu lassen, aber so rasch wie möglich Maßnahmen zu setzen, die geeignet sind, die illegale Migration zu verhindern. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Die nimmt nicht einmal der Karl Schnell!)
Abg. Rädler: Oligarchen bei den NEOS!
Wenn Sie jetzt noch nicht einmal garantieren können, dass die Kasernen geöffnet werden – man weiß ja jetzt wieder nicht, was passieren wird –, wenn Sie das jetzt wieder nicht garantieren können, dann zeigt das wieder nur, in was für einem politischen System wir leben, in dem Landesfürsten sagen, was zu tun ist, in dem der Schwanz mit dem Hund wedelt (Abg. Rädler: Oligarchen bei den NEOS!) und Sie nicht fähig sind, sich entsprechend durchzusetzen. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn, so etwas! – Abg. Rädler: Oligarchensöldner!
Frau Bundesministerin, was hier passiert, ist ein völliges Versagen auf allen Ebenen, es ist ein völliges Versagen von Ihnen, es ist eine Bankrotterklärung von Ihnen, es ist eine Bankrotterklärung der Bundesregierung. Sie sind rücktrittsreif und mit Ihnen die gesamte Bundesregierung! (Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn, so etwas! – Abg. Rädler: Oligarchensöldner!)
Abg. Rädler: Jetzt weiß ich, warum Sie nicht mehr gewählt werden!
Wir müssen es nur angehen und endlich die Dinge dort anpacken, wo sie hingehören. Wir brauchen eine Wertschöpfungsabgabe, 100 Prozent! (Abg. Fekter: Wieder eine Steuer, das ist super!) – Das ist kein Griff in die Mottenkiste, sondern das ist ein Gesetz der Gerechtigkeit, ein Gesetz der Stunde. (Abg. Rädler: Jetzt weiß ich, warum Sie nicht mehr gewählt werden!) – Wir brauchen die Bekämpfung der Steuerhinterziehung, und wir brauchen auch vermögensbezogene Steuern, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wenn wir wollen, dass unser Sozialstaat diesen Status halten kann, den wir jetzt haben und den wir uns alle wünschen. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Wer sagt das?
Ich nehme die Menschen schon ernst, aber, Frau Abgeordnete Fekter, es nützt nichts, wenn wir hier herinnen schöne Worte finden und Ihre ÖVP-Bürgermeister den Bürgern vor Ort signalisieren, dass Asylwerber im Dorf eine Zumutung wären. Das sind Ihre Parteifreunde, die überall in den kleinen Dörfern (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ja, Ihre Bürgermeister sagen das ... (Abg. Rädler: Wer sagt das?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ja, die Mindestsicherung ist zu niedrig, und deswegen sagen wir: 14 Mal. Sie ist aber nicht (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, und wissen Sie, was das Problem ist? – Auf der anderen Seite sind die Gehälter zu niedrig. Wissen Sie, wie viele Menschen in Österreich unter einem überhaupt akzeptablen Mindestlohn arbeiten? Das sind mitt-
Abg. Rädler: Zur Sache!
Wie kann man das jetzt untermauern? – Wir haben doch den Befund, dass wir allein von der europäischen Entwicklung her ... (Abg. Rädler: Zur Sache!) – Es geht ja um die Neuwahlen! Ich sage ja gerade, es wäre gut, wenn da zwei andere an der Spitze stünden.
Abg. Rädler: Haider!
Aber, meine geschätzten Damen und Herren, es gibt auch einen Punkt, der für uns gegen Neuwahlen spricht. Das ist jener Punkt (Abg. Höfinger: Dass ihr dann nicht mehr drinnen seid?): Wir haben den größten Finanzskandal der Zweiten Republik. 20 Milliarden wurden in der Hypo versenkt, und heute stelle ich mir die Frage: Warum will gerade die FPÖ in einer Phase, in der man kurz davor steht, Kulterer einzuvernehmen, Striedinger einzuvernehmen, die ganzen Netzwerke der Macht in Kärnten, rund um Kärnten einzuvernehmen (Abg. Rädler: Haider!) und Aufklärung und Transparenz hineinzubringen – warum will man gerade in dieser Phase Neuwahlen haben?
Abg. Rädler: Nein!
Es könnte auch genau so von uns NEOS-Abgeordneten kommen, denn: Warum fordern die NEOS Neuwahlen? – Machen Sie sich keine Sorgen um die NEOS! Wenn wir Angst hätten, jetzt an dieser Stelle zu sagen: „Huh, würden wir vielleicht wieder reinkommen (Huh-Rufe bei der ÖVP) in den Nationalrat?“ (Abg. Rädler: Nein!), dann wären wir ganz genau so wie Sie! Dann wären das Einzige, was uns interessieren würde, unsere Sessel, unsere Posten in diesem Nationalrat, unser Machterhalt, unsere Klub-
Abg. Rädler: Haselsteiner!
Das Einzige, was Sie wollen, ist, dieses politische System zu erhalten. Dafür kämpfen Sie: für den Erhalt Ihrer Posten, Ihrer Sessel, die Sie hin und her schieben, für Ihre Parteifinanzierung, für Ihre Klubförderung, für den Erhalt dieses politischen Systems! (Abg. Rädler: Haselsteiner!) Genau dafür treten wir an, dass es eine Veränderung gibt: gegen dieses politische System, das – und davon bin ich überzeugt – im Sterben liegt. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Rädler: Eh klar! – Abg. Steinhauser: Das hat sie nicht gesagt!
Die sollen das machen. – Ja, die anderen sollen das machen. (Abg. Rädler: Eh klar! – Abg. Steinhauser: Das hat sie nicht gesagt!)
Beifall bei Grünen und NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl und Rädler.
Sehr geehrte Frau Innenministerin, bitte machen Sie Platz für jemanden, der den Rechtsstaat wirklich ernst nimmt und der die Menschenrechte auch wirklich schützt, bevor der Rechtsstaat, Schutzsuchende und die Republik noch größeren Schaden nehmen. – Danke. (Beifall bei Grünen und NEOS. – Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl und Rädler.)
Abg. Rädler: Guten Morgen!
Abgeordneter Mag. Philipp Schrangl (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesminister! Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Sehr geehrter Herr Staatssekretär! Meine lieben Kollegen im Nationalrat, liebe Bürger auf der Galerie und zu Hause! (Abg. Höfinger: Es gibt zwei!) – Ich habe gesagt: Frau Bundesminister. Das passt schon. (Abg. Höfinger: Es gibt aber zwei!) – Entschuldigung, dann tut es mir leid. Herzlichen Dank. Entschuldigung, Grüß Gott, Frau Bundesminister. So viel Höflichkeit muss sein. (Abg. Rädler: Guten Morgen!)
Abg. Rädler: Das war stark! Zwei Appläuse!
Präsident Karlheinz Kopf: Der soeben von Frau Abgeordneter Lintl eingebrachte Entschließungsantrag ist ausreichend unterstützt, steht daher mit in Verhandlung. (Abg. Rädler: Das war stark! Zwei Appläuse!)
Abg. Rädler: Das war schon immer so!
Des Weiteren wollen Sie dort auch keine Journalisten haben (Abg. Rädler: Das war schon immer so!), weil Sie nicht wollen, dass die Öffentlichkeit erfährt, was es dort für Missstände gibt. Wenn das schon immer so war, ist das eher ein Indiz dafür, dass es diese Missstände schon immer gegeben hat, Herr Abgeordneter Rädler! (Beifall bei den Grünen.) Dieser Eingriff in die freie Berichterstattung ist, freundlich gesagt, inakzeptabel und unüblich – deutlich gesagt: Das kennen wir eher aus anderen Ländern!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn jemand etwas bewegt – und das ist so –, dann sind das diese zwei Landesrätinnen. Ihr (in Richtung ÖVP) habt eure Innenministerin schon lange im Stich gelassen, ihr unterstützt sie schon lange nicht mehr! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Wenn die Grünen wie jetzt auch wieder eine Aufgeregtheit zeigen, dann ist das ja selbstüberführend, Frau Kollegin. Haben Sie in Ihrer Gemeinde und in Ihrem Umfeld schon dafür gesorgt, dass dort mehr und mehr Asylwerber aufgenommen werden? Ich glaube nicht, werte Kollegin, weil Sie ganz genau wissen, dass das und dieser Zugang unserer Bevölkerung in Österreich nicht weiter zumutbar ist. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Was wollen Sie sagen?
nichts zu tun. Politische Verantwortung bedeutet auch Analyse, sich den Kopf zu zerbrechen über Entwicklungen, die kommen könnten, und diese Entwicklungen waren mehr als absehbar. (Abg. Rädler: Was wollen Sie sagen?) Ich will sagen, dass alle von uns unseren Job machen sollten, inklusive der Frau Innenministerin. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Dann tun Sie was! – Weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Ruf bei der FPÖ: Ach so?! – Abg. Rädler: Und die AK?
Ehrlich gesagt, diese 70-Prozent-Mehrheit der ÖVP, die betrachten teilweise die Kammer, als würde sie ihnen gehören – keine Frage. (Ruf bei der FPÖ: Ach so?! – Abg. Rädler: Und die AK?) Aber die Lösung ist nicht, zu sagen, ich kürze dort radikal alle Möglichkeiten der Interessenvertretung, denn die Mehrzahl der Funktionen dort betrifft Serviceleistungen. Und da empfehle ich Ihnen, Herr Kollege Köchl: Fahren Sie einmal ins Ausland! Fragen Sie einmal kleinere und mittlere Firmen, welche Serviceleistungen sie bekommen, die andere Länder ihren Firmen nicht bieten können! Dort rinnt der Großteil des Geldes hinein. Da wird eine Serviceleistung geboten – und die würden Sie mit Ihrem Antrag kürzen.
Sitzung Nr. 81
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was ist mit Linz? – Abg. Themessl: Und Linz? Die Frage wurde nicht beantwortet!
Im Zusammenhang mit dem von Ihnen angesprochenen Strukturpaket haben Sie sicher das Strukturpaket ÖBH 2018 gemeint und nicht 2014. Rechtfertigen kann man Horn auch insofern, als wir diese Liegenschaften aus der militärischen Nutzung nehmen. Somit ist es auch gerechtfertigt, den Dienstbetrieb dort vorzeitig zurückzuführen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was ist mit Linz? – Abg. Themessl: Und Linz? Die Frage wurde nicht beantwortet!)
Abg. Rädler: Haben Sie die „Kleine Zeitung“ gelesen?
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Sehr geehrter Herr Minister! Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseher auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! (Abg. Rädler: Haben Sie die „Kleine Zeitung“ gelesen?) – Ja, Herr Kollege Rädler, die „Kleine Zeitung“ braucht man nicht zu lesen, denn wenn man den Artikel liest, weiß man, wer den Auftrag gegeben hat. Sie können dann schauen, wenn verrechnet wird, ob der neue Landeshauptmann bezahlt hat oder der Bauernbund. – Das nenne ich Transparenz (Heiterkeit), womit wir auch schon beim Thema wären: Transparenz statt Geheimnistuerei.
in Richtung des Abg. Rädler
Das sind die Themen, und da kannst du deine Transparenz und deine Glaubwürdigkeit gleich beweisen, Herr Kollege Ottenschläger! Wo ist denn jetzt die ÖVP, die sich so um den ländlichen Raum kümmert, der Anwalt des ländlichen Raumes, der Anwalt der bäuerlichen Familien? Wenn Sie den ländlichen Raum ständig ausdünnen, wenn Sie ständig die Infrastruktur verschlechtern, wenn Sie ständig die Fundamente zertrümmern und dann den Kaufkraftverlust bejammern, sich aber in den Zeitungen – (in Richtung des Abg. Rädler) Medienspezialist! – mit großen Schlüsseln abbilden lassen: Wir kämpfen für einen fairen Finanzausgleich!, dann muss ich sagen: Das ist doch alles hausgemacht! Das sind ja die Ergebnisse dieser Regierung! (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Für dich ... geben wir kein Geld aus! – Ruf bei der ÖVP: Nicht einmal eine Mitgift!
Das ist die Transparenz, die ihr endlich einmal überdenken sollt, anstatt immer Schmäh zu führen! Das ist doch lächerlich, mit gekauften Zeitungsartikeln zu versuchen, Politiker anzupatzen. (Abg. Rädler: Für dich ... geben wir kein Geld aus! – Ruf bei der ÖVP: Nicht einmal eine Mitgift!) Wenn das die Politik ist, die du vertrittst, Herr Kollege Rädler, dann musst du einmal darüber nachdenken, ob das der richtige Platz ist in diesem Hause. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Hammer: Weil es vorher der Nachbar liest! – Abg. Rädler: Da musst du halt selber eine kaufen! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Ganz wesentlich ist auch Folgendes – und ich denke, hier sieht man den Unterschied zwischen Zentralraum, urbanem Raum, und ländlichem Raum –: Hier in Wien bekomme ich am Nachmittag die Abendausgabe der morgigen Zeitung. Die bekomme ich bei mir daheim in Oberösterreich am nächsten Tag um 15 Uhr. (Abg. Schmuckenschlager: Die Abendausgabe?) – Da ist nichts anderes drinnen als ein paar aktuelle Artikel mehr. Da liegt ein ganzer Tag dazwischen. (Abg. Hammer: Weil es vorher der Nachbar liest! – Abg. Rädler: Da musst du halt selber eine kaufen! – Heiterkeit bei der ÖVP.) Das ist der Unterschied – wenn man hier von Gleichbehandlung spricht!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dort gibt es eine Bürgerinitiative, die sagt: Wir wollen einmal für zwei Stunden diese Durchgangsstraße für eine Demonstration sperren! – Nein! Das wird von der Bezirkshauptmannschaft Mistelbach abgelehnt. Warum? – Weil dort laut einem Gutachten der Wirtschaftskammer Interessen von Geschäftsleuten beeinträchtigt sind; die könnten weniger Umsätze haben. Oder: Wenn man zum Beispiel nur eine Spur sperrt und dann wechselseitig den Verkehr vorbeilotst – das ist viel zu gefährlich, denn es könnte ein Demonstrationsteilnehmer auf die andere Fahrbahn hinauskippen und dann könnte ein Auto über ihn drüberfahren. Oder: Wenn man eine Umfahrung rundherum machen und den Verkehr umleiten würde, könnte es passieren, dass Schwerlaster, die dort fahren, die Gehsteigkanten oder sonst etwas beschädigen. – Und daher kann man das verfassungsmäßige Recht auf Demonstrationsfreiheit in Poysdorf nicht ausüben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ja!
Das ist Niederösterreich, Kollege Rädler – fühlen Sie sich dort wohl? (Abg. Rädler: Ja!) Willkommen 1934! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rädler und Schmuckenschlager.
sprechen, wie man die Verbindung herstellen kann. Das ist auch auf tschechischer Seite ein wichtiges Thema, dort geht es um die Einbindung der tschechischen A 52. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Rädler und Schmuckenschlager.)
Abg. Rädler: Das ist der Hammer!
Ich nehme hier Bezug auf einen „Presse am Sonntag“-Artikel, in dem über einen Wiener Unternehmer, der Juwelier ist, berichtet wurde. Er hat zum Schmuckstücke-Biegen einen Hammer, und dieser Hammer ist leider Gottes um zwei Zentimeter zu lang. Der Juwelier wurde dafür bestraft, weil offensichtlich für den 1. Bezirk die Dezibel-Höhe zu hoch war. (Abg. Rädler: Das ist der Hammer!) – Ja, das ist der Hammer schlechthin. Es ist für Gewerbetreibende und Unternehmer in diesem Bundesland besonders schwierig.
Abg. Rädler: Wenn man zu viel getrunken hat!
Für all jene ZuhörerInnen und ZuseherInnen, die nicht die Möglichkeit haben, hier im Parlament abzustimmen, gibt es eine andere Möglichkeit. Es gibt eine Petition, die ist auf der Seite www.ehe-gleich.at zu finden, die kann man unterstützen, und diese Petition wird an den Nationalrat gerichtet werden, sollte heute unser Antrag nicht durchgehen. Diese Petition kann man auch unterschreiben, wenn man zum Beispiel in den nächsten Tagen am Rathausplatz vorbeikommt. (Abg. Rädler: Wenn man zu viel getrunken hat!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich werde mich auch weiterhin für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vehement einsetzen, auch wenn das vielleicht manchen Landeshauptleuten nicht passt. Die Rechtslage ist klar: Die Bundesländer sind zuständig, sie müssen die Obsorge übernehmen und für die Betreuung sorgen. Und dass Massenlager für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge nicht geeignet sind, darüber brauchen wir nicht lang zu diskutieren. Dort gibt es keine Betreuung, keine Tagesstruktur, keine Schule und eben einfach gar nichts. Dass das möglich ist, zeigt Bayern. Schauen Sie sich bitte das Modell dort an! Die rechnen übrigens mit 5 000 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in diesem Jahr. Was in Bayern möglich ist, muss in Österreich auch möglich sein! (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Fragen Sie einmal im Gemeindebau!
Wir werden diese Diskussion genauso wie bei der Fortpflanzungsmedizin noch einmal führen, weil sich der Verfassungsgerichtshof beziehungsweise der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte inzwischen ja auch mit dieser Frage beschäftigen und wir sehen werden, mit welchen Erkenntnissen das ausgeht. Wir wissen auch, und Sie hoffentlich auch, alle hier im Haus, dass es vermutlich – zumindest wenn man die Abstimmung nicht freigibt, sondern nach den Fraktionspositionierungen in dieser Frage abstimmen würde –, selbst wenn die sozialdemokratische Fraktion nicht im Koalitionsverband abstimmen würde, keine Mehrheit für die Aufhebung des Eheverbots geben würde; mir ist nur von drei Fraktionen dieses Hauses bekannt, dass sie das mittragen würden. (Abg. Rädler: Fragen Sie einmal im Gemeindebau!)
Sitzung Nr. 83
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist ja ein Paradesozialist, der Androsch!
Meine Damen und Herren! Die Steuerreform ist in Ordnung. Wir nehmen sie, wie sie ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Das ist ja ein Paradesozialist, der Androsch!)
Sitzung Nr. 85
Abg. Rädler: Bei Ihnen am Golfplatz!
Ich möchte noch etwas zu den Vereinen sagen. – Wenn man das ein bisschen aus dem Alltagsleben heraus beobachtet: Sie gehen alle in den Fußballklub, Sie gehen alle in den Tennisverein (Abg. Rädler: Bei Ihnen am Golfplatz!), Sie sehen überall die Aschenbecher herumstehen. Teilweise sind es Minis, die trainiert werden. Das sind fünf-, sechsjährige Kinder in den Sportvereinen. Ich glaube, dass es sehr notwendig für diese Kultur des Nichtrauchens ist, dass Kinder oder Jugendliche sehen, dass es nicht selbstverständlich ist, dass überall geraucht wird. In dem Sinn hoffe ich, dass das bei diesen Vereinen eine positive Auswirkung auf den Jugendschutz haben wird, denn dort sind überall Kinder und Jugendliche.
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Böse NEOS!
Die NEOS waren die einzige Fraktion, die gegen die Gratis-Zahnspange für Kinder und Jugendliche, gegen die Gratis-Zahnspange für 30 000 Kinder in diesem Land gestimmt haben. (Anhaltende Zwischenrufe bei den NEOS.) Liebe Kolleginnen und Kollegen! Man muss bei dieser Diskussion einfach immer wieder sagen, auf welcher Seite die NEOS stehen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Böse NEOS!)
Abg. Rädler: Oh! Bravo!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Gerhard Schmid. – Bitte. (Abg. Rädler: Oh! Bravo!)
Sitzung Nr. 86
Abg. Rädler: Es ist nicht Fasching! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Für Griechenland aber haben Sie bei all Ihren Programmen diesen Spruch umgedreht. Sie haben den Griechen vor Jahren gesagt: Spare in der Not, da hast du Zeit dazu! – Ja glauben Sie, dass das funktionieren kann? Was glauben Sie, woher die Griechen das Geld nehmen? (Abg. Rädler: Es ist nicht Fasching! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Raus aus der Bütt!
Und jetzt geht das ungebrochen weiter. (Abg. Rädler: Raus aus der Bütt!) Herr Finanzminister, Sie haben hier von strengen Richtlinien gesprochen und davon, dass sie eingehalten werden müssen. Sie haben auch gesagt, dass das Friedensprojekt Europa weitergeführt werden muss. Aber mit dieser Politik, die die EZB, die die EU-Staaten machen, wird genau dieses Friedensprojekt gefährdet. Es kommt zu sozialen Unruhen – sehen Sie nach Spanien, nach Portugal, nach Griechenland! Das ist ja eine Gefährdung dieses Friedensprojektes, das ist ja das Wahnsinnige an dieser ganzen Sache.
Abg. Rädler: Vorschlag, Herr Professor!
Und dieser Witz ist wirklich ein ernsthafter (Abg. Lopatka: Den hat nicht einmal der Kogler verstanden!) und zeigt in Wirklichkeit das Dilemma, vor dem sich die europäische Politik und die Lösung der Griechenland-Frage befinden. (Abg. Rädler: Vorschlag, Herr Professor!) – Kommt noch.
Beifall bei FPÖ und Team Stronach. – Abg. Rädler: Wo gibt es das? Wo?
Kollege Lugar hat das Gendern angesprochen und gemeint – als einzigen Punkt –: Das wissen wir schon, dass sich die Frau Bundesministerin in der Bildungspolitik nicht so wohlfühlt wie in der Frauenpolitik. – Aber sie bringt natürlich schon auch Dinge in den Bildungsbereich ein. Ich denke da – und das ist noch viel zu wenig hier im Haus diskutiert worden, dafür werden wir aber noch sorgen – an den Sexualkundeerlass. Wir haben die Beispiele aus Baden-Württemberg, aus Basel, aus Berlin, wir wissen, was dort tatsächlich passiert. Wir wollen diese frühe Sexualisierung von Kindern mit Rollenspielen, mit Betasten unter der Tuchent und Ähnlichem, Nachbildungen von Geschlechtsteilen schon in Kindergarten und Volksschule nicht. Nein, das wollen wir nicht haben! (Beifall bei FPÖ und Team Stronach. – Abg. Rädler: Wo gibt es das? Wo?) – In Berlin, in Basel, in Baden-Württemberg, die Beispiele sind schon alle bekannt. Ich gebe das dann gerne an alle weiter, man braucht nur ein bisschen nachzulesen und sich nur ein bisschen zu informieren, was hier tatsächlich passiert.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Peter Wurm und Deimek
Bitte, die Zeiten sind vorbei, in denen Erwachsene keine Ahnung von Verhütung hatten, keine Ahnung davon, was im Körper vorgeht. Zum Glück leben wir in anderen Zeiten (Zwischenrufe der Abgeordneten Mölzer und Peter Wurm), zum Glück sind wir heute in der Lage, in unseren Schulen vernünftig mit Kindern über Sexualität zu reden (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Peter Wurm und Deimek), ihnen zu helfen, wenn sie Fragen haben, Probleme zu diskutieren. Das ist die Aufgabe der Schule, und natürlich nimmt niemand den Eltern diese Aufgabe ab. (Abg. Deimek: Aber er hat eigentlich recht, besonders bei den Grünen ist das wichtig!) Das ist doch absoluter Unsinn, sondern Schule hat die Aufgabe, unterstützend einzugreifen. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Rädler: Zuhören!
Meiner Ansicht nach beweist Attac die Abgehobenheit bei der Suche nach einem Praktikanten für die TTIP-STOPPEN-Kampagne, und zwar wird da ein Praktikant gesucht – bitte passen Sie auf, meine Damen und Herren! (Abg. Rädler: Zuhören!) – für 25 bis 30 Wochenstunden. Was glauben Sie, was der dafür bekommt?! – 200 € bis 250 €. (Beifall des Abg. Loacker. – Abg. Prinz: Das ist ja ein Wahnsinn!) Also ich gratuliere! – Wenn das ein Unternehmer ausschreibt, dann laufen die selbsternannten Gutmenschen aber Sturm.
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Kollegin Winzig hat es mit einer derart eklatanten, ignoranten Rede geradezu herausgefordert – das kann ich nicht anders bezeichnen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) So gegen die eigenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von ÖVP – in diesem Fall – und SPÖ vorzugehen (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!), die bis jetzt in ihren Gemeinderäten Beschlüsse fassen und klipp und klar sagen, wie das läuft, meine Damen und Herren, das ist Ausschaltung von Demokratie, das ist eine verstärkte Involvierung von Konzernen in die politische Entscheidungsfindung auf legale Art und Weise, nämlich wenn diese Verträge kommen. Das können wir nicht ignorieren, Frau Kollegin Winzig. Ein paar KMUs vorzuschieben, um den großen Konzernen die Leiter zu machen, dazu darf sich dieses Parlament nicht hergeben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Maschinenstürmer!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Maschinenstürmer!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Kollegin Winzig hat es mit einer derart eklatanten, ignoranten Rede geradezu herausgefordert – das kann ich nicht anders bezeichnen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) So gegen die eigenen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von ÖVP – in diesem Fall – und SPÖ vorzugehen (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!), die bis jetzt in ihren Gemeinderäten Beschlüsse fassen und klipp und klar sagen, wie das läuft, meine Damen und Herren, das ist Ausschaltung von Demokratie, das ist eine verstärkte Involvierung von Konzernen in die politische Entscheidungsfindung auf legale Art und Weise, nämlich wenn diese Verträge kommen. Das können wir nicht ignorieren, Frau Kollegin Winzig. Ein paar KMUs vorzuschieben, um den großen Konzernen die Leiter zu machen, dazu darf sich dieses Parlament nicht hergeben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Maschinenstürmer!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Podgorschek, Rädler und Strasser.
Wenn hier Kollegin Winzig sagt, dass der, der sich vor diesen US-Konzernen fürchtet, keine Ahnung hat, weil Microsoft und Google und so weiter schon hier vertreten sind, dann frage ich, meine Damen und Herren, wo denn die Steuerschwindler oder die Steuerabtaucher sind, die keinen Cent mehr für die Allgemeinheit zahlen wollen. Das sind genau jene Konzerne, die auf den Steueroasen ihre Briefkastenfirmen halten, um keinen Cent mehr beitragen zu müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Podgorschek, Rädler und Strasser.)
Abg. Rädler: Redezeit aus!
Jetzt sage ich noch etwas zu der amerikanischen Agrarindustrie: Da ist es ganz klar, und die haben öffentlich, und zwar transparent – ich kann Ihnen jedes Schreiben zeigen, Frau Kollegin Winzig (Zwischenruf des Abg. Strasser) – und klipp und klar gesagt, die Regelungen der Europäischen Union im Bereich der Gentechnik sind ein massives Handelshemmnis, damit können sie, nämlich die amerikanischen Lebensmittelindustriekonzerne, ihre mais- und sojahaltigen Produkte nicht nach Europa exportieren, weil sie es dann kennzeichnen müssten, dann würde draufstehen: hergestellt mit gentechnisch veränderten Soja, mit gentechnisch veränderten Mais. (Abg. Rädler: Redezeit aus!)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Pock. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Kollege Pock und ich, wir sind gerne bereit dazu, und ich hoffe, auch Sie von der Sozialdemokratie und von der Österreichischen Volkspartei. Geben Sie sich einen Ruck beim nächsten Hauptausschuss! – Danke schön. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Pock. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 88
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Wo ist die Frau Glawischnig? Am Golfplatz?
Deshalb lasse ich das nicht zu, da es auch ein Vorwurf an die österreichische Bundesregierung ist, dass hier behauptet wird, der Herr Bundeskanzler hätte beim Gipfel oder ich bei den Finanzministern erpresserische Vorgänge unterstützt. Wir haben Verhandlungen unterstützt, wir haben konstruktive Vorschläge unterstützt, wir waren diejenigen, die immer wieder mit Kompromissen in die Verhandlungen gegangen sind. Deshalb bitte ich Sie um dieses Mandat, damit wir das auf einen guten Weg bringen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Rädler: Wo ist die Frau Glawischnig? Am Golfplatz?)
Abg. Rädler: Das ist aber Ihr Problem!
Aufregung um den Entschließungsantrag von Werner Kogler überhaupt nicht nachvollziehen, aber in keiner Weise. (Abg. Rädler: Das ist aber Ihr Problem!) Sie handeln doch bitte hier nicht als Privatperson! Und selbstverständlich ist es so, dass Ihnen das Parlament, dieses österreichische Parlament hier, eine Weisung erteilen kann. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aufregung um den Entschließungsantrag von Werner Kogler überhaupt nicht nachvollziehen, aber in keiner Weise. (Abg. Rädler: Das ist aber Ihr Problem!) Sie handeln doch bitte hier nicht als Privatperson! Und selbstverständlich ist es so, dass Ihnen das Parlament, dieses österreichische Parlament hier, eine Weisung erteilen kann. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das glauben Sie ja nicht wirklich, oder?
Aber es gibt zu diesem Plan natürlich Alternativen. Es ist ja nicht so, dass dieser Plan um jeden Preis gefressen werden muss. (Abg. Rädler: Das glauben Sie ja nicht wirklich, oder?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Hitzekoller! – Ruf bei der ÖVP: Schlimm!
Das ist nicht der europäische Weg, den ich mir wünsche. Ich wünsche mir – und ich stehe zusammen mit anderen dafür – einen Kurswechsel in der europäischen Wirtschaftspolitik, der überfällig ist und der auch hin zu einer Europäischen Sozialunion führen muss. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Hitzekoller! – Ruf bei der ÖVP: Schlimm!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Schauen wir uns an, was in Griechenland noch passiert ist: Not und Elend; viele Men-schen stehen ohne Krankenversicherung da. Die Krankenversorgung in den Krankenhäusern funktioniert nicht mehr. Die Armut steigt, die Kinder- und Säuglingssterblichkeit steigt und, so habe ich heute von grünen Delegierten, die jetzt in Griechenland auf Besuch sind, erfahren, die Zahl der Obdachlosen ist in Athen etwa dreimal so hoch wie in Wien – 17 000 –, und die Tendenz ist stark steigend. – Das kann doch nicht das Europa sein, das wir wollen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das kann aber auch nicht der Plan sein, den wir wollen!
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hammer: Realitätsverweigerer!
Wenn wir Griechenland aus dieser misslichen Situation, aus dieser Verelendung (Zwischenruf des Abg. Amon), in der man jetzt schon ist, herausführen wollen, dann braucht es nicht diesen Plan A, sondern dann braucht es tatsächlich einen Plan B, der nicht sagt, wir müssen jene Strukturreformen durchziehen, die in diesem Plan A enthalten sind. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hammer: Realitätsverweigerer!)
Abg. Rädler: ... Rossmann-Plan!
Ja, wir sind ganz klar für eine Hilfe für die Griechinnen und Griechen. (Abg. Rädler: ... Rossmann-Plan!), wir sind aber ganz klar gegen diese Art der Hilfe (Abg. Hammer: Komisch, dass die deutschen Grünen anders ...! – Abg. Rädler: Die deutschen Grünen ...!), diese Finanzmittel, die nämlich mit einem Maßnahmenplan verknüpft werden, der Griechenland weiter in die Rezession hineinführen wird.
Abg. Hammer: Komisch, dass die deutschen Grünen anders ...! – Abg. Rädler: Die deutschen Grünen ...!
Ja, wir sind ganz klar für eine Hilfe für die Griechinnen und Griechen. (Abg. Rädler: ... Rossmann-Plan!), wir sind aber ganz klar gegen diese Art der Hilfe (Abg. Hammer: Komisch, dass die deutschen Grünen anders ...! – Abg. Rädler: Die deutschen Grünen ...!), diese Finanzmittel, die nämlich mit einem Maßnahmenplan verknüpft werden, der Griechenland weiter in die Rezession hineinführen wird.
Abg. Rädler: Rufen Sie einmal in Deutschland an!
Herr Finanzminister, noch ein Wort zu Ihnen: Wenn Sie hier gesagt haben, die Schuldentragfähigkeit kann hergestellt werden, so kann ich daraus nur die Schlussfolgerung ziehen, dass die Schuldentragfähigkeit Griechenlands jetzt nicht gegeben ist. (Abg. Rädler: Rufen Sie einmal in Deutschland an!) Das heißt aber mit anderen Worten – Herr Kollege Kogler ist ja schon darauf eingegangen –, dass die Voraussetzungen für die Aufnahme der Verhandlungen in Wirklichkeit nicht gegeben sind. (Abg. Hammer: Sie hören sich auf jeden Fall gerne reden!)
Zwischenruf des Abg. Amon – Abg. Rädler: Irland!
Ich verstehe dann überhaupt nicht, warum zwar andere Maßnahmen prioritär durch-gesetzt werden müssen, warum aber nicht eine Schuldenerleichterung zu jenen prioritären Maßnahmen gehört, die Griechenland jetzt so dringend braucht. Ich verstehe auch nicht, warum man Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt durchführen muss (Zwischenruf des Abg. Amon – Abg. Rädler: Irland!), Liberalisierungen auf dem Arbeitsmarkt, die man im Übrigen schon in den vergangenen Jahren durchgeführt hat und die von der ILO sehr, sehr heftig kritisiert worden sind, die nämlich dahin gehen, zu sagen: Hebeln wir die Arbeitnehmerrechte weiter aus!
Abg. Rädler: Selbsttherapie!
Modernisieren wir, heißt es zynisch in diesem Papier (Abg. Rädler: Selbsttherapie!), die Tarifverhandlungen! (Ruf: Das ist eine eigenartige Gesprächstherapie!) – Na, was
Abg. Rädler: Rossmann, der Nazi-Sager!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Dr. Lintl. – Bitte. (Abg. Rädler: Rossmann, der Nazi-Sager!)
Sitzung Nr. 91
Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Hübner –: Die ist jetzt nicht Ihrer Meinung!
Präsident Karlheinz Kopf: Nun gelangt Frau Abgeordnete Mag. Korun zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Hübner –: Die ist jetzt nicht Ihrer Meinung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich werfe Ihnen vor, wertvolle Zeit vergeudet zu haben, und frage Sie daher, was Sie in den letzten Jahren daran gehindert hat, Ihren Einfluss in der Koalition und auf EU-Ebene geltend zu machen (Beifall bei der FPÖ), nämlich um die internationalen Aktionen zur Eindämmung der Fluchtursachen zu erreichen, um die militärische Bekämpfung der IS-Terroristen unter UN-Mandat zu beschließen (Zwischenruf des Abg. Rädler), um die Außengrenzen der EU zu stärken, um – längst, nicht erst seit gestern – eine faire Verteilung der Flüchtlinge nach Quoten zu erreichen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), um für mehr finanzielle Hilfe der UNHCR-Flüchtlingscamps im Nahen Osten zu sorgen, als effiziente Hilfe vor Ort – ich fordere das hier bereits seit eineinhalb Jahren (Beifall bei der FPÖ) –, um den Kampf gegen Schlepper wirksam und mit ausreichender strafrechtlicher Härte zu führen, um das bereits bestehende Asylgesetz, welches schon Asyl auf Zeit beinhaltet, rigoros umzusetzen, um einen vernünftigen Migrationsplan für Österreich umzusetzen, der nur legale, geordnete Migration vorsieht.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich werfe Ihnen vor, wertvolle Zeit vergeudet zu haben, und frage Sie daher, was Sie in den letzten Jahren daran gehindert hat, Ihren Einfluss in der Koalition und auf EU-Ebene geltend zu machen (Beifall bei der FPÖ), nämlich um die internationalen Aktionen zur Eindämmung der Fluchtursachen zu erreichen, um die militärische Bekämpfung der IS-Terroristen unter UN-Mandat zu beschließen (Zwischenruf des Abg. Rädler), um die Außengrenzen der EU zu stärken, um – längst, nicht erst seit gestern – eine faire Verteilung der Flüchtlinge nach Quoten zu erreichen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), um für mehr finanzielle Hilfe der UNHCR-Flüchtlingscamps im Nahen Osten zu sorgen, als effiziente Hilfe vor Ort – ich fordere das hier bereits seit eineinhalb Jahren (Beifall bei der FPÖ) –, um den Kampf gegen Schlepper wirksam und mit ausreichender strafrechtlicher Härte zu führen, um das bereits bestehende Asylgesetz, welches schon Asyl auf Zeit beinhaltet, rigoros umzusetzen, um einen vernünftigen Migrationsplan für Österreich umzusetzen, der nur legale, geordnete Migration vorsieht.
Abg. Rädler: Gut so!
Wenn Sie das beschließen, dann wird das heute Gesetz, und zwar Bundesverfassungsgesetz – und ist als solches auch nicht leicht wieder aufzuheben. Das tun Sie! (Abg. Rädler: Gut so!) – Wenn Sie das für gut erachten, dann erklären Sie das bitte Ihren Gemeindebürgern, ich glaube, Sie sind ohnehin Bürgermeister. (Abg. Rädler: Leicht, leicht! Alles schon getan!) Dann tun Sie das, und ich bin überzeugt davon, dass es von Ihrer Gemeinde nicht so gesehen wird. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Abg. Rädler: Leicht, leicht! Alles schon getan!
Wenn Sie das beschließen, dann wird das heute Gesetz, und zwar Bundesverfassungsgesetz – und ist als solches auch nicht leicht wieder aufzuheben. Das tun Sie! (Abg. Rädler: Gut so!) – Wenn Sie das für gut erachten, dann erklären Sie das bitte Ihren Gemeindebürgern, ich glaube, Sie sind ohnehin Bürgermeister. (Abg. Rädler: Leicht, leicht! Alles schon getan!) Dann tun Sie das, und ich bin überzeugt davon, dass es von Ihrer Gemeinde nicht so gesehen wird. (Zwischenruf des Abg. Darmann.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie sind nicht eine Abstimmungsmaschinerie dieser Bundesregierung, die zu guter Letzt dazu führt, dass hier gegen die eigene Bevölkerung entschieden wird. Deswegen ersuche ich Sie hier im Hohen Haus tatsächlich, aber auch die Bundesräte, die uns heute zuhören, als Ländervertreter am Freitag in der Bundesratssitzung Ihre Verantwortung wahrzunehmen und nicht gegen die Bürgerinteressen der Bundesländer zu stimmen (Zwischenruf des Abg. Rädler), sondern wahrlich dafür einzutreten, wofür Sie da sind, nämlich einen Schutz unserer Heimat auch nach wie vor dadurch zu gewährleisten (Abg. Wöginger: Hetze!), dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen nur in diesem möglichen Ausmaß verwendet werden und nicht unser eigenes Sozialsystem, unser eigenes Gesundheitssystem, unser eigenes Bildungssystem, unsere Infrastruktur (Abg. Wöginger: Hetze!), unseren Wohnungsmarkt und dergleichen, all das unter die Räder kommen zu lassen, denn Sie haben nur eine Antwort auf klare Botschaften unsererseits und auf die Sorgen der Bevölkerung: Hetze.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Dr. Jessi Lintl (ohne Klubzugehörigkeit)|: Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Mit diesem gemeinsamen rot-schwarz-grünen Antrag betreiben Sie eine klare Anlassgesetzgebung und greifen damit massiv in die bewährte österreichische Verfassung ein. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: „Soziale Heimatpartei!“ – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Ja, das ist alles belegt, und dann stellt sich die Frage, die wir zu klären haben – die Staatsanwaltschaft, aber auch wir im Parlament, und ich werde Ihnen dann sagen, warum –: Wer hat dieses Geld gekriegt?, und ein Teil der Antwort liegt in der Konstruktion. Erst die Staatsanwaltschaft ist draufgekommen, dass das nicht alles ein Geschäft eines kleinen freiheitlichen Funktionärs namens Thomas S. in Klagenfurt ist, sondern dass es einen versteckten Hälfteeigentümer gibt, der sich vertraglich zusichern hat lassen, dass er um jeden Preis versteckt bleiben kann – das war der Abgeordnete Kickl –, und alles, was die Staatsanwaltschaft inzwischen gefunden hat – Zeugenaussagen, ständig gemeinsame Besprechungen mit dem Geschäftsführer in einer Steuerberatungskanzlei, Hinweise darauf, dass er gearbeitet hat, Abrechnungen von Nächtigungen über verschiedene Jahre in dieser Agentur –, deutet darauf hin: Abgeordneter Kickl ist bis heute Hälfteeigentümer. (Abg. Rädler: „Soziale Heimatpartei!“ – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Heiterkeit des Abg. Rädler.
Warum wird aus Weißgeld Schwarzgeld gemacht? Und welches Geld ist das überhaupt? Schauen Sie sich einmal die Spendenlisten der Freiheitlichen Partei beim Rechnungshof an! In den in Frage kommenden Jahren gibt es einmal – in einem einzigen Jahr! – mehr als 1 000 € an Privatspenden an die Freiheitliche Partei. In etlichen Jahren sind die Gesamtspenden der österreichischen Bevölkerung an die von ihr so geliebte FPÖ 320 €. – Das geht sich mit den Koffern nicht aus! (Heiterkeit des Abg. Rädler.) Das kann nicht legal an die Partei geflossen sein.
Abg. Rädler: Koalitionspartner!
Moderne Demokratien zeichnen sich dadurch aus, dass Regierung und Opposition sinnvollerweise getrennt sind, und das, was da in Wien existiert, ist einfach eine Vermischung, wie wir sie in Österreich auf verschiedenen Ebenen kennen, aber die man durchaus klarer und besser regeln könnte. (Abg. Rädler: Koalitionspartner!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Letztlich, Herr Minister, richte ich meine Bitte an Sie, dass wir nicht alle Jahre wieder eine zizerlweise, sondern einmal eine richtig kluge Straßenverkehrsordnungs-Novelle machen sollten, in die wir alles vernünftig hineinpacken. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 93
Abg. Krainer: 1934! – Abg. Rädler: 1938, lieber Herr Krainer! – Abg. Krainer: 1934!
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Scherak. – Bitte. (Abg. Krainer: 1934! – Abg. Rädler: 1938, lieber Herr Krainer! – Abg. Krainer: 1934!)
Abg. Rädler: Für Sie!
batte für mich (Abg. Rädler: Für Sie!) – für mich, ich habe es auch betont, zuhören! –, was diese heutige Sitzung bis jetzt gebracht hat.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Unbescholtenen Bürgern, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird die Selbstverteidigung verwehrt. Es gibt so gut wie keinen Waffenpass mehr für einen unbescholtenen Bürger, nicht einmal mehr für Exekutivbeamte außer Dienst oder für Jäger, wie wir unlängst festgestellt haben. Mit diesem aktuellen Stand müssen wir leben (Zwischenruf des Abg. Rädler), wir werden aber weiter daran arbeiten, das zu ändern und bleiben hier sicher auch auf der Seite der unbescholtenen Bürgerinnen und Bürger. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Die Rede wurde gestern gehalten!
Wenn man den Ausführungen der Befürworter dieses Verfassungsgesetzes Glauben schenken darf (Abg. Rädler: Die Rede wurde gestern gehalten!), dann soll es nur als Ultima Ratio zur Anwendung kommen. Das ist aber nicht glaubwürdig. Wahrscheinlicher ist es, dass dieses letzte Mittel schon bald zur Anwendung kommt. Aber nicht jeder Zweck heiligt die Mittel.
Sitzung Nr. 94
Der Redner zeigt ein Päckchen Margarine. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben gerade bei der Asyldebatte das Ergebnis, dass man nur pauschal von Flüchtlingen spricht und in keinster Weise unterscheidet, ob das Asylanten oder Wirtschaftsmigranten sind, was sie wirklich sind. Sonst kommt einmal eine Gesellschaft, die sagt: Okay, das ist Butter. (Der Redner zeigt ein Päckchen Margarine. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist Regenwald, richtig, das wird nicht anders!
Sitzung Nr. 96
Abg. Peter Wurm: Zwölf …! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie argumentieren, den gibt es in Österreich schon. Was darf ein Asylwerber in Österreich arbeiten? (Abg. Peter Wurm: Über 20 Mangelberufe! … Lehrberufe!) Er darf eine saisonale Tätigkeit im Tourismus ausüben, Erntehelfer, es gibt die Möglichkeiten der Lehrstellen, das ist vollkommen richtig, es gibt die Möglichkeiten der Prostitution. Herr Kollege Muchitsch, auch Sie haben das, glaube ich, im Hohen Haus nicht gewusst. Spätestens jetzt sollten Sie es wissen. Also ich halte das nicht für einen effektiven Arbeitsmarktzugang. (Abg. Peter Wurm: Zwölf …! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Oder Haselsteiner!
In Österreich heißen nicht alle Stronach oder Sigi Wolf, die es sich leisten können, die Dächer ihrer Penthousewohnungen zu begrünen. (Abg. Rädler: Oder Haselsteiner!) – Haselsteiner ist auch ein Thema, ja.
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!
Sie sind zum Beispiel wahnsinnig gut beim Export von Schweinen nach Südkorea oder China. Super! Ich würde mir wünschen, dass Sie so, wie Sie Schweinehälften nach Südkorea zu exportieren helfen, das tun, was Österreich unter Ihren Vorgängern auf dieser Regierungsbank mit Unterschrift besiegelt hat, nämlich dass es sich an die Klima-Abkommen, die es unterzeichnet hat, hält. Österreich hinkt europaweit hinten nach, und Sie tun nichts dagegen, sondern Sie machen Gesetze und legen sie uns vor, in denen die Ziele, die wir erreichen sollten, so angelegt werden, dass wir uns die nächsten fünf Jahre einfach zurücklehnen und einfach so weitertun können wie bisher. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht!) – Wohl, Herr Kollege, ich habe es mir ziemlich genau angesehen. Aber ich setze mich gerne zu Ihnen rauf, und dann schauen wir es uns gemeinsam an.
Abg. Rädler: Wir alle!
Also das Ziel bis 2020 liegt ungefähr da (der Redner deutet mit seinem Arm eine bestimmte Ebene an), und 2030 müssen wir viel weiter oben sein. Das wird eine harte Tour! – Und genau das wollen wir Grüne nicht. Wir wollen einen machbaren, bewältigbaren Übergang beim Abbau der Treibhausgase! (Abg. Rädler: Wir alle!) Das alles brächte – und dafür gibt es gute Beispiele in ganz Österreich – viele Arbeitsplätze. Wir wollen, dass wir nicht mehr die 13 Milliarden in diese acht Länder, einschließlich Aserbaidschan und Kasachstan, überweisen, sondern dass wir mit diesem Geld heimische Arbeitsplätze schaffen. Das ist unser Anliegen.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das steht europaweit in allen Zeitungen! – Abg. Darmann: Rede dich nicht raus, brauchst nicht …! Das ist ein Wahnsinn! Frau Präsidentin! Das ist einen Ordnungsruf wert!
Frau Kollegin Winter! Als Umweltsprecherin der FPÖ sollten Sie vielleicht doch einmal überlegen, ob Ihre Positionen, die Sie hier im Hohen Haus vertreten, irgendeine wissenschaftliche Basis finden oder nicht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Ruf bei der SPÖ: Das steht europaweit in allen Zeitungen! – Abg. Darmann: Rede dich nicht raus, brauchst nicht …! Das ist ein Wahnsinn! Frau Präsidentin! Das ist einen Ordnungsruf wert!)
Abg. Rädler: Jeder kann sich kaufen, was er will!
Was kann dieser Smart Meter jetzt? – Also grundsätzlich kann er – sensationell – zwischen 1,2 Prozent und 1,8 Prozent Ihres privaten Stromverbrauchs zu Hause sparen. Sensationell, für 21 Milliarden €! So gescheit hätte ich auch sein sollen, da haben einige sehr gut verdient. (Abg. Rädler: Jeder kann sich kaufen, was er will!)
Sitzung Nr. 98
Abg. Rädler: Vassilakou tritt zurück! – Abg. Lopatka: Vassilakou ist nicht zurückgetreten! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ein sehr relevanter Bereich ist der Bildungsbereich. In der Bildungspolitik haben wir einen Reformbedarf, der sich nicht darauf beschränkt, zusätzliches Geld zu lukrieren, sondern es geht dabei auch darum, wirklich zusätzliche Qualität zu schaffen. (Abg. Rädler: Vassilakou tritt zurück! – Abg. Lopatka: Vassilakou ist nicht zurückgetreten! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Die Bildungsreform-Arbeitsgruppe arbeitet jetzt seit Monaten im Schneckentempo – im Schneckentempo!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe gestern, Herr Finanzminister, im „FORMAT“ ein Interview von Ihnen gelesen: Es ist drei Jahre her, dass Sie diesen Stillstand in Österreich ausgeschildert haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie haben da sehr viele richtige Dinge gesagt, aber die Dinge passieren nicht. Und wenn Sie sagen, jeder Tag ohne Reform ist ein verlorener Tag, und der Herr Mitterlehner mir hier gerade ins Ohr flüstert – ich weiß nicht, was,
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und ich muss Ihnen sagen: Im nächsten Jahr kommen weitere volle 365 verlorene Tage dazu. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Warum? – Sie werden in der Verwaltungsreform nicht vom Fleck kommen. Sie sagen, Sie werden für die Verwaltungsreform fast eine Milliarde in der Gegenfinanzierung einstellen. Was werden Sie in der Verwaltung machen, das sich schon innerhalb des nächsten Jahres positiv auf das Budget überträgt? – Das schaffen Sie nicht! Reden Sie hier bitte Tacheles! Es ist einfach windig, hier so etwas aufzutischen (Abg. Wöginger: Wie redest du denn?), ohne es erfüllen zu können, und Sie wissen zu diesem Zeitpunkt, dass Sie es nicht erfüllen können.
Abg. Brunner: Doch! … finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer! – Abg. Rädler: Brunner!
Und ich frage Sie auch: Was hat eine Klimakonferenz in der Budgetrede verloren? (Abg. Brunner: Klima-Bilanzierung!) – Ich kann Ihnen nur sagen: Wir haben, was die Klimaziele anbelangt, durchaus den erfolgreichen Weg eingeschlagen, dass wir diese erreichen werden, und das ist positiv für Österreich. Wir haben da und dort viel zu langsam umgestellt, was die CO2-Zahlungen anbelangt. Die waren eh budgetrelevant. Aber ansonsten ist das doch nicht Gegenstand der Budgetrede des Finanzministers! (Abg. Brunner: Doch! … finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer! – Abg. Rädler: Brunner!) – Ja, aber wollen Sie, dass wir jetzt – und da sind wir wieder bei der Widersprüchlichkeit – freiwillig das, was wir ohnedies leisten müssen, noch höher dotieren? Oder was wollen Sie? (Abg. Brunner: Einen fairen Beitrag Österreichs!) Was wollen Sie? Um uns dann auf der anderen Seite vorzuwerfen, das Budget ist nicht ausgeglichen!
Abg. Rädler: Schlusswort, Herr Rossmann!
Eines möchte ich schon noch anfügen (Abg. Rädler: Schlusswort, Herr Rossmann!), auch zum Wissenschaftsbudget, weil Sie, Herr Vizekanzler, gesagt haben, dass da sehr viel mehr Geld ausgegeben wird: Ja, 160 Millionen € mehr für die Universitäten, das ist schon richtig, aber von Rücklagenauflösungen, die Sie erwähnt haben, kann ich leider im Budgetbericht nichts feststellen. Und das 2-Prozent-des-BIP-Ziel werden Sie im Übrigen mit den Mehrausgaben, die in den Leistungsvereinbarungen jetzt gerade verhandelt werden, im Bereich der tertiären Bildung bis 2020 nicht erreichen.
Abg. Rossmann: … nicht akkordiert mit der Kommission! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Rossmann, wenn Sie sich hier als Wahrsager herstellen und schon wissen, was die Kommission entscheiden wird, obwohl Sie nie mit der Kommission gesprochen haben, dann sage ich: herzlichen Glückwunsch! Es wird aber nicht reichen, als Wahrsager aufzutreten, sondern um bei der Kommission etwas zu erreichen, bedarf es harter Gespräche und Verhandlungen. (Abg. Rossmann: … nicht akkordiert mit der Kommission! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Rossmann, stellen Sie sich nicht hierher und behaupten das! Ich habe mit der Kommission gesprochen, Sie sicher nicht! (Abg. Rossmann: … Gespräch ist nicht eine Zusage!) – Warten Sie doch einfach auf das Ergebnis dieser Gespräche (Ruf bei der ÖVP – in Richtung des Abg. Rossmann –: Wahrsager!), bevor Sie hier irgendwelche Tatsachen missbrauchen, die gar nicht stimmen.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es war auch nie, Herr Rossmann, vom Maastricht-Defizit die Rede. Kein einziges Mal wurde mit der Kommission über das Maastricht-Defizit in Bezug auf die Flüchtlinge diskutiert. (Abg. Rossmann: Wachstumspakt!) Es wurde darüber diskutiert, ob die Einmalkosten für das Jahr 2016 aus dem strukturellen Defizit (Zwischenruf des Abg. Rädler) herausgerechnet werden können. Dazu gibt es eine Bestimmung im Stabilitäts- und Wachstumspakt, dass das bei Katastrophenfällen zu berücksichtigen ist. Diese Anforderung habe ich an die Kommission gestellt. Die Kommission hat das zu entscheiden. Wir haben unser Budget gestern ordnungsgemäß an die Kommission geschickt.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ein großer Osttiroler! – Abg. Hauser – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Danke, ich bin 1,82 groß!
Jetzt noch ein ganz anderes Thema, zu den Wiener Sängerknaben. Auch da ein persönlicher Zugang: Die haben über Jahrzehnte ihren Urlaub in Osttirol, in Prägraten verbracht. Ich hoffe, dass sie wieder dorthin fahren werden – Nationalpark Hohe Tauern und so weiter. Wir haben uns, das möchte ich dezidiert festhalten, bei all jenen Objekte, die die Wiener Sängerknaben benutzen, für den Zinsanhebungsverzicht eingesetzt. Das ist uns wichtig. Wieso sage ich das? Weil wir der Finanzvorlage nicht zustimmen, aber dem Zinsanhebungsverzicht für die Wiener Sängerknaben selbstverständlich. – Ich danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Ein großer Osttiroler! – Abg. Hauser – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Danke, ich bin 1,82 groß!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wenn jemand ein Jahr lang weiß, dass Flüchtlingsströme unterwegs sind, dann bis Juni nichts da und nichts vorbereitet ist (Zwischenruf des Abg. Rädler), dann noch das Flüchtlingslager überfüllt wird und Zelte aufgestellt werden, um eine Wien-Wahl vorzubereiten, wenn man dann noch völlig überfordert ist, weil nachher noch viel mehr Flüchtlinge kommen, und darauf keine Antworten anbietet (Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Unerhört!) und letztlich auch noch einen Flüchtlingskoordinator zur Seite gestellt bekommt (Zwischenrufe der Abgeordneten Walser und Rädler), weil man weiß, dass man zu schwach ist, um dieses Problem zu lösen, dann muss man ganz ehrlich sagen, dass diese Kritik angebracht ist.
Zwischenrufe der Abgeordneten Walser und Rädler
Wenn jemand ein Jahr lang weiß, dass Flüchtlingsströme unterwegs sind, dann bis Juni nichts da und nichts vorbereitet ist (Zwischenruf des Abg. Rädler), dann noch das Flüchtlingslager überfüllt wird und Zelte aufgestellt werden, um eine Wien-Wahl vorzubereiten, wenn man dann noch völlig überfordert ist, weil nachher noch viel mehr Flüchtlinge kommen, und darauf keine Antworten anbietet (Rufe bei der ÖVP: Unglaublich! Unerhört!) und letztlich auch noch einen Flüchtlingskoordinator zur Seite gestellt bekommt (Zwischenrufe der Abgeordneten Walser und Rädler), weil man weiß, dass man zu schwach ist, um dieses Problem zu lösen, dann muss man ganz ehrlich sagen, dass diese Kritik angebracht ist.
Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Schon wieder!
Ich möchte ganz deutlich und klar sagen, dass die Innenministerin in dieser Frage in den letzten Monaten versagt hat (Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Schon wieder!) und dass das eine Schande für Österreich ist. (Beifall bei der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: Das ist eine Frechheit! – Buh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Das ist eine Frechheit! Auf dem Rücken der Volkspartei! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Rädler: Das ist eine Frechheit! Auf dem Rücken der Volkspartei! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Sie als Professor sollten das wissen! – Heiterkeit.
Natürlich sehne ich auch, wie meine beiden Vorredner, einen Neustart Kärntens herbei, eine Chance für Kärnten, aber ich vermag sie, ehrlich gesagt, noch nicht zu erkennen. Lassen Sie mich ein paar Ausführungen dazu machen! (Abg. Rädler: Sie als Professor sollten das wissen! – Heiterkeit.) – Sie wissen ja ganz genau, wie der Anleiherückkauf ablaufen wird, und Sie haben ja den totalen Überblick über eine sehr komplexe Materie. Gratulation dazu! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Brosz: Professor Dr. Rädler wird uns das dann erklären!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Brosz: Professor Dr. Rädler wird uns das dann erklären!
Natürlich sehne ich auch, wie meine beiden Vorredner, einen Neustart Kärntens herbei, eine Chance für Kärnten, aber ich vermag sie, ehrlich gesagt, noch nicht zu erkennen. Lassen Sie mich ein paar Ausführungen dazu machen! (Abg. Rädler: Sie als Professor sollten das wissen! – Heiterkeit.) – Sie wissen ja ganz genau, wie der Anleiherückkauf ablaufen wird, und Sie haben ja den totalen Überblick über eine sehr komplexe Materie. Gratulation dazu! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von ÖVP und NEOS. – Abg. Brosz: Professor Dr. Rädler wird uns das dann erklären!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das ist nicht üblich, Frau Oberlehrer!
Abgeordnete Mag. Judith Schwentner (Grüne): Herr Präsident! Werte Frau Ministerin! Wie man an den Zwischenrufen bemerkt, gibt es offensichtlich großen Diskussionsbedarf, und deswegen vielleicht auch der Hinweis oder der Grund, warum ich jetzt nach Ihnen noch einmal zum Rednerpult gegangen bin, da es nämlich nicht unbedingt der parlamentarischen Gepflogenheit entspricht, dass die Ministerin am Ende einer Debatte redet, sondern möglichst am Anfang oder während der Debatte, damit wir auch wirklich eine Diskussion führen könnten. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Das ist nicht üblich, Frau Oberlehrer!) – Das ist üblich.
Sitzung Nr. 100
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es heißt „Aktuelle Stunde“, also was ist die aktuelle Situation? – Wir erleben aktuell (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass viele Menschen auf der Flucht sind, wir erleben – das ist geschildert worden – Hitzerekorde, Rekorde an Extremwetterereignissen, und wir wissen, wenn es uns nicht gelingt, den Klimawandel einzudämmen, werden in nicht allzu ferner Zukunft noch viele, viele, viele Menschen mehr auf der Flucht sein müssen.
Abg. Rädler: Haben Sie gespendet auch?
Noch etwas Zweites, Frau Innenministerin, und dafür sind Sie persönlich verantwortlich: Ich war in Nickelsdorf und ich war in Spielfeld, und ich habe mit sehr vielen Beamtinnen und Beamten gesprochen (Abg. Rädler: Haben Sie gespendet auch?) – es ist ganz, ganz wichtig, dass wir die Beamtinnen und Beamten gerade des Innenministeriums dort jetzt nicht im Stich lassen –, und die müssen sich anhören und sehen, sie müssen dabei zuschauen, dass es an der Grenze fast keine Beamten oder viel zu wenige Beamte gibt, dass es aber dann, wenn Herr Mensdorff-Pouilly zu einem Wildschweingemetzel im Burgenland lädt, plötzlich Beamte in Hülle und Fülle gibt!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe mir ein Video angeschaut, das zeigt, wie sich Herr Mensdorff-Pouilly in seinem Jagdwagen zum Wildschweingemetzel chauffieren lässt und hinter ihm vollbemannte Polizeiautos eine Riesen-Eskorte bilden, damit ja Millimeter für Millimeter der Jagdgrenze gegen Proteste abgedichtet wird, damit ungestört Wildschweinjagd betrieben werden kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dafür haben wir Beamte und Beamtinnen! Für den Schutz des ÖVP-Grafen und seiner Jagdfreunde gibt es Polizistinnen und Polizisten in Hülle und Fülle – aber nicht für die Arbeit an der Grenze, für die Fragen: Wie gehen wir mit Flüchtlingen um? Wie schützen wir die eigene Bevölkerung? Was tun wir gegen die erschreckend niedrige Aufklärungsquote von Verbrechen, ins-
Abg. Rädler: Lausch-Angriff! – Heiterkeit.
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Lausch. – Bitte. (Abg. Rädler: Lausch-Angriff! – Heiterkeit.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das andere – und wo es dann ausartet – ist, dass wir ein System der föderalistischen Obdachlosigkeit haben. Das haben wir mittlerweile geschaffen. Es gibt mutlose Bürgermeister, mutlose Landeshauptleute, mutlose Landesrätinnen. Sie verhindern und boykottieren durch Kleinkrämerei, durch Feigheit eine menschenwürdige Unterbringung von Asylwerbern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?
Und wenn Sie sich, Herr Parteiobmann Lopatka (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Klubobmann!) – Klubobmann! Entschuldigung, Klubobmann –, in einer anderen Causa als Moralapostel aufspielen (Abg. Lopatka: Was heißt Moralapostel?): Wo ist Ihre Moral mit Ihrem Bürgermeister in Bad Gastein? (Abg. Rädler: Wo ist Ihre Moral bei der ...?) Wo ist diese Moral in dieser Causa? Sie verkörpern in Wahrheit eine Doppelmoral, Sie wissen es. (Ruf bei der ÖVP: Wer?) Sie wissen es!
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie alle von dieser christlich-sozialen Partei werden, glaube ich, an mich denken: Sie werden an mich denken, wenn Sie im Kreise Ihrer Familie dieses Adventlied schön leise ansingen: „Wer klopfet an?“ (Ruf bei der ÖVP: Hallo?!) Sie werden an mich denken und Sie werden über diese Schande nachdenken, die Ihr Bürgermeister mit Ihrem Landeshauptmann und mit dieser Landesrätin fabriziert hat. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Da werden Sie Haltung und Anstand beweisen müssen. Das ist Ihre Moral!
Abg. Rädler: Warum nicht?
Herr Rädler, Sie können mir gerne Geldmacherei vorwerfen. Sie wissen, dass es nicht so ist. Das ist ein falsches Instrument. (Abg. Rädler: Warum nicht?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Obdachlosigkeit ist evident. Sie wissen es: Gestern hatten Sie 400 Unterbringungsplätze zu wenig. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Die brauchen wir, und da muss angesetzt werden. Gleichzeitig drehen Sie mit 30. November ein Projekt ab, das bestens funktioniert. Das wissen Sie, das ist Ihre Verantwortung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der SPÖ: Genau! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Landesrätin in Salzburg hätte alle Macht. Sie hätte alle Macht, diese Flüchtlingsunterbringung weiter zu gewährleisten – Sie hätte alle Macht dazu, und das wissen Sie alle zusammen. Sie alle sollten in Ihrer Verantwortung dazu stehen – auch liebe grüne Mitglieder im Nationalrat –, die Landesrätin dabei zu unterstützen, dass sie endlich einmal Mut beweist. (Beifall bei den NEOS. – Ruf bei der SPÖ: Genau! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Strolz – in Richtung des Abg. Rädler –: Gib eine Ruhe! Das ist letztklassig! Das ist unwürdig!
Nun, ich habe lange überlegt, wie ich meine Ausführungen gestalte, vor allem was das jetzt betrifft. Ich habe auch ganz lange … (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Strolz – in Richtung des Abg. Rädler –: Gib eine Ruhe! Das ist letztklassig! Das ist unwürdig!)
Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Das ist jetzt genau die Selbstkritik! – Abg. Rädler: Das wissen sie selbst, dass sie das überzogen haben!
Bezüglich der dritten Rechtsfrage, die Sie angreifen, nämlich die Schlepperei (Abg. Strache: Eine Flughafenkontrolle gefährdet doch auch kein Leben! – weitere Zwischenrufe bei der FPÖ), die Entgeltlichkeit voraussetzt: Das glauben Sie ja nicht einmal selbst! Ich halte Ihre ganze Argumentation für lächerlich, menschlich verwerflich und moralisch ganz bedenklich. (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen. – Abg. Strache: Das ist jetzt genau die Selbstkritik! – Abg. Rädler: Das wissen sie selbst, dass sie das überzogen haben!)
Sitzung Nr. 102
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Fekter: Leo Steinbichler, du bringst ja auch nichts weiter! – Abg. Rädler – zu dem mit der Tafel und der Großpackung Margarine auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Steinbichler –: Verkaufst du das jetzt auf dem Naschmarkt?
gelgesetz dieses Gütesiegelgesetz zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten, zum Schutz der heimischen Bäuerinnen und Bauern, zum Schutz der Umwelt, zum Schutz des Klimas, zum Schutz der Gesundheit umgesetzt wird. Seit fünf Jahren wird es vertagt. Setzen wir es um, und dann sehen wir, wie die Wirklichkeit ausschaut! – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Fekter: Leo Steinbichler, du bringst ja auch nichts weiter! – Abg. Rädler – zu dem mit der Tafel und der Großpackung Margarine auf seinen Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Steinbichler –: Verkaufst du das jetzt auf dem Naschmarkt?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (fortsetzend): Ich nehme ihn zur Kenntnis, aber es ist bezeichnend ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Was ich sage, entscheide ich, Kollege Rädlinger! (Heiterkeit und Beifall bei den Grünen. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Brunner: … NGO! – Abg. Rädler: Wenn Sie dort die gleiche Sprache sprechen! – Abg. Glawischnig-Piesczek: Na fahren Sie hin!
Abschließend würde ich Sie wirklich ersuchen, Frau Kollegin Brunner, in Paris nicht zu vergessen, dass Sie Abgeordnete des österreichischen Parlaments sind. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Brunner: … NGO! – Abg. Rädler: Wenn Sie dort die gleiche Sprache sprechen! – Abg. Glawischnig-Piesczek: Na fahren Sie hin!)
Abg. Rädler: Aber?
Abgeordneter Georg Willi (Grüne): Herr Präsident! Herr Umweltminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gestern ist hier Herr Abgeordneter Höfinger gestanden (Ruf bei der ÖVP: Heute auch!) – heute auch, richtig – und hat eine ganz beachtliche Rede gehalten. Er hat eine Analyse hingelegt, die wirklich gesessen ist. (Abg. Rädler: Aber?)
Abg. Rädler: Aber?
Kollege Höfinger hat von den Inseln und den Küstenstrichen gesprochen, die verschwinden, von den Wetterextremen, der Trockenheit, den Überschwemmungen durch den Klimawandel. Er hat erzählt, dass die neun der zehn wärmsten Jahre seit den Wetteraufzeichnungen in die Zeit seit 2000 fallen. (Abg. Rädler: Aber?) – Nicht so ungeduldig! (Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, das ist ein Thema, das man auch einmal ganz offen im Zusammenhang diskutieren muss. Gestern haben wir die Flüchtlingsthematik gehabt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) All unser Tun und Handeln, Herr Kollege, hat Auswirkungen! Deshalb bitte ich, dass wir insbesondere bei den Klimazielen von diesem Farbkastendenken, vom politischen Kleingeld wegkommen. Wir haben eine Umwelt, wir haben ein Klima, wir haben eine Gesundheit, wir haben eine Zukunft! (Beifall beim Team Stronach.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn sich Gerüchte bewahrheiten sollten, dass bereits in der Steiermark Standorte für eine Endlagerung von radioaktiven Abfällen geprüft würden, dann kann ich nur eines versprechen, nämlich dass sicher massive Widerstände der Bevölkerung und auch von uns zu erwarten sind. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Oh! Oh!
Später – ausgelöst durch Fukushima (Abg. Rädler: Oh! Oh!) und dadurch, dass die Grünen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten bekamen – hat Frau Merkel in weiterer Folge am 6. August 2011 den Atomausstieg in Deutschland unterstützt. Aber der Ursprung ist eindeutig auf einen Atomkonsens, der von einem grünen Umweltminister in Deutschland ausgehandelt worden ist, zurückzuführen. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Freda Meissner-Blau …!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Freda Meissner-Blau …!
Später – ausgelöst durch Fukushima (Abg. Rädler: Oh! Oh!) und dadurch, dass die Grünen in Baden-Württemberg den Ministerpräsidenten bekamen – hat Frau Merkel in weiterer Folge am 6. August 2011 den Atomausstieg in Deutschland unterstützt. Aber der Ursprung ist eindeutig auf einen Atomkonsens, der von einem grünen Umweltminister in Deutschland ausgehandelt worden ist, zurückzuführen. – Danke sehr. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Freda Meissner-Blau …!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Roman Haider (FPÖ): Frau Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Ich stelle also nach den Reden von der Frau Tamandl und vom Herrn Krainer fest: SPÖ und ÖVP haben nichts gegen einen Untersuchungsausschuss, wenn der Hypo-Ausschuss beendet ist – so verstehe ich das zumindest. Wir werden Sie bei gegebener Zeit daran erinnern. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Na, wo gehört denn der hin?
Wer erinnert sich denn noch an den Bankenmanager Franz Pinkl? (Abg. Rädler: Na, wo gehört denn der hin?) – Das war der, der die Kommunalkredit zuerst verstaatlicht und die dem Staat umgehängt hat (Abg. Rädler: Der gehört euch!), das war aber dann auch genau der, den sich die Bayern geholt haben (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Darmann), als es darum ging, diesem Staat die marode Hypo umzuhängen und den damaligen schwarzen Finanzminister Pröll samt dem damaligen roten Finanzstaatssekretär Schieder bei der Verstaatlichung der Hypo über den Tisch zu ziehen. (Beifall bei der FPÖ.) Der war ja quasi schon eingearbeitet als Verstaatlichungshelfer für marode Banken. – Aber vielleicht sind es ja auch gerade genau diese Verstrickungen.
Abg. Rädler: Der gehört euch!
Wer erinnert sich denn noch an den Bankenmanager Franz Pinkl? (Abg. Rädler: Na, wo gehört denn der hin?) – Das war der, der die Kommunalkredit zuerst verstaatlicht und die dem Staat umgehängt hat (Abg. Rädler: Der gehört euch!), das war aber dann auch genau der, den sich die Bayern geholt haben (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Darmann), als es darum ging, diesem Staat die marode Hypo umzuhängen und den damaligen schwarzen Finanzminister Pröll samt dem damaligen roten Finanzstaatssekretär Schieder bei der Verstaatlichung der Hypo über den Tisch zu ziehen. (Beifall bei der FPÖ.) Der war ja quasi schon eingearbeitet als Verstaatlichungshelfer für marode Banken. – Aber vielleicht sind es ja auch gerade genau diese Verstrickungen.
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Darmann
Wer erinnert sich denn noch an den Bankenmanager Franz Pinkl? (Abg. Rädler: Na, wo gehört denn der hin?) – Das war der, der die Kommunalkredit zuerst verstaatlicht und die dem Staat umgehängt hat (Abg. Rädler: Der gehört euch!), das war aber dann auch genau der, den sich die Bayern geholt haben (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rädler und Darmann), als es darum ging, diesem Staat die marode Hypo umzuhängen und den damaligen schwarzen Finanzminister Pröll samt dem damaligen roten Finanzstaatssekretär Schieder bei der Verstaatlichung der Hypo über den Tisch zu ziehen. (Beifall bei der FPÖ.) Der war ja quasi schon eingearbeitet als Verstaatlichungshelfer für marode Banken. – Aber vielleicht sind es ja auch gerade genau diese Verstrickungen.
Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Kogler: Wenn es nur das gewesen wäre! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das muss man auch noch erwähnen, weil es mir gerade einfällt: Herr Kollege Rädler, Sie werden sich wahrscheinlich auch noch daran erinnern, dass dieser Herr Pinkl genau der war, der dann bei den Freunden und Weggefährten des Othmar Karas bei dessen Fest im UNIQA-Tower dabei war. (Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Kogler: Wenn es nur das gewesen wäre! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Wenn es nur das gewesen wäre, genau. Also da sieht man ganz genau, wie die Farbenspiele hier verteilt sind.
Abg. Rädler: Alkomat!
Und wer hat immer mit den Banken verhandelt? – Der Herr Höllerer, auch von den Banken: kommend von Raiffeisen, gehend zu Raiffeisen, zwischendurch regieren sie und fladern uns das Geld. – Das ist doch so! (Beifall bei Grünen, FPÖ und NEOS. – Oh-Rufe bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Das ist doch so! (Abg. Rädler: Alkomat!)
Abg. Rädler: 2018!
Ich sehe heute einen Hoffnungsschimmer, und wir können uns ja über den Zeitpunkt unterhalten: Es muss nicht gleich jetzt sein, dass wir diesen parallelen Untersuchungsausschuss machen (Abg. Rädler: 2018!), es wäre auch möglich, dass wir einfach den Untersuchungsgegenstand ausweiten, so wie das die Frau Tamandl vorgeschlagen hat:
Sitzung Nr. 104
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich frage mich: Wie unvernünftig kann man sein? – das in diesen Zeiten, nicht nur wachstumspolitisch, arbeitsmarktpolitisch, sondern auch eine Woche vor der entscheidenden Klimakonferenz. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich glaube, auch Sie, Herr Finanzminister, haben Interesse daran, dass man in diesem sehr schwierigen Prozess, wo es um Vertrauen gegenüber Industrieländern geht, ein Zeichen von Österreich setzt, dass man zu einem Abschluss kommt. Ich bitte auch da um ernsthaftes Nachdenken und Nachbesserungen! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! – Vizekanzler Mitterlehner: Die Leistungen stehen im Gesetz! – Rufe bei der ÖVP: Wird weniger pro Jahr!
Das ist an und für sich gut, was nicht gut ist, ist, dass es vermutlich zulasten der Familien gehen wird. Es gibt keine Gegenfinanzierung. Sie kennen den Zustand des Familienlastenausgleichsfonds, er ist chronisch überschuldet, schon seit Längerem. Die Familienministerin konnte uns keine finanzielle Entwicklung über die nächsten Jahre darstellen. Ich frage Sie: Können Sie wirklich Leistungssicherheit für die österreichischen Familien hier und heute garantieren, wenn bis 2018 tatsächlich 1 Milliarde zusätzlich aus dem FLAF herausgenommen wird? (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! – Vizekanzler Mitterlehner: Die Leistungen stehen im Gesetz! – Rufe bei der ÖVP: Wird weniger pro Jahr!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Geld vermehrt sich einfach nicht von selbst. Das ist ein Naturgesetz. Der FLAF ist kein Bankomat, der FLAF ist ein Fonds. Da gibt es bestimmte Mittel, die drinnen sind, aber hier sukzessive runterzugehen mit den Beiträgen, mit der Speisung hinunterzugehen und auf der anderen Seite keine Gegenfinanzierung bereitzustellen, sich überhaupt nicht zu überlegen (Zwischenruf des Abg. Rädler), wie man das für die Zukunft absichert, das ist extrem verantwortungslos gegenüber den österreichischen Familien. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Vizekanzler Mitterlehner.)
Abg. Kogler: Das Gute an der Rede war, dass sie so kurz war! – Abg. Rädler: Das war die beste Rede!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet: Herr Klubobmann Dr. Strolz. – Bitte. (Abg. Kogler: Das Gute an der Rede war, dass sie so kurz war! – Abg. Rädler: Das war die beste Rede!)
Abg. Rädler: Hallo!
Eine weitere Sache, die zum Himmel schreit, Herr Mitterlehner: 2009 hat Ihr Vorgänger als Parteichef, damals als Finanzminister, die Transparenzdatenbank präsentiert. Gute Idee, doch was ist seither passiert? – Seit 2009 sind Sie nicht in die Gänge gekommen, weil Ihre Landesfürsten hier einfach jede Zusammenarbeit verweigern. Wir haben im Jahr 2013 aufgeschlüsselt: 18 Milliarden € Förderungen in Österreich. Förderungen, das ist der Nährboden für strukturelle Korruption in Österreich. (Abg. Rädler: Hallo!) Warum? – Weil sie in Österreich grundsätzlich im Dunkeln durchgeführt wird: Doppelförderung hier, Dreifachförderung dort, Anfütterung Ihrer Klientel in großem Stil. (Abg. Wöginger: Na hallo, wo sind wir denn?!)
Abg. Rädler: … Steuerreform …!
Warum ist das so? – Weil es bei den Reformen einen völligen Stillstand gibt: einen völligen Stillstand bei wesentlichen Reformen, die anzugehen wären. Und dabei wäre nur wichtig, dass diese Bundesregierung zumindest einmal ein Signal setzt, zumindest eine Reform angeht, zumindest die Bereitschaft zeigt und erkennen lässt, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt hat (Abg. Rädler: … Steuerreform …!), dass sie die Reformnotwendigkeit erkannt hat und dass sie bereit ist, zu handeln. Nur ein Zeichen wäre einmal notwendig – aber weit und breit ist nichts zu sehen. (Abg. Rädler: Sie haben die Steuerreform verschlafen!)
Abg. Rädler: Sie haben die Steuerreform verschlafen!
Warum ist das so? – Weil es bei den Reformen einen völligen Stillstand gibt: einen völligen Stillstand bei wesentlichen Reformen, die anzugehen wären. Und dabei wäre nur wichtig, dass diese Bundesregierung zumindest einmal ein Signal setzt, zumindest eine Reform angeht, zumindest die Bereitschaft zeigt und erkennen lässt, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt hat (Abg. Rädler: … Steuerreform …!), dass sie die Reformnotwendigkeit erkannt hat und dass sie bereit ist, zu handeln. Nur ein Zeichen wäre einmal notwendig – aber weit und breit ist nichts zu sehen. (Abg. Rädler: Sie haben die Steuerreform verschlafen!)
Abg. Rädler: Redezeit!
Bleibt also als Fazit: Solange Reformen zwar angekündigt, aber nicht umgesetzt werden, solange ein echtes Nulldefizit zwar angekündigt, aber nicht erreicht wird, solange die Staatsschulden weiter steigen, anstatt zu sinken (Abg. Rädler: Redezeit!), genau so lange wird der Standort Österreich weiter an Attraktivität verlieren, so lange werden die Bürger unter der steigenden Abgabenlast stöhnen, so lange wird jedes unserer Kinder mit 35 000 € Staatsschuldenrucksack ins Leben starten und so lange ist Österreich nicht fit für die Zukunft! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Meine Herren Präsidenten! Frau Ministerin! Meine Herren Minister! Einige von uns – Frau Kollegin Karl, Frau Kollegin Jank, ich auch – waren gestern bei einem jährlich wiederkehrenden Ereignis, der Austria’s-Leading-Companies-Gala, einem Award für herausragende … (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Wer war noch? Bitte aufzeigen! (Abg. Rädler: Sie waren …!) – Mit diesen Schmähs wollen Sie immer durchkommen. Ich verstehe. Bei Kollegen Rädler ist das immer lustig. Da fragt man sich, wie man immer so mutig zwischenrufen kann, wenn man nachweislich so wenig von der Sache versteht. Das finde ich bewundernswert. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, FPÖ, NEOS und Team Stronach.)
Abg. Rädler: Sie waren …!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Meine Herren Präsidenten! Frau Ministerin! Meine Herren Minister! Einige von uns – Frau Kollegin Karl, Frau Kollegin Jank, ich auch – waren gestern bei einem jährlich wiederkehrenden Ereignis, der Austria’s-Leading-Companies-Gala, einem Award für herausragende … (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Wer war noch? Bitte aufzeigen! (Abg. Rädler: Sie waren …!) – Mit diesen Schmähs wollen Sie immer durchkommen. Ich verstehe. Bei Kollegen Rädler ist das immer lustig. Da fragt man sich, wie man immer so mutig zwischenrufen kann, wenn man nachweislich so wenig von der Sache versteht. Das finde ich bewundernswert. (Heiterkeit und Beifall bei Grünen, FPÖ, NEOS und Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Schenk. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was sagen Sie denn, meine sehr geehrten Herren von der ÖVP, zu dem offenen Brief, den sieben Organisationen aus dem Familienbereich geschrieben haben, in dem sie ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht haben, nämlich mit: Hände weg vom FLAF!? Was sagen Sie denen? (Abg. Wöginger: Das Gleiche!) Sind die mit dieser Ihrer Antwort zufriedengestellt? – Ich glaube nicht! (Beifall des Abg. Lugar.) Vielleicht können Sie mir oder uns Ihr Schreiben dann auch übermitteln, was Sie denen geantwortet haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Faktum ist, das Kinderbetreuungsgeld ist seit seiner Einführung vor 13 Jahren gleich hoch. Die Familienbeihilfe wurde im Vorjahr erstmals (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) nach 14 Jahren mit 4 Prozent „wertangepasst“. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Im Vergleich dazu: Die Inflationsrate betrug in diesen 14 Jahren rund 38 Prozent, meine sehr geehrten Damen und Herren! Darauf brauchen Sie sich also nichts einzubilden, denn das ist keine wirklich sinnvolle Familienpolitik, die den Familien auch etwas bringt, da ja viele Familien, wie wir wissen, an der Armutsgrenze leben. (Beifall beim Team Stronach.) Vor allem Kinder und Jugendliche – 408 000 Kinder und Jugendliche – in Österreich sind von Armut betroffen.
Bundesminister Schelling: Eine alte Leier! – Abg. Rädler: Geh! Wer?
Als Negativbeispiel dafür, wie der Herr Finanzminister unser Steuersystem vereinfacht, dient die wahnwitzige Regelung zur Registrierkassenpflicht, mit der unsere Unternehmer kriminalisiert und gepflanzt werden. (Bundesminister Schelling: Eine alte Leier! – Abg. Rädler: Geh! Wer?) – Aufpassen! (Abg. Rädler: Wer? Nicht nur in den Raum stellen! Wer?) Ich bin noch nicht fertig mit meiner Rede, Herr Kollege!
Abg. Rädler: Wer? Nicht nur in den Raum stellen! Wer?
Als Negativbeispiel dafür, wie der Herr Finanzminister unser Steuersystem vereinfacht, dient die wahnwitzige Regelung zur Registrierkassenpflicht, mit der unsere Unternehmer kriminalisiert und gepflanzt werden. (Bundesminister Schelling: Eine alte Leier! – Abg. Rädler: Geh! Wer?) – Aufpassen! (Abg. Rädler: Wer? Nicht nur in den Raum stellen! Wer?) Ich bin noch nicht fertig mit meiner Rede, Herr Kollege!
Abg. Stefan – in Richtung des Abg. Rädler –: Herr Rädler, was ist jetzt? Kennen Sie sich aus?
Die Einführung der Registrierkassenpflicht erfolgte, wie bekannt, durch das Steuerreformgesetz 2015/2016, Präzisierungen des Gesetzestextes erfolgten mittlerweile durch zwei Verordnungen, von denen eine immer noch nicht im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, und weil weder der Gesetzestext noch die beiden Verordnungen die Registrierkassenpflicht so regeln, dass sich die Unternehmer auskennen, hat der Herr Finanzminister am 12. November 2015 einen 67-seitigen Erlass verfügt. (Abg. Stefan: Das ist unglaublich!) Sehr wirtschaftsfreundlich, Herr Kollege Rädler! (Abg. Stefan – in Richtung des Abg. Rädler –: Herr Rädler, was ist jetzt? Kennen Sie sich aus?) Diese Normenflut des Herrn Finanzministers zur Registrierkassenpflicht ist eine legistische Katastrophe. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ja!
Abgeordnete Dr. Eva Mückstein (Grüne): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Ministerin! Ich kann nicht umhin, ich möchte zuerst einmal auf die Bemerkung des Herrn Kollegen Rädler von der ÖVP eingehen, der mit seinem Zwischenruf „linke Hetze“ offenbar bekunden möchte, dass er mit solch einem Artikel und mit solch einer Überschrift einverstanden ist. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ja!)
Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wissen Sie, Ihre Zwischenrufe sind manchmal ganz witzig, aber das ist unerträglich, das ist wirklich unfassbar, und das braucht eine Erklärung und eine Entschuldigung! (Beifall bei den Grünen. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Ich glaube, solch ein Thema hat absolute Priorität, auch wenn über das Budget diskutiert wird. Dieser Zwischenruf war absolut daneben. (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir haben ja einige lustige oder halblustige Minuten mit Ihnen im Budgetausschuss erlebt (Zwischenruf des Abg. Rädler), wo Sie zum Beispiel auf die wiederholte Frage, wie viele Deutschkursplätze Sie mit Ihrem Budget 2016 schaffen wollen, keine Antwort geben wollten oder konnten. Sie haben sich nach mehrmaligen Fragen meinerseits dann auf die halblustige Antwort „je nach Bedarf“ festgelegt und diese „Je-nach-Bedarf“-Antwort auch auf mehrere Anfragen gegeben.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir diskutieren jetzt in sehr intensiver und ernsthafter Weise ein neues Staatsschutzgesetz. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich bin sehr gespannt, wirklich sehr gespannt, ob Sie bereit sein werden, unserem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung jene Mittel in die Hand zu geben, die es in einer sehr heiklen und schwierigen Zeit braucht, damit es die Österreicherinnen und Österreicher sicher schützen kann. (Beifall des Abg. Rädler. – Abg. Kassegger: Den Bürger noch weiter ausspionieren! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall des Abg. Rädler. – Abg. Kassegger: Den Bürger noch weiter ausspionieren! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.
Wir diskutieren jetzt in sehr intensiver und ernsthafter Weise ein neues Staatsschutzgesetz. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich bin sehr gespannt, wirklich sehr gespannt, ob Sie bereit sein werden, unserem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung jene Mittel in die Hand zu geben, die es in einer sehr heiklen und schwierigen Zeit braucht, damit es die Österreicherinnen und Österreicher sicher schützen kann. (Beifall des Abg. Rädler. – Abg. Kassegger: Den Bürger noch weiter ausspionieren! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pendl. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Darmann: Die Opfer werden ausspioniert und die Täter hereingelassen!
Ich bin sehr gespannt, ob Sie von der FPÖ bereit sind, diese Verantwortung mitzutragen, denn es geht nicht, dass Sie ständig alles kritisieren, Sie müssen manchmal auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Ich lade Sie herzlich dazu ein, meine Damen und Herren von der FPÖ. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pendl. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Darmann: Die Opfer werden ausspioniert und die Täter hereingelassen!)
Abg. Rädler: … überwacht sie!
Ich fange einmal bei der Fußfessel an. Die Fußfessel hat einen Sinn im Strafvollzug, damit man jederzeit feststellen kann, wo sich eine Person befindet und ob sie von den Auflagen des Strafvollzugs abweicht. Was wollen Sie mit einer Fußfessel für nicht verfolgte, aber von Ihnen verdächtigte Personen anfangen? Die haben ja keine Einschränkung, sich irgendwo zu bewegen. (Abg. Rädler: … überwacht sie!) – Überwachen?
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie stellen sich das offensichtlich so vor: Wenn sich der Terrorist den Sprengstoffgürtel umschnallt und zum Ort seines Anschlages geht, dann schaut er hinunter und sagt: Jessas, ich habe ja eine Fußfessel, dann mache ich es nicht! (Heiterkeit bei Grünen und SPÖ.) – Diese Art, Terrorismus zu bekämpfen, Frau Bundesministerin, ist technisch nicht einleuchtend. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bitte überlegen Sie das noch einmal! Bitte überlegen Sie, ob das wirklich eine sinnvolle Maßnahme ist, nur boulevardorientiert zu lizitieren und immer dann, wenn die Freiheitliche Partei einen unsinnigen Vorschlag macht, zu sagen: Mir wird ja noch etwas Unsinnigeres einfallen, da kann ich doch mithalten! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Frau Bundesministerin, das ist ein politischer Wettbewerb, der eines Regierungsmitgliedes nicht würdig ist. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Für wesentlich problematischer halte ich die Forderung nach Hausarrest für Verdächtige. Sie haben schon jetzt sehr weitgehende und im Grunde vernünftige gesetzliche Möglichkeiten. Dort, wo etwa eine terroristische Vereinigung gebildet oder für sie geworben wird, kann die Strafjustiz wegen Tatbegehungsgefahr jederzeit Untersuchungshaft verhängen. Da gibt es alle gesetzlichen Voraussetzungen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie kennen die Europäische Menschenrechtskonvention. Dieser Vorschlag, willkürlich Hausarrest zu verhängen, widerspricht eindeutig dem Artikel 5 der Europäischen Menschenrechtskonvention. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie kennen das Bundesverfassungsgesetz über den Schutz der persönlichen Freiheit und Sie wissen ganz genau, dass Ihr Vorschlag jenseits des Strafverfahrens und der Strafprozessordnung auch diesem Verfassungsgesetz widerspricht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie kennen die Europäische Menschenrechtskonvention. Dieser Vorschlag, willkürlich Hausarrest zu verhängen, widerspricht eindeutig dem Artikel 5 der Europäischen Menschenrechtskonvention. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie kennen das Bundesverfassungsgesetz über den Schutz der persönlichen Freiheit und Sie wissen ganz genau, dass Ihr Vorschlag jenseits des Strafverfahrens und der Strafprozessordnung auch diesem Verfassungsgesetz widerspricht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Lesen Sie etwas von Ihren Vorfahren!
Jetzt lese ich Ihnen etwas aus einem Gesetz vor, das Ihre politischen Vor-Vor-Vor-Vor-Vorfahren in diesem Sinne einmal verhängt haben. (Abg. Rädler: Lesen Sie etwas von Ihren Vorfahren!) Es handelt sich in diesem Fall um eine Verordnung, also eine gesetzesartige Bestimmung. Ich zitiere:
Zwischenruf des Abg. Rädler.
„Um dies deutlich zu dokumentieren, sei gesagt, daß ich erst gestern die neue Notverordnung unterschrieben habe, wonach man Personen nicht erst nach vollbrachter Tat, sondern schon vorher hinter Schloss und Riegel setzen kann, wenn anzunehmen ist, dass das Wirken dieser Personen nicht einwandfrei ist. (Stürmische Zustimmung.)“ (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ewiggestriger!
Damals hat man in Richtung Sozialdemokratie gesagt: Das richtet sich ausschließlich gegen die Nationalsozialisten, macht euch keine Sorgen, das ist nur gegen die Nationalsozialisten, und ohne das geht es nicht. (Abg. Rädler: Ewiggestriger!)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich ersuche Sie, Frau Bundesministerin, auch bei Ihren öffentlichen Äußerungen und Gesetzesvorhaben dieses Augenmaß und diese Verfassungsmäßigkeit zu bewahren. – Danke. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Linke Hetze!
Das Interessante ist, dass seit September in sämtlichen Debattenbeiträgen von ÖVP – inklusive der Frau Innenministerin –, aber auch von den Kolleginnen und Kollegen von der FPÖ ständig Asyl und Migration in einem Atemzug genannt werden. Jetzt bilde ich mir natürlich nicht ein, dass dieser Hinweis irgendetwas … (Abg. Höbart: Das sagen Sie ja immer!) – Ja, schreien Sie einfach nur rein, Herr Höbart. Wie war das mit den Erd- und Höhlenmenschen? (Abg. Höbart: Das ist ein alter Hut!) – Ein alter Hut, genau! Wir warten auf neue Hüte von Ihnen, denn die werden ganz sicher ziemlich bald kommen. (Ruf bei der FPÖ: Waren Sie schon in Traiskirchen? – Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ.) – Schreien Sie bitte, schreien Sie ruhig rein, damit auch alle hören, wie Sie sich im Parlament benehmen. (Abg. Rädler: Linke Hetze!)
Abg. Rädler: Was haben Sie für Komplexe!
Es scheint so zu sein, dass der Ahnenpass offensichtlich zu diesen Werten gehört. Frau Kollegin Winzig ist jetzt Gott sei Dank wieder da, und wir könnten uns dann ja auch austauschen, welche Landsmänner zu wem gehören. (Abg. Rädler: Was haben Sie für Komplexe!) Und leider haben Sie die Frage von mir auch nicht beantwortet, wie das Ihr Landsmann Dr. Marcus Franz sieht, der ja von Frauenrechten auch nicht sehr viel zu halten scheint. (Abg. Höbart: Was hat das mit dem Budget zu tun?) Ich weiß, die Wahrheit ist den Menschen zumutbar, aber die Wahrheit ist unangenehm. (Abg. Rädler: Ihre Rede ist das Unangenehme! – Abg. Höbart: Ja, genau!) – Genau, meine Rede ist sehr unangenehm, vor allem für Sie, Herr Rädler. (Abg. Höbart: Bitte zur Sache kommen! – Abg. Schultes: … Ahnenpass! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Rädler: Ihre Rede ist das Unangenehme! – Abg. Höbart: Ja, genau!
Es scheint so zu sein, dass der Ahnenpass offensichtlich zu diesen Werten gehört. Frau Kollegin Winzig ist jetzt Gott sei Dank wieder da, und wir könnten uns dann ja auch austauschen, welche Landsmänner zu wem gehören. (Abg. Rädler: Was haben Sie für Komplexe!) Und leider haben Sie die Frage von mir auch nicht beantwortet, wie das Ihr Landsmann Dr. Marcus Franz sieht, der ja von Frauenrechten auch nicht sehr viel zu halten scheint. (Abg. Höbart: Was hat das mit dem Budget zu tun?) Ich weiß, die Wahrheit ist den Menschen zumutbar, aber die Wahrheit ist unangenehm. (Abg. Rädler: Ihre Rede ist das Unangenehme! – Abg. Höbart: Ja, genau!) – Genau, meine Rede ist sehr unangenehm, vor allem für Sie, Herr Rädler. (Abg. Höbart: Bitte zur Sache kommen! – Abg. Schultes: … Ahnenpass! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Rädler: Lauter!
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein (FPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Gleich zu meinem Vorredner, Kollegen Hammer: Sie haben jetzt genau dasselbe gesagt, wie letzten Endes auch im Budget der Frau Bundesminister steht, nämlich dass Sie das subjektive Sicherheitsgefühl stärken wollen. (Abg. Rädler: Lauter!)
Abg. Rädler: Dummes Argument!
