Für die:den Abgeordnete:n haben wir 3012 Zwischenrufe gefunden. Hier findest du die offizielle Personenseite (Link).
Gesetzgebungsperiode 21
Sitzung Nr. 8
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das steht hier nicht zur Debatte!
Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass es doch klar ist und klar sein muss, dass erstens die demokratische Willensbildung immer nur in dem Land stattfinden muss, in dem eine Regierung zu bilden ist, und diese nicht von außen oktroyiert werden kann. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das steht hier nicht zur Debatte!) Ich habe kein Wort von Ihnen gehört, dass Sie diesem Grundsatz heute in irgendeiner Weise Rechnung getragen hätten. Das weise ich mit aller Entschiedenheit zurück! (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 9
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist eine Unterstellung!
Ich bin wirklich betroffen, wenn ich mir diese Verdrehung der Tatsachen, die Frau Petrovic hier ... (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist eine Unterstellung!) – Das ist keine Unterstellung! Ich habe das daher hier auch berichtigt. In einer tatsächlichen Berichtigung habe ich eindeutig bewiesen, dass Frau Petrovic die Unwahrheit gesagt hat. – Das ist keine Unterstellung! (Abg. Dr. Lichtenberger: Sie haben es nicht bewiesen, Sie haben nur den zweiten Absatz vorgelesen!) – Nein, ich habe es sogar bewiesen, und zwar mit einem schriftlichen Beweis, nämlich meiner Rede. (Abg. Dr. Lichtenberger: Nein!) Ich rate Ihnen daher: Lesen Sie das Protokoll meiner Rede nach!
Sitzung Nr. 11
Abgeordnete der SPÖ halten Tafeln in die Höhe, auf denen jeweils der Name eines Finanzministers eines anderen EU-Landes steht. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger halten ebenfalls zwei Tafeln nebeneinander in die Höhe, auf denen, in einem gelesen, „60 000“ geschrieben steht.
…Bundesminister für Finanzen Mag. Karl-Heinz Grasser‡: Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Damen und Herren Abgeordnete! Hohes Haus! In Artikel 51 des Bundes-Verfassungsgesetzes ist vorgesehen, dass die Bundesregierung und natürlich auch der Finanzminister zehn Wochen vor Ablauf des Finanzjahres den Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes vorzulegen haben. (Abgeordnete der SPÖ halten Tafeln in die Höhe, auf denen jeweils der Name eines Finanzministers eines anderen EU-Landes steht. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger halten ebenfalls zwei Tafeln nebeneinander in die Höhe, auf denen, in einem gelesen, „60 000“ geschrieben steht.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „55 000“ zu lesen ist.
Es war mir daher genauso wie meinem Kollegen, Staatssekretär Dr. Finz, ein persönliches Anliegen, von Beginn an in diesem wichtigen Ressort Zeichen in jene Richtung zu setzen, dass wir alles tun werden, damit die Finanzierbarkeit und die Liquidität unseres Haushaltes in jeder Weise sichergestellt ist, dass es daran auch nicht den leisesten Zweifel geben kann. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „55 000“ zu lesen ist.)
Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „50 000“ zu lesen ist.
Das ist der Grund dafür, dass wir bereits am dritten Tag nach unserer Amtsübernahme im Ministerrat einen Entwurf für ein gesetzliches Budgetprovisorium eingebracht haben. Ich darf, weil es mir wirklich ein Anliegen ist, hinzufügen, dass dies mit Unterstützung der nicht nur hoch qualifizierten, sondern auch leistungswilligen und leistungsfähigen Beamtenschaft erfolgt ist, die uns bei der Budgeterstellung sehr massiv unterstützt und dazu beigetragen hat, dass das, was vor uns versäumt wurde, nämlich die Finanzierbarkeit und die Liquidität des Bundes sicherzustellen, außer jede Diskussion gestellt wurde. (Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „50 000“ zu lesen ist.)
Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „45 000“ zu lesen ist.
Minister Edlinger hat es vorgezogen, die Geschäfte nicht zu übergeben, hat aber gleichzeitig auch aktenmäßig keine Vorsorge für den Bundesvoranschlag 2000 getroffen. (Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „45 000“ zu lesen ist.) Das heißt also, dass jener Prozess, der normalerweise im Frühjahres eines Jahres einsetzt, um dann mit der Budgetrede im Oktober und einem Beschluss dieses Hohen Hauses im Dezember abgeschlossen zu werden, von uns nun in einigen wenigen Wochen über die Bühne gebracht werden muss, damit eine ordentliche Gebarung sichergestellt werden kann.
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „40 000“ zu lesen ist. – Abg. Dr. Petrovic fügt ein Schriftstück mit der Aufschrift „brutto!“ an.
Aber wir werden das zustande bringen, wir werden zeigen, dass die Budgetpolitik dieser neuen Bundesregierung richtungweisend und wesentlich besser ist als jene in der Vergangenheit. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „40 000“ zu lesen ist. – Abg. Dr. Petrovic fügt ein Schriftstück mit der Aufschrift „brutto!“ an.)
Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „35 000“ zu lesen ist.
Meine Damen und Herren! Ich habe es bereits angesprochen: Jedem Geschäftsführer ist es ein Anliegen, zu sehen, wie die Einnahmen- und die Ausgabensituation sind, wie das Unternehmen zu jenem Zeitpunkt, zu dem man es übernimmt, dasteht. Denn man kann, glaube ich, von niemandem verlangen, dass er für das, was ein anderer überlassen hat und er ohnehin auszubaden hat, auch noch die Verantwortung übernehmen muss. Wir sagen daher: Das ist das, was wir von Ihnen übernommen haben. Versuchen wir, es besser zu machen! (Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „35 000“ zu lesen ist.)
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „30 000“ zu lesen ist.
Meine Damen und Herren! Damit mir nicht fad wird, habe ich auch ein Taferl mitgebracht – auch, um Ihnen zu zeigen, dass ich es ebenfalls eine Zeit lang hochhalten kann. (Der Redner hält eine Tafel mit einer Tabellengraphik und der Überschrift „Schuldenentwicklung des Bundes“ in die Höhe.) Sie sehen hier die entsprechenden roten Zahlen, die Sie dieser neuen Bundesregierung übergeben haben! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „30 000“ zu lesen ist.)
Beifall. – Die Abgeordneten der SPÖ legen ihre Tafeln beiseite. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „?? 000“ zu lesen ist.
…Präsident Dr. Heinz Fischer‡: Meine Damen und Herren! Der Herr Finanzminister hat sein Taferl weggegeben. Ich schlage vor, Sie geben Ihre Taferl auch weg. Bitte! (Beifall. – Die Abgeordneten der SPÖ legen ihre Tafeln beiseite. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Öllinger ändern ihre Tafel, sodass darauf „?? 000“ zu lesen ist.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: ... vor allem in Abfangjäger zu investieren!
Nun sagt Herr Minister Edlinger, wir haben damit die niedrigste Arbeitslosenrate, eine hohe Beschäftigung, die Zahlung der Pensionen und die Leistungen eines sozialen Netzes gesichert. (Abg. Hostasch: Den Wirtschaftsstandort!) Das mag so scheinen, Herr Minister. Aber sehen Sie sich doch die anderen Länder in Europa an: Die haben eine Strukturreform gemacht. Die haben ihren Staatshaushalt in Ordnung. Die sind damit in der Lage, Investitionen zu finanzieren. Sie sind in der Lage, in Bildung, Forschung und Entwicklung zu investieren, und damit sichern sie erst die Arbeitsplätze. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: ... vor allem in Abfangjäger zu investieren!)
Sitzung Nr. 13
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kein Wort von Biolandwirtschaft ist in Ihrem Regierungsprogramm!
Nun zu meinem Vorredner: Herr Kollege! Auch diese Maßnahmen, die wir in diesem Übereinkommen beschlossen haben, sind zu Gunsten der Bio-Betriebe. Denn die Bio-Betriebe werden auch von Bäuerinnen und Bauern bewirtschaftet, und es wird sich die Situation in diesem Bereich massiv verbessern. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kein Wort von Biolandwirtschaft ist in Ihrem Regierungsprogramm!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum setzen Sie es dann nicht um?
Ich bekenne mich zur Vielfalt in der Landwirtschaft. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Gradwohl: Sie wissen ganz genau, dass Sie mich bewusst missverstanden haben!) – Herr Abgeordneter! Ich sage Ihnen daher, diskutieren wir auch diese Frage offen weiter. (Abg. Gradwohl: Gerne!) Ich bekenne mich dazu, dass wir in Europa nach wie vor für die Staffelung, für die Modulation eintreten (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum setzen Sie es dann nicht um?), weil ich sie auf europäischer Ebene, Herr Kollege Pirklhuber, auch für richtig und wichtig halte. Sie können sicher sein, dass Österreich diese Zielsetzung vertritt.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es doch andere Modelle in Frankreich!
Ich halte es aber auch aus wirtschaftlichen Gründen – das sage ich sehr offen, Herr Abgeordneter Gradwohl – für problematisch, den österreichischen Alleingang zu wählen. (Abg. Gradwohl: Wieso Alleingang?) Ich habe eingangs gesagt, Herr Abgeordneter, dass mir die Frage der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit unserer Landwirtschaft auf dem Markt, auf dem ein sehr scharfer Wind bläst, ein wichtiges Anliegen ist. Ich möchte nicht durch einseitige österreichische Entscheidungen die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Landwirtschaft schwächen. Das ist meine politische Zielsetzung, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es doch andere Modelle in Frankreich!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie das letzte Bio-Fachmagazin vom Februar dieses Jahres!
Zur zweiten Frage, Herr Abgeordneter Pirklhuber: Wissen Sie, ich lasse mir auch in einer Auseinandersetzung zwischen Opposition und Regierung eines nicht nehmen, nämlich im Sinne Österreichs und im Interesse Österreichs zu handeln. Stellen Sie die ökologische Vorreiterrolle der österreichischen Landwirtschaft nicht wider besseres Wissen in Frage! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Österreich ist ökologischer Vorreiter in Europa und wird das auch bleiben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie das letzte Bio-Fachmagazin vom Februar dieses Jahres!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Herr Abgeordneter Pirklhuber! Das irritiert mich, weil ich von den Bio-Bauern und Bio-Bäuerinnen in Österreich weiß (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), dass sie ihre Wirtschaftsweise Bio-Landbau aus der inneren Überzeugung heraus letztendlich umgestellt haben und sich dieser Wirtschaftsweise auch verpflichtet fühlen. (Abg. Gradwohl: Und deswegen darf man ihnen nicht besser helfen? Deswegen darf man ihnen nicht helfen?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist mit Nachverhandlungen?
Das muss man deshalb so sehen, weil wir als Auftraggeber der Wirtschaft auch ein wichtiger gesamtvolkswirtschaftlicher Faktor sind. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist mit Nachverhandlungen?) 53 Prozent unserer Ausgaben gehen in den Bereich Industrie und Gewerbe. Deshalb muss es unser Anliegen sein, dass wir Beschäftigung und Einkommen sichern. Wenn wir heute von 150 000 Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft reden, dann können wir auch sagen, dass in den vor- und nachgelagerten Bereichen etwa 500 000 Menschen beschäftigt sind. Daran erkennen Sie wieder den gesamtwirtschaftlichen Wert der Land- und Forstwirtschaft. Das kann niemand verdrängen, das ist ein Faktum! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das für eine Vision?
Noch ein Kompliment, Herr Bundesminister, muss angemerkt werden: Durch das Programm "ländliche Entwicklung", das Sie zeitgerecht in Brüssel eingereicht haben – und dem ein enormer Diskussionsprozess im eigenen Land vorausging – und somit schon in Beratung steht, haben wir insofern eine visionäre Agrarpolitik vor uns, als wir in Zukunft ein modernes ÖPUL-Programm mit neuen Elementen haben werden, die uns jede Art der Bewirtschaftung – von der biologischen bis hin zur konventionellen – ermöglichen, und zwar unter dem Titel: "Jeder kann, keiner muss!" (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das für eine Vision?)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Herr Dipl.-Ing. Pirklhuber! Mir ist es zu billig, wenn Sie, wie Sie das bei einem vorangegangenen Tagesordnungspunkt gemacht haben, herausgehen und den Minister kritisieren (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), weil nur 10 Prozent der AMA-Marketingbeiträge für Bio-Werbung ausgegeben werden, denn das ist ein überproportionaler Anteil. Es gibt in Österreich ungefähr 10 Prozent Biobauern, sie sind kleinstrukturiert und haben natürlich ein wesentlich geringeres Beitragsaufkommen als der konventionelle Landbau. Wenn 10 Prozent für Biowerbung ausgegeben werden, dann ist das überproportional viel und kann nicht als Versäumnis dargestellt werden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Kollege Gradwohl, Sie gehen hier zum Rednerpult und bejammern den Informationsnotstand Ihrer Fraktion. – An diesem Informationsnotstand sind Sie zum großen Teil selbst schuld! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Herr Pirklhuber von den Grünen! Bei Ihnen kommt mir das genau so vor. Sie fordern hier, dass die Marketingbeiträge von den Biobauern auch für die Biobauern verwendet werden. – Herr Kollege Pirklhuber, ich möchte Ihnen nur Folgendes sagen: Im Regierungsprogramm ist festgeschrieben, dass in Zukunft diese Marketingbeiträge spartenspezifisch verwendet werden sollen. Daher frage ich mich, warum Sie hier beim Rednerpult – mehr oder weniger ohne Information – über die derzeitige Bundesregierung herziehen, ohne zu wissen, was überhaupt kommt! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 17
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – mit der Hand winkend –: Hier!
Zweiter Punkt, der mir wesentlich erscheint – es ist leider nur ein Vertreter der Grünen, nämlich der Herr Klubobmann, anwesend, aber ich glaube, es passt! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – mit der Hand winkend –: Hier!) Es ist noch jemand da. Entschuldigung! – Es genügt nicht, hier herauszugehen und zu sagen: Einen Benzinpreis von 30 S, 35 S haben wir nicht gefordert, wir haben etwas anderes gefordert! (Abg. Dr. Van der Bellen: Nein!) Doch, Sie haben das gefordert, Herr Kollege Van der Bellen, und wir werden das den Leuten draußen auch sagen. Sie haben diese Kampagne geführt. Sie waren zusammen mit Herrn Joschka Fischer – damals war er noch Oppositionspolitiker –, und da haben Sie die Köpfe zusammengesteckt und über einen Benzinpreis in der Größenordnung von 5 Mark laut nachgedacht. Nur: Als dann Herr Joschka Fischer – einer der Hauptagitatoren, einer der Hauptbetreiber der Anti-Österreich-Kampagne, gemeinsam mit Genossen und Obergenossen im gesamteuropäischen Raum – in die Regierung gekommen ist, war es doch nicht mehr so kommod, das weiterhin zu fordern, daher haben sich dann diese Herrschaften langsam von dieser Forderung verabschiedet. Aber sie steckt noch – meine Damen und Herren, immer noch! – ganz massiv in den Gehirnen dieser Leute drinnen. Und das muss man auch einmal sagen. (Zwischenruf des Abg. Schwemlein. )
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wir ergänzen die EU-Politik in einer sehr starken sozialen Ausprägung, wie wir auch die Möglichkeiten der Ökologisierung nutzen. Ihre Modelle, die Ökologisierung mit zusätzlicher Bürokratie herbeizuführen, sind ausgereizt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Jene Tiroler Bauern, die jetzt aus dem Bio-Vertrag aussteigen, steigen nicht wegen mangelnder Förderung aus. Diesbezüglich sind wir in Europa Spitze und haben sogar europäische Schwellenwerte, oberste Grenzwerte erreicht. Sie steigen aus, weil wir auf den Märkten nicht so schnell Fuß fassen können, wie wir es brauchen würden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Weil wir zu wenig tun!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Weil wir zu wenig tun!
Wir ergänzen die EU-Politik in einer sehr starken sozialen Ausprägung, wie wir auch die Möglichkeiten der Ökologisierung nutzen. Ihre Modelle, die Ökologisierung mit zusätzlicher Bürokratie herbeizuführen, sind ausgereizt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Jene Tiroler Bauern, die jetzt aus dem Bio-Vertrag aussteigen, steigen nicht wegen mangelnder Förderung aus. Diesbezüglich sind wir in Europa Spitze und haben sogar europäische Schwellenwerte, oberste Grenzwerte erreicht. Sie steigen aus, weil wir auf den Märkten nicht so schnell Fuß fassen können, wie wir es brauchen würden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Weil wir zu wenig tun!)
Sitzung Nr. 24
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Aber ich möchte mich darüber jetzt nicht mehr länger auslassen, das war bereits Thema im Rechnungshofausschuss. Nur: Eine Bemerkung von Ihnen, sehr geehrte Frau Bundesministerin, hat mich stutzig gemacht. Sie haben nämlich damals so hinten dran bemerkt: Na ja, in ein paar Jahren wird dieses Problem ja nicht mehr so krass sein, denn dann sinken die Schülerzahlen dermaßen, dass wir die kleinen ländlichen Schulen sowieso zusperren müssen. – Wenn das Realität wird, sehr geehrte Frau Ministerin, dann muss ich mich heute schon entschieden dagegen verwahren, denn das ist wieder ein Anschlag auf die schwachen ländlichen Regionen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 27
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es gibt neue Möglichkeiten, Frau Aumayr!
Abgeordnete Anna Elisabeth Aumayr (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Herr Kollege Pirklhuber, Sie haben schon Recht mit Ihrer Kritik, dass in der Landwirtschaft in erster Linie nach Fläche und nach Viehbestand gefördert wird, nur ist das, Herr Kollege Pirklhuber, das Prinzip der EU-Agrarpolitik. Das haben wir gewusst, bevor wir dieser Union beigetreten sind. Ihre Fraktion war für den Beitritt, obwohl es diese ... (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es gibt neue Möglichkeiten, Frau Aumayr!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Das war das Prinzip und ist das Prinzip der EU-Agrarpolitik. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) – Herr Kollege Pirklhuber, lassen Sie mich einmal ausreden, wir können das dann ja noch näher diskutieren. Sie brauchen nur den Eurostat vom 14. März zu lesen: Von 1967 bis 1997, also in 30 Jahren, sind in den Gründerstaaten der EU 2,7 Millionen Bauernhöfe verschwunden! 40 Prozent der bäuerlichen Betriebe sind in diesen 30 Jahren in den Gründerstaaten ruiniert worden.
Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Im Sinn der Budgetklarheit!
Der Budgetrahmen für das Jahr 2000 beträgt 23,5 Milliarden Schilling. Dies entspricht exakt dem Budgetrahmen des Vorjahrs. Herr Kollege Pirklhuber hat sich hier am Rednerpult gegenüber dem Herrn Minister beschwert, dass es vielleicht sogar 25 Milliarden Schilling sein könnten. Ja, ich habe als bäuerlicher Vertreter kein Problem damit, wenn es ein bisschen mehr sein kann. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Im Sinn der Budgetklarheit!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Für Maschinenringe gibt es 50 Prozent mehr Förderung und für andere Bereiche keinen Groschen mehr!
Wir müssen aber auch Organisationen fördern. Ich bin heute vom Kollegen Pirklhuber direkt angesprochen worden, die Maschinenringe würden zu hoch gefördert, aber ich kann Ihnen das ganz ... (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Für Maschinenringe gibt es 50 Prozent mehr Förderung und für andere Bereiche keinen Groschen mehr!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Haidlmayr.
Um zum Abschluss zu kommen: Man kann in einer Umweltdebatte nicht darauf verzichten, zu erwähnen, dass es in diesem Hohen Haus eine Partei gibt, die sich als "Grüne" bezeichnet, sich aber in Wirklichkeit schon längst von der Umweltpolitik verabschiedet hat. Das kam auch heute wieder ganz klar zum Ausdruck. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Haidlmayr. ) – Entschuldigen Sie, mit vielleicht zwei Ausnahmen, wenn ich fair sein möchte! Gerade in diesem Bereich, der das ureigenste Thema dieser Partei sein sollte, haben manchmal nur zwei Abgeordnete der Debatte beigewohnt. Das allein zeigt schon Ihr Interesse an der Umweltpolitik, und dass Sie sich längst schon von der Umweltpolitik verabschiedet haben. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abgeordneten Öllinger. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Immerhin!
Wenn man die Debattenbeiträge der Grünen hört, dann gewinnt man den Eindruck, als hätte man auch bei den Grünen etwas für die Exekutive übrig. Kollege Roland Zellot hat ihnen schon am gestrigen Tag ausgerichtet, wie das Bundesheer die Grünen sieht. – Ich brauche das daher für die Exekutive nicht zu wiederholen. Es wurde ihnen nämlich im Jahre 1995 direkt mitgeteilt: Damals haben die Grünen bei der Sicherheitswache kandidiert. Es gab 10 389 Wahlberechtigte, und nur 152 Verirrte haben die Grünen gewählt! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Immerhin!) Damals haben Sie die Antwort bekommen, und auf Grund der Politik der letzten Jahre würden sich diese 152 das wahrscheinlich schwer überlegen! Das ist Ihr Stellenwert in der Exekutive!
Sitzung Nr. 28
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!
Abgeordneter Werner Amon (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Brosz! Zunächst zum Österreichischen Institut für Jugendforschung. (Abg. Öllinger: Familienforschung!) Wenn man sich die Schriften des Österreichischen ... (Abg. Brosz: Familienforschung!) – Dann habe ich mich verhört und brauche also nicht unmittelbar auf Ihre Ausführungen zu replizieren, außer auf jene Aussage, dass der Österreichische Bundesjugendring 36 Millionen Schilling im Jahr erhält. Das ist einfach nicht richtig. Der Österreichische Bundesjugendring erhält etwa 2 Millionen Schilling im Jahr, und die Differenz wird auf 27, jetzt nur mehr 26 Jugendorganisationen – weil sich die Grüne Jugend aufgelöst hat und aus dem Österreichischen Bundesjugendring ausgeschieden ist – aufgeteilt. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es gibt eine Solidarhaftung!
Alle kleineren und mittleren Betriebe haben die "Konsum"-Pleite mitbezahlt. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es gibt eine Solidarhaftung!) Jetzt haben wir endlich wieder Geld, sodass wir den Beitrag senken können. (Zwischenruf des Abg. Dietachmayr. ) Kein Problem, Herr Dietachmayr!
Sitzung Nr. 30
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber, der beim Saalausgang steht, macht durch ein Handzeichen darauf aufmerksam, dass er anwesend ist.
Damit komme ich kurz zu den Ausführungen von – ich glaube, er ist jetzt nicht anwesend – Herrn Dipl.-Ing. Kummerer und Herrn Dipl.-Ing. Pirklhuber. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber, der beim Saalausgang steht, macht durch ein Handzeichen darauf aufmerksam, dass er anwesend ist.) – Herr Kollege Pirklhuber! Ich hoffe, dass Sie beide nicht Landwirtschaftsingenieure sind, denn wenn Sie es sind, dann verstehe ich die Welt überhaupt nicht mehr! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich muss noch einmal kurz etwas sagen, es nützt nichts!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Pirklhuber. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ich muss noch einmal kurz etwas sagen, es nützt nichts!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie den Antragstext vor!
Das zu regeln, haben wir versucht, und wir haben in einer Ausschussfeststellung klargestellt, dass die Nachbarschaft innerhalb der Gemeinde oder auch in der Nachbargemeinde von diesem Gesetz nicht betroffen ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie den Antragstext vor!)
Sitzung Nr. 33
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Abgeordneter Wolfgang Jung (Freiheitliche): Danke, Herr Präsident! Meine Herren Minister! Meine Damen und Herren! Frage: Wie sieht für dich die Utopie einer funktionierenden Gesellschaft aus? (Abg. Dr. Pilz ist im Begriffe, den Saal zu verlassen.) – Nicht davonlaufen wie Catilina, Herr Kollege Pilz, dableiben! (Abg. Dr. Pilz: War das ein militärischer Befehl?) Antwort: Das schaut so aus, dass es keinen Staat gibt. – Das ist einmal das Erste. – Dieses Gewaltinstrument darf es nicht mehr geben. Es sollte eine freie Assoziation von Menschen sein, was weiß ich wie immer das auch ausschauen mag. Kollege Pilz in der Zeitung "Grün". (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Haigermoser: Er heißt nicht Pirklhuber, sondern Pirklbauer!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber hat sich zu einer tatsächlichen Berichtigung zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Haigermoser: Er heißt nicht Pirklhuber, sondern Pirklbauer!)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Molterer: Soll ich es ...? – Abg. Haigermoser: Ein Pirklhuber, der Bauer ist! – Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Einem, der macht Ihnen Konkurrenz!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Bundesminister! Ich berichtige den Sachverhalt: Mein Name ist nicht Pirklbauer, sondern Pirklhuber, und es war wahrscheinlich nur ein Versprecher, aber der Ordnung halber. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Mag. Molterer: Soll ich es ...? – Abg. Haigermoser: Ein Pirklhuber, der Bauer ist! – Abg. Dr. Martin Graf: Kollege Einem, der macht Ihnen Konkurrenz!)
Sitzung Nr. 41
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Meine sehr verehrten Damen und Herren von den Regierungsparteien! In einer Welt turbulenter Veränderungen in Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft braucht der Einzelne mehr Solidarität der Gesellschaft und nicht weniger – daher ist Ihr Weg der falsche! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 43
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!
Meine Damen und Herren! Um wieviel mehr gilt das erst für Menschen, gegen die Vorerhebungen – keineswegs eine Anklage; Vorerhebungen (Zwischenruf des Abg. Edler ) – in die Wege geleitet worden sind! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!) Daher: ja zur Untersuchung, nein zu einer Vorverurteilung.
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Es werden die Umsetzung der UN-Frauenkonvention und Förderungsrahmenverträge verlangt. Nichts von alldem! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) – Ja, er soll nur vor dem Fernsehpublikum zeigen, wie sehr ihn die Frauenpolitik interessiert. Das ist ja ein gutes Beispiel dafür. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Jung: Die Zeitschrift "An.schläge" ist wirklich nicht so wichtig!)
Sitzung Nr. 44
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wir vertrauen auf den mündigen Bürger. Und Frau Kollegin Haller hat ja hier gesagt: Das Gesetz prägt den Menschen. Feststellbar ist – und Sie werden das nicht bestreiten können –, dass sich das Verhalten von Menschen, die sich in Scheidung befinden, in den letzten 20 Jahren geändert hat, denn zum Großteil erfolgen Scheidungen einvernehmlich. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Ich weiß, dass auch solche Scheidungen nicht konfliktfrei sind, lebe ich doch auch auf dieser Welt, aber es benützen – Gott sei Dank! – immer weniger Menschen ihre Kinder als "Waffe" gegen den Partner. (Abg. Mag. Wurm: Das ist das Problem an diesem Gesetz!)
Sitzung Nr. 45
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Dort, wo Reformen durchgeführt wurden, machen Sie sie wieder rückgängig. Die Bundesforste sind ein Unternehmen, das ausgegliedert wurde und hervorragend funktioniert. Wieso wollen Sie die Zukunft der Bundesforste aufs Spiel setzen, indem Sie sie weiter belasten, sodass diese privatisieren und einzelne Teile des österreichischen Waldes und Wassers verkaufen müssen? Sie bringen die Bundesforste mit dem Termindruck in dieselbe Situation, wie sie jetzt bereits bei der Telekom und anderen Privatisierungen vorherrscht. Das heißt, der von Ihnen verordnete Termindruck führt dazu, dass österreichisches Volksvermögen unter seinem Wert verscherbelt wird. Nehmen Sie von diesem völlig falschen Kurs Abstand! Dadurch wird unser Geld verschleudert. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber begibt sich mit einem großem Foto zum Rednerpult. – Abg. Dr. Khol: Die rote Krake kommt jetzt!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber begibt sich mit einem großem Foto zum Rednerpult. – Abg. Dr. Khol: Die rote Krake kommt jetzt!)
Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber nimmt das große Foto, das er vor sich auf dem Rednerpult aufgestellt und das den Redner nahezu völlig verdeckt hat, mit zu seinem Platz.
"Tausche Seen gegen Wälder": Dieses Angebot wird nur die Papierindustrie freuen, aber nicht die Bäuerinnen und Bauern. (Beifall bei den Grünen und der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber nimmt das große Foto, das er vor sich auf dem Rednerpult aufgestellt und das den Redner nahezu völlig verdeckt hat, mit zu seinem Platz.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Niemand hat das behauptet, auch ich nicht!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Die Bundesforste sind zwar nicht mein Thema, aber ich habe diese Debatte vor allem jetzt in der letzten Stunde doch mit Interesse verfolgt und eines daraus mitgenommen: Offenbar sind gute Waldbesitzer nur jene, die den Wald mit öffentlichem Geld betreiben und bei denen öffentliches Kapital dahinter ist. Private Waldbesitzer sind demzufolge keine guten Waldbesitzer und können auch keine sein (Abg. Schwemlein: Wer sagt denn das? Das hat doch niemand behauptet! Das hat doch damit nichts zu tun!), obwohl über 80 Prozent des Waldes in privater Hand ist (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Niemand hat das behauptet, auch ich nicht!) und, wie ich höre, gerade dieser Teil des Waldes in bestem Zustand ist und viele dieser hier vorgebrachten Behauptungen nicht zutreffen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Hier geht es um etwas anderes, Herr Kollege! Hier geht es um Geld! In den USA haben 38 Prozent ...!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Hier geht es um etwas anderes, Herr Kollege! Hier geht es um Geld! In den USA haben 38 Prozent ...!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Die Bundesforste sind zwar nicht mein Thema, aber ich habe diese Debatte vor allem jetzt in der letzten Stunde doch mit Interesse verfolgt und eines daraus mitgenommen: Offenbar sind gute Waldbesitzer nur jene, die den Wald mit öffentlichem Geld betreiben und bei denen öffentliches Kapital dahinter ist. Private Waldbesitzer sind demzufolge keine guten Waldbesitzer und können auch keine sein (Abg. Schwemlein: Wer sagt denn das? Das hat doch niemand behauptet! Das hat doch damit nichts zu tun!), obwohl über 80 Prozent des Waldes in privater Hand ist (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Niemand hat das behauptet, auch ich nicht!) und, wie ich höre, gerade dieser Teil des Waldes in bestem Zustand ist und viele dieser hier vorgebrachten Behauptungen nicht zutreffen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Hier geht es um etwas anderes, Herr Kollege! Hier geht es um Geld! In den USA haben 38 Prozent ...!)
Zwischenruf des Abg. Edlinger. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Darum gibt es kein Finanzkonzept für ..., Herr Kollege!
Aber alles, was nur von Ideologie geprägt und abseits von vernünftigen Überlegungen ist, ist natürlich schwer in vernünftige, realitätsbezogene Politik umzusetzen, weil die Ideologie allein einem viel zu starre Scheuklappen auferlegt. (Zwischenruf des Abg. Edlinger. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Darum gibt es kein Finanzkonzept für ..., Herr Kollege!)
Sitzung Nr. 46
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Fairer Handel – ja, wir bekennen uns dazu, und es ist ja auch im Ausschuss gemeinsame Sache gewesen, aber wenn wir uns zu diesem Fairen Handel in den Entwicklungsländern bekennen, dann müssen wir uns im gleichen Atemzug auch zu einem Fairen Handel für die österreichische Landwirtschaft bekennen, meine Damen und Herren! (Beifall bei den Freiheitlichen. – Ruf bei der ÖVP: Jawohl!) Auch die österreichische Landwirtschaft, die besonders – in der Mehrheit – ökologisch produziert (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), muss in der Europäischen Union unterstützt werden. Für diese Fairness, finde ich, müssen wir im selben Atemzug – ohne etwas gegeneinander aufrechnen oder aufwiegen zu wollen – auch eintreten, meine Damen und Herren!
Sitzung Nr. 47
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Das ist aber schon interessant: Ein Biobetrieb kann derartige Düngemittel verwenden! Was sagen Sie denn dazu, Herr Kollege Pirklhuber? Ist da keine Gefährdung gegeben? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Das ist aber schon interessant: Ein Biobetrieb kann derartige Düngemittel verwenden! Was sagen Sie denn dazu, Herr Kollege Pirklhuber? Ist da keine Gefährdung gegeben? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Man sollte nicht mit Steinen werfen, wenn man selbst im Glashaus sitzt, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Wenitsch. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Herr Abgeordneter! Die eine Minute ist leider vorbei! (Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 48
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Abg. Mag. Schweitzer: Da vorn sind sie auch nicht besser!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Frau Staatssekretär! Hohes Haus! Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass das Arbeitsinspektorat offensichtlich schon sehr lange nicht in diesem Haus war, weder in Begleitung eines Arbeiterkämmerers noch ohne Begleitung. Zumindest wurden die Sessel in der letzten Reihe nicht inspiziert, denn die sind wirklich mies. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Abg. Mag. Schweitzer: Da vorn sind sie auch nicht besser!)
Sitzung Nr. 50
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Herr Pumberger, bleiben Sie da! Gleich kommen Sie dran!
Zur Größenordnung habe ich bereits gesagt, dass das ein enormer Betrag ist. Wenn Sie doch diesen Betrag gerade in Wien sinnvoll in Drogenprojekte investieren würden! Ich darf daran erinnern: Sie streichen "check-it", dafür gibt es keine Förderung mehr. Es ging dabei um 1 Million Schilling. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Herr Pumberger, bleiben Sie da! Gleich kommen Sie dran!) 20 Millionen Schilling, mehr als 20 Millionen Schilling sind für diese Drogenkampagne vorgesehen. Damit könnten wir – ich bin mir sicher, dass da einige, die sich in dem Bereich auskennen, auch dieser Meinung sind – sehr viel erreichen.
Sitzung Nr. 51
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Herr Bundesminister! Stoppen Sie das Bauernsterben, indem Sie die Bauern endlich finanziell unterstützen! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kollege Pistotnig! Erinnern Sie sich an die Unterlage, die ich Ihnen gezeigt habe!
Das Schreckgespenst der Kahlschläge ist genauso ein an den Haaren herbeigezogener Unsinn, da die Herrschaften anscheinend noch nie etwas von den Regulierungsplänen der Forstämter gehört haben." (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kollege Pistotnig! Erinnern Sie sich an die Unterlage, die ich Ihnen gezeigt habe!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Weil der Produktionsausgleich ...!
Realität ist auch Folgendes, Herr Kollege Pirklhuber: In Österreich betragen die Produktionskosten für ein Kilo Weizen 2,40 S. Ich führe jetzt gar nicht die billigsten Produktionsstätten wie Argentinien, Ungarn oder andere an. Aber vergleichen wir mit Deutschland-Ost: 1,61 S. Und der Produktpreis in Österreich beträgt in etwa über den Daumen 1,50 S bis 1,55 S. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Weil der Produktionsausgleich ...!) – So schaut es in der Realität aus!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das müssen Sie Frau Achatz sagen!
Meine Damen und Herren! All jenen Kritikern, welche meinten, die EU-Agrarpolitik habe versagt, sei auch gesagt: Das wird sicherlich in manchen Bereichen stimmen, aber da muss man eben dabei sein, um dort etwas verändern zu können. Das ist die einzige Chance, die es gibt, um positive Veränderungen herbeizuführen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das müssen Sie Frau Achatz sagen!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Deutschland hat hier weltweit Vorbildfunktion! Das wissen Sie genau! Das ist grüner Fortschritt!
Wir lehnen es aber ab, was SPÖ und Grüne betreiben: Sie predigen Wasser und trinken Wein. In Deutschland ermöglichen sie 32 Jahre dauernde Ausstiegsszenarien aus der Atomenergie, die nichts anderes als 32 Jahre dauernde Garantieerklärungen für diese Atomkraftwerksbetreiber bedeuten. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig. ) Sie verhindern Biomasseprojekte in den Gemeinden, weil Sie, wie ich weiß, dort in der Regel dagegen stimmen, weil man die dadurch entstehenden Mehrkosten der Bevölkerung nicht zumuten kann. Sie verursachen durch Blockadeaktionen Verkehrsstaus. Diese Art der Politik lehnen wir ab, denn sie bedeutet Umweltzerstörung! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Deutschland hat hier weltweit Vorbildfunktion! Das wissen Sie genau! Das ist grüner Fortschritt!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Darum sind die Verkäufe bei den Bundesforsten so problematisch!
Mir bereitet aber in diesem Zusammenhang etwas anderes große Sorgen, und zwar die Pflege und der Weiterbestand unserer Schutzwälder. In meinem Bezirk sind etwa 90 Prozent der Schutzwälder von Oberösterreich zu finden. Ich habe zunehmend die Sorge, dass Forstfachkräfte – vor allem Forstfacharbeiter, die diesen Wald pflegen sollen – fehlen. Natürlich kann man einen Schutzwald nicht kostendeckend bewirtschaften. Ich will da überhaupt nicht von Bewirtschaftung sprechen (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Darum sind die Verkäufe bei den Bundesforsten so problematisch!), denn, meine sehr verehrten Damen und Herren – passen Sie ein bisschen auf, Herr Kollege Pirklhuber! –, Schutzwald kann man nur durch Einzelstammentnahme und durch Einzelpflanzung in Ordnung halten. Das ist kostenintensiv, und dazu braucht man geschulte Kräfte.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es große Unterschiede, Herr Kollege!
Ich möchte auch ein Wort zu den konventionell wirtschaftenden Betrieben sagen, weil es immer wieder Kritik, gerade von Seiten der Grünen, an den so genannten normal wirtschaftenden Betrieben gibt. Diese darf man nicht vor den Kopf stoßen! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber da gibt es große Unterschiede, Herr Kollege!) Man muss dabei auch bedenken: In Österreich gibt es 10 Prozent Biobetriebe, die Bayern sind stolz darauf, dass sie jetzt gerade einmal 3 Prozent Biobetriebe haben. Auch in dieser Hinsicht nimmt Österreich also eine ganz gewaltige Vorreiterrolle ein! Und wenn die Volkspartei und der Bauernbund mit Minister Molterer da nicht schon immer zukunftsweisend tätig gewesen wären, hätten wir nicht diesen Erfolg zu vermelden. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich könnte noch viele andere Dinge aus diesem Budget aufzählen, die positiv zu bewerten sind. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Ganz besonders sei die Energiegewinnung aus Biomasse erwähnt, weil es mich freut, dass die Förderungen dafür nicht gesunken, sondern erhöht worden sind. Ich glaube auch, feststellen zu dürfen, dass die erneuerbaren Energieträger eine Säule für die Zukunft sein werden, denn das Heizen mit Holz ist bereits jetzt, gerade in der gegenwärtigen Rohöl-Krise, in Form von Hackschnitzeln um ein Wesentliches billiger und günstiger, als es andere Energieträger sind. (Abg. Schwarzenberger: Mit Abstand am billigsten!) Da die Rohkosten für Hackschnitzel bei 35 Groschen pro Kilowattstunde liegen, beim Heizöl aber bei zirka 75 Groschen, bedeutet das, dass Ersteres bereits um die Hälfte billiger ist.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass es – Gott sei Dank! – noch keinen einzigen BSE-Fall in Österreich gibt und dass wir alle gemeinsam daran arbeiten müssen, dass es dabei auch in Zukunft bleibt. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Genau so ist es!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir müssen den politischen Mut aufbringen, die Weichen verstärkt in Richtung biologischer Landbau zu stellen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Genau so ist es!) Herr Bundesminister! Wir sollten es jenen Bauern, die sich bei der letzten Antragstellung im November noch nicht dazu entscheiden konnten, den Schritt in den biologischen Landbau zu wagen, ermöglichen, auch jetzt noch umzusteigen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich auch bei Ihnen, Herr Kollege, aber das geht nur dann, wenn wir auch die Institutionen fördern!) – Ja, sehr gut! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich auch bei Ihnen, Herr Kollege, aber das geht nur dann, wenn wir auch die Institutionen fördern!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir müssen den politischen Mut aufbringen, die Weichen verstärkt in Richtung biologischer Landbau zu stellen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Genau so ist es!) Herr Bundesminister! Wir sollten es jenen Bauern, die sich bei der letzten Antragstellung im November noch nicht dazu entscheiden konnten, den Schritt in den biologischen Landbau zu wagen, ermöglichen, auch jetzt noch umzusteigen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich auch bei Ihnen, Herr Kollege, aber das geht nur dann, wenn wir auch die Institutionen fördern!) – Ja, sehr gut! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht um die freie Wahl! Es gibt ein EU-Gesetz für die Kontrolle!
Herr Kollege Pirklhuber, Sie sind ja selbst, wie heute schon einmal erwähnt wurde, im Biolandbau tätig. Ich möchte sagen: Der Wildwuchs der Kontrollverbände kann auch nicht im Sinne der Biobauern sein. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht um die freie Wahl! Es gibt ein EU-Gesetz für die Kontrolle!) Wir haben schon jetzt die strengsten Auflagen, die strengsten Kontrollen, die höchsten Betriebsmittelpreise und leider die niedrigsten Erzeugerpreise. Und wir haben die Konsumenten noch nicht davon überzeugen können, dass Qualität vor Quantität steht und dass das gesunde Schnitzel auf dem Teller auch seinen Preis haben müsste. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Parfuss und Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Hier geht es um ein Ministerium, das wichtiger ist: Es ist das Lebensministerium! Ich erwarte mir hier wirklich die Solidarität einer in der Vergangenheit erfolgreichen Sozialpartnerschaft, die es verstanden hat, gemeinsame Interessen auch gemeinsam nach außen zu tragen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Parfuss und Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Das heißt aber auch, Solidarität mit allen Berufssparten in Österreich zu bekunden und wieder zu einer solidarischen Haltung einer einst gelebten Sozialpartnerschaft zurückzufinden. Es sollte nicht so sein wie gestern, als Sie mit einseitigen Aktionen hier in diesem Land für Unruhe gesorgt haben. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen: Es wäre sehr schade um die Zukunft dieser erfolgreichen Sozialpartnerschaft, wenn sie in Zukunft durch derartige Aktionen verhindert würde. Ich gebe all dem keine Zukunft. (Ruf: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Absolut" ist nicht korrekt, Herr Kollege! Relativ!
Die Stärkung der bäuerlichen Kleinbetriebe zielte vor allem auch auf die Bio-Bauern ab. Ich möchte auch noch einmal darauf hinweisen, dass im Bundesvoranschlag 2001 auch diese Bauern vermehrt gefördert werden und damit ihre natürlichen Produkte weiterhin anbieten können. Ich möchte ferner festhalten, dass das Budget im Bereich des Bio-Sektors erhöht worden ist – und das, obwohl dieser neue BSE-Skandal, der eine Verschärfung der Lage in der Landwirtschaft hervorgerufen hat, damals noch nicht bekannt gewesen ist. Das bedeutet: Die Regierung hat rechtzeitig Maßnahmen in die richtige Richtung gesetzt. Immerhin weist Österreich mit über 20 000 Bio-Betrieben die absolut höchste Zahl innerhalb der EU aus (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Absolut" ist nicht korrekt, Herr Kollege! Relativ!) – richtig, die relativ höchste Zahl. Italien hat die absolut höchste Zahl, aber relativ gibt es in Österreich die höchste Zahl.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das liegt an den Vertriebsstrukturen! Lokale Kräfte haben zu wenig Geld, um damit ein ordentliches Marketing zu machen!
In den letzten Jahren ist aber die Lage für die Bio-Bauern natürlich etwas schwierig und immer schwieriger geworden. Besonders in Tirol haben sehr viele Bauern in den letzten Jahren das Bio-Programm verlassen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig: Es sind vielleicht die sehr scharfen Kontrollmaßnahmen, die natürlich auch positiv zu sehen sind, vielleicht die Marketing-Strategie, aber natürlich vor allem auch, dass die Kaufwilligkeit der Österreicher gegenüber Bio-Produkten noch nicht in dem Maß vorhanden ist, wie sie es eigentlich sein sollte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das liegt an den Vertriebsstrukturen! Lokale Kräfte haben zu wenig Geld, um damit ein ordentliches Marketing zu machen!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nur bei den Rindern, nicht aber bei den Schweinen!
Aber ganz sicher ist: Wenn ein und dieselbe Fraktion sagt, die industrielle Landwirtschaft sei daran schuld, und dann wieder sagt, die Bauern seien daran schuld, dann meine ich, ihr solltet euch zumindest intern ausmachen, was gemeint ist. Wir, die österreichischen Bauern, können jedenfalls nur wieder feststellen: seit zehn Jahren kein Tiermehl – vorher haben wir es auch nicht gebraucht –, die allerhöchsten Standards. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nur bei den Rindern, nicht aber bei den Schweinen!) Wir sind im eigenen Bereich sauber. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 52
Abg. Ing. Westenthaler: Die stimmen aber zu! Petrovic hat gesagt, dass sie zustimmen! – Abg. Achatz: Die stimmen ja zu! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich erkläre Ihnen das gerne, Herr Kollege!
Herr Abgeordneter! Das hängt damit zusammen, dass drei Fraktionen "pro" und eine Fraktion "kontra" gemeldet sind. (Abg. Ing. Westenthaler: Die stimmen aber zu! Petrovic hat gesagt, dass sie zustimmen! – Abg. Achatz: Die stimmen ja zu! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich erkläre Ihnen das gerne, Herr Kollege!) Bitte, ich kann nichts anderes tun, wenn sich ein Abgeordneter
Rufe: Pirklhuber ! Pirklhuber !
Herr Kollege Pirklbauer von der grünen Fraktion (Rufe: Pirklhuber ! Pirklhuber !) – Pirklhuber, Entschuldigung, es war keine Absicht, Ihren Namen zu verballhornen, sondern es war ein Denkfehler ! Sie haben die Form der Überprüfung angesprochen. – Ich lege großen Wert darauf, dass sich bis Jahresende sämtliche Kolleginnen und Kollegen aus dem Veterinärbereich, die diese Untersuchungen ab 1. Jänner 2001 in Österreich generell durchführen werden, nochmals einer Nachschulung, einer Nachzertifizierung und einer Nachqualifizierung unterziehen, um sicher sein zu können, dass auch ab 1. Jänner 2001, wenn wir von den europäischen Behörden überprüft werden, die Standards in sämtlichen österreichischen Labors, die von Amts wegen mit dieser Überprüfung betraut sind, so sind, dass es keine einzige Beanstandung geben wird und dass ich garantieren kann, dass in Österreich diese Untersuchungen nach dem höchsten Standard der aktuellen Wissenschaft abgewickelt werden. Ich glaube, das bin ich der österreichischen Bevölkerung und den österreichischen Konsumenten im Interesse der Volksgesundheit schuldig. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Es wird immer wieder gesagt, die FPÖ habe vor dem Beitritt zur EU gewarnt und gesagt, die Landwirtschaft werde draufzahlen. Meine Damen und Herren der FPÖ, daher folgende Frage: Wie würde wohl die Landwirtschaftspolitik ausschauen, wäre Österreich nicht in der EU? Hätten wir dann die biologische Landwirtschaft? Hätten wir dann die Förderung der kleinen Einheiten? – Ich bin nicht davon überzeugt. Ganz im Gegenteil! Es wäre auch so gekommen, weil das eine weltweite Marktgegebenheit ist, die jetzt leider auch die Begründung dafür ist, dass wir es mit dem BSE-Problem zu tun haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Immer mehr, immer größer – und damit haben wir diese Probleme.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wenn der Herr Bundesminister sagt, dass gute Produkte auch etwas wert sind, dann stimme ich ihm schon zu, frage aber, warum bei einem Gesamtwerbebudget für Agrarprodukte von 250 Millionen Schilling für die Werbung der biologischen Produkte in der Landwirtschaft läppische 8 Millionen Schilling ausgegeben werden. – Das ist nicht der Weg, wie wir die Leute dazu bringen, für Qualität mehr zu zahlen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 56
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber überreicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Molterer eine Schachtel, der diese sogleich öffnet. – Abg. Ing. Westenthaler: So eine Riesenkiste – und nichts ist drin! Das ist ein Flop!
Meine Damen und Herren! Das sind jene zwei Anträge, von denen ich mir erwarte, dass wir sie heute hier in diesem Haus beschließen. Symbolisch möchte ich Ihnen abschließend dieses Paket mit unseren Forderungen und Anträgen überreichen. Schauen Sie sich das bitte noch einmal genau an, wir werden nach diesem Tagesordnungspunkt auch eine Diskussion dazu mit Ihnen führen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber überreicht dem auf der Regierungsbank sitzenden Bundesminister Mag. Molterer eine Schachtel, der diese sogleich öffnet. – Abg. Ing. Westenthaler: So eine Riesenkiste – und nichts ist drin! Das ist ein Flop!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das sind an die 2 000 Betriebe!
Bedenken Sie doch bei der Darstellung, etwa auch im Bereich der Schweineproduktion, dass wir in Österreich einen Durchschnittsbestand von 37 Stück je Betrieb haben, während es in Großbritannien 557 und in den Niederlanden 723 Stück sind, und dass es in Österreich nur zwei Prozent aller Betriebe sind, die mehr als 400 Schweine halten. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das sind an die 2 000 Betriebe!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Dann schauen wir, dass wir was weiterbringen! Derzeit gibt es jedenfalls einen Rückgang!
Meine Damen und Herren! Diese Betriebe, diese bäuerlichen Familienbetriebe, erzeugen hochqualitative Lebensmittel. Mein Konzept ist, dass wir einen möglichst hohen Grundstandard in Europa für Qualität und für ökologische Verträglichkeit haben. Aufbauend auf diesen Grundstandard wird es in Zukunft – und davon bin ich überzeugt – drei Typen von Produktionen geben: Betriebe, die auf diesem hohen Level produzieren – nennen Sie es konventionelle Landwirtschaft. Es wird Produktionen geben, die sich Herkunftszeichen und Gütesiegeln verschreiben. Die können dann produzieren, wenn letztendlich auch der Markt entsprechende Preise für die Einhaltung dieser freiwillig höheren Standards ermöglicht. Und wir werden die biologische Produktion haben. Und für mich gibt es keine Grenze der biologischen Produktion, weder bei 10, noch bei 15, noch bei 20 Prozent. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Dann schauen wir, dass wir was weiterbringen! Derzeit gibt es jedenfalls einen Rückgang!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das tun wir ja! Seit Jahren tun wir das!
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen von Rot und Grün: Anstatt hier auf der österreichischen Landwirtschaftspolitik herumzuhacken, sollten Sie auf Ihre Kolleginnen und Kollegen in der Europäischen Union einwirken, endlich europaweit gleiche Rahmenbedingungen zu schaffen! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das tun wir ja! Seit Jahren tun wir das!) Ja, Kollege Pirklhuber, Ihre Kollegin ist in Deutschland Landwirtschaftsministerin, es gibt eine grüne Landwirt
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: 83 Prozent ...!
Ich möchte noch eine kurze Bemerkung zur Biolandwirtschaft hier in Österreich machen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bekenne mich dazu, dass diese Biolandwirtschaft in Österreich verstärkt und vermehrt gefördert gehört. Aber bitte leben wir nicht in einer Illusion darüber, dass man mit Förderungen allein einen Wirtschaftszweig aufrechterhalten kann! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: 83 Prozent ...!) Hier sind die Konsumenten aufgefordert, die – selbstverständlich teureren – Bioprodukte auch zu erwerben, meine sehr geehrten Damen und Herren!
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist daran falsch?
Was ich bedauere, das ist die Berichterstattung in den Medien, besonders auch im ORF. Am 23. Jänner gab es die Meldung: 16 Schweinefarmen wurden gesperrt, ich betone: 16 Schweinefarmen. Und dann konnte man in der einen oder anderen Zeitung noch lesen: Diese Farmen haben einige hundert Schweine. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist daran falsch?) – Da wird ein Bild gezeichnet, das skandalös ist!
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol – in Richtung Grüne –: So schaut es aus! – Gegenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Die Organisation "Vier Pfoten" hat sich in meinem Bezirk, in Bachmanning, bemüßigt gefühlt, einen Betrieb sozusagen vorzuführen (Abg. Achatz: Zu besetzen!), zu besetzen, und dann musste man wieder abziehen – man hat sich bis heute nicht entschuldigt! –, weil der Amtstierarzt festgestellt hat, dass dies ein Fünf-Sterne-Betrieb ist. Ich schäme mich für diese Organisation! Sie sollte wenigstens den Mut haben, sich bei diesem Bauern zu entschuldigen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Khol – in Richtung Grüne –: So schaut es aus! – Gegenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Setzen wir uns zusammen, Kollege Auer!
Es geht um die Vorverurteilung, die da erfolgt! Herr Kollege Pirklhuber, vielleicht haben Sie die Möglichkeit, dieser Organisation zu sagen, dass es so nicht geht. Diese Vorverurteilung, die man mit vielen Betrieben und mit vielen Bauern aufführt, ist ein Skandal! Das ist ein Skandal, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Diese Bauern können sich nicht helfen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Setzen wir uns zusammen, Kollege Auer!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber begibt sich zum Präsidium und versucht, Präsidenten Dr. Fischer anzusprechen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.
Präsident Dr. Heinz Fischer: Ich gebe noch bekannt, dass in der heutigen Sitzung die Selbständigen Anträge 374/A (E) bis 384/A (E) eingebracht wurden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber begibt sich zum Präsidium und versucht, Präsidenten Dr. Fischer anzusprechen. – Zwischenrufe bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) – Nein!
Sitzung Nr. 57
Abg. Ing. Westenthaler: Zitat Pirklhuber: Österreich ist ein "Schweinestall"! Hat Pirklhuber gesagt!
Kollege Westenthaler! Nach dieser Maxime bedeutet "Neu regieren", möglichst viel Unfug zu produzieren (Abg. Ing. Westenthaler: Zitat Pirklhuber: Österreich ist ein "Schweinestall"! Hat Pirklhuber gesagt!), um dann möglichst viel korrigieren zu können, um dann möglichst viel Dialogbereitschaft ausrufen zu können. Aber genauso schaut Ihre Politik aus. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie Herrn Pirklhuber? Pirklhuber ist das!
Zum ersten Punkt: Es gibt im Bereich der Überprüfung beim so genannten Schweineskandal dermaßen krasse, dermaßen haarsträubende Untersuchungsmängel und Untersuchungslücken (Abg. Ing. Westenthaler: Meinen Sie Herrn Pirklhuber? Pirklhuber ist das!), und ich würde Ihnen gerne noch einmal vor Augen führen, was das bedeutet.
Abg. Mag. Schweitzer: Das ist der Pirklhuber mit seinem "Saustall"!
Sehr geehrte Damen und Herren, betrachten Sie es einmal wirtschaftlich: Österreich liegt hier inmitten des Marktes der Europäischen Union, an der Grenze zwischen den produzierenden Ländern und jenen Ländern, die eine Unterdeckung auf dem Rindfleischsektor haben, nämlich Italien und Griechenland. Wir haben Produkte, die hervorragend sind, wir haben fast 40 Prozent Biobauern, wir haben einen Markt, den wir vor unserer Haustüre beschicken können. Ich frage mich immer wieder, wer Interesse daran haben kann, dass die österreichische Landwirtschaft mit ihrem hohen Anteil an Bio-Bauern gerade vor unserer Haustüre, in Italien und in Griechenland, nunmehr Marktanteile verliert, weil in Österreich eine Berichterstattung erfolgt, die einen Eindruck vermittelt, als ob es bei uns bereits diese Seuche gäbe, die es bei unseren Nachbarn gibt. (Abg. Mag. Schweitzer: Das ist der Pirklhuber mit seinem "Saustall"!) Jene, die dort aus den Wurstfabriken und aus dem Markt verdrängt worden sind, sind jene, die die Berichte machen: die Deutschen, die Belgier und die Franzosen.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sie wissen genau, was gemeint war, Frau Kollegin!
Es ist dies überhaupt eigenartig von einer Partei, deren Agrarsprecher Pirklhuber ganz Österreich als "Schweinestall" bezeichnet – und das, Herr Kollege Pirklhuber, bis heute ohne Entschuldigung. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sie wissen genau, was gemeint war, Frau Kollegin!) Das ist wirklich ein Skandal, das kann ich Ihnen sagen! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP.) Ich hoffe, Herr Kollege Pirklhuber, Sie haben den Mut und den Anstand, sich hier und heute zu entschuldigen. Ich warte darauf! (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Das sollte er machen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollte einmal der Pirklhuber etwas dazu sagen!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Grünewald. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt sollte einmal der Pirklhuber etwas dazu sagen!)
Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Hallo, Entschuldigung! Ist Österreich jetzt ein "Schweinestall"? Sind Sie ein Ehrenmann und entschuldigen Sie sich?
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Pirklhuber. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 5 Minuten. Restredezeit der Grünen: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Hallo, Entschuldigung! Ist Österreich jetzt ein "Schweinestall"? Sind Sie ein Ehrenmann und entschuldigen Sie sich?)
Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wort des Bedauerns, Herr Pirklhuber!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Wir haben jetzt mehr als eine Stunde schon über wirklich zentrale Fragestellungen der österreichischen Lebensmittelpolitik diskutiert. Die derzeitige Krise in der österreichischen und europäischen Agrarproduktion und Lebensmittelerzeugung verlangt eben nach radikalen Reformen. (Abg. Achatz: Entschuldigen Sie sich endlich!) Das ist der Grund, warum wir Grünen heute eine Dringliche Anfrage an Sie, Herr Bundesminister, stellen. (Abg. Zierler: Wir erwarten heute eine Entschuldigung von Ihnen!) Diese Reform ist notwendig, und zwar in der Produktion, im Kontrollwesen und im Bereich Gütezeichen und Markenpolitik. (Abg. Haigermoser: 6 Minuten haben Sie Zeit, sich zu entschuldigen!) Diesbezüglich ist auch meine offensichtlich missverständliche Anmerkung zum Schweineskandal, die ich im Wortlaut hier nicht wiederholen will, in der letzten Sitzung des Nationalrates zu verstehen, die ich hiermit gerne zurücknehme. (Abg. Haigermoser: Entschuldigen Sie sich doch, nicht "zurücknehmen"!) Ich stelle klar, worum es mir geht: um einen radikalen Kurswechsel in der österreichischen Schweinebranche. (Abg. Ing. Westenthaler: Ein Wort des Bedauerns, Herr Pirklhuber!) Nur dieser radikale Wandel macht es möglich, dass das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten auch langfristig wirklich wiedergewonnen wird und dieses Vertrauen auch zu Recht besteht. (Abg. Ing. Westenthaler: Er schafft es nicht!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pirklhuber soll sich bei den Österreichern entschuldigen! – Abg. Ing. Westenthaler: Pirklhuber hat gesagt, dass Österreich ein "Schweinestall" ist, und er hat sich nicht entschuldigt! – Abg. Dr. Khol – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Ordnungsrufe werden vom Präsidenten erteilt und nicht von Ihnen!
Herr Abgeordneter! Ich verlange von Ihnen, dass Sie sich bei mir entschuldigen! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Haigermoser: Pirklhuber soll sich bei den Österreichern entschuldigen! – Abg. Ing. Westenthaler: Pirklhuber hat gesagt, dass Österreich ein "Schweinestall" ist, und er hat sich nicht entschuldigt! – Abg. Dr. Khol – in Richtung der sich zu ihrem Sitzplatz begebenden Abg. Dr. Lichtenberger –: Ordnungsrufe werden vom Präsidenten erteilt und nicht von Ihnen!)
Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht entschuldigt sich er für den Pirklhuber!
Kollege Haigermoser hat meinen Antrag richtig zitiert. (Abg. Ing. Westenthaler: Vielleicht entschuldigt sich er für den Pirklhuber!) Der Antrag ist meiner Meinung und auch der Meinung der grünen Fraktion nach so, wie er gestellt wurde, nach wie vor sinnvoll. Ich möchte Sie nur daran erinnern, dass momentan in Europa eine sehr interessante Diskussion zum Thema "Kriminalisierung von Cannabis" stattfindet. (Abg. Ing. Westenthaler: ... freigeben? Sehr "gut"!) Die Schweizer Grenzen werden Ihnen bekannt sein. (Zwischenruf des Abg. Haigermoser. ) Sie können nach Belgien schauen; Sie können auch nach Portugal schauen. All diese Länder sind zu der Auffassung gelangt, dass eine Kriminalisierung von Personen, die Cannabis konsumieren, weder medizinisch noch gesellschaftlich bedingt sinnvoll ist, und gehen einen klaren Weg in der Drogenpolitik, indem sie eben trennen und differenzieren. Dazu stehen wir, keine Frage, und das werden wir auch in Zukunft tun! – Das ist die eine Geschichte. (Abg. Kiss: ... beim Autofahrer, wenn er Drogen nimmt!)
Sitzung Nr. 58
Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Mag. Kogler. – Abg. Großruck: Hör einmal zu, damit du was lernst!
Ebenso dramatisch war die Ausbreitung von BSE speziell in England. Aber als besonders bedauerlich empfinde ich, dass aus parteipolitischen und wahltaktischen Gründen in Permanenz der Eindruck erweckt wird, dass sich diese Fälle in Österreich abspielen. Täglich wird durch dieses Hohe Haus der "Phrasendrescher" gefahren. Großbauern, große masttierhaltende Betriebe, Wassergefährdung und Ähnliches müssen herhalten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Mag. Kogler. – Abg. Großruck: Hör einmal zu, damit du was lernst!)
Sitzung Nr. 59
Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Kollegen Pirklhuber sagen! Der sagt immer "Schweinestall" zu Österreich!
Die betroffenen Eltern, so schreibt uns zuletzt am Freitag ein betroffener Vater, waren entsetzt, das hören zu müssen. Dieser Vater drückt sich noch viel drastischer aus, aber ich erspare es mir jetzt, diese für mich begreifliche Wortwahl, die der Würde dieses Hohen Hauses vielleicht nicht ganz angemessen wäre, hier zu wiederholen. (Abg. Ing. Westenthaler: Das müssen Sie Ihrem Kollegen Pirklhuber sagen! Der sagt immer "Schweinestall" zu Österreich!)
Sitzung Nr. 62
Abg. Mag. Wurm: 1 000 Tote wegen Alkohol haben wir! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Prost, Herr Kollege!
Diese Regelung ist nichts anderes als ein neuer, wichtiger Schritt einer Drogenpolitik mit einem klaren Konzept und auch mit einem erkennbaren Profil, meine Damen und Herren. Das ist es, worum es geht. (Abg. Mag. Wurm: 1 000 Tote wegen Alkohol haben wir! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Prost, Herr Kollege!)
Sitzung Nr. 64
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wären wir – das sage ich jetzt noch einmal – nicht ein Staat, sondern eine Privatfirma, gingen die Zahlungen, die Herr Haider als Regionalmanager für den Schaden, den er mit seinen Äußerungen angerichtet hat, zahlen müsste, in die Millionen, das können Sie mir glauben! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 66
Zwischenrufe der Abgeordneten Böhacker, Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie passen zum Pirklhuber: "Schweinestall Österreich" und "Schweinereien"! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Schweinestall", und Lichtenberger: "Schweinereien"!
Frau Ministerin! Ich habe im derzeitigen Budget keinerlei Schwerpunktsetzung in diese Richtung gesehen. Ich fordere Sie auf: Machen Sie alles Mögliche, damit sowohl im Bereich der Gefahrgutkontrollen – hier gibt es den Bundes-Gefahrguttransport-Prüfzug und andere Einrichtungen – als auch im Bereich der arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Kontrollen endlich die notwendige Kontrolldichte hergestellt wird, damit sich dieser Unfug und diese – sagen wir es offen – Schweinereien auf unseren Straßen aufhören. (Zwischenrufe der Abgeordneten Böhacker, Mag. Schweitzer und Ing. Westenthaler. – Abg. Ing. Westenthaler: Sie passen zum Pirklhuber: "Schweinestall Österreich" und "Schweinereien"! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Schweinestall", und Lichtenberger: "Schweinereien"!)
Sitzung Nr. 67
Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Fangen Sie nicht schon wieder an, Herr Kollege Pumberger, sonst kriegen Sie noch einmal eine aufs Dach!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber zu Wort gemeldet. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 12 Minuten. – Bitte. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pumberger. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Fangen Sie nicht schon wieder an, Herr Kollege Pumberger, sonst kriegen Sie noch einmal eine aufs Dach!)
Abg. Auer: Schaut nicht gut aus, Pirklhuber!
Herr Abgeordneter Pirklhuber! Ich habe mir gedacht, wir sind im österreichischen Parlament und haben die Interessen Österreichs zu vertreten. (Abg. Auer: Schaut nicht gut aus, Pirklhuber!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich vermisse hier ein bisschen die Vorstöße von Ihrer Seite, zu sagen: Man soll das AKW vom Netz nehmen, bis die Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde! – Dazu habe ich von der österreichischen Bundesregierung in den letzten Monaten nichts gehört. Das verstehe ich eigentlich nicht! (Bundesminister Mag. Molterer: Da haben Sie nicht aufgepasst!) Ich habe sehr wohl aufgepasst, das können Sie mir glauben! (Bundesminister Mag. Molterer: Nicht ausreichend!) Ja, ja! Vielleicht haben Sie das irgendwo einmal in einer kleinen Geheimbesprechung irgendjemandem anvertraut, aber über die APA-Meldungen habe ich leider diesbezüglich nichts vernommen. (Abg. Dr. Khol: Schlimm, dann haben Sie es nicht verstanden! Also ich habe das alles gesehen und auch verstanden!) Ja, Herr Khol, das kann ich mir vorstellen, dass Sie das alles gesehen haben. (Abg. Dr. Khol: Ich habe das alles verstanden: Melker Prozess, UVP! – Abg. Ing. Westenthaler: Frau "Stadtrat"!) "Mister minus 10 Prozent" kann ich nur sagen. (Abg. Ing. Westenthaler: Seien Sie ein bisschen milde, Frau "Stadtrat"!) Nein, heute bin ich nicht milde! Bei der Umwelt gibt es keinen Grund, milde mit der Bundesregierung zu sein, Herr Westenthaler! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sie haben mich nicht verstanden! Das muss ich Ihnen leider sagen!
Meinem Vorredner muss ich Recht geben: Gerade in Österreich ist es so – im Gegensatz zu anderen Ländern der Europäischen Union, im Gegensatz auch zu sehr vielen anderen Ländern, die ja auch Herr Kollege Pirklhuber hier immer wieder als Vorbild für Österreich darzustellen versucht –, dass Geld aus dem ÖPUL-Programm an Leistungen gebunden ist. Jeder Bauer, jeder Teilnehmer an diesem ÖPUL-Programm, der etwas leistet, hat Anspruch auf gewisse Prämien – und das soll bitte auch in Zukunft so sein. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sie haben mich nicht verstanden! Das muss ich Ihnen leider sagen!)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Herr Kollege Pirklhuber, Sie haben hier wieder England und Frankreich genannt und mehr oder minder versucht, Minister Molterer beziehungsweise uns von der Regierungskoalition diese Länder als Beispiel hinzustellen. Wissen Sie überhaupt, was in England auf landwirtschaftlichem Gebiet los ist? Haben Sie überhaupt eine Ahnung, was sich zurzeit in England abspielt? Wissen Sie denn nicht, dass dort bereits der nationale Notstand ausgerufen wurde? Wissen Sie denn nicht, was es dort gibt? – Angefangen von Straßensperren, brennenden Scheiterhaufen, Warnschildern, Polizeikontrollen bis zu absolut verwaisten Viehmärkten: Das alles ist England! Und das wollen Sie hier in Österreich unseren Bauern als Beispiel hinstellen?! – Sie haben keine Ahnung, Herr Kollege Pirklhuber! Es tut mir Leid, aber das ist die Wahrheit! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Liebe Kollegin! Ich bin auch dafür, dass Naturschutz und das Natura 2000-Programm umgesetzt werden. (Abg. Dr. Lichtenberger: Ja?) Was aber die Art und Weise betrifft, wie bei dieser Umsetzung vorgegangen wurde, empfehle ich Ihnen, einmal mit jenen 230 Einfamilienhausbesitzern in meiner Gemeinde zu reden, die man nicht gefragt hat, als man ein Natura 2000-Gebiet darübergelegt hat. Oder reden Sie mit den 95 Prozent der Inhaber von Gewerbebetrieben, die man auch nicht gefragt hat, oder mit der Gemeindevertretung, die man belogen hat, weil man behauptet hat, es gäbe hier keine Unter-Schutz-Stellung. (Abg. Dr. Lichtenberger: Aber deshalb kann man es doch nicht abschaffen!) Wenn Naturschutz einen Sinn haben soll, meine Damen und Herren, dann muss er im Einvernehmen mit den Betroffenen umgesetzt werden, damit die damit verbundenen Maßnahmen auch getragen werden können! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Die Frage des Tiergesundheitsdienstes, der Veterinärbestimmungen, der Arzneimittelbestimmungen, die ist noch immer offen. Was die Zulassungsbestimmungen für Maschinen betrifft, so ist dies auch eine Frage, die mit dem Wettbewerb zu tun hat. Die Bürokratie nimmt auch in der Landwirtschaft schön langsam ein bisschen überhand. Es wird immer mehr kontrolliert – nach den Wünschen von euch sollte ja noch wesentlich mehr kontrolliert werden! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Geh!
Ich bekenne mich auch zu Kontrollen dort, wo sie Sinn machen, aber nicht, wenn nur um des Kontrollierens willen kontrolliert wird. Wissen Sie, wer dann die Draufzahlenden sind? – Die kleinbäuerlichen Betriebe! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Geh!) Die werden sich in Zukunft diese Dinge nicht mehr antun! Die werden sich zum Teil diese Schikanen auf Dauer nicht gefallen lassen! Das bewirkt eher das Sterben der bäuerlichen Kleinbetriebe, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum denn? Warum ...?
Auch im Fußball ist es zu wenig, wenn alle nur Schiedsrichter spielen und kein Spieler vorhanden ist! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum denn? Warum ...?) Das wird die Abwanderung höchstens verstärken!
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das tun wir ja dauernd!
Wenn von der Landwirtschaft gefordert wird, dass sie Wasser, Boden und Luft schützt – ja, ich bekenne mich dazu, selbstverständlich! –, dann muss man aber auch bereit sein, für verschärfte Bedingungen Abgeltungen zu leisten. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das tun wir ja dauernd!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Herr Abgeordneter Schwarzenberger! Ich denke mir, das ist nicht unbedingt vergleichbar, und ich würde Sie bitten, sich davon zu distanzieren. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Belastetes!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Hohes Haus! Unsere Ernährungswirtschaft steht unter Druck! Die Bauern, die Verarbeitungsbetriebe, die Köchinnen und die Köche sind verunsichert! Übertreibung ist auf der ganzen Welt das Rezept der Opposition, und ein Meister der Übertreibung ist unser Herr Kollege Pirklhuber. Er spricht davon, dass 200 000 Menschen pestizidverseuchtes Wasser trinken müssen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Belastetes!) Das ist schlichtweg ein Schmarren, was Sie da sagen, das stimmt nicht. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) – Ich werde Ihnen dann draußen erklären, wo Ihr Denkfehler liegt; Rechnen war offensichtlich noch nie Ihre Stärke.
Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Entschuldigen Sie sich für die "Schweinestall"-Aussage!
Herr Abgeordneter, bitte beginnen Sie mit der Wiedergabe der zu berichtigenden Behauptung und stellen Sie dieser Behauptung den berichtigten Sachverhalt gegenüber. (Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Entschuldigen Sie sich für die "Schweinestall"-Aussage!)
Abg. Dr. Pumberger: Sie kann zu Pirklhuber Stellung nehmen! Sind Sie auch für Gewalt?
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Haidlmayr. – Bitte. (Abg. Dr. Pumberger: Sie kann zu Pirklhuber Stellung nehmen! Sind Sie auch für Gewalt?)
Sitzung Nr. 69
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jetzt kommt er wieder, der Haigermoser! – Abg. Haigermoser: Entschuldigen Sie sich endlich! Eine ganze Nation als "Schweinestall" zu bezeichnen! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Herr Haigermoser! Nehmen Sie den Mund nicht so voll! Ihre Fraktion hat oft genug "Sager" losgelassen, die alles andere als okay waren! – Abg. Haigermoser: Frech ist er auch noch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich kann Ihnen persönlich eine lange Liste geben, wenn Sie wollen! – Abg. Haigermoser: Eine Entschuldigung kennt er nicht!
Präsident Dr. Heinz Fischer: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. Er hat das Wort. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Jetzt kommt er wieder, der Haigermoser! – Abg. Haigermoser: Entschuldigen Sie sich endlich! Eine ganze Nation als "Schweinestall" zu bezeichnen! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Herr Haigermoser! Nehmen Sie den Mund nicht so voll! Ihre Fraktion hat oft genug "Sager" losgelassen, die alles andere als okay waren! – Abg. Haigermoser: Frech ist er auch noch! – Weitere Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich kann Ihnen persönlich eine lange Liste geben, wenn Sie wollen! – Abg. Haigermoser: Eine Entschuldigung kennt er nicht!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Haigermoser und Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Diese Entwicklung werden also die Konsumenten in der Hand haben – die Bauern sind bereit. In meinem Wahlkreis sind 48 Prozent aller Bauern Bio-Bauern. Diese machen aber mir bereits den Vorwurf, dass wir hier noch Werbung für mehr Bio-Bauern machen, obwohl sie ihre Produkte bereits nicht mehr als Bio-Produkte absetzen können, weil der Markt nicht vorhanden ist. (Zwischenrufe der Abgeordneten Haigermoser und Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich habe über die Konsumenten gesprochen!
Abgeordneter Robert Wenitsch (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kollege Pirklhuber, die Grünen und einige Organisationen, die Ihrer Partei recht nahe stehen, lassen anscheinend wirklich nichts unversucht, um unseren heimischen Erzeugern ein schlechtes Zeugnis auszustellen. Herr Pirklhuber, gerade Sie als Bauer müssten wissen, dass wir hier in Österreich die strengsten Erzeugerrichtlinien in der Europäischen Union vorfinden und dass gerade das ÖPUL-Programm ein Garant für gesunde Lebensmittel und eine umweltorientierte und umweltverträgliche Landwirtschaft ist. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich habe über die Konsumenten gesprochen!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das geschieht ja auf freiwilliger Basis!
Herr Kollege Pirklhuber! Auch das ist Landwirtschaftspolitik. Wenn Sie hier in Österreich so agieren würden, dann könnten Sie unseren Bauern wirklich helfen. Aber hier in Österreich muss ja anscheinend alles mies gemacht werden. In Ihren Anträgen verlangen Sie noch härtere Strafen als bisher. Wissen Sie überhaupt, wie hoch die Strafen für Bauern sind, wenn sie sich nicht an die Richtlinien im ÖPUL halten? – Herr Kollege Pirklhuber! Diese Strafen sind heute für manche Bauern zum Teil existenzbedrohend. Man muss als Strafe mehr oder weniger die Förderungen von fünf Jahren zurückzahlen, wenn man bei einem Vergehen erwischt wird. Jeder Bauer ist gut beraten, wenn er sich streng an die ÖPUL-Richtlinien hält, wenn er um diese Förderungen ansucht. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das geschieht ja auf freiwilliger Basis!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Zum Abgeordneten Biohuber – oder habe ich das missverstanden? – beziehungsweise Pirklhuber und zu seiner Forderung in dem Antrag nach Reduzierung des Pestizidverbrauchs in Österreich: Österreich hat den niedrigsten Pestizidverbrauch in ganz Europa. Wesentlich dazu beigetragen hat das österreichische Umweltprogramm. Ich möchte es noch einmal erwähnen: Es wird kurz ÖPUL genannt und ist ein klares Pestizidreduktionsprogramm, das in seiner Dichte an teilnehmenden Landwirten in ganz Europa seinesgleichen sucht, Herr Kollege! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 71
Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Nehmen Sie jetzt einmal zurück, was Sie über Österreich gesagt haben!
Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Bitte, Herr Abgeordneter. (Abg. Haigermoser – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Nehmen Sie jetzt einmal zurück, was Sie über Österreich gesagt haben!)
Sitzung Nr. 72
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Bei uns gibt es Gott sei Dank eine Handhabung dieser Angelegenheit, die wirklich dem Problem entspricht. Es gibt mehr Untersuchungen als in jedem anderen Land, und es gibt eine sehr klare Kooperation der Dienststellen. Damit Sie das wissen: Basissaatgut wird generell untersucht. Basissaatgut ist jenes Saatgut, aus dem in Österreich anderes Saatgut hergestellt wird. Jede Probe wird untersucht! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wissen wir das?
Es hilft uns überhaupt nichts, wenn wir im Bereich der Gentechnik Fiktionen aufbauen und Illusionen pflegen. Wir leben in Österreich im internationalen Wettbewerb, aber mit einem großen ökologischen Vorsprung dank unserer Konsumenten, die uns das abnehmen. Aber wir werden die Wirklichkeit nicht vergessen. Wir sind froh darüber, dass unser Bundesminister seine Anstalten derart in Ordnung hat, und wir wissen, dass die Kooperation mit der Gentechnikbehörde funktioniert. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wissen wir das?) Wir wissen davon, dass auf Fehler aufmerksam gemachte Firmen sofort ihr Saatgut zurückgezogen haben. Daher – dank der guten Kontrollen – ist in Österreich das Problem ein wesentlich geringeres als in allen anderen Ländern der Welt.
Abg. Haigermoser: Der Pirklhuber ist auch verhaltensoriginell!
Ich glaube, dass es auch für den "verhaltensoriginellen" Schüler (Abg. Haigermoser: Der Pirklhuber ist auch verhaltensoriginell!) nicht wirklich möglich ist, das grundsätzliche Bildungsziel in einer AHS, nämlich die Studierfähigkeit, zu erreichen. Das ist meine persönliche Auffassung. Und ich glaube auch, dass es für viele nicht möglich ist, das Bildungsziel in einer BHS – Studierfähigkeit oder Berufsfähigkeit – zu erreichen.
Sitzung Nr. 74
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Herr Bundesminister! Ich glaube, es geht einfach nicht, dass man permanent Kreise, die Sachkenntnis einbringen könnten, aus Furcht vor einer allfälligen Kritik ausschließt. Ich würde daher ersuchen, doch zur Kenntnis zu nehmen – ich meine nicht nur Sie persönlich, sondern das ist grundsätzlich ein Problem dieser Regierung –, dass man Diskussionen vor der Beschlussfassung von Gesetzen zu führen hat, weil sonst letztendlich das herauskommt, was uns der Verfassungsgerichtshof jetzt in einer Reihe von Entscheidungen zeigt: nämlich dass Gesetze zustande kommen, die Husch-Pfusch sind, die inhaltlich schwach sind, die aufgehoben werden. Ich meine, Sie könnten sich diese Peinlichkeiten eigentlich ersparen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 75
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren! In dieser Studie werden Vorschläge zur Privatisierung der öffentlichen Wasserversorgung gemacht. Damit setzen Sie Gemeinden unter Druck und entziehen den Bürgern die demokratische Mitwirkungsmöglichkeit. Aber wenn dem nicht so ist, Herr Bundesminister, kann es ja kein Problem sein, uns die Studie zu geben, denn auch die Öffentlichkeit hat ein Recht, zu erfahren, was mit dem wichtigsten Lebensmittel, unserem Trinkwasser, in Zukunft geschehen wird. Daher, Herr Bundesminister: Geben Sie uns diese Studie! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Entschuldigen Sie sich endlich für den "Schweinestall"!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 3 Minuten. – Bitte. (Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Entschuldigen Sie sich endlich für den "Schweinestall"!)
Sitzung Nr. 77
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
All das würde vielleicht etwas bewegen, würde Bewegung in die ganze Diskussion bringen. Wir sollten dafür sorgen, dass Österreich sich wieder auf gesetzlichen Boden – das meine ich jetzt in Bezug auf EU-Recht – begibt. Ich würde mir wünschen – Frau Abgeordnete Gatterer ist ja die nächste Rednerin –, dass ein bisschen etwas von der Empfehlung des Europarates aus dem letzten Jahr, die mit großer Mehrheit angenommen wurde, einfließen würde. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 80
Abg. Haigermoser: Herr Pirklhuber hat behauptet, ganz Österreich ist ein "Schweinestall"!
Es ist leider so, aber auch Ihnen steht die Möglichkeit offen, noch zu lernen und an der Gender-Frage zu arbeiten. Kollege Öllinger, Kollege Grünewald, Kollege Pirklhuber haben im Rahmen der grünen Bewegung schon Erfahrung mit Gender-Arbeitsprogrammen gemacht. (Abg. Haigermoser: Herr Pirklhuber hat behauptet, ganz Österreich ist ein "Schweinestall"!)
Sitzung Nr. 89
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Veterinärkontrolle! Um die geht es!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es besteht wirklich kein Zusammenhang zwischen dem Tierarzneimittelkontrollgesetz und dem BSE-Fall im Waldviertel! (Abg. Öllinger: Na selbstverständlich!) BSE ist bekanntlich eine Prionenkrankheit, die derzeit mit keinem Medikament behandelbar ist. Deshalb kann nicht der Missbrauch von Medikamenten zu dieser Krankheit führen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Veterinärkontrolle! Um die geht es!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ausverkauf der Kontrolle!
Sie haben in Ihren letzten Ausführungen von dieser so genannten Kontrolle gesprochen. Ich darf Ihnen sagen: Diese Regierung plant – und wird es auch im Frühjahr umsetzen – eine Agentur für Ernährungssicherheit (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ausverkauf der Kontrolle!), und zwar ganz einfach deshalb, weil uns allen an der Ernährungssicherheit enorm viel liegt. Wir sind im höchsten Maße – im Unterschied zu Ihnen, Herr Kollege Pirklhuber, der Sie immer gerne davon reden – an einem vernünftigen, gesunden Dialog zwischen Verbrauchern und Erzeugern interessiert. Wir sind interessiert an einer echten und ehrlichen Partnerschaft zwischen Tierärzten und Bauern und auch mit den Verbrauchern. Das ist der Inhalt dieses Gesetzes, und alles andere wird zu späterer Zeit beraten.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Keine Ahnung! – Abg. Öllinger: Eine schräge Argumentation!
Abgeordneter Nikolaus Prinz (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ich bin Herrn Professor Dr. Grünewald durchaus dankbar dafür, dass er sich Sorgen um die Bauern macht, gerade wenn er sich auf den so genannten Schweinemastskandal bezieht. Diese Bezeichnung ist übrigens völlig falsch. In Wirklichkeit war es ein Skandal einiger dubioser Geschäftemacher und zum Zweiten ein Skandal jener Organisationen, die die so genannten Aufdecker waren. Wenn nämlich Bauern, die seit fünf oder zehn Jahren keine Tiere mehr in ihrem Betrieb haben, angeschwärzt werden, sie würden Medikamentenmissbrauch betreiben, dann ist ein solches Vorgehen der tatsächliche Skandal! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Keine Ahnung! – Abg. Öllinger: Eine schräge Argumentation!)
Die Abgeordneten Öllinger und Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lei, lei!
Abgeordneter Ing. Kurt Scheuch (Freiheitliche): Meine sehr geehrten Damen und Herren! Hohes Haus! Herr Minister! Ich verstehe überhaupt nicht die Hühnerhofstimmung, die die Grünen hier heute am Nachmittag initiieren wollten. Das verstehe ich nicht. Sie sollten froh sein und sollten einem Gesetz applaudieren, das jetzt endlich einmal gemacht wurde und das letztendlich auch klarere Bestimmungen über die Tierarzneimittel beinhaltet. (Die Abgeordneten Öllinger und Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lei, lei!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Natürlich ist es auch entscheidend, dass die Strafbestimmungen verschärft wurden. Wollen Sie das nicht? Herr Dipl.-Ing. Pirklhuber! Ich frage Sie ganz klar: Wollen Sie nicht, dass die Strafbestimmungen verschärft werden? Wollen Sie das nicht? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Sie wollen das nicht? – Ich hoffe, das wird protokolliert, dass Sie das nicht wollen. Anscheinend wollen Sie das nicht. Sehr erstaunlich für mich! (Zwischenruf des Abg. Schwarzenberger. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht um die Kompetenz für das Impfen!
Dass die Tierärzte damit keine Freude haben, ist klar. Das bedeutet mehr Arbeit. Natürlich bleibt es der Berufsvertretung der Tierärzteschaft anheim gestellt, ob sie ein gutes Gesetz kritisieren will, welches für Konsumenten gemacht wurde. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht um die Kompetenz für das Impfen!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat Kollegin Sima gesagt!
Bleibt, Herr Diplomingenieur – ich komme noch dazu –, ein letzter Punkt, nämlich der der "Laienimpfung". (Ruf: Ja!) Das wurde von Ihnen als Laienimpfung bezeichnet, und es erstaunt mich sehr, dass Sie heute hier die Bauern im Umgang mit Tieren als Laien bezeichnen. Das erstaunt mich wirklich. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat Kollegin Sima gesagt!) Es wurde heute hier mehrmals gesagt, das erstaunt mich. Das kann ja nicht so sein. Ich denke, Bauern sind die Personengruppe, die mit Tieren die größte Erfahrung hat und die in dem Bereich auch wirklich Bescheid darüber weiß, was los ist.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: BSE-Vorsorge maßnahmen!
Ich bitte jene Damen und Herren, die diesem Entschließungsantrag betreffend BSE-Versorgungsmaßnahmen ... (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: BSE-Vorsorge maßnahmen!) – Bitte, das heißt nicht Versorge-, sondern Vorsorge maßnahmen. Ich mache nur darauf aufmerksam, das ist alles handschriftlich geschrieben, daher gibt es manchmal kleine Missverständnisse. Also: betreffend BSE-Vorsorgemaßnahmen in Österreich.
Sitzung Nr. 92
Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Mich hast du nicht überzeugt! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Du hast ja keine Berge im Burgenland!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Lexer. Herr Abgeordneter, Ihre Redezeit ist wunschgemäß auf 6 Minuten eingestellt. – Bitte. (Abg. Mag. Schweitzer – in Richtung des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Mich hast du nicht überzeugt! – Ruf bei der SPÖ – in Richtung des Abg. Mag. Schweitzer –: Du hast ja keine Berge im Burgenland!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das, Herr Staatssekretär? Eine eindeutige Reduktion!
Die in Aussicht genommene Finanzausstattung, die zum Zeitpunkt der Anfrage noch in Diskussion war, sieht jetzt folgendermaßen aus: Für das Jahr 2002 – die Agentur nimmt ja mit 1. Juni 2002 ihre Arbeit auf – ist eine Ausstattung von 33,1 Millionen € vorgesehen. Die Regelausstattung ab dem Jahr 2003 sieht für das Jahr 2003 56,7 Millionen €, für das Jahr 2004 56,7 Millionen €, für das Jahr 2005 56,0 Millionen €, für das Jahr 2006 55,2 Millionen € und ab dem Jahr 2007 54,5 Millionen € vor. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist das, Herr Staatssekretär? Eine eindeutige Reduktion!) – Ich komme gleich darauf zurück. Das ist die Saldoabgeltung.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum steht das nicht in der Anfragebeantwortung? – Abg. Achatz: Weil das jetzt erst ausverhandelt worden ist ...!
Für 2005 bis 2007 wird die Basisausstattung jährlich moderat um rund 0,73 Millionen € gekürzt, dem allerdings – und das ist ja Sinn und Zweck der Zusammenführung – ein beträchtliches Synergiepotenzial gegenübersteht, nämlich eines von mehr als 10 Millionen €, wodurch die Ernährungsagentur auf einen wirklich qualitativen, modernen Stand gebracht werden kann. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum steht das nicht in der Anfragebeantwortung? – Abg. Achatz: Weil das jetzt erst ausverhandelt worden ist ...!)
Sitzung Nr. 94
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Meine Damen und Herren! Sie sollten auch Folgendes wissen: Wir bekennen uns zu einer vernünftigen, überschaubaren, nachvollziehbaren und jederzeit überprüfbaren Kontrolle – auch überprüfbaren Kontrolle, gar keine Frage. Aber noch mehr Kontrolle, noch einmal und noch einmal kontrollieren, wird genau das nach sich ziehen, was Sie immer beklagen: die kleinbäuerlichen Strukturen werden damit zerstört werden (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), denn wenn nur noch Bürokratie vorherrscht, werden die kleinen Bauern mit 5, 10, 20 Hektar ihren Betrieb aufgeben müssen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Dipl.-Ing. Pirklhuber
Drittens: Die Qualitätssicherheit ist absolut gegeben, und zwar trotz Personalverringerung. Dass eine Personalverringerung notwendig war, hat schließlich und endlich auch eine Betriebsberatung ergeben. Es gab Doppel- und Dreigleisigkeiten. Sündteure technische Geräte waren einfach nicht ausgelastet. Ja bitte, das zahlt doch alles der Steuerzahler! Da tragen doch wir Abgeordnete Verantwortung dafür (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Moser und Dipl.-Ing. Pirklhuber ), dass diese teuren Geräte auch entsprechend genützt werden.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt ja gar nicht!
Allein die Einsparung bei der Verwaltung – nur bei der Verwaltung, nicht beim untersuchenden Personal – bringt 130 Millionen Schilling im Jahr, Frau Kollegin Moser. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt ja gar nicht!) Diese Verantwortung haben wir gegenüber dem Steuerzahler!
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kommen neue Anträge?
Diese Gesetzesvorlage zeichnet sich durch klare Regelungen bei den Forststraßen aus (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kommen neue Anträge?) – das haben Sie heute sicher nicht vorgebracht, weil Sie nur das Negative herausgefiltert haben –, weiters durch klare Regelungen bei der Wiederbewaldung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Tatbestand Forststraße" heißt es!), durch klare Regelungen im Schutzwaldbereich, im Naturschutzbereich, klare Regelungen bei der Rodung, ob Anzeigepflicht oder Rodungsbewilligung.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Tatbestand Forststraße" heißt es!
Diese Gesetzesvorlage zeichnet sich durch klare Regelungen bei den Forststraßen aus (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kommen neue Anträge?) – das haben Sie heute sicher nicht vorgebracht, weil Sie nur das Negative herausgefiltert haben –, weiters durch klare Regelungen bei der Wiederbewaldung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: "Tatbestand Forststraße" heißt es!), durch klare Regelungen im Schutzwaldbereich, im Naturschutzbereich, klare Regelungen bei der Rodung, ob Anzeigepflicht oder Rodungsbewilligung.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Großbritannien als Vorbild!
Es ist die Frage der Deregulierung angesprochen. Herr Abgeordneter Pirklhuber! Hier unterscheide ich mich ganz dezidiert von Ihnen. Sie haben im Ausschuss erklärt, Deregulierung sei ein Widerspruch zu nachhaltiger Entwicklung. Ich meine, das ist ein absoluter Unsinn – darf ich das so offen sagen –, denn dann wären die reguliertesten Gesellschaften gleichzeitig die nachhaltigsten. In Wirklichkeit ist das anders: Die reguliertesten Gesellschaften sind die, die eigentlich am wenigsten dem Prinzip der Nachhaltigkeit zum Durchbruch verholfen haben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Großbritannien als Vorbild!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wie wird sich das auswirken in den Gemeinden?
Abgeordneter Franz Kampichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Herr Kollege Wimmer, all die Befürchtungen, die Sie hier wiederholt haben, hat der Herr Minister Ihnen im Ausschuss schon sehr deutlich widerlegt, und Sie können beruhigt sein, es wird keinerlei Einschränkungen geben. Auch die Rodungswut sehe ich nicht kommen, die Sie da sehen, ganz im Gegenteil, diese Änderungen werden sich in den Gemeinden sehr, sehr praktisch auswirken, und dafür ist dieses Gesetz geschaffen worden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wie wird sich das auswirken in den Gemeinden?)
Sitzung Nr. 95
Abg. Mag. Schweitzer: Ihr habt kein anderes Problem als Kärnten! Das Kärnten-Syndrom der Kollegin Lunacek! Sie sollten zum Arzt gehen! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kollege Schweitzer! Was haben Sie gesagt? – Ein Sauerstoffmangel an einem bestimmten Punkt des Raumes!
Da würde ich mir schon wünschen, dass die Außenministerin auch den Ländern gegenüber eine Koordinationskompetenz hat und sagen kann, wann hier was geschehen soll, und dass das auch koordiniert wird zwischen den Ländern, wer wo welche Entwicklungsprojekte unterstützt. Nein, nichts geschieht! In Kärnten passiert einfach bezüglich Entwicklungshilfe nichts mehr. Vielleicht braucht der Herr Haider das Geld für seine Irak-Reise. (Abg. Mag. Schweitzer: Ihr habt kein anderes Problem als Kärnten! Das Kärnten-Syndrom der Kollegin Lunacek! Sie sollten zum Arzt gehen! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Kollege Schweitzer! Was haben Sie gesagt? – Ein Sauerstoffmangel an einem bestimmten Punkt des Raumes!)
Sitzung Nr. 97
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aktive Friedenspolitik!
Meine geschätzten Damen und Herren! So sehr Rot und Grün hier auch versucht haben, sich im Populismus zu unterbieten, so unterschiedlich ist natürlich die Motivation der beiden Parteien, wenn man ein wenig tiefer blickt. Sehen wir uns doch die Motivation der Grünen an! Sie sind in Ihrer Tradition wirklich ungebrochen. Sie waren immer gegen die Landesverteidigung. Sie waren auch immer gegen jede Art von Sicherheitspolitik. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aktive Friedenspolitik!) Ich bin ein beredter Zeuge: Seit ich hier im Hause bin, verfolge ich Ihre Reden diesbezüglich. Da hat sich nicht wirklich etwas geändert. Sie haben in der Vergangenheit immer ein Plädoyer für die Abschaffung des Bundesheers gehalten. Sie waren immer gegen Soldaten, weil diese für Sie Feindbilder sind, meine Damen und Herren von den Grünen. Da sind Sie sich tatsächlich treu geblieben.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und für die Weinbauern!
Zum Letzteren muss ich festhalten und anmerken, dass – wie Sie auch richtig gesagt haben – Sozialstaat und Sicherheit für unser Land auch Sicherheit unserer Lufthoheit verlangt. Sozialstaat heißt auch Sicherheit für unseren Luftraum und in weiterer Folge natürlich auch für die Menschen dieses Landes. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und für die Weinbauern!) Daher ist es nötig, dass wir hierfür notwendiges Gerät, sprich zeitgemäße Abfangjäger, beschaffen. Was wäre das denn sonst für ein Sozialstaatsvolksbegehren?
Sitzung Nr. 98
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Hornegger und Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wir sind vergangene Woche mit dem bayrischen Landwirtschaftsminister beisammen gesessen, der erklärt hat, dass 70 Prozent der Förderung, die Bayern für erneuerbare Energien gibt, nach Österreich fließen. Warum? – Weil es österreichische Kesselhersteller sind, die höchste Technologie anbieten – denken Sie nur an die Pellets-Technologie! –, und es daher einen echten Exportschlager gibt, der durch diese innovativen Unternehmen angeregt wird. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Hornegger und Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Exportsubventionen abschaffen! In der Landwirtschaft!
Meine Damen und Herren! Wir brauchen im Güterverkehr einen Kreisverkehr mit Mautstellen statt eines Kreisverkehrs mit Förderstellen. Herr Minister, es ist wirklich unsinnig, dasselbe Produkt von einem Land ins andere zu karren und in jedem Land Förderbeträge und Gelder zu kassieren. Meine sehr geehrten Damen und Herren, dem gehört Einhalt geboten! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Exportsubventionen abschaffen! In der Landwirtschaft!) Ich glaube, es sind wirklich alle Kräfte in diesem Haus dazu aufgefordert. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das unterstellen Sie!
Damit, dass ich diese Selbstverständlichkeit in Richtung Grüne betone, hat es aber eine ganz andere Bewandtnis. Die grüne Fraktion hat traditionell ein sehr divergierendes Verhältnis zur Unschuldsvermutung. Wenn es um eine ganz bestimmte Klientel geht – etwa um die Horden, die sich vor dem Opernball alljährlich vor der Oper aufstellen und dort mit Pflastersteinen und dergleichen werfen (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das unterstellen Sie!), oder etwa um die "berühmten" Donnerstags-Demonstranten, die in der Anfangsphase der Bildung dieser Regierung Straßenschlachten geliefert haben –, dann sind alle vollkommen unschuldig. (Abg. Dr. Kräuter: Wann kommen Sie endlich zur Haider-Reise?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber nicht 30 Prozent vom Umsatz!
Nächste Überlegung: Sie verwechseln dauernd die Begriffe "Beitragspflicht", "Pflichtversicherung", "Beitragsgrundlage" und vieles andere mehr. Worum geht es? – Es geht darum, dass bei der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte Einkommenswerte erzielt werden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber nicht 30 Prozent vom Umsatz!) Mit dem Arbeits- und Sozialrechts-Änderungsgesetz aus dem Jahre 1997 – das sagt Präsident Schwarzböck – hat sich die Bundesregierung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat er nicht gesagt!), die vorige Bundesregierung dazu entschlossen, dass alle Erwerbstätigkeiten Österreichs beitragspflichtig sind, damit das hoch entwickelte Sozialsystem in Österreich erhalten werden kann – so auch das bäuerliche.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat er nicht gesagt!
Nächste Überlegung: Sie verwechseln dauernd die Begriffe "Beitragspflicht", "Pflichtversicherung", "Beitragsgrundlage" und vieles andere mehr. Worum geht es? – Es geht darum, dass bei der Be- und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte Einkommenswerte erzielt werden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber nicht 30 Prozent vom Umsatz!) Mit dem Arbeits- und Sozialrechts-Änderungsgesetz aus dem Jahre 1997 – das sagt Präsident Schwarzböck – hat sich die Bundesregierung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das hat er nicht gesagt!), die vorige Bundesregierung dazu entschlossen, dass alle Erwerbstätigkeiten Österreichs beitragspflichtig sind, damit das hoch entwickelte Sozialsystem in Österreich erhalten werden kann – so auch das bäuerliche.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum ist das nicht grundsätzlich so?
Der Umsatz aus der Be- und Verarbeitung ist zu melden, die Pauschalierungsverordnung wird angewandt, und es wird der schon bestehende Berechnungssatz als Beitragsgrundlage festgelegt. Alle Betriebe, die das als ungeheuerlich empfinden oder nicht bewältigen können oder andere Dinge wollen, haben heute schon die Möglichkeit – unter Anwendung des Bauern-Sozialversicherungsgesetzes –, zu optieren. Das heißt, sie können ihren Flächenbetrieb und die damit verbundene Erwerbsarbeit für steuerlich erklären, und dann wird nicht der Flächenbetrieb und nicht die Pauschalierungsverordnung als Beitragsgrundlage herangezogen, sondern der Einkommensteuerbescheid. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum ist das nicht grundsätzlich so?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich hätte eine tatsächliche Berichtigung gehabt!
Zu Wort gemeldet hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich hätte eine tatsächliche Berichtigung gehabt!) – Wir sind nun bei Punkt 2 der Tagesordnung. Ich habe die Verhandlung wieder aufgenommen. Sie sind am Wort, Herr Abgeordneter, wenn Sie das wünschen.
Sitzung Nr. 100
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend "Nulltoleranz für Gentech-Saatgut – Gentechnikfreies Österreich" (Ordnungsnummer 91) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber )
Sitzung Nr. 103
ironische Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer vertritt wen?
Auf Vorschlag des Bundeskanzlers wird für die Dauer der Verhinderung des Bundesministers Scheibner Herr Bundesminister Mag. Haupt mit der Vertretung betraut. Weiters wird Bundesminister Mag. Haupt durch Herrn Staatssekretär Dr. Reinhart Waneck vertreten (ironische Heiterkeit bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer vertritt wen?), und Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Ing. Reichhold wird durch Herrn Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft Mag. Molterer vertreten. (Abg. Schieder: Wird die Vertretung nicht weitergehen, die Haupt-Vertretung? – Abg. Dr. Lichtenberger: Hat sich der Scheibner mit einem Abfangjäger verflogen? – Abg. Dr. Martin Graf: Wer vertritt den Van der Bellen?)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Abg. Dr. Khol: Trotz! Trotz jener Politik!
Abgeordneter Dr. Alfred Gusenbauer (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Das Beste an der Rede des Abgeordneten Khol war, dass er sich selbst nicht ernst genommen hat. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP. – Zwischenruf der Abg. Dr. Fekter. ) Seine Darstellung der Vergangenheit und die Bewertung der Universitätsreform des Jahres 1975 waren nämlich eine absolute Fehlbewertung, vor allem auch, als er darüber gesprochen hat, dass Österreich zum siebentreichsten Land der Erde geworden ist. – Es ist das Ergebnis exakt jener Politik, dass Österreich zum siebentreichsten Land der Erde wurde. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Abg. Dr. Khol: Trotz! Trotz jener Politik!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Zu welchem Tagesordnungspunkt spricht Großruck jetzt? Auch Rösselsprünge! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
Ich bewundere, lieber Herr Abgeordneter Heinzl, deine Phantasie – oder ist es etwa so, dass du das Manuskript verwechselt hast: Du hast vielleicht ein Blatt von der Frau Kuntzl genommen, eines von deiner Vorbereitung und hast es heruntergelesen, denn einen solchen Rösselsprung, wie du ihn zuvor gemacht hast, gibt es nicht einmal im Schach!? (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Böhacker: Den gibt es nur in der Spanischen Hofreitschule!) – Mit dieser Rede, lieber Freund Heinzl, hast du dich zumindest außenpolitisch schachmatt gesetzt! (Abg. Dr. Khol: Aber auch das, was er zu den Studienbeiträgen gesagt hat, war nicht sehr g’scheit!) – Nein, nein, aber ich werte das nicht, sondern stelle nur fest, dass das wirklich Rösselsprünge waren, die es nicht einmal im Schach gibt. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Zu welchem Tagesordnungspunkt spricht Großruck jetzt? Auch Rösselsprünge! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das gehört aber jetzt auch nicht zum Tagesordnungspunkt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen sowie Gegenrufe bei der ÖVP.
Ich freue mich, dass all diese Tagesordnungspunkte heute einstimmig beschlossen werden. Es war nämlich nicht immer so, dass es nach außen hin eine einheitliche Außenpolitik gab. Da erinnere ich beispielsweise nur an diesbezügliche Vorkommnisse in den vergangenen eineinhalb, zwei Jahren. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das gehört aber jetzt auch nicht zum Tagesordnungspunkt! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen sowie Gegenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Der hat die Wahrheit gesagt!
Werte Damen und Herren von den Grünen! Vergangenes Wochenende konnten wir aus Deutschland wieder Töne des dortigen Außenministers Fischer hören, der jetzt schon wahlkämpft – und offensichtlich wiederum alte Wunden aufzureißen versucht. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Der hat die Wahrheit gesagt!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Zur Tagesordnung sprechen! Rösselsprung des Kollegen Großruck!
Nehmen Sie Einfluss auf Ihren Parteigenossen Joschka Fischer, Herr Kollege, und erklären Sie ihm, dass die Sanktionen gegen Österreich den Sanktionierern nichts gebracht haben! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Zur Tagesordnung sprechen! Rösselsprung des Kollegen Großruck!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber bringt einen Einwand vor.
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Zum Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber bringt einen Einwand vor.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich habe mich gemeldet, bevor Kollegin Hakl ihre Rede begonnen hat, Herr Präsident! – Präsident Dr. Fasslabend erkundigt sich bei dem neben ihm sitzenden Beamten.
Ich habe eigens nachgesehen, ob sich noch jemand zu Wort meldet, und dann die Debatte geschlossen, Herr Abgeordneter Pirklhuber. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ich habe mich gemeldet, bevor Kollegin Hakl ihre Rede begonnen hat, Herr Präsident! – Präsident Dr. Fasslabend erkundigt sich bei dem neben ihm sitzenden Beamten.)
Abg. Dr. Khol: Kollege Pirklhuber, bitte 20 Minuten!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, ich ersuche Sie, mit Ihren Ausführungen zu beginnen. (Abg. Dr. Khol: Kollege Pirklhuber, bitte 20 Minuten!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Aber erklären Sie uns nicht, wie es nicht geht! Wir werden erklären, wie es geht, Frau Kollegin. Das ist der große Unterschied zwischen Oppositionspolitik und Regierungspolitik: Sie machen schlecht. Sie verbreiten Pessimismus. Sie sagen, die Regierung bringe nichts zusammen. – Diese Regierung wird jene Reformen über die Legislaturperiode hinaus durchführen, so wie Sie das angenommen haben: Über diese Legislaturperiode hinaus wird diese Regierung die Zukunft dieses Landes mitgestalten. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Das hat der Ausschuss beschlossen, nicht der Minister! – Bundesminister Mag. Molterer: Ich bin aber nicht stimmberechtigt, Herr Kollege Pirklhuber!
Was geschieht im Bereich der Reduzierung der Pestizide? – Sie von der ÖVP haben dagegen gestimmt, Sie haben uns an den Pranger gestellt, weil wir ein Pestizid-Aktionsprogramm fordern, um den Einsatz der Pestizide zu reduzieren. Der Herr Bundesminister hat es bisher nicht geschafft – nachzulesen im Grünen Bericht 2000, den er nicht mehr in diesem Hause diskutieren will. So gehen Sie damit um, Herr Bundesminister! Er ist im Ausschuss, nicht im Hohen Haus enderledigt worden. Sie wissen es. Da hätten wir ausführlich darüber diskutieren können, dass Sie bisher nichts erreicht haben. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Schwarzenberger: Das hat der Ausschuss beschlossen, nicht der Minister! – Bundesminister Mag. Molterer: Ich bin aber nicht stimmberechtigt, Herr Kollege Pirklhuber!)
Sitzung Nr. 104
Die Abgeordneten Dr. Glawischnig und Dipl.-Ing. Pirklhuber: Gentechnikfrei!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Herr Abgeordneter! Wir produzieren derzeit gänzlich genfrei. (Die Abgeordneten Dr. Glawischnig und Dipl.-Ing. Pirklhuber: Gentechnikfrei!) – Gentechnikfrei, Entschuldigung! Sie sehen, man muss mit der Sprache sehr vorsichtig sein. Danke für diese Korrektur.
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum? Wo ist der Unterschied?
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Mag. Wilhelm Molterer: Herr Abgeordneter! Sie haben in Ihrer Frage gerade einen Widerspruch formuliert, den ich aufklären möchte: Sie sprechen von gentechnikfreien Regionen und in derselben Frage von der gentechnikfreien Zone Österreich. – Das sind zwei grundverschiedene Paar Schuhe, und bevor ich mich mit zwei verschiedenen Paar Schuhen beschäftige, möchte ich beide genau kennen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Warum? Wo ist der Unterschied?)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: ... steht in unserem Antrag!
Große Ideen – und Olympia ist eine solche – müssen herzhaft und mit Entschlossenheit angegangen werden, und daher ist diese zaudernde, kleinliche Herumtaktiererei der Grünen aus meiner Sicht nicht angebracht, zumal wir wissen, dass sie im Grunde ohnedies dafür wären. Man kann das Ganze nämlich auch umdrehen und sagen: Wenn in Salzburg ohnedies schon alles feststeht, dann brauchen wir es hier nicht extra noch zu beschließen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: ... steht in unserem Antrag!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Die hohen Maßstäbe, die wir dabei anlegen, nehmen wir aber auch mit in die Diskussion über die Gentechnik in der Lebensmittelwirtschaft. Das ist eine sehr spannende Frage. Wir reden da von der "grünen Gentechnik". Wir reden dabei von der Gentechnik als Chance, aber auch als Gefahr, eines aber ist sicher: Solange die Gentechnik in Österreich ein Thema war, das nicht durch Gesetze geregelt war, so lange haben die Bauern für gentechnikfreien Anbau bessere Preise bekommen. Seit sicher ist, dass jedes Saatgut in Österreich gentechnikfrei ist – und das ist ein nüchternes Faktum –, ist der Preisvorteil zusehends verloren gegangen. – Das zum Thema Chancen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber langfristig ...!
Es gibt auf internationaler Ebene seitens der EU leider noch immer keine Verpflichtung zur klaren Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel – da ist uns die EU noch etwas schuldig –, und die Nachverfolgbarkeit ist ebenfalls nicht gewährleistet. Solange das von der Kommission nicht gewährleistet wird, so lange sind wir für eine Verlängerung des Moratoriums (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Aber langfristig ...!), so lange soll man auch nicht neue, gentechnisch veränderte Pflanzen zulassen. Wir sind für keine Experimente in diesem Bereich! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist jetzt mit der Vorreiterrolle? ... war das erste Volksbegehren?
Herr Pirklhuber rechnet mit dem Ende des Moratoriums. Ich denke, er weiß von seiner grünen Ministerkollegin schon mehr. Wir wissen und wir sehen es: Grüne Politik auf dem Prüfstand erweist sich als Spektakelpolitik ohne Ernsthaftigkeit. In der Realität schaut es dann immer ganz anders aus als das, was sie als Oppositionspartei in Form großer Sprüche von sich geben. In der Wirklichkeit sehen wir dann grüne Ratlosigkeit, grüne Flucht aus der Verantwortlichkeit – und "niemand kann etwas dafür". (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist jetzt mit der Vorreiterrolle? ... war das erste Volksbegehren?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wie sollen wir das absichern? – Abg. Auer: Pirklhuber, pass einmal ein bisschen auf!
Ich glaube, Herr Pirklhuber, Sie wären gut beraten, sich einmal ganz nüchtern und ohne Aufregung die österreichische Arbeit anzuschauen. Sie sehen: Wir sind klar und konsequent. Wir setzen jene Schritte, die auf erwiesenen Erkenntnissen beruhen, die verantwortet werden können – die Schritte, mit denen wir wirklich weiterkommen. Wir in Österreich haben keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut! Bei unserer Konstruktion wissen wir: Wir haben die Sicherheit! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wie sollen wir das absichern? – Abg. Auer: Pirklhuber, pass einmal ein bisschen auf!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Aber die Grünen verwahren sich dagegen, dass wir dem Quälen von Tieren zum Zeitpunkt ihres Todes oder vor ihrem Tod entgegentreten. Wenn wir nämlich ein Schächtungsverbot wollen, dann sagen die Grünen: Man kann doch nicht den muslimischen Gemeinden vorschreiben, wie sie die Schlachtung der Tiere vornehmen sollen! – Wenn also ein Muslime ein Tier schindet, dann ist es den Grünen recht; wenn es ein Katholik macht, dann wird er verurteilt. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Das kann doch wirklich nicht die Realität sein! Daher glaube ich auch, dass dieser Antrag zu Recht abgelehnt wird.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Keine Biomilch!
Herr Maier! Ich zeige Ihnen jetzt, was die Wirklichkeit ist; vielleicht begreifen Sie dann einmal, worum es geht. (Der Redner nimmt aus einer mitgebrachten Tasche eine Butter- und eine Milchpackung heraus und stellt diese auf das Rednerpult.) Das ist österreichische Teebutter, heute gekauft, und das ist österreichische Vollmilch, heute gekauft, deutlich zu erkennen an der schönen Aufschrift "Vollmilch", an der Abbildung des Berges und der Kuh. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Keine Biomilch!) Jeder vermutet sofort: Österreich. – Gut.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das zeigt, wie weit wir denken!
Er kommt auf der letzten Seite zu dem Schluss (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das zeigt, wie weit wir denken!): "Damit aber diese ‚Funktion‘ der kollektiven Psychose" – man höre! – "wirksam werden kann, darf man sich nicht mit einer Antwort aus der Schublade der Verbote und Kontrolle begnügen", meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie den ganzen Antrag!), sondern "wir müssen endlich Farbe bekennen und unser gesellschaftliches Verhältnis zur Natur in den Mittelpunkt ... stellen".
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie den ganzen Antrag!
Er kommt auf der letzten Seite zu dem Schluss (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das zeigt, wie weit wir denken!): "Damit aber diese ‚Funktion‘ der kollektiven Psychose" – man höre! – "wirksam werden kann, darf man sich nicht mit einer Antwort aus der Schublade der Verbote und Kontrolle begnügen", meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie den ganzen Antrag!), sondern "wir müssen endlich Farbe bekennen und unser gesellschaftliches Verhältnis zur Natur in den Mittelpunkt ... stellen".
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Gut, wir sind wirklich nicht die EU-Partei und auch für diese Vorgangsweise nicht verantwortlich! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Bitte, Herr Minister, klären Sie ihn auf!
Das heißt, Sie skandalisieren in jedem Bereich. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Bitte, Herr Minister, klären Sie ihn auf!) Auch im Ausschuss hat Ihre Kollegin Glawischnig von "vergiftetem Gemüse" gesprochen. Sie hat von "brutaler Gefahr im Nahrungsmittelbereich" gesprochen. Mit drei Worten gesagt: Sie betreiben eine Politik, die so ausschaut: Skandal, Skandal und noch einmal Skandal!
Ruf bei den Freiheitlichen: Richtig! – Gegenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Auch Tiere empfinden Angst und Schmerz. Schächten ist die reinste Tierquälerei! – Herr Abgeordneter Pirklhuber! Schächten ist nicht zum Lachen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Richtig! – Gegenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 106
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Kollege Kummerer! Die "Kronen Zeitung" vom Mittwoch sagt es ganz klar – das sage ja nicht ich, sondern das sagt ein sozialdemokratischer Kollege von dir; ich zitiere –: "Empörung über die ,grüne Panikmache‘" – im Wiener Rathaus. Verärgert reagiert man im Rathaus auf Behauptungen aus dem "grünen Eck‘" betreffend DDT-Rückstände in den Wiener Gärten. – Auf jeden Fall wird alles versucht, um die österreichische Landwirtschaft nachhaltig zu schädigen. (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Das ist die einzige Methode, die die Grünen haben! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Das betrifft aber nicht nur den landwirtschaftlichen Bereich, sondern das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche, die hier in diesem Parlament verhandelt werden! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein großer Fehler!
Kollege Kummerer, ich muss dir noch etwas sagen: Ich freue mich, dass du sehr weite Bereiche in diesem Agrarrechtsänderungsgesetz mitträgst! Ich kann aber nicht verstehen, dass du gerade den Pflanzenschutzmittelbereich ausnimmst! – Machen wir uns doch nichts vor, meine sehr geehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, wie sieht denn das wirklich aus? Sie werden doch nicht wirklich glauben, dass alles, was in der Annonce der chemi-schen Industrie in der heutigen "Kronen Zeitung" steht, stimmt! (Zwischenruf des Abg. Öllinger. ) Kollege Öllinger! Du musst einmal in einem Beruf arbeiten, dann kannst du mir vielleicht etwas erzählen! (Abg. Öllinger: Ha! Ha!) Ich bin hauptberuflich Bauer. Ich weiß nicht, was du in deinem Leben schon gemacht hast außer Politik! Kollege Öllinger, in diesem Bereich lasse ich mir von euch nichts erzählen, das sage ich ganz offen und ehrlich! (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein großer Fehler!)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Die alleinigen Kriterien sind ganz andere. Wenn wir heute eine einheitliche Dosierung vorschreiben und sagen, dass nur eine Zulassung hier in Österreich das Richtige ist, dann muss ich Folgendes sagen: Wir haben leichte, sandige Böden im Marchfeld, wir haben schwere, tiefgründige Humusböden im Bezirk Hollabrunn, wir haben steinige Böden im Waldviertel. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Glaubt ihr, dass die Betriebsführer, wenn es nur eine Dosierung gäbe, diese österreichweit anwenden könnten?
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Machen wir uns doch bitte nichts vor! Jeder Bauer weiß heute, dass er, wenn die Sonne scheint, die Dosierung logischerweise eher herabsetzen muss, weil unter Umständen die Pflanze angegriffen werden kann. An einem kühlen Tag muss er die Dosierung hingegen erhöhen. – Freunde! So wir ihr euch das vorstellt, spielt es sich in der Landwirtschaft leider nicht ab! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Nun zur heiß diskutierten Frage des Pflanzenschutzmittelgesetzes: Meine sehr geehrten Damen und Herren! Was ist das Ziel? – Das Ziel ist, in Österreich beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiterhin absolut restriktiv vorzugehen. Ein Ziel ist selbstverständlich auch, den Einsatz weiter zu senken. Herr Abgeordneter Pirklhuber! Wenn Sie es jetzt noch einmal verlangen, dann kann ich Ihnen sagen: Wir haben dafür bereits ein Instrument! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Sie können es ein drittes Mal sagen, aber ich werde Ihnen immer wieder sagen: Wir haben mit dem ÖPUL das europaweit effizienteste Programm zur Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes aller europäischen Länder. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und wo bleibt das Vorsorgeprinzip?
Ich frage mich daher: Was ist denn daran falsch, wenn ein in Deutschland zugelassenes Pflanzenschutzmittel, nachdem zwei Jahre lang das vereinfachte Zulassungsverfahren erfolgreich angewandt wurde, nun ex lege zugelassen wird? Ich verstehe das einfach nicht, denn mit demselben System des vereinfachten Zulassungsverfahrens kommen diese deutschen Pflanzenschutzmittel auf Basis des derzeitigen Gesetzes auf den österreichischen Markt, allerdings mit dem Unterschied, dass sie erstens mit hohem bürokratischen Aufwand Zulassungsverfahren durchlaufen müssen, obwohl die in Deutschland mit bestmöglicher Qualität durchgeführt werden, und damit zweitens höhere Preise haben. Und das sind keine fairen Wettbewerbsbedingungen für die Bauern! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und wo bleibt das Vorsorgeprinzip?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das gilt aber nur im Prinzip, Herr Bundesminister!
Meine Damen und Herren! Sagen Sie auch dazu, dass wir mit den bestehenden gesetzlichen Regelungen auch die Möglichkeit haben – mit dieser Novelle nicht verwehrt –, in Österreich auch in Zukunft Wirkstoffe in der Anwendung zu verbieten, weil das Pflanzenschutzmittelgesetz nur ein Gesetz ist, das die Inverkehrbringung regelt. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das gilt aber nur im Prinzip, Herr Bundesminister!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht nicht um die Agrarpolitik insgesamt!
Meine Damen und Herren! Ich habe das neueste "top agrar" hier. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Es geht nicht um die Agrarpolitik insgesamt!) Sie erwähnen wörtlich auch die Niederlande, und darauf möchte ich eingehen. (Ruf bei den Freiheitlichen: Er hat ja keine Ahnung!) 10 Prozent weniger Schweine, Schweinehaltungskonzentration, 40 Prozent weniger Betriebe, Durchschnittsgröße statt 680 Tiere pro Betrieb weit über 1 000 – wenn das Ihr Zukunftsmodell ist, das Sie loben, dann sage ich nur: Danke, das wollen wir nicht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer verhandelt denn das?
Wir beschließen heute mit diesem Agrarrechtsänderungsgesetz elf Novellen, und davon ist eine kleine dem Pflanzenschutz gewidmet – Gott sei Dank! Sie wird die Landwirtschaft nicht retten, aber sie bringt zumindest etwas Chancengleichheit. Es kann doch nicht sein, dass die Erzeugerpreise aus der Sicht der Konsumenten international Europaniveau haben müssen, die Betriebsmittelbedingungen für den Bauern aber die Arbeit erschweren und nach österreichischem Modell ablaufen. So etwas kann es auf Dauer nicht geben, meine Damen und Herren! Das kann doch auch nicht der Wunsch der Grünen sein! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer verhandelt denn das?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ist Tierschutz übertrieben?
Meine Damen und Herren! Fragen Sie die Unternehmen, die haben keinen Einwand gegen erschwerte Produktionsbedingungen im Stallbau. Ganz offen sagte mir ein Repräsentant dieses Bereichs: Wir können davon nur profitieren. Nur: Zeigen Sie mir einen Bauern mit zehn, 20 oder 30 Hektar, der in Zukunft in der Lage sein wird, diese übertriebenen Forderungen zu erfüllen! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Ist Tierschutz übertrieben?)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Düngemittelverbrauch!
Meine Damen und Herren! Schön langsam schaut es so aus, als wäre der Bauer der Tierquäler, als wäre er jener, der sich bei den Produktionsbedingungen nicht auskennt, der keine Ahnung hätte vom Pflanzenschutzmitteleinsatz, aber ganz bestimmte Leute hier herinnen, die offensichtlich sehr wenig von der Landwirtschaft verstehen, wüssten genau, wie es zu geschehen hätte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Düngemittelverbrauch!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Ich darf aber heute hier zum Schutze der Bauern auch feststellen, dass Österreich gerade im Pflanzenschutzmittelbereich die Anwendungsmengen reduziert hat, und zwar durch den hohen Stand der Technik, durch Prüfung der Spritzgeräte, durch gezielte Beratung und fachliche Qualifikation. Ich darf auch an dieser Stelle einmal sagen: Es gibt in allen Bundesländern die Ausbildung zum Pflanzenschutztechniker. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) Als Verantwortlicher für einen Bereich in Tirol darf ich hier feststellen, dass wir 70 Prozent der Pflanzenschutzmittelanwendung über Maschinenring-Pflanzenschutztechniker, also Profis, organisieren und somit dem Pflanzenschutz insgesamt eine fachliche Kompetenz verleihen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Tirol hat hier wenig Aufwand!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Tirol hat hier wenig Aufwand!
Ich darf aber heute hier zum Schutze der Bauern auch feststellen, dass Österreich gerade im Pflanzenschutzmittelbereich die Anwendungsmengen reduziert hat, und zwar durch den hohen Stand der Technik, durch Prüfung der Spritzgeräte, durch gezielte Beratung und fachliche Qualifikation. Ich darf auch an dieser Stelle einmal sagen: Es gibt in allen Bundesländern die Ausbildung zum Pflanzenschutztechniker. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) Als Verantwortlicher für einen Bereich in Tirol darf ich hier feststellen, dass wir 70 Prozent der Pflanzenschutzmittelanwendung über Maschinenring-Pflanzenschutztechniker, also Profis, organisieren und somit dem Pflanzenschutz insgesamt eine fachliche Kompetenz verleihen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Tirol hat hier wenig Aufwand!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Demgemäß wurde der Großteil der Diskussion im Ausschuss auch dem Thema Pflanzenschutzmittel gewidmet. Der Vorschlag, dass Pflanzenschutzmittel, die derzeit in Deutschland zur Vernichtung von unerwünschten Pflanzen und Tieren in der natürlichen Produktion von Pflanzen, Getreide, Gemüse und Obst zugelassen sind, ohne weitere Zulassung auch in Österreich zum Einsatz gelangen können sollen, macht uns Sorge. Deswegen stimmen wir diesen Änderungen auch nicht zu. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Jetzt zu dir, Herr Kollege aus Tirol. Mein Vorredner von der ÖVP aus Tirol war wenigstens ehrlich genug und hat beim Zurückgehen auf seinen Platz gesagt: Bei mir in Tirol ist das ja kein Problem. – Er hat völlig Recht. Warum? Wie ist die Struktur in Tirol? Wie viele große Betriebe im flachen Land gibt es in Tirol, Herr Kollege? – Weniger als in Niederösterreich – einverstanden? (Abg. Hornek: Das Wasser der Donau fließt bergab!) Legen wir uns nicht fest auf ein paar auf oder ab, aber weniger als in Niederösterreich. Und jetzt, Herr Kollege, frage ich dich, und ich frage auch den Herrn Bundesminister: Wo ist denn da die faire Behandlung der österreichischen Bauern? Wenn die Tiroler das nicht einmal anwenden, weil es ihnen sowieso zu teuer ist, wo wird dann das billige Material angewendet, Herr Bundesminister? (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. ) Dort, wo wir gleichzeitig – das beweisen die Grünen Berichte, das beweisen die Wasserschutzberichte – die größten Grundwasserprobleme haben.
Sitzung Nr. 107
Abg. Schwarzenberger: Ich bin neugierig, ob der Pirklhuber die Bauern weiterhin kriminalisieren will!
Präsident Dr. Werner Fasslabend: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Schwarzenberger: Ich bin neugierig, ob der Pirklhuber die Bauern weiterhin kriminalisieren will!)
Sitzung Nr. 110
Heiterkeit bei den Grünen – Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Abgeordnete Mag. Terezija Stoisits (Grüne): Dobar vecer, poštovane dame i gospodo! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Herr Präsident! Es hat schon viele, zahlreiche – ich weiß nicht, wie viele – Debatten zum § 209 hier im Nationalrat gegeben, nicht zuletzt die Abstimmung 1996, bei welcher wir alle gemeinsam ganz nahe daran waren, einen menschenrechtswidrigen und, wie ich meine, unmenschlichen Paragraphen aus der österreichischen Rechtsordnung zu entfernen. (Abg. Dr. Grollitsch: Woher kommt der Paragraph?) Die Uneinsichtigkeit jener Fraktion, die jetzt die drittstärkste oder zweitkleinste Fraktion des Nationalrats ist (Heiterkeit bei den Grünen – Beifall des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), hat die Streichung des § 209 aus dem österreichischen Strafgesetzbuch fünf Jahre lang verhindert. (Abg. Dr. Jarolim: Wo ist Khol?)
Sitzung Nr. 111
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sagen Sie das auch dem Stadler!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Diese Definition, unser Grundsatz in Artikel 1 unseres Parteiprogramms, ist vollkommen klar, unmissverständlich und nicht interpretierbar. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sagen Sie das auch dem Stadler!) Er ist unvereinbar mit den Gräueltaten des schrecklichen NS-Terrorregimes, und er ist auch unvereinbar mit den Gräueltaten so mancher aus den Sowjetbesatzungszonen in Niederösterreich, wo Frauen vergewaltigt wurden, gebrandschatzt wurde, Menschen umgebracht worden sind.
Sitzung Nr. 115
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wo sind unsere Vorschläge für die Agrarreform?
Meine Damen und Herren! Diese Bundesregierung war es, die einen weiteren Nationalpark eröffnet hat. Noch einen werden wir demnächst eröffnen. Sie sehen, die Anliegen der Umwelt, der Nachhaltigkeit sind für uns ganz zentral für die Zukunftsbewältigung. Und diese Bundesregierung war es, die ein langjähriges Projekt, lange diskutiert, zum Erfolg gebracht hat: die Alpenkonvention, die den Menschen in den alpinen Regionen eine positive Zukunft gibt. Diese ist von uns abgeschlossen und ratifiziert worden. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wo sind unsere Vorschläge für die Agrarreform?)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Wir brauchen uns in Österreich für unsere nachhaltige Landwirtschaftspolitik, für unsere herzeigbare Umweltpolitik gar nicht zu schämen. Es gibt kein Land, das derartige Maßnahmen betreffend die Wasservorsorge aufweisen kann, denn alle wollen das österreichische Wasser, nur manchmal wird so getan, als ob sein Zustand katastrophal wäre. Es fasziniert mich ein wenig, dass alle von katastrophalen Zuständen reden, aber das Ausland genau dieses Wasser möchte (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ), das offensichtlich schon so kontaminiert ist, lieber Herr Kollege Pirklhuber! Alle möchten dieses Wasser kaufen, möchten es besitzen, möchten es haben – dank der Vorsorgepolitik unseres Umweltministers, dank einer nachhaltigen Bewirtschaftung durch die österreichische Landwirtschaft, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Trotz einer mehr als schwierigen Ausgangsposition, die diese Wende-Regierung vorgefunden hat, können wir alles in allem eine positive Bilanz ziehen. Ich möchte auch auf meinen Berufsstand, den Bauernstand in Österreich, noch etwas eingehen. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wir wollen und fordern eine Qualifizierungsoffensive für Frauen. Frauen brauchen eine zweite Chance. Gerade jetzt in Zeiten der steigenden Arbeitslosigkeit müssen wir auf eines ganz besonders aufpassen: nicht auf die Frauen zu vergessen. Sie werden schon wieder die "Reservearmee". Sie werden schon wieder zurückgedrängt. Sie werden schon wieder in den Graubereich abgeschoben, hinaus aus der Statistik und vor allen Dingen hinaus aus den Fördersystemen. Das können wir uns in diesem Österreich nicht leisten. Wir brauchen jede einzelne Frau, jeden einzelnen Mann als Erwerbstätige, denn damit ist unser Solidarsystem gesichert – und nur so, meine Damen und Herren. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. )
Sitzung Nr. 117
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Abg. Mag. Wurm: So wie der Herr Haider! Reden Sie vom Herrn Haider?
Er kann nicht ermessen, was einen Arbeitnehmer wirklich drückt und was für eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer wichtig ist, denn solche Sorgen hat der Herr Cap noch nie gehabt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber. – Abg. Mag. Wurm: So wie der Herr Haider! Reden Sie vom Herrn Haider?) Er hat sein Studium im Schutzkreis der Sozialistischen Partei absolvieren können, und da ist er sehr gut ernährt und erhalten worden. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Gesetzgebungsperiode 22
Sitzung Nr. 5
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Sehr geehrte Frau Abgeordnete Lunacek! Dass Sie die Wasserversorgung in einem Atemzug mit der Abwasserentsorgung nennen und sagen, auch bei der Abwasserentsorgung und bei der Müllentsorgung dürfe es nichts geben, verstehe ich nicht. Ich denke, das ist ein Bereich, in dem in Österreich vieles auch auf Grund von Deregulierungsmaßnahmen relativ günstig ist und gut funktioniert. Im Regelfall sind es in Österreich inländische und keine ausländischen Unternehmen, die hier zum Einsatz kommen, aber das wäre wohl auch nicht das Problem. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 7
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Ökonomierat Pirklhuber!
Ich werde Ihnen auch klarlegen, weshalb, Kollege Pröll! – Weil im Bereich Pestizide, zum Beispiel bei der Anwendung von Klärschlamm oder auch bei der Verbilligung von Agrardiesel, ein ganz klarer Interessenkonflikt besteht. Sie können doch als Umweltminister nicht für den Einsatz von Klärschlamm sein. Sie können doch nicht für die vereinfachte Anwendung von umweltgefährdenden Betriebsmitteln wie Pestiziden sein. Sie können doch nicht für vereinfachte Zulassungsverfahren sein, Herr Umweltminister Pröll! – Aber als Landwirtschaftsminister können Sie dafür sein! Diesbezüglich besteht ein ganz klarer Interessenkonflikt. Das war schon damals zu Ihrer Zeit so, Herr Kollege Molterer! (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Mag. Molterer: Herr Ökonomierat Pirklhuber!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich dabei!
Wir werden einige neue Weichen stellen. Wir werden zum Beispiel erneuerbare Energieträger einsetzen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da bin ich dabei!) Wir werden die Sonnenenergie verstärkt nutzen. Wir werden die Lebensmittelsicherheit weiter erhöhen. Wir werden die Lebensqualität steigern. Und Sie werden erleben, dass in einer Zeit, in der der internationale Agrarhandel immer stärker werden will, die Österreicher immer mehr die österreichischen Produkte schätzen werden, weil sie wissen, dass Qualität nur dann sicher ist, wenn sie aus Österreich kommt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Mag. Kogler: Danke, Molterer!
Erlauben Sie mir, dass ich hier und heute unserem Klubobmann Willi Molterer Danke sage. Ich als Bauer möchte ihm dafür danken, dass er uns in der schwierigen Zeit der EU-Anpassung immer mit Kraft beigestanden ist und uns richtig geführt hat. Ich bedanke mich dafür, dass er uns in Europa mit Kraft und Elan vertreten hat. Und ich bedanke mich dafür, dass der österreichische Einfluss auf die europäische Agrarpolitik so groß war und damit ganz Europa genützt hat. (Beifall bei der ÖVP. – Die Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Mag. Kogler: Danke, Molterer!)
Sitzung Nr. 10
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das war Kollege Scheuch!
Abgeordnete Dr. Helene Partik-Pablé (Freiheitliche): Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es tut mir wirklich Leid, dass Frau Petrovic keine Gelegenheit versäumt, hier polemisch zu sein. Frau Petrovic! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das war Kollege Scheuch!) Es liegt wirklich nicht an Ihnen vorzuschreiben, was jemand von den Freiheitlichen redet und was nicht. Nehmen Sie das auch mit nach Niederösterreich! (Beifall bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen von der SPÖ, werfen uns permanent „soziale Kälte“ vor, nur weil wir das tun, was wir tun müssen: sparen, sparen und nochmals sparen. Dabei haben Sie uns und allen Österreicherinnen und Österreichern die Suppe eingebrockt, die wir alle jetzt auslöffeln müssen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber gibt ein Zeichen in Richtung Präsidium.
Das Wort erhält zunächst die Antragstellerin, Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber gibt ein Zeichen in Richtung Präsidium.)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das haben wir eh schon! ... artgerechte Tierhaltung!
Abgeordnete Dipl.-Ing. Elke Achleitner (Freiheitliche): Herr Präsident! Hohes Haus! Der vorliegende Antrag der Grünen bedeutet eine klare Verschärfung gegen die Landwirtschaft. Dieser Antrag führt sicher zu einer Mehrbelastung, besonders von kleinen Landwirtschaften, und kann sogar zu einer Existenzbedrohung führen. Wir Freiheitliche halten sicher nichts von Verboten und diesen neuen legistischen Keulen, deren Exekution viel Zeit und daher auch hohe Kosten beansprucht. (Abg. Mandak: Das sind Tierfabriken!) Im Sinne des Umweltschutzes ist es sicherlich viel effizienter, wenn wir Anreize in Form von Förderungen und Impulsprogrammen schaffen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das haben wir eh schon! ... artgerechte Tierhaltung!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da geht es vor allem ums Wasserrecht!
Ein gutes Beispiel ist eine Förderaktion im Land Oberösterreich, in deren Rahmen Abluftanlagen bei Massentierhaltungen vom Land finanziell abgegolten werden. Zum Beispiel der Einbau von mechanischen Lüftungsanlagen, aber auch bautechnische Maßnahmen wie etwa für die Abdeckung von Güllegruben werden finanziell abgegolten. Diese Maßnahmen wirken sehr gut der Geruchsbelästigung für die Nachbarn entgegen, diese Maßnahmen waren sehr zielführend. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Da geht es vor allem ums Wasserrecht!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nicht der Geruch, die Emissionen! – Abg. Gradwohl: Die Gase, Herr Kollege!
Abschließend noch ein Satz zu Ihren Aussagen, dass Gerüche aus dem Stall das Waldsterben hervorrufen und beeinflussen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Nicht der Geruch, die Emissionen! – Abg. Gradwohl: Die Gase, Herr Kollege!) Für jeden gelernten Forstwirt und für jeden, der irgendetwas mit der Land- oder Forstwirtschaft zu tun hat, ist es ehrlich gesagt lächerlich zu behaupten, dass der Stallduft unsere österreichischen Wälder tötet. – Danke. (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 12
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sehr billig! Sehr billig!
Ich gehe deshalb, weil Sie dieses Instrumentarium missbraucht haben, auf Ihre Ausführungen überhaupt nicht ein, sondern ich gehe auf Ihre Anfrage ein, die mich schon empört hat, als ich sie gelesen habe, als Sie sie eingebracht haben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sehr billig! Sehr billig!)
Sitzung Nr. 14
Ruf bei der SPÖ: Das behauptet ja niemand! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat denn das gesagt, Kollege Grillitsch?
Kehren Sie ab von dieser polemischen Parteipolitik (Abg. Öllinger: Bitte? – Der Einzige, der polemisiert, sind Sie!), wie Sie sie wieder zu betreiben versuchen, weil Sie wissen, dass Ihnen die Felle und das Vertrauen bei der Bevölkerung davonschwimmen. Kehren Sie zurück zu einem konstruktiven Klima, denn es geht letztlich – und das ist oberstes Gebot, auch für uns – um Konsumentenschutz! Hier zu behaupten, dass Menschen, die mit Tieren zu tun haben, von vornherein Tierquäler wären (Ruf bei der SPÖ: Das behauptet ja niemand! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat denn das gesagt, Kollege Grillitsch?) – manchmal habe ich auf Grund der Darstellungen so den Eindruck, als ob überall, ob in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung oder in der Heimtierhaltung, ausschließlich Tierquäler am Werk wären, meine Damen und Herren (Abg. Binder: Ist das jetzt Polemik, Herr Kollege?) –, das kann doch nicht der Weg sein, wie wir ein gemeinsames bundeseinheitliches Tierschutzgesetz zustande bringen!
Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Gemäßigt bleiben ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer in Richtung der Abg. Dr. Glawischnig.
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber zu Wort gemeldet. (Abg. Wittauer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber –: Gemäßigt bleiben ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Molterer in Richtung der Abg. Dr. Glawischnig.)
Sitzung Nr. 15
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Aber eines tut Ihnen eben weh, und auch dafür gibt es Zeugen. Ich wiederhole es noch einmal laut und deutlich: Per Handschlag hat Ihr Gatte angeboten, mit uns am 13. zu demonstrieren. – Glück auf! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat das Geld dafür?!
Mit dem Bekenntnis von uns jungen Menschen zum Drei-Säulen-Modell, das heißt, auch privat vorzusorgen, ist ein großer Schritt in Richtung Solidarität unsererseits getan. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Wer hat das Geld dafür?!) Privatvorsorge im Sinne der dritten Säule ist auch Kapital, das man sich selber auf die Seite legt, was bisher nicht notwendig gewesen ist. (Abg. Dr. Puswald: Das haben wir schon so oft gehört! Das wird nicht besser!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!
Aber es ist nicht nur die Markenqualität, die unsere bäuerliche Produktion auszeichnet, es sind auch das gute Wasser und die gute Luft. Unsere Kulturlandschaft wird von den Bauern geschützt und umsichtig gepflegt. Unsere Bauern wissen um ihre Verantwortung (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!), daher müssen auch wir in diesem Haus unsere Verantwortung, für die oft mühsame Arbeit der Bauern ein angemessenes Einkommen sicherzustellen, wahrnehmen. Es ist meiner Meinung nach billig und polemisch, öffentliche Zuwendungen für die Landwirtschaft zu kritisieren. Wir würden es uns zu einfach machen, die Ausgleichszahlungen in Bausch und Bogen zu verurteilen. Das ist kurzsichtig und hat mit der Realität in der bäuerlichen Welt nichts zu tun! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!
Die österreichischen Bauern (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!) mussten mit dem Beitritt zur Europäischen Union erhebliche Einkommensverluste, Erlösverluste bis zu einem Drittel hinnehmen. Umso wichtiger ist es daher, dafür zu sorgen, dass jeder Euro aus Brüssel, der uns zusteht, dort auch abgeholt wird – und unser Landwirtschaftsminister, Dipl.-Ing. Josef Pröll, ist Garant dafür, dass dies auch geschieht!
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!
Die Ausgleichszahlungen sind weiters eine gewisse Abgeltung für die niedrigeren Produktpreise, die wir Bauern nun bekommen – mir als Bauern wäre ein gerechterer und damit höherer Produktpreis wesentlich lieber (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Und Bäuerinnen!), weil er auch unserem bäuerlichen Denken entspricht. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Sagen Sie doch: „Mir als Bäuerin“!) Der Weg über die Ausgleichszahlungen ist zwar nur der zweitbeste, aber der derzeit einzig gangbare Weg.
Sitzung Nr. 20
Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Pirklhuber sei ehrlich! Ihr hättet alles abgelehnt, was gekommen wäre!
Meine Damen und Herren! Zur FPÖ fällt einem ja nicht mehr wirklich viel ein. Sie agiert nach dem Motto: „Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts.“ Sie können davon ausgehen, dass dieser Hase, je nachdem, zwischen Vizekanzler, Walch und Dolinschek immer hin und her gereicht wird. Es ist ja unglaublich, dass eine Fraktion, die die Regierung stellt beziehungsweise die einen Minister stellt, der die soziale Kompetenz und Verantwortung hat, nicht fähig ist, wirklich ein konsistentes eigenes Modell in die Debatte einzubringen. (Abg. Großruck: Ihnen hätte ja gar keines gefallen! Sie hätten es auch abgelehnt!) Sie haben sich nicht akkordiert, Sie haben gezeigt, dass Sie wirklich alles zu wünschen übriglassen, was Regierungsverantwortung betrifft. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Großruck: Pirklhuber sei ehrlich! Ihr hättet alles abgelehnt, was gekommen wäre!)
Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Dem können wir zustimmen!
†Abgeordneter Klaus Wittauer| (Freiheitliche): Herr Präsident! Herr Minister! Herr Staatssekretär! Zur den Ausführungen der Abgeordneten Weinzinger – sie ist jetzt, glaube ich, nicht da – muss ich schon sagen: Die Qualität der Debatten, die sie beschrieben hat, betrifft vor allem die Grünen. Die Grünen haben die meisten Ordnungsrufe bekommen, und wenn ich mir vorstelle, dass Abgeordneter Öllinger in einer Rede zwei Ordnungsrufe bekommen hat, dann wissen wir, wo diese „Qualität“ ist. Sicher nicht bei uns. (Ironische Heiterkeit und demonstrativer Beifall bei der SPÖ und den Grünen. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Dem können wir zustimmen!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein Meteorit, keine Sternstunde!
Meine Damen und Herren! Ich kann mich nur der Abgeordneten Mares Rossmann anschließen: Heute ist eine Sternstunde des Parlamentarismus! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist ein Meteorit, keine Sternstunde!) Durch den Kampf und die Ausdauer unserer freiheitlichen Abgeordneten, die die Verhandlungen geführt haben, wird heute eine Pensionsreform beschlossen, die die Bezeichnung „soziale Pensionsreform“ verdient (Abg. Mandak: Nicht verdient!) und der sie auch gerecht wird.
Abg. Wittauer – den Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ein Stück zum Rednerpult begleitend –: Hoffentlich einmal ein bisschen etwas zum Schutz für die Landwirtschaft! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Herr Präsident, der schüchtert die Leut’ ein!
†Präsident Dr. Andreas Khol|: Zu Wort gelangt nunmehr Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber, der 6 Minuten zu uns sprechen möchte. – Bitte. (Abg. Wittauer – den Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber ein Stück zum Rednerpult begleitend –: Hoffentlich einmal ein bisschen etwas zum Schutz für die Landwirtschaft! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Herr Präsident, der schüchtert die Leut’ ein!)
Abg. Murauer: Jetzt kommen die Pointen von Pirklhuber!
†Abgeordneter Dipl.-Ing. Wolfgang Pirklhuber| (Grüne): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Werte KollegInnen! Wir führen hier eine wirklich schon langatmige Debatte. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ja, das stimmt!) Es kommen von den Regierungsfraktionen immer dieselben rhetorischen Worthülsen, es kommt ein Einheitsbrei von Argumentation, so nach dem Motto: Beides ist notwendig, wir machen das Richtige und das Notwendige und so weiter. – Die Kollegin hat das vorexerziert. (Abg. Murauer: Jetzt kommen die Pointen von Pirklhuber!)
Sitzung Nr. 22
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sehr richtig!
Aber wir sollten außerdem anerkennen und so offen sein, zuzugeben, dass wir von einer modernen Unterstützung noch weit entfernt sind. Die Arbeitsbedingungen des österreichischen Parlaments und der Parlamentarier sind im Verhältnis zu vielen europäischen Parlamenten vorsintflutlich, nämlich noch weit hinten. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Sehr richtig!) Das sollte auch einmal offen gesagt werden. Hier ist noch das eine oder andere zu tun.
Sitzung Nr. 23
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Die zweite massive Verschlechterung betrifft die Situation rund um den Vorschuss von Unterhaltszahlungen. Wir wissen, dass es in den letzten Jahren wirklich Verschlechterungen gegeben hat, weil nur dann Unterhaltsvorschuss gewährt wird, wenn man davon ausgeht, dass der Vater auch wirklich zahlen kann. Kann er es nicht, gibt es auch keinen Unterhaltsvorschuss. So gesehen ist Ihre Aussage, wonach jedes Kind in Österreich, das Unterhaltsvorschuss benötigt, ihn auch bekommt, schlicht und einfach falsch, denn wenn man davon ausgeht, dass es sich der Vater nicht leisten kann, dann gibt auch der Staat kein Geld her. Das ist ein großes Problem, weil hier Kinder allein gelassen werden und der Staat sich seiner Verantwortung nicht stellt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 24
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!
Zur Frau Abgeordneten Rest-Hinterseer möchte ich sagen: Ihre Vergleiche – leider Gottes kommen Sie nicht aus der Landwirtschaft – zwischen Sau und Kuh sind unzulässig! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!) – Ich weiß nicht, vielleicht züchtet sie Hühner, denn sonst würde sie etwas anderes sagen. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Auch die Maßnahmen des Generalverkehrsplanes von Infrastrukturminister Gorbach und die damit verbundenen Investitionen in die Schiene müssen konsequent umgesetzt werden. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Diese Präpotenz muss man einmal haben! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie waren hier schon am Rednerpult, aber da hat Ihnen keiner zugehört, weil Sie auch hier heraußen nichts Sinnvolles gesagt haben. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Diese Präpotenz muss man einmal haben! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Herr Abgeordneter, hören Sie zu! Das sind Inhalte, und ich möchte ja nur Inhalte vermitteln. Ich will in dieser Frage gar nicht auf Sie eingehen.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie nicht alles herunter! – Ist ja wahr!
In den sensiblen Hochgebirgsregionen haben unsere Bergbauern mit ihren Leistungen eine nachhaltige ökologische Wirkung auf das gesamte Umweltsystem und tragen für die Gesellschaft eine wesentliche Rolle zur Sicherung der Lebensräume bei. Diese unsere Bauern brauchen weiterhin unsere Unterstützung! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Lesen Sie nicht alles herunter! – Ist ja wahr!)
Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber auf dem Weg der Besserung!
Ich möchte aber die Gelegenheit nutzen und auch noch kurz auf den Bereich der Siedlungswasserwirtschaft eingehen. Und hier muss ich dem Kollegen Heinzl ... (Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber auf dem Weg der Besserung!) – Kollege Molterer, ich bin gerne bereit, nachher weiter mit Ihnen darüber zu diskutieren, aber ich muss meine kurze Redezeit nutzen, um diesen wichtigen Punkt noch vorzubringen.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: 8 Millionen! – Er hat gesagt „8 Milliarden“!
Ich möchte hier festhalten, dass unser Landwirtschaftsminister Josef Pröll sehr gut verhandelt hat und sehr wichtige Punkte im bäuerlichen Budget sichergestellt hat. Ich möchte ganz besonders darauf hinweisen, dass wir im Bereich der erneuerbaren Energie wieder neue Akzente gesetzt haben: Rund 8 Milliarden € stehen heuer zusätzlich zur Förderung von Biomasse-Anlagen zur Verfügung. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: 8 Millionen! – Er hat gesagt „8 Milliarden“!) Dieses Geld wird für die Umwelt investiert, und das bedeutet viele Arbeitsplätze für die Menschen in unserem Lande.
Beifall bei SPÖ, ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Dipl.-Ing. Pirklhuber und Bravo-Ruf bei der ÖVP.
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen des Nationalrates! Auch ich möchte an dieser Stelle ein Danke an alle Bauern und Bäuerinnen sagen (demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP), denn sie sind wirklich jene, die unsere Kulturlandschaft so schön erhalten. Ein herzliches Danke! (Beifall bei SPÖ, ÖVP sowie der Abgeordneten Bucher und Dipl.-Ing. Pirklhuber und Bravo-Ruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Besondere Umweltleistungen müssen gezielt gefördert werden, und die Wettbewerbsnachteile für Bergbauern und auch für kleinere Bauern müssen gezielt ausgeglichen werden, um dem Bauernsterben entgegenzuwirken und auch um die gewachsenen Strukturen zu erhalten, denn wenn kleine Bauern nicht mehr überleben können, dann ist deren Erhaltung einfach nicht gewährleistet. Ich habe erst letztes Wochenende mit einer Bäuerin gesprochen, die gesagt hat, wenn sie gewusst hätte, wie sich die Landwirtschaft entwickelt, dann hätte sie ihren Job als Lehrerin sicher niemals aufgegeben. – Das sollte auch zum Nachdenken anregen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Dass wir in Europa trotzdem Lebensmittel in hoher Qualität produzieren können, sichern die Ausgleichszahlungen. Die billigen Lebensmittel haben sie alle gern genommen (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber), in der Frage der produktionsbezogenen Ausgleichszahlungen höre ich aber keine Zustimmung. Ich frage Sie, wie das gehen soll! Nachhaltige Produktionsmethoden zu unseren Kosten sind bei diesen Weltmarktpreisen nicht möglich. Deshalb sind die Ausgleichszahlungen an die Produktion gebunden, und natürlich ist dort, wo die Produktion höher ist, der Bedarf für diese Ausgleichszahlungen entsprechend größer. Das gilt für die konventionelle Produktion genauso wie für die biologische Landwirtschaft, die allerdings nicht nur höhere Preise, sondern auch deutlich höhere Ausgleichszahlungen braucht.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist bei den jetzigen Zahlungen besser? Da ist gar nichts besser!
Nun sollen diese Ausgleichszahlungen zu einer Hofprämie umgewandelt werden. Starke Kräfte in Europa wollen die Ausgleichszahlungen vom Produktionsbezug entkoppeln und sie so von einer Ausgleichszahlung zu einer Subvention umwandeln. Dass das Geld ohne Leistung fließen soll, ist für viele eine große Versuchung. Es gibt Diskussionen unter den jungen Bauern mit Fragen und Aussagen wie: Kann es das auf Dauer geben? Wir wollen unser Geld ehrlich verdienen! (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Was ist bei den jetzigen Zahlungen besser? Da ist gar nichts besser!) Wir wollen keine Zuwendungen! Wir wollen uns keine Subventionen vorhalten lassen!
Sitzung Nr. 25
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Langsamer lesen!
Das Konzept der ökosensiblen Zonen, wie wir sie im vergangenen Jahr schon mit der Alpenkonvention beschlossen haben, und eine ökologische Weiterentwicklung der fahrleistungsabhängigen LKW-Maut sind wichtige Schritte, um unseren Lebensraum zu schützen. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Langsamer lesen!) – Es ist besser, Fakten zu lesen, als inhaltslos zu reden! Das muss man auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 27
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wir haben in Zukunft verschiedene neue Programme auszuarbeiten. Wir wissen, dass wir in der Investitionsförderung massiv zulegen müssen. Wir müssen den Bauern die Sicherheit geben, dass es mit dieser neuen Agrarreform nicht zu einer Umverteilungsdiskussion kommt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.) Wir müssen ihnen die Sicherheit geben, dass sie die richtigen Investitionsförderprogramme bekommen, damit
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Erinnern Sie sich an die Milchdirektvermarktung?
Abgeordnete Notburga Schiefermair (ÖVP): Geschätzter Herr Präsident! Werter Herr Minister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Abgeordnete Rest-Hinterseer, ich bin ÖVP-Bäuerin – ich bezeichne mich einfach einmal so –, und ich kann Ihnen sagen: Es hat niemand etwas dagegen gehabt, dass wir unsere Betriebe kreativ gestalten, damit wir unser ... (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Erinnern Sie sich an die Milchdirektvermarktung?) – Da gibt es auch andere Wege, aber ich glaube, wir sind unseren Weg gut gegangen, und es hat uns niemand Prügel vor die Füße geschmissen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wenn Sie auf der Autobahn fahren, dann lesen Sie groß an der Raststätte: Die Erdbeersaison hat begonnen! (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.) – Leider ist es erst Ende März, und bei uns sind diese Erdbeeren nicht geerntet worden. In der Erdbeerzeit aber ist es vor allem für den Städter oft schwierig, an heimische Erdbeeren zu gelangen, wenn man nicht die gewissen Plätzchen kennt. Ebenso ist es mit den Toma-
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist zu wenig!
Das Ziel, das wir in der Landwirtschaft haben müssen, ist, dass wir diese Kernbereiche der Land- und Forstwirtschaft mit zusätzlichen neuen Wertschöpfungsketten verbinden, dass wir Wertschöpfungsbereiche aufbauen. Das betrifft die Energiewirtschaft und den gesamten Bereich der Biomasse, wo Tausende Bauernhöfe ihre Chancen wahrnehmen können. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist zu wenig!) Das sind auch die Kombination aus Landwirtschaft und Tourismus sowie die Kombinationen mit Gewerbe und Dienstleistungen.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Eine Minute!
Präsident Dr. Andreas Khol: Vorläufig letzter Redner hiezu ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber. 4 Minuten Redezeit. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Eine Minute!) – Nur 1 Minute. (Demonstrativer Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 29
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Wissen Sie, wie Ihre Reformvorschläge lauten? (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.) – Entweder Schulden machen, Steuern erhöhen oder – wenn es die Bauern betrifft – kürzen, kürzen, kürzen! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ironische Heiterkeit des Abg. Eder.)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Wertung! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Das ist die Wahrheit! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Van der Bellen: Das ist eine Wertung! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 30
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Die Frage beantworten, Herr Minister!
Zweitens, wenn man das trotzdem tut: Natürlich ist es nicht richtig, dass Österreich in sämtlichen wichtigen Indikatoren, wie Sie es sagen, hinter dem EU-Durchschnitt liegt oder hinter Deutschland liegen würde. Richtig ist, meine Damen und Herren, dass Österreich bei der Inflation, bei den Lohnstückkosten, beim Exportwachstum, bei der Arbeitsproduktivität und bei anderen wichtigen Indikatoren selbstverständlich besser liegt als der Durchschnitt der Europäischen Union. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Die Frage beantworten, Herr Minister!)
Sitzung Nr. 32
Die Abgeordneten Dipl.‑Ing. Pirklhuber und Dr. Gabriela Moser stellen vor der Regierungsbank ein LKW-Fahrverbotsschild mit der Aufschrift „Fahrverbot für Stinker“ auf. – Abg. Großruck: Das geht aber nicht!
Wie Sie wahrscheinlich wissen, gibt es bei den LKW Schadstoffklassen von Euro 1, 2 und 3. Auch Euro-0-LKW sind leider noch immer unterwegs. (Die Abgeordneten Dipl.‑Ing. Pirklhuber und Dr. Gabriela Moser stellen vor der Regierungsbank ein LKW-Fahrverbotsschild mit der Aufschrift „Fahrverbot für Stinker“ auf. – Abg. Großruck: Das geht aber nicht!) Es fahren allerdings fast keine Österreicher mehr mit diesen LKW, sondern in erster Linie Südeuropäer. Das wäre eine dringend notwendige Maßnahme – auch bei Ihnen, Herr Kollege (Abg. Großruck: Das ist nicht geschlechtsneutral! Und „Stinkerinnen“!) –, nicht nur im Tiroler Inntal, sondern das gilt auch für jene Bundesländer, die in Zukunft sehr stark vom Transitverkehr betroffen sein werden.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich denke, das ist ein Punkt, den man deutlicher hervorkehren könnte. Das ist auch unsere Linie, da sind wir uns einig. Es braucht eine europäische Initiative, weil nur eine europäische Initiative tatsächlich den Effekt haben kann, maximalen Anschub für das zu geben, was wir dann in Österreich noch ergänzend tun können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 34
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Ich darf Sie daher einladen, unserem Antrag zu folgen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber schlägt Scheuch in der Kürze!
Präsident Dr. Andreas Khol: Als Nächster spricht Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Pirklhuber zu uns. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 4 Minuten. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer: Pirklhuber schlägt Scheuch in der Kürze!)
Sitzung Nr. 35
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber
Tatsache ist Folgendes: Sie negieren völlig (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber), dass gerade diese Bundesregierung in der letzten Zeit – und so lange ist sie ja, verdammt noch einmal, noch nicht im Amt, dass man ihr Vorwürfe machen könnte, dass sie nichts getan hätte –, in dieser kurzen Zeit eine Reihe von Maßnahmen auf die
Sitzung Nr. 38
Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident! Dürfen wir die Birne essen?
Präsident Dr. Andreas Khol: Frau Bundesministerin, bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident! Dürfen wir die Birne essen?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eltern oder Gemeinden, wer entscheidet?
Ich sage es noch einmal: Ich trete dafür ein, dass dort, wo es notwendig ist, wo die Eltern es wünschen, das entsprechende Angebot der Nachmittagsbetreuung geschaffen wird, und ich werde auch die dafür notwendigen finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen. Die Entscheidung liegt in der Kommune, in der Gemeinde, in der einzelnen Schule. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eltern oder Gemeinden, wer entscheidet?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Danke schön! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht im Plenarsaal!
Auf die Frage des Abgeordneten Pirklhuber, ob man die steirische Birne auch essen kann, antworte ich von hier aus mit einem Ja. (Abg. Dr. Pirklhuber: Danke schön! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht im Plenarsaal!)
Sitzung Nr. 40
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ein kleines Beispiel ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Herr Kollege, an dieser Stelle sollte man Zwischenrufe vermeiden! – Ein kleines Beispiel, das zeigt, was damals passiert ist. Heute, Herr Kollege, sollten wir alle sagen: So, wie es Nazi-Greuel gegeben hat, so, wie es Greuel vor und nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben hat, war auch das Unrecht, einer Mutter die ärztliche Hilfe für ihr krankes Kind zu verweigern, nur weil sie Deutsche ist. Nicht mehr verlangen wir.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ein wichtiger Punkt ist, dass das UPOV es jedem Staat selbst überlässt, die Verwendung des in einem landwirtschaftlichen Betrieb gewonnenen und verwerteten Saatguts vom Züchterrecht auszuschließen. Dieses so genannte Landwirteprivileg bedeutet, ein Bauer kann auf der Grundlage des einmal erworbenen Saatgutes uneingeschränkt und unentgeltlich selbst Saatgut züchten, solange er es nicht in Verkehr bringt, sondern es nur für den eigenen Betrieb nutzt oder zum Tausch verwendet. Diese Regelung ist deshalb so wichtig, da andernfalls die Erzeugung und Vermehrung der geschützten Sorten ohne die Zustimmung des Züchters nicht mehr erlaubt ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und der Bauer für den Nachbau von Erntegut für Saatzwecke Nachbaugebühren an den Züchter bezahlen muss. (Abg. Gradwohl: Diese Aussage ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das ist ein Unterschied!
Dieses Abkommen dient zur Förderung von geeigneten Bekämpfungsmaßnahmen auch gegen Schadorganismen, und ich kann das nur befürworten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das ist ein Unterschied!) Ich habe schon ausgeführt und es wurde hier schon erklärt, dass es um Anpassungen geht, die notwendig sind, um der Entwicklung
Sitzung Nr. 41
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ein bisschen wenig, wenn der Herr Vizekanzler und Verkehrsminister Gorbach hier meint, er vertraue seinem Kollegen Wattaul in der Angelegenheit des Tierschutzes und des Schutzes von Tieren beim Transport. Wenn nämlich Kollege Wattaul meint, religiöse Gründe wären der Hauptgrund für die Tiertransporte, dann muss ich ihm sagen: Diese Märchenstunde können Sie woanders halten, aber nicht hier! (Zwischenruf des Abg. Wattaul.) Wir kennen Ihre Profession und wissen, dass es da eine Maxime gibt, auch in Ihrer Branche, und diese lautet: Kohle, Kohle, Kohle! Die Exportstützungen sind in Wirklichkeit der Hauptgrund für die Tiertransporte und das damit verbundene Tierleid. Das gehört abgestellt, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 43
überreicht von den Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber und Heidemarie Rest-Hinterseer
Petition betreffend „Für eine gerechte Zuteilung von A-Quoten aus der nationalen Reserve an alle österreichischen Milchviehbetriebe“ (Ordnungsnummer 17) (überreicht von den Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber und Heidemarie Rest-Hinterseer)
Sitzung Nr. 45
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Vielleicht, Frau Kollegin Lentsch, wird Kollege Auer Sie diesbezüglich aufklären: Wenn Sie einen Blick auf die Budgets und Rechnungsabschlüsse der Vergangenheit werfen, werden Sie draufkommen, dass Ihr jetziger Bundeskanzler einer der größten Schuldenmacher gewesen ist, der Oberausgeber! Das, Frau Kollegin Lentsch, um der Wahrheit Genüge zu tun, sollten Sie auch einmal zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 50
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine ganz andere Landwirtschaft!
Ich nenne in diesem Zusammenhang immer wieder die Schweiz, weil man das auch anführen muss (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine ganz andere Landwirtschaft!): Sie hat die Käfighennenhaltung verboten, kann derzeit nur 30 Prozent der Produkte aus eigener Produktion erzeugen und muss den Rest aus dem Ausland importieren. Das sind vorrangig in Form von Käfighennenhaltung produzierte Eier. Das will ich nicht. Deshalb werden wir auch versuchen, bei der vorzeitigen Umstellung von Käfighennenhaltung auf Boden- und Alternativsysteme entsprechende finanzielle Unterstützung zu gewähren. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: In Kärnten haben wir das heute beschlossen!) Das ist der richtige Weg: Ausstiegsszenarien festzulegen und auf der anderen Seite auch Unterstützung zu bieten, damit wir die Ware weiterhin in Österreich produzieren können.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat gesagt die Agrarpolitik, nicht die Bauern!
Einem Thema möchte ich mich noch widmen, weil die Bauern hier in ein schiefes Licht gerückt wurden (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat gesagt die Agrarpolitik, nicht die Bauern!): Sie haben gesagt, die Absicht mancher sei es, die Lizenz zum Tierquälen zu erteilen. Das ist ein heftiger Vorwurf, den ich auf niemandem sitzen lassen kann, weil niemand im agrarischen Bereich – und das können Sie mir glauben – auch nur im Ansatz daran denkt, Tiere zu quälen. Tiere sind eine wesentliche Einkommensbasis für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern, für die Grünlandwirtschaft gerade in den benachteiligten Gebieten in den Alpenregionen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Käfighaltung ist Tierquälerei!
Ich weise aber zurück, dass man generell einen gesamten Berufsstand verunglimpft, wie Sie, Frau Kollegin Weinzinger, heute in Ihrer Presseaussendung, indem Sie wörtlich schreiben, dass „die tierquälerischen Praktiken in der Landwirtschaft weiter erlaubt“ seien und „die ÖVP mit Zähnen und Klauen das Recht auf Tierquälerei verteidigt“. – Diese generelle Verunglimpfung der Bauern weise ich ganz entschieden zurück! (Abg. Dr. Pirklhuber: Käfighaltung ist Tierquälerei!) Nehmen Sie das zur Kenntnis, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Durchschnittszahlen, Kollege Auer!
Sehr oft vernimmt man ja, in Österreich gäbe es Massenproduktion und die tierhalterischen Massenbetriebe im Bereich der Bauernschaft müssten ein Ende haben. – Ich habe mir zum Vergleich die Tierbestandsgrenzen und die Tierbestände im Schnitt ausheben lassen. Nur drei Fakten: Rinderhaltung in Österreich: 20,5 Stück, in Luxemburg das Fünffache: 105 Stück im Durchschnitt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Durchschnittszahlen, Kollege Auer!) Milchkühe: in Österreich: 8,4, in Großbritannien das Achtfache: 68,2 Stück. Schweinehaltung: in Österreich im Schnitt 38 Stück pro Betrieb, in den Niederlanden das 19-Fache, nämlich weit über 700 Stück pro Betrieb.
Sitzung Nr. 55
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Außerdem wird das dazu führen, dass die österreichische Politik der Steueramnestie als Dauereinrichtung notwendig werden wird und nicht nur ganz kurzfristig für Onkel Grasser und Onkel Frank adaptiert werden muss. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich mit einer Schautafel zum Rednerpult. – Abg. Wittauer: Zeig uns bitte das Plakat! – Abg. Dr. Pirklhuber: Kommt schon noch, alles mit der Ruhe!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich mit einer Schautafel zum Rednerpult. – Abg. Wittauer: Zeig uns bitte das Plakat! – Abg. Dr. Pirklhuber: Kommt schon noch, alles mit der Ruhe!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch Verschlechterungen!
Ich denke, dass wir – und das ist der Punkt, den man mit betrachten muss – gegenüber den ursprünglichen Kommissionsvorschlägen eklatante Verbesserungen erreichen konnten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch Verschlechterungen!) In nahezu allen Produktionsbereichen der europäischen und im Speziellen der österreichischen Landwirtschaft haben wir substantielle Verbesserungen erreichen können. Das gilt für die Produktionsbereiche Milch, Rinder, Getreide, nachwachsende Rohstoffe auf Stilllegungsflächen, ein Sektor, der viel Zukunft hat und in den ursprünglichen Vorschlägen nicht entsprechend sichergestellt wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Auflagen gibt es überall, auch im Gewerbe und in der Industrie!
Mich wundert nicht, Herr Kollege Scheuch, wenn mancher Bauer sich fragt, welche Auflagen er noch erfüllen soll und muss. Er hat völlig Recht, wenn darauf hingewiesen wird ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Auflagen gibt es überall, auch im Gewerbe und in der Industrie!) Lieber Herr Kollege Pirklhuber! So weit solltest du dich auskennen, dass du weißt, dass in einem Gewerbe- und Industriegebiet jeder Betrieb, gleich welcher Art, produzieren kann, was immer er will, in diesem Bereich aber nicht ständig die Vorschriften geändert werden. Diese Betriebe erhalten im Rahmen der Betriebsanlagengenehmigung ihre Vorschriften, und diese gelten dann für die gesamte Dauer, während sich die Landwirtschaft seit 1995 x-fach umstellen musste. Das sollte einmal festgehalten werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!
Kollege Pirklhuber hat Präsidentem Grillitsch vorgeworfen, dass bereits während des letzten Landwirtschaftsausschusses Presseaussendungen gemacht worden seien. – Was aber hat Kollege Pirklhuber heute gemacht? Er hat bereits zu Mittag eine Presseaussendung hinausgeschickt, in welcher er uns schon wissen ließ, was er uns jetzt, um 20.30 Uhr, vorhalten wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!) Das ist genauso interessant, nicht? Soll ich es vorlesen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte! Lesen Sie es vor!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte! Lesen Sie es vor!
Kollege Pirklhuber hat Präsidentem Grillitsch vorgeworfen, dass bereits während des letzten Landwirtschaftsausschusses Presseaussendungen gemacht worden seien. – Was aber hat Kollege Pirklhuber heute gemacht? Er hat bereits zu Mittag eine Presseaussendung hinausgeschickt, in welcher er uns schon wissen ließ, was er uns jetzt, um 20.30 Uhr, vorhalten wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!) Das ist genauso interessant, nicht? Soll ich es vorlesen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte! Lesen Sie es vor!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte!
Soll ich vorlesen, was alles darin steht? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, bitte!) Mir fehlt jetzt leider ein bisschen die Zeit, aber, meine Damen und Herren, diese Presseaussendung wird im Grünen Klub ja noch vorhanden sein, in welcher ständig wiederholt wird, dass nicht ökologisch und nicht artgerecht gewirtschaftet und nicht gerecht verteilt wird und so weiter und so fort. (Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenberger.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben auch gesagt, dass die Reform durch die europäische Diskussion geprägt wird. Es ist dies eine europäische Reform, und der nationale Spielraum ist nicht so riesig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Dieser Spielraum ist nicht so riesig. Man sollte dort aber zumindest die Chancen wahren! Ich bin auch nicht glücklich mit mancher Koppelung oder Entkoppelung, aber das ist eine Diskussion, die wir in Zukunft führen werden, und ich glaube, der Herr Minister wird dieser Diskussion offen gegenüberstehen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben wir nur die Mitarbeiter gemeint, nicht die Funktionäre!
Große Unruhe kommt in die Höfe mit der GAP-Reform, und Sie wollen diese Unruhe schüren – es ist so. Wir sehen, dass wir mit unserer österreichischen Struktur tatsächlich diese Reform nur unter großen Anstrengungen umsetzen können. Wir wissen, dass unsere Beratungskräfte, unsere Vermarktungseinrichtungen, alle unsere gut funktionierenden Strukturen sehr gefordert werden, das umzusetzen, und ich freue mich, dass gerade Kollege Scheuch die Landwirtschaftskammern heute gelobt hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben wir nur die Mitarbeiter gemeint, nicht die Funktionäre!) Die Freiheitlichen waren ja da einmal ganz anderer Meinung und sind mit den Landwirt-
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!
Abgeordnete Heidrun Walther (SPÖ): Herr Präsident! Herr Landwirtschaftsminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte schon sagen: Spalten wollen wir nicht, aber wir wollen verschiedene Umstände und Missstände aufzeigen, und das ist, glaube ich, unbedingt wichtig. Der wesentlichste Missstand ist der, dass wir noch immer keine Verordnung haben, die regelt, wie die Umsetzung der GAP-Reform für Österreich ausschauen soll, über die man diskutieren kann! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?
Wenn wir schon über Groß und Klein debattieren, dann müssen wir sagen: Schauen wir in die USA (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kleinbetriebe!), schauen wir nach Kanada, schauen wir nach Südamerika (Zwischenruf der Abg. Rest-Hinterseer), schauen wir nach Neuseeland, schauen wir nach Australien, und schauen wir auch nach Europa! Das ist ja lachhaft, wenn wir von Österreich aus eine Klein-Groß-Debatte führen, auch in Europa! (Abg. Gradwohl: Es geht um unsere Familienbetriebe! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bergbauernbetriebe!) Wir haben in Österreich die ausgeprägteste kleinbetriebliche Struktur von ganz Europa. Wir liegen damit hinter Portugal und hinter Griechenland – Sie wissen schon: eine Kuh, zwei Ziegen, drei Olivenbäume. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht Agrarpolitik für die USA machen, oder?)
Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Was soll das?
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. 2 Minuten Redezeit sind gewünscht. – Sie sind am Wort, Herr Kollege. (Abg. Scheibner – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Was soll das?)
Sitzung Nr. 56
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wer die Frau Bundesminister gehört hat, weiß, dass Österreich um die Verlängerung des Moratoriums kämpft. Wer Herrn Pirklhuber gehört hat, weiß – er kennt die Renate recht gut, das ist die Frau Künast –, dass er gesagt hat, dass das Moratorium fallen wird. Warum weiß er das? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist völlig daneben! 1,2 Millionen Menschen haben das Gentechnik-Volksbegehren unterschrieben! Sie disqualifizieren sich mit dieser Darstellung selbst!
Ich denke, dass wir bei uns in Österreich einen guten Partner haben, und das ist der Konsument. Wir haben bei uns eine gute Deklarationslösung, die wird in Umsetzung sein, sie wird gut kontrolliert, die Frau Bundesminister hat die vielen Punkte deutlich dargestellt. Ich denke auch, dass die österreichischen Handelsketten – der Druck der Konzerne ist schon spürbar – sehr genau darauf schauen werden, dass sie nicht ins Gerede kommen, nicht in die Presse kommen und die Deklaration ordentlich durchgezogen wird. Damit ist das Thema für Österreich für die nächste Zeit wieder erledigt. Keine Aufregung, kein Problem. – Was machen wir mit der Angst des Herrn Pirklhuber? (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist völlig daneben! 1,2 Millionen Menschen haben das Gentechnik-Volksbegehren unterschrieben! Sie disqualifizieren sich mit dieser Darstellung selbst!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Österreich ist nicht allein auf der Welt!
Tatsache ist, dass wir für die nächste Zeit bei uns in Österreich einen guten Rat geben können: Kaufen Sie Produkte österreichischer Bauern! Wir sind bei uns durch die Saatgut-Gentechnik-Verordnung gut geschützt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Österreich ist nicht allein auf der Welt!) Wir haben bei uns in Österreich eine Produktion, die sich mit der Gentechnik nicht auseinander setzt, weil wir das nicht brauchen. Ich als Obmann der Rübenbauern kann Ihnen sagen, dass wir harte und härteste Verhandlungen mit den Konzernen führen, um jede Garantie zu haben, weil wir wissen, dass unsere Kunden und Konsumenten das brauchen. Und wenn sich die Kollegen von der grünen Fraktion auch einmal mit den Gesetzmäßigkeiten des Handels auseinander setzen würden, dann würden sie aufhören, sich zu fürchten, und sich über die Produkte der österreichischen Bauern freuen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Also doch Deutschland als Vorbild?
Da Kollege Pirklhuber von Haftung gesprochen hat: Ich denke, an der Haftung wird es im Endeffekt scheitern – hoffe ich zumindest. (Abg. Dr. Pirklhuber: Also doch Deutschland als Vorbild?) In die Haftung lege ich die größte Hoffnung, sage ich einmal, weil sich gerade die Haftungsfrage dreistufig aufbaut. Wenn ich jetzt auf der besten oder schlechtesten Seite, das kann jeder für sich entscheiden, beginne, habe ich einerseits gentechnisch veränderte Ausbringung, dann habe ich eine konventionelle Ausbringung, und auf der dritten Ebene habe ich noch die biologischen Landwirte. Wir haben dieses Problem in Kärnten ausgiebig diskutiert, dass genau hier die Koexistenz und die Haftung in Kombination im Endeffekt etwas sein werden, was wahrscheinlich sehr schwer zu lösen ist.
Sitzung Nr. 58
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie? Es gibt viele hierorts nicht erfassbare Pestizide!
Herr Kollege Pirklhuber, wenn Sie in Ihren Ausführungen behaupten, dass der Konsument verunsichert wird, und dafür die Landwirtschaft verantwortlich machen, muss ich Ihnen nachdrücklich sagen, dass unsere Landwirte, die sich im Agrarumweltprogramm, sprich ÖPUL, bereit erklären, hervorragende Lebensmittel zu produzieren, sich einer intensiven Kontrolle unterziehen müssen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie? Es gibt viele hierorts nicht erfassbare Pestizide!) Jeder einzelne Landwirt ist verpflichtet, sich diesen Kontrollen zu unterziehen. Er kann einfach nicht anders wirtschaften.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich meine, dass wir diese Änderung in nächster Zeit sehr massiv diskutieren werden müssen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich bin überzeugt davon, dass wir einen richtigen Schritt in Richtung Liberalisierung der Pflanzenschutzmittel getan haben und dass letztendlich auch die richtige Orientierung – nämlich Richtung Europäische Union und Harmonisierung – vorhanden ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!
Ich meine, dass wir diese Änderung in nächster Zeit sehr massiv diskutieren werden müssen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich bin überzeugt davon, dass wir einen richtigen Schritt in Richtung Liberalisierung der Pflanzenschutzmittel getan haben und dass letztendlich auch die richtige Orientierung – nämlich Richtung Europäische Union und Harmonisierung – vorhanden ist. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!)
Sitzung Nr. 59
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Inszenierung ...!
Wenn wir hier eine Umfrage des Market-Instituts unter 900 Unternehmen haben, die vor einem halben Jahr zu 66 Prozent gesagt haben, sie haben große Sorge, dass Arbeitsplätze ins Ausland abwandern, und wenn es dann nach dem Bekanntwerden dieser Steuerreform nicht mehr 66 Prozent, sondern nur noch 13 Prozent sind, die das sagen – was heißt denn das, meine Damen und Herren? (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Inszenierung ...!) – Das heißt, dass wir aus der Gefahr der Abwanderung die Chance der Zuwanderung gemacht haben, eine historische Chance! (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nivellierung nach unten!
Lassen Sie mich noch eines sagen. Ich habe schon einmal die Unternehmer zitiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nivellierung nach unten!) Ich höre immer wieder die Meinung etwa des Kollegen Matznetter, so auch heute wieder: Das alles sind ja nur Geschenke an die Unternehmen. Er zitiert auch immer wieder dort, wo sie hineinpassen, Expertenmeinungen.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... andere Rechtsformen!
Es stimmt ganz einfach nicht, wenn immer wieder behauptet wird, dass diese Körperschaftsteuersenkung ein Geschenk für die Großunternehmen, für die großen Industriekonzerne ist – das ist falsch! Der überwiegende Teil der körperschaftsteuerpflichtigen Unternehmungen, nämlich 88 Prozent haben, wie der Herr Vizekanzler das auch ausgeführt hat, einen Mitarbeiterstand, der geringer als 20 ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... andere Rechtsformen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht Oberösterreicher! Ich bin Oberösterreicher!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Herr Präsident! Meine geschätzten Damen und Herren! Kollege Brosz fasziniert mich: Er stellt sich 5 Minuten hier heraus, hält eine Schimpforgie auf die ÖVP und sitzt mit ihnen in Oberösterreich in der Landesregierung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht Oberösterreicher! Ich bin Oberösterreicher!) Also ich würde Ihnen empfehlen, einmal zu versuchen, Ihre Regierungskollegen auf oberösterreichischer Ebene zu läutern und zu verbessern. (Zwischenruf der Abg. Mandak.) Vielleicht gelingt es Ihnen auch, bundesweit etwas umzusetzen. Und: Wer schreit, hat nicht Recht, das bleibt immer gleich. Es nützt nichts! (Beifall bei den Freiheitlichen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Der gute Wein!
Das Weinviertel ist ein Wirtschaftsstandort, der häufig unterschätzt wird. Auch die Landwirtschaft wird häufig unterschätzt, erst recht der Tourismus im Weinviertel (Abg. Dr. Pirklhuber: Der gute Wein!) – ich erinnere Sie an die Therme – und der Wein. (Abg. Öllinger: Wir unterschätzen das Weinviertel nicht!) – Danke, wunderbar! Gerade da zeigt sich, dass diese Steuerreform vieles kann.
in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber
Ehrlich gesagt: Ich will Ihnen (in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber) jetzt keine mangelnde Wertschätzung entgegenbringen, aber es ist relativ gleichgültig, wie Sie das einschätzen. Entscheidend ist, wie es der Markt aufnimmt, und entscheidend ist, wie es die Unternehmen aufnehmen. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.) Und die – lassen Sie sich das gesagt sein – nehmen es großartig auf.
Abg. Murauer: Pirklhuber hat gesagt, dass ihr schon alles gesagt habt!
Abgeordneter Mag. Werner Kogler (Grüne): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Eigentlich wollte ich nur mehr das Abstimmungsverhalten unserer Fraktion begründen. Das gibt mir jetzt aber zusätzlich noch die Gelegenheit, ein allfälliges Missverständnis aufzuklären. (Abg. Murauer: Pirklhuber hat gesagt, dass ihr schon alles gesagt habt!)
Sitzung Nr. 61
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Gegen ungerechte Benachteiligung der steirischen Kürbisbäuerinnen und Kürbisbauern durch die geplante nationale Umsetzung der GAP-Reform“, (Ordnungsnummer 30) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
(Bundesminister Dr. Bartenstein und Abg. Mag. Molterer: Das war aber eine Sozialpartnereinigung!) Aber wenn es darum geht, im Sinne des Gemeinwohls eine Flexibilisierung von den Unternehmern einzufordern, dann zieht er sich zurück und betätigt sich nur als Bremser. Aber Flexibilisierung kann keine Einbahnstraße sein, das ist vielmehr etwas, was in beide Richtungen gehen muss. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 62
Abg. Dr. Pirklhuber: Wichtig!
Man darf natürlich auch nicht den Tierschutz allein sehen, sondern Agrarpolitik muss weiter gesehen werden. Wenn Herr Abgeordneter Pirklhuber die Umsetzung der EU-Agrarreform anspricht (Abg. Dr. Pirklhuber: Wichtig!): Das ist ein Baustein auf dem Weg in die Zukunft. Wir sind allerdings wie in vielen anderen Bereichen – Artenschutz, Umweltschutz, Naturschutz – auch in der Frage der Umsetzung einer modernen Agrarpolitik Spitzenreiter in Europa. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Arbeit beginnt jetzt in der Umsetzung. Wir müssen in Zukunft dem Konsumenten klarmachen, dass er mit seiner Kaufentscheidung im Fleischbereich, im Eierbereich, in allen angesprochenen Bereichen, darüber entscheidet, wie es mit der bäuerlichen Landwirtschaft in Österreich weitergeht. Das ist dasselbe Thema wie bei der Gentechnik. Der Konsument kann mit seiner Kaufentscheidung im Regal die Ströme lenken. Wir brauchen Verbündete in der Verarbeitungswirtschaft, und wir brauchen ein Maßnahmenpaket, sodass wir jenen Branchen, die zum Ausstieg gezwungen werden, einen entsprechenden Übergang ermöglichen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Ich werde alles einsetzen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das Parlament ist aber seit langem dagegen!
Nächster Punkt: Da EU-Regelungen angesprochen wurden: Ja, wir müssen dort, wo wir in Europa Spitze sind, für unsere Politik, für unsere zukunftsfähige Politik werben. Aber es ist nicht so, dass die Verantwortung allein bei uns liegt, sondern es liegt auch an den anderen. Wir konnten erst vor kurzem mit meiner Stimme – verbündet mit anderen – im EU-Agrarministerrat verhindern, dass die Tiertransportregelungen aufgemacht werden – nicht verschärft, sondern aufgemacht! Wir konnten mit einer knappen Mehrheit diese Entwicklung noch verhindern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das Parlament ist aber seit langem dagegen!) Ich möchte nur skizzieren, wie die Ströme in den anderen Ländern laufen. Wir müssen in den anderen Mitgliedstaaten für unsere Ideen werben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und ich darf Ihnen noch etwas sagen, meine Damen und Herren, weil gerade auch die Schweineproduktion angezogen wurde, wie grausam da gewirtschaftet würde. – Ich weise das entschieden zurück! Aber ich kann Ihnen etwas sagen: 1980 habe ich für ein 100 kg-Mastschwein bester Qualität 180 € bekommen. Wissen Sie, was vorige Woche bezahlt wurde? 125 €! Also um 55 € weniger bei höheren Auflagen, bei mehr Erschwernissen, bei deutlich gestiegenen Kosten in der Erzeugung. Das wird auf die Dauer nicht machbar sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Verehrte Damen und Herren! Wenn schon Tierschutz, dann geht das alle an. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Und ich darf Ihnen noch etwas sagen, meine Damen und Herren, weil gerade auch die Schweineproduktion angezogen wurde, wie grausam da gewirtschaftet würde. – Ich weise das entschieden zurück! Aber ich kann Ihnen etwas sagen: 1980 habe ich für ein 100 kg-Mastschwein bester Qualität 180 € bekommen. Wissen Sie, was vorige Woche bezahlt wurde? 125 €! Also um 55 € weniger bei höheren Auflagen, bei mehr Erschwernissen, bei deutlich gestiegenen Kosten in der Erzeugung. Das wird auf die Dauer nicht machbar sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Verehrte Damen und Herren! Wenn schon Tierschutz, dann geht das alle an. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 64
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn Haider sagt, Hannes Swoboda und die anderen seien „Vaterlandsverräter“ und das ein Begriff ist, den Adolf Hitler gegen die Gegner des Nationalsozialismus verwendet hat, dann wird man ja bitte noch darauf hinweisen können, ohne dass man deswegen hier Unterstellungen zu erdulden hat! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 67
Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheit!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Was die Frage der Einrichtung von gentechnikfreien Zonen, die Frage der Koexistenz und der Haftung, die unmittelbar damit verbunden sind, betrifft, gibt es einen intensiven Diskussionsprozess mit den Bundesländern und mit dem Bundesministerium für Frauen und, und (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheit!) Gesundheit – danke schön! Wir werden auf dieser Ebene gemeinsam die entsprechenden Antworten geben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir alle schon! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht andere!
Meine Damen und Herren! Über 60 Prozent der österreichischen Bauern sind im Nebenerwerb tätig. Die Zahl derer, die das tun müssen, steigt. Unsere klein strukturierte Landwirtschaft – immerhin bewirtschaften 44 Prozent der österreichischen bäuerlichen Betriebe weniger als 10 Hektar, 18 Prozent liegen noch darunter, und 21 Prozent bewirtschaften eine Kulturfläche zwischen 10 und 20 Hektar – müssen wir erhalten! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir alle schon! – Abg. Mag. Molterer: Aber nicht andere!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – zu dem sich noch beim Rednerpult befindenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Bleibst du bei mir heraußen? – Rufe: Wäre gescheiter!
Präsident Dr. Andreas Khol: Nunmehr spricht Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Scheuch. 5 Minuten Wunschredezeit. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – zu dem sich noch beim Rednerpult befindenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Bleibst du bei mir heraußen? – Rufe: Wäre gescheiter!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es konnte importiert werden! Direkt!
Ich möchte hier als Beispiel ein Thema herausgreifen. Herr Abgeordneter Pirklhuber hat gesagt: Cyhexatin war zugelassen. – Man muss präzise bleiben! Es wurde nicht zur Zulassung angemeldet, war nie in Österreich für das Inverkehrbringen zugelassen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es konnte importiert werden! Direkt!) und wurde mit einer eigenen Verbotsverordnung von mir, wie auch andere hormonähnliche Substanzen, explizit herausgenommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Direktimport!) Man muss das, wenn man das anspricht, auch Punkt für Punkt klar ausführen, weil es um Sicherheit geht, weil es um das geht, was uns am meisten wert ist, nämlich eine Lebensmittelqualität, die wir gemeinsam in diesem Land haben wollen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Direktimport!
Ich möchte hier als Beispiel ein Thema herausgreifen. Herr Abgeordneter Pirklhuber hat gesagt: Cyhexatin war zugelassen. – Man muss präzise bleiben! Es wurde nicht zur Zulassung angemeldet, war nie in Österreich für das Inverkehrbringen zugelassen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es konnte importiert werden! Direkt!) und wurde mit einer eigenen Verbotsverordnung von mir, wie auch andere hormonähnliche Substanzen, explizit herausgenommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Direktimport!) Man muss das, wenn man das anspricht, auch Punkt für Punkt klar ausführen, weil es um Sicherheit geht, weil es um das geht, was uns am meisten wert ist, nämlich eine Lebensmittelqualität, die wir gemeinsam in diesem Land haben wollen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das war der Minister! Nicht wir!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es kann also keine Rede von einem Agrar-Umweltfiasko sein, wie das heute wieder Abgeordneter Pirklhuber gesagt hat; er hat das ja schon vergangene Woche in den Medien getan. Sie verunsichern mit Ihren Äußerungen nur die Bauern und auch die Konsumenten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das war der Minister! Nicht wir!) Das möchte ich auf das Schärfste zurückweisen, denn nirgends in Europa gibt es so klare Regelungen und so klare Vorgabe wie hier in Österreich.
Abg. Dr. Pirklhuber: Für die Landwirtschaft ein Fluch!
Bei dieser Materie, die man sehr eingehend diskutieren muss und wo man sich auch genau informieren sollte, muss man die Frage in den Raum stellen: Ist die Gentechnik in Wahrheit ein Fluch oder ein Segen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Für die Landwirtschaft ein Fluch!) Diese Frage sollten wir hier in diesem Hohen Haus ganz offen diskutieren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!
Genau das ist auch der Grund, warum man jetzt nicht unbedingt dafür sein kann, dass im ÖPUL die Gentechnikfreiheit zur Auflage gemacht wird. Ich komme aus dem Bundesland Salzburg im Grenzgebiet zu Deutschland. In Deutschland will man die Gentechnik, und wenn durch Pollenflug plötzlich jemand in Österreich, jemand bei mir im Bundesland auf seinem Feld gentechnisch veränderte Pflanzen hätte (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!), dann wäre es dem EU-Kontrollor nämlich Wurscht, wie die da hingekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!) Er würde den Bauern liebend gerne auffordern, fünf Jahre Direktzahlungen zurückzuzahlen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Missverständnis!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!
Genau das ist auch der Grund, warum man jetzt nicht unbedingt dafür sein kann, dass im ÖPUL die Gentechnikfreiheit zur Auflage gemacht wird. Ich komme aus dem Bundesland Salzburg im Grenzgebiet zu Deutschland. In Deutschland will man die Gentechnik, und wenn durch Pollenflug plötzlich jemand in Österreich, jemand bei mir im Bundesland auf seinem Feld gentechnisch veränderte Pflanzen hätte (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es ja nicht!), dann wäre es dem EU-Kontrollor nämlich Wurscht, wie die da hingekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gentechnikfreies Saatgut wird gefordert!) Er würde den Bauern liebend gerne auffordern, fünf Jahre Direktzahlungen zurückzuzahlen. (Abg. Dr. Glawischnig: Das ist ein Missverständnis!)
Sitzung Nr. 72
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben nur leider wieder einmal eine Situation wie so oft bei Sitzungen vor der Sommerpause ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Hören Sie vielleicht einmal zu, Sie können sich ja dann auch zu Wort melden – wenn ich ohnedies bereits zugestehe, dass diese Vorgangsweise auch für mich keine glückliche und keine günstige ist.
Sitzung Nr. 73
Abg. Dr. Pirklhuber: Das möchte ich sehen!
Auch die Maschinenringe stehen zu hundert Prozent hinter dieser Gesetzesnovelle. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das möchte ich sehen!) Es sind schon sehr viele Bereiche, die hier abgedeckt sind, und ich kann Ihnen eines sagen: Als wir diese Verhandlungen geführt haben, war es auch spannend zu sehen, wie hier eigentlich die Berufsvertretung die Dinge sieht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das habt ja ihr angefangen!
Eines ist klar – da bin ich Bauernvertreter, und da hat Kollege Donabauer vollkommen Recht –: Es kann nicht sein, dass die Diskussion nur auf dem Rücken der Bauern geführt wird! Die Diskussion muss im Allgemeinen geführt werden: bei den Beamten, in allen Bereichen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habt ja ihr angefangen!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Frau Bundesministerin! Herr Kollege Donabauer! Lassen Sie mich noch kurz, weil das so gefordert wird, zur Bauernkrankenkasse etwas sagen. Auch da gilt natürlich der Grundsatz der Solidarität, denn niemand anders als die Sozialdemokratie ist stets für Solidarität in der Gesundheitspolitik eingestanden. Da braucht es keine Aufforderung der Regierungsparteien, meine Damen und Herren, das ist für uns selbstverständlich! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber.
des Parlaments noch eine Debatte, noch eine Rückkoppelung über die Haltung dieser Delegationen. Ich glaube, diese Vorlagen sind ein guter Anlass dafür, auch darüber nachzudenken, wie wir in Zukunft EU-Vorlagen besser hier ins Haus bringen könnten. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und des Abg. Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 76
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Norbert Darabos (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Frau Kollegin Fuhrmann! Wir sind nicht nervös, wir sind aber aufgebracht, denn wenn ein Bundeskanzler hier ungestraft (Abg. Scheibner: Wollen Sie ihn strafen?), nämlich ungestraft durch den Präsidenten des Nationalrates, sagen kann (Abg. Dr. Stummvoll: Wollen Sie den Bundeskanzler strafen? – weitere anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP), dass er „ungestraft“ Kritik der Opposition nicht haben möchte, dass er uns der Lüge bezichtigt, dass er uns der „Gräuelpropaganda“ bezichtigt (Abg. Dr. Stummvoll: Sie wollen ihn bestrafen!) – das können Sie im Protokoll nachlesen –, dann frage ich mich, ob das eines Bundeskanzlers dieser Republik würdig ist. – Ich sage: Nein! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Mag. Johann Maier: Das stimmt ja nicht!
seine Vertreter in der Europäischen Union. Wir haben gemeinsam das Moratorium auf europäischer Ebene initiiert, das bis heute hält. – Eine ganz klare Positionierung! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Mag. Johann Maier: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Maßnahme unter vielen, die wichtig ist!
In den letzten Tagen wurde auch gesagt, man sollte das Umweltprogramm heranziehen und Gentechnikfreiheit dort verankern. Damit könne man die Gentechnik aus Österreich fernhalten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Maßnahme unter vielen, die wichtig ist!) Da müssen Sie wissen, und Sie sollten es eigentlich wissen, dass dieses Programm ein freiwilliges ist und dass schon jetzt nicht alle daran teilnehmen. Was ist mit jenen, die zukünftig auf die Ansprüche aus dem Umweltprogramm verzichten? Haben die dann die Freiheit, Gentechnik zu verwenden, oder nicht? Diese Vorstellungen sind nicht dazu geeignet, unseren gemeinsamen, aber vor allem auch meinen Wunsch zu erfüllen, Gentechnik von Österreich möglichst fernzuhalten. Was dazu am besten geeignet ist, ist das, was mit dem Gentechnikgesetz in Umsetzung der Freisetzungsrichtlinie als Regierungsvorlage vorliegt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Umsetzen in legistische Maßnahmen – das erwarten wir auch von Ihnen, Herr Bundesminister!
Was tun wir? – Wir orientieren uns an der Charta für Gentechnikfreiheit. Sie haben die Charta heute erwähnt, und ich habe sie mitgenommen (der Redner zeigt ein vielfach vergrößertes Exemplar vor), weil vielleicht auch Herr Abgeordneter Pirklhuber dieser Charta beitreten kann. Ich habe sie deswegen mitgenommen, weil sie die politische Handlungsanleitung ist, die wir Punkt für Punkt umsetzen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Umsetzen in legistische Maßnahmen – das erwarten wir auch von Ihnen, Herr Bundesminister!) Das Spannende dabei ist: Wissen Sie, wer diese Charta als Erste unterschrieben hat? – Die deutsche Landwirtschaftsministerin Renate Künast. Ich fordere Sie auf, ihrem Weg zu folgen und diese Charta gemeinsam zu einem absoluten politischen Erfolg zu machen! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Scheibner: Macht euch das vorher aus! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Zur Haftungsfrage: Wenn man eine Risikotechnologie nicht will, dann kann man an der Haftungsschraube so stark drehen, dass es tatsächlich für jeden Anwender einfach ein unkalkulierbares Risiko darstellt. Da ist die so genannte Beweislastumkehr ein wesentliches Instrument. Das heißt zum Beispiel, wenn ein Bauer in Ungarn gentechnisch veränderten Mais anpflanzt, und da fliegen die ... – Wolfgang, korrigiere mich! Wie heißt das richtig beim Mais, was sich dann fortpflanzt? (Abg. Scheibner: Macht euch das vorher aus! – Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 78
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber begleitet Abg. Dr. Glawischnig zum Rednerpult und stellt einen Korb mit Obst und Gemüse auf das Rednerpult, der mit einem Schild mit der Aufschrift „Gentechnik-Anbau! Bald auch in Österreich?“ versehen ist. – Ruf bei der ÖVP: Redet ihr zu zweit?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abgeordnete Dr. Glawischnig. Freiwillige Redezeitbeschränkung: 10 Minuten. – Frau Abgeordnete, Sie haben das Wort. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber begleitet Abg. Dr. Glawischnig zum Rednerpult und stellt einen Korb mit Obst und Gemüse auf das Rednerpult, der mit einem Schild mit der Aufschrift „Gentechnik-Anbau! Bald auch in Österreich?“ versehen ist. – Ruf bei der ÖVP: Redet ihr zu zweit?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll –: Nicht lachen! Nicht lachen!
Herr Umweltminister, Sie haben sich auf die andere Seite gestellt. Sie haben bei diesem Gesetz persönlich die Haftung verwässert und damit die Konflikte in die Dörfer getragen. Sie haben durch eine völlig ungenügende Haftungsregelung genau den kleinen Biobauern, dessen Nachbar dann im Falle eines Konfliktes vom Gentechnikkonzern Monsanto mit einer riesigen Rechtsabteilung unterstützt wird, im Stich gelassen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung des auf der Regierungsbank sitzenden Bundesministers Dipl.-Ing. Pröll –: Nicht lachen! Nicht lachen!)
Abg. Dr. Pirklhuber trägt den mit Obst und Gemüse gefüllten Korb vom Rednerpult weg.
Faszinierend war schon – das nur eingangs meiner Ausführungen –, dass sowohl Redner der SP-Fraktion, aber vor allem auch Frau Dr. Glawischnig minutenlang über einen Misstrauensantrag gesprochen haben, aber eingebracht wurde ein solcher offensichtlich nicht. Offensichtlich waren Sie hier so beschäftigt mit dem Aufstellen von Zuckerrüben, Kartoffeln und Maisprodukten, dass Sie vergessen haben dürften, einen solchen Antrag einzubringen. Es wird das aber vielleicht einer Ihrer folgenden Redner machen, sodass darüber dann abgestimmt werden kann. (Abg. Dr. Pirklhuber trägt den mit Obst und Gemüse gefüllten Korb vom Rednerpult weg.) – Danke.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... lang nicht ausgelotet!
Im Endeffekt ist es jedoch so, dass es dazu, was den nationalen Bereich betrifft, Handlungsbedarf gibt. Und warum gibt es diesen Handlungsbedarf? – Den gibt es einmal leider deshalb, weil uns die Europäische Union, weil uns Brüssel etwas vorgeschrieben hat, wurde doch das In-Verkehr-Bringen von gentechnisch veränderten Organismen von einer Institution vorgeschrieben, die dem nationalen Parlament sozusagen vorgelagert ist. Jetzt könnte man darüber philosophieren, warum es dazu gekommen ist, warum zum Beispiel gerade die deutsche Landwirtschaftsministerin Künast, eine Vertreterin der Grünen, in der EU nicht gegen eine Ausbringung solcher Produkte gestimmt hat, warum es sozusagen das grüne Aushängeschild der europäischen Politik nicht verhindert, ja das In-Verkehr-Bringen gentechnisch veränderter Organismen nicht einmal zu verhindern versucht hat. Nein, denn dort wurde auf einmal europäische Politik der Politik der Grünen untergeordnet, besser gesagt: übergeordnet. Da ist also, wie man gesehen hat, die Politik der Grünen an Grenzen gestoßen; jetzt aber hier, im nationalen Parlament ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... lang nicht ausgelotet!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Salzburg! Salzburg hat das erste Gesetz!
Zusammenfassend: Wir haben einheitliche Kriterien festgelegt, Zulassungsbefristungen gibt es für zehn Jahre; es gibt klare Strafbestimmungen. Was das In-Verkehr-Bringen gentechnisch veränderter Produkte betrifft, gibt es auf Bundesebene klare Haftungsregelungen. Wir haben bundeseinheitliche Regelungen geschaffen, wir haben eine Beweislasterleichterung eingeführt, und wir haben – und da bin ich als Kärntner stolz darauf, weil wir in Kärnten als Erste dieses Modell verwirklicht haben – mit dem Vorsorgegesetz auch versucht (Abg. Dr. Pirklhuber: Salzburg! Salzburg hat das erste Gesetz!), Regelungen zu treffen, die das In-Verkehr-Bringen erschweren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es ist Salzburg, nicht Kärnten!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es ist Salzburg, nicht Kärnten!
Zusammenfassend: Wir haben einheitliche Kriterien festgelegt, Zulassungsbefristungen gibt es für zehn Jahre; es gibt klare Strafbestimmungen. Was das In-Verkehr-Bringen gentechnisch veränderter Produkte betrifft, gibt es auf Bundesebene klare Haftungsregelungen. Wir haben bundeseinheitliche Regelungen geschaffen, wir haben eine Beweislasterleichterung eingeführt, und wir haben – und da bin ich als Kärntner stolz darauf, weil wir in Kärnten als Erste dieses Modell verwirklicht haben – mit dem Vorsorgegesetz auch versucht (Abg. Dr. Pirklhuber: Salzburg! Salzburg hat das erste Gesetz!), Regelungen zu treffen, die das In-Verkehr-Bringen erschweren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es ist Salzburg, nicht Kärnten!)
Abg. Dr. Glawischnig: „Frau Präsidentin“! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: „Frau Ministerin“! „Frau Präsidentin“! – Ruf bei der ÖVP: Aber geh!
Bundesministerin für Gesundheit und Frauen Maria Rauch-Kallat: Frau Präsident! Hohes Haus! (Abg. Dr. Glawischnig: „-tin“!) Bitte? (Abg. Dr. Glawischnig: „Frau Präsidentin“! – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: „Frau Ministerin“! „Frau Präsidentin“! – Ruf bei der ÖVP: Aber geh!) Frau Präsidentin – bitte! „Frau Präsidentin“ ist ein Pleonasmus, aber bitte. (Abg. Mag. Stoisits: Das ist kein Pleonasmus! Das ist richtig angewandt!) Gut, also werde ich in Hinkunft ... (Abg. Mag. Stoisits: Wir sagen ja auch nicht zu Ihnen: „Herr Bundesministerin“!) Ja, ich nehme es zur Kenntnis.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn Sie, Herr Kollege Pirklhuber, von einem makabren Gesetz sprechen, dann sage ich Ihnen, was makaber ist: dass Sie vor dem Landwirtschaftsministerium gentechnisch veränderten Mais abladen wollen. Das ist makaber. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Das ist makaber, Herr Kollege Pirklhuber! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist Verunsicherungspolitik der Grünen, wie wir sie in Wirklichkeit in den letzten fünf Jahren nicht erlebt haben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das darf er ja gar nicht!
Sie kennen sicherlich den „Kurier“-Artikel von Grete Kopeinig; ich darf ihn nun zitieren: Die EU erlaubt seit kurzem die Aussaat von Gentechnik. Bisher hat allerdings noch kein österreichischer Bauer wissend das manipulierte Saatgut verwendet, und die Chance ist groß, dass es so bleibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das darf er ja gar nicht!) – „Die Chance ist groß, dass es so bleibt“, und die Menschen in Österreich haben Vertrauen zu den heimischen Bauern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja gar nicht zugelassen bisher! Rechtlich nicht möglich!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja gar nicht zugelassen bisher! Rechtlich nicht möglich!
Sie kennen sicherlich den „Kurier“-Artikel von Grete Kopeinig; ich darf ihn nun zitieren: Die EU erlaubt seit kurzem die Aussaat von Gentechnik. Bisher hat allerdings noch kein österreichischer Bauer wissend das manipulierte Saatgut verwendet, und die Chance ist groß, dass es so bleibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das darf er ja gar nicht!) – „Die Chance ist groß, dass es so bleibt“, und die Menschen in Österreich haben Vertrauen zu den heimischen Bauern, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja gar nicht zugelassen bisher! Rechtlich nicht möglich!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Seit Jahren ist Österreich die Speerspitze in Europa bei der Verhinderung der Zulassung von gentechnisch veränderten Produkten. Mit dem Moratorium, mit uns an der Spitze und zusammen mit anderen Ländern ist es uns bis jetzt gelungen, gentechnisch veränderte Produkte nicht zuzulassen. Ich habe in dieser Zeit in Europa niemanden, vor allem auch nicht aus dem grünen Bereich, an unserer Seite gesehen, wenn es dort darum gegangen ist, gegen die Gentechnik zu kämpfen. ÖVP-Minister in der Landwirtschaft und im Umweltbereich waren immer konsequent zur Stelle. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das steht nicht im Gesetz!
Ich komme auf Fritz Grillitsch zurück. Ich kenne keinen Bauern in Österreich, der aktiv auf uns zukommt und sagt, er werde auf Gentechnik setzen. Falls jemand auf die Idee kommt, haben wir mit diesem Gentechnikgesetz einen klaren rechtlichen Rahmen gesetzt. Im Vordergrund stehen – auch bei der Bewertung des Gesetzes – eindeutig die, die wir schützen wollen: Biobäuerinnen und Biobauern sowie konventionelle Bauern, die Gentechnik nicht anwenden wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das steht nicht im Gesetz!) Das Gesetz ist die klare Antwort darauf.
Abg. Dr. Pirklhuber: Er hat nichts dazu gesagt! Nicht geantwortet!
Da sind Sie selber unglaubwürdig, und das konnten Sie mit Ihren Äußerungen hier vor uns in keiner Weise berichtigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Er hat nichts dazu gesagt! Nicht geantwortet!) Da bleiben Sie unglaubwürdig, und da verdienen Sie leider unser Misstrauen in vielerlei Hinsicht! – Das zum ersten Komplex.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Gemeinden beschließen das!
Abgeordneter Klaus Wittauer (Freiheitliche): Herr Präsident! Werte Regierungsmitglieder! Hohes Haus! Herr Abgeordneter Pirklhuber, gentechnikfreie Gemeinden, das ist wunderbar, ich unterstütze das. Das ist eine Initiative, die gemeinsam mit den Bauern gemacht worden ist, aber es ist keine Rechtssicherheit gegeben. Wenn ein Bauer diese Rechtssicherheit verlässt, dann ist es halt so, dass ein Bürgermeister sagen kann, diese Gemeinde ist gentechnikfrei. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Gemeinden beschließen das!) Ich weiß und ich unterstütze diese Initiative, aber es ist auf freiwilliger Basis.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist noch nicht beschlossen! Das ist nur eine Vorlage!
Die Länder sind bemüht – da ist Kärnten eben ein Vorbild, das hat es schon geschafft, andere Bundesländer haben nachgezogen, Tirol hat dieses Gesetz mit übernommen –, möglichst die Voraussetzungen zu schaffen, dass garantiert ist, dass es zumindest sehr erschwert ist, dass Gentechnik eingesetzt wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist noch nicht beschlossen! Das ist nur eine Vorlage!) Ich wollte das nur klarstellen, weil das so rübergekommen ist, als würde jede Gemeinde jetzt gentechnikfrei sein, nur weil es eine gemeinsame Aktion mit den Bauern gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben keine Parteienstellung auf der Bundesebene! Das ist das Problem!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben keine Parteienstellung auf der Bundesebene! Das ist das Problem!
Die Länder sind bemüht – da ist Kärnten eben ein Vorbild, das hat es schon geschafft, andere Bundesländer haben nachgezogen, Tirol hat dieses Gesetz mit übernommen –, möglichst die Voraussetzungen zu schaffen, dass garantiert ist, dass es zumindest sehr erschwert ist, dass Gentechnik eingesetzt wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist noch nicht beschlossen! Das ist nur eine Vorlage!) Ich wollte das nur klarstellen, weil das so rübergekommen ist, als würde jede Gemeinde jetzt gentechnikfrei sein, nur weil es eine gemeinsame Aktion mit den Bauern gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben keine Parteienstellung auf der Bundesebene! Das ist das Problem!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es sind nicht alle im ÖPUL!
Ich möchte schon etwas für die Bauern sagen: Jemand, der im ÖPUL ist, jemand, der biologisch anbaut – und das sind über 80 Prozent –, der wird nie gentechnisch verunreinigtes Saatgut nehmen, weil er sich damit die Grundlage nehmen würde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es sind nicht alle im ÖPUL!) Ich möchte nur für die Bauern reden. Die Bauern sind mündig genug, dass sie nachschauen und wissen, was sie anbauen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber dazu, was für uns auch wesentlich war, muss man schon sagen: Dass das Moratorium gefallen ist, dass die Verlängerung nicht stattgefunden hat, daran war die Künast auch beteiligt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ja, klar, weil sie nicht dafür gestimmt hat.
Abg. Dr. Pirklhuber hält ein Sackerl in die Höhe.
Abgeordnete Mag. Elisabeth Scheucher-Pichler (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ganz verstehe ich ja die Linie der Grünen nicht. Ich meine, ich verstehe sie öfter nicht, aber eben auch heute nicht. Am Vormittag haben Sie uns gesunde, frische (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig) – aber es war zumindest eine Linie, Frau Kollegin – Apferl geschenkt. Danke. (Abg. Dr. Pirklhuber hält ein Sackerl in die Höhe.) Sie zeigen das Sackerl her. So nebenbei bemerkt: Es ist ein viel zu großes Sackerl für so einen kleinen guten Apfel; im Sinne des Umweltschutzes viel zu groß, das Papiersackerl. Am Nachmittag stellen Sie gegen unseren Minister einen Misstrauensantrag, gegen jenen Minister, der dafür sorgt, dass unsere Bäuerinnen und Bauern, unsere Obstproduzenten gute Rahmenbedingungen haben. Ich denke, da gilt es auch einmal danke zu sagen für deren tolle Arbeit. Da gilt es wirklich einmal danke zu sagen, denn das hat noch niemand getan. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine Antwort!
Sie verlassen den Weg einer konstruktiven Arbeit. Gerade bei Bundesminister Pröll und bei Frau Bundesministerin Rauch-Kallat habe ich immer das Gefühl gehabt, dass es einen sehr konstruktiven Diskurs gibt. Sie verlassen den konstruktiven Weg, indem Sie heute die Produzentinnen und Produzenten, aber auch die Konsumenten in Österreich im Stich lassen. Sie lassen sie im Stich, indem Sie – was wir mit dieser Gesetzesvorlage tun – keine Antwort auf die EU-Vorgaben geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine Antwort!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind für die Förderung der Gentechnik!
Unser Bundesminister antwortet auf das, was in der EU passiert ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind für die Förderung der Gentechnik!) Das ist notwendig und dafür ein herzliches Dankeschön. Dafür wirklich ein herzliches Dankeschön, denn dieses Gesetz ist sachlich, es ist ausgewogen, dieses Gesetz bringt Sicherheit für Konsumenten und Produzenten, und der Schutzgedanke – gerade der Schutzgedanke, über den Sie die ganze Zeit sprechen – steht im Mittelpunkt dieses Gesetzes. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie passt das mit der Förderung der Gentechnik zusammen?) Es werden all jene geschützt, die gentechnisch veränderte Organismen, Produkte, Lebensmittel ablehnen. Das ist eine Tatsache. Das beschließen wir heute. Sie verunsichern – wir handeln! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Förderung der Gentechnik steht in den Bestimmungen! Die Förderung!) Da können Sie noch so laut schreien!
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie passt das mit der Förderung der Gentechnik zusammen?
Unser Bundesminister antwortet auf das, was in der EU passiert ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind für die Förderung der Gentechnik!) Das ist notwendig und dafür ein herzliches Dankeschön. Dafür wirklich ein herzliches Dankeschön, denn dieses Gesetz ist sachlich, es ist ausgewogen, dieses Gesetz bringt Sicherheit für Konsumenten und Produzenten, und der Schutzgedanke – gerade der Schutzgedanke, über den Sie die ganze Zeit sprechen – steht im Mittelpunkt dieses Gesetzes. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie passt das mit der Förderung der Gentechnik zusammen?) Es werden all jene geschützt, die gentechnisch veränderte Organismen, Produkte, Lebensmittel ablehnen. Das ist eine Tatsache. Das beschließen wir heute. Sie verunsichern – wir handeln! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Förderung der Gentechnik steht in den Bestimmungen! Die Förderung!) Da können Sie noch so laut schreien!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Förderung der Gentechnik steht in den Bestimmungen! Die Förderung!
Unser Bundesminister antwortet auf das, was in der EU passiert ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind für die Förderung der Gentechnik!) Das ist notwendig und dafür ein herzliches Dankeschön. Dafür wirklich ein herzliches Dankeschön, denn dieses Gesetz ist sachlich, es ist ausgewogen, dieses Gesetz bringt Sicherheit für Konsumenten und Produzenten, und der Schutzgedanke – gerade der Schutzgedanke, über den Sie die ganze Zeit sprechen – steht im Mittelpunkt dieses Gesetzes. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie passt das mit der Förderung der Gentechnik zusammen?) Es werden all jene geschützt, die gentechnisch veränderte Organismen, Produkte, Lebensmittel ablehnen. Das ist eine Tatsache. Das beschließen wir heute. Sie verunsichern – wir handeln! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Förderung der Gentechnik steht in den Bestimmungen! Die Förderung!) Da können Sie noch so laut schreien!
Sitzung Nr. 79
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber der Umkehrschluss ist auch völlig falsch!
Meine Damen und Herren! Es gibt in Ihren Reihen Menschen, die tatsächlich eine hohe Abgabenquote für einen Indikator für den Entwicklungsstand oder den Entwicklungsgrad einer Gesellschaft halten, wie kürzlich Herr Matznetter gesagt hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber der Umkehrschluss ist auch völlig falsch!) Ich bin eher der Meinung (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Umkehrschluss ist detto falsch!), dass das ein Gradmesser für das
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Umkehrschluss ist detto falsch!
Meine Damen und Herren! Es gibt in Ihren Reihen Menschen, die tatsächlich eine hohe Abgabenquote für einen Indikator für den Entwicklungsstand oder den Entwicklungsgrad einer Gesellschaft halten, wie kürzlich Herr Matznetter gesagt hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber der Umkehrschluss ist auch völlig falsch!) Ich bin eher der Meinung (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Umkehrschluss ist detto falsch!), dass das ein Gradmesser für das
Abg. Dr. Pirklhuber – auf den Redner weisend –: Er hat keinen Kaffee getrunken in der Früh!
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage: Eine hohe Abgabenquote ist moderne Sklaverei. (Rufe bei der SPÖ: Was?) – Ihre Philosophie scheint nämlich folgende zu sein: Arbeite lange für den Staat und gib ihm dein Einkommen in Form einer hohen Steuer- und Abgabenquote – und er gibt dir dann wieder das, was du seiner Ansicht nach zum Leben brauchst. (Abg. Dr. Pirklhuber – auf den Redner weisend –: Er hat keinen Kaffee getrunken in der Früh!) – Wir sind eher der Meinung, dass die Abgabenquote niedrig sein sollte, weil dies Leistung stimuliert, weil den Menschen dadurch ihre Leistung, die sie erbringen, auch honoriert wird.
Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Kopf, rechnen Sie uns einmal vor, wie lange ...!
Aber, meine Damen und Herren, eine hohe Abgabenquote ist immer auch ein Stück weit Ausdruck der Budgetpolitik der Vergangenheit. Sie, meine Damen und Herren von der Sozialdemokratie, haben in der Vergangenheit ein hohes Defizit immer damit argumentiert, dass das Beschäftigung schaffe. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Kopf, rechnen Sie uns einmal vor, wie lange ...!) Ich kann Ihnen leicht den Gegenbeweis erbringen: Deutschland: 3,6 Prozent Defizit, aber Rekordarbeitslosigkeit (Abg. Heinzl: Und wir nicht?) mit 9,8 Prozent; Frankreich: 3,7 Prozent Defizit, aber trotzdem 9,6 Prozent Arbeitslosigkeit; Italien: 3,2 Prozent Defizit und 8,5 Prozent Arbeitslosigkeit. Österreich hingegen: gerade einmal 1,3 Prozent Defizit heuer, aber die geringste Arbeitslosigkeit aller EU-Staaten mit 4,5 Prozent! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine gute Maßnahme!
Meine Damen und Herren! Die österreichische Wirtschaft steht in einem internationalen Wettbewerb, der Standort Österreich steht mitten in einem internationalen Wettbewerb. Unsere Arbeitsplätze sind auf dem Markt einer globalisierten Welt. Wir haben zehn neue EU-Staaten um uns herum, in denen die Steuersituation folgende ist: Diese Staaten besteuern die Unternehmenserträge, in der Slowakei mit 19 Prozent, in Ungarn nur mit 16 Prozent, in Polen mit 19 Prozent. – Und wir setzen die richtige Maßnahme! Alle Experten sagen uns, die Senkung der Körperschaftsteuer von 34 auf 25 Prozent (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine gute Maßnahme!), die Halbierung der Besteuerung der nicht entnommenen Gewinne in den Personengesellschaften und auch diese neue Gruppenbesteuerung (Ruf bei den Grünen: Die besonders! – Abg. Öllinger: Die besonders!) bringen Arbeitsplätze nach Österreich und sichern die bestehenden Arbeitsplätze in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bei den Gemeinden, da geht uns das Geld ab!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bei den Gemeinden, da geht uns das Geld ab!
Meine Damen und Herren! Die österreichische Wirtschaft steht in einem internationalen Wettbewerb, der Standort Österreich steht mitten in einem internationalen Wettbewerb. Unsere Arbeitsplätze sind auf dem Markt einer globalisierten Welt. Wir haben zehn neue EU-Staaten um uns herum, in denen die Steuersituation folgende ist: Diese Staaten besteuern die Unternehmenserträge, in der Slowakei mit 19 Prozent, in Ungarn nur mit 16 Prozent, in Polen mit 19 Prozent. – Und wir setzen die richtige Maßnahme! Alle Experten sagen uns, die Senkung der Körperschaftsteuer von 34 auf 25 Prozent (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine gute Maßnahme!), die Halbierung der Besteuerung der nicht entnommenen Gewinne in den Personengesellschaften und auch diese neue Gruppenbesteuerung (Ruf bei den Grünen: Die besonders! – Abg. Öllinger: Die besonders!) bringen Arbeitsplätze nach Österreich und sichern die bestehenden Arbeitsplätze in Österreich. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bei den Gemeinden, da geht uns das Geld ab!)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich fasse zusammen, Herr Präsident: Wir haben schwierige Zeiten besser überstanden als andere. Der Aufschwung ist spürbar. Wir unterstützen durch die Entlastung – und Entlastung schafft Aufschwung, Aufschwung schafft Arbeit, und Arbeit sichert den Wohlstand in diesem Land! (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 83
Heiterkeit des Redners. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rest-Hinterseer und Dr. Pirklhuber.
Meine geschätzten Damen und Herren! (Heiterkeit des Redners. – Zwischenrufe der Abgeordneten Rest-Hinterseer und Dr. Pirklhuber.) – Mein Klubobmann deutet mir, dass ich meine Redezeit einhalten soll. Aber dieses Thema ist mir wichtig, und deshalb werde ich mich dieses Themas noch weiter annehmen.
Sitzung Nr. 84
in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine geschätzten Damen und Herren! Wolfgang (in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber), ich bin eigentlich enttäuscht, ich muss das jetzt ganz ehrlich sagen. (Abg. Dr. Glawischnig: Ich bringe dir ein paar Taschentücher raus!) Weißt du, warum? – Weil es eigentlich bis jetzt immer nur diesen Klassenkampf Bauern gegen Nicht-
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um Politik, nicht um Dank! Wo bleibt die Verantwortung?
Ich möchte aber eines nachholen – das habe ich auch ein bisschen vermisst, auch von meinem Kollegen Grillitsch am Anfang –: Ich möchte zumindest von Seiten unserer Fraktion, von Seiten der Freiheitlichen, der freiheitlichen Bauernschaft diese Budgetdebatte auch dafür nutzen, einen gewissen Dank allen Proponenten und Vertretern abzustatten – es ist nicht der Bauernbund, den ich damit meine, sondern es sind jene, die die Landwirtschaft fernab der Parteipolitik vertreten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um Politik, nicht um Dank! Wo bleibt die Verantwortung?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ein Wort zum Budget, Kollege Scheuch!
Wenn ich Kollegen Bucher sehe, so weiß ich jetzt genau, dass es ohne Landwirtschaft keinen Tourismus gäbe. Wenn man die Klein- und Mittelbetriebe aus den Zulieferindustrien betrachtet, so weiß man, dass es dort ohne Landwirtschaft Tausende Arbeitsplätze nicht gäbe. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig.) – Frau Dr. Glawischnig, auch wenn Sie sich über die Bauern lustig machen, muss ich doch betonen, sie sind und bleiben ein wichtiges Thema. Sie kommen selber aus einem landwirtschaftlichen Betrieb, zumindest so von den Wurzeln her, soviel mir bekannt ist. Deswegen würde ich mir ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit in dieser Debatte auch in den Zwischenrufen erwarten, denn nur einfach dagegen zu sein und nur einfach destruktiv zu sagen, dass hier falsche Politik gemacht wird, ist der falsche Ansatz. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein Wort zum Budget, Kollege Scheuch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: 900 000 für die Organisation – das ist ein Tropfen auf den heißen Stein!
Ich bin davon überzeugt, dass wir ein Problem bekommen werden, wenn wir uns nicht dazu bekennen, diese Leute zu fördern, wenn wir uns nicht dazu bekennen, dass diese Förderung, die in der Bevölkerung so oft kritisiert wird, auch dazu dient, wirklich andere Dinge nach vorne zu bringen. Da wird nicht nur Geld verteilt, damit ich mit meinem Traktor mit dem Pflug auf- und abfahre. Da wird in Bildung investiert, da wird in Umwelt investiert, da wird in biologische Landwirtschaft investiert, da wird in die Qualitätssicherung und in die Forschung investiert, da wird in erneuerbare Energie investiert. Es geht um so viele Bereiche, die im Endeffekt Zigtausende Arbeitsplätze schaffen. (Abg. Dr. Pirklhuber: 900 000 für die Organisation – das ist ein Tropfen auf den heißen Stein!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zucker!
„Man müsste zuerst einmal das, was Agrarkommissar Franz Fischler beim Zucker geschafft hat, auf eine allgemeine Ebene heben: Die Agrarsubventionen innerhalb von vier Jahren um 50 Prozent kürzen.“ (Abg. Dr. Pirklhuber: Zucker!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Geh bitte! Da waren ganz konkrete Bezugnahmen aufs Budget!
Was die Frage der Gestaltung der Bundesforste betrifft, Herr Abgeordneter Pirklhuber: Sie haben sehr viele Stellungnahmen abgegeben, aber ich glaube, Sie haben das Wort „Budget“ nicht einmal am Rande erwähnt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Geh bitte! Da waren ganz konkrete Bezugnahmen aufs Budget!) Wir diskutieren heute aber eine der wichtigsten Fragen für die zukünftige Gestaltung dieses Bereiches.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die haben es noch gar nicht! Kredite haben sie aufnehmen müssen!
ministerium transferiert – und damit, denn Sie haben den zweiten Teil vergessen, auch die Pensionsverpflichtungen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die haben es noch gar nicht! Kredite haben sie aufnehmen müssen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Was die Frage der Erfolge der letzten Zeit betrifft, jetzt nur jene der letzten Tage und Wochen: Wir haben auch in der Klimastrategie mit der Beimischung von alternativen Treibstoffen zu fossilen Energieträgern in einer Belastungsphase durch hohe Kosten bei fossilen Energieträgern die richtige Antwort gegeben. Im Jahr 2008: 5,75 Prozent Beimischung aus heimischer Produktion. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist wichtig, Herr Abgeordneter Pirklhuber, für die Wertschöpfung im ländlichen Raum, für die Bäuerinnen und Bauern mit einem großen Umweltnutzen, denn minus 1 Million Tonnen CO2 werden aus dieser Maßnahme im Jahr 2008 resultieren. Das ist übrigens ambitionierter als in allen anderen europäischen Ländern. Das ist Vorbildwirkung auf einem nachhaltigen Weg in eine nachhaltige Energiezukunft für unser Land! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zum Schaden der eigenen Bevölkerung!
Ich habe hier aus Serbien eine Darstellung eines Schweinezucht- und -mastbetriebes. (Der Redner hält einen Prospekt in die Höhe.) 2 000 Muttersauen, 40 000 Mastschweine, die Gülle – so heißt es hier – wird biologisch entsorgt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zum Schaden der eigenen Bevölkerung!) Ja, einfach dem Boden freigegeben, ohne Güllebehälter, ohne „flüssigkeitsdicht“ und ohne Vorschriften, wann und wie ausgebracht wird. Und dann, meine Damen und Herren, soll man mit diesen Betrieben in Konkurrenz treten? – Diesbezüglich haben wir noch manche Aufklärungsarbeit vor uns.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Frage der Effizienz stellt sich auch!
Nun zum Umweltschutz-Budget. An den Budgetzahlen ist eindeutig erkennbar, dass Umwelt einen Schwerpunkt der Politik dieser schwarz-blauen Koalition bildet. Dieser ist es ein wichtiges Anliegen, dass wir auch in Zukunft eine intakte Umwelt haben. Für das Budget 2005 stehen mehr Mittel zur Verfügung als im heurigen Jahr, und im Vergleich zum Jahr 2000 ist das Budget für die Umwelt sogar um das Doppelte gestiegen. – Wir können daher mit Recht sagen, dass das ein wirklich schöner Erfolg für den Bereich des Umweltschutzes ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Frage der Effizienz stellt sich auch!)
Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir reden über das Budget 2005, über die Grundbilanz!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Hannes Missethon (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Ich habe die bisherige Debatte sehr aufmerksam verfolgt und dabei den Eindruck gewonnen, dass die Regierungsparteien über ein anderes Kapitel debattieren als die Oppositionsparteien. Wir debattieren Umwelt und Landwirtschaft , Sie offensichtlich Katastrophenschutz. (Heiterkeit und Beifall bei Abgeordneten der ÖVP und der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir reden über das Budget 2005, über die Grundbilanz!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Fangen Sie doch zu singen an! Stimmen Sie einen Choral an!
Die Wahrheit ist nämlich, dass Österreich in Bezug auf die Lebensqualität seit drei Jahren auf Platz 1 liegt, auf Platz 7 des weltweiten Nachhaltigkeitsindex (Abg. Dr. Pirklhuber: Fangen Sie doch zu singen an! Stimmen Sie einen Choral an!), und dass wir es in Österreich geschafft haben, Herr Kollege, viele Freunde für den Umweltschutz zu finden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt!
Geschätzte Damen und Herren! Wir sollten meines Erachtens aber auch den Blick auf die Realität nicht vergessen: Österreich ist eine kleine Volkswirtschaft in Europa. Durch die Erweiterung besteht ein hoher Bedarf an Umweltschutzinvestitionen in den neuen Mitgliedsländern. Wenn wir diesen Ländern helfen, im Bereich Umweltschutz auf die Beine zu kommen, dann ist das gut für Europa und damit auch gut für Österreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Bemerkenswert ist auch – und da spreche ich die linke Reichshälfte an –, dass der Arbeitskammerpräsident aus Salzburg glaubt, dass 90 Cent Milchpreis im Handel durchaus leistbar sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Leben wir danach! Ich bitte darum, leben wir danach! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das Wort ist heute noch gar nicht gefallen! Der Erste, der das Wort in den Mund genommen hat, sind Sie!
Ich bin seit fünf Jahren hier im Parlament – zuerst war ich im Bundesrat, und jetzt bin ich im Nationalrat –, und ich habe in diesen fünf Jahren keine Änderung des Stils erlebt. Es läuft ein bisschen auf Kritik hinaus, das ist okay, das gehört dazu, aber es ist immer das gleiche Spiel: Groß gegen Klein, was ja in Österreich auch sehr relativ ist, und es geht auch immer um die „bösen“ Agrarfabriken und so weiter. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das Wort ist heute noch gar nicht gefallen! Der Erste, der das Wort in den Mund genommen hat, sind Sie!) Die Frage Großbetriebe ist überhaupt ein Treppenwitz der Geschichte.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja!
Ich bringe Ihnen ein Beispiel, Herr Pirklhuber: Vor vielen Jahren hatten die südlichen Länder Europas Betriebe mit einer Kuh oder zwei Kühen. Wenn man heute die Statistik der Milchlieferanten in Europa anschaut, dann stellt man fest, dass Österreich die kleinststrukturierte Milchwirtschaft in Gesamteuropa hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja!) Portugal, Griechenland, Italien, die sind da alle davongaloppiert, und wir haben eine kleinstrukturierte, bäuerlich orientierte, umweltorientierte Landwirtschaft erhalten. Das ist eigentlich das Bedauerliche, aber das muss man zur Kenntnis nehmen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aha, ist das jetzt eine?
Meine Damen und Herren! In Sonntagsreden wird gerne über die Bedeutung des ländlichen Raumes gesprochen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aha, ist das jetzt eine?), wenn es aber konkret wird und man sich zu Entscheidungen, die für die Betroffenen auch zwischen Daumen und Zeigefinger (der Redner macht eine entsprechende Bewegung) spürbar sind, bekennen sollte, verlässt Sie, meine Damen und Herren von der linken Reichshälfte in diesem Hohen Hause, sehr oft der Mut und die Bereitschaft, Ihren Worten auch Taten folgen zu lassen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nur niemanden vergessen!
Ich möchte mich noch ganz kurz bedanken – das ist ja schon oft geschehen – bei den Landwirtschaftskammern, bei den Beamten im Landwirtschaftsministerium, beim Klub hier und bei den Ausschüssen: wirklich tolle Arbeit! (Abg. Dr. Pirklhuber: Nur niemanden vergessen!)
Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Oje, noch einmal 10 Minuten! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe ohnehin nur 2 Minuten!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Als nächster Redner hat sich Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber zu Wort gemeldet. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Oje, noch einmal 10 Minuten! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe ohnehin nur 2 Minuten!)
Sitzung Nr. 86
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer es sich leisten kann!
Ich möchte nun mit ein paar Worten skizzieren, worum es wirklich geht. Es geht darum, das Pensionssystem zukunftssicher und generationengerecht zu machen. Wir haben das mit drei Säulen, die wir errichtet haben, auch tatsächlich erreicht. Da kann man vielleicht über Details streiten, aber dass es in Zukunft eine starke staatliche Säule gibt, nämlich der Pension aus der Pensionsversicherung, dazu gleichzeitig eine Mitarbeitervorsorge und auch die Zukunftsvorsorge (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer es sich leisten kann!), das kann man nicht bestreiten. Das dient heute bereits international als Vorbild.
Abg. Dr. Pirklhuber: Bergarbeiter!
Das ist eine Situation, wie sie in keiner anderen berufsspezifischen Sozialversicherung vorzufinden ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bergarbeiter!) Selbstverständlich sind da auch die nötigen Bundeszuschüsse, um diese Pensionen ausbezahlen zu können, unbedingt notwendig.
Abg. Dr. Pirklhuber: Reinster Neoliberalismus! – Abg. Sburny: Es gibt scheinbar keine anderen Begriffe mehr!