Im Übrigen, Kollege Amon, erinnern Sie sich: Im Frühjahr 2014 sind zwei Mädchen aus Wien in den Dschihad gezogen. Die sind jetzt tot oder nicht, das weiß man nicht ganz genau. (Abg. Amon: Eine ist wieder zurückgekehrt!) Damals gab es noch, bitte schön, die Vorratsdatenspeicherung, und die hat genau gar nichts gebracht. (Abg. Rädler: Dummes Argument!) Diese Mädchen sind trotzdem in den Heiligen Krieg gezogen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im Übrigen, Kollege Amon, erinnern Sie sich: Im Frühjahr 2014 sind zwei Mädchen aus Wien in den Dschihad gezogen. Die sind jetzt tot oder nicht, das weiß man nicht ganz genau. (Abg. Amon: Eine ist wieder zurückgekehrt!) Damals gab es noch, bitte schön, die Vorratsdatenspeicherung, und die hat genau gar nichts gebracht. (Abg. Rädler: Dummes Argument!) Diese Mädchen sind trotzdem in den Heiligen Krieg gezogen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Es ist schlimm genug, dass es das gibt. Aber Frankreich ist das beste Beispiel dafür, denn es zeigt uns, dass die Vorratsdatenspeicherung nichts, leider absolut nichts gebracht hat. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Und wiederum wird insbesondere vonseiten der ÖVP gefordert, eine Ausweitung des Überwachungsstaates durchzuführen. (Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Werte Kollegen, ich weiß auch nicht, was dagegen spricht – hören Sie mir zu, ein Angebot (Unruhe im Sitzungssaal) –: Es wäre viel gescheiter, würden wir – wenn es Ihnen tatsächlich um eine Qualität bei diesem Staatsschutzgesetz geht – einen Unterausschuss des Innenausschusses einrichten (Zwischenruf des Abg. Rädler), uns die Zeit nehmen, in entsprechender Qualität gemeinsam, parteiübergreifend und im Sinne der österreichischen Bevölkerung mit voller Kraft des Rechtsschutzes ein Staatsschutzgesetz erarbeiten.
Abg. Rädler: Das sagen Sie dem Putin, eurem russischen Freund!
Jetzt werden Sie wahrscheinlich sagen, das waren ja noch nicht die Flüchtlinge aus Syrien. (Abg. Loacker: … noch ein bisschen tiefer vielleicht!) Aber dort hält das ja auch nicht einer Prüfung stand. Sie müssen sich jetzt irgendwann einmal entscheiden: Ist dieser Mensch, der in Syrien regiert, ein blutrünstiger Diktator, oder ist er es nicht? Denn blutrünstige Diktatoren sind nicht dafür bekannt (Abg. Rädler: Das sagen Sie dem Putin, eurem russischen Freund!), dass sie sich darum bemühen, in ihren Folterkellern für ein besonders hohes Ausbildungsniveau ihrer Untertanen zu sorgen. Das passt nicht zusammen! (Beifall bei der FPÖ.) Irgendwann einmal werden Sie sich da jetzt entscheiden müssen. Das ist ein Märchen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist jetzt die Ausgangssituation, das ist das, was sozusagen an Problembereichen da liegt. Und was wird jetzt auf der anderen Seite angeboten? Das muss man sich ja immer anschauen. Also 410 000 Arbeitslose, und dem stehen 32 000 offene Stellen gegenüber. 32 000 offene Stellen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Sie leben in einer Traumwelt!
Das Budget für Kultur findet auch keine Antworten auf diese Herausforderung. Es fördert Steine und es fördert Beton. Neuere repräsentative Museen und Preise sind natürlich super, aber es ist ja nicht so, dass es bisher keine Museen und Theater gegeben hätte, in die die zornigen, jungen, weißen Männer aus den Vorstädten gehen können oder die Einwanderer, die kriegstraumatisiert sind. (Abg. Rädler: Sie leben in einer Traumwelt!) Sie gehen nur nicht hin. – So, wie junge Menschen heutzutage auch keine ORF-Programme mehr konsumieren, so, wie junge Menschen heutzutage keine Zeitung mehr lesen, sondern sich ihre nichtlinearen TV-Beiträge aus dem Internet holen oder vielleicht bestenfalls tageszeitungsähnliche U-Bahn-Medien konsumieren. Warum glauben Sie denn, dass Heinz Christian Strache so erfolgreich ist in den sozialen Medien? (Abg. Rosenkranz: Er ist nicht nur dort erfolgreich!)
Abg. Rädler: Schwachsinn!
Eine Kulturpolitik, die keine Perspektive auf Diskurse erzeugt, wird für kommende Generationen überhaupt keine Relevanz haben. Mit diesen neuen schicken Preisen und neuen unterfinanzierten Institutionen werden wir nichts gewinnen. Es wird für eine immer kleinere Elite vielleicht noch leistbar, sich kulturell zu unterhalten, aber einen immer größeren Teil der Gesellschaft werden wir damit verlieren. (Abg. Rädler: Schwachsinn!)
Abg. Rädler: … NEOS!
Österreich ist also offensichtlich kein Land, in dem es von privaten Wohltätern nur so wimmelt. (Abg. Rädler: … NEOS!) Warum ist das so? Warum spenden Amerikaner,
Abg. Rädler: … Haselsteiner!
Macht der gefräßige Staat uns also geizig? Warum boomt anderswo die Wohltätigkeit, während bei uns im Allgemeinen, aber insbesondere auch von den Reichen, mit einigen wenigen lobenswerten Ausnahmen, so wenig gespendet wird? (Abg. Rädler: … Haselsteiner!) Es gibt zwei Gründe dafür: Der erste ist die hohe Steuerlast, und zweitens ist das eine Frage der Macht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Macht der gefräßige Staat uns also geizig? Warum boomt anderswo die Wohltätigkeit, während bei uns im Allgemeinen, aber insbesondere auch von den Reichen, mit einigen wenigen lobenswerten Ausnahmen, so wenig gespendet wird? (Abg. Rädler: … Haselsteiner!) Es gibt zwei Gründe dafür: Der erste ist die hohe Steuerlast, und zweitens ist das eine Frage der Macht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Kann man gleich …!
Dazu liegt auch ein Antrag im Kulturausschuss, genauso wie zur Transparenzdatenbank, wobei ich hoffe, dass in Zukunft die Vertreter der Regierungsparteien diese Anträge nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vertagen, sondern diese, glaube ich, durchaus wertvollen und sinnvollen Maßnahmen im Kulturbereich gemeinsam mit uns umsetzen werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Kann man gleich …!)
Abg. Rädler: … Österreich!
Da muss man gemeinsam darüber nachdenken, wie man garantiert – vor allem auch unter Berücksichtigung der Konkurrenz mit großen Konzernen, mit Google, mit anderen –, dass es auch einen Qualitätsjournalismus, auch einen unabhängigen Journalismus gibt. Daran müsste man die zu diskutierenden Förderungskriterien ausrichten. Das wäre etwas, was … (Abg. Rädler: … Österreich!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Willi. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Na, haben wir wieder einen Zwischenruf, einen scharfen? Lassen Sie doch endlich einmal alles heraus! Sagen Sie es einfach einmal! Sagen Sie es doch endlich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Willi. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oder ist nichts drinnen? Das weiß ich jetzt nicht, das weiß nur er! (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Das wollen Sie nicht hören!) Sie können noch immer nicht genug haben, was? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir können uns auch unterhalten. Kommen Sie heraus, machen wir eine Doppelconférence! Ich habe nichts dagegen, Sie wirken sicher gut. (Abg. Rädler: … wollen Sie nicht hören, …!) Trotzdem, jetzt muss ich weiterreden, es hilft ja nichts. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Auch wenn Sie mir so leidenschaftlich gerne zuhören, muss ich trotzdem weiterreden.
Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Das wollen Sie nicht hören!
Na, haben wir wieder einen Zwischenruf, einen scharfen? Lassen Sie doch endlich einmal alles heraus! Sagen Sie es einfach einmal! Sagen Sie es doch endlich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Willi. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oder ist nichts drinnen? Das weiß ich jetzt nicht, das weiß nur er! (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Das wollen Sie nicht hören!) Sie können noch immer nicht genug haben, was? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir können uns auch unterhalten. Kommen Sie heraus, machen wir eine Doppelconférence! Ich habe nichts dagegen, Sie wirken sicher gut. (Abg. Rädler: … wollen Sie nicht hören, …!) Trotzdem, jetzt muss ich weiterreden, es hilft ja nichts. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Auch wenn Sie mir so leidenschaftlich gerne zuhören, muss ich trotzdem weiterreden.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Na, haben wir wieder einen Zwischenruf, einen scharfen? Lassen Sie doch endlich einmal alles heraus! Sagen Sie es einfach einmal! Sagen Sie es doch endlich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Willi. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oder ist nichts drinnen? Das weiß ich jetzt nicht, das weiß nur er! (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Das wollen Sie nicht hören!) Sie können noch immer nicht genug haben, was? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir können uns auch unterhalten. Kommen Sie heraus, machen wir eine Doppelconférence! Ich habe nichts dagegen, Sie wirken sicher gut. (Abg. Rädler: … wollen Sie nicht hören, …!) Trotzdem, jetzt muss ich weiterreden, es hilft ja nichts. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Auch wenn Sie mir so leidenschaftlich gerne zuhören, muss ich trotzdem weiterreden.
Abg. Rädler: … wollen Sie nicht hören, …!
Na, haben wir wieder einen Zwischenruf, einen scharfen? Lassen Sie doch endlich einmal alles heraus! Sagen Sie es einfach einmal! Sagen Sie es doch endlich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Willi. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oder ist nichts drinnen? Das weiß ich jetzt nicht, das weiß nur er! (Heiterkeit bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Das wollen Sie nicht hören!) Sie können noch immer nicht genug haben, was? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir können uns auch unterhalten. Kommen Sie heraus, machen wir eine Doppelconférence! Ich habe nichts dagegen, Sie wirken sicher gut. (Abg. Rädler: … wollen Sie nicht hören, …!) Trotzdem, jetzt muss ich weiterreden, es hilft ja nichts. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Auch wenn Sie mir so leidenschaftlich gerne zuhören, muss ich trotzdem weiterreden.
in Richtung des Abg. Rädler
Ansonsten, wenn Sie wollen (in Richtung des Abg. Rädler), gehen wir noch auf einen Kaffee, ich habe nichts dagegen. Sie haben wieder etwas in petto (Abg. Rädler: Ja!), ich spüre es. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Rädler: … Förderung der Printmedien!)
Abg. Rädler: Ja!
Ansonsten, wenn Sie wollen (in Richtung des Abg. Rädler), gehen wir noch auf einen Kaffee, ich habe nichts dagegen. Sie haben wieder etwas in petto (Abg. Rädler: Ja!), ich spüre es. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Rädler: … Förderung der Printmedien!)
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Rädler: … Förderung der Printmedien!
Ansonsten, wenn Sie wollen (in Richtung des Abg. Rädler), gehen wir noch auf einen Kaffee, ich habe nichts dagegen. Sie haben wieder etwas in petto (Abg. Rädler: Ja!), ich spüre es. (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP und Grünen. – Abg. Rädler: … Förderung der Printmedien!)
Abg. Rädler: Das ist nicht Weninger! Sie haben ja schon mit den Personen ein Problem! Kollege Höfinger ist das!
Wir können unsere Analysen dann gerne abgleichen, Herr Kollege Weninger, aber das Praktische beim Budget ist ja, dass da ziemlich konkrete Zahlen drinnen sind und es relativ objektiv bewertbar ist. Aber warum ist es verkehrt? (Abg. Rädler: Das ist nicht Weninger! Sie haben ja schon mit den Personen ein Problem! Kollege Höfinger ist das!)
Abg. Lichtenecker: Kollege Rädler, jetzt lassen Sie einmal die Kollegin Brunner!
Vielleicht hören Sie mir einmal zu und versuchen zu verstehen, und dann können wir darüber diskutieren – ich habe noch gar nichts gesagt. (Abg. Lichtenecker: Kollege Rädler, jetzt lassen Sie einmal die Kollegin Brunner!)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Minister, wenn ich mir diese Karte so anschaue: Da gibt es dann ein Bio-Cola, einen Bio-Almdudler, ein Bio-Red-Bull, eine Bio-Römerquelle, ein Bio-Sodawasser. Aber von 45 Getränken sind nur vier wirklich Bio. Auf dieser Seite hat dieses Siegel also nichts verloren! (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: … China Restaurant!
Das gehört geändert, und zwar in eine nachvollziehbare Lebensmittelkennzeichnung; und das im Zuge der TTIP-Diskussion, im Zuge der internationalen Diskussionen, Herr Minister. (Abg. Rädler: … China Restaurant!)
Abg. Rädler: Wie war das in deinem China-Restaurant?
Die Quintessenz aus der ganzen Geschichte ist … (Abg. Rädler: Wie war das in deinem China-Restaurant?) – Herr Kollege Rädler, vielleicht gehst du einmal in den Agrarausschuss. Wir werden beim nächsten Mal das österreichische Qualitätsgütesiegel-Gesetz diskutieren. Das ist die einzige Möglichkeit, dass wir alle heute hier aufgezeigten Probleme, insbesondere die auf der Konsumentenseite, endlich fair behandeln (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass dort, wo Österreich draufsteht, Österreich drin ist und wir dieses Qualitäts-Gütesiegel umsetzen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Die Quintessenz aus der ganzen Geschichte ist … (Abg. Rädler: Wie war das in deinem China-Restaurant?) – Herr Kollege Rädler, vielleicht gehst du einmal in den Agrarausschuss. Wir werden beim nächsten Mal das österreichische Qualitätsgütesiegel-Gesetz diskutieren. Das ist die einzige Möglichkeit, dass wir alle heute hier aufgezeigten Probleme, insbesondere die auf der Konsumentenseite, endlich fair behandeln (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass dort, wo Österreich draufsteht, Österreich drin ist und wir dieses Qualitäts-Gütesiegel umsetzen. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Steinbichler – beim Verlassen des Rednerpultes eine Tafel, auf der Maden in einem Kübel abgebildet sind, in die Höhe haltend –: Das ist der Geschmack der …! – Abg. Rädler: Das sind deine Currynudeln!
Präsidentin Doris Bures: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Ecker. (Abg. Steinbichler – beim Verlassen des Rednerpultes eine Tafel, auf der Maden in einem Kübel abgebildet sind, in die Höhe haltend –: Das ist der Geschmack der …! – Abg. Rädler: Das sind deine Currynudeln!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir stehen kurz vor der Klimakonferenz in Paris (Zwischenruf des Abg. Rädler), und da könnten Sie hingehen und endlich klare und wirkungsvolle Ansagen und Zusagen machen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie könnten darstellen und ankündigen, dass Österreich wieder zu einem Umweltmusterland wird. Wir haben sehr gute Voraussetzungen. (Beifall bei den Grünen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir stehen kurz vor der Klimakonferenz in Paris (Zwischenruf des Abg. Rädler), und da könnten Sie hingehen und endlich klare und wirkungsvolle Ansagen und Zusagen machen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie könnten darstellen und ankündigen, dass Österreich wieder zu einem Umweltmusterland wird. Wir haben sehr gute Voraussetzungen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Minister, Sie haben im Umweltausschuss gesagt, das Diesel-Privileg ist nicht zu halten. (Bundesminister Rupprechter nickt zustimmend.) – Danke, Sie bestätigen es wieder. Diesel hat einen höheren Energiegehalt als Benzin. Das ist ein Grund, dass man Diesel höher besteuert als Benzin. In Österreich ist das nicht der Fall. Diesel sorgt für höhere Stickoxid-Ausstöße, für höhere CO2-Ausstöße und für mehr Feinstaub – ein guter Grund, Diesel höher zu besteuern als Benzin. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Österreich tut es nicht. Diesel ist geringer besteuert als Benzin.
Abg. Rädler: … nicht erklären, weil es sinnlos ist!
Aber erstens: Seien Sie so ehrlich und sagen Sie, dass dahinter ein riesengroßes Milliardenloch ist! Im Reservefonds des FLAF fehlen 3 Milliarden €! Und jetzt erklären Sie mir einmal, werte Familienpartei ÖVP, wie Sie dieses Milliardenloch in den nächsten Jahren wieder stopfen wollen! (Abg. Rädler: … nicht erklären, weil es sinnlos ist!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist aus meiner Sicht ein Ausdruck kompletter Resignation, und – Harald Walser hat es schon öfter gesagt – so werden wir vonseiten der Grünen das ganz sicher nicht unterstützen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Gerald Hauser (FPÖ): Sehr geehrte Frau Minister! Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es wird das Kapitel Frauen und Bildung unter einem diskutiert. Wir Freiheitlichen handeln da immer: Ich habe eine Minute meiner Redezeit für die Frauen abgetreten. Machen Sie das nach! Bei uns geht es darum, dass wir nicht über gelebte Frauenpolitik reden, wir machen sie, wir handeln. Und das ist das Entscheidende. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nein, lieber nicht!
Ich komme jetzt zu Ihnen, Frau Maurer. Ich weiß, Sie würden da gerne mehr Bewegung haben und zündeln gerne und rufen überall an und sagen: Das und das ist ein Riesenproblem! Es wäre vielleicht gut, wenn Sie bei uns anrufen würden. Ich habe schon überlegt, wenn Sie nicht zu uns finden, ich gebe Ihnen meine Handynummer. (Abg. Rädler: Nein, lieber nicht!) Aber es ist besser, Sie rufen mich nicht an (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ), denn Sie wollen es, glaube ich, gar nicht verstehen. (Abg. Rädler: Nein, die versteht es auch nicht!) Sie bringen immer dieselbe Leier. Ich gebe Ihnen gerne auch die Presseberichte, die wir als Abdrucke haben. Aber das ist auch nicht der entscheidende Faktor.
Abg. Rädler: Nein, die versteht es auch nicht!
Ich komme jetzt zu Ihnen, Frau Maurer. Ich weiß, Sie würden da gerne mehr Bewegung haben und zündeln gerne und rufen überall an und sagen: Das und das ist ein Riesenproblem! Es wäre vielleicht gut, wenn Sie bei uns anrufen würden. Ich habe schon überlegt, wenn Sie nicht zu uns finden, ich gebe Ihnen meine Handynummer. (Abg. Rädler: Nein, lieber nicht!) Aber es ist besser, Sie rufen mich nicht an (Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ), denn Sie wollen es, glaube ich, gar nicht verstehen. (Abg. Rädler: Nein, die versteht es auch nicht!) Sie bringen immer dieselbe Leier. Ich gebe Ihnen gerne auch die Presseberichte, die wir als Abdrucke haben. Aber das ist auch nicht der entscheidende Faktor.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Keine Ahnung von der Arbeitswelt! – Ruf bei der ÖVP: Wer soll das zahlen? – Zwischenruf der Abg. Kucharowits.
Abgeordnete Brigitte Jank (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Schülerinnen und Schüler auf der Galerie! Für Sie habe ich heute vielleicht auch etwas Interessantes, aber vorher noch an Kollegin Kucharowits und auch an Kollegin Lichtenecker: Also wie abgehoben sind Sie denn eigentlich? 900 € Lebenshaltungskosten für Studenten, und die sollen zur Gänze abgefedert werden?! Irgendwie habe ich den Eindruck – man kann Anleihe bei Margaret Thatcher nehmen –, Sie fürchten offensichtlich, dass Ihnen das Geld der anderen ausgeht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Keine Ahnung von der Arbeitswelt! – Ruf bei der ÖVP: Wer soll das zahlen? – Zwischenruf der Abg. Kucharowits.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Linke Träumereien! – Abg. Lichtenecker: Was wollten Sie mir sagen? – Abg. Krainer: …! Zuhören!
Ich glaube, dass es notwendig ist, festzuhalten, dass Ausbildung und Bildung dem Einzelnen auch etwas wert sein muss, und wer bedürftig ist, der wird in diesem Lande ausreichend unterstützt. Das muss man schon einmal festhalten. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Linke Träumereien! – Abg. Lichtenecker: Was wollten Sie mir sagen? – Abg. Krainer: …! Zuhören!)
Abg. Cap: Leo, das Bild ist verkehrt! – Abg. Rädler: Das ist das falsche Taferl! – Abg. Obernosterer: Das war schon gestern da!
vor den Fernsehgeräten! Das Budget ist die Grundlage … (Abg. Cap: Leo, das Bild ist verkehrt! – Abg. Rädler: Das ist das falsche Taferl! – Abg. Obernosterer: Das war schon gestern da!) – Was ist da verkehrt? (Der Redner kontrolliert das Bild des Schiffes, das korrekt aufgestellt ist.) – Bei manchen Kollegen ist anscheinend nicht die ganze Realität da, aber danke für den Hinweis! Ich bin froh, wenn sich jemand um mich sorgt.
Abg. Rädler: Da kann auch die Regierung etwas dafür, nicht?
Das aktuellste Beispiel findet sich wiederum im heutigen „Standard“ (den entsprechenden Artikel in die Höhe haltend): die Zielpunkt-Pleite. Betroffen sind 2 500 Arbeitnehmer und 230 Standorte. Ich denke, das ist ganz wesentlich … (Abg. Rädler: Da kann auch die Regierung etwas dafür, nicht?) – Jawohl, Herr Kollege Rädler, du als Bürgermeister wirst vielleicht betroffen sein, weil du dann eine neue leere Halle hast, die keine Kommunalsteuer bringt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das aktuellste Beispiel findet sich wiederum im heutigen „Standard“ (den entsprechenden Artikel in die Höhe haltend): die Zielpunkt-Pleite. Betroffen sind 2 500 Arbeitnehmer und 230 Standorte. Ich denke, das ist ganz wesentlich … (Abg. Rädler: Da kann auch die Regierung etwas dafür, nicht?) – Jawohl, Herr Kollege Rädler, du als Bürgermeister wirst vielleicht betroffen sein, weil du dann eine neue leere Halle hast, die keine Kommunalsteuer bringt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Wöginger: Das haben wir ja gerade gemacht! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
(Abg. Wöginger: Das haben wir ja gerade gemacht! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler – auf das Bild am Rednerpult weisend –: Vergiss nicht das Taferl! Und kein Wort zum Palmöl! – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Wir bitten, die Anträge zu unterstützen. – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler – auf das Bild am Rednerpult weisend –: Vergiss nicht das Taferl! Und kein Wort zum Palmöl! – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Rädler: Alles schlecht!
Meine Damen und Herren, wir diskutieren in dieser Budgetdebatte hier herinnen drei Tage lang (Abg. Rädler: Alles schlecht!), was wir und wo wir – teilweise sinnvoll, teilweise weniger sinnvoll – Milliarden von Euro ausgeben. Alles, was Sie ausgeben, wenn Sie dann die Beschlüsse fassen (Abg. Rädler: … was Positives!), muss ja zuerst erwirtschaftet werden – deswegen sind wir jetzt beim Thema Wirtschaft.
Abg. Rädler: … was Positives!
Meine Damen und Herren, wir diskutieren in dieser Budgetdebatte hier herinnen drei Tage lang (Abg. Rädler: Alles schlecht!), was wir und wo wir – teilweise sinnvoll, teilweise weniger sinnvoll – Milliarden von Euro ausgeben. Alles, was Sie ausgeben, wenn Sie dann die Beschlüsse fassen (Abg. Rädler: … was Positives!), muss ja zuerst erwirtschaftet werden – deswegen sind wir jetzt beim Thema Wirtschaft.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Rädler: Endlich einmal etwas Positives!
Mein Dank gilt hier nicht dem Vizekanzler, dem Bundesminister, und auch nicht Ihnen, mein Dank gilt von hier aus einmal allen Unternehmerinnen und Unternehmern im Lande (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP – Abg. Rädler: Endlich einmal etwas Positives!), mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die es trotz schlechter Rahmenbedingungen, trotz bürokratischer Hürden, trotz Verordnungsflut und Reformflut dieser Bundesregierung und der EU immer wieder schaffen, sich den sich laufend ändernden Rahmenbedingungen der Wirtschaft anzupassen, das zu meistern und für Einnah-
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bundesminister, ich würde Sie schon ersuchen, dass Sie – und da haben Sie jederzeit unsere Unterstützung – endlich Reformen angehen, die kein Geld kosten, die aber die Rahmenbedingungen für die österreichischen Unternehmerinnen und Unternehmer wesentlich verbessern. Das sind, wie üblich, die bekannten Argumente der letzten Jahre, die sich ja nach wie vor nicht geändert haben: Erleichterung bei Betriebsübergaben, endlich einmal die Gewerbeordnung entrümpeln, endlich einen Stopp der EU-Vorschriften- und -Verordnungsflut verhängen, die Bürokratie endlich abbauen und nicht aufbauen – siehe Registrierkassenverordnung (Zwischenruf bei der ÖVP) – und nicht generell alle Unternehmerinnen und Unternehmer dieses Landes unter einen Generalverdacht stellen. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nachholbedarf!
Ich glaube, im Endeffekt tragen wir alle, alle Ressorts, mit Kürzungen von rund 500 Millionen € im Rahmen der Förderungen dazu bei, dass die Steuerreform finanziert wird. Aber was ist das? – Im Endeffekt genau das, was Sie immer sagen: Nicht wir sollen entscheiden, was für den Bürger gut ist, sondern der Bürger soll seine Ausgaben, soll seine Dispositionsfähigkeit erhöhen. Ich gehe davon aus, wenn Sie weiter gute Stimmung verbreiten, wird er es tun. Also es ist noch einiges machbar. (Abg. Rädler: Nachholbedarf!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Loacker: Das ist Imageschädigung, was Sie da machen! – Abg. Rädler: Das war jetzt wieder typisch Gewerkschaft!
Jugendliche in dieser Republik haben, die wieder bereit sind, einen Lehrberuf zu erlernen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Loacker: Das ist Imageschädigung, was Sie da machen! – Abg. Rädler: Das war jetzt wieder typisch Gewerkschaft!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hagen.
Ich kann mich noch gut erinnern: Im Oktober 1998 bin ich nach Wien gekommen und habe in der Bundespolitik zu arbeiten begonnen. Eine meiner ersten Aktionen war damals, in Spital am Semmering für den Bau des Semmeringtunnels zu demonstrieren, nämlich darauf hinzuweisen, wie notwendig er ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hagen.) Jetzt kommt er endlich. Danke, Herr Minister! (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Bezahlte Demonstrantin! – Abg. Hakel: Ja, wie ist es bei Ihnen?
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Hafenecker. – Bitte. (Abg. Rädler: Bezahlte Demonstrantin! – Abg. Hakel: Ja, wie ist es bei Ihnen?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schmuckenschlager.
Sie haben vorhin gesagt, Österreich sei das Bahnfahrerland Nummer eins. – Ich kann das nur nicht nachvollziehen. Sie kennen es: 28 Nebenbahnen wurden im Jahr 2010 vom Land Niederösterreich übernommen. Damals hat sich Herr Pröll als Retter der Bahnen feiern lassen, um kurz danach 26 dieser Bahnen zuzusperren. Ich weiß nicht, wo die Leute mit der Eisenbahn fahren, die Sie hier immer wieder bemühen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schmuckenschlager.)
Abg. Rädler: … blaue Pläne!
Das Ganze ist also an die NÖVOG weitergegeben worden. (Abg. Rädler: … blaue Pläne!) – Herr Kollege Rädler, Sie wissen, was die NÖVOG jetzt macht! – (Zwischenrufe bei Abgeordneten von ÖVP und FPÖ.) Die NÖVOG verschachert diese Bahnen jetzt an die Gemeinden, hängt ihnen das – samt der Erhaltung der ganzen Baulichkeiten, die dranhängen – um, mit einem Risiko, dessen Ausmaß man gar nicht kennt, wie etwa, wie es mit den Grundstücken ausschaut, ob die vielleicht verseucht sind und so weiter. Also man hängt es den Gemeindebürgern um, die dann mit ihren Kanal-, Wasser- und Müllgebühren diesen Politikschrott, der in Niederösterreich gemacht wird, auch noch finanzieren können.
Abg. Rädler: Ich werde Sie namentlich zitieren! In meiner Rede werde ich Sie namentlich zitieren!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Heinzl zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Rädler: Ich werde Sie namentlich zitieren! In meiner Rede werde ich Sie namentlich zitieren!)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hagen: Keine Redezeit mehr, der Rädler! Du hast deine Redezeit schon mit Zwischenrufen verbraucht!
Abgeordnete Sigrid Maurer (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir befinden uns im Forschungsteil des Infrastrukturministeriums, wo auch der Rat für Forschung und Technologieentwicklung betreut wird. Dieser Rat schreibt jedes Jahr einen sehr guten Bericht, in dem jedes Jahr wieder ähnliche Dinge drinnen stehen, nämlich vor allem … (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Hagen: Keine Redezeit mehr, der Rädler! Du hast deine Redezeit schon mit Zwischenrufen verbraucht!) – Vielleicht lassen Sie mich ausreden, Herr Rädler. Vielleicht probieren Sie einmal, für gewisse Zeit einfach still zu sein.
Abg. Rädler: Da sind wir schon …!
Also: Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung gibt jedes Jahr einen Bericht heraus, wo er eine Einschätzung trifft über die Finanzierung von Forschung in Österreich, und dort kommt jedes Mal wieder ein zentraler Aspekt heraus, nämlich dass die Grundlagenforschung im Vergleich zur angewandten, zur betriebsnahen Forschung zu niedrig dotiert ist (Abg. Rädler: Da sind wir schon …!) – Könnten Sie jetzt bitte einmal still sein! Also ich meine, das ist echt eine …
Abg. Rädler: Überall zu wenig Mittel! Ein Wahnsinn!
Ich möchte aber auf einen anderen Aspekt eingehen, der eben in Ihrem Ministerium beheimatet ist, wofür es nämlich aus meiner Sicht zu wenig Mittel gibt. (Abg. Rädler: Überall zu wenig Mittel! Ein Wahnsinn!) Das ist nämlich genau der Zwischenbereich, die sogenannte translationale Forschung, also jene Forschung, die Grundlagenforschungsergebnisse so aufbereitet, dass sie für Anwendungen aufbereitet werden können, also an dieser Schnittstelle. Dafür sollte deutlich mehr Geld zur Verfügung stehen als für die rein betriebsnahe Forschung, die bei Ihnen einen großen Teil ausmacht, und auch die Forschungsprämie, meine Kollegin Ruperta Lichtenecker hat das heute bereits thematisiert. Da ist nach wie vor nicht klar, inwiefern die Wissenschaft von dieser Prämie profitiert. Es kommt dann doch eher in allererster Linie den Unternehmen zugute und nicht Forschung und Wissenschaft.
Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Hafenecker. – Abg. Rädler: Das war gut!
Diese Verordnung bezüglich 80 km/h bringt überhaupt nichts. Das ist eine sechsspurige Autobahn, meine sehr geehrten Damen und Herren, und da mit 80 km/h zu fahren, das ist eine Gefahrenquelle – und sonst nichts. Das brauchen wir nicht! – Herzlichen Dank. (Beifall der Abgeordneten Barbara Rosenkranz und Hafenecker. – Abg. Rädler: Das war gut!)
Abg. Rädler: Ja, dann passt es eh!
Abgeordnete Andrea Gessl-Ranftl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Herren Minister! Hohes Haus! Ich komme nun wieder vom Sportbudget zurück zum Landesverteidigungsbudget. Mit knapp 2 Milliarden € steigt das Budget der Landesverteidigung erstmalig wieder spürbar an. Zusätzlich dazu wurde ein Sonderinvestitionspaket mit einem Volumen von 660 Millionen € beschlossen. Davon sind im Budgetrahmen 2016 bis 2019 bereits 350 Millionen € abgebildet. (Abg. Rädler: Ja, dann passt es eh!) Mit diesem Sonderinvestitionspaket kann das Bundesheer wichtige Investitionen insbesondere in die Ausrüstung und Ausbildung für die Truppe tätigen.
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Rädler: Genau!
Abgeordneter Peter Haubner (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrte Herren Minister! Der Sport ist eine sehr wichtige Materie. Ich möchte dabei zunächst in Richtung der Frau Kollegin Steger sagen: Was täten wir ohne die Ehrenamtlichen, die im Sport tätig sind – ob das bei der UNION ist, ob das beim ASKÖ ist oder beim ASVÖ. Das sind 70 000 bis 100 000. Herzlichen Dank dafür (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Rädler: Genau!), dass ihr mit eurer täglichen Arbeit unsere Kinder und die Jugendlichen bewegt!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ebenso wurde vom Rechnungshof die fehlende Datenbank bemängelt, die unseres Erachtens sehr wichtig wäre, um endlich einmal vom Beginn bis zum Ende durchgängige Transparenz zu schaffen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei meinem Kollegen in der Bundesregierung, Finanzminister Hans-Jörg Schelling, sehr herzlich bedanken. (Beifall der Abg. Yilmaz.) Es waren intensive Gespräche – Budgetgespräche sind nicht die einfachsten –, aber wir haben das auf eine sehr kollegiale Art und Weise ins Ziel gebracht. Da man nie weiß, ob es in diesem Zusammenhang die letzten waren, sage ich vielen herzlichen Dank. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.)
Abg. Rädler – in Richtung Galerie –: Das ist ja eine Frechheit, so etwas!
Herr Bundesminister, Sie sind jetzt wieder am Wort. (Abg. Rädler – in Richtung Galerie –: Das ist ja eine Frechheit, so etwas!)
Abg. Rädler: Bei der Abstimmung habt ihr das auch gewusst?
Abgeordneter Wolfgang Knes (SPÖ): Herr Präsident! Meine Herren Minister! Hohes Haus! Zunächst einmal eine wichtige Botschaft meinerseits: Das österreichische Bundesheer ist nach der neuen geopolitischen Lage wichtiger denn je! Keiner von uns – und ich glaube, da spreche ich für alle – könnte auf unser Bundesheer verzichten. (Abg. Rädler: Bei der Abstimmung habt ihr das auch gewusst?) – Ja, selbstverständlich! (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rossmann. – Abg. Rädler: Professor Rossmann als Finanzminister!
Letztlich sollte 70 Jahre nach Ende des Krieges die Begründung, dass zur Behebung von Kriegsschäden unterschiedliche Einwohnergleichwerte bestehen, nicht mehr gelten. Dieses Argument hat hier nichts mehr verloren. Wir müssen wirklich versuchen, im Sinne eines aufgabenorientierten Finanzausgleiches einen Ausgleich zu finden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rossmann. – Abg. Rädler: Professor Rossmann als Finanzminister!)
Abg. Rädler: Das ist Unausgewogenheit!
Wenn man sich diese Zahlen anschaut – natürlich wissend, dass Wien gleichzeitig Stadt und Land ist –, sieht man, dass zum Beispiel jeder Gemeindebürger in Wien pro Kopf 3 019 € bekommt, während der Bürger beispielsweise in meiner Heimatgemeinde 886 € bekommt. (Abg. Rädler: Das ist Unausgewogenheit!)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Endlich einer, der die Bürgermeister versteht!
Dieses Ungleichgewicht, das durch nichts zu rechtfertigen ist, muss zumindest abgemildert werden! Es bedarf eines Finanzausgleiches zur Stärkung des ländlichen Raumes, darum bitten wir. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Endlich einer, der die Bürgermeister versteht!)
Abg. Rädler: Nicht seit heute erst!
Herr Abgeordneter Rossmann, ich muss es so sagen: Sie haben irgendwie eine Art von selektiver Wahrnehmung. (Abg. Rädler: Nicht seit heute erst!) Bei der Lektüre des Berichtes der Kommission bis zum Ende sind zwei Dinge zu beachten: Erstens haben Sie einmal in einer Sitzung des Budgetausschusses behauptet, wir würden es nicht schaffen, die Flüchtlingskosten herauszurechnen. Ich habe gesagt: Verhandeln tue ich, nicht Sie. Das Ergebnis ist, dass die Flüchtlingskosten ex post berechnet werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rossmann: Das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, das war nicht vereinbart!) – Ich sage dazu, dass ich gemeint habe: Ich verhandle das, und ich garantiere Ihnen, dass wir da zu einer Lösung kommen. Sie ist auch da.
Abg. Rädler: Warum ist sie nicht da?
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich möchte einige wenige Minuten dafür verwenden, im Namen unserer Kollegin Christiane Brunner einen Entschließungsantrag einzubringen, der ja fast mit dem Anliegen der Vorrednerin korrespondiert. (Abg. Rädler: Warum ist sie nicht da?) – Ja, die ist hoffentlich in Paris zur Klimakonferenz gut gelandet.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Heute wurde von Hard Facts und Soft Facts gesprochen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Jawohl, Herr Kollege Rädler, du kannst dann zur Berichtigung herunterkommen. Herr Minister, wir haben schon darüber gesprochen, dass eine schnelle, wirksame Maßnahme die Wiedereinführung der Mineralölsteuerrückvergütung beim Agrardiesel wäre.
Sitzung Nr. 107
Abg. Rädler: Wollen Sie einen Stacheldraht?!
Jetzt wird ein Maschendrahtzaun hochgezogen, der knapp über zwei Meter hoch ist, Stacheldraht gibt es sowieso einmal keinen. (Abg. Rädler: Wollen Sie einen Stacheldraht?!) Ich frage mich, wieso man den Zaun aufstellt, da kann man gleich auch eine Überstiegshilfe auf den Weg mitgeben. Es ist ein völliger unnötiger Vorgang, der da zum Besten gegeben wird, der wieder nur Geld kostet, anstatt effizient vorgenommen zu werden. (Beifall bei der FPÖ.)
in Richtung des Abg. Rädler, der sein Mobiltelefon in der Hand hält
Nur Sie machen wohl einen Zaun und legen die Drahtschere schon daneben hin, damit es jeder nur leichter hat. Das ist die Philosophie, mit der Sie es angehen (in Richtung des Abg. Rädler, der sein Mobiltelefon in der Hand hält) – viel Spaß beim Telefonieren übrigens! (Abg. Steinbichler: Dann tut er wenigstens nicht zwischenrufen!)
Abg. Rädler: Seien Sie nicht unklug, fragen Sie Klug!
Zum Thema Sicherheit hat meine Vorrednerin gemeint, das Bundesheer werde auch herangezogen. Was hören wir? – Erfahrungen aus dem Assistenzeinsatz, aus dem Grenzeinsatz, und jetzt, wo wir sagen, Präsenzdiener an die Grenzen, heißt es nur: Die sind ja überhaupt nicht ausgebildet, die können das ja gar nicht! – Was ist denn da passiert in der letzten Zeit, seit dem Assistenzeinsatz? Jetzt geht es darum, fremdenpolizeiliche Maßnahmen zu unterstützen. Was passiert denn mit unseren Grundwehrdienern, wenn einmal tatsächlich eine kriegerische Auseinandersetzung stattfinden wird, wozu wir an sich das Bundesheer mit dem Grundwehrdienst haben – aus einer Volksabstimmung abgesichert? Was passiert, wenn wir das Bundesheer einmal für eine ernste Auseinandersetzung brauchen würden, wenn es nicht einmal funktioniert, wenn es darum geht, ein Tor mit seitlichen Baumaßnahmen zu sichern? (Abg. Rädler: Seien Sie nicht unklug, fragen Sie Klug!) – Ja, glauben Sie, Kollege Rädler, dass die Sicherheit Österreichs mit einer Gulaschkanone gewährleistet wird? Da feuern Sie einmal dort eine Salve ab! (Ironische Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Klug sein, Klug fragen!)
Ironische Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Klug sein, Klug fragen!
Zum Thema Sicherheit hat meine Vorrednerin gemeint, das Bundesheer werde auch herangezogen. Was hören wir? – Erfahrungen aus dem Assistenzeinsatz, aus dem Grenzeinsatz, und jetzt, wo wir sagen, Präsenzdiener an die Grenzen, heißt es nur: Die sind ja überhaupt nicht ausgebildet, die können das ja gar nicht! – Was ist denn da passiert in der letzten Zeit, seit dem Assistenzeinsatz? Jetzt geht es darum, fremdenpolizeiliche Maßnahmen zu unterstützen. Was passiert denn mit unseren Grundwehrdienern, wenn einmal tatsächlich eine kriegerische Auseinandersetzung stattfinden wird, wozu wir an sich das Bundesheer mit dem Grundwehrdienst haben – aus einer Volksabstimmung abgesichert? Was passiert, wenn wir das Bundesheer einmal für eine ernste Auseinandersetzung brauchen würden, wenn es nicht einmal funktioniert, wenn es darum geht, ein Tor mit seitlichen Baumaßnahmen zu sichern? (Abg. Rädler: Seien Sie nicht unklug, fragen Sie Klug!) – Ja, glauben Sie, Kollege Rädler, dass die Sicherheit Österreichs mit einer Gulaschkanone gewährleistet wird? Da feuern Sie einmal dort eine Salve ab! (Ironische Heiterkeit und Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Klug sein, Klug fragen!)
Abg. Rädler: Keine Hetzer!
Wir wollen – und das ist mir wesentlich – dafür sorgen, dass man das Gemeinsame hervorkehrt. Ruhe und Sicherheit sind ein Anliegen für alle Menschen. Ich würde sagen, 99,9 Prozent in Österreich wünschen sich Ruhe und Sicherheit, wünschen sich einen normalen Zugang auch zu dem Thema. Nur vereinzelte Extremisten und nur vereinzelte Zündler wollen diese Ruhe und Sicherheit stören. Wir sind uns wahrscheinlich auch einig: Wir wollen keine Extremisten. Wir wollen keine religiösen Extremisten, wir wollen aber auch keine politischen Extremisten. Das wäre wichtig! (Abg. Rädler: Keine Hetzer!) – Logischerweise wollen wir auch keine Hetzer.
Abg. Rädler: Stronach braucht einen neuen Obmann!
Das sind keine Luftschlösser, was er sagt, sondern das hat System. Frank Stronach weiß, wovon er spricht. Schauen Sie sich unser Programm an! (Abg. Rädler: Stronach braucht einen neuen Obmann!)
Abg. Rädler: Stronach will neue Gesichter, Herr Lugar! – Abg. Lugar: Haben Sie sich schon beworben oder was? – Abg. Rädler: Nein, nein! Neue Gesichter!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Lintl. (Abg. Rädler: Stronach will neue Gesichter, Herr Lugar! – Abg. Lugar: Haben Sie sich schon beworben oder was? – Abg. Rädler: Nein, nein! Neue Gesichter!)
Abg. Rädler: Ja, gestern!
Ich möchte auch Sie, meine werten Kollegen, fragen: Waren Sie ein einziges Mal in Spielfeld? Haben Sie sich das ein einziges Mal angeschaut? (Abg. Rädler: Ja, gestern!) – Das ist sehr erfreulich, Herr Kollege Rädler. Sie sind aber offenbar eine
Abg. Rädler: Gewerbeschein für Flüchtlingsunterbringung!
Holzen Sie endlich dieses System frei, dann schaffen Sie Arbeitsplätze! (Abg. Rädler: Gewerbeschein für Flüchtlingsunterbringung!)
Sitzung Nr. 109
Abg. Rädler: Autofahren verbieten!
Sie lachen und gefährden mit dieser Maßnahme Leben (Abg. Rädler: Autofahren verbieten!), nicht nur die der betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, die erschöpft am Abend Auto fahren müssen, sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Rädler: Sie sind weltfremd!
Meine Damen und Herren, wir Grüne wollen das nicht, und ich finde es sehr bedauerlich, dass Sie das lächerlich finden. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Rädler: Sie sind weltfremd!)
Abg. Rädler: Was haben Sie gelernt? Haben Sie jemals gearbeitet?
Schauen wir uns den nächsten Punkt an: Sie erhöhen die tägliche Arbeitszeit von jungen Menschen auf bis zu zehn Stunden, von acht auf zehn Stunden, wenn es auch mit einer Fahrzeit in Verbindung steht. Ihr Argument ist, dass Lehrlinge, speziell auf Montage, sonst diese Ausbildung nicht machen können. Aber, meine Damen und Herren, ab dem 16. Lebensjahr ein 10-Stunden-Arbeitstag, das ist nicht nur für einen jungen Menschen, der am Bau arbeitet, körperlich extrem anstrengend. Das ist auch eine wichtige Entwicklungsphase. Stellen Sie sich vor: zehn Stunden Arbeit! Da bleibt für sonst nichts mehr Zeit – und das wollen Sie? (Abg. Rädler: Was haben Sie gelernt? Haben Sie jemals gearbeitet?) – Ja, zum Beispiel im Gastgewerbe, darum kenne ich mich da so gut aus. (Ruf: Wie lange denn?)
Abg. Rädler: Haben ja keine Ahnung, die Grünen!
Werte Kollegin Schatz, man kann Äpfel mit Birnen vermischen. Fakt ist: Wir stellen gewisse Dinge klarer dar, indem wir den Bereich Arbeitszeiten inklusive Reisezeiten neu regeln. Sie haben recht, wir haben einen Passus mit zehn Stunden Arbeitszeit inklusive Reisezeit für Jugendliche drinnen. Ich habe den Lehrberuf Maurer erlernt, ich war zwölf Stunden, 14 Stunden mit dem Bus unterwegs. (Abg. Rädler: Haben ja keine Ahnung, die Grünen!) Fakt ist, wir werden keine Betriebe finden, die Lehrlinge im handwerklichen Bereich ausbilden, wenn Reisezeiten mitzuberücksichtigen sind, der Weg vom Betrieb zur Baustelle und von der Baustelle zurück. Und Fakt ist, wenn wir zwei Stunden Reisezeit haben, dann sind das zwei Stunden aktive Reisezeit und die
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Es gab schon bessere Reden! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Nur objektiv: Das stimmt!
Sehr geehrter Herr Bundesminister – das betrifft jetzt nicht Sie direkt, es ist gerichtet an den zuständigen Bundesminister Rupprechter –, es wäre höchst an der Zeit, sich für erneuerbare Energien einzusetzen. Aber leider fehlt es dem zuständigen Minister an Mut und auch an Einsatzbereitschaft. Also: Ausstieg aus EURATOM und erneuerbare Energien fördern! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Es gab schon bessere Reden! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Nur objektiv: Das stimmt!)
Abg. Rädler: Hallo! Hallo! – Abg. Wöginger: Das ist ja kein Gerichtssaal hier!
Berlin – Sie wissen genau, wer der ist – anfüttern lassen, in einen Deal einzusteigen, wo gegen die Interessen der Steuerzahler an dem ganzen Hypo-Elend damals schon noch mitverdient wurde. (Abg. Rädler: Hallo! Hallo! – Abg. Wöginger: Das ist ja kein Gerichtssaal hier!) Das wissen Sie ganz genau.
Oh-Ruf des Abg. Rädler.
Wenn Sie sich hier herstellen und anderen unterstellen, dass sie sich nicht rechtskonform verhalten haben, dann frage ich Sie, wie Sie aus sogenannten nichtöffentlichen Akten – wie Sie es selbst nennen – Transkripte anfertigen und den Medien übergeben. (Oh-Ruf des Abg. Rädler.) Sie können einmal erklären, ob das rechtskonform ist oder nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kogler. – Abg. Tamandl: … lächerlich, was ihr da macht!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Tamandl.
Frage 32: „Werden Sie die Antworten von Hans-Georg Kramer an Karl-Heinz Grasser dem Parlament, insbesondere den Mitgliedern des U-Ausschusses, zur Verfügung stellen?“ – Ja. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Tamandl.)
Abg. Walter Rosenkranz: … im Vorsitz! … im Internet nachlesen! – Abg. Rädler: Sie bringen’s nicht rüber!
Weil wir gerade bei Finanzminister Grasser sind (Abg. Walter Rosenkranz: Wann war denn das, vom Jahr her?): eine weitere Erkenntnis aus dem Untersuchungsausschuss. 2001 gab es eine Bank … (Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.) – Sind Sie Mitglied im Untersuchungsausschuss? Darf ich das vielleicht berichten? Ich möchte es auch Ihnen näherbringen. (Abg. Walter Rosenkranz: … im Vorsitz! … im Internet nachlesen! – Abg. Rädler: Sie bringen’s nicht rüber!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das sind Erkenntnisse aus dem Untersuchungsausschuss. (Abg. Lugar: … Themenverfehlung!) Frau Präsidentin Griss hat während der Gespräche, die sie geführt hat, Aufzeichnungen gemacht, Protokolle angefertigt, Herr Kollege Lugar (Abg. Kogler: Kramer hat damals mitgemischt …!), und vorige Woche hat der Untersuchungsausschuss beschlossen – Sie müssten das wissen (Zwischenruf des Abg. Rädler) –, dass diese Gesprächsaufzeichnungen und Protokolle dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestellt werden. Wir freuen uns schon darauf; auch diese werden wir sehr, sehr aufmerksam lesen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Kitzmüller.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Kitzmüller.
Das sind Erkenntnisse aus dem Untersuchungsausschuss. (Abg. Lugar: … Themenverfehlung!) Frau Präsidentin Griss hat während der Gespräche, die sie geführt hat, Aufzeichnungen gemacht, Protokolle angefertigt, Herr Kollege Lugar (Abg. Kogler: Kramer hat damals mitgemischt …!), und vorige Woche hat der Untersuchungsausschuss beschlossen – Sie müssten das wissen (Zwischenruf des Abg. Rädler) –, dass diese Gesprächsaufzeichnungen und Protokolle dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestellt werden. Wir freuen uns schon darauf; auch diese werden wir sehr, sehr aufmerksam lesen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Kitzmüller.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Sehr geehrte Damen und Herren an den Fernsehschirmen – wahrscheinlich hat ohnehin schon jeder abgedreht! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Werte Kolleginnen und Kollegen! Es ist interessant, dass Herr Kollege Kogler, der offensichtlich im Untersuchungsausschuss unter den zahlreichen, den Millionen von Unterlagen die Smoking Gun nicht findet (Abg. Kogler: Da raucht’s ja überall raus!), immer wieder versucht, den Untersuchungsausschuss über Politspektakel ins Plenum oder in die Presse zu bringen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Rädler
Der Klub kann Ihnen die Möglichkeit geben, Zugang zu den Unterlagen zu erhalten – ich habe Ihnen das gerade erklärt: § 12 des Informationsordnungsgesetzes. (Abg. Rossmann: Ich habe eine Anfrage gestellt …!) Die Grünen haben im Übrigen die Verfahrensordnung und das Informationsordnungsgesetz mitbeschlossen (Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Rädler), und Sie haben hier auch mitgestimmt, daher sollten Sie wissen, unter welchen Voraussetzungen Sie zu diesen Unterlagen kommen können. (Abg. Kogler: Eine Anfragebeantwortung ist generell öffentlich!) Das heißt: Der Herr Finanzminister hat ganz korrekt geantwortet.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich halte das wirklich für ein Politspektakel, das Herr Kogler da abführt (Zwischenruf des Abg. Rädler), und ich muss ganz ehrlich sagen: Wir haben Bundesminister Grasser im Ausschuss gehört, er hat unter Wahrheitspflicht ausgesagt. Er hat auch ganz offen gesagt, dass er Unterlagen bekommen hat. (Abg. Kogler: Habe ich nicht infrage gestellt!) Ob uns das jetzt gefällt, wie sich Herr Sektionschef und Generalsekretär außer Dienst Kramer da verhalten hat, das ist eine andere Sache (Abg. Kogler: Um das geht es jetzt aber!); aber dem Herrn Finanzminister kann man da überhaupt keine Vorwürfe machen.
Abg. Rädler: Na, „gut darstellt“ steht nicht da! – Ruf bei der FPÖ. Weißt du das?
Das Briefing von Herrn Grasser: Herr Grasser schreibt einen netten Brief an den Herrn Finanzminister, da steht drinnen: Lieber Herr Finanzminister, es wird ja wohl auch in Ihrem Interesse und im Interesse Ihres Hauses sein, dass man die Zeit 2000 bis 2007 und darüber hinaus möglichst gut darstellt. Also das war schon einmal der Ausgangspunkt (Abg. Rädler: Na, „gut darstellt“ steht nicht da! – Ruf bei der FPÖ. Weißt du das?), dass es wohl auch im Interesse des Ministeriums sein müsse, dass man das im Untersuchungsausschuss möglichst positiv darstellt.
Abg. Rädler: Eine emotionale Rede!
Ja, neue Gesetze werden das Hypo-Desaster nicht verhindern, wenn man schon die alten Gesetze nicht gelebt und eingehalten hat! Und dass mehr Budget auch nicht helfen wird, sieht man daran, dass da ja politisch motiviert gehandelt wird. Was da dahintersteckt, das ist glasklar politische Motivation. Das sind eben nicht Zahlen, Daten und Fakten, die man einem Ex-Minister zur Verfügung stellt, wofür ich Verständnis hätte, sondern das sind politisch motivierte Aussagen. Das sind keine Fakten, das sind politische Botschaften. (Abg. Rädler: Eine emotionale Rede!) Das ist Propaganda, die man einem Ex-Minister mitgibt, damit er diese Propaganda in einem Untersuchungsausschuss verbreitet. – Das ist alles andere als zulässig. Herr Minister, das ist völlig inakzeptabel! (Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Rädler: Das war jetzt eine von Emotionen getragene Rede!)
Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Rädler: Das war jetzt eine von Emotionen getragene Rede!
Ja, neue Gesetze werden das Hypo-Desaster nicht verhindern, wenn man schon die alten Gesetze nicht gelebt und eingehalten hat! Und dass mehr Budget auch nicht helfen wird, sieht man daran, dass da ja politisch motiviert gehandelt wird. Was da dahintersteckt, das ist glasklar politische Motivation. Das sind eben nicht Zahlen, Daten und Fakten, die man einem Ex-Minister zur Verfügung stellt, wofür ich Verständnis hätte, sondern das sind politisch motivierte Aussagen. Das sind keine Fakten, das sind politische Botschaften. (Abg. Rädler: Eine emotionale Rede!) Das ist Propaganda, die man einem Ex-Minister mitgibt, damit er diese Propaganda in einem Untersuchungsausschuss verbreitet. – Das ist alles andere als zulässig. Herr Minister, das ist völlig inakzeptabel! (Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Rädler: Das war jetzt eine von Emotionen getragene Rede!)
Beifall bei Team Stronach und Grünen. – Abg. Rädler: Das war ja ein Schuss ins Knie!
Genau darum geht es, Herr Minister, und da bitte ich Sie, sich noch einmal zu erklären, denn das ist wirklich ein Skandal, und das hätten Sie abstellen müssen. (Beifall bei Team Stronach und Grünen. – Abg. Rädler: Das war ja ein Schuss ins Knie!)
Abg. Rädler: So ist es! – Abg. Schimanek: Das ist das Gleiche, was sie in Wien machen!
Was die Freiheitliche Partei mit diesem Antrag fordert, würde natürlich die Einnahmen auf der kommunalen Ebene gefährden. (Abg. Rädler: So ist es! – Abg. Schimanek: Das ist das Gleiche, was sie in Wien machen!) Und in weiterer Folge – das wurde wohl nicht durchdacht – würde es durch weniger Einnahmen auf der kommunalen Ebene in der Gemeindepolitik zu einem totalen Investitionsstopp kommen. Dadurch wären viele tausend Arbeitsplätze in Österreich gefährdet, wenn nicht überhaupt verloren.
Abg. Rädler: Der Herr Minister hat schon recht!
Präsident Karlheinz Kopf: Meine Damen und Herren! Könnten Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder der Rednerin zuwenden? (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Herr Abgeordneter Darmann, bitte! (Bundesminister Hundstorfer – in Richtung FPÖ –: Rechnen Sie Ihre Anträge zusammen! Tut mir leid! – Zwischenruf bei der FPÖ. – Bundesminister Hundstorfer: Danke schön, Herr Abgeordneter! Sehr „nett“!) Herr Bundesminister, das gilt auch für Sie! (Abg. Rädler: Der Herr Minister hat schon recht!)
Abg. Rädler: Genau!
Abgeordnete Mag. Aygül Berivan Aslan (fortsetzend): Ich werde meine Redezeit natürlich nicht ausschöpfen, denn es ist wirklich schade um die Zeit, denke ich, denn dieses Thema haben wir schon im Ausschuss diskutiert und über die Sinnlosigkeit dieses Antrages gesprochen. Ich denke, diesen Antrag haben Sie irgendwie im Wirtshaus ausgefertigt (Abg. Rädler: Genau!), ohne ihn gescheit zu durchdenken.
Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP, NEOS und Team Stronach sowie Bravoruf des Abg. Rädler.
Ich finde es einfach peinlich, dass Sie sich dann noch hierherstellen und von effektiver freiheitlicher Konsumentenschutzpolitik reden und uns mit derartigen Anträgen beschäftigen. Es ist, wie gesagt, schade um unsere Arbeitszeit, schade um unsere Lebenszeit, wenn wir uns dem widmen! (Beifall bei Grünen, SPÖ, ÖVP, NEOS und Team Stronach sowie Bravoruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wenn wir aber dann doch wieder einmal nicht geschwärzte Akten bekommen haben, sind wir zur dritten Eskalationsstufe gekommen, nämlich die Verweigerung der Aktenvorlage, wenn es darum gegangen ist, Akten aus der HETA anzuliefern, um insbesondere dort einmal zu graben. Und das wird ja die dritte Phase des Untersuchungsausschusses sein: Wie viele Hunderte Millionen Euro an Steuergeldern (Zwischenruf des Abg. Rädler) sind aus der Hypo in Beratungsverträge hineingeflossen, in Beratungsunternehmen geflossen? – Und uns wird die Auskunft verwehrt, wer da auf Steuerzahlerkosten entsprechend abkassiert hat! (Abg. Strache – in Richtung des
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In diesen Kreditausschussakten kann man klipp und klar nachvollziehen, wie sich seit Ende der neunziger Jahre das Unglück angebahnt hat und die Aufsicht im Übrigen relativ wenig zustande gebracht hat. Das ist ja unser Untersuchungsgegenstand. Dort können Sie finden, wie uns Steuerzahlern schon ganz früh in den 2000er Jahren – letztlich durch diese sogenannte dumme Notverstaatlichung – die Gelder gefladert wurden von der organisierten … (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Selbstverständlich ist dem Steuerzahler Geld gefladert worden, was glauben denn Sie? Und das ist auch nicht von der Uhrzeit abhängig. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Glauben Sie, dass um 22.07 Uhr weniger Geld verschwunden ist als um 9.06 Uhr? Das werden Sie mir wohl nicht …
Abg. Rädler: Bei jedem Ausschuss …!
Das fügt sich ja in eine ganze Kette von Wahnsinnigkeiten: Schwärzungen, Vertraulichkeitsstufen werden unsinnig hoch hinaufgehoben, Zeugenlisten hätten geheim sein sollen – das wäre ja schlechter als bei den alten Regelungen gewesen. Dem werden wir entgegenwirken. (Abg. Rädler: Bei jedem Ausschuss …!) Beteiligen Sie sich, und blockieren Sie nicht! – Ende der Durchsage. (Beifall bei Grünen und FPÖ, bei Abgeordneten von NEOS und Team Stronach sowie der Abgeordneten Lintl.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir erinnern uns, in den letzten Wochen gab es den Antrag der Freiheitlichen betreffend Ministeranklage gegen den Bundeskanzler und die Innenministerin in der Causa Asylchaos (Zwischenruf des Abg. Rädler), und Sie, werte Kolleginnen und Kollegen von SPÖ und ÖVP, haben hier eine Ministeranklage verhindert. Das heißt, Sie haben
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Fakt ist aber, dass es die Möglichkeit der Ministeranklage seit 1920 gibt und – Sie werden es richtig erraten haben – seit 1920 in keinem Fall eine Ministeranklage erfolgt ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, woran liegt das denn? – Weil im Normalfall die Mehrheit, die die Regierung stellt, auch hier im Nationalrat die Mehrheit stellt. (Zwischenruf des Abg. Strache.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist ein demokratiepolitisches Problem, welches auch der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Holzinger heuer im Mai erkannt hat, werte Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der FPÖ.) Präsident Holzinger hat eingefordert, die Ministeranklage als Minderheitsrecht zu verankern, um dieses derzeit geltende tote Recht der Ministeranklage mit Leben zu erfüllen, entsprechend demokratiepolitischer Zweckmäßigkeit mit Leben zu erfüllen, damit diese Ministeranklagen endlich auch durchgeführt werden können, werte Kolleginnen und Kollegen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich erinnere Sie an eines: Wenn wir uns und unsere Arbeit hier im Nationalrat ernst nehmen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und ein Untersuchungsausschuss auch einen Sinn haben soll, dann werden wir gegebenenfalls auch aus einem Untersuchungsausschuss heraus Konsequenzen zu ziehen haben. (Zwischenruf des Abg. Strache.) Das heißt, wir werden amtierende Regierungsmitglieder auch vor dem Verfassungsgerichtshof anklagen müssen, wenn es entsprechende Informationen aus der Untersuchungsausschussarbeit gibt. Wenn nunmehr schon der Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht installiert worden ist, ist es nur der nächste logische Schritt, auch die Ministeranklage diesbezüglich auf ein Minderheitsrecht aufzubauen.
Abg. Rädler: Was wird das jetzt?
Würden Sie es wollen, dass zum Beispiel die Mehrheit von Strafreferenten einer Bezirkshauptmannschaft oder einer Landespolizeidirektion die Möglichkeit hat, darüber zu entscheiden, ob sie Verkehrssünder bestrafen will oder nicht? (Abg. Wittmann: … noch immer das Gericht! … Gewaltentrennung!) Oder – ein bisschen höher gesponnen, jetzt sind wir bei Gericht –: Würden Sie es wollen, dass eine Mehrheit von Staatsanwälten bei einem Landesgericht (Abg. Wittmann: Gewaltentrennung! – Abg. Schimanek: Zuhören!) entscheiden kann (Abg. Rädler: Was wird das jetzt?), ob sie bestimmte Straftaten bestrafen will oder nicht?
Abg. Rädler: Hypo-Generalverdacht! Grüne!
Abgeordnete Mag. Daniela Musiol (Grüne): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich stimme meinen Vorrednern vollinhaltlich nicht zu. Ich glaube, wir Grüne sind ganz klar über jeden Verdacht erhaben (Oh-Rufe bei der ÖVP) – lassen Sie mich ausreden, bevor Sie ausatmen! –, dass wir die letzten Fälle, die von der FPÖ hier im Zusammenhang mit dem Thema Ministeranklage gebracht wurden, aus unserer Sicht auch nur irgendwie als inhaltlich sinnvoll erachten und genau so teilen. (Abg. Rädler: Hypo-Generalverdacht! Grüne!)
Abg. Rädler: Der Haselsteiner zahlt das!
Ich bitte jene Damen und Herren, die sich diesem Antrag anschließen, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Mehrheit. Der Antrag ist angenommen. (Abg. Rädler: Der Haselsteiner zahlt das!)
Sitzung Nr. 111
Abg. Rädler: Hören statt hetzen!
Darum geht es. Ich muss Ihnen, zumindest einem Teil der hier Anwesenden, einen Vorwurf machen: Würden Sie in die österreichische Bevölkerung hineinhören, tagtäglich hineinhören, seit Wochen, seit Monaten, ja seit über einem Jahr hineinhören (Abg. Rädler: Hören statt hetzen!), dann hätten Sie schon lange gewusst, welche Taten im Sinne der Bevölkerung zu setzen sind, geschätzte Kollegen von der SPÖ und der ÖVP. (Abg. Rädler: Hören statt hetzen!)
Abg. Rädler: Hören statt hetzen!
Darum geht es. Ich muss Ihnen, zumindest einem Teil der hier Anwesenden, einen Vorwurf machen: Würden Sie in die österreichische Bevölkerung hineinhören, tagtäglich hineinhören, seit Wochen, seit Monaten, ja seit über einem Jahr hineinhören (Abg. Rädler: Hören statt hetzen!), dann hätten Sie schon lange gewusst, welche Taten im Sinne der Bevölkerung zu setzen sind, geschätzte Kollegen von der SPÖ und der ÖVP. (Abg. Rädler: Hören statt hetzen!)
Abg. Rädler: Stimmt nicht!
Obergrenzen, Richtgrenzen, Richtwerte (Abg. Rädler: Stimmt nicht!), Obergrenzwerte – was auch immer das ist (Abg. Rädler: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) –, und auf die Frage, was dann gemacht wird, wenn 37 500 Personen im ersten Jahr hier im Land sind, antwortet: Unter Umständen wird dann die Variante gewählt, dass die Leute weiter nach Österreich kommen können, einen Asylantrag stellen können, nur wird dieser dann auf Jahre hin nicht bearbeitet, dann muss man sich fragen: Was ändert sich denn da an der Problematik, werte Damen und Herren?
Abg. Rädler: Bleiben Sie bei der Wahrheit!
Obergrenzen, Richtgrenzen, Richtwerte (Abg. Rädler: Stimmt nicht!), Obergrenzwerte – was auch immer das ist (Abg. Rädler: Bleiben Sie bei der Wahrheit!) –, und auf die Frage, was dann gemacht wird, wenn 37 500 Personen im ersten Jahr hier im Land sind, antwortet: Unter Umständen wird dann die Variante gewählt, dass die Leute weiter nach Österreich kommen können, einen Asylantrag stellen können, nur wird dieser dann auf Jahre hin nicht bearbeitet, dann muss man sich fragen: Was ändert sich denn da an der Problematik, werte Damen und Herren?
Abg. Rädler: Aber nur Sie!
Ich bin der Meinung, dass Österreich eine vollkommen andere Rolle einnehmen sollte. (Abg. Rädler: Aber nur Sie!) – Es tut mir leid, dass Sie das nicht sehen, Herr Kollege. Und, Sie haben schon recht, dass Sie das nicht sehen, das beweist ja die ÖVP jeden Tag.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Aber er hat nicht die Wehrpflicht reformiert (Zwischenruf des Abg. Rädler), er hat nicht die Kasernen in Ordnung gebracht, und er hat nichts dazu beigetragen, den Grabenkampf zwischen Generalstab und Kabinett zu beenden – dieser Widerspruch und dieser Gegensatz und dieser innere Kalte Krieg im Verteidigungsministerium hat sich verschärft. Und was das Schlimmste war, ist, dass er nicht in der Lage war – da trifft beide Seiten die Schuld –, auch nur irgendwo mit der Innenministerin bei den großen Fragen von der Flüchtlingskrise bis zur inneren Sicherheit und Bekämpfung der Kriminalität zusammenzuarbeiten.
Zwischenruf der Abgeordneten Strache und Rädler.
Sinnvollerweise sagt die Polizei, dass sie ihre qualifiziertesten Beamten schicken und keine Polizeischüler und Polizeischülerinnen wollen. Und bei uns sitzen die qualifiziertesten Soldaten und Soldatinnen in Kasernen in einem traurigen Zustand, und Sie wollen die Präsenzdiener an die Grenze schicken und wollen einen gescheiterten Wehrdienst – über dessen Aufhebung wir ein zweites Mal mit Volksabstimmung reden müssten – nach einer verheerenden Reformbilanz verlängern? (Abg. Fekter: Aber hallo!) Das geht doch nicht! (Zwischenruf der Abgeordneten Strache und Rädler.) Ich weiß nicht, wer Ihnen das empfohlen hat; der Generalstab kann es nicht gewesen sein.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Tosender Applaus!
Die ÖVP ist ja die Chef-Verhinderin einer Harmonisierung des Pensionsrechts, auch bei den Beamten. Das müssen Sie da drüben (in Richtung ÖVP) auf Ihre Kappe nehmen; da schützen Sie immer Ihre Beamtenklientel. Klar, die Postler sind nicht in erster Linie Ihre, aber die Beamten in ihrer Gesamtheit sehr wohl. Da mag ich es gar nicht, wenn man sich herausstellt und in der Früh eine Pensionsreform verlangt und am Abend die Schäfchen ins Trockene bringt, die eigenen schwarzen Schäfchen. Das Pensionssystem ist schrottreif, und die ÖVP leistet einen „würdigen“ Beitrag dazu. Solche Sonderregelungen gehören auf den Schrottplatz. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Tosender Applaus!) – Herr Rädler, Sie sind herzlich eingeladen, mit zu applaudieren.
Abg. Rädler: Fangen Sie bei sich an! Sie haben Ihr Rückkehrrecht gesichert in der Bank! Das ist Privatwirtschaft?
Ich bin ja grundsätzlich ein Fan von Aktieninvestments. Ich halte das für richtig, aber nicht mit dem Schutzschild der Steuerzahler im Rücken. So kann Privatisierung nicht funktionieren! So kann privates Investment nicht funktionieren! Da sind die Prinzipien der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt worden, und deswegen funktioniert das nicht. (Abg. Rädler: Fangen Sie bei sich an! Sie haben Ihr Rückkehrrecht gesichert in der Bank! Das ist Privatwirtschaft?) – Dieses Rückkehrrecht habe ich deswegen, weil mich Ihre ÖVP-Parteikollegen sonst hinausgeschmissen hätten, das sage ich Ihnen jetzt, Herr Rädler. Ich kann es Ihnen nachher im Detail erklären. – Ja! (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schopf. – Abg. Strolz: … Unverschämtheit!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schopf. – Abg. Strolz: … Unverschämtheit!
Ich bin ja grundsätzlich ein Fan von Aktieninvestments. Ich halte das für richtig, aber nicht mit dem Schutzschild der Steuerzahler im Rücken. So kann Privatisierung nicht funktionieren! So kann privates Investment nicht funktionieren! Da sind die Prinzipien der Marktwirtschaft außer Kraft gesetzt worden, und deswegen funktioniert das nicht. (Abg. Rädler: Fangen Sie bei sich an! Sie haben Ihr Rückkehrrecht gesichert in der Bank! Das ist Privatwirtschaft?) – Dieses Rückkehrrecht habe ich deswegen, weil mich Ihre ÖVP-Parteikollegen sonst hinausgeschmissen hätten, das sage ich Ihnen jetzt, Herr Rädler. Ich kann es Ihnen nachher im Detail erklären. – Ja! (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Schopf. – Abg. Strolz: … Unverschämtheit!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dieses Verlangen kommt von denselben Neoliberalen, die uns permanent erklären, wie unfähig doch diese Regierung angeblich sei, weil sie zu wenig zur Anhebung des Pensionsantrittsalters täte. Das stimmt aber gar nicht, denn statistisch betrachtet haben wir in den letzten 24 Monaten eine deutliche Erhöhung des Antrittsalters bei den faktischen Pensionen. (Rufe: Zu spät!) – „Zu spät“ schreien da manche noch von hinten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was passiert dann mit den Menschen dazwischen? – Allen, die uns hier erklärt haben: Ja, wenn die Menschen länger arbeiten, dann wirkt sich das keinesfalls auf die älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus!, sei gesagt: Leider ist es nicht so!
Abg. Rädler: Dann wären Sie nicht hier! Dann wären Sie gar nicht da!
Ich sage, ich hätte gerne eine Obergrenze für politische Untätigkeit, für Reformverschleppung, für Kosten im Pensionssystem. Ich hätte gerne eine Obergrenze für Schulden, denn das ist für die nächste Generation genauso unzumutbar. (Abg. Rädler: Dann wären Sie nicht hier! Dann wären Sie gar nicht da!) Dann hätten wir möglicherweise in unserem Budget auch Geld übrig, um Menschen das Leben zu retten.
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ein positives Beispiel ist da einer meiner Lieblingskollegen, der Kollege Pilz, der oft mehr als die Hälfte der Redezeit in diesem Unterausschuss beansprucht, aber da ist noch nie (Zwischenruf des Abg. Rädler) auch nur irgendein Wort dessen, was wir dort diskutiert haben, an die Öffentlichkeit gekommen! Das ist die Voraussetzung, damit solche Mechanismen, die wir gemeinsam stärken wollen, auch in Zukunft funktionieren. Ratsam wäre es natürlich, als Abgeordnete an diesem Ausschuss auch teilzunehmen und sich nicht nur durch eine Klubsekretärin vertreten zu lassen (Abg. Hagen: Was?), denn dann hat man die Möglichkeit, viele dieser Fragen, die dann schriftlich eingebracht und nicht beantwortet werden, direkt im Ausschuss zu stellen.
Heiterkeit des Abg. Gerstl. – Abg. Lausch: Der alte Pilz …! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich begnüge mich mit der Feststellung: Ohne Lauch geht’s auch! (Heiterkeit des Abg. Gerstl. – Abg. Lausch: Der alte Pilz …! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Pastafist …!
Später muss man die religiösen Gruppen wieder versöhnen; da investiert man dann in ein Zentrum für interreligiösen Dialog, als könnte man die Probleme wegreden. Und jetzt sagen Sie mir, was genau der Beitrag des König-Abdullah-Zentrums im Hinblick auf den religiösen Fundamentalismus war, außer dass er weiter legitimiert wurde! (Abg. Rädler: Pastafist …!) – Pastafari, nicht „Pastafist“. Ich erkläre Ihnen das einmal separat. (Heiterkeit bei Abgeordneten von NEOS, ÖVP und Grünen.)
Abg. Rädler: Das ist so wie im Umweltausschuss!
Ich hoffe doch, dass wir der Öffentlichkeit und den Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Klima und ein politisch waches Klima vermitteln können und nicht Trägheit, vielleicht Ignoranz oder dass wir ganz einfach aufgrund der späten Stunde überfordert sind. (Abg. Rädler: Das ist so wie im Umweltausschuss!)
Sitzung Nr. 115
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Diese Rede kann man vermissen!
Natürlich haben wir noch einiges zu tun, aber, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frauen, mit dieser politischen Einigung zur Pensionsreform ist etwas für die Frauen gelungen. (Abg. Höbart: Was denn?) In diesem Sinne, sehr geehrte Frauen, sehr geehrte Herren: Es ist ein Tag für die Frauen. Her mit dem ganzen Leben! Brot und Rosen und einen guten Frauentag! (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Diese Rede kann man vermissen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Worum geht es? – Es geht darum, dass man die Zeiten, in denen Frauen arbeiten, also die Phase des Erwerbslebens, so gut absichert, dass sie dann auch im Alter eine sichere Pension haben. Solange wir nicht gemeinsam daran arbeiten, dass Menschen in der Erwerbsphase gut genug verdienen, dass deren Einkommen hoch genug ist und sie ein Auskommen haben, wird sich das auch in der Pension nie ausgehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
2,5 Millionen Österreicherinnen und Österreicher, die heute die Pensionistinnen und Pensionisten sind, haben sich das nicht verdient – und auch die Jugend nicht. Mit diesem Pensionsgespenst muss es ein Ende haben. Ich kann mir als arbeitender Mensch eine gute Ausbildung, ein Dach über dem Kopf, einen adäquaten Job, mit dem ich meinen Lebensunterhalt finanzieren kann, und vor allem einen sicheren Lebensunterhalt an meinem Lebensabend erwarten. Wenn das nicht gewährleistet ist, werden Sie die SPÖ nie dabeihaben! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 117
Abg. Rädler: Da hilft nur noch Pfefferspray!
Ich habe ein bisschen recherchiert, und im September letzten Jahres gab es ein offizielles Papier des Innenministeriums, das dann abgestritten wurde. Im September letzten Jahres, die Zeitungen haben darüber berichtet (Abg. Rädler: Da hilft nur noch Pfefferspray!), gab es ein Papier, wo alles genau so dringestanden ist, wie es jetzt eingetreten ist. Es ist damals dringestanden, dass Menschen nach Österreich kommen, die hier untertauchen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gab einen besonders abscheulichen Vorfall, nämlich die Vergewaltigung eines zehnjährigen Buben – eines zehnjährigen Buben! – in einem Hallenbad! Also ich sage ganz offen, ich traue mich nicht mehr, meine Kinder alleine in Hallenbäder oder in andere Bäder gehen zu lassen, wenn man dort möglicherweise auf Menschen trifft, die halt … (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, ja, das kann man wieder ins Lächerliche ziehen, Herr Rädler. Finden Sie das lustig? Finden Sie das lustig, dass man Frauen in unserer Republik sexuell belästigt? (Rufe bei der ÖVP: Nein!) Finden Sie das lustig? Das werden wir den Medien mitteilen, dass Sie das lustig finden. Lenken Sie nicht ab von den wahren Problemen in dieser Republik! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Zu Recht!
Ich erinnere in diesem Zusammenhang an alle unsere freiheitlichen Forderungen, die wir seit dem letzten Sommer erhoben haben, nämlich diese Krise ernst zu nehmen, die eigene Bevölkerung zu schützen. Als wir im letzten Sommer gefordert haben, die Grenzen zu sichern, zu schützen, illegale Massenzuwanderung zu verhindern, da haben Sie uns als „Hetzer“ beschimpft und diffamiert. (Abg. Rädler: Zu Recht!) Und jetzt stellen Sie sich angesichts dramatischer Umfragewerte hin und übernehmen, zumindest verbal, unsere richtigen Forderungen – nachdem Sie ein Dreivierteljahr lang genau das Gegenteil gemacht haben. Das ist ja unglaubwürdig, Herr Faymann, mehr als unglaubwürdig! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Kickl: … schon den Parteiausschluss!)
Abg. Rädler: Da war aber kein grüner Bürgermeister dabei!
Diese Menschen haben Großartiges geleistet, und das machen viele auch noch heute. Ein Danke geht auch an all jene österreichischen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister – mittlerweile sind es, glaube ich, zwei Drittel –, die auch bereit waren, Flüchtlinge aufzunehmen (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein), und ich hoffe, dass das restliche Drittel das auch bald tut, denn das ist die Basis dafür, Menschen wirklich eine Zukunft in diesem Land zu geben. (Abg. Rädler: Da war aber kein grüner Bürgermeister dabei!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Das war nicht gut!
Wir müssen zu Lösungen kommen – nicht so sehr Zäune schmieden, sondern Lösungen schmieden! Das wäre die Lösung für Europa! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Das war nicht gut!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Österreich braucht eine neue Linke!
Abgeordneter Dr. Harald Troch (fortsetzend): Menschlichkeit, Ordnung, Sicherheit – das ist auch unser oberstes Gebot im Dialog mit der Türkei. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Österreich braucht eine neue Linke!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Herr Bundeskanzler hat heute seine Rede, seine Erklärung – die ist ja Gegenstand der Debatte – mit den Worten beendet, dass die Situation so schwierig sei wie seit den siebziger Jahren nicht, worauf auch immer er sich dabei bezogen hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Die ÖVP sollte sich, glaube ich, mit Zurufen zurückhalten. Schaut, wie ihr da selbst zusammenkommt! (Beifall bei den Grünen. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Blabla!
Am Schluss wird der Punkt sein, dass die Lösung mit Menschlichkeit, auf Menschenrechtsbasis und sogar mit ökonomischer Vernunft gelingen muss. (Abg. Rädler: Blabla!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Aber, und dies ist auch an die ÖVP gerichtet, weil auch einige von der ÖVP das wollen – erst heute habe ich wieder gehört, diese Pensionsautomatik wäre ja das Allheilmittel –: Genau diese 10 Milliarden € (Zwischenruf des Abg. Rädler), die wir bereits im Pensionssystem eingespart haben und auch vorausblickend bis 2020 einsparen werden, finden wir nämlich in den Förderungswesen. Da lade ich die ÖVP einmal recht herzlich ein, auch in der Agrarförderung nachzudenken, wohin eigentlich das Geld geht – nämlich steuerfrei in die Hosentaschen dieser Bezieherinnen und Bezieher (Zwischenruf des Abg. Schönegger), und nicht nur hinsichtlich der Förderung nachzudenken, sondern auch hinsichtlich der Luxuspensionen, das ist heute auch schon angesprochen worden. Kein Einziger – auch Herr Doppler, der das angesprochen hat – sagt etwas dazu. Im Folgenden ein Beispiel, und ich glaube, da habe ich sogar die FPÖ auf meiner Seite.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, dass eine Pension von 14 000 € brutto eine Luxuspension ist. Ist das richtig? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Sehr gut, dann haben wir Sie schon auf unserer Seite! Dann erklären Sie bitte nicht mir, sondern den Österreicherinnen und Österreichern (Zwischenruf bei der ÖVP), warum ein Alexander Götz und ein Peter
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Weinmeister, ehemalige FPÖ-Politiker aus Graz, genau 14 000 € brutto kassieren! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine geschätzten Damen und Herren, diese Diskussionen brauchen wir nicht mehr zu führen, und ich gebe Ihnen auf diese Reise noch Folgendes mit: Wir werden uns vehement wehren. Wir werden uns dafür einsetzen, dass unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Alter ausreichend Lebensunterhalt haben – das können wir uns leisten –, und wir werden natürlich versuchen, die Pensionsautomatik zu verhindern. Und das werden wir seitens der SPÖ verhindern! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Wie viel Pension kriegt der Herr Blecha? – Abg. Rädler: Der erste Mann für Österreichs neue Linke!
Wir werden auch das Agrarwesen und die Förderungen ganz genau durchleuchten und diese Mittel genau an jene Leute vergeben, die sozial am schwächsten sind, am Rand stehen. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: Wie viel Pension kriegt der Herr Blecha? – Abg. Rädler: Der erste Mann für Österreichs neue Linke!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir wissen heute, dass die Menschen – Gott sei Dank – älter werden und gesünder sind. Wenn man das vergleicht, sieht man, dass die Österreicherinnen und Österreicher im Jahr 1971 45 Arbeitsjahre und acht Ruhestandsjahre hatten und heute, 2015 oder 2016, 38 Arbeitsjahre und 22 Ruhestandsjahre haben (Zwischenruf des Abg. Rädler) – nahezu dreimal so viele Ruhestandsjahre und sieben Arbeitsjahre weniger, meine Damen und Herren! Da sind wir in diesem Hohen Haus parteiübergreifend gefordert, nachzudenken, wie wir ohne Polemik, ohne Verunsicherung und ohne zu sagen, es müsse alles so bleiben, wie es ist, die Pensionen mittelfristig und langfristig sichern können – für jene Menschen, die dieses Land zu dem gemacht haben, was es heute ist, ein Wohlstandsland, in dem man gerne zu Hause ist, in dem man arbeiten kann, in dem andere gerne Urlaub machen, aber auch für unsere Kinder und Kindeskinder, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Teilkrankenstand ist ein wichtiges Thema, da ist ein Modell zu entwickeln, aber auch die Harmonisierung der Pensionssysteme ist ein ganz wesentliches Thema (Zwischenruf des Abg. Rädler), mit dem wir uns hier in Zukunft ganz intensiv auseinanderzusetzen haben, um letztlich für die Österreicherinnen und Österreicher die Pensionen
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Loacker und Scherak. – Abg. Rädler: … großer Sozialpolitiker!
nachhaltig sichern zu können. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Loacker und Scherak. – Abg. Rädler: … großer Sozialpolitiker!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Königsberger-Ludwig –: Da wäre eine starke Linke wichtig! – Abg. Königsberger-Ludwig: Bitte? – Abg. Rädler: Eine starke linke Partei! – Abg. Königsberger-Ludwig: Auf jeden Fall! Ohne Linke geht gar nichts!
Gemeinsam werden wir es schaffen, weil es wichtig ist, dass diese große Errungenschaft der E-Fahrzeuge, die für die Umwelt und für den Lärmpegel gut sind, auch für Menschen mit Sehbeeinträchtigung und blinde Menschen nicht zu einer Gefahr im Straßenverkehr wird. Wir werden daran gemeinsam, dessen bin ich mir sicher, weiterarbeiten. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Königsberger-Ludwig –: Da wäre eine starke Linke wichtig! – Abg. Königsberger-Ludwig: Bitte? – Abg. Rädler: Eine starke linke Partei! – Abg. Königsberger-Ludwig: Auf jeden Fall! Ohne Linke geht gar nichts!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Bei dieser Gelegenheit kann man ja noch darauf hinweisen, auch den Herrn Außenminister, der ja jetzt ohnehin überall so viel Furore macht, der könnte sich ja dann auch noch nützlich machen (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass er nämlich im Rat darauf drängt, dass das Ganze erstens ein gemischtes Abkommen ist, denn das ist die Voraussetzung, dass wir hier abstimmen dürfen, und dass es zweitens, wenn es ein gemischtes Abkommen ist, zu keiner vorläufigen Anwendung kommt.
Sitzung Nr. 119
Ruf: Das schwarze auch! – Zwischenruf des Abg. Rädler
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Bundesminister, es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass das rote Parteibuch durchaus hilfreich ist, wenn es darum geht, bestimmte Chefpositionen im ORF zu besetzen (Ruf: Das schwarze auch! – Zwischenruf des Abg. Rädler); von daher liegt es auf der Hand, dass diese Gefälligkeiten dann dort auch erledigt werden.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Die Aufregung beim Herrn Kollegen Lopatka habe ich nicht ganz verstanden, denn neben der Sendung – Stichwort letzter Sonntag –, in der der Bundeskanzler alleine auftreten durfte, gab es ja auch andere Begleiterscheinungen (Zwischenruf des Abg. Vetter), zum Beispiel die, dass es in den letzten zwei Wochen gezählte sechs Einladungen an ÖVP-Minister in Diskussionssendungen des ORF gegeben hat – „ZIB 2“ und „Report“ –, keine einzige Einladung an Oppositionspolitiker, egal, ob das die Grünen sind oder die FPÖ. Die Differenzen sind bekannt, aber wahrscheinlich hätten beide Parteien zum Thema Flüchtlingsproblematik auch etwas zu sagen. Diese Konstruktion ist aus meiner Sicht, wie gesagt, daraus ableitbar, dass wir eine politische Einflussnahme haben, die sich dann einfach auswirkt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Zur Frage!
Das Zweite ist: Ich als Zuseher, als Konsument (Abg. Rädler: Zur Frage!) lege Wert darauf, dass die Objektivität und Unabhängigkeit gewahrt sind und dass alle vorkommen, auch die Opposition. (Ruf bei der FPÖ: … Koreferat halten!) Das ist überhaupt keine Frage, und dazu möchte ich mich auch bekennen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gilt folgende Vereinbarung: Anfragen: 2 Minuten; Antworten auf Fragen: 2 Minuten (Zwischenruf des Abg. Neubauer); Zusatzfragen: 1 Minute; Antworten auf die Zusatzfragen: 1 Minute. Ich würde darum ersuchen, das einzuhalten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien Dr. Josef Ostermayer: Herr Abgeordneter Brosz und in der Folge Herr Abgeordneter Cap, das war sozusagen die Verknüpfung zwischen Gremienreform und Programmgestaltung und der Frage der Objektivität. Ich halte das für eine unzulässige Verknüpfung, weil die Objektivität im ORF-Gesetz geregelt ist (Zwischenruf des Abg. Rädler), weil wir gesetzliche Vorkehrungen getroffen haben, wie das kontrolliert werden kann – mit Beschwerderecht und der Prüfung der Beschwerde.
Abg. Deimek: Aber der Staat gehört noch nicht der SPÖ! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bundesminister für Kunst und Kultur, Verfassung und Medien Dr. Josef Ostermayer: Es geht kürzer: Es ist nicht meine Aufgabe, es ist nicht die Aufgabe der Politik, die Einhaltung der Objektivität zu überprüfen, sondern das ist, wie es in einem Rechtsstaat vorgesehen ist, wie es auch bei uns in unserem Rechtsstaat geregelt ist, Aufgabe der zuständigen Behörde beziehungsweise der zuständigen Gerichte. (Abg. Deimek: Aber der Staat gehört noch nicht der SPÖ! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Belakowitsch-Jenewein
Das ist ja kein Faulbett (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Belakowitsch-Jenewein) – da können Sie noch so viel schreien –, sondern ein Sprungbrett, und wenn Sie sich die Bedarfsorientierte Mindestsicherung ideologiefrei und vorurteilsfrei ansehen – was sie ist, wie sie ausgestaltet ist, und was das heute bedeutet –, dann müssen Sie zugestehen, dass diese Bedarfsorientierte Mindestsicherung eine Erfolgsgeschichte ist (Abg. Rädler: Na geh! Hör auf!), dass das ein sozialpolitischer Meilenstein ist und dass wir stolz darauf sein können, dass wir dieses System in Österreich etabliert haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die Umverteilung sind wir stolz?! – Genau!)
Abg. Rädler: Na geh! Hör auf!
Das ist ja kein Faulbett (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Belakowitsch-Jenewein) – da können Sie noch so viel schreien –, sondern ein Sprungbrett, und wenn Sie sich die Bedarfsorientierte Mindestsicherung ideologiefrei und vorurteilsfrei ansehen – was sie ist, wie sie ausgestaltet ist, und was das heute bedeutet –, dann müssen Sie zugestehen, dass diese Bedarfsorientierte Mindestsicherung eine Erfolgsgeschichte ist (Abg. Rädler: Na geh! Hör auf!), dass das ein sozialpolitischer Meilenstein ist und dass wir stolz darauf sein können, dass wir dieses System in Österreich etabliert haben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Auf die Umverteilung sind wir stolz?! – Genau!)
Abg. Rädler: … Niederösterreich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.
Wenn wir uns anschauen, wie die Bedarfsorientierte Mindestsicherung funktioniert, dann stellt sich erst einmal die Frage: Wieso gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung? – Aus einem ganz einfachen Grund: Acht Bundesländer waren dafür, eines war dagegen, das war Vorarlberg, und deswegen gibt es keine bundeseinheitliche Regelung, sondern einen Artikel-15a-Vertrag mit Mindestsätzen, die die Bundesländer erhöhen können. Aber der Grund, wieso es kein bundesweites Gesetz gibt, ist jener, dass Vorarlberg das nicht wollte und die Bundesländer gemäß der Verfassung auch zuständig sind. Wenn Vorarlberger hier sprechen und das bekritteln, dann sollen sie das bitte im Landtag in Bregenz tun und nicht hier in Wien. (Abg. Rädler: … Niederösterreich! – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, das ist ja ein Blödsinn! Das ist ja öffentlich einsehbar! Bitte! – Abg. Schwentner: Nein, das stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
91 Prozent haben ein eigenes Einkommen, aber es ist zu gering, um damit auszukommen, und die durchschnittliche Zeit, die jemand überhaupt Mindestsicherung bekommt, liegt zwischen sieben und acht Monaten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, das ist ja ein Blödsinn! Das ist ja öffentlich einsehbar! Bitte! – Abg. Schwentner: Nein, das stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Allein daraus erkennt man, dass es offensichtlich sehr gut gelingt, die Menschen aus der Mindestsicherung in den Arbeitsprozess zu bekommen. Das ist genau das, worum es geht, und insofern geht der Großteil der Redebeiträge hier leider vollkommen an der Realität vorbei und beschäftigt sich nicht ernsthaft mit dem, was geschieht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
91 Prozent haben ein eigenes Einkommen, aber es ist zu gering, um damit auszukommen, und die durchschnittliche Zeit, die jemand überhaupt Mindestsicherung bekommt, liegt zwischen sieben und acht Monaten. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Geh, das ist ja ein Blödsinn! Das ist ja öffentlich einsehbar! Bitte! – Abg. Schwentner: Nein, das stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Allein daraus erkennt man, dass es offensichtlich sehr gut gelingt, die Menschen aus der Mindestsicherung in den Arbeitsprozess zu bekommen. Das ist genau das, worum es geht, und insofern geht der Großteil der Redebeiträge hier leider vollkommen an der Realität vorbei und beschäftigt sich nicht ernsthaft mit dem, was geschieht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Zum Missbrauch bei Sozialleistungen im Allgemeinen und bei der Mindestsicherung im Speziellen: Missbrauch ist immer abzustellen, und jenes Bundesland, das die stärksten Sicherungssysteme hat, das am öftesten die Mindestsicherung streicht, weil es auch Missbrauch gibt, das das beste Kontrollsystem hat, ist Wien. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die SPÖ kann es sich leisten! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber: Aus niederen parteitaktischen Motiven bei Kindern sparen zu wollen oder die Vorschläge, bei der Mindestsicherung einen Deckel einzuführen oder diese zu halbieren, wie es manche sagen – das sagt ja schon der Name: eine Mindestsicherung halbieren heißt, ich habe halb so viel, wie zum Leben notwendig ist –, das wird mit der SPÖ nicht gehen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Die SPÖ kann es sich leisten! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Was will er sagen, der Hagen?!
Abgeordneter Christoph Hagen (STRONACH): Herr Präsident! Herr Außenminister! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Hoher Nationalrat! Tagesordnungspunkt 6 betrifft einen Antrag der Regierungsparteien, um dem Herrn Außenminister etwas mit auf den Weg zu geben, nämlich dass er sich in der EU dafür einsetzen möge – vielleicht hört mir der Herr Außenminister auch zu (Abg. Rädler: Was will er sagen, der Hagen?!) –, die Entwicklungsgelder entsprechend einzusetzen, und zwar nicht für irgendeine Regierung, sondern nur für humanitäre Zwecke.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Werner Neubauer (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Liebe Südtiroler Landsleute! Das Thema Südtirol hat wieder einmal Eingang in das österreichische Parlament gefunden. Vor fünf Jahren hat eine engagierte Gruppe Unterschriften gesammelt – 2 500 davon in Südtirol und 20 000 Unterschriften in Österreich –, um dem Wunsch nach einer österreichischen Staatsbürgerschaft zusätzlich zur italienischen Ausdruck zu verleihen. Dies hat überraschend viele Emotionen ausgelöst, weil damit das Argument, Österreich würde Südtirol gar nicht mehr wollen, eindrucksvoll widerlegt wurde, schließlich kam die Mehrheit der Unterschriften aus Tirol, wo ein Herr Dr. Khol gesagt hat, die Tiroler mögen die Südtiroler nicht mehr. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist der Grund dafür, warum wir heute eigentlich nicht gegen diesen Trend im Parlament eine Entscheidung herbeiführen wollen.
Abg. Rädler: Na, schau!
Es war die Südtiroler Volkspartei, die in den Jahren 2005 und 2006 die Idee einer doppelten Staatsbürgerschaft aus wahltaktischen Gründen in Südtirol lanciert und daraufhin Herrn Dr. Khol angeschrieben hat, er möge sich doch dafür einsetzen, die gesetzlichen Grundlagen dafür hier im Parlament zu schaffen. Herr Dr. Khol hat Herrn Dr. Zeller zurückgeschrieben, er werde alles Erdenkliche dazu tun, das tatsächlich auf Schiene zu bringen (Abg. Rädler: Na, schau!), und heute ist er der Erste, der sagt – und das als Bundespräsidentschaftskandidat –: Diese doppelte Staatsbürgerschaft ist ein Blödsinn! (He-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tut er nicht!) Das ist Herr Dr. Khol, wie er leibt und lebt, und da haben wir Freiheitliche gesagt, da stimmen wir nicht mit. (Abg. Prinz: Man merkt, dass eine Wahl ansteht! – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
He-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tut er nicht!