Den erfolgreichen Weg, den wir beschritten haben, nämlich den, Familienpolitik auch als Investitionspolitik zu begreifen, werden wir im Jahr 2005 fortsetzen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Reinster Neoliberalismus! – Abg. Sburny: Es gibt scheinbar keine anderen Begriffe mehr!) Wir werden weiter in die Schaffung familienfreundlicher Rahmenbedingungen investieren, wir werden weiter die notwendigen finanziellen Mittel für die
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Leben ist mehr als Ökonomie!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Familienpolitik heißt für uns in der ÖVP-Regierung, Verantwortung zu übernehmen für unsere Jugend, für unsere Kinder. Dieses Budget zeigt, dass wir uns nicht vor der Verantwortung drücken. Wir investieren in unsere Familien, wir investieren in die Jugend, denn das heißt: Zukunft geben. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Leben ist mehr als Ökonomie!)
Sitzung Nr. 87
Abg. Mag. Molterer: Herr Pirklhuber! Wissen Sie was? – Machen Sie die Augen und die Ohren auf!
Abschließend: Herr Präsident! Sie haben ja urgiert, dass unser Sozialsprecher heute in diesem Haus hier einen Ordnungsruf bekommt. Ich habe das genau beobachtet. Sie haben Klubobmann Molterer aufgefordert, bei der Frau Präsidentin zu intervenieren. (Abg. Mag. Molterer: Herr Pirklhuber! Wissen Sie was? – Machen Sie die Augen und die Ohren auf!) – Das war meine Wahrnehmung, Herr Kollege Molterer. Entschuldigen Sie das, aber das habe ich so gesehen. Wenn es anders ist, können Sie es ja richtig stellen.
Sitzung Nr. 89
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir haben das gerade geklärt! – Abg. Neudeck: Sie stimmen ja jetzt zu!
Zur Frage der Mineralölsteuer: Es ist gut, dass zumindest die Sozialdemokraten mitstimmen. Was bei den Grünen los ist, verstehe ich nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir haben das gerade geklärt! – Abg. Neudeck: Sie stimmen ja jetzt zu!) Ist es gerade gekommen? – Dann freue ich umso mehr, dass auch die Grünen Bewegung zeigen und in dieser wichtigen Frage alles gelöst ist. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 90
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie lange sind Sie schon Ministerin?
Zur Frage des Abgeordneten Riepl: Sehr geehrter Herr Kollege! Vielen Dank, dass Sie sich um mein Befinden bekümmern. Ich kann Ihnen sagen: Es geht mir gut! – Es geht mir deshalb gut, weil wir jetzt eine Bildungsdebatte führen, die nachweist, dass wir über ein Bildungssystem verfügen, in dem vieles sehr gut ist, in dem engagierte Lehrerinnen und Lehrer arbeiten, in dem die Schülerinnen und Schüler sehr gut sind, in dem sehr engagierte Schulpartner an der Bildungszukunft Österreichs arbeiten, in dem es aber noch einiges zu tun gibt. – Das ist nämlich interessant für eine Politikerin: wenn es noch Herausforderungen gibt! (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie lange sind Sie schon Ministerin?)
Sitzung Nr. 93
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kampfflugzeuge!
Ich möchte noch weiter gehen. – Die Abfangjäger sind keine Erfindung der Volkspartei. Sie alle wissen, dass die ersten Abfangjäger unter einer sozialdemokratischen Regierung, unter einem sozialdemokratischen Bundeskanzler und Finanzminister bestellt worden sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kampfflugzeuge!) Da waren wir in der Opposition. (Abg. Lentsch: Das hat der Cap schon vergessen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Prioritäres agrarpolitisches Ziel ist die Sicherung des bäuerlichen Einkommens und somit die nachhaltige Sicherung des ländlichen Raumes, Herr Kollege Pirklhuber. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Grillitsch: Beim Namen nennen, Kollege Pirklhuber!
ÖVP.) Es sind Förderungsskandale, die auch gerichtsanhängig sind, die gerichtliche Schritte nach sich gezogen haben. (Abg. Grillitsch: Beim Namen nennen, Kollege Pirklhuber!) – Das kommt schon, Kollege Grillitsch, seien Sie nicht so ungeduldig! Sie wissen doch eh, dass da einiges im Dunkeln liegt. Ich werde es Ihnen schon erzählen. Warten Sie halt ein bisschen! (Abg. Hornek: Zündeln und ...!)
Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich gebe nur eines zu bedenken, meine geschätzten Damen und Herren: 2 000 Milliarden Schilling Schulden müssen abgebaut werden, müssen zurückgezahlt werden, es müssen dafür Zinsen gezahlt werden. Jeden Tag sind das 290 Millionen Schilling. Man darf sich nicht vor der Realität fürchten, das ist nicht gut. Im Endeffekt ist mir die lösungsorientierte Arbeitsweise der Bundesregierung zehnmal lieber als dieses Das-Blaue-vom-Himmel-herunter-Erzählen der Opposition. (Beifall bei den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Der dritte Punkt, den ich ansprechen wollte, betrifft die Agrarmarkt Austria und die Skandalisierung der Agrarpolitik durch Herrn Abgeordneten Pirklhuber beziehungsweise den Versuch der Skandalisierung der österreichischen Agrarpolitik. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das stimmt nicht!
Was hätten wir denn getan, wenn wir auf alle verteilt hätten und viele Quoten wieder zurückgeflossen wären und nicht mehr prämienfähig geworden wären, meine sehr geehrten Damen und Herren? – Dann könnten Sie mir heute den Vorwurf machen, eine falsche Verteilung betrieben und auf Geld aus Brüssel verzichtet zu haben. Für dieses Geschäft war ich und bin ich auch in Zukunft nicht zu haben. Ich denke, dass wir eine kluge Entscheidung getroffen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das stimmt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja!
Drei Punkte haben wir kritisiert: Die Verteilung ist ungerecht! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja!) Wir haben immer gesagt, dass wir dafür sind, dass die Verteilung auf alle erfolgen sollte.
Abg. Dr. Pirklhuber: Detto!
Des Weiteren haben wir gefordert, dass Grünlandbetriebe mehr gefördert werden sollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Detto!) Das ist ökologisch und ökonomisch meiner Meinung nach auch richtig. Aber im Gesamten dem Minister und der Regierung vorzuwerfen, dass sie die Punkte, die ich vorhin aufgezählt habe, nicht erfüllen würde, das ist, sage ich, schlichtweg eine Frechheit.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Da schaue ich schon ein bisschen neidisch zur ÖVP, denn die einzigen, die in der Landwirtschaft tätig sind, sind Vertreter der ÖVP, die sich sehr wohl auskennen, und Vertreter der FPÖ, die landwirtschaftlich orientiert ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) Von den Sozialdemokraten habe ich da noch nicht viel bemerkt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Da ist gar nichts unseriös!
Oder, weil man die AMA kritisiert: Die AMA kontrolliert unserer Auffassung nach in vielen Bereichen viel zu viel. So werden von der AMA pro Jahr 30 000 Betriebe kontrolliert. Sie hat 109 000 Kontrollaufgaben zu erfüllen. Das heißt, wenn man der AMA unterstellt, dass sie nicht ausreichend kontrolliert, und dann die Exportförderung hernimmt, um ihr das nachzuweisen, dann ist das unseriös, Herr Abgeordneter Pirklhuber! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da ist gar nichts unseriös!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das mache ich nachher, beim nächsten Tagesordnungspunkt!
Herr Abgeordneter Pirklhuber! Ich erinnere mich noch gut an Ihre Kritik betreffend die Kürbisbauern. Sofort wurde reagiert – aber Sie haben hier heraußen kein Wort des Dankes gefunden, nicht eine einzige Bemerkung darüber gemacht, dass Ihre Kritik angenommen und Ihre Forderung umgesetzt wurde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das mache ich nachher, beim nächsten Tagesordnungspunkt!) Ich wollte das hier nur einmal deponiert haben.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen sowie Heiterkeit des Abg. Dr. Pirklhuber.
Herr Bundesminister! Gegenstand dieses Rechnungshof-Unterausschusses war es, draufzukommen und in aller Offenheit und Klarheit zu diskutieren, wie denn diese Fördervergabe funktioniert. Und wenn Sie sagen: Hervorragend!, dann frage ich mich, Herr Bundesminister, was daran hervorragend ist, dass wir eine Flächen- und Kuhschwanzprämie festschreiben, ihr einen anderen Namen geben und damit wieder die Großen unterstützen und die Kleinen nicht zum Zug kommen lassen. Dass Kollege Eßl zu solch einer tatsächlichen Berichtigung hier ans Rednerpult tritt, verstehe ich, denn in der Sache selbst kann er auf Grund seines Vertretungsauftrages von daheim hier nichts dazu sagen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen sowie Heiterkeit des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 97
Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war jetzt aber nur ein Zweizeiler!
(Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war jetzt aber nur ein Zweizeiler!)
Sitzung Nr. 99
Abg. Dr. Pirklhuber: Was hat das jetzt mit dem Lebensmittelsicherheitsgesetz zu tun?
Realisiert wird nun auch der Semmering-Basistunnel-neu, Herr Kollege. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was hat das jetzt mit dem Lebensmittelsicherheitsgesetz zu tun?) Dies bedeutet, Semmering- und Koralmtunnel werden jetzt eine untrennbare Einheit auf der neuen Südbahn bilden, und das wiederum bedeutet einen weiteren Schritt in Richtung Schaffung von nachhaltigem Lebensraum. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, bei der Wahrheit bleiben!
Die zuständigen Mitglieder der Bundesregierung werden ersucht“ (Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, bei der Wahrheit bleiben!),
Sitzung Nr. 101
Abg. Dr. Pirklhuber: Das gilt für die Regierung auch! – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.
Der fehlende Mut zu Neuem ist auch ein Hinderungsgrund. In der Wirtschaft gilt das eherne Gesetz: Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das gilt für die Regierung auch! – Zwischenruf des Abg. Dr. Matznetter.) – Nur in der Politik – wenn ich gerade dieser Seite zuhöre – soll alles immer so bleiben, wie es ist! Ich frage mich, ob Kollege Matznetter in seinem Steuerberatungs- und Wirtschaftstreuhänderbüro heute auch noch so arbeiten könnte wie vor 10, 20, 30 Jahren. (Abg. Dr. Brinek: Niemals!) Das würde mich interessieren. Reformen sind daher auch in der politischen Arbeit notwendig. Sie werden auch in Zukunft notwendig sein, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... also ein Zufallsgenerator ...!
Bildung ist ein zu hohes Gut, um es jenen zu überlassen, die nicht wissen, was sie wirklich wollen. Daher ist es richtig und für die Zukunft unserer Kinder notwendig, die budgetären Maßnahmen im Bildungsbereich dort zu setzen, wo sie gebraucht werden. Es muss Schluss sein mit Automatismen, wir müssen den finanziellen Mitteln Raum für Schwerpunktförderung geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... also ein Zufallsgenerator ...!) So wie das Lernen an sich von Alter und Persönlichkeit abhängig ist, so ist es auch mit der Bedarfszuwendung.
Sitzung Nr. 102
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
einstimmung an dieser außenpolitischen Debatte auch beteiligen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Welche Freiheitlichen?
wären sie dagegen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Welche Freiheitlichen?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wen meinen Sie jetzt? Die FPÖ? Wo ist sie?
Wenn die grüne Fraktion beziehungsweise die Repräsentanten der grünen Fraktion, Herr Pirklhuber und Frau Lunacek, unbedingt einen Schaden für Österreich sehen wollen und einfach nicht zur Kenntnis nehmen können, dass die Koalition ÖVP/FPÖ rund läuft und dass die Angelegenheit erledigt ist ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Wen meinen Sie jetzt? Die FPÖ? Wo ist sie?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Rosenkranz ist nicht da!
schon längere Zeit nicht mehr zu sehen ist! (Abg. Dr. Pirklhuber: Rosenkranz ist nicht da!)
Sitzung Nr. 103
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Herr Abgeordneter Pirklhuber! Das, was Sie hier vorgetragen haben, ist eine alte Leier. Ich sage Ihnen: Die größte Reform in der Geschichte Europas ist im Bereich der Landwirtschaft geschehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es ist klar, dass jemand, der zehn Jahre sein Land nicht bewirtschaftet hat, dann gewisse Nachteile hat. Aber wir haben dafür gesorgt, dass es für Härtefälle einen Fonds gibt, und wenn es gerechtfertigt ist, dann wird auch Recht gegeben. Dass am Anfang eines Ansuchens immer ein negativer Bescheid steht und dann unter Umständen das eine oder andere richtig gestellt wird, ist klar.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich kenne nicht viele Bauern, die sich beklagt haben. Ich kenne aber viele Bauern, die für die Zukunft arbeiten, die den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden wollen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ja, wir Landwirte haben es schwer gehabt, denn wir haben durch den EU-Beitritt die größte Umstellung zu verkraften gehabt. Europäische Reformen werden bei uns in Österreich in der Form umgesetzt, dass tatsächlich immer noch die biologische Landwirtschaft am meisten unterstützt wird, Bergbauern massiv unterstützt werden, klein strukturierte Landwirtschaft – nicht nur die
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
großen Landwirtschaftsbetriebe – unterstützt wird. Aber all das wird von vornherein hier schlecht gemacht. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine logische Antwort!
Wir haben mit der Reform der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ eine Antwort auf internationale Ereignisse rund um die WTO geben müssen: und die Entkoppelung ist die Antwort, die wir gegeben haben. Sehr intensiv, mit hoher Beratungsleistung, ist es gelungen, in den letzten Monaten die größte Systemumstellung, die wir im agrarpolitischen Bereich in Europa je hatten, auch in Österreich zu implementieren und eine richtige und logische Antwort zu geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine logische Antwort!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... in dem Bereich noch nicht ausreichend!
Was ist die Bilanz? – Wir stellen in der Wasserversorgung, in der Abwasserentsorgung 218 Millionen € an Bundesmitteln pro Jahr zur Verfügung, sichern also die Wasserverbesserung, eine Qualitätsverbesserung sowie 18 000 Arbeitsplätze in Österreich mit richtigen, wichtigen Umweltinvestments. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... in dem Bereich noch nicht ausreichend!) Wir steigern die Mittel zur Erreichung unseres Klimaschutzzieles abermals um 30 Millionen €! Plus 30 Millionen € bei einer Kapitelsumme von 525 Millionen €, meine sehr geehrten Damen und Herren – das ist ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung, um das umzusetzen, was wir uns im Bereich Klimaschutz vorgenommen haben.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Das stimmt! Das wurde zugesagt!
Richtig ist vielmehr, dass der Herr Bundesminister die an ihn gestellten kurzen schriftlichen Budgetanfragen gemäß § 32a Abs. 5 GOG beantwortet hat, die mündlich in der zweiten Runde gestellten Fragen, bezüglich deren es eine Vier-Parteien-Einigung und eine Zusicherung des Herrn Bundesministers gab, diese zu beantworten, wurden nicht beantwortet. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Das stimmt! Das wurde zugesagt!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es ist nicht verfassungskonform, was Sie machen! Das ist das Problem!
Zweitens haben Sie von der Verzweiflung mancher Bauern bei der Umsetzung dieser Agrarreform gesprochen. Ich möchte für die SPÖ und für alle hier im Hause sagen: Wir setzen die größte Agrarreform um. Es wird das gesamte System auf den Kopf gestellt, und selbstverständlich sind da nicht nur die Bauern gefordert, sondern auch die Verwaltung ist im höchsten Maße gefordert. Dies ist ein Riesenprojekt! Aber wir realisieren dieses Projekt, verlassen Sie sich darauf, und wir realisieren es mit dem Vertrauen der Bauern! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es ist nicht verfassungskonform, was Sie machen! Das ist das Problem!) Mein Kollege Eßl hat schon darauf hingewiesen: Sie sagen das angesichts der Kammerwahlergebnisse von Salzburg und Niederösterreich! Das werden ja zunehmend Minderheitsfeststellungen! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP. –
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das mag intellektuell durchaus scharf sein, was Sie hier sagen, aber an der Basis der Bauern fasst das offensichtlich nicht Fuß, sonst würde es wohl andere Wahlergebnisse geben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Sie stehlen mir hier wertvolle Sekunden, Herr Kollege!
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Punkt eins, Herr Kollege Keuschnigg: Der Dialog wäre wichtig, und den Dialog hätten wir immer gesucht, allein er war nicht führbar, weil alle diese Entscheidungen zur gemeinsamen Agrarpolitik sich der Herr Landwirtschaftsminister auf der einen Seite, der Bauernbund und die PRÄKO-Vertreter des Bauernbundes auf der anderen Seite ausgemacht haben. Selbst einen Unterausschuss hier im Hause, der sich mit dem Thema beschäftigen wollte, weil die Parlamentarier mitwirken wollten, habt ihr einfach kalt sterben lassen. Das ist Faktum, und das ist das Schlechte zum einen an der Situation. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Da ich aus einer Region in Vorarlberg unweit der deutschen Grenze komme, bin ich mit vielen Berufskollegen in Deutschland befreundet. Die Stimmung und die Situation, die dort herrscht, ist schwer zu beschreiben. (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Denen geht es ganz schlecht!) Zukunftsängste und fehlende Perspektiven sind das Ergebnis einer verfehlten rot-grünen Agrarpolitik. (Abg. Dr. Glawischnig: Haben die deutschen und italienischen Bauern auch Zukunftsängste?) Besitzer von Betrieben in besten landwirtschaftlichen Gunstlagen sehen sich gezwungen, das Handtuch zu werfen. Überbordende Arbeitsbelastungen und fehlende Chancen auf eine Betriebsnachfolge treiben die Betriebe zu Tausenden ins Aus. Auch diese Entwicklung, die Ministerin Renate Künast von den Grünen dort zu verantworten hat, trägt das Ihre zur tristen gesamtdeutschen Situation bei. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie der Abgeordneten Gradwohl und Dr. Pirklhuber.
Das österreichische Parlament ersuche ich nun, diesen Vier-Parteien-Antrag zu unterstützen und gemeinsam mit uns zu beschließen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie der Abgeordneten Gradwohl und Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist gut?
Für die Infrastruktur (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist gut?) – zuhören, Kollege! (Abg. Dr. Pirklhuber: Na was?) – wurden 1993 bis 1999 11,1 Milliarden € ausgegeben. Seit diese Regierung arbeitet, werden 17,7 Milliarden ausgegeben. Das ist eine Steigerung um 60 Prozent, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Na was?
Für die Infrastruktur (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist gut?) – zuhören, Kollege! (Abg. Dr. Pirklhuber: Na was?) – wurden 1993 bis 1999 11,1 Milliarden € ausgegeben. Seit diese Regierung arbeitet, werden 17,7 Milliarden ausgegeben. Das ist eine Steigerung um 60 Prozent, meine Damen und Herren.
Sitzung Nr. 104
Abg. Dr. Pirklhuber: Über die Politik dieser Bundesregierung!
Abgeordnete Marialuise Mittermüller (Freiheitliche): Ich bin selbstverständlich beim Klub der Freiheitlichen, sollte irgendjemand Zweifel haben. Sehr geehrter Herr Kollege, lieber Vorredner! Es ist ja nett, dass Sie sich Sorgen machen über die Befindlichkeit unserer Fraktion und über die Befindlichkeit der Regierung (Abg. Dr. Pirklhuber: Über die Politik dieser Bundesregierung!), aber wir sollten wieder zur Sache zurückkommen. (Beifall bei den Freiheitlichen und der ÖVP. – Abg. Öllinger: Haben Sie auch unterschrieben?)
Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Und das glauben Sie wirklich? – Abg. Dr. Pirklhuber: Da klatscht von der ÖVP leider gar niemand mehr!
Abschließend möchte ich noch sagen, dass gute Familienpolitik nicht immer in Geldwert gemessen werden kann. Für gute Familienpolitik müssen die Weichen richtig gestellt sein, und die Weichenstellung dieser Bundesregierung und der Frau Familienministerin ist absolut richtig. (Beifall bei den Freiheitlichen und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Öllinger: Und das glauben Sie wirklich? – Abg. Dr. Pirklhuber: Da klatscht von der ÖVP leider gar niemand mehr!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was haben Sie gemacht?
Abgeordneter Pirklhuber, da Sie nicht wissen, für welchen Bereich im Bundesministerium für Soziales und Generationen ich zuständig bin, sage ich es Ihnen: Ich bin für den Pflegebereich, das Behindertenwesen und den Konsumentenschutz zuständig. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was haben Sie gemacht?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auf Treibsand!
Abgeordnete Beate Schasching (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Ich halte es schon für mehr als seltsam, dass die ÖVP-FPÖ/Orange-Gruppe hier im Haus versucht, „business as usual“ zu machen: Ein Budget zu debattieren, das auf Sand gebaut ist – auf blau-orangem Sand –, ist schon mehr als seltsam (Abg. Dr. Pirklhuber: Auf Treibsand!), das möchte ich eingangs schon festgehalten wissen! (Abg. Dr. Partik-Pablé: Auf schwarzem Sand auch!) Was Sie uns hier zumuten, ist ein starkes Stück.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.
Wenn man mit den Menschen redet, hört man immer öfters die Meinung, Wolfgang Schüssel würde auch einen Pakt mit dem Teufel schließen, nur damit er Bundeskanzler in dieser Regierung bleibt. (Rufe bei der ÖVP: Unerhört, was Sie da ...!) Das hört man immer öfters, wenn man mit den Menschen spricht. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Anhaltende Zwischenrufe bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Präsident Dipl.-Ing. Prinzhorn gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 110
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist befreit worden! – Abg. Dr. Pilz: Es ist befreit worden und nicht „überzogen worden“!
Abgeordneter Dr. Werner Fasslabend (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen! Hohes Haus! Diese Dringliche Anfrage hat damit begonnen, dass Frau Abgeordnete Glawischnig es zum Thema gemacht hat, dass der Herr Bundeskanzler sich heute in Kärnten befindet und dort Ortstafeln aufstellt, um damit ein Symbol für etwas längst Überfälliges zu setzen (Abg. Mag. Stoisits: Er stellt nicht auf ...! – Abg. Dr. Glawischnig: Er ist im Burgenland! – weitere Zwischenrufe bei den Grünen), und dass er darüber hinaus am Nachmittag einen lange vereinbarten Termin im Burgenland wahrnimmt, dem jüngsten Bundesland Österreichs, das vor 60 Jahren als Erstes auch von den Kriegsereignissen überzogen worden ist und das am längsten und stärksten unter der Nachkriegssituation gelitten hat, weil am Eisernen Vorhang gelegen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist befreit worden! – Abg. Dr. Pilz: Es ist befreit worden und nicht „überzogen worden“!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo leben sie heute?
Natürlich geht es auch um die Frage, wie diese Urangst – wie sie selbst Kreisky bezeichnet hat – entstanden ist. Das war offensichtlich immer wieder der Gedanke in Kärnten: Wenn man das Gebiet großflächig und großräumig, in sehr vielen Ortschaften, mit slowenisch klingenden Ortstafeln versieht, könnte im Ausland der Eindruck entstehen, dass es dort eine slowenische Mehrheitsbevölkerung gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo leben sie heute?), und das könnte von Jugoslawien dazu genutzt werden (Zwischenrufe bei den Grünen), territoriale Ansprüche zu stellen, nachdem das im 20. Jahrhundert schon zwei Mal passiert ist. Egal, wie man dazu stehen mag, ob das wahrscheinlich ist oder nicht, offensichtlich stand das dahinter.
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir unterstützen diesen Rückverweisungsantrag selbstverständlich nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!), weil es höchste Zeit ist, dass Österreich diese Richtlinie endlich umsetzt. Es ist Ihnen wahrscheinlich auch bekannt, dass mittlerweile von 25 EU-Staaten 19 diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!) Würden wir diese Richtlinie nicht bald umsetzen, würde uns pro Tag eine Strafe in der Höhe von 150 000 € drohen, und ich würde sagen, das ist nicht wenig. Das ist aber nicht entscheidend, sondern wesentlich ist, wenn wir die Richtlinie nicht umsetzen, hätte das einen Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir unterstützen diesen Rückverweisungsantrag selbstverständlich nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!), weil es höchste Zeit ist, dass Österreich diese Richtlinie endlich umsetzt. Es ist Ihnen wahrscheinlich auch bekannt, dass mittlerweile von 25 EU-Staaten 19 diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!) Würden wir diese Richtlinie nicht bald umsetzen, würde uns pro Tag eine Strafe in der Höhe von 150 000 € drohen, und ich würde sagen, das ist nicht wenig. Das ist aber nicht entscheidend, sondern wesentlich ist, wenn wir die Richtlinie nicht umsetzen, hätte das einen Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!
Abgeordneter Dr. Reinhold Mitterlehner (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir unterstützen diesen Rückverweisungsantrag selbstverständlich nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt hätte ich geglaubt, es kommt eine Überraschung!), weil es höchste Zeit ist, dass Österreich diese Richtlinie endlich umsetzt. Es ist Ihnen wahrscheinlich auch bekannt, dass mittlerweile von 25 EU-Staaten 19 diese Richtlinie in nationales Recht umgesetzt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber anders als wir!) Würden wir diese Richtlinie nicht bald umsetzen, würde uns pro Tag eine Strafe in der Höhe von 150 000 € drohen, und ich würde sagen, das ist nicht wenig. Das ist aber nicht entscheidend, sondern wesentlich ist, wenn wir die Richtlinie nicht umsetzen, hätte das einen Wettbewerbsnachteil für die heimische Wirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch absurd!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das, was Sie und auch die grüne Kollegin, die jetzt nicht da ist, Frau Glawischnig, in noch stärkerem Umfang meines Erachtens falsch machen, ist, dass Sie einfach nicht unterscheiden können, was ist eine Patentierung und was sind die Zielsetzungen beispielsweise des Gentechnik-Volksbegehrens. Dass Sie das in Zusammenhang bringen, finde ich fast grob fahrlässig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt das praktisch?
Die Patentierbarkeit von Leben ist eben nicht gegeben (Abg. Krainer: In der Praxis schon!), und Sie sollten das auseinander halten. Patente können unter den generellen Voraussetzungen auch für Erfindungen erteilt werden, deren Gegenstand Mikroorganismen, Zelllinien, Pflanzen oder Tiere sind (Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt das praktisch?), aber das ist genau der Unterschied. Dabei ist nicht die Schöpfung Gegenstand des Patentes, sondern die technische Lehre, nach der man bestimmte Merkmale eines Organismus verändern oder dem Organismus eine neue Eigenschaft geben kann.
Abg. Dr. Pirklhuber: Gegen das Bioethikprotokoll!
Ich möchte jetzt ganz kurz in der verbleibenden Zeit auch noch darauf eingehen, was Frau Glawischnig in einer gestrigen Presseaussendung gesagt hat. Sie meinte, die Umsetzung der Richtlinie würde auch einen Verstoß gegen die Biomedizinkonvention und die Konvention über den Schutz der Artenvielfalt darstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gegen das Bioethikprotokoll!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Schutzbestimmungen!
Zum Vorwurf, die Richtlinie würde gegen die Biodiversitätskonvention verstoßen: Lesen Sie, Herr Kollege, Artikel 16, in dem ganz detailliert festgehalten ist, dass diese Konvention die Existenz von geistigen Schutzrechten auf dem Gebiet der Biotechnologie als eine wichtige Voraussetzung insbesondere für den Technologietransfer und für gemeinsame Investitionen anerkennt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Schutzbestimmungen!) – Es gibt noch ein paar weitere Punkte, die das bestätigen.
Abg. Dr. Pirklhuber: In anderen Ländern auch andere Richtlinien!
Es war nämlich bereits im Jahr 2000, meine sehr geehrten Damen und Herren, als die Biotechnologie-Richtlinien – um genau zu sein: bis zum 30. Juli 2000 – innerstaatlich umgesetzt werden hätten sollen. – Das ist Faktum eins. (Abg. Dr. Pirklhuber: In anderen Ländern auch andere Richtlinien!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Portugal, Italien! – Abg. Krainer: Italien!
Ich darf auch auf Ihre Kritik, sehr geehrter Herr Kollege, betreffend die Thematik absoluter Stoffschutz oder eingeschränkter, funktionsgebundener Stoffschutz eingehen. Faktum ist, dass lediglich Deutschland und Frankreich den eingeschränkten beziehungsweise funktionsgebundenen Stoffschutz angewandt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Portugal, Italien! – Abg. Krainer: Italien!), während der absolute Stoffschutz, an dem auch wir uns orientieren, von Schweden, Dänemark, Großbritannien, Spanien, Portugal und (Abg. Krainer: Tschechien!) unter anderem auch Tschechien angewendet wird. (Abg. Krainer: Ich habe die gleichen Unterlagen wie Sie!) – Die haben Sie von mir bekommen, vollkommen richtig. Ich hoffe, Sie haben sie auch gelesen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Gott sei Dank! Aber warum?
Kollege Pirklhuber, ich meine, dass Sie verunsichern. Es ist wohl richtig, dass eine Entscheidung des Patentamtes zurückgenommen wurde, revidiert wurde. Gott sei Dank gibt es die entsprechenden Kontrollmechanismen (Abg. Dr. Pirklhuber: Gott sei Dank! Aber warum?), die gerade das möglich machen. Auf mich jedenfalls wirkt das beruhigend. Und dass da und dort Fehlentscheidungen getroffen werden können, wird sich auch durch entsprechende gesetzliche Regelungen nicht verhindern lassen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Irrtum, das ist ein Selbständiger Antrag!
Präsident Dipl.-Ing. Thomas Prinzhorn: Der Entschließungsantrag der Vorrednerin, der Abgeordneten Sburny, Pilz, Kolleginnen und Kollegen ist ausreichend unterstützt und steht mit in Verhandlung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Irrtum, das ist ein Selbständiger Antrag!)
Sitzung Nr. 112
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Anders gerechnet: Wenn bei uns in Österreich 35 000 Menschen auf den Arbeitsmarkt drängen, finden 30 000 Arbeit, 5 000 leider nicht. – In Deutschland aber werden allein im Agrarbereich 30 000 bis 40 000 Arbeitsplätze durch diese rot-grüne Regierung vernichtet! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 113
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nicht zur Kenntnis nehmen kann ich den Redebeitrag des Herrn Kollegen Pirklhuber. Lieber Herr Kollege Pirklhuber! Ich darf Sie einladen, einmal zu uns, in unser Haus, zu kommen. Wir würden Ihnen gerne – und wenn es zwei Tage dauert – Informationsunterricht geben. Sie sagen, dass das Beitragsrecht die Großen bevorzugt und die Kleinen benachteiligt. Lieber Herr Kollege Pirklhuber, Sie wissen nicht, wovon Sie sprechen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Sie können auch nicht sagen, dass die
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie zahlen weniger!
Leute ab einer gewissen Betriebsgröße keine Beiträge zahlen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie zahlen weniger!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!
Betreffend die 30. Novelle zum BSVG wollte ich auf Aussagen des Herrn Abgeordneten Pirklhuber replizieren, er ist aber jetzt nicht im Saal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!) – Doch, er ist hier. – Es ist ein sehr eigenartiger Zugang, den Sie zu diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz in Bezug auf die BSVG-Novelle haben, wenn Sie sagen, es seien sehr gute Dinge darin enthalten, wenn sie die Verbesserungen beim Versehrtengeld und bei der Betriebsrente und auch den Teilersatz für Ersatzarbeitskräfte im Falle eines verunfallten Bauern, damit die betriebliche Bewirtschaftung weitergehen kann, sehr loben, aber im nächsten Atemzug ankündigen, dass Sie diesem Gesetz nicht zustimmen werden (Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!), weil es da eine Reform geben müsse, und Dinge aufzählen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass die Maßnahmen, die im BSVG angewandt werden, auch in den anderen Systemen zum Tragen kommen, dass es die Höchstbeitragsgrundlagen in allen Systemen gibt und dass selbstverständlich die Versicherten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern diesem System unterworfen sind und dass da die gleichen Regeln gelten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!
Betreffend die 30. Novelle zum BSVG wollte ich auf Aussagen des Herrn Abgeordneten Pirklhuber replizieren, er ist aber jetzt nicht im Saal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!) – Doch, er ist hier. – Es ist ein sehr eigenartiger Zugang, den Sie zu diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz in Bezug auf die BSVG-Novelle haben, wenn Sie sagen, es seien sehr gute Dinge darin enthalten, wenn sie die Verbesserungen beim Versehrtengeld und bei der Betriebsrente und auch den Teilersatz für Ersatzarbeitskräfte im Falle eines verunfallten Bauern, damit die betriebliche Bewirtschaftung weitergehen kann, sehr loben, aber im nächsten Atemzug ankündigen, dass Sie diesem Gesetz nicht zustimmen werden (Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!), weil es da eine Reform geben müsse, und Dinge aufzählen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass die Maßnahmen, die im BSVG angewandt werden, auch in den anderen Systemen zum Tragen kommen, dass es die Höchstbeitragsgrundlagen in allen Systemen gibt und dass selbstverständlich die Versicherten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern diesem System unterworfen sind und dass da die gleichen Regeln gelten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Betreffend die 30. Novelle zum BSVG wollte ich auf Aussagen des Herrn Abgeordneten Pirklhuber replizieren, er ist aber jetzt nicht im Saal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hier!) – Doch, er ist hier. – Es ist ein sehr eigenartiger Zugang, den Sie zu diesem Sozialrechts-Änderungsgesetz in Bezug auf die BSVG-Novelle haben, wenn Sie sagen, es seien sehr gute Dinge darin enthalten, wenn sie die Verbesserungen beim Versehrtengeld und bei der Betriebsrente und auch den Teilersatz für Ersatzarbeitskräfte im Falle eines verunfallten Bauern, damit die betriebliche Bewirtschaftung weitergehen kann, sehr loben, aber im nächsten Atemzug ankündigen, dass Sie diesem Gesetz nicht zustimmen werden (Abg. Dr. Pirklhuber: In dritter Lesung!), weil es da eine Reform geben müsse, und Dinge aufzählen, bei denen Sie ganz genau wissen, dass die Maßnahmen, die im BSVG angewandt werden, auch in den anderen Systemen zum Tragen kommen, dass es die Höchstbeitragsgrundlagen in allen Systemen gibt und dass selbstverständlich die Versicherten der Sozialversicherungsanstalt der Bauern diesem System unterworfen sind und dass da die gleichen Regeln gelten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ja, ich weiß, im Ausschuss haben Sie auch darauf hingewiesen. Sie haben gemeint – wobei ich jetzt nicht sicher bin, ob Sie das waren oder ob das Kollegen und Kolleginnen von der SPÖ waren –, wie schlimm es ist, dass der Beitragszuschlag, der für die Nachmeldung von Nebentätigkeiten entrichtet werden muss, von 10 Prozent auf 5 Prozent heruntergesenkt wird. Weil es in den Bauernfamilien, die viele Nebentätigkeiten machen müssen, wirklich zu ganz schwierigen Situationen kommen kann, hat man sich jetzt darauf geeinigt, diesen Beitragszuschlag auf 5 Prozent zu senken, um Härtefälle zu vermeiden und diesen Menschen entgegenzukommen. Das wurde jedoch im Ausschuss heftig kritisiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind gegen die bäuerliche Sozialversicherungspflicht bei der Direktvermarktung!
Herr Pirklhuber! Da geht es um die kleinen Bauernhöfe, um die kleinen Betriebe, um jene Bäuerinnen und Bauern, die Nebentätigkeiten machen müssen, um in der jetzigen Situation überleben zu können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind gegen die bäuerliche Sozialversicherungspflicht bei der Direktvermarktung!) Das sind die innovativen und kreativen Betriebe, und die brauchen unsere Unterstützung und unsere Hilfe, wenn es darum geht, Härtefälle zu vermeiden. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Doch von Harmonisierung, meine Damen und Herren, ist hier keine Spur. GSVG: 9,3 Prozent Zuschlag auf die normalen Beträge! Mich würde wirklich wundern, was die Kollegen Mitterlehner und Stummvoll dazu sagen und wie sie das ihrer Kundschaft verkaufen. Das Argument, dass eine solch hohe Strafe für den Kleinbauern nicht leistbar wäre, wird es nicht sein, was die klein- und mittelständischen Betriebe überzeugen wird, denn die werden ja dieselbe Höhe bezahlen müssen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Schasching. – Abg. Neudeck: Da muss ich gleich eine rauchen gehen!
Was die Cafeteria anlangt, sollten wir uns überlegen – da die Nichtraucher mehr sind als die Raucher –, ob man nicht den größeren Saal für die Nichtraucher und den kleineren für die Raucher einrichtet. (Zwischenrufe bei den Freiheitlichen. – Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Schasching. – Abg. Neudeck: Da muss ich gleich eine rauchen gehen!) Vielleicht könnte man da auch mit dem Inhaber der Cafeteria sprechen, denn dann hätte ich auch wieder meinen Herrn Rudi. (Abg. Dr. Partik-Pablé: Nur nicht zu militant!) Nicht zu militant! Gut, das waren nur einige Anregungen für dieses Haus.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Erstens verweise ich darauf, dass wir schon seit vielen Jahren in diesem Haus fordern, dass endlich etwas gegen Schwarzarbeit unternommen wird. Wenn Sie das täten, dann hätten Sie den Graubereich auch schon längst ausgeschlossen, vor allem in diesen Bereichen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 115
Abg. Grillitsch: Herr Kollege Pirklhuber, es ist eine Schande, was ihr sagt! Eine Schande ist das, was ihr die Bauern ...!
Herr Kollege Grillitsch, es ist eine Schande für den Grundwasserschutz in Österreich – da hat Kollege Kummerer völlig Recht –, weil die Argumentationskette (Abg. Grillitsch: Eine Schande ist das, was ihr aufführt!), die Sie da in der „Bauernzeitung“ verbreitet haben, Herr Bundesminister, einfach unglaublich ist! (Abg. Grillitsch: Herr Kollege Pirklhuber, es ist eine Schande, was ihr sagt! Eine Schande ist das, was ihr die Bauern ...!) Es ist aus fachlicher Sicht völlig unglaublich, wenn Sie davon sprechen, dass die Rinderbauern diejenigen sind, die einfach diese Erhöhungen brauchen, weil sie ja den Wirtschaftsdünger haben und, damit sie überhaupt wirtschaften können, diesen ausbringen müssen. Jeder Fachmann weiß, dass Stickstoffdünger im Grünland bei höherer Aufwandsmenge – und ich gehe davon aus, dass Rinderbauern Grünland haben – zu einer vollständigen Vereinseitigung der Flora führt. Das heißt, dass die wichtigen Leguminosen, der Klee und all das, was wichtig ist und für die Natur, für den Boden, für den Bauern gut ist, damit verdrängt werden, je mehr er düngt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt 200 000 Menschen, die ...!
Und drittens, das freut mich immer ganz besonders: Die ganze Welt will Österreichs Wasser, aber wenn ich hier sitze, dann höre ich nur, das ist ja so schlecht, das ist ja nicht machbar, nicht verkaufbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt 200 000 Menschen, die ...!) Bisher haben Sie doch immer, auch zu Recht, darauf hingewiesen, dass bei EU-Entscheidungen das Prinzip der absoluten Einstimmigkeit aufrechterhalten werden müsse, damit das österreichische Wasser ja nicht ins Ausland verscherbelt werden könne. Gleichzeitig sagen Sie uns aber hier, es ist ja so schlecht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Maßnahme ist so schlecht! Sie geht in die falsche Richtung!) Die ganze Welt will das österreichische Wasser!
Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Maßnahme ist so schlecht! Sie geht in die falsche Richtung!
Und drittens, das freut mich immer ganz besonders: Die ganze Welt will Österreichs Wasser, aber wenn ich hier sitze, dann höre ich nur, das ist ja so schlecht, das ist ja nicht machbar, nicht verkaufbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt 200 000 Menschen, die ...!) Bisher haben Sie doch immer, auch zu Recht, darauf hingewiesen, dass bei EU-Entscheidungen das Prinzip der absoluten Einstimmigkeit aufrechterhalten werden müsse, damit das österreichische Wasser ja nicht ins Ausland verscherbelt werden könne. Gleichzeitig sagen Sie uns aber hier, es ist ja so schlecht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Maßnahme ist so schlecht! Sie geht in die falsche Richtung!) Die ganze Welt will das österreichische Wasser!
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig, das bedaure ich auch!
unseren kurzen Redezeiten nicht viel sagen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig, das bedaure ich auch!) Heute bin ich mit Schmerzen hier gesessen, als ich zugehört habe und erkennen musste, wie wenig Ahnung bei unseren Oppositionskollegen in diesen Fachfragen durchblitzt, wenn sie über landwirtschaftliche Fragen reden. Das tut wirklich weh! (Abg. Dr. Pirklhuber: Es tut weh, was Sie machen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es tut weh, was Sie machen!
unseren kurzen Redezeiten nicht viel sagen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig, das bedaure ich auch!) Heute bin ich mit Schmerzen hier gesessen, als ich zugehört habe und erkennen musste, wie wenig Ahnung bei unseren Oppositionskollegen in diesen Fachfragen durchblitzt, wenn sie über landwirtschaftliche Fragen reden. Das tut wirklich weh! (Abg. Dr. Pirklhuber: Es tut weh, was Sie machen!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Rainer Wimmer (SPÖ): Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Mich freut es immer, wenn Kollege Schulteis heruntergeht (Rufe bei der ÖVP: Schultes!), denn jedes Mal, wenn er hinter dem Rednerpult steht, erklärt er uns, dass er die Weisheit mit dem Löffel gegessen hat. Das hört sich immer ganz lustig und gut an, und wir haben das jetzt schon das dritte oder vierte Mal erlebt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 116
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Betroffenen sehen das ganz anders!
Nun aber zum eigentlichen Thema: Was den Zivildienst betrifft, so vergisst man immer wieder – und das ist auch in den heutigen Redebeiträgen zum Ausdruck gekommen –, woher sich der Zivildienst an sich ableitet: und zwar vom Wehrrecht. Er bietet eine Alternative für all jene jungen Österreicher, die sich gegen das Bundesheer und für den Zivildienst entscheiden. Nichtsdestotrotz liegt die Notwendigkeit der Existenz eines Zivildienstes im Wehrdienst begründet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Betroffenen sehen das ganz anders!)
Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Präsident Dr. Andreas Khol: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Mag. Kogler: 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 117
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Umsetzung der EU-Agrarreform“ (Ordnungsnummer 69) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das eine Wurstsemmelgeschichte?
Herr Kollege Neugebauer hat heute schon sehr ausführlich darauf hingewiesen, was denn eigentlich die Schule für einen Auftrag in unserer Gesellschaft haben soll. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das eine Wurstsemmelgeschichte?) Ich bin sehr froh, dass wir heute ein Schulpaket präsentieren, das nicht eine Aneinanderreihung von Stückwerk ist, sondern dieses Schulpaket ist das Ergebnis einer langen und ausführlichen Bildungsdebatte. Es ist gut, dass es einen Gesamtzusammenhang hat und zwei Prinzipien in den Vordergrund stellt: Es muss elementares Prinzip des Unterrichts sein, die Förderung in den Vordergrund zu stellen, und zwar sowohl die Förderung von Leistungspotentialen als auch die Förderung von Lernschwächen. Und ich glaube, dass uns das gelungen ist. Dazu gehören sehr viele Elemente. Dazu gehören auch ein paar organisatorische Dinge, aber vor allem geht es um den Inhalt.
Sitzung Nr. 119
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Keine Motorboot-WM am Attersee“ (Ordnungsnummer 70) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 122
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Initiative zur Verhinderung weiterer Handymasten im Feyregger Wohngebiet“ (Ordnungsnummer 71) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber –: Ha, ha, ha!
Denn im kleinen Österreich, im großen Europa einen solch großen Erfolg zu haben, das ist eine Leistung. Dafür bedanke ich mich wirklich. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch – in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber –: Ha, ha, ha!)
Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zur Regierungsbank und überreicht Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll ein Schriftstück.
Herr Bundesminister! Ich ersuche Sie, genau diese Vorschläge wirklich ernsthaft zu prüfen, und überreiche Ihnen daher unsere Positionen, unseren Programmvorschlag für die ländliche Entwicklung. Ich erwarte mir, dass Sie diesen bei den Beratungen in den nächsten beiden Monaten auch berücksichtigen werden. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zur Regierungsbank und überreicht Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll ein Schriftstück.)
Sitzung Nr. 124
Abg. Rädler: Da würden sie nicht kommen! Keine Sozialdramatik bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist überhaupt keine Sozialdramatik, sondern Realität!
Was ändert die Dienstleistungsrichtlinie? – Der Beschäftige in Österreich braucht die Leute nicht mehr im österreichischen Betrieb zu beschäftigen. Da wird es eine polnische Firma geben, die wird sie zu den polnischen Konditionen, zu den 25 Zloty, nach Österreich schicken. (Abg. Rädler: Da würden sie nicht kommen! Keine Sozialdramatik bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist überhaupt keine Sozialdramatik, sondern Realität!) Und Herr Bartenstein als Arbeitsminister sagt: Wir haben alles unter Kontrolle!
Sitzung Nr. 125
Abg. Krainer: Er hat die drei Punkte berichtet! – Abg. Dr. Pirklhuber – das Rednerpult verlassend –: Ich habe sie gelesen, Herr Präsident!
Ich habe die drei Punkte des Antrages vorgelesen. Es ist mir also völlig unklar, warum ich ihn nicht korrekt eingebracht haben sollte. (Abg. Krainer: Er hat die drei Punkte berichtet! – Abg. Dr. Pirklhuber – das Rednerpult verlassend –: Ich habe sie gelesen, Herr Präsident!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Das ist so wie dem Pirklhuber sein Entschließungsantrag!
Meine Bitte, letztmalig ausgesprochen: Können Sie von den Regierungsparteien Gesetzesmaterien nicht so aufarbeiten, dass man ganze Blöcke nicht mit anderen Blöcken und einer kaum verwandten Materie über §-27-Anträge auch noch dermaßen „vernudelt“, dass eigentlich nicht mehr erkennbar ist, wo das Positive beziehungsweise wo etwas „vermantschkert“ ist. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Da kann man durchaus sagen „vernudelt“! (Abg. Scheibner: Also, eine derartige Ausdrucksweise! – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: „Vermantschkern“ und „vernudeln“!) In diesem Zusammenhang ist das Wort „Nudel“ durchaus angebracht, sage ich sogar. – Vielen Dank. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neudeck: Das ist so wie dem Pirklhuber sein Entschließungsantrag!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich gemacht!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie haben telefonisch von Mitarbeitern der Bundesagentur für Ernährungssicherheit Auskünfte verlangt (Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich gemacht!), wohl in der Hoffnung, irgendwelche personenbezogenen Daten zu erhalten. Ich sage Ihnen, nutzen Sie alle parlamentarischen Anfragen, nutzen Sie all jene Anfragen auf dem Behördenweg und Sie werden jede Auskunft erhalten (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Was soll das jetzt?), aber halten Sie sich auch daran, dass Datenschutz in diesem Land gilt und gerade in laufenden Verfahren sehr sensibel mit diesen Fragen umgegangen werden kann. (Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Ungeheuerlich! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Es gibt eine ... Pflicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann erklären Sie das! Eine einzige Kontrolle in Niederösterreich!
Wir behandeln heute ein Thema, das seit Juli in den Zeitungen steht. Wir haben ein Thema, das von drei Ministerien mit schlüssigen Antworten beantwortet wurde, und wir haben ein Thema, in dem sich zeigt, dass in Österreich gerade dieser Bereich sehr gut durch das Bundesamt für Ernährungssicherheit ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann erklären Sie das! Eine einzige Kontrolle in Niederösterreich!) – Zuhören bitte, ja? Also: Wir sind heute ganz sicher der Meinung, dass unser Bundesamt für Ernährungssicherheit die Dinge sehr gut im Griff hat.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Manche von Ihnen sagen: Schauen wir uns das Strafverfahren an! Wir haben ein Offizialdelikt, das ist der § 176 Strafgesetzbuch, dabei geht es um die Gemeingefährdung eines großen Teils der Bevölkerung. – Was passiert, wenn das Beweismittel nicht da ist? – (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Ich frage die Vertreter der Regierungsparteien: Sagen Sie mir, kann jemand wegen Mordes verurteilt werden, wenn der Ermordete nicht da ist, wenn der Ermordete nicht gefunden wird? Herr Bundesminister, was glauben Sie, wird in dem Verfahren passieren? – Ich kann es Ihnen sagen: Die Staatsanwaltschaft wird das Verfahren einstellen, weil die Gemeingefährdung auf Grund einer Analyse nicht nachweisbar ist. Ich halte daher das Pflanzenschutzmittelgesetz in dieser Frage für absolut novellierungsbedürftig.
Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Schultes hat ...!
Meine Vorredner, der Herr Präsident und auch der Herr Landwirtschaftsminister haben das, glaube ich, schon klar ausgeführt. Dieser Kriminalfall in Weiz war eben ein Kriminalfall, und das sollte er auch bleiben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Schultes hat ...!) – Ob das ein Einzelfall ist oder nicht, das werden die entsprechenden Behörden zu klären haben. Es ist meiner Meinung nach ein Einzelfall, und der soll aufgeklärt werden, vielmehr er muss aufgeklärt werden. Diese Verantwortung muss da sein. Da sind wir uns, glaube ich, alle einig. (Demonstrativer Beifall des Abg. Neudeck.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Kollegen von der AGES ...!
Wovor ich aber warne, wovor ich hier wirklich warne: Das macht schon wieder ein bisschen den Eindruck, dass man hier den Ruf der Landwirtschaft in Frage stellt und die Kriminalisierung der Landwirtschaft unterschwellig hineinbringt, denn die Kammer kann nicht informieren, da gibt es keine Kontrollen, und da ist nichts geschehen. Man könnte auch sagen: Die Landwirtschaft ist sicher, und deswegen braucht sie vielleicht nicht so viele Kontrollen. Wenn heute der Herr Landwirtschaftsminister davon spricht, dass man die Kontrollen von achtzig auf mehrere hundert erweitert hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Kollegen von der AGES ...!), dann muss ich ehrlich sagen, dass ich damit gar keine besondere Freude habe, denn ich glaube, dass die Landwirtschaft und die bäuerliche Bevölkerung sehr wohl weiß, was sie tut – dass sie sehr wohl weiß, was sie tut!
Abg. Dr. Pirklhuber: Blau auch!
Herr Kollege Pirklhuber! Ein konkretes Beispiel: Diese schwarzen Schafe – das sind nun einmal schwarze Schafe, sie heißen eben so – gibt es überall. (Abg. Dr. Pirklhuber: Blau auch!) Ich denke – und jetzt hör’ bitte zu – an einen nicht minder großen
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Jakob Auer.
oder vielleicht noch viel wichtigeren Skandal im Bio-Bereich. Was geschah denn vor zwei, drei Jahren, als auf einmal Getreide aus Ungarn, aus heutigen EU-Ländern nach Österreich gebracht wurde? Was war denn da, als die „BIO ERNTE AUSTRIA“, der selbst ernannte Retter der biologischen Landwirtschaft, verseuchtes Getreide unter die Bevölkerung gebracht hat? (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Jakob Auer.) Haben damals wir normale Bauern gesagt, die Bio-Landwirte sind alle Verbrecher?
Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich auf der Homepage ...! Völliger Topfen!
Das haben wir nicht gemacht, weil es nämlich unklug ist, in so einem Fall Pauschalurteile abzugeben. Auch dort gibt es schwarze Schafe, auch in der biologischen Landwirtschaft haben wir Probleme, auch die sollten gelöst und geklärt werden. Da habe ich keine Dringliche Anfrage von Herrn Kollegem Pirklhuber gelesen, da habe ich nicht gelesen: Was hat die „BIO ERNTE AUSTRIA“ verbrochen? – Dort hat der Geschäftsführer fast gehen müssen, wenn wir uns ehrlich sind, dort hatte man massive Probleme. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich auf der Homepage ...! Völliger Topfen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Folgendes wird weiters festgelegt: Im internationalen Auftreten hat man bestimmte Zusammenschlussmöglichkeiten ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Bitte? Ja, ich höre ohnehin schon auf. Es dauert nur eine Minute, Herr Kollege, aber wenn Sie mir dazwischenreden, dauert es länger. (Zwischenruf des Abg. Großruck.) –... festgelegt; das heißt: Sie können im Wettbewerb stärker werden. Damit wird mit dieser Materie insgesamt Folgendes gewährleistet: Wir haben die notwendige Liberalisierung, wie es die EU vorsieht, und auf der anderen Seite die entsprechende Qualitätssicherung. Daher hoffe ich, dass alle Parteien dieser Neuregelung zustimmen werden. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen.)
Sitzung Nr. 127
Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich erklärt!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Uwe Scheuch (Freiheitliche): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine geschätzten Damen und Herren! Hin und wieder finde ich es faszinierend: Im Ausschuss haben ganz klar alle Parteien zugestimmt. Im Ausschuss wurde das noch als großer Konsens gefeiert, und alle waren überzeugt davon, hier etwas Gutes gemacht zu haben. Das muss man einmal ganz ehrlich sagen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich erklärt!)
Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bin sehr froh darüber, dass es uns im Landwirtschaftsausschuss gelungen ist, hiezu einen Vier-Parteien-Antrag einzubringen, um das europäische Landwirtschaftsmodell in den WTO-Verhandlungen absichern können, wo es darum geht, dass wir uns für Sozialstandards, für Umweltstandards, für Tierschutzstandards und gegen schrankenlosen Welthandel einsetzen. (Beifall bei der ÖVP, den Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Heinz Gradwohl (SPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Kollege Auer, du hast es heute wirklich hervorragend verstanden, allen zu danken, die daran beteiligt waren, und ich möchte genauso wie der Kollege Pirklhuber diesen Dank zurückgeben, denn deine Verhandlungsführung hat es ermöglicht, dass es leicht war, Schritte aufeinander zuzugehen, und dass wir zu diesem Vier-Parteien-Antrag gekommen sind. Ich würde es mir wünschen, dass wir das in vielen Bereichen des Öfteren erleben könnten. Vielleicht solltest du öfter die Verhandlungsführung übernehmen, lieber Jakob. Herzlichen Dank! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Einen qualitativen Außenschutz vertreten wir seit Jahren! – Abg. Mag. Molterer – darauf replizierend –: Da habt ihr aber lang dazu gebraucht!
Es ist auch sehr interessant und erfreulich, dass da die Grünen die Kurve gekratzt haben. Ich kann mich erinnern, dass ich vor drei Jahren bei einer Tagung in Brüssel verlangt habe, dass Europa das Recht auf eigene Lebensmittelversorgung nicht aufgeben darf. Ein Grün-Europaabgeordneter hat sich zu Wort gemeldet und hat mich einen Agrarfaschisten geschimpft, weil ich gesagt habe: Das Recht lassen wir uns nicht aus der Hand nehmen, genauso wenig wie die eigenständige Verteidigung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Einen qualitativen Außenschutz vertreten wir seit Jahren! – Abg. Mag. Molterer – darauf replizierend –: Da habt ihr aber lang dazu gebraucht!)
Sitzung Nr. 129
Abg. Dr. Pirklhuber: Dass Sie so etwas vertreten!
Registerzählung, sondern wie wir das tun – ein wesentliches Thema der Zukunft zu sein scheint. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dass Sie so etwas vertreten!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Georg Keuschnigg (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Damen und Herren! Es ist wirklich eine kecke Vorgangsweise, uns zu unterstellen, dass uns die Interessen der Arbeitnehmer einerlei seien. Ich möchte gerade in diesem Zusammenhang auf den besonderen Einsatz unseres Kollegen Sepp Winkler hinweisen, der seit fünf Jahren als Präsident des Österreichischen Landarbeiterkammertages und hier im Hohen Haus seit Beginn dieser Legislaturperiode für die Novelle des Landarbeitsgesetzes kämpft, und zwar vom Anfang an mit dem Ziel, für die gleichen Tätigkeiten – im Prinzip also Betreuung, Pflege, Bearbeitung, Tiere, Pflanzen und so weiter – die gleiche rechtliche Behandlung anwenden zu lassen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 131
Abg. Dr. Pirklhuber: Verfassung!
Wir müssen, wenn wir uns mit der Bürgernähe auseinander setzen, auch dazu kommen, dass es zum Beispiel das Institut europaweiter Volksabstimmungen in wichtigen Fragen der Europäischen Union gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Verfassung!) Na selbstverständlich!
Sitzung Nr. 133
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Keine Motorboot-Rennen mehr am Attersee“ (Ordnungsnummer 77) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 135
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gesetzeskonform!
Nicht umsonst blicken viele europäische Landwirte staunend auf Österreichs Verhandlungsergebnisse. All das würden Sie mit einem Aufschnüren dieses Paketes wieder gefährden, und das wäre unverantwortlich unseren Bäuerinnen und Bauern gegenüber. Natürlich sind wir bereit, über Probleme, die bestehen, zu diskutieren, aber, bitte, dieses Paket können und dürfen wir nicht mehr aufschnüren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gesetzeskonform!)
Sitzung Nr. 140
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich weiß, dass es verschiedene Zugänge dazu gibt. Die einen – konkret die Grünen – meinen, man sollte die Gentechnikfreiheit in dieses ÖPUL hineinschreiben. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, warum nicht?) Ich bin froh, dass die Kommission diesbezüglich eine klare Stellungnahme abgegeben hat, nämlich dass es rechtlich nicht möglich ist – da gibt es auch ein Antwortschreiben auf den Wunsch der Slowenen – und dass die Kommission ein solches Programm, in dem Gentechnikfreiheit festgeschrieben wird, nicht notifizieren wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das müssen wir letztlich so zur Kenntnis nehmen. Ich bin gegen Einstiegshindernisse, weil dieses ÖPUL ein entsprechend freiwilliges Programm ist.
Abg. Grillitsch: Da hat Ihnen der Pirklhuber etwas nicht gesagt! Ihr müsst mehr reden!
Ich war nicht im letzten Landwirtschaftsausschuss, das stimmt. (Abg. Grillitsch: Da hat Ihnen der Pirklhuber etwas nicht gesagt! Ihr müsst mehr reden!) Herr Kollege, trotzdem stelle ich mir die Frage, was die Bundesregierung nicht nur in den letzten Wochen, sondern vor allem seit sie im Amt ist, tatsächlich getan hat, um die österreichische
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist dein Vorschlag?
Ich werde mir noch die Rede von Herrn Pirklhuber anhören, vielleicht bringt er die Antworten auf die Fragen, die ich gestellt habe, wo und wie – in welchen Bereichen, in welchen Dingen – man sich diese Gentechnikfreiheit dann im ÖPUL-Programm vorstellt und vorsieht. Dann muss man sich das genau anschauen. Ich denke auch, wir sollten einmal die Sachen auf den Tisch stellen! Es geht nicht, nur Gentechnikfreiheit zu fordern, aber nicht zu sagen, in welchen Bereichen und warum und wofür. (Zwischenruf der Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek.) Da müssen Sie mir einmal erklären, wie man die Gentechnikfreiheit bei der Mutterkuhhaltung einfordert und wie man sie bei anderen ÖPUL-Maßnahmen einfordert. ÖPUL-Maßnahmen in der Landwirtschaft, Frau Dr. Glawischnig, umfassen nämlich sehr viele Bereiche, es sind sehr viele Dinge davon erfasst. Wir werden uns das dann anhören. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist dein Vorschlag?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht! Es geht um den Antrag!
So kann man nicht Politik machen! So kann man keinen Staat machen, indem man dadurch glänzt, dass man gegen alles ist, dass man meint, dass alles zu wenig ist. Herr Holub als ehemaliger Faschingsnarr vom „Klagenfurter Stadtgerücht“ hat keine Ahnung von dieser Koexistenzfrage. Das geht nicht, das ist nicht möglich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht! Es geht um den Antrag!) Man wird die Probleme so nicht lösen. Das steht fest!
Abg. Dr. Pirklhuber: Leitbild, natürlich!
trag ablehnen sollte. – Ich sage auch ganz klar, warum: Wenn man sich den Antrag im Detail anschaut, sieht man, dass die Grünen fordern, dass die ländliche Entwicklung Europas und damit speziell auch Österreichs in den Jahren 2007 bis 2013 den Biolandbau als Leitbild sehen soll. (Abg. Dr. Pirklhuber: Leitbild, natürlich!) Ich sage ganz ehrlich, da wird versucht, der Mehrheit eine Minderheit aufs Auge zu drücken!
Abg. Dr. Pirklhuber: Kein Diktat! Es ist ein Leitbild!
In Wirklichkeit ist es so: Es kann jeder Bauer für sich entscheiden, ob er biologisch wirtschaftet oder ob er konventionell wirtschaftet. (Ruf bei der ÖVP: Genau!) Wir brauchen diese freie Entscheidung für die Landwirtschaft! Das steht weder für noch gegen Biolandbau oder für oder gegen konventionelle Landwirtschaft, aber es ist falsch, dieses Leitbild an die oberste Stelle zu stellen, denn die Bäuerinnen und Bauern in diesem Land können selbst und frei entscheiden, ob sie konventionell wirtschaften, ob sie damit den Wettbewerb auf europäischer Ebene bestehen wollen oder ob sie sich für die Schiene des Biolandbaus entscheiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kein Diktat! Es ist ein Leitbild!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Wenn man sieht, dass in der Entwicklung des Biolandbaus in Wirklichkeit alles hinter den Erwartungen bleibt und der Biolandbau anscheinend über die Nischenproduktion nicht hinauskommt, dann muss man das zur Kenntnis nehmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) Dann halte ich es agrarpolitisch für den falschen Weg, dass man den Bäuerinnen und Bauern das aufoktroyieren möchte und muss.
Abg. Dr. Pirklhuber: Auf welchem Level?
10 Prozent der österreichischen Bauern sind Biobauern, null Toleranz, absolute Gentechnikfreiheit, der Konsument kann wählen beim Konsum – auch das eine wirkliche Erfolgsstory. Anknüpfend daran muss ich auch gleich Folgendes sagen: Es hat in Deutschland sieben Jahre lang eine rot-grüne Koalition gegeben, und Renate Künast, mit der mich durchaus auch konstruktive Umgangsformen und politische Diskussionen verbunden haben, ist angetreten mit dem Ziel: 20 Prozent Biobauern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auf welchem Level?) Nun wurde sie, nicht aus diesem Grund, aber aus anderen Gründen, mit abgewählt, und so liegt die Bilanz der deutschen Biobauern nicht bei 20 Prozent, sondern bei 4 Prozent; zugegeben, das ist eine Steigerung von 3 Prozent auf 4 Prozent. Gratulation! Wir liegen bei 10 Prozent, und das ist auch eine wichtige Erfolgsstory auf dem Weg, Gentechnik von Österreich fernzuhalten. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kennen unsere Forderungen, genau, im Detail!
Sie verlangen immer wieder, „gentechnikfrei“ dem Umweltprogramm zu implementieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kennen unsere Forderungen, genau, im Detail!) Wir haben durchaus versucht, in der Europäischen Union entsprechende Gespräche zu
Abg. Dr. Pirklhuber: Peinlich, Herr Bundesminister! Peinlich!
Die Expertin hat daraufhin einen Brief erhalten (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Von wem?) von der Europäischen Kommission, Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, in dem nach diversen Abhandlungen als Schlussfolgerung der Kommission ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Peinlich, Herr Bundesminister! Peinlich!) Ich kann Ihnen das nicht ersparen, weil Sie die Schuld immer anderen in die Schuhe schieben wollen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Peinlich!
Es geht nicht nach EU-Recht, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Peinlich!) – Das ist eine Expertin, die Sie geladen haben, die ich hier auch nicht namentlich zitiere. Ich zitiere aus einem Brief, aus einem Antwortschreiben, das für uns natürlich auch verbindlich ist. Sie haben das Projekt sozusagen selbst herausgeschossen. Gratuliere! (Abg. Dr. Fekter: Bumerang nennt man das!) Wir arbeiten jedenfalls konsequent auf der Linie weiter, Gentechnik aus Österreich möglichst draußen zu halten. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Auf dem Rücken der Bergbauernvereinigung! Das ist wirklich mies!) Sie haben jetzt gesagt, woher, ich habe das nicht in den Mund genommen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Seit wann verteidigst du den Grillitsch?
Es ist nicht fair gegenüber dem Präsidenten Grillitsch, zu sagen, dass er das fordert – wenn er fordern würde, dass man die Landwirtschaft für Gentechnik öffnet, würde er mit einem nassen Fetzen von Vertretern der Landwirtschaft davongejagt werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Seit wann verteidigst du den Grillitsch?) Das ist ja Humbug, würde ich einmal sagen, wenn so etwas behauptet wird.
Abg. Dr. Pirklhuber: 12 Prozent!
Es ist auch so, dass man sagen muss, die biologische Landwirtschaft ist mit einem Anteil von 10 Prozent eine Erfolgsstory. (Abg. Dr. Pirklhuber: 12 Prozent!) Aber 10 Prozent sind zu wenig, mir wären 100 Prozent am liebsten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist jetzt Minister dort? Seehofer ist ein Parteikollege von Ihnen!
im Kampf gegen den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Unser Minister ist auf diesem Weg so ambitioniert, dass er immer wieder versucht hat, die ehemalige deutsche Umweltministerin Renate Künast auf diesem Weg ein Stück weit mitzunehmen – leider nicht immer ganz erfolgreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist jetzt Minister dort? Seehofer ist ein Parteikollege von Ihnen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein freiwilliges Programm! Gerne, machen wir!
Die Mehrkosten des in Österreich gewollten Weges müssen aber abgegolten werden. Der Vorschlag der Grünen, die ÖPUL-Zahlungen vom Verzicht auf Anbau von gentechnisch verändertem Saatgut abhängig zu machen, ist aus folgenden Gründen abzulehnen: Da nicht alle Betriebe am ÖPUL teilnehmen, wäre diese Maßnahme einfach nicht zielführend. Außerdem muss zuerst eine funktionierende Koexistenz und Haftungsregelung in Europa geschaffen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein freiwilliges Programm! Gerne, machen wir!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Gaál: Das ist ja unerhört! Ein Missbrauch! – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Aber wir Bauern machen, was wir wollen, gell?
Richtig ist: Gusenbauer wollte den Bauern 50 Prozent wegnehmen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der Freiheitlichen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Gaál: Das ist ja unerhört! Ein Missbrauch! – Abg. Dipl.-Ing. Kummerer: Aber wir Bauern machen, was wir wollen, gell?)
Abg. Grillitsch: Das ist der „Grüne Pakt“, ..., Kollege Pirklhuber!
Dieser schwarze Pakt, den Sie vor kurzem vorgestellt haben (Abg. Grillitsch: Grüner Pakt!) – ein wirklich ein tiefschwarzer, pechschwarzer Pakt! (Abg. Grillitsch: Grüner Pakt! Grüner Pakt! – Das tut dir weh, gell?) –, ist bisher ein kurioses Produkt. Sie haben zu Recht öffentliche Dialogforen durchgeführt. (Abg. Grillitsch: Der „Grüne Pakt“ tut dir weh, gell?) Wir haben an diesen Dialogforen teilgenommen. Das nächste wird am 13. März sein. (Abg. Grillitsch: Das ist der „Grüne Pakt“, ..., Kollege Pirklhuber!) Im letzten öffentlichen Dialogverfahren, das Sie hiezu organisiert haben, wurde die nationale Strategie zerfleddert, sage ich. Zerrissen wurde sie von den Teilnehmern, weil zum Beispiel die Frauenförderung nicht enthalten ist (Abg. Wittauer: Was hat denn das mit den Stuten zu tun?), die im europäischen Strategieplan drinnen ist, weil zum Beispiel die Nachhaltigkeitskriterien von Göteborg wenig klar und präzise umgesetzt sind, weil dazu keine Ziele formuliert sind (Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, du sagst schon wieder die Unwahrheit!), keine klaren Zielvorgaben, wohin es in der ländlichen Entwicklung in den nächsten sieben Jahren von 2007 bis 2013 gehen soll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, ... die Unwahrheit!)
Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, du sagst schon wieder die Unwahrheit!
Dieser schwarze Pakt, den Sie vor kurzem vorgestellt haben (Abg. Grillitsch: Grüner Pakt!) – ein wirklich ein tiefschwarzer, pechschwarzer Pakt! (Abg. Grillitsch: Grüner Pakt! Grüner Pakt! – Das tut dir weh, gell?) –, ist bisher ein kurioses Produkt. Sie haben zu Recht öffentliche Dialogforen durchgeführt. (Abg. Grillitsch: Der „Grüne Pakt“ tut dir weh, gell?) Wir haben an diesen Dialogforen teilgenommen. Das nächste wird am 13. März sein. (Abg. Grillitsch: Das ist der „Grüne Pakt“, ..., Kollege Pirklhuber!) Im letzten öffentlichen Dialogverfahren, das Sie hiezu organisiert haben, wurde die nationale Strategie zerfleddert, sage ich. Zerrissen wurde sie von den Teilnehmern, weil zum Beispiel die Frauenförderung nicht enthalten ist (Abg. Wittauer: Was hat denn das mit den Stuten zu tun?), die im europäischen Strategieplan drinnen ist, weil zum Beispiel die Nachhaltigkeitskriterien von Göteborg wenig klar und präzise umgesetzt sind, weil dazu keine Ziele formuliert sind (Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, du sagst schon wieder die Unwahrheit!), keine klaren Zielvorgaben, wohin es in der ländlichen Entwicklung in den nächsten sieben Jahren von 2007 bis 2013 gehen soll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, ... die Unwahrheit!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, ... die Unwahrheit!
Dieser schwarze Pakt, den Sie vor kurzem vorgestellt haben (Abg. Grillitsch: Grüner Pakt!) – ein wirklich ein tiefschwarzer, pechschwarzer Pakt! (Abg. Grillitsch: Grüner Pakt! Grüner Pakt! – Das tut dir weh, gell?) –, ist bisher ein kurioses Produkt. Sie haben zu Recht öffentliche Dialogforen durchgeführt. (Abg. Grillitsch: Der „Grüne Pakt“ tut dir weh, gell?) Wir haben an diesen Dialogforen teilgenommen. Das nächste wird am 13. März sein. (Abg. Grillitsch: Das ist der „Grüne Pakt“, ..., Kollege Pirklhuber!) Im letzten öffentlichen Dialogverfahren, das Sie hiezu organisiert haben, wurde die nationale Strategie zerfleddert, sage ich. Zerrissen wurde sie von den Teilnehmern, weil zum Beispiel die Frauenförderung nicht enthalten ist (Abg. Wittauer: Was hat denn das mit den Stuten zu tun?), die im europäischen Strategieplan drinnen ist, weil zum Beispiel die Nachhaltigkeitskriterien von Göteborg wenig klar und präzise umgesetzt sind, weil dazu keine Ziele formuliert sind (Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, du sagst schon wieder die Unwahrheit!), keine klaren Zielvorgaben, wohin es in der ländlichen Entwicklung in den nächsten sieben Jahren von 2007 bis 2013 gehen soll. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, ... die Unwahrheit!)
Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Blödsinn! So ein Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Grillitsch. – Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Nicht mit vollem Mund schreien! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Herr Bundesminister, eines ist Fakt – und da können Sie schreien, so viel Sie wollen (Abg. Steibl: Weil ihr es eh nicht versteht!) –: Sie haben eines der wertvollsten Kulturgüter Österreichs mit einer – Sie haben es selbst gesagt – mehr als 400-jährigen Tradition durch den Privatisierungswahn in den Ruin treiben wollen. (Abg. Dr. Fekter: Das ist ein Blödsinn! So ein Blödsinn! – Zwischenruf des Abg. Grillitsch. – Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Nicht mit vollem Mund schreien! – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 145
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, genau!
Kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wie war es denn bei der Hypo Alpe-Adria? Was war denn da? Wessen Staatskommissäre sitzen denn dort überall herum in den Banken, wo es im Übrigen auch schwarze Bankenskandale gibt? – Die, die der Grasser hinschickt! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, genau!) Wer denn sonst? Und wo kommen die her? – Samt und sonders aus seinem Kabinett. Nicht alle; aber alle, die im Kabinett waren, sitzen irgendwo dort herum! (Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut es aus!) Die haben nicht die Befähigung dazu!
Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut es aus!
Kommen wir zu einem weiteren Punkt: Wie war es denn bei der Hypo Alpe-Adria? Was war denn da? Wessen Staatskommissäre sitzen denn dort überall herum in den Banken, wo es im Übrigen auch schwarze Bankenskandale gibt? – Die, die der Grasser hinschickt! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, genau!) Wer denn sonst? Und wo kommen die her? – Samt und sonders aus seinem Kabinett. Nicht alle; aber alle, die im Kabinett waren, sitzen irgendwo dort herum! (Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut es aus!) Die haben nicht die Befähigung dazu!
Abg. Dr. Pirklhuber: Witzig ist das gar nicht!
recht witzig werden (Abg. Dr. Pirklhuber: Witzig ist das gar nicht!), weil das anscheinend ja kein besonderer Skandal ist, dass eine Bank, wenn man es zusammenrechnet, einmal so zirka 1,7 Milliarden € vernichtet und dann noch zu einer möglichen Klage über 1,2 Milliarden kommt, wogegen sich – weil das Lieblingsding des Kollegen Kräuter ja Flügel hat und fliegt und sich Eurofighter nennt und anscheinend ja der Ruin der Republik ist – der Eurofighter mit seinem Kaufpreis ja schon fast als billiges Produkt darstellt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Linksbeugung!
Parlamentsdirektion entspricht, klar, dass in einem solchen Fall die Berichterstattung mit dem Sitzungsende zusammenfallen würde. Alles andere wäre eine unzulässige Fristverkürzung. (Abg. Dr. Kräuter: Das ist Rechtsbeugung, die Sie da zitieren!) – Nein, das ist keine Rechtsbeugung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Linksbeugung!) Sie haben das genauso gehandhabt, und darüber hinaus wurde dieses Thema auch in der Präsidiale entsprechend lange debattiert, und hiezu wurde dann auch ein gemeinsames Protokoll verfasst, das ich im Wesentlichen hier noch zitieren darf:
Sitzung Nr. 149
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Ökostrom-Novelle 2006“ (Ordnungsnummer 88) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Ökostrom-Novelle 2006“ (Ordnungsnummer 89) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 150
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!
Das, was Sie tun, ist, das Ganze ohne Alternativvorschläge zu verteufeln – außer eben der Forderung, es müsse mehr sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!) Aber besonders konstruktiv und ideenreich ist das nicht! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
können wir dieser Regelung auch nicht zustimmen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Bezüglich Risikoforschung meine ich auch, dass das eine gute Sache ist. Aber leider fehlt der AGES das Geld dafür. Deswegen meine ich, dass das so nicht gehen kann, und daher ist es abzulehnen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 153
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit dem Nitrat?
In diesem Sinne, denke ich, ist das eine Novelle, die sich sehen lassen kann, die die richtigen Antworten gibt im Hinblick auf die Effizienz der Behördenwege und im Hinblick auf die Wasserqualität. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit dem Nitrat?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Stickstoffwerte? Was ist mit den Stickstoffwerten?
Es gibt ein spezielles Thema, auf das ich kurz eingehen möchte, das sind die Wasserschutz- oder Wasserschongebiete. – Bei den Wasserschutzgebieten, die von der Bezirkshauptmannschaft als Wasserrechtsbehörde erster Instanz per Bescheid festgelegt werden, gibt es auch immer wieder Maßnahmen, die zu Einschränkungen in der Bewirtschaftung führen. Das reicht von Einschränkungen bei der Düngung über Pflanzenschutzmittel bis hin zu Weideverboten et cetera. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Stickstoffwerte? Was ist mit den Stickstoffwerten?) Ein weiteres Beispiel wäre auch im Forstbereich die Einschränkung, was die Erschließung der Wälder anbelangt. Die Bäuerinnen und Bauern unseres Landes, die Land- und Forstwirte Österreichs haben sich im Großen und Ganzen immer an diese Maßnahmen gehalten und damit dafür gesorgt, dass die Qualität unseres Wassers wirklich absolut Spitze ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es gibt ein spezielles Thema, auf das ich kurz eingehen möchte, das sind die Wasserschutz- oder Wasserschongebiete. – Bei den Wasserschutzgebieten, die von der Bezirkshauptmannschaft als Wasserrechtsbehörde erster Instanz per Bescheid festgelegt werden, gibt es auch immer wieder Maßnahmen, die zu Einschränkungen in der Bewirtschaftung führen. Das reicht von Einschränkungen bei der Düngung über Pflanzenschutzmittel bis hin zu Weideverboten et cetera. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Stickstoffwerte? Was ist mit den Stickstoffwerten?) Ein weiteres Beispiel wäre auch im Forstbereich die Einschränkung, was die Erschließung der Wälder anbelangt. Die Bäuerinnen und Bauern unseres Landes, die Land- und Forstwirte Österreichs haben sich im Großen und Ganzen immer an diese Maßnahmen gehalten und damit dafür gesorgt, dass die Qualität unseres Wassers wirklich absolut Spitze ist. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Geht es den Österreichischen Bundesforsten leicht schlecht? – Denen geht es ausgezeichnet!
Ich darf Ihnen ganz ehrlich sagen, nach meinem Geschmack haben die Österreichischen Bundesforste im Bundesland Salzburg zu viel Grundbesitz und nicht zu wenig. (Abg. Dr. Pirklhuber: Geht es den Österreichischen Bundesforsten leicht schlecht? – Denen geht es ausgezeichnet!) Mir wäre es lieber, wenn die Bauern Eigentümer würden. Ich stehe für Privateigentum! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Oberösterreich ist nicht berücksichtigt!
Da die Bundesländer im Vollzug einen Mehraufwand und Mehrkosten erwarteten, beauftragte die Kommission Verwaltungsreform II das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, gemeinsam mit den Ländern zu prüfen, ob es diesbezüglich Einsparungsmöglichkeiten im Bereich der Hoheitsverwaltung gebe. Die Umsetzung der Wasserrechtsgesetznovelle 2006 ist das Ergebnis der Verhandlungen mit den Ländern (Abg. Dr. Pirklhuber: Oberösterreich ist nicht berücksichtigt!) und führt zu einer präventiven Kosteneinsparung durch Entbürokratisierung bei behördlichen Verfahren. (Abg. Krainer: Fragen Sie die Niederösterreicher!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Herr Grillitsch, wissen Sie, was die Menschen satt haben? (Abg. Grillitsch: Ja: Sie!) Dass die Nitratwerte nicht zurückgehen, dass die Pestizidwerte nicht zurückgehen – und das, obwohl in den letzten Jahren Millionen hineingesteckt wurden! Das haben die Menschen satt! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Welche Gesetze?
Und zum dritten Punkt, zu den Außenschutz-WTO-Verhandlungen. Da schließen Sie sich unserer Meinung an, denn Ihnen ist bekannt, dass die Bundesregierung, Bundesminister Pröll und natürlich auch der Bauernbund genau wissen und das auch immer vertreten haben, dass es einfach keine gänzliche Liberalisierung der Agrarmärkte geben kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Welche Gesetze?) Deshalb ist unser Bestreben, da immer wieder entgegenzuhalten, um eben vernünftige Lösungen im Sinne des internationalen Handels zu finden. Es gibt noch keinen Abschluss in der Richtung. Wir werden uns selbstverständlich auch in Zukunft für Maßnahmen, die in diese Richtung gehen, einsetzen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Warum denn?
Ich denke, es geht um die Produktion und auch um die inländische Produktion. Es gibt teilweise rückläufige Produktionszahlen, vor allem im Bereich der Rinderproduktion. (Abg. Dr. Pirklhuber: Warum denn?) Ich meine, es ist entscheidend, jenen, die produzieren wollen – Herr Kollege Pirklhuber –, auch die Möglichkeit dazu zu geben! Ich beziehe mich damit auf Ihre Vorstellungen betreffend Nitratrichtlinie.
Sitzung Nr. 157
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Ökostrom-Novelle 2006“ (Ordnungsnummer 91) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es geht Ihnen überhaupt nicht um einen erfolgreichen ORF, auch wenn Sie das immer wieder auf den Lippen tragen, sondern es geht Ihnen schlicht und einfach darum, den ORF fertigzumachen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und das möchte ich von Grund auf massiv zurückweisen.
Sitzung Nr. 158
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben da einen anderen Zugang. Wenn wir die europäischen Grenzwerte hernehmen, die bei uns auch Gültigkeit haben, so kann man nicht sagen, dass die anderen europäischen Staaten nicht das gleiche Problem haben: Ein Sendemast macht – inzwischen – Angst, und überall, wo einer aufgestellt wird, ist es ein Problem. Es ist aber auch folgendermaßen: Die Sendemasten selbst laufen ja als Bauwerk sehr regional ab. Das heißt, entweder ist es raumordnerisch geregelt, dann kann auch keiner gebaut werden, oder man erteilt einfach die Baubewilligung nicht. – Das ist ganz einfach! Man kann also auch regional sehr viel tun. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Sicher kann man etwas tun!
Sitzung Nr. 160
Abg. Dr. Pirklhuber: Wasserrecht ist aber Bundessache!
Herr Kollege Pirklhuber, zum Zweiten: Sie sind ja nicht erst seit heute hier im Parlament. Sie wissen selbst, dass Bauordnung und Raumordnung Landessache sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wasserrecht ist aber Bundessache!) Wenn Sie sich abputzen wollen und meinen: Der Herr Bundesminister soll das machen!, damit Sie dann im Lande sagen können: Diese „Bösen“ in Wien haben wieder neue Vorschriften gemacht!, dann sage ich Ihnen, Herr Kollege: So einfach geht das nicht! Nur zu kritisieren, ist herzlich wenig!
Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber.
Mit solchen Aussagen, geschätzter Herr Kollege Pirklhuber, verunsichern Sie nur die Menschen in Österreich – und ich glaube, das kann doch nicht Sinn der Sache sein. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber.) Da wird doch etwas nur der Kritik willen kritisiert.
Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Pirklhuber hat nicht oft Recht, aber wo er Recht hat, hat er Recht!
Auch da wollen die Bürgerinnen und Bürger nicht nur Lippenbekenntnisse, sondern dass das tatsächlich in reale Politik umgesetzt wird. – Danke, meine Damen und Herren. (Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Dipl.-Ing. Scheuch. – Abg. Dipl.-Ing. Scheuch: Pirklhuber hat nicht oft Recht, aber wo er Recht hat, hat er Recht!)
Sitzung Nr. 163
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Grundlage für diese schikanöse Verordnung sind Messungen aus dem Jahr 2003. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Herr Pirklhuber, hören Sie einmal zu und lesen Sie die Untersuchungen aus dem Jahr 2003! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Stickoxide!) Sogar auf der Homepage des Landes Oberösterreich steht, dass es in diesem Jahr ein außergewöhnliches Klima gab, ein außergewöhnlich trockenes Klima, und dass die Feinstaubwerte extrem hoch waren.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Stickoxide!
Die Grundlage für diese schikanöse Verordnung sind Messungen aus dem Jahr 2003. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Herr Pirklhuber, hören Sie einmal zu und lesen Sie die Untersuchungen aus dem Jahr 2003! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Stickoxide!) Sogar auf der Homepage des Landes Oberösterreich steht, dass es in diesem Jahr ein außergewöhnliches Klima gab, ein außergewöhnlich trockenes Klima, und dass die Feinstaubwerte extrem hoch waren.
Gesetzgebungsperiode 23
Sitzung Nr. 6
Abg. Dr. Van der Bellen: Was heißt „mehr als“? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!
alles in Ordnung, nur ... (Abg. Dr. Van der Bellen: Was heißt „mehr als“? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!) – Nein, das ist kein Blödsinn! Ich rede überhaupt keinen Blödsinn hier, darauf möchte ich Sie schon aufmerksam machen. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Tatsächliche Berichtigung!
Uns wäre auch einiges eingefallen, Herr Kollege Pirklhuber, was hier auch dringlich zu behandeln gewesen wäre, Fristsetzungsdebatten, alles Mögliche. Nein, wir haben zu Ihren Gunsten verzichtet, und deshalb ärgert es mich, dass Sie dann da herauskommen und gegen diese Vereinbarungen diese Debatte hier entfachen, die volle Redezeit ausschöpfen und sich jetzt wieder aufregen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Tatsächliche Berichtigung!) Sie können sich jetzt nicht mehr zu Wort melden – lesen Sie in der Geschäftsordnung nach!
Sitzung Nr. 9
Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich darf ganz kurz auch noch auf mein Spezialthema zu sprechen kommen: auf den Wald, auf die Forstwirtschaft. Als einzigem Forstmann hier im Hohen Haus (Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber) – als einzigem praktizierendem Forstmann! – ist es mir ein Anliegen, dass der Wald in der Frage der Energieversorgung, der Energiesicherheit eine große Rolle spielt. Da geht es um Versorgungssicherheit, und die drei Säulen sind: Energiesparen, Effizienz und eben erneuerbare Energie. Konkret wollen wir tatsächlich mehr Biowärme, mehr Strom aus erneuerbarer Energie und auch mehr Biotreibstoffe. Das soll auf jeden Fall umgesetzt werden, und das sind jahrelange Forderungen auch von unserem Biomasse-Papst Dr. Kopetz, das sind Zielvorgaben aus dem Biomasse-Verband.
Abg. Mag. Kogler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Tu was gegen die Langeweile! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ja ich bemühe mich!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Nun gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber zu Wort. 4 Minuten Wunschredezeit. – Bitte. (Abg. Mag. Kogler – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Tu was gegen die Langeweile! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ja ich bemühe mich!)
Sitzung Nr. 11
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Dieses Denken hat sich in den Wortmeldungen der grünen Fraktion mit dem Hintergrund durchgesetzt, diese Debatte dazu zu verwenden, einen politischen Gegner einfach ausschalten zu wollen – einen politischen Gegner, der von der Bevölkerung für seine Politik das Vertrauen bekommen hat, das die Grünen seit Jahren zu erheischen versuchen, aber auch nur in einem bescheidenen Umfang seitens des Wählers bekommen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist der Unterschied!
Abg. Jakob Auer: In der Agrarpolitik ist der Pirklhuber immer zu spät dran!
Es gibt enorm viele Lippenbekenntnisse unseres – nicht anwesenden – Landwirtschaftsministers dazu. Ich bestreite auch nicht, dass es die eine oder andere gute Maßnahme gab in der letzten Periode; überhaupt keine Frage. (Abg. Jakob Auer, der gerade den Saal betreten hat und sich zu seinem Platz begibt: Viele! Viele gute!) Kollege Auer, Sie kommen zu spät – außer Sie wollen im Ausschuss unserem Antrag beitreten oder sich aktiv an dieser Debatte beteiligen. (Abg. Jakob Auer: In der Agrarpolitik ist der Pirklhuber immer zu spät dran!) Ich lade Sie entschieden dazu ein, und ich würde es wirklich als eine Wertschätzung auch der Opposition empfinden, wenn genau das, was angekündigt wurde, nämlich die Argumente der Opposition ernst zu nehmen, auch an diesem Beispiel umgesetzt wird und das auch wirklich gelebt wird.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nein! Das stimmt nicht!
Österreich ist eine der letzten Bastionen der Gentechnikfreiheit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nein! Das stimmt nicht!) Der von Bundesminister Josef Pröll eingeleitete Diskussionsprozess während der österreichischen Ratspräsidentschaft hat zum Beispiel mit der in dieser Zeit abgehaltenen GVU-Konferenz gezeigt, wie wichtig das Thema Gentechnikfreiheit für die österreichische Landwirtschaft ist. Ein Großteil der Landwirte, aber auch die Konsumenten treten für gentechnikfreie Produkte ein. Besonders Oberösterreich, das zusammen mit der Toskana das Europäische Netzwerk gentechnikfreier Regionen ins Leben gerufen hat, sieht sich hier in einer Vorreiterrolle. Gemeinsam mit 40 anderen europäischen Regionen aus ganz Europa setzt sich das Netzwerk für das Recht der Regionen ein, gentechnikfreie Zonen zu erklären.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch! Alles andere war bisher richtig!
Die EU ist mit dieser Landwirtschaftspolitik gescheitert! Wir fordern eine Renationalisierung, mit anderen Worten: eine Entflechtung des Förderwirrwarrs. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch! Alles andere war bisher richtig!) Wie kann das geschehen? – Unter anderem mit der Schaffung eines Sockelförderbetrages für alle landwirtschaftlichen Betriebe, unabhängig von der Betriebsgröße, um so auch die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft zu fördern.
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt bin ich neugierig!
Abgeordneter Veit Schalle (BZÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Alle, die mich kennen (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt bin ich neugierig!), müssten eigentlich wissen, dass mir der biologische Landbau sehr am Herzen liegt. Ich bin ganz, ganz stolz darauf, dass wir in Österreich zurzeit mit 15 Prozent Europa-Spitze sind. Daran war ich ganz sicher nicht unbeteiligt, das können Sie mir abnehmen. Ohne mich und den Billa-Konzern wären wir heute nicht so weit, und wir haben da viel Geld in die Hand genommen, um das weiterzuentwickeln. (Abg. Prinz: Das ist richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Steht aber nicht in dem Antrag!
Zu Ihrem Antrag, Herr Pirklhuber, ist aber festzuhalten, dass dies nicht zuungunsten des kommerziellen Landbaus gehen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Steht aber nicht in dem Antrag!) Ich gebe nur zu bedenken, dass aus wirtschaftlicher Sicht laut Studien ein genereller biologischer Landbau zu einer Verringerung der Mengen und dadurch zu für den Konsumenten ungünstigen Preisen führen würde. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht drin!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht drin!
Zu Ihrem Antrag, Herr Pirklhuber, ist aber festzuhalten, dass dies nicht zuungunsten des kommerziellen Landbaus gehen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Steht aber nicht in dem Antrag!) Ich gebe nur zu bedenken, dass aus wirtschaftlicher Sicht laut Studien ein genereller biologischer Landbau zu einer Verringerung der Mengen und dadurch zu für den Konsumenten ungünstigen Preisen führen würde. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht drin!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Überzeugen wir noch die SPÖ ...!
Hier bin ich ganz bei Ihnen: Wir müssen alles tun – bevor wir nicht wissen, wohin sich die Gentechnik entwickelt –, um auf Gentechnik in Österreich zu verzichten! (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Überzeugen wir noch die SPÖ ...!) – Das war’s schon. Danke. (Beifall bei BZÖ und FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, die Beschlüsse ...!
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Herr Pirklhuber, Sie haben davon gesprochen, dass wir Beschlüsse fassen müssen, die wir alle gemeinsam tragen können. – Die Beschlüsse, die wir hier herinnen fassen, haben einzig und allein die Bäuerinnen und Bauern zu tragen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, die Beschlüsse ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es sind nur zwei!
An vielen Ihrer Forderungen erkennt man aber wieder (Abg. Dr. Pirklhuber: Es sind nur zwei!), Herr Pirklhuber, wie praxisfern Sie von den Grünen gerade in der Landwirtschaftspolitik agieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie von ...?) Ihrem Ansinnen nach einer bodengebundenen und artgerechten Tierhaltung kommen die österreichischen Bäuerinnen und Bauern heute schon weitgehend nach.
Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie von ...?
An vielen Ihrer Forderungen erkennt man aber wieder (Abg. Dr. Pirklhuber: Es sind nur zwei!), Herr Pirklhuber, wie praxisfern Sie von den Grünen gerade in der Landwirtschaftspolitik agieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie von ...?) Ihrem Ansinnen nach einer bodengebundenen und artgerechten Tierhaltung kommen die österreichischen Bäuerinnen und Bauern heute schon weitgehend nach.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja keine Verschärfung!
Sie beachten bei Ihren Forderungen nach immer neuen Verschärfungen in den Landwirtschaftsgesetzen in keiner Weise (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja keine Verschärfung!), dass viele, vor allem kleine Betriebe den finanziellen Aufwand, der damit verbunden ist, nicht oder nur sehr schwer bewältigen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da geht es um ein Leitbild!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da geht es um ein Leitbild!
Sie beachten bei Ihren Forderungen nach immer neuen Verschärfungen in den Landwirtschaftsgesetzen in keiner Weise (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja keine Verschärfung!), dass viele, vor allem kleine Betriebe den finanziellen Aufwand, der damit verbunden ist, nicht oder nur sehr schwer bewältigen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da geht es um ein Leitbild!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Steht nicht drin in dem Antrag!
Darüber hinaus haben Sie offensichtlich von der individuellen Mensch-Tier-Beziehung, die darauf beruht, dass Kälber an die Berührung durch den Menschen gewöhnt werden müssen, noch nichts gehört. (Abg. Dr. Pirklhuber: Steht nicht drin in dem Antrag!) Die von Ihnen so forcierte Boxenhaltung für Kälber führt dazu, dass Kälber eine große Scheu vor dem Menschen entwickeln. Das führt dann zum Beispiel bei Verladetätigkeiten zu immensen Stresssituation für Mensch und auch Tier, und auch die Verletzungsgefahr steigt für beide erheblich an. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Sieber, langsam ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Sieber, langsam ...!
Darüber hinaus haben Sie offensichtlich von der individuellen Mensch-Tier-Beziehung, die darauf beruht, dass Kälber an die Berührung durch den Menschen gewöhnt werden müssen, noch nichts gehört. (Abg. Dr. Pirklhuber: Steht nicht drin in dem Antrag!) Die von Ihnen so forcierte Boxenhaltung für Kälber führt dazu, dass Kälber eine große Scheu vor dem Menschen entwickeln. Das führt dann zum Beispiel bei Verladetätigkeiten zu immensen Stresssituation für Mensch und auch Tier, und auch die Verletzungsgefahr steigt für beide erheblich an. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Sieber, langsam ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie den Antrag gelesen?
Herr Pirklhuber, ich lade Sie ein: Kommen Sie einmal zu mir nach Vorarlberg, dann können wir gemeinsam zu einem Viehmarkt oder zu einem Alptag gehen, und dann können Sie einmal versuchen, Boxenvieh zu verladen! Sie sind herzlichst eingeladen! Dann würden Sie einmal sehen, wie das Ganze in der Praxis aussieht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie den Antrag gelesen?)
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber ...!
Auch gibt es durch die verpflichtende Gruppenhaltung von Kälbern zunehmend nicht unerhebliche wirtschaftliche Schäden durch gegenseitiges Besaugen der Kälber. Um das zu verstehen, muss man mit den Praktikern vor Ort reden. Aber dort habe ich von den Grünen noch nie jemanden getroffen. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da bin ich bei Ihnen!
Den österreichischen Bauernfamilien wäre viel mehr geholfen, wenn unsere strengen gesetzlichen Herkunfts- und Produktionsbedingungen auch für alle Agrar- und Lebensmittelimporte gelten würden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da bin ich bei Ihnen!) Noch mehr Ge- und Verbote wären einfach nur scheinheilig! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da liegt unser Antrag aus der letzten Gesetzgebungsperiode ...!) Denn es würde Wertschöpfung ins Ausland verlagern, und dort würden die Tiere unter Bedingungen gehalten werden, die wir alle ablehnen – ich denke doch, auch Sie! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da liegt unser Antrag aus der letzten Gesetzgebungsperiode ...!
Den österreichischen Bauernfamilien wäre viel mehr geholfen, wenn unsere strengen gesetzlichen Herkunfts- und Produktionsbedingungen auch für alle Agrar- und Lebensmittelimporte gelten würden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da bin ich bei Ihnen!) Noch mehr Ge- und Verbote wären einfach nur scheinheilig! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da liegt unser Antrag aus der letzten Gesetzgebungsperiode ...!) Denn es würde Wertschöpfung ins Ausland verlagern, und dort würden die Tiere unter Bedingungen gehalten werden, die wir alle ablehnen – ich denke doch, auch Sie! (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Dr. Pirklhuber und Abgeordneten der ÖVP.
Ich weise den Antrag 22/A dem Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft zu. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Dr. Pirklhuber und Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 14
Abg. Dr. Pirklhuber: ... „übermäßig“!
Frau Kollegin Lichtenecker von den Grünen hat eine schöne Rede gehalten, wissend, wie man Hochwasserkatastrophen verhindern könnte. Zum Tiroler Lech im Tiroler Lechtal, einem Vorzeigeprojekt der Grünen – es wurden dort zig Pressekonferenzen von den Grünen abgehalten –, muss ich aber sagen: Heute wissen wir alle, dass diese Maßnahmen dort übermäßig waren für Tiere und Pflanzen. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... „übermäßig“!) Und heute wissen wir auch, dass man bei diesen Maßnahmen auf die Menschen und auf ihren Lebensraum dort vergessen hat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Frau Kollegin Lichtenecker von den Grünen hat eine schöne Rede gehalten, wissend, wie man Hochwasserkatastrophen verhindern könnte. Zum Tiroler Lech im Tiroler Lechtal, einem Vorzeigeprojekt der Grünen – es wurden dort zig Pressekonferenzen von den Grünen abgehalten –, muss ich aber sagen: Heute wissen wir alle, dass diese Maßnahmen dort übermäßig waren für Tiere und Pflanzen. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... „übermäßig“!) Und heute wissen wir auch, dass man bei diesen Maßnahmen auf die Menschen und auf ihren Lebensraum dort vergessen hat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 17
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Public-Private-Partnership!
Zweiter Punkt: Wirtschaft und Staat sind gute Partner. Die Einladung an Private, mitzugestalten, nennt man jetzt „Private Partnership“. – „Private Partnership“ – Freunderlwirtschaft hat einen neuen Namen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Public-Private-Partnership!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Erinnern wir uns daran, dass seit Jahr und Tag Österreichs Grüne gegen Beschneiungsanlagen aufgetreten sind (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Mag. Hauser), es einmal einen Zeitpunkt gab, als Österreichs Grüne Beschneiungsanlagen UVP-pflichtig machen wollten! Das eine garantiere ich Ihnen: Wenig Schnee, das hält unser Wintertourismus gerade noch aus, aber de facto der Verzicht auf Beschneiungsanlagen, das hätte der Wintertourismus nicht ausgehalten. Zig-tausende Arbeitsplätze wären verlorengegangen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Sie, die Grünen, hätten dafür die Verantwortung zu tragen gehabt, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Bucher. – Abg. Dr. Moser: Sie haben die Verantwortung ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wirklichkeitsfremd, was Sie sagen! Es entreißt ja niemand die Kinder ...! So ein Topfen!
Wenn wir auch über das Barcelona-Ziel sprechen: Das ist doch unglaublich, dass man junge Menschen den Familien entreißen will, dass man Kinder von null bis drei Jahren ihren Müttern entreißen will. – Das kann doch nicht ein Beispiel einer großen Kulturnation sein und ein Vorbild für Europa! Ich glaube, das ist völlig danebengegriffen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wirklichkeitsfremd, was Sie sagen! Es entreißt ja niemand die Kinder ...! So ein Topfen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich die Zahlen an, wie die Beziehungen heute aussehen! Verweigern Sie nicht die Realität!
Das ist auch der Punkt: Es geht nicht nur darum, Gelder aufzutreiben, Gelder lockerzumachen. Es geht auch darum, eine Stimmung zu schaffen. Es geht darum, zu erkennen, dass wir, wenn wir nicht dringend eine grundsätzliche Änderung und auch eine Änderung Ihres Familienbildes erreichen, Schiffbruch erleiden werden, weil wenn die Grünen sich jedes Mal, wenn es um Familien geht, nur um Homosexuelle und Lesben Sorgen machen, dann muss ich Ihnen sagen: Liebe Grüne, da seid ihr auf dem völlig falschen Dampfer, dann habt ihr keine Ahnung, was Familie bedeutet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich die Zahlen an, wie die Beziehungen heute aussehen! Verweigern Sie nicht die Realität!)
Sitzung Nr. 18
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit der Inflation?
Die notwendigen Aufwendungen des Bundes sind aber auch nicht zu verachten, weil dieser Betrag laufend im Budget erarbeitet werden muss. Ich darf an dieser Stelle informieren: Wenn man sich die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, die der Bund zu tragen hat, anschaut, dann, muss man sagen, haben sich diese in den Jahren seit 2000, damals 1 287 000 000 €, bis ins Jahr 2006 auf 1 693 000 000 € erhöht, und wir erhöhen sie jetzt auf 1 861 000 000 und nächstes Jahr, 2008, auf 1 923 000 000 €; plus 9,9 Prozent und plus 3,3 Prozent. – Das, meine Damen und Herren, kann sich bitte sehen lassen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit der Inflation?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Wirtschaft wächst, die Exporte steigen und die Beschäftigung nimmt zu. Eine Arbeitslosenrate von 4,2 Prozent ist praktisch Vollbeschäftigung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja noch nicht beschlossen! Sie reden von Dingen, die noch nicht beschlossen sind!
Noch dazu stärken wir den ländlichen Raum mit unseren Maßnahmen, während andere mit Belastungspaketen in den Bundesländern kommen, so wie das in Kärnten der Fall ist. Wir hingegen haben mit Klimaschutz-Strategie und Grünem Pakt Wesentliches dazu beigetragen. Da darf ich nur hinzufügen, dass gerade der Bereich der erneuerbaren Energie ganz stark hervorzuheben ist. Das stärkt vor allem die Forstwirtschaft, die Biomasseverwendung. Ich darf auch erwähnen, dass die gesamte forstliche Förderung gut abgesichert ist, wenn jetzt auch noch die Förderungsrichtlinien dementsprechend praktikabel anzuwenden sind, dass die Ausbildung in der Forstwirtschaft sichergestellt ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja noch nicht beschlossen! Sie reden von Dingen, die noch nicht beschlossen sind!) Ich darf hier im Besonderen auch die Försterschule in Bruck an der Mur erwähnen; dort wird ein Zentrum für die Ausbildung des Forstnachwuchses entstehen. Dafür sind viele Mittel reserviert, und das freut mich.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit den Rumpold-Millionen?
Zweitens: Die Republik hat einen Vertrag abgeschlossen, der zum Inhalt hat, dass wir Luftraumüberwachungsflugzeuge, also Eurofighter, beschaffen, dies nach eingehender Überprüfung. Der Rechnungshof hat das dreimal geprüft. Im Untersuchungsausschuss ist bis jetzt nichts herausgekommen. Das wollen nur Sie nicht zur Kenntnis nehmen, das werden Sie aber müssen, auch wenn Sie den Untersuchungsausschuss bis in den Herbst prolongieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit den Rumpold-Millionen?) Also die Sicherheit ist in unserem Land zu gewährleisten. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 21
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Stoisits und Dr. Pirklhuber. – Abg. Pendl: Bravo!
Apropos Dank: Ich danke Ihnen für die gute Debatte – und meinen Beamtinnen und Beamten aus dem Justizministerium, die meine „Bewährungshelferinnen und –helfer“ sind, möchte ich an dieser Stelle nochmals danken. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Mag. Stoisits und Dr. Pirklhuber. – Abg. Pendl: Bravo!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Ärzte leisten einen Eid! – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja unglaublich!
Es gibt keine ausreichende Information für Frauen (Abg. Heinisch-Hosek: Keine Ahnung!), die Hilfe brauchen in einer oft unerwünschten Schwangerschaft. Bis heute sind es ausschließlich Ärzte, die eben auf Abtreibung spezialisiert sind, die Beratungen durchführen – und das kann’s ja wohl nicht sein. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Heinisch-Hosek.) Ärzte, die wirtschaftliches Interesse daran haben, Abtreibungen durchzuführen, können doch nicht Frauen beraten! Das ist sicher der falsche Weg. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Ärzte leisten einen Eid! – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die FPÖ ist auch eine Randgruppe!
Noch ein anderer Gedanke, der sehr interessant ist: Die Grünen setzen sich ja für alle möglichen Bereiche sehr ein oder geben vor, sich einzusetzen: für Tierschutz, für Klimaschutz. Wofür sie sich aber wirklich einsetzen, das sind die Homosexuellen und die Asylanten, also Randgruppen dieser Gesellschaft. (Zwischenruf der Abg. Mag. Lunacek.) Ich hoffe nur, dass auch die Grünen sehr bald zu einer Randgruppe in dieser Gesellschaft verkommen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die FPÖ ist auch eine Randgruppe!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber dann verschließen Sie nicht die Augen vor der Realität! Machen Sie die Augen nicht zu!
Wir Freiheitlichen lassen uns nicht unterstellen, dass Frau Rosenkranz oder andere Freiheitliche ein Negativszenario zeichnen wollen. Wir wollen natürlich auf die Gefahren hinweisen, aber doch eine positive Entwicklung bewirken. Das, was Sie hier bieten, ist ein wirklich trauriges Schauspiel und hat nichts damit zu tun, dass wir als Politiker Verantwortung für dieses Österreich übernehmen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber dann verschließen Sie nicht die Augen vor der Realität! Machen Sie die Augen nicht zu!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ein Wahnsinn!
Dem stelle ich gegenüber: Angesichts der hohen Zahl der Jahr für Jahr getöteten Embryonen kann langfristig der Erhalt unserer heimischen Bevölkerung nicht gewährleistet werden. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Heinisch-Hosek: Das ist ein Wahnsinn!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich glaube, dass wir hier im Hohen Haus in nächster Zeit sehr dringenden Bedarf haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), über das Thema Abtreibung und über echte Familienpolitik zu reden – und nicht das, was Sie hier aufführen!
Abg. Dr. Pirklhuber: Lauter bitte, ich versteh’ nichts!
Herr Bundesminister! Mindestsicherung 726 €: alles okay, aber die Differenz zum Mindestlohn ist ja traurig! Frau Kollegin Csörgits, für einen Mindestlohn mit 1 000 € sind Sie ja um fünf Jahre zu spät! (Abg. Csörgits – in Richtung ÖVP deutend –: Besprechen Sie das mit ihnen!) 1 300 € brutto sind nötig, weil 1 000 € brutto heißt 850 € netto. – Die Differenz ist zu gering! (Abg. Dr. Pirklhuber: Lauter bitte, ich versteh’ nichts!) Geben Sie sich einen Stoß! Die Löhne verhandeln Sie in der Gewerkschaft, aber das muss man einfach anheben. Die Wirtschaft hat ja auch Freude damit, weil die Kaufkraft steigt. Wenn die Leute mehr verdienen, geben sie mehr aus. Das ist nun einmal so. – So sollte man arbeiten.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, wenn man diesen Satz genau überlegt, dann hat Herr Abgeordneter Grillitsch laut und deutlich klargestellt und zugegeben, dass die bisherige Förderung ungerecht ist. (Abg. Grillitsch: Nein, nein, nein!) Ganz klar! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber.) Und das ist ein sehr guter Ausgangspunkt für unsere Verhandlungen in der Marktordnung, die wir in Bälde beginnen werden.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht, weil Sie haben gesagt: Marktordnung! Das sind Marktordnung und ländlicher Raum!
Der Agrarhaushalt ist mit Abstand einer der förderintensivsten Bereiche des Bundeshaushaltes. Allein der Titel „Marktordnungsausgaben“ ist mit 1,697 Milliarden für 2007 und mit 1,698 Milliarden für 2008 veranschlagt. Das sind 75 Prozent des gesamten Budgets für Land- und Forstwirtschaft. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Das stimmt nicht, weil Sie haben gesagt: Marktordnung! Das sind Marktordnung und ländlicher Raum!) Richtig, beides zusammen, Herr Kollege Pirklhuber! Du darfst mich ergänzen, wir sind da ja irgendwo einer Meinung.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Jetzt bin ich neugierig!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Kopf. Wunschredezeit: 6 Minuten. – Bitte. (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Kopf –: Jetzt bin ich neugierig!)
Abg. Grillitsch: Wir machen das! Verlass dich drauf, Pirklhuber, wir machen das!
Die Umsetzung im Detail – Punkt eins: die gesamte Marktordnung. Diese gesamte Marktordnung betrifft ein Volumen von 670 Millionen € im Jahr 2007. Meine Damen und Herren, diese Marktordnung ist bisher am Parlament vorbei beschlossen worden, vorbei am Parlament durch die Agrarpolitik der ÖVP. Das ist nicht verfassungskonform, und das ist faktisch auch schon bewiesen. Der Verfassungsgerichtshof hat bereits mehrere Prämienverordnungen – nämlich die Tierprämienverordnung und die Milchgarantiemengenverordnung – aufgehoben. Sie wissen, hier besteht dringender Handlungsbedarf. Bis 30. Juni 2007 muss das Marktordnungsgesetz neu umgesetzt werden. (Abg. Grillitsch: Wir machen das! Verlass dich drauf, Pirklhuber, wir machen das!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Frau Kollegin Schönpass und einige andere haben heute hier den Bauernbund kritisiert. An diese Adresse darf ich richten: Der Bauernbund ist Anker und Halt für die österreichischen Bauern! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Die Wahlergebnisse beweisen es immer wieder: Bei den Kammerwahlen und auch bei der letzten Nationalratswahl haben über 80 Prozent der Bauern der ÖVP das Vertrauen gegeben! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: „Unterlegen“ ist das richtige Wort! Ganz genau!
Von manchen aus der Opposition wird ein Vergleich mit der Landwirtschaft hergestellt und gesagt, man sei für gerechtere Preise. Diese Einstellung stammt noch aus dem Mittelalter, denn jeder weiß – da darf ich gerade das Beispiel der Forstwirtschaft herausgreifen –, wer einen gerechten Preis macht: letztendlich der freie Markt. (Zwischenruf des Abg. Dipl.-Ing. Klement.) Und am freien Markt schaut es dann zum Beispiel so aus, Herr Kollege Klement, dass der Holzpreis derzeit in etwa bei 80 € und darunter liegt, vor einem halben Jahr war er noch bei 90 € und darüber, vor einem Jahr wiederum war er bei etwa 75 €. Das heißt, hier gibt es starke Schwankungen, denen die Waldbesitzer unterlegen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: „Unterlegen“ ist das richtige Wort! Ganz genau!) Da können gerade die kleineren Waldbesitzer reagieren, indem sie hier eben antizyklisch agieren. Die größeren Waldbesitzer sind ohnehin gezwungen, diese Preisschwankungen hinzunehmen, denn sie müssen trotzdem ihre Fixkosten abdecken.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie können Sie solche Behauptungen aufstellen?
Auf der anderen Seite ist das für uns aber kein Anlass, dem Innenminister das Misstrauen auszusprechen, weil wir der Meinung sind, dass das eben genau auch der Sinn und Zweck ist, das, was die wollen. Wissen Sie, wer als Erster applaudiert, wenn ein Misstrauensantrag gegen den Innenminister eingebracht wird? – Genau der Absender dieses Packerls, genau der linke Absender dieser Rohrbomben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie können Sie solche Behauptungen aufstellen?)
Sitzung Nr. 24
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind ein schlechter Verlierer!
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Der Redner platziert eine Tafel mit der Aufschrift „Volksanwalt statt Asyl-Anwältin“ vor sich auf dem Rednerpult.) Es war für mich wirklich erstaunlich, heute zu beobachten (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind ein schlechter Verlierer!), dass auf den roten, grünen und schwarzen Sitzbänken keinem der Abgeordneten, die hier gesessen sind, irgendwo die Schamesröte ins Gesicht gestiegen wäre aufgrund dieser Vorgangsweise. (Abg. Riepl: Sie sind auch sehr blass heute!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Jugendliche; 16-Jährige sind Jugendliche. Die müssen jetzt nicht Erwachsene spielen, die müssen auch nicht voll strafmündig sein, sondern sie wählen jene Partei, die sie als Jugendliche vertritt. Das ist nämlich auch der Sinn der repräsentativen Demokratie. Das heißt: Ich werde nicht zulassen, dass man über Umwege dann in irgendeiner Form Jugendlichen die Jugendlichkeit wegnimmt als Gegengeschäft dafür, dass sie ein demokratisches Recht in Anspruch nehmen dürfen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich denke, wenn wir davon reden, dass unsere Bäuerinnen und Bauern Anspruch auf Rechtssicherheit haben, dann sollten wir diese privatwirtschaftliche Regelung in eine hoheitliche Regelung umwandeln. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Über das besteht ja Einvernehmen!
Das war das Ziel der GAP-Reform: Geld hin zu den Bauern zu bringen, aber auch Geld für den ländlichen Raum. Und genau das ist in diesem Grünen Pakt, liebe Kolleginnen und Kollegen, vorgesehen: 2,78 Millionen € ungekürzt für unsere bergbäuerlichen Familien, die unter schwierigsten Bedingungen in Österreich produzieren, arbeiten müssen und letztlich auch dem Anspruch der Konsumenten gerecht werden müssen, nämlich tiergerecht und umweltgerecht zu produzieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Über das besteht ja Einvernehmen!), und auch, Herr Kollege Pirklhuber, das Umweltprogramm als solches, an dem 80 Prozent der Bauern in Österreich mit 90 Prozent der Fläche freiwillig teilnehmen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Explizit nicht!
Tun Sie nicht so, Herr Kollege Pirklhuber, als hätten wir nicht informiert! Wir haben das ausführlich diskutiert (Abg. Dr. Pirklhuber: Explizit nicht!) an fünf Dialogtagen, wo alle unsere Partner, die NGOs, Umweltorganisationen, Naturschutzorganisationen, parlamentarische Parteien, mit eingeladen wurden und wir dies ganz genau und ganz konkret mit ihnen diskutiert haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um den Landwirtschaftsausschuss, Herr Kollege Grillitsch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um den Landwirtschaftsausschuss, Herr Kollege Grillitsch!
Tun Sie nicht so, Herr Kollege Pirklhuber, als hätten wir nicht informiert! Wir haben das ausführlich diskutiert (Abg. Dr. Pirklhuber: Explizit nicht!) an fünf Dialogtagen, wo alle unsere Partner, die NGOs, Umweltorganisationen, Naturschutzorganisationen, parlamentarische Parteien, mit eingeladen wurden und wir dies ganz genau und ganz konkret mit ihnen diskutiert haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um den Landwirtschaftsausschuss, Herr Kollege Grillitsch!)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht!
Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Diese Privatwirtschaftsverwaltung ist, glaube ich, gut so. Und ich sage das heute hier ganz offen und bitte Sie wirklich im Sinne der österreichischen Bäuerinnen und Bauern, hier umzudenken: Dass es diese 189 Fragen gegeben hat, dass heute dieser Grüne Pakt noch nicht genehmigt ist, das verdanken wir Ihren vielfältigen Gesprächen in Brüssel, Herr Pirklhuber, wo Sie nur verunsichert haben und wo Sie die Planungssicherheit und die Kalkulierbarkeit für Österreichs Bauern in Frage gestellt haben! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Dasselbe gilt für die Überschwemmungen. Wo es früher alle zehn Jahre Hochwasser gegeben hat, gibt es das jetzt teilweise alle zwei Jahre. Gerade die Land- und Forstwirtschaft ist besonders betroffen, und deswegen nenne ich Ihnen dieses Beispiel von den fortschreitenden und bedrohlichen Klimawandelbegleiterscheinungen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und wenn Sie mir noch einen allerletzten Satz gestatten, Frau Volksanwältin: Wir haben in dieser Landwirtschaftsausschuss-Sitzung dieses Gesetz besprochen, und wir haben auch den Grünen Bericht besprochen. Und ich appelliere an das Hohe Haus, doch endlich und sehr rasch eine Lösung zu finden, wie wir mit Berichten umgehen, denn dieser Grüne Bericht ist eine tatsächlich großartige Sache, die da irgendwo leise und still verschwindet. Ich möchte mich bei den Beamten des Ministeriums bedanken, die hier gute Arbeit geleistet haben, und ich möchte wirklich an Sie alle appellieren, dass wir diese hervorragenden Berichte in Zukunft auch hier im Hohen Haus und öffentlich diskutieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 27
Abg. Dr. Pirklhuber: Den Mund voll haben Sie, Herr Stummvoll, aber mehr nicht!
Also, Herr Kollege Cap! – Entschuldigung, ich wollte niemanden beleidigen. Herr Kollege Graf, das ist wirklich nicht ehrlich, wenn Sie jetzt so argumentieren! Sie hätten jederzeit diese Möglichkeit gehabt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Den Mund voll haben Sie, Herr Stummvoll, aber mehr nicht!)
Sitzung Nr. 28
Abg. Dr. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: 4 Minuten!
Präsidentin Dr. Eva Glawischnig-Piesczek: Nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. 20 Minuten Redezeit? (Abg. Dr. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: 4 Minuten!) – 4 Minuten Redezeit. – Bitte.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich denke, gerade er müsste wissen, dass die Bäuerinnen und Bauern Österreichs nicht nur von den Tieren, sondern auch mit den Tieren leben, dass sie sehr genau wissen, was sie zu tun haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wenn es um den Gesundheitszustand geht, und dass es ihnen selbstverständlich auch wichtig ist, dass die Tiere beim Transport schonend und tiergerecht behandelt werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Marktordnung ist eine äußerst komplexe Materie!
Ob man dieser Tatsache in der Agrarpolitik positiv oder negativ gegenübersteht, ist eine andere Frage, aber bei dieser Faktenlage, bei dieser Einfachheit der Faktenlage müsste man glauben, dass ÖVP und SPÖ angesichts dieser Einfachheit schnell handelseins werden sollten, vor allem auch unter dem Gesichtspunkt, dass da natürlich auch knappe 2 Milliarden € auf dem Spiel stehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Marktordnung ist eine äußerst komplexe Materie!) Möchte man glauben!
Abg. Dr. Jarolim – auf Bundesminister Pröll weisend –: Da kann sich der Herr Landeshauptmann Pröll eine Scheibe abschneiden! – Abg. Dr. Pirklhuber: Bald nicht mehr, wenn er so abnimmt, der Minister Pröll! – Lebhafte Heiterkeit bei SPÖ, ÖVP und den Grünen.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Bundesminister! Herr Präsident! (Abg. Dr. Jarolim – auf Bundesminister Pröll weisend –: Da kann sich der Herr Landeshauptmann Pröll eine Scheibe abschneiden! – Abg. Dr. Pirklhuber: Bald nicht mehr, wenn er so abnimmt, der Minister Pröll! – Lebhafte Heiterkeit bei SPÖ, ÖVP und den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt sagst du selber, dass es nur halbvernünftig ist!
Ich bedanke mich beim Kollegen Kurt Gaßner für die faire Diskussion. Gut Ding braucht Weile. Aber mir ist das lieber, bevor ein halbvernünftiges Gesetz beschlossen werden kann (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt sagst du selber, dass es nur halbvernünftig ist!), dass man vorher länger diskutiert, vielleicht auch manches Mal streitet, aber sich im Sinne eines vernünftigen Ergebnisses bemüht, ein gutes Ergebnis fertigzubringen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt eine europäische Studie dazu! Lesen Sie die!
Vierter Punkt: der Vorwurf der Frau Zwerschitz, Biobauern seien benachteiligt. – Das stimmt nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt eine europäische Studie dazu! Lesen Sie die!) In der Marktordnungsdebatte gibt es keinen Unterschied zwischen Biobauern und Nicht-Biobauern.
Sitzung Nr. 30
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mayerhofer.
Reformen sind mehr als notwendig – unverzüglich! –, und ich freue mich, dass der Herr Finanzminister zu dem, was notwendig ist, heute auch verbal seine Zustimmung gegeben hat. Ich glaube an den Willen zur Veränderung, die notwendig ist – sonst machen wir alle uns schuldig. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mayerhofer.)
Sitzung Nr. 31
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Entwicklungen, nicht nur der letzten Wochen, sondern die Entwicklungen in den letzten zwei Jahrzehnten, aber vor allen Dingen auch in den letzten Wochen, auch seit der Verhaftung der Islamisten in Österreich, haben uns leider Recht gegeben. Sie haben uns klar vor Augen geführt, dass das multikulturelle Experiment, das bewusst von manchen politischen Kräften forciert wurde und bis heute betrieben wird, im Grunde genommen gescheitert ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und es gibt natürlich nach wie vor politische Mitbewerber, keine Frage, die glauben, dass die ungezügelte Zuwanderung etwas ist, was Vorteile bringt. Ich weiß, dass wir bei Ihnen (in Richtung Grüne) solche Befürworter finden, keine Frage. Aber das ist grob fahrlässig und verantwortungslos, und das erkennen auch immer mehr Österreicher und kritisieren das auch zu Recht.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
rung der Grundrechte abweichen, sagt sie, und Migranten, die seit Generationen hier leben, müssen sich endlich für die westliche Gesellschaft entscheiden. – All das, sagt eine Dame, die betroffen ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch Heuchelei!
Ich weiß schon, wahrscheinlich ist Frau Necla Kelek jetzt für Sie eine „Rechtsextremistin“; man kann ja alles ins Absurde treiben. Das wäre ich von Ihnen gewohnt, aber das alles sagt eine Betroffene, die durchaus in ihrem Umfeld, auch durch die Betreuung von Menschen, die eben genau mit diesen Bereichen auch zu tun haben, mit Zwangsehen, ja mit Gewalt konfrontiert sind, wenn sie sich dann weigern, menschlich zutiefst betroffen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch Heuchelei!) Das sind doch sehr klare Worte, die uns sehr ernsthaft beschäftigen sollten.
Sitzung Nr. 33
Abg. Dr. Pirklhuber: Schäbig ist das!
Unmittelbar nach dieser illegalen Einreise der Familie wurde auch dieses Asylverfahren rechtskräftig negativ entschieden. Es war daher im November 2002 eindeutig und klar, dass diese Familie kein Asyl in Österreich bekommt – übrigens so wie viele anderen Familien aus dem Kosovo, kosovarische Familien, die großteils kein Asyl bekommen haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schäbig ist das!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ...! Sie haben keine Ahnung!
Der nächste Bürger kommt vielleicht daher und sagt: Ich habe einen Steuerbescheid bekommen, und den zahle ich nicht, denn das ist ja wirklich unglaublich, dass ich eine Steuernachzahlung zu leisten habe!, droht vielleicht, sich etwas anzutun – und dann kommen Sie mit einer falsch verstandenen Menschlichkeit daher und sagen: Lassen wir ihm die Steuerschuld nach! – Bitte, so kann doch ein Rechtsstaat nicht funktionieren! (Abg. Dr. Pirklhuber: ...! Sie haben keine Ahnung!) Natürlich kann und darf der Staat sich nicht erpressen lassen. Da würden wir in Chaos und Anarchie geführt werden!
Abg. Dr. Pirklhuber: Fragen Sie einmal den Landeshauptmann von Oberösterreich!
Es muss klargestellt werden, und es wird klargestellt: Wenn jemand um Asyl ansucht, wird ihm vorher schon gesagt, dass es, wenn dieser Asylbescheid negativ ist, retour in die Heimat geht. Ich glaube, mit dieser Offenheit und Klarheit muss man das auch artikulieren. Man sollte hier die Menschen nicht täuschen, denn sonst werden Enttäuschungen folgen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Fragen Sie einmal den Landeshauptmann von Oberösterreich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Integriert haben!
das Schulleben und so weiter eingewöhnt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Integriert haben!)
Sitzung Nr. 35
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Steier und Dr. Pirklhuber.
Es ist ja interessant, meine Damen und Herren: Beim Steuerzahlen ist es egal, wo man zu Hause ist, ob ich in Wien, Linz oder Innsbruck gemeldet bin, in der kleinen Gemeinde des Kollegen Steier, in der doch etwas größeren des Kollegen Gaßner oder in der kleinen Gemeinde des Kollegen Prinz, beim Steuerzahlen spielt dies keine Rolle. Da ist der Steuersatz, wenn das Einkommen gleich hoch ist, der gleiche. Bei der Mittelzuteilung ist man jedoch, wenn man in der größeren Stadt zu Hause ist, plötzlich das Doppelte wert. Das kann nicht sein! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Steier und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Was? „Verwahrungsort“?
Und ein letzter Satz: Die Hälfte aller Einsitzenden in Österreich sind Ausländer. Ich wiederhole meinen Vorschlag, den ich schon mancherorts gemacht habe: Das ist meines Erachtens auch ein EU-Problem. Es müssten auf EU-Ebene die Nicht-EU-Bürger in einem zu definierenden Verwahrungsort untergebracht werden. Wenn das gelingt, haben wir die Hälfte der in Österreich einsitzenden Leute nicht mehr als Belastung in den inländischen Gefängnissen. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Was? „Verwahrungsort“?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Ich darf Ihnen zum Beispiel aus meiner alten Praxis erzählen, meine Damen und Herren. Es werden immer wieder Produkte angeboten, die nicht dem entsprechen, wofür sie gehalten werden. (Ruf bei der SPÖ: Ja natürlich!) Ich nehme nur als Beispiel: Es gibt jede Menge Bioprodukte, die keine Bioprodukte sind. Und was passiert? Nehmen Sie nur den letzten Skandal! Da sind Millionen Eier nach Österreich gekommen, die normal aus Legebatterien kommen und als Bio-Eier deklariert wurden. Was passiert? Der Lieferant streift das Geld ein, kriegt eine kleine Strafe, und der Gewinn geht in die Millionenhöhe. Das macht er beim nächsten Mal wieder. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) – Na sicher! Sie sollten sich in erster Linie um die rechtschaffenen Unternehmen kümmern und diese vor unlauterem Wettbewerb schützen. (Beifall beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich darf ein paar Beispiele erwähnen. Es geht hier um österreichische Produkte wie die Wachauer Marille oder das Steirische Kernöl oder den Gailtaler Speck et cetera. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Grünewald und Dr. Pirklhuber.
Geschätzte Damen und Herren, wir stimmen dem Rechnungsabschluss trotzdem zu, hoffen aber, dass in Zukunft die Inhalte anderer Art sein werden. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Grünewald und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei BZÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!
Trotzdem würde ich bitten, dass wirklich auch die Landwirte, die im konventionellen Landbau arbeiten, endlich zur Kenntnis nehmen, dass der Feinkostladen Österreich hauptsächlich von der Biolandwirtschaft getragen wird. – Danke. (Beifall bei BZÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!)
Sitzung Nr. 37
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bin schon der Meinung, was auch letztlich eine Aufgabe Österreichs ist, dem entgegenzuwirken, dass die Politik, die die Europäische Union innerhalb der WTO macht, nach wie vor eine ist, die auf dem sozialen, auf dem umweltpolitischen, auf dem entwicklungspolitischen und auf dem menschenrechtlichen Auge komplett blind ist, wo es wirklich nur um Wirtschaftsrechte geht. Uns da einzumischen und zu schauen, dass wir zu Lösungen kommen, die letztlich auch zu sinnvollen gentechnikfreien Regionen in Europa führen, das wäre schon eine Aufgabe, die wir uns sehr hoch auf die Prioritätenliste schreiben sollten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Gott sei Dank haben wir mit der Möglichkeit, Bioethanol zu produzieren, eine Chance, den Absatz von gentechnisch unverändertem Mais, von herkömmlich gezüchtetem Mais in Österreich abzusichern, genauso wie wir das für Weizen tun können. Wir bringen damit aus einer Pflanze mit einem sehr hohen Ausmaß an Nachhaltigkeit, mit einem sehr hohen Ausmaß an CO2-Reduktion in der Gesamtproduktionskette einen Treibstoff auf den Markt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!), mit dem Sie mit jedem Liter, den Sie verwenden, eindeutig 40 Prozent weniger CO2 ausstoßen, als wenn Sie mit einem Benzin-Auto fahren würden – und das aus österreichischer Produktion!
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wird importiert!
Die kombinierte Strategie aus Gentechnikfreiheit und Sicherung der individuellen Energieautonomie ist eine tolle Sache. Das ist durch den österreichischen Weg sehr gut sichergestellt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wird importiert!) Heute kann der österreichische Konsument entscheiden, gentechnikfrei hergestellte Produkte aus österreichischem Anbau zu verwenden – es gibt keine gentechnisch veränderte Pflanze am Acker! –, und gleichzeitig kann der österreichische Autofahrer beim Tanken seines Autos wählen, wenn er den Zapfhahn in den Tank hineinhängt, und entscheiden, ob das andere Ende des Schlauches in Kasachstan oder in Pischelsdorf auf einem österreichischen Acker ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie viele Tankstellen gibt es schon?) Und das ist eine gute Kombination.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie viele Tankstellen gibt es schon?
Die kombinierte Strategie aus Gentechnikfreiheit und Sicherung der individuellen Energieautonomie ist eine tolle Sache. Das ist durch den österreichischen Weg sehr gut sichergestellt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wird importiert!) Heute kann der österreichische Konsument entscheiden, gentechnikfrei hergestellte Produkte aus österreichischem Anbau zu verwenden – es gibt keine gentechnisch veränderte Pflanze am Acker! –, und gleichzeitig kann der österreichische Autofahrer beim Tanken seines Autos wählen, wenn er den Zapfhahn in den Tank hineinhängt, und entscheiden, ob das andere Ende des Schlauches in Kasachstan oder in Pischelsdorf auf einem österreichischen Acker ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie viele Tankstellen gibt es schon?) Und das ist eine gute Kombination.
in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber
Der dritte Punkt ist: Was die nationalen Verbotsverordnungen betrifft, so sollten wir nicht so tun, als ob das mit der letzten Entscheidung, auf die ich noch zurückkomme, weil auch sie sehr unsauber von Ihnen diskutiert wurde, Herr Abgeordneter (in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber), oder auch von der Frau Abgeordneten (Abg. Dr. Moser: Nein, nein!), geändert worden wäre. Man muss eines wissen: Es gibt seit langem gentechnisch veränderte Konstrukte im Futter- und Lebensmittelbereich auch in Österreich. Aufgrund der Kennzeichnung kann sich allerdings jeder frei entscheiden.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Die Kommission hat jetzt Folgendes getan: Sie hat den Vorschlag getrennt und hat gesagt, okay, wir gestehen Österreich zu (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – das müssen Sie dazusagen –, die Landwirtschaft weiter gentechnikfrei zu halten, das stellen wir nicht mehr zu Abstimmung. Aber die Frage der Einfuhr als Futter- und Lebensmittel stellen wir zur Disposition, weil durch die Kennzeichnung jeder wählen kann. Und diese Wahl konnten wir bei der Abstimmung mehrheitlich gewinnen. Vergessen Sie nicht das Stimmverhalten: 191 zu 58. Sie vergessen das immer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja eh!) Und damit ist eines gelungen – Herr Abgeordneter, Sie brauchen ja nicht nervös zu werden –: dass die Umweltminister die nationale Verbotsverordnung nicht
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja eh!
Die Kommission hat jetzt Folgendes getan: Sie hat den Vorschlag getrennt und hat gesagt, okay, wir gestehen Österreich zu (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – das müssen Sie dazusagen –, die Landwirtschaft weiter gentechnikfrei zu halten, das stellen wir nicht mehr zu Abstimmung. Aber die Frage der Einfuhr als Futter- und Lebensmittel stellen wir zur Disposition, weil durch die Kennzeichnung jeder wählen kann. Und diese Wahl konnten wir bei der Abstimmung mehrheitlich gewinnen. Vergessen Sie nicht das Stimmverhalten: 191 zu 58. Sie vergessen das immer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja eh!) Und damit ist eines gelungen – Herr Abgeordneter, Sie brauchen ja nicht nervös zu werden –: dass die Umweltminister die nationale Verbotsverordnung nicht
Abg. Dr. Pirklhuber: Natürlich haben sie es vor dem Europäischen Gerichtshof gekippt!
gekippt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Natürlich haben sie es vor dem Europäischen Gerichtshof gekippt!) Nein, nicht „gekippt“ – Sie kennen die Entscheidung –, sondern mit der Pattsituation hat die Kommission im Alleingang zu entscheiden, was sie tut. Wir haben die nationalen Verbotsverordnungen noch aufrecht, und wir werden zeitgerecht für die Kommissionsentscheidung unser Gutachten zu diesen Konstrukten auch vorlegen. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist präzise gesagt das, was beim letzten Umweltministerrat in Brüssel entschieden wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht ja nicht!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie vergessen immer, den zweiten Teil dazuzusagen: Dieses Umweltprogramm für Österreichs Landwirtschaft, definiert im Grünen Pakt bis 2013, ist freiwillig. Es bringt uns überhaupt nichts, dort Gentechnikfreiheit festzulegen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht ja nicht!), wenn zig Bauern einfach nicht mitmachen und in ihrem Umkehrschluss dann sagen, dann nehmen wir die Gentechnik und säen diese Produkte aus, weil wir aufs Umweltprogramm sowieso individuell verzichten. Es schützt uns nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist lauter Blödsinn!), Gentechnikfreiheit im Umweltprogramm schützt uns nicht vor gentechnischer Aussaat, sondern nationale Gesetzgebung, für die wir gekämpft haben, die wir klug umgesetzt haben – das ist die Basis und die richtige Linie, die wir gezogen haben und auch weiter vertreten werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist lauter Blödsinn!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie vergessen immer, den zweiten Teil dazuzusagen: Dieses Umweltprogramm für Österreichs Landwirtschaft, definiert im Grünen Pakt bis 2013, ist freiwillig. Es bringt uns überhaupt nichts, dort Gentechnikfreiheit festzulegen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht ja nicht!), wenn zig Bauern einfach nicht mitmachen und in ihrem Umkehrschluss dann sagen, dann nehmen wir die Gentechnik und säen diese Produkte aus, weil wir aufs Umweltprogramm sowieso individuell verzichten. Es schützt uns nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist lauter Blödsinn!), Gentechnikfreiheit im Umweltprogramm schützt uns nicht vor gentechnischer Aussaat, sondern nationale Gesetzgebung, für die wir gekämpft haben, die wir klug umgesetzt haben – das ist die Basis und die richtige Linie, die wir gezogen haben und auch weiter vertreten werden. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Geht nach Spanien!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, kein anderes Land hat so viel Expertise und so viel Koordination im Kodexbereich in der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, wo wirkliche Kompetenz organisiert wird für ganz Europa im Bereich gentechnikfreie Regionen, im Bereich Koexistenz, wo besprochen wird, wie kann das Nebeneinander der Kulturen überhaupt in einer kleinteiligen Landwirtschaft wie in Österreich funktionieren, geht das oder geht das nicht, und wenn, wie. (Abg. Dr. Pirklhuber: Geht nach Spanien!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine vernünftige Regelung!
Herr Abgeordneter, klar ist: Es gibt nur ein Bundesland, das, getrieben vor allem von einem Parteifreund und Landesrat von Ihnen, eine Gewaltregelung versucht hat und spektakulär an die Wand gefahren ist, nämlich Oberösterreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine vernünftige Regelung!) Die haben genau den falschen Weg gewählt, nämlich deswegen den falschen Weg gewählt, gegen besseres Wissen als übertriebene Reaktion vom EuGH nicht Recht bekommen. Und das ist nicht gescheit.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die grüne Gentechnik ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Abgehobenheit, Ignoranz und Bürgerferne der EU funktionieren. Obwohl 95 Prozent der Österreicher und mehr als 80 Prozent der EU-Bürger gegen die grüne Gentechnik auftreten und große Sorgen äußern, fährt die EU eiskalt über diese Thematik drüber. Das ist Faktum. Und wenn wir heute hören, Herr Minister, dass Sie mit Zähnen und Klauen verteidigen wollen, dass in der österreichischen Landwirtschaft kein Gentechniksaatgut ausgebracht wird, dann nehmen wir das auch zur Kenntnis, ich hoffe nur, Sie werden es halten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 40
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Diese Union kann sich noch so sehr bemühen – mit Ihnen natürlich im Verbund – und schöne Vokabel daherbringen, wie zum Beispiel den Begriff der Sozialunion – das klingt ganz toll –, aber auch das ist alles nur Blendwerk. Das sind Dinge, denen man als gelernter Europäer nicht vertrauen darf – anders kann man das nicht bezeichnen. Man kann dieser Europäischen Union viel vorwerfen, aber sicher nicht, dass sie sozial ist, und sicher nicht, dass sie die Absicht hat, sich in Zukunft sozial zu gestalten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie von der OMV ...! Sie stehen nicht für erneuerbare Energie!
Abgeordneter Kurt Eder (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren! Ich verstehe natürlich, dass die Grünen gerade zu diesem Thema sehr emotional, sehr betont und sehr akzentuiert sprechen, denn letztendlich ist das ihre sogenannte Kernkompetenz. Es ist klar, dass das hier in dieser Form abläuft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie von der OMV ...! Sie stehen nicht für erneuerbare Energie!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie viel zahlt die OMV ...?
Sehr geehrte Damen und Herren, kommen wir kurz zum Ökostromgesetz und dessen Novelle. Da muss klar und deutlich gesagt werden: Was die einen bekommen, müssen die anderen bezahlen. Da brauchen wir also eine gewisse – auch soziale – Ausgewogenheit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie viel zahlt die OMV ...?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da gibt es eine einzige Anlage!
Ich möchte Ihnen nur eine oder zwei Zahlen präsentieren. Das Ökostromgesetz liefert für 300 Millionen € jährlich eingesetztes Geld eine Einsparung von 3 Millionen Tonnen CO2. Ein Leitungsausbaugesetz, das sich mit Fernwärmeleitungen beschäftigt, das Gasausleitungen von Biogasanlagen direkt in Erdgasleitungen behandelt, würde zum Beispiel bei 65 Millionen € jährlich – man beachte das Verhältnis: 300 Millionen € gegenüber 65 Millionen € jährlich – eine Einsparung von 3,4 Millionen Tonnen CO2 bringen. Da fragt man sich: Wo setzen wir Prioritäten? – Man muss sie natürlich in Richtung Leitungsausbaugesetz-Förderung setzen. Dafür sind wir gerne zu haben, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da gibt es eine einzige Anlage!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Natürlich!
Wir haben auch viele Maßnahmen gesetzt: Eine Zwischenbilanz gehört ebenfalls zur seriösen Behandlung eines Problembereiches. Zum Ökostromgesetz, das Sie immer wieder so kritisieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Natürlich!): Wir standen 2002 bei 0,7 Prozent Ökostrom. Wir stehen gerade durch das von Ihnen so kritisierte Ökostromgesetz jetzt bei 8 Prozent. Das erste Ökostromgesetz, das von Ihnen so gelobt wird, hatte ein Ziel von 4 Prozent. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das erste war ja super! Sie haben es nur vernichtet!) Das haben wir binnen eineinhalb Jahren deutlich übertroffen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weil die Gesellschaft bereit war, etwas zu tun!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Weil die Gesellschaft bereit war, etwas zu tun!
Wir haben auch viele Maßnahmen gesetzt: Eine Zwischenbilanz gehört ebenfalls zur seriösen Behandlung eines Problembereiches. Zum Ökostromgesetz, das Sie immer wieder so kritisieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Natürlich!): Wir standen 2002 bei 0,7 Prozent Ökostrom. Wir stehen gerade durch das von Ihnen so kritisierte Ökostromgesetz jetzt bei 8 Prozent. Das erste Ökostromgesetz, das von Ihnen so gelobt wird, hatte ein Ziel von 4 Prozent. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das erste war ja super! Sie haben es nur vernichtet!) Das haben wir binnen eineinhalb Jahren deutlich übertroffen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weil die Gesellschaft bereit war, etwas zu tun!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Genau! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen haben Sie es kaputt gemacht!
Also reden Sie doch nicht ständig davon, dass dieses Gesetz schlecht sei. Dieses Gesetz hat das gesteckte Ziel übererfüllt (Zwischenrufe bei den Grünen): 3 Millionen Tonnen CO2 werden allein durch das Ökostromregime, durch die Förderungen eingespart (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau! – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Deswegen haben Sie es kaputt gemacht!), und die Novelle wird eine weitere Million Tonnen einsparen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Lichtenecker: Nein, nie und nimmer!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um das Ausmaß der Maßnahmen!
Ein paar Worte noch zu diesem vielkritisierten Programm JI/CDM – also zu den Investitionen im Ausland. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um das Ausmaß der Maßnahmen!) Auch das hat der Herr Bundeskanzler vollkommen richtig erwähnt: Wenn wir uns um Klimaschutz bemühen, wenn wir uns um Effizienz im Energieeinsatz bemühen, dann müssen wir uns auch um Effizienz der eingesetzten Geldmittel bemühen. Wir müssen doch versuchen, mit jedem Euro, den wir dafür einsetzen, möglichst viel an CO2-Reduktion zu erreichen.
Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Grünen: Neuseeland braucht keine ...! – Abg. Dr. Pirklhuber: Absurd!
Es gibt eben Länder, die in ihrem Standard um so vieles schlechter sind, dass es, da Klimabelastung und Erderwärmung ja kein nationales Problem sind, sinnvoll ist, in diesen Ländern zu investieren, dort die ökologische Situation zu verbessern und einen Teil unseres Programms – natürlich nicht unser gesamtes Programm! – auch darauf auszurichten, dass wir in diesen Ländern mit wesentlich größerer Effizienz des eingesetzten Geldes, als wir es zu Hause von unserem hohen Niveau ausgehend je tun könnten, einen Beitrag leisten – ganz abgesehen davon, dass es auch ein sehr sinnvoller Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit mit diesen Ländern ist, um sie aus ihrer Armut herauszuholen. (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei den Grünen: Neuseeland braucht keine ...! – Abg. Dr. Pirklhuber: Absurd!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber gerade das schlechteste Beispiel!
Im Bereich der Biokraftstoffe blicken alle auf uns. Die Ungarn haben unser gesetzliches Modell eins zu eins übernommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber gerade das schlechteste Beispiel!) Wir haben mit 5,75 Prozent zwei Jahre früher als die Europäische Union einen wirklichen Trend gesetzt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Da hat sogar Eder gesagt, dass das problematisch ist!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Herr Abgeordneter Pirklhuber, wir haben schon leidenschaftlich darüber diskutiert. Ja, die zweite Generation der Treibstoffe wird kommen – aber nicht ohne erste Generation! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Biodiesel und Ethanol – mit der Erfahrung, mit der Technik und mit der Innovation wird es niemals eine zweite Generation geben können. Das ist ein logischer Stufenaufbau, den wir entsprechend entwickelt und gemeinsam umgesetzt haben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Anteil der erneuerbaren Energie ist gesunken!
Ja, die Spitzenplätze sind dabei herausgekommen, die wir in Europa, was Klimaschutz betrifft einnehmen, liebe Frau Kollegin. Und da können wir stolz sein darauf. Reden Sie das nicht immer schlecht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Anteil der erneuerbaren Energie ist gesunken!) Jeder hier in diesem Saal, aber auch jeder Bürger ist gefordert, seinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind gesunken!
Die österreichische Politik hat mit ihren Spitzenplätzen in Europa gezeigt, dass wir in Europa eine Schrittmacherrolle eingenommen haben, was den Klimaschutz betrifft. Und die Ergebnisse, diese Spitzenwerte beim Anteil erneuerbarer Energieträger, bei der Stromproduktion erneuerbarer Energieträger, lieber Kollege Pirklhuber, die kommen nicht von heute auf morgen zustande. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind gesunken!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ein guter Vorschlag!
Ihr Vorschlag, die Beimischung von Biodiesel bei 5 Prozent einzufrieren, würde uns in punkto Klimaschutz zurückwerfen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein guter Vorschlag!) Ich bin auch froh, dass der Bundeskanzler in diesem Punkt dieselbe Meinung und dieselben Auffassungen – Sie haben es heute hoffentlich gemerkt –, wie unser Bundesminister Josef Pröll vertritt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt keinen Klimawandel?
Wenn Sie dann auch davon sprechen, dass wir einer Klimakatastrophe zugehen, und vielleicht auch noch Al Gore zitieren, der sagt, wir könnten in Österreich, auf der Welt ein Temperaturniveau von 500 Grad Celsius erreichen, muss ich sagen, liebe Kollegen von den Grünen, ich glaube, Sie leben nicht auf dem Boden der Realität. Sie sollten sich ein bisschen mit Physikunterricht auseinandersetzen. Da reichen Grundschule, Hauptschule, Unterstufe. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt keinen Klimawandel?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Jetzt will ich auf den Punkt bringen, warum ich das sage. Liebe Kollegen von den Grünen, ein bisschen zuhören! Herr Kollege Pirklhuber, ein bisschen zuhören, nicht ganz aufgeregt sein! Ich möchte Ihnen dazu mitteilen, dass es eben auch andere Sichtweisen der Wissenschaft gibt und nicht nur ein künstlich aufgebautes Dogma der Grünen, und dass es nicht nur Klimahysterie geben muss, sondern es kann auch eine gute Klimadiskussion geben. Und deswegen kommen wir auf den Punkt: Das Entscheidende bei der ganzen Diskussion und das Positive daraus ist, dass wir es schaffen werden – hoffentlich schaffen werden –, gemeinsam, da bin ich bei der Kollegin, schaffen werden, eine vernünftige Politik zu entwickeln, in deren Rahmen wir erneuerbare Energien in den Mittelpunkt unserer Überlegungen stellen und die Abhängigkeit von Energieimporten einschränken. Wir sollten versuchen, hinsichtlich Energieeffizienz wirklich auch einen Beitrag zu liefern, um Österreich energieautark zu machen. Aber das, bitte, liebe Kollegen, nicht mit Hilfe von Klimahysterie und Panikmache, die die Menschen verunsichern, sondern wirklich aufgrund von echten und guten Fakten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ihre „Fakten“ sind an den Haaren herbeigezogen, Herr Kollege Pirklhuber, das muss ich Ihnen leider sagen, die sind nicht der Wahrheit entsprechend.
Abg. Dr. Pirklhuber: Dafür exportieren wir Freilandeier!
Ich möchte nur ein Beispiel bringen, wo es auch gehakt hat: Ich denke da an das Haltungsverbot für Legehennen in großen Käfigen. Dieses hat dazu geführt, dass wir heute in Österreich eine Unterversorgung mit Eiern haben. Das heißt, wir müssen 40 Prozent der Eier aus dem Osten importieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dafür exportieren wir Freilandeier!) Welche Eier sind das? – Das sind sicher nicht Eier von glücklichen Hühnern, das sind sicher auch Eier von Hennen, die in Käfigen gehalten werden. Das heißt, hier beißt sich ein bisschen die Katze in den Schwanz, und es wird etwas schwierig, das alles unter einen Hut zu bringen.
Sitzung Nr. 41
Abg. Dr. Pirklhuber: Machen Sie eine Anfrage!
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Bevor ich mich mit dem eigentlichen Thema dieses Tagesordnungspunktes, der Änderung des Wehrgesetzes auseinandersetze, möchte ich doch noch darauf hinweisen, geschätzter Herr Bundesminister Mag. Darabos – Kollege Murauer hat bereits diesen Hinweis gemacht –, dass wir uns schon einen Vorschlag von Ihnen erwarten, wie Sie uns darüber informieren wollen, welche Vertragsänderungen Sie im Bereich des Eurofighter-Vertrages vorgenommen haben. Sie können nicht einfach sagen, wir hätten kein Interesse daran, diesen Vertrag zu sehen. Wir warten auf den Vorschlag einer geeigneten Form, wie Sie dem gesamten Hohen Haus diese Vertragsänderung vorlegen wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Machen Sie eine Anfrage!)
Sitzung Nr. 42
Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, es ist eben ein Unterschied, ob man mit den täglichen Sorgen der Gemeindebürger beschäftigt ist oder irgendwo in der Peripherie abgehoben in seiner Tintenburg meint, hier Gemeindepolitik machen zu können. (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie stellen die Behauptung auf, dass wahllos in die kleinen Gemeinden das Geld fließen würde, Herr Kollege Rossmann! (Abg. Mag. Rossmann: Das Wort „wahllos“ haben ...!) Ich lade Sie herzlich ein, einmal in eine kleine Gemeinde zu kommen und nur für vier Wochen Verantwortung zu tragen. Und dann sagen Sie uns, wo Sie Veränderungen vornehmen! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine kleine Gemeinde! – Abg. Mag. Rossmann: Was ist eine kleine Gemeinde?
Ich sage Ihnen ganz offen: Sie hätten ja die Chance, sich bei Ihrem früheren Kollegen Buchner in Steyregg einmal Nachhilfe abzuholen. Der ist Bürgermeister, durchaus erfolgreicher grüner Bürgermeister, das sei festgehalten. Da könnten Sie sich einmal ein paar Lernstunden holen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist keine kleine Gemeinde! – Abg. Mag. Rossmann: Was ist eine kleine Gemeinde?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Meine Damen und Herren, jeder von uns – und das sollten wir bedenken – lebt in einer Gemeinde, ob in einer großen Stadt oder in einem kleinen Dorf. Es ist der Ort, wo die Wahrheit ist (Abg. Mandak: Ha, die Wahrheit!), wo man zuhause ist, wo die Wirklichkeit stattfindet, Herr Kollege Rossmann! (Beifall bei der ÖVP.) Da können Sie auf die Dauer nicht ausweichen! Da ist nämlich täglich überprüfbar zwischen Schein und Sein (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), zwischen dem, was versprochen, und dem, was umgesetzt wurde. Da können Sie auch nicht sagen: Die Koalition ist so böse und nimmt keine Rücksicht auf die Opposition! – So spielt es das nicht; die Ausrede zählt dort nicht.
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir würdigen ihn zu wenig! – Ruf bei der ÖVP: Er versteht ja nix davon!
Geschätzte Damen und Herren! Es gibt kein Ressort in dieser Bundesregierung mit einer derartigen Leistungsbilanz. Dazu möchte ich sowohl unserem Finanzminister als auch dem Staatssekretär recht herzlich gratulieren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir würdigen ihn zu wenig! – Ruf bei der ÖVP: Er versteht ja nix davon!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht nur die kleinen, auch die großen!
Herr Vizekanzler Molterer und der Herr Staatssekretär Matznetter äußern sich sehr salbungsvoll, wortgewandt und wortreich und beweihräuchern den Finanzausgleich als tollen Wurf. Sie erzählen selbstgefällig über angebliche Unsummen, die sie in den nächsten Jahren vor allem in den kleinen Gemeinden ausschütten werden, aber sie sagen nicht dazu, dass es dazu ja schon allerhöchste Zeit ist, weil die kleinen Gemeinden schon seit Jahren jeden Euro zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht nur die kleinen, auch die großen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Mit keinem einzigen Wort habe ich das getan! – Abg. Mag. Rossmann: Unglaublich diese Unterstellung!
Es tut weh, wenn man hört, wie ein Herr Rossmann oder ein Herr Pirklhuber die Gemeinden niedermachen und offensichtlich aus einen Zentralverwaltungsansatz heraus immer nur davon reden, dem ländlichen Raum das Geld wegzunehmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Mit keinem einzigen Wort habe ich das getan! – Abg. Mag. Rossmann: Unglaublich diese Unterstellung!) Das ist unerhört, und ich möchte das in tiefster Empörung zurückweisen. (Abg. Dr. Van der Bellen: Da gibt es nichts, was zurückzuweisen wäre!) Ich habe das schon im Ausschuss getan und möchte das hier in aller Öffentlichkeit noch einmal machen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Brosz: O ja, wir wollen das von Ihnen schon einmal hören! – Abg. Dr. Pirklhuber: Welchen Fehler? Erklären Sie uns den!
Die Grundsicherung ist ein anderes Kapitel, mit dem Sie das nicht lösen werden, sondern damit würden Sie einen schweren Fehler begehen. Sie wissen ohnehin, welchen Fehler Sie machen, ich brauche es Ihnen nicht noch einmal zu erzählen. (Abg. Brosz: O ja, wir wollen das von Ihnen schon einmal hören! – Abg. Dr. Pirklhuber: Welchen Fehler? Erklären Sie uns den!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Undemokratisch ist das!
Tagesordnung von drei Tagen durchpeitschen kann! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Undemokratisch ist das!) Da geht es um die ganz heikle Abwägung zwischen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und dem Respekt vor Grund-, Bürger- und Freiheitsrechten. Das ist uns Freiheitlichen schon sehr, sehr wichtig. (Abg. Hornek: Das ist aber neu!)
Sitzung Nr. 46
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir! Glauben Sie, das ist etwas Neues?
sehr viel weiter ist als Österreich. Die Schweiz hat jetzt bereits über zwei Drittel aller Güter auf der Bahn. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wissen wir! Glauben Sie, das ist etwas Neues?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie können Ihre Kollegin, Frau Haidlmayr, fragen – die war mit der parlamentarischen Gruppe in der Schweiz, wo dieses Thema auch andiskutiert wurde –: Die Schweiz hat massiv darauf gedrängt, dass eine weitere Steigerung des Gütertransports auf der Schiene nicht mehr möglich ist, weil sie zu wenig Energie haben! Das heißt, im Moment fahren durch die Schweiz 170 Güterzüge pro Tag im Nord-Süd-Transit oder in umgekehrter Richtung. Der Lötschbergtunnel, der jetzt fertig gestellt wurde, und in weiterer Folge in zwei Jahren der Sankt-Gotthard-Tunnel wären in der Lage, im Viertel-Stunden-Takt solche Transporte aufzunehmen. Nur: Sie haben zu wenig Energie! Und auch die Schweiz hat dieselben Probleme mit den in der Schweiz aufkommenden Grünen, dass der Ausbau der Wasserkraft nicht möglich ist, weil man überall dagegen spricht, und dass ein Ausbau der Solarenergie die notwendige Energie, die in den nächsten bis zu zehn Jahren aufgrund dieser Techniken gebraucht wird, nicht liefern kann und in weiterer Folge dadurch die Schweiz natürlich gezwungen ist, ihre Atomkraftwerke zu erneuern und auszubauen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Lkws gibt es genug!
uns dauernd zu, und dann kritisieren Sie uns wieder!) – Ja, aber das sind ja unterschiedliche Themen. – Da gibt es in absehbarer Zeit keine positiven Veränderungen, fehlen doch freie Waggons und freie Kapazitäten auf den Haupttransitrouten. Es gibt keinen Platz und keinen Waggon mehr, dass man von Hamburg bis an das Schwarze Meer oder vom Norden bis in den Süden fahren könnte. Leider ist es so. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Lkws gibt es genug!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja überhaupt nicht!
Eines sei Ihnen gesagt, gerade Ihnen von den Grünen: In der Kleinwasserkraft, die wir ausbauen müssen, stoßen wir nahezu bei allen geplanten Bach- und Flussläufen auf regionalen grünen Widerstand. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich habe das bei sehr vielen Einzelprojekten immer wieder erlebt. In fast allen Windparkprojekten stoßen wir bei der konkreten Umsetzung in den Regionen auf massiven, vor allem aus grüner Sicht motivierten Widerstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja überhaupt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist das Blödeste, was man tun kann! Da hat der Andreas Wabl völlig recht!
Beim Biogas, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen, treten Sie zunehmend in die Debatte ein und sagen: Bitte auch kein Biogas, die Wettbewerbssituation mit den Nahrungsmitteln und dem agrarischen Bereich ist nicht mehr aufzulösen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist das Blödeste, was man tun kann! Da hat der Andreas Wabl völlig recht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Er liest in der Zeitung die Börsenberichte!
Frau Staatssekretärin! Klubobleute – Herr Stummvoll ist vielleicht hier! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er liest in der Zeitung die Börsenberichte!) Nehmen Sie doch endlich Ihr eigenes Programm ernst! Ich sage es Ihnen: Die Wohnbauförderung haben Sie gemeint. Gerade das ist sozusagen ein sozialer und wirtschaftlicher Win-Win-Gesamteffekt, wenn ich endlich die Standards österreichweit anhebe und nicht elendslang über Artikel-15a-Vereinbarungen herumverhandle, wobei ich dann wieder Jahre daran hänge, bis sie umgesetzt werden. Wir brauchen einheitliche, offensive Standards bei der Bauordnung genauso wie bei der Wohnbauförderung, vom Burgenland bis Vorarlberg, vom Neusiedlersee bis zum Bodensee. Das ist nicht eine Frage des Herumfeilschens, sondern da machen Sie endlich Nägel mit Köpfen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, der Schlüssel für Ökologisierung kann nur im Bereich der Technologie und der Innovation liegen, und daher ist es sehr klug, dass wir hier etwa im Bereich der NoVA ein Bonus-Malus-System beschließen, das ja letztlich auch ein Anreiz für die Auto produzierende Industrie sein wird, schadstoffärmere Autos zu produzieren, denn die wollen ja ihre Autos verkaufen und absetzen, und daher ist es ein Anreiz für mehr Innovation in der Autoindustrie. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Allerdings!
Immerhin, Kollege Pirklhuber, eine Steigerung des Anteils von einem Prozent auf 8 Prozent ist so schlecht nicht. Wir werden die 15 Prozent – ich habe es heute schon einmal gesagt – sicher im Jahr 2010 erreichen, auch mit der Novelle des Ökostromgesetzes. Aber wir haben sehen müssen, dass sich auch ein paar Probleme bei der Forcierung alternativer Energieträger gezeigt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Allerdings!), unter anderem die Rohstoffpreisentwicklung, die in den Einspeistarifen, die wir gewähren, nicht mehr abzubilden ist. Bei der üblichen Stromproduktion geben schlicht und einfach die Preise nach oben nach, wenn die Preise für Öl, Gas oder was auch immer auf dem Rohstoffmarkt steigen. Diese Möglichkeit am Markt haben die geförderten Energieträger und die Stromerzeugung aus diesen nicht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind eben nicht sanierbar!
Wie auch immer, die Leute freuen sich, die Energie ist dementsprechend nachhaltig produziert. Wir freuen uns heute über dieses Gesetz, dass es als richtiger kleiner Schritt geschehen kann, dass gerade auch verschiedenste Anlagen damit sanierbar sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die sind eben nicht sanierbar!)
Sitzung Nr. 47
Abg. Dr. Pirklhuber nimmt die Tafel vom Rednerpult weg und legt sie auf den Platz des Abg. Grillitsch. – Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die ist eh grün! – Abg. Grillitsch: Willst du dich nicht bedanken?
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Als Nächster gelangt Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber zu Wort. 7 Minuten gewünschte Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber nimmt die Tafel vom Rednerpult weg und legt sie auf den Platz des Abg. Grillitsch. – Beifall bei den Grünen sowie des Abg. Schalle. – Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Die ist eh grün! – Abg. Grillitsch: Willst du dich nicht bedanken?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Empfehlungen sind nicht abgearbeitet!
dieses Grünen Berichts gehört. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Empfehlungen sind nicht abgearbeitet!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es wird immer besser: Kürzungen weit über 30 Prozent!
Zweiter Punkt: Auch die Biobetriebe, die Sie bereits angesprochen haben, liegen bei der Zunahme des Einkommens im Schnitt jener aller anderen Betriebe. Wir haben für die Biobetriebe im Grünen Pakt für die Zukunft, bis 2013, stabile Rahmenbedingungen geschaffen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es wird immer besser: Kürzungen weit über 30 Prozent!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich weiß schon, dass das die wesentlich angenehmere politische Rolle ist. Aber, Herr Abgeordneter (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – kein Grund, nervös zu werden! –, die Bauern können sich auf uns verlassen, die Bauern müssen sich, Gott sei Dank, nicht auf Sie verlassen. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Sie, Herr Abgeordneter Pirklhuber, kommen jetzt wieder daher und sagen – wie andere auch –, es müsse mehr moduliert werden, sprich: Geld abgeräumt werden in der ersten Säule (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), damit es dann wieder über neue Instrumentarien an die Bauern verteilt werden kann. Dafür, Herr Abgeordneter, bin ich in dieser Diskussion nicht zu haben! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sehr geehrter Herr Abgeordneter Pirklhuber und Frau Abgeordnete Schönpass, klar ist: Diese Transparenzdebatte wird sich nach der Offenlegung der Agrargelder nicht alleine auf diesen Sektor beschränken. Wir werden sehr klar und deutlich auch zu diskutieren haben, wie das bei den anderen öffentlichen Transferzahlungen aussieht, wer was warum und in welcher Höhe bekommt. Folgen Sie dann diesem gutem Beispiel auch in den anderen Transferzahlungsbereichen! Die Landwirtschaft wird hier vorgehen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich habe auch deswegen – Herr Abgeordneter Pirklhuber, befassen Sie sich auch mit den Entscheidungen der Transparenzverordnung! – im Rat zugestimmt. Es ist glatt falsch, was sie hier im Plenum sagen, nämlich, dass diese Entscheidung negativ gewesen wäre.
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja gar nicht ...!
Herr Kollege Pirklhuber! Ich hätte mich ja gewundert, wenn es Ihnen nicht gelungen wäre, wieder die Debatte der Neidgenossenschaft, groß und klein, hier loszutreten. Das erkennen wir bei Ihnen ja immer wieder. Aber nur zur Erinnerung: Es gab eine nicht unpopuläre grüne Landwirtschaftsministerin in Deutschland, Künast hieß sie, die hätte die Chance und hätte es in der Hand gehabt, dafür zu sorgen, dass die Degression bei den größeren Betrieben tatsächlich einsetzt. Was hat sie gemacht? – Sie hat es verhindert, Herr Kollege Pirklhuber! (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt ja gar nicht ...!)
Abg. Mag. Gaßner: Der kleine Schmied kriegt so viel, dass er bleiben kann! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eines muss ich Ihnen aber auch sagen: Es ist ein Unterschied, ob jemand 100 Hektar begrünen soll, muss oder sich dazu verpflichtet oder ob jemand 5 Hektar begrünt. Die Voest als großer Leitbetrieb – wir in Oberösterreich sind stolz darauf – erhält auch mehr Förderung als der kleine Schmied im Dorf. Seien Sie mir bitte nicht böse, aber diese Vergleiche sind wirklich nicht angebracht, Herr Kollege Pirklhuber! (Abg. Mag. Gaßner: Der kleine Schmied kriegt so viel, dass er bleiben kann! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie Tiroler Bergbauern?
Abgeordneter Norbert Sieber (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Als Milch produzierender Landwirt und Bergbauer bin ich sehr froh darüber, Frau Zwerschitz, dass Sie die Schwere der Arbeit der Bergbauern erkannt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie Tiroler Bergbauern?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat nur gesagt, die Mechanisierung ...! Haben Sie nicht zugehört?
Ich hoffe, dass Sie einmal zu einem Betrieb gehen und dort lernen, sich einen Tag lang auf einen Traktor zu setzen, auf eine Maschine zu setzen und am Abend vielleicht auch zu wissen, was es bedeutet, diese Flächen zu bewirtschaften. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie hat nur gesagt, die Mechanisierung ...! Haben Sie nicht zugehört?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Abschließend sei mir noch ein Wort an den Abgeordneten Pirklhuber erlaubt. Herr Kollege Pirklhuber, unabhängig davon, dass das Fotografieren in den Abgeordnetenreihen eigentlich verboten ist, halte ich es nicht für sehr sinnvoll, wenn man zu anderen Fraktionen – wie in dem Fall zur ÖVP – geht (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), um
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Förderbericht!
Zum eigentlichen Thema: Sie alle haben in den letzten Tagen einen Brief eines gewissen Herrn Montecuccoli bekommen. Der Brief ist nicht sehr spannend, aber da steht eine interessante Zahl drin, nämlich: 700 Land- und Forstwirte vertritt dieser Herr Präsident. Diese 700 habe ich wiedergefunden (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Förderbericht!); dass es genau diese 700 sind, möchte ich nicht behaupten, aber ich fand sie wieder im Grünen Bericht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!
Was ist bisher passiert? (Abg. Grillitsch: Jetzt kommt es! Jetzt wird es spannend!) – Herr Grillitsch hat uns eingeladen – oder nicht Herr Grillitsch, das ist eigentlich vom Ministerium gekommen, Herr Minister. Härtefallkommission: Eine Einladung für den 4. Dezember, da sollte diese Kommission zusammentreten und sich konstituieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Im letzten Ausschuss ...!) Am Vorabend, am 3. Dezember ... (Abg. Grillitsch: Aber du musst schon dazusagen, was dann passiert ist!) – Pass auf, dass du es nicht vergisst! (Abg. Grillitsch: Sag einmal die Wahrheit!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Erinnern Sie sich, meine Damen und Herren! Wir haben hier im Hohen Haus schon vor zehn, 15 Jahren – Stichwort „Huber-Plan“, die Älteren werden das noch wissen – darauf hingewiesen (Bundesminister Dipl.-Ing. Pröll: Da waren Sie schon dabei?) – Selbstverständlich war ich dabei, vor 15 Jahren war ich selbstverständlich hier im Hohen Haus, du nicht, Herr Minister, aber ich war schon dabei und habe damals gemeinsam mit unseren Bauernvertretern dafür gekämpft, dass man den Bauern nicht nur als Lebensmittelerzeuger sieht, weil wir damals schon gewusst haben, dass es schwierig sein wird, allein aus diesem Bereich ein ausreichendes Einkommen zu sichern, sondern dass man den Bauern auch in seiner landschaftspflegerischen Funktion ernst nehmen muss, Herr Kollege Pirklhuber. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Einen „Pirklhuber-Plan“ kenne ich allerdings nicht, denn damals warst du hier noch nicht mit dabei. Aber das wäre ein Anliegen für uns alle.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Der Umweltkontrollbericht zeigt eine Fülle von Möglichkeiten auf, wie eine nachhaltige Energiezukunft ausschauen kann. Ich meine, die Zeit der Analyse und der Versuche ist endgültig vorbei, Herr Minister! Jetzt muss endlich gehandelt werden. Dazu sind Sie aufgefordert. Der Umweltkontrollbericht gibt Ihnen genügend Anleitungen dazu. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schüler hoffentlich nicht mehr, wir sind hoffentlich Meister!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Klaus Hubert Auer (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine Herren Bundesminister! Hohes Haus! Frau Kollegin, so drastisch, wie Sie es jetzt geschildert haben, schaut das alles auch wieder nicht aus. Wir sind in vielen Fragen im Umweltbereich ein absolutes Musterland. Wir sind Musterschüler (Abg. Dr. Pirklhuber: Schüler hoffentlich nicht mehr, wir sind hoffentlich Meister!) und müssen uns deshalb dafür auch zumindest national immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, dass wir bereits zu viele Einschränkungen haben. Das heißt, dass die Umweltpolitik, die hier unter Josef Pröll in den letzten Jahren gemacht wird, wirklich musterhaft ist. Dafür gibt es genug Beispiele. Ihre Anträge müssen Sie also bestenfalls an den Verkehrsminister richten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben aber auch – und das ist gestern bei der Debatte durchgekommen – schon einiges geleistet. Ich denke nur an die Situation bei den Biogasanlagen – 270 Biogasanlagen –, die wirtschaftlich in der Luft gelegen sind. Diese haben wir mit diesen 4 Cent für den Rohstoffzuschlag auf den Weg gebracht, der zukunftsweisend ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Davon kann man sich nicht loskaufen! Es geht um die Erfüllung des Staatsvertrags!
22 Millionen € pro Jahr bekommt die slowenische Minderheit, und das sage und schreibe für 5 000 bis 6 000 Kärntner Slowenen. Das ist nicht einmal 1 Prozent der Gesamtbevölkerung. Diese Förderungen würden sich andere Minderheiten in Europa auch wünschen. Die bekommen sie nirgends, außer in Kärnten und in Österreich. (Beifall bei FPÖ und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Davon kann man sich nicht loskaufen! Es geht um die Erfüllung des Staatsvertrags!)
Sitzung Nr. 49
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
die ohne Gegenleistung an die SPÖ geflossen sind? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 55
Abg. Dr. Pirklhuber: Von wann ist das Zitat? Sie wissen es nicht einmal!
„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ (Abg. Dr. Pirklhuber: Von wann ist das Zitat? Sie wissen es nicht einmal!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht in Europa!
Wir wissen auch, dass die Konzerne mittlerweile das Sagen haben, und wir wissen – das wundert mich beim Kollegen Pirklhuber –, dass Konzerne wie Monsanto bereits Riesenzugriffe auf die Landwirtschaft, auf die Ernährungspolitik haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht in Europa!) Herr Kollege, es ist wirklich erstaunlich, wie Sie immer wieder gemeinsam mit uns gegen die Großkonzerne wie Monsanto gekämpft haben, aber heute umfallen. Sie sind nicht anders als die Roten und Schwarzen in ihren Aussagen, wahrscheinlich haben Sie eine Direktive der Europäischen Grünen bekommen. Keine Ahnung, woher diese Gehirnwäsche bei Ihnen kommt. Das ist sehr interessant, das festzustellen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tut endlich etwas! Jammert nicht!
Diese globalen kapitalistischen Kräfte mit ihren Lobbyisten beeinflussen die EU in einem Ausmaß, das immer größer wird – und darum die große Skepsis unserer Bevölkerung gegenüber einer weiteren Verstärkung des Einflusses der EU auf unsere Politik! (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tut endlich etwas! Jammert nicht!) Dem müssen Sie doch Rechnung tragen!
Sitzung Nr. 56
Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Herr Bundesminister, ich hoffe, Sie werden sich in diesem Bereich besonders einsetzen, gemeinsam mit Kollegin Kdolsky, die für Lebensmittelsicherheit zuständig ist. Es ist notwendig, da eine Änderung vorzunehmen. Auf EU-Ebene war früher ein Kommissar für Gesundheit und Konsumentenschutz zuständig, das wurde geändert, jetzt ist die Kommissarin aus Bulgarien für den Konsumentenschutz zuständig. Aufgrund der veralteten Regelungen sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene ist dringender Handlungsbedarf gegeben! (Beifall beim BZÖ, bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 58
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht wahr!
Der zweite Punkt, den ich gerne mit Ihnen diskutieren möchte, ist die Frage der Mobilität. Der Verkehr ist der Klimakiller Nummer eins. Sie wissen, dass in meinem Zuständigkeitsbereich im Wesentlichen nur eine Steuerungseinheit vorhanden ist: der Biosprit. Wir haben in Österreich mit der Beimischung begonnen, 5,75 Prozent müssen heuer realisiert sein. Das ist die einzige Maßnahme im Verkehrsbereich (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht wahr!), die bis dato eine Million Tonnen CO2 für die Bilanz in Österreich eingebracht beziehungsweise diese reduziert hat.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ora et labora!
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Bei Vermögen gibt es keinen Mittelstand? –Ich kenne doch einige, die sich ein kleines, bescheidenes Vermögen erwirtschaftet haben, ein Einfamilienhaus, eine kleine Wohnung; es gibt also schon auch Mittelstand. Ich habe überhaupt schon einige Dinge gehört, die recht lustig waren. Die Amerikaner zum Beispiel beten um niedrigere Benzinpreise. Ich glaube, wir sollten es besser halten mit „urbi et orbi“, bete und arbeite. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ora et labora!) Das ist der bessere Weg, um Klimaschutzziele zu erreichen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir haben unser Einkommen offengelegt! Sie brauchen es nur nachzumachen!
Eine Bemerkung zu Transparenz und Offenlegung. Ich hoffe, dass das nicht zu Neidgefühlen führt, denn die Bauern legen damit 80 Prozent ihres Einkommens offen, und das ist gut so. Wir sollten davon ausgehend wirklich dazu kommen, in Zukunft eine gerechtere Förderkulisse zu erreichen. Als ich mir das angesehen habe und wir darüber diskutiert haben – hier Förderung, hier Einkommen, da Leistung –, habe ich mir gedacht, es wäre auch gut, wenn sich die Damen und Herren des Hohen Hauses das auch zu Gemüte führen würden und ihr Einkommen offenlegen und auch die Leistungsbilanz dagegenstellen würden. Das wäre durchaus eine interessante Geschichte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir haben unser Einkommen offengelegt! Sie brauchen es nur nachzumachen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!
Eines vielleicht noch am Schluss: Marktordnungsnovellen wird es vielleicht noch einige geben bis 2013 (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!), aber wir müssen uns doch sehr intensiv – ab sofort, würde ich meinen – mit der Zeit danach beschäftigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das tun wir!) Der erste Ansatzpunkt wird der „Health Check“ sein. Ich habe gehört, dass heute der Herr Bundesminister in der Regierungssitzung seine Vorstellungen vorgelegt und auch schon dem Hohen Haus zur Verfügung gestellt hat. Ich glaube, dass es ganz wesentlich sein wird, darüber nachzudenken, wie wir nach 2013 unsere bäuerlichen Betriebe erhalten und die Lebensqualität in unseren ländlichen Räumen, auf dem Land bei uns draußen behalten und verbessern können. Das wird unser Ziel sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das tun wir!
Eines vielleicht noch am Schluss: Marktordnungsnovellen wird es vielleicht noch einige geben bis 2013 (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!), aber wir müssen uns doch sehr intensiv – ab sofort, würde ich meinen – mit der Zeit danach beschäftigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das tun wir!) Der erste Ansatzpunkt wird der „Health Check“ sein. Ich habe gehört, dass heute der Herr Bundesminister in der Regierungssitzung seine Vorstellungen vorgelegt und auch schon dem Hohen Haus zur Verfügung gestellt hat. Ich glaube, dass es ganz wesentlich sein wird, darüber nachzudenken, wie wir nach 2013 unsere bäuerlichen Betriebe erhalten und die Lebensqualität in unseren ländlichen Räumen, auf dem Land bei uns draußen behalten und verbessern können. Das wird unser Ziel sein. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 59
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Skandal!
Zu einem anderen Punkt, der noch ernster ist: Es ist auch eine Unsitte. Manche Länder haben den Dingen, die ich jetzt beschreibe, einen Riegel vorgeschoben, dass nämlich Prüferinnen und Prüfer der Notenbank und vor allem der FMA – dort gibt es nämlich die konkreten Beispiele, bei der Notenbank ist es noch nicht so dramatisch – in unmittelbarer Folge einfach aus der Prüfbehörde herausgekauft werden können. Ich nenne das so, und das ist vielleicht sogar noch ein harmloser Ausdruck. Die Person wird herausgekauft, um dann bei der überprüften Bank eine Stelle zu übernehmen, wo sie vermutlich das Dreifache verdient. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Skandal!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Beim Reformvertrag!
Ich bin ein bisschen traurig darüber, dass sich die Grünen wieder im Widerspruch befinden, denn gerade Sie haben ja bei der Diskussion über den Lissabonner Vertrag mit Freude zugestimmt (Abg. Dr. Pirklhuber: Beim Reformvertrag!), haben gesagt: Na ja, gut, wir machen bei der EU mit! Nur, eines ist klar, Herr Kollege Pirklhuber: Die EU wird über uns trotzdem drüberfahren. Wir sind so klein, wir sind so wenige, und sie wird genau das tun, was die Konzerne ihr vorgeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an uns, Kollege!) Da sind Sie leider Gottes mit Ihrer Argumentation nicht ganz schlüssig, das muss ich Ihnen leider vorhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an uns, Kollege!
Ich bin ein bisschen traurig darüber, dass sich die Grünen wieder im Widerspruch befinden, denn gerade Sie haben ja bei der Diskussion über den Lissabonner Vertrag mit Freude zugestimmt (Abg. Dr. Pirklhuber: Beim Reformvertrag!), haben gesagt: Na ja, gut, wir machen bei der EU mit! Nur, eines ist klar, Herr Kollege Pirklhuber: Die EU wird über uns trotzdem drüberfahren. Wir sind so klein, wir sind so wenige, und sie wird genau das tun, was die Konzerne ihr vorgeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an uns, Kollege!) Da sind Sie leider Gottes mit Ihrer Argumentation nicht ganz schlüssig, das muss ich Ihnen leider vorhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!
Ich bin ein bisschen traurig darüber, dass sich die Grünen wieder im Widerspruch befinden, denn gerade Sie haben ja bei der Diskussion über den Lissabonner Vertrag mit Freude zugestimmt (Abg. Dr. Pirklhuber: Beim Reformvertrag!), haben gesagt: Na ja, gut, wir machen bei der EU mit! Nur, eines ist klar, Herr Kollege Pirklhuber: Die EU wird über uns trotzdem drüberfahren. Wir sind so klein, wir sind so wenige, und sie wird genau das tun, was die Konzerne ihr vorgeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an uns, Kollege!) Da sind Sie leider Gottes mit Ihrer Argumentation nicht ganz schlüssig, das muss ich Ihnen leider vorhalten. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hormonell gesteuert!
Aber es ist nicht so verkehrt, wenn man darüber nachdenkt, Herr Kollege Pirklhuber. Sie sind Experte: Bienen und Ameisen sind im Larvenstadium völlig indifferent. Erst durch die spezielle Ernährung werden sie zu Königinnen, Arbeiterinnen oder Drohnen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hormonell gesteuert!) Das ist auch sehr interessant, das heißt, vielleicht gibt es schon Programme, die für den Menschen so weit gehen. Auf jeden Fall, man erkennt aufgrund dieser Riesenfülle an Themen, die mit der Gentechnik zusammenhängen, die Problematik und die wahren Ausmaße.
Sitzung Nr. 61
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „ÖPUL-2007-Programm verbessern!“ (Ordnungsnummer 41) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 63
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das schau’ ich mir aber an!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter! Österreichs Agrarpolitik, gemacht vor allem auch von führenden ÖVP-Politikern in diesem Ressort, war immer von Gerechtigkeit und fairem Ausgleich geprägt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das schau’ ich mir aber an!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Agrartreibstoffe!
Die Antwort auf Ihre Frage ist: Das Jahr 2007 – das kann man klar sagen, alle Agrarökonomen bestätigen das – ist kein Normjahr: katastrophale Ernten weltweit und eine unglaubliche Nachfrageentwicklung in Indien und China nach agrarischen Produkten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Agrartreibstoffe!) Heuer lässt es sich besser an, und die Preise sind leider für die Bauern wieder auf Talfahrt. Aber die Talfahrt zu bremsen, den Bauern einen gerechten Preis zu zahlen und trotzdem im Regal wieder vernünftigere Preise zu haben, wird organisiert sein. Das Jahr 2007 ist geeignet, um populistisch zu argumentieren, aber es ist kein Normjahr für die Zukunft der Agrarpolitik. Und das muss man sagen und betonen, weil es den Realitäten entspricht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht mit einer schlechteren Regelung!
huber: Wir wollen keine schlechtere Regelung!), was nicht gut ist, weil wir eben mehr Ökostrom für Österreich brauchen, weil wir unabhängiger werden wollen von fossilen Energieträgern (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht mit einer schlechteren Regelung!) und weil wir, drittens, auch etwas tun müssen, was wichtig ist: Energieeffizienz und Energiesparen zu dem großen Modell für die Zukunft zu machen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, beim Ökostrom, da haben Sie versagt!
Dieser Dreiklang, mehr Alternativenergien in Österreich, Biosprit, Ökostrom (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, beim Ökostrom, da haben Sie versagt!), Energiesparen als zentrale Herausforderung und drittens auch neue Technologien einzusetzen – zweite Generation Fotovoltaik –, dieser Mix ist die Zukunft für die Energiegestaltung in Österreich.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man nicht nur europäisch sehen! 4 bis 5 Prozent sind es weltweit!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Ich habe heute zu einer früheren Frage schon gesagt, das sind 1 bis 2 Prozent. 1 bis 2 Prozent an der agrarischen Ernte Europas gehen derzeit in die Biospritproduktion. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man nicht nur europäisch sehen! 4 bis 5 Prozent sind es weltweit!) Das ist weg, wenn es im April einmal zwei Tage nicht regnet oder zwei Tage zu viel regnet. Das ist eine normale Ernteschwankung, meine sehr geehrten Damen und Herren. Und, Herr Abgeordneter, wir sind nicht verantwortlich für das, was Brasilien im nationalen Kontext mit seinen Urwäldern aufführt. Das ist nicht unsere politische Entscheidung. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Dr. Pirklhuber und Abgeordneten der ÖVP.
Ich weiß, insgesamt drückt das ja nur aus, dass es eine Sorge um die Milchpreisentwicklung für die Zukunft gibt. Die muss man ernst nehmen, aber ich habe auch immer gesagt, dass der Milchpreis auf dem Markt gemacht wird. Es wird daher daran liegen, dass die beteiligten Marktpartner, die Bäuerinnen und Bauern, die gesetzliche Interessenvertretung, die gewählte Interessenvertretung, die Landwirtschaftskammern Österreichs mit den Molkereien und mit dem Handel Gespräche führen, verhandeln, um die Situation zu verbessern. (Rufe und Gegenrufe zwischen Abg. Dr. Pirklhuber und Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann lesen Sie die Medien! Das steht in den Zeitungen!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter Pirklhuber! Die Antwort ist klar. Ich muss jetzt berichtigen, was Sie sagen: Dass ich eingeladen hätte zu einem Milchgespräch, stimmt tatsächlich nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann lesen Sie die Medien! Das steht in den Zeitungen!) Ich habe gesagt, es ist nicht die Aufgabe des Bundesministers, diese Frage zu koordinieren – die Interessenvertretung hat dazu eingeladen, die Landwirtschaftskammer Österreich. Die Adresse ist nicht an mich zu richten, Herr Abgeordneter! Das ist glatt falsch, was Sie hier behauptet haben!
Sitzung Nr. 65
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Verteilungsgerechtigkeit stimmt nicht, Herr Kollege!
Österreich hat so erfolgreich wie kein anderes Land die Gentechnikfrage geklärt und die Furche gezogen, wenn wir im agrarischen Bereich bleiben wollen. Wir haben so viel Geld ausverhandelt wie kein anderes Land in der Europäischen Union, wir waren extrem erfolgreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Verteilungsgerechtigkeit stimmt nicht, Herr Kollege!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja natürlich!
Meine Damen und Herren, es ist schon auch interessant, wenn man sich das „AIZ“ von voriger Woche, 4. Juli, ansieht, denn darin ist zu lesen, dass eine Agrarkommissarin meint, man kann und darf sich neuen Technologien nicht verschließen und zum Teil sogar in Richtung der GVE-Technik redet. Dann wird es problematisch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja natürlich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Red Bull!
geklungen! Siehe da: Es war eine ungeheure Nachfrage auf diese Datenbank, sie ist sogar zusammengebrochen. Und wer ist an der Spitze? (Abg. Dr. Pirklhuber: Red Bull!)
Beifall der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Die Frage ist: Wer ist dafür verantwortlich? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt alles, Jakob, nur muss man es sich genau anschauen!
Herr Kollege, der selber einmal einen großen Konzern geführt haben, Herr Kollege Schalle: die Industrie, der Handel, manche Verarbeitungsbetriebe, auch Konzerne, denen Sie gar nicht so ferne stehen. (Zwischenruf des Abg. Schalle.) Daher hat sich das Interesse betreffend Agrarförderungen, die die Bauern bekommen, ein wenig abgekühlt. (Beifall der ÖVP. – Abg. Dr. Haimbuchner: Die Frage ist: Wer ist dafür verantwortlich? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt alles, Jakob, nur muss man es sich genau anschauen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer kämpft für ein gerechtes, soziales Europa? Sie nicht!
Aber bitte: Wer ist denn dafür verantwortlich? Wer ist dafür verantwortlich? Wer hat uns in diese Art der Europäischen Union hineingeführt? (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer kämpft für ein gerechtes, soziales Europa? Sie nicht!) Wer hängt hier noch an dem EU-Reformvertrag von Lissabon, meine sehr verehrten Damen und Herren?
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind die Exportsubventionen!
Wenn ich mir das anschaue, dann sehe ich: Auf Platz 13 liegt die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammer und erhält 865 598 €, der Lebensmittelkonzern Kraft erhält 1 309 096,03 €, die Nidera Handelscompagnie 2 139 376,61 €. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind die Exportsubventionen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist Ihr Antrag zur Abschaffung der Exportsubventionen?
Wissen Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist uns schon klar, dass Landwirtschaftspolitik kompliziert ist. Aber die Europäische Union hat einiges dazu beigetragen, dass sie so kompliziert ist. Und wir finden hier jetzt nicht mehr heraus. Das ist wieder einmal typisch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist Ihr Antrag zur Abschaffung der Exportsubventionen?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Betriebsprämien ...!
Ich glaube, da braucht man sich nur die Fakten anzuschauen. Es gibt in Österreich einen wesentlich geringeren Strukturwandel als im übrigen Europa. Die Agrarpreise sind europaweit im Spitzenfeld. Die Direktzahlungen, die an die Bauern bezahlt werden können, sind europaweit im Spitzenfeld. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Betriebsprämien ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht für den Anbau!
Abgeordneter Karl Freund (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Es wurde heute schon festgestellt, dass 95 Prozent der Bevölkerung den GVO-Einsatz kategorisch ablehnen. Es sind auch neun von zehn Bauern dagegen. Demgegenüber steht, dass in der EU bereits 26 GVOs zugelassen sind und weitere Zulassungsanträge laufen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht für den Anbau!) Trotzdem werden die Regionen in Europa mehr, die die Gentechnik ablehnen. Ich bin sehr froh, dass es im Interesse der Menschen ist und dass diese Frage auch hier im Parlament diskutiert wird und es einen gemeinsamen Entschließungsantrag gibt, der von der ÖVP maßgeblich beeinflusst ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: 45!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, was kann man nun dagegen tun? – Ich darf hier von einem sehr positiven Beispiel aus Oberösterreich berichten. Oberösterreich nimmt beim Schutz von GVOs seit Jahren eine Vorreiterrolle ein, etwa mit der Gründung der Allianz Gentechnikfreie Regionen, die bereits 41 Mitglieder hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: 45!) Zusätzlich wurde im Jahr 2003 das Gentechnik-Verbotsgesetz beschlossen, welches leider 2007 vom EuGH endgültig gekippt wurde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es wird ein neues geben!) Der oberösterreichische Landesrat Dr. Stockinger gab sich aber nicht geschlagen und hat die Sache von einer ganz anderen Seite her angegangen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es wird ein neues geben!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren, was kann man nun dagegen tun? – Ich darf hier von einem sehr positiven Beispiel aus Oberösterreich berichten. Oberösterreich nimmt beim Schutz von GVOs seit Jahren eine Vorreiterrolle ein, etwa mit der Gründung der Allianz Gentechnikfreie Regionen, die bereits 41 Mitglieder hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: 45!) Zusätzlich wurde im Jahr 2003 das Gentechnik-Verbotsgesetz beschlossen, welches leider 2007 vom EuGH endgültig gekippt wurde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es wird ein neues geben!) Der oberösterreichische Landesrat Dr. Stockinger gab sich aber nicht geschlagen und hat die Sache von einer ganz anderen Seite her angegangen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Achtung! Nicht verlesen! Er heißt nicht Erwin, sondern Josef!
Meine sehr geschätzten Damen und Herren! Wir, die österreichische Agrarpolitik mit unserem Bundesminister Pröll an der Spitze, stehen zu einer in unserem Land traditionellen, ökologischen, nachhaltigen Landwirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Achtung! Nicht verlesen! Er heißt nicht Erwin, sondern Josef!) Ich bin der Ansicht, solange man nicht sicher ist, was gentechnisch veränderte Pflanzen bewirken können, muss man mit ihnen höchst vorsichtig umgehen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 67
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Zum Zweiten, zur Frage der Gentechnikfreiheit: Streuen Sie den Menschen nicht Sand in die Augen, indem Sie Umweltprogramm mit Gentechnikfreiheit verknüpfen! Das Umweltprogramm – und Sie wissen es genau! – beruht auf freiwilliger Teilnahmebasis. Deswegen hat es überhaupt keinen Effekt, ob da Gentechnikfreiheit drinnen steht oder nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch – in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber –: Das musst du endlich einmal kapieren!
Der zweite Punkt ist: Der Milchpreis wird am Milchmarkt gemacht. Wenn Sie mich nach Gesprächsbedarf fragen, so sage ich Ihnen: Wenn der Preis am Milchmarkt gemacht wird, so ist es notwendig, dass die Betroffenen – die Bäuerinnen und Bauern, die Molkereien und die Verarbeiter und der Handel – Gespräche dort führen, wo sie hingehören, nämlich in dieses Szenario. Der Preis wird nicht von der Politik gemacht. Wer das suggeriert, liegt falsch und erweckt Hoffnungen, die niemand und schon gar nicht grüne Agrarpolitik erfüllen kann. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grillitsch – in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber –: Das musst du endlich einmal kapieren!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Tausende von Bauern!
Ich kann nicht – das ist unmöglich – mit allen Interessengruppen in Einzelgesprächen dafür sorgen, dass die Rahmenbedingungen stimmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Tausende von Bauern!) Ich gehe davon aus, dass auch die Interessengruppen als Mitglieder der Landwirtschaftskammer ihre Interessen innerhalb der gewählten gesetzlichen Vertretung wahrnehmen. Das ist die Herausforderung, vor der jeder steht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In der Landwirtschaft zu 100 Prozent einsetzen! In der Landwirtschaft!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Josef Pröll: Herr Abgeordneter, was die Biotreibstoffe und deren Entwicklung betrifft, bin ich ja gar nicht so ambitioniert, wie das die Grünen immer vorschlagen. 2006 haben Sie noch den Totalausstieg aus Benzin und Diesel verlangt, und dass alles mit Biotreibstoffen betrieben werden soll. (Abg. Dr. Pirklhuber: In der Landwirtschaft zu 100 Prozent einsetzen! In der Landwirtschaft!) Was ist in den letzten zwei Jahren passiert, Herr Abgeordneter? – Es hat sich nichts geändert, nur: Sie haben auf das falsche Pferd gesetzt!
Abg. Dr. Pirklhuber: Importiert! Alles importiert!
Wir gehen auf 10 Prozent Biotreibstoffe – wesentlich weniger, als das Amerika beziehungsweise Brasilien das tut. Wir haben nichts damit zu tun, was dort passiert, sondern die europäische Strategie ist, aus Europa heraus zu produzieren. Und das werden wir ganz konsequent umsetzen – gut für den Klimaschutz, gut für die Einkommen der Bäuerinnen und Bauern (Abg. Dr. Pirklhuber: Importiert! Alles importiert!) und auch richtig, was die Unabhängigkeit von Russland, vom Nahen Osten und von den Erdölfeldern in politisch sensiblen Räumen betrifft. Das ist unsere Strategie – nicht mehr und nicht weniger. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Antihumanistisch ist das! Ein Kastensystem wollen Sie! Das ist menschenverachtend!
Meine Damen und Herren, was man nicht machen kann, ist, ganz einfach zu sagen: Jeder, der eine solche Studie fordert, gehört in die Pfui-Abteilung, das ist ein ganz schlimmes Tabu, das ist etwas Unmenschliches, das darf man nicht machen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Antihumanistisch ist das! Ein Kastensystem wollen Sie! Das ist menschenverachtend!) Das hat mit Seriosität überhaupt nichts zu tun. Gehen Sie doch her
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist es, dass es das überhaupt gibt!
Es gibt Haushalte, die ein Monatseinkommen von 470 € haben – ich nenne das jetzt als Beispiel –, und die Miete kostet 310 €, mittags müssen diese Leute mit dem Häferl zu den Padres oder zu den Schwestern in die Klöster gehen, um überhaupt ein Essen zu erhalten, ein warmes Essen einmal am Tag. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist es, dass es das überhaupt gibt!) Was sagen Sie? Ich verstehe kein Wort. Sie müssen deutlicher reden. Gewöhnen Sie sich einen anderen Dialekt an! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich bin voll bei Ihnen! Sie haben mich nicht verstanden!
Ich will nur darauf hinweisen, wie es bei uns in Österreich wirklich ausschaut. Das Elend grassiert und wird immer mehr und es ergreift auch den Mittelstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich bin voll bei Ihnen! Sie haben mich nicht verstanden!) Und wenn Sie Pech haben, Kollege – ich weiß nicht einmal, wie Sie heißen, ich bin neu hier –, passiert Ihnen das Gleiche im späten Alter. Seien Sie vorsichtig! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich will nur darauf hinweisen, wie es bei uns in Österreich wirklich ausschaut. Das Elend grassiert und wird immer mehr und es ergreift auch den Mittelstand. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich bin voll bei Ihnen! Sie haben mich nicht verstanden!) Und wenn Sie Pech haben, Kollege – ich weiß nicht einmal, wie Sie heißen, ich bin neu hier –, passiert Ihnen das Gleiche im späten Alter. Seien Sie vorsichtig! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 72
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!
Abgeordneter Karl Öllinger (Grüne): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich muss sagen, ich bin nach dieser Abstimmung noch einigermaßen sprachlos. Da kommt zu Beginn der Debatte über den vorigen Tagesordnungspunkt der Kollege Cap hier heraus und vergießt Krokodilstränen über die kalten Herzen der Abgeordneten, die hier auf Seiten der Grünen oder anderer Parteien im Nationalrat sitzen, reißt sein Hemd auf, um die soziale Wärme der SPÖ verströmen zu lassen, und am Ende stimmt die SPÖ gegen die Finanztransaktionssteuer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!) Ja, mir fehlen wirklich die Worte! (Beifall bei Grünen und ÖVP.)
Sitzung Nr. 75
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich sage Ihnen sehr offen, auch ich habe in diesen letzten Monaten und Wochen meine Meinung in einer Frage geändert: Ich war ursprünglich der Meinung, es würde reichen, die nationalen Aufsichten bestmöglich zu vernetzen. Das wird auch notwendig sein, aber dass wir darüber hinaus am Ende des Prozesses eine europäische Aufsicht haben für jene Banken, die europaweit tätig sind, ist eigentlich eine logische Konsequenz. Diese Lernfähigkeit erwarte ich auch von anderen. Österreich wird neue Initiativen einbringen beziehungsweise hat das auch schon auf Basis einer Initiative des Hauses. Die Spekulationssteuer und die Einführung einer Finanztransaktionssteuer sind unverzichtbar, meine Damen und Herren, wenn wir langfristig in Europa und auf globaler Ebene neue Fundamente schaffen. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Gesetzgebungsperiode 24
Sitzung Nr. 1
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir von der SPÖ sind auch der Meinung, dass es kein Rütteln am Verbotsgesetz geben darf. Das Verbotsgesetz hat eine hohe Symbolik, und es kann und darf daher kein Rütteln daran geben. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Die Zwischenrufe der Grünen verstehe ich jetzt überhaupt nicht!
Abg. Dr. Pirklhuber: Und Taten müssen folgen!
Gerade in diesem Hause gibt es ja auch eine sehr verantwortungsvolle Tätigkeit, auch im Rahmen der Präsidentschaft, was die Frage der Entschädigung der Opfer, der Wiedergutmachung und so weiter betrifft. Das sind ganz wesentliche Signale und Symbole, zu denen wir uns bekennen und wo wir der Meinung sind: Worte dazu können nicht klar genug sein! (Abg. Dr. Pirklhuber: Und Taten müssen folgen!) Ich habe diese Worte hier heute geäußert, und sie sind Teil des Grundkonsenses unserer Republik, Teil des Grundkonsenses der Verfassung und Teil des Grundkonsenses der Tätigkeit hier im Hohen Haus. Danach ist jeder und alles zu bewerten. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Frechheit! Das ist eine Verhöhnung!
Ich sage Ihnen von den Grünen: Freiheit ist immer nur die Freiheit des Andersdenkenden. – Diesen Satz hat jemand gesagt, der einigen Leuten der grünen Fraktion – Frau Glawischnig, Herrn Van der Bellen und anderen – ideologisch sicherlich sehr, sehr nahesteht, nämlich Rosa Luxemburg. Aber diese Aussage haben Sie offenbar noch nicht verinnerlicht, denn anders ist es nicht zu erklären, dass Sie hier und heute die Freiheit von Andersdenkenden – nämlich die der FPÖ – offenbar zu beschneiden versuchen und beschneiden wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Frechheit! Das ist eine Verhöhnung!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das ist ja genau das Prinzip, nach dem Sie vorgehen. Diese Kampagnen kennen wir zur Genüge aus der Vergangenheit, die hat es öfter gegeben, die sind bei Ihnen von den Grünen offensichtlich vorprogrammiert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Mag. Kogler: Handeln statt reden!
Daher möchte ich gleich zu Beginn einen weiteren Konsens in diesem Haus hier kundtun, denn aufgrund gewisser Aussagen von Vorrednern ist unter Umständen der Eindruck entstanden, wurde unter Umständen suggeriert, als gäbe es hier keinen Konsens: Meine sehr verehrten Damen und Herren! Alle Abgeordneten in diesem Haus – davon gehe ich aus; wir sind heute angelobt worden – lehnen das nationalsozialistische Regime kompromisslos ab. Ich glaube, dass hier niemand sitzt, der diesem Konsens nicht folgen kann. (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Mag. Kogler: Handeln statt reden!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Herr Kollege Kogler, es gibt daher diesen Konsens, nämlich dass das nationalsozialistische Gedankengut, das Regime insgesamt und die Gräueltaten abgelehnt werden. Ich als Innenministerin ... (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Passen Sie auf und hören Sie zu, Sie können etwas lernen! (Beifall bei ÖVP, FPÖ und BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist etwas ganz anderes!
1970 wurde dann die „Akademische Tafelrunde Olympia“ gegründet (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist etwas ganz anderes!) und 1971 in „Akademische Burschenschaft Olympia“ umbenannt. Diese „Olympia“, von der hier die Rede ist, gibt es nach wie vor.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Insofern muss man sich dieses Gewissen auch bilden. Da gehört auch eine Kenntnis der Fakten dazu. Da ist es nicht genug, wenn man das Gewissen vielleicht aus einem Kübel interpretiert, wo man ein paar linke ideologische Versatzstücke Marke „revolutionäre Marxisten“ hineinpfeffert, und das wäre dann der Filter zur Beurteilung, ob etwas gut oder schlecht, moralisch oder unmoralisch ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie von den Grünen sitzen seit ungefähr 20 Jahren hier in diesem Hohen Haus – und außer einer Volksanwältin, die diesen Namen vielleicht verdient, ist auch nicht viel übrig geblieben. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, heute ein Zeichen der Toleranz und Ihres gelebten Demokratieverständnisses zu setzen und diesen Firlefanz einer eigenen Kandidatur hintanzustellen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 4
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Herr Minister, die staatsnahen Betriebe haben alle einen Regierungskommissär, einen Verantwortlichen auch aus dem Bundesministerium für Verkehr, aus Ihrem Ministerium. Und Sie schauten zu und die schauten zu (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wie einerseits immer mehr Dividenden von Seiten der Post in die Kassen des Finanzministeriums gingen und andererseits vor Ort eingespart wird, eingespart wird und eingespart wird!
Sitzung Nr. 6
Abg. Dr. Pirklhuber: ... jetzt bis 2013!
Dabei ist zu berücksichtigen, dass Österreich im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union eine kleinstrukturierte Landwirtschaft hat. Bei der Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 müssen daher diese Betriebe und diese Betriebsstruktur besonders berücksichtigt werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... jetzt bis 2013!) – Ja, richtig. (Heiterkeit.) Und weil Sie das richtig erkannt haben, könnte ich Ihnen zur Landwirtschaft, wo wir, wie ich glaube, ja übereinstimmen, unsere Position, die Sie im Regierungsprogramm ja sehen, auch klar darlegen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben aber alle mitgespielt!
Es kann nicht sein, dass gewisse Zocker auf der Welt schwer erspartes Geld verspielen und Wirtschaftskrisen fabriziert werden, weil man meinte, man könnte aus nichts auch Geld machen, man könnte aus nichts auch etwas erwirtschaften. Es muss so sein (Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben aber alle mitgespielt!), dass man diesen Leuten das Handwerk legt. (Präsident Neugebauer gibt neuerlich das Glockenzeichen.) Wir brauchen dazu eine europäische Rating-Agentur und eine europäische Finanzmarktaufsicht, um hier besser gewappnet zu sein. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Auch ein Kärntner!
Jetzt zur Regierungsbank: Wie sieht die Regierungsbank aus? – Derzeit ist sie sehr kopflastig, also wienlastig. Von den Mitgliedern sind die meisten aus den Bundesländern Niederösterreich, aus Wien und aus dem Burgenland – aus Burgenland sogar mit zwei Nachbarministern, was ja in Ordnung ist –, aber ich hätte mir das nicht gefallen gelassen, wenn ich in der Regierung gewesen wäre. Ich hätte nicht zugelassen, dass auf die anderen Bundesländer südlich und westlich im österreichischen Hoheitsgebiet verzichtet wird. Also ich hätte mich schon dafür eingesetzt, dass auch für diese Leute der eine oder andere Minister zum Zug kommt. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Auch ein Kärntner!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie können ja einen Antrag auf Anwesenheit des Ministers stellen!
Es tut mir leid, dass mein eigener Minister, mein Minister, der Verteidigungsminister Darabos, nicht hier ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie können ja einen Antrag auf Anwesenheit des Ministers stellen!) – Das brauchen wir nicht, wir werden ihn schon in der einen oder anderen Diskussion in die Debatte einbauen.
Lebhafte ironische Heiterkeit bei allen Oppositionsparteien. – Abg. Dr. Pirklhuber: Dann hat die Regierung eine Depression! Sie ist depressiv!
Abgeordnete Heidrun Silhavy (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Frauen Bundesministerinnen! Sehr geehrte Herren Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Als ich den Reden der Oppositionsabgeordneten heute gelauscht habe, bin ich zu folgendem Schluss gekommen: Die Opposition befindet sich offensichtlich in einer Sinnkrise. (Lebhafte ironische Heiterkeit bei allen Oppositionsparteien. – Abg. Dr. Pirklhuber: Dann hat die Regierung eine Depression! Sie ist depressiv!) In einer Sinnkrise deshalb, weil die Finanzkrise, ausgelöst durch die Wirtschaftskrise, auch die Realwirtschaft erfasst hat, aber diese Bundesregierung sofort darauf reagiert hat und dieser Krise entschieden entgegentritt. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Re-
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die österreichischen Milchbetriebe befinden sich zu 87 Prozent im Bergland. Wir können nicht dabei zuschauen, dass diese Betriebe der holländischen und norddeutschen Agrarindustrie gleichgestellt werden. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was?
Ich habe auch erfolglos versucht, bei den so genannten jugendpolitischen Maßnahmen in diesem Regierungsprogramm konkrete Maßnahmen herauszulesen. Da wird beispielsweise die Jugendvertretung als Sozialpartnerkomponente angekündigt. – Das würde ich maximal als gefährliche Drohung einstufen, denn ich gehe davon aus, dass noch kein Jugendlicher in unserem Land jemals etwas von dieser Organisation gehört hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was?) Das ist genau der Punkt, auf den ich hinweisen möchte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das lernen sie doch in der Schule!) Wir sollten schlichtweg das Ohr bei den Jugendlichen haben, und das ist letztlich auch ein Tipp von uns: Hören Sie sich endlich einmal unter Jugendlichen um! Haben Sie das Ohr bei den Jugendlichen!
Abg. Dr. Pirklhuber: Das lernen sie doch in der Schule!
Ich habe auch erfolglos versucht, bei den so genannten jugendpolitischen Maßnahmen in diesem Regierungsprogramm konkrete Maßnahmen herauszulesen. Da wird beispielsweise die Jugendvertretung als Sozialpartnerkomponente angekündigt. – Das würde ich maximal als gefährliche Drohung einstufen, denn ich gehe davon aus, dass noch kein Jugendlicher in unserem Land jemals etwas von dieser Organisation gehört hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was?) Das ist genau der Punkt, auf den ich hinweisen möchte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das lernen sie doch in der Schule!) Wir sollten schlichtweg das Ohr bei den Jugendlichen haben, und das ist letztlich auch ein Tipp von uns: Hören Sie sich endlich einmal unter Jugendlichen um! Haben Sie das Ohr bei den Jugendlichen!
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt nur einen Planeten, Kollege! Ein Planet für uns alle – nicht mehr und nicht weniger! Unsere Heimat ist der Planet!
Noch kurz zur Integrationssprecherin der Grünen, die jetzt leider nicht mehr anwesend ist. Ich sage hier ganz klar: Recht auf Heimat ist auch ein Grundrecht für die österreichische Bevölkerung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt nur einen Planeten, Kollege! Ein Planet für uns alle – nicht mehr und nicht weniger! Unsere Heimat ist der Planet!) Ich persönlich würde mir wünschen, dass man endlich einmal Vorschläge dazu macht, wie man mit diesem Grundrecht für die österreichische Bevölkerung umgeht. Das ist, glaube ich, viel, viel essentieller für die Zukunft. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Super!
Wenn die Oesterreichische Nationalbank für 2007 den Leistungsbilanzüberschuss mit 8,6 Milliarden € berechnet hat, so muss man wissen, dass allein vom Tourismus 6,8 Milliarden an Überschuss erwirtschaftet wurden (Abg. Dr. Pirklhuber: Super!), um zu erkennen, welchen Stellenwert der Tourismus in Österreich hat.
Abg. Dr. Pirklhuber: Na hoffentlich, Kollegin Bayr!
Abgeordnete Petra Bayr (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir haben in diesem Regierungsprogramm dem Klimaschutz einen sehr breiten Raum eingeräumt. Nicht nur im Umweltkapitel, sondern auch in sehr vielen anderen Kapiteln wird Klimaschutz, werden klimapolitische Maßnahmen angesprochen. Wir begreifen, weil das auch kritisiert worden ist, Klimaschutz und diesbezügliche Maßnahmen durchaus nicht als Bürde, sondern als Chance, die sich uns bietet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Na hoffentlich, Kollegin Bayr!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wäre schön!
Einerseits können so Arbeitsplätze generiert werden, andererseits ist dies eine Frage von nachhaltigerem Leben (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wäre schön!), wertvollerem Leben und bietet natürlich auch die Möglichkeit der Wertschöpfung im Inland. Das ist auch der Grund dafür, dass wir uns in diesem Programm sehr klar dazu bekennen, dass wir künftig nicht unser Hauptaugenmerk darauf legen wollen, Zertifikate im Ausland zu kaufen, sondern wirklich Maßnahmen im Inland zu setzen. Dementsprechend sehen wir bereits in diesem Programm, aber auch in den Budgets für die nächsten Jahre viel Geld dafür vor.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wichtig!
Einerseits halte ich es für sehr wichtig, dass wir die Maßnahmen, die ganze Schiene der Umweltförderungen im Inland beinahe verdoppeln werden. Da geht es darum, sehr effiziente Maßnahmen zu setzen und so vor allem Klimaschutz im betrieblichen, aber auch im Gemeindebereich zu betreiben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wichtig!) Das sind Maßnahmen, die sehr arbeitsplatzintensiv sind, das sind Maßnahmen, wo die Kosten dafür, dass eine Tonne CO2 gespart wird, auf die Lebensdauer der Investitionen gerechnet etwas über 7 € betragen, was relativ günstig ist im Vergleich zu anderen Maßnahmen. Wir werden die Mittel dafür beinahe verdoppeln.
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Genau!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen auf der Regierungsbank! Herr Minister! Sehr geehrte Damen und Herren! Hohes Haus! Es ist schon interessant, wenn man als neuer Abgeordneter hier im Hohen Haus das Wechselspiel zwischen Regierung und Opposition beobachtet, vor allem ist sehr interessant, welch große Sorgen sich die Oppositionsparteien nicht nur um die Befindlichkeit dieser Bundesregierung, sondern vor allem auch um die Inhalte macht (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Genau!), was ich ja noch verstehe. Aber den Pessimismus, den Sie haben, können wir naturgemäß nicht teilen, schon allein deswegen nicht, weil Pessimisten bekanntermaßen nie erfolgreich sein können. Aus diesem Grund haben wir als Österreichische Volkspartei auch sehr viel, wie ich meine, in dieses Regierungsprogramm mit eingebracht. Wir sind auch personell so aufgestellt, dass wir aus unserer Sicht zumindest frohen Mutes in die nächsten fünf Jahre gehen können.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir werden Vorschläge machen!
Wenn Sie als Opposition auch mitarbeiten und hier nicht nur alles schlechtreden, sondern vielleicht auch etwas gutreden würden (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir werden Vorschläge machen!), wenn es die eigenen Vorschläge sind, dann wären wir natürlich auch dankbar dafür, weil natürlich auch das Wechselspiel funktionieren muss, zum Wohle Österreichs und seiner Menschen. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 8
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht ausreichend!
Nun gibt es in allen Ländern Europas Diskussionen, in welchem Ausmaß diese Konjunkturpakete geschnürt, diese Maßnahmen vereinbart und diese Taten zu setzen sind. Ich bin stolz darauf, dass in diesem Haus viele Beschlüsse bisher gemeinsam zustande gekommen sind; so etwa der Schutz des Finanzmarkts und der Banken, der – und auch das sei erwähnt – mittlerweile die Zustimmung der Europäischen Kommission erhalten hat. Unser Bankenpaket hat die Zustimmung der Europäischen Kommission, und jetzt wird zu beweisen sein, wie sehr dieses Bankenpaket in der Lage ist, seinen Zweck zu erfüllen (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht ausreichend!), nämlich den Zweck, der eindeutig von uns formuliert wurde, und zwar insbesondere wieder kleinere und mittlere Betriebe in die Lage zu versetzen, Kredite zu bekommen, Finanzierungen zu erhalten. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Sitzung Nr. 10
Abg. Dr. Pirklhuber: Alles ohne Einspeisung!
Jahr 2000, St. Andrä mit 124 MW im Jahr 2004 und Voitsberg 3 mit 330 MW im Jahr 2006. (Abg. Dr. Pirklhuber: Alles ohne Einspeisung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Jungnazis bei Ihnen?!
Wir haben keine Angst zu kämpfen (Abg. Dr. Pirklhuber: Und die Jungnazis bei Ihnen?!) – Hören Sie zu! Es gibt keine Jungnazis, bei Ihnen gibt es aber die Linksextremisten!
Sitzung Nr. 13
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „ÖPUL-2007-Programm verbessern!“ (Ordnungsnummer 6) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Straffreiheit für Nicht-Impfen bei der Blauzungenkrankheit!“ (Ordnungsnummer 7) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe Fragen gestellt! Da haben Sie nicht zugehört!
Kollege Pirklhuber, ich habe mich wirklich gefragt, was diese Anfragebesprechung soll. – Anfragebesprechungen sind, das wissen wir, im Grunde genommen ein scharfes Instrument der Opposition (Abg. Öllinger: Na bitte!); wir haben ja erlebt, auch ich als Oppositionsabgeordneter, dass Anfragen nicht ordentlich beantwortet worden sind. Daher verstehe ich es überhaupt nicht, heute hier eine Anfragebesprechung – nämlich mit der Unterstellung, es würden im Ressort nicht die entsprechenden Maßnahmen getroffen – durchzuführen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe Fragen gestellt! Da haben Sie nicht zugehört!)
Sitzung Nr. 14
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt ist er schmähstad, der Kopf!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt ist er schmähstad, der Kopf!) – Wollen Sie sich zu Wort melden, Herr Pirklhuber? Kommen Sie, es geht nachher noch. Sie dürfen drei Redner melden. Einer dürfte noch von Ihnen.
Abg. Dr. Pirklhuber – auf die Bankreihen der SPÖ weisend –: Das interessiert Ihre Parteikollegen überhaupt nicht! Schauen Sie einmal, wie wenig da sitzen! – Abg. Keck: Bei euch sind es auch wenig, Kollege Pirklhuber! – Abg. Öllinger: Mehr schon!
Wir haben eine historische Chance. Nützen wir diese für Qualifizierungsmaßnahmen! (Abg. Dr. Pirklhuber – auf die Bankreihen der SPÖ weisend –: Das interessiert Ihre Parteikollegen überhaupt nicht! Schauen Sie einmal, wie wenig da sitzen! – Abg. Keck: Bei euch sind es auch wenig, Kollege Pirklhuber! – Abg. Öllinger: Mehr schon!) Nützen wir diese schwierige Zeit für Qualifizierungsmaßnahmen, nützen wir diese Zeit, um den Menschen zu helfen, mit Kurzarbeit darüber hinwegzukommen!
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Noch etwas: Im Jahre 1994 sind links-grüne Aktivisten und Abgeordnete in Innsbruck anlässlich einer Gegendemonstration zu dem damaligen Freiheitskommers Schulter an Schulter mit italienischen Faschisten marschiert. (Ruf bei der FPÖ: Unfassbar!) Sie haben sich nicht entblödet, mit einem Block von 30 bis 40 italienischen Schwarzhemden durch Innsbruck zu marschieren (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und gegen einen Freiheitskommers zu demonstrieren. Dafür sollten Sie sich schämen! (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 16
überreicht von den Abgeordneten Gerhard Huber und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Gentechnikfreies Osttirol“ (Ordnungsnummer 18) (überreicht von den Abgeordneten Gerhard Huber und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es ist ja auch verständlich, denn Sie, Frau Kollegin Moser, sind nicht die einzige Lehrerin mit grünem Schal. Mittlerweile ist ja der Lehrerberuf ein Hort von grüner Ideolo- gie geworden, meine Damen und Herren! (Beifall beim BZÖ.) Das ist ja einer der Gründe, warum es so weit gekommen ist, dass man dort glaubt, als Sozialschmarotzer sei man besser aufgehoben in diesem Land als als arbeitender Mensch, der dafür Sorge trägt, dass in diesem Land auch eine Steuerleistung zustande kommt, von der man die andern – Sie und Ihresgleichen – dann bezahlen muss. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Umweltorganisationen! Warum bestrafen Sie die Umweltorganisationen?
Jene Organisationen, die die richtigen Dinge zur richtigen Zeit tun, die wir an unserer Seite auch zur Entlastung der öffentlichen Haushalte brauchen, die Organisationen im mildtätigen und sozialen Bereich müssen auch eine entsprechende Entlastung bekommen. Das wird jetzt umgesetzt, und wir werden dann, wenn vielleicht die öffentlichen Budgets wieder mehr Spielraum hergeben, darüber diskutieren können, derartiges auch für andere Organisationen zu überlegen. Derzeit allerdings, angesichts knapper Mittel und knapper Budgets, müssen wir Prioritäten setzen – und die Priorität wird im Bereich der Mildtätigkeit und auch im Bereich des sozialen Engagements gesetzt. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Umweltorganisationen! Warum bestrafen Sie die Umweltorganisationen?)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Fiasko!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, dieses Paket enthält darüber hinaus noch sehr wichtige Maßnahmen – die ich hier im Detail anführen könnte; Sie wissen: Ökoprämie (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Fiasko!) und andere Dinge –, die insgesamt, schlüssig, wie sie daliegen, einen ganz wichtigen Akzent zur Bekämpfung der Krisensituation setzen. Die Steuerreform und zwei Konjunkturpakete im Ausmaß von 6 Milliarden € für Österreich machen 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Wir gehen damit auch an alle Grenzen der Finanzierbarkeit, sind bereit, partiell den Schuldenstand der Republik entsprechend zu erhöhen, um kraftvoll helfen zu können, aber wir werden nie vergessen, dass wir auch maßvoll wirtschaften müssen. Das, was wir heute an vorübergehender Verschuldung eingehen, werden unsere Kinder und Kindeskinder rückzuerstatten haben.
Abg. Mag. Molterer: Da braucht er nicht den Pirklhuber dazu!
Herr Bundesminister, so geht es einfach nicht! Sie müssen das Amt ernst nehmen. (Abg. Mag. Molterer: Da braucht er nicht den Pirklhuber dazu!) Wir erwarten von einem Umweltminister, dass er diesem Haus ausreichend, umfangreich Auskunft gibt. Und wenn Sie eingestehen müssen, dass noch Versäumnisse da sind, dann stehen Sie dazu und nennen Sie Datum, Programm und wirklichen Zeitplan für die Maßnahmen! Auch das haben Sie jetzt in Ihrer mündlichen Anfragebeantwortung wieder nicht gemacht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich! – Widerspruch bei der ÖVP.
Und Sie sagen „Ökoprämie“! Entschuldigen Sie, für wie blöd halten Sie die Menschen wirklich?! Ich meine, das ist nicht einmal hanebüchen, das ist Blödsinn zum Quadrat! (Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich! – Widerspruch bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Darmann.
Richtig ist – das ist auch erklärtes Ziel der Bundesregierung –, dass wir im Anbau gentechnikfrei bleiben. Auch als Agrarvertreter sehe ich keinen Vorteil für unsere heimische Landwirtschaft in einem Gentechnikanbau. Wichtig ist aber, dass der Konsument das honoriert! Ich war jetzt in vielen Bundesländern unterwegs: Die „Kärntner Milch“ beispielsweise produziert Milch, wo ein Pickerl „gentechnikfrei“ drauf ist. Und wichtig ist, dass der Konsument das auch honoriert! Das wäre dann nur konsequent, denn es kann nicht sein, dass die Bauern Auflagen haben, dass wir gentechnisch nicht veränderte Futtermittel einsetzen – das ist ja auch viel teurer in der Produktion – und dass dann der Konsument die Partnerschaft versagt. Ich rede jetzt nicht einem Gentechnikanbau das Wort, überhaupt nicht, sondern nur der Fairness. Die Gesellschaft ist in Österreich in überwiegender Mehrzahl gegen die Gentechnik im Anbau, aber das sollte sich dann auch im Kaufverhalten widerspiegeln, als klares Signal. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Darmann.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Für Firmen würde ich keine Werbung machen!
Vielleicht noch einige Beispiele, die ich anführen möchte, wo gentechnikfreie Lebensmittel zu haben sind: nicht nur auf dem Milchsektor, auf dem Biosektor, sondern es gibt auch ein anderes positives Beispiel, nämlich McDonald’s Österreich. McDonald’s Österreich kann garantieren ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Für Firmen würde ich keine Werbung machen!) – Es ist nur ein Beispiel. Okay. (Abg. Dr. Lichtenecker: Oder Burger King!) – Der macht das eben nicht!
Abg. Dr. Pirklhuber: Welcher Kreise? – Ironische Heiterkeit beim BZÖ.
Und wenn Sie das nicht tun wollen, dann sorgen Sie wenigstens dafür, dass die Staatsanwälte dieses Landes mit ihren Verfahren weiter tun, vorwärts machen, denn das ist nämlich verschleppt worden, bis es sozusagen politisch gepasst hat. Wärest du nicht Dritter Präsident geworden, Kollege Graf, wäre das wahrscheinlich überhaupt nie ein Thema geworden. Nein, Kollege Graf ist Dritter Präsident des Nationalrates geworden, gegen den Widerstand bestimmter Kreise – und damit ist das Ganze erst ins Treiben gebracht worden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Welcher Kreise? – Ironische Heiterkeit beim BZÖ.) Jö, die Grünen fragen, welche Kreise! Werdet ihr nicht rot dabei, wenn ihr fragt, welche Kreise? Wenn ich mir die anonyme Anzeige durchlese, habe ich das Gefühl, das hat einer von euch geschrieben, so ist die verfasst, meine Damen und Herren. Politisch korrekt, strotzend von Binnen-I’s und anderen grünen Makkulaturgeschichten! So schaut’s aus! (Beifall beim BZÖ.)
Sitzung Nr. 17
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nach Dänemark ist nun auch Österreich als zweites EU-Land in der Lage, diesen Grenzwert einzuführen. Es geht aber natürlich auch darum, diese Grenzwerte zu kontrollieren. Es wird also, wie gesagt, zukünftig möglich sein, einen genussreichen Biss in so eine knackige Schnitzel- oder Burgersemmel zu wagen. Allerdings muss man wissen, dass der Gesamtfettgehalt der Speisen durch eine Verordnung, wie wir sie heute beschließen, nicht verändert wird, sondern die Speisen nach wie vor entsprechend viel Fett enthalten, und man sollte so etwas nur unter der Prämisse essen: mäßig, nicht regelmäßig. – Danke. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 18
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Brot auf die Teller und nicht in die Tanks!“ (Ordnungsnummer 21) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 19
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Spenden an ...organisationen sind nicht absetzbar!
Schließlich setzen wir mit der erstmaligen Einführung der Absetzbarkeit der Spenden dort, wo Menschen für Menschen Verantwortung übernehmen, ein unmissverständliches Zeichen für Solidarität, gesellschaftliche Verantwortung und Zusammenhalt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Spenden an ...organisationen sind nicht absetzbar!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Banken ...!
Was die Regulierung der Finanzmärkte betrifft, auch dazu ein klares Wort: Nicht die Deregulierung war das Problem, wie das manche fanatischen Gegner der Marktwirtschaft behaupten, sondern das Problem war (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Banken ...!), dass für manche Bereiche und Akteure schlicht niemals irgendwelche Regeln überhaupt existiert haben – zum Teil auch deshalb, weil es gewisse Bereiche und Akteure, die in der Krise entstanden sind und die sich ausgebreitet haben, früher gar nicht gegeben hat. Die Krise ist nicht entstanden, weil es Aktien gibt, weil Manager wirtschaften oder weil es weltweite Kapitalflüsse gibt, sondern die Krise ist entstanden, weil plötzlich Bereiche auf den Finanzmärkten systemrelevant geworden sind, ohne dass es jemand bemerkt hat (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser) – weder die Banken noch die Aufsichtsbehörden, noch die Politik. Und diese Lücken im Regulierungssystem müssen geschlossen werden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Generalanwalt der Raiffeisenkassen! – Abg. Strache: Raiffeisen-Shareholder!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht zulässig!
Hier sind wir auch schon beim dritten Bereich, den ich angeführt habe, der die Krise mitausgelöst hat: Das ist die Politik. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... nicht zulässig!) Die Politik hätte es auch in der Hand gehabt, die Lücken des Regulierungssystems zu schließen.
Abg. Dr. Pirklhuber: aus der „Kronen Zeitung“!
Für mich ist nur erstaunlich, dass manche diese Worte, dass Krise auch Chance ist, so auslegen, dass sie jetzt plötzlich aus der Mottenkiste linker Ideologie Instrumente des Klassenkampfes entstauben wollen (Abg. Dr. Pirklhuber: aus der „Kronen Zeitung“!), wie Wertschöpfungsabgabe, Reichensteuer, Vermögensabgabe und Ähnliches. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das mit der Doppelpension !) Es ist schon sehr erstaunlich, meine Damen und Herren, wobei ja die Begründung schon absurd ist, denn die lautet ja, es sollen die Verursacher der Krise zur Kasse gebeten werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das mit der Doppelpension !
Für mich ist nur erstaunlich, dass manche diese Worte, dass Krise auch Chance ist, so auslegen, dass sie jetzt plötzlich aus der Mottenkiste linker Ideologie Instrumente des Klassenkampfes entstauben wollen (Abg. Dr. Pirklhuber: aus der „Kronen Zeitung“!), wie Wertschöpfungsabgabe, Reichensteuer, Vermögensabgabe und Ähnliches. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das mit der Doppelpension !) Es ist schon sehr erstaunlich, meine Damen und Herren, wobei ja die Begründung schon absurd ist, denn die lautet ja, es sollen die Verursacher der Krise zur Kasse gebeten werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Österreichische Banken ! – Abg. Krainer: Den Unterschied zwischen Auslöser und Ursache kennen Sie schon?! Auslöser und Ursache!
Wer die Krise wirklich verursacht hat, das hat heute der Herr Vizekanzler Sepp Pröll gesagt: Es waren erstens raffgierige Wall Street-Kapitalisten und keine Anhänger der sozialen Marktwirtschaft, und es war eine Politik, vor allem in den USA, die den Leuten jahrelang vorgegaukelt hat, sie könnten ohne Risiko auf Dauer über ihre Verhältnisse leben. (Abg. Strache: Wie beim „Konsum“ und bei der BAWAG!) Das war im Grunde der Auslöser der heutigen Krise, meine Damen und Herren – und nicht der kleine Häuselbauer und nicht der kleine Unternehmer, der Arbeitsplätze und Betriebsvermögen geschaffen hat! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Österreichische Banken ! – Abg. Krainer: Den Unterschied zwischen Auslöser und Ursache kennen Sie schon?! Auslöser und Ursache!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Als Doppelpensionist wäre ich nicht so vollmundig!
Wenn diese Steuern, Herr Kollege Krainer, wirklich zur Finanzierung der Maßnahmen, die wir zur Krisenbekämpfung setzen mussten, eingesetzt werden sollen, dann geht das nicht nur mit der Befriedigung von Neidkomplexen, dann ist es ein massiver Angriff auf Eigentum und Mittelstand. Und da sagen wir von der Volkspartei: Hände weg! Hände weg vom Eigentum! Keine Besteuerung des Eigentums! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Als Doppelpensionist wäre ich nicht so vollmundig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Beiträge für die Allgemeinheit!
Wir wollen keine Dreifachbesteuerung, Herr Kollege Krainer! Das Einkommen wird bis zu 50 Prozent besteuert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Beiträge für die Allgemeinheit!) Wenn ich dann vom Nettoeinkommen etwas aufs Sparbuch lege, zahle ich vom Ertrag 25 Prozent KESt. Wenn ich etwas kaufe, zahle ich 20 Prozent Mehrwertsteuer. – Dann noch eine Eigentumssteuer wäre eine Dreifachbesteuerung, das lehnen wir ganz
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strache. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie profitieren ja vom System selbst!
entschieden ab. Mit uns keine Angriffe auf das Eigentum! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strache. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie profitieren ja vom System selbst!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer trägt die Hauptlast? Nicht Sie persönlich! Das ist schon klar als Doppelpensionist!
Und eines noch: Das Einstiegsargument für die Diskussion war schon absurd, aber auch der Einstiegszeitpunkt in die Debatte ist zu hinterfragen, meine Damen und Herren! Zu Zeiten einer Krise, worum geht es da? – Da geht es darum, die Krise zu meistern, die Wirtschaft zu stärken und den Menschen zu helfen, aber nicht darum, die Menschen mit neuen Steuerideen zu bedrohen und zu verunsichern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer trägt die Hauptlast? Nicht Sie persönlich! Das ist schon klar als Doppelpensionist!) Also Einstiegsargumentation und Einstiegszeitpunkt sind völlig daneben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Entlastung von Arbeit, Besteuerung von Vermögen!
Österreich hat die fünfthöchste Steuer- und Abgabenquote, meine Damen und Herren. Wir haben zweitens die Situation, dass trotzdem jeder zweite Lohn- und Einkommensteuerpflichtige keine Lohn- und Einkommensteuer mehr zahlt. Wir haben also die Situation, dass 25 Prozent der Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen 80 Prozent des Steueraufkommens erbringen. Meine Damen und Herren, das ist unsere Situation! (Abg. Dr. Pirklhuber: Entlastung von Arbeit, Besteuerung von Vermögen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja zynisch!
Ein Wort auch noch zu den Stiftungen, die immer angegriffen werden. Sie wissen schon, dass Stiftungsvermögen in aller Hauptsache Betriebsvermögen ist, unter einem Dach von Stiftungen. Das kann man nachlesen, das sind Daten und Fakten. Das sind in Österreich ungefähr 300 000 Arbeitsplätze. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja zynisch!) Das heißt, jede Besteuerung von Eigentum, von Stiftungen ist eigentumsfeindlich, ist mittelstandsfeindlich, ist arbeitsplatzfeindlich und ist auch familienfeindlich, weil sich ja sehr viel Eigentum in den Händen der Familien befindet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit den Klein- und Mittelbetrieben? Die sollen volle Steuern zahlen? Jeder Kleinunternehmer zahlt volle Steuern! Das ist ja ungerecht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit den Klein- und Mittelbetrieben? Die sollen volle Steuern zahlen? Jeder Kleinunternehmer zahlt volle Steuern! Das ist ja ungerecht!
Ein Wort auch noch zu den Stiftungen, die immer angegriffen werden. Sie wissen schon, dass Stiftungsvermögen in aller Hauptsache Betriebsvermögen ist, unter einem Dach von Stiftungen. Das kann man nachlesen, das sind Daten und Fakten. Das sind in Österreich ungefähr 300 000 Arbeitsplätze. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja zynisch!) Das heißt, jede Besteuerung von Eigentum, von Stiftungen ist eigentumsfeindlich, ist mittelstandsfeindlich, ist arbeitsplatzfeindlich und ist auch familienfeindlich, weil sich ja sehr viel Eigentum in den Händen der Familien befindet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit den Klein- und Mittelbetrieben? Die sollen volle Steuern zahlen? Jeder Kleinunternehmer zahlt volle Steuern! Das ist ja ungerecht!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Und die jetzt die Bankenkrise verursacht haben! Das weiß jeder!
ausrichten lassen: Ich kann ihm, sollte ihn ein kleiner Alzheimer gestreift haben, darüber hinweghelfen und ihm sagen, wer am amerikanischen Wirtschaftswunder wirklich schuld war, wie er meinte. Diese Ursache hat zwei Worte, und die heißen Ronald Reagan. Es waren die Reaganomics, die die USA zu ihrem Erfolg am Ende des letzten Jahrhunderts geführt haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Und die jetzt die Bankenkrise verursacht haben! Das weiß jeder!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie da von sich geben! Die Deregulierung des Bankensystems hat unter Reagan begonnen!