Es war die Südtiroler Volkspartei, die in den Jahren 2005 und 2006 die Idee einer doppelten Staatsbürgerschaft aus wahltaktischen Gründen in Südtirol lanciert und daraufhin Herrn Dr. Khol angeschrieben hat, er möge sich doch dafür einsetzen, die gesetzlichen Grundlagen dafür hier im Parlament zu schaffen. Herr Dr. Khol hat Herrn Dr. Zeller zurückgeschrieben, er werde alles Erdenkliche dazu tun, das tatsächlich auf Schiene zu bringen (Abg. Rädler: Na, schau!), und heute ist er der Erste, der sagt – und das als Bundespräsidentschaftskandidat –: Diese doppelte Staatsbürgerschaft ist ein Blödsinn! (He-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Tut er nicht!) Das ist Herr Dr. Khol, wie er leibt und lebt, und da haben wir Freiheitliche gesagt, da stimmen wir nicht mit. (Abg. Prinz: Man merkt, dass eine Wahl ansteht! – Zwischenruf des Abg. Lausch.)
Beifall bei der FPÖ – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Lausch
Wir sind auch bei der Beschlussfassung, auch im Südtirol-Unterausschuss, gegen die vom Ausschuss gefasste Entscheidung gewesen, die doppelte Staatsbürgerschaft abzulehnen. Wir sind auch im Ausschuss dagegen gewesen, und ich halte für das Protokoll eindringlich fest, dass die Freiheitliche Partei dieser doppelten Staatsbürgerschaft nach wie vor ein Gutes abgewinnen kann (Beifall bei der FPÖ – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Lausch), nämlich die Vertiefung der Verbindung der Südtiroler zum Vaterland Österreich.
Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger und Rädler
Herr Außenminister, jetzt komme ich aber zu einem anderen Thema, zu einem Thema, bei dem keine besonnene Außenpolitik gemacht wird (Ruf bei der ÖVP: Oje!): Rund um die Flüchtlingsfrage (Zwischenrufe der Abgeordneten Schönegger und Rädler) ist in Österreich etwas passiert, da dreht es mir den Magen um. (Zwischenruf bei der ÖVP.) – Unter anderem!
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Schönegger: Zur Sache!
Ich möchte jetzt einige Zitate bringen, die diesen gewaltigen 180-Grad-Schwenk dokumentieren: Ich zitiere den Herrn Bundeskanzler, der noch vergangenen Herbst gesagt hat: „Balken auf für die Menschlichkeit“, „Zäune haben keinen Platz in Europa“, „Aufeinanderzugehen ist in der europäischen Politik unverzichtbar“ – drei Zitate von Bundeskanzler Faymann. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Schönegger: Zur Sache!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt, im Frühjahr, hört sich das aus dem Munde von Bundeskanzler Faymann so an: Die „Zeit des Durchwinkens ist vorbei“, sagt einer der Oberdurchwinker. „Wir sind nicht das Wartezimmer Deutschlands“. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und der Herr Vizekanzler sagt: „Wir müssen von dieser Willkommenskultur (…) wegkommen“, und: „Es müssen weniger Flüchtlinge werden – bis zum Nullpunkt.“ (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da sieht man, wie Sie von einer christlich-sozialen Partei und von der Sozialdemokratischen – angeblich solidarischen – Partei einen 180-Grad-Schwenk gemacht haben (Beifall bei den Grünen), und zwar wegen dieser Partei, wegen der Blauen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Herr Jochen Andreas Weichert – das ist der Chef der Piefke Connection; das sind 5 000 Deutsche, die zum Teil in führenden Positionen in Österreich arbeiten – wird heute in den „Salzburger Nachrichten“ zitiert (Abg. Schönegger: Zur Sache!), er sagt, dass ÖVP und SPÖ „Phrasen (…) in den Mund nehmen, die zuvor nur von Strache zu hören waren“. – Genau!
Abg. Hafenecker: Um Südtirol geht’s! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie sind vor den Blauen eingeknickt und haben Ihren Weg einer europäischen, einer weltoffenen Außenpolitik verlassen. (Abg. Hafenecker: Um Südtirol geht’s! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Herr Außenminister, ich finde das wirklich erbärmlich! (Abg. Hafenecker: … wenn man nicht weiß, wozu verhandelt wird!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Denken Sie am Saint Patrick’s Day an die Iren und daran, wie andere Länder mit den Iren verfahren sind! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir sollten Menschlichkeit walten lassen und eine besonnene Außenpolitik machen, so wie in der Südtirolfrage! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Themenverfehlung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Themenverfehlung!
Denken Sie am Saint Patrick’s Day an die Iren und daran, wie andere Länder mit den Iren verfahren sind! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir sollten Menschlichkeit walten lassen und eine besonnene Außenpolitik machen, so wie in der Südtirolfrage! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Themenverfehlung!)
Abg. Rädler: Die Verfassung in die Verfassung!
Ich glaube, dass es nicht notwendig ist, dass man … (Abg. Rädler: Die Verfassung in die Verfassung!) – Die Verfassung in die Verfassung? – Ja, das ist ein guter Vorschlag, Herr Kollege Rädler. Das diskutieren wir dann vielleicht einmal im Verfassungsausschuss. Das wäre ähnlich unsinnig.
Abg. Rädler: Auch in Europa!
Wir gehen davon aus – und ich glaube, da herrscht Einigkeit, hoffe ich –, dass das Ziel der Entwicklungszusammenarbeit Bekämpfung von Armut ist, die Bekämpfung von Armut in bestimmten Ländern (Abg. Rädler: Auch in Europa!) – auch in Europa; danke für die Ergänzung –, dass Menschen, vor allem Kindern und jungen Menschen aus Familien, die sozial benachteiligt sind, Bildung und Bildungszugänge ermöglicht werden.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Rädler.
In diesem Sinn gibt es ein klares Ja vonseiten der Grünen zu diesem Antrag und zu gemeinsamen Bemühungen. – Danke vielmals. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Na, na, na!
Angefangen hat es damit, dass die Innenministerin als Erste gewarnt hat – und das muss man ihr zugestehen –, dass so eine Flüchtlingswelle auf uns zukommen wird. Es haben halt sehr wenige auf sie gehört; das muss man auch dazusagen. Es hat sich die Regierung nicht sonderlich groß vorbereitet (Abg. Rädler: Na, na, na!), die Bundesländer haben sich nicht groß vorbereitet, und wir haben immer wieder die Situation gehabt, dass die Bundesländer die Quoten nicht erfüllt haben. (Abg. Rädler: Ein paar!) Ich kann mich erinnern, die Innenministerin hat gefühlte 17 Mal ein Ultimatum gestellt. Das Problem ist nur: Immer wenn das Ultimatum abgelaufen ist, ist dann wieder nichts passiert, und die Bundesländer haben weiter die Quoten nicht erfüllt.
Abg. Rädler: Ein paar!
Angefangen hat es damit, dass die Innenministerin als Erste gewarnt hat – und das muss man ihr zugestehen –, dass so eine Flüchtlingswelle auf uns zukommen wird. Es haben halt sehr wenige auf sie gehört; das muss man auch dazusagen. Es hat sich die Regierung nicht sonderlich groß vorbereitet (Abg. Rädler: Na, na, na!), die Bundesländer haben sich nicht groß vorbereitet, und wir haben immer wieder die Situation gehabt, dass die Bundesländer die Quoten nicht erfüllt haben. (Abg. Rädler: Ein paar!) Ich kann mich erinnern, die Innenministerin hat gefühlte 17 Mal ein Ultimatum gestellt. Das Problem ist nur: Immer wenn das Ultimatum abgelaufen ist, ist dann wieder nichts passiert, und die Bundesländer haben weiter die Quoten nicht erfüllt.
Abg. Rädler: Das ist einer!
Es ist insofern gut, dass wir heute darüber debattieren, weil nicht nur Präsident Holzinger vom Verfassungsgerichtshof gestern klar gesagt hat, dass so eine Obergrenze nicht rechtskonform ist (Abg. Rädler: Das ist einer!), sondern heute auch beide Gutachter – Herr Kollege Rädler, beide Gutachter, bei denen Sie das Gutachten in Auftrag gegeben haben – gesagt haben, dass so etwas nicht rechtskonform sein kann. Ich meine, das haben alle, die sich damit auseinandersetzen, vorher auch schon gewusst. Aber es ist gut, dass die beiden Gutachter, die die Bundesregierung beauftragt hat, hier genau das Gleiche sagen.
Abg. Rädler: „Türl mit Seitenteilen“!
Ich denke, auch Sie, Frau Minister Mikl-Leitner, haben erkannt, dass die Politik der offenen Türen und Grenzen kläglich gescheitert ist. (Abg. Rädler: „Türl mit Seitenteilen“!) Dafür, dass Sie nun endlich – zwar zögerlich und viel zu spät und vermutlich aufgrund des Meinungsumschwunges der öffentlichen Meinung – nicht mehr aktiv die Einreise und den Zustrom in unser Land und den Durchzug durch unser Land unterstützen, muss man Ihnen beinahe dankbar sein.
Abg. Loacker: Bürgermeister …! – Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, darum geht es!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Rädler zu Wort. – Bitte. (Abg. Loacker: Bürgermeister …! – Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, darum geht es!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der ORF …!
Was nationalstaatliche Lösungen anlangt, und davon bin ich ebenfalls überzeugt – das ist auch an die Kollegen von der ÖVP gerichtet: Ich bin wirklich überzeugt davon! –: Man mag die Menschen vielleicht kurzfristig von Österreich fernhalten können, aber die Menschen sind ja trotzdem da! Sie sind da und lösen sich nicht in Luft auf, und deswegen – noch einmal – mein wirklich dringender Appell an die Frau Innenministerin und auch an den Herrn Außenminister: Schaffen wir gemeinsame europäische Lösungen, damit wir diese große Herausforderung betreffend die schutzsuchenden Menschen gemeinsam europäisch, auf Basis der Menschenrechte, solidarisch lösen können! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der ORF …!)
Abg. Pendl begibt sich zum Präsidium. – Abg. Rädler: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!
Präsidentin Doris Bures: Zum Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Pendl begibt sich zum Präsidium. – Abg. Rädler: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da befinden wir uns im Rahmen der Koalition in guten Verhandlungen. Ich denke, dass wir da auch eine zufriedenstellende, nachhaltige Lösung für den Uhudler finden werden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich möchte eines nur am Rande bemerken und festhalten: Es gibt Menschen, die arbeiten, die handeln, andererseits gibt es Menschen, die heiße Luft verblasen und auf den fahrenden Zug aufspringen. Ich glaube, wir wollen uns alle in der ersten Kategorie wiederfinden. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, ich möchte auf eine Petition eingehen – es wurden eine Petition und drei Bürgerinitiativen dem jeweiligen Ausschuss zugewiesen –, und zwar möchte ich zur Petition Nummer 40 einige Worte sagen. Dabei geht es um das Thema „Stimmrecht für Pensionisten in den Organen der Selbstverwaltung im Bereich der Krankenversicherung“. Ich bin Vorsitzender eines Pensionistenverbandes in Linz mit vielen Tausend Mitgliedern, und es ist auch mir ein Anliegen, dass die Interessen der Pensionistinnen und Pensionisten in diesen Gremien gewahrt bleiben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Der Gabriel redet nicht lang!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Obernosterer. – Bitte. (Abg. Rädler: Der Gabriel redet nicht lang!)
Anhaltender Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie der Abgeordneten Franz und Rädler.
Herr Kollege Deimek darf eines nicht, nämlich einen Kommentar, der im Titel der Meinungsfreiheit gemacht worden ist, weiterzusenden, vielleicht sogar zu empfehlen, den zu lesen – ohne zu sagen, dass er gut ist, dass er schlecht oder sonst etwas ist. Die Frage, was in dem Artikel steht, stellt sich aber gar nicht. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Mit dem heutigen Tag geben wir die Immunität als Prinzip auf und machen die Immunität zum Spielball von Mehrheitsbildungen. (Anhaltender Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie der Abgeordneten Franz und Rädler.)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie der Abgeordneten Franz und Rädler.
Schaffen wir die Immunität ab! Wir haben keinen absolutistischen Kaiser mehr, dem wir nachlaufen müssen. Ersparen wir uns dieses unwürdige Theater, das Sie nur aufgrund der Moralinsäure, die unsere Grünen hereinbringen, spielen! (Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie der Abgeordneten Franz und Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler sowie weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bin schon sehr gespannt, und ich hoffe, dass die ÖVP diese Linie, die von der Fraktionsvorsitzenden und der Ausschussvorsitzenden mitgetragen worden ist, auch einhält und sagt: Das ist wirklich nichts, was durch die Immunität gerechtfertigt ist. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler sowie weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 121
Abg. Rädler: Ist das Van-der-Bellen-Manier? – Abg. Lopatka: Das ist die „Heimat“ von Herrn Van der Bellen, die „Heimat“, die er plakatiert!
Das ist doch unmöglich! Jetzt könnt ihr euch vorstellen, wie es im Untersuchungsausschuss zugeht! (Abg. Rädler: Ist das Van-der-Bellen-Manier? – Abg. Lopatka: Das ist die „Heimat“ von Herrn Van der Bellen, die „Heimat“, die er plakatiert!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kogler in die Hofburg, nicht Van der Bellen!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Danke schön. – Wenn man will, geht das. Österreich sollte wirklich zum Vorreiterstaat in dieser Angelegenheit werden. Dazu wird es aber noch einiges mehr als bisher brauchen. Legen Sie die Berichte vor, die kritisch sind, und machen wir eine Parlamentsarbeitsgruppe, denn der Regierung allein ist da nicht zu trauen! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Kogler in die Hofburg, nicht Van der Bellen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: So wie „wilde Abgeordnete“!
Ein paar Worte möchte ich noch zu den Ordnungsrufen der Frau Präsidentin einstreuen, weil ich damit als Abgeordnete ganz einfach nicht einverstanden bin: Das Wort „Schurkenstaat“ ist ein Terminus technicus, ein Fachbegriff. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: So wie „wilde Abgeordnete“!) Den gibt es seit 2004 unbeanstandet im Duden und seit 2008 unbeanstandet in der Deutschen Enzyklopädie. Die Amerikaner selbst haben diesen Ausdruck für Staaten, die Terroristen in irgendeiner Weise fördern, geprägt – nur kurz dazu. (Abg. Schieder: Aber es gibt auch Ordnungsrufe für …! Ich möchte jetzt keine zitieren! – Weitere Zwischenrufe bei SPÖ und ÖVP.)
Abg. Rädler: Welche berufliche Erfahrung haben Sie in der Privatwirtschaft?
Ich möchte Ihnen jetzt nicht leichtfertig das Misstrauen aussprechen, aber Sie werden verstehen, Herr Finanzminister Schelling, dass man Personen mit Ihrer beruflichen Erfahrung, mit Ihrer einschlägigen Erfahrung (Abg. Rädler: Welche berufliche Erfahrung haben Sie in der Privatwirtschaft?) ähnlich jener des Justizministers, nicht zu hundert Prozent trauen kann, dass sie sich so gewandelt haben, dass sie mit hundert Prozent Einsatz und nicht nur mit Expertise die massive Steuerflucht aus der Republik Österreich und der Europäischen Union bekämpfen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.)
Abg. Rädler: Ihr habt noch keinen Euro erwirtschaftet!
Und jetzt tritt der ÖVP-Finanzsprecher, der demnächst Vorsitzender des Finanzausschusses werden will, Herr Abgeordneter Groiß, hier ans Rednerpult und sagt, ja, wir müssen Verständnis dafür haben, dass die Herrschaften in die Steueroasen gehen, wenn ihnen die Steuern in Österreich zu hoch sind und der Steuerdruck zu groß wird. (Abg. Rädler: Ihr habt noch keinen Euro erwirtschaftet!) Erzählen Sie uns mehr aus Ihrer Kanzlei, Herr Abgeordneter Groiß! Nennen Sie die Klienten! Nennen Sie die Oasen, die Sie persönlich empfehlen! (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.) Sagen Sie, wie das Geschäft läuft! Wir haben da offensichtlich einige unter uns.
Abg. Rädler: Sie nicht!
Und wir als Abgeordnete der Republik Österreich haben nicht nur das Recht, zu erfahren, wer die Steuerflüchtlinge sind, sondern auch, wer die Fluchthelfer und wer die Schlepper bei der Steuerflucht sind. (Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP.) Wir haben ein Recht, das zu erfahren, denn das sind die Steuergelder, für die viele andere – die ganz überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – in dieser Republik arbeiten und ehrlich Steuern zahlen (Abg. Rädler: Sie nicht!); die haben nicht diese Gestaltungsmöglichkeiten von Liechtenstein bis in die österreichische Volkspartei.
Abg. Rädler: … Haselsteiner!
Wir NEOS nehmen für uns in Anspruch, die transparenteste politische Bewegung und Parlamentspartei zu sein. Von Beginn an war es uns wichtig – wie es übrigens Frau Griss als einzige Kandidatin bisher beim Bundespräsidentschaftswahlkampf getan hat –, alle Einnahmen und Ausgaben detailliert offenzulegen. (Abg. Rädler: … Haselsteiner!) – Das ist eine Frage der politischen Kultur. Da können Sie noch viel lernen, auch in Ihrer Gemeinde, Herr Bürgermeister, und dann ein bisschen die Luft bei den Zurufen
Abg. Rädler: Warum immer nur SPÖ und ÖVP? Was ist zum Beispiel mit Loacker?
Deswegen stellen wir den Antrag auf Fristsetzung bis 18. Mai. SPÖ und ÖVP müssen sich endlich dazu bekennen. (Abg. Rädler: Warum immer nur SPÖ und ÖVP? Was ist zum Beispiel mit Loacker?) Und wenn es ein Nein ist, dann ist es ein Nein. Dann wissen wir eben einmal mehr, was Ihre Personalpolitik ist, was Sie von Transparenz halten – Loch auf, Transparenz rein, Loch zu –; Sie sollten sich aber zumindest einmal erklären.
Abg. Rädler: Genau!
Herr Kollege Wittmann, wenn Sie hier sagen, dass eine Äußerung eines bestimmten Kandidaten, nämlich von Alexander Van der Bellen, einem Verfassungsbruch nahekommt (Abg. Rädler: Genau!), dann muss ich Ihnen sagen, das könnte man auch über den Kandidaten sagen, der von Ihrer Partei gestellt wird – und das hat mir besonders wehgetan.
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bin nur mehr neun Tage in diesem Haus – am 27. April ist mein letzter Tag im Nationalrat –, aber ich muss Ihnen wirklich sagen, diese Methodik, diese Atmosphäre hat mich immer schon gestört und stört mich auch heute. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: … nicht durchgesetzt!
Und ja, auch die Grünen – jetzt steige ich in diesen Reigen ein – halten diesen Vorschlag für gut. Auch wir, vertreten durch Eva Glawischnig, sind zum Beispiel beim Österreich-Konvent für ihn eingetreten, dort ist er auch intensiv diskutiert worden. Wir alle wissen, was mit den Ergebnissen des Österreich-Konvents passiert ist. (Abg. Rädler: … nicht durchgesetzt!) Sie sind eben nicht umgesetzt worden, nur vereinzelte Ergebnisse sind erst jetzt im Laufe der letzten Jahre umgesetzt worden, aber dieser Vorschlag eben nicht.
Abg. Rädler: Wollt ihr auch wieder rein?
Wir fordern das schon sehr lange: Alev Korun und ich haben gemeinsam mit Wolfgang Zinggl einen entsprechenden Antrag bezüglich der VolksanwältInnen eingebracht, nicht der Usance zu folgen, dass die drei stärksten Parteien nominieren (Abg. Rädler: Wollt ihr auch wieder rein?), sondern dass wirklich auf Basis von Kompetenz und Qualifikation eine Auswahl von Personen getroffen wird, die eben nicht irgendwo dazugehören, sondern die etwas können. (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rädler: Zeit!
Gleiches gilt auch für die österreichischen Mitglieder der EU-Kommission und den Europäischen Rechnungshof. (Abg. Rädler: Zeit!) Transparenz wird gebraucht, nicht nur für uns, sondern für die Demokratie. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rosenkranz und Rädler.
In einem solchen Fall wäre ich dafür, dass sich das Parlament da völlig heraushält, aber man sieht ja, wie hilflos Sie da (in Richtung ÖVP) sind, indem Sie selbst heute hier ein solches Hearing im Parlament vertreten, weil Sie ja sozusagen selbst ein Schutzschild brauchen gegenüber Ihrem übermächtigen Landeshauptmann, der tut, was er tun will – und Sie davon dann in Kenntnis setzt. (Rufe und Gegenrufe zwischen den Abgeordneten Rosenkranz und Rädler.)
Abg. Rädler: Raus aus der…!
Das ist ja das Problem, vor dem wir stehen, und deshalb brauchen wir diese Kontrollinstanz und deshalb muss das Parlament Dinge tun, die normalerweise dem Parlament gar nicht zustehen. Das Parlament kann nicht entscheiden über Ministerbesetzungen; das ist ja auch gar nicht notwendig. Aber in der speziellen Situation, in der Hunderttausende Flüchtlinge sozusagen vor unser Tür stehen und die Entscheidung zu fällen ist, ob wir diese hereinlassen oder eben nicht, muss eine Entscheidung gefällt werden. In diesem Zusammenhang wird ein Gesetz kommen, mit dem die Regierung ermächtigt wird, dazu Stopp zu sagen. (Abg. Rädler: Raus aus der…!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ein Punkt noch am Schluss: Da könnte uns der scheidende Bundespräsident Fischer noch ein Abschiedsgeschenk machen und dem Herrn Sobotka ordentlich auf den Zahn fühlen, um herauszufinden, ob er ein Innenminister sein wird, den sich die Österreicherinnen und Österreicher verdient haben (Zwischenruf des Abg. Rädler) – oder ob man da eher sozusagen in eine zweite Runde gehen sollte. Vielleicht gibt es ja doch jemanden bei der ÖVP, der geeignet wäre, einen solch wichtiges Amt zu leiten.
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Hagen: Rädler for president!
Das ist der Punkt, und deshalb hoffe ich sehr auf den jetzigen Bundespräsidenten Fischer – oder eben auf den zukünftigen, nämlich Norbert Hofer. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Hagen: Rädler for president!)
Sitzung Nr. 123
Abg. Pilz: Groß im …! – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Pilz –: Herr Pilz!
Ich kenne Wolfgang Sobotka und kenne, wenn ich das so offen sagen darf, beide Seiten des Wolfgang Sobotka: sowohl die als Landeshauptmann-Stellvertreter und Landesrat für Finanzen aus der Zeit, als ich selbst noch Finanzstaatssekretär war – sehr kämpferisch, sehr laut, sehr intensiv –, ich kenne aber auch den anderen Wolfgang Sobotka: feinsinnig, an Kultur nicht nur interessiert weil Dirigent, Musiker, nachdenklich, Philosophen lesender Gärtner, Koch. (Abg. Pilz: Groß im …! – Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Pilz –: Herr Pilz!)
Abg. Rädler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Glawischnig-Piesczek –: Grenzen auf!
Präsident Karlheinz Kopf: Nun gelangt Klubobfrau Dr. Glawischnig-Piesczek zu Wort. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung der sich zum Rednerpult begebenden Abg. Glawischnig-Piesczek –: Grenzen auf!)
Abg. Rädler: Lustig, lustig!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete! Wir haben heute ein neues Regierungsmitglied vorgestellt bekommen. Ich habe auch über eine historische Lücke meinerseits Auskunft erhalten: Ich weiß jetzt, dass sich Philippi auf der österreichischen Regierungsbank zwischen Herrn Brandstetter und Herrn Mahrer befindet. (Abg. Rädler: Lustig, lustig!)
Abg. Rädler: Märchentante! Gutenachtgeschichten!
Der niederösterreichische Landeshauptmann braucht ein Wartehäuschen für seine Nachfolge, und offensichtlich gibt es dann so etwas wie eine Erbpacht auf das Innenministerium. (Abg. Rädler: Märchentante! Gutenachtgeschichten!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Vassilakou …!
Ich finde das bedauerlich, weil es in Österreich um sehr viele offene Punkte geht. Es geht um sehr viele Projekte, die im Moment stillstehen, allen voran auch die Bildungsreform, und wir sollten auch bei solchen Bestellvorgängen anders agieren. Das sagt jetzt nichts über Ihre Qualität oder Nichtqualität aus, aber bei solchen Bestellungen ausschließlich Parteienproporz und Parteienkalkül mitanschauen zu müssen, schmerzt und ist auch der österreichischen Bevölkerung nicht angemessen angesichts der ernsten Probleme, vor denen wir hier stehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Vassilakou …!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Dann fragen Sie bei Herrn Pilz …! – Zwischenruf des Abg. Wöginger.
Ich finde es auch bedauerlich, Herr Kollege Rädler – ich weiß nicht, ob Sie das auch so empfinden –, dass der Frauenanteil in der Bundesregierung weiter gesunken ist. Ich bin der Meinung, dass es immer noch Behutsamkeit braucht, hier darauf zu schauen, dass eine große Bevölkerungsgruppe nach wie vor eine entsprechende Repräsentation auch auf der Regierungsbank der Republik Österreich finden kann. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Dann fragen Sie bei Herrn Pilz …! – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strolz. – Abg. Rädler: Wir reden aber über den Innenminister und nicht über die Bildungsministerin! – Abg. Kogler: Ihr redet ja dauernd vom Neustart!
Das ist bedauerlich, und das ist sicher etwas, worüber wir noch ausführlich reden sollten, und nicht nur – so wichtig das auch ist – über den Umgang mit der Flüchtlingsfrage und mit der Flüchtlingskrise. Auch die anderen Themen dürfen nicht ständig in den Hintergrund rücken und einfach sozusagen abgemeldet werden. Das wollen wir nicht, sondern wir wollen Tempo in der Bildungsreform. Bitte legen Sie uns endlich die entsprechenden Vorarbeiten vor, Herr Bundeskanzler! (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Strolz. – Abg. Rädler: Wir reden aber über den Innenminister und nicht über die Bildungsministerin! – Abg. Kogler: Ihr redet ja dauernd vom Neustart!)
Abg. Rädler: Na hallo! Wir sind nicht beim Haselsteiner!
Sie sind Minister, das ist ein Diener des Volkes. Auch wenn dieses Amtsverständnis möglicherweise in der Region, der Sie entstammen, nicht weit verbreitet ist (Abg. Rädler: Na hallo! Wir sind nicht beim Haselsteiner!), Dienerschaft, sondern Herrschaft, wünsche ich doch, dass Sie das mit all Ihren Ihnen zur Verfügung stehenden Kräften gut ausfüllen können.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Drehbuch für Ministerwechsel kann man nicht rein machtpolitisch schreiben. (Abg. Kogler: Das ist ein Regierungskommissär aus St. Pölten! Jetzt sagen Sie endlich, was Sache ist!) Sie sind ein Diener des Volkes, so haben Sie sich zu verstehen; und jene, die Sie nominieren, haben auch in dieser Haltung zu agieren. Das ist nicht passiert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich gehe einen Schritt weiter: Der Stiftungsrat mit seinen Freundeskreisen – parteipolitisch ausgestattet – wird im Juni einen neuen Generaldirektor, eine neue Generaldirektorin des ORF bestellen. Ja, wem gehört denn der ORF? – Uns gehört er, den Menschen, die auf der Galerie sitzen, ORF-Gebühren zahlen, uns allen! Es ist unser öffentlicher Rundfunk. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Hagen. – Abg. Rädler: Ja!
Das ist die Leistung der österreichischen Bundesregierung, aber auch dieses Hauses, mit den Beschlüssen, die wir hier vornehmen, und – nicht zu vergessen – unserer Polizistinnen und Polizisten, denen wir auch ganz einfach Danke schön sagen sollten, auch bei so einer Diskussion, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Hagen. – Abg. Rädler: Ja!)
Abg. Rädler: Jetzt wird’s fad! – Abg. Lueger: Ganz falsch! Zusammenlegung! – Ruf bei der SPÖ: Zusammenlegung!
Wie wir jeden Tag aufs Neue aus den Medien entnehmen können, müssen es die Opfer mittlerweile tagtäglich am eigenen Leib verspüren, dass diese Regierung unter Bundeskanzler Faymann in der gleichen Zeit Polizeiposten zugesperrt und gegenüber Asylquartiere aufgemacht hat (Abg. Rädler: Jetzt wird’s fad! – Abg. Lueger: Ganz falsch! Zusammenlegung! – Ruf bei der SPÖ: Zusammenlegung!), dass an allen Ecken und Enden, quer von der Polizei bis hin zum österreichischen Bundesheer, der Sparstift angesetzt wurde, um der Sicherheit der österreichischen Bevölkerung in den Rücken zu fallen. Ich unterstreiche es noch einmal, Herr Kollege Pendl – ich habe das schon beim letzten Mal in der Debatte zur Sicherheitspolitik gesagt –: Es geht wirklich nicht darum, ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln, sondern es geht darum, mit der Politik Sicherheit in Österreich zu gewährleisten. Und das ist ein riesiger Unterschied, wenn man sein politisches Verständnis hier auf den Punkt bringen will. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Franz.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Bundesminister, dieser EU-Schlepperei und dieser verantwortungslosen Zuwanderungspolitik der Europäischen Union, wie sie nach wie vor vorangetrieben wird, muss man durch ein selbstbewusstes Auftreten der Republik Österreich im Bereich des Asyl- und Zuwanderungsrechts entschieden entgegentreten. Es darf nicht so sein, wie es bisher oft der Fall war, dass man sich im Normalfall von der Europäischen Union alles ausrichten ließ, bis hin zu dem unseligen EU-Türkei-Deal – Sie wissen, was ich anspreche –, der dazu führen wird, dass der österreichische Steuerzahler in Zukunft mit österreichischem Steuergeld dafür Sorge zu tragen hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass beispielsweise portugiesische Beamte entscheiden werden, wann wie viele weitere Migranten den Weg nach Österreich finden werden, um auch wieder auf der Schulter der österreichischen Bevölkerung abgeladen zu werden.
Abg. Rädler: Jetzt kommt das wieder!
Gleichzeitig können wir die politische Vergangenheit einer Person – die zugegebenermaßen seit vielen Jahren in der Politik ist und politisch sehr erfahren ist – nicht ausblenden. Herr Innenminister Wolfgang Sobotka war als Finanzlandesrat (Abg. Rädler: Jetzt kommt das wieder!) lange Jahre für die niederösterreichischen Landesfinanzen zuständig. In seiner Amtszeit wurden ungefähr 1 Milliarde € Wohnbaugelder in Spekulationen gesteckt beziehungsweise durch Spekulationen an Börsen verspielt. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Mehr, nämlich über eineinhalb!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Walter Rosenkranz. – Abg. Höfinger: Irgendwann war die Spannung weg!
Wir wünschen uns, dass er seine gesamte Energie in gemeinsame europäische und gemeinsam finanzierte Lösungen statt in Grenzzäune, die Millionen an Steuergeld kosten, in Abschottung, die nicht funktioniert, und in einen Abschied von den Menschenrechten steckt. (Abg. Matznetter steht an der Regierungsbank und spricht mit den Bundesministern Schelling und Sobotka.) – Es freut mich sehr, dass männliche Kollegen sich während der Rede von Kolleginnen so gut amüsieren können (Beifall bei den Grünen) – so viel auch zum wertschätzenden Umgang im Parlament. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Walter Rosenkranz. – Abg. Höfinger: Irgendwann war die Spannung weg!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Kollege Rädler, weil du dich so mokiert hast, möchte ich eines in Erinnerung rufen: Jetzt sind Polizeiinspektionen zusammengelegt worden. Du hast erzählt (Zwischenruf des Abg. Rädler), von 2000 bis 2006 – du warst so stolz – sind aber über 3 000 Polizeiplanstellen reduziert worden. – Das ist der Grund, warum wir als Sozialdemokraten geschaut haben, dass 2008 wieder mehr Polizisten für Österreich tätig sind. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer: … zehn Jahre dafür gebraucht! – Abg. Matznetter: Wo ist der Minister Strasser?)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Werte Kolleginnen und Kollegen! Ein bisschen mehr Offenheit täte uns ganz gut. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als der jetzige Innenminister dem jetzigen Finanzminister öffentlich zugerufen hat: „Bei Philippi sehen wir uns wieder“. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.) Sie haben offensichtlich nicht mit Erwin Pröll gerechnet, denn Erwin Pröll hat Sie nicht nach Philippi, sondern nach Wien geschickt, und wir sind gerne bereit, Ihnen hier politisches Asyl zu geben, denn wer als Fluchtgrund Erwin Pröll angeben kann, hat sich politisches Asyl in Wien verdient. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten von Grünen, SPÖ und NEOS sowie Heiterkeit bei den Bundesministern Schelling und Sobotka.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Präsident, ich sage das in aller Wertschätzung (Zwischenruf des Abg. Rädler), damit es da kein Missverständnis gibt.
Abg. Rädler: Der Altvordere …!
Über Ihre fachlichen Qualifikationen in der Sicherheitspolitik, Herr Innenminister, können wir nur mutmaßen. Sie haben sich als Finanzexperte und Wohnbauexperte in Niederösterreich einen Namen gemacht. (Abg. Rädler: Der Altvordere …!) Sie haben nicht mehr als 1 Milliarde € an Steuergeldern verspekuliert. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das hat nichts mit Sicherheitspolitik zu tun, deswegen werde ich darauf jetzt nicht im Detail eingehen. Wer Näheres über die Qualifikationen in dieser Hinsicht wissen will, muss ja nur einschlägige Tageszeitungen und Magazine und so weiter lesen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Über Ihre fachlichen Qualifikationen in der Sicherheitspolitik, Herr Innenminister, können wir nur mutmaßen. Sie haben sich als Finanzexperte und Wohnbauexperte in Niederösterreich einen Namen gemacht. (Abg. Rädler: Der Altvordere …!) Sie haben nicht mehr als 1 Milliarde € an Steuergeldern verspekuliert. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.) Das hat nichts mit Sicherheitspolitik zu tun, deswegen werde ich darauf jetzt nicht im Detail eingehen. Wer Näheres über die Qualifikationen in dieser Hinsicht wissen will, muss ja nur einschlägige Tageszeitungen und Magazine und so weiter lesen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Kommt auf die Rede an!
Abgeordneter Rupert Doppler (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Liebe Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Ernennung eines neuen Regierungsmitgliedes – in diesem Ministerium sicher keine leichte Aufgabe, in der jetzigen Form schon überhaupt nicht. Ich wünsche dem neuen Minister viel Kraft (Bundesminister Sobotka spricht mit Bundesminister Schelling), vor allem dass er dem Redner zuhört, bitte, wenn das möglich ist. (Abg. Rädler: Kommt auf die Rede an!) Ich wünsche Ihnen viel Kraft für Ihr Handeln und für Ihre Arbeit.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie wollen zu guter Letzt – das ist jetzt mit dem Entschließungsantrag gekommen – eine entsprechende Begutachtung, falls dann eine Notverordnung kommen soll. Wir werden dem zustimmen, da es sinnvoll ist, eine Begutachtung zu haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber das ist aus zwei Gründen besonders pikant: Erstens wollten Sie diese Änderung mit einem Abänderungsantrag über die Hintertüre in dieses Parlament bringen. Der Abänderungsantrag ist angeblich von zwei Abgeordneten geschrieben worden. – Ich bezweifle das stark, ich bin mir sicher, dass er aus einem Ministerium kommt. Sie wollten gar keine Begutachtung dazu machen und ein grundlegendes Recht einfach mit einem Abänderungsantrag über die Hintertür in dieses Parlament bringen, und es auch beschließen.
Abg. Glawischnig-Piesczek: Richtig! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der Österreichische Rechtsanwaltskammertag kritisiert zu Recht, dass es mangelnde Zeit zur Begutachtung gegeben hat und sagt, dass die Herleitung der grundsätzlichen unionsrechtlichen Zulässigkeit dieser Sonderbestimmungen, die Sie da machen wollen, durch das Gutachten von Obwexer und Funk nicht belegt und nicht gedeckt sind. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Richtig! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte sagt, dass das, was Sie hier machen wollen, eine formalgesetzliche Delegation ist. Herr Kollege Rädler, vielleicht kennen Sie dieses Instrument einer formalgesetzlichen Delegation nicht? – Da geht es darum, dass sich der Gesetzgeber der Aufgaben, die ihm die Verfassung zuschreibt, nicht einfach entledigen und sie an die Vollziehung weitergeben kann, so wie es hier ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Asylkoordination sagt, dass es nach Artikel 18 der Grundrechtecharta ein Recht darauf gibt, einen Asylantrag zu stellen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Amnesty International sagt genau das Gleiche: Artikel 18 der Grundrechtecharta implementiert
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Karl-Franzens-Universität Graz stellt ebenso fest, dass das subjektiv rechtliche Gehalt des Konzepts von Asyl zumindest das Recht um Asyl anzusuchen beinhaltet. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ich muss es Ihnen vorlesen, da Sie es offensichtlich nicht gelesen haben und diese Begutachtung in keiner Art und Weise ernstgenommen haben! (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Abg. Rädler: Obergscheiter!
Herr Kollege Rädler! Haben Sie eine einzige Stellungnahme gelesen? Dann wüssten Sie, wieso das, was Sie vorhaben, grundrechtswidrig, menschenrechtswidrig, verfas-sungswidrig und europarechtswidrig ist. (Abg. Rädler: Obergscheiter!) Sie wollen nach diesen Stellungnahmen dem immer noch zustimmen, das wundert mich bei der ÖVP, die sich einmal auf die christliche Nächstenliebe bezogen hat, nicht mehr. (Abg. Rädler: NEOS sind links!)
Abg. Rädler: NEOS sind links!
Herr Kollege Rädler! Haben Sie eine einzige Stellungnahme gelesen? Dann wüssten Sie, wieso das, was Sie vorhaben, grundrechtswidrig, menschenrechtswidrig, verfas-sungswidrig und europarechtswidrig ist. (Abg. Rädler: Obergscheiter!) Sie wollen nach diesen Stellungnahmen dem immer noch zustimmen, das wundert mich bei der ÖVP, die sich einmal auf die christliche Nächstenliebe bezogen hat, nicht mehr. (Abg. Rädler: NEOS sind links!)
Abg. Rädler: … sollten gleich einen Parteiwechsel machen!
Dass aber die Sozialdemokratie, die irgendwann einmal Grund- und Menschenrechte in ihren Vordergrund gestellt hat, dem auch noch zustimmen will und jetzt versucht, grundlegende Grund- und Menschenrechte auf dem Altar des Populismus zu opfern, das schlägt im Grunde genommen dem Fass nur den Boden aus. (Abg. Rädler: … sollten gleich einen Parteiwechsel machen!)
Abg. Rädler: Sie spalten das Land!
Was Sie machen: Sie machen das Geschäft der FPÖ! Sie machen den Menschen draußen genauso Angst wie die FPÖ das macht. (Abg. Rädler: Sie spalten das Land!) Das wundert mich so sehr, da Sie nach dem letzten Sonntag eigentlich auch sehen sollten, dass die Bevölkerung lieber den Schmied als den Schmiedl wählt, in dem Fall: Präsident Hofer. (Ruf bei der FPÖ: Bravo Hofer!) Spätestens seitdem sollten Sie wissen, dass Sie mit dieser Politik in keiner Art und Weise weiterkommen werden. (Abg. Rädler: Linke Hetze!)
Abg. Rädler: Linke Hetze!
Was Sie machen: Sie machen das Geschäft der FPÖ! Sie machen den Menschen draußen genauso Angst wie die FPÖ das macht. (Abg. Rädler: Sie spalten das Land!) Das wundert mich so sehr, da Sie nach dem letzten Sonntag eigentlich auch sehen sollten, dass die Bevölkerung lieber den Schmied als den Schmiedl wählt, in dem Fall: Präsident Hofer. (Ruf bei der FPÖ: Bravo Hofer!) Spätestens seitdem sollten Sie wissen, dass Sie mit dieser Politik in keiner Art und Weise weiterkommen werden. (Abg. Rädler: Linke Hetze!)
Abg. Rädler: Hellseher!
Ich sage Ihnen aber auch eines klar: Wer ein so offensichtlich geringes Geschichtsbewusstsein hat, wer sich nicht daran erinnern kann, wieso wir uns nach dem Zweiten Weltkrieg auf grundlegende Grund- und Menschenrechte verständigt haben und uns darauf verständigt haben, dass wir diese Grund- und Menschenrechte auch einhalten, wer dieses mangelnde Geschichtsbewusstsein hat, der wird in einigen Jahren auf-wachen und draufkommen, dass all diese Grund- und Menschenrechte, auf die wir uns geeinigt haben, die wir uns als Bürgerinnen und Bürger erstritten haben (Abg. Rädler: Hellseher!), dass der Rechtsstaat, dass die Verfassung in Österreich nichts mehr wert sind.
Abg. Rädler – auf den soeben seinen Sitzplatz einnehmenden Abg. Pilz weisend –: Jetzt ist er da!
Und wenn wir jetzt schon bei diesen Fragen der Täterschaft sind: Haben eigentlich die 17-jährigen Afghanen – es dürfte ein guter Geburtsjahrgang in Afghanistan gewesen sein, da alle 17 Jahre alt sind, ich habe auch diesbezüglich bereits eine Anfrage an den Herrn Bundesminister eingebracht –, haben all diese Personen, derer man hier habhaft geworden ist, auch ihre echten Ausweisdokumente mit? Das interessiert mich brennend, denn sonst erübrigt sich jede Frage, ob man einen straffälligen Ausländer abschieben kann oder nicht. (Abg. Rädler – auf den soeben seinen Sitzplatz einnehmenden Abg. Pilz weisend –: Jetzt ist er da!) – Ja, jetzt ist Kollege Pilz Gott sei Dank wieder hier.
Abg. Rädler: Was wollen Sie damit sagen, Frau Kollegin?
Etwas Prinzipielles und zur Erinnerung: Seit ungefähr 25 Jahren verschärfen die Bundesregierungen, die meistens auf den Namen SPÖ und ÖVP gehört haben – mit einer kurzen Unterbrechung in der schwarz-blauen Ära –, die Asylgesetze. Seit zirka 25 Jahren werden die Asylgesetze fast im Halbjahrestakt verschärft. Bei jeder Verschärfung wurde uns von der Bundesregierung bisher gesagt: Das ist jetzt dringend notwendig, dann werden die Asylverfahren schneller und qualitativ besser, der Rucksack an Anträgen wird abgebaut, die Rechtsstaatlichkeit bleibt bestehen, und es wird alles ganz toll und super. (Abg. Rädler: Was wollen Sie damit sagen, Frau Kollegin?) – Herr Rädler, ich will damit sagen: Hätte das etwas gebracht, dann hätte es das zumindest in den letzten 24 Jahren tun müssen, weil Sie dasselbe seit 25 Jahren tun! (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rädler: Das ist Ihre Interpretation!
Sie tun das mit dem Ergebnis und mit dem Erfolg, dass Sie inzwischen bei der Asylabschaffung angekommen sind. Es geht heute um nichts weniger als die Abschaffung des Rechts auf Stellung eines Asylantrages. (Abg. Rädler: Das ist Ihre Interpretation!) – Danke, Herr Rädler! Das greife ich sehr gerne auf, dass Sie gesagt haben: „Das ist Ihre Interpretation!“, und lese Ihnen ein paar Sätze aus der Stellungnahme der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter vor. Ich glaube, die österreichischen Richterinnen und Richter und deren Vereinigung stehen nicht gerade im Verdacht, sehr grünaffin oder extrem links zu sein. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Na ja!)
Abg. Rädler: Das wissen Sie ganz genau!
Ich könnte weitere Kommentare vorlesen; Sie kennen das und ignorieren das. Eines sei Ihnen gesagt: Wer am Rechtsstaat zu schrauben beginnt, der schraubt auch an der Demokratie. Der Rechtsstaat ist die andere Seite der Demokratie. (Abg. Rädler: Das wissen Sie ganz genau!) Wenn Sie den Rechtsstaat nicht ernst nehmen, dann nehmen Sie die Demokratie nicht ernst.
Sitzung Nr. 126
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Lausch.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Kolleginnen und Kollegen! ZuseherInnen auf der Besuchergalerie und vor den Fernsehgeräten! Eigentlich hätte ich die Tafel dazu genommen, die meiner Meinung nach ganz wesentlich zu diesem Gesetz dazugehört, auch bei dieser großen Stimmenmehrheit: Die Kleinen hängt man, und die Großen lässt man laufen. Auch in diesem Bereich ist es wieder besonders gefährlich, ob dabei nicht genau der Grundsatz durchschlägt, dass die österreichischen Unternehmen sehr streng geprüft werden, was ja erwünscht ist, aber internationale Konzerne durch die Netze gehen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Lausch.)
Abg. Haubner: Du hast eh keine mehr! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was glauben Sie, was die Bürger von uns halten? Was glauben Sie? Heute sitzen Sie alle (in Richtung der ÖVP-Bankreihen) nicht mit der rot-weiß-roten Krawatte da. Woher kommt das? Wo ist Ihr Stolz heute? Ich würde mich schämen! Ich würde jedem dieser Herren empfehlen, die Krawatte runterzunehmen, gar keine Krawatte zu tragen, weil das, was Sie hier vom Stapel lassen, einfach peinlich ist! (Abg. Haubner: Du hast eh keine mehr! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das meine ich, das ist diese Peinlichkeit, in der wir uns befinden! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was glauben Sie, was die Bürger von uns halten? Was glauben Sie? Heute sitzen Sie alle (in Richtung der ÖVP-Bankreihen) nicht mit der rot-weiß-roten Krawatte da. Woher kommt das? Wo ist Ihr Stolz heute? Ich würde mich schämen! Ich würde jedem dieser Herren empfehlen, die Krawatte runterzunehmen, gar keine Krawatte zu tragen, weil das, was Sie hier vom Stapel lassen, einfach peinlich ist! (Abg. Haubner: Du hast eh keine mehr! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das meine ich, das ist diese Peinlichkeit, in der wir uns befinden! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Rechtzeitig!
Ich bringe daher folgenden Antrag ein (Abg. Rädler: Rechtzeitig!):
Abg. Rädler: Rechtzeitig!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Der Entschließungsantrag ist ausreichend unterstützt, ordnungsgemäß eingebracht (Abg. Rädler: Rechtzeitig!) und steht daher mit in Verhandlung.
Abg. Rädler: War zu erwarten!
Das Erste ist das Kraftfahrgesetz. Uns liegt eine Novelle zu diesem Gesetz vor. Das ist so eine Novelle, bei der man sich als Oppositionspolitiker fragt: Ja, ganz nett, ein paar Punkte sind dabei, denen kann man zustimmen, aber ist das Glas jetzt halb voll oder ist es halb leer? – In diesem Fall sagen wir Grüne: Es ist zu wenig, die Suppe ist zu dünn. (Abg. Rädler: War zu erwarten!) – Na ja, es gibt auch andere Fälle, Herr Kollege Rädler, aber dazu dann später.
Abg. Rädler: Genau!
zesbeschlüssen aus meiner Sicht nicht. Ich kann Ihnen aber schon sagen, dass Sie zur Verkehrssicherheit nur eine Frage zu beantworten brauchen: Beschließen Sie im Nationalrat ein Gesetz mit, das zu einem Mehr an Verkehrssicherheit beiträgt, ja oder nein? (Abg. Rädler: Genau!) Keine SMS, kein E-Mail, kein Internet-Verkehr. So einfach können Sie es sich mit der Ablehnung nicht machen. Das müssen Sie dann zumindest Ihren Wählerinnen und Wählern erklären! (Abg. Rädler: Genau!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Genau!
zesbeschlüssen aus meiner Sicht nicht. Ich kann Ihnen aber schon sagen, dass Sie zur Verkehrssicherheit nur eine Frage zu beantworten brauchen: Beschließen Sie im Nationalrat ein Gesetz mit, das zu einem Mehr an Verkehrssicherheit beiträgt, ja oder nein? (Abg. Rädler: Genau!) Keine SMS, kein E-Mail, kein Internet-Verkehr. So einfach können Sie es sich mit der Ablehnung nicht machen. Das müssen Sie dann zumindest Ihren Wählerinnen und Wählern erklären! (Abg. Rädler: Genau!) – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wer hat sich gegen dieses Datenschutzgesetz gestellt? – Die Roten, die Schwarzen und die Blauen. In diesem Fall würde ich also sagen: Wenn Sie Brüssel kritisieren, dann rufen Sie einmal in Brüssel bei Ihren Abgeordneten an und klären das dort, bevor Sie den anderen etwas vorsetzen, was in Wirklichkeit nicht stimmt! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Wer NEOS wählt, der wählt Griss!
Mehr wird in diesem Antrag nicht gefordert. Das unterstützen wir. – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Wer NEOS wählt, der wählt Griss!)
Abg. Rädler nickt zustimmend.
Dahin gehend sollte auch die ÖVP noch einmal nachdenken, ob sie das wirklich will. Herr Kollege Rädler, wollen Sie das wirklich? (Abg. Rädler nickt zustimmend.) – Echt? Na servas Gschäft! Von der Unternehmerpartei ist die ÖVP weit entfernt. – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Bin ja vom linken Flügel! – Allgemeine Heiterkeit.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Bin ja vom linken Flügel! – Allgemeine Heiterkeit.
Dahin gehend sollte auch die ÖVP noch einmal nachdenken, ob sie das wirklich will. Herr Kollege Rädler, wollen Sie das wirklich? (Abg. Rädler nickt zustimmend.) – Echt? Na servas Gschäft! Von der Unternehmerpartei ist die ÖVP weit entfernt. – Danke vielmals. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Bin ja vom linken Flügel! – Allgemeine Heiterkeit.)
Sitzung Nr. 128
Abg. Rädler: Pilz ist am linken Auge blind!
Seit Jahren weiß die Polizei und weiß der Staatsanwalt, dass sich ein gefährlicher, Menschen bedrohender Mann zunehmend verwahrlost durch die Straßen Ottakrings treibt. (Abg. Rädler: Pilz ist am linken Auge blind!) Der war längst da! Sie können an den Grenzen Zäune errichten, so viele Sie wollen, der war längst da!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ein Bärendienst für Van der Bellen!
Prävention ist das Allerwichtigste (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen), und wenn wir das nicht schaffen – trotz Freiheitlicher Partei – und wenn wir nicht den Schutz aller Frauen schaffen – trotz und gegen die Freiheitliche Partei –, dann lassen wir nicht nur den Rechtsstaat, sondern auch die Menschen im Stich. Dazu sind aber wir Grüne mit Sicherheit nicht bereit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Ein Bärendienst für Van der Bellen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte mich den Worten meines Kollegen Michael Ehmann anschließen, auch für mich endet die Zeit hier im Hohen Haus (Zwischenruf des Abg. Rädler) – nach fast achtjähriger Tätigkeit, mit einem kurzen Intermezzo, das alle kennen; ich bin dann im September wieder hier eingezogen. Ich werde nun dieses Haus wieder verlassen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), und zwar mit einem sehr guten Gefühl, weil ich weiß, dass wir Abgeordnete, auch wenn viele, viele Diskussionen sehr kontroversiell geführt werden, letztendlich dem österreichischen Volk, den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet sind.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich möchte mich den Worten meines Kollegen Michael Ehmann anschließen, auch für mich endet die Zeit hier im Hohen Haus (Zwischenruf des Abg. Rädler) – nach fast achtjähriger Tätigkeit, mit einem kurzen Intermezzo, das alle kennen; ich bin dann im September wieder hier eingezogen. Ich werde nun dieses Haus wieder verlassen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), und zwar mit einem sehr guten Gefühl, weil ich weiß, dass wir Abgeordnete, auch wenn viele, viele Diskussionen sehr kontroversiell geführt werden, letztendlich dem österreichischen Volk, den österreichischen Bürgerinnen und Bürgern verpflichtet sind.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.
Stronach, bei Abgeordneten der Grünen sowie des Abg. Auer.) Wir brauchen in allen Sparten kostendeckende Preise, damit unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren können, damit wir die Produktion erhalten, sonst können wir gar nicht mehr darüber diskutieren, wie produziert wird, sondern nur mehr darüber, wie importiert wird. Und da haben wir auch keine Chance mehr, uns auszusuchen, ob es Qualität ist oder industrielle No-Name-Ware. Ich glaube, das ist das ganz Wesentliche. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Koalition Neu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Zusammenfassend: Der Uhudler ist durch die Aufnahme in die burgenländische Weinbauverordnung gerettet. Alle nicht klassifizierten Rebsorten können als Obstwein deklariert werden. Diese Maßnahmen als zusätzliche Absicherung der Winzer im Südburgenland werde ich natürlich auch inhaltlich unterstützen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Koalition Neu! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Van der Bellen wird das machen!
Jawohl, meine Damen und Herren, wir brauchen eine Wende in der europäischen Agrarpolitik, wir brauchen diese Wende dringender denn je, weil wir die bäuerlichen Arbeitsplätze retten müssen im Interesse der Natur, im Interesse der KonsumentInnen, im Interesse des Arbeitsmarktes. Diese ökologische und soziale Wende können wir nur erreichen, wenn mindestens ein Land vorangeht, und ich erwarte mir, dass dieses Land Österreich ist (Abg. Rädler: Van der Bellen wird das machen!), so, wie wir auch beim Biolandbau voranschreiten mit einer Zukunftsstrategie, mit einer positiven marktorientierten Zukunftsstrategie.
Abg. Prinz: Du hast es noch nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Rädler und Prinz.
Wenn wir also von Partnerschaft reden, Kollege Prinz, müssen wir den Handel mit ins Boot nehmen, da bin ich bei dir. (Abg. Prinz: Du hast es noch nicht verstanden! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler, Rädler und Prinz.) Aber wir müssen auch sehen, dass die Genossenschaften ihren Mitgliedern ordentliche Preise zahlen müssen. Und daher bin ich schon sehr neugierig, was dieser Runde Tisch bringt. Wir werden uns dort sehr aktiv und direkt einbringen. – Danke schön, meine Damen und Herren! (Beifall bei Grünen und NEOS. – Abg. Prinz: Null verstanden!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber
Wenn wir uns vergegenwärtigen (Ruf bei der ÖVP: Was hat der gesagt?), worum es hier geht, dann – ich will jetzt nicht sagen, der Bauernbund, aber die ÖVP-Seite (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber) – müssen Sie sich einmal damit abfinden, dass das Quotensystem nicht mehr kommt, auch wenn Sie es immer wieder fordern. Wenn Phil Hogan das sagt, und auch wenn der Landwirtschaftsminister hier die Russland-Sanktionen eigenhändig zurücknehmen könnte, würde es auch nicht mehr viel helfen.
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, alle sollten dabei mitgehen. (Abg. Pirklhuber: Sehr gut!) – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!
Mir ist völlig klar, dass da die Nerven blank liegen. Wenn ich jahrzehntelang in Anspruch nehme: Ich bin der Anwalt des ländlichen Raumes … (Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!) – Selbstverständlich, bis ich hinausgeschmissen worden bin, weil ich das Gebet nicht gelernt habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Mein lieber Freund, aber das macht nichts, man muss nicht alles wissen.
Abg. Rädler: Genau, Kern!
Kolleginnen und Kollegen, das ist die Kernfrage (Abg. Rädler: Genau, Kern!): Wie lange wollen wir Konzernpolitik machen? Wann beschließen wir den seit 2009 eingebrachten Fünf-Parteien-Antrag zum österreichischen Qualitätsgütesiegel-Gesetz? – Ich weiß nicht, das fürchtet man so wie der Teufel den Weihbrunnen.
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bitte, diesen Antrag endlich zu unterstützen. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 130
Zwischenruf des Abg. Rädler
Er hat in seiner Rede gesagt, er will gemeinsam das Land führen, und das war eigentlich wohltuend, wenn man weiß, wie bisher mit Ideen und Vorschlägen der Opposition umgegangen wurde. Der Herr Bundeskanzler möchte (Zwischenruf des Abg. Rädler) – Herr Kollege Rädler, wir sind schon bei einem neuen Punkt der Tagesordnung, du bist noch bei gestern – mit Mut, Zuversicht und mit Erfolg in der Zukunft punkten. Ich glaube, das wünschen wir ihm persönlich und der gesamten Mannschaft.
Abg. Rädler: Kollege, ein Wort zur Hypo!
Wenn wir dann die Berichte – und ich erwähne das heute nicht so großartig – über Hypo und Untersuchungsausschuss hören werden, werden wir uns wieder darüber unterhalten, was wir jetzt alles verbessern müssen. Ich sage Ihnen: Heute wäre dieser Entschließungsantrag genau richtig für dieses Gesetz, das Sie aus unerfindlichen Gründen derart hochjubeln. In Wirklichkeit gehört es sofort in die Novelle geschickt – deshalb dieser Entschließungsantrag; aber wir werden es ja dann wieder hören, was wir nicht alles verbessern sollen und müssen. Seis drum! (Abg. Rädler: Kollege, ein Wort zur Hypo!)
Sitzung Nr. 132
Abg. Rädler: Das müssen Sie den Herrn Bundeskanzler fragen!
Was will ich mit all diesen Zahlen zum Ausdruck bringen? – Ich will noch einmal unterstreichen, dass eine Lösung nur international und gemeinsam möglich ist. Dass kein einziges Land auf dieser Welt 60 Millionen Flüchtlinge aufnehmen kann, liegt auf der Hand, deshalb gibt es nur die Möglichkeit von internationalen Lösungen. Und wenn man sagt: Wir machen jetzt zu, wir nehmen 37 000 Schutzsuchende und keinen einzigen mehr!, dann muss man einen Schritt weiter denken: Was passiert, wenn das auch ein zweites Land sagt, ein drittes, ein zehntes, ein zwanzigstes? (Abg. Rädler: Das müssen Sie den Herrn Bundeskanzler fragen!) Jedes Land macht zu – die Letzten beißen die Hunde! Auch daran sieht man, dass wir auf gemeinsame Lösungen angewiesen sind, dass es nicht allein geht, dass es aber mit nationaler Abschottungspolitik schon gar nicht geht.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zweitens: Wir brauchen verbindliche Aufnahmequoten für alle EU-Länder. Ja, Österreich kann nicht alle Schutzsuchenden aufnehmen, das kann auch Schweden nicht; aber die Europäische Union, die aus 28 Ländern besteht, 500 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen hat, kann Menschen aufnehmen, wenn alle Länder dazu angehalten werden, fixe, verbindliche Quoten einzuhalten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Um das zu ermöglichen, brauchen wir auch eine massive Umverteilung des EU-Budgets in Richtung jener Länder, die zu ihrer Verantwortung stehen und die Flüchtlinge aufnehmen. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Haselsteiner!
Und wenn Sie sagen, der Stiftungsrat ist völlig unabhängig, dann muss ich dem entgegenhalten, das stimmt einfach nicht, denn Sie alle wissen – und bitte hier auch keine bemühten Begründungen in andere Richtungen –, der Stiftungsrat ist natürlich dominiert von Freundeskreisen, vor allem von Freundeskreisen der ÖVP- und SPÖ-Fraktion. (Abg. Rädler: Haselsteiner!) – Ja, wir haben auch einen Vertreter drin. Das ist so. Und wir machen auch einen Vorschlag. Herr Haselsteiner ist angetreten mit dem Ansatz, und das würde Ihnen, Herr Rädler, auch guttun: Ich bin gekommen, um mich selbst in dieser Funktion abzuschaffen! Das wäre echt eine Erleichterung. (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Strache: Ein Klubobmann-Hearing vielleicht auch noch! – Abg. Rädler: Wer hat Sie aus dem Hut gezogen?
Und dann gehe ich noch einen Schritt weiter, Herr Rasinger: Auch für den Verfassungsgerichtshof gilt das. Die höchsten Positionen in der Justiz werden so bestellt, dass es für die Bürgerinnen und Bürger nicht nachvollziehbar ist. Und wenn Sie jetzt sagen: Ja, das wollen wir auch so beibehalten, das ist nicht so wichtig!, dann wundern Sie sich aber bitte nicht, dass der Graben zwischen Politik und Bürgern immer weiter aufgeht! Entweder wollen Sie etwas für die Glaubwürdigkeit der Politik tun, oder Sie wollen weiter packeln, mauscheln, tarnen und täuschen. Wenn Sie das wollen nach der Marke Lopatka et al., dann müssen Sie so weitermachen. Dann brauchen Sie sich aber nicht zu wundern, dass die Menschen sagen: Mit dieser Politik will ich nichts mehr zu tun haben! Da brauchen wir uns nicht zu wundern. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Strache: Ein Klubobmann-Hearing vielleicht auch noch! – Abg. Rädler: Wer hat Sie aus dem Hut gezogen?)
Abg. Rädler: Pervertiert!
Hammer für den Nachbarn gesprochen hat. Mit dieser drastischen Formulierung wollten Sie nur sagen, dass es natürlich bei allen Instrumentarien Missbrauch geben kann. (Abg. Rädler: Pervertiert!)
Abg. Rädler: Es geht um deine Haltung!
Ein Koalitionsbruch sei im Raum gestanden; das hat dann auch Kollege Mayer in einer anschließenden Diskussion gesagt. Ich sage dazu eines: Ein Koalitionsbruch ist nie im Raum gestanden, es war alles schon von vornherein ausgehandelt. Denn es wäre auch völlig unlogisch: Wenn der SPÖ-Kandidat mit den Stimmen der Opposition gewählt worden wäre oder wenn, wie in diesem Fall, eine ÖVP-Kandidatin mit den Stimmen der Opposition gewählt worden wäre, dann wäre das völlig wurscht gewesen, es wäre niemals ein Koalitionsbruch gewesen, denn ihr hättet euch danach noch auf andere Positionen geeinigt. Und da steht ja noch einiges an. (Abg. Rädler: Es geht um deine Haltung!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.
Der Herr Bundeskanzler hat heute gemeint, es ist wichtig, dass das Unternehmen schwarze Zahlen schreibt. – Okay, da bin ich bei Ihnen, aber schwarze Zahlen sind das eine – eine rote Politik ist das andere, und dagegen verwahren wir uns! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Sie müssen schon großräumiger denken!
Also man nominiert zwei, die nominiert man so früh, bevor der Regierungspartner noch dabei ist, wobei das kein Kriterium ist, und dann immer eine, wo man genau weiß, das ist die absolute Kampfansage an den Regierungspartner – das war Frau Berger –, und als Zweite nimmt man dann „eine von uns“. – Ich weiß nicht, Herr Lopatka, stimmt das, dass irgendwann einmal der Spruch gefallen ist, es wird auch „eine von uns“ werden? Könnte es sein, dass das einmal gefallen ist? Dann wird es halt „eine von uns“, nämlich von Ihnen. (Heiterkeit des Abg. Steinhauser.) Das war schon tricky aufgesetzt. (Abg. Rädler: Sie müssen schon großräumiger denken!)
Abg. Rädler – mit der Hand zuerst in die eine, dann in die andere Richtung deutend –: Das Team Stronach: einmal so, einmal so!
Rot und Schwarz haben taktisch gespielt. (Abg. Rädler – mit der Hand zuerst in die eine, dann in die andere Richtung deutend –: Das Team Stronach: einmal so, einmal so!) Der Obertaktiker und Meistertrickser Lopatka spielt jetzt auch wieder vor sich hin.
Sitzung Nr. 134
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ob die Zahl der ausgetauschten Köpfe auch ein Indiz für die Qualität oder die mangelnde Qualität der Arbeit dieser Bundesregierung ist (Rufe bei der ÖVP: Krüger!), mögt ihr alle bitte selbst beurteilen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Bei den NEOS!
Die NEOS haben gesagt, dass die Frauen in Österreich keine Chancen auf Bildung, keine Chancen im Berufsalltag haben. – Das ist doch nicht wahr! (Abg. Rädler: Bei den NEOS!) Das ist doch nicht wahr! Frauen haben heute die gleichen Chancen wie Männer! Und ja, Frauen verdienen manchmal weniger, weil sie – und das haben Sie auch gesagt – Teilzeit arbeiten. Und das ist oft eine Entscheidung, die die Frau bewusst trifft und auch in ihrem Entscheidungsbereich liegen sollte. Das heißt, wenn die Frau sagt, ich bekomme jetzt ein Kind, weil ich das will, dann haben auch keine GrünInnen ihnen das zu verbieten, denn das ist letztlich die Entscheidung der Frau. Und wenn sie das Kind bekommt und dann sagt, ich arbeite Teilzeit, weil ich mit meinem Kind auch Zeit verbringen will, dann ist das zu akzeptieren. Und wenn das ein Mann sagt, ist es auch zu akzeptieren. Aber dem Mann vorzuschreiben, was er zu tun hat, ist eben nicht in unserem Sinne und sollte auch nicht in Ihrem Sinne sein. (Beifall der Abg. Dietrich.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Hallo!
Ich glaube, Sigrid Maurer war es, die gesagt hat, der Geräuschpegel geht bei den Frauenthemen so hoch. Das bin ich von den Gesundheitsthemen schon gewöhnt, da ist es meistens leerer. Bei den Frauenangelegenheiten kann der Geräuschpegel gut hochgehen. Wenn wir heute gehört haben, wie unterschiedlich die Positionen zu 51 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind, dann kann ich mir vorstellen, dass wir hier hitzige, spannende Diskussionen führen werden über das Bild der Frau, das die einzelnen Parteien haben, die es den Frauen als Wählerinnen dann vielleicht auch erleichtern werden, zu entscheiden, wo sie in Zukunft ihr Kreuzerl bei der Wahl machen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Hallo!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rädler: Alle raus aus den Politikerbüros!
Ich hätte mir das mit Dr. Gerhard Steger sehr gut vorstellen können. Bei Frau Dr. Kraker haben wir einen massiven Schönheitsfehler, das zeigt auch die Bilanz aus den drei Jahren Rechnungshofarbeit in der Steiermark. (Ruf bei der ÖVP: Was für einen Schönheitsfehler?) Es bedeuten einfach 13 Jahre Politbüro etwas anderes als Finanzverwaltung oder Verwaltungserfahrung. Die Arbeit in einem Politbüro ist einfach Arbeit für einen Politiker, für eine politische Partei. Und wenn man das so eine lange Zeit macht, ist das mit Sicherheit ein Problem. Ich hoffe, dass sie diesen Rollenwechsel ansatzweise schafft, ich hoffe, dass sie das rasch schafft, und ich hoffe, dass sie auch die nötige Unangepasstheit und Konfliktfreude, insbesondere auch mit der ÖVP, lernt, relativ rasch lernt. Darauf wird es ankommen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rädler: Alle raus aus den Politikerbüros!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gibt jetzt einige Zwischenrufe. Waren Sie eigentlich dort, Herr Rädler? – Nein, ich habe Sie nicht beim Hearing gesehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Schauen Sie, ich denke, es ist noch einmal ein Unterschied. Jeder von uns darf eine politische Gesinnung haben, jeder von uns darf für seine politische Gesinnung auf die Straße gehen, jeder von uns darf sich einer Partei anschließen oder nicht. (Abg. Wöginger: Danke, das ist sehr nett!) Das entscheidende Kriterium ist, ob man mit einem Parteibuch Karriere macht, nämlich ausschließlich mit einem Parteibuch Karriere macht. Das ist der wesentliche Unterschied. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Rädler: Was ist mit dem Van der Bellen?
Das ist das Problem, das Sie bei der ÖVP einfach noch nicht einsehen wollen. (Abg. Lopatka: Das ist eine Unterstellung, eine unglaubliche Unterstellung!) – Nein, das ist eine allgemeine Bemerkung zu dem Vorwurf … (Abg. Rädler: Was ist mit dem Van der Bellen?) – Sie können sich auch gerne zu Wort melden und hier einen ordentlichen Bei-
Abg. Rädler: Für den Kogler gilt das nicht!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Kogler: Welchen kritischen Bericht hat die Frau Dr. Kraker in der Steiermark vorgelegt? Drei Jahre war die dort tätig und kein kritischer Bericht!) – Es gilt auch für Sie das, was Klubobfrau Glawischnig gesagt hat. Sie sitzen zwar nicht in der vierten Reihe, Kollege Kogler, sondern in der ersten, aber auch Sie können sich zu Wort melden. (Abg. Rädler: Für den Kogler gilt das nicht!) Zu Wort gemeldet bin jetzt ich. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP und Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Der Giftpilz!
Was haben Sie heute hier gesagt? – Es war Dr. Gabriela Moser, die heute hier von Einsatzbereitschaft und Motivationsfähigkeit gesprochen hat. Es gab Dank und Anerkennung von allen Fraktionen. Und das, sage ich Ihnen, wünsche ich mir auch für Dr. Kraker in zwölf Jahren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Der Giftpilz!)
Abg. Amon: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Rädler: Na geh!
Wir werden, wenn Frau Dr. Kraker gewählt wird – und das wird wohl geschehen –, ordentlich mit ihr zusammenarbeiten und wünschen ihr alles Gute. Es ist nicht so, dass sie es nicht kann. Es ist nur so, dass sie nicht die Bestqualifizierte ist. (Abg. Amon: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Rädler: Na geh!)
Abg. Rädler: Warst du nicht auch im ÖVP-Klub?
selt. (Abg. Rädler: Warst du nicht auch im ÖVP-Klub?) – Herr Rädler, sie hatte dort die Aufgabe, Projekte, die umgesetzt wurden, ex post zu prüfen. Das heißt, sie hat de facto die Aufgabe, Projekte, die sie selbst leitend mitangestoßen und umgesetzt hat, zu prüfen. (Abg. Rädler: Du darfst nicht von dir ausgehen!) Wenn Ihnen, wenn der ÖVP da nicht auffällt, dass die Kontrollierten den Kontrolleur bestimmen und selber noch Kontrolleur sind, dann wage ich die Interpretation, dass Sie ein schlechtes Verhältnis zur Demokratie haben, weil Demokratie auch Gewaltenteilung heißt. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rädler: Du darfst nicht von dir ausgehen!
selt. (Abg. Rädler: Warst du nicht auch im ÖVP-Klub?) – Herr Rädler, sie hatte dort die Aufgabe, Projekte, die umgesetzt wurden, ex post zu prüfen. Das heißt, sie hat de facto die Aufgabe, Projekte, die sie selbst leitend mitangestoßen und umgesetzt hat, zu prüfen. (Abg. Rädler: Du darfst nicht von dir ausgehen!) Wenn Ihnen, wenn der ÖVP da nicht auffällt, dass die Kontrollierten den Kontrolleur bestimmen und selber noch Kontrolleur sind, dann wage ich die Interpretation, dass Sie ein schlechtes Verhältnis zur Demokratie haben, weil Demokratie auch Gewaltenteilung heißt. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Rädler: Du warst nicht aufrichtig!
Das ist einfach nicht aufrichtig, das ist keine intellektuelle Redlichkeit. (Abg. Rädler: Du warst nicht aufrichtig!) Ich hoffe, dass Frau Dr. Kraker dieses Sensorium entwickelt, und ich wünsche ihr dafür alles Gute, aber eine Sternstunde des Parlamentarismus war das definitiv nicht! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Bei dir war die Karriere wichtiger beim Wechseln! Heute Busek lesen, dann weiß man alles über dich!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Bei dir war die Karriere wichtiger beim Wechseln! Heute Busek lesen, dann weiß man alles über dich!
Das ist einfach nicht aufrichtig, das ist keine intellektuelle Redlichkeit. (Abg. Rädler: Du warst nicht aufrichtig!) Ich hoffe, dass Frau Dr. Kraker dieses Sensorium entwickelt, und ich wünsche ihr dafür alles Gute, aber eine Sternstunde des Parlamentarismus war das definitiv nicht! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Rädler: Bei dir war die Karriere wichtiger beim Wechseln! Heute Busek lesen, dann weiß man alles über dich!)
Abg. Rädler: Wir haben es verstanden!
Es wurde dann auch ein Name, der vorher in der ersten Runde überhaupt nie gefallen war, genannt; dass Frau Dr. Berger eventuell die Beste sein könnte, ist von niemandem gesagt worden. Plötzlich ist dann von der FPÖ der Name Dr. Berger gekommen, die NEOS haben dann auch gesagt, Berger wäre eigentlich eine gute Wahl, und es war sichtbar, was hier offensichtlich geplant war. (Abg. Rädler: Wir haben es verstanden!)
Abg. Rädler: Das ist eine Wahl! – Abg. Wöginger: Das ist wie beim Untersuchungsausschuss!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Herr Präsident! Hohes Haus! Vielleicht für die Zuschauer, damit jeder versteht, worum es hier geht (Abg. Hammer: Das wird dir nicht gelingen! Das versteht dann niemand!): Wir haben jetzt eine Situation, in der dieser Sektor hier, die ÖVP, also ein Viertel der Abgeordneten, darüber entscheidet, wer die nächste Rechnungshofpräsidentin wird. Das heißt, ein Viertel der Abgeordneten hat drei Viertel der Abgeordneten ihren Willen aufgezwungen. Das ist die Situation, die wir heute hier sehen. (Abg. Lopatka: Rechenfehler! Das ist ein Blödsinn!) Die Frage ist: Wie ist das zustande gekommen? – Durch ein beachtenswertes Spiel des Herrn Lopatka. (Abg. Rädler: Das ist eine Wahl! – Abg. Wöginger: Das ist wie beim Untersuchungsausschuss!)
Abg. Lopatka: Ich habe mit Schieder nicht geredet! – Abg. Rädler: Hellseher!
Jetzt kommt die zentrale Frage: Warum musste Herr Schieder das glauben? – Herr Lopatka hat ihm ein Gschichtl erzählt. (Abg. Lopatka: Ich habe mit Schieder nicht geredet! – Abg. Rädler: Hellseher!) Die Frage ist, warum er das glauben musste, denn es wäre ganz einfach gewesen: Lopatka behauptet, es gebe mit Freiheitlichen und Team Stronach eine Mehrheit, mit einer Stimme mehr. Herr Schieder will aber seinen Kandidaten durchbringen, und Herr Steger war ja auch unser Kandidat, wir haben ihn ja auch aufgestellt, also ist es keine Überraschung, dass wir ihn unterstützen. (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) – Sie haben gesagt, Sie kennen jemanden, der Herrn Steger unterstützt.
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eines deklariere ich klipp und klar vorweg: Ich lasse mich bei der angeblichen Bestreihung oder der besten Wahl nicht einpacken. Es ist korrekt, dass ich Herrn Steger für gut empfunden habe, aber es ist nicht korrekt, dass ich ihn für den besten empfunden habe – klipp und klar gesagt. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Der braucht das!
Ich verstehe die Aufregung einfach nicht, dieses Thema ist wirklich ein Sammelsurium, das seit 15 Jahren daherkommt (Abg. Rädler: Der braucht das!), aber es ist legitim, das hier zu bringen. Ich verstehe es nicht ganz, und damit ist die Sache beendet.
Abg. Rädler: So wie die Anfrage! – Abg. Kogler: Geh bitte!
Ich will jetzt nicht näher auf die Anwürfe, die da bestehen, eingehen – das wäre nicht passend –, aber ich denke schon, dass es für die Opposition oder für die Politiker leichter wäre, wenn man das Gefühl hätte, die Regierung oder der verantwortliche Minister wären an Aufklärung interessiert. Ich gebe dem Kollegen Pilz in einer Sache recht: Ich habe mir diese Anfrage und vor allem die Beantwortung angesehen, und die ist eigentlich nichtssagend. (Abg. Rädler: So wie die Anfrage! – Abg. Kogler: Geh bitte!)
Abg. Rädler: Die FPÖ auch! – Abg. Prinz: … in den Spiegel schauen!
Ich appelliere an uns alle: Seien wir für unsere Leute da, seien wir für die Menschen in unserem Land da, und dann wird das Vertrauen in die Politik wieder steigen! (Abg. Rädler: Die FPÖ auch! – Abg. Prinz: … in den Spiegel schauen!) – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Die Kärntner Freunde auch …! – Abg. Schimanek: Oje, oje, …!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Die Kärntner Freunde auch …! – Abg. Schimanek: Oje, oje, …!
Ich appelliere an uns alle: Seien wir für unsere Leute da, seien wir für die Menschen in unserem Land da, und dann wird das Vertrauen in die Politik wieder steigen! (Abg. Rädler: Die FPÖ auch! – Abg. Prinz: … in den Spiegel schauen!) – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Die Kärntner Freunde auch …! – Abg. Schimanek: Oje, oje, …!)
Heiterkeit bei Abg. Rädler. – Bundesminister Sobotka: … gefragt!
Jetzt nennen Sie die Zahlen, insofern ist das saniert, aber wo landen wir? – Die Erkenntnisse sind ein bisschen untergegangen, weil nach dem Tohuwabohu von vorhin ein bisschen die Energie draußen ist. Diese werden wir aber wieder zuführen, und Kollege Pilz wird weiter recherchieren. Da ist noch viel drinnen, da können Sie zwischenrufen, wie Sie wollen – lassen Sie es gleich bleiben –, wir fahren fort. (Heiterkeit bei Abg. Rädler. – Bundesminister Sobotka: … gefragt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.
Es ist richtig, dass nicht direkt Geld geflossen ist, aber indirekt. Reicht euch das nicht? – Da könnt ihr euch dreimal herstellen und sagen: Wir haben jetzt ein strengeres Parteiengesetz! (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Prinz.) Ja, eh, aber das hättet ihr verhindern wollen, und wir haben es durchgesetzt, das war ja aufgrund solcher Geschichten!
Abg. Rädler – auf die zahlreichen leeren Plätze bei der grünen Fraktion zeigend –: Deine Leute sind schon gegangen!
Nur, der Befund ist völlig klar: Zuerst wird viel zu viel Geld für Inserate hinausgeschmissen, dann stellt sich die ÖVP an – und meistens, wenn Wahlkämpfe sind, sind die Ausschläge höher – und will noch Gutschriften. Innerhalb der Mediaselect werden eigene ÖVP-Konten geführt, die dann eingerichtet wurden, dauernd wechseln die Leute von der ÖVP-Parteizentrale in die Geschäftsführung der Mediaselect und wieder retour, sodass die Beschuldigten gar nicht mehr wissen, ob sie als Geschäftsführer der ÖVP oder als Mediaselect gehandelt haben. (Abg. Rädler – auf die zahlreichen leeren Plätze bei der grünen Fraktion zeigend –: Deine Leute sind schon gegangen!)
Abg. Rädler: Deine Leute sind schon gegangen!
Nur eines ist gewiss: Sie haben steuerzahlerschädigend gehandelt! Da kommt ihr überhaupt nicht mehr heraus, denn die ganzen Rechtfertigungsversuche im Ermittlungsverfahren sind schon eine zugegebene Steuerzahlerschädigung, und deshalb ist es gut und richtig, wenn Kollege Pilz da dranbleibt und weiter recherchiert. (Abg. Rädler: Deine Leute sind schon gegangen!)
Abg. Rädler: Wow!
†Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Mit diesen Systemen wird jetzt Schluss gemacht. (Abg. Rädler: Wow!) Deshalb sind diese Recherchen wichtig, deshalb ist es gut, dass Sie die Zahlen gesagt haben, das sollte das letzte Friedensangebot sein, aber wir werden schauen, wie es weitergeht. Wir lassen uns das weder in Bezug auf diese Auskunftsverweigerung noch von der Sache her länger bieten. Da machen wir sauber! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Nicht einmal Ihr Klub hat sich das bieten lassen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Nicht einmal Ihr Klub hat sich das bieten lassen!
†Abgeordneter Mag. Werner Kogler (fortsetzend): Mit diesen Systemen wird jetzt Schluss gemacht. (Abg. Rädler: Wow!) Deshalb sind diese Recherchen wichtig, deshalb ist es gut, dass Sie die Zahlen gesagt haben, das sollte das letzte Friedensangebot sein, aber wir werden schauen, wie es weitergeht. Wir lassen uns das weder in Bezug auf diese Auskunftsverweigerung noch von der Sache her länger bieten. Da machen wir sauber! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Nicht einmal Ihr Klub hat sich das bieten lassen!)
Abg. Rädler: Zahlt Ihr Herr Haslauer so schlecht?
Erstens: Das stimmt nicht. Das ist eine Frechheit dieser Branche gegenüber, einer Branche, mit der ich auch sehr viel zu tun hatte, am Rande dieser ich auch gearbeitet habe. Seien Sie versichert: Wäre das üblich in dieser Branche, wir könnten uns alle bessere Krawatten leisten. Es ist nicht der Fall, die Usancen gibt es nicht. (Abg. Rädler: Zahlt Ihr Herr Haslauer so schlecht?) – Wer ist Herr Haslauer? Ist das nicht irgendein Landeshauptmann von Ihnen? (Heiterkeit. – Beifall bei NEOS und Grünen.)
Abg. Rädler: „Räudig“?
Eines steht Ihnen aber sicher nicht zu: Steuergeld als Vermittlerprovision, das Sie offensichtlich kassiert haben. In einem Land, das die zweithöchste Parteienförderung der Welt hat, noch zusätzliche Umschichtungen aus parteinahen Ministerien vorzunehmen ist nichts weiter als räudig. (Abg. Rädler: „Räudig“?) – Ja, räudig. Selbst wenn das legal ist, ethisch vertretbar ist es nicht. Das ist transethisch, was Sie hier machen. (Abg. Rädler: „Transethisch“?) – Ja, transethisch, genau. (Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ja, das Nudelsieb ist transethisch. Gut, ich werde bei Gelegenheit auch Merkmale Ihrer Religion hervorzaubern und die in einen gewissen Kontext stellen, und dann schauen wir einmal, ob Sie ähnlich gelassen darauf reagieren können.
Abg. Rädler: „Transethisch“?
Eines steht Ihnen aber sicher nicht zu: Steuergeld als Vermittlerprovision, das Sie offensichtlich kassiert haben. In einem Land, das die zweithöchste Parteienförderung der Welt hat, noch zusätzliche Umschichtungen aus parteinahen Ministerien vorzunehmen ist nichts weiter als räudig. (Abg. Rädler: „Räudig“?) – Ja, räudig. Selbst wenn das legal ist, ethisch vertretbar ist es nicht. Das ist transethisch, was Sie hier machen. (Abg. Rädler: „Transethisch“?) – Ja, transethisch, genau. (Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP.) – Ja, das Nudelsieb ist transethisch. Gut, ich werde bei Gelegenheit auch Merkmale Ihrer Religion hervorzaubern und die in einen gewissen Kontext stellen, und dann schauen wir einmal, ob Sie ähnlich gelassen darauf reagieren können.
Sitzung Nr. 136
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gibt seit Monaten die Verhandlungen mit den Ländern, mit den SoziallandesrätInnen und dem Herrn Minister. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Eigentlich ist das Ganze recht gut auf Spur, es gibt weitgehend Einigung. Nur ein Land – und ich schaue da auch wieder in Richtung ÖVP –, nämlich Niederösterreich, boykottiert diese Einigung seit Monaten, und ich habe den Eindruck, es ist so ein bisschen wie bei einem Standortwettbewerb. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es gibt seit Monaten die Verhandlungen mit den Ländern, mit den SoziallandesrätInnen und dem Herrn Minister. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Eigentlich ist das Ganze recht gut auf Spur, es gibt weitgehend Einigung. Nur ein Land – und ich schaue da auch wieder in Richtung ÖVP –, nämlich Niederösterreich, boykottiert diese Einigung seit Monaten, und ich habe den Eindruck, es ist so ein bisschen wie bei einem Standortwettbewerb. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Normalerweise ist es beim Standortwettbewerb so, dass wir schauen, dass wir die besten Köpfe finden, dass wir die besten Orte finden, dass wir gut auswählen, dass wir Kompetenzen aufbauen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber was machen wir in diesem Fall? – Sie starten einen Wettbewerb der Grauslichkeiten (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), bei dem zunehmend auf dem Rücken der Menschen Schlitten gefahren
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Normalerweise ist es beim Standortwettbewerb so, dass wir schauen, dass wir die besten Köpfe finden, dass wir die besten Orte finden, dass wir gut auswählen, dass wir Kompetenzen aufbauen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Aber was machen wir in diesem Fall? – Sie starten einen Wettbewerb der Grauslichkeiten (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), bei dem zunehmend auf dem Rücken der Menschen Schlitten gefahren
Abg. Rädler: Reden Sie einmal mit den Bürgerinnen und Bürgern!
wird und bei dem man sich quasi darum matcht, wer wem schneller das letzte Hemd auszieht. (Abg. Rädler: Reden Sie einmal mit den Bürgerinnen und Bürgern!) Ich sehe da sehr viel Verantwortung bei der ÖVP, also hören Sie mir bitte lieber zu, als dazwischenzurufen – danke schön. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.
wird und bei dem man sich quasi darum matcht, wer wem schneller das letzte Hemd auszieht. (Abg. Rädler: Reden Sie einmal mit den Bürgerinnen und Bürgern!) Ich sehe da sehr viel Verantwortung bei der ÖVP, also hören Sie mir bitte lieber zu, als dazwischenzurufen – danke schön. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich komme daher zu unserem Antrag – der Antrag will nämlich nichts mehr, als dass wir das vereinheitlichen. Was war in der Vergangenheit? Mein Kollege Karl Öllinger kann da noch mehr darüber erzählen, weil er es miterlebt hat. 2010 ist die Mindestsicherung entstanden, seitdem haben schon einige Länder das Ganze torpediert. Da geht es nicht um Ausländer und Inländer und subsidiär Schutzbedürftige, sondern da geht es um Österreicherinnen und Österreicher, die in vielen Ländern schon jetzt benachteiligt werden, und das, wie wir meinen, verfassungswidrig. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nicht tragbar?
Das sind alles Zustände, die eigentlich nicht tragbar sind und die jetzt, und das hat eine ganz neue Qualität … (Abg. Rädler: Nicht tragbar?) – Nicht tragbar, ja, untragbar sind sie! Das hat jetzt eine ganz neue Qualität, weil in vielen Ländern noch zusätzliche Hürden aufgebaut werden, die überhaupt verfassungswidrig sind.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mit unserem Fristsetzungsantrag möchten wir, dass Sie, lieber Herr Minister und werte Regierung, vor den Verfassungsgerichtshof treten und prüfen lassen, was da seit Jahren in den Ländern passiert und was derzeit auch auf dem Rücken der Ärmsten der Armen in Österreich passiert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Rädler, hören Sie mir noch kurz zu, denn ich möchte jetzt mit zwei Mythen aufräumen, die die ÖVP permanent verbreitet.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Wahlhelfer für die Blauen! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Walser.
Da geht es nämlich um 15 Millionen € – 15 Millionen €, die aber die Gefahr bringen, dass Familien schon ab zwei Kindern in die Armutsfalle geraten, und Sie beteiligen sich munter daran! Familien mit zwei Kindern! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Wahlhelfer für die Blauen! – Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Walser.)
Abg. Rädler: Die gar nicht arbeiten!
Der zweite Mythos, mit dem ich aufräumen möchte, ist diese Differenz. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Sie sagen immer, die Mindestsicherung sei zu hoch, denn da zahle sich das Arbeitengehen nicht aus. Ich möchte das aber umdrehen: Die Mindestsicherung ist nicht zu hoch! Es gibt Menschen – sehr viele Frauen, die im Service arbeiten, in Cafés, im Handel, Friseurinnen (Abg. Rädler: Die gar nicht arbeiten!) –, die arbeiten für unter 8 € Stundenlohn. Unter 8 €! (Zwischenruf des Abg. Amon.) Diese 8 € verdienen Sie in ich weiß nicht wie viel Minuten, und diese Menschen verdienen unter 8 € in der Stunde. Es geht also nicht um eine Verringerung der Mindestsicherung, sondern es geht um das Anheben der Löhne in sehr, sehr vielen Branchen. Dann sind die Menschen nicht auf diese Mindestsicherung angewiesen. Also hören wir bitte auf mit der Neiddebatte und lassen Sie uns öfter hier über das diskutieren, wie das soziale Netz in Österreich funktionieren kann und soll, und da würde ich mich gern beteiligen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gisela Wurm. – Abg. Rädler: Vorbereiterin des Rechtsrucks!)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gisela Wurm. – Abg. Rädler: Vorbereiterin des Rechtsrucks!
Der zweite Mythos, mit dem ich aufräumen möchte, ist diese Differenz. (Zwischenruf bei der ÖVP.) Sie sagen immer, die Mindestsicherung sei zu hoch, denn da zahle sich das Arbeitengehen nicht aus. Ich möchte das aber umdrehen: Die Mindestsicherung ist nicht zu hoch! Es gibt Menschen – sehr viele Frauen, die im Service arbeiten, in Cafés, im Handel, Friseurinnen (Abg. Rädler: Die gar nicht arbeiten!) –, die arbeiten für unter 8 € Stundenlohn. Unter 8 €! (Zwischenruf des Abg. Amon.) Diese 8 € verdienen Sie in ich weiß nicht wie viel Minuten, und diese Menschen verdienen unter 8 € in der Stunde. Es geht also nicht um eine Verringerung der Mindestsicherung, sondern es geht um das Anheben der Löhne in sehr, sehr vielen Branchen. Dann sind die Menschen nicht auf diese Mindestsicherung angewiesen. Also hören wir bitte auf mit der Neiddebatte und lassen Sie uns öfter hier über das diskutieren, wie das soziale Netz in Österreich funktionieren kann und soll, und da würde ich mich gern beteiligen. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Gisela Wurm. – Abg. Rädler: Vorbereiterin des Rechtsrucks!)
Abg. Rädler: Ich weiß es!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Herr Kollege Rädler, vielleicht wissen Sie nicht, wie die Mindestsicherung in Österreich ausgestaltet ist. (Abg. Rädler: Ich weiß es!) – Hören Sie vielleicht einmal kurz zu, Herr Bürgermeister!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Menschen, die eine Mindestsicherung in Österreich erhalten, müssen ihr Vermögen verwerten bis ungefähr 4 200 €, und der Anteil der Bedarfsorientierten Mindestsicherung gemessen an unseren Sozialausgaben beträgt 0,7 Prozent, Herr Kollege Rädler. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Menschen, die die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beziehen, müssen, sofern sie arbeitsfähig sind, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sonst kann die Bedarfsorientierte Mindestsicherung den Menschen auch gestrichen werden. Das sind die Fakten zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung, Herr Kollege Rädler. (Abg. Rädler: Ich kenne sie!)
Abg. Rädler: Ich kenne sie!
Menschen, die eine Mindestsicherung in Österreich erhalten, müssen ihr Vermögen verwerten bis ungefähr 4 200 €, und der Anteil der Bedarfsorientierten Mindestsicherung gemessen an unseren Sozialausgaben beträgt 0,7 Prozent, Herr Kollege Rädler. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Menschen, die die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beziehen, müssen, sofern sie arbeitsfähig sind, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sonst kann die Bedarfsorientierte Mindestsicherung den Menschen auch gestrichen werden. Das sind die Fakten zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung, Herr Kollege Rädler. (Abg. Rädler: Ich kenne sie!)
Abg. Rädler: Schauen Sie sich die Wahlergebnisse an! – Abg. Glawischnig-Piesczek: Frau Präsidentin, er kann sich auch zu Wort melden!
Ich bin in Amstetten Vizebürgermeisterin und weiß auch, wie viele Menschen Bedarfsorientierte Mindestsicherung beziehen. (Abg. Rädler: Schauen Sie sich die Wahlergebnisse an! – Abg. Glawischnig-Piesczek: Frau Präsidentin, er kann sich auch zu Wort melden!)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Frau Präsidentin, der macht seinen 20. Zwischenruf! Kann man da bitte etwas tun als Vorsitzführende?
Ja, es stimmt, es sind auch Asylberechtigte unter den Bezieherinnen und Beziehern der Bedarfsorientierten Mindestsicherung, aber das sind Menschen, die nach Österreich kommen mit nichts als einem Plastiksackerl, und ich denke, Österreich hat die Verpflichtung, diesen Menschen auch für eine gewisse Zeit zu helfen. Glauben Sie mir, viele Menschen, die in Österreich asylberechtigt sind, würden gerne arbeiten, aber im Moment ist es am Arbeitsmarkt eben besonders schwer für Menschen, die bei uns Schutz gesucht haben! (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Glawischnig-Piesczek: Frau Präsidentin, der macht seinen 20. Zwischenruf! Kann man da bitte etwas tun als Vorsitzführende?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Menschen, die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beziehen – da müssen Sie mir sicher recht geben, Herr Kollege Rädler, wenn Sie schon Bürgermeister sind –, sind meistens schuldlos in dieser schwierigen Situation. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Diese Situation ist finanziell sehr schwierig für viele Menschen, sie ist aber auch menschlich schwierig. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Loacker.) Diese Situation ist sozial schwierig, und Sie wissen das genauso gut wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen hier im Saal: Armut macht krank! Armut grenzt aus, Armut verhindert Teilhabe an unserem gesellschaftlichen Leben. Und ich denke, die Politik hat die Verpflichtung, Herr Kollege Rädler, dagegenzuhalten und die Gesellschaft nicht zu spalten, sondern in der Gesellschaft einen Zusammenhalt, auch mittels Gesetzen, zu ermöglichen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Loacker.
Die Menschen, die Bedarfsorientierte Mindestsicherung beziehen – da müssen Sie mir sicher recht geben, Herr Kollege Rädler, wenn Sie schon Bürgermeister sind –, sind meistens schuldlos in dieser schwierigen Situation. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Diese Situation ist finanziell sehr schwierig für viele Menschen, sie ist aber auch menschlich schwierig. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Loacker.) Diese Situation ist sozial schwierig, und Sie wissen das genauso gut wie alle anderen Kolleginnen und Kollegen hier im Saal: Armut macht krank! Armut grenzt aus, Armut verhindert Teilhabe an unserem gesellschaftlichen Leben. Und ich denke, die Politik hat die Verpflichtung, Herr Kollege Rädler, dagegenzuhalten und die Gesellschaft nicht zu spalten, sondern in der Gesellschaft einen Zusammenhalt, auch mittels Gesetzen, zu ermöglichen.
Abg. Rädler: Mit dem hat das nichts zu tun!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Frau Präsidentin! – Ich denke, wir sind uns alle einig, dass es hier im Parlament um den Austausch von Argumenten geht, Prorede, Kontrarede. Aber es ist mittlerweile wirklich sehr, sehr störend, wenn einzelne männliche Abgeordnete bei Reden von Frauen bis zu 20 Zwischenrufe tätigen. Ich würde Sie bitten … (Abg. Rädler: Mit dem hat das nichts zu tun!) – Wirklich, das ist echt unerträglich, Sie können sich ja einfach einmal zu Wort melden! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Ich fühle mich diskriminiert!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Ich fühle mich diskriminiert!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne) (zur Geschäftsbehandlung): Danke, Frau Präsidentin! – Ich denke, wir sind uns alle einig, dass es hier im Parlament um den Austausch von Argumenten geht, Prorede, Kontrarede. Aber es ist mittlerweile wirklich sehr, sehr störend, wenn einzelne männliche Abgeordnete bei Reden von Frauen bis zu 20 Zwischenrufe tätigen. Ich würde Sie bitten … (Abg. Rädler: Mit dem hat das nichts zu tun!) – Wirklich, das ist echt unerträglich, Sie können sich ja einfach einmal zu Wort melden! (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Ich fühle mich diskriminiert!)
Abg. Glawischnig-Piesczek – in Richtung des Abg. Rädler –: Melden Sie sich zu Wort!
Zu Wort gemeldet ist als Nächster Herr Abgeordneter Wöginger. – Bitte. (Abg. Glawischnig-Piesczek – in Richtung des Abg. Rädler –: Melden Sie sich zu Wort!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
haben eben eine stark steigende Zahl an Mindestsicherungsbezieherinnen und –beziehern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sehen Sie sich doch die Situation in den Bezirken an: Wir haben trotz erhöhter Budgets die Budgets bereits zum jetzigen Zeitpunkt verbraucht, davor können wir die Augen nicht verschließen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Vor Kurzem ruft mich ein Arbeitnehmer an, der selbst Arbeiter in einem Industriebetrieb ist, der 2 000 € brutto verdient und eine fünfköpfige Familie mit drei Kindern zu versorgen hat. Im Nachbarhaus ist eine Familie mit vier Kindern eingezogen, die Mindestsicherung bezieht. Der Mindestsicherungsbezieher hat sich so gefreut und dem Nachbarn – dem mit den 2 000 € brutto – den Zettel gezeigt, dass er 2 100 € Mindestsicherung und 800 € Familienbeihilfe bekommt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das sind Nettobeträge, meine Damen und Herren, 2 900 €! Da muss man brutto über 4 000 € verdienen, damit netto dieser Betrag übrig bleibt! Davon reden wir, meine Damen und Herren! (Ruf bei der ÖVP – in Richtung SPÖ –: Zuhören! – Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir hätten das gerne einmal seriös diskutiert, dass selbstverständlich auch für arbeitslose Menschen und Bezieher und Bezieherinnen von Mindestsicherung so etwas wie ein Urlaub möglich sein sollte. (Neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ.) Aber darum geht es momentan gar nicht (Zwischenruf bei der ÖVP), sondern um Ihr Beispiel, das Sie in eine Debatte einwerfen. Selbst dann, wenn dieses Einzelbeispiel stimmen sollte (Zwischenruf des Abg. Rädler), was ich nicht glaube, erklärt es noch überhaupt nichts über das System, wie Mindestsicherung funktioniert (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm) und wie sie funktionieren sollte. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie sollte nämlich so funktionieren, dass alle dem Prinzip nach über den gleichen Kamm geschoren werden. Ich finde das auch absolut richtig. Das Problem hat schon bei der Einführung der Mindestsicherung begonnen, was Kollege Rädler vielleicht nicht mehr so weiß. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das weiß Kollege Rädler vielleicht nicht mehr – das ist ja auch schon ein paar Jahre her –, dass es bei der Einführung unterschiedliche Länderwünsche gegeben hat, die eigentlich von Anfang an weitgehend verhindert haben, dass aus der alten Sozialhilfe ein neues System wird, das gemeinsam für alle Bundesländer zu einer einheitlichen Leistung führt. Daraus ist leider nichts geworden. (Zwischenruf bei den Grünen.)
Abg. Rädler: Sozialist im Nadelstreif!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! (Abg. Rädler: Sozialist im Nadelstreif!) – Den Fernsehzuschauern entgehen leider die kontinuierlichen Zwischenrufe des Abgeordneten Rädler, die sich seit Beginn dieser Fristsetzungsdebatte durchziehen und eigentlich der ÖVP im Ausmaß von 10 Minuten von der Redezeit abgezogen werden sollten. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Grünen. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
die Hoffnung, dass Herr Kollege Pilz jetzt in eine Art konstruktive Phase eintritt (Zwischenruf des Abg. Rädler), da wir in fast zweijährigen Verhandlungen über das Staatsschutzgesetz eine außerordentlich konstruktive Phase erlebt haben. Ich darf hier Pilz zitieren, der in der Parlamentsdebatte gemeint hat: Ich bin noch nie so erfolgreich gescheitert – weil so viele Punkte vonseiten der Opposition in das Staatsschutzgesetz aufgenommen worden sind. (Abg. Pilz: Ja!) Darum finde ich es eigentlich sehr enttäuschend, dass Sie das gesamte Gesetz beim Verfassungsgerichtshof beeinsprucht haben. Sie halten also auch alle Punkte, die Sie hineinverhandelt haben, offenbar für verfassungswidrig; und das ist schon ein bisschen eigenartig.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie verfolgen weder einen karitativen noch einen mildtätigen Zweck. Das Einzige, was sie – nämlich SPÖ und ÖVP – in Wirklichkeit machen wollen, ist, dass sie wieder über die Hintertür in irgendeiner Art und Weise ihre Parteikassen füllen, und das Ganze auf Kosten der Wirte, der Unternehmerinnen und Unternehmer und vor allem der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Sie machen das, was Sie immer machen: Sie richten es sich so, wie es Ihnen passt, wie es Ihren Parteien passt, wie es Ihren Vorfeldorganisationen passt, wie es Ihren Günstlingen passt! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das hat System in diesem Land, das machen Sie immer, und Sie machen es da genauso wieder. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Rädler: … völlig weg von der Realität!
Sie wollen – Kollege Hanger hat es schon hineingerufen – Umsatzsteuerbefreiung bis 15 000 €. Ja, eh, aber das gilt nicht für die eine ÖVP, das gilt für alle Landesparteien, das geht zur Bezirksorganisation hinunter, zu jeder Gemeindeorganisation bis hin zu den Katastralgemeinden. (Abg. Hanger: … vor Ort gibt es nur eine …!) – Herr Kollege Hanger, rechnen Sie sich das bei 15 000 € aus: Wenn die JVP Niederösterreich in jeder Gemeinde ein Fest bis 15 000 € umsatzsteuerbefreit veranstalten kann, dann kommen am Schluss knapp 8,5 Millionen € heraus, und dann fehlen dem Finanzminister am Schluss 1,7 Millionen € an Steuereinnahmen. (Abg. Rädler: … völlig weg von der Realität!) Das ist die Rechnung nur mit der JVP, da fehlt der ÖAAB, da fehlen die Bezirks- und Vorfeldorganisationen der SPÖ und ÖVP, da fehlt wahrscheinlich die Ortsgruppe vom Kollegen Rädler, da fehlen noch viele.
Abg. Rädler: … Haselsteiner!
Schauen Sie, das, was Sie machen, ist unverfroren, und es wundert mich gar nicht, dass Sie so unverfroren sind, weil das System hat, weil diese Unverfrorenheit System hat. (Abg. Rädler: … Haselsteiner!) Wenn Sie Ihren Mandataren Parteisteuern und Klubabgaben und so weiter abziehen, dann dürfen diese Mandatare das ja von der Steuer absetzen. Wenn ein Normalbürger an eine Partei spendet, dann darf er es nicht von der Steuer absetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn ein Unternehmer einen Jahresabschluss nicht abgibt, dann bekommt er drakonische Strafen, wenn politische Parteien ihren Rechenschaftsbericht nicht abgeben, dann passiert überhaupt nichts.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Schauen Sie, das, was Sie machen, ist unverfroren, und es wundert mich gar nicht, dass Sie so unverfroren sind, weil das System hat, weil diese Unverfrorenheit System hat. (Abg. Rädler: … Haselsteiner!) Wenn Sie Ihren Mandataren Parteisteuern und Klubabgaben und so weiter abziehen, dann dürfen diese Mandatare das ja von der Steuer absetzen. Wenn ein Normalbürger an eine Partei spendet, dann darf er es nicht von der Steuer absetzen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn ein Unternehmer einen Jahresabschluss nicht abgibt, dann bekommt er drakonische Strafen, wenn politische Parteien ihren Rechenschaftsbericht nicht abgeben, dann passiert überhaupt nichts.
Abg. Rädler: Der Haselsteiner stopft Ihre Taschen voll! – Abg. Loacker – in Richtung Präsident Hofer –: Gib dem Rädler 5 Minuten Redezeit!
Das Absurde an der ganzen Geschichte ist, Sie haben ohnehin schon die höchste Parteienförderung europaweit, aber Sie hören trotzdem nicht auf, sich immer, wenn es nur geht, die Taschen vollzustopfen, damit Sie so, wie Sie es immer machen, es schaffen, dieses bröckelnde rot-schwarze Machtkartell in irgendeiner Art und Weise aufrechtzuerhalten. Sie stopfen sich die Taschen voll, zahlen dürfen es die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Und mit genau dieser Unverfrorenheit muss endlich Schluss sein! (Abg. Rädler: Der Haselsteiner stopft Ihre Taschen voll! – Abg. Loacker – in Richtung Präsident Hofer –: Gib dem Rädler 5 Minuten Redezeit!)
Abg. Rädler: Wer zahlt denn Ihr Nudelsieb? – Heiterkeit. – Anhaltende Zwischenrufe.
Das Zweite sind die politischen Parteien. Wir haben es schon zur Genüge gehört, wir haben in Österreich die zweithöchste Parteienförderung weltweit. Es gibt keinen Grund, hier über diesen Umweg weitere Förderungen und Erleichterungen zuzugestehen. Machen wir das so, dass die Gesetze von allen eingehalten werden und schaffen wir hier keine sinnlosen Ausnahmen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Wöginger: Wir sind nicht abhängig vom Haselsteiner!) – Wir auch nicht! (Abg. Rädler: Wer zahlt denn Ihr Nudelsieb? – Heiterkeit. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Sitzung Nr. 138
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und diese Tierärzte würden sagen: Diese Mindestforderung interessiert mich gar nicht so dramatisch, mich würde hingegen interessieren, dass folgende Botschaft nach außen getragen wird: Es ist Urlaubszeit, und wenn die Leute in Europa herumfahren, dann sollen sie – bitte! – keine Hunde mitnehmen, und zwar aus Tiermitleid. Das ist aus unserer Sicht nicht gut, egal, ob diese Hunde jetzt geschmuggelt wurden oder nicht: Die Menschen sollen bitte keine Hunde aus Quälzuchten mitnehmen. Wir haben genug Hunde hier im Land. Das muss man ebenfalls sagen, wenn auch das tierliebende Herz dabei schmerzt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ruhe! (Heiterkeit bei Abgeordneten von FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Herr Nationalratspräsident! Sehr geehrte Frau Ministerin! Frau Staatssekretärin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Ich möchte mich auf den Antrag der Kollegin Weigerstorfer zur Kennzeichnung der vegetarischen und veganen Produkte beziehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir werden ihn selbstverständlich unterstützen, wie auch schon im Ausschuss. Ich habe vor längerer Zeit schon einmal einen ähnlichen Antrag eingebracht, der leider keine Mehrheit gefunden hat, und möchte heute noch einen ergänzenden Antrag einbringen, weil ich doch denke, dass das ein berechtigtes Anliegen ist.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Warum sage ich das? – Weil leider Gottes – und das ist die Wahrheit, das sehen wir bei jedem Konsumentenschutzausschuss – die Regierung den Konsumentenschutz völlig aus den Augen verloren hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es geschieht da seit Jahren nichts. Jeder Antrag der Opposition, ob von uns, von den Grünen, von den NEOS, wird entweder herumgeschickt, anderen Ausschüssen zugewiesen oder vertagt. De facto kommt Konkretes zum Thema Konsumentenschutz seit Jahren im Konsumentenschutzausschuss nicht mehr vor.
Abg. Lueger: Ich habe nicht gesagt, dass der VKI sparen soll! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Geschichte geht aber noch weiter: Der mehr oder weniger einzige Gesellschafter beim VKI ist jetzt noch die Arbeiterkammer. Was macht aber die Arbeiterkammer? – Frau Lueger, Ihre Redebeiträge heute waren ja in diese Richtung gehend. Sie schreiben quasi dem VKI vor, er soll sparen. Da frage ich mich: Wo soll er sparen bei 85 Prozent Personalkosten? Das heißt, Sie wollen bei den circa 105 Mitarbeitern beim VKI reduzieren – und das kommt aus dem Mund einer Sozialdemokratin! Da kann ich nur mehr den Kopf schütteln, Frau Lueger, da kann ich nur mehr den Kopf schütteln! (Abg. Lueger: Ich habe nicht gesagt, dass der VKI sparen soll! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! In aller Kürze und Klarheit: Ich habe nur eine ganz kurze Antwort auf die Frau Ministerin. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es geht tatsächlich um eine wichtige Grundsatzfrage, und die Frau Ministerin hat ja ehrlicherweise gesagt, dass morgen die Verlängerung der Zulassung von Gentechnikpflanzen in Europa ansteht, die wir immer abgelehnt haben. Wir haben aber natürlich inzwischen die Opt-out-Regelung, das heißt, wir haben unser Selbstbestimmungsrecht durchgesetzt, und jetzt ist die Frage, wie Österreich weiterhin auf europäischer Ebene vorgehen soll.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe mir das Taferl mitgenommen, und ein Kollege hat gefragt, was für ein Gehalt da draufsteht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ganz einfach: Da steht das Teilzeitgehalt einer Büroangestellten drauf, Herr Kollege Rädler. Danke, dass du die Stimme wieder gefunden hast, du warst heute stundenlang sehr ruhig. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Doppler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wer sind die Autofahrerklubs im Kraftfahrbeirat? – Siehe da, es sind der ÖAMTC, er wird der schwarzen Reichshälfte zugeordnet, und der ARBÖ, er wird der roten Reichshälfte zugeordnet. Es ist also eine schöne Aufteilung der neuen Aufgaben auf Schwarz und Rot. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und genau das stößt uns auf.
Abg. Rädler: Genau! – Abg. Willi: Zu dem hast du ein gestörtes Verhältnis! – Abg. Heinzl: Die haben ja nicht einmal ein eigenes …!
Bei den anderen Klubs, die du, Kollege Willi, genannt hast, wäre mir das nicht so aufgefallen. Gerade der VCÖ, der glaubt, überall Expertise zu haben und diese auch abgeben zu müssen, ist genau da ein bisschen schwach. (Abg. Rädler: Genau! – Abg. Willi: Zu dem hast du ein gestörtes Verhältnis! – Abg. Heinzl: Die haben ja nicht einmal ein eigenes …!) – So ist es. Der Kollege von der SPÖ sagt es ja ganz richtig: Wo sind denn die Mängel? Wir wollen nicht darüber diskutieren, ob wir das Dorf auf der Straße haben können oder nicht, sondern es geht um Verkehrssicherheit, es geht um das Reduzieren der Anzahl von Unfällen und Verkehrstoten, es geht um mehr Sicherheit auf der Straße, und das machen die bestehenden Klubs hervorragend.
Bravorufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich habe großes Vertrauen in Sie, Herr Minister Leichtfried, ich erwarte mir von Ihnen auch vieles, aber ich bin erst seit Kurzem in diesem Haus und Sie sind der vierte Verkehrsminister. (Zwischenruf der Abg. Moser.) Man stelle sich vor, Klubobmann Lopatka wird nach einer Regierungsumbildung Vizekanzler und Kollege Rädler wird Verkehrsminister. (Bravorufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei FPÖ und SPÖ sowie des Abg. Rädler.) Das Erste, was er tun wird, ist, aus Niederösterreich ein Testgebiet für automatisiertes Fahren zu machen und zu sagen: Jetzt schauen wir einmal, was die alles können! – Und da, meine Kolleginnen und Kollegen, habe ich Sorge. Da hätte ich sogar größte Sorge, und nur aus diesem Grund sagen wir Grüne: So kann es nicht gehen!
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir wissen, das automatisierte Fahren – und solche Modelle, siehe Tesla (Zwischenruf des Abg. Rädler), sind schon im Testbetrieb auf der Straße unterwegs – wird an den Punkt kommen, an dem der Fahrer beziehungsweise mehrere Fahrgäste nur noch im Auto sitzen, den Zielort eingeben, und das Auto fährt selbst dorthin.
Abg. Rädler: Der ist auf Hausbesuch in Hasendorf!
Abgeordnete Elisabeth Hakel (SPÖ): Das ist das Hasendorf bei St. Pölten, Bezirk St. Pölten. Aber anscheinend weiß bei der FPÖ nur Kollege Hafenecker, wo das wirklich ist, weil keiner von Ihnen heute dazu spricht. Oder was ist dafür der Grund? (Abg. Rädler: Der ist auf Hausbesuch in Hasendorf!) Sonst weiß anscheinend niemand, wo es ist. Hasendorf ist im Bezirk St. Pölten in Niederösterreich. (Abg. Deimek: Bezirk Tulln!) – Im Bezirk Tulln? Die St. Pöltener haben mir gesagt, Bezirk St. Pölten! Gut, Tulln, Entschuldigung! Als Steirerin habe ich es nicht so genau gewusst. (Abg. Deimek: Möglicherweise im Bezirk Liezen!) – Es ist nicht im Bezirk Liezen, aber die haben ähnliche Probleme, weil der Breitbandausbau, die Versorgung mit leistungsstarkem Internet natürlich überall wichtig ist, nicht nur in Hasendorf, sondern in ganz Österreich, vor allem in den ländlichen Regionen. Insofern verstehe ich natürlich auch die Sorge der Hasendorfer, dass sie vielleicht keinen Breitbandausbau dorthin bekommen. Aber es gibt bis 2020 die Breitbandmilliarde, bis dahin soll der flächendeckende Ausbau geschafft sein.
Abg. Hagen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Dass du jetzt ja nichts Falsches sagst! – Abg. Brosz: Wenn wir jetzt da auch noch klatschen müssen …! – Abg. Rädler: Dein Wille geschehe!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Rädler. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Hagen – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Dass du jetzt ja nichts Falsches sagst! – Abg. Brosz: Wenn wir jetzt da auch noch klatschen müssen …! – Abg. Rädler: Dein Wille geschehe!)
Heiterkeit bei FPÖ und Grünen – Abg. Deimek: Ein Tag ohne Zwischenrufe von Rädler ist wie ein Tag ohne Sonne!
Aber da wir bei den Länderkompetenzen sind und bei der gestrigen Debatte einiges so stehen geblieben ist – leider habe ich nur mit Zwischenrufen antworten können (Heiterkeit bei FPÖ und Grünen – Abg. Deimek: Ein Tag ohne Zwischenrufe von Rädler ist wie ein Tag ohne Sonne!) –, komme ich jetzt zurück zu einer besonderen Situation, zu einem Kernthema, das ja, glaube ich, zur Stunde im Burgenland beim burgenländischen Spargelessen behandelt wird, nämlich zur Mindestsicherung, die dort zwischen Kern und Strache besprochen wird, und zu der Frage, ob man auch eine Arbeitszeitverpflichtung in die Diskussion einbringen könnte, wie es Sobotka gesagt
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Niemand verordnet einen Lufthunderter oder -achtziger einfach aus Spaß, sondern wir haben erklärt bekommen, was da alles dahintersteht. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Dann heißt es immer, ich schreie hinein!
Abg. Brunner.) – Frau Kollegin Brunner, ich habe dir auch zugehört! (Abg. Rädler: Dann heißt es immer, ich schreie hinein!)
Sitzung Nr. 140
Ruf bei der SPÖ: Das ist der Pröll! – Abg. Rädler: Der Finanzminister! – Abg. Steinhauser: Und der Niessl!
Meine Damen und Herren! Wir müssen auch die Länder mit ins Boot nehmen. Ich glaube, man muss mit aller Deutlichkeit auch sagen (Ruf bei der SPÖ: Das ist der Pröll! – Abg. Rädler: Der Finanzminister! – Abg. Steinhauser: Und der Niessl!) – der Finanzminister?; Herr Kollege Rädler, der war auch gut! –: Wenn die Länder nicht in der Lage sind, die Zeichen der Zeit zu erkennen, dann muss sich der Bund fragen, ob die Mittel, die wir den Ländern zur Finanzierung ihrer Aufgaben zur Verfügung stellen, auch tatsächlich richtig eingesetzt sind.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Viele dieser Arbeitskräfte kommen aber auch aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Dabei ist zu beachten: Auch wenn das Produkt, das verkauft wird, noch so gut ist und noch so heimisch ist, so muss doch die Person, die das Produkt verkaufen soll, wissen, was er oder sie verkauft. Das setzt voraus, dass dem eine gute Ausbildung vorausgeht und auch eine entsprechende Wertschätzung im Sinne guter Bezahlung vorliegt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist ein Punkt, der mir sehr wichtig ist und den ich immer wieder vorbringen werde. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich würde mich freuen, wenn wir hier im Hohen Haus nicht so oft über die Senkung von Lohnnebenkosten diskutieren würden, sondern darüber, wie wir die Sozialpartner bei ihren Verhandlungen unterstützen können, um entsprechende Löhne im Tourismusbereich zu bekommen. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Sieber. – Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Jarolim: Der Adler ist gelandet!)
Abg. Rädler: Auch die letzte Rede vor der Sommerpause!
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Grillitsch. – Bitte. (Abg. Rädler: Auch die letzte Rede vor der Sommerpause!)
Sitzung Nr. 142
Abg. Rädler: Da ist oft Ihr Name gefallen!
Ich hoffe, mit frischen Energien ausgestattet gelingt es uns, zumindest möglichst vielen von uns, nicht in alte Muster hineinzukippen. Sie haben ja über den Sommer sicher auch viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt, in denen Sie den Politfrust, der gerade aus den Menschen rausschreit, mitbekommen haben. (Abg. Rädler: Da ist oft Ihr Name gefallen!) – Danke für die wertschätzende Art und Weise, durch die der Kollege von der ÖVP (Abg. Rädler: Ich hab auch mit Bürgern gesprochen!) – genau! – gleich veranschaulicht, was ich damit meine.
Abg. Rädler: Ich hab auch mit Bürgern gesprochen!
Ich hoffe, mit frischen Energien ausgestattet gelingt es uns, zumindest möglichst vielen von uns, nicht in alte Muster hineinzukippen. Sie haben ja über den Sommer sicher auch viele Gespräche mit Bürgern und Bürgerinnen geführt, in denen Sie den Politfrust, der gerade aus den Menschen rausschreit, mitbekommen haben. (Abg. Rädler: Da ist oft Ihr Name gefallen!) – Danke für die wertschätzende Art und Weise, durch die der Kollege von der ÖVP (Abg. Rädler: Ich hab auch mit Bürgern gesprochen!) – genau! – gleich veranschaulicht, was ich damit meine.
Sitzung Nr. 144
Abg. Rädler: Lächerlich!
Es hat eine breite Mehrheit dazu gegeben, und ich finde das auch gut so. (Abg. Rädler: Lächerlich!) – Das müssen Sie dem Tiroler und dem Vorarlberger Stiftungsrat von der ÖVP sagen, das Wort „lächerlich“, denn die haben nämlich auch zugestimmt. (Abg. Rädler: Nein, Sie sind lächerlich!)
Abg. Rädler: Nein, Sie sind lächerlich!
Es hat eine breite Mehrheit dazu gegeben, und ich finde das auch gut so. (Abg. Rädler: Lächerlich!) – Das müssen Sie dem Tiroler und dem Vorarlberger Stiftungsrat von der ÖVP sagen, das Wort „lächerlich“, denn die haben nämlich auch zugestimmt. (Abg. Rädler: Nein, Sie sind lächerlich!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Meine sehr geehrten Damen und Herren, es klingt ja so, als wären Österreich und die Mitgliedsländer der Europäischen Union kein Teil der internationalen Staatengemeinschaft. Alle vorangegangenen Reden hier klangen ja so, als ob sich das österreichische Parlament durchaus auch zurücklehnt und meint (Zwischenruf des Abg. Rädler): Na ja, schauen wir einmal, wie wir unsere eigenen Grenzen sichern, aber was außerhalb der Grenzen passiert, das interessiert uns alle nicht. – Das ist der vollkommen falsche Weg als Teil der Europäischen Union und als Teil der internationalen Staatengemeinschaft.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Europäische Union handelt in weiten Bereichen von den USA fernbestimmt, wobei die USA als der große Nutznießer zu bezeichnen sind. US-amerikanische Exporte nach Russland verzeichnen eine markante Zunahme, für Österreich ist hingegen ein nicht unerheblicher Exportrückgang zu verzeichnen. Die Bundesregierung ist aufgefordert, unverzüglich Maßnahmen zu setzen und für ein Ende des Wirtschaftsembargos zu sorgen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
He- und Hallo-Rufe der Abgeordneten Rädler und Schittenhelm.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich glaube, wir können dieses Problem der zuströmenden Migranten und der Massenzuwanderung ganz einfach nicht lösen, wenn wir nicht direkt die Probleme als solche ansprechen. Dabei gibt es zwei Kategorien von Problemen: Einige Probleme haben wir hier in Europa, und zwar in der Form, dass wir sagen: Wir haben keine Kreislaufwirtschaft, wir beuten Afrika aus bis zum Gehtnichtmehr und kümmern uns einen Dreck darum, wie es den Leuten dort geht. (He- und Hallo-Rufe der Abgeordneten Rädler und Schittenhelm.)
Abg. Rädler: Aha!
Präsident Karlheinz Kopf: Vor Eingang in die Tagesordnung teile ich mit, dass das gemäß § 92 der Geschäftsordnung gestellte Verlangen vorliegt, eine kurze Debatte über die Beantwortung 8855/AB der Anfrage 9252/J der Abgeordneten Mag. Kogler, Kolleginnen und Kollegen betreffend dramatische Risiken durch das Freihandelsabkommen CETA durch den Herrn Bundeskanzler abzuhalten. (Abg. Rädler: Aha!)
Abg. Fekter: Das ist eine Unterstellung, Herr Strache! – Abg. Rädler: … Verschwörungstheorien!
Genau darum geht es. Wir hatten da offensichtlich eine Druckerei, die vor geraumer Zeit, damals noch unter Frau Innenministerin Fekter, den Zuschlag für dieses patentierte System bekommen hat (Abg. Fekter: Nach einer EU-weiten Ausschreibung!) – nach einer EU-weiten Ausschreibung. Zufälligerweise ist der Geschäftsführer der Druckerei, der da die Verantwortung trägt, aus Ihrer Region in Oberösterreich und steht dem Wirtschaftsbund nahe. (Ah- und Oh-Rufe bei der FPÖ. – Abg. Fekter: 2003 haben wir aber auch schon …!) Ich möchte nicht von Freunderlwirtschaft reden, keine Frage, aber diese Nähe gibt es augenscheinlich und die kann man nicht einfach wegwischen. (Abg. Fekter: Das ist eine Unterstellung, Herr Strache! – Abg. Rädler: … Verschwörungstheorien!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wortwörtlich schreibt dieser Auslandsösterreicher, der – im Jahr 2013! – dieses Briefwahlkuvert erhalten hat, Folgendes: „Schutzfolie abgezogen, Wahlkarte mit festem Druck zugeklebt, Wahlvorgang abgeschlossen. Misstrauisch geworden, versuche ich nun, die Wahlkarte wieder zu öffnen, ohne die Aufreißlasche dabei zu beschädigen. Siehe da, ohne Hilfsmittel mit den bloßen Fingern auf, zu, auf, zu – überhaupt kein Problem, keine Beschädigung. Der verwendete Kleber ist einfach zu schwach.“ (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Stronach!
Jetzt tun wir da monatelang herum. Die Leute draußen werden sich etwas denken, und Sie hören das auch, wenn Sie mit den Leuten diskutieren, was die von der Politik und von solchen Situationen halten. (Abg. Rädler: Stronach!) – Na, die ÖVP ist da federführend, Herr Kollege, das muss man ganz klar sagen.
Abg. Rädler: Die stehen eh drinnen!
Jetzt ist es nicht möglich, dass man alle, die gestorben sind, ins Wählerregister wieder aufnimmt (Abg. Rädler: Die stehen eh drinnen!), aber die sind ja sowieso drinnen, denn wir haben die Bedingungen von der ersten Wahl, und unter diesen ist die jetzt anstehende Wahl durchzuführen. Und wer bei der ersten Wahl nicht mehr gelebt hat, hat dort auch nicht abstimmen können. Und wer bei der Stichwahl nicht mehr gelebt hat, hat dort auch nicht abstimmen können.
Abg. Rädler: Das ist keine gute Rede, das ist eher ein Verwirrspiel! Ein Hütchenspiel!
Und jetzt gehen wir her, meine Damen und Herren, und sagen: Okay, jetzt haben wir so und so viele Wähler weniger (Abg. Rädler: Das ist keine gute Rede, das ist eher ein Verwirrspiel! Ein Hütchenspiel!), das könnte sich vielleicht für den einen oder anderen negativ auf das Wahlergebnis auswirken. Und wir haben jetzt auch so und so viele Personen, die inzwischen 16 geworden sind, daher gehen wir jetzt her und nehmen diese in das Wählerregister auf.
Abg. Rädler: Verschwörungen!
Und solche Beispiele gibt es mehrere, und daher würde ich bitten, dass wir uns alle einen Schritt zurücknehmen und eines nicht machen, nämlich andauernd Verdächtigungen und (Abg. Rädler: Verschwörungen!) Verschwörungstheorien, und was hier alles gewälzt wird, weiter in den Raum zu stellen. (Abg. Strache: Eine Verschwörung ist es nicht, dass … die Wahl wiederholt wurde, in Hohenems …!)
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Spärlicher Applaus!
Bei Hunderttausenden (Abg. Brosz: Hat er gesagt?) war es theoretisch möglich, dass manipuliert … (Abg. Brosz: Hat er gesagt?) – Natürlich, lesen Sie es durch! Genau das ist das Problem, und deshalb haben wir diese Wahlwiederholung. Was wir aber nicht haben: Wir haben die Wahl nicht zu den Bedingungen, die der Verfassungsgerichtshof ganz klar festgelegt hat. Wenn Sie die Urteile des Verfassungsgerichtshofes mit Ihrer Mehrheit aushebeln, dann ist das eine Tür, die ich besser nicht offen haben will. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Rädler: Spärlicher Applaus!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Krainer: Vorbildliche tatsächliche Berichtigung!
Ich zitiere das Urteil des Verfassungsgerichtshofes (ein Schriftstück in die Höhe haltend): Betroffen waren insgesamt 77 926 Stimmen. Danke, Herr Kollege Lugar! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Krainer: Vorbildliche tatsächliche Berichtigung!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Der zweite Schaden an der Demokratie entsteht, wenn eine Partei, die die Wahl verloren hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), den Mythos der Manipulation pflegt (Zwischenruf bei der FPÖ), weil sie einerseits – möglicherweise – ein schlechter Verlierer ist, aber andererseits dadurch ein nächstes Kapitel für eine Wahlwiederholung aufmachen und sich daraus sozusagen einen Vorteil ableiten will. (Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 146
Zwischenruf des Abg. Rädler
Zu den Anträgen im Konkreten möchte ich vorweg noch sagen, dass es vonseiten des WIFO erst im Juni, also vor wenigen Monaten, hieß – ich zitiere –: „Der Breitbandausbau gehöre am ländlichen Land endlich vorangetrieben, das blockiere Investitionen. Generell fällt Österreich zurück, was Innovationen betrifft.“ (Zwischenruf des Abg. Rädler) – Insofern unterstützen wir selbstverständlich Ihren Antrag auf Evaluierung, Kollege Kucher, Kollegin Himmelbauer.
Sitzung Nr. 148
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wahr ist nämlich, dass der Budgetbeitrag für Pensionen 2017 im Vergleich zum Finanzrahmen um 870 Millionen € sinkt. Warum? – Weil die Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsantrittsalters greifen, weil die in den letzten Jahren und Monaten durchgeführten Reformmaßnahmen – auch unseres Sozialministers – Wirkung zeigen und weil wir hohe Beschäftigungszahlen und damit natürlich auch Einnahmen im Pensionssystem haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Halbzeit!
Ich komme zum Schluss. (Abg. Rädler: Halbzeit!) Herr Minister, Sie liefern hier wirklich ein Zahlenvoodoo, und das ist wild. Der nächsten Regierung bürden Sie Dinge auf, die gewaltig sind. Wenn ich nur aufzähle: Sie haben jetzt 1 Milliarde € aus dem Bankenpaket, damit Sie einen einmaligen Effekt haben. Sie haben die kalte Progression angekündigt, Sie bilden aber nicht ab, wie Sie sie finanzieren. (Bundesminister Schelling: … Budget!) Das sind 0,5 Milliarden € pro Jahr für die nächste Regierung, wo Sie ein Loch ausweisen. Sie haben zusätzlich pro Jahr ab 2020 4 Milliarden €. Wenn die Zinsen wieder auf das Niveau von vor der Krise ansteigen (Bundesminister Schelling: Bei 30-jährigen …!), dann haben wir zusätzlich 4 Milliarden € Zinsen pro Jahr. Das heißt: Der nächsten Regierung ab 2019 fehlen 10 Milliarden €, einmal nur locker hingeschaut.
Abg. Rädler: So ist es! Das ist Parteitag!
Bei allem Respekt, Herr Bundeskanzler, das war jetzt keine Darstellung, was das Budget oder die gemeinsamen Vorhaben anlangt (Abg. Rädler: So ist es! Das ist Parteitag!), das war – sehr stark an allen Themen orientiert – eine Standpauke. Für wen? – Okay, für uns, wir nehmen das mit.
Abg. Rädler: Maschinensteuer!
Und ganz ehrlich: Ich bin froh, dass wir einen Bundeskanzler haben, der hier den richtigen Ton findet, die richtigen Antworten gibt (Abg. Rädler: Maschinensteuer!), der sieht, welche Probleme es gibt, und auch darüber nachdenkt, wie wir diesen begegnen sollen, der nicht mit Diffamierungen operiert oder hier mit irgendwelchen Parteitagsreden auftrumpfen will. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe und ironische Heiterkeit bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Wer ist Sozialminister? Wer ist der zuständige Minister?
Ich bin natürlich der Meinung, dass wir über wichtige Fragen diskutieren müssen, zum Beispiel – und da nehme ich gerne den Arbeitsmarkt her – über das größte Problem, vor dem wir stehen, und das sind der Arbeitsmarkt und die Arbeitslosigkeit. (Abg. Rädler: Wer ist Sozialminister? Wer ist der zuständige Minister?) Das ist unser größtes Problem, und zwar für uns in der Politik ist das das größte Problem – nicht nur in Österreich, sondern an und für sich auch in der Europäischen Union. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Ja, das ist ein logischer Schluss!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Krainer ist ein Träumer!
Bitte, seien wir auch selbstkritisch bei der Analyse, was an der Politik, die wir gemacht haben, funktioniert hat, was erfolgreich war, wo wir Schwächen haben und wo es andere besser machen! Unser Augenmerk mehr auf die Frage der Arbeitslosigkeit und der Beschäftigung zu lenken und nicht nur – ich sage nicht: gar nicht!, sondern ich sage: nicht nur! – auf Verschuldung und Defizit zu schauen, diese Vorgangsweise ist wahrscheinlich der richtigere Weg. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Krainer ist ein Träumer!)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Gestern haben Sie gesagt, Sie wollen den Pensionszuschuss um ein Drittel kürzen. – Herr Minister, wollen Sie allen Ernstes bei diesen Durchschnittspensionen im Land Altersarmut in Österreich erzeugen? Ich will das nicht, ganz ehrlich gesagt. Darauf kann ich wirklich verzichten. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Herr Professor! Lösungsansätze, Herr Professor!
Dort, wo es um Ausgaben für ein überdimensioniertes Sicherheitspaket geht, haben Sie keine Probleme, da ist alles paletti, Herr Minister! Ich bin nicht bereit, das hinzunehmen. (Abg. Rädler: Herr Professor! Lösungsansätze, Herr Professor!)
Abg. Rädler: Er hat keine!
Der zweite Punkt: „Machen wir (…) die Schuldenbremse zum Motor eines modernen Staates!“ (Abg. Rädler: Er hat keine!) – Das ist eine leere Phrase und sonst gar nichts. Aber sie hat natürlich ihren Hintergrund, Herr Minister, denn das Ziel Ihres Voranschlags – wie im Vorjahr – ist auch heuer wieder ausschließlich die Konsolidierung des Haushaltes, wenn man so will, die schwarze Null; Frau Tamandl hat es ja angekündigt. (Bundesminister Schelling: Jetzt weiß ich, dass Sie es nicht verstehen!) Aber, Herr Minister, reden wir einmal über die schwarze Null im Bereich der Armut, reden wir einmal über die schwarze Null im Bereich der Arbeitslosigkeit, reden wir einmal über die großen Herausforderungen in diesem Land, und beten Sie nicht immer das nach, was Ihnen der Herr Schäuble und die Europäische Union mit ihrer Austeritätspolitik vorbeten! (Bundesminister Schelling: … traumatisiert!) – Ich habe kein Trauma, Sie haben ein Trauma!
Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling. – Abg. Rädler: Lösungen!
Dort, wo es darum geht, sich mit der Frage der europäischen Austeritätspolitik auseinanderzusetzen und sich mit dem Artikel von Kanzler Kern, den er in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ geschrieben hat, auseinanderzusetzen, dort verweigern Sie ganz einfach die Debatte und werfen ihm vor, er sei ein linker Ideologieträger. Ich kann Ihnen jetzt leicht vorwerfen: Sie sind ein rechter Ideologieträger. So schaut es nämlich aus. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling. – Abg. Rädler: Lösungen!)
Abg. Rädler: Sie wollen bei der Sicherheit sparen!
Aber zielführend, Herr Minister, wäre eine Debatte über die Budgetpolitik hierzulande und in der Europäischen Union. Es ist ja kein Zufall, dass Christine Lagarde bei der Tagung des Währungsfonds vergangene Woche der Staatengemeinschaft zugerufen hat: Tut etwas! Sie hat gemeint, tut etwas im Sinne einer nachhaltigen Wachstumspolitik. – Aber Sie tun da leider nichts. Wenn ich mir dieses Budget anschaue, dann muss ich sagen, da ist leider nichts vorhanden, da wird nicht gestaltet, da wird nichts getan. Da wird vor den großen Herausforderungen kapituliert. Sie verzichten mit dieser Konsolidierungsstrategie auf das mächtigste Instrument der Wirtschafts-, der Sozial- und der Umweltpolitik. Sie beschreiten nichts anderes als die alten Trampelpfade. (Abg. Rädler: Sie wollen bei der Sicherheit sparen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dort, wo Sie investieren könnten, Herr Minister, im Bereich des Klimaschutzes, ist überhaupt tote Hose. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, da ist tote Hose. Die Ausgaben im Bereich Umweltschutz werden wieder einmal gekürzt. Ich glaube, es sind so um die 19 Millionen €, obwohl dort das Potenzial hoch ist. Frau Glawischnig hat Paul Krugman zitiert, und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.
Abg. Rädler: Für die Arbeiterkammer nichts? – Abg. Wöginger: 1 000 Millionen € sind das!
Sie sagen, Sie haben die Lohnnebenkosten gesenkt. Ich sage: Ja gut, 1 Milliarde € – lächerlich! (Abg. Rädler: Für die Arbeiterkammer nichts? – Abg. Wöginger: 1 000 Millionen € sind das!)
Abg. Rädler: Frühpensionisten!
Abgeordneter Dr. Rainer Hable (NEOS): Herr Präsident! Hohes Haus! Sehr geehrte Minister! Werte Bürgerinnen und Bürger! Wir haben heute im NEOS Lab, in unserer Akademie, eine Morgenveranstaltung zum Budget 2017 gehabt, und da hat mich jemand aus dem Publikum gefragt, ob wir auch etwas Gutes am Budget 2017 finden. (Abg. Rädler: Frühpensionisten!) Das hat mich ein bisschen an die Abschlussfrage bei der letzten Präsidentschaftsdebatte in den USA erinnert, als auch jemand fragte, ob
Abg. Rädler: Dann waren sie schlecht!
Direktor Gasselsberger von der Oberbank hat dazu auch etwas gesagt. Du hast gestern gesagt, du wünschst die Mitarbeit der Opposition. Da muss man bei diesem Staat, bei dieser Regierung klar unterscheiden. Bitte, die Mitarbeit wird uns ja verweigert! Vorige Woche haben wir vier Ausschüsse gehabt, und alle Anträge der Opposition wurden vertagt. (Abg. Rädler: Dann waren sie schlecht!) Ich meine, man sollte diese Bundesregierung umbenennen, Herr Kollege Rädler! Vertagungsregierung wäre ein ganz passender Ausdruck. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) Damit hätten wir nämlich den Nagel auf den Kopf getroffen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist auch: Wie setzen sich denn eigentlich diese Gesamtkosten, die wir für die Herausrechnung heranziehen, zusammen? – Sie setzen sich aus Grundversorgung, Asylverfahren, Grenzmanagement, Integration durch das Außenministerium, Hilfe vor Ort durch das Außenministerium, zusätzlichen Sicherheitskosten für die Landesverteidigung und aktiver Arbeitsmarktpolitik, die wir benötigen, zusammen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Daher kann man nicht die jetzige Situation damit vergleichen, wie das vor einem Jahr war, weil es damals diese Maßnahmen, wie zum Beispiel den Assistenzeinsatz, den wir finanzieren, gar nicht gegeben hat.
Abg. Rädler – in Richtung SPÖ –: Dort hinüber! Die Grünen und die SPÖ!
Abgeordneter Herbert Kickl (FPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Es ist schon richtig, Kollege Wöginger, dass die Bevölkerung vieles nicht versteht – Sie haben auch einige Punkte angesprochen, bei denen ich Ihre Kritik durchaus teilen kann –, sie versteht aber auch nicht, warum jetzt in der Zwischenzeit in weiterer Folge auch dieser gesamte Bereich der Budgetpolitik von einer völlig unverantwortlichen Willkommenspolitik überlagert wird (Abg. Rädler – in Richtung SPÖ –: Dort hinüber! Die Grünen und die SPÖ!): im Allgemeinen eine Willkommenspolitik für Schulden, neue Schulden und noch mehr Schulden, und dann im Besonderen, wenn es um einzelne Bereiche in diesen Budgetkapiteln geht, um die Sie heute interessanterweise (eine entsprechende Handbewegung machend) so einen Bogen gemacht haben. Sie haben nämlich über alles und jedes gesprochen, was das Budget belastet, nur zu der Frage der Flüchtlingsbewegung, dieser Massenzuwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen unter dem Deckmantel des Asyl, dazu habe ich von Ihnen (in Richtung SPÖ) und von Ihnen (in Richtung ÖVP) heute kein Wort gehört. Warum überrascht mich das nicht, meine sehr geehrten Damen und Herren?! (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Schulden, Schulden, neue Schulden! – Man muss zurückgehen in die Ära Kennedy, der war damals Präsident in den Vereinigten Staaten, als es in Österreich das letzte Mal schwarze Zahlen im Budget gegeben hat. Und dann stellt sich Herr Lopatka hier her und sagt, es seien die richtigen Männer am richtigen Ort zur richtigen Zeit?! (Abg. Lopatka: Genau!) Ich glaube, wenn man sich die Ahnengalerie der schwarzen Finanzminister anschaut, dann findet man dort die schwarzen Nullen, die Sie so vergeblich suchen. (Beifall bei der FPÖ.) Und der Gerechtigkeit halber möchte ich ergänzen: Es sind dort auch ein paar rote Nuller zu finden, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Die Grünen haben ein Problem!
Die Frage ist, wie wir das jetzt angehen und wie wir diese große Frage angehen, ohne Panik und Angst zu verbreiten, wie es von dort (in Richtung FPÖ) sehr gerne kommt, und auch ohne unlautere Beispiele zu verwenden, wie Sie, Herr Finanzminister – da möchte ich Sie schon beim Wort nehmen –, das gestern in Ihrer Rede, wie ich meine, getan haben. Wenn Sie sagen, 1971 war eine Person durchschnittlich acht Jahre in Pension und jetzt sind es 22 Jahre, dann ist das so – und Sie haben gestern in Ihrer Rede betont, dass Sie Unternehmer sind und auch als Unternehmer und Finanzminister sprechen –, als würde ich jetzt ungefähr 360 neue Äpfel, das entspricht nämlich den Milliarden im BIP, mit 130 alten Birnen vergleichen – Sie vergleichen sie nämlich mit 45 Jahre alten Birnen – und das hernehmen, um seriöse Politik zu machen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Schelling.) – Ja, jetzt haben wir ein Problem. Wir haben ein Problem, weil Sie neue Äpfel mit alten Birnen vergleichen. (Bundesminister Schelling: Jetzt haben wir eine Pensionsexpertin am Rednerpult! Lernen Sie Volkswirtschaft!) Nein, Sie haben ein Problem! (Abg. Rädler: Die Grünen haben ein Problem!) Rechnen Sie nach, was Sie uns da betreffend alte und neue Pensionen in den Raum stellen! (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Also der Most, der da grad angerichtet wird, is net zum Trinken!)
Abg. Lopatka: Also Sie sind nicht der Meinung, dass wir eingreifen sollen? Na gut! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
nicht falsche Dinge! (Abg. Lopatka: Also Sie sind nicht der Meinung, dass wir eingreifen sollen? Na gut! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Sind Sie Schaffnerin?
Erzählen Sie den Menschen, was Sie wirklich wollen! (Abg. Rädler: Sind Sie Schaffnerin?) Entweder Sie wollen zukünftige Pensionen massiv kürzen oder Sie wollen, dass wir künftig in den Finanzmarkt investieren und da Casino spielen. Was wollen Sie genau? (Abg. Lopatka: Wir wollen das Antrittsalter langsam an das gesetzliche heranführen!) – Wir alle wollen, dass Menschen länger in Beschäftigung bleiben, dass Menschen länger erwerbstätig sind, und das wollen wir ihnen auch ermöglichen. Wir wollen ermöglichen, dass Menschen länger arbeiten, deswegen müssen wir alles dafür tun.
Abg. Rädler: Dank Stöger!
Herr Bundesminister für Finanzen, Sie selbst haben gesagt, immer mehr Geld wird in dieses System hineingepumpt und der Output ist immer schlechter. Das heißt: immer mehr Geld, immer mehr Verwaltung der Arbeitslosen. (Abg. Rädler: Dank Stöger!) – Kollege Rädler, dafür ist nicht nur der Sozialminister zuständig, dafür ist auch der Wirtschaftsminister zuständig! Er trägt maßgeblich Verantwortung dafür, dass der Standort Österreich abgesandelt ist, „abgesandelt“, wie selbst Wirtschaftskammerpräsident Leitl gesagt hat. (Beifall beim Team Stronach.)
Abg. Rädler: Die gehen …!
Ich möchte das auch mit etwas vergleichen, das mir letzte Woche in Moldau zu denken gegeben hat. Ich habe dort mit einem Polizeioffizier gesprochen, einem Oberstleutnant. Er hat mir erzählt, dass ein Oberstleutnant in Moldau bei der Polizei 150 Dollar verdient. 200 € benötigt eine Familie in Moldawien zum Überleben. Ich denke daran, was unser Herr Innenminister oder unsere Regierung gesagt hat: dass man jedem Asylwerber, der hier ist, obwohl er freie Kost und Logis hat, noch 5 € pro Stunde geben möchte. Das sind bei einer 40-Stunden-Woche 200 € in der Woche – das muss man einmal vergleichen! (Abg. Rädler: Die gehen …!) – Na ja, das ist die Frage, das kann man ja einmal diskutieren. (Rufe und Gegenrufe zwischen ÖVP und FPÖ.) Aber egal, es geht darum, dass da ein Haufen Geld zusätzlich verdient wird, das dann hinuntergeschickt wird. Das ist also ein Wirtschaftsfaktor. Was tun wir damit? – Wir öffnen die Büchse der Pandora, denn da werden sich noch viel, viel mehr auf den Weg nach Österreich machen, um hier gutes Geld zu verdienen (Beifall beim Team Stronach), gratis ausgehalten zu werden und das Geld in die Heimat zu schicken.
Abg. Steinbichler: Mein Gott na! Herr Rädler hätte mich fast vom Entschließungsantrag abgebracht! – Abg. Diesner-Wais: Der ist doch gar nicht da! – Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Steinbichler: Doch, der ist schon da gewesen!
Präsident Karlheinz Kopf: Kollege Steinbichler, der Entschließungsantrag! Lassen Sie uns das gleich erledigen! (Abg. Steinbichler: Mein Gott na! Herr Rädler hätte mich fast vom Entschließungsantrag abgebracht! – Abg. Diesner-Wais: Der ist doch gar nicht da! – Heiterkeit bei der ÖVP. – Abg. Steinbichler: Doch, der ist schon da gewesen!) – Bitte.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Trotz Ausschreibung wurde kein Wettbewerb erzielt. Seit 55 Jahren – das muss man sich vorstellen! – beauftragt das Ministerium ein und dieselbe Firma, die LBG Österreich GmbH, mit der Erstellung des Grünen Berichts. Das sagt eigentlich schon alles aus. Heuer wurde auch die Zahl erhoben: 3,8 Millionen € wurden für diesen Bericht ausgegeben. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben uns auch massiv gegen das Sparpaket 2012 ausgesprochen. Das Sparpaket 2012 – und das wird immer vergessen – regelt auch die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge bis 2017. Auch das ist eine massive Belastung für die heimischen landwirtschaftlichen Betriebe. Auch das haben wir eingebracht, auch das ist abgelehnt worden. Das hat nichts mit der EU zu tun, schädigt aber die heimische Landwirtschaft unmittelbar. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nein, nein!
Die Stiftung Fürst Liechtenstein erhält pro Jahr 1,3 Millionen € aus dem Agrarfördertopf; 1,3 Millionen für die Stiftung Fürst Liechtenstein, die den Sitz nicht einmal in Österreich hat. Dann haben wir Ehrenhofer GmbH: 553 000 €. Stift Heiligenkreuz: 550 000 €; Otto Pendl ist, glaube ich, Bürgermeister dieser Gemeinde. (Abg. Rädler: Nein, nein!) – Nicht? (Weitere Nein-Rufe.) – Dann täusche ich mich. Auf jeden Fall bekommt das Stift Heiligenkreuz 550 000 € an Förderungen aus dem Agrarbudget. Domaine Albrechtsfeld: 591 000 € an Förderung. Landgut Allacher und Allacher Landbau: über 700 000 € an Förderungen. Das ist einfach nicht gerecht. Wir haben diesmal noch mehr Betriebe ausgegraben: Gut Kranzlhofen: 580 000 €, Schloss Halbturn: 926 000 € pro Jahr an Förderung.
Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steinbichler, der einige Zettel und Tafeln in der Hand hält –: Schau, dass du mit den vielen Zetteln nicht durcheinanderkommst!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nun Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Steinbichler, der einige Zettel und Tafeln in der Hand hält –: Schau, dass du mit den vielen Zetteln nicht durcheinanderkommst!)
Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: So einen bräuchtet ihr bei der FPÖ!
Dazu gibt es natürlich die richtige Karikatur, Kolleginnen und Kollegen! Da (eine weitere Tafel vor sich auf das Rednerpult stellend, auf der die Karikatur eines Bauern mit einer Milchkanne abgebildet ist, der von drei Männern mit Anzug, Hut, Sonnenbrille, Zigarre und Geldkoffer, die in einem kleinen Palmenwald stehen, mit einer Geste abgewiesen wird) steht der kleine Milchbauer mit seiner Milchkanne bettelnd vor den Mafiosi mit der dicken Zigarre auf der Palmeninsel und sagt: Lasst mich mit dem Milchfett ein bisschen mittun, wir wollen auch im Lebensmittel vorkommen! – Das sind die Themen: Die Konsumentinnen und Konsumenten wollen wissen, was drinnen ist, aber es fehlt schlichtweg die Kennzeichnung. (Abg. Rädler – in Richtung FPÖ –: So einen bräuchtet ihr bei der FPÖ!)
Sitzung Nr. 150
Beifall bei Team Stronach und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Frau Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher auf der Besuchergalerie und vor den Fernsehgeräten! Ich denke, Herr Kollege Rädler (eine Broschüre des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit dem Titel „Aktionsprogramm Zukunft Mittelstand – Neuauflage 2016“ vor sich auf das Rednerpult stellend), dieses Thema ist zu wichtig, als dass du deine billigen Zwischenrufe anbringen solltest, die gerade bestätigen, was mein Vorredner, Kollege Strolz, gesagt hat: Wo sind die Ansprechpartner, die Verantwortlichen der ÖVP zu diesem Thema? (Beifall bei Team Stronach und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler spricht mit Abg. Schittenhelm
Und das ist das Problem, das die Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen: diese Lohnnebenkosten, hinsichtlich derer man bei der Gelegenheit bei einer Höhe von annähernd 50 Prozent bereits von Lohnhauptkosten sprechen muss. Herr Kollege Rädler (Abg. Rädler spricht mit Abg. Schittenhelm), bitte zuhören! Nicht am Anfang einen billigen Zwischenruf machen und dann Nebengespräche führen!
Abg. Rädler: Genau!
Dazu sage ich Ihnen Folgendes: Wenn Sie dieses Spiel weiter so auf die Spitze treiben wollen, wird das nicht aufgehen! Es ist bereits ein Politiker rechtskräftig in mehreren Instanzen und auf mehreren Wegen – straf- und zivilrechtlich – dafür verurteilt worden und es ist klargestellt worden, dass man zu Norbert Hofer nicht Nazi sagen darf. Sie tun es ja nur – wie man es von Ihnen gewohnt ist –, weil Sie hier unter dem Schutz der Immunität stehen, die grundsätzlich etwas Gutes ist. (Abg. Rädler: Genau!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pendl. – Abg. Rädler: Links gegen rechts! – Abg. Walter Rosenkranz: Da fällt meistens die Mitte durch!
Abschließend möchte ich noch etwas sagen: Trotz widriger Umstände, trotz knapper Ressourcen möchte ich allen Exekutivbeamten, allen Justizwachebeamten, dem richterlichen und nichtrichterlichen Personal, den Menschen, die tagtäglich in der Früh aufstehen, um uns zu schützen, herzlich danken. Mit uns Freiheitlichen haben Sie einen starken Partner, das auch weiterhin zu tun. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pendl. – Abg. Rädler: Links gegen rechts! – Abg. Walter Rosenkranz: Da fällt meistens die Mitte durch!)
Vizekanzler Mitterlehner: Das ist unfair, Ihre Argumentation! Unsachlich! – Abg. Brunner: Was ist da unsachlich? – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Pirklhuber.
In Österreich waren es 3,2 Prozent. (Vizekanzler Mitterlehner: Weil wir ein hohes Niveau gehabt haben!) Schlechter als Österreich sind Portugal, Spanien, Zypern und Irland. (Vizekanzler Mitterlehner: Das ist unfair, Ihre Argumentation! Unsachlich! – Abg. Brunner: Was ist da unsachlich? – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Pirklhuber.) Erster Punkt: Zahlen, Daten und Fakten.
Abg. Rädler: Sie haben es ja doch gelesen!
Oder: Die Ölheizungen sind ein Auslaufmodell, hat der Umweltminister in den letzten Tagen gesagt (Abg. Rädler: Sie haben es ja doch gelesen!) und hat die Verantwortung den Ländern zugeschoben, wo sie auch liegt – aber seine eigene Verantwortung, die er hätte, nimmt er auch nicht wahr. Das heißt, wir befinden uns in einer absurden Zeit: Sie reden von Wettbewerbsfähigkeit im Energiebereich. Wir hatten noch nie so billiges Öl, noch nie so billigen Strom, und gerade in solch einer Zeit könnte man alle vorhandenen Hebel anwenden, um Öl zu verteuern, fossile Energieträger zu verteuern, aus Kohle auszusteigen, aus Öl langsam auszusteigen.
Abg. Rädler: Um Inhalte!
Lassen Sie uns daher in dieser Hinsicht an Ihren Überlegungen teilhaben. Lassen Sie uns wirklich teilhaben, räumen Sie Ihre Schubladen aus, wo, glaube ich, schon mehrere Strategien, mehrere Masterpläne versteckt sind, damit wir auch offen darüber diskutieren können. Und ich bitte noch einmal die regierenden Parteien, uns auch die Chance zu geben, in den Ausschüssen darüber zu diskutieren. (Abg. Rädler: Um Inhalte!)
Abg. Rädler: Import, nicht Export!
Ich habe es schon einige Male erwähnt: Der Aktionsradius von Holz bei mir im Bezirk Vöcklabruck ist die ukrainische Buche, täglich 40 Waggons. Und dieses Heizmaterial (auf die Holzbriketts zeigend) habe ich aus Rücksicht auf die bäuerlichen Genossenschaften, Herr Kollege Rädler, nicht beim Lagerhaus erworben, sondern in einem Baumarkt. Aber genau dort kriegt man es auch. Aus Slowenien wird Heizmaterial nach Österreich gefahren. Ich möchte wissen, welche sinnlose Umweltbelastung dabei entsteht, welche sinnlose Klimabelastung entsteht. Vielleicht entstehen dadurch – leider ist ja Präsident Schultes nicht hier – unsere Erfolgsexportbilanzen. (Abg. Rädler: Import, nicht Export!)
Abg. Rädler: Erfolgreich?
Ich war selbst die letzten 15 Jahre in mehreren Geschäftsführungen tätig. Ich habe zuletzt auch mein Unternehmen verkauft. (Abg. Rädler: Erfolgreich?) – Bitte? (Abg. Rädler: Erfolgreich?) – Ich habe es erfolgreich geführt und erfolgreich verkauft. Danke der Nachfrage, Herr Kollege Rädler! (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das Unternehmen gibt es noch, es hat 140 Mitarbeiter, denen geht es gut, wir zahlen alle brav Steuern und Sozialversicherung. Wenn ich aber das gemacht hätte, was die Geschäftsführung des Burgtheaters gemacht hat, hätten mich die neuen Eigentümer sofort gefeuert.
Abg. Rädler: Erfolgreich?
Ich war selbst die letzten 15 Jahre in mehreren Geschäftsführungen tätig. Ich habe zuletzt auch mein Unternehmen verkauft. (Abg. Rädler: Erfolgreich?) – Bitte? (Abg. Rädler: Erfolgreich?) – Ich habe es erfolgreich geführt und erfolgreich verkauft. Danke der Nachfrage, Herr Kollege Rädler! (Zwischenruf des Abg. Loacker.) Das Unternehmen gibt es noch, es hat 140 Mitarbeiter, denen geht es gut, wir zahlen alle brav Steuern und Sozialversicherung. Wenn ich aber das gemacht hätte, was die Geschäftsführung des Burgtheaters gemacht hat, hätten mich die neuen Eigentümer sofort gefeuert.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zweites Schmankerl: „Die Burgtheater GmbH leistete im Jahr 2008“ – also zu einem Zeitpunkt, als Herr Drozda noch Geschäftsführer war – „Prämien in der Höhe von insgesamt […] 40.000 EUR an die beiden Mitglieder der Geschäftsführung, ohne diese an das Erreichen bestimmter, vom Eigentümer vorgegebener Ziele zu binden.“ (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayer: Sie wissen, dass das nicht stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Also offensichtlich war es ja wohl dort schon gang und gäbe, dass man dieses Burgtheater als Selbstbedienungsladen sieht, und Ihr heutiger Minister war damals Geschäftsführer in diesem Haus. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mayer: Sie wissen, dass das nicht stimmt! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und wenn heute Frau Durchschlag sagt, sie hat die Hoffnung in Herrn Minister Drozda, dass solche Vorkommnisse nicht
Abg. Rädler: Warum nicht?
Als ich Herrn Drozda im Rechnungshofausschuss gefragt habe, ob er auch den Zeitraum seiner Tätigkeit dort vom Rechnungshof prüfen lässt, damit man vielleicht auch unberechtigte Vorwürfe, jetzt von mir auch, aus der Welt schaffen kann, war die Antwort auf meine zweite Nachfrage: Nein, er wird das nicht prüfen lassen. (Abg. Rädler: Warum nicht?) – Das weiß ich nicht! Das weiß ich nicht. (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Rädler: Lauter Experten!
Und wer war die zuständige Ministerin? – Die Frau Claudia Schmied! Frau Claudia Schmied war von 2007 bis 2013 zuständige Ministerin. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Frau Claudia Schmied kennen wir ja auch noch aus der Kommunalkredit, dort war sie im Vorstand, und in ihrer Zeit hat die Kommunalkredit – das entnehmen wir auch dem Rechnungshofbericht – durch die Verstaatlichung einen Schaden von 12 Milliarden € verursacht. (Abg. Rädler: Lauter Experten!) Wir wissen noch gar nicht, ob die Hypo so viel kosten wird, aber bei der Kommunalkredit wissen wir, dass die 12 Milliarden € gekostet hat, und von der redet hier niemand. (Abg. Zanger: Das ist wahr!) Die wird immer so beiseitegeschoben.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Also ich würde mich freuen, wenn Sie unserem Antrag zustimmen würden und der Rechnungshof beim Burgtheater auch die Zeit vor Herrn Drozda, also vor 2008, noch überprüfen würde. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der erste Punkt betraf die Nichteinhaltung budgetierter Vorgaben und die völlige Negierung wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Die Verbindlichkeiten der Burgtheater GmbH haben sich mit Ende 2012/2013 vervierfacht, und das Eigenkapital hat sich um nahezu 26 Millionen € auf die besagten minus 10 Millionen € reduziert. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das sind nur zwei Beispiele dieser wirtschaftlichen Entwicklung, für die eben die Geschäftsführung, die mittlerweile entlassen ist, verantwortlich war.
Sitzung Nr. 152
Abg. Rädler: So ein Schwachsinn! – Zwischenruf des Abg. Wöginger. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Jetzt erhebt sich die Frage: Wieso ist das so? – Das liegt halt daran, dass es in Österreich immer noch so ist, dass man in vielen Bereichen von der Gunst der ehemaligen beiden Großparteien abhängig ist. Wenn Sie Direktor in einer Schule werden wollen, dann hilft es Ihnen nicht – sagen wir es einmal nett –, wenn Sie ein falsches Parteibuch oder gar keines haben. Genauso wenig hilft es Ihnen beispielsweise in einer kleinen Gemeinde im Waldviertel, die eine schwarze Gemeinde ist, wenn Sie dort eine Baugenehmigung haben wollen und davor beispielsweise für die KPÖ eine Unterstützungserklärung unterschrieben haben. Das hilft Ihnen zumindest nicht. (Abg. Rädler: So ein Schwachsinn! – Zwischenruf des Abg. Wöginger. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.
Offensichtlich treffe ich irgendwo einen Nerv! Kollege Rädler zeigt mir den Scheibenwischer! Das ist übrigens auch keine höfliche Geste! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Kollege Rädler, wir haben bei der letzten Nationalratswahl Unterstützungserklärungen gesammelt, und uns wurde von Bürgerinnen und Bürgern öfters genau diese Situation geschildert. Daran, dass Sie jetzt so nervös werden, zeigt sich ja nur, dass dieses Problem offensichtlich existiert! Aber der Punkt ist … (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Irgendwie habe ich offensichtlich einen Nerv getroffen. Das freut mich sehr!
Zwischenrufe bei den NEOS. – Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung von der Basis!
Nur ein Punkt, meine Damen und Herren: Wenn Sie nach Niederösterreich schauen, und wahrscheinlich war es in anderen Gemeinden nicht viel anders … (Zwischenrufe bei den NEOS. – Abg. Rädler: Sie haben keine Ahnung von der Basis!) – Das müssen Sie jetzt ein bisschen aushalten!
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Steinbichler: Der weiß ja gar nicht, was er redet!
Ich möchte aber auch etwas zum Debattenbeitrag von Kollegen Scherak sagen, der beschrieben hat, dass es Unterstützerinnen und Unterstützern von kleinen Parteien mitunter schwer gemacht wird, eine Unterstützungserklärung abzugeben oder gar für eine Partei zu kandidieren. Ich glaube, die ÖVP ist einfach seit 1945 in der zentralen Machtposition und kann gar nicht nachvollziehen, dass es Personen in ihren Reihen gibt, die von einem Zwei-Parteien-System ausgehen und natürlich sanktionieren, wenn sich Bürgerinnen und Bürger zu anderen Parteien bekennen. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Steinbichler: Der weiß ja gar nicht, was er redet!)
Abg. Rädler: Hasenfüße!
Sie hat mir auch erzählt, dass im Burgenland Unterstützungserklärungen bei der Bundespräsidentenwahl nicht einfach zu sammeln waren. Viele haben gesagt: Ja, wir wählen den betreffenden Kandidaten, aber wir unterstützen ihn nicht, weil ja dann die Gemeinde weiß, wen wir unterstützen, und dann werden wir möglicherweise sanktioniert! (Abg. Rädler: Hasenfüße!)
Abg. Rädler: Hasenfüße!
Wenn jetzt Kollege Gerstl sagt: Her mit den Fällen!, dann sage ich, was das Erste war, was mir der Baumeister gesagt hat: Aber bitte nicht öffentlich machen, weil ich jetzt nicht kandidiere und dann nicht sanktioniert werden will, wenn ich der Fall bin, der für dieses Beispiel angeführt wird! (Abg. Rädler: Hasenfüße!)
Abg. Rädler: Richtig!
Der letzte Punkt, Herr Innenminister, ist eine unerfreuliche Geschichte, nämlich die Geschichte um jene investigativen Journalisten, die aufgezeigt haben, dass es möglich sein könnte, mit einer falschen Passnummer eine Wahlkarte zu bestellen. Ihre erste Reaktion war: Anzeige! (Abg. Rädler: Richtig!) Das Motto war: Haltet den Dieb! – Nein, „Haltet den Dieb!“ kann man gar nicht sagen, sondern der Überbringer der schlechten Nachricht sollte sozusagen mit Sanktionen belegt werden. Sie haben dann nach einer Nachdenkphase schon erkannt, dass es nicht das Schlaueste ist, investigativen Journalismus zu kriminalisieren, und haben sich dann auf diese Position zurückgezogen: Na ja, wir müssen das aufklären, um Rückschlüsse für zukünftige Sachverhalte ziehen zu können. Ich finde es problematisch, dass Ihre erste Antwort war: Wir müssen diesen Journalisten anzeigen und es müssen Ermittlungen gegen diesen Journalisten durchgeführt werden! (Abg. Rädler: Vollkommen richtig!) – Das finde ich doch deutlich entlarvend.
Abg. Rädler: Vollkommen richtig!
Der letzte Punkt, Herr Innenminister, ist eine unerfreuliche Geschichte, nämlich die Geschichte um jene investigativen Journalisten, die aufgezeigt haben, dass es möglich sein könnte, mit einer falschen Passnummer eine Wahlkarte zu bestellen. Ihre erste Reaktion war: Anzeige! (Abg. Rädler: Richtig!) Das Motto war: Haltet den Dieb! – Nein, „Haltet den Dieb!“ kann man gar nicht sagen, sondern der Überbringer der schlechten Nachricht sollte sozusagen mit Sanktionen belegt werden. Sie haben dann nach einer Nachdenkphase schon erkannt, dass es nicht das Schlaueste ist, investigativen Journalismus zu kriminalisieren, und haben sich dann auf diese Position zurückgezogen: Na ja, wir müssen das aufklären, um Rückschlüsse für zukünftige Sachverhalte ziehen zu können. Ich finde es problematisch, dass Ihre erste Antwort war: Wir müssen diesen Journalisten anzeigen und es müssen Ermittlungen gegen diesen Journalisten durchgeführt werden! (Abg. Rädler: Vollkommen richtig!) – Das finde ich doch deutlich entlarvend.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr verehrte Zuseherinnen und Zuseher auf der Galerie und vor den Fernsehgeräten! Ich habe ganz bewusst einmal eine Unterstützungserklärung kopiert, damit für die KollegInnen von den alteingesessenen Parteien einmal offensichtlich wird, wie so etwas ausschaut, denn sammeln musstet ihr so etwas noch nie. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich denke, das ist ganz wichtig. Ich werde später erklären, was man mit solchen Unterstützungserklärungen erlebt.
Abg. Rädler: Welcher Partei?
Lieber Kollege Gerstl, ein Unterschied: Ich habe gesagt: Reden wir übers Leben! 24 Jahre lang habe ich als Fraktionsobmann und 16 Jahre lang als Gemeindevorstand sämtliche Entscheidungen in unserer Gemeinde (Abg. Rädler: Welcher Partei?) mitgetragen und weiß, wie Entscheidungen entstehen. Ich glaube, ich muss dir nicht erklären, wie Entscheidungen entstehen, aber du kannst dich gerne mit einem Baumeister unterhalten, nicht mit der Staatsanwaltschaft. (Abg. Fekter: Das ist so in einem Rechtsstaat! Das ist ja unglaublich!) Das ist das Problem! Ihr nehmt immer das Recht des Paragrafen in Anspruch. Redet mit den Praktikern! Redet mit einem Baumeister, wie es diesem geht, der einmal eine Gemeinde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat, wie viele Aufträge er dann noch bekommt! Das sind die Fakten. Verstecken wir uns nicht hinter den Paragrafen, reden wir übers Leben! Ich glaube, das ist das ganz Entscheidende. (Beifall beim Team Stronach sowie Bravoruf des Abg. Lugar. – Abg. Fekter: Du bist angelobt auf die Verfassung! Du hast gefälligst …!)
Abg. Rädler: So lange?
Ich darf vielleicht noch etwas einflechten. Ich war auch 22 Jahre lang im Bezirksschulrat. (Abg. Rädler: So lange?) – Ja, für die ÖVP. Ich weiß, was dort gesprochen wurde. Ich weiß, was dort gesprochen wurde: nicht über Unterricht, nicht über Unterrichtsmittel, nicht über Lernmethoden, sondern über Objektivierungspunkte, denn dort geht es genauso objektiv zu. Da gibt es natürlich nirgendwo ein Problem, und da gewinnt zufälligerweise immer wieder der ÖVP-Kandidat. Er kann noch so jung sein, aber bevor er Gefahr läuft, zu wenige Objektivierungspunkte zu haben, schickt man ihn zu einem Kinderlotsendienst, zu einem Sanitäterkurs, und dann gibt es genug Objektivierungspunkte. Und siehe da: Vor lauter Objektivierung haben wir den richtigen Direktor.
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Wenig! – Zwischenruf des Abg. Wöginger. – Abg. Schellhorn: Eh nichts Neues!
Ich komme zum Ende, weil ich schon ein wenig überzogen habe. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Rädler: Wenig! – Zwischenruf des Abg. Wöginger. – Abg. Schellhorn: Eh nichts Neues!) Das Fazit ist ganz wichtig: Das System der Mindestsicherung ist bereits jetzt kollabiert und selbstverständlich nicht mehr finanzierbar. Sie als Minister schauen Monat für Monat zu, wie auf der einen Seite die Arbeitslosenzahlen steigen und auf der anderen Seite Unternehmer händeringend nach Personal und Facharbeitern suchen. Sie bringen es nicht fertig, da eine Lösung zu erzielen.
Abg. Rädler: Ist die Rede schon fertig?
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Höfinger. – Bitte. (Abg. Rädler: Ist die Rede schon fertig?)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Loacker, wenn man Sie so reden hört, hat man den Eindruck, dass Sie wahrscheinlich noch nie selbständig haben arbeiten müssen, nämlich finanziell verantwortlich selbständig, und möglicherweise in Jobs unterwegs waren, in denen finanziell auch noch ein relativ warmer Wind gegangen ist (Zwischenruf des Abg. Rädler) – zumindest habe ich den Eindruck, wenn man sich hier herstellt und so redet, wie Sie geredet haben.
Abg. Rädler: Löblich!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Frau Präsident! Geschätzter Herr Minister! Liebe Kollegen! Kollege Prinz, ich bin selbständig. Sie haben Kollegen Loacker ja vorgeworfen, er sei nicht selbständig. Vielleicht darf ich dazu etwas sagen. Ich zahle übrigens auch in die Bauernkrankenkasse ein, weil ich in dem Bereich auch tätig bin. (Abg. Rädler: Löblich!)
Abg. Rädler: Ein Wort zur Wahl von Trump!
Es wurde im Übrigen auch, was die internationale Ebene betrifft, ein UN-Richter … (Abg. Rädler: Ein Wort zur Wahl von Trump!) – Wie bitte? Ich verstehe Sie leider so schlecht, und ich weiß nicht, was Sie gerade vom Handy vorlesen. (Abg. Brosz: Nichts Wichtiges! – Ruf bei der SPÖ: Er nuschelt!) Ich wollte nur kurz berichten, dass auch ein UN-Richter, obwohl er über diplomatische Immunität verfügt, mittlerweile verhaftet worden ist.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Und Sie ziehen über die Arbeitsmigranten/-migrantinnen her. – Gut, wir wissen, Sie waren immer gegen ArbeitsmigrantInnen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: 3!
Abgeordneter Dr. Marcus Franz (ohne Klubzugehörigkeit): Frau Präsident! Kollege Öllinger hat davon gesprochen, dass wir ausgebildete syrische Ärzte von Österreich nach Deutschland schicken. (Abg. Rädler: 3!)
Sitzung Nr. 154
Abg. Rädler: Ja hallo!
Okay, Innenminister Sobotka gründet Polizeimusikkapellen, das ist sein sicherheitspolitischer Schwerpunkt. (Abg. Rädler: Ja hallo!) Ich hätte das Geld lieber im Strafvollzug gesehen.
Abg. Rädler: So ist es auch nicht! … Demonstrationen! – Abg. Yilmaz: Demonstrieren ist ja nicht …!
Herr Kollege Rosenkranz, für Ihr kleines Stammbüchlein: Die türkische Bevölkerung, die Wohnbevölkerung in Wien, ist meiner persönlichen Erfahrung nach die friedlichste ethnische Minderheit, die wir in dieser Republik haben. (Abg. Rädler: So ist es auch nicht! … Demonstrationen! – Abg. Yilmaz: Demonstrieren ist ja nicht …!) Wir müssen einfach unterbinden, dass vom Ausland her Einzelne finanziert und angeleitet werden, Demonstrationen zu veranstalten, Geschäfte anzugreifen, Vorgärten kurz und klein zu schlagen und türkische Zustände nach Wien zu exportieren. – Das dürfen wir nicht zulassen!
Beifall des Abg. Rädler.
Lernen wir aus den Fehlern der Vergangenheit! Angesichts unseres hohen Budgetdefizits ist mit öffentlichen Geldern entsprechend umsichtig umzugehen. Sicherheit ist jedoch oberstes Gebot. – Danke. (Beifall des Abg. Rädler.)
Abg. Lugar: Der Rädler war’s! Er hat eh aufgezeigt!
Entschuldigung, Frau Abgeordnete! Ich habe jetzt einen Zwischenruf nur gehört, aber nicht gesehen, von wem er gekommen ist. Ich werde mir dazu das Stenographische Protokoll kommen lassen. (Abg. Lugar: Der Rädler war’s! Er hat eh aufgezeigt!)
Abg. Lugar: Aber er war da! – Abg. Rädler: Wer nicht kommt zur rechten Zeit …!
Herr Abgeordneter Steinbichler, ich habe schon Herrn Abgeordneten Huainigg aufgerufen, weil ich Sie nicht im Sitzungssaal gesehen habe (Abg. Lugar: Aber er war da! – Abg. Rädler: Wer nicht kommt zur rechten Zeit …!), aber Sie können sich noch einmal dazu zu Wort melden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Was ist eine demokratische Explosion? – Abg. Rädler: Ach, der Herr Öllinger!
Ich glaube, die wichtigste Maßnahme wäre, nicht nur zu diskutieren, welche Sozialausgaben wir steigern können – das ist auch sehr wichtig –, sondern die wichtigste Aufgabe wäre es, wieder zu einer Wirtschaftspolitik und Steuerpolitik zurückzukommen, die den Standort im Mittelpunkt hat, die den Wirtschaftsstandort im Mittelpunkt hat, in der groß steht: Sichern und schaffen wir Arbeitsplätze! Sichern und schaffen wir Einkommen! Sichern und schaffen wir die Kaufkraft in diesem Lande, damit es allen in dieser Republik gut geht! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Öllinger: Was ist eine demokratische Explosion? – Abg. Rädler: Ach, der Herr Öllinger!)
Abg. Rädler: Stimmt!
(Abg. Rädler: Stimmt!) Dem Sozialsprecher der ÖVP fällt angesichts einer gravierend steigenden Arbeitslosigkeit nichts anderes ein, als über die Verschärfung von Zumutbarkeitsbestimmungen zu reden. Das ist kein Ansatz, mit dem Arbeitslosigkeit bekämpft werden kann! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Rädler: Ihr habt es eh gern spannend!
Abgeordneter Ing. Christian Höbart (FPÖ): Herr Präsident! Hohes Haus! Vielleicht noch eine kleine Replik auf den Herrn Vizekanzler, der unserem Abgeordneten Erwin Angerer geantwortet hat: Es ist schon spannend, festzustellen, dass sich der Herr Vizekanzler, seines Zeichens auch Wirtschaftsminister, in dieser Causa, in der es ja durchaus um sehr wichtige Dinge geht, nämlich darum, den Tourismus in Kärnten zu beleben, monatelang nicht einbringt, und dann steht er hier auf und schüttet sozusagen in wenigen Minuten eine Antwort aus dem Ärmel. Das finden wir schon sehr spannend. (Abg. Rädler: Ihr habt es eh gern spannend!)
Abg. Rädler: Wo hast du das alles her?
Zweitens: Die öffentlichen Finanzen sind außer Rand und Band geraten. Wir haben eine extrem schlechte Bewertung bekommen, nämlich nur Platz 40 von 61 Staaten. (Abg. Rädler: Wo hast du das alles her?) Wie kann man das ändern? – Indem man eine Ausgabenbremse, nämlich eine tatsächliche Ausgabenbremse, einführt, anhand derer gerade in konjunkturell guten Phasen Rücklagen gebildet werden.
Abg. Rädler: Gut so!
Internationale Investoren scheuen den Wirtschaftsstandort Österreich immer mehr, auch das besagt diese Studie. Das könnte ich noch fortführen, aber ich möchte jetzt zum Ende kommen. (Abg. Rädler: Gut so!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Sehr schwach, Herr Kollege! – Abg. Rädler: Unqualifizierter Rundumschlag!
Es gäbe so viele Punkte, mit denen wir Österreich als Wirtschaftsstandort vom unteren Mittelmaß wieder unter die ersten zehn bekommen könnten. Und das muss unser Ziel sein. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Tamandl: Sehr schwach, Herr Kollege! – Abg. Rädler: Unqualifizierter Rundumschlag!)
Abg. Rädler: Genau!
Ein weiteres Thema, und da bin ich ähnlicher Meinung wie die Eisenbahner-Gewerkschaft, ist die Sicherheit. Wir haben es heute aus verschiedensten Gründen immer wieder mit Übergriffen vor allem auf Zugpersonal, seltener auf Zugfahrgäste zu tun. (Abg. Rädler: Genau!) Da hat jemand ein abgeschnittenes oder abgebissenes Ohr, da gibt es andere Übergriffe, und, und, und. Die Null-zu-null-Lösung ist da nicht zielführend, nämlich der sogenannte zugbegleiterfreie Verkehr. Wir brauchen – nicht flächendeckend in Österreich, aber in einigen kritischen Gebieten – mehr Zugbegleiter. Das kostet etwas, aber konkurrierende Betriebe wie die Westbahn haben gezeigt, wie es geht. Da muss man halt einmal ein bisschen Geld in die Hand nehmen. Es geht um mehr Sicherheit für unsere Fahrgäste, mehr Sicherheit auch für das eigene ÖBB-Personal.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt sage ich Ihnen Folgendes: Als Jäger und Heger kenne ich Uhus, bin ihnen auch schon begegnet; diesen da kenne ich persönlich nicht, aber ich gehe davon aus, dass er sich mit einer geänderten Situation arrangieren wird. Es ist einfach wichtig, dass dort dieses Logistikzentrum entsteht und auch die entsprechenden Maßnahmen gesetzt werden. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Bundesminister Leichtfried – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Und nicht über die Steiermark schimpfen! – Abg. Rädler: Nein, nein!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Rädler. – Bitte. (Bundesminister Leichtfried – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Rädler –: Und nicht über die Steiermark schimpfen! – Abg. Rädler: Nein, nein!)
Zwischenruf des Abg. Rädler – ein Exemplar des „Kurier“ in die Höhe haltend.
liche Rind auf der Alm, das glückliche ballonfliegende Schwein und die heile Welt, in der der Bauer mit dem Ochsen spricht, gezeigt, aber schauen wir einmal, woher die Produkte kommen! Das ist genau das, was Budgets gefährdet, das ist genau die fehlende soziale Ausgewogenheit, denn die ArbeiterInnen dort bekommen 6,50 € pro Stunde. Genau dort gilt es anzusetzen, und da bin ich überzeugt, Herr Minister, dass du weiterhin die richtigen Maßnahmen treffen wirst, denn da gibt es ganz gewaltigen Bedarf. (Zwischenruf des Abg. Rädler – ein Exemplar des „Kurier“ in die Höhe haltend.)
Sitzung Nr. 157
Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP – Zwischenrufe der Abgeordneten Hakel und Rädler
Sie schüren diese Angst, aber die Angst müssen wir nicht vor den Maschinen und vor der künstlichen Intelligenz haben, die Angst müssen wir vor den Politikern haben (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP – Zwischenrufe der Abgeordneten Hakel und Rädler), und zwar vor Politikern, die sich so wie Sie hier herstellen und Angst verbreiten, anstatt die Lösung aufzuzeigen. Und die Lösung ist einfach: Wenn die Maschinen kommen und uns Arbeit abnehmen, dann brauchen wir Rahmenbedingungen, die jene Menschen, die die Arbeit verlieren, wieder in Beschäftigung bringen beziehungsweise – und da sind wir jetzt bei einer altsozialistischen Idee – das bedingungslose Grundeinkommen. (Heiterkeit der Abg. Hakel.) Das würde dann plötzlich funktionieren. Heute funktioniert das natürlich nicht, aber in zwanzig Jahren, wenn es die künstliche Intelligenz gibt und wenn die Maschinen auch Maschinen produzieren und sich selbst reparieren und die Maschinen dann hauptsächlich in all jenen Bereichen arbeiten, wo heute noch Menschen arbeiten, wäre so ein bedingungsloses Grundeinkommen umsetzbar, damit die Menschen nicht mehr auf Erwerbsarbeit angewiesen sind, nicht mehr Kanal räumen und sonstige Dinge tun müssen, sondern Dinge tun können, die ihnen auch Spaß machen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Na geh! – Ruf bei der SPÖ: Ja, genau!
Abgeordneter Johann Hechtl (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren des Hohen Hauses! Kurz ein paar Worte zu Kollegen Riemer, der die Sozialdemokratie eigentlich als nicht sozial bezeichnet hat: Ich blicke manches Mal mit Schaudern auf die Zeit zwischen 2000 und 2006 zurück, als Sie in der Regierung waren. Wir leiden heute noch sozial darunter, und viele Personen sind noch mit sozialer Härte konfrontiert. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Na geh! – Ruf bei der SPÖ: Ja, genau!)
Abg. Rädler: Es redet ja keiner mit ihm! Der Pilz geht jetzt zu den Stammtischen!
Herr Pilz, ich gebe Ihrer Kollegin ja eigentlich recht, dass Sie nicht an die Stammtische gehen sollten, Sie sollten einmal mit Ihrer Parteikollegin Glawischnig hinüber ins Rathaus gehen. Sie werden sehen, dort gibt es einiges, das im Unklaren liegt. (Abg. Rädler: Es redet ja keiner mit ihm! Der Pilz geht jetzt zu den Stammtischen!) Sie stimmen überall zu, Sie sind ein Anhängsel der SPÖ, von der Stadträtin Wehsely, weil Sie sonst nämlich aus der Koalition raus sind. – Das ist Ihr Problem! Sie können nicht einmal darüber lachen, das sehe ich Ihnen jetzt an, weil es auch stimmt, was ich Ihnen sage. (Abg. Schwentner: Wir sind im Parlament, nicht im Wiener Landtag! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall der FPÖ. – Abg. Lueger: Unter jeder Kritik war Ihre ganze Rede! – Abg. Rädler: Trotzdem unbelehrbar, die SPÖ! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Regt euch nur darüber auf, es stimmt, was ich sage, und es stimmt, was ich hier aus dem Rechnungshofbericht zitiert habe. Beim Krankenhaus Nord werden wir uns sicher auch noch über vieles unterhalten, darüber, was alles dort im Argen liegt. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) Das betrifft natürlich Wien, aber trotzdem trifft es die soziale Partei, die Sozialisten in Wien. (Abg. Gahr: Sozialdemokraten!) Da können Sie nicht einfach sagen: Das wische ich alles weg, das geht mich alles nichts an! Ihr sitzt alle in einer Fraktion zusammen, ihr sitzt dort drüben zusammen, ihr macht vieles gemeinsam, aber Sie haben die wenigste Ahnung von allen, denn das, was Sie bis jetzt gesagt haben, ist unter jeder Kritik. – Danke. (Beifall der FPÖ. – Abg. Lueger: Unter jeder Kritik war Ihre ganze Rede! – Abg. Rädler: Trotzdem unbelehrbar, die SPÖ! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abgeordneten Rädler.
Gestern wurde in der „Kleinen Zeitung“ dargestellt, welche Strecken ein regionales und ein internationales Weihnachtsmenü zurücklegen müssen, um auf unserem Teller zu landen. Kolleginnen und Kollegen, diese Strecken unterscheiden sich ganz eindeutig voneinander: Für das nationale Weihnachtsmenü sind es 499 Kilometer, für das internationale Menü 53 000 Kilometer. (Zwischenruf des Abgeordneten Rädler.) – Danke, Herr Kollege Rädler, dass du mich darauf aufmerksam machst.
Zwischenruf des Abgeordneten Rädler.
Bleiben wir gleich beim Fett: Egal, welcher Lebensstil (der Redner hält eine andere Packung in die Höhe), manche sagen, ihnen wird das mit dem Tierschutz schon zu viel, sie wollen wirklich umweltbewusst, umweltschonend leben, sie wollen gesundes Pflanzenfett. (Zwischenruf des Abgeordneten Rädler.) – Bitte sehr, Herr Kollege Rädler, das ist veganes Fett mit Palmöl. In allen Bereichen, es ist völlig egal: Diese Produkte hat man so intelligent eingepackt, diese Produkte sind einfach Wirtschaftsmuster geworden, mit denen man zweistellige Renditen macht, auf dem Rücken der regionalen Bevölkerung im Regenwald, der Umwelt und des Klimas und auch auf dem Rücken der europäischen Bevölkerung – und ganz besonders der österreichischen Bäuerinnen und Bauern.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Abg. Rädler: Ein Wort zu Pilz wäre vielleicht möglich gewesen!
Meine Damen und Herren, das ist das Problem. Da brauchen wir mehr Demokratie, mehr Kritikfähigkeit und einen Minister, der uns auf Punkt und Beistrich klare und ausführliche Antworten gibt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Abg. Rädler: Ein Wort zu Pilz wäre vielleicht möglich gewesen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsidentin Doris Bures: Ein zweites Mal zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Fekter und Walter Rosenkranz.
Er hat aber dann von einer Mehrwertstrategie gesprochen: Die AMA-Marke ist eine Mehrwertstrategie, die AMA-Marke hat zehn Alleinstellungsmerkmale, die AMA-Marke ist das einzig gültige Staatssiegel. – Und dann haben wir Preise wie im Jahr 1974! Ja warum kann man denn mit so einem Supersiegel Schleuderaktionen fahren? Warum ist denn da das AMA-Gütesiegel drauf? Man hat im Jahr 1974 für ein Kilogramm Schnitzelfleisch in der Aktion 59,90 Schilling bezahlt. Das sind 3,95 €. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Fekter und Walter Rosenkranz.)
Sitzung Nr. 158
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Sie haben den Luxuspensionen den Weg geebnet! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich erinnere aber daran, dass die NEOS und die FPÖ, die sich da gerade beschwert hat, bei diesem ersten Schritt nicht dabei waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei der Einzementierung …! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker, Scherak und Pirklhuber.) Sie haben nicht dazu beigetragen. Wir haben dazu beigetragen, dass es den ersten Schritt gibt. Mittlerweile zeigen die Urteile, dass wir weitergehen können, dass wir auf einem sicheren Weg sind; und wir sind auch bereit, diesen sicheren Weg weiterzugehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Sie haben den Luxuspensionen den Weg geebnet! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Keck. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! … Nebenerwerbsbauern! – Abg. Neubauer: Das ist neuer Sozialismus! – Zwischenruf des Abg. Loacker. – Abg. Schwentner: Natürlich stimmt das!
Sie argumentieren mit der schwierigen Situation von Bauern und setzen dann eine Maßnahme, die den Reichen mehr zugutekommt als denen, die es wirklich brauchen. (Abg. Neubauer: Das ist neuer Sozialismus!) Sie verteilen, von unten nach oben, das ist unfassbar! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS.) Sie nehmen es den Kleinen weg und geben es den Liechtensteins, den Mayr-Melnhofs, den Mensdorff-Pouillys und so weiter und so weiter. (Abg. Rädler: Das stimmt ja nicht! … Nebenerwerbsbauern! – Abg. Neubauer: Das ist neuer Sozialismus! – Zwischenruf des Abg. Loacker. – Abg. Schwentner: Natürlich stimmt das!)
Abg. Rädler: „Der Schatz im Silbersee“!
Meine Damen und Herren von der SPÖ, es geht da um öffentliche Gelder, Sie wissen das. Das sind Mittel, die zugeschossen worden sind, um die vermeintlichen Defizite der Bauernversicherung auszugleichen; und diese öffentlichen Mittel kommen jetzt mehr den Reichen zugute als den Kleinen. Das ist unfassbar, meine Damen und Herren, das ist nicht okay! (Beifall bei den Grünen.) Sie alle wissen das auch ganz genau: Das ist nicht okay! (Abg. Rädler: „Der Schatz im Silbersee“!)
Abg. Rädler: „Der Schatz im Silbersee“!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich hoffe, dass diese Diskussion im Fernsehen viele sehen, damit sie bemerken, in welche Richtung unser „durchsozialistisiertes“ Österreich geht. Das ist wirklich entrisch, denn ganz offensichtlich versuchen Sie, Menschen einzuteilen in solche, die gerade noch leben können, und andere, die durch eigene Möglichkeiten bessere Einkommen erzielen. Das ist unglaublich, und es tut wirklich weh, denn genau Sie alle gehören dazu, und Sie grenzen sich im Augenblick von den Menschen in Österreich ab – eigenartig! (Abg. Rädler: „Der Schatz im Silbersee“!)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. El Habbassi. – Abg. Rädler: … von Haselsteiner abhängig! – Abg. Neubauer: Ihr seid ja auch von Haselsteiner abhängig!
Wenn es etwas gibt, wofür wir uns einsetzen, dann ist es das, dass junge Menschen die Möglichkeit haben, ihr Leben so zu verbringen, so zu arbeiten, so lange zu arbeiten, dass sie am Ende ihres Lebens nicht sagen müssen: Ich bin abhängig vom Staat!, denn von diesem Staat will niemand abhängig sein. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. El Habbassi. – Abg. Rädler: … von Haselsteiner abhängig! – Abg. Neubauer: Ihr seid ja auch von Haselsteiner abhängig!)
Abg. Rädler: … Öllinger!
Es ist, glaube ich, auch wichtig, die Geschichtsvermittlung und die Arbeit im Unterricht zu verstärken. Da hat es auch Gespräche mit der zuständigen Bildungsministerin gegeben. Auch da sind wir auf einem guten Weg. (Abg. Rädler: … Öllinger!) – Herr Öllinger wird sich dann später noch hierher stellen, aber ich kann das jetzt schon zurückweisen: Was er macht, das ist eine Frechheit! – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Rädler: Bravo!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Rädler: Bravo!
Es ist, glaube ich, auch wichtig, die Geschichtsvermittlung und die Arbeit im Unterricht zu verstärken. Da hat es auch Gespräche mit der zuständigen Bildungsministerin gegeben. Auch da sind wir auf einem guten Weg. (Abg. Rädler: … Öllinger!) – Herr Öllinger wird sich dann später noch hierher stellen, aber ich kann das jetzt schon zurückweisen: Was er macht, das ist eine Frechheit! – Danke. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Rädler: Bravo!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Hier spricht der Alkohol! – Abg. Schellhorn: Haben Sie das gehört, Frau Präsidentin: „Hier spricht der Alkohol!“? Ja, ich meine …!
Verkaufen Sie Ihre Weihnachtsgeschenke anders, wahr und ehrlich, und beauftragen Sie Ihren Vertriebenensprecher dazu, dass er die Unternehmer weiter zu uns leitet! Den Unternehmern steht es nämlich wirklich bis hierher (eine entsprechende Geste machend), von Ihnen benachteiligt zu werden. – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Hier spricht der Alkohol! – Abg. Schellhorn: Haben Sie das gehört, Frau Präsidentin: „Hier spricht der Alkohol!“? Ja, ich meine …!)
Abg. Rädler: Vollkommen weg von der Realität! Wo leben Sie? – Abg. El Habbassi: Wissen Sie, wie viel Alleinverdiener haben?