Herr Van der Bellen hat schon recht, wenn er sagt, dass es zu einem Steuerrückgang in den ersten zwei bis drei Jahren der Regierung Reagan gekommen ist, der übrigens von Jänner 1981 bis Jänner 1989 regiert hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie da von sich geben! Die Deregulierung des Bankensystems hat unter Reagan begonnen!) Aber dann kam es aufgrund dieser Steuersenkungen zu einem Sprudeln der indirekten Steuern, von denen auch noch George Bush senior und ein gewisser Bill Clinton profitiert haben. Das sollte der Herr Professor Van der Bellen auch wissen – und nicht hier herausgehen und uns niederzumachen versuchen. (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 20
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr richtig!
Am skurrilsten wird es, wenn Sie im Zusammenhang mit der Vermögenssteuer-Debatte den sozial Frieden beschwören; da wird es zynisch. Der soziale Friede wird gefährdet, wenn in diesem Land das Vermögen immer ungleicher verteilt wird – das gefährdet den sozialen Frieden und nicht die Debatte um die Vermögenssteuer! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Milliarde!
Auch aufgrund dessen, dass die Lebensmittelpreise zwar seit Sommer letzten Jahres wieder ein bisschen gefallen sind, sich aber immer noch auf sehr hohem Niveau bewegen, sind vor allem arme Menschen dieser Erde, und zwar etwa 1 Million arme Menschen, die von weniger als dem Gegenwert von 1 US-Dollar am Tag leben müssen (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Milliarde!), und etwa 950 Millionen Menschen, die täglich hungern, von dieser Finanzkrise betroffen, wesentlich extremer betroffen als wir.
Sitzung Nr. 21
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Welche Interessen vertreten Sie?! Nicht die der Österreicher, sondern die der Superreichen, Herr Finanzminister! – Weiterer Ruf bei den Grünen: Bei den einen abkassieren, !
Im gleichen Augenblick beginnen wir eine Findungskommission beziehungsweise eine Suchaktion nach neuen Steuern und Steuernerhöhungen – völlig absurd (neuerlicher Ruf bei der FPÖ: Mitterlehner!), meine sehr geehrten Damen und Herren, und glatt der falsche Zeitpunkt und auch finanz- und wirtschaftspolitisch der falsche Ansatzpunkt! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Welche Interessen vertreten Sie?! Nicht die der Österreicher, sondern die der Superreichen, Herr Finanzminister! – Weiterer Ruf bei den Grünen: Bei den einen abkassieren, !)
Ruf bei den Grünen: Der Ausschuss hat die Auskunft verweigert! – Abg. Dr. Pirklhuber: Legen Sie die Zahlen offen, bitte schön!
Wir haben uns natürlich auch angeschaut – und das ist gerade in einer Zeit, in der es auf jeden Arbeitsplatz, um den wir kämpfen, ankommt, wichtig –, was die Stiftungen an Input für die Arbeitssituation in Österreich geliefert haben. (Ruf bei den Grünen: Der Ausschuss hat die Auskunft verweigert! – Abg. Dr. Pirklhuber: Legen Sie die Zahlen offen, bitte schön!) Unternehmen, an denen Privatstiftungen beteiligt sind, haben – geschätzt – über 150 000 zusätzliche Jobs geschaffen und werden das auch in Zukunft tun. Insgesamt bieten Stiftungen rund 400 000 Arbeitnehmern in Österreich eine Beschäftigung. Das sind die wichtigen Eckpunkte, die man auch anführen muss!
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja selbstverständlich sind sie das!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, worauf ich also hinaus will, ist auch die Tatsache: Stiftungen sind kein Privileg (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja selbstverständlich sind sie das!) für Superreiche oder Mittel zum Selbstzweck, sondern sie liefern einen wichtigen Beitrag für Kunst, Kultur und Wissenschaft und auch für den sozialen Frieden durch Sicherung von Arbeit in Österreich.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
(Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dass dieses von einem SPÖ-Finanz- und einem SPÖ-Justizminister und einstimmig, also auch mit den Stimmen der Grünen und der FPÖ, als Rechtsgrundlage angenommen wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist die Grundlage, auf der heute Stiftungen in Österreich wirtschaften und die richtigen Argumente für Österreich setzen – nicht mehr und nicht weniger!
Abg. Dr. Pirklhuber: Seien Sie nicht zynisch! Die Reichen schützen !
Dort, meine Damen und Herren, beginnt dann eine Diskussion darüber, wie viel wir konsolidieren und durch mehr Effizienz in öffentlichen Haushalten zur Budgetkonsolidierung erarbeiten können (Abg. Dr. Pirklhuber: Seien Sie nicht zynisch! Die Reichen schützen !) – und wenn es notwendig ist, werden wir dann darüber reden müssen – dann! –, in welcher Form wir finanzieren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie sich heute schon in den Spiegel geschaut?
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Herr Staatssekretär! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn wir das Thema der Aktuellen Stunde heute nicht nur auf Basis von Neidkomplexen und Neidgefühlen diskutieren wollen (Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie sich heute schon in den Spiegel geschaut?), sondern aufgrund von Daten und Fakten, Herr Kollege Pirklhuber, kommen wir um folgende Fakten nicht herum:
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eines muss ich Ihnen schon sagen, Kollege Pirklhuber, weil Sie immer so laut dazwischenrufen: Ich habe noch nie ein Problem gehabt, wenn jemand mehr hat als ich! – Sie haben ein Problem! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich bin kein Tiefenpsychologe, und ich sage auch nicht, Sie sollen zum Arzt gehen, aber Sie haben ein Problem, Herr Kollege Pirklhuber, denn immer bei solchen Debatten regen Sie sich derart auf!
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber kehren wir zu den Daten und Fakten zurück: Spitzensteuersatz bei uns 50 Prozent, wenn man Eigentum erwirbt, Mehrwertsteuer 20 Prozent, wenn man etwas auf das Sparbuch legt, Kapitalertragsteuer 25 Prozent. Angesichts dessen muss ich ehrlich sagen: Wenn wir da mehr machen sollen, dann gehen Sie davon aus, dass Eigentum eigentlich Diebstahl ist. Eine urmarxistische Idee: Eigentum ist Diebstahl! Davon gehen Sie aus, Herr Kollege. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zweites Faktum: Richtig ist, wir haben in Österreich einen relativ geringen Anteil von Vermögensbesteuerung am Gesamtsteueraufkommen, auch am Bruttoinlandsprodukt. (Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Hören Sie einmal auf mit Ihren Zwischenrufen! (Abg. Mag. Kogler: Dann sagen Sie einmal etwas G’scheites!) Das ist ja unglaublich, überhaupt keine Disziplin mehr. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.) Achten Sie ein bisschen die Würde des Hohen Hauses, Herr Kollege Pirklhuber, und erörtern Sie Ihre Probleme woanders!
Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir müssten einmal überlegen: Was braucht dieses Österreich, um seinen sozialen Aufträgen, seinen Sicherheitsaufträgen, seinen verschiedenen Aufträgen als Staat nachzukommen. Das müssten wir zuerst einmal festlegen. Das ist eine Summe in der und der Größenordnung. Und dann müssen wir festlegen, wie wir diese Summe aufbringen. Aber unsere Steuergesetzgebung auf Neid aufzubauen, jene, die mehr haben, müssen mehr zahlen, auf Rachegefühlen – obwohl ich die auch hie und da habe, etwa als ich miterleben musste in den letzten Monaten ... (Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Geh, bitte, lassen Sie mich reden, schreien Sie jene an, die für die Misere verantwortlich sind, aber nicht mich! Ich lege hier etwas dar. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich gebe zu, es gibt eine Bank, die Kommunalkredit, die ein Problemfall sein wird. Vielleicht können sich manche noch daran erinnern, dass es diese Bank war, die mit vermeintlich niedrigsten Zinsen alle anderen Marktteilnehmer dementsprechend unterlaufen hat. Und heute haben wir die Malaise. Das soll auch einmal gesagt werden, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Vergleichen Sie da mit Moldawien, oder?
Ich habe jetzt gerade ein Nachbarland besucht. Wenn man sieht, was die für Entschädigungen haben für Arbeitslose, so ist Österreich da durchaus in einer guten Situation. (Abg. Öllinger: Welches?) – Im Osten. – In Österreich wird kein Arbeitsloser vergessen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vergleichen Sie da mit Moldawien, oder?) – Ja, ja, Kollege Pirklhuber, ich werde dir das dann schon noch genau schildern.
Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Seine Zeit ist aus!
Wir haben wirklich Lösungen im Gegensatz zu euch! Die SPÖ schläft daneben und weiß nicht, wovon wir reden, die FPÖ kritisiert nur und hat auch keine Lösungen. Nehmt unsere Lösungen auf, dann schaffen wir tausende Arbeitsplätze in der Landwirtschaft! Es ist ja unverantwortlich, dass wir nicht einmal gleiche Produktionsbedingungen haben wie im Rest von Europa. (Abg. Grillitsch: Die Zeit ist aus!) – Nicht: Die Zeit ist aus! Zeit ist genügend vorhanden, aber den Bauern läuft die Zeit davon! (Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung des Abg. Grillitsch –: Seine Zeit ist aus!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Kollege Pirklhuber hat gemeint, Kollege Grillitsch möge sich in den Spiegel schauen. Das würde ich auch dir raten, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne!), wenn ich hier lese: Biobauern gegen Kontrollwut – wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein. – Herr Kollege Pirklhuber, ich würde dir empfehlen, diesen Bericht einmal zu lesen, dann könntest du ein bisschen ehrlicher mit der Wahrheit umgehen. (Zwischenrufe bei den Grünen, darunter Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt hier „ehrlicher“?)
Zwischenrufe bei den Grünen, darunter Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt hier „ehrlicher“?
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Kollege Pirklhuber hat gemeint, Kollege Grillitsch möge sich in den Spiegel schauen. Das würde ich auch dir raten, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne!), wenn ich hier lese: Biobauern gegen Kontrollwut – wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein. – Herr Kollege Pirklhuber, ich würde dir empfehlen, diesen Bericht einmal zu lesen, dann könntest du ein bisschen ehrlicher mit der Wahrheit umgehen. (Zwischenrufe bei den Grünen, darunter Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt hier „ehrlicher“?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nur ganz kurz!
Ich möchte noch das Thema Milch erwähnen, weil es heute vielfach angesprochen wurde: Ja, es gibt ein Problem auf dem Milchmarkt, gar keine Frage, das leugnet niemand. Sie können sich vorstellen, dass wir alle miteinander, auch ich als Minister, glücklicher wären, wenn der Milchpreis ein besserer wäre. Aber wir müssen die Fakten festhalten, wie sie sind, nämlich dass der Milchpreis in der Vergangenheit ein sehr guter war, so gut wie schon lange nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Nur ganz kurz!), nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, und dass die Produktion in ganz Europa angezogen wurde (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist nicht das Problem!), und dann der Markt eingebrochen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Parallel dazu die Quotenaufstockung! Die Quotenaufstockung ist das Problem!) – Herr Kollege Pirklhuber, Quote hin, Quote her, wenn Sie keinen Markt für Ihre Produkte haben, haben Sie ein Problem. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wenn Sie die Quote parallel erhöhen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist nicht das Problem!
Ich möchte noch das Thema Milch erwähnen, weil es heute vielfach angesprochen wurde: Ja, es gibt ein Problem auf dem Milchmarkt, gar keine Frage, das leugnet niemand. Sie können sich vorstellen, dass wir alle miteinander, auch ich als Minister, glücklicher wären, wenn der Milchpreis ein besserer wäre. Aber wir müssen die Fakten festhalten, wie sie sind, nämlich dass der Milchpreis in der Vergangenheit ein sehr guter war, so gut wie schon lange nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Nur ganz kurz!), nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, und dass die Produktion in ganz Europa angezogen wurde (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist nicht das Problem!), und dann der Markt eingebrochen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Parallel dazu die Quotenaufstockung! Die Quotenaufstockung ist das Problem!) – Herr Kollege Pirklhuber, Quote hin, Quote her, wenn Sie keinen Markt für Ihre Produkte haben, haben Sie ein Problem. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wenn Sie die Quote parallel erhöhen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Parallel dazu die Quotenaufstockung! Die Quotenaufstockung ist das Problem!
Ich möchte noch das Thema Milch erwähnen, weil es heute vielfach angesprochen wurde: Ja, es gibt ein Problem auf dem Milchmarkt, gar keine Frage, das leugnet niemand. Sie können sich vorstellen, dass wir alle miteinander, auch ich als Minister, glücklicher wären, wenn der Milchpreis ein besserer wäre. Aber wir müssen die Fakten festhalten, wie sie sind, nämlich dass der Milchpreis in der Vergangenheit ein sehr guter war, so gut wie schon lange nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Nur ganz kurz!), nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, und dass die Produktion in ganz Europa angezogen wurde (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist nicht das Problem!), und dann der Markt eingebrochen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Parallel dazu die Quotenaufstockung! Die Quotenaufstockung ist das Problem!) – Herr Kollege Pirklhuber, Quote hin, Quote her, wenn Sie keinen Markt für Ihre Produkte haben, haben Sie ein Problem. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wenn Sie die Quote parallel erhöhen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wenn Sie die Quote parallel erhöhen!
Ich möchte noch das Thema Milch erwähnen, weil es heute vielfach angesprochen wurde: Ja, es gibt ein Problem auf dem Milchmarkt, gar keine Frage, das leugnet niemand. Sie können sich vorstellen, dass wir alle miteinander, auch ich als Minister, glücklicher wären, wenn der Milchpreis ein besserer wäre. Aber wir müssen die Fakten festhalten, wie sie sind, nämlich dass der Milchpreis in der Vergangenheit ein sehr guter war, so gut wie schon lange nicht (Abg. Dr. Pirklhuber: Nur ganz kurz!), nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa, und dass die Produktion in ganz Europa angezogen wurde (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist nicht das Problem!), und dann der Markt eingebrochen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Parallel dazu die Quotenaufstockung! Die Quotenaufstockung ist das Problem!) – Herr Kollege Pirklhuber, Quote hin, Quote her, wenn Sie keinen Markt für Ihre Produkte haben, haben Sie ein Problem. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wenn Sie die Quote parallel erhöhen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Subventionen in die Sahel-Zone!
Und das haben wir erreicht bei der Europäischen Union, die – das wissen Sie ganz genau – bisher immer gesagt hat: Freier Markt, keine Eingriffe in den Markt, der Markt regelt sich selbst, dort, wo die Produktion nicht effizient ist, soll aufgehört werden! Wir haben die Europäische Union so weit gebracht, dass sie in den Markt eingreift und Interventionskäufe tätigt. Es werden Milch, Butter und Milchpulver aus dem Markt auf Lager herausgekauft, und es gibt Exporterstattungen. Das heißt, es werden Milchprodukte aus Europa hinausverkauft (Abg. Dr. Pirklhuber: Subventionen in die Sahel-Zone!), mit der Auflage, nicht in Entwicklungsländern Menschen zu benachteiligen. Aber jedenfalls: Ja, ich bekenne mich dazu, dass wir den europäischen Milchmarkt räumen, um dadurch eine Entlastung auf dem Markt zu erzielen. – Das ist der erste Punkt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht! Das ist kein Faktum!
Der zweite Punkt ist: Im Vorjahr wurde der Health Check beschlossen. Sie wissen, es gibt ab 2015 keine Milchquote mehr. Das ist Faktum! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht! Das ist kein Faktum!) Ich werde jetzt auf jeden Fall die einprozentige Erhöhung der Milchquote, die heuer ansteht, einbehalten, um nicht zusätzlich die Produktion anzuheizen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Politische Willenserklärung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Politische Willenserklärung!
Der zweite Punkt ist: Im Vorjahr wurde der Health Check beschlossen. Sie wissen, es gibt ab 2015 keine Milchquote mehr. Das ist Faktum! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht! Das ist kein Faktum!) Ich werde jetzt auf jeden Fall die einprozentige Erhöhung der Milchquote, die heuer ansteht, einbehalten, um nicht zusätzlich die Produktion anzuheizen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Politische Willenserklärung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Steiermark! – Ruf bei der FPÖ: Der war gut, Herr Minister!
Aber ich darf Ihnen auch sagen – und das muss man offen ansprechen –, dass die Interessenslagen der Milchbauern unterschiedlich sind. Ich komme jetzt sehr viel in Österreich herum, und nur zu Ihrer Anmerkung zum Thema „Zukunftsfeld Bauernhof“: Das als eine Bauernbundveranstaltung zu titulieren, ist lächerlich! Das ist eine Veranstaltung des Bundesministers mit den Agrarlandesräten und den Kammerpräsidenten. In Wien war die Stadträtin Ulli Sima eingeladen, aber sie kann leider terminlich nicht. Auf jeden Fall ist das eine überparteiliche Veranstaltung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Steiermark! – Ruf bei der FPÖ: Der war gut, Herr Minister!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja weniger geworden! Geben Sie es doch zu!
Es ist auch wichtig, dass ja außerdem im Agrarbudget – weil Sie das ansprechen, Frau Kollegin Brunner – überhaupt keine Kürzungen im Biobereich vorgenommen werden. Die Programme, die wir finanzieren – im Umweltprogramm, im Bergbauernprogramm, im Investitionsprogramm – werden nach Maßgabe dotiert, sodass die Gelder zu den Bauern kommen – eindeutiges Bekenntnis. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja weniger geworden! Geben Sie es doch zu!) – Wenn die Bauern weniger Gelder beantragen, dann wird weniger ausbezahlt. (Abg. Dr. Pirklhuber: 88 Millionen €!) – Das ist doch eine klare Rechnung! Sollen wir mehr auszahlen, wenn nicht so viel beantragt wird?! – So kann es ja nicht sein.
Abg. Dr. Pirklhuber: 88 Millionen €!
Es ist auch wichtig, dass ja außerdem im Agrarbudget – weil Sie das ansprechen, Frau Kollegin Brunner – überhaupt keine Kürzungen im Biobereich vorgenommen werden. Die Programme, die wir finanzieren – im Umweltprogramm, im Bergbauernprogramm, im Investitionsprogramm – werden nach Maßgabe dotiert, sodass die Gelder zu den Bauern kommen – eindeutiges Bekenntnis. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja weniger geworden! Geben Sie es doch zu!) – Wenn die Bauern weniger Gelder beantragen, dann wird weniger ausbezahlt. (Abg. Dr. Pirklhuber: 88 Millionen €!) – Das ist doch eine klare Rechnung! Sollen wir mehr auszahlen, wenn nicht so viel beantragt wird?! – So kann es ja nicht sein.
Abg. Dr. Pirklhuber: Hat niemand behauptet! Wer hat das behauptet?!
Die biologische Landwirtschaft erfährt auch keine Kürzung, auch wenn sich das budgettechnisch so darstellt. BIO AUSTRIA wird die gleiche Unterstützung bekommen. Das, was ich schade finde, ist, dass Sie versuchen, die österreichische Landwirtschaft zu teilen, und zwar in gute Bauern – das sind die Biobauern – und in schlechte Bauern – das sind die konventionellen. – Das ist falsch! (Abg. Dr. Pirklhuber: Hat niemand behauptet! Wer hat das behauptet?!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht einmal der Abteilungsleiter der Sektion ! Das ist ja unglaublich, dass Sie das immer noch verteidigen!
Abschließend zur Bundesanstalt für Bergbauernfragen. Ich darf schon anmerken: Ich finde das kurios, was Sie da machen. Da gibt es eine Ausschreibung, die vor meiner Zeit als Minister erfolgt ist, auf die sich unter anderen ein Mann und eine Frau bewerben. Dann gibt es eine unabhängige Begutachtungskommission, die feststellt, dass es unterschiedliche Qualifikationen gibt, aber unterm Strich werden die als gleichwertig angesehen. Dann ist es gesetzlich so, dass ich verpflichtet bin, eine Frau zu nehmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht einmal der Abteilungsleiter der Sektion ! Das ist ja unglaublich, dass Sie das immer noch verteidigen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja peinlich! Das ist eine Alibi-Argumentation! Das ist unglaublich von einem Minister!
gut? – Ich halte das für kurios! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja peinlich! Das ist eine Alibi-Argumentation! Das ist unglaublich von einem Minister!)
Abg. Dr. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vier brauche ich!
Zu einer zweiten Wortmeldung hat sich Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber zu Wort gemeldet. Eingestellte Redezeit: 8 Minuten. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Vier brauche ich!)
Sitzung Nr. 22
überreicht von den Abgeordneten Mag. Kurt Gaßner, Gerhard Huber, Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber und Harald Jannach
Petition betreffend „Forderungen des European Milk Board (EMB)“ (Ordnungsnummer 27) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Kurt Gaßner, Gerhard Huber, Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber und Harald Jannach)
Sitzung Nr. 23
Abg. Dr. Pirklhuber: Weniger! 1,1 Milliarden, nicht 1,5 Milliarden!
Herr Auer, gestern haben Sie mich wegen meiner Äußerungen betreffend EU-Beitrag angeschossen. (Ruf bei der ÖVP: „angeschossen?“) Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man den EU-Beitrag, zumindest was die Nettozahlung, die 800 Millionen €, betrifft, auf 400 Millionen € senken sollte und könnte, wobei ich auch nicht verstehe, warum wir für die Landwirte den Umweg über die EU machen müssen. 1,5 Milliarden € gelangen über die EU wieder nach Österreich zurück, und von 250 Millionen € weiß man nicht, wer sie überhaupt bekommen hat. – Das zu Ihrer gestrigen Anmerkung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weniger! 1,1 Milliarden, nicht 1,5 Milliarden!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Scheibner: Wo wird darüber diskutiert? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja wichtig!
Meine Damen und Herren, ein Hinweis: Europa und vielleicht auch wir in Österreich sollten nicht alles, was aus Amerika kommt, kritiklos übernehmen. Es war ja interessant: Was uns in Europa Ratingagenturen und amerikanische Finanzwissenschaftler mit Basel II sozusagen aufs Auge gedrückt haben, ist ja bemerkenswert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Scheibner: Wo wird darüber diskutiert? – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja wichtig!) Die Amerikaner erfinden die Regeln, und sie halten sie selber nicht ein. Basel II ist nämlich tatsächlich falsch angelegt.
Abg. Mag. Kogler: Halten Sie sich an die Wahrheit! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es ist schade, wenn Sie hier Ihre Nerven strapazieren. Das schadet Ihrem Blutdruck und auch Ihrer Ausdrucksweise. Halten Sie sich zurück, Sie haben nachher Chancen genug – auch noch die gesamte nächste Woche –, das hier zu artikulieren! (Abg. Mag. Kogler: Halten Sie sich an die Wahrheit! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Selbstverständlich müssen wir auch für die Zukunft sorgen, aber jetzt wollen die Menschen wissen, wie sie diese Krise überstehen. Wir haben Konjunkturpakete gemacht für die Familien, für die mittleren Einkommen. Das ist das, was jetzt notwendig war und ist, und dafür haben wir auch gute Noten von der internationalen Gemeinschaft bekommen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Wir, die Republik Österreich, die nicht irgendetwas ist, die im Jahre 1918 als Republik Österreich – damals Deutschösterreich – entstanden ist, die aufbaut und fußt auf dem uralten Herzogtum, auf dem späteren Kaiserreich Österreich, dann Österreich-Ungarn – dieses Land und seine Bewohner haben also eine Geschichte! –, dieses Land soll unter Beobachtung von irgendwelchen Leuten stehen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und wir sollen uns daher in diesem unserem Haus, im Parlament, zurückhalten, was wir sagen, damit wir von denen nicht eventuell schlecht behandelt werden?!
Abg. Dr. Pirklhuber: Kein Zufall!
waren es 752. Das ist ein Plus von 79,5 Prozent, meine geschätzten Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Kein Zufall!) Und 2008 gab es eine weitere Steigerung, nämlich auf 831, und das ist im Vergleich zu 2006 eine Verdoppelung. Hinter einem nicht unwesentlichen Anteil dieser Zahlen stehen Verstöße gegen das Verbotsgesetz. Also, meine geschätzten Damen und Herren, diese Diskussion ist von uns gemeinsam sachlich und mit dem notwendigen Respekt, aber auch mit den notwendigen Konsequenzen zu führen. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nun zu einer Frage, die mich als Nächstes beschäftigt: Können Sie, Herr Walser, Frau Glawischnig, mir erzählen, wie viele von diesen Ebenseer Verrückten bei Korporationen dabei waren? – Ich höre! – Sie wissen es nicht! Gar keiner nämlich. Wie viele von diesen waren bei einer CV- beziehungsweise MKV-Verbindung? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Sie haben das ja zum Thema gemacht.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Wissen Sie, da habe ich moralisch Besseres anzubieten. Für mich sind jene Korporierten, die aufrecht – aufrecht! – für Demokratie und Freiheit eingetreten sind (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und das mit ihrem eigenen Leben bezahlt haben, allemal die besseren Zeugen als die, die Sie genannt haben. (Beifall bei BZÖ und FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube auch, es bringt uns in dieser Diskussion nicht weiter, wenn wir als Parteien einander pauschal als „organisierte Rechte“ oder „organisierte Linke“ hier im Parlament denunzieren. Wir sollten, wie ich meine, die Diskussion dort lassen, wo sie ist: im Extremismusbereich. Hier im Parlament sitzen doch keine Extremisten! (Beifall bei SPÖ und ÖVP.) Liebe Abgeordnete, das ist doch der falsche Weg, wenn wir einander gegenseitig organisierten Extremismus von Links und von Rechts hier vorwerfen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Lange Zeit, das ist richtig!
Die Kommunalkredit hat frisch fröhlich in Kreditausfallshaftungen im Umfang von 12 Milliarden investiert. Wenn man sich die Bilanzsumme ansieht, ist dieser Betrag ja aberwitzig. Die Kommunalkredit, die im Besitz der Volksbank und der belgisch-französischen Dexia war, hat auch gut verdient. (Abg. Dr. Pirklhuber: Lange Zeit, das ist richtig!) Profitiert haben die Volksbank und die Dexia davon, denn beide haben etwa zu 50 Prozent die Kommunalkredit besessen.
Abg. Dr. Königshofer: Da hat er zwar recht! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist witzlos!
Das machen der Herr Finanzminister und der Herr Staatssekretär Lopatka. Das muss man sich im Detail ansehen, auch die Aussagen von Herrn Lopatka aus dem Budgetausschuss. Ich haben ihn gefragt, ob er eine Ahnung hat, welches Risiko er da eingeht. Da hat er offen und ehrlich zu mir gesagt, nein, er weiß es nicht. Nachdem ich ihn gefragt habe, ob das oft so ist, dass er ein Risiko eingeht, das er nicht kennt, da hat er mir wortwörtlich gesagt: Ja, das kommt oft vor, der Staat macht das immer wieder. – Das muss man sich einmal vorstellen! Und dann hat er noch gesagt – und das ist überhaupt das Ärgste –: Das Leben ist halt etwas gefährlich. (Abg. Dr. Königshofer: Da hat er zwar recht! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist witzlos!) Herr Lopatka, Sie haben recht! Für den Steuerzahler in Österreich ist es tatsächlich gefährlich in diesem Land, solange es einen Finanzminister und einen Staatssekretär wie Sie gibt. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Königshofer.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch falsch, aber ...!
Dieses Programm ist aus den neunziger Jahren und war bis vor wenigen Jahren gültig. Es wurde erst vor vier Jahren, soweit ich mich richtig erinnere, von Ihnen reformiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch falsch, aber ...!) Also, die urgrünen oder grün-alternativen Ideen braucht man nur zu zitieren, und ich hoffe, wir kommen im Lauf der Debatte doch noch zu einem Umdenken und überlegen uns, wie es weitergehen soll und wie wir das alles finanzieren werden. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!
Ebenso deutlich ist dies in Bezug auf die Energie. Im letzten Winter haben wir ja mitbekommen, wie sehr die EU und somit auch Österreich von Energielieferungen abhängig sind. Es sollte daher eine massive Förderung der erneuerbaren Energie und eine deutliche Abkehr von fossilen Energieträgern erfolgen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!) Ein langfristiges Ziel muss sein, Österreich energieautark zu machen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber und Bravoruf des Abg. Mag. Kogler.) – Danke, Herr Pirklhuber.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber und Bravoruf des Abg. Mag. Kogler.
Ebenso deutlich ist dies in Bezug auf die Energie. Im letzten Winter haben wir ja mitbekommen, wie sehr die EU und somit auch Österreich von Energielieferungen abhängig sind. Es sollte daher eine massive Förderung der erneuerbaren Energie und eine deutliche Abkehr von fossilen Energieträgern erfolgen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!) Ein langfristiges Ziel muss sein, Österreich energieautark zu machen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber und Bravoruf des Abg. Mag. Kogler.) – Danke, Herr Pirklhuber.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... konkrete Missstände aufgezeigt!
Meine Damen und Herren: Einfach herzugehen und auf die Bürgermeister „loszudreschen“, ihnen Ahnungslosigkeit und weiß Gott was zu unterstellen, das ist schon ein starkes Stück! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... konkrete Missstände aufgezeigt!) Das kann nur einer machen, der keine Ahnung hat. Das kann nur einer machen, der aus der geschützten Werkstatt der Grünen heraus Zensuren erteilt, aber nicht weiß, wie es auf den Gemeinden wirklich zugeht. (Beifall bei Abgeordneten von ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Damit komme ich zum Schluss meiner Ausführungen. Ich glaube, wir werden uns da nicht einigen können, aber das ist kein Problem für mich. Dass diese Regierung mit der Ministerin mit dem Nationalen Aktionsplan klare Schritte setzt, auch was den Unterhaltsvorschuss betrifft, wo jetzt gerade die Reformarbeiten laufen, das ist die wirkliche Politik. Und da geht es darum, dass wir die Ungleichheiten beseitigen und nicht betonieren, was Sie wollen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Glawischnig-Piesczek.
Dass wir die Lieblingsgegner der Grünen sind, das wissen wir seit Jahren. Dass Sie nichts anderes zu tun haben, als auf uns herunterzuhauen, dass wissen wir auch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Glawischnig-Piesczek.) Und dass die Regierungsparteien bei diesem schäbigen Spiel auch noch mitmachen, das wundert mich nicht, weil die Regierungsparteien mit solchen Randthemen immer wieder versuchen, über die tatsächlichen Probleme dieses Landes hinwegzutäuschen und weil sie offensichtlich nicht in der Lage sind, diese Probleme in den Griff zu bekommen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Öllinger: „Einigermaßen“! – Abg. Dr. Pirklhuber: „Einigermaßen“, richtig!
das, einigermaßen gut funktioniert. (Abg. Öllinger: „Einigermaßen“! – Abg. Dr. Pirklhuber: „Einigermaßen“, richtig!) – Genau so habe ich es gemeint! (Abg. Öllinger: Wir wollten nur unterstreichen!) Ich gebe es ja zu.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Der nächste Punkt. Wir haben eine ungemein hohe Anspruchserwartung. Das ist vielleicht zum Teil traditionell so gewachsen, aber ich denke, wir müssen die Eigenverantwortung etwas ausbauen. Deshalb müssen wir alle, meine ich, daran arbeiten, den Präventionsgedanken stärker in das Bewusstsein der Bürger zu rücken (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), die Menschen dazu zu bringen und dafür zu gewinnen, dass die Gesunderhaltung das Beste und auch das Wirtschaftlichste für jeden Einzelnen ist. Das ist eine Aufgabe, an der wir uns nicht vorbeischwindeln können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Thermische Sanierung ...! – Abg. Dr. Jarolim, auf Abg. Dr. Moser weisend, in Richtung des zu seinem Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Muchitsch: Kannst du der Kollegin die Unterlagen bitte geben? – Abg. Weninger: Glaubst du, dass sie sie versteht?
Deshalb: Lassen Sie sich wirklich nicht von Ihrem Kurs abbringen, sehr geehrte Frau Bundesministerin! Die Kritik der Opposition sind wir gewohnt, wenn es darum geht: Darf es ein bisschen mehr sein? Kann etwas besser sein? – Tatsache ist, diese Pakete helfen. Hoffen wir alle gemeinsam, dass sie rasch helfen, um dementsprechend Arbeitslosigkeit zu verhindern! – Danke schön! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Thermische Sanierung ...! – Abg. Dr. Jarolim, auf Abg. Dr. Moser weisend, in Richtung des zu seinem Sitzplatz zurückkehrenden Abg. Muchitsch: Kannst du der Kollegin die Unterlagen bitte geben? – Abg. Weninger: Glaubst du, dass sie sie versteht?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Josef Auer (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzte Frau Minister! Aus aktuellem Anlass möchte ich, wenn ich schon ein paar Worte zum Kapitel Verkehr sagen darf, auf den Brenner-Basistunnel eingehen. Es ist offensichtlich doch notwendig, dass man von Tiroler Seite ein bisschen Werbung für den Brenner-Basistunnel macht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Werbung ist ja ein Geschäft, das wir Tiroler sehr gut verstehen; vielleicht gelingt es mir.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Brosz.
Da hier heute wieder einmal Aktionismus vonseiten der Grünen stattfindet und auch die Medienlandschaft geladen und zugegen war und das auch wieder dokumentiert hat, aber heute nach den Fotoaufnahmen leider schon wieder verschwunden ist, so muss ich sagen: Dieser Medien-Aktionismus, den Sie leben, ist diesem Hohen Haus abträglich. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Brosz.) Ja, er ist abträglich!
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Seit Wochen erleben wir, dass so etwas durchaus von politischen Mitbewerbern, wie beispielsweise den Grünen, der Fall ist. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Aber auch der Herr Ariel Muzicant hat in den letzten Monaten, auch Jahren, immer wieder Äußerungen getätigt, mit denen er sich wie ein Parteipolitiker geriert hat. Und wenn sich jemand parteipolitisch äußert, wenn jemand parteipolitische Äußerungen zum Besten gibt, auch parteipolitische Wertungen trifft, bis hin zu durchaus skandalösen Äußerungen und Beschimpfungen, wie sie stattgefunden haben und ja auch zuhauf dokumentiert sind, und wenn man dann hergeht und zu Recht diese Äußerungen und Beschimpfungen zurückweist, sich hier zu Recht auch dagegen verwahrt, das zu Recht auch verbal zurückweist und sich zur Wehr setzt, dann gibt es genau das, was wir erleben: Es findet eine völlig einseitige künstliche Empörung statt, es finden genau solche Unterstellungen statt, wie Sie sie heute wieder einmal vom Stapel gelassen haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jahr für Jahr hetzen Sie ...! Das ist unglaublich!
Ich sage, man kann nicht Jahr für Jahr und Monat für Monat, wie das die letzten Wochen der Fall war, Öl ins Feuer gießen, aber dann äußerst wehleidig reagieren, wenn wir das einmal zurückweisen und diese Kritik auch eine Antwort findet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Jahr für Jahr hetzen Sie ...! Das ist unglaublich!)
Abg. Pirklhuber: Eigene Plakate ...!
Ich habe manchmal den Eindruck, es gibt hier in diesem Haus einen Konsens, der auch in die Richtung geht, dass man die FPÖ permanent auf das Unflätigste beschimpfen kann (Abg. Öllinger: Sie Ärmster!), dass es einen Konsens gibt, die FPÖ permanent auf das Unflätigste diffamieren und auch tätlich angreifen zu dürfen. (Abg. Pirklhuber: Eigene Plakate ...!) Und ich sage: So etwas kann und darf niemals Konsens in einer Demokratie sein. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht nicht um die Repräsentanten der ..., es geht um den Nationalratspräsidenten!
Sie von den Grünen haben ja gestern versucht, eine politisch motivierte, sehr einseitige Erklärung der Klubobleute zustande zu bringen. Drei Fraktionen haben sich dann auch gefunden, diese Erklärung, die eine sehr einseitige war, zu unterstützen. Man kann selbstverständlich über den Stil der Äußerungen von Muzicant gegenüber Graf und der Freiheitlichen Partei genauso wie über den Stil der Äußerungen und der Antwort Dr. Grafs gegenüber Muzicant diskutieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht nicht um die Repräsentanten der ..., es geht um den Nationalratspräsidenten!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn es um Hetze geht, sind Sie ...!
Ich hätte mir genau in dieser Frage Objektivität im Sinne der Demokratie gewünscht. (Abg. Öllinger: Wir auch!) Ich hätte mir auch gewünscht, dass man ehrlich debattiert und auch ehrlich mit Fehlentwicklungen umgeht – Fehlentwicklungen, durch die heute immer wieder ganz bewusst mit Hetze gegenüber der Freiheitlichen Partei operiert wird. Ich sage Ihnen klar und deutlich, wir werden nicht stumm bleiben, sondern wir werden der österreichischen Bevölkerung diese Hetze aufzeigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn es um Hetze geht, sind Sie ...!) Da sind Sie einer der Haupttäter, wenn es darum geht, Hetze und Diffamierung gegen die Freiheitliche Partei zu betreiben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Das war eine Vilimsky-Rede!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eben!
Ich bin ganz der Meinung des Abgeordneten Stadler, dass wir auf der anderen Seite diese Provokationen nicht in dieser Art und Weise mittragen und befördern sollten (Abg. Dr. Pirklhuber: Eben!), nämlich hier jetzt Märtyrer zu erzeugen und damit genau diesem Spiel auch noch Vorschub zu leisten oder es zu begünstigen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ein Letztes, meine Damen und Herren, auch an SPÖ und Grüne gerichtet: Der Herr Graf war Ihnen lieb und recht in der letzten Legislaturperiode als Kooperationspartner und Vorsitzender eines Untersuchungsausschusses, der sich primär gegen uns gerichtet hat. Da ist er geradezu auf Händen getragen worden von Ihnen; derselbe Herr Graf, der jetzt hinter mir auf dem Präsidium sitzt. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Das ist auch an die Kollegen der SPÖ gerichtet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es ist derselbe Martin Graf wie damals. Er war damals schon in der selben Verbindung, er hat damals schon ein paar ähnliche Äußerungen gemacht – und Sie haben nichts dabei gefunden, mit ihm in einer Art und Weise zu kooperieren, wo ich sagen muss, Sie haben ihn nahezu auf Händen getragen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
In diesem Fall, Herr Dr. Kopf: Was ist die Alternative? – Wenn Herr Dr. Graf nicht freiwillig zurücktritt – und bisher macht er nicht die geringsten Anstalten dazu –, werden Sie die nächsten viereinhalb Jahre bis zur turnusmäßigen Wahl im Jahre 2013 (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) mit Herrn Dr. Graf als Dritten Präsidenten dieses Hauses Ihr Auskommen finden – nach dem, was Sie gestern mit Recht gesagt haben? (Abg. Dr. Königshofer: 2013 wird er Erster Präsident!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... keine Erstrede!
Ich darf auch zu bedenken geben, dass wir jetzt natürlich Wahlkampf haben. Dieser wird in einigen Tagen beendet sein, doch die nächsten Wahlen stehen wieder ins Haus: Wir wählen im Herbst in Vorarlberg, in Oberösterreich, Wien steht an, die Steiermark steht an. (Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.) Und wenn das dann die Zukunft unseres Hohen Hauses ist, dass wir hier einen Ersatzwahlkampf veranstalten, dann gute Nacht, Parlamentarismus! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... keine Erstrede!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... in Oberösterreich!
Das Wort „Grün“ aus Ihrem Parteinamen können Sie vielleicht auch streichen und stattdessen „T-Shirt“ verwenden: Sie sind eine „T-Shirt-Partei“, wie wir heute wieder gesehen haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... in Oberösterreich!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Mag. Korun: Null Euro Budget!
Wir müssen speziell dort Anstrengungen unternehmen, wo wir noch Handlungsbedarf haben. Es gibt Defizite und Problemfelder: Denken Sie an die Sprache, denken Sie an die Qualifikation (Abg. Mag. Korun: Null Euro!), denken Sie, Frau Korun, auch an die Emanzipationsfrage (Abg. Mag. Korun: Ja!), daran, wie man mit Frauen und deren Würde gelegentlich umgeht! (Ruf bei der ÖVP: Ja, genau!) Das ist mir ein großes Anliegen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Mag. Korun: Null Euro Budget!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die war ausgezeichnet!
Bei der Rede der Frau Kollegin Korun war eigentlich nichts Überraschendes dabei, die Rede qualifiziert sich von selbst. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die war ausgezeichnet!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Gerade die Exponenten der IG-Milch, die Sie so hegen und pflegen, haben vor einem Jahr die Bauern dazu aufgerufen, aus den Genossenschaften auszutreten und ihre Milch selber zu verkaufen. Ich habe in Niederösterreich eine Bauerngruppe, die dem gefolgt ist, und diesen Bauern hat der private Händler die Milchabnahme gekündigt. Diese Bauern haben eine Quote, aber leider keinen Kunden mehr für ihre Milch, und sie hoffen, dass sie irgendwann – sie haben jetzt selber wieder eine Genossenschaft gegründet – mit ihrer Milch in einer anderen Genossenschaft unterkommen können. Wissen Sie, warum da passiert ist? – Weil Ihre IG-Freunde gesagt haben: Wir verkaufen die Milch dorthin, wo wir das Meiste bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Zusätzlich setzt Umweltpolitik in Österreich nicht nur auf das Freikaufen, sondern es sind auch österreichische Steuermittel vorgesehen, um der Industrie Gratiszertifikate für einen Gratis-CO2-Ausstoß zu ermöglichen, und dass Gratis-CO2-Ausstoß aus einem Umweltbudget finanziert wird, finde ich eigentlichen einen Skandal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Außerdem ist es auch ein Widerspruch zum Freikaufen. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht auch um Effizienz oder Nichteffizienz!
Frau Kollegin Brunner, wenn Sie sagen, dieses Budget hat keinen Schwerpunkt für die Umweltpolitik, so stimmt das schon rein zahlenmäßig nicht. – Das Budget hat im heurigen Jahr ein Plus von 290 Millionen € und im nächsten Jahr von 256 Millionen €, das heißt, das Umweltbudget hat ein Plus von 50 Prozent. Also wo sehen Sie hier, dass nichts für die Umwelt getan wird? Das stimmt allein schon rechnerisch nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht auch um Effizienz oder Nichteffizienz!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was tun Sie in Österreich?
Wir – zum Beispiel der Schwedische Umweltminister, der vor Kurzem bei mir war und der den Ratsvorsitz im nächsten Halbjahr hat, und ich – bemühen uns derzeit, die Amerikaner im Rahmen eines globalen Klimaschutzabkommens gegen Ende des Jahres in Kopenhagen ins Boot zu bekommen und dann in der Folge China, Indien und die Schwellenländer dazuzubekommen, ein globales Klimaschutzabkommen zu erreichen. Das ist sehr wichtig und darum bemühen wir uns. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was tun Sie in Österreich?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber was tun Sie dafür?
Da spielt natürlich auch die erneuerbare Energie eine zentrale Rolle. Sie wissen, ich bin für ein energieautarkes Österreich. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber was tun Sie dafür?) Ich halte das für eine faszinierende Vision, dass wir Wärme, Strom und Treibstoff im eigenen Land erzeugen. Ich weiß schon, dass wir die fossile Energie weiter brauchen werden, dass wir das Gas, das Öl brauchen werden, aber wir werden auf jeden Fall die Forschung vorantreiben, um da noch erfolgreicher zu sein und unabhängiger vom Ausland zu werden. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wann kommt das? Wann kommt das Ökostromgesetz? Wo ist es?
Der Kollege Wirtschaftsminister und ich, wir arbeiten an der Gesamtenergiestrategie für Österreich (Abg. Dr. Pirklhuber: Wann kommt das? Wann kommt das Ökostromgesetz? Wo ist es?), wo es darum geht, eine Diskussion zu führen (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist noch nicht einmal diskutiert worden?!), wo all jene, die Input liefern können – die von Ihnen zitierten NGOs, die Interessenvertreter, die Sozialpartner, die Energieunternehmen, die Biomasseverbände – eingebunden sind. Wir werden gegen Ende des Jahres einen Plan haben, wie wir die erneuerbaren Energieträger in Österreich, also Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie und Biomasse, umsetzen. Ich halte das für einen richtigen Weg. Das bringt nämlich Arbeitsplätze im eigenen Land und auch Wertschöpfung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist noch nicht einmal diskutiert worden?!
Der Kollege Wirtschaftsminister und ich, wir arbeiten an der Gesamtenergiestrategie für Österreich (Abg. Dr. Pirklhuber: Wann kommt das? Wann kommt das Ökostromgesetz? Wo ist es?), wo es darum geht, eine Diskussion zu führen (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist noch nicht einmal diskutiert worden?!), wo all jene, die Input liefern können – die von Ihnen zitierten NGOs, die Interessenvertreter, die Sozialpartner, die Energieunternehmen, die Biomasseverbände – eingebunden sind. Wir werden gegen Ende des Jahres einen Plan haben, wie wir die erneuerbaren Energieträger in Österreich, also Wasserkraft, Windenergie, Sonnenenergie und Biomasse, umsetzen. Ich halte das für einen richtigen Weg. Das bringt nämlich Arbeitsplätze im eigenen Land und auch Wertschöpfung.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schaffen Sie doch Arbeitsplätze in Österreich!
Es gibt in Österreich etliche Unternehmen – ich rede nicht vom Agrarbereich – im Wirtschaftsbereich, die durch Technologievorsprung erfolgreich Exporte erzielen, Tendenz steigend, und die neue Arbeitskräfte suchen und einstellen. Daher forciere ich die Umwelttechnologie und fahre auch in andere Länder, um dort, gemeinsam mit den Firmenvertretern, für österreichische Unternehmen Aufträge zu lukrieren, damit Green Jobs im Ausland entstehen und für uns eine Wertschöpfung bringen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schaffen Sie doch Arbeitsplätze in Österreich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie sich doch nicht darauf aus! Das ist ja absurd!
Milchproduktion in ganz Europa gestiegen ist. Dann brach der asiatische Markt weg, der osteuropäische Markt und vor allem sagt die Lebensmittelindustrie, weil die Milchpreise zu hoch sind, ersetzen wir die Milch in den Rezepturen durch Pflanzenöl. In der europäischen Speiseeisproduktion findet sich Pflanzenöl ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie sich doch nicht darauf aus! Das ist ja absurd!) Herr Kollege Pirklhuber, schauen Sie, Ihre Schreierei macht die Situation auch nicht besser! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern Sie die Ursachen! Das ist eine falsche Politik! Das ist das Problem!
Eine weitere Sache, die jetzt aufgetaucht ist, ist das, was wir Kunstkäse nennen. Auf einer Pizza, wo jeder Mensch annimmt, dass Käse drauf ist, ist ein Imitat drauf, eine Mischung eben nicht aus Käse, sondern aus Pflanzenfetten. Da geht es um Aufklärung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern Sie die Ursachen! Das ist eine falsche Politik! Das ist das Problem!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind ja auch Leistungen, die sie erbringen!
Abgeordnete Anna Höllerer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Werter Herr Bundesminister! Wir haben eine Agrar- und Umweltdebatte. Es geht um das Budget, doch es wurde bis jetzt noch kaum erwähnt, dass unsere Bäuerinnen und Bauern dafür sorgen, dass alle Menschen, die in Österreich leben, das ganze Jahr über mit den besten, schmackhaftesten, gesündesten, sichersten Lebensmitteln versorgt werden können, dass sie mit ihrer Hände Arbeit eine Landschaft schaffen, die wir als Erholungsraum zu nutzen wissen, die für den Tourismus unbedingt notwendig ist, sodass man ihnen dafür auch Dank sagen muss. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind ja auch Leistungen, die sie erbringen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da spricht nichts dagegen!
Natürlich sind das Leistungen – da haben Sie schon recht, Herr Abgeordneter Pirklhuber –, die der Konsument zu Recht einfordert, aber um diese Leistungen erbringen zu können, braucht es auch stabile politische Rahmenbedingungen. Daher braucht es auch die Möglichkeit, sich durch ein gutes, abgesichertes Agrarbudget die Gelder aus Brüssel holen zu können, die den Bäuerinnen und Bauern zustehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da spricht nichts dagegen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ich habe nicht gesagt, stellen Sie das nicht in den Mittelpunkt!
Das ist nicht so einfach abzuweisen, Herr Pirklhuber, und zu sagen: Stellen Sie das jetzt nicht in den Mittelpunkt, das ist heute nicht Thema. – Das ist Thema! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ich habe nicht gesagt, stellen Sie das nicht in den Mittelpunkt!) – Damit müssen wir uns beschäftigen, denn da werden Hunderte Tonnen von Pflanzenfetten und anderen Bestandteilen zu käseähnlichen Produkten verarbeitet, ohne eine dementsprechende Information an den Konsumenten weiterzugeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht die Ursache der Krise, Frau Kollegin, das ist es!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht die Ursache der Krise, Frau Kollegin, das ist es!
Das ist nicht so einfach abzuweisen, Herr Pirklhuber, und zu sagen: Stellen Sie das jetzt nicht in den Mittelpunkt, das ist heute nicht Thema. – Das ist Thema! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ich habe nicht gesagt, stellen Sie das nicht in den Mittelpunkt!) – Damit müssen wir uns beschäftigen, denn da werden Hunderte Tonnen von Pflanzenfetten und anderen Bestandteilen zu käseähnlichen Produkten verarbeitet, ohne eine dementsprechende Information an den Konsumenten weiterzugeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht die Ursache der Krise, Frau Kollegin, das ist es!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht mehr!
39 Prozent der Betriebe werden von Frauen geführt. Die Landwirtschaft ist auch zunehmend weiblicher (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht mehr!), denn mehr als 50 Prozent der Menschen, die in der Landwirtschaft beschäftigt sind, sind Frauen. Diese arbeiten mit ihrer ganzen Kraft für und in der Landwirtschaft.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Daher begrüße ich alle Maßnahmen, die in der ländlichen Entwicklung auch zukünftig bestens budgetiert sind und umgesetzt werden können: nicht nur unsere Umweltprogramme, die wichtig und richtig sind – die auch im biologischen Bereich unbedingt notwendig sind –, nicht nur unsere Ausgleichszulagen für benachteiligte Gebiete, sondern sämtliche sonstigen Maßnahmen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), die für die Investitions- und Regionaloffensive für den ländlichen Raum wichtig sind.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind ja nur irgendwelche ...! – Ruf: ... kofinanziert!
50 Millionen € habt ihr in Aussendungen und in den Bauernzeitungen versprochen, und jetzt sind für 2010 12 Millionen € vorgesehen. Und da soll euch noch irgendwer glauben?! – Und von Planungssicherheit redet, bitte schön, gar nicht! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind ja nur irgendwelche ...! – Ruf: ... kofinanziert!) – Und selbst wenn es kofinanziert ist, wo sind denn die 50 Millionen €?
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Sie selbst kritisieren euch, bitte schön, und ihr geht her und sagt: Alles paletti, alles bestens! – Das ist so nicht der Fall! (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das liegt aber an der Wirtschaftskrise!
Der Milchpreis fällt in den Keller, der Holzpreis hat sich seit den Stürmen „Paula“ und „Emma“ noch nicht erholt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das liegt aber an der Wirtschaftskrise!), der Viehpreis ist in den letzten Jahren auch immer wieder gesunken. (Abg. Eßl: ... so gut, wie schon lange nicht!) – Nein, der ist nicht so gut, wie schon lange nicht mehr! Ich komme selbst aus der Landwirtschaft und weiß, was derzeit für Vieh bezahlt wird, guter Herr Kollege von der ÖVP! Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier, wie gesagt, schon lange nicht mehr.
Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber, am Rednerpult ankommend: Herr Kollege Grillitsch kann nicht anders, er muss sofort irgendetwas einwerfen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. Eingestellte Redezeit: 8 Minuten. – Bitte. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber, am Rednerpult ankommend: Herr Kollege Grillitsch kann nicht anders, er muss sofort irgendetwas einwerfen!)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Jury.
Wenn das schon so ist, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass wir über eine Mengensteuerung das Milchproblem nicht in den Griff bekommen können. Das muss doch möglich sein. Da brauchen wir uns nicht in unzähligen Stunden zusammenzusetzen und etwas auszuverhandeln: Wenn das möglich ist, dann tun wir es bitte, denn die Milchbauern blasen aus dem letzten Loch! Wir müssen uns wirklich gemeinsam bemühen, hier Lösungen zu finden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Dipl.-Ing. Pirklhuber und Jury.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Fehlentscheidung! Lächerlich ist das!
Und das, was die Grünen hier machen – ich sage das noch einmal – bei der Besetzung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, wo Sie (Abg. Dr. Pirklhuber: Fehlentscheidung! Lächerlich ist das!) – ja, weil Sie nicht aufhören damit! – am Weltfrauentag beklagen, dass zu wenig Frauen in Führungspositionen sind, und dann, einen Monat später, kritisieren, dass eine Frau in eine agrarische Spitzenposition kommt, halte ich für einen Witz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, das ist peinlich!) Und dass Sie hier dieser Frau ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Universitätsprofessoren! – Abg. Dr. Lichtenecker hält ein Schriftstück in die Höhe.) Wacheln Sie nicht mit der Diplomarbeit! Es wurde bei dieser Funktion keine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin einer Abteilung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Also kein wissenschaftliches Personal?) Es wurde nicht eine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin – und diese Frau erfüllt die Kriterien.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, das ist peinlich!
Und das, was die Grünen hier machen – ich sage das noch einmal – bei der Besetzung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, wo Sie (Abg. Dr. Pirklhuber: Fehlentscheidung! Lächerlich ist das!) – ja, weil Sie nicht aufhören damit! – am Weltfrauentag beklagen, dass zu wenig Frauen in Führungspositionen sind, und dann, einen Monat später, kritisieren, dass eine Frau in eine agrarische Spitzenposition kommt, halte ich für einen Witz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, das ist peinlich!) Und dass Sie hier dieser Frau ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Universitätsprofessoren! – Abg. Dr. Lichtenecker hält ein Schriftstück in die Höhe.) Wacheln Sie nicht mit der Diplomarbeit! Es wurde bei dieser Funktion keine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin einer Abteilung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Also kein wissenschaftliches Personal?) Es wurde nicht eine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin – und diese Frau erfüllt die Kriterien.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Universitätsprofessoren! – Abg. Dr. Lichtenecker hält ein Schriftstück in die Höhe.
Und das, was die Grünen hier machen – ich sage das noch einmal – bei der Besetzung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, wo Sie (Abg. Dr. Pirklhuber: Fehlentscheidung! Lächerlich ist das!) – ja, weil Sie nicht aufhören damit! – am Weltfrauentag beklagen, dass zu wenig Frauen in Führungspositionen sind, und dann, einen Monat später, kritisieren, dass eine Frau in eine agrarische Spitzenposition kommt, halte ich für einen Witz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, das ist peinlich!) Und dass Sie hier dieser Frau ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Universitätsprofessoren! – Abg. Dr. Lichtenecker hält ein Schriftstück in die Höhe.) Wacheln Sie nicht mit der Diplomarbeit! Es wurde bei dieser Funktion keine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin einer Abteilung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Also kein wissenschaftliches Personal?) Es wurde nicht eine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin – und diese Frau erfüllt die Kriterien.
Abg. Dr. Pirklhuber: Also kein wissenschaftliches Personal?
Und das, was die Grünen hier machen – ich sage das noch einmal – bei der Besetzung der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, wo Sie (Abg. Dr. Pirklhuber: Fehlentscheidung! Lächerlich ist das!) – ja, weil Sie nicht aufhören damit! – am Weltfrauentag beklagen, dass zu wenig Frauen in Führungspositionen sind, und dann, einen Monat später, kritisieren, dass eine Frau in eine agrarische Spitzenposition kommt, halte ich für einen Witz. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, das ist peinlich!) Und dass Sie hier dieser Frau ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Universitätsprofessoren! – Abg. Dr. Lichtenecker hält ein Schriftstück in die Höhe.) Wacheln Sie nicht mit der Diplomarbeit! Es wurde bei dieser Funktion keine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin einer Abteilung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Also kein wissenschaftliches Personal?) Es wurde nicht eine Wissenschaftlerin gesucht, sondern eine Leiterin – und diese Frau erfüllt die Kriterien.
Abg. Dr. Pirklhuber: Niemanden gibt es, das wissen wir doch genau! Halten Sie uns doch nicht für dumm!
Wenn es hier in diesem Saal jemanden gibt, Herr Kollege Jannach, der den Bäuerinnen und Bauern heute einen Preis versprechen kann, dann machen Sie es. Dann machen Sie es! Das ist nicht ehrlich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Niemanden gibt es, das wissen wir doch genau! Halten Sie uns doch nicht für dumm!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nicht einmal im ersten Teil!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter, dasselbe wie beim Herrn Abgeordneten Maier: Das ist zumindest im zweiten Teil keine tatsächliche Berichtigung mehr gewesen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nicht einmal im ersten Teil!)
Sitzung Nr. 26
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! 700 Projekte ...!
Kollege Pirklhuber, seit Aufnahme der Förderungsaktivität des IFAD haben österreichische Unternehmen nur in einem Ausmaß von 5,1 Millionen US-Dollar Aufträge erzielt. Das ist, bitte, gar nichts. Da wird nämlich in minderwertige, einfache Technologien investiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! 700 Projekte ...!) Hauptsächlich liefern Länder wie Italien und Frankreich Uraltlandmaschinen, die liefern Sachleistungen, und mit unserem Geld werden dann in diesen Ländern die Ersatzteile gekauft. Das kann es, bitte, nicht sein!
Abg. Dr. Pirklhuber: In der Sahara brauchen sie keinen Ladewagen, Kollege!
Da ist einfach der Hausverstand gefordert. Auch wir Österreicher sollten Sachleistungen liefern, wie etwa Zuchtrinder oder Landmaschinen, zum Beispiel von Fendt und Pöttinger. Damit sichern wir in Österreich Arbeitsplätze, den Entwicklungsländern ist auf lange Sicht auch geholfen. Vor allem müssen wir aber Schulungen anbieten. (Abg. Dr. Pirklhuber: In der Sahara brauchen sie keinen Ladewagen, Kollege!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben in diesem Haus die gute demokratische Tradition, dass die drei stimmenstärksten Parteien nach den Nationalratswahlen die drei Präsidenten dieses Hauses stellen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und diese werden – seien wir doch so ehrlich – in vielen Fällen nicht von einer Mehrheit gewählt – und jeder/jede braucht eine Mehrheit hier herinnen – aufgrund ihrer politischen Überzeugung. Manchmal könnte man sogar sagen: in Respekt vor der demokratiepolitischen Tradition in diesem Haus
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind schon wieder die typischen FPÖ-...!
Ich erlebe Entwicklungen, die gerade von Ihnen ausgehen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind schon wieder die typischen FPÖ-...!), wo Hass, Geifer, Hetztiraden gegen Andersdenkende auftreten, ja sogar mit Flugblättern Safaris, sprich eine Jagd gegen Andersdenkende organisiert wird, wo Schimpftiraden stattfinden, wo es auch keine Berührungsängste gibt, gemeinsam mit Leuten, die mit Steinen, Eiern und anderen Gegenständen auf Andersdenkende werfen, zu demonstrieren. Ich sage Ihnen, das verurteile ich, denn das sind Nazimethoden, und Nazimethoden verurteilen wir Freiheitlichen (Beifall bei der FPÖ) – Sie wenden sie aber leider Gottes immer wieder an. Das sind Methoden, die untragbar sind. Ich sage das in dieser Deutlichkeit. (Zwischenruf der Abg. Mag. Korun.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber was ist das Wesentliche an diesem Vorwurf „Nazi“? Was ist es? Die totalitäre Gesinnung, Gewaltanwendung ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ja, genau: Gewaltanwendung gegen Andersdenkende, die Behauptung, die einzig wahre Meinung zu besitzen, und anderen die Meinung zu verbieten. Das ist es; und wenn das Definition für „Nazi“ ist, dann sind es aber Sie hier in diesem Hohen Haus, und sonst niemand! (Beifall bei der FPÖ.) – Wahrscheinlich wollen Sie sich jetzt zur Geschäftsordnung melden, dass ich einen Ordnungsruf bekomme. Aber wenn es nicht so ist, dann können Sie es ja sagen. (Abg. Mag. Rudas: Sie kennen die Verantwortung ...!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Demokratie ist die eine Sache, aber der Rechtsstaat ist die andere, denn sonst hätten wir die Diktatur der 51 Prozent. Aber wir haben Gott sei Dank den Rechtsstaat, auf den man sich verlassen kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Wenn man damit beginnt, den Rechtsstaat so auszuhöhlen und mit Anlassgesetzgebung in derartiger Weise politisch zu missbrauchen, dann schadet man in Wirklichkeit diesem Staat. Das haben Sie sich dann auf die Fahne zu heften, darauf können Sie wirklich stolz sein! Wie es in den Wahlbewegungen weitergeht und wie es die Bevölkerung goutiert, wenn man sich so verhält, hat sich bereits gezeigt. (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 27
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das hat eine gewisse Logik und ist im Übrigen auch historisch begründet (Abg. Weinzinger: ... Gewerkschaft!): Überall dort, wo sich im Beruf eine Männermehrheit entwickelt, steigen Löhne schneller, und umgekehrt dort, wo in der Geschichte mehr Frauen in einen Beruf kommen, steigen die Löhne langsamer an. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Vorschlagsrecht! Die Vorschläge kommen von der Kommission!
Es ist jeder wichtig. Es ist jeder Kommissar von Bedeutung, und es ist der Kommissionspräsident von Bedeutung. Es ist der Europäische Gerichtshof von besonderer Bedeutung. Es sind all die Verantwortlichen in der Europäischen Union von Bedeutung, und mit dem Lissabon-Vertrag kommen sogar noch Ratspräsidenten, der Außenbeauftragte et cetera dazu. (Abg. Mag. Kogler: Aber alle sind nichts gegen ! – Zwischenruf des Abg. Dolinschek.) Aber Sie können uns nicht einreden, dass die größten und wichtigsten Entscheidungen vom Kommissionspräsidenten getroffen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vorschlagsrecht! Die Vorschläge kommen von der Kommission!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Enthalten Sie sich wenigstens der Stimme!
Das heißt, es wird im Anschluss an die eher informelle Abstimmung und an den in der Folge möglicherweise beschlossenen Vorschlag für Präsidenten Barroso seitens der Europäischen Kommission sehr wohl noch ein eigener, respektvoller und auch davon unabhängiger formeller Prozess der Abstimmung mit dem Europäischen Parlament zu erfolgen haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Enthalten Sie sich wenigstens der Stimme!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Meinungslos!
Ich achte diese Rechte und habe mich in diese nie im Detail eingemischt (Abg. Dr. Pirklhuber: Meinungslos!), sondern ich habe immer versucht, meine grundsätzliche Haltung zum Ausdruck zu bringen, wie ich überhaupt der Meinung bin, dass nach diesem Wahlergebnis und nach dieser niedrigen Wahlbeteiligung – und ich sage auch, dass dies für uns Sozialdemokraten ein schmerzliches Ergebnis ist – die Antwort nicht sein sollte, zu versuchen, die Europäische Union der Bevölkerung über ihre Funktio-
Abg. Dr. Pirklhuber: Wahnsinn! Ein Skandal der Sonderklasse! Unglaublich!
Jetzt sitzen die Verantwortlichen – und, bitte, das ist ja der Clou! – einerseits noch immer im Aufsichtsrat der BIG – wie Frau Mag. Steinacker – oder bei der Raiffeisenkasse, und der Clou schlechthin ist, dass der letztverantwortliche ÖBB-Generaldirektor Huber jetzt selbst ein Immobilienunternehmen betreibt und von uns Steuerzahlern via ÖBB eine Abfertigung in der Größenordnung von 800 000 € – Steuergelder! – bekommen hat. Das muss man sich vorstellen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Wahnsinn! Ein Skandal der Sonderklasse! Unglaublich!) Nach so einem Rechnungshofbericht, der derartige Verfehlungen dokumentiert und aufgelistet hat, geht der Beschuldigte, der letztlich Ver-
Abg. Dr. Pirklhuber: Gesetzesänderung!
Also sich hier jetzt nur herzustellen und zu sagen – richtigerweise, aus unserer Sicht –: Das ist ziemlich heftig, wie da vorgegangen wird!, das ist zu wenig. Sie müssen die politische Konsequenz ziehen (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesetzesänderung!) und sagen: Wenn hier massive Bedenken hinsichtlich Strahlenschutz vorliegen, dann müssen die gesetzlichen Bestimmungen so verändert werden, dass hier nicht der Vorwurf des Amtsmissbrauchs erhoben werden kann. Und da sind Sie gefordert als Abgeordneter, der offenbar hier eine sehr hehre und aus unserer Sicht richtige Position vertritt. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 29
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Mobilfunk-Haftungsfonds für gesundheitliche Folgeschäden“ (Ordnungsnummer 28) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Papier ist geduldig!
Da ist es ja nicht mehr nur rosig, es gibt hier herinnen jetzt eine Rollenverteilung. Das werden Sie, Herr Bundesminister, akzeptieren. Wenn Sie sich auf die EU oder andere berufen, dass unsere Pakete so gut beurteilt werden, dann liegt das vielleicht auch daran, dass dort die papierenen Werke betrachtet werden. In der Tat: Die Summen, die dort ausgewiesen sind, die Maßnahmen, die beschrieben sind, selbst in den Gesetzen, die wir teilweise aus diesem Grund mitgetragen haben, das alles schaut gar nicht einmal so schlecht aus. Das Problem ist in manchen Bereichen, dass die Maßnahmenrealität mit den Angaben und Vorhaben nicht übereinstimmt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Papier ist geduldig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unglaublich!
Jetzt muss man sich weiters die Entstehungsgeschichte anschauen. Es wäre ja wieder gar nicht zu irgendetwas gekommen, hätte nicht die EU – im Übrigen wieder im Guten – vor drei Jahren bereits angemahnt, dass hier etwas zu ändern ist. Drei Jahre braucht die Regierung für eine Novelle (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unglaublich!), aber eineinhalb Stunden soll die Opposition nur Zeit haben – das war nämlich genau die Frist von der Übermittlung bis zum Beginn der Ausschusssitzung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Provokation, Herr Cap!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Hohes Haus! Ich würde vorschlagen, dass wir die Diskussion so führen, dass uns die Zuseherinnen und Zuseher an den Fernsehschirmen auch verstehen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Peter Haubner. – Ironische Heiterkeit bei den Grünen.) Ich plädiere dafür, dass sich alle fünf Parteien dazu bekennen, für Österreich zu arbeiten und nicht zu streiten. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Ironische Heiterkeit bei Grünen und FPÖ.) Das, was sich bis jetzt dargestellt hat, ist letztlich Streit, und was Sie damit erreichen werden, ist, dass man zur Fernseherfernbedienung greifen wird und entweder umschalten oder ausschalten wird. Das kann nicht das Ziel sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Provokation, Herr Cap!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kennen sich gar nicht aus mit der Materie!
Wenn es hier um das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz geht, dann muss ich Ihnen sagen, darin sind Elemente enthalten, die sowohl den Klimaschutz berücksichtigen als auch selbstverständlich die Verfahren beschleunigen (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kennen sich gar nicht aus mit der Materie!), aber nicht zu Lasten der Industrie und nicht zu Lasten der Umwelt, sondern am Ende des Tages muss es irgendwann eine Entscheidung geben. Sonst kann kein Investor darüber nachdenken, und der Umwelt hilft es auch nichts. (Abg. Grosz: Das ist der „neue“ Parlamentarismus!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Fachlich unglaublich! Sie haben schon bessere Reden gehalten!
Daher ist diesbezüglich nichts anderes geplant, als dass dieses Gesetz – und es soll heute auf der Tagesordnung bleiben – im Interesse des Umweltschutzes, im Interesse der Wirtschaft und im Interesse der Arbeitsplätze letztlich Klarheit schafft, damit das dann auch wirklich ein erfolgreicher Vorgang bei diesen Verfahren wird – und sonst nichts. (Abg. Dr. Pirklhuber: Fachlich unglaublich! Sie haben schon bessere Reden gehalten!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Umwelt wollen Sie ...!?
Ich will mich jetzt gar nicht auf einen Streit einlassen, welcher Tagesordnungspunkt wo behandelt wird. Ich finde, es sind heute so viele wichtige Punkte auf der Tagesordnung: der ganze Komplex der Antikorruptionsgesetzgebung, dass da eine Behörde im Innenministerium zur Korruptionsbekämpfung eingeführt wird. Etwas, was auch wichtig ist, ist, dass aus dem 100 Milliarden-Bankenhaftungspaket 10 Milliarden für Betriebe mit über 250 Mitarbeitern – Schlüsselbetriebe der heimischen Wirtschaft! – verwendet werden, da also Geld in die Hand genommen wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Umwelt wollen Sie ...!?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja lächerlich!
Das Arbeitsmarktpaket für Beschäftigung wird morgen hier behandelt. Und das wollen Sie alles mit einer kleinlichen Streiterei zudecken. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja lächerlich!) Bitte arbeiten Sie mit uns im Interesse Österreichs und versuchen Sie hier nicht, ein falsches Bild von unserer Arbeit im Parlament zu erwecken! (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Ursula Haubner: Das ist oft so! – Abg. Dr. Pirklhuber: Drei Jahre nichts getan! ... im falschen Ausschuss!
Das gebe ich zu. Die Kritik nehmen wir an. Das ist richtig, und wir wollen versuchen, in Zukunft hier dem entgegenzukommen und nicht wieder Raum zu geben. (Abg. Scheibner: Wir ändern nichts!) Aber manchmal dauern Verhandlungen länger, und dann können die Fristen der Information gegenüber den Oppositionsparteien nicht eingehalten werden. Diese Kritik akzeptieren wir. (Abg. Ursula Haubner: Das ist oft so! – Abg. Dr. Pirklhuber: Drei Jahre nichts getan! ... im falschen Ausschuss!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sehen Sie Ihren Fehler ein?
Das ist nicht immer gelungen, aber wir werden es in Zukunft noch intensiver versuchen, damit es hier – auch im Interesse aller Österreicherinnen und Österreicher – umgesetzt wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sehen Sie Ihren Fehler ein?) Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, wir haben gute Ideen, der Koalitionspartner hat gute Ideen und manchmal haben auch Sie gute Ideen. (Abg. Öllinger: Das ist nur Gesülze! – Zwischenrufe bei FPÖ, BZÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Markt ist immer ein Tauschgeschäft, oder nicht?
Peter Westenthaler, deshalb bin ich aber nicht pessimistisch, sondern durchaus optimistisch, weil ich mir gerade bei diesen drei Kollegen, meine Damen und Herren, nicht vorstellen kann, dass sie die Verantwortung für Sanktionen gegen Österreich übernehmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Markt ist immer ein Tauschgeschäft, oder nicht?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja! – Abg. Mag. Kogler: Das sage ich Ihnen schon seit drei Jahren! Ich bin der Einzige, der überhaupt argumentiert hat in diese Richtung!
Worum geht es denn, meine Damen und Herren? – Zu glauben, Österreich könne sich als einziges Land von OECD-Standards ausnehmen (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja! – Abg. Mag. Kogler: Das sage ich Ihnen schon seit drei Jahren! Ich bin der Einzige, der überhaupt argumentiert hat in diese Richtung!), noch dazu, wo ja das Bankgeheimnis für Inländer völlig unangetastet bleibt?
Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Kollege Hörl! Reden, nicht lesen!
Auch, Herr Kollege Hofer, Verfahrensverzögerungen direkt nur den Unternehmungen anzulasten, halte ich eigentlich für ein bisschen schofel. Lange Genehmigungsdauern sind ein klarer Standortnachteil, straffe Verfahren wirken konjunkturbelebend. Das österreichische UVP-Gesetz stellt nach wie vor harte, teure und hohe Anforderungen an den Projektwerber, daher ist es gerechtfertigt, auch hohe Ansprüche an die Verfahrenseffizienz zu stellen. Der in der Novelle vorgesehene Maßnahmenmix an beschleunigenden Faktoren wird hoffentlich zu einer deutlichen Verkürzung der Verfahrensdauern führen und ist damit ein Schritt in die richtige Richtung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Kollege Hörl! Reden, nicht lesen!)
Sitzung Nr. 31
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich bedanke mich daher bei Ihnen, dass Sie meine Anregung von gestern sofort aufgegriffen haben und diesen Brief jetzt an beide Ministerien oder Ministerinnen richten werden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), mit der dringenden Bitte, für Aufklärung zu sorgen und einerseits klarzustellen, was da vorgegangen ist, und zum Zweiten auch klarzustellen, wie in Zukunft die Ministerien gedenken, solche Dinge abzustellen.
Sitzung Nr. 32
Abg. Dr. Pirklhuber: Ach so ist das!
Die Wirtschaft hat Interesse daran, gute Lebensmittel in Österreich zu haben und diese auch exportieren zu können, und aus dieser Sicht muss die AGES abgesichert werden. Ich sage in diesem Zusammenhang ganz deutlich: Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft hat die Aufgabe, hier auch Bewegung hineinzubringen. Dort ist man derzeit stur und will nichts tun, aber da ist Handlungsbedarf gegeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ach so ist das!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Natürlich ist es ein Recht der Mehrheit des Hauses, einen Tagesordnungspunkt abzusetzen, aber der Hintergrund ist insofern erwähnenswert, als dass es jetzt immer wieder vorkommt, dass Tagesordnungspunkte auf Ausschuss-Tagesordnungen gesetzt werden, ohne dass dort wirklich debattiert wird (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), nur um hier im Plenum eine sogenannte Trägerrakete – ich glaube, das ist allgemein verständlich – zu haben, nämlich dafür, dass dann wieder etwas ganz anderes passiert, sollten sich irgendwelche neuen Umstände ergeben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
hier im Visier stehen, betrieben werden, Mitarbeiter dieses Hauses observiert werden, Abgeordnete dieses Hauses abgehört werden, offensichtlich Anfragen von Beamten des Innenministeriums für die Grünen aufbereitet und redigiert werden, Kontakte mit fremden Diensten zur Informationsbeschaffung gegen freiheitliche Politiker aufgenommen haben (Abg. Kickl: Unglaublich! Unglaublich!), in Zusammenarbeit von den Grünen mit dem DÖW und Beamten des Innenministeriums betreffend den Präsidenten Graf, Abgeordneten Peter Fichtenbauer, meine Person und auch Abgeordneten Lutz Weinzinger sowie Funktionären aus den Bundesländern Bespitzelungsaktivitäten stattfinden, Pressestrategien von Vertretern der Medien mit den Grünen in Akkordanz mit Vertretern des Innenministeriums entwickelt werden, Arbeits- und Expertenkreise rekrutiert werden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – mit Beamten des Innenministeriums – zur Informationsaufbereitung und Kampagnenbetreuung für die Grünen. (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Kennt er sich aber wirklich aus?!
Ich war bei vielen Gesprächen im Ausschuss dabei und kann feststellen: Es gibt eine Reihe von Regelungen, bei denen man, wenn man sie genau liest, Kurt Gaßners Handschrift erkennt. Er ist es vor allem, der immer wieder versucht – ich wiederhole mich –, die Interessen der kleinen Bauern zu vertreten. Ich denke, es ist wichtig, dies hier festzustellen. Und dir, lieber Kurt, ein herzliches Danke dafür! (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Kennt er sich aber wirklich aus?!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig: „viele, viele andere Dinge“!
Viele, viele andere Dinge sind hier im Agrarrechtsänderungsgesetz enthalten. Das ist absolut notwendig, aber es steht Ihnen natürlich frei, das auf Verfassungsrechtlichkeit hin und so weiter zu prüfen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig: „viele, viele andere Dinge“!) – Herr Kollege Pirklhuber! Eines sage ich Ihnen: Sie stellen sich hier her und reden von den Kleinbauern und sagen, dass die Förderungen falsch verteilt sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, selbstverständlich!) – Wissen Sie, dass im Schnitt die Biobauern flächenmäßig größer sind als die konventionellen Bauern? – Sie sind flächenmäßig größer! Und ein Sinn des Umweltprogramms ist es, auch flächenstarke Betriebe ins Umweltprogramm zu bekommen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie argumentieren!) – wenn ein Betrieb plötzlich keine Entschädigung mehr bekommt, keine Prämie, dann steigt er aus dem Programm aus (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt werden die Biobauern schon hergenommen, um falsche Agrarpolitik zu argumentieren!) –, und dann ist der nachhaltige, der ökologische Weg, den wir in Österreich gehen, sinnvoll. Zu dem stehe ich auch. Der macht uns einzigartig in Europa, das ist richtig! Aber daher hat es einen Sinn, dass auch flächenstarke Betriebe hier mittun.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, selbstverständlich!
Viele, viele andere Dinge sind hier im Agrarrechtsänderungsgesetz enthalten. Das ist absolut notwendig, aber es steht Ihnen natürlich frei, das auf Verfassungsrechtlichkeit hin und so weiter zu prüfen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig: „viele, viele andere Dinge“!) – Herr Kollege Pirklhuber! Eines sage ich Ihnen: Sie stellen sich hier her und reden von den Kleinbauern und sagen, dass die Förderungen falsch verteilt sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, selbstverständlich!) – Wissen Sie, dass im Schnitt die Biobauern flächenmäßig größer sind als die konventionellen Bauern? – Sie sind flächenmäßig größer! Und ein Sinn des Umweltprogramms ist es, auch flächenstarke Betriebe ins Umweltprogramm zu bekommen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie argumentieren!) – wenn ein Betrieb plötzlich keine Entschädigung mehr bekommt, keine Prämie, dann steigt er aus dem Programm aus (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt werden die Biobauern schon hergenommen, um falsche Agrarpolitik zu argumentieren!) –, und dann ist der nachhaltige, der ökologische Weg, den wir in Österreich gehen, sinnvoll. Zu dem stehe ich auch. Der macht uns einzigartig in Europa, das ist richtig! Aber daher hat es einen Sinn, dass auch flächenstarke Betriebe hier mittun.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie argumentieren!
Viele, viele andere Dinge sind hier im Agrarrechtsänderungsgesetz enthalten. Das ist absolut notwendig, aber es steht Ihnen natürlich frei, das auf Verfassungsrechtlichkeit hin und so weiter zu prüfen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig: „viele, viele andere Dinge“!) – Herr Kollege Pirklhuber! Eines sage ich Ihnen: Sie stellen sich hier her und reden von den Kleinbauern und sagen, dass die Förderungen falsch verteilt sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, selbstverständlich!) – Wissen Sie, dass im Schnitt die Biobauern flächenmäßig größer sind als die konventionellen Bauern? – Sie sind flächenmäßig größer! Und ein Sinn des Umweltprogramms ist es, auch flächenstarke Betriebe ins Umweltprogramm zu bekommen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie argumentieren!) – wenn ein Betrieb plötzlich keine Entschädigung mehr bekommt, keine Prämie, dann steigt er aus dem Programm aus (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt werden die Biobauern schon hergenommen, um falsche Agrarpolitik zu argumentieren!) –, und dann ist der nachhaltige, der ökologische Weg, den wir in Österreich gehen, sinnvoll. Zu dem stehe ich auch. Der macht uns einzigartig in Europa, das ist richtig! Aber daher hat es einen Sinn, dass auch flächenstarke Betriebe hier mittun.
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt werden die Biobauern schon hergenommen, um falsche Agrarpolitik zu argumentieren!
Viele, viele andere Dinge sind hier im Agrarrechtsänderungsgesetz enthalten. Das ist absolut notwendig, aber es steht Ihnen natürlich frei, das auf Verfassungsrechtlichkeit hin und so weiter zu prüfen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig: „viele, viele andere Dinge“!) – Herr Kollege Pirklhuber! Eines sage ich Ihnen: Sie stellen sich hier her und reden von den Kleinbauern und sagen, dass die Förderungen falsch verteilt sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, selbstverständlich!) – Wissen Sie, dass im Schnitt die Biobauern flächenmäßig größer sind als die konventionellen Bauern? – Sie sind flächenmäßig größer! Und ein Sinn des Umweltprogramms ist es, auch flächenstarke Betriebe ins Umweltprogramm zu bekommen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja absurd, was Sie argumentieren!) – wenn ein Betrieb plötzlich keine Entschädigung mehr bekommt, keine Prämie, dann steigt er aus dem Programm aus (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt werden die Biobauern schon hergenommen, um falsche Agrarpolitik zu argumentieren!) –, und dann ist der nachhaltige, der ökologische Weg, den wir in Österreich gehen, sinnvoll. Zu dem stehe ich auch. Der macht uns einzigartig in Europa, das ist richtig! Aber daher hat es einen Sinn, dass auch flächenstarke Betriebe hier mittun.
Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Pirklhuber.
(Beifall bei den Grünen für den das Rednerpult verlassenden Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Preisentwicklung am Milchsektor jedoch findet in Europa statt – egal, ob wir das wollen oder nicht. Dieses Milchpaket haben wir zusätzlich herausgehandelt. In anderen Ländern hat man gar nichts gemacht. Ich behaupte, es ist ein Unterschied, ob ein Bauer jetzt 1 000 € zusätzlich bekommt oder nicht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das sollte man zur Kenntnis nehmen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das hätte die Milchbauern ganz umgebracht!
Die Ursache für den dramatischen Verfall der Milchpreise in Österreich und in der EU liegt in der Überproduktion von Milch. Verhandlungsziel der SPÖ war ein weitaus rigoroserer Eingriff, der die Unterlieferer belohnt und die Überlieferer stärker bestraft hätte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das hätte die Milchbauern ganz umgebracht!) Die Strafzahlungen für Überproduktion an die Europäische Union machen alleine für heuer 8 Millionen € aus. Dieses Geld könnte sinnvoller verwendet werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Gespräche! Die schauen wir uns an, die Gespräche!
Unsere Zustimmung zu dem heute vorliegenden Gesetz erfolgt unter Hinweis darauf, dass weitere Gespräche zu den Bereichen Milch, AGES sowie Forste geführt werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gespräche! Die schauen wir uns an, die Gespräche!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie könnten sie unterstützen, indem Sie nicht mitstimmen!
Deshalb ersuche ich Sie alle: Unterstützen Sie die SPÖ bei ihren Forderungen für unsere österreichische Landwirtschaft und unsere Konsumentinnen und Konsumenten, die gerne bereit sind, österreichische Produkte zu kaufen! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie könnten sie unterstützen, indem Sie nicht mitstimmen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Alle? Nein, alle nicht! Ihr von der Regierung nicht!
Ja, wir stehen zur österreichischen Landwirtschaft, und ich glaube, mittlerweile sind sich alle in diesem Saal dessen bewusst, dass die Agrarförderungen neu verteilt werden müssen – ich glaube, mittlerweile alle. (Abg. Dr. Pirklhuber: Alle? Nein, alle nicht! Ihr von der Regierung nicht!) Sogar der landwirtschaftliche Sonderausschuss hat in seiner Sitzung am 15. Juni 2009 der EU und ihren Mitgliedstaaten empfohlen, darüber nachzudenken, dass wir ein neues, gerechtes Fördersystem bei den Direktzahlungen brauchen, welches fair, rechtskonform, flexibel und wirksam sein soll.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sagen Sie auch, dass Sie jetzt in der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze vernichten bei den Milchbauern!
Das Fördersystem in Österreich muss verändert werden. Ich rufe in Erinnerung: 60 000 Betriebe erzielen keine EU-Betriebsprämie, 120 000 erzielen eine EU-Betriebsprämie. Diese Zahlen hier vorne zeigen (der Redner hat vor sich ein Plakat stehen und verweist auf dieses), dass 35 000 Bauern 48 € im Monat erhalten und sechs Großbauern monatlich im Durchschnitt über 50 000 € erhalten. Es kann mir jetzt keiner in diesem Saal erklären, dass das gerecht und fair ist, dass es unter den Bauern welche gibt, die eine 1300-fach höhere Förderung erhalten! Ich muss sagen, es gibt genug Möglichkeiten, hier eine Umverteilung vorzunehmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sagen Sie auch, dass Sie jetzt in der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze vernichten bei den Milchbauern!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie müssen noch weitergehen! Sie müssen das auch an die europäische Ebene weitergeben!
Lieber Fritz Grillitsch, bei aller Wertschätzung, hier haben wir uns in der SPÖ entschlossen, diesen ersten Schritt mitzugehen, das heißt, hier zuzustimmen, aber weitere Schritte müssen sicherlich folgen. Aus diesem Grund unser Appell an die ÖVP, unser Appell an unseren Landwirtschaftsminister: Wir müssen dazu Gespräche aufnehmen, denn die Leute draußen sehen nicht ein, dass es so etwas wie dieses Fördersystem, das wir derzeit in Österreich haben, überhaupt geben kann! Wir müssen neu umverteilen, wir müssen die kleinen Bauern stärken und darauf achten, dass nicht noch mehr Große die Kleinen schlucken! (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie müssen noch weitergehen! Sie müssen das auch an die europäische Ebene weitergeben!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ihr habt unsere Unterstützung! – Abg. Jannach: Es gäbe eh eine Mehrheit dafür!
In diesem Sinne mein Appell und mein Wunsch an die ÖVP, in weitere sinnvolle Gespräche einzutreten, um für die kleinen Bauern eine Verbesserung herbeizuführen. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ, Grünen und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ihr habt unsere Unterstützung! – Abg. Jannach: Es gäbe eh eine Mehrheit dafür!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eben!
Ein Wort noch zu Fördergerechtigkeit, Health-Check et cetera. Darüber konnten wir gar nicht mehr reden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Eben!) Unser Bundeskanzler hat gefordert, dass das Fördersystem überprüft wird. Daraufhin hat der Herr Grillitsch ihn medial gleich einmal ordentlich zurechtgewiesen, also nicht zurechtgewiesen in koalitionärer Art. Er hat ihm jedenfalls nicht geantwortet, hat ihm Unwissenheit vorgeworfen und was weiß ich sonst noch.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja gar nicht! Jakob, das ist falsch!
Herr Kollege Gaßner, es wurde hier interessanterweise auch ausgeführt, wer aller für die Bauern zur Verfügung stünde. Und da wäre es schwierig zu verhandeln, meintest du, weil hier Raiffeisen, Molkereigenossenschaften und so weiter involviert sind. Es gab doch eine Gruppe von Bauern, die meinten, besonders klug zu sein, als sie im letzten Jahr gekündigt haben (Zwischenruf des Abg. Huber) und jetzt hilferufend, Herr Kollege Huber, zu den Genossenschaften gekommen sind, zu jenen Mitgliedern, die man vorher belächelt, beschimpft und verhöhnt hat, meine Damen und Herren! Jetzt waren die agrarpolitischen Vertreter wieder die Richtigen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja gar nicht! Jakob, das ist falsch!)
Abg. Grillitsch: Was tust du, Pirklhuber?
Setzen wir uns zusammen an einen Tisch! (Abg. Grillitsch: Was tust du, Pirklhuber?) – Ja, was tu’ ich? Ich versuche etwas Licht ins Dunkel der österreichischen Agrarpolitik zu bringen. Das ist es, Kollege Grillitsch. Das tue ich, und zwar konsequent. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten des BZÖ. – Abg. Grillitsch: Mit deinen Ideen bist du Vorreiter für eine industrialisierte Landwirtschaft!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja gar nicht!
Schauen Sie, meine sehr geehrten Damen und Herren von den Grünen, Ihr Problem ist, dass Sie nie mit etwas zufrieden sind. Man kann es Ihnen so und so nicht recht machen. Das ist das Problem mit Ihrer Glaubwürdigkeit. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja gar nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Emotion! Du darfst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, Herr Minister! – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.
Anstatt sich darüber zu freuen, dass erstmals der Flugverkehr erfasst wird, sagen Sie: Ja schon, aber eigentlich müssten viele andere Dinge geschehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Emotion! Du darfst nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, Herr Minister! – Zwischenruf der Abg. Dr. Lichtenecker.) Gerade der Flugverkehr hat auch, was die Symbolik betrifft, zweifellos vieles für sich. Sie kennen vielleicht – oder auch nicht, ich kenne sie jedenfalls – die Diskussionen der Bevölkerung. Die Menschen sagen: Jeder Einzelne muss etwas tun, und da, schaut euch die Flugzeuge an, die sind ausgenommen!
Abg. Dr. Pirklhuber: ...! Das ist das Problem! Das ist ja völlig absurd!
Nun zum zweiten Teil, der von Frau Mag. Brunner angesprochen wurde, die das Ökostromgesetz angeführt hat. Sie müssen sich schon entscheiden, was Sie wollen: Einerseits kritisieren Sie, dass keine Trägerraketen dahin gehend da sind, dass zum passenden Gesetz die endgültige Gesetzesbestimmung verhandelt werden kann, andererseits beschweren Sie sich aber darüber bis zu dem Punkt, wo Ihre Fraktion auszieht, dass dies nach § 27 GOG angepasst wird. Und dann beschweren Sie sich darüber, dass vorbereitend ein Ökostromgesetz für den Fall da ist, dass eine Entscheidung der Kommission erfolgt, wir in der Lage sind, rasch anzupassen – genau das, was Sie jetzt eingefordert haben, nämlich rasch Maßnahmen zu setzen. (Abg. Dr. Pirklhuber: ...! Das ist das Problem! Das ist ja völlig absurd!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Machen Sie bessere Gesetze! Warten Sie nicht!
An dieser Stelle – und weil heute die Frage AUA auch dringender wird – Folgendes: Die Kommission ist keine Jukebox, wo man quasi fünf Wünsche einwirft und wo das gewünschte Stück dann herauskommt. Das können wir in mehreren Stücken lernen. Leider müssen wir auch lernen, dass auch große Firmen, die zum Beispiel unsere Airline kaufen wollten, nicht immer – sagen wir einmal – ideal vorgehen und offenbar auch von diesem „Glauben“ ausgehen. Wir werden lernen müssen, dass wir die europäischen Rechtsvorschriften sehr ernst nehmen müssen, vielerorts Dinge nicht als selbstverständlich annehmen können, nach der Devise, es sei eine „gmahte Wiesen“, und dass wir uns noch besser darauf vorbereiten müssen, dass solche Dinge auch einmal nicht funktionieren können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Machen Sie bessere Gesetze! Warten Sie nicht!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn uns keine besseren Lösungen für die Probleme der Bürger einfallen, dann wundert es mich nicht, wenn sich viele Bürger frustriert von der Politik abwenden. Arbeiten wir gemeinsam an einer Aufwertung der Bürgeranliegen! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall des Abg. Eßl. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Johannes Schmuckenschlager (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Damen und Herren! Ich möchte auf zwei Petitionen speziell eingehen. Und zwar geht es dabei einerseits um die Straffreiheit für Nicht-Impfen bei der Blauzungenkrankheit. Hier gilt es festzuhalten, dass die Blauzungenkrankheit eine Tierseuche ist und als solche auch zu behandeln ist. In der Petition wird gesagt, dass 80 000 bäuerliche Betriebe von der Impfpflicht betroffen sind. – Die Impfpflicht ist leider die Konsequenz. Betroffen sind sie von der Blauzungenkrankheit! (Beifall des Abg. Eßl. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Grillitsch: Wo ist der Pirklhuber? Haben Sie das dem Pirklhuber schon erzählt? Sie sind gegen die Milchbauern!
Abgeordnete Dr. Gabriela Moser (Grüne): Frau Ministerin! Meine Damen und Herren! Kollege Schultes! Ihre Argumentation: mehr Milch, mehr Tonnen – wir sollen also mehr oder weniger akzeptieren, dass die Belastung von verschiedenen Straßenzügen, gerade auch von Güterwegen erhöht wird, dass 44-Tonnen-Milchtransporter drüberrollen. (Abg. Grillitsch: Sind Sie gegen die Milchbauern?) – Nein, ich bin überhaupt nicht gegen die Milchbauern. Ich bin dafür, dass jede Milchbäuerin und jeder Milchbauer ordentlich versorgt wird und dass die dort angekommene Milch ordentlich zur Molkerei gebracht wird. (Abg. Grillitsch: Wo ist der Pirklhuber? Haben Sie das dem Pirklhuber schon erzählt? Sie sind gegen die Milchbauern!)
Sitzung Nr. 33
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Warum ist das der Fall? – Weil Sie behaupten, es seien keine österreichischen Staatsbürger in diesem Gesetz davon betroffen. Sie sagen hier nicht die Wahrheit! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und wenn man das weiterdenkt, was bedeutet das? – Das bedeutet, dass hier der Gleichheitsgrundsatz gebrochen wird, denn einerseits gibt es österreichische Staatsbürger, die davon betroffen sind, andererseits aber andere Staatsbürger, die nicht davon betroffen sein sollen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und jetzt komme ich auf das „großartige“ Verhandlungsergebnis zu sprechen, das dazu geführt hat, dass Grüne und Orange mitrutschen, wenn es darum geht, das österreichische Bankgeheimnis zu opfern. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Erneuter Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Da frage ich mich: Was ist dabei herausgekommen? – Ein Verhandlungsergebnis, das in Wahrheit an Unverbindlichkeit nicht zu überbieten ist. (Erneuter Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Da wird die Bundesregierung brav ersucht nach dem Motto: Bitte, bitte, bitte, wir helfen euch, das Bankgeheimnis abzuschaffen!, aber da sollten wir doch den Rechnungshof Gemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern prüfen lassen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Interessierte eigentlich dazu dient, seine Privatsphäre zu erhalten?! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das sind die zwei Alternativen. Entweder – oder: Etwas anderes geht hier nicht! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren! Ich lade jetzt Sie von der Regierung und von Grün und Orange, die Sie ja diesmal zumindest in überwiegenden Teilen – wie ich höre – mit dabei sein werden, ein, sich auszusuchen, auf welche Seite Sie sich stellen wollen: Entweder auf die Seite der üblen politischen Absicht, und ich würde – aus Erfahrung heraus – einmal meinen, dass Rot und Schwarz diejenigen sind, die dafür prädestiniert sind, oder auf die Seite der politischen Naivität und Einfalt. Diesbezüglich hat ja Herr Kollege Pirklhuber heute schon einiges zum Besten gegeben, was uns die Zuordnung erleichtert! (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie haben die klare Absicht, die österreichischen Staatsbürger, was ihre Finanzen und ihre Konten anbelangt, bis auf die sprichwörtliche Unterhose zu durchleuchten! Es wird nur eine Frage der Zeit sein – da wette ich mit Ihnen! –, bis wir hier sitzen und Sie uns erklären werden, dass es aufgrund der Vorgaben aus Brüssel und woher auch immer notwendig sein wird, dass wir auch diesen Schritt vollziehen, um nicht international auf irgendwelche Listen zu kommen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine Damen und Herren! Wenn man die Debatte des heutigen Tages aufmerksam verfolgt hat, dann sind auch einige Vergleiche aufgefallen, die von Vorrednern gezogen worden sind, Beispiel Finanzkrise, als könnte man mit dieser Einschränkung des Bankgeheimnisses die Finanzkrise lösen oder hätte man sie schon vor Jahren lösen können, totalitäre Regime, das Ende des Zweiten Weltkrieges. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Woher habt ihr wirklich das Geld für die Plakate?
Was alle die Punkte betrifft, die Herr Widmann angesprochen hat, warum die Freiheitliche Partei jenen scheinbar tollen Verhandlungsergebnissen, die Sie erzielt haben, nicht zustimmt (Abg. Dr. Pirklhuber: Woher habt ihr wirklich das Geld für die Plakate?): Herr Kollege, Sie brauchen sich damit nicht auseinanderzusetzen, das überschreitet vielleicht gewisse Horizonte. Wir haben es jedenfalls getan und stellen fest, dass diese ausverhandelten Punkte, die Sie jetzt als Verhandlungsergebnis feiern, nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen.
Sitzung Nr. 35
Abg. Dr. Pirklhuber: Die hören ja gar nicht zu! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Ich beschreibe Ihnen noch einmal unser Ziel, unsere Vision: die Energiewende, die Solarwende, weil ich immer noch das Gefühl habe, es ist in Ihren Köpfen noch nicht zu 100 Prozent angekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die hören ja gar nicht zu! – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.) – Danke.
Abg. Dr. Pirklhuber: Schlusslicht!
Und ein wenig schlecht informiert sind Sie auch, meine sehr verehrten Damen und Herren von den Grünen. Einer Ihrer Kritikpunkte ist, dass wir in Sachen Photovoltaikausbau zu weit hinten sind. – Wir sind da nicht so schlecht unterwegs. Wir sind 9. in Europa in Sachen Photovoltaikausbau, wir sind 9. in Sachen Ausbau im Jahr 2008. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ausschließlich Oberösterreich!) Also oberes Mittelfeld, das ist etwas, was ich schon akzeptieren kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schlusslicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Katastrophal!
Ich kann mich noch gut erinnern, als im letzten Jahr die Spekulanten auf den Energiemarkt, auf den Lebensmittelmarkt zugegriffen haben, dass die Preise in die Höhe gegangen sind. Auch in diesem Haus haben etliche gesagt, die Bauern treiben die Preise in die Höhe. Das hat uns sehr, sehr wehgetan. Die Spekulanten sind jetzt draußen aus dem Markt, die Preise sind zusammengebrochen. Momentan ist es für die Bauern eine furchtbare Situation: Die Getreidepreise sind tief, die Preise für Milch sind tief, die Preise für Fasswein und Zucker sind tief. (Abg. Dr. Pirklhuber: Katastrophal!) Es gibt kaum einen Preis, wo man sagen kann, das rechnet sich.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Diesen Vorwurf müssen Sie sich gefallen lassen. Sie machen jeden Unsinn, begonnen von Euratom bis ich weiß nicht wohin, mit – alles unter dem Deckmantel der atomaren Sicherheit – und arbeiten damit im Grunde genommen einer Atomlobby auf europäischer Ebene in die Hände. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist doch die Wahrheit! (Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident!
So muss man für die Menschen arbeiten – und nicht so, wie Sie das machen: Sie schauen, dass möglichst viele Verbrecher hereinkommen ins Land und hier ihren Machenschaften nachgehen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident!)
Ruf beim BZÖ: Und was ist mit dem Herrn Abgeordneten Pirklhuber?
Präsident Fritz Neugebauer: Herr Kollege Hagen – ich entschuldige mich für meine Stimme, das ist eine 3:0-geschädigte Stimme (Heiterkeit und allgemeiner Beifall) –, ich beziehe mich auf den Beginn Ihrer Rede. Ich glaube, dass Sie auch ohne deftige Vergleiche auskommen und auch so von allen verstanden werden. – Wir haben einander verstanden! – Danke. (Ruf beim BZÖ: Und was ist mit dem Herrn Abgeordneten Pirklhuber?)
Sitzung Nr. 37
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Interessant finde auch, was da jetzt so ein bisschen im Wahlkampf in Oberösterreich erzählt wird, und zwar gerade angesichts folgender Tatsache (Zwischenruf des Abg. Großruck): Stand der Zahl der Exekutivbeamten in Oberösterreich 3 435, und zwar mit Stichtag 1. Juli 2008 – und mit Stichtag 1. Mai 2009 3 350 Exekutivbeamte, also ein Abbau von 85 Exekutivbeamten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie kein schöneres Taferl? Das kann man so schlecht lesen!
„125 zusätzliche Polizisten 2009, 400 zusätzliche Polizisten bis 2011, 249 neue Einsatzfahrzeuge“. (Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie kein schöneres Taferl? Das kann man so schlecht lesen!)
Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir sind im Parlament, nicht im Landtag!
Weiters: Warum schalten Sie solche Inserate nicht eine Woche nach der Wahl? Warum hauen Sie Tausende Euro mehr oder weniger beim Fenster hinaus, wo man dieses Geld doch auch anders und besser verwenden könnte?! Es ist schon interessant, wie mit dem Steuergeld der Österreicherinnen und Österreicher umgegangen wird, wie in einem Wahlkampf das Innenministerium ganz offensichtlich „Parteipolitik“ – unter Anführungszeichen – über Umwege betreibt. (Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir sind im Parlament, nicht im Landtag!)
Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Dr. Haimbuchner weisend, der in den Bankreihen der ÖVP mit Abg. Jakob Auer spricht –: Das interessiert ihn nicht, was Sie sagen! – Abg. Dr. Pirklhuber: Der redet lieber mit seinem zukünftigen Koalitionspartner!
Nun konkret zu den drei Prioritäten: Die Einbruchskriminalität können wir nur dann bekämpfen, wenn wir einerseits die Mannschaft aufstocken, andererseits mit modernen, gezielten Strategien gegen diese zum Teil ausländischen Einbruchsbanden vorgehen. (Abg. Öllinger – in Richtung des Abg. Dr. Haimbuchner weisend, der in den Bankreihen der ÖVP mit Abg. Jakob Auer spricht –: Das interessiert ihn nicht, was Sie sagen! – Abg. Dr. Pirklhuber: Der redet lieber mit seinem zukünftigen Koalitionspartner!) Wir werden 1 000 Polizisten pro Jahr ausbilden, und – Herr Kollege Haimbuchner, Sie haben so viel von Oberösterreich gesprochen (Abg. Dr. Lichtenecker: Passen Sie auf! – Abg. Dr. Haimbuchner: ... Multi-Tasking!) – Oberösterreich bekommt bis 2011
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zum Amtshilfedurchführungsgesetz darf ich Josef Pröll recht herzlich gratulieren, denn das ist ein wichtiger Schritt, dass das Ansehen Österreichs und die wirtschaftlichen Möglichkeiten Österreichs auch in Zukunft positiv und stark sein werden. Wir sind daher nicht in der Gemeinschaft mit von Antigua bis Vanuatu reichenden Ländern, die noch immer auf dieser „grauen Liste“ sind. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist positiv, meine Damen und Herren, und ein echter Fortschritt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es wäre Ihnen auch kein Stein aus der Krone gefallen, wenn Sie einige unserer produktiven Vorschläge – oder alle – angenommen hätten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Anfrage!
Punkt zwei: Eine Feststellung in der Dringlichen Anfrage heute hat unter anderem gelautet, der Minister wende sich zu wenig der Sache zu. Die Sachlichkeit, Frau Kollegin Haubner, habe ich, bei aller Wertschätzung, auch bei diesem Antrag kaum erkennen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Anfrage!) Es war leider so, ich muss auch das sagen, weil ich denke, dass es keinen Sinn macht, wenn wir an den Dingen vorbeidiskutieren. (Abg. Grosz: Das ist eine Anfrage!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Herr Abgeordneter Maier, nach Ihrer Suada gegenüber dem Herrn Haupt: Herr Haupt hat die Pensionsversicherungsanstalt für Arbeiter und Angestellte zusammengelegt. Herr Haupt hat BSE und die Maul- und Klauenseuche in Österreich gemeinsam mit dem damaligen Minister Molterer bewältigt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Aus diesen beiden Lebensmittelskandalen und Gesundheitsaffären in diesem Land ist dann die AGES entstanden. Nachdem die AGES gegründet worden ist – für Ihre historischen Ausflüge, sehr geehrter Herr Maier –, hat die ÖVP sie übernommen. Dass Sie heute zum Steigbügelhalter einer Ernährungspolitik werden, in der auf der einen Seite
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, dass wir mit diesem Antrag auch die europäische Ebene mit eingebunden haben. Deswegen bitte ich um Zustimmung. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Hornek: Faktum ist, dass der Pirklhuber einen Unsinn redet!
Der Herr Bundeskanzler hingegen, der soeben hier war, hat sich Zeit genommen und hat vergangenen Freitag mit den Bäuerinnen und Bauern gesprochen. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) Ihr Minister Berlakovich aber hat gar nichts gemacht und solche Gespräche bis heute verweigert. Ihre Interessenvertretung, die sogenannte Bauernbund-Vertretung, hat bis heute jeden Diskussionsansatz, der seitens streikender Milchbäuerinnen und Milchbauern gekommen ist, verweigert. Die Vertreter des Bauernbundes haben jede Diskussion verweigert. (Abg. Ing. Schultes: Das ist doch überhaupt nicht wahr!) Das ist überhaupt nicht wahr, sagt Kollege Schultes. Also bleiben wir bei den Fakten, schauen wir uns diese einmal an! (Abg. Hornek: Faktum ist, dass der Pirklhuber einen Unsinn redet!)
Abg. Wöginger: Der Pirklhuber!
Und wer tritt dann auf, wenn Bauern und Bäuerinnen in Not sind, sich zusammenschließen, um sich zu wehren, und gemeinsam versuchen, das Problem zu lösen? Wer ist die erste Adresse, um aufzustehen gegen diese Bäuerinnen und Bauern, die sich wehren? – Der Österreichische Bauernbund! (Abg. Wöginger: Der Pirklhuber!) Das Erste ist, dass diese Bäuerinnen und Bauern ausgegrenzt werden. Ja, das ist Ihre Politik: Anstatt für alle Bäuerinnen und Bauern da zu sein, grenzen Sie aus! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Wöginger.) Sie sind verantwortlich für eine Politik, die Tausende, ja Hunderttausende Arbeitsplätze in Europa gefährdet und zerstört. – Das, meine Damen und Herren, ist doch Zynismus ersten Ranges.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wo war das, Pirklhuber?
Jetzt schreien sie, die Bauernbündler! Dort hat man keine Stimme von ihrer Seite gehört, dort haben sie durch Abwesenheit geglänzt. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Wo war das, Pirklhuber?)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Sie stehen aber auf dem Kopf! – Gegenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
So geht es nicht weiter! Die Agrarpolitik muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Dafür werden wir kämpfen. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grillitsch: Sie stehen aber auf dem Kopf! – Gegenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, super! Finde ich okay! Da bin ich glücklich über diesen Ordnungsruf!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Pirklhuber, für den Ausdruck „Reden S’ kan Blödsinn!“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, super! Finde ich okay! Da bin ich glücklich über diesen Ordnungsruf!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn Sie streiken, ist es okay – wenn andere streiken, nicht! Das ist doch nicht fair!
Ich sage Ihnen, ich bin sehr froh, dass beim Großteil der Milchbäuerinnen und Milchbauern Gott sei Dank Vernunft herrscht, weil sie wissen, dass der Streik keine Lösung bringt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn Sie streiken, ist es okay – wenn andere streiken, nicht! Das ist doch nicht fair!) Der Streik bringt nicht die Lösung, Herr Kollege Pirklhuber! Steigen Sie herunter davon! Nehmen Sie Ihre parlamentarische Verantwortung wahr! Setzen wir uns mit der Problematik auseinander, so wie wir das in unserer gewählten Interessenvertretung tun, und analysieren wir mit Experten: Was ist das Beste für die Bäuerinnen und Bauern?!
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Milchmenge wird sich reduzieren, Herr Kollege!
Wir wollen den Bauern nicht schaden. Wir wollen den Konsumenten nicht schaden. Wir wollen den Bauern dienen und das Beste für die Bauern tun. Beispielsweise die Saldierung. Was würde das Abschaffen der Saldierung bringen? Das ist ja letztlich auch nicht die Lösung für das Problem im Milchsektor. Die Abschaffung der Saldierung würde bringen, dass die Bäuerinnen und Bauern noch einmal gestraft würden, indem sie die ganze Superabgabe von 27,65 Cent zahlen müssten, und das bei einem Milchpreis von 27 bis 30 Cent! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Milchmenge wird sich reduzieren, Herr Kollege!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Also allein der Blick auf die Regierungsbank zeigt ja die ganze Missachtung des Problems in der Landwirtschaft. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.) Frau Präsidentin, Sie haben gesagt, Herr Minister Berlakovich wird vertreten, aber da ist heute niemand auf der Regierungsbank zum Thema Landwirtschaft. Es ist offensichtlich kein Problem für die Bundesregierung, dass heute niemand auf der Regierungsbank sitzt und sich der Probleme der Bauern annimmt. Ich frage mich, wer den Minister heute vertritt. Er ist jedenfalls nicht hier. (Abg. Kopf: Das ist eine Fristsetzungsdebatte, lieber Freund, sonst gar nichts!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Oje!
Zum Thema Photovoltaik: Ich glaube, auch im Bereich Photovoltaik stehen wir jetzt so gut wie noch nie da. (Abg. Dr. Pirklhuber: Oje!) – Bitte? (Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn Sie sagen, wir stehen so gut da, ist das leider ein Irrtum!) Zum einen sind die Häuselbauer-Anlagen mit der Erhöhung des Förderbetrages auf 35 Millionen € zu nennen. Die Antragseinreichung wird aufgrund des großen Interesses auch modifiziert. Die großen Anlagen bleiben im Förderregime des Ökostromgesetzes.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn Sie sagen, wir stehen so gut da, ist das leider ein Irrtum!
Zum Thema Photovoltaik: Ich glaube, auch im Bereich Photovoltaik stehen wir jetzt so gut wie noch nie da. (Abg. Dr. Pirklhuber: Oje!) – Bitte? (Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn Sie sagen, wir stehen so gut da, ist das leider ein Irrtum!) Zum einen sind die Häuselbauer-Anlagen mit der Erhöhung des Förderbetrages auf 35 Millionen € zu nennen. Die Antragseinreichung wird aufgrund des großen Interesses auch modifiziert. Die großen Anlagen bleiben im Förderregime des Ökostromgesetzes.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, in diesem Sinn haben wir einen vernünftigen Schritt mit dieser Novelle getan. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich lade herzlich auch die zwei Fraktionen, die nicht mitstimmen, ein, zuzustimmen!
Sitzung Nr. 41
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Einen weiteren Punkt möchte ich noch ansprechen, und zwar die Einheitswertregelung für die Bauern. Im nächsten Jahr haben wir eine neue Einheitswertbewertung, und dazu zeige ich Ihnen eine Veröffentlichung der Landwirtschaftskammer von Kärnten – und die gehört nicht der FPÖ, nicht dem BZÖ und nicht den Grünen, sondern das ist eine von der ÖVP geführte Landwirtschaftskammer. (Abg. Wöginger: Ja, Gott sei Dank!) Die hat eine Einheitswertberechnung gemacht, so wie sie sich diese vorstellen. Wir betrachten es als Frechheit, dass man im Ausschuss keine Minute darüber diskutiert, sondern dass man den Bauern dann etwas vor die Nase klatscht, mit dem sie keine Freude haben können. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Absolut richtig!
In diesem Sinne möchte ich Sie alle herzlichst einladen, diesem Weingesetz zuzustimmen, wie gesagt, im Sinne der österreichischen Qualitätsweinproduktion. Eines war uns WinzerInnen immer klar: Wir brauchen nicht mehr Wein, sondern wir brauchen für unsere hoch qualitativen Weine auch wirklich gute Preise! – Danke. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP sowie Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Absolut richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch bei der Milch!
Herr Kollege Pirklhuber, Sie können die Weinmarktordnung nicht so einfach mit der Milchmarktordnung vergleichen, denn der große Unterschied ist: Wenn man beim Wein Menge hat, leidet die Qualität. Wenn man eine geringere Menge pro Hektar liest, wie es im Weingesetz steht, ist die Qualität besser. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch bei der Milch!) Das ist bei der Milch nicht so! (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Das stimmt nicht!) Daher gibt es einen gravierenden Unterschied.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Das stimmt nicht!
Herr Kollege Pirklhuber, Sie können die Weinmarktordnung nicht so einfach mit der Milchmarktordnung vergleichen, denn der große Unterschied ist: Wenn man beim Wein Menge hat, leidet die Qualität. Wenn man eine geringere Menge pro Hektar liest, wie es im Weingesetz steht, ist die Qualität besser. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch bei der Milch!) Das ist bei der Milch nicht so! (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Das stimmt nicht!) Daher gibt es einen gravierenden Unterschied.
Abg. Dr. Pirklhuber: Selbstverständlich ist das richtig!
Eines weise ich kategorisch zurück, was Sie und Kollege Jannach gesagt haben: dass ich mit den Bauern nicht rede! (Abg. Dr. Pirklhuber: Selbstverständlich ist das richtig!) Das weise ich kategorisch zurück. Ich rede mit den Bauern in ganz Österreich. (Beifall bei der ÖVP.) Wir übernehmen alle Vorschläge, die kommen (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo?) und prüfen, ob sie einen Sinn haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo?
Eines weise ich kategorisch zurück, was Sie und Kollege Jannach gesagt haben: dass ich mit den Bauern nicht rede! (Abg. Dr. Pirklhuber: Selbstverständlich ist das richtig!) Das weise ich kategorisch zurück. Ich rede mit den Bauern in ganz Österreich. (Beifall bei der ÖVP.) Wir übernehmen alle Vorschläge, die kommen (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo?) und prüfen, ob sie einen Sinn haben. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Keine Eier!
Ich sage Ihnen eines: Was halten Sie davon, wenn ich 20 Minister nach Österreich einlade, um für die Milchbauern Reformen zu überlegen, und draußen demonstrieren Vertreter der IG-Milch und bewerfen das Gebäude mit Eiern? (Abg. Dr. Pirklhuber: Keine Eier!) Diejenigen, für die wir kämpfen, bewerfen uns?! Wie erklären Sie sich das? Wie erklären Sie sich diesen Sinn der Sache? Das ist nicht zu erklären, und das verstehe ich nicht. Das verstehen die anderen Minister auch nicht, die da sitzen. Die sagen: Von denen, für die wir kämpfen, werden wir beworfen?! Das versteht kein Mensch. Da müssen Sie mit diesen Leuten reden, was Sie da sagen!
Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben wir verschiedene Auffassungen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Pirklhuber, ich denke, Sie haben mit der Einleitung tatsächlich bewiesen, dass Sie einen Redebeitrag leisten wollen. Es ist der Umstand, wer mit wem wie oft redet, nicht tatsächlich berichtigbar. Ich darf Sie bitten, wenn Sie einen zweiten Redebeitrag haben wollen, sich in die Rednerliste einzutragen und nicht die tatsächliche Berichtigung zu missbrauchen, um einen Redebeitrag zu platzieren! (Beifall bei FPÖ und ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben wir verschiedene Auffassungen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Da haben Sie recht!
Denn, meine Damen und Herren: Alles zur richtigen Zeit! Wir haben Gelegenheiten, über sachliche Themen zu diskutieren. Es ist auch unsere Aufgabe, dann über Probleme in der Landwirtschaft zu reden, wenn diese fachlichen Themen zur Sprache kommen. Heute haben wir das Weingesetz zur Behandlung vorliegen (Abg. Kickl: Hat er nichts dazu gesagt?), und es gibt wohl keine Produktionsrichtung in Österreich, die es geschafft hat, aus einer derartigen Krise des Jahres 1985 (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Da haben Sie recht!) dank ihrer selbst, aber auch dank gesetzlicher Bestimmungen – ich bin ja ein Parlamentarier, der diese Krise bereits hier im Haus miterlebt hat (Abg. Mag. Gaßner: So lang bist du schon da?), und ich weiß, welch schwierige, beinharte Diskussionen es gab und welche Herausforderungen seitens der Weinwirtschaft zu bewältigen waren –, so stark hervorzugehen. Respekt den Weinbauern in Österreich! Respekt den beiden Debattenbeiträgen des Kollegen Schmuckenschlager und der Kollegin Höllerer! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Beifall und Bravorufe bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordnete Rosemarie Schönpass (SPÖ): Herr Präsident! Geschätzter Herr Minister! Es können nicht alle 183 Abgeordneten Spezialisten im Weinbau sein. Ich bin eine Genießerin. (Beifall und Bravorufe bei SPÖ und ÖVP sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn wir sie umsetzen würden!
Abgeordnete Mag. Gertrude Aubauer (ÖVP): Herr Präsident! Werte Volksanwälte! Hohes Haus! Von diesem Pult aus wurde heute schon sehr viel Kritik geübt. Umso schöner ist es, sich auch einmal bedanken zu können, Dank zu sagen für Ihre erfolgreiche und engagierte Arbeit, werte Volksanwälte! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.) Sie kennen viele Sorgen und Nöte der Menschen, deshalb sind Ihre Anregungen und Empfehlungen für uns so wichtig. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn wir sie umsetzen würden!)
Sitzung Nr. 43
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und was passiert dann? – Dann kommt der Untersuchungsausschuss drauf – und das verdanken wir der parlamentarischen Untersuchung! –, dass der Staatsanwalt den Strasser-Akt vergessen hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Dann kommen unabhängige Medien und auch die grüne Abgeordnete Moser drauf, dass der Staatsanwalt alle Hinweise auf Karl-Heinz Grasser in den BUWOG- und Immofinanz-Untersuchungen vergessen hat.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Lassen Sie mich noch einige Worte zum Stichwort Kontrolle sagen. Es gibt eine funktionierende Kontrolle. Die oberste Fachaufsicht für die Staatsanwaltschaften liegt beim Bundesministerium für Justiz. Das berühmte Weisungsrecht des Justizministers wurde in den letzten Monaten wirklich mystifiziert. Es ist kein politischer Missbrauch möglich, da das Weisungsrecht transparent gestaltet ist. Eine Weisung muss schriftlich erfolgen, sie muss im Akt aufscheinen, sie muss dem Parlament berichtet werden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Meine Damen und Herren, ich beantworte wöchentlich sicherlich fünf parlamentarische Anfragen in Einzelstrafsachen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – Abg. Bucher: Stimmt!
So kann man nämlich aus dem Schutz der parlamentarischen Immunität ein politisches Instrument machen, das man gezielt auch vonseiten der Staatsanwaltschaft zunehmend als politische Waffe gegen die Opposition einsetzt (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – Abg. Bucher: Stimmt!) – und genau das untersuchen wir in diesem Zusammenhang und auch vieles andere mehr!
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir als Abgeordnete entscheiden selbst, wie wir mit diesem Instrument umgehen – und nicht die Regierung! Wenn ich von der Frau Präsidentin höre, wir müssen uns mehr Selbständigkeit des Parlaments erkämpfen, dann muss ich sagen: Ja, da gebe ich Ihnen recht, Frau Präsidentin! Aber dann kämpfen wir auch dafür! Lassen wir uns von der Regierung nicht in die Knie zwingen! Wir selber müssen unsere Instrumente zu leben beginnen. (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 44
Demonstrativer Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP deutend –: Aber ihr seid schon in einer Koalition mit ihnen?!
Daher bin ich sehr froh darüber, stehe auch heute zu diesem Beschluss und kann auch mit jenem Punkt leben, den Sie gesagt haben: Versprechen sind einzuhalten. (Demonstrativer Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – Abg. Ing. Westenthaler – in Richtung ÖVP deutend –: Aber ihr seid schon in einer Koalition mit ihnen?!)
Zwischenruf des Abg. Kopf. – Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!
Der ganze zweite Punkt, den ich Ihnen vorlesen wollte und der noch wesentlich länger ist – und ich appelliere an Sie, Frau Präsidentin, das nicht nur in der Präsidiale genau zu verfolgen und die ÖVP an dieser gesetzeswidrigen Vorgangsweise im Nationalrat und im Untersuchungsausschuss zu hindern –, betrifft die sogenannte Kasachstan-Affäre. (Zwischenrufe der Abgeordneten Ing. Westenthaler und Grosz.) Der Herr Alijew darf nicht geladen werden, der ehemalige Abgeordnete Gaál darf nicht geladen werden, der ehemalige Minister Blecha darf nicht geladen werden, der Ex-Journalist Ender darf nicht geladen werden, die befassten und inzwischen gerichtskundigen Polizeibeamten, die die Daten des Innenministeriums weitergegeben haben, dürfen nicht befragt werden. Nicht einmal der Abgeordnete Vilimsky, der darauf gedrängt hat, im Untersuchungsausschuss befragt zu werden, darf befragt werden! (Zwischenruf des Abg. Kopf. – Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!)
Sitzung Nr. 45
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „GentechnikFREIE Futtermittel“ (Ordnungsnummer 41) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt sind alle anderen schuld!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren des Hohen Hauses! Eine Zeitung schreibt heute: Kühle Brise zwischen Obama und Hu Jintao. – Zwei Stunden haben die mächtigsten Männer der Welt ohne Ergebnis verhandelt. Es ging dabei um die Wirtschafts- und Finanzbeziehungen zwischen den USA und China. (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt sind alle anderen schuld!) Es ging um die Menschenrechte in China, aber es ging auch um den Klimaschutz. (Ruf bei den Grünen: Aber Sie sind ja weder Obama noch Hu Jintao!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was haben Sie für ein Verständnis von Politik?
Was wäre, wenn wir etwas beschönigt hätten und in zehn Monaten käme dann die Wahrheit zutage und die Situation wäre eine ganz andere? – Dann wären wir beim Kirschenstehlen ertappt, und das tun wir nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was haben Sie für ein Verständnis von Politik?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist denn in der Regierung?
Wenn die ÖBB heute sagen, dass sie den gesamten Gütertransport von der Schiene auf die Straße verlagern wollen und damit in etwa 14 000 Lkw mehr auf der Straße fahren werden, dann ist das eindeutig eine Niederlage für den Klimaschutz und unterstützt unsere Ziele nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist denn in der Regierung?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer sagt, dass wir das tun sollen?
Wir verwenden zum Beispiel nach wie vor keine Atomenergie, keine Kernenergie, und da gibt es genug, die sagen, wir sollten das auch in Österreich tun – machen wir nicht! (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer sagt, dass wir das tun sollen?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nächstes Thema. Wir wissen, dass wir das größte Problem mit dem Verkehr haben. Was hat im Verkehr eine echte wirksame Verbesserung gebracht? Das waren Biosprit und Biodiesel. Wir haben damit rund 1,5 Millionen Tonnen CO2 in diesem Bereich eingespart. Wer ist dagegen? – Natürlich die Grünen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Wer ist dagegen? – Auch die Konsumentenschützer. Das ist eine Frage, die wir in Österreich diskutieren müssen, wenn wir hier weiterkommen wollen, denn ich meine, man muss auch positive Ergebnisse gelten lassen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern, nicht jammern!
Über 800 000 Menschen haben noch Heizkessel, die Öl verbrennen, im Keller. 5 700 Heizkessel wurden mit einer Förderung von 1 000 € getauscht, die aus der Ölwirtschaft finanziert wurde. Damit hat man 5 700 Haushalte auf die nächsten 15 Jahre an die Ölwirtschaft angehängt! (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) Das Öl, das dort verbrannt wird, wird uns zwischen 13 und 14 Millionen € an Strafzahlung kosten. Da frage ich Sie: Wo sind die Konsumentenschützer, wo sind die Grünen, um das aufzuzeigen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern, nicht jammern!) Wir haben noch genug Arbeit für die Welt, aber noch mehr für Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt nicht!
Der zweite Punkt, den ich kurz anschneiden möchte, betrifft das Biopatent Monitoring Komitee. Wir erweitern das. – Es so darzustellen, als wäre es eine Verschlechterung gegenüber den zwei Berichten, die wir ja auch im Nationalrat diskutiert haben, stimmt nicht. Das Ergebnis dieser Berichte war, dass wir die Möglichkeiten der Kommission erweitert haben, nämlich dahin gehend, dass der Tätigkeitsbereich auch auf alle mit Schutzwirkung für Österreich erteilten Patente und Gebrauchsmuster ausgedehnt wird. Man kann natürlich sagen, man möchte den Wirkungskreis noch erweitern, aber es so darzustellen, als wäre es eine Verschlechterung, entspricht nicht den Tatsachen. Der Tätigkeitsbereich für das Biopatent Monitoring Komitee wird erweitert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, das wäre tatsächlich wichtig!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Gerade auch in Zeiten der Krise ist es wichtig, die Forschungsausgaben nicht zu kürzen (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, das wäre tatsächlich wichtig!), sondern, wie es Bundesministerin Bures eindeutig beweist, Forschung und Technologie zu stärken, in weiterer Folge auch die Arbeitsplätze für die Menschen in unserem Land zu sichern und auszubauen und uns als Spitzenland der Forschung zu etablieren. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zwingen zum Essen darf man Kinder nicht!
Alle diese Programme, die Sie, Herr Minister, in den Schulen, in den Kindergärten andenken, sind gut, aber sie greifen zu spät. Ein Kind ist mit drei Jahren, was die Ernährungsgewohnheiten betrifft, fertig entwickelt. Das heißt, wenn den Kindern bis zum Alter von drei Jahren kein Obst, kein Gemüse verabreicht wird, wird das Kind das später gar nicht mehr wollen und gar nicht mehr essen. Es gibt sogar Kinder, die sich – ich habe das selbst erlebt –, wenn man ihnen Karotten gibt, übergeben, weil sie das nicht gewöhnt sind, weil sie das noch nie gegessen haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zwingen zum Essen darf man Kinder nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Tschechien!
Drittens: Wenn der Herr Bundesminister aufgefordert werden soll, einlangende Meldungen aus den Bundesländern und dem benachbarten Ausland zeitlich aktuell an die in Österreich diensthabenden Kontrollorgane weiterzuleiten, bin ich der Meinung, dass der Vollzug natürlich Ländersache ist. Da sind vor allem diejenigen Länder gefordert, die an die Oststaaten angrenzen (Abg. Dr. Pirklhuber: Tschechien!), sei es Niederösterreich oder hauptsächlich das Burgenland, auch die Steiermark, im Vollzug entsprechend tätig zu sein, weil eben dieser Verkehr hauptsächlich in Richtung Oststaaten oder aus den Oststaaten erfolgt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?
Die Eltern gehen in ein Geschäft und wollen etwas Gutes, etwas Gesundes kaufen. Es gibt jede Menge Zeichen und Siegel – die Arbeiterkammer hat ja in einer Studie festgestellt, wie viele es gibt; zu viele, an die hundert –, aber es ist nicht wirklich erkennbar, was wirklich gut und gesund ist. Es sind Eier in den Nahrungsmitteln enthalten, aber wie die Hühner gehalten und gefüttert wurden, ist nicht erkennbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sind Sie jetzt dafür oder dagegen?) Eine Pizza mit Schinken und Käse – ist der Käse echt oder analog, ist der Schinken echt oder geschummelt? All das ist nicht erkennbar. Sind GVOs irgendwo verwendet worden? – Das ist nicht erkennbar.
Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, wie viele werden exportiert?
Ich sage Ihnen – und das steht im neuen Grünen Bericht –, 62 000 Rinder sind im Jahr 2008 importiert worden (Abg. Grillitsch: Und wie viele exportiert?), 62 000 Schlachtrinder, und das ist erst seit 2005 so stark gestiegen. 2005 waren es fünf bis sechs Rinder, in wenigen Jahren ist es zu einer echten Importschwemme von Schlachtrindern gekommen. (Abg. Grillitsch: Kollege Pirklhuber, wie viele werden exportiert?)
Abg. Grillitsch: Das Verhältnis ist eins zu sechs, Kollege Pirklhuber!
Daher glaube ich, das sollten wir seriös diskutieren und es uns auch nächstes Jahr bei der Frage der Lebensmittelkennzeichnungskontrolle anschauen. Bei der – unter Anführungszeichen – „Routinekontrolle“ und beim Check gemäß Lebensmittelkennzeichnungsverordnung sollten wir einmal genauer hinschauen (Abg. Grillitsch: Das Verhältnis ist eins zu sechs, Kollege Pirklhuber!), ob nicht Hersteller genau auf diese Weise ausländisches Rindfleisch zu hoch qualitativem österreichischen Spezialrindfleisch machen, nämlich in der Auslobung. Das ist dann Irreführung, und darum geht es. Gerade die Fleischbranche hat immer wieder gezeigt, dass sie zu allem fähig ist. Das wissen wir aus verschiedensten Skandalen, nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa.
Sitzung Nr. 46
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war keine Entgleisung!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger, das war ein mehr als kläglicher Versuch, die Entgleisung Ihrer Kollegin Korun zu entschuldigen oder zu erklären. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war keine Entgleisung!) Herr Öllinger, es gelingt nicht einmal jemandem mit Ihrer Intelligenz und Ihren rhetorischen Fähigkeiten, die ich absolut immer wieder feststellen kann, zu entschuldigen, was Frau Kollegin Korun hier gemacht hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt nichts zu entschuldigen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt nichts zu entschuldigen!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Geschätzte Damen und Herren! Herr Kollege Öllinger, das war ein mehr als kläglicher Versuch, die Entgleisung Ihrer Kollegin Korun zu entschuldigen oder zu erklären. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war keine Entgleisung!) Herr Öllinger, es gelingt nicht einmal jemandem mit Ihrer Intelligenz und Ihren rhetorischen Fähigkeiten, die ich absolut immer wieder feststellen kann, zu entschuldigen, was Frau Kollegin Korun hier gemacht hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt nichts zu entschuldigen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, was heißt denn das? ... keine Bürgerinnen und Bürger zitieren im Parlament?
Es ist eine Ungeheuerlichkeit, auf diese Art und Weise die politischen Bemühungen der Frau Innenministerin um Sicherheit und Ordnung in diesem Land abzuqualifizieren und zu disqualifizieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, was heißt denn das? ... keine Bürgerinnen und Bürger zitieren im Parlament?) Noch einmal: Schämen Sie sich und raffen Sie sich endlich zu einer Entschuldigung auf! (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich bin froh, dass wir eine Bundesministerin, eine Sicherheitsministerin haben, die auch mit ihrem Polizeiapparat (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), mit meinen Kolleginnen und Kollegen Ihre Sicherheit gewährleistet, nur in deren Windschatten Sie solche Äußerungen gegen diese selbst tätigen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... unüberlegt eine Rede halten ...!
Was aber nicht geht – an die Adresse der Grünen –, ist, dass man hier, und zwar gut vorbereitet, so etwas sagt. Das war kein Ausrutscher – es können ja Ausrutscher hier am Rednerpult passieren, das kann immer wieder passieren. (Abg. Kopf: Das war kein Ausrutscher!) Aber diese Rede war gut vorbereitet, denn man hat sich ein Zitat herausgeholt, man hat einen Artikel herausgeholt, man hat zitiert. (Abg. Dr. Stummvoll: Zitat herausgeholt!) Diese Rede war wohlüberlegt. Das ist genau das Kritikwürdige! Herr Kogler, Sie wissen das ganz genau, und auch der Kollege Öllinger weiß, dass das nicht in Ordnung war! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... unüberlegt eine Rede halten ...!) Bei aller Kritik – und ich bin einer der schärfsten Kritiker dieser Ministerin und ihrer Politik –: Was aber mit Sicherheit nicht geht, ist, dass man sowohl mit historisch als auch mit realpolitisch unhaltbaren Vergleichen handwerkt!
Abg. Dr. Pirklhuber: Na, hallo!
Meine sehr geehrten Damen und Herren, was auch nicht geht – ich möchte mich jetzt gar nicht daran beteiligen –, ist diese „Kindergartendebatte“, die vom Kollegen aus der vierten Reihe der ÖVP und von Herrn Steinhauser über Ab- und Anwesenheiten von Abgeordneten gerade bei so einer wichtigen Debatte angezündet wurde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Na, hallo!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber was nicht geht, ist, wenn man so viel Butter am eigenen Kopf hat wie die ÖVP und wie die Grünen, dass man das dann hier zum Thema macht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Kollege Van der Bellen, der heute seit Beginn der Sitzung um 9 Uhr noch keine Minute im Plenum war, Hilfeleistung für das Stillen seiner Klubobfrau durchführt. Das kann ich mir nicht vorstellen, Herr Kollege Steinhauser! Er war den ganzen Tag nicht da!
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Doch gerade deshalb war unser Protest ein einziger Erfolg. HC Strache wird nie wieder auf dieser Universität einen Auftritt absolvieren dürfen. Ein Sieg der Antifaschisten gegen das rechte Pack. – Zitatende. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nun zu den Anträgen. Es geht darum, dass die Erhebung der Umgangssprache und der Muttersprache dazu dient, die autochthonen Volksgruppen hier im Lande zu erheben, um dann zu wissen, welche Förderungen man ihnen angedeihen lassen kann und um die neu Zugezogenen erfassen zu können. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Gegen eines verwahre ich mich aber ganz entschieden: Wir wissen, dass da oder dort – ob aufgrund von Schlampigkeit oder nicht, all das dürfte nicht passieren! – solche Geschichten passieren, aber es kann nicht sein, dass da ununterbrochen irgendein Politproblem, das da mit absoluter Sicherheit nicht vorliegt, hineininterpretiert wird. Das lehne ich ab! Andernfalls könnte man glauben, dass da ausschließlich politisch vorgegangen wird. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 49
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben leider im Justizausschuss keine Unterstützung für unseren Antrag bekommen. Ich appelliere daher an Sie, Frau Justizministerin, als Frau, als Mutter – weiß ich nicht, vielleicht werden Sie es einmal sein – einfach daran zu denken, dass die Kinder in unserer Gesellschaft keine Stimme haben. Auch angesichts der Zunahme vor allem der sexuellen Übergriffe auf Kinder, auch in der Familie, glaube ich, dass es eine einzige Maßnahme gibt, und die heißt Abschreckung – Abschreckung und Information. Das heißt, wir treten dafür ein ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Herr Kollege, auf welcher Seite stehen Sie?! Auf der Seite der Opfer, auf der Seite von minderjährigen Kindern – oder wollen Sie noch weiter nach unten novellieren? (Ruf bei den Grünen: Nivellieren!) – Das ist nicht unser Weg. (Beifall beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das wünschen wir uns nicht!
Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie Doris Bures: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Viele von Ihnen kennen mich schon sehr lange aus meiner Tätigkeit hier im Hohen Haus und wissen daher, dass es wahrlich nicht gerade zu meinen Stärken gehört, Dinge schönzureden. Das habe ich auch in Bezug auf das Unternehmen Österreichische Bundesbahnen nicht vor. Aber ich hoffe, Sie werden verstehen, dass ich es nicht ohne Widerspruch hinnehmen werde, dass eines der größten österreichischen Unternehmen (Abg. Dr. Moser: Es ist das größte!), ein Infrastruktur-Unternehmen unseres Landes, auf das viele Menschen in Österreich stolz und angewiesen sind, schlechtgeredet wird, dass ein Unternehmen, das für so viele Menschen enorm wichtig ist, so lange schlechtgeredet wird, bis das passiert, was ein Redner gesagt hat und was sich einige Redner wohl wünschen: dass es verscherbelt wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das wünschen wir uns nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eben!
Ich sage das deshalb, weil ich weiß, dass wir tagtäglich daran arbeiten müssen, dass sich dieses Unternehmen noch mehr an den Wünschen der Kundinnen und Kunden orientiert, dass dieses Unternehmen noch mehr darauf schaut, was die Menschen an Mobilität brauchen, was die Schülerinnen und Schüler an Mobilität brauchen. Aber mir ist es auch wichtig, dass einige von Ihnen auch zur Kenntnis nehmen, dass es zwar viel zu tun gibt und dass wir täglich daran arbeiten müssen (Abg. Dr. Pirklhuber: Eben!), dass dieses Unternehmen funktioniert, dass es aber bei weitem nicht so schlecht dasteht, wie das hier darzustellen versucht wird.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir führen es nicht, wir zahlen dafür!
Ich kenne keinen Konzern, kein privates Unternehmen, keinen multinationalen Konzern, wo manche der eigenen Konzernunternehmer – und das sind wir alle hier, dass sind alle Österreicherinnen und Österreicher – das eigene Unternehmen derart schlecht machen und herunterreden, und zwar zum Schaden jener Menschen, die es brauchen, und jener, die dort beschäftigt sind. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wir führen es nicht, wir zahlen dafür!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht bei der Qualität!
Ich bin dafür, dass wir in diesem Unternehmen alle Maßnahmen optimieren, um für die Menschen eine noch bessere Leistung zu erbringen. Aber ich scheue nicht den internationalen Vergleich. Und da kann ich Ihnen sagen: In Österreich werden mit der Bahn die zweitmeisten Menschen innerhalb der Europäischen Union befördert. Die Österreichischen Bundesbahnen sind auf Platz zwei beim Personenverkehr in der Europäischen Union. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht bei der Qualität!) Und beim Güterverkehr sind wir innerhalb der EU an der ersten Stelle. Wir haben den höchsten Anteil am Güterverkehr auf der Schiene in der gesamten Europäischen Union. 30 Prozent der Güter in Österreich werden von den Österreichischen Bundesbahnen auf der Schiene befördert.
Abg. Dr. Pirklhuber: 15 Milliarden für Autobahnen!
vestitionen getätigt. Ich bin froh darüber, dass wir das heute tun: dass wir heute Konjunkturpakete schnüren, dass wir heute Investitionen in die Bahn tätigen, und zwar so hohe wie noch nie in der Zweiten Republik, dass wir hunderte Bahnhöfe in ganz Österreich sanieren, dass wir hunderte Eisenbahnkreuzungen sicherer machen, dass wir die Strecken über den Brenner, um den Güterverkehr auf der Schiene noch zu steigern, endlich ausbauen (Abg. Dr. Pirklhuber: 15 Milliarden für Autobahnen!) und nicht nur Spatenstiche vornehmen, Ankündigungen machen, sondern dass dort heute sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag hart gearbeitet wird, damit wir für unsere Kinder eine moderne und ökologische Infrastruktur in Österreich haben. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat niemand von uns verlangt!
Im Übrigen bin ich der Auffassung, dass die Privatisierung dieses Infrastrukturunternehmens der Untergang für dieses wichtige Unternehmen wäre. Daher kann ich nur sagen: Solange es in meiner politischen Verantwortung liegt, so lange wird es zu keiner Privatisierung der ÖBB kommen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Rädler. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat niemand von uns verlangt!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Unterstellen Sie nicht ...!
Sogar dort, wo Eigentumsdelikte begangen werden, Sachbeschädigungen, Legen von Feuersbrünsten, soll das straffrei werden (Abg. Dr. Pirklhuber: Unterstellen Sie nicht ...!), weil das offensichtlich ein guter Zweck ist.
Sitzung Nr. 51
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Da Sie immer wieder die Inserate ansprechen: Ich wundere mich, dass Sie gegen die Inserate sind, die als Information für die Bevölkerung dienen und zur Bewusstseinsbildung der Menschen beitragen. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Information, aber nicht Ihr Gesicht! – Abg. Grosz: Hunderttausende an Euro für Information!) Und das, obwohl wir zum Beispiel in der Umweltpolitik, im Hinblick auf den Klimaschutz Bewusstsein schaffen müssen und die Leute aufklären müssen. Dass Sie sich dagegen aussprechen, wundert mich daher sehr. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Information, wie Sie aussehen?!) Im Übrigen ist das ein Teil der Strategie des Klima- und Energiefonds. (Abg. Mag. Kogler: Missbrauch!) Zur Abwicklung sind programmbegleitende Maßnahmen notwendig (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner), und diese beinhalten Fachveranstaltungen, Vorträge und auch Inseratenwerbung – eindeutig. Nichts anderes habe ich gemacht und werde ich machen, um die Bevölkerung aufzuklären, wie es um die Dinge steht. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nehmen Sie zur Kenntnis, dass jedenfalls wir seitens der ÖVP über neue Steuern gar nicht erst einmal zu diskutieren beginnen wollen. Das gilt auch für CO2-Steuern, gerade in Rezessionszeiten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Grillitsch: Pirklhuber, viel ist euch nicht eingefallen! Die Grünen sind echt verkommen!
Das ist ja unglaublich. Der Minister spricht davon, 50 Prozent der Energie könnte eingespart werden. Ebenfalls ein Inserat, geschalten am 4. Dezember im „Standard“. Und was macht er? – Genau das Gegenteil: Er führt den Biolandbau in die Sackgasse. Er führt genau jene Entwicklung, für die wir in Österreich gekämpft haben, zu einem Endpunkt. Wo sind da die Konzepte? (Abg. Grillitsch: Pirklhuber, viel ist euch nicht eingefallen! Die Grünen sind echt verkommen!)
Abg. Neubauer: ... Tschernobyl verstrahlt war! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
etwas geträumt! (Abg. Neubauer: ... Tschernobyl verstrahlt war! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht, weil er nichts macht!
Wenn den Grünen nichts anderes einfällt, als dass sie den Minister ablösen wollen, und sie selbst (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht, weil er nichts macht!) keine wirklich umsetzbaren Vorschläge einbringen (Abg. Dr. Pirklhuber: Was hat er denn gemacht?), dann spricht das zwar für Sie in Ihrer Politik, aber es tut mir in der Seele weh, dass Sie nicht mehr aufzuwarten haben, als Österreich nur zu vernadern. (Abg. Dr. Moser – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Hier ist der Vorschlag! Das ist der Antrag!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was hat er denn gemacht?
Wenn den Grünen nichts anderes einfällt, als dass sie den Minister ablösen wollen, und sie selbst (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht, weil er nichts macht!) keine wirklich umsetzbaren Vorschläge einbringen (Abg. Dr. Pirklhuber: Was hat er denn gemacht?), dann spricht das zwar für Sie in Ihrer Politik, aber es tut mir in der Seele weh, dass Sie nicht mehr aufzuwarten haben, als Österreich nur zu vernadern. (Abg. Dr. Moser – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Hier ist der Vorschlag! Das ist der Antrag!)
Sitzung Nr. 53
Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll spricht mit Staatssekretär Dr. Lopatka. – Abg. Dr. Pirklhuber: Zuhören! Herr Minister, hören Sie doch zu!
Für das nächste Jahr schaut es schon anders aus. Wenn die fehlenden Steuereinnahmen von heuer – das sind 1,5 Milliarden, die weniger eingenommen wurden als prognostiziert – für das nächste Jahr fortgeschrieben werden, dann haben wir schon ein Problem, und dass die Hypo Alpe-Adria mehr als 500 Millionen brauchen wird, wissen wir auch. Also ich glaube, es besteht kein Anlass, zu jubeln, sondern es besteht ein Anlass – und damit knüpfe ich an die Budgetrede an, als Sie das Budget vorgelegt haben – zur Wahrhaftigkeit. Und das ist Ihr großes Problem, Herr Finanzminister Pröll: Sie haben ein Problem mit der Wahrhaftigkeit. (Vizekanzler Dipl.-Ing. Pröll spricht mit Staatssekretär Dr. Lopatka. – Abg. Dr. Pirklhuber: Zuhören! Herr Minister, hören Sie doch zu!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, hören Sie doch endlich zu!
Sie stellen sich hin und sagen: Punktlandung beim Budget! Gleichzeitig sagen Sie: Es geht sich nicht aus. Es geht sich nicht aus, die Gespräche mit den Ländern werden nicht abgeschlossen werden können, das weiß ich jetzt schon. Die Wirtschaftslage ist so unsicher, dass wir jedenfalls dem Nationalrat nicht fristgerecht verfassungskonform ein Budget vorlegen können. Das geht sich mit den Bundesländern nicht aus. Vielleicht geht es sich ja doch aus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Minister, hören Sie doch endlich zu!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Er tratscht noch immer!
ständnis für den armen Rechnungshofpräsidenten. Nach mittlerweile 30 Jahren Diskussion herrscht dieser gewaltige Reformdruck von allen Seiten, aber es gibt keine einzige Maßnahme, die Sie bis zum Herbst im Parlament vorlegen wollen, wo Sie tatsächlich Einnahmen, Einsparungen lukrieren können. Das ist ein Armutszeugnis. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Er tratscht noch immer!) – Sie plaudern hinter mir, Herr Finanzminister, und unterhalten sich offensichtlich gut, wir hätten aber gerne einmal ein paar Vorschläge auf dem Tisch.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist denn mit der Freiheitlichen Partei in Kärnten?
Ich glaube, um die Demokratie in Österreich steht es ohnedies nicht besonders gut. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist denn mit der Freiheitlichen Partei in Kärnten?) Man muss sich nur ansehen, was bei Justizministerin Bandion-Ortner und ihrem Terrorismusbekämpfungsgesetz herauskommt. Unterrichtsministerin Schmied findet in ihrer Geldtasche am Ende des Monats noch etliche Millionen Euro. Was finden unsere Arbeitslosen, was finden unsere Mindestrentner am Ende des Monats in ihren Geldtaschen? – Gar nichts!
Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Der Satz „Wir waren schneller als die Verhinderer!“ zeugt von der Denkungsart der VP-Ministerin. Schlimm ist jedoch auch, dass diejenigen, die bisher im Abseits gestanden sind – nämlich die Hofers, Tschürzens und Molnars; der Herr Oberlehrer und seine Satiriker, Filopat und Patafil –, versuchen, aus diesem Fall politisches Kleingeld zu schlagen, um Stimmen zu gewinnen. Sie zeigen damit wieder einmal ihr wahres Gesicht, nämlich zu vernadern und zu verunglimpfen. (Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Sie auf der Regierungsbank, im Finanzressort, als Vizekanzler, als ÖVP tragen null und nichts dazu bei. Im Gegenteil, Sie helfen weiter beim Vertuschen, Sie helfen weiter beim Verschleiern, Sie geben nicht die nötige Transparenz und machen es dem Parlament äußerst schwer, endlich so etwas wie eine politische Kultur in Österreich zu etablieren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Klimaschutzgesetz!
litzchen, sondern das waren wichtige Dinge (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: Klimaschutzgesetz!), zum Beispiel ging es um das Klimaschutzgesetz, um Energieeffizienz, um Klimaschutz allgemein, um das IG-Luft im Zusammenhang mit der Betreibung von historischen Fahrzeugen, um die Verwaltungsreform, um Gentechnikfreiheit von Futtermitteln, um Euratom und so weiter.
Sitzung Nr. 55
Abg. Dr. Pirklhuber: Wann?
Das heißt, wir werden natürlich rechtzeitig Ende April hier in diesem Hohen Haus das Finanzrahmengesetz vorliegen haben, wie es das Gesetz vorsieht, und wir werden dann auch rechtzeitig in diesem Haus das Budget für das nächste Jahr vorliegen haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wann?) Dann werden wir es in Ruhe zu diskutieren haben.
Sitzung Nr. 57
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, das muss aufgeklärt werden! Das ist schlicht und ergreifend inakzeptabel. Kollege Öllinger ist jetzt nicht da, der so gepoltert hat, aber Kollege Brosz ist da. Hand aufs Herz, Herr Kollege Brosz! Wie laut würden Sie schreien, wenn ein rechter Journalist oder bürgerlicher Journalist – ich weiß nicht, ob es so etwas im ORF überhaupt gibt; einen rechten wahrscheinlich nicht – zu Ihrer Veranstaltung oder zu Frau Glawischnig oder zu Herrn Öllinger mit drei Linksextremisten an der Hand kommt? (Zwischenruf des Abg. Strache.) – Entschuldigung, das darf man in diesem Land nicht sagen, ich meine natürlich Autonome. Das sind die mit dem Stern vorne auf der Pudelhaube. Der Journalist kommt hin und sagt: Freunde, greift da einmal ein und konfrontiert die Leute, wir filmen euch dabei; da habt ihr 100 € in die Hand! – Ich will nicht wissen, wie ihr schreien würdet. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das werdet ihr morgen sehen, wie das wirklich war!
Bei der Veranstaltung ist durch Zeugen beobachtet worden, dass sich Herr Moschitz – von den ORF-Nazi-Statisten, die er mitgebracht hat, liebevoll „Ed“ genannt – intensiv mit diesen Herrschaften unterhalten hat, sie auch immer wieder angewiesen hat und mit dem Vornamen angeredet worden ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das werdet ihr morgen sehen, wie das wirklich war!) – Morgen wird es einen Zusammenschnitt aus den zehn Stunden Filmmaterial geben, die werden schön hingeschnitten werden. Genau das ist die Methode. (Präsidentin Mag. Prammer übernimmt wieder den Vorsitz.)
Sitzung Nr. 59
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir brauchen natürlich auch die Mittel in der ländlichen Entwicklung, da bin ich ganz bei dir, Kollege Grillitsch. Du hast gestern und heute wieder gesagt, dass im ländlichen Raum der Arbeitsplatz ganz wesentlich ist, aber natürlich auch am Bauernhof. Und warum gehen wir nicht endlich daran, die Förderverteilungen anders zu gestalten, nämlich die Arbeitszeit miteinzubeziehen, um auch dem Kleinen und Mittleren wieder eine Überlebenschance zu geben? (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Situation ist im Augenblick sehr, sehr schwierig. Die Bauern wissen das – und sie wissen, auf wen sie sich verlassen können. Wir hatten vor kurzer Zeit Kammerwahlen. In Niederösterreich sind die Blauen angetreten, die SPÖ ist angetreten, und die Grünen haben es nicht einmal der Mühe wert gefunden, eine Presseaussendung zu machen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 90 Prozent der Bauern !
Dafür kann ich Ihnen sagen, wie das Ergebnis war: Die Botschaften der Blauen wurden von den Bauern abgestraft, die SPÖ ist in ihren Kerngebieten wieder in die Kammer hineingekommen, und 90 Prozent der Bauern suchen ihre Vertretung beim Bauernbund, denn sie sind der Bauernbund! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 90 Prozent der Bauern !)
Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wer hören will, der hört! – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das war eine reine Pressekonferenz im Ausschuss!
Mit der Energiestrategie werden wir es schaffen, die EU-Ziele betreffend erneuerbare Energie zu erreichen, weil Sie, was auch positiv ist, den Energieverbrauch in Österreich mit 2005 begrenzt haben. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) – Sie haben mit uns zwar debattiert, aber keine Antworten gegeben. Herr Minister, Sie können sich auch hier gerne nachher zu Wort melden. (Zwischenrufe bei der ÖVP.) – Ich habe jetzt aber gerade noch etwas Positives erwähnt. (Beifall bei den Grünen. – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Wer hören will, der hört! – Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das war eine reine Pressekonferenz im Ausschuss!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das Problem, das wir haben – und das ist nicht das Problem des Bundes –, liegt in der Lebensmittelaufsicht der Bundesländer. Für die Lebensmittelaufsicht sind die Organe der Bundesländer zuständig. Es liegt beispielsweise, Kollege Pirklhuber, am Kollegen Anschober in Oberösterreich, dass er entsprechende Kontrollen veranlasst. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Ein weiterer Milchbube!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Abg. Mag. Molterer – in Richtung des sich zum Rednerpult begebenden Abg. Dr. Pirklhuber –: Ein weiterer Milchbube!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und er wird weiter steigen!
Der Milchpreis lag in Österreich in etwa bei 25 Cent, und jetzt liegt er im Durchschnitt in etwa bei 33 Cent. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und er wird weiter steigen!) Das ist eine Tendenz, die positiv ist, ein notwendiges Signal für die Bauern. Auch das heutige Marktordnungsgesetz für die Bauern ist ein solches, getreu dem Prinzip: Jeden Euro, der in Brüssel für die österreichischen Bauern zur Verfügung steht, den holen wir ab und den zahlen wir aus.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
ungeheuerlich. Das ist nicht fair und nicht in Ordnung. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!
Man wusste genau, dass dies am 25. März, also heute, im Plenum mehrheitlich angenommen wird, hat aber gegen den Beschluss des Ausschusses gehandelt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt es also nicht?
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Präsident! Hohes Haus! Ich ersuche Sie dringend, sich in Ihren Wortmeldungen nicht lediglich auf Zeitungsmeldungen zu beziehen, sondern Fakten widerzuspiegeln! (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt es also nicht?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Werturteil! – Abg. Dr. Spadiut: Das werde ich doch wohl sagen dürfen!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Kollege Spadiut! Ich glaube, das ist ein Sachverhalt, der tatsächlich nicht berichtigbar ist. Das ist eine Argumentation, die man natürlich vertreten kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Werturteil! – Abg. Dr. Spadiut: Das werde ich doch wohl sagen dürfen!) – Ja, das können Sie in einem zweiten Redebeitrag machen.
Sitzung Nr. 60
Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie nicht zugehört?
Abgeordneter Mag. Ewald Stadler (BZÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Frau Kollegin Jarmer, bisher gibt es nur eine Fraktion, die dieses Thema parteipolitisch genutzt hat – und ich behaupte: ausgenutzt hat, meine Damen und Herren –: Ihre eigene Fraktion. (Abg. Mag. Steinhauser: Na, na, na! Blödsinn!) – Na selbstverständlich! (Abg. Mag. Steinhauser: Unsinn!) Alle anderen Fraktionen haben sich bisher zurückgehalten, auch in der öffentlichen Debatte, meine Damen und Herren. (Abg. Mag. Steinhauser: Ihr wart untätig! Untätigkeit und Zurückhaltung ist nicht das Gleiche!) Ihre eigene Fraktion war es! Tun Sie bitte nicht so, als ob die Missbrauchsfälle an Behinderten, die Sie genannt haben, auch noch der Kirche vorzuwerfen wären. Der überwiegende Teil davon findet in öffentlichen Heimen statt. Das ist bedauerlich genug und dramatisch genug. (Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie nicht zugehört?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich warne davor, das Missbrauchsthema dazu zu missbrauchen, Kirchenpolitik machen zu können: Die einen ... (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Na ja, gerade daher kommt der Ton! Die einen, um gegen die Kirche anzutreten wie dereinst Voltaire – Macht sie nieder, die Schändliche!, hat Voltaire gesagt; in der Tradition stehen sie –, und die anderen, die kirchenintern Politik treiben wollen, und das war ja sehr verräterisch: Herr Schermann ist heute schon zitiert worden – ich weigere mich zu sagen: Hochwürden Schermann.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Die Länder mit den höchsten Abgabenquoten, nämlich die skandinavischen Länder, halten sich in der Krise relativ gut. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Sie haben teilweise 50 Prozent Steuer- und Abgabenquote. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sinnvolle Abgaben!) Dass die Schweiz eine niedrige Steuer- und Abgabenquote hat, ist historisch begründet, aber auch dadurch, dass neben dem Bund auch die Kantone und die Gemeinden sehr unterschiedlich hohe Steuern einheben (Abg. Dr. Lichtenecker: Die Slowakei hat auch eine niedrige!), die nicht in diese Steuerquote eingerechnet werden können, die für den Bund verlautet wird, weil sie eben sehr unterschiedlich sind. (Abg. Scheibner: Das ist eh vernünftig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sinnvolle Abgaben!
Die Länder mit den höchsten Abgabenquoten, nämlich die skandinavischen Länder, halten sich in der Krise relativ gut. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Sie haben teilweise 50 Prozent Steuer- und Abgabenquote. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sinnvolle Abgaben!) Dass die Schweiz eine niedrige Steuer- und Abgabenquote hat, ist historisch begründet, aber auch dadurch, dass neben dem Bund auch die Kantone und die Gemeinden sehr unterschiedlich hohe Steuern einheben (Abg. Dr. Lichtenecker: Die Slowakei hat auch eine niedrige!), die nicht in diese Steuerquote eingerechnet werden können, die für den Bund verlautet wird, weil sie eben sehr unterschiedlich sind. (Abg. Scheibner: Das ist eh vernünftig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Das Spital ist der letzte Punkt in der Kette. Jeder, der einmal im Spital war, weiß, dass er eigentlich nicht im Spital sein möchte. Ich habe noch nie einen Patienten gesehen, der gesagt hat, es ist super, im Spital zu sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sollte auch für uns hier gelten!
Ich sage, der Nationale Aktionsplan für Ernährung ist gut gemeint, aber er greift eindeutig zu kurz, weil gerade die Bewegung nur mit ein, zwei Sätzen erwähnt ist. Ich denke, Bewegung und Ernährungsverhalten sind so untrennbar miteinander verbunden, und einer der Experten im letzten Ausschuss hat es ja auf den Punkt gebracht. Der hat gesagt: 30 Prozent weniger essen und 70 Prozent mehr bewegen. Das ist zwar sehr plakativ, aber sagt letztendlich sehr viel aus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sollte auch für uns hier gelten!) – Genau, Herr Kollege Pirklhuber, für uns sicher auch.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ganz wichtig!
Dann geht es um die Umsetzung dieser Maßnahmen, zum Beispiel die gesunde Schuljause (Abg. Dr. Pirklhuber: Ganz wichtig!), die angesprochen wurde. Es gibt auch hier bereits Programme vom Lebensministerium. Schulmilch-, Schulobstprogramme und zuckerarme Getränke sollten unbedingt in unseren Schulen angeboten werden. Das funktioniert zum Teil schon ganz gut in vielen Projekten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Fertig ist er noch nicht, es ist ein Entwurf!
Abgeordneter Oswald Klikovits (ÖVP): Herr Präsident! Hohes Haus! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Mit diesem Nationalen Aktionsplan für Ernährung haben wir endlich jetzt auch ein amtliches Handbuch in Händen, wie wir bei Einhaltung auch tatsächlich ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Fertig ist er noch nicht, es ist ein Entwurf!) Es ist noch nicht fertig, es ist der Entwurf, ja, aber wir haben ein Dokument in Händen, und wenn wir uns daran halten, dann wissen wir auch, dass wir ganz gesund sterben können.
Sitzung Nr. 62
Abg. Mag. Korun: Genau ...! – Zwischenruf der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Lichtenecker. – Abg. Grillitsch: Wollen Sie das nicht? Frau Lichtenecker will das nicht!
Abgeordneter August Wöginger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Bundesminister, bei Treibstoffen wie Erdöl und Erdgas gibt es immer wieder große Preisschwankungen, die die Konsumenten stark belasten. Das Ziel muss also sein, sich von Öl und Gas unabhängiger zu machen. (Abg. Mag. Korun: Genau ...! – Zwischenruf der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Lichtenecker. – Abg. Grillitsch: Wollen Sie das nicht? Frau Lichtenecker will das nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Keine ... und erneuerbare Energien für Österreich!
Sie sehen, der Ölpreis steigt momentan wieder. In Österreich besteht eine unglaubliche Abhängigkeit von Öl und Gas, das teilweise aus Krisengebieten stammt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Keine ... und erneuerbare Energien für Österreich!) Mein Ziel ist ein energieautarkes Österreich, damit wir möglichst unabhängig von der Energieversorgung aus dem Ausland werden, möglichst viel Energie im eigenen Land erzeugen und nicht ständig von derartigen Preisschwankungen abhängig sind. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Also noch einmal die Frage: Werden Sie dafür sorgen, dass die Bundesregierung die Verfassung einhält? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wann? Uhrzeit?
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrte Frau Abgeordnete, ich habe gerade erklärt, dass sowohl die ÖBB als auch die Bauern eine Nachdenkpause vereinbart haben und in den nächsten Monaten weiter über das Projekt reden wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wann? Uhrzeit?) Daher werde ich jetzt diesen Gesprächen nicht vorgreifen. Es macht Sinn, dass sich die Beteiligten zusammensetzen und vielleicht ein gemeinsames Projekt entwickeln. – Danach entscheidet die Behörde. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Genau das passt ja nicht!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, das, was Sie ausgeführt haben, zeigt ja gerade das, was wir vorhin diskutiert haben: Wenn Bauern ein Zusatzeinkommen lukrieren, wie zum Beispiel aus der Direktvermarktung, dann leisten sie auch mehr Abgaben. Das passiert ja. (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau das passt ja nicht!) Das unterstreicht ja nur, dass das System funktioniert, dass es richtig ist und auch Sinn ergibt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Krankheit!
Ich glaube, man sollte schon einmal ganz klar feststellen: Wenn jemand im Zivilberuf zum Beispiel Koch ist, dann kann er auch beim Bundesheer als Koch dienen oder bei einer Sozialeinrichtung mithelfen, oder wenn jemand im Zivilberuf als Kellner tätig und dann untauglich ist. Also ich kann das nicht ganz verstehen. Aus meiner Sicht wäre es sehr wichtig, dass man auch ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Krankheit!) Bitte? (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheitliche Probleme!) – Man sollte das einmal genau hinterfragen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheitliche Probleme!
Ich glaube, man sollte schon einmal ganz klar feststellen: Wenn jemand im Zivilberuf zum Beispiel Koch ist, dann kann er auch beim Bundesheer als Koch dienen oder bei einer Sozialeinrichtung mithelfen, oder wenn jemand im Zivilberuf als Kellner tätig und dann untauglich ist. Also ich kann das nicht ganz verstehen. Aus meiner Sicht wäre es sehr wichtig, dass man auch ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Krankheit!) Bitte? (Abg. Dr. Pirklhuber: Gesundheitliche Probleme!) – Man sollte das einmal genau hinterfragen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Als Vater, selbst bei der Polizei tätig, sagt man dem Burschen: Du musst den Grundwehrdienst machen, sonst hast du im Staatsdienst keine Chance! Du redest auf das Kind ein wie auf ein krankes Ross, aber das Kind hört nicht darauf. Es lässt sich von Kollegen auf der Zugfahrt nach Innsbruck überreden, die sagen: Wir gehen alle zum Zivildienst! – Aber ich rechne ihm das nicht negativ an, und zwar deshalb, weil er fix zur Rettung wollte. Er ist ein sehr hilfsbereiter und sehr sozialer Mensch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Er hat gesagt, dass er so die Chance hat, bei der Rettung einzusteigen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch kein Fehler!
Und jetzt komme ich darauf, warum ich denke, dass man Fehler revidieren können muss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch kein Fehler!) Das kann dem Burschen doch nicht sein Leben lang nachhängen, denn er hat niemanden umgebracht, und auch sonst ist nichts passiert. Im Gegenteil, er hat geholfen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wirklich?
Herr Kollege Pirklhuber hat in seiner Rede auch davon gesprochen, dass wir Abgeordnete im Petitionsausschuss nicht die Fachexpertinnen, die Fachabgeordneten sind. Das stimmt, das ist richtig, aber ich denke, dass wir uns doch anhand der Stellungnahmen der Ministerien, die ja sehr gut begründet sind, ein gutes Bild über die Sachlage machen können. Wir von der SPÖ – das nehme ich auch von den anderen Parteien an – halten ja auch immer Rücksprache mit den Fachabgeordneten in den einzelnen Fachausschüssen, sodass das ein rundes Bild ergibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wirklich?) Ja, wir machen das schon, ich hoffe, Sie machen das auch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Über jede einzelne Petition habt ihr geredet?) So kann man sich vorher ein gutes Bild über die einzelnen Petitionen machen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Über jede einzelne Petition habt ihr geredet?
Herr Kollege Pirklhuber hat in seiner Rede auch davon gesprochen, dass wir Abgeordnete im Petitionsausschuss nicht die Fachexpertinnen, die Fachabgeordneten sind. Das stimmt, das ist richtig, aber ich denke, dass wir uns doch anhand der Stellungnahmen der Ministerien, die ja sehr gut begründet sind, ein gutes Bild über die Sachlage machen können. Wir von der SPÖ – das nehme ich auch von den anderen Parteien an – halten ja auch immer Rücksprache mit den Fachabgeordneten in den einzelnen Fachausschüssen, sodass das ein rundes Bild ergibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wirklich?) Ja, wir machen das schon, ich hoffe, Sie machen das auch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Über jede einzelne Petition habt ihr geredet?) So kann man sich vorher ein gutes Bild über die einzelnen Petitionen machen.
Sitzung Nr. 64
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Defizite in ungeahnter Höhe in der Europäischen Union, in den USA beispielsweise müssen doch alle munter machen, die immer nach dem Staat rufen. Wir müssen die Schulden senken (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und die Staaten müssen wieder das tun, was sie zu tun haben: Regulative gestalten, aber nicht direkt in die Wirtschaft eingreifen, denn das führt letztlich nicht zum gewünschten Erfolg, meine Damen und Herren. (Zwischenruf der Abg. Mag. Wurm.)
Sitzung Nr. 66
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch die Kleinen!
Ich möchte zwei Beispiele dafür anführen, was ich meine, das vielleicht nicht richtig ist. Zum einen: die Großindustrie zu verteufeln, wie das gemacht worden ist, weil sie keine Steuern zahlt, weil sie transferiert. – Ich bin kein Vertreter der Industrie, ich bin Arbeitnehmer, und ich überlege, was diese Großindustrie an Arbeitsplätzen schafft, was sie an Arbeitsplätzen sichert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch die Kleinen!) – Auch die kleinen Unternehmen, aber die Großindustrie ist verteufelt worden. Da muss ich schon sagen, man sollte gerecht sein und auch berücksichtigen, welche Leistungen hier erbracht werden. Seien wir froh, dass wir in Österreich Großindustrie haben, seien wir froh, dass wir eine Industrie haben, die auch viele Klein- und Mittelbetriebe als Zulieferer beschäftigt! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich ein guter!
Ein Vierzeiler zum Schluss, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich ein guter!) – Ja, lieber Kollege, ich hoffe, dass er gut ist. (Abg. Weinzinger: Aber noch einmal: Euer Budgetsprecher hat gesagt, dass bei uns Schulden gemacht werden für Konsumation und nicht für Investitionen!) – Okay, das besprechen wir nachher, Kollege Weinzinger.
Abg. Dr. Pirklhuber: Kassasturz!
Ich erinnere mich noch an Zeiten eines Nulldefizites eines Herrn Finanzministers. Wie hat er doch gleich geheißen? Der hat das Defizit des Budgets ordentlich reduziert, allerdings mit dem Ausverkauf sämtlicher Dinge, die Österreich irgendwann einmal besessen hat. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kassasturz!) Da frage ich mich schon, was klüger ist und was weniger klug ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Exportsubventionen!
Ich möchte ganz kurz noch etwas zum Thema Landwirtschaft sagen. Es ist schon ein Wahnsinn, was da passieren soll – da bin ich beim Kollegen Pirklhuber –: Wie soll da eingespart werden? Aber eines, Kollege Pirklhuber: Die Agrarsubventionen wegtun, also da würden wir uns ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Exportsubventionen!) – Die Exportsubventionen wegtun, da würden wir uns massiv ins eigene Knie schießen. Das, glaube ich, kann so nicht gemeint gewesen sein.
Sitzung Nr. 67
Abg. Dr. Pirklhuber: Das glaubt ihr doch selbst nicht!
Ich bin für die Verlängerung des Assistenzeinsatzes, weil dieser eine wichtige sicherheitspolitische Aufgabe im Burgenland und in Niederösterreich erfüllt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das glaubt ihr doch selbst nicht!) Sie sind in einer qualifizierten Minderheit! Wir haben eine Zustimmung von über 80 Prozent der Bevölkerung für diesen Assistenzeinsatz
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Demjenigen, der im Lichte des Verfassungsrechts debattiert, zu unterstellen, dass er für Kriminelle eintritt, das kennt man, das ist ein bewährtes Muster. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und ich danke dafür, dass bei einigen wenigen die Klarstellung gelungen ist, dass es gilt zu unterscheiden, ob ein Gesetz verfassungswidrig ist oder nicht, die Argumente, die für die Verfassungswidrigkeit sprechen, anzuhören und nicht demjenigen, der sie ausspricht, Böswilligkeit zu unterstellen. Das nur nebenbei.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!
Abgeordneter Dr. Johannes Jarolim (SPÖ): Herr Präsident! Frau Bundesministerin! Frau Staatssekretärin! Nur kurz eine Ergänzung: Ich meine, was die Hypo Alpe-Adria betrifft, so ist der Auftritt der Justiz und der Behörden dort sicherlich alles andere als ein Ruhmesblatt, aber ich denke, dass wir jetzt doch eine gewisse Dynamik hineinbekommen (Abg. Öllinger: Welche?), auch durch die Vorgabe der bayerischen Behörden (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!), um hier auch entsprechend Gas zu geben. (Abg. Öllinger: Gott sei Dank gibt es Bayern!)
Sitzung Nr. 69
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich danke für Ihren Einsatz! Es ist dringend notwendig, in diesem Bereich Initiativen zu starten. Wir brauchen aber auch in der Europäischen Union eine Mehrheit. – Danke für diese Entschließung. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 73
Abg. Dr. Pirklhuber: Genau!
Es darf aber nicht verschwiegen werden, dass sich in letzter Zeit die Umstände in Europa und international in Bezug auf Kernenergie verändert haben. Bestehende Kernkraftwerke werden länger betrieben, oftmals wird sogar die Leistung alter Atomkraftwerke erhöht. Staaten wie Italien oder jüngst Schweden haben den Ausstieg vom Ausstieg beschlossen. Das ist eine Entwicklung, die wir bedauerlicherweise zur Kenntnis nehmen müssen. (Abg. Mag. Brunner: Eben nicht!) Das bedeutet aber auch, dass wir entsprechend reagieren müssen. Wir müssen alle gemeinsam für maximale Sicherheit eintreten, und zwar durch die Schaffung und Weiterentwicklung von Sicherheitsstandards – dies vor allem auf europäischer Ebene. Als besonders wichtig erachte ich auch die konsequente Kontrolle dieser Sicherheitsparameter auf europäischer Ebene. (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, es wundert uns nichts!
Sehr geehrte Damen und Herren! Es wird Sie nicht wundern (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, es wundert uns nichts!), dass meine Heimatregion, das Waldviertel, sich als erste Region das Ziel gesetzt hat, energieautark zu werden. Wir haben in diesem Zusammenhang bereits viele Projekte umgesetzt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Hannes Weninger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Außenminister! Hohes Haus! Kollege Lutz Weinzinger, um bei Bruno Kreisky zu bleiben: Lernen S´ Geschichte! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um Milliarden für die Atomindustrie!
Daher, meine sehr geehrten Damen und Herren, geht es um hohe und verbindliche Sicherheitsstandards, es geht um die Wahrung der österreichischen Sicherheits- und Umweltinteressen sowie um die Durchsetzung grenzüberschreitender Bürgerrechte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um Milliarden für die Atomindustrie!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir wissen auch, dass es überall dort, wo der Rohstoff Uran gefunden und gehoben wird, grundsätzlich sehr korrupt und manchmal auch sehr kriegerisch zugeht – Beispiel Kongo. Es ist also nicht unbedingt eine friedensstiftende Technologie. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 74
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
habe mir gedacht: Nach so vielen Jahren gibt es endlich einen Minister – sogar aus der ÖVP –, der weiß, worauf es ankommt im Umweltbereich. Endlich ein Minister, der die Dinge angeht, der sich auch gegen innere Widerstände in der ÖVP durchsetzt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Endlich einer, der weiß, was in der Umweltpolitik zu tun wäre.
Beifall beim BZÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf Abg. Grosz weisend –: ... Autofahrer!
Sie wissen ganz genau – und meine Vorredner haben es alle gesagt –, dass der Pkw-Verkehr in Österreich nur zu 15 Prozent Feinstaubverursacher ist. Das heißt, Sie schütten das Kind mit dem Bade aus. Noch einmal, zum Zuhören: Der Pkw-Verkehr ist nur zu 15 Prozent Feinstaubverursacher, und Sie machen ein Gesetz, in dem Sie sich ausschließlich auf diese 15 Prozent der Feinstaubverursachung konzentrieren, und gaukeln Gott und der halben Welt vor, dass damit in Österreich das Feinstaubproblem gelöst wäre. (Beifall beim BZÖ. – Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber – auf Abg. Grosz weisend –: ... Autofahrer!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie verstehen es nicht!
Warum fällt Ihnen nicht auf, dass das derart widersprüchlich ist? Ein kleiner Entschließungsantrag, okay, wird unterstützt. Aber was dann, wenn es darum geht, eine Meinung dazu zu äußern, ob man als österreichischer Nationalrat zu diesen Tiefseebohrungen der Bundesregierung eine Position mitgeben möchte, wenn dieses Thema im Rahmen der Europäischen Union zur Diskussion steht? Unsere Position ist: 200 Meter sind genug, alles, was darunter ist, gehört international untersagt und verboten! – Warum lehnen Sie das ab? Erklären Sie mir, warum Sie das ablehnen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie verstehen es nicht!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
ter mit diesem absurden Argument „Eine gute Ölheizung ist immer noch besser als eine schlechte Ölheizung!“ (Abg. Dr. Lichtenecker: Unglaublich!) Ich sage Ihnen, keine Ölheizung, Pelletskessel, Solarenergie, das ist die einzige Alternative. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum machen wir in Österreich weiter wie bisher?
Da bin ich zu jeder Diskussion bereit, und ich hoffe, dass wir auch in Sachen Förderungspolitik etwas zusammenbringen. Wenn man sich anschaut, dass weltweit ein Viertel der staatlichen Förderungen in fossile Technologien geht, dann ist das verrückt, schlicht und ergreifend verrückt! Ich bin da absolut zu jeder Diskussion bereit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum machen wir in Österreich weiter wie bisher?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, so etwas haben wir nicht! Aber Baumwolle! Naturfaser!
Wenn Sie den Ausstieg aus der Erdölindustrie wirklich forcieren würden, würden Sie hier nicht einmal mehr ein Feigenblatt am Körper haben! (Beifall bei der FPÖ.) Außer Sie sagen: Meine Kleidung ist aus Seide. – Dann kann ich nur sagen: Der arme Schmetterling, dem Sie seine Hülle, seinen Kokon, genommen haben! (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, so etwas haben wir nicht! Aber Baumwolle! Naturfaser!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bitte, dann vorlesen!
Wir sind natürlich auch gegen Nabucco, wir sind gegen die Atomkraft, wir sind für den Ausbau der erneuerbaren Energien – no na net, das ist hier jeder! Daher sind diese Punkte in Ihrem Antrag durchaus Selbstverständlichkeiten. Sie bergen aber auch eine große Gefahr in sich, weil Sie viele Dinge drinnen haben, die wir so nicht unterstützen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bitte, dann vorlesen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Da sind wir einer Meinung!
Ich zitiere: In Ihrem Antrag steht auch der „Baustopp für in Planung befindlichen Autobahnen und Schnellstraßen“ drin. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Da sind wir einer Meinung!) Wissen Sie, was das bedeutet? – Das muss man auch im Licht des letzten Antrags aus der Juni-Sitzung sehen, den Sie eingebracht haben. Ich lese einmal vor, welche Straßenprojekte es sind, die Sie hier meinen: Sie meinen den „Linzer Westring Süd“, den „Linzer Westring Teil Urfahr“ (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... halbe Milliarde!), zum Beispiel „Kaisermühlen–Kaiserebersdorf“, „Bosrucktunnel 2. Röhre“, „Unterweitersdorf–Freistadt“, wo ich herkomme, wo die Bagger schon fahren – Gott sei Dank fahren dort auch schon die Bagger (Abg. Dr. Pirklhuber: ... keine Planung!) –, „Judenburg–St. Georgen“, „Scheifling–Friesach“, „Dobersdorf–Heiligenkreuz“ und so weiter.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... keine Planung!
Ich zitiere: In Ihrem Antrag steht auch der „Baustopp für in Planung befindlichen Autobahnen und Schnellstraßen“ drin. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Da sind wir einer Meinung!) Wissen Sie, was das bedeutet? – Das muss man auch im Licht des letzten Antrags aus der Juni-Sitzung sehen, den Sie eingebracht haben. Ich lese einmal vor, welche Straßenprojekte es sind, die Sie hier meinen: Sie meinen den „Linzer Westring Süd“, den „Linzer Westring Teil Urfahr“ (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... halbe Milliarde!), zum Beispiel „Kaisermühlen–Kaiserebersdorf“, „Bosrucktunnel 2. Röhre“, „Unterweitersdorf–Freistadt“, wo ich herkomme, wo die Bagger schon fahren – Gott sei Dank fahren dort auch schon die Bagger (Abg. Dr. Pirklhuber: ... keine Planung!) –, „Judenburg–St. Georgen“, „Scheifling–Friesach“, „Dobersdorf–Heiligenkreuz“ und so weiter.
Abg. Dr. Pirklhuber: In Oberösterreich machen wir es viel ambitionierter!
Ja, ich bin für einen Ausstieg aus dem Öl, und zwar step by step, also sicher und nachhaltig. In diesem Bereich müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten. (Abg. Dr. Pirklhuber: In Oberösterreich machen wir es viel ambitionierter!) – Genau! Überzeugungsarbeiten auch bei den Grünen, Herr Kollege Pirklhuber. Ich kann mich noch genau erinnern: 1996, Wasserkraftwerk Lambach. Die Grünen haben massivst dagegen gewettert und das ganze Projekt boykottiert. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja dann tun wir das doch!
Es wird eine der zentralen Herausforderungen sein, die nötigen Energieressourcen aus beträchtlich mehr erneuerbarer Energie im Sinne der Klimaschutzziele bereitzustellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja dann tun wir das doch!) Alle rechtlichen und sonstigen Barrieren, die einem Ausbau von nachhaltiger Versorgung mit erneuerbarer Energie entgegenstehen, sind zu beseitigen. Wir brauchen ein ganzes Bündel an rechtlichen Maßnahmen auf vielen verschiedenen Ebenen, um die Abhängigkeit vom Öl drastisch zu reduzieren. Der vorliegende Antrag der Regierungsparteien enthält sehr konkrete, wichtige Punkte in diese Richtung. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben offensichtlich nicht verstanden, worum es im Antrag geht!
Ein Punkt, der auch noch enthalten ist: Man setzt mit Autobahnen, Pipelines und fossilen Kraftwerken weiter auf Öl, Gas und Kohle. – Na ja, Autobahnen an und für sich sind ja nicht an das Öl gebunden, sondern sind einfach Transportwege. Man kann auch mit einem Elektromobil auf einer Autobahn fahren, wenn es sein muss. Man braucht Pipelines ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben offensichtlich nicht verstanden, worum es im Antrag geht!) – Nein, das ist, bitte, euer Antrag.
Abg. Mag. Kogler: Jawohl! – Abg. Dr. Pirklhuber: Wo bleibt die Bereitschaft zu Konsequenzen?
Bei den Maßnahmen wird es dann interessant: Abschaffung aller Subventionen aus Steuergeld für die Ölwirtschaft, insbesondere die Streichung ... (Abg. Mag. Kogler: Jawohl! – Abg. Dr. Pirklhuber: Wo bleibt die Bereitschaft zu Konsequenzen?) – Ja, wenn wir darauf setzen ... Oder umgekehrt: Wenn die Tiroler und der Wirtschaftsminister noch immer Ölheizungen fordern, dann sagen wir: Das ist veraltet, darüber sollten wir eigentlich längst hinweg sein.
Abg. Dr. Pirklhuber: Da lacht selbst der Präsident!
Wenn Sie sensible Themen wirklich seriös behandeln wollen, dann schauen Sie sich nicht nur die grüne Seite an, sondern schauen Sie sich einmal „www.unzensuriert.at“ an. Dort werden Themen ordentlich behandelt. Das können Sie im Internet nachlesen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da lacht selbst der Präsident!) – Der freut sich, denn der weiß nämlich, was drinnensteht! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auf Initiative der Grünen haben sie in Deutschland frühzeitig ein Gesetz für erneuerbare Energien beschlossen!
Als er ihn gefragt hat, wo er denn den Strom hernehmen will, hat Herr Fischer nichts Besseres zu antworten gewusst, als auf die Steckdose zu zeigen und zu sagen: Da kommt der Strom heraus. – Wie der da jedoch hineinkommt, das hat er nicht sagen können. Das also ist grüne Politik mit „Weitblick“, meine Damen und Herren! Darauf können wir gerne verzichten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auf Initiative der Grünen haben sie in Deutschland frühzeitig ein Gesetz für erneuerbare Energien beschlossen!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, das ist unverantwortlich der eigenen Bevölkerung gegenüber, die unter der zunehmenden Kriminalität und vor allem unter den Folgen einer langanhaltenden Wirtschaftskrise leidet! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... „nicht artgerechte“ Menschenhaltung!
Ein weiterer Punkt, der, finde ich, kleinlich gelöst wird, ist die Frage der Bewegung im Freien. Diese ist nicht vorgesehen. Jetzt muss man wissen, dass auch im Strafvollzug Bewegung im Freien vorgesehen ist, weil das natürlich sinnvoll ist. Das Argument „Er bewegt sich ohnehin im Freien, wenn er zum Arbeitsplatz fährt“ finde ich kleinlich, zumal das ganz unterschiedliche Distanzen sein können. Bewegung im Freien ist sinnvoll, sie ist gesund (Abg. Dr. Pirklhuber: ... „nicht artgerechte“ Menschenhaltung!), und sie sollte auch möglich sein. Ich glaube, da sollte man in diesem Sinn auch vernünftig sein und das mittelfristig novellieren, weil es meiner Ansicht nach ein bisschen ängstlich ist.
Sitzung Nr. 77
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich habe schon die längste Zeit das Bedürfnis, mit Ihnen, Herr Finanzminister, einmal Ihre Definition von Leistung oder Leistungsträger zu diskutieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Welche Leistung ist es denn eigentlich, Begünstigter einer Stiftung zu sein? (Abg. Krainer: Geboren werden!) Was muss man dafür können? Welche besonderen Fähigkeiten muss man haben, dass man für die Erträge so viel weniger
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Alle Mitglieder der Bundesregierung sind gefordert, sich einzubringen. Aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips im Ministerrat ist ein komplexer Vorbereitungs- und Verhandlungsprozess erforderlich, der auch gründlich durchgeführt werden soll. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Die Vorarbeiten dazu laufen mit Hochdruck in den Ministerien. Ich komme dann in der konkreten Beantwortung der Fragen noch auf einzelne Punkte zurück.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon diskutiert!
Wie ich bereits mehrfach betont habe, ist die Bundesverfassung der Maßstab meines Handelns. Ich muss mich zu ihrer Einhaltung nicht durchringen. Im Gegenteil! Ich richte mich uneingeschränkt nach ihr. (Beifall des Abg. Hörl.) Lassen Sie mich deswegen auch detailliert ausführen! Die Bundesverfassung sieht seit 1929 vor, dass die Bundesregierung zehn Wochen vor Ablauf des Finanzjahres, also am 22. Oktober, dem Nationalrat den Entwurf eines Bundesfinanzgesetzes vorzulegen hat. Mit der Haushaltsrechtsreform 1986 wurde diese Bestimmung wesentlich geändert und ergänzt, und zwar insbesondere im Hinblick auf die genannte Fristsetzung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon diskutiert!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Notwendigkeit bestreiten wir!
Diese Bestimmungen gelten auch im Rahmen der Haushaltsrechtsreform 2009 weiterhin. (Abg. Mag. Kogler: Halten Sie sich an die Verfassung!) Die Verfassung selbst enthält also ausdrücklich Bestimmungen für den Fall, dass von der Bundesregierung eine Fristüberschreitung als notwendig erachtet wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Notwendigkeit bestreiten wir!) Hiernach kann die Bundesregierung einen Antrag auch nach der in der Verfassung genannten Frist vorlegen, allerdings liegt es dann am Nationalrat zu bestimmen, ob dieser Regierungsentwurf in Behandlung genommen wird.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ihre Interpretation!
Was das Budgetbegleitgesetz betrifft, sieht die Verfassung im Übrigen keinerlei Frist vor. (Abg. Strache: Das sehen der Herr Bundespräsident und der Verfassungsgerichtshofpräsident anders!) Da viele grundlegende Entscheidungen für die nächsten Jahre im Budgetbegleitgesetz zu treffen sein werden (Abg. Kickl: Weniger Juristerei, mehr Ökonomie!), besteht selbst bei strengster Sichtweise kein Zweifel daran, dass sich die Bundesregierung auf dem Boden der Verfassung bewegt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ihre Interpretation!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Vom Minister kam nichts Neues!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Na ja, das Problem ist, dass ich im Laufe dieser Dringlichen der Grünen immer müder und müder geworden bin, weil einfach nichts Neues kam. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vom Minister kam nichts Neues!) Das haben wir schon gehört, als wir uns zur Sondersitzung getroffen haben. Ich habe erwartet, dass es Vorschläge gibt, ich habe mir gedacht, dass es wenigstens einen Abriss eines eigenen Budgetentwurfes gibt, aber es war eigentlich das gleiche Jammern und Lamentieren, wie wir es das letzte Mal bei der Sondersitzung hier auch hatten. (Abg. Strache: Hat die Rede der Kollege Jarolim geschrieben? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: ... schlechte Demokraten ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht nicht! Um 15 Uhr wäre sich das nie ausgegangen!
Abgeordneter Dietmar Keck (SPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wären heute nicht die Dringliche der Grünen und die kurze Debatte gewesen, dann hätte der Tagesordnungspunkt Petitionen um 15 Uhr stattgefunden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das geht nicht! Um 15 Uhr wäre sich das nie ausgegangen!) Das heißt, dieser Punkt wäre einmal zu einer Zeit behandelt worden, die wirklich angemessen ist, denn früher wurden die Tagesordnungspunkte, die Petitionen zum Gegenstand hatten, in diesem Haus immer um etwa 23 Uhr oder 24 Uhr behandelt. Das heißt, es ist schon ein gewaltiger Fortschritt, dass wir es geschafft haben, dass der Tagesordnungspunkt, bei welchem Petitionen und Bürgerinitiativen behandelt werden, in der Tagesordnung wirklich einmal vorgezogen wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist die Lösung?
Wenn wir uns die Stellungnahmen des Finanzministeriums und des Sozialministeriums vom April 2010 anschauen, dann ist festzustellen, dass es darin wortidentisch heißt: Es wird „an einer baldigen und zufrieden stellenden Lösung“ für die Pensionistinnen und Pensionisten gearbeitet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist die Lösung?) Was haben wir jetzt? Es ist fast Oktober, und man hört nichts, und man sieht nichts!
Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!
Kollege Pirklhuber hat es schon angesprochen, dass das Recht der Bürger, eine Petition, nicht eine Bürgerinitiative, über einen Abgeordneten einzubringen, aus der Zeit der Monarchie stammt, als es nicht üblich war, dass der Bürger direkt an den Kaiser herantritt. Ich meine aber, dass die Zeiten der Monarchie nun längst vorbei sind. (Beifall beim BZÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Cap: Das war fast ein Schüttelreim!
Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Dr. Cap: Das war fast ein Schüttelreim!)
Sitzung Nr. 80
Abg. Dr. Pirklhuber stellt einen Schulsessel neben das Rednerpult.
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin Fekter! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! „Wir sind schockiert!“ (Die Rednerin hält ein Flugblatt in die Höhe.) – Das ist der Zettel, den ich heute in der Früh von Schülerinnen und Schülern des BORG 3 an der Eingangstüre erhalten habe. (Abg. Dr. Pirklhuber stellt einen Schulsessel neben das Rednerpult.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Unmenschlichkeit! Das ist unmenschlich, wie Sie argumentieren!
Es gibt hier klare Regeln: Wer in einem europäischen Land erstmalig „Asyl“ gesagt hat, muss dort sein Verfahren abwickeln, auch wenn es eine Mutter mit einem Baby betrifft. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Unmenschlichkeit! Das ist unmenschlich, wie Sie argumentieren!) Wenn die Mutter in Tschechien um Asyl angesucht hat, muss sie auch dort ihr Verfahren abwickeln. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das ist zutiefst inhuman!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Unmenschlich, wie Sie argumentieren!
Und daher, Frau Glawischnig, suggerieren Sie nicht den Menschen, es würde niemals mehr eine Mutter mit einem Kind in ein anderes Land fahren müssen! (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Ja, sicher!) Nein, Frau Glawischnig! Das ist eine Illusion. (Abg. Dr. Pirklhuber: Unmenschlich, wie Sie argumentieren!) Da machen Sie den Menschen falsche Hoffnung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Unmenschliche Gesetze!
Ich bin diejenige, die dafür zuständig ist, diese Gesetze zu vollziehen (Rufe bei den Grünen: Leider!), auch wenn sie schmerzhaft sind. Ich werde dafür Sorge tragen, dass wir diese Regeln auch einhalten (Abg. Dr. Pirklhuber: Unmenschliche Gesetze!), denn wir haben kein Chaos. Ganz im Gegenteil: Wir haben ein geordnetes Fremdenrecht (Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern!), wir haben rasche Asylverfahren (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Von wegen!) und wir haben europäische Solidarität.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern!
Ich bin diejenige, die dafür zuständig ist, diese Gesetze zu vollziehen (Rufe bei den Grünen: Leider!), auch wenn sie schmerzhaft sind. Ich werde dafür Sorge tragen, dass wir diese Regeln auch einhalten (Abg. Dr. Pirklhuber: Unmenschliche Gesetze!), denn wir haben kein Chaos. Ganz im Gegenteil: Wir haben ein geordnetes Fremdenrecht (Abg. Dr. Pirklhuber: Ändern!), wir haben rasche Asylverfahren (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Von wegen!) und wir haben europäische Solidarität.
Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!
Jetzt komme ich zu den Altfällen, jetzt komme ich zu den langen Verfahrensdauern für die Altfälle. Mit der Gründung des Asylgerichtshofes haben wir dem Verwaltungsgerichtshof die neuen Fälle entzogen – Gott sei Dank! Alle Fälle, die jetzt in den Medien auftauchen, hat die lange Verfahrensdauer durch den Verwaltungsgerichtshof verschuldet. Und ich verwende dieses Wort bewusst: verschuldet! (Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!) Es ist für mich unverständlich, warum der Verwaltungsgerichtshof für eine simple, formale Entscheidung – nicht inhaltlich! –, ob Österreich oder Ungarn zuständig ist, vier Jahre Zeit hat. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Weil er heillos überlastet ist!) Das Management dort beim Verwaltungsgerichtshof gehört überdacht. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie vertreten Unrecht!
Und, Frau Glawischnig, ich bekenne mich voll und ganz zu dem Satz: Recht muss Recht bleiben! Und zwar nicht als Einbahnstraße. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie vertreten Unrecht!)
Abg Dr. Pirklhuber: Ein schlechtes Gesetz!
Das heißt: Unser gutes Gesetz, das sehr viele humanitäre Aspekte mitberücksichtigt (Abg Dr. Pirklhuber: Ein schlechtes Gesetz!), unser gutes Gesetz gehört vollzogen, und zwar nicht nur streng, sondern auch human im Sinne des Gesetzes, wenn es für die Familien spricht. Durch dieses Hohe Haus – hiermit bedanke ich mich –, nämlich mit den Stimmen von ÖVP und SPÖ, ist es möglich geworden, dass der humanitäre Aufenthalt in allen Verfahren zu prüfen ist. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Dass Sie das Wort überhaupt hinausbringen!) Da sind die gesetzlichen Vorschriften ganz klar geregelt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die ist gegeben!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Frau Präsidentin! Hohes Haus! Ja, genau unsere Meinung: Recht muss Recht bleiben. Das ist richtig. Und daher schauen wir uns das Asylgesetz an, wo in § 10 klar steht, dass Ausweisungen dann unzulässig sind, wenn eine Verletzung von Artikel 8 der Menschenrechtskonvention gegeben ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die ist gegeben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wird ja nicht wahrgenommen!
Wenn Sie sich den Artikel 8 genau ansehen, dann sehen Sie, dass da steht, dass Art und Dauer des bisherigen Aufenthalts, die Frage, ob der bisherige Aufenthalt rechtswidrig war, tatsächliches Bestehen eines Familienlebens, Schutzwürdigkeit des Privatlebens, Grad der Integration (Abg. Dr. Pirklhuber: Wird ja nicht wahrgenommen!), strafrechtliche Unbescholtenheit et cetera zu berücksichtigen sind. In diesen beiden Fällen hätte auf diesen Artikel 8 Menschenrechtskonvention Rücksicht genommen werden müssen. Das wurde in der Vollziehung nicht getan. Daher ist beides nicht rechtskonform und rechtswidrig. Das muss man einmal in aller Deutlichkeit sagen, wenn hier die Diskussion über Vollzug und die Gesetze geführt wird. – Punkt eins.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja richtig!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren hier im Saal und auch an den Fernsehschirmen! Das Schicksal der Familie Komani, insbesondere die Bilder der Zwillinge Daniella und Dorentinya haben uns alle berührt und betroffen gemacht. Dieses Schicksal wäre nicht nötig gewesen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja richtig!) Schuld daran, dass es dazu kommen konnte, ist aber nicht die Rechtslage bei uns im Land, sondern schuld daran ist, dass eine sehr humanitär ausgerichtete Rechtslage nicht angewandt wurde. (Abg. Öllinger: Na, na, na! – Abg. Dr. Pirklhuber: Augen zu, Ohren zu ...!) Schuld ist mangelnde Sensibilität so mancher Behörden. Die 3 400 Fälle seit der letzten Änderung des Asylrechts, meine Damen und Herren, die 3 400 Fälle, in denen humanitäres Bleiberecht in der Zwischenzeit positiv angewandt wurde, sind doch der beste Beweis dafür, dass diese Gesetzeslage für jene, die sie brauchen, wirkt. Wenn man sie aber vonseiten einzelner Behörden nicht anwendet, dann ist selbst das beste Gesetz nicht in der Lage, menschlich zu wirken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Na, na, na! – Abg. Dr. Pirklhuber: Augen zu, Ohren zu ...!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Bundesministerin! Meine Damen und Herren hier im Saal und auch an den Fernsehschirmen! Das Schicksal der Familie Komani, insbesondere die Bilder der Zwillinge Daniella und Dorentinya haben uns alle berührt und betroffen gemacht. Dieses Schicksal wäre nicht nötig gewesen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja richtig!) Schuld daran, dass es dazu kommen konnte, ist aber nicht die Rechtslage bei uns im Land, sondern schuld daran ist, dass eine sehr humanitär ausgerichtete Rechtslage nicht angewandt wurde. (Abg. Öllinger: Na, na, na! – Abg. Dr. Pirklhuber: Augen zu, Ohren zu ...!) Schuld ist mangelnde Sensibilität so mancher Behörden. Die 3 400 Fälle seit der letzten Änderung des Asylrechts, meine Damen und Herren, die 3 400 Fälle, in denen humanitäres Bleiberecht in der Zwischenzeit positiv angewandt wurde, sind doch der beste Beweis dafür, dass diese Gesetzeslage für jene, die sie brauchen, wirkt. Wenn man sie aber vonseiten einzelner Behörden nicht anwendet, dann ist selbst das beste Gesetz nicht in der Lage, menschlich zu wirken. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... ist gültig!
Da aber Zweifel daran aufgetaucht sind, dass die vom Magistrat Steyr durchzuführende Prüfung korrekt war, möchte ich in Richtung der Abgeordneten Cap und Vilimsky Folgendes sagen: Der Bescheid des Bürgermeisters von Steyr war – ganz konkret – mangelhaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... ist gültig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ha, ha, ha!
Abschließend möchte ich sagen: Wer Schutz und Hilfe braucht, dem wird in Österreich geholfen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ha, ha, ha!) Unsere Frau Bundesministerin hat in einer schwierigen Zeit und in einer schwierigen Situation so gehandelt, wie es sich gehört. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Nun möchte ich zum Bericht des Finanzministers seitens unserer Fraktion etwas sagen. Es war richtig und klug, auf die entsprechenden Wirtschaftsprognosen zu warten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Die Wirtschaftsprognosen sind besser, als im Frühjahr und im Sommer zu erwarten war. Man geht davon aus, dass das Wachstum nächstes Jahr an die 2 Prozent betragen wird. Es war auch deswegen richtig, zu warten, weil sich herausgestellt hat, dass das Defizit nicht 4,5, sondern wahrscheinlich 4,1 Prozent betragen wird. Das bedeutet nach wie vor, dass man den Schuldenzuwachs natürlich reduzieren muss (Zwischenruf der Abg. Mag. Karin Hakl), aber es ist eine andere wirtschaftliche Gesamtsituation. Und es wäre unverantwortlich, wenn man darauf nicht Rücksicht nehmen würde, wenn jetzt die Frage diskutiert wird, wie man das künftige Budget zu gestalten hat.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es geht nicht darum, die Wasserkraft schlechtzumachen. Die Wasserkraft hat in Österreich einen wichtigen Bestand und wird auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen, aber der einseitige Ausbau der Wasserkraft wird uns aus dem energiepolitischen und klimapolitischen Desaster sicher nicht herausholen. Einzelne Kleinwasserkraftwerke: ja, erneuerbare Energie: unbedingt. Wir brauchen mehr erneuerbare Energie, wir brauchen unbedingt das Ökostromgesetz, das wieder zur Verhandlung beziehungsweise zur Novellierung ansteht, und es geht darum, hier einen Mix (Abg. Dr. Bartenstein: ... was die Deutschen zahlen?) zu finden über alle Energieträger hinweg. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Bartenstein: ... Milliarden €! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich kenne die deutschen Zahlen sehr wohl, ich kenne auch die Diskussion in Deutschland. (Abg. Dr. Bartenstein: ... Milliarden €!) – Bitte? (Abg. Dr. Bartenstein: ... Milliarden €! – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Herr – ehemaliger Energieminister – Bartenstein, ich kenne die Diskussion dort sehr wohl. Ich kenne auch den Stand zum Ökostromgesetz in Deutschland, einem Gesetz, das Sie bei uns verhindert haben. Sie haben den Ökostrom-Stillstand in Österreich auch verursacht. Ich finde das unerträglich. Österreich hat so gute Voraussetzungen, was erneuerbare Energie angeht, bessere als jedes andere Land in Europa. Wir haben bessere Firmen als jedes andere Land in Europa, daher bessere Bedingungen und Chancen auch für Jugendliche und junge Menschen in Österreich, in diesen Zukunftsbereichen zu arbeiten. Das blockieren Sie, das blockieren Sie, und ich verstehe überhaupt nicht warum.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Sparkasse!
Abgeordneter Mag. Peter Michael Ikrath (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Werte Kolleginnen und Kollegen! Auch ich bin der Meinung, dass es natürlich sehr wichtig ist, die energiepolitische Seite anzuschauen. Ich werde daher zeigen (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Sparkasse!), dass wir gerade mit der Kapitalerhöhung in dieser Hinsicht extrem viel in Bewegung setzen können. Aber es ist das zweifellos nur ein Aspekt. Da geht es schon um viel mehr, Frau Kollegin. Ich weiß, dass die Grünen immer wieder eine sehr einseitige Sichtweise bei Energiethemen an den Tag legen. (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.)
Sitzung Nr. 81
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!
Ich möchte es deshalb heute einmal ganz anders versuchen. Ich möchte es ganz anders versuchen und frage Sie: Sind wir uns hier im Hause darüber einig, dass jemand, der Tag für Tag arbeitet, davon auch leben können soll? Sind wir uns darüber einig? (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Jawohl!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Warum nicht?
Zum Zweiten: Es ist nicht Aufgabe des Gesetzgebers, hier einzugreifen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Warum nicht?) Und zum Dritten haben wir in Österreich etwas, was Sie auch schätzen sollten: eine funktionierende Sozialpartnerschaft, wo auf allen Ebenen die Verantwortung entsprechend wahrgenommen wird. Aus diesem Grund haben wir Ihrem Antrag nicht die Zustimmung geben können. (Abg. Mag. Schatz: Haben wir 1 300 €? Haben wir das?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
setzt werden soll und wir gleichzeitig im Rahmen der Mindestsicherung etwa 750 € pro Monat garantieren. Hier ist mir die Differenz einfach zu gering, meine Damen und Herren! Einfach zu gering! (Abg. Riepl: Was wäre Ihr Vorschlag? Wie viel Differenz sollte sein Ihrer Meinung nach?) Es kann nicht sein, dass Menschen in Österreich 40 Stunden in der Woche arbeiten und für diese 40 Stunden 1 000 € bekommen. Das ist wenig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ja, ein richtiger Schritt, aber wie müssten wir vorgehen?
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bin dafür, dass jene, die wirklich keine Chance haben, Arbeit zu bekommen, ein soziales Netz vorfinden, aber auch dafür, dass jene, die dieses Netz ausnutzen, entsprechend bestraft werden. Dafür fehlen uns die Kontrollmöglichkeiten, weil es das Personal nicht gibt. Wie wollen wir denn künftig prüfen, ob die Mindestsicherung tatsächlich zu Recht gewährt wird oder ob hier Missbrauch betrieben wird? Nur mit der Vernetzung mit dem AMS, nur mit der Vernetzung mit der KIAB? Auch die KIAB wird Personal brauchen, um prüfen zu können, doch dieses Personal, meine Damen und Herren, ist einfach nicht vorhanden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schon wieder der falsche Antrag!
(Abg. Dr. Pirklhuber: Schon wieder der falsche Antrag!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!
Ich sage hier ganz bewusst: Agrarpolitik von heute ist moderne Gesellschaftspolitik von heute und für morgen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Herr Minister! Lieber Abgeordneter Grillitsch, „hervorragende Agrarpolitik“ – du hast ja nicht erwartet, dass ich Applaus spende, als du das erwähnt hast! Wir haben heute den Grünen Bericht zu diskutieren, und es gibt darin ein paar Kennzahlen, die eindeutig sind und die eigentlich die Bankrotterklärung der Agrarpolitik sind. Das ist also unsere Intention. Es haben in den letzten zehn Jahren 30 000 heimische landwirtschaftliche Betriebe zugesperrt – das steht da drin (Zwischenruf des Abg. Grillitsch) –, wir haben im Schnitt 28 Prozent an Einkommensminus, und dann gehst du heraus und sagst: „hervorragende Agrarpolitik“. Das ist wirklich alles andere als eine hervorragende Agrarpolitik! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Der Bericht ist bemerkenswert, wirklich hervorragend gestaltet. Daher ist auch allen Beamten und Zuständigen zu danken, die diesen Bericht erstellen. Es ist wirklich eine professionelle Grundlage. Und bei dieser Gelegenheit gilt natürlich auch mein besonderer Dank dem Bundesminister und den Damen und Herren aus seiner Beamtenschaft. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Tatsache ist: Wir bekennen uns auch aus der Sicht der Bauernschaft zu Zahlungen, zu Unterstützung und Subvention von Betrieben. Das ist letztlich Arbeitsplatzsicherung. Dann soll man es aber auch so darstellen, und nicht am Rücken des Bauern sozusagen kassieren und gleichzeitig den Bauern sagen: Ihr seid die größten Subventionsempfänger! (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Man soll sagen: Wir aus der Arbeitnehmerschaft, aus den Betrieben, gewerblichen oder sonstigen Einrichtungen erhalten die Summe sowieso, keine Frage.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Trotzdem, liebe Freunde, wenn ich auch vieles von dem, was ihr heute gesagt habt, unterschreiben könnte: Beim Minister Berlakovich ist die Landwirtschaftspolitik noch immer in besseren Händen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bergbauernbetrieb!
einen Betrieb, der liefert 700 000 Kilogramm Milch. Der hat 28 000 € an Direktzahlungen. Wenn man diese 28 000 € ausgleichen will, braucht er 4 Cent an Mehrpreis. Ich schätze, die Politik hätte die Möglichkeit, das zu verändern. Ich habe aber einen Betrieb, der hat 50 000 Kilogramm Milchkontingent und der bekommt 27 000 € Direktzahlungen, ein Bergbetrieb. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bergbauernbetrieb!) Der bräuchte 54 Cent mehr, um das ausgeglichen zu haben. Das ist nicht möglich.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Da wären wir sofort dabei! Das ist ein sehr guter Vorschlag, was die Bergbauernförderung betrifft!
Ich darf mich herzlich bedanken und hoffe, dass sich beim nächsten Budget alle wieder so für die Bauern einsetzen, damit wir da etwas Vernünftiges beschließen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Da wären wir sofort dabei! Das ist ein sehr guter Vorschlag, was die Bergbauernförderung betrifft!)
Abg. Dr. Pirklhuber: 29!
Die letzte und für mich wichtige starke Säule – und wir alle kommen ja großteils aus Regionen – ist eine starke, nachhaltige Regionalpolitik, wo die Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielt. Ich glaube, wir sollten auch das Positive aus diesem Grünen Bericht mitnehmen, wenn auch 28 Prozent (Abg. Dr. Pirklhuber: 29!) wirklich ein Hammer sind, und das tut weh.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Jannach. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wenig Verständnis für das Problem der Nebenerwerbsbauern!
Man muss den Bauern auch ehrlich sagen, dass sie in Bereichen wie Biomasse und Tourismus, aber auch anderen, Aktivitäten setzen müssen, um zusätzlich Einkommen generieren und dieses auch absichern zu können. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Jannach. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wenig Verständnis für das Problem der Nebenerwerbsbauern!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das AMA-Gütesiegel!
Wir wissen, dass die Konsumentinnen und Konsumenten auf die hochqualitativen Lebensmittel der österreichischen Bauern vertrauen und dass sie sich auch wünschen, dass sie Lebensmittel kontrollierter Qualität im Geschäft bekommen und dass sie auch eine Herkunftsbezeichnung auf diesen Lebensmitteln finden möchten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das AMA-Gütesiegel!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber ein Gütesiegelgesetz brauchen wir schon, Frau Kollegin Höllerer?!
Ich appelliere auch an alle, die jetzt unnötig und kleingeistig über neue Herkunftszeichen diskutieren, das zu unterlassen. Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern haben andere Sorgen, die brauchen eine Agrarpolitik, die sie auch zukünftig absichert, die die kleinstrukturierte Landwirtschaft erhält, und die ist bei unserem Bundesminister Niki Berlakovich in den besten Händen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber ein Gütesiegelgesetz brauchen wir schon, Frau Kollegin Höllerer?!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Beschämend!
Wir von der SPÖ stehen für mehr Gerechtigkeit, auch im Agrarbereich, damit unsere Bäuerinnen und Bauern auf den Höfen bleiben. Daher sollte man Arbeit statt Hektar fördern. Übrigens: Die Zahl der Versicherten in der Pensionsversicherung lag bei 158 483, wobei die durchschnittliche Alterspension 738 € ausmachte; Männer bekamen 1027 €, Frauen 542 €. (Abg. Dr. Pirklhuber: Beschämend!) Ist das gerecht, Herr Grillitsch? Ist das eine gute Agrarpolitik? Wir fordern daher, die Arbeit zu fördern und weniger die Gutsbetriebe und die Industrie. – Danke. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auf geht’s!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mayer. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auf geht’s!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! – Abg. Huber: Das schauen wir uns am 25. an!
Aber wir müssen uns auch anschauen, wie die zukünftigen Marktordnungsinstrumente ausschauen. Wir sind da mit einer Volatilität der Preise konfrontiert, die wir eigentlich in der Vergangenheit nicht gehabt haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! – Abg. Huber: Das schauen wir uns am 25. an!) Einige meiner Vorredner sind ja hier schon darauf eingegangen, man muss sich da längere Zeiträume anschauen. Aber wir brauchen wirkungsvolle Instrumente, wo wir ausgleichend gegensteuern können. Es ist mir schon ein Anliegen, dass wir auch solche Instrumente einfordern.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das steht doch im Regierungsübereinkommen drinnen! Ich verstehe die Regierung nicht mehr!
Was ich noch anmerken möchte, ist die aktuelle Diskussion über die Gütesiegelkennzeichnung, Herkunftskennzeichnung. Da frage ich mich schon, warum diese Diskussion sein muss. Wir haben ja schon ein sehr gutes Gütesiegel, das AMA-Gütesiegel, das vieles kann und auch von den Konsumenten geschätzt und anerkannt wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das steht doch im Regierungsübereinkommen drinnen! Ich verstehe die Regierung nicht mehr!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Öffentlichkeit ... wo bleibt der Aufschrei? Das ist ja der Punkt! – Zwischenruf des Abg. Huber.
Ist das die Antwort? (Abg. Dr. Pirklhuber: Öffentlichkeit ... wo bleibt der Aufschrei? Das ist ja der Punkt! – Zwischenruf des Abg. Huber.) Wo ist Ihr Aufschrei, wenn Sie von liberalisierten Märkten reden und dann gleichzeitig beklagen, dass Bauern Prämien bekommen? Wenn die Bauern nur vom Milchpreis und vom Getreidepreis leben müssten, könnten sie nicht existieren, daher bedarf es Ökozahlungen, um Betriebe überhaupt zu stabilisieren. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, aber die Quotenaufstockung!
Partnern, haben dafür gekämpft, dass die EU in den Markt eingreift, und sie hat es getan. Sie hat Interventionen gemacht, nämlich Milchpulver und Butter aus dem Markt herausgekauft, eben aus besagten Gründen: hoher Milchpreis vor zwei Jahren, aus den Rezepturen verdrängt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, aber die Quotenaufstockung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die kleinen Betriebe auch!
Ein Biobauer bekommt eine höhere Prämie als einer, der sich weniger ökologisch verhält. Aber Tatsache ist, dass diese Leistungskomponente, dieses Leistungsprogramm mit sich bringt, dass wir nicht Bio-Europameister sind, Herr Pirklhuber, sondern Bio-Weltmeister. Und zwar deswegen, weil die flächenstarken Betriebe, mit 300, mit 500 Hektar, in den letzten Jahren auf Bio umgestellt haben. Die großen Betriebe haben umgestellt (Abg. Dr. Pirklhuber: Die kleinen Betriebe auch!), die kleinen waren schon dort. Wenn man diesen Betrieben diese Ökoprämie nicht mehr gibt, steigen sie aus – und Österreich wäre kein Bio-Musterland mehr.
Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich das behauptet?
Wollen Sie das? (Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich das behauptet?) Das gebe ich zu bedenken, bei all der parteipolitischen Polemik, die damit verbunden ist, und der Debatte über sozialen Ausgleich. Das ist eine Frage der Sozialpolitik, aber nicht der Leistungskomponente bei der Agrarpolitik. (Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich das behauptet? – Abg. Schönpass: Wo nehmen Sie Geld her?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich das behauptet? – Abg. Schönpass: Wo nehmen Sie Geld her?
Wollen Sie das? (Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich das behauptet?) Das gebe ich zu bedenken, bei all der parteipolitischen Polemik, die damit verbunden ist, und der Debatte über sozialen Ausgleich. Das ist eine Frage der Sozialpolitik, aber nicht der Leistungskomponente bei der Agrarpolitik. (Abg. Dr. Pirklhuber: Habe ich das behauptet? – Abg. Schönpass: Wo nehmen Sie Geld her?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Uns brauchen Sie eh nicht zu überzeugen! Wir wollen ...!
Österreich ist Bio-Weltmeister und Spitzenreiter beim Einsatz der erneuerbaren Energie. Diesen Weg möchte ich, möchten wir weitergehen und unterstützen, weil er richtig ist, weil er eben nicht in die industrialisierte Landwirtschaft führt, sondern in eine ökologisch orientierte, nachhaltige – was ja die Gesellschaft auch von der Landwirtschaft erwartet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Uns brauchen Sie eh nicht zu überzeugen! Wir wollen ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber kein Dumping! Kein Dumping! – Zwischenruf des Abg. Huber.
Eines darf ich noch sagen: Der Effekt dieser Zahlungen ist, dass sich die Bevölkerung zu leistbaren Preisen ernähren kann. Erschwingliche Nahrungsmittel für jedermann, das ist das Ziel auch der Agrarpolitik. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber kein Dumping! Kein Dumping! – Zwischenruf des Abg. Huber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das nicht ein Problem? Schauen Sie einmal, was ein Red Bull kostet! 5 €!
Wenn der Milchpreis vor 30 Jahren bei etwa 81 Cent lag, dann müsste er aufgrund der Teuerung jetzt bei 1,30 € liegen. In Wirklichkeit ist der Milchpreis heute niedriger, als er vor 30 Jahren war – der Trinkmilchpreis. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das nicht ein Problem? Schauen Sie einmal, was ein Red Bull kostet! 5 €!) Wir stehen ja dazu, dass sich die Menschen ordentlich ernähren können, aber dann muss man auf der anderen Seite, damit die Betriebe überleben, auch Zahlungen leisten. Und diese werden über die Ökoprogramme geleistet, sodass vor 30 Jahren ein Durchschnittsösterreicher noch 30 Prozent seines Einkommens für die Ernährung ausgegeben hat und heute nur mehr 13 Prozent.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Das ist auch – abschließend – das Thema: „Unternehmen Landwirtschaft 2020“ (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), der Strategiedialog des Agrarsektors darüber, wo die neuen Chancen sind, damit wir die Bauern nicht nur im Bereich der öffentlichen Zahlungen abgesichert haben, sondern damit sich neue Marktchancen eröffnen – im Lebensmittelbereich, in der erneuerbaren Energie und auch in vielen anderen Bereichen, in denen der Agrarsektor für die Gesellschaft öffentliche Leistungen erbringt. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Genau! Sehr wichtig! Gut so! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: ... nach Betrieb!
Da heißt es nämlich: „Die Bundesregierung will sich bei künftigen Verhandlungen klar positionieren, dass auf EU-Ebene die Intensität des Arbeitseinsatzes in der Landwirtschaft und die Qualität der Produkte als Kriterien für Direktzahlungen“ berücksichtigt werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau! Sehr wichtig! Gut so! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: ... nach Betrieb!) – Das sagt das Regierungsübereinkommen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Grillitsch: Das ist das Zukunftspapier!
Ist das Ministerium nur mehr eine Dienststelle des Bauernbundes, oder wie? Wir haben immer noch ein Parlament, das darüber auch zu diskutieren hat. – Da steht drinnen, lieber Kollege Grillitsch, dass ganz gescheite Leute schon eine Position erarbeitet haben. Herr Molterer, Sie waren dabei. Warum bekommen wir diese Position nicht? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Grillitsch: Das ist das Zukunftspapier!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch der Bauernbund soll die Leute nicht ...! Nicht die eigenen Mitglieder!
Herr Kollege Gaßner, unterschätzen Sie die Leute nicht, bevormunden Sie die Leute auch nicht und reden Sie schon gar nicht herablassend davon, dass Sie die Bauern fördern! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber auch der Bauernbund soll die Leute nicht ...! Nicht die eigenen Mitglieder!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Na geh, das stimmt doch auch nicht!
Klar ist: Die europäische Agrarpolitik geht davon aus, dass sie Lebensmittel zu Preisen anbieten möchte, die weltmarktfähig sind, damit die europäischen Konsumenten zu Weltmarktpreisen einkaufen können, damit die europäischen Konsumenten keine höheren Lebenshaltungskosten haben als Menschen irgendwo in Amerika oder vielleicht in China. (Abg. Dr. Pirklhuber: Na geh, das stimmt doch auch nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hätte er besser abgeschnitten!
Meine Damen und Herren! Die Sache ist sehr einfach: Ein Marktfruchtbetrieb hatte im Durchschnitt des letzten Jahres laut Grünem Bericht aus Verkauf 87 000 € Erlös. Das hört sich viel an. Davon waren 25 000 € aus öffentlichen Geldern. Das errechnete Einkommen waren 21 000 €. Wissen Sie, was das heißt? – Hätte er nichts getan, keinen Aufwand getrieben (Abg. Dr. Pirklhuber: Hätte er besser abgeschnitten!), hätte er besser abgeschnitten. Welche Welt ist das?!
Abg. Dr. Pirklhuber: Das soll uns auch zu denken geben!
Ich sage Ihnen nur eines: Herr Kollege Gaßner, ich komme aus der größten Abwanderungsregion, und wir haben die größten Betriebe in der Region. Es sind nicht nur die kleinen Betriebe, die zusperren, sondern es sind auch die größeren, die zusperren, weil ihnen das Geld ausgeht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das soll uns auch zu denken geben!) Und diesen sind Sie die Förderungen neidig? Denken Sie einmal über die Wirklichkeit nach! (Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist jetzt auch populistisch!
Ich würde mich sehr freuen, wenn alle, die heute dem Grünen Bericht zustimmen, auch dem zustimmen, dass es unser Ziel sein muss, dass im heurigen Jahr für diese Region plus 61 Prozent beim Einkommen herausschauen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist jetzt auch populistisch!) Damit die Bauern überhaupt bleiben können, muss es Betriebsprämien geben, damit Lebensmittel für Sie als Konsumenten weiter billig bleiben, damit die Umwelt erhalten werden kann und damit Sie alle täglich sicher sein können, dass Sie das Beste, das es in Österreich zu essen gibt, auf Ihrem Teller wiederfinden können. (Abg. Dr. Pirklhuber: So einfach geht’s auch nicht, weil die Lagerhäuser können auch nicht mehr zahlen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: So einfach geht’s auch nicht, weil die Lagerhäuser können auch nicht mehr zahlen!
Ich würde mich sehr freuen, wenn alle, die heute dem Grünen Bericht zustimmen, auch dem zustimmen, dass es unser Ziel sein muss, dass im heurigen Jahr für diese Region plus 61 Prozent beim Einkommen herausschauen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist jetzt auch populistisch!) Damit die Bauern überhaupt bleiben können, muss es Betriebsprämien geben, damit Lebensmittel für Sie als Konsumenten weiter billig bleiben, damit die Umwelt erhalten werden kann und damit Sie alle täglich sicher sein können, dass Sie das Beste, das es in Österreich zu essen gibt, auf Ihrem Teller wiederfinden können. (Abg. Dr. Pirklhuber: So einfach geht’s auch nicht, weil die Lagerhäuser können auch nicht mehr zahlen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt nicht!
Die erste Aussage von Jakob Auer war wirklich, dass er gesagt hat, die kleinen Bauern muss man schützen, muss man halten. Du hast das Beispiel mit dem Tierarzt gebracht, wo du gesagt hast, einmal hinfahren für ein Stück Vieh ist teurer, als wenn er 25 behandelt – und dann geht Franz Eßl herunter und sagt, der kleine Bauer hat gleich viel pro Hektar wie der große. Das kann es nicht sein. Der Herr Minister sagt auch, der Aufwand bei einem Hektar ist derselbe wie bei zehn Hektar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Gehen Sie diesen Weg mit und versuchen wir nicht ständig, durch neue Gütezeichendiskussionen, wie es auch Herr Minister Stöger macht, die Konsumenten zu verunsichern (Abg. Mag. Gaßner: Unglaublich, was er erzählt!), sondern stärken wir die bestehenden Gütezeichen, dann sind wir auf einem erfolgreichen Weg. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich sage daher: Nützen wir die Chance, positionieren wir uns als gentechnikfreie Zone, als gentechnikfreie Modellregion Österreich! Ich glaube, das wäre eine Chance für uns österreichische Bauern. Gehen wir diesen Schritt! Erklären wir uns als gentechnikfreie Zone! Vielleicht haben wir dann gegen die großen Ackerbaugebiete eine Chance und hätten mehr Möglichkeiten für unsere Landwirte. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Schüssel profitiert! Und dann ist er nicht einmal bei der Abstimmung dabei! So schaut’s aus!
Ich hätte mir erwartet, dass das in der österreichischen Bundesregierung nicht passiert. Mit diesem Beschluss werden Profite von Konzernen gegen die Interessen von Bürgerinnen und Bürgern durchgesetzt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Schüssel profitiert! Und dann ist er nicht einmal bei der Abstimmung dabei! So schaut’s aus!) Die Atomlobby kann damit mit zusätzlichen Gewinnen von 100 Milliarden € rechnen – auf Kosten von Bürgerinnen und Bürgern, auf Kosten der Sicherheit, auf Kosten der Umwelt.
Sitzung Nr. 83
Abg. Dr. Gabriela Moser: 20 Prozent sind uns genug! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Angesichts dieser Argumente, meine sehr geehrten Damen und Herren, ist es ja fast ein unglaublicher Skandal, wie sich die Grünen hier verhalten! 80 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung wollen dieses Projekt haben – und Sie stellen sich gegen 80 Prozent der Bevölkerung dieses Landes (Abg. Dr. Gabriela Moser: 20 Prozent sind uns genug! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), das sei Ihnen für die nächsten Wahlen gesagt, meine sehr geehrten Grünen. Ihr seid die Projektverhinderer schlechthin! (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sechsspurig durch Oberösterreich!
Jetzt weiß ich nicht: Wir haben dort eine schmale Autobahn durch, wir machen dann einen elendslangen Tunnel und eine Brücke, alles in der Landstraßenversion, und – genauso wie bei der Innkreis Autobahn – in 20 Jahren kommen wir dann drauf: Das Ganze geht so nicht, wir brauchen eigentlich das Doppelte! (Abg. Dr. Pirklhuber: Sechsspurig durch Oberösterreich!) Was kostet es eigentlich, wenn man dann auf das Doppelte verbreitert?
Abg. Dr. Pirklhuber: ... untertunneln!
Jetzt, wo die Ablösen fertig sind, wo die UVP fast fertig ist – auch wenn es Herr Anschober nicht wahrhaben will, es ist nun einmal so –, kommen wir auf die Idee, dass wir da ein Miniprojekt machen. Das kann es aber bitte wirklich nicht sein! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... untertunneln!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das kann genau deswegen nicht sein – und da gehe ich jetzt zurück in mein Berufsleben und schaue bewusst hinauf zum Kollegen Keck; er kennt das, was ich mache, und er ist auf der Kundenseite –: Wir haben des Öfteren für unsere Firma Großprojekte im Umfang von 100, 200 Millionen €. Und wenn es den Firmen, in denen Kollege Keck drinnen ist, nicht passt, dann wird dort bei Auftragsvergabe das Volumen um 3, 4, 5 Prozent reduziert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 86
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Bucher: Lebensmittelsteuer führen Sie ein! So schaut es aus!
Zweitens: Wir haben den Standort Österreich für Unternehmen attraktiv gehalten und so Arbeitsplätze gesichert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Bucher: Lebensmittelsteuer führen Sie ein! So schaut es aus!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Das stimmt!
Ich sage einmal mehr, dass ich das für ausgesprochen beschämend halte, und ein kleiner, aber wirklich nur ein sehr, sehr kleiner Ausgleich zu der sehr schlechten Performance im Außenministerium ist das, was heute im Bereich der Finanzen passiert, nämlich, dass wir den Internationalen Währungsfonds mit höheren Beiträgen unterstützen werden und da multilaterale Entwicklungszusammenarbeit leisten. Aber, wie gesagt, das ist kein Ausgleich dafür, dass es im bilateralen Bereich wirklich sehr, sehr schlecht ausschaut. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Das stimmt!)
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Auch die Forderung nach Liberalisierung und nach Privatisierung vor allem von Daseinsvorsorgeleistungen im Bereich Wasser, Abwasser, Bildung et cetera ist keine moderne Entwicklungspolitik. Bei aller Unterstützung dieser internationalen Finanz-Instrumente gilt nach wie vor, viel Kraft auch darin zu investieren, sie zu modernisieren und sie den neuen Ansprüchen auch tatsächlich anzupassen. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: „Vorgeblich“?!
Bitte, meine Kollegen bei den Grünen, ich bin erschüttert, dass es über diesen isolierten Punkt in diesem Haus keine Einigung gibt, dass so etwas absolut verurteilenswert ist und dass so etwas – zu welchem Zweck auch immer – nicht geschehen darf. Und wenn dieser Punkt ohnehin isoliert betrachtet wird, hätte ich mir, ganz ehrlich, von Ihnen als Partei, die vorgeblich immer für Demokratie und Menschenrechte steht (Abg. Dr. Pirklhuber: „Vorgeblich“?!), mit einem Bekenntnis zur Gewaltfreiheit Ihre Zustimmung zu einem Verbot dieser Terrorcamps und zu einer Strafbarkeit dieser Terrorcamps wirklich erwartet.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wie glaubwürdig diese Linkslinkpolitiker im grünen Mäntelchen sind, das sieht man an Joschka Fischer. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Joschka Fischer – ein Grün-Politiker durch und durch (Abg. Dr. Lichtenecker: Nehmen Sie Stellung zum Abänderungsantrag!), jetzt Lobbyist für die großen Konzerne für die Kernkraft. Sobald die Grünen an den Futtertrog kommen, sind sie auch schon käuflich, meine Damen und Herren! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Hörl.)
Sitzung Nr. 88
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
und damit deutlich weniger Zukunft in vielen anderen Ländern. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – In weiterer Folge unterstützt der Redner seine Ausführungen mit einem Balken- und einem Tortendiagramm auf Tafeln, die er an das Rednerpult lehnt.
stimmt zum Teil – ja, für jene, die arbeiten gehen für ihr Geld, sind die Steuern in Österreich wirklich viel zu hoch –, aber es gibt auch Teile von Einkommen, für die die Steuern heute sehr, sehr niedrig sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! – In weiterer Folge unterstützt der Redner seine Ausführungen mit einem Balken- und einem Tortendiagramm auf Tafeln, die er an das Rednerpult lehnt.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie lange sind Sie in der Regierung?!
Was dieses Budget schafft, ist mehr Gerechtigkeit. Es ist ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie lange sind Sie in der Regierung?!), aber es ist noch nicht das Ende der Reise.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Meine Damen und Herren! Ja, auch in Österreich hat man Maßnahmen zu treffen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), sie sind aber, wenn wir sie im internationalen Vergleich sehen, sozial ausgewogen, und in Wirklichkeit ist es eine kleine Reform, weil wir besser dastehen. Manche in diesem Haus sollten sich daran erinnern, wie hoch die Verschuldungsquote im Jahre 2000 war und auf welchen Wert sie 2008 gesunken ist. Vielleicht hat dann mancher die Größe, sich beim ehemaligen Bundeskanzler Dr. Schüssel zu entschuldigen: In seiner Zeit ist die Verschuldungsquote um knapp 8 Prozent abgesenkt worden. Wir stehen heute deutlich besser da; das ist das Fundament. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Strache: Das hat der Wähler 2006 nicht so gesehen! Das hat der Wähler 2006 nicht so gesehen, Herr Raiffeisen-Vertreter!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Budget!
Es stellt sich meiner Meinung nach die Frage, was dann passiert ist, zwischen 2007 ... (Abg. Mag. Muttonen: Glauben Sie das alles selbst? Glauben Sie das alles selbst?) Ich glaube das sehr wohl, Frau Muttonen, weil ich damals selber dabei war und das aus eigener Erfahrung beurteilen kann. Glauben Sie mir das! (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Budget!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja klar!
Was ist dann bis 2009 passiert? Und vor allem auch – und das ist für mich der entscheidende politische Punkt, deswegen wünsche ich mir die Aufklärung ja so sehr, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja klar!), weil das ja noch richtig spannend wird, vor allem für die Volkspartei –: Was ist bei der Verstaatlichung passiert? Was ist hinter verschlossenen Türen zwischen der Österreichischen Volkspartei, der Kärntner ÖVP und der bayrischen CSU gemauschelt worden? (Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie zahlen keine Mehrwertsteuer dafür, das hat er gemeint!
Natürlich sind das betriebliche Einnahmen, die, wenn sie zu Erträgen führen, selbstverständlich besteuert werden. Diese Steuererklärung sollte er sich einmal bei einem richtigen Landwirt anschauen, dann wird er sehen, dass Erträge selbstverständlich zu besteuern sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie zahlen keine Mehrwertsteuer dafür, das hat er gemeint!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zum einen: Was nicht geklappt hat mit diesem Budget – aber man darf die Hoffnung nicht aufgeben –, ist eine wirkliche Ökologisierung. Nur die Erhöhung der Mineralölsteuer und das Einführen einer Flugticketabgabe und im Gegenzug die Erhöhung des Pendlerpauschales ist nicht das, was ich mir unter Ökologisierung des Steuersystems vorstelle. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Ich bekomme immer Zwischenapplause von meinen grünen Fans; fein.
Beifall der Abgeordneten Dr. Grünewald und Dr. Pirklhuber.
Nochmals zu einem anderen Thema, das mir wichtig ist, zur Entwicklungszusammenarbeit. Ich halte es für nicht akzeptabel, dass die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit in dem Ausmaß gekürzt wird. Ich denke mir, dass der gestaltbare Bereich sehr wichtig ist, dass da sehr, sehr viele Projekte darin enthalten sind, bei denen es wirklich darum geht, Leben zu retten. Auch wenn die EZA manche sehr lustig finden, wenn das manche als Spaß verstehen oder als Sahnehäubchen, also als etwas, was man politisch auch noch machen kann, wenn man viel Geld zu verschenken hat, wie das gestern apostrophiert worden ist – nein, das ist es nicht. Entwicklungspolitik ist eine sinnvolle, wichtige politische Maßnahme für eine Welt in Balance, mit einem dementsprechenden Schuss an Eigeninteresse. (Beifall der Abgeordneten Dr. Grünewald und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Grünewald und Dr. Pirklhuber.
Zum Schluss noch eine weitere Anmerkung: Was mich sehr freut, ist, dass die Bemessungsgrundlage des Arbeitslosenversicherungsgeldes für Entwicklungshelfer und Entwicklungshelferinnen geändert wird, dass die nicht mehr benachteiligt sind, wenn sie nach ihren Auslandseinsätzen zurückkommen und mit einer kleineren Bemessungsgrundlage nur sehr, sehr wenig Arbeitslosengeld beziehen können. Ich denke, solchen Menschen sollte aus ihrer sehr wichtigen Aufgabe für eine Welt in Balance kein Nachteil erwachsen. Diese Maßnahme halte ich daher für sehr, sehr wichtig und einen wichtigen Einstieg in weitere notwendige sozialpolitische Neuregelungen für EntwicklungshelferInnen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Grünewald und Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 90
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das ist nicht so! Wir wissen, dass der Plan bis 2014 so weit geht, dass bei Entwicklungszusammenarbeit drastisch eingespart wird, und zwar so sehr, dass man sich wirklich fragen muss, inwieweit man noch vernünftig weiterarbeiten kann. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 91
Abg. Dr. Pirklhuber: Warum stimmen Sie dann zu? Das ist ja völlig inkonsequent!
fen, sondern wir sind auch internationale Verpflichtungen eingegangen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Warum stimmen Sie dann zu? Das ist ja völlig inkonsequent!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Es gäbe hier auch die Möglichkeit (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), in einer Zeit der Sparsamkeit, lieber Kollege Pirklhuber, einmal auf die Effizienz zu achten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch!) Die Effizienz wäre wichtig. Wir haben im sicherheitspolitischen Bereich in Europa – das kritisiert man – in 27 Ländern 27 Armeen. Das müsste man zusammenfassen, dann würde man effizienter Sicherheit produzieren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch!