Herausgekommen sind Lösungen, die meiner Ansicht nach nicht vertretbar sind, wie in Oberösterreich und Niederösterreich – in Oberösterreich mit Ihrer Beteiligung (in Richtung FPÖ) –, wo Familien jetzt mit einem Deckel von 1 500 € leben müssen. (Abg. Rädler: Vollkommen weg von der Realität! Wo leben Sie? – Abg. El Habbassi: Wissen Sie, wie viel Alleinverdiener haben?) Zeigen Sie mir einmal, wie das funktioniert!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie, Herr Rädler, haben sich auch daran beteiligt, Sie kommen aus Niederösterreich, und es ist beschämend, was dort zuletzt passiert ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir werden uns mit Rechtsmitteln dagegen wehren und Menschen unterstützen, die dadurch benachteiligt sind. Schauen Sie nach Niederösterreich, in Ihr Bundesland! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Jetzt gehen alle nach Wien! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halten Sie Minister Stöger den Spiegel vor, er hat es vergeigt!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Jetzt gehen alle nach Wien! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halten Sie Minister Stöger den Spiegel vor, er hat es vergeigt!
Sie, Herr Rädler, haben sich auch daran beteiligt, Sie kommen aus Niederösterreich, und es ist beschämend, was dort zuletzt passiert ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir werden uns mit Rechtsmitteln dagegen wehren und Menschen unterstützen, die dadurch benachteiligt sind. Schauen Sie nach Niederösterreich, in Ihr Bundesland! – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Jetzt gehen alle nach Wien! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Halten Sie Minister Stöger den Spiegel vor, er hat es vergeigt!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Es geht um die Mindestsicherung, so ist es, nicht um die grünen Träumereien! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner.
Menschen, die dafür sorgen, dass wir ein herzeigbarer Sozialstaat in Europa und auf der ganzen Welt sind. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Es geht um die Mindestsicherung, so ist es, nicht um die grünen Träumereien! – Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Schwentner.)
Abg. Rädler: Ein Wort zu Pilz …!
Jetzt zur Bankenabgabe und in diesem Zusammenhang auch zu den Bundesländern … (Abg. Rädler: Ein Wort zu Pilz …!) – Ja, ich nehme Sie gern einmal mit, denn Stammtisch ist dort, wo die ÖVP immer mehr verliert und die Grünen immer mehr gewinnen (Abg. Berlakovich: Also!); damit Sie sich das einmal merken. Sie können aber gern, speziell in Graz, mit mir mitgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Stammtisch!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Stammtisch!
Jetzt zur Bankenabgabe und in diesem Zusammenhang auch zu den Bundesländern … (Abg. Rädler: Ein Wort zu Pilz …!) – Ja, ich nehme Sie gern einmal mit, denn Stammtisch ist dort, wo die ÖVP immer mehr verliert und die Grünen immer mehr gewinnen (Abg. Berlakovich: Also!); damit Sie sich das einmal merken. Sie können aber gern, speziell in Graz, mit mir mitgehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: … Stammtisch!)
Abg. Rädler: Jetzt wird’s interessant!
Bleiben wir im ÖVP-Sektor, aber wandern wir von Oberösterreich nach Niederösterreich. (Abg. Rädler: Jetzt wird’s interessant!) Das ist ja wunderbar: Die verspekulieren Wohnbaugelder nach Strich und Faden (Abg. Rädler: So ein alter Hut!), leugnen das entgegen allen Berichten des Rechnungshofs, aber sind dann der Meinung, dass auf Landesebene Bestechlichkeit, Geldwäsche, alles keine Rolle spielt. Das ist die ÖVP, wie sie singt und lacht. – Gratuliere! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rädler: Schon lang nicht am Stammtisch gewesen!)
Abg. Rädler: So ein alter Hut!
Bleiben wir im ÖVP-Sektor, aber wandern wir von Oberösterreich nach Niederösterreich. (Abg. Rädler: Jetzt wird’s interessant!) Das ist ja wunderbar: Die verspekulieren Wohnbaugelder nach Strich und Faden (Abg. Rädler: So ein alter Hut!), leugnen das entgegen allen Berichten des Rechnungshofs, aber sind dann der Meinung, dass auf Landesebene Bestechlichkeit, Geldwäsche, alles keine Rolle spielt. Das ist die ÖVP, wie sie singt und lacht. – Gratuliere! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rädler: Schon lang nicht am Stammtisch gewesen!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rädler: Schon lang nicht am Stammtisch gewesen!
Bleiben wir im ÖVP-Sektor, aber wandern wir von Oberösterreich nach Niederösterreich. (Abg. Rädler: Jetzt wird’s interessant!) Das ist ja wunderbar: Die verspekulieren Wohnbaugelder nach Strich und Faden (Abg. Rädler: So ein alter Hut!), leugnen das entgegen allen Berichten des Rechnungshofs, aber sind dann der Meinung, dass auf Landesebene Bestechlichkeit, Geldwäsche, alles keine Rolle spielt. Das ist die ÖVP, wie sie singt und lacht. – Gratuliere! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS. – Abg. Rädler: Schon lang nicht am Stammtisch gewesen!)
Abg. Rädler: Da hast …, Krainer!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Hable. – Bitte. (Abg. Rädler: Da hast …, Krainer!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Du ned?
wurscht ist, solange sie nur die anderen betrifft, und dass sie an der Leine der Landesparteichefs hängen. Das ist das Einzige, das Sie hier beweisen. All diejenigen Abgeordneten, die für diese Abänderungsanträge stimmen, sollten sich zutiefst schämen. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Du ned?)
Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Hable –: Wegen Ihnen werden wir uns nicht schämen!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Lipitsch. – Bitte. (Abg. Rädler – in Richtung des Abg. Hable –: Wegen Ihnen werden wir uns nicht schämen!)
Abg. Rossmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Typisch Rädler!
Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Mag. Rossmann zu Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Rossmann – auf dem Weg zum Rednerpult –: Typisch Rädler!)
Abg. Jarolim: Das kann ein jeder behaupten! – Abg. Lausch – den Artikel in die Höhe haltend –: Da ist er! – Heiterkeit. – Abg. Lausch: Gute Nacht, Kollege Jarolim! Schlafen Sie weiter! Schlafen Sie gut! – Abg. Rädler: Simmering gegen Kapfenberg!
Zuhören ist eine Zier, Herr Kollege Jarolim! – Danke. (Abg. Jarolim: Das kann ein jeder behaupten! – Abg. Lausch – den Artikel in die Höhe haltend –: Da ist er! – Heiterkeit. – Abg. Lausch: Gute Nacht, Kollege Jarolim! Schlafen Sie weiter! Schlafen Sie gut! – Abg. Rädler: Simmering gegen Kapfenberg!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Kollege Walter Rosenkranz hat es erwähnt: Da gibt es durchaus auch andere Menschen, die E-Mails an alle Abgeordneten schicken. Da gibt es den Kollegen Köchl, davon haben wir schon gehört, der eine Einladung verschickt, an der Präsentation eines Kochbuches teilzunehmen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Noch einmal herzlichen Dank für die freundliche Begrüßung. Ich habe keine Franz-Mails gelesen, ich habe nicht vor, sie zu lesen. Er soll publizieren, was er will. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Loacker. – Ah-Rufe bei der FPÖ.) Es hat ihn schon aus einer Fraktion gebracht, es wird ihn noch aus dem Parlament bringen, aber das ist doch nicht meine Sorge. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Abgeordneter und auch die Abgeordneten vom Team Stronach und von der Freiheitlichen Partei, überlegen Sie sich eigentlich, was Sie hier sagen? (Abg. Walter Rosenkranz: Im Gegensatz zu Ihnen schon!) Dieses Gesetz gilt für alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, nur für einen Abgeordneten Franz gilt es nicht? (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bin eigentlich dankbar, egal, ob Kollegen Pilz die Zeit zugestanden ist oder nicht. Ich bin froh, dass er seine Ausführungen hier gemacht hat, denn er hat von Politikerprivilegien gesprochen, die es gibt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 160
Abg. Rädler: Sie lernen nie dazu!
Ich habe eine Vermutung, eine konkrete Vermutung, nämlich: dass der abstrakte Gefährder jemand ist, der ein Meinungsdelikt begeht; vielleicht ein salafistischer Hassprediger. Wir haben in acht Grazer Moscheen – das weiß der Verfassungsschutz – salafistische Hassprediger. Ich persönlich verstehe bis heute nicht (Abg. Rädler: Sie lernen nie dazu!), dass die nach wie vor Aufenthaltsgenehmigungen in Österreich haben, aber das ist ein anderes Kapitel. Wenn Sie diese salafistischen Hassprediger in acht Grazer Moscheen jetzt wegen Meinungsdelikten verfolgen, wollen Sie wirklich, dass sie Fußfesseln tragen? (Abg. Rädler – in Bezug auf Abg. Pilz –: Er lebt in einer Scheinwelt!) Und was machen Sie mit den anderen Hasspredigern, etwa mit jenen, die täglich Unfassbares insbesondere auf den Internetseiten der Freiheitlichen Partei posten? Fußfessel für Hassposter? Fußfessel für Identitäre, für Gewaltbereite der rechtsextremen Szene? – Wo fangen Sie an, wo hören Sie auf? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler – in Bezug auf Abg. Pilz –: Er lebt in einer Scheinwelt!
Ich habe eine Vermutung, eine konkrete Vermutung, nämlich: dass der abstrakte Gefährder jemand ist, der ein Meinungsdelikt begeht; vielleicht ein salafistischer Hassprediger. Wir haben in acht Grazer Moscheen – das weiß der Verfassungsschutz – salafistische Hassprediger. Ich persönlich verstehe bis heute nicht (Abg. Rädler: Sie lernen nie dazu!), dass die nach wie vor Aufenthaltsgenehmigungen in Österreich haben, aber das ist ein anderes Kapitel. Wenn Sie diese salafistischen Hassprediger in acht Grazer Moscheen jetzt wegen Meinungsdelikten verfolgen, wollen Sie wirklich, dass sie Fußfesseln tragen? (Abg. Rädler – in Bezug auf Abg. Pilz –: Er lebt in einer Scheinwelt!) Und was machen Sie mit den anderen Hasspredigern, etwa mit jenen, die täglich Unfassbares insbesondere auf den Internetseiten der Freiheitlichen Partei posten? Fußfessel für Hassposter? Fußfessel für Identitäre, für Gewaltbereite der rechtsextremen Szene? – Wo fangen Sie an, wo hören Sie auf? (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Zum Thema!
Terrorbedrohung ist keine neue Bedrohung, und wir werden noch länger mit einer erhöhten Gefährdungslage leben müssen. Und eines ist klar: Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz vor Terror. Sicherheitsmaßnahmen müssen immer ausgewogen sein und dürfen die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger nicht über Gebühr einschränken (Abg. Rädler: Zum Thema!), denn dann hat der Terror gewonnen. – Ich bin beim Thema, Kollege Rädler, mehr als alle Redner Ihrer Fraktion auf jeden Fall. (Beifall bei den NEOS. – Hallo-Rufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Innenminister! Ich würde sagen: Die Jubelchöre zu diesem Sicherheitspaket, das da im Regierungsprogramm steht, sind zumindest ein wenig verfrüht. Es gibt jetzt einen Vorschlag, wie man Gefährder, also Leute, die aus dem Dschihad zurückkehren, mit einer Fußfessel irgendwie überwachen will. – Ich verstehe die Intention dahinter, und ich bin überzeugt davon, dass Handlungsbedarf besteht und wir hier wirklich ein Problem haben, dessen wir Herr werden müssen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Gut so!
Kollegin Steinacker hat den Bundestrojaner wieder angesprochen, sie will jetzt WhatsApp und Skype überwachen lassen. Das Problem dabei ist halt nur: Jeder, der eben bewusst nicht überwacht werden will, hat Hunderttausende andere Möglichkeiten zu kommunizieren. Es gibt so viele verschlüsselte Möglichkeiten zu kommunizieren. Und weil dieser Bundestrojaner eben so absurd grundrechtswidrig ist, wurde der erste Entwurf nun einmal zurückgezogen. Jetzt kommt er wieder in die Debatte, weil es irgendwie gerade passt, dass man wieder etwas Neues vorschlägt. Ich bin gespannt. (Abg. Rädler: Gut so!) – Kollege Rädler findet es „gut so“. Kollege Rädler, Sie können es „gut so“ finden, aber das ändert nichts daran, dass gewisse Dinge, die Sie gut finden, grundsätzlich unserer Verfassung widersprechen. Dass Ihnen das gefällt, ist total in Ordnung. Ich sehe das ein wenig anders. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Spannend ist die ganze Geschichte mit der Videoüberwachung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Kollege Rädler, Sie haben, glaube ich, vorher auch dazwischengerufen! Zur Sache mit der Videoüberwachung stand im „Kurier“ am Sonntag, dass die Wiener Polizei 15 von 17 Kameras, die im letzten Jahr aufgestellt wurden, mit der Begründung wieder abbaut, dass das unglaublich viel kostet und keinen Nutzen hat. – Sie verkaufen uns jetzt aber mit Ihrem Regierungsprogramm die längere Speicherungsdauer von irgendwelchen Videoüberwachungsmaßnahmen als das große Sicherheitspaket. Sie stehen doch sonst eher der Polizei nahe: Reden Sie mit der Wiener Polizei, fragen Sie nach, wieso das keinen Sinn macht!
Abg. Rädler: Jedes Prozent Aufklärung ist positiv!
Oder fragen Sie bei der Londoner Polizei nach! In London, das quasi flächendeckend überwacht ist, wurden genau 3 Prozent der Straftaten, die durch Videoüberwachung aufgezeichnet wurden, aufgrund der Videoüberwachung aufgeklärt. Die Frage ist, ob das konkret wirklich Sinn macht oder ob das nicht wieder dazu führt, dass alle Menschen generell präventiv überwacht werden. Ich glaube, das steht eher im Raum. (Abg. Rädler: Jedes Prozent Aufklärung ist positiv!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abgeordneten Rädler.
Neustart nachzufragen, wie diese Fußfessel funktioniert. Eine Fußfessel schränkt den Radius desjenigen, der sie trägt, massiv ein: Dieser wird überwacht, man kann nachvollziehen, mit wem er verkehrt und wo er verkehrt. So hat zum Beispiel ein Gefährder gar keine Chance, in der Moschee zu predigen, weil er zu Hause sitzt und überwacht wird. – Das ist der Punkt, und ich glaube, das ist sinnvoll und notwendig. Wir vom Team Stronach haben das schon viel früher erkannt, und ich bin froh, dass die Regierung jetzt einschwenkt. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abgeordneten Rädler.)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bin sehr erfreut, dass es uns gelungen ist, eine gemeinsame Initiative bei einem außenpolitischen Thema, das uns, glaube ich, im Moment alle wahnsinnig aufwühlt, zu finden. Wenn man sich die erste Woche Donald Trump in den USA anschaut, bekommt man wirklich das Gruseln. Bei jenen, die Donald Trump noch unterstützen können, frage ich mich wirklich: Wo sind Sie zu Hause? Ich meine, das ist jenseits, wirklich absolut jenseits. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wirtschaftsfeindlich, menschenrechtsfeindlich, zukunftsfeindlich, frauenfeindlich, das ist Donald Trump. (Abg. Rädler: Wenn er das hört!)
Abg. Rädler: Wenn er das hört!
Ich bin sehr erfreut, dass es uns gelungen ist, eine gemeinsame Initiative bei einem außenpolitischen Thema, das uns, glaube ich, im Moment alle wahnsinnig aufwühlt, zu finden. Wenn man sich die erste Woche Donald Trump in den USA anschaut, bekommt man wirklich das Gruseln. Bei jenen, die Donald Trump noch unterstützen können, frage ich mich wirklich: Wo sind Sie zu Hause? Ich meine, das ist jenseits, wirklich absolut jenseits. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wirtschaftsfeindlich, menschenrechtsfeindlich, zukunftsfeindlich, frauenfeindlich, das ist Donald Trump. (Abg. Rädler: Wenn er das hört!)
Abg. Rädler: Von den Grünen!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Hohes Haus! Es wurde jetzt eine ganze Reihe von roten, schwarzen und blauen Nebelgranaten geworfen. (Abg. Rädler: Von den Grünen!) Kommen wir zum Kern dieser Angelegenheit.
Abg. Rädler: Die Grünen!
Als der Herr Bundespräsident letzte Woche am Donnerstag angelobt wurde, hat er von Zuversicht gesprochen. (Abg. Rädler: Die Grünen!) Der Bundeskanzler hat von Optimismus als Haltung gesprochen, Zuversicht und Haltung, und jetzt haben wir dieses Programm „Für Österreich“, das wir diskutieren.
Abg. Rädler: Gut so!
Abgeordnete Marianne Gusenbauer-Jäger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Präsidentin! Hohes Haus! Der Rechnungshof hat die Einführung des neuen Lehrerdienstrechts unter die Lupe genommen und dabei einige Punkte für kritikwürdig befunden. Dabei darf man aber nicht außer Acht lassen, dass die Einführung des neuen Lehrerdienstrechts an sich schon ein Monumentalereignis war – Stichwort Lehrergewerkschaft. Ich glaube, mehr brauchen wir zum neuen Dienstrecht nicht zu sagen. (Abg. Rädler: Gut so!)
Sitzung Nr. 162
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das passt auch gut zur Arbeitsweise des Umweltausschusses. Es wurde meiner Erinnerung nach in den letzten drei Jahren noch nie ein Antrag einer Oppositionspartei angenommen, weder wenn er einen konkreten Nutzen gestiftet hätte noch wenn er Steuergeld eingespart hätte noch wenn er der Umwelt gedient hätte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Frage ist – Sie werden sich ja dann zu Wort melden –: Wie werden Sie sicherstellen, dass tatsächlich unser gesamter Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 auf den Zielwert 1 050 Petajoule reduziert werden kann? Es ist nicht mehr weit dorthin. Also da stehen Aufgaben vor uns, zu deren Bewältigung wir wirklich ernsthaft gemeinsam an diesem Projekt arbeiten müssen. Darum hat meine Kollegin Brunner auch einen umfassenden Antrag eingebracht, und ich erwarte mir die Zustimmung von allen Parteien in diesem Haus. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir haben ja heute keinen Contra-Redner gegen diesen Umweltkontrollbericht. Es sind also alle der Meinung, dieser Bericht ist gut, bringt eine gute Analyse und stellt auch die Maßnahmen dar, die notwendig sind. – Nichts anderes fasst unser Antrag zusammen, Herr Kollege Rädler, und ich erwarte mir, dass Sie unserem Antrag heute zustimmen. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Georg Willi (Grüne): Herr Präsident! Herr Umweltminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir reden über den elften Umweltkontrollbericht des Umweltbundesamtes. Natürlich rede ich über die Zukunft, Herr Kollege Rädler. Es geht immer um die Zukunft, denn die beginnt jetzt gerade. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Nur, bevor ich über die Zukunft rede, mache ich einen Blick zurück.
Abg. Rädler: Marktwirtschaft!
Das Umweltbundesamt wurde 1985 gegründet. 1987 trat ein Mann aus Ihren Reihen auf, Josef Riegler, und hat die ökosoziale Agrarpolitik proklamiert. (Abg. Rädler: Marktwirtschaft!) – Zuerst war es die Agrarpolitik und dann die Marktwirtschaft. (Ruf bei der ÖVP: Das ist richtig!) Der Herr Minister hatte aus diesem Anlass letzte Woche eine sehr gute Veranstaltung in seinem Ministerium: „30 Jahre Ökosoziale Agrarpolitik und Marktwirtschaft“.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
In der zweiten Passage geht es um die Energie- und Klimastrategie. Ich zitiere: „Bis Sommer 2017 wird die gemeinsame integrierte Energie- und Klimastrategie der Bundesregierung fertig gestellt und im Ministerrat beschlossen. Ziel ist eine Strategie, die aus volkswirtschaftlicher Sicht das Optimum für Österreich bringt, indem sie Rahmenbedingen für Investitionen und damit Wachstum und Arbeitsplätze schafft.“ – Das ist also ein sehr volkswirtschaftlicher Blick auf das Ganze. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Herr Minister! Weiter hinten steht dann: „Das Zielquadrat Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Leistbarkeit, Versorgungssicherheit, sowie EU 2030 & Pariser Klimaziele bilden den Rahmen“ für die Energie- und Klimastrategie. – Nur: Das ist aus heutiger Sicht Wischiwaschi. Da steht keine konkrete Zahl, da stehen keine konkreten Vorgaben, also all das nicht, was das Umweltbundesamt einfordert. Herr Minister, ich frage Sie: Wie soll das je etwas werden?
Abg. Rädler: Was war in Graz?
Kollege Rädler sagt, wir seien gegen Windräder oder Wasserkraft. Wir sind für Windräder, wir sind für Wasserkraft, für Sonnenenergie, wir sind für alle Formen erneuerbarer Energie! (Abg. Rädler: Was war in Graz?) Das heißt aber nicht, dass wir für jedes Windkraftwerk und für jedes Wasserkraftwerk sind. Man muss sich das Umfeld der einzelnen Projekte anschauen, und genau das tun wir. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!
Ich komme schon zum Nächsten: Du sagst, ihr seid nicht gegen Wasserkraft und Windenergie. Bei den meisten Projekten – erinnere dich an einige Tiroler Projekte – seid ihr aber dagegen. Da würde ich auch sagen, wer A sagt, muss auch B sagen, und ich würde mir von euch mehr Mut in der Umweltpolitik wünschen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau!) Ich denke, es geht ja um die Umsetzung, und wir werden das auch bei diesem neuen Regierungsübereinkommen sehen. Natürlich zählt die Umsetzung, und da wäre oft einfach mehr Mut wünschenswert.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau um das geht’s!
Ich spreche noch einmal die Einladung aus, mitzustimmen. Gemeinsam bringen wir im Umweltbereich am meisten weiter. Legen wir dieses Kirchturmdenken ab, dann werden wir in diesem Bereich gemeinsam sehr erfolgreich sein! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Genau um das geht’s!)
Abg. Rädler: Die Grünen!
Als die Flüchtlingskrise begonnen hat, ist fast ein ganzes Jahr keine der kritischen Oppositionsparteien im Fernsehen vorgekommen. (Abg. Öllinger: Na geh!) Fast ein ganzes Jahr hat der ORF verhindert, dass man auch eine Gegenstimme zu dieser Willkommensklatscherei und zu dieser Willkommenspolitik im Fernsehen hört. Auf mehrmalige Nachfrage meinerseits und auch der FPÖ hat es geheißen: In einer solch schweren Zeit ist es viel wichtiger, zu hören, was die Regierung zu sagen hat. (Abg. Rädler: Die Grünen!) Man hat das Argument vorgebracht, dass die Solidarität der Bevölke- rung mit den Flüchtlingen nicht gefährdet werden soll, und so weiter. (Zwischenruf der Abg. Yılmaz.)
Abg. Rädler: Genau! Dadurch werden die Grünen weniger!
Abgeordneter Dieter Brosz, MSc (Grüne): Ich sehe die NEOS durchaus positiv, als eine neue Kraft im Parlament. (Abg. Rädler: Genau! Dadurch werden die Grünen weniger!) – Das ist jetzt auch klassisch. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS.) In vielen Bereichen nehmen sie Positionen ein, worin wir uns durchaus auch finden. Manchmal gibt es auch einen sportlichen Wettbewerb. Ist ja auch okay. Deswegen habe ich mich nur kurz gemeldet, um auch auf Niko Alm noch einmal kurz einzugehen. Für die, die jetzt erst dabei sind und vorher bei der Debatte von draußen nicht zugeschaut haben: Es geht um die Frage des NEOS-Konzeptes – auch mit „GIS-Gebühr abdrehen!“ als Kampagnen-Element – und um die Frage: Bleibt der ORF dann eigentlich übrig oder nicht?
Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Pilz erhebt sich von seinem Platz und wendet sich mit Gesten Richtung Präsidium. – Abg. Rädler: Wahrheit bleibt Wahrheit!
Und ich glaube mittlerweile schon, Sie haben den Verfolgungswahn von Herrn Pilz übernommen. (Anhaltende Zwischenrufe bei den Grünen. – Abg. Pilz erhebt sich von seinem Platz und wendet sich mit Gesten Richtung Präsidium. – Abg. Rädler: Wahrheit bleibt Wahrheit!)
Abg. Rädler: Ist dagegen! Gegen TTIP!
tei unter anderem auch Gelegenheit, einige Dinge klarzustellen, ein für alle Mal deutlich klarzustellen: Die Freiheitliche Partei ist (Abg. Rädler: Ist dagegen! Gegen TTIP!) Befürworter von Freihandelsabkommen, ist Befürworter des freien Handels. Alles andere wäre angesichts der Struktur der österreichischen Volkswirtschaft als kleines, stark exportabhängiges Land blanker Unfug. – Erster Punkt. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Was sagt Stronach?
Kollegin Winzig! Bei diesem Volksbegehren geht es schon längst nicht mehr um ein Freihandelsabkommen, es geht mittlerweile um den Fortbestand der Europäischen Union. Es geht darum, wie es den Menschen geht, was sie fühlen, welche Ängste sie haben. (Abg. Rädler: Was sagt Stronach?) Nicht die Unterzeichner gefährden den Fortbestand der Europäischen Union, sondern jene, die von den Rednerpulten in allen nationalen Parlamenten mit Arroganz und Hochmut auf das Empfinden der Bevölkerung reagieren.
Abg. Rädler: Polemik ist hausgemacht!
Es geht darum, dass die Menschen das Gefühl haben, die Europäische Union fährt drüber, agiert mit Intransparenz, nimmt die Sorgen der Menschen nicht ernst. Die Menschen haben das Gefühl: Na ja, die verstehen uns nicht mehr! Hört man sich den Brandbeschleuniger Präsident Juncker an, der noch sagt: Na ja, wenn die Parlamente nicht so abstimmen wollen, wie wir wollen, dann machen wir das Ganze in Brüssel!, dann weiß man: Das ist hausgemacht! (Abg. Rädler: Polemik ist hausgemacht!) Brexit ist hausgemacht, Trump ist hausgemacht. – Das ist der Arroganz von Politikern zu verdanken. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die schaffen die Kurve nicht, die können zu diesen Kosten, zu diesem Milchpreis, den sie bekommen, nicht mehr produzieren. Das ist die Wahrheit, sie sind nicht wettbewerbsfähig mit Holland, mit Polen, mit anderen Ländern. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das sind Fakten.
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Walter Rosenkranz: Arroganz! – Abg. Rädler: Wie der Trump!
Deshalb gibt es nur einen Weg, und der heißt: Transparenz, die Sorgen und Ängste der Bürger ernst nehmen. Es muss Schluss mit diesem Gemunkel und mit diesem Besserwissen in Brüssel sein. Viele Abgeordnete glauben, es besser als das Volk zu wissen. Diese Arroganz muss der Vergangenheit angehören! (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Walter Rosenkranz: Arroganz! – Abg. Rädler: Wie der Trump!)
Beifall bei NEOS, SPÖ, Grünen und Team Stronach sowie der Abg. Karl. – Ruf bei der ÖVP: Unglaublich! – Abg. Rädler: Was haben Sie gegen Mistelbach? – Weitere Zwischenrufe.
Kollege Schultes ist leider nicht da, aber ich möchte ihm etwas ausrichten: Wenn er zu Kollegin Gamon sagt – weil es hier einen Debattenbeitrag gegeben hat –, dass ihr Debattenbeitrag sozusagen entzückend ist, dann ist das despektierlich. Ich weise das zurück und ich bitte um eine Entschuldigung. (Beifall bei NEOS, Grünen und Team Stronach. – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Entzückend kann sein Bauernbundball in Mistelbach sein, aber nicht ein Debattenbeitrag einer Kollegin. Das ist aufs Schärfste zurückzuweisen. (Beifall bei NEOS, SPÖ, Grünen und Team Stronach sowie der Abg. Karl. – Ruf bei der ÖVP: Unglaublich! – Abg. Rädler: Was haben Sie gegen Mistelbach? – Weitere Zwischenrufe.) – Mir ist nur Mistelbach eingefallen.
Abg. Rädler: … populär ist!
Klubobfrau Glawischnig hat von Widersprüchlichkeiten gesprochen. Ich möchte auch auf diese Widersprüchlichkeiten eingehen. Sie hat noch einmal Transparenz erwähnt; ich frage: Wo wurde vonseiten der Grünen Transparenz beim kürzlich abgeschlossenen Handelsabkommen mit Südkorea gefordert? Wann wurde das bei uns hier im Plenum behandelt? Wo haben wir diese Transparenz eingefordert? – Nein, es ist beschlossen worden. (Abg. Rädler: … populär ist!)
Abg. Rädler: Nicht populär!
In den letzten zwei Jahren wurden Handelsabkommen mit Moldawien, Georgien, Kosovo, Südkorea und Bosnien geschlossen. (Abg. Rädler: Nicht populär!) Natürlich, bis auf Südkorea geht es allen schlechter als uns. Da ist Transparenz nicht so wichtig. Aber bei der Transparenz mit Amerika? – Getrieben ist da die Ideologie einzig vom Antiamerikanismus! Jetzt mag man dazu stehen, wie man will, aber dieser Antiamerikanismus kommt auch vom EU-Klub der Grünen, insofern als alles schlecht ist, was von da drüben kommt. Das, glaube ich, ist zurückzuweisen! Davon sollten wir uns entfernen. Ich denke, das ist hier einfach auch einmal angebracht. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Ist aber die Wahrheit!
Abgeordnete Ulrike Weigerstorfer (STRONACH): Frau Präsidentin! Sehr geehrtes Hohes Haus! Ich möchte noch kurz auf Herrn Kollegen Schellhorn eingehen. Ich muss Ihnen ein Kompliment aussprechen: Mutig! Mutig zum einen, derart für CETA zu werben, und mutig, sich hierher zu stellen und zu sagen, die Bevölkerung hat sich bemogeln lassen von Spar, „Kronen Zeitung“ et cetera. Das finde ich wirklich mutig, aber eigentlich nicht Ihrem Niveau entsprechend. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Ist aber die Wahrheit!)
Abg. Rädler: Die Adabeis …!
Was aber hat uns, was hat die Zivilgesellschaft, was hat Expertinnen und Experten, was hat die Bürgerinnen und Bürger so auf die Barrikaden gebracht? – Klar, die Gefährdung von Errungenschaften und Rechten, das ist das eine, wie schon erwähnt. Dazu aber kommt die Intransparenz, die bei den Verhandlungen einfach geherrscht hat. Das hat uns wirklich wütend gemacht, das Ausklammern von Mitsprache, von Mitbestimmung, das ganz klare Ausklammern von Abgeordneten, der Zivilgesellschaft, der Bürgerinnen und Bürger. (Abg. Rädler: Die Adabeis …!)
Abg. Rädler: Und was sagt der Kern?
stellungen, bis wir fertig sind, dann lest ihr den Text und könnt ihr darüber diskutieren!, und, wie zu erwarten ist, dann sagt: Jetzt ist es fertig, jetzt brauchen wir nicht mehr zu diskutieren!, nährt das natürlich Widerstand – und dieser Widerstand ist tief in der österreichischen Bevölkerung angekommen. (Abg. Rädler: Und was sagt der Kern?)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Und was sagt da jetzt die SPÖ?
Deshalb ein herzliches Dankeschön nicht nur an Herbert Thumpser und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter, sondern auch an all diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen dieses Volksbegehren unterstützt haben, die uns einen Auftrag mitgeben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: Und was sagt da jetzt die SPÖ?)
Abg. Rädler: Wenn es aber so ist?!
In diesem Zusammenhang möchte ich auch aufs Schärfste zurückweisen, dass alle Menschen, die sich kritisch mit einer Sache auseinandersetzen, jetzt irgendwie als Populisten und Angstmacher hingestellt werden. (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.) Ich denke, wenn man gute Argumente hat, dann kann man sie einfach austauschen, es gibt für beide Seiten Argumente, aber dann ist es nicht notwendig, dem Gegenüber Populismus zu unterstellen. (Abg. Rädler: Wenn es aber so ist?!)
Sitzung Nr. 165
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riemer: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Wer zu spät kommt, den bestraft die Bürokratie!
Für uns ist klar: Jede und jeder Arbeitslose ist eine/einer zu viel, und wir müssen Maßnahmen setzen, um diese in Beschäftigung zu bringen. Die ÖVP und die Bundesregierung tun das. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riemer: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Walter Rosenkranz: Wer zu spät kommt, den bestraft die Bürokratie!)
Abg. Deimek: Das heißt, in Rumänien kostet alles so viel wie bei uns?! Das ist ein Kostenausgleich, Madame! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie behaupten, dass man diesen Frauen ganz einfach die Familienbeihilfe entziehen kann. Diese Frauen, die genauso Steuern bei uns zahlen und ein Recht auf die Familienbeihilfe haben, sollen sie nicht mehr bekommen, weil sie sie Ihrer Meinung nach nicht verdient haben. (Abg. Deimek: Das heißt, in Rumänien kostet alles so viel wie bei uns?! Das ist ein Kostenausgleich, Madame! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Und die ÖVP – weil Sie auch zwischenrufen, Herr Rädler –, die ÖVP beteiligt sich munter an diesem perfiden Spiel des Wegnehmens. (Beifall bei den Grünen. – Abg.
Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!
Sie sind elende Rosinenpicker, völlig verantwortungslos! In welcher Welt wollen diese jungen Menschen leben? (Rufe bei der FPÖ: Aufpassen! Aufpassen! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Nicht Ängste schüren!) Auf 28 Inseln mit Stacheldrahtzaun rundherum? – Nein! (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Sie schüren permanent Ängste!) Der Wohlstand, die Lebensqualität, der Frieden auf diesem Planeten, vor allem aber auf diesem Kontinent werden nur in einem Miteinander zu kultivieren sein, Sie aber befeuern im Moment das Gegeneinander. Die FPÖ hat damit angefangen, und SPÖ und ÖVP stimmen jetzt mit ein. Das ist grundfalsch, das ist Zukunftsraub, das ist verantwortungslos gegenüber den jungen Menschen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Kickl: Das war eine Angstmacherrede! – Abg. Rädler: Die Auftragsrede von Haselsteiner!)
Abg. Rädler: Grün-Blau ist im Anmarsch!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Werte Zuseher hier im Saal und zu Hause! Heute muss ich einmal Frau Schwentner von den Grünen recht geben; das tue ich grundsätzlich selten. (Abg. Rädler: Grün-Blau ist im Anmarsch!) Natürlich müsste man als Freiheitlicher froh sein, wenn man sich aktuell, während der letzten Wochen, anschaut, wie Rot und Schwarz unsere Positionen und Forderungen in den Sonntagsreden übernehmen, aber es ist ein riesengroßer Marketing-Gag à la Kern und Kurz, ohne Substanz, nur den aktuell schlechten Umfrageergebnissen geschuldet. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Rädler: Bei den Eurofightern habt ihr ihn ja gefunden!
Abgeordnete Mag. Birgit Schatz (Grüne): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Einige haben es schon angesprochen: Es ist ein bisschen schwierig, bei dieser Debatte einen roten Faden zu finden. (Abg. Neubauer: Das fällt den Grünen eh schwer, einen roten Faden zu finden!) Es wird da alles, was wir irgendwie an Problemen haben, hineingepackt. (Abg. Rädler: Bei den Eurofightern habt ihr ihn ja gefunden!)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kogler. – Abg. Hübner: I have a dream! – Abg. Rädler: Ja, I have a dream!
Sebastian Kurz, das würde ich mir für einen wünschen, der noch 60 Jahre Lebenserwartung vor sich hat, das wäre etwas für die nächste Generation, und nicht neonationalistischer Populismus. Den kann die FPÖ gut genug, den braucht sonst niemand. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Kogler. – Abg. Hübner: I have a dream! – Abg. Rädler: Ja, I have a dream!)
Abg. Rädler: In Ihren Augen!
Damit komme ich zum eigentlichen Thema, zu dem ich heute kurz sprechen möchte: Wir haben ja heute schon mehrfach gehört, dass Herr Minister Kurz oder auch die Bundesregierung im Gesamten, wenn man so will, so etwas wie Ankündigungskaiser sind, die sich in Wirklichkeit als Umsetzungszwerge herausstellen. (Abg. Rädler: In Ihren Augen!) – Ja, schon, das muss man ganz klar sagen. Es wird viel gesprochen, viel Gutes gesprochen – in Fragen der Zuwanderungspolitik und dergleichen fort –, wie wir heute schon mehrfach festgestellt haben.
Abg. Rädler: Er ist blind, der Herr Strolz!
Gerade in der Frage der Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationskrise hat Sebastian Kurz europäische Politik gemacht, hat vorgezeigt, wie es gehen kann, in Kooperation mit den Mitgliedstaaten. (Abg. Rädler: Er ist blind, der Herr Strolz!) Insofern sind die Ausführungen meines Vorredners Mölzer – hier werde nur angekündigt und nichts getan – daher auch nicht zulässig. (Abg. Neubauer: Bei den Slowenen passiert nichts!)
Abg. Schwentner: Weisen Sie das einmal nach! – Zwischenruf der Abg. Korun – Abg. Rädler: Kollegin Korun, wenn Sie bitte nicht stören würden!
Wenn wir Hunderte Millionen Euro an Familienbeihilfe ins Ausland zahlen und dabei zusehen, dass es zu einer massiven Verzerrung kommt, weil die Zahlungen, die aus Österreich kommen, einfach viel, viel höher sind als die dortigen Lebenshaltungskosten und es dadurch für jemanden aus Rumänien oder aus Ungarn noch attraktiver wird, sich auf den Weg zu machen, um in Österreich zu arbeiten – denn wenn er dort zwei Kinder hat, wird das Durchschnittseinkommen in seinem Land in dieses Land überwiesen (Abg. Schwentner: Weisen Sie das einmal nach! – Zwischenruf der Abg. Korun – Abg. Rädler: Kollegin Korun, wenn Sie bitte nicht stören würden!) –, dann
Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!
Ein letzter Punkt ist mir noch wichtig – vielleicht darf ich den loswerden, ohne dauernd unterbrochen zu werden (Zwischenruf des Abg. Kogler – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Kogler –: Sozialromantiker! – Abg. Kogler – in Richtung Abg. Rädler –: Schlechtmensch!) –, zu den Grenzen und zu Alois Mock: Wenn heute wieder Grenzkontrollen mitten in Europa stattfinden, etwa zwischen Deutschland und Österreich oder zwischen Österreich und unseren anderen Nachbarstaaten, dann sollten wir uns schon die Frage stellen, warum es diese Grenzkontrollen gibt. Sind dafür Politiker wie ich verantwortlich, die 2015 schon vor dem Weiterwinken gewarnt haben (Ruf: Ja!), oder sind diese Grenzkontrollen vielleicht das Ergebnis der falschen Flüchtlingspolitik (Abg. Korun: Waffenhandel!) und all derjenigen, die damals am Westbahnhof und anderswo voller Euphorie für die unbeschränkte Aufnahme in Mitteleuropa eingetreten sind? (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Korun: ... Familienbeihilfe! – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Korun –: Korun! ... Anstand!
minister? ÖVP-Innenministerin!) –, war das ein Bruch des europäischen Rechts, und es gab Politiker, die massiv dafür kritisiert worden sind, dass sie das damals angesprochen haben. Ich hätte mir gewünscht, dass es, wenn wir uns schon über europäisches Recht hinwegsetzen und das nicht gemeinsam beschlossen wird (Abg. Korun: ... Familienbeihilfe! – Abg. Rädler – in Richtung Abg. Korun –: Korun! ... Anstand!), zumindest eine Sitzung gibt, in der darüber geredet wird.
Beifall des Abg. Rädler.
als Austragungsort für heikle internationale Verhandlungen. Das sind positive Ansätze in diesem Bericht, und dafür bedanke ich mich. – Herzlichen Dank. (Beifall des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
2002, Knittelfeld, Reinigungsprozess der FPÖ eingeleitet: Ich war damals live dabei. Das ist meine Heimatstadt, ich bin stolz darauf, dass das auch dort stattgefunden hat, muss ich sagen. (Zwischenruf des Abg. Weninger.) Du weißt, dass wir mit vielem, was damals passiert ist, nicht einverstanden waren, und die Freiheitliche Partei, so, wie sie hier sitzt, sicher nichts damit am Hut hat, dass es, wenn es sie gegeben hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), Verschlechterungen für die eigenen Leute gegeben hat – ganz sicher nicht.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die ÖVP macht das auch; sie nimmt sehr gute Ideen der Freiheitlichen Partei auf. Sie tut dann zwar so, als ob es ihre eigenen wären, siehe Kurz, Sobotka et cetera. Das könntet ihr auch machen. (Abg. Schimanek: Nein, das sind ja ehrliche Gauner!) Die FPÖ hat als Oppositionspartei, als die große Oppositionspartei in Österreich, sehr, sehr viel getan, das eigentlich die Regierungsparteien zu tun hätten. Wenn ihr das jetzt umsetzt, ist das für mich okay, aber seid dann auch ehrlich dabei und heftet es euch nicht selbst auf die Fahnen, so wie die ÖVP das die ganze Zeit versucht. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 167
Abg. Rädler: Es kommt noch schlimmer! Es war ja das schon schlimm genug!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Steinbichler. – Bitte. (Abg. Rädler: Es kommt noch schlimmer! Es war ja das schon schlimm genug!)
Sitzung Nr. 171
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die neue Qualität – und jetzt kommen wir zur Frage: Wie war denn die alte Qualität? Wie war die alte Qualität im Umgang mit Taskforces und einer, die es im Verteidigungsministerium schon unter Minister Darabos und Minister Klug gegeben hat, die beide (in Richtung SPÖ) Ihrer Fraktion angehört haben? Alle, die Minister Darabos kennen, wissen, dass er diesen Vergleich, den er geschlossen hat, nicht allein aus eigenem politischen Antrieb geschlossen hat. (Abg. Fekter: ... Staatssekretär!) Nein, da ist Bundeskanzler Gusenbauer dahintergestanden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist übrigens dieser ehemalige Bundeskanzler Gusenbauer, der jetzt ja der große Berater von Bundeskanzler-Hauptdarsteller Kern ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie wissen: 95 Prozent Inszenierung, 5 Prozent Arbeit. Da wissen wir auch schon, wohin diese Bundesregierung aktuell geht.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die neue Qualität – und jetzt kommen wir zur Frage: Wie war denn die alte Qualität? Wie war die alte Qualität im Umgang mit Taskforces und einer, die es im Verteidigungsministerium schon unter Minister Darabos und Minister Klug gegeben hat, die beide (in Richtung SPÖ) Ihrer Fraktion angehört haben? Alle, die Minister Darabos kennen, wissen, dass er diesen Vergleich, den er geschlossen hat, nicht allein aus eigenem politischen Antrieb geschlossen hat. (Abg. Fekter: ... Staatssekretär!) Nein, da ist Bundeskanzler Gusenbauer dahintergestanden. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das ist übrigens dieser ehemalige Bundeskanzler Gusenbauer, der jetzt ja der große Berater von Bundeskanzler-Hauptdarsteller Kern ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie wissen: 95 Prozent Inszenierung, 5 Prozent Arbeit. Da wissen wir auch schon, wohin diese Bundesregierung aktuell geht.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Schönegger: Nachwuchshoffnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es wird schonungslose Aufklärung in alle Richtungen geben, und da möchte ich auch noch einhaken: Es wird keine Peter-Pilz-Show geben, sondern seriöse Aufklärung. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Schönegger: Nachwuchshoffnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Natürlich reden wir über den Darabos-Vergleich, denn es interessiert auch mich, warum der damalige Verteidigungsminister nicht aus dem Vertrag ausgestiegen ist, obwohl er konnte, und wir werden das auch nachweisen können. Da sind noch viele Erklärungen ausständig (Zwischenruf des Abg. Rädler), aber damit Darabos einen Vertragsausstieg, der möglich war, verhindern konnte, musste es ja irgendjemanden geben, der den Vertrag abgeschlossen hat. Und dafür verantwortlich sind – das ist ja kein Geheimnis – zwei andere Parteien: die ÖVP und die Freiheitliche Partei.
Abg. Rädler: Anders haben Sie keine Beschäftigung!
Deswegen erwarte ich, dass wir bald gemeinsam sehr viele Ausschusstermine festlegen, dass wir noch vor dem Sommer sehr intensiv arbeiten und in die Bereiche nicht nur der roten, sondern auch der schwarz-blauen Verantwortung hineinkommen, und dass wir alles gemeinsam aufklären. (Abg. Rädler: Anders haben Sie keine Beschäftigung!)
Abg. Rädler: Arbeitsbeschaffung!
Wir haben ein gemeinsames Versprechen abgegeben, Freiheitliche Partei, ÖVP, SPÖ, wir Grüne und auch andere: Wir werden auf Parteiinteressen keine Rücksicht nehmen! Ich glaube auch, dass wir das wirklich so gemeinsam wollen. Wir werden die Öffentlichkeit davon überzeugen, dass wir als Parlament ausschließlich die Interessen der Republik Österreich vertreten, so schnell wie möglich alles gemeinsam aufklären und dann schauen, dass wir uns das Geld zurückholen. (Abg. Rädler: Arbeitsbeschaffung!)
Abg. Rädler: Verhaltener Applaus! Sehr verhalten! – Abg. Vetter: Sehr verhalten! – Zwischenruf des Abg. Lugar.
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster: Herr Abgeordneter Dr. Matznetter. – Bitte. (Abg. Rädler: Verhaltener Applaus! Sehr verhalten! – Abg. Vetter: Sehr verhalten! – Zwischenruf des Abg. Lugar.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Angerer. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Daher lasse ich mir von Ihnen diesen Vorwurf nicht gefallen. Es stünde Ihnen gut an, wenn Sie diesen in Zukunft unterließen. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Angerer. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 173
Abg. Rädler: Frage!
Es ist so, dass die Stadt Krems von der Justizanstalt Stein insoweit profitiert, als es aufgrund der – im wahrsten Sinne des Wortes – Hauptwohnsitzer in Stein, der 750 Häftlinge, 825 000 € pro Jahr gibt. Es sind dort 310 Justizwachebeamte tätig, von denen über 80 Prozent ihren Wohnsitz, ihr familiäres Zentrum, ihre Existenz in und rund um Krems aufgebaut haben. Eine beabsichtigte Absiedelung nach Allentsteig, von der man mittlerweile von allen Spatzen auf den Dächern hört, auch wenn eine entsprechende Studie erst vorgestellt wird ... (Abg. Rädler: Frage!) – Kollege Rädler, die Frau Präsidentin kennt sich betreffend die Geschäftsordnung besser aus als Sie! Die Situation ist folgende, dass jetzt die ... (Weiterer Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Er hat 1 Minute Zeit ...!)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Rädler: Klare Worte!
Wissen Sie, da muss man mit den einfachen Leuten draußen – wenn ich mir diese Bemerkung erlauben darf – jenseits der Bannmeile, durch die das Parlament und seine Abgeordneten vor unliebsamen Demonstrationen geschützt sind, reden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mehr und mehr Menschen dafür kein Verständnis mehr haben. Das ist eine Gefahr für den Respekt vor dem Grundrecht der Versammlungsfreiheit. Dafür haben unsere Vorväter gekämpft, aber nicht dafür, dass es so ausgeübt wird, dass die Leute dafür kein Verständnis mehr haben. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Neubauer. – Abg. Rädler: Klare Worte!)
Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Fekter. – Abg. Rädler: Pilz!
Abgeordneter Dr. Harald Walser (Grüne): Herr Präsident! Die Grünen haben sehr wohl eine einheitliche Linie. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Fekter. – Abg. Rädler: Pilz!) Es liegt ein bisschen an Ihrer Lesekompetenz. Ich darf Ihnen die Linie der Grünen sehr gerne vorlesen: „Die Zentralmatura als solche ist in den zentralen Fächern wie Deutsch, Englisch oder Mathematik sinnvoll.“
Abg. Rädler: Ui! Inszenierung! 95 Prozent Inszenierung! – Abg. Krainer: Wir halten unsere Jugendorganisation seit 120 Jahren aus!
Auch wenn das derart schräg ist und immer schräger wird, ist das, jedenfalls aus den Blickwinkeln, die ich hier vermuten würde – wir vertreten das ja offensiv, wir sind ja da mit den Sozialdemokraten in einem gewissen Wettkampf darüber, was überhaupt das gerechtere System ist; dort wird nämlich sehr oft links geblinkt und rechts abgebogen, das sieht man ja öfter, das wird auch unter dem neuen Kanzler nicht viel besser werden, nur dass er es halt auf noch höherem schauspielerischem Niveau schafft als seine Vorgänger –, ist das grundsätzlich die Zugangsweise. (Abg. Rädler: Ui! Inszenierung! 95 Prozent Inszenierung! – Abg. Krainer: Wir halten unsere Jugendorganisation seit 120 Jahren aus!)
Abg. Rädler: Bleiben Sie bei den NEOS? – Abg. Kogler: Die Frage muss sein: Wen kauft ihr als Nächsten ein?
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister, ich höre Ihnen immer sehr gerne zu. Ich weiß zwar, dass ich Ihnen auf die Nerven gehe, umgekehrt ist das aber gar nicht der Fall, das, was Sie sagen, gefällt mir sehr gut. (Bundesminister Schelling: Gute Selbsterkenntnis!) – Ja, ich meine, ich bin ja so weit reflektiert, dass ich schon merke, dass ich Ihnen auf den Zeiger gehe, aber das ist ja das gute Recht eines Oppositionsabgeordneten. (Abg. Rädler: Bleiben Sie bei den NEOS? – Abg. Kogler: Die Frage muss sein: Wen kauft ihr als Nächsten ein?) – Herr Kollege Rädler, bevor ich in Ihrem Parlamentsklub sitze, hacke ich mir die Hand ab! (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.) In dieses Asylheim für verhaltensauffällige Politikflüchtlinge werde ich mich nicht begeben! (Neuerlicher Beifall bei den NEOS. – Abg. Wöginger: Ich bin ja auch noch da, Gerald! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP, SPÖ und Grünen.)
Abg. Rädler: Gibt’s was zu verbergen?
Zweiter Punkt, der auch immer wieder kommt: der Zugriff auf gespeicherte Bilddaten, also auf die Videoüberwachung von Unternehmen im öffentlichen Nahbereich. Dabei geht es um die ASFINAG-Kameras. Ja, die ASFINAG-Kameras speichern mit, aber sie speichern zu einem einzigen Zweck mit, nämlich um Verkehrssünder ausfindig zu machen. Es gibt ein Urteil im Zusammenhang mit dem Kaisermühlentunnel, das relativ klar besagt: Die ASFINAG darf speichern. Überschreitet jemand die Geschwindigkeit, so wird er abgestraft, aber für alle anderen ist zu löschen! Das heißt, es darf weder der Innenminister noch sonst jemand auf diese Daten zugreifen, weil die ASFINAG verfassungsrechtlich verpflichtet ist, diese Daten zu löschen. (Abg. Rädler: Gibt’s was zu verbergen?) – Es gibt natürlich etwas zu verbergen, nämlich die Privatsphäre! Die Privatsphäre ist ein Grundrecht, das jeder Bürger und jede Bürgerin in diesem Staat genießt, egal, ob sie etwas gemacht haben oder nicht! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der NEOS.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber.
Nun haben wir einen konstruktiven Vorschlag gemacht, nämlich dass der Herr Innenminister, wenn er impulsive Ideen hat, sich vorher kundig machen soll, wie es um die Grund- und Verfassungsrechte steht, und sich allenfalls Rat und Tat zur Seite holt. Konstruktiv ist das deshalb, weil wir auch einen Misstrauensantrag hätten stellen können, aber das finde ich ein bisschen einfach. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Sieber.)
Abg. Rädler: Zur Sache!
Die Grünen haben dazu einen Antrag gestellt, dem wir so auch nicht zustimmen, weil wir nicht der Meinung sind, dass man überhaupt keine privaten Dienstleister in so einem Schubhaftzentrum haben darf. Es gibt sicher Sachen, die man mit privaten Dienstleistern machen kann. Wir haben einen ähnlichen Antrag im Innenausschuss, da werden wir sicher noch einmal darüber diskutieren, und ich bin gespannt, ob es Ihnen dann weiterhin egal sein wird, dass wir 400 000 € jedes Monat zum Fenster hinauswerfen. Mich würde das einigermaßen irritieren; wieso Sie das nicht stört, ist nicht nachvollziehbar. (Abg. Rädler: Zur Sache!) – Bitte, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Zur Sache!) – Zur Sache? Herr Kollege Rädler, dass Sie schon wieder nicht mitbekommen, worüber wir hier jetzt reden, das ist Ihr eigenes Problem! (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von FPÖ, Grünen und Team Stronach.)
Abg. Rädler: Zur Sache!
Die Grünen haben dazu einen Antrag gestellt, dem wir so auch nicht zustimmen, weil wir nicht der Meinung sind, dass man überhaupt keine privaten Dienstleister in so einem Schubhaftzentrum haben darf. Es gibt sicher Sachen, die man mit privaten Dienstleistern machen kann. Wir haben einen ähnlichen Antrag im Innenausschuss, da werden wir sicher noch einmal darüber diskutieren, und ich bin gespannt, ob es Ihnen dann weiterhin egal sein wird, dass wir 400 000 € jedes Monat zum Fenster hinauswerfen. Mich würde das einigermaßen irritieren; wieso Sie das nicht stört, ist nicht nachvollziehbar. (Abg. Rädler: Zur Sache!) – Bitte, Herr Kollege Rädler? (Abg. Rädler: Zur Sache!) – Zur Sache? Herr Kollege Rädler, dass Sie schon wieder nicht mitbekommen, worüber wir hier jetzt reden, das ist Ihr eigenes Problem! (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten von FPÖ, Grünen und Team Stronach.)
Abg. Rädler – in Richtung Abg. Scherak –: Na?
Das Anhaltezentrum Vordernberg erfüllt voll und ganz die Vorgaben des Schubhaftvollzuges und ist ein europäisches Vorzeigeprojekt. (Abg. Rädler – in Richtung Abg. Scherak –: Na?) Die Volksanwaltschaft und der Menschenrechtsbeirat statten dem Zentrum immer wieder Besuche ab, und auch internationale Delegationen zeigen sich von diesem Modell positiv beeindruckt. (Abg. Rädler: Kollege Scherak, na?)
Abg. Rädler: Kollege Scherak, na?
Das Anhaltezentrum Vordernberg erfüllt voll und ganz die Vorgaben des Schubhaftvollzuges und ist ein europäisches Vorzeigeprojekt. (Abg. Rädler – in Richtung Abg. Scherak –: Na?) Die Volksanwaltschaft und der Menschenrechtsbeirat statten dem Zentrum immer wieder Besuche ab, und auch internationale Delegationen zeigen sich von diesem Modell positiv beeindruckt. (Abg. Rädler: Kollege Scherak, na?)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Das war überzeugend, Kollege Scherak! – Abg. Scherak: Absolut! – Abg. Rädler: Man muss ja nur recherchieren! – Abg. Scherak: Ja, genau! Das machen Sie besonders gerne!
Die Vordernberger Bevölkerung mit ihrem Bürgermeister hat diese andauernden, auf Unwahrheiten basierenden Diskussionen satt und will einfach in Ruhe und ohne unqualifizierte Zurufe von außen ihre durch den Vertrag mit dem Bundesministerium für Inneres übernommenen Aufgaben im Interesse der Republik erfüllen. – Zitatende. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Das war überzeugend, Kollege Scherak! – Abg. Scherak: Absolut! – Abg. Rädler: Man muss ja nur recherchieren! – Abg. Scherak: Ja, genau! Das machen Sie besonders gerne!)
Beifall bei der ÖVP. – Bravoruf des Abg. Rädler.
Da wird angepatzt, da werden Dinge verdreht, übersteigert dargestellt und Respektlosigkeiten wie diese verbreitet – wie auch dieser Antrag, der mit einer kritischen Diskussion, wie sie in entwickelten parlamentarischen Demokratien üblich ist, nichts zu tun hat. Richtig wäre es gewesen, diesen Antrag mit dem Ausdruck des Bedauerns und einer Entschuldigung zurückzuziehen. (Beifall bei der ÖVP. – Bravoruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Innenminister, ich brauche ja die Huldigungen meiner Vorredner nicht zu wiederholen, aber ich schätze Sie als einen Menschen, der hochgebildet ist, der genau weiß, was er formuliert, und sicher keinen Mangel an Bildung hat. Einige Aussagen Ihrerseits haben in den letzten Wochen und Monaten jedoch dazu beigetragen, dass die politische Spannung, die in diesem Land ohnehin vorhanden ist, bewusst angeheizt statt beruhigt wurde. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Ah, da schau her! Öl ins Feuer gießen!
In diesem Sinne werden wir diesem Antrag nicht zustimmen, aber trotzdem die politische Debatte mit dem Innenminister weiterführen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Ah, da schau her! Öl ins Feuer gießen!)
Abg. Rädler: Wen?
Ich kenne dich wirklich als einen Sachpolitiker, mit dem man sehr gerne diskutiert (Abg. Rädler: Wen?) – Abgeordneten Scherak! (Abg. Rädler: Nein!) – ja, doch!; das ist nun einmal meine Meinung –, aber auf der anderen Seite kann man nicht alles gegen Geld aufrechnen. Wenn uns das, wie Sie sagen, 400 000 € kostet, dann ist das natürlich viel Geld, aber um den Rechtsstaat in unserem Land auch durchsetzen zu können, um die Ordnung aufrechtzuerhalten, brauchen wir das. Ich brauche kein Anhaltezentrum, ich brauche kein Schubhaftzentrum, aber ich kann es mir nicht aussuchen – wir alle können das nicht –, wir haben es.
Abg. Rädler: Nein!
Ich kenne dich wirklich als einen Sachpolitiker, mit dem man sehr gerne diskutiert (Abg. Rädler: Wen?) – Abgeordneten Scherak! (Abg. Rädler: Nein!) – ja, doch!; das ist nun einmal meine Meinung –, aber auf der anderen Seite kann man nicht alles gegen Geld aufrechnen. Wenn uns das, wie Sie sagen, 400 000 € kostet, dann ist das natürlich viel Geld, aber um den Rechtsstaat in unserem Land auch durchsetzen zu können, um die Ordnung aufrechtzuerhalten, brauchen wir das. Ich brauche kein Anhaltezentrum, ich brauche kein Schubhaftzentrum, aber ich kann es mir nicht aussuchen – wir alle können das nicht –, wir haben es.
Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Rädler
Herr Minister, kehren wir doch zurück zur Realität! Setzen Sie sich wieder einmal an einen Stammtisch und hören Sie sich auch die Sorgen und Ängste der Bürgerinnen und Bürger an! Ich habe gesagt, es kann doch nicht sein, dass wir unseren Kindern in Österreich (Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Rädler) – ja, Herr Bürgermeister – die Zahnspange bei Schweregrad 1, 2, 3 nicht bezahlen, aber
Abg. Rädler: Ein Wort zu den Jungen Grünen!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Maurer. – Bitte. (Abg. Rädler: Ein Wort zu den Jungen Grünen!)
Abg. Rädler: Eingeleitet von den Grünen! – Abg. Pfurtscheller: Da gehört ihr dazu!
Ich frage Sie: Wie soll sich die Bevölkerung in einer politischen Debatte noch orientieren können, wenn nicht einmal die höchsten Repräsentantinnen und Repräsentanten und die Regierung die Verfassung und die Menschenrechte ausreichend achten? Wir sind hier mit einem Verfall politischer Kultur, den ich für gefährlich erachte, konfrontiert. (Abg. Rädler: Eingeleitet von den Grünen! – Abg. Pfurtscheller: Da gehört ihr dazu!) Aus diesem Grund unterstütze ich diesen Antrag des Kollegen Steinhauser voll und ganz. Und ich glaube, es täte uns allen gut, uns in all diesen Debatten etwas mehr auf die Fakten und auf unsere rechtliche Basis zu besinnen und wieder ein bisschen seriöser zu diskutieren. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Lugar: Da müssen die Grünen aber anfangen damit!)
Sitzung Nr. 175
Ruf bei der ÖVP: Jetzt ist es aber genug! – Abg. Rädler: Frau Präsidentin! – weitere Zwischenrufe
„Scheiß Akademikerkinder“ (Ruf bei der ÖVP: Hallo!), das wurde unseren jungen, liberalen NEOS, unseren Studierenden der JUNOS, zugerufen (Ruf bei der ÖVP: Jetzt ist es aber genug! – Abg. Rädler: Frau Präsidentin! – weitere Zwischenrufe), und zwar von Vertreterinnen und Vertretern der rot-rot-grünen ÖH Uni Wien, und das wirft natürlich ein Licht auf diese Diskussion. Anlässlich einer Kundgebung wurden sie tatsächlich mit dem Zuruf „Scheiß Akademikerkinder“ empfangen ... (Abg. Maurer: Da gibt es eine Klarstellung, Herr Strolz!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Lopatka und Rädler.
Österreich hat – und das muss man auch ganz klar sagen – vom Beitritt zur Europäischen Union am 1. Jänner 1995 profitiert. Und wenn man profitiert hat, dann heißt das nicht, wegzuschauen und zu sagen: Alles ist super!, sondern das heißt, einmal klarzulegen, dass es für Österreich eine richtige Entscheidung war, der EU beizutreten – und es ist auch eine richtige Entscheidung, Mitglied der EU zu bleiben! Das sei allen gesagt – vor allem im freiheitlichen Lager –, die immer wieder mit einem Öxit, einem Austritt Österreichs aus der EU, spekulieren. Das wäre ein schwerer Fehler für Österreich. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Lopatka und Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
Die Prioritäten der europäischen Wirtschaftspolitik müssen wir neu definieren, und zwar unabhängig – und das ist die große Chance des Brexit – von den perfiden Interessen der Londoner City, von den Interessen der Spekulations- und Finanzlobby, und zwar müssen wir dafür sorgen, endlich zu einer Wirtschaftspolitik zu kommen, die Investitionen fördert, und auch dafür, im Zusammenhang mit den budgetären Fragen für das europäische Budget, die ja andiskutiert worden sind, zu einem europäischen Budget zu kommen, das investitions- und wachstumsfreundlicher angelegt ist, und das heißt, die knappen Mittel, die es in Europa gibt, sparsam einzusetzen, aber auch dort einzusetzen, wo sie letztlich Wirtschaftswachstum und Beschäftigung fördern. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.
sozialen Grundwerten zumindest gleichwertig die Marktfreiheiten betrachtet werden. Wenn uns das gelingt – und das ist eine Chance, die jetzt mit der Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung Europas im Zuge der Brexit-Verhandlungen gegeben ist –, wenn es uns gelingt, ein soziales Europa zu schaffen, den Standort Europa zu stärken und die europäische Außenpolitik voranzubringen, dann glaube ich, dass Europa in Zukunft in der Lage sein wird, die Antworten auf die Probleme, die sich stellen, zu geben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Kogler: Wir nehmen zur Kenntnis, der Europaminister schwänzt die Europadebatte! – Abg. Rädler: Hauptsache du bist da! – Abg. Kogler: Im Hauptausschuss wäre er ja auch gewesen! Das ist doch ein Witz!
Präsident Karlheinz Kopf: Nächster Redner: Herr Klubobmann Dr. Strolz. – Bitte. (Abg. Kogler: Wir nehmen zur Kenntnis, der Europaminister schwänzt die Europadebatte! – Abg. Rädler: Hauptsache du bist da! – Abg. Kogler: Im Hauptausschuss wäre er ja auch gewesen! Das ist doch ein Witz!)
Abg. Rädler: Ihr Rezept?
Ist es das Bild, Reinhold Lopatka, Reinhold Mitterlehner, das so ausschaut, dass ihr sagt, das wird eine Welt sein, in der sich – und das wissen wir heute – die Bevölkerungszahl in Afrika verdoppeln wird, die Bevölkerung in Indien wahrscheinlich auf 1,7 Milliarden anwachsen wird, in der wir in China eine Bevölkerung von 1,5 Milliarden zählen werden, in der wir gewaltige Herausforderungen zu bewältigen haben werden, um unseren Way of Life, European Way of Life (Abg. Rädler: Ihr Rezept?) mit Freiheit, mit unseren Bürgerrechten, mit der Gleichstellung von Frau und Mann aufrechterhalten zu können? (Abg. Strache: Mit Kopftuch für alle wahrscheinlich bei Ihnen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
machen, und alles wird gut!, dann wird es unseren Kindern einst nicht gut gehen. Wir werden nicht das Sicherheitsniveau halten können, wir werden nicht den Wohlstand halten können, und wir werden auch nicht die Lebensqualität halten können. (Abg. Kickl: Um Gottes willen, Sie sind ja ein Angstmacher!) Das wird sich nicht ausgehen! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ich habe nie gesagt, Herr Rädler: Machen wir die Grenzen auf! Das eklatante Staatsversagen in Österreich und in vielen Teilen Europas 2015/16, das haben Konservative wie Sie und Sozialdemokraten, wie sie hier sitzen, zu verantworten! Das hat nicht NEOS zu verantworten! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Da können Sie gleich einmal bei Haselsteiner anfangen!
Wer hat das über Jahrzehnte zugelassen? – Die ÖVP, die SPÖ und ihre Schwesterparteien. Mit solchen Dingen müssen wir aufräumen. Europa muss für die Bevölkerung ein guter Deal sein – oder es wird nicht sein. Und die Vorschläge, die wir NEOS bringen, zeigen in Richtung guter Deal für die Menschen. Das ist das Europa, in dem ich leben will! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Rädler: Da können Sie gleich einmal bei Haselsteiner anfangen!)
Sitzung Nr. 177
Abg. Klug: Wo ist der Rest ...? – Abg. Rädler: Melden Sie sich zu Wort, Herr Kollege Klug!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Minister! Das war jetzt schon eine sehr interessante Diskussion zum Thema Zuschüsse an die ÖBB: Für die Grünen hat die Zustimmung des Finanzministers zu lange gedauert; wir von der ÖVP sehen das ganz anders. Der Finanzminister muss jeden Steuereuro an die ÖBB zweimal umdrehen, denn da geht es um riesige Summen. Es sind für 2017 5 Milliarden €, die in die ÖBB fließen, 2 Milliarden € davon in die Eisenbahninfrastruktur. (Abg. Krainer: Das stimmt ja nicht!) Da geht es um die Anpassung der Zuschüsse, weiters auch um die Abstimmung der Maastrichtwirkungen des Rahmenplans; also das gehört schon sehr genau geprüft. (Abg. Klug: Wo ist der Rest ...? – Abg. Rädler: Melden Sie sich zu Wort, Herr Kollege Klug!) Wir finden es auch richtig, dass künftig die Finanzprokuratur in die Erarbeitung der Zuschussverträge eingebunden wird.
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: ... für deine Partei!
und den Menschen. Da ist der Mensch im Mittelpunkt, liebe KollegInnen! (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: ... für deine Partei!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben versucht, Gespräche mit der ÖVP zu führen, weil es ja eine Resolution des Linzer Gemeinderates gibt – der alle Parteien mit Ausnahme der Grünen, auch die ÖVP, zugestimmt haben –, eine Mautbefreiung zu machen. Darum haben wir versucht, da etwas zu erreichen. Leider Gottes war es nicht möglich; man hat das ja auch im Zusammenhang mit Kufstein gesehen, wobei das eine andere Problematik ist. In Linz wäre es eine temporäre Befreiung gewesen, nämlich bis die zweite mautfreie Brücke fertiggestellt ist, um den Bewohnerinnen und Bewohnern von Linz zu helfen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die ÖVP, der sogenannte Pendlersprecher Hammer will es nicht!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
richtlinie zu erfüllen, die Vignette 18 Tage vor Fahrtantritt online kaufen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die andere Variante ist, sie gehen zur Vorverkaufsstelle. Ja, das gibt es weiterhin.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich berichtige tatsächlich: Die Eisenbahnbrücke in Linz war im Eigentum der ÖBB. Durch mehrere gerichtlich beeidete Sachverständige wurde festgestellt, dass diese Eisenbahnbrücke einsturzgefährdet ist und Leib und Leben in Gefahr sind, wenn man sie weiterhin benützt. Es hat dann verschiedenste Varianten gegeben, wie man diese Brücke sanieren könnte, und dabei ist herausgekommen, dass eine Sanierung aufgrund des notwendigen Aufwandes nicht tragbar ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Daher wurde von den Experten geraten, diese Brücke abzutragen, damit nicht Gefahr für Leib und Leben besteht.
Sitzung Nr. 179
Abg. Rädler: Integration!
Dieser Appell, dieses Bekenntnis ist natürlich desto glaubwürdiger, je mehr Verantwortung man übernimmt, aber, wie gesagt, man kann einen Partner auch nicht dazu zwingen, dass er das tut, was man will, sondern nur auf die Einsicht in die Notwendigkeit hoffen. (Abg. Rädler: Integration!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es geht auch um den Ausbau der Primärversorgung, um die Gesundheitszentren. Es geht um die Bildungsreform, die Umsetzung der Schulautonomie. Heute erst habe ich in der Zeitung gelesen (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass die ÖVP-Lehrergewerkschaft schon die Sektkorken knallen lassen hat, weil sie jetzt endlich wieder in der Lage ist, die Bildungsreform zu blockieren. (Zwischenruf des Abg. Amon.) Ob das die neue ÖVP ist? – Das klingt ein bisschen wie schon immer in den letzten Jahrzehnten.
Abg. Rädler: Integration ist kein Thema?!
Die Entgeltfortzahlung für Einpersonenunternehmer, sodass sie endlich auch ein Recht auf Krankengeld bekommen, die Frauenquote in Aufsichtsräten von Großunternehmen, die wir vereinbart haben, das zweite verpflichtende Kindergartenjahr, das der Umsetzung harrt, die Vermeidung von Steuerhinterziehung und Gewinnverschiebung – betreffend Briefkastenfirmen, Panama Leaks und wie die Themen alle heißen – oder auch die dringend notwendige Anhebung der Studienbeihilfen, all das sind Themen, die jetzt nicht nur in den Orkus geschossen und gemistkübelt werden (Zwischenruf des Abg. Steinbichler), sondern die an sich auch die Unterschrift aller Minister, also auch jene von Minister Kurz, tragen. (Abg. Rädler: Integration ist kein Thema?!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Aber noch besser finde ich: Selbst meine Vorrednerin geht dieser These ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Zu Ihnen komme ich noch, Sie werden noch blass werden da hinten, Sie Zwischenredner, Sie! – Am besten finde ich die These, es gebe einen Totalumbau der ÖVP. Alle fallen darauf herein. Keiner liest die Statuten der ÖVP. All die Punkte, die Sebastian Kurz vorgebracht hat, stehen schon im Statut drinnen. Der Erste, der darauf hereingefallen ist, war Viktor Orbán. (Heiterkeit bei der SPÖ.) Wahrscheinlich gibt es die Statuten nicht auf Ungarisch. Der hat nur gesehen, Durchgriffsrecht, hat gesagt: Super, das ist unser Mann in Österreich!, schickt eine Gratulation und in Wirklichkeit: Wissen Sie, was das Durchgriffsrecht unter anderem signalisiert? – Dass da ein paar sitzen (auf die Sitzreihen der ÖVP weisend), die gar nicht da sitzen sollten! Das ist nämlich die Botschaft. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, FPÖ, Grünen, NEOS und Team Stronach.)
Abg. Rädler: In der SPÖ gibt es keine Vorzugsstimmen?!
Wissen Sie was? – Jetzt müssen Sie vorsichtig sein! Vielleicht sitzen Sie das nächste Mal dann nicht mehr hier herinnen. Ich muss Ihnen ehrlich sagen, das ist jedenfalls ein Aspekt, der, wie ich finde ... (Abg. Rädler: In der SPÖ gibt es keine Vorzugsstimmen?!) – Vorzugsstimmen, das ist mein Lieblingsthema, jawohl. (Heiterkeit bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Sie sind ja auch abgelöst worden!
Was heißt das? Was heißt das? – Sebastian Kurz kann den armen Generalsekretär – oder die Generalsekretärin – ernennen. Er kann die paar auf der Bundesliste und die paar in der Regierungsfraktion ernennen. (Abg. Rädler: Sie sind ja auch abgelöst worden!) Und das war es! Das war es! Den Rest machen wie bisher die Landeshauptleute.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Da kann er sich noch so selbst inszenieren: Freitag, Pressekonferenz, da schickt Sebastian Kurz die Botschaft an die Landeshauptleute in Alpbach. Es war die Selbstkrönung, die da stattgefunden hat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich kenne aus der Geschichte nur eine einzige Selbstkrönung, da war sogar der Papst dabei. Dann hat einer die Krone genommen und hat sie sich aufgesetzt. Und wissen Sie, wo es geendet hat? – In Waterloo hat es geendet. (Anhaltender Beifall bei der SPÖ sowie Beifall bei Abgeordneten von FPÖ, Grünen, NEOS und Team Stronach.)
Abg. Rädler: ... nicht wertschätzend!
Dritter Punkt: Lob für autoritäre Staatchefs wie Viktor Orbán. Ich zitiere Sebastian Kurz: „Hören wir auf mit der Trennung in Gut und Böse“. – Gemeint war Viktor Orbán, der zivilgesellschaftliche Vereine in seinem eigenen Land zu Spionen erklärt, der tatenlos zuschaut, wenn Roma und Sinti auf offener Straße erschossen werden. Wir sollen also aufhören „mit der Trennung in Gut und Böse“, sagt der Herr Europa- und Außenminister. (Abg. Pirklhuber: Die christlich-soziale ÖVP! – Ruf bei der ÖVP: So wie ihr mit den Jungen Grünen umgeht!) – Danke für den wertschätzenden Umgang! (Abg. Rädler: ... nicht wertschätzend!) Ich habe mich auf ganz konkrete Zitate und auf konkrete Politik von Sebastian Kurz bezogen, nachlesbar in der APA und in allen möglichen Medien, und ich glaube, wir sollten einander an unseren Taten, an der von uns getätigten Politik messen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Mehr Wertschätzung!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Mehr Wertschätzung!
Dritter Punkt: Lob für autoritäre Staatchefs wie Viktor Orbán. Ich zitiere Sebastian Kurz: „Hören wir auf mit der Trennung in Gut und Böse“. – Gemeint war Viktor Orbán, der zivilgesellschaftliche Vereine in seinem eigenen Land zu Spionen erklärt, der tatenlos zuschaut, wenn Roma und Sinti auf offener Straße erschossen werden. Wir sollen also aufhören „mit der Trennung in Gut und Böse“, sagt der Herr Europa- und Außenminister. (Abg. Pirklhuber: Die christlich-soziale ÖVP! – Ruf bei der ÖVP: So wie ihr mit den Jungen Grünen umgeht!) – Danke für den wertschätzenden Umgang! (Abg. Rädler: ... nicht wertschätzend!) Ich habe mich auf ganz konkrete Zitate und auf konkrete Politik von Sebastian Kurz bezogen, nachlesbar in der APA und in allen möglichen Medien, und ich glaube, wir sollten einander an unseren Taten, an der von uns getätigten Politik messen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Mehr Wertschätzung!)
Abg. Rädler: ... Probleme ...!
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrte Herren Minister! Ich gratuliere Bundesminister Brandstetter, wenigstens bei seinen Worten hebt Außenminister Kurz die Augen vom Handy und widmet ihm seine Aufmerksamkeit. (Abg. Rädler: ... Probleme ...!)
Abg. Rädler: Zwei!
sen folgen. Jener Tag, an dem wir sehen, ob er seinem Gewissen folgt oder ob er weiterhin eine Fußfessel des Kammerstaates und der Bünde trägt (Abg. Rädler: Zwei!), wird schon sehr bald kommen.
Abg. Rädler: Genau!
sieht man, dass der Plan A ja auch nichts anderes war als eine Erpressung. (Ruf bei der ÖVP: Genau!) Nun kann man da inhaltlich einiges teilen – keine Frage, da gibt es gute Punkte! –, die Frage ist nur, wie Sie es gemacht haben. Das heißt, Sie haben sich hingestellt, ohne den Koalitionspartner einzubinden, und haben gesagt: Das ist unser Plan, friss oder stirb! (Abg. Rädler: Genau!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Die stärkste Kraft im Legoland! – Abg. Walter Rosenkranz: Mein Sohn steht drauf!
Ich sage Ihnen das ganz ehrlich: Ihnen muss man nicht nur beibringen, was die Themen sind, Ihnen muss man nicht nur beim Wahltermin auf die Sprünge helfen, Ihnen muss man auch zeigen, wie man besser regiert, und Sie beide muss man wahrscheinlich auch erst einmal wieder demokratiepolitisch disziplinieren. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Rädler: Die stärkste Kraft im Legoland! – Abg. Walter Rosenkranz: Mein Sohn steht drauf!)
Abg. Rädler: Bei uns entscheidet ...!
Die ÖVP hat jetzt einen Wechsel vorgenommen, das ist ihr gutes Recht. Was uns hier interessiert, ist, wie sie das macht. Wir haben vor einem Jahr auch einen Wechsel vollzogen (Abg. Rädler: Bei uns entscheidet ...!), wir haben einen neuen Bundeskanzler (Abg. Rädler: Ihr habt ein Kernproblem!), der hat sich ein neues Team gesucht und mit seinem neuen Team konstruktiv Sacharbeit betrieben, Lösungen gesucht (Ruf bei der FPÖ: Pizza verkaufen ist er gegangen!) und ist hier einen guten Weg gegangen, soweit das möglich war mit dem Partner, den wir gehabt haben, der – und das ist ausführlich dargestellt worden – nicht immer lösungsorientiert unterwegs war.
Abg. Rädler: Ihr habt ein Kernproblem!
Die ÖVP hat jetzt einen Wechsel vorgenommen, das ist ihr gutes Recht. Was uns hier interessiert, ist, wie sie das macht. Wir haben vor einem Jahr auch einen Wechsel vollzogen (Abg. Rädler: Bei uns entscheidet ...!), wir haben einen neuen Bundeskanzler (Abg. Rädler: Ihr habt ein Kernproblem!), der hat sich ein neues Team gesucht und mit seinem neuen Team konstruktiv Sacharbeit betrieben, Lösungen gesucht (Ruf bei der FPÖ: Pizza verkaufen ist er gegangen!) und ist hier einen guten Weg gegangen, soweit das möglich war mit dem Partner, den wir gehabt haben, der – und das ist ausführlich dargestellt worden – nicht immer lösungsorientiert unterwegs war.
Abg. Rädler: So wie den Plan A! – Abg. Königsberger-Ludwig: Inhalte!
Sie haben sich jetzt mit einem totalen Knall verabschiedet, haben über die laufenden Fernsehkameras dem Koalitionspartner das Ende der Koalition ausgerichtet. (Abg. Rädler: So wie den Plan A! – Abg. Königsberger-Ludwig: Inhalte!) Diesen Stil werden die Wähler zu beurteilen haben.
ironische Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Rädler: Unwahrscheinlich!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (Grüne): Meine Damen und Herren! Werte Kolleginnen und Kollegen! Weil es mir persönlich ein Bedürfnis ist, danke ich an dieser Stelle auch unserem ehemaligen Kollegen, dem ehemaligen Vizekanzler Reinhold Mitterlehner. Es ist ein nicht zu unterschätzendes politisches Zeichen, dass für ein Regierungsmitglied, das unser Vertrauen genossen hat (ironische Heiterkeit bei der ÖVP – Abg. Rädler: Unwahrscheinlich!) und an dessen Integrität kein Zweifel bestanden hat, in der ÖVP kein Platz mehr ist. Und es ist ein Faktum, dass das jetzt nicht mehr die Partei von Reinhold Mitterlehner, sondern die Partei von Sebastian Kurz ist.
Beifall bei den Grünen. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Staatsanwalt! – Abg. Wöginger: ... die Unterstützung!
Liebe Christina, lieber Sebastian, ich ersuche Sie, in Zukunft derartige, nach § 107 des Telekommunikationsgesetzes unzulässige Zusendungen zu unterlassen. (Beifall bei den Grünen. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Staatsanwalt! – Abg. Wöginger: ... die Unterstützung!)
Abg. Rädler: Sie haben nicht unterschrieben! – Abg. Tamandl: Woher nehmen Sie das?
Machen Sie uns allen Ernstes, Herr Obmann Kurz, dermaßen absurde Vorschläge, dass Sie sagen, Sie diktieren uns mit Ihrer Partei, falls das noch eine Partei ist, einen Wahltermin? (Abg. Rädler: Sie haben nicht unterschrieben! – Abg. Tamandl: Woher nehmen Sie das?) Sie diktieren dem Untersuchungsausschuss und dem Parlament, was wir zu untersuchen und was wir gefälligst auszulassen haben? Und Sie erklären uns, dass sich die SPÖ nach wie vor diszipliniert zu verhalten hat, als Koalitionspartner ohne Koalition?
Abg. Rädler: Und bei den Grünen?
Sagen Sie mir: Haben Sie sich ernsthaft überlegt, was Sie hier öffentlich vorschlagen? Das geht bei der ÖVP, na selbstverständlich, das haben wir ja in den letzten Wochen gesehen, weil bei der ÖVP offensichtlich inzwischen wirklich alles geht, weil alles geschluckt wird, weil alles befolgt wird (Abg. Rädler: Und bei den Grünen?), weil offensichtlich die politische Hoffnungslosigkeit in der ÖVP schon so groß ist, dass Sebastian Kurz ein Hoffnungsträger ist (Abg. Haider: Und bei den Grünen?), aber mit uns als Parlament, Herr Obmann Kurz, machen Sie das nicht, garantiert nicht! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Abg. Rädler: Sind Sie Parteichef? – Ruf bei der ÖVP: Haben Sie die Eva auch angerufen?
Ich habe am Sonntag Kollegen Strache angerufen und ihm gesagt, das ist doch absurd, dass der neue ÖVP-Obmann glaubt, uns Wahltermin und Abdrehen des U-Ausschusses diktieren zu können. (Abg. Rädler: Sind Sie Parteichef? – Ruf bei der ÖVP: Haben Sie die Eva auch angerufen?) Und es war vollkommen klar, und das ist von allen Klubobleuten klargestellt worden, dass nur ein Gipfel der Opposition bestimmen kann, wie es weitergeht. Dieser Gipfel hat gestern erfolgreich stattgefunden, und Sie, Herr Obmann Kurz, haben vom Parlament eine klare Mitteilung erhalten, wann gewählt wird, wie lange der Untersuchungsausschuss arbeitet und wie wir gedenken, den Untersuchungsausschuss vor Obmann Kurz zu schützen.
Abg. Rädler: Die Grünen! Die Grün-Weißen! Rapid!
Natürlich ist da einiges Unangenehmes drin. Die SPÖ weiß seit Längerem: Es ist nicht zu verhindern, dass der Darabos-Vergleich 2007 untersucht wird, aber jetzt, Herr Obmann Kurz, wissen auch Sie, es ist nicht zu verhindern, dass auch Beweisthema II untersucht wird, und Beweisthema II heißt „Unzulässige Zahlungsflüsse“. Und es hat eine Eurofighter-Partei vor allen anderen gegeben (Abg. Rädler: Die Grünen! Die Grün-Weißen! Rapid!), und deren drei Parteibuchstaben lauten jetzt gerade noch, bevor sie endgültig umgetauft wird: ÖVP, das ist die Eurofighter-Partei Nummer 1 (Abg. Kogler: Richtig!), ohne ÖVP keine Typenentscheidung, ohne ÖVP kein Kaufvertrag, ohne ÖVP nicht die gesamten Netzwerke (Beifall bei den Grünen und der FPÖ), über die 183,4 Millionen € an Steuergeldern um die Welt geschickt worden sind (Abg. Rädler: 3 Millionen für Rapid!) und in dunklen Kanälen versickert sind.
Abg. Rädler: 3 Millionen für Rapid!
Natürlich ist da einiges Unangenehmes drin. Die SPÖ weiß seit Längerem: Es ist nicht zu verhindern, dass der Darabos-Vergleich 2007 untersucht wird, aber jetzt, Herr Obmann Kurz, wissen auch Sie, es ist nicht zu verhindern, dass auch Beweisthema II untersucht wird, und Beweisthema II heißt „Unzulässige Zahlungsflüsse“. Und es hat eine Eurofighter-Partei vor allen anderen gegeben (Abg. Rädler: Die Grünen! Die Grün-Weißen! Rapid!), und deren drei Parteibuchstaben lauten jetzt gerade noch, bevor sie endgültig umgetauft wird: ÖVP, das ist die Eurofighter-Partei Nummer 1 (Abg. Kogler: Richtig!), ohne ÖVP keine Typenentscheidung, ohne ÖVP kein Kaufvertrag, ohne ÖVP nicht die gesamten Netzwerke (Beifall bei den Grünen und der FPÖ), über die 183,4 Millionen € an Steuergeldern um die Welt geschickt worden sind (Abg. Rädler: 3 Millionen für Rapid!) und in dunklen Kanälen versickert sind.
Abg. Rädler: Oder Pilz!
Und jetzt noch das Letzte: Ja, mit Reinhold Mittlerlehner ist der falsche Minister zurückgetreten, ein anderer hätte längst zurücktreten müssen (Abg. Rädler: Oder Pilz!), das war Ihr Mann fürs Grobe, Herr Obmann Kurz: Innenminister Sobotka. (Ruf bei der SPÖ: Wo ist Herr Sobotka hin? Ist der verschwunden?) Das ist längst nicht mehr der Innenminister der Republik Österreich, sondern das ist der Innenminister für innere Angelegenheiten der ÖVP und deren Exekution. Ein Innenminister dieser Art, der nichts anderes ist als die politische Abrissbirne seines Obmanns, der hat in einer
Zwischenrufe der Abgeordneten Jarolim und Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich weiß auch, warum der damalige Landeshauptmann Pröll den Sobotka loswerden wollte: weil er sonst wahrscheinlich in Niederösterreich dasselbe gemacht hätte wie hier! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.) Der war heilfroh, dass Sobotka in die Bundespolitik gegangen ist, der war heilfroh, dass er da den wilden Mann gespielt hat, der war heilfroh! Ich gebe Ihnen recht: Er war eines der Grundübel in dieser ÖVP, weil er dieser Gruppe angehört hat, in deren Hintergrund Kurz gestanden ist, der unbedingt diese Regierung zerstören wollte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Jarolim und Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Für die Zwischenrufer da von der ÖVP: Sie sind alt und nicht sehr gescheit, also Sie werden nicht dabei sein! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wir sind ja nicht bei Dancing Stars!
Die Handschrift Schüssels ist mit freiem Auge sichtbar. Diese als neu präsentierte Partei wird von einem ÖVP-Altkanzler gesteuert, und dieser neue Bundesparteiobmann Kurz ist der Lehrling dieses Altkanzlers Schüssel. (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht bei Dancing Stars!) Das ist Politik alten Stils, das hat mit einem Neuaufbruch gar nichts zu tun. Ihr seid die alte ÖVP, wie wir sie seit 20, 25 Jahren kennen. Wenn es eine Chance gibt, dann wird gepokert, auch auf Kosten dieser Republik. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn man in einem einsturzgefährdeten Objekt ist, dann muss man zumindest einmal versuchen, das Dach zu pölzen, und nicht den Leuten sagen: Schaut ja nicht aufs Dach, darüber reden wir gar nicht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Vielleicht könnten sonst – Frau Korun ist jetzt nicht im Saal – die Koruns dieser Welt kommen und über Rassismus und Faschismus und so weiter reden. (Abg. Rädler: ... Brandstifter ...!) Davon reden wir nicht, sondern reden wir davon, dass wir unten die Küche ausmalen! Integrieren wir die Asylwerber in den Arbeitsmarkt, und stellen wir die Asylwerber, die anerkannten, die möglicherweise anerkannten, und die möglicherweise subsidiär Schutz-
Abg. Rädler: ... Brandstifter ...!
Wenn man in einem einsturzgefährdeten Objekt ist, dann muss man zumindest einmal versuchen, das Dach zu pölzen, und nicht den Leuten sagen: Schaut ja nicht aufs Dach, darüber reden wir gar nicht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Vielleicht könnten sonst – Frau Korun ist jetzt nicht im Saal – die Koruns dieser Welt kommen und über Rassismus und Faschismus und so weiter reden. (Abg. Rädler: ... Brandstifter ...!) Davon reden wir nicht, sondern reden wir davon, dass wir unten die Küche ausmalen! Integrieren wir die Asylwerber in den Arbeitsmarkt, und stellen wir die Asylwerber, die anerkannten, die möglicherweise anerkannten, und die möglicherweise subsidiär Schutz-
Sitzung Nr. 181
Abg. Rädler: Der kennt dich ja ...! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Es gibt nach diesem Treffen mit Agrarkommissar Hogan hier im Hause brisante Post (einen Brief in die Höhe haltend) aus Brüssel. Es ist schon bezeichnend, wenn ein Agrarkommissar nach dreimaliger Intervention immer noch nicht schriftlich antwortet. Präsident Juncker hat es aber geschafft. (Abg. Rädler: Der kennt dich ja ...! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Thema war die g.g.A.-Kennzeichnung, die natürlich völlig unzureichend ist. – Herr Kollege Rädler, gut, dass deine Zwischenrufe mit der Neuwahl zu Ende sind. (Abg. Rädler: Deine Anfragen eher! – Abg. Höfinger: Deine Anfragen eher, Leo!) – Entschuldigung, diese Anmerkung war notwendig!
Abg. Rädler: Deine Anfragen eher! – Abg. Höfinger: Deine Anfragen eher, Leo!
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Sehr geehrte Frau Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Es gibt nach diesem Treffen mit Agrarkommissar Hogan hier im Hause brisante Post (einen Brief in die Höhe haltend) aus Brüssel. Es ist schon bezeichnend, wenn ein Agrarkommissar nach dreimaliger Intervention immer noch nicht schriftlich antwortet. Präsident Juncker hat es aber geschafft. (Abg. Rädler: Der kennt dich ja ...! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) Thema war die g.g.A.-Kennzeichnung, die natürlich völlig unzureichend ist. – Herr Kollege Rädler, gut, dass deine Zwischenrufe mit der Neuwahl zu Ende sind. (Abg. Rädler: Deine Anfragen eher! – Abg. Höfinger: Deine Anfragen eher, Leo!) – Entschuldigung, diese Anmerkung war notwendig!
Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Antwort? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine andere Frage! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Da wird irgendetwas vorgelesen ...! – Abg. Steinbichler: Rädler, du sollst zuhören – nicht Zeitung lesen! Da wirst du nie gescheiter!
Interessierte Verbraucher und Verbraucherinnen haben damit wirklich die Möglichkeit, sich über die genaue Beschaffenheit von g.U. und g.g.A. zu informieren. Die Regelungen verlangen sehr wohl, dass Tiroler Speck in Tirol produziert wird. Eine Produktion von Tiroler Speck außerhalb Tirols ist nicht zulässig. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Steinbichler: Aber die Schweine ...!) – Ja, habe ich etwas anderes gesagt? (Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Antwort? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine andere Frage! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Da wird irgendetwas vorgelesen ...! – Abg. Steinbichler: Rädler, du sollst zuhören – nicht Zeitung lesen! Da wirst du nie gescheiter!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Diese Widersprüchlichkeiten werden von immer mehr Menschen wahrgenommen. Ich bekomme immer mehr Rückmeldungen per Mail und auf der Straße: Da stimmt was nicht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Mit dem neuen ÖVP-Chef und seinen Inszenierungen stimmt was nicht. Auch mit den Inszenierungen des SPÖ-Chefs stimmt was nicht. (Abg. Lugar: Was ist denn mit deinen Inszenierungen?!)
Abg. Rädler: Nein! Sie, Strolz!
Ich frage aus Sicht eines Bürgers: Ist es okay, dass ein neuer Parteiobmann alle Macht – alle Macht! – in seiner Partei will, aber nicht bereit ist, in die Verantwortung zu gehen? Ist das okay? (Ruf bei der SPÖ: Das ist fahrlässig!) Ist es okay, dass dieser neue ÖVP-Chef, wenn es zur ersten inhaltlichen Debatte kommt, das macht, was er die letzten Jahre immer gemacht hat: Er nimmt seine zwei Beine in die Hand – und weg ist er? Er stellt sich nie einer inhaltlichen Diskussion, und das ist, finde ich, aus Sicht der Bürger nicht okay, weil wir nicht wissen, wofür er steht – außer für durchaus beeindruckende Inszenierungen. (Abg. Rädler: Nein! Sie, Strolz!) Ich möchte in der Sache diskutieren. Aber dann muss er hierbleiben und kann das Parlament nicht in der Weise verhöhnen, dass er bei der Angelobung eines neuen Vizekanzlers und bei der Antrittsdebatte im Parlament einen Abgang macht. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Abg. Rädler: Der muss nach Deutschland!
Liebe Bürgerinnen und Bürger, Sie haben diese 183 Menschen gewählt, damit sie Sie vertreten, damit sie hier Gesetze machen – zum Wohle des Landes, zu Ihrem Nutzen! Jetzt wurden ein neuer Vizekanzler und ein neuer Wirtschaftsminister bestellt, und heute wird darüber diskutiert, und der eigene neue Parteichef, der sich weigert, in die Verantwortung zu gehen, macht einfach einen Abgang und stellt sich nicht der inhaltlichen Diskussion! Ist das verantwortungsvoll? Diese Frage stelle ich. (Abg. Walter Rosenkranz: Überhaupt nicht!) Ist es verantwortungsvoll, dass ... (Abg. Rädler: Der muss nach Deutschland!) Da habe ich ganz große Fragezeichen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es geht nicht um Österreich, es geht um ich, ich, ich, es geht um Machterhalt. Geht es um Arbeiten oder geht es um Taktieren?, ist die Frage. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was für einen Eindruck haben Sie: Geht es für Sie um Arbeiten und um Lösungen oder geht es um Taktieren? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es geht nicht um Österreich, es geht um ich, ich, ich, es geht um Machterhalt. Geht es um Arbeiten oder geht es um Taktieren?, ist die Frage. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was für einen Eindruck haben Sie: Geht es für Sie um Arbeiten und um Lösungen oder geht es um Taktieren? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ich, Strolz!
Deshalb hat der neue ÖVP-Obmann natürlich auch ein Angebot gemacht. Das ist so weit okay und für uns schmeichelhaft, aber die Frage ist, wie. Soll man das hintenherum machen und gewissermaßen mit Hinterlist, oder macht man es mit offenem Visier, wie es sich unter Parteiobleuten gehört? Kommt man auf den anderen zu und sagt: Reden wir, ich habe da eine Idee!, oder macht man es hintenherum? Was ist verantwortungsvoll? (Abg. Rädler: Ich, Strolz!)
Heiterkeit bei SPÖ, FPÖ, Grünen und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was sagen Sie zur sozialen Sicherheit? – Ich! (Heiterkeit bei SPÖ, FPÖ, Grünen und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Kabarett!
Also ich muss ehrlich sagen: Wissen Sie, was … (Abg. Rädler: Kabarett!) – Nicht Kabarett! Lassen Sie mich die ÖVP reformieren, ich wüsste, wie man die ÖVP reformiert! Da täten Sie nur so schauen. (Heiterkeit und Beifall bei SPÖ, FPÖ, Grünen und NEOS.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der ÖVP: Zuhören!
Aber er ist ja wieder nicht da! Was hat er im Jänner bei den Regierungsverhandlungen fürs Programm anders machen wollen als Mitterlehner? (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der ÖVP: Zuhören!) – Nein, Sie sollten vor allem zuhören!
Abg. Rädler: Kabarett!
Ich könnte hier jetzt noch so viel sagen, mein Herz ist voll, aber wissen Sie, was ungerecht ist? – Hier fällt nie der Name Sobotka. Wie wird das sein? – Erwin Pröll war schlau, Erwin Pröll hat gesagt: Ich beglücke die Bundesregierung mit Sobotka! Und was wird Reinhold Mitterlehner nach ein paar Wochen gedacht haben? – Er wird gedacht haben: Erwin, Erwin, gib mir die Hanni wieder! (Allgemeine Heiterkeit.) Das wird er gedacht haben. (Abg. Rädler: Kabarett!) – Nein, nicht Kabarett! Das war die Abwandlung eines lateinischen Zitats. Falls Sie das gelernt haben, wissen Sie es, ich habe es in die deutsche Sprache übersetzt. Wahrscheinlich war das damals eh der Inhalt, jedenfalls wird das der Gedanke gewesen sein.
Abg. Rädler: Schauen Sie nach Wien!
Wissen Sie, es ist in Wahrheit traurig und nicht lustig, weil es nämlich um Österreich geht. (Abg. Rädler: Schauen Sie nach Wien!) Das ist es in Wirklichkeit. Ich muss sagen: Shakespeare ja, aber im Burgtheater, dort gehört er hin!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Strolz zum Beispiel!
Wenn wir das schaffen, wird nicht der Fall eintreten, den Abgeordneter Cap angesprochen hat. „Quintili Vare, legiones redde!“, hat Kaiser Augustus zu seinem Feldherr Varus gesagt, also: Quintilius Varus, gib mir die Legionen wieder! Wenn wir das nicht schaffen, könnte das für den einen oder anderen heißen: Wo sind meine Wählerinnen und Wähler hingekommen? – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Strolz zum Beispiel!)
Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.
Nichtsdestotrotz begrüße ich Sie herzlich in diesem Amt, und ich hoffe auf sehr konstruktive Zusammenarbeit. Wir kennen uns ja schon aus der Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat. Sie sind jetzt der sechste Minister, seitdem ich hochschulpolitisch tätig bin; auch das zeigt, wie viel Wechsel, wie wenig Kontinuität wir da hatten. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler, Belakowitsch-Jenewein und Kitzmüller.) Die bleiben immer ein, zwei Jahre – Karlheinz Töchterle und Frau Karl sitzen hier –, wir erinnern uns. Das ist also ein unbeliebtes Ressort, das immer weitergeschoben wurde. Auch der ehemalige Vizekanzler Mitterlehner hat das Ressort nebenbei betrieben, aber ich möchte mich an dieser Stelle auch ausdrücklich bei ihm bedanken. Er hat sich unter den Rahmenbedingungen, die es eben gab, bemüht, die Zusammenarbeit war konstruktiv und gut. Es war okay, er hat versucht, sachlich zu arbeiten; dafür danke ich ihm und darüber bin ich auch froh. Das erwarte ich mir in Zukunft auch von Ihnen, Herr Mahrer. (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Karl und Töchterle.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn wir über die Hochschulen reden, dann müssen wir aber auch noch über den aktuellen Skandal reden, der sich gerade abspielt. Es sind gerade ÖH-Wahlen. An dieser Stelle wende ich mich auch mit einem Aufruf an alle Studierenden, die hier zuschauen: Geht bitte unbedingt wählen! Was wir aber hier unbedingt ansprechen müssen, das betrifft Ihre Verantwortung als Obmann der JVP, Herr Kurz. Es betrifft auch Sie als ehemaligen Funktionär der Aktionsgemeinschaft, Herr Mahrer. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es geht darum, was sich in der Aktionsgemeinschaft Jus abspielt, aber nicht
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie sind nicht direkt dafür verantwortlich, Sie waren nicht in diesen Gruppen, daran sind Sie nicht schuld. Wofür Sie aber sehr wohl Verantwortung tragen (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mahrer), sind der Umgang mit diesem Skandal und die Aufarbeitung dieses Skandals. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich fordere Sie dazu auf, diese Verantwortung anzunehmen und eine JVP-interne Untersuchungskommission einzurichten, unter Beiziehung von Persönlichkeiten, die in dieser Frage untadelig sind. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie sind nicht direkt dafür verantwortlich, Sie waren nicht in diesen Gruppen, daran sind Sie nicht schuld. Wofür Sie aber sehr wohl Verantwortung tragen (Zwischenbemerkung von Bundesminister Mahrer), sind der Umgang mit diesem Skandal und die Aufarbeitung dieses Skandals. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich fordere Sie dazu auf, diese Verantwortung anzunehmen und eine JVP-interne Untersuchungskommission einzurichten, unter Beiziehung von Persönlichkeiten, die in dieser Frage untadelig sind. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Nein, Sie betrifft es ...! – Abg. Pirklhuber: ... zuhören!
Bis jetzt, lesen wir im „Falter“, ist nur ein einziger der AG-Mandatare zurückgetreten. Herr Kurz, vielleicht wollen Sie ja zuhören, es betrifft eigentlich gerade Sie (Abg. Rädler: Nein, Sie betrifft es ...! – Abg. Pirklhuber: ... zuhören!): Es ist erst einer dieser Mandatare zurückgetreten, die anderen sind immer noch auf der Liste, steht im „Falter“, und ich möchte die Garantie von Ihnen haben, dass sich auf Ihren Listen, die Sie jetzt erstellen werden, mit der Vollmacht, die Sie jetzt erhalten haben, niemand von diesen Leuten findet. Es reicht nicht aus, zu sagen: Wir haben die jetzt ausgeschlossen. Es muss eine Garantie dafür geben, dass die auch nie wieder irgendwo auftauchen, auf irgendwelchen ÖVP-Listen, in irgendwelchen ÖVP-Ämtern. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Flaggerl fürs Gaggerl!
Das ist Ihre Verantwortung, die haben Sie anzunehmen; und Sie haben dafür zu sorgen, dass das sauber aufgearbeitet wird. Das ist nicht mit einem Tweet getan: Oh, das ist ganz schlimm, das ist natürlich zu verurteilen! – Sie haben mehr Verantwortung, und ich fordere Sie dringend dazu auf, diese Verantwortung auch endlich wahrzunehmen. Wir haben von Ihnen immer noch nichts Ausführliches gehört, Sie haben noch nicht Stellung bezogen. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Sie sind aufgefordert, da endlich zu handeln. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Flaggerl fürs Gaggerl!)
Abg. Rädler: ... wird Sie nicht brauchen!
Ansonsten hoffe ich in den verbleibenden Wochen auf eine gute Zusammenarbeit. (Abg. Rädler: ... wird Sie nicht brauchen!) Die Skepsis ist groß, aber wir stehen natürlich für die Dinge, die sinnvoll sind, für die Absicherung der Universitäten, des FWF und die Studienbeihilfe, zur Verfügung. Hoffentlich bringen wir da noch etwas zusammen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Genau die, die da herinnen Hausverbot gehabt hat!)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich hoffe nicht, dass es nur bei der Stimmvollmacht geblieben ist; im derzeitigen Status ist es auch eine Gestaltungsohnmacht – das musst du durchbrechen! Das sind meine sieben Punkte, die ich dir auf den Weg mitgeben will, damit wir liberale, freiheitsdenkende Wirtschaftspolitik führen können. – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Ruf bei der FPÖ: Unehrlich! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Reinhold Mitterlehner ist jemand, mit dem man sachpolitische Lösungen erarbeiten konnte, und ich wünsche mir – das Willkommen gilt, Herr Dr. Mahrer –, dass Sie dieses Ressort auch in diesem Sinne weiterführen. (Ruf bei der FPÖ: Unehrlich! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Schulz, nicht Strolz!
Kurz verdient. (Abg. Rädler: Schulz, nicht Strolz!) Es ist klar, dass die Opposition das aufgreift, das Schlimme ist nur, sie hat recht! (Zwischenruf des Abg. Amon.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Man kann nicht einfach sagen: Das stört meine Imagewerte!, denn daraus ergeben sich zwei Möglichkeiten der Interpretation (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler): Entweder Sebastian Kurz geht davon aus, dass er es so schlecht machen würde, dass sein Image in den nächsten Monaten beschädigt würde, oder er hat etwas anderes vor und kann die Funktion deshalb nicht ausüben; er müsste integrativ wirken, möchte aber die nächsten Monate etwas anderes spielen. – Beides ist nicht sehr Kanzler-like und wird (in Richtung ÖVP) in der Wahlkampagne ein Hemmschuh für euch sein. Das soll aber nicht mein Problem sein. Ich wollte es ihm sagen, er ist nicht da, aber er wird sich Weiteres anhören müssen. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Der Kanzler ist auch nicht da!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter MMMag. Dr. Axel Kassegger (FPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Vizekanzler! Bundesminister! Hohes Haus! Herr Staatssekretär, Gratulation zur „Beförderung“ – unter Anführungszeichen – zum Bundesminister. Der Posten des Staatssekretärs wird ja sozusagen ersatzlos gestrichen, und wenn man jetzt ein bisschen spitzfindig wäre, dann müsste man sich die Frage stellen: Was hat der Staatssekretär bisher gemacht, dass es möglich ist, diese Position einfach ersatzlos zu streichen? – Die Erklärung dafür ist wahrscheinlich, dass die Regierung möglicherweise allen Beteuerungen zum Trotz in den nächsten Monaten nicht mehr besonders viel vorhat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Zwei Sätze zur Kern’schen Wirtschaftspolitik (Abg. Sieber: Was?) – zur Wirtschaftspolitik des Bundeskanzlers Kern (Zwischenruf des Abg. Rädler) –, was wir nicht wollen oder was wir für falsch halten: Die Konjunktur springt ja jetzt Gott sei Dank an, das ist aber, wie gesagt, ein europäisches Phänomen, und ich würde sehr vorsichtig damit sein, eine Korrelation zwischen den Maßnahmen der Bundesregierung und dem Konjunkturansprung herzustellen. Gerade aber in Phasen anspringender Konjunktur halten wir den Beschäftigungsbonus zum Beispiel für ein sündteures Instrument, das Bürokratie verursacht, das jede Menge kostet, wir reden da von ungefähr 2 Milliarden €, und das
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Rädler.
Die Energiewende ist der dynamischste Markt, den es überhaupt gibt, und wir können es uns nicht leisten – weder aus Klimaschutzsicht noch aus wirtschaftspolitischer Sicht noch aus volkswirtschaftlicher Sicht noch aus Energieversorgungssicht –, dieses Gesetz jetzt nicht mehr zu beschließen. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Ja!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Rädler, ich habe jetzt eine Weile zugehört. (Abg. Rädler: Ja!) – Herr Abgeordneter, ich bin jetzt am Wort!
Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Was sind sie dann?
Ich berichtige hiermit tatsächlich: Es gibt eine schwarz-blaue Regierung mit zwei Listenmandataren, die die Mehrheit stellen. Die Grünen sind nicht Teil dieser Koalition. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Was sind sie dann?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Herr Minister! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Herr Minister, ich habe gehört, dass Sie sehr aufgeregt waren, weil ich zu Beginn der Debatte nicht da war. Das freut mich, dass ich Ihnen abgehe. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Rupprechter: Sie sind mir abgegangen!) Ja, das freut mich! Aber es ist ungewöhnlich, weil ich ja immer bei Umweltdebatten da bin. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ich kann Sie beruhigen, ich kämpfe um das Ökostromgesetz, und ich glaube, dass Sie daran auch ein Interesse haben. Und es würde mich freuen, wenn Sie auch darum kämpfen würden. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 183
Abg. Rädler: Der Landeshauptmann ...!
Die Gewerkschaften, die auch von der ÖVP kommen, müssen weiter den Einfluss haben, und natürlich müssen die Landeshäuptlinge den Einfluss bewahren. Wenn es darum geht, etwas Gutes für die Kinder zu tun, dann stehen eben jene allein da, die daran Interesse haben würden, nämlich die Eltern. (Abg. Rädler: Der Landeshauptmann ...!)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Ein Träumer!
Das ist das Problem! Deshalb brauchen wir eine kostenlose Privatschule für alle. Dann hätten wir auch die Konkurrenz zur öffentlichen Schule, und das Problem wäre innerhalb von einer Sekunde gelöst. Das will aber weder die SPÖ noch die ÖVP, und deshalb laborieren wir an einem System, das in Wirklichkeit schon lange tot ist. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Rädler: Ein Träumer!)
Abg. Rädler: Das ist aber keine Antwort!
(Abg. Eßl: Müssen wir ganz Afghanistan evakuieren?) – Von einem ÖVP-Kollegen wurde die Frage gestellt: Müssen wir Afghanistan evakuieren? Das spricht für sich, das zeigt, wie kompetent dieser Zwischenruf ist, das werde ich deshalb jetzt nicht kommentieren. (Abg. Rädler: Das ist aber keine Antwort!)
Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Maurer. – Abg. Rädler: Schlechte Rede! – Abg. Kucharowits: Eine gute Rede!
Vielleicht könnte man hier im Raum eine Umfrage dazu machen, wie denn das Wissen über so manche Dinge, was das Thema Verhütung betrifft, ist. Ich glaube, wir alle wären entsetzt über die Ergebnisse. (Beifall bei den NEOS, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abg. Maurer. – Abg. Rädler: Schlechte Rede! – Abg. Kucharowits: Eine gute Rede!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Es fängt einmal damit an, dass die damalige Innenministerin Fekter mitten in die schöne Bergwelt der wunderschönen Steiermark ein Schubhaftzentrum hinstellt. (Abg. Grillitsch: Na geh! – Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.) Dazu muss man sich einmal die Infrastruktur dort anschauen, man muss sich die Straßen anschauen, die dort hinführen. Auch wenn das so quasi irgendwo mitten im Herzen Österreichs liegt (Zwischenruf des Abg. Rädler), sind die Wegstrecken doch um einiges länger und schwieriger, als hätte man das Schubhaftzentrum dort gebaut, wo man es gebraucht hätte, nämlich in der Nähe von Wien. (Abg. Rädler: Saualm!) Faktum ist auch, dass zum damaligen Zeitpunkt, zu dem das entschieden worden ist, rund 80 Prozent der Schubhaftentscheidungen in der Gegend von Wien erfolgten. (Abg. Rädler: Auf der Saualm!)
Abg. Rädler: Saualm!
Es fängt einmal damit an, dass die damalige Innenministerin Fekter mitten in die schöne Bergwelt der wunderschönen Steiermark ein Schubhaftzentrum hinstellt. (Abg. Grillitsch: Na geh! – Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.) Dazu muss man sich einmal die Infrastruktur dort anschauen, man muss sich die Straßen anschauen, die dort hinführen. Auch wenn das so quasi irgendwo mitten im Herzen Österreichs liegt (Zwischenruf des Abg. Rädler), sind die Wegstrecken doch um einiges länger und schwieriger, als hätte man das Schubhaftzentrum dort gebaut, wo man es gebraucht hätte, nämlich in der Nähe von Wien. (Abg. Rädler: Saualm!) Faktum ist auch, dass zum damaligen Zeitpunkt, zu dem das entschieden worden ist, rund 80 Prozent der Schubhaftentscheidungen in der Gegend von Wien erfolgten. (Abg. Rädler: Auf der Saualm!)
Abg. Rädler: Auf der Saualm!
Es fängt einmal damit an, dass die damalige Innenministerin Fekter mitten in die schöne Bergwelt der wunderschönen Steiermark ein Schubhaftzentrum hinstellt. (Abg. Grillitsch: Na geh! – Zwischenruf der Abg. Pfurtscheller.) Dazu muss man sich einmal die Infrastruktur dort anschauen, man muss sich die Straßen anschauen, die dort hinführen. Auch wenn das so quasi irgendwo mitten im Herzen Österreichs liegt (Zwischenruf des Abg. Rädler), sind die Wegstrecken doch um einiges länger und schwieriger, als hätte man das Schubhaftzentrum dort gebaut, wo man es gebraucht hätte, nämlich in der Nähe von Wien. (Abg. Rädler: Saualm!) Faktum ist auch, dass zum damaligen Zeitpunkt, zu dem das entschieden worden ist, rund 80 Prozent der Schubhaftentscheidungen in der Gegend von Wien erfolgten. (Abg. Rädler: Auf der Saualm!)
Sitzung Nr. 188
Abg. Rädler: Freiheit!
Es ist doch genau umgekehrt! Es handelt sich um keine Handelsverträge. Und dann pickt man vorne noch „frei“ dazu, denn das klingt super. Heutzutage ist ja alles frei: frei dort, frei da, frei da, ja. (Abg. Rädler: Freiheit!) – Freie Liebe, da hat die ÖVP noch ein Problem. (Beifall bei den Grünen.) Das ist das Einzige, ja. Selbst Frau Merkel ist da schon weiter, aber vielleicht gehen Sie ja noch in sich.
Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl und Rädler.
Also, stimmen Sie, meine Damen und Herren von der ÖVP, doch zu! Werden Sie heute zustimmen? (Zwischenrufe der Abgeordneten Eßl und Rädler.) – Nein, Sie werden nicht zustimmen. Und wissen Sie, warum Sie das nicht tun werden? – Weil Sebastian Kurz in Wirklichkeit immer nur ankündigt und verspricht, nur um gewählt zu werden (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ), um Kanzler zu werden. Und nach der Wahl haben wir dann wieder genau den gleichen Schmonzes, den wir jetzt schon seit Jahren und Jahrzehnten erleben, nämlich dass man sich ge-
Abg. Rädler: Kern in Geiselhaft von Blau und Grün!
Zusicherung dieser Mittel verbunden, die genau auch Ihrem Entwurf für die Studienplatzfinanzierung und dem gemeinsamen Diskussionsverlauf dazu entsprechen. (Abg. Rädler: Kern in Geiselhaft von Blau und Grün!)
Abg. Rädler: Niessl hat sich durchgesetzt! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz. – Ruf bei der ÖVP: Rot-Blau steht vor der Tür!
Ich bitte jene Damen und Herren, die auch in dritter Lesung für den vorliegenden Gesetzentwurf sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist wiederum die Mehrheit. Der Gesetzentwurf ist somit auch in dritter Lesung angenommen. (Abg. Rädler: Niessl hat sich durchgesetzt! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz. – Ruf bei der ÖVP: Rot-Blau steht vor der Tür!) – Wir sind in einem Abstimmungsvorgang!
Abg. Rädler: Das wird teuer!
Bislang war es so, dass das Förderprogramm knapp 20 000 Menschen betroffen hat – 20 000 Menschen, die Basisbildung nachholen konnten, die einen Pflichtschulabschluss nachholen konnten. Neu ist jetzt, dass das Programm aufgestockt wird, fast um die Hälfte, das ist sehr schön. Somit sind wir bei knapp 30 000 Menschen, aber, und da fangen die Probleme an, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. (Abg. Rädler: Das wird teuer!) Es ist eigentlich auch ein Hinweis auf ein wirkliches Desaster, das wir in Österreich haben, das übrigens das alte Schulsystem, das Sie mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen, hervorgerufen hat.
Abg. Rädler: Wir leben in einer schnelllebigen Zeit!
Das Personal für Asylangelegenheiten wurde in den letzten Jahren sehr stark erhöht. Das ist zu begrüßen, das unterstützen wir auch. Gleichzeitig verändern Sie das Asylgesetz aber mindestens alle sechs Monate, und dieses zusätzliche Personal, das angestellt wurde, damit Asylverfahren schneller und besser abgewickelt werden, muss sich alle paar Monate in neue Schulungen begeben, weil das Gesetz schon wieder geändert wurde. Das letzte Verschärfungspaket – ich möchte daran erinnern – ist nicht einmal ein halbes Jahr her, und schon kommen Sie mit dem neuen. Warum? (Abg. Rädler: Wir leben in einer schnelllebigen Zeit!) – Um Ihre Symbolpolitik zu machen, um zu sagen, wir haben jetzt die Strafen verdreifacht. Sie müssen sich aber schon den Gedanken gefallen lassen: Wenn jemand eine Geldstrafe von bisher 5 000 € nicht zahlen kann, dann wird er auch die verdreifachte Strafe von 15 000 € nicht zahlen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Ja genau!
Bitte wo leben Sie? In welchem Land leben Sie? (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Korun.) Wir müssen die notwendigen Schritte setzen, und Innenminister Sobotka ist für dieses engagierte Fremdenrechtsgesetz großer Dank auszusprechen. Es ist höchste Zeit, die Mittelmeerroute zu schließen, denn der hohe Migrationsdruck wird nicht geringer werden – im Gegenteil! (Abg. Korun: Das habe ich ja gesagt!) Er wird nicht geringer. Mit dieser Novelle machen wir den Gesetzesvollzug effizienter. Nach Asyl auf Zeit, nach der Beschränkung des Familiennachzugs, nach der Einführung der kapazitätsorientierten Obergrenze ist genau dieses Fremdenrechtsänderungsgesetz ein weiterer unverzichtbarer Mosaikstein, um die illegale Migration nach Österreich zu dämpfen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Ja genau!)
Sitzung Nr. 190
Abg. Rädler: Darabos!
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Herr Bundesminister, ich möchte noch einmal zur Eurofighter-Diskussion zurückkommen, die uns jetzt im Untersuchungsausschuss beschäftigt. Rund um diesen grottenschlechten Grundvertrag von 2003 haben sich eine Reihe teilweise skurriler Lobbyisten bewegt. (Abg. Rädler: Darabos!) Sie haben jetzt eine Strafanzeige eingebracht.
Abg. Rädler: Über Ihre!
Ich habe schon eine Idee, wie wir diesen Regress finanzieren könnten, nämlich indem wir endlich einmal ehrlich über Luxuspensionen sprechen würden (Abg. Rädler: Über Ihre!), indem wir endlich einmal – und da appelliere ich an die Sozialdemokraten – ein soziales Herz zeigen würden. Wenn nämlich 900 000 Österreicherinnen und Österreicher mit 889 € Pension herumspazieren, während auf der anderen Seite viele, viele mit Zigtausenden Euro gehen – Stichwort Nationalbankdurchschnitt 17 000 €, oder Charly Blecha, um Namen zu nennen (Abg. Peter Wurm: Das steht aber nicht beim Kern im Plan A!), mit 14 000 €, 300 Altpolitiker mit Pensionen zwischen 6 800 und 14 000 €; davon, welches Eldorado in der Stadt Wien für Beamte herrscht, will ich gar nicht sprechen. Das
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es wurde hier darüber diskutiert, dass da natürlich die Gegenfinanzierung auch eine ganz wichtige Frage ist. Die einzige Partei, die hier ein konzises, komplettes Finanzierungsmodell vorgelegt hat, ist die SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir haben gesagt, wir ersetzen eine hundertprozentige Erbschaftssteuer für diejenigen, die Pflege brauchen, durch eine moderate Erbschaftssteuer für diejenigen, die es sich leisten können, nämlich auf Millionenerbschaften (Abg. Neubauer: Steuern! Steuern! Steuern!) – anstatt 100 Prozent bei den Pflegebedürftigen eine moderate Steuer von 15 oder 20 Prozent auf Millionärserbschaften. (Abg. Rädler: Steuerpartei!)
Abg. Rädler: Steuerpartei!
Es wurde hier darüber diskutiert, dass da natürlich die Gegenfinanzierung auch eine ganz wichtige Frage ist. Die einzige Partei, die hier ein konzises, komplettes Finanzierungsmodell vorgelegt hat, ist die SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir haben gesagt, wir ersetzen eine hundertprozentige Erbschaftssteuer für diejenigen, die Pflege brauchen, durch eine moderate Erbschaftssteuer für diejenigen, die es sich leisten können, nämlich auf Millionenerbschaften (Abg. Neubauer: Steuern! Steuern! Steuern!) – anstatt 100 Prozent bei den Pflegebedürftigen eine moderate Steuer von 15 oder 20 Prozent auf Millionärserbschaften. (Abg. Rädler: Steuerpartei!)
Sitzung Nr. 194
Abg. Rädler: ... das letzte Mal!
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Das ist ein ganz besonderes Gefühl, das erste Mal in einem völlig neuen Raum (Zwischenruf bei der ÖVP), in einem neuen Saal – auch mit einer neuen Liste, aber das ist jetzt nicht das Wichtigste – zu Ihnen zu sprechen. (Abg. Rädler: ... das letzte Mal!) – Ja, das wäre der Wunsch der Österreichischen Volkspartei, dass es in diesem Haus keine Opposition mehr gibt, dass es in diesem Haus keine Kontrolle mehr gibt. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (ohne Klubzugehörigkeit): Herr Präsident! Werte Kolleginnen und Kollegen! Das ist ein ganz besonderes Gefühl, das erste Mal in einem völlig neuen Raum (Zwischenruf bei der ÖVP), in einem neuen Saal – auch mit einer neuen Liste, aber das ist jetzt nicht das Wichtigste – zu Ihnen zu sprechen. (Abg. Rädler: ... das letzte Mal!) – Ja, das wäre der Wunsch der Österreichischen Volkspartei, dass es in diesem Haus keine Opposition mehr gibt, dass es in diesem Haus keine Kontrolle mehr gibt. (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Das wäre der Wunsch der Österreichischen Volkspartei, dass ab Herbst nicht aufgeklärt wird, was die Rolle der ÖVP bei Eurofighter war (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), dass ab Herbst nicht aufgeklärt wird, was die Rolle der ÖVP bei Buwog, bei Telekom und bei vielem anderen war, dass ab Herbst nicht Auskunftspersonen wie
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Hätten wir das gehabt, dann hätten in Niederösterreich die Dinge anders laufen müssen – jetzt sind wir wieder bei der guten, alten ÖVP, die fest mitregiert beim Herrn Kurz in Neu-Türkis. Die sind bis heute nicht einsichtig, was das betrifft. Schön, dass die Frau Rechnungshofpräsidentin dasitzt. Von St. Pölten aus – Pröll, Sobotka, der treibt sich sogar noch auf der Regierungsbank herum – hat man den Rechnungshof beschimpft, weil der Rechnungshof mit uns aufgedeckt hat, dass in Niederösterreich 1 oder 2 Milliarden € – das ist kursabhängig – mit Wohnbaugeldern verspekuliert wurden! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Der glaubt es noch immer nicht! Bitte fürs Protokoll: Niederösterreich uneinsichtig. – Und diese Sache gehört immer wieder benannt; deshalb brauchen wir ja ein Spekulationsverbot für Bundesländer – das gehört auch da dazu –, das wirklich greift, ein echtes nämlich, und echte Haftungsbegrenzungen. Das ist alles aus diesen Untersuchungsausschüssen herzuleiten, aber das machen Sie nicht; dazu werden wir heute noch kommen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Apropos klein, eine Zahl vielleicht als Nachtrag: Es geht um mehrere Milliarden. Sie werden in manchen Bundesländern durchaus fast zu hundert Prozent für Wohnbau eingesetzt – im Übrigen bemühen sich unsere Vertreter in den Regierungen ja ohnedies in diese Richtung –, aber es gibt Länder, in denen das genau nicht passiert, und zu diesen gehört in erster Linie Niederösterreich. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Schreien Sie weiter rein! Suchen Sie einmal die Milliarden, die Sie da mit Ihren schwarzen Brüdern verspekuliert haben! – Und deshalb, glaube ich, ist es so wesentlich, hier klar Spur zu halten.
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Winzig.
Ich habe heute auch mit Interesse die Stadtzeitung „Falter“ gelesen, in der über Sebastian Kurz’ geheimen Plan berichtet wird. (Der Redner hält ein Exemplar der genannten Zeitung mit der Schlagzeile „SEIN GEHEIMER PLAN“ über einem Foto von Bundesminister Kurz in die Höhe.) Kollege Lopatka schaut auch her, weil er sich selbst auch gefragt hat, was der Plan von Sebastian Kurz war, bevor er ihn erwischt hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Winzig.) Ja, es war nicht nur der geplante Flashmob für Sebastian Kurz – vielleicht haben ja andere, noch aus der Schüssel-Zeit, versucht, eine Jazzmesse für Sebastian Kurz zu organisieren (Heiterkeit des Abg. Kogler) –, sondern es ist da auch ganz anderes zu lesen. Es ist nämlich zu lesen, wie ganz gezielt Spender anvisiert worden sind, die man für seine politische Karriere braucht. (Abg. Fekter: Die SPÖ ist ...! Was ist mit ...?)
Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was zahlen Sie dem „Falter“?! – Abg. Schieder: Ihr könnt nur ... und Bestechung, oder? – Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Rädler.
zulassen; und deswegen haben wir heute auch eine Fülle von Debatten und Anträgen vorbereitet, wodurch wir sehen wollen, wie geredet wird und wie gehandelt wird. Machen wir Nägel mit Köpfen und stehen wir zu dem, was geredet wird! Sie sind eingeladen, mitzutun. (Beifall und Bravorufe bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was zahlen Sie dem „Falter“?! – Abg. Schieder: Ihr könnt nur ... und Bestechung, oder? – Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Rädler.)
Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben PEPs umgesetzt, wir haben Verrechnungspreisdokumentationen umgesetzt, wir haben Country-by-Country-Reporting umgesetzt, die OECD hat uns attestiert, dass alles, was von der OECD im Rahmen der Steuervermeidungspraktiken gekommen ist, von Österreich vorbildlich umgesetzt wurde; und wir haben jetzt diesen großen Anlauf mit der digitalen Betriebsstätte genommen, wobei übrigens die Schlussfolgerungen des Rates in Estland eins zu eins den österreichischen Vorschlag beinhalten. Auf Basis dieses Papiers wird nun weiterdiskutiert, daher habe ich es nicht notwendig, mir von einem Klubobmann Schieder vorwerfen zu lassen, die anderen seien fleißig und wir würden schlafen. Das mag eine Wahlkampfrede für seine Kandidatur als Wiener Bürgermeister gewesen sein, im Hohen Haus hat das nichts zu suchen! (Beifall bei der ÖVP. – Oh-Rufe bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Dr. Dagmar Belakowitsch (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Frau Staatssekretärin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Parteienförderung ist so ein Reizwort. Es ist heute schon so vieles dazu gesagt worden. Der Aufhänger, den die Grünen gehabt haben, war der Großspender der ÖVP. Eine Frage, die ich mir schon länger gestellt habe, in Richtung ÖVP: Können Sie eigentlich ausschließen, dass es EU-Fördergelder an KTM gegeben hat? In all diesen Bereichen sollten wir ganz, ganz vorsichtig sein! Können Sie auch bei Ihren Spendern aus dem landwirtschaftlichen Bereich ausschließen, dass es vielleicht EU-Fördergelder gegeben hat? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Geld hat kein Mascherl, wissen Sie, und da wäre ich schon ein bisschen vorsichtig mit solchen Dingen, da muss man schon aufpassen. (Abg. Lopatka: Es muss jeder aufpassen!)
Abg. Rädler: Das sollte man dem „Falter“ weitergeben!
Genauso muss man das aber auch einmal in Richtung SPÖ fragen, denn es war ja auch so, dass Kanzler Kern sich seinerzeit schon ein Jahr lang vorbereitet hat. Wenn man das liest, stelle ich mir die Frage, ob auch Bundeskanzler Kern damals vielleicht Mitarbeiter der ÖBB dazu missbraucht hat, den Wechsel an der Spitze der SPÖ zu vollziehen. Genau das sind die Dinge, die intransparent laufen. (Zwischenrufe bei der SPÖ.) – Das war eine Frage, jetzt brauchen Sie nicht gleich nervös zu werden! Das war nur eine Frage, und diese Frage muss man sich schon stellen, wenn man sich das alles hier anhört. Es hat ja auch Gerhard Zeiler bestätigt, dass es ein Jahr lang Vorbereitungen gegeben hat; das ist ja nicht erfunden. Er hat das ja damals im Mai 2016 in der „ZIB 2“ ganz genau bestätigt. Genau diese Problematik sollten wir bei dem ganzen Thema Parteienfinanzierung einmal mit bedenken: Werden da nicht Mitarbeiter in den Ministerien, in den Unternehmen teilweise missbraucht? (Abg. Rädler: Das sollte man dem „Falter“ weitergeben!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dazu kommt, dass die Kammern in Magazinen von Parteien inserieren, das wurde schon kurz von Kollegin Belakowitsch angerissen. Sebastian Kurz sitzt im Bundesvorstand des ÖAAB, und die letzte Ausgabe der ÖAAB-Zeitung – dieses Beamtenblatt heißt ironischerweise „Freiheit“ – wurde mit einem ganzseitigen Inserat der Arbeiterkammer aufgefettet. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wenn die Arbeiterkammer im schwarzen Blatt inseriert, dann kann man davon ausgehen, dass eine adäquate Summe auch in rote Kassen geflossen ist. Es wäre nicht Österreich, wäre dem anders.
Abg. Rädler: Geh, hör auf!
Die „Presse“ hat vor einiger Zeit – es ist schon länger her – geschrieben, die Regierung Schüssel-Grasser habe das korrupteste Jahrzehnt in der österreichischen Geschichte eingeläutet. (Abg. Rädler: Geh, hör auf!) – Ich zitiere da nur, Herr Kollege. Ich glaube, dem kann man nicht widersprechen.
Abg. Rädler: ... über die Gemeinden! ... Schwechat! Wie sollen das die Gemeinden finanzieren?
Drittens: Junges Wohnen ist eine spezielle Kategorie, auf die wir aus meiner Sicht ein besonderes Augenmerk richten müssen. Es gibt ein klares Konzept, nämlich 5 x 5, vielleicht ist es Ihnen bekannt. 5 € pro Quadratmeter für 5 Jahre, und das für 18- bis 30-Jährige. Die Differenz vom Quadratmeterpreis übernimmt entweder die Gemeinde oder das Bundesland. (Abg. Rädler: ... über die Gemeinden! ... Schwechat! Wie sollen das die Gemeinden finanzieren?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fekter: Wenn es kein Eigentum gibt ...! – Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl und Rädler.
Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das ist keine Fiktion, über die ich hier berichte, sondern dieses Modell wird in Gemeinden gelebt, zum Beispiel in der Stadt Steyr oder auch in Schwaz. Ich bin der Meinung, es müsste in ganz Österreich Schule machen. Das braucht es ganz einfach dringend, und nicht so unrealistische Vorschläge, wie sie auch von der ÖVP kamen, beispielsweise vom Kollegen Juraczka, der gesagt hat: Na ja, die jungen Leute sollen Kredite aufnehmen, weil wir ja mehr Eigentum brauchen. (Abg. Fekter: Mit Eigentum kann man Altersarmut verhindern!) Wie soll das jemand finanzieren, sich einen Kredit von 250 000 € – und das ist noch ein ziemlich kleiner Betrag – aufzunehmen, ohne vielleicht irgendwann einmal mit dem Privatkonkurs konfrontiert zu sein? Das ist unrealistisch und ungerecht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Fekter: Wenn es kein Eigentum gibt ...! – Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl und Rädler.)
Abg. Steinhauser: Wo hat die FPÖ schon jemals Flagge gezeigt? – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abschließend und zusammenfassend: Es reicht ganz einfach, wir wollen nicht mehr länger warten – deshalb auch der Fristsetzungsantrag. Ich hoffe, Sie zeigen Flagge. (Abg. Steinhauser: Wo hat die FPÖ schon jemals Flagge gezeigt? – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Viele von Ihnen – ich schaue auch in deine Richtung – propagieren immer wieder, wir brauchen bezahlbares Wohnen, und das jetzt. Sie können heute Flagge zeigen, indem Sie auch später beim Fristsetzungsantrag mitstimmen. Also: Runter mit den Mieten, her mit dem Universalmietrecht, her mit der Widmungskategorie sozialer Wohnbau, her mit Zweitwohnsitz- und Leerstandsabgaben! Die Leute warten darauf und haben es sich auch verdient. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abschließend und zusammenfassend: Es reicht ganz einfach, wir wollen nicht mehr länger warten – deshalb auch der Fristsetzungsantrag. Ich hoffe, Sie zeigen Flagge. (Abg. Steinhauser: Wo hat die FPÖ schon jemals Flagge gezeigt? – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Viele von Ihnen – ich schaue auch in deine Richtung – propagieren immer wieder, wir brauchen bezahlbares Wohnen, und das jetzt. Sie können heute Flagge zeigen, indem Sie auch später beim Fristsetzungsantrag mitstimmen. Also: Runter mit den Mieten, her mit dem Universalmietrecht, her mit der Widmungskategorie sozialer Wohnbau, her mit Zweitwohnsitz- und Leerstandsabgaben! Die Leute warten darauf und haben es sich auch verdient. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 197
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: „Dreck am Stecken“!
Ehrlich gesagt: Wenn es Ihnen um Ihre Arbeit geht, dann wäre es gescheiter gewesen, Sie hätten den Mut gehabt, sich in der Plenarsitzung nächste Woche hierherzustellen, um einfach einen Budgetvorschlag vorzulegen. (Ruf bei der FPÖ: Richtig!) Aber das machen Sie auch nicht, weil ja Ihr Sebastian Kurz gesagt hat, wir müssen Neuwahlen haben – und wir sind jetzt da, wo wir sind! Also bitte, Herr Finanzminister, nehmen Sie den Mund nicht so voll, wenn Sie in dieser Frage auch selbst genug Dreck am Stecken haben. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Rädler: „Dreck am Stecken“!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wofür wir eintreten – nur damit das klar gesagt ist –: Wir haben sieben Punkte veröffentlicht, nämlich unter anderem 3 Milliarden € weniger Steuern auf Arbeit, damit Schluss ist mit Steuerprivilegien und Sonderrechten für Großkonzerne und damit die Arbeit entlastet wird. Wir haben gesagt: 1 500 € steuerfrei und einen Mindestlohn ab 1 500 € ab 2019. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Ganztags- und Kinderbetreuung. Wir wollen 5 000 Lehrer mehr; und wir brauchen auch 2 500 Polizisten mehr, Herr Innenminister. Wir wollen die Pflegefinanzierung sicherstellen und das übrigens auch durch eine gerechte Erbschaftssteuer ab 1 Million € finanzieren. Viele Menschen in diesem Land würden sich wünschen, dass sie so viel erben, dass sie überhaupt Erbschaftssteuer nach unserem Modell zahlen müssten. Zudem fordern wir sichere Pensionen für alle statt Pensionsprivilegien für wenige und eine moderne Verwaltung. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede war das!
derung – endlich eingeführt wird. Was schlägt er jetzt vor? – Dass man nur dann eine Unterhaltsgarantie bekommt, wenn man auf sein ganzes Vermögen verzichtet. Das ist ehrlich gesagt auch keine redliche Politik. (Zwischenruf des Abg. Neubauer.) Das ist genau das, was die Bürger bis obenhin satthaben: Ihre Belehrungen, Herr Finanzminister, Ihre Vorgehensweise und Ihre Sozialabbauprogramme, die jetzt schon im Wahlprogramm stehen. Dazu braucht es ein Nein, und das Nein kann nur ein Ja zur SPÖ heißen – damit Sie es auch einmal wissen! (Beifall bei der SPÖ. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede war das!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich war gestern mit Josef Moser, den ich für seine Reformvorschläge schätze, bei der Wahldiskussion im ORF. Josef Moser hat uns 1 007 Reformvorschläge hinterlassen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sehr viele dieser Reformvorschläge wurden von der ÖVP blockiert. Jetzt aber wechselt Moser in die Rolle eines ÖVP-Mandatars, und was passiert? Er wird plötzlich vom Virus des Unmutes angesteckt. Bei der Pensionsreform kann er sich plötzlich nicht erinnern, was er selber vorgeschlagen hat. (Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
All diese schreiben jetzt lange Listen (Abg. Wöginger: Von den Bauern kriegst du keine Stimme!), diese sagen, jetzt halte ich noch bis zum 15. Oktober den Mund, und am 16. Oktober stehen sie auf der Matte und sagen: Nicht die Perspektive der Menschen zählt, nein, das ist die Ansicht der NEOS, sondern die Perspektive der Funktionäre zählt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Jetzt sind wir wieder dran. Jetzt machen wir heiter weiter mit der Selbstbedienung in diesem Land, mit der Plünderung dieser Republik in Rot-Schwarz. (Abg. Wöginger: „Plünderung“?!)
Abg. Rädler: Das wissen Sie ganz genau, gell!
Ich habe jetzt eine zusätzliche Information, nämlich dass derselbe Stefan Pierer im Jahr 2013 eine Steuererklärung und eine Steuerprüfung hatte, bei der er ein ähnlich windiges Konstrukt wie Grasser abgegeben hat (Abg. Rädler: Das wissen Sie ganz genau, gell!), dass er nämlich keine Steuer für sein Einkommen als Vorstandsvorsitzender von KTM in Österreich zahlen darf. Der Steuerprüfer hat gesagt: Sicher nicht!, und hat ihm über eine halbe Million Euro an Steuern, an Einkommensteuern, die er zu bezahlen hat, vorgeschrieben.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede! – Abg. Heinzl – in Richtung des Abg. Rädler –: Sehr witzig, Herr Kollege! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.
Wir brauchen in diesem Parlament keine Parteien, die sich von Millionären kaufen lassen, sondern Parteien, die hier Politik für die 95 Prozent, die jeden Tag hart arbeiten, machen. Wir brauchen keinen Kanzler, der sich neue Geschenke für die Millionäre und für die oberen Zehntausend überlegt (Zwischenrufe bei der ÖVP), sondern einen Kanzler, der auf die Herausforderungen, die durch Digitalisierung und so weiter auf unsere Gesellschaft zukommen, die richtigen Antworten hat. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Silberstein-Rede! – Abg. Heinzl – in Richtung des Abg. Rädler –: Sehr witzig, Herr Kollege! – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von SPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“: Seit 55 Jahren schreibt diese Republik ein Defizit ... (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Ja, Herr Rädler, horchen Sie zu, und nachher gehen Sie baden, dann können Sie sich bei Ihnen in der Therme abkühlen! – Seit 55 Jahren schreibt diese Republik ein Defizit. Und 42 von diesen 55 Jahren hat die ÖVP mitregiert. Ja, wer glaubt Ihnen denn die Schuldenbremse? Alle ÖVP-Finanzminister haben auch immer Schulden fabriziert, es war ihnen einfach schnurzegal! (Beifall bei den NEOS.)
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Jetzt sollen die Leute glauben, es wird alles anders. Es war einfach 42 ÖVP-Regierungsjahre so, und jetzt, jetzt kommt Sebastian Kurz, und jetzt wird alles anders, jetzt, ganz ehrlich, wirklich. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wirtschaftsflüchtlinge!
Die Bundesregierung versucht bereits seit Jahren, das Asylrecht so zu verschärfen, dass schutzsuchende Menschen möglichst abgeschreckt werden und sie nicht nach Österreich kommen. (Abg. Rädler: Wirtschaftsflüchtlinge!) Dabei geht es aber darum, Fluchtursachen zu bekämpfen, statt geflüchtete Menschen zu bekämpfen. Erstens ist es aus menschenrechtlicher Sicht ein No-Go, Menschen zu bekämpfen, weil sie sich auf die Flucht begeben haben; aber auch, was Nachhaltigkeit von Politik betrifft ... (Unruhe im Sitzungssaal.) – Ich höre viele Zwischenrufe. Ich habe auch den Kolleginnen und Kollegen vor mir zugehört, es wäre nett, wenn man hier seine Rede einfach halten dürfte.
Abg. Rädler: Verbale Drehorgel!
Es geht darum, dass mit Hilfe der Grünen festgelegt und zementiert ist (Abg. Steinhauser: Sie waren einmal ein ernst zu nehmender Bildungspolitiker, nun sind Sie ein Kasperl!), dass sich in Zukunft die Landeshauptleute wieder um die Schule kümmern werden. Und wenn sich die Landeshauptleute um die Schule kümmern, dann heißt das, dass sie sich um 6 000 Direktorenbesetzungen und um die parteipolitische Kontrolle der Zuteilung von 125 000 Lehrerposten kümmern. Auf die Kinder wird gepfiffen, die sind maximal sekundär. (Abg. Rädler: Verbale Drehorgel!)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Maurer: Das ändert aber nichts daran, dass der Landeshauptmann nach wie vor den Bildungsdirektor bestellt! – Abg. Rädler: Das war keine Berichtigung!
heißt, Sie haben das Bild nicht vollständig referiert, und das ist hiermit korrigiert. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Maurer: Das ändert aber nichts daran, dass der Landeshauptmann nach wie vor den Bildungsdirektor bestellt! – Abg. Rädler: Das war keine Berichtigung!)
Abg. Neubauer: Ach was! – Abg. Rädler: Seitdem hat sich ja viel geändert!
Wir erinnern uns noch gut daran, was in den Jahren der blau-schwarzen Mehrheit im Bildungssystem nicht weitergegangen ist, dass das die Jahre des großen Stillstands waren, in denen Schulstunden abgebaut wurden, Lehrerstunden abgebaut wurden, die Chancen von Kindern abgebaut wurden. (Abg. Neubauer: Ach was! – Abg. Rädler: Seitdem hat sich ja viel geändert!) Und nicht zuletzt wurden die ÖVP und die Freiheitlichen damals abgewählt, weil sie genau in der Bildungspolitik, die den Leuten in unserem Land zu Recht besonders wichtig ist, nichts weitergebracht haben. (Abg. Neubauer: Die SPÖ sollte sich um ihren eigenen Kram kümmern, da gäbe es genug zu tun!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sehr geehrte Damen und Herren, worum geht es denn, wenn wir das Bildungssystem weiterentwickeln wollen? – Wir wollen, dass die Schule weiterhin Schritt für Schritt nach dem Grundgedanken, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, verbessert wird. Wir wollen weitere Schritte gehen, sodass – Fernziel, es ist noch nicht so weit, es ist noch nicht bei allen Kindern so weit – die Kinder gerne in die Schule gehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen eine Schule, die dazu beiträgt, die Talente der Kinder zu fördern, und zwar aller Kinder. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?) Wir wollen kein Kind auf der Strecke bleiben lassen. (Abg. Hauser: Das ist doch normal!) – Das ist nicht normal, dazu brauchen wir noch viele Schritte. Das sollte normal sein, Herr Kollege, da bin ich auf Ihrer Seite. Wir wissen aber, nicht zuletzt auch aus den Befunden der OECD, die auf dem Tisch liegen, dass gerade in Österreich die Ver-
Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?
Sehr geehrte Damen und Herren, worum geht es denn, wenn wir das Bildungssystem weiterentwickeln wollen? – Wir wollen, dass die Schule weiterhin Schritt für Schritt nach dem Grundgedanken, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, verbessert wird. Wir wollen weitere Schritte gehen, sodass – Fernziel, es ist noch nicht so weit, es ist noch nicht bei allen Kindern so weit – die Kinder gerne in die Schule gehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir wollen eine Schule, die dazu beiträgt, die Talente der Kinder zu fördern, und zwar aller Kinder. (Abg. Rädler: Warum haben Sie das dann nicht getan?) Wir wollen kein Kind auf der Strecke bleiben lassen. (Abg. Hauser: Das ist doch normal!) – Das ist nicht normal, dazu brauchen wir noch viele Schritte. Das sollte normal sein, Herr Kollege, da bin ich auf Ihrer Seite. Wir wissen aber, nicht zuletzt auch aus den Befunden der OECD, die auf dem Tisch liegen, dass gerade in Österreich die Ver-
Abg. Weninger: Ich habe mir gedacht, Kollege Rädler ist jetzt dran, weil der redet ...!
Präsident Ing. Norbert Hofer: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Töchterle. – Bitte schön, Herr Abgeordneter. (Abg. Weninger: Ich habe mir gedacht, Kollege Rädler ist jetzt dran, weil der redet ...!)
Abg. Rädler: Das ist ein Wortbewegungsmittel!
Die zweite Replik geht an Kollegen Walser, der sich ja zum Korrektor von Texten anderer Parteien aufschwingt. Da möchte ich einfach fragen, was er meint – ich könnte ein paar Fälle aus seinem Text zitieren, aber ich will es nur für einen wissen –, wenn auf Seite 5 im drittletzten Absatz von einem Bildungsstandrad die Rede ist. Ist das ein neues Fitnessgerät, oder was ist das? Also ich kenne das Wort schlicht nicht. (Abg. Rädler: Das ist ein Wortbewegungsmittel!)
Sitzung Nr. 199
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Zweite, was hier debattiert wurde, ist, dass ich hier gesagt habe, dass derselbe Großspender eine Steuerkonstruktion mit Firmen hat, damit er keine Einkommensteuer zahlt, und tatsächlich weniger als 3 000 € Einkommensteuer im Jahr bezahlt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Fekter. – Abg. Rädler hält eine Ausgabe der „Kronen Zeitung“ in die Höhe.
ordentlichen Beitrag zahlen, sondern schwindlige Firmenkonstruktionen haben, dann nicht gar nichts mehr zahlen, sondern endlich das zahlen, was sie zahlen sollen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf der Abg. Fekter. – Abg. Rädler hält eine Ausgabe der „Kronen Zeitung“ in die Höhe.)
Abg. Rädler: Wer ist „wir“?
Ich kann wirklich nur davor warnen. Daher: Lassen Sie diesen Unfug, machen wir eine Diskussion darüber, ob das Sinn macht oder nicht, ziehen wir Experten zurate – aber diesen Pfusch, bitte, beschließen wir hier heute nicht! (Abg. Rädler: Wer ist „wir“?) Und ich bedanke mich bei allen Abgeordneten, die diesem Unfug heute und hier nicht zustimmen. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Rädler: Was sagen Sie uns damit?
Aber ich glaube, man muss der ÖVP einmal den Spiegel vorhalten. Kollege Auer hat es angesprochen: Als Sie damals ins Parlament eingezogen sind – ich habe es heute auch schon gesagt; ein paar Jahre, bevor ich geboren worden bin –, hatten wir schon einen Schuldenstand von 40 Milliarden €. Ich habe nochmals nachgeschaut: 1990, als Frau Kollegin Fekter ins Parlament eingezogen ist, hatten wir in Österreich einen Schuldenstand von 76 Milliarden €. Als Kollege Haubner 2001 hier eingezogen ist, waren es 145 Milliarden €. Als Kollege Wöginger, der auch schon Verantwortung für Österreich eingefordert hat, hier ins Parlament eingezogen ist, 2002, waren es 150 Milliarden €. Kollege Lopatka ist nach dem Kollegen Wöginger ins Parlament gekommen, 2003, damals waren es 151 Milliarden €. Und als Sebastian Kurz Staatssekretär geworden ist, 2011, waren es 220 Milliarden €. (Abg. Rädler: Was sagen Sie uns damit?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir wissen ganz genau, dass es vor allem im ländlichen Raum vorkommt, dass es ärmere, ältere, gebrechliche, oft kranke Personen gibt, die von diesen Bankomatgebühren betroffen sind. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) In Wien, gebe ich ganz ehrlich zu, habe ich nicht das Problem, wenn ich einmal 2 € bei einem externen Anbieter von irgendwo zahlen muss oder halt vom Bankautomaten der Bank abhebe.
Abg. Rädler: Irgendwer muss es zahlen!
Das ist leider nicht überall. Es gibt viele, viele Ortschaften, wo die Banken zugesperrt haben, und dort steht jetzt ein Automat der Firma Euronet. Da kann ich nicht wählen, und diese Menschen, die dann oft kleine Beträge abheben und öfters abheben, müssen dann jedes Mal 2 € zahlen. Und das wollen wir nicht. Das wollen wir nicht. (Abg. Rädler: Irgendwer muss es zahlen!) – Der Vorschlag kommt ja jetzt!
Abg. Rädler: Eure BAWAG!
Hören Sie gut zu, das steht im Antrag drinnen! Sie hätten es nur nachzulesen brauchen, dann hätten Sie es schon gewusst. Wir wollen, dass mit den Kontopaketkosten alle Kosten gedeckt sind. Wir wollen haben, dass es zu keinen zusätzlichen Gebühren kommt, denn wir hatten ja auch schon diese Variante. Was hat die BAWAG gemacht? – Die hat die alten Verträge alle aufgekündigt und hat den Leuten im Kleingedruckten der neuen Verträge diese Beträge ganz einfach wieder reingerechnet. (Abg. Rädler: Eure BAWAG!) Das wollen wir so nicht haben.
Abg. Rädler: Redezeit!
Es ist auch angesprochen worden, das Bundesdenkmalamt in irgendeiner Form zu verländern, da gibt es auch bereits die ersten Begehrlichkeiten von Landeshauptleuten. Das kann nicht funktionieren! (Abg. Rädler: Redezeit!) – Herr Kollege Rädler, wissen Sie, wer hier über die Redezeit wacht? – Nicht du, sondern der Präsident, verstehst du?! (Abg. Rädler: Der hat den Kopf geschüttelt!)
Abg. Rädler: Der hat den Kopf geschüttelt!
Es ist auch angesprochen worden, das Bundesdenkmalamt in irgendeiner Form zu verländern, da gibt es auch bereits die ersten Begehrlichkeiten von Landeshauptleuten. Das kann nicht funktionieren! (Abg. Rädler: Redezeit!) – Herr Kollege Rädler, wissen Sie, wer hier über die Redezeit wacht? – Nicht du, sondern der Präsident, verstehst du?! (Abg. Rädler: Der hat den Kopf geschüttelt!)
Gesetzgebungsperiode 26
Sitzung Nr. 2
Abg. Rädler: Kurz ist gut!
Abgeordnete Dipl.-Ing. (FH) Martha Bißmann (PILZ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Das ist meine erste Rede, die erste von vielen. Ich freue mich darauf, mich als Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat die nächsten fünf Jahre für ein zukunftsfähiges Österreich einsetzen zu können. Ich werde mich dabei in entscheidenden Zukunftsbereichen engagieren, nämlich Umweltschutz, Energiewende, nachhaltige Landwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit – kurz zusammengefasst: nachhaltiges Wirtschaften. (Abg. Rädler: Kurz ist gut!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Frage an die ehemalige Regierung, den nicht anwesenden Bundesminister (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler): Warum haben Sie es in der vergangenen Zeit, in der Zeit Ihrer Regierungsverantwortung, verabsäumt, Österreich klimawandelfit zu machen?
Sitzung Nr. 4
Abg. Rädler: Ja!
Nun habe ich heute in der „Kronen Zeitung“ gelesen, dass Sebastian Kurz von der ÖVP inzwischen auch meint, dass Glyphosat nicht mehr so gut ist. Jetzt muss der Kollege das im ÖVP-Klub sinnerfassend klären, ob jetzt Schultes oder Kurz recht hat und wie das ist. (Abg. Rädler: Ja!) Man möchte es auch in der ÖVP und hat heute einen Entschließungsantrag vorgelegt. Das ist interessant, denn wir haben hier schon einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, wie man es verbieten kann. Was die ÖVP vorschlägt, ist die „Klärung der rechtlichen Voraussetzungen“, also doch kein österreichisches Verbot von Inverkehrbringen und von Anwendung, sondern nur die Klärung der rechtlichen Voraussetzungen. Da ja offensichtlich der Bauernbund die wichtigste Teilorganisation der ÖVP ist – so viel zur neuen ÖVP –, ist die wichtigste Forderung „konkrete Maßnahmen zur Abfederung“ von Nachteilen für die Landwirtschaft, also sicherheitshalber auf jeden Fall noch einmal eine zusätzliche Subvention, auch wenn man sich nicht einmal sicher ist, ob es jetzt schädlich ist oder nicht und ob Schultes oder Kurz recht hat.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es geht ja auch, es geht zum Beispiel im Umweltland Burgenland: Dort gibt es eine Auszeichnung, die heißt „Ökologische Gemeinde“. Diese steht für glyphosatfreie Pflege der kommunalen Grünflächen und andere Dinge (eine Auszeichnungstafel auf das Rednerpult stellend); das ist die Tafel der Gemeinde Winden am See im Burgenland. Eisenstadt mit einem schwarzen Bürgermeister hat es auch schon erkannt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ihr könntet euch schon ein Stück bewegen und nicht nur die Leute hinters Licht führen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie verlassen jede parlamentarische Praxis, jede parlamentarische Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bei diesem Gesetz, in dem es um die Verteilung der Mittel, um die Verteilung der Macht, um die Ausrichtung Österreichs geht, verweigern Sie die parlamentarische Debatte, Sie bringen es nicht in den Verfassungsausschuss. So etwas hat es in der Zweiten Republik bisher noch nicht gegeben! Sie begehen einen Weg am Anfang Ihrer Periode, wo Sie festlegen, dass Sie den Parlamentarismus aushebeln. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn! – Abg. Wöginger: Ja, ja!)
Abg. Rädler: So ein Blödsinn! – Abg. Wöginger: Ja, ja!
Sie verlassen jede parlamentarische Praxis, jede parlamentarische Vorgangsweise. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Bei diesem Gesetz, in dem es um die Verteilung der Mittel, um die Verteilung der Macht, um die Ausrichtung Österreichs geht, verweigern Sie die parlamentarische Debatte, Sie bringen es nicht in den Verfassungsausschuss. So etwas hat es in der Zweiten Republik bisher noch nicht gegeben! Sie begehen einen Weg am Anfang Ihrer Periode, wo Sie festlegen, dass Sie den Parlamentarismus aushebeln. (Abg. Rädler: So ein Blödsinn! – Abg. Wöginger: Ja, ja!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer, Rädler und Hauser – Abg. Wöginger: Das ist unfassbar!
Das ist eine Einladung für morgen, 15 Uhr. Da erwarten wir den Showdown, damit wir endlich wissen, was in dieser Republik los ist (Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer, Rädler und Hauser – Abg. Wöginger: Das ist unfassbar!), und nicht nur irgendetwas über die Zeitungen verbreitet wird, sondern endlich auch darüber gesprochen wird, was hier ins Parlament gehört, hier abgehandelt gehört und nirgendwo anders. Verlassen Sie nicht den demokratischen Boden! (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Höbart: Nadelstreifsozialismus!
Das hat man ganz genau gesehen, wo Sie sich mit den Billigmieten in Wiener Neustadt für Ihre Parteilokale auf Kosten der Allgemeinheit - -; da haben Sie keine Spender gebraucht, weil Sie es den Menschen direkt aus der Tasche herausgenommen haben. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Höbart: Nadelstreifsozialismus!) Das Ganze war unredlich bis dorthinaus und wird Gott sei Dank aufgearbeitet. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Sitzung Nr. 5
Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das stimmt nicht! – Abg. Rädler: ... Faymann weg!
Frau Ministerin Köstinger, dieses Haus ist keine Studentenbude, in die man hineingeht, wann man will, und aus der man wieder hinausgeht, wann man will. (Abg. Neubauer: Verwechselst du es mit der SPÖ-Zentrale?) Sie haben das zweithöchste Amt dieser Republik ausgeübt. Wenn ich mich an Präsidenten Fischer, an Präsidenten Khol, an alle anderen erinnere: Da waren Würde und Anstand noch ein Wert (Abg. Winzig: Was will er jetzt damit sagen?) – aber diesen Wert tritt man jetzt nur aus eventpolitischen Überlegungen mit Füßen, weil man ein neues Gesicht braucht, den wirklich verdienstvollen, sehr, sehr ordentlichen Mann an der Spitze, nämlich Präsidenten Kopf, geschirrt man ab und setzt eine junge Dame her, die gar nicht vorhatte, jemals hierzubleiben. Ich halte das für wirklich unerträglich im Hinblick auf die Würde des Hauses. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das stimmt nicht! – Abg. Rädler: ... Faymann weg!)
Abg. Rädler: Faymann, Kern!
Das ist ein Mann, der in seinem bisherigen Werdegang, in seinem bisherigen politischen Leben nur durch Polarisierung aufgefallen ist (Ruf bei der ÖVP: Gerade du musst das ...!), ob das in seiner Zeit in Niederösterreich oder als Innenminister war (Abg. Höbart: Sie haben in Wiener Neustadt ...!), der letztendlich nichts anderes gemacht hat als nur polarisiert, nur gespalten (Ruf bei der ÖVP: Redest du von Kern?), der den eigenen Parteiobmann desavouiert und letztendlich filetiert hat und der dafür verantwortlich war, dass diese Koalition in die Luft gesprengt wurde (Abg. Rädler: Faymann, Kern!), und dann stellt sich der Herr Klubobmann der ÖVP her und sagt, Herr Sobotka sei verbindend – also das ist wirklich das Einzige, was er sicher nicht ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Wir sind hier nicht bei lustig ...!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Wir sind hier nicht bei lustig ...!
Das ist ein Mann, der in seinem bisherigen Werdegang, in seinem bisherigen politischen Leben nur durch Polarisierung aufgefallen ist (Ruf bei der ÖVP: Gerade du musst das ...!), ob das in seiner Zeit in Niederösterreich oder als Innenminister war (Abg. Höbart: Sie haben in Wiener Neustadt ...!), der letztendlich nichts anderes gemacht hat als nur polarisiert, nur gespalten (Ruf bei der ÖVP: Redest du von Kern?), der den eigenen Parteiobmann desavouiert und letztendlich filetiert hat und der dafür verantwortlich war, dass diese Koalition in die Luft gesprengt wurde (Abg. Rädler: Faymann, Kern!), und dann stellt sich der Herr Klubobmann der ÖVP her und sagt, Herr Sobotka sei verbindend – also das ist wirklich das Einzige, was er sicher nicht ist. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Wir sind hier nicht bei lustig ...!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger und Rädler.
Selbstverständlich ist es uns auch wichtig, zu handeln, wenn es um staatliche Bevormundung geht. Ja, wir stehen zum Nichtraucherschutz. Auch das war in den letzten Wochen immer wieder ein Thema. Der Nichtraucherschutz ist uns wichtig. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Kein österreichischer Bürger soll durch Passivrauchen belästigt werden. Aber selbstverständlich gibt es auch die Selbstbestimmung des Einzelnen, und es gibt auch das Recht auf freie Entscheidung, und zwar auch im Sinne einer Wahlfreiheit. Und da wollen wir sicherstellen, dass die Gastronomen einen eigens für das Rauchen abgegrenzten Bereich anbieten können, wo jeder Bürger die Möglichkeit hat, freiwillig hineinzugehen, und die Entscheidung treffen kann, dort vielleicht bei einem Kaffee eine Zigarette oder Zigarre oder Pfeife genießen zu wollen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger und Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl und Rädler
Wie gehen wir mit Ungleichheit um? – Alles das wären geeignete Projekte für echte Leuchtturmpolitik gewesen (Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl und Rädler), aber
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich glaube, dass es gut ist, dass die Transparenzdatenbank jetzt scharfgeschaltet wird, versehen auch mit einer Sanktion für unwillige Landesfürsten, für jene Fürsten der Intransparenz. Daran sieht man, dass sich Oppositionsarbeit rentiert, dass man, wenn man auf einem Thema draufbleibt, auch aus der Opposition heraus gestalten kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Das, Herr Rädler, gibt uns natürlich Kraft und Energie für die nächsten fünf Jahre. Rechnen Sie mit uns alle Zeit!
Zwischenruf des Abg. Rädler
Genau dieses Gesetz wollen Sie jetzt wieder rückgängig machen (Zwischenruf des Abg. Rädler), obwohl Sie es, wie ich annehme, besser wissen, zumindest irgendwann besser gewusst haben. In Österreich sterben jährlich 13 000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Das sind 36 Menschen pro Tag und seit Beginn dieser Nationalratssitzung bereits zwölf Menschenleben, die wir hier auf das Konto des Tabakkonsums zu schreiben haben.
Abg. Rädler: Da hat sich schon viel geändert!
1996 gab es dann noch diese berühmt-berüchtigte Plastiksackerl-Affäre. Damals wurden 5 Millionen Schilling verschoben. Herr Moser hat zwar gesagt, dass er nicht wusste, was er tut und was da geschieht, aber letztendlich sind damals 5 Millionen Schilling an die FPÖ weitergegangen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Jetzt sitzt dieser Minister auf einem ÖVP-Ticket, und ich kann mir nicht vorstellen, dass man seine innere Einstellung so ändert, dass man dann ganz einfach zwischen den einzelnen Parteien switcht. (Abg. Rädler: Da hat sich schon viel geändert!) Ich habe meine Meinung noch nie geändert, sicherlich nicht! (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: ... vom Pilz?
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (PILZ): Herr Präsident! Weil sonst niemand darüber spricht, sage ich ein paar Worte zum kulturpolitischen Programm der Regierung. Die Kulturpolitik zeigt ja immer sehr symbolisch und kennzeichnend Stil und Ausrichtung einer Regierung und wohin sich eine Regierung bewegt. Gerade bei diesem kulturpolitischen Programm sehen wir besonders deutlich, dass es sich um eine Reise in die Vergangenheit, um mindestens 17 Jahre zurück, in die Ära Schüssel, handelt. Es gibt ein wissenschaftliches Institut, das gerade Textstellen vergleicht und urheberrechtliche Bedenken hat, dass da mehr oder weniger dasselbe drinsteht wie damals bei der Regierung Schüssel. (Abg. Rädler: ... vom Pilz?)
Abg. Rädler: Sie brauchen von Charakter zu reden! – Abg. Kassegger: „Charakterlos“ ist aber schon ein starkes Wort, oder?
Also Sie brauchen uns im Zusammenhang mit Nicht-Zusammenarbeiten wirklich überhaupt nichts zu sagen! Ich erachte das als charakterlos. (Abg. Rädler: Sie brauchen von Charakter zu reden! – Abg. Kassegger: „Charakterlos“ ist aber schon ein starkes Wort, oder?) Ich hoffe, dass Sie es zustande bringen, dass das in Zukunft besser wird. Eine ehrliche Hoffnung! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Mag. Ruth Becher (SPÖ): Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Dieses Regierungsprogramm ist das größte Umverteilungsprogramm weg von der arbeitenden Bevölkerung hin zu der Vermietergruppe, das es in der Zweiten Republik je gegeben hat. Darin findet sich kein einziger Satz, kein einziger Gedanke zu dem dringendsten Problem, dazu, dass sich die Menschen Wohnen in diesem Land nicht mehr leisten können. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Schau! Er ist sogar schwarz-blau angezogen! – Ruf: Weihnachten! – Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Weihnachtsstimmung, ja!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Rädler. – Bitte sehr, Herr Abgeordneter. (Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Schau! Er ist sogar schwarz-blau angezogen! – Ruf: Weihnachten! – Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Weihnachtsstimmung, ja!)
Sitzung Nr. 7
Abg. Rädler: Sie auch, oder?!
Abgeordnete Daniela Holzinger-Vogtenhuber, BA (PILZ): Herr Präsident! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Mitbürgerinnen und -bürger! Der Arbeitsmarkt und die Sozialpolitik sind zwei Zentralsäulen eines Staatswesens und als solche untrennbar miteinander verbunden. Wie wir heute aber leider erleben mussten, sind sie nicht nur ideologisch, sondern meiner Einschätzung nach auch polemisch aufgeladen. Auch aus Ihrer Rede, Frau Ministerin, habe ich die Oppositionspolitik herausgehört, und ich würde empfehlen, viele Ihrer Vorwürfe dem aktuellen Nationalrat gegenüber dem eigenen Regierungspartner auszurichten, der Teil der letzten Regierung gewesen ist und Ihnen dieses Erbe, das Sie, wie Sie gesagt haben, hinterlassen bekommen haben, auch hinterlassen hat. (Abg. Rädler: Sie auch, oder?!)
Abg. Rädler: Nicht mehr! – Abg. Hauser: Wenn man nichts sagt, ist es nicht recht, sagt man was, ist es auch nicht recht!
Abgeordneter Dr. Alfred J. Noll (PILZ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Wir werden uns an dieser Selbstinszenierung der Bundesregierung nur mit äußerster Zurückhaltung beteiligen. (Abg. Zanger: Immerhin beteiligen!) Da wird das Hohe Haus als eine Art Werbeeinschaltung für die Bundesregierung verwendet (Abg. Winzig: Erklärung der Bundesregierung!), trotzdem drei, vier Worte dazu. (Abg. Rädler: Nicht mehr! – Abg. Hauser: Wenn man nichts sagt, ist es nicht recht, sagt man was, ist es auch nicht recht!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wenn ich aber weiter in die Analyse gehe, dann zeigen sich für mich folgende Überschriften im Regierungsprogramm: Pflicht, Leistung, Disziplin, Konsequenzen, Separieren, Bestrafen. (Abg. Kassegger: Wo steht „Bestrafen“? Wo steht „Bestrafen“?) Das sind die eigentlichen Überschriften, die im Regierungsprogramm stehen. Wird mit so einem Verständnis von Politik das Kind in den Mittelpunkt der Pädagogik und der Schule gestellt, nämlich jedes Kind (Zwischenruf des Abg. Rädler), jedes Kind mit seinen Talenten, mit seinen Potenzialen, mit seinen Begabungen? (Abg. Hauser: Aber das haben die Pisaergebnisse ..., dass es nicht gepasst hat!)
auf Abg. Rädler weisend, der gerade am Rednerpult vorbei zu Bundesminister Kickl geht
In meinen Sprechstunden bin ich (auf Abg. Rädler weisend, der gerade am Rednerpult vorbei zu Bundesminister Kickl geht) – da geht gerade ein Bürgermeister; Sie werden ja ähnliche Probleme in Ihren Sprechstunden haben – mit vielen Dingen konfrontiert, aber mit einem bin ich komischerweise ganz selten konfrontiert, nämlich damit, dass sich jene, die kommen und Probleme mit dem Wohnen haben, überlegen, wie sie sich Eigentum schaffen. Die Leute haben ganz andere Probleme, nämlich wie sie sich monatlich die Mieten finanzieren können.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe Sie in meiner Anfrage auch gefragt, ob Sie als Innenminister vorhaben, den Rechtsextremismusbericht, der 2002 von der schwarz-blauen Bundesregierung abgeschafft worden ist, wieder einzuführen. Sie haben diese Frage mit Nein beantwortet und auf den Verfassungsschutzbericht verwiesen. Gestern haben wir Sozialdemokraten einen Antrag im Nationalen Sicherheitsrat eingebracht, der mit den Stimmen von Schwarz und Blau abgelehnt worden ist, gegen die Stimmen der Opposition. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf der Abg. Schimanek. – Abg. Rädler: ... Germania!
Einzelfall Nummer drei: Ein Stadtwachemitarbeiter aus Wels und ehemaliges FPÖ-Mitglied ist auf einem Foto mit einer Hakenkreuzfahne zu sehen. (Zwischenruf der Abg. Schimanek. – Abg. Rädler: ... Germania!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Die schleichende Steuererhöhung wird von dieser Regierung munter fortgesetzt, die kalte Progression wird unter Schwarz-Blau nicht abgeschafft. (Abg. Hauser: Wer sagt denn das?!) Da muss man sich natürlich wundern, wenn man Ihnen Glauben geschenkt hat, dass Sebastian Kurz das tun wird, was er angekündigt hat, und im ÖVP-Wahlprogramm gelesen hat (Zwischenruf des Abg. Rädler), dass es eine Abschaffung der kalten Progression braucht, damit es mehr Anreize für die Menschen gibt, die etwas leisten wollen. (Abg. Rosenkranz: Ja!)
Abg. Rosenkranz: Das kommt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hauser.
Jetzt muss man sich das harte Schicksal von Regierungsverhandlern vorstellen. (Abg. Rosenkranz: Das kommt ja! – Zwischenruf des Abg. Hauser.) Beide kommen mit entschlossenem Willen: Jetzt machen wir eine neue Regierung, und unsere guten Ideen werden umgesetzt! (Abg. Rosenkranz: Das kommt! – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Hauser.) Beide sagen: Die kalte Progression muss weg!, und dann wird hart verhandelt. Beide wollen dasselbe, es wird hart verhandelt, und dann kommen sie heraus mit dem glatten Gegenteil. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Nein! – Zwischenrufe und Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.)
Sitzung Nr. 9
Abg. Rädler – auf den Redner deutend –: Sie waren gemeint!
Kollege Amon hat von all diesen linken Kritikern in Österreich gesprochen. Herr Kollege Amon, die österreichische Rechtsanwaltskammer ist ein Hort des linkslinken was auch immer? – Das müssen Sie dann Ihren ÖVP-Kollegen in der Rechtsanwaltskammer erklären. Ich glaube es nicht. (Abg. Rädler – auf den Redner deutend –: Sie waren gemeint!) Auch die Vereinigung aller Informatikfakultäten in Österreich ist, glaube ich, an und für sich nicht das, was so als linkslinks wahrgenommen werden kann – richtige Informationen und falsche Behauptungen, Herr Bundesminister Kickl.
Zwischenruf des Abg. Rädler
40 Millionen Euro, haben wir heute in der Früh erfahren. Und jetzt frage ich Sie, Herr Finanzminister (Zwischenruf des Abg. Rädler) – ich lese ja auch das Koalitionsübereinkommen, meine Damen und Herren von der ÖVP, und dort steht klipp und klar drinnen, dass Maßnahmen, die zu budgetären Kosten führen, auch eine Gegenfinanzierung brauchen –, sagen Sie mir, Herr Finanzminister, wie die Gegenfinanzierung dieser 40 Millionen Euro ausschaut!
Abg. Hammer: Na geh! – Abg. Rädler: So ein Blödsinn!
Liebe ÖVP, liebe FPÖ! Bevor Sie sich deshalb hier dazu entscheiden und Gedanken machen, wie man die Institution des Arbeitsinspektorats und dessen Befugnisse beschränken kann, würde ich Ihnen raten, sich einmal Gedanken über den Anstieg der Berufserkrankungen von über 10 Prozent in den letzten Jahren zu machen, was ebenfalls im Ausschuss diskutiert worden ist. Wir haben heute noch Maßnahmen wie zum Beispiel die Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages oder die Streichung des Nichtraucherschutzes in der Gastronomie auf der Tagesordnung. Herr Staatssekretär Fuchs hat 490 000 Arbeitsplätze in der Gastronomie, in der Hotellerie erwähnt, die allesamt von einer Aufhebung des Nichtraucherschutzes betroffen sind. (Abg. Hammer: Na geh! – Abg. Rädler: So ein Blödsinn!) Das heißt, wir reden hier von einer Situation, in der wir einen Anstieg von 10 Prozent bei den Berufserkrankungen haben, und Sie denken noch darüber nach, wie man diese Gruppe weiter belasten kann.
Abg. Rädler: Geh, hör einmal auf!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sie gefährden die Gesundheit, damit die Profite bei einigen wenigen steigen. Es wird zum Beispiel der 12-Stunden-Tag verlangt. Das führt zu Übermüdung, das steigert das Unfallrisiko. (Abg. Rädler: Geh, hör einmal auf!) Österreich wird das Schlusslicht beim Nichtraucherschutz sein. Das geht alles auf Kosten der Bediensteten. (Anhaltende Zwischenrufe und Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.) Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sehen Sie sich das an, das weiß jeder, der rechnen kann: Wenn man 500 Millionen Euro bei der Unfallversicherung einsparen will – das steht in eurem Regierungsübereinkommen, -abkommen, oder wie ihr es nennt –, dann kann das nur zu Leistungskürzungen führen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr eigenes Versagen steht in dem Antrag! – Abg. Rosenkranz: Eine geschickte Vertuschung Ihres Unvermögens! – Abg. Rädler: Ein Wischiwaschi-Antrag! Eine reine Verzweiflungstat!
Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Ihr eigenes Versagen steht in dem Antrag! – Abg. Rosenkranz: Eine geschickte Vertuschung Ihres Unvermögens! – Abg. Rädler: Ein Wischiwaschi-Antrag! Eine reine Verzweiflungstat!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bin mittlerweile seit knapp 30 Jahren Belegschaftsvertreter in einem sehr großen Betrieb in Österreich, in der Voestalpine. Wir setzen dort mit den Arbeitsinspektoraten, mit der Belegschaft und mit dem Unternehmen viele, viele Maßnahmen um, und ich kenne keinen einzigen Fall, in dem das Unternehmen von den Arbeitsinspektoraten gestraft wurde. Gestraft wird nur, wenn Vorschläge oder Maßnahmen, die vom Arbeitsinspektorat vorgeschlagen werden, nicht umgesetzt werden; dann werden Strafen vom Arbeitsinspektorat vorgenommen. Ich kann Ihnen sagen: Ich bin sehr froh, dass wir die Arbeitsinspektoren haben, gleichzeitig auch die Sicherheitsvertrauenspersonen bei uns im Unternehmen, die haben dafür gesorgt, dass dieses Unternehmen ein Vorzeigeunternehmen in Sachen ArbeitnehmerInnenschutz geworden ist. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Vernünftig ist das! – Abg. Rädler: Dann macht ihr irgendwas falsch!
Abgeordnete Dr. Pamela Rendi-Wagner, MSc (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir schreiben das Jahr 2018. Warum sage ich das? – Weil es eine Schande ist, dass wir in diesem Jahr schon wieder und noch immer über dieses Thema diskutieren müssen. Es ist auch eine Schande, dass Sie, sehr geehrte Abgeordnete der FPÖ und ÖVP, im Jahr 2018 ein Gesetz wieder rückgängig machen, das wir bereits 2015 hier im Hohen Haus, aus gutem Grund und mit aller wissenschaftlichen Evidenz begründet, beschlossen haben. Es ist auch eine Schande, dass wir im Jahr 2018 noch immer um diese Selbstverständlichkeit kämpfen müssen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Zanger: Vernünftig ist das! – Abg. Rädler: Dann macht ihr irgendwas falsch!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Die anderen haben nicht einmal den Mumm, herauszukommen, die ducken sich weg. Gegen jede wissenschaftliche Evidenz entscheiden sie sich für das Sterben. Herr Smolle, Rektor einer medizinischen Universität, noch einmal: Haben Sie einen aufrechten Gang oder nicht? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Dann können Sie hier nicht mitstimmen! Dann müssen Sie hier gegen die Klublinie stimmen! Dann machen Sie einen Aufstand im Parlamentsklub der ÖVP! (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Habt ihr Cojones oder nicht? Das geht so nicht! (Heiterkeit bei Abgeordneten von NEOS und Liste Pilz. – Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Ruf bei der FPÖ: Schande! – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn ich fortfahren darf, Frau Minister (Abg. Neubauer: Nehmen Sie das zurück! – Abg. Rosenkranz: Was sagen denn Sie als Außenstehender zum Thema Intelligenz?), Sie haben ja argumentiert, Nichtraucherschutz ist als Verbot der Gastfreundschaft gegenüber zu sehen. Ich weiß nicht, wohin Sie auf Urlaub fahren – vielleicht Germania oder in sonst irgendeine Bude (Bundesministerin Hartinger-Klein: Bitte?), ich weiß es nicht –, aber insofern können Sie wirklich nicht davon ausgehen, dass das als touristische Attraktivität herangezogen werden kann, um nach Österreich auf Urlaub zu fahren – oder Sie möchten vielleicht einen neuen Job bei der ÖW, aber so geht das nicht. Das ist nicht die Norm und das wird überhaupt nicht nachgefragt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Genau das Gegenteil ist der Fall.
Abg. Rädler: Kennen wir!
Zudem möchte ich Ihnen noch eine Studie mit auf den Weg geben, und zwar eine Studie von einem Zuhörer, der diese Debatte hier im Hohen Haus jetzt verfolgt. Da wurden 28 Lokale auf Feinstaub untersucht. (Abg. Rädler: Kennen wir!) Die Feinstaubbelastung in Lokalen mit Raucher- und Nichtraucherbereich weist im Nichtraucherbereich eine Belastung von bis zu 110 000 Feinstaubteilchen pro Kubikzentimeter auf. Zum Vergleich: In einem Nichtraucherlokal liegt die Belastung bei circa 5 000 Feinstaubteilchen. – Frau Ministerin, Sie können diese Studie gern haben. Peter Tappler und Umweltmediziner Hans-Peter Hutter haben diese gemacht. Ich stelle sie Ihnen gerne zur Verfügung.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger, Nehammer und Rädler.
Also in Wahrheit, alle über einen Kamm geschert: Geniert euch für das, was ihr heute gesagt habt! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Wöginger, Nehammer und Rädler.)
Sitzung Nr. 13
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Haider: Frechheit! Mäßigen Sie sich! – Abg. Rädler: Frechheit!
Unserem Innenminister sagt man ja eine gewisse Begeisterung für marxistische Dialektik nach. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Kickl.) Da fällt mir ein schönes Wort von Lenin kurz vor der Oktoberrevolution ein: „Wir wissen, dass nicht jeder Tagelöhner, jede Köchin von heute auf morgen den Staat regieren kann.“ Wenn ich mir anschaue, was der Herr Innenminister die letzten 100 Tage gemacht hat, dann wissen wir jetzt auch, dass nicht jeder verbummelte Philosophiestudent unsere Republik als Innenminister führen kann. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Haider: Frechheit! Mäßigen Sie sich! – Abg. Rädler: Frechheit!)
Sitzung Nr. 15
Abg. Rädler: Der liest den „Standard“!
Was mich allerdings auch einigermaßen erschreckt, ist, dass im „Standard“ von heute zu lesen ist, dass der Entwurf sogar von einem Juristen des Versicherungsverbandes verfasst worden ist. (Abg. Rädler: Der liest den „Standard“!) Das ist ganz besonders originell, wenn sich die Regierung die Gesetze gleich von den Lobbys schreiben lässt. Das halte ich für höchst bedenklich, denn, wie gesagt, Parlamentarismus findet hier statt und nicht über Lobbyisten (Abg. Rädler: Das ist „Standard“ und das ist wahr!), die in der Bundesregierung sitzen und die als Vorstand der Uniqa-Versicherung dieses Problem jahrelang an die Regierung herangetragen haben. Jetzt sitzt der Vertreter der Uniqa-Versicherung hier (in Richtung Bundesminister Löger) und versucht halt, das durchzusetzen.
Abg. Rädler: Das ist „Standard“ und das ist wahr!
Was mich allerdings auch einigermaßen erschreckt, ist, dass im „Standard“ von heute zu lesen ist, dass der Entwurf sogar von einem Juristen des Versicherungsverbandes verfasst worden ist. (Abg. Rädler: Der liest den „Standard“!) Das ist ganz besonders originell, wenn sich die Regierung die Gesetze gleich von den Lobbys schreiben lässt. Das halte ich für höchst bedenklich, denn, wie gesagt, Parlamentarismus findet hier statt und nicht über Lobbyisten (Abg. Rädler: Das ist „Standard“ und das ist wahr!), die in der Bundesregierung sitzen und die als Vorstand der Uniqa-Versicherung dieses Problem jahrelang an die Regierung herangetragen haben. Jetzt sitzt der Vertreter der Uniqa-Versicherung hier (in Richtung Bundesminister Löger) und versucht halt, das durchzusetzen.
Abg. Rädler: Der letzte Fernsehzuschauer hat abgedreht!
Eines noch: Der Applaus vonseiten der SPÖ bleibt aus, und zwar aus einem guten Grund: Der Gesetzesantrag, der heute hier hätte durchgeschleust werden sollen, ist ein Antrag (Abg. Höbart: Wieder zu viel Baldrian genommen?), den Abgeordneter Jarolim gemeinsam mit der ÖVP knapp vor der Wahl eingebracht hat, mit der klaren Absicht, dass das in der Wahlauseinandersetzung untergehen wird, dass das niemand merken wird. Wir haben es jedoch bemerkt, und ganz knapp vor der Wahl hat man ihn dann wieder zurückgezogen. (Abg. Rädler: Der letzte Fernsehzuschauer hat abgedreht!)
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Rädler: Spärlicher Applaus!
Ich komme zum Schluss: Eines haben wir unseren Wählern versprochen, nämlich: Die Liste Pilz steht für Kontrolle und Transparenz. (Beifall bei der Liste Pilz.) Das machen wir auch, und das wird, das verspreche ich Ihnen, eine ganze Legislaturperiode auf Sie zukommen. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Rädler: Spärlicher Applaus!)
Abg. Rädler: Hallo?!
Es ist ja ganz interessant, denn im Zusammenhang mit den Mehrleistungen, die auf die Gemeinden zukommen, also Sozialleistungen, Kindergärten, Pflege und so weiter – es wird ja immer mehr –, wäre das teilweise ja auch für diese kleinen Gemeinden positiv, wenn sie darstellen könnten, wie schwierig ihre Aufgaben geworden sind. Ich kann schon erklären, warum die nicht vom Bundesrechnungshof geprüft werden: weil dort sehr viele Bürgermeister sitzen, die sich nicht gern in die Karten schauen lassen. (Abg. Rädler: Hallo?!) – Na ja, Sie gehören gleich dazu, wenn Sie sich als Erster melden. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Abg. Rädler: Was war bei der ÖBB?
Ein Wermutstropfen aber ist dann gegeben – und das sieht man auch in diesem Bericht und das ist schon mehr als zermürbend –, wenn gewisse Vorstände, nämlich jene der Post AG, die bis zu 1,9 Millionen Euro pro Jahr verdienen, wohingegen deren Bedienstete maximal 30 000 Euro brutto im Jahr verdienen, wenn diese Manager dann mit der Stoppuhr hinter ihren Bediensteten stehen - - (Abg. Rädler: Was war bei der ÖBB?) – Ich rede von der Post AG, Herr Kollege, aufpassen oder lesen Sie bitte den Bericht! (Abg. Loacker: Zwangspensionierungen der Postbediensteten ...!) Wenn diese Vorstände den Postbediensteten mit der Stoppuhr hinterherlaufen und sagen, dass sie nicht mehr effizient seien, und immer auf eine börsennotierte Unternehmensstruktur verweisen, dann verstehe ich als Betriebsrat die Welt auch nicht mehr, denn 30 000 Euro im Vergleich zu 1,9 Millionen Euro – das ist mehr als beschämend! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Abg. Neubauer: Sie verstehen sowieso nichts!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Abg. Neubauer: Wie viel bezahlt ihr denn dem Herrn Kern? – Abg. Rädler: An der Kern-Frage vorbeigeschrammt! – Abg. Knes: Wer hat die ÖBB umgefärbt? Zehn Vorstände, zehn Männer!
Der Bundeskanzler – das wissen wir alle – bekommt im Jahr die horrende Bezahlung von 304 000 Euro. (Abg. Neubauer: Wie der Herr Kern!) Die gesamte Bevölkerung ist munter. Der Vorstand der Bundesforste, immerhin mit sechs Personen besetzt, verdient sage und schreibe 400 000 Euro pro Jahr – mit sechs Männern besetzt! Was diese für ihre Angestellten, die draußen im Forst arbeiten, übrig haben, wissen wir. Der Bach ist ihr Kühlschrank und gleichzeitig ihre Dusche – so wird dort gearbeitet. Liebe ÖVP, tut weiter so und ihr werdet abgestraft! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Noll. – Abg. Neubauer: Wie viel bezahlt ihr denn dem Herrn Kern? – Abg. Rädler: An der Kern-Frage vorbeigeschrammt! – Abg. Knes: Wer hat die ÖBB umgefärbt? Zehn Vorstände, zehn Männer!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Yılmaz: Alles Männer! – Abg. Rädler: Nur zwei Männer!
Tatsache ist, dass es bei den Österreichischen Bundesforsten zwei Vorstandsmitglieder gibt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Yılmaz: Alles Männer! – Abg. Rädler: Nur zwei Männer!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Besonders ekelhaft finde ich allerdings die 4 458 Zusatzpensionen in der Pensionsversicherungsanstalt. Den Bürgerinnen und Bürgern wird gepredigt, die Pensionen sind sicher und Reform braucht es natürlich keine – wie wir heute auch gehört haben –, aber die Herrinnen und Herren über die Pensionen gönnen sich selbst schöne Zusatzpensionen in der Pensionsversicherungsanstalt. Die Durchschnitts-ASVG-Pension beträgt 1 200 Euro (Zwischenruf des Abg. Rädler), die durchschnittliche Zusatzpension in der Pensionsversicherungsanstalt liegt bei 1 343 Euro. Das kann man für gerecht halten, wir aber glauben, das ist Dokument für ein schrottreifes System.
Abg. Rädler: Peter ist in Alpbach!
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (PILZ): Für mich gibt es im Zusammenhang mit dem Einkommensbericht der öffentlich Bediensteten ein Thema, das wirklich zum Himmel schreit, das sind die exorbitanten Gehälter der geschäftsführenden Direktoren und Direktorinnen. (Abg. Rädler: Peter ist in Alpbach!) Wir finden sie in allen Bereichen, Kollege Knes hat die Bundesforste genannt, aber man kann alle möglichen Bereiche aufzählen.
Sitzung Nr. 17
Abg. Rädler: Ein Kern-Problem!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Kern. – Bitte. (Abg. Rädler: Ein Kern-Problem!)
Abg. Rädler: ... die SPÖ nicht!
Herr Gudenus meint, das Budget ist die in Zahlen gegossene Politik. – Das ist so. (Abg. Rädler: ... die SPÖ nicht!) Wir müssen aber feststellen, dass dieses Budget in Zahlen gegossene Biedermeierpolitik ist. (Abg. Rosenkranz: Also Biedermeier war eine gute Zeit für Wissenschaft und Kultur!) Sie stellen einen Glassturz über dieses Land und tun so, als wäre alles gut.
Abg. Rädler: Der letzte Fernsehzuschauer hat abgedreht!
Nulldefizit – wenn Ihnen aber diese 1 Milliarde Euro fehlt, dann sind natürlich das Nulldefizit und der Überschuss im Jahr 2019 futsch. Der ist weg, na sonnenklar! (Abg. Rädler: Der letzte Fernsehzuschauer hat abgedreht!) Das ist Grasser’sche Trickserei. Herr Kollege Kern hat ja schon erklärt, was Grasser gemacht hat: Aus einem Überschuss ist ein Defizit entstanden, und die Ursache waren Tricksereien. Sie treten in seine Fußstapfen, Herr Minister. So schaut es aus! (Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Schieder. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Schieder. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nulldefizit – wenn Ihnen aber diese 1 Milliarde Euro fehlt, dann sind natürlich das Nulldefizit und der Überschuss im Jahr 2019 futsch. Der ist weg, na sonnenklar! (Abg. Rädler: Der letzte Fernsehzuschauer hat abgedreht!) Das ist Grasser’sche Trickserei. Herr Kollege Kern hat ja schon erklärt, was Grasser gemacht hat: Aus einem Überschuss ist ein Defizit entstanden, und die Ursache waren Tricksereien. Sie treten in seine Fußstapfen, Herr Minister. So schaut es aus! (Beifall bei der Liste Pilz sowie des Abg. Schieder. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Es folgt immer alles ein und demselben Muster: Es geht gegen das untere Einkommensdrittel. Ihre ganze Politik ist dahin gehend ausgerichtet, dass Sie vom unteren Einkommensdrittel zu den oberen beiden Einkommensdritteln umverteilen wollen. Das ist diese Trendwende, die ich hier und heute deutlich ansprechen möchte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Ein Wort zu Glawischnig hat gefehlt, Herr Professor!
Es wird ja noch schlimmer kommen. Sie haben eine Senkung der Abgabenquote auf 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts angesprochen. In diesem Zusammenhang haben Sie gesagt: Entlastung bei der Körperschaftsteuer, Entlastung bei der Einkommensteuer. Finanziert werden soll das – das ist ja auch schon angedeutet worden – durch Kürzungen beim Arbeitslosengeld, bei der Notstandshilfe, bei der Mindestsicherung. Die Notstandshilfe soll gestrichen werden, wir wollen in Österreich zu einem System Hartz IV mit Arbeitspflicht übergehen. Herr Minister, ich sage Ihnen eines: Einen Niedriglohnsektor mit steigender Armut, wie ihn sich Deutschland dadurch eingehandelt hat, will ich in Österreich definitiv nicht haben! – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Ein Wort zu Glawischnig hat gefehlt, Herr Professor!)
Abg. Rädler: Wann waren Sie in der Regierung?
Thema Steuergerechtigkeit: Was machen Sie auf internationaler Ebene? – Da machen Sie gar nichts! Im Gegenteil, Sie streichen Länder wie Panama von der schwarzen Liste! In Österreich schließen Sie gar keine Steuerschlupflöcher, obwohl wir wissen, dass es sie gibt; wir haben sie auch im Wahlkampf aufgezeigt. (Abg. Rädler: Wann waren Sie in der Regierung?) – Ich kann Ihnen sagen, als wir in der Regierung waren, haben wir – und dafür habe ich intern viel Kritik einstecken müssen, weil ich mich intern in der SPÖ dafür eingesetzt habe – dafür gesorgt, dass der schwarze Finanzminister mehr Personal bekommt, damit die Finanzämter und die Steuerprüfer besser funktionieren, denn dort wurde zu viel gespart. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: ... Sozialismus!