Es gäbe hier auch die Möglichkeit (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), in einer Zeit der Sparsamkeit, lieber Kollege Pirklhuber, einmal auf die Effizienz zu achten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch!) Die Effizienz wäre wichtig. Wir haben im sicherheitspolitischen Bereich in Europa – das kritisiert man – in 27 Ländern 27 Armeen. Das müsste man zusammenfassen, dann würde man effizienter Sicherheit produzieren.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich weiß, das sind grundsätzliche Gedanken. Aber genau aus diesen Gedanken kommen ja die verschiedenen Ideologien, die auch zu verschiedenen Wertungen und zu verschiedenen Entscheidungen hier im Haus führen. Die Tatsache, dass Österreich im europäischen Vergleich eines der Länder mit der niedrigsten Geburtenrate ist, zeigt auf, dass hier etwas schiefgelaufen ist. Dies zeigt, dass es hier ein gesellschaftliches Klima gibt, in dem sich die Frauen nicht bestärkt und nicht geborgen fühlen, Kinder zu bekommen. Die Entscheidung, Kinder zu bekommen und großzuziehen, darf kein Nachteil sein. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt auch Professoren, die nicht ... wollen!
Man kann nicht Studierende, die vielleicht gar nicht wirklich studieren wollen – auch die gibt es! (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt auch Professoren, die nicht ... wollen!) –, einfach inskribieren lassen, die Unis mit den Inskribierten alleine lassen, sie aufgrund dieser völlig falschen Datenlage alles planen lassen und im Nachhinein draufkommen, dass nur 80 oder nur 70 Prozent von diesen Studenten eine Prüfung gemacht haben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, der Jakob Auer!
Landwirtschaft ist Wirtschaft am Land, hat einmal jemand gesagt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, der Jakob Auer!) Meine Damen und Herren, dem ist nichts hinzufügen, denn Tatsache ist – und seien wir doch ein bisschen stolz darauf –, dass die österreichischen Bäuerinnen und Bauern hervorragend produzieren: umweltgerecht, nachvollziehbar, bei Betriebsgrößen, die im internationalen Wettbewerb Miniaturausführungen sind, die im klimatischen Bereich Nachteile haben und unter sehr strengen – um nicht zu sagen strengsten – Tierschutzbestimmungen beste Qualität erzeugen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es war bemerkenswert: Im Agrarausschuss – also in der Budgetberatung zum Agrarkapitel – gab es durchaus berechtigte Fragen über bestimmte Größenordnungen bei Schweinemastbetrieben, Zuchtbetrieben in der Steiermark. Da könnte man meinen, das seien riesige Betriebe. Wenn ich aber diese Broschüre hier sehe – 67 500 Stück –, muss ich sagen: Seien wir doch stolz, dass österreichische Firmen das Know-how dorthin liefern. (Der Redner hält eine Broschüre in die Höhe.) Oder in Schottland: 220 Kühe mit einer Milchproduktion von täglich 11 000 Litern. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Mit diesem Wettbewerb, meine Damen und Herren, müssen wir täglich in Konkurrenz treten.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Oder: Hier kann man lesen, wie das Agrarbusiness zur Hochtechnologiebranche wird – Brasilien. Die führen uns auf dem Weltmarkt sozusagen an der Nase herum, und wir in Österreich glauben ständig, neue Kontrollen, neue Aufgaben, AGES-Gebühren und weitere Erschwernisse bewältigen zu müssen. Meine Damen und Herren! Das wird nicht möglich sein. Wir haben uns auch dem Wettbewerb zu stellen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn ich dann immer noch vernehmen muss, dass gerade eine Kampagne gefahren wird, dass es ständig heißt, dass die Lebensmittel nicht mehr leistbar wären, obwohl man heute nachweisbar im Schnitt 12 Prozent braucht, dann darf ich einigen in Erinnerung rufen, wie sich die Entwicklung der Verbraucherpreise darstellt: Trinkmilch ist vom Jahr 1983 bis heuer um 6,3 Prozent billiger geworden, Butter um 20 Prozent, Emmentaler um 19,4 Prozent. Wissen Sie, wie sich der Verbraucherpreisindex im gleichen Zeitraum entwickelt hat? – Ein Plus von 37 Prozent. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, wer verdient denn? Wer verdient daran? Wer verdient?
Dann immer so zu tun, als ob sich die Produkte der Bauern preislich sozusagen unendlich entwickeln würden, das ist schön langsam eine Zumutung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, wer verdient denn? Wer verdient daran? Wer verdient?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja sicher!
Rindfleisch oder Schweinefleisch, die Milch –; und jeder weiß, dass die Ausgleichszahlungen nur die Abgeltung eines Teiles dieser Leistungen sind, die die Bauern erbringen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja sicher!) Ich habe kein Verständnis dafür, wenn ständig so getan wird, als würden die Bauern zur Preistreiberei beitragen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Kitzmüller.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Kitzmüller.
Rindfleisch oder Schweinefleisch, die Milch –; und jeder weiß, dass die Ausgleichszahlungen nur die Abgeltung eines Teiles dieser Leistungen sind, die die Bauern erbringen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja sicher!) Ich habe kein Verständnis dafür, wenn ständig so getan wird, als würden die Bauern zur Preistreiberei beitragen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Kitzmüller.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, wir sollten uns ein wenig darauf besinnen – und ich behaupte, den Bauern steht auch eine faire Chance zu –, Produktionsbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass man auch produzieren kann. Manche meinen ja, man müsste noch schärfere Tierschutzbestimmungen haben. Ja, ich bekenne mich auch zum Tierschutz (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner), aber wer fragt denn, wie es jenen geht – gerade Sie, Frau Kollegin Brunner –, die Tierhaltung zu betreiben haben? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Vor Kurzem ist eine alte Bäuerin tödlich verunglückt, weil eine Kuh ihr – leider – einen solchen Tritt versetzt hat, dass sie gestorben ist. Das ist dem österreichischen Fernsehen keine Nachricht wert (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), aber die Rettung eines Entenpaars in einem deutschen Teich ist natürlich eine Meldung wert. Da fragt man sich dann, was an Werthaltung bei der Berichterstattung notwendig wäre.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, wirklich nachzudenken, wie Wirtschaft auf dem Lande auch in Zukunft funktionieren könnte. Es ist nicht möglich, weitere Bedingungen, weitere Erschwernisse, weitere Auflagen – Tiergesundheitsdienst, Tierseuchengesetz, Tierseuchenkassa, AGES-Gebühren und so weiter – zu ertragen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es ist die Grenze in diesem Bereich. Herr Kollege Pirklhuber, schreien Sie nicht so! Helfen Sie mit bei einer konstruktiven Lösung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich doch selbst einmal in den Spiegel!) Das hilft den Bauern und Bäuerinnen, aber nicht das blöde Geschrei, das hier ständig zu hören ist! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Super!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich doch selbst einmal in den Spiegel!
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, wirklich nachzudenken, wie Wirtschaft auf dem Lande auch in Zukunft funktionieren könnte. Es ist nicht möglich, weitere Bedingungen, weitere Erschwernisse, weitere Auflagen – Tiergesundheitsdienst, Tierseuchengesetz, Tierseuchenkassa, AGES-Gebühren und so weiter – zu ertragen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es ist die Grenze in diesem Bereich. Herr Kollege Pirklhuber, schreien Sie nicht so! Helfen Sie mit bei einer konstruktiven Lösung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen Sie sich doch selbst einmal in den Spiegel!) Das hilft den Bauern und Bäuerinnen, aber nicht das blöde Geschrei, das hier ständig zu hören ist! (Beifall bei der ÖVP. – Ruf bei der ÖVP: Super!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
titionen in Klimaschutzprojekte im Ausland – was nichts anderes ist als ein Freikaufen – in der Höhe von 89 Millionen €. Mit diesen 89 Millionen € könnte man auch Klimaschutzmaßnahmen – zum Beispiel – in Österreich machen, um auch die Wertschöpfung bei uns zu behalten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber. – Ruf bei den Grünen: Das Image hat er eh nicht!
Sie bezahlen den CO2-Ausstoß von – zum Beispiel – einem neuen Gaskraftwerk. Ich frage mich, wie das mit Ihrem Image als Mister Energieautarkie zusammengeht. (Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber. – Ruf bei den Grünen: Das Image hat er eh nicht!) – Dem gewollten Image. 93 Millionen € an Steuergeldern zahlen Sie dafür, dass die Industrie CO2 ausstoßen darf – und das bei einer Klimabilanz, die jenseitig ist, und obwohl die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler noch 1 Milliarde € zahlen müssen für die Strafzahlungen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Endlich das Gesetz ändern!
Sie werden sagen, das sei gesetzlich geregelt. Das stimmt. Aber ich an Ihrer Stelle würde aufschreien, so laut ich nur könnte (Abg. Dr. Pirklhuber: Endlich das Gesetz ändern!), damit ich nicht aus dem Umweltbudget Umweltverschmutzung bezahlen müsste. (Zwischenruf bei den Grünen.) Das widerstrebt jedem. Ich habe vorhin den Herrn Wirtschaftsminister aufgefordert, in seinem Budget, im Wirtschaftsbudget, Mittel dafür vorzusehen, wenn das schon der Fall sein muss. Ich hätte mir erwartet, dass das von Ihnen kommt. Das haben Sie nicht gemacht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!
Bauernbundes ausgebrochen ist, als das Landwirtschaftsbudget bekannt wurde. Man kann das in der „APA“ nachlesen. Das hat mich ein bisschen zur Vorsicht gemahnt und erhöhte Aufmerksamkeit von mir gefordert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Man muss nämlich eines bedenken: Zu diesen 2,140 Milliarden € Bundesvoranschlag für die Landwirtschaft kommen ja aus verschiedenen anderen Ressorts noch einige Milliönchen dazu. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Ich sage nur: Exporterstattung, Agrardiesel aus dem Finanzministerium, bäuerliche Sozialversicherung aus dem Sozialministerium; die Hagelversicherung (Abg. Dr. Pirklhuber: Katastrophenschutz!) kommt von den Ländern, vom Finanzausgleich – also eine ganz schöne Latte. Und dazu kommen noch die Förderungen der Länder und der Gemeinden. Diese 2,1 Milliarden € sind ja noch lange nicht alle Förderungen, die hier verbraucht beziehungsweise ausbezahlt werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Katastrophenschutz!
Man muss nämlich eines bedenken: Zu diesen 2,140 Milliarden € Bundesvoranschlag für die Landwirtschaft kommen ja aus verschiedenen anderen Ressorts noch einige Milliönchen dazu. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Ich sage nur: Exporterstattung, Agrardiesel aus dem Finanzministerium, bäuerliche Sozialversicherung aus dem Sozialministerium; die Hagelversicherung (Abg. Dr. Pirklhuber: Katastrophenschutz!) kommt von den Ländern, vom Finanzausgleich – also eine ganz schöne Latte. Und dazu kommen noch die Förderungen der Länder und der Gemeinden. Diese 2,1 Milliarden € sind ja noch lange nicht alle Förderungen, die hier verbraucht beziehungsweise ausbezahlt werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... kürzt er! ... kürzt er!
Meine Damen und Herren, das ist nicht ein Hirngespinst von mir oder von uns in der Sozialdemokratie, sondern das hat sogar – ganz kurz zwar nur – der Herr Finanzminister in seiner Budgetrede gesagt, als er gemeint hat – ich zitiere (Zwischenruf bei der FPÖ) –: „Wir haben hier“ – und er meinte den ländlichen Raum – „... Schwerpunkte bei der Finanzierung von Projekten in der Ländlichen Entwicklung gesetzt.“ – (Abg. Dr. Pirklhuber: ... kürzt er! ... kürzt er!) – Also, was wollen wir noch mehr? Wir nehmen doch den Herrn Finanzminister sehr ernst.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Grillitsch: Und dass wir was gut machen ...!
Im Regierungsprogramm – ich sagte das schon einmal an dieser Stelle – steht dezidiert drinnen: „Die österreichische Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass der ländliche Raum als Wirtschafts-, Arbeits- und Erholungsraum für alle Menschen aus der Stadt und aus dem Land erhalten bleibt.“ – Ja, wenn das unsere Zielsetzung ist, dass das Budget für die Landwirtschaft ein gutes ist, Herr Bundesminister (Beifall des Abg. Grillitsch), dann liegt es nur mehr an uns, an unserem Wollen. Tun wir es doch endlich! – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Grillitsch: Und dass wir was gut machen ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: FlyNiki!
Abgeordneter Gerhard Huber (BZÖ): Sehr geehrter Herr Flying-Niki-Minister! Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Hohes Haus! (Abg. Dr. Pirklhuber: FlyNiki!) Dieses Budget ist einzig und allein mutlos, es ist phantasielos, es ist es normalerweise nicht einmal wert, dass man es kritisiert. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!
Oder: Allein in Tirol haben wir 25 000 Stalllöcher – warum machen wir da nicht Photovoltaikanlagen drauf? (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!) Warum gehen wir nicht her und sagen: Nicht die TIWAG soll Millionen kassieren, damit die ÖVP Wahlkämpfe mit Millionen der TIWAG gesponsert führen kann, sondern der Bauer soll profitieren!? Warum machen wir das nicht? (Abg. Dr. Pirklhuber: Da hast du recht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da hast du recht!
Oder: Allein in Tirol haben wir 25 000 Stalllöcher – warum machen wir da nicht Photovoltaikanlagen drauf? (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!) Warum gehen wir nicht her und sagen: Nicht die TIWAG soll Millionen kassieren, damit die ÖVP Wahlkämpfe mit Millionen der TIWAG gesponsert führen kann, sondern der Bauer soll profitieren!? Warum machen wir das nicht? (Abg. Dr. Pirklhuber: Da hast du recht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie machen es sich sehr leicht!
Diesen Weg haben wir eingeschlagen, und die Zahlen sind so: Wir sind Bio-Weltmeister, kein einziger Staat in der Welt hat dermaßen viel Fläche biologisch bewirtschaftet wie Österreich. – Ich weiß nicht, was Sie da erheitert und warum Sie als Grüne konsequent Österreich schlechtmachen. Ich verstehe das nicht. (Abg. Mag. Brunner: Wir machen es nicht schlecht!) Die objektiven Zahlen sagen, dass wir eine Ökofläche haben wie niemand anderer, dass wir Umweltmusterland sind, und Sie gefallen sich in der Rolle des Schlechtmachens. Ich verstehe es nicht. Erklären Sie das den Österreichern und Österreicherinnen, ich verstehe es nicht! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.) Sorry, tut mir leid. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie machen es sich sehr leicht!)
Abg. Grillitsch spricht mit Abg. Mag. Brunner. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn doch Kollege Grillitsch ...! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätztes Hohes Haus! 3 Minuten zum Thema Umwelt, das Fernsehen überträgt auch nicht mehr, die Kollegen sind woanders: Ich verstehe, dass Frau Brunner unzufrieden ist. – Ich hätte gern, dass wenigstens sie mir jetzt zuhört, aber auch das ist mir nicht gestattet. (Abg. Grillitsch spricht mit Abg. Mag. Brunner. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn doch Kollege Grillitsch ...! – Weitere Zwischenrufe.)
Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Herr Kollege Pirklhuber, einen konkreten Hinweis!
Es steht der Verdacht im Raum, dass Sie gerade jene Betriebe bestrafen, die politisch aktiv sind (Beifall bei den Grünen sowie der Abgeordneten Huber und Windholz), die sich vielfältig beschäftigen und divers arbeiten – das hat kürzlich auch Kollege Gaßner angemerkt –, und das gehört dringend angeschaut. Denn: Die Risikobewertung der AMA möchten wir endlich auf dem Tisch haben! Sie hätten genug Zeit gehabt, sie uns vorzulegen. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Ruf bei der ÖVP: Herr Kollege Pirklhuber, einen konkreten Hinweis!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das finden wir gut!
Wofür genau, sehr geehrte Damen und Herren? – Wir setzen uns ein für mehr Einkommensgerechtigkeit für die arbeitenden Menschen im bäuerlichen Betrieb. Wir setzen uns ein für eine Reform des Systems, das die Förderungen gerechter als bisher verteilen muss (Abg. Dr. Pirklhuber: Das finden wir gut!), das den Wert der Arbeitskraft höher ansetzt und als Maß nimmt und nicht die großen Flächen und die industriellen Produktionsformen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben Sie unsere Unterstützung! Tun Sie auch etwas!) Und wir treten auch für die Beseitigung einzementierter Regelungen ein, wie zum Beispiel Einheitswerte, die die Grundlage für viele längst überholte Leistungen sind.
Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben Sie unsere Unterstützung! Tun Sie auch etwas!
Wofür genau, sehr geehrte Damen und Herren? – Wir setzen uns ein für mehr Einkommensgerechtigkeit für die arbeitenden Menschen im bäuerlichen Betrieb. Wir setzen uns ein für eine Reform des Systems, das die Förderungen gerechter als bisher verteilen muss (Abg. Dr. Pirklhuber: Das finden wir gut!), das den Wert der Arbeitskraft höher ansetzt und als Maß nimmt und nicht die großen Flächen und die industriellen Produktionsformen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben Sie unsere Unterstützung! Tun Sie auch etwas!) Und wir treten auch für die Beseitigung einzementierter Regelungen ein, wie zum Beispiel Einheitswerte, die die Grundlage für viele längst überholte Leistungen sind.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die bäuerlichen Familien haben bereits sehr viele Auflagen zu berücksichtigen. Für die Zukunft brauchen wir Entlastungen und nicht noch mehr Auflagen in der Bürokratie beziehungsweise Produktion. Das gilt für die europäische Ebene genauso wie für die österreichische Ebene. Und ich denke hier durchaus auch an einige Parteien, speziell an die Grünen und manche Damen und Herren in der SPÖ. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Tatsache ist, die Rückvergütung für Agrardiesel hat es schon immer gegeben, und diese ist mit 50 Millionen € gedeckelt. Diese 50 Millionen € wurden jedes Jahr fast zur Gänze ausgeschöpft. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und wenn es da eine Erhöhung gibt, dann schlägt diese Erhöhung bei den Bauern zur Gänze durch. Das ist daher ein echter Beitrag zur Budgetsanierung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Haben wir auch: Kleinwasserkraftwerke!
ßen: Energieerzeugung durch Wasserkraft, das ist mir wirklich ein großes Anliegen, und ich würde mir wünschen, dass die Grünen da vielleicht noch ein bisschen mehr Herz hineinlegen würden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Haben wir auch: Kleinwasserkraftwerke!) Die Wasserkraft ist eine Alternativenergie und müsste von euch mehr unterstützt werden!
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber da passt das Wording nicht! Das sind Solarscheichs, nicht Ölscheichs!
Und auch für die Bauern kann ich diesbezüglich das Wort ergreifen. Die Bauern könnten die Ölscheichs von Mitteleuropa werden, auch bei uns in Österreich. Wenn wir die Solarenergie noch mehr ausbauen würden (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber da passt das Wording nicht! Das sind Solarscheichs, nicht Ölscheichs!), dann wäre das natürlich für die Förderungen auch noch doppelt dienlich. Also Ölscheichs zu werden, das wäre eine Herausforderung für die Landwirtschaft. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 93
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist jetzt Bundessache, ja!
Abgeordneter Mag. Johann Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Kollege Pirklhuber, ich ändere grundsätzlich nicht meine Meinung und mache das, was in einer Koalition gemeinsam möglich ist. Dieses Gesetz, über das wir heute befinden werden, zeigt Züge der Zusammenarbeit. Es geht nicht nur um die Umsetzung eines europäischen Rechtsakts; das möchte ich ausdrücklich betonen. Ich verweise insbesondere auf den § 14, der die Landesaktionspläne und den Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel betrifft, wo es uns in Verhandlungen gelungen ist, gemeinsam sicherzustellen, dass die Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans und der Landesaktionspläne unter Berücksichtigung des § 2 Abs. 2 erfolgt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist jetzt Bundessache, ja!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo bleibt Ihr Beitrag?
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Gerhard Wlodkowski und bei unserem Bundesminister Niki Berlakovich. Das Problem ist ein großes. Unsere Bauern stehen vor einer großen Herausforderung, und ich kann Ihnen nur sagen: Die Konsumenten sind gut beraten, weiterhin mit Freude österreichisches Schweinefleisch zu konsumieren, aber auch alle anderen Produkte, auch deswegen, weil wir sie eben haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo bleibt Ihr Beitrag?) Es ist schon etwas wert, dass wir Bauern im
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist kein Zwang, sondern ein Leitbild!
Zum Antrag Pirklhuber, der sich auf die Biolandwirtschaft bezieht und die Landwirtschaft der Zukunft quasi per Gesetz festschreiben soll: Das wäre zwar aus Umweltgründen sinnvoll, erscheint uns aber nicht ganz realistisch. Wir gehen den Weg, den Bauern die Freiheit zu lassen, zwischen konventioneller und Biolandwirtschaft zu wählen, denn es muss auch ein Markt für die Biolandwirtschaft vorhanden sein. Es würde nichts bringen, die Bauern per Gesetz zu zwingen, den Bio-Weg zu gehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist kein Zwang, sondern ein Leitbild!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja genau!
In diesem Zusammenhang müssen wir auch diskutieren, wenn wir gewisse Früchte in Österreich forcieren wollen, im Ackerbau zum Beispiel Soja, wo wir ja in Bezug auf Eiweißfuttermittelimport unabhängiger werden wollen. Der Stand ist: Momentan haben wir eine Anbaufläche von 34 000 Hektar, 50 000 Hektar wären möglich (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja genau!), aber das setzt voraus, dass die Wirtschaftlichkeit der Kulturführung gegeben ist. Und da müssen wir aufpassen, wenn zum Beispiel die Diskussion über den Wirkstoff Bentazon geführt wird. Da brauchen wir einen Ersatz, der im Einklang mit Ökonomie und Ökologie steht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Alternative Methoden!) – Unter anderem, aber natürlich ist dann auch der Ertrag geringer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Das muss ich Ihnen schon auch entgegenhalten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Alternative Methoden!
In diesem Zusammenhang müssen wir auch diskutieren, wenn wir gewisse Früchte in Österreich forcieren wollen, im Ackerbau zum Beispiel Soja, wo wir ja in Bezug auf Eiweißfuttermittelimport unabhängiger werden wollen. Der Stand ist: Momentan haben wir eine Anbaufläche von 34 000 Hektar, 50 000 Hektar wären möglich (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja genau!), aber das setzt voraus, dass die Wirtschaftlichkeit der Kulturführung gegeben ist. Und da müssen wir aufpassen, wenn zum Beispiel die Diskussion über den Wirkstoff Bentazon geführt wird. Da brauchen wir einen Ersatz, der im Einklang mit Ökonomie und Ökologie steht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Alternative Methoden!) – Unter anderem, aber natürlich ist dann auch der Ertrag geringer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Das muss ich Ihnen schon auch entgegenhalten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
In diesem Zusammenhang müssen wir auch diskutieren, wenn wir gewisse Früchte in Österreich forcieren wollen, im Ackerbau zum Beispiel Soja, wo wir ja in Bezug auf Eiweißfuttermittelimport unabhängiger werden wollen. Der Stand ist: Momentan haben wir eine Anbaufläche von 34 000 Hektar, 50 000 Hektar wären möglich (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja genau!), aber das setzt voraus, dass die Wirtschaftlichkeit der Kulturführung gegeben ist. Und da müssen wir aufpassen, wenn zum Beispiel die Diskussion über den Wirkstoff Bentazon geführt wird. Da brauchen wir einen Ersatz, der im Einklang mit Ökonomie und Ökologie steht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Alternative Methoden!) – Unter anderem, aber natürlich ist dann auch der Ertrag geringer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Das muss ich Ihnen schon auch entgegenhalten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, gerne!
Es ist natürlich das Recht jedes Einzelnen hier herinnen, Entschließungsanträge und Anträge einzubringen, wie immer sie heißen mögen. Aber bei uns im Landwirtschaftsausschuss hat sich bis jetzt eigentlich die Gepflogenheit durchgesetzt, dass wir die Entschließungsanträge gemeinsam bearbeiten (Abg. Huber: Aber jetzt kommt es zu dem Signal, das zu untersuchen!), und es ist uns gelungen, schon einige Fünf-Parteien-Anträge durchzubringen. Es macht ja nicht sehr viel Sinn, uns jetzt den Antrag herzulegen, und wir sollten binnen Minuten sagen: Ja, wir gehen mit! (Abg. Mag. Brunner: Vielleicht können Sie es doch noch!) So geht es ja nicht! Das ist einfach nicht parlamentarischer Usus. Vielleicht könnten wir das wieder in den Ausschuss verlegen und dort versuchen, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, gerne!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne! Machen wir!
Beim anderen Antrag zur AMA, da geht es um Qualitäten und so weiter. Wichtig wäre, dass wir das aus der AMA herausnehmen und uns wirklich mit Qualitäten beschäftigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne! Machen wir!) Denn, Herr Bundesminister, es ist natürlich klar und unterstützenswert, wenn Sie die Konsumenten aufrufen, österreichische Qualität zu kaufen – logischerweise. Nur: Der Konsument ist ja leider nicht in der Lage, bei Wurst oder beim verarbeiteten Schwein festzustellen, ob das wirklich – jetzt in dem Fall Deutschland – dioxinfrei ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Kennzeichnung verbessern!) Der kann das leider nicht feststellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch gentechnikfrei!) Oder auch gentechnikfrei vom Futtermittel her.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Kennzeichnung verbessern!
Beim anderen Antrag zur AMA, da geht es um Qualitäten und so weiter. Wichtig wäre, dass wir das aus der AMA herausnehmen und uns wirklich mit Qualitäten beschäftigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne! Machen wir!) Denn, Herr Bundesminister, es ist natürlich klar und unterstützenswert, wenn Sie die Konsumenten aufrufen, österreichische Qualität zu kaufen – logischerweise. Nur: Der Konsument ist ja leider nicht in der Lage, bei Wurst oder beim verarbeiteten Schwein festzustellen, ob das wirklich – jetzt in dem Fall Deutschland – dioxinfrei ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Kennzeichnung verbessern!) Der kann das leider nicht feststellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch gentechnikfrei!) Oder auch gentechnikfrei vom Futtermittel her.
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch gentechnikfrei!
Beim anderen Antrag zur AMA, da geht es um Qualitäten und so weiter. Wichtig wäre, dass wir das aus der AMA herausnehmen und uns wirklich mit Qualitäten beschäftigen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gerne! Machen wir!) Denn, Herr Bundesminister, es ist natürlich klar und unterstützenswert, wenn Sie die Konsumenten aufrufen, österreichische Qualität zu kaufen – logischerweise. Nur: Der Konsument ist ja leider nicht in der Lage, bei Wurst oder beim verarbeiteten Schwein festzustellen, ob das wirklich – jetzt in dem Fall Deutschland – dioxinfrei ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Kennzeichnung verbessern!) Der kann das leider nicht feststellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch gentechnikfrei!) Oder auch gentechnikfrei vom Futtermittel her.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Pilze, keine Sporen!
Es handelt sich dabei um Heu- und Kartoffelbakterien, wobei durch die Umstellung in den Anbauverfahren und natürlich auch durch die verschiedensten Reduktionen bei den Pflanzenschutzmitteln die Infektionsschwelle mit diesen Bakterien erhöht und dadurch die Gefahr auch höher ist. Somit gelangen die Bakterien über die Sporen vom Feld über das Getreide in das Mehl und damit in den Teig. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sind Pilze, keine Sporen!) Im späteren Stadium ist natürlich das Brot nicht mehr genießbar. Und da sind wir beim Konsumenten- oder Pflanzenschutz, der Lebensmittelsicherheit garantiert.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Schmuckenschlager, die Preisliste möchte ich gerne haben!
Herr Pirklhuber, ich kann Ihnen gerne – ich habe es Ihnen bei der letzten Diskussion über Pflanzenschutzmittel schon angeboten, heute habe ich auch eine mit – eine Preisliste mitgeben. Sie können sich sicher sein: Die österreichischen Bäuerinnen und Bauern werden nie mehr als notwendig und wirklich nur das, was absolut nötig ist, anwenden, denn nachhaltige Landwirtschaft in Österreich ist seit Jahrhunderten schon damit verbunden, dass wir unsere Bodenfruchtbarkeit erhalten, die Umwelt schützen und unsere Ressourcen natürlich auch weiterhin schonend nutzen wollen. Das ist schon als Selbstschutz unserer Lebensgrundlage notwendig und somit unser höchstes Prinzip. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Kollege Schmuckenschlager, die Preisliste möchte ich gerne haben!)
Beifall und Bravorufe bei den Grünen, da auch Abg. Ing. Gartlehner zustimmt. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo! Das ist ein Imker!
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. (Beifall und Bravorufe bei den Grünen, da auch Abg. Ing. Gartlehner zustimmt. – Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo! Das ist ein Imker!) – Auch das ist die Minderheit. Der Antrag ist somit abgelehnt.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Grünen diskutieren hier immer enthusiastisch die Landwirtschaftsthemen, aber bei Landwirtschaftskammerwahlen, den Interessenvertretungswahlen fehlen sie stets auf den Wahlzetteln quer durchs Land, das spricht auch für sich. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Verbrennen statt wiederverwenden, das ist die Praxis!
Bei uns in Österreich ist die Abfallwirtschaft ein gelebtes Ressourcen-Management (Abg. Dr. Pirklhuber: Verbrennen statt wiederverwenden, das ist die Praxis!), denn wir haben in vielen Bereichen des Klimaschutzes Nachholbedarf, aber bei der Abfallwirtschaft erreichen wir die Klimaschutzziele – ganz eindeutig –, weil bei uns gesagt wird: Bevor Abfall deponiert wird – es soll nur mehr am Schluss das, was nicht mehr verwertbar ist, deponiert werden –, wird er energetisch genutzt, sodass ein Drittel der heimischen Abfälle energetisch genutzt wird. (Abg. Mag. Brunner: Energetische Nutzung heißt: verbrannt! – Sie sollen aber Abfall vermeiden!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Oberheizer der Nation!
Es geht darum, dass wir 50 Prozent der anfallenden Plastiksackerl in Österreich verwerten. Wir wiederverwerten 50 Prozent, und der Rest wird nicht irgendwo, wie es Kollege Schultes zu Recht beklagt hat, weggeschmissen, wie es leider bei anderen Dingen passiert, sondern eben thermisch genutzt. (Abg. Mag. Brunner: Verbrannt!) Und ich sage ja, das hat einen Sinn. Es ist besser, es thermisch zu nutzen, als es irgendwo zu deponieren oder aus dem Auto rauszuschmeißen. Es geht um eine geordnete Abfallbewirtschaftung, für die wir hier gemeinsam stehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Oberheizer der Nation!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja logisch! Das hat keiner bestritten!
len Menschen in der Republik. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja logisch! Das hat keiner bestritten!) Es gibt, wie gesagt, keine Ablagerung von unbehandelten Abfällen mehr auf Deponien. 90 Prozent der Siedlungsabfälle werden wiederverwertet – 50 Prozent stofflich, 40 Prozent thermisch. Das ist im städtischen Bereich ja notwendig für die Fernwärme, weil es hier schwerer ist, Biomasse-Anlagen zu errichten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann können Sie eh abdanken, wenn alles so super ist!
Bei der getrennten Sammlung von Abfällen aus Haushalten und haushaltsähnlichen Einrichtungen ist der Anteil seit 2004 um 24 Prozent gestiegen. (Abg. Mag. Brunner: Was heißt das jetzt? Wir müssen keine ... mehr machen?) Bei Elektro- und Elektronik-Altgeräten übertrifft Österreich den Wert der Europäischen Union um Meilen. In der EU wird der Wert vorgegeben, 4 Kilogramm pro Einwohner zu sammeln, in Österreich sind es 9,32 Kilogramm. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann können Sie eh abdanken, wenn alles so super ist!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Warum? Weil wir die Voest und die Stahlindustrie haben!
Sie müssen auch einfach nur die aktuellen Meldungen zur Kenntnis nehmen. Man kann stolz darauf sein in Österreich! Die Europäische Kommission hat überprüft und stellt fest, Österreich ist Spitzenreiter bei der Wiederverwertung von Altfahrzeugen. (Abg. Mag. Brunner: Dann lesen Sie Ihre eigene Anfragebeantwortung!) Wir sind die Ersten in Europa mit 97 Prozent Wiederverwertung – niemand macht uns das nach! (Abg. Dr. Pirklhuber: Warum? Weil wir die Voest und die Stahlindustrie haben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich pass eh auf!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich kann in diesem Bereich eine stolze Bilanz legen. Wir haben erreicht, dass allein im Zeitraum 2004 bis 2010 die Haushaltsmengen an Müll um 34 Prozent zurückgegangen sind. Wir haben erreicht, dass 90 Prozent der Siedlungsabfälle wiederverwertet werden, davon 50 Prozent stofflich wiederverwertet – Herr Kollege Pirklhuber, passen Sie auf! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich pass eh auf!) –, und 40 Prozent werden sinnvoll energetisch, thermisch verbrannt, und daraus wird Strom und Wärme produziert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie schon einmal etwas von Wertstoffkette gehört?) – Herr Kollege Pirklhuber, ich kenne mich da sehr genau aus, dies im Gegensatz zu Ihnen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie schon einmal etwas von Wertstoffkette gehört?
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Österreich kann in diesem Bereich eine stolze Bilanz legen. Wir haben erreicht, dass allein im Zeitraum 2004 bis 2010 die Haushaltsmengen an Müll um 34 Prozent zurückgegangen sind. Wir haben erreicht, dass 90 Prozent der Siedlungsabfälle wiederverwertet werden, davon 50 Prozent stofflich wiederverwertet – Herr Kollege Pirklhuber, passen Sie auf! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich pass eh auf!) –, und 40 Prozent werden sinnvoll energetisch, thermisch verbrannt, und daraus wird Strom und Wärme produziert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Haben Sie schon einmal etwas von Wertstoffkette gehört?) – Herr Kollege Pirklhuber, ich kenne mich da sehr genau aus, dies im Gegensatz zu Ihnen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Vergraben ist verboten!
Faktum ist, dass es wesentlich klüger ist, den bereits angefallenen Müll thermisch zu verwerten (Abg. Mag. Brunner: Noch klüger ist es, ihn zu vermeiden!), als ihn unter der Erde zu vergraben und Altstoff und neue Altlasten zu produzieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vergraben ist verboten!) Faktum ist, dass Österreich da beste Technologie einsetzt, um die uns andere Länder beneiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie wissen genauso wie ich, dass Vergraben verboten ist! Reden Sie nicht so einen ...!) Das ist völlig richtig, dies geschieht aber in anderen Ländern immer noch. In Österreich ist das absolut nicht der Fall, es gelangt kein unbehandelter Abfall auf Deponien.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie wissen genauso wie ich, dass Vergraben verboten ist! Reden Sie nicht so einen ...!
Faktum ist, dass es wesentlich klüger ist, den bereits angefallenen Müll thermisch zu verwerten (Abg. Mag. Brunner: Noch klüger ist es, ihn zu vermeiden!), als ihn unter der Erde zu vergraben und Altstoff und neue Altlasten zu produzieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vergraben ist verboten!) Faktum ist, dass Österreich da beste Technologie einsetzt, um die uns andere Länder beneiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie wissen genauso wie ich, dass Vergraben verboten ist! Reden Sie nicht so einen ...!) Das ist völlig richtig, dies geschieht aber in anderen Ländern immer noch. In Österreich ist das absolut nicht der Fall, es gelangt kein unbehandelter Abfall auf Deponien.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was war das? Hab ich mich verhört?
Abgeordneter Johann Rädler (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Ja, eigentlich könnten wir alle sehr stolz sein, wenn wir die Liste ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Was war das? Hab ich mich verhört?) – Ja, ja, ich komme schon noch zu Ihnen. Nein, Sie brauchen sich jetzt nicht aufzuregen, ich komme zu Ihnen, Herr Pirklhuber. Aber jetzt seien wir einmal stolz auf Österreich und auf unseren Herrn Bundesminister, auf die Erfolge in der Abfallvermeidung, die Liste, die er vorgelegt hat. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In Oberösterreich sind wir in Verantwortung und haben gezeigt, dass wir was weiterbringen!
Als Bürgermeister muss ich euch sagen, liebe Freunde von den Freiheitlichen, aber auch von den Grünen: Ihr redet ja eigentlich nur immer, ihr thematisiert immer nur, aber in der Umsetzung habe ich euch noch nie erlebt. (Abg. Dr. Pirklhuber: In Oberösterreich sind wir in Verantwortung und haben gezeigt, dass wir was weiterbringen!) In Oberösterreich, ja, da gibt es die Plastiksackerl nicht mehr, Gott sei Dank, weil der Anschober dort ist. Verstehe.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht im Parlament, aber gegeben hat es sie! Die waren damals sehr aktiv!
Nur, die Umsetzung findet in den Gemeinden statt, und wir müssen uns zur Umweltpolitik bekennen! Und die Abfallvermeidungsstrategie, die wir jetzt auf europäischer Ebene nach dem Modell Österreichs einbringen werden, diese Vermeidungsstrategie hat in den Gemeinden vor 30 Jahren begonnen. Da hat es wirklich die Grünen noch nicht gegeben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht im Parlament, aber gegeben hat es sie! Die waren damals sehr aktiv!) Und alle umweltbewussten Bürgermeister – und ich zähle mich dazu, weil ich Bürgermeister in einer Umweltmustergemeinde bin und auch, weil Frau Brunner das angesprochen hat, in einer Initiative gegen eine Müllverbrennungsanlage tätig bin – haben das längst gemacht und machen es tagtäglich. Wir sind froh, wenn es jetzt eine gesetzliche Grundlage dafür gibt, dass es den elektronischen Akt gibt, weil wir mehr Überwachung durchführen, weil wir das auf den Gemeindeämtern dokumentieren und die diesbezügliche Kontrolle dort durchführen können, im Interesse der Bürger. (Abg. Mag. Brunner: Was sagen Sie dazu, ...?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und, sehr geehrte Damen und Herren, dass die österreichischen Verbindungen zum DDR-Regime systempermanent waren, beweisen zwei Tatsachen: Die erste Tatsache ist, dass der erste offizielle Auslandsbesuch des DDR-Staatsratsvorsitzenden Honecker ihn gerade nach Österreich geführt hat, um ihn hier zu rehabilitieren, auch international auf dem diplomatischen Parkett. Und zweitens gibt es die Tatsache, dass der erste nennenswerte westliche Regierungschef ein österreichischer Bundeskanzler war, der in die DDR gereist ist und damit das DDR-Regime auch aufgewertet hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es! Das stimmt!
Jeder andere Österreicher würde dafür in Haft gehen, nur Herr Grasser nicht, nur Herr Plech nicht, nur Herr Meischberger nicht, meine Damen und Herren! (Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es! Das stimmt!)
Sitzung Nr. 95
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Eine rasche, menschenrechtskonforme und humanitäre Reform des österreichischen Fremdenrechts“ (Ordnungsnummer 71) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Kein Sparen bei Kindern, Jugendlichen, Familien und Sozialem“ (Ordnungsnummer 72) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wissen Sie, was das für junge Männer heißt, wenn sie unter Applaus der Freiheitlichen Partei ihren Präsenzdienst als Kellner in Offizierskasinos ableisten müssen (Abg. Mag. Stefan: ... Marxist!), weil sich Generäle des Bundesheeres ohne Präsenzdiener nicht mehr selbständig Getränke holen können?! (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Wissen Sie, dass Präsenzdiener als Ordonanzen von der FPÖ nahe stehenden Generälen missbraucht werden? Persönliche Diener! Die werden ausgebildet beim österreichischen Bundesheer zu Kellnern und zu persönlichen Dienern! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Mag. Stefan: Alle in den Gulag!)
Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hätten Sie schon lange machen können!
Ich habe die Hoffnung gehabt – und ich habe sie nach wie vor –, dass wir zu einer Versachlichung der Diskussion kommen können, was die Zukunft des österreichischen Bundesheeres betrifft. (Abg. Kickl: ... der größte Hemmschuh!) Insofern bin ich eigentlich der Opposition dankbar (ironische Heiterkeit bei FPÖ, BZÖ und Grünen), dass wir dieses Thema hier und heute auch diskutieren können. Wir haben es ja gestern im Landesverteidigungsausschuss nicht diskutieren können, nachdem ich daran gehindert wurde, meine Modelle vorzulegen. (Zwischenrufe beim BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hätten Sie schon lange machen können!)
Sitzung Nr. 96
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Für ein Plastiksackerlverbot in Österreich“ (Ordnungsnummer 74) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wo liegt der Knackpunkt bei den 10 Prozent der Rosenkrieg-Scheidungen? – Es stellt sich natürlich die Frage, ob in diesen Fällen weiterhin eine gerichtliche Entscheidung über die Obsorge richten soll oder ob, wie von Frau Bundesministerin Bandion-Ortner vorgesehen, beide Elternteile auch weiterhin für ihre Kinder Verantwortung tragen sollen, um ihnen damit eine optimale Betreuung für ihr weiteres Leben zu gewährleisten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es muss Konsequenzen haben, Kollegin!
Konkret zum Petitionsausschuss. Wie läuft die Arbeit? Sie haben hier ja schon einige Einblicke bekommen. Herr Kollege Pirklhuber, für Ideen sind wir immer offen, für konstruktive Zusammenarbeit sind wir immer zu haben. Tatsache ist, dem Ausschuss sind in den letzten Monaten wesentliche Verbesserungen gelungen: Es gibt eine bessere Zusammenarbeit mit den Volksanwälten. Es werden Betroffene sowie Experten in den Ausschuss eingeladen. Das Beispiel ist ja schon genannt worden: Zum Thema „Kinder in Schubhaft“ hat der Ausschuss auch Vertreter von NGOs gehört. In Kürze werden Vertreter von drei Bürgerinitiativen ihre Wünsche darlegen, und zwar Aug in Aug mit den Abgeordneten – also nicht, wie es so oft heißt: Die da oben sind abgehoben! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es muss Konsequenzen haben, Kollegin!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nur einer!
Ich kann das nur für unsere Fraktion sagen. Wenn andere über die Kenntnisnahme sagen, ich lege es ab, das ist für mich Geschichte, dann sollen sie es so machen. Ich glaube, wir nehmen das, was die direkte Demokratie mitbringt, auch mit und versuchen es immer wieder einzubauen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nur einer!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist die Transparenz?
Dabei habe ich erreicht, dass die deutsche Bundesregierung im Rahmen des bilateralen Nuklearinformationsabkommens Österreich Rede und Antwort steht, wie genau die Details des Beschlusses sind und welche Konsequenzen das hat. Ich war es, der im Ministerrat einen einstimmigen Beschluss erreicht hat, bei dem wir uns ganz klar als österreichische Bundesregierung dafür ausgesprochen haben, dass es maximale Transparenz (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist die Transparenz?) seitens der deutschen Seite, maximale Sicherheit für die österreichische Bevölkerung und ein Aufrüsten der Atomkraftwerke im sicherheitstechnischen Sinn gibt und dass es, wenn das nicht geht –
Abg. Neubauer: Es geht ja nicht um ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber jetzt zum Euratom-Vertrag. Ein Ausstieg aus Euratom, den Sie für Österreich hier propagieren, bedeutet nicht, dass es weniger Kernenergie in Europa oder in der Welt gibt. Also Sie erreichen nicht den Effekt, den Sie hier suggerieren! (Abg. Neubauer: Es geht ja nicht um ...! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Das ist der erste Punkt.
Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das Ihr ökopolitisches Verständnis?
Nun zur politische Frage. Und da, Frau Klubobfrau Glawischnig, dürfen Sie mir nicht etwas unterstellen, was so gar nicht stimmt, weil Sie hier Mutlosigkeit meinerseits suggerieren. Das hat nichts mit Mutlosigkeit zu tun, sondern mit Hausverstand und mit politischer Vernunft. (Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das Ihr ökopolitisches Verständnis?) Ich sage: Auch aus politischen Gründen hat es keinen Sinn auszutreten! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber doch nicht für die Atompolitik!
Ich sage es bewusst offensiv, denn in meiner langjährigen politischen Erfahrung hat es einen Sinn, am Verhandlungstisch zu sitzen. Es ist besser, für Österreich etwas herauszuholen, als vor der Tür zu stehen, nicht mitreden zu können und Beschlüsse dann exekutieren zu müssen. Das betrifft den Agrarbereich, wo viele Bauern skeptisch waren betreffend den EU-Beitritt, und so weiter. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber doch nicht für die Atompolitik!) Auch dort gilt gescheites Mitreden, Bedingungen gestalten und nicht draußen vor der Türe warten, so wie es zum Beispiel bei der Schweiz ist, die dann viele Dinge übernehmen muss.
Abg. Mag. Brunner: Was ist der Unterschied? – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber zurück zum Euratom-Vertrag. Ich halte es allemal für richtig, mitzureden, mitzubestimmen, denn wissen Sie, was die Konsequenz ist? – Wenn Beschlüsse Euratom betreffend gefasst werden und wir theoretisch nicht mit dabei wären, dann müsste unser Minister hinausgehen aus der Ministerratssitzung und darf als ein Mitglied der Europäischen Union auf der europäischen Ebene darüber gar nicht abstimmen. (Abg. Mag. Brunner: Was ist der Unterschied? – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist für mich undenkbar, weil es für uns um hohe Sicherheitsstandards geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Brauchen wir eh nicht!
Abschließend komme ich noch zum Sicherheitskontrollsystem. Es wird das Kernmaterial einer eingehenden Kontrolle auf der europäischen Ebene unterzogen. Das bedeutet, jedes Gramm Uran, jedes Gramm Plutonium wird registriert, wird kontrolliert und kann daher nicht abgezweigt werden oder, was weiß ich, für irgendwelche Attentate verwendet werden (Abg. Dr. Pirklhuber: Brauchen wir eh nicht!), was ja im Sinne der Sicherheit absolut notwendig ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!
Ebenfalls bedenklich ist – das kommt auch von ÖVP-Seite und das liegt jetzt in den Gemeinden auf –, dass es von Ihrer Innenministerin ein Schreiben an die Gemeinden gibt, sie sollen dieses Volksbegehren nicht bewerben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!) Jetzt ist es ohnehin schon schwer für Menschen, sich hier zu engagieren, und dann kommt noch ein Schreiben von den Regierungsparteien, das ihnen wieder Steine in den Weg legt. Also das ist kein Umgang mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Diesen Vorwurf müssen Sie sich hier gefallen lassen. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie der Schelm denkt, so ist er auch!
Wir haben von Ihnen jetzt allgemeine Plattitüden gehört und wieder nichts Konkretes. Ein Austritt ist sehr wohl möglich. Da gibt es mittlerweile verschiedene Rechtsgutachten. Sie zitieren immer eines, ein angebliches Gutachten, das wir auch im Umweltausschuss in der letzten Woche diskutiert haben, das Sie uns aber nicht zur Verfügung stellen. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das kriegen wir noch!) Das wundert mich, weil immerhin sind Sie auch Auftraggeber dieses Gutachtens. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie der Schelm denkt, so ist er auch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... ÖVP-Resolution dazu!
Ein wenig verunsichert bin ich, Herr Bundeskanzler – und da bitte ich um Klarstellung beim Regierungspartner –, was Positionen einzelner Landespolitiker anbelangt. Wenn Stadträtinnen aus Wien oder Landeshauptleute aus dem Burgenland meinen, sie unterschreiben dieses Volksbegehren zum Austritt aus dem Euratom-Vertrag (Abg. Dr. Pirklhuber: ... ÖVP-Resolution dazu!), so würde ich um ein bisschen Information in diese Richtung bitten, dass das rechtlich nicht geht und politisch nicht sinnvoll ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall der Abgeordneten Neubauer und Dr. Pirklhuber. – Abg. Kickl: Ah!
„Eisenstadt, 26. Jänner 2010. – In der heutigen Landtagssitzung wurde mit den Stimmen der SPÖ [...] ein Antrag für den sofortigen Ausstieg Österreichs aus dem Euratom-Vertrag beschlossen.“ (Beifall der Abgeordneten Neubauer und Dr. Pirklhuber. – Abg. Kickl: Ah!)
Abg. Mag. Brunner: Das ist richtig! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... aber es zu probieren!
Das ist vom Procedere her eine sehr realistische Perspektive. Man braucht, wenn man das dann einberuft beziehungsweise ändert, eine Mehrheit der Mitgliedstaaten – für eine solche braucht man mittlerweile schon 14 Mitgliedstaaten –, und dann, wenn diese Konferenz stattfindet, ist auch noch nicht ausgemacht, wie die Konferenz ausgeht. – Das ist eine realistische Perspektive. (Abg. Mag. Brunner: Das ist richtig! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... aber es zu probieren!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Umweltminister! Das werden wir vielleicht konstruktiv diskutieren im Ausschuss!
besprochen?) – Nein, das hat auch der Minister nicht gesagt. Ein Instrument der Anti-Atombewegung ist Euratom nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Umweltminister! Das werden wir vielleicht konstruktiv diskutieren im Ausschuss!)
Abg. Dr. Pirklhuber – neuerlich auf Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich deutend –: Aber er ist ja nicht einmal bereit, darüber zu diskutieren!
Wenn man aber zum Beispiel sagt, man macht eine europäische plebiszitäre Bewegung, wo man sowohl gegen die Subventionen eintritt als auch für Sicherheitsstandards, die für die Atomlobby kaum mehr finanzierbar sind, dann kann es natürlich sinnvoll sein, wenn man das als Mitgliedsland von Euratom begleitet und es dort argumentiert. (Abg. Dr. Pirklhuber – neuerlich auf Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich deutend –: Aber er ist ja nicht einmal bereit, darüber zu diskutieren!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Diskussionsverweigerung kann es aber auch nicht sein! – Abg. Mag. Brunner: Das Volksbegehren sind Sie nicht bereit, öffentlich zu diskutieren!
Aber hier zu sagen, wenn wir nur wollen, sind wir draußen und das war’s, ist eine unseriöse Kommunikation, die – und da hat Greenpeace gestern recht gehabt, als sie das gesagt haben – nur zu Frustrationen und Enttäuschungen führt, denn man kündigt im Endeffekt etwas an und hält etwas für realisierbar, das in Wirklichkeit nicht realisierbar ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Diskussionsverweigerung kann es aber auch nicht sein! – Abg. Mag. Brunner: Das Volksbegehren sind Sie nicht bereit, öffentlich zu diskutieren!) – Nein, nein es gibt keine Diskussionsverweigerung. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich.) Es sitzen ja alle heute da. – Bitte nicht.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Gut!
Im Umweltausschuss wird darüber diskutiert, und wir werden noch viel Zeit haben, hier im Hohen Haus darüber zu reden. Ich plädiere nur dafür, dass wir alle, die wir gemeinsam und manche schon vor langer Zeit und vor allem gegen Zwentendorf Seite an Seite gegangen sind, diesen Weg fortsetzen und den klügsten Weg suchen, um der Atomlobby in Europa ordentlich in die Suppe zu spucken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Gut!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie war das mit deiner Frau? Sag was!
Abgeordneter Erwin Hornek (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Herr Bundesminister! Herr Staatssekretär! Geschätzte Abgeordnete! Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie war das mit deiner Frau? Sag was!) Wenn sich jemand mit dem Euratom-Vertrag auseinandersetzt, dann hat er meine volle Unterstützung. Die derzeitige Form des Euratom-Vertrages ist im Sinne der österreichischen Interessen umfassend zu reformieren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja kein Gutachten!
Na gut, Herr Minister, ich habe es gemacht. Ich habe in Ihrem Ministerium angerufen und habe mich um dieses vermeintliche Gutachten bemüht, wobei ich gar nicht mehr überzeugt davon bin, dass es das überhaupt gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja kein Gutachten!) Ich habe versucht, es zu bekommen, weil der Herr Minister uns nämlich zugesagt hat, dass wir es grundsätzlich haben können, nur habe ich es trotzdem nicht bekommen, Herr Bundesminister, und das ist wirklich ein Skandal! (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Deshalb, Herr Minister: Ich weiß, Sie haben nicht allzu viel Tatendrang. Ihnen liegt mehr das Wort als die Tat, aber ich würde Sie doch bitten: Schauen Sie, dass Sie endlich einmal in die Gänge kommen und hier etwas bewegen, auch auf europäischer Ebene! Der erste Schritt dazu wäre, aus Euratom auszusteigen und dieses Geld sinnvoll einzusetzen. Da gibt es genug Möglichkeiten. Gehen Sie an die Arbeit! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Donabauer: Sie sind mit in der Regierung, Herr Kollege! Sind Sie nicht mit in der Regierung? Denken Sie einmal nach darüber! – Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung ÖVP –: Neuwahlen!
Wir sprechen uns auch ganz, ganz entschieden gegen den Numerus clausus aus. Es kann nicht so sein, dass dieser junge Menschen daran hindern soll – weil in Deutschland die Wehrpflicht abgeschafft wird, und dann hoffentlich auch bei uns, und daher zwei Jahrgänge, also noch mehr Leute dorthin drängen; das kann kein Problem sein –, bei uns ihrem Studium nachzugehen, denn das ist ein europäisches Problem. Es ist Ihre Aufgabe, Frau Ministerin, dieses Problem zu lösen. Das ist ein europäisches Problem, das wir kennen. (Abg. Donabauer: Sie sind mit in der Regierung, Herr Kollege! Sind Sie nicht mit in der Regierung? Denken Sie einmal nach darüber! – Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung ÖVP –: Neuwahlen!) Dieses Problem ist trotzdem zu lösen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Herr Minister! Wo ist er? – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich betritt den Plenarsaal und begibt sich zu seinem Platz auf der Regierungsbank.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der letzte Umweltausschuss war für uns Mitglieder des Ausschusses ein besonders interessanter, weil wir wieder festgestellt haben, ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Herr Minister! Wo ist er? – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich betritt den Plenarsaal und begibt sich zu seinem Platz auf der Regierungsbank.) Herr Bundesminister, dieser Ausschuss war für uns besonders interessant, weil wir festgestellt haben, dass in weiten Bereichen Anträge der Oppositionsparteien die Ausschussarbeit dominieren. Nicht nur im Umweltausschuss, auch in vielen anderen Bereichen ist es so, dass die Oppositionsparteien, die hier im Parlament tätig sind, sich tatsächlich mit den Inhalten für Österreich beschäftigen und das auch in Antragsform gießen.
Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!
Wir haben Wasserkraft, diese soll weiter ausgebaut werden – hier auch die volle Unterstützung unsererseits –, wir haben die Möglichkeiten, mit einer sinnvollen Raumplanung die Windkraft weiter zu nützen. Es soll nicht in jedem Dorf ein Windkraftwerk entstehen, aber es gibt Flächen in Österreich, wo das wirklich Sinn macht. Es gibt die Geothermie – in Oberösterreich entsteht ein neues großes Werk (Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!) –, es gibt Biomasse, die sinnvoll verwendet, sinnvoll genützt werden kann, und natürlich gibt es die Photovoltaik, die eine wirkliche Zukunftstechnologie ist.
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Abgeordneter Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ): Frau Präsidentin! Zunächst zeigt die Tatsache, dass drei Parteien im Haus, die insgesamt ein wenig mehr als 40 Prozent der Mandate halten, einen Untersuchungsausschuss möchten, eigentlich ganz klar, wo die Reform im Haus erfolgen muss und dass kein Stillstand angesagt ist, wenn es darum geht, einen Untersuchungsausschuss als Minderheitsrecht hier in diesem Hause zu etablieren. Da ist ebenfalls kein Verzug möglich. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!)
Sitzung Nr. 98
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir auch!
Daher vertraue ich nicht darauf, dass sich Frankreich im nächsten Europäischen Rat unserer Meinung anschließt. Ich weiß auch, dass heute Nachmittag, wenn mich der tschechische Premierminister Necas besucht, die Möglichkeiten relativ gering sind, ihn zu einem Umdenken zu bewegen. Trotzdem ist diese unsere Aufgabe mit Entschlossenheit voranzutreiben, weil – und davon bin ich überzeugt – diese Katastrophe in der Bevölkerung Europas zu einem Umdenken führen wird. Ich habe da also weniger Vertrauen zu so mancher Regierung (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir auch!), auch zu einzelnen Regierungsvertretern.
Abg. Dr. Pilz: Eine Schüssel-Erklärung jetzt! – Abg. Dr. Pirklhuber: Der hat nicht geklatscht!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Ich erteile nun Herrn Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich für 5 Minuten das Wort. – Bitte. (Abg. Dr. Pilz: Eine Schüssel-Erklärung jetzt! – Abg. Dr. Pirklhuber: Der hat nicht geklatscht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kollegen Schüssel!
Für uns war und ist eben aufgrund unserer Vergangenheit und unserer Kompetenz, die wir in Österreich dadurch erworben haben, klar: Raus aus Atom, hin zu erneuerbarer Energie! – Um aber in Europa gehört zu werden, müssen wir hier mit einer gemeinsamen Stimme sprechen (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Kollegen Schüssel!), mit einer österreichischen Stimme, mit einer rot-weiß-roten Stimme. Es ist jetzt nicht die Zeit, politisches Kleingeld daraus zu machen, sondern es ist notwendig, dass wir einen nationalen Schulterschluss erreichen, dass wir für die Österreicherinnen und Österreicher gemeinsam an einem Strang ziehen. (Rufe bei den Grünen: Was ist mit Schüssel?) Das ist der ÖVP wichtig, das ist auch Vizekanzler Pröll wichtig, und daher freue ich mich, dass die Bundesregierung heute im Ministerrat gemeinsam einen Aktionsplan beschlossen hat. Ein gemeinsames Projekt dieser Bundesregierung, das sagt: Raus aus Atom, hin zu erneuerbaren Energien. Und ich lade Sie ein: Gehen wir diesen Weg gemeinsam – für Österreich und für Europa! (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Raus aus Euratom!
Klar ist, dass wir uns mit diesem Ministerratsbeschluss dazu bekennen, dass sowohl der Herr Bundeskanzler als auch die Ministerinnen und Minister dieser Bundesregierung auf allen Ebenen jede Gelegenheit dazu nutzen werden, für diesen Weg zu werben: Raus aus Atom, hin zu erneuerbaren Energien. Sind wir früher noch etwas als Sonderlinge angesehen worden – na ja, die setzen nicht auf Atomkraft –, so zeigt sich heute, dass das ein richtiger Weg ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Raus aus Euratom!) Der gemeinsame Aktionsplan „Raus aus Atom“ beinhaltet ein Umdenken bei der Energiepolitik und auch ein Aufzeigen von notwendigen Alternativen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
In der Präambel des Euratom-Vertrages findet sich die Absichtserklärung zum Aufbau einer mächtigen europäischen Atomindustrie. Und da haben die Grünen mitgestimmt; das gehört hier schon auch erwähnt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Damals konnte man sich ja nur wundern, warum Sie dem Lissaboner Vertrag mit diesem rechtlich verbindlichen Anhang des Euratom-Vertrages zugestimmt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: ... noch nie für den Euratom-Vertrag gestimmt!), dann aber hier sagen: Ausstieg aus dem Euratom-Vertrag!
Abg. Dr. Pirklhuber: ... noch nie für den Euratom-Vertrag gestimmt!
In der Präambel des Euratom-Vertrages findet sich die Absichtserklärung zum Aufbau einer mächtigen europäischen Atomindustrie. Und da haben die Grünen mitgestimmt; das gehört hier schon auch erwähnt. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Damals konnte man sich ja nur wundern, warum Sie dem Lissaboner Vertrag mit diesem rechtlich verbindlichen Anhang des Euratom-Vertrages zugestimmt haben (Abg. Dr. Pirklhuber: ... noch nie für den Euratom-Vertrag gestimmt!), dann aber hier sagen: Ausstieg aus dem Euratom-Vertrag!
Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung ÖVP weisend –: Da sitzt einer davon!
Da wir gerade bei den Lügen waren: Es ist ja ein Lügengeflecht, eine Vernetzung aus Korruption, Politik und Lobbyisten (Abg. Dr. Pirklhuber – in Richtung ÖVP weisend –: Da sitzt einer davon!), die da immer wieder zum Ausdruck kommt. Hier sei, weil wir die Debatte mit den Sicherheitstests der Atomkraftwerke in Gang setzen, beispielsweise darauf hingewiesen – einmal abgesehen davon, dass das natürlich verpflichtend sein muss, dass es natürlich auch nach europäischen Standards vor sich gehen muss und
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Steigen wir aus aus dem Ganzen!
Seit 1950 wurde die Atomenergie in Deutschland mit 160 Milliarden € gefördert – Infrastruktur, Forschungsförderung, weiß der Teufel was alles –, gefördert durch öffentliche Gelder. Dahinter steckt anscheinend auch die zynische Überlegung: Zuerst muss der Steuerzahler, der Bürger und die Bürgerin, für diese Energieform zahlen, und wenn etwas passiert, hat er die Folgewirkungen zu erleiden, siehe Japan, und muss das wieder selbst bezahlen. Und da soll noch irgendjemand sagen, dass das eine saubere Energieform ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Steigen wir aus aus dem Ganzen!) Sie ist vor allem moralisch keine saubere Energieform. (Abg. Kickl: Moralisch ist das auch nicht sauber, was Sie hier machen!) Sie ist aber auch ein wirtschaftlicher Irrweg, und sie ist letztendlich sicherheitspolitisch sowieso eine einzige Katastrophe.
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Lobbys sollen das bezahlen!
Dieser Zynismus! Das ist nicht nur kostenmäßig ein Wahnsinn. Wer berechnet das eigentlich auf 500 Jahre? Wer soll das bezahlen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Lobbys sollen das bezahlen!) Das heißt, das ist im Endeffekt eine einzige Lüge, die deswegen am Leben erhalten werden kann, weil das offensichtlich in einem Zusammenhang auch mit Lobbyismus und Korruption steht und eine Verflechtung mit politischen Entscheidungsträgern (Abg. Dr. Pirklhuber – zur ÖVP weisend –: Schauen Sie in diese Richtung!) und mit wirtschaftlichen Entscheidungsträgern gegeben ist. Japan und andere Länder sind ein Beispiel dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber – zur ÖVP weisend –: Schauen Sie in diese Richtung!
Dieser Zynismus! Das ist nicht nur kostenmäßig ein Wahnsinn. Wer berechnet das eigentlich auf 500 Jahre? Wer soll das bezahlen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Lobbys sollen das bezahlen!) Das heißt, das ist im Endeffekt eine einzige Lüge, die deswegen am Leben erhalten werden kann, weil das offensichtlich in einem Zusammenhang auch mit Lobbyismus und Korruption steht und eine Verflechtung mit politischen Entscheidungsträgern (Abg. Dr. Pirklhuber – zur ÖVP weisend –: Schauen Sie in diese Richtung!) und mit wirtschaftlichen Entscheidungsträgern gegeben ist. Japan und andere Länder sind ein Beispiel dafür. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Fragen Sie einmal, welcher Abgeordneter dafür ist!
Nächster Zynismus: Es werden, lese ich, alte AKW angeboten, die man zum halben Preis nachbaut. Das heißt, man sagt, weil das so eine Erfolgsgeschichte war in Fukushima oder wo auch immer, bauen wir es gleich noch einmal zum halben Preis, am besten, lese ich, in der Wüste, als wenn es dort keine Sonnenenergie gäbe, als wenn man dort nicht andere Energieformen hätte wie Erdöl oder Sonne. Nein, zum halben Preis baut man dort alte AKW, wieder mit dem alten Risiko. Alte AKW werfen täglich einen Gewinn von 2 Millionen € für den Betreiber ab. Je älter, desto profitabler, desto unsicherer. Ein Skandal sondergleichen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Fragen Sie einmal, welcher Abgeordneter dafür ist!) – Vielleicht meldet er sich zu Wort und sagt etwas dazu. – Je älter, desto profitabler. Ein einziger Skandal! Und da muss ich Ihnen wieder sagen: Zynisch bis zum Exzess!
Abg. Dr. Pirklhuber: Da brauchen wir was Neues!
Da kann natürlich Euratom einen Beitrag leisten, klar, die Zielsetzungen ändern, die Förderungsperspektiven ändern. Dazu braucht man nur die Zustimmung aller, die dort tätig sind, und das wird dann natürlich permanent boykottiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da brauchen wir was Neues!) Ja, ja, aber da bin ich auch der Meinung, es wäre notwendig, dass auch diese Einrichtung sich umorientiert. Das wird aber nicht gehen, ohne dass es hier wirklich Druck gibt.
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unmöglich! – Abg. Vilimsky: Unglaublich!
In diesem Zusammenhang, dass es hier ausschließlich um Geld geht, möchte ich Sie, Herr Dr. Schüssel, von dieser Stelle aus fragen: Sie schweigen immer zu dieser Thematik, aber ich und viele Menschen halten es für unvereinbar, dass Sie gleichzeitig in der RWE 200 000 € bis 300 000 € Gewinnbeteiligung als Aufsichtsrat kassieren (Zwischenrufe bei der ÖVP) – ja, das ist die ausgeschriebene Jahresgage, auf der Homepage nachzulesen – und gleichzeitig hier im Rahmen des Atomkonsenses mit abstimmen und hier mit Politik machen. Das ist nicht vereinbar! Und ich verstehe nicht, wie man sich hier nicht einmal zu Wort melden kann, sich hinter der Zeitung verkriecht und sich zu dieser Lage nicht äußern kann. Bitte, äußern Sie sich zu dieser Unvereinbarkeit! Ziehen Sie die Konsequenzen! Es ist nicht in Ordnung. Es ist wirklich nicht in Ordnung. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unmöglich! – Abg. Vilimsky: Unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Energieeffizienz!
Das ist doppelbödig und schädigt unsere Glaubwürdigkeit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Energieeffizienz!) Daher: Hundertprozentiger Einsatz der Ökostromtechnologien und auch eine ordentliche Förderung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Angesichts der Milliarden, die in Europa nachweislich für die Förderung der Kernenergie ausgegeben werden, möchte ich dieses Argument, Ökostrom sei so teuer, nie wieder hören! Das ist wirklich lächerlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Das ist doppelbödig und schädigt unsere Glaubwürdigkeit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Energieeffizienz!) Daher: Hundertprozentiger Einsatz der Ökostromtechnologien und auch eine ordentliche Förderung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Angesichts der Milliarden, die in Europa nachweislich für die Förderung der Kernenergie ausgegeben werden, möchte ich dieses Argument, Ökostrom sei so teuer, nie wieder hören! Das ist wirklich lächerlich. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wirklich traurig! Sie haben völlig recht!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren im Plenum! Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen! Es ist schon sehr schmerzhaft, wenn man tagtäglich diese Bilder aus Japan über den Fernsehschirm ins Haus geliefert bekommt (Abg. Dr. Pirklhuber: Wirklich traurig! Sie haben völlig recht!) – zunächst jene des Tsunami, dann des Erdbebens, die vielen tausend Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben, und dann auch noch die Katastrophe in diesem Atomkraftwerk in Fukushima, in dem – Frau Kollegin Glawischnig hat es vorher angesprochen – derzeit 50 Arbeiter heldenhaft dagegen ankämpfen, dass dort der absolute Super-GAU passiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Deswegen haben wir auch Lobbyisten wie den Strasser!) Es ist, wie ich meine, einmal mehr angesagt, den Menschen dort unser Mitgefühl auszudrücken und sie zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Deswegen haben wir auch Lobbyisten wie den Strasser!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren im Plenum! Meine Damen und Herren vor den Fernsehschirmen! Es ist schon sehr schmerzhaft, wenn man tagtäglich diese Bilder aus Japan über den Fernsehschirm ins Haus geliefert bekommt (Abg. Dr. Pirklhuber: Wirklich traurig! Sie haben völlig recht!) – zunächst jene des Tsunami, dann des Erdbebens, die vielen tausend Menschen, die dabei ihr Leben verloren haben, und dann auch noch die Katastrophe in diesem Atomkraftwerk in Fukushima, in dem – Frau Kollegin Glawischnig hat es vorher angesprochen – derzeit 50 Arbeiter heldenhaft dagegen ankämpfen, dass dort der absolute Super-GAU passiert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Deswegen haben wir auch Lobbyisten wie den Strasser!) Es ist, wie ich meine, einmal mehr angesagt, den Menschen dort unser Mitgefühl auszudrücken und sie zu unterstützen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja lange, lange her!
Wir können alle miteinander nur jener Generation dankbar sein – viele haben das ja damals schon miterlebt –, die im Jahre 1978 die Entscheidung getroffen hat, ein fertiggebautes Atomkraftwerk im letzten Augenblick dann doch nicht in Betrieb zu nehmen, weil die Menschen, nachdem die Bevölkerung eingeschaltet worden war, mit knapper Mehrheit, aber doch gesagt haben: Nein, wir wollen diese Technologie in Österreich nicht; sie ist nicht sicher, sie ist auch nicht nachhaltig, was die Kosten und anderes betrifft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja lange, lange her!) Faktum ist: Wir müssen heute alle miteinander dieser Generation von Politikern und auch der restlichen Bevölkerung ganz, ganz herzlich für diese damalige mutige Entscheidung danken. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Man kann also auch komplexe Fragen der Bevölkerung zur Entscheidung vorlegen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja eine Frechheit!
betrieben (heftige Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ), die uns europaweit endlich Sicherheitsstandards für die Atomkraftwerke gebracht hat? (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja eine Frechheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich! – Neuerliche heftige Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.
Er hat mit beispiellosem Einsatz für die Verbesserung der Sicherheit bei Temelín gekämpft und diese mit dem Melker Abkommen auch durchgesetzt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich! – Neuerliche heftige Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ. – Präsidentin Mag. Prammer gibt das Glockenzeichen.)
Abg. Mag. Schatz: Wie viel bekommen Sie für diese Rede bezahlt? – Abg. Dr. Pirklhuber: Vor lauter Kopflosigkeit ...!
Wolfgang Schüssel war vor wenigen Jahren Mitglied im Advisory Board der IAEO, wo über die Zukunft der IAEO und auch über die Zukunft der Atomkraft beraten wurde. (Abg. Mag. Schatz: Wie viel bekommen Sie für diese Rede bezahlt? – Abg. Dr. Pirklhuber: Vor lauter Kopflosigkeit ...!) Er war dort die kritische Stimme, die im Abschlussbericht auch mit einem Minderheitsvotum aufscheint (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unglaublich!), und er hat ganz klar aufgezeigt, dass wir, Österreich – in diesem Fall von ihm angeführt –, ganz klar gegen die Nutzung von Kernenergie sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja überhaupt nicht!) – Das ist glaubwürdige Anti-Atom-Politik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP sowie Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unglaublich!
Wolfgang Schüssel war vor wenigen Jahren Mitglied im Advisory Board der IAEO, wo über die Zukunft der IAEO und auch über die Zukunft der Atomkraft beraten wurde. (Abg. Mag. Schatz: Wie viel bekommen Sie für diese Rede bezahlt? – Abg. Dr. Pirklhuber: Vor lauter Kopflosigkeit ...!) Er war dort die kritische Stimme, die im Abschlussbericht auch mit einem Minderheitsvotum aufscheint (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unglaublich!), und er hat ganz klar aufgezeigt, dass wir, Österreich – in diesem Fall von ihm angeführt –, ganz klar gegen die Nutzung von Kernenergie sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja überhaupt nicht!) – Das ist glaubwürdige Anti-Atom-Politik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP sowie Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja überhaupt nicht!
Wolfgang Schüssel war vor wenigen Jahren Mitglied im Advisory Board der IAEO, wo über die Zukunft der IAEO und auch über die Zukunft der Atomkraft beraten wurde. (Abg. Mag. Schatz: Wie viel bekommen Sie für diese Rede bezahlt? – Abg. Dr. Pirklhuber: Vor lauter Kopflosigkeit ...!) Er war dort die kritische Stimme, die im Abschlussbericht auch mit einem Minderheitsvotum aufscheint (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unglaublich!), und er hat ganz klar aufgezeigt, dass wir, Österreich – in diesem Fall von ihm angeführt –, ganz klar gegen die Nutzung von Kernenergie sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja überhaupt nicht!) – Das ist glaubwürdige Anti-Atom-Politik, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von ÖVP sowie Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig, da waren wir eh dagegen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Meine Damen und Herren, noch ein Wort: Ja, Wolfgang Schüssel ist Mitglied des Aufsichtsrates von RWE. RWE betreibt auch Atomkraftwerke, wie viele andere Energieversorger in Deutschland auch. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek zeigt die fünf Finger einer Hand.) RWE ist aber auch Miteigentümer der Kärntner KELAG. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig, da waren wir eh dagegen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich denke, Mitglied in diesem Aufsichtsrat zu sein – wer es verkauft hat, will ich jetzt nicht debattieren – bedeutet unter anderem auch die Vertretung österreichischer Interessen in diesem Eigentümerunternehmen. (Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber da herinnen ...!)
Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber da herinnen ...!
Meine Damen und Herren, noch ein Wort: Ja, Wolfgang Schüssel ist Mitglied des Aufsichtsrates von RWE. RWE betreibt auch Atomkraftwerke, wie viele andere Energieversorger in Deutschland auch. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek zeigt die fünf Finger einer Hand.) RWE ist aber auch Miteigentümer der Kärntner KELAG. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig, da waren wir eh dagegen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich denke, Mitglied in diesem Aufsichtsrat zu sein – wer es verkauft hat, will ich jetzt nicht debattieren – bedeutet unter anderem auch die Vertretung österreichischer Interessen in diesem Eigentümerunternehmen. (Beifall bei der ÖVP. – Heftige Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber da herinnen ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... aus dem Parlament herausgehen!
Meine Damen und Herren, vielleicht sind Sie wenigstens bereit, auf der Basis von Fakten zu diskutieren und zur Kenntnis zu nehmen, dass RWE auch 1,5 Milliarden € in erneuerbare Energie und deren Entwicklung steckt. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... aus dem Parlament herausgehen!) – Auch das ist ein Faktum, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei Grünen und FPÖ.)
Rufe bei den Grünen: Das ist doch normal! – Abg. Dr. Pirklhuber: Geh hör auf! Das ist doch normal!
Meine Damen und Herren, wir tun gerade in diesen Stunden neuerlich sehr viel zur Bekräftigung dieses Weges. Die Bundesregierung hat heute Früh einen Aktionsplan in Form eines Ministerratsvortrages beschlossen, mit einer Reihe von ganz konkreten Vorhaben, etwa einem Stresstest für die in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke. Machen Sie das nicht lächerlich! Das ist ein Riesendurchbruch auf europäischer Ebene, dass man sich dazu bekennt, diese Stresstests zu machen, weil sie der erste Schritt sind, die Darstellung der Gefahren pro einzelnem Atomkraftwerk. (Rufe bei den Grünen: Das ist doch normal! – Abg. Dr. Pirklhuber: Geh hör auf! Das ist doch normal!) Sie sind der erste Schritt, um dann auch kontrolliert aus dieser Energie aussteigen zu können – bei jenen Kraftwerken, die am gefährlichsten sind, als Erstes. (Abg. Neubauer: Das ist ja nicht wahr!) Das ist der richtige, seriöse Weg und nicht jener, den Sie propagieren, nur auf Basis von Polemik und Populismus, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Was ist das, ein Stresstest?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Einen ...-Test für den Herrn Schüssel!
Ein Letztes, meine Damen und Herren: Ja, wir müssen auch national, im eigenen Land mehr tun. Obwohl wir in Bezug auf Energieeffizienz, in Bezug auf den Einsatz von erneuerbaren Energien schon an der Spitze Europas sind, können wir noch mehr tun, und wir werden das in den nächsten Monaten und Jahren auch tun. (Abg. Dr. Pirklhuber: Einen ...-Test für den Herrn Schüssel!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Macht in eurer eigenen Partei einmal sauber!
Das ist Teil eines Entschließungsantrages, den wir Ihnen im Anschluss an diese Debatte zur Beschlussfassung vorlegen werden, und das ist auch Teil jener Strategie, die sich die Bundesregierung bereits selbst zum Auftrag gemacht hat: Ausstieg aus der Atomenergie weltweit, mit gutem Beispiel vorangehen und Österreich durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energieträgern energieautark machen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Macht in eurer eigenen Partei einmal sauber!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Schuld an der Einführung und Ausweitung von Kernenergie trägt natürlich die Politik, tragen die Regierungen weltweit, das ist völlig klar. Sie treffen letztendlich die Entscheidungen, und sie sind es, die auch die Verantwortung dafür zu tragen haben. Wenn Ihnen etwas an der Jugend, an den nächsten Generationen und an der Zukunft liegt, dann gibt es nur eine Zielsetzung, nämlich den Ausstieg – den endgültigen Ausstieg! – aus der Atomenergie, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und es wird bezahlt, offensichtlich!
Hier in Österreich hören wir immer große Töne von allen, die auf der Regierungsbank sitzen, aber in Brüssel gehen Sie unter dem Teppich ein und aus. Dort wird nur beschwichtigt und kleinlaut und verräterisch Politik betrieben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und es wird bezahlt, offensichtlich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zugestimmt! Schüssel als Ratspräsident, 2006! – Abgeordnete der Grünen zeigen in Richtung ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Zugestimmt! Nicht den Kopf schütteln!
Das ist ja auch bei den Formulierungen zum Ausdruck gekommen, die Sie unterstützt haben, die Sie mit beschlossen haben. Da ist zu lesen: „Ebenso muss die längerfristige Zukunft durch die Entwicklung von Kernspaltungssystemen der nächsten Generation [...] vorbereitet werden.“ – Von der Bundesregierung goutiert! (Abg. Dr. Pirklhuber: Zugestimmt! Schüssel als Ratspräsident, 2006! – Abgeordnete der Grünen zeigen in Richtung ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Zugestimmt! Nicht den Kopf schütteln!)
Beifall und Bravorufe beim BZÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Glaubwürdig kann man nur sein, wenn man im eigenen Haus glaubwürdige Politik macht. Es reicht nicht, dass wir kein Kernkraftwerk haben, sondern wir müssen auch dafür sorgen, dass wir diese 15 Prozent Atomstrom in Zukunft nicht weiter beziehen. Wir müssen dafür sorgen, dass in einem Parlament Atomlobbyisten keinen Platz finden, meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist die Strategie, um die es in Zukunft gehen muss. (Beifall und Bravorufe beim BZÖ sowie Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... kennen es noch gar nicht!
Wir brauchen in der Zukunft ein Energiesystem, das unsere Stärken ausbaut. Unsere Stärken sind klar: im Strombereich die Wasserkraft – mehr als 60 Prozent Strom aus Wasserkraft –, Strom aus Biomasse, aus Windenergie, aus Photovoltaik kann ausgebaut werden. Bundesminister Mitterlehner wird ein Ökostromgesetz vorlegen. Dieses Ökostromgesetz wird wirklich ein Schritt in die Zukunft sein, der wirksam ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... kennen es noch gar nicht!) Wir wissen, dass der Energieminister diese Themen umfassend angeht und vorlegt, und ich hoffe sehr, dass in der Diskussion um dieses Ökostromgesetz Sie alle das, was Sie heute sagen, auch morgen in der Diskussion einbringen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen wir es uns an, ...!) Sie werden wieder dagegen stimmen, weil Sie bis jetzt noch immer gegen jede zukunftsfähige Technologie in Österreich aufgetreten sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Brunner: ... Atomlobby stimmen wir sicher dagegen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen wir es uns an, ...!
Wir brauchen in der Zukunft ein Energiesystem, das unsere Stärken ausbaut. Unsere Stärken sind klar: im Strombereich die Wasserkraft – mehr als 60 Prozent Strom aus Wasserkraft –, Strom aus Biomasse, aus Windenergie, aus Photovoltaik kann ausgebaut werden. Bundesminister Mitterlehner wird ein Ökostromgesetz vorlegen. Dieses Ökostromgesetz wird wirklich ein Schritt in die Zukunft sein, der wirksam ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... kennen es noch gar nicht!) Wir wissen, dass der Energieminister diese Themen umfassend angeht und vorlegt, und ich hoffe sehr, dass in der Diskussion um dieses Ökostromgesetz Sie alle das, was Sie heute sagen, auch morgen in der Diskussion einbringen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen wir es uns an, ...!) Sie werden wieder dagegen stimmen, weil Sie bis jetzt noch immer gegen jede zukunftsfähige Technologie in Österreich aufgetreten sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Brunner: ... Atomlobby stimmen wir sicher dagegen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich glaube, Sie müssen mit den Bürgern mitgehen, Herr Kollege! Das wäre gescheiter!
Meine Damen und Herren! Wir werden in der Koalition die Dinge weiterbringen. Es wäre schön, wenn die Opposition mitgeht, aber wichtig ist, dass die Bürger mitgehen (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich glaube, Sie müssen mit den Bürgern mitgehen, Herr Kollege! Das wäre gescheiter!), dass die Bürger verstehen, wo der Zukunftsweg unserer Energiepolitik ist.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Eine Anfragebeantwortung hat ergeben, dass ein Atomrestmülllager an der tschechisch-österreichischen Grenze errichtet werden wird – nicht soll, wird –, dass noch heuer im Sommer die Probebohrungen dafür durchgeführt werden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dass es so ausgelegt werden soll, dass wahrscheinlich ganz Europa den atomaren Dreck hier lagern soll – an der österreichischen Grenze, an der Grenze zu einem Land also, das sich der atomfreien Zone verschrieben hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ein Skandal, dass Sie bis heute nicht entsprechend protestiert und reagiert haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eine Anfragebeantwortung hat ergeben, dass ein Atomrestmülllager an der tschechisch-österreichischen Grenze errichtet werden wird – nicht soll, wird –, dass noch heuer im Sommer die Probebohrungen dafür durchgeführt werden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dass es so ausgelegt werden soll, dass wahrscheinlich ganz Europa den atomaren Dreck hier lagern soll – an der österreichischen Grenze, an der Grenze zu einem Land also, das sich der atomfreien Zone verschrieben hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Meine sehr geehrten Damen und Herren! Es ist ein Skandal, dass Sie bis heute nicht entsprechend protestiert und reagiert haben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das versichert doch niemand! Das versichert doch niemand!
Auf der anderen Seite: Wenn wir das schaffen, wird das auch dazu führen, dass viele AKW schlicht und einfach unwirtschaftlich werden. Das ist ein zweiter Aspekt, den wir auch genannt haben, nämlich dass wir über ein Atomhaftungsrecht diskutieren müssen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das versichert doch niemand! Das versichert doch niemand!) Wenn wir die sogenannten externen Kosten internalisieren – also wenn mögliche Umweltkosten, mögliche Schadenskosten von den Kraftwerksbetreibern getragen werden müssen und die Schäden nicht die Allgemeinheit trägt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, dann wird die wirtschaftliche Vergleichbarkeit von Atomkraft so sinken, dass sie schon aus diesem Grund ökonomisch betrachtet keine zukunftsträchtige Form der Energiegewinnung mehr sein wird. (Abg. Kickl: ... da hat es auch nicht funktioniert!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Auf der anderen Seite: Wenn wir das schaffen, wird das auch dazu führen, dass viele AKW schlicht und einfach unwirtschaftlich werden. Das ist ein zweiter Aspekt, den wir auch genannt haben, nämlich dass wir über ein Atomhaftungsrecht diskutieren müssen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das versichert doch niemand! Das versichert doch niemand!) Wenn wir die sogenannten externen Kosten internalisieren – also wenn mögliche Umweltkosten, mögliche Schadenskosten von den Kraftwerksbetreibern getragen werden müssen und die Schäden nicht die Allgemeinheit trägt (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, dann wird die wirtschaftliche Vergleichbarkeit von Atomkraft so sinken, dass sie schon aus diesem Grund ökonomisch betrachtet keine zukunftsträchtige Form der Energiegewinnung mehr sein wird. (Abg. Kickl: ... da hat es auch nicht funktioniert!)
Abg. Dr. Pirklhuber: In Krško!
In Wirklichkeit haben wir aber ein Atomkraftwerk. Wir haben ein Atomkraftwerk! Es steht nur nicht in Österreich, es steht in Temelín. (Abg. Dr. Pirklhuber: In Krško!) Und zwar deshalb, weil wir die gesamte Stromproduktion von Temelín importieren, und sogar noch mehr als das. Das heißt also, unsere Atomkraftwerke stehen rund um unser Land. Und jetzt frage ich mich: Was es für einen Sinn macht, Zwentendorf nicht aufzusperren, aber dafür dann Temelín zu unterstützen, Krško zu unterstützen, Paks zu unterstützen? Was macht das für einen Sinn?! Deshalb wäre ein bisschen weniger Verlogenheit in der Debatte aus meiner Sicht ganz angebracht. Wenn wir schon gegen Atomenergie sind, dann müssen wir auch gegen Atomstromimporte sein, und nicht, so wie es der Verbund und andere machen, riesengroße Atomstrom-Waschmaschinen in Österreich betreiben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
re eigenen Regeln ausmachen, und wir könnten nichts dazu beitragen, wir könnten das nicht in die richtige Richtung leiten. Wir würden also gegen die Wand laufen anstatt sie niederzureißen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bei Ihnen nicht? Bei Ihnen kommt der Strom woanders her!
Wie können wir nun diesen Strombedarf decken? – Bei den Grünen kommt der Strom aus der Steckdose (Abg. Dr. Pirklhuber: Bei Ihnen nicht? Bei Ihnen kommt der Strom woanders her!) – das wurde heute von einem Abgeordneten schon gesagt –, denn: Die Grünen sind ja, das wurde auch schon erwähnt, gegen Windenergie. Die Grünen wollen auch die Wasserkraft nicht ausbauen – ich denke dabei an die Wasserkraft der Mur, südlich von Graz; die Grünen sind gegen diesen Ausbau, das verstehe ich überhaupt nicht. Andere Beispiele wurden ja auch schon genannt.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Grilltisch: Pirklhuber, warum bist du gegen Wasserkraft?
Der Herr Bundesminister fährt durch die Gegend, verkündet immer wieder die Energiewende und alles Mögliche, und wenn man dann fragt: Wo ist das Ökostromgesetz? Wo sind die Effizienzziele? Wo ist die Ausstiegskonferenz aus der Atomenergie?, dann heißt es schweigen, dann heißt es den Kopf in den Sand stecken, sich hinter dem Bundeskanzler verschanzen, sich hinter dem Vizekanzler verstecken, vor dem Wirtschaftsminister davonrennen. – Das ist die Politik, die Sie seit Jahren betreiben, und das können wir nicht unterstützen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Grilltisch: Pirklhuber, warum bist du gegen Wasserkraft?)
Abg. Grillitsch: Herr Kollege Pirklhuber, zur Wasserkraft! – Abg. Mag. Schönegger: Ein Wort zur Wasserkraft! – Abg. Grillitsch: Einen Satz zur Wasserkraft!
Lippenbekenntnisse auf der einen Seite: Ja, ja, wir wollen ein Volksbegehren, eine Volksbefragung, eine Abstimmung!, aber wenn es um die Nägel geht, die man mit Köpfen versehen muss, wenn es darum geht, diese Möglichkeit in Österreich wirklich zu schaffen, und zwar unbürokratisch, haben Sie auch versagt. (Abg. Grillitsch: Herr Kollege Pirklhuber, zur Wasserkraft! – Abg. Mag. Schönegger: Ein Wort zur Wasserkraft! – Abg. Grillitsch: Einen Satz zur Wasserkraft!)
Sitzung Nr. 101
überreicht von den Abgeordneten Mag. Christiane Brunner und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 77) (überreicht von den Abgeordneten Mag. Christiane Brunner und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 102
Abg. Dr. Pirklhuber: Vorratsdatenspeicherung!
Meine Damen und Herren! Ich selbst werde mich als Außenminister gerade in dieser Zeit darum bemühen, dass unsere Vorhaben nach wie vor erfüllt werden. Österreich ist Kandidat für den Menschenrechtsrat; im Mai dieses Jahres wird darüber abgestimmt. Ich bin überzeugt davon, dass wir gewählt werden, und wir werden drei Jahre lang im Menschenrechtsrat auch unsere Schwerpunkte – Religionsfreiheit, die Freiheit der Medien – vertreten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vorratsdatenspeicherung!) Das wird eine Fortsetzung unserer Außenpolitik. Und ich werde mich als Vizekanzler gemeinsam mit Bundesminister Mitterlehner auch besonders um das Thema Familie kümmern, weil Familie eine Herzensangelegenheit auch von mir selbst ist. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Vizekanzler wieder da! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schert sich einen feuchten Kehricht ums Parlament! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.
Abgeordnete Mag. Katharina Cortolezis-Schlager (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! (Unruhe im Saal.) Die Aufregung ist so groß, dass das Zuhören manchen schwerfällt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Nein! Ich höre zu!) Leichter ist es zu zitieren, als zuzuhören. Ich darf daher zuerst einmal um Aufmerksamkeit bitten, wie es diesem Hohen Haus gebührt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: ... Vizekanzler wieder da! – Abg. Ing. Westenthaler: Der schert sich einen feuchten Kehricht ums Parlament! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.)
Sitzung Nr. 105
Abg. Dr. Pirklhuber: Mit Kohle!
Wenn ich heute höre, 90 Prozent der Bevölkerung will die Energieautarkie, dann muss ich sagen: Ich will sie auch! Aber wissen Sie, Frau Glawischnig – und das sei auch dem Herrn Anschober gesagt, der ja nicht da ist (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Der ist aber nicht im Parlament!) –, wie die Voest die Hochöfen betreibt, wissen Sie, mit welcher Energie? (Abg. Dr. Pirklhuber: Mit Kohle!) – Mit Koks und teilweise auch mit Gas! – Und wissen Sie, ob man das im Produktionsprozess jetzt ersetzen kann? Sind Ihnen die Arbeitsplätze völlig egal? Passen Sie auf, was Sie sagen, denn Sie gefährden damit, wenn Sie es nicht differenziert überlegen, wahrscheinlich Arbeitsplätze. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Weninger: Der Herr Kollege Pirklhuber hat das anders gesehen! – Abg. Höllerer: Der Herr Kollege Pirklhuber sieht das anders!
Abgeordnete Tanja Windbüchler-Souschill (Grüne): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen des Ausschusses für Petitionen, man kann sich Dinge auch sehr schönreden. Vor allem der Ausschuss für Petitionen ist meiner Ansicht nach ein Gremium, in dem sehr viel Bekenntnis abgegeben wird, sehr viel Zustimmung zu Bürger- und Bürgerinnenanliegen, sehr viel: Ja, das sollten wir doch ändern!, gesagt wird, und im Endeffekt passiert mit den Petitionen nichts, mit den Bürgerinitiativen nichts. Meiner Ansicht nach ist die Art, wie jetzt im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen gerade vonseiten der SPÖ und ÖVP mit den Petitionen und Bürgerinitiativen umgegangen wird, einfach nur fahrlässig und zynisch. (Abg. Weninger: Der Herr Kollege Pirklhuber hat das anders gesehen! – Abg. Höllerer: Der Herr Kollege Pirklhuber sieht das anders!)
Sitzung Nr. 107
Abg. Strache: Aber er hat Mut für eine Schweigeminute! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Mutig wäre es gewesen, wenn Sie ein Budget vorlegen, einen Rahmen vorlegen, mit dem Sie die Schulden endgültig in den Griff bekommen. (Abg. Strache: Aber er hat Mut für eine Schweigeminute! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Sie haben selbst gesagt, Schulden sind unsozial. Deshalb müssen diese Schulden in den Griff bekommen werden. (Beifall beim BZÖ.) Wenn Sie einen Finanzrahmen bis 2015 machen und diese Schulden nicht in den Griff bekommen, dann sind Sie fehl am Platz.
Abg. Hornek: Wer zahlt den Pirklhuber? – Die Bauern!
ernpolitik des Bauernbundes aus! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Mag. Kogler: Wer zahlt euch überhaupt? – Abg. Hornek: Das ist ja unglaublich!) – Genau, Herr Kollege, das ist wirklich unglaublich. (Abg. Hornek: Wer zahlt den Pirklhuber? – Die Bauern!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Für die Schäden!
Gegenstand des Projekts war es, gemeinsam nach den Ursachen des Bienensterbens zu suchen. Das wird ja auch von allen mitfinanziert. Dieses Projekt kostet 700 000 €; auch die Wirtschaft zahlt hierfür. Und wissen Sie, was mit dem Geld geschieht? – Das bekommen die Imker (Abg. Dr. Pirklhuber: Für die Schäden!) als Aufwandsentschädigung dafür, wenn sie Proben ziehen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Nein! ... im Zwischenbericht!
In Vorarlberg gab es im letzten Jahr ein großes Bienensterben. Keine Antworten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Nein! ... im Zwischenbericht!) Die EU hat eine große Studie begonnen. Bei uns ist die Fragestellung: Ist es so, dass Neonicotinoide, also Insektizide, Schaden anrichten? Und: In welcher Gewichtung findet das statt?
Abg. Dr. Pirklhuber: Fruchtfolge ...!
Ich darf Ihnen sagen, dass dieses Thema eines ist, wo wir wenige Sorgen haben, weil wir das im Griff haben. Viel schwieriger wäre es, wenn wir darauf keine Antwort geben könnten, denn der Maiswurzelbohrer, als Quarantäneschädling bekämpfungspflichtig, wäre ein Thema, das wir sonst nicht ordentlich bewältigen könnten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Fruchtfolge ...!) – Diese tolle Aussage „Fruchtfolge“ ist halt dann ein Problem, wenn der Mais die ideale Pflanze ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit der chemischen Industrie? Wie viel kriegt die gezahlt?
Meine Damen und Herren, Probleme sind da, um gelöst zu werden. Und mit dem Projekt MELISSA zeigt sich das in enger Zusammenarbeit von der Wissenschaft, vom Ministerium, von der Landesverwaltung und natürlich auch von der Umsetzung bei den Landwirten draußen. In enger Zusammenarbeit mit den Imkern wird das Problem gelöst. Und die große Aufregung vom Herrn Pirklhuber fällt in sich zusammen, wie so viele große, übel riechende Luftblasen, die der Herr Pirklhuber eben so in die Welt setzt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit der chemischen Industrie? Wie viel kriegt die gezahlt?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wobei: Die Bienen, die kontaminiert worden sind, sind die gesunden Bienen – nach der AGES!
Nun haben wir 2009 das Projekt „Melissa“ gestartet. Da ist nach der ersten Erkenntnis auch das Beizmittel eine Ursache. Natürlich sind es nicht die Pestizide alleine und auch nicht die Monokulturen alleine. Sie haben es selbst so gesagt, Herr Minister: Der Befall mit der Varroamilbe ist natürlich auch verantwortlich für das Bienensterben. Nur weiß man diesbezüglich auch, dass die durch die Punkte eins und zwei besonders geschwächte Biene deutlich anfälliger gegen diese Varroamilbe ist als eine gesunde Biene. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wobei: Die Bienen, die kontaminiert worden sind, sind die gesunden Bienen – nach der AGES!)
Sitzung Nr. 109
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Nulltoleranz für Gen-Dreck in Futtermitteln“ (Ordnungsnummer 84) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Gmunden zum europa- und weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 85) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Vorchdorf zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 86) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Eichgraben zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 87) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Vöcklamarkt zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 88) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Und ich sage heute zum Abschluss, meine Damen und Herren, ich habe es schon mehrmals gesagt (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber): Agrarpolitik ist moderne Gesellschaftspolitik, weil sie in den letzten Jahrzehnten nachhaltig von der ÖVP und vom Bauernbund gestaltet wurde. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Gaßner: Aber nicht Bauernbundpolitik!)
Sitzung Nr. 110
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Ried im Innkreis zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 99) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Gemeinde Behamberg betreffend NEIN zu einem Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich“ (Ordnungsnummer 100) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!
Das Nächste ist: Wenn man einen neuen Hauptbahnhof plant – wenn nur 10 Prozent dieser Gäste, die vom Westen nach Wien kommen, die jetzt zwangsweise dort hingeführt werden, außer sie steigen schon in St. Pölten oder in Meidling aus, wenn sie überhaupt dorthin wollen (Abg. Dr. Pirklhuber: Unglaublich!), das ist ja schon einmal eine Grundsatzüberlegung, die dem ganzen Projekt als Mühlstein um den Hals hängt –, dann hätte man zumindest die Anbindung an die örtlichen Wiener Verkehrsmittel besser gestalten müssen.
Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Walser.
Diese Kritik des Rechnungshofs ist höchst berechtigt. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, dass bei der Planung dieses neuen Bahnhofs, wenn es schon ein neuer sein soll, in erster Linie den Interessen der Fahrgäste – und nicht jenen der Immobilienwirtschaft, der Grundstückswirtschaft und der Geschäftswelt in Form von Schnellimbiss-Ständen und so weiter – nachgekommen werden soll! (Beifall der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Walser.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zugabe! Zugabe!
Abgeordnete Mag. Karin Hakl (fortsetzend): Kleine Betriebe könnten sich bei der Weitergabe die Erbschafts- und Vermögensteuern sicher nicht leisten (Abg. Dr. Pirklhuber: Zugabe! Zugabe!) und müssten zusperren. Wir werden dafür kämpfen, dass diese Steuern nicht kommen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 112
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Altenberg bei Linz zum Thema ,Petition zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 101) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Strengberg betreffend ,Atommüllendlager in Grenznähe zu Österreich‘“(Ordnungsnummer 102) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Gemeinde Weiden an der March betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 105) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 106) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Ebreichsdorf betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 107) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Mödling betreffend ,Resolution zum weltweiten Atomausstieg‘“(Ordnungsnummer 108) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 109) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Karlstein an der Thaya zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 110) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Gaweinstal zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 111) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Gemeinsamkeit hat sich ja auch in der Art und Weise der Verhandlungen gezeigt. Das Gemeinsame hat in Österreich gewonnen. Die Überzeugung, dass auch in Kärnten Gemeinsamkeit und Vielfalt gleichzeitig existieren können, kommt in der zweiten Strophe der Landeshymne zum Ausdruck, wo es heißt: „mein freundlich Heimatland“. – Es ist dies daher ein wichtiger Tag für Kärnten, ein wichtiger Tag für Österreich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Leider!
Das, worauf wir gewartet haben, ist jetzt eingetreten. Die Europäische Kommission hat die finanzielle Vorschau präsentiert, sozusagen den Finanzrahmen für die Zeit von 2014 bis 2020. Und da ist es so, dass es erfreulich ist, dass es in vielen Bereichen ein Plus im EU-Budget gibt, für Forschung und Entwicklung zum Beispiel. Bedauerlich ist, dass es für den Agrarbereich als einzigem Sektor in Europa eine Kürzung gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Leider!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist es dann? Es sind doch Zahlungen, die die Landwirte erhalten!
Es wird immer wieder gesagt, dass das Agrarförderungen sind. Auch das ist falsch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist es dann? Es sind doch Zahlungen, die die Landwirte erhalten!) Es sind Leistungsprogramme, die die Landwirtschaft annimmt. Wer mehr für die Umwelt tut, bekommt auch mehr. Ein Biobauer, der mehr für die Umwelt leistet, bekommt auch einen höheren Öko-Lohn. Und ein Bauer, der nichts für die Umwelt tut, bekommt gar nichts. Es ist also ein freiwilliges Programm und ein Leistungsprogramm. Das erwartet sich der Steuerzahler, denn der hat ein Recht darauf, zu wissen, was er dafür bekommt. Und es ist auch wichtig für die Bauern. Das Leistungsprinzip ist ein urbäuerliches Prinzip, und das wollen wir auch weiterhin so handhaben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!
Insofern sind auch die AK-Berechnungen falsch und irreführend, denn die AK sagt, die Bauern sind vermögend, und dieses Vermögen ist dazuzuzählen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die bekommen das auch!
Jetzt ist das Budget da. Es gibt eine geringere Kürzung. Das ist erfreulich. Jetzt geht es darum, die nächsten Hürden zu nehmen: keine weiteren Kürzungen und, das ist überhaupt offen, die Verteilung des Agrarbudgets unter den Mitgliedsländern. Sie wissen, dass die osteuropäischen Mitgliedsstaaten mehr Geld haben wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die bekommen das auch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt brauchen wir nur noch eine gute Agrarpolitik!
Die Lebensmittelqualität ist hoch. Das wissen wir auch. Die Biobauern haben wir. Das wird geschätzt. Das wissen wir auch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Jetzt brauchen wir nur noch eine gute Agrarpolitik!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie selbst gehören offenbar nicht dazu, denn Sie haben sich selbst zu erwähnen vergessen!
Daher würde ich Ihnen dringend raten, sich auf die Expertise jener Leute zu verlassen, die es können. (Abg. Huber: Der Bauernbund womöglich?) Das sind Leute wie unser Bundesminister Berlakovich, das sind Leute wie unsere Elisabeth Köstinger, die offensichtlich die Dinge im Europaparlament in die richtige Richtung gebracht hat, und das ist – danke für den Hinweis – der Österreichische Bauernbund, der ganz genau vorarbeitet und die Bauern und Bäuerinnen dort abholt, wo sie stehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie selbst gehören offenbar nicht dazu, denn Sie haben sich selbst zu erwähnen vergessen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wie tun wir weiter? Was sind Ihre Forderungen?
Meine Damen und Herren, eines ist ganz klar: Die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern konsumieren wir täglich: entweder auf unserem Teller oder dadurch, dass wir uns über ihre Leistungen in der Landschaft freuen. Der Punkt ist der: Wollen Sie das auch weiterhin haben? Werden wir in Brüssel kämpfen müssen, wie das bisher immer war? Und die Latte, die Bundeskanzler Schüssel das letzte Mal gelegt hat, wird die Messlatte sein, damit wir weiter unseren Standard halten können. Deswegen geht es bis zur letzten Nacht darum, dass wir in Brüssel mit voller Kraft absichern, was wir können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wie tun wir weiter? Was sind Ihre Forderungen?)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!
Meine Damen und Herren, es ist auch wichtig, bei den Fördergeldern finanzielle Obergrenzen zu diskutieren und solche festzulegen. Es ist meiner Ansicht nach nicht in Ordnung, wenn 80 Prozent der gesamten Förderungen in unserer Republik nur 20 Prozent der Betriebe erhalten. Ich denke da ist Reformbedarf gegeben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig!)
Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war sicher wieder so ein Ausschreibungstrick!
Herr Minister, ich denke, da wäre Handlungsbedarf gegeben. – Danke. (Beifall bei SPÖ und Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das war sicher wieder so ein Ausschreibungstrick!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... vom Europäischen Parlament!
Die österreichischen Bauern haben da sicher eine Vorreiterrolle. Wir wissen, wir haben in der österreichischen Landwirtschaft wahrscheinlich eine der strengsten Tierschutzauflagen im Vergleich zu den Nachbarländern. Die österreichischen Bauern sind Weltmeister, was den Bio-Anteil betrifft. Wir haben die GVO-Freiheit im Anbau erfolgreich durchgesetzt, dank unseres erfolgreichen Umwelt- und Landwirtschaftsministers Niki Berlakovich, der auf europäischer Ebene seinesgleichen sucht, was das Engagement in diesem Bereich betrifft. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... vom Europäischen Parlament!) Und: Die österreichische Milchwirtschaft hat flächendeckend die GVO-freie Fütterung durchgesetzt und erfolgreich durchgeführt.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht der Schluss der Rede!
Agrarpolitik gekürzt werden soll, so wird damit die Problematik eigentlich nur verschärft. Da kann ich nur sagen: Mehr Auflagen und weniger Einkommen für unsere Bauern, das – ich glaube, da sind wir uns alle einig – kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht der Schluss der Rede!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns im Ausschuss bei dieser Frage einigen konnten und dass wir hier gemeinsam diesen Antrag einbringen konnten! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Eßl und Dr. Pirklhuber.
Geschätzte Damen und Herren, es ist daher wirklich notwendig und erforderlich, dafür zu sorgen, dass Banken und Spekulanten alle Handlungen unterlassen, die das Menschenrecht auf Nahrung verletzen. Wir alle sind gefordert, den Menschen vor den Profit zu stellen! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Eßl und Dr. Pirklhuber.)
Ruf bei der ÖVP: Warum braucht Pirklhuber 4 Minuten, wofür unser Mann 2 Minuten braucht?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Warum braucht Pirklhuber 4 Minuten, wofür unser Mann 2 Minuten braucht?)
Sitzung Nr. 113
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zu Griechenland: Meine Damen und Herren, es gibt jetzt etliche sehr Obergescheite, die sagen: Die Griechen sind selbst schuld, die schicken wir in Konkurs, die sollen aus dem Euro raus! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Erste Frage an FPÖ und BZÖ: Sollen wir Kärnten aus dem Euro ausschließen und sollen wir Kärnten in Konkurs gehen lassen? (Zwischenrufe bei FPÖ und BZÖ.) – Das ist eine Analogie zum Problemfall Griechenland! Sie haben es zu verantworten, erzählen uns jetzt aber Märchen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Van der Bellen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich wünsche euch viel Freude in Zukunft, in dem Bewusstsein, eine sinnvolle Arbeit zu tun. Ihr werdet nicht reich werden damit, aber ihr werdet zumindest das Gefühl haben, dass ihr das tut, was Österreich braucht – und das ist für uns immer der Auftrag für die Arbeit hier herinnen: gute Arbeit für unser Land (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), zukunftsfähig, umweltfreundlich, klimaschützend. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 114
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist verpflichtend!
Ich könnte jetzt eine schöne Werberede auf den Wein halten, möchte aber zur Klarstellung ein paar Daten bringen: Von den 23 000 Weinhauern in Österreich sind rund 80 Prozent im ÖPUL-Programm der integrierten Produktion, die eine speziell nachhaltige Wirtschaft betreiben. Bei diesen Betrieben müssen Spritzmittelaufzeichnungen, Tagebücher darüber geführt werden, wann was gespritzt wird, und auch die Sprühgeräte müssen alle zwei Jahre auf einem amtlichen Prüfstand kontrolliert werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist verpflichtend!) – Ja, verpflichtend. Ich glaube, das ist ein sehr hoher Sicherheitswert, den wir da für unsere Produkte haben. (Beifall bei ÖVP und BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Weinbaudebatte?!
Josef Pleil, Präsident des österreichischen Weinbauverbandes, und Herrn Hofrat Dr. Eder von der Weinbauschule Klosterneuburg möchte ich an dieser Stelle erwähnen, denn diese zwei Herren sind international im Rahmen des OIV, des internationalen Weinbauverbandes, ständig unterwegs, um international das, was wir in Österreich haben, zu präsentieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Weinbaudebatte?!) Sie sind sehr gefragte Fachleute.
Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Auch kein Tagesordnungspunkt! – Zwischenrufe bei der SPÖ.
nachhaltigen österreichischen Landwirtschaft spielen zu können, dann muss er mit dem vehementen Widerstand des österreichischen Bauernbundes rechnen! (Beifall bei ÖVP und BZÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Auch kein Tagesordnungspunkt! – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 116
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Heidenreichstein betreffend ,Mehr Energie-Effizienz und Ausbau der erneuerbaren Energie‘“ (Ordnungsnummer 113) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Heidenreichstein zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 114) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Gemeinde Hundsheim zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 115) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Euratsfeld zum weltweiten Atomausstieg“ (Ordnungsnummer 118) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Gemeinde Grünau zum weltweiten Automausstieg“ (Ordnungsnummer 119) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 118
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Grosz und Dr. Pirklhuber.
Kollege Cap, es ist nicht so, dass das eine Selbstverständlichkeit ist, wie der Herr Staatssekretär Ostermayer vorgestern in der „Zeit im Bild 2“ gesagt hat, dass sich ein Vertreter des damaligen Verkehrsministers und heutigen Bundeskanzlers mit einem Staatsunternehmen zusammensetzt und mit ihm darüber redet – vornehm ausgedrückt „redet“, da gibt es andere Zeugenaussagen, die eher von Druck und Repression sprechen –, wie die Inseratentätigkeit dieses Unternehmens auszuschauen hat. (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Grosz und Dr. Pirklhuber.)
Beifall der Abgeordneten Mag. Brunner, Dr. Pirklhuber und Mag. Donnerbauer.
Aus meiner Sicht ist die Sendung „Bürgeranwalt“ – wie sie jetzt ein bisschen zu unserem Bedauern heißt, denn Dr. Resetarits ist der Bürgeranwalt; wir sind Volksanwältinnen beziehungsweise Volksanwalt, aber wir haben das zur Kenntnis genommen – das, was man klassischen Public Value des ORF nennt, denn dieses Format – um es so darzustellen, wie es ist – ist etwas, das höchste Qualität bietet und absolut vereinbar mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag ist. (Beifall der Abgeordneten Mag. Brunner, Dr. Pirklhuber und Mag. Donnerbauer.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt andere Gegner, Herr Stadler! Das ist wirklich billig!
Ich werde jetzt auch nicht darüber philosophieren, inwieweit die Zuseherquote im ORF zurückgegangen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt andere Gegner, Herr Stadler! Das ist wirklich billig!) Ich werde auch nicht referieren, wie oft man ungefragt vom ORF angesudert wurde, wieso die Zuschauerzahlen und die entsprechenden Einschaltquoten zurückgegangen sind. Bemerkenswert ist nur, dass der ORF das Sendeformat umgestellt hat – nicht, weil Sie so erfolgreich waren. Das ist nicht mein Thema.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!
Ich werde Ihnen aber sagen, dass es ein qualitativer Tiefstand war, dass sich die Volksanwaltschaft im Jahr 2009 unter Ihrer Amtstätigkeit ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!) – ja, das ist gut, dass Sie mich daran erinnert haben, Sie sind ein ganz Gescheiter, ich weiß schon; ich repliziere auf die Frau Volksanwältin (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!) – ... aktiv in den EU-Wahlkampf eingeschaltet hat. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!
Ich werde Ihnen aber sagen, dass es ein qualitativer Tiefstand war, dass sich die Volksanwaltschaft im Jahr 2009 unter Ihrer Amtstätigkeit ... (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Bericht 2010!) – ja, das ist gut, dass Sie mich daran erinnert haben, Sie sind ein ganz Gescheiter, ich weiß schon; ich repliziere auf die Frau Volksanwältin (Abg. Dr. Pirklhuber: Diese Geschichte aufzuwärmen, das ist wirklich traurig!) – ... aktiv in den EU-Wahlkampf eingeschaltet hat. (Zwischenruf beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
In der Hauptsache hat die Volksanwaltschaft eine blamable Niederlage vor Gericht erlitten. Das Einzige, was Sie heute vorgetragen haben – in der Hoffnung, dass halt eine Minderheit hier drinnen ist, die nicht kapiert, was Sie daherreden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, ist der Umstand, dass bei der einstweiligen Verfügung meine Impugnationsklage – und jetzt kann jeder selber nachschauen, was eine Impugnationsklage ist – im Rechtsmittel noch behängt. Das ist alles. Das war aber im Provisorialverfahren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) In der Hauptsache haben Sie die Klage verloren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch das will ich nicht werten.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
In der Hauptsache hat die Volksanwaltschaft eine blamable Niederlage vor Gericht erlitten. Das Einzige, was Sie heute vorgetragen haben – in der Hoffnung, dass halt eine Minderheit hier drinnen ist, die nicht kapiert, was Sie daherreden (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, ist der Umstand, dass bei der einstweiligen Verfügung meine Impugnationsklage – und jetzt kann jeder selber nachschauen, was eine Impugnationsklage ist – im Rechtsmittel noch behängt. Das ist alles. Das war aber im Provisorialverfahren. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) In der Hauptsache haben Sie die Klage verloren. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Auch das will ich nicht werten.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Keinem Volksanwalt wäre es früher eingefallen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – das war schon Ihnen vorbehalten –, sich selbst aktiv auf der Seite der Regierungsfraktionen in einen Wahlkampf einzubringen in der Hoffnung, damit einer Fraktion dieses Hauses schaden zu können. Das nimmt man zur Kenntnis, und Sie brauchen sich nicht zu wundern, wenn diese Fraktion mit Ihnen derzeit nichts zu tun haben will.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das können Sie sich aber wirklich sparen!
Wir nehmen ohnehin an – beziehungsweise wissen aufgrund der Verfassungsentwicklung und der vorhersehbaren Wahlergebnisse –, dass die nächste Volksanwaltschaft deutlich anders ausschauen wird. Da wird man wieder deutsch reden und nicht irgendwelche chauvinistischen Geschichten von der Regierungsbank veranstalten und sagen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das können Sie sich aber wirklich sparen!) – Das ist auch so eine parteipolitische Manifestation, wenn Frau Stoisits glaubt, sie müsse hier ihre Minderheitenpolitik zum Besten geben. Das soll sie als Abgeordnete der Grünen machen, aber nicht als Volksanwältin, als die sie sich an die Bundesverfassung zu halten hätte, in der es heißt, dass die Amtssprache Deutsch ist. (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir nehmen ohnehin an – beziehungsweise wissen aufgrund der Verfassungsentwicklung und der vorhersehbaren Wahlergebnisse –, dass die nächste Volksanwaltschaft deutlich anders ausschauen wird. Da wird man wieder deutsch reden und nicht irgendwelche chauvinistischen Geschichten von der Regierungsbank veranstalten und sagen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das können Sie sich aber wirklich sparen!) – Das ist auch so eine parteipolitische Manifestation, wenn Frau Stoisits glaubt, sie müsse hier ihre Minderheitenpolitik zum Besten geben. Das soll sie als Abgeordnete der Grünen machen, aber nicht als Volksanwältin, als die sie sich an die Bundesverfassung zu halten hätte, in der es heißt, dass die Amtssprache Deutsch ist. (Beifall beim BZÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Danke, Herr Präsident! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... zum Stadler was! Das ist ja peinlich, was er aufführt!
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Herr Präsident! Sehr geehrte Volksanwältinnen! Hohes Haus! Vorerst einmal die Feststellung, dass wir seit Langem wieder einen Bericht der Volksanwaltschaft nicht zu nächtlicher Stunde diskutieren (Zwischenruf der Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein), sondern dank der heutigen Tagesordnung zu einem Zeitpunkt, zu dem es sich die Menschen, die sich mit ihren Schicksalen an die Volksanwaltschaft gewendet haben, auch verdient haben, dass man hier über ihre Probleme diskutiert. Das möchte ich einmal anfangs sagen. (Beifall bei der SPÖ. – Rufe bei der FPÖ: Danke, Herr Präsident! – Abg. Dr. Pirklhuber: ... zum Stadler was! Das ist ja peinlich, was er aufführt!)
Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Mag. Brunner und Dr. Pirklhuber.
Da gibt es immer noch einen großen Unterschied zwischen Opposition und Regierungsparteien, und ich glaube – abgesehen davon, dass niemandem ein Stein aus der Krone fällt –, wir könnten dort die Themen wirklich auch fachlich gut diskutieren und die Menschen, die diese Initiativen einbringen, spüren lassen, dass diese keine Durchläufer sind, weil wir zwar ihre Anliegen annehmen, sie hier ein bisschen diskutieren und das ist es dann, sondern dass wir uns ganz ernsthaft mit ihren Problemen befassen und auseinandersetzen. (Beifall beim BZÖ sowie der Abgeordneten Mag. Brunner und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Ursula Haubner und Dr. Pirklhuber.
Es liegt eigentlich an uns selbst – das haben die drei Jahre gezeigt –, wie wir diesen Ausschuss gestalten, wie wir für die Bürgerinnen und Bürger etwas weiterbringen wollen. Ich glaube, wir sind am richtigen Weg, wir sollten ihn auch in dieser Form weitergehen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Ursula Haubner und Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich bedanke mich bei allen, die so engagiert daran gearbeitet haben, auch bei den Fraktionsvorsitzenden, denn alle haben diese Idee mitgetragen. Es ist eine moderne, zeitgemäße Weiterentwicklung des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen. Ich habe heute schon einmal gesagt, die direkte Demokratie geht online. Ganz so ist es nicht, das weiß ich, sinngemäß stimmt es nicht, aber es ist ein Wunschgedanke von mir, und ich hoffe, dass sich das in diesem Sinne weiter ausbauen lässt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Sie waren, glaube ich, nicht dabei, als ...!
diskutieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Sie waren, glaube ich, nicht dabei, als ...!) – Ich bin im Ausschuss immer dabei und ich denke, dass wir wirklich gut diskutieren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir auch einstimmig so angenommen!
Was die Petition von Kollegin Hagenhofer anlangt, ist meiner Meinung nach sehr gut von Bundesminister Hundstorfer begründet worden, dass die Ängste, die die Einbringer gehabt haben, unberechtigt sind. Deswegen kann man sie beruhigt zur Kenntnis nehmen, davon bin ich wirklich zu 100 Prozent überzeugt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir auch einstimmig so angenommen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Plastiksackerl!
Kurz zu den Grünen: Sie haben gesagt, Sie können heute hier nicht mitgehen aufgrund der Petition (Abg. Dr. Pirklhuber: Plastiksackerl!) zu den Plastiksackerln. Darüber wurde klar diskutiert, und Sie kennen den Grund, warum es so ist. Wir wissen, dass es eine europaweite Regelung geben sollte. Wir haben daher gesagt, wir werden jetzt in Österreich nicht vorpreschen, wenn vonseiten der EU eine allgemeine Regelung kommen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das könnten wir doch im Umweltausschuss diskutieren lassen!) Wie gesagt, es wurde ernst genommen, wir haben klar diskutiert, und es hat eine klare Begründung gegeben, warum es abgelehnt wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das könnten wir doch im Umweltausschuss diskutieren lassen!
Kurz zu den Grünen: Sie haben gesagt, Sie können heute hier nicht mitgehen aufgrund der Petition (Abg. Dr. Pirklhuber: Plastiksackerl!) zu den Plastiksackerln. Darüber wurde klar diskutiert, und Sie kennen den Grund, warum es so ist. Wir wissen, dass es eine europaweite Regelung geben sollte. Wir haben daher gesagt, wir werden jetzt in Österreich nicht vorpreschen, wenn vonseiten der EU eine allgemeine Regelung kommen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das könnten wir doch im Umweltausschuss diskutieren lassen!) Wie gesagt, es wurde ernst genommen, wir haben klar diskutiert, und es hat eine klare Begründung gegeben, warum es abgelehnt wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Wir wollen Stellungnahmen haben!
Noch eine Anmerkung zur Arbeitsweise: Es kann doch nicht die Aufgabe des Petitionsausschusses sein, einfach nur an Fachausschüsse weiterzudelegieren. Dann könnten wir es gleich der Parlamentsdirektion überlassen, und die Präsidentin des Nationalrates entscheidet: Thema sowieso, Weiterleitung an den Fachausschuss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Wir wollen Stellungnahmen haben!) Wir haben schon die Aufgabe, inhaltlich zu bewerten, Stellungnahmen einzuholen und es dann dem Plenum des Nationalrates zuzuführen. Es ein „Begräbnis erster Klasse“ zu nennen, wenn etwas nach einer Stellungnahme hier im Plenum diskutiert wird, ist ein etwas schloddriger Umgang mit dem Demokratieverständnis. Das will ich vor allem an den Kollegen Vock richten. Ganz im Gegenteil wenden sich die Bürgerinnen und Bürger deshalb an uns, damit wir hier im Plenum des Nationalrates die Anträge debattieren können und dann zu einer Entscheidung kommen. Es steht jedem von uns frei, das auch in Antragsform im jeweiligen Fachausschuss inhaltlich einzubringen.
Sitzung Nr. 120
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie brauchen die Rede von Bucher nicht zu wiederholen! Das haben wir schon gehört!
Ich bin auch für den Euro, weil sich für Österreich herausgestellt hat, dass er besser ist als die Zeit, als wir nicht den Euro hatten (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie brauchen die Rede von Bucher nicht zu wiederholen! Das haben wir schon gehört!): niedrigere Inflation, höheres Wirtschaftswachstum, gut für die österreichische Exportindustrie.
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Einzige, der ! keine Ahnung!
Das ist jener Tag, an dem Sie nicht die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher vertreten haben, an dem Sie 29 Milliarden € gegen den Willen der österreichischen Bevölkerung leichtfertig verschenkt haben. Ich sage das vor allem auch in Richtung der Grünen, denn es ist geradezu ein lächerlicher Eiertanz gewesen, als Kollege Kogler von den Grünen hier heraus gekommen ist und versucht hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Einzige, der ! keine Ahnung!), wortreich zu erklären, warum die Grünen gegen eine Volksabstimmung sind und warum die Grünen in Wirklichkeit SPÖ und ÖVP heute die Räuberleiter – ich sage bewusst: heute die Räuberleiter – dazu machen, dass 30 Milliarden € der österreichischen Steuerzahler nach Griechenland, Italien und Portugal überwiesen werden. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das ist jener Tag, an dem Sie nicht die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher vertreten haben, an dem Sie 29 Milliarden € gegen den Willen der österreichischen Bevölkerung leichtfertig verschenkt haben. Ich sage das vor allem auch in Richtung der Grünen, denn es ist geradezu ein lächerlicher Eiertanz gewesen, als Kollege Kogler von den Grünen hier heraus gekommen ist und versucht hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Einzige, der ! keine Ahnung!), wortreich zu erklären, warum die Grünen gegen eine Volksabstimmung sind und warum die Grünen in Wirklichkeit SPÖ und ÖVP heute die Räuberleiter – ich sage bewusst: heute die Räuberleiter – dazu machen, dass 30 Milliarden € der österreichischen Steuerzahler nach Griechenland, Italien und Portugal überwiesen werden. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Dr. Pirklhuber.
Kommen Sie heraus, Sie von den Grünen brauchen nur eine Frage zu beantworten: Was ist der Preis für Ihre Zustimmung? – Ist es wieder ein Vertrag für Herrn Van der Bellen, ein gut dotierter Beratervertrag? Ist es ein Job für Frau Lunacek? (Ironische Heiterkeit des Abg. Öllinger. – Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Kogler und Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie vertreten die Interessen !
Ich sage Ihnen auch Folgendes: Sie – Sie alle hier im Hohen Haus: SPÖ, ÖVP und die Grünen, die heute die Räuberleiter machen – vertreten nicht die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher. Sie vertreten die Interessen der Banken, der Bürokraten in Brüssel, Sie vertreten die Interessen jener Staaten, die sich nicht an die Spielregeln halten, wie Griechenland, Portugal, Italien. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie vertreten die Interessen !) Sie vertreten die Interessen der Spekulanten. Wir vertreten die Interessen der Jugend, die die Suppe auslöffeln muss, die Sie heute mit 30 Milliarden € den Jugendlichen in Österreich einbrocken! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich sage Ihnen auch Folgendes: Sie – Sie alle hier im Hohen Haus: SPÖ, ÖVP und die Grünen, die heute die Räuberleiter machen – vertreten nicht die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher. Sie vertreten die Interessen der Banken, der Bürokraten in Brüssel, Sie vertreten die Interessen jener Staaten, die sich nicht an die Spielregeln halten, wie Griechenland, Portugal, Italien. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie vertreten die Interessen !) Sie vertreten die Interessen der Spekulanten. Wir vertreten die Interessen der Jugend, die die Suppe auslöffeln muss, die Sie heute mit 30 Milliarden € den Jugendlichen in Österreich einbrocken! (Beifall bei der FPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In Kärnten!
Und das Schlimme daran ist – und das sollten Sie einmal unseren jungen Menschen erklären! –, dass wir das Geld nicht haben. Wir müssen Schulden aufnehmen, wir müssen Milliarden an Schulden aufnehmen, Kredite aufnehmen, damit wir die Löcher stopfen können, damit wird die Kredite der Griechen, der Italiener, der Portugiesen, jener, die sich nicht an die Spielregeln halten (Abg. Dr. Pirklhuber: In Kärnten!), zahlen können. (Zwischenrufe des Abg. Kopf.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Abgeordneter Gerald Grosz (BZÖ): Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Sind Sie denn eigentlich noch zu retten?! Ich frage Sie wirklich: Sind Sie eigentlich noch zu retten, dass Sie auf dem Höhepunkt der Steuer- und Abgabenquote in Österreich von weit mehr als 45 Prozent (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dass Sie auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise bei einer steigenden Arbeitslosigkeit und sinkenden Löhnen mehr als 21,6 Milliarden € in die Hand nehmen – österreichisches Volksvermögen! – und dieses Volksvermögen in den Schuldenturm Griechenland investieren?!
Sitzung Nr. 122
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Landeshauptstadt Klagenfurt bezüglich ,der gänzlichen oder teilweisen Abschaffung der nicht mehr zeitgemäßen Pragmatisierung‘“(Ordnungsnummer 124) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „110-kV ade!“ (Ordnungsnummer 125) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.
Hier wurde ja schon öffentlich kritisiert, dass es Direktüberweisungen vom Klub, Bargeldüberweisungen vom Klub an die Partei gegeben hat. (Ruf bei der ÖVP: Oje!) Ist es das, was das Gesetz vorsieht? Frau Kollegin Moser, wollen wir, dass es in Zukunft möglich ist, dass Klubförderungsmittel für Parteienförderung verwendet werden? Oder soll es da auch Sanktionen geben? (Abg. Öllinger: Mit der ÖVP! Reden Sie doch mit der ÖVP! – Präsident Dr. Graf gibt das Glockenzeichen.) – Ich rede über alle Parteien. Auch die ÖVP ist davon betroffen, aber insbesondere auch die Grünen (Abg. Öllinger: Na!) – das sage ich Ihnen – und die Freiheitliche Partei. Das Nein kommt Ihnen sehr locker über die Lippen. Die Sache ist eine andere. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Korun.)
Sitzung Nr. 124
Abg. Strache: Obwohl Sie Schulden abbauen wollen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Mit den gesetzlich beschlossenen Konjunkturpaketen und den massiven Steuersenkungen waren Mehrausgaben verbunden, und dadurch müssen wir bei der Bedienung unserer Staatsschulden mit hohen Zinszahlungen rechnen. (Abg. Strache: Obwohl Sie Schulden abbauen wollen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Aus diesem Grund mussten wir bis 2015 rund 1,5 Milliarden € an zusätzlichen Zinsen einplanen. Darüber hinaus mussten wir die Schulden bestimmter ausgelagerter Bereiche, wie etwa der
Abg. Mag. Stadler: Das hätte der Karl-Heinz Grasser nicht besser gekonnt! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein bisschen mehr Tiefgang, Frau Ministerin!
Budget: Das ist die in Zahlen gegossene Politik. (Wow-Rufe bei FPÖ, Grünen und BZÖ.) Vorrang haben dabei die Konsolidierung (Beifall bei der ÖVP), das Vorantreiben von Reformen und das Schaffen von Anreizen für Wachstum. Dabei darf neben der Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Staates, der Sicherung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und der Sicherung der Finanzierung der sozialen Aufgaben nie der Mensch vergessen werden, denn die Politik hat für den Bürger zu arbeiten. (Abg. Ing. Westenthaler: Der Bundespräsident ist schon nach Hause gegangen!) Gleichzeitig bedeutet eine verantwortungsvolle Budgetpolitik aber vor allem auch, den Blick nach vorne zu richten, in die Zukunft, um für zukünftige Herausforderungen die dafür notwendigen finanziellen Handlungsspielräume zu erhalten. (Abg. Mag. Stadler: Das hätte der Karl-Heinz Grasser nicht besser gekonnt! – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein bisschen mehr Tiefgang, Frau Ministerin!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon zweimal gehört!
Durch den Sparpfad von Loipersdorf haben wir auch Mittel für ein Offensivprogramm freimachen können (Abg. Ing. Westenthaler: Jetzt kommt es schon wieder! Lassen Sie das arme Loipersdorf in Ruhe!) – für mehr Zukunftsinvestitionen in der Höhe von 400 Millionen € pro Jahr: 100 Millionen € mehr für unsere Umwelt – insbesondere durch die thermische Sanierung –, 100 Millionen € mehr für Forschung – ein wichtiger Impuls für den Wirtschaftsstandort und zur Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir schon zweimal gehört!) –, 80 Millionen € mehr für die Universitäten. Das wäre beispielsweise in Schilling, in „alter Währung“, eine Uni-Milliarde gewesen, meine sehr geehrten Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Ing. Westenthaler: Zwischenfrage: Wie viel ist das in Lire? – Abg. Mag. Stadler: Wie viel in Drachme? Türkische Lire wäre auch interessant!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das eine Analyse?
Die Finanzierung und Organisation des Spitalsbereichs soll neu strukturiert werden. Die Reformarbeitsgruppe, in der auch ich persönlich drinnen sitze, arbeitet kontinuierlich und wird 2012 die ersten Ergebnisse präsentieren, um Finanzströme transparenter, effizienter und kostendämpfender zu gestalten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das eine Analyse?)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Ausgaben für die Wissenschaft liegen 2012 um rund 66 Millionen € über dem Wert des Vorjahres und erreichen rund 3,8 Milliarden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit zeigt, dass wir die ärmsten Regionen dieser Welt auch dann unterstützen, wenn wir selber sparen müssen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Gerade die Hungersnot in Afrika erfordert unser Handeln. Daher stellen wir aktuell zusätzlich 7 Millionen € Soforthilfe zur Verfügung. (Demonstrativer Beifall bei ÖVP und SPÖ.) Mit den 1,5 Millionen € ergibt das insgesamt 8,5 Millionen € für die Hungersnot. Meine sehr verehrten Damen und Herren, das ist in etwa 1 € pro Österreicher.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zweitens liegt Österreich – im Hinblick auf die Struktur – mit seinen Steuern und Abgaben insbesondere auf den Faktor Arbeit nach Schweden an der EU-Spitze. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Die Abgabenquoten – der Anteil der Gesamtsteuer- und Abgabeneinnahmen in Prozent des BIP – sind im Laufe der letzten Jahrzehnte EU- beziehungsweise OECD-weit beträchtlich angestiegen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist um eine Million € weniger!
Diesen Schmäh können Sie vielleicht, ich weiß nicht, inserieren, aber zuerst 161 Millionen € abzuziehen und dann 160 Millionen € wieder draufzugeben und zu sagen, das ist jetzt das Offensivprogramm für die Bildung, ist im Übrigen (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist um eine Million € weniger!) – Kollege Pirklhuber hat gut aufgepasst, es ist um eine Million € weniger. Versuchen Sie bitte nicht, uns das heute wieder weiszumachen! Das ist nachvollziehbar, wenn man sich die Bundesfinanzrahmengesetze der Reihe nach anschaut. (Beifall bei den Grünen. – Zwischenruf bei der ÖVP.) – Da höre ich schon den ersten Redebeitrag.
Abg. Dr. Pirklhuber: Er horcht ja gar nicht zu!
Ich kenne Ihre Haltung, Herr Bundeskanzler. Sie sagen: Keine Studiengebühren! (Abg. Dr. Pirklhuber: Er horcht ja gar nicht zu!) Aber irgendwann wird man etwas von dieser Haltung auch in der Regierung merken müssen. Irgendwann muss das einmal festgestellt werden, und irgendwann muss das beendet werden, dass überall dort, wo die ÖVP nicht dabei war (Zwischenruf des Abg. Mag. Donnerbauer.) Es gibt auch demokratische Beschlüsse, gegen die die ÖVP ist. Aber dann sollte die ÖVP diese Beschlüsse auch akzeptieren. Das ist das Wesen der Demokratie! Aber mit diesem Töchterle-Vorstoß über ein Rechtsgutachten – ich meine, stellen Sie sich das einmal vor, was das bedeutet! Die Uni, die jetzt anfängt, Studiengebühren einzuheben, begibt sich (Abg. Hörl: Recht ist Recht!) – Was heißt Recht ist Recht? – Demokratie ist Demokratie, würde ich sagen. Demokratische Mehrheit ist Mehrheit! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Er hört ja gar nicht gescheit zu!
Aber jetzt habe ich mich ein bisschen ablenken lassen, Herr Bundeskanzler, von diesen Provokationen der ÖVP und ihren neuen Steuern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Er hört ja gar nicht gescheit zu!) Er hört nicht zu, das ist schlecht, jetzt kommen nämlich ein paar Fragen. (Abg. Mag. Donnerbauer: Sie haben ja gar kein Konzept!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Klubobmann Kopf, für die Aussage „Hooligan-Sektor“ erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Es ist auch nicht notwendig, einen Applaus zu geben! Das ist eine Vereinbarung, die wir geschlossen haben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist ein Wettbewerb beim russischen Erdgas?
Beleidigt sein, Frau Kollegin Brunner, ist keine politische Kategorie, Sie sind es. Es ist den Verhandlern gelungen, die Freiheitlichen an Bord zu holen. (Abg. Mag. Brunner: Ich bin nicht beleidigt!) – Doch, Sie haben ausführlich zum Ausdruck gebracht, dass Sie es sind, weil Sie an sich das Gesetz für gut halten, aber leider doch nicht ausreichend hofiert wurden.Sei’s drum, es geht um die Sache. Die Bürger und Bürgerinnen, die Sie mehrfach zitiert haben, die profitieren von diesem Gesetz, das wissen Sie ganz genau. Sie bekommen ein Recht auf Gasversorgung. Sie bekommen die Möglichkeit, innerhalb von drei Wochen mit Rechtsanspruch den Versorger zu wechseln. Also die Bürger und Bürgerinnen profitieren. Sie bekommen auch faire Gaspreise, weil die Verwirklichung dieses Gesetzes natürlich nicht nur zu mehr Binnenmarkt führt, sondern auch zu etwas mehr Wettbewerb, und das ist gut so. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist ein Wettbewerb beim russischen Erdgas?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wo ist der Wettbewerb, Herr Kollege?
Und was das Thema Enteignung betrifft – und damit auch den Hintergrund, warum es doch einige Monate gedauert hat, Herr Kollege Katzian, bevor das Hohe Haus hier mit einer Zweidrittelmehrheit beschlussfähig ist –, da haben wir es uns alle nicht einfach gemacht, da haben wir die Rechte der Bürger und Bürgerinnen mindestens genauso sehr beachtet wie Sie, Frau Kollegin Brunner. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber wo ist der Wettbewerb, Herr Kollege?) – Ich würde gerne auf Ihre Zwischenrufe antworten, aber ich höre sie nicht und verstehe sie deswegen auch nicht. Sie sagen es mir dann nachher.
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Daher ist in Summe dieser Antrag einmal zu unterstützen – da bin ich dann gespannt auf das Abstimmungsverhalten der FPÖ –, aber in Summe das Gesetz letztlich abzulehnen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht „flockig“, sondern mit der Holzhammer-Methode! Das ist der Unterschied!
Ich denke, das war auch das, was wir im Ausschuss diskutiert haben, und das war auch die Zielsetzung: Weg mit der Leichtfertigkeit! Es hat die Sorge gegeben, dass man da relativ locker-flockig drüberfahren kann (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht „flockig“, sondern mit der Holzhammer-Methode! Das ist der Unterschied!), und mit diesen Maßnahmen, die hier jetzt vorgeschlagen werden, sollte das in dieser Art und Weise nicht der Fall sein.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nichts! Das ist ein Monopolmarkt! So schaut ’s aus!
Meine Damen und Herren, der internationale Gasmarkt ist stark in Bewegung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nichts! Das ist ein Monopolmarkt! So schaut ’s aus!) Neue Lieferquellen, neue Lieferwege, neue Technologien werden diskutiert. Mit dem vorliegenden Gesetz setzen wir jedenfalls den Grundstein dafür, dass wir für künftige Veränderungen des Erdgasmarktes gerüstet sind.
Abg. Dr. Pirklhuber hat einen grünen Plastikbehälter des genannten Roundup vor sich auf dem Pult stehen
Wir wissen, dass beispielsweise das Roundup, das der Kollege jetzt auf den Tisch gestellt hat (Abg. Dr. Pirklhuber hat einen grünen Plastikbehälter des genannten Roundup vor sich auf dem Pult stehen), nur das von Monsanto gentechnisch veränderte Soja schont, alle anderen Pflanzen im Umkreis vernichtet. Wenn das Roundup ins Trinkwasser gelangt und es die Menschen über Gebühr zu sich nehmen, ist es einfach gesundheitsschädlich. Das Bundesamt für Verbraucherschutz in München hat das erkannt und hat empfohlen, Roundup nicht zu verwenden. Die österreichische Bundesregierung weigert sich. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Flasche Unkrautbekämpfungsmittel mit der Aufschrift „Roundup unkrautfrei“ auf.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber. 3 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Rednerpult und stellt dort eine Flasche Unkrautbekämpfungsmittel mit der Aufschrift „Roundup unkrautfrei“ auf.)
Abg. Dr. Pirklhuber hält die Flasche „Roundup unkrautfrei“ in die Höhe.
Zum Glyphosat. Kollege Pirklhuber, ich bin deiner Meinung, dass gerade im Anwendungsbereich kontrolliert werden muss, dass aber auch Anwendungseinschränkungen erfolgen sollten. Du hast so eine Flasche mitgehabt, die man in jedem Baumarkt kaufen kann. (Abg. Dr. Pirklhuber hält die Flasche „Roundup unkrautfrei“ in die Höhe.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Im Baumarkt !
Ich glaube, das große Problem ist, dass jeder Kunde das erwerben kann. Ich denke – auch das ist im Ausschuss klar gesagt worden –, dass wir heute dem negativen Ausschussbericht zustimmen, denn ein gleichartiger Antrag liegt im Landwirtschaftsausschuss. Dort wird er gut beraten, denn die Landwirte arbeiten sehr viel damit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Im Baumarkt !) – Ja.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist wie bei DDT, es hat 50 Jahre gedauert, bis es verboten wurde!
Zum Glyphosat. Es ist mehrmals erwähnt worden, dass nicht nur der Landwirt das einsetzen darf. Man geht in den Baumarkt, oder ins Raiffeisen-Lagerhaus und kauft es sich einfach. Jeder Hobbygärtner sprüht, denn das Zeug soll ja Wunder wirken. Die Wissenschaft spielt mit. Es gibt Gutachten und Gegengutachten. Aber solange es keinen eindeutigen Beweis gibt, sagt der Hausverstand ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist wie bei DDT, es hat 50 Jahre gedauert, bis es verboten wurde!) – Ja, das wäre auf meiner Agenda gestanden. Solange kein eindeutiges Gutachten da ist, gehört es verboten, zumindest für den privaten Gebrauch. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Tadler.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Tadler.
Zum Glyphosat. Es ist mehrmals erwähnt worden, dass nicht nur der Landwirt das einsetzen darf. Man geht in den Baumarkt, oder ins Raiffeisen-Lagerhaus und kauft es sich einfach. Jeder Hobbygärtner sprüht, denn das Zeug soll ja Wunder wirken. Die Wissenschaft spielt mit. Es gibt Gutachten und Gegengutachten. Aber solange es keinen eindeutigen Beweis gibt, sagt der Hausverstand ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist wie bei DDT, es hat 50 Jahre gedauert, bis es verboten wurde!) – Ja, das wäre auf meiner Agenda gestanden. Solange kein eindeutiges Gutachten da ist, gehört es verboten, zumindest für den privaten Gebrauch. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Tadler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Brunner.
Wir erreichen in Österreich die Klimaschutzziele in einzelnen Sektoren – in der Abfallwirtschaft, in der Landwirtschaft, bei den fluorierten Gasen –, aber wir erreichen das Kyoto-Ziel derzeit nicht bei der Raumwärme, nicht bei der Wirtschaft und nicht beim Verkehr. Wir erleben beim Klimaschutz das, was in Österreich leider Praxis ist: dass jeder in Sonntagsreden vom Klimaschutz spricht, aber dann in der Praxis nichts getan wird. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Mag. Brunner.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Das Klimaschutzgesetz ist ein Kernelement des Regierungsübereinkommens, und es war schwierig, es zu verhandeln. Wenn es leicht gewesen wäre, dann wäre es mit dem Klimaschutz und mit der Zielerreichung ohnedies leicht gewesen. Gerade dort hat man ja gesehen, dass viele davon reden und wenig tun (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und daher war es von Anfang an mein Ziel, auch die Bundesländer im Boot zu haben, weil die Bundesländer kraft Verfassung auch eine Zuständigkeit haben, bei der Raumwärme, teilweise beim Verkehr und in anderen Sektoren.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... von der Regierungsbank! Legen Sie Fakten vor!
Zu einem anderen Aspekt: Sie sagen immer wieder, wir investieren im Ausland in den Klimaschutz, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn wir investieren den überwiegenden Teil in Österreich (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner), aber wir investieren auch im Ausland. Und was mich bei Ihnen, was mich insbesondere bei den Grünen stört, ist: Wir investieren auch in Entwicklungsländern, und dass Sie einen dumpfen Nationalismus bedienen und sagen, dass wir das Geld ins böse Ausland schicken, das hätte ich mir von Ihnen nicht erwartet, denn der Klimaschutz ist eine globale Angelegenheit. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... von der Regierungsbank! Legen Sie Fakten vor!) Und wenn wir im afrikanischen oder im asiatischen Raum ein Klimaschutzprojekt machen, dann nützt das auch dem Weltklima und hilft den Regionen dort, erneuerbare Energie aufzubauen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abschließend: Wir machen im Inland Dinge wie die thermische Sanierung, den Ausbau der erneuerbaren Energien, das Ökostromgesetz, Elektromobilität, Biotreibstoffe und so weiter. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Abgeordneter Peter Mayer (ÖVP): Frau Präsidentin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Geschätzter Bundesminister! Die bisherigen Bemühungen zur Erreichung der Klimaschutzziele waren sicher gut, aber sie waren leider zu wenig. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Man muss aber ehrlicherweise sagen, wir haben uns auf hohem Niveau zu ehrgeizigen Zielen verpflichtet. Und wenn man etwas zynisch bemerken darf: Wenn wir uns für etwas weniger ambitionierte Ziele entschieden hätten, dann stünden wir in der Diskussion vielleicht letzten Endes besser da.
Sitzung Nr. 126
Abg. Dr. Pirklhuber: Sind Sie jetzt in der Opposition?
Ich sage Ihnen, wir sollten bei einem der nächsten Steuerreformschritte dafür sorgen, dass wir zu gerechten Steuern kommen, und dazu gehört die Millionärssteuer. Wenn wir 80 000 Millionäre in Österreich haben, dann sollen und müssen diese ihren Beitrag leisten. Das ist ganz entscheidend, und das ist auch ein zentraler Punkt unseres Politikverständnisses. (Beifall bei der SPÖ.) Es ist wichtig, dass wir diesen solidarischen Bezug in einer Gesellschaft auch bei der Steuerpolitik zum Ausdruck bringen. Die soziale Gerechtigkeit ist eine der entscheidenden und wesentlichsten Grundlinien bei der Beachtung dessen (Abg. Dr. Pirklhuber: Sind Sie jetzt in der Opposition?), wann die Frage der Bewältigung von Krisen im Zentrum all dieser Überlegungen stehen wird.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung, vor allem Frau Finanzministerin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Nach einem – man kann fast sagen – nächtlichen Sitzungsexzess mit dem Sitzungsende 3 Uhr in der Früh: einen schönen guten Morgen! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich glaube, über dieses Thema – Kollege Van der Bellen hat gestern vollkommen recht gehabt – wird in den nächsten Tagen und Wochen einmal ernsthaft zu reden sein, denn bei aller Liebe zum Parlamentarismus – und ich liebe den Parlamentarismus –: Das kann es auch nicht sein! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen. – Gegenrufe bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Der Rechnungshofpräsident hat gestern wieder betont, dass 40 Prozent des gesamten Budgets nur für Zinsen und Pensionen aufgehen, das heißt, dass die Handlungsspielräume immer kleiner werden. Sie werden von Jahr zu Jahr immer kleiner, und dadurch können Sie heute schon ausrechnen, was das in fünf, was das in zehn Jahren bedeuten wird, Frau Bundesministerin. (Abg. Mag. Kogler: Mach einen Vorschlag!) Da werden die Spielräume noch viel kleiner werden, weil Sie die Zukunft verpfänden, weil Sie die Zukunft zupflastern mit Schulden und mit Zinsen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und die elementarsten Aufgaben, um die Staatsfunktion aufrechtzuerhalten, nicht mehr finanzierbar sind.
Abg. Dr. Pirklhuber: Fair, sozial, gerecht!
Meine Damen und Herren, ich habe hier die Vorschläge sowohl vom Bundeskanzler als auch von meinem Vorredner gehört, da war ständig wieder nur von neuen Steuern die Rede. Ich wehre mich auch gegen eine Manipulation durch die Sprache. Hier wird in unglaublicher Weise mit der Sprache manipuliert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Fair, sozial, gerecht!) Herr Kollege Krainer, Sie haben wieder von der Millionärssteuer gesprochen. Wenn man sich die Vorschläge anschaut, die alle sehr wenig konkret sind, dann sieht man: Der Spitzensteuersatz soll erhöht werden, der setzt aber heute bei 60 000 € Steuerbemessungsgrundlage jährlich an. (Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Dr. Matznetter.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn man sich andere Vorschläge anschaut, liegt dies bei 200 000 €. Ich gebe zu, 200 000 € ist sehr, sehr viel Geld. (Abg. Krainer: Das müssen Sie parteiintern regeln!) Aber ein Millionär ist für mich ein Millionär, der zumindest eine Million oder mehr bekommt. Also da wird unglaublich populistisch durch die Sprache manipuliert, und dagegen muss man sich wehren. (Abg. Dr. Matznetter: Bildungssteuer!) Abgesehen davon bitte, dass für uns von der ÖVP Steuererhöhungen, egal, ob Eigentumsteuern oder sogenannte Reichensteuern, nicht in Frage kommen, solange wir Einsparungspotentiale haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Jetzt frage ich Sie wirklich: Wieso werden diese Strukturmaßnahmen, wo ja die Fakten und Daten auf dem Tisch liegen, nicht durchgeführt? – Die Daten und Fakten liegen auf dem Tisch, bei den Pensionen wissen wir, um ein Jahr früher in Pension kostet 1 Milliarde. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Die Deutschen gehen drei Jahre später in Pension, also im Vergleich zu Deutschland geben wir jedes Jahr 3 Milliarden nicht für Forschung oder Entwicklung aus, sondern für Pensionen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Über die Emissionszertifikate haben Sie nichts gesagt, Herr Kollege Schultes!
All das als Ganzes gesehen ergibt eigentlich eine hocheffiziente Verwendung der Mittel im Umweltbereich, und wir könnten uns vieles davon für den normalen Umgang mit unserem Geld abschauen. Wenn wir es in den anderen Bereichen so machen würden, nämlich zu sparen und zu investieren anstatt zu borgen und zu verschieben, dann könnten wir sehr rasch die Dinge wieder ins rechte Lot bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Über die Emissionszertifikate haben Sie nichts gesagt, Herr Kollege Schultes!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht mit dem Kauf von Emissionszertifikaten!
Meine Damen und Herren! Klimaschutz funktioniert, Umweltpolitik funktioniert (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht mit dem Kauf von Emissionszertifikaten!), und das Budget dafür ist solide dank unserer Frau Finanzminister Maria Fekter. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Baufirmen ...!
Und, Frau Ministerin, weil Sie uns ja gestern sehr gründlich dargelegt haben, wo Sie überall solide Budgetpolitik betreiben wollen (Abg. Bucher: Nein, das hat sie nicht!): Bitte setzen Sie hier an! Hier haben wir ein Programm, das hinsichtlich von Arbeitsplätzen bei Weitem nicht so viel bringt wie zum Beispiel die vom Kollegen genannte thermische Sanierung. Hier haben wir Straßenbau, der arbeitsplatzmäßig, beschäftigungsmäßig nicht besonders wirksam ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Baufirmen ...!) Wir haben auch ÖBB-Projekte, die in erster Linie die Bau-Lobby und auch die Tunnelbau-Lobby unterstützen (Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!), aber nicht die Bedürfnisse der Menschen.
Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!
Und, Frau Ministerin, weil Sie uns ja gestern sehr gründlich dargelegt haben, wo Sie überall solide Budgetpolitik betreiben wollen (Abg. Bucher: Nein, das hat sie nicht!): Bitte setzen Sie hier an! Hier haben wir ein Programm, das hinsichtlich von Arbeitsplätzen bei Weitem nicht so viel bringt wie zum Beispiel die vom Kollegen genannte thermische Sanierung. Hier haben wir Straßenbau, der arbeitsplatzmäßig, beschäftigungsmäßig nicht besonders wirksam ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Baufirmen ...!) Wir haben auch ÖBB-Projekte, die in erster Linie die Bau-Lobby und auch die Tunnelbau-Lobby unterstützen (Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!), aber nicht die Bedürfnisse der Menschen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ein Wahnsinn! Unglaublich!
Das Wilde an der ganzen Geschichte – jetzt nehme ich absichtlich dieses Wort in den Mund – ist ja, dass zuerst bei der Abschlussrechnung 2010 Verpflichtungen nur im Ausmaß von 2,8 Milliarden € vermerkt waren. Und auf Intervention des Rechnungshofes – das müssen Sie sich einmal vorstellen – ist die Summe dann korrigiert worden; nämlich vom BMVIT gemeinsam mit dem Finanzministerium, mit Ihrem Finanzministerium, aufgrund der Rechnungshofprüfung sind endlich einmal verbucht worden (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein Wahnsinn! Unglaublich!) Schulden in Höhe von 10,8 Milliarden und Verpflichtungen in Höhe von 43,3 Milliarden. Also das ist offensichtlich Budgetlug, der da betrieben worden ist.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Neben den Einsparungen ist auch die andere Seite der Medaille wichtig, nämlich die Einnahmenseite. Der Staat darf bei einer umfassenden Konsolidierung nicht einseitig auf das Sparen setzen. Wir brauchen den finanziellen Spielraum, um soziale, sicherheitspolitische Aufgaben bewältigen zu können, und wir brauchen Investitionen, die helfen, die Wirtschaft anzukurbeln, sowie Investitionen in Bildung und Forschung. Um diesen Spielraum zu erhalten, muss unser Steuersystem modernisiert werden. Wir brauchen eine Finanztransaktionssteuer – diesbezüglich bitte ich die Regierung, hart weiterzubohren in Brüssel –, und wir brauchen auch weitere unbedingt erforderliche Maßnahmen, um eine sozial gerechte Finanzierung des Gemeinwohls zu erreichen, so zum Beispiel eine Vermögensteuer. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir machen eine Koalition, Frau Kollegin Muttonen! Wir bringen einen Antrag ein!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner zu Wort gelangt Herr Abgeordneter Dr. Rasinger. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir machen eine Koalition, Frau Kollegin Muttonen! Wir bringen einen Antrag ein!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber England ist das Mekka des Neoliberalismus!
Also wenn wir über Vergleiche in der OECD reden, muss man sagen: England und Österreich – kein Vergleich! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber England ist das Mekka des Neoliberalismus!)
Sitzung Nr. 130
Abg. Dr. Pirklhuber: Da müsst ihr das Bodenschutzgesetz !
Ich sage Ihnen nur ein Beispiel aus meinem Bezirk: Dieser Bezirk hat in knapp 20 Jahren um etwa 12 000 Einwohner mehr aufzuweisen. Wie viel Fläche für Wohnbau, Straßenbau, Eisenbahnbau und so weiter verwendet wurde, das sollte man auch dazusagen. Jeden Tag werden in Österreich 24 Hektar verbetoniert! (Abg. Dr. Pirklhuber: Da müsst ihr das Bodenschutzgesetz !)
Auf dem Weg zum Rednerpult trifft Dr. Pirklhuber mit Abg. Kopf zusammen, der an der Regierungsbank steht.
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Als nächster Redner ist Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber zu Wort gemeldet. 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Auf dem Weg zum Rednerpult trifft Dr. Pirklhuber mit Abg. Kopf zusammen, der an der Regierungsbank steht.)
Sitzung Nr. 132
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die notwendigen Ausgabenreduktionen wurden nach eingehender Prüfung in unserem Haus mit Bedacht geplant und werden auch stark die Struktur unseres Ministeriums betreffen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Gleichzeitig müssen wir aber vor allem sicherstellen, dass die konsularischen Serviceleistungen für unsere Bürgerinnen und Bürger – wie Herr Abgeordneter Lopatka erwähnt hat – auf hohem Niveau aufrechterhalten werden, dass unser Engagement in den Vereinten Nationen, insbesondere im Menschenrechtsrat und im Exekutivrat der UNESCO fortgesetzt (Beifall des Abg. Dr. Bartenstein) und generell eine wirksame und effiziente Vertretung Österreichs in Europa und in der Welt gewährleistet wird.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist das! Eine Schande!
Meine Damen und Herren! Mit diesem Budget 2012 bleibt das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten jedenfalls ein Garant für eine verlässliche und starke Außenpolitik. – Ich danke Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Schande ist das! Eine Schande!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Gütesiegelgesetz!
form. Auch wir könnten eine autorisierte Informationsplattform gebrauchen, wo sich die Konsumenten schlaumachen können. Jedenfalls ist da dringend mehr Klarheit notwendig. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gütesiegelgesetz!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ein ernstes, ein besonders schmerzliches Problem: Viele Nahrungsmittel landen im Müll. Waren, die auch nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum oft noch gut genießbar sind, landen in Österreich im Mist. Der Handel sollte diese Lebensmittel an soziale Einrichtungen abgeben. Da braucht es ein Umdenken. Unsere gute Nahrung gehört nicht in den Müll. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Vorsorge! Sie sind doch von der Regierungsfraktion!
Die Schweden zum Beispiel bleiben zehn Jahre länger gesund als die Österreicher. Warum bleiben wir nicht so lange gesund? Woran liegt das? Liegt das am Geld? –Mitnichten. Unsere Gesundheitsausgaben sind überdurchschnittlich hoch. Für jeden Österreicher werden 3 400 € pro Jahr ausgegeben, im EU-Schnitt ist es um ein Drittel weniger. Da stimmt doch etwas nicht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Vorsorge! Sie sind doch von der Regierungsfraktion!) Wo versickern unsere Millionen? – Sie gehen viel zu viel in die Reparatur von Krankheiten und viel zu wenig in die Vorsorge.
Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Bernhard Vock (FPÖ): Frau Aubauer, Sie haben gerade die Frage gestellt, warum die Bürger in Österreich früher krank werden als in anderen europäischen Staaten. Vielleicht müssen sich unsere Bürger mehr über unsere Regierung ärgern als Bürger in anderen europäischen Staaten. (Heiterkeit bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Krainer und Dr. Pirklhuber.)
Die Abgeordneten Dr. Lichtenecker und Dr. Pirklhuber heben die Hand.
Und was die Angst vor Datenklau betrifft, möchte ich sagen: Wer von Ihnen macht nicht Electronic Banking? Der soll jetzt die Hand heben! Wer macht nicht die Steuererklärung auf FinanzOnline? – Alle wahrscheinlich! (Die Abgeordneten Dr. Lichtenecker und Dr. Pirklhuber heben die Hand.) Okay, es gibt ein paar. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ja, ist okay, das mag sein. Aber niemand (Abg. Dr. Karlsböck: Wegen des Datenschutzes!) – Wegen des Datenschutzes, sagen Sie. Wahrscheinlich! Genau! Aber sehr viele tun es, und sehr viele tun es äußerst erfolgreich.
Abg. Dr. Pirklhuber: ... bis heute nicht!
Und wissen Sie, ich finde es eigentlich nicht fair, wenn Sie hier behaupten, dass Sie keine Informationen bekommen haben. Diese Information haben Sie sicher bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... bis heute nicht!)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie haben das bekommen, wo drinnen steht: Die Beratungsinhalte für die Landwirtschaftskammer sind Produktionstechnik, unternehmerisches Handeln, artgerechte Tierhaltung, Tiergesundheit; also eine große Anzahl von Punkten – und Sie behaupten hier, dass Sie diese Informationen nicht bekommen haben?! Es ist nicht fair, wenn Sie hier die Öffentlichkeit falsch informieren. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber neue nicht!
Es ist auch hier nicht fair zu sagen, wir haben einen Biobauerneinstiegstopp, sie dürfen nicht mehr. Der Punkt ist, Biobauern, die solche sind, können Flächen, wenn sie zupachten, natürlich erweitern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber neue nicht!) Die Fläche der Biobauern wächst und wir haben den Effekt, dass wir zwar im Fußball leider noch nicht so erfolgreich sind, aber in der biologischen Landwirtschaft sind wir Weltmeister! (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner.) Kein Staat der Erde hat so viel biobewirtschaftet wie Österreich. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die können ja gar nicht mehr!
Sie wissen genau, Herr Abgeordneter Pirklhuber, wenn ein Bauer heute sagt, ich steige ein ins Programm, dann muss er sich auf fünf Jahre verpflichten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die können ja gar nicht mehr!) Das Programm endet 2013, da können wir ihnen nicht mehr zusichern, dass sie die Prämie bekommen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist absurd!
Daher ist es nur verantwortungsvoll zu sagen, wer neu einsteigt, hat dann nicht mehr die Garantie, dass er Gelder bekommt. Und das, haben wir gesagt, muten wir den Bauern nicht zu. Das kann man ihnen nicht zumuten, denn dann bleibt der Bauer übrig – und das lassen wir nicht zu. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist absurd!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und der Erfolg war der Durchbruch. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Der Durchbruch war – wenn Sie das nicht verstehen, tut es mir leid –, dass die Kommission es in ihr Programm übernommen hat, gegen alle Erwartungen. Das war der politische Erfolg. Der Ball liegt nun bei der Europäischen Kommission. Gesundheitskommissar Dalli hat gesagt, ja, er will das Selbstbestimmungsrecht umsetzen, daher muss es die Kommission auch durchsetzen und Österreich wird das unterstützen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch ...!
Was wir nicht unterstützen – Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie haben es wie immer überhört –, ist eine Vielzahl an Bürokratie. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch ...!) Ost-, Mittel- und Westeuropa sagen, das, was die Kommission vorgelegt hat, ist ein Bürokratiemonster, das wir nicht akzeptieren können. Da gibt es noch viel Verhandlungsbedarf. Wir werden das nutzen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Und unabhängig muss es sein, vor allem von der Industrie!
Im Übrigen bin ich der Meinung, Österreich braucht ein eigenständiges, starkes und engagiertes Umweltministerium. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Und unabhängig muss es sein, vor allem von der Industrie!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Dass wir Spitzenwerte haben in der Abwasserentsorgung, in der Wasserversorgung, aus Quell- und Grundwasser eine Wasserversorgung haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wenn Sie einen Wasserhahn aufdrehen, nicht nur auf dem Land, sondern auch in der Stadt, und dieses Wasser konsumieren können, in der Abfallwirtschaft Weltstatus haben, wo ein Großteil des Abfalls recycelt wird, und ähnliche Dinge – das ist ein Verdienst einer jahrzehntelangen Aufbauarbeit, auf die wir gemeinsam stolz sein können, Bund, Länder und Gemeinden –, lassen wir uns nicht schlechtreden! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Gartelgruber.
Zum JI/CDM-Programm (Zwischenruf der Abg. Gartelgruber), das böse, böse Programm, im Rahmen dessen wir im bösen Ausland investieren: Dass es gerade von den Grünen so kritisiert wird, halte ich schon für sehr eigenartig. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Brunner und Mag. Schwentner.) Wissen Sie, was ich beim JI/CDM-Programm mache? – Ich vollziehe den gesetzlichen Auftrag des Parlaments, indem wir in Klimaschutzprojekte investieren. Das ist Teil der österreichischen Strategie. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Gartelgruber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Schwentner und Dr. Pirklhuber.
Natürlich wird der überwiegende Teil des Geldes in Österreich investiert – eindeutig –; in die mittelständische Wirtschaft, in den Tourismus. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Schwentner und Dr. Pirklhuber.) Die thermische Sanierung kommt gerade der regionalen Wirtschaft zugute, aber im Rahmen des JI/CDM-Programms auch den Entwicklungsländern.
Abg. Dr. Pirklhuber: Und was ist mit ...?
Ich habe das Programm der Klima- und Energiemodellregionen gestartet, von dem viele Städte und Gemeinden in Österreich unterschiedlichster politischer Couleur sagen, sie wollen – wie Güssing (Abg. Dr. Pirklhuber: Und was ist mit ...?) – in ihrer Region energieautark werden. An all jene, die sich am Wort stoßen: Natürlich ist das
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abschließend – weil Sie es angesprochen haben – zur Gentechnik beziehungsweise Gentechnikfreiheit: Wir haben das vorher im Rahmen der Debatte zum Agrarbereich diskutiert. Die österreichische Position ist, in der Landwirtschaft gentechnikfrei zu bleiben. Das wollen auch die KonsumentInnen. Die Initiative für ein Selbstbestimmungsrecht betreffend Gentechnik habe ich auf der europäischen Ebene durchgesetzt, denn die Kommission hat das in ihr Programm übernommen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist aber nicht ...!
Jetzt liegt es an Gesundheitskommissar Dalli, es auf der europäischen Ebene im EU-Recht zu verankern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist aber nicht ...!) Wir unterstützen den Kommissar, aber letztendlich ist es Aufgabe der Kommission, die anderen Mitgliedsländer zu überzeugen, das ins EU-Recht zu übernehmen. Österreich unterstützt das voll. Es gibt einige, die das nicht wollen, aber auch das ist ein Teil unserer Umweltpolitik.
Ruf bei der ÖVP: Herr Dr. Pirklhuber! ... minus 50 Prozent!
Sie bitte die Fakten vor und berichten Sie konkret, worum es geht! (Ruf bei der ÖVP: Herr Dr. Pirklhuber! ... minus 50 Prozent!)
Sitzung Nr. 135
Abg. Dr. Moser: Das ist ja das Problem! Großbetriebe! – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir haben weiters einen Mittelstandsbuckel, wo der Mittelstand am meisten Steuern zahlt, und wir haben drittens einen sehr hohen Einstiegssteuersatz. (Weitere Zwischenrufe bei Grünen und BZÖ.) 2 700 000 Einkommensbezieher zahlen gar keine Steuern, aber dann sofort mit 36 Prozent das zusätzliche Einkommen. (Abg. Strache: Runter auf 25 Prozent, das wäre die richtige Senkung!) Das heißt, unser Steuersystem hat seine Schwächen, zugegebenermaßen, aber im Hinblick darauf, wie wir schon Steuern einheben, in der Dimension, was wir schon alles besteuern. Wir haben beispielsweise alle Erträge aus Vermögen bereits besteuert, Frau Glawischnig. (Abg. Dr. Moser: Das ist ja das Problem! Großbetriebe! – Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann keiner hier in diesem Haus!
Unsere Steuerquote ist bei 42,8 Prozent. Ich gehe einmal davon aus, dass die Österreicher nicht das Gefühl haben, dass sie zu wenige Steuern zahlen. (Ruf bei den Grünen: Was zahlen die Superreichen? – Zwischenrufe des Abg. Mag. Kogler.) Wenn Sie aber von Vermögensteuer reden, dann haben ein sozialdemokratischer Finanzminister und ein sozialdemokratischer Bundeskanzler Anfang der neunziger Jahre diese Vermögensteuer in Österreich abgeschafft. Und wissen Sie, warum? (Abg. Mag. Kogler: Legen Sie Ihre Parteispenden offen! Wer finanziert die ÖVP? Eine Sauerei ist das!) – Weil diese Vermögensteuer damals überwiegend auf Betriebsvermögen aufgeschlagen wurde, und wenn man Betriebsvermögen, also den Hochofen der Voest, besteuert, dann wird sich die Voest überlegen, ob sie in Linz noch investiert, und dann wird sie überlegen, ob sie nicht doch in ein anderes Land geht, wo es diese Steuern nicht mehr gibt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann keiner hier in diesem Haus!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Korun und Dr. Pirklhuber.
Frau Glawischnig, Sie haben Frankreich erwähnt. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Beleidigen Sie nicht unsere Intelligenz!) Frankreich ist das einzige Land, wirklich das einzige in ganz Europa, das noch so eine Vermögensteuer, eine Substanzsteuer hat und auch dort wird derzeit deren Abschaffung diskutiert. (Zwischenrufe der Abgeordneten Mag. Korun und Dr. Pirklhuber.) Substanzsteuern sind investitionshemmend und vernichten Arbeitsplätze, daher gibt es mit uns keine Substanzsteuer! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Selbst die USA haben höhere Steuern als Österreich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie über die Superreichen!
Alle diese Personen, die Sie angeführt haben, Frau Glawischnig, soweit mir bekannt ist, soweit ich das den Medien entnehmen konnte, haben ihre Vermögen in Stiftungen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Reden Sie über die Superreichen!) Ist Ihnen entgangen, Frau Glawischnig, dass wir erst unlängst die Besteuerung bei den Stiftungen dramatisch erhöht haben? Ist Ihnen das entgangen? (Ironische Heiterkeit und Rufe bei den Grünen: „Dramatisch“?!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Exportsubventionen hat er bekommen!
Ein Herr Mateschitz hat genug Geld, seinen Wohnsitz sofort nach Liechtenstein oder in die Schweiz zu verlegen, ja. Das heißt, die Debatte, die Sie hier führen, ist müßig, denn wollen Sie den Hangar-7 in Salzburg, das Betriebsvermögen, seine Investitionen in Zeltweg besteuern? (Abg. Dr. Pirklhuber: Exportsubventionen hat er bekommen!) Wollen Sie wirklich, dass man denjenigen, die hier in Österreich investieren, ihr investiertes Volumen mit den Arbeitsplätzen wegbesteuert? – Ich nicht. Ich will die guten Steuerzahler hier im Land belassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 10 Millionen € Agrarförderungen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 10 Millionen € Agrarförderungen!
Ein Herr Mateschitz hat genug Geld, seinen Wohnsitz sofort nach Liechtenstein oder in die Schweiz zu verlegen, ja. Das heißt, die Debatte, die Sie hier führen, ist müßig, denn wollen Sie den Hangar-7 in Salzburg, das Betriebsvermögen, seine Investitionen in Zeltweg besteuern? (Abg. Dr. Pirklhuber: Exportsubventionen hat er bekommen!) Wollen Sie wirklich, dass man denjenigen, die hier in Österreich investieren, ihr investiertes Volumen mit den Arbeitsplätzen wegbesteuert? – Ich nicht. Ich will die guten Steuerzahler hier im Land belassen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: 10 Millionen € Agrarförderungen!)
Abg. Mag. Kogler: Kann auf der Regierungsbank was man will! – Abg. Dr. Pirklhuber: Warum schützen Sie die Superreichen?
Wenn Sie jetzt sagen, Frau Glawischnig: Na ja, ich meine ja nicht die Betriebsvermögen, ich meine ja das Privatvermögen. (Abg. Mag. Kogler: Kann auf der Regierungsbank was man will! – Abg. Dr. Pirklhuber: Warum schützen Sie die Superreichen?) Damit die Finanzministerin weiß, wie viel Privatvermögen jeder zu Hause hat – und ich kann mich noch an die Steuererklärung der alten Vermögensteuer erinnern; das hat begonnen mit Wertpapieren, Sparbüchern, Grund und Boden, dann ist es weitergegangen mit Gold, Schmuck, Fernsehapparaten, Autos, et cetera –, wenn Sie das alles erheben wollen, bedeutet das einen enormen bürokratischen Aufwand. (Abg. Mag. Kogler: Es reicht jetzt! – Zwischenrufe bei der SPÖ.) Und vor allem müsste die Finanzpolizei in den privaten Haushalten nachschnüffeln. Und so eine Schnüffelsteuer, Frau Glawischnig, gibt es nicht mit uns! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Korun: Das ist eine Ablenkungsrede! – Zwischenrufe bei der SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Erstens: Wir haben einen Mittelstandsbauch. (Abg. Mag. Stadler: Ja das haben wir, einen Mittelstandsbauch!) Wir haben eine hohe Eingangssteuer, wo Menschen schon mit geringen Einkommen eine hohe Steuer zahlen. Sie haben selbst darauf hingewiesen, Frau Bundesministerin, dass wir einen Einstiegssteuersatz von weit über 30 Prozent haben, bei einem Einkommen von gerade einmal 1 200 €. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Sie haben richtig darauf hingewiesen, dass wir insgesamt eine Steuer- und Abgabenquote von 42,8 Prozent haben.
Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!
Aber wer gar keine Steuer zahlt für jene Wertpapiere (Abg. Strache: Die SPÖ-Stiftungen!), für jene Vermögenswerte, die er vor dem 1. Jänner 2011 angeschafft hat – das ist nämlich die Realität der Vermögenzuwachsbesteuerung, nur was heuer angeschafft wurde unterliegt dem –, der zahlt in Summe viel weniger. (Abg. Dr. Pirklhuber: So ist es!) Wenn er nur 25 Prozent zahlen muss – wir wollten eine volle Besteuerung, das war der Kompromiss, den wir geschlossen haben –, dann ist das keine vollständige Deckung, Frau Bundesministerin. (Ruf bei der SPÖ: Genau! – Ruf bei den Grünen: So ist es!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Dkfm. Dr. Günter Stummvoll (ÖVP): Frau Präsidentin! Frau Finanzministerin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Vorarlberger Landeshauptmann Sausgruber hat vorige Woche in einem Interview im „Kurier“ diese dramatische Entwicklung der Staatsschuldenkrise beschrieben und hat gemeint, wir müssen von einem politischen Märchen Abschied nehmen. Das ist richtig. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zweites Beispiel: Einkommens- und Lohnsteuerverteilung. – 3 Prozent finanzieren 25 Prozent des Aufkommens. 25 Prozent finanzieren 80 Prozent. Und 50 Prozent finanzieren 100 Prozent der Lohn- und Einkommenssteuer. Jeder Zweite zahlt überhaupt keine Steuer. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und wir haben die höchste Reichensteuer: 50 Prozent Spitzensteuersatz ab 60 000 €. Zeigen Sie mir ein Land in Europa, das einen 50-prozentigen Steuersatz ab 60 000 € im Jahr hat! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist die höchste Steuer, die es in Europa gibt, Herr Kollege. Immer wenn Ihre Argumente schwächer werden, wird Ihre Stimme lauter – das kennen wir schon! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Slowakei ist hinter uns! Wir sind an drittletzter Stelle!) Kommen Sie heraus und widerlegen Sie diese Fakten!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Slowakei ist hinter uns! Wir sind an drittletzter Stelle!
Und wir haben die höchste Reichensteuer: 50 Prozent Spitzensteuersatz ab 60 000 €. Zeigen Sie mir ein Land in Europa, das einen 50-prozentigen Steuersatz ab 60 000 € im Jahr hat! (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist die höchste Steuer, die es in Europa gibt, Herr Kollege. Immer wenn Ihre Argumente schwächer werden, wird Ihre Stimme lauter – das kennen wir schon! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Slowakei ist hinter uns! Wir sind an drittletzter Stelle!) Kommen Sie heraus und widerlegen Sie diese Fakten!
Abg. Dr. Pirklhuber: Legen Sie die Finanzen endlich offen!
Nächstes Beispiel: Vermögen. – Schauen wir uns einmal an, welche Vermögensarten es gibt! – Da gibt es einmal Vermögen im Haushalt. Das reicht vom Pelzmantel bis zum Auto. Wenn Sie das besteuern wollen, dann brauchen wir den Schnüffelstaat, dann wird die Finanzpolizei in jedem Haushalt nachschauen müssen, was da an Vermögen vorhanden ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Legen Sie die Finanzen endlich offen!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie, meine Damen und Herren von Rot und Grün, führen die Debatte völlig falsch. Das Einzige, wo ich der Finanzministerin recht gebe, ist, wenn sie meint: Wir brauchen keine neuen Steuern! Bei allen Länder, die Sie angeführt haben, wo Vermögenssteuern vorhanden sind, müssen Sie aber auch dazusagen, dass dort die Einkommenssteuergrenzen wesentlich niedriger sind. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.) Wir sind ein Höchststeuerland – ein Höchststeuerland nicht nur in der EU, sondern weltweit! Wir haben eine Abgabenquote von 43 Prozent. Da sind wir weltmeisterlich unterwegs. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und die 599 Vorschläge des Rechnungshofes für Einsparungspotenziale betragen laut Zeitung „Österreich“ – das ist nicht meine Berechnung! – 15 Milliarden €. Und da reden Sie noch von zusätzlichen Steuern?! Ja
Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Finanzministerin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Glawischnig hat heute neun Persönlichkeiten aus Österreich hier aufgezählt und an den Pranger gestellt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Halleluja!
Sie haben heute Herrn Mateschitz herausgestrichen. Es gibt Menschen, die sind sehr stolz auf Persönlichkeiten, die uns im Ausland zu Siegen verhelfen, weil sie Sport-Sponsoring betreiben et cetera. Was Herr Mateschitz an Arbeitsplätzen in Regionen schafft, wo die Leute sonst nur mehr auspendeln müssten, das ist ganz einfach grandios. Und ehrlich gestanden, wenn Sie in den „Seitenblicken“ sind, wollen Sie sich mit solchen Personen auch ganz gerne abbilden lassen, aber hier stellen Sie sie an den Pranger. (Abg. Dr. Pirklhuber: Halleluja!) Das verstehe ich überhaupt nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Wollen Sie sagen, das französische Steuermodell ist für Sie „an den Pranger stellen“?!)
Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wahnsinn!
Das ist doch eigentlich unglaublich, Herr Stummvoll: Sie als Vertreter einer politischen Partei, die seit 25 Jahren Verantwortung trägt – und da sind Sie ein Prototyp: Sie waren in Regierungsfunktion!, seit 25 Jahren ist die ÖVP ununterbrochen an der Regierung –, stellen sich hier heraus und sagen: Es wird zu viel ausgegeben, wir müssen sparen, wir brauchen eine Schuldenbremse! Bitte, Opposition, helft uns! Wir derpacken es nicht! Ohne die Opposition schaffen wir es nicht! (Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wahnsinn!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Erhöht!
Ich sage Ihnen eines: Sie hätten jetzt bei der Pensionserhöhung – da haben Sie geschwiegen – die Möglichkeit gehabt, dafür zu sorgen, dass Pensionen – sagen wir – über 3 000 € oder über 4 000 € keine Zuwächse erfahren. Was haben Sie gemacht? (Abg. Dr. Pirklhuber: Erhöht!) – Pensionen über 6 000 € werden noch immer um 1,5 Prozent erhöht. Das heißt, für eine Pension mit 7 000 €, und die gibt es, bekommt man im Monat 105 € mehr. Und in Anbetracht dessen stellen Sie sich noch her, stellt
Abg. Dr. Pirklhuber – auf den in den Reihen der SPÖ stehenden Abg. Hörl weisend –: Frau Präsidentin, der steht auf dem falschen Platz! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.
Ich bitte jene Damen und Herren, die dazu die Zustimmung geben (Abg. Dr. Pirklhuber – auf den in den Reihen der SPÖ stehenden Abg. Hörl weisend –: Frau Präsidentin, der steht auf dem falschen Platz! – Weitere anhaltende Zwischenrufe.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die zukünftigen Bäuerinnen und Bauern sind gut gebildet, haben eine allgemeine und landwirtschaftlich hervorragende Ausbildung. Wenn man weiß, dass über 20 Prozent Matura haben, dass es 40 Prozent Facharbeiter und 10 Prozent Akademiker gibt, dann sollte man sich darüber freuen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Bitte? (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nein, passt schon!) Meistens reagiere ich blitzartig, wenn Kollege Pirklhuber von den Grünen etwas sagt, weil es wichtig ist, manche Dinge zurechtzurücken, manche Dinge zu unterstützen, weil er in vielen Bereichen durchaus auch hervorragende Meinungen und Darstellungen vertreten kann.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nein, passt schon!
Die zukünftigen Bäuerinnen und Bauern sind gut gebildet, haben eine allgemeine und landwirtschaftlich hervorragende Ausbildung. Wenn man weiß, dass über 20 Prozent Matura haben, dass es 40 Prozent Facharbeiter und 10 Prozent Akademiker gibt, dann sollte man sich darüber freuen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Bitte? (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, nein, passt schon!) Meistens reagiere ich blitzartig, wenn Kollege Pirklhuber von den Grünen etwas sagt, weil es wichtig ist, manche Dinge zurechtzurücken, manche Dinge zu unterstützen, weil er in vielen Bereichen durchaus auch hervorragende Meinungen und Darstellungen vertreten kann.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Eines darf ich Ihnen auch noch sagen, weil Sie heute in der Früh gesagt haben, und Sie haben krokodilstränenartig Tränen vergossen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), weil die Opposition so böse ist und nicht zustimmt, dass die Schuldenbremse ihren Schuldenberg verringert. – Die Schuldenbremse: Ich glaube nicht, dass Sie dafür ein TÜV-Pickerl bekommen, so wie Sie die Schuldenbremse heute vorgelegt haben, meine sehr geehrten Damen und Herren!
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Das ist einfach nicht mehr glaubwürdig! Sie haben so viele Verträge gebrochen, dass wir Ihnen einfach nicht mehr glauben: Sie haben die Verfassung gebrochen beim Lissabon-Vertrag, Sie haben die Verfassung mehrfach gebrochen bei der Neutralität (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), Sie haben die Verfassung gebrochen beim vorjährigen Budget, das Sie verspätet vorgelegt haben – und es hat keine Sanktionen gegeben, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sie haben das heurige Budget mit einem Defizit von 7 Milliarden € beschlossen und sprechen von einer Schuldenbremse. Meine sehr geehrten Damen und Herren, nehmen Sie zur Kenntnis: Das ist unglaubwürdig! Die Pensionisten, die Seniorinnen und Senioren wenden sich ab. Wir entziehen Ihnen das Vertrauen. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
So stimmt das sicher nicht! Wir brauchen keinen Pensionistenpreisindex, weil er ein falsches Instrument ist. Wir haben Pensionisten, die haben 10 000 € Pension, und gerade heute beschließen wir eine Pensionserhöhung, die denen über 6 000 € 1,5 Prozent bringen soll. Das ist doch verrückt! Ich kann doch nicht sagen, der soll auch noch eine Anpassung gemäß dem Pensionistenpreisindex bekommen. Ja warum denn? Wie bitte, mit 6 000 €? Wo denken Sie hin? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich finde es auch ungerecht, dass es in vielen Städten Ermäßigungen der Verkehrsverbünde gibt, nur weil man Pensionist ist. Ich möchte die Ermäßigung einkommensmäßig haben: Ja, das wäre sinnvoll! (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Dann machen Sie es in Wien!) Dann würde auch der oder die Arbeitslose, die von Ihnen angesprochene Frau mit dem niedrigen Einkommen davon profitieren. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Machen Sie es in Wien! Sie sind in der Regierung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist sozial gerecht!
Tut mir leid, diesen Antrag kann ich Ihnen nicht noch genauer erklären. Aber ich glaube, Sie haben ihn verstanden: Es geht im Prinzip darum, dass die Pensionen bis 3 300 € erhöht werden sollen, darüber hinaus nicht oder eingefroren mit einem feststehenden Beitrag erhöht werden sollen. Das erledigt eigentlich auch die Debatte über den Pensionistenpreisindex. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist sozial gerecht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr vernünftiges Ansinnen!
Herr Kollege Öllinger! Ich kenne dein Ansinnen, und wir haben auch im Ausschuss darüber geredet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr vernünftiges Ansinnen!) Eines möchte ich hier schon betonen (Abg. Öllinger: Ja?): Die Pensionistinnen und Pensionisten, die eine höhere Pension haben, haben im vorigen Jahr überhaupt verzichtet (Abg. Dr. Pirklhuber: Bei 6 000 € für Pensionisten ...!), da wurde bei 2 300 € überhaupt aufgehört, und in den Jahren zuvor hat es eine Fixbetragsregelung gegeben. Herr Kollege Pirklhuber, ich kann dir das zeigen, wenn du es nicht glaubst. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gerecht ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bei 6 000 € für Pensionisten ...!
Herr Kollege Öllinger! Ich kenne dein Ansinnen, und wir haben auch im Ausschuss darüber geredet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr vernünftiges Ansinnen!) Eines möchte ich hier schon betonen (Abg. Öllinger: Ja?): Die Pensionistinnen und Pensionisten, die eine höhere Pension haben, haben im vorigen Jahr überhaupt verzichtet (Abg. Dr. Pirklhuber: Bei 6 000 € für Pensionisten ...!), da wurde bei 2 300 € überhaupt aufgehört, und in den Jahren zuvor hat es eine Fixbetragsregelung gegeben. Herr Kollege Pirklhuber, ich kann dir das zeigen, wenn du es nicht glaubst. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gerecht ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gerecht ...!
Herr Kollege Öllinger! Ich kenne dein Ansinnen, und wir haben auch im Ausschuss darüber geredet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr vernünftiges Ansinnen!) Eines möchte ich hier schon betonen (Abg. Öllinger: Ja?): Die Pensionistinnen und Pensionisten, die eine höhere Pension haben, haben im vorigen Jahr überhaupt verzichtet (Abg. Dr. Pirklhuber: Bei 6 000 € für Pensionisten ...!), da wurde bei 2 300 € überhaupt aufgehört, und in den Jahren zuvor hat es eine Fixbetragsregelung gegeben. Herr Kollege Pirklhuber, ich kann dir das zeigen, wenn du es nicht glaubst. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist nicht gerecht ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... Pensionist Stummvoll!
Zerren Sie hier auch nicht immer die Altpolitiker vor den Vorhang! Morgen wird ein Nulllohnrundenantrag hier im Hohen Haus beschlossen, wonach nicht nur unsere Gehälter eingefroren werden, ein weiteres Mal, jetzt zum vierten Mal, bis hinunter zu den Bürgermeistern – was mir so nicht gefällt, das sage ich auch dazu –, sondern es sind auch die Altpolitikerpensionen mit einer Nulllohnrunde drinnen. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... Pensionist Stummvoll!) Also erzählen Sie nicht hier immer Dinge, die nicht wahr sind, und verunsichern Sie nicht! (Abg. Öllinger: Die stimmen, die Dinge!) Das ist genau der Antrag, der vorliegt; wenn Sie wollen, können Sie ihn morgen mitbeschließen. Der Antrag zur Nulllohnrunde wird morgen hier im Hohen Haus zur Beschlussfassung vorliegen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Der größte war Raiffeisen, bis vor Kurzem!
Der Fünf-Parteien-Antrag und viele andere Anträge in diesem Haus zeigen die große Ablehnung der Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion. Unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft lässt ja in der Praxis letztendlich keine reelle Koexistenz zu. (Abg. Dr. Pirklhuber: Der größte war Raiffeisen, bis vor Kurzem!) Viele Bauern, die Mehrheit der Bauern sagt auch, dass sie sich nicht vorstellen können, dass es irgendwo wirtschaftliche Vorteile für Österreichs Bauern gäbe, würden wir GVO-verändertes Saatgut einsetzen.
Sitzung Nr. 137
Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eine Selbstbeschränkung für uns alle gegenüber dieser moralischen Versuchung, der wir alle tagtäglich ausgesetzt sind, ist ein vernünftiges Instrument. (Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ha, ha, ha!
Ja, meine Damen und Herren, machen Sie sich nur lustig darüber, führen Sie weiterhin so unernste Gespräche (Abg. Dr. Pirklhuber: Ha, ha, ha!) und machen Sie so unernste Zwischenrufe! Sie stellen sich damit selbst in jenes Abseits, in dem Sie offenbar stehen wollen, nämlich im Abseits der Verantwortungslosigkeit. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 139
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Initiative für die Änderung des Pyrotechnikgesetzes von 2010“ (Ordnungsnummer 137) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber
Und damit bin ich auch bei einem Punkt, den ich heute besonders betonen möchte. (Zwischenruf des Abg. Ing. Westenthaler.) Es ist notwendig, dass wir diese Schuldenbremse in der Verfassung verankern, um für die nächsten Jahre einen Rahmen vorzugeben – einen Rahmen, an den sich jede Regierung, egal wie sie zusammengesetzt ist, auch halten muss. Darum appelliere ich neuerlich an die Opposition: Es ist jetzt nicht die Zeit, in Richtung Wahrung des Gesichts, in Richtung von Forderungen, was die Schuldenbremse betrifft, aufzutreten. (Abg. Mag. Kogler: Wann denn sonst?) Es ist die Zeit, auch in der Verfassung klare Zeichen zu setzen, und darum fordere ich alle Parteien auf (Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber), alle in diesem Haus, dass sie für diese Schuldenbremse in der Verfassung sind, meine Damen und Herren. Daran führt kein Weg vorbei! Ich bitte Sie, dass auch zu berücksichtigen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Neuerliche Zwischenrufe beim BZÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch von der FPÖ!
Der Bruno Kreisky, das war noch ein Staatsmann, der mit dem Steuergeld hier in Österreich für die eigene Bevölkerung Sorge getragen hat. Der gesagt hat: Wenn ich schon Schulden mache, dann investiere ich das im Land, um Arbeitslosigkeit zu verhindern, um hier soziale Not zu verhindern, um hier Probleme letztlich auch zu korrigieren. – Der hat in seiner gesamten Regierungszeit 30 Milliarden € Schulden gemacht und ist dann später jahrelang – auch von der ÖVP – immer wieder als der Schuldenkanzler bezeichnet worden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch von der FPÖ!)
Sitzung Nr. 140
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Rechtliche Besserstellung der Teilnehmer am Agrarumwelt-programm gemäß dem ABGB“ (Ordnungsnummer 148) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Aber beim Volksbegehren 1964 war es dann die Zivilgesellschaft, die gesagt hat: Stopp, so geht es nicht weiter! Wir wollen den Rundfunk aus dieser parteipolitischen Umklammerung lösen. Es ist vielleicht ein Zufall, aber es war dasselbe Jahr, in dem Bob Dylan seinen Song „The Times They Are A-Changin’“ herausgebracht hat. Und mit diesem Song wendet er sich auch an die Politik (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!), indem er in der dritten Strophe sagt, die Politik soll sich doch einmal umschauen und soll den Weg freimachen für dringend notwendige Reformen, die an den Fenstern und an den Mauern rütteln. (Abg. Ing. Westenthaler: Da hat er sicher den ORF besungen!) – Naja, den ORF nicht.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Daher unser Vorschlag: Es ist im Interesse der Gebührenzahler, die für diesen TV-Schrott jedes Monat auch noch Geld zahlen müssen, in unserem Interesse, im Interesse der Seherinnen und Seher, dass wir endlich den ORF privatisieren und die Zwangsgebühren abschaffen. Dass nämlich der Steuer- und Gebührenzahler in diesem Land für die Postenschacherer auch noch einen Cent zahlen muss, ist ja besonders perfide, sehr geehrte Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir müssen uns das leider vorstellen!
Österreich hat zurzeit keine Deckelung bei der Haftung, und das ist sinnhaft, weil wir das ja nicht wollen. Ich würde mir wünschen, dass das europaweit der Fall wäre – genau wegen dem, was Sie sagen, weil es nicht akzeptabel ist, dass man dann mit einem Betrag x abgespeist wird, wenn es zu einem derartigen Vorfall käme. Und ich will mir diesen Vorfall in Europa gar nicht vorstellen, was das bedeuten würde und bedeuten könnte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir müssen uns das leider vorstellen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!
Das ist ein gemeinsamer Weg. (Abg. Dr. Pirklhuber: Hoffentlich!) Ich sage nicht, das war nur meine Idee. Ich sage nicht, das ist eine ÖVP-Idee, sondern das ist eine Waldviertler Idee. Und ich wünsche dieser Republik viele Waldviertler Ideen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir werden es überprüfen!
Tatsache ist, dass natürlich alle Petitionen, die an das Lebensministerium gegangen sind, beantwortet wurden und ordnungsgemäß berichtet wurde, was unsere Aktivitäten sind, das ist ja ganz klar und selbstverständlich – weil Sie eine Debatte im Ausschuss und auch hier geführt haben, ob und wie und was. Klar ist, dass seitens des Ministeriums auf die Petition geantwortet wurde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir werden es überprüfen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber bitte, der Ausstieg ist doch damit nicht gewährleistet, Herr Minister! Wie soll denn damit der Ausstieg gewährleistet sein?
Und ich weiß, dass es viele gibt, die sagen, diese Stresstests sind Persilscheine für die Atomlobby. Das ist niemals im Sinne des Erfinders, sondern im Gegenteil: Wir sind erstmals in der Lage, dass wir europaweit ein einheitliches methodisches System haben, wie Atomkraftwerke überprüft wurden (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber bitte, der Ausstieg ist doch damit nicht gewährleistet, Herr Minister! Wie soll denn damit der Ausstieg gewährleistet sein?), denn die Atomlobby prüft sich derzeit selbst, jeder Staat prüft seine Atomkraftwerke selbst. Jetzt gibt es ein einheitliches europäisches System. – Erster Punkt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Unterstützen Sie die Grünen dort!
Die ersten Ergebnisse liegen ja vor. In Frankreich ist festgestellt worden, dass die AKWs einen Nachrüstbedarf mit einem Volumen von 10 Milliarden bis 15 Milliarden € haben. Was glauben Sie, was dort für eine Diskussion entsteht?! Und das brauchen wir auch. Dass die Diskussion hier geführt wird, ist in Ordnung, wo wir ohnehin alle gegen die Atomkraft sind, aber wir brauchen die Diskussion in Frankreich, in Belgien, in Großbritannien, in den Staaten, die selbst auf Atomkraft setzen. Ich habe mit all diesen Ministern geredet, und die sagen: Wir wollen eine eigene Energieversorgung haben! United Kingdom zum Beispiel. Die sagen: Das Öl geht zu Ende, daher setzen wir auf Atomkraft! Daher muss eine Diskussion in den einzelnen Nationalstaaten entstehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Unterstützen Sie die Grünen dort!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und Atomstromimporte? Was ist mit Atomstromimporten?
Abgeordneter Mag. Michael Hammer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Bundesminister! Hohes Haus! Ich glaube, wir sind uns alle in diesem Hohen Haus einig, dass wir uns zu einem atomstromfreien Österreich und zu einem weltweiten Atomausstieg bekennen. Ich glaube, es ist nicht nötig, dass wir uns in diesem Haus permanent selber zu überzeugen versuchen, weil wir ohnedies alle davon überzeugt sind, dass wir diesen Weg konsequent beschreiten wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Und Atomstromimporte? Was ist mit Atomstromimporten?) Wir müssen die Überzeugungsarbeit im benachbarten Ausland, in der Europäischen Union gemeinsam weitertragen, und der Herr Bundesminister hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welche Initiativen und Allianzen er da entsprechend schmiedet.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich möchte aber schon auch Folgendes sagen. Wenn es um diesen gemeinsamen Weg geht, dann sollten wir uns wirklich alle darauf konzentrieren und unseren Bundesminister und die Bundesregierung auch entsprechend unterstützen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wenn es darum geht, substanziell etwas weiterzubringen. Ich glaube, geschätzte Damen und Herren von der Opposition, das Thema eignet sich wirklich nicht dazu, ständig neue Anträge oder irgendwelche populistischen Initiativen zu starten, nur um zu dokumentieren, dass man bei diesem Thema noch mehr überholt. Wir sollten das gemeinsam tragen, was die Regierung entsprechend umsetzt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist der Parlamentarismus ...?) Ich darf den erfolgreichen und konsequenten Kurs unseres Bundesministers und der Bundesregierung hier wirklich unterstreichen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie sind ja völlig falsch gepolt! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist der Parlamentarismus ...?
Ich möchte aber schon auch Folgendes sagen. Wenn es um diesen gemeinsamen Weg geht, dann sollten wir uns wirklich alle darauf konzentrieren und unseren Bundesminister und die Bundesregierung auch entsprechend unterstützen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wenn es darum geht, substanziell etwas weiterzubringen. Ich glaube, geschätzte Damen und Herren von der Opposition, das Thema eignet sich wirklich nicht dazu, ständig neue Anträge oder irgendwelche populistischen Initiativen zu starten, nur um zu dokumentieren, dass man bei diesem Thema noch mehr überholt. Wir sollten das gemeinsam tragen, was die Regierung entsprechend umsetzt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist der Parlamentarismus ...?) Ich darf den erfolgreichen und konsequenten Kurs unseres Bundesministers und der Bundesregierung hier wirklich unterstreichen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Sie sind ja völlig falsch gepolt! – Weitere Zwischenrufe.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eines muss ich schon sagen, sehr geschätzter Herr Kollege Hammer von der ÖVP! Wenn du gemeint hast, dass das viele Antragstellen nicht mehr erlaubt sein soll, dann muss ich dir sagen: Das finde ich demokratiepolitisch schon sehr bedenklich. Ich muss sagen: Gott sei Dank gibt es viele Anträge, sie sollen auch behandelt werden. Sie stellen dar, wie wichtig dieses Thema für uns ist. Das sollten wir auch in Zukunft so machen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht nicht ! Es geht um ein Programm der Bundesregierung!
Auch die Kritik in Bezug auf die vielen Petitionen von Gemeinden kann ich nicht nachvollziehen. Wir haben das sehr ordentlich aufgearbeitet. Auch der Bundesminister hat in einem Ausschuss gesagt, er hat allen zugeschrieben, hat ihnen die Ergebnisse und auch den Weg sozusagen dargestellt, wie mit den Petitionen umgegangen worden ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht nicht ! Es geht um ein Programm der Bundesregierung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das Ihre Vorstellung von Demokratie?
Es ist wirklich ein bisschen fadenscheinig, der größten Bürgermeisterpartei Österreichs – und das ist nun einmal die ÖVP, denn wir haben die meisten demokratisch legitimierten Vertreter in den Gemeindestuben (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist das Ihre Vorstellung von Demokratie?) sitzen – vorzuwerfen, sie würde sich nicht um die Gemeinden kümmern. Geschätzte Damen und Herren, jetzt setzen sich die Grünen auf diese Petitionen drauf. Das ist etwas billig und ein bisschen zu spät. Wenn Sie mehr direkte Demokratie wollen, lade ich Sie gerne ein, sich zu beteiligen, Staatssekretär Kurz arbeitet das für unsere Fraktion aus. Wir wollen in diese Richtung gehen, denn wir sind schon lange auf diesem Weg.
Abg. Dr. Pirklhuber: Energieeffizienz! Verstehen Sie überhaupt, worum es hier geht, bevor Sie hier reden?!
brauchen neue Stromquellen, aber die muss man auch zulassen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Energieeffizienz! Verstehen Sie überhaupt, worum es hier geht, bevor Sie hier reden?!)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich möchte hier nur den Ausbau der Wasserkraft beziehungsweise der Kleinwasserkraftwerke erwähnen. Da brauchen wir, wenn wir neue Stromquellen haben, auch neue Stromnetze. Und wo stehen diesbezüglich die Grünen? – Auf der Bremse, wenn es darum geht, da neue Systeme zu erschaffen. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.) Man muss Veränderungen auch akzeptieren. Windenergie, Solarkraft, Wasserkraft und Biomasse, das sind die Säulen der Energie der Zukunft, hierauf müssen wir setzen.
Sitzung Nr. 141
Die Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Strache: Man hört nichts!
werden nur 25 € an Steuern und Abgaben bezahlt. (Die Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Strache: Man hört nichts!) Wir halten das für ungerecht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja Blödsinn!
Eine normale Verwendung der deutschen Sprache und der Ortsnamen in ihrer Sprache sollte nicht unter Strafe stehen oder Diskriminierung hervorrufen. Der Verein in Cilli darf zum Beispiel seinen Namen nicht in deutscher Sprache wählen, nur auf Slowenisch; das ist sonst verboten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja Blödsinn!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Steirer !
Abg. Dr. Pirklhuber.) Wenn es also um wirtschaftliche Gedanken geht, vereinnahmen die Slowenen alle Minderheiten, auch wenn es um die Mehrheit des Kürbiskernöls geht. Auf slowenischer Seite wird „Steirisches Kürbiskernöl jenseits der Mur“ erfunden. Wenn es aber darum geht, die deutschsprachige Minderheit, zu denen die Untersteirer gehören, endlich anzuerkennen, tun sie sich schwer. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Steirer !)
Sitzung Nr. 143
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Erdkabel statt Freileitungen für Villach und Finkenstein“ (Ordnungsnummer 155) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Inseratenminister!
Da würde mich Ihre Meinung interessieren, Herr Bundeskanzler, ob Sie diese Vorhaben vom Umweltminister (Abg. Dr. Pirklhuber: Inseratenminister!), von Inseratenminister Berlakovich teilen, was diese zentralen Umweltinstrumente angeht – denn wir brauchen jetzt Investitionen in Wachstumsbereichen –, ob Sie diese Selbstaufgabe von Klimaschutz unterstützen oder ob Sie das abdrehen. – Ich bin im Übrigen für das Abdrehen, weil dem Wirtschaftsstandort dadurch ja auch massiv Schaden zugefügt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Katastrophe! Das ist ein Desaster!
Natürlich ist beim Klimaschutz besonderer Vorrang jenen Maßnahmen zu geben, die man im eigenen Land bewerkstelligen kann. Jede zusätzliche Investition für Wärmedämmung, für Energieeffizienz im eigenen Land ist ein gewonnener doppelter Euro für uns. Trotzdem wissen wir, dass wir diese besonders ehrgeizig festgelegten Ziele, die wir eingegangen sind und die man wirklich als besonders ehrgeizig bezeichnen kann, weil sie schon von einem hohen Niveau ausgegangen sind, durch eigene Maßnahmen im eigenen Land allein nicht erreichen können. Daher ist auch der Vorschlag, den die Sozialpartner gemacht haben, aufgegriffen worden, einen Lückenschluss durch möglich günstige Zukäufe von Zertifikaten zu gewährleisten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Katastrophe! Das ist ein Desaster!)
Sitzung Nr. 144
überreicht von den Abgeordneten Petra Bayr und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Keine Agrotreibstoffbeimengung ohne ausreichende soziale und ökologische Mindeststandards“ (Ordnungsnummer 157) (überreicht von den Abgeordneten Petra Bayr und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn?
Jetzt schafft man – und das ist als eine der großen Errungenschaften des Lissabon-Vertrages gefeiert worden – eine Möglichkeit der direkten Demokratie, nämlich die Europäische Bürgerinitiative. (Abg. Strache: Die ist schwach, die ist nicht verbindlich!) Ich sehe nicken bei den Grünen, die waren ja schon fast euphorisch; euphorisch ist vielleicht zu viel gesagt, aber sie haben zugestimmt im Ausschuss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn?) Die Freiheitlichen haben im Ausschuss noch dagegen gestimmt; wie ich höre, werden sie jetzt dafür stimmen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich bin nicht der Meinung, dass das der richtige Weg ist. Ich bin sehr für die Instrumente der direkten Demokratie. Ich war auch nicht so gegen den Lissabon-Vertrag, wie manch anderer hier im Hohen Haus, aber, meine Damen und Herren, in einer modernen Demokratie, 20 Jahre, 25 Jahre, nachdem wir hier in Österreich Bürgerinitiativen eingeführt haben (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), Petitionen eingeführt haben, so ein schwaches Instrument, ein Placebo der direkten Demokratie zu feiern, das verstehe ich nicht. (Beifall beim BZÖ sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht viel!
Meine Damen und Herren, wie sieht denn diese Europäische Bürgerinitiative aus? – 1 Million Unterschriften (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht viel!) in mindestens sieben Mitgliedsländern sind notwendig. Der Kollege von den Grünen sagt: Das ist ja nicht viel! (Abg. Dr. Pirklhuber: In Europa!) – Na ja, mag sein, aber organisieren Sie das einmal! Das soll ja eine Bürgerinitiative sein. Aber danke für das Hölzl, denn: Was wird denn sein? – Es werden wieder Parteien und große Institutionen, vielleicht große Gewerkschaften dieses Instrument für ihre eigenen Zwecke verwenden können, und das Interesse des Bürgers daran, an der EU-Gesetzgebung, an der Rechtsetzung mitzuwirken, wird wieder einmal missachtet.
Abg. Dr. Pirklhuber: In Europa!
Meine Damen und Herren, wie sieht denn diese Europäische Bürgerinitiative aus? – 1 Million Unterschriften (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht viel!) in mindestens sieben Mitgliedsländern sind notwendig. Der Kollege von den Grünen sagt: Das ist ja nicht viel! (Abg. Dr. Pirklhuber: In Europa!) – Na ja, mag sein, aber organisieren Sie das einmal! Das soll ja eine Bürgerinitiative sein. Aber danke für das Hölzl, denn: Was wird denn sein? – Es werden wieder Parteien und große Institutionen, vielleicht große Gewerkschaften dieses Instrument für ihre eigenen Zwecke verwenden können, und das Interesse des Bürgers daran, an der EU-Gesetzgebung, an der Rechtsetzung mitzuwirken, wird wieder einmal missachtet.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Was mit Volksbegehren geschieht, erleben wir ja in Österreich. Wir sind zwar vor 25 Jahren wesentlich weiter gewesen, als die Europäische Union heute ist (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), aber wir haben ja hier bei uns in Österreich einen Reformbedarf. Fangen wir doch hier an, und machen endlich das, was wir Freiheitlichen vorschlagen, nämlich die direkte Demokratie verbindlich in der Verfassung zu verankern! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Mag. Widmann.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es stimmt schon, in Österreich werden nur 14 700 benötigt, soweit ich es jetzt im Kopf habe, aber trotzdem frage ich mich: Warum zählt nicht die eine Million Unterstützungsunterschriften nur in Österreich auch, damit in der Europäischen Union endlich darüber diskutiert wird? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Da muss doch die Million überall gleich viel wert sein – da dürfen doch nicht schon wieder Verhinderungsmechanismen eingebaut werden!
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
päischen Parlament sprechen zu dürfen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), wenn eine verbindliche Umsetzung oder ein Mechanismus einer verbindlichen Umsetzung gesetzlich festgelegt würde, dann wäre es wirklich direkte Demokratie.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ja, dazu stehe ich: Das Rechtsinstitut der Volksbefragung ist auch ein geeignetes Instrument, letztlich über die Reformstarre dieser Koalition hinwegzukommen. Ja, das wollen wir und müssen wir nutzen, und das vergessen Sie ständig – und zum Teil auch ein bisschen die Grünen, das muss ich schon anmerken, denn Ihnen ist die direkte Demokratie nur dann ein Anliegen, wenn es Ihnen ideologisch in den Kram passt. Das ist bei uns nicht der Fall. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ich sage: Das Volk muss grundsätzlich die Möglichkeit haben, Initiativrechte gesetzlich verbindlicher Art ausüben zu können. Ob es mir ideologisch passt oder nicht, das ist nicht zu hinterfragen, sondern es muss für jeden mündigen Bürger die Möglichkeit gegeben sein, zu sagen, da gibt es Fehlentwicklungen, dagegen trete ich auf und ich erzwinge eine verbindliche Volksabstimmung (Beifall bei der FPÖ – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), an deren Ergebnis wir uns alle zu halten haben, ob es uns passt oder nicht.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr schwacher Applaus!
Sie sehen, wir nehmen die Entbürokratisierung ernst und versuchen, sie, wo es möglich ist, auch durchzuführen, ohne einen Qualitätsverlust in der Sache zu haben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Ein sehr schwacher Applaus!) – Ich freue mich, dass es Anhänger der Entbürokratisierung gibt. Ich habe gedacht, das ist ein allgemeines Anliegen hier.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das garantieren sie! Aber keine Ökologisierung!
genossenschaftlich strukturiert sind, die im Besitz der Bauern sind, keine Aktiengesellschaften, die hire and fire machen – wenn der Milchbauer nicht zufrieden ist, dann muss er nicht liefern –, sondern Genossenschaften, die in bäuerlicher Hand sind, die garantieren sollen, dass die Milch nicht nur aus einer Region neben der Molkerei, sondern auch aus einer entlegenen Region angeliefert wird, dass die Bauern dort eine Perspektive haben. Das wollen wir, und Sie, Herr Abgeordneter, wissen das. Wir wollen das, und da geht es um die Ausgestaltung der Verträge, die garantieren sollen, dass die Milchbauern in Zukunft auch eine Chance haben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das garantieren sie! Aber keine Ökologisierung!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich zu meinen Kollegen gesagt, nicht zu Ihnen! Das ist ja unmöglich, was Sie hier vortragen!
Aber auch der energetische Sektor gewinnt an Bedeutung. Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie stellen sich hier her und sagen, wir sollten mit den politischen Scharmützeln aufhören, wir sollten geeint sein, und Sie sind der Erste, der damit beginnt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich zu meinen Kollegen gesagt, nicht zu Ihnen! Das ist ja unmöglich, was Sie hier vortragen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht nur energetisch!
Wie können Sie ernsthaft behaupten, dass die Abgeordneten der ÖVP oder ich gegen die Ökologisierung der Landwirtschaft sind? Ich weise das strikte zurück! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht nur energetisch!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich noch nicht öffentlich gehört!
Das weise ich strikte zurück, denn ich unterstütze Ciolos in seinem Bestreben, die Landwirtschaft in ganz Europa zu ökologisieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich noch nicht öffentlich gehört!), wie wir es in Österreich seit 20 Jahren machen. Wir gehen einen ökologisch nachhaltigen Weg in der Landwirtschaft, dessen Effekt es ist, dass wir Bioweltmeister sind. Kein Staat der Erde hat so viel Biolandwirtschaft wie wir. Und so wie wir es in Österreich machen, so wollen wir, dass es in ganz Europa geschieht. Also nehmen Sie das zur Kenntnis, dann können wir die politischen Scharmützel hintanstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tun Sie was dafür! Nicht nur reden!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tun Sie was dafür! Nicht nur reden!
Das weise ich strikte zurück, denn ich unterstütze Ciolos in seinem Bestreben, die Landwirtschaft in ganz Europa zu ökologisieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich noch nicht öffentlich gehört!), wie wir es in Österreich seit 20 Jahren machen. Wir gehen einen ökologisch nachhaltigen Weg in der Landwirtschaft, dessen Effekt es ist, dass wir Bioweltmeister sind. Kein Staat der Erde hat so viel Biolandwirtschaft wie wir. Und so wie wir es in Österreich machen, so wollen wir, dass es in ganz Europa geschieht. Also nehmen Sie das zur Kenntnis, dann können wir die politischen Scharmützel hintanstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann tun Sie was dafür! Nicht nur reden!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das will er gar nicht!
Das, wogegen ich mich wende bei der Agrarpolitik in Europa, ist die Vervielfachung der Bürokratie. Dort bin ich gegen den Agrarkommissar, denn das, was er vorhat, ist eine Ökologisierung – das ist positiv –, aber mit einer Bürokratie, die sich ja niemand leisten kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das will er gar nicht!) Sie wissen das ganz genau. Es ist schade, dass Sie das so falsch sehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Papier der Kommission? Sie kennen es nicht! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Papier der Kommission? Sie kennen es nicht! Das ist ja unglaublich!
Das, wogegen ich mich wende bei der Agrarpolitik in Europa, ist die Vervielfachung der Bürokratie. Dort bin ich gegen den Agrarkommissar, denn das, was er vorhat, ist eine Ökologisierung – das ist positiv –, aber mit einer Bürokratie, die sich ja niemand leisten kann. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das will er gar nicht!) Sie wissen das ganz genau. Es ist schade, dass Sie das so falsch sehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Papier der Kommission? Sie kennen es nicht! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Mehr Effizienz? Das ist ja lächerlich!
Das gilt auch für die Bundesanstalt. Es geht nicht um die Zertrümmerung der Bundesanstalten, es geht darum, dass wir neue Strukturen schaffen. Wir haben drei Bundesanstalten, und das Ziel ist, mehr Effizienz zu haben, nicht etwas zu zerstören, sondern neue Strukturen aufzubauen, die schlagkräftiger sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Mehr Effizienz? Das ist ja lächerlich!) Sie wissen, dass wir sparen müssen, und es ist
Abg. Dr. Pirklhuber: Ein neuer Bauernbundfunktionär? Weil der Präsident nicht da ist, muss ein Wirtschaftskämmerer hinaus!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Zu Wort gemeldet hat sich noch Herr Abgeordneter Dr. Stummvoll. 1 Minute Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ein neuer Bauernbundfunktionär? Weil der Präsident nicht da ist, muss ein Wirtschaftskämmerer hinaus!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!
genau festzustellen, welche Probleme es bedeutet, auf Almflächen mit 50, 100 Hektar genau festzustellen, wie viel Futterfläche vorhanden ist, so kommt man auch zu der Meinung, dass das ein Problem ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!
In der AMA schaut allerdings die Welt anders aus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!) Wenn du heute eine Almkontrolle hast und der Prüfer eine Fläche von – Hausnummer – 50 Hektar feststellt und du nächstes Jahr die nächste Prüfung hast und er zu der Überzeugung kommt, dass es nicht 50, sondern 45 Hektar sind, so musst du trotzdem auch für das eine Jahr die Strafgeldzahlungen leisten. Das ist nicht in Ordnung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Rückwirkend bis zu sieben Jahre! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich schüttelt den Kopf.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Rückwirkend bis zu sieben Jahre! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich schüttelt den Kopf.
In der AMA schaut allerdings die Welt anders aus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmt! Richtig!) Wenn du heute eine Almkontrolle hast und der Prüfer eine Fläche von – Hausnummer – 50 Hektar feststellt und du nächstes Jahr die nächste Prüfung hast und er zu der Überzeugung kommt, dass es nicht 50, sondern 45 Hektar sind, so musst du trotzdem auch für das eine Jahr die Strafgeldzahlungen leisten. Das ist nicht in Ordnung! (Abg. Dr. Pirklhuber: Rückwirkend bis zu sieben Jahre! – Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich schüttelt den Kopf.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Einen genauen Sanktionskatalog gibt es nicht!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, ich muss auch darauf eingehen: Ja, der Bauer weiß, dass es Spielregeln gibt. Die Bauern beantragen die Prämien und bekommen sie auch, wenn sie alles korrekt einhalten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Einen genauen Sanktionskatalog gibt es nicht!) Der Bauer kennt den Sanktionsmechanismus. Es gibt Toleranzen. Schauen Sie es sich bitte an! Es gibt Toleranzen in der Fläche. Er weiß genau, wenn er gewisse Toleranzgrenzen überschreitet, muss er zurückzahlen, dann gibt es Sanktionen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es dabei jetzt nicht! Es geht um die Schikanen!
Der Punkt ist, dass niemand hier im Haus will, dass ein Bauer ungerechtfertigt zur Kassa gebeten wird. (Zwischenruf bei der FPÖ.) – Das stimmt ja nicht! Aber wenn einzelne Bauern eine Fläche von 100 Hektar als Futterfläche angeben, und bei der Vor-Ort-Kontrolle stellt sich heraus, dass das alles ein Windwurf ist, dann stimmt etwas nicht! (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es dabei jetzt nicht! Es geht um die Schikanen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann reden Sie einmal draußen mit den Bauern!
Man kann das nicht mit dem gewerblichen Bereich vergleichen, weil der Bauer ja über Jahre die Prämien bekommt. Wenn sich also herausstellt, dass einer, wenn er es schlitzohrig gemacht hat, zu Unrecht über Jahre Prämien bekommen hat, dann muss er sie eben zurückzahlen – nicht, weil jemand bösartig ist, sondern weil es eine Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann reden Sie einmal draußen mit den Bauern!) – Ja, mit den Bauern draußen reden! Wer zahlt gerne zurück? – Es ist ja klar, dass das niemand gerne tut. Aber wenn einer es korrekt macht, muss er auch nicht zurückzahlen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wir verteidigen all jene, die es korrekt machen. Wenn jemand zufällig in so eine Situation kommt, dann gibt es ein Verfahren, in dem er ja nachweisen kann, dass er zu Unrecht von der AMA oder von der Kontrolle verantwortet wurde. Das wird alles aufgearbeitet. Tun Sie nicht so, als wäre es eine Behörde, die die Bauern drangsaliert! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Was habe ich gesagt?
Sie haben gerade vorhin weniger Bürokratie durch die Ökologisierung eingefordert, und dann stellen Sie sich her und sagen, wir sollen die Bürokratie der EU akzeptieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Was habe ich gesagt?) Das tun wir nicht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo will er 400 000 € sparen, das soll er einmal !
Ich habe wirklich den Verdacht, nachdem das alle zwei Jahre, würde ich fast sagen, wieder kommt: Immer wieder beginnt man seitens des Landwirtschaftsministeriums (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo will er 400 000 € sparen, das soll er einmal !) – und wer immer noch dahinter steht – darüber zu reden, ob man das Bergbauerninstitut überhaupt noch braucht, und man sollte es doch eingliedern. Die Ersparnisse sind gleich null – aber ein ganz wichtiges Forschungsinstitut geben wir dafür auf! Das brauchen wir dringend, und das kann sich die Republik Österreich, glaube ich, so nicht leisten.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja unglaublich!
gleich zu den Fünfzigerjahren (Abg. Ing. Höbart: Ist das Bier lebensnotwendig? – Für manche vielleicht!); Brotpreis plus 848 Prozent – ja, so ist es! –; Kartoffel plus 880 Prozent Preissteigerung. Und die Kinokarte? – Das können Sie bitte kurz überlegen, um wie viel die teurer ist als in den Fünfzigerjahren; Sie werden es, glaube ich, nicht erraten. – Preissteigerung bei Kinokarten: 2 354 Prozent! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ist ja unglaublich!)
Sitzung Nr. 146
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Ing. Norbert Hofer (FPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzte Mitglieder der Bundesregierung! Herr Kollege Auer, das mit den Statistiken ist immer so eine Sache: 12 Prozent der Ausgaben für Lebensmittel. Wenn ich jetzt das Beispiel einer zahnärztlichen Assistentin hernehme, die 1 000 € im Monat verdient, dann würde das heißen, wenn ich das umrechne, dass sie pro Tag etwa 4 € für Lebensmittel ausgeben darf, um mit diesen 12 Prozent auszukommen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 148
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Werden Sie bereit sein, endlich die EU-Nettobeiträge, wie wir Freiheitlichen das fordern, auf Eis zu legen und einzufrieren? Vielleicht überlegen Sie: Na hallo, da gibt es Haftungspakete, die vielleicht einmal schlagend werden können. 2,3 Milliarden € zahlen wir jährlich nach Brüssel – gehen wir her und frieren diese 2,3 Milliarden € ein, legen wir sie auf ein Konto. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Falls vielleicht irgendwann einmal die Haftungen des Rettungsschirms schlagend werden, hätten wir dann etwas angespart und müssten in Zukunft nicht noch einmal die Österreicher mit unserem Budget und neuen Steuererhöhungen belasten. – Wäre eine Möglichkeit!
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
In Anbetracht der mir zur Verfügung stehenden Zeit möchte ich nur mehr auf ein paar wenige Themen Bezug nehmen. – Herr Kollege Linder, Sie haben gemeint, dass die Sozialversicherungen insgesamt und die der Bauern speziell etwas sonderbar sind. Ich darf jetzt sagen: Lesen Sie dieses Gesetz! Da werden Sie auch einen Paragraphen finden, wo es in Zukunft auch die Vorlage der Mehrfachanträge bei der Sozialversicherung geben wird (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!), weil wir es wollen, dass Bewirtschafter und Beitragszahler und Ausgleichszahlungsnehmer mehr oder weniger identisch sind. Das war uns ein Anliegen, das war gar nicht leicht durchsetzbar. Das haben wir verlangt.
Zwischenruf bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber gerecht ist es nicht!
Zum Zweiten: Wir haben natürlich die Beitragssätze auch angepasst. (Abg. Huber: Angehoben!) Meine Damen und Herren, das war keine Freude, da waren harte Gespräche notwendig. (Zwischenruf bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aber gerecht ist es nicht!) Danke an Herrn Minister Hundstorfer!
Abg. Dr. Pirklhuber: Zusammenlegung der Sozialversicherungen!
Schauen Sie sich, bitte, unsere Versicherungsstruktur an! Wir haben heute 180 000 Pensionsnehmer und etwa 150 000 Beitragszahler. Das wird von Mal zu Mal noch schwieriger. Wir haben unseren Beitrag dazu geleistet – keine Frage! –, und wir werden auch die anderen Entwicklungen mitdiskutieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zusammenlegung der Sozialversicherungen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum redet ja kein Vertreter!
Im Übrigen, weil ich auch der Agrarsprecher bin, in Bezug auf die Landwirtschaft: Es gibt eine Stellungnahme der Landwirtschaftskammern Österreich, die bei Gott keine freiheitliche Organisation sind (Abg. Wöginger: Gott sei Dank!), auch keine SPÖ-Organisation, und die zerreißt das von euch heute zu beschließende Sparpaket. Die kritisiert massivst die Streichung des Agrardiesels, die Kosten von 50 Millionen € für die Bauern, die Wettbewerbsverzerrung, weil es in anderen EU-Ländern diese Maßnahme sehr wohl gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum redet ja kein Vertreter!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die FPÖ stimmt auch aus einem prinzipiellen Grund nicht zu: Wir haben den Landwirtschaftsminister gefragt, wo er denn in seinem Bereich sparen würde. Wir haben ihn gefragt, ob er bei den Zuwendungen an den Bauernbund sparen wird – über 300 000 € pro Jahr an reiner Parteienförderung aus dem Ministerium zum Bauernbund. Wird er sparen beim ökosozialen Forum – 600 000 € im vorigen Jahr, eine Organisation, rein ÖVP-dominiert, die den Bauern noch nicht irgendetwas gebracht hat? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Wird er sparen bei der Plattform „Forum Land“, ÖVP-Organisation, die 150 000 € im Vorjahr für ein Erntedankfest in Wien ausgegeben hat? – Da wird kein einziger Euro gespart, aber die Belastungen für die Bauern werden jetzt beschlossen, und das können wir niemals akzeptieren. – Danke. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 150
Abg. Dr. Pirklhuber: Genau! Richtig!
Was macht man im Land Tirol? – Auch heute noch geht man her und will die Isel verbauen, obwohl der gesamte Tourismus dagegen ist. Die Touristiker demonstrieren auf das Schärfste. Das Einzige, was das Land Tirol macht: Der Landeshauptmann Platter, wie wir jetzt erfahren haben, war des Öfteren „auf der Gams“ im Umbaltal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau! Richtig!) Also zum Gamsjagen, da geht er hin! (Abg. Grillitsch: Hast du was gegen das Jagen?)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es ist wunderbar, zu sehen, wie Sie sich da outen: Sie machen einem Regime die Mauer, das 75 Millionen Menschen in Geiselhaft hält, aber ich habe die Vermutung, dass das, was Sie tun, einfach den Zweck hat, Ihre nächste Reise, Ihre nächste politische Reisegesellschaft der FPÖ vorzubereiten. Nach Syrien und Tschetschenien bietet sich der Iran ja auch wirklich dafür an. Ich könnte Ihnen auch noch ans Herz legen: Nordkorea (lebhafte Zwischenrufe bei der FPÖ), Afghanistan, Turkmenistan. Das sind wirklich gute Länder, wo FPÖler hinfahren können. Ich schlage Ihnen vor, Sie packen am besten den Joseph Kony ein, Sie packen am besten den aktuellen Turkmenbashi ein, Sie packen auch noch den Kim Jong-un ein und gehen als Truppe – weiß ich nicht – „Idi Amins Erben“ auf Welttournee. Am besten, Sie bleiben auch gleich dort. Das wäre wirklich angebracht. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 152
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das ist ja gerade ...! – Zwischenrufe bei der FPÖ.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eigentlich müsste man ja froh sein über diese Sondersitzung, weil sie uns einmal Gelegenheit gibt, darüber zu reden (Abg. Neubauer: Wie man nicht über 30 Prozent kommt!) und auch Missverständnisse darüber auszuräumen, was denn eigentlich unsere Aufgaben als Abgeordnete sind und wie wir diese Aufgaben wahrnehmen sollten. Denn eine unserer Aufgaben ist ja zweifellos die Kontrolle, und zwar die Kontrolle der Regierung und der Verwaltung, also der Vollziehung in diesem Land, aber nicht von uns wechselseitig, indem wir uns wechselseitig mit der Taschenlampe in die Hosentaschen der Parteien hineinleuchten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das ist ja gerade ...! – Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 153
überreicht von den Abgeordneten Harald Jannach, Gerhard Huber, Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Wir haben es satt – eine neue Agrar- und Ernährungspolitik jetzt!“ (Ordnungsnummer 161) (überreicht von den Abgeordneten Harald Jannach, Gerhard Huber, Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das ist falsch!
und diese Zahl ist doch eine beachtliche – hat man gesundheitsgefährdende Proben feststellen müssen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, das ist falsch!) – Herr Kollege, Sie können mich verbessern! Die Beanstandungsquote von 22 Prozent ist aus meiner Sicht relativ hoch.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist Landwirtschaft sonst?
Nur muss man den Bauern auch die entsprechenden Bedingungen zur Verfügung stellen, damit sie wirtschaften können, damit sie Einkommen erwirtschaften können. Wir wollen in Österreich eine produzierende Landwirtschaft, wir wollen produzierende Betriebe haben (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist Landwirtschaft sonst?), und dann sind die Bauern in der Lage, nicht nur die Versorgung mit hochqualitativen Lebensmitteln sicherzustellen, sondern auch die Gestaltung des Umfeldes, der Umwelt in entsprechender Weise zu bewerkstelligen, dass wir einen Lebensraum mit Lebensqualität haben.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Position Österreichs ist klar, und, Herr Abgeordneter Pirklhuber, es ist doch wirklich eigentümlich, dass Sie einen Formalismus beklagen, dass Sie hier gern die österreichischen Positionen dick und fett angestrichen und so für Sie lesbar hätten. Ich meine, wenn das der Inhalt Ihrer Kritik ist, dann ist das wirklich lächerlich, denn es geht eindeutig darum, dass wir zu den zentralen Positionen Aussagen haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber für den alpinen Raum!
Die Milchquote ist abgeschafft, die Milchquote läuft aus, das ist altbekannt. Österreich ist jener Staat gewesen, der sich als Einziger noch für den Erhalt dieser Quote eingesetzt hat. Man muss akzeptieren, dass es da keine Zustimmung der Europäischen Union gibt. Im Übrigen haben wir derzeit die Milchquote und eine Überlieferung dieser Milchquote, indem die Bauern 33 Millionen € Superabgabe zahlen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber für den alpinen Raum!) Das heißt, die Milchquote ist kein Schutz, in Wahrheit behindert sie. Daher ist das Auslaufen der Milchquote ein Mittel, um es neu aufzustellen. Das tun wir. Die Voraussetzung ist eine vertragliche Basis zwischen den Bauern und der Molkerei. Bei uns sind die Bauern in genossenschaftlicher Hand, das heißt in der Hand der Bauern. Daher kann hier im Sinne einer bäuerlichen Landwirtschaft effektiver kooperiert werden. Da geht es um die Absicherung der Milchwirtschaft, nicht nur im flachen Land, sondern auch im alpinen Raum, und insgesamt um eine ordentliche Lebensmittelproduktion.
Abg. Dr. Pirklhuber: Lassen Sie sie ausreden, das ist unverschämt!
Abgeordnete Mag. Christiane Brunner (Grüne): Frau Präsidentin! Der Herr Bundesminister hat jetzt gesagt, ich habe behauptet, dass er dieses Kraftwerk an der Schwarzen Sulm genehmigt hat. (Bundesminister Dipl.-Ing. Berlakovich: Nein, nein, das habe ich nicht gesagt! Ich habe gesagt, ich habe es abgelehnt!) Tatsächlich habe ich gesagt, dass jetzt der Bescheid (Abg. Dr. Pirklhuber: Lassen Sie sie ausreden, das ist unverschämt!) Ich habe gesagt, dass nach der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes jetzt der genehmigende Bescheid des Landeshauptmannes gültig ist und Sie als Oberbehörde die Möglichkeit hätten, diesen Bescheid aufzuheben. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nach oben ist für die Bauern kein Problem!
Meiner Überzeugung nach ist auch in Zukunft wichtig, dass wir marktregulierende Instrumente auch nach 2014 erhalten können. Es ist dringend erforderlich, dass wir Instrumente wie Interventionsankäufe, Exporterstattungen, aber auch einen Krisenfonds für die Agrarmärkte zur Verfügung haben. Es geht darum, die extremen Preisausschläge nach oben und nach unten irgendwie glätten zu können, weil unsere Bauern auch in diesem Bereich Planungssicherheit brauchen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nach oben ist für die Bauern kein Problem!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zum „Milchgipfel“ oder zur „Milch-Debatte“ möchte ich auch etwas sagen: Wir müssen uns endlich mit den Milchbauern zusammensetzen, und zwar auch mit jenen, die nicht dem Bauernbund angehören, nämlich mit der IG-Milch. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.) Wir müssen endlich einmal kontrollieren, ob es wirklich so ist, dass die Genossenschaften in Bauernhand sind – ich höre anderes –, denn das ist für die Milchbauern in Zukunft eine ganz wesentliche Frage. Das sollten wir alle gemeinsam diskutieren. Da geht es um etwas mehr als nur um Bauernbund-Philosophien.
Sitzung Nr. 155
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aus dem heraus gab es Instrumente, die zu einer stärkeren Überwachung führen mussten. Daher gab es die EFSF, um Rettungsmaßnahmen im richtigen Augenblick zu setzen. Ja, das kann man heute kritisieren, aber die Alternative wäre gewesen, diese Länder gleich in Konkurs gehen zu lassen und damit in der Europäischen Union und in der Eurozone eine Katastrophe heraufzubeschwören. Und da haben wir miteinander Nein gesagt. Solidarität war angesagt, und ich stehe auch dazu: Ja, sie war zu diesem Zeitpunkt notwendig! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Da bräuchte es auch eine Verwaltungsreform, eine Strukturreform oder zumindest ein One-Desk-Prinzip. Ja, ich glaube, dass das auch eine Verwaltungsreform im Sinne behinderter Menschen wäre, dass auch morgen ein guter Tag beginnt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 157
Abg. Dr. Pirklhuber: Niemand!
Wer kontrolliert die Veranlagung der Pensionskassen? Wer schaut darauf, dass die Banken, die ja im Wesentlichen die Aktionäre der Pensionskassen sind, nicht ihre schlechten Risiken gebündelt in Fonds in die Pensionskassen rüberschieben und die guten Risiken von den Pensionskassen in die Banken schieben? Wer denn? Wer denn? Sie, Frau Kollegin Aubauer? Die Finanzmarktaufsicht? Das Finanzministerium? (Abg. Dr. Pirklhuber: Niemand!)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Neubauer: Genau!
ten Alterspensionen –, dass es kein Land gibt, in dem Pensionskassen, Frau Kollegin Aubauer, darum sollten Sie sich kümmern, so schlecht performen wie in Österreich. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Neubauer: Genau!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn es kein Schwarzgeld ist! Wenn es kein Mafia-Geld ist!
nen, die wir schützen wollen, und Österreich als Tourismusland. Natürlich wollen wir nicht haben, dass wir Menschen in die Illegalität treiben, dass wir Menschen in den sozialen Ruin treiben, auf der anderen Seite aber stellt sich die Frage: Warum sollen reiche arabische Scheichs, warum sollen reiche Oligarchen aus Russland nicht die Chance haben, ihr Geld in Österreich auszugeben, sozusagen unserer Finanzministerin zu geben? (Abg. Dr. Pirklhuber: Wenn es kein Schwarzgeld ist! Wenn es kein Mafia-Geld ist!) In diesem Bereich ist eine Abgrenzung wahrscheinlich sehr schwierig, daher ist das ein Bereich, dem wir uns in Zukunft verstärkt widmen müssen: Wie können wir eine sinnvolle Abgrenzung finden?
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.
Das ist rechtlich gedeckt, ich weiß, die Zuwendungen, die sind rechtlich gedeckt, aber ist das moralisch vertretbar? Hat nicht gerade der Herr Vizekanzler ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei euch jetzt Ethikseminare abgehalten werden müssen? Und die würde ich als Erstes der Bauernbundfraktion und dem Landwirtschaftsminister empfehlen – Ethikseminare, um diese Graubereiche endlich abzustellen! (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Hornek: So ein Schwachsinn!
Das kann doch bitte nicht die Imagewerbung für die österreichischen Bauern sein (demonstrativer Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der Grünen): dass eine Zeitung, egal, welche, im Landwirtschaftsministerium einfach anruft – denn das sagt ja die Beantwortung, die Initiative geht von „NEWS“ aus, nicht vom Ministerium, das Ministerium wollte gar keine Beilage oder keine Imagewerbung machen – und fragt: Machen wir was?, und die sagen: Ja, machen wir was, stecken wir 100 000 € in persönliche Imagewerbung des Landwirtschaftsministers! – Das ist eine Frechheit! Diese Dinge gehören abgestellt! (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Hornek: So ein Schwachsinn!)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die ÖVP wird schon sehen, wie ihr die Bauern massenweise davonlaufen werden. Schauen Sie, Herr Minister, dass endlich wieder eine Politik für die Bauern in Ihr Ministerium einzieht, wo es endlich wieder Visionen gibt, damit die Bauern wieder Vertrauen in die Politik bekommen können! Nehmen Sie die Arbeit der Parlamentarier erst, beantworten Sie deren Anfragen, und seien Sie nicht so respektlos! (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 159
überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Bundesgesetz, mit dem ein Tierärztekammergesetz erlassen und das bestehende Tierärztegesetz geändert werden soll“ (Ordnungsnummer 165) (überreicht von den Abgeordneten Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein und Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Kogler, wenn Sie einen OECD-Experten zitieren, der Österreich als Korruptionsoase bezeichnet haben soll, dann gehe ich davon aus, dass Sie seine Meinung teilen, sonst würden Sie ihn ja nicht zitieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich teile diese Meinung nicht, und wenn Sie mit den Experten von GRECO sprechen, also jener Kommission, die beim Europarat angesiedelt ist und genau diese Bereiche in den einzelnen Mitgliedsländern untersucht, dann sagen Ihnen diese Experten: Ja, es gibt auch in Österreich Korruption, insbesondere leider auch an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft, aber es gibt in Österreich – das sagen Ihnen diese Experten auch – nicht mehr und nicht weniger Korruption als in anderen, vergleichbaren, entwickelten Ländern. Und das halte ich Ihrem Zitat entgegen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Frau Präsidentin! Herr Bundeskanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Kollege Kogler, wenn Sie einen OECD-Experten zitieren, der Österreich als Korruptionsoase bezeichnet haben soll, dann gehe ich davon aus, dass Sie seine Meinung teilen, sonst würden Sie ihn ja nicht zitieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich teile diese Meinung nicht, und wenn Sie mit den Experten von GRECO sprechen, also jener Kommission, die beim Europarat angesiedelt ist und genau diese Bereiche in den einzelnen Mitgliedsländern untersucht, dann sagen Ihnen diese Experten: Ja, es gibt auch in Österreich Korruption, insbesondere leider auch an der Schnittstelle von Politik und Wirtschaft, aber es gibt in Österreich – das sagen Ihnen diese Experten auch – nicht mehr und nicht weniger Korruption als in anderen, vergleichbaren, entwickelten Ländern. Und das halte ich Ihrem Zitat entgegen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, es gibt dieses Problem, also brauchen wir es nicht wegzudiskutieren. Ich will es auch nicht wegreden, aber wir brauchen unser Land auch nicht schlechter zu machen, als es ist. Und das haben Sie indirekt getan. (Weitere Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und da bekenne ich mich, im Gegensatz zu Ihrer Bemerkung, Herr Kogler, durchaus zu einer dualen Finanzierung der Parteien, nämlich einer öffentlichen Finanzierung auf der einen Seite, aber auch einer privaten Finanzierungsschiene in Form von Spenden oder wirtschaftlicher Tätigkeit von Parteien auf der anderen Seite, denn wir wollen weder die voll von der Wirtschaft abhängigen Parteien, wir wollen aber auch nicht ausschließlich Staatsparteien. Diese Dualität sichert den Parteien die größtmögliche Unabhängigkeit, auch letzten Endes von der öffentlichen Hand. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es ist auch ein Recht der Bürger und damit ein Bürgerrecht, meine Damen und Herren, Parteien Geld spenden zu dürfen, also sich zu einer Partei nicht nur inhaltlich zu bekennen, sondern diese Partei auch finanziell zu unterstützen. (Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist ein Bürgerrecht, meine Damen und Herren, und bis zu einer bestimmten Größenordnung haben diese Menschen auch ein Recht, anonym bleiben zu dürfen – aber natürlich nur bis zu jener Grenze, ab der man befürchten müsste, dass diese Menschen mit dieser Geldspende auch ein ganz bestimmtes Interesse verfolgen, nämlich sich irgendwo eine politische Gefälligkeit zu kaufen. Aber mit ein paar hundert Euro kann man das mit Sicherheit nicht. Darum ist es auch sinnvoll, und das sagen auch Experten wie Herr Dr. Sickinger, dass es so eine Grenze für die Anonymität von Spenden geben soll. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Dr. Cap. – Zwischenrufe bei den Grünen sowie des Abg. Dr. Strutz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat man ja gesehen !
Letzter Satz, Frau Präsidentin: Wir brauchen dieses Gesetz, aber, meine Damen und Herren, für das Handeln von uns Politikern kann ein Gesetz niemals der Maßstab sein. Die moralischen Ansprüche an unsere Tätigkeit, die müssen höher angesetzt sein als nur bei gesetzlichen Regelungen! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das hat man ja gesehen !)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, da kann man nur unserer Politik folgen, nämlich einen harten, schnellen Kurs gehen, und so haben wir eine Chance, dass wir die Landwirtschaft und unsere Bevölkerung schützen. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. )
Abg. Dr. Pirklhuber: Niederlande und Belgien!
Große Länder unterstützen uns nicht. Das sind Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien. (Abg. Dr. Pirklhuber: Niederlande und Belgien!) Andere Staaten unterstützen uns nicht, und daher ist es darum gegangen, da jetzt eine qualifizierte Mehrheit zu bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich war in Kopenhagen und habe mit der dänischen ...!) – Herr Kollege! Ich sitze dort im Ministerrat, ich weiß, wie sich die Staaten verhalten. Sie können mir glauben, dass ich das Hohe Haus hier richtig informiere.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich war in Kopenhagen und habe mit der dänischen ...!
Große Länder unterstützen uns nicht. Das sind Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien. (Abg. Dr. Pirklhuber: Niederlande und Belgien!) Andere Staaten unterstützen uns nicht, und daher ist es darum gegangen, da jetzt eine qualifizierte Mehrheit zu bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich war in Kopenhagen und habe mit der dänischen ...!) – Herr Kollege! Ich sitze dort im Ministerrat, ich weiß, wie sich die Staaten verhalten. Sie können mir glauben, dass ich das Hohe Haus hier richtig informiere.
Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Kurt Gaßner (SPÖ): Herr Präsident! Herr Kollege Jarolim, über die Landwirtschaft reden wir, nicht ihr Juristen! (Heiterkeit und Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der Freiheitlichen sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 161
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich möchte auch zu dem, was Sie bezüglich der Petitionen 125, 129 und 155 gesagt haben, kurz Stellung nehmen. Es gab ein Kurzhearing, zwei Petenten konnten ihre Anliegen vor den Abgeordneten präsentieren. Dabei kam man zu keinen neuen Erkenntnissen. Die Ausführungen der Stellungnahmen sind vorgelegen und waren auch wirklich sehr umfassend. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Ganz kurz auch noch zur Bürgerinitiative 37, „Stoppt die Vorratsdatenspeicherung“, mit 106 000 Zustimmungen oder sogar mehr. Diese „elektronische“ Bürgerinitiative ist eine der erfolgreichsten (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – oder die erfolgreichste, das ist vollkommen richtig –, seit die E-Voting-Möglichkeit gegeben ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben andere Ministerien auch gemacht, nicht nur das Justizministerium!
Jetzt ist dieses Thema, das ein wirklich wichtiges ist, in dem Ausschuss, wo es hingehört, einige Monate früher, als es durch ein Hearing im Petitionsausschuss möglich gewesen wäre. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben andere Ministerien auch gemacht, nicht nur das Justizministerium!) Und ein öffentliches Hearing im Petitionsausschuss ist geschäftsordnungsmäßig gar nicht möglich, Herr Abgeordneter. Also wenn wir da etwas erreichen wollen, müssen wir gemeinsam weiter daran arbeiten und uns entschließen, auch die Möglichkeit dieser Anhörung, dieses Hearings im Petitionsausschuss neu aufzustellen. Dazu bin ich gerne bereit. Da können wir uns natürlich gerne wieder zusammensetzen, um im Sinne der direkten Demokratie etwas weiterzubringen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Ich lege das auch am Beispiel des Expertenhearings zu den Hochspannungsleitungen dar: Das war ein hervorragendes Hearing. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Ich bin wirklich dankbar dafür, dass wir das durchgeführt haben. Natürlich sind da lokale Themen zur Sprache gekommen, und es wurde eingestanden, dass es bei anderen Projekten, die es vor dem jetzigen gab, andere Bürgerinitiativen dagegen gab. Das ist so, das ist das Recht in einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft, und ich denke, dass das ein Auftrag an uns ist, damit umzugehen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich erinnere an die Rede von Trittin im Deutschen Bundestag, als er sagte: Na selbstverständlich wird es auch Aufgabe sein, gemeinsam mit lokalen Bürgerinitiativen dafür zu sorgen, dass der Netzausbau gesundheitsverträglich ist, naturverträglich ist, dass die Bodennutzung gewährt wird. Aber wir müssen natürlich auch auf die Investitionen schauen, die zum Schluss wieder die Konsumentin und der Konsument zu tragen haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt Alternativlösungen! Ernsthafte!
Energiewende bedeutet auch, dass wir auch dafür sorgen müssen, dass die Netze, die jetzt auf die regionale Versorgung ausgelegt sind, ausgebaut werden. Wir müssen die erzeugte, erneuerbare Energie von dort wegbekommen, hin zu den Konsumenten, zu den Wirtschaftsstandorten, wo die Menschen wohnen. Das wird eine Herausforderung, und da appelliere ich vor allem an die grüne Fraktion, diesen Weg gemeinsam zu gehen, darauf hinzuwirken, mitzuwirken, dass man nicht nur aus Protest, aus eigener Betroffenheit heraus, was natürlich verständlich ist, lokal dagegen ist, sondern dass man ein Gesamtsystem sieht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt Alternativlösungen! Ernsthafte!)
Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Beruhigen Sie sich ein bisschen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Und da muss man schon sagen: Nicht Sie, Frau Glawischnig (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Beruhigen Sie sich ein bisschen! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), oder sonst jemand hat darüber zu entscheiden, was rechtens und was nicht rechtens ist, sondern ordentliche Gerichte beschäftigen sich damit. Und ich hoffe, Sie werden sich in der Folge bei entsprechenden Ergebnissen der Gerichte genauso entschuldigen, wie Sie das heute von anderen eingefordert haben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Kräuter: Danke für die Wähler, Herr Strache!)
Sitzung Nr. 163
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
das Funktionieren unserer Demokratie (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und ich bekenne mich auch zu einer dualen und zu einer ausreichenden Finanzierung dieser Parteien. Dual heißt für mich, es muss auch weiterhin möglich sein, dass Private Parteien Geld spenden (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dass Private – oder auch Firmen (Abg. Grosz: Auch die Telekom!) – zu erkennen geben: Ich unterstütze eine bestimmte politische Richtung, indem ich die Arbeit einer bestimmten Partei finanziell unterstütze! (Zwischenrufe beim BZÖ.)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
das Funktionieren unserer Demokratie (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) und ich bekenne mich auch zu einer dualen und zu einer ausreichenden Finanzierung dieser Parteien. Dual heißt für mich, es muss auch weiterhin möglich sein, dass Private Parteien Geld spenden (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dass Private – oder auch Firmen (Abg. Grosz: Auch die Telekom!) – zu erkennen geben: Ich unterstütze eine bestimmte politische Richtung, indem ich die Arbeit einer bestimmten Partei finanziell unterstütze! (Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das war die grüne Forderung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Was ist davon übriggeblieben, von den 500 €? – Gar nichts ist übriggeblieben, 3 500 € sind es geworden – sieben Mal so viel, wie Sie gefordert haben! (Zwischenruf der Abg. Dr. Moser.)
Sitzung Nr. 164
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Bundeskanzler Werner Faymann (fortsetzend): Man muss sich einmal durchdenken, was in Europa konkret passieren könnte, wenn niemand bereit wäre, jetzt unterstützend und schützend einzugreifen. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es wäre das Ziel der Spekulanten, ständig irgendein anderes Land mit dem Thema „Staatsanleihen“ vor sich herzutreiben – im Sinne der Spekulation, aber gegen ein menschenwürdiges Europa, ein Europa, in dem die Menschen, in dem die Politik, in dem die Demokratie Rahmenbedingungen setzen. Verzichten wir in dieser wichtigen Stunde nicht darauf, Europa zu gestalten! (Beifall bei SPÖ, ÖVP und Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: In welches Gymnasium sind Sie gegangen?
Nur jene Länder bekommen Finanzhilfe, welche den Fiskalpakt auch unterzeichnen. (Abg. Dr. Pirklhuber: In welches Gymnasium sind Sie gegangen?) Daher ist es sehr wichtig, dass Sie, meine Damen und Herren von den Grünen, sich heute noch überlegen sollten, auch dem Fiskalpakt zuzustimmen, weil er die Grundlage für den Stabilitätsmechanismus ist, denn er legt fest, dass in Zukunft alle Staaten, die diesen Fiskalpakt unterschreiben, nur noch so viel Schulden machen sollen, wie sie auch zurückzahlen können. Und das ist die Grundlage dafür, dass der Stabilitätsmechanismus danach auch in Anspruch genommen werden kann und die Gelder zur Verfügung gestellt werden. Das ist der Punkt, warum es notwendig ist, dass wir Stabilitätsmechanismus und Fiskalpakt in einem sehen!
Sitzung Nr. 166
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
In Zusammenhang mit den Biokraftstoffen eine Anmerkung: Es gibt ja immer noch relativ viele Leute, die dem Biokraftstoff skeptisch gegenüberstehen. Das merkt man auch zurzeit bei der Einführung des E10. Ich persönlich verstehe das nicht. Es ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Warum man dagegen ist mit dem Argument, dass hier der Nahrungsmittelerzeugung eventuell Flächen entzogen würden, damit kann man nicht wirklich punkten, solange ein Drittel der Nahrungsmittel weggeworfen wird. Also ich glaube, wir müssen diesen Wechsel, die Energiewende durchaus weiter verfolgen, aber in allen Bereichen, auch bei den Biokraftstoffen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Kollege Pirklhuber, Sie werden sich auch noch davon überzeugen können, dass das richtig und notwendig ist.
Sitzung Nr. 167
Abg. Dr. Pirklhuber stellt einen Futtermittelsack auf einen Sessel vor dem Rednerpult. – Oh-Rufe bei der ÖVP.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Wir gelangen zur 4. Anfrage, 169/M, das ist die des Herrn Abgeordneten Dr. Pirklhuber. (Abg. Dr. Pirklhuber stellt einen Futtermittelsack auf einen Sessel vor dem Rednerpult. – Oh-Rufe bei der ÖVP.) – Herr Abgeordneter, Sie haben nur 1 Minute, Sie wissen das. Und ich bin konsequent!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht! Das ist ja gelogen!
Wir haben das AMA-Gütesiegel-Gesetz, wo das Ziel der Konsumentenwunsch ist, dass Menschen, wenn sie in Österreich einkaufen, österreichische Lebensmittel kaufen können. Das AMA-Gütesiegel ist das einzige Gütesiegel, das 100 Prozent Österreich garantiert bei der Milch, beim Getreide. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht! Das ist ja gelogen!)
Abg. Dr. Pirklhuber nimmt wieder den Futtermittelsack, schultert ihn und begibt sich zu seinem Platz. – Beifall bei Grünen und FPÖ.
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Zusatzfrage? – Bitte, Herr Abgeordneter Jury. (Abg. Dr. Pirklhuber nimmt wieder den Futtermittelsack, schultert ihn und begibt sich zu seinem Platz. – Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Lesen Sie Ihr Regierungsübereinkommen, Herr Minister, Ihr eigenes!
wir ein derartiges Gütesiegelgesetz haben. Das AMA-Gütesiegel garantiert 100 Prozent Österreich – garantiert dem Konsumenten zu 100 Prozent das, was wir gerade besprochen haben, nämlich dass das Fleisch aus Österreich kommt. Bei Milchprodukten ist es genauso. (Abg. Dr. Pirklhuber: Lesen Sie Ihr Regierungsübereinkommen, Herr Minister, Ihr eigenes!) Bei all jenen Produkten, auf denen das AMA-Gütesiegel drauf ist, ist es auch drinnen, 100 Prozent österreichische Garantie. Das ist der Sinn. (Ruf bei der FPÖ: Die Unwahrheit!) Und dieses Gütesiegel müssen wir stärken, weil auf der europäischen Ebene ja andere Dinge diskutiert werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: GVO!
Sie haben gesagt, wir wollen keinen GVA-Anbau in Österreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: GVO!) – GVO-Anbau, ja. – Sie haben ja das Selbstbestimmungsrecht auf Gentechnikfreiheit auf europäischer Ebene initiiert.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Höfinger: Geh hör auf, Pirklhuber! – Ruf: Schweinerei!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber (Grüne): Meine Damen und Herren! Herr Bundesminister! Es ist wirklich schmerzhaft, dass sich ein Umweltminister hier im österreichischen Parlament hinstellt und die Problematik der Pestizide auf diese Art und Weise zu verharmlosen versucht. So geht das nicht, Herr Umweltminister! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Höfinger: Geh hör auf, Pirklhuber! – Ruf: Schweinerei!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben es aber gemacht gegenüber dem Kollegen Huber!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich: Sehr geehrter Herr Abgeordneter, ich ersuche Sie, mir nicht zu unterstellen, dass mir das egal wäre. Weder ich noch der Gesundheitsminister noch die Behörden haben Interesse daran, etwas zu verharmlosen oder ins Lächerliche zu ziehen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie haben es aber gemacht gegenüber dem Kollegen Huber!) – Nein, das weise ich strikt zurück! Die Gesundheit steht doch an oberster Stelle! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eine ganz besonders dubiose Rolle spielen da die Grünen. Die Tierärzte, die sich in ihrer Verzweiflung an die Politik gewandt haben, um diesem Treiben des Bundesministers Stöger ein bisschen Einhalt zu gebieten, haben eine Petition eingebracht, und diese Petition habe ich gemeinsam mit dem Abgeordneten Pirklhuber eingebracht, wobei der Abgeordnete Pirklhuber dann im Ausschuss plötzlich erklärt hat, er hat sie zwar mitunterschrieben, aber eigentlich findet er das Gesetz eh ganz in Ordnung, und er habe ja nur aus demokratiepolitischen Erwägungen unterschrieben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 169
Abg. Mag. Kogler: Vertuschung! – Abg. Dr. Pirklhuber: Vertuschung, Verschweigen, das Wort brechen!
Abgeordneter Karlheinz Kopf (ÖVP): Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Geschätzte Damen und Herren auf der Regierungsbank! Hohes Haus! In der Regel dominiert bei der politischen Berichterstattung, bei der Debatte über politische Themen die Innenpolitik. Wenn man sich die Zeitungen anschaut, die Medien mitverfolgt, dann sieht man, es sind stark überwiegend innenpolitische Themen, die behandelt werden. Das ist natürlich auch sehr wichtig, ob das Budgetfragen sind oder Fragen betreffend Bildung, Verkehr, Infrastruktur, Wirtschaft, Soziales, Gesundheit und vieles andere mehr. (Abg. Mag. Kogler: Vertuschung! – Abg. Dr. Pirklhuber: Vertuschung, Verschweigen, das Wort brechen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind völlig unglaubwürdig!
Und eine sehr gute Bewältigung all dieser innenpolitischen Herausforderungen, meine Damen und Herren, hat auch dazu geführt (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind völlig unglaubwürdig!), dass dieses Land im Vergleich zu anderen Ländern hervorragend dasteht, was die Wirtschaftskraft anlangt – dank der Leistung vieler tüchtiger Österreicherinnen und Österreicher, aber auch dank guter politischer Rahmenbedingungen! (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
für die Sicherheit und auch für den Wohlstand der Menschen hier in Österreich und auch insgesamt, weltweit. (Beifall bei der ÖVP. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Herr Kollege Pirklhuber, Sie haben bemängelt, dass ich vorhin gelächelt habe bei Ihrer Rede. Das betraf nicht den Inhalt Ihrer Ausführungen, sondern eher Ihr Outfit, denn ich habe dann entdeckt, dass Sie eine Zwiebel mit Beinchen auf Ihrem Shirt haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das passt nicht ganz zum Inhalt Ihrer Rede: Der war ernsthaft, und das ist eher karikaturistisch. Also vielleicht kann man das in Zukunft ein bisschen abgleichen, dann brauchen wir nicht zu lachen, sondern können auch ernst schauen, wenn Sie ernste Dinge hier am Rednerpult vortragen.
Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: So ist es in Österreich!
Bundeskanzler Werner Faymann: Frau Präsidentin! Mitglieder der Bundesregierung! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Allein der Text der Dringlichen Anfrage, aber auch die Ausführungen des Herrn Pilz oder wenn jemand behauptet, es sei Faymanns Überzeugung, man könne sich die öffentliche Meinung kaufen – als einfache Feststellung, nicht einmal in einer Diskussion, nicht einmal als Frage, nichts –, Faymann glaube, er könne sich die öffentliche Meinung kaufen, „zumal die Praxis des Meinungskaufs durch teure () Inseratenstrecken () laufend weiterhin praktiziert wird“ (Abg. Dipl.-Ing. Pirklhuber: So ist es in Österreich!), all das bedeutet, jeder, der ein Inserat schaltet, will jemanden kaufen, jeder, der ein Inserat in einer Zeitung nimmt, lässt sich kaufen!
Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Dr. Pirklhuber
Es gibt in Österreich leider noch sehr viel aufzudecken (Zwischenruf des Abg. Ing. Hofer), und viele Untersuchungen werden noch notwendig sein, denn niemand soll sich irgendwie in Sicherheit wiegen (Zwischenrufe der Abgeordneten Petzner und Dr. Pirklhuber), dass ein Griff in die Staatskasse oder Korruption in irgendeiner Hinsicht nicht geahndet werden.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Das ist teilweise wirklich hässliche Polemik (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und es gibt auch Qualifizierungen von Kollegen im Nationalrat, die nicht hinzunehmen sind. Es hat schon den Charakter einer Inquisition, und eine Anzeige jagt die andere. Das ist eben in Deutschland nicht der Fall, das ist ja der riesige Unterschied. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Dort herrscht eine sachliche Atmosphäre, dort herrscht Fairness, dort gibt es ein Verantwortungsbewusstsein für das Gesamte, und dort beachtet man das Image der Politik und der Demokratie. Davon sind wir weit entfernt, aber dafür sind wir bitte alle miteinander verantwortlich. (Abg. Petzner: Jetzt auf einmal!? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Gibt es in Deutschland ?)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das ist teilweise wirklich hässliche Polemik (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und es gibt auch Qualifizierungen von Kollegen im Nationalrat, die nicht hinzunehmen sind. Es hat schon den Charakter einer Inquisition, und eine Anzeige jagt die andere. Das ist eben in Deutschland nicht der Fall, das ist ja der riesige Unterschied. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Dort herrscht eine sachliche Atmosphäre, dort herrscht Fairness, dort gibt es ein Verantwortungsbewusstsein für das Gesamte, und dort beachtet man das Image der Politik und der Demokratie. Davon sind wir weit entfernt, aber dafür sind wir bitte alle miteinander verantwortlich. (Abg. Petzner: Jetzt auf einmal!? – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Gibt es in Deutschland ?)
Abg. Mag. Kogler: Der Pirklhuber ist schuld, warum der Untersuchungsausschuss nicht weiterarbeiten kann?
Da heute am Vormittag der Herr Abgeordnete Pirklhuber gesagt hat, der heutige Tag sei ein schwarzer Tag für den österreichischen Parlamentarismus: Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn die Grünen wollen ja immer nur, dass ihre Minderheit über die Mehrheit bestimmt. (Abg. Mag. Kogler: Der Pirklhuber ist schuld, warum der Untersuchungsausschuss nicht weiterarbeiten kann?) Und bitte, das kann es in einer Demokratie wirklich nicht geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Der Pirklhuber muss zurücktreten!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Der Pirklhuber muss zurücktreten!
Da heute am Vormittag der Herr Abgeordnete Pirklhuber gesagt hat, der heutige Tag sei ein schwarzer Tag für den österreichischen Parlamentarismus: Das kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn die Grünen wollen ja immer nur, dass ihre Minderheit über die Mehrheit bestimmt. (Abg. Mag. Kogler: Der Pirklhuber ist schuld, warum der Untersuchungsausschuss nicht weiterarbeiten kann?) Und bitte, das kann es in einer Demokratie wirklich nicht geben. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Mag. Kogler: Der Pirklhuber muss zurücktreten!)
Abg. Mag. Kogler: Nur der Pirklhuber hält Sie auf!
Sehr geehrte Damen und Herren, wir wollen die Öffentlichkeit keineswegs hinters Licht führen. Wir wollen Aufklärung, wir stehen für Aufklärung (Abg. Mag. Kogler: Nur der Pirklhuber hält Sie auf!), aber wir wollen seriöse Aufklärung. Und ich bitte Sie wirklich, springen Sie über Ihren Schatten! Unser Klubobmann hat gesagt, es liegen Vorschläge auf dem Tisch. Verhandeln Sie mit uns, und erarbeiten wir eine gemeinsame Vorgehensweise! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wo sind wir gelandet in diesem Parlament, dass solche Reden gehalten werden?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wo sind wir gelandet in diesem Parlament, dass solche Reden gehalten werden?
Sehr geehrte Damen und Herren, wir wollen die Öffentlichkeit keineswegs hinters Licht führen. Wir wollen Aufklärung, wir stehen für Aufklärung (Abg. Mag. Kogler: Nur der Pirklhuber hält Sie auf!), aber wir wollen seriöse Aufklärung. Und ich bitte Sie wirklich, springen Sie über Ihren Schatten! Unser Klubobmann hat gesagt, es liegen Vorschläge auf dem Tisch. Verhandeln Sie mit uns, und erarbeiten wir eine gemeinsame Vorgehensweise! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Wo sind wir gelandet in diesem Parlament, dass solche Reden gehalten werden?)
Sitzung Nr. 171
Abg. Dr. Pirklhuber und weitere Abgeordnete der Grünen: „Triebschwätzer“ – nicht „Triebtäter“!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Mag. Kogler, Sie wissen wohl genau, dass die scharfe Rede dort ihr Ende findet, wo sie beleidigend wird. Und daher erteile ich Ihnen zumindest für den Ausdruck „ideologischer Triebtäter“ einen Ordnungsruf. (Abg. Dr. Pirklhuber und weitere Abgeordnete der Grünen: „Triebschwätzer“ – nicht „Triebtäter“!)
Sitzung Nr. 172
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht wahr! So eine polemische Organisation wie die „BauernZeitung“ gibt es in ganz Österreich nicht!
Die „BauernZeitung“ ist das verbindende Medium. Da jetzt über Inserate des Herrn Bundesministers Berlakovich diskutiert wurde, darf ich Ihnen sagen: Auch als es SP-Landwirtschaftsminister gab, haben diese selbstverständlich in der „BauernZeitung“ inseriert, denn dort erreicht man die Landwirte. Es gibt keine Zeitung in Österreich, die so eine hohe Leserfrequenz wie die „BauernZeitung“ hat. Keine Zeitung gibt es, die so eine hohe Leserfrequenz hat, und keine Zeitung gibt es, in der die Informationen von den Bauern so auf Wahrheitsgehalt überprüft werden können wie in der „BauernZeitung“. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja nicht wahr! So eine polemische Organisation wie die „BauernZeitung“ gibt es in ganz Österreich nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Weniger inserieren, mehr arbeiten!
Ich fordere Sie auf, dass Sie die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern ernsthaft würdigen. Ich ersuche Sie, dass Sie unsere Arbeit wertschätzen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weniger inserieren, mehr arbeiten!) Ehrlich gesagt will ich Sie auch darum ersuchen, dass Sie das ganze Theater, das sich da heute abgespielt hat, bleiben lassen, dass Sie wieder in die Wirklichkeit der Menschen zurückkommen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht runterlesen! – Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.
Ich muss euch noch einmal schreiben, da ich die Sache nicht aus dem Kopf bekomme. Im Grunde ist es eine – das Wort sage ich nicht. Wir haben niemandem etwas gestohlen, wir haben niemanden betrogen, es war eine normale Geschäftsabwicklung, wie für andere Kunden auch. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht runterlesen! – Zwischenrufe bei BZÖ und Grünen.)
Sitzung Nr. 175
Abg. Dr. Pirklhuber: Das Minderheitsrecht war unterschrieben!
Aber, meine geschätzten Damen und Herren, und vor allem auch liebe Kolleginnen und Kollegen: Angesichts des Alltags im Parlamentarismus, wo unterschiedliche Parteien aufeinander zugehen, wo oft sehr langwierige Verhandlungen zu Gesetzesmaterien stattfinden, müsste man eigentlich, ausgehend von Ihrer Bewertung dieses Fünf-Parteien-Antrags, der Logik folgen und dann sagen, es findet überall eine Erpressung statt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das Minderheitsrecht war unterschrieben!) Denn: Ohne dass man sich bewegt, kommt man zu keinem gemeinsamen Kompromiss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das Minderheitsrecht für den Ausschuss, Herr Kollege, das war unterschrieben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das Minderheitsrecht für den Ausschuss, Herr Kollege, das war unterschrieben!
Aber, meine geschätzten Damen und Herren, und vor allem auch liebe Kolleginnen und Kollegen: Angesichts des Alltags im Parlamentarismus, wo unterschiedliche Parteien aufeinander zugehen, wo oft sehr langwierige Verhandlungen zu Gesetzesmaterien stattfinden, müsste man eigentlich, ausgehend von Ihrer Bewertung dieses Fünf-Parteien-Antrags, der Logik folgen und dann sagen, es findet überall eine Erpressung statt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das Minderheitsrecht war unterschrieben!) Denn: Ohne dass man sich bewegt, kommt man zu keinem gemeinsamen Kompromiss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das Minderheitsrecht für den Ausschuss, Herr Kollege, das war unterschrieben!)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Für diese Vertuschung Werbung zu machen, ist sehr kühn, Herr Kollege Amon!
Dann darf ich mich an die Kollegen von der grünen Fraktion wenden, zunächst an den Herrn Abgeordneten Kogler – der jetzt nicht im Saal ist, aber vielleicht können Sie das ja in einer Klubsitzung erörtern –, der die Abgeordneten der beiden Regierungsparteien wörtlich als „Stimmvieh“ bezeichnet hat. (Ruf bei der ÖVP: Skandal!) Ich würde Sie, Frau Dr. Glawischnig, ersuchen, diese tierischen Vergleiche bei Ihnen im Klub zu belassen. Hier im Haus hat das nichts verloren. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Für diese Vertuschung Werbung zu machen, ist sehr kühn, Herr Kollege Amon!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch!
Es ist bedauerlich, ich möchte das auch betonen, dass die über weite Strecken einen sehr ordentlichen Vorsitz führende Frau Dr. Moser im August – und dabei bleibt es, und das können wir Ihnen nicht ersparen, Frau Dr. Moser – einen ganz schweren Fehler begangen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch!), einen undemokratischen
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch! Das wissen Sie genau! Eine Unterstellung!
Fehler begangen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch! Das wissen Sie genau! Eine Unterstellung!), einen Fehler begangen hat, der die Rechte von Abgeordneten beschnitten hat. Sie haben nämlich einen Vier-Parteien-Antrag schlicht und einfach zu einer Abstimmung nicht zugelassen. Die Grünen hätte ich gerne gehört, wenn man das mit einem Antrag von ihrer Seite gemacht hätte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Der Verfassungsrechtler Mayer hat das aber !)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Der Verfassungsrechtler Mayer hat das aber !
Fehler begangen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist falsch! Das wissen Sie genau! Eine Unterstellung!), einen Fehler begangen hat, der die Rechte von Abgeordneten beschnitten hat. Sie haben nämlich einen Vier-Parteien-Antrag schlicht und einfach zu einer Abstimmung nicht zugelassen. Die Grünen hätte ich gerne gehört, wenn man das mit einem Antrag von ihrer Seite gemacht hätte. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Der Verfassungsrechtler Mayer hat das aber !)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um das Untersuchungsrecht der Minderheit!
Ein solches Diktat der Minderheit über eine Mehrheit hier im Haus (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um das Untersuchungsrecht der Minderheit!) ist beispiellos in der jüngeren Parlamentsgeschichte dieses Landes. (Abg. Dr. Pirklhuber: Um ein Recht geht es! Das ist ein Recht, das Sie nicht gewähren!) Und diese einzigartige Fehlleistung, Frau Dr. Moser, bleibt an Ihnen haften.
Abg. Dr. Pirklhuber: Um ein Recht geht es! Das ist ein Recht, das Sie nicht gewähren!
Ein solches Diktat der Minderheit über eine Mehrheit hier im Haus (Abg. Dr. Pirklhuber: Es geht um das Untersuchungsrecht der Minderheit!) ist beispiellos in der jüngeren Parlamentsgeschichte dieses Landes. (Abg. Dr. Pirklhuber: Um ein Recht geht es! Das ist ein Recht, das Sie nicht gewähren!) Und diese einzigartige Fehlleistung, Frau Dr. Moser, bleibt an Ihnen haften.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit dem 15 000-€-Inserat der Telekom? Wer hat das freigegeben? – Sind Sie befangen gewesen im Ausschuss oder nicht?
Wir müssen auch über den Missbrauch des Untersuchungsausschusses sprechen, den es über weite Strecken auch gab. Dass etwa vertrauliche und geheime Ermittlungsakten an die Medien gespielt werden, dass unter Missbrauch des Fragestellungsrechtes seitenweise Geschäftsgeheimnisse dargelegt werden, ohne auch nur annähernd den Untersuchungsausschuss mit seinem Auftrag zu streifen (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit dem 15 000-€-Inserat der Telekom? Wer hat das freigegeben? – Sind Sie befangen gewesen im Ausschuss oder nicht?), dass Befragungen dazu verkommen, die Fragezeit missbräuchlich zu verwenden, um einzig und allein eine eigene Tattheorie darzustellen, all das sind Dinge, die eben in den Untersuchungsausschüssen des Deutschen Bundestages nicht vorkommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es gibt ein Minderheitenrecht!) Dort gibt es eine andere Kultur, als dies bedauerlicherweise bei uns der Fall ist, wie die Opposition mit dieser schärfsten parlamentarischen Waffe umgeht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt ein Minderheitenrecht auf einen Untersuchungsausschuss, und das verweigern Sie nach wie vor! – Gegenruf des Abg. Kopf.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es gibt ein Minderheitenrecht!
Wir müssen auch über den Missbrauch des Untersuchungsausschusses sprechen, den es über weite Strecken auch gab. Dass etwa vertrauliche und geheime Ermittlungsakten an die Medien gespielt werden, dass unter Missbrauch des Fragestellungsrechtes seitenweise Geschäftsgeheimnisse dargelegt werden, ohne auch nur annähernd den Untersuchungsausschuss mit seinem Auftrag zu streifen (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit dem 15 000-€-Inserat der Telekom? Wer hat das freigegeben? – Sind Sie befangen gewesen im Ausschuss oder nicht?), dass Befragungen dazu verkommen, die Fragezeit missbräuchlich zu verwenden, um einzig und allein eine eigene Tattheorie darzustellen, all das sind Dinge, die eben in den Untersuchungsausschüssen des Deutschen Bundestages nicht vorkommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es gibt ein Minderheitenrecht!) Dort gibt es eine andere Kultur, als dies bedauerlicherweise bei uns der Fall ist, wie die Opposition mit dieser schärfsten parlamentarischen Waffe umgeht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt ein Minderheitenrecht auf einen Untersuchungsausschuss, und das verweigern Sie nach wie vor! – Gegenruf des Abg. Kopf.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt ein Minderheitenrecht auf einen Untersuchungsausschuss, und das verweigern Sie nach wie vor! – Gegenruf des Abg. Kopf.
Wir müssen auch über den Missbrauch des Untersuchungsausschusses sprechen, den es über weite Strecken auch gab. Dass etwa vertrauliche und geheime Ermittlungsakten an die Medien gespielt werden, dass unter Missbrauch des Fragestellungsrechtes seitenweise Geschäftsgeheimnisse dargelegt werden, ohne auch nur annähernd den Untersuchungsausschuss mit seinem Auftrag zu streifen (Abg. Dr. Pirklhuber: Was ist mit dem 15 000-€-Inserat der Telekom? Wer hat das freigegeben? – Sind Sie befangen gewesen im Ausschuss oder nicht?), dass Befragungen dazu verkommen, die Fragezeit missbräuchlich zu verwenden, um einzig und allein eine eigene Tattheorie darzustellen, all das sind Dinge, die eben in den Untersuchungsausschüssen des Deutschen Bundestages nicht vorkommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber es gibt ein Minderheitenrecht!) Dort gibt es eine andere Kultur, als dies bedauerlicherweise bei uns der Fall ist, wie die Opposition mit dieser schärfsten parlamentarischen Waffe umgeht, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt ein Minderheitenrecht auf einen Untersuchungsausschuss, und das verweigern Sie nach wie vor! – Gegenruf des Abg. Kopf.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das „möglicherweise“ ist wahrscheinlich wichtig in diesem Zusammenhang!
In diesem Zusammenhang sei aber in Bezug auf den gesamten Telekom-Komplex auch Folgendes erwähnt: Sie, Herr Dr. Pilz, waren derjenige, der ganz am Beginn – und ich habe Ihnen das auch im Untersuchungsausschuss gesagt – der Meinung war, dieser Untersuchungsausschuss müsse ganz eng mit der Justiz kooperieren, er müsse mit der Justiz abstimmen, welche Auskunftspersonen wir hören können, welche Akten übersandt werden können. Und das führte eben auch dazu, dass wir in manchen Bereichen, etwa dem zuletzt behandelten Bereich der Telekom-Ostgeschäfte, eine ganz Reihe von Akten gar nicht bekommen haben. Aber das kommt Ihnen ja zupass, weil das Fischen im Trüben Ihre Sache ist und weil sich daraus für Sie die Möglichkeit ergibt, Konstruktionen vorzunehmen, die es möglicherweise in Wirklichkeit so überhaupt nicht gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das „möglicherweise“ ist wahrscheinlich wichtig in diesem Zusammenhang!)
Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Pilz. – Abg. Dr. Pirklhuber: So wie der ...!
Was es sehr wohl gibt, ist das öffentliche Interesse daran, dass die Bundesregierung die Möglichkeit hat, Staatsbürgerschaften zu verleihen, wenn Personen für das Land Außergewöhnliches leisten. (Ironische Heiterkeit des Abg. Dr. Pilz. – Abg. Dr. Pirklhuber: So wie der ...!) Das kann man politisch kritisieren, das kann man politisch bekämpfen, allein: Kriminell, Herr Dr. Pilz, ist es nicht. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Möglicherweise, Herr Kollege!
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich noch einmal betonen – und das ist wichtig, denn man kann hier natürlich Gott sei Dank alles sagen, was man sagen will (Abg. Dr. Pirklhuber: Möglicherweise, Herr Kollege!), selbst Unwahres –, dass eines unwahr ist – und dabei bleibt es auch –: Dieser Ausschuss wird nicht, so wie Sie das darzustellen versuchen, „abgedreht“ (Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn sonst, bitte? Was ist das sonst?), sondern der Termin für das Ende dieses Ausschusses samt den Zeugenladungen der letzten drei Wochen, samt dem Umgang mit den Akten, war eine All-Parteien-Einigung, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn sonst, bitte? Was ist das sonst?
Meine Damen und Herren! Abschließend möchte ich noch einmal betonen – und das ist wichtig, denn man kann hier natürlich Gott sei Dank alles sagen, was man sagen will (Abg. Dr. Pirklhuber: Möglicherweise, Herr Kollege!), selbst Unwahres –, dass eines unwahr ist – und dabei bleibt es auch –: Dieser Ausschuss wird nicht, so wie Sie das darzustellen versuchen, „abgedreht“ (Abg. Dr. Pirklhuber: Was denn sonst, bitte? Was ist das sonst?), sondern der Termin für das Ende dieses Ausschusses samt den Zeugenladungen der letzten drei Wochen, samt dem Umgang mit den Akten, war eine All-Parteien-Einigung, meine Damen und Herren.
Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Wort „Erpressung“? Wissen Sie, was „politische Erpressung“ ist?
Hören Sie auf, hier Legendenbildung zu betreiben und zu behaupten, dass hier die Mehrheit über Sie drüberfährt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kennen Sie das Wort „Erpressung“? Wissen Sie, was „politische Erpressung“ ist?) Sie hätten die einfache Möglichkeit gehabt, einem Antrag, der Ihnen nicht passt, nicht zuzustimmen. Das ist so in der parlamentarischen Auseinandersetzung: Sie stimmen dafür oder Sie stimmen dagegen. In diesem Fall haben Sie dafür gestimmt. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das heißt Vorsorge!
Ich möchte dir recht geben darin, dass die Aufgaben eines Staates auch jene sind, Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen zu schaffen, Gerechtigkeit herzustellen, Ausgleich herzustellen, und vor allem auch, und das möchte ich als Sozialdemokratin betonen, stehe ich dafür oder stehen wir dafür, dass man die sogenannten Risken des Lebens absichert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das heißt Vorsorge!) Da gehören für mich Krankheit dazu, Arbeitslosigkeit und natürlich auch das Alter. Auch das Alter ist ein Risiko.
Abg. Dr. Pirklhuber: Zertifikatehandel!
Dadurch versäumen Sie allerdings auch die Chancen, die wir haben durch die Energiewende, den Einsatz von erneuerbaren Energien, der wiederum regionale Wertschöpfung, Arbeitsplätze sichert. All das kommt zwar in Schlagworten vor, die Finanzministerin hat auch in einem Absatz in ihrer Budgetrede von Energieautarkie und Green Jobs – gleich wie der Herr Landwirtschaftsminister das immer inseriert – gesprochen, aber leider finden wir im Budget keinerlei Ansatz, wie das tatsächlich umgesetzt werden soll. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zertifikatehandel!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht gegeneinander ausspielen: Entweder – oder!
Zum Thema „Bildung, Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund.“ – Das ist bestimmt eine wichtige Sache. Aber auf der anderen Seite müssen wir viele Landschulen zusperren, weil das Geld dafür nicht mehr da ist. Und da frage mich: Wo ist da die Wertigkeit? Sind heute Kinder mit Migrationshintergrund wichtiger als die Kinder vom ländlichen Raum? Da, glaube ich, sollten wir auch in Zukunft unseren (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht gegeneinander ausspielen: Entweder – oder!) Nicht ausspielen! Dann sollte man es für beide geben, aber es kann nicht sein, dass wir dafür mehr Geld hergeben, aber auf der anderen Seite kürzen. Das ist für viele unverständlich und tut uns weh.
Sitzung Nr. 178
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Nein zum Fiskalpakt in dieser Form“ (Ordnungsnummer 175) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Das Geschäftsmodell der Hypo Alpe-Adria – Herr Abgeordneter Bartenstein hat das sehr treffend global beschrieben und auch in der zeitlichen Entwicklung – war natürlich in Wirklichkeit, und am Schluss hätte man es schon längst sehen müssen, eine völlig überhitzte Gelddruckmaschine. Ich wundere mich aber bis heute, was eigentlich die Finanzmarktaufsicht in der Zeit so getan hat (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – die gloriose Finanzmarktaufsicht, die ja noch unter dem mittlerweile unaussprechlichen Finanzminister eingerichtet wurde.
Sitzung Nr. 179
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Moser und Dr. Pirklhuber.
Und der biologische Landbau ist die Zukunft nicht nur Österreichs, sondern der biologische Landbau ist auch die Zukunft Europas. Daher ist es ein europäisches Anliegen, diese Entwicklung massiv voranzutreiben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Moser und Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut’s aus!
Ich verlese aus der österreichischen Position: Österreich begrüßt den Ansatz der Präsidentschaft, Kürzungen im Vergleich zum EK-Vorschlag vorzunehmen. Allerdings können die vorgeschlagenen 50 Milliarden lediglich ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, dem weitere folgen müssen. – Zitatende. (Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut’s aus!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Und die Wirkungen sind da: Unsere Böden sind gesund, unser Humushaushalt ist in Ordnung. Wenn Sie mit dem Flugzeug aus Österreich wegfliegen und hinunterschauen (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), dann werden Sie sehen, dass die österreichische Staatsgrenze zu erkennen ist, weil bei uns die Äcker jetzt grün sind; sie sind wieder begrünt, für die Fruchtbarkeit der Böden. In anderen Ländern sehen Sie blanke schwarze Erde, und daran sehen Sie die Wirkung des Umweltprogramms in Österreich sogar vom Flugzeug aus. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: viel schwarze Erde! – Zwischenruf des Abg. Mag. Gaßner.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber der Minister tut ja nichts!
Sehr geehrte Damen und Herren! In diesem Bereich sind vor allem Frauen sehr aktiv tätig, dieses unternehmerische Potenzial der Frauen in der Direktvermarktung sichert Arbeitsplätze und stärkt die Wirtschaft im ländlichen Raum. Damit diese Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft der heimischen Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter auch weiter ausgebaut werden kann, damit Frauenarbeitsplätze gesichert werden können, muss der ländliche Raum auch künftig mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber der Minister tut ja nichts!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! !
Die AMA wurde erwähnt. Herr Abgeordneter Pirklhuber, hier von „Terror“ durch die AMA gegenüber den Bauern zu sprechen (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! !) – Sie befleißigen sich hier einer Sprache, die nicht zu akzeptieren ist. Es ist nicht zu akzeptieren, was Sie hier aufführen! (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das AMA-Gütesiegel ist eines, das die österreichische Herkunft sicherstellt, und es wird nur vergeben, wenn das Tier in Österreich geboren, aufgewachsen und geschlachtet worden ist. Dasselbe gilt selbstverständlich auch für das österreichische Biogütezeichen. Du solltest dir das endlich merken! (Abg. Huber: Ich habe nicht vom AMA-Gütesiegel und nicht vom Biosiegel gesprochen!) – Genau, du hast vom Beschaustempel gesprochen. Der Beschaustempel ist kein österreichisches Herkunftszeichen und gibt auch keine Berechtigung, irgendeine Herkunft anzugeben, sondern das heißt nur, dass nach österreichischen Kriterien geschlachtet wurde. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und du wirst irgendwann einmal kapieren müssen: Das Konsumentenzeichen ist das AMA-Gütesiegel. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Grosz: Er hat sich selber berichtigt!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich glaube, Sie sollten Ihre Politik ändern. Herr Pirklhuber, nicht nur reden, auch tun! Helfen wir zusammen, dass wir Österreich ein Stück weiterentwickeln. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Nicht nur maulen, sondern aktiv sein! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!
Abgeordneter Herbert Scheibner (BZÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Hören wir uns doch an, was die BürgerInnen wollen, Frau Kollegin! Das klingt sehr gut. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!) Das klingt sehr gut, Herr Kollege von den Grünen.
Sitzung Nr. 181
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ein letzter Bereich, der mir auch wichtig ist: Frau Bundesministerin Fekter hat ja dem Begriff der neuen Haushaltsrechtsreform großen Raum eingeräumt. Und hier ist zu sagen, dass wir bei den Wirkungszielen, also bei dieser Eröffnungsbilanz und wie wir das Geld dann ausgeben, genau schauen müssen: Wie wirkt das Geld, wie wirkt sich diese Ausgabe aus zwischen den Geschlechtern? Ist hier eine Gleichstellungswirkung vorhanden? – Das ist ein ganz zentrales Thema, und das ist sozusagen der Hintergrund dieses sperrigen Begriffs „Gender budgeting“. In jedem Ressort muss ein Wirkungsziel darauf gerichtet sein, dass mehr Geschlechtergerechtigkeit eintritt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: … ist ja logisch!
Wie schaut es bei der gewerblichen Wirtschaft aus? – Da kommen 53 Prozent dazu, also 53 € pro 100 € Pension, und bei den Bauern sogar 78 Prozent. Ich wiederhole: 78 Prozent Bundeszuschuss bei den Bauern. Auch bei den Beamten ist der Bundeszuschuss höher als im ASVG-Bereich. (Abg. Dr. Pirklhuber: … ist ja logisch!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Jetzt gibt es gute Gründe dafür, dass das so ist, aber eigentlich keinen Grund dafür, dass die Beitragsleistung von jenen, die einen höheren Zuschuss brauchen, geringer ist als bei den anderen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Also geringere Beiträge für Gewerbetreibende und Bauern in das Pensionssystem führen natürlich auch dazu, dass der Zuschuss größer wird, klarerweise. Darauf wollte ich hinweisen, Frau Finanzministerin. Ich glaube, da haben wir irgendwann Handlungsbedarf, uns das anzuschauen. Anders ausgedrückt: Der Vater Staat oder, wenn ich Sie anschaue, die Mutter Staat (Abg. Pendl: „Die Mutter Staat“, das hat noch keiner gesagt!) behandelt die Kinder, was den Bundeszuschuss betrifft, unterschiedlich. Sie behandeln die Kinder unterschiedlich, was, wie ich meine, nicht sehr gescheit ist.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
unzufrieden mit dem Vorschlag von Van Rompuy sein (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), aber in einer Beziehung hat sich vom Vorschlag der zypriotischen Präsidentschaft zu dem von Van Rompuy etwas zum Besseren verändert: Der Vorschlag der zypriotischen Präsidentschaft, Frau Bundesministerin, hätte nämlich in Sachen Infrastruktur gewaltige Reduktionen bedeutet und hätte bedeutet, dass die Kofinanzierung des Brenner-Basistunnels von 40 auf 34 Prozent, hätte bedeutet, dass die Kofinanzierung des Semmering- und des Koralmtunnels von 30 auf 18 Prozent hätte zurückgeführt werden können, und zumindest das ist jetzt im Van Rompuy-Vorschlag einmal nicht der Fall. Also ein kleines Detail, wo es besser wird – insgesamt ist es für uns in Österreich ja keineswegs das Gelbe vom Ei, gerade das Gegenteil ist der Fall.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Eisenbahn wie noch nie in der Zweiten Republik. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es fahren so viele Männer, Frauen und Kinder mit der Eisenbahn wie noch nie in der Zweiten Republik. Ich glaube, das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind und dass das ein Angebot ist, das angenommen wird, und das soll auch in Zukunft so sein. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Insgesamt werden 2,9 Milliarden € in die Mobilität und in den Wirtschaftsstandort investiert. Wir machen, wie gesagt, ein Angebot, das wir in Österreich noch nie hatten und das wir noch weiter verbessern wollen. Wir werden in den nächsten Tagen die Westbahnstrecke in Betrieb nehmen: Von Wien nach St. Pölten, von Zentrum zu Zentrum, wird man 25 Minuten fahren, vom Zentrum Wien zum Zentrum Linz eine Stunde und 15 Minuten. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Solche Angebote möchte ich auch für die Strecken von Wien nach Graz und von Wien nach Klagenfurt, und deshalb werden wir die Südstrecke ebenfalls ausbauen, um den Menschen das dort auch zu ermöglichen. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: He, he!
Und die Krone – Frau Moser, ich gebe Ihnen in vielem recht – sind dann noch Extra-Geschichten wie das Parkpickerl, wo die Frau Doppelstaatsbürgerin mit dem A8, den das Volk bezahlt hat, herumfährt, aber das Klapprad hat sie hinten im Kofferraum. Das ist eine Art von Staatsfaschismus, den wir sicher nicht mittragen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: He, he!)
Abg. Dr. Moser: Was hat das mit …? – Abg. Dr. Pirklhuber: Zügle deine Zunge, Kollege Deimek!
Und was macht die ÖVP Währing? – Die geht bei dem Ganzen mit, weil auch dort der Futtertrog näher ist als die 64 Prozent Volk. (Abg. Dr. Moser: Was hat das mit …? – Abg. Dr. Pirklhuber: Zügle deine Zunge, Kollege Deimek!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Aber kommen wir zum Thema Schiene. Die Grundforderung, die wir im Bereich der Schiene haben, heißt: Raus mit der Politik! Es tut den ÖBB, es tut dem Verkehr als Ganzem nicht gut, wenn da täglich eingegriffen wird. Erinnern wir uns doch: Was war denn mit der Politik? – Da kommt ein Immobiliengangster Huber und fährt die ÖBB mit einem Klescher an die Wand, dass es nur so schnalzt. Und das kostet uns derzeit, meine Damen und Herren, 400 € pro Mann und Nase, vom Säugling bis zum Greis. Und wir kommen beispielsweise nicht dazu, die Eigenkapitalquote der Cargo zu erhöhen. (Zwischenruf des Abg. Hörl.) Wo ist das Geld, das wir dort brauchen? (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Was wir als Politiker aber sehr wohl zusammenbringen sollten, wäre, endlich einmal etwas für die Bürger zu tun. (Zwischenruf des Abg. Hornek.) Erinnern wir uns doch: Wie war es denn, als die Westbahn des Herrn Haselsteiner angefangen hat? – Da hat es geheißen, die kochen auch alle nur mit Wasser, das wird nichts. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Binnen kürzester Zeit haben die mit allen notwendigen Verkehrsverbünden Verträge zustande gebracht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Mehr Regionalpolitik! Mehr regionalpolitische Initiativen!
Ich will das am Beispiel der Obersteiermark aufzeigen, die in den letzten Jahrzehnten von massiven Veränderungen geprägt war, wo den Menschen viel abverlangt wurde, wo es nach dem Zusammenbruch der verstaatlichten Industrie gelungen ist, mit einigen Spitzenbetrieben und vor allem mit vielen Mittel- und Kleinbetrieben (Abg. Dr. Pirklhuber: Mehr Regionalpolitik! Mehr regionalpolitische Initiativen!) den Standort auch abzusichern, Arbeitsplätze zu sichern. Wir sind es den Menschen schuldig, dass wir auch entsprechende Maßnahmen setzen. Und ich bin froh, dass jetzt der Ausbau der Südbahn von Wien nach Klagenfurt kommt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht der Straßenausbau!
Aber, Frau Infrastrukturminister, wir haben noch viele Lücken im Straßennetz, vor allem, wenn es um meine nähere Heimat geht, das obere Murtal, von Judenburg bis Scheifling. Es werden zwar Teile ausgebaut, aber hier warten die Menschen bereits seit 20 Jahren auf die Schließung dieser Lücke von Judenburg bis nach Friesach, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.) Das ist wichtig, notwendig (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber nicht der Straßenausbau!), um auch dort entsprechend Arbeitsplätze zu sichern.
Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt Mitverantwortung?
Daher sage ich Ihnen noch einmal: Auch die Grünen tragen Mitverantwortung für diese Kürzung (Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt Mitverantwortung?), aber davon hat niemand etwas. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wissen Sie, was wir da zahlen?) Ich werde mich um eine Lösung kümmern. Darauf können Sie sich verlassen, da wird etwas gemacht werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Bundesaufgabe, Linz–Graz, das ist ja keine Regionalbahn!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wissen Sie, was wir da zahlen?
Daher sage ich Ihnen noch einmal: Auch die Grünen tragen Mitverantwortung für diese Kürzung (Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt Mitverantwortung?), aber davon hat niemand etwas. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wissen Sie, was wir da zahlen?) Ich werde mich um eine Lösung kümmern. Darauf können Sie sich verlassen, da wird etwas gemacht werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Bundesaufgabe, Linz–Graz, das ist ja keine Regionalbahn!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Bundesaufgabe, Linz–Graz, das ist ja keine Regionalbahn!
Daher sage ich Ihnen noch einmal: Auch die Grünen tragen Mitverantwortung für diese Kürzung (Abg. Dr. Pirklhuber: Was heißt Mitverantwortung?), aber davon hat niemand etwas. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wissen Sie, was wir da zahlen?) Ich werde mich um eine Lösung kümmern. Darauf können Sie sich verlassen, da wird etwas gemacht werden. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine Bundesaufgabe, Linz–Graz, das ist ja keine Regionalbahn!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist vernünftig!
Drittens werden wir in Produktionstechnologien investieren, weil Österreich ein Forschungs- und ein Produktionsstandort ist, was ganz wesentlich ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist vernünftig!) Ich habe heuer das Budget für Produktionstechnologien schon um 40 Prozent aufgestockt, und wir werden das nächstes Jahr noch einmal als wirklichen Themenschwerpunkt haben.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wie gesagt, die öffentliche Beschaffung ist ein mächtiges Instrument. Wir sollten es auch viel mehr inhaltlich einsetzen, und ich glaube, es birgt auch wirklich eine große Chance für eine kohärente entwicklungspolitische Beschaffung. – Danke sehr. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Bäuerinnen zählen auch dazu!
beteiligung komme ich später zu sprechen –, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mittlerweile gelebt wird. Es ist so, dass 85 Prozent der Frauen, die ein oder meh-rere Kinder haben, insbesondere in jenen Fällen, wo das jüngste Kind sechs bis 15 Jahre ist, in Beschäftigung sind. Die Beschäftigungsquote bei den Frauen insgesamt hat sich in den letzten Jahren von 61 auf 65 Prozent erhöht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Bäuerinnen zählen auch dazu!) All das hängt natürlich damit zusammen, dass wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit beträchtlichen Mitteln, die der Bund den Ländern zur Verfügung gestellt hat, erweitert haben. Dazu kommt noch eine zweite Komponente, und das ist die Väterbeteiligung. Damit stehen wir auch in einem bestimmten Widerspruch zu manchen Zielen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!
Frau Kollegin Lichtenecker! Viele haben wahrscheinlich die Mails vom Herrn Staudinger bekommen, und viele haben Sympathien für den Herrn Staudinger. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!) – Zu Recht, das ist völlig in Ordnung; er ist wirklich ein tüchtiger Unternehmer. Aber glauben Sie nicht auch, selbst wenn Sie berechtigte Probleme bei den Banken, Probleme in Griechenland oder sonst irgendwo skizzieren, dass das doch nicht dazu berechtigen kann, dass Sie eine Art Wilden Westen konstruieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist der Wilde Westen?), oder ein „Wildes Waldviertel“, nach dem Motto: Ich mache das, was ich möchte. Jetzt nenne ich Ihnen genau den mittleren Weg, den es gäbe: Es wäre natürlich auch möglich, mit einem privaten Sparmodell, mit Beteiligungsmodellen eine rechtskonforme Lösung zu erreichen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an den Banken!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist der Wilde Westen?
Frau Kollegin Lichtenecker! Viele haben wahrscheinlich die Mails vom Herrn Staudinger bekommen, und viele haben Sympathien für den Herrn Staudinger. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!) – Zu Recht, das ist völlig in Ordnung; er ist wirklich ein tüchtiger Unternehmer. Aber glauben Sie nicht auch, selbst wenn Sie berechtigte Probleme bei den Banken, Probleme in Griechenland oder sonst irgendwo skizzieren, dass das doch nicht dazu berechtigen kann, dass Sie eine Art Wilden Westen konstruieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist der Wilde Westen?), oder ein „Wildes Waldviertel“, nach dem Motto: Ich mache das, was ich möchte. Jetzt nenne ich Ihnen genau den mittleren Weg, den es gäbe: Es wäre natürlich auch möglich, mit einem privaten Sparmodell, mit Beteiligungsmodellen eine rechtskonforme Lösung zu erreichen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an den Banken!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an den Banken!
Frau Kollegin Lichtenecker! Viele haben wahrscheinlich die Mails vom Herrn Staudinger bekommen, und viele haben Sympathien für den Herrn Staudinger. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht!) – Zu Recht, das ist völlig in Ordnung; er ist wirklich ein tüchtiger Unternehmer. Aber glauben Sie nicht auch, selbst wenn Sie berechtigte Probleme bei den Banken, Probleme in Griechenland oder sonst irgendwo skizzieren, dass das doch nicht dazu berechtigen kann, dass Sie eine Art Wilden Westen konstruieren (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist der Wilde Westen?), oder ein „Wildes Waldviertel“, nach dem Motto: Ich mache das, was ich möchte. Jetzt nenne ich Ihnen genau den mittleren Weg, den es gäbe: Es wäre natürlich auch möglich, mit einem privaten Sparmodell, mit Beteiligungsmodellen eine rechtskonforme Lösung zu erreichen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es liegt an den Banken!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Banken machen, was sie wollen!
Aber wenn jemand hergeht und sagt, nein, nein, das kostet vielleicht Geld und ein Genossenschaftsmodell möchte ich nicht realisieren, und dann auf die Grundsatzfrage eingeht – ja, meine Damen und Herren, wenn jeder macht, was er will (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Banken machen, was sie wollen!), mit dem subjektiven Anspruch, wir leiten das aus der Krise ab!, dann haben Sie keinen Rechtsstaat mehr, sondern dann haben Sie nackte Willkür. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist da willkürlich? – Die Banken!) Wollen Sie das? – Dann schlagen Sie es vor! Ich glaube, Ihre Linie geht eher in die andere Richtung, Sie wollen alles deckeln, nicht?, Mietpreise deckeln und anderes deckeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist da willkürlich? – Die Banken!
Aber wenn jemand hergeht und sagt, nein, nein, das kostet vielleicht Geld und ein Genossenschaftsmodell möchte ich nicht realisieren, und dann auf die Grundsatzfrage eingeht – ja, meine Damen und Herren, wenn jeder macht, was er will (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Banken machen, was sie wollen!), mit dem subjektiven Anspruch, wir leiten das aus der Krise ab!, dann haben Sie keinen Rechtsstaat mehr, sondern dann haben Sie nackte Willkür. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer ist da willkürlich? – Die Banken!) Wollen Sie das? – Dann schlagen Sie es vor! Ich glaube, Ihre Linie geht eher in die andere Richtung, Sie wollen alles deckeln, nicht?, Mietpreise deckeln und anderes deckeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Du redest mit wem, der gar nicht anwesend ist!
Aber der Herr Landwirtschaftsminister, der meinen tiefen Respekt natürlich hat, der kann ja gar nichts anders … (Rufe: Wo ist er denn? Er ist gar nicht da!) – das kann man ihm ja ausrichten –, denn, bitte, mit der Keule aus Brüssel 1 Milliarde € in Frage zu stellen … (Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Du redest mit wem, der gar nicht anwesend ist!) – Ja, ich habe das schon gesehen, aber man kann es ihm ja ausrichten. (Weitere Rufe und Gegenrufe zwischen Abgeordneten von Grünen und FPÖ. – Abg. Mag. Rudas: Wir richten es ihm aus!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bitte!
Da Kollege Pirklhuber soeben zurückgekommen ist, möchte ich Ihm vorerst in Sachen Bio-Bauern noch eine Antwort geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bitte!) Die Anzahl der Bio-Bauern hat sich selbstverständlich auch in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2012 durch neue Kollegen erhöht, es ist auch das Ausmaß der Fläche bei den Bio-Bauern größer geworden. Wenn Sie behaupten, dass es einen Stopp für Bio-Bauern gibt, dann fragen Sie die Bio-Bauern, die neu dazugekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ein Stopp der Fördermittel!) Das ist so. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Präsidium, um sich neuerlich in die Rednerliste eintragen zu lassen.) – Er brummelt und brummelt und brummelt und brummelt, und es wird trotzdem nichts Gescheites.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ein Stopp der Fördermittel!
Da Kollege Pirklhuber soeben zurückgekommen ist, möchte ich Ihm vorerst in Sachen Bio-Bauern noch eine Antwort geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bitte!) Die Anzahl der Bio-Bauern hat sich selbstverständlich auch in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2012 durch neue Kollegen erhöht, es ist auch das Ausmaß der Fläche bei den Bio-Bauern größer geworden. Wenn Sie behaupten, dass es einen Stopp für Bio-Bauern gibt, dann fragen Sie die Bio-Bauern, die neu dazugekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ein Stopp der Fördermittel!) Das ist so. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Präsidium, um sich neuerlich in die Rednerliste eintragen zu lassen.) – Er brummelt und brummelt und brummelt und brummelt, und es wird trotzdem nichts Gescheites.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Präsidium, um sich neuerlich in die Rednerliste eintragen zu lassen.
Da Kollege Pirklhuber soeben zurückgekommen ist, möchte ich Ihm vorerst in Sachen Bio-Bauern noch eine Antwort geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bitte!) Die Anzahl der Bio-Bauern hat sich selbstverständlich auch in den Jahren 2009, 2010, 2011 und 2012 durch neue Kollegen erhöht, es ist auch das Ausmaß der Fläche bei den Bio-Bauern größer geworden. Wenn Sie behaupten, dass es einen Stopp für Bio-Bauern gibt, dann fragen Sie die Bio-Bauern, die neu dazugekommen sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein, ein Stopp der Fördermittel!) Das ist so. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Präsidium, um sich neuerlich in die Rednerliste eintragen zu lassen.) – Er brummelt und brummelt und brummelt und brummelt, und es wird trotzdem nichts Gescheites.
Sitzung Nr. 184
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Wenn Paare sich trennen, dann zerplatzt oft ein ganzer Lebensentwurf. Wenn Paare sich trennen, hat meistens die Frau – sehr, sehr oft beide Partner – wirkliche Existenzängste, und die Kinder stehen irgendwo dazwischen. Ich gebe zu, dass ich mir gewünscht hätte, dass es in Österreich ganz grundsätzlich – ob verheiratet oder nicht – die gemeinsame Obsorge als Regelfall gegeben hätte (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und zwar deswegen, weil ich sehr oft festgestellt habe, dass bei Paaren, die sonst die friedliebendsten Menschen waren, eskalierende Streitereien untereinander stattgefunden haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn Paare sich trennen, dann zerplatzt oft ein ganzer Lebensentwurf. Wenn Paare sich trennen, hat meistens die Frau – sehr, sehr oft beide Partner – wirkliche Existenzängste, und die Kinder stehen irgendwo dazwischen. Ich gebe zu, dass ich mir gewünscht hätte, dass es in Österreich ganz grundsätzlich – ob verheiratet oder nicht – die gemeinsame Obsorge als Regelfall gegeben hätte (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), und zwar deswegen, weil ich sehr oft festgestellt habe, dass bei Paaren, die sonst die friedliebendsten Menschen waren, eskalierende Streitereien untereinander stattgefunden haben. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 185
Abg. Dr. Pirklhuber: Das sagt Adorno! – Abg. Mag. Steinhauser: Kein Mensch weiß, was Sie uns sagen wollen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Die Diskussion des Kulturrelativismus führt heutzutage zu einer Hierarchie von Volkszugehörigkeiten in Europa. Dies führt zu einer Hierarchie von ethischen Grundhaltungen. Es führt zu einer Hierarchie von Lebenskonzepten, die nicht in Relation zu unseren europäischen Wurzeln stehen. Eigentlich könnte man es ganz einfach sagen: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das sagt Adorno! – Abg. Mag. Steinhauser: Kein Mensch weiß, was Sie uns sagen wollen! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Theodor Wiesengrund Adorno!
Ich sage es Ihnen ganz genau. Der europäische Kontinent hat eine lange und faszinierende Geschichte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Theodor Wiesengrund Adorno!) Obwohl wir heutzutage in einer säkularen Gesellschaft leben, hat unser Kontinent tiefe und unwiderlegbare Wurzeln, gemeinhin Christentum genannt.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das heißt, diese Identität, gemeinhin bekannt als christliches Abendland, prägt unsere Identität, ob man das will oder nicht. Deshalb geht ein Mehr an Europa nicht mit einer geringeren Identität! Ein Mehr an Europa geht nicht mit geringeren Werten und mit geringeren Wurzeln. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Deshalb erwarte ich mir eigentlich in einem Außenpolitischen Bericht – um wieder bei der Sache als solcher zu sein – mehr an Stellungnahme zu diesem Thema.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Hans-Josef Fell spricht davon, dass es nicht genügen wird, E5 oder E10 zu haben, sondern dass wir in Zukunft von E100 reden werden müssen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das würde ich den Kritikern von E10 gerne zum Lesen empfehlen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmen Sie zu!
Sie können jetzt die wüstesten Kapriolen schlagen, und ich feiere gar nichts ab. Der Tatbestand, den ich aufgezählt habe, wird ja heute beschlossen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Stimmen Sie zu!) Und der Tatbildvorgang wird im Einzelfall gegebenenfalls verwirklicht oder nicht verwirklicht. Dieser kann nach meinem Dafürhalten, Kollege Neugebauer, nicht einmal fahrlässig verwirklicht werden, denn entweder sagt der Behördenleiter, ich schrecke dich hiemit, weil du das und das tust – er braucht ja das Wort gar nicht zu verwenden –, und dann wird der Tatbestand verwirklicht.
Sitzung Nr. 187
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 182) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Umsatzsteuerpflicht von Leistungserbringungen zwischen Gemeinden und zwischen Gemeindeverbänden und deren Mitgliedsgemeinden“ (Ordnungsnummer 184) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung aller Güter und die Schaffung einer wirklichen Sozialen Marktwirtschaft“ (Ordnungsnummer 185) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Erhöhung der Zinsaufschläge durch Kreditinstitute“ (Ordnungsnummer 186) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 187) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 188) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 189) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 190) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 191) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 192) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident, wo war da der Zusammenhang mit dem Verhandlungsgegenstand?
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Nächste Rednerin: Frau Abgeordnete Mag. Lohfeyer. 4 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Herr Präsident, wo war da der Zusammenhang mit dem Verhandlungsgegenstand?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Mit dieser großen Teilnahme am Umweltprogramm stehen wir auch im Spitzenfeld der EU-Staaten, Herr Abgeordneter Pirklhuber. Das sind Leistungen, die unsere österreichischen Bäuerinnen und Bauern für die Gesamtgesellschaft erbringen. Die gilt es natürlich auch für die Zukunft sicherzustellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Daher müssen jetzt die politischen Kräfte gebündelt werden, um in Europa auch im Sinne der Bäuerinnen und Bauern aufzutreten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau das sollten wir im Landwirtschaftsausschuss diskutieren!) Es werden ja die Weichen für die Gemeinsame Agrarpolitik von 2014 bis 2020 jetzt gestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Genau das sollten wir im Landwirtschaftsausschuss diskutieren!
Mit dieser großen Teilnahme am Umweltprogramm stehen wir auch im Spitzenfeld der EU-Staaten, Herr Abgeordneter Pirklhuber. Das sind Leistungen, die unsere österreichischen Bäuerinnen und Bauern für die Gesamtgesellschaft erbringen. Die gilt es natürlich auch für die Zukunft sicherzustellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Daher müssen jetzt die politischen Kräfte gebündelt werden, um in Europa auch im Sinne der Bäuerinnen und Bauern aufzutreten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Genau das sollten wir im Landwirtschaftsausschuss diskutieren!) Es werden ja die Weichen für die Gemeinsame Agrarpolitik von 2014 bis 2020 jetzt gestellt. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Ursula Haubner.
Ich bin auch davon überzeugt, dass wir gemeinsam im Sinne einer Änderung der Geschäftsordnung, die für die Petenten, für die Anliegen der Bürger Sinn macht, etwas weiterbringen können und freue mich auf die gute Zusammenarbeit. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Ursula Haubner.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt!
Immer mehr Bürger nützen das, das wissen wir. Aber ich finde, es wissen noch viel zu wenige Bürger von diesem Instrument. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt!) Auch wenn wir jetzt seit fast eineinhalb Jahren die elektronische Unterstützung von Bürgeranliegen, also von Bürgerinitiativen und Petitionen, haben, ist es trotzdem – wie ich auch aus vielen Gesprächen mit BürgerInnen immer wieder feststellen kann – für viele noch ein Bereich, der für sie noch nicht ganz transparent und klar ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: Deutschland!
Meine Damen und Herren! Aber es ist nichts dagegen zu sagen, wenn sich Gemeinden freiwillig, auf ganz freiwilliger Basis, entweder eine Genossenschaft einrichten, von der sie diese Versorgung erledigen lassen, oder diese Versorgung auch in ihrem Auftrag von einem Privaten oder Teilprivaten erledigen lassen; sie müssen jedoch die Kontrolle darüber haben und sie müssen die Bedingungen bestimmen können. Wenn sie das sauber machen, kann auch das nicht passieren, was in der „Süddeutschen Zeitung“ beschrieben wurde, was in Portugal oder in Frankreich oder in England passiert ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Deutschland!) Wenn bei der Vergabe solcher Konzessionen derjenige, der das Konzessionsrecht hat, das sauber und anständig macht, also in der Vergabe die Bedingungen sauber bestimmt, dann kann ihm das, was in diesen Ländern passiert ist, nicht passieren.
Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl. – Abg. Dr. Pirklhuber: schau ich mir an, was die zahlen!
Gerade für die Grünen, die ja ein Anti-Korruptions-Volksbegehren gestartet haben, ist es ganz wichtig, sie müssten in Wirklichkeit für diese Dienstleistungsrichtlinie sein, weil ja diese Dienstleistungsrichtlinie eine Anti-Korruptionsrichtlinie ist, Frau Kollegin Brunner. Da wären Sie wirklich gut beraten, wenn Sie diesen Anti-Korruptionsbestimmungen nähertreten würden. (Ironische Heiterkeit des Abg. Kickl. – Abg. Dr. Pirklhuber: schau ich mir an, was die zahlen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Kickl: dafür bekannt, dass sie den Kampf gegen die Korruption !
Da geht es nämlich nicht nur ums Wasser; es geht um die Energieversorgung, es geht um die Verkehrsversorgung, es geht um Postdienste. Es geht um viele Bereiche, die heute nämlich von vielen Gemeinden schon durch eigene Unternehmungen betrieben werden. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Kickl: dafür bekannt, dass sie den Kampf gegen die Korruption !) Dass dem so ist, zeigt ein Beitrag in der „Presse“ – Sie hätten nur am Wochenende die „Presse“ lesen müssen –, in dem Herr Schellhorn ganz klar schreibt, dass dieser inszenierte Skandal keiner ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: vor unserer Zeit! Lang vor unserer Zeit, das wissen Sie genau!
Er schreibt, dass die Ausgliederung der Wasserwerke, dass die Ausgliederung von anderen Unternehmen gang und gäbe ist. Sie sind ja in Wien auch Teil der Regierung. Es ist ganz klar, dass Wien Kanal, nämlich das Abwassermanagement, zum Beispiel schon ein Cross-Border-Geschäft ist (Abg. Dr. Pirklhuber: vor unserer Zeit! Lang vor unserer Zeit, das wissen Sie genau!), dass das gar nicht mehr im öffentlichen Auftrag erfolgt, sondern dass das schon nur mehr ein 100 Prozent Eigentum ist, Herr Kollege. Sie haben wahrscheinlich vergessen, dass Straßenbahnen bereits an amerikanische Trusts verkauft wurden und wieder zurückgeleast wurden – das haben wir auch im Kanalbereich.
Abg. Hornek: Das ist ein Salto rückwärts Marke Pirklhuber!
Und: E10 verhindert auch eines: Es verhindert die Innovation bei den Automobilherstellern, weil es im Rahmen der Klimabilanzen angerechnet wird, und mit Agrotreibstoffen können sie ihre alten Motoren noch länger betreiben, als es eigentlich sinnvoll wäre. (Abg. Hornek: Das ist ein Salto rückwärts Marke Pirklhuber!) – Herr Kollege, wir werden es uns im Detail anschauen. (Abg. Hornek: Es wäre gescheit, wenn du es vorher machen würdest, bevor du redest!)
Abg. Hornek: Der Kollege Pirklhuber hat keine Ahnung, aber davon reichlich!
Jetzt eine Zahl, Herr Bundesminister, (Abg. Hornek: Der Kollege Pirklhuber hat keine Ahnung, aber davon reichlich!) – Keine Ahnung, sagt Kollege Hornek, aber er kennt überhaupt keine Zahlen und plappert irgendetwas vor sich hin.
Abg. Dr. Pirklhuber: Keine Panikmache!
Aber ich möchte festhalten, weil hier Panikmache betrieben wird (Abg. Dr. Pirklhuber: Keine Panikmache!): Wir verheizen in Österreich keine Lebensmittel! Lebensmittel gehören auf den Teller und nicht in den Tank! Das ist immer die Maxime der österreichischen Landwirtschaft gewesen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Mais!
Und es stimmt: Wir importieren Getreide, weil wir damit industrielle Arbeitsplätze schaffen. 18 Prozent einer österreichischen Getreideernte – das muss man den Menschen sagen, weil Sie hier eine Verwirrungstaktik betreiben – sind Qualitätsweizen für die Ernährung der Menschen. Wir erzeugen sogar mehr, als die Menschen in Österreich brauchen. Wir exportieren unser Qualitätsgetreide nach Deutschland und Italien. 50 Prozent des Getreides werden für die Viehfütterung verwendet, und 30 Prozent einer Getreideernte, minderes Getreide, werden jetzt schon industriell verarbeitet. Wir sind der weltgrößte Zitronensäureerzeuger, Jungbunzlauer, wir erzeugen Stärke, wir erzeugen Bioalkohole. (Abg. Dr. Pirklhuber: Mais!) Und die Menschen finden einen Arbeitsplatz in der Industrie.
Abg. Dr. Pirklhuber: Industriepolitik, aber keine Bauernpolitik, keine Ernährungspolitik!
Wir importieren auch aus den Nachbarländern Ungarn und Slowakei Überschussprodukte. Wir importieren ja auch Metalle und andere Rohstoffe und schaffen Industriearbeitsplätze in Österreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Industriepolitik, aber keine Bauernpolitik, keine Ernährungspolitik!) Ich weiß nicht, warum Sie sich dagegen wehren, dass in Österreich Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich sehe es als richtige Strategie, minderes Getreide, das nicht für die Ernährung geeignet ist, in hochwertige Rohstoffe zu veredeln und somit Arbeitsplätze in der Industrie zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ökologischer Unsinn!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ökologischer Unsinn!
Wir importieren auch aus den Nachbarländern Ungarn und Slowakei Überschussprodukte. Wir importieren ja auch Metalle und andere Rohstoffe und schaffen Industriearbeitsplätze in Österreich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Industriepolitik, aber keine Bauernpolitik, keine Ernährungspolitik!) Ich weiß nicht, warum Sie sich dagegen wehren, dass in Österreich Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich sehe es als richtige Strategie, minderes Getreide, das nicht für die Ernährung geeignet ist, in hochwertige Rohstoffe zu veredeln und somit Arbeitsplätze in der Industrie zu schaffen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ökologischer Unsinn!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Steuerbefreiung für die AGRANA !
gewinnen ist der Ansatz bei dieser Debatte. (Abg. Dr. Pirklhuber: Steuerbefreiung für die AGRANA !)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist Industriepolitik!
Klar ist, dass die österreichischen Bauern und auch die Bauern, die zuliefern, Nachhaltigkeitskriterien unterschreiben müssen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist Industriepolitik!) Getreide, das für die Biospritproduktion verwendet wird, muss Nachhaltigkeitskriterien entsprechen, also vernünftig angebaut werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kontrollieren das?!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kontrollieren das?!
Klar ist, dass die österreichischen Bauern und auch die Bauern, die zuliefern, Nachhaltigkeitskriterien unterschreiben müssen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist Industriepolitik!) Getreide, das für die Biospritproduktion verwendet wird, muss Nachhaltigkeitskriterien entsprechen, also vernünftig angebaut werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sie kontrollieren das?!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Erneuerbare Energie!
Worum geht es? – Der Verkehr ist in Österreich ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Erneuerbare Energie!) – Ja, Sie können hier schreien, es ist trotzdem nicht wahr, was Sie hier erzählen. Der Punkt ist Klimaschutz. Wir erreichen im Verkehr nicht unsere Klimaziele. Seit 1990 sind die Emissionen um 50 Prozent gestiegen, der Verkehr ist für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich.
Abg. Dr. Pirklhuber: Palmöl, das wissen wir!
Ich halte es aber für sinnvoll, dass die Europäische Union sagt, überdenken wir unsere Ziele; denn wissen Sie, was derzeit in Europa passiert, ich wundere mich, dass Sie sich deswegen nicht aufregen? – Europa importiert aus Indonesien, wo der Urwald gerodet wird, Palmöl, Europa importiert aus dem brasilianischen Dschungel Biotreibstoffe. (Abg. Dr. Pirklhuber: Palmöl, das wissen wir!) Dagegen sind wir (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir auch!), denn das kann mir niemand einreden, dass das ökologisch ist, wenn wir aus in Indonesien, Malaysia gerodetem Urwald Palmöl nach Europa bringen oder den brasilianischen Urwald roden und den Biotreibstoff herbringen. Dagegen sind wir!
Abg. Dr. Pirklhuber: Wir auch!
Ich halte es aber für sinnvoll, dass die Europäische Union sagt, überdenken wir unsere Ziele; denn wissen Sie, was derzeit in Europa passiert, ich wundere mich, dass Sie sich deswegen nicht aufregen? – Europa importiert aus Indonesien, wo der Urwald gerodet wird, Palmöl, Europa importiert aus dem brasilianischen Dschungel Biotreibstoffe. (Abg. Dr. Pirklhuber: Palmöl, das wissen wir!) Dagegen sind wir (Abg. Dr. Pirklhuber: Wir auch!), denn das kann mir niemand einreden, dass das ökologisch ist, wenn wir aus in Indonesien, Malaysia gerodetem Urwald Palmöl nach Europa bringen oder den brasilianischen Urwald roden und den Biotreibstoff herbringen. Dagegen sind wir!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist die Unwahrheit!
Im Übrigen sagen auch Umwelt-NGOs, dass die Biotreibstoffe einen Sinn haben, wenn sie ökologisch erzeugt werden. Und ich sehe dort die NGOs auch als Partner, weil es immerhin darum geht, Treibhausgase zu reduzieren. Und ich sage Ihnen ehrlich, und das ohne Polemik, mir ist lieber ein Biotreibstoff aus Österreich als fossiles Öl aus irgendwelchen Krisenregionen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist die Unwahrheit!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Lobbyismus, !
Daher abschließend: Wenn Landnutzungsfaktoren eingeführt werden sollen, ja, bin ich dafür, aber ich bin sehr wohl auch dafür, dass ähnliche Kriterien dann bei der Verwertung von fossilem Öl angewendet werden. Es kann doch nicht so sein, dass bei Öl niemand etwas sagt, Sie als Grüne – das wundert mich am meisten – sagen gar nichts, während Sie da als Kreuzritter gegen die Biotreibstoffe auftreten. Das halte ich für den falschen Weg. Wir wollen nachhaltig Treibstoffe produzieren. Ernährung ist die erste Aufgabe der Landwirtschaft, das Vieh füttern, damit Lebensmittel erzeugt werden, und dann Reste höherwertig veredeln. Dazu stehen wir und das werden wir auf europäischer Ebene auch einbringen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Lobbyismus, !)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Abschließend, weil heute schon so viel auch landespolitisch diskutiert wurde: In Niederösterreich gibt es auch Landtagswahlen. Eine Möglichkeit, die Bevölkerung zu bewegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, wäre, diese preiswert zu machen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) In Wien gibt es ein Ticket um 365 € für das ganze Jahr. Was in Wien selbstverständlich ist, muss auch in Niederösterreich möglich sein. Dann würden wir uns viel an Diskussion darüber, dass wir Lebensmittel vergasen, für Agrotreibstoffe verwenden oder Sonstiges, ersparen.
Abg. Dr. Pirklhuber: 80 Prozent!
Ich möchte aber auch auf die Eiweißlücke eingehen. Kollege Weninger hat vorher die Frage gestellt: Wieso müssen wir Soja importieren? (Abg. Dr. Pirklhuber: 80 Prozent!) Wir haben in Europa eine Eiweißlücke bei der Tierfütterung. Gerade bei der Produktion von Bioethanol haben wir als eines der Abfallprodukte in diesem Produktionszyklus hochwertiges Eiweiß für die Viehfütterung. Das ist das Produkt ActiProt aus dem Werk in Pischelsdorf, das Sie hier schon kritisiert haben. Da können wir Sojaimporte kompensieren, da können wir österreichische Wertschöpfung generieren und haben somit auch Sicherheit bei der Tierfütterung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist reduziert worden auf 3 Prozent!
In der Europäischen Union diskutieren wir gerade die Gemeinsame Agrarpolitik für die nächsten sieben Jahre. Da geht es auch um einen Vorschlag, der zwingend vorschreiben will, dass 7 Prozent der gesamten Agrarfläche Europas als ökologische Vorrangfläche aus der Produktion herausgenommen werden. Das sind 7 Prozent. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist reduziert worden auf 3 Prozent!) Wissen Sie, wie viel Prozent weltweit momentan für Agrartreibstoffe verwendet werden? – Das sind 3 Prozent!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Agrarindustrie lässt grüßen! Der Handel freut sich! Das ist eindeutig Lobbyismus!
Geschätzte Damen und Herren! Stärken wir die heimische Produktion, kontrollieren wir den Import und decken wir die komplette breite Palette der landwirtschaftlichen Produktion in Österreich ab, den Trog, den Teller und den Tank, damit wir alle Teile im eigenen Land haben: die Fütterung im Viehbereich, selbstverständlich die Erzeugung von Nahrungsmitteln, aber auch die Erzeugung von nachwachsender Energie! Das fördert das Wachstum und sorgt dafür, dass unsere Betriebe ordentlich wirtschaften können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Die Agrarindustrie lässt grüßen! Der Handel freut sich! Das ist eindeutig Lobbyismus!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Trotzdem organisieren die Kommunen, die kommunalen Einrichtungen die Versorgung! Das sollte man nicht vergessen!
So, ich hoffe, das ist jetzt klargestellt. Ich meine, es wird nichts fruchten, wir werden nach wie vor die Wiederholung des Gleichen haben. Schade, dass wir nicht eine differenzierte Auseinandersetzung dazu haben können, aber vielleicht fruchtet es, wenn man es wiederholt. Macht ja nichts, wir haben ja Zeit dazu. (Abg. Dr. Pirklhuber: Trotzdem organisieren die Kommunen, die kommunalen Einrichtungen die Versorgung! Das sollte man nicht vergessen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Nein!
Ja, aber nicht nur, es gibt auch andere, die versorgen sich privat oder haben einen Firmenbrunnen. Wollen Sie die enteignen, wollen Sie das denen nicht mehr machen lassen? (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein! Nein!) Also das ganze Thema ist leider etwas komplexer, und ich will die Zeit jetzt nicht strapazieren und zum Thema kommen.
Sitzung Nr. 188
Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben Sie noch Zweifel? Da haben Sie noch Zweifel, Kollege Ikrath?
Ich erinnere daran, dass die Vorratsdatenspeicherung eigentlich ein Resultat jener Terroranschläge von London und Madrid ist. Sie wurde auf europäischer Ebene 2006 beschlossen und war ursprünglich nur für die Terrorbekämpfung und zur Bekämpfung schwerer Verbrechen, die in der Richtlinie jedoch nicht näher definiert sind, gedacht. Wir als Parlamentarier müssen nun prüfen, ob die Umsetzung in Österreich diesem Anspruch, diesem Anliegen auch wirklich gerecht wird. Und ich gestehe: Je intensiver ich mich mit der Materie befasse, desto größer wird das Fragezeichen in mir, ob es da nicht zu einer überschießenden Gestaltung zugunsten der Sicherheit und zulasten der Freiheit des Bürgers gekommen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da haben Sie noch Zweifel? Da haben Sie noch Zweifel, Kollege Ikrath?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Pirklhuber!
Wenn es nun in Europa eine Debatte um einerseits Grundrechte und andererseits um Sicherheit gibt, dann müssen wir eines klar sagen: Dieses Spannungsverhältnis, das es da gibt, kann kein Verfassungsgerichtshof lösen! Und ich berichtige meinen Vorredner, den Kollegen Pirklbauer (Abg. Dr. Pirklhuber: Pirklhuber!) – Pirklhuber (Abg. Grosz: Er hat es heute mit den Namen! – weitere Zwischenrufe) –: Die Verfassungsgerichte (Abg. Grosz: Der Herr Müller hat es heute mit den Namen!) der anderen Mitgliedstaaten haben nicht die Vorratsdatenspeicherung an sich in Frage gestellt, sondern nur die Umsetzung. Das ergibt sich insbesondere auch aus der Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichtes.
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Huber.
In Anbetracht der Zeit bedanke ich mich für diese Unterstützung und freue mich, dass es gelungen ist, zu einem gemeinsamen Vorgehen zu kommen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Huber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: geht’s mir aber gut!
Abgeordnete Gabriele Binder-Maier (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine Damen und Herren! Ehre, wem Ehre gebührt, Herr Kollege Pirklhuber! (Abg. Dr. Pirklhuber: geht’s mir aber gut!) Vielen Dank für Ihre Initiative, die wir natürlich gerne unterstützen, geht es doch darum, dass im öffentlichen Bereich, in öffentlichen Einrichtungen des Bundes bei der Beschaffung der Lebensmittel ökologische Kriterien berücksichtigt werden – nicht ohne Grund: rund 2,9 Millionen Österreicherinnen und Österreicher verpflegen sich täglich außer Haus, rund 1,9 Millionen davon in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung in Schulen, in Betriebskantinen, in Krankenhäusern, in Kindergärten, Pensionistenheimen, Justizanstalten, Kasernen et cetera.
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Huber.
Zum Schluss, meine Damen und Herren, möchte ich aber noch auf die vielen, vielen Initiativen von Selbstversorgern hinweisen, angefangen bei der Idee der Kleingärtner bis hin zu den Kleinstversorgern auf den Balkonen. Ich bin guten Mutes, dass die Biologie, dass gesunde Lebensmittel wirklich Vorrang haben. Aus diesem Grund: Danke für die Zustimmung aller Fraktionen zu diesem Entschließungsantrag! (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Huber.)
Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich hoffe, Herr Minister, dass Sie da in diesem Sinne weiterarbeiten, denn das Problem zu erkennen ist, glaube ich, wichtiger, als die Lösung zu erkennen. Die genaue Darstellung jedes Problems bringt auch die richtige Lösung, und in diesem Sinne werden wir sicher zustimmen. Ich hoffe, dass wir mit diesem Antrag in Zukunft beispielhaft weiterarbeiten. (Beifall beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Zwischenruf des Abg. Großruck.
Wie gesagt: Auch wir unterstützen diesen Antrag sehr gerne. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Dr. Pirklhuber. – Zwischenruf des Abg. Großruck.)
Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.
Dieses nachhaltige Denken ist aber nicht nur in der Produktion notwendig, sondern muss auch eine weite Verbreitung im Denken der Konsumentenschaft finden. Viele Konsumenten stehen beim Einkauf zur Nachhaltigkeit, stehen zur Region. Aber wir müssen hier trotzdem noch mehr Bewusstseinsbildung betreiben, um dies in der Bevölkerung wirklich lückenlos zu verankern. (Demonstrativer Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Richtig!
Es muss nicht sein, dass man die gesamte Produktpalette, die man in einem Jahr braucht, gemeinsam ausschreibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Richtig!) – Fleischprodukte, Milchprodukte, die Gewürze und die Marmelade noch dazu –, was in Summe eine europaweite Ausschreibung erfordern würde. – Nein, man kann den Käse separat ausschreiben, man kann die Fleischprodukte separat ausschreiben und alle anderen Dinge auch; dann kann man auch eine beschränkte und für die Region maßgeschneiderte Ausschreibung zustande bringen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es muss nicht sein, dass man die gesamte Produktpalette, die man in einem Jahr braucht, gemeinsam ausschreibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! Richtig!) – Fleischprodukte, Milchprodukte, die Gewürze und die Marmelade noch dazu –, was in Summe eine europaweite Ausschreibung erfordern würde. – Nein, man kann den Käse separat ausschreiben, man kann die Fleischprodukte separat ausschreiben und alle anderen Dinge auch; dann kann man auch eine beschränkte und für die Region maßgeschneiderte Ausschreibung zustande bringen. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Doppler und Dr. Pirklhuber.
Ich freue mich wirklich über den vorliegenden Fünf-Parteien-Antrag und darüber, dass wir alle der Meinung sind, dass ökologische Kriterien bei der Beschaffung von Lebensmitteln in öffentlichen Einrichtungen noch stärker als bisher berücksichtigt werden sollen. – Danke. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Doppler und Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Ewald Sacher (SPÖ): Geschätzter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Hohes Haus! Sind Bio-Lebensmittel wirklich gesünder? – Mit dieser provokanten Schlagzeile hat „Der Spiegel“ im September des letzten Jahres über eine Studie der Stanford University berichtet, die erbracht haben soll, dass es keinen deutlichen Nachweis dafür gibt, dass Bio-Lebensmittel gesünder seien. Demgegenüber führt eine Studie des Institutes Bio Forschung Austria zahlreiche Gründe an, die den Wert von Bio-Lebensmitteln bestätigen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Berechtigterweise!
Ein Umstand trägt jedenfalls dazu bei: Bio-Essen verringert in den Augen der Konsumenten das Risiko, mit der Nahrung Gift zu sich zu nehmen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Berechtigterweise!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die honorieren eine Leistung!
Noch etwas: Die Konsumenten kaufen auch aus einer ökologischen Gesinnung heraus immer mehr Bio-Produkte. Sie sehen die positiven Folgen ökologischer Landwirtschaft für die Umwelt. Sie wollen artgerechte Tierhaltung und Fütterung. Sie haben die Aspekte des Gewässerschutzes, des Klimaschutzes, des Artenschutzes, der Bodenqualität im Auge. Und sie sind offensichtlich auch bereit, dafür einen höheren, fairen Preis zu zahlen, und somit erbringen auch die Konsumenten eine Leistung in diesem Sinne. (Abg. Dr. Pirklhuber: Die honorieren eine Leistung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das glaube ich auch! – Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Brunner in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber.
sonderes: Lieber Kollege Pirklhuber, ausgehend von dir, unterstützt und ausgearbeitet von fünf Parteien, wird er jetzt von sechs Parteien beschlossen. Ich habe gehört, dass die neue Fraktion auch mitstimmen wird. Also so etwas wird es so schnell auch hier herinnen nicht mehr geben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das glaube ich auch! – Demonstrativer Beifall der Abg. Mag. Brunner in Richtung des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist also eine ganz interessante Entwicklung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Auch für die nächste GP!
Lieber Kollege Pirklhuber, du hast gemeint, wir sollten doch in der Cafeteria, also bei uns anfangen und dann in der nächsten GP (Abg. Dr. Pirklhuber: Auch für die nächste GP!) – Natürlich, es ist alles bestens. Ich habe nur die Bitte, fangen wir sofort an und nicht in der nächsten GP, denn da bin ich nicht mehr dabei. (Ruf bei der ÖVP: Das ist schade!) Also das sollten wir schon jetzt machen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Weil das auch sein Job ist! Genau!
Ich kann Sie beruhigen, es war nicht der Herr Landwirtschaftsminister Pröll, der damals die Grenze nach oben gehoben hat, sondern es war der Herr Finanzminister Pröll, denn zu dieser Zeit war er Finanzminister. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weil das auch sein Job ist! Genau!) – So viel zu den Fakten.
Sitzung Nr. 191
Abg. Dr. Pirklhuber: ... verhindern!
Abgeordnete Gabriele Tamandl (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundesminister! Sehr geehrte Damen und Herren an den Fernsehschirmen, am Livestream im Internet und auf der Galerie! Ich denke, wir behandeln heute hier ein Thema, das sehr, sehr viele Menschen in unserem Land betrifft, nämlich die Konsumentinnen und Konsumenten, die ganz einfach nicht getäuscht werden wollen, die ehrliche Produkte bekommen wollen (Abg. Dr. Pirklhuber: ... verhindern!) und die ganz genau wissen wollen, dass das, was draufsteht, auch im Lebensmittel, in den Produkten drinnen ist.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, Sie verhindern ja das Gütesiegel! Sie verhindern es ja! Lächerlich!
Herr Bundesminister, lenken Sie nicht ab! Werden Sie endlich tätig! (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, Sie verhindern ja das Gütesiegel! Sie verhindern es ja! Lächerlich!) Wir brauchen für den Bereich, den Sie abzudecken haben, eine klare Rückverfolgbarkeit von Fleisch und anderen Produkten. Wir brauchen klare Herkunftsangaben für die gesetzlichen Regelungen und nicht für die über die gesetzlichen Regelungen
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch ein Witz! – Abg. Strache: Das ist doch der, der mit beiden Füßen auf der Bremse steht! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen
Ich möchte mich hier ausdrücklich bei Herrn Bundesminister Berlakovich bedanken (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist doch ein Witz! – Abg. Strache: Das ist doch der, der mit beiden Füßen auf der Bremse steht! – weitere Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen), der im letzten Landwirtschaftsministerrat sehr wohl einen Reisepass gefordert hat, damit nachvollziehbar ist, wo das Produkt herkommt, wo das Fleisch herkommt, wo die Inhaltsstoffe herkommen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Weil Sie nichts tun! Die ÖVP blockiert nur!
Das Gütesiegelgesetz und das Fordern von höheren Auflagen als in anderen europäischen Ländern ist ein frommer Wunsch. Doch wie soll das funktionieren, wenn wir letztendlich auf dem Markt wieder gemeinsam auftreten? Wir bekennen uns zum freien Handel. Österreich ist Exportweltmeister in vielen landwirtschaftlichen Kategorien. Wir sind sehr gut, was unsere Produkte angeht, daher wollen wir auch den Freihandel, schließlich wollen wir mit unseren Produkten auch Handel betreiben. Der Skandal, den diese kriminellen Gestalten in der Verarbeitung und im Verkauf verursacht haben, darf nicht auf dem Rücken der Bauern ausgetragen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Weil Sie nichts tun! Die ÖVP blockiert nur!)
Sitzung Nr. 192
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Einsatz von Rettungsorganisationen auf tschechischem Staatsgebiet“ (Ordnungsnummer 194) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „öffentliche Dienstleistungen der Daseinsvorsorge“ (Ordnungsnummer 195) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 196) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 193
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Errichtung eines Atommüll-Endlagers in der tschechischen Republik“ (Ordnungsnummer 199) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da hat er recht!
Dieser unser Experte ist Mitarbeiter der Bundesanstalt für Bergbauernfragen und in Europa in seinem Gebiet weithin anerkannt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Da hat er recht!) Nunmehr hat er richtigerweise dem ORF mitgeteilt, man möge das bei der Presseabteilung des Bundesministeriums anmelden und dort sozusagen nachfragen, ob das möglich ist. Man soll es nicht glauben, von der Dame des ORF kam dann an den Herrn Dr. Hoppichler folgende Meldung zurück: Leider wird mir nicht gestattet, mit Ihnen ein Interview zu machen. Das Ministerbüro hat mich stattdessen an Herrn Dr. Girsch, AGES, vermittelt. Mit freundlichen Grüßen.
Beifall bei SPÖ, Grünen und BZÖ. – Rufe beim BZÖ: Ein Wahnsinn! Unglaublich! – Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Zensur ist das!
Ich empfinde das als einen Affront, wie es ärger nicht mehr geht. (Beifall bei SPÖ, Grünen und BZÖ. – Rufe beim BZÖ: Ein Wahnsinn! Unglaublich! – Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Zensur ist das!)
Abg. Dr. Pirklhuber – demonstrativ den Sitzungssaal verlassend –: Jetzt geh’ ich aber raus!
Wenn man bedenkt, dass die Imker ein ähnliches Problem haben – seit 20, 25 Jahren gibt es die Varroamilbe, die ebenfalls mit Insektiziden bekämpft werden muss –, haben wir beide dasselbe Problem: Zielgerichtet eingesetzt funktioniert es. Unfälle sind Unfälle. Leider gibt es bei den Bienen eben sehr viele Verluste durch die Varroa. Manche instrumentalisieren das jetzt politisch und spielen mit sachfremden Aussagen Imker gegen Bauern aus und umgekehrt. Das ist eben ein großes Problem. (Abg. Dr. Pirklhuber – demonstrativ den Sitzungssaal verlassend –: Jetzt geh’ ich aber raus!)
Abg. Hornek: Pirklhuber, du bist der Letzte, der für die Bauern sprechen kann!
Entscheidung für die Bienen, für die Natur, für die Ökologie in Österreich. Wir werden auch im Interesse der Bäuerinnen und Bauern und der Konsumentinnen und Konsumenten entscheiden (Abg. Hornek: Pirklhuber, du bist der Letzte, der für die Bauern sprechen kann!) und ein Verbot durchsetzen – gegen die Interessen der Chemieindustrie und gegen die Interessen des Österreichischen Bauernbundes. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 198
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Neonicotinoide in Österreich verbieten!“ (Ordnungsnummer 203) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 199
Abg. Dr. Pirklhuber: Das war eine Frage, und Fragen sind ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.
Ich finde es ungeheuerlich, jetzt den Versuch zu unternehmen, den Dr. Peter Fichtenbauer, der ein lupenreiner Demokrat ist, in irgendeine Nähe zum Nationalsozialismus zu bringen und ihm irgendetwas zu unterstellen, was in Richtung Österreichfeindlichkeit geht. Das ist doch wirklich absurd! (Abg. Dr. Pirklhuber: Das war eine Frage, und Fragen sind ...! – Zwischenruf des Abg. Mag. Steinhauser.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Diskussion wird ja noch kein Standgericht sein, Herr Kollege!
lisches Standgericht (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Diskussion wird ja noch kein Standgericht sein, Herr Kollege!), wo die mediale Vernichtung und die mediale Ruinierung von Menschen bei Ihnen auf der Tagesordnung stehen? Denken Sie doch einmal nach über das, was Sie tun! Das wird es nicht spielen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schreien Sie nicht so laut!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schreien Sie nicht so laut!
lisches Standgericht (Abg. Dr. Pirklhuber: Eine Diskussion wird ja noch kein Standgericht sein, Herr Kollege!), wo die mediale Vernichtung und die mediale Ruinierung von Menschen bei Ihnen auf der Tagesordnung stehen? Denken Sie doch einmal nach über das, was Sie tun! Das wird es nicht spielen! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Dr. Pirklhuber: Schreien Sie nicht so laut!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Und ich kann Ihnen nur eines sagen – ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen, den kategorischen Imperativ (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber); ich lege ihn Ihnen wärmstens ans Herz –: Wenn Sie das, was Sie hier zur subjektiven Maxime erhoben haben, diese Gleichsetzung von Freiheit, von Wahrheit, von Demokratie und Toleranz mit Ihrem links-linken Weltbild, wenn Sie das zum allgemeinen Gesetz erheben, dann landen Sie im Stasi-Staat der DDR, meine Damen und Herren, und wir als Freiheitliche wollen das nicht haben. (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und ich kann Ihnen nur eines sagen – ich weiß nicht, ob Sie ihn kennen, den kategorischen Imperativ (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber); ich lege ihn Ihnen wärmstens ans Herz –: Wenn Sie das, was Sie hier zur subjektiven Maxime erhoben haben, diese Gleichsetzung von Freiheit, von Wahrheit, von Demokratie und Toleranz mit Ihrem links-linken Weltbild, wenn Sie das zum allgemeinen Gesetz erheben, dann landen Sie im Stasi-Staat der DDR, meine Damen und Herren, und wir als Freiheitliche wollen das nicht haben. (Beifall bei der FPÖ. – Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 200
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt eben nicht!
Da es, wie ich bereits eingangs gesagt habe, eine Verordnung der EU geben wird, ist der Antrag der Grünen beziehungsweise des Kollegen Pirklhuber daher schon weitgehend erfüllt und wird von uns keine Zustimmung erhalten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt eben nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ah geh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, na!
Da die Redezeit schon abgelaufen ist, nur noch ganz kurz zum Antrag des Herrn Abgeordneten Pirklhuber bezüglich des Verbotes der Einfuhr von geklonten Tieren und den Produkten daraus. Ich sage es gleich: Der Antrag geht uns zu wenig weit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ah geh! – Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Na, na!) Wir wollen dringend eine Novellierung der Novel-Food-Verordnung, die ja einmal gescheitert ist.
Sitzung Nr. 202
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „die Einrichtung eines öffentlichen Pflanzenschutzmittelmonitors“ (Ordnungsnummer 212) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Zinggl
Abgeordneter Heinz-Christian Strache (FPÖ): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister Berlakovich! (Der Redner platziert vor sich auf dem Rednerpult ein mit Honig gefülltes 5-Liter-Glas mit der Aufschrift „Blütenhonig aus Österreich“, das mit zahlreichen schwarz-gelben Plüsch-Bienen dekoriert ist; eine solche trägt der Redner auch auf seinem Revers.) Die heutige Dringliche Anfrage beziehungsweise Sondersitzung hat als Anlass die aktuellen Entwicklungen rund um, sage ich, Ihren Lobbyismus, rund um die Interessen chemischer Konzerne im Zusammenhang mit diversen Pestiziden, die für das Bienensterben verantwortlich zu machen sind. Aber natürlich auch – ich sage das ganz bewusst – die neue EU-Saatgutverordnung sollte man nicht außer Acht lassen. All das hat dazu geführt, dass zum Glück alle Oppositionsparteien die heutige Sondersitzung unterstützen und auch alle den Misstrauensantrag gegen Sie unterstützen werden (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Zinggl), weil es notwendig ist, Ihnen, Herr Pestizidminister Berlakovich, auch eine klare Absage an Ihre politischen Handlungen mit auf den Weg zu geben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Märchen!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Nikolaus Berlakovich (fortsetzend): Die Europäische Kommission hat diesen Kompromiss nicht zur Abstimmung gebracht. Unser Ziel war dabei, einen Interessenausgleich zu schaffen, nämlich zum einen Bienen zu schützen und zum anderen auch die Existenzen von Bauern abzusichern, denn eine Alternative zum Verbot der Neonicotinoide ist für manche die Gentechnik. (Abg. Dr. Pirklhuber: Märchen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt bereits 50 Studien! – Abg. Neubauer: 50 Studien!
Darüber hinaus haben wir uns mit den Imkern, Bauern und der Wissenschaft geeinigt, dass wir Forschungsaufträge vergeben. Ich will die vielfältigen Ursachen der Bienenverluste in Österreich mit Unterstützung der Wissenschaft untersuchen. Diesbezüglich werden wir auch in Kontakt mit der Europäischen Kommission bleiben, weil das ein gesamteuropäisches Anliegen sein muss. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt bereits 50 Studien! – Abg. Neubauer: 50 Studien!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Bienenprogramm für die Imker: Bienen müssen mehr werden und nicht weniger. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das Lebensministerium hat seit Jahren ein Bienenprogramm, das in etwa 2 Millionen € ausmacht, wo es finanzielle Unterstützung für die Imker gibt, zum Beispiel bei Investitionen, beim Ankauf von Gerätschaften, aber auch – ganz wichtig! – bei Schulungen für die Imker. Der positive Effekt dieses Bienenprogramms, dieses Imkerprogramms ist, dass die Imker besser geschult sind und dass sie bei uns die Varroa besser bekämpfen als in anderen Ländern. Das heißt, dieses Programm wird ausgebaut. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Jury.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja keine ! – Zwischenruf des Abg. Huber.
wenn Sie das hier betonen, auch bei kleinen Bauern in der Steiermark, die wenig Fläche haben, die keine Fruchtfolge machen können. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja keine ! – Zwischenruf des Abg. Huber.) Ein großer Bauer tut sich da leichter, ein kleiner Bauer tut sich nicht so leicht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja ein Blödsinn!
Daher ist es wichtig, dass wir hier für diese Bauern Vorsorge treffen, denn ich wiederhole noch einmal: Unsere östlichen Nachbarn haben gesagt, wenn die Neonicotinoide verboten werden, wollen sie die Gentechnik einsetzen, weil sie sonst den Maiswurzelbohrer nicht in den Griff bekommen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ja ein Blödsinn!) Wir lehnen das ab, wir lehnen die Gentechnik ab! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe beim BZÖ.)
Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Die Debatte hat aber auch etwas anderes gezeigt, nämlich dass es ein verstärktes Bedürfnis der Öffentlichkeit nach Transparenz und Information im Bereich der Pflanzenschutzmittel gibt. (Zwischenruf des Abg. Kickl.) Die gesetzliche Grundlage, um diese Informationen zu veröffentlichen, ist das Umweltinformationsgesetz. Es hat eine Anfrage nach der Menge der in Verkehr gebrachten Neonicotinoide gegeben. Die Rechtsauffassung der Rechtsexperten des Ministeriums ist, dass nach dem bestehenden Umweltinformationsgesetz diese Informationen dem Datenschutz unterliegen. (Zwischenrufe beim BZÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich schon veröffentlicht!
Ich bin aber für maximale Transparenz, und die Bevölkerung hat ein Recht auf Information, und daher habe ich auch gesagt – Sie können das in den Medien verfolgen –, dass in Österreich rund zehn Tonnen Neonicotinoide angewendet werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das habe ich schon veröffentlicht!) Und um den Datenschutz zu wahren, hat das Ministerium das rechtlich notwendige Einverständnis der Betroffenen eingeholt. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Datenschutz von wem? – Abg. Strache: Datenschutz der Chemiekonzerne!) Daher kann ich Ihnen auch auf die Wirkstoffe bezogen folgende Zahlen mitteilen:
Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir gerade im Ausschuss gehabt!
Für die Zukunft halte ich es für sinnvoll, dass es eine Novellierung des Umweltinformationsgesetzes gibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das haben wir gerade im Ausschuss gehabt!) Mein Vorschlag für eine Neuregelung würde eine völlige Transparenz bei den Neonicotinoiden und Pflanzenschutzmitteln bringen und soll zum Beispiel Namen und Mengen der einzelnen Wirkstoffe und der in Verkehr gebrachten Pflanzenschutzmittel und Zulassungsnummern aufzeigen. Letzte Woche hat die ÖVP einen Abänderungsantrag zum Umweltinformationsgesetz übergeben. Im Sinne der Klarheit und der Rechtssicherheit wäre es sinnvoll, das auch zu machen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Lippenbekenntnisse! Sie sind zuständig für ...!
Abschließend möchte ich betonen: Österreich hat sich immer, in der Vergangenheit und gerade auch jetzt im Zusammenhang mit der Diskussion über die gemeinsame Agrarpolitik auf der europäischen Ebene, zu einer nachhaltigen, ökologisch orientierten Landwirtschaft bekannt, diese ausgebaut und verstärkt. Und wir sind stolz auf die Leistungen unserer Bauern. Wir sind Bioweltmeister, kein Staat in der Europäischen Union hat so viel Biolandwirtschaft, nämlich 20 Prozent der Fläche. (Abg. Dr. Pirklhuber: Lippenbekenntnisse! Sie sind zuständig für ...!) Das Umweltprogramm, im Rahmen dessen 90 Prozent der Fläche bewirtschaftet werden, ist ein Beweis, dass die Landwirte umweltorientiert arbeiten, dass Landwirtschaft und Umwelt kein Widerspruch sind. Daher danke ich den Bauern für ihr ständiges Bemühen und für ihre qualitativ hochwertigen Nahrungsmittel. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Zusätzlich war der Grund, dass viele kleine Bauern von einem derartigen Verbot betroffen sind und auch nicht wissen, wie sie Alternativen einsetzen sollen. Und die EFSA-Studie, die im Auftrag der Kommission verfasst wurde, hat selbst ausgesagt (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), es bräuchte weitere Versuche, weitere Daten, sodass es noch keinen abschließenden Bericht gibt.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Zu meinem Vorredner möchte ich sagen: Über zwei Drittel der Bauern verwenden dieses Bienengift gar nicht, Biobauern sowieso nicht. Auch an die Adresse von Herrn Minister Berlakovich sei gesagt: Jetzt einfach die Flucht anzutreten und zu sagen, die Gentechnik stehe vor der Tür und der Pestizideinsatz sei die einzige Alternative, als ob es keine Fruchtfolge gäbe oder als ob Sie nicht die Möglichkeit hätten, für ein europaweites Verbot der Gentechnik einzutreten, das ist auch nicht ganz verständlich. Ich meine, es gibt da Möglichkeiten, für die wir uns einsetzen sollten! Das wäre auch eine Aufgabe, die Sie und die wir alle erfüllen sollten. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Des zuständigen Ministers! Des Landwirtschaftsministers!
Meine Damen und Herren! Es ist aber unsere Verantwortung und natürlich die Verantwortung der zuständigen Behörden (Abg. Dr. Pirklhuber: Des zuständigen Ministers! Des Landwirtschaftsministers!), die Nebenwirkungen, die bei diesen Produkten entstehen können, mit besonderer Sorgfalt zu prüfen (Abg. Neubauer: Lesen Sie den Beipacktext!), Risiken und Nutzen abzuwägen und letzten Endes im Einzelfall zu entscheiden, ob ein Produkt zugelassen wird oder nicht. Diese Diskussion findet laufend statt. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Na selbstverständlich ist es so!
Zur gegenständlichen Diskussion, ob ein bestimmtes Pflanzenschutzmittel am gehäuften Bienensterben schuld ist (Abg. Dr. Pirklhuber: Na selbstverständlich ist es so!): Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass es vielen, die sich hier zu Wort gemeldet
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Meine Damen und Herren, die Meinungen der Experten gehen auseinander. Eine Studie der EU, des EU-Parlaments sagt, Neonicotinoide seien gefährlich – ja, für die Bienen. Eine Studie der AGES, der Ernährungssicherheitsagentur in Österreich, sagt, der Einsatz dieser Mittel sei vertretbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) Und es gibt eine ganze Reihe von Experten – auch Kollege Pirklhuber hat das im Ausschuss bestätigt –, die sagen, dass es eine Vielzahl von Ursachen gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!), die am Bienensterben schuld sind, und mit Sicherheit nicht nur der Einsatz von Neonicotinoiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!) Auch Ihr Experte, der gestern an der Enquete der SPÖ teilgenommen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Burtscher!), Herr Dr. Burtscher, hat bestätigt, dass das ein Tropfen in diesem großen Fass sei, der es jetzt zum Überlaufen bringe, aber eine Vielzahl von Ursachen für das Bienensterben verantwortlich sei. Sie bestätigen es ja selbst, Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man ja zugeben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!
Meine Damen und Herren, die Meinungen der Experten gehen auseinander. Eine Studie der EU, des EU-Parlaments sagt, Neonicotinoide seien gefährlich – ja, für die Bienen. Eine Studie der AGES, der Ernährungssicherheitsagentur in Österreich, sagt, der Einsatz dieser Mittel sei vertretbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) Und es gibt eine ganze Reihe von Experten – auch Kollege Pirklhuber hat das im Ausschuss bestätigt –, die sagen, dass es eine Vielzahl von Ursachen gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!), die am Bienensterben schuld sind, und mit Sicherheit nicht nur der Einsatz von Neonicotinoiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!) Auch Ihr Experte, der gestern an der Enquete der SPÖ teilgenommen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Burtscher!), Herr Dr. Burtscher, hat bestätigt, dass das ein Tropfen in diesem großen Fass sei, der es jetzt zum Überlaufen bringe, aber eine Vielzahl von Ursachen für das Bienensterben verantwortlich sei. Sie bestätigen es ja selbst, Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man ja zugeben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!
Meine Damen und Herren, die Meinungen der Experten gehen auseinander. Eine Studie der EU, des EU-Parlaments sagt, Neonicotinoide seien gefährlich – ja, für die Bienen. Eine Studie der AGES, der Ernährungssicherheitsagentur in Österreich, sagt, der Einsatz dieser Mittel sei vertretbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) Und es gibt eine ganze Reihe von Experten – auch Kollege Pirklhuber hat das im Ausschuss bestätigt –, die sagen, dass es eine Vielzahl von Ursachen gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!), die am Bienensterben schuld sind, und mit Sicherheit nicht nur der Einsatz von Neonicotinoiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!) Auch Ihr Experte, der gestern an der Enquete der SPÖ teilgenommen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Burtscher!), Herr Dr. Burtscher, hat bestätigt, dass das ein Tropfen in diesem großen Fass sei, der es jetzt zum Überlaufen bringe, aber eine Vielzahl von Ursachen für das Bienensterben verantwortlich sei. Sie bestätigen es ja selbst, Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man ja zugeben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Burtscher!
Meine Damen und Herren, die Meinungen der Experten gehen auseinander. Eine Studie der EU, des EU-Parlaments sagt, Neonicotinoide seien gefährlich – ja, für die Bienen. Eine Studie der AGES, der Ernährungssicherheitsagentur in Österreich, sagt, der Einsatz dieser Mittel sei vertretbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) Und es gibt eine ganze Reihe von Experten – auch Kollege Pirklhuber hat das im Ausschuss bestätigt –, die sagen, dass es eine Vielzahl von Ursachen gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!), die am Bienensterben schuld sind, und mit Sicherheit nicht nur der Einsatz von Neonicotinoiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!) Auch Ihr Experte, der gestern an der Enquete der SPÖ teilgenommen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Burtscher!), Herr Dr. Burtscher, hat bestätigt, dass das ein Tropfen in diesem großen Fass sei, der es jetzt zum Überlaufen bringe, aber eine Vielzahl von Ursachen für das Bienensterben verantwortlich sei. Sie bestätigen es ja selbst, Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man ja zugeben!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man ja zugeben!
Meine Damen und Herren, die Meinungen der Experten gehen auseinander. Eine Studie der EU, des EU-Parlaments sagt, Neonicotinoide seien gefährlich – ja, für die Bienen. Eine Studie der AGES, der Ernährungssicherheitsagentur in Österreich, sagt, der Einsatz dieser Mittel sei vertretbar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!) Und es gibt eine ganze Reihe von Experten – auch Kollege Pirklhuber hat das im Ausschuss bestätigt –, die sagen, dass es eine Vielzahl von Ursachen gibt (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!), die am Bienensterben schuld sind, und mit Sicherheit nicht nur der Einsatz von Neonicotinoiden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! Selbstverständlich!) Auch Ihr Experte, der gestern an der Enquete der SPÖ teilgenommen hat (Abg. Dr. Pirklhuber: Burtscher!), Herr Dr. Burtscher, hat bestätigt, dass das ein Tropfen in diesem großen Fass sei, der es jetzt zum Überlaufen bringe, aber eine Vielzahl von Ursachen für das Bienensterben verantwortlich sei. Sie bestätigen es ja selbst, Herr Kollege. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das kann man ja zugeben!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Diese Hatz, meine Damen und Herren, die hier gegen unseren Umwelt- und Landwirtschaftsminister veranstaltet wird, ist wirklich verwerflich (Abg. Dr. Stummvoll: Wahlkampf!) und ist zurückzuweisen! Das sucht seinesgleichen. Das sind böswillige Unterstellungen! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Herrn Minister Berlakovich wird vorgeworfen, er komme seiner Auskunftspflicht nicht nach. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) In der Begründung des Entschließungsantrages der Grünen – Sie schlagen sich ja wirklich mit Ihren eigenen Waffen, liebe Kollegen Steinhauser, Pilz und Freunde – werfen Sie ihm vor, sich des Amtsmissbrauchs schuldig zu machen, weil er beziehungsweise seine Beamten die Informationen nicht herausgegeben haben, weil sie der Rechtsmeinung sind, dass es dem Datenschutz widerspricht, Daten dieser einzelnen Firmen herauszugeben. (Abg. Brosz: Jetzt kommt der Standard! Das habe ich schon erwartet!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!
Meine Damen und Herren! Der Landwirtschaftsminister hat in Brüssel genau das getan, was verantwortungsvoll ist: Er hat einen Alternativvorschlag vorgelegt, indem er für ein Verbot dieser Pestizide eingetreten ist, aber mit der Möglichkeit (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!), regional und aus bestimmten Gründen Ausnahmen vorzusehen, wie es sachgerecht gewesen wäre. Leider ist dieser Vorschlag nicht angenommen oder gar nicht zur Abstimmung gebracht worden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist Ihr Antrag, Kollege Kopf? Wo ist der Antrag Ihrer Kollegen im Unterausschuss gewesen?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist Ihr Antrag, Kollege Kopf? Wo ist der Antrag Ihrer Kollegen im Unterausschuss gewesen?
Meine Damen und Herren! Der Landwirtschaftsminister hat in Brüssel genau das getan, was verantwortungsvoll ist: Er hat einen Alternativvorschlag vorgelegt, indem er für ein Verbot dieser Pestizide eingetreten ist, aber mit der Möglichkeit (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht! Das ist falsch!), regional und aus bestimmten Gründen Ausnahmen vorzusehen, wie es sachgerecht gewesen wäre. Leider ist dieser Vorschlag nicht angenommen oder gar nicht zur Abstimmung gebracht worden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wo ist Ihr Antrag, Kollege Kopf? Wo ist der Antrag Ihrer Kollegen im Unterausschuss gewesen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! – Abg. Neubauer: Fünf Jahre hätten Sie Zeit gehabt!
Aber seien wir uns im Klaren: Wir stürzen damit, ohne dass wir ihnen eine Alternative anbieten, viele kleine Bauern in Österreich in existenzielle Probleme. (Abg. Dr. Glawischnig-Piesczek: Das stimmt auch nicht!) Das muss uns klar sein. Das heißt, wenn wir uns zu diesem Verbot bekennen und glauben, damit einen Beitrag zum Schutz der Bienen leisten zu können, dann tun wir das, aber dann haben wir auch die Verpflichtung, alles zu unternehmen, diesen Bauern bei der Suche nach einer Alternative zu helfen und unter die Arme zu greifen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist richtig! – Abg. Neubauer: Fünf Jahre hätten Sie Zeit gehabt!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Meine Damen und Herren, vielleicht haben Sie einmal nachgefragt, wer da wirklich betroffen ist. – Im Maisanbau kann man dieses Problem noch am ehesten lösen, mit Ausnahme bei der Maissaatgutvermehrung. Da trifft es nicht die Großbauern, Herr Kollege Strache, denn der Großbauer mit all seinen Flächen kann die Fruchtfolge ohne Weiteres einhalten; das ist kein Problem für ihn. Aber wissen Sie, wen es trifft? – Den Kleinbauern trifft das, den an der südsteirischen Grenze beispielsweise. Fragen Sie dort einmal nach bei den kleinen Bauernbetrieben! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sicher nicht mit bienenschädigenden Pestiziden!
Zum Zweiten, Herr Kollege Pirklhuber, Sie tragen ein schönes gelbes T-Shirt, bemerkenswert, und wir freuen uns derzeit über die wunderschönen gelben Rapsblüten auf den Feldern. Ich frage Sie: Wie kann Raps in Zukunft weiter angebaut und produziert werden? (Abg. Dr. Pirklhuber: Sicher nicht mit bienenschädigenden Pestiziden!) – Sicher nicht mit bienenschädigenden Mitteln, aber Tatsache ist: Wenn die Saatbeize auch beim Raps wegfällt, dann werden wir ein Riesenproblem haben. Dann können Sie sich diese gelbblühenden Felder abschminken, um das einmal klarzustellen! Sie werden es schon noch erleben: Das Bienensterben wird bestehen bleiben, das Ausbringen der Saat, den Anbau von Raps wird es nicht mehr geben, wenn Sie das so haben wollen. Es wird so sein wie bei der Eierproduktion in Österreich. Wir haben die Käfighaltung verboten, aber Sie können in der Zeitschrift „Regal“ nachlesen, dass 120 Millionen Eier aus Argentinien aus Käfighaltung zur Trockeneiproduktion importiert werden. Aber das spielt ja keine Rolle, Hauptsache, Sie haben ein ruhiges Gewissen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind verantwortlich! Wer verhindert denn, dass die Kennzeichnung dort passiert?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind verantwortlich! Wer verhindert denn, dass die Kennzeichnung dort passiert?
Zum Zweiten, Herr Kollege Pirklhuber, Sie tragen ein schönes gelbes T-Shirt, bemerkenswert, und wir freuen uns derzeit über die wunderschönen gelben Rapsblüten auf den Feldern. Ich frage Sie: Wie kann Raps in Zukunft weiter angebaut und produziert werden? (Abg. Dr. Pirklhuber: Sicher nicht mit bienenschädigenden Pestiziden!) – Sicher nicht mit bienenschädigenden Mitteln, aber Tatsache ist: Wenn die Saatbeize auch beim Raps wegfällt, dann werden wir ein Riesenproblem haben. Dann können Sie sich diese gelbblühenden Felder abschminken, um das einmal klarzustellen! Sie werden es schon noch erleben: Das Bienensterben wird bestehen bleiben, das Ausbringen der Saat, den Anbau von Raps wird es nicht mehr geben, wenn Sie das so haben wollen. Es wird so sein wie bei der Eierproduktion in Österreich. Wir haben die Käfighaltung verboten, aber Sie können in der Zeitschrift „Regal“ nachlesen, dass 120 Millionen Eier aus Argentinien aus Käfighaltung zur Trockeneiproduktion importiert werden. Aber das spielt ja keine Rolle, Hauptsache, Sie haben ein ruhiges Gewissen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sie sind verantwortlich! Wer verhindert denn, dass die Kennzeichnung dort passiert?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber im Lagerhaus auch!
Sie können, wie Kollege Jannach zu Recht gesagt hat, als Privater in jedem Supermarkt 100 Liter Glyphosat einkaufen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber im Lagerhaus auch!), Sie brauchen keine Überprüfung, Sie brauchen keine Aufzeichnung, Sie brauchen gar nichts. Die Bauern müssen den Sachkundenachweis haben, die Bauern müssen die Pflanzenschutzgeräte überprüfen lassen, die Bauern müssen Aufzeichnungen führen, die Lagerung sicherstellen und auch wirklich umweltbewusst und
Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Rednerpult und platziert dort verschiedene Pflanzenschutzmittel. – Rufe bei der ÖVP: Er war einkaufen! – Abg. Rädler: Unsachgemäße Lagerung!
Präsidentin Mag. Barbara Prammer: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber ist nun zu Wort gemeldet. – Bitte. (Abg. Dr. Pirklhuber begibt sich zum Rednerpult und platziert dort verschiedene Pflanzenschutzmittel. – Rufe bei der ÖVP: Er war einkaufen! – Abg. Rädler: Unsachgemäße Lagerung!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Wenn Kollege Kopf dann versucht, alles zu rechtfertigen, und mit der Gen-Keule droht, dann erinnert mich das irgendwie an die Anti-AKW-Debatte vor mehr als 30 Jahren (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber), als man gesagt hat: Wenn es kein Kernkraftwerk gibt, dann bricht alles zusammen und unser Lebensstandard ist nicht mehr gesichert. (Abg. Kickl: Das habt ihr jetzt beim Euro übernommen!) Das Gleiche haben wir immer wieder in jeder Landwirtschaftsdiskussion.
Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!
Der Punkt mit der Fruchtfolge: Das ist nur leider bei der Saatgutvermehrung nicht die Lösung, weil wir – wir wissen es von den Biobauern – zu hohe Verluste haben. Und den ganz Gescheiten in der Steiermark, die sagen, in der Südsteiermark muss man eben Fruchtfolge machen: Dort sind die Äcker so klein, dass man hundert Mal Fruchtfolge machen kann – der Käfer kommt vom Nachbarn, weil er die 50 Meter locker überfliegt, die es an sich als Abstand gäbe. Das Problem ist kein Problem bei großen Strukturen mit den kommassierten Feldern, aber das Problem ist dort ein großes Problem, wo die Felder klein sind und der Käfer vom Nachbarn kommt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Tode gefürchtet ist auch gestorben!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Biobauern hätten dann schon weg sein müssen! – Abg. Mag. Gaßner: Die wären schon alle weg!
Deswegen: Bitte, lasst die Wirklichkeit gelten! Ihr habt alle miteinander ein schlechtes Gefühl. Ich meine, es ist heute irgendwie eine groteske Situation mit Schwarz und Gelb, mit Kasperltheater und Bienen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Biobauern hätten dann schon weg sein müssen! – Abg. Mag. Gaßner: Die wären schon alle weg!), aber dahinter gibt es ja eine Wirklichkeit! (Abg. Dr. Pirklhuber: Und vielen Dank für die Information ...!) Eine Wirklichkeit, die ihr jeden Tag auf dem Teller habt, eine Wirklichkeit, für die sich Leute plagen, denen man Danke schön sagen muss. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... als Umweltsprecher der ÖVP, als Industriesprecher!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und vielen Dank für die Information ...!
Deswegen: Bitte, lasst die Wirklichkeit gelten! Ihr habt alle miteinander ein schlechtes Gefühl. Ich meine, es ist heute irgendwie eine groteske Situation mit Schwarz und Gelb, mit Kasperltheater und Bienen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Biobauern hätten dann schon weg sein müssen! – Abg. Mag. Gaßner: Die wären schon alle weg!), aber dahinter gibt es ja eine Wirklichkeit! (Abg. Dr. Pirklhuber: Und vielen Dank für die Information ...!) Eine Wirklichkeit, die ihr jeden Tag auf dem Teller habt, eine Wirklichkeit, für die sich Leute plagen, denen man Danke schön sagen muss. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... als Umweltsprecher der ÖVP, als Industriesprecher!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... als Umweltsprecher der ÖVP, als Industriesprecher!
Deswegen: Bitte, lasst die Wirklichkeit gelten! Ihr habt alle miteinander ein schlechtes Gefühl. Ich meine, es ist heute irgendwie eine groteske Situation mit Schwarz und Gelb, mit Kasperltheater und Bienen (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die Biobauern hätten dann schon weg sein müssen! – Abg. Mag. Gaßner: Die wären schon alle weg!), aber dahinter gibt es ja eine Wirklichkeit! (Abg. Dr. Pirklhuber: Und vielen Dank für die Information ...!) Eine Wirklichkeit, die ihr jeden Tag auf dem Teller habt, eine Wirklichkeit, für die sich Leute plagen, denen man Danke schön sagen muss. (Abg. Dr. Pirklhuber: ... als Umweltsprecher der ÖVP, als Industriesprecher!)
Abg. Dr. Pirklhuber: ... die Augen auf!
Ich sage unserem Minister Danke sehr dafür, dass er zu dem Thema in Europa darauf hingewiesen hat, dass man zuerst Alternativen prüfen muss, bevor man etwas zur Gänze verbietet. Politik mit Augenmaß und Hausverstand, das muss unsere Richtung sein (Abg. Dr. Pirklhuber: ... die Augen auf!), und nicht schräges Verbieten! – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: klare Zusage für einen Bericht!
Herr Bundesminister, wir haben im Ausschuss noch einiges an Arbeit vor uns. Ich verstehe ja nicht, warum die Grünen den Unterausschuss, die Fortsetzung des Unterausschusses nicht mehr wollen. Der Unterausschuss ist ja kein Zeitvertreib. (Abg. Dr. Pirklhuber: klare Zusage für einen Bericht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Der Versuch, Schweigegeld an die Imker zu zahlen, war ja leider erfolglos!
„Aber mittlerweile hat man den Eindruck, dass die Kampagnen () oft reiner Selbstzweck sind, schließlich erhöht das sowohl Bekanntheit als auch Spendenvolumen der ‚grünen‘ Lobbys.“ (Abg. Dr. Pirklhuber: Der Versuch, Schweigegeld an die Imker zu zahlen, war ja leider erfolglos!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Hast du den heutigen „Kurier“ auch gelesen? – Abg. Dr. Pirklhuber: Selektive Wahrnehmung!
Das ist nicht vom „bösen“ Bauernbund, sondern von einer unabhängigen Journalistin geschrieben worden. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Petzner: Hast du den heutigen „Kurier“ auch gelesen? – Abg. Dr. Pirklhuber: Selektive Wahrnehmung!)
Sitzung Nr. 203
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Für euch von den Grünen – jetzt sind schon zwei, drei mehr im Saal als vorher – ist Umweltpolitik das große Spektakel, die Show (Zwischenruf der Abg. Mag. Brunner) und der tägliche Anlass, um mehr Gesetze, mehr Verordnungen, mehr Verbote zu verlangen. Für uns ist Umweltpolitik das, was mit Hausverstand und Augenmaß umgesetzt werden kann, das, was letztendlich in der wirklichen Welt der Menschen die tägliche Umweltsituation verbessert. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und das ist mehr wert als ein billiges Lachen, das ist ein ordentliches Dankeschön an die wert, die sich wirklich darum bemühen. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht über die Agrarreform diskutieren! Reden Sie zur Sache, Herr Minister!
Es kommt nicht von ungefähr, dass Europa jetzt bei der Reform der gemeinsamen Agrarpolitik einen Weg gehen will, den Österreich eingeschlagen hat, nämlich jenen einer ökologischen und nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft, auch einer kleinstrukturierten Landwirtschaft. (Abg. Dr. Pirklhuber: Nicht über die Agrarreform diskutieren! Reden Sie zur Sache, Herr Minister!) Schauen Sie sich auch diese Zahlen an! Während es in vielen Teilen Europas – in Ostdeutschland, in Holland, in Dänemark – eine wirkliche Agrarindustrie gibt – wir lehnen das ab –, herrschen bei uns nach wie vor bäuerliche Betriebe vor. Natürlich ändern sich Bedingungen, aber im Größenvergleich haben wir nach wie vor diese bäuerlichen Betriebe, und denen wollen wir auch in Zukunft eine Chance einräumen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Wenn aber ein Bauer zu viel Fläche angegeben hat, dann muss er die Mittel zurückzahlen. Das gilt für einen Almbauern, das gilt für einen Bauern im flachen Land – das gilt überall. Diese Verantwortung haben wir der Gesellschaft gegenüber, da ja da Steuergeld eingesetzt wird. Wenn die Fläche korrekt angegeben ist, bezieht der Bauer das Geld zu Recht. Wenn es aber Abweichungen gibt, muss das richtiggestellt werden. Niemand sagt, dass da irgendwelche unrechtmäßigen Dinge geschehen sind. Diese Richtigstellungen erfolgen in ganz Österreich, zum Beispiel beim Umweltprogramm und bei anderen Programmen sowie auch bei den Direktzahlungen. Sie wissen das ganz genau. Sie brauchen nicht so das Gesicht zu verziehen, das ist so. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das ist gelebte Praxis und in ganz Europa so.
Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abg. Dr. Pirklhuber.) Man sollte hier nicht polemisieren. Wir kämpfen für die Bauern, während Sie versuchen, parteipolitisches Kleingeld zu wechseln. (Beifall bei der ÖVP. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Huber.
Dabei geht es darum, dass die AGES jetzt per Gesetz dazu veranlasst wird, hier tätig zu werden. Sie brauchen jetzt nicht mehr irgendwelche chemische Industrien, die ihnen irgendwelche Studien finanzieren, sondern sie können das jetzt per Gesetz tun – und ich hoffe, dass sie es auch tun. Und, Herr Bundesminister, Sie und wir alle können die AGES bei dieser Tätigkeit am besten dadurch unterstützen, dass wir die Neonicotinoide, das Bienengift, verbieten. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Huber.)
Sitzung Nr. 209
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es hat eine Stellungnahme vom BMVIT gegeben; die Kolleginnen und Kollegen kennen sie alle. Ich sage: nichtssagend. No na! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Daher war mein Antrag, eine Stellungnahme von den ÖBB einzuholen. Das ist eigentlich das Logischste. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Was sagen die ÖBB dazu?
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Es hat eine Stellungnahme vom BMVIT gegeben; die Kolleginnen und Kollegen kennen sie alle. Ich sage: nichtssagend. No na! (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Daher war mein Antrag, eine Stellungnahme von den ÖBB einzuholen. Das ist eigentlich das Logischste. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Was sagen die ÖBB dazu?
Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo, sehr gut!
Zudem gab es fehlende Bestimmungen, was Unvereinbarkeit und Interessenkonflikte angeht. Das Programm-Monitoring erlaubte keine Soll-Ist-Vergleiche (Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo, sehr gut!), und kritisch hat der Rechnungshof auch festgestellt, dass die Anliegen von Frauen im ländlichen Raum besser und systematisch berücksichtigt werden müssen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Schmäh!
Insgesamt gibt es eine Vielzahl an Projekten in Österreich – wir haben ja 86 LEADER-Regionen und es wurden 8 500 Projekte in verschiedenster Form umgesetzt. Und auch die Kritik, die es im Rechnungshofausschuss, aber am Rande auch medial gegeben hat, nämlich dass LEADER nur die Landwirtschaft quasi bedient, kann man überhaupt nicht nachvollziehen, denn LEADER ist wirklich ein Impulsprogramm für Vereine, für Gemeinden, für Zusammenschlüsse in ländlichen Regionen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Schmäh!) Und dass LEADER gerade in diesen Regionen Wachstum, Beschäftigung und Wertschöpfung bringt, ist, glaube ich, klar hier festzustellen.
Sitzung Nr. 216
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Wir sind gefragt worden, wo das Gegengeschäft sei, was da dahinterstehe. Kollege Grosz hat gefragt – wie der Schelm ist, so denkt er halt (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –: Wie viele Kisten Veltliner habt ihr dafür gekriegt? – Gut, das ist halt nicht unsere Denkart, aber bitte. Ich kann ganz genau sagen, was das – unter Anführungszeichen – „Gegengeschäft“ gewesen ist, das war erst vor wenigen Sitzungen hier im Nationalrat: eine Änderung des Luftreinhaltegesetzes. Es gab einen gehegten Wunsch der Winzer, den ich auch im Parlament eingebracht habe. Es gab dann auch eine Resolution aus dem Land Niederösterreich. Es wird Winzern ermöglicht, in den schwer zugänglichen Regionen den Rebschnitt bereits im März zu verbrennen beziehungsweise auch den Bewuchs der Böschungen und so weiter, was ja die Arbeit der Winzer in diesen Regionen sehr erleichtert. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe gesagt, die Bäuerinnen und Bauern ...!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber, für den Vorwurf, dass die AMA eine Terroreinrichtung ist (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe gesagt, die Bäuerinnen und Bauern ...!) – das haben Sie dann im zweiten Satz zu relativieren versucht –, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf, weil ich glaube, das ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber nicht in Ordnung! – Abg. Krainer: Da hat aber jemand großen Spaß!) – Schauen Sie im Protokoll nach! Ich habe das mitgelesen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber nicht in Ordnung! – Abg. Krainer: Da hat aber jemand großen Spaß!
Präsident Mag. Dr. Martin Graf: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber, für den Vorwurf, dass die AMA eine Terroreinrichtung ist (Abg. Dr. Pirklhuber: Ich habe gesagt, die Bäuerinnen und Bauern ...!) – das haben Sie dann im zweiten Satz zu relativieren versucht –, erteile ich Ihnen einen Ordnungsruf, weil ich glaube, das ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist aber nicht in Ordnung! – Abg. Krainer: Da hat aber jemand großen Spaß!) – Schauen Sie im Protokoll nach! Ich habe das mitgelesen.
Abg. Riepl: Das schlucke ich aber nicht! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ariel, Meister Proper: zweieinhalbmal so giftig. Duftstoffe, Rosenduft: sechsmal so giftig. (Abg. Riepl: Das schlucke ich aber nicht! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Ruf bei der ÖVP: Ist heute Fasching? – Abg. Dr. Bartenstein – auf das gelbe T-Shirt mit der Aufschrift „Ohne Biene gehn wir Maja“ des Abg. Dr. Pirklhuber deutend –: Ah, ist das fesch! – Abg. Dr. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, nach wie vor!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP: Ist heute Fasching? – Abg. Dr. Bartenstein – auf das gelbe T-Shirt mit der Aufschrift „Ohne Biene gehn wir Maja“ des Abg. Dr. Pirklhuber deutend –: Ah, ist das fesch! – Abg. Dr. Pirklhuber – auf dem Weg zum Rednerpult –: Ja, nach wie vor!)
Abg. Dr. Pirklhuber: die Genossenschaften!
Meine Damen und Herren, es ist ja bemerkenswert, und ich freue mich darüber, wenn man meint, wir sollten noch weiter gehen, noch mehr in Richtung bester Qualität. Ich darf nur daran erinnern, Österreich hat die Gentechnikfreiheit auch bei der Milch. Preislich null Auswirkungen, Mehrkosten pro Tonne: 90 €! Niemand zahlt den Bauern auch nur einen Cent mehr, im Gegenteil. (Abg. Dr. Pirklhuber: die Genossenschaften!) Nicht die Genossenschaften, wir haben ja auch viele freie Molkereien, lieber Kollege Pirklhuber! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die meisten sind Genossenschaften!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die meisten sind Genossenschaften!
Meine Damen und Herren, es ist ja bemerkenswert, und ich freue mich darüber, wenn man meint, wir sollten noch weiter gehen, noch mehr in Richtung bester Qualität. Ich darf nur daran erinnern, Österreich hat die Gentechnikfreiheit auch bei der Milch. Preislich null Auswirkungen, Mehrkosten pro Tonne: 90 €! Niemand zahlt den Bauern auch nur einen Cent mehr, im Gegenteil. (Abg. Dr. Pirklhuber: die Genossenschaften!) Nicht die Genossenschaften, wir haben ja auch viele freie Molkereien, lieber Kollege Pirklhuber! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber die meisten sind Genossenschaften!)
Abg. Mag. Gaßner kommt mit einem Strohhut in der Hand zum Rednerpult. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aufsetzen! Aufsetzen!
Präsident Fritz Neugebauer: Nächster Redner: Herr Abgeordneter Mag. Gaßner. – Bitte. (Abg. Mag. Gaßner kommt mit einem Strohhut in der Hand zum Rednerpult. – Abg. Dr. Pirklhuber: Aufsetzen! Aufsetzen!)
Sitzung Nr. 217
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Resolution der Stadtgemeinde Marchtrenk gegen die beabsichtigte Situierung eines Rübenverladeplatzes der ÖBB im Gemeindegebiet Marchtrenk“ (Ordnungsnummer 219) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Gesetzgebungsperiode 25
Sitzung Nr. 1
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Barbara Prammer wird von uns die Unterstützung erhalten, genauso auch Herr Kollege Hofer – selbstverständlich! –, den ich als hervorragenden und sachpolitisch orientierten Parlamentarier kennengelernt habe. Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, auch unseren Kandidaten für das Amt des Zweiten Präsidenten, Karlheinz Kopf, zu unterstützen. Er ist ein begeisterter und erfahrener Parlamentarier. Er hat sich im letzten Jahrzehnt sehr intensiv mit Fragen des Parlamentarismus beschäftigt. Frau Kollegin Glawischnig, Sie wissen ganz genau, dass es nicht an Karlheinz Kopf gelegen ist, dass diese unterschriebene Vereinbarung noch nicht eingehalten wurde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt nicht!)
Abg. Brosz: Ha, ha, ha! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Scherz!
Wir haben Ihre Kandidatin immer gewählt, ohne Vorbedingung. (Abg. Brosz: Ha, ha, ha! – Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist ein Scherz!) – Herr Kollege Brosz, Sie sollten hier nicht „ha, ha!“ rufen. Der Redakteur um Mitternacht hat Ihnen gesagt, was Sie machen, ist glatte Erpressung, und daran sollten Sie sich erinnern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit!“ – Auch Hegel!
Meine Damen und Herren, Norbert Hofer wird sein Amt in dem Wissen führen, dass Freiheit und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind und nur in dieser Kombination einen hohen Wert darstellen. (Abg. Dr. Pirklhuber: „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit!“ – Auch Hegel!) Kollege Hofer wird sein Amt mit dem großen sozialen Herzen führen, das er mit seiner Arbeit in der Vergangenheit hier im Hohen Haus oft genug unter Beweis gestellt hat. Und er wird sein Amt – Herr Pirklhuber, das ist jetzt für Sie – auch mit der notwendigen Bodenhaftung und mit der Erdung führen, die jedem von uns hier herinnen sehr gut ansteht, auch wenn wir zu einer sogenannten Elite dieses Landes, zu den Privilegierten gehören. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr interessant!
Dazu gehört es auch, manchmal den Mund zu halten, Kollege Pirklhuber, und zuzuhören. Sie haben das vielleicht notwendiger als mancher andere hier herinnen. (Beifall bei der FPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr interessant!)
Abg. Dr. Pirklhuber – die Tafel mit der Aufschrift „Vereinbarung U-Ausschuss als Minderheitsrecht. Unterschrieben von Cap & Kopf“ sowie mit einer Kopie der besagten Vereinbarung in die Höhe haltend –: Ihre Unterschrift, Herr Kollege Kopf! – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Auch in Sachen Eurofighter wäre es anders gekommen, hätte man uns in diesem Untersuchungsausschuss weiter untersuchen lassen, denn dann hätte man wesentlich rascher und wesentlich kostengünstiger aus den Verträgen herauskommen können. (Abg. Dr. Pirklhuber – die Tafel mit der Aufschrift „Vereinbarung U-Ausschuss als Minderheitsrecht. Unterschrieben von Cap & Kopf“ sowie mit einer Kopie der besagten Vereinbarung in die Höhe haltend –: Ihre Unterschrift, Herr Kollege Kopf! – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 3
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
All das kommt nicht von ungefähr, sondern ist das Ergebnis einer konsequenten Politik, das Ergebnis dessen, was die Sozialpartner, was die Koalitionsparteien in den letzten fünf Jahren auf die Beine gestellt haben. Ob Ihnen das Spaß macht oder nicht, ist Ihr Problem. Ich kann Ihnen nur sagen: Das duale Berufsausbildungssystem, das wir in Österreich haben, ist mittlerweile ganz einfach ein Exportschlager geworden, weil viele Länder draufkommen, wie man dadurch zu gut qualifizierten Fachkräften kommt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut’s aus!
Im Unterausschuss, Herr Verteidigungsminister – und ich verrate hier kein Geheimnis –, haben Sie sich geweigert, diesen Vertrag offenzulegen. (Abg. Dr. Pirklhuber: So schaut’s aus!) Auf Fragen von ÖVP-Abgeordnetem Ikrath, von den freiheitlichen Kollegen und auch von mir haben Sie sich geweigert, nur die Namen der Nachrichtendienste zu nennen, mit denen das Heeres-Nachrichtenamt Verträge hinter dem Rücken der Bundesregierung – Geheimverträge – geschlossen hat. Und Sie behaupten hier, es ist alles offengelegt worden? Herr Bundesminister, ich weiß, was dieser Vorwurf bedeutet, aber es gibt kein anderes Wort dafür: Sie haben heute den Nationalrat in offener und öffentlicher Sitzung belogen. (Zwischenruf des Abg. Mag. Schieder. – Abg. Heinzl: Na hallo!) Und ich frage Sie: Warum lügen Sie? Warum belügen Sie den österreichischen ...
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Was ich zu Geheimdiensten prinzipiell meine, ist, dass sie sich selbst überschätzen – dass wir sie überschätzen und dass sie sich selbst überschätzen. 90 Prozent dessen, was Geheimdienste liefern, ist zunächst einmal prinzipiell vor allem Wichtigtuerei und die Bestätigung ihrer eigenen Existenzberechtigung. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
1913, das war vier Jahre, bevor der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika dem Kaiser von Österreich den Krieg erklärt hat. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) 1913 war jenes Jahr, als in diesem Hohen Haus die Affäre Redl diskutiert worden ist, wo damals Aufmarschpläne der k.u.k.-Armee an das russische Zarenreich verraten worden sind. Damals hatte solch eine Spionageaffäre tatsächlich gefährliche Konsequenzen.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pilz und Dr. Pirklhuber.
Bitte, verschließen Sie nicht länger die Augen vor diesen Missständen, tun Sie nicht so, als würde das alles nicht stattfinden, und haben Sie auch den Mut und das Rückgrat, entsprechende Abwehrreaktionen im Sinne unserer Republik Österreich zu setzen! – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dr. Pilz und Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Spindelegger verlässt den Sitzungssaal. – Abg. Dr. Pirklhuber: Der geht jetzt!
Am 7. Juni dieses Jahres hat der „Guardian“ erstmals über die Enthüllungen von Snowden geschrieben. Ich habe elf Tage später eine Anfrage an unseren Außenminister, der unserer Sitzung heute als Abgeordneter beiwohnt, gestellt und wollte wissen, wie die Republik auf diese schwerwiegenden Anschuldigungen reagiert hat. In dieser parlamentarischen Anfrage vom 18. Juni (Abg. Dr. Spindelegger verlässt den Sitzungssaal. – Abg. Dr. Pirklhuber: Der geht jetzt!) – Es ist klar, namentlich Genannte gehen. Hier (der Redner deutet auf die Regierungsbank) kann man nicht flüchten, vom Abgeordnetenplatz steht es ihm frei zu flüchten. Es macht nichts; die Sache wird ihn einholen. So viel steht fest! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dagegensein ist zu wenig!
Wir haben uns natürlich durch die technische Entwicklung, die es auf der Welt gegeben hat, technisch dahin entwickelt, dass es nicht nur für die Geheimdienste dieser Welt sehr einfach ist, an Daten zu kommen, sondern parallel dazu diese Datenproblematik natürlich auch generell im wahrsten Sinn des Wortes aufgearbeitet werden muss, weil es strikt abzulehnen ist, dass flächendeckende Abhöraktionen stattfinden, egal, welche. Punkt! Ich denke, da sind sich alle einig. Mehr ist dazu, meine ich, nicht zu sagen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dagegensein ist zu wenig!) – Das weiß ich schon. Horch mir zu, dann wirst auch du das wissen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es jetzt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es jetzt nicht!
Wir haben uns natürlich durch die technische Entwicklung, die es auf der Welt gegeben hat, technisch dahin entwickelt, dass es nicht nur für die Geheimdienste dieser Welt sehr einfach ist, an Daten zu kommen, sondern parallel dazu diese Datenproblematik natürlich auch generell im wahrsten Sinn des Wortes aufgearbeitet werden muss, weil es strikt abzulehnen ist, dass flächendeckende Abhöraktionen stattfinden, egal, welche. Punkt! Ich denke, da sind sich alle einig. Mehr ist dazu, meine ich, nicht zu sagen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dagegensein ist zu wenig!) – Das weiß ich schon. Horch mir zu, dann wirst auch du das wissen! (Abg. Dr. Pirklhuber: Darum geht es jetzt nicht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Und das bekommen sie durch Abhören der österreichischen Bevölkerung?
diese Abhöraktionen gutheiße, ich habe das verurteilt –: Wir hätten keine/n einzige/n verletzte/n Österreicher oder Österreicherin, die Österreicherinnen und Österreicher, die im Ausland Geiseln waren, niemanden aus den Katastrophengebieten ohne Geheimdienst nachhause bekommen. (Abg. Dr. Hübner: Das geht nicht ohne NSA!?) Das sind die Einzigen, die die Logistik haben, die Einzigen, die das Wissen, das Know-how haben. Daher muss man immer aufpassen ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Und das bekommen sie durch Abhören der österreichischen Bevölkerung?) – Nein, das habe ich nicht gesagt; ich habe eigens betont, dass ihr nicht immer gleich alles vermischen sollt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Also Totalüberwachung!
Es ist schwierig, die Diskussion zu führen, wo der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger ist und wo der Nachteil. Das muss man auseinanderhalten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Also Totalüberwachung!) – Nein, das habe ich auch nicht gesagt. Hier wird allerdings immer gleich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet.
Abg. Dr. Pirklhuber: Wer war denn in der Regierung? Das ist ja unglaublich!
Allein wenn Sie jetzt die Zahlen sehen, nämlich für die nächsten fünf Jahre, wie das Wirtschaftswachstum eingepreist wird, sehen Sie ja auch schon die Veränderung. Es ist eben offensichtlich ein seriöses Problem mit unserem Wachstum, ja, und dem müssen wir uns stellen, und es ist wohl für jede Bundesregierung das Richtige, bevor man eine Regierung bildet, auch zu wissen, was die Rahmenbedingungen für die nächsten fünf Jahre sind. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wer war denn in der Regierung? Das ist ja unglaublich!) So macht das jedes Unternehmen und so machen das selbstverständlich auch die ÖVP und die SPÖ. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ja, meine Damen und Herren, und zum Dritten: Wie können wir denn das Problem lösen? – Ich sage Ihnen, wie das geht. Es geht nur durch Sparsamkeit, und zwar in jedem Ressort wieder so, wie wir das beim Sanierungspaket für Österreich gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Es geht nur, indem wir den Wachstumspfad ordentlich in die Höhe treiben, auch mit Maßnahmen, das wird notwendig sein, auch mit Anreizsystemen. (Abg. Strache: Steuererhöhungen sind also Maßnahmen auf dem Wachstumspfad?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Lassen Sie uns arbeiten!
Da fordere ich heute von einer Opposition, dass sie auch kreativ ist, dass sie mitgeht, dass sie bei Strukturreformen auch eine Zweidrittelmehrheit mitträgt. Und da bin ich schon gespannt darauf, wer da mutig ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Lassen Sie uns arbeiten!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Zanger.
Meine Damen und Herren! Ich denke an die konstituierende Sitzung des Nationalrates vor einigen Wochen zurück, in der auch die Vertreter der Oppositionsparteien wirklich konstruktiv eingefordert, darauf hingewiesen und uns Neue aufgerufen haben, dass es die Aufgabe des Parlaments ist, die Regierung zu kontrollieren – richtig, die Regierung zu kontrollieren, aber nicht zu schikanieren und schon gar nicht hier eine Show abzuziehen! (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Zanger.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Das ist schon gravierend, weil gerade eure Wahlkampffinanzierung zeigt und da ja klar ist, dass es eine extreme Abhängigkeit in der Wahlkampffinanzierung gibt. Und das, was ihr gehabt habt, wäre in Amerika nicht gegangen. In Amerika gibt es eine Beschränkung von 2 500 Dollar unter anderem bei der Frage, was einfache Personen spenden können. Da hätte der Herr Haselsteiner aber schön stückeln müssen, damit er auf das gekommen wäre. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Und wenn man sich das bei dem Herrn Stronach anschaut, so muss man sagen: So viele Österreicher hätte er wahrscheinlich gar nicht gefunden, die das einzeln hätten spenden können, damit sich die Summe von 25 Millionen € an Spendengeldern ausgegangen wäre. Dann stellt sich schon die Frage, ob das die Zukunft von Parteienfinanzierung in Österreich sein soll.
Sitzung Nr. 6
Abg. Dr. Pirklhuber: Kontrollrechte des Parlaments stärken! Wo bleibt der Vorschlag, Herr Bundeskanzler?
Zustimmung bekommen – weder von der FPÖ noch von den Grünen –, aber ich bin davon überzeugt, dass sowohl bezüglich eines einheitlichen Rechnungswesens als auch bezüglich Transparenz, welche Subventionen und Förderungen es in unserem Land gibt, von Einrichtungen des Bundes, der Länder und der Gemeinden, ein gemeinsames Interesse bestehen sollte, eine entsprechende Regelung auch gemeinsam zu beschließen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kontrollrechte des Parlaments stärken! Wo bleibt der Vorschlag, Herr Bundeskanzler?) – Ja, aber, Herr Kollege, Sie können doch jetzt nicht sagen, nur weil wir bei Kontrollrechten noch eine Diskussion haben, sind Sie nicht für eine transparente Verwaltung!
Heiterkeit des Abg. Dr. Pirklhuber.
Versprochen wird ihm dann, dass er den goldenen Becher behalten darf. Und genauso kommt es mir vor: Sie sind offensichtlich in dieses schwarze Loch hinuntergesprungen, in dieses Budgetloch, haben den goldenen Becher gefunden, und – pusch! – die 33 Milliarden € sind weg, weggezaubert! (Heiterkeit des Abg. Dr. Pirklhuber.) So einfach geht das! Das ist Budgetpolitik à la Faymann, à la ÖVP – aber das kann es nicht sein!
Sitzung Nr. 7
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: öffentliche Meinung!
Und zum Dritten: Ich muss Sie auch in Ihrer Rolle als „Oberlehrerin der Nation“ ansprechen. Noch bevor diese Regierung ihre Arbeit aufnehmen kann, schon Armutszeugnisse zu verteilen, ist verfrüht. Viel zu früh ist das! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: öffentliche Meinung!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Da lesen Sie halt die österreichischen Tageszeitungen!
Aber lassen Sie mich nun grundsätzlicher beginnen: Die Erste Republik ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Da lesen Sie halt die österreichischen Tageszeitungen!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Die Depression ist bei der ÖVP.
Es sollte unser gemeinsames Anliegen sein, dass wir hier versuchen, zur Zusammenarbeit zu kommen. Ja, wir haben unterschiedliche Programme, unterschiedliche Ideen, wie Österreich an der Spitze Europas bleiben kann und somit auch Weltspitze bleiben kann, was uns aber auch gemeinsam sein sollte, das ist eine optimistische Grundeinstellung – und jetzt nicht hier die kollektive Depression auszurufen und alles schlechtzureden! Das ist der völlig falsche Zugang! Wir sollten optimistisch die Herausforderungen anpacken! (Abg. Dr. Pirklhuber: Die Depression ist bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Lassen Sie mich auf eine Reform eingehen, die auch viel diskutiert wurde und für die wir jetzt auch eine Formel gefunden haben. Bei der Verwaltungsreform handelt es sich – das wissen wir – um das Bohren harter Bretter. Wir haben uns gemeinsam mit den Landeshauptleuten darauf geeinigt, dass wir einmal eine Übersicht schaffen. (Abg. Mag. Kogler: Übersicht? – Abg. Dr. Moser: Da hat es schon einen Konvent gegeben!) Im nächsten Jahr wird von den Ländern alles, was Förderungen betrifft, in die Transparenzdatenbank eingespeist, 2015 von den Gemeinden. Wir haben damit zum ersten Mal einen Überblick, wer was fördert. Da es in Österreich mehr als 40 000 Förderungen gibt, wird uns das helfen, jede Doppelgleisigkeit zu hinterfragen und damit das Geld sinnvoll dort einzusetzen, wo es ankommen muss (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – und nicht mehr mit der Gießkanne zu verteilen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Wir in Österreich haben da sehr viel richtig gemacht: Wir sparen schon, schauen natürlich, dass wir nach der Krise mit dem Defizit wieder herunterkommen – wo wir sehr erfolgreich sind; erfolgreicher als die meisten anderen Länder –, aber gleichzeitig schauen wir auch, dass es mehr Beschäftigung gibt, dass es mehr Wachstum gibt als in den anderen Ländern. Und Österreich ist eines der wenigen Länder in der Europäischen Union, wo es heute mehr Arbeitslosigkeit gibt als vor der Krise. In fast allen Ländern gibt es weniger Arbeitslosigkeit, aber dafür wesentlich mehr Arbeitslosigkeit als vor der Krise. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt weniger Arbeitslosigkeit? Was haben Sie gesagt?) In Österreich ist es umgekehrt. Und die Maßnahmen, die gesetzt werden, wurden zum Teil schon erwähnt (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber): Wohnbauprogramm, Wohnbauoffensive, das Hochwasserprogramm, die 100 Millionen zusätzlich für die nächsten zwei Jahre, für 2015 und 2016, für Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft und Maßnahmen zur Unterstützung für Wachstum und Beschäftigung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sagen Sie das in absoluten Zahlen! Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sagen Sie das in absoluten Zahlen! Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit?
Wir in Österreich haben da sehr viel richtig gemacht: Wir sparen schon, schauen natürlich, dass wir nach der Krise mit dem Defizit wieder herunterkommen – wo wir sehr erfolgreich sind; erfolgreicher als die meisten anderen Länder –, aber gleichzeitig schauen wir auch, dass es mehr Beschäftigung gibt, dass es mehr Wachstum gibt als in den anderen Ländern. Und Österreich ist eines der wenigen Länder in der Europäischen Union, wo es heute mehr Arbeitslosigkeit gibt als vor der Krise. In fast allen Ländern gibt es weniger Arbeitslosigkeit, aber dafür wesentlich mehr Arbeitslosigkeit als vor der Krise. (Abg. Dr. Belakowitsch-Jenewein: Es gibt weniger Arbeitslosigkeit? Was haben Sie gesagt?) In Österreich ist es umgekehrt. Und die Maßnahmen, die gesetzt werden, wurden zum Teil schon erwähnt (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber): Wohnbauprogramm, Wohnbauoffensive, das Hochwasserprogramm, die 100 Millionen zusätzlich für die nächsten zwei Jahre, für 2015 und 2016, für Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft und Maßnahmen zur Unterstützung für Wachstum und Beschäftigung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sagen Sie das in absoluten Zahlen! Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen wir einmal! Das liegt aber an dir! Das liegt am Bauernbund, und du bist der Präsident!
Ich bitte ihn um eine positive Zusammenarbeit. Ich bin optimistisch. Wenn sich selbst Kollege Pirklhuber zu einem ganz leisen Applaus herablässt, dann freue ich mich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen wir einmal! Das liegt aber an dir! Das liegt am Bauernbund, und du bist der Präsident!) Da ist zumindest eine Chance auf eine positive Zusammenarbeit. Niemand wird ihm die Fähigkeiten, die Kenntnisse, die europäischen Connections, die Möglichkeit, in Europa etwas umzusetzen, absprechen können. Sie werden sehen, hier ist eine ausgezeichnete Person auf diese Funktion berufen worden, und ich lade Sie ein, auch die Damen und Herren von der Opposition, hier mitzuhelfen, mitzuarbeiten. Es steht sehr viel in den nächsten Jahren zur Umsetzung an, zum Beispiel GAP: Umstieg vom historischen Modell zum Regionalmodell, die neuen Schwerpunkte, die Möglichkeiten der zweiten Säule, und, und, und. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dringend! Almen-Chaos ist das Stichwort!) Sie werden sicher noch diskutiert werden, aber eines sage ich vorneweg: Wir sollten versuchen, gemeinsam an die Sache heranzugehen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Dringend! Almen-Chaos ist das Stichwort!
Ich bitte ihn um eine positive Zusammenarbeit. Ich bin optimistisch. Wenn sich selbst Kollege Pirklhuber zu einem ganz leisen Applaus herablässt, dann freue ich mich. (Abg. Dr. Pirklhuber: Schauen wir einmal! Das liegt aber an dir! Das liegt am Bauernbund, und du bist der Präsident!) Da ist zumindest eine Chance auf eine positive Zusammenarbeit. Niemand wird ihm die Fähigkeiten, die Kenntnisse, die europäischen Connections, die Möglichkeit, in Europa etwas umzusetzen, absprechen können. Sie werden sehen, hier ist eine ausgezeichnete Person auf diese Funktion berufen worden, und ich lade Sie ein, auch die Damen und Herren von der Opposition, hier mitzuhelfen, mitzuarbeiten. Es steht sehr viel in den nächsten Jahren zur Umsetzung an, zum Beispiel GAP: Umstieg vom historischen Modell zum Regionalmodell, die neuen Schwerpunkte, die Möglichkeiten der zweiten Säule, und, und, und. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dringend! Almen-Chaos ist das Stichwort!) Sie werden sicher noch diskutiert werden, aber eines sage ich vorneweg: Wir sollten versuchen, gemeinsam an die Sache heranzugehen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Ich wurde am 27. November vom Vorstand des Ausschusses der Regionen von 63 gewählten Repräsentanten der Mitglieder des Ausschusses der Regionen, Städte und Gemeinden gewählt, nämlich als künftiger Generalsekretär des Ausschusses einer internationalen, europäischen Institution, die im Konsultativverfahren das Gesetzgebungsverfahren der Europäischen Union mit bearbeitet und im Gesetzgebungsverfahren als Watchdog der Subsidiarität agiert, wie Sie wissen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Diese Wahl wurde einstimmig vorgenommen, also mit den Stimmen aller Fraktionen, aller nationalen Delegationen. Ich betone das deswegen, weil ich mich eigentlich darauf vorbereitet und ein Jobangebot angenommen hatte, um am 1. April diese Arbeit aufzunehmen. Dass es nicht so gekommen ist, ist deswegen der Fall, weil ich die Verantwortung übernommen habe, für diese Republik etwas zu tun und dieser Republik auch etwas zurückzugeben.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist das alte Kriegsministerium!
Zum Lebensministerium erlauben Sie mir eine Bemerkung zu machen. Dieses Ressort ist das Ressort der Verantwortung. Ich war selbst dabei, als wir die Fusion 2000 über die Bühne gebracht haben. Diese Fusion ist heute das Best-Practice-Modell in der Agrar- und Umweltpolitik, und als Ressort ist dieses Modell in vielen anderen Mitgliedstaaten der EU heute umgesetzt und wird als Role Model angesehen. Ich möchte dieses Modell weiterentwickeln vom Lebensministerium hin zum Lebens-, Europa-, Umwelt- und Friedensministerium. Deswegen finde ich es auch ein bisschen schade, dass vor unserem Ressort eine kriegerische Statue steht. Ich hätte viel lieber ein Symbol des Friedens und eine Mutter Erde-Skulptur stehen. Vielleicht können wir hier zusammenarbeiten, auch mit den Grünen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist das alte Kriegsministerium!)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.
Es ist alles recht und schön, und ich gestehe Ihnen zu, dass Sie diese Antrittsrede hier so allgemein gehalten haben. In Zukunft wünsche ich mir aber, dass Ihre Reden auch etwas an Substanz gewinnen, denn Sie haben kein Thema erwähnt, das in den letzten Jahren in der österreichischen Landwirtschaft ein Problem dargestellt hat, etwa die Almen. Sie haben heute kein Wort dazu verloren, wie Sie die Almproblematik lösen werden. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht da! Schick ihm einen Brief!
Dieses Ergebnis ist, so glaube ich, eine gute Grundlage für unseren neuen Landwirtschaftsminister Rupprechter. Ich möchte ihm aber gleich zwei Anliegen mit auf den Weg geben. Das ist zum einen (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht da! Schick ihm einen Brief!) – auch wenn er jetzt nicht hier ist, er wird es natürlich erfahren, Herr Pirklhuber – das Thema der Almflächenermittlung. Dieses System ist für die Zukunft nicht weiter tragbar. Wir hoffen und wir erwarten, dass er hier im Sinne der Bauern sehr bald eine Lösung findet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist ja nicht da!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist ja nicht da!
Dieses Ergebnis ist, so glaube ich, eine gute Grundlage für unseren neuen Landwirtschaftsminister Rupprechter. Ich möchte ihm aber gleich zwei Anliegen mit auf den Weg geben. Das ist zum einen (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist nicht da! Schick ihm einen Brief!) – auch wenn er jetzt nicht hier ist, er wird es natürlich erfahren, Herr Pirklhuber – das Thema der Almflächenermittlung. Dieses System ist für die Zukunft nicht weiter tragbar. Wir hoffen und wir erwarten, dass er hier im Sinne der Bauern sehr bald eine Lösung findet. (Abg. Dr. Pirklhuber: Er ist ja nicht da!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Der ist auch nicht da!
Das zweite Thema ist die Superabgabe, die auf Österreich zukommt. In Zeiten, in denen der europäische Milchmarkt aufnahmefähig ist, macht es keinen Sinn, die Bauern mit Superabgaben zu belegen. Ich meine, dass deswegen unbedingt vom Ministerium ein Vorstoß auf Brüsseler Ebene kommen muss und sehe mich hier auf einer Linie mit Leo Steinbichler vom Team Stronach (Abg. Dr. Pirklhuber: Der ist auch nicht da!), was ganz erstaunlich ist, denn bis vor wenigen Jahren hat er mit genau der gegenteiligen Meinung versucht, den Bauernbund zu prügeln. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Traurig! – Abgeordnete von NEOS-LIF halten Schilder mit verschiedenen Aufschriften in die Höhe, darunter „Wissen schafft Freiheit“.
Ich bitte jene Damen und Herren, die für den Entschließungsantrag sind, um ein Zeichen der Zustimmung. – Das findet nicht die Mehrheit. Der Antrag ist abgelehnt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Traurig! – Abgeordnete von NEOS-LIF halten Schilder mit verschiedenen Aufschriften in die Höhe, darunter „Wissen schafft Freiheit“.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt einen Initiativantrag!
litierung der Opfer des Unrechtsregimes der Zwischenkriegszeit kennengelernt. Das Kennenlernen war so, dass ich den Eindruck gehabt habe, dass du interessiert bist, Lösungen zu finden. (Abg. Dr. Walser: Richtig!) Dann stehst du da und sagst, man soll dieses Gesetz jetzt nicht beschließen, sondern man hat noch fünf Jahre Zeit in dieser Legislaturperiode, ein neues Gesetz auszuverhandeln. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es gibt einen Initiativantrag!) Ich finde das angesichts der Debatte, die am Vormittag stattgefunden hat, mehr als erstaunlich.
Sitzung Nr. 9
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „USt.-Option-Ungleichbehandlung abstellen“ (Ordnungsnummer 4) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Und wenn wir direktdemokratiepolitisches Instrument sagen, so hinterfragen wir einmal: Was heißt überhaupt Demokratie? – Wir glauben alle, wir leben in einer Demokratie. Dem ist aber nicht so. Wir leben bestenfalls (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – hören Sie zu! –, bestenfalls nach demokratischen Prinzipien im Rahmen einer Republik. So würde ich das wohl eher definieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wollen Sie eine Volksdemokratie?) Und das ist ein riesengroßer Unterschied, wobei der Datenschutz ja dann die zweite Folge oder der zweite Nachsatz wäre, denn betreffend Datenschutz ist zu sagen: Tun wir doch nicht so, als würde er existieren, als gäbe es keine Manipulation, als gäbe es keine Beeinflussung durch hm, großes Fragezeichen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dafür sind wir Politiker verantwortlich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Wollen Sie eine Volksdemokratie?
Und wenn wir direktdemokratiepolitisches Instrument sagen, so hinterfragen wir einmal: Was heißt überhaupt Demokratie? – Wir glauben alle, wir leben in einer Demokratie. Dem ist aber nicht so. Wir leben bestenfalls (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – hören Sie zu! –, bestenfalls nach demokratischen Prinzipien im Rahmen einer Republik. So würde ich das wohl eher definieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wollen Sie eine Volksdemokratie?) Und das ist ein riesengroßer Unterschied, wobei der Datenschutz ja dann die zweite Folge oder der zweite Nachsatz wäre, denn betreffend Datenschutz ist zu sagen: Tun wir doch nicht so, als würde er existieren, als gäbe es keine Manipulation, als gäbe es keine Beeinflussung durch hm, großes Fragezeichen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dafür sind wir Politiker verantwortlich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dafür sind wir Politiker verantwortlich!
Und wenn wir direktdemokratiepolitisches Instrument sagen, so hinterfragen wir einmal: Was heißt überhaupt Demokratie? – Wir glauben alle, wir leben in einer Demokratie. Dem ist aber nicht so. Wir leben bestenfalls (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) – hören Sie zu! –, bestenfalls nach demokratischen Prinzipien im Rahmen einer Republik. So würde ich das wohl eher definieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Wollen Sie eine Volksdemokratie?) Und das ist ein riesengroßer Unterschied, wobei der Datenschutz ja dann die zweite Folge oder der zweite Nachsatz wäre, denn betreffend Datenschutz ist zu sagen: Tun wir doch nicht so, als würde er existieren, als gäbe es keine Manipulation, als gäbe es keine Beeinflussung durch hm, großes Fragezeichen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dafür sind wir Politiker verantwortlich!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!
Es mag jetzt vielleicht wiederum eine naive Ansicht sein, aber ich wünsche mir tatsächlich nicht nur eine lebendige Demokratie, sondern ich wünsche mir auch ein lebendiges Parlament, sozusagen ein pulsierendes Parlament, wenn man so möchte, vielleicht auch zu so später Stunde. (Abg. Dr. Pirklhuber: Bravo!)
Abg. Dr. Pirklhuber: „Kollisionsmaterialien“?!
Das sogenannte Jus soli, also die Regelung, die Staatsbürgerschaft jenes Landes zu bekommen, in dem man geboren wird, ist international umstritten, wie wir vorhin schon gehört haben. Es ist deshalb umstritten, weil es einige juristische Problemfelder dabei gibt: Ich denke an die vielen strafrechtlich relevanten Probleme mit den Kollisionsmaterialien international (Abg. Dr. Pirklhuber: „Kollisionsmaterialien“?!), ich denke an den Bereich Wehrdienst und auch an den Bereich soziale Absicherung.
Abg. Dr. Pirklhuber: Warum? Überleg einmal, warum!
Ich möchte aber nun anhand der türkischen Volksgruppe in diesem Land, über die Sie wohl auch unterrichtet sein werden, erklären, warum ein Jus soli für uns Freiheitliche absolut undenkbar ist. Die Akademikerquote liegt unter Migranten türkischer Herkunft bei 4 Prozent, 70 Prozent verfügen über keine höhere Ausbildung als die Pflichtschule. Das heißt, es ist der zweiten Generation trotz Ausbildung in Österreich noch nicht gelungen, sich entsprechend zu integrieren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Warum? Überleg einmal, warum!) Es ist sogar so weit gekommen, dass es hier eine schlechtere Leserate gibt, als das noch bei der ersten Generation der Fall war. Das bestätigen im Übrigen auch die Zahlen des AMS und in weiterer Folge auch die Arbeitslosenquote. Die Quelle hiefür ist übrigens der Österreichische Integrationsfonds.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist rückläufig!
Ich darf auch darauf hinweisen, dass sich im Jahr 2013 – im Vergleich zu 2012 – die Bioanbauflächen deutlich vergrößert haben: im Bereich des Ackerbaus, im Bereich der Spezialkulturen, Weingärten und auch des Obstanbaus. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist rückläufig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Im Hinblick auf die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA muss dieses Selbstbestimmungsrecht aber rasch umgesetzt werden (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!), um hier Rechtssicherheit für die Bäuerinnen und Bauern zu schaffen. Mit Elisabeth Köstinger haben wir jedenfalls im Europäischen Parlament eine engagierte Kämpferin für diese Ziele. (Beifall bei der ÖVP.)
Sitzung Nr. 11
Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung braucht es, wo das Geld hingekommen ist!
Der Abbau muss weitergehen und beschleunigt werden, denn mit dem Abbau sinkt das Risiko für uns und damit auch für alle Steuerzahler. Es brauch Zeit, bis auch der letzte Kredit abgebaut ist (Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung braucht es, wo das Geld hingekommen ist!), und es ist notwendig, diese Lösungen konsequent durchzuarbeiten. Auch die Frage der Beteiligung der Banken ist von uns ausführlich geprüft worden. Wenn ich sage „von uns“, dann meine ich die von uns eingesetzte Taskforce sowie das Finanzministerium, deren Experten und viele darüber hinaus hinzugezogene Experten, die genau überprüft haben, wie wir bei dieser Abwicklung die bestmögliche Lösung für Österreich erreichen.
Abg. Dr. Pirklhuber hält eine mit dem Logo der Grünen versehene Tafel in die Höhe mit der Aufschrift: „Hypo kostet: 5 500 Euro Belastung für jede Familie in Österreich.“
Unsere Aufgabe ist es, die Kosten für die österreichischen Steuerzahler so gering wie möglich zu halten. (Abg. Dr. Pirklhuber hält eine mit dem Logo der Grünen versehene Tafel in die Höhe mit der Aufschrift: „Hypo kostet: 5 500 Euro Belastung für jede Familie in Österreich.“) Die Aufgabe der Expertengruppe ist es, in welcher Struktur die Abwicklung am besten umgesetzt werden kann. Wir werden auch weiterhin mit der Verlängerung der Bankenabgabe dafür sorgen, dass nicht nur die 4 Milliarden €, die in der letzten Legislaturperiode hereingekommen sind, und zwar aus diversen Bereichen der Banken, sei es durch Bedienung der Zinsen, sei es durch das Partizipationskapital, sei es durch Haftungsentgelte oder eben durch die Bankenabgabe, zur Verfügung stehen, sondern dass auch durch die Beschlüsse, die wir für die Fortsetzung der Bankenabgabe gefasst haben, in den nächsten zehn Jahren etwa 7 Milliarden € hereinkommen, so dass wir also in einem überschaubaren Zeitraum aus diesem Sektor insgesamt 11 Milliarden € zur Verfügung haben werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Ziehen Sie die Konsequenzen bei Ihren Leuten, die die Verantwortung dafür haben!
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger: Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren von der Bundesregierung! Hohes Haus! Beim Thema Hypo Alpe-Adria verstehe ich jede Bürgerin und jeden Bürger in Österreich, dass sie als Steuerzahler kein Verständnis dafür haben, dass sie für die Fehler der ehemaligen Kärntner Landesregierung und des damaligen Bankmanagements heute zahlen müssen. (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Und so geht es mir natürlich auch: Für mich ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, wie solche weitreichenden Fehlentscheidungen in Kärnten haben passieren können! Entstanden ist das Problem durch wahnwitzige Haftungen, die die Kärntner Politik damals eingegangen ist. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ziehen Sie die Konsequenzen bei Ihren Leuten, die die Verantwortung dafür haben!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Andreas Zakostelsky (ÖVP): Herr Präsident! Werte Mitglieder der Bundesregierung! Hohes Haus! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Machen wir diese Sitzung nicht zu einer Unterhaltungssendung! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Mag. Kogler: Das ist ja unglaublich!) Als ich die Entscheidung getroffen habe, in die Politik zu gehen, war es mein Ziel (Abg. Mag. Kogler: ... Raiffeisen kommen, das ist vielleicht erhellend!), dazu beizutragen, mehr Sachlichkeit in die Politik zu bringen. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Moser: ... längst fällig! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Von so einem Niveau, liebe Kolleginnen und Kollegen, müssen wir uns wegbewegen. Immerhin hat – und das hat auch Werner Kogler gerade vorhin anerkannt – der Finanzminister, der erst seit zwei Monaten im Amt ist, in kürzester Zeit eine Reihe von Schritten gesetzt, die bereits viel an Klarheit zur weiteren Vorgehensweise gebracht haben. (Abg. Dr. Moser: ... längst fällig! – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung ...!
Liebe Opposition, verwenden Sie auch einmal die Reset-Taste! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung ...!) Ich spreche hier vor allem die blau-grüne Skandalisierungsallianz an: Drücken Sie den Reset-Knopf (Abg. Dr. Pirklhuber: Erst aufklären, dann zustimmen!), und gehen wir sachlich in die Zukunft!
Abg. Dr. Pirklhuber: Erst aufklären, dann zustimmen!
Liebe Opposition, verwenden Sie auch einmal die Reset-Taste! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung ...!) Ich spreche hier vor allem die blau-grüne Skandalisierungsallianz an: Drücken Sie den Reset-Knopf (Abg. Dr. Pirklhuber: Erst aufklären, dann zustimmen!), und gehen wir sachlich in die Zukunft!
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
Klar ist natürlich – und das möchte ich in diesem Fall in meiner Rolle als Vorsitzender des Finanzausschusses sagen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, dass es absolut wichtig ist, dass das Parlament voll informiert ist. Diese Transparenz brauchen wir. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kontrollieren Sie! Nehmen Sie Ihre Tätigkeit ernst!) Dies ist aber seit der vergangenen Woche der Fall. Bundesminister Spindel-
Abg. Dr. Pirklhuber: Kontrollieren Sie! Nehmen Sie Ihre Tätigkeit ernst!
Klar ist natürlich – und das möchte ich in diesem Fall in meiner Rolle als Vorsitzender des Finanzausschusses sagen (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) –, dass es absolut wichtig ist, dass das Parlament voll informiert ist. Diese Transparenz brauchen wir. (Abg. Dr. Pirklhuber: Kontrollieren Sie! Nehmen Sie Ihre Tätigkeit ernst!) Dies ist aber seit der vergangenen Woche der Fall. Bundesminister Spindel-
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber
egger und Staatssekretär Danninger (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) sind in der Aussprache im Finanzausschuss sehr wohl lange Rede und Antwort gestanden und haben alle Themen, die heute auf den Tisch zu legen sind, auf den Tisch gelegt. Man sieht, das Finanzministerium will Transparenz und bindet – auch das ist ja durchaus ein bedeutender Schritt, wenn man die politische Kultur betrachtet – die Oppositionsparteien, in diesem Fall in Gestalt der Finanzsprecher, voll mit ein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung ...!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung ...!
egger und Staatssekretär Danninger (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber) sind in der Aussprache im Finanzausschuss sehr wohl lange Rede und Antwort gestanden und haben alle Themen, die heute auf den Tisch zu legen sind, auf den Tisch gelegt. Man sieht, das Finanzministerium will Transparenz und bindet – auch das ist ja durchaus ein bedeutender Schritt, wenn man die politische Kultur betrachtet – die Oppositionsparteien, in diesem Fall in Gestalt der Finanzsprecher, voll mit ein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aufklärung ...!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz und Dr. Pirklhuber.
Eine Lehre aus den Untersuchungsausschüssen ist natürlich auch immer wieder (Ruf: Die schwarzen Landeshauptmänner wollen auch einen Untersuchungsausschuss!), dass Unterlagen sehr rasch den Weg in die Redaktionsstuben finden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brosz und Dr. Pirklhuber.) Ich glaube – wie gesagt, das wirtschaftliche Verständnis setze ich hier voraus –, das wird nachvollziehbar sein, dass das natürlich nicht günstig ist für das Asset, das diese Bank heute doch immer noch für die Republik bedeutet.
Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Podgorschek. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.
Meine Damen und Herren! Die kriminellen Machenschaften in Kärnten unter freiheitlicher Führung und unter freiheitlicher Dominanz (Zwischenruf des Abg. Mag. Darmann) müssen natürlich schonungslos von den Justizbehörden aufgearbeitet werden, und die ÖVP steht für diese schonungslose Aufklärung. (Zwischenrufe der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Podgorschek. – Neuerliche Zwischenrufe bei der FPÖ.) Natürlich gehören alle kriminellen Handlungen schonungslos aufgeklärt. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Köchl. – Abg. Mag. Darmann: Belegen Sie diese Vorwürfe!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Da das rote Licht bereits blinkt, kann ich Ihnen gerne anbieten, einige inhaltliche Erläuterungen in der Folge auch bilateral zu kommunizieren. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Ich glaube, es ist in der Zukunft ganz, ganz wichtig, die Assets mit
Abg. Dr. Pirklhuber: Lassen Sie untersuchen! ... Untersuchungsausschuss wird das klären!
In diesem Sinne, glaube ich, sollten wir solche Aussagen, wie dass irgendwelche Geier ... Ich wiederhole das jetzt nicht, denn solche Aussagen können uns natürlich als Staat viel mehr schaden als das Thema Hypo Alpe-Adria. Die Geier verscheuchen wir wieder. (Abg. Dr. Pirklhuber: Lassen Sie untersuchen! ... Untersuchungsausschuss wird das klären!) Wir werden gemeinsam konstruktiv an der Lösung arbeiten, sehr verehrte Damen und Herren! – Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Krainer.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Und wenn in dieser Phase nur eine Bank gewackelt hätte (Abg. Mag. Kogler: Haben Sie ein Hotel in Kroatien gehabt? Was reden Sie denn?) und in weiterer Folge die Realwirtschaft nicht mehr bedient hätte werden können, hätte das einen unendlichen Dominoeffekt an Konkursen der Sonderklasse bei den Betrieben ausgelöst. Damit wären auch unsere ganzen arbeitspolitischen Maßnahmen in den Sand gesetzt worden. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
„Zusammenhalten und Anpacken!“ ist das erfolgreich gelebte Motto in Oberösterreich, und das erwarte ich mir auch von der Opposition, vor allem von der FPÖ, die dieses Chaos verursacht hat. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht, der weiß ja auch nicht, was mit seinem Geld passiert! Das ist ja das Problem mit der Notenbank!
Zum Zweiten gilt aber für diese Bank bis dahin das Bankwesengesetz, und damit gelten alle Vorschriften hinsichtlich Eigenkapitalquote, die natürlich ständig einzuhalten sind. Wir haben eine Marktsituation, in der genau diese Bank in Kroatien, in Serbien, in den anderen Ländern auch bis heute am Markt reüssieren muss. Deshalb sind alle diese Debatten, die Sie auch hier versuchen, vom Zaune zu brechen, nicht gerade förderlich. Oder glauben Sie, dass ein Kunde in Kroatien, wenn er das mitverfolgt und versteht, was Sie hier sagen, zukünftig großes Vertrauen zu dieser Bank haben wird? (Abg. Dr. Pirklhuber: Zu Recht, der weiß ja auch nicht, was mit seinem Geld passiert! Das ist ja das Problem mit der Notenbank!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann holt sie ein!
Vertragsrechtlich wurde mit dem Ersteller des Gutachtens eine Weitergabebeschränkung vereinbart. Oliver Wyman betrachtet die gewählten analytischen, methodischen und konzeptionellen Ansätze und Einsichten als sein geistiges Eigentum. Daher werden Klienten vertragsrechtlich verpflichtet, dieses Interesse an Präsentationen, Methoden und Analysetechniken zu schützen. Daher ist die Weitergabe, Zugänglichmachung oder Zurverfügungstellung dieser Unterlagen an Dritte ohne vorherige schriftliche Genehmigung von Oliver Wyman auch dem Bundesministerium für Finanzen untersagt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann holt sie ein!)
Abg. Mag. Kogler: Geh bitte! Der Eigentümer hat nichts zu reden! – Abg. Dr. Pirklhuber: Wem gehört denn die Bank? Den Managern gehört die Bank aber nicht! – Abg. Mag. Kogler: Zahlen dürfen wir, aber wissen dürfen wir nichts!
Die Vergabe von Beratungsaufträgen geschieht im Rahmen der üblichen Geschäftsgebarung und liegt natürlich in der alleinigen Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats der Bank. Dem Bundesministerium für Finanzen als Eigentümervertreter liegen keine Informationen vor. (Abg. Mag. Kogler: Geh bitte! Der Eigentümer hat nichts zu reden! – Abg. Dr. Pirklhuber: Wem gehört denn die Bank? Den Managern gehört die Bank aber nicht! – Abg. Mag. Kogler: Zahlen dürfen wir, aber wissen dürfen wir nichts!) Ich kann aufgrund der aktienrechtlichen Bestimmungen auch gar keinen Einfluss nehmen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Na hallo, wer hat spekuliert?!
Genau so ist die Gefahr auch für den Staat Österreich vorhanden. Beim Pleitegehen kommt noch eines dazu: Die 12,5 Milliarden € an aushaftenden Landeshaftungen des Landes Kärnten würden schlagend werden. Da sind mir die 600 000 Kärntnerinnen und Kärntner zu wertvoll, um mit deren Schicksal zu spekulieren, wo wir nicht wissen, was passieren wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Na hallo, wer hat spekuliert?!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Sehr geehrte Damen und Herren, was wir brauchen, ist eine Bündelung der konstruktiven Kräfte. Man hat es ja … (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) – Reg dich nicht so auf! – Wir haben ja gestern bei der Diskussion „Im Zentrum“ gesehen, wie „konstruktiv“ so manche waren. Wir wollen, dass die Banken mitzahlen. Das haben wir durch die Zinsen für das Partizipationskapital schon geschafft, das haben wir auch durch die Bankenabgabe geschafft.
Abg. Dr. Pirklhuber: Deswegen U-Ausschuss! Das ist ein gutes Argument!
Damit das auch die Bürgerinnen und Bürger begreifen: Das ist vergleichbar mit dem Verkauf eines hochverschuldeten Hauses, aber die Bürgschaft bleibt bestehen. Das heißt, die Haftungen muss man weiterhin übernehmen. Kärnten hat die Hypo Alpe-Adria an die BayernLB verkauft, aber die Haftungen sind im Land geblieben. (Abg. Dr. Pirklhuber: Deswegen U-Ausschuss! Das ist ein gutes Argument!) Das ist auch wieder einer dieser Punkte dieses Systems in Kärnten, das nicht nachvollziehbar ist, wo letzten Endes die Verantwortung wieder im Land Kärnten bleibt und leider Gottes auf die Bundesregierung in Richtung Finanzminister abgewälzt wurde.
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!
Der Vizekanzler und Finanzminister ist heute offen auf die Opposition zugegangen. Ich unterstütze diese Bitte und unterstreiche sie noch einmal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Wir können hier nur gemeinsam eine Lösung für das Land und letzten Endes auch für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler erarbeiten, aber da muss es diesen Schulterschluss und diese Gemeinsamkeit auch geben. (Abg. Dr. Pirklhuber hält abermals die Tafel mit der Aufschrift „Hypo: Schulterschluss für U-Ausschuss“ in die Höhe.)
Abg. Dr. Pirklhuber hält abermals die Tafel mit der Aufschrift „Hypo: Schulterschluss für U-Ausschuss“ in die Höhe.
Der Vizekanzler und Finanzminister ist heute offen auf die Opposition zugegangen. Ich unterstütze diese Bitte und unterstreiche sie noch einmal. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig!) Wir können hier nur gemeinsam eine Lösung für das Land und letzten Endes auch für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler erarbeiten, aber da muss es diesen Schulterschluss und diese Gemeinsamkeit auch geben. (Abg. Dr. Pirklhuber hält abermals die Tafel mit der Aufschrift „Hypo: Schulterschluss für U-Ausschuss“ in die Höhe.)
Sitzung Nr. 12
Abg. Dr. Pirklhuber: Hallo! Was ist das für ein Stil? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Köchl, ich mache Sie darauf aufmerksam, dass der Präsident die Möglichkeit hat, im Falle von wiederholten Ordnungsrufen jemandem sogar das Wort für den ganzen Sitzungstag zu entziehen. (Beifall bei der ÖVP.) Bitte bringen Sie mich nicht an den Rand dieses Problems! (Abg. Dr. Pirklhuber: Hallo! Was ist das für ein Stil? – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Brosz: Seit du Berater bist !
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Ich bin verwundert: Es gibt noch Grüne bei den Grünen! Ich erinnere mich an den Wahlkampf, in dem die Klubvorsitzende der Grünen gesagt hat: Benzin- und Dieselpreis sind am Plafond, da ist kein Platz mehr nach oben! – Kollege Willi sieht hier offensichtlich doch noch Platz. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber. – Abg. Brosz: Seit du Berater bist !)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt!
Das zweite Motiv, das mehr implizit da ist, ist das Bemühen Oberösterreichs – und dieses Bemühen lässt sich schon seit Jahrzehnten feststellen –, den tertiären Sektor in diesem Land zu stärken und auszubauen. Oberösterreich ist ein Land, das ein bisschen nachhinkt gegenüber den traditionellen Standorten in Österreich. Gegen dieses Bemühen wird immer wieder ins Feld geführt, dass wir eine Strukturbereinigung brauchen, dass wir unsere tertiären Standorte nicht zersplittern dürfen, dass der Kuchen, der ohnehin nicht groß ist, in noch mehr kleine Stücke zerteilt werde und dass damit der gesamte tertiäre Sektor in Österreich leide. Gegen diese Kritik kann man einwenden, dass es, wenn man ein Bundesland und dessen tertiären Sektor stärkt und das nicht auf Kosten anderer Standorte geht, insgesamt eine Stärkung dieses Sektors in Österreich bedeutet. Wenn diese Stärkung in eine Gesamtstrategie eingebunden ist und auch alle anderen Standorte und der Sektor insgesamt profitieren, kann das eine positive Maßnahme sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt völlig!
Meine Damen und Herren, Sie sehen, es gibt Fragen über Fragen, die dieses Projekt überschatten. Das Pro-Argument, dass mit einer zusätzlichen Medizin-Uni der Ärztemangel in den Griff zu bekommen ist, zielt für mich ins Leere. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass jeder Studierende, der in Linz seinen Doktor machen wird, dem Land Oberösterreich auch als Mediziner zur Verfügung stehen bleibt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt völlig!) Nur mit der Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze, das hat der ehemalige Herr Minister Töchterle schon gesagt, löst man den Ärztemangel ganz sicher nicht.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sind die Deutschen jetzt auf einmal das Problem?
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wovon man aber ausgehen darf, ist, dass vor allem sehr viele deutsche Studierende dieses Ausbildungsangebot der Medizin-Uni Linz in Anspruch nehmen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sind die Deutschen jetzt auf einmal das Problem?) Da gebe ich nur zu bedenken, dass wir jetzt schon mit den deutschen Studierenden zu kämpfen haben. Wir haben eine Überschwemmung, und noch immer keine nachhaltige Strategie, wie man mit diesen Studenten umgeht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es studieren auch Österreicher in Deutschland!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Es studieren auch Österreicher in Deutschland!
Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wovon man aber ausgehen darf, ist, dass vor allem sehr viele deutsche Studierende dieses Ausbildungsangebot der Medizin-Uni Linz in Anspruch nehmen werden. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sind die Deutschen jetzt auf einmal das Problem?) Da gebe ich nur zu bedenken, dass wir jetzt schon mit den deutschen Studierenden zu kämpfen haben. Wir haben eine Überschwemmung, und noch immer keine nachhaltige Strategie, wie man mit diesen Studenten umgeht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es studieren auch Österreicher in Deutschland!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Oberösterreich ist innovativ!
Genau das ist es, was Österreich braucht: kein sündteures Denkmal auf Steuerzahlerkosten für den Landeshauptmann, sondern attraktive Forschungsmöglichkeiten und Innovation und die damit verbundene Stärkung des Wirtschaftsstandortes! (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber Oberösterreich ist innovativ!) Qualität vor Quantität, meine sehr verehrten Damen und Herren! – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Wöginger: Keine Ahnung haben Sie!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, das stimmt! Da haben Sie recht! Das eine schließt aber das andere nicht aus!
Selbst wenn wir der Meinung sind, dass wir in Österreich zu wenige Ärzte haben, sollten wir uns aber fragen, wieso das so ist. Das liegt eben hauptsächlich daran, dass die Jungärzte aus Österreich abwandern – nämlich knapp ein Viertel –, und da stellt sich die Frage: Wieso tun sie das? Das liegt unter anderem daran, dass die Ausbildungsmöglichkeiten für Turnusärzte in Österreich im Vergleich zu unseren deutschsprachigen Nachbarn einfach schlecht sind und sie deswegen logischerweise dorthin abwandern. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ja, das stimmt! Da haben Sie recht! Das eine schließt aber das andere nicht aus!) Das heißt, wir sollten da entsprechende Maßnahmen setzen, anstatt irgendwie eine neue Medizinfakultät zu machen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das hat Auswirkungen! – Abg. Wöginger: Das ist ja ein attraktives Bundesland!
Auch die Argumentation, dass mit der Medizinfakultät in Linz die Ärzte in der Region bleiben, ist irgendwie an den Haaren herbeigezogen. Also ich kenne keine einzige Studie, die uns das sagt und klar beweist, dass man dann in der Region bleiben wird. (Abg. Dr. Pirklhuber: Aber das hat Auswirkungen! – Abg. Wöginger: Das ist ja ein attraktives Bundesland!)
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
ein Riesenproblem unter anderem in Wien am AKH, und da wird eben dieses Linzer Modell vorgeschlagen, was aber nicht genau ausgeführt wird. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! ... lange Wartezeit beim Augenarzt!
Aber warum denn eigentlich? Es wird ja hier auch um die Motive heftig gestritten. – Ich glaube – und nicht nur ich glaube das –, dass die Bevölkerung sieht, dass wir auf einen eklatanten Ärztemangel zusteuern, und dieser eklatante Ärztemangel wird derzeit nicht nur statistisch gesehen und bemerkt, sondern auch von den Menschen draußen in den Regionen gefühlt. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! ... lange Wartezeit beim Augenarzt!) Er ist ein subjektiver wie ein objektiver, und darum ist es nur recht und billig, das medizinische Ausbildungsangebot zu erhöhen und regional breiter aufzustellen.
Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.
Natürlich werden wir allein dadurch die Situation des Ärztemangels in Österreich nicht in den Griff bekommen. Wie auch schon von einem Vorredner gesagt wurde: Eine der großen Ursachen sind die schlechten Bedingungen, die heute beim Ärzteberuf vorhanden sind, das heißt die langen Arbeitszeiten in den Krankenhäusern, die bürokratische Überbordung der ganzen Angelegenheit, darüber hinaus gibt es neue Lebensentwürfe auch bei Medizinern. Heute ist keiner mehr bereit, in die Region zu gehen und so wie früher eben 24 Stunden wirklich da zu sein. (Zwischenruf des Abg. Dr. Pirklhuber.) Das hat sich alles verändert. Natürlich muss das alles geändert werden; das können wir aber jetzt im Wissenschaftsausschuss alleine nicht hinbiegen. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Dass ihr gegen die deutschen Studenten etwas habt, ist mir etwas Neues!
Eines muss ich aber jetzt schon noch sagen: Der Hochschulzugang in Österreich ist natürlich auch für unsere jungen Leute ein wirkliches Problem. Der ungebremste Ansturm ausländischer, vor allem deutscher Studenten geht auf Kosten unserer österreichischen Studenten. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dass ihr gegen die deutschen Studenten etwas habt, ist mir etwas Neues!) Und diesbezüglich haben wir natürlich auch schon oft eingebracht, Herr Minister, dass das Herkunftslandprinzip eingeführt werden soll. Es wird immer dagegen argumentiert, dass das in der EU nicht gehe. Diese Argumentation ist für mich nicht nachvollziehbar, denn in anderen Bereichen gilt das Prinzip ja auch, zum Beispiel im Bereich der Dienstleistungsrichtlinie. Dort haben wir auch eine Art Herkunftslandprinzip.
Abg. Dr. Pirklhuber: Gemeinschaftspraxen!
Der entscheidende Punkt ist der, der angesprochen worden ist: ob diese Ärzte, die ausgebildet werden, zu einem Großteil im ländlichen Bereich bleiben. Und da ist es natürlich notwendig, dass wir auch eine Attraktivierung machen, was auch vorgesehen ist. Da geht es um die Ärzteausbildung, um attraktive Angebote für niedergelassene Ärzte. Da sind wir mit dem Gesundheitsminister und auch mit dem Land im Gespräch. Natürlich muss das auch entsprechend passen und muss vorgelegt sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Gemeinschaftspraxen!)
Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber sowie bei Abgeordneten der ÖVP.
Geschätzte Kollegen Scherak und Ertlschweiger, die angesprochene Geschichte mit Prestigeobjekt und Denkmal-Setzen ist völliger Unsinn! (Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Da will ich in dieser Form absolut ablehnen. Da hat ein Bundesland engagiert daran gearbeitet, hatte einen langen Atem. Jetzt ist es so weit, und das ist auch gut so.
Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber sowie bei Abgeordneten von FPÖ, SPÖ und ÖVP.
Zudem haben wir in Oberösterreich 228 Unternehmen, die im Gesundheits-Cluster zusammenarbeiten, die 37 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und eine Forschungsquote von 6,1 Prozent aufweisen können. Auch da wird diese Medizinische Fakultät einen wichtigen Impuls, einen wichtigen Beitrag liefern. (Beifall des Abg. Dr. Pirklhuber sowie bei Abgeordneten von FPÖ, SPÖ und ÖVP.)
Sitzung Nr. 14
Abg. Dr. Pirklhuber: Dann müssen wir es auch budgetieren!
Ich muss schon sagen: Ich sehe die Bio-Landwirtschaft als unser Flaggschiff. Das ist nicht nur eine Nischenproduktion, sondern das ist unser Flaggschiff der Ökologisierung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann müssen wir es auch budgetieren!) Ich verstehe daher nicht ganz die Unruhe, die hier momentan herrscht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist kein Geld da!) Ich werde entsprechende Gespräche – Herr Abgeordneter Pirklhuber, das ist schon vereinbart – mit BIO AUSTRIA führen, um das auch klarzustellen. Wir werden selbstverständlich den Bio-Sektor stärken und die Mittel in diesem Bereich sogar ausbauen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wichtig!) Also ich verstehe nicht ganz, warum jetzt argumentiert wird, dass wir den Bio-Sektor schwächen wollen. Sie werden in den nächsten Tagen entsprechende Klarstellungen erfahren. Außerdem haben wir ja auch vereinbart, dass wir am 3. April, glaube ich, noch eine ausführliche Debatte im Ausschuss führen werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist kein Geld da!
Ich muss schon sagen: Ich sehe die Bio-Landwirtschaft als unser Flaggschiff. Das ist nicht nur eine Nischenproduktion, sondern das ist unser Flaggschiff der Ökologisierung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann müssen wir es auch budgetieren!) Ich verstehe daher nicht ganz die Unruhe, die hier momentan herrscht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist kein Geld da!) Ich werde entsprechende Gespräche – Herr Abgeordneter Pirklhuber, das ist schon vereinbart – mit BIO AUSTRIA führen, um das auch klarzustellen. Wir werden selbstverständlich den Bio-Sektor stärken und die Mittel in diesem Bereich sogar ausbauen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wichtig!) Also ich verstehe nicht ganz, warum jetzt argumentiert wird, dass wir den Bio-Sektor schwächen wollen. Sie werden in den nächsten Tagen entsprechende Klarstellungen erfahren. Außerdem haben wir ja auch vereinbart, dass wir am 3. April, glaube ich, noch eine ausführliche Debatte im Ausschuss führen werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wichtig!
Ich muss schon sagen: Ich sehe die Bio-Landwirtschaft als unser Flaggschiff. Das ist nicht nur eine Nischenproduktion, sondern das ist unser Flaggschiff der Ökologisierung. (Abg. Dr. Pirklhuber: Dann müssen wir es auch budgetieren!) Ich verstehe daher nicht ganz die Unruhe, die hier momentan herrscht. (Abg. Dr. Pirklhuber: Es ist kein Geld da!) Ich werde entsprechende Gespräche – Herr Abgeordneter Pirklhuber, das ist schon vereinbart – mit BIO AUSTRIA führen, um das auch klarzustellen. Wir werden selbstverständlich den Bio-Sektor stärken und die Mittel in diesem Bereich sogar ausbauen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist wichtig!) Also ich verstehe nicht ganz, warum jetzt argumentiert wird, dass wir den Bio-Sektor schwächen wollen. Sie werden in den nächsten Tagen entsprechende Klarstellungen erfahren. Außerdem haben wir ja auch vereinbart, dass wir am 3. April, glaube ich, noch eine ausführliche Debatte im Ausschuss führen werden.
Abg. Dr. Pirklhuber: Im Alpenvorland war ein Plus, Herr Kollege! Lesen Sie den Bericht!
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren im Hohen Haus! Der Grüne Bericht zeigt uns wieder einmal, dass das wesentliche Phänomen für die Bauern das Wetter ist. Das ist eine Binsenweisheit, und trotzdem muss man es manchen Kolleginnen und Kollegen hier im Haus erklären. Das Jahr 2012 war eben – genauso wie das Jahr 2013 – ein Jahr mit furchtbaren Wetterextremen, was sich auf die Einkommen ausgewirkt hat. Weil Niki Berlakovich jetzt gerade kommt: Es ist einfach unfair, ihm Einkommensverluste in diesem Jahr anzulasten, wo wir genau wissen, was das Wetter in diesem Jahr angerichtet hat. Fürs Wetter kann der Minister noch alleweil nichts! (Abg. Dr. Pirklhuber: Im Alpenvorland war ein Plus, Herr Kollege! Lesen Sie den Bericht!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Ihr Sohn ist gescheit!
Wir wissen ganz genau, die Politik kann viel versprechen, manches halten, aber als Bauer täte ich mich nicht hundertprozentig darauf verlassen. Mein Sohn sagt mir das immer wieder. (Abg. Dr. Pirklhuber: Ihr Sohn ist gescheit!) Ganz entscheidend geht es darum, dass wir als Bauern unsere Kunden haben, die wir im Wettbewerb gegen harte, internationale Konkurrenz jeden Tag neu gewinnen müssen, und das tun wir, indem wir Produkte höchster Qualität zu wettbewerbsfähigen Preisen bringen. Das ist die wahre Leistung der Bauern, das verdient wirklich Respekt, und dafür muss man ihnen danke sagen. Sie müssen jeden Tag im Wettbewerb – im Regal in den Geschäften – die Kundengunst gewinnen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Wir können damit eine starke Verarbeitungsindustrie, die Hunderttausende Arbeitsplätze sichert, versorgen, und wir sind als Investoren in der Landwirtschaft wichtig für alle anderen. Wenn sich Herr Kollege Pirklhuber gerade sehr bemüht, das Inkraftsetzen des aktuellen Programmes weiter und weiter zu verzögern (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!), dann muss ich sagen: Das geht zu weit, denn wichtig ist, dass wir die Investitionsförderung in diesem Jahr sehr rasch für die Anträge der Landwirte freigeben. (Ruf bei den Grünen: Geh bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Effizient will ich es machen, biologisch und sozial!)
Ruf bei den Grünen: Geh bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Effizient will ich es machen, biologisch und sozial!
Wir können damit eine starke Verarbeitungsindustrie, die Hunderttausende Arbeitsplätze sichert, versorgen, und wir sind als Investoren in der Landwirtschaft wichtig für alle anderen. Wenn sich Herr Kollege Pirklhuber gerade sehr bemüht, das Inkraftsetzen des aktuellen Programmes weiter und weiter zu verzögern (Abg. Dr. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!), dann muss ich sagen: Das geht zu weit, denn wichtig ist, dass wir die Investitionsförderung in diesem Jahr sehr rasch für die Anträge der Landwirte freigeben. (Ruf bei den Grünen: Geh bitte! – Abg. Dr. Pirklhuber: Effizient will ich es machen, biologisch und sozial!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Beton, Beton, Beton!
Es geht darum, dass wir im Frühjahr sehr rasch mit der Bautätigkeit beginnen können. Die Bauern sind immer die Ersten, die zu arbeiten anfangen. Die Gemeinden, die öffentlichen Auftraggeber sind dann meistens ein bisschen später dran. Wenn wir mit der Investitionsförderung früh ein Signal geben können: Ja, es geht auf!, dann haben wir auch frühzeitig einen Arbeitsplatzeffekt, und wir alle wissen, wie wichtig die Landwirtschaft als Arbeitgeber in der Beschäftigung der Bauwirtschaft ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Dr. Pirklhuber: Beton, Beton, Beton!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das tun wir! Wir wollen diskutieren mit den Bauern, das ist notwendig!
Uns geht es darum, dass wir für die Landwirtschaft klare Vorgaben brauchen. Einen respektvollen Umgang mit den Bauern erwarte ich mir von Ihnen allen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das tun wir! Wir wollen diskutieren mit den Bauern, das ist notwendig!) Es geht nicht darum, dass wir von der Politik abhängig sein wollen, sondern wir wissen, dass wir unsere Landwirtschaft nur schützen können, wenn wir auch Sicherheit anbieten, und damit schließt sich der Kreis zu dem, was ich zu Beginn gesagt habe: Das Risiko des Wetters ist für uns eine gewaltige Geschichte. Das Wetterrisiko abzusichern ist nicht möglich, aber die Hagelversicherung ist eine gute Grundlage für den Ausbau der Versicherung der Elementarrisiken.
Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!
Jetzt habe ich aus gut informierter Quelle gehört, Sie hätten eine Lösung, es gebe, wenn das stimmt, anscheinend einen Pauschalbetrag von 24 € pro Pferd. Ich bin schon neugierig darauf, wie das konkret ausschaut. Ich habe im Dezember 2013 einen Antrag eingebracht, um dieses Problem zu thematisieren, jetzt kommt Bewegung hinein. Wenn das für die Landwirte, für die Pferde und für die Pferdesportler eine Verbesserung bringt, bin ich ja grundsätzlich froh, aber es bleiben nach wie vor einige Fragen, ganz entscheidende Fragen offen: Wie schaut es mit dem Gewerberecht aus? Fallen diese Bauern jetzt, wenn Sie 20 Prozent Mehrwertsteuer verlangen, unter das Gewerberecht? Sind sie jetzt Unternehmer? (Abg. Dr. Pirklhuber: Nein!) – Es würde mich schon interessieren, ob das ganz konkret beantwortet wird. Die Landwirte wollen das auch wissen, das ist nicht geklärt.
Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr gut!
Daher ist es wichtig, dass wir den Worten, die wir heute geäußert haben, auch Taten folgen lassen und jene Grundlagen liefern, damit wir einerseits die Sehnsüchte der Menschen, der Konsumenten die täglichen Lebensmittel betreffend sicherstellen können; andererseits müssen wir aber auch wissen, damit die Bauern das tun können, muss für sie auch die Praxistauglichkeit sichergestellt werden, meine Damen und Herren. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr gut!) Es soll nicht nur immer die Forderung nach höheren Standards im Bereich Tierschutz, Umweltschutz und dergleichen mehr geben. (Abg. Steinbichler: Lernfähig!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Einige Millionen!
Das heißt, hier müssen wir eine ehrliche Diskussion führen. Ich weiß nicht, ob Sie das wissen: Neben all diesen Leistungen, die die Bauern erbringen, wissen Sie, für wie viele Tiere die Bäuerinnen und Bauern tagtäglich in Österreich verantwortlich sind? Wissen Sie es? (Abg. Dr. Pirklhuber: Einige Millionen!) Ich sage es Ihnen: 18,6 Millionen Tiere. Da tragen die Bauern Verantwortung und haben Kompetenz, jeden Tag, meine Damen und Herren. Jeden Tag! (Demonstrativer Beifall des Abg. Steinbichler.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr gut! Ausgezeichnet!
Sie, Herr Minister, stammen aus einer Bergbauernfamilie. Gerade Sie müssen wissen, wie wichtig gerechte Verteilung in diesem Bereich ist. Wir als Sozialdemokratische Partei fordern bereits für die ersten 20 Hektar einen Aufschlag von 50 € pro Hektar. (Abg. Dr. Pirklhuber: Sehr gut! Ausgezeichnet!) Die Agrarförderungen müssen effektiver eingesetzt und an jene verteilt werden, die sie wirklich am notwendigsten brauchen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Unser Antrag hat zehn Punkte! Zehn Punkte!
Ich möchte, was die Grünen betrifft, erwähnen, dass auch sie gemeint haben, dass der Biolandbau gestärkt gehört und dass sie sich zu den Biobetrieben bekennen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Unser Antrag hat zehn Punkte! Zehn Punkte!) Daher auch nochmals meine Einladung, den Entschließungsantrag mitzutragen.
Abg. Dr. Pirklhuber: Warum waren Sie dann dafür ...?
Von unserer Seite gibt es ein klares Bekenntnis für den öffentlichen Verkehr, für die Pendlerinnen und Pendler, aber genauso für die Fernreisenden wie auch für den Güterverkehr. Zwischen Danzig und Bologna liegt nun einmal der Semmering, und wir haben uns entschlossen, dieses Nadelöhr auszubauen, um Teil eines transeuropäischen Bahnnetzes zu sein. (Abg. Dr. Pirklhuber: Warum waren Sie dann dafür ...?)
Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! So schaut’s aus!
Die Umweltanwaltschaft bezeichnet die beantragte Novellierung jedenfalls als rechtspolitische Demontage der Gerichtsbarkeit. (Abg. Dr. Pirklhuber: Richtig! So schaut’s aus!) Das ist eine Demontage. Wir sollen also heute für die Demontage der Gerichts-barkeit stimmen. Ich denke, da können wir generell nicht mit. Ich denke, auch andere Kollegen sollten da nicht mit. (Beifall bei NEOS und Grünen.)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unverständlich! Das ist schade!
Abgeordnete Dr. Susanne Winter (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Werte Kollegen und Kolleginnen! Herr Kollege Pock! Es tut mir leid, wir haben im Vorhinein heftig über Ihren Antrag diskutiert. Aber es ist wirklich eine Grundhaltung von uns, dass wir einfach nicht wollen, dass in dieser Art und Weise über demokratisches Recht, über ein Berufungsrecht, über ein Einspruchsrecht der Bevölkerung – wenn auch die NGOs eingebunden sind – nochmals diskutiert wird. Ich weiß schon, dass es nicht durchgehen wird. Aber es ist unsere Grundhaltung, dass wir diesem Antrag grundsätzlich nicht zustimmen können und wollen. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist unverständlich! Das ist schade!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das liegt aber nicht am Minister! Das liegt an SPÖ und ÖVP!
Kollegin Christiane Brunner, es hat mich sehr verwundert, dass Sie als Obfrau des Umweltausschusses so hochzufrieden waren. Es stimmt, die Diskussionen waren wirklich hochwertig und toll. Aber an der Vorgangsweise der Opposition gegenüber hat sich eigentlich nichts geändert. (Abg. Dr. Pirklhuber: Das liegt aber nicht am Minister! Das liegt an SPÖ und ÖVP!) Das mögen durchaus – und ich nenne es jetzt einmal frei heraus – Vorschusslorbeeren für den Herrn Minister sein, aber grundsätzlich hat sich an der Einstellung nichts geändert, dass sämtliche Oppositionsanträge praktisch nicht reingekommen sind. (Abg. Mag. Brunner: Ich habe das ja differenziert!)
Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine unnötige Schlechterstellung für Bürgerinnen und Bürger! – Abg. Mag. Brunner: Der Brenner-Basistunnel wurde von dieser Regierung nicht !
Aber noch einmal zum Brenner-Basistunnel: Ich lade Sie alle herzlich nach Tirol ein. Wenn Sie durch das Inntal ... (Abg. Dr. Pirklhuber: Das ist eine unnötige Schlechterstellung für Bürgerinnen und Bürger! – Abg. Mag. Brunner: Der Brenner-Basistunnel wurde von dieser Regierung nicht !) – Ich würde gerne ausreden; Sie können mir nachher bei einem Kaffee etwas erklären!
Abg. Dr. Pirklhuber: Behübschung!
Abgeordneter Erwin Preiner (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Kolleginnen und Kollegen! Gegenwärtig diskutieren wir die Novellierung des Umweltverträglichkeitsgesetzes in Richtung Gleichstellung von Infrastrukturprojekten, nämlich Schiene und Straße. (Abg. Dr. Pirklhuber: Behübschung!) Wie ich aus den vorherigen Aussagen der Grünen vernommen habe, wäre es aus ihrer Sicht wünschenswert, dass es zu einer Novellierung in die entgegengesetzte Richtung kommt, was naturgemäß nicht meinen Intentionen, Herr Kollege, entspricht.
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Strolz.
Vielleicht ist es so, wie der Herr Leitl es behauptet hat: dass nicht der Herr Spindelegger regiert, sondern seine Beamten! Und sollen es die Leute da draußen nicht auch wissen, wer tatsächlich regiert? Und wenn tatsächlich Erwin Pröll regiert, dann wollen wir das wissen. Oder wenn Raiffeisen hier mitgemischt hat oder die Bayern oder wer auch immer, ich weiß es nicht, dann wollen wir das erfahren. Aber dafür brauchen wir einen Untersuchungsausschuss! (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Dr. Pirklhuber und Dr. Strolz.)
Sitzung Nr. 16
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Wir fordern einen Untersuchungsausschuss zum Thema Hypo Alpe Adria“ (Ordnungsnummer 8) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Lückenlose Offenlegung der Hypo-Gläubiger“ (Ordnungsnummer 9) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Höbart und Kickl.
Daher ist für mich ein Hineinschlittern einer Bank in eine Insolvenz einhergehend mit einem Hineinschlittern Kärntens in eine Insolvenz unverantwortlich, und ich bleibe daher dabei, in aller Deutlichkeit klarzumachen, dass die Stabilität des Landes, die Bonität Österreichs und der öffentlichen Hand in Europa, in der Welt auch in Zukunft zu gewährleisten ist – von einem Land, das sich höchster Bonität erfreut, weil auch alle politisch Verantwortlichen in der Zweiten Republik bis zum heutigen Tag dafür gesorgt haben, dass nie ein Bundesland insolvent geworden ist. Und das gilt auch in Zukunft! Das werden wir verhindern! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Höbart und Kickl.)
Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mlinar. – Abg. Pirklhuber: Richtig! So schaut es aus!
Abgeordnete Dr. Eva Glawischnig-Piesczek (Grüne): Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Herr Klubobmann Schieder, Sie haben jetzt an die Vertreterinnen und Vertreter der Opposition appelliert, wir sollen uns nicht so aufregen. (Abg. Schieder: Ich habe über die FPÖ gesprochen! Wenn Sie sich auch angesprochen fühlen, so ist das Ihre Sache!) Ich rege mich auch auf, und ich habe den Eindruck, dass diese Appelle, vom Bundespräsidenten abwärts, so bemüht sind, man verstehe den Zorn und den Ärger der Bevölkerung. Aber ich habe den Eindruck, Sie haben beim Ärger und Zorn der Bevölkerung wirklich noch nicht verstanden, worum es da geht. (Beifall bei den Grünen sowie der Abg. Mlinar. – Abg. Pirklhuber: Richtig! So schaut es aus!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Unglaublich! – Vizekanzler Spindelegger: Was haben denn Sie schon zu dieser Frage beigetragen? Nichts!
Zum ganzen Drama: Es ist heute noch ein Stück hinzugefügt worden, aber es ist noch lange nicht der Schlussstrich. Dass man das Wort „Schlussstrich“ bei dieser Debatte jetzt in den Mund nehmen kann, wo es darum geht, den Steuerzahlenden und der Bevölkerung weitere 5 Milliarden € umzuhängen, wo 5 Milliarden bereits gezahlt worden sind, dreieinhalb davon cash, ist ja wirklich unglaublich, Herr Finanzminister. Das geht ja jetzt erst wirklich los! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Unglaublich! – Vizekanzler Spindelegger: Was haben denn Sie schon zu dieser Frage beigetragen? Nichts!)
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Die mussten das wissen, dass sich das nicht ausgehen kann. Genau diese Fonds, diese Pensionsfonds, diese internationalen Bankenkonsortien, die Anleihen an die Hypo Alpe-Adria begeben haben, damit sie dann Geschäfte am Balkan macht – irgendwelche Hotelbauten, Geisterjachten, kroatische Mafia –, genau die mussten in den Jahren 2003 bis 2007 wissen, dass sich das nicht ausgehen kann: das Zehnfache des Landesbudgets! Die sind nicht schützenswert! (Abg. Pirklhuber: So ist es!)
Abg. Pirklhuber: Unglaublich!
Jetzt hier irgendwie mit der Wohnbeihilfe zu argumentieren (Abg. Pirklhuber: Unglaublich!), die in Kärnten nicht mehr ausbezahlt werden kann, das finde ich wirklich unglaublich, denn mit dem Geld, das da jetzt hineingesteckt wird, können Sie bis 2 400 Wohnbeihilfe in ganz Österreich auszahlen – und nicht nur das! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Sie müssen endlich einmal handeln!
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Kollege Kogler, das ist genau Ihre Wortwahl und der Ton, mit dem Sie diese Frage behandeln. Die Bundesregierung muss das Gegenteil tun. Sie kann nicht pauschal diffamieren, sondern sie muss Lösungen finden. (Abg. Pirklhuber: Sie müssen endlich einmal handeln!)
Abg. Pirklhuber: Da lachen doch alle!
Der Finanzminister hat sehr rasch gehandelt. Nicht einmal 100 Tage im Amt, hat er entschieden und ganz klar vorgelegt, wie die Hypo-Abwicklung stattfinden soll. Der Finanzminister hat wohlüberlegt gehandelt – nicht hastig, aber schnell und wohlüberlegt. (Abg. Pirklhuber: Da lachen doch alle!)
Sitzung Nr. 17
Abg. Pirklhuber: Das ist es!
Österreich kann sich auch innerhalb der Europäischen Union, wenn es um die Frage der Lebensmittel, wenn es um die Frage der Gentechnik, wenn es um andere wesentliche Fragen der Umweltpolitik geht, zu Recht darauf berufen, dass wir nicht in allen, aber in sehr wesentlichen und sehr vielen Bereichen die besseren Standards haben. Wenn man also über Wettbewerb auf gemeinsamen Märkten diskutiert, dann drängt sich tatsächlich sofort die Frage auf, ob ein verstärkter gemeinsamer Markt ausreichend Schutz für das bietet, was für uns so wesentliche Regeln für diesen gemeinsamen Markt sind. Es geht also nicht darum, zu leugnen, dass es einen gemeinsamen Markt gibt – in der Europäischen Union von 500 Millionen Menschen und in den Vereinigten Staaten von Amerika von 300 Millionen, also von insgesamt 800 Millionen Menschen –, denn das hieße ja die jetzt schon existierende tägliche Realität zu leugnen, die Frage ist nur: Was bewirkt ein Handelsabkommen darüber hinaus und benötigt man es überhaupt? (Abg. Pirklhuber: Das ist es!) Es stellt sich die Frage des gemeinsamen Marktes und der gegenseitigen Beeinflussung einfach im Regal, im Supermarkt oder im Einrichtungshaus.
Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinhauser.
Schauen Sie: Wenn es die Möglichkeit gibt, bei einem gemeinsamen Markt, der existiert, im Zuge einer Diskussion eine Ausweitung von Handelsbeziehungen, die sinnvoll sind, vorzunehmen, dann werden wir Österreicher zustimmen. (Beifall bei der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinhauser.)
Abg. Pirklhuber: Ja, brauchen wir das in Europa? Es geht doch eher ...! – Abg. Kogler: Ein amerikanischer Fleischkonzern, der braucht ein bisschen Sicherheit!
Lassen Sie mich aber zum Investitionsschutzabkommen auch noch etwas sagen: Es sind auch österreichische Betriebe, die immer wieder Investitionsschutzabkommen, die es gibt, die mit anderen Ländern bereits existieren, als eine Sicherheit sehen, um die Investitionen, die sie tätigen, auch schützen zu können. (Abg. Pirklhuber: Ja, brauchen wir das in Europa? Es geht doch eher ...! – Abg. Kogler: Ein amerikanischer Fleischkonzern, der braucht ein bisschen Sicherheit!) Ich gehe davon aus, dass diese 60 Investitionsschutzabkommen, die es gibt, als Ursache hatten, sich dagegen wehren zu können, wenn jemand, wie das zum Beispiel derzeit in Ungarn auch immer wieder diskutiert wird, einfach mit einem Gesetz Investitionen anderer zunichte macht.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte diese Zahl einmal nur so im Raum stehen lassen, weil ich das von hier aus gar nicht verifizieren oder auch nicht widerlegen kann, aber bei all den Chancen, die es möglicherweise – ich sage das wirklich sehr hypothetisch – geben könnte, müssen folgende Punkte für mich jedenfalls ausgeschlossen werden: Soziale und ökologische Ziele dürfen den wirtschaftlichen keinesfalls untergeordnet werden. (Abg. Kickl: So funktioniert aber die gesamte EU!) Das höhere Niveau der Arbeitsbedingungen, der Standards im KonsumentInnenschutz, im Umweltschutz darf nicht unter dem Titel sogenannter nichttarifärer Handelshemmnisse oder was auch immer untergraben werden. – Also das muss jedenfalls sichergestellt werden. Wir wollen in Österreich ganz sicher keine Chlorhühner, keine Hormonschnitzel und keinen Genmais! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Da müssen alle Zweifel restlos beseitigt werden! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Und natürlich gibt es auch Bedenken beim Vorsorgeprinzip. Es ist erwähnt worden: Bei uns darf ein Produkt erst dann in den Handel kommen, wenn es sicher ist. – In den USA ist es nicht so: In den USA können Produkte in den Handel kommen, und wenn sich dann erst herausstellt, dass sie unsicher sind, dann gibt es Probleme. Das ist auch abzulehnen. (Abg. Kogler: Aber warum ist das überhaupt Verhandlungsgegenstand?) Das Vorsorgeprinzip dient den KonsumentInnen als Schutz. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Weil EU-Wahlen sind!
Aber die Europäische Kommission hat auch auf die Kritik reagiert. Handelskommissar De Gucht hat angesichts der Bedenken der NGOs und auch aus der Zivilgesellschaft gesagt: Stopp der Verhandlungen, und es soll öffentliche Konsultationen geben. Drei Monate lang haben alle Beteiligten die Möglichkeit, in einem transparenten Prozess ihre Bedenken zu deponieren. (Abg. Pirklhuber: Weil EU-Wahlen sind!) – Ich halte das für notwendig, um hier öffentlich hineinzukommen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Auch Österreich ist ein exportorientiertes Land, und wir haben Interesse an einem vernünftigen freien Handel, weil sehr viele Arbeitsplätze in Österreich durch die Exporte entstehen; andererseits importieren wir Rohstoffe. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Deswegen soll es faire Abkommen geben.
Abg. Pirklhuber: Richtig! Jetzt kommt es da auch noch!
Was diese Sonderschiedsgerichtsbarkeiten betrifft: Das ist das größte Gift! Die Großkonzerne haben jetzt schon Macht über die Staaten – ständig bejammern wir das, speziell in der Finanz- und Bankenpolitik. (Abg. Pirklhuber: Richtig! Jetzt kommt es da auch noch!) Damit würden Sie noch eine Waffe in die Hand bekommen, gegen die Bevölkerung, gegen die Standards, die wir haben, wenn Sie nicht entgegenhalten. Und da ja alles, was bis jetzt passiert ist, die Glaubwürdigkeit schwächt (Präsidentin Prammer gibt das Glockenzeichen), dass Sie hier wirklich entgegenhalten, wie Sie behaupten, ist der Alarm so notwendig und laut.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Schauen wir ein bisschen zurück in die Geschichte! Die NAFTA-Erfahrungen haben ja bereits gezeigt, dass sich die Versprechungen nicht erfüllt haben. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das heißt, es ist zu Lohndumping und zur Vernichtung von Arbeitsplätzen gekommen. Es handelt sich da um das Abkommen zwischen Kanada, Mexiko und den USA, und dieses wurde damals schon der Öffentlichkeit unter dem Deckmantel Wirtschaftswachstum verkauft.
Abg. Pirklhuber: Dann bitte her mit den Unterlagen!
Das kann ich gleich sagen! (Abg. Kogler: Sag was zur Transparenz!) Ich sage Ihnen Folgendes: Natürlich wird es jetzt Studien geben. Da wird von 800 000 Arbeitsplätzen in Europa die Rede sein, es wird heißen, dass Milch und Honig fließen und die Löhne steigen werden. Und es ist die Aufgabe der Politik, sich die Studien anzusehen und diese zu prüfen und zu bewerten, ob man das nun übernimmt oder auch nicht. Aber was ganz sicherlich nicht geht – das kann man, glaube ich, in aller Deutlichkeit sagen –, ist: Es darf nicht intransparent ablaufen. Die Parlamente müssen einbezogen werden! (Abg. Pirklhuber: Dann bitte her mit den Unterlagen!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Kolleginnen und Kollegen, das sind die Fakten. Erkundigen Sie sich einmal, bevor Sie der grenzenlosen Freiheit das Wort reden und gar nicht wissen, was Sie da wirklich verursachen! Das ist das Wesentliche. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Das ganz Wesentliche ist, dass man die Grundnahrungsmittel aus diesem Abkommen ausnimmt. Herr Kanzler, du hast gesagt, wenn das nicht den österreichischen Standards entspricht, wirst du dagegen sein. Ich bitte darum, dass man die Grundnahrungsmittel aus diesen Verhandlungen ausnimmt, damit wir unsere Ernährungssicherheit, diese Ernährungssouveränität in Österreich nicht gefährden. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt doch nicht!
Im Übrigen: Was kommt denn schlussendlich alles noch einmal? – Die EU, da ist alles schlecht. Die EU kommt in Verruf. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt doch nicht!) Meine Kollegen von der grünen Fraktion! Wenn Sie am 26. Mai in der Früh nach der EU-Wahl einen großen Katzenjammer haben, dann werden Sie diesen unter anderem deswegen haben, weil Sie dazu beigetragen haben. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Pirklhuber: Haben Sie die amerikanischen Handelspapiere? Haben Sie die Unterlagen? – Wir nicht!
Wir von NEOS versuchen evidenzbasiert, unabhängig und ehrlich die Chancen und Risiken des TTIP zu analysieren. In diesem Sinne möchte ich einen Schuss Objektivität und Sachlichkeit in Bezug auf das Thema Transparenz in die Diskussion bringen. (Abg. Pirklhuber: Haben Sie die amerikanischen Handelspapiere? Haben Sie die Unterlagen? – Wir nicht!) Die Kritik an der Transparenz ist zum Teil durchaus berechtigt. Aber wir dürfen eines nicht vergessen: Die letzte Instanz sind noch immer das Europäische Parlament und die nationalen Parlamente. Die Verhandlungsführung liegt aufgrund eines Mandats des Rats bei der Europäischen Kommission, die eben im Namen der EU und der Mitgliedstaaten verhandelt. Sie verhandelt gar nicht so schlecht.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Dann geben Sie den österreichischen Landwirten eine Chance, die ihre Produkte hier unter strengsten Umwelt- und Tierschutzstandards produzieren und gute Qualität liefern und verhindern so, dass dem Konsumenten Schweinefleisch aus anderen, womöglich, so wie hier aufgezählt, exotischen Ländern untergejubelt wird. Das ist nämlich derzeit der Fall. Deswegen unterstützen wir diesen Antrag, der zwar in eine Richtung mit dem Genusstauglichkeitskennzeichen geht, aber vielmehr fordern wir eine Gütekennzeichen-Regelung, die diesen Namen auch verdient und die die Konsumenten und die heimischen Bauern schützt. – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Das ist nichts anderes als ein Markenzeichen!