Gestern wurde Ihnen auch ein Rechenbeispiel vorgelegt, wie man für alle Kinder 1 200 Euro lukrieren könnte: Ein Hunderter mehr zur Familienbeihilfe, und alle Kinder hätten etwas davon, wenn wir schon von Geldleistungen sprechen. Auf der anderen Seite könnte man aber genauso die Kinderbetreuungseinrichtungen ausbauen. Auf der anderen Seite könnte man genauso (Zwischenrufe der Abgeordneten Sieber und Zanger) für Sachleistungen sorgen. (Abg. Rädler: ... Sozialismus!) Wenn Sie – sehr inszeniert, die Medien mitschleppend – in Volksschulen gehen, dort schöne Bilder machen, dann haben Sie wahrscheinlich keine Ahnung, dass es dort auch Kinder geben kann, die kein Jausenbrot mithaben, dass es dort auch Kinder geben kann, die kein neuestes Gewand anhaben (Zwischenrufe der Abgeordneten Gödl und Zanger), die vielleicht zu kleine Schuhe anhaben, weil sie sich nichts leisten können. Ich glaube aber, Sie gehen gar nicht in solche Schulen, könnte ich mir vorstellen; Sie gehen eher in andere Schulen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Schmuckenschlager. – Abg. Rosenkranz: Sie haben das nicht zusammengebracht! Sie haben das in zehn Jahren nicht zusammengebracht! Sie persönlich haben es nicht zusammengebracht! Sie haben nichts zusammengebracht! Sie waren lange genug Unterrichtsministerin, wo
Abg. Rosenkranz: Sie wollen noch mehr Klassen! – Abg. Schimanek: Das ist ja gar nicht wahr! – Abg. Rädler: Sozialismus!
Sehr geehrter Herr Kollege Rosenkranz, Sie werden für den Bildungsabbau in diesem Land auch noch verantwortlich gemacht werden und Sie werden sich hier wirklich auch noch dafür verantworten müssen, dass Sie Kinder in zwei Klassen einteilen, nämlich in die, die mehr haben, und in die, die weniger haben. (Abg. Rosenkranz: Sie wollen noch mehr Klassen! – Abg. Schimanek: Das ist ja gar nicht wahr! – Abg. Rädler: Sozialismus!) Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Rosenkranz: Vier Klassen Volksschule, vier Klassen Gymnasium! Wir haben noch mehr Klassen ...!) – Es hört eh niemand, wenn Sie dazwischenschreien, das hört niemand – Achtung! (Beifall bei der SPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rosenkranz.)
Abg. Rädler: Posthumanistisch!
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, dass Sie auch ein Retrofrauenbild mitbringen, das weiß ich, das wissen wir (Abg. Rädler: Posthumanistisch!), aber ich sage Ihnen eines: Dass Sie sogar die 500 000 Euro, die dem Frauenbudget beim letzten Mal draufgegeben wurden, jetzt wieder gestrichen haben und das Spielgeld des Herrn Strache und anderer 15 Millionen Euro ausmacht im Vergleich zu 10 Millionen Euro Frauenbudget, da werden sich über 4 000 engagierte Frauen in ganz Österreich, die in Frauenberatungsstellen und Fraueneinrichtungen arbeiten, auch etwas denken. Auf der einen Seite spielen wir mit 15 Millionen Euro herum, auf der anderen Seite sind wir nicht einmal in der Lage, die 500 000 Euro vom letzten Mal in diesem Budget fortzuschreiben. Das ist wirklich noch nie da gewesen, dass Sie über vier Millionen Frauen in diesem Land so schäbig behandeln. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Zanger.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Zanger.
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, dass Sie auch ein Retrofrauenbild mitbringen, das weiß ich, das wissen wir (Abg. Rädler: Posthumanistisch!), aber ich sage Ihnen eines: Dass Sie sogar die 500 000 Euro, die dem Frauenbudget beim letzten Mal draufgegeben wurden, jetzt wieder gestrichen haben und das Spielgeld des Herrn Strache und anderer 15 Millionen Euro ausmacht im Vergleich zu 10 Millionen Euro Frauenbudget, da werden sich über 4 000 engagierte Frauen in ganz Österreich, die in Frauenberatungsstellen und Fraueneinrichtungen arbeiten, auch etwas denken. Auf der einen Seite spielen wir mit 15 Millionen Euro herum, auf der anderen Seite sind wir nicht einmal in der Lage, die 500 000 Euro vom letzten Mal in diesem Budget fortzuschreiben. Das ist wirklich noch nie da gewesen, dass Sie über vier Millionen Frauen in diesem Land so schäbig behandeln. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Zanger.)
Abg. Rädler: ... Haselsteiner!
Das, was Sie machen, ist, Sie stellen nicht die Kinder ins Zentrum Ihres Handelns, sondern Ihre eigenen Parteiinteressen, und dabei können wir Sie keinesfalls unterstützen. – Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Abg. Neubauer: Neoliberaler Sozialist!) – Liberal nehm ich, Sozialist seid ihr! (Abg. Rädler: ... Haselsteiner!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
AlleinerzieherInnen sind von Ihren Plänen auch noch in weiteren Bereichen betroffen, auch – ganz toll – von der Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages; die Tageshöchstarbeitszeit wird hinaufgeschraubt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was das für eine alleinerziehende Mutter oder einen alleinerziehenden Vater bedeutet, ist Ihnen aber nicht bewusst. (Abg. Rädler: 30 Stunden ...!)
Abg. Rädler: 30 Stunden ...!
AlleinerzieherInnen sind von Ihren Plänen auch noch in weiteren Bereichen betroffen, auch – ganz toll – von der Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages; die Tageshöchstarbeitszeit wird hinaufgeschraubt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was das für eine alleinerziehende Mutter oder einen alleinerziehenden Vater bedeutet, ist Ihnen aber nicht bewusst. (Abg. Rädler: 30 Stunden ...!)
Abg. Rädler: Sie waren für die SPÖ zu links!
Die Arbeiterkammer hat eine Umfrage gemacht, was dies für diese Personengruppe bedeuten würde, und viele Mütter haben geantwortet (Abg. Rädler: Sie waren für die SPÖ zu links!), sie hätten erstens keine Möglichkeit für eine derartig lang andauernde
Abg. Rädler: Nächste Partei ist die KPÖ!
Kinderbetreuung, weil es die in den einzelnen Bundesländern gar nicht gibt – das heißt, sie müssen automatisch auf Teilzeit zurückgehen –, und zweitens wird dieser 12-Stunden-Tag als familienunfreundlich gesehen. Als Alleinerziehende, sagt eine Mutter mit kleinen Kindern (Abg. Rädler: Nächste Partei ist die KPÖ!), ist es unmöglich, für eine Beziehung ist es eine enorme Belastung, zusätzlich auch mit dem Kind, und physisch und psychisch krank machend. Ist das Ihr Familienbild? Ist das die Familienpolitik, die Sie machen wollen?
Abg. Neubauer: Ihre Rede ist ein Eingeständnis Ihres eigenen Versagens! – Ruf bei der ÖVP: Schweres Versagen! – Abg. Rädler: Selbstgeißelung war das!
Aber: Kein Geld! Kein Geld da! – Wo bleiben die Mittel für die Digitalisierung? Diese sind dringend notwendig: Wir brauchen Infrastruktur, wir brauchen WLAN, wir brauchen mobile Endgeräte in den Schulen. Gehen Sie in eine Schule, schauen Sie einmal, wie es dort ausschaut! (Abg. Neubauer: Warum haben Sie es dann nicht gemacht?) Wir brauchen das Know-how für die Pädagoginnen und Pädagogen und wir brauchen zusätzliche Lernmaterialien. (Abg. Rosenkranz: Also die letzten zehn Jahre musste ich zu Hause für Ihr Versagen einspringen!) Die Konzepte habe ich selbst entwickelt, ich war selbst dafür zuständig, ich weiß, was auf dem Tisch liegt, inklusive der Budgetierung. Null findet sich in Ihrem Budget, null! Ich könnte diese Liste jetzt noch lange fortsetzen (Abg. Neubauer: Ihre Rede ist ein Eingeständnis Ihres eigenen Versagens! – Ruf bei der ÖVP: Schweres Versagen! – Abg. Rädler: Selbstgeißelung war das!): Die Bildungsstiftung ist nicht mehr existent. Der Chancenindex, der oft ganz gerne als Marketingmaßnahme von Ihnen, auch vom Herrn Bildungsminister, in den Mund genommen wird, findet sich nicht einmal in den Wirkungszielen wieder.
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Darum wurden Sie abgewählt!
Wir starten nicht in eine neue Zukunft (Abg. Rosenkranz: Doch!), wir starten in eine neue Politik der Zukunftsvergessenheit, auf dem Rücken unserer Kinder. – Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Darum wurden Sie abgewählt!)
Abg. Strolz – erheitert –: Das geht ja gar nicht! – Abg. Rädler: Zur Sache!
Eigentlich hätte man es wissen müssen: Wie kommen wir dazu, in Österreich ein weltweit einzigartiges Innovationsprojekt zu fördern? (Abg. Strolz – erheitert –: Das geht ja gar nicht! – Abg. Rädler: Zur Sache!) Ich hätte es wirklich auch selbst wissen sollen. Es hatte damals schon den Hauch von Utopie in der Art und Weise, wie es präsentiert worden ist, sodass man meint: eigentlich zu schön, um wahr zu sein! – Schade darum. Aber Gratulation an die ÖVP zur Demontage eines absoluten Vorzeigeprojekts! Was nicht in den Kram passt, wird jetzt wieder wegnovelliert.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
jetzt nicht nur zum Mars schießen wird, sondern auch die Automobilindustrie auf den Kopf gestellt hat – dreimal dürfen Sie raten: Migrant. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das heißt, wir haben hier Menschen aus aller Welt (Beifall bei der Liste Pilz sowie bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS), die einen Background haben, über den manche hier vielleicht nicht so gerne etwas hören wollen. (Abg. Gudenus: Die Afghanen haben sicher einen tollen Background!)
Abg. Rädler: Diplômé!
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort gemeldet ist nun Herr Abgeordneter Alois Stöger. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Rädler: Diplômé!)
Demonstrativer Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Lausch. – Abg. Rädler: Das hat seine Diplômé-Ausbildung ausgemacht!
Abgeordneter Alois Stöger, diplômé (SPÖ): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! Liebe Gäste auf der Galerie! Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Herr Finanzminister, ich muss Ihnen zu Ihrer gestrigen Budgetrede gratulieren. (Demonstrativer Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Lausch. – Abg. Rädler: Das hat seine Diplômé-Ausbildung ausgemacht!) Ich habe nachgedacht, was das war. (Abg. Lausch: Und Sie haben sie nicht verstanden!) War es ein Theater? – Nein, kann es nicht gewesen sein, weil Theater, gutes Theater, tiefgründig ist. Das war es nicht. Ein Kabarett war es auch nicht, weil es dafür zu wenig lustig war. Es war eine Revue über das, was man so an Phrasen kennt. Da streut man den Menschen Sand in die Augen, das wird wehtun. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Privatwirtschaft ist ein Fremdwort!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Aber warum sage ich das, Herr Kollege Stöger? – Wenn Sie erklären, wir streuen den Menschen Sand in die Augen, dann hätte ich Ihnen während Ihrer Regierungszeit, als Sie Verkehrsminister waren, Folgendes geraten: Hätten Sie sich doch einmal den Sand aus den Augen gewischt und für dieses Verkehrsministerium gearbeitet, dann wäre vieles nicht in der Situation gewesen, die wir vorgefunden haben. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Schwache Rede!
Kreativität: null! Dieses Nulldefizit ist eine echte Nullnummer, null Ideen, null generationengerecht und null enkelfit. (Beifall bei NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Schwache Rede!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das heißt, Fördermaßnahmen für Personen, die über 50 Jahre und, da sie schwer wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden können, langzeitarbeitsuchend sind (Zwischenruf des Abg. Rädler), werden nun in keiner Weise mehr durch Maßnahmen gefördert. (Abg. Belakowitsch: Sie haben überhaupt keine Ahnung, wovon Sie da reden!)
Abg. Rädler: So ist es!
Das partielle Versagen des Arbeitsmarktes bei dieser Berufsgruppe wird jetzt durch ein Versagen der Sozialpolitik in diesem Bereich noch befördert. Wir können uns den Bereich AMS aber gerne genauer anschauen: Sie streichen unter anderem die Mittel für Integrationsmaßnahmen, etwa für Deutschkurse – minus 260 Millionen Euro –, mit der Begründung, es würden aktuell weniger Menschen kommen. (Abg. Rädler: So ist es!)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Die sind noch nicht asylberechtigt!
Geschätzte Bundesregierung, liebe ÖVP, liebe FPÖ, Sie haben da etwas nicht verstanden, denn nur weil aktuell weniger Menschen kommen, heißt das nicht, dass jene, die bereits da sind und bleiben dürfen, schon Deutsch können oder entsprechend integriert sind. Da braucht es Maßnahmen und es braucht eine dementsprechende Unterstützung! (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Die sind noch nicht asylberechtigt!)
Abg. Rädler: Verschwörungstheorien!
Ich frage mich: Wer sind die eigentlich Mächtigen in diesem Land? Wer hat Ministerin Köstinger angerufen in diesen weniger als 48 Stunden zwischen den beiden Ausschüssen? Wer hat sie zurückgepfiffen? (Abg. Rädler: Verschwörungstheorien!) – Ich sage Ihnen, nicht Kanzler Kurz, auch nicht unsere Minister sind die eigentlich Mächtigen in diesem Land. Die wahre Macht liegt nämlich in den Händen der fossilen Systemerhalter, der Öllobbymächte und Konzerne. Das sind (in Richtung ÖVP) Ihre Einflüsterer, Ihre Großspender, die fossilen Dinosaurier aus der Industriellenvereinigung, aus dem Wirtschaftsbund, aus der Wirtschaftskammer, die in Ihren Ministerien herumspringen, die sogar die Griffel in der Hand haben, mit denen die integrierte Klima- und Energiestrategie geschrieben wird. (Abg. Winzig: Das ist eine Beleidigung für die, die Arbeitsplätze schaffen!) – Ich sage nicht, dass alle Interessenvertreter aus IV, WB und WKO fossile Dinosaurier sind, aber sie haben dort die Macht, sie haben dort noch das Sagen. (Abg. Haubner: Das ist ja auch gut so!) Das sind jene Lobbys, die ihre rückwärtsgewandten Geschäftsmodelle auf Kosten der Menschheit weiterführen und abcashen wollen bis zum bitteren Ende, nach dem Motto: Nach mir die Sintflut. (Abg. Winzig: Keine Ahnung von unseren Betrieben!)
Buh-Rufe bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz – Abg. Rädler: Geht es dir noch gut?
Heute machen 28 Wendehälse im ÖVP-Parlamentsklub eine 180-Grad-Wendung (Buh-Rufe bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz – Abg. Rädler: Geht es dir noch gut?), und etliche Neue machen aus ihrem Rückgrat einen Gartenschlauch. Das ist wirklich beklemmend, wie Sie hier unterwegs sind. Sie wissen, dass es nicht um das Rauchen als solches geht. Jeder und jede soll in Österreich rauchen können. (Abg. Gudenus: Und Sie wollen das Rauchen verbieten?!) Die Freiheit des Rauchens ist natürlich eine persönliche Freiheit, aber die Freiheit des Rauchens ist nicht die Freiheit, andere zu schädigen. Es geht ums Passivrauchen! (Beifall bei den NEOS. – Abg. Gudenus: Das ist ja völlig unlogisch!) – Herr Gudenus, Sie wissen, dass es durch Passivrauchen jeden Tag zwei bis drei tote Österreicher gibt – jeden Tag! Und Sie verlängern dieses Sterben!
Abg. Rädler: Der kommt aus Vorarlberg!
„Ich komme aus der Süd-Oststeiermark,“ (Abg. Rädler: Der kommt aus Vorarlberg!) „bin 30 Jahre alt, Nichtraucher und habe ein Bronchialkarzinom.
Abg. Rädler: Eine Leseübung! Bravo!
Eine zweite Stimme kommt aus Tirol (Abg. Rädler: Eine Leseübung! Bravo!): „Ich habe diesen Dienstag meine Mutter (auch sie hat geraucht) an Lungenkrebs verloren [...]“. – Und Sie schreien da heraus: „Bravo!“ Geht es Ihnen eigentlich noch gut? (Beifall bei den NEOS. – Abg. Stefan: Das hat er ja nicht gewusst! Bei „Tirol“ hat er es gesagt! Das ist doch ein Witz! – Abg. Rädler: Machen Sie nicht so ein Theater!) – Das ist kein Theater, da geht es um Menschen, die sterben! Haben Sie überhaupt irgendein Gespür? (Der Redner schlägt mehrmals mit der Hand auf das Rednerpult.) Haben Sie überhaupt ein Gespür? Das ist unverschämt, was Sie hier machen – unverschämt! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Ich schäme mich für diesen Berufsstand, wenn Sie solche Entscheidungen treffen! Das ist eine Schande! (Neuerlicher, lang anhaltender Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Stefan: Das hat er ja nicht gewusst! Bei „Tirol“ hat er es gesagt! Das ist doch ein Witz! – Abg. Rädler: Machen Sie nicht so ein Theater!
Eine zweite Stimme kommt aus Tirol (Abg. Rädler: Eine Leseübung! Bravo!): „Ich habe diesen Dienstag meine Mutter (auch sie hat geraucht) an Lungenkrebs verloren [...]“. – Und Sie schreien da heraus: „Bravo!“ Geht es Ihnen eigentlich noch gut? (Beifall bei den NEOS. – Abg. Stefan: Das hat er ja nicht gewusst! Bei „Tirol“ hat er es gesagt! Das ist doch ein Witz! – Abg. Rädler: Machen Sie nicht so ein Theater!) – Das ist kein Theater, da geht es um Menschen, die sterben! Haben Sie überhaupt irgendein Gespür? (Der Redner schlägt mehrmals mit der Hand auf das Rednerpult.) Haben Sie überhaupt ein Gespür? Das ist unverschämt, was Sie hier machen – unverschämt! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Ich schäme mich für diesen Berufsstand, wenn Sie solche Entscheidungen treffen! Das ist eine Schande! (Neuerlicher, lang anhaltender Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Anhaltende Zwischenrufe.)
Abg. Gudenus: Sie sind ein Schauspieler! – Abg. Rädler: Sie machen ja nur Theater! Sie machen uns Angst, Herr Strolz! Sie machen uns Angst! – Abg. Belakowitsch: Machen Sie sich nicht lächerlich!
Abgeordneter Mag. Dr. Matthias Strolz (fortsetzend): „Ich habe diesen Dienstag meine Mutter (auch sie hat geraucht) an Lungenkrebs verloren und werde sie heute zu Grabe tragen.“ (Abg. Gudenus: Sie sind ein Schauspieler! – Abg. Rädler: Sie machen ja nur Theater! Sie machen uns Angst, Herr Strolz! Sie machen uns Angst! – Abg. Belakowitsch: Machen Sie sich nicht lächerlich!) – Sie halten das für lächerlich? (Abg. Gudenus: Sie sind lächerlich! – Abg. Belakowitsch: Sie haben nichts zu sagen! – Abg. Stefan: Er hat ja nicht gewusst, dass ihre Mutter stirbt! – Abg. Gudenus:
Abg. Rädler: Und macht ein Theater!
Worum geht es uns? – Uns geht es um den Nichtraucherschutz für Jugendliche. (Abg. Wittmann: Das ist charakterlos!) Da können Sie sich daran beteiligen. Was wollen Sie? – Sie wollen in einem Abänderungsantrag das Rauchverbot in Vereinen aufheben, dort, wo sich Jugendliche versammeln. Dort wollen die NEOS das Rauchverbot aufheben, aber Herr Strolz steht hier (Abg. Rädler: Und macht ein Theater!) und zieht todkranke Menschen vor die Kulisse, um politisch zu agitieren. Das ist der falsche Weg! (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
abgegeben (Zwischenruf des Abg. Riemer) – 120 000 in 21 Tagen, und insgesamt sind es schon knapp 550 000 Unterschriften in nicht einmal zwei Monaten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
die Abgeordneten Lopatka und Rädler: Mit euch war es schwierig!
Das Zweite – ich habe es im Ausschuss schon gesagt –, was ihr da macht, ist: Ihr schwächt eure eigene Ministerin. Ihr nehmt eurer Ministerin Geld weg (Abg. Belakowitsch: Nur euren sozioökonomischen Betrieben!), und auf der anderen Seite freut sich der Finanzminister, dass er Zusatzgeld bekommt. So etwas tut man nicht! Ich weiß, mit der Koalition ist es schwierig (die Abgeordneten Lopatka und Rädler: Mit euch war es schwierig!), aber wenn man genau hinschaut, sieht man, dass genau das der entscheidende Fehler ist. (Ruf bei der ÖVP: Du irrst dich!)
Sitzung Nr. 19
Abg. Rädler: SPÖ ...!
Wir haben die Verpflichtung, Arbeitslosigkeit zu bekämpfen – das muss eine Toppriorität bleiben –, fast 400 000 Menschen in Österreich sind ohne Arbeit und Zukunftsperspektiven. (Abg. Rädler: SPÖ ...!) Die Anstrengungen dürfen da nicht erlahmen! Und was machen Sie? – Sie streichen mit einer unglaublichen Härte und Konsequenz
Beifall und Bravoruf bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Bestandsbewahrer! Nichts darf sich ändern!
Wir fordern von Ihnen, dass die Investitionen in Bildung erhalten bleiben, dass der Ausbau der Ganztagsschulen laut Bildungsinvestitionsgesetz im Zeitplan gehalten wird und dass die Digitalisierungsoffensive an den Schulen weitergeführt wird. Wir fordern von Ihnen, dass Sie heute hier im Haus eine Bestandsgarantie für die AUVA, die Unfallversicherungsanstalt, und ihre Leistungen abgeben. (Beifall und Bravoruf bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Bestandsbewahrer! Nichts darf sich ändern!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Drozda und Rädler.
So sagt die Hex [...]“ – und so weiter und so fort. Ich will nicht alles zitieren. (Zwischenrufe der Abgeordneten Drozda und Rädler.)
Beifall bei Liste Pilz und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Ruf bei der ÖVP – in Richtung Liste Pilz –: Wie geht es denn dem Herrn Pilz mit seiner Anklage? – Abg. Noll – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Bestens, Herr Kollege! – Abg. Rädler: Wie weit ist denn das?
Das ist in Wirklichkeit, meine Damen und Herren, der Hyperlativ der Verluderung des Rechtsstaates, und dafür sind Sie verantwortlich! (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS. – Ruf bei der ÖVP – in Richtung Liste Pilz –: Wie geht es denn dem Herrn Pilz mit seiner Anklage? – Abg. Noll – auf dem Weg zu seinem Sitzplatz –: Bestens, Herr Kollege! – Abg. Rädler: Wie weit ist denn das?)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe heute – ich weiß nicht, wie es Ihnen geht – von den Regierungsparteien unglaublich viele Märchenbeiträge gehört, also mit Dichtung und Wahrheit nehmen Sie es offenbar nicht so genau. Sie bringen hier Halbwahrheiten zur Sprache, Sie lassen etwas weg und vergessen, Tatsachen auf den Tisch zu legen. Ich darf Ihnen jetzt folgende vier Tatsachen kundtun. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Warum haben Sie es nicht gemacht?
Und die Leistungen der Frauen, die großartigen Leistungen der Frauen? – Bei 40 Arbeitsjahren werden sie, wenn sie arbeitslos waren, wenn sie Kinder bekommen haben, wenn sie krank waren, nie und nimmer von dieser Erhöhung der Mindestpension profitieren. Es braucht zumindest die Anrechnung der Kindererziehungszeiten (Abg. Rädler: Warum haben Sie es nicht gemacht?), Herr Rädler, es braucht die Anrechnung der Kindererziehungszeiten, damit wenigstens einige Frauen etwas davon haben. – Wieder so ein Placebo, das Sie in die Welt geschickt haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler – aufgrund des im Vergleich zum Vorredner ruhigen Tonfalls des Redners –: Schreien Sie nicht so! – Heiterkeit bei der ÖVP.
Wir diskutieren jetzt das Budget. Kollege Kopf hat vorhin auf eine Diskussion verwiesen und dabei in vielem recht behalten. Natürlich ist die Steuer- und Abgabenquote in erster Linie davon abhängig, was wir uns hier ausmachen, was wir gemeinsam regeln und was jeder privat macht. (Abg. Rädler – aufgrund des im Vergleich zum Vorredner ruhigen Tonfalls des Redners –: Schreien Sie nicht so! – Heiterkeit bei der ÖVP.) – Danke für den Hinweis. Natürlich stimmt das, da hat Kollege Kopf recht, man kann die Steuer- und Abgabenquote ganz einfach senken, indem man zum Beispiel sagt: Wir privatisieren das Gesundheitssystem, wir schließen zum Beispiel die AUVA, bei Unfällen muss halt dann jeder für sich selber die Sachlage irgendwie klären! (Abg. Gudenus: Das ist ja ein Gschichterl, bitte!) So kann man ganz schnell die Steuer- und Abgabenquote senken, das ist aber nicht der Weg, den wir gehen wollen. Wir sind der Meinung, dass wir gute öffentliche Leistungen brauchen, dass wir ein gutes Gesundheitssystem, ein gutes Bildungssystem, ein gutes Pensionssystem brauchen – und nicht Kürzungen! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rosenkranz: Wieso haben Sie dann in der letzten Zeit immer so viel Mist gebaut?)
Abg. Rädler: Können Sie ja hingehen!
Genau in der Frage der Sicherheit haben wir das jetzt vorexerziert bekommen. Sie haben im Wahlkampf mit Ihren Kolleginnen und Kollegen vonseiten der FPÖ das Thema Sicherheit ganz in den Vordergrund gestellt: Es muss mehr Sicherheit her, wir müssen mehr für die Sicherheit machen! – Und was sehen wir nunmehr im Budget? – Die Justiz wird komplett zertrümmert, meine Damen und Herren, und heute, in 10 Minuten, um 12 Uhr, findet im Justizpalast eine Protestveranstaltung der Richterinnen und Richter, StaatsanwältInnen, OberlandesgerichtspräsidentInnen statt (Abg. Rädler: Können Sie ja hingehen!) – ich glaube, das letzte Mal war das unter Böhmdorfer der Fall –, denen man bei Gott nicht unterstellen kann, dass sie Linkslinke oder Radikale und Revolutionäre sind.
Abg. Rädler: Nachhilfe!
Erklären Sie mir, wie das jetzt geschehen soll (Abg. Rädler: Nachhilfe!), da es ja geheißen hat, man wird das aus den Rücklagen abdecken! (Abg. Rädler: Sie kriegen dann Nachhilfe!) Diese Rücklagen, das ist kein Geld, das im Ministerium liegt (Abg. Steinacker: Das wissen wir, aber ...!), das ist nicht wie bei einem Unternehmen, wo jemand etwas gespart hat, und dann hat er das Geld da liegen und kann es dafür verwenden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steinacker. – Abg. Jarolim: Bitte sich vorher zu informieren, Frau Kollegin Steinacker!) Das sind nicht ausgenützte Budgetposten, die bisher nicht budgetwirksam geworden sind, die auch nicht defizitwirksam geworden sind. Die sind bisher nicht finanziert. (Abg. Steinacker: Aber der Finanzminister hat gesagt, dass ...!) – Aber das wird nicht ausreichen!
Abg. Rädler: Sie kriegen dann Nachhilfe!
Erklären Sie mir, wie das jetzt geschehen soll (Abg. Rädler: Nachhilfe!), da es ja geheißen hat, man wird das aus den Rücklagen abdecken! (Abg. Rädler: Sie kriegen dann Nachhilfe!) Diese Rücklagen, das ist kein Geld, das im Ministerium liegt (Abg. Steinacker: Das wissen wir, aber ...!), das ist nicht wie bei einem Unternehmen, wo jemand etwas gespart hat, und dann hat er das Geld da liegen und kann es dafür verwenden. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Steinacker. – Abg. Jarolim: Bitte sich vorher zu informieren, Frau Kollegin Steinacker!) Das sind nicht ausgenützte Budgetposten, die bisher nicht budgetwirksam geworden sind, die auch nicht defizitwirksam geworden sind. Die sind bisher nicht finanziert. (Abg. Steinacker: Aber der Finanzminister hat gesagt, dass ...!) – Aber das wird nicht ausreichen!
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Es klingt dann etwas komisch für mich, wenn man sich hierher stellt und jetzt die guten Lösungen hätte, die man zehn Jahre nicht umgesetzt hat. Das muss ich wirklich sagen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) Das sollte man, wenn man das Budget seriös kritisiert, nicht machen. Ich glaube, das haben Sie auch nicht notwendig, nämlich Sachen aufs Tapet zu bringen, bei denen man selbst jahrelang, jahrzehntelang weggeschaut hat und es einfach hat geschehen lassen. (Zwischenruf der Abg. Duzdar.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Rädler.
Abgeordneter Dr. Harald Troch (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! (Abg. Jarolim: Harald, kannst du das bitte richtigstellen? Das sind so viele falsche Sachen! – Abg. Neubauer: Das ist eure Eigendefinition!) Zum ersten Budget der schwarz-blauen Bundesregierung kann ich für das Kapitel Justiz nur sagen: mehr Schein als Sein. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Hammer und Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ganz im Gegenteil! Letztes Jahr war das subjektive Sicherheitsempfinden nach den Kennzahlen ja sogar höher als das, was Sie für 2018 und 2019 planen. Klar streben wir einen Wert an, der höher als 2015 ist. 2015 war auch ein sehr turbulentes Jahr. Aber im Vergleich zu 2016 und auch im längerfristigen Vergleich – ich habe mir ja die Zahlen seit 2011 angeschaut – haben Sie nicht vor, das Sicherheitsgefühl, das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken, sondern im Gegenteil: Ihr Ziel ist niedriger als die tatsächlichen Werte vom letzten Jahr. (Abg. Rosenkranz: Es ist auch besser, die objektive Sicherheit zu stärken! Wir sind ja nicht bei einer Gefühlsdebatte!) – Vollkommen richtig, Herr Rosenkranz, wir sind nicht bei einer Gefühlsdebatte. Der Herr Innenminister hat ja auch zu Beginn, bei seiner Antrittsrede gesagt, die Sicherheitslage in Österreich sei sehr gut, aber das subjektive Empfinden eben nicht, und das müssen wir stärken. (Abg. Rosenkranz: Und wodurch? Durch objektive Sicherheit!) Und ich will Ihnen zeigen, dass der Herr Innenminister dieses eben nicht stärkt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Katastrophe!
Ich muss Ihnen ehrlich sagen, ich verstehe das nicht. Mit diesem vermeintlich größten Sicherheitsbudget der Zweiten Republik müsste einfach mehr drinnen sein. Aber vielleicht verfolgen Sie auch ganz andere Ziele. Vielleicht ist es Ihr Ziel, das subjektive Sicherheitsgefühl mit gezieltem Populismus weiter zu senken, um den Nährboden für weitere Wahlerfolge Ihrer Partei vorzubereiten. (Abg. Rädler: Katastrophe!) Oder setzen Sie sich die Ziele absichtlich so niedrig, sodass Sie sie am Ende problemlos erreichen können? Beide Möglichkeiten sprechen nicht für Sie. (Abg. Deimek: Es gibt noch eine dritte Möglichkeit, die Sie gar nicht kennen, die Sie gar nicht für möglich halten!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage Ihnen, dass unsere Exekutive ausgezeichnete Arbeit leistet. (Abg. Duzdar: Das hat ja niemand bezweifelt! – Abg. Plessl: Das können wir bestätigen!) Die Aufklärungsquote ist auf einem Rekordhoch und in vielen, vielen Bereichen der Kriminalität gelingt es, die Entwicklungen in eine richtige Richtung zu bringen und sie zurückzudrängen. Ich gratuliere allen Polizistinnen und Polizisten dazu – und zwar genau deshalb, weil sie sich all das mühsam erarbeiten und in manchen Bereichen auch erkämpfen müssen, gegen Rahmenbedingungen, die eben nicht so sind, wie sie in vielen Fällen sein sollten. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Fichtinger und Rädler.
Ein weiterer Teil geht in den Bereich der Grenzraumüberwachung. Hier wird aufgestockt, weil ich so etwas, wie es dies 2015 in diesem Land gegeben hat, nie mehr erleben will und weil wir das der österreichischen Bevölkerung nicht zumuten können. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Fichtinger und Rädler.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
sind davon einigermaßen weit entfernt, möchte ich sagen. Das bedeutet für uns die Verpflichtung, alle Maßnahmen zu setzen, damit wir selbst für die Bedrohungen jederzeit entsprechend gerüstet sind und darauf reagieren können. Das ist eine große Lehre aus den Jahren 2015 und folgende. Ich erlebe überall, wo ich mit den Menschen darüber rede, großen Zuspruch für und große Übereinstimmung mit dieser aktiven Politik, die nach vorne schaut. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: ... Zustände!
Sie kritisieren einen Bundesminister, der das beste und sicherste Budget liefert, einen Bundesminister, der aufgestockt hat. Für das Personal hat er 2 100 Planstellen zusätzlich vorgesehen, 2 000 weitere Ausbildungsplätze sind geplant – und das kritisieren Sie? Ja welch ein Sicherheitsbudget wollen Sie in Zukunft haben? Was wollen Sie? (Zwischenruf der Abg. Yılmaz.) Keine Polizisten, niemanden am Praterstern, nur Asylwerber, nur Verbrecher, nur Drogendealer – was wollen Sie eigentlich? Wir haben das gemacht, unser Bundesminister war fähig, dort jeden Tag die Polizei hinzuschicken. Es gab jeden Tag ein Planquadrat an jeder Ecke. (Abg. Rädler: ... Zustände!) Das ist das Problem, das wir gehabt haben. Das wird es hoffentlich in Zukunft nicht mehr geben.
Abg. Rädler: Was Sie gesät haben!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Herren Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren im Haus und vor den Schirmen! Es gibt in der Verkehrspolitik anscheinend drei Phänomene: Eines dürfte ein österreichisches Spezifikum sein, nämlich dass bei jeder Debatte der Ortsteil Hasendorf erwähnt wird. Das Zweite ist, dass Verkehrspolitik so ist, dass man meistens das erntet, was andere gesät haben (Abg. Rädler: Was Sie gesät haben!), und dann sät, damit andere etwas ernten können; die Zeiträume sind relativ lang. Das Dritte ist, dass Verkehrspolitik unglaublich viele andere Politikfelder beeinflusst und wesentliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen hat. Deshalb, geschätzte Damen und Herren, ist sie mit sehr, sehr großer Verantwortung verbunden. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Herr Präsident! Herren Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren im Haus und vor den Schirmen! Es gibt in der Verkehrspolitik anscheinend drei Phänomene: Eines dürfte ein österreichisches Spezifikum sein, nämlich dass bei jeder Debatte der Ortsteil Hasendorf erwähnt wird. Das Zweite ist, dass Verkehrspolitik so ist, dass man meistens das erntet, was andere gesät haben (Abg. Rädler: Was Sie gesät haben!), und dann sät, damit andere etwas ernten können; die Zeiträume sind relativ lang. Das Dritte ist, dass Verkehrspolitik unglaublich viele andere Politikfelder beeinflusst und wesentliche Auswirkungen auf das Leben der Menschen hat. Deshalb, geschätzte Damen und Herren, ist sie mit sehr, sehr großer Verantwortung verbunden. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was mich aber ganz besonders wundert und auch ein wenig ärgert, ist, dass vor der letzten niederösterreichischen Landtagswahl niederösterreichische ÖVP-Landespolitiker bergauf und bergab gefahren sind und man in jedem Bezirk Versprechungen abgegeben hat, was nicht alles kommen mag. Wenn man sich dann den Rahmenplan ansieht, muss man erkennen, dass über die meisten dieser Versprechungen leider nichts zu finden ist: so zum Beispiel nichts über den Ausbau der Franz-Josefs-Bahn oder die notwendigen Kreuzungsbahnhöfe der S 2 auf der Strecke Wolkersdorf–Laa a.d. Thaya. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Das finde ich schon sehr, sehr schade, dass immer versprochen wird und dann, wenn es darum geht, Nägel mit Köpfen zu machen, nichts getan wird. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im Jahr 2019 in einer Garnisonsstadt wie Villach 300 000 Euro für Infrastrukturmaßnahmen auszugeben, das wird wohl ein bisschen sehr, sehr wenig sein! Noch dazu habe ich Sie das nicht gefragt, ich habe Sie nämlich ganz klar nach den Investitionen für das Land Kärnten gefragt und darauf habe ich auch keine Antwort bekommen. Sie haben vorhin selbst gesagt, Sie haben noch Antworten, vielleicht können Sie uns diese noch nachreichen. Ich hätte sie ganz gerne schriftlich von Ihnen, das muss ich auch dazusagen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich denke, es wird Zeit, dass sich der Minister nicht nur etwas überlegt, sondern endlich Rahmenbedingungen schafft. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Eine perfekt vorbereitete Strukturreform seiner Vorgängers Doskozil hat er einfach mit der Hand weggewischt und abgesagt. Was mir jetzt fehlt, das sind die verteidigungspolitischen Vorstellungen von Ihnen und die Strategie dahinter. Es gibt unter Ihnen, Herr Minister, bisher nur ein Verwalten der Landesverteidigung, es gibt keine Ziele, kein aktives Gestalten, keine Zukunft und keine Inhalte. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: ... in Stein gemeißelt!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Johann Höfinger. – Bitte. (Abg. Rädler: ... in Stein gemeißelt!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... abschaffen!
Man darf aber nicht vergessen, dass dieses Budget jahrzehntelang von ÖVP-Ministern im Verteidigungsministerium und im Finanzministerium in Grund und Boden gewirtschaftet wurde und unter Hans Peter Doskozil, das haben jetzt alle bestätigt, ein Aufwärtstrend eingeleitet wurde, auf dem jetzt der neue Verteidigungsminister gut aufbauen kann. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... abschaffen!)
Abg. Rädler: Hallo! – Abg. Hafenecker: Das war nicht sehr gräflich, Herr Graf!
Das ist aber nicht möglich, weil wir eben diesen Schuldenberg haben. Wir kommen mit 39 000 Euro Schulden auf die Welt, und das wird sich auch mit Ihrem Budget nicht ändern. (O-ja-Ruf bei der FPÖ.) – Na ja, dann können Sie nicht rechnen. Sie erzählen uns groß vom Überschuss, den Sie 2019 haben werden. 500 Millionen Euro gegenüber 290 Milliarden Euro, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Da bleibt nichts zur Schuldentilgung über. (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Ganz ehrlich? Ganz ehrlich, das ist eine Verarschung jedes ... (Abg. Rädler: Hallo! – Abg. Hafenecker: Das war nicht sehr gräflich, Herr Graf!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Doch damit, sehr geehrte Damen und Herren, ist endgültig Schluss. Zum ersten Mal werden wir mit diesem Budget mehr einnehmen als ausgeben, und das ist eine generationengerechte Politik, das ist eine jugendgerechte Politik in diesem Land. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Gestatten Sie mir bitte noch ein paar Gedanken zum Thema Jugend: Vor den Wahlen sind Jugendliche und junge Wähler immer das Zielobjekt der wahlwerbenden Parteien, nach den Wahlen ist es aber relativ schnell wieder vorbei. Da hört man nicht mehr so viel, da verschwinden diese Themen ein bisschen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir haben heute das erste Mal auch ein bisschen etwas über Jugendthemen gehört. Von den VorrednerInnen ist es das erste Mal von Kollegin Berger angesprochen worden.
Abg. Rädler: Warum gehen Sie nicht gleich zur SPÖ? Sie Linker!
Dann schaue ich ins Budget – und deswegen ist mein Schmerz aufgrund dieses Budgets ein dreifacher –: Sie gehen im Bereich der Chancengerechtigkeit keinen Schritt voran. (Abg. Rädler: Warum gehen Sie nicht gleich zur SPÖ? Sie Linker!) Das Thema Chancenindex, das Thema Sozialindex wurde zwar von der letzten Regierung angerissen, aber Sie befüllen es nicht mit Zahlen. Sie werden es nicht machen, weil Sie die Spaltung der Gesellschaft weiter vorantreiben wollen. Das ist Ihr Thema! (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie stellen sich hierher und referieren über Brennpunktschulen. Mit Ihrer Politik befeuern Sie die Brennpunktschulen (Zwischenruf des Abg. Rädler), damit Sie anschließend einen Flächenbrand haben und so Ihr politisches Geschäftsmodell weiter betreiben können. – Das ist das Problem! (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Abg. Belakowitsch: Nein, da schalten ... sie ab! – Abg. Rädler: In den Kinderzimmern ...!
In den Kinderzimmern ist die Digitalisierung angekommen (Abg. Belakowitsch: Nein, da schalten ... sie ab! – Abg. Rädler: In den Kinderzimmern ...!), aber nicht in Ihren Köpfen, und mit Ihrem Budget wird sie auch im Klassenzimmer nicht ankommen. Das ist ein echtes Problem.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was ich spannend finde: Sie reden immer wieder über mehr Geld im Zusammenhang mit Integration. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Wir reden da einerseits von Pflicht und andererseits – und das fehlt mir in der Debatte, Herr Kollege Strolz, auch bei Ihnen ein bisschen – müssen wir darüber reden: Wo ist denn der Integrationswille derer, die zu uns kommen? Das ist ein Punkt, der in den letzten Jahren viel zu wenig diskutiert worden ist, wo man den Menschen, die aus welchen Gründen auch immer zu uns kommen, klarmachen muss: Es muss auch den Willen geben, sich zu integrieren. Dieser fehlt mir nämlich vielfach. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Gamon: Wir reden von Kindern!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Warum darf Heinisch-Hosek nicht reden? – Ruf: Nur dazwischenreden, und nicht einmal ...! – Abg. Loacker: Geht’s, gebt der Rednerin 2 Minuten!
Mit diesem Budget, meine Damen und Herren, geschätzte Kollegen, ist ein erster Schritt gemacht. Aufgrund der Voraussetzungen ist es sicher keine einfache Geschichte, es werden aber noch, dessen können Sie gewiss sein, viele weitere Schritte kommen. – Danke. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Warum darf Heinisch-Hosek nicht reden? – Ruf: Nur dazwischenreden, und nicht einmal ...! – Abg. Loacker: Geht’s, gebt der Rednerin 2 Minuten!)
Abg. Rädler: Ihr Rezept?
Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist Ihnen offensichtlich besonders wichtig (Abg. Rädler: Ihr Rezept?), dass die 66 Millionen Euro an Spielgeld für die Herren Kurz und Strache, damit sie sich besser in Szene setzen können, gesichert sind. Wichtig wäre, das Geld zu nehmen und für bessere Bildungschancen für die Kinder und jungen Menschen in unserem Land zu sorgen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Leere Worthülsen!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Leere Worthülsen!
Sehr geehrte Damen und Herren! Es ist Ihnen offensichtlich besonders wichtig (Abg. Rädler: Ihr Rezept?), dass die 66 Millionen Euro an Spielgeld für die Herren Kurz und Strache, damit sie sich besser in Szene setzen können, gesichert sind. Wichtig wäre, das Geld zu nehmen und für bessere Bildungschancen für die Kinder und jungen Menschen in unserem Land zu sorgen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Leere Worthülsen!)
Abg. Rädler: Wir sind ja nicht bei der Liste Pilz!
Wenn man aber einen Blick auf die Landschaft wirft, die von dieser Sonne beschienen wird, dann sieht man, dass die Mehrheitsfraktionen hier im Haus vorhaben – oder es zum Teil auch schon getan haben –, einige autokratische Bäumchen zu pflanzen, die durchaus in der Lage sind, ganz antidemokratische Triebe auszubilden. (Abg. Rädler: Wir sind ja nicht bei der Liste Pilz!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer – in Richtung der das Rednerpult verlassenden Abg. Rendi-Wagner –: War das die Abschiedsrede? – Abg. Rädler: Auf nach Wien!
Es ist eigentlich ganz einfach: Alles, was die Menschen in diesem Lande wollen, ist, gesund zu bleiben und zu wissen, dass sie im Krankheitsfall in unserem Land gut, ja bestens versorgt sind. Genau das, Frau Bundesministerin, ist in Ihrer Hand. Genau das ist in Ihrer Verantwortung. Ich appelliere daher an Sie: Fangen Sie endlich an, Gesundheitsministerin zu sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Neubauer – in Richtung der das Rednerpult verlassenden Abg. Rendi-Wagner –: War das die Abschiedsrede? – Abg. Rädler: Auf nach Wien!)
Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren von FPÖ und ÖVP! Sie haben sich gewiss keinen Gefallen damit getan, das erste Verlangen der SPÖ abzulehnen, denn durch diese Ablehnung haben Sie uns erst die Möglichkeit gegeben, uns hier einzubringen und das Verlangen gemeinsam mit den anderen Oppositionsparteien wesentlich weiterzuentwickeln. (Beifall bei der Liste Pilz und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Einen Fehler haben sie gemacht!
In juristischer und politischer Präzisionsarbeit haben wir ein Verlangen erarbeitet, welches in entscheidenden Punkten über das alte hinausgeht. (Abg. Rädler: Einen Fehler haben sie gemacht!) Diese Weiterentwicklung hat dazu geführt, dass wir Missstände im Verfassungsschutz nicht nur in den letzten fünf Jahren prüfen werden, sondern die letzten zehn Jahre untersuchen werden. So haben wir auch die Möglichkeit, nicht nur die versuchte Machtübernahme der FPÖ genauestens zu untersuchen, sondern insbesondere auch das ÖVP-Netzwerk. Wir werden untersuchen, ob dieses ÖVP-Netzwerk in den letzten zehn Jahren unseren Verfassungsschutz auf Kosten unserer Sicherheit und für parteipolitische Zwecke politisch beeinflusst hat. Diese politisch motivierte Einflussnahme durch das Innenministerium und seine hochrangigen Kabinettsmitarbeiter müssen wir im Parlament genau prüfen und untersuchen. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ.)
Abg. Rädler: Des Peter Pilz!
Beteiligen Sie sich an der Aufarbeitung der Missstände im Verfassungsschutz! Wir brauchen einen funktionierenden Verfassungsschutz. (Abg. Rosenkranz: Genau!) Wir werden sicherstellen, dass dieser Verfassungsschutz kein Verfassungsschutz der FPÖ ist und auch kein Verfassungsschutz der ÖVP (Abg. Gudenus: Peter Pilz ist der höchste Verfassungsschützer!), sondern ein Verfassungsschutz (Abg. Rädler: Des Peter Pilz!) dieser Republik Österreich (Abg. Rädler: Danke, Peter!), der Bürgerinnen und Bürger Österreichs.
Abg. Rädler: Danke, Peter!
Beteiligen Sie sich an der Aufarbeitung der Missstände im Verfassungsschutz! Wir brauchen einen funktionierenden Verfassungsschutz. (Abg. Rosenkranz: Genau!) Wir werden sicherstellen, dass dieser Verfassungsschutz kein Verfassungsschutz der FPÖ ist und auch kein Verfassungsschutz der ÖVP (Abg. Gudenus: Peter Pilz ist der höchste Verfassungsschützer!), sondern ein Verfassungsschutz (Abg. Rädler: Des Peter Pilz!) dieser Republik Österreich (Abg. Rädler: Danke, Peter!), der Bürgerinnen und Bürger Österreichs.
Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Rädler: Danke, Peter!
Das ist unser gemeinsames Ziel. Daran wird uns auch niemand hindern, denn die Sicherheit hier im Lande ist zu wichtig, um sie der schwarz-blauen Parteipolitik zu opfern. – Vielen Dank. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Rädler: Danke, Peter!)
Sitzung Nr. 21
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im ersten Abänderungsantrag wurde das zu Recht, weil man das bekannte Gold Plating ja vermeiden wollte, umgeändert auf natürliche Personen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was passiert jetzt? – Jetzt steht wieder „jedermann“ drinnen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Rädler, halten Sie sich ein bisschen zurück! Das tut Ihnen gut und der Hygiene des Hauses auch. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im ersten Abänderungsantrag wurde das zu Recht, weil man das bekannte Gold Plating ja vermeiden wollte, umgeändert auf natürliche Personen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Was passiert jetzt? – Jetzt steht wieder „jedermann“ drinnen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Herr Rädler, halten Sie sich ein bisschen zurück! Das tut Ihnen gut und der Hygiene des Hauses auch. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
(Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Das Problem dabei ist nur, dass ÖVP und FPÖ gar nicht im System sparen, sondern hier einen billigen Showeffekt erzeugen wollen. Die Parteienförderung in Österreich ist die höchste Europas, die zweithöchste weltweit, nur Japan ist noch vor uns. Wir haben eine Parteienförderung (Zwischenruf des Abg. Rädler) von 142 Millionen Euro jährlich – 142 Millionen Euro, Herr Kollege Rädler; Sie wissen, was man mit dem ganzen Geld machen könnte. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf: Der Rädler weiß gar nichts!) Es gibt auch noch eine üppige Förderung, natürlich auch für Parlaments- und Landtagsklubs, was sehr positiv ist, weil dort die parlamentarische Arbeit passiert, und es gibt eine Förderung für die politischen Akademien. Insgesamt erhalten die österreichischen Parteien und Klubs mehr als 200 Millionen Euro jährlich, und das ist, wie gesagt, die höchste Parteienförderung Europas.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf: Der Rädler weiß gar nichts!
Das Problem dabei ist nur, dass ÖVP und FPÖ gar nicht im System sparen, sondern hier einen billigen Showeffekt erzeugen wollen. Die Parteienförderung in Österreich ist die höchste Europas, die zweithöchste weltweit, nur Japan ist noch vor uns. Wir haben eine Parteienförderung (Zwischenruf des Abg. Rädler) von 142 Millionen Euro jährlich – 142 Millionen Euro, Herr Kollege Rädler; Sie wissen, was man mit dem ganzen Geld machen könnte. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf: Der Rädler weiß gar nichts!) Es gibt auch noch eine üppige Förderung, natürlich auch für Parlaments- und Landtagsklubs, was sehr positiv ist, weil dort die parlamentarische Arbeit passiert, und es gibt eine Förderung für die politischen Akademien. Insgesamt erhalten die österreichischen Parteien und Klubs mehr als 200 Millionen Euro jährlich, und das ist, wie gesagt, die höchste Parteienförderung Europas.
Abg. Gudenus: Wie der Herr Kern! – Abg. Rädler: Kern, Schieder ...! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP
Nun möchte ich noch kurz auf die im Gesetz enthaltene Möglichkeit zur Direktvergabe im Eisenbahnbereich eingehen, und da muss ich schon sagen, es ist schon allerhand! Ich kann Kollegen Ottenschläger leider nicht persönlich ansprechen, er befindet sich schon seit Längerem nicht im Saal (Abg. Gudenus: Wie der Herr Kern! – Abg. Rädler: Kern, Schieder ...! – weitere Zwischenrufe bei der ÖVP), denn es hat einer sehr groß angelegten Sozialpartnerkampagne zwischen Wirtschaftskammer und Gewerkschaft Vida „Sag Ja zur Bahn in Rot Weiß Rot“ bedurft, dass das jetzt endlich auch umgesetzt werden konnte. – Ich freue mich ja, wenn Sie klüger werden, wenn Sie gescheiter werden, wenn Sie auf unsere Vorschläge eingehen und im Sinne der österreichischen Unternehmen Ihre Meinung zum Besseren ändern.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das heißt, diese Maßnahme des Bundestrojaners ist ausschließlich gegen die durch die Menschenrechte gewährleisteten Persönlichkeitsrechte gerichtet, und nicht gegen den Terrorismus, den Sie vorgeben zu bekämpfen. Sie stellen unsere freiheitliche Ordnung infrage, indem Sie Angst produzieren und glauben, mit dieser Angst alles rechtfertigen zu können. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das müssen Sie in Peking sagen, aber da waren Sie ja nicht mit!
In China werden für jeden Bürger und jede Bürgerin Sozialkonten eingerichtet, worauf genau verzeichnet ist, was jemand tut, mit wem er Kontakt hat, wie er sich benimmt. Man kann nun sicher sein, dass dadurch Regelverstöße verhindert werden, dass die zurückgedrängt werden. (Abg. Rädler: Das müssen Sie in Peking sagen, aber da waren Sie ja nicht mit!) Ist es aber das, was wir wollen? Ist das unsere Vorstellung von einer Gesellschaft, in der man sich überlegen muss: Darf ich das noch tun oder ist es vielleicht besser, wenn ich das unterlasse? (Zwischenruf des Abg. Lugar.)
Beifall bei NEOS und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie können sich sicher fühlen!
Für mich ist das in einem gewissen Sinn ein konservatives Paradoxon. Einerseits sage ich den Frauen: Bei uns ist es so sicher, du kannst in der Nacht alleine nach Hause gehen, aber Vater Staat beobachtet, ob du vielleicht nicht doch zu zweit bist und ob dein Schritt noch ganz sicher ist. (Abg. Rosenkranz: Nein!) Das ist mit einer klugen konservativen Politik nicht vereinbar. – Danke. (Beifall bei NEOS und Liste Pilz sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Sie können sich sicher fühlen!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was der Herr Innenminister – er ist ja nicht mehr hier – als Sicherheitspaket bezeichnet, ist in Wirklichkeit ein umfassendes Überwachungspaket. (Abg. Mölzer: Haben Sie Angst?) Es ist unsere Aufgabe, das zu betonen und auch immer wieder zu sagen. Ich sage es auch in seinen Worten, denn vor nicht allzu langer Zeit hat er von einem Überwachungspaket wie in der DDR gesprochen. Nun ist plötzlich alles ganz anders (Zwischenruf des Abg. Herbert): Seit er in der Regierung ist, kann er sich nicht mehr daran erinnern, was er damals gesagt hat. Heute hat er sogar gesagt, dass er gescheiter geworden ist. Vielleicht ist er ja gescheiter geworden, weil er als Innenminister nun überall mitlesen kann. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Nun hält er Plädoyers für genau dieses Überwachungspaket: Das ist wirklich beschämend für die FPÖ. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Konrad Antoni (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! Die Tagesordnungspunkte, die jetzt in wenigen Minuten zur Beschlussfassung gelangen, sollten uns wahrlich große Sorge bereiten, weil diese Regierung die Meinung vertritt, dass unsere gut ausgebildete und professionell arbeitende Polizei nicht mehr alleine in der Lage ist, die Sicherheit in unserem Land zu gewährleisten. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Darum sollen jetzt sogenannte Sicherheitsforen installiert werden. Bürgerinnen und Bürger, die sich freiwillig melden können, sollen Teil der Sicherheitsforen sein. Sie werden dann die Menschen in ihrer Umgebung, ihre Nachbarn, beobachten, ob ihnen etwas nicht geheuer vorkommt, und das alles natürlich unter dem Aspekt der Sicherheit. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das ist das Kernproblem!
An etwas anderes können Sie aber schon denken. Denken Sie als Autofahrer in Österreich daran, dass Sie jeden Tag bei der Section Control und bei der Überwachung, ob Sie eine Vignette geklebt haben, immer gefilmt werden! Nach Meinung der Oppositionsparteien ist das vollkommen in Ordnung. Wenn Sie aber einer sind, der einen terroristischen Anschlag machen möchte, wenn Sie ein Drogenkurier sind oder wenn Sie einer sonstigen organisierten Kriminalität, vielleicht dem Mädchenhandel, Frauenhandel, Menschenhandel, nachgehen wollen, dann ist das für die Opposition ein Eingriff in Grund- und Freiheitsrechte. (Abg. Rädler: Das ist das Kernproblem!) – Nein, das Kernproblem ist das, dass Herr Kern nie da ist. Das ist eigentlich das Kernproblem; auch gestern bei der Budgetabstimmung: abgemeldet. (Heiterkeit und Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
In etwas mehr als zwei Monaten tagt wiederum der Kongress der Delegierten aus vielen Ländern der Welt, der Kongress der Denkmalschützer und der Welterbespezialisten (Zwischenruf des Abg. Rädler) der Unesco, und Österreich hat seine Hausaufgaben nicht gemacht, um deren Erledigung es von der Unesco gebeten wurde. (Präsident Sobotka übernimmt den Vorsitz.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Bundesminister, Sie wissen das seit Kurzem, so wie ich es seit Langem weiß: Österreich hat sich selbst in Bedrängnis gebracht und steht damit auf derselben Stufe wie Länder, die von Krieg, Krisen und Katastrophen geschüttelt werden. Dafür, glaube ich, hat die Unesco zu Recht kein Verständnis, und dringlich ist es deswegen, weil in zwei Monaten diese Konferenz, wie gesagt, neuerlich zusammentreten und darüber entscheiden wird (Zwischenruf des Abg. Rädler), ob das Weltkulturerbe Innere Stadt, das Zentrum Wiens, weiterhin ein solches bleiben wird oder ob Wien, ob Österreich diesen Titel definitiv verlieren wird (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), denn irgendwann einmal wird auch der Unesco der Kragen platzen. Seit sechs Jahren steht Österreich jedes Jahr mit demselben Thema an oberster Stelle der Tagesordnung. (Beifall bei der Liste Pilz.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Bundesminister, Sie wissen das seit Kurzem, so wie ich es seit Langem weiß: Österreich hat sich selbst in Bedrängnis gebracht und steht damit auf derselben Stufe wie Länder, die von Krieg, Krisen und Katastrophen geschüttelt werden. Dafür, glaube ich, hat die Unesco zu Recht kein Verständnis, und dringlich ist es deswegen, weil in zwei Monaten diese Konferenz, wie gesagt, neuerlich zusammentreten und darüber entscheiden wird (Zwischenruf des Abg. Rädler), ob das Weltkulturerbe Innere Stadt, das Zentrum Wiens, weiterhin ein solches bleiben wird oder ob Wien, ob Österreich diesen Titel definitiv verlieren wird (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler), denn irgendwann einmal wird auch der Unesco der Kragen platzen. Seit sechs Jahren steht Österreich jedes Jahr mit demselben Thema an oberster Stelle der Tagesordnung. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Abg. Rädler: ... Verantwortung hat!
Ich nehme an, dass Sie alle wissen, wovon ich spreche: Im historischen Zentrum von Wien, im Kerngebiet des Weltkulturerbes, sollen zwei Hochhäuser entstehen, Hochhäuser, die dazu dienen, dass in den obersten Stockwerken ein paar Luxuswohnungen gebaut werden, von denen die Aussicht auf das historische Zentrum Wiens besonders gut ist. Genau das ist etwas, wozu viele Menschen in Österreich sagen: Dieses Projekt kann nicht sein, dieses Projekt muss auf Widerstand stoßen (Abg. Rädler: ... Verantwortung hat!), dieses Projekt ist so, wie es jetzt in Bezug auf die Flächenwidmung ermöglicht wird, unerträglich und widerspricht diametral den Interessen eines Landes, das sich Kulturnation nennt und das eigentlich vorbildlich darauf achten müsste, dass das, was ihm anvertraut wurde und was Welterbe ist, auch geschützt wird.
Abg. Rädler: Die NEOS!
Das Problem ist die verantwortliche Politik, und ich glaube, sie hätte die Pflicht, diese Entwicklung zu stoppen, zu bremsen. Immer öfter diktieren die Investoren, von denen ich glaube, dass sie besser als Spekulanten bezeichnet werden – die Tojners, Haselsteiners, Lenikus’, Soravias, Benkos, wie auch immer sie alle heißen (Abg. Rädler: Die NEOS!) –, was zu genehmigen ist. Sie bestimmen, was zu genehmigen ist, und nicht das Denkmalamt und nicht die Politik. (Abg. Rädler: Läuft wie geschmiert mit den NEOS!) Die Politik schaut zu, hilft sogar und trifft hinter verschlossenen Türen Entscheidungen, die das gemeinsame Gut extrem gefährden.
Abg. Rädler: Läuft wie geschmiert mit den NEOS!
Das Problem ist die verantwortliche Politik, und ich glaube, sie hätte die Pflicht, diese Entwicklung zu stoppen, zu bremsen. Immer öfter diktieren die Investoren, von denen ich glaube, dass sie besser als Spekulanten bezeichnet werden – die Tojners, Haselsteiners, Lenikus’, Soravias, Benkos, wie auch immer sie alle heißen (Abg. Rädler: Die NEOS!) –, was zu genehmigen ist. Sie bestimmen, was zu genehmigen ist, und nicht das Denkmalamt und nicht die Politik. (Abg. Rädler: Läuft wie geschmiert mit den NEOS!) Die Politik schaut zu, hilft sogar und trifft hinter verschlossenen Türen Entscheidungen, die das gemeinsame Gut extrem gefährden.
Abg. Rädler: Wie steht’s bei den Grünen?
tun, dass der Investor ein guter Freund und Geschäftspartner der Familie Dichand ist. (Abg. Rädler: Wie steht’s bei den Grünen?)
Abg. Rädler: Was haben die Grünen getan?
Das haben Sie nicht getan, daher sind Sie nicht glaubwürdig (Abg. Rädler: Was haben die Grünen getan?) in Ihren Bemühungen. Ich glaube eher, dass Sie die rot-grüne Stadtregierung vor sich hertreiben wollen, denn wenn das Welterbe fällt, dann können Sie sagen: Ich habe alles getan und die sind schuld! – Sie aber sind mit schuld, wenn Sie nicht unternehmen, was Sie unternehmen könnten. – Danke. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Noll und Bißmann. – Abg. Rädler: ... Vorwurf mit dem Haselsteiner ...!
Schranken zu weisen, und da ist mir jede Hilfe recht. (Beifall bei FPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Noll und Bißmann. – Abg. Rädler: ... Vorwurf mit dem Haselsteiner ...!)
Abg. Rädler: Hören wir uns gleich die Vorhalte gegen den ...!
Präsidentin Doris Bures: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Kai Jan Krainer. – Bitte. (Abg. Rädler: Hören wir uns gleich die Vorhalte gegen den ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Die Vorwürfe beziehungsweise die Verdachtsmomente, die im Raum stehen, sind ernst und groß (Zwischenruf des Abg. Rädler): ob ein ÖVP-nahes Netzwerk im Bundesministerium für Inneres das BVT für parteipolitische Zwecke missbraucht hat (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler); dass im BVT mit Daten und Informationen nicht rechtmäßig umgegangen wurde, sondern diese an Dritte weitergegeben wurden; dass Daten trotz gerichtlichen Auftrags nicht gelöscht wurden; die Frage, ob das BVT der wichtigen Aufgabe, den Rechtsextremismus in Österreich zu beobachten, ordentlich nachgegangen ist und aufgrund der Änderungen an der Spitze des Bundesministeriums für Inneres überhaupt noch nachgehen kann.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Die Vorwürfe beziehungsweise die Verdachtsmomente, die im Raum stehen, sind ernst und groß (Zwischenruf des Abg. Rädler): ob ein ÖVP-nahes Netzwerk im Bundesministerium für Inneres das BVT für parteipolitische Zwecke missbraucht hat (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler); dass im BVT mit Daten und Informationen nicht rechtmäßig umgegangen wurde, sondern diese an Dritte weitergegeben wurden; dass Daten trotz gerichtlichen Auftrags nicht gelöscht wurden; die Frage, ob das BVT der wichtigen Aufgabe, den Rechtsextremismus in Österreich zu beobachten, ordentlich nachgegangen ist und aufgrund der Änderungen an der Spitze des Bundesministeriums für Inneres überhaupt noch nachgehen kann.
Abg. Rädler: Ihre Unfähigkeit!
Wir haben hier gestern schon die Fouls festgestellt, die es in den letzten Wochen auf dem Weg zu diesem Untersuchungsausschuss von der ÖVP und der FPÖ gab. (Abg. Rädler: Ihre Unfähigkeit!) Ich darf auch ausdrücklich die Läuterung, die es gegeben hat, festhalten. Auch von dieser Stelle aus – und nicht nur im Geschäftsordnungsaus-
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Allerdings macht mich das, was ich gestern und heute gehört habe, wieder ein bisschen stutzig, nämlich diese Frage, als ob man in diesem Ausschuss alles nur im dritten Kelleruntergeschoß – unter Ausschluss der Öffentlichkeit – verhandeln könnte. So stellen wir uns das sicher nicht vor. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 23
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe mir das auch weiter angeschaut: Das Treffen, der europäische Gipfel, beginnt heute, wie auch Klubobmann Wöginger richtigerweise gesagt hat, um 19.30 Uhr mit einem Abendessen. Es ist aber jetzt noch nicht Abend, es ist auch nicht aller Tage Abend, sondern es ist in der Früh. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Daher können wir uns schon erwarten, dass der Herr Bundeskanzler seine Reiseplanungen nicht so locker nimmt, dass er hier einfach nicht erscheint, sondern das so plant, dass er am Vormittag dem Parlament Rede und Antwort steht, danach ins Flugzeug steigt und an den EU-Sitzungen teilnimmt, so wie alle anderen Regierungschefs in Europa auch. Und was in Deutschland geht, wird ja hier wohl auch gehen, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Abg. Rädler: Der Kern war gerade draußen!
Abgeordnete Dr. Alma Zadić, LL.M. (PILZ): Herr Präsident! Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Rädler: Der Kern war gerade draußen!) Liebe Zuseherinnen und Zuseher! Die Regierung will ja heute eigene Deutschförderklassen einführen. Ich dagegen könnte mir vorstellen, Mathematikförderklassen für die Regierung zu fordern, denn offensichtlich ortet man hier Rechenschwierigkeiten, wenn es um das EU-Budget geht. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ.)
Abg. Rosenkranz: Was ist mit Kern? – Zwischenrufe der Abgeordneten Hauser und Rädler – anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen
gegenüber einem Verfahren, das beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe läuft, und Ignoranz – und das ist mir das Wichtigste – gegenüber der Tatsache, dass der Kern dieses Abkommens (Abg. Rosenkranz: Was ist mit Kern? – Zwischenrufe der Abgeordneten Hauser und Rädler – anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen), nämlich die Investor-state dispute settlement clauses, die ISDS, die Geheimtribunale, gerade verhandelt wird. Und es war immer der Zugang der SPÖ, solange das nicht weg ist, hätten wir nie zugestimmt, geschätzte Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Abg. Rosenkranz: Seit wann wird Maschek live eingespielt?)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Diese Tribunale ermöglichen es weltweit agierenden Konzernen (Ruf bei der ÖVP: Das haben Sie in Brüssel ...!), demokratische Gesetzgebung vorzubeeinflussen, diesen Konzernen wird es ermöglicht, bestehende Gesetze (Abg. Winzig: Ist ja gar nicht wahr!) vor Privattribunalen anzufechten, und das ist nicht nur demokratisch bedenklich, das ist auch ungerecht (Zwischenruf des Abg. Rädler), denn der Bürger, die Bürgerin bei uns in Österreich hat diese Möglichkeit nicht.
Abg. Rädler: ... Alkohol im Spiel!
FPÖ, was ist mit euch?! Sagt mir, was ist mit euch?! Herr Strache, Herr Rosenkranz, Herr Gudenus! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Jetzt schauen Sie in den Computer und Ihnen fällt nichts mehr ein, aber schon gar nichts! (Zwischenrufe der Abgeordneten Nehammer und Stefan.) Ich frage Sie von der FPÖ jetzt: Können Sie Ihren Wählern noch mit gutem Gewissen – ich rede jetzt mit der FPÖ – ins Gesicht schauen (Abg. Gudenus: Lachnummer der Nation!), können Sie demjenigen, der in der Früh aufsteht und hart arbeiten muss, ins Gesicht schauen? (Abg. Rädler: ... Alkohol im Spiel!) Können Sie sich selber in der Früh noch in den Spiegel schauen? – Nein, das können Sie nicht guten Gewissens, geschätzte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz. – Abg. Haider: Haben sie dir heute die großen Tabletten gegeben? – Weitere Zwischenrufe bei FPÖ und ÖVP. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Rädler: Strolz-Kopie! – Abg. Nehammer: Das kann der Strolz besser!
Indem - - (Abg. Rädler: Strolz-Kopie! – Abg. Nehammer: Das kann der Strolz besser!) – Ich habe jetzt mit der FPÖ geredet, Herr Kollege! (Abg. Höbart: Das ist eine Show heute!)
Abg. Rädler: Sagen Sie den Namen ...!
Dann ist Rumänien der Europäischen Union beigetreten, und die Beihilferegelungen der Europäischen Union haben logischerweise gegriffen. Die haben dazu geführt, dass Rumänien die Beihilfen an dieses Unternehmen nicht mehr leisten durfte, und im Zuge der Anpassung an europäische Gesetze wurden diese Beihilfen eingestellt. Was ist passiert? – Die Micula-Brothers sind vor ein ISDS-Tribunal (Abg. Rädler: Sagen Sie den Namen ...!) – Micula, Herr Kollege! – gegangen, und dieses Tribunal hat Rumänien zu einer Strafe von 250 Millionen Dollar verurteilt. (Abg. Winzig: Das hat aber nichts mit dem zu tun!) Daraufhin hat die Europäische Kommission, und zwar die DG Competition, Rumänien mitgeteilt: Wenn sie das zahlen, wird ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Rumänien eingeleitet, und Rumänien hat an die Europäische Union dann auch noch Strafe zu zahlen.
Abg. Rädler: Sie sind angestellt bei der Arbeiterkammer ...!
Ich bin gegen das Abkommen Ceta, ich sage es Ihnen ganz klar, aber ich habe nicht die Absicht, nach Nordkorea zu gehen, und ich habe auch nicht die Absicht, in Nordkorea eine Mauer zu bauen. Ich werde jetzt versuchen, das ein wenig zu begründen. (Abg. Rädler: Sie sind angestellt bei der Arbeiterkammer ...!) – Ach, Herr Rädler, schweigen Sie bitte, das würde Ihnen besser tun. (Beifall bei der Liste Pilz.)
Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Die NEOS nicht? – Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Rädler.
Ich fordere Sie daher vor dem Hintergrund dieser ernst zu nehmenden Argumente und vor dem Hintergrund der Tatsache, dass etwa 80 Prozent der Bevölkerung gegen dieses Abkommen sind, auf, Ihren Standpunkt zu überdenken. Ich fordere Sie auf, meine Damen und Herren von der FPÖ und von der ÖVP, dieser Ratifizierung in den kommenden Wochen hier in diesem Haus nicht zuzustimmen. – Vielen Dank. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Die NEOS nicht? – Zwischenrufe der Abgeordneten Winzig und Rädler.)
Abg. Rädler: Von der Fraktion der Beliebigen und Käuflichen!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Mag. Gerald Loacker. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Rädler: Von der Fraktion der Beliebigen und Käuflichen!)
Sitzung Nr. 25
Abg. Rädler: Von Ihnen auch ...!
Aber in der Sache selbst geht es ja eigentlich um den Tagesordnungspunkt der Kunst- und Kulturstrategie, zu dem ich gerne Stellung nehme. Zu einer Strategie ist zunächst einmal zu sagen, dass sie Ziele, Maßnahmen und Ideen enthalten soll. Es spricht überhaupt nichts dagegen, diese Strategie zu erarbeiten, wenngleich man sich vom zuständigen Bundesminister erwarten würde, dass er genau das auch vorlegt, nämlich Ziele, Maßnahmen und Ideen. (Abg. Rädler: Von Ihnen auch ...!) – Die kann ich Ihnen gerne einmal referieren.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... unterstützt nur linke Aktivitäten!
Meine Hand ist ausgestreckt. Ich unterstütze Sie gerne bei Aktivitäten, aber bei Aktivitäten wie solchen Entschließungsanträgen mit den heute hier erwähnten, unverbindlichen Formulierungen kann man Sie nicht unterstützen, denn da gibt es nichts zu unterstützen, und es liegt nach einem halben Jahr nichts vor. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... unterstützt nur linke Aktivitäten!)
Abg. Rädler: Der sagt’s ihm eh!
Nächster Redner: Herr Klubobmann Dr. Walter Rosenkranz. – Bitte. (Abg. Rädler: Der sagt’s ihm eh!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich erwarte mir von der Regierung allerdings auch, dass hier geliefert wird, dass Aufträge erteilt werden, die an und für sich selbstverständlich sein sollten, dass der zuständige Minister daran arbeitet. (Abg. Hauser: Warum habt ihr es nicht gemacht?) Das erwarte ich mir, das sollten wir konkret diskutieren. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Wahnsinn!
Josef Winkler möchte nämlich gleich am Annabichler Friedhof alle Toten wieder ausgraben, um das Klagenfurter Wörtherseestadion wiederzubeleben. Er sagt: „[...] dann könnten in den Schlachtenbummlerrängen die Skelette auf ihre eigenen Totenköpfe trommeln und unsere Klagenfurter Fußballmannschaft anfeuern [...].“ (Abg. Rädler: Wahnsinn!)
Abg. Rädler: Ganz tief!
Es hat dazu seitens der Verantwortlichen auch keine Entschuldigung bei der Familie Haider gegeben. Stattdessen gibt es Zurufe aus Wien. (Abg. Rädler: Ganz tief!) Wir brauchen keine Zurufe aus Wien von einem abgewählten Kulturminister; die brauchen wir nicht bei einer Festveranstaltung! Vielleicht – so kann ich es mir erklären – wollten
Abg. Rädler: Frechheit! – Abg. Drozda: Was Sie da sagen, ist entsetzlich!
Das weiß ich deshalb so genau, weil ich das genau hinterfragt habe. Ich war bei der Kulturabteilung, und dort konnte man mir vor einem Jahr keine Auskunft darüber geben. Ich wollte den Vorlass sehen, aber bis heute hat man uns diesen nicht gezeigt. (Abg. Rädler: Frechheit! – Abg. Drozda: Was Sie da sagen, ist entsetzlich!) – Das ist die Wahrheit! 460 000 Euro Steuergeld (Abg. Povysil: Wie viel, 460 000?!), mit dem Sie, liebe SPÖ, diesem Künstler eine wunderschöne Pension ermöglichen. Das müssen Sie einmal den Steuerzahlern erklären! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Drozda: Hätte er einen Datenstick übergeben sollen oder was?!)
Abg. Rädler: Tatsächliche Berichtigung! – Abg. Scherak – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, zu Wort gemeldet; da gibt es einen Unterschied!
Zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Scherak. – Bitte. (Abg. Rädler: Tatsächliche Berichtigung! – Abg. Scherak – auf dem Weg zum Rednerpult –: Nein, zu Wort gemeldet; da gibt es einen Unterschied!)
Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Es wäre interessant, was Sie zu Peter Pilz sagen!
Egal, wo eine Frau herkommt, egal, ob sie durch Genitalverstümmelung oder durch Zwangsheirat von Gewalt betroffen ist: Wir helfen allen Frauen in Österreich. – Das soll Ihnen einmal gesagt sein! (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz. – Abg. Rädler: Es wäre interessant, was Sie zu Peter Pilz sagen!)
Sitzung Nr. 27
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was sind denn die Auslöser für die Hausdurchsuchungen beim Verfassungsschutz? Was sind die auslösenden Themen? (Abg. Jarolim: Ist der Moser schuld?) – Schauen Sie sich die Anordnungen an, Herr Kollege Jarolim! (Abg. Leichtfried: Dann ist der Moser schuld! – Abg. Wittmann: Sagen Sie jetzt, dass der Moser schuld ist?) Da ist zunächst die Frage der nordkoreanischen Pässe: Die Volksrepublik Nordkorea erteilt der Österreichischen Staatsdruckerei einen Auftrag, Pässe zu drucken. Wie üblich werden zu Vergleichszwecken Pässe einbehalten; wohlweislich Rohlinge, Rohlinge, die nicht verwendbar sind. Eine die Hausdurchsuchung begründende Annahme ist, dass der Volksrepublik Nordkorea dadurch ein Schaden entstanden sei. – Der Schaden war offenbar so groß, dass Nordkorea jetzt wieder Aufträge an die Staatsdruckerei vergeben hat. Mit der Volksrepublik Nordkorea kennen Sie sich besser aus, zu ihr hatte die SPÖ ja traditionell gute Kontakte, wir nicht. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Pilz ist heute angelobt worden und hat in seiner eher ungenießbaren Rede (Zwischenruf bei der Liste Pilz) davon gesprochen, dass manche Leute der Wahrheitspflicht entkommen wollen, und zwar jener Herr Pilz, der noch letzte Woche, einen Tag vor seiner Rückkehr in die Politik, plötzlich krank geworden ist und einen Prozesstermin abgesagt hat (Zwischenruf des Abg. Rädler); er steht wegen diverser Vorwürfe vor Gericht. (Weiterer Zwischenruf bei der SPÖ.) Gerade Sie, Herr Pilz, sprechen davon, dass Leute hier der Wahrheitspflicht entkommen wollen? (Zwischenruf des Abg. Pilz.) Herr Pilz, das ist nicht ernst zu nehmen! (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Und wenn Sie, Herr Pilz - - (Abg. Rosenkranz: Immunitätsflüchtling!) – Ja, darum geht es, Sie sind – vollkommen richtig – ein Immunitätsflüchtling. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Sie sind ein Justizflüchtling, Sie fliehen vor drei Verfahren gegen Sie. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie flüchten sich ins Mandat (Zwischenruf des Abg. Rädler), kommen hier heraus und schütten die erfolgreichste Regierung der Zweiten Republik (Heiterkeit bei SPÖ und Liste Pilz) und den erfolgreichsten Innenminister der Zweiten Republik an. Das kann es wohl nicht sein, Herr Pilz! (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Rädler: Der Platz ist besetzt!
Und, Herr Pilz, ich habe eine persönliche Bitte an Sie (Zwischenruf des Abg. Vogl): Verwechseln Sie bitte nicht das Hohe Haus mit einer Selbsthilfegruppe (Zwischenruf bei der SPÖ), verwechseln Sie bitte nicht das Mandat im Hohen Haus mit einem Therapieplatz für gekränkte Eitelkeit, mit einem Therapieplatz für übersteigerte Egomanie und mit einem Therapieplatz für – vielleicht – lockere Hände und Finger, wie Sie sie in der Vergangenheit gezeigt haben. (Abg. Rädler: Der Platz ist besetzt!) Verwech- seln Sie das Hohe Haus nicht damit! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Holzinger-Vogtenhuber.)
Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Rädler: Sie sind nicht in Bosnien! Verwechseln Sie das nicht!
Wir haben diese Fragen heute noch einmal gestellt und wieder kaum Antworten bekommen. (Abg. Rosenkranz: Da müssen Sie die Fragen besser formulieren!) Ich kann Ihnen aber versichern: Wir werden diese Fragen wieder stellen und wieder stellen. (Abg. Rosenkranz: Eine nächste Sondersitzung! – Abg. Neubauer: Bis Sie es auch verstehen!) Wir werden sie so lange stellen, bis Sie den Schutz dieser Menschen garantieren können, die ihr Leben in Gefahr gebracht haben, um Österreich sicherer zu machen. (Beifall bei Liste Pilz und SPÖ. – Abg. Rädler: Sie sind nicht in Bosnien! Verwechseln Sie das nicht!) – Herr Abgeordneter, meine Herkunft hat mit dem BVT nichts zu tun. (Beifall bei der Liste Pilz. – Abg. Zanger: Alma, bei mir bist du sicher!)
Abg. Martin Graf: Jetzt weiß ich, was man unter Grapschen versteht! Ressort grapschen! – Abg. Rädler: Grapscherpartei!
Es ist unser Ziel, den österreichischen Verfassungsschutz von parteipolitischen Interessen zu befreien, damit die wichtigste Sicherheitsbehörde des Landes auch wieder arbeiten kann. (Abg. Martin Graf: Jetzt weiß ich, was man unter Grapschen versteht! Ressort grapschen! – Abg. Rädler: Grapscherpartei!) Das sollte für mehr Sicherheit in
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Pilz geniert sich ja nicht einmal!
Zu dieser Partie ist alles gesagt. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Der Pilz geniert sich ja nicht einmal!)
Sitzung Nr. 28
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir hier im Hohen Haus müssen einander nicht lieben, das will ich auch gar nicht, wenn ich an einige denke. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Wir hier im Hohen Haus sollten aber auch Respekt zeigen, Respekt und Solidarität denen gegenüber, die diesen Diskriminierungsschutz noch nicht erfahren dürfen.
Abg. Strolz: Die Chance auf eine Entschuldigung, Herr Rädler!
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Frau Präsident! (Der Redner stellt ein Foto auf das Rednerpult, auf dem er und andere Personen mit Uniformjacken und einige große Kartons mit dem Logo einer Hilfsorganisation zu sehen sind.) Frau Bundesminister! (Abg. Strolz: Die Chance auf eine Entschuldigung, Herr Rädler!) – Genau! – Wenn wir die Novelle zum Umweltförderungsgesetz diskutieren und von der SPÖ der Einwand kommt (das Foto rutscht vom Rednerpult und fällt zu Boden) – na, das ist Pech! (der Redner hebt das Foto auf und stellt es neuerlich auf das Rednerpult – Oje-Rufe bei der SPÖ – Ruf bei der SPÖ: Rädler ist abgestürzt! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ) –, dass alles zu wenig sei und alles mit einem Abänderungsantrag geändert werden muss, dann frage ich mich: Macht man das jetzt nur, weil man dagegen sein will, oder warum macht man das, Herr Kollege Feichtinger? (Abg. Krainer: Weil man dafür ist!)
der Redner hebt das Foto auf und stellt es neuerlich auf das Rednerpult – Oje-Rufe bei der SPÖ – Ruf bei der SPÖ: Rädler ist abgestürzt! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Frau Präsident! (Der Redner stellt ein Foto auf das Rednerpult, auf dem er und andere Personen mit Uniformjacken und einige große Kartons mit dem Logo einer Hilfsorganisation zu sehen sind.) Frau Bundesminister! (Abg. Strolz: Die Chance auf eine Entschuldigung, Herr Rädler!) – Genau! – Wenn wir die Novelle zum Umweltförderungsgesetz diskutieren und von der SPÖ der Einwand kommt (das Foto rutscht vom Rednerpult und fällt zu Boden) – na, das ist Pech! (der Redner hebt das Foto auf und stellt es neuerlich auf das Rednerpult – Oje-Rufe bei der SPÖ – Ruf bei der SPÖ: Rädler ist abgestürzt! – weitere Zwischenrufe bei der SPÖ) –, dass alles zu wenig sei und alles mit einem Abänderungsantrag geändert werden muss, dann frage ich mich: Macht man das jetzt nur, weil man dagegen sein will, oder warum macht man das, Herr Kollege Feichtinger? (Abg. Krainer: Weil man dafür ist!)
Abg. Neubauer: ... zum Thema! – Abg. Rädler: Zur Sache!
Das wäre das Mindeste gewesen, und dann wären Sie für mich auch glaubwürdig gewesen. Nur anzuführen, was man bei irgendwelchen Hilfsorganisationen macht – so ehrend das ist –, aber sich nicht für das zu entschuldigen, was man getan hat, das ist meiner Meinung nach nicht glaubwürdig – sowohl was Sie betrifft als auch was die gesamte ÖVP betrifft. (Abg. Neubauer: ... zum Thema! – Abg. Rädler: Zur Sache!)
Abg. Rädler schüttelt verneinend den Kopf.
Ich freue mich auch, mit Ihnen gemeinsam nach Bosnien zu fahren. Wir dürfen das jetzt aber bitte nicht mit dem, was am Montag passiert ist, verwechseln. In einer sachlichen Debatte haben Sie nicht Argumente zur Sache vorgebracht, sondern Sie haben meine Herkunft angesprochen und diese Herkunft gegen mich verwendet. (Abg. Rädler schüttelt verneinend den Kopf.) Sie haben mich auf meinen Migrationshintergrund reduziert. Ich frage Sie: Warum? Warum haben Sie nicht die gleiche Rückmeldung bei Herrn Krainer, warum haben Sie nicht die gleiche Rückmeldung bei Frau Krisper angebracht, sondern ausgerechnet bei mir? Sie haben mich auf meinen Migrationshintergrund reduziert, und das geht nicht. (Beifall bei Liste Pilz, SPÖ und NEOS.)
Beifall bei Liste Pilz, SPÖ und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nun stelle ich Ihnen die Frage – und die ist mir wichtig, ich bin in den letzten Tagen oftmals mit dieser Frage konfrontiert gewesen –: Ab wann ist man für Sie ein Österreicher? Was muss man gemacht haben, um wirklich Österreicher zu sein, um ein Teil dieser Gesellschaft zu sein? Was muss man getan haben? (Beifall bei Liste Pilz, SPÖ und NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 34
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
sozusagen ein fraktionsimmanenter Gründungsfehler der Liste Pilz; das aber nur nebenbei. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 36
Abg. Rädler: Das ist sinnvoll!
Mein Lieblingsbeispiel ist übrigens die berittene Polizei: 15 Prozent der Polizeiplanstellen sind nicht besetzt, und der Innenminister will – zum Gaudium der Öffentlichkeit – eine berittene Polizei erfinden. (Abg. Rädler: Das ist sinnvoll!) Er versucht, zwölf Pferde mit schwarzbraunem Fell zu beschaffen, verladefromm und kastriert, ist aber nicht einmal in der Lage, zwölf ausreichend große Pferde zu organisieren! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 38
Abg. Duzdar: Es ist ein politischer Wahnsinn! Das nehme ich nicht zurück! – Abg. Hauser: Bitte? Sie nimmt es nicht zurück! – Abg. Rädler: Das muss ein Ordnungsruf sein!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Nehmen Sie bitte den Ausdruck „politischen Wahnsinn“ zurück, Frau Abgeordnete! Ich würde Sie bitten, den Ausdruck „politischen Wahnsinn“ zurückzunehmen. (Abg. Duzdar: Es ist ein politischer Wahnsinn! Das nehme ich nicht zurück! – Abg. Hauser: Bitte? Sie nimmt es nicht zurück! – Abg. Rädler: Das muss ein Ordnungsruf sein!)
Sitzung Nr. 39
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Ich finde es ja lieb, wenn ich (in Richtung SPÖ) da hinüber sehe – diese frustrierten Gesichter: der Herr Krainer, der in seinem ganzen Leben noch keinen positiven Vorschlag gemacht hat, immer beißt, immer negativ ist, alles immer schlechtredet. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) Und auch da: Wenn man versucht, eine Diskussion über die Zukunft Europas zu generieren, kommt nur Negatives. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen. – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Da wird hineingeschrien.
Abg. Hammer: Das wäre ein Parteiobmann gewesen! – Abg. Rädler: Das wäre ein Parteiobmann!
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Vogl zu Wort. – Bitte. (Abg. Hammer: Das wäre ein Parteiobmann gewesen! – Abg. Rädler: Das wäre ein Parteiobmann!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Lausch: Wie kann dem Scherak so ein Fehler passieren? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Herr Kollege Scherak, Sie selbst haben das auf Twitter gepostet, daher müssten Sie wissen: Diese Mitteilung kam aus dem Bundeskanzleramt, nicht aus dem BMI, und sie war nicht richtig. (Heiterkeit bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.) Das ist eine Unschärfe gewesen, da wurde nämlich etwas vergessen. Von Anfang an war klar, dass Herr Bundesminister Kickl sich nur für die Rechnungshofdebatte vertreten lassen wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Lausch: Wie kann dem Scherak so ein Fehler passieren? – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Rädler: Kein Applaus!
Wenn Sie heute in der Früh oder in den letzten Tagen Zeitungen – nicht ganz großformatige Zeitungen – aufgeschlagen haben, sind Ihnen Artikel aufgefallen, in denen steht, dass das einer der besten Innenminister aller Zeiten ist (Ruf bei der FPÖ: Na schauen Sie sich um!), dass er völlig zu Unrecht beschuldigt wird, dass sich eigentlich die Opposition schuldig macht, weil sie im Verfassungsschutz etwas aufklären will, was längst aufgeklärt ist, und dass das keine Machtübernahme, sondern die Verfolgung eines dieser Verfolgung hilflos gegenüberstehenden Innenministers ist? Lesen Sie so etwas (Ruf: Freie Medien!) und lesen Sie dann, wie Journalisten dieses Zuschnitts wieder live von Wega-Schießübungen berichten, von Verhaftungen, von Blaulichteinsätzen? – Das ist Geschäft und Gegengeschäft, und das hat in einem Ministerium nichts verloren! (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Gudenus. – Abg. Rädler: Kein Applaus!)
Abg. Belakowitsch: Bitte, jetzt reicht es aber! Sie sollten sich schämen! – Abg. Gudenus: Das ist lächerlich, Frau Griss! – Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte! – Abg. Höbart: Das ist beschämend! Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schämen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Für das gehört Ihnen ein Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.
Dazu eine Geschichte, die ganz unglaublich klingt: Eine burgenländische Gemeinde macht eine Fahrt nach Auschwitz, und da fährt ein junger Asylbewerber mit, ein Muslim. Er sieht dort die Verbrennungsöfen und sagt dann zu dem, der die Reise organisiert hat: Glaubst du, dass uns auch so etwas drohen könnte? – Das müssen Sie sich einmal vorstellen, das ist hier passiert! (Abg. Belakowitsch: Bitte, jetzt reicht es aber! Sie sollten sich schämen! – Abg. Gudenus: Das ist lächerlich, Frau Griss! – Abg. Lausch: Lernen Sie Geschichte! – Abg. Höbart: Das ist beschämend! Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schämen Sie sich! – Ruf bei der FPÖ: Für das gehört Ihnen ein Ordnungsruf! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Höbart: Jeden Tag Messerstechereien mit Toten! Das ist die Wahrheit! – Abg. Rädler: So alt und noch so links sein!
Es ist nicht die Fortsetzung des immer Gleichen. (Abg. Höbart: Jeden Tag Messerstechereien mit Toten! Das ist die Wahrheit! – Abg. Rädler: So alt und noch so links sein!) Natürlich versuchen Politiker, versucht die Regierung mit Inseraten, das Wohlwollen
Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schlusswort!
Ich habe das immer als Hysterie empfunden, wenn man gesagt hat, die schwarz-blaue Koalition wird das Klima in Österreich völlig verändern (Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Abg. Rädler: Schlusswort!), aber ich muss jetzt sagen, das ist nicht so weit hergeholt. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz.) Ich hoffe nur, dass wir, ich und Sie alle, nicht eines Tages sagen müssen: „Denk ich an“ Österreich „in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Wir sind auf einem gefährlichen Weg. – Danke. (Beifall bei NEOS, SPÖ und Liste Pilz. – Abg. Rosenkranz: Das ist eine Beleidigung der Zeitung „Österreich“! – Abg. Haider: Schämen Sie sich! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Darum musste er gehen! – Ruf bei der FPÖ: Der Schieder hat ja nichts mehr zu sagen!
Kopf, er muss sich halt mit den Vorgängen in seiner eigenen Partei konfrontieren. (Abg. Rädler: Darum musste er gehen! – Ruf bei der FPÖ: Der Schieder hat ja nichts mehr zu sagen!)
Abg. Rädler: Da seid ihr nicht mehr dabei!
Abgeordneter Dr. Alfred J. Noll (PILZ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Herr Staatssekretär! Dass ich mit Herrn Kickl nicht mehr gut Freund werde, das wird man wissen; das ist auch nichts Besonderes. Ich halte ihn mit Pouvoir des Bundeskanzlers für den Teilchenbeschleuniger der Orbánisierung in Österreich. Es ist sein politisches Recht, das zu tun. Ich halte ihn nach dem knappen Jahr, in dem er im Amt ist, auch insgesamt für die Inkarnation einer antidemokratischen Gesinnung. Das ist die politische Auseinandersetzung, die wir hier führen. Letztlich wird bei den Wahlen entschieden werden, ob das in diesem Land Erfolg haben wird oder nicht. (Abg. Rädler: Da seid ihr nicht mehr dabei!)
Sitzung Nr. 42
Abg. Rädler: ... völlig fremd!
Die Grenzkontrollen zu verlängern, ist eine sehr einschneidende Frage. Das ist eine einschneidende Frage für die Menschen, die tagtäglich im Stau stehen – Frau Abgeordnete Steger, Sie kennen offensichtlich niemanden in einer Grenzregion oder Pendlerinnen und Pendler, die tagtäglich im Stau stehen, da Sie den Kopf schütteln, die tun sich tatsächlich mit dem Pendeln schwer –, und es schränkt auch die Freiheit ein. Es ist eine entscheidende Frage für die Wirtschaft in der Grenzregion, die durch Wartezeiten massiven Schaden erleidet und die mit Mehrkosten zu kämpfen hat – auf genaue Zahlen werde ich noch eingehen. (Abg. Rädler: ... völlig fremd!) Es ist aber auch eine entscheidende Frage für das vereinte Europa an sich, von dem wir überzeugt sind, dass es den Weg in die Herzen der Menschen finden muss.
Abg. Rädler: Landeshauptmann Niessl!
Sie stellen sich damit auch bewusst oder unbewusst gegen ein vereintes Europa als Raum der Freiheit (Abg. Rädler: Landeshauptmann Niessl!), der Sicherheit und des Rechts. All das setzen Sie aufs Spiel, weil Sie es zum Geschäftsmodell dieser Bundesregierung erhoben haben (Abg. Hauser: So ein Blödsinn! Das ist so ein Blödsinn! Genieren Sie sich!), Bedrohungsszenarien zu suggerieren, Ängste zu schüren und so sozusagen immer auf dem einen Thema draufzubleiben.
Ruf: Aber zu Recht! – Beifall des Abg. Rädler.
Wer die Grundfreiheiten Europas infrage stellt, stellt damit ganz Europa infrage, die Basis des vereinten Europas, unseren Wohlstand, unseren Frieden, diesen Raum des Friedens, der Freiheit und auch der Sicherheit. Und ich möchte schon eines sagen: Diese Einschränkung der Grundfreiheiten oder dieses Immer-wieder-Verlangen, dass Grundfreiheiten eingeschränkt werden, das ist jetzt nicht etwas, was nur symptomatisch für diese Bundesregierung oder für eine rechtskonservative nationalistische Regierung ist, das höre ich auch immer wieder von linker Seite. Ich erinnere daran, dass die SPÖ, dass Christian Kern in seinem Plan A die Einschränkung der Arbeitnehmerfreizügigkeit auch als klaren Punkt gehabt hat. (Ruf: Aber zu Recht! – Beifall des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Deimek.
(Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Deimek.) – Wo ist da jetzt Ihre Wirtschaftsfreundlichkeit? Wie schaut es mit Ihrem Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort aus? – Ich höre nichts. (Abg. Rädler: Absturz! – Weitere Rufe: Absturz! – Abg. Loacker – in Richtung ÖVP und FPÖ –: Das brüllen Sie schon fünf Jahre lang!) Ich höre nichts!
Abg. Rädler: Absturz! – Weitere Rufe: Absturz! – Abg. Loacker – in Richtung ÖVP und FPÖ –: Das brüllen Sie schon fünf Jahre lang!
(Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Deimek.) – Wo ist da jetzt Ihre Wirtschaftsfreundlichkeit? Wie schaut es mit Ihrem Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort aus? – Ich höre nichts. (Abg. Rädler: Absturz! – Weitere Rufe: Absturz! – Abg. Loacker – in Richtung ÖVP und FPÖ –: Das brüllen Sie schon fünf Jahre lang!) Ich höre nichts!
Abg. Rädler: Sie nicht! – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwarz, Winzig und Wöginger sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Es sind aber Marketingaktionen, die Sie setzen, übrigens Marketingaktionen genauso wie die Grenzkontrollen selbst. Ich weiß nicht, Sie lachen immer so höhnisch (in Richtung ÖVP und FPÖ), aber haben Sie mit Menschen aus den Regionen gesprochen? (Abg. Rädler: Sie nicht! – Zwischenrufe der Abgeordneten Schwarz, Winzig und Wöginger sowie bei Abgeordneten der FPÖ.) Sie wissen, wie das dort abläuft? (Weitere anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) – Ja, Sie wissen, wie das abläuft? Das heißt, das ist so: Die Hauptroute wird kontrolliert und die Nebenstraßen nicht, und so weichen Pendlerinnen und Pendler – Gott sei Dank, das ist ein Segen sozusagen für Pendlerinnen und Pendler – aus, außer es passiert etwas, es gibt einen Unfall oder es bleibt ein Lkw hängen oder Ähnliches, dann ist nämlich auch die Nebenroute zu. (Zwischenruf des Abg. Wöginger.)
Abg. Winzig: Ein Wahnsinn! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das alles setzen Sie aufs Spiel und spielen damit das Spiel der Nationalisten, der Rechtspopulisten, auch der Rechtsextremen, die das alles zerstören wollen. Sie schaffen damit eine Stimmung, die antieuropäisch ist. (Beifall bei NEOS und SPÖ.) Sie schaffen damit eine Stimmung, die sagt: Schaut her, dieses Europa ist nicht handlungsfähig, und weil es nicht handlungsfähig ist – wir setzen uns auch gar nicht dafür ein –, müssen wir jetzt auf nationaler Ebene in Notsituationen Maßnahmen treffen! – Das ist wirklich unverantwortliche Politik. Das ist keine Politik in Richtung einer zukunftsgewandten positiven europäischen offenen Politik und schon gar keine für die nächste Generation. (Abg. Winzig: Ein Wahnsinn! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Pro-Europäer! Schade um den Strolz!
Statt wirklich eine Allianz mit Pro-Europäern zu schmieden (Abg. Rädler: Pro-Europäer! Schade um den Strolz!), die sagen, wir schaffen es, eine positive Stimmung für Europa und ein handlungsfähiges Europa in den wesentlichen Zukunftsfragen zu schaffen (Ruf: Die Schuhe sind Ihnen zu groß, vom Strolz!) – denn das ist in Wahrheit das Entscheidende für uns und für die nächste Generation –, sind Sie hier in einer Allianz mit nationalistischen rechtspopulistischen Kräften, die an diesem gemeinsamen europäischen Weg nicht interessiert sind, und das wissen Sie (Abg. Hauser: Das glauben Sie selber nicht! Schlechte Rede!), die Feindbilder schüren, die vor zwei Jahren gegen die EU kampagnisiert haben, die vor einem Jahr gegen die UNO kampagnisiert haben und jetzt gegen Vielfalt in der Gesellschaft kampagnisieren (Abg. Belakowitsch: Und jetzt gegen die NEOS!), weil es das ist, was diese Kräfte nicht aushalten: Vielfalt, Meinungsvielfalt, Internationalität, offene Gesellschaft. (Abg. Deimek: Wir haben im Salzkammergut ...!)
Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Was ist mit dem Kampf gegen Steuervermeidung und Steuerdumping? – Nein, Sie schütten nicht nur die heimischen Großkonzerne mit Milliarden zu, Sie schauen, dass das in Europa auch geschieht, geschätzte Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Jachs.) Das ist Ihre Politik und nichts anderes! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Widerstand leisten!
Ihre Antwort auf die Probleme, die es gibt, ist die falsche Antwort. Ihre Antwort ist nicht „mehr Europa“, wie es sein müsste, und zwar um die Stärke Europas zielgerichtet einzusetzen und diese Dinge zu bekämpfen, Ihre Antwort ist, Grenzen aufzubauen. (Abg. Rädler: Widerstand leisten!) Geschätzte Damen und Herren, Ihr europapolitischer Weg ist ein Weg mit einem Schritt nach vorne und drei Schritten zurück, und es ist noch dazu die falsche Richtung. Das ist Ihre Europapolitik! (Neuerlicher Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Gehen wir aber bitte ins Jahr 2018: Pro Borders, die Aktion Puma – danke, Herr Kickl, danke, Herr Kunasek! –, eine tolle Veranstaltung! Es war ein tolles Übungsszenario, damit so etwas wie 2015 nie wieder passiert. Danke, Mario Kunasek! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Da brauchen wir also keine Kontrollen!
Zum Zweiten: keine Waffen und keine Terroristen, die nach Österreich kommen. Na ja, da genügt ein Blick auf die Landkarte, und da sieht man, dass Österreich nicht nur an Ungarn und an Slowenien grenzt, sondern auch an Italien, an Liechtenstein, die Schweiz, an Deutschland, an die Tschechische Republik und an die Slowakische Republik. Das muss man ja den potenziellen Terroristen zutrauen, dass sie sich überlegen, wo sie am besten nach Österreich kommen können und was erfolgversprechend ist. Außerdem wird man bei einer Kontrolle an der Grenze nicht immer gleich sehen: Das ist ein potenzieller Terrorist. Anschlagspläne, die man nachlesen kann, haben die selten im Auto liegen. (Abg. Rädler: Da brauchen wir also keine Kontrollen!) Also das wird nicht helfen.
Sitzung Nr. 43
Abg. Rädler: ... Ihr Sozialminister beschlossen!
Jetzt komme ich zu dem Punkt der Zahlentricksereien. Sie sagen, es werden 1 Milliarde Euro eingespart. (Abg. Rädler: ... Ihr Sozialminister beschlossen!) Diese Milliarde ist aus den Zahlenwerken, die Sie vorlegen, schlicht und einfach nicht nachvollziehbar. Erstens einmal ist es keine Milliarde, sondern bis Ende 2023 sind es 500 Millionen Euro; es sind nur kumuliert 1 Milliarde Euro. Und wenn wir in den Beamtenentwurf hineinschauen, sehen wir, dass es 33 Millionen Euro sind.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir führen hier eine Debatte, die zumindest vom gemeinsamen Ziel geprägt ist, den Pay Gap zwischen Männern und Frauen zu schließen. Allerdings sind die Wege, die manche hier zum Ziel gehen wollen, ziemlich ungeeignet. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Der Antrag, den FPÖ und ÖVP hier vorgelegt haben, nämlich in der Herbstlohnrunde eine Karenzzeitenanrechnung zu beschließen, ist aus zwei Gründen krasser Unfug. (Abg. Leichtfried: „Krasser“ ist gut!)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Bravoruf des Abg. Rädler. – Abg. Jarolim: Ein wenig mehr Ehrlichkeit hätte ich mir schon erwartet, Herr Kollege!
Herr Kollege Loacker! Diese Zwangsaufteilung der Karenzzeiten, die die NEOS da vorschlagen, hat mit Wahlfreiheit nichts zu tun – und diese Bundesregierung steht eindeutig für Wahlfreiheit! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Bravoruf des Abg. Rädler. – Abg. Jarolim: Ein wenig mehr Ehrlichkeit hätte ich mir schon erwartet, Herr Kollege!)
Abg. Haider: Das ist ja auch wieder ...! – Abg. Rädler: Wer war denn Sozialminister?
Zum Thema Harmonisierung: Harmonisierung ist das Zauberwort, deswegen brauchen wir jetzt diese Reform. Frau Bundesminister, genau das Gegenteil ist der Fall! Ich werde Ihnen das jetzt erklären: Lehrer, Beamte, Selbstständige werden nach wie vor bessere Leistungen haben. Ich will da keine Neiddiskussion haben, nein, ich will, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Arbeiter und die Angestellten dieselben Leistungen wie die Beamten haben. Das ist unser Ziel, dorthin sollen wir kommen. (Abg. Haider: Das ist ja auch wieder ...! – Abg. Rädler: Wer war denn Sozialminister?)
Abg. Schartel: Das stimmt nicht! Nein, das ist falsch! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wahrscheinlich ist es nur ein Zufall – lieber Klubobmann August Wöginger, du wirst ja dann etwas dazu sagen –, dass alle, die jetzt hier herinnen sitzen, nicht bei der Österreichischen Gesundheitskasse versichert sein werden (Abg. Schartel: Nein, das ist falsch!), sondern bei der Beamtenversicherung. (Abg. Schartel: Das stimmt nicht! Nein, das ist falsch! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Oh-Rufe bei der ÖVP – Abg. Rädler: Wer war Sozialminister?
Das ist Wasser predigen und Wein trinken. – Ich sage euch etwas, Kolleginnen und Kollegen: Das wird die Krankenkasse der Armen sein! Das wird die Krankenkasse der Armen werden (Oh-Rufe bei der ÖVP – Abg. Rädler: Wer war Sozialminister?), weil sie jetzt schon kein Geld hat. Sie hat ständig Geldnot, weil ihr das Geld vorenthalten wird. Darum werden Sie dafür die Verantwortung übernehmen müssen.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Noch ein Wort, weil meine Redezeit noch nicht aus ist, das Licht da (auf die Lampe am Rednerpult deutend) noch nicht leuchtet: Sie von der FPÖ, ich frage Sie, warum Sie in dieser Angelegenheit den Steigbügelhalter für die ÖVP machen. Ich sage euch etwas: Ihr bekommt nicht einmal das Schwarze unter den Nägeln! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ihr bekommt vielleicht ein paar Direktorenposten, darauf werden sie schon schauen. Aber sind Ihnen die das wert, die Arbeitnehmer dieses Landes zu verraten? (Abg. Haider: Sie verraten die Arbeitnehmer schon seit 50 Jahren!) Ist es das wert? Ist es das wert, dass Sie die Arbeitnehmer verraten? (Abg. Haider: Seit 50 Jahren verraten Sie die Arbeitnehmer! – Ruf bei der FPÖ: Das glaubt Ihnen keiner mehr! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Abg. Rädler: Einer, der verantwortlich war! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Präsident Mag. Wolfgang Sobotka: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr Abgeordneter Stöger zu Wort gemeldet. (Ruf bei der ÖVP: Selbstanklage! – Abg. Rädler: Einer, der verantwortlich war! – Zwischenrufe bei der FPÖ. – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) – Ich würde Sie bitten, sich in der Wortwahl zu mäßigen! (Ruf bei der FPÖ: Kommt der zur Entschuldigung?)
Abg. Rädler: Da hat er jetzt selber gelacht!
Abgeordneter Mag. Bruno Rossmann (PILZ): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Kollege Wöginger, Sie haben die Oppositionsparteien aufgefordert, keine Unwahrheiten zu sagen. Erstens sage ich grundsätzlich keine Unwahrheiten (Beifall bei der Liste Pilz – Oh-Rufe bei ÖVP und FPÖ), aber ich werde Ihnen im Zusammenhang mit dieser Reform einige Wahrheiten sagen, die Ihnen gar nicht gefallen werden. (Abg. Rädler: Da hat er jetzt selber gelacht!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Österreichs, der Welt, etwas kostet (Zwischenruf des Abg. Rädler), dann sagt die Bundesministerin heute: Das ist zu teuer! – Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn es zu teuer ist, dann werden in Zukunft die bisherigen Gesundheitsleistungen nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stehen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Belakowitsch: Sie sind abgewählt, und das ist gut so!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Die Rede hat Sekretär Drozda geschrieben!
Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Die Rede hat Sekretär Drozda geschrieben!)
Abg. Rädler: Nichts! – Ruf bei der FPÖ: Gar nichts!
Sie stellen sich heute her und wollen uns belehren, was diese Reform denn nicht alles Funktionierendes zerschlagen würde und was nicht alles für die Versicherten in diesem Land schlechter werden würde. Ihr Kollege Wimmer stellt sich sogar her und redet von der Zerstörung der Sozialversicherung in Österreich. Und gleichzeitig kritisieren Sie die bestehenden unterschiedlichen Leistungen zwischen den Trägern, kritisieren eine Besserstellung für die Versicherten in den Krankenfürsorgeanstalten und kritisieren die besseren Leistungen für die Versicherten in der BVA. Ja ich frage Sie: Wer war denn Gesundheitsminister in den letzten zehn Jahren? Welche Partei hat denn das Bundesministerium für Gesundheit geleitet? Was haben Sie gemacht, um diese bekannten Missstände abzustellen? (Abg. Rädler: Nichts! – Ruf bei der FPÖ: Gar nichts!)
Abg. Rädler: Alles verloren in Wiener Neustadt!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (fortsetzend): Ich nehme das gerne zurück, aber das Versagen bleibt Ihnen. (Abg. Rädler: Alles verloren in Wiener Neustadt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steinacker
Das, was Sie gemacht haben, ist, die Selbstverwaltung ad absurdum zu führen. (Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Sie haben nämlich diejenigen, die die Beiträge zahlen, anstatt sie diese auch selbst verwalten zu lassen, karikiert (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Steinacker), indem Sie jetzt Arbeitgeber darüber entscheiden lassen, was mit den Arbeitnehmerbeiträgen passiert, und das ist nicht Selbstverwaltung, das ist ein Verfassungsbruch. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Amesbauer: Erbärmlich! Erbärmlich!)
Abg. Rädler: Jede Wahl verloren!
Abgeordneter Wolfgang Zanger (FPÖ): Frau Präsident! Frauen Bundesministerinnen! Kollege Wittmann, also das war jetzt eine schauspielerische Leistung erster Güte. Man möge sich – und der geschätzte Zuschauer möge zuhören – vorstellen: Herr Kollege Wittmann ist seit Jahrzehnten im politischen System hauptberuflich tätig (Abg. Rädler: Jede Wahl verloren!) und spielt sich als Arbeitnehmervertreter auf. (Beifall der Abg. Kirchbaumer.) Ich darf es auf gut Steirisch ausdrücken: Herr Kollege Wittmann hat von Arbeitnehmern so viel Ahnung wie die sprichwörtliche Kuh von Weitspringen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Ruf bei der SPÖ – zu dem das Rednerpult niedriger stellenden Abg. Rädler –: Er genießt das!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Rädler zu Wort. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Ruf bei der SPÖ – zu dem das Rednerpult niedriger stellenden Abg. Rädler –: Er genießt das!)
Abg. Rädler: Mitgeholfen hast du! Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Rosenkranz: 30 hat er gesagt!
Abgeordneter Dr. Peter Wittmann (SPÖ): Herr Abgeordneter Rädler hat behauptet (Zwischenruf des Abg. Hafenecker), dass ich während meiner Bürgermeisterzeit ein Krankenhaus mit 200 Millionen Euro Defizit gehabt hätte. (Abg. Rädler: Mitgeholfen hast du! Das habe ich nicht gesagt! – Abg. Rosenkranz: 30 hat er gesagt!)
Sitzung Nr. 45
Abg. Rädler: Der probt schon den Klubobmann!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ) (zur Geschäftsbehandlung): Ich möchte (Abg. Rädler: Der probt schon den Klubobmann!) Kollegen Wöginger nicht korrigieren, aber (Ruf: Ich mache es trotzdem!) ich habe kein Wort zum Inhalt dieses Antrages gesagt. Ich hatte nicht einmal die Gelegenheit, mich mit dessen Inhalt jetzt vertraut zu machen. Mir ging es einzig und allein um die Usancen im Haus und um das Selbstbewusstsein dieses Parlaments, das sich so einen Antrag in der letzten Minute aufs Auge drücken lässt. Darum ging es mir, Herr Kollege. (Beifall bei SPÖ, NEOS und Liste Pilz.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich möchte an dieser Stelle klar sagen: Während des langen Bestehens dieses Zentrums war der heutige Bundeskanzler Außenminister. Er hat meiner Meinung nach nicht den politischen Mut gehabt, gegen dieses Zentrum vorzugehen, er hat nicht den politischen Mut gehabt, aus diesem Zentrum auszutreten, aber wenn es um religiöse Minderheiten in Österreich geht, dann ist der Herr Kurz sehr laut. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Zwischenruf des Abg. Haubner.) Wenn es darum geht, das Thema Islam rauf und runter zu spielen, dann ist er sehr laut, aber sobald es um das Eingemachte in der Weltpolitik geht, ist er leise, der Herr Schweigekanzler. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Zadić. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wir haben 35 Jahre Verzögerung, weil eine seltene Eidechse gefunden wurde, die dann sorgfältig umgebettet wurde. Daraufhin hat man Probebohrungen gemacht. Für diese Probebohrungen wurde ein kleines Waldstück entfernt, um eine Felswand freizulegen und an ihr eine Probebohrung zu machen. Daraufhin hat sich dort der Wanderfalke niedergelassen. Das wurde wiederum als weiterer Einspruch geltend gemacht und führte zu einer weiteren Verzögerung des Verfahrens. Als dann der Verwaltungsgerichtshof dieses Verfahren abschließen konnte, wurde plötzlich der seltene Biber entdeckt, den zuvor niemand gekannt hat. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich frage Sie ganz offen: Wo bleiben da die Interessen der Bürger der Stadt Linz? Wo bleiben die? (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.
Ich möchte mit einer Bürgerstimme abschließen. Zu Wort gemeldet hat sich Karl-Heinz Hinrichs, Umwelt- und Friedensaktivist und Gründer der Eval-Bewegung – das ist eine Umwelt- und Friedens-Bürgerbewegung –: „Die Novelle zum UVP-G ist nicht nachhaltig und wird abgelehnt.“ (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Rädler.) Dritte Startbahn in Schwechat, „Teststrecke 140 auf der Autobahn, das ist gegen jeden Zukunftstrend, gegen jede Vernunft [...]. Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass Ihre Antworten, Vorschläge und Handlungen in Zukunft von vielen interessierten Wahlbürgern ganz genau verfolgt werden.“ – Zitatende.
Abg. Rädler: Wenn der Haselsteiner will!
Vielleicht ein versöhnlicher Satz zum Abschluss (Abg. Meinl-Reisinger: Welche Verbesserungen für die Wirtschaft haben Sie gemacht?): Wir werden hoffentlich diesen Punkt auf der nächsten Tagesordnung des Verfassungsausschusses haben; die nächste Sitzung findet am 14. November statt. Bis dorthin haben Sie dann noch die Gelegenheit, Ihren Kurs, Ihren – ich muss es jetzt so sagen – wirtschaftsfeindlichen Kurs zu korrigieren, um dann unserem gemeinsamen Antrag zuzustimmen. (Abg. Rädler: Wenn der Haselsteiner will!) – Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf.)
Abg. Rädler: Habt ihr einen Gerichtstermin?
In Zukunft, Herr Klubobmann, werden wir alles mal drei rechnen, was Sie uns voraussagen. Die Debatte über den Dringlichen Antrag hat begonnen, als wir noch nicht mit der Tagesordnung fertig waren. (Anhaltende Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.) Das heißt, es wäre in jedem Fall danach gewesen. Abgesehen davon lassen wir uns den Dringlichen Antrag nicht durch Ihre Tagesordnung wegnehmen. Das geht gar nicht! (Abg. Rädler: Habt ihr einen Gerichtstermin?)
Abg. Rädler: Das war ein Selbstfaller!
Das Zweite noch zu den NEOS (Abg. Rädler: Das war ein Selbstfaller!): Ich kann mich erinnern, dass uns in den letzten Jahren oft vorgeworfen wurde, dass gepackelt wird, dass nur abgetauscht wird, dass man nur das eine bekommt, wenn man dem anderen auch etwas gibt. Jetzt gehen die NEOS her, die an und für sich einmal eine durchaus moderne Partei waren – ab dem heutigen Zeitpunkt kann man nur sagen: waren –, und versuchen, zwei Dinge miteinander zu vermischen und zu vermengen. (Abg. Nehammer: Ihr lebt in der Vergangenheit! – Zwischenruf der Abg. Meinl-Reisinger.)
Abg. Rädler: Die Bauern zahlen eh ein!
lionen Euro am Tiersektor fällig werden. (Abg. Rädler: Die Bauern zahlen eh ein!) Der gleiche Beitrag wird auch von den Ländern kommen, das heißt Konsultationsmechanismus. Mit diesem Initiativantrag umgeht ihr diesen Konsultationsmechanismus der Länder jedoch. Ihr bringt ihn jetzt ein und wollt ihn im Landwirtschaftsausschuss behandeln lassen. Wo er hingehört, wisst ihr auch, nämlich wie 2016 in den Finanzausschuss! (Zwischenruf des Abg. Nehammer.) Ihr umgeht damit eine Begutachtung des Gesetzes.
Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
lich klar gezeigt. (Beifall bei der Liste Pilz. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Vielen Dank.
Sitzung Nr. 47
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Auch wenn Sie das in Ihren Beantwortungen laufend so darstellen und es wegwischen, so sind das keine Einzelfälle mehr. Es werden jeden Tag und jede Woche mehr davon auftauchen. (Abg. Rosenkranz: Ach so!) Diese Fälle offenbaren uns jeden Tag aufs Neue, dass Ihr Gesetz eine grundlegende Fehlkonstruktion darstellt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Na, na!
Sie von der ÖVP sagen immer, es werde umgesetzt, was im Wahlkampf versprochen wurde (Abg. Rädler: Na, na!), und ich frage mich, wo genau der 12-Stunden-Tag in Ihrem Wahlprogramm steht. (Abg. Rädler: Na, na!) Wann hat Sebastian Kurz das vor der Wahl angekündigt? (Abg. Winzig: Im Plan A steht’s!) – In seinem Wahlprogramm ist wohl von flexibler Arbeitszeit die Rede, aber nicht vom 12-Stunden-Tag. (Abg. Rosenkranz: Das ist ja Ihre Diktion! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und ich zitiere aus Ihrem Wahlprogramm, sehr geehrte Damen und Herren der ÖVP: „Das bedeutet für uns keine Erhöhung der regulären Arbeitszeit und auch keinen ‚12-Stunden-Tag‘ als neue Regelarbeitszeit, sondern einfach eine betrieblich einvernehmliche und flexiblere Gestaltung sowohl im Sinne der persönlichen und familiären Planung der Arbeitneh-
Abg. Rädler: Na, na!
Sie von der ÖVP sagen immer, es werde umgesetzt, was im Wahlkampf versprochen wurde (Abg. Rädler: Na, na!), und ich frage mich, wo genau der 12-Stunden-Tag in Ihrem Wahlprogramm steht. (Abg. Rädler: Na, na!) Wann hat Sebastian Kurz das vor der Wahl angekündigt? (Abg. Winzig: Im Plan A steht’s!) – In seinem Wahlprogramm ist wohl von flexibler Arbeitszeit die Rede, aber nicht vom 12-Stunden-Tag. (Abg. Rosenkranz: Das ist ja Ihre Diktion! – Zwischenrufe bei der ÖVP.) Und ich zitiere aus Ihrem Wahlprogramm, sehr geehrte Damen und Herren der ÖVP: „Das bedeutet für uns keine Erhöhung der regulären Arbeitszeit und auch keinen ‚12-Stunden-Tag‘ als neue Regelarbeitszeit, sondern einfach eine betrieblich einvernehmliche und flexiblere Gestaltung sowohl im Sinne der persönlichen und familiären Planung der Arbeitneh-
Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner, Rädler und Winzig.
Sie haben diesen früheren Gesetzesbruch somit legalisiert, und Sie haben damit den Weg des sozialen Ausgleichs – der Grundkonsens der Zweiten Republik – verlassen, nämlich dass wir gemeinsam stärker sind - - (Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.) – Ja, wenn Sie das lustig finden, was uns die letzten hundert Jahre stark gemacht hat, dann sollte sich der Herr Bundeskanzler nicht mit großen Reden in die Staatsoper stellen, sehr geehrte Damen und Herren der ÖVP! (Anhaltender Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Haubner, Rädler und Winzig.)
Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf ...! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.
Es waren die Regierungsvertreter, die vor wenigen Tagen gesagt haben, dass wir gemeinsam stärker sind, dass wir uns nicht spalten lassen dürfen und dass wir nicht zulassen dürfen (Abg. Amesbauer: Hören Sie auf, zu spalten!), dass diese Gesellschaft gespalten wird. (Abg. Belakowitsch: Hören Sie auf ...! – Zwischenruf des Abg. Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP. – Gegenrufe bei der SPÖ.) Das, was Sie, ÖVP und FPÖ, mit der 60-Stunden-Woche gemacht haben, kündigt diesen Jahrzehnte überdauernden Grundkonsens auf. Und das, was wir in den letzten Monaten hier erlebt haben, ist tatsächlich neu im österreichischen Parlament, nämlich dass die Regierungsparteien ihre Stimmenmehrheit unverblümt dafür verwenden, einer kleinen Gruppe von Industriellen Vorteile zu verschaffen, und keine Sekunde daran denken, dass dies zum Nachteil von Millionen von Menschen ist. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Winzig: Die hatten schon eine Betriebsvereinbarung!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das ist unfair, unsozial und zeigt, dass Ihnen die arbeitenden Menschen (Abg. Winzig: Dann fangen Sie bei der ÖBB an!), die Leistungserbringer dieses Landes einfach nichts wert sind und egal sind. Es ist genau unsere Pflicht, die Pflicht der Sozialdemokratie, auf diese grobe Fehlentwicklung aufmerksam zu machen und noch mehr, diese zu bekämpfen! (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Haider
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind da klar in der schwächeren Position – und Ihnen ist es einfach egal: Sie setzen auf das Recht des Stärkeren. Das Recht des Stärkeren hatten wir vor Jahrhunderten (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Haider), und der Stärkere ist da – das erkennt man, wenn man Ihr Gesetz anschaut – auf jeden Fall der Arbeitgeber.
Abg. Rädler: ... rückwärtsgewandte Politik!
Machen wir das jetzt, holen wir das jetzt nach, was Sie bereits vor Monaten hätten tun müssen! Ändern wir das Arbeitszeitgesetz von Grund auf, sorgen wir dafür, dass alle davon profitieren und dass es am Ende keine Verlierer gibt! (Abg. Rädler: ... rückwärtsgewandte Politik!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Mir und uns ist nicht egal, wie es den Menschen geht. Mir ist die Hilfsköchin aus Wien, die gekündigt wurde, weil sie nicht 12 Stunden arbeiten kann, nicht egal. Mir sind auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotelbetriebe nicht egal, die in Knebelverträgen gezwungen werden, 12 Stunden zu arbeiten. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Sie wissen, das ist erst die Spitze des Eisbergs. Wenn der Bundesregierung, wenn Ihnen diese Menschen und die drei Millionen anderen Beschäftigten in diesem Land nicht egal sind, dann sollten Sie hier dringend in den Dialog treten. Das verlangen wir mit unserem Dringlichen Antrag: Weg vom verpfuschten Arbeitszeitgesetz, zurück an den Start! Wir fordern Sie, sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung, auf, diese Gespräche und die Verhandlungen dazu sofort aufzunehmen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Nur so kann es uns am Ende gelingen, dass wir bis Jahresende ein Gesetz zustande bringen, das die Bezeichnung als modernes und flexibles Arbeitszeitgesetz tatsächlich verdient (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) und bei dem alle zu ihrem Recht kommen – und nicht nur eine Seite. Beenden Sie endlich die Politik des Gegeneinanders! Besinnen wir uns darauf, was Österreich in den letzten Jahrzehnten stark gemacht hat, auf den sozialen Frieden, auf den sozialen Ausgleich und eine Politik des Miteinander! – Vielen Dank. (Lang anhaltender Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Liste Pilz.)
Abg. Rädler – die ausgestreckten Arme auf- und abbewegend –: Hallo! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.
Ich muss Sie wirklich fragen, sehr geehrte Damen und Herren von FPÖ und ÖVP: Was ist mit dem Versprechen, dass es gemäß Arbeitszeitgesetz einen Rechtsanspruch auf eine 4-Tage-Woche gibt? (Ruf bei der SPÖ: Wo ist es?) Was ist mit dem Versprechen, dass es durch dieses Arbeitszeitgesetz zu längeren Freizeitblöcken kommt? Wo sind die versprochenen schärferen Sanktionen bei Übertretungen, die angekündigt wurden? Wo sind entsprechende Vorschläge für längere gesetzliche Kündigungsfristen, damit die Opfer geschützt werden? Wo ist Bundeskanzler Kurz heute (Abg. Belakowitsch: In Brüssel!), der noch im ORF-Sommergespräch gesagt hat - - (Abg. Belakowitsch: In Brüssel! Er ist in Brüssel!) – In Brüssel, richtig, unter dem Vorwand Brexit, richtig (Ruf bei der ÖVP: Vorwand?), oder Orbán. (Abg. Rädler – die ausgestreckten Arme auf- und abbewegend –: Hallo! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.)
Beifall bei NEOS und SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl und Rädler.
Es ist ein Bedürfnis, das erkannt wurde, ganz offensichtlich schon zu früheren Zeiten durchaus auch von der Sozialdemokratie, weil es ein Bekenntnis zu flexibleren Arbeitszeiten ja auch schon im Plan A gegeben hat (Abg. Lausch: Ganz genau!), und – ich sage das ganz entschlossen und entschieden – ich bedauere sehr, dass eine Einigung nicht schon viel früher möglich gewesen ist (Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek), denn das, was wir jetzt am Tisch liegen haben, ist tatsächlich ein Pfuschgesetz, und ich werde das jetzt auch zum Ausdruck bringen. (Beifall bei NEOS und SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Gerstl und Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Konstruktive Zusammenarbeit ist etwas, ist eine Kultur, die maßgeblich von den Regierungsparteien ausgehen muss. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Eine Kultur der konstruktiven Zusammenarbeit kann nur dann gelebt werden, wenn die Mehrheitsparteien nicht auf der Mehrheit, auf dem Recht der Mehrheit beharren, sondern auch ganz aktiv sagen: Wir gehen in den Dialog, wir hören die berechtigten Bedenken an und sind gewillt, Gesetze besser zu machen, als wir sie selber auf den Tisch gelegt haben! (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Rädler: Sie verwirren Ihre Wähler! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.
Und dann kommt noch etwas dazu – ich spreche da vor allem die betriebliche Ebene an, die Sie hier bedauerlicherweise gänzlich herausgehalten haben –: Da lag ein Entwurf am Tisch, und dann hat offensichtlich die FPÖ kalte Füße bekommen, weil – wir haben ja das Mantra gehört – sie ja angeblich das soziale Gewissen ist, und so ganz genau passt das ja jetzt bei diesem Gesetz nicht in das Konzept hinein. Deshalb kam Ihr Vizekanzler auf die glorreiche Idee: Wir schreiben jetzt die Freiwilligkeit ins Gesetz! (Abg. Rosenkranz: Bravo, Strache!) Ich stelle mir das so richtig gut vor: Da kommt wahrscheinlich eine Reihe von Legisten und Rechtsexperten zu ihm, und die sagen: Herr Vizekanzler, wir weisen höflich darauf hin, dass dieses Wort zu Rechtsunsicherheit führen wird, dass wir bis jetzt eine andere gelebte Regelung für die 9. und die 10. Überstunde haben und dass da möglicherweise Rechtsunsicherheit und Unklarheit entstehen würden; wir können nicht genau sagen, was Sie mit dieser Freiwilligkeit meinen. – Die FPÖ hat gesagt: Das ist uns egal. Die Freiwilligkeit wird verankert! Es ist alles in Ordnung. (Abg. Rädler: Sie verwirren Ihre Wähler! – Heiterkeit bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Sie erinnern: Die Legalisierung von Sozialbetrug (Zwischenruf des Abg. Rädler), das heißt, wenn Arbeitnehmer ihre Mitarbeiter falsch oder gar nicht bei der Sozialversicherung anmelden, war ebenfalls von Ihnen mitgetragen und wurde erst nach heftigem Protest und nur teilweise zurückgenommen.
Abg. Rädler: Sie nicht!
Die von Ihnen groß propagierte Freiwilligkeit im Zusammenhang mit Überstunden existiert natürlich im realen Leben nicht. Jeder, der schon einmal gearbeitet hat, egal ob als Chef oder als Mitarbeiter (Abg. Rädler: Sie nicht!) – Kollege Rädler, ich meine, bei Ihrer Therme, die nur 28 Grad hat, muss man wenigstens keine Sorge haben, dass irgendjemand in zu warmes Wasser käme (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ) –, weiß, dass es die Freiwilligkeit in der realen Arbeitswelt nicht gibt. Ein Bundeskanzler, der nach der Matura nur ein Jusstudium abgebrochen hat und noch nie einem ernsthaften Job außerhalb der Politik nachgegangen ist, hat aber natürlich keine Ahnung davon, wie es in der Arbeitswelt ist, weder als Chef noch als Mitarbeiter. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Uh-Rufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Bei den NEOS!
Also in welche Richtung wollen wir jetzt gehen? Wir wollen doch die Unternehmer nicht zusätzlich mit größerer Bürokratie, mit mehr Überprüfungen belasten! Schwarze Schafe gibt es hier wie da, die gibt es überall, aber im Grunde genommen müssen wir schon sagen, dass dieses - - (Abg. Rädler: Bei den NEOS!) – Herr Rädler, was ist mit dem Thermalwasser, ist es schon wärmer geworden? (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Lassen Sie mich fertig reden!
Heiterkeit und Beifall bei den NEOS. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Also in welche Richtung wollen wir jetzt gehen? Wir wollen doch die Unternehmer nicht zusätzlich mit größerer Bürokratie, mit mehr Überprüfungen belasten! Schwarze Schafe gibt es hier wie da, die gibt es überall, aber im Grunde genommen müssen wir schon sagen, dass dieses - - (Abg. Rädler: Bei den NEOS!) – Herr Rädler, was ist mit dem Thermalwasser, ist es schon wärmer geworden? (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Lassen Sie mich fertig reden!
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Noch einen Satz zum Herrn Bundeskanzler: Die Merkel ist in Berlin. (Abg. Leichtfried: Sie ist in Chemnitz!) – Sie ist in Chemnitz, okay. Der Macron ist in Paris. Die May ist in London. Und wo ist der Herr Kurz? – Der Herr Kurz fährt spazieren, weil er sich aus der Verantwortung stiehlt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Er haut sich aus der Verantwortung heraus – er ist nicht da! –, denn seine Aufgabe ist es, im Parlament zu sein, hier Verantwortung zu übernehmen. (Beifall bei der SPÖ)
Abg. Rädler: Die NEOS!
Jetzt frage ich Sie: Was ist die eigentliche Verhöhnung dieses Parlaments, das hier zusammengerufen worden ist? (Abg. Rädler: Die NEOS!) Ich bin schon sehr gespannt, ob sie sich wenigstens noch zur Abstimmung hierherbemüht, denn es ist ja immerhin ein Dringlicher Antrag, und ich gehe schon davon aus, dass sie diesem selbst zustimmen wird. Oder hat sie sogar Angst vor ihrem eigenen Antrag? – Kern reloaded, aber auch in einem weiteren Zusammenhang. Ich verstehe den Obmann der SPÖ Burgenland jetzt schon, der seine Hand nicht dafür ins Feuer legt, dass Frau Rendi-Wagner auch Spitzenkandidatin bei der nächsten Nationalratswahl wird. Es erschließt sich mir immer mehr die seherische Qualität des Herrn Doskozil.
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Etwas anderes: 100 Jahre sind strapaziert worden. Ja, es sind auch 100 Jahre seit dem Todestag des großen Gründers der Sozialdemokratie Victor Adler vergangen. Ich fühle mit ihm, wenn er diese Debatten hören muss, wenn er hören muss, wo seine Sozialdemokratie in Österreich hingekommen ist. (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Es ist ein Gefühl des Mitleids, das man angesichts dessen haben muss, dass Sie nichts anderes können, als mit falschen Tatsachen entsprechend Stimmung zu machen. (Zwischenruf bei der SPÖ.) Ja, man hat geglaubt, mit Rendi-Wagner kommt jetzt ein neuer Stil, aber nein: Fußi mal Silberstein, das ist jetzt die aktuelle Politik, die hier betrieben wird. Darauf komme ich auch später noch ein bisschen zu sprechen, denn das sind die Punkte, wie Sie Ihre Postings gestalten. (Zwischenruf des Abg. Krainer.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich habe heute wiederholt von der Freiwilligkeit gehört. Was heißt das wirklich? Es gab auch schon Pressemeldungen, dass Hoteliers sagen: Ja, wenn ich den in den Dienstplan schreibe. – Ist das dann noch freiwillig? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oder die Einbeziehung der dritten Führungsebene: Wie wird sich das auswirken? All das ist nicht auf breiter Basis mit den Leuten erörtert worden, die etwas davon verstehen, die davon betroffen sind. (Abg. Rädler: Die NEOS!) Wir haben so viel Know-how an den Universitäten, in den Gerichten – überall Menschen, die damit befasst sind. Man hat darauf verzichtet, dieses Know-how zu nutzen. Das ist negativ für die Gesellschaft. Wir haben ein Gesetz, mit dem man nicht zufrieden ist, mit dem viele nicht zufrieden sind, und der Rechtsstaat wird dadurch belastet und infrage gestellt. (Abg. Martin Graf: Ihr habt ja eh zugestimmt!)
Abg. Rädler: Die NEOS!
Ich habe heute wiederholt von der Freiwilligkeit gehört. Was heißt das wirklich? Es gab auch schon Pressemeldungen, dass Hoteliers sagen: Ja, wenn ich den in den Dienstplan schreibe. – Ist das dann noch freiwillig? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Oder die Einbeziehung der dritten Führungsebene: Wie wird sich das auswirken? All das ist nicht auf breiter Basis mit den Leuten erörtert worden, die etwas davon verstehen, die davon betroffen sind. (Abg. Rädler: Die NEOS!) Wir haben so viel Know-how an den Universitäten, in den Gerichten – überall Menschen, die damit befasst sind. Man hat darauf verzichtet, dieses Know-how zu nutzen. Das ist negativ für die Gesellschaft. Wir haben ein Gesetz, mit dem man nicht zufrieden ist, mit dem viele nicht zufrieden sind, und der Rechtsstaat wird dadurch belastet und infrage gestellt. (Abg. Martin Graf: Ihr habt ja eh zugestimmt!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Im Titel des Dringlichen Antrages heißt es, „lernen Sie aus Ihren Fehlern, Herr Bundeskanzler!“ (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Ja, Sie werden erstaunt sein, ich weiß, dass Herr Kurz in Brüssel ist. (Zwischenruf des Abg. Martin Graf.) Ich frage mich aber, was er denn dort tut. Was tut er heute in Brüssel? (Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Präsidentin Doris Bures: Zu Wort ist nun niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Sitzung Nr. 49
Abg. Rädler: Das ist nicht Lustigmachen! – weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Lopatka, Steinacker und Wöginger
Werte Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP, wenn Sie sich lustig machen über einen Brief (Abg. Rädler: Das ist nicht Lustigmachen! – weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Lopatka, Steinacker und Wöginger), den nachweislich eine Wählerin Ihrer Fraktion geschrieben hat (Abg. Winzig: Wer lacht denn? – Abg. Rosenkranz: Woher wissen Sie das „nachweislich“?), finde ich das auch ein wenig bezeichnend. (Abg. Schwarz: Sie lesen ihn grinsend!)
Abg. Rädler: Strolz-Abklatsch! – Ruf bei der ÖVP: Der Strolz war schon besser!
... indem Sie sich an den rechten Rand mit Trump und Orbán stellen gegen 190 Staaten weltweit, die endlich einmal vielleicht gemeinsam ein gutes Programm für gemeinsame Sorgen und Probleme finden könnten. – Zitatende. (Abg. Rädler: Strolz-Abklatsch! – Ruf bei der ÖVP: Der Strolz war schon besser!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Oder: Der deutsche Wirtschaftsminister Altmaier – und das finde ich eigentlich noch bezeichnender – sagt: Nach einer dreistündigen Diskussion unter den Unions-Bundestagsabgeordneten gab es eine „breite Mehrheit, dass wir uns hier von populistischen Kräften nicht ins Bockshorn jagen lassen“. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rosenkranz: Da sieht man’s: keine Ahnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler
Es gibt einen eigenen Absatz in diesem Pakt, dass staatliche Souveränität durch diesen Pakt in keiner Weise berührt wird (Abg. Rosenkranz: Da sieht man’s: keine Ahnung! – Zwischenruf des Abg. Rädler) und dass es natürlich jedem Nationalstaat freigestellt wird, wen er einreisen lässt und wen nicht. (Abg. Rosenkranz: Keine Ahnung! – Abg. Wöginger: Realitätsverweigerung! – Abg. Rosenkranz: Nein, ich glaube, das ist es nicht! Ich glaube ...!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Diese Regierung betreibt einfach eine Politik der fremdenfeindlichen Nebelgranaten (Zwischenruf des Abg. Rädler): Wenn es um Notstandshilfe geht, wenn diese verringert werden soll, dann diskutieren Sie über Kopftücher (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler); wenn es um den 12-Stunden-Tag, um die 60-Stunden-Woche geht, dann schließen Sie zum 23. Mal die Balkanroute (Zwischenruf der Abg. Winzig); wenn die Sozialversicherung zerschlagen werden soll, dann kündigen Sie den Migrationspakt auf. – Das ist absolut durchsichtig, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Diese Regierung betreibt einfach eine Politik der fremdenfeindlichen Nebelgranaten (Zwischenruf des Abg. Rädler): Wenn es um Notstandshilfe geht, wenn diese verringert werden soll, dann diskutieren Sie über Kopftücher (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler); wenn es um den 12-Stunden-Tag, um die 60-Stunden-Woche geht, dann schließen Sie zum 23. Mal die Balkanroute (Zwischenruf der Abg. Winzig); wenn die Sozialversicherung zerschlagen werden soll, dann kündigen Sie den Migrationspakt auf. – Das ist absolut durchsichtig, sehr geehrte Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten von JETZT.)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Das ist der Punkt, wir entscheiden! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.
Herr Bundeskanzler, weil Sie Premierminister Babiš angesprochen haben und auch Generalsekretär Nehammer ja immer wieder Aussendungen dazu schickt – aus welchen Gründen auch immer –, sage ich Ihnen ganz ehrlich: Sie können Babiš gerne in Ihre Fraktion aufnehmen, ich brauche ihn nicht bei mir. Sie haben Orbán, der passt zu Ihnen, es passt auch Babiš zu Ihnen. Ich brauche solche Leute nicht in meiner Fraktion. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: Das ist der Punkt, wir entscheiden! – Weitere Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rädler: Schreiben Sie einen Brief an Babiš! – Zwischenruf des Abg. Gerstl.
Die Distanzierung meinerseits ist ganz unproblematisch. Das ist das, was ich mir von Ihnen erwarten würde. (Abg. Lopatka: Tun Sie etwas, Kollege Scherak! Werden Sie aktiv! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Ja, schauen Sie, ich weiß nicht, im Gegensatz zu Ihnen diskutieren wir solche Themen ernsthaft intern in der Fraktion. (Abg. Rädler: Schreiben Sie einen Brief an Babiš! – Zwischenruf des Abg. Gerstl.) Wir waren beim Alde-Kongress in Madrid, Herr Kollege Lopatka. Wir diskutieren das. Sie sind die Fraktion, die Viktor Orbán seit Ewigkeiten den Rücken stärkt und nicht ernsthaft darüber diskutiert, ob Viktor Orbán Platz in der Europäischen Volkspartei hat. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Bedeutungslosigkeit!)
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Bedeutungslosigkeit!
Die Distanzierung meinerseits ist ganz unproblematisch. Das ist das, was ich mir von Ihnen erwarten würde. (Abg. Lopatka: Tun Sie etwas, Kollege Scherak! Werden Sie aktiv! – Präsident Sobotka gibt das Glockenzeichen.) Ja, schauen Sie, ich weiß nicht, im Gegensatz zu Ihnen diskutieren wir solche Themen ernsthaft intern in der Fraktion. (Abg. Rädler: Schreiben Sie einen Brief an Babiš! – Zwischenruf des Abg. Gerstl.) Wir waren beim Alde-Kongress in Madrid, Herr Kollege Lopatka. Wir diskutieren das. Sie sind die Fraktion, die Viktor Orbán seit Ewigkeiten den Rücken stärkt und nicht ernsthaft darüber diskutiert, ob Viktor Orbán Platz in der Europäischen Volkspartei hat. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Rädler: ... Bedeutungslosigkeit!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zu Wort gelangt nun Frau Abgeordnete Dr.in Angelika Winzig. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Kanzleramtsminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herzlichen Dank an die Liste Pilz für die wichtige Europastunde zur erfolgreichen österreichischen Ratspräsidentschaft. Ich gratuliere auch zum neuen Klubnamen JETZT, denn jetzt geht es los, wie Herr Pilz medial argumentiert hat. Ich habe mich nur gefragt, was Herr Pilz in den letzten 13 Monaten gemacht hat. War er im Klub der mächtigen alten Männer, wie er sich ja gerne selber bezeichnet? Es ist aber erfreulich, dass Sie heute Europa entdeckt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzte Zuhörerinnen und Zuhörer! JETZT stellt die Frage in der Europastunde: „Inszenierung statt Inhalt“? – Ich würde sagen: Ja, das kann man mit Ja beantworten. Verpasste Chance für Österreich und Europa? – Da würde ich auch sagen: Ja, es ist eine verpasste Chance. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Das interessiert Ihre Parteivorsitzende gar nicht!
Wen schützen Sie noch? (Abg. Rädler: Das interessiert Ihre Parteivorsitzende gar nicht!) – Sie schützen jene, die Rechtslücken ausnützen und Lohn- und Sozialdumping in ganz Europa betreiben, geschätzte Damen und Herren. Gerade im Baugewerbe – Kollege Muchitsch weiß das ganz genau –, aber auch in anderen Bereichen ist es gang und gäbe, dass durch Scheinfirmen, Scheinselbstständigkeiten und Scheingründungen überall an unseren Grenzen Lohn- und Sozialdumping betrieben wird. Das schützen Sie auch.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Abrechnung mit Kern ist das!
Im Gegensatz zu den wenigen, die Sie schützen – das sind die, die ihr Geld für sich arbeiten lassen können –, tun Sie nichts für die, die jeden Tag in der Früh aufstehen und hart für ihr Geld arbeiten müssen, geschätzte Damen und Herren. (Abg. Steinacker: Erlauben Sie, dass wir lachen, wenn Sie das sagen!) Nichts ist es mit der Arbeitsschutzbehörde geworden, nichts ist es mit dem Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping geworden, nichts ist es mit gerechter Verteilung geworden! Das Einzige, was Sie tun, ist, dafür zu sorgen, dass die, die jetzt schon abkassieren, weiter groß abkassieren können. Das ist Ihr Schutz und nichts anderes! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Eine Abrechnung mit Kern ist das!)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der SPÖ: Einfach zuhören!
Frau Kollegin, selbst eine Anfrage im Ministerium ergab nichts, weil es keine Fälle gibt. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Ruf bei der SPÖ: Einfach zuhören!) Also warum war diese Forderung so wichtig? (Zwischenruf der Abg. Steinacker.) Im eigenen Ministerium gab es keine Fälle, auf diese Aussage verlasse ich mich – wenn Sie nicht auf Ihr eigenes Ministerium hören, ist das Ihr Problem. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Wo ist eigentlich Rendi-Wagner?
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Fichtinger. – Bitte, Frau Abgeordnete. (Abg. Rädler: Wo ist eigentlich Rendi-Wagner?)
Abg. Rädler: Wien!
Also wie naiv muss man sein, dass man tagtäglich – bei Kindergartenkindern sind es 250 Euro im Monat, bei Kindern, die die Krabbelstube besuchen, 500 Euro im Monat –, noch dazu mit österreichischem Steuergeld, derartigen Hintermännern das Betreiben von Kindergärten überhaupt ermöglicht? (Abg. Rädler: Wien!) Das ist ein Wahnsinn, das ist ein Skandal! Wohin dieser Weg führt, kann ich Ihnen sagen: Das beste Beispiel ist mein Herkunftsland, die Türkei. Dieses Land habe ich an die Islamisten verloren und ich möchte nicht, dass diese Leute hier Einfluss auf unsere Kinder bekommen. (Beifall bei ÖVP und FPÖ.)
Abg. Rädler: Da werden wir gleich den Zusammenhalt sehen!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Als Nächste zu Wort gelangt Frau Abgeordnete Heinisch-Hosek. – Bitte schön, Frau Abgeordnete. (Abg. Rädler: Da werden wir gleich den Zusammenhalt sehen!)
Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das schreibt Herr Alexander Van der Bellen. (Beifall bei der FPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Klare Worte!
Das ist ja eigentlich das Verräterische: Dinge in einem Betrieb, ÖBB, die auslaufend sind, die sich erledigen, was auch von Bundesminister Hofer gelobt wurde, die sind euch wichtig, aber dass politische Verantwortungen von Ministern nicht wahrgenommen werden, das ist euch vollkommen wurscht! Das ist es. Das ist euch völlig egal. Das richtet sich selbst, ein auslaufendes Modell immer wieder zum Thema zu machen und zu sagen, der jetzige Minister macht auch nichts. Er hat es im Ausschuss erklärt, fragt die Kollegin Griss, die wird das wissen, die kann euch erklären, dass er gesagt hat, das erledigt sich von selbst! Aber hier Bundesminister außer Dienst Leichtfried zu fragen, wo das Geld hingekommen ist, das schafft ihr nicht, dazu seid ihr anscheinend zu feige! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Rädler: Klare Worte!)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Ich möchte nur aufgrund dessen, dass ich Bürgermeister bin, zwei Punkte herausstreichen (Zwischenruf des Abg. Rädler), die vor allen Dingen auch für das Bundesland wichtig sind, aus dem ich komme:
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Der Rechnungshof empfiehlt aber, das Beamtenpensionsrecht für die ÖBB-Beamten an jenes der Bundesbeamten anzugleichen. Das macht der Minister, Kollegin Lintl, aber nicht, und Kollege Lausch sagt: Das hätte der Leichtfried machen müssen, und der hat es nicht gemacht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Daraus wird abgeleitet: Weil es der Leichtfried nicht gemacht hat, macht es der Hofer jetzt auch nicht. Dafür hätten wir keine neue Bundesregierung gebraucht, dafür, dass nichts gemacht wird, das war vorher schon so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Noll.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Noll.
Der Rechnungshof empfiehlt aber, das Beamtenpensionsrecht für die ÖBB-Beamten an jenes der Bundesbeamten anzugleichen. Das macht der Minister, Kollegin Lintl, aber nicht, und Kollege Lausch sagt: Das hätte der Leichtfried machen müssen, und der hat es nicht gemacht! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Daraus wird abgeleitet: Weil es der Leichtfried nicht gemacht hat, macht es der Hofer jetzt auch nicht. Dafür hätten wir keine neue Bundesregierung gebraucht, dafür, dass nichts gemacht wird, das war vorher schon so. (Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Noll.)
Sitzung Nr. 51
Oh-Ruf des Abg. Rädler
Die Vertreterin der ÖVP, Kollegin Graf, stellt sich heraus, bringt das hier auch zum Ausdruck und sagt, man wolle eigentlich die Menschen entlasten. – Ja, aber welche Gruppe der Menschen wollen Sie entlasten? Wenn man diesen Antrag hernimmt, Herr Wurm – und deswegen muss ich auch Herrn Loacker erstmals in Schutz nehmen (Oh-Ruf des Abg. Rädler) –, dann ist klar ersichtlich, dass dieser wirklich auf eine Klientel abzielt, nämlich auf die Selbstständigen.
Abg. Rädler: Das ist wie mit der Frisur!
Wie können Sie bei einem Thema, das so sensibel ist wie das Schächten, das rituelle Schlachten von Tieren, bei so einem heiklen Thema - - (Abg. Rädler: Das ist wie mit der Frisur!) – Bitte, was hat ein Kommentar über meine Frisur hier verloren? Entschuldigung! – Bei so einem heiklen Thema brauchen mein Team und ich mehr als ein paar Stunden Zeit, um uns das anzuschauen und uns eine Meinung zu bilden. Es könnte sein, dass wir sogar mitgehen, es kann durchaus sein, dass ich bei diesem Antrag mitgehe, aber ein paar Stunden sind einfach zu wenig Zeit, daher kann ich leider weder dem ursprünglichen Antrag noch dem Abänderungsantrag heute zustimmen.
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Noll: Das ist schlimmer als ein Ordnungsruf!
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Herr Abgeordneter Rädler, ich glaube, Sie sind mit mir einer Meinung, dass Sie in dem Augenblick, als Sie den Kommentar über die Frisur abgegeben haben, auch schon gemerkt haben, dass er nicht passend war. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Ich ersuche Sie, das im Zwiegespräch mit Frau Abgeordneter Bißmann zu klären. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Noll: Das ist schlimmer als ein Ordnungsruf!)
Abg. Rädler: Bei Ihnen muss man rechnen, was Haselsteiner ausgegeben hat!
Die ÖVP hat quasi fast doppelt so viel ausgegeben, als gesetzlich zulässig gewesen wäre. (Abg. Rädler: Bei Ihnen muss man rechnen, was Haselsteiner ausgegeben hat!) Damit kann ich sagen: Die obersten Gesetzesbrecher dieser Republik sitzen hier im Haus; es sind diese Parteien. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Rädler: Haselsteiner!
Eine Anmerkung zu den intransparenten Konstruktionen, Vereinen und so weiter (Abg. Rädler: Haselsteiner!): völlig richtig, das darf nicht sein; aber wir haben uns das genau angeschaut. Ich meine, ich bin sicher, dass es da auch noch einige Vereine in Ihrem Umfeld gibt, aber der jetzige Minister Blümel hat einen Verein zur Förderung bürgerlicher Politik, der seine Webseite betrieben hat. War das auch Teil dieser offiziellen
Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wahlkampfkosten? Ist das mit eingerechnet worden, oder ist das auch eine intransparente Art der Finanzierung, die Sie sozusagen den anderen vorwerfen, aber betreffend sich selber sagen: Na, bei uns ist ja alles okay, es war ja ein transparenter Gesetzesbruch!? (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Herr Haselsteiner zahlt!
Wenn wir über faire Wahlkampfkosten reden, reden wir über Transparenz, reden wir darüber, dass wir zu den Konsequenzen stehen! (Abg. Rädler: Herr Haselsteiner zahlt!) Aber das ist Fingerzeigpolitik (Ruf bei der SPÖ: Na, wer macht denn so etwas? Sie! Wer macht denn das? – Zwischenruf der Abg. Duzdar), Sie zeigen auf uns, als seien wir die Bösen, weil wir ehrlich darüber Rechenschaft ablegen, ehrlich, Frau
Abg. Meinl-Reisinger: Man kann sich seine Freunde nicht aussuchen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Bevor wir über ein neues Gesetz reden, hätte ich mir von euch die Aufforderung an die SPÖ erwartet, transparent mit ihren Wahlkampfkosten umzugehen. (Abg. Meinl-Reisinger: Das habe ich ja gemacht! Haben Sie zugehört? Haben Sie zugehört?) Das hätte ich mir erwartet und nicht, dass gesagt wird: Ihr meldet 7,3 Millionen Euro ein und das war’s dann. – Nein, ihr zählt es irgendwie zusammen und nehmt den Applaus von den Kolleginnen und Kollegen der SPÖ zur Kenntnis! (Abg. Meinl-Reisinger: Man kann sich seine Freunde nicht aussuchen! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić. – Abg. Rädler: SPÖ!
und auch jetzt vorgebracht werden. Die ÖVP sagt – das hat der Herr Bundeskanzler gesagt und auch Herr Nehammer jetzt –: Na ja, wir sind ja die Braven, denn wir haben das ja bekannt gegeben, anders als die SPÖ, die hat sicher einen Teil verschwiegen. – Ja, aber das Bekanntgeben ist ja nichts, was Lob verdient. (Abg. Nehammer: Eh nicht!) Dazu sind Sie verpflichtet. (Abg. Nehammer: Ja!) Wenn Sie die Grenze überschreiten und es dann nicht bekannt geben, begehen Sie einen doppelten Gesetzesbruch. (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić. – Abg. Rädler: SPÖ!)
Ruf bei der ÖVP: Na, na, na! – Zwischenruf des Abg. Rädler
Die FPÖ, das ist schon gesagt worden, kommt mit dem Argument: Na, wir haben ja die Wirtschaft angekurbelt! – Man kann damit wirklich alles rechtfertigen. Vielleicht macht das Beispiel Schule und Leute sagen dann – Kollegin Meinl-Reisinger hat es schon gesagt –: Ich habe zwar eingebrochen, etwas gestohlen, aber ich habe das Geld dann ausgegeben (Ruf bei der ÖVP: Na, na, na! – Zwischenruf des Abg. Rädler), ich horte das Geld nicht und daher ist das eigentlich ein Dienst an der Wirtschaft! (Beifall bei den NEOS sowie der Abg. Zadić. – Abg. Belakowitsch: ... ist ja kein gestohlenes Geld! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Rädler: Bei der Liste Pilz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Mag. Dr. Wolfgang Zinggl (JETZT): Herr Präsident! Frau Ministerin! Eine beliebte Methode, parteipolitisch einzufärben, besteht darin, Ämter oder Einrichtungen zu teilen oder zusammenzulegen. (Abg. Rädler: Bei der Liste Pilz! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) In diesem Fall haben wir es damit zu tun, dass Ämter zusammengelegt werden, um auch ein bisschen Kontrolle über ganz bestimmte Institute zu erhalten. In diesem Fall geht es um das Zusammenlegen zweier Bundesanstalten, nämlich der Bundesanstalt für Bergbauernfragen und der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Loacker. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Rechnen Sie also natürlich mit unserer Zustimmung für all diese No-na-net-Vorhaben, aber erwarten Sie keinen großen Applaus für die Antriebslosigkeit bei diesem Antrag! – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Loacker. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Zur Sache! Zum Thema!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, heute ist diesem Parlament ein Abänderungsantrag zugegangen, der genau dies nicht macht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Zur Sache! Zum Thema!) Hier wird ein vorsätzlicher Verfassungsbruch
Abg. Jarolim: Willkommen im Ständestaat! – Abg. Rädler: Das ist aber eine Frechheit sondergleichen!
Wir gelangen nun zur Abstimmung über - - (Abg. Jarolim: Willkommen im Ständestaat! – Abg. Rädler: Das ist aber eine Frechheit sondergleichen!) – Wir sind jetzt im Abstimmungsvorgang, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Hauser: Das kann aber wirklich nicht so stehen bleiben! – Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen SPÖ und FPÖ. – Abg. Rosenkranz: Wir sind jetzt in der Abstimmung!)
Sitzung Nr. 53
Abg. Leichtfried: Oje! Aber der Peter Wittmann ist heute nicht da! – Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Darauf habe ich gewartet; ich werde darauf zurückkommen!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Johann Rädler. – Bitte. (Abg. Leichtfried: Oje! Aber der Peter Wittmann ist heute nicht da! – Abg. Rädler – auf dem Weg zum Rednerpult –: Darauf habe ich gewartet; ich werde darauf zurückkommen!)
Sitzung Nr. 55
Zwischenruf des Abg. Rädler
Eines muss man schon sagen: Diese dritte Präsidentschaft – ich durfte auch bei den anderen schon mitarbeiten – findet unter den schwierigsten Rahmenbedingungen statt. Blicken Sie nach Frankreich! Frankreich versinkt im Demonstrationschaos, und jetzt kommt der Terrorschock dazu. Präsident Emmanuel Macron war der leuchtende Stern (Zwischenruf des Abg. Rädler) – wo ist er jetzt? Die Tageszeitung „Die Presse“ titelt heute: „Das Ende des Reformpräsidenten“.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Sie, liebe Regierungsparteien, haben den Integrationstopf, der in den letzten Jahren dafür gesorgt hat, dass die Ressourcen dort ankommen, wo sie gebraucht werden, einfach gestrichen. Sie haben Hunderte Lehrer aus dem System gekippt, die speziell für Deutsch als Zweitsprache ausgebildet waren, Sozialarbeiter rausgekippt, Integrationspädagogen rausgekippt, Psychologinnen und Psychologen rausgekippt – 80 Millionen Euro, einfach weg! Das hat aber den Schulen geholfen. Ich höre es ganz oft, wenn ich mit Pädagoginnen und Pädagogen rede, dass ihnen genau diese Ressourcen massiv abgehen. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Wöginger: Das ist ja nicht nur die Schularbeit!
Ich habe eine Tochter in der vierten Klasse Volksschule, und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Schularbeit in einem Semester tatsächlich Ausdruck dessen ist (Zwischenruf bei der FPÖ), dass man wirklich Leistungsgerechtigkeit herstellt. (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Abg. Wöginger: Das ist ja nicht nur die Schularbeit!) Verzeihen Sie, aber das ist wirklich zu knapp gedacht. (Weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Wöginger und Haider.) Das ist verkürzt gedacht und widerspricht allem, was Expertinnen und Experten in den letzten Jahren gesagt haben. (Beifall bei NEOS und JETZT. – Zwischenrufe bei ÖVP und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Dazu gehören natürlich auch Ganztagsschulen, und das ist wiederum eine ideologische Frage, weil ich weiß, Sie haben immer noch das Familienbild, dass es am besten ist, dass die Mutter gar nicht arbeitet, zu Hause ist, das Kind am Nachmittag in eine liebevolle Familie kommt (Abg. Wurm: Geh, hören Sie auf, das ist ein Klischee!), am besten schon um 12 Uhr von der Volksschule kommt, und dann ist es zu Hause. Die Mutter macht dann mit ihm Hausaufgaben und fördert das Kind eh. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Oberlehrer!
Zwei letzte Punkte noch: Wir stehen vor großen Herausforderungen im Bereich Integration – ganz großen Herausforderungen! –, wir wissen aber auch, dass wir, soweit es noch geht, das muss man tatsächlich auch sagen, soweit es möglich ist, in der Politik Anreize setzen müssen, um zu einer besseren Durchmischung zu kommen. (Abg. Rädler: Oberlehrer!) Das geht vielleicht nicht unbedingt in einer Volksschule, wo natürlich die Wohnortnähe immer sehr ausschlaggebend ist. In Sekundarstufe I und selbstverständlich auch später gilt es natürlich, Anreize für eine bessere Durchmischung zu setzen: eine bessere soziale Durchmischung, aber auch eine entsprechende Durchmischung von Herkunft, ethnischem oder kulturellem Background. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.
Zwei letzte Punkte noch: Wir stehen vor großen Herausforderungen im Bereich Integration – ganz großen Herausforderungen! –, wir wissen aber auch, dass wir, soweit es noch geht, das muss man tatsächlich auch sagen, soweit es möglich ist, in der Politik Anreize setzen müssen, um zu einer besseren Durchmischung zu kommen. (Abg. Rädler: Oberlehrer!) Das geht vielleicht nicht unbedingt in einer Volksschule, wo natürlich die Wohnortnähe immer sehr ausschlaggebend ist. In Sekundarstufe I und selbstverständlich auch später gilt es natürlich, Anreize für eine bessere Durchmischung zu setzen: eine bessere soziale Durchmischung, aber auch eine entsprechende Durchmischung von Herkunft, ethnischem oder kulturellem Background. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Genau!
Die Gehälter werden sozial gestaffelt, steigen zwischen 3,45 Prozent und 2,51 Prozent. Das ist ein sehr schöner Erfolg für die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und – an dieser Stelle ein Dankeschön an den Herrn Vizekanzler – es ist auch ein Zeichen der Wertschätzung. (Abg. Rädler: Genau!) Ich möchte mich da bei beiden Seiten für die Gehaltsverhandlungen bedanken, zum einen bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst,
Sitzung Nr. 57
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... das für Märchen!
Wir sitzen da, nicht gern, weil unser Kind leidet, aber wir warten. Dann kommt ein Herr in den Warteraum (Ruf: Ein SPÖler!): zu jung, zu schön, zu intelligent. Er wird freundlich empfangen, darf sich seinen Arzt aussuchen und wird vorgezogen. Als Elternteil eines verletzten Kindes, sehr geehrte Damen und Herren, blutet das Herz. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: ... das für Märchen!) Das macht diese Gesetzesänderung möglich, dass es eine Businessclass für Besserversicherte gibt, und dagegen sprechen wir uns aus!
Ruf bei der ÖVP: Das habt ihr schon gehabt! – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Sie werden nicht besser! – Abg. Rädler: Höher halten! Höher! – Ruf: Der Vorteil ist, dass man den Krainer nicht sieht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Präsidentin Anneliese Kitzmüller: Frau Abgeordnete, darf ich Sie ganz kurz unterbrechen? Vielen Dank für die schönen Plakate (in Richtung SPÖ), die Sie sich Mühe gegeben haben zu entwerfen, aber wir haben sie schon einmal gesehen. Ich bitte darum, sie wieder einzupacken. – Danke schön. (Ruf bei der ÖVP: Das habt ihr schon gehabt! – Weiterer Ruf bei der ÖVP: Sie werden nicht besser! – Abg. Rädler: Höher halten! Höher! – Ruf: Der Vorteil ist, dass man den Krainer nicht sieht! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 59
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wenn Sie jetzt schreiben und sagen, wir lösen das Problem, wir müssen schauen – Sie haben es ja in der Zeitung geschrieben –, die Gemeinden müssen dafür sorgen, dass es attraktiver für den Hausarzt wird, dass er kommt. – Ja, Entschuldigung, was sollen denn die Gemeinden noch alles machen? Habt ihr schon einmal geschaut, was ihr den Gemeinden alles aufbürdet, und vor allem mit welchen Mitteln ihr ihnen das aufbürdet? (Abg. Deimek: Du solltest in deinen Bezirk schauen! ...! Unerträglich!) Wir wissen nämlich auch, was da mit den Mitteln passiert, die vom Bund an die Länder gehen und eigentlich für die Gemeinden bestimmt sind. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Mit den geringen Mitteln, die da zur Verfügung stehen, haben sogar die schwarzen Bürgermeister ein Problem, Kollege Rädler, dass sie die ärztliche Versorgung sicherstellen. (Abg. Deimek: Steyr hat 20 Prozent zu wenig Ärzte!) Kann es denn die Aufgabe der Gemeinden und Kommunen sein, dass sie jetzt in einen gegenseitigen Wettlauf kommen – das ist doch euer Modell –, welcher Bürgermeister besser fördern kann?
Abg. Rädler: Warum habt ihr nichts gemacht?
Ja, ist denn das das Ziel einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung? (Abg. Deimek: Zehn Jahre Stöger reicht eigentlich!) Ist das das Ziel, das wir haben, dass Menschen, egal, wo in Österreich sie sind, einen vernünftigen Zugang zu gesundheitsdienstlichen Leistungen haben? (Abg. Rädler: Warum habt ihr nichts gemacht?) Wir wissen, dass das ein Thema ist. Wir machen jetzt schon (Rufe bei der ÖVP: Ah jetzt! Jetzt!) in den Gemeinden das Versäumnis wett. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Deimek.)
Abg. Rädler: Das war bei acht Jahre SPÖ so!
Aber, Frau Ministerin, wir wissen ja ohnehin schon länger, dass Ihnen die Gesundheit der Menschen in Österreich egal ist – das hat beim Nichtraucherschutz begonnen. (Abg. Rädler: Das war bei acht Jahre SPÖ so!) Und ich möchte betonen, dass Sie eigentlich gar nichts mit der Anschubfinanzierung in der Steiermark zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 60
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich komme jetzt zu einem Zitat - - Ah ja, Abgeordneten Kopf habe ich vergessen – das ist ja herrlich. Ich habe jetzt noch einmal kurz nachgeschaut: Seit wann bist du eigentlich Finanzsprecher und seit wann bist du im Parlament? (Abg. Kopf: Finanzsprecher seit einem Jahr!) Meine Damen und Herren, es ist interessant, Herr Kopf ist seit 7.11.1994 im Parlament (Beifall bei der ÖVP – Abg. Wöginger: Bravo!), hat 25 Budgets mitbeschlossen und stellt sich jetzt hin und erklärt, wie problematisch diese Budgets und die Steuer- und die Wirtschaftspolitik waren. (Abg. Wöginger: Wir haben die Nachhaltigkeit auch im Klub, im Gegensatz zu euch!) Das bedarf einer guten Diagnose. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gudenus: Genau die Erfahrung haben Sie bei der Wahl 2017 gemacht! Sie sprechen aus Erfahrung, Herr Drozda! Ein gebranntes Kind! – Abg. Kassegger: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nein, ernsthaft: Es gibt einen sehr schönen Satz von Abraham Lincoln, den ich gerne zitieren würde. (Abg. Winzig: Wow, jetzt wird es philosophisch!) Den sollten Sie von der ÖVP sich genauso aufschreiben wie Sie von der FPÖ. Der Satz lautet: „You can fool all the people some of the time, and some of the people all the time, but you cannot fool all the people all the time.“ – Das ist der Punkt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Gudenus: Genau die Erfahrung haben Sie bei der Wahl 2017 gemacht! Sie sprechen aus Erfahrung, Herr Drozda! Ein gebranntes Kind! – Abg. Kassegger: Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Krainer: ... schämen Sie sich! Die 4 Milliarden rechnen Sie einmal vor! Viel Glück! – Abg. Rädler: Rechnen Sie selber! – Abg. Wöginger: Das hat sogar der Rossmann gecheckt!
Versuchen Sie nicht weiter, die Österreicherinnen und Österreicher zu verunsichern! Wir werden ihnen diese Entlastung geben, das spüren die Menschen. Darauf vertrauen sie und das ist auch richtig so. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Abg. Krainer: ... schämen Sie sich! Die 4 Milliarden rechnen Sie einmal vor! Viel Glück! – Abg. Rädler: Rechnen Sie selber! – Abg. Wöginger: Das hat sogar der Rossmann gecheckt!)
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Aufpassen!
Frau Abgeordnete Meinl-Reisinger, wenn Sie die Abschaffung der Spekulationsfrist bei den Einkünften aus Kapitalvermögen fordern, dann darf ich Sie beruhigen: Die gibt es seit dem 1. April 2012 schon nicht mehr! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Oh-Rufe bei der ÖVP. – Abg. Rädler: Aufpassen!)
Abg. Rädler: Jessas!
Sie, Herr Minister Blümel, beginnen endlich zu begreifen, dass wir einem No-Deal-Brexit von Tag zu Tag näher kommen (Abg. Rädler: Jessas!), und beginnen endlich,
Abg. Rädler: Hellseher!
darauf zu reagieren. – Da brauchen Sie nicht wegzuschauen. Handeln Sie! Ich habe Sie seit Monaten dazu aufgefordert. (Abg. Rädler: Hellseher!)
Abg. Rädler: Richtigstellen! Wäre notwendig!
Abgeordnete Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES (NEOS): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Rädler: Richtigstellen! Wäre notwendig!) – Werter Herr Kollege Rädler, warum sollten Richtigstellungen notwendig sein? Ich glaube, ganz das Gegenteil ist der Fall: Was notwendig ist, ist, endlich einmal eine kraftvolle Vision auf den Tisch zu legen (Abg. Deimek: Was heißt „kraftvolle Vision“? Beim Kickl gibt’s einen Misstrauensantrag, und ...!), eine ehrliche Vision, wohin wir eigentlich mit Europa wollen. Das ist genau das Thema, das wir heute ansprechen (Abg. Haider: Die Abschaffung Österreichs, das ist eure Vision! – Abg. Deimek: Das ist ja fast schon staatsfeindlich! Das ist die Ordnung der selbsternannten Liberalen!), denn die Wahl, die im Mai bevorsteht, ist eine Schicksalswahl! Und ich danke, denn ich weiß jetzt wieder, wofür die ÖVP steht: nicht für eine kraftvolle Vision. (Beifall bei den NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Wie war denn die Vorgeschichte? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Gehen wir es einmal an! – Seit mehr als einem Jahr ist bekannt, dass die Förderungen für Biomasse auslaufen, Herr Kollege Rädler. Und was haben Sie zustande gebracht? – Einen Husch-Pfusch-Initiativantrag (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) anstelle eines vernünftigen, durchdachten Förderungssystems im Zusammenhang mit einem neuen Gesetz, dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Da haben Sie ein Jahr verstreichen lassen. Das ist in Fragen des Klimaschutzes und im Zusammenhang mit Energiefragen immer so. Dort, wo dringliches Handeln notwendig wäre, schläft das Ressort von Frau Köstinger, oder es ist überfordert.
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler
Wie war denn die Vorgeschichte? (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Gehen wir es einmal an! – Seit mehr als einem Jahr ist bekannt, dass die Förderungen für Biomasse auslaufen, Herr Kollege Rädler. Und was haben Sie zustande gebracht? – Einen Husch-Pfusch-Initiativantrag (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler) anstelle eines vernünftigen, durchdachten Förderungssystems im Zusammenhang mit einem neuen Gesetz, dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Da haben Sie ein Jahr verstreichen lassen. Das ist in Fragen des Klimaschutzes und im Zusammenhang mit Energiefragen immer so. Dort, wo dringliches Handeln notwendig wäre, schläft das Ressort von Frau Köstinger, oder es ist überfordert.
Abg. Rädler: Genau!
Frau Abgeordnete Griss, ich nehme an, Sie sind heute als Abgeordnete hier und nicht als Richterin, oder Herr Noll als Rechtsanwalt oder Universitätslehrer: Sie sagen, Herbert Kickl ist Teil der Exekutive. – Er ist die politische Spitze der Exekutive und hat daher auch politische Verantwortung. Wenn Sie von ihm verlangen, dass er kein Politiker ist, dann dürfen Sie aber auch nie wieder politische Verantwortung von ihm einfordern. (Abg. Rädler: Genau!) Das funktioniert nicht. Das geht sich intellektuell nicht aus. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bundeskanzler! Wenn Sie sich davon nicht abgrenzen, machen Sie sich zum Komplizen dieser Geisteshaltung. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Sie machen sich zum Komplizen dieser Geisteshaltung, und das kriegen Sie mittlerweile auch in der Presse serviert! (Vizekanzler Strache: Herr Kollege, hetzen Sie doch nicht permanent!) Es ist nicht eine Meldung, die das verursacht, es ist ein gesamtes Bild, das dieser Innenminister nach innen und nach außen vermittelt. Er will den Rechtsstaat nicht, er will die freie Presse nicht, er ist als Innenminister vollkommen fehl am Platz! Ein Innenminister, der Zeugen beeinflusst! (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.) Der manipuliert Zeugen, um dann auszusagen, um dann seine Fehl- - (Zwischenrufe der Abgeordneten Neubauer und Steinacker. – Abg. Rosenkranz – in Richtung Präsidentin Bures –: Können Sie ein bisschen lauter klingeln?)
Zwischenruf des Abg. Rädler
Herr Kollege Schellhorn hat behauptet, dass ich ihn der Korruption verdächtigt habe. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!) Ich berichtige tatsächlich: Ich habe ihn nicht der Korruption verdächtigt. Ich habe (Zwischenruf des Abg. Rädler) – hören Sie mir zu! – die Frage gestellt, ob er in diesem von mir genannten Unternehmen eine Rolle spielt. Sollte aber bei Herrn Kollegen Schellhorn der Eindruck entstanden sein, dass ich ihn der Korruption (Abg. Rädler: Rolle rückwärts!) – lassen Sie mich bitte ausreden! – verdächtigt habe, so möchte ich anfügen, dass das nicht meine Absicht war, und stehe auch nicht an, mich dafür zu entschuldigen. – Vielen Dank. (Beifall bei JETZT, ÖVP und NEOS.)
Abg. Rädler: Rolle rückwärts!
Herr Kollege Schellhorn hat behauptet, dass ich ihn der Korruption verdächtigt habe. (Abg. Belakowitsch: Stimmt ja auch!) Ich berichtige tatsächlich: Ich habe ihn nicht der Korruption verdächtigt. Ich habe (Zwischenruf des Abg. Rädler) – hören Sie mir zu! – die Frage gestellt, ob er in diesem von mir genannten Unternehmen eine Rolle spielt. Sollte aber bei Herrn Kollegen Schellhorn der Eindruck entstanden sein, dass ich ihn der Korruption (Abg. Rädler: Rolle rückwärts!) – lassen Sie mich bitte ausreden! – verdächtigt habe, so möchte ich anfügen, dass das nicht meine Absicht war, und stehe auch nicht an, mich dafür zu entschuldigen. – Vielen Dank. (Beifall bei JETZT, ÖVP und NEOS.)
Abg. Rädler: Die Ersten verlassen den Saal! – Allgemeine Heiterkeit.
Also das ist ein Rauchmelder, der offensichtlich aufgrund Rauchens innerhalb des Gebäudes losgegangen ist. (Abg. Rädler: Die Ersten verlassen den Saal! – Allgemeine Heiterkeit.) Ich werde dem nicht nachgehen. Wer auch immer Rauchzeichen von sich gegeben hat, möge das nicht im Hause tun. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Leichtfried: Ist der Vizekanzler noch da?)
Abg. Rädler: ... Mindestsicherung!
Wie werden jetzt diese Gemeindeertragsanteile ermittelt? – Nach dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel, und der ist unfair. Kleingemeinden kommen schlechter weg als Großgemeinden, weil nämlich die Einwohnerzahl mit einem sogenannten Vervielfacher multipliziert wird. Bei Gemeinden bis 10 000 Einwohner ist der Vervielfacher 1,61, bei Gemeinden mit über 50 000 Einwohnern ist der Vervielfacher 2,33. Was bedeutet das? – Wien hat 1,8 Millionen Einwohner, und Wien bekommt über diesen Faktor Geld für 4 Millionen Einwohner. (Abg. Rädler: ... Mindestsicherung!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was war das jetzt?
Herr Abgeordneter Hauser hat gesagt (Abg. Jarolim: Gesagt hat er gar nichts!), die sozialdemokratische Fraktion würde die Leistung der Feuerwehr nicht würdigen. Das ist unrichtig. Die Feuerwehrleute haben von uns tosenden Applaus für ihre Leistung bekommen. (Abg. Lugar: Der Kollege Hauser war das!) Das anschließende Gelächter galt Ihrer nicht besonders guten Rede. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was war das jetzt?)
Sitzung Nr. 63
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Nun noch einmal zum Foto auf der e-card: Es gibt keine Kriterien, welches Foto verwendet werden darf und wie alt es sein darf. Die e-card ist auch weiterhin kein Ausweis. Ärztinnen und Ärzte müssen nach wie vor kontrollieren. – Diese 33 Millionen Euro sind einfach aus dem Fenster geworfenes Geld (Beifall bei der SPÖ); aber Geld aus dem Fenster zu werfen, Frau Bundesministerin, das können Sie ja am besten, wie wir es auch schon bei der Zerstörung der Sozialversicherung gesehen haben. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Die SPÖ!
Wer hat jetzt am Karfreitag frei? (Abg. Rädler: Die SPÖ!) – Weder die evangelischen Bürgerinnen und Bürger dieses Landes (Abg. Haubner: Die haben Sie aber nie unterstützt!) noch jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die schon seit Langem in ihren Betriebsvereinbarungen, in ihren Kollektivverträgen geregelt haben, dass der Karfreitag als Feiertag gilt. Sie haben jetzt auch nicht mehr frei, und genau ihnen haben Sie diesen Feiertag weggenommen. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Abg. Rädler: Da müssen Sie einmal mit dem Doskozil reden! – Abg. Martin Graf: Was brauchen wir dann? Eine rote? – Zwischenruf des Abg. Neubauer.
Was bieten Sie an, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen? – Sie bieten ernsthaft an, einen eigenen Urlaubstag, der sowieso jedem und jeder in diesem Land zusteht, als sogenannten freiwilligen Feiertag zu nehmen. Um einen Urlaubstag zu nehmen, sehr geehrte Damen und Herren, brauche ich keine schwarz-blaue Bundesregierung, wirklich nicht! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Holzinger-Vogtenhuber. – Abg. Rädler: Da müssen Sie einmal mit dem Doskozil reden! – Abg. Martin Graf: Was brauchen wir dann? Eine rote? – Zwischenruf des Abg. Neubauer.)
Abg. Rädler: Was sagt Doskozil?
Wo endet das? Wo endet das?, frage ich mich, aber das fragen sich auch viele Menschen, die uns diesbezüglich kontaktiert haben. Wie geht das weiter? (Ruf bei der FPÖ: Fragen Sie den Doskozil!) Müssen wir uns jetzt bald Urlaub für die freiwilligen Weihnachtsfeiertage nehmen? (Abg. Rädler: Was sagt Doskozil?) Müssen wir unsere Urlaubstage für die Osterfeiertage nehmen? Ist das Ihre konstruktive Regierung, ist das der neue Stil, ist das die Veränderung, die es in unserem Land zu vollziehen gilt? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was sagt Ludwig?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was sagt Ludwig?
Wo endet das? Wo endet das?, frage ich mich, aber das fragen sich auch viele Menschen, die uns diesbezüglich kontaktiert haben. Wie geht das weiter? (Ruf bei der FPÖ: Fragen Sie den Doskozil!) Müssen wir uns jetzt bald Urlaub für die freiwilligen Weihnachtsfeiertage nehmen? (Abg. Rädler: Was sagt Doskozil?) Müssen wir unsere Urlaubstage für die Osterfeiertage nehmen? Ist das Ihre konstruktive Regierung, ist das der neue Stil, ist das die Veränderung, die es in unserem Land zu vollziehen gilt? (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Was sagt Ludwig?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Wer hat diese Rede geschrieben?
Man muss Ihnen eines lassen: Sie sind konsequent. Das ist Ihr Erfolgsrezept. Sie sind konsequent, wenn es darum geht, Verschlechterungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land durchzupeitschen und über die Rechte der fleißigen Menschen, die tagtäglich und nächtens arbeiten, einfach drüberzufahren. Da sind sie konsequent! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Rädler: Wer hat diese Rede geschrieben?) Sie sind auch konsequent, wenn es darum geht, die Österreicher, die, was das Überstundenpensum betrifft, sowieso Spitzenreiter in Europa sind (Ruf: Auch bei den Feiertagen!), künftig noch mehr arbeiten zu lassen – und sie sind auch konsequent darin, gegen die Interessen von Millionen von Beschäftigten in diesem Land vorzugehen.
Abg. Rädler: Wir sind das Parlament!
Ja, und ich wünschte mir dieselbe Konsequenz von Ihnen als verantwortliche Bundesregierung (Abg. Rädler: Wir sind das Parlament!), wenn es um Lösungen im Bereich der Pflege geht, wenn es um notwendige Lösungen mit Blick auf den Ärztemangel geht, wenn es um Lösungen im Bereich des Wohnens geht, wenn es um Lösungen geht, die die Menschen in diesem Land brauchen, wenn es um NichtraucherInnenschutz und um ihre Gesundheit geht. (Ruf: Ja, Frau Gesundheitsministerin!) Diesbezüglich kann aber die Bank, auf die Sie diese Lösungen hinausschieben, nicht lang genug sein. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Zarits.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Rossmann. – Abg. Martin Graf: Wieso wollen Sie die Feiertage streichen? – Abg. Rädler: Was sagt der Doskozil?
Sehr geehrte Damen und Herren, der Europäische Gerichtshof hat Ihnen einen Elfmeter aufgelegt – einen Elfmeter, bei dem Sie erstmals in diesen 15 Monaten den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein Stück weit hätten entgegenkommen können. Sie haben diesen Weg nicht beschritten, Sie haben klar einen anderen Weg gewählt. Ja, Sie haben für alle einen Feiertag gestrichen und einen Urlaubstag noch dazu. Geben Sie den Menschen einen Feiertag zurück, den sie durch ihre harte Arbeit verdient haben! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Holzinger-Vogtenhuber und Rossmann. – Abg. Martin Graf: Wieso wollen Sie die Feiertage streichen? – Abg. Rädler: Was sagt der Doskozil?)
Zwischenruf des Abg. Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Wenn man einen bestehenden Feiertag streichen will, Menschen in großzügiger Weise erlaubt, sich stattdessen einen eigenen Urlaubstag nehmen zu können, sich dann die Wirtschaft auch noch in einer unheiligen Allianz mit der Kirche einigt, dann wirft das so etwas von ein schlechtes Licht auf die gesamte Lösung, die nur zuungunsten der arbeitenden Leute da draußen ist. Das kann ich nicht unterstützen. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf bei der FPÖ.) Und warum es die Kirche unterstützt? – Ja, ora et labora, beten und arbeiten! Wer braucht schon Urlaub? (Zwischenruf des Abg. Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 68
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.
Sie bereiten doch in Wien den Boden für diesen Extremismus. Sie haben sie sogar im Wiener Landtag sitzen; da sitzen die Sympathisanten der Muslimbrüder drinnen (Abg. Höbart: Al-Rawi!), da haben Sie Landtagsabgeordnete, aber da höre ich überhaupt nichts von Ihnen. (Abg. Höbart: Al-Rawi!) Stattdessen machen Sie hier aus einer Regierungserklärung eine Anschüttungsstunde und versuchen, Dunstkreise zu definieren und möglichst viele, die nicht Ihrem kruden Weltbild entsprechen, als diesem Dunstkreis zurechenbar darzustellen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Rädler.) Das ist nämlich in Wahrheit alles, was Sie im Kampf gegen den Terrorismus interessiert! Das ist alles, was Sie daran interessiert! Sie wollen damit politisches Kapital schaffen. – Das ist das eine.
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Nummer zwei - - (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Nein, aber noch etwas, auch für Kollegen Lopatka (neuerlicher Zwischenruf bei der FPÖ) – mit dem Kurzzeitgedächtnis gibt es schon Probleme –: Vor vierzehn Tagen gab es - - (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Nein, horchen Sie mir zu! Kurzzeitgedächtnis: Es bleibt eh nicht lange bei Ihnen hängen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Martin Graf. – Weiterer Ruf bei der FPÖ: Das ist sozialistisch!)
Sitzung Nr. 72
Abg. Rädler: Burgenland!
Nach 15 Monaten schwarz-blauer Bundesregierung sind die Dämme in diesem Land gebrochen. (Abg. Rädler: Burgenland!) Es wurden immer mehr Verstrickungen der FPÖ mit Rechtsextremen an die Oberfläche gespült, die moralischen Dämme von Politikern und Politikerinnen, insbesondere FPÖ-Politikern, reißen immer mehr ein und drohen einzustürzen.
Ruf bei der FPÖ: Oje, oje! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (JETZT): Werte Kollegen und Kolleginnen! Meine Damen und Herren! (Ruf bei der FPÖ: Oje, oje! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Die Frage, die meiner Meinung nach mit dem Herrn Vizekanzler und – insofern als er betroffen ist – mit dem Herrn Bundeskanzler zu diskutieren ist, ist: Können der Herr Vizekanzler, der Verkehrsminister, der Innenminister, können zumindest diese drei hervorragenden Exponenten der Freiheitlichen Partei weiterhin noch Mitglieder der Bundesregierung bleiben?
Sitzung Nr. 74
Zwischenruf des Abg. Rädler
Wir werden diesem Entwurf für diese Staatszielbestimmung sicherlich nicht die Stimmen für die Zweidrittelmehrheit geben (Zwischenruf des Abg. Rädler), denn es ist sinnbefreit: ein Staatsziel, das diametral Umweltschutz – Arbeitnehmer, Arbeitnehmer – Konzerne gegenüberstellt; und dafür werden wir nie unsere Stimme hergeben. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Rädler: Das habt’s jetzt davon! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Ich bitte jene Damen und Herren, die hiefür ihre Zustimmung geben wollen, um ein entsprechendes Zeichen. – Das ist die Minderheit, abgelehnt. (Abg. Rädler: Das habt’s jetzt davon! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Rädler: Tiefer geht’s nimmer!
Abgeordneter Mag. Jörg Leichtfried (fortsetzend): Dann nehme ich den Ausdruck zurück und sage: springen Sie gehorsam, wenn die Industriellenvereinigung ruft. (Abg. Rädler: Tiefer geht’s nimmer!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für diesen Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das ist die Minderheit, abgelehnt. (Zwischenruf des Abg. Rädler.) – Bitte, keine Kommentare!
Sitzung Nr. 78
Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Das Miteinander, der Dialog (Abg. Nehammer: Dann verweigern Sie ihn nicht!), die Kompromissbereitschaft zum Wohle aller, das ist Ihnen in den letzten 17 Monaten nichts wert gewesen. (Ruf bei der ÖVP: Das ist wirklich ein Wahnsinn! Unfassbar! – Zwischenruf des Abg. Rädler.) Stattdessen wurde alle Energie in den Alleingang investiert, um währenddessen Heerscharen von politischen Akteuren in allen Ministerien zu installieren. (Zwischenruf des Abg. Lopatka.) Es gibt nicht nur die Generalsekretäre, es gibt eigene Stäbe für PR, Öffentlichkeitsarbeit, Unmengen Menschen, die dafür bezahlt werden. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Rädler und Zadić.
Deshalb habe ich klar gesagt: Wenn wir eine Lehre daraus ziehen, dann die, dass diese Krise eine Chance ist, jetzt endlich ein für alle Mal mit diesem Sumpf aufzuräumen. Macht macht anfällig für Machtmissbrauch, und niemand ist davor gefeit, das sage ich auch. Das heißt, wir müssen alle miteinander dafür Sorge tragen, dass es Politiker gibt, die freiwillig ihre Macht beschränken, die sich freiwillig einer umfangreichen Kontrolle unterwerfen und die freiwillig den Weg der größtmöglichen Transparenz gehen, denn nur dann können die Menschen in Österreich sicher sein, dass die Politikerinnen und Politiker, die sie vertreten, ausschließlich die Interessen dieser Menschen und von niemandem sonst vertreten. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Rädler und Zadić.)
Abg. Hammer: Das letzte Aufgebot der SPÖ ...! – Abg. Rädler: Der letzte SPÖ-Wähler! – Abg. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht fällt Ihnen ja noch etwas ein! Ich glaube, es wird dann notwendig sein!
Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Jarolim. – Bitte. (Abg. Hammer: Das letzte Aufgebot der SPÖ ...! – Abg. Rädler: Der letzte SPÖ-Wähler! – Abg. Jarolim – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vielleicht fällt Ihnen ja noch etwas ein! Ich glaube, es wird dann notwendig sein!)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Meine Damen und Herren, wir brauchen ja gar nicht viel herumzureden. Schauen wir es uns doch an! Es gibt das Buch von Mitterlehner. Schauen wir uns an, wie der Vorgänger des Herrn Bundeskanzlers von ihm behandelt worden ist! (Zwischenruf des Abg. Rädler.) Er ist am Boden gelegen, und es ist noch auf ihn draufgestiegen worden! Darauf brauchen Sie wirklich nicht stolz zu sein, Herr Bundeskanzler. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Rädler.
Vorträge erkennbar wird, nicht einmal das Parlament einschalten, sondern haben jede Diskussion hier abgedreht. Das ist natürlich etwas Arges. (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Rädler: Sie nicht!
Ich sage Ihnen eines: Das, was Sie hier von uns verlangen, funktioniert so einfach nicht. Vertrauen ist nichts, was Sie sich verdient haben. Vertrauen ist nichts, was Sie sich erarbeitet haben. Sie haben nach außen hin salbungsvoll gesprochen, nach innen haben Sie alles verhindert, machtpolitisch alles durchgesetzt – ohne irgendeine Kooperation, die ja genau die Zweite Republik ausgezeichnet hat! Jetzt haben Sie die Sozialpartnerschaft auch noch zertrümmert – ja, super! –; ich glaube, wir werden sie dann wieder aufbauen müssen (Abg. Rädler: Sie nicht!), weil es genau das ist, wofür wir im Ausland bewundert werden – genauso wie für den sozialen Wohnbau, der sicherstellt, dass wir keine Mieten haben, die sich die jungen Leute nicht leisten können. (Beifall bei der SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.
Herr Bundeskanzler, Sie werden Folgendes zur Kenntnis nehmen müssen: Demokratie statt Egomanie! – Das ist das, was wir verlangen, und das ist das, was letztlich auch zählen wird. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Zwischenruf des Abg. Rädler
So, und dann kommt der nächste Punkt; dann wird der SPÖ signalisiert: Ich mach eine ÖVP-Alleinregierung, ich pfeif euch was, ich red nicht mit euch! Das Sozialministerium wird mit einem ehemaligen SPÖ-Mitglied besetzt, die Provokation auf die Spitze getrieben (Zwischenruf des Abg. Rädler); dazwischen wird immer gesagt: Silberstein, Silberstein, Silberstein!, damit es richtig wirkt, und dann gesagt: Die SPÖ will nicht mit mir, die SPÖ vertraut mir nicht mehr! (Zwischenruf des Abg. Haubner. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.) Eine Riesenüberraschung: Die SPÖ vertraut Sebastian Kurz nach diesen ganzen Verhöhnungen nicht mehr.
Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: JETZT ist eh nicht mehr dabei! – Abg. Rädler: Pilz bei der SPÖ! – Abg. Haubner: Bewerbungsrede für die SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Abgeordneter Dr. Peter Pilz (fortsetzend): Mein ganz einfacher Schlusssatz lautet: Auch wenn mir der SPÖ-Misstrauensantrag in einigen Punkten zu weit geht und auch wenn ich es für einen Fehler halte, dass dem Innenminister, den ich in jeder Hinsicht sehr schätze, voreilig das Misstrauen ausgesprochen wird, halte ich es trotzdem für richtig, dass dieses Misstrauen von einer möglichst großen Zahl von Abgeordneten ausgesprochen wird. Nur dieser Misstrauensantrag und eine große Mehrheit für diesen Antrag gibt uns eine Chance für mehr Stabilität, für ein Ende des Kurz-Chaos und für einen politischen Neubeginn in dieser Republik. – Danke sehr. (Beifall bei JETZT und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ruf bei der ÖVP: JETZT ist eh nicht mehr dabei! – Abg. Rädler: Pilz bei der SPÖ! – Abg. Haubner: Bewerbungsrede für die SPÖ! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)