Wenn sich der Konsument darauf verlassen möchte, dass das Tier, aus dessen Fleisch ein Produkt gemacht wurde, in Österreich geboren wurde, in Österreich aufgewachsen ist, in Österreich geschlachtet und verarbeitet wurde, dann gibt es dafür ein amtliches Gütesiegel, und zwar das AMA-Gütesiegel. Mittlerweile wissen wir, dass Gott sei Dank über 90 Prozent der Konsumenten über dieses AMA-Gütesiegel, das rot-weiß-rote Gütesiegel, informiert sind und sich auch auf dieses Gütesiegel verlassen können. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Das ist nichts anderes als ein Markenzeichen!)
Abg. Pirklhuber: Ja sicher sollen wir es, aber kennzeichnen! Herr Höfinger, stellen Sie sich doch nicht so blöd!
Jetzt stelle ich die Umkehrfrage: Sollen wir Fleisch, das importiert wird, Tiere, die importiert werden, nicht in Österreich überprüfen? (Abg. Pirklhuber: Ja sicher sollen wir es, aber kennzeichnen! Herr Höfinger, stellen Sie sich doch nicht so blöd!) Wenn wir sie überprüfen, was schreiben wir dann drauf? Schreiben wir nur drauf: Ist in Ordnung? Das wirft doch mehr Fragen auf, als es beantwortet. Dann würde zu Recht die Frage gestellt: Was heißt das: Ist in Ordnung? Wer hat wann wo wen kontrolliert? Daher steht drauf: Wir in Österreich, AT, mit dieser und jener Nummer haben dieses Fleisch kontrolliert.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Genau das ist Umweltpolitik, das ist Klimapolitik, das ist in erster Linie Gesundheitspolitik. Ehrliche Politik beginnt bei gesundem regionalem Essen, das nicht kreuz und quer durch die Welt transportiert wird, so lange, bis das richtige Gütesiegel drauf ist. Ich bitte um Unterstützung. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Es ist wirklich an der Zeit, dass man diesem – ich würde schon sagen Konsumentenbetrug – endlich den Riegel vorschiebt. Produkte, die aus Österreich kommen, sollen rot-weiß-rot markiert sein. Andere sollen irgendwie gekennzeichnet sein, aber bitte nicht den Konsumenten unter dem Deckmantel österreichischer Qualität angedreht werden. (Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Was soll diese Polemik?
(Abg. Pirklhuber: Was soll diese Polemik?) – Erfolglos auch noch, wenn man sich die Landtagswahlen anschaut. (Abg. Kogler: Wo sind denn die 2 Milliarden €?)
Abg. Pirklhuber: Wir sind hier im Nationalrat!
Und dass Sie überhaupt etwas versäumt haben, wenn Sie schon so viel wissen über Niederösterreich – ich kann Ihre grüne Schrift nicht lesen, „Rapid“ heißt das wahrscheinlich, nicht? Das mag ich schon gar nicht. (Abg. Pirklhuber: Wir sind hier im Nationalrat!) – So, im Übrigen haben Sie wahrscheinlich auch vergessen, was im Landtag vorige Woche in Niederösterreich mit den Stimmen der Grünen beschlossen wurde. (Abg. Kogler: Das war ja das 2 Milliarden-Loch!) – Nein! Es wurde beschlossen, dass es keine Spekulationen bei Hochrisikoanleihen, bei Derivaten und so weiter geben darf. Aber das haben Sie nicht gehört. Sie sollten sich einmal mit Ihrem Kollegen in Kärnten, mit dem Herrn Holub, in Verbindung setzen, der würde Ihnen klar sagen, dass Sie sich von den Freiheitlichen zu distanzieren haben. Sie sollten auch mit den niederösterreichischen Grünen kommunizieren, bevor Sie hier ans Rednerpult treten. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Schieder.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Für all die Fehler der Agrarverwaltung dürfen keineswegs die unschuldigen Bauern zum Handkuss kommen! Dieses kranke Flächenerfassungssystem hat von Anfang an und bis heute nicht funktioniert. Die dabei gemachten Systemfehler müssen von der Behörde, also vom Staat saniert werden. Genau so sehen es auch die betroffenen Almbauern und die Volksanwaltschaft, die im Vorgehen von Landwirtschaftsministerium, der AMA und den Landwirtschaftskammern ein behördliches Totalversagen und einen jahrelangen Missstand sehen. Die zur Mitarbeit gezwungenen Bauern sind keine Geometer. Sie sind auch keine Sachverständigen wie etwa die Kammern oder die AMA. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Wohl aus diesem Grund hast du eines, Herr Minister, bisher peinlich vermieden, nämlich die Haftungsfrage im Almchaos anzusprechen. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Besonders die Problematik der Tausenden Almauftreiber ist weiter ungelöst. Auch die sogenannten Altfälle – das sind die Fälle, die rechtlich abgehandelt worden sind – brauchen endlich eine Lösung, etwa durch eine Neuaufrollung oder durch Wiedereinsetzungsanträge in den alten Stand und eine Neubescheidung. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich glaube, besonders bei den Almen muss die Natur im Vordergrund stehen, muss die praktische Lösung im Vordergrund stehen, und diese möchte ich auch von dir einfordern. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Dann ist es wurscht, wie groß die Alm ist!
Für die neue Förderperiode ab 2015 soll ein neues Almmodell zur Anwendung kommen. Dabei wird die Einzelbetriebsprämie auf 20 Prozent der Almfutterfläche mittels Reduktionsfaktor verdichtet. Das hat zur Folge, dass nur jeder fünfte Hektar an beantragter beihilfefähiger Almfläche mit Zahlungsansprüchen belegt wird. (Abg. Pirklhuber: Dann ist es wurscht, wie groß die Alm ist!)
ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber – Abg. Steinbichler: Katastrophe!
Lieber Herr Kollege Gahr, bitte, wenn du beim Minister ins Büro kommen willst, musst du weiter so reden und den Minister loben. Es gibt aber große Probleme. Kollege Preiner hat gesagt, es gebe kein Almchaos. Der Minister hat gesagt, wir haben 28 000 Almbauern, und bei 18 000 Betrieben gebe es Beanstandungen. Jetzt kann man natürlich sagen, das sei kein Chaos (ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber – Abg. Steinbichler: Katastrophe!), das sei einfach so; zwei Drittel der Betriebe, da seien Fehler passiert.
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich hätte mir im Namen der Almbauern erwartet, dass irgendjemand von der Landwirtschaftskammer – oder Sie als Minister – herausgeht und sich für diesen eklatanten Systemfehler, von dem zwei Drittel der Almbauern betroffen sind, entschuldigt und die Verantwortung übernimmt. Das ist es, was wir uns erwartet hätten! (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Meine geschätzten Damen und Herren, die ÖVP kann sich da nicht aus der Verantwortung stehlen, auch nicht das Ministerium und nicht die AMA. Ich war einmal mit dabei, ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, als ein Kontrollor der AMA mit seinem Kontrollor vom Ministerium Almflächen kontrolliert hat. Die beiden haben definiert und gestritten, um wieviel Prozent da genau reduziert werden muss. Ich glaube, ein System, bei dem sich die Kontrollore uneinig sind, wie man es anzuwenden hat, ist gänzlich untauglich, um die Bauern die Fläche einschätzen zu lassen. (Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten von FPÖ und NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Tatsächliche Berichtigung! – Ruf: Mölzer-Ironie!
Aber wie gesagt, noch einmal (Abg. Pirklhuber: Tatsächliche Berichtigung! – Ruf: Mölzer-Ironie!), der Satz lautet: Die Roma finden sich in § 65 und haben weniger Rechte als die Italiener und die Ungarn. – Und gemeint war, die Deutschen haben noch weniger Rechte.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gartelgruber. – Abg. Pirklhuber: Herr Präsident, das war eine inhaltliche Stellungnahme zu seiner eigenen Wortmeldung!
Ist das so in Ordnung? (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf der Abg. Gartelgruber. – Abg. Pirklhuber: Herr Präsident, das war eine inhaltliche Stellungnahme zu seiner eigenen Wortmeldung!)
Abg. Pirklhuber: Ja, und die stützen wir mit westlichen ...!
Fakt ist: Saudi-Arabien gehört zu den international restriktivsten Regimen der Welt. (Abg. Pirklhuber: Ja, und die stützen wir mit westlichen ...!) Dort wird man hingerichtet wegen Hexerei, wegen Gotteslästerung, weil man dem Islam abschwört. Fakt ist, die Ausübung religiöser Grundrechte, sogar im privaten Bereich, ist unterbunden. Fakt ist, der Großmufti von Saudi-Arabien hat dazu aufgerufen, sämtliche christlichen Kirchen auf der arabischen Halbinsel abzureißen. Übrigens gibt es in Saudi-Arabien keine einzige; die, die er meint, sind natürlich auf dem Rest der Halbinsel, also im Oman und in den anderen arabischen Ländern, die Gott sei Dank ein bisschen toleranter sind als Saudi-Arabien.
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!
So, und was haben Sie jetzt im Bundesfinanzrahmen, den Sie uns im vergangenen Jahr, am 16. April, vorgelegt haben, in der UG 46 für die teilverstaatlichte ÖVAG (Abg. Wöginger: Mit wem redet er denn?) und für die verstaatlichten Banken vorgelegt? – Eine Ausgaben- oder Auszahlungsobergrenze, wie das heißt (Ruf bei der ÖVP: Professor!), in der Größenordnung von 133 Millionen € für die Jahre 2014, 2015, 2016 und 2017. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Allein in der Anmaßung, Herr Kollege Rossmann, halten Sie uns alle für (In Richtung Präsident Kopf.) Darf ich sagen, dass er uns alle für Tro? (Präsident Kopf schüttelt den Kopf.) – Nein, darf ich nicht. Herr Präsident, ich vermeide es. (Heiterkeit bei SPÖ und ÖVP.) Es ist eine Herabwürdigung dieses Hauses (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), denn zu glauben, dass alles, was die Frau Ministerin da hineinschreibt – völlig wurscht, was hier passiert –, dann zu einem Rechtsakt wird, das ist doch ein Unsinn sondergleichen, lieber Kollege Rossmann! (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pendl.)
Sitzung Nr. 18
Beifall der Abgeordneten Mlinar und Pirklhuber.
So viel zur Kollegin Gartelgruber, die gesagt hat, sofort. Diese Panikmache, irgendjemand wolle das Pensionsalter sofort anheben, das können Sie, das beherrschen Sie bei den Freiheitlichen, den Leuten Angst zu machen. Das haben wir heute schon bei der Arbeitsmarktdebatte gesehen. (Beifall der Abgeordneten Mlinar und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das war überfällig!
Wir greifen jetzt diese Sonderpensionen an, das sind 10 000 Köpfe (Abg. Pirklhuber: Das war überfällig!) – Das ist ja nicht das Thema. (Abg. Brosz: Aber recht hat er!) – Das sind 10 000 Köpfe. Es werden aber nicht elf, zwölf, 13, sondern es werden 10 000 minus. Und wir haben für den Bund eine Einnahmenschätzung von 10 Millionen gemacht. Ich kann mit 10 Millionen nicht 6,9 Milliarden finanzieren. Das bringen nicht einmal die ärgsten Finanzhaie zustande.
Sitzung Nr. 20
Abg. Pirklhuber: Völlig absurd! – Abg. Kogler: Sehr phantasievoll!
„Ob und wie viel in der Bildung gespart werde, da will sich in der ÖVP niemand einmischen: Man habe lediglich die Gesamtsumme der Einsparungen zwischen den beiden Parteien aufgeteilt. Wie die SPÖ ihren Anteil erfülle, bleibe dieser überlassen.“ (Abg. Pirklhuber: Völlig absurd! – Abg. Kogler: Sehr phantasievoll!)
Sitzung Nr. 21
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Bundesminister für Finanzen Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger: Sehr geschätzter Herr Bundespräsident! Frau Präsidentin des Nationalrates! Geschätzte Regierungsmitglieder! Meine sehr geschätzten Damen und Herren des Hohen Hauses! Meine Damen und Herren auf den Galerien und vor den Fernsehschirmen! In unserem Land der Berge gibt es einen Berg zu viel, das ist der Schuldenberg. (Abg. Kogler: Super Gag!) Das ist jener Berg, der ständig wächst und wächst und höher wird. So kann es nicht weitergehen! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Deshalb kennt die Budgetpolitik dieser Regierung und deshalb habe ich als Finanzminister ein großes Ziel für diese Periode: mit dem Schuldenmachen in dieser Periode muss Schluss sein, meine Damen und Herren! Das ist das Ziel! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Vielen Menschen stößt das sauer auf, mir und jedem, der heute hier auf der Regierungsbank Platz genommen hat, ganz besonders, aber ich bitte Sie, auch eines mitzubedenken: Die Schuld ist bei denen zu suchen, die das verursacht haben (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und nicht bei denen, die das Problem jetzt aufarbeiten und versuchen, es zu lösen. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Pirklhuber: Jetzt zahlt es der Steuerzahler! So schaut’s aus!
Aber, meine Damen und Herren, auch dort gibt es ein Signal, das positiv ist: Ab 1. Jänner 2016 werden die europäischen Regeln für die Abwicklung von Banken in Kraft sein, dann wird zukünftig der Finanzsektor selber dafür Vorsorge treffen, dass marode Banken durch diesen Eigenmittelanteil, den sie in die Abwicklungseinheit setzen müssen, für die Probleme aufkommen (Abg. Pirklhuber: Jetzt zahlt es der Steuerzahler! So schaut’s aus!) und nicht mehr der Steuerzahler – und das ist gut und richtig, das ist eine richtige Regel, eine Lesson learned aus den Finanzproblemen. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Abg. Pirklhuber – Beifall spendend –: Wow!
Der Anteil der Familienbeihilfe, die an im Ausland lebende Kinder vergeben wird, liegt bei einer Höhe von unter einem Prozent. Laut einer FPÖ-Anfrage aus dem Jahr 2011 wurden im Jahr 2009 99,29 Prozent der Familienbeihilfe an im Inland lebende Kinder überwiesen. (Abg. Pirklhuber – Beifall spendend –: Wow!) Zu den größten Gruppen im Ausland zählen Deutschland, Slowenien, Ungarn, die Tschechische Republik und die Slowakische Republik. Die Türkei ist nicht dabei – so wie es auf Ihren EU-Wahlkampfplakaten steht: Türkei nicht dabei! (Abg. Neubauer: Ist die Türkei in der EU?) Ich sage das deswegen, weil die FPÖ immer wieder falsche Tatsachen verbreitet und behauptet, dass Österreich für türkische Kinder in der Türkei Familienbeihilfe bezahlt. Das ist eine falsche Behauptung. Für Kinder, die in Drittstaaten leben, gibt es keine Familienbeihilfe. (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.) Staatsangehörige von Drittstaaten erhalten für ihre Kinder nur dann Familienbeihilfe, wenn sich der Mittelpunkt ihrer Lebensinteressen in Österreich befindet und ihre Kinder auch in Österreich leben. Aber selbstverständlich wird auch für türkische Kinder, die in Österreich leben, Familienbeihilfe bezahlt. (Beifall bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Das Bauernsterben wird durch diese EU massiv beschleunigt. Wir von der FPÖ wollen, dass die heimischen landwirtschaftlichen Betriebe weiterhin für die Bevölkerung gesunde, gute Grundnahrungsmittel erzeugen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber) und nicht der Willkür der EU bedingungslos ausgeliefert werden. – Das gilt auch für Sie, Herr Kollege Pirklhuber. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Daher sage ich auch ganz offen: Es ist uns zwar in den letzten Jahrzehnten gelungen, die Milchquote aufrechtzuhalten, aber wenn ich weiß, dass wir in 20 Jahren um 50 Prozent mehr Lebensmittel brauchen, dann möchte ich die österreichischen Bauern von Produktionsmöglichkeiten nicht ausschließen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: 10 Cent! Natürlich!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Herr Kollege Pirklhuber hat behauptet, dass die Bauern für die „faire Milch“ mehr bekommen als für andere Milchsorten und andere Milchprodukte in Österreich. (Abg. Pirklhuber: 10 Cent! Natürlich!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Faktum ist, dass die Bauern für die „faire Milch“ um 3 Cent weniger bekommen, als sie sonst für die Milch bekommen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!
Wir haben das Beispiel Schweiz. In der Schweiz ist drei Monate später, nachdem die Quote abgeschafft wurde, der Milchmarkt zusammengebrochen. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!) Nun die jungen Bauern eventuell zu locken, indem man sagt: Jetzt könnt Ihr produzieren, so viel Ihr wollt!, ist einfach eine Verrücktheit. Ich glaube, es geht darum, die Sicherheit und die Planbarkeit zu gewährleisten.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich bitte darum, dass diese angesprochene Arbeitsgruppe Milch wirklich konstruk- tiv zusammenarbeitet. – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Im Milchwirtschaftsjahr 2012/13 haben nur fünf Länder in Europa die Quote ausgeschöpft, insgesamt 163 000 Tonnen überliefert – Österreich davon 103 000 Tonnen –, und das waren neben Österreich die Länder Dänemark, Deutschland, Polen und Zypern. Das hatte zur Folge, dass insgesamt eine Überschussabgabe von 45,45 Millionen € an die EU bezahlt worden ist; davon 28,45 Millionen € von den österreichischen Bäuerinnen und Bauern. 2011/2012 betrug diese sogar 33,26 Millionen €. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Haben sie Jahrzehnte gehabt!
Die Fortführung des Quotensystems ist obsolet. Es gibt weit und breit keine Mehrheit in Europa dafür – das müsste ja beschlossen werden –; die Quote in Österreich allein aufrechtzuerhalten (Abg. Pirklhuber: Haben sie Jahrzehnte gehabt!) – ich wäre bald geneigt gewesen, zu sagen, das ist ein Schwachsinn, ich sage das aber nicht –, ist höchst unvernünftig, denn damit würde man unsere österreichischen Milchbauern quasi fesseln und dem Rest der Welt sozusagen freien Lauf lassen. Das ist der falsche Weg!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Eine faire Milch !
Daher ist es notwendig, diesen Antrag hier leider abzulehnen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Eine faire Milch !)
Abg. Pirklhuber hält – im Sektor der Grünen stehend – ein Milchpackerl in die Höhe
Wir sehen das in Italien. In Italien, wo die Almen und die benachteiligten Gebiete nicht mehr bewirtschaftet werden, da verbuscht und versteppt alles. Wenn die Rinder-Haltung und die Milchviehhaltung weg ist, dann müssen wir hier einfach zur Kenntnis nehmen, dass die Agrarpolitik, wie ihr sie betrieben habt, nicht erfolgreich war. Das ist eindeutig und belegt. Gerade jetzt hätten wir die Chance im Zuge der GAP-Reform und im Ausverhandeln des neuen Programmes, diese Betriebe (Abg. Pirklhuber hält – im Sektor der Grünen stehend – ein Milchpackerl in die Höhe) – und da bin ich mit dem Kollegen Pirklhuber einer Meinung – zu stärken, wenn wir die flächendeckende Landwirtschaft tatsächlich erhalten wollen. Hier höre ich nur Lippenbekenntnisse. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber stellt Bundesminister Rupprechter ein Glas Milch auf die Regierungsbank
Das ist unsere Ansicht. Das ist unser Zugang zum Schutz der kleinen Betriebe. Ihr seid für Wachsen oder Weichen; wir wollen die kleinen Betriebe erhalten. Die Zuckerrübenquote wird erhalten, die Milchquote (Abg. Pirklhuber stellt Bundesminister Rupprechter ein Glas Milch auf die Regierungsbank) – bitte, überreich das nur dem Herrn Minister – wird abgeschafft. Und das wollen wir nicht! Wir sind für die Beibehaltung der Milchquote. Ihr habt euch in Europa zu wenig dafür eingesetzt. Ihr Amtsvorgänger als Minister ist ja gar nicht hier, den interessiert das schon nicht mehr. Wir wollen das so beibehalten. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Herr Minister, nur schöne Worte und zu sagen: Das wird sich schon vom Markt her regeln, die Bauern, die innovativ und produktiv sind, werden überleben und die anderen werden nicht überleben!, ist zu wenig. Das wird die Konsequenz aus Ihrer Agrarpolitik sein, die im Milchbereich betrieben wird. Das wollen wir nicht! Daher bekennen wir uns klar und eindeutig zur Milchquote als Mengenregelung und zur Steuerung des Preises für die Milchbauern. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die Milchproduktion zählt zu den wichtigsten Produktionszweigen der österreichischen Landwirtschaft. Das ist unumstritten! Rund ein Viertel der Betriebe produziert Milch. Drei Viertel davon sind in Bergbauerngebieten oder produzieren unter erschwerten Bedingungen. Auch Herr Abgeordneter Grillitsch hat schon angeführt, dass drei Viertel dieser Betriebe unter erschwerten Bedingungen Milch produzieren. Dieser wichtige Produktionszweig ist jetzt Veränderungen ausgesetzt, und zwar mit dem Auslaufen der Milchquotenregelung im Jahr 2015. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Auslöser dafür ist eben dieses Auslaufen.
Abg. Pirklhuber: Wie denn, bitte?
Wir müssen aber rechtzeitig darauf schauen, dass wir die kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betriebe, unsere kleinen Bauern leben lassen. Daher müssen wir dafür sorgen, dass wir die Milchwirtschaft bei ihnen aufrechterhalten können. (Abg. Pirklhuber: Wie denn, bitte?) Dazu gibt es einige Maßnahmen, und zwar ist es ganz wichtig, dass die Preise bei den Produzenten in entsprechender Höhe aufrechterhalten werden, damit diese Betriebe weiter bestehen können. Wichtig ist es aber auch, dass das dann nicht bei den Konsumentinnen und Konsumenten zum Tragen kommt. (Ironische Heiterkeit sowie neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Ironische Heiterkeit sowie neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir müssen aber rechtzeitig darauf schauen, dass wir die kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betriebe, unsere kleinen Bauern leben lassen. Daher müssen wir dafür sorgen, dass wir die Milchwirtschaft bei ihnen aufrechterhalten können. (Abg. Pirklhuber: Wie denn, bitte?) Dazu gibt es einige Maßnahmen, und zwar ist es ganz wichtig, dass die Preise bei den Produzenten in entsprechender Höhe aufrechterhalten werden, damit diese Betriebe weiter bestehen können. Wichtig ist es aber auch, dass das dann nicht bei den Konsumentinnen und Konsumenten zum Tragen kommt. (Ironische Heiterkeit sowie neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: In Babyflaschen nicht mehr! Das ist schon verboten!
In welchen Produkten ist BPA enthalten? – Wir haben schon gehört: in Verpackungsmaterialien für Lebensmittel, vor allem auch für Babynahrung, in Spielzeug, in Textilien. Es gibt Untersuchungen dazu, dass vor allem Importware aus China besonders hoch belastet ist, Bademode beispielsweise. Und es ist enthalten in Babytrinkflaschen und Babyartikeln. (Abg. Pirklhuber: In Babyflaschen nicht mehr! Das ist schon verboten!)
Sitzung Nr. 23
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Abschließend, sehr geehrte Damen und Herren: Es gehört auch zur Steuergerechtigkeit, irgendwann eine Steuerreform sicherzustellen. Eine Steuerreform heißt für mich, eine einfachere, gerechtere Steuerstruktur sicherzustellen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), die Verschiebung der Belastung vom Faktor Arbeit hin zum Vermögen zu bewerkstelligen und vor allem, in naher Zukunft eine Entlastung des Faktors Arbeit – spricht: eine Entlastung der Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land – sicherzustellen. Das heißt zum Beispiel, den Einstiegssteuersatz auf 25 Prozent hinunterzusetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Winzig.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Dieses Budget hat ein großes Ziel, und am Beginn dieser Legislaturperiode hat diese Bundesregierung ein großes Vorhaben: nach den fünf Jahren soll es den Menschen hier im Land besser gehen. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe, an der diese Koalition arbeitet. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Und die erste Grundlage dafür, der erste Schritt ist das Budget, das der Finanzminister gestern vorgelegt hat, denn dieses Budget, meine Damen und Herren, hat klare Schwerpunkte.
Abg. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!
Schauen Sie sich die Zahlen an! Ohne Hypo hätte das Budget ein ganz anderes Gesicht. (Abg. Kickl: Dann hättet ihr sie nicht verstaatlicht!) Die Schuldenquote würde nicht bei 79 Prozent liegen, sie würde um mehr als 5 Prozent niedriger sein. (Abg. Podgorschek: Untersuchungsausschuss!) Noch deutlicher zeigt es sich beim Defizit. (Abg. Pirklhuber: Untersuchungsausschuss!)
Abg. Pirklhuber: Also: Argument für einen Untersuchungsausschuss!
Meine Damen und Herren, der Defizitanstieg hat sich durch die Hypo beinahe verdoppelt: von 1,3 Prozent auf 2,7 Prozent. (Abg. Pirklhuber: Also: Argument für einen Untersuchungsausschuss!) Ja, das ist dramatisch. Das ist dramatisch, aber diese Bundesregierung nimmt diese Aufgabe wahr (Abg. Kickl: Und wer hat sie verstaatlicht?), und wir werden noch vor dem Sommer diese Hypo-Lösung hier im Parlament vorlegen. (Abg. Kickl: Wer hat sie verstaatlicht?) Dann werden wir sehen, ob Sie bereit sind, für das, was Sie angerichtet haben (Abg. Kickl: Wer hat sie verstaatlicht?), Verantwortung zu übernehmen. – Das sage ich Ihnen! (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Zwischenruf des Abg. Kickl.)
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!
Die Notverstaatlichung, die Verzögerung, die unendlichen Beratungskosten, 300 Millionen € allein für die Beratung ausgeben – das könnten viele Menschen in Jahrhunderten Lebensarbeitszeit nicht verdienen. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!) All das hätten wir uns schon ganz gerne einmal angeschaut.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich glaube, es wäre ein extremer bürokratischer Aufwand, die Einzelleistungen des Staates flächendeckend einer Einkommensprüfung im Einzelfall unterzuordnen. Ich halte mehr von einem fairen solidarischen Steuersystem, das jenen, die mehr haben, auch ein bissel mehr Steuern abverlangt. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Neubauer: Der Khol und der Blecha! – Abg. Pirklhuber: Welches Land hat mehr Banken pro Einwohner?
Meine Damen und Herren, sehen wir uns ein wenig im europäischen Umfeld um: Welches Land hat bessere Arbeitsmarktzahlen als Österreich? Welches Land hat eine bessere Jugendbeschäftigung als Österreich? Welches Land hat eine bessere Gesundheitspolitik, welches Land hat eine größere soziale Sicherheit als Österreich? (Abg. Neubauer: Der Khol und der Blecha! – Abg. Pirklhuber: Welches Land hat mehr Banken pro Einwohner?)
Abg. Pirklhuber: Nur 16 Prozent wollen investieren!
Einen Punkt darf ich noch ansprechen aus der Sicht der Landwirtschaft: Herr Bundesminister Rupprechter hat, so glaube ich, richtige Maßnahmen gesetzt. Er hat der Landwirtschaft Perspektiven verschafft. Er spart in der Verwaltung, im Ministerium, das Budget ist ausreichend dotiert. Dafür darf ich mich auch beim Herrn Bundesminister für Finanzen, bei unserem Herrn Vizekanzler sehr herzlich bedanken, dass wir in der Lage sind, jeden Euro aus Brüssel abzuholen, weil die Kofinanzierung sichergestellt ist. Es gibt Engagement und Optimismus auch in der Bauernschaft, Herr Kollege Pirklhuber. Dass in Oberösterreich in den letzten Tagen 1 040 Anträge auf Investitionshilfen gestellt wurden, das zeigt doch, dass die Bäuerinnen und Bauern Optimismus zeigen, dass sie investieren wollen, dass sie die Zukunft absichern wollen. (Abg. Pirklhuber: Nur 16 Prozent wollen investieren!)
Abg. Pirklhuber: Leider!
Aber wir diskutieren, wie fast immer in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, über das Budget, über Zahlen. Das ist leider auch notwendig (Abg. Pirklhuber: Leider!), weil in der Tat der Vorschlag, der uns vorliegt, nicht der ist, mit dem wir uns als reiches Land zufriedengeben können. Ich glaube, dass da wirklich mehr drinnen sein müsste. (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Sitzung Nr. 25
Abg. Pirklhuber: Gemeinnützig!
Sie verkennen aber die Tatsache. Wissen Sie, was wir wollen? Sie haben nie zugehört, was wir wollen. Beim ersten Wort, das wir gesagt haben, haben Sie sich auf die Schenkel geklopft und gesagt: So, jetzt haben wir sie beim Schlawittel, die NEOS! – Faktum ist, dass von 267 Spitälern in Österreich 113 private Trägerschaften haben. (Abg. Pirklhuber: Gemeinnützig!) 113 – und Sie verteufeln das. Das finde ich nicht okay. (Abg. Pirklhuber: Gemeinnützig! Das ist die Wahrheit!) Ja, ich bin auch für gemeinnützige, das ist sehr okay. Das ist sehr okay! Ich will von Ihnen nur einmal das Bekenntnis haben, ich will, dass Sie auch zugeben, liebe grüne Kolleginnen und Kollegen, dass auch private Trägerschaften, Gemeinnützigkeit zu ordentlicher Arbeit führen können. (Beifall bei NEOS und Team Stronach sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie rufen immer nach dem Staat, und Sie sind Komplizen einer Schuldenpolitik! – Das ist nicht okay! Das ist das Einzige, das ich sagen will.
Abg. Pirklhuber: Gemeinnützig! Das ist die Wahrheit!
Sie verkennen aber die Tatsache. Wissen Sie, was wir wollen? Sie haben nie zugehört, was wir wollen. Beim ersten Wort, das wir gesagt haben, haben Sie sich auf die Schenkel geklopft und gesagt: So, jetzt haben wir sie beim Schlawittel, die NEOS! – Faktum ist, dass von 267 Spitälern in Österreich 113 private Trägerschaften haben. (Abg. Pirklhuber: Gemeinnützig!) 113 – und Sie verteufeln das. Das finde ich nicht okay. (Abg. Pirklhuber: Gemeinnützig! Das ist die Wahrheit!) Ja, ich bin auch für gemeinnützige, das ist sehr okay. Das ist sehr okay! Ich will von Ihnen nur einmal das Bekenntnis haben, ich will, dass Sie auch zugeben, liebe grüne Kolleginnen und Kollegen, dass auch private Trägerschaften, Gemeinnützigkeit zu ordentlicher Arbeit führen können. (Beifall bei NEOS und Team Stronach sowie bei Abgeordneten der ÖVP.) Sie rufen immer nach dem Staat, und Sie sind Komplizen einer Schuldenpolitik! – Das ist nicht okay! Das ist das Einzige, das ich sagen will.
ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber
Ich danke deswegen, weil dieser Geist der Zusammenarbeit in den Regierungsparteien wirklich beispielgebend ist (ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber), so wie die Regierung eben auch arbeitet. Während andere wahlkämpfen, zeigt die Regierung, hier kommt etwas in Bewegung, hier wird etwas gestaltet. Als neues Mitglied der Bundesregierung muss ich auch betonen, dass mir dieser Geist der Kooperation, der Zusammenarbeit sehr wichtig ist, und ich freue mich, in diesem Team, in dieser Bundesregierung arbeiten zu können. (Beifall bei ÖVP und SPÖ.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
In Summe, meine Damen und Herren, möchte ich sagen, es ist ein gutes Programm, auf dem aufgebaut werden kann und das den Bauern auch Sicherheit für die Zukunft gibt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das war aber nicht die Regierung!
werden, ist ja auch nicht nichts. Ich meine, das muss man auch einmal eindeutig feststellen, denn das ist ja immerhin eine tolle Leistung. (Abg. Pirklhuber: Das war aber nicht die Regierung!)
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!
Wo sind denn die konkreten Hinweise auf diese 150 Millionen €? Und wo sind denn die Einsparungen von Doppelförderungen im Bereich von Bund und Ländern? (Abg. Krainer: Die habe ich schon gesehen!) Herr Spindelegger hat vor wenigen Tagen jene Reformen abgesagt, die die große Kürzung im Zusammenhang mit den Förderungen vorgesehen hat, die Förderpyramide: Das sei nicht möglich, sei nicht umsetzbar. – Aber jetzt plötzlich sei es durch Verordnungen möglich, 150 Millionen einzusparen? Durch Verordnungen? (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!) – Bitte, dazu braucht es Vereinbarungen, nicht Verordnungen, Herr Kollege Krainer, Herr Kollege Cap. – Ja, da könnt ihr ruhig lachen. Ohne Vereinbarungen mit den Ländern wird es nicht gehen. Und die Länder haben signalisiert, dass sie nichts davon wissen. – Ja, so schaut es aus! (Abg. Kogler: Das wird ein Spaß mit dem Pröll!)
Abg. Pirklhuber: Aber nur in der Landwirtschaft, im bäuerlichen Betrieb!
Das ist genau das Gegenteil von dem, was Herr Rossmann – leider in Unkenntnis – behauptet hat. Tatsache ist, unsere Werte sind jetzt auf neuer, erneuerter Basis eine gute Grundlage. Und deshalb bin ich sehr stolz darauf, dass wir gerade im bäuerlichen Bereich unsere Hausaufgaben gemacht haben. (Abg. Pirklhuber: Aber nur in der Landwirtschaft, im bäuerlichen Betrieb!) Es wäre natürlich schön, wenn auch der Herr Pirklhuber kapieren würde, dass das so ist. Dann würde er sich nämlich beim Herrn Rossmann dagegen wehren, dass dieser die Grunderwerbsteuer erhöhen, Schenkungssteuern einführen und die Landwirtschaft belasten will, damit er woanders irgendwelche Ausgleiche finanziert. (Abg. Pirklhuber: Es gibt Immobilien, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben!)
Abg. Pirklhuber: Es gibt Immobilien, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben!
Das ist genau das Gegenteil von dem, was Herr Rossmann – leider in Unkenntnis – behauptet hat. Tatsache ist, unsere Werte sind jetzt auf neuer, erneuerter Basis eine gute Grundlage. Und deshalb bin ich sehr stolz darauf, dass wir gerade im bäuerlichen Bereich unsere Hausaufgaben gemacht haben. (Abg. Pirklhuber: Aber nur in der Landwirtschaft, im bäuerlichen Betrieb!) Es wäre natürlich schön, wenn auch der Herr Pirklhuber kapieren würde, dass das so ist. Dann würde er sich nämlich beim Herrn Rossmann dagegen wehren, dass dieser die Grunderwerbsteuer erhöhen, Schenkungssteuern einführen und die Landwirtschaft belasten will, damit er woanders irgendwelche Ausgleiche finanziert. (Abg. Pirklhuber: Es gibt Immobilien, die mit Landwirtschaft nichts zu tun haben!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Das abzuwenden war wichtig, von den zusätzlichen Kosten, die für Gutachten zur Feststellung des Verkehrswertes notwendig geworden wären, ganz zu schweigen – auch diese Kosten können wir uns jetzt einfach ersparen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Nein, das ist ein Blödsinn!
Ich möchte es an der Bemerkung zum Thema Landwirtschaft des Kollegen Schultes festmachen: Wenn ich ernsthaft neue Einheitswerte in einem Bereich feststelle, dann sind das die Verkehrswerte. (Abg. Pirklhuber: Nein, das ist ein Blödsinn!) Wenn es eine korrekte Einheitswertfeststellung wäre, dann würde das den Verkehrswerten entsprechen.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Korun.
Eine Staatsbürgerschaft für sich genommen kann nämlich in der Tat nur eine Belohnung für einen erfolgreichen Integrationsprozess sein (Beifall bei der FPÖ), der aber, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, zum einen den Erwerb der deutschen Sprache voraussetzt (Abg. Schwentner: Weshalb Sie immer verhindern wollen, dass Menschen Zugang zu Deutschkursen haben!) und zum anderen das Halten an das Recht unseres Staates Österreich. Weiters braucht es das Verständnis gegenüber den Pflichten in unserem Staate und auch das Erlernen der Sitten und Gebräuche sowie das Stehen zu unserer Republik Österreich. Eine Staatsbürgerschaft ist nicht, wie von Ihnen hier in diesem Antrag auch formuliert, ein Geschenk, geschätzte Damen und Herren. Das ist ein wesentlicher Unterschied. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Korun.)
Sitzung Nr. 26
Abg. Pirklhuber: ! Das stimmt alles nicht!
Und der nächste Punkt ist: Eigentlich müsste die Opposition froh sein, (Abg. Pirklhuber: ! Das stimmt alles nicht!) – Herr Abgeordneter Pirklhuber: Die Opposition müsste froh sein, wenn die Bundesregierung noch ambitionierter vorgehen möchte, als es das Budget verlangt. (Abg. Glawischnig-Piesczek: Wir hätten es ja gar nicht gewusst!)
Sitzung Nr. 27
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Die Österreicherinnen und Österreicher sind immer großzügig, wenn es Katastrophen gibt (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und selbstverständlich unterstützt die Bundesregierung diese Privatinitiativen, jetzt auch in Serbien, daher verstehe ich Ihre Ausführungen diesbezüglich überhaupt nicht.
Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.
Nun aber zum Doppelbudget 2014/2015: Das Doppelbudget, das Vizekanzler und Finanzminister Michael Spindelegger vorgelegt hat, ist ein gutes Budget. Wie komme ich zu der Aussage, dass es ein gutes Budget ist? (Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.) – Es ist ein gutes Budget für die Familien – es gibt mehr Geld für die Familien –, es ist ein gutes Budget für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, es ist ein gutes Budget für die Sicherheit des Landes – es gibt mehr Geld für die Sicherheit –, und vor allem hat dieses Budget die Jugend im Blickpunkt, weil wir endlich Schluss machen wollen mit dem Schuldenmachen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber. – Abg. Strache: Der Witz des Tages! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber. – Abg. Strache: Der Witz des Tages! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.
Nun aber zum Doppelbudget 2014/2015: Das Doppelbudget, das Vizekanzler und Finanzminister Michael Spindelegger vorgelegt hat, ist ein gutes Budget. Wie komme ich zu der Aussage, dass es ein gutes Budget ist? (Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber. – Zwischenrufe bei FPÖ und Grünen.) – Es ist ein gutes Budget für die Familien – es gibt mehr Geld für die Familien –, es ist ein gutes Budget für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort, es ist ein gutes Budget für die Sicherheit des Landes – es gibt mehr Geld für die Sicherheit –, und vor allem hat dieses Budget die Jugend im Blickpunkt, weil wir endlich Schluss machen wollen mit dem Schuldenmachen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber. – Abg. Strache: Der Witz des Tages! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz.)
Ruf: Wann beginnen Sie damit endlich? – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Das ist unser großes Ziel: dass es den Menschen durch die Arbeit der Bundesregierung hier im Land besser geht. Dieses Budget leistet dazu einen Beitrag (Abg. Podgorschek – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Auf Seite 6 steht was anderes!), denn – das ist, meine Damen und Herren, zwar eine ökonomische Binsenweisheit, aber man kann sie nicht oft genug wiederholen – ein entscheidender Punkt ist schon, von den Schulden herunterzukommen. (Ruf: Wann beginnen Sie damit endlich? – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Die Schulden von heute sind nämlich die Steuern von morgen. Und wer hat diese Steuern von morgen zu bezahlen? – Das sind die, die heute die Jungen sind. (Abg. Strache: Warum machen Sie dann weitere Schulden?) – Ich sage Ihnen jetzt, was wir machen. (Zwischenruf des Abg. Zanger.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Im Budgetausschuss war es Abgeordneter Krainer (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), der sich erkundigt hat, wie der Inhalt dieses Briefes an die Kommission gestaltet ist. Der Finanzminister hat detailliert Antwort gegeben. – Ja, da haben Sie nicht gesagt: Wir können da nicht mit, das muss noch im Budgetausschuss bleiben! Das darf nicht ins Plenum kommen! – Kein Wort! Kein Wort war zu hören! (Zwischenrufe der Abgeordneten Rossmann und Glawischnig-Piesczek.) Jetzt, drei Tage vor den Europaparlamentswahlen wacht auch Abgeordneter Rossmann wie andere Oppositionspolitiker auf, und es wird ein künstlicher Wirbel erzeugt. (Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Und jetzt ist es wieder so, obwohl zugegebenermaßen in kleinerem Rahmen gemessen am Ganzen – eine Milliarde mehr oder weniger –, aber es geht ja ums Prinzip und um etwas anderes. Es geht ja nicht einmal darum, wann man was erfahren hat! Und wenn die Wirtschaftsprognosen besser sind, wenn also die Konjunktur besser ist, da gebe ich Ihnen ja recht, werden natürlich auch mehr Steuern gezahlt, deshalb wird ja keinem etwas weggenommen. Da taucht dann zwar wieder das Problem der kalten Progression auf und so weiter, aber das ist völlig egal. Aber wenn Sie 300 Millionen mehr erwarten – vielleicht 250 davon mehr an Lohn- und Einkommensteuer, 50 Millionen weniger Zuschuss zur Sozialversicherung aufgrund der besseren Konjunktur –, dann schreiben Sie das ins Budget hinein! (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das ist doch der Vorhalt! Sie schicken etwas anderes nach Brüssel, als hier vorliegt, das ist ja, was Sie hier machen. (Beifall bei Grünen und FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Auch die aktuelle Debatte um das Life-Ball-Plakat zeigt eindeutig auf, wo Grenzen der Kunst sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) In jeder Trafik, in jeder Tankstelle wird darauf geachtet, dass pornographische Darstellungen nicht an Kinder kommen. Wenn es um die Freiheit der Kunst geht, dann ist alles erlaubt, wo sonst das Gesetz die Hand darüber hält. Das ist ein Zustand, der so nicht zu halten ist (Beifall bei der FPÖ), denn sonst käme nämlich der Nächste auf die Idee, zu sagen: Na ja, Steuerhinterziehung – wenn es ein Künstler macht, der in Niederösterreich ein Schloss bewohnt – ist vielleicht auch nur Aktionskunst! Der Nächste sagt: Ich bin Künstler, ich mache jetzt einen kurzen Banküberfall, da wird sogar mit der Videokamera in der Bank gefilmt – das ist Videokunst! (Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Zum einen möchte ich persönlich eigentlich nicht warten, bis wir ein strukturelles Nulldefizit haben, bevor wir damit beginnen, uns zu überlegen, wie konkret ein gesetzlich abgesicherter Stufenplan ausschauen könnte, den wir ja im Koalitionsprogramm drinnen haben. Ich glaube, wir können durchaus jetzt schon mit der Arbeit dazu beginnen und ihn dann mit der Sekunde, wo es dieses strukturelle Nulldefizit gibt, beginnen umzusetzen. Aber ich glaube, wir sollten keine Zeit verlieren. Es ist eine relativ anspruchsvolle, komplexe Aufgabe, so etwas zu machen. (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Oh je!
Aber wir sollen eines festhalten: Das sind zwei sogenannte normale Beamte – dort ist ja nichts mehr normal, in dieser Abteilung –, aber diese Abteilung hat auch einen Abteilungskommandanten, und auch der ist vom Justizminister vom Dienst suspendiert worden. Der Abteilungskommandant, der suspendierte Abteilungskommandant, gegen den die Kriminalpolizei bereits ermittelt, heißt Roman Söllner. Er ist ein hoher Funktionär der freiheitlichen AUF, in Niederösterreich stellvertretender Chef der AUF und auf Platz 15 der EU-Liste der Kandidaten der Freiheitlichen Partei für das Europaparlament. (Abg. Pirklhuber: Oh je!)
Abg. Pirklhuber: Schreckliche Menschenrechtsverletzungen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Sachverhalt – ja! –, der Sachverhalt, um den es geht, ist bedauerlich. Es ist schlimm, dass es in Gefängnissen zu solchen Vorfällen kommen kann. Das gehört selbstverständlich untersucht, es gehören auch entsprechende Maßnahmen eingeleitet, damit sich so etwas nicht wiederholen kann. (Abg. Pirklhuber: Schreckliche Menschenrechtsverletzungen!) Da werden Sie uns voll auf Ihrer Seite haben. Aber Ihnen kaufe ich diese Betroffenheit nicht ab. Das Einzige, was Sie interessiert, ist, ob es vielleicht ein freiheitlicher Funktionär sein könnte, den man im Zusammenhang mit irgendwelchen Missständen, die man kritisiert, irgendwo anpatzen und vernadern könnte. Und wenn es kein Freiheitlicher ist, dann ist es das nächste Mal einer von der ÖVP oder von einer anderen Partei, die Ihnen ideologisch nicht in den Kram passt. Das ist Ihr Denken!
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Windbüchler-Souschill und Pirklhuber.
Suspendierung ist auch keine Anklage, Frau Kollegin. Und ist eine Anklage eine Verurteilung? – Nein, Frau Kollegin, eine Anklage ist auch noch nicht automatisch eine Verurteilung, sondern die Suspendierung, die Sie hier kriminalisieren, ist nichts anderes, als dass der Weg für Untersuchungen freigemacht wird, um diese Missstände aufzuklären. Da haben Sie uns auf Ihrer Seite. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Windbüchler-Souschill und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das steht im offiziellen Dokument des Finanzministers!
Eines möchte ich Ihnen schon sagen – und es ist mir wirklich ein Anliegen, das klarzustellen, wir haben das ja ausführlich im Budgetausschuss diskutiert –: Die auch von Ihnen kolportierte Kürzung von 155 Millionen € gegenüber 2013 findet ganz einfach nicht statt. Das ist eine bewusste Falschdarstellung! (Abg. Pirklhuber: Das steht im offiziellen Dokument des Finanzministers!) Hier wurden Ausgaben des Jahres 2013 mit dem Budgetansatz 2014 verglichen. Das ist, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht und die Birnen mit Putz und Stingl aufisst. So kann nichts Gescheites herauskommen. (Abg. Pirklhuber: Haben Sie die Unterlagen Ihres Finanzministers gelesen?) – Herr Abgeordneter, wir haben das ausführlich diskutiert. Wenn Sie das hier wiederholen, wird es nicht gescheiter und nicht richtiger.
Abg. Pirklhuber: Haben Sie die Unterlagen Ihres Finanzministers gelesen?
Eines möchte ich Ihnen schon sagen – und es ist mir wirklich ein Anliegen, das klarzustellen, wir haben das ja ausführlich im Budgetausschuss diskutiert –: Die auch von Ihnen kolportierte Kürzung von 155 Millionen € gegenüber 2013 findet ganz einfach nicht statt. Das ist eine bewusste Falschdarstellung! (Abg. Pirklhuber: Das steht im offiziellen Dokument des Finanzministers!) Hier wurden Ausgaben des Jahres 2013 mit dem Budgetansatz 2014 verglichen. Das ist, wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht und die Birnen mit Putz und Stingl aufisst. So kann nichts Gescheites herauskommen. (Abg. Pirklhuber: Haben Sie die Unterlagen Ihres Finanzministers gelesen?) – Herr Abgeordneter, wir haben das ausführlich diskutiert. Wenn Sie das hier wiederholen, wird es nicht gescheiter und nicht richtiger.
in Richtung des Abg. Pirklhuber
Für das Programm für Ländliche Entwicklung – wir haben das gestern hier in der Europastunde diskutiert – ist ein Gesamtvolumen von jährlich 1,1 Milliarden € dotiert. Herr Abgeordneter (in Richtung des Abg. Pirklhuber), Sie haben selbst darauf hin-
Abg. Pirklhuber: Richtig, siehe Oberösterreich!
Zusätzlich stehen im Jahr 2014 zur Abfederung der Dürreschäden im Jahr 2013 50 Millionen € zur Verfügung, aber die Aufstockung des Aktionsprogramms „Hochwassersicheres Österreich“ erfolgt mit 61 Millionen auf 200 Millionen € jährlich ab 2014 bis 2018. Gerade die Ereignisse der Vergangenheit oder auch der vergangenen Woche haben wieder deutlich gemacht, dass präventive Maßnahmen die Folgen und Schäden derartiger Ereignisse verhindern können. (Abg. Pirklhuber: Richtig, siehe Oberösterreich!)
Abg. Pirklhuber: Wir arbeiten in allen Bundesländern!
Meine Bitte an die Grünen, aber auch an alle anderen wäre: Wir müssen die Bevölkerung mitnehmen auf dem Weg zur Energiewende und zum Klimaschutz. Wir können noch so bemüht hier herinnen Politik formulieren und sie auch finanzieren – wenn draußen die Bürgerinnen und Bürger nicht mitgehen, bringt das wenig. (Abg. Pirklhuber: Wir arbeiten in allen Bundesländern!) Ich sage das ganz bewusst. Es werden nämlich zunehmend aus egoistischen Eigeninteressen heraus Bürgerinitiativen gestartet, um Windräder- und Leitungsbau zu verhindern, ja sogar um Hochwasserschutzmaßnahmen zu verhindern.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Danke für diese grüne Botschaft! Gute Werbung!
Ich bin da ganz bei Herrn Trittin, grüner Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Er stellt sich selbstbewusst hin und sagt: Wenn wir die Energiewende wollen, dann müssen wir auch die Bürger mitnehmen, dann müssen wir Überzeugungsarbeit leisten und dürfen nicht populistisch nachjammern. Diesen Appell richte ich an alle Fraktionen in diesem Haus. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Danke für diese grüne Botschaft! Gute Werbung!)
Abg. Pirklhuber: Und wo ist der Kammerpräsident? Auch nicht da!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Frau Staatssekretärin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir reden über Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ernährungssouveränität, wir reden über das Budget für die Lebensgrundlagensicherung. Und wenn ich in die Reihen der Grünen schaue, merke ich, dass nur relativ wenige Abgeordnete der Grünen sich für diese Themen interessieren. (Abg. Pirklhuber: Und wo ist der Kammerpräsident? Auch nicht da!) Dabei nehmen die Grünen diese Themen ständig für sich in Anspruch, meine Damen und Herren. Ich sage das jetzt ganz offen: Die wahren und einzigen Grünen, die es gibt, sind die bäuerlichen Familien, die Bäuerinnen und die Bauern (Beifall bei der ÖVP), die nachhaltig dieses Land geprägt und bewirtschaftet haben, sodass wir heute von einer Kulturlandschaft sprechen können! Wir brauchen Sie nicht dafür, dass Sie uns neue Bürokratie, neue Auflagen und so weiter vorschreiben.
Abg. Pirklhuber: Machen Sie mal ordentliche Politik für die Bauern und nicht nur Lippenbekenntnisse am Sonntag!
Ich möchte mich bei den Bäuerinnen und Bauern bedanken für diese Lebensleistung, die sie tagtäglich erbringen! Dafür brauchen wir keine Grünen (Abg. Pirklhuber: Machen Sie mal ordentliche Politik für die Bauern und nicht nur Lippenbekenntnisse am Sonntag!), die Eigentumsdiebstahl begehen, die in Ställe einbrechen und dergleichen mehr, die Terror auf Eigentum ausüben. Das brauchen wir nicht, meine Damen und Herren! (Lebhafter Beifall bei der ÖVP. – Widerspruch bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
erfunden haben, nämlich starke Betriebe zu haben, damit wir uns Ökologisches und Soziales leisten können. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Sie kommen mir wie ein Helikopter vor: Staub aufwirbeln, und dann seid ihr wieder weg. – Alles Gute! (Heiterkeit und Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Strache.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Dabei möchte ich schon eines ganz klar betonen: Wir stehen vor EU-Wahlen. Wir brauchen in Zukunft eine starke Achse nach Brüssel, und unser Bundesminister mit seiner EU-Erfahrung, EU-Kompetenz und mit seinem EU-Netzwerk wird uns da, glaube ich, als Garant zur Seite stehen. Und ganz wichtig: Da können wir einzigartig eine sehr starke Frau unterstützen, Frau Elisabeth Köstinger, seit vielen Jahren eine starke Stimme in Brüssel. Und sie wird es auch in Zukunft sein, weil sie Österreichs Landwirtschaft in Brüssel einfach toll verankern kann. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Eine sehr gute Frage!
Es ist sehr erfreulich, dass öffentliche Gelder zur Erreichung von Klimaschutzzielen eingesetzt werden, das ist ja auch in den Wirkungszielen so festgeschrieben. Für die nächsten beiden Jahre stehen jeweils 107 Millionen € zur Verfügung, und mit dem neuen Haushaltsrecht ist es auch erforderlich, dass die Wirkungsorientierung der öffentlichen Gelder überprüft wird. Aber, und das ist uns SozialdemokratInnen besonders wichtig, kommen diese Mittel an der richtigen Stelle an? (Abg. Pirklhuber: Eine sehr gute Frage!)
Abg. Pirklhuber: Da braucht es Maßnahmen!
Warum ist das so wichtig? – Haushalte, die ohnehin wenig Einkommen haben und immer belastet sind, sind das auch in Relation bei Umweltmaßnahmen. Zusätzliche Energiesteuern treffen genau diese Haushalte. (Abg. Pirklhuber: Da braucht es Maßnahmen!) Auch beim Zugang zu Prämien haben einkommensschwache Haushalte Nachteile. Da geht es um den Ankauf von energieeffizienten Geräten, von E-Autos beispielsweise, wo der Eigenfinanzierungsanteil so hoch ist, dass diese Haushalte gar nicht in Versuchung kommen, zu profitieren. (Abg. Pirklhuber: Genau!)
Abg. Pirklhuber: Genau!
Warum ist das so wichtig? – Haushalte, die ohnehin wenig Einkommen haben und immer belastet sind, sind das auch in Relation bei Umweltmaßnahmen. Zusätzliche Energiesteuern treffen genau diese Haushalte. (Abg. Pirklhuber: Da braucht es Maßnahmen!) Auch beim Zugang zu Prämien haben einkommensschwache Haushalte Nachteile. Da geht es um den Ankauf von energieeffizienten Geräten, von E-Autos beispielsweise, wo der Eigenfinanzierungsanteil so hoch ist, dass diese Haushalte gar nicht in Versuchung kommen, zu profitieren. (Abg. Pirklhuber: Genau!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Trotz der großen Sparnotwendigkeit wurde ein Familienpaket in der Höhe von 1,5 Milliarden € geschnürt, und in unserem Staatshaushalt sind pro Jahr rund 7 Milliarden € für unsere Familien eingeplant. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Wir arbeiten jetzt schon lange genug!
Noch kurz zum dritten Punkt, wo Sie sagen: effektiver Gesundheitsschutz, effektiver ArbeitnehmerInnenschutz. Auch da appelliere ich an Sie: Nehmen Sie sich selbst ernst, gehen Sie in diese Richtung – denn Ihre Zeichen gehen woanders hin! Sie wollen den 12-Stunden-Arbeitstag einführen. Das ist kein Zeichen für effektiven Gesundheitsschutz und effektiven ArbeitnehmerInnenschutz. Nehmen Sie sich selbst ernst! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Wir arbeiten jetzt schon lange genug!)
Abg. Pirklhuber: Gut, dann erklären Sie es uns!
Abgeordnete Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ): Frau Präsidentin! Geschätzter Herr Minister! Geschätzte Zuseherinnen und Zuseher! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Kollegin Schatz, Sie wissen, dass Sie diese Behauptung, der Minister sei für einen 12-Stunden-Arbeitstag, jetzt sehr verknappt dargestellt haben. (Abg. Pirklhuber: Gut, dann erklären Sie es uns!) Ich habe leider nicht die Zeit, das aufzuklären, weil ich über Behindertenpolitik sprechen möchte, aber ich möchte das nicht so stehen lassen, das stimmt so nicht. (Abg. Kickl: Wie stimmt es denn dann?) Man kann es sicher zu gegebener Zeit aufklären, aber ich habe im Moment die Zeit nicht. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Schatz: ... Gesetzesvorlage!)
Abg. Pirklhuber: Wir haben Beweise! Ich muss nur die Unterlagen holen!
Und zweitens: Wenn Sie sagen, Ärzte werden angefüttert, dann möchte ich bitte Beweise haben. Das ist eine Verunglimpfung eines Berufsstandes! – Danke. (Abg. Pirklhuber: Wir haben Beweise! Ich muss nur die Unterlagen holen!)
Abg. Pirklhuber: Ganz genau!
Herr Minister, Sie haben heute in schillernden Farben die verschiedenen Dotierungen ausgeführt. Fakt ist aber, dass die Ausgaben von 2013 bis 2018 weit unter der Entwicklung der Inflationsrate liegen, und Sie, Herr Minister, wissen, das heißt nichts anderes, als dass es ein realer Verlust ist! (Abg. Pirklhuber: Ganz genau!) Liegen die geplanten Steigerungen der Ausgaben bei 6 Prozent, während die Inflationsrate bei 9,7 Prozent liegt, dann ist das ein realer Verlust, und man kann da nichts weiter schönreden. Ich halte das für einen schweren Fehler.
Abg. Pirklhuber: für den Antrag!
Ja, und genau deswegen gibt es auch volle Unterstützung für die Frau Ministerin, für ihre Initiative des Breitbandausbaus bis 2020 – es kann auch schon vorher sein, überhaupt nichts dagegen. (Abg. Pirklhuber: für den Antrag!) Aber meine Frage richtet sich an den Bundesminister für Finanzen, denn der blockiert ja im Moment diese Milliarde. (Abg. Pirklhuber: Wo ist er denn, der Spindili?) Da frage ich mich, sind dem Bundesminister für Finanzen die ländlichen Regionen nicht wichtig? Sind ihm die Bürger dort nicht wichtig, dass er das jetzt blockiert? (Ruf bei der ÖVP: Na, na, na! – Abg. Hanger: Wir müssen ein Budget konsolidieren, das wird immer vergessen!)
Abg. Pirklhuber: Wo ist er denn, der Spindili?
Ja, und genau deswegen gibt es auch volle Unterstützung für die Frau Ministerin, für ihre Initiative des Breitbandausbaus bis 2020 – es kann auch schon vorher sein, überhaupt nichts dagegen. (Abg. Pirklhuber: für den Antrag!) Aber meine Frage richtet sich an den Bundesminister für Finanzen, denn der blockiert ja im Moment diese Milliarde. (Abg. Pirklhuber: Wo ist er denn, der Spindili?) Da frage ich mich, sind dem Bundesminister für Finanzen die ländlichen Regionen nicht wichtig? Sind ihm die Bürger dort nicht wichtig, dass er das jetzt blockiert? (Ruf bei der ÖVP: Na, na, na! – Abg. Hanger: Wir müssen ein Budget konsolidieren, das wird immer vergessen!)
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir unterstützen die Frau Ministerin auf ihrem Weg, selbstverständlich, wir hätten gerne, dass es rascher geht. Und ich frage noch einmal: Warum blockiert der Finanzminister den Breitbandausbau? Ist ihm die Bevölkerung in den ländlichen Regionen nichts wert? (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: ! Sag es ihm, Fritz!
S 37 nicht nur zweispurig, eine Strecke von oben und eine von unten zu bauen, sondern vierspurig weiter auszubauen. (Abg. Pirklhuber: ! Sag es ihm, Fritz!) Wir brauchen diesen Lückenschluss in Richtung Süden, weil das für die Obersteiermark, die von großer Abwanderung bedroht ist, ganz, ganz wichtig ist, um dort Arbeit zu erhalten, um dort die Menschen in der Region zu halten. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!
Und da kommen die Arbeiterkammer und die Sozialdemokraten und erfinden eine Solarsteuer, also etwas total Befremdliches. Das heißt, wenn ich eigenen Solarstrom produziere, muss ich quasi für Eigenverbrauch, für Eigenproduktion Steuern zahlen. Jetzt gibt es wohl zum Glück einen kleinen Kompromiss, und Kollegin Christiane Brunner hat diesbezüglich auch einen Antrag eingebracht, um diese Solarsteuer wegzubekommen, aber es ist wie gesagt nur ein Kompromiss, und alle, die über 25 000 Kilowattstunden produzieren, werden in Zukunft für die Eigenproduktion besteuert. Das ist so, als würde ich für die Radieschen in meinem Garten oder für die Erdbeeren Steuern zahlen müssen. Komplett befremdlich! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Dann gibt es aber auch andere Möglichkeiten, das ist steigerbar. Man kann mit diesem Problem so umgehen wie Minister Brandstetter – oder aber man kann schlecht, ja katastrophal damit umgehen. Das hat zum Beispiel Kollege Pilz uns vorgestern wieder gezeigt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Man kann das natürlich dazu benützen, um unter dem Schutz der Immunität, unter dem ich jetzt auch stehe, irgendjemanden, der völlig unbekannt ist, der in der FPÖ eine kleine politische Funktion hat, eine ganz kleine Funktion, herauszunehmen und zu versuchen, ihn in diesem Auditorium hinzurichten, ob es jetzt stark oder schwach besetzt ist, unter dem Schein der Fernsehkameras und unter dem Applaus der eigenen Kollegen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Dem Fass den Boden ausgeschlagen hat dann noch, als eine Kollegin, die ich jetzt auch nicht namentlich nenne, herausgeht und in einer Wortmeldung zur Geschäftsbehandlung sofort einen Ordnungsruf verlangt, weil ein Nachredner hier von Stasi-Methoden gesprochen hat. Der ist ja besonders gut, gerade beim Kollegen Pilz. Ich habe ein bisschen gesurft und sechs Zitate des Kollegen Pilz gefunden, wo er allen möglichen Leuten Stasi-Methoden vorwirft (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), das ist halt bei ihm eine Routinegeschichte.
Abg. Pirklhuber: Tschetschenien!
Ich bin aber der Meinung, hier in Europa muss man auf diesen Grundlagen stehen, Kollege Steinhauser. (Abg. Pirklhuber: Tschetschenien!) – Habe ich in Tschetschenien demonstriert? Herr Kollege Pilz meint, die Reise zum Beispiel in einen Staat, das wäre mit dem Missbrauch des Demonstrationsrechts vergleichbar, um anderen das Demonstrations- und Versammlungsrecht zu nehmen. (Abg. Pilz: Wie war es in Tschetschenien?) Ich lasse hier nur fallen: Was macht der Schelm, wenn man ihn erwischt? – Er zeigt mit dem Finger, haltet den Täter. (Abg. Steinhauser: Paris!)
Sitzung Nr. 30
Abg. Pirklhuber: Bewusst!
Es kann auch sein – das ist ein Verdachtsmoment –, dass das damalige Management des Dorotheums (Abg. Pirklhuber: Bewusst!) absichtlich etwas vorgegaukelt hat, damit ja der Bieter, der 84 Millionen € zahlt, nicht zuschlägt, weil dieses Management vielleicht schon Beziehungen zu einem anderen Bieter gepflogen und dieser andere Bieter vielleicht dem Management versichert hat, es werde am Werk bleiben und sogar noch eine Prämie bekommen. So war es ja auch: Das Management des Dorotheums hat ja dann auch eine Prämie bekommen. – Gut, also Phase 1: Sie bekommen als Republik, obwohl es einen besseren Bieter gibt, nur 70,6 Millionen, obwohl das Unternehmen 112 Millionen wert ist.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Das Paket, das heute mit der Marktordnung beschlossen wird, enthält das größte Unterstützungsprogramm für Junglandwirte in Österreich (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), das wir je gehabt haben. Das gilt es zu unterstützen, das brauchen wir letztendlich, um die Versorgungssicherheit in unserem Land sicherzustellen, um den Wirtschaftsfaktor Landwirtschaft für den ländlichen Raum weiterhin zu stärken. Diese Marktordnung sichert die Stabilität für die Betriebe, dass sie in den kommenden Jahren stabil in Österreich wirtschaften können, damit wir alle einen gedeckten Tisch vorfinden. (Beifall bei der ÖVP.)
Ruf bei der ÖVP – in Richtung des am Rednerpult einen Schluck Wasser trinkenden Abg. Pirklhuber –: Wasser!
Präsident Karlheinz Kopf: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr Abgeordneter Dr. Pirklhuber. – Bitte. (Ruf bei der ÖVP – in Richtung des am Rednerpult einen Schluck Wasser trinkenden Abg. Pirklhuber –: Wasser!)
Abg. Pirklhuber: Richtig, so schaut es nämlich aus!
Ein bisschen divergierend ist dann schon die „BauernZeitung“, eines der wichtigsten Organe dafür, wie man die Bauern falsch informiert. Dann bin ich besonders betroffen, wirklich betroffen! Von Präsident Schultes erwarte ich mir als Politiker nicht so viel, aber von ihm als Präsidenten der Landwirtschaftskammer, der Interessenvertretung, wo auch ich und mein Sohn Pflichtmitgliedsbeitrag zahlen (Abg. Pirklhuber: Richtig, so schaut es nämlich aus!), erwarte ich mir Objektivität. Wenn Präsident Schultes in der „BauernZeitung“ schreibt, dass Regionalität kein Trendthema ist, dann verstehe ich immer mehr, warum die Praktiken in den Schlachthöfen so geschmiert laufen. Das ist natürlich nicht regional, das ist mir völlig klar.
Abg. Pirklhuber: Gerechtigkeit ist also eine Zumutung für Sie!
Genug gibt es auch in Tirol davon, ich war ja auch selber schon dort. Daher sollten Sie möglicherweise an die wirklichen Auswirkungen denken, denn es geht immer um Menschen, die wirtschaften, die investieren, die Risiko auf sich nehmen, die wir jetzt mit der neuen Prämienwelt massiv unter Stress setzen in der Umstellung. Den Stress, den wünsche ich Ihnen nicht. Hier im Haus wären nur wenige bereit, derartige Abschläge in Kauf zu nehmen. Den Bauern wird das zugemutet, und das würde zumindest Wertschätzung, Anerkennung und Ermutigung verdienen. (Abg. Pirklhuber: Gerechtigkeit ist also eine Zumutung für Sie!)
Abg. Pirklhuber: So redet einer, der eigentlich alle Bauern vertreten muss! Wo bleibt denn Ihr Gerechtigkeitsempfinden?
Deswegen sage ich jedem, der da jetzt jubiliert, dass die Bauern Prämien verlieren: Zuerst einmal müssen wir ihnen helfen, dass sie es aushalten, und der zweite Schritt muss sein, wenn die Preise wieder schlechter werden, dass wir Risikoausgleichsmaßnahmen brauchen, damit diese Bauern tatsächlich mitkommen können. (Abg. Pirklhuber: So redet einer, der eigentlich alle Bauern vertreten muss! Wo bleibt denn Ihr Gerechtigkeitsempfinden?)
Abg. Pirklhuber: Ein Witz ist das!
Meine lieben Damen und Herren! Auch der aufgeregte Herr Pirklhuber wird damit rechnen müssen, dass der Tisch von den produzierenden Bauern gedeckt wird. Das sind alle! Das sind die in den schwierigen Regionen, und das sind die in den Gunstlagen, wie Sie das definieren. In Wirklichkeit kämpft jeder jeden Tag mit der Natur, und die Gerechtigkeit, lieber Herr Pirklhuber, erwirtschaften wir Bauern uns selber. (Abg. Pirklhuber: Ein Witz ist das!) Wir sind Gott sei Dank nicht auf die mildtätigen Almosen eines Herrn Pirklhuber angewiesen, denn der hätte uns schon lange zugrunde gerichtet. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Moser und Pirklhuber.
Wir haben hier die Aufstellung: 64 000 Betriebe von 110 000 in Österreich erhalten weniger als 5 000 €. Und einige, ganz wenige große Betriebe erhalten Unsummen an jährlichen Förderungen. Das ist meiner Ansicht nach nicht gerechtfertigt. Und ich appelliere wirklich an die SPÖ: Wenn man es mit Vermögensteuern, mit sozialer Gerechtigkeit ernst meint, dann kann man dem nicht zustimmen! Sie können nicht einem Stift Heiligenkreuz 570 000 € pro Jahr an Förderungen zugestehen. Ich möchte auch wissen, wie die steuerlich behandelt werden, 570 000 € pro Jahr! Diese Gesellschaften und Stiftungen, die lassen arbeiten. Und das hier ist kein Spiel Groß gegen Klein. Da geht es einfach um eine unglaublich ungerechte Behandlung der Landwirte im Vergleich mit diesen Gesellschaften und Stiftungen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Moser und Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 34
Abg. Pirklhuber: Langsamer lesen !
Zweites Beispiel: die Gemeinde Palfau, eine Tourismusgemeinde direkt an der Salza, wo viel Rafting und Bergsport betrieben wird. In die Nachbargemeinden Wildalpen oder Landl fährt man gleich einmal 20 Kilometer, dort würde man auch die nächste Bank mit einem Bankomaten vorfinden. Die Gemeinde wollte für die Touristen, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger ein zusätzliches Service anbieten und einen Bankomaten zu Verfügung stellen, da es dort keine Bank gibt – einmalige Kosten: 10 000 €. (Abg. Pirklhuber: Langsamer lesen !) – Ich habe nicht so viel Zeit, ich muss schneller reden. (Zwischenrufe der Abgeordneten Schieder und Kickl.) Das ist viel Geld für eine kleine Gemeinde.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Andreas Zakostelsky (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Vizekanzler! Frau Staatssekretärin! Meine sehr verehrten Damen und Herren als ZuhörerInnen und auch Zuseher! Wir haben sehr viele kurzweilige Geschichten zur Hypo gehört, zum Teil auch dramaturgisch wirklich sehr gut, kommen wir aber zur sachlichen Seite und zu den Lösungen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Bereits am 18. März konnte auf Basis der Ausarbeitungen der Taskforce rund um die OeNB, Gouverneur Dr. Nowotny und einige Experten eine politische Vorgabe im Ministerrat beschlossen werden, die eine Insolvenz ausgeschlossen hat und die die Weichen in Richtung Abbaugesellschaft gestellt hat. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Noch am selben Tag, wir erinnern uns, informierte die Regierung die Abgeordneten im Hohen Haus.
Abg. Pirklhuber: Die Gier!
Meine Damen und Herren, man muss sich einmal vorstellen, es wird Banken vorgehalten, dass sie weniger als 15 Prozent Rendite erwirtschaften, und das sei fehlender Wettbewerb! Und damit hat man damals bei all diesen Bereichen sozusagen den Grundstein gelegt (Abg. Pirklhuber: Die Gier!), weil die Gier, der Zwang zu mehr, zu noch höher sehr ausgeprägt waren.
Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Pock und Pirklhuber.
Ich möchte mich in diesem Zusammenhang aber auch bei den Herren Konzett und Düringer bedanken, die im Ausschuss als Gesprächspartner beratend zur Verfügung gestanden sind. Ich habe das auch als sehr positiv empfunden, obwohl wir gesagt haben, dass wir im Petitionsausschuss einen holprigen Start hatten. Aber ich habe es sehr positiv gefunden, wie wir zu dem Entschluss gekommen sind, dieses Hearing auch durchzuführen. Ein recht herzliches Dankeschön an die anderen Fraktionen, dass wir das gemeinsam auch geschafft haben. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Pock und Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pock und Pirklhuber.
Ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg im Ausschuss sind, wir haben den Weg dazu gefunden, uns öfter zusammenzusetzen, wir diskutieren die Sachen aus, und dann werden wir auch diesen Petitionsausschuss in den nächsten Jahren so weiterbringen, wie wir uns das vorgenommen haben. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pock und Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Neubauer.
Der Weg ist also vorgegeben. Wir haben heute die Beschlüsse gefasst. Ich kann hier auch, glaube ich, ganz klar erwähnen, dass es einen klaren Fahrplan gibt. Die Gerichte ermitteln. Es gibt über hundert Verfahren und Tausende Aktenberge. Es wurde die Griss-Kommission eingesetzt, welche Erfahrung, Kompetenz und Unabhängigkeit einbringt. Und es ist derzeit natürlich auch die Reformierung des Untersuchungsausschusses in Ausarbeitung, und ich hoffe, dass es bald möglich ist, eine neue Geschäftsordnung zu bekommen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Neubauer.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dietrich, Pock und Pirklhuber.
Abgeordneter Elmar Podgorschek (FPÖ): Herr Präsident! Ich hatte das Vergnügen, beim letzten Petitionsausschuss das erste Mal anwesend zu sein, da wir eben den Sammelbericht über die 250 000 Unterstützer behandelt haben. 250 000 Unterstützer für mehrere Petitionen, davon auch eine schriftliche Petition, ist doch ein ganz großes Zeichen, wie sehr die Bevölkerung eigentlich einen Untersuchungsausschuss will. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Dietrich, Pock und Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Das heißt, die Menschen wollen gehört werden. Das sind Steuerzahler. Das sind Leute, die persönlich betroffen sind – betroffen von den Sparmaßnahmen, sei es in der Schule, im Unterricht bei ihren Kindern, sei es als Pensionisten, die immer weniger bekommen. Viele spüren eine persönliche Betroffenheit, und sie können es nicht verstehen, dass auf der anderen Seite Steuermittel verschwendet, vergeudet, beim Fenster hinausgeschmissen werden. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Auch das alte Verfahrensrecht ist nicht so schlecht, wie Sie dauernd tun, und ich kann Ihnen die Bemerkung nicht ersparen: Den größten Schaden in diesen U-Ausschüssen hat immer die Mehrheit angerichtet, beileibe nicht die Minderheit. Wer hat ihn denn abgedreht, als die Untersuchungen auf den Höhepunkt zugegangen sind? (Beifall bei den Grünen.) Insofern sitzt also die Regierung im Lose-lose-Boot. In dieser Situation sind Sie nun: Wenn Sie weiterhin die Reform verweigern (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), werden Sie dabei ertappt werden, dass Sie gar nicht untersuchen wollen, weil Sie wieder immer mehr Barrieren aufbauen.
Abg. Pirklhuber: Politische Verantwortung!
Ich will, dass diejenigen vor Gericht kommen und auch dementsprechend zur Verantwortung gezogen werden, die kriminell gehandelt haben und kriminell handeln. Aus diesem Grund bin ich für eine vollständige, restlose Aufarbeitung und Aufklärung in der Sache Hypo. Nur eine Sache ist ein ausschlaggebender Punkt, nämlich: Strafrechtliche Verfahren gehören in die Gerichtssäle und nicht ins Parlament. (Abg. Pirklhuber: Politische Verantwortung!)
Abg. Pirklhuber: Lesen!
Im Umweltausschuss wurde dem Antrag einstimmig zugestimmt (Abg. Pirklhuber: Lesen!), dafür herzlichen Dank. (Abg. Pirklhuber: Deutlicher lesen, bitte!) Ich ersuche, auch heute hier im Plenum diesen Antrag positiv zu behandeln. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Deutlicher lesen, bitte!
Im Umweltausschuss wurde dem Antrag einstimmig zugestimmt (Abg. Pirklhuber: Lesen!), dafür herzlichen Dank. (Abg. Pirklhuber: Deutlicher lesen, bitte!) Ich ersuche, auch heute hier im Plenum diesen Antrag positiv zu behandeln. – Danke. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Weiters geht es um einen gemeinsamen Antrag betreffend das Verbot von Mikroplastik – ein Thema, das in den letzten Wochen und Monaten immer mehr auch an die Öffentlichkeit gelangt ist. Man hat erkannt: Ja, Mikroplastik kommt in den verschiedensten Umweltformen vor, im Wasser oder in anderen Trägermitteln. Es wird oft dort eingesetzt, wo dies eigentlich nicht sinnvoll ist beziehungsweise wo wir als Konsumenten immer wieder überrascht sind, in welchen Formen Mikroplastik auftreten kann. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Von den Plastikflaschen !
Ich komme zum Mikroplastik im Meer zurück, diesbezüglich haben wir ja schon eine beeindruckende Zahl gehört: Es sind 10 Millionen Tonnen, die pro Jahr ins Meer fließen. Nicht nur, dass es dort schlimm ist – wenn Sie in Kürze auf Urlaub fahren, muss ich Ihnen sagen: 3 Prozent der Strände sind bereits mit Mikroplastik verseucht! (Abg. Pirklhuber: Von den Plastikflaschen !), von den Plastikflaschen reden wir gar nicht, genau –, wir müssen auch einen Schritt weiter denken, denn dieses Mikroplastik, das sich im Meer befindet, wird natürlich auch über die Nahrungskette in den Menschen rückgeführt.
Abg. Pirklhuber: Rudi Anschober, Umweltlandesrat in Oberösterreich!
Zum Tagesordnungspunkt 11, da geht es um den Bereich der Öl-Tankanlagen: Im Endeffekt geht es im Abänderungsantrag ganz klar um die Bitte an den Bundesminister, gemeinsam mit den Bundesländern gleiche Standards zu schaffen. Faktum ist schon – und das möchte ich als Bürgermeister einer Gemeinde, die 2002 und 2013 vom Donauhochwasser intensiv betroffen war, aus der praktischen Erfahrung festhalten –: Im August 2002 war dort, wo das Wasser ein wenig stand, ein Ölfilm auf jedem Fenster und man roch es in jedem Haus. Im Jahr 2013 war das wesentlich anders. Da hat sich, Gott sei Dank, sehr viel zum Positiven verändert. (Abg. Pirklhuber: Rudi Anschober, Umweltlandesrat in Oberösterreich!)
Abg. Pirklhuber: Bestehende Gesetze!
Ich finde das für Parlamentarier und Parlamentarierinnen einen eigenartigen Zugang, weil wir hier im Hohen Haus Gesetze beschließen und es gleichzeitig nicht schaffen, dass Bürgerinnen und Bürger diese Rechte und das, was in den Gesetzen festgeschrieben ist, auch einklagen können. Da frage ich Sie: Wovor haben Sie Angst, dass Sie den Bürgerinnen und Bürgern nicht zutrauen, das, was wir hier beschließen, auch einklagen zu können? (Abg. Pirklhuber: Bestehende Gesetze!) Wie ernst nehmen wir uns, dass wir hier herinnen Gesetze beschließen, wo wir aber nicht wollen, dass Bürgerinnen und Bürger sich auf diese Gesetze auch berufen können?
Abg. Pirklhuber: Nein!
In der zweiten Behauptung, die Sie darstellen, ist es wirklich eine Zumutung, dass Sie immer meinen, das sei ein Bauernbund-Gütesiegel – obwohl ich mich darüber freuen würde. Ich kann mir schon vorstellen, dass wir das früher bekommen werden als die freiheitliche Bauernschaft, da bin ich sicher, aber Tatsache ist, dass diese AMA sozialpartnerschaftlich besetzt ist, meine Damen und Herren, und daher eine ausgewogene (Abg. Pirklhuber: Nein!) – Herr Kollege Pirklhuber, ich weiß, dir passt sowieso nichts, es ist ja gleich, wie es gemacht wird. Es wird nie etwas geben, was dem Pirklhuber recht ist. Das werden wir aushalten. Artenschutzabkommen muss man einfach so akzeptieren. (Beifall bei der ÖVP.)
in Richtung des Abg. Pirklhuber
Ich möchte noch ein Wort zum Marktordnungsgesetz sagen, weil wir hier sehr nachhaltig SPÖ-Spuren hinterlassen haben, im Sinne der Regelung der Kleinlandwirte, im Sinne der Jungunternehmerförderung, aber auch, was die hundertprozentige Degression der Zahlungsansprüche in der ersten Säule, in der Marktordnung betrifft, unter Berücksichtigung der Lohn- und Sozialkosten. Das, Herr Kollege (in Richtung des Abg. Pirklhuber), werden wir im kommenden Jahr auch sehen.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Eines ist ganz entscheidend, und das ist auch schon gesagt worden: Wo „Österreich“ draufsteht, muss Österreich drinnen sein. Das darf keine Frage der Etikettierung sein, das darf keine Frage der angegebenen Rezepturen sein, sondern das muss ein unumstößlicher Grundsatz sein. Dort, wo „Österreich“ draufsteht, muss österreichische Ware drinnen sein. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist nicht zu akzeptieren!
Das ist doch sprichwörtlich! Ich habe damit Probleme, das auch nur sinngemäß zu verstehen, weil ich denke, dass wir einfach viel mehr Transparenz einfordern müssen, dass Sie auch viel mehr dahinter sein müssten. Ich denke, dass Sie von der Agrarmarkt Austria nicht weiter brüskiert werden sollten. Die Handschlagqualität, die Herr Blass beansprucht, möchte ich einmal sehen, wenn es soweit ist. Dass der Ausschuss wieder verschoben worden ist, ist nicht zu akzeptieren. (Abg. Pirklhuber: Das ist nicht zu akzeptieren!)
Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Jannach und Pirklhuber. – Bundesminister Rupprechter: Reine Polemik!
Ich denke, dass es da auch noch einfach ist. Es gibt ja nicht nur die Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH, es gibt Genussregionen und was weiß ich noch alles, und in jedem Bundesland sitzt ein Frühstücksdirektor davon, der irgendwo aus einem Kabinett herausspringt. Ich will das weniger, einfacher und gerechter, und das haben unsere Bauern auch verdient. (Beifall bei den NEOS sowie der Abgeordneten Jannach und Pirklhuber. – Bundesminister Rupprechter: Reine Polemik!)
Beifall der Abgeordneten Auer und Pirklhuber. – Abg. Pirklhuber: Ja genau!
Herr Abgeordneter Auer! Ich nehme gerne die Anregung auf, dass man rückwirkend überprüft, wenn es tatsächlich noch Außenstände geben sollte. Ich war ja jetzt sieben Jahre nicht im Land. Ich werde sehr gern bei uns im Haus den Auftrag erteilen, zu überprüfen, ob es irgendwo noch Außenstände gibt, die zu lukrieren wären. (Beifall der Abgeordneten Auer und Pirklhuber. – Abg. Pirklhuber: Ja genau!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Da gilt es, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen, und dazu ist Offenheit und Transparenz wichtig und der richtige Weg. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das gilt besonders auch gegenüber den Konsumentinnen und Konsumenten; ihr Vertrauen in sichere und qualitativ hochwertige Produkte aus bäuerlicher Erzeugung soll erhalten und gestärkt werden.
Beifall der Abgeordneten Gartelgruber und Pirklhuber.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Das mit der Blackbox hat mir sehr gut gefallen; es fallen aber leider nicht ausschließlich Beiträge der AMA-Marketing in die Blackbox auf dieser (der Redner deutet in Richtung ÖVP) Seite. (Beifall der Abgeordneten Gartelgruber und Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Soja aus 400 000 Hektar Fläche und Erzeugnisse aus 250 000 Hektar Palmenhainfläche werden quasi aus dem Regenwald importiert. Auch darüber ist zu reden. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das machen wir eh!
Übrigens möchte ich darauf hinweisen, dass wir in diesem Hohen Haus vor wenigen Tagen das Marktordnungsgesetz mit einer sehr großzügigen und sehr sinnvollen Regelung für Kleinerzeuger verabschiedet haben, die immerhin 35 000 österreichische Kleinbäuerinnen und -bauern nützen werden können. Leider haben die Vertreter der Opposition gegen die Marktordnungsgesetz-Novelle gestimmt. Sie werden das den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern erklären müssen! (Abg. Pirklhuber: Das machen wir eh!) Dank der Mehrheit im Hohen Haus ist es möglich gewesen, diese sinnvolle Maßnahme umzusetzen und ab 1. Jänner nächsten Jahres bis 2020 wirksam werden zu lassen. Damit haben die Regierungsparteien Österreich noch ein kleines Stück lebenswerter gemacht. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Muchitsch.)
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Köchl.
In Österreich haben wir ein Ziel: flächendeckende Bewirtschaftung durch bäuerliche Familienbetriebe. Helfen wir mit, dass das auch international als Ziel durchgesetzt wird! (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Köchl.)
Sitzung Nr. 36
Abg. Pirklhuber: Effizient soll es werden!
setzes war ja die EU. Das Gesetz zeigt eigentlich zwei Tatsachen klar auf. Zum Ersten sieht man daran die vollkommen ahnungslose und verfehlte Wirtschaftspolitik der EU. Man kann doch nicht auf der einen Seite permanent fordern, eine Reindustrialisierung Europas voranzutreiben beziehungsweise zu forcieren, und auf der anderen Seite in immer wiederkehrenden Abständen die Industrie – genau diese Industrie, die man in Europa wieder forcieren will! – mit neuen, zusätzlichen Hindernissen belasten. (Abg. Pirklhuber: Effizient soll es werden!)
Abg. Pirklhuber: Es geht doch um Effizienz!
Die Chinesen und die Amerikaner werden sich ja freuen, wenn weiterhin Betriebe aus Österreich und aus der EU abwandern und dann in diesen Ländern dasselbe machen, natürlich unter ganz anderen Voraussetzungen. (Abg. Pirklhuber: Es geht doch um Effizienz!)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Brunner. – Zwischenruf des Abg. Themessl.
Herr Kollege Themessl, es ist illusorisch zu behaupten, dass es nur ein reines Anreizsystem brauchte, um alle Ziele zu erreichen, und keiner zusätzlichen Maßnahmen bedarf! – Das ist noch in keinem anderen Staat gelungen. Sie haben dazu das Beispiel Deutschland erwähnt: Ich habe mit meinem Kollegen von der CDU am Montag ein längeres persönliches Gespräch gehabt. Auch in Deutschland muss nun ein Verpflichtungssystem gemacht werden. Sie haben es jetzt einmal nach Brüssel eingetaktet, bezüglich der strategischen Maßnahmen, aber sie kommen nicht ohne ein Verpflichtungssystem aus. Daher ist es, wie Sie sehen, eine Chimäre, dass es die Deutschen besser machen, ganz abgesehen davon, wo das Geld herkommen soll. Diese Frage ist sowieso noch immer unbeantwortet. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Brunner. – Zwischenruf des Abg. Themessl.)
Abg. Pirklhuber: So ist es! Richtig!
Es ist auch ein Märchen, wenn immer wieder behauptet wird, dass damit Umsatzwachstum und Wachstum im Allgemeinen behindert wird. Es geht darum, von einem Richtwert im Energieverbrauch, der auf Basis von 2010 bis 2012 herangezogen wird, 0,6 Prozent an Effizienzmaßnahmen zu setzen. Das ist ein vergangener Wert aus zwei Jahren und kein künftiger Wert, sodass damit Wachstum behindert würde. Das stimmt nicht, hören Sie auf, so etwas immer wieder zu erzählen! (Abg. Pirklhuber: So ist es! Richtig!)
Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Angesichts dessen kann man nicht zur Tagesordnung übergehen! Wir überlegen uns, ob wir nicht eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft machen, ob wir nicht diese Vorgänge, die da im großen Stil seit Jahren und Jahrzehnten im Bereich der österreichischen und europäischen Fleischmafia stattfinden, zur Anzeige bringen, denn das muss zweifellos aufgeklärt werden. (Beifall bei FPÖ und Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Wie die anderen Länder auch!
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundesminister! Beginnen wir mit dem Positiven: Ja, es ist, wie vom Herrn Bundesminister ausgeführt, richtig, dass es ihm und den Mitstreitern gelungen ist, dass in Europa und daher auch in Österreich ab dem kommenden Jahr die klare Kennzeichnung nicht nur für Rindfleisch, sondern auch für Schweinefleisch, Geflügel und so weiter durchgesetzt wurde. Das ist unbestritten ein Erfolg – spät, aber doch! Aber das ist nur deshalb möglich gewesen, weil sich Österreich dementsprechend intensiv eingebracht hat. (Abg. Pirklhuber: Wie die anderen Länder auch!) Das ist einmal das Positive.
Abg. Pirklhuber: Ein erster Schritt!
Zum Zweiten, meine Damen und Herren: Natürlich könnte man beim AMA-Gütesiegel das eine oder andere verbessern, vielleicht in jenem Bereich, den der Kollege Jannach angesprochen hat, wo ein Drittel eines Produktes nicht aus österreichischer Produktion kommt – das ist immer das bekannte Joghurt mit den Bananen und andere Bereiche –, dass da das Gütesiegel vielleicht in einer anderen Farbe dargestellt wird, damit der Konsument noch deutlicher erkennen kann, welcher Unterschied gegeben ist. (Abg. Pirklhuber: Ein erster Schritt!)
Abg. Pirklhuber: Beim Frischfleisch!
Aber wenn man will – wenn man will!, und jeder, glaube ich, weiß, dass es mündige Konsumentinnen und Konsumenten gibt –, dann kann man bei Frischfleisch aufgrund des AMA-Gütesiegels eindeutig nachvollziehen, dass diese Ware ausschließlich in Österreich erzeugt, produziert und auch zur Verfügung gestellt wird. (Abg. Pirklhuber: Beim Frischfleisch!)
Abg. Pirklhuber: Besser! – Ruf bei der ÖVP: Schärfer!
Aber wenn ich mir die eine oder andere Debatte hier anhöre, dann habe ich schön langsam das Gefühl, dass man die Produktion auch in diesem Bereich beinahe unmöglich macht. Was erleben wir denn? Die Bestandsgrößen zeigen, dass es in Österreich Miniaturbetriebe im Vergleich zu jenen in Deutschland und anderen europäischen Ländern gibt. Die Tierschutzbestimmungen sind in Österreich deutlich schärfer als in vielen derartigen Ländern. (Abg. Pirklhuber: Besser! – Ruf bei der ÖVP: Schärfer!) – Sie sind bei uns deutlich schärfer oder besser als in vielen anderen Ländern. Das heißt aber, dass es eine Wettbewerbsverzerrung gibt, Herr Kollege Pirklhuber, eindeutig!
Abg. Pirklhuber: Noch mehr!
2013: 44 899 721 Kilo Lebendschweine – das wurde in Kilo gemessen, wie viele auch immer das sind. Wir haben auch gerechnet: Pro Schwein sind das so ungefähr 200 Kilo, das macht 224 000 ... (Zwischenrufe bei der ÖVP: Zu viel! – Abg. Auer: Kollege, 110 Kilo!) – Bitte? (Abg. Auer: 110 Kilo!) – Ich habe mit 200 gerechnet. (Abg. Auer: Nein, dann ist das ein Futter...! – Abg. Rädler: Keine Ahnung!) – Dann ist es ja noch schlimmer, als was ich sagen wollte! Um Gottes willen! Dann habe ich mit 100 doch recht gehabt: Dann sind es fast 500 000 Schweine. Herr Kollege, rechnen Sie einmal mit: 500 000 Schweine kommen nach Österreich herein. Bitte, wie ist denn das tierschutzrechtlich? (Abg. Pirklhuber: Noch mehr!) – Noch mehr?! Das bedeutet noch mehr Tierleid und Tierelend!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Christoph Hagen (fortsetzend): Danke, Herr Präsident! – Herr Bundesminister, Sie haben gesagt, es gibt in der Bauernsozialversicherung 120 000 oder 100 000 normal Versicherte (Bundesminister Hundstorfer: 150!) und 45 000 doppelt Versicherte. Jetzt erklären Sie mir anhand dieses Falles, warum sich dieser Mann mit sehr wenig landwirtschaftlichem Grund, mit sehr wenig Wald, den er nicht einmal bewirtschaftet, sondern nur für die Enkel oder Urenkel aufforstet, doppelt versichern muss! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Er fährt mit seinem Traktor – der übrigens auch noch versichert ist, bei einer Privatversicherung, 10 km/h – ab und zu einmal in die Wiese, mäht ein bisschen Gras für die Ziegen, anstatt mit einem Rasenmäher fährt er mit dem Motormäher oder mäht mit der Sense.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die Chinesen haben einen Ausstoß von über 26 Prozent und die Amerikaner einen von über 17 Prozent. Und wir in Europa wollen das Weltklima retten, ohne dass es uns gelingt, die großen Weltverschmutzer davon zu überzeugen, dass sie umdenken müssen. Es ist nicht sinnvoll, unsere Wirtschaft kaputtzumachen und gleichzeitig unsere Betriebe, unsere Leitbetriebe in die USA und nach China hinauszudrängen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ein Paradebeispiel ist die voestalpine. Sie baut ihre zwei neuen Werke weder in Österreich noch in Europa, sondern in Südamerika und in den USA. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich finde es eigentlich auch ein bisschen makaber. Auf der einen Seite müssen wir Allergene kennzeichnen, auf der anderen Seite müssen wir Gentechnik, Klonfleisch und Nachfolge von Klonfleisch nicht kennzeichnen. Das ist für mich mit ein bisschen Hausverstand eigentlich ein komisches Ding. Bitte denken Sie darüber nach! – Danke schön. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist doch ein Blödsinn!
Wenn wir die Entwicklung am Fleischsektor ansehen, so haben wir zwei Bereiche, die stark steigend sind: Das ist der Fisch auf der einen Seite, und auf dem zweiten Platz kommt schon die Pute. Beim Fisch wissen wir – wir haben erst gestern einen Antrag dazu diskutiert –, wie schwierig es ist, die Herkunft, Qualität und Produktionsbedingungen zu hinterfragen. Bei der Pute könnten wir national produzieren, hier hätten wir die Möglichkeit. (Abg. Pirklhuber: Das ist doch ein Blödsinn!) – Das ist überhaupt kein
Abg. Pirklhuber: Na, hallo! Diese Unterstellung musst du aber auch belegen können, Herr Kollege! Das ist ja unglaublich!
Der Herr Minister und der Bundeskanzler werden eindeutig von kriminell agierenden Organisationen genötigt, in dieser Verordnung nicht weiterzugehen. (Abg. Pirklhuber: Na, hallo! Diese Unterstellung musst du aber auch belegen können, Herr Kollege! Das ist ja unglaublich!) Da sollten Sie Entscheidungsfreudigkeit zeigen und vor allem Respekt vor den betroffenen Betrieben, denn letztendlich führt diese Hinhaltetaktik nur dazu, dass gewisse Bevölkerungsgruppen zu Bittstellern degradiert werden, und das hat sich wirklich keine Gruppe verdient. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Riemer: Und alles auf dem Rücken der Tiere! Das reicht mir jetzt!)
Abg. Pirklhuber: Sagt sie ja! Ja eben! Hat sie gesagt!
Die Klarstellung war daraufhin, dass man das nicht festschreiben muss, weil es in Berufsgesetzen geregelt ist. Es wurde aber auch klar gesagt, dass es natürlich immer wieder Grauzonen geben wird. Das kann man aber, da es, wie Frau Mückstein selber gesagt hat, auf der einen Station funktionieren, auf der anderen Station aber möglicherweise nicht, schon gar nicht per Gesetz festschreiben, sondern man muss darauf achten, dass die Dokumentation und all diese Dinge funktionieren, bei jeder Zwangsmaßnahme. (Abg. Pirklhuber: Sagt sie ja! Ja eben! Hat sie gesagt!)
Abg. Pirklhuber: Die Kollegin war nicht bösartig!
Abgeordneter Dr. Erwin Rasinger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Minister! Hohes Haus! Auch wenn Sie jetzt einen halben Meter hoch in die Luft springen, Frau Abgeordnete Mückstein: Ihr Verhalten im Ausschuss hat mich irgendwie verwundert. Sie sind eine relativ junge Abgeordnete (Abg. Steinhauser: Das ist ein Kompliment!), aber dass Sie allen anderen Fraktionen mehr oder weniger Unqualifiziertheit und Entsetzen vorwerfen, zeigt, dass Sie mit den Usancen noch nicht vertraut sind. Eine andere Meinung ist ja deswegen, weil sie eine andere Meinung ist, noch nicht unqualifiziert. (Abg. Pirklhuber: Die Kollegin war nicht bösartig!) – Herr Pirklhuber, Sie können noch so viel schreien, wir waren alle dabei, deuten Sie die Geschichte jetzt nicht um!
Abg. Mückstein: Das ist unqualifiziert! – Abg. Pirklhuber: Diskriminierend ist das, was Sie machen! Das ist ja unglaublich!
Das macht mich schon sehr betroffen, dass Sie als Frau 50 Kilogramm schwere Krankenschwestern oder Ärztinnen mit bullenartigen Männern gleichsetzen, die von der WEGA gebracht werden oder die im Alkoholrausch sind. (Abg. Mückstein: Das ist unqualifiziert! – Abg. Pirklhuber: Diskriminierend ist das, was Sie machen! Das ist ja unglaublich!)
Abg. Pirklhuber: Das ist Verdrängung, was Sie da betreiben! Sie verdrängen da was!
Es ist in Lainz, also im Krankenhaus Hietzing, ein Arzt niedergestochen worden. Haben Frauen oder andere Spitalsbedienstete wie Ärztinnen und Ärzte oder Pflegepersonal kein Recht auf Schutz? (Abg. Pirklhuber: Das ist Verdrängung, was Sie da betreiben! Sie verdrängen da was!) – Also ich finde das wirklich weltfremd, wenn jemand sagt, im Spital geht es immer total friedlich zu. Dort sind die Menschen erregt, und wenn Sie heute sagen, man müsse nur in Deeskalation ausgebildet sein, dann sage ich Ihnen: Das reicht oft nicht!
Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Pirklhuber – in Richtung der auf der Besuchergalerie sitzenden Volksanwältin Brinek –: Frau Volksanwältin, erklären Sie ihm die Fälle!
Da vertrete ich eine andere Meinung – und in Ihrem Sinn war ich daher jetzt sehr unqualifiziert. (Beifall bei ÖVP und SPÖ. – Abg. Pirklhuber – in Richtung der auf der Besuchergalerie sitzenden Volksanwältin Brinek –: Frau Volksanwältin, erklären Sie ihm die Fälle!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich habe es Ihnen bereits im Ausschuss gesagt: Jeder einzelne Missbrauch, jeder einzelne Missstand, der in einem Krankenhaus – und nicht nur auf psychiatrischen Abteilungen – vorkommt, gehört geahndet und ist verboten! Das ist gesetzlich aber bereits festgelegt. Das jetzt in das Gesetz noch einmal reinzuschreiben, hieße ja, dass es dann doppelt drinnen steht. – Das macht ja keinen Sinn. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Pirklhuber: Ganz richtig!
Ich will aber noch etwas Grundsätzliches sagen, weil mir Frau Kollegin Pfurtscheller gestern erklärt hat, dass sie es enttäuschend findet, dass die NEOS sich bei den Themen aus dem Menschenrechtsausschuss nicht zu Wort melden. Das ist genau das Problem, das hier im Hohen Haus herrscht: Es wird nicht verstanden, dass Menschenrechtspolitik eine Querschnittsmaterie ist und dass es zum Beispiel eben genau hier, bei dem Antrag, den Frau Kollegin Mückstein anspricht, um Grundrechte geht. (Beifall bei NEOS und Grünen. – Abg. Pirklhuber: Ganz richtig!)
Abg. Pirklhuber: Aber geprüft soll es werden!
Ich möchte schon auch ansprechen, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, dass man wissen muss, dass eine Bürgerinitiative und eine Petition nicht automatisch bedeuten, dass sie ihrem Inhalt nach hier im Parlament umgesetzt werden. Das ist eine Initiative von Menschen, was aber noch nicht bedeutet, dass wir sie hier im Parlament entsprechend dem Interesse der Bürgerinnen und Bürger umsetzen. Das sollte man auch sagen, damit man nicht, sage ich jetzt einmal, Hoffnungen erweckt, die nicht stimmen oder die nicht immer zu 100 Prozent erfüllt werden können. (Abg. Pirklhuber: Aber geprüft soll es werden!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
An Kollegen Pirklhuber richte ich Folgendes: Wenn das höchste Maß des politischen Behandelns einer Bürgerinitiative die Zuweisung an einen Fachausschuss ist, dann brauchen wir keinen Petitionsausschuss, denn diese Arbeit könnte auch die Parlamentsdirektion übernehmen, denn das ist eine Briefkastentätigkeit. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
keine einzige Petition oder Bürgerinitiative, zu der nicht Stellungnahmen eingeholt wurden. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 37
Abg. Pirklhuber: Dass Sie Marcuse zitieren, das freut uns!
Dieses Zitat von Herbert Marcuse, einem deutsch-US-amerikanischen Philosophen (Abg. Pirklhuber: Dass Sie Marcuse zitieren, das freut uns!), illustriert den Werdegang unseres Strafprozessrechtsänderungsgesetzes 2014.
Sitzung Nr. 39
Abg. Pirklhuber: Nicht immer!
Wir sind uns ja bei den Überschriften mit den Oppositionsparteien immer einig, aber wenn dann im Haus alle gefordert sind, Reformen mitzutragen, haben wir oft die Situation, dass genau diejenigen, die Reformen einfordern, die Ersten sind, die blockieren. (Abg. Pirklhuber: Nicht immer!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.
Es hat keinen Sinn (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.) Na ja, eingebettet in die Europäische Union, in die globalen Verstrickungen, in die Logik der Finanzmärkte, in die österreichische Logik des politischen Systems – da gibt es ja viele Logiken. Da müsste man sich einmal hinsetzen und darüber auch wirklich offen und ehrlich diskutieren und nicht Handlungsspielräume zeichnen, die mit der Realität nichts zu tun haben. Das machen Sie als Opposition; gut, das habe ich damals auch ein bisschen gemacht, als ich noch in der Opposition war. Aber: Die Regierungsmitglieder sollten manchmal auch ehrlich genug darstellen, wo die Grenzen ihrer Handlungsspielräume sind, damit die Bürgerinnen und Bürger wissen, was eine ehrliche und glaubwürdige Ansage ist und was bloß heiße Luft ist, oder eben: „Viel Lärm um nichts“, zweiter Akt. (Zwischenruf des Abg. Strolz.)
Sitzung Nr. 41
Abg. Pirklhuber: Da waren wir sehr dafür! – Abg. Obernosterer: Hast du sie dir durchgelesen?
Auf der anderen Seite haben wir aber auch Bürgerinitiativen. Und ich möchte die Bürgerinitiative 51 betreffend eine Verbesserung im Bereich der Lehrlingsausbildung herausgreifen, bei der es darum geht, eine optimale Ausbildung jenen Lehrlingen zu ermöglichen, die im Bereich der Gastronomie tätig sind. (Abg. Pirklhuber: Da waren wir sehr dafür! – Abg. Obernosterer: Hast du sie dir durchgelesen?) – Ja, ich habe sie durchgelesen.
Abg. Pirklhuber: Wann war der Ausschusstermin? – Zwischenruf des Abg. Brosz.
Am 18. September ist diese Stellungnahme dem Parlament zugeleitet worden, und damit sind alle Stellungnahmen zu TTIP und zu dieser Petition auch hier im Parlament eingelangt. (Abg. Pirklhuber: Wann war der Ausschusstermin? – Zwischenruf des Abg. Brosz.) Das zu berichtigen ist notwendig, da anschließend ja die Dringliche ist, und da wollen wir nicht von falschen Voraussetzungen ausgehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Was soll das bringen, wenn wir immer noch mehr unter ebendieser Kostenunwahrheit Lebensmittel von einer in die andere Richtung am Globus hin und her schieben? Das ist doch ein Wahnsinn! (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wie ist denn überhaupt die Aufstellung in diesem Bereich? In Südamerika, in Südostasien werden die letzten großen Regenwälder abgeholzt, damit dort Futtermittel produziert werden können, die für jene Tiere verwendet werden, die wir hier in Europa essen. Das ist absurd!
Abg. Pirklhuber: Na also!
Jetzt gerade haben Sie selbst gemeint, eigentlich stimmt das nicht ganz, weil morgen oder am 25. eigentlich nichts ist. Da gibt es zwar ein Treffen zwischen Kanada und der Europäischen Union (Abg. Pirklhuber: Na also!), da werden die Texte noch einmal öffentlich ausgetauscht, aber nichts paraphiert, gar nichts paraphiert. (Abg. Lopatka: Nichts, gar nichts passiert da!) Der gesamte Prozess (Abg. Kogler: Sie sollen die österreichische Position klarmachen!) – Hören Sie mir einfach zu, seien Sie so nett!
Abg. Pirklhuber: Ja natürlich!
Ich sage Ihnen auch, wenn ich da Worte höre wie „perverser Freihandel“, „Wahnsinn“ (Abg. Pirklhuber: Ja natürlich!) – Entschuldigen Sie, aber das werden auch Sie mitverfolgt haben. Ich bin jetzt sechs Jahre Wirtschaftsminister, wir haben sechs Jahre lang immer wieder Freihandelsabkommen besprochen, mit Staaten, mit denen wir asymmetrisch verhandelt haben, weil das keine Industriestaaten waren. Es war immer die gleiche Frage: Brauchen wir eigentlich Investitionsschutzabkommen?, immer wieder die Frage: Wie wird das gelebt? – und es erfolgte immer wieder eine relativ unspannende Erledigung, weil es gelebt wird.
Abg. Pirklhuber: Sie können schon weiterreden! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen, SPÖ und ÖVP.
Ich darf fortfahren – obwohl, mir ist es wurscht, mir ist es egal, ich wollte die Zeit einhalten, aber wenn Sie wollen, rede ich halt länger. (Abg. Brosz: Aber die Zeit können Sie nur einhalten, wenn Sie die Fragen beantworten!) Ja, wenn Sie sich wieder beruhigen. Darf ich fortsetzen? (Abg. Pirklhuber: Sie können schon weiterreden! – Weitere Zwischenrufe bei Grünen, SPÖ und ÖVP.) Ich weiß, ich habe auch schon öfter zitiert: Gesagt ist nicht gehört, gehört ist nicht verstanden, verstanden ist nicht einverstanden. Das ist von Konrad Lorenz, aber macht nichts, der war auch nicht schlecht. (Neuerliche Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: So schaut’s aus! So geht das! „Super“ Geschäft! – Abg. Kogler: ... Eigentum schon über der Allgemeinheit!
Sie beschreiben das in Ihrer Dringlichen Anfrage ohnehin so treffend: Da hat man eine Liste von Rechtsanwälten, daraus werden dann welche ausgesucht, die setzen sich in unterschiedlichen Rollen zusammen und bestimmen dann, ob man 5, 10, 15 Milliarden oder wie viel auch immer zu „brennen“ hat, weil man sich an gewissen Gesetzesinitiativen beteiligt hat, die die Investitionen beziehungsweise die Gewinnerwartung geschmälert haben, oder ob gar eine „indirekte Enteignung“ vorliegt – das ist überhaupt eine süße Formulierung! (Abg. Pirklhuber: So schaut’s aus! So geht das! „Super“ Geschäft! – Abg. Kogler: ... Eigentum schon über der Allgemeinheit!)
Abg. Pirklhuber: Zu Recht!
Ziehen wir hier beispielsweise die Lebensmittel heran. Ich arbeite in diesem Bereich, und ich werde ganz oft darauf angesprochen, wie wichtig die hohen Standards unserer österreichischen Lebensmittel sind. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Es gibt sehr, sehr viele Leute, die in diesem Bereich verunsichert worden sind (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!), und ich als Sozialdemokratin setze mich vermehrt dafür ein, dass diese Standards eingehalten werden. Es ist mir äußerst wichtig, dass diese Errungenschaften auch nicht geopfert werden. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Ja, aber wohin, Jakob? – Abg. Wöginger: Auch nach Amerika! Was glaubst du denn?
Ich habe in meiner Gemeinde vier solche kleine Betriebe. Es handelt sich um Betriebe mit 40, 27, 32 und 21 Mitarbeitern. Und ich habe sie gefragt, wie viel sie von ihrer Produktion exportieren? – Zwischen 75 und 94 Prozent ihrer Produkte! (Abg. Pirklhuber: Ja, aber wohin, Jakob? – Abg. Wöginger: Auch nach Amerika! Was glaubst du denn?) Meine Damen und Herren, daher ist es auch für solche Betriebe wichtig, die Chancen auf dem Weltmarkt wahrnehmen zu können, die Chancen auf diesen internationalen Märkten zu haben (Abg. Kogler: Die haben wir so auch schon gehabt!), ob es Ihnen gefällt oder nicht.
Abg. Pirklhuber: Ja!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: TTIP!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!
Kollege Pirklhuber hat heute durchaus ganz geschickt in seinem Redebeitrag gemeint, ja, in diesem Petitionsausschuss sei ein ganz wichtiges Abkommen (Abg. Pirklhuber: Ja!), nämlich dieses (Abg. Pirklhuber: TTIP!) TTIP. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative!) Ja, dieses Handelsabkommen. (Abg. Pirklhuber: Über 20 000 Unterschriften!) Und dazu hätte der Herr Bundesminister für Äußeres noch keine Stellungnahme abgegeben, das sei allerhand und so weiter. Ich habe mir jetzt den Redebeitrag des Kollegen Pirklhuber, den er heute Nachmittag gehalten hat, ausgehoben. In diesem hat er nicht davon gesprochen, wann dieser Ausschuss war, sondern er wollte hier den Eindruck erwecken, als wäre bis heute noch keine Stellungnahme abgegeben worden, was falsch ist.
Abg. Pirklhuber: Stimmt, ja!
Ich habe durchaus bemerkt, dass er auf die Berichtigung durch Frau Kollegin Fekter eine Erwiderung machen wollte (Abg. Pirklhuber: Stimmt, ja!), wurde jedoch von den eigenen Klubkollegen zurückgepfiffen, weil sie ihn darauf aufmerksam machen mussten, dass dies auf den Beitrag von Maria Fekter nicht möglich war, da sie ihn nicht namentlich erwähnt hatte. Da müssen Sie noch die Geschäftsordnung lernen, Kollege Pirklhuber, aber da haben Sie noch Zeit dazu! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Ha! Ein Hohn ist das!
Und was ist Teil dieser Angstmache, dieser Panikmache? – Vom Chlorhuhn haben wir zum Beispiel schon gehört. Natürlich drehen sich diese Diskussionen um die Senkung von Standards, dabei drehen sich die meisten Diskussionen überhaupt nicht um die Senkung von Standards, sondern sie drehen sich um die Unterschiedlichkeit von Standards. (Abg. Pirklhuber: Ha! Ein Hohn ist das!) Sie drehen sich um unterschiedliche Zulassungsverfahren, sie drehen sich um unterschiedliche Produktstandards, sie drehen sich um unterschiedliche technische Vorschriften.
Abg. Pirklhuber: Das haben wir nie gesagt!
Das bringt mich zum nächsten Punkt, nämlich alles nicht nur schwarz-weiß zu sehen, nicht immer nur die Angstmache und die Panikmache in den Vordergrund zu stellen, sondern auch das Positive zu sehen, das Positive am Handel zu sehen, denn Handel ist tatsächlich friedenstiftend. Ich habe jetzt schon zum zweiten Mal von den Grünen – und ich stelle das mit Bedauern fest – gehört, dass sie Handel nicht für friedenstiftend erachten. (Abg. Pirklhuber: Das haben wir nie gesagt!) Ich habe das von Ihrer Kollegin Lunacek im Europäischen Parlament bei einer Podiumsdiskussion gehört. Frau Kollegin Brunner hat es jetzt hier wiederholt. Und da spüre ich, da spüren wir eine zunehmend negative Haltung gegenüber der Wirtschaft und Arbeitsplätzen.
Abg. Pirklhuber: Das ist eine Schwächung der Europäischen Union!
Das ist zum Zweiten die Tatsache, dass die im Raum stehenden Sonderklagsrechte für Großkonzerne, die Staaten auf Milliarden verklagen, demokratischen und rechtsstaatlichen Standards von unabhängigen Rechtssystemen zuwiderlaufen. Sie werden eine massive weitere Schwächung des Staates darstellen. Mir kommt es schön langsam so vor, dass das eigentliche Ziel die völlige Abschaffung von Staaten an sich ist. (Abg. Pirklhuber: Das ist eine Schwächung der Europäischen Union!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Vor einigen Jahren gab es dort das Problem, dass man Masttieren, also im Speziellen Rindern, billigstes Futter gegeben hat, um Kosten zu sparen. Daraufhin haben sich Bakterien gebildet (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), die das Rindfleisch verseucht haben, und zig Kinder in den USA sind daran gestorben. Als das groß zum Thema wurde und es die Moderatorin einer Talkshow gewagt hat, zu sagen, dass sie schon lange keine Hamburger mehr esse, wurde sie von den Lebensmittelkonzernen in den USA verklagt – und diese haben auch noch gewonnen! Diese Konzerne haben alle, auch eine Mutter, die sich beschwert hat, dass ihr Kind an diesen vergifteten Burgern gestorben ist, verklagt und damit mundtot gemacht. Und genau das Gleiche will man hier. Sehen Sie das nicht?
Abg. Pirklhuber: Abholzen von Regenwald!
Herr Lugar, wir importieren Hühner aus Thailand und aus Brasilien. – Ist daran etwas Schlechtes? Sind wir daran gestorben? (Abg. Pirklhuber: Abholzen von Regenwald!) Glauben Sie, dass es jetzt schlechter wird? Diese Panikmache! Warum können Sie das nicht fundiert argumentieren? Warum verbreiten Sie immer Panik? (Abg. Pirklhuber: Landwirtschaft nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Nein.
Abg. Pirklhuber: Landwirtschaft nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.
Herr Lugar, wir importieren Hühner aus Thailand und aus Brasilien. – Ist daran etwas Schlechtes? Sind wir daran gestorben? (Abg. Pirklhuber: Abholzen von Regenwald!) Glauben Sie, dass es jetzt schlechter wird? Diese Panikmache! Warum können Sie das nicht fundiert argumentieren? Warum verbreiten Sie immer Panik? (Abg. Pirklhuber: Landwirtschaft nicht nur in Brasilien, sondern auch bei uns! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) – Nein.
Abg. Pirklhuber: Ja, wie denn?
Diese Panikmache! Wir sollten es auf ein anderes Level stellen. Schauen Sie, wir können unsere Standards auch insofern heben, als wir (Zwischenruf bei den Grünen.) – Ja, aber wir können ja auch einen Beitrag dazu leisten, dass wir unsere Standards heben. (Abg. Pirklhuber: Ja, wie denn?)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!
Was wir sehen, ist, dass die Bevölkerung sehr auf Regionalität steht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dass die Bevölkerung Regionalität braucht und dass die Landwirtschaft mit landwirtschaftlichen Produkten aus regionaler Produktion auch immer mehr Zuspruch erhält. Aber was tun wir? – Wir stärken unsere Bauern nicht. Wir sollten sie mehr stärken, und wir sollten nicht nur das Endprodukt stärken, sondern dementsprechend auch die Herkunft. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist klar, da sind wir uns eh einig. (Abg. Brosz: Aber hin und her schicken brauchts das Fleisch nicht!) – Ich schicke euch nicht hin und her. (Abg. Pirklhuber: Das Fleisch!) Ihr schickt die Leute hin und her, denn das ist Panikmache, und das finde ich sinnlos. (Abg. Brosz: und die Kartoffeln! !)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Was ist mit der Massenproduktion? Was ist mit den 780 000 Tonnen Soja, die wir nach Österreich bringen? (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Was wollen Sie damit? Wollen Sie es weghaben? Sollen wir nicht mehr füttern? Was wollen Sie? (Abg. Kogler: Das ist ja alles ein Problem! – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?
Wir haben ein Freihandelsabkommen vor uns – das heißt: in ein paar Jahren vor uns –, dessen Nutzen mit Sicherheit – und da werden mir wohl alle zustimmen (Abg. Brosz: SPÖ-Regierung !) – für alle, vor allem auf europäischer Seite, gegeben ist. (Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?) Bei aller Liebe, dass die USA ihre Reindustrialisierung machen, die besten Produkte stellen wir hier in Europa, ganz besonders auch in Österreich her. Und für uns ist es eine Riesenchance, diesen Freihandel zu erreichen, und daher sollten wir das Gesamtprojekt nicht durch Panikmache gefährden. (Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !) – Ja, eh!
Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !
Wir haben ein Freihandelsabkommen vor uns – das heißt: in ein paar Jahren vor uns –, dessen Nutzen mit Sicherheit – und da werden mir wohl alle zustimmen (Abg. Brosz: SPÖ-Regierung !) – für alle, vor allem auf europäischer Seite, gegeben ist. (Abg. Pirklhuber: Was sagt da die Gewerkschaft bei euch dazu?) Bei aller Liebe, dass die USA ihre Reindustrialisierung machen, die besten Produkte stellen wir hier in Europa, ganz besonders auch in Österreich her. Und für uns ist es eine Riesenchance, diesen Freihandel zu erreichen, und daher sollten wir das Gesamtprojekt nicht durch Panikmache gefährden. (Abg. Pirklhuber: Aber nicht auf Kosten von Standards, von Arbeitsplätzen und !) – Ja, eh!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Herr Kollege Pirklhuber, reden wir doch über die Standards! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das Gerede über die „Blutschokolade“ damals vor 20 Jahren war wirklich Desinformation der Bevölkerung – der Versuch des Jörg Haider als Obmann der FPÖ (Zwischenruf des Abg. Riemer), zu sagen: Ihr müsst gegen einen EU-Beitritt stimmen (Zwischenrufe des Abg. Steinbichler sowie bei Abgeordneten der FPÖ), weil eure Schokolade nicht mehr von der lila Kuh und aus Kakaobutter sein wird, sondern aus Blut! –, das war einfach falsch! (Zwischenrufe bei der FPÖ.) Es war eine Desinformation, es war der Versuch der Panikmache – und wie Sie hören, meine Damen und Herren, haben die Nachfolger nicht wirklich etwas gelernt. (Abg. Peter Wurm: Ederer-Tausender!) Bitte, lasst diesen Teil sein! (Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Daher: Natürlich kann man über die Standards streiten, aber um was es geht, sollte man im Auge behalten. Es geht darum, die Oberfläche des Hühnerfleisches, bevor man es in den Handel bringt, zu entkeimen. (Abg. Pirklhuber: Desinfektionsmittel !) Und ganz ehrlich: Das ist eine Methode, vor der uns zwar graust, die wir aber in irgendeiner Form anwenden müssen (Abg. Pirklhuber: Produktion nicht mehr okay ist !), sonst werden wir nämlich ein Salmonellenproblem haben, Herr Kollege Pirklhuber. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Hoffen wir also, dass unsere lieben lokal produzierten Sulmtaler Hühner möglichst keimfrei in unseren Kühlregalen liegen! (Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Kogler. – Rufe bei der SPÖ: Antrag vorlesen!) – Danke, dass er jetzt da ist! (Ruf bei der SPÖ: Wir passen eh auf!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Präsident Karlheinz Kopf: Meine Damen und Herren, es hat jede Fraktion und theoretisch jeder Abgeordnete die Möglichkeit (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), sich hier vorne zu Wort zu melden. Zwischenrufe – ich habe es heute schon einmal gesagt – gehören zur parlamentarischen Usance, aber Dauerzwischenreden, um den Redner am Reden zu hindern, das gehört nicht zu den Usancen. Ich bitte also, sich ein bisschen zurückzuhalten. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Doppler.)
Abg. Pirklhuber – auf den Entschließungsantrag zeigend –: Das klärt etwas!
Abgeordneter Fritz Grillitsch (ÖVP): Herr Präsident! Herr Staatssekretär! Meine lieben Kolleginnen und Kollegen! Ganz ehrlich gesagt, die Grünen verstehe ich nicht mehr! Herr Kollege Kogler, Herr Kollege Pirklhuber, Frau Klubobfrau Glawischnig! Jetzt wollt ihr fast in allen oder in vielen Bundesländern mitregieren, auch auf Bundesebene. Aber da habt ihr jetzt ein Orientierungsproblem, denn ihr betreibt noch immer Verunsicherungspolitik. (Abg. Pirklhuber – auf den Entschließungsantrag zeigend –: Das klärt etwas!) Regierungsarbeit heißt verantworten und den Menschen Sicherheit bieten, meine lieben Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Gleichzeitig sollten wir darüber diskutieren, Herr Kollege Pirklhuber, durch klare Kennzeichnung, durch klare Transparenz auf dem heimischen Markt regionale Produkte zu forcieren. Das ist die Diskussion, die wir hier führen sollten, meine Damen und Herren. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Österreich hat gerade auf EU-Ebene, was Standards betrifft, eine ganz, ganz große Vorreiterrolle. Ich glaube, dass gerade die EU-Position oder eine starke EU-Position in diesen Verhandlungen auch ein Schutzmechanismus für Österreich sein kann, meine Damen und Herren.
Abg. Pirklhuber: Da haben wir unseren Antrag!
Daher hören wir auf, da ständig zu verunsichern! Es ist ja möglich, wie wir wissen, Sie wissen das ja auch, wenn man hier versucht, sachlich, emotionsfrei, zielorientiert zu diskutieren. (Abg. Pirklhuber: Da haben wir unseren Antrag!)
Abg. Pirklhuber: Sehr gut!
Glauben Sie mir, niemand von uns will hier schrankenlosen Import, niemand! (Abg. Pirklhuber: Sehr gut!) Wir wollen diese klaren Spielregeln, für die kämpfen wir. Für die setzen wir uns ein, indem wir beispielsweise die bäuerliche Landwirtschaft, wie wir sie in Österreich haben, forcieren, wo die Konsumenten dazu stehen, wo sie wissen, wer wie wo produziert, die wollen wir marktfähig machen, die wollen wir einem fairen Wettbewerb stellen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Dann müssen wir das auch umsetzen!
Wir wollen, und das sprechen wir ganz klar aus, sicher keine industrialisierte Landwirtschaft, wo Gentechnik, Hormone und alles erlaubt sind. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Dann müssen wir das auch umsetzen!)
Abg. Pirklhuber: Da war aber noch die jetzige Frau Präsidentin Bures dafür verantwortlich!
Zunächst, Herr Minister, ein Kompliment für den Bericht: Ich finde, von Jahr zu Jahr wird dieser Bericht informativer. Wir bekommen mehr Zahlen, auch bessere Zahlen. (Abg. Moser: Ja, aber erst auf unseren Druck über Jahrzehnte hin!) Ich hoffe, dass dieser frische Wind im BMVIT unter Ihnen anhält. (Abg. Pirklhuber: Da war aber noch die jetzige Frau Präsidentin Bures dafür verantwortlich!) – Ich danke natürlich der Frau Präsidentin, die das noch zu verantworten hatte. Also der frische Wind kommt von einer Frau – und setzt sich bei einem Mann sozusagen fort. (Beifall bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 44
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Meinl-Reisinger.
Ich hoffe, ich habe die Fragen umfassend beantwortet. Wir haben uns dafür entschieden, nicht zu sagen: Das fällt nicht in meinen Bereich! – Sehr viele der Fragen fallen nicht in meinen Bereich. Sie sehen, wie gut diese Bundesregierung zusammenarbeitet, dass wir sogar bei der Beantwortung Ihrer Fragen so zusammenarbeiten, dass Sie hier die Antworten bekommen und ich nicht nur sage: Das fällt nicht in meinem Bereich! (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Meinl-Reisinger.)
Abg. Pirklhuber: Sind Sie Umweltminister oder nicht? Sind Sie dafür zuständig oder nicht?
Im Übrigen darf ich darauf hinweisen, dass wir im Landwirtschaftsausschuss eine sehr ausführliche Debatte geführt haben. Daher weise ich Ihre Feststellung, dass das Hohe Haus, dass die Abgeordneten unsere Antworten auf die 176 Fragen nicht kennen, auf das Entschiedenste zurück, weil sie jeglicher Grundlage entbehrt. (Abg. Pirklhuber: Sind Sie Umweltminister oder nicht? Sind Sie dafür zuständig oder nicht?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Auer: Pirklhuber, das schaut nicht gut aus für dich!
Ich appelliere an Sie: Weichen Sie ab von diesem Weg der grundsätzlichen Fundamentalopposition, den offensichtlich Ihre Fraktion im Hohen Haus eingeschlagen hat. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Auer: Pirklhuber, das schaut nicht gut aus für dich!)
Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Brunner und Matznetter.
Am umweltfreundlichsten wäre es wahrscheinlich, wenn man überhaupt die ganze EU zusperrt (Abg. Lichtenecker: Aber geh!), den Betrieb der gesamten Industrie einstellt, den Verkehr abschafft, dann wären die aus der EU kommenden 10 Prozent an weltweiten CO2-Emissionen wahrscheinlich weg. (Abg. Lichtenecker: Wir haben da modernere Ideen!) Aber wenn unsere Firmen dann anderswo produzieren, weil sie müssen, würde damit in Summe mehr CO2-Ausstoß in die Welt gepufft werden, und das ist wenig zielführend. – Danke. (Beifall beim Team Stronach. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Brunner und Matznetter.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Richtig!
Das Fallbeispiel Schmied, Bundestheater-Holding ist wirklich in vielerlei Hinsicht geradezu ein Paradebeispiel. Uns hat ja die Diskussion im Ausschuss – den Sie ja immer als sehr, sehr seriös und in seiner Diskussion sehr sachlich charakterisieren, wofür ich Ihnen auch danke –, die Aufarbeitung im Ausschuss gezeigt, dass Herr Sektionschef Franz immer wieder sagt: Ja, das waren die politischen Rahmenbedingungen, dass wir die Holding nicht genau kontrolliert haben, dass wir daher auch den Vertrag verlängert haben, dass die Finanzen so gelaufen sind, weil wir gehofft haben, dass ja zukünftig mehr Budget zur Verfügung steht, dass keine Effizienzmaßnahmen getroffen worden sind! Das lag laut Sektionschef Franz alles an den politischen Rahmenbedingungen. Und dann verweigern Sie uns, die personifizierte politische Rahmenbedingung, nämlich die ehemalige Ministerin Schmied, vor den Ausschuss zu laden! Ja meine Güte, was ist denn das anderes als wieder Kontrollverweigerung?! (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Kogler: Genau! Richtig! – Abg. Pirklhuber: So ist es!
Und der Hinweis, dass wir ja einen Untersuchungsausschuss machen können – ich meine, das ist ja geradezu lächerlich! Wir wollen den Untersuchungsausschuss als wichtigstes aller Kontrollorgane nicht inflationieren. Wir wollen ihn auch nicht missbrauchen. Wir wollen auch nicht die permanente normale Rechnungshofausschuss-Kontrollarbeit jetzt in einen Untersuchungsausschuss, der extra dafür eingesetzt wird, verlagern, sondern es gilt in einem Parallelverfahren einerseits Rechnungshofausschusskontrolle, andererseits bei schweren Missständen und politischer Verantwortungsklärung Untersuchungsausschusskontrolle zügig gemeinsam zu betreiben (Abg. Kogler: Genau! Richtig! – Abg. Pirklhuber: So ist es!), in Ergänzung zueinander und nicht in Konkurrenz, und schon gar nicht mit dem Untersuchungsausschuss als Abstellkammerl des Rechnungshofausschusses. Das geht nicht.
Sitzung Nr. 46
Abg. Pirklhuber: Absolut richtig!
Der zweite Punkt, zu dem ich Stellung beziehen möchte, ist jener: Es stimmt mich schon nachdenklich – eigentlich ist es skandalös –, dass wir sechs Jahre nach der Pleite von Lehman Brothers noch immer keinen Bankenabwicklungsmechanismus haben (Abg. Pirklhuber: Absolut richtig!), wir also noch immer darauf angewiesen sind, entweder dieses Instrument, das heute zur Abstimmung steht, die direkte Rekapitalisierung von Banken, anzuwenden oder sich an den Steuerzahler zu wenden im Falle, dass Banken pleitegehen. (Abg. Haider: Der ist ja Profiteur!)
Abg. Pirklhuber: Nicht einmal am Anfang!
Wir können dieses Instrument schon in den Zusammenhang – und müssen es auch – mit den zwei Säulen der Bankenunion stellen, die jetzt im Aufbau sind. Das eine ist der Aufsichtsmechanismus, der beginnt jetzt demnächst zu laufen, das andere ist der Abwicklungsmechanismus. Aber wie weit sind wir denn in Wirklichkeit mit diesem Abwicklungsmechanismus auf europäischer Ebene? (Abg. Pirklhuber: Nicht einmal am Anfang!)
Sitzung Nr. 48
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Lanzenkirchen zum Freihandelsabkommen TTIP“ (Ordnungsnummer 29) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 49
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Clean Fracking ist genau das (Ruf bei den Grünen: Was die ÖVP früher zu Atomkraft gesagt hat!), was Herr Professor Hofstätter in Leoben macht, um einfach chemisch saubere Substanzen zu entwickeln und Fracking zu ermöglichen – es ist noch nicht fertig. Aber es ist etwas anderes, wenn Sie (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Bitte? (Abg. Pirklhuber: Was soll daran clean sein, wenn Sie ! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Was soll daran clean sein, wenn Sie ! – Zwischenruf bei der ÖVP.
Clean Fracking ist genau das (Ruf bei den Grünen: Was die ÖVP früher zu Atomkraft gesagt hat!), was Herr Professor Hofstätter in Leoben macht, um einfach chemisch saubere Substanzen zu entwickeln und Fracking zu ermöglichen – es ist noch nicht fertig. Aber es ist etwas anderes, wenn Sie (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Bitte? (Abg. Pirklhuber: Was soll daran clean sein, wenn Sie ! – Zwischenruf bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Aber noch nicht sehr gut! Gut ja, aber nicht sehr gut!
Wenn der Herr Vizekanzler sagt, wir liegen an vierter Stelle bei der Energieeffizienz, dann zeigt das, dass wir wirklich gut in dem Bereich unterwegs sind. (Abg. Pirklhuber: Aber noch nicht sehr gut! Gut ja, aber nicht sehr gut!) Jede Wirtschaftsdelegation – fahren Sie mit dem Herrn Bundespräsidenten mit! – besteht zu einem Drittel aus österreichischen Unternehmen, die dort sagen: Wir haben zu Hause eine Technologie, die bei euch Einsparungen von 50 Prozent und noch mehr ermöglichen würde! Du bist dort und erzählst, wie in Wien gehandhabt wird, dass der gesamte Abfall wiederverwertet wird, dass wir die thermische Energie daraus komplett wiederverwerten und damit
Abg. Kogler: Was? Wer fordert Reindustrialisierung? keine Ahnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Brosz.
Und wenn der Kollege Kogler am Freitag in seiner Presseaussendung noch schreibt, er hält nichts von einer Reindustrialisierung, dann ist das eine gefährliche Drohung. (Abg. Kogler: Was? Wer fordert Reindustrialisierung? keine Ahnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Brosz.) Und ich sage: Seien wir doch froh, dass wir eine Industrialisierungsquote von mehr als 20 Prozent haben. Wir liegen hier deutlich über dem EU-Durchschnitt, und Sie wissen auch, dass Staaten, die eine hohe Industriequote haben, die Krise in den Jahren 2008, 2009, 2010 – und leider hält sie teilweise noch an – besser überstanden haben als Staaten wie Portugal, Griechenland, auch Frankreich mit 12 Prozent.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Verlierer auf allen Seiten! Dieses Beispiel zeigt: Es wird weder der Pute Gutes getan, wir importieren jetzt Puten aus Polen, aus der Ukraine, aus Israel, aus dem Fernen Osten, aus der ganzen Welt, noch wird der Arbeitsplatzsituation und dem Wirtschaftsstandort oder auch der Klimapolitik Genüge getan, denn jetzt karren wir diese Produkte quer durch die Welt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
sive für die Landwirtschaft bedeutet, dann würde ich einmal fragen, ob deine Kollegen wie der Herr Minister Mitterlehner, der heute Vormittag hier gesessen ist, dich da nicht unterstützen können. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das ist nämlich genau die Fehlentscheidung. Zuerst brauchen wir ein Einkommen für die Bäuerinnen und Bauern, damit sie überhaupt leben können. (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Aber jetzt den Bauern zu signalisieren: Freut euch, wenn die Quote weg ist, weil dann ist die Superabgabe weg!, das ist die größte Lüge. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Sagt den Bauern die Wahrheit! Es gibt eine Berner Studie, lieber Wolfgang Pirklhuber, dass beim Fall des Milchkontingentes der Milchpreis um 33 Prozent sinken wird.
Abg. Pirklhuber: Inklusive Sozialversicherungsbeträge!
Im Durchschnitt aller Betriebe lag das Einkommen demnach bei 25 698 €, auf die Arbeitskraft umgelegt lag es bei 20 236 €. (Abg. Pirklhuber: Inklusive Sozialversicherungsbeträge!) Im Vergleich zum Dreijahresmittel stellte das ein Minus von 4 Prozent dar. Es ist tatsächlich so, wie es in der Debatte dargelegt wurde, dass es 2014 leider wenig Anlass zur Hoffnung gibt, dass es zu einer Trendumkehr kommt. Insbesondere die Wirtschaftsentwicklung und die Marktentwicklung aufgrund der Russland-Krise tragen ihren Teil dazu bei.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich kann Ihnen heute darüber berichten, dass Kommissar Hogan mich gestern angerufen und nur mitgeteilt hat, dass das österreichische Programm, so wie es letzte Woche von uns eingereicht worden ist, noch vor Weihnachten als eines von insgesamt sechs Programmen aus einem Topf von insgesamt 118 eingereichten Programmen genehmigt werden wird und wir eines der ersten nationalen Programme sein werden, die genehmigt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Pirklhuber.
Wir schaffen eine Ausgleichszulage, wo wir sogar gegenüber der Vorperiode, wenn man die Top-ups, die nunmehr bis zu einem Ausmaß von 35 Millionen € durch die Bundesländer möglich sind, mit berücksichtigen, ein Programmvolumen für die benachteiligten Gebiete und Berggebiete erzielen, das sogar größer ist als im Vorjahr. Wir haben es hier realisiert, mit weniger Mitteln mehr zu erreichen und tatsächlich mehr Mittel bei den Bäuerinnen und Bauern und Bergbäuerinnen und Bergbauern anzubringen. (Anhaltende Zwischenrufe des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Für die Wirtschaft effizient, aber nicht für die Bäuerinnen und Bauern!
Wir haben das Investitionsvolumen ausgeweitet. Das ist richtig, weil das die effizientesten Maßnahmen sind. (Abg. Pirklhuber: Für die Wirtschaft effizient, aber nicht für die Bäuerinnen und Bauern!) 1 € löst Projekte und Wertschöpfung im Ausmaß von 4 €
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Ja, bin eh da!
Herr Kollege Willi, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Pirklhuber: Ja, bin eh da!), Sie haben heute hier unseren Vizekanzler Mitterlehner angesprochen und gesagt (Abg. Pirklhuber: Minus 10 Prozent Einkommen bei den Bauern!), ökosoziale Marktwirtschaft hätten wir nicht verstanden. – Sehr wohl, wir leben die ökosoziale Marktwirtschaft, seit 25 Jahren! (Abg. Pirklhuber: Sagen Sie das den 100 000 Bauern ! – Zwischenruf des Abg. Riemer.) Wir sorgen nämlich dafür – und das gilt auch für die Bäuerinnen und Bauern –, wirtschaftlich starke Betriebe zu haben, damit wir uns dann die beiden weiteren Säulen, nämlich die soziale und die ökologische, auch leisten können. Das ist ökosoziale Agrarpolitik, das ist ökosoziale Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sag das den Milchbauern in der Steiermark, Grillitsch, aus deiner Isolation! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: Minus 10 Prozent Einkommen bei den Bauern!
Herr Kollege Willi, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Pirklhuber: Ja, bin eh da!), Sie haben heute hier unseren Vizekanzler Mitterlehner angesprochen und gesagt (Abg. Pirklhuber: Minus 10 Prozent Einkommen bei den Bauern!), ökosoziale Marktwirtschaft hätten wir nicht verstanden. – Sehr wohl, wir leben die ökosoziale Marktwirtschaft, seit 25 Jahren! (Abg. Pirklhuber: Sagen Sie das den 100 000 Bauern ! – Zwischenruf des Abg. Riemer.) Wir sorgen nämlich dafür – und das gilt auch für die Bäuerinnen und Bauern –, wirtschaftlich starke Betriebe zu haben, damit wir uns dann die beiden weiteren Säulen, nämlich die soziale und die ökologische, auch leisten können. Das ist ökosoziale Agrarpolitik, das ist ökosoziale Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sag das den Milchbauern in der Steiermark, Grillitsch, aus deiner Isolation! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: Sagen Sie das den 100 000 Bauern ! – Zwischenruf des Abg. Riemer.
Herr Kollege Willi, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Pirklhuber: Ja, bin eh da!), Sie haben heute hier unseren Vizekanzler Mitterlehner angesprochen und gesagt (Abg. Pirklhuber: Minus 10 Prozent Einkommen bei den Bauern!), ökosoziale Marktwirtschaft hätten wir nicht verstanden. – Sehr wohl, wir leben die ökosoziale Marktwirtschaft, seit 25 Jahren! (Abg. Pirklhuber: Sagen Sie das den 100 000 Bauern ! – Zwischenruf des Abg. Riemer.) Wir sorgen nämlich dafür – und das gilt auch für die Bäuerinnen und Bauern –, wirtschaftlich starke Betriebe zu haben, damit wir uns dann die beiden weiteren Säulen, nämlich die soziale und die ökologische, auch leisten können. Das ist ökosoziale Agrarpolitik, das ist ökosoziale Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sag das den Milchbauern in der Steiermark, Grillitsch, aus deiner Isolation! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sag das den Milchbauern in der Steiermark, Grillitsch, aus deiner Isolation! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.
Herr Kollege Willi, Herr Kollege Pirklhuber (Abg. Pirklhuber: Ja, bin eh da!), Sie haben heute hier unseren Vizekanzler Mitterlehner angesprochen und gesagt (Abg. Pirklhuber: Minus 10 Prozent Einkommen bei den Bauern!), ökosoziale Marktwirtschaft hätten wir nicht verstanden. – Sehr wohl, wir leben die ökosoziale Marktwirtschaft, seit 25 Jahren! (Abg. Pirklhuber: Sagen Sie das den 100 000 Bauern ! – Zwischenruf des Abg. Riemer.) Wir sorgen nämlich dafür – und das gilt auch für die Bäuerinnen und Bauern –, wirtschaftlich starke Betriebe zu haben, damit wir uns dann die beiden weiteren Säulen, nämlich die soziale und die ökologische, auch leisten können. Das ist ökosoziale Agrarpolitik, das ist ökosoziale Wirtschaftspolitik! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sag das den Milchbauern in der Steiermark, Grillitsch, aus deiner Isolation! – Zwischenrufe bei der FPÖ sowie des Abg. Steinbichler.)
Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Sie wollen ständig kapieren, meine Damen und Herren der Grünen, aber das Problem ist: Sie haben die ökosoziale Marktwirtschaft noch nicht kapiert, meine Damen und Herren, das ist die Wahrheit! Lassen Sie sich das sagen! (Anhaltende Zwischenrufe bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die Initiative von Ihrem Haus?
Herr Abgeordneter Rauch und Herr Abgeordneter Jannach! Sie haben das angesprochen: Was die Aufbewahrungsfristen anbelangt, haben wir Einvernehmen; es war eine fraktionsübergreifende Einschätzung, dass diese Aufbewahrungsfristen angepasst werden müssen. (Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die Initiative von Ihrem Haus?) Ich werde diese Initiative auch aufnehmen, und ich glaube, darüber gab es im Ausschuss eine wirklich einvernehmliche Einschätzung. (Abg. Pirklhuber: Im Bericht steht kein Wort dazu! Kein Wort!)
Abg. Pirklhuber: Im Bericht steht kein Wort dazu! Kein Wort!
Herr Abgeordneter Rauch und Herr Abgeordneter Jannach! Sie haben das angesprochen: Was die Aufbewahrungsfristen anbelangt, haben wir Einvernehmen; es war eine fraktionsübergreifende Einschätzung, dass diese Aufbewahrungsfristen angepasst werden müssen. (Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die Initiative von Ihrem Haus?) Ich werde diese Initiative auch aufnehmen, und ich glaube, darüber gab es im Ausschuss eine wirklich einvernehmliche Einschätzung. (Abg. Pirklhuber: Im Bericht steht kein Wort dazu! Kein Wort!)
Abg. Pirklhuber: Jetzt kommt das wieder!
Nun zu Ihnen, Herr Abgeordneter Pirklhuber. Weil Sie die Mitwirkung beim Programm für Ländliche Entwicklung bemängelt haben: Ende Juli hat uns die Europäische Kommission 176 Fragen zugesandt, die wir in der Zwischenzeit abgearbeitet haben. Ich habe am Tag, an dem diese Mitteilung der Europäischen Kommission eingelangt ist, die Agrarsprecher aller Fraktionen eingeladen, zwei Mal – Ende Juli, Anfang August, glaube ich, war es, und Anfang September. (Abg. Pirklhuber: Jetzt kommt das wieder!) Wer war nicht dabei? Wer hat nicht mitgewirkt? – Sie, Herr Abgeordneter Pirklhuber. (Abg. Pirklhuber – den Grünen Bericht in die Höhe haltend –: Das ist der Bericht, den wir heute verhandeln! Sie reden von etwas völlig anderem!) Wo waren Sie, als es darum ging, mitzuwirken? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber – den Grünen Bericht in die Höhe haltend –: Das ist der Bericht, den wir heute verhandeln! Sie reden von etwas völlig anderem!
Nun zu Ihnen, Herr Abgeordneter Pirklhuber. Weil Sie die Mitwirkung beim Programm für Ländliche Entwicklung bemängelt haben: Ende Juli hat uns die Europäische Kommission 176 Fragen zugesandt, die wir in der Zwischenzeit abgearbeitet haben. Ich habe am Tag, an dem diese Mitteilung der Europäischen Kommission eingelangt ist, die Agrarsprecher aller Fraktionen eingeladen, zwei Mal – Ende Juli, Anfang August, glaube ich, war es, und Anfang September. (Abg. Pirklhuber: Jetzt kommt das wieder!) Wer war nicht dabei? Wer hat nicht mitgewirkt? – Sie, Herr Abgeordneter Pirklhuber. (Abg. Pirklhuber – den Grünen Bericht in die Höhe haltend –: Das ist der Bericht, den wir heute verhandeln! Sie reden von etwas völlig anderem!) Wo waren Sie, als es darum ging, mitzuwirken? (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Wo ist Ihre Maßnahme? Das ist der Tagesordnungspunkt! – Der Kollege von der Regierungsbank ist besonders originell! Der weiß nicht, wovon die Rede ist! Das ist auf der Tagesordnung! Das ist das, was auf der Tagesordnung ist!
Also nehmen Sie bitte den Mund hier nicht so voll! (Abg. Pirklhuber: Wo ist Ihre Maßnahme? Das ist der Tagesordnungspunkt! – Der Kollege von der Regierungsbank ist besonders originell! Der weiß nicht, wovon die Rede ist! Das ist auf der Tagesordnung! Das ist das, was auf der Tagesordnung ist!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Geplant ist, bis 2020 die Bioflächen um weitere 42 000 Hektar zu steigern. Damit würde ein Anteil von 22 Prozent erreicht. Fragt man die Produzentinnen und Produzenten jedoch, was sie für realistisch und möglich halten, dann gehen diese von 40 Prozent aus, wenn – und ich glaube, das ist die wichtige Herausforderung – die politischen Rahmenbedingungen passen würden. Da, denke ich mir, gibt es noch vieles zu verbessern, und es gibt auch Grund genug, sich weiterhin für die Biolandwirtschaft zu engagieren. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Und ich kann eines aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, weil ich wöchentlich auf den Bauernmarkt einkaufen gehe: Es stimmt wirklich, die Qualität ist einfach super. – Danke. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Willi.
nach einfach ein Skandal. Deswegen: Stimmen Sie zu, dass wir diese Förderungen beschränken, nämlich auf ein vernünftiges Ausmaß! – Danke. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Willi.)
Sitzung Nr. 53
Beifall des Abg. Pirklhuber.
Der Grund, warum wir nicht zustimmen, ist die tiefe Überzeugung, dass sich dieses Abkommen in dieser Form mittelfristig auf die betroffenen Länder in Afrika nachteilig auswirken wird. Wir sind überzeugt davon, dass wir im globalen Handel faire und soziale Rahmenbedingungen brauchen, um hier Fortschritte für alle Beteiligten erreichen zu können. (Beifall des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 55
Abg. Brosz: Geschäftsordnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinhauser und Pirklhuber.
Im Gegensatz zu anderen Modellen planen wir auch eine Entlastung bei den Familien. (Abg. Brosz: Wer ist wir? Die ÖVP!?) – Selbstverständlich. Darf ich Sie darauf hinweisen: Abgeordneter Wöginger hat auf das ÖVP-Konzept reflektiert. Und ich antworte jetzt auf das ÖVP-Konzept. Er hat gefragt, ob dieses Konzept so ist. Sie dürfen es mir überlassen, wie ich die Frage beantworte. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Vavrik. – Zwischenruf des Abg. Brosz.) – Sie können die Fragen stellen, ich gebe die Antworten, das ist das Spiel hier. (Abg. Brosz: Geschäftsordnung! – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinhauser und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Ist das Bundes- oder Landeskompetenz? nationale Verträge!
Zweiter Punkt: Wir werden heute auch noch (Abg. Pirklhuber: Ist das Bundes- oder Landeskompetenz? nationale Verträge!) – Ich habe jetzt gerade erzählt, was der
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber – Zwischenruf bei der ÖVP
Bund macht (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber – Zwischenruf bei der ÖVP), und habe nur berichtet, was mein Wissensstand dazu ist, was ich gestern vernommen habe. Ich bitte, die Frage allenfalls noch an Herrn Bundesminister Rupprechter zu richten, wir haben eine Ministerverantwortlichkeit, und dort ist sie besser aufgehoben.
Sitzung Nr. 59
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Oberösterreich hat als eines der Bundesländer bewiesen, dass nicht nur Reformeifer gegeben ist, sondern auch etwas umgesetzt wird. Denken wir an die Spitalsreform oder an andere Umsetzungen im Bereich der Verwaltungsvereinfachung! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Während sich die NEOS noch mit Überschriften beschäftigen, setzen Oberösterreich und andere Bundesländer konkrete Schritte, was den verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeld betrifft. Auf dieser Ebene gilt es weiterzuarbeiten. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Unglaublich! Das ist ein Wahnsinn!
Jetzt stellt sich heraus, das Ergebnis ist fertig. Die alte Kommission hat noch gesagt, stellt euch alle hinten an, das ist fertig verhandelt. Dann haben wir mit der neuen Kommission, mit Juncker und Malmström gerechnet. Die haben noch gesagt, na ja, das schauen wir uns an, vielleicht ändern wir etwas. Die gleiche Truppe fährt jetzt nach Österreich und erklärt Ihnen, Herr Bundeskanzler, Sie müssen unsere Bevölkerung jetzt von TTIP, aber auch von CETA überzeugen, besonders davon, dass es eine sogenannte vorläufige Anwendung gibt. (Abg. Pirklhuber: Unglaublich! Das ist ein Wahnsinn!)
Abg. Pirklhuber: So ist es! Massiv! Es wird industrieller!
Und welche Auswirkung hat das, wenn Großkonzerne gegen Kleine vorgehen? – Es hat etwa im Bereich der Nahrungsmittelsicherheit, aber auch in anderen Bereichen eine Auswirkung, die völlig logisch ist: Es verschlechtert sich, es wird nicht biologischer, es wird nicht ökologischer und es wird nicht sozialer. (Abg. Pirklhuber: So ist es! Massiv! Es wird industrieller!) Nun kann man so wie vor der Wirtschaftskrise sagen: Na was ist denn schon passiert? – Man muss ja nicht darauf warten, dass das, was mit Vattenfall und in anderen Einzelbeispielen schon passiert ist, nämlich dass Konzerne ihr Recht wahrnehmen, um auf Gesetzgeber mit Schadenersatzklagen Druck auszuüben, da sie zu einem Zeitpunkt investiert hätten, zu dem sie eine andere gesetzliche Situation vorgefunden haben, zur Regel wird. Man muss ja nicht darauf warten, dass man hier durch den Druck der Konzerne und deren Klagsmöglichkeiten nachgeben muss, sondern man kann sagen, dass man ein Freihandelsabkommen will, das sozial, umweltfreundlich und fair ist, und dass wir ein Freihandelsabkommen nicht unterschreiben, das diesen Kriterien nicht genügt. Und da ist die Frage der Sondergerichte eine entscheidende. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Brosz: Das schau ich mir an!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Grünen und Team Stronach. – Abg. Darabos: Kollege Pirklhuber, da ist aber ein Lob angebracht! – Abg. Kogler – demonstrativ Beifall spendend –: Wir haben eh!
Kurz gefasst: Ob und in welcher Form es diese Klauseln und damit Sonderklagerechte gibt, entscheidet sich in der Debatte jetzt. Es entscheidet sich die Frage, ob die nationalen Parlamente das letzte Wort haben, und es entscheidet sich die Frage, um welche Standards es geht. Diese Fragen sind so wichtig, und deshalb appelliere ich an Sie, dass wir jetzt in der politischen Diskussion eine Rolle spielen und nicht erst zum Schluss, wenn dann der letzte Federstrich zu setzen ist oder wir uns gemeinsam über irgendeine Umgehung empören. Empören wir uns jetzt und sagen wir klar und deutlich, was wir wollen! Ich werde das tun. Wenn wir das gemeinsam tun, sind wir stärker. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von ÖVP, Grünen und Team Stronach. – Abg. Darabos: Kollege Pirklhuber, da ist aber ein Lob angebracht! – Abg. Kogler – demonstrativ Beifall spendend –: Wir haben eh!)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!
Dazu muss ich ein interessantes Interview der Kommissarin Malmström im heutigen „Standard“ erwähnen, in dem sie ein bisschen beginnt, Spuren zu legen, etwa beim Investorenschutzabkommen, indem sie sagt, machen wir es eben transparenter, es gibt halt leider bei CETA kein Berufungsverfahren. – CETA sollten wir auch gleich nicht beschließen, weil das nämlich in Wirklichkeit die Blaupause für TTIP ist. Also: Malmström sagt, es gibt kein Berufungsverfahren, und bei den Schiedsrichtern könne man sich ja auch etwas überlegen, etwa bei deren Auswahl, so nach dem Motto: vielleicht einmal welche mit einem netteren Gesicht oder welche, die nicht so denken, wie wir alle vermuten, weil sie ja ökonomisch abhängig sind, wenn sie dort sitzen, und auch gewinnorientiert agieren (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!), gegen die Interessen derjenigen, die hier in Europa leben und um diese Standards gekämpft haben, die wir heute hier haben.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Wöginger – in Richtung des Abg. Pirklhuber –: Mit was hast du jetzt ein Problem?
Herr Kollege Cap, es ist unbestritten, dass an dem Entschließungsantrag nicht zu rütteln ist, und es ist unbestritten, dass das Parlament einzubinden ist. Daran wird auch nicht gerüttelt, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Wöginger – in Richtung des Abg. Pirklhuber –: Mit was hast du jetzt ein Problem?) Dass ein derartiges Schiedsgerichtsmodell das Schlechteste sei, wage ich jedoch in Anbetracht amerikanischer Justiz und Rechtsprechung auch etwas zu bezweifeln, denn direkt möchte ich mich diesem System auch nicht ausgeliefert sehen. (Abg. Pirklhuber: Aber indirekt?!)
Abg. Pirklhuber: Aber indirekt?!
Herr Kollege Cap, es ist unbestritten, dass an dem Entschließungsantrag nicht zu rütteln ist, und es ist unbestritten, dass das Parlament einzubinden ist. Daran wird auch nicht gerüttelt, meine Damen und Herren! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Wöginger – in Richtung des Abg. Pirklhuber –: Mit was hast du jetzt ein Problem?) Dass ein derartiges Schiedsgerichtsmodell das Schlechteste sei, wage ich jedoch in Anbetracht amerikanischer Justiz und Rechtsprechung auch etwas zu bezweifeln, denn direkt möchte ich mich diesem System auch nicht ausgeliefert sehen. (Abg. Pirklhuber: Aber indirekt?!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Ich war auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin und habe mir die Eröffnungsansprache des agrarischen Kommissars Phil Hogan angehört. Ich bin froh und dankbar, weil er wörtlich ausgeführt hat, dass er nicht bereit ist, europäische Standards auf dem Welthandelsmarkt zu opfern. Das war eine klare Ansage vor Tausenden von Leuten, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: Natürlich! Ja!
Man muss also die Kritiker des Abkommens, die fürchten, die hohen Verbraucherschutzstandards könnten sozusagen durch die Öffnung gefährdet werden, ernst nehmen. (Abg. Pirklhuber: Natürlich! Ja!) Na selbstverständlich, die muss man ernst nehmen.
Abg. Pirklhuber: Aber nicht in der Landwirtschaft!
Da sind wir dabei, gar keine Frage. Aber dass auch in Österreich 85 000 Jobs vom Export und von einer wirtschaftlichen Beziehung mit Amerika abhängen, das sollte man auch nicht vergessen. (Abg. Pirklhuber: Aber nicht in der Landwirtschaft!) Das ist ein entscheidender Punkt. (Abg. Strache: Und wie ist das mit Russland?!) – Ja, auch die Frage mit Russland, selbstverständlich. Und gerade weil wir mit Exporten nach Russland Schwierigkeiten haben, brauchen wir jede Exportmöglichkeit wie einen Bissen Brot. Ich plädiere auch dafür, dass man mit Russland vernünftig redet – gar keine Frage. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Billiger Maisimport! Gentechnik-Mais!
Schauen wir uns vergleichbare Abkommen an! Es gibt ja das NAFTA, das nordamerikanische Freihandelsabkommen aus dem Jahre 1994 – 20 Jahre alt! – zwischen Kanada, den USA und Mexiko. Damals hat es geheißen, dass Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden – in Mexiko hat man es damit beworben –, dass die amerikanische Industrie nach Mexiko kommen und Mexiko wirtschaftlich sozusagen eine neue USA werden wird. 20 Jahre sind vergangen, und was ist passiert? – Hunderttausende Kleinbauern sind in Mexiko zugrunde gegangen, haben ihre Existenz aufgegeben, das Land verlassen und sind entweder über den Rio Bravo in die USA abgewandert oder sitzen in den Slums von Mexico City (Abg. Pirklhuber: Billiger Maisimport! Gentechnik-Mais!) – Kollege Pirklhuber weiß es –, weil die großen Konzerne durch Preise, für die in Mexiko nicht zu produzieren war, den Markt überschwemmt haben. Hunderttausende!
Abg. Pirklhuber: Allerdings!
Es war sehr erstaunlich, was Kollege Krainer – er ist jetzt im Moment nicht da – gestern in der Aussprache mit Kommissarin Malmström gesagt hat. (Abg. Pirklhuber: Allerdings!) Er hat nämlich gesagt, die SPÖ sei eigentlich gar nicht dabei gewesen, sondern es sei nur der Wirtschaftsminister der ÖVP gewesen, der der Kommission das Mandat für die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten gegeben hat. (Abg. Kickl – in Richtung Saalausgang –: Da hinten steht er eh!) Also, Herr Bundeskanzler, Sie waren offensichtlich gar nicht involviert. Es war ein Alleingang der ÖVP, ein Alleingang des Wirtschaftsministers. – Diese Behauptung ist doch absurd! Sich dann in der Öffentlichkeit hinzustellen und das auch noch der Kommissarin ins Gesicht zu sagen, ist nur noch peinlich. (Abg. Strache – in Richtung des Abg. Krainer –: Da ist er!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren! Was heute eindeutig sichtbar und deutlich geworden ist: Das Parlament steht TTIP und insbesondere natürlich auch der Aufnahme von Sonderklagerechten in das Freihandelsabkommen mit den USA sehr skeptisch gegenüber, was ja schon in unserem gemeinsamen Antrag sehr deutlich geworden ist. Zwischen zwei Gesellschaften mit gut funktionierenden Rechtssystemen wie der amerikanischen und der europäischen Gesellschaft verbessern Sonderklagerechte nicht den Rechtsstandard, sondern sie verschlechtern ihn ganz sicherlich. Es ist und bleibt daher sinnlos, auch diese Sonderklagerechte, diese sogenannten ISDS-Klauseln, aufzunehmen. Im Klartext heißt das: Bleiben die Klauseln drinnen, stimmen wir TTIP auf keinen Fall zu. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) An dieser Einstellung hat sich nichts geändert, weder beim Parlament noch in der Bundesregierung. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!
Ein Beispiel: Letztes Jahr gab es eine Nachricht aus Chattanooga in Tennessee, die für österreichische, ja, für europäische Ohren ziemlich merkwürdig klingt. Dort haben republikanische Politiker, wie der Gouverneur von Tennessee, erheblichen Druck auf VW und deren Mitarbeiter gemacht. Ziel der Kampagne war es, zu verhindern, dass sich die ArbeitnehmerInnen gewerkschaftlich organisieren. Warum? – Die Südstaaten in den USA werben nämlich damit, gewerkschaftsfrei zu sein. (Abg. Pirklhuber: Das ist ja unglaublich!)
Abg. Rädler: Der Herr Pirklhuber, der hat immer Angst!
Ängste zu schüren ist zu einem Geschäftsmodell der Medien geworden, weil sie wissen, dass wir aufgrund der Evolution auf Angst kalibriert sind und unser Angstsystem sich in der letzten Zeit nicht gewandelt hat. (Abg. Rädler: Der Herr Pirklhuber, der hat immer Angst!)
Abg. Pirklhuber: Was sind da regionalpolitisch ...? Haben Sie sich das schon einmal überlegt, wo die Arbeitsplätze tatsächlich sind?
Da die europäischen Märkte schwächeln und Russland derzeit aufgrund von Völkerrechts- und Menschenrechtsverletzungen kein verlässlicher Partner ist, müssen wir uns auf Überseemärkte konzentrieren. Dies ist vor allem für Unternehmerinnen und Unternehmer durch ein qualitativ hochwertiges Handelsabkommen am einfachsten. (Abg. Pirklhuber: Was sind da regionalpolitisch ...? Haben Sie sich das schon einmal überlegt, wo die Arbeitsplätze tatsächlich sind?) Wie sich Frau Kommissarin Malmström gestern sowohl in der Aussprache hier im Parlament als auch in der Akademie der Wissenschaften präsentiert hat, kann man erkennen, dass jetzt auch die heiklen Themen angegangen werden.
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Wir brauchen uns vor amerikanischen Konzernen nicht mehr zu fürchten (Abg. Kickl: Doch!), denn Apple, Nike, Microsoft, Google und Co sind hier bereits bestens verankert, und auch unsere Großkonzerne wissen, wie man in den USA Geschäfte macht. Ich bin überzeugt davon, dass gerade dieses Handelsabkommen der mittelständischen Wirtschaft zugutekommen wird, denn da geht es um den Abbau von bürokratischen Hürden, von komplizierten Einfuhrbestimmungen und von Doppelgleisigkeiten bei Prüfungen, was große Chancen bietet. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.) Herr Kollege Steinbichler, Sie vertrauen ja offensichtlich auch unserer Wirtschaftspolitik, denn Sie sind ja nach wie vor Mitglied des Wirtschaftsbundes. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Wöginger: Was haben Sie denn für ein Problem? – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch das Demokratiepolitische auf nationaler Ebene ansprechen. Es ist jetzt knapp vier Monate her, dass wir hier im Parlament diesen Entschließungsantrag gefasst haben, und ich möchte vor allem die Kolleginnen und Kollegen von der ÖVP daran erinnern, dass das auch auf ihre Initiative hin passiert ist. (Abg. Wöginger: Passt ja eh! Was haben Sie denn für ein Problem?) – Ja, passt ja eh, aber offensichtlich geht es jetzt in eine andere Richtung und passt offensichtlich nicht mehr. (Abg. Wöginger: Was haben Sie denn für ein Problem? – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Indirekt! Indirekt! Preisdumping!
(Abg. Pirklhuber: Indirekt! Indirekt! Preisdumping!) Die Produkte werden nicht schlechter. Die Sorge der Landwirtschaft muss natürlich trotzdem sehr ernst genommen werden.
Abg. Pirklhuber: Wir werden schauen!
Der zweite Punkt: Sie reden jetzt betreffend die Landwirtschaft über die Gentechnik und über den Anbau von gentechnisch modifizierten Pflanzen in Österreich – das klappt keinesfalls. (Abg. Pirklhuber: Wir werden schauen!) Wir haben heute später auf der Tagesordnung einen Beschluss des Europäischen Parlaments, dass die Nationalstaaten das Selbstbestimmungsrecht haben. Wir bauen in Österreich an, was wir wollen! (Abg. Pirklhuber: Das ist ein bisschen blauäugig!) Das kann uns auch ein Freihandelsabkommen in Zukunft nicht mehr verderben, das klappt nicht. (Beifall bei NEOS und ÖVP.) – Das ist genauso ein Thema, das nicht stimmt.
Abg. Pirklhuber: Das ist ein bisschen blauäugig!
Der zweite Punkt: Sie reden jetzt betreffend die Landwirtschaft über die Gentechnik und über den Anbau von gentechnisch modifizierten Pflanzen in Österreich – das klappt keinesfalls. (Abg. Pirklhuber: Wir werden schauen!) Wir haben heute später auf der Tagesordnung einen Beschluss des Europäischen Parlaments, dass die Nationalstaaten das Selbstbestimmungsrecht haben. Wir bauen in Österreich an, was wir wollen! (Abg. Pirklhuber: Das ist ein bisschen blauäugig!) Das kann uns auch ein Freihandelsabkommen in Zukunft nicht mehr verderben, das klappt nicht. (Beifall bei NEOS und ÖVP.) – Das ist genauso ein Thema, das nicht stimmt.
Abg. Pirklhuber: 45 000 Tonnen Rinder!
Das heißt, wir diskutieren, wir machen Panik bezüglich Chlorhühner, die niemals importiert werden dürfen, bezüglich Genmais, der nicht angebaut werden darf (Abg. Pirklhuber: 45 000 Tonnen Rinder!), betreffend den Kulturbereich, der ohnehin ausgenommen ist, und versuchen, darüber ein Freihandelsabkommen tatsächlich zu stürzen. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Bin da!
Trotzdem gebe ich dem Kollegen Pirklhuber recht. (Abg. Pirklhuber: Bin da!) Sie haben in der letzten Ausschusssitzung eingebracht, dass es sehr wichtig ist, auch in diesem Bereich die Menschen, die Konsumenten zu informieren. Aber ich glaube, nicht nur in diesem Bereich, sondern es ist notwendig, die Menschen/die Konsumenten immer wieder gut zu informieren. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Meine geschätzten Damen und Herren! Bei Tierversuchen geht es leicht, da kann man leicht Dinge nachweisen. Da wissen wir heute, dass von diesen hormonähnlichen Stoffen Verhaltensänderungen, Unfruchtbarkeit, bestimmte Krebsarten und so weiter ausgehen. Bei Menschen ist das natürlich schwieriger nachzuweisen. Deswegen brauchen wir in diesem Bereich Vorsicht, Kontrolle und auf jeden Fall eine breite Information der Konsumenten, denn – und das, glaube ich, ist das Gefährliche daran – diese Stoffe sind in unseren alltäglichen Gebrauchsgütern. Sie sind im Lippenstift, sie sind im Haarshampoo, sie sind in den Cremes, sie sind in den Produkten, die wir täglich verwenden. Eine Studie besagt, dass jedes dritte Produkt eine hormonähnliche Substanz beinhaltet, jedes fünfte Produkt sogar zwei hormonähnliche Substanzen. Ich glaube, da brauchen wir Aufklärung. Wir müssen offensiv nach vorne gehen – zum Schutze unserer Konsumenten! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Deshalb bitte ich um Unterstützung des vorliegenden Entschließungsantrages im Sinne der VerbraucherInnen. – Vielen Dank. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich bedanke mich bei allen, bei der Kollegin Aubauer, die sich heute so klar dazu geäußert hat, bei der Kollegin Fichtinger, bei der Kollegin Holzinger. Frau Kollegin Fichtinger, wenn man immer nur darauf verweist, dass es für einen mündigen Konsumenten ohnehin das AMA-Gütesiegel gibt, dann muss ich sagen, das ist so ein Minibruchteil vom aktuellen Ernährungsanteil. Reden wir lieber nicht über die Unmengen an Leberkäse, Fleischkäse, Verarbeitungsprodukten, wo alles hineingemanscht wird, aber zum Schluss ist ein rot-weiß-rotes Wappen drauf. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Das geht doch nicht! Wir müssen vom Gesamten reden. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schellhorn.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schellhorn.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Ich bedanke mich bei allen, bei der Kollegin Aubauer, die sich heute so klar dazu geäußert hat, bei der Kollegin Fichtinger, bei der Kollegin Holzinger. Frau Kollegin Fichtinger, wenn man immer nur darauf verweist, dass es für einen mündigen Konsumenten ohnehin das AMA-Gütesiegel gibt, dann muss ich sagen, das ist so ein Minibruchteil vom aktuellen Ernährungsanteil. Reden wir lieber nicht über die Unmengen an Leberkäse, Fleischkäse, Verarbeitungsprodukten, wo alles hineingemanscht wird, aber zum Schluss ist ein rot-weiß-rotes Wappen drauf. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Das geht doch nicht! Wir müssen vom Gesamten reden. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schellhorn.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Daher ist das ein wichtiger Schritt – a way forward – für Österreich, um unsere Landwirtschaft auch bäuerlich abzusichern. – Herzlichen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Noch nicht!
Natürlich hätten wir uns ein noch besseres Ergebnis vorstellen können. Für Österreich wäre ein europaweites Verbot des Anbaus genveränderter Lebensmittel die beste Lösung gewesen, dafür haben wir uns ja in Brüssel auch starkgemacht. Ein Gesamtverbot ist in der EU aber leider nicht mehrheitsfähig. (Abg. Pirklhuber: Noch nicht!) Wie es auch in anderen Bereichen, zum Beispiel in der Atomfrage, der Fall ist, so gibt es leider auch da eine Reihe von Staaten, die unsere Vorbehalte nicht teilen. Das müssen wir jetzt einmal akzeptieren, aber wir werden weiterkämpfen. Wir haben das erreicht, was im Augenblick möglich war, und ich glaube, damit können wir auch sehr zufrieden sein.
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Ob auf österreichischen Äckern genmanipulierte Pflanzen angebaut werden oder nicht, das hängt in Zukunft ganz allein von uns ab, und das ist gut so, denn wir wollen das nicht. – Danke. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da gibt’s schon eine Studie dazu!
könnte. (Abg. Pirklhuber – ein Schriftstück in die Höhe haltend –: Da gibt’s schon eine Studie dazu!) – Ja, eben, da gibt es schon eine Studie; Sie werden das dann sagen, sehr gut!
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Schenk.
Erst vor Kurzem, vor zwei Tagen, glaube ich, hat sich der ungarische Landwirtschaftsminister wieder dezidiert artikuliert und gesagt: Ich würde mir wünschen, ganz Europa gentechnikfrei zu machen. So eine klare Aussage würde ich mir auch von unserem Ressortverantwortlichen Andrä Rupprechter wünschen. Ich habe es bis dato leider noch nicht gehört. So ein klares Bekenntnis würde ich mir wünschen. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Schenk.)
Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Es stimmt, man kann – so wie Kollege Pock gesagt hat –, wenn wir selbst die Souveränität haben wollen und sagen, wir wollen entscheiden, ob wir Gentechnik anbauen oder nicht, dann natürlich anderen das nicht anschaffen. Wenn man allerdings gelernt hat, wie Lobbying in Brüssel funktioniert, dann weiß man, dass es ganz schnell gehen kann, dass einen andere Lobbys aus Brüssel überholen, wenn man nicht versucht, auch die anderen von seiner Meinung und von dem, wovon man selbst glaubt, dass es richtig ist, zu überzeugen. (Beifall bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Auer.
Die Konsumenten, meine geschätzten Damen und Herren, wollen keine Gentechnik und die Konsumenten können sich auf uns verlassen. Die Bäuerinnen und Bauern brauchen keine Gentechnik, sie wollen keine aufgezwungene Abhängigkeit von Saatgut-Konzernen, und die Bäuerinnen und Bauern können sich auf uns verlassen. Wenn ich hier als Bauernbund-Abgeordneter spreche, sage ich, dass es gut ist, dass wir Abgeordnete nicht nur feste Wurzeln in der Bevölkerung haben, sondern dass wir auch weit verzweigt sind bis hin ins EU-Parlament. Und Elli Köstinger war wesentlich beteiligt am Zustandekommen dieses Beschlusses. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Auer.)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Wir, die Bäuerinnen und Bauern in Österreich, erzeugen beste Lebensmittel hoher Qualität, und im Fokus unserer Agrarpolitik stehen die bäuerlichen Familienbetriebe, und die werden durch diese Anpassung entsprechend gestärkt. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: 1995?
Herr Pirklhuber, ich würde gerne in Ihrer Zeitreihe zwei Jahre zurückgehen (Abg. Pirklhuber: 1995?), ins Jahr 1995, und ich kann mich noch sehr genau erinnern, dass die Grünen durchaus eine interessante Kampagne gegen die Europäische Union, gegen den Beitritt von Österreich zur Europäischen Union gefahren sind, und mittlerweile ... (Abg. Pirklhuber: zum Schutz der Landwirtschaft damals!)
Abg. Pirklhuber: zum Schutz der Landwirtschaft damals!
Herr Pirklhuber, ich würde gerne in Ihrer Zeitreihe zwei Jahre zurückgehen (Abg. Pirklhuber: 1995?), ins Jahr 1995, und ich kann mich noch sehr genau erinnern, dass die Grünen durchaus eine interessante Kampagne gegen die Europäische Union, gegen den Beitritt von Österreich zur Europäischen Union gefahren sind, und mittlerweile ... (Abg. Pirklhuber: zum Schutz der Landwirtschaft damals!)
Sitzung Nr. 61
Abg. Pirklhuber: Unglaublich!
Sie beschwert sich bei ihrem Chef, der sagt: Da muss man durch! So zieht sie sich immer mehr zurück. Dann bekommt sie den Vorwurf zu hören, dass sie zu ruhig und zu introvertiert sei. Der Betriebsrat hilft ihr nicht, denn es gibt inzwischen eine Vereinbarung mit der Firmenleitung, wie der Personalabbau stattzufinden hat. (Abg. Pirklhuber: Unglaublich!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Hermann Gahr (ÖVP): Frau Präsident! Herr Präsident des Rechnungshofes! Meine Damen und Herren! Hohes Haus! Der Rechnungshof hat sich, beginnend mit 2012, intensiv mit den Flächenförderungen im Agrarbereich beschäftigt. Das sogenannte Almchaos, wie es oft genannt wurde, war eigentlich der Auslöser dafür. Er hat dabei die Wege zwischen AMA, den Landwirtschaftskammern und dem Bundesministerium hinterfragt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.
Fakt ist auch – und das darf ich eingangs feststellen, Kollege Pirklhuber –, dass es in Österreich insgesamt seit dem EU-Beitritt 1995 bis 2013 wenige finanzielle Berichtigungen gegeben hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.) Österreich hat im Vergleich mit anderen Mitgliedstaaten das öffentliche Geld, das ja den Bauern als Leistungsausgleich zusteht, abgeholt. Man muss auch sagen, dass die Systeme funktioniert haben. Von 1 000 € ausbezahlter Agrarförderung mussten lediglich 0,58 €, also unter 0,1 Prozent, berichtigt werden. (Abg. Pirklhuber: Aber 10 Millionen hat man von den Bauern zurückgeholt!) Also man sollte nicht immer nur das ganze System kritisieren, Kollege Pirklhuber, sondern man sollte auch die Arbeit und Leistung, die positiv erledigt wurde, nicht ganz vergessen!
Abg. Pirklhuber: Aber 10 Millionen hat man von den Bauern zurückgeholt!
Fakt ist auch – und das darf ich eingangs feststellen, Kollege Pirklhuber –, dass es in Österreich insgesamt seit dem EU-Beitritt 1995 bis 2013 wenige finanzielle Berichtigungen gegeben hat. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.) Österreich hat im Vergleich mit anderen Mitgliedstaaten das öffentliche Geld, das ja den Bauern als Leistungsausgleich zusteht, abgeholt. Man muss auch sagen, dass die Systeme funktioniert haben. Von 1 000 € ausbezahlter Agrarförderung mussten lediglich 0,58 €, also unter 0,1 Prozent, berichtigt werden. (Abg. Pirklhuber: Aber 10 Millionen hat man von den Bauern zurückgeholt!) Also man sollte nicht immer nur das ganze System kritisieren, Kollege Pirklhuber, sondern man sollte auch die Arbeit und Leistung, die positiv erledigt wurde, nicht ganz vergessen!
Abg. Pirklhuber: Das stimmt!
Die Empfehlungen des Rechnungshofes waren klar. Dieser Bericht, der ja begleitend zur ganzen Diskussion erstellt und sehr tagesaktuell erstellt wurde, hat ja festgehalten und empfohlen, dass klare Entscheidungsstrukturen und Arbeitsaufträge festzulegen sind, dass der Almleitfaden als Grundlage laufend adaptiert und angepasst werden muss und dass klare Kriterien gebraucht werden, um subjektives Ermessen einzuschränken. Es braucht klare vertragliche Regelungen zwischen der Kammer, der AMA und dem Ministerium, um zukünftig Interessenkonflikte zu vermeiden (Abg. Pirklhuber: Das stimmt!), uns diese sind im INVEKOS-Werkvertrag festzulegen.
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Sie machen, was sie wollen. Und wenn dann die Aufforderung kommt, dass die AMA das als Gremium regeln soll, dann macht die AMA so (der Redner macht eine entsprechende Handbewegung) – und es macht überhaupt niemand irgendetwas! Hauptsache, sie können alles unter dem Deckmantel der Intransparenz verstecken. Das finde ich für die Bauern und die Unternehmer in diesem Land ganz, ganz grauslich. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 63
Abg. Pirklhuber: Entweder es brennt oder es brennt nicht!
Bundeskanzler Werner Faymann: Sehr verehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Mitglieder der Bundesregierung! Sehr verehrte Abgeordnete! Meine Damen und Herren! Ich glaube, wir sind uns darüber einig, dass es der beste Fall für die Feuerwehr ist, wenn man einen Brand schon im Vorhinein verhindert, denn Prävention hilft immer am meisten. (Abg. Pirklhuber: Entweder es brennt oder es brennt nicht!) Und daher ist der richtige Schluss aus dem Hypo-Debakel, dass Haftungen in der Größenordnung
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich bin seit sechseinhalb Monaten im Amt und ich stelle auch fest, dass ich das, was heute hier als Skandal bezeichnet wurde, nämlich die Situation der Hypo Alpe-Adria, nicht mitverursacht habe. Aber ich übernehme die Verantwortung, diesen schweren Rucksack zu schultern und das zu einem guten Ende zu bringen. Und ich glaube, wir haben rasch entschieden und wir haben richtig entschieden. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten von SPÖ und NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die FMA? Wo bleibt die Kritik?
Ich möchte im Zusammenhang mit diesen Haftungen schon noch auf einen Punkt hinweisen: Man hat sich 2004 entschieden zu sagen, die Länder sollen für ihre Banken keine Haftungen mehr übernehmen. Und damit das nicht sofort am Kapitalmarkt ausschlägt, hat man eine Übergangsfrist bis 2007 gemacht. Wissen Sie, was in dieser Zeit passiert ist? – 9 Milliarden an Haftungen sind in Kärnten übernommen worden oder begeben worden. 9 Milliarden! In einer Übergangsphase, in der eigentlich das Abreifen beginnen hätte sollen, ist das expandiert worden. (Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die FMA? Wo bleibt die Kritik?)
Abg. Kickl: Na ja, in Kärnten wird gerade geprüft! – Abg. Darmann: Das macht der Herr Kaiser! – Abg. Kickl: Aber der Herr Kogler wird uns das erklären! – Abg. Pirklhuber: Wer den Pröll gestern gehört hat ! – Abg. Strache: Der Herr Kaiser macht das gerade! – Abg. Kickl: Das läuft zur Stunde unter Federführung der SPÖ Kärnten!
Ein Punkt, auf den ich noch kurz eingehen möchte – Sie haben es schon erwähnt –: Es ist eindeutig und klar, dass der Bund keine Haftungen für die Bundesländer hat. Und ich glaube, man muss auch eines klarstellen: dass auch die Länder in der Zwischenzeit – und dafür möchte ich mich ausdrücklich von dieser Stelle aus bedanken – klargestellt haben, dass sie zu ihren Haftungen stehen. Und das ist, glaube ich, schon ein Signal. (Abg. Kickl: Na ja, in Kärnten wird gerade geprüft! – Abg. Darmann: Das macht der Herr Kaiser! – Abg. Kickl: Aber der Herr Kogler wird uns das erklären! – Abg. Pirklhuber: Wer den Pröll gestern gehört hat ! – Abg. Strache: Der Herr Kaiser macht das gerade! – Abg. Kickl: Das läuft zur Stunde unter Federführung der SPÖ Kärnten!)
Sitzung Nr. 64
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler und Pirklhuber.
Wichtig ist auch, dass die steuerliche Pauschalierung gesichert war. Bei diesem Thema gibt es eine unglaubliche Polemik. Vor Kurzem hat ein Experte erklärt, dass die Bauern durch eben diese Pauschalierung legal Steuern hinterziehen. Das ist ein ungeheurer Vorwurf, das ist skandalös und auf das Schärfste zurückzuweisen, denn es provoziert eine unsägliche Neiddebatte, die überhaupt nicht angebracht ist. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Steinbichler und Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 66
Abg. Neubauer: Geh, bitte! – Abg. Pirklhuber: Er hat von krummen Geschäften gesprochen!
muss Ihnen dafür einen Ordnungsruf erteilen. (Abg. Neubauer: Geh, bitte! – Abg. Pirklhuber: Er hat von krummen Geschäften gesprochen!)
Sitzung Nr. 68
Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Schelling –: Stopp!
Das beste Stück sind natürlich die Aktenschwärzungen – das versteht jeder. Und da müssen wir leider zu Ihrem Haus kommen, Herr Bundesminister, weil es nämlich eine ganz üble Tradition schwarzer Finanzminister ist, die Akten zu schwärzen. Schwarze Minister, schwarze Akten! (Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Schelling –: Stopp!) Das ist offensichtlich auch der Grund, warum schwarz Ihre Parteifarbe ist – ich kann mir das nicht anders erklären –: die Parteifarbe der Intransparenz! Sie werden das jetzt aufklären müssen, Herr Bundesminister. Da hilft Ihnen nichts! Da hilft Ihnen nichts, weil sich nämlich herausstellt, dass insbesondere das Finanzministerium gerade bei den Aktenschwärzungen vorangeht. Ich zeige Ihnen einmal ein Beispiel und auch, dass das unmittelbar mit dem Untersuchungsgegenstand zu tun hat.
Abg. Pirklhuber: Das gibt es ja nicht!
Hier ist ein Akt des Finanzministeriums (der Redner zeigt neuerlich eine Seite mit geschwärzten Passagen) – den kann man herzeigen, weil er so schwarz ist. (Abg. Pirklhuber: Das gibt es ja nicht!) Das ist als „vertraulich“ klassifiziert; das ist mir jetzt aber wurscht, man kann ohnehin nichts lesen. Darin steht in Wahrheit eine Gaunerei nach der anderen, wie nämlich das Bankmanagement mit der FIMBAG, die unser Staatskapital treuhänderisch verwalten soll, ein Managementgespräch führt. Das ist Gott sei Dank veraktet und protokolliert worden. Da geht es um Kernkapital und Eigenmittel. Da geht es um Ergebnisse und Risikovorsorgen und, schöner noch, um risikoerhöhende Umstände. Ist das Untersuchungsgegenstand oder nicht, frage ich Sie?
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Jetzt habe ich mir gedacht, bringen wir es wieder herein – nächster Anlauf –, und jetzt lehnen Sie es ab. Das ist irgendwie schon witzig. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist eine Retropolitik, von der heute schon öfters die Rede war. Sie fallen also hinter das Niveau von 2008 zurück. Wissen Sie, was der eigentliche Hintergrund ist? – Die entscheidende Frage in Österreich ist, ab wann eine Bahn eine Eisenbahn und ab wann eine Bahn eine Straßenbahn ist.
Abg. Pirklhuber: Straßenbahn!
Ein kleines Beispiel: Sie fahren mit der Badener Bahn nach Wien herein. Sie steigen in Baden draußen ein, dann sitzen Sie in einer Eisenbahn, und sobald Sie die Stadtgrenze von Wien überqueren, sitzen Sie plötzlich in einer (Abg. Pirklhuber: Straßenbahn!) – genau! – Straßenbahn. Es hat sich zwar nichts verändert, aber plötzlich sind Sie rechtlich in einer Straßenbahn.
Abg. Pirklhuber: Auf den Antrag vom Kollegen Willi eingehen! Nehmen Sie Stellung!
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte noch kurz auf die Situation des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum eingehen. (Abg. Pirklhuber: Auf den Antrag vom Kollegen Willi eingehen! Nehmen Sie Stellung!) Im Regierungsprogramm findet der ländliche Raum entsprechende Erwähnung, und die Mobilität wird entsprechend hervorgehoben. Die Sicherstellung der Erreichbarkeit des ländlichen Raumes ist ein wesentliches Ziel. Mit einer verkehrsgerechten Erschließung und dem Ausbau des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs soll dieses Ziel erreicht werden. Das heißt, ein attraktiver Personenverkehr stärkt die Mobilität, stärkt den ländlichen Raum und bedeutet auch eine Verschiebung vom Individualverkehr hin zum öffentlichen Verkehr. (Abg. Pirklhuber: Nehmen Sie doch Stellung! – Zwischenruf des Abg. Auer.)
Abg. Pirklhuber: Nehmen Sie doch Stellung! – Zwischenruf des Abg. Auer.
Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte noch kurz auf die Situation des öffentlichen Verkehrs im ländlichen Raum eingehen. (Abg. Pirklhuber: Auf den Antrag vom Kollegen Willi eingehen! Nehmen Sie Stellung!) Im Regierungsprogramm findet der ländliche Raum entsprechende Erwähnung, und die Mobilität wird entsprechend hervorgehoben. Die Sicherstellung der Erreichbarkeit des ländlichen Raumes ist ein wesentliches Ziel. Mit einer verkehrsgerechten Erschließung und dem Ausbau des öffentlichen Personennah- und Regionalverkehrs soll dieses Ziel erreicht werden. Das heißt, ein attraktiver Personenverkehr stärkt die Mobilität, stärkt den ländlichen Raum und bedeutet auch eine Verschiebung vom Individualverkehr hin zum öffentlichen Verkehr. (Abg. Pirklhuber: Nehmen Sie doch Stellung! – Zwischenruf des Abg. Auer.)
Abg. Pirklhuber: ... Antwort auf den Antrag vom Kollegen Willi!
Zum Vergleich: Die aktuellen Preise für eine Semesterkarte des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes für Studenten stehen in keinem Verhältnis zum Jugendticket (Abg. Pirklhuber: ... Antwort auf den Antrag vom Kollegen Willi!), denn für Studierende, die aus Wels nach Linz fahren, kostet es 320,60 €.
Sitzung Nr. 70
Abg. Pirklhuber: Um das geht es nicht!
Sehr geehrte Damen und Herren, Sie wissen, dass ich in alle Ausschüsse und ins Plenum stets sehr gut vorbereitet gehe. (Abg. Pirklhuber: Um das geht es nicht!) Manchmal höre ich auch zu viele Details, um mit Ihnen allen engagiert zu allen angesprochenen Themen zu diskutieren. Mein Ziel ist es, innerhalb der verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen stets ordnungsgemäß und umfassend Auskunft zu geben. Im Landesverteidigungsausschuss und im Sportausschuss habe ich seit meinem Amtsantritt jedes Mal eine Aktuelle Aussprache mit den Abgeordneten geführt. (Abg. Hübner: Um das geht es ja nicht!)
Abg. Pirklhuber: Ist das jetzt ein Fehler oder keiner?!
Gerade bei der letzten Sitzung des Landesverteidigungsausschusses war ich im Gegensatz zu einem gewissen Abgeordneten durchgehend präsent und habe drei Stunden lang auskunftsfreudig über alle Themen der Landesverteidigung informiert (Abg. Hübner: Besser aufhören!), wie sich das auch in der „Parlamentskorrespondenz“ niedergeschlagen hat. (Abg. Pirklhuber: Ist das jetzt ein Fehler oder keiner?!)
Abg. Pirklhuber: Warst das du selbst?
Damit nicht genug: Sogenannte Tierschützer sind auch in das Büro eines Nationalratsabgeordneten eingedrungen, haben sich dort verbarrikadiert und haben Akten durchwühlt. (Abg. Pirklhuber: Warst das du selbst?) Diese Aktion wurde von einem gewissen Dr. Balluch geleitet.
Abg. Pirklhuber: Sehr richtig, sehr richtig!
Ich möchte diese Gelegenheit auch dazu nützen, die österreichischen Handelsriesen, die österreichischen Handelskonzerne aufzufordern (Abg. Pirklhuber: Sehr richtig, sehr richtig!), ob das der Rewe-Konzern mit BILLA, Merkur, Penny ist, ob das Spar, Hofer, Lidl, und wie sie alle heißen, sind, viel mehr das österreichische Qualitätsgeflügel in die Supermarktregale zu bringen. Ich denke, das wäre eine ganz entscheidende und wichtige Aufgabe der österreichischen Konzerne. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Da haben wir festgestellt, dass die Maßnahme, wie wir sie getroffen haben – Kilogramm auf Quadratmeter, wie es auch die EU vertritt – eine der falschesten ist, denn Sie müssen jetzt eines bedenken: Der Hühnermäster bestellt sich seine Küken, rechnet sich das mit den Küken aus, denn nach der Mastzeit, diese dauert in etwa 30 bis 32 Tage, haben die Hühner ein Gewicht, jetzt sage ich eine Hausnummer, von 1,2 Kilo in etwa. Und dann müssen sie vom Schlachter abgeholt werden, denn dann hat er die 30 Kilo pro Quadratmeter erreicht. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Nur als Beispiel jetzt! 1,8 Kilo sind es ungefähr. – Das rechnet er sich aus und bestellt sich die Anzahl der Küken. Dann hat er aber das Problem, dass der Schlachter sagt, ich kann deine Hühner nicht zum vereinbarten Termin abholen, und eine Woche später kommt – und auf einmal ist er auf 35 Kilo pro Quadratmeter und hat sich strafbar gemacht.
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Kitzmüller.
Zum Schluss möchte ich wieder auf die Besatzdichte zurückkommen. An eines, meine Damen und Herren, muss man bitte auch denken: die Konzerne, die Druck auf unsere Landwirte machen. Ich verweise auf einen Film zu den Hühnermästern, der vor Kurzem im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Da hat ein Hühnermäster bekannt gegeben, wie das mit der Firma ALDI SÜD ausschaut: Die kommen zu einem Bauern, machen ihm ein lukratives Angebot und sagen: Wir nehmen dir alle Hendln ab, fürs ganze Jahr, unterschreib den Vertrag, der Preis stimmt, alles super! (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Kitzmüller.) Er unterschreibt, kündigt allen anderen Abnehmern, die er gehabt hat, und ist nur mehr bei ALDI SÜD.
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Steinbichler, Pirklhuber und Mückstein.
Eine Möglichkeit ist, wie es Kollege Schopf schon gesagt hat: Wir haben dafür zu sorgen, dass diese Produkte in die Regale kommen, und wir als Konsumenten müssen auch schauen, dass die österreichischen Produkte, in dem Fall die Hühner und die Puten, von unseren österreichischen Mästern gekauft werden und nicht Produkte aus der Slowakei oder von sonst irgendwo, wo die Tierschutzstandards auf keinen Fall eingehalten werden. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie der Abgeordneten Steinbichler, Pirklhuber und Mückstein.)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Mückstein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Auer: Diese Toleranz wünschen wir uns auch! – Weitere Zwischenrufe.
So viel dazu, um das hier einmal klarzustellen. Die Frau Ministerin hat ja auch in dieses Horn geblasen, darum freue ich mich schon auf die Abstimmung. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Mückstein. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war keine tatsächliche Berichtigung! – Abg. Auer: Diese Toleranz wünschen wir uns auch! – Weitere Zwischenrufe.)
Abg. Pirklhuber: Zu Recht, Herr Präsident, zu Recht!
Präsident Karlheinz Kopf: Damit sich die kleine Aufregung wieder legen kann: Frau Abgeordnete Weigerstorfer hat zwar den zu berichtigenden Sachverhalt am Beginn nicht erwähnt, aber sie hat dann das vorgelesen, was sie offenbar dem entgegenhalten wollte; insofern kann ich das schon akzeptieren und so stehen lassen. (Abg. Pirklhuber: Zu Recht, Herr Präsident, zu Recht!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Ja wo ist denn da der Unterschied?! – Das ist ein Patient, und der gehört ins Krankenhaus und nicht ins Gefängnis. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Und das ist die Problematik beim Maßnahmenvollzug. Das sind genau die Patienten, die wir in Wirklichkeit
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Was sagen die Österreicher? – Kontrollierte Qualität aus Österreich? Das sagen noch 65 Prozent. Aber Ware aus Österreich sagen nur mehr 30 Prozent. Und Frische: 3 Prozent. Das ist vernichtend angesichts dieses enormen Werbeaufwandes, den die AMA-Marketing seit Jahrzehnten mit Zwangsgeldern der Bauern betreibt – um zu solchen Ergebnissen zu kommen, die nicht von der AMA-Marketing selbst erforscht worden sind. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: 300!
Meine Damen und Herren! Man kann über Werbung und Marketing immer streiten. Aber wenn für die österreichische Qualität, die die Bäuerinnen und Bauern erzeugen, rund dieser Betrag für Werbung ausgegeben wird, und auf der gegenüberliegenden Seite stehen die Handelsketten, die Hunderte Millionen für Werbung ausgeben (Abg. Pirklhuber: 300!) – ich weiß, Kollege Pirklhuber –, womit diese Handelsketten aber nicht nur für österreichische Qualität, sondern auch für viele andere Bereiche werben, da gehen Sie dann her und mokieren sich über die Beiträge, die die Bauern aufbringen?!
Abg. Pirklhuber: Ist eh klar!
Und dann wird manchmal so getan, als ob die österreichischen Bauern die Umwelt vergiften würden! Das bestätigt der Kollege Anschober aus Oberösterreich. (Abg. Pirklhuber: Ist eh klar!)
Abg. Pirklhuber: Er hat Fragen gestellt!
Meine geschätzten Damen und Herren, ich muss jetzt noch ein bisschen was zum Kollegen Jannach sagen. Kollege Jannach ist hier herausgegangen und hat sich wirklich in tiefster Weise über unseren ehemaligen Vizekanzler Sepp Pröll ausgelassen. (Abg. Pirklhuber: Er hat Fragen gestellt!) Was er da gesagt hat, ist erstunken und erlogen! Keine der Zahlen, die er genannt hat, sind wahr. (Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Für den Handel auch!
Dieser Bericht gibt auch die Gelegenheit, diese Arbeit transparent darzustellen. Eines möchte ich aber besonders herausstreichen: Auch wenn die AMA-Marketing eine gute Institution der Politik ist, sind die Beiträge doch fast durchgängig von den Bauern. Die AMA-Marketing ist also eine Organisation der Bauern für die Bauern mit einem deutlichen Mehrwert für Konsumentinnen und Konsumenten. (Abg. Pirklhuber: Für den Handel auch!) Die Konsumentinnen und Konsumenten können sich absolut darauf verlassen, dass überall dort, wo das rot-weiß-rote AMA-Zeichen drauf ist, auch Österreich drin ist.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Der Kollege Jannach hat nichts anderes gemacht als der VÖM bei der Pressekonferenz in der Wirtschaftskammer. Dort zu sagen, ein durchschnittlicher Milchbauer hat 16,8 Kühe und verdient damit 43 000 € Milchgeld, ist ein Affront, den ich noch bei keiner Gehaltsdarstellung erlebt habe. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Pirklhuber.
Weiters haben wir auch – obwohl dies gerade kritisiert wurde – etliche Zuweisungen an die Ausschüsse durchgeführt. Bei der Beurteilung dieses Punktes unterscheiden sich natürlich die Sichtweisen der Fraktionen mehr oder weniger. Meiner Meinung nach wird wirklich darauf geachtet, dass jene Petitionen und Bürgerinitiativen, die fachlich fundiert sind, auch entsprechend zugewiesen werden oder wir sie, wie beim Thema der sexuellen Belästigung, direkt dem Ausschuss zuweisen, um in der Gesetzwerdung die Möglichkeit zu schaffen, diese Anliegen der Bürgerinnen und Bürger einzubinden. (Beifall bei der SPÖ sowie demonstrativer Beifall des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Entschuldigung, hat sie recht!
Was diese angesprochenen Petition betrifft – jetzt bin ich bei dir, lieber Wolfgang Pirklhuber: Du hast vorhin erwähnt, dass diese Zuweisung der Petition 42 einstimmig erfolgte. Sie erfolgte nicht einstimmig, denn das Team Stronach und auch die Freiheitliche Partei haben dieser Zuweisung nicht zugestimmt. (Abg. Pirklhuber: Entschuldigung, hat sie recht!)
Abg. Pirklhuber: Weißt du, von wo das kommt? – Weil die Bauern Frondienst leisten mussten!
Noch ein kurzer Ausflug zur Petition 36 – hier geht es um den Faschingsdienstag, den die Kollegin Winter auch erwähnt hat –: Man muss einfach ganz trocken und nüchtern sagen, wenn man schon beim Faschingsdienstag ist, wir haben in Österreich bereits 13 Feiertage, davon sind elf religiös, zwei sind staatlich. (Abg. Pirklhuber: Weißt du, von wo das kommt? – Weil die Bauern Frondienst leisten mussten!) Ich glaube, wir lie-
Sitzung Nr. 72
Abg. Pirklhuber: Da gibt es ja Entschließungen dazu im Parlament! Mehrere!
Wir müssen auch über die EZA-Mittel diskutieren, die wir in Österreich bereitstellen, denn die Entwicklung der letzten Jahre, dass wir trotz immer wieder stattfindenden Entschuldungen in der Höhe von zig Millionen Euro sogar unter 0,3 Prozent gefallen sind, ist ein Zustand, der nicht hinnehmbar ist. (Abg. Pirklhuber: Da gibt es ja Entschließungen dazu im Parlament! Mehrere!) Daher bin ich froh, wenn jetzt die Verantwortlichen in der Bundesregierung, nämlich der Außenminister und der Finanzminister, auch daran arbeiten, wie wir bei den EZA-Mitteln einen Stufenplan in die andere Richtung entwickeln können, nämlich nicht hinunter, sondern hinauf.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Und jetzt steht in der Zeitung und liest man überall: Was macht die Politik?! – Da ist nicht nur die Politik gefordert, sondern da sind auch die Weltbank und die großen wirtschaftlichen Institutionen gefordert, die darüber entscheiden, wie da die wirtschaftliche Entwicklung weiter vor sich gehen wird. Das darf man in diesem Zusammenhang nie vergessen. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: studiert? Was ist das für eine Logik, Herr Kickl?
Meine Damen und Herren, es geht mir um diejenigen, die hier leben und die auch ihre Rechte haben, und diese Leute brauchen zunehmend eine Stimme, weil sie in einer Diskussion untergehen, die davon lebt, ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen und ihnen das gute Herz schwer zu machen, weil man alles miteinander vermanscht. (Abg. Pirklhuber: studiert? Was ist das für eine Logik, Herr Kickl?)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Strache: Grüne Gedankenpolizei!
Da werden die Nebeltöpfe in unglaublicher Art und Weise angeworfen. Da werden dann die illegalen Einwanderungsströme – und ich wiederhole, das ist es, womit wir es hier zu tun haben! – zu Flüchtlingswellen. Das ist einmal das Erste, die werden zu Flüchtlingswellen. Wenn das noch nicht reicht, dann setzt man noch eines drauf, dann sind es keine Flüchtlingswellen, dann sind es Kriegsflüchtlinge, und damit das nicht so abstrakt ist, kommen die dann noch alle aus Syrien. Wenn das immer noch nicht reicht, dann bestehen diese Kriegsflüchtlinge natürlich zur überwältigenden Mehrheit aus Frauen und Kindern. So funktioniert diese Spirale, so funktioniert das. (Beifall bei der FPÖ. – Ruf bei den Grünen: Unglaublicher Zynismus!) „Lügenpresse“ war in Deutschland das Fachwort dafür. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Strache: Grüne Gedankenpolizei!)
Abg. Pirklhuber: Verantwortung haben wir alle!
Jetzt gibt es aber einen Aspekt, der Ihnen da dazwischen kommt: Die Bilder haben Sie noch nicht unter Kontrolle. (Zwischenrufe bei den Grünen.) Ich habe mir einige dieser Bilder von Bootsbesatzungen angesehen. Also eines muss ich Ihnen sagen: Viele Frauen und viele Kinder habe ich auf diesen Booten nicht gesehen, und mir war auch nicht klar, dass diejenigen Leute, die eine besonders dunkle Hautfarbe haben, aus Syrien kommen. Das ist mir nicht klar gewesen. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Korun: Ihr Zynismus ist beschämend!) Ich hätte eher den Verdacht gehegt, dass die irgendwo aus dem Zentrum des afrikanischen Kontinents stammen. (Beifall bei der FPÖ.) Aber Sie vernebeln hier alles, um den Österreicherinnen und Österreichern ein möglichst schlechtes Gewissen zu machen. Das ist Ihre Strategie, und das lassen wir Ihnen nicht durchgehen. (Abg. Pirklhuber: Verantwortung haben wir alle!)
Sitzung Nr. 73
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!
Was ist dann passiert? – Der BND hat für eine Miete von 3 500 € bei der Deutschen Telekom Räumlichkeiten angemietet, die Technik installiert und diese Leitungen, die die NSA wollte, komplett ausgeleitet, die Daten nach Pullach, von Pullach nach Bad Aibling in Bayern übermittelt, und dort ist die Joint Intelligence Activity von BND und NSA gesessen. Dort waren die Agenten der NSA mit ihren Selektoren, und mit diesen Selektoren haben sie sämtliche Daten, die über diese Leitungen gegangen sind, ausgewertet. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!) Das waren Telefongespräche, E-Mails, SMS, das war das Internet und das waren sonstige Dienste, darunter Millionen Daten von Österreicherinnen und Österreichern, von österreichischen Unternehmen und von österreichischen Ämtern. (Abg. Pirklhuber: Skandal! Das ist nicht lustig!) – So, das wissen wir jetzt.
Abg. Pirklhuber: Skandal! Das ist nicht lustig!
Was ist dann passiert? – Der BND hat für eine Miete von 3 500 € bei der Deutschen Telekom Räumlichkeiten angemietet, die Technik installiert und diese Leitungen, die die NSA wollte, komplett ausgeleitet, die Daten nach Pullach, von Pullach nach Bad Aibling in Bayern übermittelt, und dort ist die Joint Intelligence Activity von BND und NSA gesessen. Dort waren die Agenten der NSA mit ihren Selektoren, und mit diesen Selektoren haben sie sämtliche Daten, die über diese Leitungen gegangen sind, ausgewertet. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!) Das waren Telefongespräche, E-Mails, SMS, das war das Internet und das waren sonstige Dienste, darunter Millionen Daten von Österreicherinnen und Österreichern, von österreichischen Unternehmen und von österreichischen Ämtern. (Abg. Pirklhuber: Skandal! Das ist nicht lustig!) – So, das wissen wir jetzt.
Abg. Pirklhuber: Unglaublich!
Diese Selektoren sind von der amerikanischen Botschaft – wir verfügen über dieses Dokument (der Redner hält ein Schriftstück in die Höhe), und ich habe es dem Außenminister vor Monaten zur Verfügung gestellt –, diese Selektoren sind von der CIA im Auftrag der damaligen amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton in Wien beschafft worden. Dieses Dokument liegt dem Außenministerium vor, und da stehen von allen UNO-Mitarbeitern die Handynummern drin, die Kreditkartennummern und, und, und. Alle sind unter den Augen der österreichischen Verfassungsschützer, unter den Augen des österreichischen Außenministeriums ausspioniert worden. (Abg. Pirklhuber: Unglaublich!)
Abg. Pirklhuber: Unglaublich! – Zwischenruf bei der FPÖ.
Der nächste Punkt betrifft den Herrn Verteidigungsminister Klug: Der einzige Vertrag mit der NSA, den es in Österreich gibt, ist zwischen Heeresnachrichtenamt und NSA. (Abg. Pirklhuber: Unglaublich! – Zwischenruf bei der FPÖ.) Wir sitzen im geheimen Unterausschuss zur Kontrolle der Nachrichtendienste, und ich darf kein einziges Geheimnis verraten. Es ist aber kein Geheimnis, dass sich unser Verteidigungsminister bis heute weigert, überhaupt die Frage zu beantworten, ob es diesen Vertrag gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Neubauer: … in Frankreich!) Wir dürfen als Abgeordnete nicht einmal wissen, ob es diesen Vertrag gibt. Uns wird verboten zu kontrollieren, und völlig unkontrolliert sorgt unser Verteidigungsminister dafür, dass Daten des Heeresnachrichtenamtes an die NSA – und zwar direkt – gehen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Neubauer: … in Frankreich!
Der nächste Punkt betrifft den Herrn Verteidigungsminister Klug: Der einzige Vertrag mit der NSA, den es in Österreich gibt, ist zwischen Heeresnachrichtenamt und NSA. (Abg. Pirklhuber: Unglaublich! – Zwischenruf bei der FPÖ.) Wir sitzen im geheimen Unterausschuss zur Kontrolle der Nachrichtendienste, und ich darf kein einziges Geheimnis verraten. Es ist aber kein Geheimnis, dass sich unser Verteidigungsminister bis heute weigert, überhaupt die Frage zu beantworten, ob es diesen Vertrag gibt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Neubauer: … in Frankreich!) Wir dürfen als Abgeordnete nicht einmal wissen, ob es diesen Vertrag gibt. Uns wird verboten zu kontrollieren, und völlig unkontrolliert sorgt unser Verteidigungsminister dafür, dass Daten des Heeresnachrichtenamtes an die NSA – und zwar direkt – gehen.
Abg. Brosz: Jetzt wiederholen Sie das, was der Herr ...! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Zum Punkt 2: Dass sich in der STM 1 kein nationaler Verkehr befindet, heißt, dass in der eingerichteten Verbindung der Glasfaserleitung von Punkt A zu Punkt B keine innerdeutschen Daten übertragen werden. (Abg. Brosz: Jetzt wiederholen Sie das, was der Herr ...! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Brosz: Oder etwas ganz anderes?! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Zum Punkt 4: Dass eine dieser Strecken mit „Luxembourg/VG – Wien/000“ bezeichnet wird, bedeutet schlicht, dass davon auszugehen ist, dass es eine Leitung von Luxemburg nach Wien gibt. (Abg. Brosz: Was wollen Sie uns mit der ... erklären? – Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Das sind die Fakten. Wir wissen aber nicht, wem diese Leitung gehört, und wir wissen auch nicht, was über diese Leitung läuft. Ist es eine Transitleitung für Ferngespräche oder ist es eine Internetleitung, oder ist es etwas ganz anderes? (Abg. Brosz: Oder etwas ganz anderes?! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, diese Aktuelle Stunde ist ja auch insbesondere der Frage gewidmet, wie sich Österreich vor Angriffen und Übergriffen im Cyberraum schützen kann. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ich glaube, Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir diesbezüglich vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern (Abg. Pirklhuber: Wozu gibt es ...?), bei den Unternehmungen, aber auch bei den Behörden Sensibilität und Bewusstsein schaffen, dass das Thema Cybersicherheit ein ganz, ganz wesentliches und zentrales Thema der Zukunft ist (Abg. Pirklhuber: Wenn es keine Spionage ist, was ist es dann? Ist es Datenklau? – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Brosz – in Richtung Bundesministerin Mikl-Leitner –: Das ist echt ein Wahnsinn!), ein Thema, wo es vor allem einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz braucht und wozu auch jede und jeder einen Beitrag leisten kann. (Abg. Pilz: Das ist eine BND-Erklärung! Das ist eine Schande!)
Abg. Pirklhuber: Wozu gibt es ...?
Meine sehr verehrten Damen und Herren, diese Aktuelle Stunde ist ja auch insbesondere der Frage gewidmet, wie sich Österreich vor Angriffen und Übergriffen im Cyberraum schützen kann. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ich glaube, Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir diesbezüglich vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern (Abg. Pirklhuber: Wozu gibt es ...?), bei den Unternehmungen, aber auch bei den Behörden Sensibilität und Bewusstsein schaffen, dass das Thema Cybersicherheit ein ganz, ganz wesentliches und zentrales Thema der Zukunft ist (Abg. Pirklhuber: Wenn es keine Spionage ist, was ist es dann? Ist es Datenklau? – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Brosz – in Richtung Bundesministerin Mikl-Leitner –: Das ist echt ein Wahnsinn!), ein Thema, wo es vor allem einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz braucht und wozu auch jede und jeder einen Beitrag leisten kann. (Abg. Pilz: Das ist eine BND-Erklärung! Das ist eine Schande!)
Abg. Pirklhuber: Wenn es keine Spionage ist, was ist es dann? Ist es Datenklau? – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Brosz – in Richtung Bundesministerin Mikl-Leitner –: Das ist echt ein Wahnsinn!
Meine sehr verehrten Damen und Herren, diese Aktuelle Stunde ist ja auch insbesondere der Frage gewidmet, wie sich Österreich vor Angriffen und Übergriffen im Cyberraum schützen kann. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ich glaube, Grundvoraussetzung dafür ist, dass wir diesbezüglich vor allem bei den Bürgerinnen und Bürgern (Abg. Pirklhuber: Wozu gibt es ...?), bei den Unternehmungen, aber auch bei den Behörden Sensibilität und Bewusstsein schaffen, dass das Thema Cybersicherheit ein ganz, ganz wesentliches und zentrales Thema der Zukunft ist (Abg. Pirklhuber: Wenn es keine Spionage ist, was ist es dann? Ist es Datenklau? – Abg. Wöginger: Das ist ein Wahnsinn! – Abg. Brosz – in Richtung Bundesministerin Mikl-Leitner –: Das ist echt ein Wahnsinn!), ein Thema, wo es vor allem einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz braucht und wozu auch jede und jeder einen Beitrag leisten kann. (Abg. Pilz: Das ist eine BND-Erklärung! Das ist eine Schande!)
Abg. Pirklhuber: ... Staatsschutz geklagt?
Klar ist für uns, dass sich der Staatsschutz als polizeiliche Behörde selbstverständlich an ganz klare gesetzliche Regelungen zu halten hat, dass da das Augenmaß beziehungsweise die Verhältnismäßigkeit hochzuhalten ist (Abg. Pirklhuber: ... Staatsschutz geklagt?) und dass vor allem der Kontrolle durch die Rechtsschutzbeauftragten, durch die Datenschutzbehörde und auch durch das Parlament natürlich großes Augenmerk zukommt. – Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Hat er nicht gemacht!
Die Frau Bundesministerin ist im Detail auf diese Fragen eingegangen. Sie hat von der Anzeige berichtet, die von unserem BVT gegen den BND eingebracht worden ist. (Abg. Neubauer: Ruhe, Ruhe! – Abg. Darmann: Sei nicht so nervös!) – Und ich verstehe eigentlich nicht, Herr Kollege Pilz, warum Sie versuchen, die ganze Angelegenheit insofern ins Lächerliche zu ziehen (Abg. Pirklhuber: Hat er nicht gemacht!), als es ja möglich sein muss, auf der einen Seite Ihre Argumente, Ihre schwerwiegenden Vorwürfe – wie die Frau Bundesministerin ausdrücklich betont hat –, die da im Raum stehen, in einer parlamentarischen Auseinandersetzung gegen andere Argumente insofern abzuwägen, als man auch zitiert.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Ich denke, da wir müssen wir sehr genau hinschauen. Man kann nicht auf der einen Seite immer wieder sagen, man muss den Menschen vor Ort helfen (Abg. Pirklhuber: Richtig!), dann auf der anderen Seite die Grenzen abschotten, die Grenzen dichtmachen, teilweise mit Militäreinsatz gegen Flüchtlingsboote vorgehen – was jetzt diskutiert wird –, und auf der anderen Seite (Abg. Pirklhuber: Wie im Vormärz!) genau in diesem wirklich relevanten Bereich, wo es um Leben-Retten geht, um Flüchtlingshilfe vor Ort, um Nothilfe im Ausland geht, die Verantwortung nicht wahrnehmen.
Abg. Pirklhuber: Wie im Vormärz!
Ich denke, da wir müssen wir sehr genau hinschauen. Man kann nicht auf der einen Seite immer wieder sagen, man muss den Menschen vor Ort helfen (Abg. Pirklhuber: Richtig!), dann auf der anderen Seite die Grenzen abschotten, die Grenzen dichtmachen, teilweise mit Militäreinsatz gegen Flüchtlingsboote vorgehen – was jetzt diskutiert wird –, und auf der anderen Seite (Abg. Pirklhuber: Wie im Vormärz!) genau in diesem wirklich relevanten Bereich, wo es um Leben-Retten geht, um Flüchtlingshilfe vor Ort, um Nothilfe im Ausland geht, die Verantwortung nicht wahrnehmen.
Abg. Pirklhuber: Bin dabei! – Abg. Schellhorn: Ja!
Mich würde nur interessieren, wie es überall ausschaut, ohne Neid zu schüren. (Abg. Pirklhuber: Bin dabei! – Abg. Schellhorn: Ja!) Ohne Neid zu schüren, aber vielleicht um einmal ein bisschen zu vergleichen, wer der Schlaumeier der Republik, die Subventionskaiser sind, wer irgendwo sozusagen jeden Weg kennt – von der Gemeinde über den Bezirk, über das Bundesland, über den Bund und so weiter. Das wäre durchaus interessant.
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Sie sind es, die mit diesem Steuerpaket eine pessimistische Stimmung unter den Unternehmen verbreitet haben – und niemand anderer. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 75
Zwischenruf bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Sehr geehrter Herr Abgeordneter Rauch! Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass die für Österreich wichtigen Interessen im Verhandlungsmandat für die Europäische Kommission klar zum Ausdruck gebracht werden – ich nenne es die roten Linien –, und diese sind auch so verankert. (Zwischenruf bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Belakowitsch-Jenewein.
Alle Vereinbarungen müssen mit dem EU-Rechtsbesitzstand beziehungsweise den nationalen Gesetzen der EU-Mitgliedstaaten im Einklang stehen. (Zwischenruf des Abg. Darmann.) Eine Änderung europäischer beziehungsweise österreichischer Standards kann nur durch den jeweiligen Gesetzgeber erfolgen. (Abg. Darmann: muss es ja runterlesen, weil es sonst nicht glaubwürdig ist!) Daran wird sich auch durch TTIP nichts ändern, deswegen ist es auch kein guter Tipp, TTIP zur Katastrophe zu erklären. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Wir kennen das Ergebnis noch nicht, und am Ende des Tages muss man das Abkommen bewerten. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Pirklhuber: Auf welche Kosten? – Abg. Kitzmüller: Glauben Sie denn, was Sie da erzählen? – Ruf bei den Grünen: Der Siegeszug der Waldviertler wurst in Kalifornien !
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Ich habe darauf hingewiesen, wenn das Abkommen gut verhandelt wird, dann gibt es für österreichische Agrarprodukte, für europäische Agrarprodukte jedenfalls auf dem US-Markt wesentlich bessere Chancen als umgekehrt. Es ist einfach auch in den USA die Nachfrage nach hohen Qualitäten, lebensmittelsicheren Qualitäten größer als umgekehrt in Europa die Nachfrage nach Chlorhühnern, nach Hormonrindfleisch. (Abg. Neubauer: Monsanto! – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Großkonzerne!) Und deswegen bin ich überzeugt davon, dass die Chancen, die sich durch so ein Abkommen bieten, tatsächlich auch genutzt werden können. (Abg. Pirklhuber: Auf welche Kosten? – Abg. Kitzmüller: Glauben Sie denn, was Sie da erzählen? – Ruf bei den Grünen: Der Siegeszug der Waldviertler wurst in Kalifornien !)
Abg. Pirklhuber: Wir brauchen Geld für erneuerbare Energie!
Sehr geehrte Damen und Herren! EURATOM, ein Zusammenschluss der europäischen Staaten, um genau diese Fragen zu beleuchten, muss in Zukunft auch bereit sein, eine Neuorientierung vorzunehmen. EURATOM muss in Zukunft danach ausgerichtet sein, dass es bei der Atomforschung um die Sicherheitsaspekte geht, und nicht darum, den Ausbau voranzutreiben und eine nachhaltige Entwicklung von Atomanlagen zu erreichen. Es muss ein Umdenken geben, damit die Sicherheitsaspekte in den Mittelpunkt gerückt werden. Daher wird auch unser Schwerpunkt ein Mitwirken in dieser Frage bei EURATOM sein. (Abg. Pirklhuber: Wir brauchen Geld für erneuerbare Energie!)
Abg. Pirklhuber: Dafür brauchen wir Geld!
cen der nachhaltigen Energie näherzubringen. Ein Mix aus Sonnenenergie, Wind- und Wasserkraft und nachwachsenden Rohstoffen steht uns in diesem Sinne zur Verfügung, und diesen Mix werden wir vorantreiben, und davon werden wir auch andere Menschen, weit über unsere Landesgrenzen hinaus, überzeugen. (Abg. Pirklhuber: Dafür brauchen wir Geld!)
Abg. Pirklhuber erhebt sich von seinem Platz und gibt ein Zeichen mit der Hand in Richtung des Präsidenten.
Die Debatte ist geschlossen. (Abg. Pirklhuber erhebt sich von seinem Platz und gibt ein Zeichen mit der Hand in Richtung des Präsidenten.)
Abg. Pirklhuber – die Hand hebend und im Begriffe, nach vorne zum Präsidium zu gehen –: Eingangs hat der Berichterstatter noch die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen!
Wer (Abg. Pirklhuber – die Hand hebend und im Begriffe, nach vorne zum Präsidium zu gehen –: Eingangs hat der Berichterstatter noch die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen!) Bitte? (Abg. Pirklhuber: Eingangs fragen Sie, Herr Präsident, ob der Berichterstatter noch das Wort wünscht!) Der Berichterstatter hat zu dem Zeitpunkt, zum Ende der Debatte keine Wortmeldung beziehungsweise keine Berichterstattung gewünscht. Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Nein!) Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Sie haben es aber nicht festgehalten!) – Jetzt ist es zu spät. Tut mir leid!
Abg. Pirklhuber: Eingangs fragen Sie, Herr Präsident, ob der Berichterstatter noch das Wort wünscht!
Wer (Abg. Pirklhuber – die Hand hebend und im Begriffe, nach vorne zum Präsidium zu gehen –: Eingangs hat der Berichterstatter noch die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen!) Bitte? (Abg. Pirklhuber: Eingangs fragen Sie, Herr Präsident, ob der Berichterstatter noch das Wort wünscht!) Der Berichterstatter hat zu dem Zeitpunkt, zum Ende der Debatte keine Wortmeldung beziehungsweise keine Berichterstattung gewünscht. Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Nein!) Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Sie haben es aber nicht festgehalten!) – Jetzt ist es zu spät. Tut mir leid!
Abg. Pirklhuber: Nein!
Wer (Abg. Pirklhuber – die Hand hebend und im Begriffe, nach vorne zum Präsidium zu gehen –: Eingangs hat der Berichterstatter noch die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen!) Bitte? (Abg. Pirklhuber: Eingangs fragen Sie, Herr Präsident, ob der Berichterstatter noch das Wort wünscht!) Der Berichterstatter hat zu dem Zeitpunkt, zum Ende der Debatte keine Wortmeldung beziehungsweise keine Berichterstattung gewünscht. Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Nein!) Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Sie haben es aber nicht festgehalten!) – Jetzt ist es zu spät. Tut mir leid!
Abg. Pirklhuber: Sie haben es aber nicht festgehalten!
Wer (Abg. Pirklhuber – die Hand hebend und im Begriffe, nach vorne zum Präsidium zu gehen –: Eingangs hat der Berichterstatter noch die Möglichkeit, das Wort zu ergreifen!) Bitte? (Abg. Pirklhuber: Eingangs fragen Sie, Herr Präsident, ob der Berichterstatter noch das Wort wünscht!) Der Berichterstatter hat zu dem Zeitpunkt, zum Ende der Debatte keine Wortmeldung beziehungsweise keine Berichterstattung gewünscht. Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Nein!) Ich habe das festgehalten. (Abg. Pirklhuber: Sie haben es aber nicht festgehalten!) – Jetzt ist es zu spät. Tut mir leid!
Abg. Auer: Schweinsohrenspezialist Pirklhuber!
Zweitens: Kreislaufwirtschaft war einmal ein ganz zentrales Schlagwort der österreichischen Agrar- und Gesellschaftspolitik, aber heute ist sie Teil der Sonntagsrede, dort kommt sie noch vor, aber wenn es darum geht, Nägel mit Köpfen zu machen, dann ist man – und diese Kritik muss ich leider an Sie, Herr Bundesminister, richten – hauptsächlich an so Sachen orientiert wie Schweinsohren nach China zu exportieren. (Abg. Auer: Schweinsohren?) Das darf sein. Ich bin nicht dagegen, Kollege Auer. Aber vom Fokus der politischen Herausforderung (Abg. Auer: Schweinsohrenspezialist Pirklhuber!) – Das ist die Exportoffensive des Herrn Bundesministers!
Abg. Pirklhuber: Sepp Holzer, ja!
Es gibt dazu in Österreich auch einige Expertisen und einige Experten, die sich sehr gut dazu äußern. Da wäre zum Beispiel Franz Xaver Hölzl oder auch Frau Dipl.-Ing. Elisabeth Murauer ein Name, den ich noch nie im Umweltausschuss gehört habe, den ich aber unbedingt erwähnen möchte, ist Sepp Holzer. (Abg. Pirklhuber: Sepp Holzer, ja!) Sepp Holzer ist ein Salzburger, ein Landwirt, ein Buchautor, ein international tätiger Berater für naturnahe Landwirtschaft. Er selbst und auch die Medien bezeichnen ihn sehr gerne als „Agrar-Rebell“.
Abg. Preiner platziert zwei Flaschen auf dem Rednerpult. – Abg. Pirklhuber: Kosten, Herr Minister! Kosten!
Präsident Karlheinz Kopf: Als nächster Redner gelangt Herr Abgeordneter Preiner zu Wort. – Bitte. (Abg. Preiner platziert zwei Flaschen auf dem Rednerpult. – Abg. Pirklhuber: Kosten, Herr Minister! Kosten!)
Heiterkeit der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Pirklhuber
Es ist mir eine besondere Ehre, als erster Nicht-Burgenländer hier sprechen zu dürfen. Ich bin also wahlkampfbefreit (Heiterkeit der Abgeordneten Meinl-Reisinger und Pirklhuber) und kann in dieser Hinsicht ein bisschen zur sachlichen Argumentation beitragen, denke ich.
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Dieser Gratulation schließe ich mich an!
Deshalb gratuliere ich – das muss ich sagen – den Burgenländern zu ihrem Produkt. Wein ist es noch keiner. Ich darf das als Südsteirer nicht laut sagen, aber schmecken tut es in irgendeiner Aufbereitung trotzdem. Gratulation! – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Dieser Gratulation schließe ich mich an!)
Sitzung Nr. 77
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend Petition des Gemeinderates der Stadt Mödling für die Widerrufung der Zulassung von Pestizid-Produkten mit dem Wirkstoff Chlorpyrifos und ähnlichen giftigen Substanzen (Ordnungsnummer 51) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 79
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Okay, da kommen wir nicht weiter, also machen wir einen nächsten Vorschlag und sagen: Regeln wir die Bereiche, die von den Kollektivverträgen nicht erfasst sind! Konkret sieht das so aus, dass wir wollen, dass ein Mindestlohn in diesem Bereich vom Bundeseinigungsamt gesatzt wird – das Bundeseinigungsamt, das mit Sozialpartnervertretern besetzt ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Was kommt von Ihnen in der Debatte? – Frau Abgeordnete Winzig, die sich offenbar nicht ausgekannt hat, sagte: Überlassen wir das den Sozialpartnern! – Wenn es keinen Kollektivvertrag gibt? – Na, bitte! Wir schalten ein Sozialpartnergremium ein. Sie haben sich mit dem Vorschlag nicht einmal auseinandergesetzt! (Abg. Winzig: Da haben Sie mich falsch verstanden! Sie müssen nur aufpassen!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Sie haben die Möglichkeit, hier herauszugehen. Sie haben jetzt, glaube ich, 10 Minu- ten lang gesprochen. Es gibt keinen Monolog, es gibt eine Redeordnung, und daran haben auch Sie sich zu halten, Frau Kollegin! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: 15 Prozent sind zu viel!
Zum Niedriglohnsektor, Frau Abgeordnete Schatz, denn Sie kritisieren immer das österreichische System der Sozialpartnerschaft: Die Bundesrepublik Deutschland hat einen gesetzlichen Mindestlohn und hat einen Niedriglohnsektor von 24 Prozent der Arbeitskräfte. Die Europäische Union hat im Durchschnitt einen Niedriglohnsektor von 17 Prozent – wir haben einen Niedriglohnsektor von 15 Prozent. Das heißt, der österreichische Weg, dass die Sozialpartner etwas gestalten, kann nicht so schlecht gewesen sein, denn sonst hätten wir nicht diesen Wert. (Abg. Pirklhuber: 15 Prozent sind zu viel!)
Abg. Jarolim: Wer sagt das?! – Abg. Pirklhuber: Föderalismus!
Da bin ich bei einem Grundproblem, das uns jedes Mal im Rechnungshofausschuss beschäftigt. Reformen sind dringend notwendig. Die Mittel, die wir steuerlich lukrieren, müssen effizienter eingesetzt werden. Und was passiert? – Nichts! (Abg. Jarolim: Wer sagt das?! – Abg. Pirklhuber: Föderalismus!)
Abg. Pirklhuber: Er kennt sich nicht aus!
Rund um die Auseinandersetzungen, welche Maßnahmen jetzt angerechnet werden können, sind vor einigen Monaten Medienberichte aufgetaucht, wonach eben Tankstellenbetreiber statt echter Energiesparmaßnahmen dem Diesel Reinigungsadditive zugeben können, um so ihre Energieeinsparung darstellen zu können. (Abg. Pirklhuber: Er kennt sich nicht aus!) Die Beigabe dieser Reinigungsadditive passiert jetzt schon.
Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Walser: Gut gemacht! – Abg. Pirklhuber: Das ist aber spannend!
Jetzt spreche ich zu dieser Aussage. Also, erstens, wer ist Professor Rose? – Das ist der ehemalige Chef-Stratege von Shell. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen. – Abg. Walser: Gut gemacht! – Abg. Pirklhuber: Das ist aber spannend!) So viel zu einem unab-
Abg. Pirklhuber: Richtig! Unglaublich!
Aber jetzt komme ich zum noch kritischeren Teil, zu den Wirkungen, die diese Maßnahme haben könnte. Sie schreiben in Ihrer Beantwortung, dass Sie von Effizienzsteigerungen von 0,7 Prozent ausgehen. Die Verpflichtung der Tankstellenbetreiber sowie aller EnergielieferantInnen liegt bei 0,6 Prozent. Das heißt, wenn diese Maßnahme so anerkannt wird, kommt es zu einer Übererfüllung durch die Tankstellenbetreiber. Dadurch wird der Markt mit Zertifikaten geschwemmt, andere Verpflichtete können diese Zertifikate billig kaufen, und dieses Gesetz, die Energiesparverpflichtung und -leistung, die wir erbringen wollen, werden dadurch völlig ausgehebelt und sabotiert. (Abg. Pirklhuber: Richtig! Unglaublich!)
Abg. Pirklhuber: Ein Trick!
Statt Energiesparmaßnahmen, die verpflichtend zu erbringen sind, schaffen Sie durch diese Anrechnung einen Anreiz dafür, mehr Dieselkraftstoff und Benzin zu verkaufen – und das im Jahr der entscheidenden Klimakonferenz in Paris. (Abg. Pirklhuber: Ein Trick!)
Abg. Pirklhuber: Ein Geschäft ist es!
Ich glaube ihm, dass er viel erreicht hat, wenn diese Maßnahme anerkannt wird, nämlich viele Profite für seine Branche, aber leider auch sehr viel Schaden für die Umwelt, für den Klimaschutz und auch für die KonsumentInnen, denn das, was Sie hier tun, ist KonsumentInnen-Täuschung, weil KonsumentInnen vorgegaukelt wird, sie würden etwas für den Umweltschutz, für den Klimaschutz tun. Tatsächlich werden Additive beigemengt, die keinerlei Wirkung haben. (Abg. Pirklhuber: Ein Geschäft ist es!) Sie wollen lediglich die Tankstellenbetreiber billig davonkommen lassen, um sozusagen die Profite auch noch anzukurbeln. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Was ist mit dem Herrn Minister?!
Ich möchte auch für mich persönlich sagen, ich habe damals nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch viel Herzblut in diese Verhandlungen investiert. (Abg. Pirklhuber: Was ist mit dem Herrn Minister?!) Daher verstehe ich gut, dass es nach so einer intensiven Debatte, wie wir sie hatten, jetzt viele gibt, die vom Stand der Umsetzung ein wenig enttäuscht sind und die sich mehr erwartet hätten – teilweise vielleicht auch mehr, als wir dann letztlich im Gesetz zu Papier gebracht haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber.
Ich möchte auch für mich persönlich sagen, ich habe damals nicht nur sehr viel Zeit, sondern auch viel Herzblut in diese Verhandlungen investiert. (Abg. Pirklhuber: Was ist mit dem Herrn Minister?!) Daher verstehe ich gut, dass es nach so einer intensiven Debatte, wie wir sie hatten, jetzt viele gibt, die vom Stand der Umsetzung ein wenig enttäuscht sind und die sich mehr erwartet hätten – teilweise vielleicht auch mehr, als wir dann letztlich im Gesetz zu Papier gebracht haben. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
In diesem Sinn, lieber Herr Bundesminister, glaube ich, dass wir eine rasche Begutachtung der Richtlinienverordnung mit einem erweiterten Methodendokument dringend brauchen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das würde dazu beitragen, dass es Klarheit für die Energielieferanten gibt. Das würde dazu beitragen, dass die Wirksamkeit des Gesetzes gestärkt wird. Schließlich haben wir uns auch gemeinsam verpflichtet, den Energieeinsatz zu verbessern, zu senken, und genau dafür brauchen wir wirksame Maßnahmen.
Abg. Pirklhuber: Das wissen wir doch, Herr Minister, da brauchen wir die G7 nicht!
ben wir da wieder etwas mehr Druck und auch Unterstützung erhalten, einerseits durch die gesamte Problematik der Versorgungsunsicherheit – was die Ukraine und andere Themen anbelangt – und andererseits etwa beim letzten G7-Gipfel, aber auch bei anderen Treffen, auf denen die Problematik der Erderwärmung und der Klimaziele generell dargestellt worden ist. (Abg. Pirklhuber: Das wissen wir doch, Herr Minister, da brauchen wir die G7 nicht!)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Aber zur Täuschung darf es nicht führen!
Daher bitte ich, das Wording ein bisschen zu reduzieren und auch die Probleme auf der anderen Seite zu sehen. Wir sind wirklich bemüht, wie vereinbart eine Umsetzung zustande zu bringen, im Interesse des Klimazieles – das unterstützen wir alle – und im Interesse aber auch der Bürgerinnen und Bürger, die dieses Gesetz leben können müssen. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Aber zur Täuschung darf es nicht führen!)
Abg. Pirklhuber: Natürlich!
Abgeordneter Mag. Josef Lettenbichler (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Vizekanzler! Hohes Haus! Sehr geehrte Damen und Herren vor den Bildschirmen, Laptops, iPads oder wo auch immer! (Vizekanzler Mitterlehner: iPhones!) Ich will anfangs ein bisschen meiner Verwunderung über die Fragestellung dieser heutigen Kurzdebatte Ausdruck verleihen. Es hat eine Anfrage der Abgeordneten Brunner gegeben und auch, ich habe mir natürlich im Vorfeld dieser Debatte die Beantwortung durchgelesen, eine allumfassende und auch sehr ins Detail gehende Beantwortung seitens des Ministers. Natürlich kann man über Inhalte diskutieren, darüber, dass man unterschiedliche Auffassungen hat, über den Inhalt beziehungsweise den Umfang und die Qualität der Beantwortung aber nicht. Ob man deswegen extra eine Kurzdebatte machen muss, lasse ich dahingestellt. (Abg. Pirklhuber: Natürlich!)
Abg. Pirklhuber: Da geht es nicht um eine Abwehrhaltung! Die Fakten müssen stimmen!
Bis zu einem gewissen Grad habe ich Verständnis für die Äußerungen der Abgeordnetenkollegin Brunner, weil, wenn das Thema fossile Brennstoffe ist, eine gewisse natürliche Abwehrhaltung bei den Grünen festzustellen ist, und das nicht nur in diesem Bereich. (Abg. Pirklhuber: Da geht es nicht um eine Abwehrhaltung! Die Fakten müssen stimmen!) Wie schon der Herr Bundesminister gesagt hat, braucht man auch akzeptable, nachhaltige und praktikable Umsetzungsschritte, damit wir die einzelnen Sektoren, die von diesem Gesetz betroffen sind, damit ausstatten können und damit auch eine Machbarkeit gegeben ist.
Abg. Pirklhuber: Was heißt „einschießen“? Es geht um die Klimaherausforderung!
Man muss ein Gesetz in der Ausführung dann so machen – das hat auch der Herr Minister mehrmals gesagt, auch hier im Haus, und dafür bin ich auch dankbar –, dass man der Wirtschaft Instrumente in die Hand gibt, damit man ein Gesetz auch umsetzen kann. Ich finde es auch nicht in Ordnung, dass man sich hier jetzt einschießt auf die Mineralölindustrie, auf die Tankstellenbetreiber. (Abg. Pirklhuber: Was heißt „einschießen“? Es geht um die Klimaherausforderung!)
Abg. Pirklhuber: Eh klar!
Es geht jetzt einmal um die eine Darstellung, die drauf ist. Da werfen Sie mir vor, dass das draufsteht (Abg. Brunner: Ich hab’ Sie gefragt !) – der Herr Willi hat es gerade gesagt –, daher sage ich Ihnen: Das verantworte nicht ich, sondern das Unternehmen (Abg. Pirklhuber: Eh klar!), und die Vorgangsweise ist möglicherweise nicht rechtlich gedeckt, aber die Vorgangsweise ist möglicherweise auch nicht mit Sanktionen bedroht! Ist das einmal rübergekommen? (Abg. Brunner: Aber keine Garantie für !) – Gut! Daher hat das an sich mit mir und einer Anfragebeantwortung wenig zu tun.
Abg. Pirklhuber: Täuschung der Konsumenten ist gegeben!
Das ist es, und daher würde ich einmal die ganze Dramatik aus dem herausnehmen. Ich kann jetzt in dem Zusammenhang weder etwas abstellen noch etwas bestätigen. Ich hoffe, dass mir nicht ein Dritter genau dasselbe noch einmal sagt, denn das eine hat mit dem anderen meiner Meinung nach nichts zu tun. (Abg. Pirklhuber: Täuschung der Konsumenten ist gegeben!) – Bitte? (Abg. Pirklhuber: Eine Konsumententäuschung ist gegeben! – Ruf bei der ÖVP: Überhaupt nicht!)
Abg. Pirklhuber: Eine Konsumententäuschung ist gegeben! – Ruf bei der ÖVP: Überhaupt nicht!
Das ist es, und daher würde ich einmal die ganze Dramatik aus dem herausnehmen. Ich kann jetzt in dem Zusammenhang weder etwas abstellen noch etwas bestätigen. Ich hoffe, dass mir nicht ein Dritter genau dasselbe noch einmal sagt, denn das eine hat mit dem anderen meiner Meinung nach nichts zu tun. (Abg. Pirklhuber: Täuschung der Konsumenten ist gegeben!) – Bitte? (Abg. Pirklhuber: Eine Konsumententäuschung ist gegeben! – Ruf bei der ÖVP: Überhaupt nicht!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Brunner.
Abgeordnete Dr. Kathrin Nachbaur (STRONACH): Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Minister! Sehr geehrte Kollegen im Hohen Haus! Sehr geehrte Steuerzahler und sehr geehrte Stromkunden! Wir haben letztes Jahr gegen das Energieeffizienzgesetz gestimmt, weil wir es für überflüssig hielten, und das tun wir auch heute noch. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Brunner.)
Abg. Pirklhuber: Zukunftstechnologien !
Das Gesetz macht alle Energielieferanten eigentlich dafür verantwortlich, dass ihre Kunden bis 2020 jährlich 0,6 Prozent weniger Energie verbrauchen – ansonsten müssen die Versorger Strafe zahlen. (Abg. Pirklhuber: Zukunftstechnologien !) Das Wifo hat schon letztes Jahr geschätzt, dass diesbezüglich bis zu 450 Millionen € an Strafen anfallen könnten. Und wer, glauben Sie, sehr geehrte Damen und Herren, wird das wirklich bezahlen? – Natürlich Sie, die Stromkunden, die Steuerzahler werden die Krot wieder einmal schlucken müssen. (Abg. Pirklhuber: müssen sparen !)
Abg. Pirklhuber: müssen sparen !
Das Gesetz macht alle Energielieferanten eigentlich dafür verantwortlich, dass ihre Kunden bis 2020 jährlich 0,6 Prozent weniger Energie verbrauchen – ansonsten müssen die Versorger Strafe zahlen. (Abg. Pirklhuber: Zukunftstechnologien !) Das Wifo hat schon letztes Jahr geschätzt, dass diesbezüglich bis zu 450 Millionen € an Strafen anfallen könnten. Und wer, glauben Sie, sehr geehrte Damen und Herren, wird das wirklich bezahlen? – Natürlich Sie, die Stromkunden, die Steuerzahler werden die Krot wieder einmal schlucken müssen. (Abg. Pirklhuber: müssen sparen !)
Abg. Pirklhuber: Entkoppeln muss man es vom Energieverbrauch!
Wenn wir also weniger Wirtschaftswachstum haben und weniger Bevölkerungswachstum haben, brauchen wir weniger Energie. Also hoffentlich ist das keine selbsterfüllende Prophezeiung – wir wollen mehr Wirtschaftswachstum, wir wollen mehr Bevölkerungswachstum. (Abg. Pirklhuber: Entkoppeln muss man es vom Energieverbrauch!) Wir brauchen Arbeitsplätze, gesunde Unternehmen, die selbstverständlich im eigenen Interesse energieeffizient produzieren. (Beifall beim Team Stronach.)
Sitzung Nr. 81
Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner, Korun und Pirklhuber.
Abgeordneter Franz Leonhard Eßl (ÖVP): Frau Präsidentin! Meine geschätzten Damen und Herren! Geschätzte Frau Kollegin Musiol, sind das wirklich die Probleme, die unser Land berühren? Da gibt es in unserem Land Arbeitslosigkeit, da gibt es in unserem Land eine Wirtschaft, die wahrlich nicht boomt, da gibt es Flüchtlingsströme auf der Welt und in Österreich – und Ihr Problem ist, ob das Zusammensein gleichgeschlechtlicher Partner so oder so heißt! (Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner, Korun und Pirklhuber.) Mit dieser Art der Politik werden keine Probleme gelöst! (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Sitzung Nr. 85
Abg. Pirklhuber: Ja!
Zudem möchte ich kurz auf einen weiteren Punkt Bezug nehmen, da wir diesen im Ausschuss diskutiert haben, aber das Thema meines Wissens vertagt wurde, nämlich auf das Pflanzenschutzmittel Glyphosat – Produktname: Roundup –, das in Österreich und weltweit sehr kontroversiell diskutiert wird. Gestern ist zumindest eine Presseaussendung herausgekommen, wonach die Firma BAUHAUS, einer der größeren Vertreiber, das Produkt freiwillig aus dem Sortiment nimmt und einfach nicht mehr verkauft. (Abg. Pirklhuber: Ja!)
Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Nochmals herzlichen Dank an alle Kollegen, die mitgehen, und trotzdem die Einladung an alle, die vielleicht noch in letzter Minute darüber nachdenken könnten, dass es durchaus ein positives Signal für Österreichs Felder, für die österreichische Landwirtschaft und für die österreichische Vormachtstellung in diesem Bereich wäre. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Walter Rosenkranz: Kollege Pirklhuber hat einen Gusto gekriegt!
keine Haltbarmacher. (Abg. Walter Rosenkranz: Kollege Pirklhuber hat einen Gusto gekriegt!)
Abg. Pirklhuber: freiheitlicher Postenschacher!
Natürlich muss es bei einer Zweidrittelmehrheit etwas geben, was den Regierungs-parteien auch weh tut, wo es an Ihre Substanz geht. Wir Freiheitlichen sind halt, wenn es um eine Zweidrittelmehrheit geht, nicht der „billige Jakob“ Pirklhuber oder wie die Grünen insgesamt (Abg. Pirklhuber: freiheitlicher Postenschacher!), die sofort wie ein kleines Hunderl mit dem Schwanzerl wedeln (Beifall bei der FPÖ), damit sie – unter Anführungszeichen – ihre „Regierungsfähigkeit“ und „Regierungstauglichkeit“ unter Beweis stellen. (Zwischenruf der Abg. Königsberger-Ludwig. – Zwischenrufe bei den Grünen.) – Nein, das sehen Sie doch auf der ganzen Welt, in ganz Grünistan ist das so, sobald es die Möglichkeit für eine Regierungsbeteiligung gibt; und ich verstehe das ja irgendwo. (Zwischenruf des Abg. Pilz.)
Abg. Pirklhuber: Ganz wichtig!
Herr Minister, von Ihnen ist ausständig eine entsprechende Änderung des Abfallwirtschaftsgesetzes, des Immissionsschutzgesetzes-Luft, des Wasserrechtsgesetzes, und wir müssen auch Änderungen im Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz vornehmen. (Abg. Pirklhuber: Ganz wichtig!) Aber all das wird nicht gemacht.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Darauf können wir stolz sein, weil wir das gemeinsam machen. Mit Ihrer Neinsager-Politik und Ihrer destruktiven Politik werden Sie null – zero – erreichen. Das mag vielleicht medial populär sein; inhaltlich bringt das gar nichts. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Österreich geht damit in die Vorlage, auch dank der Unterstützung der Gemeinden und der Bundesländer. – Danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 86
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Ja, mit falschen Zahlen ist man in die Union hineingegangen – da haben aber alle zugeschaut –, und dann ist Folgendes organisiert worden – zulasten der europäischen Steuerzahler heute –: Dass die griechischen günstigen Kredite, die sie natürlich gekriegt haben, dazu verwendet worden sind, dass die deutschen Banken, die französischen, die britischen und die amerikanischen Banken ein Supergeschäft gemacht haben. Und das korrespondiert genau mit jenen riesigen Milliardenzahlungen wieder an die deutsche, französische, britische und amerikanische Rüstungsindustrie. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Die haben das höchste Rüstungsbudget von Europa gehabt pro Kopf und sind heute noch kaum herunten! (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Ja, ein Kranker, ein selbstverschuldeter Kranker vielleicht, wie Griechenland – so etwas gibt es ja, dass man selber schuld ist, wenn man irgendeine Krankheit kriegt, mag ja sein – ist von der Therapie – und zwar von einer Zwangstherapie, weil der Patient nicht mehr flüchten konnte –, von der Zwangstherapie Ihrerseits immer noch viel kränker geworden, kränker, als er ursprünglich schon war. Das ist doch das Problem! Wenn Sie dem Einbeinigen noch ein Bein amputieren, wird er nicht schneller laufen. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Das ist die Methode dieser Kürzungspolitik. Nicht, dass an der richtigen Stelle nicht gespart werden sollte! – Es bleiben ja noch drei Minuten Zeit, das zu erläutern.
Abg. Pirklhuber: Das funktioniert nicht!
Jetzt wird also genau diese wirtschafts- und finanzpolitische Wende gebraucht werden. Das Problem haben wir ja in ganz Europa! Schauen Sie sich den Patienten dort, aber auch anderswo an: 50 Prozent Jugendarbeitslosigkeit – eine ganze Generation wird verheizt! Wer soll denn das verantworten?! Und die Therapie soll immer noch die gleiche bleiben?! – Nein! (Abg. Pirklhuber: Das funktioniert nicht!) Das muss anders organisiert werden!
Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen, darunter Abg. Pirklhuber: Ein Lösungsvorschlag!
Einer sieht es anders – er hat es heute auch wieder hier im Haus gesagt –: unser Bundeskanzler, den Tsipras als seinen neuen Freund sieht. Was hat der Bundeskanzler gestern im „Morgenjournal“ gesagt? (Abg. Kickl – in Richtung SPÖ weisend –: Da braut sich was zusammen! – Abg. Strache – in Richtung SPÖ weisend –: Da ist Nervosität!) – Sie können es sofort nachhören, es ist noch auf ORF.at abrufbar. – Bundeskanzler Faymann hat gemeint, man könne für die Missstände in Griechenland nicht die- se Regierung Tsipras verantwortlich machen. Es seien Lasten der Vorgängerregierungen. (Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen, darunter Abg. Pirklhuber: Ein Lösungsvorschlag!)
Abg. Pirklhuber: Ein Sachargument!
Ich sage Ihnen, Europa braucht in allen Ländern aktive und reformfreudige Regierungschefs und nicht Zögerer und Zauderer. (Abg. Pirklhuber: Ein Sachargument!) Und Tsipras ist ein solcher. (Abg. Pirklhuber: Kein einziges Sachargument!) Nichts ist in Griechenland bisher in die richtige Richtung gegangen, aber schon gar nichts, sage ich Ihnen! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Kein einziges Sachargument!
Ich sage Ihnen, Europa braucht in allen Ländern aktive und reformfreudige Regierungschefs und nicht Zögerer und Zauderer. (Abg. Pirklhuber: Ein Sachargument!) Und Tsipras ist ein solcher. (Abg. Pirklhuber: Kein einziges Sachargument!) Nichts ist in Griechenland bisher in die richtige Richtung gegangen, aber schon gar nichts, sage ich Ihnen! (Beifall und Bravoruf bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Mit dieser Art von Sturheit wird Europa an die Wand gefahren, Herr Kollege Lopatka!
Wer wie ein Partner behandelt werden will ... (Abg. Gisela Wurm: Letztklassig!) – Nein, letztklassig ist, wenn man sich nicht wie ein Partner benimmt. Schauen Sie sich an, was die Sozialdemokraten europaweit von Tsipras halten! Ich habe Ihnen gerade vorher auch Ihren Altkanzler Vranitzky zitiert. (Abg. Pirklhuber: Mit dieser Art von Sturheit wird Europa an die Wand gefahren, Herr Kollege Lopatka!) Nehmen Sie erfahrene Politiker ernst, sage ich Ihnen, gerade aus Ihrer Parteienfamilie europaweit! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Das ist ja unglaublich!
Da geht es nicht darum, irgendetwas zu finden, worüber man vielleicht lachen kann. (Abg. Pirklhuber: Wer hat Ihnen denn diese Rede geschrieben? – Das ist ja unglaublich!) Ich sage Ihnen: Demokratie heißt für Regierungschefs, Verantwortung zu übernehmen. Und man kann, wenn es schwierig wird, diese Verantwortung nicht an den Nagel einer Volksabstimmung hängen, das sage ich Ihnen auch! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Was ist denn jetzt die Lösung?)
Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Doktor Seltsam! – Abg. Kogler: So was soll einmal eine Europapartei gewesen sein! – Abg. Pirklhuber: Lopatka, der Pressesprecher von Frau Merkel!
on eine gute Zukunft hat. Ich bin nach wie vor zuversichtlich, wenngleich die Situation schwieriger ist als jemals zuvor. (Beifall und Bravorufe bei der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Doktor Seltsam! – Abg. Kogler: So was soll einmal eine Europapartei gewesen sein! – Abg. Pirklhuber: Lopatka, der Pressesprecher von Frau Merkel!)
Abg. Pirklhuber: Ohne Schuldenschnitt keine Chance!
Außerdem möchte ich diesen einen Punkt, der auch angesprochen wurde, mit dem Primärüberschuss noch einmal klarstellen: Das größte Entgegenkommen in den Verhandlungen war – und das hat Griechenland auch respektiert –, dass wir von einer ursprünglichen Schuldentragfähigkeit von 4,5 Prozent Primärüberschuss heruntergegangen sind auf 1 Prozent, 2 Prozent, 3 Prozent und 3,5 Prozent, um der griechischen Wirtschaft die Chance zu geben, die Primärüberschüsse zu investieren – und nicht nur zur Schuldentilgung zu verwenden. Das ist ein Programm, das wir proaktiv angegangen sind. Das zur Frage Sturheit. Wir haben dieses Programm proaktiv gesetzt. (Abg. Pirklhuber: Ohne Schuldenschnitt keine Chance!)
Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Pirklhuber: Wenn es gute Vorschläge sind!
Abgeordneter Dr. Josef Cap (SPÖ): Das ist eine gute Idee, der Herr Minister soll alle Mediensprecher einladen. Auch ich halte das für eine gute Idee, wird aufgegriffen. Aber jetzt musst du dann zustimmen, das vergisst du doch nicht? Das sage ich nur auch dazu. (Allgemeine Heiterkeit. – Abg. Pirklhuber: Wenn es gute Vorschläge sind!)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Ein gutes Angebot!
Aber das hat meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt – bei den vielen, vielen anderen Punkten, wo uns die Zeit fehlt, dass wir das aufarbeiten –, dass du beziehungsweise ihr am Schluss dann nicht zugestimmt habt. Das würde ich meinen. Aber das ist meine subjektive Meinung, du hast eine andere subjektive Meinung. Aber wir werden das in guter alter österreichischer Manier noch auszudiskutieren haben, und – ich spüre es – wir kommen uns mental näher, Dieter, es wird gelingen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Ein gutes Angebot!)
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Wozu war die Diskussion, Herr Kollege?
Dazu muss man einmal ein recht herzliches Danke sagen. Es hat aber auch gezeigt, dass wir in Hinkunft sehr viel an Diskussion und Information brauchen werden, wenn diese Diskussionen dementsprechend weiterlaufen. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Wozu war die Diskussion, Herr Kollege?)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig! – Abg. Winzig: Ist ja gar nicht wahr!
Wenn man sich all die Initiativen ansieht, nicht nur hier im Hohen Haus, sondern auch außerhalb, so sieht man: Es hat zum Beispiel der oberösterreichische Landtag im Jänner dieses Jahres eine einstimmige Resolution verabschiedet und sich gegen TTIP ausgesprochen. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig! – Abg. Winzig: Ist ja gar nicht wahr!) – Natürlich ist das wahr! Vielleicht informieren Sie sich einmal! Wenn Sie nicht wissen, was in Oberösterreich passiert, dann ist es Ihr Problem und nicht gerade ein gutes Beispiel, mit dem Sie hier vorangehen! Die Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher sehen das auch so, haben auch ihre Bedenken ausgesprochen.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Aber da müssen wir etwas dagegen tun! Da braucht es eine parlamentarische Enquete!
Ich denke, diese Bürgerinitiativen und diese Petitionen unterstreichen unsere Haltung. – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Aber da müssen wir etwas dagegen tun! Da braucht es eine parlamentarische Enquete!)
Abg. Pirklhuber: Leider!
Ich möchte kurz über die Petition Nr. 32, „Klima- und Energiewende 2014“, sprechen, die zur Kenntnis genommen worden ist. (Abg. Pirklhuber: Leider!) Herr Kollege Pirklhuber! Im Ausschuss wird es ja behandelt, und du hast es ja selbst gesagt … (Abg. Pirklhuber: … nicht der Fachausschuss!) – Ja, im Fachausschuss Umwelt wird es ja trotzdem behandelt, weil das heuer ein starkes Thema ist, und daher, denke ich, finden wir uns dort wieder. (Abg. Pirklhuber: Die Petition aber nicht!)
Abg. Pirklhuber: … nicht der Fachausschuss!
Ich möchte kurz über die Petition Nr. 32, „Klima- und Energiewende 2014“, sprechen, die zur Kenntnis genommen worden ist. (Abg. Pirklhuber: Leider!) Herr Kollege Pirklhuber! Im Ausschuss wird es ja behandelt, und du hast es ja selbst gesagt … (Abg. Pirklhuber: … nicht der Fachausschuss!) – Ja, im Fachausschuss Umwelt wird es ja trotzdem behandelt, weil das heuer ein starkes Thema ist, und daher, denke ich, finden wir uns dort wieder. (Abg. Pirklhuber: Die Petition aber nicht!)
Abg. Pirklhuber: Die Petition aber nicht!
Ich möchte kurz über die Petition Nr. 32, „Klima- und Energiewende 2014“, sprechen, die zur Kenntnis genommen worden ist. (Abg. Pirklhuber: Leider!) Herr Kollege Pirklhuber! Im Ausschuss wird es ja behandelt, und du hast es ja selbst gesagt … (Abg. Pirklhuber: … nicht der Fachausschuss!) – Ja, im Fachausschuss Umwelt wird es ja trotzdem behandelt, weil das heuer ein starkes Thema ist, und daher, denke ich, finden wir uns dort wieder. (Abg. Pirklhuber: Die Petition aber nicht!)
Abg. Pirklhuber: Warum haben Sie es nicht zugewiesen? – Das sind alles Argumente!
Eingebracht wurde die Petition vom Klimabündnis Österreich, und damit wurden große umweltpolitische Forderungen angesagt. Erfreulich ist, dass wir 950 Klimabündnisgemeinden haben, und auch meine Heimatgemeinde Schrems ist eine Klimabündnisgemeinde (Abg. Pirklhuber: Warum haben Sie es nicht zugewiesen? – Das sind alles Argumente!) – ja, eh –, wir haben auch die Stellungnahmen aus dem Umweltministerium, dem Wirtschafts- und Finanzministerium eingeholt, und in diesen finden wir breite Unterstützung hinsichtlich der Forderungen, die aufgestellt wurden.
Sitzung Nr. 88
Abg. Pirklhuber: Schuldenschnitt ist notwendig, hat der IWF …! – Zwischenruf des Abg. Rossmann.
Ich nenne Ihnen nur eine Zahl: Die jüngste Eskalation hat bei den Banken in Griechenland jetzt laut IWF einen zusätzlichen Finanzbedarf von 25 Milliarden € verursacht, nur das, was jetzt zuletzt diese Regierung von Tsipras und Varoufakis verursacht hat. (Abg. Pirklhuber: Schuldenschnitt ist notwendig, hat der IWF …! – Zwischenruf des Abg. Rossmann.) 25 Milliarden – Ihre Freunde in der Syriza, Kollege Rossmann, die Sie zu Jahresbeginn so bejubelt haben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!
Wir sehen die Situation auch sehr kritisch: Wir sehen hier eine letzte Chance für Griechenland! (Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!) Ja, wir sehen eine letzte Chance. (Abg. Strache: Ist ein Geschäft für …! – Abg. Darmann: Wie viele letzte Chancen gibt es noch?!) Ich sage Ihnen auch eines: Wir haben, unser Finanzminister hat das auch im ECOFIN vertreten, immer die Position unterstützt, die jetzt das Ergebnis ist. Tsipras wollte etwas anderes, und Tsipras hält ja auch im griechischen Fernsehen fest: Unterstützung für mein Land, für meine Position kam nur von Frankreich, Italien, Zypern und Österreich, im Rat! (Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!)
Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!
Wir sehen die Situation auch sehr kritisch: Wir sehen hier eine letzte Chance für Griechenland! (Abg. Pirklhuber: Das habt ihr schon ein paarmal gesagt!) Ja, wir sehen eine letzte Chance. (Abg. Strache: Ist ein Geschäft für …! – Abg. Darmann: Wie viele letzte Chancen gibt es noch?!) Ich sage Ihnen auch eines: Wir haben, unser Finanzminister hat das auch im ECOFIN vertreten, immer die Position unterstützt, die jetzt das Ergebnis ist. Tsipras wollte etwas anderes, und Tsipras hält ja auch im griechischen Fernsehen fest: Unterstützung für mein Land, für meine Position kam nur von Frankreich, Italien, Zypern und Österreich, im Rat! (Abg. Pirklhuber: Im Rat … Finanzminister!)
Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber
Wir von der Österreichischen Volkspartei orientieren uns nicht an diesen Staaten. Ich ersuche daher auch den Herrn Bundeskanzler, dass sich Österreich an Deutschland (Zwischenrufe bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber), an den Niederlanden, an den skandinavischen Ländern orientiert in seiner Politik und wir uns auch bei der Lösung der Griechenland-Frage an diesen Staaten orientieren! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Hübner.)
Abg. Pirklhuber: Profiteur!
Jetzt hören Sie zu: Hollande sagt diese Woche in der „Süddeutschen Zeitung“, Europa kann nur mit Deutschland vorankommen, und Deutschland ist die Lokomotive in Europa. (Abg. Pirklhuber: Profiteur!) Ich sage Ihnen: Das ist das, was mich optimistisch stimmt, und ich danke Finanzminister Hans Jörg Schelling, dass er Wolfgang Schäuble in den entscheidenden Stunden unterstützt hat! Das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Rossmann.)
Abg. Pirklhuber: Griechenland …!
bereichen doch auskennt, daher werden Sie es wissen: 40 Milliarden € war unser Exportvolumen 2014, 30 Prozent unserer Exporte gehen nach Deutschland. (Abg. Pirklhuber: Griechenland …!) Deutschland ist mit Abstand unser wichtigster Wirtschaftspartner, ist für unseren Tourismus von Bedeutung. Wir sollten nichts tun, um unser Verhältnis zu Deutschland zu trüben! Das ist einfach meine Bitte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
bereichen doch auskennt, daher werden Sie es wissen: 40 Milliarden € war unser Exportvolumen 2014, 30 Prozent unserer Exporte gehen nach Deutschland. (Abg. Pirklhuber: Griechenland …!) Deutschland ist mit Abstand unser wichtigster Wirtschaftspartner, ist für unseren Tourismus von Bedeutung. Wir sollten nichts tun, um unser Verhältnis zu Deutschland zu trüben! Das ist einfach meine Bitte. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Steinhauser: Dann werden sie in drei Jahren wieder um ein Hilfspaket betteln!
Dritter Punkt: Privatisierungen (Abg. Rossmann: Das ist doch ein Hohn! … Massenentlassungen!) – ja, Kollege Rossmann –, Privatisierungen in der Größenordnung von 50 Milliarden € und Verwaltungsreformen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Steinhauser: Dann werden sie in drei Jahren wieder um ein Hilfspaket betteln!)
Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Was passiert bei diesen griechischen Tragödien? – Dort ist es immer so, dass sich die Protagonisten in Handlungen verstricken, unfähig sind, herannahende Katastrophen zu erkennen, geschweige denn diese abzuwenden, und sie erkennen auch die Tragweite ihrer Handlungen nicht. (Zwischenrufe bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.) Genau dort steht jetzt Griechenland, und daher war es wichtig, diese strengen Auflagen zu erstellen, um dem Spiel der Tragödie von Tsipras und Varoufakis, das sie das letzte halbe Jahr betrieben haben, ein Ende zu setzen. Und das war ein Spiel, das sie hier aufgeführt haben – das sage ich Ihnen. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es ist also diese Eurozone – erkennbar an diesem Beispiel – auseinandergerissen (Ruf bei der FPÖ: Das war nicht abzusehen?), und jene, die in der Wettbewerbsfähigkeit nicht stark genug waren, haben seither auch mit höheren Zinsen für Staatsanleihen zu kämpfen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.
Deshalb war es eine besondere Leistung, diese Chance – und mehr ist es nicht –, aber diese ernsthafte Chance – und die ist es – herauszuarbeiten. Deshalb bedanke ich mich auch bei unserem Finanzminister. (Ironische Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.) Ich bedanke mich für das Zusammenspiel bei all den Unterschieden, die es auf europäischer Ebene – nicht in unserer Regierung, aber auf europäischer Ebene – gegeben hat, um diese Chance herauszuarbeiten, sodass wir heute überhaupt in der Lage sind, einen Beschluss zu fassen, der den Finanzminister und damit uns ermächtigt, hier im Rahmen des ESM tätig zu werden. Das ist nämlich die Voraussetzung für die Chance, die wir für Griechenland wollen. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Na sicher, das tun wir öfter im Parlament!
Daher sage ich ausdrücklich: Ich vertrete die Interessen der Österreicherinnen und Österreicher, und gestatten Sie mir auch, meine eigene Meinung dazu zu haben. (Neuerlicher Beifall bei der ÖVP. – Weitere Zwischenrufe bei den Grünen.) Es ist in keiner Weise erforderlich, dass Sie glauben, mir Ihre Meinung übertragen zu müssen. (Abg. Pirklhuber: Na sicher, das tun wir öfter im Parlament!) Ich verhandle dort für Österreich und nicht für eine Fraktion. (Beifall bei der ÖVP sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Sitzung Nr. 91
Zwischenrufe bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Strache, Sie wissen, der Vorwurf des Amtsmissbrauchs und des Gesetzesbruchs, das sind Vorwürfe strafrechtlicher Art, das kann ich nicht durchgehen lassen. Ich muss Ihnen dafür einen Ordnungsruf erteilen. Ich bitte Sie, sich etwas zu mäßigen. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Das ist nicht in Ordnung. Da wird nicht nur der Föderalismus mit Füßen getreten, sondern da haben Sie Gesetze ohne Legitimation außer Kraft gesetzt, und da haben Sie letztlich auch nicht demokratiepolitisch korrekt gehandelt. Und das gehört einfach beim Namen genannt. Das ist ein verantwortungsloser Umgang, den Sie jetzt auf die Gemeinden abladen. Das werden sich die Bürger merken, und darauf werden Ihnen die Bürger auch entsprechend Antwort geben. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Der Winter kommt schneller, als man glaubt!
Abgeordnete Mag. Christine Muttonen (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine Dame und mein Herr auf der Regierungsbank! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Unsere dringlichste Herausforderung – das ist schon oft gesagt worden – wird in nächster Zeit sein, Menschen, die durch grausame Kriege aus ihrer Heimat vertrieben wurden, in sichere und menschenwürdige Unterkünfte zu bringen. Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen werden. Aber wir müssen schnell handeln, bevor der Winter kommt. Es darf uns nicht passieren, dass Flüchtlinge bei Schnee, Eis und Minustemperaturen in Zelten, in notdürftigen Zelten leben müssen. (Abg. Pirklhuber: Der Winter kommt schneller, als man glaubt!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Auer und Pirklhuber.
Jetzt gab es den Anlassfall eines Sportstadions im Zillertal außerhalb des Ortsgebietes. Darauf war eine Werbung angebracht, das war nicht möglich und das wollte man sanieren. Doch anstatt für diesen Anlassfall irgendetwas Einfaches zu machen, sagt man, dass man wieder werben darf, wenn außerhalb des Ortsgebietes eine ortsähnliche Struktur ist. Was wird die Folge sein? – Grundstücke, die Bauland, aber noch unbebaut sind – davon gibt es genug –, eignen sich wunderbar zum Geldverdienen, indem man zulässt, dass dort Werbetafeln aufgestellt werden. Ich sehe schon die Frau Bürgermeisterin mit Ansuchen konfrontiert, dass man auch in ihrer Gemeinde außerhalb des Ortsgebietes in ortsähnlichen Strukturen werben können soll – und das will ich nicht! Ich will eine schöne Landschaft, in der ich nicht ständig auf Werbetafeln schauen muss. (Zwischenrufe der Abgeordneten Auer und Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir haben uns lange auseinandergesetzt. Ich habe Folgendes auch im Ausschuss gesagt und sage es hier bewusst noch einmal: Wir haben sichergestellt, dass wir mehr Rechtssicherheit im Zusammenhang mit Werbetafeln haben werden. Die Bezirksverwaltungsbehörden kennen die Verhältnisse vor Ort; diese haben zu entscheiden. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ich denke, es geht nicht nur im reinen Ortsgebiet, weil die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sonst unter Druck kommen würden, das Ortsgebiet auszuweiten. Es geht nämlich darum, dass die Bezirksverwaltungsbehörden hier entsprechend den örtlichen Verhältnissen die Entscheidungen treffen können.
Abg. Pirklhuber: Machen Sie einen besseren!
Darüber hinaus gibt es eine ganze Latte von Argumenten, die dagegen sprechen, diesem Antrag heute zuzustimmen. Ich möchte schon betonen, dass ich verstehe, dass man Überlegungen anstellt. Aber ich glaube, dass der vorliegende Antrag nicht ausgereift ist und dass es noch viel Gehirnschmalz braucht, um in die richtige Richtung zu gehen. (Abg. Pirklhuber: Machen Sie einen besseren!)
Sitzung Nr. 93
Abg. Pirklhuber: Unmenschlichkeit!
Deshalb, weil in diesen Tagen so viel von Hotspots die Rede ist, meine Damen und Herren: Hier hinter mir haben wir einen Hotspot: einen Hotspot der Verantwortungslosigkeit, einen Hotspot des Unvermögens (Abg. Pirklhuber: Unmenschlichkeit!), einen Hotspot des Verrats an den Interessen der eigenen Bevölkerung! (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe bei der SPÖ.)
Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Unmenschlichkeit!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Kickl, ich weiß, dass es Ihnen schwerfällt, aber ich appelliere jetzt ein allerletztes Mal an Sie, sich in Ihrer Ausdrucksweise zu mäßigen! (Abg. Krist: Das Wort entziehen! – Zwischenrufe bei der FPÖ.) Der Verhandlungsgegenstand ist ein solcher, wo diese Sprache, die Sie hier an den Tag legen, nicht nur unpassend ist, sondern Würde und Ansehen dieses Hauses schädigt – und damit unser aller Ansehen. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Unmenschlichkeit!)
Abg. Pirklhuber: Zu Recht!
Ich stelle auch folgende Frage, Frau Präsidentin: Sie haben den Redner der Freiheitlichen Partei jetzt mehrfach, mindestens dreimal, unterbrochen (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!) – ich stelle fest, dass Sie ihm mit dieser Unterbrechung mindestens 2 Minuten Redezeit genommen haben –, aber andererseits geschäftsordnungsgemäße Störungen, die hier gezielt stattgefunden haben, nicht zur Ordnung gerufen. (Ironische Heiterkeit bei den Grünen.)
Sitzung Nr. 94
Abg. Walser: Wolltest du nicht kandidieren in Oberösterreich? – weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Walser und Pirklhuber
Abgeordneter Leopold Steinbichler (STRONACH): Herr Präsident! Frau Minister! Frau Staatssekretärin! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren auf der Galerie und an den Fernsehgeräten! Ich habe hier ein Plakatsujet aus Oberösterreich mitgenommen (der Redner zeigt ein Plakat mit einem Zunge zeigenden Mädchen mit der Aufschrift: „Gscheite Bildung wär nicht blöd.“), da ich denke, dass das Wahlergebnis für die Grünen, die ja heute diese Sitzung zum Thema Bildung verlangt haben, sicherlich besser ausgefallen wäre, wenn man hier ein freundliches (Abg. Walser: Wolltest du nicht kandidieren in Oberösterreich? – weitere Zwischenrufe der Abgeordneten Walser und Pirklhuber) – Herr Kollege Walser, wenn du nicht zuhörst, dann kriegst du die Lösung nicht! –, ein grüßendes, ein lächelndes Kind plakatiert hätte, denn solche Gesichter – ich gebe es schon wieder weg – wollen wir in Oberösterreich nicht plakatiert haben. Leider ist Frau Kollegin Glawischnig nicht da, die kommt auch vom Land, und am Land wird das noch ein bisschen anders gesehen, das hat auch mit Bildung zu tun. Das ist die erste Form der Bildung, geschätzte Kolleginnen und Kollegen. (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich komme aber schon zu den weiteren Punkten und darf bei der Frau Minister anschließen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Herr Kollege Pirklhuber, nicht so aufregen, wir sind bei vielen Themen einer Meinung! Die Frau Minister hat sich heute – und da möchte ich mich voll anschließen – bei den Eltern und bei den Lehrerinnen und Lehrern bedankt, die hier bei uns in Österreich im Rahmen der Bildung und der gemeinsamen Bildungsarbeit einen wesentlichen Grundstein legen. Ich darf trotz aller Kritik, die berechtigt vorgebracht wurde, auch darauf verweisen, dass eine Vielzahl von Managerinnen und Managern aus Österreich international in den verschiedensten Bereichen tätig sind, und ich darf auch diesen ganz, ganz herzlich gratulieren.
Sitzung Nr. 96
Abg. Pirklhuber: Landeshauptleute!
Festzustellen ist, dass nicht alle die Zeichen der Zeit erkannt haben. Es gibt nach wie vor noch viele Menschen – auch Politikerinnen und Politiker, das muss man eingestehen (Abg. Pirklhuber: Landeshauptleute!) –, die sich hinter der Wahrheit verstecken. (Abg. Lugar: Das heißt „vor der Wahrheit“ und nicht „hinter der Wahrheit“!) – Herr Lugar, auf welcher Seite, vorne oder hinten, Sie stehen, ist völlig unentscheidend! (Heiterkeit.) Ich bin Vorarlberger, komme daher vor dem Berg – um Ihnen das kurz zu sagen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich denke, meine sehr geehrten Damen und Herren, in diesem Zusammenhang an junge Paare in Österreich, die gerade ihre Familie gründen. Ich denke an eine Alleinerziehende, die gerade dabei ist, ihre Ausbildung zu beenden, um ihrem Kind oder ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Ich denke an die vielen kleinen Unternehmerinnen und Unternehmer mit zwei, drei Beschäftigten, die jeden Monat pünktlich ihre Abgaben zahlen, die Löhne zahlen und sich anstrengen, um dieses Land voranzubringen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
danke mich bei allen, die dabei mitgewirkt haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Das kommt aus dem Regenwald, und dort wird massiv Kunstdünger gestreut und Glyphosat gespritzt. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Deshalb habe ich eine ganz große Bitte: Bedenken wir auch bei der Glyphosatdebatte, dass wir nicht das Kind mit dem Bade ausschütten wie bei der Bienendiskussion. Es gibt nämlich in Österreich Supermärkte, die sich für die Bienenkonvention 2020 einsetzen, aber kein Kilogramm österreichischen Honig im Regal haben. (Abg. Pirklhuber: So etwas gibt’s!)
Abg. Pirklhuber: So etwas gibt’s!
Das kommt aus dem Regenwald, und dort wird massiv Kunstdünger gestreut und Glyphosat gespritzt. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Deshalb habe ich eine ganz große Bitte: Bedenken wir auch bei der Glyphosatdebatte, dass wir nicht das Kind mit dem Bade ausschütten wie bei der Bienendiskussion. Es gibt nämlich in Österreich Supermärkte, die sich für die Bienenkonvention 2020 einsetzen, aber kein Kilogramm österreichischen Honig im Regal haben. (Abg. Pirklhuber: So etwas gibt’s!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Deshalb müssen wir irrsinnig aufpassen, so wie bei der Putenproduktion. Wir haben aufgrund verschärfter Auflagen in Österreich die Eigenversorgung bei der Putenproduktion im Jahr 2014 von 45 Prozent auf 30 Prozent gesenkt. In Deutschland sind die zehnfachen Bestände erlaubt. Bei uns in Österreich gelten 28 000 Stück Puten als großer Betrieb, das wird in Österreich als Industrie bezeichnet; in Deutschland darf man die zehnfache Anzahl halten – 280 000 Stück. Derselbe Ansatz gilt bei Antibiotikaeinsatz: Das Achtfache ist in Deutschland erlaubt. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Der Handel!
Was sich aber im Laufe der letzten Jahre entwickelt hat – und ich denke, das sollte auch Teil der zukünftigen Diskussion sein –, ist nicht nur, dass wir jetzt mit diesem Gesetz eine bessere Übersicht haben, ob die Kontrollstellen teilweise zusammengeführt oder koordiniert werden, sondern ist auch ein dementsprechender Wildwuchs an Kontrollen, sowohl von öffentlichen, amtlichen Stellen als auch von vielen privaten Initiativen, Verbraucherverbänden, Qualitätsverbänden, Organisationsverbänden (Abg. Pirklhuber: Der Handel!) bis hin zum Handel – vollkommen richtig, Herr Kollege Pirklhuber. Da gilt es auch in unserer Arbeit anzusetzen, damit diese Kontrollen in Zukunft auch gegenseitige Anerkennung finden, damit die Menschen, die draußen arbeiten müssen, auch eine Vereinfachung vorfinden.
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Das ist sehr gut!
Daher haben wir in unserem Antrag die Frau Bundesministerin ersucht, den Antibiotikaverbrauch vor allem in den Krankenhäusern zu erheben und in weiterer Folge auf qualitativ hohem Niveau einen künftig rationelleren Umgang in Auftrag zu geben. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber: Das ist sehr gut!)
Abg. Pirklhuber: Das haben sie gemeint!
Ich bezweifle diese amerikanische Studie aus Kalifornien, wonach dort 5 Prozent sterben. Ich glaube, das war eine nicht sehr gut gemachte Studie und hochgerechnet. Sie sagen, sehr geehrte Frau Abgeordnete, dass ein Drittel der Verschreibungen falsch ist: Ich hätte gern die Studie, ich lese sehr viel – Frau Abgeordnete Schittenhelm ist Zeugin –, aber ich habe diese Literaturstelle nicht gefunden, die besagt, dass ein Drittel zu viel ist. Was aber aus meiner Sicht sehr wohl richtig ist, ist, dass 80 Prozent der Atemwegsinfekte – 80 Prozent – viral verursacht sind. (Abg. Pirklhuber: Das haben sie gemeint!)
Abg. Pirklhuber: Ja, ein Placebo!
Das tägliche Problem ist aber ein ganz ein anderes. Es kommen Leute, die drei, vier Tage krank sind – Patienten, die einen Tag krank sind, kommen gar nicht, die heilen das ja mit Hausmitteln aus –, und da müssen wir entscheiden: Gebe ich ihm etwas oder gebe ich ihm nichts? (Abg. Pirklhuber: Ja, ein Placebo!) Und wenn man manchmal nichts gibt: Riskiert man eine Lungenentzündung – ja oder nein? Das ist eine entscheidende Frage.
Heiterkeit bei FPÖ und Grünen. – Abg. Pirklhuber: Schön, dass es dich gibt!
Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz Rudolf Hundstorfer: Frau Präsidentin! Lieber Kollege Rupprechter, danke fürs Dasein! (Heiterkeit bei FPÖ und Grünen. – Abg. Pirklhuber: Schön, dass es dich gibt!) Werte Damen und Herren! Liebe Zuschauer zu Hause! Ich bedanke mich höflichkeitshalber, weil es in einer Koalition bei einer Dringlichen Anfrage üblich ist, dass jemand vom Koalitionspartner hier ist. Darum bedanke ich mich beim Kollegen Rupprechter, dass er da ist. Ich habe das umgekehrt auch schon öfters gemacht. (Beifall bei SPÖ und ÖVP sowie bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Ökonomisch ist es auch nicht!
Ich frage insbesondere diejenigen, die hier die Wirtschaftsinteressen vertreten: Wenn wir hier einen Startpunkt für ein Unternehmen haben und hier einen Zielpunkt (mit den Händen eine entsprechende Geste machend), welchen Weg gehen Sie dann? – Jeder logisch denkende Mensch versucht, einen linearen Pfad zu gehen. Das, was Sie heute hier beschließen, was der Herr Bundesminister vorgeschlagen hat, bedeutet: Wir tun einmal so weiter wie bisher, und dann muss es einen abrupten Cut geben. (Zwischenruf des Abg. Deimek.) Das ist nicht sozial verträglich, das ist schlecht fürs Klima und es wird uns auch extrem viel Geld kosten. (Abg. Pirklhuber: Ökonomisch ist es auch nicht!)
Abg. Pirklhuber: Unambitionierte Ziele können wir nicht unterstützen, Herr Kollege Weninger, das wissen Sie!
Das heutige Gesetz geht genau in diese Richtung. Da geht es ganz konkret darum, Kollege Pirklhuber, wie die einzelnen Sektorenziele zu erfüllen sind, in den Bereichen Verkehr, Abfallwirtschaft, Industrie, Landwirtschaft. (Abg. Brunner: Sie gehen zurück bis 1990 …!) Das beschließen wir heute – leider ohne die Stimmen der Grünen. Ich wäre sehr froh, wenn wir dieses Signal, das Sie immer einfordern, von den Grünen für eine positive Klimapolitik nach Paris mitnehmen könnten. (Abg. Pirklhuber: Unambitionierte Ziele können wir nicht unterstützen, Herr Kollege Weninger, das wissen Sie!)
Abg. Brunner: Haben Sie es im Budget schon gefunden? Ich nicht! – Abg. Pirklhuber: Wir suchen gemeinsam! Wir suchen!
In diesem Sinne wünsche ich mir eine Debatte, die es ermöglicht, dass der Herr Minister – und somit Österreich – einen guten Auftritt in Paris hat, dass wir gemeinsam den Klimaschutz voranbringen. (Abg. Brunner: Haben Sie es im Budget schon gefunden? Ich nicht! – Abg. Pirklhuber: Wir suchen gemeinsam! Wir suchen!) – Ja, das Budget verhandeln wir, Frau Kollegin, in den nächsten drei, vier Wochen; und bis dahin wird noch einiges politisch zu diskutieren sein.
Abg. Pirklhuber: ... Weizsäcker lesen!
Ich möchte aber auch einen anderen Bereich ansprechen, und zwar die Frage, wohin wir – offensichtlich mit Ausnahme der Freiheitlichen Partei – mit der österreichischen Umweltpolitik gehen. Es geht im Wesentlichen darum, dass Klimawandel kein österreichisches Phänomen ist und dass wir das Problem daher natürlich auch nicht alleine innerhalb Österreichs lösen können. Das Argument, dass Einsparungen, die wir treffen, sozusagen am anderen Ende der Welt wiederum aufgebraucht werden, ist jedoch kein gültiges, weil jeder Staat tatsächlich in der Verantwortung ist, einen Teil im Kampf gegen den Klimawandel beizutragen (Abg. Pirklhuber: ... Weizsäcker lesen!), und es tatsächlich die westlichen Staaten, die Industriestaaten sind, die ein größeres Potenzial haben, einen Teil beizutragen – durch Einsparungen auf der einen Seite und durch finanzielle Unterstützung jener Staaten, die tatsächlich die Auswirkungen des Klimawandels auch heute schon am stärksten spüren, auf der anderen Seite.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner, Lichtenecker und Pirklhuber.
Frau Kollegin Brunner, wenn Sie auch weiterhin gebetsmühlenartig Ihren kindlichen Weihnachtswunsch einer konsequenten Umweltpolitik immer wieder vorbringen, dann frage ich Sie: Was ist passiert in Oberösterreich? (Abg. Lichtenecker: Was heißt „Weihnachtswunsch“? – Das ist eine konkrete Forderung!) Was ist passiert in Wien, mit den Grünen, mit ihrer Umweltpolitik? Was haben die Wähler dazu gesagt? – Darüber sollten Sie einmal nachdenken, bevor Sie hier so euphorisch werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner, Lichtenecker und Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Liebe Kollegen und Kolleginnen von den Grünen! Man braucht deswegen nicht nervös zu werden, liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen. (Abg. Brunner: Wir sind nicht nervös!) Jetzt sage ich Ihnen eines: Was ist konsequente Umweltpolitik? Ist es nicht konsequente Umweltpolitik, die der Herr Bundesminister macht? – Lesen Sie die morgigen Zeitungen! Die Klage gegen Hinkley Point verunsichert nämlich jetzt schon die Investoren, und Hinkley Point, so steht es im „Kurier“, wackelt. Das ist eine klare Strategie, und das ist auch konsequent. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 98
Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Herr Kollege Pirklhuber, Ihre Museumsgartenvorstellungen von Landwirtschaft sind mir zu wenig. Die Bauern wollen produzieren und nicht nur Museumsgärtner sein. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der SPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Pirklhuber.
„Bei Gleichheit aller übrigen Verhältnisse ist unstreitig die Regierung die beste, unter der sich ohne fremdartige Mittel, (…) ohne Kolonien die Zahl der Bürger fort und fort vermehrt.“ – Oder zumindest gleich bleibt. – „Die Regierung dagegen, unter der ein Volk abnimmt und dahinschwindet, ist die schlechteste.“ – Diesem Kriterium folgend, haben diese Regierung und die Regierungen der letzten Jahrzehnte ganz, ganz stark versagt. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Szenario! – Weitere Zwischenrufe.
Meine Damen und Herren, prinzipiell scheinen mir Verpflichtungen in diesem Zusammenhang auch nicht das Gelbe vom Ei zu sein, da gebe ich Ihnen durchaus recht. Auch ich bin dafür, dass die Eltern hier frei entscheiden können, nur, Frau Kollegin, das ist wie mit der Frauenquote in der FPÖ-Fraktion: Solange es diese Quote nicht gibt, muss man sie einführen. (Beifall bei den Grünen.) Und solange wir nicht alle Kinder im Kindergarten haben, müssen wir halt eine Verpflichtung von 12 Stunden, von 16 Stunden pro Woche vorgeben. Bitte, das muss machbar sein, zumal im Gesetz ja drinsteht, dass man die Kinder auch vier, fünf Wochen ohne jede Begründung herausnehmen kann. Also so brutal nimmt oder reißt man die Kinder hier keineswegs aus den Familien. Das ist eine Horror… – na? (Abg. Pirklhuber: Szenario! – Weitere Zwischenrufe.) Ja, es gibt verschiedene Vorschläge, danke dafür. Jedenfalls ist das für unsere Kinder nicht so schlimm.
Sitzung Nr. 100
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Alles das zeigt: Wir sind nicht untätig! Wir haben eine ambitionierte Klimaschutzpolitik in diesem Land. Und die Menschen in diesem Land leisten sehr viel für die Bekämpfung des Klimawandels. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Höfinger: ... Walther von der Vogelweide! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Lieber Kollege Höfinger, den Klimawandel, den gibt es schon seit jeher, und wir als Menschen haben damit leben gelernt. (Abg. Höfinger: ... Walther von der Vogelweide! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das, was wir uns wirklich fragen müssen, ist: Wie ist unsere Industrie in der EU und in Österreich aufgestellt und wie ist beispielsweise die vom Kollegen Weninger schon zitierte Industrie in China oder in Indien aufgestellt? Was machen diese Länder, was macht Österreich, was macht die Europäische Union?
Abg. Pirklhuber: Wir wissen, wie das derzeit ausschaut!
Wir haben bei uns – und da ist Österreich Spitzenreiter – beste Filtertechnologie, wir haben Vermeidungstechnologien, wir haben alles das, was uns an die Spitze dieser modernen Technologien stellt, bei uns in Österreich in Betrieb, und da stellt sich jetzt die Frage, wie man damit umgeht: Betreibt man Voodoo-Politik mit Kristallkugelmentalität und deindustrialisiert weite Strecken Europas, oder geht man verantwortungsvoll damit um? – Mehr ist es nicht (Abg. Pirklhuber: Wir wissen, wie das derzeit ausschaut!): Wir wollen einen verantwortungsvollen Umgang damit!
Abg. Pirklhuber: Die Energiewende wollt ihr zurückdrehen!
Der Punkt ist nur: Wie geht man damit um? – Wir in Oberösterreich haben das auch wirklich mustergültig vorgezeigt. Unsere Forderungen in Oberösterreich, und zwar bei den jetzigen Verhandlungen betreffend die neue Landesregierung, waren eine Überarbeitung der Energiezukunft und eine Totalreform im Förderwesen. (Abg. Pirklhuber: Die Energiewende wollt ihr zurückdrehen!) Das wurde entsprechend berücksichtigt, die Anschober’sche Energiewende in Oberösterreich ist abgesagt (Abg. Brunner: Das ist Ihr Beitrag zum ...?) – diesbezüglich danke ich vor allem auch den verantwortungsvollen Verhandlern von der ÖVP. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Eine Retro-Umweltpolitik ist das, was ihr macht, keine Zukunftspolitik! – Abg. Moser: Darum müssen wir beim Verkehr ansetzen!
Wir haben eine neue Energiestrategie, die auch die Energie und die Industrie berücksichtigt (Abg. Pirklhuber: Eine Retro-Umweltpolitik ist das, was ihr macht, keine Zukunftspolitik! – Abg. Moser: Darum müssen wir beim Verkehr ansetzen!), das muss man auch einmal sagen, denn wir können nicht davon ausgehen, dass in anderen Ländern, wie beispielsweise in China, in Indien oder auch teilweise in den USA, sich konsequente Deindustrialisierung durchsetzt. Das werden wir vor diesen Ländern weder verantworten können noch von diesen verlangen können. (Abg. Moser: Reden Sie bitte vom Verkehr!)
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Weninger.
Herr Bundesminister, mit dem, was Sie vorsichtig skizziert haben, bin ich im ersten Ansatz einmal nicht unzufrieden. Schauen Sie, dass Österreich nicht alleine ein Vorreiter ist, sondern dass wir im Gesamtverband der industrialisierten Länder unterwegs sind, und schauen Sie, dass wir uns vor allem mit allen österreichischen Regelungen – ohne irgendwelche internationale Strafzahlungen, sondern rein auf Österreich bezogen – entsprechend unseren bisherigen Fortschritten weiterentwickeln können. – Danke schön. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Weninger.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Das Zweite ist, dass Österreich jetzt zu den vier Ländern in der Europäischen Union gehört, die gerügt worden sind, die von der Europäischen Umweltagentur jetzt vor der Klimakonferenz von Paris nachweislich noch einmal eindeutig darauf hingewiesen worden sind: Wir sind nicht bei den Ländern, die das nächste Ziel bis 2020 erreichen werden – und das ist wirklich blamabel! Wir bewegen uns seit den Neunzigerjahren auf ungefähr demselben Niveau. Seit 30 Jahren, Herr Umweltminister – seit 30 Jahren! – gibt es keine relevanten Fortschritte (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und dann legen Sie als Bundesregierung noch dazu ein Budget vor mit der Ankündigung: Wir kürzen in den nächsten fünf Jahren 8 000 Arbeitsplätze weg, wir investieren eine halbe Milliarde weniger im Bereich der Klimaschutzinstrumente! – Würde das ein Unternehmen machen, gäbe es einen Aufschrei der Sozialpartner, gäbe es einen Aufschrei in der Politik, und wir würden alles daransetzen, das zu verhindern. Aber das ist im Moment im Budget der Fall! (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Das Zweite ist, dass Österreich jetzt zu den vier Ländern in der Europäischen Union gehört, die gerügt worden sind, die von der Europäischen Umweltagentur jetzt vor der Klimakonferenz von Paris nachweislich noch einmal eindeutig darauf hingewiesen worden sind: Wir sind nicht bei den Ländern, die das nächste Ziel bis 2020 erreichen werden – und das ist wirklich blamabel! Wir bewegen uns seit den Neunzigerjahren auf ungefähr demselben Niveau. Seit 30 Jahren, Herr Umweltminister – seit 30 Jahren! – gibt es keine relevanten Fortschritte (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und dann legen Sie als Bundesregierung noch dazu ein Budget vor mit der Ankündigung: Wir kürzen in den nächsten fünf Jahren 8 000 Arbeitsplätze weg, wir investieren eine halbe Milliarde weniger im Bereich der Klimaschutzinstrumente! – Würde das ein Unternehmen machen, gäbe es einen Aufschrei der Sozialpartner, gäbe es einen Aufschrei in der Politik, und wir würden alles daransetzen, das zu verhindern. Aber das ist im Moment im Budget der Fall! (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Peinlich!
Zum letzten Punkt, das ist die Glaubwürdigkeit, was die Verlässlichkeit Österreichs betrifft, wenn etwas zugesagt worden ist: Es gibt Länder, die nehmen die Problematik, vor der viele Teile der Welt jetzt stehen, sehr, sehr ernst. Auch wir sollten das tun, wenn es darum geht, dass bis Ende des Jahrhunderts über 200 Millionen Menschen – über 200 Millionen Menschen! – gefährdet sind durch Dürre, durch Überschwemmungen, durch Hunger und letztendlich dann kriegerische Konflikte und Flucht, denn das sind dann die Folgen. Wenn es dann Versprechungen der Industrieländer gibt, wo Österreich sagt: Ja, wir beteiligen uns, wir helfen euch! – 2009 wurde das zugesagt –, und dann ist Österreich mit 25 Millionen Dollar auf fünf Jahre dabei (Abg. Pirklhuber: Peinlich!), wohingegen andere Länder wie zum Beispiel Luxemburg 140 Millionen im Jahr Dollar bereitstellen, wo Länder wie Spanien 160 Millionen Dollar im Jahr bereitstellen, dann ist das, so glaube ich, keine Summe, auf die wir stolz sein können. (Präsidentin Bures gibt das Glockenzeichen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Die Reindustrialisierung in Europa sowie der Ausbau der Industrie in Österreich setzen eine sichere und kostengünstige Versorgung voraus. Auch wenn Kollegin Glawischnig-Piesczek von den Grünen angeführt hat, dass die Green Jobs alles ersetzen werden: Das stimmt nicht! Eine Studie in Oberösterreich zeigt, dass mit Green Jobs der Verlust von Industriearbeitsplätzen nicht ausgeglichen werden kann. Darum ist es wichtig, dass wir die energieintensive Industrie nicht aus Österreich verjagen, denn diese Abwanderungen lösen nicht das Problem (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), sondern stellen uns vor weitere, noch schwierigere Herausforderungen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Herr Minister, schauen Sie sich die Zahlen Ihrer eigenen Institutionen einmal ehrlich an! Dann werden Sie sehen, wo die österreichische Klimabilanz steht! Wir sind am Tiefpunkt der österreichischen Klimapolitik angelangt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Wissen wir ja eh, Herr Bundeskanzler!
Wenn man die europäischen Außengrenzen nicht sichert, dann wird man in Europa im Inneren mehr als 10 000 Kilometer Stacheldraht benötigen, damit sich jeder richtig einzäunen kann. Dann wird es einen Wettbewerb im Zaunbau geben, der auch einfach zu beschreiben ist, wenn man ihn durchdenkt: Der Zaun muss etwas höher sein als der vom Nachbarn, damit, wenn es sich jemand aussucht, dieser lieber beim Nachbarn drüber geht. Nachdem aber das Zäune bauen und der Stacheldraht nicht ausreichen werden, müsste er gewaltbereit verteidigt werden. (Abg. Pirklhuber: Wissen wir ja eh, Herr Bundeskanzler!)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Treten Sie zurück, Sie sind kein würdiger Europaabgeordneter!
Sie müssen endlich einmal erkennen und zur Kenntnis nehmen, dass die Politik der Europäischen Union nicht die Lösung der Probleme, sondern die Ursache der Probleme ist! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Treten Sie zurück, Sie sind kein würdiger Europaabgeordneter!)
Abg. Pirklhuber: Umverteilung, jawohl!
lich an Optimismus, dass nämlich die Sozialisten eines Tages aufwachen und erkennen, dass man die Kuh, die man melken will, nicht vorher umbringen darf (Beifall bei der ÖVP), dass es weniger Steuern braucht statt mehr, dass es weniger Bürokratie braucht statt mehr, dass es Leistungsgerechtigkeit braucht und dass man nicht nur ans Umverteilen denken kann, denn zuerst muss man einmal etwas schaffen. (Abg. Pirklhuber: Umverteilung, jawohl!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Frau Bundesminister, ich sage nicht, dass Sie schuld sind, aber Sie müssen schauen, dass genau das nicht passiert, dass man nicht die Gesellschaft spaltet und dass man nicht versucht, Leute, die Angst haben, mundtot zu machen, dass sie sich nicht mehr zu äußern trauen. Das sind alte Leute, das sind oftmals Leute, die sich ihr ganzes Leben nichts haben zuschulden kommen lassen, und die werden jetzt eingeschüchtert. Die autochthone Bevölkerung wird sozusagen in eine innere Isolation getrieben. Das ist abzulehnen! Das sind die linken findigen Anwälte … (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Warum regen Sie sich denn so auf, Herr Kollege Pirklhuber? Das müssen Sie doch auch ablehnen. – Die sind da schon auf den Plan getreten, um all jene Menschen einzuschüchtern, die berechtigte Ängste äußern. Da bitte ich Sie schon, sehen Sie sich vor! (Beifall bei der FPÖ.)
Sitzung Nr. 102
Demonstrativer Beifall des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte aber schon darauf aufmerksam machen, dass hier weit mehr möglich wäre. Sie wissen das, Herr Minister. Seit ich hier im Parlament sein darf, rege ich eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Tourismus und bäuerlicher Bevölkerung an. Diese ist auch im ländlichen Entwicklungsprogramm 2020 klar festgelegt. Ich muss jedoch immer wieder feststellen, dass es sehr schwierig ist, dass da beide Ministerien über ihren Schatten springen. Das heißt, die Österreich Werbung und der Landwirtschaftsminister können da offensichtlich keine gemeinsame Strategie entwickeln, die notwendiger wäre denn je. Sie wäre auch notwendig, um den Bauern Zuversicht zu geben, zu sagen: Ja, gemeinsam mit dem Tourismus – beide Bereiche gehen nicht gerade rosigen Zeiten entgegen – kann hier in der Produktion, auch in der Spezialisierung der Produkte vor allem in der ländlichen Entwicklung ganz Entscheidendes gemacht werden. (Demonstrativer Beifall des Abg. Pirklhuber.) – Danke vielmals.
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Es geht um die Landschaft, es geht natürlich auch um die kulturelle Landschaft und die Kultur in den Städten, aber es geht auch um unsere gesunden Produkte. Und da hätte die Landwirtschaft, da hätte das Ministerium alle Chancen, endlich einmal zu sagen – das geht selbst innerhalb einer Partei nicht, geht selbst dann nicht, wenn es um zwei Ministerien ein und derselben Partei geht –: Wir springen über unseren Schatten und gehen es jetzt an, weil das wichtiger denn je ist, damit unsere bäuerliche Bevölkerung mit Stolz überleben kann! – Danke. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: So schaut Polemik aus!
Wir stehen hier für die österreichische Landwirtschaft, die es schwer genug hat. Wir reden über Ausgleichszahlungen, die die Landwirtschaft zu bekommen hat – Sie werfen uns das vor. Ich sage, Ausgleichszahlungen bekommen wir dafür, dass die Öffentlichkeit bei uns Leistungen bestellt, wir diese erbringen und Sie alle sehr froh darüber sein können (Abg. Pirklhuber: So schaut Polemik aus!), dass es in unserem Land so schön ist, dass wir in unserem Land eine solch hohe Qualität haben und dass es der Natur so gut geht. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Was ist die politische Antwort, Kollege Schultes? Was ist Ihre politische Antwort? Was ist die Strategie der Landwirtschaft gegen den Preisverfall? Geben Sie endlich Antworten!
Wir wissen, wenn die Nachfrage nur geringfügig zurückgeht, sind die Schweine trotzdem da, und wenn ein Schwein da ist und nicht verkauft werden kann, muss man mit dem Preis hinuntergehen, dass es jemand kauft. Und diese Situation ist sehr, sehr schwierig, denn Schweine kann man nicht verstecken. (Abg. Pirklhuber: Was ist die politische Antwort, Kollege Schultes? Was ist Ihre politische Antwort? Was ist die Strategie der Landwirtschaft gegen den Preisverfall? Geben Sie endlich Antworten!)
Abg. Pirklhuber: Das wissen wir auch schon!
180 Millionen hat uns die Dürre gekostet. (Abg. Pirklhuber: Das wissen wir auch schon!) Jetzt frage ich: Wo ist die Politik betreffend die Dürre? (Abg. Pirklhuber: Antworten sollen Sie geben! Antworten!) – Ja, die Antwort ist: Ausbau der Versicherungssysteme. – Danke, Herr Bundesminister. Es gibt auch Landesregierungen, die uns dabei helfen, dass das finanzierbar wird. Heute wird sich zeigen, ob die freiheitliche Regierungsbeteiligung in der burgenländischen Landesregierung mithelfen wird, dass
Abg. Pirklhuber: Antworten sollen Sie geben! Antworten!
180 Millionen hat uns die Dürre gekostet. (Abg. Pirklhuber: Das wissen wir auch schon!) Jetzt frage ich: Wo ist die Politik betreffend die Dürre? (Abg. Pirklhuber: Antworten sollen Sie geben! Antworten!) – Ja, die Antwort ist: Ausbau der Versicherungssysteme. – Danke, Herr Bundesminister. Es gibt auch Landesregierungen, die uns dabei helfen, dass das finanzierbar wird. Heute wird sich zeigen, ob die freiheitliche Regierungsbeteiligung in der burgenländischen Landesregierung mithelfen wird, dass
Abg. Pirklhuber: Das ist doch keine Antwort, Versicherungen für eine Agrarkrise!
auch das Burgenland – eine trockene Region – mithelfen wird, dass die Dürreversicherung möglich wird. Das sind die wirklichen politischen Fragen. (Abg. Pirklhuber: Das ist doch keine Antwort, Versicherungen für eine Agrarkrise!)
Abg. Pirklhuber: Ändert nichts am Preis!
Meine Damen und Herren! Wir sind stolz darauf, dass wir diese Lebensmittel liefern können, wir sind stolz darauf, dass es die Nachfrage gibt (Abg. Pirklhuber: Ändert nichts am Preis!), und wir freuen uns, dass das AMA-Gütesiegel so anerkannt ist.
Abg. Pirklhuber: Dann blockieren Sie das Qualitätssicherungs- und Gütesiegelgesetz nicht!
Wichtig ist, dass unsere österreichischen Kunden erkennen und wissen, woher die Produkte kommen, denn dann, wenn sie es erkennen, können sie sie nachfragen, und das, was wir an Leistung und Qualität erbringen, kann auch bezahlt werden. (Abg. Pirklhuber: Dann blockieren Sie das Qualitätssicherungs- und Gütesiegelgesetz nicht!) Und wenn es bezahlt wird, können wir davon leben.
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Gute erkennen, dass Sie sich das Gute leisten und auch bezahlen wollen und dass Sie dann das Gute so genießen, dass Sie Freude daran haben. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Welches Ziel?
Der Weg der ressourcenschonenden Landwirtschaft mit dem Agrarumweltprogramm steht bewusst im Zentrum der ländlichen Entwicklung. Der Bio-Landbau – im Gegensatz zu Ihren Ausführungen, Herr Abgeordneter Pirklhuber – wurde gestärkt, wurde ausgebaut. Das Ziel – und das möchte ich schon richtigstellen, wir haben flächenmäßig einen Anteil von 20 Prozent (Abg. Pirklhuber: Welches Ziel?) –, unser Ziel im Bio-Aktionsprogramm, gemeinsam mit Bio Austria entwickelt, ist auch, die Zahl der Betriebe darauf auszurichten. (Abg. Pirklhuber: Welches Ziel?)
Abg. Pirklhuber: Welches Ziel?
Der Weg der ressourcenschonenden Landwirtschaft mit dem Agrarumweltprogramm steht bewusst im Zentrum der ländlichen Entwicklung. Der Bio-Landbau – im Gegensatz zu Ihren Ausführungen, Herr Abgeordneter Pirklhuber – wurde gestärkt, wurde ausgebaut. Das Ziel – und das möchte ich schon richtigstellen, wir haben flächenmäßig einen Anteil von 20 Prozent (Abg. Pirklhuber: Welches Ziel?) –, unser Ziel im Bio-Aktionsprogramm, gemeinsam mit Bio Austria entwickelt, ist auch, die Zahl der Betriebe darauf auszurichten. (Abg. Pirklhuber: Welches Ziel?)
Abg. Pirklhuber: Welches Ziel, Herr Minister?
Herr Abgeordneter Pirklhuber, die Tatsache, dass Biobauern ausgestiegen sind, hat vor allem mit der Kontrolldichte zu tun, und wir sind stolz darauf, dass wir die ursprüngliche Bio-Kontrollverordnung auf europäischer Ebene in der Zwischenzeit ganz maßgeblich entschärfen und die Kontrolldichte auch ganz maßgeblich abbauen konnten. (Abg. Pirklhuber: Welches Ziel, Herr Minister?)
Abg. Pirklhuber: Nein!
Und was ist die Konsequenz daraus? – Dass wir Lebensmittel importieren müssen (Abg. Höfinger: Genau!), völlig egal, wie sie produziert worden sind, ob unter Einsatz von Gentechnik oder mit Hormonen bei der Tierfütterung. Meine Damen und Herren, wollen Sie das? (Abg. Pirklhuber: Nein!) Dann sagen Sie es! Dann stellen Sie sich heraus und sagen Sie es! – Wenn nicht, dann sorgen wir für weniger gesetzliche Bestimmungen, weniger Bürokratie und stabile Rahmenbedingungen für unsere Bäuerinnen und Bauern! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: So schaut’s aus!
Im Übrigen ist das nicht nur mehr etwas, was wir hier in Österreich diskutieren, sondern es fällt auf. Es fällt international auf, dass Österreich zu den Klimaschutzschlusslichtern zählt. Die Europäische Umweltagentur hat kürzlich gemeldet, dass Österreich ab 2016 – also ab sofort – nicht mehr auf Zielkurs für die Erreichung der 2020-Ziele ist. Sie hat Ihnen auch Maßnahmen vorgeschlagen, die umzusetzen wären. Im Übrigen wurde auch festgestellt, dass die EU insgesamt ihre Ziele übererfüllt hat. Die EU steht bei einer Reduktion von 23 Prozent CO2, Österreich steht aktuell bei plus 1,2 Prozent, als eines der wenigen Länder in der EU, das nicht imstande ist, Klimaschutzpolitik zu machen. (Abg. Pirklhuber: So schaut’s aus!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es ist nicht der Antrag von ÖVP und SPÖ verwirrend, der ist nämlich sehr klar und deutlich formuliert, sondern, Frau Kollegin Brunner, Ihre Rede war etwas verwirrend. Wenn Sie verlangen, dass dieser Bericht hier diskutiert wird, dann diskutieren wir diesen Bericht und vermischen das nicht mit allen anderen Dingen, die natürlich in einer derartigen Diskussion auch möglich sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Ist offiziell öffentlich zugänglich!
Sie haben sich überhaupt nicht auf den Inhalt dieses Fortschrittberichtes (ein Exemplar in die Höhe haltend) konzentriert. Ich mache jetzt Folgendes: Ich werde am Ende dieser Debatte sofort den gesamten Bericht auf die Homepage stellen, dann soll jeder nachlesen und vergleichen, was in diesem Bericht steht und was hier im Hohen Haus diskutiert wird. (Abg. Pirklhuber: Ist offiziell öffentlich zugänglich!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Genau das ist das, was mich so aufregt, dass nämlich die Österreicherinnen und Österreicher und ihre Vertreterinnen und Vertreter hier im Nationalrat, Sie, meine Damen und Herren, mit so wenig zufrieden sind, obwohl die Lage dramatisch ist. Abgeordneter Höfinger hat es gestern punktgenau aufgezeigt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Nur: Wenn jemand eine solch punktgenaue Analyse macht, dann erwarte ich mir auch gute Vorschläge, was zu tun ist.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Und genau so, Herr Minister, sieht auch dieser Fortschrittsbericht (ein Exemplar in die Höhe haltend) aus. Natürlich, es sinkt leicht, aber im EU-Vergleich sind wir ganz hinten. (Zwischenbemerkung von Bundesminister Rupprechter.) Von einem Musterland – wir wollen ja immer die Besten sein – ist in diesem Bericht keine Spur. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Die Europäische Umweltagentur hält uns beinhart den Spiegel vor und sagt: Ihr in Österreich seid unter den vier Letzten!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Da werfe ich auch wieder, Herr Minister, einen Blick zurück, da es wichtig ist, was wir in der Vergangenheit trotz toller Ziele gemacht haben. Was ist mit den Biogasanlagen, wo wertvollste Futtermittel unserer Rinder, unserer Schweine, unserer Geflügel vergast werden, ohne vorher genützt zu werden? Dafür hat man produzierenden Bäuerinnen und Bauern produktive Fläche weggenommen, verbraucht beim weiten Transport dieser Erntegüter oftmals mehr Energie, als letztlich produziert wird, und hat 50 000 Hektar wertvollstes Dauergrünland – da bin ich bei der Biodiversität: Ein Hektar Dauergrünland reproduziert viermal so viel Sauerstoff wie die grüne Lunge Wald, wie ein Hektar Wald! –, hat also 50 000 Hektar wertvollstes Dauergrünland für diese Biogasanlagen umgeackert, hat damit wertvollstes Grünland, Pflanzenreichtum umgeackert und wertvollsten Trinkwasserschutz aufgegeben. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 104
Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber – Beifall spendend –: Zu Letzterem kann ich applaudieren!
Noch abschließend zu den Ausführungen des Kollegen Franz, der sehr darauf gedrungen hat, das Ansehen der Ärztinnen und Ärzte nicht zu schmälern und hochzuhalten: Lieber Kollege Franz, wenn du die Umfragewerte von uns Politikerinnen und Politikern anschaust und mit jenen der ÄrztInnen vergleichst, dann kann ich dir sagen: Es wäre uns, selbst wenn wir es gewollt hätten – was natürlich nicht der Fall ist –, nicht gelungen, das Ansehen von Ärztinnen und Ärzten oder sämtlicher Gesundheitsberufe zu schmälern; sie liegen weiterhin absolut on top, während wir Politikerinnen und Politiker uns ganz am unteren Ende der Skala befinden. Vielleicht sollten wir darüber einmal nachdenken. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Pirklhuber – Beifall spendend –: Zu Letzterem kann ich applaudieren!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
weisen Einführung des Bonus-Malus-Systems, wo wir nicht am Ende sind, zugegeben, aber wir beginnen damit. Wir beginnen mit einer Bewusstseinsbildung, ältere Menschen länger in Beschäftigung zu halten. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das kann sich nicht ausgehen, wenn 1 400 …!
Dass natürlich bei zwei Gruppen von Pensionsversicherten eine spezielle Situation gegeben ist, ist klar: Die Bauern haben keine Chance, auf 100 Prozent Deckungsquote zu kommen (Abg. Pirklhuber: Das kann sich nicht ausgehen, wenn 1 400 …!) – nicht, weil sie nicht wollen, sondern, weil sich das von den Zahlen her ganz einfach nicht ausgehen kann, weil wir viel mehr pensionierte Bauern als noch aktive Bauern haben.
Abg. Pirklhuber: Aber die Höhe nicht!
1851/52 anders aufgebaut worden. Wir sind in einer Übergangsphase, und wir leben es in Wahrheit in dieser Übergangsphase aus, denn die Berechnungsmethode der Beamtenpensionen ist die gleiche wie im ASVG, ganz genau die gleiche. (Abg. Pirklhuber: Aber die Höhe nicht!) Demzufolge kommen auch in Zukunft bei den Beamtenpensionen die gleichen Höhen heraus wie im ASVG, ganz genau die gleichen, weil es die gleiche Berechnungsmethode ist. Aber wir leben in einem Übergangsmodell, und in diesem Übergangsmodell dauert es.
Abg. Pirklhuber: Auch in der Nacht!
Landwirtschaft ist mehr als nur Produktion. Bauern und Bäuerinnen arbeiten täglich für jeden Bürger unseres Landes, denn jeden Tag haben wir Menschen zu ernähren. Jeder, der isst, profitiert von dieser Produktion, von der Hände Arbeit der Bauern und der Bäuerinnen. Und jeden Tag muss man mehr produzieren. Stichwort: Die Weltbevölkerung wächst, auch die Bevölkerung Österreichs. Immer bessere Qualität ist notwendig, da gerade auch in jenen Ländern, wo der Wohlstand gewachsen ist, alle natürlich die bessere Qualität wollen. Gerade die Bauern und Bäuerinnen sind eine Berufsgruppe, die viel arbeitet, auch an Sonn- und Feiertagen, in der Früh und am Abend. (Abg. Pirklhuber: Auch in der Nacht!) Das sollte man bei manchen Diskussionen nicht vergessen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Umso wichtiger ist es, dass mit dem Programm zur ländlichen Entwicklung sowie den Direktzahlungen, der ersten Säule für die Programmperioden 2014 bis 2020, ein stabiler und verlässlicher Rahmen besteht. Es ist unserem Minister und seinem Haus zu verdanken, dass durch sein rasches Handeln Rechts- und Planungssicherheit für die bäuerlichen Familienbetriebe gewährleistet ist, aber gemäß der EU-Verordnung 1306 wäre eine Auszahlung der Flächenprämie im Rahmen der GAP erst nach Fertigstellung der Verwaltungskontrolle möglich. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: … nicht widersprochen! Es geht um die Wirkungsziele!
Es ist schon angesprochen worden: Selbstverständlich ist dabei der Heimmarkt das Wichtigste. Aber ich behaupte, Herr Kollege Pirklhuber, auch Export ist von Bedeutung. (Abg. Pirklhuber: … nicht widersprochen! Es geht um die Wirkungsziele!) – Eigentlich widersprichst du dir ja selbst. Wir wissen genau, dass 40 Prozent der Biomilch, die in Österreich erzeugt wird, exportiert werden. Das heißt als Alternative: Wenn du willst, dass es noch mehr Biobauern werden, muss jeder Liter zusätzlich erzeugte Biomilch exportiert werden (Abg. Pirklhuber: Diese Zahlen sind nicht durch die Statistik belegt!) oder im Inland zu konventionellen Preisen verkauft werden. Das solltest du bedenken, wenn du dich gegen die Initiative des Ministers auf Export aussprichst.
Abg. Pirklhuber: Diese Zahlen sind nicht durch die Statistik belegt!
Es ist schon angesprochen worden: Selbstverständlich ist dabei der Heimmarkt das Wichtigste. Aber ich behaupte, Herr Kollege Pirklhuber, auch Export ist von Bedeutung. (Abg. Pirklhuber: … nicht widersprochen! Es geht um die Wirkungsziele!) – Eigentlich widersprichst du dir ja selbst. Wir wissen genau, dass 40 Prozent der Biomilch, die in Österreich erzeugt wird, exportiert werden. Das heißt als Alternative: Wenn du willst, dass es noch mehr Biobauern werden, muss jeder Liter zusätzlich erzeugte Biomilch exportiert werden (Abg. Pirklhuber: Diese Zahlen sind nicht durch die Statistik belegt!) oder im Inland zu konventionellen Preisen verkauft werden. Das solltest du bedenken, wenn du dich gegen die Initiative des Ministers auf Export aussprichst.
Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Sehr geehrter Herr Minister, stoppen Sie diese Überlegungen, und investieren wir weiterhin massiv in die Verbauung, in Schutzmaßnahmen des ländlichen Raumes. (Beifall bei der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wie wir dem Leitbild, das ja im Bundesvoranschlag 2016 in der Untergliederung 42 enthalten ist, entnehmen können, ist einer der wichtigsten Punkte die nachhaltige Produktion sicherer und vor allem hochwertiger Lebensmittel. Dabei ist uns eine ausgewogene Berücksichtigung der sozialen, ökologischen und ökonomischen Interessen besonders wichtig. Für uns bedeutet dies eine besondere Förderung des Biolandbaus, der Bergbauernbetriebe, insbesondere jener mit hoher und extremer Erschwernis, aber auch der kleineren Betriebe. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir können zufrieden sein mit jenen Zahlen, die uns der Herr Bundesminister vorgelegt hat. Ich denke nur daran, dass im Umweltbereich jährlich 20 000 Green Jobs geschaffen werden können. Und als Bürgermeister sage ich zum Budget und zu den veranschlagten Zahlen im Siedlungswasserbau, dass das für die Gemeinden sehr wichtig ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Sind Sie auch gegen TTIP? – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
jener der ÖVP und mit der der niederösterreichischen BäuerInnen, denn wir wollen einheitliche und hohe Produktstandards, für die wir alle gekämpft haben. (Abg. Pirklhuber: Sind Sie auch gegen TTIP? – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Riemer
Daher, Herr Bundesminister: Du bist der wahre Lebensminister (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Riemer), denn da ist ein Ministerium, das Verantwortung für sichere Lebensmittel hat (Abg. Steinbichler: Ist der Regenwaldminister!), das Schutz gegen Naturkatastrophen mit Wildbach- und Lawinenverbauungen in Österreich gibt, was auch das Umweltressort betrifft, wo es darum geht, neue Strategien in der Nutzung von alternativen Energieträgern einzuleiten. (Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Beifall beim Team Stronach. – Abg. Willi: Autofahrerpartei seid ihr? Richtungswechsel! – Abg. Brosz: „Geisterfahrerpartei“ hätte ich gesagt! – Abg. Pirklhuber: Autozuliefererpartei!
Wir als Autofahrerpartei Team Stronach machen uns für die Autofahrer stark. (Beifall beim Team Stronach. – Abg. Willi: Autofahrerpartei seid ihr? Richtungswechsel! – Abg. Brosz: „Geisterfahrerpartei“ hätte ich gesagt! – Abg. Pirklhuber: Autozuliefererpartei!) Es kann nicht sein, meine Damen und Herren, dass nur die Autofahrer für alle budgetären Probleme, die diese Regierung verursacht hat, aufkommen müssen.
Sitzung Nr. 111
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Marktgemeinde Sieghartskirchen zur geplanten Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (engl.: Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP)“ (Ordnungsnummer 60) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Ried im Innkreis zur Änderung des oö. Pflichtschulorganisationsgesetzes 1992 idgF“ (Ordnungsnummer 61) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Pirklhuber: Tausch! Das ist der Trick!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Allein der Titel dieser Aktuellen Stunde ist schon falsch, weil gar nicht beabsichtigt ist, Teile der OMV an die Gazprom zu verkaufen, denn das würde ja bedeuten, dass wir die Aktionärsstruktur verändern. Und betreffend die Veränderung der Aktionärsstruktur würde es bedeuten, dass wir mit dem Vertrag, den wir mit der IPIC haben, diesen Dingen zustimmen müssen. Und es würde auch bedeuten, dass, wenn ein solcher Verkauf stattfinden würde, tatsächlich die Frage ist: Wer verkauft denn? – Ich kann Ihnen versichern, die Republik nicht! (Abg. Pirklhuber: Tausch! Das ist der Trick!) – Noch einmal, Ihnen erkläre ich auch den Unterschied zwischen Aktien und Asset Swap. (Abg. Korun: Bitte nicht so von oben herab!) – Ihnen auch, gar keine Frage! (Allgemeine Heiterkeit.) Ist doch überhaupt kein Problem! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Brosz: Das steht dann eh im Protokoll!)
Abg. Pirklhuber: Mitterlehner in Moskau!
Das Zweite, das immer wieder im Raum steht, ist der Verkauf, das erkläre ich Ihnen auch gerne. (Abg. Pirklhuber: Mitterlehner in Moskau!) – Wie bitte? Den Zwischenruf bitte noch einmal! (Abg. Pirklhuber: Mitterlehner-Reise!) – Ja, fragen Sie bitte den Herrn Vizekanzler, ob es Sinn macht (Abg. Pirklhuber: Sie sitzen im Ministerrat …!), dass wir auch weiterhin versuchen, die österreichischen Interessen in diesen Ländern zu vertreten. Ich halte das für zweckmäßig. Übrigens hat auch der Herr Bundespräsident vor, noch hinzureisen, und ich halte es für zweckmäßig, dass wir wieder zu geordneten Verhältnissen kommen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abgeordneten Weninger und Strache.)
Abg. Pirklhuber: Mitterlehner-Reise!
Das Zweite, das immer wieder im Raum steht, ist der Verkauf, das erkläre ich Ihnen auch gerne. (Abg. Pirklhuber: Mitterlehner in Moskau!) – Wie bitte? Den Zwischenruf bitte noch einmal! (Abg. Pirklhuber: Mitterlehner-Reise!) – Ja, fragen Sie bitte den Herrn Vizekanzler, ob es Sinn macht (Abg. Pirklhuber: Sie sitzen im Ministerrat …!), dass wir auch weiterhin versuchen, die österreichischen Interessen in diesen Ländern zu vertreten. Ich halte das für zweckmäßig. Übrigens hat auch der Herr Bundespräsident vor, noch hinzureisen, und ich halte es für zweckmäßig, dass wir wieder zu geordneten Verhältnissen kommen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abgeordneten Weninger und Strache.)
Abg. Pirklhuber: Sie sitzen im Ministerrat …!
Das Zweite, das immer wieder im Raum steht, ist der Verkauf, das erkläre ich Ihnen auch gerne. (Abg. Pirklhuber: Mitterlehner in Moskau!) – Wie bitte? Den Zwischenruf bitte noch einmal! (Abg. Pirklhuber: Mitterlehner-Reise!) – Ja, fragen Sie bitte den Herrn Vizekanzler, ob es Sinn macht (Abg. Pirklhuber: Sie sitzen im Ministerrat …!), dass wir auch weiterhin versuchen, die österreichischen Interessen in diesen Ländern zu vertreten. Ich halte das für zweckmäßig. Übrigens hat auch der Herr Bundespräsident vor, noch hinzureisen, und ich halte es für zweckmäßig, dass wir wieder zu geordneten Verhältnissen kommen. (Beifall bei der ÖVP, bei Abgeordneten der NEOS sowie der Abgeordneten Weninger und Strache.)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig! Das stimmt! Ist das Problem fossiler Energie!
Klar muss auch sein, dass für viele Dinge des täglichen Lebens einfach noch keine darstellbaren Alternativen existieren, etwa dort, wo Erdöl und Erdgas nicht energetisch, sondern als Werkstoff eingesetzt werden. Wir haben bei den fossilen Rohstoffen eine hohe Importquote, einen geringen Teil produzieren wir noch selbst. Diese Importabhängigkeit wird oft als Bedrohung für den Wirtschaftsstandort dargestellt. Ehrlich gesagt – und das sollte man auch einmal aussprechen –, kann ich das nicht ganz nachvollziehen, vor allem wenn es um Lieferungen aus Russland geht, wo wir seit 48 Jahren über alle Höhen und Tiefen des Kalten Krieges und alle Umwälzungen hinweg, die es im Osten gegeben hat, von Russland pünktlich mit ausreichend Erdgas versorgt werden. Geopolitisch sichere Herkunftsländer gibt es nicht. Schauen wir uns in der Welt um, dann werden wir das sehen. Daher muss man sich das sehr genau anschauen. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig! Das stimmt! Ist das Problem fossiler Energie!)
Abg. Pirklhuber: Überhaupt nicht!
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Finanzminister! Kolleginnen und Kollegen! In dieser Aktuellen Stunde verknüpfen die Kollegen von den Grünen zwei Themenfelder, deren kausaler Zusammenhang sehr oberflächlich ist (Abg. Pirklhuber: Überhaupt nicht!), denn man kann den Klimaschutz nicht einem Leitbetrieb in die Schuhe schieben. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Rossmann: Das glauben Sie aber selbst nicht! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Nichtsdestotrotz, Österreich nimmt nicht nur den Vertrag von Paris sehr ernst, sondern hat bereits in der Vergangenheit seine Verantwortung im Bereich Klimaschutz bewiesen. (Abg. Rossmann: Das glauben Sie aber selbst nicht! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Die Realisierung des Abkommens ist ein wichtiger Bestandteil, eine wesentliche Aufgabe der österreichischen Bundesregierung. Österreich und die EU waren schon immer Vorreiter im Bereich Klimaschutz. Durch dieses Abkommen sind aber die Zeiten von unakkordierten und beinahe standortschädlichen Alleingängen Europas – Europa emittiert 10 Prozent – endlich vorbei.
Abg. Kogler: Ihr Koalitionspartner! – Abg. Pirklhuber: … Verantwortung!
Die OMV stellt sich mit ihrer neuen Führungsebene auf geänderte Rahmenbedingungen ein und ist dabei zukunftsweisend, Weichenstellungen zu setzen. Politische Zurufe, von welcher Seite auch immer, sind bei einem börsennotierten Unternehmen sicher nicht zuträglich. (Abg. Kogler: Ihr Koalitionspartner! – Abg. Pirklhuber: … Verantwortung!) Sie verunsichern die Finanzmärkte, sie verunsichern die 25 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und letztlich auch die Bevölkerung. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Was sind „Gasvergasungsanlagen“?
Abgesehen davon, dass Österreich bekanntermaßen nicht am Meer liegt und die Gasverflüssigungs- und Gasvergasungsanlagen daher sicher nicht in Österreich liegen (Abg. Pirklhuber: Was sind „Gasvergasungsanlagen“?) und wir vom Handel mit diesen Quellen ausgeschlossen werden, sind diese Herkunftsländer, Algerien, Katar und Co, sicher bei Weitem unsicherer als Russland.
Abg. Brunner: Grad! – Abg. Pirklhuber: Grad, nicht Prozent!
1,5 Prozent. Auch wenn die Ziele derzeit noch nicht realistisch sind, geht es darum … (Abg. Brunner: Grad! – Abg. Pirklhuber: Grad, nicht Prozent!) – 1,5 Grad beziehungsweise 2 Grad, Verzeihung. – Es geht vor allem darum, dass jene Staaten, die derzeit noch nicht viel getan haben, jetzt einen deutlichen Aufholbedarf haben. Das führt wiederum dazu, dass wir deutliche Exportmöglichkeiten in verschiedene Staaten haben, sowohl … (Abg. Brunner: Das steht so nicht im Vertrag!) – Nein, das steht so nicht im Vertrag, das ist die Möglichkeit der österreichischen und der europäischen Wirtschaft, Frau Kollegin Brunner, und genau das ist eine Schwachstelle der Grünen. Sie sprechen nicht von den Möglichkeiten der europäischen und der österreichischen Wirtschaft, sondern Sie reden von etwas, was ohnehin nie stattfinden wird. (Abg. Brunner: Haben Sie mir zugehört? Genau das habe ich gesagt!)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!
ziert gehören. Es ist eine große Herausforderung, die bewältigt werden muss. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!)
Abg. Pirklhuber: Verkaufen!
Im Herbst gab es dann die ersten Medienberichte dazu. Das sind die einzigen Berichte, die uns – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – vorliegen, und an die müssen wir uns einfach halten. Ich freue mich, wenn ich höre, welch klare Worte Sie, Herr Finanzminister Schelling, heute hier gesprochen haben und dass Sie eine Verschränkung oder eine Privatisierung ausschlagen, also einer solchen nicht zustimmen. Aber mir sind schon noch die Worte des Verantwortlichen in der OMV bekannt, der vor Weihnachten im großen „profil“-Interview sagte: „Die Gas Connect ist für uns fast so etwas wie eine Finanzbeteiligung. (…) In erster Linie wollen wir den Wert monetarisieren (…).“ (Abg. Pirklhuber: Verkaufen!) – Ja, verkaufen, verklopfen! Und das ist eine Vorgehensweise, meine sehr geschätzten Damen und Herren, die zumindest wir von unserer Seite ganz sicher ablehnen werden. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Gleichzeitig lesen wir in den Medien, dass sich schon mehrere ausländische Investoren anstellen, und ebenfalls aus den Medien erfahren wir, dass der Beteiligungstausch zwischen OMV und Gazprom sehr weit gediehen ist. Nicht gesagt wird, um welche Teile es sich handelt. Da ist der Aufsichtsratsvorsitzende einer sehr großen östlichen Gasgesellschaft ein bisschen direkter und genauer, der sagt nämlich, worum es ihm geht, nämlich um die Raffinerien – und da haben wir nur zwei: Schwechat und Burghausen – und um das Leistungsnetz. Also wenn das nicht verunsichert und wenn man da nicht hellhörig werden soll, meine geschätzten Damen und Herren, dann weiß ich auch nicht! (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Brunner: Vergessen hat! – Abg. Pirklhuber: Aufgegeben hat!
Zum Zweiten: Die Klimakonferenz in Paris bringt das Ende des fossilen Zeitalters. (Abg. Brunner: 34 Jahre …!) Das möchte ich wirklich auch als Vertreter einer Partei sagen, die das Ordnungsprinzip des ökosozialen Gedankens ja schon lange (Abg. Brunner: Vergessen hat! – Abg. Pirklhuber: Aufgegeben hat!) auf ihre Fahnen heftet (Abg. Pirklhuber: Achtziger Jahre!): Uns ist das ganz, ganz wichtig! Aber ganz klar ist auch, Herr Pirklhuber – und darin sind sich übrigens auch alle Experten einig –, dass dieser Ausstieg aus den fossilen Energieträgern nur Schritt für Schritt erfolgen kann. (Abg. Brunner: Aber irgendwann muss man den ersten Schritt machen!) Da müssen Wirtschaft und Umwelt in Balance sein, Frau Brunner, anders wird es nicht gehen, weil es immer auch um Standortfragen und damit auch um Arbeitsplätze in Österreich geht. (Abg. Brunner: Die Ökowirtschaft wird die Standortfrage sein!) Das müssen wir insgesamt gut diskutieren. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Achtziger Jahre!
Zum Zweiten: Die Klimakonferenz in Paris bringt das Ende des fossilen Zeitalters. (Abg. Brunner: 34 Jahre …!) Das möchte ich wirklich auch als Vertreter einer Partei sagen, die das Ordnungsprinzip des ökosozialen Gedankens ja schon lange (Abg. Brunner: Vergessen hat! – Abg. Pirklhuber: Aufgegeben hat!) auf ihre Fahnen heftet (Abg. Pirklhuber: Achtziger Jahre!): Uns ist das ganz, ganz wichtig! Aber ganz klar ist auch, Herr Pirklhuber – und darin sind sich übrigens auch alle Experten einig –, dass dieser Ausstieg aus den fossilen Energieträgern nur Schritt für Schritt erfolgen kann. (Abg. Brunner: Aber irgendwann muss man den ersten Schritt machen!) Da müssen Wirtschaft und Umwelt in Balance sein, Frau Brunner, anders wird es nicht gehen, weil es immer auch um Standortfragen und damit auch um Arbeitsplätze in Österreich geht. (Abg. Brunner: Die Ökowirtschaft wird die Standortfrage sein!) Das müssen wir insgesamt gut diskutieren. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Für wen?
Und zum Dritten: Privatisierungen sind auch Erfolgsgeschichten; es ist mir wichtig, das festzuhalten. (Abg. Pirklhuber: Für wen?) Wenn man die mediale Diskussion beobachtet, wenn man die Diskussion von Repräsentanten verschiedener Interessengruppen beobachtet, dann hat man ja manchmal den Eindruck, Privatisierung ist per se schlecht. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Ich möchte Ihnen ein Beispiel bringen, nämlich die voestalpine. (Abg. Pirklhuber: Haben wir ein Glück gehabt! Wasserprivatisierung in London!) Sie wissen das: 1980, 1985 eine schwere Krise, das Staatsunternehmen ist hochdefizitär. Man hat sich dann dazu entschieden, den Konzern zu restrukturieren, zu privatisieren. Es ist ganz spannend, nachzulesen, was denn damals die Gründe dafür waren, dass das nicht funktioniert hat. Da wird angeführt: Ursache für den Crash waren politische Einflussnahme, Missbrauch des Unternehmens als staatliche Beschäftigungsreserve, Änderungen der internationalen Rahmenbedingungen, Aushöhlung einzelner Unternehmen und so weiter und so fort.
Abg. Pirklhuber: Haben wir ein Glück gehabt! Wasserprivatisierung in London!
Und zum Dritten: Privatisierungen sind auch Erfolgsgeschichten; es ist mir wichtig, das festzuhalten. (Abg. Pirklhuber: Für wen?) Wenn man die mediale Diskussion beobachtet, wenn man die Diskussion von Repräsentanten verschiedener Interessengruppen beobachtet, dann hat man ja manchmal den Eindruck, Privatisierung ist per se schlecht. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Ich möchte Ihnen ein Beispiel bringen, nämlich die voestalpine. (Abg. Pirklhuber: Haben wir ein Glück gehabt! Wasserprivatisierung in London!) Sie wissen das: 1980, 1985 eine schwere Krise, das Staatsunternehmen ist hochdefizitär. Man hat sich dann dazu entschieden, den Konzern zu restrukturieren, zu privatisieren. Es ist ganz spannend, nachzulesen, was denn damals die Gründe dafür waren, dass das nicht funktioniert hat. Da wird angeführt: Ursache für den Crash waren politische Einflussnahme, Missbrauch des Unternehmens als staatliche Beschäftigungsreserve, Änderungen der internationalen Rahmenbedingungen, Aushöhlung einzelner Unternehmen und so weiter und so fort.
Abg. Pirklhuber: Ökosteuerreform!
Ein wesentlicher Punkt, Frau Kollegin Brunner: Wenn man beim letzten Ausschuss gut und aufmerksam zugehört hat, hat man ja gesehen, was Ihre Ziele sind. (Abg. Brunner: Meine?) – Die der Grünen, Ihrer Fraktion insgesamt. Man sieht ganz genau: Aufgrund des aktuell gesunkenen Ölpreises, aufgrund der aktuell gesunkenen Treibstoffpreise wollen Sie eine Ökosteuer einführen, und mit der wollen Sie generell alle Bürger dieses Landes belasten. (Abg. Pirklhuber: Ökosteuerreform!) – Diese Ökosteuer wird es mit uns nicht geben, aber sie ist Ihr Ziel! (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Brunner: Dann sagen Sie: Wir ignorieren den Klimavertrag! Sagen Sie es! Entweder oder!) – Nein, nein, Frau Kollegin, das ist eine unsoziale Maßnahme und nicht nur eine unsoziale Maßnahme, sondern auch eine wirtschaftsfeindliche Maßnahme! (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Darüber können wir diskutieren!
Was wir brauchen, ist der Ausstieg aus der Kohleverstromung – ein wesentlicher Faktor. Da wird nicht einmal die Hälfte für Energie genutzt, sondern das meiste verpufft in Form von Wärme. Unser nachhaltiges Ziel kann es nur sein, in erneuerbare Energie zu investieren und auf diese zu setzen, und da gibt es Anreize. Ich sage das auch in Richtung des Finanzministers: Man kann zum Beispiel den Mehrwertsteuersatz um 50 Prozent hinunter auf 10 Prozent setzen. – Das wären Anreize! So könnten wir auch den Umweltschutz vorantreiben. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: Darüber können wir diskutieren!)
Abg. Pirklhuber: Ja natürlich greifen wir es auf!
Ich habe diese Tafel (auf die auf dem Rednerpult aufgestellte Tafel weisend) mitgenommen, weil sich darauf darstellt, dass sich die Palmölproduktion in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat, die Grünen aber dieses Thema nicht aufgreifen. (Abg. Pirklhuber: Ja natürlich greifen wir es auf!) – Im Zusammenhang mit der OMV fällt mir dazu ein, dass wir sofort beschließen könnten, dass dem Biodiesel kein Palmöl mehr beigemengt wird, Kolleginnen und Kollegen von den Grünen! Da bin ich sofort dabei, denn es ist Wahnsinn, dass wir mit unserem Biodiesel in Österreich 13 000 Hektar Palmöl verfahren und hier nur vordergründige Flüchtlingsdiskussionen über Kriegsflüchtlinge führen, weil wir dadurch auch Lebensraum in diesen Regionen zerstören.
Abg. Pirklhuber: Nein, natürlich nicht! Das ist wirklich traurig!
Das ganz Wesentliche, Frau Kollegin, weil es mit Klimaschutz zu tun hat: Wenn jetzt eine der führenden Handels- und Supermarktketten in Österreich mit der CO2-Kam-pagne wirbt, nämlich bis 2020 CO2-neutral zu werden, die Auslagen sind alle voll, dann erwarte ich mir den Aufschrei der Grünen, weil dieselbe Handelskette – und ich werde heute natürlich beim AMA-Marketingbericht noch weitere Beispiele, etwa bis zum kalifornischen Wein, anführen –, die mit CO2-Neutralität wirbt, jetzt aktuell im Jänner die Weintrauben (der Redner hält eine Packung Weintrauben in die Höhe) über 14 000 Kilometer aus Südafrika hierher nach Österreich karrt. Ist das notwendig, ist das CO2-neutral, Frau Kollegin? Sind das die Ziele, die wir bejubeln, Frau Kollegin? (Abg. Pirklhuber: Nein, natürlich nicht! Das ist wirklich traurig!) Mir haben Ihre Vorschläge gefehlt, und das ist das Enttäuschende!
Abg. Pirklhuber: Richtig! Absolut richtig!
Das zweite Problem ist, dass wir nicht gemeinsam dagegen vorgehen, dass es keine gemeinsame, koordinierte Politik gibt (Abg. Pirklhuber: Richtig! Absolut richtig!), danach mit diesem Problem umzugehen. Es gibt drei EU-Staaten, die dann die dadurch entstandenen Flüchtlinge aufnehmen, und 25, die dagegen blockieren (Abg. Kogler: So ist es!), 25 Regierungen, die nationalistische Politik machen, neben denen am Schluss als einer der drei Staaten, die sie aufnehmen, Österreich übrig bleibt. Ihre nationalistischen Freunde sorgen dafür, dass Österreich übrig bleibt. Wenn wir Ihre Politik weiter fortsetzen, bleiben wir nur noch mehr übrig. Das ist das Problem. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Stichwort OMV!
Wir hätten in den Verhandlungen auch die Chance gesehen, durch das Einführen einer übergeordneten Planung – weg von den einzelnen Projekten, hin zu einer Energieplanung – erstens einmal die Energieplanung mehr in die öffentliche Hand zu bekommen und nicht nur den Unternehmen zu überlassen (Abg. Pirklhuber: Stichwort OMV!)
Sitzung Nr. 113
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Petition der Stadtgemeinde Schwaz betreffend TTIP/CETA/TISA-Abkommen“ (Ordnungsnummer 64) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Pirklhuber – mit ironischer Heiterkeit –: Das stimmt in dem Fall!
Wir haben diese Herausforderung nicht gesucht, die ist zu uns gekommen – wie in diesem Sprichwort: manchmal hat man auch eine Krawatte, die man sich nicht selbst ausgesucht hat –: Man muss einfach das Beste daraus machen. (Abg. Pirklhuber – mit ironischer Heiterkeit –: Das stimmt in dem Fall!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Die Debatte ist aber auch deswegen wertvoll, weil wir oft gefragt werden: Was unterscheidet die Grünen von den NEOS? (Ruf bei der FPÖ: Sehr viel!) Und diese Debatte zeigt das sehr gut auf. Das Gesetz zur Inflationsminderung bei den Mieten ist, wie es die Kollegin Becher richtig gesagt hat, bevor die NEOS ins Parlament gekommen sind, einstimmig beschlossen worden – nicht deshalb, weil es die Lösung aller Probleme ist, sondern deswegen, weil es bedeutet, dass in jenem Bereich, nämlich beim Wohnen, wo ein Grundrecht, ein Grundbedürfnis befriedigt wird, die Wohnkosten zu hoch sind und jede einzelne kleine Maßnahme hilft. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wohnen ist eben nicht ein Produkt wie jedes andere – so sehen es die NEOS! –, sondern Wohnen ist ein Grundbedürfnis, und es ist Aufgabe der Politik dafür zu sorgen, dass dieses Grundbedürfnis befriedigt wird. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Ein bisschen lauter, wir hören nichts! Durchaus etwas emotionaler!
Dass das natürlich nichts damit zu tun hat, dass vielfach ein substanziell neugeregeltes Mietrecht gefordert wird, ist klar, aber gerade die Debatte in den letzten Minuten hat gezeigt, dass es sich dabei um eine gesellschaftspolitisch höchst strittige Materie handelt. Es braucht da einen entsprechenden Konsens. Wir können ihn nicht erzwingen, ich kann nur versichern (Abg. Pirklhuber: Ein bisschen lauter, wir hören nichts! Durchaus etwas emotionaler!), dass unser Haus mit seinen Experten zur Verfügung steht, wenn es darum geht, legistisch das umzusetzen, worauf man sich hier im Hause einigt. Darauf hoffen wir! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Okay!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Okay!
Dass das natürlich nichts damit zu tun hat, dass vielfach ein substanziell neugeregeltes Mietrecht gefordert wird, ist klar, aber gerade die Debatte in den letzten Minuten hat gezeigt, dass es sich dabei um eine gesellschaftspolitisch höchst strittige Materie handelt. Es braucht da einen entsprechenden Konsens. Wir können ihn nicht erzwingen, ich kann nur versichern (Abg. Pirklhuber: Ein bisschen lauter, wir hören nichts! Durchaus etwas emotionaler!), dass unser Haus mit seinen Experten zur Verfügung steht, wenn es darum geht, legistisch das umzusetzen, worauf man sich hier im Hause einigt. Darauf hoffen wir! – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Okay!)
Abg. Pirklhuber: Eben …, aber fachlich …!
Wenn man meinen Vorrednern zugehört hat, könnte man den Eindruck bekommen haben, dass die Petitionen und Bürgerinitiativen nur einmal kurz vorgelesen und dann schubladisiert werden – dem ist nicht so. Es werden zu allen Petitionen und Bürgerinitiativen mehrere Stellungnahmen eingeholt, diese Stellungnahmen werden diskutiert, und dann werden die Petitionen und Bürgerinitiativen aufgrund dieser Stellungnahmen entweder zur Kenntnis genommen oder dem Fachausschuss zugewiesen. (Abg. Pirklhuber: Eben …, aber fachlich …!) Dass die Entscheidung der Mehrheit der Opposition oft nicht gefällt, liegt möglicherweise in der Natur der Sache. (Abg. Pirklhuber: Das gefällt den Bürgerinnen und Bürgern nicht, das hat mit der Opposition nichts zu tun!)
Abg. Pirklhuber: Das gefällt den Bürgerinnen und Bürgern nicht, das hat mit der Opposition nichts zu tun!
Wenn man meinen Vorrednern zugehört hat, könnte man den Eindruck bekommen haben, dass die Petitionen und Bürgerinitiativen nur einmal kurz vorgelesen und dann schubladisiert werden – dem ist nicht so. Es werden zu allen Petitionen und Bürgerinitiativen mehrere Stellungnahmen eingeholt, diese Stellungnahmen werden diskutiert, und dann werden die Petitionen und Bürgerinitiativen aufgrund dieser Stellungnahmen entweder zur Kenntnis genommen oder dem Fachausschuss zugewiesen. (Abg. Pirklhuber: Eben …, aber fachlich …!) Dass die Entscheidung der Mehrheit der Opposition oft nicht gefällt, liegt möglicherweise in der Natur der Sache. (Abg. Pirklhuber: Das gefällt den Bürgerinnen und Bürgern nicht, das hat mit der Opposition nichts zu tun!)
Abg. Pirklhuber: Teilweise!
Die letzten beiden Petitionen und Bürgerinitiativen sind auch Beispiele dafür, dass sie dem Fachausschuss, eben dem Unterrichtsausschuss, zugewiesen wurden (Abg. Pirklhuber: Teilweise!) und im Unterrichtsausschuss fachlich entsprechend zu behandeln sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Pirklhuber: Teilweise korrekt!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Pirklhuber: Teilweise korrekt!
Die letzten beiden Petitionen und Bürgerinitiativen sind auch Beispiele dafür, dass sie dem Fachausschuss, eben dem Unterrichtsausschuss, zugewiesen wurden (Abg. Pirklhuber: Teilweise!) und im Unterrichtsausschuss fachlich entsprechend zu behandeln sind. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Weninger. – Abg. Pirklhuber: Teilweise korrekt!)
Abg. Pirklhuber: Gemeinsam!
Ich möchte zur Bürgerinitiative Nr. 72 sprechen. Kollege Pirklhuber, diese Initiative betreffend keine Kürzung der AMS-Mittel ist dem Ausschuss für Soziales zugewiesen worden und dort auch schon in der letzten Sitzung behandelt worden. Das ist eine Initiative, die wirklich sehr gut behandelt worden ist. Es wurden drei Punkte gefordert. Wir haben zwei Stellungnahmen eingeholt, eine vom Bundesministerium für Finanzen und eine vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz. Wir haben aus meiner Sicht sehr gute Stellungnahmen dazu bekommen und dann eben im Petitionsausschuss dem Sozialausschuss zugewiesen. (Abg. Pirklhuber: Gemeinsam!) – Gemeinsam, genau!
Abg. Pirklhuber: Nicht immer!
Das ist eine Initiative, bei der wir gemeinsam sagen können, die Interessen der BürgerInnen wurden bestmöglich vertreten. (Abg. Pirklhuber: Nicht immer!) – Aber in diesem Fall schon. (Beifall bei der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Kollege Pirklhuber, du hast selbst „SOS – Fluglärm“ zitiert, und ich gehe davon aus, dass, wenn ein Umweltminister schreibt, dass Gesetzgebung, Umweltverträglichkeitsprüfung und so weiter angewendet werden, das auch überall angewendet wird und wir nicht von einer Piste reden. Deswegen glaube ich auch, dass die Antwort genügt, dass das Umweltministerium darauf schaut, dass die Lärmbelästigung für die Anrainer und Anrainerinnen entsprechend gering ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Wie gesagt, das ist Ihre Ansicht.
Abg. Pirklhuber: Zwei!
Wir haben doch einige Hearings abgehalten. (Abg. Pirklhuber: Zwei!) – Zwei, ja. Eines war, glaube ich, das erste zu TTIP, etwas ganz Wichtiges. Wenn wir nächste Woche wieder eine Petition zu TTIP haben, dann haben wir das für unseren Bereich abgehandelt und weitergegeben. Es gibt Themen, die wir dann immer wieder bekommen.
Sitzung Nr. 115
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „TTIP/CETA/TISA-freie Gemeinde“ (Ordnungsnummer 66) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Pirklhuber: Furchtbar!
Fünfter Punkt: Wir wollen die Förderung der „Kasinopensionen“ streichen. Momentan gehen jedes Jahr 3,2 Milliarden € in die Förderung von Privatpensionen, also „Kasinopensionen“. Ich finde, das ist ein Wahnsinn, ich finde, das ist ein unglaublich schlimmer Anreiz, dass wir als Staat sagen: Wir fördern für jüngere Menschen, dass sie ihr Geld ins Finanzkasino tragen, damit diese dann sozusagen mit dem Geld zocken gehen! (Abg. Pirklhuber: Furchtbar!) Das ist die Idee dabei, und das sind 3,2 Milliarden €, und ich weiß auch, dass es da einige gibt, die eher in diese Richtung wollen.
Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Die Dringlichkeit hätte es geboten! Wir holen ihn ins Haus!
wir die Diskussion in dieser Art und Weise durchführen. (Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Die Dringlichkeit hätte es geboten! Wir holen ihn ins Haus!)
Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Sie haben es selber gesagt – bei der Tagung, nicht bei der Zulassung!
Wie bereits von meinen Vorrednern erwähnt, wurde heute die Entscheidung über die weitere Zulassung von Glyphosat vom zuständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel vertagt. Entgegen den Behauptungen ist es heute zu keiner Abstimmung gekommen. Anhand der aktuellen Unterlagen hätte sich Österreich – das können Sie nachlesen – durch die AGES, die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, auch der Stimme enthalten. Wenn Sie auf die Homepage des ORF schauen, werden Sie die Stellungnahme der AGES sehen. Damit, denke ich, ist auch schon vieles gesagt. (Zwischenruf der Abg. Brunner. – Abg. Pirklhuber: Sie haben es selber gesagt – bei der Tagung, nicht bei der Zulassung!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber
Genau das zeigt uns, dass es bei einer fachlichen Entscheidung bleiben muss (Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber) und nicht zu einer politikgetriebenen Entscheidung kommen darf, auf welche eben Lobbygruppen aus den verschiedensten Gründen Einfluss nehmen – daher: raus aus den Emotionen, hin zu den Fakten, die wir uns ansehen müssen. Da ist natürlich die Frage: Wo stehen wir denn in der aktuellen Diskussion, in der Bewertung? Was heißt das?
Abg. Pirklhuber: Machen wir ein Hearing daraus!
Es wurde schon erwähnt, dass Glyphosat, ein nicht selektives Blattherbizid, das über die Pflanzen aufgenommen wird, einer umfassenden fachlichen Bewertung unterzogen und im Jahr 2002 zugelassen worden ist. (Abg. Pirklhuber: Machen wir ein Hearing daraus!) Seitdem wurde der Wirkstoff, wie andere Wirkstoffe auch, turnusmäßig hinsichtlich seiner Risiken für Gesundheit und Umwelt sowie seiner Wirksamkeit neu bewertet.
Abg. Pirklhuber: Hier im Haus!
Gehen wir diesen Schritt gemeinsam, auf einer fundierten wissenschaftlichen Basis! Die Experten werden dann auf dieser Ebene entscheiden. (Abg. Pirklhuber: Hier im Haus!) – Sie wissen, Herr Kollege Pirklhuber, wie diese Prozesse ablaufen, und ich denke, dabei sollten wir bleiben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt nicht!
Auf der anderen Seite – und das ist für mich das gewichtigere Argument – gibt es kein Substitut, gibt es also keine Alternative für Landwirte und Landwirtinnen, dass sie tatsächlich ein Mittel einsetzen (Abg. Pirklhuber: Das stimmt nicht!) – außerhalb der biologischen Landwirtschaft –, das ähnlich wenig gesundheitsschädlich ist. Daher wäre es aus meiner Sicht der nächste Schritt, dass man das Ganze im Parlament und auf Expertenebene diskutiert und die Folgen genauer eruiert, bevor man das Ganze tatsächlich übereilt macht.
Abg. Pirklhuber: Aber die österreichische Position auf der europäischen Ebene ...!
Der zweite Punkt, der meiner Überzeugung nach wichtig ist, ist die Frage der Fristsetzung. Wir haben heute gehört, dass tatsächlich auf europäischer Ebene im Rat vertagt wurde. Das heißt, ich stelle den Sinn infrage, dass wir in Österreich eine Diskussion – eine inhaltliche Diskussion über ein Verbot, ja oder nein – führen, solange wir die europäische Regelung nicht kennen. (Abg. Pirklhuber: Aber die österreichische Position auf der europäischen Ebene ...!) Daher wäre es aus meiner Sicht richtig, zuerst die Ergebnisse in Europa abzuwarten und dann den Diskurs im österreichischen Parlament durchzuführen. (Abg. Pirklhuber: Wenn der Minister nichts tut ...! ... wenn der Minister seine Verantwortung nicht wahrnehmen will!)
Abg. Pirklhuber: Wenn der Minister nichts tut ...! ... wenn der Minister seine Verantwortung nicht wahrnehmen will!
Der zweite Punkt, der meiner Überzeugung nach wichtig ist, ist die Frage der Fristsetzung. Wir haben heute gehört, dass tatsächlich auf europäischer Ebene im Rat vertagt wurde. Das heißt, ich stelle den Sinn infrage, dass wir in Österreich eine Diskussion – eine inhaltliche Diskussion über ein Verbot, ja oder nein – führen, solange wir die europäische Regelung nicht kennen. (Abg. Pirklhuber: Aber die österreichische Position auf der europäischen Ebene ...!) Daher wäre es aus meiner Sicht richtig, zuerst die Ergebnisse in Europa abzuwarten und dann den Diskurs im österreichischen Parlament durchzuführen. (Abg. Pirklhuber: Wenn der Minister nichts tut ...! ... wenn der Minister seine Verantwortung nicht wahrnehmen will!)
Sitzung Nr. 117
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „der Resolution für eine TTIP- und CETA-freie Landwirtschaft auf Initiative des Ortsbauernausschusses der Gemeinde Meggenhofen“ (Ordnungsnummer 70) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Pirklhuber: Gegen die Kurden!
Was wir brauchen, sind legale Zugänge. Wir müssen den Schleppern das Handwerk legen! Legale Zugänge braucht es und, ja, sehr viel mehr Geld (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), UNHCR, UNICEF et cetera, das ist notwendig. (Abg. Kickl: Wenn man nur wüsste, …!) Und ein Abkommen mit der Türkei – lassen Sie mich diesen Satz noch zu Ende reden –, ja, auch das ist notwendig, aber gleichzeitig braucht es Druck, den Kahlschlag bei den Medien in der Türkei und die staatliche Gewalt (Abg. Pirklhuber: Gegen die Kurden!) gegen Kurden und Kurdinnen zu beenden.
Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!
Jetzt wird es lustig! Jetzt sind wir bei einer „Luftvereinbarung“, zumindest bei keiner schriftlichen Vereinbarung, jedenfalls wird dem Parlament die Herausgabe der schriftlichen Vereinbarung verweigert. (Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!) Entweder es gibt sie, warum ist sie dann nicht hier, eben diese Vereinbarung zwischen Kommission und den USA? Das würde voraussetzen, dass die Regierung sie hätte, sie hat sie aber nicht. Dann ist es aber schon seltsam, dass die Regierung den Nationalrat auf irgendetwas hin reduziert und de facto genau verkehrt herum bindet, und zwar ausgehend von einer Vereinbarung, die sie selbst nicht hat und möglicherweise nicht einmal zu Gesicht bekommen hat.
Abg. Pirklhuber: 20 000 Arbeitsplätze mehr … in zehn Jahren!
haben, die nicht als zielführend erachtet worden sind, um ein einziges zentrales Ziel zu erreichen, nämlich in Summe die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsraumes im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen zu erhöhen. Und das ist das zentrale Ziel, meine Damen und Herren! Damit verbunden ist nämlich die Frage der Aufrechterhaltung von Wohlstand, der Aufrechterhaltung von Jobs und das Schaffen neuer Jobs. (Abg. Pirklhuber: 20 000 Arbeitsplätze mehr … in zehn Jahren!)
Abg. Pirklhuber: Das ist nicht unsere Frage gewesen!
Unsere Aufgabe ist es, und zwar nicht nur in Österreich, sondern für den gesamten europäischen Wirtschaftsraum – und der Binnenmarkt ist ja dankenswerterweise angesprochen worden –, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Und wenn wir wissen, dass die Digitalisierung der größte Treiber ist, dann sind die Vorhaben der Kommission die, alles zu tun, um einen digitalen Binnenmarkt zu bekommen und in allen Bereichen, wo Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber betroffen sind, die Rahmenbedingungen dahin gehend zu verbessern, dass wir das Wohlstandsniveau und das Produktivitätsniveau in unterschiedlichen Sektoren aufrechterhalten können. (Abg. Pirklhuber: Das ist nicht unsere Frage gewesen!)
Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.
Wissen Sie, warum das dort dynamischer ist? – Weil es dort weniger Regulierungen gibt. Herr Abgeordneter Schellhorn hat völlig recht, in diesem Fall gebe ich ihm recht: Man kann sich Großbritannien als Vorbild nehmen – was wir auch tun; Stichwort: Antibürokratievorhaben –, dort genau detailliert hineinzuschauen, wo wir in Wirklichkeit Hemmschwellen für die österreichische Wirtschaft, die österreichische Landwirtschaft haben. (Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Geben Sie doch eine Antwort auf unsere Frage!
Sie lachen, Herr Abgeordneter, aber gehen Sie einmal hinaus und sprechen Sie mit den Unternehmerinnen und Unternehmern! Herr Abgeordneter Themessl hat das richtigerweise gesagt: Es ist zu viel Bürokratie da! Daher hat es einen Konvent gegeben, und daher wird es auch noch ein Sammelgesetz in diesem Halbjahr geben, wo wir versuchen werden, eine ganze Reihe – und das kann nur ein erster Schritt sein, ein erster wichtiger Schritt – von diesen bürokratischen Hemmnissen hintanzustellen und uns davon zu befreien. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Geben Sie doch eine Antwort auf unsere Frage!)
Abg. Pirklhuber: Ja, das war unsere Frage!
Ein zweiter wichtiger Punkt, den ich ansprechen möchte, betrifft die Frage TTIP und die damit zusammenhängende Transparenz. (Abg. Pirklhuber: Ja, das war unsere Frage!)
Abg. Pirklhuber: Was soll das dann?
Sie wissen das: Es gibt dazu keine schriftliche Vereinbarung. Ich kenne sie auch nicht. Ich kenne sie nicht! Es gibt dazu keine schriftliche Vereinbarung. (Abg. Pirklhuber: Was soll das dann?) Ich kann Ihnen dazu auch nicht mehr sagen. Aber wenn es um die Transparenz und um das Informieren geht, dann kann ich Ihnen sagen: Wir waren unter den ersten Mitgliedsländern, die diesen Leseraum sofort eingerichtet haben. Es gab die Option, das sozusagen in unterschiedlichen Varianten zu machen. Dieser
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Ist das die österreichische Demokratie? – Dazu sage ich ganz klar: Nein! Wenn weder das Volk noch die VertreterInnen des Volkes ordentlich informiert werden (Abg. Pirklhuber: So ist es!) und die Verhandlungen großteils vor verschlossenen Türen stattfinden, dann sage ich ganz klar: Nein! Die Demokratie ist uns nämlich nicht einfach nur in den Schoß gefallen, sondern die mussten wir uns hart erkämpfen.
Abg. Pirklhuber: Danke, Sie haben es präzise beantwortet, nicht der Staatssekretär!
Wir haben jetzt vom Ausblick gesprochen, und wenn wir darüber reden, wie sich die Wirtschaft entwickeln soll, dann müssen wir uns anschauen, was die Stärke der österreichischen Wirtschaft ist. Es gibt einige Stärken, eine ist sicher der Tourismus, eine andere ist vor allem die Exportwirtschaft. Und wenn wir von der Exportwirtschaft reden, dann können wir auch sagen, dass wir 6 von 10 € im Ausland verdienen, 5 € in der EU und 1 € im restlichen Teil der Welt. (Abg. Pirklhuber: Danke, Sie haben es präzise beantwortet, nicht der Staatssekretär!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Ganz konkret möchte ich darauf hinweisen, dass wir jetzt die Jahrestage von Fukushima und der AKW-Katastrophe von Tschernobyl haben. Es muss das Recht eines jeden Parlaments sein, kurzfristige Entscheidungen wie zum Beispiel betreffend den Ausstieg aus der Atomkraft, betreffend die Energiewende oder anderer Möglichkeiten, zu treffen. Wenn das, so wie es bisher durchklingt, nur im Rahmen von Vorverhandlungen, durch Einbringen regulatorischer Vorschläge in eine nicht demokratisch legitimierte Behörde, möglich ist, nehmen wir uns ja selbst jeden politischen Entscheidungsspielraum. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Ich möchte neben all den anderen Argumenten, die bereits gefallen sind, diese Problematik ganz besonders herausstreichen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Etwas, das immer wieder kommt, das auch vom Wirtschaftsminister in einem Ausschuss erwähnt wurde, sind die Chancen des offenen Handels am Beispiel von Zollabbau. Ich weiß, dass Zölle natürlich Handelshemmnisse sind. Sie haben aber auch gewisse Schutzfunktionen. Ein Beispiel wurde genannt: Mineralwasser ist mit 11 Prozent besteuert, wenn wir es in die USA oder nach Kanada exportieren. Wenn man das wegbekommt, entsteht ein größerer Handelsspielraum. Was ist dann das Ergebnis? – Da bin ich wieder am Beginn meiner Ausführungen: Das Ergebnis ist, dass es in unseren Geschäften Mineralwasser aus den Rocky Mountains gibt, und vielleicht Vöslauer Mineralwasser in den USA. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das mag zwar den Handel beleben, es hat aber keine nachhaltige volkswirtschaftliche Sinnhaftigkeit.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Josef Lettenbichler (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Staatssekretär! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es hat mich einigermaßen gestört und verwundert, wie vor allem in der ersten Hälfte dieser Debatte Kolleginnen und Kollegen seitens der SPÖ und der Grünen ein regelrechtes Bashing auf Großbetriebe und Banken abgefeiert haben. (Abg. Lichtenecker: Ist ja völliger Unsinn!) Ich glaube, ich darf das zurückweisen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es ist nicht in Ordnung, dass man hier wesentliche Säulen unserer Wirtschaft dermaßen vorführt. Wir sollten lieber froh sein, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, dass wir internationale Global Player, wie die OMV oder die voestalpine in unserem Land haben, die natürlich auch mit Auslandsinvestitionen dafür sorgen, dass der Wirtschaftsstandort Österreich abgesichert wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Es geht um Interessen, um demokratische Standards!
Ich bin auch froh, dass es Konzerne gibt, die in Österreich investieren und hier Hunderte, Tausende Arbeitsplätze vor allem in der Industrie schaffen. Es bringt, glaube ich, nichts, dass wir große Betriebe gegen kleine Betriebe, Ein-Personen-Unternehmen gegen mittlere Betriebe ausspielen. (Abg. Pirklhuber: Es geht um Interessen, um demokratische Standards!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Das zeigt einmal mehr, dass die Leitbetriebe-Strategie, die ja seitens der Grünen oftmals gescholten (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber) und die vom Vizekanzler eingeleitet wurde, sehr gut ist und auch weiterhin verfolgt wird und verfolgt werden sollte, denn ein Arbeitsplatz in einem solchen Großbetrieb löst weitere zwei bis drei Arbeitsplätze in KMU-Betrieben aus.
Abg. Pirklhuber: Ja!
Herr Pirklhuber, Sie waren dabei, als Herr Schlegelmilch, der Direktor der Kommission, bestätigt hat, dass es nur eine Harmonisierung nach oben geben kann. (Abg. Pirklhuber: Ja!) Also es gibt keine Äquivalenz für Chlorhuhn und es gibt auch keine Äquivalenz für unser antibiotikabehandeltes Fleisch. (Abg. Pirklhuber: … gegenseitige Anerkennung von Standards!)
Abg. Pirklhuber: … gegenseitige Anerkennung von Standards!
Herr Pirklhuber, Sie waren dabei, als Herr Schlegelmilch, der Direktor der Kommission, bestätigt hat, dass es nur eine Harmonisierung nach oben geben kann. (Abg. Pirklhuber: Ja!) Also es gibt keine Äquivalenz für Chlorhuhn und es gibt auch keine Äquivalenz für unser antibiotikabehandeltes Fleisch. (Abg. Pirklhuber: … gegenseitige Anerkennung von Standards!)
Abg. Pirklhuber: Gehen Sie zu einer Veranstaltung der Bauern und erklären Sie ihnen das!
Auch diese Betriebe müssen eine Chance haben. Daher ist es wichtig, dass jetzt ein neuer Investitionsschutz-Entwurf mit einem bilateralen Investitionsgericht und mit einer Berufungsinstanz in die Verhandlungen eingebracht wurde. (Abg. Pirklhuber: Gehen Sie zu einer Veranstaltung der Bauern und erklären Sie ihnen das!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Ganz entscheidend hoffe ich, dass die vom Bundeskanzleramt (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber) – dem Bundeskanzleramt kann man ja wirklich keine Wirtschaftsaffinität vorwerfen – in Auftrag gegebene WIFO-Studie, wo die positiven Effekte für eine Vielzahl von Branchen erhoben und auch bestärkt wurden, zur Versachlichung der Debatte beitragen wird. Das WIFO betont auch, dass wir aufgrund unserer wirtschaftlichen Verflechtung mit Deutschland durch dessen US-Exporte beflügelt werden.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich bedanke mich beim Kollegen Keck, dass er diese Darstellung der Stahlindustrie gebracht hat, weil ich gesehen habe – als Direktor Eder diese 26 Prozent Sonderzoll für Stahl gefordert hat –, dass die Industrie mit ähnlichen Problemen wie die Landwirtschaft kämpft. Aber wir müssen schauen, was diese Konzerne mit ihren Gewinnen machen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 121
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!
Und zu den von Ihnen genannten Notenbanktöchtern: Ja, es hat schon die FMA oder irgendwer den Auftrag zur Untersuchung gegeben, nur: Die Notenbank selber, die ja vor Ort mitprüfen könnte und sollte, hat Töchterfirmen unterhalten, die ihrerseits über Panama Bestechungsgelder in Osteuropa und in Syrien für ihre komischen Geschäfte gezahlt haben. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn! Unglaublich!) Das ist doch völlig absurd! Und die gleichen Leute sitzen noch dort – teilweise wenigstens – und sollen jetzt untersuchen.
Sitzung Nr. 123
Abg. Pirklhuber: … Maschek!
Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Mag. Gerald Klug: Sehr geschätzte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Hohes Haus! (Abg. Pirklhuber: … Maschek!) Als ich vor rund drei Monaten bei meiner Amtsübernahme im Infrastrukturministerium von meinem Vorgänger Alois Stöger die ressortmäßige Leitung übernommen habe, hat Alois Stöger in diesem Zusammenhang etwas gesagt, an das ich heute und gerade auch in diesen Tagen noch sehr oft denke. Er war damals schon Sozialminister und hat daher gewusst, was auf ihn in den nächsten Monaten zukommt und welche Herausforderungen insbesondere auch betreffend den Arbeitsmarkt auf ihn zukommen. Er hat damals gesagt: Ich brauche euch in meiner neuen Funktion, ich verlasse mich auf euch, ich brauche auch euch als Infrastrukturressort!
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Verschärfung des Familiennachzugs, Asyl auf Zeit: Das waren immer Punkte, die auch Sie vertreten haben. (Abg. Strache: Das ist ja schon aufrechtes Gesetz!) – Herr Klubobmann, Sie sind groß und stark beim Reden, klein und schwach beim Umsetzen! Das ist das, was ich schade finde! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Groß und stark am Wirtshaustisch oder hier beim Reden, aber klein und schwach beim Umsetzen – das ist das Dilemma. (Abg. Darmann: Das aus Ihrem Munde! – Weitere Zwischenrufe bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Das ist gar nicht so oft!
Diejenigen, die hier, sage ich jetzt einmal, „Insider“ sind, Abgeordnete sind, wissen, wie das funktioniert: Man macht einen Antrag, man lässt ihn ablehnen, man diskutiert ihn im Plenum, man stellt ihn wieder, und dann schaut man, ob er wieder abgelehnt wird. Das ist das Spiel, das es gibt. Ich glaube, wir haben das oft genug diskutiert. (Abg. Pirklhuber: Das ist gar nicht so oft!) – Ach, ganz oft! Ganz oft!
Sitzung Nr. 126
Abg. Pirklhuber: Er hat gesagt: „oder sonst etwas“!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Kogler, ich erteile Ihnen für den Vorwurf der „Blödheit“ einen Ordnungsruf. Daher würde ich Sie ersuchen, nicht noch Schlimmeres zu formulieren. – Bitte, Sie sind am Wort. (Abg. Pirklhuber: Er hat gesagt: „oder sonst etwas“!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Lopatka: Das ist doch völlig …! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz. – Zwischenrufe bei den Grünen.
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter Kogler, ich erteile Ihnen jetzt das zweite Mal für den Ausdruck „Blödheit“ einen Ordnungsruf. (Abg. Kogler: Den habe ich ja noch nicht einmal adressiert!) Und das ist nicht das erste Mal. Sie sind jetzt wieder am Wort. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Lopatka: Das ist doch völlig …! – Zwischenruf des Abg. Walter Rosenkranz. – Zwischenrufe bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Entweder war es das komplette intellektuelle Unvermögen dieser Wirtschaftsprüfer oder aber irgendetwas, was man nur schwer erkennen konnte. Dann stellt sich aber auch die Frage, ob eine schnellere Rotation nicht zu schnelleren Erkenntnissen führt. (Abg. Lichtenecker: Genau!) Oder es war sogar da oder dort Mitwirkung im Spiel. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Tamandl: Da geht es nicht um die Rotationen!
Jetzt, bevor dieser Schlussbefund vorliegt, haben wir etwas, mit dem wir sofort Konsequenzen ziehen könnten, aber sie bleiben aus. Man macht gerade das, was die Union vorgibt, und ist auch noch stolz darauf. Kein Golden Plating – wie das jetzt heißt –, ja nicht, um Gottes willen! Die Bankprüfer sollen ja nicht zu oft wechseln, wenn es um solche Einheiten geht! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Tamandl: Da geht es nicht um die Rotationen!) Das wäre doch eine gute Sache, die aus irgendeinem Grunde ausbleibt. (Beifall bei den Grünen.)
Ruf: Palmöl! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Und dann schauen wir auch noch, womit die fahren, mit welchem Treibstoff sie fahren. Du wirst mir jetzt sagen, ideal ist Biodiesel. Und ich sage dir, das ist das größte Verbrechen, das wir an der Umwelt begehen, weil ich durch eine Anfragebeantwortung von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Rupprechter die Bestätigung habe, dass wir mit österreichischem Biodiesel jährlich 13 000 Hektar Regenwald verfahren. – Du Schande! (Ruf: Palmöl! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Regenwald, jawohl, Herr Kollege! Und man sieht, meine Vorträge zeigen Wirkung, denn man weiß auch schon, was mit dem abgerodeten Regenwald erzeugt wird – Herr Kollege Rädler, danke –: Palmöl! (Heiterkeit des Abg. Obernosterer.)
Abg. Pirklhuber: Es geht um die Leistung! Wo war die Leistung?
Na ja, mich wundert das nicht! Wenn man Banken oder generell Unternehmen immer wieder neue Regelungen aufschwatzt und in dem Zusammenhang auch immer wieder überschießend agiert, dann wundert es mich nicht, dass Banken und Unternehmen versuchen werden, sich irgendwo anders die entsprechenden Gelder zu holen, die sie auch brauchen, um entsprechend zu wirtschaften. Das machen sie jetzt entsprechend bei der Bankomatgebühr. Ich bin grundsätzlich der Meinung … (Abg. Pirklhuber: Es geht um die Leistung! Wo war die Leistung?) – „Wo war die Leistung?“ – Na ja, wenn ich bei einem Bankomaten Geld abhebe, dann stellt mir die Bank eine Leistung zur Verfügung, nämlich dass ich zu einem Bankomaten gehen und dort Geld abheben kann. Und wenn eine Bank der Meinung ist, dass sie dafür auch entsprechende Gebühren einholen soll, dann halte ich das insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir hier immer neue Regularien erfinden und den Banken und den Unternehmen auch immer neue Dinge aufschwatzen, für vollkommen nachvollziehbar. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Vavrik.) – Herr Kollege Pirklhuber, so funktioniert die Marktwirtschaft: Wenn ich von jemandem etwas haben will, dann ist es umgekehrt auch so, dass ich dafür aufkommen muss (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), insbesondere dann, wenn ich immer weiter unnötige Regeln den Unternehmen und den Banken aufbürde. Dann brauchen sich die Grünen nicht zu wundern! (Abg. Pirklhuber: Früher haben wir etwas gehabt! Da sind wir in die Bankfiliale gegangen und haben eine Dienstleistung erhalten!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Vavrik.
Na ja, mich wundert das nicht! Wenn man Banken oder generell Unternehmen immer wieder neue Regelungen aufschwatzt und in dem Zusammenhang auch immer wieder überschießend agiert, dann wundert es mich nicht, dass Banken und Unternehmen versuchen werden, sich irgendwo anders die entsprechenden Gelder zu holen, die sie auch brauchen, um entsprechend zu wirtschaften. Das machen sie jetzt entsprechend bei der Bankomatgebühr. Ich bin grundsätzlich der Meinung … (Abg. Pirklhuber: Es geht um die Leistung! Wo war die Leistung?) – „Wo war die Leistung?“ – Na ja, wenn ich bei einem Bankomaten Geld abhebe, dann stellt mir die Bank eine Leistung zur Verfügung, nämlich dass ich zu einem Bankomaten gehen und dort Geld abheben kann. Und wenn eine Bank der Meinung ist, dass sie dafür auch entsprechende Gebühren einholen soll, dann halte ich das insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir hier immer neue Regularien erfinden und den Banken und den Unternehmen auch immer neue Dinge aufschwatzen, für vollkommen nachvollziehbar. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Vavrik.) – Herr Kollege Pirklhuber, so funktioniert die Marktwirtschaft: Wenn ich von jemandem etwas haben will, dann ist es umgekehrt auch so, dass ich dafür aufkommen muss (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), insbesondere dann, wenn ich immer weiter unnötige Regeln den Unternehmen und den Banken aufbürde. Dann brauchen sich die Grünen nicht zu wundern! (Abg. Pirklhuber: Früher haben wir etwas gehabt! Da sind wir in die Bankfiliale gegangen und haben eine Dienstleistung erhalten!)
neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Na ja, mich wundert das nicht! Wenn man Banken oder generell Unternehmen immer wieder neue Regelungen aufschwatzt und in dem Zusammenhang auch immer wieder überschießend agiert, dann wundert es mich nicht, dass Banken und Unternehmen versuchen werden, sich irgendwo anders die entsprechenden Gelder zu holen, die sie auch brauchen, um entsprechend zu wirtschaften. Das machen sie jetzt entsprechend bei der Bankomatgebühr. Ich bin grundsätzlich der Meinung … (Abg. Pirklhuber: Es geht um die Leistung! Wo war die Leistung?) – „Wo war die Leistung?“ – Na ja, wenn ich bei einem Bankomaten Geld abhebe, dann stellt mir die Bank eine Leistung zur Verfügung, nämlich dass ich zu einem Bankomaten gehen und dort Geld abheben kann. Und wenn eine Bank der Meinung ist, dass sie dafür auch entsprechende Gebühren einholen soll, dann halte ich das insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir hier immer neue Regularien erfinden und den Banken und den Unternehmen auch immer neue Dinge aufschwatzen, für vollkommen nachvollziehbar. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Vavrik.) – Herr Kollege Pirklhuber, so funktioniert die Marktwirtschaft: Wenn ich von jemandem etwas haben will, dann ist es umgekehrt auch so, dass ich dafür aufkommen muss (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), insbesondere dann, wenn ich immer weiter unnötige Regeln den Unternehmen und den Banken aufbürde. Dann brauchen sich die Grünen nicht zu wundern! (Abg. Pirklhuber: Früher haben wir etwas gehabt! Da sind wir in die Bankfiliale gegangen und haben eine Dienstleistung erhalten!)
Abg. Pirklhuber: Früher haben wir etwas gehabt! Da sind wir in die Bankfiliale gegangen und haben eine Dienstleistung erhalten!
Na ja, mich wundert das nicht! Wenn man Banken oder generell Unternehmen immer wieder neue Regelungen aufschwatzt und in dem Zusammenhang auch immer wieder überschießend agiert, dann wundert es mich nicht, dass Banken und Unternehmen versuchen werden, sich irgendwo anders die entsprechenden Gelder zu holen, die sie auch brauchen, um entsprechend zu wirtschaften. Das machen sie jetzt entsprechend bei der Bankomatgebühr. Ich bin grundsätzlich der Meinung … (Abg. Pirklhuber: Es geht um die Leistung! Wo war die Leistung?) – „Wo war die Leistung?“ – Na ja, wenn ich bei einem Bankomaten Geld abhebe, dann stellt mir die Bank eine Leistung zur Verfügung, nämlich dass ich zu einem Bankomaten gehen und dort Geld abheben kann. Und wenn eine Bank der Meinung ist, dass sie dafür auch entsprechende Gebühren einholen soll, dann halte ich das insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir hier immer neue Regularien erfinden und den Banken und den Unternehmen auch immer neue Dinge aufschwatzen, für vollkommen nachvollziehbar. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Vavrik.) – Herr Kollege Pirklhuber, so funktioniert die Marktwirtschaft: Wenn ich von jemandem etwas haben will, dann ist es umgekehrt auch so, dass ich dafür aufkommen muss (neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), insbesondere dann, wenn ich immer weiter unnötige Regeln den Unternehmen und den Banken aufbürde. Dann brauchen sich die Grünen nicht zu wundern! (Abg. Pirklhuber: Früher haben wir etwas gehabt! Da sind wir in die Bankfiliale gegangen und haben eine Dienstleistung erhalten!)
Abg. Pirklhuber: Eine Abzocke ist das!
Ich habe ihr dafür gedankt, weil ich das für einen grundlegenden Unterschied zwischen uns NEOS und den Grünen halte, dass wir nämlich zutiefst davon überzeugt sind, dass es auch in Österreich unternehmerische Tätigkeiten braucht, dass es unternehmerisches Tätigwerden braucht, weil das notwendig ist, damit wir in Österreich auch Arbeitsplätze haben. (Abg. Pirklhuber: Eine Abzocke ist das!) Ihr Ziel ist es, den Unternehmen immer neue Auflagen aufzuschwatzen, sodass am Schluss gar keine Arbeitsplätze mehr da sind. (Zwischenruf der Abg. Aslan.)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Pirklhuber: Ein mieses Geschäftsmodell!
Ich halte das nicht für sinnvoll. So funktioniert eine Marktwirtschaft leider nicht. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Pirklhuber: Ein mieses Geschäftsmodell!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Wenn der- oder diejenige einen Job bekommt, dann braucht die Person ein Konto, wohin ihm oder ihr das Gehalt überwiesen wird. Und ich bringe noch einen zusätzlichen Aspekt: Wenn ich als Bankkunde etwas mittels Barüberweisung bezahle, dann entsteht mir wieder eine Gebühr. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das ist keine Verbesserung für die Menschen, daher sind wir sehr froh, dass heute dieses Basiskonto mit dem VZKG beschlossen wird.
Abg. Pirklhuber: … für Leistung! – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm
Herr Kollege Scherak, ja, Sie sind für die Marktwirtschaft (Abg. Pirklhuber: … für Leistung! – Zwischenruf des Abg. Peter Wurm), wir sind aber im Konsumentenschutzausschuss und wir stehen für die Menschen, daher ist es für uns ganz einfach auch wichtig, dass wir für diese 150 000 Menschen handeln, und das sind schon in erster Linie diejenigen, die diesen Zugang haben sollten. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abg. Aslan.)
Sitzung Nr. 128
Abg. Pirklhuber: Langsam! …!
Abgeordneter Ing. Robert Lugar (STRONACH): Hohes Haus! Frau Alev Korun von den Grünen hat uns heute als Beweis für die falsche Politik der Grünen und als Beweis dafür, dass die Politik doch eine richtige war, angeführt, dass sie sich unbehelligt auf Wiens Straßen bewegen kann, dass sie noch nicht Opfer eines Verbrechens wurde. – Das ist natürlich sehr positiv, da freue ich mich sehr. Aber es gibt Leute, die nicht so viel Glück hatten wie Sie, und ich hoffe, dass es bei Ihnen so bleibt, dass Sie weiterhin so viel Glück haben und nicht Opfer eines Verbrechens werden. Wenn man sich aber die Statistik ansieht, dann spricht diese eine ganz andere Sprache. (Abg. Pirklhuber: Langsam! …!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es war in den Medien immer zu hören, das seien ja Schutzsuchende. Auch Sie haben immer gesagt, das seien ja Schutzsuchende, auch die SPÖ. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Aber es wusste niemand, niemand konnte das wissen. Woher haben Sie gewusst, dass jeder, der vor unserer Tür steht, ein Schutzsuchender ist, wo doch die Konfliktherde Tausende Kilometer entfernt sind?
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Es wurde ja angesprochen, aber es begeistert mich eher weniger, sondern es beunruhigt mich, wenn bis zu Gemeinden trojanische Pferde stehen und dort mit Plakaten verkündet wird, die Gemeinde so und so müsse TTIP-frei gestellt werden – wie wenn die Invasion vom Mars oder mit irgendwelchen Flüssigkeiten käme. Darüber muss und möchte ich mich gar nicht lustig machen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), denn es ist eine Befindlichkeit in der österreichischen Bevölkerung, sondern ich möchte eher darauf eingehen, was eigentlich die Ursache dafür sein könnte.
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Kogler und Hübner.
Ich glaube schon, dass man da einmal sagen muss, dass wir nicht eine Albanien-Politik machen sollten; ich möchte Albanien nicht beleidigen, sondern möchte an diese Politik vor ungefähr 40 Jahren erinnern, als Enver Hoxha gemeint hat, man müsste eine Art isolierte Autarkie betreiben, denn damit wäre man bessergestellt, wenn man all das produziert, was man im Land braucht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber, Kogler und Hübner.) Das Ergebnis war furchtbar, was den Wohlstand im Land anbelangt, man hat erkannt, was man in Österreich schon länger erkannt hatte, dass man bei einem Land, das auf Export ausgerichtet ist, eigentlich nur Erfolg haben kann, wenn man auch handelt.
Abg. Pirklhuber: Die Standards sind unterschiedlich in den USA und Europa!
Zum Ersten: Glauben Sie wirklich, dass die amerikanischen Großkonzerne oder die europäischen Großkonzerne so ausgerichtet sind, dass sie die Freihandelsabkommen jetzt wirklich brauchen? Ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass sämtliche Unternehmen, die größere Strukturen haben, wie Siemens oder VW oder die Voest oder umgekehrt General Motors oder Coca-Cola, schon längst in Österreich und in Europa europäische Firmen haben und nach diesen Prinzipien agieren? (Abg. Pirklhuber: Die Standards sind unterschiedlich in den USA und Europa!)
Abg. Pirklhuber: Ja!
Und zum Dritten: Sie sagen immer, die Landwirtschaft sei so gefährdet und so weiter; wir werden darüber diskutieren. Haben Sie gestern zufälligerweise gehört, dass die Milchpreise dramatisch abgesunken sind (Abg. Pirklhuber: Ja!) und dass man das mit den Sanktionen in Russland begründet? Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass man, wenn die österreichische Landwirtschaft teilweise ein Vielfaches von dem, was wir in Österreich brauchen, produziert, irgendwie auf den Export angewiesen ist? Ich kenne Firmen, die beispielsweise Speck oder anderes produzieren, ihre Produkte über das Internet vertreiben wollten und in Amerika aufgefordert worden sind, bei der Food and Drug Administration entsprechende Zertifizierungen, die Millionen Dollar kosten, zu erwerben, weil man sonst nicht exportieren kann. (Abg. Hübner: Das ist aber umgekehrt auch …!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Bei den Standards, Herr Kollege Kogler, haben wir das „right to regulate“, und das „right to regulate“ bedeutet, jeder Staat kann im Prinzip die Standards im Gesundheitsbereich, im Sozialbereich, wo auch immer, so festlegen, wie er will. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Selbst bei den oft zitierten Produkten – sei es Tiroler Speck, seien es Wachauer Marillen oder sonst etwas – können Sie gerne mit mir den Weg gehen, eine Kennzeichnungsverordnung zu machen, dann soll in österreichischen Produkten auch wirklich das drinnen sein, was behauptet wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist, wie ich glaube, ein guter und ehrlicher Vorschlag, nichts anderes, und auch den Weg können wir gerne gehen.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Bei den Standards, Herr Kollege Kogler, haben wir das „right to regulate“, und das „right to regulate“ bedeutet, jeder Staat kann im Prinzip die Standards im Gesundheitsbereich, im Sozialbereich, wo auch immer, so festlegen, wie er will. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Selbst bei den oft zitierten Produkten – sei es Tiroler Speck, seien es Wachauer Marillen oder sonst etwas – können Sie gerne mit mir den Weg gehen, eine Kennzeichnungsverordnung zu machen, dann soll in österreichischen Produkten auch wirklich das drinnen sein, was behauptet wird. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist, wie ich glaube, ein guter und ehrlicher Vorschlag, nichts anderes, und auch den Weg können wir gerne gehen.
Abg. Pirklhuber: Der Vertrag ist fertig!
Damit komme ich jetzt eigentlich zu dem Punkt, der aus meiner Sicht entscheidend ist: Sie lehnen immer etwas ab, bevor es überhaupt fertig ist. Das ist natürlich auch ein Teil der Diskussion oder ein Problem an sich, denn da kann man natürlich immer etwas behaupten. Ich sage, die amerikanische Position bei den Verhandlungen ist die und die. – Ja glauben Sie, die kann ich oder die EU ablehnen? Die EU kann nur hergehen und bei Verhandlungen sicherstellen (Abg. Pirklhuber: Der Vertrag ist fertig!), dass das, was wir wollen, was im Verhandlungsmandat drinnen steht, auch entsprechend erreicht wird.
Abg. Pirklhuber: Wie setzen Sie die Beschlüsse der Landeshauptleute um?
Jetzt muss ich Ihnen ganz ehrlich sagen: Das ist … (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Geh, bitte! Das ist irgendwie Hosenträger und Gürtel und Sicherheitsriemen und Ähnliches – mehr an Befassungsmöglichkeiten in dem Zusammenhang und damit an korrekter Vorgangsweise gibt es kaum. Daher: Aus meiner Sicht ist das eine ganz klare Vorgangsweise. (Abg. Pirklhuber: Wie setzen Sie die Beschlüsse der Landeshauptleute um?) Unterstellen Sie mir nicht, ich wolle Zeit gewinnen, ich würde österreichische Beschlüsse oder sonst etwas nicht respektieren! Das ist einmal klar festzuhalten.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Demgegenüber ist unsere Auffassung, unsere Vorgangsweise, transparent und offen, was die Standards betrifft, vorzugehen. Das müssen wir absichern, so wie einen vernünftigen, die Rechtsstaatlichkeit wahrenden Investitionsschutz. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Wenn wir das machen, werden wir am Ende vielleicht auch zusammenkommen. Alles andere halte ich für eine nicht weiterführende Diskussion. – Danke schön. (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie bei Abgeordneten der SPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Darüber waren auch die NGOs am 13. April im EU-Unterausschuss äußerst erstaunt, dass die Grünen das noch nicht gemacht haben. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: … sagen Sie ihm das persönlich nicht! – Zwischenruf der Abg. Fekter.
Oder aber, wie Alexander Zens in den „Oberösterreichischen Nachrichten“ schreibt: Es darf nicht übersehen werden, dass auch NGOs wie Greenpeace Eigeninteressen haben, mit vermeintlich spektakulären Veröffentlichungen bleibt man interessant für Spender. – Ja, die einen wollen interessant sein, die anderen wollen ablenken, so wie zum Beispiel Dr. Drexel von SPAR, der mit einer Anti-TTIP-Kampagne hervorragend von einem Urteil wegen Preisabsprachen bei Milchprodukten und einer damit verbundenen Kartellstrafe in der Höhe von 30 Millionen € – eine der höchsten Kartellstrafen, die in Österreich je verhängt wurde – ablenken kann. (Abg. Pirklhuber: … sagen Sie ihm das persönlich nicht! – Zwischenruf der Abg. Fekter.)
Abg. Pirklhuber: Aber ohne Schiedsgerichte!
Aus meiner Sicht sind sie bei CETA gerade durch die Abänderungen hinsichtlich der Schiedsgerichte, aber auch darüber hinaus erfüllt. Offen ist, ob es ein gemischtes Übereinkommen ist oder nicht. Der österreichische Nationalrat, Österreich geht davon aus, dass es ein gemischtes Übereinkommen ist. Bei TTIP sind die Verhandlungen noch im Gange. Die Bedingungen des Nationalrates, die Bedingungen des Europäischen Parlaments, die Bedingungen des Rates für ein derartiges Abkommen liegen auf dem Tisch, noch nicht aber die Verhandlungsergebnisse. Daher möchte ich schon sehr deutlich sagen: Wenn wir alle – und ich hoffe, alle – einen faireren Handel wollen, dann müssen wir den faireren Handel verhandeln. (Abg. Pirklhuber: Aber ohne Schiedsgerichte!) Ohne Verhandlungen gibt es keine Rahmenbedingungen zur Regelung der Globalisierung – und wir wollen die Globalisierung regeln, denn wenn wir sie nicht regeln, gewinnt im Regelfall derjenige, der das Recht nicht einhält, der niedrigere Standards hat, niedrigere Löhne zahlt, gegenüber demjenigen, der höhere Standards hat. (Beifall bei der ÖVP.)
in Richtung des Abg. Pirklhuber
Ob Glyphosat als genehmigter Wirkstoff in der Union letztlich gelistet bleibt, hängt von der weiteren Vorgangsweise auf EU-Ebene ab. Heute und morgen – Sie (in Richtung des Abg. Pirklhuber) haben es richtig gesagt – findet eine weitere Beratung im zuständigen Ausschuss in Brüssel statt. Der Vertreter der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz AGES, wird dem Kommissionsvorschlag jedenfalls nicht zustimmen können, wenn die strengen österreichischen Forderungen, die ich vorhin angeführt habe, nicht berücksichtigt werden.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Werden Sie die Forderungen …?
Herr Abgeordneter Pirklhuber, Sie wissen sehr gut, dass die Experten der AGES dem Vorsorgeprinzip dem Gesetzesauftrag nach entsprechen müssen und diesem verpflichtet sind, daher bedarf es diesbezüglich keiner eigenständigen Weisung. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Werden Sie die Forderungen …?)
Abg. Pirklhuber: … französische Ministerin!
Abgeordnete Cornelia Ecker (SPÖ): Frau Präsidentin! Herr Minister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Es gibt einen gewichtigen Grund, Glyphosat zu verbieten, das ist die Demokratie. Heute oder morgen wird, wie gesagt, in der Europäischen Union die Richtungsentscheidung getroffen, wobei es ja nicht nur um ein Unkrautvernichtungsmittel geht, sondern auch darum, wer in der Union künftig das Sagen hat: die Menschen oder die Konzerne. Seit Jahren wird gestritten, ob Glyphosat krebserregend ist oder nicht; immerhin geht es ja um das am meisten verwendete Unkrautvernichtungsmittel dieser Welt. Fachzeitschriften, NGOs, Politiker und viele Leute zerbrechen sich den Kopf und liefern sich einen Schlagabtausch. Aus der politischen Perspektive geht es aber auch um eine klare Haltung. Für mich selbst ist es ganz klar: Wenn nur die geringste Möglichkeit einer Gesundheitsschädigung vorhanden ist oder eine krebserregende Substanz drinnen ist, dann ist es ganz klar, dass hier eine ablehnende Haltung eingenommen werden muss. (Abg. Pirklhuber: … französische Ministerin!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Abschließend möchte ich noch einen Punkt anführen, der meiner Meinung nach bestätigt, wie umstritten das Thema ist und wie unterschiedlich sich ja auch die Menschen dazu verhalten. Kurz bevor die Abstimmung über Glyphosat stattgefunden hat, ist eine Studie hervorgezaubert worden, welche die Unbedenklichkeit bescheinigt. Niemand wird in dieser kurzen Zeit diese Studie überprüfen können – ich selbst natürlich auch nicht –, zudem wird der Chef der Arbeitsgruppe, welche die Studie herausgegeben hat, verdächtigt, in einem massiven Interessenkonflikt zu stehen. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Und deshalb sagt auch mein Bauchgefühl Nein zu Glyphosat, weil es einfach zu viele Zweifel gibt.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte auf einen Bereich eingehen, das ist speziell die Frage der Sonderkulturen, bei denen Glyphosat auch zur Anwendung kommt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Aber wir dürfen eines nicht vergessen – und da ist die Panikmache von Menschen, die sich nicht mehr trauen, Paradeiser zu essen oder mit ihren Haustieren durch Felder und Wiesen zu gehen, nicht ganz so berechtigt –: Die Frage ist schon, wohin wir mit dieser
Abg. Pirklhuber: Es gibt ja andere Pestizide auch!
Aber auch ein ganz wesentliches Thema – und das sollten Sie auch einmal betrachten – ist die Frage der Saatgutproduktion in Österreich, wozu wir eine phytosanitäre Sauberkeit auf den Äckern brauchen, um bestmögliches Saatgut produzieren zu können; da darf es keine Beikräuter geben. (Abg. Pirklhuber: Es gibt ja andere Pestizide auch!) Und wenn Sie beim Thema Glyphosat Richtung Monsanto zielen, dann erfüllen Sie ihnen hier nur einen Dienst, dann sind Sie ihr Gehilfe, denn wenn wir selbst keine Saatgutproduktion mehr haben, dann sind wir erst recht diesen Konzernen ausgeliefert. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Zu Recht!
Wenn wir diese Nichtregierungsorganisationen in ihrer Tätigkeit betrachten, ist aber schon erstaunlich, wie da eine Schablone über das eine oder andere Thema darübergelegt wird. Vor zwei Jahren waren es die Neonics, ein wesentlicher, toller Erfolg, heute haben wir ja so wesentlich viel mehr Bienen. (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!) Wir haben ja auch jetzt viele Kulturen, bei denen wir um einiges mehr an Pestizideinsatz haben, als wir es mit dem erfolgreicheren Mittel gehabt haben – soweit zum Thema Glyphosat. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!
Wenn wir diese Nichtregierungsorganisationen in ihrer Tätigkeit betrachten, ist aber schon erstaunlich, wie da eine Schablone über das eine oder andere Thema darübergelegt wird. Vor zwei Jahren waren es die Neonics, ein wesentlicher, toller Erfolg, heute haben wir ja so wesentlich viel mehr Bienen. (Abg. Pirklhuber: Zu Recht!) Wir haben ja auch jetzt viele Kulturen, bei denen wir um einiges mehr an Pestizideinsatz haben, als wir es mit dem erfolgreicheren Mittel gehabt haben – soweit zum Thema Glyphosat. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja nicht!)
Abg. Pirklhuber: Dann trinken Sie es einmal! Ob das nicht giftiger ist als Salz, schauen wir uns an!
Wenn man zum Beispiel eine Ratte umbringen will, dann braucht man eine geringere Menge Salz als Glyphosat. Kollege Riemer hat gesagt: Das Glyphosat kommt auch ins Wasser, und dann trinken wir es auch. Sie haben ja sicher auch verfolgt, dass die Deutschen diese Debatte um das Bier geführt haben. Sie müssen an einem Tag 1 000 Liter Bier trinken, damit das gesundheitsschädlich wird. (Abg. Pirklhuber: Dann trinken Sie es einmal! Ob das nicht giftiger ist als Salz, schauen wir uns an!)
Abg. Pirklhuber: Das ist Lobbyismus der übelsten Art!
Was man in den Studien der IARC auch lesen kann: Die Mengen, mit denen die Tierversuche gemacht worden sind, entsprachen einer sehr hohen Glyphosatkonzentration, und zwar einer so hohen, die in der Praxis nicht realistisch eingesetzt wird. (Abg. Pirklhuber: Das ist Lobbyismus der übelsten Art!) Und dadurch ist die Aussagekraft der Studien begrenzt.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die konventionelle Landwirtschaft wird weiterhin mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln arbeiten, ob uns das jetzt freut oder nicht. Von den Produkten, die da im Einsatz sind, gibt es einige, die viel bedenklicher als Glyphosat sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Sinnvoll allerdings ist die Einschränkung im privaten Bereich, da es keinen Sinn ergibt, dass ich im landwirtschaftlichen Bereich Beschränkungen auferlege und der Private in den Baumarkt geht, sich Roundup kauft und es in einer beliebigen Menge dorthin, wo er gerade will, schüttet. Da könnte Österreich dem holländischen Beispiel folgen und für den Privatbereich enge Beschränkungen vorsehen, aber für den landwirtschaftlichen Bereich eine andere Regelung vorsehen. (Ruf bei den Grünen: … wenn du es trinken kannst, dann ist es ungefährlich!)
Abg. Pirklhuber: Aber Monsanto hat schon Institutionen bezahlt, damit sie Studien fälschen!
Was auch ein schlechtes Bild auf die Geschichte wirft, ist, wenn die Firma Monsanto in die Debatte hineingezogen wird, es gibt nämlich Hundert Hersteller dieses Produktes. (Abg. Pirklhuber: Aber Monsanto hat schon Institutionen bezahlt, damit sie Studien fälschen!) Das heißt auch, dass mit der Gleichsetzung von Glyphosat und Monsanto keine Sachdebatte, sondern eine Kampagne gefahren wird – und das schädigt die sachliche Auseinandersetzung.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte etwas zurückweisen, Kollege Loacker: Das ist keine Gefühlsdiskussion. Wenn du zwei nahe Familienangehörige an den Krebs verloren hast, dann weißt du, dass Gesundheit das höchste Gut ist, und wenn so ein Spritzmittel Krebs verursacht oder nur in den Nahbereich kommt, Krebs zu verursachen, dann ist es zu verbieten! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir können im Grunde genommen mit dieser Regelung nicht umgehen, weil sie die Problematik beinhaltet, wie wir das nennen: Ist es jetzt eine Versicherung? – Wenn wir ganz ehrlich sind, sehr geehrte Damen und Herren: Wenn es der politische Wille ist, die Schäden der Landwirtschaft auch wirklich abzudecken – und das ist wahrscheinlich wichtig –, dann kann man gleich von Förderungen oder Prämien sprechen, dann brauchen wir nicht das Ausweichmanöver, hier von einer Versicherung zu sprechen. Ich denke, dass das durchaus auch im Sinne der Sache wäre. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Es ist ja nicht nur schwach, es ist eine ehrliche Darstellung, Herr Kollege Pirklhuber, dass wir dazu nicht Versicherung sagen. Sagen wir einfach, es ist eine Prämie, damit hier … (Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!) – Ein Versicherungszuschuss, ja (Abg. Pirklhuber: Das ist es!), mit 50 : 25 : 25.
Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!
Wir können im Grunde genommen mit dieser Regelung nicht umgehen, weil sie die Problematik beinhaltet, wie wir das nennen: Ist es jetzt eine Versicherung? – Wenn wir ganz ehrlich sind, sehr geehrte Damen und Herren: Wenn es der politische Wille ist, die Schäden der Landwirtschaft auch wirklich abzudecken – und das ist wahrscheinlich wichtig –, dann kann man gleich von Förderungen oder Prämien sprechen, dann brauchen wir nicht das Ausweichmanöver, hier von einer Versicherung zu sprechen. Ich denke, dass das durchaus auch im Sinne der Sache wäre. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Es ist ja nicht nur schwach, es ist eine ehrliche Darstellung, Herr Kollege Pirklhuber, dass wir dazu nicht Versicherung sagen. Sagen wir einfach, es ist eine Prämie, damit hier … (Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!) – Ein Versicherungszuschuss, ja (Abg. Pirklhuber: Das ist es!), mit 50 : 25 : 25.
Abg. Pirklhuber: Das ist es!
Wir können im Grunde genommen mit dieser Regelung nicht umgehen, weil sie die Problematik beinhaltet, wie wir das nennen: Ist es jetzt eine Versicherung? – Wenn wir ganz ehrlich sind, sehr geehrte Damen und Herren: Wenn es der politische Wille ist, die Schäden der Landwirtschaft auch wirklich abzudecken – und das ist wahrscheinlich wichtig –, dann kann man gleich von Förderungen oder Prämien sprechen, dann brauchen wir nicht das Ausweichmanöver, hier von einer Versicherung zu sprechen. Ich denke, dass das durchaus auch im Sinne der Sache wäre. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Es ist ja nicht nur schwach, es ist eine ehrliche Darstellung, Herr Kollege Pirklhuber, dass wir dazu nicht Versicherung sagen. Sagen wir einfach, es ist eine Prämie, damit hier … (Abg. Pirklhuber: Versicherungszuschuss!) – Ein Versicherungszuschuss, ja (Abg. Pirklhuber: Das ist es!), mit 50 : 25 : 25.
Abg. Pirklhuber: Kofinanziert von den Ländern!
Jetzt komme ich zum Abänderungsantrag. 50 Millionen € sind im Endeffekt ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mehr ist das nicht. (Abg. Pirklhuber: Kofinanziert von den Ländern!) Absolut, ja, kofinanziert von den Ländern, 50 Millionen €. Wir werden diesem Antrag auch zustimmen. Es ist trotzdem ein Tropfen auf dem heißen Stein. (Beifall bei der FPÖ.) Denn die 50 Millionen €, die von den Ländern zugeschossen werden, sind natürlich auch eine Maßnahme, die unterstützend wirkt, aber wir reden von Gesamtschäden von über 200 Millionen € in einer Region, die weder mit Arbeitsplätzen gesegnet ist noch von den in der Landwirtschaft erzielten Einkommen zurzeit überhaupt leben kann, etwa im Obstbereich, wo die Bauern ein Jahr oder mehr als zwölf Monate später erst ihre Margen erhalten, ihr Salär.
Abg. Pirklhuber: Eigene Weinbauern!
Es ist also wirklich höchste Zeit, den Landwirten zeitnah, unbürokratisch zu helfen und diese auch zu unterstützen, denn ein wichtiger Faktor für uns in der Südoststeiermark, Oststeiermark, in der Steiermark generell, im ländlichen Bereich ist natürlich auch der Tourismus. Wir leben davon, dass unsere Region ein Bild zeichnet, das es sonst in Österreich in der Form auch nicht gibt. Viele von Ihnen hier im Haus besuchen unsere Regionen, sind dort bei den Buschenschenken, sind in den Weingegenden. (Abg. Pirklhuber: Eigene Weinbauern!) Es gibt hier eigene Weinbauern von der ÖVP, auch von der SPÖ-Seite. Es ist wirklich ein Gebot der Stunde, unbürokratisch und so schnell wie möglich zu helfen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Schlussendlich, meine geschätzten Damen und Herren, ist selbstverständlich vereinbart, dass wir mit Oktober 2018 evaluieren, wie viel dieser Anreiz, sich zu versichern, wirklich gebracht hat und wie viel sozusagen nicht versichert worden ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Mit dieser neuen Versicherung ist es auch erstmals möglich, unterschiedliche Versicherungen in Anspruch zu nehmen, auch jene, die bisher nicht versicherungsfähig waren.
Abg. Pirklhuber: Dumping!
Jetzt frage ich alle auch nur einigermaßen mäßig begabten wirtschaftlich Interessierten und mäßig wirtschaftlich Begabten: Was bedeutet das, wenn ich die Arbeitslosenversicherung streiche, wenn ich eine eigene Sozialversicherung mache, die natürlich kostengünstiger sein soll, mit der man bei der Pensionsversicherung Beiträge senken kann? Was bedeutet das, wenn eine bestimmte Gruppe von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt billiger wird als die inländisch Beschäftigten? (Abg. Pirklhuber: Dumping!) – Lohn- und Sozialdumping ist das, Lohn- und Sozialdumping auf einem sehr schlimmen Niveau! (Zwischenruf des Abg. Peter Wurm.)
Abg. Pirklhuber: Arbeiten zu jeder Kondition!
So, jetzt kommt aber noch eine besondere Regelung dieses „Handbuchs freiheitlicher Politik“ zum Tragen: Wenn nämlich der oder die ausländisch Beschäftigte arbeitslos wird, dann fliegt er oder sie aus dem Land, dann gibt es keine Arbeitslosenversicherung mehr; das ist ja der Sinn der Streichung der Arbeitslosenversicherung. Was wird daher jeder ausländisch Beschäftigte, jeder Arbeitsmigrant, der hier im Land tätig ist, versuchen? (Abg. Pirklhuber: Arbeiten zu jeder Kondition!) – Arbeiten um jeden Preis!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Besorgniserregend sind für mich aber viel eher Signale der anderen agrarischen Märkte, wo wir diese Einigkeit leider nicht so oft haben und wo die landwirtschaftlichen Betriebe auch sehr, sehr stark um die Anerkennung durch die politischen Vertreter der verschiedensten Gruppen kämpfen müssen. Gerade dort müssen wir aber zu einer Gesamtregelung kommen, denn es hilft uns nicht, wenn wir da als Einzelkämpfer unterwegs sind, egal, ob es eine Kammer ist, ob es ein Bauernbund ist, ob es die Biosparte ist, ob es Themen wie TTIP, der Export oder die Frage der Brüsseler Rahmenbedingungen sind. Da müssen wir verstärkt Maßnahmen ergreifen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und wir müssen auch erkennen, dass wir in die Märkte eingreifen können. (Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!)
Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!
Besorgniserregend sind für mich aber viel eher Signale der anderen agrarischen Märkte, wo wir diese Einigkeit leider nicht so oft haben und wo die landwirtschaftlichen Betriebe auch sehr, sehr stark um die Anerkennung durch die politischen Vertreter der verschiedensten Gruppen kämpfen müssen. Gerade dort müssen wir aber zu einer Gesamtregelung kommen, denn es hilft uns nicht, wenn wir da als Einzelkämpfer unterwegs sind, egal, ob es eine Kammer ist, ob es ein Bauernbund ist, ob es die Biosparte ist, ob es Themen wie TTIP, der Export oder die Frage der Brüsseler Rahmenbedingungen sind. Da müssen wir verstärkt Maßnahmen ergreifen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und wir müssen auch erkennen, dass wir in die Märkte eingreifen können. (Abg. Pirklhuber: Absolut richtig! Wo es nur geht!)
Abg. Pirklhuber: Richtig …!
Dazu wurde auch vom Minister schon einiges vorgelegt. Wir müssen in diesem Haus darauf achten, dass wir an Tempo gewinnen, denn Folgendes sehen wir ganz deutlich: Die Landwirtschaft ist ein heikler Wirtschaftsorganismus, und wenn wir da nicht entsprechend regulierend eingreifen, so wie wir das beim Wein auch getan haben, dann zerstören wir Wertschöpfung für Österreich. (Abg. Pirklhuber: Richtig …!) Wir sehen das momentan: Der gesamte volkswirtschaftliche Schaden, den wir durch den Frost in großen Teilen Österreichs haben, ist noch gar nicht abzuschätzen. Der Schaden für die Landwirtschaft ist enorm, und die Folgeschäden werden wir erst in den nächsten Jahren sehen. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Es ist ja doch ein Wein …!
Wir waren im Ausschuss noch ein bisschen kritisch. Ganz davon überzeugt, sage ich ehrlich, bin ich auch heute noch nicht. (Abg. Auer: Aber zu 99 Prozent!) Wir werden aber zustimmen. Das Unklare ist, dass in dem Gesetz noch irgendwie Formulierungen drinnen sind, wo man hinterfragen kann, ob sie EU-rechtlich in Ordnung sind. Was für mich auch noch offen ist, ist die Frage: Wie verhält sich das zu burgenländischen Lösungen? Also was bedeutet das auch für Bauern, wenn sie Rebsorten anpflanzen, die in beides fallen? (Abg. Pirklhuber: Es ist ja doch ein Wein …!)
Abg. Pirklhuber: Jetzt ist es schon viel besser!
Trotzdem ist es aber wichtig, den Uhudler abzusichern, denn er ist mehr als Wein oder ein Getränk. Er symbolisiert ein bisschen eine Region, die ums Überleben kämpft: das Südburgenland, das strukturschwach ist, das eine enorme Abwanderung hat und wo es wenig Arbeitsplätze gibt. Daher ist es richtig (Zwischenruf der Abg. Brunner), dass der Einsatz so war, damit es eine Unterstützung in der Region gibt. (Abg. Pirklhuber: Jetzt ist es schon viel besser!) Die Winzer haben dadurch eine enorme Qualitätssteigerung erreicht und sich einen Markt erobert.
Abg. Pirklhuber: Auch die politischen Rahmenbedingungen!
Nüchtern betrachtet: Was brauchen die bäuerlichen Familien? Sie brauchen einerseits faire Partnerschaften mit den Be- und Verarbeitungsbetrieben, faire Partnerschaft mit den Handelsketten, die diese Lebensmittel großteils vertreiben, faire Partnerschaft mit den Konsumentinnen und Konsumenten (Abg. Pirklhuber: Auch die politischen Rahmenbedingungen!), aber auch faire Partnerschaft dort, wo es um politische Rahmenbedingungen geht, also zum Beispiel faire Partnerschaften mit allen politischen Parteien, die hier in diesem Hause Verantwortung tragen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir Freiheitlichen haben schon seit Jahren davor gewarnt, die Milchkontingente abzuschaffen. Es war unserer Ansicht nach ein kapitaler Fehler der Agrarpolitik, die Kontingente abzuschaffen. Im Übrigen, Herr Minister, haben Sie gesagt, Sie weinen den Kontingenten bei der Milch keine Träne nach. Ich verstehe nicht, warum Sie gerade im Zuckerrübenbereich ein krasser Befürworter der Quotenregelung sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Find’ ich eh toll!
Das, was jetzt passiert, ist eine massive Schädigung des Standortes der Milchbauern in Österreich. Alle, die mit der Landwirtschaft zu tun haben, wissen, ein Milchbetrieb, der seine Produktion einstellt, kommt zu 99,9 Prozent nicht mehr dazu, Milch zu produzieren. (Abg. Pirklhuber: Find’ ich eh toll!) Es wird einfach keine Milch mehr produziert, und damit betreibt man eigentlich das, was wir Freiheitliche für die Bauern in Österreich nicht wollen: eine Verlagerung der Milchproduktion in Gunstlagen, aber nicht in Gunstlagen in Österreich, sondern in europäische Gunstlagen. Das können wir nicht wollen! Das hat auch mit der Ernährungssouveränität in Österreich zu tun, wir wollen die kleinbäuerlich strukturierte Landwirtschaft im Berggebiet erhalten. Hier geht es um wesentlich mehr als um die reine Milchproduktion. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber – auf sein „Milch-Manifest“-Plakat deutend –: Gibt Vorschläge!
Aus dieser Verantwortung heraus werde ich – im Gegensatz zum Kollegen Jannach – es jetzt unterlassen, hier einen politischen Schlagabtausch zu starten, ganz einfach deswegen, weil es in der jetzigen Situation nichts nützt und weil wir uns den Tatsachen so rasch wie möglich und sofort stellen müssen. Die Bäuerinnen und Bauern haben eine Lösung verdient und keinen Streit. Und daher lade ich jetzt alle in diesem Saal ein: Lasst uns hier zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden. (Abg. Pirklhuber – auf sein „Milch-Manifest“-Plakat deutend –: Gibt Vorschläge!)
Abg. Pirklhuber: Über 40 Prozent!
Bio funktioniert, und das sage ich nicht, weil ich selber beruflich in diesem Segment tätig bin, das sage ich auch als Salzburger Abgeordnete, wo wir die größte Dichte an Biobauern und Biobäuerinnen vorfinden (Abg. Pirklhuber: Über 40 Prozent!) – stimmt, über 40 Prozent, Kollege Pirklhuber –, das sage ich wirklich aus tiefster Überzeugung und weil ich hier auch diese tollen Erfolge sehe. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Der Preis von Biomilch hält sich bei knapp 50 Cent, was den Forderungen der IG-Milch nahekommt.
Abg. Pirklhuber: Freut mich!
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Sehr geehrte Frau Präsident! Geschätzter Herr Minister! Ich habe selten so etwas Gescheites gehört, wenn es um die Milch gegangen ist, wie vom Kollegen Pirklhuber, das muss ich einmal klar und deutlich sagen. (Abg. Pirklhuber: Freut mich!) Und es hat auch Format und Inhalt.
Abg. Pirklhuber: Sehr gut!
Ich glaube, alle sollten dabei mitgehen. (Abg. Pirklhuber: Sehr gut!) – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Abg. Pirklhuber: Das ist wichtig: konkrete Forderungen!
Wir haben deswegen auch im letzten Landwirtschaftsausschuss der Diskussion um dieses Thema viel Zeit und Raum gewidmet, und sind – um das Gute voranzustellen – übereingekommen, dass wir einen gemeinsamen Milchdialog starten werden. Der Dialog, meine Damen und Herren, ist natürlich sehr wichtig, aber wir sollten darauf achten, dass wir bei diesem Dialog nicht nur Wünsche ans Christkind formulieren. (Abg. Pirklhuber: Das ist wichtig: konkrete Forderungen!) Eine europäische Quote ist durchaus wünschenswert, aber natürlich sind Mehrheiten für so eine Quote nirgends zu entdecken.
Abg. Pirklhuber: Aber das wird ja beabsichtigt! – Abg. Steinbichler: Das war ein Geständnis …!
Eines muss man natürlich auch dazu sagen – ich wiederhole, was Herr Jakob Auer gesagt hat –: Die Quote hat in ihrem Bestand nicht verhindert, dass auch damals preisliche Talsohlen durchschritten werden mussten. Die Quote hat auch dazu geführt, dass viele Betriebe extreme Kosten für Quotenkauf oder auch Quotenleasing zu tragen hatten. (Abg. Pirklhuber: Aber das wird ja beabsichtigt! – Abg. Steinbichler: Das war ein Geständnis …!)
Abg. Pirklhuber: Guter Antrag!
Meine Damen und Herren, wir werden viele verschiedene Themen in diesem Dialog diskutieren: den Markt, den Lebensmittelhandel, die gewerblichen Abnehmer, die internationale Milch- und auch Preissituation. Wir werden aber auch nicht daran vorbeikommen, die Bäuerinnen und Bauern noch stärker als bisher zu ermutigen, marktkonformes Entscheiden in den Mittelpunkt der betrieblichen Überlegungen zu stellen. (Abg. Pirklhuber: Guter Antrag!)
Abg. Pirklhuber: Lesen Sie die Entschließung!
Eine Frage wird in Zukunft für jeden Betrieb immer mehr ins Zentrum rücken: Welche Milch produziere ich? (Abg. Pirklhuber: Lesen Sie die Entschließung!) – Produziere ich gentechnikfreie, konventionelle Qualitätsmilch, produziere ich Heumilch oder entscheide ich mich für die biologische Produktionsweise? (Abg. Steinbichler: Ist das eine Volksschulforderung?)
Abg. Pirklhuber: Ist auch beschlossen!
Ein in dieser Hinsicht wichtiger Vorschlag, den ich ausdrücklich begrüße und den ich hervorheben möchte, kommt von unserem Bauernbund-Präsidenten Jakob Auer. (Zwischenruf bei der FPÖ.) Er fordert die Aussetzung eines Quartalsbeitrages zur bäuerlichen Sozialversicherung. Das wäre schnelle und unbürokratische Hilfe, die die bäuerlichen Betriebe jetzt dringend brauchen. (Abg. Pirklhuber: Ist auch beschlossen!) Vor-
Abg. Pirklhuber: … noch nicht umgesetzt!
schläge von solcher Qualität sind jetzt gefragt. (Abg. Pirklhuber: … noch nicht umgesetzt!)
Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!
Mir ist völlig klar, dass da die Nerven blank liegen. Wenn ich jahrzehntelang in Anspruch nehme: Ich bin der Anwalt des ländlichen Raumes … (Abg. Rädler: Warst du auch einmal! – Abg. Pirklhuber: Ist er noch immer!) – Selbstverständlich, bis ich hinausgeschmissen worden bin, weil ich das Gebet nicht gelernt habe. (Ironische Heiterkeit bei der ÖVP.) Mein lieber Freund, aber das macht nichts, man muss nicht alles wissen.
Zwischenrufe der Abgeordneten Sieber und Pirklhuber.
Übrigens, Herr Präsident Auer: In Deutschland gibt es schon einen Bauernbund, dort heißt er Bauernverband, und die sind um nichts besser. (Abg. Auer: … der Bauernbund!) Die sind um nichts besser, das ist richtig, aber es heißt anders. Das ist der Etikettenschwindel, aber zu dem komme ich dann, bitte sehr, später. (Zwischenrufe der Abgeordneten Sieber und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!
Aber, ich kann in aller Deutlichkeit sagen, Herr Kollege Sieber: derselbe Tankzug, der vom Betrieb Steinbichler in Aurach am Hongar die Milch nach Bayern fährt um 29 Cent, fährt dann nach Gmunden zur bäuerlichen Genossenschaft, holt die Spotmilch um 16 Cent und fährt dann nach Bayern. (Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!)
Abg. Pirklhuber: Ja!
Ich darf in aller Klarheit darauf verweisen: Es wird immer wieder der Weltmarkt erwähnt, der wurde jahrelang strapaziert – ich habe bewusst keine Fachlektüre mitgenommen –, in Bauernzeitungen, Landwirtschaftszeitungen, Fachzeitungen und Expertenmeinungen hieß es, wie super sich alles entwickelt, wie toll die Chance ist, wenn wir das Kontingent bekommen. Herr Minister, du bist den größten Spekulanten aufgesessen. Jene Kolleginnen und Kollegen, die gesagt haben, die Dummen, die nach Kontingent kaufen, sollen Deppensteuer zahlen (Abg. Pirklhuber: Ja!), ich gebe mein Kontingent her, verkaufe es meinem Kollegen und spekuliere darauf, dass das Kontingent fällt, haben dir die letzten zwei Jahre die Türe eingerannt, du sollst das Kontingent abschaffen, und du hast ihnen geglaubt.
Abg. Pirklhuber: Es ist nicht nur Russland …, der chinesische Markt und andere Märkte auch!
Ich glaube, in der Diskussion und der Aussprache, die wir im Landwirtschaftsausschuss dazu hatten, war diese Einschätzung ja ungeteilt. Eine der Hauptursachen – ich glaube, auch das ist unbestritten – ist sicherlich das Russland-Embargo. Dass uns im Milchsektor im Sommer 2014 etwa ein Drittel der Käseexporte weggebrochen sind, davon kann sich ein Sektor wie die europäische Milchwirtschaft nicht innerhalb eines Jahres erholen, das ist völlig unbestritten. Auch bei anderen Sektoren ist eine Entspannung nicht wirklich absehbar, wie etwa beim Schweinefleisch, das bereits angesprochen wurde, das schon im fünften Jahr im Preistief ist. (Abg. Pirklhuber: Es ist nicht nur Russland …, der chinesische Markt und andere Märkte auch!)
Abg. Pirklhuber: Aber wir in Österreich haben es vorher gehabt!
Dass der Milchsektor jetzt mit dem Wegfall der Quote noch zusätzlich mit einer massiven Anlieferungsausweitung in nördlichen Mitgliedstaaten konfrontiert ist – in Irland, in Norddeutschland, in den Niederlanden oder in Dänemark gibt es zweistellige Zuwachsraten –, bringt natürlich zusätzlichen Preisdruck, zusätzlichen Druck auf die Märkte. (Abg. Pirklhuber: Aber wir in Österreich haben es vorher gehabt!)
Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!
Die österreichische Mehranlieferung von Jänner des Vorjahres bis heuer ist bei 5,3 Prozent durchaus maßvoll und etwa in der Größenordnung der Ausweitung der Quoten vor dem gänzlichen Auslaufen der Quote. Das muss man auch einmal dazusagen. Auch dazusagen muss man, dass die österreichischen Milchpreise – wie das Jakob Auer völlig richtig gesagt hat – nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. (Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!) Natürlich ist es schmerzvoll, wenn die Milchpreise unter 30 Eurocent fallen. Das ist völlig unbestritten, dass das schmerzvoll für die Produzenten ist. (Zwischenruf des Abg. Jannach.) Auch anzumerken ist aber: Wir sind bei den europäischen Milchpreisen noch immer im oberen Viertel. Das ist auch unseren Verarbeitungsbetrieben, unseren genossenschaftlichen Betrieben zu verdanken, die da wirklich auch im Wettbewerb Bestand haben. (Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!)
Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!
Die österreichische Mehranlieferung von Jänner des Vorjahres bis heuer ist bei 5,3 Prozent durchaus maßvoll und etwa in der Größenordnung der Ausweitung der Quoten vor dem gänzlichen Auslaufen der Quote. Das muss man auch einmal dazusagen. Auch dazusagen muss man, dass die österreichischen Milchpreise – wie das Jakob Auer völlig richtig gesagt hat – nach wie vor deutlich über dem EU-Durchschnitt liegen. (Abg. Pirklhuber: Weil die Konsumenten bei uns bereit sind …!) Natürlich ist es schmerzvoll, wenn die Milchpreise unter 30 Eurocent fallen. Das ist völlig unbestritten, dass das schmerzvoll für die Produzenten ist. (Zwischenruf des Abg. Jannach.) Auch anzumerken ist aber: Wir sind bei den europäischen Milchpreisen noch immer im oberen Viertel. Das ist auch unseren Verarbeitungsbetrieben, unseren genossenschaftlichen Betrieben zu verdanken, die da wirklich auch im Wettbewerb Bestand haben. (Abg. Pirklhuber: Das ist den Konsumenten zu verdanken, denn die zahlen die Preise!)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!
milch, für Almmilch gibt es tatsächlich steigende Milchpreise. – Auch das muss man in der kritischen Analyse anmerken. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!)
Abg. Pirklhuber: 2015!
Was nun die Milchquote als solches anbelangt: Herr Abgeordneter Steinbichler, Herr Abgeordneter Jannach: Bei der Fischler Reform 2003 wurde letztmalig die Verlängerung der europäischen Milchquote beschlossen, und zwar bis zum 1. April 2014 im Vorjahr (Abg. Pirklhuber: 2015!) – Verzeihung, bis zum 1. April 2015 im Vorjahr.
Abg. Pirklhuber: Das steht nicht in unserem Programm, Herr Minister! Sie müssen es lesen! Das steht nicht im Antrag!
Wir wussten daher seit 2003, dass die Quote auslaufen wird, und ich glaube, die österreichischen Milchbauern haben sich auch sehr gut auf dieses Auslaufen vorbereitet. Wenn nun in Ihrem 10-Punkte-Maßnahmenplan vorgeschlagen wird, nationale Quoten einzuführen, so ist dafür einerseits im EU-Recht keine Möglichkeit gegeben, und ich finde es überdies auch ökonomisch und agrarpolitisch keinesfalls sinnvoll, nationale beschränkende Maßnahmen einzuführen. (Abg. Pirklhuber: Das steht nicht in unserem Programm, Herr Minister! Sie müssen es lesen! Das steht nicht im Antrag!)
Abg. Pirklhuber: Das ist Agrarpolitik!
Deswegen habe ich mich gestern beim Agrarministerrat in Brüssel dafür starkgemacht, dass es auch finanzielle Anreize geben soll. Wir werden sehen, ob Kommissar Hogan im Rat im Juni dieses Jahres entsprechende Initiativen setzen wird. Eine Mehrheit von Mitgliedstaaten hat sich dafür ausgesprochen. (Abg. Pirklhuber: Das ist Agrarpolitik!)
Abg. Pirklhuber: Die Dumpingregel! Machen wir etwas!
Aber wir haben noch ein Problem. Wir haben mit den Handelsketten eine Konzentration im Handel, meine Damen und Herren! (Abg. Pirklhuber: Die Dumpingregel! Machen wir etwas!) Drei Handelsketten haben einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent, und das Problem ist, dass da mittendrin auf Kosten der Bauern, auf Kosten der Arbeitnehmer und zulasten der Konsumenten Umsatzmaximierung und Gewinnmaximierung stattfinden. Das Problem müssen wir einmal orten.
Abg. Pirklhuber: Damals hast du gesagt, das ist eine gewerkschaftliche Aktion! Die hat das bestimmt!
Da glaube ich, ist es wichtig, in Zukunft in Österreich wieder Aktionismus zu starten. Wir haben Aktionen gemacht, wie „Geschmack der Heimat“, „So schmeckt Österreich“, „Heimisch kaufen sichert Jobs“. Auch das ist eine wesentliche Aktion, mit der wir auch nachweisen können, wie viele Arbeitsplätze da gesichert werden können, wenn man 10 Prozent mehr österreichische Lebensmittel kauft. (Abg. Pirklhuber: Damals hast du gesagt, das ist eine gewerkschaftliche Aktion! Die hat das bestimmt!) Da brauchen wir wieder den entsprechenden Aktionismus.
Abg. Pirklhuber: Es ist schon da!
Wenn das Stenographische Protokoll hier ist, dann werde ich darüber eine Entscheidung treffen. (Abg. Pirklhuber: Es ist schon da!) – Das Stenographische Protokoll ist da. Sie sind seit vielen Jahren Abgeordneter, und ich ersuche Sie, bei Ihrer Rede darauf zu achten, dass Sie die Würde des Hauses nicht verletzen und keine verunglimpfenden Aussagen tätigen.
Abg. Pirklhuber: Auch für unsere Konsumenten, Herr Minister!
Ich denke, es ist für die österreichische Landwirtschaft einfach auch gut und richtig, weil wir mit diesem Anbauverbot ein Alleinstellungsmerkmal haben, das vor allem auch im Export extrem wichtig (Abg. Pirklhuber: Auch für unsere Konsumenten, Herr Minister!) und für die bäuerliche Landwirtschaft eine richtige Ausrichtung ist. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Gemeinsam sind wir stark!
Es ist ein schönes Zeichen, dass auch ein kleines Land wie Österreich in einem sehr internationalen Bereich, um nicht zu sagen, in einer globalisierten Welt, seine Rechte durchsetzen kann. (Abg. Pirklhuber: Gemeinsam sind wir stark!)
Abg. Pirklhuber: Ich war auch dort!
Was können wir bewirken? – Mit einem kritischen Konsumverhalten ist einiges zu erreichen und können wir dazu beitragen, Gentechnik bei Lebensmitteln hintanzuhalten. Genauso wichtig sind aber verschiedene Maßnahmen, beispielsweise internationale Konferenzen, die dazu beitragen können, den Informationsaustausch auf internationaler Ebene zu fördern, und die auch dazu beitragen, beispielsweise Kennzeichnungsstandards für gentechnikfreie Produkte zu vereinheitlichen. Es hat heuer im April in Wien eine derartige Konferenz unter dem Ehrenschutz von Ministerin Sabine Oberhauser und Minister Rupprechter stattgefunden. Da hat man auch eine Deklaration unterzeichnet. (Abg. Pirklhuber: Ich war auch dort!)
Sitzung Nr. 130
Abg. Pirklhuber: Das ist ein Zitat von Einstein, das Sie abgewandelt haben!
Es ist ein großes Arbeitsprogramm, das es da gibt und das er sich vorgenommen hat. Ich möchte ein Wort dazu sagen, das ihn daran erinnern soll, wie groß das Arbeitsprogramm ist. Man sagt doch: Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie erkennen! – Ich glaube, dass Herr Bundeskanzler Kern ein Mensch ist, der erkannt hat, dass man ein Problem nicht mit den gleichen Denkstrukturen lösen kann, die zur Entstehung dieses Problems geführt haben; das ist ein großer und wichtiger Satz. (Abg. Pirklhuber: Das ist ein Zitat von Einstein, das Sie abgewandelt haben!)
Sitzung Nr. 132
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Nicht nachvollziehen kann ich die Aussage, dass der Binnenreiseverkehr eine Sättigung erfahren habe und in Zukunft vielleicht von einer Stagnation auszugehen sei. Wenn man allerdings mit Steuergeschenken das günstige Wegfliegen aus Österreich in Länder, mit denen wir preislich nicht mithalten können, fördert, dann ist das negativ und kontraproduktiv. Ich sehe in der Renaissance der Sommerfrische riesige Wachstumspotenziale. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Die Sommer werden heißer. Wo gehen die Leute hin? – In die kühleren Alpen hin zu den Seen. Sie suchen Urlaub in Österreich. Und was wir tun müssen, ist, das Angebot ausweiten, vor allem das Radangebot, Rad und Bahn, Rad und Bus, Bett+Bike, die Radwege gut ausschildern. Hier gibt es ein Riesenpotenzial bis hin zur Öffnung der Forststraßen für Mountainbikes. Und natürlich lockt der Berg als Abenteuer.
Sitzung Nr. 134
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Johann Hechtl (SPÖ): Sehr geehrte Frau Bundesministerin! Das Thema Glyphosat wurde schon angesprochen; es ist nicht nur auf europäischer Ebene präsent und in Diskussion, sondern wird auch in Österreich sehr kritisch diskutiert. Wenn Pflanzenschutzmittel in den Boden gelangen, können sie sich auch in den Lebensmitteln wiederfinden. Sie als auch für Lebensmittel zuständige Gesundheitsministerin sind ja in diesem Themenbereich sehr engagiert, und entgegen den Aussagen von Kollegen Pirklhuber sprechen Sie sehr klare Worte, das möchte ich hier auch festhalten. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es gibt jetzt einige Zwischenrufe. Waren Sie eigentlich dort, Herr Rädler? – Nein, ich habe Sie nicht beim Hearing gesehen. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Rädler.) Schauen Sie, ich denke, es ist noch einmal ein Unterschied. Jeder von uns darf eine politische Gesinnung haben, jeder von uns darf für seine politische Gesinnung auf die Straße gehen, jeder von uns darf sich einer Partei anschließen oder nicht. (Abg. Wöginger: Danke, das ist sehr nett!) Das entscheidende Kriterium ist, ob man mit einem Parteibuch Karriere macht, nämlich ausschließlich mit einem Parteibuch Karriere macht. Das ist der wesentliche Unterschied. (Beifall bei den Grünen sowie bei Abgeordneten von SPÖ, NEOS und Team Stronach. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das haben wir gesehen, wie ernst Sie das nehmen!
Wir haben das sehr ernst genommen, und ein Hearing bringt Transparenz und Öffentlichkeit. Daher haben wir hier … (Abg. Pirklhuber: Das haben wir gesehen, wie ernst Sie das nehmen!) – Im Gegensatz zu den Grünen, die in Wirklichkeit nicht einmal einen eigenen Kandidaten aufgestellt haben, habe ich die meisten Gespräche mit Klubobmann Strolz geführt. Dr. Kickinger war seine Erfindung. (Abg. Kogler: Na und?) – Ich will es nur sagen. Sie haben nicht einmal die Zeit gefunden, eine eigene Kandidatin oder einen eigenen Kandidaten zu finden. Mehr habe ich nicht gesagt. (Zwischenruf der Abg. Glawischnig-Piesczek.)
Abg. Pirklhuber: Das sollten wir uns nicht gefallen lassen! – Ruf bei der ÖVP: Demokratie!
Jetzt muss man nicht höhere Mathematik studiert haben, um zu wissen, dass wir, wenn im Hauptausschuss, der aus 28 Mitgliedern besteht, die FPÖ sagt: Kommt nicht infrage!, und Lopatka sagt: Kommt nicht infrage!, mit unserem besten Kandidaten nicht durchkommen. Das war dann klar, auch nach der ersten Abstimmung. (Abg. Pirklhuber: Das sollten wir uns nicht gefallen lassen! – Ruf bei der ÖVP: Demokratie!)
Abg. Pirklhuber: Es ist aber trotzdem Erpressung!
Als wir gesehen haben, Dr. Steger ist nicht durchzubringen, war es für uns wichtig, zu schauen, was eine zweitbeste Lösung sein könnte, das gebe ich ganz offen zu. Ich meine ja auch, Frau Dr. Kraker ist eine gute Lösung, aber sie ist für uns die zweitbeste Lösung. Wir haben uns dann anders entschieden und gesagt: Okay, wenn es nicht machbar ist, eine Mehrheit für unseren Kandidaten zu bekommen, dann unterstützen wir Frau Dr. Kraker. Sie wird es auch notwendig haben, da bin ich überzeugt, wir werden das auch tun. (Abg. Pirklhuber: Es ist aber trotzdem Erpressung!)
Abg. Pirklhuber: Ungeheuerlich!
Frau Mikl-Leitner hat diese Frage folgendermaßen beantwortet: Sie hat sich schlicht und einfach geweigert, diese Zahl zu nennen. (Abg. Pirklhuber: Ungeheuerlich!) Was ist das für eine Art und Weise, mit diesem Haus umzugehen? (Abg. Pirklhuber: Richtig!) – Anstatt uns wie die anderen Regierungsmitglieder die Zahlen zu nennen, so wie es Ihre gesetzliche Pflicht ist, verweisen Sie auf eine Innenministerin, die vor wenigen Jahren genau dasselbe getan hat wie Sie, nämlich dem Parlament keine Antworten zu geben, zu verschleiern, zu vertuschen, von einer Affäre abzulenken – und das mit gutem politischen Grund.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Frau Mikl-Leitner hat diese Frage folgendermaßen beantwortet: Sie hat sich schlicht und einfach geweigert, diese Zahl zu nennen. (Abg. Pirklhuber: Ungeheuerlich!) Was ist das für eine Art und Weise, mit diesem Haus umzugehen? (Abg. Pirklhuber: Richtig!) – Anstatt uns wie die anderen Regierungsmitglieder die Zahlen zu nennen, so wie es Ihre gesetzliche Pflicht ist, verweisen Sie auf eine Innenministerin, die vor wenigen Jahren genau dasselbe getan hat wie Sie, nämlich dem Parlament keine Antworten zu geben, zu verschleiern, zu vertuschen, von einer Affäre abzulenken – und das mit gutem politischen Grund.
Abg. Pirklhuber: Keine Zahlen! Wo sind sie, Herr Minister?
Bundesminister für Inneres Mag. Wolfgang Sobotka: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Hohes Haus! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich habe vor Kurzem den Ärger des Abgeordneten Pilz in einer Wochenzeitschrift vernommen, und Sie hätten sich den Ärger, der auch hier sehr wortreich zutage getreten ist, mit einer Nachfrage ersparen können, denn ich kann nur auf das antworten, was Sie fragen. Und da war eben leider die Frage nicht so, dass sie zu dem geführt hätte, was Sie sich als Antwort erwünscht haben. (Abg. Pirklhuber: Keine Zahlen! Wo sind sie, Herr Minister?)
Abg. Pirklhuber: Sie können ja „null“ hinschreiben, Herr Minister!
Aber die Provisionen … (Abg. Kogler: Geh, das ist ein Witz!) – Na hören Sie ein bisschen zu, dann kann ich es Ihnen sagen! (Abg. Pirklhuber: Sie können ja „null“ hinschreiben, Herr Minister!) – Die Mediaselect hat an Provision im Jahr 2005 4 434,08 € einbehalten, 2006 eine Provision in der Höhe von 8 725,13 €, und im Jahr 2007 9 429,42 €, im Jahr 2008 17 997,30 €. Im Jahr 2009 waren es 8 410,05 €, im Jahr 2010 74 772,83 €, im Jahr 2011 waren es 72 553,47 €.
Beifall der Abgeordneten Weninger, Pirklhuber, Zinggl und Pock.
Das Interpellationsrecht ist eines der wichtigsten Rechte, die dieses Haus und die Abgeordneten haben, und ich würde mich oft sehr freuen – generell –, wenn aus der Verwaltung Anfragebeantwortungen kämen, von denen ich persönlich meinen würde: Passt, über diese Themen können wir gemeinsam diskutieren. – Das zunächst einmal als Bemerkung vorab. (Beifall der Abgeordneten Weninger, Pirklhuber, Zinggl und Pock.)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig! Absolut!
Wenn wir es nicht gut organisieren, dann ist das aber eine Zumutung – nicht nur für meine Tochter, sondern für alle Kinder in diesen Schulen. Wenn wir Integration nicht besser als bisher organisieren, dann ist es eine immense Zumutung, dann werden wir das nicht gut erledigen können, dann wird die Fluchtbewegung in die Privatschulen in den Ballungsräumen immens zunehmen, dann werden wir die Phänomene von Brennpunktschulen flächendeckend (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig! Absolut!), in vielen Bereichen und nicht nur in einigen Bezirken und urbanen Gegenden haben – das wird dann ganz rasant zunehmen. Die Förderung der Muttersprache, Sprachförderung und Sprachkompetenz sind ganz wichtig.
Sitzung Nr. 136
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition bezüglich der „Resolution der Marktgemeinde Walding ,Abstandnahme von einer Deckelung der Mindestsicherung für Mehrkind-Familien‘“ (Ordnungsnummer 80) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition bezüglich der „Resolution der Marktgemeinde Spittal an der Drau ,für eine TTIP/CETA/TiSA-freie Gemeinde‘“ (Ordnungsnummer 81) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.- Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition bezüglich der „Resolution der Gemeinde Paternion ,für eine TTIP/CETA/ TiSA-freie Gemeinde‘“ (Ordnungsnummer 82) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.- Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition bezüglich der „Resolution der Marktgemeinde Finkenstein am Faaker See ,TTIP-freie Gemeinde‘“ (Ordnungsnummer 83) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition bezüglich der „Resolution der Stadtgemeinde Pregarten ,TTIP-freie Gemeinde‘“ (Ordnungsnummer 84) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Änderung des Starkstrom Wege-Gesetzes – StWG aus dem Jahre 1968 auf Initiative der Interessen-Gemeinschaft – Erdkabel (IG-E)“ (Ordnungsnummer 85) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Natürlich muss man erkennen, wenn man mit diesem fehlentwickelten zentralistischen Gehabe fortfährt, wird das natürlich auch zu weiterem Unmut führen. Und natürlich waren auch die falsche Migrationspolitik und die Völkerwanderung im letzten Jahr maßgeblich schuld an der Frustration der Briten; keine Frage. Wer hat das ausgelöst? – Das war unter anderem Frau Merkel mit kräftiger Unterstützung des damaligen österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann. Das muss man einfach klar und deutlich beim Namen nennen. Da haben diese Herrschaften mit ihrem Verhalten Europa durch eine unverantwortliche Einladungs- und Willkommenspolitik destabilisiert und glauben dann – und das glaubt offenbar auch Herr Kern –, dass die anderen europäischen Länder Hurra schreien. Diese sagen aber: Eure fehlerhafte Politik sollen wir jetzt ausbaden und eure Destabilisierung sozusagen abfedern, indem die Europäische Union uns quasi Zwangszuweisungen verordnet (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), am besten von Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen und oftmals leider nicht aus Gründen der Verfolgung im Sinne der Genfer Konvention zugewandert sind?! (Zwischenruf des Abg. Matznetter.)
Abg. Pirklhuber: Absolut! Sind abgehauen!
Diese Anarchie ist das Ergebnis, wenn rechtspopulistische Hetzer und Zündler wie Nigel Farage oder Boris Johnson am Werk sind. Und dann, wenn es so weit ist, wenn der Brexit tatsächlich da ist, stehlen sie sich aus der Verantwortung, sofern diese Herren überhaupt wissen, was Verantwortung ist. Verantwortung ist für sie offensichtlich doch ein Fremdwort. Und wenn ich hier in die Reihen der ÖVP schaue, dann sehe ich, dass Kickl und Strache offensichtlich auch schon auf der Flucht vor der Verantwortung sind. (Abg. Pirklhuber: Absolut! Sind abgehauen!) Ist ja niemand da. Wo sind sie denn? (Abg. Tamandl: Wir sind die ÖVP! – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Frau Glawischnig ist auch nicht da!)
Abg. Pirklhuber: Das war der Kogler!
Heute hat ein Redner gesagt, das Ganze war wie bei einem Shakespeare-Stück. (Abg. Pirklhuber: Das war der Kogler!) Ich glaube, es war ein Shakespeare-Stück. Ich frage
Abg. Pirklhuber: Das war eh ein Wahnsinn!
Wenn man jetzt aber so tut, als ob das ein Megadrama wäre, dann darf ich daran erinnern, wir hatten ein wirkliches britisches Megadrama vor circa 15, 16 Jahren. Das war der Rinderwahnsinn. Da ist die halbe britische Landwirtschaft am Boden gelegen. (Abg. Pirklhuber: Das war eh ein Wahnsinn!) Das war ein Desaster in England und auch in Europa. Man erinnert sich an die brennenden Fleischberge. Da haben sich wirklich Szenen abgespielt, die apokalyptisch waren und die England im wirtschaftlichen Bestand gefährdet haben.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Die Pendl-Pilz-Connection!
Allerletzter Satz dazu, Herr Bundesminister, überlegen Sie sich einmal eines: Vom Polizeilichen Staatsschutzgesetz bis zum Sicherheitspolizeigesetz haben wir in den letzten Jahren etliche legistisch so schlecht gemachte Gesetzesvorlagen in den Nationalrat bekommen, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder Sie liefern uns endlich bessere Gesetzesvorlagen, dann werden wir mit kurzen Bearbeitungszeiten durchkommen, oder wir nehmen uns ein bisschen mehr Zeit, um aus zum Teil grauenhaft schlechten Gesetzesvorlagen des Innenministeriums akzeptable und verfassungskonforme Gesetze zu machen. Wenn Sie sich nicht für das Erstere entschließen, werden wir einmal ernsthaft darüber reden müssen, ob wir nicht gemeinsam im Nationalrat für Zweiteres sorgen. Ich weiß, dass ich da zumindest in Otto Pendl einen sicheren Verbündeten habe. – Danke schön. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Die Pendl-Pilz-Connection!)
Sitzung Nr. 138
Abg. Pirklhuber: Wasser ist drinnen! Unser Wasser!
Natürlich wird Red Bull – ich möchte hier keinen Firmennamen schädigen – immer wieder in Zusammenhang mit der Landwirtschaft gebracht, weil dieses Unternehmen ja unter den großen Förderungsempfängern ist. (Abg. Pirklhuber: Wasser ist drinnen! Unser Wasser!) – Entschuldigung! Danke. Kollege Pirklhuber verweist gerade auf das Wasser.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Steinbichler und Pirklhuber.
Herr Landwirtschaftsminister Rupprechter ist nach Südkorea geflogen, und er ist auch nach China geflogen. Ziel war eine Milchoffensive und Fleischoffensive. Ergebnis: Null! Verursacht hat das nur sehr, sehr viele Kosten. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Steinbichler und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Den malt niemand an die Wand!
Auf der einen Seite hat der europäische Agrarkommissar Phil Hogan das österreichische Parlament informiert, dass er davon ausgeht, dass TTIP ein gemischtes Abkommen sein wird, was bei CETA auch nicht ganz klar war. Aber von der Kommissionsseite her wurde kommuniziert, dass TTIP ein gemischtes Abkommen sein wird. Das bedeutet, die Mitgliedstaaten können dann über ganz konkrete Texte – zum Beispiel: 90 Prozent, 93 Prozent Schweinefleisch, Milchprodukte – diskutieren und müssen nicht den Teufel an die Wand malen. (Abg. Pirklhuber: Den malt niemand an die Wand!) Das machen Sie jetzt, solange Sie diese Texte nicht haben.
Abg. Pirklhuber: Freilich!
Auf der anderen Seite war der US-Chefverhandler Trick – Kollege Pirklhuber war damals auch dabei (Abg. Pirklhuber: Freilich!) – auch im österreichischen Parlament. Und was hat der gesagt? – Vonseiten der USA ist das „right to regulate“, das der Staatssekretär auch erwähnt hat, ein relevantes und zentrales Anliegen.
Abg. Pirklhuber: Ich habe nichts gesagt diesbezüglich! Ich habe über die Zölle gesprochen! Also, ich fühle mich nicht angesprochen!
Warum? – Weil nämlich die Bundesregierung in den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber den 50 Bundesstaaten genau das gleiche Problem hat wie die Europäische Kommission, das Europäische Parlament gegenüber den noch 28 Mitgliedstaaten. – Das heißt, all die Dinge, die Sie heute zu TTIP sagen, stimmen einfach nicht! (Abg. Pirklhuber: Ich habe nichts gesagt diesbezüglich! Ich habe über die Zölle gesprochen! Also, ich fühle mich nicht angesprochen!) Ich kann nicht behaupten, dass sie nicht eintreten, aber sie stimmen aus heutiger Sicht nicht, weil der Vertrag nicht existiert.
Abg. Pirklhuber: Ganz genau!
Noch ein letzter Satz: Es widerspricht auch dem, was wir morgen beschließen werden: das Klimaabkommen von Paris. Das zwingt uns – zum Glück, und alle sind dafür bis auf die berühmte FPÖ, die das nicht notwendig findet – zur Ökologisierung der Mauten. (Abg. Pirklhuber: Ganz genau!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Denken Sie einmal nach: Wenn Sie in Oberösterreich vom Knoten Haid bis Steyr fahren, haben Sie den Lufthunderter, und dann kommen Sie nach Niederösterreich, und siehe da – dort ist der Lufthunderter plötzlich nicht mehr notwendig! Und dann gibt es noch ganz sinnvolle Lufthunderter wie in Vorarlberg auf der Rheintal Autobahn. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Der geht nämlich über genau zwei Kilometer, der ist immer aktiv, Tag und Nacht.
Abg. Pirklhuber: Leo, du hast nichts verstanden!
In der Beantwortung des Umweltministers heißt es, Ziel der IG-L-100-Verordnung ist es, die Schadstoffemissionen zu reduzieren und zusätzlich die Verkehrssicherheit zu erhöhen, das heißt niedriges Unfallaufkommen. Und ich behaupte, genau das Gegenteil ist der Fall, denn es gibt nichts Unangenehmeres für Autofahrer, als im Stau zu fahren. (Zwischenruf des Abg. Willi.) Das ist also eindeutig zu widerlegen. (Abg. Pirklhuber: Leo, du hast nichts verstanden!)
Abg. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!
Eine Erfahrung darf ich auch sagen – und den Verkehrsexperten zeigt ihr mir auch noch; der bestätigt das –: dass wir, seit wir den Hunderter in Linz haben, Staus haben, vorher haben wir keine gehabt. (Abg. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!) – Herr Kollege Pirklhuber, das ist so! Seit dieser verordnete Hunderter ist, haben wir in der Früh zwischen 6.30 Uhr und 8.30 Uhr Staus, und dann nicht mehr, dann ist der Verkehr wieder zügig. Und das sagt mir der Hausverstand, dass, wenn ein zügiger Verkehr mit 130 km/h ist, weniger Lärmbelastung, weniger Luftbelastung und weniger Unfallrisiko ist.
Abg. Pirklhuber: Das ist schon näher an der Sache!
Uns ist daher nicht klar, warum man das Ganze jetzt wieder ins Ministerium selbst gibt. Es mag sein, dass das auch mit dem Einwirken von Patentanwälten zusammenhängt. (Abg. Pirklhuber: Das ist schon näher an der Sache!) Wir glauben in Summe, dass es für die Kunden, für die, die das Ganze zu zahlen haben, und am Schluss auch für die Steuerzahler zu teuer ist.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Die Anregungen des Rechnungshofs gehen weiter, dahin, dass man vor allem den Bereich der Information, der Dienstleistungsorientierung ausbaut. Das wird gerade in Richtung KMUs ein wichtiger Schritt sein. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Was möglich ist und welche Dynamik sich hier in diesem Bereich Gott sei Dank breitgemacht hat, hat die Maßnahme von Minister Leichtfried letzte Woche gezeigt, dass wir nämlich gerade für den wesentlichen Bereich der Start-ups ganz neue Beratungsleistungen und Unterstützungsleistungen in Angriff genommen haben. Diese Bereiche müssen wir in Zukunft noch deutlicher ausbauen.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die Pflanzen sind tatsächlich eines der höchsten Güter, vor allem auch, was Heilpflanzen betrifft. Pflanzen gehören der Natur und sind keine Erfindung der Menschen. – Herr Kollege Pirklhuber lacht, aber es stimmt so. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Ja, das ist wunderbar! Wir und vor allem die Pflanzen brauchen dazu kein Patent. Freuen wir uns mit der Natur, mit den Pflanzen! Wir brauchen nicht immer und für alles Regelungen, Bevormundungen, Bestimmungen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Natur lässt sich sowieso nicht betrügen. – Herzlichen Dank. – Pirklhuber, klatschen! (Beifall bei Abgeordneten der Grünen.)
Sitzung Nr. 140
Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz wirft Abg. Brunner den Ball zu Abg. Pirklhuber, von wo er in den Reihen der Grünen hin- und hergeworfen wird.
Dieses Parlament hier muss jetzt handeln. Um das klarzumachen: Wir haben heute die Chance, einen Ankick für die Umsetzung des Klimavertrags in Österreich zu machen. Wir haben heute die Chance, auch in Österreich den Startschuss zu geben für eine positive Zukunft zur Rettung dieses schönen Erdballs (den zu Beginn der Rede beschriebenen Fußball in die Höhe haltend) und auch für eine positive Zukunft unseres Landes. Der Ball ist bei uns allen. – Danke. (Beifall bei Grünen, SPÖ und ÖVP. – Auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz wirft Abg. Brunner den Ball zu Abg. Pirklhuber, von wo er in den Reihen der Grünen hin- und hergeworfen wird.)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber, Dietrich und Steinbichler.
Herr Minister, ich habe mir das Regierungsprogramm noch einmal angesehen, und da steht drinnen, dass es eine klare „Herkunftskennzeichnung der Produkte und Rohstoffe“ – auch auf EU-Ebene – geben soll, da es keine Täuschungen geben darf. So steht es im Regierungsprogramm. Wenn es keine Täuschungen geben soll, dann ist es auch wichtig, dass wir hier alle massiv daran arbeiten, uns zum Schutz der Konsumenten dafür einsetzen, dass das Freihandelsabkommen TTIP in dieser Form nicht kommt. – Danke schön. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber, Dietrich und Steinbichler.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die Schweizer, die diesbezüglich besonders vorbildlich sind, haben bereits seit 20 Jahren vom Kebabstandl bis zum Haubenlokal die Herkunftskennzeichnung der Speisen auf der Speisekarte oder zumindest auf einem Plakat oder einem Bildschirm im Lokal. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Da steht drauf: Das Rindfleisch kommt aus der Schweiz oder aus Österreich oder aus Uruguay (Abg. Pirklhuber: Wunderbar!), jedenfalls weiß der Kunde, wie er dran ist und was er bezieht. Ich würde das gerne auch überall in Österreich sehen (Abg. Pirklhuber: Ja, es geht!), und Sie können sicher sein, es wird nicht lange dauern, denn die Kunden wollen das. (Abg. Pirklhuber: … gesetzlich!)
Abg. Pirklhuber: Wunderbar!
Die Schweizer, die diesbezüglich besonders vorbildlich sind, haben bereits seit 20 Jahren vom Kebabstandl bis zum Haubenlokal die Herkunftskennzeichnung der Speisen auf der Speisekarte oder zumindest auf einem Plakat oder einem Bildschirm im Lokal. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Da steht drauf: Das Rindfleisch kommt aus der Schweiz oder aus Österreich oder aus Uruguay (Abg. Pirklhuber: Wunderbar!), jedenfalls weiß der Kunde, wie er dran ist und was er bezieht. Ich würde das gerne auch überall in Österreich sehen (Abg. Pirklhuber: Ja, es geht!), und Sie können sicher sein, es wird nicht lange dauern, denn die Kunden wollen das. (Abg. Pirklhuber: … gesetzlich!)
Abg. Pirklhuber: Ja, es geht!
Die Schweizer, die diesbezüglich besonders vorbildlich sind, haben bereits seit 20 Jahren vom Kebabstandl bis zum Haubenlokal die Herkunftskennzeichnung der Speisen auf der Speisekarte oder zumindest auf einem Plakat oder einem Bildschirm im Lokal. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Da steht drauf: Das Rindfleisch kommt aus der Schweiz oder aus Österreich oder aus Uruguay (Abg. Pirklhuber: Wunderbar!), jedenfalls weiß der Kunde, wie er dran ist und was er bezieht. Ich würde das gerne auch überall in Österreich sehen (Abg. Pirklhuber: Ja, es geht!), und Sie können sicher sein, es wird nicht lange dauern, denn die Kunden wollen das. (Abg. Pirklhuber: … gesetzlich!)
Abg. Pirklhuber: … gesetzlich!
Die Schweizer, die diesbezüglich besonders vorbildlich sind, haben bereits seit 20 Jahren vom Kebabstandl bis zum Haubenlokal die Herkunftskennzeichnung der Speisen auf der Speisekarte oder zumindest auf einem Plakat oder einem Bildschirm im Lokal. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Da steht drauf: Das Rindfleisch kommt aus der Schweiz oder aus Österreich oder aus Uruguay (Abg. Pirklhuber: Wunderbar!), jedenfalls weiß der Kunde, wie er dran ist und was er bezieht. Ich würde das gerne auch überall in Österreich sehen (Abg. Pirklhuber: Ja, es geht!), und Sie können sicher sein, es wird nicht lange dauern, denn die Kunden wollen das. (Abg. Pirklhuber: … gesetzlich!)
Abg. Pirklhuber: Ja, super!
Wir bemühen uns darum, das eben zu erweitern: nicht nur beim rohen Fleisch, bei der rohen Milch, sondern auch bei Verarbeitungsprodukten, zum Beispiel in der Gastronomie oder auch der Lebensmittelindustrie. (Abg. Pirklhuber: Ja, super!)
Abg. Pirklhuber: Aber das haben wir nicht beschlossen!
Wir haben uns vor Jahren – nach dem Pferdefleischskandal – im Kreise der Agrarminister auf der europäischen Ebene geeinigt, dass auch in verarbeiteten Lebensmitteln draufstehen muss, woher zum Beispiel das Rindfleisch kommt, das drinnen verarbeitet ist. Da gibt es klare Beschlüsse. (Abg. Pirklhuber: Aber das haben wir nicht beschlossen!) Das wurde von der Europäischen Kommission verworfen, was schade ist. Wir sollten an diesem Thema dranbleiben (Abg. Pirklhuber: Gern!), und dann werden wir unserer bäuerlichen Landwirtschaft auch eine Chance einräumen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Cap.)
Abg. Pirklhuber: Gern!
Wir haben uns vor Jahren – nach dem Pferdefleischskandal – im Kreise der Agrarminister auf der europäischen Ebene geeinigt, dass auch in verarbeiteten Lebensmitteln draufstehen muss, woher zum Beispiel das Rindfleisch kommt, das drinnen verarbeitet ist. Da gibt es klare Beschlüsse. (Abg. Pirklhuber: Aber das haben wir nicht beschlossen!) Das wurde von der Europäischen Kommission verworfen, was schade ist. Wir sollten an diesem Thema dranbleiben (Abg. Pirklhuber: Gern!), und dann werden wir unserer bäuerlichen Landwirtschaft auch eine Chance einräumen können. – Danke schön. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Cap.)
Sitzung Nr. 142
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition bezüglich „Resolution der Marktgemeinde Thal ,TTIP & TiSA‘“ (Ordnungsnummer 86) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 144
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Das heißt: Wir lassen Menschen ins Land, die uns letztlich ihre Lebensweise aufzwingen wollen. Jetzt werden viele sagen: Das sind doch nicht alle! – Ja, das stimmt, natürlich sind es nicht alle, es ist wahrscheinlich sogar nur eine Minderheit an Menschen, die hierher kommen und uns missionarisch davon überzeugen wollen, dass ihre Lebensweise besser ist als unsere. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Na machen wir’s! – Abg. Königsberger-Ludwig: Lasst den Worten Taten folgen! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Unser Auftrag muss es sein, und Sebastian Kurz hat das auf den Punkt gebracht, die EU-Außengrenzen zu schützen, den Zustrom nach Europa zu stoppen, und dafür müssen wir in Hilfe vor Ort investieren. Wenn man bedenkt, dass man für einen Flüchtling, der in Österreich betreut wird, 20 Menschen vor Ort helfen kann (Abg. Pilz: Warum wird nicht überwiesen?), dann sehen wir, wie recht der Außenminister mit dieser Feststellung hatte. (Beifall bei Abgeordneten der ÖVP. – Ruf bei der SPÖ: Na machen wir’s! – Abg. Königsberger-Ludwig: Lasst den Worten Taten folgen! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Als zweiten Schritt: Dort, wo im Moment diese Krisenherde sind, brauchen wir nahe Schutzzonen, dass die Menschen wieder zurückkönnen, ohne sich selbst großer Gefahr auszusetzen. Wir brauchen – und das ist heute auch schon angesprochen worden – eine Entwicklungspolitik und Entwicklungsgelder, die ihre Namen wert sind. Das sind keine Almosen. Da geht es nicht darum, irgendwelche Leute irgendwo in der Dritten Welt in Schwellenländern ein bisschen stillzuhalten. Da geht es darum, den Kontinent Europa in Wirklichkeit zu einer humanen Region zu machen und den Rest der Welt in diese humane Welt miteinzubeziehen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Ich erinnere an die Verkündigung der Frau Präsidentin heute um 9.07 Uhr: Der Herr Bundeskanzler Mag. Kern wird durch den Vizekanzler Dr. Mitterlehner vertreten. Dass es nun nicht so ist, wird auch Gründe haben. Es ist ja auch nichts Illegales, es kann sich ja auch die Vertretung vertreten lassen. Uns ist das schon klar, nur wäre es auf der anderen Seite schon gescheit, wenn dem Parlament mitgeteilt würde, wer letztendlich die Vertretung ist. Das geht Sie alle etwas an, egal, welcher Couleur (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), denn die besondere Wahrscheinlichkeit, dass ein Minister überraschend und nicht planbar hierher kommen soll, ist ja um 15 Uhr plus immer gegeben, wenn entweder eine Dringliche oder eben dieses Instrument verlangt wird. Seis drum.
Abg. Pirklhuber: Abgestimmte!
Im Übrigen haben wir ähnlich lautende Fragen an mehrere Minister gestellt, auch an den Herrn Vizekanzler. Teilweise unterscheiden sich die Antworten vom Herrn Vizekanzler und vom Herrn Kanzler auf gleichlautende Fragen; auf all das kann man jetzt nicht eingehen. Allerdings, und darauf wollen wir uns jetzt kurz konzentrieren, schreibt der Herr Bundeskanzler an uns, an den Nationalrat in seiner Anfragebeantwortung auf die letzte Frage, die wir hier gestellt haben, nämlich wie die Beschlussfassung im Rat der EU ausschauen soll und ob es eine einheitliche Regierungslinie zu CETA gebe, abgekürzt: Die Bundesregierung wird bezüglich der Zustimmung oder Ablehnung des Abkommens eine gemeinsame und abgestimmte Position vertreten. (Abg. Pirklhuber: Abgestimmte!) Also nur zum Mitschreiben: „Die Bundesregierung wird bezüglich der
Abg. Pirklhuber: Auch nicht im …!
Wird nun über die bittere Pille eine Zuckerglasur drübergehübscht – da sind jetzt die Zuckerbäcker aller Couleurs unterwegs, auch die roten Zuckerbäcker, Gabriel, Trudeau, wie sie alle heißen, es ist ja lustig anzuschauen –, wird dadurch die Sache im Kern nicht besser. Sie wird nicht besser! (Abg. Pirklhuber: Auch nicht im …!) Das sollte man sich jetzt einfach klar vornehmen und anschauen, wie dann aufgetreten wird, und zwar ab morgen.
Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Schieder: Pirklhuber ist für Verlierer!
Daher ist es unsere Aufgabe als Politik, sicherzustellen, dass globaler Handel in unserer Gesellschaft allen zugutekommt und es keine Verlierer gibt. (Beifall bei SPÖ und ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Schieder: Pirklhuber ist für Verlierer!)
Abg. Pirklhuber: Dann gibt es keine Unterzeichnung!
Das heißt, unsere Aufgabe ist es, zu schauen, dass politische Gestaltungsspielräume größer werden und nicht eingeengt werden, denn dies ist eine grundsätzliche Voraussetzung dafür, dass wir den Herausforderungen einer globalisierten Welt auch begegnen können. Die Balance darf sich nicht zugunsten globaler Konzerne und zulasten demokratischer Entscheidungen verschieben. (Abg. Pirklhuber: Dann gibt es keine Unterzeichnung!)
Abg. Pirklhuber: Das ist deutsche Position …!
Wir sehen diese Frage daher auch als einen ganz zentralen Punkt, als einen der ganz wesentlichen Bereiche des Abkommens (Abg. Pirklhuber: Das ist deutsche Position …!), über die jedenfalls hier im Hohen Haus beraten und entschieden werden muss.
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Kommen wir zum Inhalt. Erster Punkt: Die große Frage, die hinter der CETA- und TTIP-Debatte steht, ist ja in Wirklichkeit: Wie wollen wir in Zukunft die Globalisierung gestalten? – Es gibt zwei Ansätze, die in entgegengesetzte Richtungen gehen. Der eine ist jener, wie ihn auch Joseph Stiglitz beschreibt: Die Konzerne versuchen, durch die Hintertür, durch geheim verhandelte Handelsabkommen zu kriegen, was sie im offenen politischen Prozess nicht erreichen können. – Das ist der Eindruck, der sich bei CETA und bei TTIP nachhaltig verschärft. (Abg. Pirklhuber: So ist es!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wie ist jetzt die österreichische Position? – Ich glaube, für uns als Nationalrat ist das recht einfach: Wir haben hier Entschließungsanträge beschlossen, die klarmachen: Diese Standards dürfen nicht ausgehöhlt werden, und die politischen Standards dürfen nicht ausgehöhlt werden. Das sehen übrigens die Landeshauptleute in ihrer Konferenz genauso wie wir. Und an diesen Kriterien werden wir das vorliegende Abkommen messen. Es ist ganz einfach: Wenn sich noch etwas fundamental ändert, dann kann man darüber diskutieren, ob man doch zustimmt, wenn sich nichts ändert, dann ist es meiner Meinung nach ein schlechtes Abkommen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt doch nicht!
Wenn man jetzt sagt, wir werden das jetzt wieder neu verhandeln: CETA ist fertig verhandelt, das ist Realität, das wissen wir alle! Seit 2009 wurde CETA verhandelt und ist eines der bestverhandelten Abkommen. Ich denke, dass wir jetzt nicht mehr kapitelweise aufschnüren können. Alle Beteiligten sind in diese Verhandlungen eingebunden gewesen, auch wir von der Wirtschaft, wir haben unsere Standpunkte eingebracht und diese haben in diesem Abkommen Berücksichtigung gefunden. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt doch nicht!)
Abg. Pirklhuber: Wie hoch ist denn der Zollsatz derzeit?
CETA sieht die Abschaffung von Zöllen für 99 Prozent der Waren vor, das heißt, das ist eine echte Erleichterung für beide Seiten. (Abg. Pirklhuber: Wie hoch ist denn der Zollsatz derzeit?) Auch die Frau Staatssekretärin hat gesagt – ich darf sie zitieren –, dass Österreich und Kanada beziehungsweise die EU und Kanada ja viel verbindet. Ich denke, wir sollten auf jeden Fall darauf schauen, dass wir dieses Abkommen zu einem guten Ende bringen.
Abg. Pirklhuber: Fragen Sie einmal Ihre Mitglieder! – Abg. Kogler: Ja eh!
Frau Staatssekretärin, wenn Sie vielleicht dem Herrn Bundeskanzler eines ausrichten könnten: Bei allem Verständnis für Parteibefragungen – aber meines Erachtens kann es doch nicht sein, dass 7,5 Prozent der Mitglieder der SPÖ, also 14 000 Personen, über ein Abkommen zwischen der EU und Kanada entscheiden, das sieben Jahre lang, seit 2009, ausführlich verhandelt wurde. Es geht um den Standort Europa und es geht um den Wirtschaftsstandort Österreich. (Abg. Pirklhuber: Fragen Sie einmal Ihre Mitglieder! – Abg. Kogler: Ja eh!)
Abg. Pirklhuber: 50 000 habe ich gesagt!
Ich verstehe Kollegen Pirklhuber nicht, wenn er sagt, 60 000 Tonnen Rindfleisch kommen zu uns (Abg. Pirklhuber: 50 000 habe ich gesagt!) – oder 50 000, ist ja egal. – Die kommen nach Europa, nicht nach Österreich, das haben Sie vergessen! (Abg. Pirklhuber: Ich habe gesagt, Import …!) Damit fängt es einmal an, mit der ehrlichen und klaren Titulierung, wohin es geht. (Beifall bei den NEOS.) Diese 50 000 sind 0,6 Prozent des gesamten EU-Volumens, und wenn Sie hier mit Regionalität kommen – lieber Kollege Pirklhuber, da sind wir ohnehin einer Meinung –, glaube ich, dass Sie einfach immer wieder Angstmache betreiben. (Ruf bei der ÖVP: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Ich habe gesagt, Import …!
Ich verstehe Kollegen Pirklhuber nicht, wenn er sagt, 60 000 Tonnen Rindfleisch kommen zu uns (Abg. Pirklhuber: 50 000 habe ich gesagt!) – oder 50 000, ist ja egal. – Die kommen nach Europa, nicht nach Österreich, das haben Sie vergessen! (Abg. Pirklhuber: Ich habe gesagt, Import …!) Damit fängt es einmal an, mit der ehrlichen und klaren Titulierung, wohin es geht. (Beifall bei den NEOS.) Diese 50 000 sind 0,6 Prozent des gesamten EU-Volumens, und wenn Sie hier mit Regionalität kommen – lieber Kollege Pirklhuber, da sind wir ohnehin einer Meinung –, glaube ich, dass Sie einfach immer wieder Angstmache betreiben. (Ruf bei der ÖVP: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Ruf bei der ÖVP: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich verstehe Kollegen Pirklhuber nicht, wenn er sagt, 60 000 Tonnen Rindfleisch kommen zu uns (Abg. Pirklhuber: 50 000 habe ich gesagt!) – oder 50 000, ist ja egal. – Die kommen nach Europa, nicht nach Österreich, das haben Sie vergessen! (Abg. Pirklhuber: Ich habe gesagt, Import …!) Damit fängt es einmal an, mit der ehrlichen und klaren Titulierung, wohin es geht. (Beifall bei den NEOS.) Diese 50 000 sind 0,6 Prozent des gesamten EU-Volumens, und wenn Sie hier mit Regionalität kommen – lieber Kollege Pirklhuber, da sind wir ohnehin einer Meinung –, glaube ich, dass Sie einfach immer wieder Angstmache betreiben. (Ruf bei der ÖVP: Ja, genau! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Frag die Bauern!
Es besteht ja damit gerade die große Chance für die Bauern, sich zu spezialisieren – alle Experten sagen, dass das das am besten ausgehandelte Abkommen ist – und das dementsprechend fortzuführen. (Abg. Pirklhuber: Frag die Bauern!) Das ist die Chance für die Bauern, nicht am Tropf des Kollegen Rupprechter zu hängen, nicht am Förderungstropf zu hängen, sondern Spezialisierung vorzunehmen. (Abg. Pirklhuber: Das müsst ihr den Bauern erst erklären, wie das funktionieren soll!) Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie es um Regionalisierung geht und wie es kommen sollte, dass wir in den allgemeinen Wettbewerb eingehen. Und die Bauern können es auch, die guten Bauern schaffen es heute schon, und dazu brauchen sie nicht einmal CETA, aber CETA würde ihre Chancen massiv erhöhen. (Abg. Pirklhuber: Wissen Sie, was die durchschnittlichen Landwirte in Kanada haben?)
Abg. Pirklhuber: Das müsst ihr den Bauern erst erklären, wie das funktionieren soll!
Es besteht ja damit gerade die große Chance für die Bauern, sich zu spezialisieren – alle Experten sagen, dass das das am besten ausgehandelte Abkommen ist – und das dementsprechend fortzuführen. (Abg. Pirklhuber: Frag die Bauern!) Das ist die Chance für die Bauern, nicht am Tropf des Kollegen Rupprechter zu hängen, nicht am Förderungstropf zu hängen, sondern Spezialisierung vorzunehmen. (Abg. Pirklhuber: Das müsst ihr den Bauern erst erklären, wie das funktionieren soll!) Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie es um Regionalisierung geht und wie es kommen sollte, dass wir in den allgemeinen Wettbewerb eingehen. Und die Bauern können es auch, die guten Bauern schaffen es heute schon, und dazu brauchen sie nicht einmal CETA, aber CETA würde ihre Chancen massiv erhöhen. (Abg. Pirklhuber: Wissen Sie, was die durchschnittlichen Landwirte in Kanada haben?)
Abg. Pirklhuber: Wissen Sie, was die durchschnittlichen Landwirte in Kanada haben?
Es besteht ja damit gerade die große Chance für die Bauern, sich zu spezialisieren – alle Experten sagen, dass das das am besten ausgehandelte Abkommen ist – und das dementsprechend fortzuführen. (Abg. Pirklhuber: Frag die Bauern!) Das ist die Chance für die Bauern, nicht am Tropf des Kollegen Rupprechter zu hängen, nicht am Förderungstropf zu hängen, sondern Spezialisierung vorzunehmen. (Abg. Pirklhuber: Das müsst ihr den Bauern erst erklären, wie das funktionieren soll!) Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie es um Regionalisierung geht und wie es kommen sollte, dass wir in den allgemeinen Wettbewerb eingehen. Und die Bauern können es auch, die guten Bauern schaffen es heute schon, und dazu brauchen sie nicht einmal CETA, aber CETA würde ihre Chancen massiv erhöhen. (Abg. Pirklhuber: Wissen Sie, was die durchschnittlichen Landwirte in Kanada haben?)
Beifall bei den NEOS. – Abg. Steinbichler: Wo steht denn das? – Abg. Pirklhuber: Sie waren ja nicht auf der Enquete! Sie haben keine Ahnung!
Wie und wo und was? Man kann nicht mehr nachverhandeln, CETA ist ausverhandelt, und es sollte eine klare Stellungnahme dafür geben, dass dieses CETA-Abkommen endlich ratifiziert, endlich unterzeichnet wird und endlich in Kraft treten kann. Alles andere ist gegen Wachstum, gegen Arbeitsplatzsicherung, gegen Wohlstandssicherung, das sollte uns klar sein. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Steinbichler: Wo steht denn das? – Abg. Pirklhuber: Sie waren ja nicht auf der Enquete! Sie haben keine Ahnung!)
Abg. Pirklhuber: Sehr richtig!
Meine geschätzten Damen und Herren, CETA ist eine Entmachtung der Parlamente. Es ist ein lebendiges Abkommen, an dem ein Ausschuss im stillen Kämmerchen weiter feilen kann, wie man Anhänge und Protokolle verändert. Das heißt, wenn wir heute etwas beschließen, wissen wir nicht, was morgen und übermorgen in diesem Abkommen stehen wird. – Deshalb unsere äußerst kritische Haltung. (Abg. Pirklhuber: Sehr richtig!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
für 10 000 zusätzliche heimische Arbeitsplätze. Ja, Frau Kollegin Fekter hat recht gehabt, sie ist jetzt leider nicht im Saal: Da werden bei TTIP und CETA Arbeitsplätze zerstört – aber wenn wir es unterschreiben. Zuerst einmal sind die heimischen Arbeitsplätze entscheidend, denn das ist regionale Kaufkraft, das ist regionale Lebensqualität, das ist regionale Lebenskultur, das ist regionale Gesundheit, das ist Arbeit, und das ist Sicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 146
Abg. Pirklhuber: Pirklhuber!
CETA bietet eine strategische Chance, und wir sollten diese nutzen. Wenn zwei große Binnenmärkte, die EU und Kanada, so hohe Standards setzen wie in diesem Abkommen, dann wird es für die anderen Handelspartner schwierig, hinter diesen Standards zurückzubleiben. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt. (Abg. Kogler: Was ist jetzt mit dem Vorsorgeprinzip?) Herr Kollege Pirklbauer! (Abg. Pirklhuber: Pirklhuber!) – Pirklhuber! Entschuldigung! Aber von Beruf Bauer? (Abg. Pirklhuber nickt.) – Ja, passt! Okay, alles klar! (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Abg. Pirklhuber nickt.
CETA bietet eine strategische Chance, und wir sollten diese nutzen. Wenn zwei große Binnenmärkte, die EU und Kanada, so hohe Standards setzen wie in diesem Abkommen, dann wird es für die anderen Handelspartner schwierig, hinter diesen Standards zurückzubleiben. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Punkt. (Abg. Kogler: Was ist jetzt mit dem Vorsorgeprinzip?) Herr Kollege Pirklbauer! (Abg. Pirklhuber: Pirklhuber!) – Pirklhuber! Entschuldigung! Aber von Beruf Bauer? (Abg. Pirklhuber nickt.) – Ja, passt! Okay, alles klar! (Heiterkeit und Beifall bei ÖVP und NEOS.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Dieselben Kritiker, die behaupten, da stünde dasselbe drinnen wie im CETA-Vertrag – was übrigens falsch ist –, und die auch noch sagen, es sei nicht verbindlich und daher brauchen wir es nicht, was auch nicht stimmt (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), widersprechen sich da selbst, denn, Herr Kollege Pirklhuber, wenn nichts drinnen stünde, was anders wäre, wäre es schon verbindlich (Abg. Pirklhuber: Wie denn?), und wenn
Abg. Pirklhuber: Wie denn?
Dieselben Kritiker, die behaupten, da stünde dasselbe drinnen wie im CETA-Vertrag – was übrigens falsch ist –, und die auch noch sagen, es sei nicht verbindlich und daher brauchen wir es nicht, was auch nicht stimmt (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), widersprechen sich da selbst, denn, Herr Kollege Pirklhuber, wenn nichts drinnen stünde, was anders wäre, wäre es schon verbindlich (Abg. Pirklhuber: Wie denn?), und wenn
Abg. Pirklhuber: Welcher Artikel …?
etwas anderes drinsteht, dann ist die Forderung der Verbindlichkeit falsch, weil diese Erklärung schon deswegen verbindlich ist (Abg. Kogler: Warum?), weil die Wiener Vertragskonvention genau vorsieht, dass eine solch abgegebene Erklärung unmittelbar heranzuziehen ist. Daher haben wir hier mit der Deklaration eine Verbindlichkeit, und wir haben auch alle wesentlichen Punkte bei der Daseinsvorsorge und bei den Standards mit enthalten, bei denen Christian Kern erreicht hat, dass wesentliche Verbesserungen da sind. (Abg. Pirklhuber: Welcher Artikel …?)
Beifall bei NEOS und ÖVP. – Abg. Pirklhuber: So viel Schaumschlägerei!
Nämlich – zum Schluss ein Zitat – Kommissarin Malmström hat gesagt: Falls die EU den Deal mit Kanada nicht genehmigen kann, mit wem kann sie dann überhaupt noch Handelsabkommen abschließen? – Das sollte uns bewusst sein, darüber müssen wir nachdenken. (Beifall bei NEOS und ÖVP. – Abg. Pirklhuber: So viel Schaumschlägerei!)
Abg. Pirklhuber: Sehr richtig!
Ich würde mir mehr solcher Veranstaltungen wünschen. Im Sinne der Transparenz und der besseren Partizipation sollten sie auch vollständig öffentlich sein. Es würde mich freuen, wenn man die veralteten Regeln in der Geschäftsordnung diesbezüglich anpassen könnte. (Abg. Pirklhuber: Sehr richtig!)
Abg. Pirklhuber: … mit Lupe zu suchen!
Die Ökonomen sind sich einig, dass CETA ein gelungenes Abkommen ist. (Abg. Kogler: Stimmt nicht!) – Offensichtlich kann man ja jede Expertenmeinung anders interpretieren: Fritz Breuss hat bei der Enquete gesagt hat, dass das Wachstum, die Effekte ja nicht so groß sind. (Abg. Pirklhuber: … mit Lupe zu suchen!) – Okay, na gut, es sind irgendwas zwischen 0,02 bis 0,3 Prozent, je nach Studie. Wenn man betrachtet, dass Kanada im Vergleich zur Europäischen Union ein sehr kleiner Wirtschaftsraum ist, muss ich schon fragen: Was ist das eigentlich für eine dekadente Einstellung? – Das ist so typisch österreichisch: Wegen Wohlstand machen wir jetzt zu, wir haben schon zu viel, uns geht es schon zu gut. Das aber bei einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent des BIP zu sagen, ist wirklich gewagt. (Abg. Lichtenecker: Jetzt werden Sie dann bei der ÖVP adoptiert!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wenn wir den Wohlstand für die nächsten Generationen sichern wollen, werden wir etwas dafür tun müssen. Wir werden uns auch die Frage stellen müssen, wohin wir eigentlich wollen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Wollen wir Handel aktiv gestalten oder wollen wir warten, bis das andere Teile der Welt übernehmen? Wollen wir vielleicht tatsächlich in Kauf nehmen, dass unsere Standards gesenkt werden?
Abg. Pirklhuber: Sie haben es nicht kapiert!
Und wir haben es auch nicht vor, weil wir ja kultivierte Europäer sind. Also wo kann das Problem sein? (Abg. Pirklhuber: Sie haben es nicht kapiert!) Es ist ein Abkommen unter Freunden, gut. Frage: Wieso gibt es dann tatsächlich diese Nebelschwaden? (Abg. Pirklhuber: Weil es Schiedsgerichte und Konzernklagsrechte gibt! Das ist ja ganz einfach!) – Ganz einfach: Es geht nicht um das Abkommen, es werden ganz, ganz andere Ziele verfolgt. Kollege Pirklhuber kommt mit seinen Späßchen daher und sagt: Die Heumilch ist nicht drinnen. (Abg. Pirklhuber: Ja, aber die Schiedsgerichte schon!)
Abg. Pirklhuber: Weil es Schiedsgerichte und Konzernklagsrechte gibt! Das ist ja ganz einfach!
Und wir haben es auch nicht vor, weil wir ja kultivierte Europäer sind. Also wo kann das Problem sein? (Abg. Pirklhuber: Sie haben es nicht kapiert!) Es ist ein Abkommen unter Freunden, gut. Frage: Wieso gibt es dann tatsächlich diese Nebelschwaden? (Abg. Pirklhuber: Weil es Schiedsgerichte und Konzernklagsrechte gibt! Das ist ja ganz einfach!) – Ganz einfach: Es geht nicht um das Abkommen, es werden ganz, ganz andere Ziele verfolgt. Kollege Pirklhuber kommt mit seinen Späßchen daher und sagt: Die Heumilch ist nicht drinnen. (Abg. Pirklhuber: Ja, aber die Schiedsgerichte schon!)
Abg. Pirklhuber: Ja, aber die Schiedsgerichte schon!
Und wir haben es auch nicht vor, weil wir ja kultivierte Europäer sind. Also wo kann das Problem sein? (Abg. Pirklhuber: Sie haben es nicht kapiert!) Es ist ein Abkommen unter Freunden, gut. Frage: Wieso gibt es dann tatsächlich diese Nebelschwaden? (Abg. Pirklhuber: Weil es Schiedsgerichte und Konzernklagsrechte gibt! Das ist ja ganz einfach!) – Ganz einfach: Es geht nicht um das Abkommen, es werden ganz, ganz andere Ziele verfolgt. Kollege Pirklhuber kommt mit seinen Späßchen daher und sagt: Die Heumilch ist nicht drinnen. (Abg. Pirklhuber: Ja, aber die Schiedsgerichte schon!)
Abg. Pirklhuber: Du setzt das durch? Das schau’ ich mir an! – Abg. Lugar: Der Schultes packt alles!
Also Kollege Pirklhuber, ich habe dich bis jetzt in einer anderen Liga gesehen. Du weißt ganz genau, dass die Heumilch erst vor ganz kurzer Zeit überhaupt als Produkt europäischer Herkunft eingetragen wurde. Sie ist der Beweis dafür, dass es funktionieren wird, denn CETA ist ein lebendes Abkommen. Du kannst davon ausgehen, wenn Heumilch Exportrelevanz hat, dass sie dann drinnen stehen wird. (Abg. Pirklhuber: Du setzt das durch? Das schau’ ich mir an! – Abg. Lugar: Der Schultes packt alles!) Das Tolle ist, dass es wahr ist und dass der Kollege Pirklhuber immer nur mit seinen Schmähs kommt. (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Natürlich! So ist es!
Experte Trick, der für die Spartenverhandlungen zuständig ist, hat im Palais Epstein dreimal die Frage nicht beantworten können, welche Sparte Probleme bekommt, wenn wir nicht unterzeichnen, wenn wir noch weiterverhandeln. Ich denke, alle Sorgen sind berechtigt, das hat sich heute bei dieser Diskussion wesentlich bestätigt. Das Deutsche Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich heute mit dieser Thematik. Wer das „Morgenjournal“ gehört hat – wir haben es beim Herfahren gehört –, weiß, dass sie Angst haben, dass eine Paralleljustiz eingeführt wird, dass die nationalen Rechte ausgehebelt werden. (Abg. Pirklhuber: Natürlich! So ist es!) Na ich glaube, diese Sorgen sind berechtigt. Man hat bei manchen Redebeiträgen ja gehört, dass es so ist.
Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Bleib ein bisschen am Boden! – Abg. Lichtenecker: Hallo?!
dabei meines Erachtens nicht eingeschalten, weil es einfach unseriös ist, dass Sie mit Halbwahrheiten und mit Lügen operieren. (Beifall bei den NEOS und bei Abgeordneten der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Bleib ein bisschen am Boden! – Abg. Lichtenecker: Hallo?!)
Abg. Pirklhuber: Nennen Sie ein konkretes Beispiel! – Abg. Kogler: Die legen alle los und sagen nichts zum Vertrag!
Ich werde ihn trotzdem wählen, weil es in dem Fall eine Frage der Alternativen ist: Ich will jemanden, der zu Europa steht, aber ich halte diese Art von Halbwahrheiten, die Sie hier verbreiten, für intellektuell nicht redlich. (Abg. Pirklhuber: Nennen Sie ein konkretes Beispiel! – Abg. Kogler: Die legen alle los und sagen nichts zum Vertrag!) Dass der Herr Bundeskanzler freiwillig und eigenverantwortlich in eine Sackgasse eingefahren ist und jetzt durch einen Flip-Flopper wieder heraus will, darüber kann ich nur den Kopf schütteln. – Von staatsmännischer Verantwortung ist nichts zu sehen. (Beifall bei den NEOS.)
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Da brauchen wir nicht über TTIP, CETA oder sonstige Freihandelsabkommen zu klagen, denn die Probleme, die wir in der österreichischen Landwirtschaft haben, können wir morgen beim Grünen Bericht diskutieren, und die haben jetzt schon enorme Auswirkungen. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Da haben wir noch kein einziges dieser Abkommen ausverhandelt. Das ist vielmehr der Druck, den wir über das Oligopol im Lebensmitteleinzelhandel in Österreich bekommen, da wir hier nur eine geringe Anbieterzahl haben, die der Nachfrage letztendlich nachkommen muss, und wir einen enormen Druck auf die Landwirtschaft haben, dass die Ernährungssouveränität in Österreich wahrscheinlich nachhaltig gefährdet ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Da brauchen wir nicht über TTIP, CETA oder sonstige Freihandelsabkommen zu klagen, denn die Probleme, die wir in der österreichischen Landwirtschaft haben, können wir morgen beim Grünen Bericht diskutieren, und die haben jetzt schon enorme Auswirkungen. (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Da haben wir noch kein einziges dieser Abkommen ausverhandelt. Das ist vielmehr der Druck, den wir über das Oligopol im Lebensmitteleinzelhandel in Österreich bekommen, da wir hier nur eine geringe Anbieterzahl haben, die der Nachfrage letztendlich nachkommen muss, und wir einen enormen Druck auf die Landwirtschaft haben, dass die Ernährungssouveränität in Österreich wahrscheinlich nachhaltig gefährdet ist. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall der Abgeordneten Lugar, Hafenecker, Lichtenecker, Pirklhuber und Doppler.
Die Digitalisierung ist, gerade wenn man an den Bereich Wirtschaft, an den Bereich Kunst, an den Bereich Bildung denkt, sehr wichtig und vor allem auch wesentlich – ich möchte da gerne in dieselbe Kerbe wie Kollegin Lichtenecker schlagen –, wenn es um den ländlichen Bereich geht. Genau dort ist es sehr wichtig, mit dem Breitbandausbau möglichst rasch voranzukommen. (Beifall der Abgeordneten Lugar, Hafenecker, Lichtenecker, Pirklhuber und Doppler.)
Abg. Hafenecker: Sie waren ja gar nicht herinnen! – Abg. Pirklhuber: Da hat er nicht zugehört!
Abgeordneter Mag. Gerald Klug (SPÖ): Sehr geschätzter Herr Präsident! Kolleginnen und Kollegen! Danke für die Geduld! Wenn man sich die Kritik der Opposition anhört, dann kann man zum Teil nicht nachvollziehen, warum man nicht einfach sagt: 1 Milliarde € Bundesgeld für schnelles Internet ist super! (Abg. Hafenecker: Sie waren ja gar nicht herinnen! – Abg. Pirklhuber: Da hat er nicht zugehört!) Das Programm ist richtig, das Ziel ist richtig: bis 2020 100 Megabit pro Sekunde möglichst in der Fläche. Wir haben das alles schon diskutiert. Es geht um Bundesgeld – ich betone das deshalb, weil das insbesondere im Land Niederösterreich bei den politischen Auftritten gelegentlich schnell zu Landesgeld gemacht wird.
Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative! Keine Petition, Bürgerinitiative!
Es gibt wirklich absolut wichtige Themen, und vor allem muss man das Engagement der Bürgerinnen und Bürger natürlich schätzen. Wenn ich zum Beispiel heute zur Petition 102, Wahlfreiheit braucht Wahlmöglichkeit!, betreffend das Angebot von Sonderschulen spreche, darf ich darauf verweisen, dass diese Petition immerhin von 24 049 Bürgerinnen und Bürgern unterstützt wurde. Das ist eine stattliche Zahl. (Abg. Königsberger-Ludwig: Wird eh zugewiesen!) Das ist tatsächlich eine wichtige Frage. Sie wird natürlich auch dem Unterrichtsausschuss zugewiesen, und ich darf hier feststellen und festhalten, dass diese Petition natürlich von der Freiheitlichen Partei und auch von mir als ehemaligem Lehrer voll und ganz unterstützt wird. (Abg. Pirklhuber: Bürgerinitiative! Keine Petition, Bürgerinitiative!)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Gahr, Höbart und Pirklhuber.
Wenn das die Auswirkungen dieser Regulierungsabkommen sind – denn CETA ist ein Regulierungsabkommen –, dann besteht genau die Gefahr, dass die Produkte aus diesen Ställen kommen, und bei uns verlieren wir die Arbeitsplätze, wir verlieren die gepflegte Kulturlandschaft und wir verlieren natürlich auch die Produktion. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Gahr, Höbart und Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 148
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Ich kann Ihnen sagen, ich halte das für extrem wichtig, und es ist ein Problem, dass die Bauern in dieser Art und Weise unter der Einkommensentwicklung leiden, wie wir es gerade erleben. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.) Ich kenne mich bei diesem Thema ein bisschen aus, weil meine Schwiegereltern von einem kleinen Bauernhof kommen, und ich habe ihnen bei der Buchhaltung geholfen. Ich kann Ihnen sagen, von den Mitteln, die wir da in unserem Budget drinnen haben, kommen bei denen ein paar Euro an; deshalb bin ich wirklich an der Frage interessiert, wie wir auch diesen Sektor so effizient fördern können, dass jene, die es brauchen, profitieren und wir nicht nur traditionelle Strukturen weiterführen. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Bravoruf des Abg. Pirklhuber.) Aber missverstehen Sie mich nicht: Ich bin nicht der Meinung, dass wir zu viel in diesen Sektor investieren, ich rede nur über die Struktur, wie das erfolgen soll.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Bravoruf des Abg. Pirklhuber.
Ich kann Ihnen sagen, ich halte das für extrem wichtig, und es ist ein Problem, dass die Bauern in dieser Art und Weise unter der Einkommensentwicklung leiden, wie wir es gerade erleben. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.) Ich kenne mich bei diesem Thema ein bisschen aus, weil meine Schwiegereltern von einem kleinen Bauernhof kommen, und ich habe ihnen bei der Buchhaltung geholfen. Ich kann Ihnen sagen, von den Mitteln, die wir da in unserem Budget drinnen haben, kommen bei denen ein paar Euro an; deshalb bin ich wirklich an der Frage interessiert, wie wir auch diesen Sektor so effizient fördern können, dass jene, die es brauchen, profitieren und wir nicht nur traditionelle Strukturen weiterführen. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten von FPÖ und Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Bravoruf des Abg. Pirklhuber.) Aber missverstehen Sie mich nicht: Ich bin nicht der Meinung, dass wir zu viel in diesen Sektor investieren, ich rede nur über die Struktur, wie das erfolgen soll.
Bundesminister Schelling: Das hat der Kanzler heute auch gesagt! – Abg. Pirklhuber: Das hat doch der Bundeskanzler heute auch gemeint!
Was ich dabei nicht ganz verstehe, ist – und das hat mich gestern schon gewundert –, dass der Herr Klubobmann heute unseren Bundesminister für Finanzen zu Recht gelobt und gesagt hat: Du kommst aus der Wirtschaft, doch als Marketingvorstand wirst du dich nicht mehr bewerben können; denn du hast uns gestern ein gutes Produkt gebracht und es gleichzeitig selber kritisiert als, sagen wir einmal, verbesserungswürdig. (Bundesminister Schelling: Das hat der Kanzler heute auch gesagt! – Abg. Pirklhuber: Das hat doch der Bundeskanzler heute auch gemeint!) – Das macht es ja noch immer nicht besser, auch nicht, wenn dein eigener Klubobmann von „schwarzer Null“ redet.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wenn wir jetzt unsere Maßnahmen mit Investitionsbegünstigungen nach einem guten Start-up-Paket vom Sommer machen, dann werden wir auch beim Wachstum noch stärkere Erfolge erzielen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Wir brauchen uns nicht zu schämen, wir haben gute Arbeit gemacht! Bitte nicht immer selbst Nestbeschmutzung üben! – Danke. (Beifall bei der SPÖ. – Abg. Lopatka: Alles paletti auf der Titanic!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Auer: Lambach habt ihr blockiert!
Ich darf die Grünen an ihre zweifelhafte Rolle erinnern – mit den besten Grüßen von Präsident Auer –, die sie im Zusammenhang mit dem Bau des Wasserkraftwerks in Lambach gespielt haben. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Abg. Auer: Lambach habt ihr blockiert!) Die Wasserkraft ist ja schon relativ gut ausgebaut, aber bei der Biomasse haben wir noch Luft nach oben, weil es Situationen gibt, in denen keine Sonne scheint und kein Wind weht, auch nicht, Frau Kollegin, im Burgenland. (Abg. Brunner: Danke für die Aufklärung!) Aus diesem Grund brauchen wir die Nutzung von Biomasse und Biogas, was in diesen Tagen äußerst kontroversiell diskutiert wird. Ich hoffe, dass wir in diese Richtung auch noch etwas zusammenbringen, wenn es um die Erzeugung von Strom und Wärme geht.
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Jakob Auer (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Zuerst vorweg jenen Bäuerinnen und Bauern, welche die Daten für den Grünen Bericht liefern, ein besonderes Danke, weil dafür auch eine besondere Qualität der Erhebung notwendig ist. Herzlichen Dank all jenen Bäuerinnen und Bauern! (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.) Genauso danke ich auch den Beamten, die dieses Nachschlagewerk für uns fertigstellen, weil es eine durchaus offene, ehrliche Grundlage der Diskussion ermöglicht, wenn man hier die wirklichen Fakten auf dem Tisch hat.
Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja überhaupt nicht!
Der Punkt ist folgender: Wir haben rund 500 Millionen € weniger an Einkommen, weil unsere Produkte weniger wert sind. Das fehlt. Und das ist der Vorteil der Konsumenten in ganz Österreich: Die müssen weniger zahlen. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt ja überhaupt nicht!) Wenn wir jetzt sagen: Bitte lasst uns wenigstens einmal eine Sozialversicherungsrate nicht einzahlen!, machen sie uns ein Problem, wenn wir die stornieren. Und wenn ich dann sage, lassen wir wenigstens die Agrardieselbesteuerung weg, die es nur in Österreich gibt, nicht in Ungarn, nicht bei den anderen, sagt mir Kollege Schopf von der SPÖ drauf: Was wollt ihr denn?! Die Nebenerwerbslandwirte haben eh 80 € im Monat Vorteil aus der Steuerreform, da brauchen wir über das gar nicht zu reden. – Das sagt er im Ausschuss öffentlich!
Abg. Pirklhuber: Na geh, das ist ein Blödsinn!
Wenn wir vom Tierwohl reden, dann möchte ich abschließend auch etwas Negatives sagen: Man muss auch kritisch gegenüber den Bauern sein, die sich nicht an dieses bäuerliche Grundverhalten der Republik halten. Damit kommen wir zum illegalen Schächten. Immer mehr Bauern lassen ihre Schafe offensichtlich ohne Tierärzte et cetera schlachten, wegen billigen Geldes. Das ist eine Schande. Ähnliches gilt für die Katzenkastration in Oberösterreich, wo Bauern das Gesetz aushebeln; auch das ist nicht in Ordnung. (Abg. Pirklhuber: Na geh, das ist ein Blödsinn!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte auf ein paar Themen eingehen. Zum Strukturwandel: Strukturwandel bedeutet, dass Betriebe aufhören zu wirtschaften. – Wir müssen das ehrlich diskutieren. Ja, es gibt den Strukturwandel. Es hätte viele Wirtschaftsbereiche in Österreich nicht gegeben, wenn nicht Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft in andere Bereiche gegangen wären. Aber warum kommt es zu diesem Aufhören der Betriebe? – Weil der Marktdruck so groß wird und der Druck auf die bäuerlichen Betriebe so groß ist, dass sie immer billiger produzieren müssen, damit die Lebensmittel immer billiger werden. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Der Lebensmittelhandel macht da gewaltigen Druck! Das ist die Wahrheit. Das ist kein Vorwurf an jemanden, sondern das ist die Wahrheit.
Abg. Pirklhuber: Die ersten 30 Hektar können wir besser fördern!
Der zweite Punkt ist das ständige Thema der Zahlungen. Manche in der SPÖ sind da auf einem Holzweg. Wir werden mit diesen alten Retrodiskussionen nicht weiterkommen, Herr Kollege Schopf. Wir kommen da nicht weiter! Da gibt es nämlich einen großen Trugschluss, und ich muss daher sagen: Diese europäischen Zahlungen sind kein Sozialprogramm, das gerecht oder ungerecht verteilt wird. (Abg. Pirklhuber: Die ersten 30 Hektar können wir besser fördern!) Diese europäischen Zahlungen sind auch nach der letzten Reform ein ökologisches Leistungsprogramm.
Abg. Pirklhuber: Weniger Sozialversicherung zahlen die Betriebe!
Es gibt Bauern, die nicht am Umweltprogramm teilnehmen. Fragen Sie, warum der Pflanzenschutzmitteleinsatz steigt! – Weil manche sagen, diese Programme sind bürokratisch, ich steige aus und produziere auf dem Markt. (Abg. Pirklhuber: Weniger Sozialversicherung zahlen die Betriebe!) Natürlich muss das Umweltprogramm attraktiver sein, aber wenn man Mittel kürzt, dann kann man nicht erwarten, dass das Umweltprogramm attraktiv ist.
Abg. Pirklhuber: Langsam! Langsam!
in der Landwirtschaft gefunden, der ich Geld wegnehmen möchte, weil sie zu viel hat. (Abg. Pirklhuber: Langsam! Langsam!) Okay, wenn wir das diskutieren wollen, dann nehmen wir die industriellen Betriebe heraus. Nehmen wir sie heraus! Und wenn es rechtlich möglich ist, nehmen wir ihnen das Geld auch weg. (Abg. Krainer: Aber woher soll das Geld kommen?) Diskutieren wir darüber, dass wir die Ausgleichszahlungen für die großen Betriebe in Österreich noch weiter deckeln! (Abg. Krainer: Wollen Sie die Steuern erhöhen …?) Die Ausgleichszahlungen, die sie bekommen, sind ohnedies schon degressiv berechnet, aber deckeln wir sie noch weiter, und hoffen wir, dass sie dann auch noch in Zukunft ihre ökologische Arbeitsweise weiterführen! Das wird aber nicht zusammengehen!
Abg. Pirklhuber: Wer stimmt für CETA? – Abg. Steinbichler: Wer ist für CETA?
Es ist aber nicht nur der Preis, sondern wir haben mehrere Probleme in der Landwirtschaft. Die steigenden Auflagen im Tier- und Pflanzenschutz überfordern oft unsere Landwirte. Und was macht es für einen Sinn, wenn wir die Rahmenbedingungen in diesem Bereich erhöhen, nicht mehr kostendeckend produzieren können und dann all die Agrarprodukte aus dem Ausland hereinkommen, bei denen wir überhaupt nicht wissen, wo sie tatsächlich produziert werden? (Abg. Pirklhuber: Wer stimmt für CETA? – Abg. Steinbichler: Wer ist für CETA?) Ich glaube, das ist etwas ganz Entscheidendes. Der Klimawandel macht aber auch einen ganz entscheidenden Beitrag bei uns in der Landwirtschaft aus. Mit der Ernteversicherung haben wir jedoch ein Instrument geschaffen, mit dem wir auch diese Schwankungen ausgleichen können. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP – Abg. Pirklhuber: Handeln! Handeln! Handeln!
Da gibt es nur eine Konsequenz: Hier in diesem Parlament nachzudenken, welches Maßnahmenpaket wir für die Bäuerinnen und Bauern parteiübergreifend und in Form eines nationalen Schulterschlusses schnüren können, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP – Abg. Pirklhuber: Handeln! Handeln! Handeln!), zum Beispiel eine entsprechende Abgaben- und Kostenentlastung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Ja, Sozialversicherungsbeiträge: Dann soll man nicht dagegen sein, wenn man sie aussetzen will, meine Damen und Herren, und soll nicht sagen, dass das nicht gerecht ist. Die Bäuerinnen und Bauern brauchen das gerade jetzt sehr dringend. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker: Auf Kosten der anderen!)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Da gibt es nur eine Konsequenz: Hier in diesem Parlament nachzudenken, welches Maßnahmenpaket wir für die Bäuerinnen und Bauern parteiübergreifend und in Form eines nationalen Schulterschlusses schnüren können, meine Damen und Herren (Beifall bei der ÖVP – Abg. Pirklhuber: Handeln! Handeln! Handeln!), zum Beispiel eine entsprechende Abgaben- und Kostenentlastung. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Ja, Sozialversicherungsbeiträge: Dann soll man nicht dagegen sein, wenn man sie aussetzen will, meine Damen und Herren, und soll nicht sagen, dass das nicht gerecht ist. Die Bäuerinnen und Bauern brauchen das gerade jetzt sehr dringend. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker: Auf Kosten der anderen!)
Sitzung Nr. 150
Abg. Pirklhuber: Regierungsabkommen!
Nur: Die ganz große Euphorie bei diesen Handelsabkommen (Abg. Pirklhuber: Regierungsabkommen!) halte ich, ehrlich gesagt, doch für einigermaßen überzogen und ich halte sie auch für ein schlechtes Beispiel, und zwar aus folgendem Grund: Wir haben erlebt, dass wir 40 Jahre lang Handelsabkommen in Europa und auch in Österreich abgeschlossen haben. Zweifellos ist es so gewesen, dass diese Handelsabkommen ein Beitrag dazu waren, den Wohlstand zu mehren, denn unsere Industrie und unsere Wirtschaft haben neue Märkte, neue Absatzchancen bekommen – das war zweifellos positiv –, und durch die Zollreduktionen haben die Konsumenten deutlich niedrigere
Abg. Pirklhuber: … ist schon passiert!
Wir haben uns damals massiv dagegen verwahrt. (Abg. Pirklhuber: … ist schon passiert!) Wir oder ich – wenn ich das für mich als Österreichs Vertreter im Europäischen Rat, als Regierungschef in Anspruch nehmen darf – habe dort gesagt: Ich halte das für eine ganz falsche und ganz schlechte Entscheidung. Wenn man die Bedenken, die vorliegen, weiter ignoriert, dann kann man das vielleicht durchziehen, aber die Folgeschäden, die man damit produziert – in dem Sinn, dass man das Verständnis der Menschen verliert –, werden erheblich sein.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
geworden wie der Unabhängigste der Unabhängigen überhaupt in diesem Wahlkampf? (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Vizekanzler Mitterlehner: Das ist unfair, Ihre Argumentation! Unsachlich! – Abg. Brunner: Was ist da unsachlich? – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Pirklhuber.
In Österreich waren es 3,2 Prozent. (Vizekanzler Mitterlehner: Weil wir ein hohes Niveau gehabt haben!) Schlechter als Österreich sind Portugal, Spanien, Zypern und Irland. (Vizekanzler Mitterlehner: Das ist unfair, Ihre Argumentation! Unsachlich! – Abg. Brunner: Was ist da unsachlich? – Zwischenrufe der Abgeordneten Rädler und Pirklhuber.) Erster Punkt: Zahlen, Daten und Fakten.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Innovation betrifft viele Lebensbereiche, von der Landwirtschaft bis hin zur Industrie. Weil Kollege Kassegger die Umsetzung angesprochen hat: Umsetzung heißt auch, als politische Partei Dinge nicht nur zu begleiten. Da würde ich wirklich bitten, nicht nur zu sagen: Schauen wir es uns an, wenn es nichts wird, haben wir es vorher gewusst, wenn es etwas wird, dann war es vorher schon klar!, sondern sich zu beteiligen. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Richtig! Genau!
keine Verantwortung tragen kann, weil er nicht hineinschauen kann, wieder so etwas wie Politikverdrossenheit säen, verlängern und verfestigen. (Abg. Pirklhuber: Richtig! Genau!) Der damalige Rechnungshofpräsident Moser hat angesichts dessen, was an Rechnungshofressourcen verschwendet und verschleudert wird, für das, was dann vorliegt, eine sehr scharfe Kritik geäußert.
Abg. Pirklhuber: Ein Wahnsinn! Unglaublich! Das ist ja wirklich …!
Ich darf Ihnen das noch sozusagen ausschnitthaft präsentieren. Bei der Parteienfinanzierung ergab sich interessanterweise Folgendes: Landtagswahlkampf Kärnten 2013, da war die Auskunft, ich zitiere: „Die FPÖ wies in ihrem Rechenschaftsbericht“ – Parteienfinanzierung! – „darauf hin, dass sie bei der Kärntner Landtagswahl 2013 gemeinsam mit der politischen Partei ,Die Freiheitlichen in Kärnten‘ (FPK) kandidiert habe; die angefallenen Wahlwerbungsausgaben habe die FPK getragen, die keine Landesorganisation der FPÖ und daher auch nicht vom Rechenschaftsbericht umfasst sei.“ – Da gab es keine Prüfung. (Abg. Pirklhuber: Ein Wahnsinn! Unglaublich! Das ist ja wirklich …!) – Ja, so kann man sich da hinausschwindeln.
Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Ihrem vorangegangenen Redebeitrag habe ich entnommen, dass da sehr wohl Problembewusstsein besteht. Das nehme ich auch mit am Ende dieses langen Tages hier im Parlament, nämlich dass dieser Tag nicht nur mit einem einstimmigen Beschluss sehr gut endet, sondern auch mit dem festen Entschluss, das Unterhaltssystem in Österreich weiter zu verbessern. – Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei der SPÖ, bei Abgeordneten der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 152
Allgemeiner Beifall. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke! – Abg. Pirklhuber: Der Minister sollte auch eine bekommen!
Abgeordneter Dr. Franz-Joseph Huainigg (ÖVP): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Heute Abend wird der Literaturpreis Ohrenschmaus vergeben. Zum zehnten Mal werden Texte von Menschen mit Lernbehinderungen ausgezeichnet. Das ist ein Beispiel dafür, dass die Literatur dieser Menschen toll ist und sie auch etwas Schönes leisten können. Das ist auf einer eigenen Zotter-Schokolade dokumentiert. Wir haben allen Abgeordneten eine solche Schokolade gegeben. (Allgemeiner Beifall. – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Danke! – Abg. Pirklhuber: Der Minister sollte auch eine bekommen!) – Der Herr Minister bekommt auch eine! (Abg. Schimanek: Und der Präsident auch!) – Der Präsident natürlich auch! Jedem seine Ohrenschmaus-Schokolade! Ich sage das auch deshalb, weil dieses Gedicht, welches heuer auf der Banderole steht, sehr gut zu dem Thema, das wir gerade behandeln, passt.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Daraus hat sich auch dieser Hebesatz entwickelt, weil sich dadurch natürlich die Relation Aktive zu Pensionisten völlig verschoben hat. Deshalb besteht die berechtigte Forderung – das haben die Kolleginnen und Kollegen Vorredner auch schon gesagt –, dass man endlich einmal schauen muss – Herr Minister, ich glaube, da ist Handlungsbedarf gegeben –, dass wir die Sozialversicherungssysteme zusammenführen. Wir sind Österreicherinnen und Österreicher! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist ja ein Bürgerkrieg!
Es ist zwar selbstverständlich zu verurteilen, dass es diesen Putschversuch und diese Parallelgesellschaft der Gülen-Bewegung gegeben hat, aber das kann man nicht als Vorwand nehmen, um fundamentale Menschenrechte, fundamentale demokratische Rechte infrage zu stellen oder zu beseitigen. (Abg. Pirklhuber: Das ist ja ein Bürgerkrieg!) Es ist auch wichtig, dass es zu einer Reaktivierung des Friedensprozesses mit der kurdischen Minderheit kommt, und auch das steht in dieser Erklärung. Ich glaube, damit ist alles abgedeckt.
Abg. Pirklhuber: Wegen der NATO-Mitgliedschaft!
Ich glaube aber, dass wir noch ehrlicher sein und die Frage stellen sollten, die man sich eigentlich in der Vergangenheit kaum gestellt hat. 1998 wurde der Türkei der Kandidatenstatus für den Beitritt zugeordnet. Mir war das damals schon ein Rätsel. Warum eigentlich? – Ich halte es nicht für möglich, dass ein Land wie die Türkei, mit 68 bis 70 Millionen Einwohnern, in die EU aufgenommen wird, schon aus wirtschaftlichen Gründen ist mir das schleierhaft. (Abg. Pirklhuber: Wegen der NATO-Mitgliedschaft!) Der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Kollege Pirklhuber, nickt gerade zustimmend, weil allein die Finanzierungserfordernisse, die damit verbunden wären, und all das, was eigentlich die Aufnahmefähigkeit der Europäischen Union betrifft, nicht gegeben sind. So wie ich immer der Meinung war, dass, wenn man auf einmal zehn neue Mitglieder auf-
Abg. Pirklhuber: Das ist es!
Historisch muss irgendwo auch ein Interesse der USA dahintergestanden sein, weil die Türkei immer eine Flanke war, ein NATO-Mitglied, sie hat die Atomraketen aufgestellt und war also da in einem wesentlichen Punkt engagiert. (Abg. Pirklhuber: Das ist es!) Es war fast wie eine Belohnungsstrategie, dass sich die USA immer dafür eingesetzt haben, dass die Türkei zur EU kommt.
Abg. Pirklhuber: Auch manche österreichische Firmen!
Natürlich gibt es auch wirtschaftliche Interessen: Tausende deutsche Unternehmen wie auch viele andere haben in der Türkei investiert (Abg. Pirklhuber: Auch manche österreichische Firmen!), und die sind natürlich daran interessiert, dass es diesen Prozess der Annäherung und diesen Prozess der Kooperation gibt. Den kann es durch spezielle wirtschaftliche Beziehungen geben. Auf der Ebene kann es das ja durchaus geben, aber das muss nicht bedeuten, dass es zu einer EU-Mitgliedschaft der Türkei kommt. Ich bin daher immer schon aus grundsätzlichen Erwägungen und vor allem auch aus den jetzt von mir genannten Erwägungen gegen einen Beitritt der Türkei in die Europäische Union gewesen.
Sitzung Nr. 154
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Sobotka –: Der wischt nur in seinem Smartphone herum …!
Herr Innenminister, ich ersuche Sie um einen diesbezüglichen Bericht. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Sobotka –: Der wischt nur in seinem Smartphone herum …!)
Abg. Walser: … Budget! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Geh, seid nicht so wehleidig!
Wie auch immer, er zieht also als Angstprediger durch die Lande. (Zwischenrufe der Abgeordneten Öllinger, Brosz und Walser.) Einen Nachweis für diese Behauptung gibt es natürlich nicht. Einen Nachweis oder Fakten gibt es zu dieser Behauptung natürlich nicht, aber die braucht der Herr Van der Bellen auch nicht, denn er hat ja in seinem Buch zur Wahl geschrieben, Fakten brauchen wir nicht, wenn es notwendig ist, wenn es seinem Zweck dient, dann wird gelogen, auf Fakten können wir gerne verzichten. (Abg. Walser: … Budget! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Geh, seid nicht so wehleidig!) Meine Damen und Herren, so schaut das aus, so
Abg. Pirklhuber: Schämen Sie sich!
läuft das ab in Österreich, und die Medien spielen dabei mit! (Abg. Pirklhuber: Schämen Sie sich!)
Abg. Pirklhuber: Sie denunzieren die Arbeitslosen!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich sage ja nicht, dass Sie nichts tun, das sage ich ja nicht (Zwischenruf bei den Grünen); aber da hat der Herr Finanzminister einen weiteren interessanten Begriff geprägt, nämlich den von der „Zeitschleife“. (Zwischenruf des Abg. Öllinger.) Das ist das Problem: Wir treffen uns jedes Jahr hier wieder, und jedes Jahr wird die Arbeitslosigkeit als eines der größten Probleme in diesem Land und logischerweise daraus folgend auch der Budgeterstellung thematisiert. Krokodilstränen, jeder Arbeitslose ist einer zu viel! – jedes Jahr das Gleiche. (Abg. Pirklhuber: Sie denunzieren die Arbeitslosen!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Jedes Jahr gibt es dann Maßnahmenpakete, die auf den Weg gebracht werden, und es wird uns hier von Ihnen erklärt, dass diese Maßnahmenpakete jetzt das Ruder herumreißen und diese Probleme lösen werden. Und ein Jahr später stehen wir wieder da mit dem Ergebnis, dass die Arbeitslosigkeit weiter gestiegen ist, dass sie neue Rekordhöhen erreicht hat – und dann geht dieses Spiel wieder von vorne los, nach dem gleichen Muster. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist diese Endlosschleife, in der wir uns befinden.
Zwischenrufe der Abgeordneten Riemer und Pirklhuber.
Das ist eigentlich ein Budgetkapitel, bei dem wir sagen können: Wir sitzen alle in einem Boot, völlig egal, woher jemand kommt, völlig egal, welchen Beruf jemand ausübt. (Zwischenrufe der Abgeordneten Riemer und Pirklhuber.) Daher verstehe ich es nicht, wenn man diese Diskussion missbraucht, um innerhalb der Berufsgruppen zu polarisieren, meine Damen und Herren!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Wenn es aber darum geht, den Bäuerinnen und Bauern, jedem, egal, ob Groß- oder Kleinbauer, Bergbauer oder Talbauer, Rinderbauer oder Getreidebauer, zu helfen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), dann führen wir klassenkämpferische Diskussionen. Das, meine Damen und Herren, verstehe ich nicht! Bei mir und bei uns sind die Bauern, wenn sie Leistungen für die Gesellschaft erbringen, alle gleich zu bewerten, völlig egal, ob Groß- oder Kleinbauern. Daher, Herr Bundesminister, ist mir völlig unverständlich, welchen Vorschlag Sie im Ministerrat gemacht haben, wenn es darum geht, die Sozialversicherungsbeiträge der Bauern für das letzte Viertel auszusetzen. Da sage ich Ihnen … (Abg. Loacker: Viel zu großzügig!) – Herr Kollege Loacker, schämen Sie sich, die Bauern zu missbrauchen, um auf sozialistischen Klassenkampf einzusteigen! (Abg. Loacker: Sie missbrauchen …!) Das haben die Bäuerinnen und Bauern nicht verdient! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Loacker: … Ihre Bauernbonzen!)
Abg. Pirklhuber: Natürlich gibt es Förderungen! … Investitionsförderungen …!
Noch ein Wort ist erwähnt worden: das Wort Förderungen. Ich kann das nicht mehr hören! Es gibt keine Förderung, es gibt keine Unterstützung, keinen Cent für die Landwirtschaft, hinter denen nicht eine Leistung steht – an Arbeit, an Investition oder an Umweltleistungen und vieles, vieles mehr. (Abg. Pirklhuber: Natürlich gibt es Förderungen! … Investitionsförderungen …!) Diese Diskussion gleitet ab, das wäre ja so, als würde man jedem, der im öffentlichen Dienst oder in einer öffentlichen Funktion tätig ist, vorhalten, er bekäme keine Entlohnung, kein Gehalt, sondern eine Förderung.
Abg. Lopatka: Außer dem Pirklhuber niemand!
wer angesprochen gefühlt?) – Es ist nicht die Frage, ob sich jemand angesprochen fühlt. (Abg. Lopatka: Außer dem Pirklhuber niemand!) Es wurde ausgesprochen.
Abg. Pirklhuber: Nicht schon wieder!
Ich möchte Sie alle beruhigen. Der damalige deutsche Gesundheitsminister Seehofer hat einmal gesagt: Nach der Reform ist vor der Reform. (Abg. Pirklhuber: Nicht schon wieder!) Wenn wir jetzt immer von Reformrhetorik reden: Ein Bereich, in den circa 11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hineingehen und in dem es um Lebensentscheidungen geht, wird immer ein Diskussionsbereich sein. Ich hoffe nur, dass Reformen nicht Reformrhetorik sind, denn Reformen müssen natürlich irgendwie den real life check schaffen.
Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Loacker.
Wir haben den Rechnungshofbericht zur AMA-Marketing kürzlich erhalten, und ich rate wirklich jedem Landwirt, sich den einmal anzusehen. Es ist ein Skandal, wie da gewirtschaftet wird. Den Bauern werden alle Compliance-Richtlinien abverlangt, bis ins Schlafzimmer hinein werden sie kontrolliert. Da hat die AMA-Marketing genau nicht gehandelt, sie hat freihändig alles vergeben: Null Kontrolle, Geldverschwendung ohne Ende! (Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Loacker.)
Neuerlicher Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Loacker.
Diesen Appell richte ich wirklich an Sie, Herr Minister, und an die Bauernbund-Abgeordneten: Warum schreitet da die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft nicht ein? – Bei der AMA-Marketing gehört die Geschäftsführung entlassen und angezeigt, denn diese Geldverschwendung, diese Intransparenz, diese Vetternwirtschaft, die da passiert, stinkt zum Himmel. Da müsste es dringend eine Änderung geben. (Neuerlicher Beifall bei der FPÖ, bei Abgeordneten des Teams Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Loacker.)
Abg. Pirklhuber: Stöger! – Rufe bei der FPÖ: Stöger! – Abg. Loacker: Solange Sie Stöger im Kopf haben!
Von Kollegen Jannach wurde die Frage des Sozialversicherungsbeitragsrabatts für ein Quartal angesprochen: Herr SPÖ-Minister Steger (Abg. Pirklhuber: Stöger! – Rufe bei der FPÖ: Stöger! – Abg. Loacker: Solange Sie Stöger im Kopf haben!) – Stöger – um genau zu sein: Alois Stöger; formulieren wir es tatsächlich so: Herr SPÖ-Minister Alois
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Zweitens wurde offensichtlich auch nicht bedacht, dass im Westen Österreichs aus der Tradition heraus meistens nur der Hoferbe oder die Hoferbin den Betrieb führt, das heißt also, dass eine Person betriebsführend ist, während in manchen Bundesländern aus der Tradition heraus zwei, also beide Ehegatten, Betriebsführer sind. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) In dem einen Bundesland, in dem beide Betriebsführer sind, bekommen sie das auch bei wesentlich höheren Einheitswerten noch, in dem anderen Bundesland nicht. (Präsidentin Bures übernimmt den Vorsitz.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Du als oberster Vertreter bist gegen die Kleinbauern!
Eine Möglichkeit dazu ist eine Entlastung bei den Sozialversicherungskosten. Wenn es gerade jetzt möglich ist, die vierte Rate nicht einzufordern, wenn die Bauern diese nicht zahlen müssen, dann ist das eine Befreiung von einem Kostendruck in einer Zeit, im Winter, in der das Geld ohnehin knapp ist. (Abg. Steinbichler: Das ist aber nicht Agrarpolitik! Zum Thema!) Wenn das gelingt, ist das eine Hilfe. Die Hilfe muss mit den eigenen Möglichkeiten umgesetzt werden, und wir haben in unserer Sozialver-sicherung gut gewirtschaftet und daher Rücklagen. Diese Rücklagen müssen jetzt so eingesetzt werden, dass den Bauern die Chance gegeben wird, nicht einzahlen zu müssen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Du als oberster Vertreter bist gegen die Kleinbauern!)
Abg. Jannach: Aber der Minister sagt …! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Meine geschätzten Damen und Herren! Leider hat der Herr Sozialminister einen Vorschlag eingebracht, der nicht sozial ist. (Zwischenruf des Abg. Jannach.) Das ist ein Vorschlag, der die Bauern spaltet und teilt und nicht berücksichtigt, wie dieses Thema behandelt werden muss. Es muss so behandelt werden, dass allen Bäuerinnen und Bauern diese Befreiung in diesem Monat gegeben werden wird. (Abg. Steinbichler: Das ist nicht Agrarpolitik!) Wir werden dafür kämpfen, hier, in diesem Parlament, mit Ihnen allen. Wir werden Ihnen die Gelegenheit geben, mitzuhelfen, dazu beizutragen, dass all das, das Sie so gern so schönreden, funktioniert. (Abg. Jannach: Aber der Minister sagt …! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Für schlechte Agrarpolitik seid ihr verantwortlich! Seit 20 Jahren!
Wir alle wissen: Österreichische Lebensmittel wollen wir, österreichische Bäuerinnen und Bauern brauchen wir. Ich sage Ihnen: Die Jugend braucht eine Perspektive und eine Umsetzung. (Abg. Pirklhuber: Für schlechte Agrarpolitik seid ihr verantwortlich! Seit 20 Jahren!) Es ist schon gut, wenn es Ihnen jeden Tag schmeckt. Es ist auch wichtig, wenn man weiß, woher die Produkte kommen. (Abg. Jannach: Versprochen und gebrochen! – Ruf bei der FPÖ: Unglaublich! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ja, es ist gut zu wissen, dass wir in Österreich eine Landwirtschaft haben, die Qualität bringt. Es ist gut zu wissen, dass wir diese Landwirtschaft haben, aber es ist auch wichtig, sie zu schützen, ihr zu helfen und sie nicht zu spalten, sondern diese Landwirtschaft wertzuschätzen, ihr Respekt zu erweisen und sie wirklich … (Abg. Jannach: Weg da vom Rednerpult!) – Herr Jannach, machen Sie sich nicht gar so wichtig!
Abg. Jannach: Versprochen und gebrochen! – Ruf bei der FPÖ: Unglaublich! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir alle wissen: Österreichische Lebensmittel wollen wir, österreichische Bäuerinnen und Bauern brauchen wir. Ich sage Ihnen: Die Jugend braucht eine Perspektive und eine Umsetzung. (Abg. Pirklhuber: Für schlechte Agrarpolitik seid ihr verantwortlich! Seit 20 Jahren!) Es ist schon gut, wenn es Ihnen jeden Tag schmeckt. Es ist auch wichtig, wenn man weiß, woher die Produkte kommen. (Abg. Jannach: Versprochen und gebrochen! – Ruf bei der FPÖ: Unglaublich! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ja, es ist gut zu wissen, dass wir in Österreich eine Landwirtschaft haben, die Qualität bringt. Es ist gut zu wissen, dass wir diese Landwirtschaft haben, aber es ist auch wichtig, sie zu schützen, ihr zu helfen und sie nicht zu spalten, sondern diese Landwirtschaft wertzuschätzen, ihr Respekt zu erweisen und sie wirklich … (Abg. Jannach: Weg da vom Rednerpult!) – Herr Jannach, machen Sie sich nicht gar so wichtig!
Abg. Pirklhuber: Wer macht die Agrarpolitik?
Abschließend noch ein Gedanke landwirtschaftlicher Natur: Die österreichische Landwirtschaft ist ein wichtiger Teil der österreichischen Volkswirtschaft. Und weil wir auch mit anderen wirtschaftlichen Bereichen verglichen wurden, sage ich Ihnen ganz offen: Wenn man uns Bäuerinnen und Bauern vor die Hunde gehen lässt (Abg. Pirklhuber: Wer macht die Agrarpolitik?), dann wird das gröbste Auswirkungen auf die österreichische Volkswirtschaft haben. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Ich ersuche Sie, Herr Kollege Pirklhuber, ein bisschen mehr Sensibilität in dieser Debatte an den Tag zu legen und unseren Vorschlag zum Sozialversicherungsrabatt bitte wirklich zu unterstützen (Abg. Steinbichler: Georg, das ist ja Sozialpolitik!), die Bäuerinnen und Bauern in Österreich brauchen das. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Jannach.)
Abg. Pirklhuber: Machen Sie bessere Agrarpolitik!
Zum heutigen Budget: Diese 2,14 Milliarden € kommen nicht alle aus Bundesgeld, und darauf möchte ich hinweisen. 1,28 Milliarden € kommen von der EU, 182 Millionen € kommen von den Ländern und nur 675 Millionen € vom Bund inklusive Wildbachverbauung, inklusive Aus- und Weiterbildung und so weiter. Das sind also 0,85 Prozent unseres Budgets, das wir hier einsetzen. Damit gelingt die vollständige Abrufung der Mittel aus der Europäischen Union, die Kofinanzierung, und man macht damit ungemein viel nicht nur für den bäuerlichen Bereich, sondern für die gesamte Bevölkerung in Österreich. Es ist so, dass sich in den Debatten natürlich immer wieder jeder zur Landwirtschaft bekennt, nur, wenn es darum geht, Mittel zu beschließen, sind halt einige dann wieder nicht dabei. (Abg. Pirklhuber: Machen Sie bessere Agrarpolitik!)
Abg. Pirklhuber: Unglaublich!
Was ist im Flugverkehr eine Kurzstrecke? – Sie werden staunen: ganz Europa plus ganz Russland plus Nordafrika – alles Kurzstrecke! (Abg. Pirklhuber: Unglaublich!) Für einen Kurzstreckenflug bezahlt man lächerliche 7 € Flugabgabe.
Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!
Ich habe heute nachgeschaut, wie hoch die aktuellen Flugpreise sind. Es gibt schöne Homepages, wo man nach günstigen Tickets suchen kann. Ich habe Flüge für Dezember 2016, also für den nächsten Monat, eingegeben: Hin- und Rückflüge in europäische Länder liegen zwischen 50 und 200 €. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!) Nach Moskau kommen Sie im Dezember hin/retour um 158 €, nach Marokko um ganze 80 € (Abg. Pirklhuber: Ein Wahnsinn!) und nach Chicago hin/retour um 383 €. (Abg. Pirklhuber: Das ist nur mehr pervers!) Und da sagen Sie, die Flugabgabe sei eine Belastung und die müsse man jetzt abschaffen!
Abg. Pirklhuber: Ein Wahnsinn!
Ich habe heute nachgeschaut, wie hoch die aktuellen Flugpreise sind. Es gibt schöne Homepages, wo man nach günstigen Tickets suchen kann. Ich habe Flüge für Dezember 2016, also für den nächsten Monat, eingegeben: Hin- und Rückflüge in europäische Länder liegen zwischen 50 und 200 €. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!) Nach Moskau kommen Sie im Dezember hin/retour um 158 €, nach Marokko um ganze 80 € (Abg. Pirklhuber: Ein Wahnsinn!) und nach Chicago hin/retour um 383 €. (Abg. Pirklhuber: Das ist nur mehr pervers!) Und da sagen Sie, die Flugabgabe sei eine Belastung und die müsse man jetzt abschaffen!
Abg. Pirklhuber: Das ist nur mehr pervers!
Ich habe heute nachgeschaut, wie hoch die aktuellen Flugpreise sind. Es gibt schöne Homepages, wo man nach günstigen Tickets suchen kann. Ich habe Flüge für Dezember 2016, also für den nächsten Monat, eingegeben: Hin- und Rückflüge in europäische Länder liegen zwischen 50 und 200 €. (Abg. Pirklhuber: Wahnsinn!) Nach Moskau kommen Sie im Dezember hin/retour um 158 €, nach Marokko um ganze 80 € (Abg. Pirklhuber: Ein Wahnsinn!) und nach Chicago hin/retour um 383 €. (Abg. Pirklhuber: Das ist nur mehr pervers!) Und da sagen Sie, die Flugabgabe sei eine Belastung und die müsse man jetzt abschaffen!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Andreas Ottenschläger (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Bundesminister! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Zuseherinnen und Zuseher! Auf die Ausführungen des geschätzten Kollegen Willi muss ich jetzt doch eingehen und dazu einiges sagen, nämlich auch ergänzend als Information, worum es da auch geht. Es geht nämlich schon auch um Arbeitsplätze und um den Standort Österreich. Es geht darum, dass allein schon aufgrund der Ankündigung der Senkung der Flugabgabe Investitionen angekündigt worden sind, die Arbeitsplätze schaffen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Und da muss man dann schon dazusagen, was es bedeutet, wenn wir es nicht machen, denn wir stehen da im internationalen Wettbewerb. (Abg. Kogler: Wachen Sie auf! Oder schlafen Sie immer im Anzug?)
Sitzung Nr. 157
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig, darüber müssen wir diskutieren!
Da wir die Diskussion über Internationalität und Globalisierung führen, noch ein Hinweis – ich bitte, da mitzudenken –: Ich habe vorhin gesagt, die Weltbevölkerung wächst. Kollegin Bayr hat es angesprochen: Auf 1 Hektar Palmölplantage lässt sich so viel Öl erzeugen wie auf 3 Hektar Rapsfeld beziehungsweise auf 4 Hektar Sonnenblumenfeld beziehungsweise auf über 7 Hektar Kokospalmenplantage. Wir hätten auch in dieser Frage, um den Bedarf decken zu können, einen enormen Flächenverbrauch. Auch das müssen wir berücksichtigen. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig, darüber müssen wir diskutieren!)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Wir wissen, Palmöl ist das billigste Öl der Welt, aber gleichzeitig wissen wir bei näherer Betrachtung auch, es ist das teuerste Öl der Welt, denn es geht um unser Klima, es geht um unsere Luft, es geht um arbeitende Menschen und es geht um unsere Gesundheit. Es ist also wirklich an der Zeit, dass wir hier aktiv werden! – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: 3,8!
Ich würde gerne zur Versachlichung der Diskussion ein paar Punkte beitragen. Das eine ist die Frage, wo in der Europäischen Union das Hauptproblem liegt. Knapp unter 50 Prozent werden als Zusatz bei Treibstoffen verwendet. Die Importmenge hat sich seit 2010 aufgrund dieses Umstandes versiebenfacht. Die Europäische Kommission hat das Problem an sich zwar erkannt und durch eine Erneuerung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie auch gegengesteuert, allerdings relativ zahnlos, denn wir haben derzeit einen Anteil von 4,9 Prozent als Zusatz bei den Treibstoffen. Es ist vorgesehen, dass er bis 2021 maximal 7 Prozent ausmachen darf. (Abg. Pirklhuber: 3,8!) – Bis 2030 soll es runter auf 3,8 Prozent gehen. Das heißt, die Europäische Kommission hat da nicht die Reißleine gezogen, die notwendig wäre.
Abg. Pirklhuber: Wettbewerbsgleichheit für … Produkte!
Der zweite Punkt ist die Frage der Kennzeichnung, also bei den verarbeiteten Lebensmitteln; die findet ja schon statt. Ich weiß, wenn ich mir irgendwo einen Sandwich oder einen Riegel kaufe, dann steht auf der Verpackung, ob Palmöl drinnen ist oder nicht. Ich habe das Problem, dass ich halt kaum Produkte finde, in denen es nicht drinnen ist. Auch da ist aber die Frage, was die Lösung ist. Ich habe gehört: neue Steuern, neue Zölle, ein Verbot. Was erreicht man damit aber? (Abg. Pirklhuber: Wettbewerbsgleichheit für … Produkte!) – Mit den neuen Steuern schränken wir dann wiederum den Handel zwischen Nationen ein. Wir haben auch da das Thema, dass wir am Ende des Tages die Kosten auf den Konsumenten, die Konsumentin übertragen, aber nicht wirklich den Import einschränken. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Es gibt ausreichend Beispiele dafür, dass diese Zölle und Steuern nicht funktionieren, weil nämlich die Palme einen so viel höheren Ertrag als jede Sonnenblume und jeder Raps hat, dass der Zoll gar nicht hoch genug sein könnte, damit Sie da einen Effekt haben.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Der zweite Punkt ist die Frage der Kennzeichnung, also bei den verarbeiteten Lebensmitteln; die findet ja schon statt. Ich weiß, wenn ich mir irgendwo einen Sandwich oder einen Riegel kaufe, dann steht auf der Verpackung, ob Palmöl drinnen ist oder nicht. Ich habe das Problem, dass ich halt kaum Produkte finde, in denen es nicht drinnen ist. Auch da ist aber die Frage, was die Lösung ist. Ich habe gehört: neue Steuern, neue Zölle, ein Verbot. Was erreicht man damit aber? (Abg. Pirklhuber: Wettbewerbsgleichheit für … Produkte!) – Mit den neuen Steuern schränken wir dann wiederum den Handel zwischen Nationen ein. Wir haben auch da das Thema, dass wir am Ende des Tages die Kosten auf den Konsumenten, die Konsumentin übertragen, aber nicht wirklich den Import einschränken. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Es gibt ausreichend Beispiele dafür, dass diese Zölle und Steuern nicht funktionieren, weil nämlich die Palme einen so viel höheren Ertrag als jede Sonnenblume und jeder Raps hat, dass der Zoll gar nicht hoch genug sein könnte, damit Sie da einen Effekt haben.
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Jetzt werden viele sagen, das mache die Dinge billiger. – Nein, das kostet auch gleich viel wie Butter! Wissen Sie, wo der Unterschied zur Butter liegt? – Dass bei diesem Produkt der Hersteller, in diesem Fall Unilever, 30 Cent mehr verdient, das ist der Unterschied! (Abg. Pirklhuber: So ist es!) Das ist der Grund dafür, dass man da Palmöl verwendet, dass man alle möglichen Stabilisatoren und alle möglichen sonstigen Stoffe – die sicherlich nicht gesund sind – und ein Butteraroma verwendet: nur deshalb, um einen größeren Gewinn zu erzielen!
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Dieses Problem gibt es auch in anderen Bereichen, etwa beim Speiseeis. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Beim Speiseeis ist in den letzten Jahren etwas geschehen, das der Konsument gar nicht gemerkt hat. Die Konsumenten gehen davon aus, dass im Speiseeis die schöne Sahne drin ist, die Milch, wie sich das so gehört. Ich mache selbst zu Hause Eis, seitdem weiß ich, wie man das macht, und was alles da hineingehört. Mittlerweile – und das hat vor etwa fünf, sechs Jahren in extremem Maß begonnen – wird das alles substituiert, Sie erraten es: durch Palmöl! Dass dadurch die Herzinfarktgefahr steigt, dass dadurch Diabetes steigt, ist alles nachgewiesen, dass dadurch die Zivilisationskrankheiten steigen, ist eine andere Frage. Das Eis wird auch nicht billiger dadurch, wie Sie an den Preisen der letzten fünf Jahre sehen. Geändert hat sich, dass die Produzenten wieder mehr Gewinne machen. Da machen Sie wieder die Mauer. – Das ist das Problem, das wir haben.
Abg. Pirklhuber: Ganz schön viel!
Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte auch kurz die Situation der AMA Marketing GesmbH ansprechen; sie wurde von meinen Vorrednern heute schon einige Male auch öffentlich erwähnt. Der Rechnungshof ist ein Kontrollorgan des Nationalrates und hat in seiner Prüfung 55 Empfehlungen aufgezeigt (Abg. Pirklhuber: Ganz schön viel!), die notwendig sind, um entsprechende Ungereimtheiten in der AMA Marketing GesmbH zu beseitigen.
Abg. Pirklhuber: Tschernobyl! – Ruf bei der SPÖ: Mein Sohn ist geboren! – Weitere Zwischenrufe.
Abgeordneter Ing. Hermann Schultes (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Wissen Sie noch, was am 26. April 1986 passiert ist? (Abg. Pirklhuber: Tschernobyl! – Ruf bei der SPÖ: Mein Sohn ist geboren! – Weitere Zwischenrufe.) – Genau, Tschernobyl! Tschernobyl, ein Anlassfall für eine absolute Lebensmittelkrise, die wir in Österreich so bewältigt haben, dass Gott sei Dank die wenigsten davon allzu sehr in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt waren.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber. – Zwischenruf des Abg. Loacker.
Herr Kollege Schultes, wenn du die Zeitungen lesen würdest, wüsstest du, dass 2016 – bei minus 25 Prozent Rabatt am Wochenende, minus Sonderrabatt – die Schnitzel 3,99 € gekostet haben. Ist das die Mehrwertstrategie? Ist das der Erfolg, Herr Minister? Sagt das einmal den Bäuerinnen und Bauern draußen oder redet wieder einmal mit aktiven Bauern! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber. – Zwischenruf des Abg. Loacker.)
Sitzung Nr. 158
Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei der Einzementierung …! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker, Scherak und Pirklhuber.
Ich erinnere aber daran, dass die NEOS und die FPÖ, die sich da gerade beschwert hat, bei diesem ersten Schritt nicht dabei waren. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Bei der Einzementierung …! – Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker, Scherak und Pirklhuber.) Sie haben nicht dazu beigetragen. Wir haben dazu beigetragen, dass es den ersten Schritt gibt. Mittlerweile zeigen die Urteile, dass wir weitergehen können, dass wir auf einem sicheren Weg sind; und wir sind auch bereit, diesen sicheren Weg weiterzugehen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Neubauer: Sie haben den Luxuspensionen den Weg geebnet! – Zwischenruf des Abg. Rädler.)
Beifall bei NEOS und Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Die Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler: Gute Frage! – Abg. Neubauer: Liegt Befangenheit vor?
diese Landwirtschaft einen geringen Einheitswert, zahlt der Landwirt wenig Sozialversicherung und dann hätte er auch entsprechend profitiert – aber nein! Da sind im Bauernbund die Fetzen geflogen, dann haben sich die Großbauern, die Agrarmagnaten aufgeregt: Wir wollen auch etwas haben!, und jetzt bekommen alle Bauern 53 Prozent von einem Quartalsbeitrag. Ich wüsste gerne, wie die Abgeordneten Auer, Prinz, Schultes, Sieber, Schmuckenschlager und Eßl persönlich von dieser Änderung in der Gesetzesvorlage profitieren. – Das wüsste ich gerne! (Beifall bei NEOS und Grünen sowie des Abg. Steinbichler. – Die Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler: Gute Frage! – Abg. Neubauer: Liegt Befangenheit vor?)
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
Die Bauern und Bäuerinnen in Rabenstein an der Pielach haben mir einen Satz mitgegeben: Alle oder keiner!, weil Bauern noch zusammenhalten, weil Bauern noch Solidarität kennen und weil Bauern noch wissen, wie das ist, wenn man füreinander einsteht. (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.) Und es ist ganz typisch, dass gerade Kollege Pirklhuber bei diesem Punkt zynisch und höhnisch lacht, denn genau das kennt er nicht. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Schatz: Hätten Sie …? Kriegen Sie etwas?)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Harald Jannach (FPÖ): Geschätzte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Der heutige Tag ist kein Ruhmesblatt in der parlamentarischen Geschichte, das muss man ganz offen anerkennen. Allein die zwei Beispiele und hauptsächlichen Diskussionspunkte, der Pensionshunderter und der Rabatt für die Sozialversicherung der Bauern, sind eigentlich ein abschreckendes Beispiel dafür, wie Politik in Österreich gemacht wird. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.
Im Übrigen – und das ist heute schon vielfach kritisiert worden – löst der Sozialversicherungsrabatt, den die Bauern im Ausmaß von 53 Prozent erhalten, die Probleme der Agrarpolitik nicht. Es ist eine Beruhigungspille. Und es ist sehr verwunderlich, wenn der Präsident – und das ist immerhin, für die, die es nicht wissen, Präsident Schultes, der oberste Vertreter der österreichischen Landwirtschaftskammer – herausgeht und sagt: Die Bauern haben es so schwer, die haben es so schwer, die müssen so viel Sozialversicherung zahlen!, und hier im Parlament sitzt und diese Erhöhungen beschließt. Hier wird das beschlossen! (Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Köchl, Pirklhuber und Steinbichler. – Zwischenrufe bei der ÖVP.
Beschlossen hat die ÖVP, der Bauernbund, die Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge, die Streichung des Agrardiesels. Alle diese Maßnahmen hat die ÖVP beschlossen, gemeinsam mit der SPÖ, und dann geht der Präsident und Nationalrat Hermann Schultes heraus und jammert: So arm sind die Bauern, so schlechte Einkommen, kann man nichts machen?, und beschließt diese Belastungen. Es ist eine Schande. Man kann gar nicht so viel essen, wie man sich hier übergeben müsste, wenn man dir zuhört, lieber Herr Präsident! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Köchl, Pirklhuber und Steinbichler. – Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Völlig ungeeignet!
Bei den Bauern ist das anders: Die Beiträge hängen nämlich vom Versicherungswert ab, und das ist ein Wert, der im Durchschnitt der Jahre im Großen und Ganzen den Verdienstmöglichkeiten entspricht. Ein Jahr ist etwas besser, ein Jahr ist etwas schlechter. (Abg. Pirklhuber: Völlig ungeeignet!) Damit haben wir zu leben lernen müssen, das ist nun einmal so in der Landwirtschaft.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Das muss er aber!
Einkommen um bis zu 40 Prozent zurückgegangen. Da wäre es absolut ungerecht, dieselben Beiträge wie in einem normalen Jahr zahlen zu müssen. Das würde niemand verstehen, und niemand, kein Gewerbetreibender und kein Angestellter, würde es sich, wenn sein Einkommen so stark sinkt, bieten lassen, dass er die gleichen Beiträge wie im Jahr zuvor zu zahlen hätte, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Das muss er aber!)
Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!
Der notwendige Zuschuss zu den Pensionen hat bei beiden Berufsgruppen den gleichen Grund: Die Zahl der aktiven Erwerbstätigen wird immer kleiner. (Abg. Pirklhuber: Das ist richtig!) Die Zahl der Pensionisten steigt. Das ist ein Strukturproblem, bei dem der Staat fairerweise gegensteuert.
Abg. Pirklhuber: Ich habe nichts gesagt!
Präsidentin Doris Bures: Herr Abgeordneter! (Abg. Pirklhuber: Ich habe nichts gesagt!) Ich glaube, ich brauche es nicht zu wiederholen. Ich würde wirklich bitten, dass Sie in der Fortsetzung Ihrer Rede darauf achten, sich in der Ausdrucksweise zu mäßigen. – Bitte.
Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Sie hätten sich aber über etwas anderes aufregen können: Sie sind nämlich auch Vertriebenensprecher und haben schon bei vielen Veranstaltungen, Bildungsbereisungen, auch bei Diskussionsveranstaltungen im Haus der Heimat teilgenommen. Da hätten Sie sich über Ihren Kollegen Öllinger aufregen können, der gestern in einer unglaublichen Presseaussendung Hunderttausende Heimatvertriebene, die nach Österreich kommen, pauschal als Rechtsextreme verunglimpft hat. Das ist zum Schämen, da hätten Sie sich aufregen können! (Beifall bei ÖVP und FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Er wird es später ohnehin selbst auch machen, aber es ist beschämend, was Kollege Öllinger da aufführt.
Sitzung Nr. 160
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP): Herr Präsident! Herr Bundeskanzler! Herr Vizekanzler! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das gestern von der österreichischen Bundesregierung präsentierte umfangreiche Arbeitsprogramm für die Jahre 2017 und 2018 ist beachtenswert. Kollegin Glawischnig, auch beim Kapitel Europa lässt es nichts zu wünschen übrig. Es ist ein klares Bekenntnis dieser Bundesregierung zu einer aktiven und selbstbewussten Mitarbeit in dieser Europäischen Union. Vielleicht haben Sie das nicht gelesen, aber klarer kann man es nicht formulieren. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist peinlich!
Dann ist die nächste Frage: Wie schaut es denn aus mit den Abgeordneten hier im Hohen Haus? Es ist nämlich unglaublich interessant, dass sich die Regierung ihr eigenes Programm von den Abgeordneten auch noch mit einer namentlichen Abstimmung absegnen und einen Entschließungsantrag formulieren lässt, in dem die Abgeordneten die Regierung auffordern, ihr eigenes Programm umzusetzen. (Abg. Plessl: Nein, nein!) Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! (Abg. Pirklhuber: Das ist peinlich!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich kenne das Erstverfahren nicht, angeblich hat es mit einem Freispruch geendet. Da muss ich sagen, dass der Anwalt, dieser Pflichtverteidiger, seine Arbeit offensichtlich aus dem Berufsethos heraus richtig gemacht hat; denn ein Verteidiger stellt sich in Österreich nicht hin und sagt: Das ist mein Mandant, eigentlich gehört der noch mehr eingetunkt, als der Staatsanwalt sagt! – Wenn es der Herr Öllinger wäre, dann wäre die Todesstrafe für den das Richtige. So spielen sich Prozesse und die Strafverteidigung bei uns in Österreich nicht ab. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Jeder Mensch in Österreich, von links bis rechts, vom Mörder bis zum einfachen Taschendieb, hat das Recht auf die bestmögliche Verteidigung. (Beifall bei der FPÖ.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Wir diskutieren die Maklerprovisionen, wir diskutieren auch Gesundheitsfragen – Medikamente oder Behandlungen auf Krankenschein –, und es ist, glaube ich, ganz wichtig, dass wir hier auch den entsprechenden Input bekommen. Es ist eine riesige Themenvielfalt, ich glaube, wir beschreiten neue Wege. Im Vordergrund muss für uns immer stehen, dass wir die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger im Auge behalten und versuchen, bestmöglich zu unterstützen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich kann aber den EinbringerInnen versprechen – das waren junge Schülerinnen und Schüler von einer Schule für Sozialberufe –, dass ich mich weiter für dieses Anliegen einsetzen werde. Ich werde versuchen, Gespräche dort zu führen, wo sie hingehören, weil ich überzeugt davon bin, dass diese Maßnahme eine ganz, ganz wichtige ist, weil auch Menschen mit Behinderung Zugang zu Mobilität haben müssen. Ich werde mich dafür auch in Zukunft einsetzen. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Machen wir einen gemeinsamen Entschließungsantrag, Herr Kollege! Bin sofort dabei!
Wenn jemand selbst das Heu hat, wenn jemand selbst den Hafer hat, wenn jemand selbst die Hektare dafür hat und man glaubt, das in einen Gewerbebetrieb umwandeln zu müssen, dann, sage ich ganz ehrlich, ist das die Vorstellung jener, die glauben, den Bankomaten im Himmel füllen und auf Erden entleeren zu können. Das dürfen wir hier in diesem Parlament nicht zulassen, und da werden wir auch eine gesetzliche Maßnahme treffen müssen, wenn es in den nächsten Tagen zu keiner Einigung mit der Wirtschaftskammer kommt. Das sage ich ganz offen. (Abg. Pirklhuber: Machen wir einen gemeinsamen Entschließungsantrag, Herr Kollege! Bin sofort dabei!)
Abg. Pirklhuber: Super! Absolut gute Idee!
Daher sage ich, ich bin wirklich dafür, diesen Betrieben auch in Zukunft einen Flächenschlüssel anzubieten, nämlich maximal zwei Pferde pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zu halten. (Abg. Pirklhuber: Super! Absolut gute Idee!) Das sollten auch jene, die ständig diese Bankomatvorstellung, sprich Gewerbeordnungsreform, im Auge haben, zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Daher sage ich, ich bin wirklich dafür, diesen Betrieben auch in Zukunft einen Flächenschlüssel anzubieten, nämlich maximal zwei Pferde pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche zu halten. (Abg. Pirklhuber: Super! Absolut gute Idee!) Das sollten auch jene, die ständig diese Bankomatvorstellung, sprich Gewerbeordnungsreform, im Auge haben, zur Kenntnis nehmen. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 162
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Abg. Pirklhuber: Konkrete Fragen! – Abg. Brunner: Keine einzige Maßnahme!
Alles schlechtzureden, das ist die Sache der Opposition, und ich muss schon sagen, ich habe – heute und auch im Umweltausschuss – vonseiten der Opposition nicht sehr viele Konzepte, nicht sehr viele Vorschläge gehört. Im Gegenteil: Die Opposition streitet untereinander, und die Regierung arbeitet. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Abg. Pirklhuber: Konkrete Fragen! – Abg. Brunner: Keine einzige Maßnahme!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Umsetzung, und nicht nur Überschriften!
Im September 2015 sind die globalen Nachhaltigkeitsziele festgelegt worden, 17 sehr konkrete Ziele auf Ebene der UNO-Generalversammlung. Das ist eine ökosoziale Agenda, das ist eine Nachhaltigkeitsagenda. Ökosozial ist auch in der internationalen Staatengemeinschaft angekommen, weil ökosozial ein Zukunftsmodell ist. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Umsetzung, und nicht nur Überschriften!)
Abg. Pirklhuber: Auf unsere Initiative!
Zweiter Schritt: öffentlicher Konsultationsprozess – eingeleitet, abgeschlossen. Wir hatten hier im Hohen Haus eine parlamentarische Enquete zum Klimaschutz (Abg. Brunner: Das ist das Parlament!) – auf unsere Initiative hin, bitte! (Abg. Pirklhuber: Auf unsere Initiative!) Es war unsere Initiative, dass es diese Enquete gibt, die sich sehr positiv und konstruktiv in diese Energie- und Klimastrategie eingefügt hat.
Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Pirklhuber.
Danke an Herrn Abgeordneten Preiner, der die Zuversicht und die Erfolge klar dargelegt hat, während Frau Abgeordnete Brunner hier wieder einmal nur die Weltuntergangsstimmung herbeiredet. Darauf komme ich schon noch zu sprechen, Frau Kollegin! (Zwischenrufe der Abgeordneten Loacker und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: 3 Millionen Stimmen mehr!
Wir haben also über Postenschacher im ORF schon gesprochen, aber wir müssen natürlich auch darüber reden, wie objektiv dieser ORF ist. Und da gibt es zig Beispiele, wo diese Objektivität mehr oder weniger offen verletzt wird. Ein Beispiel, das mich wirklich fast schon wieder zum Lachen gebracht hat, war die Wahlberichterstattung über die US-Präsidentenwahl im November, wo sich dann ein Moderatorenpaar in der „ZIB 1“ – glaube ich, war das – bewusst so anzieht, wie das die US-Demokraten tun, um Solidarität mit Hillary Clinton, die so traurig abgewählt wurde und es nicht geschafft hat, zu bekunden, was eigentlich ungeheuerlich ist. (Abg. Pirklhuber: 3 Millionen Stimmen mehr!)
Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Schimanek
Nicht nur bei uns, sondern weltweit ist es so, dass es in allen großen Demokratien auch öffentlich-rechtliche Sender gibt. Warum gibt es diese? – Schauen wir uns an, was die Besonderheit an diesem amerikanischen Wahlkampf war: dass in den sozialen Medien Trump 85 Prozent Fake News abgesetzt hat. – Fake News! Keiner hat das kontrolliert! – Da braucht es doch ein öffentlich-rechtliches Medium, das versucht, Objektivität in diese Auseinandersetzung zu bringen (Beifall bei Abgeordneten der SPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz – Zwischenrufe der Abgeordneten Deimek und Schimanek), wo man sich informieren kann und die Informationen wertfrei einander gegenüberstellen kann (Abg. Loacker: … der Tesarek …!) und nicht auf Fake News angewiesen ist.
Abg. Pirklhuber: So ist es!
Das wirklich Ärgerliche ist aber, dass der Kanzler – und deshalb auch die Hinweise auf solche zarte Schlampereien: inszenieren statt regieren, mehr Show als etwas anderes, das steht ja im Raum (Abg. Schieder: Da redet der Richtige!) – der österreichischen Öffentlichkeit erklärt hat: Wir haben erreicht, dass das ein sogenanntes gemischtes Abkommen ist, also dass wir als nationales Parlament auch noch etwas mitzureden haben – und da sollen wir dann ruhig dagegenstimmen, so auf diese Art; also die Schiedssysteme seien jetzt eigentlich quasi weg, denn wir würden sie hier schon ablehnen. – Ja eh, könnten wir ja auch, sollten wir auch (Abg. Pirklhuber: So ist es!); sollten wir auch, weil sie nicht einzusehen sind, weder die Vorgangsweise noch das Ergebnis.
Ruf bei der ÖVP: Genau! – Abg. Kogler: Pirklhuber hält längere Reden gegen CETA als ich!
Abgeordnete Dr. Angelika Winzig (fortsetzend): Gut! Zustimmend nickend saßen Sie dort drinnen, haben sich die Expertenmeinungen angehört, aber offensichtlich haben Sie das dann doch nicht nach außen vertreten, wozu Sie drinnen noch genickt haben. (Ruf bei der ÖVP: Genau! – Abg. Kogler: Pirklhuber hält längere Reden gegen CETA als ich!)
Abg. Pirklhuber: Na, die Amerikaner müssen was zahlen! Das stimmt nicht!
Ein Gedankenspiel: Was passiert denn eigentlich, wenn unter WTO-Regeln Strafzölle verhängt werden? Wenn es so wäre, dass die Deutschen wirklich klagen könnten – das ist ja ein bisschen kompliziert, dass das dann wirklich greift –, dann könnten sie vor einem WTO-Schiedsgericht klagen. Wenn der Klage recht gegeben wird – man könnte jetzt einmal davon ausgehen, das wäre so, wenn deutsche Autobauer direkt durch Strafzölle diskriminiert würden, wenn sie direkt aus Deutschland exportieren –, dann würde den Deutschen eben recht gegeben werden. Das Einzige, was dann passieren würde, ist aber, dass die Deutschen selber das Recht bekommen, wiederum Strafzölle zu verhängen. (Abg. Pirklhuber: Na, die Amerikaner müssen was zahlen! Das stimmt nicht!)
Abg. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!
Wir sind nun an einem Punkt angelangt, an dem wir uns entscheiden müssen: In welche Richtung wollen wir, dass diese Welt geht? (Abg. Kogler: Nur weil Trump durchgeknallt ist …!) Gerade jetzt zeigt sich, dass diese Verträge der WTO nicht mehr zeitgemäß sind, die hätten schon längst weiterentwickelt werden müssen. Intransparente Schiedsgerichte sind nicht mehr zeitgemäß, die müssen weiterentwickelt werden. (Abg. Pirklhuber: Stimmt ja nicht!)
Abg. Pirklhuber: Des is’ doch kein normales Gericht, das ist Irreführung der Bevölkerung, Frau Kollegin Gamon!
Wie schon vom Kollegen Matznetter erwähnt wurde, gibt es jetzt kein Schiedsgericht mehr, es gibt einen Schiedsgerichtshof (Abg. Pirklhuber: Des is’ doch kein normales Gericht, das ist Irreführung der Bevölkerung, Frau Kollegin Gamon!), es gibt ein Handelsgericht, das transparent funktionieren wird, das fair entscheiden wird, das nicht mehr so funktioniert wie in den alten Verträgen. Das ist eine Verbesserung! (Beifall bei den NEOS. – Zwischenrufe bei Grünen und Team Stronach.) Zu diesen Privatisierungen, vor denen immer gewarnt wird: Es ist explizit erwähnt, dass das nicht gemacht werden muss, dass Privatisierungen sogar zurückgenommen werden können.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
uns gleichgesinnte Verbündete und versuchen, unsere Vorstellung durchzubringen, nämlich die Vorstellung vom fairen Handel, der auf Win-win abzielt und aufbaut, die Vorstellung von hohen Standards für Umwelt, Gesundheit und für soziale Rechte, oder andere bestimmen die Regeln – das ist eben die zweite Seite der Medaille (Abg. Pirklhuber: Richtig!) –, seien es China, Indien oder die USA. Das ist mit Sicherheit nicht die Lösung, die wir wollen, das ist sicher nicht in unserem Interesse. Nein, wir wollen jetzt stärker vorangehen und neue Partnerschaften schließen.
Abg. Pirklhuber: Ich glaube, das ist Marketing!
Jetzt frage ich Sie: Von wem würden Sie sich eine Expertise über unfaire Handelsverhältnisse erwarten, wenn wir über CETA diskutieren? – Von jemandem, der als Experte für unfaire Handelsverhältnisse verurteilt wurde, würde ich sagen. Es ist ganz klar, der sagt nicht: Aufpassen!, sondern er sagt: Schützt meinen Raum und beendet Verhandlungen, die die Handelsverhältnisse besser machen könnten! Weg mit CETA, denn dort wird ja geregelt, was fair sein könnte! (Abg. Pirklhuber: Ich glaube, das ist Marketing!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
In der vorliegenden Dringlichen Anfrage ist auch davon die Rede, dass durch CETA hohe Standards in sensiblen Bereichen gefährdet werden. Meine sehr geehrten Damen und Herren, vergessen Sie bitte nicht, dass es bei CETA um ein Handelsabkommen mit Kanada geht – also somit mit einem Land, das uns sehr ähnlich ist, das auch von seinen Standards her keineswegs hinter Europa herhinkt! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ganz im Gegenteil: Die kanadischen Standards liegen teilweise sogar über den unsrigen!
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Julian Schmid.
Damit (die am Rednerpult lehnende Tafel umdrehend, wodurch eine Werbung für ein Butter-Ersatzprodukt sichtbar wird) möchte ich schließen. Das sind die Fakten. Die Konzerne werden uns natürlich Industriefood liefern. Das wird auch geschmacklich in Ordnung sein, aber sehen wir das auch einmal von der Seite der Gesundheit, sehen wir das aus dem Blickwinkel der echten Nachhaltigkeit, nicht vom missbrauchten Schlagwort Nachhaltigkeit, und sehen wir das bitte ganz besonders aus Sicht unserer nachfolgenden Generationen! Wir können hier das höchste Gut verspielen: die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. – Danke. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Julian Schmid.)
Abg. Pirklhuber: Die Regierungschefs!
Herr Pirklhuber, Sie haben es immer wieder gesagt, Sie geben es ja auch zu, wir haben – wir, und zwar vor allem die Europafanatiker inklusive Grüne ganz vorneweg –, ihr habt das Verhandlungsmandat der Europäischen Union übergeben. (Abg. Pirklhuber: Die Regierungschefs!) Dann bitte sich jetzt nicht aufzuregen, wenn das Mandat übernommen wurde und das Ergebnis vorliegt. In letzter Konsequenz werden die Grünen immer, wenn die Entscheidung ansteht: Österreich oder Europa?, aufseiten der EU stehen. Die Einzigen, die auf Österreichs Seite stehen, sind wir Freiheitliche. (Beifall bei der FPÖ.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Mag. Gerald Loacker (NEOS): Herr Präsident! Frau Staatssekretärin! Hohes Haus! Jetzt noch einmal für die Grünen: Es ist ein Unterschied, ob es einen Vertrag unter Privaten gibt oder ob ein Privater eine Vereinbarung mit einem Staat trifft. Und wenn – wie im konkreten Fall in Ägypten, den ich geschildert habe, Frau Kollegin Brunner – eine Vereinbarung zwischen einem Unternehmen und einem Staat zustande kommt, weil es eine Ausschreibung gegeben hat – das Unternehmen bewirbt sich, hat die Leistung kalkuliert und auf Basis dieser Kalkulation angeboten –, und nachträglich eine der beiden Vertragsparteien die Konditionen ändert, dann geht das natürlich nicht. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 163
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Petition betreffend „Vorschlag für ein Bundesverfassungsgesetz betreffend den Schutz der Rechte künftiger Generationen“ (Ordnungsnummer 98) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Sitzung Nr. 165
Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: ... wofür gibt es demokratische Spielregeln?
Abgeordneter Wendelin Mölzer (FPÖ): Herr Präsident! Herr Minister! Hohes Haus! Herr Kollege Strolz, wir beschäftigen uns nicht deswegen mit den NEOS, weil wir uns Sorgen um Sie machen, sondern weil Sie offenbar, zumindest nach außen hin, die Rolle derer übernommen haben, die völlig ohne Wenn und Aber einen europäischen Zentralstaat forcieren. (Abg. Aslan: Was tun sie?) Sie betreiben – muss ich fast sagen – demagogische Schwarz-Weiß-Malerei, die nämlich genau die Ursache für diese Probleme ist, die wir in Europa haben; in Wirklichkeit sind das nicht irgendwelche angeblich bösen Populisten und dergleichen, sondern das System ist falsch, der ganze Grundgedanke in dieser Form, mit diesem Zentralismus ist falsch. (Beifall bei der FPÖ. – Abg. Pirklhuber: ... wofür gibt es demokratische Spielregeln?)
Abg. Kogler: Das ist überhaupt das ...! – Abg. Pirklhuber: Für das ..., das Wie kann man infrage stellen!
Das heißt nicht, dass diese Regelung schlecht ist, sondern die Frage ist, ob so etwas auf europäischer Ebene geregelt werden muss. (Abg. Kogler: Das ist überhaupt das ...! – Abg. Pirklhuber: Für das ..., das Wie kann man infrage stellen!)
Abg. Pirklhuber: Wer entscheidet denn? Das ist der Rat, das sind die Minister! Keine Transparenz über unsere Politiker in Europa! Setzen Sie sich doch einmal dafür ein!
All jene, die der Meinung sind, dass das eine Verfehlung einzig von Brüssel oder den europäischen Institutionen ist, liegen massiv falsch (Abg. Pirklhuber: Wer entscheidet denn? Das ist der Rat, das sind die Minister! Keine Transparenz über unsere Politiker in Europa! Setzen Sie sich doch einmal dafür ein!), denn der Grund für ein Mehr an Bürokratie, der Grund für die hohe Regelungsdichte, die wir haben, liegt oft nicht in Brüssel, sondern der Grund sind nationale Politiker, die alles, was sie selbst für das eigene Land für richtig erachten, sofort auf die europäische Ebene heben, um es für ganz Europa zu regeln, und es sind nationale Politiker, die, wenn sie selbst keine Lösung finden, sofort nach der europäischen Lösung rufen, ohne sich zunächst einmal selbst zu bemühen. (Abg. Pirklhuber: Da gehören Sie auch dazu!)
Abg. Pirklhuber: Da gehören Sie auch dazu!
All jene, die der Meinung sind, dass das eine Verfehlung einzig von Brüssel oder den europäischen Institutionen ist, liegen massiv falsch (Abg. Pirklhuber: Wer entscheidet denn? Das ist der Rat, das sind die Minister! Keine Transparenz über unsere Politiker in Europa! Setzen Sie sich doch einmal dafür ein!), denn der Grund für ein Mehr an Bürokratie, der Grund für die hohe Regelungsdichte, die wir haben, liegt oft nicht in Brüssel, sondern der Grund sind nationale Politiker, die alles, was sie selbst für das eigene Land für richtig erachten, sofort auf die europäische Ebene heben, um es für ganz Europa zu regeln, und es sind nationale Politiker, die, wenn sie selbst keine Lösung finden, sofort nach der europäischen Lösung rufen, ohne sich zunächst einmal selbst zu bemühen. (Abg. Pirklhuber: Da gehören Sie auch dazu!)
Abg. Schwentner: Die Fehlentwicklungen passieren doch ...! – Abg. Pirklhuber: Aber Sie müssen das doch in Europa vortragen!
Insofern lade ich alle dazu ein, dass man hier nicht mit populistischen Maßnahmen oder mit nationalen Maßnahmen, die als nationalistisch abgetan werden, agiert, sondern ich lade alle dazu ein, dass wir uns bei Fehlentwicklungen anschauen: Ist das wirklich sachlich richtig, was da passiert? (Abg. Schwentner: Die Fehlentwicklungen passieren doch ...! – Abg. Pirklhuber: Aber Sie müssen das doch in Europa vortragen!) Ist es sachlich notwendig, Hunderte Millionen Euro an Familienbeihilfe ins EU-Ausland zu überweisen, auch wenn die Zahlungen dort nicht der Höhe in Österreich entsprechen, sondern wenn die Zahlungen dort ein Durchschnittseinkommen sind? (Beifall bei der ÖVP.) Ich halte es für massiv entscheidend, dass wir bei diesen Fehlentwicklungen gegensteuern.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich denke, wir können europäische Politik – auch nationale Politik – nur dann machen, wenn es uns gelingt, jene Konzerne, die die Hauptprofiteure dieser Rohstoffgewinne, dieser Landvernichtungen sind, zur Übernahme von Kosten zu verpflichten, dass sie also die Kosten übernehmen, sowohl was die Schäden anlangt, aber auch natürlich ihrer Steuerpflicht nachkommen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: ... europäische Banken!
Wenn man weiß, dass bei Palmöl sogar mit Qualitätsgütesiegeln gehandelt wird, wenn man weiß, dass 90 Prozent – 90 Prozent! – illegale Rodungen im Spiel sind (Abg. Pirklhuber: ... europäische Banken!) – richtig, Herr Kollege Pirklhuber! –, und wenn man weiß, dass da auch deutsche Banken investieren und der Hauptinvestor die britische HSBC mit 16,5 Milliarden ist – mit 16,5 Milliarden US-Dollar! –, dann wissen wir, welche Größenordnungen wir hier diskutieren, dann wissen wir, Herr Minister, dass hier anzusetzen ist.
Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Kurz weisend –: Er spielt lieber am Smartphone! Er spielt lieber am Smartphone, statt dass er zuhört! – Bundesminister Kurz: Ich kann beides!
Beispielsweise sind durch die Produktion im Lebensmittelbereich die Konsumentinnen und Konsumenten europa- und weltweit betroffen, und wir füttern sie mit diesem giftigen Glyphosat, das wir hier manches Mal oberflächlich diskutieren. Über die Agrarproduktion füttern wir das den Menschen direkt. (Abg. Pirklhuber – in Richtung Bundesminister Kurz weisend –: Er spielt lieber am Smartphone! Er spielt lieber am Smartphone, statt dass er zuhört! – Bundesminister Kurz: Ich kann beides!) – Er hört zu.
Abg. Pirklhuber: Das ist es, genau!
Ein abschließendes Wort: Das Problem des Wohlstandszuwachses besteht darin, dass dieser Zuwachs nicht gleichmäßig und vor allem nicht auf die unteren Einkommen verteilt wurde. (Abg. Pirklhuber: Das ist es, genau!) Aber darauf komme ich in der Debatte über den nächsten Tagesordnungspunkt, unter dem wir den Einkommensbe-
Sitzung Nr. 167
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich fordere die SPÖ und die ÖVP wirklich auf: Stellen Sie sich hin und sagen Sie: Ja, wir sind dafür, dass weiterhin Luxuspensionen bezahlt werden! – So verhalten Sie sich nämlich. Das ist die Conclusio aus Ihrem Vorgehen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Sie, die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ, sind dafür, dass Menschen, ohne dass sie dafür eingezahlt haben, Pensionen in Höhe von 20 000, 30 000 € kassieren.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Es ist die Aufgabe des Ministers, Anfragen zu beantworten, und ja, es ist Ihr gutes Recht, meine Damen und Herren, hier Anfragen zu stellen und im Ausschuss eine Aussprache zu verlangen (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das machen wir ja!), aber wir brauchen jetzt keinen Sondersozialausschuss. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Warum nicht?) Das sind Dinge, die in der Praxis einfach vorkommen, wenn der Provider gewechselt wird. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: Aber doch nicht sechs Jahre lang!) Das sind Themen, die ganz normal vorkommen. Da sind Rechtsanwälte dahinter, da stehen Verträge dahinter, und diese Verträge sind einzuhalten. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Wir sind in einem ganz normalen Eskalationsprozess mit der Firma IBM.
Sitzung Nr. 169
Abg. Pirklhuber: Das sieht man schon an der Regierungsbank!
Wir wissen allerdings auch, dass wir gerade in der Frauenpolitik noch sehr viele offene Felder haben; die Problemlage ist uns allen bewusst. Wir wissen, dass die Gleichstellung von Männern und Frauen zwar auf dem Papier immer wieder postuliert wird, dass in der Realität allerdings noch große Defizite bestehen. (Abg. Pirklhuber: Das sieht man schon an der Regierungsbank!)
Abg. Pirklhuber: Was ist mit der Regierung? Eins, zwei, drei – drei Frauen!
Das ist ja auch einer der Gründe dafür, dass sich die österreichische Bundesregierung in ihrem Arbeitsprogramm entschieden hat, Politikvorschläge zu machen, durch die die Lebenswirklichkeiten von Frauen ganz konkret positiv beeinflusst werden können. (Abg. Pirklhuber: Was ist mit der Regierung? Eins, zwei, drei – drei Frauen!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Halbe-halbe!
Es geht nicht nur um die, wie Sie gesagt haben, Karrierefrauen oder Frauen, die die gläserne Decke durchstoßen haben, sondern es geht vor allem auch um viele Frauen gerade im ländlichen Raum, die mit noch viel restriktiveren Rollenvorstellungen konfrontiert sind, die vielleicht im Gemeinderat arbeiten und dort mit Respektlosigkeit konfrontiert sind, die vielleicht als Unternehmerinnen in einem Tourismusbetrieb arbeiten und als Unternehmerinnen nicht anerkannt werden, bei denen viele Rahmenbedingungen auch eine Rolle spielen, nicht nur die Kinderbetreuung, sondern auch die Möglichkeiten der Mobilität. Das alles sind Fragen, die eigentlich die gesamte Bundesregierung betreffen, und deswegen ist es so schade und so bedauerlich, dass die Frauenvertretung in diesem Gremium nach wie vor bei Weitem nicht an das herankommt, was eigentlich notwendig ist. Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Halbe-halbe!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Das ist wichtig!
Es ist ein Armutszeugnis, wenn man sich die Lage in der Wirtschaft anschaut: Nicht einmal 4 Prozent der CEOs sind Frauen, es gibt nicht einmal 4 Prozent Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen. Es ist schon bemerkenswert: Jetzt wird intensiv über den Mindestlohn und über die Auswirkungen des Mindestlohns auf Frauen diskutiert. Tatsache ist aber, dass jahrzehntelang auch die gewerkschaftlichen Vertretungen weggeschaut haben, wenn es genau um diese Frauenbranchen gegangen ist. Das ist schon auch ein Versäumnis. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Das ist wichtig!)
Sitzung Nr. 171
überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber
Ergänzung zu: Petition betreffend „Vorschlag für ein Bundesverfassungsgesetz betreffend den Schutz der Rechte künftiger Generationen“ (Ordnungsnummer 98) (überreicht vom Abgeordneten Dipl.-Ing. Dr. Wolfgang Pirklhuber)
Abg. Pirklhuber: Ändern! Gesetz ändern!
Was die Frage der Valorisierung der Richtwerte betrifft, muss ich schon sagen, das ist eine Valorisierung, die gesetzlich grundgelegt ist. Ich habe den unangenehmen Part zu spielen, dass ich rein deklaratorisch mit Verordnung – mit 1. April in Kraft – die Valorisierung bekannt geben muss. Ich habe keinen Entscheidungsspielraum, ich muss das vollziehen. Das ist eine Konstruktion, die mir gar nicht behagt, aber es ist nun einmal so. (Abg. Pirklhuber: Ändern! Gesetz ändern!) Es geht dabei, wie gesagt, um eine Valorisierung, diese wurde zuletzt ausgesetzt, und man muss einfach sagen, dass jede Aussetzung natürlich auch das Problem nach sich zieht, dass die Valorisierung beim nächsten Mal umso stärker zum Tragen kommt; das ist auch immer ein Problem. (Beifall des Abg. Loacker sowie bei Abgeordneten der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: „Im besten Fall“! Ja genau, das ist ein Lippenbekenntnis, und dahinter steht nichts!
Auf der anderen Seite stehen sicher viele Wohnungen leer, weil die Eigentümer einfach nicht mehr vermieten wollen. Das ist das Grundproblem: Man kann natürlich gewisse Marktmechanismen nicht völlig außer Kraft setzen. Man kann sie in ihrer Auswirkung abfedern, das nennt man soziale oder im besten Fall ökosoziale Marktwirtschaft, aber ganz außer Kraft setzen kann man sie nicht. (Abg. Pirklhuber: „Im besten Fall“! Ja genau, das ist ein Lippenbekenntnis, und dahinter steht nichts!)
Abg. Pirklhuber: Hast du schon einmal etwas vom Leerstand gehört in Wien? Das ist ja nicht wenig!
Wer das nicht glaubt – vielleicht sogar auch die Menschen draußen vor den Bildschirmen oder hier auf der Galerie –, der soll jetzt einmal ganz schnell einen Taschenrechner zur Hand nehmen. Ich stelle jetzt eine Rechenaufgabe: In Wien fehlen 40 000 Wohnungen (Abg. Neubauer: Die baut der Hundstorfer!), 10 000 pro Jahr werden neu gebaut, und mithilfe der Grünen und der Linken kommen jedes Jahr 100 000 Zuwanderer dazu. – Wie soll sich das ausgehen? Wie kann sich das ausgehen, ohne dass die Wohnungen immer teurer werden? (Zwischenruf des Abg. Brosz.) – Eben nicht! Das Problem, das wir haben, ist, dass die Wohnungen selbstverständlich deshalb teurer werden, weil es einfach zu wenig Wohnungen gibt. Reden Sie einmal mit jemandem, der eine Wohnung in Wien braucht! (Abg. Pirklhuber: Hast du schon einmal etwas vom Leerstand gehört in Wien? Das ist ja nicht wenig!) – Der Leerstand in Wien, aha, der Leerstand! Wie hoch ist denn der Leerstand? Sagen Sie uns das einmal! Wissen Sie das überhaupt? 10 000 Wohnungen sind es, die in Wien leer stehen. Es gibt eine aktuelle Studie dazu. Was wollen Sie denn mit 10 000 Wohnungen erreichen, wenn sie 100 000 Flüchtlinge ins Land holen? (Beifall beim Team Stronach.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die Grünen sind ja wirklich ein Problem. (Abg. Peter Wurm: Ja!) Sie verursachen das Problem, stellen sich dann hin und hauen auf alle hin und sagen: So geht das nicht, da müssen wir jetzt einen Deckel einziehen, da müssen wir gesetzlich eingreifen! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Lugar: Das sind die offiziellen Zahlen von Wien! – Abg. Pirklhuber: Postfaktische Kommunikation!
Das ist einfach bezeichnend dafür, wie Sie Politik verstehen. Sie werfen einfach ohne jegliche Grundlage irgendwelche Zahlen rein (Abg. Lugar: Das sind die offiziellen Zahlen von Wien! – Abg. Pirklhuber: Postfaktische Kommunikation!), Hauptsache irgendetwas, um Wien zu bashen. – Das ist ein völlig falsches Politikverständnis! (Beifall bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Peter Wurm: ...! Was war da? – Abg. Pirklhuber: Der Wurm wurmt wieder!
Denken wir an die ersten eigenen vier Wände, die nicht finanzierbar sind, denken wir an Jungfamilien, die sich das nicht leisten können, an Alleinerzieherinnen, an Pensionistinnen und Pensionisten! Ich muss Ihnen sagen, das macht mich wirklich ungemein grantig, und es ärgert mich, dass wir anstehen bis zum Gehtnichtmehr. (Abg. Peter Wurm: ...! Was war da? – Abg. Pirklhuber: Der Wurm wurmt wieder!) Vom Ärger allein, das wissen wir, hat aber niemand etwas, deshalb haben wir von der SPÖ etliche Vorschläge auf dem Tisch, die wir, wenn es nach uns ginge, schon morgen umsetzen könnten. (Ruf bei der FPÖ: Aha, aha!) Wir haben nur keine Mehrheit dafür.
Abg. Moser: Das ist nicht plötzlich! – Abg. Pirklhuber: Ha, ha, ha!
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Guten Morgen, Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Minister! Wir waren, glaube ich, heute ein bisschen überrascht, dass ausgerechnet die Grünen sich plötzlich für leistbares Wohnen interessieren. (Abg. Moser: Das ist nicht plötzlich! – Abg. Pirklhuber: Ha, ha, ha!) Das war sehr überraschend. Wenn die Grünen einmal mit der „Kronen Zeitung“ Hand in Hand gehen, dann ist es wirklich Populismus in Reinkultur. Das, muss ich sagen, verwundert mich schon, aber es ist in der Sache natürlich richtig, auch die „Kronen Zeitung“ hat recht: „So teuer war Wohnen“ in Österreich „noch nie“. (Abg. Pirklhuber: Was sagen die FPÖ-Makler dazu?)
Abg. Pirklhuber: Was sagen die FPÖ-Makler dazu?
Abgeordneter Peter Wurm (FPÖ): Guten Morgen, Frau Präsidentin! Hohes Haus! Herr Minister! Wir waren, glaube ich, heute ein bisschen überrascht, dass ausgerechnet die Grünen sich plötzlich für leistbares Wohnen interessieren. (Abg. Moser: Das ist nicht plötzlich! – Abg. Pirklhuber: Ha, ha, ha!) Das war sehr überraschend. Wenn die Grünen einmal mit der „Kronen Zeitung“ Hand in Hand gehen, dann ist es wirklich Populismus in Reinkultur. Das, muss ich sagen, verwundert mich schon, aber es ist in der Sache natürlich richtig, auch die „Kronen Zeitung“ hat recht: „So teuer war Wohnen“ in Österreich „noch nie“. (Abg. Pirklhuber: Was sagen die FPÖ-Makler dazu?)
Abg. Pirklhuber: Kein Wort über Immobilienspekulation! Sie diskreditieren sich selbst, Kollege Wurm!
Die Betriebskosten sind auch ein ganz wichtiger Punkt, der immer ein bisschen vernachlässigt wird. Wir haben in den letzten Jahren mehrere Anträge eingebracht, um vor allem die Betriebskosten zu senken. Wir haben einen Gebührenstopp verlangt, speziell auf Gemeindeebene. Wien, das war ein Vorreiter, hat alle Kanal-, Wasser- und Müllgebühren explodieren lassen. In ganz Österreich sind die Nebenkosten explodiert und machen jetzt teilweise schon ein Drittel der Mietkosten aus. (Abg. Pirklhuber: Kein Wort über Immobilienspekulation! Sie diskreditieren sich selbst, Kollege Wurm!)
Abg. Pirklhuber: Das ist ja ein Wahnsinn! Die Finanzinvestoren ...!
Übrigens ist der größte Profiteur der steigenden Wohn- und Mietkosten der Finanzminister, das wird immer übersehen. Wir haben auch da so etwas wie eine kalte Progression, das ist nicht zu vergessen – das ist wie beim Lohn, bei den Gehaltssteigerungen. Die Profiteure sind der Staat und der Finanzminister. (Abg. Pirklhuber: Das ist ja ein Wahnsinn! Die Finanzinvestoren ...!) Zweckwidmungen der Wohnbaufördermittel vor allem in den Ländern, in denen Grün mitregiert, ein einheitliches und einfaches Mietrecht, und, und, und – es gibt eine Fülle an Maßnahmen, die wir Freiheitlichen vorschlagen.
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Richtig!
Das ist auf der einen Seite die Immobilienindustrie, muss ich schon fast sagen, und auf der anderen Seite sind es die Mieterschützer, und die kommen nicht zueinander, was ganz klar ist, denn da herrscht ein massiver Interessengegensatz, und dieses Problem hat das Parlament zu lösen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Und da geht es genau darum, sichtbar zu machen, wer es ehrlich meint und wer auch bereit ist, klare Positionen umzusetzen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und wer nicht dazu bereit ist, aber aus reiner taktischer Überlegung heraus erkennt: Halt, die
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Mit Verlaub, und das soll jetzt niemanden hier im Saal persönlich treffen, aber es ist ein Riesenschweinestall, wenn man sich die Dinge durchliest. Und: Es ist ein System, das sind jetzt nicht einzelne Akteure. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Na ja, wenn du dir die einzelnen Punkte anschaust. Ich habe das Gefühl, solange wir zwei Parteien haben, die sich die Regierungsverantwortung teilen, bleibt das System gleich, nur die Farben ändern sich, und solange sich nur die Schweinderln ändern, aber das System nicht (Ruf bei der ÖVP: Na! Na! – Hallo-Rufe bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei der FPÖ), so lange hat die Republik nichts gewonnen, und da müssen wir ansetzen. – Danke. (Beifall bei den NEOS. – Abg. Wöginger: Das akzeptieren wir so nicht! – Ruf: Schön sprechen!)
Abg. Pirklhuber: ... Nachtsichtgeräte!
Wenn man sich jetzt überlegt, dass es dann bei dieser abgespeckten Variante zu gebrauchten, nicht gebrauchsfähigen Fliegern gekommen ist, ohne Nachtsichtgeräte, bei denen wesentliche Instrumente fehlen (Abg. Pirklhuber: ... Nachtsichtgeräte!) – danke, Wolfgang –, dass wir uns für moderne Flugshows Flieger ausleihen müssen, dann ist das an Peinlichkeit nicht zu überbieten.
Abg. Pirklhuber: Jetzt ist sie höher!
Ein ähnliches Beispiel ist mir eingefallen. Damals beim Mauerfall lag in der ehemaligen DDR die Allergierate in der Bevölkerung bei circa 1,5 Prozent. (Abg. Pirklhuber: Jetzt ist sie höher!) Zehn Jahre später ist sie ähnlich wie bei uns im Westen gewesen, über 20 Prozent, und man bringt das mit den Hygiene- und Putzmitteln in den Haushalten in Verbindung. Da hat die Anpassung also sehr schnell und „gut“ – unter Anführungszeichen – funktioniert.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Diese Rettung des ländlichen Raumes will ich nicht! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.) Da muss ich dir in aller Klarheit entgegnen: Wir wollen einen
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Der dritte Punkt, der mir einfach total abgeht und wo Österreich im europäischen Bereich endlich einmal Vorreiter sein könnte, ist die Entwicklung im ländlichen Raum. Das habe ich auch schon im Ausschuss gesagt: In dem Teil des Regierungsabkommens, in dem es um die Entwicklung des ländlichen Raums geht, kommt das Wort Tourismus kein einziges Mal vor. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das ist eine Schande! Das wäre ganz wichtig! Wenn man schon von ökosozialer Reform redet, kann man doch nicht kein einziges Mal das Wort Tourismus erwähnen! (Zwischenbemerkung von Bundesminister Rupprechter.) Wenn ich diese ländliche Entwicklung vorantreibe, dann muss ich das Ganze verschmelzen und darf es nicht gegeneinander aufrechnen. Das ist etwas Wichtiges.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich habe mir aber trotzdem Gedanken gemacht, und Kollege Pirklhuber hat das schon angesprochen: In dem Bericht steht ganz klammheimlich – ich habe es viermal gelesen; ich traue mich gar nicht, das vorzulesen –: TTIP ist eine tolle Geschichte. Wir müssen nur warten, bis Trump weg ist, dann können wir wieder weiterreden. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Ich habe es jetzt etwas salopp formuliert, aber genau das steht drinnen!
Abg. Pirklhuber: Das werden wir in der Präsidiale vorbringen!
Herr Abgeordneter Jannach und Sie haben mir vorgeworfen, dass der Bericht zu dünn ist. Auch diese Kritik weise ich zurück. Wir haben extra auf frühere Kritik reagiert und haben den Bericht übersichtlich gestaltet, kurz und präzise und auf den Punkt gebracht. Wir werden Ihnen das nächste Mal, genau wie es gewünscht wurde, einen 70 Seiten umfassenden Bericht zum Thema Umwelt und einen 70 Seiten umfassenden Bericht zum Thema Landwirtschaft vorlegen, und ich bin überzeugt davon, dass Sie mich hier oder im Ausschuss, wo auch immer Sie das diskutieren werden, wieder kritisieren werden, dass der Bericht zu umfassend ist. (Abg. Pirklhuber: Das werden wir in der Präsidiale vorbringen!) Ich kann Ihnen garantieren, dass es so sein wird.
Abg. Pirklhuber: 37!
Herr Abgeordneter Pirklhuber, wenn Sie mir vorwerfen, dass 14 oberösterreichische Bauern noch immer keinen Liefervertrag haben (Abg. Pirklhuber: 37!), dann sagen Sie doch bitte auch dazu, wer diesen Bauern damals geraten hat, aus ihren Verträgen auszusteigen. – Das waren die grünen Bauern, das war der UBV und es war Leo Steinbichler. Sagen Sie das auch dazu! Sie tragen die Verantwortung! (Abg. Lugar: Wer denn?) Sie haben die Bauern dort hineingetrieben. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: … tut ihr Kabinettchef ...!
Und wer kümmert sich jetzt darum? – Die Einzigen, die sich darum kümmern, sind Präsident Schultes, Präsident Auer und der Minister. (Abg. Pirklhuber: … tut ihr Kabinettchef ...!) Auf die können sich nämlich die österreichischen Bauern verlassen, und das wissen sie auch. (Beifall bei der ÖVP.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Unglaublich, jetzt ist Pirklhuber schuld! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.
Und was ist das Ergebnis? – Das Ergebnis ist, dass jetzt 37 Bauern – Pirklhuber, dank deiner verantwortungslosen Agrarpolitik und Beeinflussung! – keine Milchlieferverträge mehr bekommen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Lugar: Unglaublich, jetzt ist Pirklhuber schuld! – Zwischenruf des Abg. Hafenecker.)
Abg. Pirklhuber: ... ein ganz anderes Zeichen! Geschützter geografischer Ursprung!
Kritisch und strittig ist die geschützte geografische Angabe. In Österreich gibt es sechs Produkte, die diese geschützte geografische Angabe haben. Besonders umstritten ist natürlich dieses Produkt (eine entsprechende Lebensmittelpackung in die Höhe haltend): der Tiroler Speck. Was heißt geschützte geografische Angabe? – Geschützte geografische Angabe heißt in diesem Fall: Die Produktion erfolgt in Tirol ... (Abg. Pirklhuber: ... ein ganz anderes Zeichen! Geschützter geografischer Ursprung!)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Wobei: Mir läge viel daran, dass sich diese fairen Lebensmittel nicht nur die Besserverdiener und Besserverdienerinnen leisten können, sondern alle Bevölkerungsschichten. Überhaupt müssen wir weg von dem Fabrikdenken, hin zur Unterstützung der kleineren Höfe, und zwar gerade derer, die Direktvermarkter sind. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Im Sinne dieser Bürgerinitiative möchte ich den Ball an das Landwirtschaftsministerium weiterspielen. Auch ich würde mir wünschen, dass ein langfristiger Plan erstellt wird, um die Landwirtschaft in Österreich auf neue Beine zu stellen – und ja, Herr Schellhorn, da gehört für mich der Tourismus dazu und auch, dass Landwirtschaft einfach neu gedacht wird, dass die Bäuerin und der Bauer das Maß aller Dinge sind und nicht die Hektar. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich möchte mich aber auch bei Herrn Abgeordnetem Vogl herzlich für die eindrucksvolle Darlegung bedanken – dem ist nichts hinzuzufügen –, auch für die einprägsame Darstellung der Unterschiede zwischen Rot und Blau. Das war eindrucksvoll und, wie ich glaube, völlig richtig und ist daher zu unterstreichen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Hauser: Das stimmt nicht!
Geschätzte Abgeordnete, zu den beiden Ausschussberichten über die Anträge des Herrn Abgeordneten Steinbichler und des Herrn Abgeordneten Jannach, die wir ja im Ausschuss sehr ausführlich diskutiert haben: Worum geht es da? – Es geht darum, das AMA-Gütesiegel schlechtzureden. Das ist die Intention dieser beiden Anträge und auch der Debatten in den Ausschüssen zu diesem Gütesiegel. (Abg. Pirklhuber: Das stimmt überhaupt nicht! – Abg. Hauser: Das stimmt nicht!) Das AMA-Gütesiegel – das wissen wir aus einer Vielzahl von KonsumentInnenbefragungen – ist das beste Qualitätsgütesiegel (Abg. Steinbichler: Das teuerste!), das wir in Österreich für den Bereich der Lebensmittel und der Landwirtschaft haben.
Abg. Pirklhuber: Richtig! Gute Argumente!
Laut aktuellem Stand haben diese Initiative bereits 20 000 Bürger unterstützt. Gefordert wird eine klare Herkunftsbezeichnung für Lebensmittel, und dafür gibt es auch handfeste Argumente. (Abg. Pirklhuber: Richtig! Gute Argumente!) So spricht eine Studie der Kepler Universität Linz von 10 000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, wenn nur 10 Prozent mehr regionale Produkte eingekauft würden. Das BIP würde dabei um über 1 Milliarde € wachsen. Der höhere Konsum regionaler Produkte zieht aber auch noch viele weitere Vorteile nach sich. Österreich hat im Gegensatz zu vielen anderen Staaten einen sehr hohen gesetzlichen Produktstandard bei Lebensmitteln. Dieser betrifft sowohl die Sicherheit als auch die Sauberkeit und die Gesundheit der Produkte.
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich bleibe etwas optimistisch, werde wegen des nächsten Reformvorschlags auf die Kollegen zukommen, und wir werden sehen, wie die nächste Abstimmung ausgeht. – Einen schönen Abend! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Verständlich!
Kurz nach Beginn der Prüfungstätigkeit hat der Bürgermeister von Hartberg eine ungeahnte Pensionssehnsucht verspürt und ist blitzartig abgetreten. (Abg. Pirklhuber: Verständlich!) – Verständlich, ja. Das Ergebnis ist am 12. Jänner 2017 vorgelegen, und der Bericht war haarsträubend: 61 Missstände wurden aufgezeigt, die Hartberger Stadtregierung hat beinahe alle gesetzlichen Grundsätze über Bord geworfen. Die Geschicke von Hartberg, das kann man sagen, wurden wirklich von einer Chaostruppe geführt.
Sitzung Nr. 173
Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.
Wenn ich an die Diskussion betreffend Laufstall/Anbindestall denke, dann sei es mir nach 47 Jahren Praxis gestattet, meine Erfahrungen hier einzubringen. Wir haben beide Haltungssysteme, und ich bedanke mich bei der §-7-Kommission, dass wir nach Salzburg gefahren sind und uns zwei Betriebe angeschaut haben: einen hypermodernen, mit einer wahnsinnigen Investitionssumme industrialisiert, wo die Kühe robotergerecht gemacht werden, und einen ganz konservativen Betrieb in der Bergbauernzone 2 mit Anbindehaltung. Wenn ich eine Kuh wäre, dann wüsste ich, in welchen Stall ich einziehen würde. (Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der ÖVP sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.)
Abg. Pirklhuber: Brasilien!
Ernährungssouveränität mehr. Wir verschärfen bei uns die Haltungsbedingungen, und die Importe aus China und aus dem osteuropäischen Raum steigen massivst an. Die Brathendln, die wir heute beim Musikfest und beim Feuerwehrfest essen (Abg. Pirklhuber: Brasilien!) – danke!, Brasilien und Argentinien bei den Rindern –, haben mit Österreich nur so viel zu tun, dass sie in Österreich gegessen werden, Kolleginnen und Kollegen! Da geht Wertschöpfung verloren, da geht Tierschutz verloren, und da geht auch gepflegte Kulturlandschaft verloren.
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Dasselbe Problem haben wir natürlich bei den – danke, Kollege Pirklhuber! – brasilianischen Haltungsformen. Diese Träumer, die da immer von den großen grünen Weiden und von den glücklichen Rindern dort reden, die werden ein Riesenproblem kriegen, wenn sie das ihren Gästen im Speisesaal und auf der Terrasse suggerieren. Wenn sie rausschauen, sehen sie die österreichischen grünen Wiesen mit den glücklichen Rindern – und auf dem Teller haben sie das Steak, das von Tieren aus einer Massentierhaltung stammt, die mit gentechnisch erzeugten Hormonen behandelt wurden. Kolleginnen und Kollegen, das wollen wir nicht erzeugen! (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.
Wir können aber gleich einen Schritt weitergehen, und da sind wir bei der Katzenkastration. Überall, wo der Mensch in den Naturkreislauf eingreift, erzeugt er ein Problem. Wir halten unsere Katzen daheim auf dem Bauernhof nicht, weil uns fad ist oder weil wir Milch aus Gaudi verfüttern wollen, sondern die halten uns das Betriebsgelände frei von Ratten und Mäusen. (Beifall beim Team Stronach sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Doppler.)
Abg. Pirklhuber: Da sind wir dabei!
Produkt beim Bauern/bei der Bäuerin selbst etwas kostet. (Abg. Pirklhuber: Da sind wir dabei!)
Abg. Pirklhuber: Das ist eine Forderung der IG-Milch!
Ich habe hier eine kleine Münze, eine ganz kleine Münze (diese in die Höhe haltend): 20 Cent. Um eine solche 20-Cent-Münze müsste jeder Bauer/jede Bäuerin für den in hervorragender Qualität produzierten Liter Milch mehr bekommen (Abg. Pirklhuber: Das ist eine Forderung der IG-Milch!) – dann könnten sich alle, meine Damen und Herren, jenen Tierschutz bestellen, den sie sich wünschen.
Beifall des Abg. Pirklhuber
siegel tragen, sind Bioprodukte (Beifall des Abg. Pirklhuber), und bereits 20 Prozent aller Bananen im österreichischen Handel werden fair gehandelt. Immerhin ist das Gesamtvolumen an Produkten, die fair gehandelt werden, inzwischen auf 185 Millionen € gestiegen.
Beifall des Abg. Pirklhuber und bei Abgeordneten des Teams Stronach.
Darauf muss man auch in Zukunft schauen, denn die Sicherheit der Lebensmittel ist ein wichtiger Faktor. Mit der Sicherheit der Lebensmittel darf man auch nicht spaßen, auf die Sicherheit und vor allem auf die Kennzeichnung muss auch in Zukunft sehr genau geachtet werden. – Danke schön. (Beifall des Abg. Pirklhuber und bei Abgeordneten des Teams Stronach.)
Abg. Pirklhuber: 520 000 sind es insgesamt!
Deshalb verschreiben wir uns dem Thema Nachhaltigkeit und einer ganz klaren Kennzeichnung der Lebensmittel. Ich gebe zu bedenken – wir haben es gestern gesagt –: Im Ennshafen wurden im vorigen Jahr 240 000 Container umgesetzt, und – und deswegen habe ich auch diese Tafel mit dem Lastwagen (auf die genannte Tafel verweisend) mitgenommen, Frau Minister – solch eine Fuhre Rinder wird durch die Schlachtung im österreichischen Schlachthof zum österreichischen Qualitätsprodukt! Wir importieren, lieber Georg, 2,2 Millionen Lebendschweine aus dem Osten und aus Holland, Dänemark und Norddeutschland nach Österreich, plus 120 000 Rinder. (Abg. Pirklhuber: 520 000 sind es insgesamt!)
Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Dietrich.
Ein zweites wichtiges Thema – und das wurde auch vom Kollegen Pirklhuber hier ganz kurz angeschnitten – ist die Gentechnikfreiheit. Das ist mir auch ein ganz wichtiges Anliegen. Es steht außer Zweifel, dass ich in diesem Bereich den Kurs meiner Vorgänger und Vorgängerinnen auf jeden Fall fortsetzen werde, nach dem Motto: Keine Gentechnik auf unseren Feldern! Dieser Kurs wird fortgesetzt und auch nicht geändert, das kann ich Ihnen hier und heute zusichern. (Beifall bei der SPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Dietrich.)
Sitzung Nr. 175
Abg. Pirklhuber: Das ist das Problem an der Spitze!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Pirklhuber: Das ist das Problem an der Spitze!) Also diese Bemerkung bleibt Ihnen überlassen, Herr Kogler (Abg. Kickl: Da ist schon was dran, da sollten Sie kurz darauf replizieren!), aber der entscheidende Punkt bei der Geschichte ist ja: Ich bin der Auffassung, wir müssen diese Diskussionen im Interesse Europas führen – diese und noch viele Diskussionen mehr –, denn – noch einmal – das ist das Ergebnis politischer Entscheidungen, politische Entscheidungen sind jedoch änderbar, und wir haben sie im Interesse der Europäer und der Europäerinnen, der Österreicher und der Österreicherinnen zu ändern.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Kollege Kogler, wenn ich Sie anschaue: Sie passen besser in die Geisterbahn als Sebastian Kurz, das sage ich Ihnen ganz ehrlich. (Beifall und lebhafte Heiterkeit bei ÖVP und FPÖ.) Sie müssen mit der Geisterbahn Erfahrung haben – aber bitte, das ist Ihr Problem und nicht unseres. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Na bitte, Kollege Pirklhuber, mit der Geisterbahn ist Ihr Kollege gekommen! Reden Sie mit Kogler, wenn Sie ein Problem mit der Geisterbahn haben! Die dritte Reihe bei den Grünen regt das auf, was die erste sagt – das passt zu Ihrem Chaos, das Sie momentan haben! (Beifall bei der ÖVP und bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Wenn die Molkerei ihre eigenen Mitglieder nicht mehr aufnehmen will!
Wir haben in Österreich Gott sei Dank überschaubare Strukturen, und wir sollten daher alles tun, um diese überschaubaren Strukturen zu erhalten. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Das ist schwierig genug, sage ich dazu, vor allem dann, wenn in Österreich die Latte, was die Wettbewerbsfähigkeit betrifft, immer wieder höher gelegt wird und wir letztlich zu gleichen Preisen zu produzieren haben. (Abg. Pirklhuber: Wenn die Molkerei ihre eigenen Mitglieder nicht mehr aufnehmen will!)
Abg. Pirklhuber: Richtig, die Armen!
Herr Kollege Pirklhuber, weil Sie gerade die Milchbauern angesprochen haben (Abg. Pirklhuber: Richtig, die Armen!): Wenn ich Ihnen zuhöre, kommen mir die Tränen, nämlich vor Wut und nicht aus Trauer. Wissen Sie warum, Herr Kollege Pirklhuber? – Sie waren einer jener Exponenten, die damals diese Bauern verführt haben (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber) und ihnen gepredigt haben: Hinaus aus den Genossenschaften, neue Richtlinien, neue Produktionsmöglichkeiten!, und jetzt jammern sie und fordern, dass wir ihnen helfen. Wir werden es trotzdem tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Herr Kollege Pirklhuber, weil Sie gerade die Milchbauern angesprochen haben (Abg. Pirklhuber: Richtig, die Armen!): Wenn ich Ihnen zuhöre, kommen mir die Tränen, nämlich vor Wut und nicht aus Trauer. Wissen Sie warum, Herr Kollege Pirklhuber? – Sie waren einer jener Exponenten, die damals diese Bauern verführt haben (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber) und ihnen gepredigt haben: Hinaus aus den Genossenschaften, neue Richtlinien, neue Produktionsmöglichkeiten!, und jetzt jammern sie und fordern, dass wir ihnen helfen. Wir werden es trotzdem tun! (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Sie waren auch dabei!
Sie waren mit der IG-Milch unterwegs und haben alles getan, um bäuerliche Genossenschaften kaputt zu machen. (Abg. Pirklhuber: Sie waren auch dabei!) Nicht alles, das sei dazu gesagt, ist perfekt, auch in diesem Bereich nicht. (Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) – Herr Kollege Steinbichler, du warst ja selbst einmal Bundesrat und beim Bauernbund und hast damals alles gepriesen, was du heute verfluchst. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Zwischenruf des Abg. Hübner.) Im Vergleich dazu, welchen Wandel du in deiner Haltung bezüglich Agrarpolitik gemacht hast, ist ein Weltcupslalom ein Laserstrahl. (Beifall bei der ÖVP.)
Abg. Pirklhuber: Metternich-Gesetz!
So, jetzt ist die Frage: Was sind die außenpolitischen Interessen der Republik Österreich? (Abg. Neubauer: Wer legt sie fest?) Das wissen ja SPÖ und ÖVP selbst nicht immer, und sie widersprechen sich oft in dieser Frage. Fest steht jedoch einmal: Okay, es gibt außenpolitische Interessen und es geht nicht darum, dass diese außenpolitischen Interessen gefährdet sind, nein, Inhalt der Versammlung muss nur eine andere Meinung sein. Das heißt, erstmals können Versammlungen untersagt werden, weil sie sich nicht mit der Regierungsmeinung decken. (Abg. Pirklhuber: Metternich-Gesetz!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Früher hat die Sozialdemokratie „Hoch die internationale Solidarität!“ gerufen. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das ist lange her, meine Damen und Herren, mit der internationalen Solidarität wird es schnell zu Ende sein.
Sitzung Nr. 177
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Es enthält das right to regulate, also die Regulierungshoheit der Nationalstaaten. CETA untergräbt auch nicht das Vorsorgeprinzip. Das ist in Artikel 191 des Lissabon-Vertrages geregelt und kann durch einen völkerrechtlichen Vertrag nicht abgeschafft werden. Ganz im Gegenteil: CETA sieht sogar die Anwendung des Vorsorgeprinzips de facto vor. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Auch Kanada selbst wendet in vielen Fällen das Vorsorgeprinzip an.
Abg. Pirklhuber: Ich hab’ es aber auch nicht so behauptet!
Mittels Hormongaben produziertes Rindfleisch ist in der EU nicht zugelassen, und es wird auch mit CETA nicht kommen. Das ist einfach das Gesetz! Und man muss nichts anderes behaupten, denn es stimmt einfach nicht. Man muss es auch nicht einfach so in den Raum stellen, weil es ja sein könnte. – Nein, könnte es nicht! Es steht nicht so im Vertrag drinnen! (Abg. Pirklhuber: Ich hab’ es aber auch nicht so behauptet!)
Beifall der Abgeordneten Lugar, Pirklhuber und Winter.
Die Bevölkerung hat Angst und auch große Sorge, was diese Abkommen betrifft. Auch der Regulierungsrat, die Stillstandsklausel und die Sperrklausel sind zu hinterfragen – ich glaube, Kollege Wittmann hat das angesprochen –, weil es sich um ein sogenanntes lebendes Abkommen handelt. Da können die Verhandlungspartner von TTIP Details im Nachhinein, ohne demokratische Kontrollen, ausverhandeln, und diese Vorgangsweise lehnen ich und ein Großteil der Bevölkerung in dieser Form massiv ab. – Danke schön. (Beifall der Abgeordneten Lugar, Pirklhuber und Winter.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Dr. Nikolaus Scherak (NEOS): Herr Präsident! Hohes Haus! Ich will noch auf ein paar Argumente eingehen, die vorgebracht worden sind: Kollege Pirklhuber hat uns NEOS Populismus vorgeworfen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Herr Kollege Pirklhuber, man muss bei diesem Volksbegehren, ohne die Anzahl derjenigen, die unterschrieben haben, zu schmälern, aber auch Folgendes dazusagen: Es haben knapp 560 000 unterschrieben, bei 6,3 Millionen Wahlberechtigten heißt das aber auch, dass 5,7 Millionen nicht unterschrieben haben – aus welchen Gründen auch immer. (Abg. Deimek: Das ist der wahre ...!) – Nein, das ist die Wahrheit, Herr Kollege Deimek.
Abg. Pirklhuber: Die Tunnels sind besser, bei den Straßen …!
Unsere Autobahnen und Schnellstraßen gehören zweifelsohne zu den besten Europas. Wir geben uns aber nicht mit guten Straßen allein zufrieden, sondern wir schauen auch darauf, dass der Service rundherum gut ist. Deshalb hat es einmal den ... (Abg. Pirklhuber: Die Tunnels sind besser, bei den Straßen …!) Es hat einmal den Spruch des Vignettenman gegeben, der gesagt hat: Nur Kleben bringt Segen! Geschätzte Damen und Herren Abgeordnete, jetzt haben wir ein Leben ohne Kleben vor uns, was vielleicht auch nicht uninteressant ist. (Beifall bei der SPÖ.)
Sitzung Nr. 179
Abg. Pirklhuber: Gar nichts!
Das ist ja genau das Problem: Das Problem bei Ihnen ist, dass Sie ja nicht einmal wissen, was Sie umsetzen wollen. Was Sie bisher genau wussten, ist, dass Sie Kanzler werden wollen – das wussten Sie, und das wissen Sie immer noch –, aber was Sie konkret umsetzen wollen, wissen Sie nicht. (Abg. Pirklhuber: Gar nichts!) – Genau! „Gar nichts!“, sagen die Grünen, und da haben sie recht. Das ist das Problem.
Abg. Lugar: Jetzt geht es auf einmal! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich habe gestern ein Gespräch mit dem Bundeskanzler geführt, und bei diesem Gespräch sind wir eigentlich sehr schnell zu dem Punkt gekommen, an dem wir uns in den zehn Punkten, die er vorgeschlagen hat, und auch in einigen Punkten, die ich noch auf den Tisch gelegt habe, gefunden haben. Aus meiner Sicht sollte es möglich sein, innerhalb der nächsten Wochen viele dieser Punkte in aller Ruhe gemeinsam abzuarbeiten. (Abg. Lugar: Jetzt geht es auf einmal! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Falls es dazu auch noch eine Zustimmung der Opposition gibt, dann freut mich persönlich das natürlich sehr. (Beifall bei der ÖVP.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Ich bin daran interessiert, dass der Streit, den es in der Regierung gegeben hat, so nicht fortgesetzt wird, und daher habe ich bewusst einen sehr konstruktiven personellen Vorschlag gemacht. Ich habe Wolfgang Brandstetter als Vizekanzler vorgeschlagen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), der aus meiner Sicht immer als Sacharbeiter aufgefallen ist, der auch noch nie in einen Streit in der Regierung verwickelt war. Seine erste Reaktion war, dass er gesagt hat, er möchte das tun, aber er möchte das nur dann tun, wenn es vor allem auch die Bereitschaft gibt, noch etwas umzusetzen. Unsererseits gibt es diese Bereitschaft – wir werden das in den nächsten Tagen und Wochen beweisen –, und ich hoffe, dass die SPÖ dieses Angebot annimmt. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kickl: Und warum nicht Sie selbst?)
Abg. Pirklhuber: Sobotka!
Die Blockaden haben auch Namen bekommen (Abg. Pirklhuber: Sobotka!): Es sind der Kollege Sobotka, aber auch andere Personen auf den Abgeordnetenbänken. Natürlich hat sich aber auch Kollege Kurz immer wieder davor gedrückt, dass die Regierung etwas weiterbringt. Daher ist es richtig, dass dieses Schauspiel jetzt ein Ende hat. Ich glaube, viele Leute haben gesagt: Bevor dieses Blockadeschauspiel weitergeht, sind uns Neuwahlen lieber!, und fühlen sich erlöst. Wir als verantwortungstragende Politiker dürfen aber Folgendes nicht vergessen: Es wäre noch wichtiger für die Menschen in unserem Land, dass wir die Sachen beschließen, von denen die Leute konkret etwas Positives haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar, Pirklhuber und Steinbichler.
Es gibt zehn Punkte seitens des Bundeskanzlers und sieben Punkte von uns, die wir ganz konkret mit der SPÖ verhandeln wollen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Lugar, Pirklhuber und Steinbichler.) – Wenn es Sie interessiert, sage ich Ihnen die Punkte kurz; ich glaube aber, an Sacharbeit sollten auch die Grünen interessiert sein, Kollege Pirklhuber!
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Die große Frage ist ja, wie überhaupt gemeinsame Politik für die Menschen hier funktionieren soll, wenn im Vordergrund nichts anderes steht als Obstruktion, ein gewisser Intrigantenstadl, wenn ein Außenminister offensichtlich einen Wirtschaftsminister sucht und bei den NEOS anruft – was uns natürlich ehrt, weil das heißt, dass die ÖVP von Wirtschaftskompetenz schon lange nichts mehr hat! (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.) Die Wirtschaftskompetenz ist bei den NEOS, deswegen muss man bei uns anrufen. (Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.)
Abg. Pirklhuber: Die christlich-soziale ÖVP! – Ruf bei der ÖVP: So wie ihr mit den Jungen Grünen umgeht!
Dritter Punkt: Lob für autoritäre Staatchefs wie Viktor Orbán. Ich zitiere Sebastian Kurz: „Hören wir auf mit der Trennung in Gut und Böse“. – Gemeint war Viktor Orbán, der zivilgesellschaftliche Vereine in seinem eigenen Land zu Spionen erklärt, der tatenlos zuschaut, wenn Roma und Sinti auf offener Straße erschossen werden. Wir sollen also aufhören „mit der Trennung in Gut und Böse“, sagt der Herr Europa- und Außenminister. (Abg. Pirklhuber: Die christlich-soziale ÖVP! – Ruf bei der ÖVP: So wie ihr mit den Jungen Grünen umgeht!) – Danke für den wertschätzenden Umgang! (Abg. Rädler: ... nicht wertschätzend!) Ich habe mich auf ganz konkrete Zitate und auf konkrete Politik von Sebastian Kurz bezogen, nachlesbar in der APA und in allen möglichen Medien, und ich glaube, wir sollten einander an unseren Taten, an der von uns getätigten Politik messen. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Rädler: Mehr Wertschätzung!)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich persönlich – wenn ich damit schließen darf – habe die Lehren aus dem 20. Jahrhundert in Österreich gezogen, ich persönlich habe das getan, und ich denke, daran sollte man schon auch immer wieder denken; das ist mir persönlich einfach wichtig. Man hätte hier aber noch einiges an Arbeit, einiges, was man umsetzen sollte, und wenn das möglich ist, würde ich mich gerne so wie bisher dafür zur Verfügung stellen. Jetzt gibt es für mich nur noch einen Satz: An die Arbeit! – Das wär’s. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Die Kurz-Partei nicht!
Auf der Autobahn würde man sagen, er dreht um und ist ein Geisterfahrer, ein europapolitischer Geisterfahrer (Beifall bei Grünen und NEOS), und ist dort eigentlich schon in Konkurrenz mit der FPÖ, und manchmal hiaselt die SPÖ auch noch hinterher. Deshalb stellt sich jetzt die Frage, wer in diesem Land und welche Fraktionen hier im Parlament überhaupt noch grundsätzlich proeuropäisch agieren und denken. (Abg. Pirklhuber: Die Kurz-Partei nicht!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pilz und Pirklhuber.
Sie haben sich das, Herr Bundeskanzler, bei Ihrem Amtsantritt vor einem Jahr sicher anders vorgestellt, aber gerade an Ihnen sieht man, wie rasch die Aura eines künstlich dargestellten Wunderwuzzis oder Messias verblassen kann und wie rasch auch die Lobeshymnen verstummen. Daran sollte sich vielleicht auch Kollege Kurz gelegentlich ein bisschen erinnern: Eine hohle Fassade kann manchmal sehr, sehr kurzlebig sein. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pilz und Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Kogler.
Schüssel hat schon im Jahr 1995 plakatiert „DIE NEUE ÖVP“. Jetzt kommt man mit dem gleichen Schmäh wieder daher, halt nur ohne Mascherl. Das sind die Mentoren, die dahinterstehen, von Schüssel bis Pröll auf der einen Seite und auf der anderen Seite, bei der SPÖ, Gusenbauer. Das sind die Vertreter und Mentoren eines alten Systems, die halt neue Pappkameraden nach vorne gestellt haben. (Abg. Kogler: Boah!) Das ist doch in Wirklichkeit genau der Punkt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Weiterer Zwischenruf des Abg. Kogler.)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Wo ist der Pappkamerad? ... Papiermaschee!
Der erste war: Er hat gesagt, alles, was noch an Beschlüssen hier im Parlament möglich ist, soll vom ÖVP-Parlamentsklub durch intensive Arbeit unterstützt werden – und das werden wir machen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Wo ist der Pappkamerad? ... Papiermaschee!)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Drittens: Weil wir uns jetzt auf die Arbeit konzentrieren (Heiterkeit bei SPÖ, FPÖ, Grünen und Team Stronach), erst im Herbst ... – Ja, auch mir macht die Arbeit Spaß! Es freut mich, dass auch Sie sich freuen – wunderbar! (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Gehen wir also gemeinsam frohgemut an die Arbeit und nicht missmutig und griesgrämig! – Drittens ist im Herbst der Wahlkampf möglichst kurz und fair zu führen.
Abg. Pirklhuber: Wer hat denn ...?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin froh, dass diese Debatte bisher so verlaufen ist (Zwischenruf des Abg. Kogler), weil mir das schon zeigt, dass auch bei den Oppositionsparteien Interesse vorhanden ist, dass wir geordnet weiterarbeiten (Abg. Pirklhuber: Wer hat denn ...?), wenngleich wir wissen, dass es ein Wahlkampf in der Politik natürlich mit sich bringt, dass wir in einer Ausnahmesituation sind. (Abg. Pirklhuber: Wo ist er denn, der Herr Kurz, zu einer Stellungnahme?)
Abg. Pirklhuber: Wo ist er denn, der Herr Kurz, zu einer Stellungnahme?
Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich bin froh, dass diese Debatte bisher so verlaufen ist (Zwischenruf des Abg. Kogler), weil mir das schon zeigt, dass auch bei den Oppositionsparteien Interesse vorhanden ist, dass wir geordnet weiterarbeiten (Abg. Pirklhuber: Wer hat denn ...?), wenngleich wir wissen, dass es ein Wahlkampf in der Politik natürlich mit sich bringt, dass wir in einer Ausnahmesituation sind. (Abg. Pirklhuber: Wo ist er denn, der Herr Kurz, zu einer Stellungnahme?)
Abg. Pirklhuber: Und wer hat uns die Eurofighter eingebrockt?
Ich habe ihm – lassen Sie uns wieder zum Ernst zurückkehren! – gesagt, wir müssen verhindern, dass wir in eine Situation wie am 24. September 2008 kommen. Was haben wir – und mit „wir“ meine ich auch (auf sich selbst weisend) uns – damals gemacht? – Wir haben Beschlüsse über mehr als 3 Milliarden € gefasst, und kaum war der Wahltag vorbei, mussten wir – auch (in Richtung ÖVP und SPÖ weisend) wir gemeinsam; wir waren damals in der Regierung (Abg. Heinzl: Wer war das? Wer hat gesagt, es reicht? Wer war das?) – Beschlüsse in Höhe von 500 Millionen € wieder zurücknehmen. Andere Beschlüsse über 2,5 Milliarden € sind geblieben. (Abg. Pirklhuber: Und wer hat uns die Eurofighter eingebrockt?) Das sollten wir uns dieses Mal, im September 2017, ersparen, meine Damen und Herren! (Beifall bei der ÖVP.) Das sollten wir uns ersparen.
Abg. Pirklhuber: Das glauben Sie ja selber nicht, was Sie da sagen!
Jetzt liegen zehn Vorschläge von Bundeskanzler Kern auf dem Tisch, und es gibt sieben Vorschläge von uns. – Sie wissen es: Wir wollen, dass der Beschäftigungsbonus noch beschlossen wird, wir wollen die Erhöhung der Forschungsprämie (Abg. Pirklhuber: Das glauben Sie ja selber nicht, was Sie da sagen!), wir sind dafür, die kalte Progression abzuschaffen, wir wollen mehr Flexibilität und Mobilität am Arbeitsmarkt, wir wollen, dass bei der Auszahlung der Familienbeihilfe ins Ausland eine Änderung kommt, um nur einige Beispiele zu nennen. Wir können hier noch viel gemeinsam umsetzen. Das ist es, was ich aus dem Blickwinkel meiner Fraktion als Gesamtverantwortung des Hohen Hauses sehe (Abg. Weninger: ... Bildungsreform?): hier im Parlament noch entsprechende Beschlüsse zu fassen.
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Vom Sprengmeister zum Auftraggeber! – Ruf: Eine eigenartige Rede! – Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die Kurz-Erklärung?
Reden wir also nicht nur vom Weiterarbeiten, sondern arbeiten wir hier im Hohen Haus tatsächlich gemeinsam intensiv weiter! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Vom Sprengmeister zum Auftraggeber! – Ruf: Eine eigenartige Rede! – Abg. Pirklhuber: Wo bleibt die Kurz-Erklärung?)
Abg. Pirklhuber: Sprengmeister!
Mein Problem, Sebastian Kurz, war nur der Stil, und da bin ich sehr klar: Wenn man sich unter Parteichefs nicht auf ein Mindestmaß an Vertrauen verlassen kann, dann haben wir ein grobes Problem in dieser Republik. (Abg. Schopf: Genau!) Dann wird nämlich die nächste Regierung dort landen, und zwar innerhalb weniger Monate, wo diese Regierung jetzt ist und über viele Monate und Jahre war. Dann kann man nämlich nicht einmal aufs WC gehen, ohne Gefahr zu laufen, dass, wenn man zurückkommt, eine Bombe unter dem Sessel klebt. (Abg. Pirklhuber: Sprengmeister!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schenk.
Ich muss Ihnen eines sagen – und das ist interessant, weil Sie auch einer derjenigen sind, die sich jetzt aktuell wieder neu erfinden –, meine sehr geehrten Damen und Herren: Sehen wir jetzt einmal von Herrn Mitterlehner ab, dem weggemobbten, manche sagen auch: weggeputschten, Herrn Mitterlehner, dann hat soeben nicht irgendjemand gesprochen, der ganz neu in dieser Politik und neu in der Regierungsverantwortung wäre, sondern derjenige, der das am längsten dienende Regierungsmitglied der ÖVP in der aktuellen Riege ist: Sebastian Kurz. (Wow-Rufe bei der FPÖ.) Das ist der Mann, der am meisten und am längsten Verantwortung für all die Fehlentwicklungen in dieser Republik trägt und der heute nichts anderes zu tun hat, als seine eigenen Spuren und seine Mittäterschaft zu verwischen. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schenk.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Diese kleine Episode, in der wir zum Schluss gekommen sind, da haben wir gemeinsam etwas sehr Vernünftiges gemacht, erzähle ich deshalb, weil sie Vertrauen schafft, und sie hat Vertrauen geschaffen. Wir haben, das darf ich, glaube ich, sagen, Herr Bundeskanzler, immer auch ein sehr gutes Verhältnis zueinander gehabt. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich weiß auch, warum der damalige Landeshauptmann Pröll den Sobotka loswerden wollte: weil er sonst wahrscheinlich in Niederösterreich dasselbe gemacht hätte wie hier! (Beifall bei der SPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.) Der war heilfroh, dass Sobotka in die Bundespolitik gegangen ist, der war heilfroh, dass er da den wilden Mann gespielt hat, der war heilfroh! Ich gebe Ihnen recht: Er war eines der Grundübel in dieser ÖVP, weil er dieser Gruppe angehört hat, in deren Hintergrund Kurz gestanden ist, der unbedingt diese Regierung zerstören wollte. (Zwischenrufe der Abgeordneten Jarolim und Rädler. – Weitere Zwischenrufe bei der ÖVP.)
Abg. Öllinger: Und jetzt mach keine Fehler! – Abg. Pirklhuber: Bitte keine Fehler!
Präsidentin Doris Bures: Als Nächster ist Herr Abgeordneter Dr. Jarolim zu Wort gemeldet. Sie haben 5 Minuten Redezeit. – Bitte. (Abg. Öllinger: Und jetzt mach keine Fehler! – Abg. Pirklhuber: Bitte keine Fehler!)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Gerhard Schmid.
Verantwortlich für die ordnungsgemäße Abwicklung ist das jeweilige Land selbst. Dabei muss aber auch darauf geachtet werden, dass das nationale Recht und auch das EU-Recht eingehalten werden. Wachstum und Beschäftigung sind ein ganz wichtiger Faktor, besonders für die Zukunft und besonders in der heutigen Zeit. – Danke. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Gerhard Schmid.)
Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Weninger und Korun. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich berichtige tatsächlich: Dieser Begriff ist erstmals bei Karl Marx aufgetaucht, dem man vieles zu Recht vorwerfen kann, aber nicht, rechtsextrem gewesen zu sein. (Beifall bei der FPÖ. – Ironische Heiterkeit der Abgeordneten Weninger und Korun. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Heiterkeit des Abg. Pirklhuber
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Herr Präsident! Ich meine, das Stabilitätsprogramm – da bin ich bei Kollegin Tamandl – zeigt, wie gut die Regierung funktioniert hat (Heiterkeit des Abg. Pirklhuber) und wie richtig viele Beschlüsse waren, die wir gefällt haben; man sieht, dass die Steuerreform wirkt.
Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber – in Richtung ÖVP –: Nach Niederösterreich schauen!
Besonders aus der Reihe tanzen einerseits Kärnten wegen der Heta und andererseits Wien wegen der rot-grünen Regierung. In Wien gibt es laut Rechnungshofbericht eine wahre Kostenexplosion, was die Mindestsicherung anlangt. Die Pensionsprivilegien für Beamte werden über Gebühr fortgeschrieben. Auch das Problem mit den Schweizer-Franken-Krediten ist bis dato ungelöst, und das könnte für die Steuerzahler gefährlich werden. (Zwischenruf bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber – in Richtung ÖVP –: Nach Niederösterreich schauen!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber, Loacker und Schenk.
Deswegen glauben wir, und der Bericht bestätigt es uns eigentlich, dass die AMA Marketing auch eine Organisation der Parteienfinanzierung ist. Es ist nämlich nichts anderes, wenn man von der AMA Marketing eingenommenes Bauerngeld über Umwege und Agenturen zur „Österreichischen BauernZeitung“, die dem ÖVP-Bauernbund gehört, schleust. Das hat der AMA-Marketing-Bericht aufgezeigt. (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber, Loacker und Schenk.) Dagegen wehren wir uns massiv.
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schenk.
Die Spitze des Eisberges ist aber, dass der ehemalige Landwirtschaftsminister Josef Pröll im Aufsichtsrat dieser AMA-Marketing-Organisation sitzt, nämlich als Vertreter von Raiffeisen und als Vertreter der Mühlenindustrie, der Sparte, die Getreide vermahlt, wobei da die Bauern keine Marketingbeiträge zahlen. Es ist für uns absolut und gänzlich unverständlich, warum der ehemalige Minister Josef Pröll im Aufsichtsrat der AMA Marketing sitzt. Das ist ein lupenreiner Interessenkonflikt, absolut nicht notwendig, eine lupenreine Parteibuch- und Freunderlwirtschaft in der AMA Marketing! Das gehört abgestellt! (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Schenk.)
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Mit dieser Bitte schließe ich ab und freue mich sehr, wenn wir rasch die Ergebnisse dieser Untersuchungen sehen könnten. Da muss man durchaus dranbleiben, und da wünsche ich mir und freue mich auf die Unterstützung des Rechnungshofs. – Herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.
Wir haben im Ausschuss ja auch Herrn Geschäftsführer Blass darauf angesprochen, was die Inserate betrifft – Kollege Pirklhuber hat es auch schon erwähnt. Das wurde zwar verneint, aber wenn man den Rechnungshofbericht genauer liest und wenn man vergleicht und sich den zeitlichen Zusammenhang mit den Wahlen ansieht, dann stimmt die Kritik natürlich. Das muss auch angesprochen und auch aufgedeckt werden, meine sehr geehrten Damen und Herren! So kann es nicht sein. (Beifall beim Team Stronach sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Der Rechnungshof beziehungsweise die Frau Präsidentin hat gesagt, es werde eine Follow-up-Prüfung geben. 55 Empfehlungen wurden ausgesprochen, 51 allein an die AMA, die anderen im Zusammenhang mit dem Ministerium, das wurde schon erwähnt. Diese Empfehlungen sind in Umsetzung respektive werden umgesetzt, weil es bei manchen eine Frist von einem Jahr gibt. Wenn der Follow-up-Bericht kommt, wird man sehen, wie viel tatsächlich umgesetzt worden ist. Diese Empfehlungen reichen aber nicht aus, sondern es braucht auch weitere Schritte, wie Kollege Jannach schon ausgeführt hat. Und da werden wir natürlich gerne dabei sein. – Vielen Dank. (Beifall beim Team Stronach, bei Abgeordneten der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Jungbauern!
Was sieht der Rechnungshof an erhöhter Geschäftstätigkeit dieser AMA? – Es ist vieles erwähnt worden, ich fasse es nur ganz kurz zusammen: Es fließen Mittel an private Vereine, deren Mittelverwendung einer Kontrolle nicht mehr zugänglich ist. (Abg. Pirklhuber: Jungbauern!) Der Personalstand erhöht sich im Beobachtungszeitraum von vier Jahren um 38,7 Prozent. Es wird formlos und ohne schriftliche Vereinbarung mit der Landwirtschaftskammer kooperiert, und am Ende fehlt eine Abrechnung gemeinsamer Projekte über 1 Million €. (Abg. Pirklhuber: Das ist Parteienfinanzierung, Frau Kollegin!) Es wird mit der Österreichischen Hagelversicherung kooperiert, es wird ein beauftragtes Grillmagazin zum wirtschaftlichen Flop, und im Nachhinein deckt die AMA finanzielle Löcher großzügig ab.
Abg. Pirklhuber: Das ist Parteienfinanzierung, Frau Kollegin!
Was sieht der Rechnungshof an erhöhter Geschäftstätigkeit dieser AMA? – Es ist vieles erwähnt worden, ich fasse es nur ganz kurz zusammen: Es fließen Mittel an private Vereine, deren Mittelverwendung einer Kontrolle nicht mehr zugänglich ist. (Abg. Pirklhuber: Jungbauern!) Der Personalstand erhöht sich im Beobachtungszeitraum von vier Jahren um 38,7 Prozent. Es wird formlos und ohne schriftliche Vereinbarung mit der Landwirtschaftskammer kooperiert, und am Ende fehlt eine Abrechnung gemeinsamer Projekte über 1 Million €. (Abg. Pirklhuber: Das ist Parteienfinanzierung, Frau Kollegin!) Es wird mit der Österreichischen Hagelversicherung kooperiert, es wird ein beauftragtes Grillmagazin zum wirtschaftlichen Flop, und im Nachhinein deckt die AMA finanzielle Löcher großzügig ab.
Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Moser, Pirklhuber und Scherak.
ist jetzt vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, um eine sachliche Diskussion über den Vorschlag zu führen. – Danke. (Beifall bei der ÖVP sowie der Abgeordneten Moser, Pirklhuber und Scherak.)
Sitzung Nr. 181
Abg. Pirklhuber: Ökostromgesetz, bitte!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: In der 1 Minute Redezeit werde ich versuchen, das darzulegen: Der größte Problembereich ist der Verkehrsbereich. Dort lagen die Treibhausgasemissionen 1990 bei 13,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent und 2005 bei 24 Millionen Tonnen. Da gab es also fast eine Verdoppelung, und seitdem ist in diesem Bereich nur ganz wenig in Richtung Rückgang geschehen. (Abg. Pirklhuber: Ökostromgesetz, bitte!) Deswegen setzen wir uns jetzt massiv dafür ein, die E-Mobilität zu stärken. Gemeinsam mit Jörg Leichtfried, meinem Kollegen im Verkehrsministerium, haben wir eine E-Mobilitäts-Offensive mit 72 Millionen € für diese zwei Jahre gestartet, die auch schon greift, sich schon sehr positiv auswirkt. (Abg. Brunner: Die Maßnahmen, die jetzt noch kommen werden, habe ich gemeint!)
Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Antwort? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine andere Frage! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Da wird irgendetwas vorgelesen ...! – Abg. Steinbichler: Rädler, du sollst zuhören – nicht Zeitung lesen! Da wirst du nie gescheiter!
Interessierte Verbraucher und Verbraucherinnen haben damit wirklich die Möglichkeit, sich über die genaue Beschaffenheit von g.U. und g.g.A. zu informieren. Die Regelungen verlangen sehr wohl, dass Tiroler Speck in Tirol produziert wird. Eine Produktion von Tiroler Speck außerhalb Tirols ist nicht zulässig. (Zwischenrufe bei der FPÖ. – Abg. Steinbichler: Aber die Schweine ...!) – Ja, habe ich etwas anderes gesagt? (Ruf bei der FPÖ: Was ist das für eine Antwort? – Abg. Belakowitsch-Jenewein: Das war eine andere Frage! – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber. – Ruf bei der FPÖ: Da wird irgendetwas vorgelesen ...! – Abg. Steinbichler: Rädler, du sollst zuhören – nicht Zeitung lesen! Da wirst du nie gescheiter!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sie kürzen!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Herr Abgeordneter Pirklhuber, das haben wir wirklich ausführlich diskutiert, und Sie behaupten hier etwas, das ich schon mehrfach richtiggestellt habe. Es ist das Gegenteil der Fall! Wir haben die Teilnahme an und die Zahlungen für ÖPUL seit 2015 kontinuierlich steigern können, der Anstieg im Antragsjahr 2016 betrug gegenüber 2015 sogar mehr als 20 Millionen €. Wenn Sie jetzt behaupten, wir nehmen den Bauern Geld weg, ist das einfach unrichtig. Nehmen Sie das zur Kenntnis! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sie kürzen!) – Nein! Entschuldigung!
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sie kürzen!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Ich kann gerne weiter ausführen, Frau Präsidentin, Herr Abgeordneter Pirklhuber, dass es etwa im Bereich der Maßnahmen betreffend Bio ein Plus von 8,2 Millionen €, im Bereich der Begrünung, der Zwischenfrüchte, Maßnahme System Immergrün, ein Plus von 4,2 Millionen € und beim Naturschutz ein Plus von 3,3 Millionen € gegeben hat. Wo nehmen wir da den Bauern Geld weg? Das ist einfach ein hanebüchener Unsinn! – Entschuldigung! (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Sie kürzen!)
Abg. Pirklhuber: Danke schön, Frau Präsidentin!
Präsidentin Doris Bures: Ich bedanke mich für die Entschuldigung für die Ausdrucksweise, die Sie gerade verwendet haben, Herr Minister. (Abg. Pirklhuber: Danke schön, Frau Präsidentin!)
Abg. Pirklhuber: Das hat er auch nicht geglaubt, dass er das noch einmal wird! – Abg. Jarolim: Na, geahnt haben wir es schon!
Ich erteile nun Herrn Vizekanzler Dr. Brandstetter das Wort. – Bitte. (Abg. Pirklhuber: Das hat er auch nicht geglaubt, dass er das noch einmal wird! – Abg. Jarolim: Na, geahnt haben wir es schon!)
Abg. Pirklhuber: Das ist gescheit!
Bundesminister für Justiz Vizekanzler Dr. Wolfgang Brandstetter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Bundeskanzler! Meine Damen und Herren Kolleginnen und Kollegen auf der Regierungsbank! Meine Damen und Herren Abgeordneten! Liebe Gäste, Schülerinnen und Schüler! Auch ich kann mich eigentlich sehr kurz fassen. (Abg. Pirklhuber: Das ist gescheit!) Ja, das tue ich mit Sicherheit.
Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler
Bevor Herr Strolz jetzt gleich wieder schreit: Es darf kein Geld ausgegeben werden!, möchte ich schon sagen, dass es nicht verantwortungslos war, als wir 2008 die Studiengebühren abgeschafft haben. (Zwischenruf des Abg. Strolz.) Das war 1 Milliarde €, die wir den Studierenden seither erspart haben, die sie nicht zahlen mussten – 1 Milliarde €! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Strolz: Fragen Sie Ihren ... Parteichef! Van der Bellen war der Meinung ...!) – Sie fänden, es wäre verantwortungsvoll gewesen, die Studierenden diese Milliarde zahlen zu lassen (Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler) – okay, bitte, das ist Ihre Position, unsere ist es nicht, wir wollen, dass die Leute gut studieren können, ohne dass sie zahlen müssen.
Abg. Rädler: Nein, Sie betrifft es ...! – Abg. Pirklhuber: ... zuhören!
Bis jetzt, lesen wir im „Falter“, ist nur ein einziger der AG-Mandatare zurückgetreten. Herr Kurz, vielleicht wollen Sie ja zuhören, es betrifft eigentlich gerade Sie (Abg. Rädler: Nein, Sie betrifft es ...! – Abg. Pirklhuber: ... zuhören!): Es ist erst einer dieser Mandatare zurückgetreten, die anderen sind immer noch auf der Liste, steht im „Falter“, und ich möchte die Garantie von Ihnen haben, dass sich auf Ihren Listen, die Sie jetzt erstellen werden, mit der Vollmacht, die Sie jetzt erhalten haben, niemand von diesen Leuten findet. Es reicht nicht aus, zu sagen: Wir haben die jetzt ausgeschlossen. Es muss eine Garantie dafür geben, dass die auch nie wieder irgendwo auftauchen, auf irgendwelchen ÖVP-Listen, in irgendwelchen ÖVP-Ämtern. (Beifall bei den Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Der hat sich versteckt! – Bundesminister Mahrer kehrt an seinen Sitzplatz zurück.
Abgeordneter Ing. Wolfgang Klinger (FPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Der Minister ist, glaube ich, weg. (Abg. Pirklhuber: Der hat sich versteckt! – Bundesminister Mahrer kehrt an seinen Sitzplatz zurück.) – Geschätzter Herr Minister! Werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörer und Zuseher! Die Änderung des Wirtschaftskammergesetzes kann man ungefähr mit dem Motto vergleichen: Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Ich war beim letzten Wirtschaftsparlament anwesend, bei dem es am Schluss gerade noch gelungen ist, einen gemeinsamen Antrag zu formulieren, damit diese kleine Änderung im Wirtschaftskammergesetz nun auch tatsächlich durchgeführt wird. Wir haben uns dazu entschlossen, dieser Änderung zuzustimmen, weil es durch dieses neue Wirtschaftskammergesetz tatsächlich zu einer Beitragssenkung für die Mitglieder kommt.
Abg. Pirklhuber: Wirklich?
Vom zweiten Bereich werden Sie vielleicht auch nichts wissen, es ist heute schon angeklungen: Mit Jahresende hatten wir 818 selbständige Scheibtruhenfahrer (Abg. Pirklhuber: Wirklich?); der richtige Begriff ist Scheibtruhenfahrer. Wenn das liberal gescheit ist, dann weiß ich nicht. (Abg. Brosz: In der Regierung gibt es auch lauter Selbständige!)
Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.
schaft, aber ich frage mich: Ist es notwendig, bei Produkten, die das AMA-Gütesiegel tragen, Inhaltsstoffe zu verwenden, die einen so katastrophalen ökologischen Fußabdruck hinterlassen wie das Palmöl? (Beifall bei der FPÖ sowie der Abgeordneten Pirklhuber und Steinbichler.)
Abg. Pirklhuber: Da braucht man ein Gütesiegelgesetz!
Grundsätzlich zur Diskussion zum Thema Lebensmittel: Ich finde es positiv, dass die Diskussion hier sehr unaufgeregt verläuft. Ja, es ist wichtig, dass wir kritisch darauf schauen, was in diesem Gütesiegel enthalten ist, wie wir dieses Gütesiegel verbessern können, aber es geht auch darum, die Konsumentinnen und Konsumenten nicht zu verunsichern. (Abg. Pirklhuber: Da braucht man ein Gütesiegelgesetz!) – Wir haben eine sehr hervorragende Prüfung in diesen Bereichen, wir haben auch, was diese Gütesiegel betrifft, eine sehr klare Definition, was enthalten sein darf, und ja, wir müssen mit manchem wahrscheinlich auch Erfahrungen sammeln.
Abg. Pirklhuber: Ganz einfach!
Das Thema Palmöl ist natürlich ein Reizthema, und es sind viele Äußerungen gekommen, die inhaltlich gar nicht falsch sind, aber wir müssen es auch aus gesamtökologischer Sicht betrachten. Wir wissen alle, Ölpalmen gehören, sieht man sich den Flächenbedarf an, zu den ertragsstärksten Pflanzen, die es gibt. Jetzt können wir sagen, wir wollen kein Palmöl, aber dann müssen wir dazusagen, womit wir Palmöl substituieren. (Abg. Pirklhuber: Ganz einfach!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Das heißt, das Thema ist, glaube ich, viel umfassender zu diskutieren, nämlich indem wir uns fragen, wie wir es schaffen, den Ölverbrauch zu reduzieren. Schaffen wir es nicht, den Ölverbrauch zu reduzieren, können wir nur damit reagieren, dass wir Raps oder andere Pflanzen anbauen, die aber einen deutlich höheren Flächenbedarf haben. Da müssen wir uns fragen, welche Flächen wir dann verwenden, und das wird wieder dazu führen, dass Flächen, die heute nicht für die Landwirtschaft genutzt werden, dann plötzlich urbar gemacht werden. Es wird wieder Regenwald gerodet werden, um andere Pflanzen anzubauen. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Wir haben das Thema Gailtaler Speck: Das Gailtal hat das Problem, dass die Ferkelzucht nicht im Gailtal erfolgen kann. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das heißt, sie kaufen Ferkel zu, aber alles andere, vom Futtermittel über die Mast bis zur Schlachtung und Verarbeitung, geschieht im Gailtal. Die Züchter werden aber durch das, was du da betreibst, genauso in Misskredit gebracht wie andere, die vielleicht verdienterweise in der Kritik stehen. Das sollte man sich auch überlegen, wenn man hier pauschal ständig Kritik übt. (Beifall bei der SPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Landraub!
Dieses Thema ist den Menschen, den Bürgerinnen und Bürgern wichtig. Irgendjemand hat gesagt: Ich bin ja kein Arzt. – Jawohl, die Ernährungswissenschaftler bestätigen – in Italien wurde Nutella aus den Regalen genommen –, dass eine der Säuren bei Palmöl krebserregend ist. Und denken Sie nur daran, was für ein Klimawandel da verursacht wird, wenn in der Stunde 1 000 Hektar Regenwald gerodet werden! Damit werden das Klima, die Umwelt und die Gesundheit der Menschen zerstört. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. (Abg. Pirklhuber: Landraub!) – Landraub, danke, Wolfgang!
Abg. Pirklhuber: Der Blass ist Geschäftsführer und nicht Vorstandsdirektor! Vorstandsdirektor ist der Griesmayr!
Ich finde, dass gerade die Palmölfreiheit auch so ein Qualitätskriterium ist. Deswegen habe ich auch die AMA Marketing bereits im Vorfeld der Ausschussberatungen aufgefordert, sehr schnell die Richtlinien so abzuändern, dass tatsächlich, vor allem bei den Verarbeitungserzeugnissen, Be- und Verarbeitungsprodukten und Backerzeugnissen, die Freiheit von Palmöl und von Palmkernöl sichergestellt wird. Die AMA Marketing ist dieser Aufforderung auch schon nachgekommen und hat, wie der Vorstandsdirektor Michael Blass im Ausschuss ja auch bestätigt hat, die Richtlinien in Ausarbeitung, sodass die Palmöl- und Palmkernölfreiheit innerhalb der nächsten Monate sichergestellt werden soll. (Abg. Pirklhuber: Der Blass ist Geschäftsführer und nicht Vorstandsdirektor! Vorstandsdirektor ist der Griesmayr!)
eine Bienennisthilfe aus Holz in die Höhe haltend – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Eine entsprechende Nisthilfe, so wie ich sie hier habe (eine Bienennisthilfe aus Holz in die Höhe haltend – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), kann natürlich nur eine Krücke sein, um die Artenvielfalt der Wildbienen zu sichern. Viel wichtiger ist aber, dass wir in Österreich die Ökosysteme erhalten. Wesentlich dabei ist, Herr Minister, dass die Streuobstwiesen zum Beispiel erhalten bleiben, dass Biodiversität gegeben ist, aber natürlich auch dass wir im Bereich der Landwirtschaft und der Privatgärten auf Pestizideinsatz nach Möglichkeit verzichten beziehungsweise diesen reduzieren.
Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber.
Ich weiß mich auch darin, dass wir dieses Projekt noch auf den Boden bringen möchten, eins mit dem neuen Wirtschafts- und Energieminister Harald Mahrer. Ich lade alle ein, in der parlamentarischen Arbeit auch darauf hinzuwirken. Ich glaube, das ist auch ein Thema, das für alle politischen Fraktionen parteiübergreifend wichtig ist, dass wir nämlich die Energiewende voranbringen müssen. (Zwischenrufe der Abgeordneten Brunner und Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 183
Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Kollege Klubobmann Steinhauser, erkläre mir bitte die 40 000 Arbeitsplätze, die Rudi Anschober in Oberösterreich geschaffen hat! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Wunderbar, da wird die ÖVP sagen, sie hat 150 000 geschaffen, die SPÖ hat 200 000 geschaffen. – Das ist ja hier keine Märchenstunde! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Dann musst du einmal darüber nachdenken, wie viele er verhindert hat. Wir können nicht über Entbürokratisierung diskutieren und in Wirklichkeit bei jedem Projekt und überall zusätzliche Auflagen, zusätzliche Einschränkungen fordern! (Abg. Pirklhuber: Das ist ja nicht unser ...!) Das kostet, und das können wir uns im internationalen Wettbewerb wirklich nicht leisten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist ja nicht unser ...!
Kollege Klubobmann Steinhauser, erkläre mir bitte die 40 000 Arbeitsplätze, die Rudi Anschober in Oberösterreich geschaffen hat! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Wunderbar, da wird die ÖVP sagen, sie hat 150 000 geschaffen, die SPÖ hat 200 000 geschaffen. – Das ist ja hier keine Märchenstunde! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Dann musst du einmal darüber nachdenken, wie viele er verhindert hat. Wir können nicht über Entbürokratisierung diskutieren und in Wirklichkeit bei jedem Projekt und überall zusätzliche Auflagen, zusätzliche Einschränkungen fordern! (Abg. Pirklhuber: Das ist ja nicht unser ...!) Das kostet, und das können wir uns im internationalen Wettbewerb wirklich nicht leisten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Kollege Klubobmann Steinhauser, erkläre mir bitte die 40 000 Arbeitsplätze, die Rudi Anschober in Oberösterreich geschaffen hat! (Heiterkeit bei der FPÖ.) Wunderbar, da wird die ÖVP sagen, sie hat 150 000 geschaffen, die SPÖ hat 200 000 geschaffen. – Das ist ja hier keine Märchenstunde! (Beifall beim Team Stronach und bei Abgeordneten der FPÖ. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Dann musst du einmal darüber nachdenken, wie viele er verhindert hat. Wir können nicht über Entbürokratisierung diskutieren und in Wirklichkeit bei jedem Projekt und überall zusätzliche Auflagen, zusätzliche Einschränkungen fordern! (Abg. Pirklhuber: Das ist ja nicht unser ...!) Das kostet, und das können wir uns im internationalen Wettbewerb wirklich nicht leisten. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: ... Steuerreform!
Lieber Kollege Pirklhuber, deshalb sind wir im internationalen Ranking nur auf Platz 109. Im selben Ranking ist Deutschland Zehnter. Warum? Was sind die Hauptgründe? – Unsere hohen Lohnnebenkosten, unsere hohen bürokratischen Auflagen, und das ist die Kritik an dieser Bundesregierung. (Abg. Pirklhuber: ... Steuerreform!) Wo waren denn die Maßnahmen, die in jedem Wahlkampf angekündigt wurden? Das glaubt ja nicht einmal mehr ein kleines Kind.
Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Pirklhuber.
Wir brauchen eine Politik der Überschaubarkeit. Wir brauchen keine Tricksereien der Konzerne, wir brauchen keine zweistelligen Konzerngewinne. Wir brauchen Arbeitsplätze für unsere Bürgerinnen und Bürger, von denen sie leben können. Das ist das Ergebnis dieser sozialistischen Politik (Abg. Matznetter: Der weiß nicht, was er redet, der Kollege!): Es gibt bei den ArbeitnehmerInnen einen Kaufkraftverlust von 16 Prozent, und dieses Geld fehlt der Wirtschaft. (Zwischenrufe der Abgeordneten Matznetter und Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Nur bei Frischfleisch!
Was auch besonders wichtig ist: Bei Fleisch haben wir eine lückenlose Kennzeichnung geschafft; das heißt, es muss angegeben werden: Wo wurde das Tier aufgezogen, wo wurde es geschlachtet? Es muss auch eine Kennzeichnung der Fleischpartie geben (Abg. Pirklhuber: Nur bei Frischfleisch!) – für Frischfleisch –, plus: Auf Initiative Österreichs wurde eine Ursprungskennzeichnung eingeführt (Zwischenruf des Abg. Steinbichler); wenn Ursprung Österreich draufsteht, muss das Tier sowohl in Österreich geboren als auch aufgezogen und geschlachtet worden sein. – All das ist passiert; man sieht, dass in diesem Bereich sehr viel passiert ist.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Wir haben in Österreich darüber hinaus inzwischen sechs geschützte geografische Angaben, etwa das Steirische Kürbiskernöl. (Abg. Belakowitsch-Jenewein: ... Öl aus China!) Beim Steirischen Kürbiskernöl ist die Anbauregion angegeben: Steiermark, Burgenland oder Niederösterreich. (Neuerlicher Zwischenruf der Abg. Belakowitsch-Jenewein.) Es ist angegeben, welcher Kern verarbeitet werden darf (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber), und es sind die Produktionsregionen angegeben. Es darf nur in der Steiermark und im Burgenland in gewissen Bezirken produziert werden. Das Steirische Kürbiskernöl ist nicht regional alleine aus der Steiermark, sondern es ist ganz klar geregelt, woher es kommen darf.
Abg. Pirklhuber nimmt eine Tafel mit zum Rednerpult. – Ruf bei der ÖVP: Tafel ausgeborgt von Steinbichler?
Präsident Karlheinz Kopf: Herr Abgeordneter Dipl.-Ing. Dr. Pirklhuber ist der nächste Redner:. – Bitte. (Abg. Pirklhuber nimmt eine Tafel mit zum Rednerpult. – Ruf bei der ÖVP: Tafel ausgeborgt von Steinbichler?)
Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.
Das kann es nicht sein! Wenn es nur um reine kleine Formfehler geht, muss in Zukunft mehr beraten als gestraft werden; das auch in das Haus der AGES hineinzutragen würde ich Sie bitten. – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Hagen.
Weitere Maßnahmen aus diesem Aktionsplan sind die schrittweise Erhöhung der Anzahl der barrierefrei zugänglichen Sendungen des ORF und anderer Sendungen. Das Gestalten und die Moderation von Sendungen des ORF durch Menschen mit Behinderung sind zu fördern. Menschen beziehungsweise Mitmenschen mit Behinderung gehören in jeder Hinsicht gefördert. Darauf muss man in Zukunft ein großes Augenmerk richten. – Herzlichen Dank. (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Hagen.)
Beifall des Abg. Pirklhuber.
Wer stimmt hier zu? – Das ist wiederum einstimmig angenommen. (E 207.) (Beifall des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordnete Marianne Gusenbauer-Jäger (SPÖ): Sehr geehrter Herr Präsident! Frau Präsidentin! Hohes Haus! Liest man den Rechnungshofbericht, dann kommt man eigentlich aus dem Kopfschütteln nicht heraus. Eine Feststellung jagt die andere: Inkompetenz, Schlamperei, Gesetzesübertretung und offenbar gesteuerte Geldflüsse. Ernst Strasser war der Initiator und Wegbereiter einer Entwicklung, durch die Millionen an Steuergeld in den Sand gesetzt wurden. Das behandelte Thema Blaulichtfunk beziehungsweise Digitalfunk geht in die Jahre ab 2003 zurück. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Ein Supergeschäft!
Der zweite Bereich, ich zitiere auch wieder aus dem Rechnungshofbericht: „Auf Basis eines Vergleichs der Nettobeträge errechnete sich, dass die Errichtungskosten“ – das wurde schon erwähnt, 24 Millionen € – „der BIG für das Anhaltezentrum Vordernberg“ nach rund 13 Jahren bereits getilgt gewesen wären. Was hat das Ministerium gemacht? – Es hat einen Vertrag über 33 Jahre mit Kündigungsverzicht abgeschlossen, das heißt, die Errichtungskosten werden der BIG 2,5-mal refundiert – schlichtweg ein Skandal! (Abg. Pirklhuber: Ein Supergeschäft!)
Sitzung Nr. 186
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Kollegin Grossmann ist vorher herausgegangen und hat gesagt, es werde alles viel besser und in Zukunft brauchen wir noch das und jenes, und auch der Herr Bundeskanzler hat gesagt, was alles noch notwendig ist, aber die große Frage, die immer im Raum steht, ist: Wann kommt denn das endlich? (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber
Der Zwischenruf war richtig, Matthias Strolz: Es geht einmal um das Gesamte in der Bildung generell. Und wir brauchen auch die Bildung des Herzens! Wir haben bei einer Lebenserwartung von hundert Jahren nicht einmal mehr das Geld dafür, dass die Mütter und die Erziehenden drei Jahre bei den Kindern bleiben – diese entscheidenden drei Jahre, in denen das Fundament für das gesamte Leben gelegt wird, damit sie kräftig, gestärkt in die Schule hinausgehen, dort von den Pädagogen übernommen (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber) und ausgebildet werden können. (Beifall beim Team Stronach.) – Danke.
Sitzung Nr. 188
Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.
Ein anderer Follow-up-Bericht betrifft den Stadterweiterungsfonds, eines meiner Leib-und-Leben-Themen. Es ist ja ein historisches Thema. Sie wissen ja, auch dieses Parlament hier steht auf dem Grund und Boden des Glacis, des ehemaligen Verteidigungsglacis rund um den Innenstadtbereich von Wien, das ja mehr oder weniger in kaiserlicher Hand war. Nun wurde dieser Grund und Boden veräußert, damit man sich Prachtbauten leisten kann, unter anderem auch dieses herrliche Parlament. Interessanterweise gab es vom Rechnungshof – ich habe extra noch einmal nachgelesen – den Vorschlag, diesen Stadterweiterungsfonds bereits 1961 aufzulösen, weil er ja eigentlich obsolet geworden ist, und sein Vermögen hätte man ja ohne weiteres dann dem Budget zufließen lassen oder in andere sinnvolle Bereiche investieren können. – Aber nein. (Heiterkeit des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Spekulation! Klassische Spekulation!
Dann auf einmal ändert sich der Bebauungsplan. Vorher gab es eine Bausperre, darum war es so billig. Frau Präsidentin, Sie wissen ja, 9 Millionen € waren ja eh Occasion. (Abg. Pirklhuber: Spekulation! Klassische Spekulation!) Man hätte eigentlich, wenn die Wiener Raumordnung, der Wiener Bebauungsplan anders gewesen wäre, schon damals 40 Millionen € bekommen. Beim Heumarkt – Wert 40 Millionen €, Schätzung damals 9 Millionen € – hat man 4 Millionen € gewonnen. Und dieser Tojner, dieser Herr DDr. Tojner, hat das Ganze zu einem uns nicht bekannten Preis erworben.
Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich komme zum Abschlusssatz, Frau Präsidentin: Wir haben viele weitere gute Ideen, auf die Kollege Pirklhuber noch eingehen wird. Allen voran ist mir aber wichtig, dass wir noch in dieser Periode ein Signal setzen, und deswegen werden wir uns gemeinsam bemühen, die Zustimmung der anderen Fraktionen zu diesem Vorhaben noch in dieser Periode zu gewinnen. – Danke schön. (Beifall bei den NEOS sowie des Abg. Pirklhuber.)
Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.
Ich komme zum Schluss: Da ich leider nicht davon ausgehe, dass wir uns im Sommer noch einmal in einer Sondersitzung mit dem Petitionsausschuss befassen werden – Kollege Bernhard sagt schon, vielleicht doch –, möchte ich mich heute für die Arbeit im Petitionsausschuss in den letzten vier Jahren ganz herzlich bedanken, auch für die Impulse, die zur Weiterentwicklung des Ausschusses gesetzt worden sind, und Ihnen in diesem Sinne einen schönen Sommer wünschen. (Beifall bei der FPÖ sowie des Abg. Pirklhuber.)
Sitzung Nr. 192
Abg. Pirklhuber: Das sind Investoren aus der EU ...! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.
Wir sind aber ein kleines Land und wir müssen diesbezüglich eine gemeinsame Lösung schaffen – gemeinsam mit der EU –, damit es zu Zollbeschränkungen und Einfuhrbeschränkungen kommt. Die Handelsbeziehungen dieser Länder können wir nämlich nicht beeinflussen, insofern wir diesen Ländern natürlich nicht verbieten können, dass sie Palmöl produzieren. Das muss uns schon bewusst sein. (Abg. Pirklhuber: Das sind Investoren aus der EU ...! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler.) Ich glaube auch nicht, dass wir das Palmöl zur Gänze aus der Lebensmittelproduktion wegbringen, weil es einfach sehr, sehr gute Eigenschaften hat.
Sitzung Nr. 194
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Abgeordneter Josef Schellhorn (NEOS): Frau Präsident! Ganz kurz zu meinem Vorredner, damit wir all das auch ganz klar sagen: Die Fleischimporte und -exporte sind kontingentiert. Insofern ist das nicht unreglementiert, und es würde sogar der Landwirtschaft helfen, wenn man davon ausgeht, dass so viel Fleisch in Österreich gar nicht produziert werden kann. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) So ist das einfach! Sie stellen sich nicht der Realität. (Abg. Brunner: Es geht ja nicht nur um Fleisch!)
Beifall des Abg. Pirklhuber sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.
Das ist schon ganz interessant – welche Mehrheit?, hat irgendjemand gefragt –, denn es geht ja gar nicht darum, ob das die Mehrheit von ÖVP und SPÖ gegen die anderen war – das auch –, sondern es geht vor allen Dingen um ganz eigenartige Parteizentralen, die innerhalb dieser großen Parteien die Meinung machen. Ich habe nämlich danach mit den Abgeordneten der ÖVP und der SPÖ gesprochen, und der größte Teil von ihnen hat gesagt: Wir hätten eh gerne gehabt, dass du da dabei bist, aber leider, unsere Parteizentrale hat anders befunden! – Und da sage ich: Da haben wir, wenn wir die Demokratie ausbauen wollen, auch im Parlament noch viel zu tun. Da können wir noch viel verbessern, bevor wir über ganz radikale direktdemokratische Modelle nachdenken, über die wir auch nachdenken können, die wir aber auf allen Ebenen, in den Schulen, in den Kirchen, in den Parteien, am Arbeitsplatz erst üben müssen. – Danke. (Beifall des Abg. Pirklhuber sowie bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Schatz
Es stimmt mich schon sehr bedenklich, dass heute von einem Vertreter der Regierungsparteien bereits wieder davon gesprochen wurde, wie wichtig der Export ist und wie er unseren Wohlstand sichert. Ich erinnere an Kollegin Winzig, die hier blind für die Liberalisierung, für den Freihandel kämpft und in Oberösterreich seitenweise, mit Foto, inseriert: „Regional ist genial“. – Also so eine Doppelbödigkeit muss man sich einmal vergönnen, die Bürgerinnen und Bürger, das Volk so zu täuschen (Beifall der Abgeordneten Pirklhuber und Schatz); hier die grenzenlose Liberalisierung und zu Hause die Regionalität. Das ist, glaube ich, für diese ÖVP sehr bezeichnend.
Beifall des Abg. Pirklhuber.
Wir wollen das Volk einbinden, wir wollen eine Volksbewegung, wir wollen das Volk fünf Jahre aktiv an der Politik beteiligen, sodass es mitstimmen kann, und es nicht alle fünf Jahre für ein Kreuzerl missbrauchen (Präsident Kopf gibt das Glockenzeichen), wie es jetzt von den Regierungsparteien gemacht wird, sodass es dann wieder fünf Jahre zuschauen muss, was mit seinem Geld passiert. Die Bürgerinnen und Bürger zahlen das Geld, mit dem die Politik arbeiten kann, wirtschaften kann, und die Politik hat den größten Auftrag, das Volk einzubinden. (Beifall des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!
Das Thema ist: Wir werden es tun müssen. Es gibt Kollegen, die sich verpflichtet haben, auf derartige Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Was machen die im Frühjahr? – Die fahren mit einem Bodenbearbeitungsgerät drüber, einmal, zweimal, dreimal, bis die Unkräuter weg sind, weil wir sie halt nicht am Acker brauchen, so lieb sie auch sind. Dann kommt der Regen im Frühjahr, die Erde rinnt runter, und mittlerweile sind solche Kollegen vor dem Richter, weil sie Schadenersatzprozesse durchzuhalten haben. Wir als Kammer helfen ihnen dabei, weil halt Erfahrungen zu sammeln sind. (Abg. Pirklhuber: Das ist ein Blödsinn!) – Das ist die Wirklichkeit.
Abg. Pirklhuber: Totspritzen heißt es! Totspritzen von Getreide! Totspritzen!
Dazu gehört die Sikkation, die bei uns schon seit 2013 verboten ist. Was heißt Sikkation eigentlich? (Abg. Pirklhuber: Totspritzen heißt es! Totspritzen von Getreide! Totspritzen!) Genau das wäre eigentlich der Punkt, wenn wir von Gift am Teller sprechen. Nur dann, wenn ein reifes Korn mit Glyphosat verunreinigt wird, könnte es über die Nahrungsmittelkette zu den Konsumenten kommen. Das ist in Österreich ausgeschlossen. Die Untersuchungen zeigen eindeutig, dass es im Grundwasser nicht nachgewiesen werden konnte (Abg. Brunner: Das stimmt ja nicht!) und nur in 2 Prozent der Lebensmittel Glyphosat festgestellt worden ist, wobei da die Herkunft nicht genau festgestellt werden konnte, es also auch importierte Ware sein kann. In Österreich brauchen sich die Konsumenten wirklich nicht zu sorgen, weil die österreichischen Landwirte wirklich sehr, sehr sorgsam damit umgehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Warum verbieten wir es nicht, wenn wir es eigentlich nicht brauchen?)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Warum verbieten wir es nicht, wenn wir es eigentlich nicht brauchen?
Dazu gehört die Sikkation, die bei uns schon seit 2013 verboten ist. Was heißt Sikkation eigentlich? (Abg. Pirklhuber: Totspritzen heißt es! Totspritzen von Getreide! Totspritzen!) Genau das wäre eigentlich der Punkt, wenn wir von Gift am Teller sprechen. Nur dann, wenn ein reifes Korn mit Glyphosat verunreinigt wird, könnte es über die Nahrungsmittelkette zu den Konsumenten kommen. Das ist in Österreich ausgeschlossen. Die Untersuchungen zeigen eindeutig, dass es im Grundwasser nicht nachgewiesen werden konnte (Abg. Brunner: Das stimmt ja nicht!) und nur in 2 Prozent der Lebensmittel Glyphosat festgestellt worden ist, wobei da die Herkunft nicht genau festgestellt werden konnte, es also auch importierte Ware sein kann. In Österreich brauchen sich die Konsumenten wirklich nicht zu sorgen, weil die österreichischen Landwirte wirklich sehr, sehr sorgsam damit umgehen. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Warum verbieten wir es nicht, wenn wir es eigentlich nicht brauchen?)
Abg. Pirklhuber: Das ist ein Riesenunterschied! – Abg. Kogler: Es gibt kein Zwangsaspirin im Wasser und im Bier!
Abschließend möchte ich noch einiges sagen: Paracelsus sprach schon, die Dosis macht das Gift. Es ist schon so, wie es angesprochen wurde, auch Aspirin in großen Mengen ist Gift. (Abg. Pirklhuber: Das ist ein Riesenunterschied! – Abg. Kogler: Es gibt kein Zwangsaspirin im Wasser und im Bier!) Auch da ist es so: Die Konsumenten sollten sich durch diese wahlkampfgeführte Diskussion nicht verunsichern lassen. Ich möchte, dass die Konsumenten nicht verunsichert werden und wir der Wissenschaft Glauben schenken, und ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg und warten die Entscheidung auf Ebene der Europäischen Kommission ab. – Danke. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Aha, wir tun nichts! Warten wir ab! Unmöglich! – Zwischenruf des Abg. Steinbichler. – Abg. Kogler: Pflücken Sie sich freiwillig ein Aspirin ins Bier oder was? – Zwischenrufe bei der ÖVP. – Abg. Kogler: Um das geht es ja, um den Unterschied!)
Abg. Pirklhuber: Stimmt!
Ich sage jetzt aber schon eines: Wir haben in Österreich Glyphosat nicht nur in der Landwirtschaft. Das ist zwar ein großer Bereich, aber Glyphosat wird beispielsweise von den ÖBB in Riesenmengen – entlang aller Gleisanlagen – ausgebracht, genauso von der ASFINAG. (Abg. Pirklhuber: Stimmt!) Das sind Mengen, die wir dort nicht brauchen. Da wäre es schon auch möglich, einmal auf nationaler Ebene zu schauen, wo wir das eigentlich einsparen können, und da hätte ich mir auch, wenn es die Gesundheitsministerin wirklich so ernst gemeint hätte, erwartet, dass sie erstens an der Debatte teilnimmt, aus Eigeninteresse, aber auch, dass die SPÖ einmal in ihren eigenen Reihen beginnt, Meinungsbildung zu betreiben. (Beifall bei der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Gibt es!
Zugelassen sind 49 glyphosathaltige Produkte von 18 Zulassungs- und Genehmigungsinhabern. Das ist der aktuelle Stand in Österreich. Die Frage ist, ob es ausreichend Evidenz gibt, damit wir weitere Schritte gehen. Ich würde Ja sagen, weil es ein Vorsorgeprinzip gibt und weil man davon ausgehen muss, dass wir tatsächlich weiter einschränken müssen. Nur – und das hat mir in der ganzen Debatte bisher gefehlt –: Was ist die Alternative zu Glyphosat? Gibt es, wenn wir hier und heute oder zu einem späteren Zeitpunkt im Parlament beschließen, wir wollen Glyphosat nicht, eine Alternative? (Abg. Pirklhuber: Gibt es!) Welche Alternative zeigt die grüne Fraktion auf? – Das wurde in der Argumentation nicht vorgebracht. (Abg. Pirklhuber: Redezeit!)
Abg. Pirklhuber: Redezeit!
Zugelassen sind 49 glyphosathaltige Produkte von 18 Zulassungs- und Genehmigungsinhabern. Das ist der aktuelle Stand in Österreich. Die Frage ist, ob es ausreichend Evidenz gibt, damit wir weitere Schritte gehen. Ich würde Ja sagen, weil es ein Vorsorgeprinzip gibt und weil man davon ausgehen muss, dass wir tatsächlich weiter einschränken müssen. Nur – und das hat mir in der ganzen Debatte bisher gefehlt –: Was ist die Alternative zu Glyphosat? Gibt es, wenn wir hier und heute oder zu einem späteren Zeitpunkt im Parlament beschließen, wir wollen Glyphosat nicht, eine Alternative? (Abg. Pirklhuber: Gibt es!) Welche Alternative zeigt die grüne Fraktion auf? – Das wurde in der Argumentation nicht vorgebracht. (Abg. Pirklhuber: Redezeit!)
Zwischenruf der Abg. Schatz. – Abg. Pirklhuber: Etikettenschwindel!
Einleitend und grundsätzlich: Pflanzenschutzmittel haben eine hohe Bedeutung für den Schutz vor Schädlingen und Pilzbefall und sichern damit die hohe Qualität der Landwirtschaft und ihrer Nahrungsmittelherstellung im Rahmen eines pfluglosen, bodenschonenden und klimafreundlichen Ackerbaus. – Das ist Fakt. (Zwischenruf der Abg. Schatz. – Abg. Pirklhuber: Etikettenschwindel!)
Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht das Thema heute, bitte! – Abg. Pirklhuber: Das hat jetzt mit Glyphosat wenig zu tun!
In Österreich wurde Juncker dafür besonders kritisiert, leider auch von den Regierungsparteien. Speziell seine Aussage zum Euro war für viele ein Problem, auch wenn Juncker nur gesagt hat, dass er die Länder Mittel- und Südosteuropas besonders dabei unterstützen möchte, so schnell wie möglich den Euro und damit unsere gemeinsame europäische Währung einzuführen. (Abg. Belakowitsch: Das ist ja nicht das Thema heute, bitte! – Abg. Pirklhuber: Das hat jetzt mit Glyphosat wenig zu tun!)
Abg. Pirklhuber: Zynisch!
Sie radieren die Körperschaftsteuereinnahmen aus und führen längst überwunden geglaubte Begünstigungen für die Privatstiftungen – aber nicht nur für die 3 800 Privatstifter, sondern für alle – wieder ein, denn besteuert wird ja nur, wenn Gewinne entnommen werden. Wenn die Gewinne nicht entnommen werden, dann arbeiten die Erträge steuerfrei, wie man das von den alten Stiftungen eben kennt, und das finde ich unter der Überschrift „Die neue Gerechtigkeit“ wirklich höchst skandalös. (Abg. Pirklhuber: Zynisch!)
Abg. Pirklhuber: ... Industriellenvereinigung!
Kurz-Leaks sind ehrlich, und das geht noch weiter, man spekuliert schon über Postenbesetzungen im Bundeskanzleramt. Das ist eine Herangehensweise, die mich geradezu sprachlos macht. Das Bundeskanzleramt ist noch gar nicht erobert und man überlegt schon, welche Sektionschefs man einsetzen will. (Abg. Pirklhuber: ... Industriellenvereinigung!) Da ist relativ klar, welcher Wind da im Bundeskanzleramt wehen wird.
Sitzung Nr. 197
Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl, Pirklhuber und Steinbichler
Sie wissen auch, dass es, glaube ich, von den Bürgerinnen und Bürgern nicht honoriert wird, wenn wir die letzten Sitzungen in dieser Legislaturperiode (Abg. Schwentner: Arbeiten!) zu einem Ausverkauf machen – und zwar zu einem Ausverkauf des Menschenverstandes –, der auf die Bürger wirkt, denn die erwarten sich von uns Verantwortung. Sie sind die gewählten Vertreterinnen und Vertreter dieser Bürger; machen Sie sich bewusst (Zwischenrufe der Abgeordneten Kickl, Pirklhuber und Steinbichler), dass dieser Ausverkauf nicht mit zusätzlichen Wählerstimmen, sondern mit der Zukunft und den Schulden des Landes bezahlt wird.
Abg. Kickl: Es gäbe sogar Anträge, womit man sparen könnte! – Abg. Pirklhuber: Stillstand verwalten ist auch keine Politik! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.
Ich glaube, dass es auch richtig war, die Entscheidung zu treffen, dass in einer aufrechten Koalition keine gegenseitige Überstimmung stattfinden sollte. Ich glaube, es ist richtig, dass man sich daran hält, auch wenn es für andere offensichtlich nicht richtig erscheint. Ich weiß, dass die Versuchung groß ist, und ich bestätige Ihnen hier ganz offiziell, dass auch aus den Ressorts, die von der ÖVP geführt werden, solche Wünsche an mich herangetragen werden. Ich kann Ihnen versichern, sie werden genauso wie alle anderen Ansuchen, mit denen an mich herangetreten wird, im Hinblick auf ihre Budgetrelevanz behandelt. (Abg. Kickl: Es gäbe sogar Anträge, womit man sparen könnte! – Abg. Pirklhuber: Stillstand verwalten ist auch keine Politik! – Zwischenruf des Abg. Steinhauser.)
Abg. Pirklhuber: ... Schnöselpolitik!
Es ist Ihre Fraktion, meine Damen und Herren, es ist die SPÖ (Abg. Pirklhuber: ... Schnöselpolitik!), die derzeit dafür verantwortlich ist, dass wir, was das politische Image anbelangt, einen absoluten Tiefpunkt in Österreich erreicht haben. Das sollte zu Beginn dieser Debatte auch erwähnt werden. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe bei SPÖ und Grünen.)
Abg. Pirklhuber: Ihr seid gegen jede Vermögensbesteuerung!
Wir haben bei einigen Gesetzen mitgestimmt, wir haben aber auch einige verhindert oder versucht zu verhindern. Erinnern wir uns nur an die letzte Sitzung – der Herr Finanzminister hat es bereits ausgeführt –: Es sind Anträge, die Kosten in der Höhe von 1,2 Milliarden € verursachen würden, hier vorgelegen, haben aber Gott sei Dank keine Mehrheit gefunden. (Abg. Pirklhuber: Ihr seid gegen jede Vermögensbesteuerung!)
Abg. Pirklhuber: Autoritärer Stil!
Deshalb war es richtig, dass das Parlament das beschlossen hat. Das war richtig. In dieser, von Ihnen gezeichneten Welt dürften wir das gar nicht mehr. – Das wäre die Selbstentleibung des Parlaments! Was hören wir denn da? Was hören wir denn da? (Abg. Pirklhuber: Autoritärer Stil!)
Abg. Pirklhuber: Richtig!
Abgeordneter Kai Jan Krainer (SPÖ): Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wenn dieser Vorschlag, den der Herr Finanzminister hier gemacht hat, bereits Realität gewesen wäre, nämlich dass wir vor Wahlen oder ab dem Auflösungsbeschluss keine Gesetze, die Geld kosten, mehr beschließen dürfen, hätten wir zum Beispiel im Jahr 2008 das Bankenpaket nicht beschließen dürfen. Ich glaube, dass niemand in der ÖVP der Meinung ist, dass das ein schlechtes Gesetz war; es war notwendig. (Abg. Pirklhuber: Richtig!) Das Parlament muss 365 Tage im Jahr voll handlungsfähig sein, und jede Idee, das zu ändern, halte ich für katastrophal. (Beifall bei der SPÖ und bei Abgeordneten der Grünen.)
Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.
Zum Kollegen Krainer: Es ist meines Erachtens gleich einmal zu klären, woher illegale Informationen von Steuerakten kommen, wenn es ein Steuergeheimnis gibt. (Abg. Kogler: Wieso illegal?) Ich glaube, das werden Herr Pierer oder seine Anwälte zu klären haben, woher diese Informationen kommen, denn legal aus dem Finanzministerium kann es nicht sein. (Beifall bei der ÖVP. – Zwischenrufe der Abgeordneten Pirklhuber und Strolz.)
Abg. Pirklhuber: ... sechs Jahre!
stimmen. Man will das doch breiter diskutieren. Es kann nicht sein, dass alle Maßnahmen, die irgendjemand aus einer Fraktion, irgendein Spitzenpolitiker sagt, gleich umgesetzt werden. (Abg. Pirklhuber: ... sechs Jahre!)
Abg. Pirklhuber: Unser Basti! – Zwischenrufe bei den NEOS.
Im Übrigen, Kollege Strolz, zum Pakt, dass man keine Beschlüsse mehr fasst, die Geld kosten: Warum kann man da nicht mitgehen? – Wir zeigen es vor. Wir machen eine andere Art von Politik. Wir sind Sebastian Kurz sehr dankbar, dass er eine andere Art von Politik macht. (Abg. Pirklhuber: Unser Basti! – Zwischenrufe bei den NEOS.)
Abg. Pirklhuber: Unwahrheit! Unwahrheit hat er gesagt!
Herr Abgeordneter! Noch einmal (Abg. Pirklhuber: Unwahrheit! Unwahrheit hat er gesagt!): Ich warne Sie wirklich, in dieser Art fortzufahren. Sie kennen die Usancen dieses Hauses, bitte halten Sie sich daran! (Abg. Kogler: Er sagt dauernd bewusst die Unwahrheit!)
Beifall des Abg. Pirklhuber und bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.
Wie wäre es, wenn wir diese Spielräume, die es aktuell für keine Alleinerzieherin, die mit ihren Kindern an der Armutsgrenze steht, gibt, einmal schaffen würden, bevor wir hier herinnen darüber debattieren, dass eventuell Spielräume für den nächsten Nationalrat beschnitten werden würden. (Beifall des Abg. Pirklhuber und bei Abgeordneten ohne Klubzugehörigkeit.)
Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!
Kinder und Jugendliche von Alleinerzieherinnen sind in Österreich mehr als doppelt so oft von Armut betroffen wie andere Kinder. Alleinerzieherinnen in Österreich leben zu 42 Prozent in Armut und bilden jene Erwerbs- und Bevölkerungsgruppe, die am stärksten von Armut betroffen ist. (Abg. Pirklhuber: So schaut es aus!) Einer der Hauptgründe dafür ist gerade die unzureichende oder fehlende Unterhaltszahlung für genau diese betroffene Gruppe.
Abg. Pirklhuber: Richtig!
„Mütter und Kinder haben Anspruch auf besondere Fürsorge und Unterstützung. Alle Kinder, eheliche wie außereheliche, genießen den gleichen sozialen Schutz.“ – Das steht in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die wir unterschrieben haben. (Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Abg. Pirklhuber: Ignoranz ist das!
Dazu bekennen wir uns – beziehungsweise sollten wir uns eigentlich dazu bekennen, aber wir stehen einer Diskussion gegenüber, bei der uns Finanzminister Schelling hier herinnen mahnt, wir sollen keine das Budget belastenden Beschlüsse treffen. (Abg. Pirklhuber: Ignoranz ist das!) Ermöglichen wir doch den Menschen in Österreich, überhaupt einmal über der Armutsgrenze leben zu können, anstatt Gesetze zu machen, die diesen unsäglichen Zustand noch weiter fortschreiben!
Abg. Pirklhuber: Asozial ist das!
Das ist keine neue Politik! Auch wenn sie türkis angemalt ist, das ist keine neue Politik. (Abg. Pirklhuber: Asozial ist das!) Es gibt keinerlei Bewegung in diese Richtung. Sich hier an ausländischen Kindern – weil es so tituliert wird – abzuputzen, ist meiner Meinung nach schäbig. Und zu blockieren, weil verarmte Kinder keine großzügigen Wahlspenden abliefern können, ist mehr als durchschaubar. (Beifall bei Abgeordneten von SPÖ und Grünen sowie des Abg. Pilz.)
Abg. Pirklhuber: Es gibt einen Abänderungsantrag!
Das stimmt nicht! Es ist die Unwahrheit, denn wir haben eine Übergangsfrist. Das gehört jetzt endlich klargemacht! (Abg. Pirklhuber: Es gibt einen Abänderungsantrag!) Das, was Frau Petrovic da macht, ist Sozialmobbing, sage ich, Sozialmegamobbing. (Zwischenrufe bei den Grünen.)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
So. Nun komme ich zum nächsten Fall, den ich habe, es geht wieder um einen Hund, der vermittelt worden ist: Er ist brav, er ist super, mit allen verträglich. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) – Hör zu, Kollege Pirklhuber! – Die Realität ist, dieser Hund ist das nicht. Sie wollten den Hund zurückgeben. Als Antwort haben sie bekommen: Wir nehmen den Hund nicht mehr zurück, daher entbinden wir Sie nun von der Pflicht, uns den Hund zurückzugeben. Machen Sie, was Sie wollen! – Diese Frau sagt ganz klar, dass das nicht sein darf.
Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Und genau gegen solche Vereine wollen wir vorgehen, genau deswegen ist dieses Gesetz gemacht worden, und nicht für die seriösen Vereine. Da werden in einer Verordnung Maßnahmen festgelegt (Abg. Brunner: Aber sie treffen alle!), sodass das funktioniert. (Neuerlicher Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das ist eine Frage von Kontrolle, das wollen wir ja!
Da wird Missbrauch betrieben. (Abg. Pirklhuber: Das ist eine Frage von Kontrolle, das wollen wir ja!) Ich sage noch einmal, dass wir mit Tierschutzverbänden reden, gleich im Anschluss sogar mit einem Dachverband, der weit über 100 Vereine vertritt.
Abg. Pirklhuber: Ich habe die Plakate gesehen! Die Plakateschreiber der FPÖ sollten einen Grundkurs machen!
Was überhaupt und generell in der Debatte bis heute ausgeklammert wird – das tun die Kollegen von den Grünen genauso wie die von der SPÖ –, das ist die Zuwanderungs- und Integrationsproblematik in unserem Bildungswesen. Da muss man ganz klar sagen, dass das, leider Gottes, ein exogenes Problem ist, dem wir uns stellen müssen, nämlich das Problem mit der Beherrschung der deutschen Sprache, der Unterrichtssprache. (Abg. Pirklhuber: Ich habe die Plakate gesehen! Die Plakateschreiber der FPÖ sollten einen Grundkurs machen!)
Zwischenrufe der Abgeordneten Amon und Pirklhuber sowie bei Abgeordneten der FPÖ.
Sicht für ganz zentral und hoffe, dass diese Modellregion in Bälde auf den Weg kommt. Warum? – Weil ich davon überzeugt bin, dass jene, die immer blockieren – und ich schaue ganz bewusst in die Richtung der FPÖ und der ÖVP –, auch einmal abbröckeln werden, wenn sie sehen, wie gut die gemeinsame Schule für die Kinder und Jugendlichen im Hinblick – es ist heute schon oftmals gefallen – auf den Druck, der herausgenommen wird, funktioniert. Man braucht sich mit neun, zehn Jahren nicht mehr zu entscheiden, ob man vermeintlich zu den Besseren oder vermeintlich zu den Schlechteren kommt. Das ist so etwas von überholt, und wir müssen endlich aufhören damit! Ich hoffe, dass die gemeinsame Schule – und das ist mit dem Schulautonomiepaket gelungen – wirklich flächendeckend Schule macht. Wir bleiben da dran, definitiv, und kämpfen da auch weiter. (Zwischenrufe der Abgeordneten Amon und Pirklhuber sowie bei Abgeordneten der FPÖ.)
Abg. Pirklhuber: Das ist jetzt noch nicht das Thema!
Wir werden uns auch gewaltig anstrengen müssen, um diesen Zielpfad in Zukunft erreichen und einhalten zu können. Aber grundsätzlich dazu eines: Eine einzige, isolierte gesetzliche Festlegung spart uns noch kein einziges Gramm CO2 ein, vor allem, wenn sich die Frage nach der Sanktionierbarkeit dieser Normen stellt. (Abg. Pirklhuber: Das ist jetzt noch nicht das Thema!) Im Kontext der Zwischenziele müsste vor einer entsprechenden Festlegung zunächst die Effort-Sharing-Entscheidung auf europäischer Ebene abgewartet und dann im Klimaschutzgesetz entsprechend verankert werden. (Abg. Brunner: Nein! – Abg. Pirklhuber: Das ist nicht notwendig!)
Abg. Brunner: Nein! – Abg. Pirklhuber: Das ist nicht notwendig!
Wir werden uns auch gewaltig anstrengen müssen, um diesen Zielpfad in Zukunft erreichen und einhalten zu können. Aber grundsätzlich dazu eines: Eine einzige, isolierte gesetzliche Festlegung spart uns noch kein einziges Gramm CO2 ein, vor allem, wenn sich die Frage nach der Sanktionierbarkeit dieser Normen stellt. (Abg. Pirklhuber: Das ist jetzt noch nicht das Thema!) Im Kontext der Zwischenziele müsste vor einer entsprechenden Festlegung zunächst die Effort-Sharing-Entscheidung auf europäischer Ebene abgewartet und dann im Klimaschutzgesetz entsprechend verankert werden. (Abg. Brunner: Nein! – Abg. Pirklhuber: Das ist nicht notwendig!)
Abg. Pirklhuber: Genau das tun wir mit dem Antrag!
Wenn wir antreten und sagen: Ja, wir haben uns dem Pariser Abkommen verpflichtet!, dann heißt das auch, dass wir die Weiterentwicklung, dass wir die Weichen, wie sie jetzt gestellt werden müssen, Hand in Hand mit der Wirtschaft stellen müssen, Hand in Hand mit den Menschen stellen müssen, denn diese Weiterentwicklung passiert nicht, indem wir den Menschen Vorschriften machen, indem wir der produzierenden Industrie Vorschriften machen (Abg. Brunner: Aber die Ziele muss man setzen!), dem produzierenden Gewerbe, den kleinen und mittleren Unternehmen, sondern wir müssen gemeinsam Ziele definieren und auch schauen (Abg. Pirklhuber: Genau das tun wir mit dem Antrag!), wie wir diese Ziele gemeinsam umsetzen können, denn das ist auch eine Standortfrage.
Abg. Pirklhuber: Das sagen wir die ganze Zeit!
Meine sehr geehrten Damen und Herren! Dieses Ziel ist uns sehr wichtig, aber eines sollte uns klar sein: Vielen ist noch gar nicht bewusst, was mit dem Beschluss von Paris in Wirklichkeit passiert ist. (Abg. Brunner: Ja, zum Beispiel in der ÖVP!) Da geht es nicht nur darum, dass wir eine Zieldefinition in der Senkung der Treibhausgasemissionen haben, sondern das bedeutet den kompletten Ausstieg aus den fossilen Energieträgern, wie zum Beispiel Erdgas, Erdöl, Kohle und so weiter! (Abg. Pirklhuber: Das sagen wir die ganze Zeit!)
Abg. Pirklhuber: Natürlich!
Ein weiterer Punkt, weil die E-Mobilität angesprochen wurde: Wissen Sie eigentlich, dass man, wenn man eine Tesla-Batterie erzeugt, mit dem gleichen CO2-Ausstoß acht Jahre lang mit einem Dieselfahrzeug fahren kann? (Abg. Pirklhuber: Natürlich!) Ist das in Ordnung?
Abg. Pirklhuber: Schweden ist ein Nachzügler bei der Ökosteuer!
Die Kritik, die dann oft kommt, lautet, das sei träumerisch und nicht umsetzbar. Es ist seit Langem bewiesen, dass es funktioniert, ich möchte hier das Beispiel Schweden anführen (eine Tafel, auf der ein Kurvendiagramm dargestellt ist, in die Höhe haltend), liebe Kollegen. Man sieht am oberen Teil bei der blauen oder roten Linie das Wirtschaftswachstum (Abg. Pirklhuber: Schweden ist ein Nachzügler bei der Ökosteuer!) in Schweden, wo es 68 Prozent Wachstum gegeben hat, und in Österreich 58 Prozent, gerechnet ab dem Jahr 1990, und gleichzeitig sind die Emissionen in Österreich um 6 Prozent gestiegen und in Schweden um 25 Prozent gefallen.
Sitzung Nr. 199
Abg. Pirklhuber: Aber keine Schmährede!
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft Dipl.-Ing. Andrä Rupprechter: Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete! Hohes Haus! (Abg. Pirklhuber: Aber keine Schmährede!) Frau Abgeordnete Brunner, ich gebe Ihnen völlig recht, der Kampf gegen den Klima-wandel ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit, wenn nicht die größte überhaupt, und damit ein Anliegen für die Politik, für die Wirtschaft, für die Gesell-
Abg. Pirklhuber: Bitte nicht vom Blatt lesen! Sprechen, denken ...!
In der ökosozialen Marktwirtschaft, die seit 30 Jahren erfolgreich betrieben wird, sind Ökologie und Ökonomie kein Widerspruch, im Gegenteil, sie ergänzen einander und schaffen eine Win-win-Situation. Wir schaffen damit Arbeitsplätze – grüne Arbeitsplätze. Wirtschaft, Umwelt und Innovation gehen in Österreich Hand in Hand. (Abg. Pirklhuber: Bitte nicht vom Blatt lesen! Sprechen, denken ...!)
Abg. Pirklhuber: Bitte sprechen Sie frei, Herr Minister! Vielleicht können Sie frei sprechen!
Das Rückgrat der erneuerbaren Energieversorgung bilden in Österreich die Wasserkraft im Strombereich und die Biomasse im Wärmebereich. Fast die Hälfte der erneuerbaren Energien wird in Österreich durch biogene Energieträger bereitgestellt. (Abg. Pirklhuber: Bitte sprechen Sie frei, Herr Minister! Vielleicht können Sie frei sprechen!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Wer hat die Rede geschrieben? Sie selber nicht, sonst müssten Sie sie nicht runterlesen!
Wir müssen noch mehr tun, und wir werden auch noch mehr tun, indem wir auf die österreichische Erfolgsgeschichte aufbauen, indem wir unseren bisher eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen, indem wir alle gemeinsam an unserer Zukunft arbeiten – im Sinne der Schöpfungsverantwortung, für unsere Kinder, für unsere Enkelkinder, für ein lebenswertes Österreich! – Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Wer hat die Rede geschrieben? Sie selber nicht, sonst müssten Sie sie nicht runterlesen!)
Abg. Pirklhuber: Schublade! In der Schublade ist sie, hat er gesagt!
Herr Bundesminister, bei allem, was Sie jetzt ausgeführt haben: Die Klima- und Energiestrategie wurde Ihrerseits bereits im Herbst des vorigen Jahres für den heurigen Frühsommer zugesagt. (Abg. Pirklhuber: Schublade! In der Schublade ist sie, hat er gesagt!) Im letzten Umweltausschuss haben Sie uns gesagt, es sei schwierig, weil mehrere Ministerien mit der Strategie befasst sind. Grundsätzlich muss man aber schon festhalten, dass Sie die Verantwortung für die Koordination dieser Strategie tragen.
Abg. Pirklhuber: Diese Emotionslosigkeit entspricht Ihrer Praxis: Viele Lippenbekenntnisse und keine Umsetzung!
Die Treibgasreduktion wurde bereits angesprochen. Zu erreichen ist sie mit einem massiven Ausbau von erneuerbaren Energien und mit einer kosteneffizienten Ökostromförderung – wir möchten damit ein 40-Milliarden-€-Volumen an Investitionen auslösen und 45 000 neue Jobs schaffen –, mit einem Energieeffizienzpaket, in dem wir das Einsparungsziel auf 1,5 Prozent anheben möchten, mit einer verstärkten Förderung der thermischen Sanierung, mit einer Förderung des Umstiegs bei Heizungs- und Warmwassersystemen und im Bereich der Elektromobilität. (Abg. Pirklhuber: Diese Emotionslosigkeit entspricht Ihrer Praxis: Viele Lippenbekenntnisse und keine Umsetzung!)
Abg. Pirklhuber: Der nächste euphorische Umweltpolitiker!
Abgeordneter Johann Höfinger (ÖVP): Sehr geehrte Frau Präsidentin! Herr Bundesminister! Meine sehr geehrten Damen und Herren! (Abg. Pirklhuber: Der nächste euphorische Umweltpolitiker!) Es ist ein klarer Auftrag für uns, den Verpflichtungen des Übereinkommens von Paris nachzukommen – Sie wissen das –, und zwar aus mehreren Gründen.
Abg. Pirklhuber: Das ist ganz wichtig! Auch wichtig wäre es ...!
verbindungen, Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. (Abg. Pirklhuber: Das ist ganz wichtig! Auch wichtig wäre es ...!)
Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
In diesem Sinne: Für eine gute, gerechte, faire Umweltpolitik gibt es am 15. Oktober nur eine Stimme – und das ist die für die FPÖ. (Beifall bei der FPÖ. – Heiterkeit bei den Grünen. – Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Wer zahlt, darf anschaffen, so schaut’s aus!
Wenige Jahre später hat der Bauunternehmer Haselsteiner das Künstlerhaus gekauft, und es wurde ein Antrag gestellt, dass dieses Glasdach entfernt wird, und siehe da: Dem Antrag wurde stattgegeben, und dieses Glasdach ist jetzt weg! – So viel zum Thema unterschiedliche Entscheidungen hinsichtlich Denkmalschutz und Aufhebung dieses Schutzes. (Abg. Pirklhuber: Wer zahlt, darf anschaffen, so schaut’s aus!)
Abg. Pirklhuber: ... wenn Sie gegen das Volksbegehren sind!
Ich möchte aber vor allem die wirtschaftspolitische Bedeutung dieses Abkommens herausstreichen. (Abg. Pirklhuber: ... wenn Sie gegen das Volksbegehren sind!) Es ist für den Standort Europa und die davon betroffenen Unternehmen und auch für die damit verbundenen Arbeitsplätze ganz wichtig, dass solche Handelsabkommen abgeschlossen werden. CETA bringt ja klare Spielregeln für den Handel und für die Investitionen, die zwischen Kanada und Europa stattfinden.
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Die Zahlen sprechen für sich: Wir verdienen sechs von zehn Euro im Export, und es geht dabei um ein Exportvolumen von 130 Milliarden € und um eine Million Arbeitsplätze – und das ist ganz enorm! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.) Das ist natürlich auch für die österreichischen Erfolge enorm wichtig: Made in Austria ist ja ein internationales Qualitätssiegel, das ist bei Hi-Tech so, das ist bei Innovationen so, das ist bei Dienstleistungen so und das ist natürlich auch bei unseren hervorragenden Lebensmitteln der Fall.
Abg. Pirklhuber: Mutlosigkeit der Politik nenne ich das, was Sie sagen! Mutlosigkeit!
„Die großen Herausforderungen, vor denen wir stehen, zwingen uns alle zur Zusammenarbeit. Sie können nicht im Sinne des alten nationalstaatlichen Denkens von den einzelnen Ländern allein bewältigt werden.“ – Das hat der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl 1996 in einer Rede über den erfolgreichen EU-Binnenmarkt gesagt. Meine Damen und Herren, das gilt noch heute. (Abg. Pirklhuber: Mutlosigkeit der Politik nenne ich das, was Sie sagen! Mutlosigkeit!)
Abg. Pirklhuber: Lippenbekenntnisse! Herr Minister, das sind Lippenbekenntnisse ohne Substanz!
Jetzt kann man natürlich den Verhandlern und damit allen Mitgliedstaaten und der Kommission vorwerfen: Na ja, ihr hättet bei der Definition des Gemeinsamen Auslegungsinstruments noch Zeit gehabt, detaillierter auf diese Frage einzugehen. Richtig ist: Es gibt einen Bezug; aus einer ökosozialen Verantwortung heraus müsste man sagen, er hätte vielleicht umfangreicher ausfallen können. (Abg. Pirklhuber: Lippenbekenntnisse! Herr Minister, das sind Lippenbekenntnisse ohne Substanz!)
Abg. Pirklhuber: Nicht ratifizieren! Nicht ratifizieren in diesem Parlament! Das ist die logische Folge!
Ich möchte noch einmal festhalten: Es wäre ein bislang eigenartiges Element, da es so eine zusätzliche Bestimmung über klimapolitische Selbstverpflichtungen oder gemeinsame klimapolitische Abkommen, auf die man in handelspolitischen Verträgen Bezug nimmt, noch nicht gegeben hat; aber nur weil es ungewöhnlich ist, heißt das ja noch lange nicht, dass man es in dieser Form nicht machen sollte. (Abg. Pirklhuber: Nicht ratifizieren! Nicht ratifizieren in diesem Parlament! Das ist die logische Folge!)
Abg. Pirklhuber: Hier im Parlament haben wir das beschlossen! Was soll das jetzt?! ... entscheiden soll dieses Parlament!
(Abg. Pirklhuber: Hier im Parlament haben wir das beschlossen! Was soll das jetzt?! ... entscheiden soll dieses Parlament!) – Lieber Kollege Pirklhuber, ich schätze dich sehr. (Abg. Pirklhuber: Ja, eh!) Dein stellvertretender Klubobmann hat gerade von Kinkerlitzchen gesprochen. (Abg. Kogler: Nein, ... Nebenschauplätze!) Ich gebe dir die Gelegenheit, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. Das umfasst aber auch, dass die Ratifizierung hier erst vorgelegt werden kann, wenn diese Ziele erfüllt sind. (Abg. Pirklhuber: ... Knebelungsantrag!) Das heißt: keine Sonderklagerechte.
Abg. Pirklhuber: Ja, eh!
(Abg. Pirklhuber: Hier im Parlament haben wir das beschlossen! Was soll das jetzt?! ... entscheiden soll dieses Parlament!) – Lieber Kollege Pirklhuber, ich schätze dich sehr. (Abg. Pirklhuber: Ja, eh!) Dein stellvertretender Klubobmann hat gerade von Kinkerlitzchen gesprochen. (Abg. Kogler: Nein, ... Nebenschauplätze!) Ich gebe dir die Gelegenheit, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. Das umfasst aber auch, dass die Ratifizierung hier erst vorgelegt werden kann, wenn diese Ziele erfüllt sind. (Abg. Pirklhuber: ... Knebelungsantrag!) Das heißt: keine Sonderklagerechte.
Abg. Pirklhuber: ... Knebelungsantrag!
(Abg. Pirklhuber: Hier im Parlament haben wir das beschlossen! Was soll das jetzt?! ... entscheiden soll dieses Parlament!) – Lieber Kollege Pirklhuber, ich schätze dich sehr. (Abg. Pirklhuber: Ja, eh!) Dein stellvertretender Klubobmann hat gerade von Kinkerlitzchen gesprochen. (Abg. Kogler: Nein, ... Nebenschauplätze!) Ich gebe dir die Gelegenheit, diesem Entschließungsantrag zuzustimmen. Das umfasst aber auch, dass die Ratifizierung hier erst vorgelegt werden kann, wenn diese Ziele erfüllt sind. (Abg. Pirklhuber: ... Knebelungsantrag!) Das heißt: keine Sonderklagerechte.
Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Pirklhuber: Richtig!
Aber ich ersuche Sie, insbesondere Sie, meine Damen und Herren von der Sozial-demokratischen Partei: Respektieren Sie die parlamentarische Demokratie! Respektieren Sie unser Recht! Herr Bundeskanzler, ziehen Sie diese Erklärung von Tallinn zurück und leiten Sie uns alle CETA-Unterlagen umgehend zu! – Danke schön. (Beifall bei Abgeordneten der Grünen. – Abg. Pirklhuber: Richtig!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Als Kanzler werde ich keine Volksabstimmung über den Austritt Österreichs aus der EU anstreben. Ich würde vielmehr die Empfehlung geben, nicht aus der EU auszutreten. – Zitatende. (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Beifall des Abg. Pirklhuber.
Wir bitten um breite Unterstützung. – Danke. (Beifall des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber: Das dürfte eine Verdopplung sein!
Mein besonderes Interesse und meine Leidenschaft galten aber über viele Jahre der Budgetpolitik; ich hatte die Chance, diese über zehn Jahre als Obmann des Budgetausschusses mitgestalten zu können. Als ich 1983 angelobt wurde, lag der öffentliche Schuldenstand der Republik bei 40,5 Milliarden € oder 43,5 Prozent des BIPs. 2016 verzeichnen wir einen Schuldenstand von 295 Milliarden € oder 83,6 Prozent des BIPs. (Abg. Pirklhuber: Das dürfte eine Verdopplung sein!)
Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.
Ich war entsetzt über diese Antworten der Ministerien und habe mir gedacht, so leicht gebe ich nicht klein bei, ich stelle auch euch die Anfragen noch einmal. – Das habe ich gemacht, und jetzt, in dieser Woche, sind die Antworten gekommen: Wir sehen überhaupt keinen Grund, da irgendetwas zu ändern, es war alles okay und exakt. – Nichts war exakt, absolute Antwortverweigerung! (Zwischenruf des Abg. Pirklhuber.)
Abg. Pirklhuber – erheitert –: Das stimmt!
steigerten, will ich fast sagen, Selbstbewusstsein hereingekommen. (Abg. Pirklhuber – erheitert –: Das stimmt!) Damals war ich Kanzleileiterin in einer Steuerberatungskanzlei, und ich habe mir gedacht: So, denjenigen, die diese schlechten Gesetze gemacht haben, die wir in der praktischen Umsetzung immer kritisiert haben, denen werde ich es jetzt zeigen! Jeder, der mit einem Fachgebiet auf dem Rücken und mit einem Selbstbewusstsein, dass jetzt alles anders wird, hier ins Haus kommt, der wird irgendwann einmal so richtig auf den Boden der Realität geholt. (Zwischenruf der Abg. Moser.)
Abg. Pirklhuber: Kollege Schelling ist nicht so überzeugt!
Ich bin damals genau zur richtigen Zeit gekommen, zur Steuerreform 2003/2004, gerade zur Beschlussfassung. Meine erste Rede war zur Steuerreform 2003/2004, im Jahr 2008 durfte ich schon selbst mitverhandeln – nicht zu vergessen das Jahr 2016, als 5 Milliarden € Steuererleichterungen beschlossen wurden; da sehen wir jetzt auch die Auswirkungen, dass die Entlastung den Menschen sehr, sehr gut getan hat. (Abg. Pirklhuber: Kollege Schelling ist nicht so überzeugt!)
Abg. Pirklhuber: Stimmt!
Es ist uns sehr viel gelungen, das will ich überhaupt nicht schmälern, aber es ist uns auch vieles nicht gelungen. (Abg. Pirklhuber: Stimmt!) Es ist uns nicht gelungen, leider auch im letzten Finanzausschuss nicht, die kalte Progression abzuschaffen. Das tut mir persönlich am meisten weh, denn ich war immer der Meinung, dass man Steuerreformen beschließen und sich nicht immer nur um Tarifreformen und Tarifsenkungen kümmern muss. Mir war immer wichtig, dass man endlich einmal in die Steuerstruktur hineingeht, dass man endlich einmal vielleicht auch ökologische Ansätze einbringt. (Beifall bei den Grünen.)
Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Pirklhuber: Bravo!
Ich danke Ihnen allen und wünsche Ihnen allen in Zukunft das Beste. – Danke schön. (Beifall bei der SPÖ sowie bei Abgeordneten von Grünen und NEOS. – Abg. Pirklhuber: Bravo!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Jawohl!
Wir Grüne haben über 200 durch das Ökoteam – danke an die MitarbeiterInnen des grünen Ökoteams und meine Kolleginnen und Kollegen – vorgeschlagene Maßnahmen beantragt, die eigentlich allesamt vertagt wurden. (Beifall bei den Grünen.) Seit dem Klimavertrag von Paris hat es keine Aktivität zur Umsetzung gegeben. Dem Kollegen Buchmayr kann ich nur zustimmen: Man ist dafür verantwortlich, was man tut, aber auch dafür, was man nicht tut. In der Umweltpolitik stand vor allem das Nichtstun in der letzten Legislaturperiode im Vordergrund. Das muss sich ändern! (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Jawohl!)
Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Bravo!
Wir brauchen es nicht nur für die Umweltpolitik, sondern auch für die Wirtschaftspolitik. Das ist ein aufgelegter Elfer, den Sie nicht genutzt haben. In der nächsten Legislaturperiode gilt – wie gesagt –: mehr Zug zum Tor! Österreich braucht ganz sicher ein eigenständiges, starkes und engagiertes Klima-, Energie- und Umweltministerium. – Danke. (Beifall bei den Grünen. – Abg. Pirklhuber: Bravo!)
Abg. Pirklhuber: Sozial-ökologisch!
Abgeordneter Dipl.-Ing. Georg Strasser (ÖVP): Herr Präsident! Geschätzter Herr Bundesminister! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! In aller Kürze: Wenn man in die Regionen schaut, zeichnen wir uns durch starke regionale Wirtschaftskreisläufe und starke globale Wirtschaftskreisläufe aus. Das Prinzip der Nachhaltigkeit, die drei Säulen, sozial, ökologisch und ökonomisch, sollen als Grundsatz dienen, damit man diese beiden Phänomene gut zusammenführt und das Miteinander in diesem Land stärkt. (Abg. Pirklhuber: Sozial-ökologisch!)
Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Mit diesem Antrag, Kollege!
Der dritte Bereich ist das AMA-Gütesiegel. Ich sehe durchaus dort und da die Möglichkeit, dass man dieses Programm weiterentwickelt. Das muss auch so sein, und ich sehe mit Begeisterung, dass auch die Palmölproblematik in die Überlegungen zum AMA-Gütesiegel bereits Eingang findet. Ich sehe also, dass wir auf dem richtigen Weg in eine gute Richtung sind und bedanke mich für die interessanten Diskussionen. – Danke schön, alles Gute. (Beifall bei der ÖVP. – Abg. Pirklhuber: Mit diesem Antrag, Kollege!)